Wissenschaftliche Studien Ayurveda

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Wissenschaftliche Studien Ayurveda - Übersicht über Forschungsarbeiten zum Thema Ayurveda. Welche Wirkungen von Ayurveda können durch wissenschaftliche Studien nachgewiesen werden?

Ayurvedische Heilpflanzen haben eine hohe Wirksamkeit und können bei vielfältigsten Krankheitsbildern eingesetzt werden

Körperliche Wirkung

Fibromyalgie (2013)

Fibromyalgie sind Schmerzen, die sich immer wieder wechselnd im ganzen Körper sowohl in der Muskulatur, in den Gelenken als auch als Rückenschmerzen zeigen. Damit verbunden sind Müdigkeit, Schlafstörungen, Morgensteifheit und weitere Beschwerden.

Eine in Berlin durchgeführte Vergleichsstudie untersuchte die Wirksamkeit sowohl herkömmlicher und als auch ayurvedischer Behandlungsansätze. Hierzu wurden zwei Wochen lang 21 Fibromyalgipatienten stationär ayurvedisch behandelt, 11 Patienten ausschließlich mit herkömmlicher Medikation. 6 Monate später fanden die Nachuntersuchungen statt. Die Wirksamkeit der Behandlung wurde einerseits mittels eines speziellen Fragebogens, andererseits über Werte wie Schmerzintensität, Schmerzwahrnehmung, Depression, Ängstlichkeit, Schlafqualität bestimmt.

Als Ergebnis wiesen beide Gruppen Linderungseffekte auf, ohne dass es bedeutsame Unterschiede zwischen beiden gegeben hätte. Dies legt nahe, dass Ayurveda einer schulmedizinischen Behandlung in seiner Wirksamkeit in nichts nachsteht. Da Ayurveda hier allerdings nur als zusätzliche Behandlung angewandt wurde, sind weitere Studien erforderlich, um die spezifische Wirksamkeit von Ayurveda nachweisen zu können.

Originalstudie: Additive Complex Ayurvedic Treatment in Patients with Fibromyalgia Syndrome Compared to Conventional Standard Care Alone: A Nonrandomized Controlled Clinical Pilot Study (KAFA Trial).

Artikel zur Studie: FitScience: Fibromyalgie ist mit Ayurveda gut behandelbar

Rheuma und Arthrose

Ayurveda bei Rheuma (2011)

Eine Gruppe von Medizinern und Ayurveda-Ärzten untersuchte in einer Doppel-Blind-Studie die Wirksamkeit von ayurvedischen Behandlungen gegenüber dem üblichen Medikament Methotrexat an 43 Patienten, die seit bis zu 7 Jahren an Gelenkrheuma litten. Eine Gruppe erhielt Methotrexat zusätzlich zu einer ayurvedischen Behandlung, die zweite Gruppe Methotrexat und Ayurveda-Placebos, die dritte Gruppe erhielt eine Ayurvedabehandlung und Methotrexat-Placebos. Der Studienzeitraum war 36 Wochen, alle 12 Wochen wurden die Werte der Probanden gemessen.

Im Ergebnis wurden in allen drei Gruppen annähernd gleiche Werte gemessen. Bei Gelenkrheuma ist Ayurveda also vergleichbar wirksam wie herkömmliche Medizin mit dem Vorteil, dass es kaum Nebenwirkungen gibt – bei der Methotrexat-Gruppe traten wesentlich mehr unerwünschte Nebenwirkungen auf.

Originalstudie: Double-blind, randomized, controlled, pilot study comparing classic ayurvedic medicine, methotrexate, and their combination in rheumatoid arthritis.

