Divya Prabhandam

Aus Yogawiki
(Weitergeleitet von Divya Prabandham)

Die Divya Prabandham (Tamil: நாலாயிரத் திவ்யப் பிரபந்தம்), auch genannt Nalayira Divya Prabhandam] sind eine Sammlung von 4.000 Tamil Versen (Naalayiram bedeutet auf Tamil "viertausend"),welche vor dem 8. Jahrhundert n. Chr. von den 12 Alvar verfasst wurden und in ihrer heutigen Form im 9. - 10. Jahrhundert von Nathamuni zusammengestellt wurden. Die Arbeit markiert den Anfang des Ruhmes der 12 Vaishnava Heiligen, deren Hymnen selbst heute noch viel und hingebungsvoll gesungen werden. Die Arbeiten waren verloren bevor Nathamuni sie sammelte und ordnete in Form von einer Anthologie.


Vishnu, im Nalayira Divya Prabandham als Narayana, Krishna, Rama und in seinen heiligen Tempelgestalten besungen.

Divya Prabhandam beziehungsweise Nalayira Divya Prabandham (Tamil: நாலாயிரத் திவ்வியப் பிரபந்தம்; wissenschaftlich: Nālāyirat Tivviyap Pirapantam; auch Nalayira Divya Prabandam, Naalayira Divya Prabandham und Divya Prabandham) ist die große tamilische Sammlung der Gotteslieder der zwölf Alvars. Ihr Name bedeutet sinngemäß „Heilige Sammlung der Viertausend“. In ihren Hymnen wird Bhakti, die liebende Hinwendung zum Göttlichen, zu einer lebendigen Sprache: Ein Mensch ruft nach Narayana, eine Mutter wiegt den kleinen Krishna, eine Liebende sehnt sich nach dem fernen Geliebten, eine Gemeinschaft singt vor den Füßen des Herrn.

Das Nalayira Divya Prabandham lädt dazu ein, das eigene Herz ganz in die spirituelle Suche einzubeziehen. Freude und Dankbarkeit haben darin ebenso Platz wie Sehnsucht, Ratlosigkeit und die Bitte um Gnade. Gott erscheint als unermesslicher Ursprung der Welt und zugleich als das Kind, dessen erste Schritte eine Mutter staunend begleitet. Gerade diese Nähe macht die Lieder für Menschen auf dem Weg des Yoga und der Meditation so berührend: Das Heilige kann mitten im Singen, Sorgen, Lieben und Dienen erfahrbar werden.

Die Sammlung gehört zur vishnuitischen, besonders zur shrivaishnavischen Tradition. Sie bewahrt deren eigene Sprache der Beziehung zwischen Seele und Gott. Die Hymnen wollen gehört, gesungen, betrachtet und im Herzen bewegt werden. Wer langsam liest und einen Vers eine Weile mit sich trägt, kann darin mehr entdecken als eine Aussage über Gott: eine Weise, ihm zu begegnen.

Dieser Artikel verbindet den Überblick über Dichter, Werke und Spiritualität mit der vollständigen deutschen Übersetzung. Die verlinkten Begleitartikel bieten den tamilischen Wortlaut und seine Umschrift. So können Klang, Bedeutung und persönliches Nachdenken beim Lesen zusammenfinden.

Für tamilische Hindus in Deutschland kann diese Ausgabe eine Brücke zwischen den Generationen sein: Wer mit den Liedern aufgewachsen ist, bringt Erinnerungen und gelebte Erfahrung ein; wer leichter Deutsch liest, kann ihren Bildern und ihrer Hingabe in der eigenen Alltagssprache begegnen. Auch Menschen auf dem Yogaweg sind eingeladen, dieser vishnuitischen Dichtung aufmerksam zuzuhören und ihre Liebe zu Narayana in ihrer eigenen religiösen Gestalt kennenzulernen.

Hier im Yoga Vidya Wiki findest du:

Gemeinsam lesen in Deutschland

Das Divya Prabhandam kann Menschen zusammenbringen, die ihre religiöse Tradition unterschiedlich kennengelernt haben. Manche erinnern sich an den Klang der Hymnen aus der Familie oder dem Tempel; andere begegnen ihnen zuerst auf Deutsch. Ein gemeinsames Lesen darf beide Erfahrungen verbinden. Tamilische Sprachkenntnisse, Erinnerungen und neue Fragen können sich gegenseitig bereichern.

Ein kurzer Vortrag auf Tamil, die Betrachtung der deutschen Bedeutung und ein Augenblick Stille bilden einen einfachen Zugang. Wer über Yoga oder Meditation zur Sammlung findet, kann ihrer eigenständigen shrivaishnavischen Stimme zuhören. Die Liebe zu Narayana, das Vertrauen in Gnade und die Freude am Dienst sind dabei mehr als abstrakte Begriffe: Sie werden in poetischen Beziehungen erfahrbar.

Die Artikel dieser Ausgabe

Werk, Dichter und Überlieferung

Eine Sammlung vieler Stimmen

Das Nalayira Divya Prabandham hat keinen einzelnen Verfasser. Seine Hauptwerke werden den zwölf Alvars zugeschrieben. Die historische Einordnung der Dichter ist nicht in allen Einzelheiten sicher; häufig wird für ihre Wirkungszeit ungefähr das 6. bis 9. Jahrhundert genannt. Traditionelle Lebensgeschichten verwenden teilweise andere, religiös begründete Zeitrechnungen. Geschichte und Heiligenüberlieferung sollten deshalb als unterschiedliche Zugänge gelesen werden.[1]

Die shrivaishnavische Überlieferung verbindet die Sammlung und Wiedergewinnung der Hymnen mit Nathamuni. Seine Begegnung mit Liedern Nammalvars und die Wiederentdeckung des verlorenen Bestandes werden in einer Heiligenlegende erzählt. Daraus lässt sich kein moderner Editionsbericht mit gesicherten einzelnen Arbeitsschritten ableiten. Die Bezeichnung „tamilischer Veda“ bringt den hohen religiösen Rang der Sammlung zum Ausdruck: Tamilische Hymnendichtung wird hier als Zugang zur Offenbarung und als Grundlage gelebter Gottesverehrung verstanden.[2]

Die zwölf Alvars

Zu den zwölf gehören Poygai Alvar, Bhudattalvar, Pey Alvar, Tirumalishai, Nammalvar, Madhurakavi, Kulashekara, Periyalvar, Andal, Tondaradippodi, Tiruppan Alvar und Tirumangai Alvar. Gebräuchliche Umschriften variieren erheblich: So erscheinen Alvar, Azhvar und Āḻvār sowie Periyalvar, Periyazhvar und Periyāḻvār nebeneinander. Die Werke selbst bieten einen verlässlicheren Zugang zu den dichterischen Stimmen als eine vorschnelle Angleichung aller Lebensgeschichten.

Andal, Periyalvar und Nammalvar

Andal ist die Dichterin der Tiruppavai und der Nachiyar Tirumoli. Ihre Lieder eröffnen unterschiedliche Räume der Hingabe: das gemeinschaftliche Erwachen zum Gottesdienst und die intensive, persönlich erlebte Sehnsucht nach dem göttlichen Geliebten. Periyalvar, auch Vishnuchitta genannt, entfaltet besonders die mütterliche Liebe zu Krishna. Nammalvars Tiruvaymoli gehört mit 1.102 Versen zu den umfangreichsten Einzelwerken der Sammlung.

Der spätere Ramanuja-Hymnus

Die hier verwendete Zählung enthält am Ende das Iramanuca Nurrantati, auch Ramanuja Nutrandadi, von Tiruvarangattu Amutanar. Seine 108 Verse verehren Ramanuja. Amutanar gehört nicht zu den zwölf Alvars; dieser spätere Text darf daher nicht stillschweigend einem von ihnen zugeschrieben werden. Die Sammelbezeichnung „Lieder der zwölf Alvars“ ist eine Kurzbezeichnung des Kanons, keine genaue Verfasserangabe für jeden Bestandteil der vorliegenden Ausgabe.

Aufbau des Nalayira Divya Prabandham

Die folgende Übersicht folgt den Gesamtbereichen der verwendeten Project-Madurai-Reihe 621–624. Andere Ausgaben ordnen die Sammlungsblöcke anders an oder zählen lange Gedichte anders. Der Titel „Viertausend“ darf deshalb nicht mit 4.000 gleich langen, unabhängig voneinander abgegrenzten Strophen verwechselt werden. Besonders die beiden Madal-Gedichte erfordern einen Abgleich von Werk und Wortlaut, nicht nur von Nummern.

Werk Zugeschriebener Dichter Gesamtbereich dieser Zählung
Tiruppallandu Periyalvar 1–12
Periyalvar Tirumoli Periyalvar 13–473
Tiruppavai Andal 474–503
Nachiyar Tirumoli Andal 504–646
Perumal Tirumoli Kulashekara 647–751
Tirucchanda Viruttam Tirumalishai 752–871
Tirumalai Tondaradippodi 872–916
Tiruppalli Elucchi Tondaradippodi 917–926
Amalan Adipiran Tiruppan Alvar 927–936
Kanninun Siruttambu Madhurakavi 937–947
Periya Tirumoli Tirumangai Alvar 948–2031
Tirukkuruntandakam Tirumangai Alvar 2032–2051
Tiruneduntandakam Tirumangai Alvar 2052–2081
Mutal Tiruvantati Poygai Alvar 2082–2181
Irantam Tiruvantati Bhudattalvar 2182–2281
Munram Tiruvantati Pey Alvar 2282–2381
Nanmukan Tiruvantati Tirumalishai 2382–2477
Tiruviruttam Nammalvar 2478–2577
Tiruvasiriyam Nammalvar 2578–2584
Periya Tiruvantati Nammalvar 2585–2671
Tiru Elu Kutrirukkai Tirumangai Alvar 2672, ein längeres Gedicht
Siriya Tirumadal Tirumangai Alvar als 2673–2712 angekündigt; Nummerierung im digitalen Text abweichend
Periya Tirumadal Tirumangai Alvar 2713–2790
Tiruvaymoli Nammalvar 2791–3892
Iramanuca Nurrantati Tiruvarangattu Amutanar 3893–4000

Pasuram, Antati und Taniyan

Ein Pasuram ist hier ein Hymnenvers. Antati bezeichnet eine dichterische Verkettung, bei der das Ende einer Strophe mit dem Anfang der nächsten verbunden wird. Taniyans sind gesonderte einführende Lobverse auf Dichter oder Werk; sie sind von den gezählten Hauptversen zu unterscheiden. Auch Überschriften, metrische Angaben und spätere Verehrungsformeln gehören nicht automatisch zur Stimme des ursprünglichen Gedichts.

Zentrale Lehren und spirituelle Bedeutung

Vishnu mit Lakshmi auf Shesha. Die Lieder verbinden kosmische Größe mit persönlicher Nähe.

Der unermessliche Gott lässt sich lieben

Im Anfang des Nalayira Divya Prabandham steht ein bemerkenswerter Segenswunsch: Der Verehrer bittet um Schutz für die Füße des Herrn. Die Verehrung nimmt die Gestalt sorgender Liebe an. Es geht nicht darum, Vishnu als hilflos zu erklären. Die Liebe ist so innig, dass sie selbst dem Allmächtigen Wohlergehen wünscht. Diese Haltung wird in der Tradition als Mangalashasana, das Darbringen glückverheißender Segenswünsche, verstanden.

Vatsalya: Gott als Kind

In den Krishna-Liedern schaut die Mutter auf Zehen, Hände, Augen, Mund und Locken. Sie bereitet ein Bad, singt ein Wiegenlied, lockt den Mond herbei und bittet das Kind, endlich Milch zu trinken. Zugleich weiß das Lied, dass dieses Kind die Welten in sich trägt. Die mütterliche Liebe, Vatsalya Bhava, macht die Größe des Göttlichen nicht kleiner; sie lässt diese Größe in einer persönlichen Beziehung aufleuchten.

Auch körperliche Einzelheiten gehören zu dieser Dichtung. Milch, Speichel, Staub, Schweiß und kindliches Wasserlassen werden nicht aus der heiligen Nähe ausgeschlossen. Eine Übersetzung sollte solche Stellen weder unnötig ausschmücken noch verbergen. Die Zärtlichkeit der Lieder schließt den wirklichen Leib des Kindes ein.

Dienst und Zugehörigkeit

Die Verse 3–9 sprechen von einer Gemeinschaft der Dienenden. Kainkarya, liebevoller Dienst, erscheint in ganz konkreten Tätigkeiten: singen, schmücken, Aufgaben erfüllen, am Fest teilnehmen, Speise und Kleidung als Gabe empfangen. Dabei enthalten die alten Lieder auch Grenzen zwischen Gruppen und klare religiöse Loyalitäten. Ihre geschichtliche Sprache sollte nicht in eine unterschiedslos moderne Weltoffenheit umgeschrieben werden. Für die heutige Praxis lässt sich daraus die Frage gewinnen: Diene ich aus Liebe oder nur um eines Vorteils willen?

Gnade, Zuflucht und der Gottesname

Die wiederholte Anrufung „Namo Narayanaya“ verbindet den Gesang mit Mantra und Japa. Bereits im Tiruppallandu ist der Name ein öffentliches Bekenntnis und eine Einladung, gemeinsam zu singen. Die spätere shrivaishnavische Theologie entfaltet Prapatti, die vertrauensvolle Zuflucht, besonders systematisch. Bei der Lektüre ist es hilfreich, die poetischen Aussagen der Hymnen und die späteren theologischen Begriffsbildungen miteinander ins Gespräch zu bringen, ohne beide gleichzusetzen.

Tempel und innere Sammlung

Orte wie Arangam, Venkata, Kudandai und Villiputtur sind im Nalayira Divya Prabandham keine austauschbaren Kulissen. Sie gehören zur persönlichen und gemeinschaftlichen Beziehung zur Gottheit. Die Tradition der Divya Desams verbindet die Lieder mit verehrten Heiligtümern. Die innere Hinwendung beim Lesen kann den Respekt vor dieser äußeren, gemeinschaftlichen Praxis vertiefen.

Eine eigene vishnuitische Stimme

Das Werk gehört zum Vaishnavismus und zum Umfeld der späteren Vishishtadvaita-Tradition. Es ist keine Sammlung tantrischer Ritualanweisungen und kein Lehrbuch des Kundalini Yoga. Querverweise auf Agama, Pancharatra und andere indische Schriften dienen dem Vergleich und der Orientierung. Die Beziehung von Seele und Narayana sollte weder pauschal als Advaita ausgelegt noch mit den Lehren tamilischer Shiva-Hymnen gleichgesetzt werden.

Hinweise zu Namen und Bildern der übersetzten Lieder

Ausdruck Bedeutung im Zusammenhang
Kannan, Krishna, Govinda, Keshava, Madhava Namen des verehrten Krishna; der jeweilige Name trägt eigene erzählerische und religiöse Bezüge.
Mal, Tirumal, Narayana Benennungen Vishnus. Tiru ist ein ehrendes, mit Heiligkeit und Glück verbundenes Wort; eine einzige deutsche Übersetzung passt nicht an jede Stelle.
Yashoda, Nanda, Devaki, Vasudeva Yashoda und Nanda gehören zur Hirtenfamilie, in der Krishna aufwächst; Devaki und Vasudeva sind seine leiblichen Eltern. Vasudeva als Gottesname und Vasudeva als Vatername sind im Deutschen durch den Zusammenhang zu unterscheiden.
Diskus, Muschelhorn, Sharnga, Nandaka Vishnus Diskus, sein Muschelhorn, sein Bogen und sein Schwert. Der Diskus erscheint als Zeichen göttlicher Macht und in den Erzählungen auch als Waffe.
Hiranya Hiranyakashipu, der durch Narasimha bezwungene Asura. Sein Sohn ist Prahlada.
Bali, Mahabali; Vamana, Trivikrama Der König, der dem göttlichen Zwerg Land gewährt, und Vishnu als Zwerg beziehungsweise als die Welt durchmessender Herr.
Die Fünf; die Hundert; Vijaya, Dhananjaya, Partha Die Pandavas und ihre Gegner im Mahabharata; die drei zuletzt genannten Namen bezeichnen Arjuna.
Arangam, Venkata, Kudandai, Putuvai Srirangam, der heilige Venkata-Berg, Kumbakonam und im Kontext Periyalvars Srivilliputtur.
Sengirai Ein traditioneller Abschnitt der Kindheitsdichtung: Das kleine Kind hebt und bewegt beim Spiel den Kopf und den Körper. „Wiege dich“ ist hier eine sinngemäße Wiedergabe des wiederholten Zurufs, keine Yogaübung.
„Stier der Hirten“, „kleiner Löwe“ Kraftvolle poetische Kosenamen; sie verbinden kindliche Liebenswürdigkeit mit königlicher oder schützender Stärke.

Örtlich unsichere Stellen

Vers 28 verwendet muttam in einer Beschreibung des kindlichen Körpers; „zarter verborgener Körperteil“ gibt die körperbezogene Lesart zurückhaltend wieder. Die erste Hälfte von Vers 29 ist syntaktisch unsicher und entsprechend markiert. Einzelne Bezeichnungen für Kinderschmuck, besonders in den Versen 45, 51, 73 und 112, lassen sich ohne speziellen Kommentar nicht in jedem Detail eindeutig bestimmen. Hier stehen vorsichtige gegenständliche Wiedergaben. Die genannten Unsicherheiten betreffen die Wortdeutung; sie sind keine absichtlich weggelassenen Strophen.

Das Nalayira Divya Prabandham in der eigenen Praxis

Gemeinsames Singen kann die Beschäftigung mit den Hymnen zu gelebtem Bhakti Yoga werden lassen. Das Bild zeigt allgemeine Mantrapraxis, keine spezielle Prabandham-Rezitation.

Die folgenden Anregungen sind heutige Hilfen für das Lesen und Üben. Sie ersetzen keine überlieferte shrivaishnavische Rezitationsordnung.

  • Einen Vers wirklich hören: Lies einen Segensvers langsam auf Deutsch. Höre anschließend, wenn möglich, eine traditionelle tamilische Rezitation derselben Stelle. Lass Klang und Bedeutung zusammenwirken, bevor du weiterliest.
  • Mit einem Segenswunsch beginnen: Der Anfang des Tiruppallandu kann dazu anregen, die eigene Praxis mit Dankbarkeit zu eröffnen. Frage nicht zuerst, was du erhalten möchtest. Wende dich für einen Augenblick mit freier Zuneigung dem verehrten Göttlichen zu.
  • Eine heilige Gestalt betrachten: Die Beschreibung Krishnas von den Füßen bis zum Haar bietet eine Abfolge für aufmerksames Lesen. Verweile bei einem Bild, statt sämtliche Einzelheiten als technische Visualisierungsanweisung aufzufassen.
  • Dienst konkret werden lassen: Verbinde die Lektüre mit einer kleinen hilfreichen Handlung: eine Mahlzeit bereiten, einen gemeinsamen Raum pflegen, jemandem aufmerksam zuhören. So erhält die Sprache des Dienens eine alltägliche Gestalt.
  • Auch Sehnsucht zulassen: Spirituelle Praxis muss nicht jeden Tag von freudiger Gewissheit getragen sein. Die Sammlung öffnet Raum für die ehrliche Anrede Gottes. Ein stilles Gebet kann ebenso zu ihr passen wie ein jubelndes Lied.

Weiterführende Einstiege findest du bei Yoga und Meditation sowie in den Artikeln Bhakti Yoga, Hingabe, Gebet und Japa.

Videos zu Vishnu und Bhakti Yoga

Vishnu – Namen, Gestalten und Verehrung

Der folgende im Yoga-Vidya-Wiki eingebundene Vortrag bietet eine allgemeine Einführung zu Vishnu. Er ist keine fortlaufende Auslegung des Nalayira Divya Prabandham.

Bhakti Yoga – die neun Formen der Hingabe

Dieser Vortrag zu Bhakti-Praktiken kann die persönliche Beschäftigung mit Singen, Erinnern und Dienen ergänzen.

Vollständige deutsche Übersetzung

Die Hymnen sprechen mit vielen Stimmen. Eine Mutter sorgt sich um Krishna, eine Liebende wartet, ein Verehrer bittet um Gnade, eine Gemeinschaft stimmt in den Lobpreis ein. Diese Wechsel gehören zur Dichtung. Sie laden dazu ein, Freude, Sehnsucht und Vertrauen beim Lesen Raum zu geben.

Mehrere Verse stehen in einem gut lesbaren Absatz; kleine Nummern kennzeichnen ihren Anfang. Die Übersetzung umfasst alle 3.998 Haupttextblöcke der gewählten Quellenzählung und die 44 ergänzenden Lobverse. Die Nummern 2711–2712 sind in dieser Gliederung keine eigenständigen Textblöcke. Auslassungspunkte an Satzanschlüssen der fortlaufenden Langgedichte zeigen dort keine Kürzung an. Kursiv gesetzte Erläuterungen sind redaktionelle Deutungshinweise. Es handelt sich um eine vollständige deutsche Prosa-Arbeitsübersetzung; eine unabhängige philologische Gesamtprüfung steht aus.

Lies gern einen zusammenhängenden Abschnitt und verweile bei dem Bild, das dich berührt. Der Segensruf am Anfang, die Zärtlichkeit der Krishna-Lieder, Andals Sehnsucht und Nammalvars innige Anrede eröffnen unterschiedliche Zugänge zu Bhakti. Das Verstehen darf mit dem wiederholten Lesen wachsen.

Tiruppallandu (1–12)

(1) Viele Jahre, viele Jahre, viele tausend Jahre, viele Millionen mal hunderttausend Jahre! O Edelsteinfarbener mit den starken Schultern, der die Ringer bezwang: Mögen deine rötlichen, schönen Füße immerdar behütet sein! (2) Mögen wir, deine Diener, und du viele tausend Jahre ungetrennt bleiben! Heil der Göttin, die in Schönheit an deiner rechten Brust wohnt! Heil dem strahlenden Diskus, der in deiner schönen rechten Hand leuchtet! Heil auch Panchajanya, deinem Muschelhorn, das beim Einzug in die Schlacht ertönt! (3) Wer sich dem Dienst verschrieben hat, der zum wahren Leben führt, komme und nehme heilige Erde und Wohlgerüche! Wer sich nur um des Essens willen verdingt, den nehmen wir nicht in unsere Gemeinschaft auf. Wir bleiben ihm durch sieben Geschlechter ohne Untreue ergeben und singen: Heil dem, der mit seinem Heer gegen Lanka zog und das Land der Rakshasas verwüstete! (4) Kommt, ehe man euch zur Erde niederlegt, und tretet in unsere Gemeinschaft ein! Wer sich mit uns vereinen möchte, lasse alle Schranken fallen und komme rasch herbei. Ihr Frommen, die ihr „Namo Narayanaya“ singen wollt, sodass Land und Stadt es hören: Kommt und stimmt in unseren Segensruf ein!

(5) Ihr aus der Gemeinschaft seiner Diener, kommt und verehrt die Füße Hrishikeshas! Er wurde zum Herrn der Welten und riss die Scharen der Asuras und Rakshasas aus wie dichtes Dornengestrüpp. Sprecht seine tausend Namen, lasst die frühere Zugehörigkeit hinter euch und ruft: Viele Jahre, viele tausend Jahre Heil! (6) Seit unserem Vater, seinem Vater und den Vätern vor ihm, seit sieben Generationen, dienen wir dir ohne Unterbrechung. Am heiligen Tiruvonam-Fest wollen wir dem, der zur Abenddämmerung Löwengestalt annahm und den Feind vernichtete, viele Jahre, viele tausend Jahre Heil singen, damit unsere Fesseln sich lösen. (7) Mit dem Zeichen des heiligen Diskus geprägt, der rotglühend wie Feuer leuchtet, dienen wir dir von Geschlecht zu Geschlecht. Heil dem mächtigen Träger des Diskus! Er ließ ihn gegen Bana mit seinem trügerischen Kriegsheer wirbeln, sodass aus dessen tausend Armen Blut hervorströmte. (8) Du gibst mir köstlichen Reis mit Ghee, meinen regelmäßigen Unterhalt, Dienst in deiner Audienzhalle, Betelnüsse für die Hand, Schmuck für Hals und Ohren und wohlriechende Sandelpaste für den Leib. Du vermagst mich zu einem reinen Wesen zu machen. Dir, dessen Banner den Feind der haubentragenden Schlangen zeigt, singe ich viele Jahre Heil!

(9) Wir, deine Diener, tragen das gelbe Gewand, das du abgelegt hast, essen aus deinem Gefäß und schmücken uns mit den Tulasi-Blütengirlanden, die du zuvor getragen hast. Wir erfüllen den uns aufgetragenen Dienst an den jeweiligen Orten und singen beim Tiruvonam-Fest: Heil dem, der auf der ausgestreckten, haubentragenden Schlange ruht! (10) O unser Herr! Schon an dem Tag, an dem wir als deine Diener eingetragen wurden, erlangte unser ganzes Haus Befreiung und Rettung. Du hast in Mathura an jenem glückverheißenden Tag den Bogen gebogen und bist auf die Köpfe der fünfköpfigen Schlange gesprungen. Dir singen wir viele Jahre Heil! (11) O Tirumal, wie Selvan Abhimanatungan, der Herr des schönen Kottiyur, frei von unrechtem Handeln, bin auch ich seit alters dein Diener. „Namo Narayana“ sprechend und deine vielen Namen preisend, werde ich dir auf vielerlei Weise Heil singen, o Reiner! (12) Vishnuchitta aus Villiputtur sprach diese liebenden Worte: „Viele Jahre Heil!“ Sie gelten dem Reinen, dem Höchsten, dem Träger des Bogens Sharnga. Wer sie als glückverheißende Worte lernt und ausspricht, wird, „Namo Narayanaya“ singend, den höchsten Atman umgeben und ihm immerdar Heil und Lob darbringen.

Periyalvar Tirumoli (13–473)

Lesebereich 13–112

(13) Als Kannan, Keshava, der Vollkommene, in Tirukkottiyur mit seinen farbenprächtigen Häusern geboren wurde, warfen die Menschen einander Öl und duftendes Pulver zu. So vermischte sich alles und machte Kannans Hof zu einer schlammigen Feststätte. (14) Die einen rannten, die anderen stürzten; sie jubelten vor Freude und suchten ihn: „Wo ist unser Herr?“ Überall im Hirtendorf sang man, schlug vielerlei Trommeln und tanzte zu ihrem Klang. (15) Als das Kind von so liebenswerter Herrlichkeit geboren war, kamen die Menschen, um es zu sehen. Beim Hineingehen und Hinausgehen sagten sie: „Unter den Männern ist ihm keiner gleich! Seht, der zum Stern Tiruvonam gehört, wird die Welt beherrschen.“ (16) Sie rollten die Hängegefäße in den Hof und tanzten; sie versprengten reichlich duftendes Ghee, Milch und Joghurt. Die weichen, dichten Haare lösten sich. Überall vergaßen die Hirten von Ayppadi sich selbst in ihrer Freude.

(17) Die Hirten drängten herein: mit ihren Schlingen und Hängegefäßen, den schönen Äxten und Stäben, gewohnt, auf Matten aus Palmblättern zu ruhen. Ihre Zähne glichen eben geöffneten Jasminknospen. Sie badeten einander im Ghee. (18) Sie streckte seine Hände und Füße, badete ihn behutsam mit Wasser aus dem großen Gefäß und reinigte ihm mit frischer, feiner Kurkuma die Zunge. Als das Kind für sie den Mund öffnete, sah sie darin die sieben Welten. (19) Die Frauen, die in seinem Mund die Welt gesehen hatten, freuten sich: „Er ist nicht bloß ein Hirtenknabe; er ist eine unergründliche Gottheit! Dieses Kind von überströmender Herrlichkeit und Güte ist der Wunderbare selbst.“ (20) Am zwölften Tag stellten die Hirten in allen Richtungen Siegeszeichen auf. Froh feierten sie das erste Aufrichten des Kindes, jenes Mächtigen, der den gewaltigen Berg als Quirl getragen hatte.

(21) Liegt er in der Wiege, tritt er so heftig, dass sie zerreißen könnte. Nehme ich ihn auf, drückt er mir die Hüfte zusammen. Halte ich ihn fest umschlungen, springt er gegen meinen Bauch. Meine Liebe, ich habe nicht seine Kraft: Ich bin ganz erschöpft! (22) Diese klangvollen Lieder hat Vishnuchitta mit der leuchtenden heiligen Schnur entfaltet. Sie erzählen von der Geburt des vollkommenen Narayana, der in Tirukkottiyur wohnt, umgeben von Feldern voller rotem Reis. Wer sie zu singen versteht, den belastet keine Sünde. (23) Devaki gab dieses unschuldige Kindlein, süß wie der Nektar aus dem kühlen Meer, Yashoda mit ihrem blumengeschmückten Haar. Seht seine Lotusfüße, die es mit den Händen ergreift und genüsslich in den Mund nimmt! Ihr mit den korallenroten Lippen, kommt und schaut! (24) Als hätte man Perlen, Edelsteine, Diamanten und feinstes Gold nebeneinander eingesetzt, so harmonisch sind die zehn Zehen an den Füßen des Edelsteinfarbenen. Seht sie euch an! Ihr mit der leuchtenden Stirn, kommt und schaut!

(25) Dieses Kind schmiegte sich an die milchreiche Brust der jungen Hirtin mit den kräftigen Schultern, trank sich satt und liegt nun da. Seht seine Fußknöchel, an denen die silbernen Ringe auf beiden Beinen glänzen! Ihr schönen Frauen, kommt und schaut! (26) Sie hatte sich gemüht, das duftende Ghee zu bereiten; er aß Topf um Topf davon leer. Zornig über den Verlust zog sie ihn heran und drohte ihm mit dem alten Seil des Butterquirls. Da kroch er voller Furcht davon. Seht seine Knie! Ihr mit den knospenden Brüsten, kommt und schaut! (27) Nachdem er an der Brust der gewaltigen Dämonin gesogen hatte, lag dieses Kind da, als schliefe es. Er ist derselbe, der einst die Brust des kriegerischen Hiranya aufriss. Seht seine Schenkel! Ihr mit den vollen Brüsten, kommt und schaut! (28) Achyuta erschien aus dem Leib Devakis, die das Herz Vasudevas, stark wie ein brünstiger Elefant, nie verlässt, am zehnten Stern von Hasta aus gezählt. Seht den zarten verborgenen Körperteil des Kindes! Ihr mit dem knospenden Lächeln, kommt und schaut!

(29) Der Höchste eilt herbei, entreißt dem mächtigen, langrüsseligen Elefanten den von ihm Fortgezogenen und läuft davon. Seht seine Hüften, geschmückt mit dicht gereihten Korallen, einer geraden Hüftschnur und Perlen! Ihr mit der strahlenden Stirn, kommt und schaut! Die Beziehung der handelnden Personen in der ersten Vershälfte ist unsicher; die Wiedergabe ist vorläufig. (30) Nandas Kind spielt wie ein Elefant mit starken Stoßzähnen und überwältigt die Schar der herbeigekommenen Kinder. Seht seinen überaus schönen Nabel! Ihr mit dem leuchtenden Schmuck, kommt und schaut! (31) Die Hirtin gab dem Kind, dessen Farbe dem brausenden Meer gleicht, ihre süße Brust. Mit einer List hielt sie es fest und band es, ohne dass es entkommen konnte, mit dem alten Seil. Seht seinen Bauch! Ihr mit den glänzenden Armreifen, kommt und schaut! (32) Dieses Kind wurde an einen großen Mörser gebunden und brach dort die beiden mächtigen Maruda-Bäume. Seht seine heilige Brust, auf der eine Kette mit herrlichen Edelsteinen schimmert und sich bewegt! Ihr mit dem kostbaren Schmuck, kommt und schaut!

(33) Schon als er erst vier oder fünf Monate alt war, streckte er seinen Fuß aus, zertrat den Wagen und raubte der Dämonin mit den scharfen, gebogenen Zähnen das Leben. Seht seine Schultern! Ihr mit den Locken, kommt und schaut! (34) Yashoda mit den weiten, dunkel umrandeten Augen zieht dieses kleine Kind auf, blau wie die Wasserlilie am Feldrand. Seht die Handflächen, in denen der scharfe Diskus und das Muschelhorn leuchten! Ihr mit den schweren Ohrringen, kommt und schaut! (35) Die Hirtin mit dem blumigen Haar, um das Bienen kreisen, nahm den kleinen Kuhhirten als ihren Sohn an und zieht ihn auf. Er verschlang das gesamte Weltall mitsamt seinen Ländern. Seht seinen Hals! Ihr schönen Frauen, kommt und schaut! (36) „Komm, unser kleiner Löwe mit dem roten Fruchtmund!“, sagen die Hirtinnen und nehmen ihn auf den Arm. Begierig nach dem Nektar seines Mundes küssen sie ihn mit ihren eigenen roten Lippen. Seht diesen roten, fruchtgleichen Mund! Ihr mit dem schönen Schmuck, kommt und schaut!

(37) Yashoda schaut ihn aufmerksam an, reinigt ihm die Zunge mit fein zerriebener Kurkuma und badet den Vollkommenen. Erlebt seine Stimme, seht seine Augen, seinen Mund, sein Lächeln und seine Nase! Ihr mit den dichten Haaren, kommt und schaut! (38) Um das Leid der himmlischen Götter zu beenden, kam er als Sohn Vasudevas auf die Erde. Er wächst heran, um die starken Asuras zu überwinden. Seht seine Augen! Ihr mit den schweren Armreifen, kommt und schaut! (39) Noch ehe die Zeit erfüllt war, gebar Devaki, deren Gestalt der Shri gleicht, zur Rettung der ganzen Erde dieses dunkel leuchtende, edelsteinfarbene Kind. Seht seine Augenbrauen! Ihr mit dem Brustschmuck, kommt und schaut! (40) Dieses Kind verzehrt freudig Erde, Berge, Meer und alle sieben Welten, als wären sie seine Speise. Seht, wie schön und fest die farbenprächtigen Ohrringe in Makara-Gestalt an ihm sitzen! Ihr mit dem herrlichen Schmuck, kommt und schaut!

(41) Die Mädchen bauen kleine Häuser, tragen winzige Worfelkörbe, Spielgefäße und Vögel auf ihren Unterarmen mit sich. Der Höchste packt ihre Spielsachen, entreißt sie ihnen und läuft davon. Seht seine Stirn! Ihr schön Geschmückten, kommt und schaut! (42) Mit einem schönen Stab aus feinem Gold in der Hand läuft er umher und hält die jungen Kälber zurück. Fußringe und Schellen klingen dabei durcheinander. Seht seine Haarlocken! Ihr mit den vollen Brüsten, kommt und schaut! (43) Yashoda mit ihrem Haar, um das Bienen schwirren, beschrieb ihn so von den heiligen Füßen bis zum Scheitel. Der Sänger aus dem südlichen Putuvai hat diese einundzwanzig Verse voller Liebe ausgesprochen. Wer sie rezitiert, wird nach Vaikuntha gelangen und dort in Verbundenheit verweilen. (44) Brahma ließ dir mit großer Sorgfalt eine kleine, wunderschöne Wiege bringen: aus gediegenem Gold, mit Rubinen und dazwischen eingesetzten Diamanten. Du kostbarer kleiner Zwerg, schlaf, schlaf! Du, der die Welt ausmaß, schlaf, schlaf!

(45) Ishvara, der Schädelträger, der auf dem Stier reitet, sandte dir ein schönes Hüftgehänge: schwere Edelsteine, dazwischen helle Granatapfelblüten, kunstvoll aneinandergereiht. Mein Herr, weine nicht, weine nicht, schlaf, schlaf! Du, der die Welt ausmaß, schlaf, schlaf! (46) Für meinen Herrn mit der schönen heiligen Brust und den harmonisch schönen Lotusfüßen brachte Indra selbst ein prachtvolles Schellenband. Glücklich steht er vor dir. Schlaf, schlaf, du mit den Lotusaugen, schlaf, schlaf! (47) Aus dem schönen Himmel brachten die Unsterblichen ein rechtsgewundenes Muschelhorn, Schellen für deine rötlichen Füße, Armreifen für die Hände, eine Schnur und eine Kette für die Hüfte. Du dunkle Wolke mit den rötlichen Augen, schlaf, schlaf! Du kleiner Löwe Devakis, schlaf, schlaf! (48) „Diese passen zu seiner herrlichen Brust“, dachte Vaishravana, dessen Freigebigkeit keine Fehler kennt. Er brachte das schöne Amulett der fünf Waffen und eine Halskette, verneigte sich und steht glücklich vor dir. Du von der Farbe eines reinen Edelsteins, schlaf, schlaf!

(49) Varuna sandte eine Kette leuchtender Perlen aus dem wogenden Meer, erlesene Korallen und wohlgeformte Armreifen: „Diese sind seiner würdig.“ Du mit der lichtstrahlenden Krone, schlaf, schlaf! Du mit den schönen Schultern, schlaf, schlaf! (50) Die heilige Göttin auf der honigreichen Blüte sandte einen eigenhändig geflochtenen Kranz aus duftendem Tulasi des Waldes und einen Blumenkranz vom Kalpaka-Baum der üppigen himmlischen Haine. Mein König, weine nicht, weine nicht, schlaf, schlaf! Du, der in Kudandai ruht, schlaf, schlaf! (51) Die Göttin der Erde sandte Achyuta einen Gürtel, einen goldenen kleinen Dolch, goldene Armreifen, ein edelsteinbesetztes Stirnjuwel und Reihen goldener Blumen für die schönen Füße. Du, der an der vergifteten Brust trank, schlaf, schlaf! Narayana, weine nicht, schlaf, schlaf! (52) Die wilde Göttin, deren Reittier die Antilope ist, steht hier mit duftendem Puder und Kurkuma für deinen Körper, Augenschminke für deine großen rötlichen Augen und rotem Sindura. Mein Lieber, weine nicht, weine nicht, schlaf, schlaf! Du, der in Arangam auf dem Schlangenlager liegt, schlaf, schlaf!

(53) Die Hirtin sang dem Dunkelfarbenen, der an der Brust der hinterlistig gekommenen Dämonin trank, dieses Wiegenlied. Der Sänger aus Putuvai, wo die Kenner der Veden in guter Sprache sprechen, hat ihre Worte besungen. Wer sie ohne Auslassung beherrscht, dem begegnet kein Leid. (54) Sein Stirnjuwel schwingt hin und her, während er krabbelt. Seine goldenen Schellen klingen, und er wühlt im Staub. Junger, großer Mond! Wenn dein Antlitz Augen hat, schau doch hierher und sieh das Spiel meines Sohnes Govinda! (55) Mein kleiner Liebling, mein süßer Nektar, mein Herr, weist mit seinen kleinen Händen immer wieder auf dich und ruft dich. Willst du mit dem Dunkelfarbenen spielen, verstecke dich nicht in den Wolken! Großer Mond, komm fröhlich herbeigeeilt! (56) Mag dich ein leuchtender Kreis umgeben und dein Glanz sich überallhin ausbreiten: Was du auch tust, du kommst dem Gesicht meines Sohnes nicht gleich. Der Wunderkundige, der Herr von Venkata, winkt dir. Mond, komm rasch herbei, damit seine kleine Hand vom Rufen nicht schmerzt!

(57) Sieh, der Diskusträger öffnet seine großen Augen weit und zeigt von meiner Hüfte aus immer wieder auf dich. Chandra, wenn du weißt, was recht ist, stelle dich nicht taub! Wenn du nicht selbst kinderlos bist und nichts davon verstehst, dann komm! (58) Aus seinem schönen Mund fließt klarer Nektar, und mit noch unvollkommenen, zarten Kinderworten ruft er nach dir. Wenn der kleine Shridhara immer wieder ruft und du dennoch nicht kommst: Sind deine Ohren etwa verschlossen, du gefleckter großer Mond? (59) Der mit den starken Händen, die Keule, Diskus und Sharnga-Bogen tragen, gähnt und möchte einschlafen. Doch ohne Schlaf wird die Muttermilch nicht verdaut. Du großer Mond, der am Himmel wohnt, komm eilends herbeigelaufen! (60) Missachte ihn nicht, weil er ein Säugling ist! Er ist derselbe kleine Knabe, der einst auf dem Blatt des Banyanbaums ruhte. Wird er zornig, springt er hoch und fängt dich. Unterschätze Mal nicht! Großer Mond, komm freudig herbeigeeilt!

(61) Verachte meinen jungen Löwen nicht, weil er klein ist! Geh zu Mahabali und frage ihn, was es mit dieser Kleinheit auf sich hat. Wenn du denselben Fehler machst, wirst du die Folgen selbst tragen. Vollmond, der große Mal ruft dich dringend! (62) Sieh, unser Herr mit dem geräumigen Bauch hat die Butter aus dem Topf mit vollen Händen verschlungen; nun ruft er dich. Er wird seinen Diskus nach dir werfen, daran besteht kein Zweifel! Wenn du heil bleiben willst, großer Mond, komm freudig herbei! (63) So sprach Yashoda mit den großen, dunkel umrandeten Augen Worte, die ihrem Sohn angemessen waren. Vishnuchitta, der kundige Dichter aus dem strahlenden Putuvai, hat sie in diesen tamilischen Versen entfaltet. Wer sie alle zu sprechen vermag, bleibt von Leid frei. (64) Du mit dem edlen Bauch, der die Welt zu ihrer Rettung erschuf und in sich aufnahm! Höchster, der viele Weltzeiten hindurch sanft im Yoga-Schlaf auf einem Banyanblatt ruhte! Du mit langen Lotusaugen und dunklem Leib! Die rötlich strahlende Göttin hält deine Brust für ihre sichere Wohnung. Deine prächtigen Makara-Ohrringe glänzen. Mein Lieber, wiege dich einmal für mich im Sengirai-Spiel! Du kampfstarker Stier der Hirten, wiege dich, wiege dich!

(65) Du nahmst die Gestalt des gewaltigen Löwen an und rissest mit scharfen Krallen den Leib des Asura auf, sodass das Blut hervorquoll, um seinem Sohn die Wahrheit zu bestätigen. Als der Herr der oberen Götter in Zorn geriet und schwarze Wolken Hagel und Regen herabstürzen ließ, hieltst du den Berg als Schirm über das Vieh. Lass mich dir dienen: Wiege dich einmal für mich im Sengirai-Spiel! Du kampfstarker Stier der Hirten, wiege dich, wiege dich! (66) Unser Herr, Sinn der vier Veden! Du wurdest zur Mutter des Viergesichtigen auf dem schönen Lotus deines Nabels. Du wuchsest gewaltig empor, durchmaßest die ganze Erde, die Sternenwelt und den Raum darüber hinaus. Du besiegtest den Elefanten und die sieben Stiere im wilden Kampf. Mein Lieber, wiege dich einmal für mich im Sengirai-Spiel! Du kampfstarker Stier der Hirten, wiege dich, wiege dich! (67) Zur Freude der Himmlischen brachtest du den starken Wagen zum Umstürzen und trankst das Gift der trügerischen Dämonenbrust. Mein dunkles Kälbchen, du schleudertest das Kalb gegen den starken Vilva-Baum, um seine Früchte herabzuschlagen. Wie ein Elefant zogst du in den donnernden Kampf, in dem Dhenuka, Mura und der grausame, mächtige Naraka untergingen. Wiege dich einmal für mich im Sengirai-Spiel! Du kampfstarker Stier der Hirten, wiege dich, wiege dich!

(68) Du schöpftest heimlich den Joghurt, in dem noch der Quirl stand, und die Butter, welche die schönen Frauen mit langen Haaren aufbewahrt hatten, und verschlangst alles. Du stießest mit unwiderstehlicher Kraft gegen die beiden zusammenstehenden Maruda-Bäume. Noch ehe dein perlengleiches Lächeln ganz erblüht, schwingen die dichten, schönen Locken vor deinem Gesicht. Mein Vater, wiege dich einmal für mich im Sengirai-Spiel! Du kampfstarker Stier der Hirten, wiege dich, wiege dich! (69) Blütenfarbener, dessen Gestalt einer dunklen Wolke gleicht! Mein schöner kleiner Junge, du vollführtest deinen reinen Tanz auf dem Haupt Kaliyas im großen Waldteich. Du rissest dem hochgewachsenen, brünstigen Elefanten den Stoßzahn aus und vernichtetest ohne Zögern die Ringer, die dir mit List zum Kampf entgegentraten. Deine beiden Füße tanzten dabei. Mein Hirtenkind, wiege dich einmal für mich im Sengirai-Spiel! Du kampfstarker Stier der Hirten, wiege dich, wiege dich! (70) Du hieltest das Wort der tüchtigen Hirten und bezwangst die sieben starken Stiere um Nappinnai willen, der schönen Frau mit reinen, dunklen Haaren, einem Pfau vergleichbar. So wurdest du ihr mächtiger Herr. Du lenktest einen einzigen Wagen in den überreichen Lichtbereich, holtest die verschwundenen Kinder zurück und vereintest sie mit ihrer Mutter. Mein Vater, wiege dich einmal für mich im Sengirai-Spiel! Du kampfstarker Stier der Hirten, wiege dich, wiege dich!

(71) Die jungen Frauen tragen dich auf ihrer Hüfte in ihre Häuser und spielen mit dir, wie ihr Herz es wünscht. Lass sie froh sein, lass die Augen aller Betrachter sich erfreuen und die Kundigen dich preisen! Erweise mir, die dich als Kind empfangen hat, deine Gunst. Bewohner von Kurungudi und Vellarai, König des von Mauern umgebenen Solai-Berges, Nektar von Kannapuram! Nimm meinen Kummer und wiege dich im Sengirai-Spiel! Herr der sieben Welten, wiege dich, wiege dich! (72) Du duftest nach Milch, Ghee, Joghurt, feinem Sandel, Champaka, Lotus und gutem Kampfer. In deinem schönen korallenroten Mund glänzen einige Zähnchen wie zarte silberne Sprossen. Der Nektar deiner fruchtgleichen Lippen tropft mitten auf das schöne Fünfwaffenamulett über deinem dunklen Leib. Du würdiger Sinn der Veden, wiege dich im Sengirai-Spiel! Herr der sieben Welten, wiege dich, wiege dich! (73) An deinen roten Lotusfüßen und den Zehen, die kleinen Blütenblättern gleichen, glänzen Ringe und Schellen. Um deine Hüfte liegen Goldschnur, granatapfelblütenförmiger Schmuck, goldene Glöckchen, Ringe und kleines Gehänge. Das glückverheißende Fünfwaffenamulett, Oberarmreifen, Ohrringe, Makara-Schmuck, Ohrspangen und Stirnjuwel leuchten miteinander. König unseres Hauses, wiege dich im Sengirai-Spiel! Herr der sieben Welten, wiege dich, wiege dich!

(74) „Du wurdest zum Schwan, zum Fisch, zum Mannlöwen, zum Zwerg und zur Schildkröte. Herr der Hirten, nimm meinen Kummer! Wiege dich im Sengirai-Spiel! Herr der sieben Welten, wiege dich, wiege dich!“ So freute sich Yashoda mit ihrem schwanengleichen Gang. Der Sänger des ruhmreichen Putuvai hat ihre Worte zu diesen zehn süß klingenden tamilischen Liedern geflochten. Wer sie beherrscht, erlangt hier Freude und Ruhm in allen acht Himmelsrichtungen. (75) Lass die rubinbesetzten Schellen erklingen und die sorgfältig aus reinem Gold gefertigten Glöckchen an deiner Hüfte schwingen! Lass die Perlenzähnchen in deinem korallenroten Mund glänzen! Klatsche mit den Händen, die einst das Land als Gabe empfingen! Mein kleiner Lockenkopf, klatsche in die Hände! (76) Die goldene Hüftschnur und die Edelsteinschellen schwingen an deinem Leib, das besondere Stirnjuwel hängt herab und tanzt. Steige von meiner Hüfte herunter und klatsche auf dem Schoß des Königs eurer Hirten! Wunderbarer, klatsche in die Hände! (77) Mein Edelsteinfarbener, dein goldener Ohrschmuck strahlt, als sei er mit kostbaren Steinen, Perlen und schönen Korallen besetzt. Lass die Perlen in deinem kostbaren Mund leuchten und klatsche auf dem schönen Schoß deiner Mutter! Du mit dem herrlichen Diskus in der Hand, klatsche!

(78) „Heller Mond am Himmel, Chandra, komm in den reinen, mondbeschienenen Hof und spiele!“ So ruft sie und preist dich unaufhörlich. König der Hirten, klatsche, dass sie sich freut! Du, der in Kudandai ruht, klatsche in die Hände! (79) Du bringst Schlamm und Staub mit, häufst und drückst alles zusammen, schleichst unbemerkt ins Haus und isst den Joghurt aus dem Kochtopf und die Butter aus dem großen Gefäß. Mein ungebändigtes Kälbchen, klatsche! Padmanabha, klatsche in die Hände! (80) Die Hundert widersetzten sich dem Wort ihres Vaters und führten Krieg. Damit die Zuflucht Suchenden das Land regierten und die feindlichen Könige fielen, lenktest du damals für die Fünf den Wagen. Klatsche mit diesen Händen! Du kleiner Löwe Devakis, klatsche! (81) Du batest den weithin ausgebreiteten Ozean um einen Weg, doch die Wellen schlugen nur gegen deine bittend ausgestreckte Hand, und der Meeresgott blieb verborgen. Da legtest du den Pfeil an und brachtest das Meer zum Erzittern. Klatsche mit diesen Händen! Träger des Sharnga-Bogens, klatsche!

(82) Mit dem Affenheer drängtest du das tosende Meer zurück und bautest eine Brücke. Mit tödlichen Pfeilen bedrängtest du die Rakshasas im wasserumgebenen Lanka, bis sie zugrunde gingen. Klatsche mit diesen Händen! Du mit dem Diskus in der Hand, klatsche! (83) Als er gegen die fest errichtete Säule schlug, wuchsest du dort empor in Löwengestalt mit scharfen Krallen. Du drangst bis zum Herzen vor und zerrissest Hiranyas breite, glänzende Brust. Klatsche mit diesen Händen! Du, der an der Dämonenbrust trank, klatsche! (84) Die Götter kamen zum tiefen Meer, drängten sich zusammen und stellten den Mandara-Berg als Quirl hinein. Du wandest Vasuki als starkes Seil darum und quirltest das Meer. Klatsche mit diesen Händen! Du von der Farbe einer Regenwolke, klatsche! (85) Der Sänger aus Villiputtur mit seinen stets duftenden Blumenhainen sprach voller Sehnsucht diese zehn Klatschlieder über den König der Hirten, der erschien, um uns in seinen Dienst zu nehmen. Wer sie mit solcher Sehnsucht spricht, dessen Karma vergeht.

(86) Wie ein Elefant langsam voranschreitet, an dem Ketten scheppern und hängende Goldglöckchen klingen, während an drei Stellen der Brunstsaft fließt: So sollen seine Schellen miteinander lärmen und die Glöckchen am Gürtel wie Trommeln tönen. Wird Sharngapani nicht auf seinen beiden breiten Füßchen seine ersten schwankenden Schritte tun? (87) Wie die kleine Mondsichel über einer feinen Zweigspitze am roten Abendhimmel erscheinen die frischen weißen Zähnchen im geöffneten roten Mund, wenn er lacht. Er trägt eine Muschelkette und ein Schildkrötenamulett, er, der auf Ananta ruht. Wird Vasudeva, der herrlich Edelsteinfarbene, nicht seine ersten schwankenden Schritte tun? (88) Wie Blitz und weißer Mond mit ihrem Lichtkreis leuchten das kleine Schmuckblatt und das gelbe Gewand an ihm. Mit seinem Halsreif gleicht er einer dunklen Wolke, durch die ein Blitz strahlt. Wird Hrishikesha, der aus sich selbst heraus leuchtet, nicht seine ersten schwankenden Schritte tun? (89) Als hätte jemand einen Krug voll Zuckerrohrsaft geöffnet, strömt seine Süße hervor. Mein Wolkenfarbener mit der heiligen Brust lacht hell, kommt freudig zu mir und gibt mir einen Kuss. Mir, seiner Mutter, schenkt er den Nektar seines Mundes und lässt mich neu aufblühen. Wird er nicht seine ersten schwankenden Schritte über die Köpfe seiner Feinde tun?

(90) Vorne läuft eilig ein kleiner, schöner Silberberg; hinter ihm setzt sich ein kleiner dunkler Berg in Bewegung und folgt ihm Schritt für Schritt. So läuft sein großer Bruder Baladeva voraus, dessen unaufhörlichen Ruhm die Welt besingt, und er folgt ihm. Wird er nicht seine ersten schwankenden Schritte tun? (91) Auf einer Fußsohle trägt er das Muschelhorn, auf der anderen den Diskus. Mit beiden Füßen setzt er überall Zeichen auf den Boden, als schriebe er sie nieder. Über die immer wachsende Flut der Freude gießt er neuen Regen. Wird der Dunkle von der Farbe des Meeres, der Vater Kamas, nicht seine ersten schwankenden Schritte tun? (92) Wie kleine Tautropfen aus einer sich öffnenden Lotusblüte tropft es unaufhörlich aus seinem vollen roten Mund. Die Glöckchen seines Gewandes klingen hell wie die Halsglocke eines kräftigen Stieres. Wird Sharngapani nicht auf seinen beiden breiten Füßchen seine ersten schwankenden Schritte tun? (93) Wie Wasserfälle, die seitlich über einen kleinen schwarzen Felsen fließen, gleitet seine Muschelkette auf und ab und hängt herab, während sich seine geschmückten Hüften bewegen. Ein so kostbares Kind hat die Menschenwelt noch nie hervorgebracht. Wird Vasudeva, der herrlich Edelsteinfarbene, nicht seine ersten schwankenden Schritte tun?

(94) Wie ein dunkles Elefantenjunges, das sich mit hellem Staub bestreut und darin wälzt, spielt Trivikrama im feinen Staub; kleine Schweißtropfen zeichnen seine Haut. Damit seine zarten, wie junge Lotusblüten geöffneten Füße nirgends schmerzen: Wird er nicht auf dem Lager kühler Blumen seine ersten schwankenden Schritte tun? (95) Wie der Mond über dem Wasser glänzt Keshavas Stirnjuwel vor seinem heiligen Gesicht und schwingt nach allen Seiten. Aus seinem kleinen Glied spritzen Tropfen, die nach dem Lied größere heilige Kraft verleihen als die mächtigen Wasser der Ganga. Wird der rotäugige Mal nicht seine ersten schwankenden Schritte tun? (96) Der Dunkelfarbene erschien unter den Hirten. Seine ersten schwankenden Schritte erfreuten die Mütter und ließen seine Feinde erzittern. Vishnuchitta, gerühmt unter den Veyar, hat dies in würdigen Versen entfaltet. Wer sie zu sprechen vermag, wird Kinder empfangen, die sich vor den Füßen des wunderbaren Edelsteinfarbenen verneigen. (97) Deine goldenen Schellen und dein Stirnjuwel schwingen; ihr eigener Klang tönt „schalan, schalan“. Wie eine vom Blitz erhellte Wolke, die rasch heranzieht, laufe an meine Hüfte: Achcho, achcho! Mein Herr, komm: Achcho, achcho!

(98) Wie Bienen, die Honig aus einer roten Lotusblüte trinken, drängen sich deine Locken um deinen korallenroten Mund. Komm mit den Händen, die Muschelhorn, Bogen, Schwert, Keule und Diskus tragen: Achcho, achcho! Komm und umarme mich fest: Achcho, achcho! (99) Du wurdest zum Boten der Fünf und brachtest den Bharata-Krieg zum Austrag. Du betratest den schönen Teich, in dem die giftspeiende Schlange lag, sprangst auf ihre Hauben, sodass sie erschrak, und gewährtest ihr dann Gnade. Dunkelfarbener, komm: Achcho, achcho! Herr der Hirten, komm: Achcho, achcho! (100) „Gib uns ein wenig duftende Sandelpaste“, sagtest du. Vertrauensvoll salbte sie deinen heiligen Leib. Damals zogst du sie empor, sodass ihr ausgeprägter Buckel verschwand. Komm: Achcho, achcho! Mein Herr, komm: Achcho, achcho! (101) Umringt von Königen mit ihren Fußspangen saß Duryodhana da, strahlend wie die Sonne. Er setzte zum Aufstehen an, setzte sich wieder und schaute dich an, voll großer Hinterlist. Du blicktest so feurig auf ihn, dass er innerlich brannte. Komm: Achcho, achcho! Du mit dem schönen Diskus in der Hand: Achcho, achcho!

(102) Du ordnetest den Kampf, um die Last der Erde zu lindern, und lenktest den Wagen für Vijaya mit seiner reichen Girlande. Großer dunkler Kannan, dessen Leib einer Regenwolke gleicht, komm und umarme mich fest: Achcho, achcho! Du kampfstarker Stier der Hirten: Achcho, achcho! (103) Beim Opfer des hochberühmten Mahabali verhinderte Shukra die Gabe: „Dies ist nicht recht!“ Mit einem Grashalm stachst du ihm ins Auge. Du mit dem Diskus in der Hand: Achcho, achcho! Du, der links das Muschelhorn trägt: Achcho, achcho! (104) „Was ist das für ein Trug? Mein Vater hat es nicht erkannt! Nimm wieder deine frühere Gestalt an und miss damit!“, sagte Namuchi. Du wirbeltest ihn in den Himmel. Du mit der leuchtenden Krone: Achcho, achcho! Herr von Venkata: Achcho, achcho! (105) „Nicht Meer, Berge und alle sieben Welten reichen aus, diese Schädelschale zu füllen! O Wolkenfarbener!“ So flehte Ishvara mit seinem blumengeschmückten, verfilzten Haar um eine Gabe. Du fülltest seine Schädelschale. Komm: Achcho, achcho! Du mit dem heiligen Zeichen auf der Brust: Achcho, achcho!

(106) Dichte, große Finsternis umhüllte die Welt, und die beständigen vier Veden waren ganz verschwunden. Damit diese tiefe Dunkelheit von der Erde wich, nahmst du damals Schwanengestalt an. Komm: Achcho, achcho! Du gabst die kostbaren Veden zurück: Achcho, achcho! (107) „Komm, achcho!“ So rief die Hirtin Narayana, der denen entgegentritt, die ihn lieben. Diese Worte besang der Sänger, der Herr von Putuvai mit seinen schönen hohen Häusern. Wer sie täglich singt, wird den weiten Himmel bewohnen. (108) Wie eine Perle, die an der Spitze einer rubinroten Knospe inmitten einer Rundung hervortritt, fallen Tropfen um Tropfen. So kommt mein Kleiner und umarmt mich von hinten. Govinda umarmt mich von hinten. Das Bild beschreibt unbefangen den urinierenden kleinen Krishna. (109) Mit Schellen und kleinem Hüftgehänge, Armringen an den Händen und einer Kette am Hals kommt mein Kannan in seiner eigenen anmutigen Weise daher und umarmt mich von hinten. Mein Herr umarmt mich von hinten.

(110) Jener Anführer wollte die Erde beherrschen, ohne den prunkvoll aufgetürmten großen Reichtum in Eintracht zu teilen und zu genießen. Unser Vater erschien, um sein Haus zu Fall zu bringen. Er kommt und umarmt mich von hinten. Der Stier der Hirten umarmt mich von hinten. (111) „Vollkommener Träger Nandakas, du bist meine Zuflucht!“, sprach Dhananjaya und verneigte sich. Für ihn lenkte der Herr auf Erden Vijayas festen, edelsteingeschmückten Wagen, sodass die Könige erschraken. Er umarmt mich von hinten. Der König der Himmlischen umarmt mich von hinten. (112) Er trägt sein kleines bronzenes Schmuckblatt und spielt unter den dunklen Laubbäumen, an denen viele Knospen hervortreten. Während vielerlei Lieder und Segensrufe erklingen, umarmt er mich von hinten, der einst die weiten Länder empfing. Vamana umarmt mich von hinten.

