Quirlen des Milchozeans

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Der Mythos um das Quirlen des Milchozeans ist eine der Schlüsselgeschichten der indischen Mythologie. Dieser Mythos erscheint in verschiedenen Puranas. Auf ihn wird immer wieder Bezug genommen, unter anderem auch in der Hatha Yoga Pradipika.

Das quirlen des Milchozeans hier mit Lakshmi auf dem Berg Meru

Der Mythos des Milchozeans spielt in der Mythologie in Indien eine große Rolle

Es gibt z. Bsp. den Mythos vom Quirlen des Milchozeans wo die Devas, die Lichtwesen und die Asuras, die Wesen der Dunkelheit sich zusammen getan haben. Sie haben haben den Berg Meru genommen. Vishnu hat sich als Schildkröte manifestiert. Hat sich inkarniert als Kurmavata, der Schildkröten Avatar unter dem Berg Meru. Dann haben sie Ananta, die Weltenschlange um diesen Berg gewunden und haben dann mit dieser Schlange den Berg gedreht. Und so wurde der Milchozean gequirlt.

Durch das Quirlen des Milchozeans entstanden lauter großartige Dinge, Gaben, Fähigkeiten, Wesen wie Airavata, der weiße Elefant, Lakshmi, die Göttin des Glückes. Es kamen aber auch schwierige Dinge wie Hallahalla, ein Gift das schwierig ist. Und schließlich kam der Nektar der Unsterblichkeit. Wenn du mehr darüber wissen willst kannst du auch nachschauen auf unserer Internetseite https://wiki.yoga-vidya.de/Quirlen_des_Milchozeans

Der Milchozean steht letztlich für den menschlichen Geist. So wie du Milch quirlen kannst und es wird dann zu Sahne und letztendlich dann zu Butter, so ähnlich kannst du den menschlichen Geist quirlen mit spirituellen Praktiken und bekommst lauter schöne und wunderbare Dinge dort heraus. Der menschliche Geist ist stark und ist machtvoll und es gilt ihn zu trainieren. Und letztlich gilt es über den menschlichen Geist hinaus zu kommen, über ihn hinaus zu wachsen. Dann bekommst du den Trank der Unsterblichkeit, die Gottverwirklichung.

Video Milchozean

Videovortrag mit dem Thema Milchozean :

Sprecher/Autor: Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, Ausbildungsleiter zu Yoga und Meditation.

Das Quirlen des Milchozeans und der Schildkrötenmythos

Quirlen des Milchozeans

- Ein Vortrag von Sukadev Bretz 2019 -

Kommentar zum 10. Vers der Hatha Yoga Pradipika - Svatmarama schreibt im 10. Vers der Hatha Yoga Pradipika:

ashesha tapa taptanam samashraya matho hathah |
ashesha yoga yuktanam adhara kamatho hathah ||10||

Hatha Yoga ist eine beschützende Zuflucht für die von den drei Arten von Leiden Heimgesuchten.

Für all diejenigen, die sich mit der Yogapraxis beschäftigen, ist Hatha Yoga wie die Schildkröte, die die Welt trägt. Hier wird Bezug genommen auf die Schildkröte ‒ und die Schildkröte trägt die ganze Welt. Hier kann man auch sagen, dass Hatha Yoga eine Grundlage ist für alle anderen spirituellen Praktiken. Hatha Yoga ist eine vollständige Yogapraxis für sich. Mit Hatha Yoga allein kannst du die Gottverwirklichung erreichen.

Aber Svatmarama sagt hier auch, Hatha Yoga ist eine gute Grundlage für alle anderen spirituellen Systeme. Er hatte ja auch einen Vers vorher gesagt, dass Hatha Yoga gut ist für alle Menschen aller Weltanschauungen. Hatha Yoga ist weltanschauungsübergreifend. Und Hatha Yoga ist eine gute Grundlage für alle anderen Yoga Wege.

Egal, ob du

Hatha Yoga ist eine gute Grundlage für alles andere. Daher heißt es, Hatha Yoga ist wie die Schildkröte, die die Welt trägt.

Worauf gründet sich dieser Mythos der Schildkröte?

Das ist einer der Grundmythen, nämlich der Mythos vom Quirlen des Milchozeans. Ich habe diesen Mythos schon öfters erzählt und auf den Internetseiten von Yoga Vidya findest du mehrere Variationen. Man kann sagen, der Mythos vom Quirlen des Milchozeans ist einer der zentralen Mythen der indischen Mythologie. Du findest ihn in verschiedensten Varianten immer wieder.

Ich möchte eine der Varianten jetzt kurz erzählen:

Vor langer, langer Zeit gab es die Devas und die Asuras. Die Devas ‒ die Engelswesen, oft auch genannt die Götter ‒ waren die Guten, die Suras, die das Gute bewirken wollen, und die Asuras waren die Unguten, diejenigen, denen es um Macht und Vergnügen ging.

Die Devas und die Asuras haben immer wieder gekämpft, und irgendwann dachten sie: Wir sollten doch mal etwas zusammen machen. Statt uns immer wieder zu bekämpfen wäre es viel klüger, wir würden gemeinsam etwas machen. So haben sie sich verabredet, den Milchozean zu quirlen.

Sie nahmen Meru, den Weltenberg, und gaben diesen Weltenberg in die Mitte des Milchozeans. Sie nahmen Ananta, die Weltenschlange, und wickelten sie um den Meru herum. Dann zogen die Devas am einen Ende und die Asuras am anderen. Wechselseitig wurde so der Meru in die eine Richtung gequirlt und dann in die andere. Eine Weile funktionierte das gut. Dann drohte Meru, der Weltenberg, am Grunde des Ozeans zu versinken. So waren die Devas und die Asuras sehr besorgt und sie beteten zu Vishnu.