Artikel zur Studie: FitScience: Gelenkrheuma: Ayurveda vergleichbar wirksam wie herkömmliche Medizin

Ayurveda bei Kniegelenksarthrose (2013)

Röntgenaufnahme eines Kniegelenks

Eine randomisierte Doppelblindstudie der Rheumatologen um Dr. Arvind Chopra von der Universitätsklinik in Puna nahm 440 Patienten mit Kniegelenksarthrose in den Blick. Die Studienteilnehmer hatten die Krankheit seit mindestens 50 Monaten und nachweislich deutliche Schmerzen. Die Probanden wurden in vier Gruppen geteilt, denen sechs Monate lang und drei Mal täglich jeweils unterschiedliche Präparate verabreicht wurden:

  • Gruppe 1: Celecoxib
  • Gruppe 2: Glucosaminsulfat
  • Gruppe 3: ayurvedisches Extrakt SGC (Mondsamengewächs Guduchi, Ingwer plus Amalakifrucht)
  • Gruppe 4: Extrakt SGCG, wie oben plus Guggul (Weihrauch)

Zwar wurden die ayurvedischen Mittel nicht unter ganzheitlicher Sicht verabreicht und auch brachen zwölf Patienten die Teilnahme vorzeitig ab. Dennoch konnte die Studie zeigen, dass die pflanzlichen standardisiert hergestellten Ayurveda-Präparate eine ähnliche Wirksamkeit zeigten, wie die klassische westliche Medizin, die den Gruppen 1 und 2 verabreicht wurde. Weitere Studien, die dann auch den holistischen Aspekt des Ayurveda in der Anwendung berücksichtigen, sollen die Ergebnisse untermauern.

Originalstudie: Ayurvedic medicine offers a good alternative to glucosamine and celecoxib in the treatment of symptomatic knee osteoarthritis: a randomized, double-blind, controlled equivalence drug trial. (2013)

Artikel zur Studie: Ayurveda statt Standardanalgesie? 03/2013. Ärztezeitung

Eine Studie des Instituts für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité Berlin, die an 150 Patienten mit Kniegelenksarthrose durchgeführt wird, soll zeigen, dass bei Kniegelenksarthrose eine 12 Wochen dauernde ayurvedische Behandlung, die auf der Diagnose eines Ayurveda Arztes beruht und verschiedene ayurvedische Anwendungen kombiniert, wirkungsvoller ist als eine ebenso 12 Wochen dauernde Behandlung im Rahmen der modernen westlichen Medizin.

Diese Forschungsstudie, deren Planungsphase bereits 2010 begann, vergleicht und bewertet somit die Wirksamkeit ayurvedischer und konventioneller Behandlungsmethoden in Bezug auf Kniegelenksarthrose. In diesem Jahr (2014) sollen nun die Ergebnisse vorliegen.

Für die vom Department AYUSH der indischen Regierung finanzierte wissenschaftliche Studie wurden 150 Patienten mit Kniegelenksarthrose, Männer und Frauen im Alter zwischen 40 und 70 Jahren, nach bestimmten Kriterien ausgewählt und zunächst von vier unabhängigen Spezialisten der Ayurveda Medizin diagnostiziert. Um eine hohe Qualität der Daten zu gewährleisten, erstellte für die ersten 30 Patienten jeder der vier Ayurveda Spezialisten einen individuellen Behandlungsplan mithilfe eines standardisierten Formulars. Diese Behandlungspläne wurden dann von den vier Ayurveda Ärzten gemeinsam diskutiert und ausgewertet, bis sie über die Diagnose Einigung erzielten.

Die 150 Patienten wurden nach Erhalt der Ayurveda Diagnose nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen mit je 75 Patienten eingeteilt. Die eine Gruppe erhielt über einen Zeitraum von 12 Wochen – entsprechend der vorherigen Ayurveda Diagnose – 15 vielschichtige, ganzheitliche ayurvedische Anwendungen (von jeweils maximal 90 Minuten Dauer), wie zum Beispiel manuelle Therapie, Massage, ayurvedisches Dampfbad (Svedana), Ernährungsberatung und Hinweise zu Nahrungsergänzungsmitteln, Lebensberatung sowie Hinweise für die eigene Yoga Praxis. Dabei wird die Ansicht vertreten, dass eine Kombination verschiedener Ayurveda Anwendungen Synergie-Effekte bedingt und dadurch für deren Wirkungen relevant ist.