Lesebereich 113–212

(113) Als einzelner junger Brahmanenschüler, einen Schirm tragend, trat er zu dem einen hin, der am nördlichen Opferaltar stand. Vor den Augen der Kshatriyas empfing er das gesamte Land als Gabe. Er von der glückverheißenden Gestalt umarmt mich von hinten. Der die Erde ausmaß, umarmt mich von hinten. (114) Er drehte den hohlen Mörser um, stieg darauf und verschlang genüsslich die süße Milch und die Butter aus den großen Gefäßen, bis sein heiliger Bauch ganz gefüllt war. Unser Vater kommt und umarmt mich von hinten. Der Diskusträger umarmt mich von hinten. (115) Vor den Augen der älteren Frauen steigt er auf den alten Sandhügel, tanzt voller Freude und spielt auf der Flöte. Die würdigen Vedenkundigen verneigen sich, die Unsterblichen preisen ihn. So kommt er und umarmt mich von hinten. Mein Herr umarmt mich von hinten. (116) Seiner Geliebten, die nach dem Kalpaka-Hain verlangte, versprach er: „Ich gebe ihn dir jetzt!“ Er vollbrachte seine Tat in Indras Garten und brachte den Baum in ihren mondhellen Hof. Er umarmt mich von hinten. Der König der Himmlischen umarmt mich von hinten.

(117) So sprach die Hirtin mit den breiten, bambusgleichen Schultern, als der Herr des Diskus sie von hinten umarmte. Vishnuchitta schenkte uns voller Freude diese zehn tamilischen Verse. Wer sie beherrscht, wird sich guter, wohlgeratener Kinder erfreuen. (118) Er trägt links das weithin gerühmte Muschelhorn und spielt die schöne Bambusflöte. Für die geduldigen Könige, die im betrügerischen Würfelspiel verloren hatten, ging er als Bote; als er nicht einmal zehn Ortschaften erhielt, brachte er den Bharata-Krieg zum Austrag. Dieser Bote macht nun sein Guck-guck-Spiel! Ach, er macht sein Guck-guck-Spiel! (119) Damit die Könige mit berggleichen Schultern, die großen Wagenkämpfer und viele andere erschüttert und die Hundert vernichtet wurden, stand der Rotäugige vorn auf dem starken Wagen, während Partha seinen Bogen spannte. Dieser Unbändige kommt und macht sein Guck-guck-Spiel! Ach, er macht sein Guck-guck-Spiel! (120) Er betrat das brennende Wasser, kletterte auf den Kadamba-Baum und sprang auf Kaliyas böse Hauben. Mit klingenden Fußschellen tanzte er dort und stand dann als kunstreicher Spieler der Bambusflöte. Dieser Hirte kommt und macht sein Guck-guck-Spiel! Ach, er macht sein Guck-guck-Spiel!

(121) In der Dunkelheit geboren, kam er herbei, nahm den einfachen, starken Hirten ihre Verwirrung und brachte den grausamen Kamsa zu Fall. Einst nahm der Schelm uns die schönen Seidengewänder fort. Er kommt und macht sein Guck-guck-Spiel! Ach, er macht sein Guck-guck-Spiel! (122) Er zertrümmerte den vor den Stieren stehenden Wagen. Als er Butter gestohlen hatte, fesselte Nandas Frau ihn mit dem Seil ihres Butterquirls. Er wand sich und hüpfte unter ihrer Strafe, doch damals blieb er gebunden. Nun macht er sein Guck-guck-Spiel! Ach, er macht sein Guck-guck-Spiel! (123) Zur Freude der edlen Devaki mit den zarten, wohlgeformten Brüsten erschien er. Ghee, Milch und Joghurt, die wir im Hirtendorf aufbewahrt hatten, verschlang er. Dieser Vater kommt und macht sein Guck-guck-Spiel! Ach, er macht sein Guck-guck-Spiel! (124) „Hat sie ihn angenommen, oder hat sie ihn selbst geboren?“ So fragt man sich bei Yashoda, deren Herz ganz zu ihm passt. Ihr junger Löwe, der mächtige Hirtenlöwe mit dichtem dunklem Lockenhaar, unser Vater kommt und macht sein Guck-guck-Spiel! Ach, er macht sein Guck-guck-Spiel!

(125) Dem Wort folgend, das die Frau mit dem starken Buckel aufgebracht hatte, überließ er Bharata die gewaltigen Elefanten, Pferde und das gesamte Königreich auf Erden und ging in den harten Wald. Dieser Schönäugige macht sein Guck-guck-Spiel! Ach, er macht sein Guck-guck-Spiel! (126) Der Elefant, im Maul des grausamen Krokodils gefangen, schrie auf, hob die Hände im Gebet und rief: „Mein Kanna, Kanna!“ Auf dem Vogel kam der Herr zu Hilfe und löste sein schweres Leid. Er kommt und macht sein Guck-guck-Spiel! Ach, er macht sein Guck-guck-Spiel! (127) Der Bogenträger sandte seine Pfeile aus, sodass das mächtige Lanka erbebte. Vishnuchitta hat über ihn diese zehn wortreichen Lieder vom Guck-guck-Spiel entfaltet. Wer sie beherrscht, wird nach Vaikuntha gelangen und dort beständig verweilen. (128) Du, dessen Lager die Schlange ist, Stier der Hirten, erwache und trinke an meiner Brust! Ohne nachts zu trinken bist du eingeschlafen, und nun ist schon Mittag. Ich sehe dich nicht kommen; dein Bauch ist leer geworden. Meine vollen Brüste fließen über. Setze deinen heiligen Mund an, trinke froh und strample dabei!

(129) Seit deiner Geburt, mein Herr, finde ich nichts mehr von dem aufbewahrten Ghee, der aufgekochten Milch, dem festen Joghurt und der duftenden Butter wieder. So viel hast du angestellt! Doch ich werde dir nichts tun; fürchte dich nicht und werde nicht böse. Zeige dein perlengleiches Lächeln, schnupfe dein Näschen frei und trinke an meiner Brust! (130) Wenn ihre Kinder weinend fortgehen, können die Mütter es nicht ertragen. Sie kommen und streiten mit dir, Vasudeva, der du dich immer zu behaupten weißt. Dein Vater steht nicht einfach auf deiner Seite. Ich aber kann dich nicht einmal schelten. Schönes Kind Nandagopas, trinke die Milch, die meine Brust für dich hervorbringt! (131) Als du mit deinem weichen, baumwollgleichen Fuß gegen den trügerischen Wagen tratst, den Kamsa gegen dich ausgesandt hatte, und ihn ganz zerbrachst, hatte ich Angst, du könntest dir wehgetan haben. König der Unsterblichen, du gehst wahrlich über das Maß der Hirtenschar hinaus! Du fingst Kamsa in deiner eigenen List. Trinke an meiner Brust! (132) Der böse Kamsa ist zornig auf dich und wartet auf einen unbewachten Augenblick. Finge er dich mit seiner List, könnte ich nicht weiterleben, Vasudeva! Das Wort deiner Mutter hat Gewicht; ich sage es dir ausdrücklich: Geh nicht fort! Du schöne Leuchte des Hirtendorfes, komm und trinke ruhig an meiner Brust!

(133) Du wohnst freudig in Villiputtur, wo Bienen in den offenen Haaren der Frauen mit blitzschlanken Hüften süß summen. Wer dich sieht, fragt: „Welches Gelübde hat wohl die Frau erfüllt, die dieses Kind in ihrem Leib getragen hat?“ Du lässt sie so über mich sprechen. Hrishikesha, trinke an meiner Brust! (134) Frauen leben in der Hoffnung, ein Kind wie dich zu bekommen. Wer dich gesehen hat, vergisst weiterzugehen. Mit beiden Augen schaust du sie so an, dass ihr Herz in Bewegung gerät. Die Frauen mit blumigem Haar, um das Bienen kreisen, stehen hier und möchten dich forttragen, um den Nektar deines Mundes zu kosten. Govinda, trinke du an meiner Brust! (135) Du vernichtetest die Körper der beiden Ringer, die wie zwei Berge gegen dich standen. Komm auf meinen Schoß und lehne deine heilig strahlende Brust an mich. Nimm die eine Brust in den Mund, umfasse die andere mit der Hand und trinke abwechselnd an beiden, immer wieder begierig! (136) Wie schöne Perlen, die in eine Lotusblüte fallen, glänzt Schweiß auf deinem roten Lotusgesicht. Treibe keine Streiche und wühle nicht in diesem Hof, bis dein ganzer Körper von Staub bedeckt ist! Mein Lieber, König der Unsterblichen, der ihnen damals Nektar schenkte: Trinke reichlich an meiner Brust!

(137) Du kommst gelaufen und singst zum rhythmischen Klang deiner Schellen. Ich sitze hier und denke: „Das ist Padmanabha!“ Du tanzt und wiegst dich hin und her, immer mit neuen passenden Bewegungen. Laufe nicht immer wieder davon! Höchster, trinke an meiner Brust! (138) „Madhava, trink!“ So sprach die Hirtin mit dem Brustband. Diese Lieder stammen vom ruhmreichen Pattarpiran aus Villiputtur, wo wasserfrische blaue Lotusblumen duften, dessen alter Ruhm die Erde schmückt. Wer sie beherrscht, erhält einen Geist, der sich dem herrlichen, rotäugigen Mal zuwendet. (139) Dein Vater, der fortgegangen ist, verspätet sich; der kampfstarke Kamsa ist grausam. Niemand ist da, um dich zu beschützen, und du, Meerfarbener, wanderst überall allein umher. Du ungestümer kleiner Trinker an der Dämonenbrust, Keshava, mein Vollkommener! Alle Hirtenfrauen sind zum Ohrdurchstechen gekommen; ich habe die Betelgaben vorbereitet. (140) Mit schönen Korallen an deiner Hüfte und klingenden Schellen an den Blütenfüßen komm hierher, Narayana, der du das Herz derer nie verlässt, die sich dir verehrend nähern! Unbegreiflicher Herr, ich werde dir die kleine Rolle ins Ohr setzen, ohne dass es brennt. Sieh, hier liegen die goldenen Ohrgehänge, so schön anzuschauen.

(141) Ich habe Makara-Ohrringe besorgt, deren Schmuck das weite, die Erde umgebende Meer hervorbringt. Rasch werde ich dir die Rolle in das Ohr setzen und dir alles geben, was du möchtest. Leuchtender Spross der Hirten, der du zu ihrer Rettung in dieser Gemeinschaft erschienen bist, Madhava, der du die Herzen der jungen Hirtinnen bezauberst: Komm hierher! (142) Diese Hirtenkinder benehmen sich gut: Sie tragen schön gefassten Diamantschmuck und lassen ihre langen Ohrläppchen damit weiten. Govinda, höre auf mein Wort! Wenn du dir dieses herrliche Paar Ohrgehänge einsetzen lässt, gebe ich dir süße Jackfrucht und meine schön gerundete Brust zu trinken. Ich bitte dich mit gefalteten Händen, Herr, komm! (143) Auch wenn ich dich anflehe: „Mein Herr, ich verneige mich!“, hörst du nicht. Du gehst zu den Lockenhaarigen, reihst dich in ihren Kuravai-Tanz ein und kommst dann zurück. Werde ich dich so gewähren lassen, mein Vollkommener? Ich gebe dir wieder große Kuchen, wenn du die Ohrröllchen einsetzen lässt. Vishnu mit dem dunklen Haar, den die Frauen mit den bambusgleichen Schultern lieben, komm! (144) Du weintest so laut, dass der ganze Himmel es hörte. Als ich aufmerksam in deinen Mund schaute und darin die ganze Erde sah, erschrak ich im Innersten und konnte nur „Madhusudana!“ denken. An deinen Ohren ist keine Wunde; die Öffnung wird sonst wieder zugehen. Gedulde dich nur einen Augenblick, mein Lieber! Kanna, meine dunkle Wolke, Meerfarbener, mein Beschützer: Trinke an meiner Brust!

(145) „Ich will keine Milch!“, sagst du, läufst fort und reißt dir den Ohrschmuck heraus. Du hobst freudig den Berg, schütztest die Rinder vor dem Steinhagel und hütetest sie. Du zerbrachst den Bogen, Trivikrama, Herr des heiligen Hirtendorfes! War es nicht mein Fehler, deine Ohrlöcher nicht schon zu weiten, als du den Kopf noch nicht aufrecht halten konntest? (146) „Du brauchst nicht zu sagen, es sei dein Fehler! Als ich Erde gegessen hatte, hast du mich da etwa nur liebevoll angesehen? Hast du mich nicht geschlagen, festgehalten und allen vorgeführt?“ – Vollkommener Vamana, dessen Banner den Feind der starken, im Erdhügel lebenden Schlange trägt: Deine Ohrlöcher wachsen zu. Du nimmst uns alles Leid! Lass mich die Rolle einsetzen, dann will ich dir wahrhaftig antworten. (147) „Du glaubtest denen, die behaupteten, die Wahrheit zu sagen: Ich hätte die Butter aus dem Hängegefäß gegessen. Hast du mich da nicht bei der Hand gepackt und vor aller Augen an den Mörser gebunden?“ – Shridhara, wenn du nur meine Taten aufzählst und darüber lachst, schließen sich deine Ohrlöcher. Gib die Rolle in meine Hand, damit die hier stehenden Frauen nicht lachen! (148) „Wenn meine Ohren anschwellen und brennen, entsteht dann etwa dir und den schönen Frauen ein Schaden?“ – Weil ich fürchtete, dass du es nicht erträgst und dein Kopf schmerzt, ließ ich es bleiben: War das nicht mein Fehler? Sieh doch, alle Kinder des Viertels laufen mit geweiteten Ohrlöchern umher. Hrishikesha, der du die mächtigen Stiere bezwangst und das junge Kalb schleudertest, mein Augenstern!

(149) Du blickst ringsum so freundlich, dass es die Augen erfrischt. Im Denken der Frauen mit duftendem Blumenhaar bleibst du immer gegenwärtig und schenkst ihnen Süße. Unser Herr, unser Nektar! Ich gebe dir Früchte zu essen und setze den Schmuck so ein, dass dein Ohr nicht schmerzt. Padmanabha, der du den Wagen zertratst und auseinanderbrechen ließest, komm! (150) „Du sagst: Komm!, greifst nach meiner Hand und drehst mir mit Gewalt den Schmuck ins Ohr, sodass es wehtut. Was macht das dir schon aus? Meine Ohren werden schmerzen; ich kann nicht!“ – Schau, mein Lieber, ich habe Jambu-Früchte bereitgelegt. Damodara, der du der trügerischen Frau die Milch aussaugtest, bis sie starb, und den Wagen mit einem Sprung vernichtetest: Komm hierher! (151) Yashoda wollte seine langen Ohrläppchen weiten und mit Makara-Schmuck versehen; darum sprach sie diese liebevollen Worte zu Tirumal. Damit sie im Herzen gegenwärtig bleiben, verfasste der Herr von Putuvai mit seinem alten, weltweiten Ruhm diese unerschöpfliche Antati-Folge mit zwölf Namen. Wer diese zwölf Anrufungen beherrscht, ist Achyutas Diener. Der Schlussvers spricht von zwölf Anrufungen; mit ihm selbst zählt diese Liedgruppe dreizehn Strophen. (152) Du riechst nach der Butter, in der du gewühlt hast, und bist voll Staub vom Spielen. So lasse ich dich heute Nacht gewiss nicht liegen und das Bett beschmutzen! Schon lange warte ich hier mit Öl und Tamarindenfrüchten. Schwer erreichbarer Herr, Narayana, komm zum Baden!

(153) Wenn du große Ameisen in die Ohren der Kälber setzt, sodass sie davonrennen, und alles durcheinandergerät, werde ich sehen, wie du ungestört die Butter zusammenscharren und verschlingen willst! Du brachtest die aufrechten Bäume zu Fall. Heute ist Tiruvonam, dein Geburtsstern; heute musst du baden. Mein Herr, lauf nicht fort, komm! (154) Seit ich sah, wie du an der Dämonenbrust trankst, kommt mein Herz nicht mehr zur Ruhe. Obwohl alle Hirtinnen zusammenkamen und laut riefen, gab ich dir selbst die Brust. Im großen Gefäß stehen heißes Wasser und Amla-Früchte bereit. Edelsteinfarbener von würdigem Ruhm, komm zu deinem Bad! (155) Du tratst den grausamen Wagen um, den Kamsa gegen dich gelenkt hatte, und setztest deinen Mund an die Brust der hinterlistigen Dämonin, bis sie starb. Mein Herr, Kurkuma, einen Kranz aus roten Wasserlilien, duftenden Sandel und Augenschminke habe ich bereitgelegt. Mein Schöner, komm zum Baden! (156) Ich habe Kuchen und kleine Leckerbissen gebacken, Zucker mit Milch vermischt und alles köstlich zubereitet. Möchtest du davon essen, mein Lieber? Die Frauen mit den zarten, wohlgeformten Brüsten werden sonst hinter deinem Rücken sprechen und lachen. Du musst ordentlich baden. Ich bitte dich, Herr, komm hierher!

(157) Du rollst den Öltopf um, zwickst ein kleines Kind wach, verdrehst die Augen und schaust dabei so unschuldig drein; immer neue Streiche denkst du dir aus! Mein Herr, ich gebe dir Früchte zu essen. Mein schöner Vollkommener, farbenprächtig wie das Wasser des tosenden Meeres, komm zu deinem Bad! (158) Seit deiner Geburt, mein Herr, bleibt mir nichts von der frisch gemolkenen Milch, dem Joghurt und der gequirlten Butter in den Hängegefäßen. Doch damit niemand sagt: „Was für eine Mutter, sie schmäht ihr eigenes Kind!“, spreche ich vor anderen nicht einmal unbedacht davon. Komm zu deinem Bad! (159) Du bindest Palmblätter an den Schwanz des Kalbes, schleuderst etwas gegen die Früchte, bis sie fallen, und rennst hinterher. Es scheint, als hättest du gar eine Schlange ergriffen und geschwungen! Mein Lieber, ich bin dir nicht gewachsen. Heute ist dein heiliger Geburtstag; du musst richtig baden. Narayana, lauf nicht fort, komm! (160) Du gehst in den Rinderstall und wälzt deinen kostbaren Leib im Staub. Mir macht es große Freude, dich so zu sehen; andere aber werden dich tadeln. Du kennst überhaupt keine Scheu! Wenn Nappinnai dich sieht, wird sie lachen. Mein Rubin, mein Juwel, komm zu deinem Bad!

(161) Yashoda mit ihren vollen Brüsten badete liebevoll den Herrn Kannan, dessen Leib wie eine dunkle Regenwolke schimmert. So besang es Pattarpiran, der Herr des alten, weltberühmten Putuvai. Wer diese herrlichen Lieder in schönem Tamil beherrscht, bleibt von bösem Karma frei. (162) Krähe, komm und kämme das Haar des Gemahls Nappinnais, der in Per ruht, des ursprünglichen, einzigartigen Keims der ersten Himmelswesen! Er ist der König, der mich und unser ganzes Haus in seinen Dienst genommen hat. Krähe, kämme Madhavas Haar! (163) Dieses Kind trank an der Dämonenbrust, zerstörte den trügerischen Wagen und zerbrach die Maruda-Bäume. Krähe, komm und kämme Kannans dunkle Locken sauber, seine Locken von der Farbe der Kaya-Blüte! Kämme das Haar des makellosen Edelsteinfarbenen! (164) Er verschlingt die Butter aus dem festen Gefäß hoch im schwingenden Hängekorb und schläft gleich darauf schnell ein. Krähe, komm und kämme den erhabenen Herrn der Unsterblichen, den Kannan der Hirten! Kämme die Locken des Regenwolkenfarbenen!

(165) Ein hinterlistiger Asura kam in Gestalt eines Vogels, der in den Niederungen nach Nahrung sucht. Das Kind sah ihn und riss, als wäre es nur ein Vogel, rasch seinen Schnabel auseinander. Krähe, komm und kämme dieses Kind! Kämme den, der an der Dämonenbrust trank! (166) Er hütete die Rinder und ergriff ein Kalb, das er gegen den Baum schleuderte, um die Früchte herabzuschlagen. Krähe, laufe nicht schwatzend herum! Komm wenigstens jetzt und kämme das heilige Haupt des Höchsten! Kämme die Locken des Diskusträgers! (167) Er beschloss, die mächtigen Könige des östlichen Landes zu vernichten, und rottete sie mit seinem Diskus im Augenblick eines Blickes aus. Krähe, kämme seine Locken, sodass sie ihn schön schmücken! Kämme Govindas Haar! Die nähere Zuordnung der im Vers angedeuteten Königsgeschichte bleibt offen. (168) Laufe nicht umher, Krähe, um die Klumpen der Totenspeise und den wässrigen Reis der Geisteropfer zu fressen! Komm und kämme die schönen, bienenschwarzen Locken des Herrn der Götter im Weltall! Kämme die Locken des Wunderbaren!

(169) Er erschuf den schönen Viergesichtigen auf der herrlichen Blume, die aus seinem Nabel aufstieg. Teile sein dichtes Haar, behandle es mit Tamarinde und kämme es mit dem Elfenbeinkamm! Krähe, kämme Damodaras Locken! (170) Damit die Königinnen des Herrn sich an seinem Anblick erfreuen, lege das goldgeschmückte Haupt dessen, der einst die gesamte Welt ausmaß, auf das weiche Blumenkissen. Setze dich dahinter und kämme es! Krähe, kämme den, der tausend Namen trägt! (171) „Krähe, komm und kämme die bienendunklen Locken des Wolkenfarbenen, damit niemand an seinem Anblick Anstoß nimmt!“ So sprach die Hirtin. Der Sänger, Herr von Villiputtur mit himmelhohen Mauern, hat ihre Worte besungen. Wer sie freudig preist und singt, dem nähert sich kein übles Karma. (172) Er schneidet einen Zaunzweig ab, spannt seinen Spielzeugbogen, legt das kleine Amulett um seinen breiten Hals und bindet sich Pfauenfedern hinten an. Bring ihm einen Stab, wenn er den Rindern nachgeht! Bring dem Meerfarbenen einen Stab!

(173) Mein Sohn zieht durch Kongu, Kudandai, Kottiyur und Per und spielt überall. Für seine große Hand, die das Muschelhorn hält, bring einen wohlgeformten, passenden Stab! Bring ihm einen glatt mit Lack überzogenen Stab! (174) Er tötete Kamsa, der ihm zornig entgegentrat, und riss den Schnabel des Vogels auseinander, der zum Angriff gekommen war. Mit zurückfliegenden Locken läuft er voraus, um die kleinen Kälber zu hüten. Bring ihm einen Stab! Bring dem Herrn der Götter einen Stab! (175) Duryodhana mit seiner prächtigen Krone blieb stets bei seiner einen Behauptung und wiederholte nur dasselbe Wort. Zu ihm ging der Herr und brachte dort den Bharata-Kampf zum Ausbruch. Bring ihm einen Stab zum Kälberhüten! Bring dem Meerfarbenen einen Stab! (176) Als würdiger Bote ging er zu Duryodhana und bat um eine Ortschaft, erhielt sie aber nicht. Zornig darüber führte er den weltumspannenden Bharata-Kampf herbei und lenkte für Partha den Wagen. Bring ihm einen Stab! Bring dem Herrn der Götter einen Stab!

(177) Er liegt auf dem Banyanblatt, er ruht auf der Schlange; im blauen Meer schlief er lange Zeit. Schon in jungen Jahren erwies er Partha seine Gnade. Bring dem schönen Herrn einen Stab! Bring dem, der in Kudandai ruht, einen Stab! (178) Auf dem goldglänzenden Chitrakuta-Berg nahm dir jener mit dem dichten Haar ein Auge, als du in deiner damaligen Gestalt zu ihm kamst. Er kann streng sein: Bring rasch den Stab, ehe er dir auch das andere Auge nimmt! Bring dem vollkommenen Edelsteinfarbenen einen Stab! Die Mutter spricht zur Krähe und erinnert an die Krähenepisode des Ramayana. (179) Um Sitas willen, deren Taille einem Blitz gleicht, spannte er seinen unvergleichlichen Bogen, sodass die zehn edelsteingeschmückten Kronen des Königs von Lanka zugleich fielen. Bring dem Herrn mit der leuchtenden Krone einen Stab! Bring dem, der das Meer überbrückte, einen Stab! (180) Er schlug dem König des südlichen Lanka Köpfe und Arme ab und sprach zu Vibhishana mit dem blitzenden Schmuck: „Solange mein strahlender Name besteht, soll dir die Herrschaft gehören.“ Bring dem herrlich Geschmückten einen Stab! Bring dem Herrn von Venkata einen Stab!

(181) „Krähe, bring dem Vollkommenen einen Stab!“ Die Worte jener vortrefflichen Frau hat der Sänger aus Villiputtur in diesen zehn tamilischen Liedern passend wiedergegeben. Wer sie beherrscht, wird sich hier auf Erden an seinen Kindern erfreuen. (182) Du gehst Rinder hüten und weißt nicht, welch kostbares Heilmittel du selbst bist. Du streifst durch den ganzen Wald, bis dein dunkler, heiliger Leib ermattet, und trinkst Milch aus fremden Töpfen, sodass deine Gegner lachen. Mein Herr, süßer als Honig, komm, damit ich dich mit Champaka-Blüten schmücke! (183) Wenn meine Augen volle Regenwolken sehen, ist es, als sähen sie dich. Du Schöngestalteter, du wurdest geboren, damit die sieben Welten Bestand haben. Gemahl der Glückverleihenden, der du in Tiruvarangam ruhst, komm und lass dich mit innig duftenden Jasminblüten schmücken! (184) Du steigst in die Obergeschosse der Häuser, dringst in die Gemächer der Frauen ein, zerreißt ihre Brustbänder, ihre Seide und ihre feinen Gewänder und treibst täglich Unfug. Mein Vater auf dem hohen heiligen Venkata, komm, damit ich dich mit frischem Damanaka und Padiri-Blüten schmücke!

(185) Bleibe nicht auf der Straße stehen, um den jungen Hirtinnen Streiche zu spielen! Das frische Damanaka und die prächtige Girlande duften. Mit deinen Brauen, dunklen Locken und der leuchtenden Stirn bist du schön wie eine kleine Regenwolke. Mein Vollkommener, komm freudig, damit ich dich damit schmücke! (186) Du zerrissest den Vogelschnabel und brachst dem Kampfelefanten den Stoßzahn ab; der hinterlistigen Rakshasi nahmst du die Nase, dem Herrscher den Kopf. Als du Butter in vollen Händen verschlangst, schlug ich, deine Dienerin, dich ohne Furcht. Komm, damit ich dich mit roten Wasserlilien schmücke, die im klaren Wasser wachsen! (187) Du kämpftest mit den Stieren, ohne etwas zurückzuhalten, mein Vollkommener. Entschlossen vollbrachtest du deine gewagten Taten, sprangst Kamsa mit den Füßen an, triebst auf der Straße Unfug und kehrtest vom heftigen Kampf mit den Ringern zurück. Mein Gold, komm, damit ich dich mit Punnai-Blüten schmücke! (188) Unser König, der du Töpfe hochwirfst und kunstvoll mit ihnen tanzt! Mein Sohn, der du die sanften Frauen mit den mondgleichen Gesichtern in Liebe versetzen kannst! Einst zerrissest du Hiranyas Brust in zwei Teile. Unser König, der du in Kudandai ruhst, komm, damit ich dich mit Kurukkatti-Blüten schmücke!

(189) Du konntest mit Simalika Freundschaft schließen; dann beschlossest du seinen Tod und schlugst ihm mit dem Diskus den Kopf ab. Herr, der du weißt, wie alles geschehen soll, der du im schönen Arangam ruhst: Du hast mich von Täuschung befreit. Komm, damit ich dich mit Iruvatchi-Blüten schmücke! (190) Umringt von den Unsterblichen des Weltalls sitzt du dort in deiner Audienzhalle. In den Herzen deiner Diener wohnst du, Gemahl der Göttin auf der reinen Blüte. Du verschlangst die sieben Welten und schliefst auf einem einzigen Banyanblatt. Komm, damit ich dich mit Karumugai-Blüten schmücke und mich an deinem Anblick freue! (191) „Champaka, Jasmin, rote Wasserlilien, Iruvatchi und all die anderen genannten Blüten habe ich gebracht. Komm heute, damit ich dich damit schmücke!“ So sprach die Hirtin freudig zu dem, der das Land als Gabe empfing. Diese zehn Lieder als Blütengirlande sang Pattarpiran, der Herr des melodienreichen Villiputtur. (192) Indra, Brahma, Ishvara und alle Unsterblichen stehen hier verborgen, mit Mantras und prächtigen Blumen in den Händen. Du wohnst in Vellarai bei den Kundigen, wo der Mond die hohen Häuser berührt. Nun ist Abenddämmerung. Mein Schöner, komm zum Schutzritual!

(193) Die Kälber sind ins Haus gekommen, und alle Kühe muhen. Ich bin müde geworden, hier zu stehen und nach dir zu rufen, du, der du gar keine Rücksicht nimmst! Bleibe in der Abendstunde nicht auf dem Dorfplatz. Herr im ummauerten Tiruvellarai, mein Wort meint es gut: Komm, damit ich dich beschütze! (194) Du zerstörtest die kleinen Reisgerichte und Spielhäuser der Mädchen mit den zarten Brüsten. Als ich dich deshalb schalt, gingst du fort und hast nicht einmal gegessen. Mein Gebieter, den die Götter dreimal täglich preisen, der du im Vellarai der Weisen wohnst: Jetzt werde ich dir nichts tun. Mein Herr, komm zum Schutzritual! (195) Unzählige Kinder kommen herbei und beschweren sich: „Er hat uns Sand in die Augen gestreut! Er hat uns mit den Füßen getreten!“ Wer sind sie nur alle? Kanna, Herr von Vellarai, jedem, den du siehst, spielst du einen Streich. Du von der Farbe des Meeres, Freigebiger, komm zum Schutzritual! (196) Tausende Kinder treiben in diesem Ort Unfug, und doch wird alles dir zugeschrieben. Mein Herr, komm hierher! Bewohner von Vellarai, wo gute Menschen leben, Licht der Erkenntnis! Komm, damit ich deine Gestalt mit reichen Worten segne und preise und dir sorgfältig Schutz verleihe!

(197) Man erzählt, Kamsa habe aus Zorn eine dunkle, rothaarige Dämonin ausgeschickt, um dich mit einer List zu töten. Herr im ummauerten Tiruvellarai mit seinen edelsteingeschmückten Häusern, an denen Wolken entlangziehen: Ich fürchte mich, wenn du dort draußen stehst. Mein Schöner, komm zum Schutzritual! (198) Kleiner König, mit deinem Fuß zertrümmertest du den trügerischen Wagen und brachtest die Maruda-Bäume zu Fall. Seit du die Dämonin packtest und an ihrer Brust trankst, weiß ich nicht mehr, was ich von dir denken soll. Herr des leuchtenden Vellarai, es ist Zeit zum Schlafen. Höchster, komm zum Schutzritual! (199) Du steigerst unsere Freude, du bleibst selbst den Unsterblichen unerreichbar. König, der du den mächtigen Elefanten tötetest, Todesmacht im Herzen des grausamen Kamsa! Herr von Vellarai mit rotgoldenen Mauern, Kind, das in Fülle heranwächst: Sieh, dort ist der furchterregende Schädelträger! Komm rasch gelaufen zum Schutzritual! Der Ruf nach dem Schädelträger steht hier in der neckend-ängstigenden Sprache der Mutter. (200) Die würdigen Vedenkundigen sind gekommen, mit heiligem Wasser im Muschelhorn und vedischen Versen. Sei nicht eigensinnig, mein Vollkommener! Stehe nicht an der Wegkreuzung; höre wenigstens eine Weile auf deine Mutter. Herr des strahlenden Vellarai, komm, damit ich dir den heiligen Schutz anlege. Ich entzünde heute die Abendlampe, deren Licht deine Gestalt sichtbar macht.

(201) So vollzog Yashoda, die vortrefflichste unter den Frauen, den Schutzritus für ihren Sohn, den Herrn von Tiruvellarai, vereint mit der auf der Blüte wohnenden Göttin. Diese Versgirlande sprach Vishnuchitta, der den Sinn der Veden zu erfassen versteht. Das Karma jener Frommen vergeht, die durch sie die Zuflucht zu seinen Füßen gewinnen. (202) Er verschlingt die Butter, wirft das leere Gefäß gegen den Felsen und lauscht seinem Klang. Gegen die Künste, die euer Kannan gelernt hat, kommen wir nicht an. Hüte deinen Sohn! Einen Streich nach dem anderen vollbringt er, schmerzhaft wie Säure in einer Wunde. Edle Yashoda, Mutter dieses einzigartigen, herrlichen Kannan, rufe deinen Sohn! (203) Komm, komm, komm hierher! Vollkommener Vamana, komm! Unser vollkommener Kakutstha mit dunklen Locken und rotem Mund, komm! Meine Liebe, heute ist er selbst für mich schwer zu bändigen. Dunkelfarbener, ich ertrage nicht, dass die Nachbarn dich verächtlich tadeln. Komm zu mir armen Mutter! (204) Dein herrliches Kind kennt bei seinen Streichen keine Hemmung und besitzt dabei solchen Glanz! Die zum Schmelzen bereitgestellte Butter saugte er aus dem Topf, zerbrach ihn und steht nun draußen. Ist es etwa seine Gewohnheit, den Nachbarn Unrecht zu tun, Yashoda? Rufe deinen Sohn: „Komm!“ Madhusudana lässt uns nicht in Frieden leben.

(205) Wolkenfarbener, komm hierher! Kind unseres Hauses, komm! Heiliger Narayana, der du im von klaren Wellen umgebenen Per ruhst, komm! „Ich habe schon getrunken, Mutter!“, sagt er und rennt ins Haus. Die Hirtin sieht ihn, geht ihm entgegen und nimmt ihn auf den Arm. So geschickt ist unser Kannan! (206) Ich molk die Milch und stellte sie auf den Herd; meine Tochter mit den vielen Armreifen blieb dort. Nur einen Augenblick ging ich ins Nachbarhaus, um Feuer zu holen, und sprach dort ein wenig. Der Vollkommene von Shalagrama kippte das Gefäß, trank alles aus und steht nun draußen. Edle Yashoda, deren Worte süß wie Zuckerrohr sind, rufe deinen Sohn! (207) Komm hierher, hörst du, komm! Sage nicht: „Ich komme nicht!“ Ich will nicht hören müssen, wie die Nachbarn dies oder jenes über dich reden. Mein übermütiger kleiner Junge, du hobst den Berg, du Tänzer mit den Töpfen! Sinn der Veden, mein Herr von Venkata, du Geschickter, komm hierher! (208) Aus rotem Reis, kleinen Hülsenfrüchten, Zucker, duftendem Ghee und Milch kochte ich eine Speise für das zwölfte Tiruvonam-Fest. Ich kannte seine Art bereits. „Noch mehr davon macht mir Freude!“, sagte das Kind, verschlang alles und ging hinaus. Edle Yashoda, rufe deinen Sohn! Das sind nur einige seiner Taten.

(209) Keshava, komm hierher! Sage nicht: „Ich kann nicht!“ Spiele nicht im Haus derer, die dich nicht lieben; komm her! Wo die Mägde und Diener stehen und dich beschimpfen, bleibe nicht. Auf die Mutter zu hören ist das Rechte, sieh doch. Damodara, komm hierher! (210) Zuckerkugeln, knusprige Sidai und Bällchen aus dunklem Sesam legte ich in ein Gefäß und ging fort, weil es ja mein eigenes Haus war. Er kam herein, nahm sie sich und ging hinaus. Dann kehrte er nochmals zurück, schaute zum Hängegefäß und suchte nach der hellglänzenden Butter. Edle Yashoda, rufe deinen Sohn! Das sind nur einige seiner Taten. (211) Wenn ich es erzähle, wirst du zornig, meine Liebe; dein Kind ist voller Listen! Es kam ins Haus, rief meine Tochter und nahm ihr einen Armreif ab. Den gab es einer Frau, die im Hinterhof ihre Ware verkaufte, und bekam dafür schöne Jambu-Früchte. Nun lacht es und sagt: „Ich war es nicht!“ (212) Die alten Spiele des Herrn vom südlichen Arangam an der strömenden Kaveri, umgeben von Hainen voller jubelnder Bienen, besang Pattarpiran Vishnuchitta. Wer diese Lieder singt und dazu tanzt, wird Govindas Diener und eine Leuchte für die acht Himmelsrichtungen. Die beiden Füße solcher Menschen seien auf meinem Haupt!

Lesebereich 213–312

(213) Als wir im Fluss spielten, bewarf er uns mit Schlamm, nahm Armreifen und Gewänder an sich und rannte schneller als der Wind ins Haus. Den ganzen heutigen Tag gibt er keine Antwort; den ganzen Tag spricht er kein Wort über unsere Armreifen! (214) Ohrringe, Locken und Hüftschnur hängen an ihm herab; Menschen aus allen acht Himmelsrichtungen verneigen sich, beten ihn an und preisen ihn. Doch er nahm die Gewänder der Frauen mit bienenumspieltem Blumenhaar und sitzt auf dem himmelhohen Baum. Den ganzen Tag bleibt er dort; auch wenn wir bitten, gibt er sie nicht zurück! (215) Er wühlte den weiten Lotusteich auf, ergriff die giftige Schlange am Schwanz und zog sie heran. Dann sprang er auf die ausgebreiteten Hauben und bewegte seinen Leib im Tanz. Den ganzen heutigen Tag tanzt er so; auf ihrem Haupt steht er! (216) Mit seinen breiten, mächtigen Schultern tötete er Dhenuka und schleuderte die Palmfrüchte herab. Den Regen, den der König der Himmlischen herabsandte, hielt er auf und beschützte die Rinder. Heute ist er ganz ihr Beschützer; er hat sie gerettet!

(217) Er aß im Viertel der Hirtinnen reichlich Joghurt und Milch. Als sie zurückkamen, ihn sahen und ergriffen, wurde er gefangen. Bei den Frauen mit den bambusgleichen Schultern konnte er keine Butter mehr stehlen: Den ganzen Tag saß er festgebunden, wurde geschlagen und weinte! (218) Als kleines Kind machte er seine schwankenden Schritte, schaute der mit List gekommenen Dämonin tief ins Herz und sog an ihrer Brust, sodass ihr Leben bebend aus ihr wich. Heute zeigt sich seine ganze Macht: Er trank, bis ihre Bindung an den Leib endete! (219) In der Gestalt eines jungen Brahmanenschülers ging er zu Mahabalis Opfer und bat um drei Schritte Land. Mit einem Schritt umfasste er diese Erde; mit dem zweiten schritt er weit darüber hinaus. Heute zeigt sich seine ganze Größe: Er maß die Erde aus! (220) Der Elefant wurde im weiten, kühlen, von Schraubenbäumen und Wasserlilien gesäumten Teich von einem dort lebenden Krokodil gepackt und gequält. Um sein Leid zu beenden, ließ der Herr der Himmlischen den Diskus wirken. Heute zeigt sich sein Erbarmen: Er erwies dem Elefanten Gnade!

(221) Wie eine am Himmel aufsteigende Regenwolke zog er überall durch den Wald, streifte freudig umher und spielte. Als Eber hob er diese Erde empor und setzte sie wieder an ihren Platz. Heute zeigt sich seine ganze Macht: Er hob die Erde aus der Tiefe! (222) Die guten jungen Frauen kamen zu Yashoda und klagten über den mit den schönen Lotusaugen. Ihre Worte gab der Sänger, der Herr von Putuvai, in diesen Liedern wieder. Wer sie beherrscht, dem widerfährt kein Unheil. Der wiederholte Ausdruck „iṉṟu muṟṟum“ wird hier je nach Satz als zeitlicher oder bekräftigender Refrain wiedergegeben; seine genaue Wirkung bleibt auslegungsbedürftig. (223) Mit tausend Spielgefährten seinesgleichen kommt er schwankenden Schrittes daher. Er hat goldenes Ghee und köstliche Milch gegessen und krabbelt nur zum Schein, dieser kleine Betrüger! Herr, der du deinen Mund an die Brust der hinterlistigen Frau mit blitzschlanker Taille legtest, bis sie starb: Nun habe ich dich erkannt; ich fürchte mich, dir die Brust zu geben. (224) Ich badete dich, schön wie Gold, und gab dir zu trinken. Als ich fortging und zurückkam, hattest du den schweren, starken Wagen zertrümmert, warst in das nördliche Haus eingedrungen und hattest eine junge Frau mit blitzschlanker Taille verwandelt. Mein Lieber, nun habe ich dich erkannt; ich fürchte mich, dir die Brust zu geben. Die angedeutete Verwandlungsgeschichte ist hier nicht sicher bestimmt.

(225) Du verschlangst Kummayam-Speise und Butter, kipptest den Joghurttopf und trankst daraus. Die Asuras in Gestalt der trügerischen Maruda-Bäume brachtest du um und bist nun zurückgekommen. Dich, mein vollkommenes Kind, das solche Wunder vermag, nennen die Leute meinen Sohn! Mein Lieber, nun habe ich dich erkannt; ich fürchte mich, dir die Brust zu geben. (226) Du bezauberst die Töchter der sanften Hirtinnen mit dunkel geschminkten Augen, gehst ihnen nach, greifst ihre blumengeschmückten Gewänder und treibst abseits vielerlei Unfug. Du Unaufrichtiger, ich habe gehört, wie viel die Leute hinter deinem Rücken erzählen – genug, um ein Buch zu füllen. Mein Herr, nun habe ich dich erkannt; ich fürchte mich, dir die Brust zu geben. (227) Du verschlingst den Joghurt und die Butter, die dreimal am Tag zusammengequirlt wurde, und kippst auch die Gefäße aus, welche die Hirten an ihren Tragstangen hergebracht haben. Dann schluchzt du unaufhörlich wie ein Säugling, der nach der Milch weint. Mein Vater, nun habe ich dich erkannt; ich fürchte mich, dir die Brust zu geben. (228) Während die Rinderherde in den weiten Zuckerrohrfeldern die reifen Ähren des roten Reises fraß, nahmst du das feindliche Kalb und schleudertest es gegen den Vilam-Baum, sodass die Früchte fielen. Einer jungen Frau mit bienenumspieltem, weichem Haar legst du überall deine List als Netz aus. Du Schelm, nun habe ich dich erkannt; ich fürchte mich, dir die Brust zu geben.

(229) Mit der bezaubernden, zarten Flöte gingst du in den Hain, setztest sie an den Mund und spieltest im Hirtendorf. Die jungen Frauen mit weichen Locken kamen und standen verehrend um dich, du Licht! Mein Herr, ich besitze weder Vermögen noch ein Erbe; meine einzige Schuld ist, dich als Sohn zu haben. Du Übermütiger, nun habe ich dich erkannt; ich fürchte mich, dir die Brust zu geben. (230) Die Leute können nicht mehr ruhig zusehen: Du bezauberst ihre Töchter, legst die Arme um sie, vergnügst dich mit ihnen und tust Dinge, die man nicht aussprechen mag. Die Hirtenfamilien wollen von solchen Vorwürfen nichts hören. Ich bin verloren, so kann ich nicht leben! Nandas starker Sohn, nun habe ich dich erkannt; ich fürchte mich, dir die Brust zu geben. (231) Die Mütter gehen Buttermilch verkaufen, die Väter folgen den Rinderherden. Du aber nimmst die jungen Frauen des Hirtendorfes ungeniert mit dir. Ständig tust du gerade das, was deine Gegner freut, und ziehst umher, während die Zuschauer dich tadeln. Mein Hirte, nun habe ich dich erkannt; ich fürchte mich, dir die Brust zu geben. (232) Eine junge Frau mit blumengeschmückten Locken führtest du in den weiten Hain, umarmtest sie an ihrer perlengeschmückten Brust und kamst erst zurück, als einundzwanzig Nacht-Nazhigai vergangen waren. Gleichaltrige mögen dir entsprechende Worte sagen; ich kann dich nicht einmal schelten. Mein Vater, nun habe ich dich erkannt; ich fürchte mich, dir die Brust zu geben. Die Dichtung verbindet hier die Mutterstimme mit Krishnas Liebesgeschichten; die Szenen bilden keine durchgehende Kindheitschronologie.

(233) „Andere köstliche, unerschöpfliche Speise gebe ich dir, aber die Brust gebe ich dir nicht!“ So sprach die Hirtin mit duftendem Blumenhaar zu unserem regenwolkenfarbenen Herrn. Diese Worte sang Pattarpiran, der König von Putuvai, dessen alter Ruhm die Welt erfüllt. Wer diese Girlanden schöner Melodien beherrscht, ist Hrishikeshas Diener. (234) Ich badete den Dunkelfarbenen, den schönen Spross der Hirten. Damit er nicht von Haus zu Haus zieht, schickte ich das Kind den Kälbern nach, sodass die mit Fußspangen geschmückten Füße schmerzen, die Kamsa bezwangen. Warum tat ich das? Ach, welch eine Schuld! (235) Damit er sich nicht mit haftender Kurkuma bestreicht, bei den Mädchen im Dorf die kleinen Spielhäuser zerstört und überall Unfug treibt, sandte ich mein Kind den Kälbern nach in den Wald der Jäger mit ihren Köchern. Wozu tat ich das? Ach, welch eine Schuld! (236) Damit er nicht täglich mit den Frauen in kostbaren Edelsteingürteln umherzieht und seinen goldenen, juwelengleichen Leib im Staub wälzt, sandte ich meinen Edelsteinfarbenen hinter den Kälbern her auf die steinigen, widerhallenden Waldpfade. Ach, welch eine Schuld!

(237) Damit die Frauen mit den schönen dunklen Locken nicht kommen und ihn öffentlich tadeln, weil er im ganzen Dorf allerlei Streiche spielt, sandte ich den Liebling meiner Augen, den Unermesslichen, den Kälbern nach auf die Waldpfade. Ach, welch eine Schuld! (238) Damit er nicht an all jene Orte geht, sich den Hirtenfrauen vertraulich nähert, ihnen seinen roten, fruchtgleichen Mund zum Kuss hinhält und sich mit ihnen einlässt, sandte ich den göttlichen Herrn hinter den Kälbern her in den Wald der Jäger mit ihren schießbereiten Bogen. Ach, welch eine Schuld! (239) Damit ihm nicht die Butter glucksend durch die Kehle gleitet und er anschließend im ganzen Dorf allerlei List treibt, sandte ich mein Kind den Kälbern nach auf die Waldpfade, wo wilde Tiere umherstreifen und er stolpern kann. Ach, welch eine Schuld! (240) Damit die Frauen mit den schlingpflanzenschlanken Hüften nicht kommen und ihn tadeln, weil er mit seinen Freunden hüpft, spielt und umherzieht, sandte ich den Herrn des Vogels auf die sengenden Waldpfade, wo selbst die Kalli-Pflanzen verdorren, den Kälbern nach. Ach, welch eine Schuld!

(241) Mit der Innigkeit einer Mutter, die ihn zwölf Monate im Leib getragen hat, zog ich ihn auf und nährte ihn mit dem Nektar meiner Brust. Doch schon im Morgengrauen sandte ich meinen jungen Löwen hinter den Kälbern in den Wald, sodass seine goldenen Füße schmerzen. Ach, welch eine Schuld! Die zwölf Monate gehören zum Wortlaut der poetischen Mutterrede. (242) Ich gab Damodara weder Schirm noch Schuhe und schickte mein Kind, ich Grausame, hinter den Kälbern her in den rauen, glühenden Wald mit seinen scharfkantigen Steinen, die sich in die schmerzenden Fußsohlen bohren. Ach, welch eine Schuld! (243) „Meinen stets geliebten Edelsteinfarbenen habe ich den Kälbern nachgeschickt!“ So klagte Yashoda. Der Sänger, Herr von Putuvai mit goldglänzenden Häusern, gab ihre Worte in diesen lieblichen tamilischen Versgirlanden wieder. Wer sie beherrscht, bleibt von Leid frei. (244) An einem Ohr trägt er eine Tuchrolle, am anderen eine rote Kantallilie; dazu einen schönen breiten Gürtel, sein Gewand und kühlen Perlenschmuck. Kommt und schaut, wie der Meerfarbene hinter den Rindern heimkehrt! Ihr Frauen, unter allen Müttern der Welt bin ich allein es, die einen solchen Sohn erhalten hat; keine andere!

(245) Madhusudana von bleibendem Ruhm, Keshava, Herr des südlichen Arangam an der Kaveri, umgeben von schönen Hainen und mächtigen, unversehrten Mauern! Ich Törichte wollte es mir bequem machen, gab dir am frühen Morgen zu essen und schickte dich zum Kälberhüten. Keine Frau hat ein härteres Herz als ich. Mein Kleiner, gib mir einen Kuss! (246) Du zogst durch die Wälder, hütetest die Kälber, ranntest hin und her und kommst nun mit dunklen Kantalblüten geschmückt zurück. Damodara, sieh nur den Staub der Herde auf deinem Leib! Gemahl Nappinnais mit der Anmut eines Pfauenweibchens, dein Bad ist bereit. Bade und iss! Auch dein Vater hat noch nichts gegessen; er möchte mit dir zusammen essen. (247) Herr von Venkata mit seinen duftenden Hainen, du dunkler Kampfstier! Ohne den Schirm, die Schuhe und die Flöte mitzunehmen, die du doch liebst und die ich dir bringen lassen wollte, gingst du fort, Mal. Mein kleiner Junge, du folgtest den Kälbern in den rauen, heißen Wald; deine roten Lotusfüße brennen, deine Augen sind gerötet. Du bist erschöpft, mein Herr! (248) Du kampfstarker Stier, der Panchajanya an den Mund setzte, sodass die Feinde zitterten! Mein kleiner Hirtenlöwe, Gemahl Sitas, kleiner rotäugiger Mal! Dein kurzes Gewand und dein kleines Schmuckblatt ließest du auf dem Bett liegen. Offenbar gingst du mit den jungen Hirten Kälber hüten und bist nun mit ihnen zurückgekommen.

(249) Mein Schöner, in deiner Hand trägst du den herrlich strahlenden Diskus. Du stiegst in den Teich und kämpftest mit der giftspeienden Schlange, und ich blieb trotzdem am Leben! Warum bereitest du meinem Mutterleib solche Qual? Du hast überhaupt keine Furcht. Du tust gerade das, was Kamsas Herz erfreut, du von der Farbe der Kaya-Blüte! (250) Du wurdest Eber, Schildkröte und Fisch, du von der Farbe des Milchozeans. Die hinterlistigen Asuras kamen als Kalb auf die Weide, um dich anzugreifen. Du gingst hin, packtest sie mit deinen kleinen Händen und schleudertest sie offenbar gegen die Vilam-Früchte. So soll es allen ergehen, die meinem Kind Böses antun! (251) Unerhörte Dinge höre ich, Keshava! Den Reis, das Gemüse und den Joghurt, welche die Hirten Indra darbrachten, hast du offenbar alles zusammen gegessen. Ich habe nicht die Mittel, dich so zu ernähren; mit dir ist es für mich immer schwierig. Vasudeva von unvergänglichem Ruhm, von heute an fürchte ich mich vor dir! (252) Du mit dem mächtigen weißen Muschelhorn! In sieben Tagen ist dein heiliges Tiruvonam-Fest. Schon habe ich die Frauen mit melodischen Stimmen gerufen, Getreide keimen lassen und Segenslieder singen lassen. Für das Fest bereitete ich Gemüse und Reis in den Gefäßen vor. Kanna, gehe von morgen an nicht mehr den Kälbern nach; bleibe schön geschmückt hier!

(253) Die gute Hirtin Yashoda mit ihren schlangenhaubenförmigen Hüften sah ihren Sohn Govinda vom Rinderhüten heimkehren und freute sich. Ihre liebevollen Worte gab Vishnuchitta aus dem südlichen Putuvai wieder, wo Menschen ohne Feindseligkeit leben. Wer diese Lieder lernt und singt, wird die beiden geschmückten Füße des Meerfarbenen schauen. (254) Überall schwingen Blattgebinde und Gehänge; Trommeln, Hörner, tiefe Trommelschläge, hängende Pfauenfedern, Flöten und Gesang begleiten Govindas heranziehende Schar. „Kommt etwa eine Regenwolke?“, fragen die jungen Frauen. Sie drängen an Fenster und Türen, treten hinaus und bleiben stehen. Ihr Herz ist fortgetragen; sie vergessen zu essen. (255) Er breitet ein Gewand, zart wie das Blatt einer Ranke, makellos um seine heilige Hüfte und befestigt sein Schwert daran, fest anliegend wie eine kleine Eidechse. Ein breiter Gürtel hebt sich ab; zwischen vielen Blättern trägt er duftenden Jasmin und Vengai-Blüten. Inmitten der Hirtenschar kommt der Junge am Abend. Stellt euch ihm nicht entgegen und verliert dabei eure eng anliegenden Armreifen! (256) Seine Freunde tragen Dolch, kleinen Bogen, Wurfstock, Hirtenstab und Obergewand und laufen voraus. Er stützt eine Hand auf die Schulter eines anderen; das Muschelhorn ruft die Herden heim. Als der vom Weg ermüdete Kannan kam, sah meine Tochter seine Kurkumasalbung, seinen Leib und seine Gestalt. Sie stand nur in seiner Nähe und schaute! Daraus macht nun das ganze Dorf eine Geschichte.

(257) Unser Herr hob den Berg und beschützte die Rinder. Als Hirte spielt er immer wieder auf der Flöte, weidet die Kälber und kehrt mit seinen Freunden zurück. Ich sah ihn auf der Straße. Meine Liebe, nie habe ich seinesgleichen gesehen; komm und schaue! Kein Armreif bleibt an mir; sie gleiten ab, und mein Gewand und meine jungen Brüste gehorchen mir nicht mehr. (258) Die Hirten standen ringsum und legten ihm Blattgebinde an; seine Locken waren mit einem schönen Band geschmückt. Ich sah ihn am Eingang des Hirtenhauses tanzen, während die anderen sangen. Seither lasse ich keine Heiratsverhandlung mit einem anderen zu als mit unserem Wunderbaren von Maliruncholai. Denkt: „Sie gehört dem Siegreichen!“, und gebt mich ihm. Sonst gibt es nur Verwirrung. (259) Sindura glänzt auf seiner heiligen Stirn, sein Kopfschmuck und seine Flöte sind schön gerichtet. Unter den kühlen Blätterhainen wirft er mit den herbeiziehenden Hirten den gebogenen Stab, während der Raum vom Klang erfüllt ist. Wenn dieser grenzenlos schöne Hirtenjunge wohlüberlegt unsere Straße entlanggeht, wollen wir ihn umringen und festhalten: „Er hat unseren Ball genommen!“ Dann sehen wir das Lächeln seines korallenroten Mundes, Freundin! (260) Hinter den vielen Herden, unter dem Blätterdach, strahlt sein heiliger Leib. Sein duftendes, dunkles Haar ist mit einem Band geschmückt; mitten unter den Hirten glänzen seine schönen roten Lotusaugen. Er spielt Flöte, singt, tanzt und jubelt mit ihnen, während er herankommt. Beim Anblick dieses schönen Hirtenjungen verliert meine Tochter die Besinnung.

(261) Er bestreicht den Scheitel mit Sindurapulver und trägt das heilige Namenszeichen. Mit einem Blatt und einem schönen Band schmückt er sein dichtes, gewelltes Haar und kommt wie Indra daher. „Stelle dich nicht vor diesen Hirtenjungen, sonst verlierst du deine Armreifen!“, sagte ich. Doch seht, sie steht an der Kreuzung: Das Gewand und die locker gewordenen Armreifen gleiten ihr ab. (262) Am rechten Ohr trägt er eine Kantalblüte, dazu Jasmin-, Waldblumen- und Mauval-Girlanden. Liebevoll geschmückt lässt er die Locken herabhängen und spielt immer wieder auf der süßen Flöte. Statt diesem schönen Hirtenjungen auszuweichen, steht meine Tochter ihm gegenüber. Seht, ihre weißen Armreifen fallen ab, und ihr Leib wird schmal. (263) Die Unsterblichen im Himmel verehren ihn voller Liebe. Als Kannan aufrecht hinter den Rindern durch die Straßen des Hirtendorfes einzog, erblickten ihn die jungen Hirtinnen und verliebten sich. Davon sang Vishnuchitta, der Herr von Putuvai mit bienenerfüllten Hainen, diese zehn Verse. Die Frommen, die sie mit freudiger Melodie singen, gelangen zum höchsten Vaikuntha. (264) Er verschlang die aufgetürmten Berge gekochten Reises, die Teiche aus Joghurt und den fließenden Schlamm aus Ghee vollständig und zog sich so den feindlichen Regen zu. Der gewaltige Meerfarbene hielt den Berg empor: Govardhana, den siegreichen Schirm! Dort fangen die Bergfrauen sanfte Hirschkälber mit runden Augen in ihren Netzen und ziehen sie mit Milch aus kleinen Gefäßen auf.

(265) Der König der Himmlischen, dessen Handeln sonst ohne Fehl sein sollte, geriet in heftigen Zorn und sandte den Regen. Sieben Tage fiel er und bedrängte die Tiere. Madhusudana hob den Berg auf und hielt ihn entgegen: Govardhana, den siegreichen Schirm! Dort jagt ein junger Löwe eine Elefantenmutter; sie kann den Verlust ihres Neugeborenen nicht ertragen, stellt das Junge zwischen ihre Beine und kämpft gegen ihn. (266) Die sanften Hirtinnen mit großen, schön geschminkten Augen, die Hirten und die Herden riefen laut: „Nimm uns unter deinen Schutz!“ Unser Vater mit dem leuchtenden Diskus hob den Berg: Govardhana, den siegreichen Schirm! Dort spannen die bergstarken Männer ihre Bogen und sagen zu den Frauen, die bei ihnen Zuflucht suchen: „Seht die Hirsche, die auf den Feldern äsen!“ (267) Wie einer einem zornigen Elefanten mit furchtbaren Augen einen großen Futterballen reicht, griff der Herr der Unsterblichen unter den Berg, riss ihn empor und hielt ihn hoch: Govardhana, den siegreichen Schirm! Die Wolken ziehen zum Meer, senken sich, schöpfen gierig Wasser, steigen wieder auf und gießen es überall wie aus Krügen herab. (268) Als rufe er: „Ihr dort im Himmel! Wenn ihr stark seid, kommt und nehmt ihn mir ab!“, hob unser Vater, der Herr, der auch Ebergestalt annahm, den Berg mit links empor: Govardhana, den siegreichen Schirm! Dort hat ein wilder Elefant einen Stoßzahn verloren; mit rinnendem Brunstsaft hebt er den Rüssel und schaut nach oben, als begehre er die gekrümmte Mondsichel als Ersatz.

