Energiefeld

Aus Yogawiki
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Das Energiefeld eines Menschen befindet sich um den physischen Körper herum und durchdringt diesen auch. Wenn das Energiefeld durch Fremdenergien belastet ist, wird es kleiner und schwächer. Deswegen ist es gut, dafür zu sorgen, ein starkes, kraftvolles Energiefeld zu haben. Dadurch fühlst du dich besser und bietest auch weniger Angriffsfläche für andere, weil du mehr in dir selber ruhst und nicht in fremder Energie. Sukadev gibt im folgenden Tipps, wie du dein Energiefeld wieder aufbauen kannst und dadurch auch Schutz erfährst.

Mit Handgesten kannst du im Kavacham dein Energiefeld von Fremdenergien befreien.

Kavacham – errichte ein kraftvolles Energiefeld

Niederschrift eines Podcasts (2014) von Sukadev The media player is loading...

Im Kavacham geht es darum, ein starkes Energiefeld zu errichten. Diese Praxis aus dem Kundalini Yoga und aus dem Tantra ist hochwirksam und dient dazu, dass du ein starkes Energiefeld hast. Und wenn du ein starkes Energiefeld hast, dann kannst du nicht so leicht beeinflusst werden und auch nicht so leicht aus der Ruhe gebracht werden. Diese Übung kannst du täglich machen, jeden Morgen z.B., um dein Energiefeld aufzurichten, und du kannst es immer dann wiederholen, wenn du merkst, dass Energien dich irgendwo berührt haben oder du durch irgendwelche Herausforderungen aus der Ruhe gebracht worden bist.

Es hilft, wenn Menschen dich angreifen, es hilft auch, wenn du dich durch andere unter Druck gesetzt fühlst oder durch dich selbst unter Druck gesetzt fühlst. Also, du lernst mit dieser Übung, dich zu verankern mit der Erde, mit dem Himmel, du fühlst, dass dein Rücken gestärkt ist. Du schickst alles, was dich irgendwo belastet nach draußen und bist dann gestützt, gestärkt, verbunden und strahlend, um alle Herausforderungen des Alltags anzugehen.

Kavacham ist ein Schutzfeld oder man kann auch sagen, ein harmonisches Energiefeld. Angenommen, man ist nicht gelassen, dann ist typischerweise das Energiefeld irgendwie gestört. Oft haben dann Menschen das Gefühl, da sind irgendwelche Energien in einem drin, und da hängt was im Bauch oder in der Brust, schnürt die Kehle zu oder macht ein schummriges Gefühl im Magen. Kennst du das? Und dann ist es wichtig, dass man immer wieder sein Energiefeld bewusst neu aufbaut. Das machst du sowieso, wenn du Atemübungen machst, wenn du Asanas übst. Jemand, der regelmäßig Hatha Yoga praktiziert, nicht unbedingt zusätzlich etwas zu machen braucht, es sei denn, er merkt, es wäre zusätzlich hilfreich.

Gerade wenn eine Auseinandersetzung gewesen ist, und man merkt, das Energiefeld ist gründlich durcheinander, und die reine Bauchatmung reicht jetzt doch nicht aus, dann kann man zusätzlich diese Übung machen. Manchmal reicht die reine Bauchatmung aus, dann kommt man wieder ins Gleichgewicht, aber man kann noch mehr machen. Und das kannst du jetzt ausprobieren.

Du kannst dich einfach bequem hinstellen, was in den meisten Fällen heißt, Füße etwa hüftbreit auseinander, Zehen leicht nach außen, also nicht die aufgerichtete gerade Stehhaltung, sondern die entspannte Stehhaltung, meistens ist es auch gut, die Knie leicht gebeugt zu halten. Dann kannst du zunächst tief mit dem Bauch atmen. Im Grunde genommen ist es immer so, dass du dich mit der Bauchatmung in die Mitte bringen kannst, das ist erstmal wichtig. Und so nimmst du Kontakt auf mit der inneren Mitte. Beim Ausatmen geht der Bauch hinein, beim Einatmen geht der Bauch hinaus.

Dann kannst du dich mit den Füßen im Boden verwurzeln. Du kannst dir vorstellen, dass du Wurzeln hast, die in die Erde hineingehen und Mutter Erde bringt dir alles, was du brauchst: Erdung, Verwurzelung. Dann kannst du dir vorstellen, dass von oben Licht in dich hineinströmt oder du kannst auch geistig wiederholen: „Ich öffne mich für alles Positive.“ Dann kannst du dir vorstellen, dass du von hinten gestützt bist. Jetzt wäre es hilfreich, wenn du zu irgendeiner höheren Kraft einen Zugang hast, ob es ein Engel ist, ob es Gott ist, ob es ein Meister ist, eine Meisterin oder du dir etwas vorstellen kannst, wo du das Gefühl hast, dass dir der Rücken gestärkt wird, wo du das Gefühl hast, dass dein Rücken von hinten gestärkt wird.

Dann kannst du dir vorstellen, dass von vorne positive Energie in dich hinein strahlt. Du kannst dir einfach Licht vorstellen oder wenn du einen Bezug hast zu Gott, Göttin, Engel, Meister, Meisterin, kann sich vorstellen, von vorne strömt diese Energie in dich hinein. Du kannst dir weiter vorstellen, dass Energie von oben in dich hineinströmt, von unten, von hinten, und dann atmest du die Energie nach vorne, vom Becken und Bauch, von den unteren drei Chakras nach vorne. Du nimmst also Energie von unten und oben und hinten auf, und beim Ausatmen strömt sie vom Bauch nach vorne. Dann einatmen von oben, unten und hinten und beim Ausatmen vom Herzen her die Energie nach vorne ausströmen lassen.