Die Patienten der zweiten Gruppe wurden über den Zeitraum von 12 Wochen auf konventionelle Weise behandelt (ebenfalls 15 Behandlungen, von jeweils 45 Minuten Dauer) und erhielten Hinweise für individuelle Übungen (zum Beispiel Übungen zur Stärkung der Oberschenkelmuskulatur), Physiotherapie einschließlich manueller Therapie, Ergotherapie, Anweisungen zur Gewichtsabnahme (bei Übergewicht) sowie - wenn nötig - Verschreibung von Medikamenten bzw. Schmerzmitteln.

Durch genaue Zulassungs- und Behandlungsrichtlinien, wie zum Beispiel den Richtlinien der Behandlung von Kniegelenksarhtrose des Bundesministeriums für Gesundheit, sollte die Höchstqualität der Heilbehandlungen sichergestellt werden. Dennoch wurde die wissenschaftliche Studie so konzipiert, dass sie eine individuelle Behandlung erlaubt, bei der der Patient und seine Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen.

Die Ayurveda Ärzte und Therapeuten absolvierten alle entweder ein Ayurveda Studium in Indien oder eine Ausbildung an einer Ayurveda Akademie von wenigstens 500 Stunden samt einer wenigstens 2 Jahre dauernden Praxis in europäischen Ayurveda Kliniken (Ayurveda Experten). Alle anderen Ayurveda Therapeuten mussten mindestens 2 Jahre klinische Praxis in ihrem dazugehörigen Bereich (zum Beispiel Manuelle Therapie, Ernährungsberatung, Beratung zu Knieyoga) nachweisen.

Die Patienten der Gruppe der konventionellen Behandlungsmethoden wurden von Spezialisten, Chirurgen und Berufstherapeuten aus dem Orthopädie-Bereich behandelt. Die Behandlungen wurden von Ärzten mit Spezialisierung in Orthopädie und Chirurgie oder von Ärzten, die unter der Führung eines solchen Spezialisten arbeiten, verschrieben. Die Therapeuten (Ergotherapie, Physiotherapie) mussten eine Berufsausbildung in ihrem Bereich sowie eine mindestens zweijährige Praxis vorweisen.

An der Charité Universitätsmedizin, die im Rahmen ihrer Forschung auch einen Projektbereich "Klinische Naturheilkunde" besitzt, werden neben klassischen Naturheilverfahren wie zum Beispiel Ernährungstherapie und Phytotherapie auch traditionelle Heilverfahren wie zum Beispiel Blutegeltherapie, Ausleitende Verfahren, Ayurveda und Akupunktur in vollstationärer, teilstationärer und ambulanter Versorgung angewandt und wissenschaftlich evaluiert. Die wissenschaftliche Arbeit zielt dabei u. a. auf die Entwicklung innovativer Modelle der Integrativen Medizin, d.h. der Kombination aus komplementärmedizinischen und schulmedizinischen Ansätzen. Dazu werden Studien zur Wirksamkeit und Sicherheit dieser Verfahren durchgeführt.

Mögliche Behandlungsarten bei Kniegelenksarthrose werden immer bedeutsamer, da Kniegelenksarthrose verantwortlich ist für einen Großteil der chronischen Erkrankungen und daraus folgender Arbeitsunfähigkeit sowie für hohe Kosten in den Gesundheitssystemen Deutschlands, Europas und der Welt. Auch suchen Patienten mit chronischer Kniegelenksarthrose oft nach alternativen Behandlungsmethoden, da die Medikamente zur Behandlung von Arthrose mit zahlreichen Nebenwirkungen verbunden sind.

Ayurveda Medizin, die schon seit über 2000 Jahren als ganzheitliches System in Indien und ganz Südasien angewandt und von der Welt Gesundheitsorganisation als Heilverfahren anerkannt wird, verwendet vielfältige Behandlungsmethoden (wie zum Beispiel Manuelle Therapien, Ernährungsberatung, Reinigungskuren, Meditation und Yoga). Sie wird häufig zur Behandlung von Kniegelenksarthrose herangezogen. Bis jetzt gibt es in den westlichen Ländern jedoch noch keine Forschungsdaten zur Wirksamkeit der mehrdimensionalen, ganzheitlichen ayurvedischen Behandlungsmethoden im Vergleich mit westlichen Behandlungsmethoden.