(269) Der zaubermächtige Tirumal bog die fünf Finger seiner roten Lotushand zu den Streben des Schirms; sein langer edelsteinfarbener Arm wurde dessen Stiel. So hielt er den Berg: Govardhana, den siegreichen Schirm! Überall stürzen klare Wasserfälle herab, als bewegten sich leuchtende Ketten aus Edelsteinen und Perlen. Wie eine Schirmhülle bieten sie einen herrlichen Anblick. (270) Wie der Schlangenkönig mit seinen vielen Hauben daliegt und die weite Erde trägt, spreizte Damodara die fünf Finger seiner großen Hand und hielt den mächtigen Berg: Govardhana, den siegreichen Schirm! Dort wiegen Affenmütter ihre Jungen in den Armen in den Schlaf und singen von Hanumans Ruhm, der nach Lanka zog und es gründlich verwüstete. (271) Die großen, tückischen Wolkenscharen ergossen einen Pfeilregen über das Schlachtfeld und erfüllten alles mit Lärm. Wie ein Krieger, der seinen Schild gegen den Angreifer hebt, schützte Narayana mit dem Berg die Menschen vor sich: Govardhana, den siegreichen Schirm! Dort gehen wilde Tiger mit tödlichem Rachen mitten unter die großen Asketen in ihren Laubhütten; die Weisen kraulen ihnen das Kinn, und die Tiere schlafen stehend ein. (272) Der mit dem Mund, der an der mächtigen Dämonenbrust trank, Damodara, wurde einer starken Säule gleich und übernahm die gewaltige Last unter seinem eigenen Namen. Er trug den mächtigen Berg auf Erden: Govardhana, den siegreichen Schirm! Dort zeigen Affenscharen ihren Jungen den Weg, tragen sie auf dem Rücken, setzen sie auf die Äste und lehren sie das Springen.

(273) Die schönen Finger seiner roten Lotushand verloren weder ihren Glanz noch ihre Frische; auch die herrlichen Nägel schmerzten nicht. Den Berg zu tragen war für den Edelsteinfarbenen ein leichtes Wunder: Govardhana, der siegreiche Schirm! Auf seinem Gipfel siedeln sich mächtige Wolkenscharen an und lassen es überall regnen, als wäre seine Stirn von weißem Haar bedeckt. (274) Er ruht auf der Schlange, vertrieb die Schlange und reitet auf dem Feind der Schlange. Sein Govardhana ist der siegreiche Schirm, an dem Jasminranken auf den Kurava-Bäumen ruhen. Über ihn sang der strahlende Pattarpiran aus Putuvai, wo würdige Vedenkundige leben, diese zehn Verse. Die Frommen, deren Herzen ihn freudig preisen, gelangen zum höchsten Vaikuntha. (275) Ihr Frauen, die ihr auf der großen Jambu-Insel lebt, hört dieses Wunder! Dem Flötenklang aus dem reinen Mund Tirumals, der das makellose rechtsgewundene Muschelhorn trägt, folgten die jungen Hirtinnen. Ihre Herzen und Körper gerieten in freudige Erregung; sie überwanden jede Bewachung, kamen wie zu einer langen Girlande gereiht herbei und standen ganz versunken vor ihm. (276) Er neigt die linke Seite seines Gesichts zur linken Schulter, führt beide Hände zusammen, hebt die zusammengezogenen Brauen und formt die Lippen zum Spiel. Als Govinda so auf der Flöte blies, standen die Frauen wie sanfte Pfauen und Hirschkühe da. Ihre Blumenhaare lösten sich, die Gewänder lockerten sich; mit einer Hand hielten sie den Stoff fest, schwankten und ließen ihre schönen Augen wandern.

(277) Der junge Fürst des Himmels, der Liebling Vaikunthas, Vasudeva, der König von Mathura, der junge Sohn des Hirtenkönigs Nanda, der kleine Kuhhirte Govinda spielte auf der Flöte. Da kamen die jungen Himmelsfrauen in Scharen. Ihre Herzen schmolzen, ihre Blütenaugen füllten sich mit Tränen, die honigduftenden Haare lösten sich, Schweiß erschien auf ihren Stirnen; sie standen ganz Ohr da. (278) Er zertrat die giftigen Gewächse namens Dhenuka, Pralamba und Kaliya. Als der dunkle junge Held durch den Wald streifte und Flöte spielte, gerieten Menaka, Tilottama, Rambha und Urvashi in Scheu und Staunen. Auf ihren himmlischen Bühnen brachten sie keinen Laut mehr hervor; Gesang und Tanz verstummten. (279) Einst wurde er Narasimha, um dem Hochmut des Asura ein Ende zu setzen; die Könige der drei Welten fürchten Madhusudana. Als der Flötenklang aus seinem Mund die Ohren ergriff und an sich zog, vergaßen Tumburu mit seinen wohlgestimmten Saiten und Narada ihre Vinas. Auch die Kinnara-Paare sagten: „Unsere Instrumente werden wir nicht mehr anrühren.“ (280) Er hat große rötliche Augen und kraftvolle Schultern, ist Devakis Sohn, der Löwe der Götter, unser Höchster. Hört, was denen widerfuhr, die heute sein Flötenspiel vernahmen: Die am Himmel wandernden Gandharvas wurden im Netz des nektargleichen Gesangs gefangen. „Das übersteigt unser Vermögen“, dachten sie, beschämt und überwältigt; kraftlos ließen sie die Hände sinken und standen still.

(281) Hört das Wunder, das ich auf Erden sah! Mitten unter den jungen Hirten, die das Vieh weideten, spielte der Herr des Schlangenlagers Flöte, und die Musik reichte bis in die Götterwelt. Alle Himmlischen vergaßen ihre Opferspeise, kamen herab und füllten das Hirtendorf. Voll Freude an dieser Nahrung der Ohren folgten sie Govinda und ließen nie mehr von ihm ab. (282) Die kleinen Finger gleiten wechselnd über die Löcher, die rötlichen Augen bewegen sich, der rote Mund wölbt sich, und die leicht verschwitzten Brauen biegen sich. Als Govinda so Flöte spielte, verließen Vogelscharen ihre Nester, umringten ihn und ließen sich dicht wie ein Wald nieder. Die Kühe spreizten die Beine, senkten die Köpfe und wagten nicht einmal die Ohren zu bewegen. (283) Er gleicht einer dicht aufsteigenden Regenwolke; um sein Gesicht hängen dunkle, gewellte Locken wie Bienen um eine rote Lotusblüte. Als sein Flötenklang zu ihnen drang, vergaßen die Hirsche staunend zu äsen. Das bereits gepflückte Gras hing ihnen aus den Maulwinkeln. Sie schwankten nicht nach links oder rechts, bewegten sich nicht: Wie gemalte Bilder standen sie da. (284) Mit den dunkel gezeichneten Federn eines Pfauenschweifs geschmückt, das gelbe Gewand sorgfältig festgebunden, stand der Herr der Hirten da, seine Gestalt einem seltenen Juwel gleich. Als er allein die Flöte spielte, ließen die Bäume Honigströme fließen und Blüten fallen. Ihre hohen Äste senkten sich, neigten und schlossen sich; wohin Tirumal sich auch stellte, dorthin wandten sie sich.

(285) Aus dem zarten Mund Govindas mit seinem dunklen, gewellten Haar strömte durch die Öffnungen der Flöte Nektar wie sprudelndes Wasser. Vishnuchitta, der Herr von Putuvai, wo Flöten und Trommeln erklingen, hat diesen Strom in tamilischen Liedern entfaltet. Wer sie beherrscht, erhält eine liebliche Stimme, welche selbst die Flöte übertrifft, und wird in die Gemeinschaft der Guten aufgenommen. (286) Ihr Körper ist vom hellen Staub bedeckt, in dem sie spielt, und ihre Rede ist noch ungeordnet. Nicht einmal das kleine Gewand aus rotem Garn kann sie richtig anziehen; von ihrem Spielgefäß und dem kleinen Worfelkorb trennt sie sich noch nicht. Und doch kommt sie Hand in Hand mit dem, der auf der haubentragenden Schlange ruht! (287) Die Zähne sind noch nicht ganz hervorgetreten, die Haare reichen noch nicht für einen Knoten. Sie spielt mit anderen kleinen Kindern und kommt von ihren unbedachten Spielen zurück. Dann spricht sie von ihrer eigenen Art und gerät in Liebe zu dem wunderbaren, großen Edelsteinfarbenen. (288) Wenn sie im Hof aus hellem Sand kleine Häuser baut, zeichnet sie nur Muschelhorn, Diskus, Keule, Schwert und Bogen hinein. Sie ist noch gar nicht herangewachsen. Tag für Tag wird mein Herz unruhig und voller Sorge, wenn ich an sie und Govinda denke.

(289) Ein junger Bursche kam und bezauberte meine arglose Tochter; ihre vielen Freundinnen führten sie fort und planten mit ihm. Wem soll ich davon erzählen? Sie ließen sie in den tiefen Wirbel springen, den sie „Herr des Diskus“ nennen, und hielten sie darin fest. Selbst das alte Sprichwort „Der Schöpflöffel kennt den Salzgeschmack nicht“ versteht sie noch nicht! (290) Vor den Augen von Land und Stadt geht sie hinaus, schmückt sich mit einer guten Tulasi-Girlande und sucht überall nach den Orten, an denen Narayana vorbeikommt. Viele wünschen ihr Böses. „Stellt sie zusammen mit Keshava unter die Aufsicht des Dorfes!“, rufen sie immer wieder; die ganze Welt scheint in Aufruhr geraten. (291) Mit Stirnband, goldenen Ohrringen, Fußreifen und Schellen zog ich sie behutsam auf. Doch bei mir bleiben will sie nicht mehr. Plötzlich geht sie hinaus und ruft: „Du von der Farbe der Puvai-Blüte!“ Ihr Frauen mit den vollen, langen Haaren, sie ist ganz von Liebe ergriffen. (292) Meine arglose Tochter war so schüchtern, dass sie nicht einmal offen sprechen mochte. Jetzt ruft sie, unbefangen vor allen Leuten, wie über jedes Maß hinausgeraten: „Keshava! Unvergänglicher!“ So spricht sie mit ihrem blütenroten Mund. Ihr Frauen mit den duftenden langen Haaren, sie ist ganz von Liebe ergriffen.

(293) Sie legt eine Halskette an, betrachtet sich im Spiegel und lässt die Armreifen an ihrer Hand klingen. Sie zieht ihr Gewand an, verliert sich in Gedanken und richtet ihre fruchtroten Lippen. Immer wieder kommt sie zu sich und redet dann ohne Ende über den Gott mit tausend Namen. Sie ist ganz in Liebe zu dem unvergleichlichen großen Edelsteinfarbenen versunken. (294) Was gewinnen wir, wenn wir all unser Vermögen für eine Hochzeit ausgeben und sie dann immer weiter bei uns festhalten? Es bringt uns nur Vorwürfe ein. Wie einen jungen Setzling, der auf dem Feld aufgeht, lasst sie an der Seite des dunkelwolkenfarbenen Herrn heranwachsen, damit er mit ihr tut, was er für richtig hält. (295) Wir denken daran, eine große, prächtige Hochzeit zu veranstalten und sie liebevoll bei uns im Haus zu behalten. Sie aber denkt an etwas anderes. Ehe es heißt, ihr Zustand sei nicht mehr zu heilen, bringt sie entschlossen zu dem, der die Welt ausmaß! Die Mutterrede dieser Liedgruppe ist eine poetische Darstellung der Gottessehnsucht, keine heutige Anleitung zum Umgang mit Kindern oder zur Eheschließung. (296) „Sie ist in Liebe zu Narayana versunken und freut sich, zu ihm, der die ganze Welt verschlang und auf dem Banyanblatt schlief!“ So sprach die Mutter. Diese zehn Verse gab Vishnuchitta, der Herr von Putuvai mit seinen schönen Hainen, als Girlande wieder. Wer sie beherrscht, dem naht kein Leid.

(297) Wie ein schöner Lotusteich, dessen frische Blüten betaut waren und nun ihre Blätter und ihren Blütenstaub verlieren, sodass seine Schönheit vergeht – so ist es hier. Das Haus steht leer. Nirgends sehe ich meine Tochter. Ist sie dem Bezwinger der Ringer gefolgt und in die Gegend von Mathura gegangen? (298) Wie die unbedarften Hirten ihre Kälber verwechseln, nahm er die junge Frau, die hier lebte, mit sich und ging mit großer List davon. Was Narayana da angestellt hat – wird es unserem ganzen Geschlecht für immer zum Vorwurf gereichen? Wird es so enden? (299) Werden sie die junge Frau vermählen, sie festlich schmücken und im Haus willkommen heißen? Werden sie Verwandten und anderen verkünden: „Sie gehört Damodara“, die Göttin und den Hochzeitspfosten verehren, laut die Trommeln schlagen und Festgirlanden aufhängen? Die genaue Deutung der im Mittelteil genannten Hochzeitsriten ist örtlich unsicher. (300) Ich hatte nur eine Tochter. Unter dem Lob der ganzen Welt zog ich sie auf wie die Göttin Shri. Der rotäugige Mal hat sie mitgenommen! Yashoda, die als angesehene Frau in ihrem Haus lebt und diesen großen Sohn empfing – wird sie sich an ihrer Schwiegertochter freuen und die Hochzeitsfeier ausrichten?

(301) Wird ihr Schwiegervater Nandagopala meine Tochter in die Arme nehmen und sagen: „Sei stolz und glücklich“? Wird er ihre großen fischgleichen Augen, ihren roten Mund, ihre runde Brust, ihre Taille und die kräftigen bambusgleichen Schultern betrachten und sagen: „Die Mutter, die diese Tochter gebar, wird die Trennung jetzt kaum ertragen“? (302) Wird er einfach tun, was ihm gefällt, wie es bei einem kriegerischen Jägergeschlecht geschieht, und mit meiner Tochter leben, weil sie sich nun einmal zusammengefunden haben? Oder wird der Herr, der den Wagen zertrat, eine würdige Hochzeit feiern, vor den Augen von Land und Stadt, und auf rechte Weise ihre Hand ergreifen? (303) Wird der Diskusträger, Herr der Unsterblichen im Weltall, meiner Tochter heute alte Vorwürfe vorhalten und sie ohne Rücksicht beherrschen? Oder wird er ein geordnetes Hausleben mit ihr führen, ihr den Rang einer Hirtenfürstin geben und sie vor den früheren Gemahlinnen beschützen? (304) Ach, Kannan, Nandagopas Sohn, hat nichts von dem getan, was Menschen guter Herkunft tun; keine rechte Umgangsform hat er gewahrt, meine Liebe! Wird meine Tochter nun beim Ziehen des Quirlseils ihre Hüften nach beiden Seiten beugen, immer müder werden und seufzen, bis ihre Hände Schwielen tragen?

(305) Kann sie denn vor dem ersten Morgenlicht aufstehen, ohne ausreichend geschlafen zu haben, und den weißen, dick gewordenen Joghurt quirlen? Wird der Weltenmesser mit den leuchtend roten Lotusaugen meine Tochter ohne Rücksicht arbeiten lassen und sie hart behandeln? (306) Die Mutter folgte dem Weg des Wunderbaren, hörte unterwegs verschiedene Berichte, ging auch in das Hirtenviertel und vernahm, was man dort erzählte. Ihre Worte gab der Sänger aus dem kühlen Putuvai in diesen zehn reinen tamilischen Liedern wieder. Wer sie beherrscht, ist Diener des reinen Edelsteinfarbenen. (307) Einst verweigerte sie der Gemahlin meines Herrn die beglückende Blüte. Vor den Augen ihres eigenen Gatten ließ mein Herr den kühlen Blütenbaum durch den mächtigen, laut rufenden Vogel gewaltsam herausreißen. Besingt meines Herrn Stärke und springt empor! Besingt unseres Gebieters Kraft und springt empor! (308) „Sieh die Kraft meines Bogens, ehe du weitergehst!“, rief der, der ihm entgegentrat. Er nahm dessen Bogen an und überwand zugleich dessen asketische Macht; schon vorher hatte er den Bogen gespannt und die alte Dämonin getötet. Besingt die Kraft seines Bogens und springt empor! Besingt Dasharathis Wesen und springt empor!

(309) Er hob die edle Rukmini auf den Wagen und fuhr freudig mit ihr davon. Als der Hochmütige rasch zur Verfolgung herankam, brach er seinen Heldenstolz und schor ihm den Kopf. Besingt seine Kraft und springt empor! Besingt Devakis Löwen und springt empor! (310) Die Stiefmutter sagte: „Geh in den Wald!“ Die leibliche Mutter folgte ihm weinend und rief: „Mein Herr!“ Dem Wort der todbringenden Mutter gehorchend, ging er ohne Zorn in den grausamen Wald. Besingt den Zornlosen und springt empor! Besingt Sitas Gemahl und springt empor! (311) Als Bote der Fünf führte er den Bharata-Kampf herbei. Er stieg in den schönen Teich, in dem die giftspeiende Schlange lag, sprang auf ihre Hauben, sodass sie erschrak, und erwies ihr anschließend Gnade. Besingt den Dunkelfarbenen und springt empor! Besingt Yashodas Löwen und springt empor! (312) Der in seinen Tugenden unvergleichliche Bharata folgte ihm: „Trage die Krone, regiere die drei Welten und gewähre mir, deinem Diener, Gnade!“ Damals gab er ihm seine Fußsandalen. Besingt ihn und springt empor! Besingt den König von Ayodhya und springt empor!

Lesebereich 313–412

(313) Er sprang in Kaliyas Teich, sodass das Wasser aufwühlte, stand auf seinen fünf hohen Köpfen und tanzte. Dann gewährte der Geschickte der Schlange wieder Gnade. Besingt die heldenhafte Kraft seiner Schultern und springt empor! Besingt den reinen Edelsteinfarbenen und springt empor! (314) Er überließ dem jüngeren, girlandengeschmückten Bruder die Herrschaft und ging auf das Wort der listigen Frau hin nach Dandaka. Surpanakha mit ihrer beweglichen Taille schnitt er Ohren und Nase ab, sodass sie schrie. Besingt ihn und springt empor! Besingt den König von Ayodhya und springt empor! (315) Er zertrat den trügerischen Wagen, zerbrach die Maruda-Bäume, zog mit den Hirten hinaus und beschützte die Rinder. Geschickt stand er da und spielte die schöne Bambusflöte. Besingt den Stier der Hirten und springt empor! Besingt den Hüter der Herden und springt empor! (316) Er überbrückte das dunkle Meer und betrat Lanka. Den uneinsichtigen König mit seinen zehn goldenen Kronen bezwang er und verlieh dessen Bruder die weite Herrschaft. Besingt den unerschöpflichen Nektar und springt empor! Besingt den König von Ayodhya und springt empor!

(317) Die schön geschmückten Frauen besangen Nandas Sohn und Kakutstha und sprangen im Undi-Spiel empor. Ihre Worte gab Vishnuchitta aus dem südlichen Putuvai in schönem Tamil wieder. Wer diese zweimal fünf Lieder beherrscht, bleibt von Kummer frei. (318) Sanfte Frau mit dichten dunklen Locken, höre die Bitte deines Dieners! Er zerbrach Janakas Bogen und gewann dich. Als sich seine Königswürde zeigte und der große Asket ihm den Weg versperrte, nahm er den starken Bogen an und brach dessen asketische Macht. Auch dies ist ein Erkennungszeichen. In dieser Liedgruppe spricht Hanuman zu Sita; die Zeichen sollen ihn als Ramas Boten ausweisen. (319) Du mit der Girlande schöner Blumen, ich verneige mich vor deinen Füßen. Höre gnädig, was ich dir sage, sanfte Hirschgleiche mit den beiden Blütenaugen! An einem Ort, an dem ihr am Abend glücklich beieinandersaßt, bandest du ihn mit einer großen Jasmingirlande. Auch dies ist ein Erkennungszeichen. (320) Kaikeyi forderte mit verwirrtem Herzen ihre Gaben. Der König war tief erschüttert und konnte sie nicht verweigern. Als er Abschied nahm: „Prinz unseres Geschlechts, geh und lebe im Wald“, zog Rama gemeinsam mit Lakshmana fort. Auch dies ist ein Erkennungszeichen.

(321) Sanfte Frau mit dem Brustband, Vaidehi, höre meine Bitte! Große Königin des Herrn von Ayodhya mit seinen herrlichen Wagen, höre gnädig zu: An der Ganga schloss er mit Guha, dem starken Träger des scharfen Speers, eine edle Freundschaft. Auch dies ist ein Erkennungszeichen. (322) Du mit dem sanften Blick einer Hirschkuh, Vaidehi, höre meine Bitte! Als ihr über die steinigen Waldpfade gezogen wart und im Wald lebtet, hieltet ihr euch an den honigreichen Hängen von Chitrakuta auf. Dort verneigte sich der edle Bharata vor ihm, du mit der milchsüßen Rede. Auch dies ist ein Erkennungszeichen. (323) Als ihr in Chitrakuta lebtet, verletzte die kleine Krähe deine Brust. Er schleuderte eine geweihte Waffe nach ihr; sie floh durch alle Welten. „Geschickter Rama, ich suche deinen Schutz!“, rief sie schließlich. Die Waffe nahm ihr daraufhin nur ein Auge. Auch dies ist ein Erkennungszeichen. (324) Du mit blitzschlanker Taille, höre die Bitte deines treuen Dieners! Ein goldgleicher Hirsch kam herbei und spielte lieblich. Deinem liebevollen Wunsch folgend, nahm unser Herr den Bogen und ging fort; danach verließ auch Lakshmana den Ort. Auch dies ist ein Erkennungszeichen.

(325) Vaidehi mit dem dunklen, blumengeschmückten Haar, höre meine Bitte! Der ruhmreiche König von Ayodhya verbündete sich mit dem ebenso berühmten Affenkönig, um dich zu suchen. Er selbst nannte diese Zeichen. Und hier ist das dazugehörige Zeichen: der Ring von seiner Hand. (326) Sita mit dem Blumenhaar sah den Ring dessen, dessen Ruhm alle Himmelsrichtungen erfüllt, der am Tag des Feueropfers mitten in der großen Versammlung den Bogen zerbrochen hatte. „Die Erkennungszeichen stimmen, Hanuman!“, sprach sie, legte den Ring auf ihr Haupt und freute sich. (327) Als der ruhmreiche, starke Hanuman Vaidehi erblickte, die sanfte Frau mit dem Brustband, nannte er ihr wohlbedacht diese Zeichen. Wer die Lieder Pattarpirans aus dem weltberühmten Putuvai beherrscht, wird im schönen Vaikuntha bei den Unsterblichen wohnen. (328) Sucht ihr den Aufenthaltsort Ramas von unvergleichlicher Größe, dessen hohe Krone glänzt, als strahlten tausend Sonnen zugleich? Es gibt Menschen, die ihn wahrhaft sahen: als Löwen, der die Brust Hiranyas mit den klingenden Fußspangen und kampfstarken Schultern aufriss und mit blutbenetzten Händen dastand.

(329) Sucht ihr den Aufenthaltsort des großen Rama, der Nandaka, Muschelhorn, Keule, den klingenden Sharnga-Bogen und den heiligen Diskus trägt? Es gibt Menschen, die ihn bei König Janakas Opfer sahen, als er um Sita mit den knospengleichen Fingern den mächtigen Bogen spannte und zerbrach. (330) Sucht ihr ernsthaft den Gott, der dem tödlichen Elefanten den Stoßzahn ausriss, feindliche Heere vernichtete und mit seinem Bogen die Maruda-Bäume durchschoss? Es gibt Menschen, die ihn dort am wellenreichen Meeresufer sitzen sahen, während die Affenscharen große Felsen auf den Köpfen herbeitrugen, um das Meer zu überbrücken. (331) Sucht ihr das wunderbare Kind, das inmitten der ausgebreiteten Wasser seine uralte Gestalt annahm? Kommt, ich will euch eine Spur nennen. Es gibt Menschen, die ihn wirklich sahen, als er um Nappinnai, die sanfte Hirtentochter, die sieben mächtigen Stiere bezwang und schweißbedeckt dastand. (332) Sucht ihr Tirumal, den der Blaukehlige mit dem wassertragenden roten Haar und der Viergesichtige der Reihe nach mit würdigen Worten preisen? Es gibt Menschen, die ihn deutlich sahen, als er Rukmini mit dem Brustband entschlossen ergriff, auf den Wagen hob und mitten unter den Heeren kämpfte.

(333) Sucht ihr den Ort des großen Edelsteinfarbenen, der an der Brust der abscheulichen Dämonin zu trinken vermochte, bis sie starb? Es gibt Menschen, die ihn im meerumtosten Dvaraka auf seinem Löwenthron sitzen sahen, umringt von vielen tausend großen Gemahlinnen und allen anderen. (334) Fragt ihr nach dem Ort dessen, der das weiße, tönende Muschelhorn und den heftig strahlenden Diskus trägt? Kommt einen Augenblick her, ich nenne euch seine Spur. Es gibt Menschen, die ihn vorn auf dem Wagen mit weißen Pferden und dem siegreichen Affenbanner sahen: Als listiger Verbündeter führte er den Bharata-Kampf. (335) Vor den Königen, die die Zeit abmaßen und Wache hielten, kämpfte Devakis Sohn, während die Stunden vergingen. Damals verdeckte er die Sonne mit dem Diskus und führte den Kampf so, dass Jayadrathas Kopf in die Öde rollte. Es gibt Menschen, die ihn unmittelbar dabei sahen. (336) Sucht ihr ernsthaft den Gott, der Erde, Berge, wogende Meere und alles andere restlos verschlang und wieder hervorgebracht hat? Es gibt Menschen, die ihn sahen, wie er als unbegreiflicher Eber in die Tiefe drang, die große Erde emporhob und sich mit der Frau mit schönen dunklen Locken vereinte.

(337) Diese zehn Verse nennen die Spuren, an denen der wunderbare Herr mit dem regenwolkenfarbenen Leib zu finden war. Sie stammen vom glückbegabten Vedenkenner Pattarpiran aus Putuvai, dessen Felder reichen roten Reis tragen. Fromme, deren Herzen diese Girlande freudig preisen, gelangen zu den Füßen des Höchsten. Eine zusätzliche Landschaftswendung im tamilischen Schlussvers ist in der vorliegenden Lesung nicht sicher verständlich und hier nicht ausgedeutet. (338) Der König vernichtete das Geschlecht der Rakshasas, die umherzogen, Menschen erschreckten und töteten, und stand als Leuchte seines Geschlechts da. Sein Berg ist das südliche Tirumaliruncholai: Dort kommen göttliche Frauen mit klingenden Fußschellen zum Tanz, und der herrliche Silambaru strömt dahin. (339) Er nahm dem Mächtigen die Arme, dem schwerttragenden Rakshasa die Köpfe und dessen Schwester die böse Nase. Auf diesem Berg wohnt er: im herrlichen südlichen Tirumaliruncholai, wo sich der Klang der Pallandu-Segenslieder überallhin ausbreitet. (340) Die Hinterlistigen, die würdige und große Menschen bedrängen, schickt der erhabene Herr auf den Weg nach Süden. Sein goldener Berg ist das kühle Maliruncholai. Den Dienern, die jederzeit zu ihm kommen und ihn verehren, erspart er jenen finsteren Weg. Der Süden bezeichnet hier den Bereich des Totengottes; der Vers stellt Gericht und rettende Zuflucht gegenüber.

(341) Das Fest, das die Hirten gemeinsam vorbereitet hatten, ließ er anstelle des Königs der Götter dem Govardhana gelten. Sein Berg ist das südliche Tirumaliruncholai: Von den großen Kalpaka-Blütenbüscheln der Himmelswelt fällt Honig herab und fließt in Strömen. (342) Einen Elefanten nahm er am Teich unter seinen Schutz, einem anderen, Kamsas Elefanten, nahm er das Leben. Sein Wohnberg ist das kühle Maliruncholai. Dort läuft ein dunkler Elefantenbulle seiner fortgehenden Gefährtin nach und ruft gleichsam beim heiligen Gebot des Meerfarbenen, sie möge bleiben. Die Gebärde des Elefanten wird im Gedicht als Anrufung des göttlichen Gebots personifiziert. (343) Die Ringer traten ihm entgegen und hatten versprochen, den Befehl ihres Herrn auszuführen; er zerschmetterte sie tödlich, der Geschickte mit den sandelgesalbten Schultern. Sein Berg ist das südliche Tirumaliruncholai, wo Götter und gute Weise verweilen und ihn ehrerbietig begrüßen und verehren. (344) Damit die Könige erschraken, stand er vorn auf dem Wagen seiner Verwandten und ließ das Muschelhorn ertönen. Sein Berg ist das südliche Tirumaliruncholai, das der südliche König Nedumaran, Herr von Kudal, Träger des scharfen, tödlichen Speers, rühmt.

(345) Den feindlichen Königen zerschlägt er ihre Verbände und treibt sie über schmale Pfade in den grausamen Wald. Sein goldener Berg ist das südliche Tirumaliruncholai. Dort singen die gestreiften, sechsbeinigen Bienen am frühen Morgen seine tausend Namen. (346) Die Geister schlagen ihre Opfer nieder, nehmen das rote Blut, bringen damit das Abendopfer dar und verehren unseren Vater. Sein Berg ist das südliche Tirumaliruncholai: Auf seinen Hängen erscheinen die roten Indragopa-Insekten in solcher Fülle, als wollten sie dem fruchtroten Mund unseres Herrn gleichen. (347) Der Makellose thront dort, während unzählige große Göttinnen in allen acht Himmelsrichtungen Glanz verbreiten. Sein Berg ist das südliche Tirumaliruncholai. Dort reiben sich frei umherziehende Elefantenkühe an den Bullen, ziehen weiter und spielen ausgelassen zur Abendzeit. (348) Unser Herr von der Farbe des dunklen Meeres erwählte den mit Maruda-Hainen geschmückten Berg Maliruncholai als Wohnung. Vishnuchitta aus Villiputtur preist ihn in gelübdetreuer Hingabe. Wer seine Worte mit innerer Aufmerksamkeit spricht, wird Kannans beide geschmückte Füße schauen.

(349) Rukmis Nachjagen, um die edle Rukmini zurückzuholen, brachte er zum Scheitern: Er trieb ihn vor sich her und bestrafte ihn entschieden. Sein Berg ist das weite Maliruncholai. Zwischen den Felsen stehen Konrai-Bäume, die mit Knospen, ring- und münzgleichen Blüten freudig Gold zu verschenken scheinen. (350) Der Edelsteinfarbene wuchs heran, um Kamsa, Kaliya, den Elefanten, die Maruda-Bäume und die Stiere in ihrer feindlichen List zu überwinden. Sein Berg ist Tirumaliruncholai. Dort richtet sich eine giftspeiende Schlange hoch auf und umschlingt mit ihrer rotglühenden Zunge gleichsam den großen kühlen Mond. (351) Er umzingelte den mächtigen Naraka, schloss ihn ein und vernichtete ihn; dann befreite der Meerfarbene die jungen Frauen aus seiner Gewalt. Sein Berg ist Maliruncholai, umgeben von Hainen, in denen Punnai, Serundi, wilde Vengai- und Kongu-Bäume wie Girlanden goldener Blüten stehen. (352) Er, der unvergleichliche starke Held, durchbrach die Bewachung am Wohnort von Banas Tochter; Bana war Mahabalis Sohn. Er liebt diesen Berg: Maliruncholai, wo die Frauen der Bergbevölkerung Kurinji-Melodien auf Govinda, den Herrn der Hirten, singen und dazu tanzen.

(353) Shishupala schmähte ihn immer wieder mit vielerlei Worten; der schöne, herrlich geschmückte Herr setzte dessen Ungebärdigkeit ein Ende. Sein Berg ist Tirumaliruncholai: der erhabene Berg, der prächtige Berg, der große kühle Berg, der Siegesberg, der feste Berg, der weithin gestreckte Berg. (354) Alles Leid, das Panchali, die Frau der Pandavas, ertragen musste, ließ unser Vater dort auf die Frauen der Hundert zurückfallen. Sein Berg ist das alte Maliruncholai mit seinen Höhlungen. Die musikalischen Bienenscharen singen ihre Weisen und trinken Honig. (355) Um der Frau mit den schweren Ohrringen willen sandte unser Rama mit den schönen Schultern seine Pfeile aus und ließ die Geschlechter der Rakshasas wie auf Pfählen umkommen. Sein Berg ist das schöne Maliruncholai. Klare Wasserfälle tragen kostbare Dinge herab, umströmen ihn, und Scharen aus der weiten Welt kommen, um dort zu baden. (356) Mit feuerstreuenden Pfeilen aus seinem gezeichneten Bogen bezwang der König Lanka, beendete dessen Prahlerei und freute sich. Er wohnt auf Tirumaliruncholai, dem Berg, den die Götter und ihr König aufsuchen und den die drei leuchtenden Himmelsmächte umgeben.

(357) Mit dem Stoßzahn hob er die Erde empor, nahm sie mit dem Wasser in seiner Hand als Gabe an und maß sie aus; dann verschlang er sie wieder und brachte sie hervor. Spielerisch handelt der Makellose. Sein Berg ist Maliruncholai mit dem kühlen Silambaru: Der Fluss eilt herbei und trägt seine gesammelten Schätze wie Opfergaben zu den Füßen unseres Herrn. (358) Tausend Arme breitet er aus, tausend Kronen blitzen; er ruht auf Ananta mit tausend schönen Hauben. Der Berg, über den er herrscht, ist Maliruncholai, mit tausend Flüssen, vielen tausend Quellen und tausend blühenden Hainen. (359) Vishnuchitta hat den Berggleichen besungen, dem der Berg Maliruncholai gehört: den Herrn der acht Gestalten, den Nektar aus dem Meer der vier Veden, den hohen himmlischen Wunschbaum, die Leuchte über dem kostbaren Sinn des Vedanta. (360) In Tirukkottiyur leben Menschen, deren Zunge nichts Unrechtes sagt. Täglich bewirten sie Gäste, erfüllen den Gottesdienst und studieren die Veden. Wie konnte der Schöpfer jene Übeltäter erschaffen, die dort nicht des Ursprünglichen gedenken, der die Aufgaben der Drei ordnet?

(361) In Tirukkottiyur leben Freigebige ohne Fehler und Feindseligkeit; sie mehren ihre Tugenden und unterstützen ihre Lehrer. Wer den reinen Edelsteinfarbenen nicht verehrt, der die sieben Welten verschlang, ist wohl nur geboren, um dem Leib seiner Mutter schweren Schmerz zu bereiten. (362) Tirukkottiyur umgeben Veranden, in die kostbare bunte Steine und Smaragde eingesetzt sind, sodass ihr Glanz aufscheint. Doch jene Menschen zählen nicht einmal einen Augenblick lang die heiligen Namen Tirumals mit den dafür geeigneten Fingern. Stattdessen schieben sie ihrem unreinen, nur ans Essen gewöhnten Mund Bissen zu. (363) Schwanenscharen breiten sich über den roten Lotusfeldern von Tirukkottiyur aus, weiß wie das Muschelhorn in der Hand dessen, der weich auf der Schlange ruht. Wenn Menschen den Vernichter der Hölle nicht mit ihrer Zunge anrufen: Haben dann etwa sogar das Wasser, das sie trinken, und die Kleider, die sie tragen, Unrecht begangen? (364) Junge Vala-Fische springen auf den Rücken der Schildkröten, schlagen gegen reine Blüten und spielen übermütig in den Wassern von Tirukkottiyur. Den hartherzigen Erdenlasten, die nicht an den Herrn mit dem Diskus in der breiten Hand denken, nehmt ihren Reis weg und gebt ihnen Gras! Dies ist die schroffe polemische Rede des alten Hymnus, keine Handlungsaufforderung dieser Ausgabe.

(365) In Tirukkottiyur leben freigebige Menschen, die im Umgang mit den fünf Elementen, den fünf Opfern und den fünf Sinnesbereichen samt ihren Organen ohne Makel sind. Weil der Fußstaub derer, die seinen Herrn Narasimha immer wieder preisen, über die Erde geht, hat diese Welt großes Glück erlangt. (366) Die kundigen Hüter der vier Veden treten zu dem, der den Kurundam-Baum zerbrach, feiern mit ihm, tanzen und preisen ihn Tag und Nacht in Tirukkottiyur. Welche Askese mögen die Menschen geübt haben, die in einem Ort wohnen dürfen, in dem die Frommen den dunkelwolkenfarbenen Herrn verehrend als ihre Zuflucht festhalten! (367) Der rotäugige Mal nahm täglich den Dienst des sanftmütigen, rechtschaffenen und klaren Selvan Abhimanatungan an. Govinda wohnt friedvoll in Tirukkottiyur. Nicht einmal die Rakshasas können sich des Getreides bemächtigen, das in dem Land wächst, wo Menschen seine Tugenden besingen. (368) In den zweigreichen Hainen singen die Kuckucke von Govindas Güte. Tirukkottiyur besitzt rotgoldene Mauern und fruchtbare Felder. Wenn ich die Menschen sehe, die seinen Vollkommenen, Narasimha, unablässig preisen, denke ich: „Diese sind die sichtbaren Zeichen unseres Herrn!“ Dann ist mein Sehnen gestillt.

(369) Selbst wenn man Getreide teuer nach kleinen Maßen verkauft, verbergen die Freigebigen von Tirukkottiyur nichts, geben den Bedürftigen Reis und erwerben sich guten Ruf im Land. Seine Diener, die „Keshava! Purushottama! Strahlendes Licht! Kleiner Zwerg!“ rufen, dürfen über uns verfügen, ja selbst uns verkaufen. (370) Vishnuchitta, der makellose Pattarpiran, Herr des kühlen Putuvai, sprach über die Diener des Ursprünglichen von Tirukkottiyur mit seinen von kühlem Wasser umgebenen reichen Feldern und über jene, die ohne seinen Dienst umhergehen. Wer diese Worte ohne Fehler ausspricht, gehört Hrishikesha. (371) Am Ende des Lebens schweifen die Gedanken oft begehrlich umher: „Mutter, Vater, meine Kinder, mein Land, die Frau mit duftendem langem Haar!“ Wer dann statt solcher verwirrten Rede „Keshava! Purushottama! Unvergänglicher, der du Ebergestalt annahmst!“ spricht – dessen erlangte Größe zu beschreiben übersteigt unsere Kraft. (372) Ehe sich die Wunde mit Eiter füllt, Krusten und Feuchtigkeit sie bedecken, Fliegen sie quälend reizen und du verwirrt an die letzte Grenze gelangst: Sprich „Namo Narayana“, lege die Hände über dem Haupt zusammen und gehe zu ihm. Danach lässt man dich nicht wieder in diese Welt zurückkehren, selbst wenn jemand dafür bürgen wollte.

(373) „Wenn du Vermögen versteckt hast, sag es, sag es!“, werden die Umstehenden fragen, während du den Mund nicht mehr öffnen kannst. Ehe jene letzte Stunde kommt, errichte einen Tempel in deiner Brust, setze dort die Gottheit Madhava ein und bringe die Blume deiner innigen Liebe dar. Wer dies vermag, entgeht der schrecklichen Strafe des Todesreiches. (374) Ehe ein Atemstrom aufsteigt, sich tief in der Kehle zusammenzieht, Hände und Füße zucken und die Augen sich zum letzten Schlaf schließen: Nimm den ursprünglichen einen Laut in drei Zeiteinheiten innerlich auf und wende dich dem Meerfarbenen zu. So kannst du in der Himmelswelt wohnen. Der eine ursprüngliche Laut wird traditionell auf Om bezogen; die Stelle ist eine religiöse Anweisung des Gedichts, keine medizinische Atemanleitung. (375) Ehe Wasser unter dem Gewand austritt, die Sinne versagen, der in den Mund gegebene Brei wieder aus den Mundwinkeln läuft, die Kehle sich verschließt und die Augen sich schließen: Preise Hrishikesha! Dann packen dich die Hunde nicht an den Schenkeln, man durchbohrt dich nicht mit dem Dreizack, und auf jenem Weg wirst du auch deiner Kleidung nicht beraubt. (376) Ehe die fünf Sinne den Leib verlassen, man an der Nase nach dem Atem sucht, die Umstehenden von dir abrücken, hilflos die Hände wenden und langsam die Köpfe senken: Lass den wunderbaren Madhusudana, der im von Schiffen befahrenen Meer ruht, in deiner Brust wohnen. Wer dieses eine Werk vollbringt, kann das Bleibende erreichen.

(377) Ehe die unerbittlichen Diener des südlichen Herrn eindringen wie Männer, die einen Stier niederzwingen, dich mit harten Seilen binden, werfen und hin und her zerren: Betrachte im Herzen aufmerksam, wer der Herr ist und wie er ist, bis die innere Finsternis weicht. Wer „Madhusudana ist mein König“ spricht, wird zu den Dienenden in der Himmelswelt gehören. (378) Ehe die Verwandten sich versammeln, deine Fehler verschweigen und deine guten Seiten verkünden, ehe sie klagend singen, dich auf eine Bahre legen und mit neuem Tuch bedeckt hinaustragen wie eine Gabe für die Schakale: Wenn dein Herz sich schon mit Govinda, dem Träger des Kaustubha, vereint und mit ihm froh ist, kannst du die zugemessene Grenze überschreiten und gerettet werden. (379) Ehe sich der Mund krampfhaft zur Seite zieht, die eingesunkenen Augen tränen und sich bewegen, Mutter, Vater und Gattin von allen Seiten klagen und schließlich das Feuer naht: Wer sich dem rotäugigen Mal in fester Verwandtschaft verbunden weiß und entschieden an seiner Seite steht, kann der schrecklichen Strafe des Todesreiches entgehen. (380) An den Augenblick des Sterbens zu denken und seine Handlungen auf den Herrn der Götter auszurichten – dies eröffnet das Glück jener, die in Hingabe sterben. Vishnuchitta mit den kräftigen Schultern, Herr von Putuvai, sammelte seinen Geist und flocht diese zehn Lieder für Tirumal. Wer sie beherrscht, erhält einen gesammelten Geist, der zu Tirumal geht.

(381) Ihr Toren gebt einem Kind einen nichtigen Namen, weil ihr dafür Geld, ein eingefasstes Gewand oder ein Bündel erhofft! Gebt ihm Keshavas Namen und ruft ihn mit Freude. Die Mutter eines nach unserem Herrn Narayana benannten Kindes wird nicht in die Hölle gelangen. (382) Ihr Toren gebt Namen vergänglicher Menschen, weil ihr ein einziges Tuch für die Hüfte begehrt. Ihr Frauen, ruft stattdessen: „Rotäugiger großer Mal! Shridhara!“ Die Mutter eines nach Narayana benannten Kindes wird nicht in die Hölle gelangen. (383) Ihr freut euch über Öl für den Kopf, Stirnschmuck und Armreifen und lebt von den Gaben anderer. Wozu gebt ihr deren Namen? Selbst wenn ihr betteln müsst: Liebt den heiligen Namen unseres Herrn! Die Mutter eines nach Narayana benannten Kindes wird nicht in die Hölle gelangen. (384) Ein Mensch ist unter Menschen geboren. Gebt ihr ihm wiederum nur den Namen eines Menschen, gewinnt ihr damit nichts für das jenseitige Leben. Ruft ihr aber: „Madhava, Herr des Himmels! Govinda!“, so wird die Mutter eines nach unserem Narayana benannten Kindes nicht in die Hölle gelangen.

(385) Ein unreiner Körper wird aus einem unreinen Körper geboren. Gebt ihr ihm den Namen eines anderen unreinen Körpers, gewinnt ihr damit nichts für das jenseitige Leben. Ruft ihr aber: „Edler Govinda! Govinda!“, so wird die Mutter eines nach dem gütigen Narayana benannten Kindes nicht in die Hölle gelangen. (386) Gebt nicht vor den Augen von Land und Stadt bloß einen Menschennamen, um dann miteinander zu vergehen und in die Grube zu stürzen. Sucht ihn und ruft: „Herr, der du den Wagen zertratst! Damodara!“ Die Mutter eines nach Narayana benannten Kindes wird nicht in die Hölle gelangen. (387) Ihr armen Menschen, die ihr einem Kind den Namen eines Sterblichen gebt, der aus Erde geboren wird und wieder Erde wird, und euch weiter nichts dabei denkt: Wendet euch dem Namen des augenbeglückenden Regenwolkenfarbenen zu! Die Mutter eines nach Narayana benannten Kindes wird nicht in die Hölle gelangen. (388) Gebt ihr alltägliche Menschennamen wie Nambi und Pimbi, werden diese Nambis und Pimbis nach wenigen Tagen vergehen. Gebt ihm den Namen dessen mit den großen roten Lotusaugen und ruft ihn so! Ihr Guten, die Mutter eines nach Narayana benannten Kindes wird nicht in die Hölle gelangen.

(389) Wie Nektar, der in eine unreine Grube strömt: Gebt eurem noch einnässenden Kind den Namen meines Wolkenfarbenen. Nehmt es an euch, liebkost es, spielt fröhlich mit ihm und tragt es umher. Die Mutter eines nach dem zungenwürdigen Narayana benannten Kindes wird nicht in die Hölle gelangen. (390) Vishnuchitta von altem, kraftvollem Ruhm legte dar, wie man den heiligen Namen des herrlich geschmückten Mal geben soll. Wer diese zehn kostbaren Verse in schönem Tamil beherrscht, wird in dem ruhmreichen Vaikuntha für immer liebevoll bewahrt sein. Die Heilszusagen und die scharfe Rede über den vergänglichen Leib gehören zum theologischen Ausdruck dieser Liedgruppe. (391) Unser Rama, Dasharathas Sohn, ließ der Schwester die Nase und dem Bruder die Köpfe abschlagen; dann herrschte er, und überall erklang sein Ruhm. Die Wohnstatt unseres Purushottama ist die heilige Stadt Kandam am Ufer der Ganga. Schon das Wort »Ganga, Ganga« vermag schweres Karma zu lösen; dort steht sie vor uns, damit wir die Hände verehrend zusammenlegen. (392) Purushottama, der Herr von edelsteinfarbener Gestalt, erhob sich mit einem Leib voller Kraft und weit geöffnetem, Feuer speiendem Rachen so gewaltig, dass Mond und glühende Sonne erschraken. Er wohnt in der heiligen Stadt Kandam an der strahlenden Ganga. In ihren herabströmenden Wassern vermischen sich die Konrai-Blüten aus dem schönen Haargeflecht Shivas mit dem Tulasi von Narayanas Füßen.

(393) Er bläst das rechtsgewundene Muschelhorn mit seiner dröhnenden Öffnung, schleudert den Feuer speienden Diskus und schlägt die Köpfe der ihm entgegentretenden Asuras nieder. Unser Purushottama wohnt in der heiligen Stadt Kandam an der Ganga: Sie ruhte in der Hand des Viergesichtigen, an den Füßen des Vierarmigen und in Shankaras Haargeflecht; nun strömt sie mit leuchtenden Edelsteinen herab. (394) Damit die Himmlischen unangefochten herrschen, schwingt unser Purushottama das Schwert Nandaka: Die zum Kampf anrückenden Heere gelangen dadurch in Yamas Stadt. Seine Stadt heißt Kandam. Sie liegt am Ufer der erhabenen, geduldig tragenden Ganga, in der vom Himalaya bis zum weiten Meer die Menschen beider Ufer jubelnd baden. (395) Pflug und Stampfkeule, Bogen, hell leuchtender Diskus und Muschelhorn, Axt und Schwert sind die Waffen des großen Purushottama. Seine Wohnstatt ist die heilige Stadt Kandam am Ufer der mächtigen Ganga: In einem Augenblick wäscht sie alle Verfehlungen ab, die sich in sieben Geburten angesammelt haben. (396) Als die wasserbeladenen Wolken heranzogen, donnerten und rauschend ihren Regen ausschütteten, schützte er die Seinen unter dem großen Berg als Schirm. Die Wohnstatt dieses Purushottama, des Herrn von Mathura, ist die heilige Stadt Kandam am Ufer der Ganga. In ihren bewegten Wellen tauchen die großen asketischen Weisen zum abschließenden Opferbad unter; ihre Strömung führt Pflüge mit sich.

(397) Er ergriff und zerbrach den Bogen, überwältigte den Elefanten und schlug den Kopf des darauf Sitzenden; er sprang den Ringern entgegen, kämpfte und trat den König nieder. Die Wohnstatt dieses Purushottama ist die heilige Stadt Kandam an der Ganga. Mit ihrem Wasser fließen der Brunftsaft des wunderbaren Airavata, der duftende Sandel der jungen himmlischen Frauen und Blüten des Wunschbaumes herab. (398) Der König des fest ummauerten, vom wogenden Meer umgebenen Dvaraka vernichtete um seiner Verwandten willen eine Königsherrschaft und schenkte ihnen das Reich. Die Wohnstatt dieses Hari Purushottama ist die heilige Stadt Kandam an der Ganga. Lange Opferpfosten stehen dort Reihe an Reihe; der ununterbrochen aufsteigende Opferrauch erfüllt beide Ufer mit seinem Duft. (399) Mathura im Norden, Shalagrama, Vaikuntha, Dvaraka, Ayodhya und das weiträumige Badari sind Wohnstätten unseres Purushottama. Auch Kandam, die heilige Stadt an der Ganga, ist sein Sitz. Gewaltig stürzt der Fluss herab: Die großen Berge erbeben, der Boden birst und kracht, Bäume werden am Wurzelansatz vom Ufer gerissen, und selbst das Meer gerät in Unruhe.

(400) Unser Purushottama ist voller Erbarmen mit jenen, die die drei Laute durch die drei Laute zu drei Lauten verbinden und die drei Laute in sich aufnehmen. Er erhob sich zu drei Schritten, erschien in den Dreien und nahm in den Dreien dreierlei Gestalt an. Seine Wohnstatt ist die heilige Stadt Kandam an der Ganga, umgeben von ausgedehnten Waldgärten. Die absichtlich verschlüsselte Laut- und Dreizahlensprache setzt traditionelle Mantra-Auslegung voraus; eine eindeutige Auflösung lässt sich aus dem Vers allein nicht gewinnen. (401) Vishnuchitta, der Herr von Villiputtur, den die schlimme Kali-Zeit nicht bedrängt, hat aus bleibender Liebe diese tamilische Blumengirlande den Füßen Purushottamas dargebracht, der in Kandam am Ufer der rauschenden Ganga wohnt. Wer diese Girlande auf seiner Zunge trägt, hat damit gleichsam in der Ganga unmittelbar unter den beiden Füßen Tirumals gebadet. (402) Der Sohn des großen Asketen war in den Wogen des Meeres gestorben. Als Lohn für die empfangene Unterweisung gab der Herr ihn in seiner eigenen Gestalt zurück. Sein Ort heißt das wasserreiche Arangam: Wenn die reinen Vedakundigen ihre Waschungen vollziehen und an den Badeplätzen untertauchen, schlägt das Wasser überall hoch, und aus den Blüten ergießt sich der darin geborgene Honig. (403) Vier Kinder, die schon bei ihrer Geburt gestorben waren, brachte der mächtige Herr in einem Augenblick zurück und stellte die Familie wieder her. Sein Ort ist Tiruvarangam, wo ehrwürdige Vedakundige leben: Sie nähren das große heilige Feuer und bewirten die Gäste, die zu ihnen kommen.

(404) Er gab dem Nachkommen seines Neffen das Leben zurück und bewahrte als führender Beschützer seine Verwandten davor, dass ihre Sippe ins Verderben fiel. Sein Ort heißt das wasserreiche Arangam. Dort blühen rote Lotusse wie sein heiliges Antlitz und dunkle Wasserlilien wie seine Körperfarbe; einander gegenüber stehend scheinen sie um den Vorrang zu wetteifern. (405) Als die bucklige Dienerin bösen Rat gab und er die harten Worte der grausamen Frau hörte, ließ er seine Mütter und das Königreich zurück. Er nahm den Weg durch den Wald und beseitigte die Übeltäter. Sein Ort ist Tiruvarangam mit seinen Blütengärten, an denen Honig hängt. (406) Ravana missbrauchte die großen Segensgaben, die er empfangen hatte. Der Herr trat ihm im offenen Kampf entgegen, vernichtete ihn und gab der Welt wieder Augenlicht. Sein Ort heißt Tiruvarangam, umgeben von kühlen Gärten, in denen Kuravu knospt, Kongu blüht und der Kuckuck ruft: Dort weilt mein Tirumal. (407) Er entsandte den Diskus gegen die Asuras der Unterwelt, vernichtete ihre Brut und rottete sie aus, damit sie nicht von neuem hervorkämen. Sein Ort ist Arangam. Dort streifen Bienenschwärme zwischen den Blattscheiden des Schraubenbaums hindurch, schmücken sich mit weißem Blütenstaub und lassen ein Saitenspiel gleichendes Summen ertönen.

(408) Der Herr erschlug die frevelhaften Asuras, sodass fettes, reiches Blut sprudelnd hinabfloss und Blasen aufwarf. Sein Ort ist das herrliche Arangam. Dorthin kommt die rauschende Kaveri; von den großen Bergen führt sie kostbare Sandelstämme herbei und verehrt seine Füße. (409) Als Eber mit mächtigen Hauern hob er die grenzenlose Erde empor; als Löwe mit scharfen Zähnen riss er den Asura auf. Sein Ort heißt das ummauerte Arangam. Am Abend singen dunkel geflügelte Bienen von den Eigenschaften unseres Herrn und blasen die weißen Muschelhörner der Jasminblüten. (410) Seine Farbe gleicht einer schweren Wolke über den Bergen, dunklen Wasserlilien, dem brausenden Meer und dem tanzenden Pfau. Der Ort dieses großen Herrn ist das ummauerte Arangam. Die Südbrise zieht durch Bergwälder und Gärten, streift die Brüste der rankenschlanken Frauen und wandert durch die Versammlungsplätze. (411) Vishnuchitta entfaltete diese tamilische Girlande über Tiruvarangam, den heiligen Ort des Herrn der Shri, der den mit mächtigen Segensgaben ausgestatteten, unter Waffengeklirr heranstürmenden Feind im Kampf vernichtete. Wir sind Diener derer, die mit diesen Liedern den Herrn preisen können, der die Leiber der beiden verbrannte. Die abschließende Anspielung auf »die beiden« bleibt im Wortlaut unbestimmt.

(412) Er hinterließ seinem jüngeren Bruder die hölzernen Sandalen als erhabenes Pfand, zog aus, brachte die Angelegenheit des Krieges in der betreffenden Himmelsrichtung zum Abschluss, damit die Himmlischen leben konnten, und kehrte zurück, die Welt zu regieren. Der Tempel dieses Tirumal ist das leuchtende Arangam. Blaue Wasserblumen zeigen dort gleichsam seine heiligen Füße, seine Gestalt und die Blütenaugen der Shri; vom Wind bewegt, wiegen sie sich rauschend.

Lesebereich 413–473

(413) Selbst wenn die Lotusfrau eine Klage gegen seine Diener vorbrächte, würde er wohl sagen: »Meine Diener tun so etwas nicht; und wenn sie es getan haben, haben sie gut gehandelt.« Um des königlichen Vibhishana willen blickt er mit seinen Lotusaugen in Richtung der ummauerten Stadt Lanka. Könnte ich irgendjemand anderem dienen als meinem Herrn von Tiruvarangam? (414) Die von Macht erfüllten Maruta-Bäume, den wütenden Elefanten, Pralamba, das wilde Pferd, den Dämonenwagen mit seinen Rädern und die Ringer ließ er zerbrechen und hörte ihren Untergang. Seine Diener führt er durch den Kreis der strahlenden Sonne, die die Dunkelheit vertreibt, hinauf; dann zieht er die Leiter zurück, schenkt ihnen Gnade und nimmt sie in seinen Dienst. Sein Wohnort ist das schöne Arangam. (415) Der Bräutigam thronte als Herr des ummauerten Dvaraka, umgeben von sechzehntausend Gemahlinnen, die ihm dienten. Sein bleibender Tempel ist das wasserreiche Arangam. Frisch erblühte Lotusse meinen dort, der Blume am goldenen Nabel unseres Herrn zu gleichen; sie halten sich für die Herrscher des Alls, richten sich stolz auf und streuen goldenen Blütenstaub. (416) Er selbst wurde Schildkröte, Ganga, tiefes Meer, Erde und mächtige Berge; er wurde der Viergesichtige, die vier Veden, das Opfer und der Opferlohn. Er ruht da, während der heilsame Narada immer wieder kommt, ihn preist und sich vor ihm verneigt. Sein Tempel ist das wasserreiche Arangam, wo Vogelscharen zwischen den Blüten weilen und den Ruhm des Herrn des Vogelkönigs zwitschern.

(417) Er ließ die Geliebte seiner Verwandten ihr Haar wieder binden, machte diese zu Königen und rettete auch Uttarās kleinen Sohn. Der Tempel dieses Herrn des Lebens ist Tiruvarangam. Gläubige und Gottesdiener, Weise mit uralten Worten auf den Lippen, Menschen aus weiten Ländern und Siddhas verneigen sich dort; der Ort steht wie eine Leuchte für alle Himmelsrichtungen. (418) Als kleiner Brahmacharin brach er Mahabalis Übermut und nahm ihm sein Reich; in einem Augenblick schenkte er ihm freudig einen Wohnsitz in der Unterwelt. Im Tempel unseres Herrn, in Tiruvarangam, strahlen herrliche Edelsteine auf den prächtigen Hauben seines Schlangenbettes, als ginge die junge Sonne über einem leuchtenden Edelsteinberg auf. (419) Er packte Hiranyas Brust, bohrte seine Nagelspitzen in den glänzenden Leib und griff nach dem Kopf, sodass die Krone zerbrach, die Augen hervortraten und der Mund aufschrie; dabei brüllte er auf. Sein Tempel ist das kühle Arangam. Kräftige Lotusblüten erheben sich dort wie die roten Füße, die die Welt durchmaßen; an den Feldrändern neigt der rotkörnige Reis seine Halme und verbeugt die Ährenhäupter. (420) Als göttlicher Fisch, Schildkröte, Eber, Löwe und Zwerg erschien er, als Rama in drei Gestalten, als Krishna und als Kalki, der das Ende vollzieht. Sein Tempel ist das wasserreiche Arangam. Schwan und Schwänin steigen auf die roten Lotusblüten, schaukeln darauf und spielen, indem sie im aufwirbelnden roten Blütenstaub ihres Blumenbettes baden.

(421) Herr des kampfstarken Vogels, Herr der Erde, Träger des einzigartigen kämpfenden Schwertes Nandaka, Herr der Veden, Herr eines Heeres, das nicht flieht, Herr der Vollkommenheit, Herr der Nacht und des Tages, mein Herr, der große Herr aller sieben Welten und Herr der Shri: In Tiruvarangam ruhen seine heiligen Augen in seligem Schlaf. (422) Vishnuchitta, wahrhaftig im Wort und ein wahrer Diener, hat diese tamilischen Verse über den heiligen Ort Tiruvarangam entfaltet, den Süden wie Norden verehren. Dort wohnt der Herr, dessen Waffe der flammende Diskus ist und der die Not des Elefanten beendete. Wer diese Verse sprechen kann, bleibt immer unter den beiden Füßen unseres Herrn, ohne sich jemals von ihnen zu trennen. (423) Man sucht die Mächtigen auf, weil sie in der Stunde der Schwäche Beistand leisten können. Auch wenn ich dessen nicht würdig bin, habe ich bei dir Zuflucht gesucht: Du hast doch dem Elefanten Gnade erwiesen! Wenn die Erschöpfung über mich kommt und mich bedrängt, werde ich dann nicht mehr an dich denken können. Für jene Stunde habe ich es dir jetzt schon gesagt, du, der du in Arangam auf der Schlange ruhst! (424) Denke an mich, wenn ich sterbe, du Träger von Muschelhorn und Diskus! Yamas Diener rollen die Zunge und stehen bereit, mich auf vielerlei Weise zu strafen. Deine Maya vermag mich in der Stunde des Fortgehens völlig daran zu hindern, zu dir zu gelangen. Darum habe ich dich angerufen, solange ich es noch vermag, du, der du in Arangam auf der Schlange ruhst!