Vishnu, in seinem unendlichen Mitgefühl, manifestierte sich als Kurma, als Schildkröte - Kurma Avatar, die Inkarnation als Schildkröte. Diese Schildkröte schwamm an den Grund des Ozeans, und die Devas und Asuras legten den Meru auf die Schildkröte. So hatte der Berg eine gute Basis, und die Devas und Asuras konnten fortfahren den Milchozean zu quirlen.

Nach einer Weile kamen wunderschöne Dinge aus dem Ozean heraus: Es kam der weiße Elefant Airavata, den Indra nahm. Es kam Gold und Geschmeide und Edelsteine. Lakshmi kam hervor und gab viele wunderbare Dinge. Diese wurden dann aufgeteilt auf die Devas und die Asuras.

Aber die Devas und Asuras wollten den Nektar der Unsterblichkeit haben, nicht nur diese schönen Kostbarkeiten. Sie quirlten weiter und plötzlich entstand das furchtbare Gift Halahala. Dieses Gift färbte den ganzen Ozean dunkel und drohte die ganze Welt zu vernichten.

So beteten die Devas und die Asuras zu Shiva, und Shiva manifestierte sich. Er nahm die gesamte Menge Halahala in seine Hände und schluckte dieses Gift. Und das Gift, das die ganze Welt vernichtet hätte, färbte einfach nur Shivas Kehle blau. So wird Shiva seitdem als Nilakanta bezeichnet, „der mit der blauen Kehle“. Und Shiva neutralisierte alles Gift.

Die Devas und Asuras quirlten immer weiter, und irgendwann kam der Pott mit dem Nektar der Unsterblichkeit. Vishnu manifestierte sich als Mohini, und diese hatte den Nektar. Sie gab den Nektar weiter an Danvantari, den Heilgott. Danvantari gab dann den Nektar der Unsterblichkeit in alle Ayurveda Heilmittel ‒ und letztlich auch in die Kraft des Hatha Yoga. Dieser Schildkrötenmythos ist eine der vielen Variationen des Mythos vom Milchozean.

  • Es gibt dann noch die Geschichten, wie die Devas und die Asuras sich zuletzt um den Nektar stritten.
  • Es gibt die Geschichte, wie Vishnu den Nektar nahm und den Devas gab.
  • Es gibt die Geschichte, wie ein Dämon ein paar Tropfen bekommen hatte und wie an bestimmten Orte, wo später die großen Versammlungen waren, ein paar Tropfen hinunterkamen.
  • Es gibt die Geschichte, wie nach dem Trunk des Nektars Devas und Asuras miteinander verschmolzen sind.

Viele Endungen.

Was bedeutet diese Geschichte in Bezug auf Hatha Yoga?

Yogastellung Kurmasana - Die Schildkröte

Zum einen ist der Berg Meru die Wirbelsäule. Der Milchozean ist der menschliche Geist. Die Schlange ist die Kundalini. Das Hin- und Herziehen ist letztlich Ida und Pingala, Ha und Tha. Wenn man die ganzen Yoga Praktiken übt ‒ mal mit großer Intensität (Ha), mal mit großer Entspannung (Tha) ‒, quirlt man den Milchozean.

Es braucht als Basis die Asanas, das ist die Schildkröte, damit eine Festigkeit da ist, damit eine Erdung da ist. Dann entstehen nachher alle möglichen wunderbaren Gaben. Wer Hatha Yoga übt und Kundalini Yoga Praktiken übt, bekommt mehr Prana, mehr Energie, bessere Gesundheit, bessere Ausstrahlung, bestimmte außergewöhnliche Fähigkeiten. Das sind all diese Kostbarkeiten, die dort entstehen.

Es kann aber auch Gift entstehen. Gift können innere Reinigungserfahrungen sein. Gift können auch verschiedenen Emotionen sein, in die man hineinrutscht, können bestimmte Erinnerungen an die Vergangenheit sein. Gift kann aber auch der Stolz sein, den man bekommt. Hier gilt es dann zu Shiva zu beten, zu Gott zu beten. Er nimmt einem die Arroganz. Und es gibt bestimmte Yogaübungen, die auch helfen, die inneren Gifte, die entstehen, zu reinigen.

Schließlich kommt dann irgendwann der Nektar der Unsterblichkeit, den du zum Teil weitergeben kannst als Heilenergie. Der aber auch heißt, dass du über Deva und Asura hinauswächst, über alle Dualität hinauswächst ‒ und die Unsterblichkeit erfährst.

Hatha Yoga hilft dir also, über alle Arten von Leiden hinauszuwachsen. Und Hatha Yoga ist eine gute Grundlage für alle anderen spirituellen Praktiken, die du machen willst. Diese Grundlage hilft dir, dass dein ganzes Leben eine gute Basis hat.

Audio Vortrag - Milchozean

Hier die Audiospur des oberen Videos zu Milchozean :

Video - Quirlen des Milchozeans in der Hatha Yoga Pradipika - Schildkrötenmythos

Hier ein Vortrag zum Thema Quirlen des Milchozeans - Schildkrötenmythos - HYP I 10 von und mit Sukadev Bretz aus der Reihe Yoga Vidya Schulung, Vorträge zum ganzheitlichen Yoga.

Siehe auch

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