Die Studie der Charité Berlin, die in Zusammenarbeit mit dem Immanuel Krankenhaus Berlin durchgeführt wird, ist somit die erste, die die Wirksamkeit vielschichtiger ayurvedischer im Vergleich zu konventionellen Behandlungen in einem westlichen klinischen Umfeld bei Patienten mit Kniegelenksarthrose untersucht. Vorherige Forschungen zu ayurvedischer Medizin beschränkten sich weitestgehend auf Experimente zu einzelnen Kräutern, Rezepturen oder Therapien. Einige wenige Forschungen sind klinisch, konzentrieren sich aber auf medikamentöse Behandlungen oder nicht-pharmakologische Eingriffe wie zum Beispiel Yoga.

In dem im Mai 2013 im englisch-sprachigen Wissenschaftsjournal Trial veröffentlichten Forschungsprotokoll der Charité Universitätsmedizin heißt es:

"Die größte Herausforderung ist, neue und innovative klinische Studien zu entwickeln, auf deren Grundlage eingeschätzt werden kann, ob die Ayurveda Medizin klinische Beweise in Übereinstimmung mit der modernen Forschungsmethodologie erbringen kann. Diese Beweise könnten dann dazu führen, dass traditionelles Heilwissen in die moderne, wissenschaftlich begründete Medizin integriert wird. Diese Studie ist ein erster Versuch in diese Richtung.

Obwohl jedoch die Behandlungsprotokolle für beide Gruppen viel Spielraum und Flexibilität schaffen, schränken folgende Punkte den Umfang ein, in dem die Ergebnisse (in Bezug auf die spätere Anwendung im Gesundheitssystem) verallgemeinert werden können:

  • Nur sehr wenige Gesundheitszentren und Kliniken wurden im Diagnoseverfahren ausgebildet.
  • Die Patienten werden nur von hochqualifizierten Experten behandelt."

Von diesen Experten gäbe es im Gesundheitssystem wahrscheinlich nur wenige.

Das Studienprotokoll schildert die Schwierigkeiten bei der Auswertung der Forschungsdaten: "Der vielschichtige Ansatz beim Stellen einer Ayurveda Diagnose (d. h. es werden viele verschiedene Faktoren und mögliche Ursachen in die Diagnose einbezogen) macht den Vergleich mit der konventionellen Diagnose "Kniegelenksarthrose" schwieriger.

Im Ayurveda können die Ursachen für eine Kniegelenksarthrose zum Beispiel in einer unangemessenen Ernährung, nachteiliger Lebensweise, Alterungsprozess oder konstitutionellbedingter Prädisposition liegen. Diese rufen ein Vata Ungleichgewicht hervor (Vata ist laut Ayurveda verantwortlich für alle Bewegungen im Körper) und dieses Vata Ungleichgewicht verursacht Trockenheit (Rukshata), Leichtigkeit (Laghutva), Porosität (Saushirya) und Grobkörnigkeit (Kharatva) der Gelenke. Wenn das Vata Ungleichgewicht ins Kniegelenk wandert und anfängt, die Struktur des Kniegelenks zu zerstören und seine Funktion zu beeinträchtigen, entsteht die Krankheit, die gewöhnlich als (Janu-) Sandhi-Gata-Vata diagnostiziert wird. Schmerz im Kniegelenk (Sandhi-Shula) ist die häufigste Wirkung dieser Krankheit, es können aber auch Schwellungen (shotha), Starrheit (stabdhata) und reibende, knisternde oder knackende Geräusche und Gefühle (Atopa) auftreten."