(425) Wenn ich das Tor an der Grenze erreiche und Yamas Diener sich auf mich stürzen und mich packen, habe ich kein Mittel mehr, ihnen »Haltet ein!« zu sagen. Du Träger von Diskus und Muschelhorn! Solange ich sprechen konnte, habe ich alle deine Namen gesprochen. Denke an mich und bewahre mich davor, jemals in Not zu geraten, du, der du in Arangam auf der Schlange ruhst! (426) Deine Größe erkennen weder der Reiter des einzigen Stieres noch der Viergesichtige. Du bist die ganze Welt, der Urgrund, der zu den drei Lauten wurde! Wenn Yamas Diener meinen: »Seine Lebenszeit ist zu Ende«, und mich schrecklich zu ergreifen suchen, musst du mich an jenem Tag beschützen, du, der du in Arangam auf der Schlange ruhst! (427) Höchste Gestalt, die im Milchmeer auf der ausgebreiteten Schlange ruht! Um die Welt zu erschaffen, damit die Wesen zum Heil gelangen, ließest du den Viergesichtigen aus deinem Nabel entstehen. Weil du die Menschen auf Erden als unbeständig ansahst, schufst du zugleich den Tod. Mein Herr, nun musst du mich beschützen, du, der du in Arangam auf der Schlange ruhst! (428) Yamas Diener kennen kein kühlendes Erbarmen; sie verüben große Grausamkeiten. Du stehst da als Erde, Wasser, Feuer, Wind und auch als Raum. Solange ich denken konnte, habe ich alle deine Namen bedacht. Denke an mich und beschütze mich immer, mein Gebieter, du, der du in Arangam auf der Schlange ruhst!

(429) Du bist der Sinn der Veden in ihren edlen Worten, Herr der Götter, unser Gebieter, mein unerschöpflicher süßer Nektar, Besitzer aller sieben Welten, mein Vater! Wenn Yamas Diener mit ihren täuschenden Gestalten mich gewaltsam bedrängen und ergreifen, beschütze mich mit den Worten: »Fürchte dich nicht!«, du, der du in Arangam auf der Schlange ruhst! (430) Ich verstehe nichts von deinem wunderbaren Wirken. Wenn Yamas Diener mich packen, bedrängen und mich mit dem Befehl »Geh in dieses Fleisch hinein!« vorwärtsstoßen, werde ich an dich überhaupt nicht denken können. Herr der himmlischen Götter, großer Wunderbarer, in Mathura geboren, mein Hirte: Du musst mich beschützen, du, der du in Arangam auf der Schlange ruhst! (431) Hirte, der den Berg hob und die Rinderherden schützte, du, der die Kühe weiden ließ, unser Herr! Von damals bis heute habe ich dich, das ursprüngliche schöne Licht, nie vergessen. Wenn Yamas äußerst grausame Diener mich bedrängen und mit Gewalt ergreifen, musst du mich dann und dort beschützen, du, der du in Arangam auf der Schlange ruhst! (432) Vishnuchitta, der Herr des von den Veyar gerühmten Villiputtur, hat diese Girlande aus zehn Liedern gesungen: über den Wunderbaren, Madhusudana, Madhava, den von Vedakundigen gepriesenen Stier unter den Hirten, Achyuta, der in Arangam auf der Schlange ruht. Wer sie mit reinem Herzen beherrscht, gehört als Diener dem Herrn von reiner Edelsteinfarbe.

(433) Weil meine Rede nicht rein ist, wage ich es nicht, dich mit meinem Mund anzusprechen, Madhava. Doch meine Zunge kennt nichts außer dir; ich fürchte mich davor, und es liegt nicht in meiner Gewalt. Selbst wenn du zürnst und sagst: »Dieser Mensch redet ungebührlich«, kann ich meine Zunge nicht bändigen. Auch aus dem Schnabel einer Krähe nimmt man ein bedeutsames Wort an, du Urgrund, der Garuda auf seiner Fahne trägt! (434) Mit einer fehlerhaften Zunge habe ich dürftige Verse gesprochen, du, dessen Hände Muschelhorn und Diskus tragen. Ist es nicht die Pflicht der Großen, die Worte ihrer Diener zu dulden, auch wenn diese Fehler machen? Ich habe keine Augen, die anderswohin schauen; mein Herz hängt an niemandem außer dir. Ein Fleck mehr fällt auf einem gefleckten Hirsch nicht ins Gewicht, du, der am Weltende die sieben Welten verschlang und wieder hervorbrachte! (435) Ich kenne weder Gut noch Böse; ich kenne nur dieses eine Wort: »Narayana«. Tirumal, ich rede nicht aus Niedrigkeit schmeichelnd von dir, um dich mit falschem Lob zu gewinnen. Ich weiß nicht einmal recht, wie ich dich bedenken soll. Unablässig sage ich: »Namo Narayana«. Meine Stärke ist allein dies: dass ich ein Vaishnava heiße, der in deinem Tempel lebt. (436) Du hast dich erhoben und alle sieben Welten durchmessen, Unbefleckter, Hoher! Zögere nicht, mich, deinen Diener, in deinen Dienst aufzunehmen. Ich bitte nicht um Kleidung und Nahrung. Durch den königlichen Rang, dein Diener zu sein, werden sie sich überall von selbst einstellen. Du hast den grausamen Kamsa getötet und deinen Vater von seinen fest angelegten Fesseln befreit!

(437) Garten, Haus, Frau, Kuhstall, Wasserlauf, Nutzland und Brunnen: All dies habe ich unversehrt im Schutzbereich deiner goldenen Füße angeordnet und darin mein Leben eingerichtet. Mit den Menschen dieser Welt komme ich schwer zurecht; viele begehren diese Dinge. Du nahmst die Gestalt des Ebers an und trugst die Erde auf deinem Hauer; du brachst den Stoßzahn, sodass der Elefant fiel! (438) Krishna, du Schöpfer des Viergesichtigen, Urgrund, Dunkelfarbiger! Wenn ich einen Tag lang nichts esse, empfinde ich, dein Diener, keinen Hunger. Doch wenn Tage kommen, an denen ich nicht unablässig »Namo Narayana« bedenke und deinen Füßen nicht mit den frischen Blüten des Rig-, Yajur- und Samaveda nahekomme, dann sind das für mich die wirklichen Hungertage. (439) Du breitest auf der weißen Flut eine Schlange als weiches Lager aus und hältst darauf deinen rätselhaften Schlaf. »Werde ich dies einmal sehen dürfen?« – aus solchem Verlangen schmilzt mein Herz, Freude steigt in mir auf und lässt mich schluchzen; aus allen Poren scheinen Tränen hervorzuspringen. Ich finde keinen Schlaf auf meinem Lager. Sage mir, wie ich dich erreichen kann! (440) Du hast den schönen großen Berg zum Schirm gemacht und vor dem Regen geschützt, Madhusudana, Krishna! Du hast den Elefanten aus dem Griff seines Feindes befreit, Urgrund, Herr, der den angreifenden Elefanten erschlug! Du beseitigst die Not derer, die deiner gedenken, und dein großer Ruhm ist kaum auszusprechen. Gewähre mir dieses Gute: dass ich dir nahe sein und dich jeden Tag preisen darf, unser Herr!

(441) Verlässlicher, Herr derer, die dich mit geübter Stimme preisen können! Du wurdest Narasimha, König der Himmlischen; du hast die sieben Welten durchmessen und bist selbst das Weltzeitalter. Den Diskus vorantragend befreitest du den zitternden großen Elefanten aus dem Griff seines Feindes. Urgrund, der das Meer gequirlt hat, unser Herr, süßer Honig, dem ich gehöre: Nimm mir, dem Hilflosen, meine Not! (442) Vater des Liebesgottes, Löwe gegen seine Feinde, lieblich anzuschauender Knabe mit dunklen Locken, Vamana, mein Smaragdfarbiger, Madhava, Madhusudana: Über ihn hat Vishnuchitta, der Herr des wohlbehüteten Puduvai, diese zehn herrlichen tamilischen Verse gesungen. Wer sie immer wieder wie Gottes Namen ausspricht, erreicht bald Narayanas Welt. (443) Ihr Krankheiten, die ihr überall dicht an dicht sitzt wie Ameisen, die an einem Ghee-Topf hinaufklettern: Geht rechtzeitig fort und rettet euch! Der Herr der Veden ist leibhaftig eingezogen und hat sich hier niedergelassen, zusammen mit seinem Lager, der Schlange mit geblähter Haube. Diese Stadt ist jetzt anders bewacht als früher! (444) Das Siegel, das der Herr des Südens nach Chitraguptas Aufzeichnung eingebrannt hatte, ist getilgt; seine Boten sind geflohen und haben sich versteckt. Ich bin der Diener dessen, der am Meer mit seinen perligen Wellen wohnt, des Ersten unter den uralten Wissenden und des Nektars seiner Verehrer. Diese Stadt ist jetzt anders bewacht als früher!

(445) Er öffnete das Gefängnis im Mutterleib, unterwarf den Dienst für das harte Land, löste Seil und befestigenden Pflock und nahm die Schlinge von den Füßen. Mein Vater, der die Erde zwischen seinen Hauern trug, lässt mich Tag und Nacht rezitieren; er hat mich geschult und in seinen Dienst genommen. Diese Stadt ist jetzt anders bewacht als früher! Der Vers verbindet mehrere Bilder der Gefangenschaft; Einzelheiten der zweiten Zeile bleiben auslegungsbedürftig. (446) Ihr schon geschwächten Krankheiten aus schwerem Karma: Auch euch trifft nun ein schweres Geschick! Kommt nicht hier herein, kommt nicht herein! Es ist nicht leicht, hier einzudringen; kommt nicht herein! Dies ist der heilige Tempel, in dem unser Herr, der Löwenherr, wohnt. Geht fort und rettet euch unversehrt! Diese Stadt ist jetzt anders bewacht als früher! (447) Den Wunderbaren, der die Gestalt eines kleinen Brahmanenschülers annahm, habe ich liebevoll in mein Herz gebracht und dort allein aufgenommen. Seht, dies ist eine Schatzkammer voller Rubine! Ihr starken, gewalttätigen Räuber, die ihr noch darin seid: Zögert nicht, zieht ab! Diese Stadt ist jetzt anders bewacht als früher! (448) Ihr schweren Leiden und Krankheiten, die ihr mich befallen habt, ich will euch etwas sagen; hört zu! Dies ist der heilige Tempel, den der Herr liebt, der die Rinder hütet. Ich sage euch noch ein Geheimnis, ihr tief verwurzelten Karmafolgen: Ihr habt hier keinen Halt mehr. Zieht ab! Diese Stadt ist jetzt anders bewacht als früher!

(449) Ich war im Dickicht der kleinen Berge, die man Brüste nennt, ausgeglitten und hineingefallen; ich war in eine Höhle geraten und lag tief darin, leidend und umhergetrieben. Der Herr von der Farbe des von Schiffen befahrenen Meeres hat das schwere Karma beseitigt und mich davor bewahrt, zugrunde zu gehen. Diese Stadt ist jetzt anders bewacht als früher! Die sinnliche Bildsprache bezeichnet hier die Verstrickung in Begehren und Wiedergeburt. (450) Alle Übel hat er zum Weichen gebracht. Der Herr im gelben Gewand kam als höchster Lehrer in mich hinein, trat in mein kräftiges, lotusgleiches Herz ein und prägte den Abdruck seiner Füße auf die Höhe meines Hauptes. Diese Stadt ist jetzt anders bewacht als früher! (451) Schlaft nicht, schlaft nicht, schlaft nicht, hell strahlender Diskus und Muschelhorn! Schwert Nandaka, das gründlich zuschlägt, schöner Bogen Sharnga und Keule! Ihr acht unvergänglichen Hüter der Welträume! Vogelkönig, schlafe nicht! Richtet eure Aufmerksamkeit auf das Schlafgemach! (452) Mit seinem Schlangenlager, dem schönen Milchmeer und der Lotusfrau ist er in mein Inneres eingezogen und ruht dort, während die weiten Wellen vielfach gegeneinanderschlagen. Diesen Herrn preist Vishnuchitta, damit die Stadt bewacht werde.

(453) Ich habe das Netz vollständig zerrissen, das mich im Strudel des Leids umschloss, bin ins Innerste eingetreten und habe dich gefunden. Könnte ich dich nun wieder gehen lassen? Du wurdest fest entschlossen im Leib jener Mutter geboren, die sechs Kinder verloren hatte, weil man sie an einen Stein geschmettert hatte. Mein Vater von Tirumaliruncholai! (454) Ich habe dich eingeschlossen; nun lasse ich dich nicht mehr fort. Wenn du dich mit deinen Zauberkünsten verbergen willst, beschwöre ich dich bei deiner eigenen heiligen Herrschaft! Niemandem zeigst du dich ganz unverhüllt. Mein Vater von Tirumaliruncholai, wo das heilige Wasser ist: Menschen aus allen Ländern und Städten besprengen sich damit und umschreiten dich ehrfürchtig, um ihr schlimmes Karma aufzulösen. (455) Mir ist die Gnade zuteilgeworden, dir zu dienen. Wenn ich nun fortginge, mich vor einem anderen beugte und an dessen Tür stünde, wäre das eine Schmälerung deiner Würde! Mein Vater des schönen Maliruncholai: Die Kuravar pflücken Hirse auf ihren Feldern, bringen dir das neue Opfer dar und rufen: »Heil deinen goldenen Füßen!« Erst dann isst die Gemeinschaft von der neuen Ernte. (456) Ich bin viele Wegstrecken umhergeirrt und habe gelitten; dort gab es weder Schatten noch Wasser. Außer dem Schatten deiner Füße finde ich nirgendwo einen Ort, an dem ich wieder aufleben kann. Du gingst für die Pandavas aus dem Kuru-Geschlecht als Bote, sprachst dort von einer trügerischen Verwandtschaft, bewirktest die Trennung und ließest überall die Gefallenen liegen. Mein Vater von Tirumaliruncholai!

(457) Meine Füße können sich nicht heben, die Tränen stehen nicht still, mein Körper wird schwach und zittert; die Stimme steigt nicht mehr auf, die Haare sträuben sich ohne Ende, die Schultern sinken immer wieder nieder, und mein Herz ist von Liebe überwältigt. Damit ich leben kann, habe ich dich erreicht, mein Vater von Tirumaliruncholai, umgeben von tiefen Teichen, in denen Fische springen! (458) Weder der Träger der Stierfahne noch Brahma, Indra oder irgendein anderer kennt ein Heilmittel gegen die Krankheit, die Geburt heißt. Du großer Edelsteinfarbiger stehst als Arzt bereit. Richte mich so zurecht, dass ich nicht erneut geboren werde, und lass mich durch das Tor deines Tempels eintreten, mein Vater von Tirumaliruncholai! (459) Ich war in das Meer des Unheils versunken, das »jenes Ufer« heißt. Durch deine große Gnade habe ich dieses Ufer erreicht und sitze nun erschöpft da. Hebe deine Hand über mich und sage: »Fürchte dich nicht!« Mit Diskus, breiten Händen, Augen und gelbem Gewand leuchtest du in der Röte des Abendhimmels, mein Vater von Tirumaliruncholai! (460) Wie viele Zeiten, wie viele Weltalter sind vergangen, während ich immer dachte: »Heute oder morgen«! So lange bin ich getäuscht worden. Jetzt lasse ich dich nicht mehr fort! Du hast deine Verwandten am Leben erhalten und ihre hundert Gegner vernichtet. Du weißt doch, dass mein Herz dir gehört, mein Vater von Tirumaliruncholai!

(461) Schon damals, als ich noch im Mutterleib lag, war ich darauf ausgerichtet, dir zu dienen. Heute bin ich hierhergekommen und habe dich gefunden. Könnte ich dich nun wieder gehen lassen? Du zogst gegen Bana aus und schlugst mit deinem heiligen Diskus seine tausend Arme ab, sodass sie in alle Himmelsrichtungen fielen. Mein Vater von Tirumaliruncholai! (462) Vishnuchitta, der Herr von Puduvai mit seinen glänzenden goldenen Häusern, hat den Füßen des Herrn, der in Tirumaliruncholai steht, sein Verlangen nach dienender Hingabe aufrichtig vorgetragen. Zu den Teichen dieses Ortes kommen die Menschen der Welt und tauchen darin unter. Wer diese neun und das eine Lied singen kann, gehört zu den Vertrauten dessen, der die Welt durchmessen hat. (463) Herr des kühlen Tiruvenkatam mit seinen hohen Gipfeln, Vollkommener, der zum Heil der Welt dasteht, Damodara, Geschickter! Mich und alles, was mir gehört, habe ich mit dem Zeichen deines Diskus prägen lassen und warte einzig auf deine Gnade. Was ist nun deine heilige Absicht mit mir? (464) Höchster Purusha, der auf dem Vogel reitet! Seit du mich angenommen hast, trocknet das Meer aus, das Wiedergeburt heißt, und wird zu festem, weitem Boden. Der Sündenwald, der den Tod hervorbringt, steht in Flammen und verbrennt. Der Nektarstrom, der Erkenntnis heißt, hat mich an seiner Quelle erfasst und fließt mir in den Mund.

(465) Unser Herr, Gottheit meines Geschlechts, mein Gebieter! Wer in dieser Welt könnte das Glück erlangen, das ich gewonnen habe, indem ich in dir geborgen bin? Alle Verfehlungen dieser Welt, die wie Yama niederwerfen und erdrücken, haben mich unverzüglich losgelassen, sind geflohen und ins Dickicht gesprungen. (466) Wie man das Meer quirlt, Nektar gewinnt und damit einen Krug füllt, so bin ich innerlich geschmolzen, habe den Mund geöffnet, dich getrunken und mich mit dir erfüllt. Selbst der grausame Tod darf nicht in die Nähe meines Herrschaftsstabes kommen. Du Diskusträger mit Schultern wie große Berge, Held mit dem Bogen Sharnga! (467) Wie man Gold am Prüfstein reibt, bis seine Farbe sichtbar wird, so habe ich dich unablässig an meiner Zunge erklingen lassen. Ich habe dich in mich aufgenommen und mich selbst in dich hineingegeben. Mein Vater, mein Hrishikesha, Hüter meines Lebens! (468) Keine einzige deiner Heldentaten habe ich ausgelassen: Alle habe ich auf die inneren Wände meines Herzens geschrieben. Vollkommener Rama, der die Axt in der rechten Hand trug, um die Könige zu unterwerfen! Unser Herr ist zu mir gekommen; wohin sollte er jetzt noch gehen?

(469) Wie der Fürst des Pandya-Geschlechts das Fischzeichen in den Berg eingravierte, hast du deine herrlichen roten Füße auf mein Haupt geprägt. »Du hast den Stoßzahn zerbrochen! Du hast die Ringer bezwungen!« – solche Worte über dich verleihen meiner Zunge ihren Glanz. Du hast mich dir zu eigen gemacht. (470) Du hast deine Zuwendung zu Ananta und Garuda ein wenig zurückgestellt, bist in mein Herz gekommen und dort geblieben, damit ich lebe, unser Herr. Indem ich dich in mir gegenwärtig weiß, schmilzt mein Inneres; aus meinen Augen fließen Tränen. In diesem Gedenken ist meine Mühsal vergangen, du Hoher mit dem Diskus! (471) Du hast die Gewohnheit aufgegeben, im kühlen Meer zu ruhen, bist herbeigeeilt und kannst nun im Meer meines Herzens wohnen, wunderbarer Bräutigam, Vollkommener! »Einzigartiges Meer! Einzigartiges Licht! Einzigartige Welt!« – so rufe ich immer wieder. Du hast mich dir zu eigen gemacht, damit ich deine Wohnstatt sei. (472) Wie eine lange weiße Fahne, die an einem mächtigen Berghang glänzend aufleuchtet, erscheinst du in meinem Herzen als strahlendes Licht, mein leuchtender Vollkommener! Die nördliche Weite, Vaikuntha und das ummauerte Dvaraka hast du als Wohnstätten hintangestellt und dir bei mir einen Wohnort genommen. Der geographische Ausdruck »nördliche Weite« ist in dieser Lesart nicht eindeutig.

(473) Im Herzen Vishnuchittas, der im Geschlecht der Veyar geboren wurde, hat der Kuhhirte seinen Tempel errichtet. Er ist von der Farbe der dichten kühlen Wolke, der Stier unter den Hirten, König der Unsterblichen und Nektar der Brahmanen. Wer von ihm singen kann und ihm dabei wie sein Schatten folgt, gehört ebenfalls zu seinen nächsten Vertrauten.

Tiruppavai (474–503)

(474) Es ist Margali, ein guter Tag unter dem vollen Mond. Ihr schön Geschmückten, die ihr zum rituellen Bad gehen wollt, kommt! Ihr glücklichen Mädchen des reichen Hirtenortes! Narayana, der Sohn Nandagopas mit dem scharfen Speer und der entschlossenen Hand, der junge Löwe Yashodas mit ihren schönen Augen, der Dunkelleibige mit roten Augen und einem Antlitz wie Sonne und Mond: Er allein wird uns die Parai schenken. Lasst uns das Gelübde vollziehen, sodass die Welt uns lobt. Hört, ihr Mädchen, auf unser Gelübde! Parai bezeichnet eine Trommel und wird im Verlauf des Werkes zum Zeichen der erbetenen Gabe und des Gottesdienstes. Der Refrain ēlōr empāvāy wird hier sinngemäß als gemeinsamer Aufruf wiedergegeben. (475) Ihr Menschen dieser Welt, hört, welche Handlungen wir für unser Pavai-Gelübde vollziehen! Wir besingen die Füße des Höchsten, der im Milchmeer auf der Schlange ruht. Wir essen kein Ghee und trinken keine Milch; früh am Morgen baden wir. Wir schminken unsere Augen nicht und stecken keine Blumen ins Haar. Wir tun nichts Unrechtes und tragen keine bösen Worte weiter. Nach unseren Möglichkeiten geben wir Gaben und Almosen; freudig bedenken wir den Weg zum Heil. Hört, ihr Mädchen, auf unser Gelübde!

(476) Wenn wir den Namen des Höchsten singen, der emporwuchs und die Welt durchmaß, unser Pavai-Gelübde verkünden und baden, wird es im ganzen Land dreimal im Monat ohne Schaden regnen. Zwischen den hohen roten Reispflanzen springen die Fische; gesprenkelte Bienen schlafen in den blauen Wasserblüten. Ohne zu zögern treten wir zu den großen, freigebigen Kühen, umfassen ihre vollen Euter und melken die Krüge voll. Bleibender Wohlstand wird das Land erfüllen. Hört, ihr Mädchen, auf unser Gelübde! (477) Du Herr des gewaltigen Regens, halte nichts zurück! Tauche ins Meer, schöpfe Wasser, steige donnernd empor und werde dunkel wie die Gestalt des Urherrn am Weltbeginn. Blitze wie der Diskus in der Hand des breitschultrigen Padmanabha, dröhne wie sein rechtsgewundenes Muschelhorn und regne ohne Verzögerung wie der Pfeilhagel, den Sharnga entsendet. Regne, damit die Welt lebt und auch wir freudig unser Margali-Bad nehmen können. Hört, ihr Mädchen, auf unser Gelübde! (478) Den Wunderbaren, den Sohn des beständigen Mathura im Norden, den Herrn der reinen großen Yamuna, die schöne Leuchte, die im Hirtengeschlecht erschien, Damodara, der den Leib seiner Mutter ehrte: Wenn wir rein zu ihm kommen, reine Blüten streuen, ihn verehren, mit dem Mund singen und im Herzen bedenken, werden vergangene Verfehlungen und solche, die uns noch bevorstehen, wie Staub im Feuer vergehen. Sprecht seinen Namen! Hört, ihr Mädchen, auf unser Gelübde!

(479) Sieh, auch die Vögel zwitschern! Hörst du nicht den mächtigen Ruf des weißen Muschelhorns im Tempel des Herrn des Vogelkönigs? Kind, steh auf! Weise und Yogis tragen den Urkeim im Herzen: Ihn, der das Gift aus der Brust der Dämonin trank, den trügerischen Wagen mit einem Tritt zertrümmerte und auf der Schlange in den Wassern ruht. Langsam erheben sie sich; ihr lauter Ruf »Hari!« dringt ins Herz und kühlt es. Hört, ihr Mädchen, auf unser Gelübde! (480) Überall rufen die Anaichattan-Vögel miteinander »Kisu, kisu«; hast du ihr Stimmengewirr nicht gehört, du verschlafenes Mädchen? Hörst du nicht das Geräusch der gerührten Dickmilch, wenn die Hirtinnen mit duftendem Haar den Quirl bewegen und ihre Münz- und anderen Halsketten klirren? Du vornehmes Mädchen, hörst du uns Narayana, Keshava, besingen und bleibst dennoch liegen? Du Strahlende, öffne! Hört, ihr Mädchen, auf unser Gelübde! (481) Der östliche Himmel ist hell geworden. Sieh, die Büffel haben sich zur kurzen Morgenweide verteilt! Die übrigen Mädchen wollten schon weitergehen; wir haben sie zurückgehalten und sind gekommen, dich zu rufen. Du fröhliches Mädchen, steh auf! Wir wollen singen, die Parai empfangen und den Gott der Götter verehren, der dem Pferd das Maul aufriss und die Ringer niederwarf. Dann wird er uns voll Erbarmen ansehen, nach unserem Anliegen fragen und uns Gnade schenken. Hört, ihr Mädchen, auf unser Gelübde!

(482) Tochter unseres Onkels, du schläfst auf deinem Lager im Haus aus reinen Edelsteinen; ringsum brennen Lampen, und Weihrauch duftet. Öffne den Riegel der kostbaren Tür! Tante, weckst du sie nicht? Ist deine Tochter stumm, taub oder nur verschlafen? Ist sie durch einen Zauber in tiefen, schützenden Schlaf versetzt? Wir sprechen viele Namen: »Großer Wunderbarer! Madhava! Herr von Vaikuntha!« Hört, ihr Mädchen, auf unser Gelübde! (483) Du Herrin, die durch ihr Gelübde den Himmel erlangt, willst du uns nicht einmal antworten, wenn du schon die Tür nicht öffnest? Narayana mit dem duftenden Tulasi auf dem Haupt, der segensreiche Herr, den wir preisen und der uns die Parai schenkt, ließ einst Kumbhakarna dem Tod verfallen. Hat dieser sich dir geschlagen gegeben und dir seinen gewaltigen Schlaf überlassen? Du tief Verschlafene, du kostbares Kleinod, komm zur Besinnung und öffne! Hört, ihr Mädchen, auf unser Gelübde! (484) Goldene Ranke der untadeligen Hirten, die viele Herden milchgebender Kühe melken und ausziehen, um im Kampf die Kraft der Feinde zu brechen! Du mit der Hüfte wie die Haube einer Schlange an ihrem Bau, Pfau der Fluren, komm heraus! Alle deine Freundinnen aus der Nachbarschaft sind gekommen, haben deinen Hof betreten und singen den Namen des Wolkenfarbigen. Du glückliche junge Frau, warum schläfst du weiter, ohne dich zu regen oder zu sprechen? Hört, ihr Mädchen, auf unser Gelübde!

(485) Die jungen Büffelkühe rufen nach ihren Kälbern; voller Zuneigung denken sie an sie, und aus ihren Eutern strömt Milch, die das Haus durchnässt und den Boden in Schlamm verwandelt. Schwester des guten, wohlhabenden Hirten! Tau fällt auf unsere Köpfe, während wir am Eingang deines Hauses stehen und den unserem Herzen Lieben besingen, der im Zorn den König des südlichen Lanka vernichtete. Öffne deinen Mund! Steh endlich auf! Was ist das für ein gewaltiger Schlaf? Schon alle Häuser wissen davon. Hört, ihr Mädchen, auf unser Gelübde! (486) Alle Mädchen sind zum Ort des Pavai-Gelübdes gegangen und haben unterwegs den Ruhm dessen gesungen, der den Schnabel des Vogeldämons spaltete und den bösen Rakshasa gleichsam ausriss und beseitigte. Venus ist aufgegangen, Jupiter untergegangen; sieh, auch die Vögel zwitschern! Du mit den blütenschönen, geröteten Augen, liegst du noch im Bett, statt ganz einzutauchen und im kühlen Wasser zu baden? Mädchen, gib an diesem guten Tag deine List auf und schließe dich uns an! Hört, ihr Mädchen, auf unser Gelübde! (487) Sieh, im Teich eures hinteren Gartens öffnen die roten Wasserlilien ihre Münder, während die Ambal-Blüten sich schließen. Asketen mit weißen Zähnen und Gewändern von der Farbe roten Ziegelstaubs sind aufgebrochen, um in ihren Tempeln das Muschelhorn zu blasen. Du hattest doch versprochen, uns als Erste zu wecken! Steh auf, Schöne, du Schamlose mit der geschickten Zunge! Singe von dem Lotusäugigen, dessen breite Hände Muschelhorn und Diskus tragen. Hört, ihr Mädchen, auf unser Gelübde!

(488) »He, junger Papagei, schläfst du noch?« – »Ruft nicht so schrill, ihr Damen! Ich komme.« – »Du bist gewandt mit deinen Ausreden; deine Zunge kennen wir schon lange.« – »Ihr seid die Gewandten! Aber gut, die Schuld soll bei mir liegen.« – »Komm rasch heraus! Was hast du denn Besonderes vor?« – »Sind alle gekommen?« – »Alle sind da; komm und zähle sie selbst! Singe den Wunderbaren, der den starken Elefanten tötete und die Macht seiner Gegner brechen kann.« Hört, ihr Mädchen, auf unser Gelübde! (489) Du Wächter am Haus unseres führenden Nandagopa, du Wächter des mit Fahnen und Girlanden geschmückten Tores, öffne den Riegel der kostbaren Tür! Der wunderbare Edelsteinfarbige hat uns kleinen Hirtinnen schon gestern die laut schallende Parai zugesagt. Rein sind wir gekommen, um ihn mit unserem Gesang zu wecken. Lieber Herr, weise uns nicht gleich mit deinen Worten zurück! Öffne die festen, uns liebevoll schützenden Türflügel. Hört, ihr Mädchen, auf unser Gelübde! (490) Unser Herr Nandagopala, der rechtschaffen Kleidung, Wasser und Nahrung verschenkt, steh auf! Du zarter Spross unter den rankenschlanken Frauen, Leuchte des Geschlechts, unsere Herrin Yashoda, erwache! König der Himmlischen, der den Himmel durchstieß, emporwuchs und die Welt durchmaß, schlafe nicht, steh auf! Glücklicher Baladeva mit Füßen in rotgoldenen Fußringen: Dein jüngerer Bruder und du, freut euch mit uns! Hört, ihr Mädchen, auf unser Gelübde!

(491) Nappinnai, Schwiegertochter Nandagopalas, der über mächtige brunftige Elefanten verfügt und dessen starke Schultern niemals zurückweichen! Du mit dem duftenden Haar, öffne die Tür! Sieh, überall haben die Hähne gerufen; auf der Laube der Madhavi-Ranken rufen die Kuckucksscharen schon immer wieder. Du, deren Finger den Ball halten, wir wollen den Namen deines Gemahls singen. Komm freudig und öffne mit deiner roten Lotushand, sodass die prächtigen Armreifen klingen! Hört, ihr Mädchen, auf unser Gelübde! (492) Die Stehlampen brennen. Auf dem Bett mit Beinen aus Elfenbein, auf der weichen Matratze, ruhst du mit deiner blütenschönen Brust an Nappinnais Busen; ihr Haar trägt Blütenbüschel. Öffne den Mund! Du mit den großen, dunkel geschminkten Augen lässt deinen Bräutigam keinen Augenblick aufstehen. Du kannst selbst die geringste Trennung nicht ertragen. Doch das entspricht weder deinem Wesen noch deinem Erbarmen! Hört, ihr Mädchen, auf unser Gelübde! (493) Du Held, der den dreiunddreißig Göttern vorangeht und ihnen das Zittern nimmt, erwache! Du Wahrhaftiger, Kraftvoller, Unbefleckter, der seinen Feinden glühende Bedrängnis bereitet, erwache! Nappinnai, schöne Herrin, Shri selbst, mit weichen Brüsten wie goldene Gefäße, rotem Mund und schmaler Taille, erwache! Gib uns Fächer und Spiegel, gib uns deinen Gemahl und lass uns jetzt das rituelle Bad vollziehen. Hört, ihr Mädchen, auf unser Gelübde!

(494) Die bereitgestellten Krüge schäumen über und laufen über, weil die großen, freigebigen Kühe unaufhörlich Milch geben. Sohn dessen, der eine solche Fülle an Herden besitzt, erwache! Unerschütterlicher, Großer, Licht, das sichtbar in der Welt dasteht, steh auf aus deinem Schlaf! Wie deine Gegner, deren Kraft vor dir schwindet, hilflos an dein Tor kommen und sich vor deinen Füßen beugen, so sind wir gekommen, dich zu loben und zu preisen. Hört, ihr Mädchen, auf unser Gelübde! (495) Wie Könige dieser schönen weiten Welt ihren Stolz verlieren, zu dir kommen und sich unter deinem Bett versammeln, so sind auch wir zu dir gelangt. Werden sich deine roten Augen nicht ein wenig über uns öffnen, wie eine Lotusblüte, die nur so weit geöffnet ist wie der Mund eines Glöckchens? Wenn du uns mit beiden schönen Augen ansiehst, als gingen Mond und Sonne zugleich auf, fällt der Fluch von uns ab. Hört, ihr Mädchen, auf unser Gelübde! (496) Ein herrlicher Löwe, der während der Regenzeit in seiner Berghöhle liegt und schläft, erwacht mit feurigem Blick. Seine duftende Mähne sträubt sich; er bewegt sich, schüttelt alle Glieder, streckt sich mächtig, brüllt und tritt hervor. So, du von der Farbe der Puvai-Blüte, komm huldvoll aus deinem Haus hierher! Setze dich auf deinen prächtigen, wohlgestalteten Löwenthron, frage nach dem Anliegen, mit dem wir gekommen sind, und schenke uns Gnade. Hört, ihr Mädchen, auf unser Gelübde!

(497) Du hast einst diese Welt durchmessen: Heil deinen Füßen! Du zogst zum südlichen Lanka und zerstörtest es: Heil deiner Stärke! Du tratst den Wagen zu Trümmern: Heil deinem Ruhm! Du schleudertest das Kalb wie einen Wurfstock: Heil deinen geschmückten Füßen! Du hobst den Berg zum Schirm: Heil deiner Güte! Heil dem Speer in deiner Hand, der siegt und Feindschaft vernichtet! Immer wieder wollen wir deine Heldentaten preisen. Heute sind wir gekommen, die Parai zu empfangen. Erbarme dich! Hört, ihr Mädchen, auf unser Gelübde! (498) Als Sohn der einen Mutter wurdest du geboren; noch in derselben Nacht begannst du, verborgen als Sohn einer anderen aufzuwachsen. Kamsa konnte dies nicht ertragen und sann auf Böses; du vereiteltest seine Absicht und wurdest wie Feuer in seinem Leib, du großer Herr. Voller Verlangen sind wir zu dir gekommen. Wenn du uns die Parai schenkst, singen wir von deinem der Shri würdigen Reichtum und deinen Heldentaten; unser Leid wird vergehen, und wir werden uns freuen. Hört, ihr Mädchen, auf unser Gelübde! (499) Du voller Liebe, Edelsteinfarbiger! Höre, was wir für das Margali-Bad benötigen, das wir nach dem Brauch der Alten begehen: Muschelhörner, milchweiß wie dein Panchajanya, deren mächtiger Klang die ganze Welt erbeben lässt; sehr große Trommeln, Sänger des Pallandu-Segens, schöne Lampen, Fahnen und einen Baldachin. Du, der auf dem Banyanblatt lag, gewähre uns dies! Hört, ihr Mädchen, auf unser Gelübde!

(500) Govinda, dessen Herrlichkeit selbst die Widerstrebenden besiegt! Wir singen von dir und empfangen die Parai. Als Gabe werden wir Schmuck erhalten, den das ganze Land bewundert: Handreifen, Oberarmreifen, Ohrringe, Ohrblüten, Fußringe und viele weitere Kostbarkeiten werden wir anlegen. Wir werden schöne Gewänder tragen. Danach essen wir gemeinsam Milchreis, so reichlich mit Ghee übergossen, dass es bis zu den Ellbogen hinunterläuft. Zusammensitzend wird unser Herz kühl und froh. Hört, ihr Mädchen, auf unser Gelübde! (501) Wir folgen den Kühen in den Wald und essen dort. In unserem Hirtengeschlecht, das nichts von gelehrtem Wissen versteht, bist du geboren: Welch großes Verdienst ist uns damit zuteilgeworden! Govinda, dem nichts fehlt, unsere Beziehung zu dir lässt sich durch nichts auflösen. Wir sind unwissende Kinder; wenn wir dich aus Liebe mit vertraulichen kleinen Namen gerufen haben, zürne uns bitte nicht. Herr, schenke uns die Parai! Hört, ihr Mädchen, auf unser Gelübde! (502) Höre, weshalb wir im allerfrühesten Morgengrauen zu dir kommen, dich verehren und deine goldenen Lotusfüße preisen! Du bist in dem Geschlecht geboren, das vom Hüten der Rinder lebt; du darfst uns nicht zurückweisen, wenn wir dir persönlich dienen wollen. Govinda, wir sind nicht bloß gekommen, um heute eine Trommel zu erhalten. Für immer, durch sieben mal sieben Geburten hindurch, wollen wir mit dir verbunden sein; dir allein wollen wir dienen. Wandle alle unsere anderen Wünsche! Hört, ihr Mädchen, auf unser Gelübde!

(503) Die Mädchen mit mondgleichen Gesichtern und schönem Schmuck kamen zu Madhava, Keshava, der das von Schiffen befahrene Meer gequirlt hatte, verehrten ihn und empfingen dort die Parai. Darüber sang Kotai, die Tochter des Pattarpiran aus dem schönen Puduvai, der eine kühle Girlande aus frischen Lotusblüten trägt, diese Girlande von dreißig kunstvollen tamilischen Liedern. Wer sie hier auf diese Weise ohne Auslassung spricht, empfängt überall die heilige Gnade des herrlichen Tirumal mit seinen vier berggleichen Schultern, roten Augen und heiligem Antlitz und erfährt Freude. Ihr Mädchen!

Nachiyar Tirumoli (504–646)

Lesebereich 504–603

(504) Den ganzen Monat Tai habe ich den Boden gereinigt und kühle Mandalas gelegt; zu Beginn des Masi schmückte ich die Straße mit feinem Sand und bereitete alles schön. Anangadeva, ich fragte: »Wird mir Rettung zuteil?«, und verehrte dich und deinen jüngeren Bruder. Bestimme mich für den Herrn von Venkatam, dessen Hand den Diskus trägt, der sengende Flammen speit! (505) Ich schmücke die Straße mit feinem weißem Sand, bade noch vor der Morgendämmerung am Wasserplatz, nähre das Feuer mit dornenfreien Zweigen und vollziehe mit Eifer mein Gelübde für dich, Kamadeva. Lege einen honigtriefenden Blumenpfeil auf, schreibe darauf den Namen »Meeresfarbiger« und schieße mich in das Ziel, das »Er, der dem Vogel den Schnabel spaltete« heißt! (506) Mit schönen duftenden Datura- und Murukku-Blüten verehre ich dreimal täglich deine Füße. Lass nicht zu, dass mein Herz brennt und ich dich mit vernichtenden Worten als einen schmähe, der seine Aufgabe nicht erfüllt. Lege einen Pfeil aus Blütenbüscheln auf, schreibe darauf den Namen »Govinda« und bestimme mich dazu, in das Licht einzugehen, das »der wunderkundige Bewohner von Venkatam« heißt! (507) Deinen alten, ehrwürdigen Namen habe ich an die Wand geschrieben; schöne Fahnen mit dem Fischzeichen, Pferde, Wedelträgerinnen und einen Zuckerrohrbogen habe ich dir dargebracht, Kamadeva. Seit dem Beginn meiner Jugend sind meine Brüste in stetiger Liebe zu ihm herangewachsen. Ich habe sie allein dem Herrn von Dvaraka geweiht und mich vor ihm verneigt. Führe mich rasch zu meiner Bestimmung!

(508) Wenn ein im Wald umherstreifender Schakal in das Opfer eindränge und die von den Vedakundigen für die himmlischen Götter bestimmte Speise beschnupperte und entweihte, wäre es ebenso: Meine Brüste sind in dem Gedanken herangewachsen, allein dem Höchsten mit Diskus und Muschelhorn zu gehören. Wenn davon gesprochen wird, sie seien für einen sterblichen Mann bestimmt, kann ich nicht weiterleben, Manmatha! (509) Jeden Tag empfange ich auf der Straße schöne, junge, gute Menschen, die die heiligen Texte beherrschen; an den Tagen des Panguni vollziehe ich gewissenhaft mein Gelübde, Kamadeva. Gewähre mir, dass der Herr von der Farbe der schweren Wolke, der Kaya-Blüte und der dunklen Karuvilai-Blume mich mit den heiligen Augen seines herrlichen lotusfarbenen Antlitzes aufmerksam ansieht! (510) Ich richte unreifen Reis und Zuckerrohr her, dazu Zuckerklumpen, Reis und Reisflocken. Mit den Mantras redekundiger Brahmanen verehre ich dich, Manmatha. Lass Trivikrama, der einst die Welt durchmaß, mich mit seinen heiligen Händen berühren; verleihe meinem weichen Leib und meinen vollen Brüsten dadurch höchsten Ruhm auf Erden! (511) Mein Körper ist ungepflegt, mein Haar trocken, die Lippen sind blass, und ich esse nur einmal am Tag. Leuchtender, mächtiger Kamadeva, beachte das Gelübde, das ich vollziehe! Eines habe ich dir zu sagen, mein Gebieter: Damit mein Frausein seine Erfüllung findet, schenke mir das Glück, als diejenige zu gelten, die die Füße des vollkommenen Keshava umfasst.

(512) Dreimal täglich verneige ich mich vor deinen Füßen, streue reine Blumen, verehre und preise dich. Wenn ich nicht das Glück erhalte, ohne Hindernis allein dem Herrn des Milchmeeres zu dienen und so zu leben, werde ich weinen und weinen, ratlos »Ach!« rufen; und das wird auch dich schwer treffen. Es wäre, als schlüge man einen pflügenden Ochsen mit dem Joch und jagte ihn fort, ohne ihm Futter zu geben. (513) Kotai, die Tochter Vishnuchittas, des Herrn von Puduvai mit seinen berggleich aufragenden Häusern, verneigte sich vor den beiden Füßen Kamas mit Zuckerrohrbogen und Blumenpfeilen und bat: »Bestimme mich für den Edelsteinfarbigen, der den Stoßzahn abbrach, sodass der Elefant brüllte, und dem Vogel den Schnabel spaltete!« Wer diese liebevolle Girlande süßer tamilischer Lieder beherrscht, erreicht die Füße des Königs der Himmlischen. (514) Narayana, der du dastehst, damit tausend Namen dich preisen, Nara! Hätte unsere Tante dich als Sohn erhalten, würde unser Leiden dann aufhören? Weil Panguni die Zeit ist, in der Kama kommt, haben wir den Platz vor unserem Haus geschmückt. Shridhara, du Unruhestifter, komm nicht und zerstöre unsere kleinen Sandhäuser! (515) Den ganzen heutigen Tag haben wir daran gebaut, bis uns der Rücken schmerzte. Betrachte dieses kleine Haus aufmerksam und stille unser Verlangen nach deiner Anerkennung! Unser Urherr, der einst als Säugling auf einem Banyanblatt schlief: Dass du niemals Mitleid mit uns empfindest, muss an unserem eigenen schlimmen Geschick liegen.

(516) Mächtiger Löwe, der in den tiefen Wassern wohnt, du hast den Elefanten aus dem Griff seines Feindes befreit. Quäle uns, die wir uns beim Anblick deiner Gestalt in dich verlieben, nicht mit deinen Seitenblicken! Wir haben feinen Schwemmsand gesiebt und uns mit unseren reifengeschmückten Händen abgemüht. Du, der im klar wogenden Meer ruht, komm nicht und zerstöre unsere kleinen Sandhäuser! (517) Du von der Farbe der großen Regenwolke! Deine Worte und Taten versetzen uns in Verwirrung und machen uns ganz benommen. Ist dein Gesicht etwa ein Zaubermantra? Damit du uns nicht als schwache kleine Kinder abtust, sprechen wir keine Worte, die dich verletzen könnten. Du mit den roten Lotusaugen, komm nicht und zerstöre unsere kleinen Sandhäuser! (518) Mit feinem weißem Sand haben wir auf der Straße kunstvolle kleine Häuser gebaut und schöne Muster gestaltet. Auch wenn du sie zerstörst, läuft unser Herz dir entgegen und schmilzt; wir hegen keinen Zorn gegen dich. Listiger Madhava, Keshava, was du in deinem Gesicht trägst, sind wahrlich keine gewöhnlichen Augen! (519) Wir sind noch kleine, nicht herangewachsene Kinder, deren Brüste sich noch nicht entwickelt haben. Was du jeden Tag bei unseren Sandhäusern mit deinen Andeutungen bezweckst, verstehen wir nicht. Du Held, der das Meer überbrückte, die Geschlechter der Rakshasas vernichtete und Lanka zum Schlachtfeld machte: Bedränge uns nicht!

(520) Wenn du solche Worte mit denen wechselst, die die Unterschiede und Andeutungen verstehen, mag das sehr reizvoll sein. Was gewinnst du aber, wenn du uns bedrängst, unwissende Kinder, die nichts davon verstehen? Du von der Farbe des großen wogenden Meeres, der die Sethubrücke errichtet hat, wir beschwören dich bei deinen Gemahlinnen: Komm nicht und zerstöre unsere kleinen Sandhäuser! (521) Mit kleinen rundmündigen Töpfchen, winzigen Worfelschwingen und Sand spielen wir nach Herzenslust. Was nützt es dir, unsere kleinen Häuser zu zerstören? Fasse sie nicht an, tritt sie nicht um und quäle uns nicht, du Träger des leuchtenden Diskus! Meeresfarbiger, du weißt doch: Selbst Zucker ist unangenehm, wenn er bitter schmeckt. (522) Du trittst durch den Hof herein, zeigst dein Gesicht und lächelst leise. Darfst du mit unseren kleinen Häusern auch unser Denken durcheinanderbringen, Govinda? Du hast dich über die ganze Erde erhoben, bis zum Himmel ausgestreckt und alles ausgemessen. Wenn du uns ergreifst und an dich ziehst, was werden dann die Leute hier in der Nachbarschaft sagen? (523) »Du hast den Nektar von Sitas Mund getrunken; zerstöre unsere kleinen Häuser nicht!« – so sprechen die Hirtinnenkinder, die auf der Straße spielen, mit ihren kindlichen Stimmen. Kotai, die Tochter Vishnuchittas, des Herrn von Villiputtur, wo Menschen mit den Veden auf den Lippen leben, hat dies in tamilische Verse gefasst. Wer sie beherrscht, gelangt ohne Mangel nach Vaikuntha.

(524) Noch bevor der Hahn rief, kamen wir, um einzutauchen und zu baden. Nun ist die Sonne mit ihrem Strahlenrad aufgegangen. Du, der auf dem Schlangenlager ruht, wir haben große Hilflosigkeit erlitten; nie wieder werden wir zu diesem Teich kommen! Meine Freundin und ich verneigen uns vor dir. Bitte gib uns unsere Kleider zurück! (525) Was ist denn hier geschehen? Ach, wie bist du an diesen Teich gekommen? Herr mit honigduftendem Tulasi auf dem Haupt, Wunderbarer, unser Nektar! Das Glück ist uns nicht günstig; das können wir nicht tun. Geschickter Junge, dränge uns nicht! Du bist auf die Schlange gesprungen und hast auf ihr getanzt. Gib die Kleider vom Kuruntu-Baum herunter! (526) He, was ist das für ein übermütiger Streich? Wenn unsere Mütter es sehen, werden sie es nicht dulden. Du denkst gar nicht daran, dass dies Unrecht ist, sondern sitzt oben im blühenden Kuruntu-Baum. Du hast mit deinem Bogen Lanka zerstört. Wir geben dir alles, was du verlangst; lass uns fortgehen, bevor die Leute uns sehen. Bitte gib uns unsere Seidengewänder zurück! (527) Schau, wie wir die Augen weit aufreißen und überall umherblicken, hier in dem Teich, in dem viele Menschen baden. Unsere Tränen lassen sich nicht zurückhalten; sie strömen vor Angst und Unruhe. Du kennst kein Erbarmen, Herr, der Lanka zerstörte! Jetzt haben wir verstanden, dass du König der Affen bist. Gib die Kleider vom Kuruntu-Baum herunter!

(528) Kayal- und Valai-Fische schwimmen durcheinander und beißen uns in die Beine. Wenn unsere Brüder mit Speeren kommen und dich verjagen, was ist das dann noch für ein Spiel? Bleibe nicht mit all unseren schönen kleinen Gewändern dort oben sitzen. Schöner dunkler Herr, gib die Kleider vom Kuruntu-Baum herunter! (529) In dem Teich, in dem die Lotusse weit aufblühen, stechen uns ihre Stängel in die Beine. Wir leiden große Schmerzen, als hätte uns ein giftiger Skorpion gestochen. Unser König, der Töpfe hochwerfen und dabei tanzen kann, gib all deine Listen auf und gib uns unsere Seidengewänder zurück! (530) Wir stehen im Wasser und werden müde. Du hast Unrechtes getan! Das Dorf liegt sehr weit entfernt, du, der alle Weltalter kennt. Unsere Liebe gilt allein dir; doch unsere Mütter werden dies nicht dulden, wenn sie es sehen. Bleibe nicht oben im blühenden Kuruntu-Baum sitzen, sondern gib uns unsere Gewänder, damit wir gehen können! (531) Hier sind nicht nur die Töchter deiner Tanten; auch alle anderen sind gekommen. Du, dessen reine Blütenaugen im uralten nächtlichen Schlaf ruhen! Dies führt wahrlich nicht zum Guten; das sagen wir dir ganz bestimmt. Zarter Spross der Hirten, gib die Kleider vom Kuruntu-Baum herunter!

(532) Als Kamsa dir seine Falle stellte, entkamst du in der finsteren Nacht. Nun bist du gekommen, um uns hier stehenden Mädchen Kummer ins Herz zu bringen. Yashoda wird dich nicht mit einschüchternden Worten zurechtweisen; sie lässt dich frei gewähren. Du Unverschämter, der die Milch der trügerischen Dämonin trank, gib uns die Kleider! (533) Kotai, die Tochter des verehrten Herrn von Puduvai, das von goldenen Häusern umgeben ist, hat in süßer Melodie diese Girlande von zweimal fünf Liedern gesungen: über das Spiel unseres vollkommenen dunklen Herrn mit den Mädchen. Wer sie beherrscht, wird nach Vaikuntha eingehen und dort mit dem ewigen Madhava wohnen. (534) Der Gott, den viele Klarsehende mit gefalteten Händen verehren, der freigebige Bräutigam von Maliruncholai: Wenn er mich an dem Ort, an dem er ruht, aufnehmen wird, damit ich seine Füße massiere, dann füge dich günstig, Kudal-Orakel! Kūṭal ist hier ein spielerisches Liebesorakel; der wiederkehrende Wunsch nach »Zusammenfinden« gilt zugleich dem Zeichen und der erhofften Vereinigung. (535) Vamana, der freudig und ohne Ermüdung im bewaldeten Venkatam und in der Stadt Kannapuram wohnt: Wenn er herbeieilen, meine Hand ergreifen und mich mit sich verbinden wird, dann füge dich günstig, Kudal-Orakel!

(536) Er, den der lotusgeborene Brahma preist und die Himmlischen verehren können, der große Sohn Devakis mit ihrer schönen hellen Stirn, der edle Sohn des hochberühmten Vasudeva: Wenn er kommt, dann füge dich günstig, Kudal-Orakel! (537) Während die Hirtinnen und Hirten erschraken, stieg er auf den hohen blühenden Kadamba-Baum, sprang ins Wasser und tanzte auf Kaliya. Wenn dieser Tänzer kommt, dann füge dich günstig, Kudal-Orakel! (538) Er zog nach Mathura mit seinen hohen Häusern und Palästen, kam mitten durch unsere Straße und trat den großen brunftigen Elefanten mit dem Stirnschmuck nieder. Wenn er sich mit mir vereint, dann füge dich günstig, Kudal-Orakel! (539) Er ist frei von Bindung; als er das Gehen lernte, brachen die Maruta-Bäume entzwei. Er überlistete und tötete Kamsa und ist der siegreiche Herr des glänzenden Mathura. Wenn er kommt, dann füge dich günstig, Kudal-Orakel!

(540) Er tötete einst den Übeltäter Shishupala; die hohen Maruta-Bäume, die Stiere, der Vogel und der mächtige Kamsa mit dem siegreichen Speer fielen durch ihn. Wenn er kommt, dann füge dich günstig, Kudal-Orakel! (541) Er wohnt nirgends lieber als im Herzen derer, die sehnsüchtige Liebe besitzen. Er ist der Hüter des duftumgebenen Dvaraka, der Kuhhirte, der Kälber weidet und dabei spielt. Wenn er kommt, dann füge dich günstig, Kudal-Orakel! (542) Er nahm die schöne Gestalt eines Zwerges an und ging einst zu Mahabalis großem Opfer; mit einem einzigen Schritt nahm er Weltenraum und Erde in Besitz. Wenn er kommt, dann füge dich günstig, Kudal-Orakel! (543) Er ist der Sinn der vier beständig rezitierten Veden. Er schenkte dem Elefanten, dessen Brunftsaft floss, Rettung. Unser Schöner, der jugendliche Herr im Herzen der geschmückten Hirtinnen: Wenn er kommt, dann füge dich günstig, Kudal-Orakel!

(544) Vom Schmollen und Zusammenfinden, vom gegenseitigen Verstehen und der Vereinigung mit dem ewig ruhmreichen Herrn singen die Hirtinnen beim Kudal-Spiel. Die schönhaarige Kotai hat diese zehn Lieder zuerst ausgesprochen. Wer sie beherrscht, bleibt frei von Sünde. (545) Weil ich Madhava liebe, den Edelsteinfarbigen von bleibendem großem Ruhm, den jungen Herrn mit der juwelengeschmückten Krone, verliere ich meine Muschelarmreifen – ist das recht? Kuckuck, der im Dickicht von Punnai, Kurukkatti, Nyalal und Serunti wohnt, rufe immer wieder und unablässig, damit mein Herr mit dem korallenroten Mund rasch kommt! (546) Der Unbefleckte, der das weiße, schallende Muschelhorn in der linken Hand hält, zeigt mir seine Gestalt nicht. Er ist in mein Herz eingedrungen, lässt mich dahinschwinden, haucht mir täglich wieder Leben ein und schaut zu, wie ich mich in seinem Spiel bewege. Kuckuck, der honigreiche Champaka-Blüten zerpflückt und freudig singt, sitze nicht nur da und zwitschere leise: Rufe meinen Herrn von Venkatam herbei! (547) Matali führte vorn den Wagen mit seinem Treiberstab; der wunderbare Herr schoss einen Pfeilhagel auf Ravana, sodass dessen Köpfe immer wieder abgetrennt zu Boden fielen. Doch ich sehe diesen Herrn nirgendwo zu mir kommen. Kuckuck, der du im blühenden, frisch duftenden Garten den Gesang der gesprenkelten Bienen hörst und mit deiner Gefährtin lebst: Rufe meinen dunklen Rubin herbei!

(548) Meine Knochen schmelzen, meine beiden langen speergleichen Augen schließen sich seit vielen Tagen nicht. Ich bin ins Meer des Leids geraten und werde umhergetrieben, ohne das Boot zu finden, das »Herr von Vaikuntha« heißt. Auch du kennst die Krankheit, von einem geliebten Wesen getrennt zu sein, Kuckuck. Rufe den segensreichen Herrn herbei, auf dessen Fahne Garuda mit seinem goldglänzenden Leib steht! (549) Aus Sehnsucht, die goldenen Füße dessen zu sehen, der in Villiputtur wohnt, wo sanft schreitende Schwäne ausgebreitet spielen, finden meine beiden fischgleichen Augen keinen Schlaf. Meinen schönen Papagei habe ich mit süßem Reis und köstlicher Milch aufgezogen; ich werde ihn dir zum Freund geben, Kuckuck. Rufe den herbei, der die Welt durchmessen hat! (550) Hrishikesha, den die Unsterblichen in allen Himmelsrichtungen verehrend preisen, bedrängt mich. Mein weißes, perlengleiches Lächeln, mein roter Mund und meine Brüste haben ihre Schönheit verloren. Junger Kuckuck, der im Garten voller Blütenbüschel schläft und seine kostbaren Augen schließt: Wenn du meinen wahren Herrn herbeirufst, kann ich dir nichts als mein Haupt zum Dank anbieten. (551) Weil ich mich danach sehne, mit dem zu vereinen, der im wogenden Milchmeer ruht, schwellen meine Brüste in Erregung, bedrängen mich und bringen mein Leben in Unruhe. Schöner Kuckuck, was sollte ich dir verheimlichen? Wenn du den herbeirufst, dessen Hände Diskus, Muschelhorn und glänzende Keule tragen, erwirbst du großes Verdienst.

(552) Der Geschickte mit den breiten Händen, der den Bogen Sharnga kraftvoll spannt, ist der rechte Gefährte für mich. Das geheime Einverständnis, das wir in unserem Haus getroffen haben, kennen nur er und ich. Kleiner Kuckuck, der in den Mangogärten mit ihren süßen Früchten an roten jungen Blättern pickt: Wenn du Tirumal rasch hierher rufst, wirst du sehen, was ich mit ihm tun werde! (553) Ich bin im Netz dessen gefangen, der Shridhara heißt und die Farbe eines grünen Papageis hat. Kuckuck, der im leuchtenden Garten voller summender Bienen wohnt, höre genau zu: Entweder rufst du den Herrn mit Muschelhorn und Diskus herbei, oder du bringst mir meine goldenen Armreifen zurück. Wenn du in diesem Garten leben willst, musst du unbedingt eines von beidem tun! (554) Ich liebe den, der einst die Welt durchmaß, und diene ihm; doch er bedrängt mich. Ich begreife nicht, warum Südwind und Mond mich durchdringen und quälen dürfen. Kuckuck, sitze nicht auch noch ständig in diesem Garten und peinige mich! Wenn du Narayana heute nicht herbeirufst, werde ich dich von hier vertreiben. (555) Die junge Frau mit speergleichen Augen liebt den Helden, der sich bis zum Himmel streckte und mit seinem Schritt die Welt durchmaß. »Dunkler Kuckuck, rufe meinen Meeresfarbigen herbei, damit ich ihn sehen kann!« – so lauten ihre Worte. Kotai, die Tochter Pattarpirans, des Herrn von Puduvai unter den kundigen Sängern der vier Veden, hat diese innige Wortgirlande gesprochen. Wer sie beherrscht, wird »Namo Narayanaya« sagen.

(556) »Der vollkommene Narayana kommt, von tausend Elefanten umgeben, im feierlichen Umzug!« Ihm entgegen wurden gefüllte goldene Krüge aufgestellt und überall Festgirlanden angebracht. Das habe ich im Traum gesehen, meine Freundin! (557) »Morgen ist die Hochzeit« – so wurde der Tag festgesetzt. Unter den Festbaldachin, geschmückt mit den Blütenscheiden der Arekapalme, trat der kraftvolle junge Stier ein, den man den mächtigen Löwen, Madhava und Govinda nennt. Das habe ich im Traum gesehen, meine Freundin! (558) Indra und alle Scharen der Götter kamen, setzten sich nieder, baten um mich als Braut und berieten die Hochzeit. Man kleidete mich in das mit Mantras geweihte Festgewand; Antari legte mir die Hochzeitsgirlande um. Das habe ich im Traum gesehen, meine Freundin! (559) Heiliges Wasser wurde aus allen vier Himmelsrichtungen herbeigebracht und reichlich gesprengt. Viele gelehrte Brahmanen erhoben ihre Stimmen zum Lob. Mir und dem Heiligen mit dem Blütenkranz band man die schützende Schnur um. Das habe ich im Traum gesehen, meine Freundin!