Das kannst du zwei, drei Mal machen und so vom Herzen her weit werden. Und einatmen, Energie von unten, oben und hinten zur Halswirbelsäule und Kehle, und beim Ausatmen von der Kehle her weit werden. Man kann das auch mit offenen Augen machen, obgleich es mit geschlossenen Augen erst mal leichter ist. Im Alltag kann man das durchaus machen, während man mit offenen Augen scheinbar zuhört. Und schließlich Energie von unten und hinten und oben zur Stirn und dann von der Stirn her nach vorne ausstrahlen. Und jetzt einatmen von unten, oben und hinten, und ausatmen nach vorne, also vom Bauch bis zur Stirn nach vorne ausatmen. Dann kannst du die Augen öffnen. So hast du ein Kavacham hergestellt, ein harmonisches Energiefeld.

Du hast ein harmonisches Energiefeld ist, wenn du das Gefühl hast, dass du von unten gut verankert bist, von oben inspiriert, dass du von hinten gestützt bist und nach vorne ausstrahlst. Du kannst natürlich auch von vorne aufnehmen, wenn du in der Gegenwart von jemandem bist, der dir Energie gibt. Im Alltag versucht man ja, wenn man etwas bewirkt, nach vorne auszustrahlen.

Es gibt noch etwas, wenn das nicht ausreicht. Manchmal hilft es, dann auch etwas körperlich zu machen. Du kannst dir vorstellen, du schiebst dich so ein bisschen zur Seite raus. Angenommen, du hast das Gefühl, da hängt etwas im Brustbereich. Manchmal ein schlechtes Gewissen, manchmal so ein Anspruch, „ich muss das unbedingt machen, ich muss jetzt fertigwerden, ich muss noch das machen usw.“. Hast du auch manchmal das Gefühl, es hängt dir irgendwie auf dem Herzen drauf? Es ist ja gut, dass man Leute hat, die einen erinnern: „Du solltest das machen, du solltest das machen, du solltest dort besser sein und solltest freundlicher sein, solltest gesünder sein, solltest liebevoller mit dir selbst umgehen, aber gefälligst sofort.“

Ist ja nett, dass wir all diese Leute haben, aber sie müssen uns nicht auf der Pelle hocken, sie sollen ein bisschen Abstand halten. Und so kann man so ein bisschen schieben. Das könnt ihr gerade einmal versuchen. Es gibt manche Menschen, für die wirkt das richtig befreiend. Da könnt ihr auch schauen, wollt ihr sie mehr nach links oben oder rechts oben oder nach links schieben… Also, ich würde es nicht empfehlen, etwas direkt vor einen zu schieben, denn danach sind sie wieder vor einem und im Weg, sondern mehr zur Seite. Dort können sie wie Berater tätig sein, aber verhindern nicht, dass wir wunderbar nach vorne ausstrahlen können.

Oder man kann sich auch freischwimmen. Das kann manchmal so eine befreiende Geste sein. Manche Menschen fühlen sich wieder frei, nachdem sie diese Übung gemacht haben. Und dieses Freisein hilft dann auch für Gelassenheit. Du kannst natürlich sagen, dass es jetzt gerade nicht geht, wenn du gerade am Arbeitsplatz sitzt. Man könnte auch, wenn man sich nach oben öffnen will, auch die Arme nach oben strecken. Das kannst du auch mal machen. Wenn du irgendwie das Gefühl hast, du brauchst Inspiration oder willst, dass positive Energie hineinströmt und dein Herz öffnet.

Manche mögen den Kopf leicht nach hinten geben, aber nur wenn der Nacken sich dabei angenehm anfühlt. Also, wenn du dich bei der Arbeit zwischendurch zurückziehen kannst, ist das eine gute Sache. Man kann es auch auf der Toilette machen, auch das funktioniert. Oder manchmal gibt es ja auch modernere Unternehmen, wo man so etwas positiv sieht und insbesondere, wenn ihr Teamleiter seid, könnt ihr das ja auch mal einführen. Wenn ihr es in die richtigen Worte fasst, ist das vielleicht auch etwas, was sicherlich hilfreich ist und vielleicht auch die Atmosphäre ziemlich auflockern kann, auch Kreativität fördern kann.

Es gibt ja auch diesen medizinischen Ausdruck „Angina Pectoris“, Enge des Brustkorbs. Sie kann eine medizinische Ursache haben, ist aber in gar nicht mal seltenen Fällen einfach dieses enge Gefühl, weil so viel auf Menschen lastet. Und da gehen manchmal Menschen von Pontius zu Pilatus unter den Ärzten, um irgendwas zu finden, was mit dem Herzen ist und eigentlich ist nur ihr Energiefeld so zusammengeschrumpft. Da kann man natürlich auch lange Psychotherapien machen, und manchmal ist das auch notwendig, aber in manchen Fällen reicht es schon aus, dieses Bewusstsein zu haben: „Ja, mein Energiefeld ist eng, und da sitzt alles Mögliche in meinem Energiefeld. Irgendwie kann ich lernen, das zu öffnen.“ Natürlich helfen auch Rückbeugen. Natürlich helfen dort Asanas und Pranayama oder auch nur die Visualisierung.

Noch ein kleiner Tipp: Setze doch diese Übung praktisch um. Probiere es mindestens eine Woche aus, diese Übung jeden Morgen zu machen und immer dann, wenn du merkst, dass dein Energiefeld nicht mehr in Harmonie ist. Du wirst merken, dass diese Übung, Kavacham, sehr machtvoll hilfereich ist für ein gelassenes, engagiertes und selbstbestimmtes Leben.

Siehe auch

Weblinks

Literatur

Seminare

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