Und weiter:

"Natürlich beruhen Ayurveda Medizin und konventionelle westliche Medizin auf verschiedenen Grundsätzen. Deshalb kann es bei Auswertung der Studie schwierig sein, genaue Übereinstimmungen der mit der Krankheit auftretenden Symptome zu identifizieren in Bezug auf die der Krankheitsbestimmung zugrundeliegenden verschiedenen Ansätze.

Im Ayurveda wird die Bestimmung der Krankheitssymptome und die daraus folgende Zuordnung eines Krankheitsbegriffes als weniger wichtig betrachtet als die Bestimmung von Veränderungen im Umfeld des Patienten. So liegt der Schwerpunkt der Ayurveda Diagnose - neben der Ermittlung der Symptome – hauptsächlich auf der "Untersuchung der vielfältigen inneren und äußeren Bedingungen und Verhältnisse [des Patienten], einschließlich der physiologischen, geistigen und der Bewegungs- und Stoffwechselfunktionen sowie Lebensweise, Ernährungsgewohnheiten und der sozialen Faktoren – die alle Disharmonien hervorrufen können.

Diese Faktoren werden analysiert und bewertet im Rahmen der Erforschung der Geschichte des Patienten und der Untersuchung des Patienten mithilfe der Wahrnehmung wie etwa durch Abtasten, Abhören, Abklopfen und die Betrachtung des Patienten. Bei der Feststellung und Klassifizierung der Krankheitsursachen spielen zum Beispiel die Aspekte Dosha, Agni, Srotas, Dhatu, Mala und Ama eine Rolle – die dynamischen ayurvedischen Gesetzmäßigkeiten – die nicht mit modernen Prinzipien gleichzusetzen sind. Die ayurvedischen Gesetzmäßigkeiten resultieren in sehr individuellen Zusammenhängen und Zuständen der Patienten.

Außerdem werden aus ayurvedischer Sicht Gesundheits- und Krankheitszustand als Kontinuum betrachtet, d.h. als kontinuierlicher Fluss der physiologischen Faktoren. Dadurch kann in der Ayurveda Medizin der Arzt einen Patienten behandeln, ohne der Krankheit einen Namen zu geben. Zum Beispiel könnte im Ayurveda die Kniegelenksarthrose begleitet sein von Ama, was zu einer ganzkörperlichen oder lokalen Gelenksymptomatik führen kann, die den Merkmalen des Gelenkrheumatismus ähnelt, aber nicht mit ihm gleichzusetzen ist. Dadurch könnte die Ayurveda Diagnose nicht (Janu-) Sandhi-Gata-Vata, sondern zum Beispiel Ama-Vata (von Ama abgeleitete Zustände) oder Vata-Rakta (Auswirkungen eines heiß-säuerlichen Blutgewebes) lauten.

Im Gegensatz dazu würde die Diagnose der konventionellen Medizin in allen drei Fälle dieselbe sein: Kniegelenksarthrose. Es wird also deutlich, dass standardisierte Diagnosen und Therapien im Ayurveda vermieden werden und die Gesamtsituation des Patienten anstatt einfach nur die Krankheit analysiert wird."

Ayurveda spielt eine immer größere Rolle in Europa und Nordamerika. Zurzeit ist es weltweit eine der am schnellsten wachsenden CAM-Therapien (Complementary and Alternative Medicine, Ergänzende und Alternative Medizin). Hoffentlich können die Ergebnisse dieser Studie es unterstützen, dass Ayurveda Behandlungsmethoden stärker in das eher konventionelle deutsche gesetzliche Gesundheitssystem integriert werden. Comparative effectiveness of a complex Ayurvedic treatment and conventional standard care in osteoarthritis of the knee – study protocol for a randomized controlled trial, Trials 23. Mai 2013

Ayurveda bei Anämie (2012)

Ernährungsbedingter Eisenmangel ist eine der häufigsten Ursachen von Anämie (Blutarmut, Mangel an roten Blutkörperchen) in Indien. Da der ernährungsbedingte Eisenmangel meist mit allopathischen Eisenpräparaten ausgeglichen wird, die jedoch mit Nebenwirkungen behaftet sind, nahmen sich eine Studie der Frage an, mit welchen ayurvedischen Medikamenten auf pflanzlich-mineralischer Basis ein ernährungsbedingter Eisenmangel behoben werden kann.