(560) Gewandte junge Frauen kamen mit strahlenden Lampen und heiligen Krügen, um ihn zu empfangen. Der König von Mathura trat mit seinen Füßen auf den Boden und zog ein, sodass alles ringsum erbebte. Das habe ich im Traum gesehen, meine Freundin! (561) Die Trommeln dröhnten, die gestreiften Muschelhörner wurden lange geblasen. Unter dem Baldachin, von dem Reihen perlenbesetzter Girlanden herabhingen, kam mein Bräutigam, der vollkommene Madhusudana, und ergriff meine Hand. Das habe ich im Traum gesehen, meine Freundin! (562) Männer mit reiner Rede rezitierten die guten Veden und ihre Mantras, breiteten frisches grünes Schilfgras aus und legten die Einfassung des Opferfeuers. Er, der einem mächtigen, zornig erregten Elefanten gleicht, nahm meine Hand und führte mich um das Feuer. Das habe ich im Traum gesehen, meine Freundin! (563) Der vollkommene Narayana, dem wir gehören und der uns in diesem Leben und durch sieben mal sieben Geburten hindurch Halt gibt, ergriff mit seiner rechtschaffenen heiligen Hand meinen Fuß und ließ mich auf den Mahlstein treten. Das habe ich im Traum gesehen, meine Freundin!

(564) Meine Brüder mit bogengleichen Brauen und leuchtenden Gesichtern kamen, richteten das Feuer her und stellten mich davor. Sie legten meine Hand auf die Hand Achyutas mit dem löwengleichen Antlitz; gemeinsam schöpften wir gerösteten Reis und opferten ihn ins Feuer. Das habe ich im Traum gesehen, meine Freundin! (565) Mit Kumkum bestrichen und mit kühler Sandelpaste gesalbt zogen wir durch die festlich geschmückten Straßen. Ich ging mit ihm zum großen Hochzeitsbad; auf dem Elefanten sitzend wurden wir mit dem heiligen Badewasser übergossen. Das habe ich im Traum gesehen, meine Freundin! (566) Kotai, die Tochter des Herrn von Villiputtur, das die Veyar preisen, hat den Traum ihrer Hochzeit mit dem Hirten in diese reine tamilische Girlande aus zweimal fünf Liedern gefasst. Wer sie beherrscht, wird gute Kinder erhalten und sich an ihnen freuen. (567) Duftet er nach Kampfer? Duftet er nach der Lotusblüte? Wie süß mag sein heiliger korallenroter Mund schmecken? Voller Verlangen frage ich nach Geschmack und Duft des Mundes Madhavas, der den Stoßzahn abbrach. Sage es mir, weißes Muschelhorn aus dem Meer!

(568) Du wurdest im Meer geboren und wuchsest unbeachtet im Leib Panchajanas heran. Dann nahmst du auf der erhobenen Handfläche des Herrn der Weltalter Wohnung. Nun ertönst du so, dass die bösen Asuras in Qual geraten. Solche Gestalt und Macht hast du, gutes Muschelhorn! (569) Wie der volle Herbstmond über einem mächtigen Berg aufgeht, so hast du auf der Hand Vasudevas, des Königs von Mathura im Norden, Wohnung genommen und thronst dort, du schönes großes Muschelhorn! (570) Wie die Mondscheibe sitzt du ohne jeden Abstand auf Damodaras Hand. Es sieht aus, als flüstertest du ihm ein Geheimnis ins Ohr, rechtsgewundenes Muschelhorn! Selbst Indra kommt dir an Glück und Reichtum nicht gleich. (571) Niemand fragt nach denen, die mit dir im selben Meer lebten: »Wer ist dieser, wer ist jener?« Du aber trinkst Tag um Tag den Mundnektar Madhusudanas, der als König dasteht, Panchajanya!

(572) Du brauchst keine Pilgerfahrt zu heiligen Badeplätzen zu machen. Du bist auf die Hand dessen gestiegen, der die beiden beieinanderstehenden Maruta-Bäume niederzog, und hast dort Wohnung genommen. Rechtsgewundenes Muschelhorn, du darfst unmittelbar in das heilige Wasser aus dem Mund des rotäugigen Herrn eintauchen und darin baden, dessen heilige Stätte sonst fern ist! (573) Wie ein Schwan Honig von einer frisch erblühten roten Lotusblüte genießt, so bist du auf die schöne Handfläche Vasudevas mit den roten Augen und dem dunklen Leib gestiegen und ruhst dort königlich. König der Muschelhörner, wie herrlich ist dein Glück! (574) Fragt man nach deiner Nahrung, so ist es der Mundnektar dessen, der die Welt durchmaß. Willst du schlafen, so ruhst du auf der Hand des Meeresfarbigen. Die Scharen der Frauen erheben laute Klage gegen dich. Du treibst mancherlei Übermut, Panchajanya! (575) Während sechzehntausend Gemahlinnen zuschauen, trittst du hinzu und trinkst allein Madhavas Mundnektar, der doch allen gemeinsam zum Genuss bestimmt ist, als schlürftest du Honig. Werden sie darüber nicht mit dir streiten, glückliches großes Muschelhorn?

(576) Kotai, die Tochter des ruhmreichen Pattarpiran aus dem freigebigen Puduvai, hat in diesen zweimal fünf tamilischen Liedern die innige Verwandtschaft zwischen Panchajanya und Padmanabha besungen. Wer sie aufmerksam betrachtet und damit lobpreist, gehört ebenfalls zu seinen Vertrauten. (577) Wolken, die ihr euch wie ein blauer Baldachin über den Himmel breitet! Ist auch mein Tirumal vom Venkatam, wo klares Wasser herabströmt, mit euch gekommen? Tränen tropfen auf die Wölbung meiner Brüste, und ich vergehe. Ist es für ihn etwa ein Ruhm, mein Frausein so zugrunde zu richten? (578) Große Wolken, die ihr einen Schatz mächtiger Perlen ausschüttet! Welche Nachricht gibt euch der tatkräftige Herr von Venkatam, dessen Farbe der tiefen Nacht gleicht? Das Feuer der Sehnsucht ist in mich eingedrungen und verzehrt mich. Soll ich mitten in der Nacht hier auch noch der Südbrise schutzlos ausgeliefert bleiben? (579) Glanz, Farbe, Armreifen, Sammlung und Schlaf: All das hat mich in meiner Hilflosigkeit verlassen und mich verwüstet zurückgelassen. Ihr mitleidsvollen Wolken, werde ich mein Leben erhalten können, indem ich die Eigenschaften meines Govinda vom Venkatam mit seinen kühlen Wasserfällen singe?

(580) Wolken, in deren Leib die Blitze aufleuchten! Dem Herrn von Venkatam, dessen herrliche Brust der Wohnsitz der Shri ist, berichtet meine Liebe: Ich sehne mich danach, dass er meine jungen Brüste begehrt und mich täglich seinen goldenen Leib umarmen lässt. (581) Große Wolken, die ihr euch über den Himmel erhebt, euch über Venkatam sammelt und regnet, sodass die honigreichen Blüten verstreut werden! Er hat mit scharfen, fleischbedeckten Nägeln Hiranyas Leib aufgerissen. Sagt mir, ob er die Armreifen zurückgeben wird, die er mir genommen hat! (582) Kühle Wolken, die ihr wasserbeladen emporsteigt und dicht über Venkatam regnet, wo der Herr wohnt, der Mahabali die Erde nahm! Narayana ist in mich eingedrungen und hat mir meine Schönheit genommen; innerlich schwinde ich wie eine von Insekten ausgehöhlte Vila-Frucht. Berichtet ihm von meiner quälenden Krankheit! (583) Kühle Wolken! Tragt dem rotäugigen Herrn von Venkatam, der das große muschelreiche Meer gequirlt hat, diese Bitte vor, indem ihr euch unter seine roten Füße werft: »Wenn du nur einen Tag zu ihr kommst und bei ihr bleibst, sodass die Kumkumpaste auf ihren Brüsten verwischt, dann wird ihr Leben bei ihr bleiben.«

(584) Dunkle Wolken, die ihr in der Regenzeit aufsteigt! Ich nenne den Namen dessen, der zur Zeit des Kampfes hervortrat und stritt und nun in Venkatam wohnt; dabei falle ich dahin wie ein altes schönes Erukku-Blatt in der Regenzeit. Wird er mir nicht eines Tages ein Wort über die Zeit seiner Ankunft schenken? (585) Große Wolken, die ihr euch wie brunftige Elefanten erhebt und Venkatam als eure Heimat bewohnt! Was sagt der auf der Schlange Ruhende? Er selbst soll doch immer die Zuflucht sein. Werden die Menschen dieser Welt nicht über die Nachricht urteilen: »Ohne Rücksicht hat er eine rankenzarte Frau zu Tode gequält«? (586) Die schönstirnige Frau liebt den auf dem Schlangenlager Ruhenden und trägt den Wolken ihre Bitte auf, damit sie als Boten zum Herrn von Venkatam ziehen. Kotai, die Tochter des Herrn von Puduvai, der nie aus der Freude an Gott fällt, hat diese tamilischen Lieder gesprochen. Wer sie im Herzen bewahrt und rezitiert, wird sein Diener. (587) Wie rotes Sindura-Pulver sind überall in Tirumaliruncholai die Indragopa-Insekten hervorgekommen und haben sich ausgebreitet. Werden wir dem Wirbel dessen entkommen, der schöne Schultern besitzt und einst den Mandara aufstellte, um den süßen, reichen Nektar zu gewinnen?

(588) Im schönen Blütenwald von Maliruncholai, wo Kampfelefanten miteinander streiten, zeigen die girlandenartigen Mullai-Ranken ihr weißes Lächeln. Die in der Regenzeit blühenden Pita-Sträucher scheinen laut über mich zu lachen; ich kann es nicht ertragen. Bei wem soll ich klagen, Freundin, über die Unruhe, die seine Girlande in mir ausgelöst hat? (589) Leuchtende Karuvilai-Blüten, Kaya-Blüten! Ihr zeigt mir das Licht von Tirumals Gestalt. Nennt mir einen Weg, wie ich überleben kann! Ist es recht, dass der Vollkommene von Tirumaliruncholai, auf dessen festen Schultern Shri spielt, in mein Haus eindringt und meine gestreiften Armreifen als Pfand an sich nimmt? (590) Kuckucke in den grünen Gärten, Pfauen, leuchtende Karuvilai-Blüten, frische Kala-Früchte und duftende farbige Puvai-Blüten: Ihr fünf großen Übeltäter! Warum tragt ihr die Farbe unseres Herrn, der im schönen Maliruncholai steht, und was soll ich dagegen tun? (591) Bienenschwärme, die ihr an den Blüten hängt und der Gestalt der rotäugigen dunklen Wolke gleicht, die in Tirumaliruncholai inmitten hoher Blütengärten steht! Ihr dicht beieinanderliegenden Blütenteiche und ihr roten Lotusse in ihnen! Nennt mir eine Zuflucht!

(592) Dem Vollkommenen von Maliruncholai mit seinen duftenden Gärten habe ich hundert große Gefäße Butter mit meinem Mund gelobt und im Gebet bereitgestellt. Ich habe ihm hundert Gefäße voll süßem Akkara-Adisil versprochen. Wird der Herr, dessen Herrlichkeit immer wächst, heute kommen und diese Gaben annehmen? (593) Wenn er heute kommt und all dies als Speise annimmt, werde ich jedes einzelne Gefäß hunderttausendfach geben und ihm darüber hinaus weiter dienen. Möge der Herr, der in Tirumaliruncholai steht, wo die Südbrise duftet, in mein dienendes Herz kommen und dort unmittelbar gegenwärtig sein! (594) Am Morgen erheben sich die Scharen dunkler Vögel und verkünden in ihrem Lied die Ankunft des Herrn. Ist dieser bezaubernde Gesang wahr? Sie sprechen doch die Worte des Herrn vom Gartenberg, unseres Herrn von Dvaraka, des Herrn auf dem Banyanblatt! (595) In Maliruncholai, in dessen Gärten Kongu blüht, hängen goldene Blütengirlanden von den Konrai-Bäumen herab. Mit ihnen hänge auch ich kraftlos dahin. Wann wird mich der Klang des Muschelhorns erreichen, das er an sein blütenschönes Antlitz setzt und bläst, und wann der Klang der Sehne seines Bogens Sharnga?

(596) In Maliruncholai fließt der Silambaru herab: Er trägt Sandel und dunkles Adlerholz mit sich und stößt gegen seine breiten Ufer. Dem Schönen, der dort steht, hat Kotai mit ihrem von Bienen umschwärmten Haar diese zehn Lieder in edlem Tamil gewidmet. Wer sie beherrscht, erreicht Tirumals Füße. (597) Dunkle Kantal-Blüten! Der Herr von der Farbe des dunklen Meeres hat euch in Schlachtordnung gegen mich geschickt. Wohin ist er selbst gegangen? Bei wem sollen wir nun klagen? Ach, ich kann das Herz, das zu seiner schönen Tulasi-Girlande eilt, nicht wieder unter meine Gewalt bringen! (598) Hoch aufragende Blüten! Verbrennt mich nicht wie der glühende Diskus, der in der rechten Hand des Urherrn der Veden erstrahlt, dessen Licht über allen höheren Welten sichtbar ist. Könnt ihr mich stattdessen in die Gemeinschaft derer aufnehmen, die von solchem Leid frei geworden sind? Der Ausdruck māṟṟōlaip paṭṭavar in der Schlusszeile ist erklärungsbedürftig; die Übersetzung gibt den erkennbaren Gegensatz zum Verbrennen wieder. (599) Herrin Kovai-Ranke, raube mir mit deinen reifen Früchten nicht das Leben! Vor ihm mit dem schönen Mund fürchten wir uns. Für mich Unglückliche und Schamlose ist nun offenbar geworden: Auch der auf der Schlange Ruhende besitzt, wie seine Schlange, eine gespaltene Zunge!

(600) Herrin Mullai-Ranke, bereite mir mit deinem Lächeln keine Qual! Erhabene Dame, bei dir suche ich Schutz. Wenn selbst das Wort des jungen Helden falsch ist, der der wilden Rakshasi die Nase abschnitt, ist dann nicht auch meine eigene Geburt vergeblich gewesen? (601) Singende Kuckucke, was ist das für ein Lied? Wenn der Herr des guten Venkatam uns ein Leben schenkt, dann kommt und singt! Wenn er mit der wehenden Garuda-Fahne kommt, Gnade erweist und sich mit mir vereint, werden wir euch herbeirufen und eure Lieder hören. (602) Ihr großen Pfauenscharen, vor euch werfe ich mich nieder, die ihr in schönem Tanz die heilige Gestalt Krishnas nachahmt! Seht nur, in welchen Zustand uns der Bräutigam versetzt hat, der seit unzähligen Zeiten auf dem Schlangenlager mit seinen ausgebreiteten Hauben ruht! (603) Große Pfauen, die ihr tanzt und eure Schwanzfedern ausbreitet! Ich Unglückliche habe keine Kraft mehr, euren Tanz anzusehen. Govinda, der Tänzer mit den Töpfen, hat wie ein König seinen Tribut von uns erhoben und all unseren Besitz an sich genommen. Braucht ihr noch etwas darüber hinaus?

Lesebereich 604–646

(604) Regen, o Regen! Wie Wachs in einer außen mit Lehm umhüllten Form von innen zum Schmelzen gebracht wird, so ergieße dich über mich! Kannst du herabströmen, während der schöne Herr von Venkatam mich umarmt und in meinem Herzen eingeschlossen ist, und uns dabei ganz ineinander verschmelzen lassen? (605) Meer, o Meer! Er hat dich gequirlt, in Unruhe versetzt und deine innere Essenz herausgenommen. Derselbe Wunderbare ist auch in meinen Leib eingedrungen und entzieht mir meine Lebenskraft. Wirst du zu seinem Schlangenlager gehen und ihm von all meinen Qualen erzählen? (606) Meine gute Freundin, der Herr auf dem Schlangenlager ist reich und groß. Wir sind kleine Menschen; was können wir tun? Wenn Vishnuchitta von Villiputtur seinen Gott auf die ihm mögliche Weise herbeibringen kann, dann werden wir ihn sehen. (607) Ihr schön Geschmückten, gleichen nicht die Muschelreifen, die wir an unseren Händen lieben, dem Muschelhorn, das er in seiner Hand liebt? Doch der Herr von Tiruvarangam, der auf der Schlange mit den feurigen Mäulern ruht, sieht mein Gesicht nicht an. Ach, meine Damen, ach!

(608) Ihr schönen Mütter, mein süßer Nektar von Arangam ist schön an Haar, Mund und Augen; schön ist die Lotusblüte, die aus seinem Nabel aufsteigt. Unser Herr hat auch meine lockeren Armreifen tatsächlich zu heruntergleitenden Reifen gemacht! (609) Unser Herr regiert die vom brandenden Meer umgebene Erde und die Himmelswelt, ohne dass irgendwo etwas seiner Herrschaft entgeht. Der reiche Herr von Tiruvarangam hält das gerechte Zepter. Wird etwa erst mein schöner Armreif seine Not beheben? (610) Der Herr von Arangam mit seinen ummauerten, oben geschmückten Häusern, Vamana, der frische grüne Gott, empfing einst das Schenkungswasser. Wenn ihm damals beim Betteln etwas fehlte und er deshalb nun meine Armreifen begehrt, soll er dann nicht durch diese Straße kommen? (611) Unser Herr nahm die listige kleine Zwerggestalt an, empfing in seiner goldenen Hand das Schenkungswasser und maß alle Welten aus. Er ruht auf der Schlange im kühlen Arangam, wo gute Menschen wohnen. Nun scheint er auch noch nach dem wenigen Besitz zu greifen, den wir Mittellosen in Händen haben.

(612) Schon zuvor nahm der reiche Herr von Tiruvarangam, wo das Wasser der Kaveri in die Felder strömt, den Schmuck meiner Hände an sich. Er steht als Wesen aller Dinge und bleibt doch für jeden unerreichbar; er ist der Wortsinn der vier Veden. Jetzt hat er auch mein eigentliches Sein an sich genommen. (613) Ohne zu essen oder zu schlafen durchquerte er das brausende Meer, gebunden an die Gestalt einer Frau. An all die Verwirrung, die er damals selbst erlitt, denkt der reiche Herr des fest ummauerten Tiruvarangam nicht mehr. Er denkt nur noch an seine eigene Größe! (614) Für die Erdentochter, die einst von Schlamm und Algen bedeckt dalag, nahm der strahlende Gott ohne Scheu die Gestalt eines Ebers an, dessen schmutziger Leib keine Schönheit besaß. Die Worte, die dieser reiche Herr von Tiruvarangam zu mir gesprochen hat, lassen sich nicht aus meinem Herzen entfernen, wie sehr ich es auch versuche. (615) Shishupala hatte alles für die Hochzeit vorbereitet und saß entschlossen da, die Hand der jungen Frau zu ergreifen. Doch er verlor seinen Glanz und musste fassungslos zusehen, wie der Herr ihre Hand nahm. Der Ort, den dieser Gebieter der Frauen liebt, heißt ebenfalls Arangam.

(616) Vishnuchitta hat das große wahrhaftige Wort gehört, das der rechtschaffene Herr von Tiruvarangam verkündet hat: »Die mich lieben, liebe ich.« Wenn dieses Wort nun bei ihm selbst unwahr wird, wer könnte es dann noch zur Geltung bringen? (617) Ihr Außenstehenden könnt die Liebe, die Madhava heißt und die mich ganz ergriffen hat, nicht verstehen. Alles, was ihr mir sagt, ist wie ein Gespräch zwischen Tauben und Stummen. Der Vollkommene verließ die Mutter, die ihn geboren hatte, und wuchs im Haus einer anderen Mutter auf. Bringt mich vor Mathura, dorthin, wo er den Kampfplatz erreichte, ohne den Ringern auszuweichen! (618) Sich noch zu schämen hat keinen Sinn; alle Nachbarn ringsum wissen längst Bescheid. Wenn ihr mich unverzüglich heilen und wieder so werden lassen wollt wie früher: Beim Anblick des Wunderbaren, der als kleiner Schüler die Welt durchmaß, wird sich mein Zustand wenden. Wenn ihr mich wirklich retten wollt, bringt mich nach Aypadi! (619) Wenn sich erst das Gerücht verbreitet: »Sie hat Vater, Mutter und Verwandte zurückgelassen und ist allein ihres Weges gegangen«, wird es schwer sein, die Schande abzuwenden. Der Wunderbare kommt und zeigt mir immer wieder seine Gestalt. Bringt mich mitten in der dunklen Nacht an die Haustür Nandagopalas, der einen Sohn bekam, der Verwirrung stiftet, den guten Ruf gefährdet und seine Streiche treibt!

(620) Seht diese meine Brüste: Als sprächen sie »Wir sehen kein anderes Gesicht als das dessen, der den Diskus auf seiner Hand trägt«, sind sie mit einem roten Band verhüllt und schämen sich beim Anblick gewöhnlicher Männer. Niemandem außer Govinda öffnen sie sich. Lasst dieses Leben hier hinter euch und bringt mich an das Ufer der Yamuna! (621) Niemand kann meine Krankheit verstehen, ihr Mütter; bemüht euch nicht vergeblich! Sie wird vergehen, wenn der eine, den man den Dunkelmeeresfarbigen nennt, mich mit seiner Hand berührt – das ist das erprobte Mittel. Er stieg auf den Kadamba-Baum am Ufer, sprang auf Kaliyas Kopf und tanzte dort wie auf einem Schlachtfeld. Bringt mich an das Ufer dieses Teiches! (622) Die dunkle kühle Wolke, die Karuvilai-Blüte, die Kaya-Blume und der Lotus kommen und ziehen mich fort: »Geh zu Hrishikesha!« Bringt mich nach Pattavilochanam, wo er schwitzend und hungrig, mit sich regendem Magen, nach der gewünschten Reisspeise Ausschau hält und sehnsüchtig wartet: »Jetzt ist die Zeit zum Essen.« (623) Meine veränderte Hautfarbe, mein verwirrtes Herz, meine verlorene Scheu, die blassen Lippen, die Unfähigkeit zu essen und das innere Dahinschwinden werden vergehen, wenn man mir die Girlande aus kühlem Tulasi umlegt, die dem Wogenfarbigen gehört. Bringt mich nach Pandivatam, wo Baladeva Pralamba besiegte und seine Macht zerstörte!

(624) Ja, er durfte Kälber hüten; ja, er wurde in einem Geschlecht geboren, das im Wald lebt; ja, er ließ sich packen und an den Mörser binden. Ihr Unverständigen, ist das für euch ein Grund zum Spott? Redet nicht daher, was ihr gelernt habt, und zieht euch damit Beschimpfung zu! Bringt mich zum Govardhana, den er als siegreichen Schirm hochhielt und den Regen abwehrte, damit die Rinder leben konnten! (625) Der Papagei in seinem Käfig ruft immerzu: »Govinda, Govinda!« Wenn ich mich ärgere und ihm kein Futter gebe, ruft er noch lauter: »Er, der die Welt durchmessen hat!« Bringt euch nicht selbst in schwere öffentliche Schande und verliert nicht euren guten Ruf. Bringt mich nach Dvaraka, das von Häusern mit hohen, geschmückten Dächern umgeben ist! (626) Die Frau mit dem lang herabfallenden Haar fasste den festen Entschluss, ihre Angehörigen sollten sie zu seinen Orten bringen, vom beständigen Mathura bis zum reichen Dvaraka. Kotai, die Tochter Vishnuchittas, des Herrn von Puduvai mit seinen glänzenden goldenen Häusern, hat dies in einer wohlklingenden Girlande edler Worte ausgesprochen. Wer sie lobend rezitieren kann, hat seinen Wohnort in Vaikuntha. (627) Ich liege da, ganz an den Anblick der dunklen Gottheit gewöhnt, die Krishna heißt. Steht nicht abseits und redet schöne Worte; das wäre, als gösse man Säure in eine Wunde. Bringt das gelbe Gewand von der Hüfte des Herrn, der das Leiden einer Frau nicht kennt, und fächelt mir damit zu, damit meine Qual nachlässt!

(628) Ich bin ins Netz des Höchsten geraten, der auf dem milchsaftreichen Banyanblatt schlief. Redet nicht alles, was euch beliebt; das wäre, als nähte man mit einem Speer! Bringt den dunklen, kühlen Tulasi des Hirten, der mit dem Stab die Herden weidet, des Topftänzers, der in Kudantai ruht, und legt ihn auf meine sanften, gewellten Haare! (629) Der Dunkle mit dem Bogen, der Kamsa vernichtete, hat mit dem gefiederten Pfeil seines Seitenblicks mein Herz durchbohrt. Getroffen und brennend verliere ich den Halt und vergehe. Er allein sagt mir nicht: »Fürchte dich nicht!« Wenn er ohne Täuschung die Waldblumengirlande hergibt, die er auf der Brust trägt, bringt sie und legt sie auf meine Brust! (630) Wer in der Welt könnte dies ertragen? Der dunkle Stier, der im Hirtenort Nahrung stiehlt und isst, hat mich zerwühlt; erschöpft und zerbrochen liege ich da. Bringt die Feuchtigkeit, die aus dem nektargleichen Mund dessen quillt, der selbst unersättlicher Nektar ist. Lasst sie nicht vertrocknen, sondern gebt sie mir zu trinken und nehmt mir meine Erschöpfung! (631) Ob ich weine oder mich verehrend verneige, er zeigt seine Gestalt nicht; er sagt nicht: »Fürchte dich nicht!« Doch innerlich umfasst und durchdringt er mich, kreist um mich und geht nicht fort. Bringt die Feuchtigkeit von der Öffnung der Flöte, die der große Herr bläst, wenn er hinter den Rindern aus dem belaubten Hain kommt, und streicht sie kühlend auf mein Gesicht!

(632) In dieser Welt ohne verlässliche Ordnung hat der grausame, harte Tirumal, den man Nandagopas Sohn nennt, mich wie unter Hufen zertreten. Ich kann mich nicht einmal zur Seite wenden. Bringt den Staub aus den Fußspuren, die dieser schonungslose Herr hinterlässt, und bestreicht damit meinen Leib, aus dem das Leben dennoch nicht weicht! (633) In dieser Welt, in der niemand sich dem Träger der siegreichen Garuda-Fahne widersetzt, hat ihn die Mutter, die ihn gebar, umsonst großgezogen: Sie hat ihn bitter wie Neem werden lassen! Presst und bindet meine untadeligen Brüste an die schönen mächtigen Schultern des jungen Herrn, damit der Mangel der Trennung endet! (634) Ich schmelze und vergehe innerlich, doch er fragt nicht einmal, ob ich noch lebe oder nicht. Wenn ich diesen plündernden Schelm, den Herrn des Govardhana, sehe, werde ich die Brüste, die mir zu nichts mehr nützen, mit ihrer Wurzel herausreißen und gegen seine Brust werfen, um mein Brennen zu stillen! Die erschütternde Übertreibung gehört zur dichterischen Darstellung äußerster Trennungsliebe; sie ist kein Aufruf zu einer Handlung. (635) Wenn ich Govinda nicht schon in diesem Leben einen persönlichen Dienst erweisen kann, der das Leiden meiner vollen Brüste beendet, welchen Sinn hätte dann eine Askese, die ich erst später vollziehe? Selbst wenn er mich nicht an seine edle Brust nimmt: Es wäre schon viel, wenn er mir eines Tages ins Gesicht sähe, die Wahrheit sagte und mir eine Antwort gäbe.

(636) Die herrliche Kotai, deren Brauen den Bogen übertreffen, ist die Tochter des vollkommenen Vishnuchitta aus Villiputtur. Voller Verlangen und großer Liebe sprach sie diese Worte über den Herrn, der ihr Qual bereitet hat und die schöne Leuchte des Hirtenortes ist. Wer ihre Worte lobend rezitieren kann, wird im Meer des Leids nicht versinken. (637) »Habt ihr den dunklen Stier hier vorbeikommen sehen, der frei umherweidet, als jüngerer Bruder Baladevas nach Herzenslust seine Streiche treibt und spielt?« – »Wir haben ihn in Vrindavan gesehen: Er trieb seine geliebten Kühe sanft zusammen, gab ihnen Wasser, ließ sie wieder frei und spielte mit ihnen.« (638) »Habt ihr den kleinen Stier gesehen, der nach Butter duftet, im Hirtenort Nahrung stiehlt und isst, den Herrn des Govardhana, der sich von mir getrennt hat und mich leiden lässt?« – »Wir haben ihn in Vrindavan gesehen: Er spielte mit seinen Scharen, und seine Waldblumengirlande glänzte, als mischten sich Blitze in dunkle Wolken.« (639) »Habt ihr den Vollkommenen hier vorbeikommen sehen, der als Liebe geboren wurde, den Bräutigam, der nichts als Liebesverwirrung schafft und unglaubliche Lügen erzählt?« – »Wir haben ihn in Vrindavan gesehen: Er kam unter dem Baldachin der Flügel von Vinatas Sohn daher, der ihn vor der von oben brennenden Sonne schützte.«

(640) »Habt ihr den Herrn gesehen, der mich mit dem langen Seil seiner kühlen dunklen Lotusaugen fängt, zu sich zieht und mit mir spielt?« – »Wir haben ihn in Vrindavan gesehen: Schwitzend spielte er dort, einem gefleckten jungen Elefanten gleich, der ein perlengeschmücktes Gewand trägt.« (641) »Habt ihr Madhava, mein Juwel, gesehen, den Herrn, der wie ein Eber, der dem Netz entkommen ist, niemandem auch nur das Geringste zu fassen gibt?« – »Wir haben ihn in Vrindavan gesehen: Sein gelbes Gewand hing tief herab; wie eine junge, große dunkle Wolke kam er daher und erfüllte die ganze Straße.« (642) »Habt ihr den Schelm gesehen, der Dharma nicht kennt, dessen schöne Brauen so geschwungen sind wie der Bogen Sharnga in seiner Hand, den Treulosen?« – »Wir haben ihn in Vrindavan gesehen: Dunkel war sein Leib, rötlich sein Gesicht; er glich der Sonne, die ihre Strahlen über dem Berg des Aufgangs ausbreitet.« (643) »Habt ihr den so passenden Vollkommenen gesehen, der innen ebenso dunkel ist wie außen, diese große dunkle Wolke, die meinen Erwartungen entgleitet?« – »Wir haben ihn in Vrindavan gesehen: Er kam mit großem Gefolge daher, wie der Himmel, der sich mit den dicht gedrängten, ersehnten Sternenscharen füllt.«

(644) »Habt ihr den Herrn gesehen, der ein weißes Muschelhorn besitzt und ein gelbes Gewand trägt, den liebevollen Tirumal mit dem Diskus?« – »Wir haben ihn in Vrindavan gesehen: Er stand und spielte; seine duftenden schönen Locken glänzten auf den breiten Schultern, als hätten sich dort überall freudige Bienen versammelt.« (645) »Habt ihr den Unbefleckten gesehen, dessen Nabel einen kühlen großen Lotus als Wohnstatt hervorbrachte und zuerst Brahma mit dem Auftrag entsandte: ›Erschaffe die Welt!‹ – ihn, der all dies spielend tut?« – »Wir haben ihn in Vrindavan gesehen: Er war im Wald auf Jagd gegangen, hatte Dhenuka, den Elefanten und den Vogel zur Strecke gebracht und kehrte zurück.« (646) Kotai, die Tochter Vishnuchittas, sprach diese Worte darüber, wie man den Höchsten, der dem großfüßigen Elefanten Gnade erwies, hier auf Erden in Vrindavan sah. Wer sie als Heilmittel im Herzen bewahrt und damit lebt, wird für immer unter den großen Füßen des Herrn bleiben, ohne sich von ihnen zu trennen.

Perumal Tirumoli (647–751)

Lesebereich 647–746

(647) Auf dem hohen weißen Lager ruht er: Es ist Ananta, der herrlich leuchtende Schlangenkönig mit tausend schön gezeichneten Hauben, auf dessen Stirnen Edelsteine blitzen und das Dunkel vertreiben. In der großen Stadt Tiruvarangam streicht die klare Ponni mit ihren Wellenhänden über seine Füße. Wann kommt der Tag, an dem meine beiden Augen diesen dunklen Edelstein, diesen Zarten sehen und sich daran erfreuen? (648) Aus tausend Mäulern seines gewundenen Leibes speit die feurige Schlange rote Flammen. Wie ein unvergänglicher Blütenbaldachin breiten sie sich immer weiter über seinem Haupt aus. Darunter ruht der Wunderbare, einer Fülle von Kaya-Blüten gleich, auf dem Schlangenlager im duftenden Arangam. Wann kommt der Tag, an dem ich, die duftende Säule umfassend, dastehe und ihn mit vollem Mund preise? (649) Brahma preist ihn mit allen vier Zungen, mit seinen vier Gesichtern und acht schönen Augen nach allen Seiten; freudig verneigt er sich. Dieser goldglänzende Brahma erscheint auf der Lotusblüte am Nabel unseres Herrn, der im schönen Arangam auf der Schlange ruht. Wann kommt der Tag, an dem ich gemeinsam mit seinen Dienern zu ihm trete und Blüten unter seine beiden Füße lege?

(650) Er riss dem Pferd das Maul auf und freute sich, der Meeresfarbige, mein Krishna; er hob den festen Berg und rettete damals die Kühe, der Stier unter den Hirten und Herr der Unsterblichen. Er ist das beglückende Lied des schönen Tamil und die Sprache des Nordens. Dieser König ruht auf der Schlange in Arangam, wo die Bindungslosen verweilen. Wann kommt der Tag, an dem meine Zunge ihn preist und meine Hände gepflückte Blumen streuen und sich vor ihm falten? (651) Tumburu und Narada verneigen sich freudig und preisen ihn zum unvergleichlich süßen Klang ihrer Saiteninstrumente. Der uralte lotusäugige Brahma verneigt sich und lobt ihn unablässig mit Hymnen der einzigartigen alten Veden. In dem reichen, ummauerten Arangam mit seinen kostbaren Häusern und Palästen ruht der Edelsteinfarbige auf der Schlange. Wann kommt der Tag, an dem ich meinen Herrn sehe und mein blütengeschmücktes Haupt vor ihm beuge? (652) Brahma auf der bienenumschwärmten Blüte, Hara, Indra, die Scharen der übrigen Unsterblichen, die himmlischen Tänzerinnen und die Weisen mit klarem Geist drängen aus allen Richtungen herbei und streuen Blumen. In Arangam mit seinen freudig blühenden Gärten ruht der Meeresfarbige auf der Schlange. Wann kommt der Tag, an dem ich seine Lotusaugen und sein mondhelles heiliges Antlitz sehe und mein Herz ganz dahinschmilzt?

(653) Die Diener lassen die gewalttätige Gesinnung los, überwinden Täuschung und bändigen die starken Sinne. Sie legen die schwere Last leidvoller Bedrängnis ab, preisen ihn zu den sechs Tageszeiten und stehen fest auf dem grenzenlosen uralten Weg. Er ist die Zuflucht dieser Menschen, deren Herzen von Dharma leuchten. Wann sehe ich den Wunderbaren von strahlender Farbe, der im von der Ponni geschmückten Arangam auf der Schlange ruht, und stehe mit tränenvollen Augen vor ihm? (654) Der lange, pfeilbereite Bogen Sharnga, das gewundene Muschelhorn, der tödliche Diskus, die gewaltige Keule, das siegreiche glänzende Schwert und Garuda, der schnelle, starke, siegreiche Vogel: Sie alle umgeben und bewachen ihn. In Tiruvarangam, das von langen fischreichen Feldern und Gärten umgeben ist, ruht der Herr auf der Schlange. Wann werde ich, von schwerem Karma belastet, ihn sehen, die Freude der Vereinigung erfahren und wahrhaft leben? (655) Die Diener, deren Herzensliebe nicht versiegen kann, versammeln sich und singen vielerlei heilige Lobgesänge. In unstillbarer Freude weinen sie, ihre Tränen fallen wie Regen; täglich denken sie an ihn, schmelzen dahin und preisen ihn. In Tiruvarangam, wo der Klang der prächtigen Trommeln dem Meer gleicht, ruht der Herr mit dem kämpfenden Diskus auf der Schlange. Wann werde ich ihn sehen, vor Freude aufspringen und mich auf der Erde wälzen?

(656) Damit der große starke Himmel, die Unsterblichen, die Erde und die Menschen auf ihr heil werden, damit schweres Leid weicht und ermüdungslose Freude wächst, damit seine innerlich frohen Diener leben, ruht er liebevoll nach Süden gewandt. Wann werde auch ich im heiligen Hof des schönen Arangam die große, überglückliche Gemeinschaft seiner Diener sehen, mich ihr anschließen und mit ihr zusammen sein? (657) Der freigebige Kulasekhara, König von Kudal, dessen mächtiges Heer von königlichen Schirmen glänzt und der ein siegreiches Schwert trägt, sehnt sich danach, den Herrn mit dem meeresglänzenden dunklen Leib mit eigenen Augen zu sehen: Er ruht auf der Schlange in Tiruvarangam, mitten in der Ponni mit ihren erhöhten Ufern. Wer die zehn Lieder dieser wohlgefügten tamilischen Girlande beherrscht, gelangt unter die Füße des heilvollen Narayana. (658) Der schwer zu erlangende, kräftige Honig, der Herr des südlichen Arangam, trägt eine niemals welkende Waldgirlande auf der Brust, auf der Shri wohnt. Seine wahren Diener preisen ihn mit liebeüberwältigtem Herzen; sie tanzen, rufen sehnsüchtig und werden müde vor Hingabe. Wenn ich ihre Gemeinschaft sehen darf, dann haben meine Augen ihren Zweck erfüllt. (659) Er umarmte die beiden Schultern der blütenbewohnenden Göttin; mit einem strahlenden Pfeil durchbohrte er die hohen großen Bäume; er hütete die Herden. Daran denken seine Diener, tanzen und singen und rufen: »O Aranga!« Wenn wir im Staub ihrer Füße baden dürfen, wozu sollten wir dann noch wünschen, in das Wasser der Ganga einzutauchen?

(660) Sie erzählen und singen, wie er die Stiere bezwang, als Eber die Erde aufgrub, einst als Rama seine Gegner besiegte und die Erde durchmaß. Ihre Tränen fließen wie der große freigebige Ponni-Fluss und verwandeln den heiligen Hof von Arangas Tempel in Schlamm. Mit diesem reichen Schlamm von den roten Füßen seiner Diener werde ich mein Haupt schmücken. (661) Er aß gekühlten Joghurt, Butter und Milch. Die Hirtin sah es, wurde zornig und band die Schultern unseres Herrn. Seine Diener dienen diesem meinem Aranga; sie rufen »Narayana«, bis ihre Zunge Schwielen bekommt, verneigen sich, bis ihr Körper davon gezeichnet ist, preisen ihn und erfahren Freude. Mein Herz wird die roten Füße dieser Diener preisen und segnen. (662) Er brach die Nacken der trügerisch brüllenden Stiere und bezwang die kämpfende Schlange. Der Herr des südlichen Arangam, umgeben von festen großen Mauern und strahlenden Zinnen, steht wie eine dunkle Wolke in ihren Herzen und leuchtet dort. Wenn ich an die denke, deren Körper bei seiner Gegenwart erschauert, erschauert auch mein eigenes Inneres. Die genaue Verbindung einzelner Wörter der ersten Vershälfte ist in dieser Lesart unsicher. (663) Er ist Anfang und Ende, unendlich und wunderbar, der Herr der Himmlischen. Damit selbst jene zum Heil gelangen, die noch keine Hingabe besitzen und sich seine großen Lotusfüße nicht aufs Haupt legen, ziehen seine Diener überall umher und zeigen den fehlerlosen guten Weg. Mein Herz wird in jeder Geburt diejenigen lieben, deren Liebe allein unserem Herrn Aranga gilt.

(664) Sein Leib gleicht einer Wolkenschar, sein weißes Lächeln strahlenden Perlen; rot ist sein Mund und mit einer Kette geschmückt seine Brust. Aranga heißt dieses kostbare große Licht. Wer sich im Herzen mit ihm verbindet, schmilzt in dieser Nähe dahin und steht von strömenden Tränen benetzt. Den beiden Füßen solcher Menschen gehört die innige Zuneigung meines Herzens. (665) Er ruht im Meer; seine heilige Brust ist groß wie ein Berg und trägt eine duftende Tulasi-Girlande, in der Bienen wühlen. Er ist lotusäugig. Seine Diener stehen liebestrunken auf, tanzen, singen und wandern umher, ganz von Liebe zu unserem Herrn Aranga ergriffen. In das Leben dieser Diener hat sich mein Herz verliebt. (666) Tränen strömen dicht aus ihren Augen, die Körperhaare sträuben sich; sehnsüchtig und erschöpft stehen sie da, verneigen sich, fallen nieder, springen auf, tanzen, singen und huldigen. Sie sind Diener Arangas, meines Herrn und Vaters, und sind allein nach ihm verrückt. Diese sind keine Verrückten; alle anderen sind es! (667) Kulasekhara, Hüter von Kolli, Herr von Kudal und König von Koli, hat sein Herz für immer dem grenzenlosen Dienst an Arangas wahren Dienern gewidmet – Aranga, dem Gemahl der Göttin auf der großen Lotusblüte. Wer die süße tamilische Girlande seiner Worte beherrscht, wird zum Diener der Diener.

(668) Ich verbinde mich nicht mit dieser Welt, die ein unwirkliches Leben für Wirklichkeit hält. »Mein Gebieter, Aranga!«, so rufe ich. Ich bin ganz von Liebe überwältigt zu meinem Herrn. (669) Ich verbinde mich nicht mit der Welt, deren Streben nur den Frauen mit fadenschlanken Taillen gilt. Laut jubelnd und rufend »Aranga!« bin ich ganz in Liebe zu meinem Herrn aufgegangen. (670) Ich verbinde mich nicht mit den Menschen dieser Erde, die dem grausamen, gestreiften Bogen des Liebesgottes dienen. Ich bin ein Verrückter nach Aranga mit der geschmückten Brust, dem Unendlichen, dem guten Narayana, dem Bezwinger Narakas. (671) Ich verbinde mich nicht mit dieser Welt, die voller Begierde nur nach Essen und Kleidung läuft. Seht, ich bin berauscht von dem Herrn des Alls, Aranga, dessen Mund die Brust der mächtigen Dämonin austrank.

(672) Ich verbinde mich nicht mit denen, die vom fehlerlosen guten Weg abweichen und ihr Handeln dennoch für recht erklären. Ich bin ein Verrückter nach dem ursprünglichen Hirten, Aranga, dem herrlichen Bräutigam der zarten Göttin auf dem schönen Lotus. (673) Ich verbinde mich nicht mit denen, die unsere Hingabe nicht teilen, und halte selbst das Leben im Himmel nicht für einen Gewinn. Durch sieben Geburten hindurch bin ich verrückt nach dem Herrn der Unsterblichen, unserem Herrn in der Stadt Arangam. (674) Die Gesinnung, die sich auf jede Weise mit jedem verbinden will, habe ich aufgegeben. »Rotäugiger Herr, Vater, Aranga!«, so rufe ich. Ich bin ganz verrückt nach unserem Herrn geworden. (675) Alle erscheinen mir wie Besessene, und allen erscheine auch ich wie ein Besessener. Wozu darüber reden? »Mein Hirte, Aranga!«, so rufe ich. Ich bin ganz besessen von unserem Herrn geworden.

(676) Kulasekhara, König der Kongar, sprach diese Worte als einer, dessen Geist bei den beiden Füßen Arangas mit dem Diskus in der Hand verweilt, als ein einzigartig großer Gottestrunkener. Wer seine Worte hier beherrscht, dem wird kein Unheil zuteil. (677) Ich wünsche keine leibliche Geburt mit Reichtum, der nur das Fleisch nährt. Ich wünsche nichts als den Dienst an dem, der sieben Stiere bezwang. Als Wasservogel möchte ich geboren werden und im Koneri-Teich auf dem Venkatam dessen leben, der das gebogene Muschelhorn in seiner linken Hand hält. (678) Ich wünsche weder den Reichtum der Himmelsherrschaft, umgeben von himmlischen Tänzerinnen und unerschöpflichem Überfluss, noch ein Königreich auf Erden. Möge mir das Geschick zuteilwerden, als Fisch in einem Teich des Tiruvenkatam geboren zu werden, inmitten honigreicher Blütengärten! (679) Durch das hohe Tor Vaikunthas können selbst der Herr mit dem nach hinten fallenden Haargeflecht, Brahma und Indra nur schwer eintreten. Möge ich die goldene Schale halten, in die der Herr von Venkatam mit dem blitzenden runden Diskus spuckt, und so unmittelbar mit ihm hineingehen dürfen!

(680) Der Wunderbare ruht in seinem Milchmeer, in dem leuchtende Korallen umhergetragen werden. Um seine beiden geschmückten Füße zu sehen, möge ich das Glück besitzen, als Champaka-Baum auf dem Venkatam zu stehen, wo Bienenschwärme melodische Lieder singen! (681) Ich wünsche weder die lustvolle Pracht, auf dem Nacken eines bebenden brunftigen Elefanten zu sitzen, noch diese Königsherrschaft. Möge mir das Verdienst zuteilwerden, als Strauch auf dem schönen Venkatam-Berg unseres Gebieters und Herrn zu stehen! (682) Den Gesang und Tanz der blitzschlanken Urvashi, Menaka und ihrer Gefährtinnen begehre ich nicht. Möge ich die seltene Gnade empfangen, ein goldener Gipfel auf dem Venkatam zu sein, wo Bienenschwärme summend ihre Melodien singen! (683) Ich kenne kein Verlangen nach dem gefeierten Reichtum, als König der Könige unter einem weißen Schirm zu thronen, der dem großen Mond am Himmel gleicht. Mein Wunsch ist es, als Waldbach über den Tiruvenkatam-Berg mit seinen honigreichen Blütengärten zu fließen.

(684) Er vollendet, was an den ordnungsgemäßen großen Opfern des Herrn mit dem Halbmond im Haar, Brahmas und Indras noch fehlt; er ist selbst der Veda. Möge ich als Weg auf dem Tiruvenkatam-Berg mit seinen kühlen, duftenden Gärten liegen! (685) Tirumal, du beseitigst das harte, verwilderte Karma! Hoher Herr von Venkatam, ich möchte als Stufe am Eingang deines Tempels liegen, über die Diener, Himmlische und himmlische Tänzerinnen gehen und vor der sie sich niederwerfen, und deinen korallenroten Mund sehen. (686) Selbst wenn ich die Himmelswelt unter einem einzigen Schirm regierte und die Liebe Urvashis mit ihrem schönen goldenen Gewand gewänne, würde ich es nicht begehren. Irgendetwas möchte ich auf dem goldenen Berg unseres Herrn mit dem roten Korallenmund sein, der Tiruvenkatam heißt. (687) Kulasekhara mit dem scharfen, tödlichen Speer sehnte sich danach, die goldenen roten Füße dessen zu sehen, der auf dem nördlichen Venkatam mit seinen beständig kühlen Hängen wohnt, und verneigte sich vor ihm. Wer die wohlgefügten tamilischen Verse seines Liedes beherrscht, ist ein inniger Verehrer.

(688) Auch wenn du das Leid, das mich trifft, nicht abwehrst, habe ich keine Zuflucht außer deinen Füßen, Herr von Vittuvakkodu, umgeben von duftenden Blütengärten. Ich bin wie ein Kind, das die eigene Mutter im Zorn von sich stößt und das dennoch nur an ihre Zuneigung denkt und weint. (689) Wie eine treue Frau keinen anderen kennt als ihren Gatten, selbst wenn er Dinge tut, die jeder Betrachter verachtet, so werde ich allein von deinen klingenden Fußringen sprechen, Herr des himmelhoch ummauerten Vittuvakkodu, auch wenn du mich nicht in deinen Dienst nimmst. (690) Herr von Vittuvakkodu, umgeben von weiten Feldern, in denen Fische zu sehen sind: Auch wenn du mich nicht ansiehst, habe ich keinen Halt außer dir. Ich bin wie die Untertanen, die auf das Zepter ihres girlandengeschmückten Königs blicken und davon leben, selbst wenn er sie missachtet und ihnen allerlei Leid zufügt. (691) Wie ein Kranker seine unerschütterliche Zuneigung zum Arzt bewahrt, selbst wenn dieser ihn mit dem Messer schneidet und die Wunde ausbrennt, so blicke ich, dein Diener, allein auf deine Gnade, Herr von Vittuvakkodu, auch wenn du mir durch dein wunderbares Wirken ein Leid gibst, das nicht weichen will.

(692) Du hast den wild blickenden mächtigen Elefanten bezwungen, Herr von Vittuvakkodu! Wohin könnte ich gehen, um Rettung zu finden, wenn nicht zu deinen beiden Füßen? Ich bin wie ein großer Vogel, der überallhin fliegt, nirgends ein Ufer findet und auf dem brandenden Meer zum Mast des Schiffes zurückkehrt. (693) Selbst wenn rotes Feuer kommt und Hitze erzeugt, öffnet sich der rote Lotus allein der heißen Sonne am Himmel. Auch wenn du mein brennendes Leid nicht wegnimmst, Herr von Vittuvakkodu, wird mein Herz für nichts dahinschmelzen als für deine grenzenlose Herrlichkeit. (694) Wie lange auch der Himmel den Regen vergisst: Die grünen Saaten schauen weiterhin nur nach der großen dunklen Wolke aus. Ebenso richte ich, dein Diener, mein ganzes Denken auf dich, Herr von Vittuvakkodu, selbst wenn du mein wirkliches Leiden nicht aufhebst. (695) Alle glänzenden Flüsse sammeln sich, strömen weit dahin und können nicht außerhalb bleiben, ohne in das tiefe Meer einzugehen. Ebenso gehe ich nirgendwo ein als in deine durchdringende Herrlichkeit, du leuchtend Wolkenfarbiger, Herr von Vittuvakkodu, Segensreicher!

(696) Wie Reichtum gerade den aufsucht, der nur dich begehrt und keinen großen Besitz wünscht, so stehe ich, dein Diener, da und begehre allein dich, wunderbarer Herr von Vittuvakkodu, dessen Diskus dem Blitz gleicht. (697) »Herr von Vittuvakkodu, selbst wenn du mich nicht willst, habe ich keinen anderen Halt«: In solcher Liebe zu seinen Füßen sprach Kulasekhara mit seinem siegreichen Speerheer diese zehn guten tamilischen Lieder. Wer sie beherrscht, gelangt nicht in die Hölle. (698) Vasudeva, in diesem Dorf gibt es so viele Hirtinnen mit schönem blütengeschmücktem Haar. Obwohl ich wohl wusste, dass du kein Verlangen hast, mich an deine Brust zu nehmen, hörte ich auf deine Lüge. Auf einem hohen Sandhügel an der Yamuna stand ich bis zum Morgengrauen und wartete auf dich, vom Tau kalt wie von scharfem Regen getroffen, frierend, zitternd und voller Scheu. (699) Eine junge Frau mit leuchtenden fischgleichen Augen rührte im Haus im Osten den Joghurt. Du sahst sie, warfst deinen listigen Blick auf sie, tratest rasch ein und sagtest: »Auch ich will quirlen!« Ihr bienenumschwärmtes Blumenhaar fiel herab und bewegte sich, ihr helles Gesicht schwitzte und ihr roter Mund bebte. Wie du dort den kühlen Joghurt gequirlt hast, weiß ich sehr genau, Damodara!

(700) Einer Frau mit dunklem, blütengeschmücktem Haar wirfst du Seitenblicke zu; einer anderen schenkst du dein Herz, zu einer dritten sprichst du, einer arglosen vierten gibst du ein falsches Versprechen. Dann vereinst du dich mit einer Frau mit gelocktem Haar – und auch ihr bist du nicht treu. Du, der die Maruta-Bäume brach: Mit deinem Wachsen wachsen offenbar auch deine Listen! (701) Obwohl die Milch an der Brust deiner Mutter wie Nektar war, krochst du fort, machtest unsichere Schritte, legtest den Mund an die Brust der Dämonin und trankst ihr Gift, sodass die anderen dich als verrückt verspotteten. Während ich in großer, sorgfältig gehegter Liebe auf dich wartete, genossest du ausgiebig die Freude mit meiner Botin, die ich zu dir geschickt hatte. Auch das passt zu deinem verkehrten Wesen! (702) Ich stand da und sah, wie du in tiefer Dunkelheit mit einer blitzschlanken Frau durch meine Straße gingst, in dein goldglänzendes Gewand gehüllt. Ich sah auch, wie du einer anderen, die dir begegnete, mit den Augen zuwinktest und sie mit der Hand herbeiriefst. Warum hast du jene verlassen und bist hierhergekommen? Vollkommener, geh nur wieder dorthin! (703) Vasudeva mit den Schultern, die zum Ringkampf taugen! Kaum war ich Unglückliche eingeschlafen, ließest du mich mitten in der Nacht auf dem weichen Lager zurück und gingst fort. Den Rest jener Nacht und noch den folgenden Tag warst du mit anderen Frauen zusammen; nun kommst du zurück. Warum bist du zu mir gekommen? Unser Herr, begib dich wieder fort!

(704) Du, der auf der Schlange mit ausgebreiteter Haube ruht, wir sind nicht mehr die von früher. Wir sind auch nicht jene Frauen mit den leuchtenden, dunkel geschminkten Augen, die dir gefallen. Lass es sein, immer wieder in unser Viertel zu kommen. Einmal auf dein schönes Gewand, dein heiliges Gesicht, deinen roten Fruchtmund und dein Haar hereingefallen zu sein, genügt. Rede keine Schmeichelworte; geh, Vollkommener! (705) Du hattest mir ein Zeichen gegeben, ich solle kommen. Doch im Schatten der Laube voller Mullai-Blüten bliebst du bei einer anderen und gingst hinein, sie zu umarmen. Als du mich sahst, gerietest du ins Stammeln und ließest sie los. Du kannst dein goldenes Gewand in die Hand nehmen, Angst vorspielen und fortgehen. Aber wenn du mir hier noch einmal in die Hände gerätst, werde ich meinen Zorn an dir stillen! (706) Die segensreiche schöne Waldgirlande leuchtet auf deiner Brust; du trägst eine Pfauenfeder im Haar, ein üppig fallendes frisches Gewand um die Hüften und Blütenbüschel an den Ohren. Eng vertraut mit den Frauen, deren Haar von Blütenduft erfüllt ist, kommst du süß die Flöte spielend daher. Reicht die Musik deiner Flöte nicht aus, auch einmal nur zu uns zu kommen und für uns zu spielen? (707) Die jungen Hirtinnen lieben den Gemahl der göttlichen Frau auf dem Lotus. In der Nacht schmollen sie mit ihm und sprechen spöttische Worte. Kulasekhara, Herr der Stadt Kolli und König von Kudal, hat diese Worte in eine wohlklingende Girlande aus zehn süßen tamilischen Liedern gefasst. Wer sie sprechen kann, kennt kein Leid.

(708) »Du bist wie das lange süße Zuckerrohr für die Presse – schlaf ein! Du mit den großen Lotusaugen – schlaf ein! Du von der Farbe des Meerwassers – schlaf ein! Du wie ein kleiner Elefant – schlaf ein! Mein Sohn mit dem duftenden langen Haar – schlaf ein!« Dass ich dich so immer wieder mit vollem Mund wiegen durfte, dieses Glück wurde mir nicht zuteil. Unter den Müttern bin ich die geringste Mutter. (709) Deine roten Blütenaugen waren fein mit Augenschwärze geschmückt und blickten wohlig nach oben. Deine roten Lotusfüße und kleinen dunklen Beine waren angezogen; wie eine glänzende junge Regenwolke lagst du da, alle kleinen roten Finger in den Handflächen geborgen, ruhig auf deinem Lager. Diesen Anblick durfte ich nicht erleben. Ach, Keshava, ich vergehe, ich vergehe! (710) Die liebevollen Frauen aus der alten guten Verwandtschaft setzten dich der Reihe nach auf ihren Schoß: »Unser Herr, große Leuchte unseres Geschlechts, schöner junger Stier, der den aufziehenden Wolken ihren Glanz nimmt! Wer ist dein Vater?« Mit deinem roten Finger und deinem Seitenblick zeigtest du auf ihn. Nanda hat dieses Glück erhalten; unser Herr Vasudeva, dem das gute Geschick fehlte, erhielt es nicht. (711) Krishna, heute trinke ich mit meinen Augen die Freude deiner Jugend: dein Antlitz wie der herrliche volle Mond, deine kräftigen Arme, Brust und Schultern, den Halbmond unter den dunklen, mit frischen Blüten geschmückten Haaren und die großen Lotusaugen. Doch wenn ich daran denke: »Ich bin seine Mutter«, hält mein Leben nicht stand. Ich Unglückliche habe die unermessliche Freude an deiner Kindheit verloren.

(712) Wenn ich dich küsste, hätte der Schmuck auf deiner heiligen Stirn geschwankt; ich hätte deinen juwelengleichen Mund geküsst und beim Anblick deiner Ähnlichkeit mit deinem Vater tiefes Glück empfunden. Du hättest den Finger an deinen kleinen roten Mund gelegt und mit trotzigem Gesicht gesprochen. Von all dem erhielt ich Unglückliche nichts. Die gottbegnadete Yashoda erhielt alles. (713) Krishna mit den kühlen schönen Lotusaugen! Du krochst, lerntest unsicher gehen, spieltest im roten Staub der Erde und kamst herbei – doch ich durfte dich nicht an meiner Brust ruhen lassen. Ich durfte nicht den Rest des Reises essen, den du mit all deinen schönen kleinen roten Fingern geschöpft und zum Mund geführt hattest. O ich mit dem harten Geschick! Wozu hat meine Mutter mich geboren? (714) Liebling, mein zartes Kind, Govinda! In meiner Armbeuge hättest du gelegen, mit einer kleinen Hand, schön wie ein frischer Spross, die andere Brust berührt und mir zwischendurch ein kindliches Lächeln geschenkt. Während die Brust in deinem Mund lag, hättest du mit deinen schönen heiligen Augen in mein Gesicht geschaut. Auch diesen Blick habe ich verloren, verloren! (715) Die kleine Hand wie eine junge Lotusknospe, die überall in der Butter wühlt, sie berührt und zum Mund führt; dein Zurückscheuen vor dem Seil, mit dem man dich schlagen will; der rote Mund, von weißem Joghurt bedeckt; dein Weinen, der ängstliche Blick, das Verziehen des schönen kleinen Mundes und dein bittendes Händefalten: Yashoda hat all dies gesehen und damit den äußersten Gipfel uralter Freude erreicht.

(716) Du hieltest den Berg als Schirm, führtest den schönen Kuravai-Reigen an, tanztest mit Töpfen, schleudertest das Kalb gegen den Vila-Baum und tratest mit deinen Füßen auf Kaliyas Köpfe. Von all diesen siegreichen, guten Kinderspielen durfte ich kein einziges sehen und mein Herz daran kühlen. Wenn es jetzt noch einen Weg gibt, dass ich, deine Dienerin, sie sehe, gewähre ihn mir! (717) Du saugtest an der giftgefüllten runden Brust der Dämonin mit dem hinterlistigen Herzen, bis sie austrocknete, Sehnen und Adern hervortraten und ihr Leib schwarz zerfiel. Selbst ihr erwiesest du Gnade und wuchsest heran. Mein dunkler Wolkenherr, der Kamsas Leben nahm! Ich bin zurückgeblieben und habe meine Brüste vergeblich getragen; ohne irgendeinen Halt lebte ich weiter. Ja, du hast eine wahrhaft gute Mutter gefunden! (718) Er schickte den Herrn der großen reichen Stadt in den Himmel und kam hierher zurück; doch Devaki hatte die grenzenlosen wunderbaren Taten ihres Kindes nicht sehen können. Ihre Klage hat Kulasekhara, der Hüter von Kolli, dessen Haupt Tirumals Füße als Schmuck trägt, in eine wohlklingende tamilische Girlande gefasst. Wer sie beherrscht, gelangt bald in Narayanas Welt. (719) Du bist aus dem kostbaren Leib der ewig berühmten Kausalya hervorgegangen; du ließest die Köpfe des Königs des südlichen Lanka fallen. Mein dunkles Juwel von Kannapuram, umgeben von schönen, unversehrten großen Mauern voller roten Goldes! Mein süßer Nektar, Raghava, schlaf ein, schlaf ein!

(720) Du hast auf der Lotusblüte alle Welten erschaffen; du spanntest den Bogen, sodass der Pfeil die Brust der mächtigen Tataka durchdrang. Mein dunkles Juwel von Kannapuram, das die Herzen seiner Betrachter gewinnt, du Herr aller acht Himmelsrichtungen, Raghava, schlaf ein, schlaf ein! (721) Spross des Geschlechts Kausalyas mit ihrem dunklen, reich duftenden Haar, heiliger Schwiegersohn Janakas von bleibendem großem Ruhm, Sohn Dasharathas! Mein dunkles Juwel von Kannapuram, dessen heiliges Wasser selbst die Ganga übertrifft, süßer Nektar unseres Geschlechts, Raghava, schlaf ein, schlaf ein! (722) Du hast Brahma auf dem Lotus erschaffen, großer Sohn Dasharathas, Bräutigam Maithilis! Mein dunkles Juwel von Kannapuram, wo Bienenschwärme ihre lieblichen Melodien singen, mächtiger Bogenschütze mit den bereitliegenden Pfeilen, Raghava, schlaf ein, schlaf ein! (723) Du schenktest dem vollkommenen Bharata den ausgedehnten Reichtum der Weltherrschaft und gingst mit deinem jüngeren Bruder von unerschöpflicher Liebe in den schwer zugänglichen Wald. Du mit der berggleichen Brust, auf der Herrlichkeit wohnt, König von Tirukkannapuram, mein Sohn Dasharathas mit der hohen, girlandengeschmückten Krone, schlaf ein, schlaf ein!

(724) Du zogst in den uralten Wald, während alle Angehörigen dir folgten. Kostbare Arznei für die Schutzlosen, Herr der Stadt Ayodhya, mein dunkles Juwel von Kannapuram, wo Gelehrte wohnen! Shri Rama, der dem Wort seiner Stiefmutter folgte, schlaf ein, schlaf ein! (725) Du verschlangst einst als Säugling auf dem Banyanblatt die Welt. Du tötetest Vali und gabst dem jüngeren Affenbruder das Königreich. Mein dunkles Juwel von Kannapuram, wo die Wasserläufe Edelsteine ans Ufer spülen, Herr der Stadt Ali, König von Ayodhya, schlaf ein, schlaf ein! (726) Du bautest aus Bergen eine Brücke und zerstörtest das ummauerte Lanka; du quirltest das wogende Meer und schenktest den Unsterblichen Nektar. Mein dunkles Juwel von Kannapuram, wo Kenner der Künste leben, mächtiger Bogenschütze, Held, Shri Rama, schlaf ein, schlaf ein! (727) Spross des Geschlechts Dasharathas mit seinem duftenden, locker fallenden Haar! Mit einem einzigen gespannten Bogen zerstörtest du das ummauerte Lanka. Mein dunkles Juwel von Kannapuram, wo rote Wasserlilien an den Feldrändern blühen, du voller Gnade für deine jüngeren Brüder, Raghava, schlaf ein, schlaf ein!

(728) Du hast Götter, Asuras und Himmelsrichtungen erschaffen; du ruhst in der Stadt Arangam, damit alle kommen und deine Füße verehren. Mein dunkles Juwel von Kannapuram, wo die gute Kaveri fließt, mächtiger Träger des pfeilbereiten, gestreiften, schrecklichen Bogens, Raghava, schlaf ein, schlaf ein! (729) Den Füßen meines Kakutstha von Kannapuram, umgeben von schönen, unversehrten großen Mauern, gilt diese tamilische Girlande mit dem Ruf »Schlaf ein, schlaf ein!« Kulasekhara unter dem Königsschirm, der den tödlichen Speer meisterlich führt, hat sie gesprochen. Wer die zehn kunstvoll gefügten Lieder beherrscht, ist ein inniger Verehrer. (730) Du standest bereit, König zu werden, während die reiche Stadt sich vor deinen beiden starken Füßen beugte, dich verehrte und pries; du solltest auf dem Löwenthron sitzen. Doch Kaikeyi, die dich wie eine Mutter aufzog, sagte: »Geh fort und zieh in den weiten Wald!« Unser Rama! Indem ich auf ihr Wort hörte, habe ich dich wahrlich vortrefflich die ganze Erde regieren lassen, mein guter Sohn! Dasharathas letzter Satz ist bitter ironisch. (731) Du hörtest die grausamen Worte aus meinem grausamen Mund und wolltest die weite Erde nicht mehr. Rasch verließest du die siegreichen Elefanten mit ihren dunklen Mäulern, die Wagen und die Pferde und zogst in den Wald. Die schön Geschmückte mit langen Augen wie eingeölte Speere und der junge Prinz folgten dir. Wie konntest du diesen Weg gehen, unser Rama, mein Herr? Was soll ich tun?

(732) Spross Kausalyas mit langen, rotgezeichneten Augen wie tödliche Speere! Du trägst den gebogenen Bogen und besitzt kampfstarke Schultern wie Berge. Du hast gelernt, das Herz des mit schwerem Karma beladenen Vaters zum Schmelzen zu bringen. Früher schliefst du auf einem weichen Lager. Hast du nun gelernt, im weiten Wald im Schatten eines Baumes auf einem Steinlager zu schlafen, Kakutstha, dunkler König? (733) Komm! Geh! Komm noch einmal, lass dich ein einziges Mal sehen, bevor du gehst! Um der Frau mit blütengeschmücktem Haar und schönen bambusgleichen Schultern willen zerbrachst du den Bogen des Stierreiters. Mein Sohn, der mein unglückliches Herz zum Schmelzen bringt, du gehst heute in den weiten Wald, in dem wilde Tiere umherziehen. Wie kann mein Herz bestehen bleiben, statt beim Fortgehen in zwei Stücke zu brechen? (734) Spitze Steine wie die Speerspitzen in Feindeshand dringen ein, sodass deine zarten Füße bluten. Du wählst den Wald, den niemand begehrt, während die Sonne sengt und der quälende Hunger wächst. Heute gehst du fort, Sohn des großen Sünders! Ich hörte auf die Worte jener unglückseligen Tochter des Königs der Kekayas. Was soll ich mit meinem schweren Geschick tun? Ach, ich! (735) Ich höre nicht mehr deinen liebevollen, freudigen Ruf »Vater!« Ich kann dich nicht umarmen, sodass deine geschmückte Brust an meine Brust drückt, dich nicht ganz an mich nehmen und nicht an deinem Scheitel riechen. Ich sehe nicht deinen sanften Gang wie den eines Elefanten und dein lotusgleiches Gesicht. Ich Niedriger habe meinen Herrn, meinen Sohn verloren – und lebe dennoch weiter!

(736) Mein Sohn mit den kräftigen Schultern hat sein duftendes, blütengeschmücktes Haar zu schlichtem Asketenhaar gebunden. Anstelle des schönen Stoffes trägt er reizloses Bastgewand, keinen Schmuck; die Schönheit seiner Glieder hat sich verändert. Er geht heute in den Wald, in den eigentlich ich gehen sollte. Ihr Kenner der reinen Veden, ist das angemessen? Sumantra, Vasishtha, sagt es mir! (737) Du hast den schönen, einem goldenen Veda gleichenden Sohn, seinen jüngeren Bruder und meine zarte Schwiegertochter mit der blitzschlanken Taille und der Anmut einer Blume in den Wald geschickt. Deinem eigenen Sohn, der nicht an dir hängt, hast du Schande bereitet, und mich schickst du in den weiten Himmel. Was hast du dadurch gewonnen, Kaikeyi? Du bleibst hier auf der großen Erde und lässt es dir wohl sein! (738) Einst nahmst du dem Axtträger den Bogen ab und brachst die ganze Macht seiner Askese. Ohne auf dich selbst, deine Kostbarkeit oder den Schmerz deiner Mutter zu achten, hieltst du mich und die Wahrhaftigkeit meines Wortes in Ehren und gingst in den Wald. Mein Herr, langarmiger König, möge ich dich durch sieben Geburten hindurch immer wieder als Sohn erhalten! (739) Kausalya mit dem von großen honigreichen Blüten geschmückten Haar und Sumitra leiden im Herzen. Du folgtest heute den Worten der Grausamen, die auf die böse bucklige Dienerin hörte, und nahmst voller Entschlossenheit den Weg in den Wald. Auch ich verlasse nun die reiche Stadt, die du verlassen hast, und gehe voller Verlangen in den Himmel, König des Geschlechts Manus!

(740) Als der schöne dunkle große Herr als Rama in den Wald ging, konnte Dasharatha mit seinen girlandengeschmückten berggleichen Schultern dies nicht ertragen und erhob seine Klage. Kulasekhara, König der Koli unter dem Königsschirm und mächtiger Führer des scharfen Speers, fasste diese Klage in eine herrliche tamilische Girlande. Wer sie beherrscht, gerät nicht auf einen schlechten Weg. (741) In der schönen Stadt Ayodhya, umgeben von hohen prächtigen Mauern, erschien er als Leuchte des Sonnengeschlechts, dessen strahlender Ahnherr die ganze Welt erhellt. Der Held rettete den ganzen Himmel: Rama, die große dunkle Wolke mit roten Augen. Wann kommt der Tag, an dem ich unseren einzigartigen Urherrn, unseren Gebieter, im heiligen Chitrakutam der Stadt Tillai sehe und meine Augen Kühlung finden? (742) Er entsandte einen harten Pfeil, der die Brust der angreifenden Tataka aufriss und ihr Blut strömen ließ. Er beschützte das Opfer des vedischen Weisen, der die Mantras beherrscht, und nahm den mächtigen Rakshasas das Leben. Seht diesen Helden! Im heiligen Chitrakutam von Tillai, inmitten üppiger kühler Gärten mit roten Sprossmündern und lächelnden Blüten, sitzt unser Herr auf einem schönen Edelsteinthron, von dreitausend Brahmanen gepriesen.

(743) Um Sitas willen mit ihren langen dunklen, rotgezeichneten Augen zerbrach er den Bogen des Herrn des zornigen Stieres. Dem Axtträger nahm er den mächtigen gestreiften Bogen ab, siegte und brach die Feindschaft der speertragenden Könige. Rama mit den breiten Händen und dem schrecklichen Bogen weilt im heiligen Chitrakutam von Tillai, umgeben von hohen Befestigungen, vor denen Feinde erschrecken. Ich verneige mich vor den beiden Füßen derer, die sich vor diesem Helden verneigen. (744) Auf das Wort Kaikeyis mit ihren blütenbesetzten Locken verließ er die alte Stadt. Der hingebungsvolle Guha brachte ihn über die Ganga; er zog in den Wald, gab Bharata seine Sandalen und die Königsherrschaft und wohnte in Chitrakuta. Die Menschen dieser Erde, die ihn heute im heiligen Chitrakutam von Tillai nach Herzenslust sehen dürfen, werden selbst von den Himmlischen nicht erreicht. (745) Er tötete Viradha mit seinen gewaltigen berggleichen Schultern, empfing den gestreiften Bogen, den ihm der große Weise des reichen Tamil gab, ließ der Rakshasi mit dem verführerischen Blick die Nase abschneiden und nahm Khara und Dushana das Leben. Er spannte den Bogen und schoss, sodass das Reh fiel. Weil auf der Erde Menschen umhergehen, die im heiligen Chitrakutam von Tillai vor ihm den Kopf beugen, die Hände falten und ihn preisen können, besitzt diese Erde selbst das Verdienst der Askese.

(746) Von der reichen Vaidehi getrennt, wurde er von Kummer überwältigt. Er führte Jatayu nach Vaikuntha, schloss Freundschaft mit dem Affenkönig des Waldes und tötete Vali. Durch Maruti ließ er Lanka verbrennen, um den Zorn seines Rakshasa-Königs zu brechen. Rama, unser Herr, weilt glücklich im heiligen Chitrakutam von Tillai. Ich preise die beiden Füße derer, die ihn preisen.

Lesebereich 747–751

(747) Mit einem mächtigen Pfeil versetzte er das brausende Meer in Aufruhr, errichtete eine Brücke und erreichte über sie das andere Ufer. Er nahm den Rakshasas mit ihren langen flammenden Speeren und dem König von Lanka das kostbare Leben, gab dessen jüngerem Bruder das Reich und vereinte sich freudig mit der göttlichen Frau. Außer der Königswürde, die Füße dieses im heiligen Chitrakutam von Tillai thronenden Herrn auf dem Haupt zu tragen, erkenne ich keine andere Königswürde als solche an. (748) Er kehrte nach Ayodhya mit seinen hohen goldenen, juwelengeschmückten Häusern zurück und trat die Herrschaft an. Aus Agastyas Mund hörte er die große alte Geschichte dessen, den er zuvor getötet hatte. Dann hörte er aus den korallenroten Mündern der Kinder, die die Herrin von Mithila zum Heil der Welt geboren hatte, seine eigene Geschichte. Wir trinken die Geschichte unseres Herrn im heiligen Chitrakutam von Tillai mit Ohren und Augen; selbst süßen Nektar achten wir daneben nicht. (749) Er ging hin und tötete den streng asketischen Shambuka, gab dem Sohn des Vedakundigen das Leben zurück und nahm den kostbaren, juwelenbesetzten Schmuck an, den ein Asket ihm schenkte. Durch seinen Bruder schickte er Lavana in den Himmel; auf das Verlangen eines Weisen hin trennte er sich von Lakshmana mit seiner strahlenden Kraft. Unser Herz vergisst den nicht, der im heiligen Chitrakutam von Tillai wohnt. Werden wir dann noch schweres Leid erfahren? Der Vers übernimmt auch umstrittene Episoden der überlieferten Rama-Erzählung; ihre Wiedergabe ist keine Rechtfertigung von Gewalt oder sozialer Ausgrenzung.

(750) Damals führte er die beweglichen und unbeweglichen Wesen nach Vaikuntha. Er bestieg den mächtigen Feind der Schlangen, besiegte die Asuras und zeigte seine vier langen, edelsteingeschmückten Schultern. Der ganze Himmel kam ihm entgegen; er gelangte in seine eigene Wohnstatt und thronte dort glücklich. »Jener Herr ist dieser, der für immer im heiligen Chitrakutam von Tillai gegenwärtig ist« – so preist ihn und verneigt euch täglich und zu jeder Zeit, ihr Diener! (751) Von seiner Geburt als Sohn Dasharathas mit seinem grenzenlosen Ruhm bis zu seinem Eintritt in die eigene göttliche Welt handelt diese gute, süße tamilische Girlande über den Herrn, der mit dem mächtigen Maruti im heiligen Chitrakutam von Tillai sitzt. Kulasekhara, König der Koli unter dem Königsschirm, mit tödlichem Heer und siegreichem glänzendem Schwert, hat die zehn Lieder gesprochen. Wer sie beherrscht, gelangt unter die Füße des heilvollen Narayana.

Tirucchanda Viruttam (752–871)

Lesebereich 752–851

(752) Du bist die fünf Eigenschaften, die in der Erde bestehen, die vier im Wasser, die drei im Feuer, die beiden im vortrefflichen Wind und die eine im hohen Raum. So bestehst du als die verschiedenen Wesensarten. Wer vermag dich zu denken, wie du wirklich bist? Die Elementenreihe folgt der traditionellen Abstufung der sinnlich wahrnehmbaren Eigenschaften von Erde bis Raum. (753) Du bist sechs, sechs und sechs, fünf, fünf und fünf; du bist die herrlichen zwei, die drei, die sieben, die sechs und die acht. Du bist die verschiedenen Formen des Wissens, Wahrheit und Unwahrheit, die fünf Sinnesqualitäten mit Berührung und Klang. Du Hirte, du Wunderbarer! Die Zahlen verdichten unterschiedliche traditionelle Aufzählungen. Sie werden hier bewahrt; ohne Kommentar lässt sich ihre jeweilige Zuordnung nicht durchgehend sichern. (754) Du bist fünf, fünf und fünf, und du bist auch innerhalb dessen, was nicht zu ihnen gehört. Du stehst als fünf, drei und eins da, ursprünglicher Gott! Als fünf, fünf und fünf durchdringst du den Zwischenraum; du bist fünf und fünf. Wer vermag dich zu sehen? (755) Du bist drei, dreißig und sechs, dazu fünf, fünf und fünf; du bist die drei Gestalten, dreimal drei und nochmals drei. Du bist die drei sichtbar leuchtenden Lichter und das unerschütterliche Licht. Wie kommt es, dass du mich angenommen hast und in meine Seele eingegangen bist, unser Herr? Auch hier bleibt die verdichtete Zahlenfolge ohne willkürliche Auflösung erhalten.

(756) Du bist das Leben in jeder der unzähligen unbeweglichen und beweglichen Gestalten und stehst, mit ihnen eins geworden, in ihrem Inneren. Niemand kann jemals dein Wesen auf einen Begriff bringen, unermesslicher Urgrund! Bist du nicht der ursprüngliche Gott, der einst aus seinem Nabel den Viergesichtigen hervorbrachte? (757) Den Meru-Berg, den die Schlange trägt, die Erde, die die Schlange trägt, den schlangentragenden Leib, den weiten Raum, die ausgebreiteten Wasser, die Wolken, Feuer und Wind: Die fünf ordnest und bewahrst du, und du trägst alles als Einheit. Diese Macht ist allein in dir gegründet. Die mehrfachen Bedeutungen von nākam und mākam machen diesen Wortspielvers schwierig; die Einzelzuordnung der ersten beiden Zeilen ist nicht gesichert. (758) Du bist die eine und die zwei Gestalten, Schlaf und Wachen; du bist die eine und die zwei Zeiten, Meer und Erde. Du bist das eine und die zwei Feuer, du Wunderbarer, der zum Hirten wurde. Kann selbst der mit einem und zwei Augen dich angemessen preisen? Die Wendung »eins und zwei« bezeichnet hier wiederholt eine Dreiheit; der dreiäugige Gott ist Shiva. (759) Du bist der Ursprung des Ursprungs für die ersten Götter und auch für die ursprünglichen Himmlischen jenseits des Weltalls. Du bestimmst das Ende jener uralten Himmelsbewohner. Wer vermag dich zu sehen, wie du am ursprünglichen Anfang der Zeit warst?

(760) Unbefleckter, dessen Füße Shiva nach der rechten Ordnung verehrt, mit seinem roten Haargeflecht und der pollenreichen Konrai-Girlande! Die ehrwürdigen Vedakundigen, die Sänger, Opfernden und in rechtem Hören Geübten verehren dich nach der rechten Ordnung. Diese Verehrungswürdigkeit ist in dir selbst begründet. (761) Wie im weiten weißen Meer die Wogen aus ihm selbst aufsteigen, sich bewegen und wieder in ihm zur Ruhe kommen, so entstehen und vergehen in dir die unbeweglichen und beweglichen Wesen und gehen wieder in dir auf. Dieses Wesen ist dir eigen. (762) Du bist die Folge der Worte und der Sinn, den sie aussprechen. Du bist das Licht, das sich zeigt, ohne durch Worte ausgesprochen werden zu können. Auf dein Wort hin entsteht die Schöpfung. Können jene, die auf deinen Schöpfungsruf erschienen sind, deine Eigenschaften mit wenigen Worten vollständig beschreiben? (763) Du erschaffst die Welt, nimmst sie in dich zurück und bewahrst sie; dann wirst du wiederum in der Welt geboren. Doch du bist an keinen einzigen Ort gebunden. Die Welt steht in Einheit mit dir, und dennoch stehst du jenseits ihrer. Wer in der Welt vermag die Weise zu begreifen, in der du in ihr bist?

(764) Es ist überhaupt nicht möglich zu sagen: »So bist du.« Diejenigen, die dein widerspruchsvolles Wesen erkannt haben, nennen dich den Gemahl der schmalhüftigen Pinnai. Wer könnte deine später angenommenen Gestalten, Namen, Orte und Anfänge ermessen, wenn er versucht, dich deinem Wesen nach zu denken? (765) Du bist Reinheit und Yoga, du mit der schmückenden Tulasi-Girlande! Du wurdest Schildkröte und ruhtest im tiefen Meer, ursprünglicher Gott. Auch wenn wir nicht imstande sind, eindeutig zu sagen, welcher dein Name ist: Bist du nicht der Diskusträger, den der Samaveda besingt? (766) Du bist die sechs Vedangas und die vier Veden und wohnst in ihnen. Du ruhst im weiten Meer auf der rotäugigen Schlange mit ausgebreiteter Haube und besitzt reichste Herrlichkeit. Bist du nicht Sharngapani, dessen Leib die Farbe des Muschelhorns hat? (767) Du erscheinst als die Vielzahl der Gruppen und als ihre leuchtenden Hervorbringungen. Auch wenn du sichtbar vor die beständigen Scharen trittst, können die vielen weitreichenden Wissenschaften dich mit Wortsinn und Denken nicht erfassen. Deine Erhabenheit lässt sich nur wie eine Fülle von Bergen ahnen. Dieser Vers ist in seiner kompakten Wortfügung besonders unsicher; die vorliegende Annäherung ersetzt keine gesicherte philologische Übersetzung.

(768) Du bist eine Gestalt, drei Gestalten, vier Gestalten, die heilvolle Gestalt des Genusses, die Gestalt des Verdienstes und unzählige Gestalten. Auf der Schlangengestalt als Lager ruhst du im segensreichen Meer. Wie nahmst du darüber hinaus die Gestalt des Leibes an, ursprünglicher Gott? (769) Die Schlange besitzt tausend giftige Mäuler und zweitausend Augen, die glühendes Feuer ausstoßen; ihre unerschöpfliche Kraft, ihr großes Licht und ihre ganze Pracht bilden über dir einen Baldachin. Warum ruhst du im Meerwasser auf diesem ausgebreiteten Schlangenbett, du Meeresfarbiger? (770) Du wurdest ein Vogel und lehrtest die vier Veden. Dann spaltetest du den Schnabel eines Vogels, nahmst den Vogel auf deine Fahne und machtest ihn zu deinem Reittier. Du mit dem blitzenden Diskus, warum liebst du es dennoch, im Meer auf dem eigentlichen Feind des Vogels zu liegen? (771) Ohne die geringste Scheu legtest du die große Schlange im Meerwasser aus und ruhtest darauf, während die Götter kamen, darüber sprachen und sangen. Keshava, du wurdest auch die Schildkröte, die im Wasser unter dem Quirlseil lebte. Sage mir klar, weshalb du damals auf solche Weise dalagst; ich frage nicht, um dich zu verspotten.

(772) Aranga! Als du das Meer quirltest, gerieten die Wellen in Aufruhr, die Bäume am Berg wurden abgeschliffen und die weite Erde erbebte; du schlangst die große Schlange darum und zogst sie straff. Was taten dabei die Götter, die danebenstanden? Mein Vater, der du die Affen gern in deinen Dienst nahmst, erkläre mir dies gesondert und deutlich! (773) Du bist Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und wurdest doch ein kleiner Knabe. Du verschlangst die sieben Welten und schliefst ganz auf dem Banyanblatt, ursprünglicher Gott! Du mit der kühlen Tulasi-Girlande, in der Bienen wühlen, du mit der Brust, auf der die herrliche Lotusfrau wohnt, Herr der Erde! (774) Als hellfarbiger Löwe drücktest du die Flächen deiner Krallen in den fleischlichen Leib dessen, der gebogene scharfe Zähne trug. Bist du nicht Padmanabha, der im milchfarbenen Meer ruht und den die herrlichen Kenner der vierfachen Veden in gutem Yoga verehren? (775) Unser Gebieter, dessen Lotusfuß das Wasser der Ganga hervorbrachte! Deine Hände tragen Diskus, Muschelhorn, Keule, Bogen und Schwert. Gott der Götter, der zum Löwen wurde, du mit der Brust, auf der die Frau aus der weichen honigreichen Blüte beständig wohnt, Wunderbarer mit dem meeresfarbenen Leib!

(776) Jener mit den scharfen Zähnen vertraute stolz auf seine Segensgabe. Du legtest deine Hand auf seine Brust und bohrtest die Krallenspitzen hinein. Dann betteltest du – was für eine Verstellung ist das! –, obwohl du die erbettelte Erde in deinem Bauch verbirgst. Wer kann deine Absicht durchschauen, Krishna? (777) Du bist Mann und Frau, das Ungute und das Gute, Nahrung, Klang und Berührung, die vielfältige Maya. Du wurdest der Hirte, der seinen Schmuck liebt; du bist Unwahrheit und Wahrheit. Als kleiner Schüler, der ein Stück Land begehrte, gingst du verborgen hin, du göttlicher Dieb! (778) Licht jenseits des Himmels, leuchtende Verkörperung der Erkenntnis, Herr, der in einem Reich jenseits aller Melodien wohnt und Sünde vernichtet! Mit unergründlicher Macht gingst du als kleiner Schüler bettelnd hin und überschrittest die Erde. Wer könnte dich angemessen ermessen? (779) Du hast die von dir geschaffene Erde emporgehoben, ausgemessen, verschlungen und wieder hervorgebracht. Du schufst das Meerwasser, überbrücktest es, lagst darin und quirltest es einst. Gegen Mali und Maliman entsandtest du deine Waffen, sodass sie in die Stadt des Todes gelangten. Wunderbarer mit den breiten Händen, die viele Waffen tragen!

(780) Du bist jenseits selbst des Höchsten, Urgrund! Du ruhst auf dem Lager im Meerwasser, trägst die eine Göttin freudig auf deiner Brust und wirst darüber hinaus unter Menschen geboren. Herr, Verkörperung der Erkenntnis, kann irgendjemand sagen: »So ist dein Wesen«? (781) Himmel, Erde, Berge und sieben Meere machte sich dein lotusgleiches Selbst zur Speise und schlief auf einem Banyanblatt. Du mit der schönen Girlande aus kühlem, duftendem, honigreichem Tulasi! Bist du nicht auch der siegreiche Bogenschütze, der die Bucklige mit einem Geschoss traf, sodass ihr Buckel eingedrückt wurde? (782) Tod des Kalanemi, du mit unermesslichem Ruhm! Du verschlangst einst die sieben Welten und nahmst die Gestalt eines kleinen Knaben an. Held mit siegreichem Zorn, der den Bogen spannte, sodass das Meer glühte: Deine Gestalt schenkt dem Geist der Verehrer, die dir gehören, Befreiung. (783) Du Urherr zogst mit dem Affenheer über das brausende Meer und entsandtest schreckliche Pfeile, sodass die Rakshasas dort zugrunde gingen. Bist du nicht auch der Lotusfüßige, der ohne jedes Erbarmen mit dem, der ihm auf seine Bitte Land schenkte, die Füße weit ausstreckte und alles in Besitz maß?

(784) Du entsandtest schreckliche Pfeile, sodass der Rakshasa mit blitzenden Zähnen fiel, und schenktest seinem jüngeren Bruder Gnade und Königsherrschaft. Gemahl der schönen, sanft sprechenden Pinnai! Bist du nicht der Lotusgleiche von bleibender Herrlichkeit, der auch goldene Farbe annahm? (785) Du bist Ursprung, Ursprung, Ursprung; du bist der Anfang des Weltalls. Du bist das ungeprüfte, aus sich selbst leuchtende Licht und erstrahlst in dieser Wahrheit. Du bist Veda und Opfer, Himmel und Erde. Wie wunderbar ist das Wunder, dass du, der Urgrund, ein Hirte wurdest! (786) Du wurdest ein im Wasser lebender Fisch, dann eine Schildkröte und auch der Herr des Meeres. Deine Liebe wuchs über jedes Maß hinaus: Du wurdest darüber hinaus das Kind einer Hirtin mit rankenschlanker Taille und so unser naher Herr. Was ist das für ein Wesen, unser Gebieter? (787) Als Kind der Hirtin Yashoda mit goldenem Brustschmuck tratest du den Wagen um. Du nahmst dem Vogel das Leben und trankst die Milch der grausamen Brust, die die trügerische Dämonin dir zum Tod darbot. Mein Herr, wie kommt es, dass du auch den Mundnektar der Frauen mit goldenen Armreifen genossest?

(788) Man nennt dich Krishna, dessen Hände die reifen Vila-Früchte herabfallen ließen, den blühenden Kuruntu-Baum niederbeugten und dem Pferd das Maul aufrissen. Du trankst die Milch der Hirtin, aßest Erde und Butter und trankst dann die Milch der Dämonin. Vamana, der du einst ein Eber wurdest! (789) Du brachst den Stoßzahn des wilden, brunftigen Elefanten und übtest deinen Tanz auf der giftigen Schlange im Teich, unser Herr. Wolkenfarbiger, der als Tänzer mit Töpfen auftrat, du mit der Brust, die eine gewundene Girlande aus kühlem Tulasi trägt, Tod des Kalanemi! (790) Du nahmst einen Berg und quirltest das Meerwasser. Du nahmst Berge und errichtetest einen Damm im Meer; du zerstörtest das von berggleichen Mauern umgebene Lanka im Meer. Bist du nicht auch der Wolkenfarbige, der einen Berg hob und vor dem Regen schützte? (791) Du rettetest einen Elefanten und tötetest einen Elefanten. Als Hirtenkind weidetest du die Kühe und aßest ihre Butter; einst schütztest du die Rinder unter einem einzigen Berg. Um der Frau mit den dunklen, rotgezeichneten Augen willen bezwangst du die Stiere. Was für ein Wunder ist dieses wunderbare Spiel! Der Tamilvers entfaltet ein Wortspiel mit ähnlich klingenden Bezeichnungen für Elefant und Rinder.

(792) Du wurdest ein Hirte und begehrtest die bambusgleichen Schultern der Hirtin. Wer im Himmel oder auf Erden vermag dich zu erforschen? Wunderbarer, ist dies deine wunderbare Maya? Und selbst die Ordnung, die du gesetzt hast, hast du wieder zum Wunder gemacht. Dein ganzes Wirken ist Wunder! (793) Shiva trägt einen rötlichen Leib, Asche und verfilztes Haar mit der schmalen Mondsichel. Warum fülltest du die harte Schädelschale in seiner Hand mit strömendem rotem Blut? Du Herr, der die Stiere bezwang, erkläre es ohne Zurückhaltung! (794) Du brachst den weißen Stoßzahn des heftig zornigen Elefanten, vernichtetest den rasenden großen Kamsa und nahmst mit deinen Schritten die Erde in Besitz. Der täuschend herangekommenen Dämonin entzogst du mit der Milch zugleich das Leben. Bist du nicht der ursprüngliche Gott von der Farbe der Augenschwärze? (795) Milchweiß, rotgolden, grün wie die frische Außenseite von Wasserpflanzen und blau wie die Blüte im schönen Teich, um die Bienen fliegen: Diese Farben erfüllten die vier Zeitalter. Wie kommt es, dass die Welt dennoch Tirumals Wesen verhüllt?

(796) Bist du auf Erden, bist du im Himmel? Entziehst du dich dem Denken derer, die verwirrt auf Erden stehen und dich zu begreifen versuchen? Was für ein Wunder! Bist du in den Augen deiner Diener oder bist du fern? Unser Segensreicher, der auf Ananta ruht, schöner Heiliger mit der Girlande aus Tulasi der Fluren! (797) Dein Haupt trägt eine schwingende Girlande aus kühlem Tulasi. Du hältst das Muschelhorn und den Diskus und reitest auf dem schön geflügelten Vogel. Auch wenn ich, der Niedrige wie ein Hund, mich dem Guten, das die Welt empfangen hat, nicht zugewandt habe: Kann ich dennoch Befreiung erlangen und Tod und Wiedergeburt abschneiden? Sage es mir! (798) Unser Krishna mit dem wolkengleichen Leib, Herr des Himmels! Man sagt, du liegst im Wasser auf dem Schlangenlager. Man sagt aber auch, du bist nicht an einem einzigen Ort und hast keine Grenze. Sage mir, wie ich, der Niedrige, deinen erreichbaren Aufenthaltsort erkennen und mich dort vor dir verneigen kann! (799) Du stehst auf dem Berg, thronst im Himmel und ruhst im weiten Meer. Du gingst über die Erde, verschlangst dieselbe Erde und hobst sie als Eber empor. Bist du nicht der ursprüngliche Gott, der in den vergangenen guten Tagen die Lebewesen erschuf und ihnen damals ihre göttlichen Hüter zuteilte?

(800) Er schoss eine Kugel gegen den Buckel der Buckligen, über deren hochgebundenem, girlandengeschmücktem Haar Honigduft lag, und freute sich innerlich. Der Ort dieses Herrn ist das schöne, kühlwasserreiche Arangam: Reiher fressen Krebse und ziehen weiter, Valai-Fische springen, und Kendai-Fische schwimmen neben den blauen Wasserblüten. (801) Einst spannte der Held seinen mächtigen Bogen und schoss einen Pfeil ab, sodass das dunkle Meer mit den weißen Wellen rot wurde und glühte. Sein Wohnort ist das ewig herrliche Arangam, umhegt von bienensummenden Gärten, mit heiligen Wassern, in denen die Scharen aller acht Himmelsrichtungen verehrend baden. (802) Er spannte den Bogen, entsandte Pfeile und ließ die zehn abgetrennten Köpfe des Königs von Lanka zu Boden fallen. Der goldene Ort, an dem dieser reiche Herr beständig wohnt, heißt Arangam: Weite Wasser bringen verstreutes Gold heran und spülen es ans Ufer. Es ist der Tempel, den Brahma mit seinen vier Gesichtern verehrte. (803) Der erfahrene Herr ergriff den ausgewachsenen, berggleichen Elefanten, der ihm im Kampf entgegentrat, und brach seinen Stoßzahn ab. Sein Ort ist das schöne, kühlwasserreiche Arangam. Dort leben ringsum die von Bindung Befreiten, die sich in Einheit gesammelt haben und den aus reifem Bambus gefertigten dreifachen Stab tragen.

(804) Als der Dreiäugige mit Modi und seinem versammelten Heer in die wilde Schlacht drängte, wurde er beschämt und musste fliehen. Der ursprüngliche große Herr schlug Bana die tausend Arme ab. Sein erhabener Tempel trägt den Namen Arangam, wo die Wasser zusammenfließen. Die erste Zeile der Quelle ist sprachlich schwierig; die Wiedergabe folgt dem erkennbaren Kampfzusammenhang. (805) Er entsandte Pfeile mit blattförmigen Spitzen und zerstörte die Befestigung Lankas. Der Herr wohnt in Arangam an der Kaveri: Auf dem Berg geboren, strömt sie herab, schiebt Sandelholz vor sich her, wirft es durcheinander, schlägt es auseinander und fließt mit aufgewühlter Kumkumpaste dahin. (806) Du bist der Gemahl der bleibenden Göttin auf der großen Blüte und der Erdentochter; dann vereintest du dich auch in Hochzeit mit den Schultern der Hirtin Pinnai. Darüber hinaus hast du mir gewährt, deine Füße dauerhaft in meinem Denken zu bewahren. Bist du nicht der Lotusgleiche, der in Arangam, umgeben von der Ponni, wohnt? (807) Du zogst einst aus, versetztest den König von Lanka in Schrecken, tötetest ihn und ließest seine zweimal fünf frischen Köpfe auf die Erde fallen, siegreicher Held! Bist du nicht auch der Herr, der in Kudantai ruht, während Träger der heiligen Schnur, Kenner der Veden und im rechten Hören Geübte ihn ehrfürchtig umschreiten?

(808) Einer wollte an der Brust einer Frau mit muschelreifengeschmückten Unterarmen ruhen. Du gingst damals gegen ihn vor und schleudertest den Diskus, sodass seine Glieder zerfielen. Du Lotusgleicher ruhst im kühlen Kudantai, wo das Wasser aufwallt, wenn Frauen mit langem duftendem Haar darin baden. Der Gegner wird im Vers nicht namentlich genannt. (809) Du gingst zwischen den Bäumen hindurch und brachst sie nieder; du schlugst den mächtigen Kopf des brunftigen Elefanten, brachst einen Stoßzahn ab und freutest dich, Höchster! Du rissest dem Pferd das Maul auf und durchmaßest mit deinen Füßen die Erde. Bist du nicht der Herr, der in Kudantai ruht, damit die Vedakundigen Segen empfangen? (810) Hirte, der du im kühlen Kudantai mit seinen Reisfeldern, breiten Wassergräben, Blütengärten und hohen schönen Häusern wohnst! Held mit dem Bogen, du spanntest ihn, damit die Köpfe Kalanemis, Vakras, Kharas und Muras zum Tod gelangten. (811) Auf dem Venkatam stehst du, wo reichlicher Tau fällt und hohe Bambushalme sich niederbeugen, wieder aufrichten und an den Himmel schlagen. Bist du nicht derselbe Herr, der sich von dort erhob und im reichen Kudantai mit seinen honigreichen Blütengärten, dichtem Laub und großen fruchtbaren Teichen niederlegte?

(812) Schmerzen die Füße, die so weit gegangen sind? Bebt dein Leib noch davon, dass du als Eber die zitternde Erde emporgehoben hast? Nachdem du die Schluchten der glänzenden großen Berge durchquert hast, liegst du nun in Kudantai am Ufer der ausgebreiteten Kaveri. Steh auf und sage, weshalb du so daliegst! Heil dir, Keshava! (813) Erhabener von Kurunkudi! In den Teichen spielen Wasservögel; große dunkle Palmfrüchte rollen hinein, und die Valai-Fische springen auf. Dich nennt man den Löwen, der den zornerfüllten Leib des breitschultrigen Hiranya in zwei Teile riss und sich daran erfreute. (814) Du Gott der Götter bist in das Denken derer eingezogen, die wohl gesammelt der rechten Ordnung des Yoga folgen, und hast ihr schlechtes Karma beseitigt. Was ist das für ein Wesen, dass du in Urakam stehst, in Padakam mit seinen berggleichen hohen Häusern sitzt und in Vehka auf dem Lager liegst? (815) Mein Vater stand in Urakam, mein Vater saß in Padakam, und einst lag er in Vehka – damals, bevor ich überhaupt da war. Damals war ich noch nicht geboren; seit meiner Geburt habe ich ihn nicht vergessen. Sein Stehen, Sitzen und Liegen geschieht nun in meinem Herzen.

(816) Einst, bevor ich da war, stand er auf einem Berg, saß im Himmel und lag im guten großen wogenden Meer. Nun steht, sitzt und liegt der Wunderbare, der auf Ananta Ruhende, der Urgrund, Madhava, in meinem Herzen. (817) Jeder stirbt, sei es heute oder nach einer Weile; niemand kann dauerhaft in dieser Welt bleiben. Obwohl die Menschen dies sehen, warum bedenken sie nicht die Lotusfüße, die einst die Erde durchmaßen, und gehen hinauf, um als Himmlische dort zu leben? (818) Ihr, die ihr durch den Sonnenkreis hindurch Befreiung erlangen und darüber hinaus täglich die nie endende Freude der Liebe beim Schauen erfahren wollt: Nehmt den heiligen Ruhm des Lotusfüßigen mit euren Ohren auf und trinkt ihn! Befreit euch aus dem Leid eures schweren Karmas und gelangt zum Heil. (819) Die Niedrigen sind berauscht und verwirrt vom dreifachen Geschäft und von einem der beiden Wege darin. Wer darin stirbt und fortgeht, findet auf solche Weise kein Mittel zur Rettung. Wenn ihr heil werden wollt, preist den Herrn mit der schönen kühlen Tulasi-Girlande voller Blütenbüschel und lebt! Die wirtschaftliche Bildsprache der ersten Hälfte ist ohne traditionellen Kommentar nicht eindeutig aufzulösen.

(820) Ihr Unverständigen, die ihr bei Göttern Schutz sucht, deren Gestalt nicht herrlich anzusehen ist, deren Ruhm dem Ohr nicht wohltut und die selbst bei Verehrung keine Kraft haben, Gaben zu gewähren: Wendet euch unserem Urherrn zu und zerschneidet den Widerstreit, der Wiedergeburt heißt! Der Vers spricht aus der ausschließlichen Vishnu-Hingabe des Dichters; die Polemik ist als Traditionsstimme zu lesen. (821) Am Tag, an dem er Banas zweimal fünfhundert Arme abtrennte, flohen die verbundenen Götter mit Lanzen, Dreizacken, Speeren, Wurfkeulen, Stäben und Schwertern auseinander in den Himmel. Welcher Aufruhr damals herrschte, das wissen die Unsterblichen selbst! (822) Um der Frau mit der von Bienen umschwärmten Girlande willen entbrannte der Kampf. Als unser Wunderbarer dem herandrängenden Bana seine zweimal fünfhundert Arme abtrennte, sah er den Schädelträger, den Aschebedeckten, dessen Söhne, den Fiebergeist, Modi und Agni fliehen. Er empfand Scheu und erbarmte sich Banas. (823) Die Frau auf dem Lotus und die Herrin der Erde sind seine Göttinnen. Der Viergesichtige, der auf der Blüte sitzt, ist sein Sohn; dessen Sohn ist, wie man sagt, derjenige, dessen eine Hälfte eine Frau ist und dessen Reittier der Stier ist. So lehren die Veden. Nach der Aussage dieses Verses ist dies die Wahrheit und keine andere Darstellung.

(824) Einst entsandte er einen Pfeil durch die Bäume und einen weiteren durch Valis Brust, sodass dieser fiel. Unser Herr, der über die Himmlischen herrscht, gewährt vollkommene, dauernde Freude allein denen, die er in seiner Gnadenabsicht bewahrt. Selbst die Herrschaft im Himmel verleiht sie sonst niemandem. (825) Wenn man mit immer tieferem Verstehen Vamanas beide Füße verehrt, wachsen volle Erkenntnis und wahrer Reichtum. Wenn man den Herrn preist, der in den klaren aufwallenden Wellen ruht, wird das schlechte Karma ausgerissen und verliert seinen Halt: So ist sein Wirken. (826) In Einung festzustehen, gute Askese zu üben, Weltalter um Weltalter seine Eigenschaften zu bedenken und das Herz zu reinigen, immer weiter emporzugehen, über die Götter und ihre höchsten Herren hinaus: Wer könnte sonst unseren rotäugigen Herrn sehen? (827) Man verschließt die Wege der niedrigen Sinne und versiegelt sie, öffnet den guten inneren Weg und entzündet das schöne Licht der Erkenntnis. Bis in die Knochen weich geworden, mit schmelzendem Herzen und innerlich gereift, erhebt sich Liebe. Wer könnte den Diskusträger anders sehen als in solcher Liebe?

(828) Er ist acht, acht und acht, sieben, sieben und sieben, acht und drei und eins, der ursprüngliche Gott. Wer ihn mit den acht Formen der Verehrung anbetet und seinen Namen in acht Silben rezitiert, vermag im Himmel zu herrschen. Der achtsilbige Name verweist auf das Mantra Oṃ namo Nārāyaṇāya. (829) Mit einer Liebe, die nicht müde wird, und einem Geist, dessen Verbindung nicht abreißt, verehren sie sehnsüchtig die heilvollen Füße des Unbefleckten, der im Wasser auf der Schlange ruht. Wer die acht Silben seines Namens voller Innigkeit rezitiert, vermag im Himmel zu herrschen. (830) Er ist zehn und zehn, sieben und neun, das Gute, das die Länder in den vier Himmelsrichtungen mit ihren Unterteilungen empfangen. Er ist der Urherr von einzigartiger Macht, der in zehn Gestalten erscheint. Können andere als seine Verehrer die Vollendung der Befreiung erlangen? Die Zahlen der ersten beiden Zeilen sind in ihrer genauen Zuordnung nicht eindeutig. (831) Dhenuka kam in tierischer Gestalt feindselig heran. Du schleudertest ihn gegen die guten fruchttragenden Palmen, richtetest deine Schultern auf und machtest seinem Leben ein Ende. Können andere als jene, die deine Füße ersehnen, zu Unsterblichen werden?

(832) Er liegt im gequirlten Milchmeer und vernichtete Kalanemi. Als Rama kam er dem von Vali Bedrängten zu Hilfe und durchschoss alle sieben dicht stehenden Bäume. Sucht täglich die Füße dieses Herrn auf, der zum Venkatam gekommen ist, und gelangt zum Heil! (833) Du bist auf jede Weise allem nahe und zugleich über alles erhaben. Du ruhst in den mächtigen Wassern auf der Schlange. Für jene, die mit fest auf dich gerichtetem Denken alle anderen Fesseln loslassen, wird auf jede Weise Freude sein: hier, dort und überall. (834) Du mit der honigreichen kühlen Tulasi-Girlande! Selbst wenn man deine goldenen Füße verließe und in den Himmel aufstiege, um dort unvergänglichen Genuss zu finden: Die wirkliche Freude ist jene Liebe, die den Geist mit dem Seil von »acht und zwei« bindet und ihn nicht mehr loslässt. Das Zahlwort enthält eine Anspielung auf pattu, zugleich »zehn« und klanglich »Bindung/Hingabe«. (835) Hat der Diskusträger mich für eine spätere Wiedergeburt bestimmt? Oder kennt er bereits den Tag, an dem er mich in fester Liebe zu seinen Füßen stehen lässt? Ich bin unwissend und niedrig wie ein Hund und habe keine rechte Liebe zu ihm. Was hat unser Herr in seiner Absicht mit mir vorgesehen?

(836) Herr, der du auf der Giftschlange ruhst! Du vermagst sogar das Denken, das ich auf deine Lotusfüße gesetzt habe, wieder zurückzuziehen und abzulenken. Darum habe ich deine Maya erkannt. Wunderbarer, stoße mich nicht erneut in deine Verwirrung und verwirre mich nicht! (837) Dein Fuß zertrat den Wagen. Du Herr tanztest auf dem kräftigen Nacken der sich windenden Schlange im wasserreichen Teich. Wenn ich täglich an deine roten Füße und deine das Muschelhorn tragende Hand denke, warum machst du die Befreiung dann nicht für mich wahr, Krishna? (838) Der Gott mit dem Auge auf der Stirn, der Herr des Himmels, der asketische Herr auf der Blüte und die übrigen Himmlischen verehren nach ihrer Erkenntnis deine Füße, Herr, du Veda selbst. Wenn ich es aussprechen soll: Ich habe keinen anderen Halt erlangt als die Bindung an dich. (839) Du stelltest den Berg ins weiße Meer, schlangst die Schlange mit den weißen Zähnen darum und quirltest es bis in den Schlamm. Als Schildkröte trugst du den gewaltigen Berg und schenktest den Himmlischen die Arznei, die ihre inneren Leiden heilte. Sollte ich irgendeine andere Gottheit achten als unseren freigebigen Herrn?

(840) Um einst die übergroße Last der Erde zu beseitigen, standest du auf Arjunas Wagen und vollbrachtest wunderbare Taten. Du ließest die großen siegreichen Wagenkrieger fallen, gabst ihnen den Himmel und überließest die Erde den Fünf. Sollte ich irgendeine andere Gottheit achten als dich mit deiner überreichen Herrlichkeit? (841) Ich wurde in keinem der vier Stände geboren; ich bin in keiner der vier heilvollen heiligen Lehren geübt. Ich habe die fünf Sinne nicht besiegt und besitze kein Verdienst. Heiliger, unser Herr, ich habe keinen anderen Halt als deine strahlenden Füße. (842) Um der Frau willen, deren sanfte Rede von Melodie erfüllt ist und deren große Augen Waffen gleichen, bedrängtest du zahllose Rakshasas mit Feuer. Ich habe kein anderes sehendes Auge als dich und keinen anderen vertrauten Kreis. Du von unermesslichem Wunderwirken, entferne dich niemals aus meinem Inneren! (843) Du bezwangst die sieben Stiere und vereintest dich in Hochzeit mit den Schultern der Frau, deren Augen siegreichen Speeren gleichen. Hirte, du schufst das Meerwasser, überbrücktest es, ruhtest darin und quirltest es einst. Zu dir bin ich in Zuflucht gekommen: Du musst mir sagen: »Fürchte dich nicht!«

(844) Herr von Arangam, erbarme dich meiner, der ich sehnsüchtig deine blühenden Füße verehre, bedeckt mit kühlem Tulasi, in dem Bienen tanzen! Du Zuckerklumpen aus dem Zuckerrohr, Krishna, der im Meer ruht, Rama mit dem Bogen, der schreckliche Pfeile entsandte, sodass selbst Eisen zerbrach! (845) Du bist das Leben, das im Fleisch wohnt, du bist Schlaf und Wachen. Du bist die fünf Erzeugnisse der Kuh und die Reinheit, die in ihnen besteht. Du bist Himmel und Erde und der Ertrag des reichen Meeres. Auch ich bin in dir gegründet; und darüber hinaus bist du mein Herr, Rama! (846) Ich habe die schwer zu bändigenden fünf Sinne gezügelt, ihre begehrlichen Fesseln abgeschnitten und bin gekommen, in deinem Dienst zu stehen. Auch wenn du mich verlassen wolltest, meine Hoffnung nicht erfülltest und mein Verlangen nur noch größer machtest: Ich habe keinen anderen Beistand als dich, der du im Meer ruhst, unser Gebieter. (847) Grenzenloser Wunderbarer! Selbst wenn die sieben Welten dich wahrhaftig durch unendliche Weltalter preisen, bleibt dein Ruhm ohne Grenze. Gewähre mir den rechten Segen, du Lotusgleicher, dass ich die unendliche Folge der Geburten abschneide, zu dir komme und deine Füße erreiche.

(848) Herr, dessen herrliche Hände den schrecklichen Diskus, Muschelhorn, Keule, Bogen und Schwert tragen, und dessen Brust die Frau auf der roten Blüte beherbergt! Schenke mir ein Mittel, diese Krankheit des aus den fünf Elementen gebildeten Leibes abzuschneiden, zu deinen Füßen zu gelangen und heil zu werden. (849) Ich Niedriger habe Gewalttätigkeit aufgegeben, Täuschung überwunden und die Wünsche der fünf Sinne losgelassen; allein die Sehnsucht nach dir ist geblieben. Wunderbarer, vergiss mich nicht: Gewähre mir, aus dem Strudel großen Leids herauszukommen, in dem ich immer wieder geboren werde und sterbe. (850) Ich habe davon gehört, wie als Folge meines schweren Karmas der Geist festgelegt und zu unguten Handlungen gelenkt werden kann. Gemahl Pinnais, ich habe mein Leben mit dir verbunden. Du von der Farbe der Puvai-Blüte, stoße mich, der ich an dich gebunden bin, nicht aus dir heraus! Die syntaktisch schwierige erste Vershälfte wird hier vorsichtig sinngemäß wiedergegeben. (851) Wer im Strudel von Geburt und großem Leid steht, soll daraus frei werden. Auch Menschen von geringer Erkenntnis, bei denen diese Möglichkeit verkümmert ist, können ans rettende Ufer gelangen. Schwer zu erlangender Wunderbarer, schenke mir das ebenso schwer zu erlangende Mittel: die Bindung der Bhakti an deine Füße.

Lesebereich 852–871

(852) Ich habe eine Bitte vorzubringen; Heil dir, großer Herr von der Farbe des schützenden Wassers! Wenn du mich in deiner heiligen Absicht zur Gewährung einer Gabe bewahrt hast, dann wolle dies: dass mein Denken sich in bleibender Herrlichkeit sammelt und ununterbrochen deine Lotusfüße bedenkt. (853) Mit unzerstörbarer Liebe richte ich mein Denken auf deine leuchtenden Lotusfüße. Wie kann die Krankheit dieses fleischlichen Leibes vergehen? Wunderbarer, der auf den rauschenden Wassern ruht, siegreicher Held, der zum Eber wurde, Erhabener, der mit Bergen einen Damm gegen die springenden Wellen baute: Sage mir ein Wort! (854) Gott der Götter der Götter, dessen Brust mit Shri vereint ist! Unbefleckter, der du die rechte Ordnung der Veden und ihrer Hymnen bist, du mit dem Leib wie eine schwere dunkle Regenwolke: Lehre mich, deinen Namen ohne Unterlass auszusprechen und dabei vor Liebe zu schmelzen. (855) Wunderbarer mit den breiten Händen und vielen Waffen! Du zerteiltest den schrecklichen Kabandha und die Köpfe Vakras, Kharas und Muras. Gewähre mir eine Verbindung ohne Rückkehr, sodass ich beim Liegen, Sitzen, Stehen und Gehen stets an deinen goldenen Füßen bleibe.

(856) Du verschlangst die Erde und gabst sie wieder frei, erbetteltest sie später und maßest sie aus. Du bist die siegreiche Zeit, die zeigt: Die Erde besteht nicht außerhalb deines Blicks. Lotusäugiger, der an der Brust der Frau ruht, deren süße Worte die Musik übertreffen: Für mein Denken gibt es keine Gestalt außer deiner. (857) Du trägst den Diskus, mit dem du einst den zornig angreifenden Kalanemi zum Tod schicktest, dazu Muschelhorn, Keule, Bogen und Schwert. Um das Leiden der Herden zu beseitigen, trugst du einst den Berg. Mein Herz kennt keine Liebe außer zu deinem Ruhm. (858) Dem glühend zornigen König von Kashi, Vakra, Paundraka, dem zornigen Mali, Sumali, Keshi und Dhenuka nahmst du ihre Lebenszeit, sodass sie vernichtet fielen. Unser Herr, auf nichts anderes als auf deine Füße werde ich auf irgendeine Weise meine liebevolle Bindung richten. (859) Du schenkst unvergängliche Herrlichkeit. Selbst wenn ich die vergänglichen Reiche Brahmas, Haras und des Tausendäugigen erreichte, ja selbst wenn ich die Freude der Befreiung erlangte und darin thronte: Würde ich innerlich irgendeinen anderen Wunsch fassen als den, mit dir vereint zu sein?

(860) Ohne dass jemand dich verkleinerte, wurdest du klein; nachdem du klein geworden warst, wurdest du groß, ohne dass jemand dich vergrößerte. Die Scharen der Weisen mit vedischen Hymnen auf den Lippen preisen dich als den Gott der Götter, der die schlechten Eigenschaften der Hochmütigen beseitigt. Auch ich habe dich gepriesen. (861) Ob ich rein bin oder nicht: Alles, womit ich, der Niedrige, dich verehre und lobe, du Wunderbarer mit dem kühlen, von Bienen umschwärmten Tulasi, mögest du in deiner Absicht geduldig annehmen und segnen. Meeresfarbiger, du wohnst auf dem Lager im Meerwasser und ebenso im Denken deiner Verehrer. (862) Man sagt, selbst diejenigen, die dich beschimpften und nach Kräften schmähten, und jene, die erbittert gegen dich kämpften und im Feuer deines Zorns verbrannten, können schließlich zu dir gelangen. Darum, unser Wunderbarer, Herr der Welt: Nimm auch die Verfehlung, die ich Niedriger begangen habe, als etwas Gutes an. (863) Wie Schwerter vergehen die Tage; die Kraft nimmt ab, das Alter kommt, und der Tag des Sterbens naht. Mein Herz, erkenne klar, dass es gut ist, sein Diener zu werden, und verehre und preise die Füße des Herrn, die darüber hinaus die Freude ohne Rückkehr gewähren müssen.

(864) Dem mit wassertragendem roten Haargeflecht und dunkler Kehle, der durch die weiße Schädelschale und sein Vergehen in schwere Bedrängnis geraten war, gab er von seiner girlandengeschmückten Brust duftende Flüssigkeit und beendete sein Leid. Heil dir, mein Herz: Bedenke den Weg, wie du diesen heilvollen, erhabenen Herrn erreichen kannst! (865) Wenn du die acht niedrigen Begrenzungen ablegen, ohne Makel emporsteigen und im Himmel herrschen willst, mein Herz, verneige dich und preise! Bedenke die Füße unseres Vaters, der Erkenntnis und Sonne ist und als Eber mit seinem Hauer die ganze Erde emporhob. (866) Er ist Vater und Mutter, unser herrschender Gebieter; er beendet die vielen gleichen und ungleichen Geburten und nimmt uns in seinen Dienst. Der Freie, Mukunda, ist in uns eingezogen und wohnt nun in uns. Warum liegst du dennoch im Meer der Not, armes Herz? (867) Der Held verwandelte einst Lanka in Asche, zog hin, tötete den schwerttragenden Rakshasa, der sich ihm widersetzt hatte, und siegte. Da er mich in sich aufgenommen hat, ohne mich von sich zu trennen, kann Yama mich noch absondern und meine vergangenen Verfehlungen zählen?

(868) Er wird Denken und Leib verwandeln, in denen Furcht, Krankheit, Leid, viele Geburten und das begehrliche Alter ihren Sitz haben, und uns in den Himmel erheben. Er ist Achyuta von unendlichem Ruhm, ohne Anfang und Ende, der Herr, der auf der Giftschlange ruht und von den Veden besungen wird. (869) In Wort und Tat, in einer Liebe, deren Verbindung nicht abreißt, bei Nacht und am guten Tag, am Abend und am Morgen hat mein Herz die Lotusfüße des Gemahls der Göttin auf der frisch erblühten Lotusblume umfangen. Es trägt diese Bindung ohne Untergang und ist nicht mehr davon zurückgekehrt. (870) Wunderbarer von der Farbe der Puvai-Blüte, der du in Arangam, umgeben von der Ponni, wohnst, höre! Aus dem schweren Karma, das mein Leben umschloss, ist ein Spross aufgestiegen. Er hat die reichen, hell leuchtenden Blüten umfangen, die deine Füße sind, und steht nun bleibend, ohne Verwelken und überall gegenwärtig da. (871) Der Wolkenfarbige hat mich aus der unablässigen Bewegung vieler Geburten herausgeführt, ist heute gekommen und hat mich gerettet. Er kam mir nahe und ließ mich ganz in ihm aufgehen, der bereits in mir war. Weil er sein beständiges Licht schenkte, hat meine Seele alle Unruhe abgeschnitten und die Befreiung unaufhörlicher Freude erlangt.

Tirumalai (872–916)

(872) Wir halten die Sinne unter Bewachung, springen über die Macht der Kali-Zeit hinweg und ziehen mit Siegesrufen über die Köpfe von Yamas Dienern. Urherr, der die drei Welten verschlang und wieder hervorbrachte: Sieh, diesen kühnen Mut besitzen wir, weil wir deinen Namen gelernt haben, du Bewohner der großen Stadt Arangam! (873) »Dein Leib ist wie ein großer grüner Berg, dein Mund wie Koralle, deine roten Augen wie Lotusse. Achyuta, Stier unter den Unsterblichen, zarter Spross der Hirten!« Die Süße, dich so anzurufen, möchte ich nicht aufgeben, selbst wenn mir dafür die Freude zuteilwürde, in Indras Welt zu herrschen, du Bewohner der großen Stadt Arangam! Die Quelle wiederholt hier irrtümlich die Gesamtzahl 872; dies ist Tirumalai 2, Gesamtvers 873. (874) Selbst wenn die Menschen die in den Veden genannte Lebensspanne von hundert Jahren erreichen, vergeht die Hälfte im Schlaf. Vom Rest sind fünfzehn Jahre unwissende Kindheit; dann kommen Krankheit, Hunger, Alter und Leid. Darum wünsche ich keine neue Geburt, du Bewohner der großen Stadt Arangam! (875) Selbst Kshatrabandhu, der mitten in einer Fülle schweren Karmas stand, erreichte durch den Namen mit den drei Silben das höchste Ziel. Obwohl wir unseren Aranga gewonnen haben, der so voller Liebe ist, dass er sich seiner Diener derart erbarmt, verstricken wir uns, ach, noch immer in die Wiedergeburt!