Das ayurvedische Heilmittel Trikatrayadi Lauha sollte auf seine Wirksamkeit und Sicherheit in Bezug auf Kinder mit ernährungsbedingtem Eisenmangel getestet werden. 10 Wochen lang nahmen 123 Kinder an der klinischen Studie teil. Sie wurden vor Beginn der Studie, währenddessen und nach dem Prozess untersucht.

Die Ergebnisse zeigten, dass Trikatrayadi Lauha die Hämoglobinwerte (Anteil der roten Blutkörperchen) bereits nach 5 Wochen deutlich erhöht hatte; nach 10 Wochen hatten sich diese Werte nochmals annähernd verdoppelt. Dabei wurden keine Nebenwirkungen festgestellt.

Originalstudie: A clinical study on Pandu Roga, iron deficiency anemia, with Trikatrayadi Lauha suspension in children

Artikel zur Studie: FitScience: Ernährungsbedingter Eisenmangel kann mit Ayurveda behoben werden

Psychische Wirkung

Yoga Psychologie und Ayurveda

Quelle: Maika Puta: "Theoretischer Hintergrund und Ergebnisse der Studie Yoga Psychologie, Teil 1" (2013).

Die Konstitutionen im Ayurveda

Der altindischen Tradition nach ist das vollständige Wohlbefinden des Menschen an den sogenannten Gunas ausgelegt, welche in viele Schriften wie z.B. Patanjalis Yogasutras auftauchen. Im Wesentlichen gibt es drei Gunas, die für unser Verhalten und Wohlergehen verantwortlich sind:

Die Yogastudie möchte nun untersuchen, inwiefern diese drei Gunas aus der indischen Psychologie valide sind. Da es keine Messinstrumente für diese Fragestellung gibt, müssen hier sozialwissenschaftliche Untersuchungsmethoden herangezogen werden. Anhand gut ausgewählter Items wurden 337 Teilnehmer – durchschnittlich 42 Jahre alt und zu 80% weiblich – im Zeitraum Mai-Juli 2012 befragt. Das Fragebogendesign beinhaltete jeweils Fragen zu den 3 Gunas, deren Inhalt anhand von unterschiedlicher indischer Literatur zusammengetragen wurde.

Die Antworten wurden anschließend einer sogenannten Faktorenanalyse unterzogen, welche meist mittels Fachsoftware untersucht, ob alle Fragestellungen, die einem Kriterium zugeordnet werden, bei erkennbarem Hang eines Probanden zu einem bestimmten Guna, auch ähnlich beantwortet werden oder ob eine Frage vielleicht falsch konzipiert war und bei einem Gros der Probanden regelmäßig stark von den Antworten der Fragegruppe abweicht.

Das Ergebnis war, dass die meisten Antworten der Fragen pro Guna-Gruppe korrelierten – nur wenige Fragestellungen bildeten nicht die gewünschte Messung ab. Abschließend wurden diese "falschen" Fragestellungen aus dem Fragebogendesign entfernt.

Somit liefert die Studie zum einen Belege dafür, dass die drei Gunas weitestgehend wie in der Literatur beschrieben existieren. Als nächsten Schritt folgt zum anderen eine weitere Studie, die neue Fragen aufnimmt, um die Lücken wieder zu füllen. Die Faktorenanalyse ist für den zweiten Teil der Studie mit einem anderen Verfahren geplant, um die Reliabilität des Designs noch einmal abzusichern. Überdies werden psychologische Standard-Fragebögen als Vergleichsgröße hinzugezogen, die Aufschluss über den Zusammenhang der "Theorie der drei Gunas" zu westlichen Konstitutions-Kategorisierungen gibt.

Die vollständige Studie ist unter http://wiki.yoga-vidya.de/Der_Lebensweg_des_Yogis zu finden.

Siehe auch

Literatur

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