(876) Um Lust mit Frauen zu genießen, lädt der Mensch große Mühsal auf sich. Er isst und liegt nachts da, sorgt sich nur um den Leib und verzehrt sich darüber. Statt als Vertrauter des Herrn mit der kühlen Tulasi-Girlande auf der Brust zu singen, zu tanzen, zu dienen und Nektar zu genießen, freut sich der Knecht über gewöhnlichen Reis. (877) Ihr errichtet eine Festung mit Mauern aus Gewalt und sammelt für das Jenseits nur Leere. Ihr erkennt nicht, wann dieses Haus mit der löchrigen Außenwand einstürzt. Statt Aranga zu dienen, der als Mauer des Dharma dasteht, schmückt ihr nur die äußere Wand und liegt schließlich da, den Vögeln zum Fraß. (878) Wer die Lehren gründlich studiert hat, wird der die buddhistischen und jainistischen Wege, die der Dichter als niedrigen Dharma bezeichnet, betrachten oder auf sie hören? Selbst wenn mein Kopf abgeschlagen wird, werde ich nicht sterben – seht, dies ist meine feste Wahrheit, ihr Herren: Der Gott, der mit seinem Bogen Lanka zerstörte, ist allein Gott. Die herabsetzende Wertung anderer Religionen gehört zur konfessionellen Polemik dieses Verses.

(879) Wenn die hasserfüllten Jainas, die Kahlgeschorenen und die nach dieser Polemik fehlgeleiteten Buddhisten Unerträgliches über dich reden, wird schon das Fortgehen zum Schmerz. Wenn sich mir die Möglichkeit bietet und es gelingen kann, erscheint es mir als Aufgabe, ihnen dort den Kopf abzuschlagen, du Bewohner der großen Stadt Arangam! Der Vers enthält eine drastische historische Gewaltpolemik. Sie wird als Bestandteil der Quelle dokumentiert, nicht als Handlungsanweisung oder als Wertung der Redaktion übernommen. (880) Gibt es denn eine andere Gottheit, ihr unverständigen Menschen? Erst wenn die Not euch trifft, erkennt ihr den Einen. Ihr versteht kein tieferes Geheimnis: Außer ihm gibt es keinen Gott. Verehrt die beiden geschmückten Füße unseres Vaters, der die Kälberherden weidete! (881) Durch seine gute Gnade setzte er überall Gottheiten ein und zeigte Tiruvarangam, damit die zum Heil Strebenden heil werden. Hört, ihr Herren: Obwohl der auf Garuda Reitende bereitsteht, sitzt ihr im Schoß der Unglücksgöttin Jyestha und erwartet Reichtum! (882) Unser Held, der mit einem einzigen Bogen das hohe Meer bezwang und überbrückte, erschlug im Kampf den König der Rakshasas, damit die Welten gerettet würden. Sein großer, vertrauter Tempel ist das ummauerte Tiruvarangam. Ihr, denen schon im Mutterleib das Glück fehlte, nennt diesen Namen nicht und vergeudet eure Zeit!

(883) Als Yama und Mudgala miteinander sprachen und die Wesen in der Hölle es hörten, wurde durch seine Namen selbst die Hölle zum Himmel. Der Vollkommene besitzt solche Namen! Dass die bedauernswerten Menschen dennoch nicht »Arangam, sein Wohnort« sagen, sondern erschöpft niederfallen und in Sorgen geraten – darüber allein mache ich mir Sorgen. (884) Alle Wesen auf der weiten Erde, die vom wild bewegten Meer umgeben ist, sollen den König der Himmlischen mit seiner duftenden Tulasi-Girlande preisen. Wenn selbst alle unwissenden Menschen »Arangam« riefen, würden die Höllen mit ihren Foltervorrichtungen veröden und von Gras überwachsen. (885) Gärten, in denen Bienen summen, Pfauen tanzen, Wolken die Wipfel berühren und Kuckucke rufen; Gärten, in denen der König der Himmlischen wohnt: das schöne Tiruvarangam! Nehmt den Hartgesottenen, die diesen Namen nicht sagen und nur nach ihrem Essen greifen, den Reis weg und gebt ihn den Hunden! Auch diese aggressive Aufforderung wird als historische dichterische Polemik wiedergegeben, nicht als praktische Anweisung. (886) Den Wahrhaftigen ist er wahrhaft gegenwärtig, den Falschen wie mir, dem das gute Geschick fehlt, entzieht er sich. Der König mit der Vogelfahne erscheint den zum Heil Erwachenden, sobald sie ihn als den Einen erkennen, in einer Schönheit, die jeden Zweifel abschneidet. Ist nicht Arangam der Ort dieses Schönen?

(887) Als ich ein Spieler und Dieb war und mich mit Wüstlingen verband, war ich in das Netz der fischgleichen Augen der Frauen geraten und versank darin. Er sagte: »Komm heraus!«, trat in mein Denken ein und ließ die Liebe zu ihm wachsen. Ist nicht Arangam der Ort dieses Schönen? (888) Ich vermag nicht voller Liebe dazustehen und dich zu preisen; ich habe kein günstiges Geschick und keine Einsicht. Dennoch sehen meine beiden Augen das süße Zuckerrohr, das im großen Tempel von Arangam inmitten bienenreicher Gärten wohnt, und freuen sich, sodass mein eisenhartes Herz nach und nach schmilzt. (889) Unser lotusäugiger Herr liegt allein auf dem kühlen, aufgewühlten Meer, dessen Wellengischt gegen ihn schlägt, und herrscht von dort. Meine Augen haben Krishna mit seinem roten, reifen Früchten gleichenden Mund gesehen; nun lassen sie Tränentropfen fallen. Was soll ich Unglücklicher tun? (890) Sein Haupt liegt im Westen, seine Füße streckt er nach Osten aus; dem Norden kehrt er den Rücken zu und schaut nach Süden in Richtung Lanka. Wenn ich sehe, wie mein Vater, der meeresfarbene Gott, auf der Schlange schläft, schmilzt mein Leib dahin. Ihr Menschen dieser Welt, was soll ich tun?

(891) Der Wunderbare ruht auf dem Schlangenlager in Arangam mit seinen strömenden Wassern. Seine schöne heilige Brust, seine smaragdfarbene Gestalt, seine Schultern, die reinen Lotusaugen, der korallenrote Mund mit rötlichen Lippen, die herrliche Krone und sein Glanz: Können diese jemals von einem Diener weichen? (892) Altes Herz, das nicht mit Demut gesammelt und entschlossen für Aranga mit dem Korallenmund leben kann, sage mir: Lässt sich mit bloßem Denken erfassen, wie das Juwel im Tempel ruht, der einem mächtigen, herrlich geschmückten Berg aus rotem Gold gleicht? (893) Wir können nur wiederholen, was schon gesagt wurde; seine Größe können wir nicht wirklich ermessen. Er lässt sich nur von denen erkennen, die frei von Begehren sind. Außer dass wir den verehren, der im Herzen der Unbefleckten wohnt, und so verweilen: Gibt es überhaupt etwas, das sich aussprechen ließe? Törichtes Herz, sage es! (894) Mitten in der Kaveri, die heiliger ist als die Ganga, im blütengartenreichen Arangam, wo die anschwellenden Wasser weit strömen, habe ich gesehen, wie unser großer Herr und Gebieter ruht. Wie könnte ich ihn vergessen und weiterleben? Ich Armer, ich Armer!

(895) Im Arangam mit seinen weiten Gärten und überallhin strömenden Fluten hast du gesehen, wie der göttliche Dieb ruht, und sein schönes Lotusgesicht erblickt. Doch du scheinst hart zu bleiben, mein Herz! Du vermagst ihn nicht als den Einen zu erkennen; du liebst nur den Trug und verbringst deine Zeit in deiner eigenen Täuschung. (896) Die besondere Brahmanenpflicht, zu baden und die drei Feuer zu pflegen, habe ich verborgen und aufgegeben; sie ist nicht in mir. Auch bin ich kein wahrer Verehrer von dir. Worüber könnte ich mich freuen, Vollkommener? Meeresfarbiger, ich schreie auf. Hab Erbarmen und schenke mir Gnade, du Bewohner der großen Stadt Arangam! (897) Ich vermag nicht zu jeder Zeit Blumen herbeizubringen und deine goldenen Füße damit zu schmücken. Ich vermag nicht mit fehlerlosen Worten deine heiligen Eigenschaften zu schildern. In meinem Herzen hat sich keine tiefe Liebe mit Hingabe verbunden; deshalb bin ich Aranga fremd. Ach, wozu bin ich geboren? (898) Als die Affen Berge ins Meer schoben, badete das Eichhörnchen, wälzte sich im Sand und lief hin und her, um die Wellen zu dämmen. Nicht einmal diesem arglosen Eichhörnchen gleiche ich. Mit einem Herzen hart wie Holz bin ich voller Täuschung; statt Aranga von Herzen zu dienen, vergehe ich Elender in Müdigkeit.

(899) Der Herr im Licht, den selbst die Himmlischen nicht erkennen können, kam um des Elefanten willen zornig gegen das Krokodil, das sich von rotem Fleisch ernährte. Liegt die Rettung etwa in unserer eigenen Macht? Ohne die Niedrigkeit von uns Hunden zu beachten, hilft unser Herr. Wozu bin ich geboren, wenn ich ihm nicht diene? (900) Ich habe keinen Heimatort, kein Stück Land und keinen anderen Angehörigen. Auf Erden habe ich mich nicht an deine Fußwurzel gehalten, höchste Gestalt. Du von der Farbe des dunklen Wolkenlichts, mein Krishna, ich schreie auf! Wer ist mein Beistand, Vater, du Bewohner der großen Stadt Arangam? (901) In meinem Herzen gibt es keine Reinheit, in meinem Mund kein freundliches Wort. Im Zorn blicke ich feindselig und stoße sinnlos verletzende Rufe aus. Du mit der Tulasi-Girlande der Fluren, Herr von Tiruvarangam, umgeben von der Ponni, König, dem ich gehöre: Sage mir, welche Zuflucht bleibt mir nun? (902) Ich gehöre nicht zu den Asketen und nicht zu denen, die Reichtum erworben haben. Meinen Angehörigen bin ich so wenig nützlich wie salziges Wasser. Selbst den Frauen mit den roten, zusammengepressten Lippen bin ich ganz unerwünscht geworden. Du hast mir eine vergebliche Geburt gegeben, Bewohner der großen Stadt Arangam!

(903) Krishna mit dem Leib wie eine dichte Regenwolke, im schönen Tiruvarangam mit seinen laut summenden Bienengärten! Unter den Menschen, die keinen Weg kennen, dich zu sehen, bin ich besonders verfehlt und hart. So bin ich gekommen und stehe hier: Ich Hartherziger, ich Hartherziger! (904) Ich habe alle Wahrheit fahren lassen, mich in Frauen mit weit ausgebreitetem Haar verstrickt und alle Lüge in mir gesammelt. So bin ich Unwürdiger gekommen und stehe hier. Herr, Aranga, allein aus Sehnsucht nach dem, was deine Gnade heißt, bin ich Lügner gekommen und stehe hier: Ich Lügner, ich Lügner! (905) Ich Trügerischer habe keine Erkenntnis, um den Herrn zu bedenken, der im Herzen wohnt. Dennoch spielte auch ich den Diener und legte mir nur das äußere Gewand des Dienstes zu. Als ich begriff: »Du bist bei denen, die denken, und kennst alles, was sie denken«, schämte ich mich und lachte in meinem Inneren über mich selbst, bis mir die Seiten schmerzten. (906) Mein Vater, der einst mit seinem Schritt die ganze Welt in Besitz nahm! Rotäugiger Herr, ich werde niemanden außer dir verehren. Mein Leben, mein Nektar, Vater, der du mir so kostbar bist wie mein eigenes Leben! Ich Sünder werde nichts anderes als dich bedenken: Ich Sünder, ich Sünder!

(907) Held, der einst den Berg gegen den Regen hochhielt, süßer Strom! Ich bin ins Netz derer geraten, deren Blick dem eines jungen Rehs gleicht, und leide darin. Wirst du mich unbeachtet lassen? Dich allein rufe ich, ursprüngliche Gestalt, Bewohner der großen Stadt Arangam! (908) Ist nicht das erhabene Licht in Tiruvarangam, das von aufgewühltem, trübem Wasser umgeben ist, selbst Vater und Mutter? Wäre ein wenig Gnade für mich nicht leicht zu gewähren? Doch unser Herr sagt nicht: »Unser armer Junge!« Ach, wie hart ist das! (909) Du scheinst jene zu lieben, die oberflächlichen Besitz loslassen, die Wahrheit tief erkennen und den rechten Weg verstehen, die fünf Sinne nach innen nehmen, sich den Kopf bis zur Wurzel scheren und am Eingang deines Tempels leben, ohne noch für sich selbst tätig zu sein. Du Bewohner des wasserumgebenen Arangam! Das Wort »Untätige« bezeichnet hier die von Eigenstreben freien, Gott ergebenen Diener. (910) Mehr als die vier Veden kundigen Brahmanen, die dem erblichen Dienst fremd bleiben, liebst du offenbar deine Diener, die deine dicht geschmückten Füße lieben, selbst wenn sie unter den gesellschaftlich Geringsten geboren sind. Du mit Tulasi auf dem Haupt, Bewohner der großen Stadt Arangam!

(911) Du mit dem heiligen Mal auf der Brust! Wenn Menschen dich in ihrem Denken leuchten lassen und ihr Herz innig mit dir verbinden, werden sie die Folgen des schweren Karmas nicht erleiden, selbst wenn sie zuvor alle Wesen der großen Erde in Schrecken versetzt, getötet und verbrannt und so Karma angehäuft hätten, du Bewohner der großen Stadt Arangam! Der Vers überhöht die verwandelnde Kraft der Hinwendung; er ist keine Erlaubnis, Gewalt auszuüben. (912) Wenn sie sagen: »Himmlischer, den selbst die Himmelsbewohner nicht erkennen können!«, oder: »Du mit der honigreichen Tulasi-Girlande auf dem Haupt!« – dann sind selbst die Speisereste, die sie uns nach ihrem Essen geben, heilig, auch wenn sie Fleischverarbeiter sind und Tätigkeiten ausüben, die als unrein gelten. (913) Den vielen Brahmanen, die die vier Veden beherrschen und untadelig leben, hast du offenbar gesagt: »Auch wenn sie aus einem als niedrig geltenden Geschlecht stammen: Sind sie meine Diener, dann verehrt sie, gebt ihnen und nehmt von ihnen an!« So gewährtest du ihnen eine Verehrung gleich der deinen, Herr des ummauerten Tiruvarangam! (914) Selbst wenn Brahmanen von Geburt die sechs Vedangas und die vier Veden gründlich rezitiert haben und unter ihren Angehörigen an erster Stelle stehen: Wenn sie deine Menschen schmähen, werden sie im selben Augenblick selbst zu den Verachteten, du Bewohner der großen Stadt Arangam! Die Verse 910–914 stellen Gotteshingabe über erblichen Rang, verwenden dabei jedoch die sozialen Bezeichnungen ihrer Zeit.

(915) Der mit der Frau in seinem Haargeflecht und Brahma übten unzählige Weltalter lang Askese, um dich zu sehen, und standen dennoch beschämt da. Du aber kamst einst, zum Staunen der Himmlischen, dem Elefanten zu Hilfe. Wie wunderbar, dass ich dich, den schwer zu Schauenden, als meinen Beistand betrachten darf! (916) Krishna tötete den großen, reich gefütterten Elefanten in der wohlhabenden Stadt Mathura mit ihren weißen hohen Häusern. Er ist der Herr von Arangam. Tondaradippodi von altem Ruhm dient ihm mit Tulasi und spricht diese Verse. Auch wenn sie junge, schlichte Dichtung sind, wie lieb sind sie doch unserem Herrn!

Tiruppalli Elucchi (917–926)

(917) Die Sonne hat den östlichen Gipfel erreicht; das dichte Dunkel ist gewichen, der schöne Morgen ist da. Alle großen Blumen haben sich geöffnet und lassen Honig fließen. Die Könige der Himmlischen kommen immer wieder herbei und füllen den Raum vor dir. Mit ihnen sind große Elefantenherden und Elefantenkühe eingezogen; Trommeln dröhnen. Überall klingt es wie ein wogendes Meer. Herr von Arangam, erwache huldvoll von deinem Lager! (918) Die Ostbrise streift die vollen Blüten der üppigen Mullai-Ranken und weht nun kräftig. Die Schwäne, die auf Blumenbetten ruhten, sind aufgestanden und schütteln den Tau von ihren großen Flügeln. Du nahmst dem Elefanten sein schweres Leid, als die weißen Zähne des Krokodils in seinem höhlengleichen Rachen ihn packten und er vor dessen Gift und Gewalt zitterte. Herr von Arangam, erwache huldvoll von deinem Lager! (919) Strahlendes Licht hat sich in alle Richtungen ausgebreitet; der Glanz der dicht stehenden Sterne schwindet, und der kühle Mond mit seinem weiten Leuchten ist blass geworden. Die ausgebreitete Dunkelheit weicht. In den grünen Gärten brechen die Blütenscheiden der Arekapalmen auf und duften; die Morgenbrise wird kräftiger. Du mit der breiten Hand, in der der mächtig leuchtende Diskus glänzt, Herr von Arangam, erwache huldvoll von deinem Lager!

(920) Die Hirten lösen die Fesseln der kräftigen jungen Büffel. Der Klang ihrer Bambusflöten und die Stimmen der Stierglocken verbinden sich und breiten sich in alle Richtungen aus. Die Bienenschwärme fliegen in die Felder. Stier unter den Himmlischen, dessen gestreifter Bogen das Geschlecht Lankas vernichtete, unser kampfstarker König von Ayodhya, der das Opfer des großen Weisen schützte und das Abschlussbad ermöglichte: Herr von Arangam, erwache huldvoll von deinem Lager! (921) An den Rändern der Blütengärten haben die Vögel gerufen. Die Nacht ist gegangen, die Dämmerung eingetreten; aus dem Osten mischt sich das Dröhnen des Meeres hinzu. Die Unsterblichen sind mit Girlanden aus vielerlei Blumen gekommen, in denen freudige Bienen summen, um deine beiden Füße zu verehren. Unser Herr in dem Tempel, den der König von Lanka verehrt, erwache huldvoll von deinem Lager! (922) Sind dies die Sonnengötter auf ihren hohen edelsteinbesetzten Wagen? Sind dies die elf Herren auf Stieren? Ist dies der Sechsgesichtige mit seinem Pfau? Maruts und Vasus kommen und sammeln sich, mit Pferden, Tanz, Gesang und Wagen; das Heer Kumaras zieht ein wie eine Flut. Sie stehen vor deinem berggleichen Tempel. Herr von Arangam, erwache huldvoll von deinem Lager!

(923) Sind dies die Scharen der Götter im Luftraum, die großen asketischen Weisen und die Maruts? Ist dies Indra, der selbst mit seinem Elefanten gekommen ist? Unser Herr, am Tor deines Tempels drängen sich die Schönen, die Vidyadharas schieben nach, und selbst die Yakshas geraten durcheinander, um deine Füße zu verehren. Weder am Himmel noch auf Erden bleibt noch Platz. Herr von Arangam, erwache huldvoll von deinem Lager! (924) Die duftgeschmückten Himmlischen bringen ihre ehrerbietigen Gaben. Große Schätze, eine braune Kapila-Kuh, ein glänzender Spiegel und weitere glückverheißende Dinge für deinen morgendlichen Anblick werden herbeigetragen. Die guten Weisen Tumburu und Narada sind eingetroffen. Die Sonne ist erschienen und breitet funkelndes Licht aus; die Dunkelheit verlässt das Himmelsgewölbe. Herr von Arangam, erwache huldvoll von deinem Lager! (925) Die reine Musik von Tannumai-Trommel, Ekkam, Mattali, Saiteninstrument, Flöte und großer Trommel erfüllt alle Richtungen. Die ganze Nacht hindurch haben Kinnaras, Garudas und Gandharvas Lieder gesungen. Asketen, Götter, Charanas, Yakshas und Siddhas drängen sich durcheinander, um deine Füße zu verehren. Gewähre ihnen darum deine morgendliche Audienz. Herr von Arangam, erwache huldvoll von deinem Lager!

(926) Sieh, die duftenden Lotusse sind aufgeblüht; die Sonne ist aus dem brausenden Meer hervorgekommen. Die Frauen mit trommelschlanken Taillen haben ihre Locken ausgewrungen und ausgeschüttelt, sich angekleidet und sind aus dem Wasser gestiegen. Herr des wasserumgebenen Arangam! Dein Diener namens Tondaradippodi erscheint mit Girlanden-Tulasi und Korb an der Schulter. Erbarme dich seiner als eines Schutzbedürftigen und mache ihn zum Diener deiner Diener. Erwache huldvoll von deinem Lager!

Amalan Adipiran (927–936)

(927) Der Unbefleckte, ursprüngliche Wohltäter, hat mich zum Diener seiner Diener gemacht. Der Reine, König der Himmlischen, Herr des duftenden Venkatam, der Makellose, vollkommen Reine, gerechte Himmelsfürst, Herr des hoch ummauerten Arangam: Seine heiligen Lotusfüße sind gekommen und haben offenbar in meinen Augen Wohnung genommen. (928) Mit freudigem Herzen maß er die Welt aus; seine hohe Krone wuchs bis in den Weltenraum. Als Kakutstha entsandte er einst schreckliche Pfeile, die die angreifenden Nachtwanderer vernichteten. Mein Denken ist zu dem roten Gewand an den Hüften dieses Herrn von Arangam mit seinen duftenden Gärten gewandert. (929) Auf dem großen nördlichen Venkatam-Berg, wo Affen springen, steht er, damit die Himmlischen ihn zu den Gebetszeiten verehren. In Arangam ruht er auf der Schlange. Sein Gewand hat die Farbe der Abendröte; darüber liegt der schöne Nabel, aus dem er Brahma erschuf. Ist nicht dort das süße Leben im Herzen seines Dieners geborgen? (930) Er entsandte einen schrecklichen Pfeil und trieb den Herrn des kunstvoll ummauerten Lanka dahin, sodass seine zehn Köpfe fielen. Der Wogenfarbige ist der Herr von Arangam, wo große Bienen süß singen und mächtige Pfauen tanzen. Das Band um seinen heiligen Bauch ist in mein Herz eingezogen und bewegt sich darin.

(931) Er schnitt die Bindung des schweren alten Karmas ab und machte mich zu seinem Vertrauten. Nicht nur das: Er trat in mich ein. Habe ich etwa große, strenge Askese vollbracht? Ich weiß es nicht. Ist es nicht die heilige, kettengeschmückte Brust des Herrn von Arangam, die mich in ihren Dienst genommen hat? (932) Er nahm dem Träger der schmalen weißen Mondsichel sein Leid. Der Vater wohnt in Arangam, umgeben von Gärten, in denen schön geflügelte Bienen leben. Seht seinen Hals, durch den er das Weltall, die Welten jenseits davon, die große Erde und die sieben mächtigen Berge ganz verschlang: Dieser Hals hat mich, seinen Diener, gerettet. (933) In seinen Händen liegen das gewundene Muschelhorn und der feurige Diskus. Sein Leib gleicht einem hohen Berg; die hohe Krone duftet von Tulasi. Unser Gebieter, der Schöne von Arangam, der Wunderbare auf dem Schlangenlager: Ach, sein roter Mund hat mein Denken geraubt! (934) Er riss den Leib des Asuras auf, der in gewaltiger Gestalt herangekommen war. Der ursprüngliche Herr bleibt selbst den Unsterblichen schwer erreichbar. Im Gesicht des Unbefleckten von Arangam liegen jene großen Augen: dunkel, weit ausgebreitet, glänzend, von roten Linien durchzogen und lang. Sie haben mich ganz außer mich gebracht.

(935) Als kleiner Knabe auf dem Blatt des großen Banyanbaumes verschlang er die sieben Welten. Nun ruht er in Arangam auf dem Schlangenlager. Die prächtige große Edelsteinkette, die Perlengirlande und sein blauer Leib von grenzenloser Schönheit: Ach, sie haben mein Herz ganz in Besitz genommen! (936) Den Wolkenfarbigen, den Kuhhirten, dessen Mund Butter aß, den Räuber meines Herzens, den König der Himmlischen, den Schönen von Arangam, meinen Nektar: Die Augen, die ihn gesehen haben, sehen nichts anderes mehr.

Vishnu und Lakshmi auf Shesha: ein Bild göttlicher Geborgenheit.

Begleitender Vortrag von Yoga Vidya zu Vishnu; keine fortlaufende Auslegung der Hymnen:

Kanninun Siruttambu (937–947)

(937) Der große Wunderbare, mein Vater, ließ sich mit einer geknoteten, feinen, kurzen Schnur binden. Wenn ich mich nun dem Vollkommenen von Südkurukur zuwende und seinen Namen ausspreche, fließt jedes Mal Nektar über meine Zunge. Der Vollkommene von Kurukur ist hier Nammalvar; Madhurakavi richtet seine Hingabe ausdrücklich auf seinen Lehrer. (938) Indem ich ihn mit meiner Zunge immer wieder nannte, erlangte ich Freude. Wahrhaftig habe ich seine goldenen Füße erreicht. Ich kenne keine andere Gottheit als den Vollkommenen von Kurukur; seine süß klingenden Lieder singend werde ich umherziehen. (939) Auch wenn ich umherwandere, werde ich die schöne dunkle heilige Gestalt des Herrn der Götter sehen. Dieses Gute habe ich als Diener gewonnen, indem ich dem Vollkommenen der großen, freigebigen Stadt Kurukur zu eigen wurde. (940) Die vorzüglichen Kenner der vier Veden halten mich für gering. Darum ist Shatakopa, dessen Wesen es ist, mich als Mutter und Vater in seinen Dienst zu nehmen, mein vollkommener Herr.

(941) Früher setzte ich mein Vertrauen auf den guten Besitz anderer und auf Frauen. Heute bin ich, sein Diener, klug geworden: Ich bin ein Liebender des Vollkommenen von Tirukkurukur mit seinen rotgoldenen Häusern. (942) Von heute an und durch sieben Geburten hindurch hat unser Herr mir gewährt, beständig seinen Ruhm zu preisen. Seht, der Vollkommene von Tirukkurukur mit seinen berggleichen Häusern wird mich niemals verachten. (943) Kari Maran, unser Herr, hat mich wahrgenommen und angenommen; in seiner Gnade hat er mein altes schweres Karma zerstreut. Ich werde davon sprechen, sodass alle acht Himmelsrichtungen es erfahren: von der Gnade Shatakopas mit seinem strahlenden Tamil. (944) Damit die Diener, die seine Gnade feiern, Freude erfahren, schenkte er ihnen den Sinn der schwer zugänglichen Veden. Aus Gnade sang er tausend süße tamilische Lieder. Seht, seine Gnade ist das Größte in dieser Welt.

(945) Er sang den innersten Sinn der Veden der großen Vedakundigen so, dass er Bestand hat, und pflanzte ihn in mein Herz. Ist nicht die Liebe, mit der ich in den Dienst meines vollkommenen Herrn Shatakopa von würdigem Ruhm eingetreten bin, die eigentliche Frucht dieses Dienstes? (946) Auch wenn ihm daraus kein Nutzen entsteht und die Menschen ihm noch nicht nahestehen, richtet er ihr Handeln zum Guten aus und nimmt sie in seinen Dienst. Der Vollkommene von Kurukur, umgeben von Gärten voller Kuckucksrufe: Allein um die Liebe zu seinen dicht geschmückten Füßen bemühe ich mich. (947) Der Vollkommene der Stadt Südkurukur liebt alle, die bei ihm Zuflucht nehmen. Madhurakavi hat diese Worte aus Liebe zu ihm gesprochen. Seht: Wer ihnen vertraut, dessen Wohnstatt ist Vaikuntha.

Periya Tirumoli (948–2031)

Lesebereich 948–1047

(948) Ich welkte dahin; welk und von Herzen bekümmert war ich in das Elend großen Leides hineingeboren. Ich verband mich mit jungen Frauen und dachte nur an die Vereinigung, die sie gewährten. Rastlos lief ich umher. Doch um der Sache willen, die Rettung bringt, wandte ich mich dem hohen Stand der Erkenntnis zu. Ich suchte – und im Suchen fand ich den Namen: Narayana. (949) „Mein Leben! Mein Nektar!“, dachte ich und schmolz dahin; an ihren vollen Brüsten suchte ich Halt. Wie viele Tage vergingen mir Schuldhaftem nutzlos, ohne dass ich es begriff! Nun verehrte ich Kudandai, das Wasser umgeben, wo schön befiederte Schwäne sich mit ihren Gefährtinnen vereinen. Damit meine Zunge mir zur Rettung verhelfe, fand ich den Namen: Narayana. (950) Ich wollte Wohlergehen und häufte dabei schlechte Taten an; ich hing allein an der Gestalt der Frauen. Jene vergangenen Tage wurden zunichte, noch nichtiger als der Traum eines Stummen. Unser Herr, Kamas Vater, wohnt im Herzen derer, die zu ihm kommen. Seinen Namen habe ich gefunden, damit ich gerettet werde: Narayana. (951) Ich verlangte nach Sieg, verzehrte mich nach vergänglichem Besitz und dachte nur an die Vereinigung mit Frauen, deren Augen Speeren gleichen. Mein Herz blieb nirgends beständig. Was sollte ich tun? Gut ist allein die Gnade des Mächtigen mit dem Diskus, der einst als Eber bis an den weiten Himmel reichte und die Erde aufgrub. Damit ich gerettet werde, fand ich den Namen: Narayana.

(952) Ein Dieb war ich geworden; ich lebte im Betrug und streifte umher, wohin es mir gerade gefiel. Dennoch wurde ich klar im Innern, wurde für den Weg zum Ziel bereit und empfing feste göttliche Gnade. Mein ganzes Inneres schmolz; die Stimme stockte, Tränen strömten über meinen ganzen Körper. Bis in die tiefe Nacht und auch am Tag werde ich den Namen rufen: Narayana. (953) Mein Herr, mein Vater, meine Verwandtschaft, mein König und die Dauer meines Lebens ist er: unser Gebieter, der mit Pfeilen die Rakshasas in Schrecken versetzte, sie bedrängte und ihnen das Leben nahm. Ich verehrte seinen großen Manikkovil in Thanjai mit hohen Mauern und duftenden Hainen. Ihr Guten, zu meiner Rettung fand ich den Namen: Narayana. (954) Ihr kennt weder Herkunft noch Haus der Menschen, unterscheidet nicht diesen von jenem und erkennt ihre Wesensart nicht. Als „Wunschbaum“ und „Zuflucht der Dichter“ besingt ihr irgendwelche unbedeutenden Leute, die euch begegnen, ihr Beherrscher von Wort und Bedeutung! Kommt, ich will euch etwas sagen: Verehrt das wasserumgebene Kudandai, erkennt das gute, wahre Gut und singt euch zur Rettung den Namen: Narayana. (955) Ich lernte die Wissenskünste nicht; ich richtete meinen Geist nur auf das, wonach die fünf Sinne verlangen. Darum gewann ich Tor nichts Gutes. Gegen alle kostbaren Lebewesen auf der weiten Erde suchte ich Feindschaft und zog so umher. Davon ließ ich ab, bedachte den Weg, der zum rettenden Ziel führt, und ergriff als verlässlichen Beistand den Namen: Narayana.

(956) Er schenkt edle Zugehörigkeit und Reichtum; alle Leiden, die seine Diener treffen, wirft er zu Boden. Er gewährt den weiten Himmel und schenkt durch Gnade den großen bleibenden Zustand. Er gibt Kraft und noch anderes; mehr als die leibliche Mutter tut er, was einem guttut. Ich fand das Wort, das Heil bringt: den Namen Narayana. Die Wendung „peru nilam“ kann hier den großen, bleibenden Heilszustand beziehungsweise Gottes Reich bezeichnen. (957) Kalikanri mit dem Schwert, Herr von Mangai mit nebelumspielten Hainen und großen, bienenumsummten Gewässern, hat aus trefflichen Worten diese gute göttliche Girlande geflochten. Ihr Diener, haltet euch fest an diese Lieder! Ruft den Namen beim Einschlafen, denkt an ihn, wenn Leid kommt; auch wenn ihr frei von Leid seid, ist es gut, ihn zu sprechen. Seht: Für unser Karma ist er Gift – der Name Narayana. (958) Mein Herz, geh nach Piriti! Im schönen Himalaya, wo weitläufige kühle Haine nach Kardamom duften, wohnt er, der einst den gestreiften Bogen spannte, um den Leib des übermächtigen Vali zu vernichten. Dort donnern große hageltragende Wolken; über die Mitte der schwer zugänglichen Berge hinauf zu ihren Gipfeln steigen prächtig gefiederte Pfauen und tanzen an weiten Bergteichen. (959) Mein Herz, geh nach Piriti! Im schönen Himalaya wohnt der Herr, der das große Meer aufwühlte, mit dem Dienst der Affenschar aus mächtigen Bergen eine Brücke baute und die große Stadt Lanka zu Staub machte. Dort ziehen Löwen mit höhlenbewohnten Lagern und glänzenden Zähnen umher, sodass gewaltige, kampfstarke, zornige Elefanten, Bergen gleich, in Bedrängnis geraten.

(960) Mein Herz, geh nach Piriti! Im schönen Himalaya wohnt er, der um der jungen Frau willen – einer zarten Ranke mit trommelschlanker Taille, lockigem Haar und leuchtenden Zähnen – die Stiere der Hirten bezwang, deren grimmiges Brüllen wie Donner war. Auf einem Edelsteinfelsen schläft dort der Elefant bei seiner Gefährtin auf einem Lager duftender Vengai-Blüten, während Bienen Musik erklingen lassen. (961) Mein Herz, geh nach Piriti! Im schönen Himalaya wohnt er, der als schrecklicher, kampfgewaltiger Menschenlöwe die breite Brust jenes einen aufriss; die Himmelswesen neigen vor ihm ihre edelsteinbesetzten Kronen. Wo Eber hinabsteigen und mit gebogenen Hauern die Erde aufwühlen, liegen große Edelsteine, die ringsum wie Feuer strahlen und mit den Wasserfällen herabgetragen werden. (962) Mein Herz, geh nach Piriti! Im schönen Himalaya wohnt der, der im großen, uferbegrenzten Meer lagert. Die Unsterblichen verehren und preisen seine klingenden Fußspangen; bei ihm ist die Blütengeborene mit ihrem Gürtel um die Hüfte. Dort taucht der berggleiche Elefant junge Bambussprossen in den Honig übervoller Waben, schöpft reichlich davon und bietet sie seiner jungen Gefährtin dar. (963) Mein Herz, geh nach Piriti! Im schönen Himalaya wohnt er, vor dem die Himmelswesen gemeinsam ihre edelsteingeschmückten Häupter neigen und rufen: „Höchster, der du auf dem guten Schlangenbett mit tausend Hauben ruhst!“ Dort wachsen lange, duftende Madhavi-Ranken zum Himmel empor, greifen nach den Wolken und verschlingen sich; Bienen dringen in die blühenden Haine ein und singen.

(964) Mein Herz, geh nach Piriti! In den blühenden Hainen des Himalaya stehen dunkle Vengai-Bäume, Pfefferranken schmiegen sich dicht an die mächtigen Berge, und kampflustige Tiger streifen über die bewachsenen Hänge. Dort tauchen die Himmelswesen in schöne, weite Blütenteiche, bringen acht Arten erlesener Blumen dar, preisen seine tausend Namen und verehren stehend seine Füße. (965) Mein Herz, geh nach dem erhabenen Piriti! Im Himalaya mit unzugänglichen Bergen und weiten Hainen atmen Schlangen aus den Höhlen, wenn die Nacht tief wird, das Dunkel zunimmt und ihr großer Hunger wächst. Dorthin gehen die Himmelswesen mit Brahma, gedenken seiner als „des Höchsten, des Ursprungs, unseres Herrn von der Farbe einer kühlen Regenwolke“ und verehren seine Füße. (966) Mein Herz, geh nach Piriti! Im schönen Himalaya wohnt unser erhabener Herr, der denen, die seine tausend Namen sprechen und erkennen, makellos Gnade schenkt, damit drückendes Leid sie nicht erreicht. Dort springen pollenreiche Ashoka-Blüten auf; ihr Glanz gleicht einer Flamme. Die arglosen Bienen sehen ihre Schönheit und erschrecken: Sie halten sie für Feuer.

(967) Unser Herr wohnt in Piriti: Wenn dunkle Wolkenmassen sich dort lagern und donnern, hält eine riesige Schlange sie für einen Elefanten und bewegt sich wie ein wandernder Berg auf sie zu. Kaliyan aus Mangai mit grünen Hainen und summenden gestreiften Bienen hat diese klingende Girlande über ihn geschaffen. Gute Diener, die sie in ihrer seltenen, süßen Melodie singen, werden von schwerem Karma nicht erreicht. Die Quelle druckt hier versehentlich 968; dies ist das zehnte Lied der Gruppe 958–967. (968) Lasst uns Badari verehren, wo jener wohnt, dessen Mund der Dämonin das Leben durch die große Brust aussaugte, als sie wie eine leibliche Mutter zu ihm kam! Tun wir es, bevor wir völlig alt werden, auf einen Stock angewiesen, vornübergebeugt auf den nächsten Schritt blicken und mit versagenden Beinen schwanken, uns mühsam setzen und erschöpfen. (969) Lasst uns Badari verehren, wo honigtrinkende Bienen Melodien singen! Tun wir es, bevor wir mit einer Hand den Rücken stützen, mit der anderen vorn den Stock aufsetzen, unablässig zittern, die Augen verdrehen, mühsam aufblicken und husten, während die Jungen spotten: „Seht, wie unser Vater alt geworden ist!“ (970) Lasst uns Badari verehren, wo die von Duft und Honig erfüllten Bienen Melodien singen! Bevor die Adern am Leib wie Aufhängeschnüre hervortreten, das Fleisch schlaff wird, der Mut sinkt und wir mit rollenden Augen den Weg suchen, stehend und zitternd: Wenn du Einsicht hast, Herz, sprich in Liebe seine tausend Namen!

(971) Lasst uns Badari verehren, umgeben von kühlen Teichen, in denen Valai-Fische springen! Dort wohnt er, der als junger Hirte Kälber weidete und einst den Berg emporhob. Tun wir es, bevor die Augen klein werden und Eiter absondern, Verwirrung aufkommt, wir alt und hustend, mit schmerzenden, aneinanderstoßenden Beinen schwankend gehen. (972) Lasst uns Badari verehren, wo der Herr mit kühlem Tulasi wohnt, um das Bienen singen! Tun wir es, bevor wir nur noch davon erzählen, wie begehrenswert wir einst waren, wie wir den Nektar vom Mund der Frauen genossen und wie wir lebten – und dabei husten und uns, den Stock als zusätzliches Bein wieder und wieder aufstützend, schleppend fortbewegen. (973) Lasst uns Badari verehren, wo unser Herr wohnt, das dunkle strahlende Licht: der Gebieter, unser Vater, die ursprüngliche Gestalt, die das tiefe Meer quirlte! Tun wir es, bevor unsere Rede kraftlos wird, wir nach Atem ringen, husten und körperlich erschöpfen, bevor wir mit verwirrtem Sinn wie Wahnsinnige reden und ermüden. (974) Lasst uns Badari verehren, wo jener wohnt, der unser Schatz und unser Leben ist! Tun wir es, bevor die schönen Frauen mit weichen, schalenrunden Brüsten über uns lachen: „Seht euren Verwandten! Wie alt der zahnlose Vater geworden ist – würgend bringt er Klumpen von Schleim hervor!“ Der lautmalende Anfang und einzelne Ausdrücke dieser Spottrede sind sprachlich unsicher; wiedergegeben ist ihr erkennbarer Sinn.

(975) „Pfui, geht fort, bleibt nicht hier! Ihr seid vom Husten erschöpft; ihr macht uns beklommen!“ So sprechen die Frauen mit schönen Wasserlilienaugen. Wenn wir die Bindung, die uns dort zugrunde richtet, verlassen und uns dem guten Weg zuwenden wollen, lasst uns Badari verehren, wo der Herr mit kühlem, duftendem Tulasi wohnt! (976) Lasst uns Badari verehren! Dort bringen sie kühle Tulasi-Girlanden, sprechen tausend Namen und singen und tanzen als seine tatkräftigen Diener. Tun wir es, bevor die Sinne verfallen, das Alter den Leib ergreift, das Herz verzagt, wir verwirrt Schleim hervorwürgen und ungeordnet vor uns hin reden. (977) Über den großen Herrn von Badari, wo Bienen kühlen Honig trinken und leben, hat Kaliyan, König von Mangai mit seiner Umfriedung aus Schraubenbäumen, diese klingende Girlande gedichtet. Wenn seine Diener zusammenkommen, sie singen und tanzen, kennen wir für sie keine andere Herrschaft als das himmlische Reich im weiten Himmel. (978) Mein Herr wurde einst zum Eber und hob die weite Erde empor; die Himmelswesen verehrten seine beiden Füße. Er spannte den mächtigen Bogen, sodass der Leib des Danava auf die Erde fiel. Er wohnt im Ashram von Badari am Ufer der Ganga, wo Himmelswesen anbeten und gute, göttliche Duftblumen herbeitragen, die der Wunschbaum in honigreichen Hainen hervorgebracht hat.

(979) Unser Einziger sandte im Wald einen glühenden Pfeil durch das Hirschwesen. Dann blickte er auf den mächtigen Übeltäter, ließ den tödlichen Pfeil in dessen fleischige, breite Brust eindringen, nahm ihm das Leben und freute sich. Er wohnt im Ashram von Badari am Ufer der Ganga mit ihren uralten, aus dem Himmel kommenden Wassern, wo der lotusgeborene Brahma und die Götter immer wieder niederfallen und verehren. Der Vers verbindet Ramas Begegnung mit dem Trughirschen mit einer weiteren Tötung; der zweite Gegner wird im Wortlaut nicht namentlich genannt. (980) Der Sieger vollbrachte einst furchtbare Taten, durch die Lanka, das Meer, der schwer bezwingbare Herr der beiden Schätze und die Geschlechter der Rakshasas zugrunde gingen. Er wohnt im Ashram von Badari am Ufer der klar wie Edelsteine strömenden Ganga: Sie streift den Berg, den die mächtigen Lichter umkreisen, breitet sich hoch im Himmel wie ein weißes Stoffbanner aus und zieht ihren Lauf. Die Aufzählung, besonders die Nennung des „Herrn der beiden Schätze“, ist in ihrem mythologischen Bezug unsicher; sie wird nicht stillschweigend auf einen einzigen Gegner reduziert. (981) Herz, nun sage ich dir die Gewissheit: Unser Herr voll großer Gnade nimmt seinen Dienern, die ihn verehren und sich erheben, ihre Krankheit und gewährt ihnen den weiten Himmel der Unsterblichen. Er wohnt im Ashram von Badari am Ufer der Ganga, deren schöne Wasser die Gewänder und Halsketten der himmlischen Tänzerinnen mit blumengeschmücktem Haar heranspülen und beim Herabströmen Edelsteine auswerfen.

(982) Mein Herr wuchs heran, nachdem er auf dem Schoß der Dämonin gelegen und an ihrer großen Brust gesogen hatte. Seine leibliche Mutter wurde darüber so bestürzt, dass sie fürchtete, ihn auf ihrem eigenen Schoß zu halten. Er wohnt im Ashram von Badari am Ufer der Ganga, die aus einer leuchtenden Öffnung am Gipfel des goldenen Berges herabkommt, dessen hohe Spitze das Weltall trägt. (983) Unser Herr von der Farbe einer kühlen Regenwolke vollbrachte eine Heldentat für die Frau mit wagenbreiter Hüfte und großen fischgleichen Augen: Er bezwang die sieben höckertragenden Stiere, die die Erde in Angst versetzten. Er wohnt im Ashram von Badari am Ufer der Ganga, die ein Elefant herbeibrachte, indem er aus bestimmtem Anlass den dunklen Berg am Becken der reißenden Flut durchstieß und spaltete. Die knapp vorausgesetzte Legende vom Elefanten wird hier nur in den Angaben des Verses wiedergegeben. (984) Unser Vater, unser Gebieter und Herr schenkte Indra den Elefanten von furchtbarer Kraft, den Nektar aus dem Meer, den Himmel und die Herrschaft über die Himmelsbewohner; auch uns schenkt er seine Gnade. Er wohnt im Ashram von Badari am Ufer der Ganga, die gnädig in tausend Mündungen vom Mandara herabkam, während die Unsterblichen im Luftraum ihre beiden Füße verehrten.

(985) Der König spannte einst zornig seinen gestreiften Bogen gegen den Hirsch. Er drückte seine Krallenspitzen in das Fleisch des goldfarbenen Mächtigen und riss dessen Leib entzwei. Den Fluch von furchtbarer Kraft, den Brahma zornig gegen Hara ausgesprochen hatte, löste er. Er wohnt im Ashram von Badari am Ufer der Ganga, die der durch Askese groß gewordene Weise herbeiführte. (986) Sein großer Leib verschlang Wolken und Winde, die mächtigen Bergketten, das mit gesammelten Wassern rauschende Meer und alle Welten. Er ist die von hellen Lichtern erfüllte Himmelswelt und der Weltenlauf selbst. Er wohnt im Ashram von Badari am Ufer der mächtigen, edelsteinklaren Ganga, die einst die Hülle des Weltalls durchbrach, aus dem Luftraum herabkam und so anschwoll, dass die Erdgöttin erzitterte. (987) Über den Bewohner des Ashrams von Badari am Ufer der Ganga mit ihren heranrollenden, edelsteinklaren Wellen, über ihn von der Farbe des dunklen Meeres, sann Kaliyan und ließ dieses Gedicht aus seinem Mund erklingen. Wer die begnadeten zweimal fünf Lieder beherrscht, wird sich mit der Welt der Himmelswesen verbinden, über die vom weiten Meer umgebene Erde unter dem weißen Herrscherschirm regieren und selbst zu den Unsterblichen gehören.

(988) Herz, erreiche Shalagramam! Er durchquerte Wälder, in denen Hirsche, Elefanten und Pferde umherstreifen, und zog allein mit Bogen und Pfeilen als Gefährten weiter. Für den siegreichen Kampf baute er aus Bergen eine Brücke über das Wellenmeer und freute sich, als er dem Anführer der schwerttragenden Rakshasas im befestigten, wasserumgebenen Lanka die zehn Köpfe abgeschlagen hatte. (989) Herz, erreiche Shalagramam! Er entsandte spitze Pfeile und machte das bewachte Lanka zu Staub, obwohl ringsum Elefanten in Kampfwut, Pferde, dröhnende große Wagen und Fußsoldaten gemeinsam aufmarschierten. Dort verehren ihn die Unsterblichen aus dem weiten Himmel; überall verleihen duftende, weiträumige Teiche seinem Wohnort Schönheit. (990) Herz, erreiche das schöne, wasserumgebene Shalagramam! Er besteht als wogende Meeresflut und mächtige Berge, als Weltalter und ihr Anfang, als acht Himmelsrichtungen, als Mond, Licht und Dunkel. Er ist der Mächtige mit dem siegreichen, kraftvollen Diskus, der Herr der Himmelswesen; den feindlichen Rakshasas begegnet er stets mit List. (991) Herz, erreiche Shalagramam mit seinen Feldern voller Wasservögel! Der Höchste hat Kudandai zur Stadt. Als er seinen Bogen ein ums andere Mal spannte, vernichtete er die Wagenflut der uneinsichtigen Rakshasas. Er wohnt auch in Per, von unversiegendem Wasser umgeben, trägt tausend Namen und eine Girlande, um die Bienen mit leuchtenden Flügeln summen.

(992) Herz, erreiche Shalagramam, schön von weiten Teichen umgeben! Mit scharfem Schwert ließ er jener, die sich unter lautem Geschrei näherte, die Nase abschneiden, sodass sie ihren höhlengleichen Mund aufriss und schrie. Er, der Herr der Himmelswesen mit dem glänzenden Diskus, hielt zum Schutz der Rinderherden einen Berg empor und wehrte den gewaltig tobenden Regen ab, während die Gegner zusahen. Die erste Szene gehört zur Shurpanakha-Erzählung; der Vers schreibt die Tat dem Herrn zu, ohne den ausführenden Lakshmana eigens zu nennen. (993) Herz, erreiche Shalagramam! Sein Mund verschlang zugleich das Leben der Dämonin, die als Mutter kam, und Joghurt und Butter. In reiner, schön gezeichneter Zwerggestalt ging er zu Mahabali, ohne einen Boten zu schicken, und bat: „Gib mir jetzt drei Schritte Land!“ Er durchmaß die sieben Welten, er von der Farbe der Kaya-Blüte. (994) Herz, erreiche sein Shalagramam! Er allein nahm im schrecklichen Kampf, vor dem die anderen erzitterten, Löwengestalt an und riss Hiranyans große, fleischige Brust auf. Er selbst ist die beiden Lichter, ist Himmel, Feuer, Wind und Berg; er ist die wellenumspülte Welt in ihrer Gesamtheit und bleibt zugleich er selbst.

(995) Herz, erreiche Shalagramam mit seinen sandelduftenden Hainen! Der Große, der verbrannte Knochen und heiße Asche am Leib trägt und mit einem Schädelschalenstück in der Hand durch die sieben Welten zieht, kam zu ihm und bat: „Mein Vater, löse meinen Fluch!“ Da gab er aus seiner strahlenden heiligen Brust nektargleiches Nass. Gemeint ist eine vaishnavitische Erzählung von Shivas Befreiung vom anhaftenden Schädel; „Nass“ bezeichnet hier die als heilsam besungene Gabe aus Vishnus Brust. (996) Herz, erreiche Shalagramam! Dienerscharen, Unsterbliche und Brahmanen mit heiliger Schnur über der Brust kommen zum Tempel und bitten: „Herr des Alls, schenke auch uns Gnade!“ Überall um das Heiligtum liegen bienenerfüllte Haine und bewässerte Felder; an ihren Rändern springen Kayal-Fische, und kühle Lotusse öffnen ihre Gesichter. (997) Kaliyan, König von Mangai mit seinen wolkenbedeckten Fluren, ließ diese tamilische Girlande über den Herrn von Shalagramam erklingen, das Felder voller Wasservögel umgeben. Ihr Einsichtigen dieser Welt, wer immer ihr seid: Sprecht seine tausend Namen, um im guten Land der Unsterblichen zu herrschen! Könnt ihr das nicht, so stammelt wenigstens diese Lieder! (998) Ich suchte nur den Genuss an den schönen Brüsten der Frauen mit mondhell leuchtendem Lächeln, schmaler Stirn und vollen Schultern. Als ich dies als Verfehlung erkannte, war ich Tor ohne Kraft, die Krankheit der Wiedergeburt abzuschneiden. Ich sann nach, bedachte die Art meiner Vereinigungen mit den jungen Frauen und schämte mich. Nun bin ich gekommen und habe deine heiligen Füße erreicht, mein Vater in Naimisharanya!

(999) An Frauen mit schönem Leib, Fußspangen und langen dunklen Augen hingegeben, vergaß ich ganz das rechte Handeln. Ich vermehrte nur den Genuss, den die Sinne verzehren, und ließ meine Zeit nutzlos verstreichen. Hirte mit mächtiger, den Pflug führender Hand, Wunderbarer, König der Himmelswesen! Ich habe die heiligen Füße erreicht, vor denen die Himmelsbewohner, das Gute suchend, niederfallen – mein Vater in Naimisharanya! (1000) Ich steigerte mein Glücksspiel, wagte Diebstahl, vermehrte nur mein Verlangen nach Frauen mit lockigem Haar und zog nach Belieben umher. Ich, dein Diener, bebte und schrumpfte vor den Qualen zurück, die Yamas Diener bereiten. Herr, der du das Meer quirltest, bis seine weißen Wellen wirbelten: Ich bin gekommen und habe deine heiligen Füße erreicht, mein Vater in Naimisharanya! (1001) Wer seine Frau mit duftendem Haar verlässt und sich auf fremden Besitz und fremde Ehefrauen stützt, den packen nach seinem Tod Yamas Diener, werfen ihn nieder und sagen: „Sünder, umarme diese aus glühendem Kupfer gemachte Frauengestalt!“ Vor solchen Worten fürchtete ich mich. Vertrauenswürdiger Herr, ich bin gekommen und habe deine heiligen Füße erreicht, mein Vater in Naimisharanya! (1002) Wenn vom Elend Bedrängte baten: „Gebt uns einen Bissen!“, wies ich Niedriger sie mit langen Reden zurück: „Es gibt nichts!“ Ach, an die Frucht meines Tuns dachte ich nicht. Aus Furcht vor der grausamen Strafe durch die harten, hart redenden Diener des Todes zitterte ich. Ich bin gekommen und habe deine heiligen Füße erreicht, mein Vater in Naimisharanya!

(1003) Mit grausamem Herzen vollbrachte ich zornige Taten, zog umher, vergnügte mich mit Hundemeuten, rannte und streifte durch die Wildnis und tötete Lebewesen. Weil mir Einsicht fehlte, habe ich Yamas Lager schwer in Unordnung gebracht. Höchster, der du im Milchmeer liegst: Dich suchend bin ich gekommen und habe deine heiligen Füße erreicht, mein Vater in Naimisharanya! Die bildhafte Aussage über „Yamas Lager“ ist mehrdeutig; sie kann die maßlose Menge der dem Tod überantworteten Wesen bezeichnen. (1004) Mit dem Herzen dachte ich Unrechtes, mit dem Mund sprach ich es aus, und ich vollbrachte ungerechte Taten. Als ich von dem alten Weg hörte, den die Verstorbenen gehen, erbebte ich. Du, der du die Vila-Früchte niederwarfst, Himmlischer, der das Herz deines betrügerischen Dieners nicht verlässt, für die Danavas immer ein Gift: Ich bin gekommen und habe deine heiligen Füße erreicht, mein Vater in Naimisharanya! (1005) Kali hat seine Leute ausgesandt: „Bedrängt ihn!“ Wie soll ich leben? Die Gewalttaten der fünf Sinnesherren habe ich zurückgedrängt. Du von Kurungudi, von der Farbe des weiten Meeres! Mit vielen Blumen und den süßen Worten klangvoller Verse pries und verehrte ich allein deine Füße. Mit meiner Zunge suchend bin ich zu deinen heiligen Füßen gekommen, mein Vater in Naimisharanya! Die Beziehung zwischen Kali und den fünf Sinnen ist im knapp gefügten Vers nicht eindeutig; die personifizierte Bedrängung bleibt erhalten.

(1006) Der Leib ist eine Hütte mit Fleischwänden, Knochenpfeilern, einem Dach aus Haaren und neun Türen. Wenn ich sie verlassen muss, so war mein Entschluss, soll allein deine Zuflucht meine Zuflucht sein. Gemahl der Shri auf dem honigreichen Lotus, der du im großen, weiten, wellentragenden Meer liegst! Kraft meiner Askese habe ich deine heiligen Füße erreicht, mein Vater in Naimisharanya! (1007) „Lasst uns bedenken, wie kein Übel uns nahekommt; erhebt euch, lasst uns verehren!“ So spricht selbst der König der Himmelswesen und kommt anbetend nach Naimisharanya. Unseren dortigen Vater hielt Kaliyan im Herzen und ließ in überströmender Liebe diese Girlande aus seinem Mund erklingen. Wer sie lernt und beherrscht, wird die vom Wellenmeer umgebene Welt unter dem weißen Herrscherschirm regieren und zu den Himmelsbewohnern gehören. (1008) Der Heilige wurde zum Menschenlöwen, sodass die schöne weite Welt erbebte, und spaltete mit scharfen Krallen den angeschwollenen Leib des Asura. Sein Ort ist Singavelkunram: Dort tragen rotäugige Löwen die Stoßzähne grünäugiger Elefanten herbei, legen sie aus Hingabe zu seinen Füßen nieder und verneigen sich. (1009) Er wurde zum mächtigen Löwen mit aufgerissenem Rachen und glänzenden Zähnen; mit scharfen Krallen riss er dem mörderischen Asura die Brust auf. Sein Ort ist Singavelkunram: Dort hört der Lärm der bogentragenden Jäger nicht auf, die vorbeiziehende Karawanen überfallen; ihr Kampfgeschrei ist so heftig wie der Klang harter Trommeln.

(1010) Der Herr wurde zum mächtigen Löwen mit weit geöffnetem Rachen und glänzenden Zähnen und spaltete mit scharfen Krallen den starken Leib des Asura. Sein Ort ist Singavelkunram: Dort gibt es nichts als erschöpfte Tiere, zerbrochene Felsen und Bambus, der im stehenden Feuer versengt worden ist. (1011) Er raubte dem Feind mit dem goldenen Namen und dem qualbringenden, grimmigen Speer das süße Leben und spaltete mit scharfen Krallen seinen Leib. Sein Ort ist Singavelkunram: Zwischen beißenden Hunden und Geiern wirbelt zur Mittagszeit der Wind; niemand außer einem göttlichen Wesen vermag dort hindurchzugehen. (1012) Der Heilige wurde zum mächtigen Löwen mit mahlendem Rachen und glänzenden Zähnen und spaltete mit scharfen Krallen den Leib des Asura, sodass er umkam. Sein Ort ist Singavelkunram: Ein Wirbelsturm nimmt das lodernde rote Feuer auf und trägt es durch den weiten Himmel; schwer ist es, zu diesem Heiligtum zu gelangen und es zu schauen. (1013) „Was ist das für eine Gestalt – mit brennenden grünlichen Augen, glänzendem riesigem Rachen und diesen Zähnen?“ Verstört flohen die Himmelswesen vor ihm auseinander. Der Herr blieb. Sein Ort ist Singavelkunram: Dort steht ein Raubtier im Versteck zerbrochenen Bambus und späht auf dem langen Pfad nach der Spur eines umherziehenden Elefanten. Die Tierbezeichnung „uḻuvai“, hier in schwieriger Worttrennung überliefert, wird als Raubtier, wahrscheinlich Tiger, verstanden.

(1014) Sein auflodernder Zorn stieg empor und versengte den Himmel; die drei Welten und alles andere erbebten, als der Herr als Menschenlöwe dastand. Sein Ort ist Singavelkunram: Nicht nur prasselndes Feuer und Felsen, auch Jäger mit Bogen stehen im Weg, sodass man nicht einmal um ein Hirsekornbreit vorankommen kann. (1015) Der Viergesichtige und Isha priesen ihn nach gebührender Weise, bis ihre Zungen Schwielen bekamen, während der Herr dort als Menschenlöwe thronte. Sein Ort ist Singavelkunram: Die ausgereiften Vagai-Schoten klappern; Bambushalme reiben auf den steinigen Pfaden aneinander, und das entfachte Feuer färbt den Himmel rot. (1016) Gut bist du, mein Herz; lasst uns verehren! Unser eigener Herr steht dort mit tausend Schultern, von der lotusgeborenen Frau umarmt. Sein Ort ist Singavelkunram: Nelli-Bäume wachsen in Fülle und sprengen Felsen; ihre kleinen Blätter rauschen, und an den Wegen hört das scharfe Zirpen der Zikaden nicht auf. (1017) Unseren Herrn und Wohltäter, den Gebieter von Singavelkunram, wo rotäugige Löwen ihre Gaben niederlegen und anbeten, besang Kaliyan: Herr von Mangai, Kenner der großen tamilischen Dichtung, von bleibendem altem Ruhm, mit bienenumsummter Girlande und freigebiger roter Hand. Wer seine Girlande trefflicher Worte beherrscht, bleibt frei von Übel.

(1018) Mein Herz, erreiche Tiruvenkatam! Dort springen rote Kayal-Fische in Bergteichen voller Wasser. Es ist der Ort unseres Hirtenherrn, der den Kurundam-Baum mit seinen duftenden Blüten brach, des Lotusäugigen, der im weiten muschelreichen Meer schlief, des uralten Herrn, der dem wütenden Vogel den Schnabel auseinanderriss. (1019) Mein Herz, erreiche Tiruvenkatam! Sein Ruhebett ist das Milchmeer und Arangam. Als Kind trank unser Vater und Herr aus der Brust der grausamen Dämonin ihr Leben, sodass sie wehklagte. Hier entfaltet er seine Gegenwart: Auf diesem Berg verehren ihn die Klarsehenden täglich und denken an ihn als den Weißen, den Dunklen, den von Edelsteinfarbe. (1020) Mein Herz, erreiche Tiruvenkatam! Der Makellose schritt zwischen den großen Marudam-Bäumen hindurch, sodass sie brachen und stürzten. Unser Herr trägt den Diskus, und seine beiden Lotusfüße werden immer von den Himmelswesen mit gefalteten Händen verehrt. Als zorniger Regen niederstürzte, eilte er herbei und hob den Berg, um die Rinderherden aus ihrer Not zu retten. (1021) Mein Herz, erreiche Tiruvenkatam mit seinen heiligen Wasserbecken und umgebenden Hainen! Das höchste Licht führte damals für Partha den Bharata-Krieg zum Sieg. Unser Hirte verband sich im Hirtendorf mit den anderen zum Kuravai-Reigentanz. Er wohnt im Herzen derer, die ihn preisen, und ist unser Herr, der in Idavendai weilt.

(1022) Mein Herz, erreiche Tiruvenkatam! Als Brahmanenschüler trat er zur Opferfeier des freigebigen Asuraführers und hielt bittend die Hand nach Land aus. Er besitzt die Kraft, mit einem Pfeil sieben Mara-Bäume zu durchbohren. Er hat acht Arme, wohnt im Himalaya und liebt Iruncholai; unser Herr nahm dem Elefanten mit dem kräftigen Rüssel sein Leid. (1023) Mein Herz, erreiche Tiruvenkatam! Er nahm die acht Himmelsrichtungen und sieben Welten in sich auf, barg sie in seinem goldenen Bauch und ruhte einst auf einem Banyanblatt. Er befreite den milchhellen Mond aus seiner Not. Er setzte die Krallen in die Brust des mächtigen Asura, als er zum Löwen mit leuchtenden Zähnen und unbezwingbarer Kraft geworden war. (1024) Mein Herz, erreiche das schöne Tiruvenkatam! Er ist Erde, Wasser, Feuer, Wind und Raum. Ungeboren steht er da, damit man seine tausend Namen spricht. Seine Gegenwart erfüllt den Berg, den hohe Haine umgeben: Regenwolken und lange Nebelschleier ziehen durch den weiten Himmel und streifen seine Wälder. (1025) Mein Herz, erreiche Tiruvenkatam! Der König der Unsterblichen besteht als Raum, Feuer, Wind, Erde und Wasser. Er ist der Gemahl der zarten Frau, die auf der duftenden Blüte thront. Dort bewachen junge Frauen des Bergvolks mit rankenschlanken Taillen von ihren hohen Wachplattformen aus die roten Ackerflächen.

(1026) Mein Herz, erreiche Tiruvenkatam! Wer seinen lieblichen heiligen Namen in acht Silben ausspricht, dabei bleibt und ihn immer wieder spricht, den zieht der Herr rettend an sich und schneidet die Wiedergeburt ab. Sein Ort ist dieser Berg mit hohen Hainen voller großer duftender Blumen, der für die ganze Welt als strahlendes Licht erscheint. Die acht Silben verweisen auf das Narayana-Mantra; der Vers nennt es hier durch seine Silbenzahl. (1027) Über den reichen Herrn, der in Tiruvenkatam mit seinen Teichen voller springender roter Kayal-Fische wohnt, flocht Kalikanri, Oberhaupt von Mangai, diese Girlanden trefflicher Worte in schönem Tamil. Wer sie ohne Zweifel bewahrt und aussprechen kann, findet sichere Zuflucht, wird Beschützer der vom großen schiffbefahrenen Meer umgebenen Erde und herrscht über die Himmelswelt. (1028) „Mutter! Vater! Ehefrau! Verwandte! Kinder!“ – indem ich mich daran klammerte, erfuhr ich nur Schmerz. Aus dem einen Verlangen, dich zu sehen, bin ich Geringer zu dir gekommen. Duftreicher Herr von Tiruvenkatam, umgeben von blühenden Bambushainen: Gewähre mir deine Güte und nimm mich gnädig in deinen Dienst! (1029) In die Betörung durch Frauen mit rehgleichen Augen verstrickt, beging ich auf der weiten Erde selbst die Verfehlungen, die in vielerlei Höllen führen. Mein Elefant auf dem großen Berg Tiruvenkatam, umgeben von honigreichen Blütenhainen: Ich bin zu dir gekommen; nimm deinen Diener in deinen Dienst!

(1030) Ich tötete viele Lebewesen, weil ich kein rechtes Ziel besaß; nie verstand ich es, Bittenden ein freundliches Wort zu sagen. Herr von Venkatam, dem kühlen großen Berg, an dem berggleiche Wolken donnern: Damals schon kam ich zu dir; nimm deinen Diener in deinen Dienst! (1031) In wie vielen Geschlechtern wurde ich geboren und starb wieder, bis ich erschöpft war! Keine Güte besitze ich, nicht eine gute, rechtschaffene Tat habe ich vollbracht. Herr von Tiruvenkatam mit seinen Pfaden und langen, zur Erde herabreichenden Wolken: Ermattet bin ich zu dir gekommen; nimm deinen Diener in deinen Dienst! (1032) All diese vielen Sünden habe ich begangen und mich dabei erschöpft. Mächtiger, ich vermag nicht einmal, beständig deinen Füßen zu folgen und sie zu preisen. Mein Vater auf dem großen Berg Tiruvenkatam, umgeben von festen, kupferfarbenen Höhen: Ich bin zu dir gekommen; nimm deinen Diener in deinen Dienst! Die Beschreibung „ceppu ār“ der umgebenden Höhen ist unsicher. (1033) Im wundengeplagten Leib aus Erde, Wasser, Feuer, Wind und wolkendurchzogenem Raum klagte ich, verlor meine Kraft und erschöpfte mich. Duftreicher Herr von Tiruvenkatam, dessen hohe Gipfel den Himmel erreichen! Mein Gebieter, ich bin zu dir gekommen; nimm deinen Diener in deinen Dienst!

(1034) Als unwissendes Kind beging ich viele böse Taten. Als ich erwachsen war, mühte ich mich nur für andere und wurde elend. Herr von Venkatam, dem gewaltigen großen Berg, umgeben von Blütenhainen voller Elefanten! Hari, ich bin zu dir gekommen; nimm deinen Diener in deinen Dienst! (1035) Viele Geburten lang übte ich Askese, aus dem einen Verlangen, dich zu sehen. Doch gerade diese Geburt nahm ich auf mich und geriet in Not, unser Herr! Herr von Venkatam, umgeben von kühlen Hainen, in denen Honig aus Waben strömt! Ich kann nicht mehr; ich bin zu dir gekommen – nimm deinen Diener in deinen Dienst! (1036) Keinen Halt besitze ich. Ich tat nur Sünde und wurde ein Sünder; einen anderen Weg kenne ich nicht, Wunderbarer, unser Madhava! Herr von Venkatam mit seinen Lotusteichen, wo Honig von den Felsen rinnt! Aller Stütze beraubt bin ich zu dir gekommen; nimm deinen Diener in deinen Dienst! (1037) Unseren Wolkenfarbenen, der Auge und Leben der sieben Welten ist, den Herrn des Veda im hainreichen Venkatam, den die Himmelsbewohner preisen, besang Kaliyan, König von Tirumangai mit festen hohen Häusern. Wer diese zehn melodienreichen Lieder übt, hat keine Sünden mehr.

(1038) Du sandtest den Pfeil, der die feste Brust des Herrschers von Lanka durchbohrte, das das weite Meer umgibt. Mein Gebieter auf dem großen Berg Venkatam, den die Himmelswesen verehren: Nimm deinem Diener seine Not! (1039) Du ließest deinen Vogelbanner sich wenden und wehen, sodass das Geschlecht der Rakshasas, die einst über die Stadt Lanka herrschten, vernichtet wurde und sie umkamen. Du wohnst auf dem Gipfel des Berges Tiruvenkatam und trägst Tulasi-Girlanden auf dem Haupt: Schenke Gnade! Die knappe Wendung zum Vogelbanner lässt die genaue Bewegung offen. (1040) Du verschlangst das wasserreiche Meer und die ganze Erde, mein Vater, und schläfst auf einem schönen jungen Banyanblatt. Unerschöpflicher Nektar, der du auf dem ruhmreichen großen Berg Tiruvenkatam wohnst: Schenke deinem Diener Gnade! (1041) Du aßest die duftende Butter aus den aufgehängten Töpfen als köstlichen Nektar; du nahmst als Zwerg mit zwei Schritten die Erde in Besitz. Herr des Alls, der du auf Tiruvenkatam mit seinen himmelberührenden Gipfeln wohnst: Erweise deinem Diener Gnade!

(1042) Du warst die Säule und tratest mitten aus ihr als Löwe hervor; du spaltetest den Leib des Asura, der dich nicht verehrte. Du wohnst auf dem hohen großen Berg Tiruvenkatam und hast die mächtige Schlange zum Lager: Nimm gerade mich in deinen Blick! (1043) Der Gebieter beseitigt diese unbeständige menschliche Geburt, macht den Menschen zu seinem Eigen und schenkt seine süße Gnade. Mein Elefant, mein Vater, der auf Tiruvenkatam mit seinen blitzdurchzuckten Wolken wohnt, ist in meinem Herzen. (1044) Um der Frau mit dem sanften Blick einer Hirschkuh willen bezwangst du die sieben Stiere, die dir entgegenstürmten, du mit Schultern wie schöne Berge! Honigsüßer, König auf dem großen Berg Tiruvenkatam: Du hast dich in meinem Geist angesiedelt und bist dort geblieben. (1045) Der Wunderbare steht im Herzen als der Ferne und der Nahe. Er, der Hirte, wohnt auf dem großen Berg Venkatam, wo Bambus aufspringt und weiße Perlen von hellem Edelsteinglanz ausschüttet. Außer seinen Füßen kenne ich nichts.

(1046) Du kamst, tratest in meinen Geist ein und bliebst darin, unauslöschliches, mächtiges Licht, unser Vollkommener! Wunscherfüllender Edelstein, mein Vater, der du auf Tiruvenkatam wohnst: Nun werde ich dich niemals wieder loslassen. (1047) Über den Herrn von Edelsteinfarbe mit den starken, zum Ringen bereiten Schultern, der auf dem großen Berg Venkatam mit seinen vielen Bogenschützen wohnt, sprach Kaliyan mit felsengleichen mächtigen Schultern diese Girlande. Wer sie beherrscht, wird selbst zu den Himmelsbewohnern gehören.

Lesebereich 1048–1147

(1048) Mein Herz, wie das Denken der Himmelswesen hast du heute voller Freude den Dienst aufgenommen für unseren Vater, der in den Herzen großer Asketen wohnt: den Brahmanen, der zum herrlichen Zwerg wurde und Venkatam erwählte, wo der dunkle Adlerholzrauch der Waldbewohner emporsteigt. (1049) Er, der Einzige ohne verwandtschaftliche Bindung und Anhang, beendet für die, die ihn lieben, die Geburt auf Erden. Du, das ich mein Herz nenne, hast dies erkannt und heute den Dienst für den gerechten Herrn von Venkatam angenommen, wo Bienen gemeinsam mit den Frauen des Bergvolks bezaubernde Kurinji-Weisen singen. (1050) Seine Diener preisen ihn mit Blütenkränzen; er nimmt sie samt ihren Angehörigen mit und führt sie in den Himmel. Du, das ich mein Herz nenne, hast dies erkannt und den Dienst für ihn angenommen: Auf dem nördlichen Berg Venkatam, wo Bienen leben, hat er seinen Tempel; zugleich herrscht er über das darüberliegende Weltall. (1051) Mein Herz, ohne Schwanken hast du gehandelt! Unser Vater kommt auf die Erde, nimmt jene an, die ihm seit Langem dienen, und führt sie hinauf zum Himmel. Für ihn hast du den Dienst aufgenommen: den Geliebten der Hirtinnen, der über den hohen, wolkendrängenden Berg Venkatam herrscht und das Leben der Himmelswesen ist. Die Anfangswendung wird hier mit der bei KOYIL erläuterten traditionellen Lesart als Handeln ohne Unentschlossenheit verstanden; siehe Quellenhinweis.

(1052) Du, das ich mein Herz nenne: Lass die Buddhisten und die asketischen Jains mit ihren üppigen Bodhi- und Ashoka-Bäumen, ihren Klöstern und ihren dort wohnenden Gottheiten bei sich selbst bleiben! Heute hast du den Dienst für den schönäugigen Herrn angenommen, der in Venkatam steht und Gnade schenkt, von überall versammelten Himmelswesen und Danavas gepriesen. Diese Abgrenzung gehört zur konfessionellen Polemik des historischen Gedichts; sie ist keine Aussage des Artikels über heutige Buddhisten oder Jains. (1053) Du, das ich mein Herz nenne: Lass die Träger ockerfarbener Gewänder, die Kahlköpfigen und die Jain-Anhänger sich zusammendrängen, essen und mit ihren Gefährten dick werden! Heute hast du den Dienst für den Herrn der Unsterblichen im weiten Himmel angenommen, der Venkatam zu seinem Tempel gemacht hat, wo Herden langhaariger Bergtiere zusammenkommen. Der Vers verwendet bewusst abwertende konfessionelle Bilder; die Zuordnung der ersten beiden Gruppen ist im Wortlaut nicht eigens erklärt. (1054) Mit stolzen Vernunftreden betreiben sie ihre Jain-Praxis und stopfen sich Klumpen aus Reis und kühlem Joghurt in den Hals. Du, das ich mein Herz nenne, hast dieses Elend gesehen und den Dienst für ihn angenommen: Er hat Venkatam zum Tempel, wo berauschte Bienen singen, und weilt zugleich im Sonnenlicht des Himmels. Die polemische Beschreibung bleibt als historische Stimme kenntlich; der Schluss kann genauer auf den Aufenthalt im Sonnenkreis bezogen werden.

(1055) „Er ist fern, er ist nah, er ist klein, er ist groß“ – du hörtest manche so sprechen. Du, das ich mein Herz nenne, sagtest mir dazu kein einziges Wort; doch heute hast du den Dienst für den Herrn der Hirten angenommen, der im Tempel auf dem Berg Venkatam wohnt, wo die Bambushalme weiße Perlen ausschütten. (1056) Du, das ich mein Herz nenne, schlossest dich den anderen an, bewegtest dich mit ihnen und wiederholtest nur, was schon gesagt worden war. Nun höre entschlossen zu! Viele singen, tanzen, verneigen sich und preisen ihn, ohne ihn sehen zu können. Heute hast du den Dienst für den Tänzer in Venkatam angenommen, den der auf dem schwankenden Lotus Thronende, Isha und der König der Unsterblichen stehend preisen. (1057) Der Herr der Unsterblichen, der einst als Schwan erschien, wohnt im Tempel auf dem kühlen heiligen Berg Venkatam, wo große blitzende Wolken lagern. Kalikanri aus Mangai mit seinen unversehrten hohen Mauern hat diese bleibenden Lieder in süßem Tamil gesprochen. Wer sie beherrscht, dem wird die Himmelswelt zur Wohnstatt. (1058) Unser vollkommener Herr vermochte mit Gewissheit die Stadt jenes Danava zu vernichten, der sich in ein ockerfarbenes Gewand hüllte, herbeieilte und begehrte. Derselbe steht da, von Frauen mit bambusgleichen Schultern getadelt: „Er hat die Butter gegessen!“ Unser Herr liegt in Evvul. Der Anfang spielt auf die täuschende Asketengestalt des begehrenden Rakshasa an; einzelne Bezüge sind verkürzt.

(1059) Der schwertgewaltige Rakshasa begehrte die Frau. Im damals geführten furchtbaren Kampf ließ unser Vater einen einzigen roten Pfeil fliegen, sodass dessen neun und noch eine goldenen, wahrhaftigen Kronen herabrollten. Unser Herr liegt in Evvul. (1060) Einst übermittelte er durch den Mund eines Affen eine Botschaft. Dann zürnte er und brachte mit seinen Pfeilen die königliche Stadt des Rakshasa zu Fall. Später ging er selbst als Bote für die angestammten Könige und stand vor den Menschen der weiten Erde, sodass sie sagten: „Er ist der Bote dieser Leute.“ Er liegt in Evvul. (1061) Um des Mädchens willen, dessen weiche Finger einen Ball halten, besiegte der König die sieben Stiere von furchtbarer Kraft. Er, der Vollkommene, wurde zum Sohn Nandas von weithin reichendem Ruhm. Unser Herr, der Herr unseres Vaters und seines Vaters, liegt in Evvul. (1062) Der Lotusäugige verschlang einst als Kind die sieben Welten und ruhte viele Tage auf einem Banyanblatt. Er liegt in Evvul: In den schönen kühlen Feldern blühen unzählige blaue Wasserblumen, von denen Bienen trinken und leben; die grünen Fluren duften nach Kardamom.

(1063) „Heil dir, Vollkommener!“ So drängen sich die Diener heran und rufen ihm immer wieder nach. Er ist der verlässliche Vollkommene, der Rotäugige, der allen Göttern vorausgehende Älteste; als den Vollkommenen mit den drei Augen verehren und preisen ihn die Weisen. Unser Herr liegt in Evvul. Der Vers nimmt auch eine gewöhnlich Shiva zugeordnete Bezeichnung in das Lob des Herrn auf; sie wird nicht aus der Übersetzung entfernt. (1064) Er ist Mond, Wasser, Himmel, Feuer und Wind; er ist der Vater des Viergesichtigen. Der Herr mit dem hohen, wassertragenden Haar und der bienenbesuchten Girlande, in dessen einer Hälfte die Herrin wohnt, steht da, um seine fußspangengeschmückten Füße auf dem Haupt zu tragen. Unser Vater, unser Herr, liegt in Evvul. Die mittleren Glieder dieser Strophe sind syntaktisch schwierig. Die Zuordnung des wassertragenden Haars zu Shiva und der weiblichen Hälfte zu seiner Gefährtin ist eine vorsichtige Deutung. (1065) Er ist der Weise, der sich in den drei Gestalten zeigt, der Heilige, der die Veden ausführlich darlegte, der Herr von der Farbe der Puvai-Blüte, der Verdienstvolle, König der Himmelsbewohner. Obwohl er allein, fern und der Einzige ist, ist er seinen Dienern süß und nahe. Unser Vater, unser Herr, liegt in Evvul. (1066) Auf seiner Brust hat sich die Frau niedergelassen, deren weiche Finger den Ball halten, die Herrin der kühlen Blüte. Er hat einen blauen Leib von Edelsteinfarbe. Selbst Indra, der als Gebieter der im Himmel lebenden Götter eingesetzt ist, hat ihn zum Herrn. Er liegt in Evvul.

(1067) Über den, der in Evvul liegt, während seine Diener ihn mit Blütenkränzen preisen, hat Kaliyan, König von Mangai mit grünen Fluren und singenden Bienen, aus dem empfangenen Ruhm diese zweimal fünf Lieder als Girlande in wohltuendem Tamil geschaffen. Wer sie beherrscht, wird gewiss über das Weltall herrschen; andernfalls wird er die Welt der Unsterblichen regieren. (1068) Ich sah ihn in Tiruvallikkeni: den Bezwinger des großen Bogenfestes, Kamsas, der Ringer, des Elefanten und seines Führers; den Gott, der Shiva, dem Verbrenner der drei Städte, sein schweres Leid nahm; den, der mit dem Treiberstab in der Hand vorn auf Parthas Wagen stand, damit die Feinde fielen; den, der auf Befehl seiner jüngeren Stiefmutter auf die Krone verzichtete. (1069) Ich sah ihn in Tiruvallikkeni im großen Mayilai mit hohen Häusern, wo unvergleichliche Frauen wohnen: den Veda und seine köstliche Frucht; die makellose süße Frucht, die vortreffliche Weise in sich aufnehmen; Nandas jungen Elefanten; den Ursprung, den die Menschen der Erde verehren und preisen; den Nektar, den Vater, dessen Diener ich bin. (1070) Ich sah ihn in Tiruvallikkeni: den Herrn, der das Leben durch die gifttragende Brust der Dämonin trank, die zur Täuschung in Muttergestalt gekommen war, sodass sie schreiend zu Boden fiel; den Tod der Danavas; den, der einst Frauengestalt annahm und den süßen Nektar austeilte, während Vidyadharas, Himmelswesen, Charanas und Siddhas ihn staunend priesen.

(1071) Die Hirten hatten ein schönes Fest für Indra vorbereitet. Weil er aber die nach altem Brauch und Mantra-Regel bestimmte Verehrung nicht empfing, ließ er Regen niedergehen. Die Hirten verloren den Mut und baten: „Unser Herr, schenke Gnade, damit wir und unsere Rinderherden nicht zugrunde gehen!“ Ich sah ihn, der den Regen mit einem grenzenlos großen Berg aufhielt, in Tiruvallikkeni. (1072) Er ist der Geliebte seiner guten Gefährtin, der Lotusgeborenen, der Herr der guten Erde und der Herr seiner Hirtinnengefährtin Nappinnai. Für alle anderen ist er ein starker Beistand. Für die fünf Pandavas ging er als Bote, ihre Worte ausrichtend. Meinen Beistand, den Herrn meines Vaters und dessen Vaters, sah ich in Tiruvallikkeni. (1073) Der jüngere Bruder des Königs der Könige, des Sohns des Blinden, ging auf seinen Befehl hin: „Bring die schön Geschmückte unter unsere Gewalt!“ Sie konnte es nicht ertragen und rief: „Unser Herr, gewähre Gnade!“ Damit auch die Frauen der Hundert dasselbe Leid wie die Frau mit duftendem dunklem Haar erfuhren und ihre Eheschnüre verloren, stellte er sich vorn auf den Wagen von Indras Sohn. Ihn sah ich in Tiruvallikkeni. Die Szene verbindet Draupadis Erniedrigung mit dem späteren Tod der Kauravas; das Verlieren der Eheschnur bezeichnet das Witwenwerden. (1074) Bharata, sein jüngerer Bruder Shatrughna, Lakshmana und Maithili standen Tag und Nacht da und priesen ihn, Ravanas Vernichter, unseren Herrn. Ich sah ihn in Tiruvallikkeni: In den kühlen Hainen duften Kuravam-Blüten, Kuckucke und Pfauen rufen und tanzen, und selbst Sonnenstrahlen finden keinen Eingang.

(1075) Sein kleiner Sohn kam vom Unterricht zurück, und aus seinem Mund erklangen hell die tausend Namen. Der Vater konnte nichts davon ertragen, fuhr das Kind zornig an und schlug gegen die Säule. Da erschien der Gott als leuchtender Löwe mit mondsichelgleichen Zähnen, feurigen Augen und weitem Rachen. Ihn sah ich in Tiruvallikkeni. (1076) Der Waldelefant stieg voller Verlangen in einen fischreichen Teich hinab, um eine frisch erblühte Blume zu pflücken. Da packte ein Krokodil sein Bein; er hob den Rüssel und schrie. Auf dem Vogel kam der Herr herbei und setzte den Diskus ein, um die Not des Elefanten zu beenden. Ihn sah ich in Tiruvallikkeni im großen Mayilai mit hohen Häusern und honigreichen Hainen. (1077) Der König der Tondai-Leute im Süden ließ das gute Mayilai mit seinen bleibend kühlen Hainen, Wasserbecken, Mauern, hohen Palästen und Hallen gestalten. Über den Herrn, der dort in Tiruvallikkeni steht, sprach Kalikanri von lieblichem Ruhm, Oberhaupt von Mangai mit seinen guten, unversehrten hohen Häusern, diese Girlande aus zehn Liedern. Wer sie vollständig beherrscht, wird in Freude und Wohlergehen über die Himmelswelt herrschen. (1078) Er schenkte seine Liebe der rankengleichen Tochter der Hirten und der Frau auf der schönen großen Blüte; gegen die Asuras aber kennt er niemals Erbarmen. Seine Wohnorte sind Naraiyur mit guten Wassern, Tiruvali, Kudandai und das durch weite Becken glänzende Kovalnagar, von großen Hainen umgeben. Für ihn, der steht, sitzt, liegt und schreitet, ist der große Berg Nirmalai die Wohnstatt.

(1079) Vor den Augen des Königs der Unsterblichen ließ er dessen Wald Khandava vom auflodernden Feuer verzehren. Er nahm der Welt ihre Last und herrschte über sie; als Löwe zerriss er zornig mit seinen Krallen die breite Brust des Asura. Er wurde klein als Zwerg und richtete sich dann ins Unermessliche auf. Für ihn ist der große Berg Nirmalai die Wohnstatt. (1080) Er nahm das sich windende, kampfgewaltige Muschelhorn und den mächtigen Diskus, um die Last der Erdgöttin mit schöner Gestalt und kettenbeschmückten Brüsten zu erleichtern. Im menschenvernichtenden Schwertkampf fielen viele Könige; er ließ den strahlenden Diskus die Sonne verdecken. Als Herr der schönen Erde regierte er die Welt. Für ihn ist der große Berg Nirmalai die Wohnstatt. (1081) Er wurde zum unerträglichen Menschenlöwen, zürnte und tötete den Asura; so kam es, dass dessen blumengeschmückte Frauen ins auflodernde Feuer eintauchten. Im siegreichen Schwertkampf verband er sich liebevoll mit den Fünf; als hundert heerführende Könige fielen, bewahrte er im unablässigen Kampf ihre Sache. Für ihn ist der große Berg Nirmalai die Wohnstatt. Der Vers erwähnt den Feuertod der Frauen als Teil seiner Kriegsschilderung; daraus wird keine Praxisempfehlung abgeleitet.

(1082) Er schüttete Berggipfel ins gewaltige Meer, baute eine Brücke und schuf einen Übergang. Um Lanka mit seinen schönen mondhohen Mauern zu vernichten, setzte er sein Heer in Bewegung. Als der Kampf erbebte, sprach er: „Jetzt ist die Zeit“, und schlug mit Brahmas Pfeil die zehn Häupter mit den langen strahlenden Kronen ab. Für unseren wolkenblauen Herrn ist der große Berg Nirmalai die Wohnstatt. (1083) Unser Herr verschlang die weite Welt, die kalten großen Berge, das Meer und die Lichter und stand da mit den Worten: „Das genügt mir nicht.“ Dem Weisen, der gegen jenen großen Weltherrscher zürnte, setzte er die Grenze: „Für dich gibt es keinen anderen Herrn.“ Er trägt den mit Wasser verbundenen Namen und ist der große Mal. Für ihn ist der große Berg Nirmalai die Wohnstatt. Die mittleren Sätze gehören zu den unsicheren Stellen: Die Beziehung von zürnendem Weisen und Weltherrscher ist im vorliegenden Wortlaut nicht eindeutig. Der wasserbezogene Name weist auf Narayana. (1084) Er zürnte dem Angreifer mit der gefleckten Gestalt, nahm ihm Ruhm und Leben und schleuderte Schrecken aus, sodass die Städte des Asura verödeten. Dem siegreichen, schwertgewaltigen Asura, der seine tausend Namen nicht sprach und seine Füße nicht verehrte, stellte er sich im Kampf und riss ihm die Brust auf. Für ihn ist der große Berg Nirmalai die Wohnstatt. Die erste Hälfte ist in ihren Bezügen unsicher; die gefleckte Gestalt wird deshalb keinem bestimmten Gegner eindeutig zugeordnet.

(1085) Sie halten kleine Fächer aus Pfauenfedern und gleichen den törichten Frauen, die auf der Welt Leichen verzehren; ohne Furcht und Scham sind sie. Wer ihr Tun verwirft, schöne große Blumen streut und in Liebe bittet: „Schenke uns Gnade, damit Yama uns nicht erreicht“, wessen Inneres dabei schmilzt und wer täglich sehnsüchtig an ihn denkt, dem schenkt er Gnade. Für ihn ist der große Berg Nirmalai die Wohnstatt. Der Anfang ist eine scharfe historische Polemik gegen andere Asketen; das Bild von Leichenessenden ist eine Beschimpfung des Gedichts und keine sachliche Beschreibung einer Religionsgemeinschaft. (1086) Das lässt sich mit Worten nicht ermessen. Kommt, ihr Unsrigen! Noch ehe andere davon hören, vernichtet er das Karma derer, die sich verneigen; darum ist dies unser Ort der Rettung. In grünen Fluren summen duftberauschte Bienen auf frischen Blüten. Die Einsichtslosen, deren Geist mit den fünf Sinnen erschöpft umherirrt, erreichen ihn nicht. Für ihn ist der große Berg Nirmalai die Wohnstatt. Die Verbindung der Naturbeschreibung mit dem folgenden Satz ist im Tamilischen gedrängt. (1087) Über Nirmalai, das der große Mal erwählt hat, ließ Kaliyan diese tamilische Girlande erklingen: der ruhmreiche König von Mangai, der im Kampf mächtige dunkle Elefanten zu führen versteht. Wer sie beherrscht, den verlässt das schwere Karma sogleich. Wünscht er die obere Welt, wird sie leicht erreichbar; andernfalls regiert er die vom mächtigen rauschenden Meer umgebene Erde als König unter mondhellem Schirm und erreicht schließlich die Füße des Herrn.

(1088) Ich sah ihn in Talasayanam zu Kadalmallai: die Korallensäule, die die Erde verschlang und wieder ausstieß; den Nektar im rauschenden Meer; den Ruhmreichen, der dem Pferd den Rachen aufriss; unseren Herrn, das süße Zuckerrohr, das im Herzen seiner Diener keimt und emporwächst; den Kampfstier, der dem Kriegselefanten die Stoßzähne brach; den goldenen Berg, der hindurchschritt, sodass die beiden Marudam-Bäume fielen; den Wunschbaum, der die Not des dunklen Elefanten beendete. (1089) Nehmt nicht nutzlose Bindungen auf euch, unterwerft euch anderen und müht euch in ihrem Dienst ab; lest nicht immer wieder eine unwahre Lehre als wäre sie wahr, um schließlich nutzlos zu sterben! Kommt! Ich sah den, den wir als „unseren Vater“ verehren sollen, den von Scharen Gepriesenen, den lang Ausgestreckten, die dunkle Regenwolke, unseren Herrn, die Perle von Ninravur, der den hainreichen Khandava-Wald dem Feuerrachen übergab – in Talasayanam zu Kadalmallai. (1090) Ich fand ihn in Talasayanam zu Kadalmallai, umgeben von duftenden Hainen: den, der als einer in drei körperlichen Gestalten und doch in unterschiedlichen Formen besteht, damit die Welt gerettet wird; den Geschickten, der einst das Gift der Dämonin trank; den, der Kälber weidet und zu spielen versteht; die dunkle Wolke, die aus den Wasserbecken im Bergwald trinkt; den großen Weg zur Askese im Tempel von Thanjai; Kalki auf dem wilden Pferd, der die Welt beschützt.

(1091) Ich fand ihn in Talasayanam zu Kadalmallai, umgeben von duftenden Hainen: das Kind, das an der Dämonenmutter saugte; den dunklen Elefanten mit zwei Stoßzähnen; den König, der den Joghurt und die Butter der Hirtenmütter mit dem Blick einer Hirschkuh liebte; den Nektar der Brahmanen; den, der sich an die Spitze des Kuravai-Reigens stellte, den Tänzer mit den Töpfen; unseren Herrn, der den Berg hob und die Rindersiedlungen vor der Not bewahrte. (1092) Ich fand ihn in Talasayanam zu Kadalmallai, umgeben von duftenden Hainen: den, der austrat, sodass der rollende Wagen zerbrach und stürzte; den Säugling, der auf dem Banyanblatt wohlig ruht; unseren Herrn mit vier gewaltigen berggleichen Schultern, einem strahlenden Edelsteinberg ähnlich; den, der die Schultern der Erdgöttin umarmte; den, der als Bote ging und die Ringer im Zorn vernichtete, als sie ihn in eine trügerische Grube fallen lassen wollten. (1093) Ich fand ihn in Talasayanam zu Kadalmallai, umgeben von duftenden Hainen: den, der im weiten Meer auf der vielhäubigen Schlange ruht; den, der dem fliehenden Hirsch mit leuchtenden Flecken folgte; den, der dem in Brunst tobenden Elefanten die Stoßzähne ausriss; den, der als Eber mit gebogenen Hauern den Erdboden aufgrub, sodass seine Hauer ihn durchfurchten; unseren Herrn, der Erde und weiten Himmel so durchmaß, dass sie ihn nicht zu begrenzen vermochten.

(1094) Ich irrte umher, ohne ihn zu sehen, und fand ihn nun in Talasayanam zu Kadalmallai, umgeben von duftenden Hainen: den mächtigen Kämpfer, der die nicht verehrenden starken Rakshasas schwächte und ihre großen berggleichen Schultern zerschmetterte, der die geschmückte Brust des Asurakönigs spaltete; den auf dem Vogel Fahrenden, der im brandenden Meer ruht; den, der das Gift der Dämonenbrust als Speise trank und im Herzen derer wohnt, die seiner gedenken. (1095) Ich sah ihn mit Augen, die sich nicht sattsehen konnten, in Talasayanam zu Kadalmallai, umgeben von duftenden Hainen: den, der als Frau den süßen Nektar durch List vorenthielt; den, der einst zum mächtigen Löwen mit mondsichelgleichen Zähnen anwuchs; den, der auf dem großen Berg Meyyam, von kühlen weiten Wassern umgeben, auf den Schlangenhauben ruht; den in Gedanken Erfassten, dessen Ruhm jedes Maß übersteigt; den mit langen Augen wie leuchtende Lotusse. (1096) Ich, sein Diener, fand ihn in Talasayanam zu Kadalmallai, umgeben von duftenden Hainen: den mit Füßen, die seine Diener preisen; den, der mit Pfeilen aus seiner rechten Hand den Rakshasakönig des südlichen Lanka den Tieren zum Fraß überließ, weil dieser verschmähte, als Diener des Weltdurchschreitenden Rettung zu finden; den, der die vier alten Veden, die fünf Opfer, das Gehörte und die sechs Hilfswissenschaften erschloss.

(1097) Er liegt auf dem Bett der vielhäubigen Schlange, zürnte einst dem Asurakönig bis zu dessen Tod und schritt zwischen den Marudam-Bäumen hindurch. In Talasayanam zu Kadalmallai, mit weiten Teichen und Feldern als Umfriedung, ruht der Herr mit geschlossenen Lotusaugen. Kalikanri, im Krieg siegreich und kundig im Führen dunkler Elefanten in Brunst, sang diese beglückenden zweimal fünf Lieder. Wer sie sicher beherrscht, vermag schlechtes Karma an der Wurzel abzuschneiden. (1098) Unser großer Herr trat mitten unter die feindlichen, schwerttragenden Asuras, nahm Frauengestalt an und gab den Himmelswesen den Nektar zu trinken. Er wohnt im lieblichen, kühlen Talasayanam zu Kadalmallai. An Menschen, die seiner nicht gedenken, wollen wir nicht einmal einen Augenblick denken. (1099) Die zarte Erdgöttin und die Herrin der guten, kühlen großen Blüte wohnen auf der Brust des Wasserfarbenen. Wer zuerst daran denkt und ein Herz besitzt, das seine Stadt bedenkt – Talasayanam zu Kadalmallai am dunklen uralten Meer –, der soll über uns herrschen. (1100) Er nahm die Gestalt eines Ebers an und vereinte sich mit der Schönheit der Erdgöttin. Die Himmelsbewohner preisen ihn freudig nach gebührender Weise und umschreiten ihn. Wer dieser Lichtgestalt der Erkenntnis gedenkt, die in Talasayanam im waldreichen Kadalmallai wohnt, ist mein Gebieter.

(1101) Er besiegte die Feinde und überließ ihre Leiber den Tieren; im furchtbaren Kampf ließ er Feuer an die breiten, ringerstarken Brüste gelangen, die ihre zarten Frauen geliebt hatten. Wer ein Herz besitzt, das ihn feiert, den Bewohner von Talasayanam zu Kadalmallai, ist unsere Familiengottheit. Das tamilische Wort für Leben wird hier im Zusammenhang des Tierfraßes auf die getöteten Leiber bezogen. (1102) Verehre nicht jene Gottheit, die die Jain-Asketen mit ihren kleinen Pfauenfederfächern und andere ihren Herrn des Wissens nennen. Mein gutes Herz, liebe jene, die voller Liebe Talasayanam zu Kadalmallai verehren, die Stadt dessen, der in Kanchi ruht! Der Vers verwendet für die anderen Asketen ein Schimpfwort; seine historische konfessionelle Abgrenzung ist von der heutigen Darstellung anderer Religionen zu unterscheiden. (1103) Schiffe fahren nach Mallai, schwer beladen und tief im Wasser liegend: Sie tragen begehrenswerte Schatzmengen, Herden großer Elefanten mit hohlen Rüsseln und Haufen der neun kostbaren Edelsteine. Mein argloses Herz, umschreite ehrerbietig jene, deren Sinn darauf gerichtet ist, Talasayanam zu Kadalmallai zu umschreiten! (1104) Er nahm die Gestalt eines kleinen Kindes mit baumwollweichem Haarschopf an und trank das Gift der feindlichen, trügerischen Frau; er, der Gebieter, bezwang einst den unversöhnlichen Kamsa. Mein reines Herz, verehre jene, die im Herzen seine Stadt Talasayanam zu Kadalmallai verehren!

(1105) In wasserreichen Feldern mit blühendem Lotus pflügen Bauern mit starken Ochsen, die Wellen vor sich herschieben. Die roten Wasserlilien, die vorn und hinten dem Pflug entgangen sind und wieder aufragen, verbreiten ihren starken Duft in Talasayanam zu Kadalmallai. Mein reines Herz, verehre jene, deren Herz auf solche Verehrung gerichtet ist! (1106) Unser Herr mit dem heiligen Diskus ist mit Pinjnaka verbunden, der im Leichenfeld tanzt. Sein Ort ist Talasayanam zu Kadalmallai, über dem sich himmlische Scharen bewegen. Mein argloses Herz, verneige dich vor denen, deren Herz sich dort verneigt! Pinjnaka bezeichnet hier Shiva; die Strophe betont seine Verbindung mit dem Herrn des Diskus. (1107) Kalikanri, der Mächtige mit dem langen geschärften Speer, ist Diener der Diener, die allein an die Füße des Herrn von Talasayanam zu Kadalmallai mit seinen langen duftenden Straßen denken. Wer seinen Gesang beherrscht, wird zum Ersten unter den großen gekrönten Königen werden. (1108) Sie weiß, dass jene Frau mit dem heiligen Gesicht wie ein leuchtender weißer Mond, die aus dem Nektar des reichen Meeres geboren wurde, bereits auf deiner Brust wohnt; dennoch lässt sie ihr Verlangen nicht los. Sie hat schöne Wasserlilienaugen und gleicht der herrlichen Kolli-Puppe. Sage: Was hast du im Herzen mit dieser vor, die deine Füße liebt? Unser Vater und Herr von Idavendai!

(1109) Ihren Freundinnen schenkt sie kein strahlendes Lächeln mehr. Sie salbt ihre beiden Brüste nicht mit Sandel, zeichnet ihre beiden teichliliengleichen Augen nicht nach und steckt keine schönen frischen Blumen ins Haar. „Mal, der einst die meerreiche Welt durchmaß!“, sagt sie, deren Rede sonst so zart und lieblich ist. Was hast du mit dieser so Jungen vor, unser Vater und Herr von Idavendai? (1110) Selbst Duftsalbe, Schmuck und Sandelpaste werden zu Feuer, wenn sie sie auf die vollen Brüste legt. Die aufgegangenen weißen Mondstrahlen brennen; sie magert ab. Klagt das brandende Meer, so klagt auch sie. Die Farbe ihres Leibes, einst wie ein junger Mangotrieb, wird gelblich, und ihre Armreifen halten nicht mehr am Gelenk. Was hast du mit meiner schön geschmückten Tochter vor, unser Vater und Herr von Idavendai? (1111) „Eine Stunde ist länger als ein Weltalter! Das helle Licht ist eingeschlafen!“, sagt sie. Das Meer klagt, die Anril-Vögel schlafen nicht, und der Südwind ist schlimmer als Feuer. „O Freundin!“, ruft sie, drückt ihre beiden Brüste und fragt: „Sagt mir, was soll ich tun?“ Was hast du mit meinem hilflosen Goldkind vor, unser Vater und Herr von Idavendai? (1112) Wenn sie spricht, spricht sie nur deinen Namen. Sie denkt an deine heilige Gestalt und schmilzt dahin. Ihre Liebe ist groß, doch sie ist hilflos; ihre langen fischgleichen Augen haben den Schlaf vergessen. Die Tochter von mir Unwissender ist noch sehr kindlich, dabei von klarem Wesen und mit einer Taille so fein wie eine Ranke. Was hast du mit ihr vor den Augen der Fremden vor, unser Vater und Herr von Idavendai?

(1113) Sie bedenkt nicht mehr, was ihrer Familie angemessen wäre. Sie hört die Kunde, wie du im Schwertkampf das starke Geschlecht von Lanka besiegtest, dessen Mauern am weiten Meer erzitterten; sie freut sich und wird von Gefühlen überwältigt. Ihre blitzrankenschlanke Taille wird schmaler, darüber drängen sich die weichen Brüste, von gelblicher Blässe überzogen. Was hast du mit dieser meiner Ranke vor, unser Vater und Herr von Idavendai? (1114) Ihr Herz ist ganz weich geworden; sie stammelt nur von dir. Für mich hat sie keine Liebe mehr, allein für dich. „Wunderbarer von Maliruncholai, das Haine mit reichen Früchten umgeben!“, so murmelt sie. Ihr Mund lächelt wie eine reife Kala-Frucht; sie ist von großer Schönheit und sitzt doch in Sorge und Kummer. Was hast du mit dieser jungen Frucht vor, unser Vater und Herr von Idavendai? Die Bildfügung von Frucht und Lächeln ist gedrängt; sie spielt wohl zugleich auf die Lippen an. (1115) „Beim Ambal-Klang aus dem Mund des Hirten mit der starken pflugtragenden Hand zerbricht mein Herz“, sagt sie. Sie besingt Putkuli mit seinen weiten Fluren und bewegten Wassern und fragt: „Wollen wir nach Nirmalai gehen?“ Wie eine edle, zarte Ranke von Kolli ist sie, mit schlanker Taille, langen regenfeuchten Augen und leuchtend schönen Schultern. Was hast du mit ihr vor, unser Vater und Herr von Idavendai? Ambal bezeichnet hier eine musikalische Weise beziehungsweise einen Flötenklang; die Verknüpfung mit dem Pflugattribut bleibt quellentreu erhalten.

(1116) Gelbgoldene Liebesblässe blüht auf ihren weichen Schultern; ihre Augen, kämpfenden Fischen gleich, haben den Schlaf vergessen. Aus Liebe ist ihre Zuneigung zu dir grenzenlos. Ich verstehe die Krankheit nicht, die dieses göttlich schöne Mädchen ergriffen hat. Ihre blitzschlanke Taille schwindet, und darüber drängen sich die vollen schönen Brüste. Was wird aus ihr? Was hast du im Verborgenen mit ihr vor, unser Vater und Herr von Idavendai? (1117) „Unser Wunderbarer, der du Schwan, Fisch, Schildkröte und Löwe wurdest, schenke Gnade!“ Den lieben Dienern, die so sprechen, erweist unser Vater und Herr von Idavendai süße Gnade. Über ihn ließ Kaliyan mit dem ruhmreichen Speer, Oberhaupt von Mangai mit beständigen großen Häusern, diese Worte erklingen. Wer dieses ausgearbeitete Gedicht täglich singt, schneidet die Bindung an altes Karma ab. (1118) Der Verbrenner der drei Städte und Brahma auf der Blüte staunten. Er brüllte wie das große Meer mit seinen brechenden Wellen, und die drei Welten verneigten sich nach gebührender Weise. Mit feuriger Mähne und glänzenden Zähnen riss er Hiranyans Leib in zwei Teile. „Wer ist dieser in Löwengestalt?“, fragte ich. Er sagte: „Ich bin der von Attabuyakaram.“ (1119) Er gleicht dem Helden unter den Helden von furchtbarer Kraft. Ist er der Gott, vor dem die Unsterblichen, die Veden sprechend, niederfallen und den die Sänger schönen Tamils verehren? Ich kann es nicht erkennen. Er gleicht dem Brahmanen, der in Zwerggestalt kam, emporwuchs und bei Mahabalis Opfer die Erde durchmaß. „Wer ist dieser?“, fragte ich. Er sagte: „Ich bin der von Attabuyakaram.“

(1120) In seinen wie rotes Gold glänzenden Händen hält er Pfeil, festen Bogen, Keule, Muschelhorn, helles Schwert, den wie die beiden Himmelslichter strahlenden Diskus, Schild und leuchtende Blüte – wie wunderbar! Dem wütenden Kampfelefanten riss er einen weißen Stoßzahn aus, sodass er fiel. „Wer ist dieser, der einer dunklen Regenwolke gleicht?“, fragte ich. Er sagte: „Ich bin der von Attabuyakaram.“ (1121) Ist er der Hirte, der den großen, edelsteingleichen, nebelhohen Berg hob und vor dem gewaltigen Regen schützte, der einen täuschend eingesetzten Elefanten in Schrecken versetzte und ihm einen Stoßzahn ausriss? Sein Wunderwesen verstehe ich nicht. Er trägt den feurig strahlenden Diskus und das Muschelhorn und spricht die uralten Veden. „Wer ist dieser, der einem schönen Licht am geordneten Himmel gleicht?“, fragte ich. Er sagte: „Ich bin der von Attabuyakaram.“ (1122) Die Künste, den Veda, die Lehre des rechten Handelns, die Ritualregeln, Wort und Bedeutung selbst und die übrigen Wissensgebiete schenkte er aus seiner Güte den Himmelswesen und anderen. „Wer ist dieser, der dem Wellenmeer gleicht, in dem hohe Berge, große Edelsteine, die Frau auf der Blüte und Muscheln ihren Ort haben?“, fragte ich. Er sagte: „Ich bin der von Attabuyakaram.“

(1123) Wie auch immer wir seine Farbe bedenken, wir können sie nicht bestimmen. Er trat ein und machte Armreifen, Herzen und alle Selbstbeherrschung der schön geschmückten Frauen zu seinem Besitz. „Wer ist dieser, der dem aufwallenden dunklen Meer, der Puvai-Blüte, der Kaya-Blüte, der sich öffnenden blauen Wasserlilie und einer kunstvoll geformten Wolke gleicht?“, fragte ich. Er sagte: „Ich bin der von Attabuyakaram.“ (1124) Wie soll ich beschreiben, wie er dastand – mit einem dichten Blütenkranz aus kühlem Tulasi, in den Bienen ganz eintauchten und darin spielten, und mit schön am Leib verstrichener Sandelpaste? Seine Augen gleichen Lotussen, von guten Malern gemalt; Brust, Schultern und Mund sind von erhabener Schönheit. „Wer ist dieser so Schöne?“, fragte ich. Er sagte: „Ich bin der von Attabuyakaram.“ (1125) Überall kommen Himmelswesen herbei, verehren ihn und sprechen die Veden. Auf jener Seite ist die Göttin, die Frau aus dem Meer, dort das dröhnende Muschelhorn, hier der Diskus. Bedenkt man seine Farbe, gleicht er der dunklen Wasserblume und auch dem Meer. Augen und Gestalt sind weit und groß; er ist mir wie mein eigenes Leben. „Wer ist dieser?“, fragte ich. Er sagte: „Ich bin der von Attabuyakaram.“ (1126) Für ihn bin ich leichte Beute: Meine Armreifen halten nicht mehr, und mein Herz gehört ihm ganz. Als ich so an ihn dachte, sah er mich mit meiner rankenschlanken Taille eindringlich an, öffnete den Mund und sprach ein Wort. Der Blick, mit dem er blickt, enthält Gift. Ich kann ihn nicht begreifen, ich fürchte mich. „Wer ist dieser?“, fragte ich. Er sagte: „Ich bin der von Attabuyakaram.“

(1127) Den Urersten von Attabuyakaram in Kanchi, das Vayirameghans Macht und Ruhm umgeben, den hochgekrönten Mal, vor dem der König, der Herr der Tondai-Leute, niederfällt, besang Kalikanri von lieblichem Ruhm, König von Mangai mit guten, unversehrten hohen Mauern. Wer diese Girlande trefflicher Worte in unvermindert süßer Musik lobend singen kann, dem wird Vaikuntha zur Wohnstatt. Die syntaktische Verbindung von Königstiteln und dem Namen Vayirameghan ist nicht völlig eindeutig; daraus wird hier keine zusätzliche historische Identifizierung abgeleitet. (1128) Er ist das gesprochene Wort und dessen Bedeutung, Geschmack, Berührung, Klang, Duft und sichtbare Gestalt; er ist der gute Hara, Narayana und der Viergesichtige. Sein Ort ist Paramechura Vinnagaram im schönen Kanchi mit weiten Wasserbecken. Dort verneigte sich der Pallava, König der Mallai-Leute, dessen Füße viele Könige der Erde – Pallavas, Bogenträger und andere – verehren. Die Quelle hat die offenkundig fehlerhafte Gesamtnummer 11287; gemeint ist 1128. (1129) In seinem Nabel befinden sich der wolkenerfüllte weite Himmel, das Meer, die Lichter, die Erde und die Berge; dort steht der beständige Lotus. Der Ort des Lotusäugigen ist Paramechura Vinnagaram im schönen Kanchi mit weiten großen Mauern. Dort verneigte sich der erdenberühmte Pallavakönig mit dem starken Bogen, der im Frontkampf die Kraft des südlichen Königs mit seinen Wagen brach.

(1130) Er ruhte im Meer auf einem weichen, Halt gewährenden Lager und nahm einst eine große Gestalt an. Der Ort dieses segenschenkenden Herrn von großer Edelsteinfarbe ist Paramechura Vinnagaram im schönen Kanchi mit edelsteinglänzenden Häusern. Dort verneigte sich der Pallavakönig, der einst in der Schlacht bei Mannai die dicht angetretenen Feinde zerstreute, sodass ihre verwundenden Speere am großen Tor fielen. Die örtlichen und militärischen Bezüge der zweiten Hälfte sind sprachlich schwierig; Mannai bleibt ohne weitergehende Ortsidentifikation. (1131) Er verschlang das Weltall, die acht Himmelsrichtungen, die Erde, die wogenden Wasser und dazu Himmel, Feuer und Wind. Der Ort unseres Vaters und Herrn ist Paramechura Vinnagaram im schönen Kanchi mit leuchtenden Häusern. Dort verneigte sich jener König, der einst im Kampf zornig seinen Bogen spannte, sodass die feindlichen Scharen samt ihren Kränzen eilig auseinanderflohen. (1132) Er beendete die Not des Elefanten mit dem kräftigen hohlen Rüssel und den starken Beinen; einst stieg er in den blütenreichen Teich, sodass die Schlange erschrak. Sein Ort ist Paramechura Vinnagaram im schönen Kanchi mit weiten Wasserbecken. Dort verneigte sich der Pallavakönig mit dem Schlangenbanner, der voller Kampfesfreude auszog und den südlichen König mit seinen honigreichen Hainen und berggleichen Mauern in Unruhe versetzte.

(1133) Er nahm die Gestalt eines mächtigen, kampfbereiten Löwen an und riss im Kampf die breite Brust des Starken auf, sodass sie zur Wunde wurde. Sein Ort ist Paramechura Vinnagaram im schönen Kanchi mit wehrhaften hohen Häusern. Dort verneigte sich der edle Pallavakönig, der unter dem Schatten des weißen Schirms den gerechten Herrscherstab führte und vor seinem Speerheer das siegreiche Stierbanner erhob. (1134) Einst erschien er bei der großen Opferfeier Mahabalis mit seiner leuchtenden hohen Krone in der Gestalt eines Brahmanenschülers und gewann durch List die weite Erde. Sein Ort ist Paramechura Vinnagaram im schönen Kanchi mit weiten Wasserbecken. Dort verneigte sich der Sieger, der den südlichen Weltherrscher und Karuvur mit seinen unversehrten großen Mauern in Schrecken versetzte und viele Heere zu Fall brachte. (1135) Einst war er ein mächtiger König unter dem Herrscherschirm und sperrte mit Bergen das Meer, während Affen sein Heer bildeten. Der Ort unseres Vaters und Herrn ist Paramechura Vinnagaram im schönen Kanchi mit prächtigen hohen Häusern. Dort verneigte sich der kriegsstarke Pallavakönig, der in Nenmeli den Kampfspeer in seiner rechten Hand hielt, sodass der stierkräftige Bogenträger erzitterte. Der Gegner wird mit einem Königsepitheton bezeichnet; eine eindeutige dynastische Zuordnung wird hier nicht vorausgesetzt.

(1136) Um Pinnai mit ihrer leuchtenden, mondsichelgleichen Stirn willen bezwang er einst im Kampf die sieben großen Stiere, deren Gebrüll dem Donner glich. Sein Ort ist Paramechura Vinnagaram im schönen Kanchi mit weiten Wasserbecken. Dort verneigte sich der Pallavakönig mit seiner Kadivay-Trommel, deren mächtige Stimme wie das Meer rauscht, sodass die kriegerischen Könige mit ihren befleckten Schwertern untergingen. (1137) Über Paramechura Vinnagaram, vor dem der Pallavakönig von altem, die Erde erfüllendem Ruhm niederfiel, sprach Kalikanri, Oberhaupt von Mangai mit seinen langen wolkenbedeckten Feldern, diese ungeschmälerte Girlande ruhmreichen, schönen Tamils. Wer sie beherrscht, wird durch die Gnade der großen Göttin Shri als wagenreicher König auf Erden glänzen und über die wasserreiche Welt herrschen, die das große rauschende Meer umgibt. (1138) Ich sah ihn in Tirukkovalur: den Herrn, der die sieben nebelumspielten Berge und sieben Meere, Himmelswelt und Erdenwelt und alles übrige restlos in seinen Bauch aufnahm und dann auf einem jungen Blatt des Banyanbaums ruhte. Südlich der Pennai, die unablässig Wasserfülle spendet, vollziehen reine Kenner der vier Veden das Soma-Opfer; mitten in Feldern reifenden roten Reises erscheint die Stadt in hellem Glanz.

(1139) Ich sah ihn im reichen Tirukkovalur: Auf der Schlange mit ausgebreiteten Hauben liegt er, während die Blütengeborene mit sandelgesalbten weichen Brüsten und die Erdgöttin seine Füße streicheln. Unsterbliche verehren ihn mit duftenden Tulasi-Blütenbüscheln, Sandel, Räucherwerk und Licht. Hier verehren und bedenken die Menschen die sieben Töne, sechs Hilfswissenschaften, fünf gepflegten Opfer, vier Veden und drei Feuer und sammeln sich zu beiden Tageszeiten im Einen. (1140) Ich sah ihn in Tirukkovalur: Einst geriet der große Elefant in einem Teich voller Blütenhaine zwischen die glänzenden Zähne eines mächtigen Krokodils und sank verzweifelnd hinab. Da erschien der Herr mit erhobenem Diskus durch den Luftraum und schenkte ihm Gnade. Hier gleichen aufblühende dunkle Wasserlilien den Augen; große Punnai-Bäume zeigen perlenartige Knospen und rotgoldene Blüten, und Lotusse in reichen Teichen leuchten wie Lampen. Die Vergleichsgröße bei den dunklen Wasserlilien ist im überlieferten Wortlaut unsicher. (1141) Ich sah ihn in Tirukkovalur: Auf dem Vogel reitend ließ er Mali im schwer zu ertragenden Krieg fallen und erfüllte die Bitte der Erdenbewohner. Er wurde zum kostbaren Nektar seiner Diener, in denen Liebe aufkeimt und wächst, während ihnen Tränen aus den Augen strömen. In den Hainen mit knospendem Kongu, Surapunnai und Kuravam singen Scharen gestreifter Bienen. Ihr Lied hörend, bildet das süße Zuckerrohr in den ringsum liegenden Feldern seine Knoten aus.

(1142) Ich sah ihn in Tirukkovalur: den großen Herrn, der Khara mit dem blutbefleckten Speer, Kabandha und Vali mit seinem Pfeil zu Fall brachte und in Lanka die ganze Schar der schwerttragenden Rakshasas mit mondsichelgleichen Zähnen samt ihrem mächtigen Anführer vernichtete. Hier wachsen Veda und Ruhm; in Häusern, Hallen und hellen Innenräumen erklingen regelmäßige Gesänge, und der Südwind streicht durch die dicht bewachsenen Haine. Einzelne Raumbezeichnungen der letzten Zeilen sind in der Digitalisierung unsicher. (1143) Ich sah ihn in Tirukkovalur: Er schlich unbemerkt zu den aufgehängten Töpfen und aß duftende Butter. Die Hirtenmutter entdeckte ihn und band ihn an den Mörser; wie ein dunkler Elefant am Pfosten stand er da, die weiten Augen voller Tränen. In dieser reichen Stadt leuchten dicht gereihte edelsteinglänzende Häuser; die duftende Blütengöttin, die Herrin der Rede und die achtarmige Göttin erhabener Künste verbreiten darin ihren Glanz. (1144) Ich sah ihn in Tirukkovalur: den, der dem großen Elefanten mit mächtigem Rüssel zürnte, das Pferd aufriss, die sieben Stiere bezwang, die Marudam-Bäume stürzte, den heranrollenden Wagen zertrat, die Ringer erschlug und dem betrügerischen Kamsa zum Gift wurde. In den honigreichen Hainen gebären die grünen Blütenscheiden dunkler Arekapalmen weiße Perlen; ihre Früchte gleichen Smaragden, und Serundi-Bäume entfalten zahllose Knospen wie Korallen.

(1145) Ich sah ihn im reichen Tirukkovalur: Um die große Last der Erde zu erleichtern, ging er einst im Bharata-Geschehen als Bote und stieg als Wagenlenker auf Parthas prächtigen Wagen. Auf dem Schlachtfeld vernichtete er die Kraft der feindlichen Heere. Die Stadt ist voller ruhmreicher Vedakundiger und gleicht einer Wohnstatt des Herrn mit dem Kampfstier, des Königs von Alaka, Purandaras und des Viergesichtigen. (1146) Ich sah ihn in Tirukkovalur: Mit der Erdgöttin in reiner Gestalt und der Blütengeborenen, mit strahlendem Diskus und Muschelhorn, die zu beiden Seiten leuchten, steht er wie ein Wunschbaum im Hain. Sein Wille ist, denen Gnade zu schenken, die sich mit ihm verbinden. Rot sind seine Füße, Hände, sein heiliger Mund und seine Augen; rot sein Gewand, aus rotem Gold seine heilige Gestalt. Hier wohnen Menschen, die dem feuergestaltigen Shiva und Brahma gleichen. (1147) „Ich sah ihn im reichen Tirukkovalur, voll ehrwürdiger Vedakundiger: Mal, der die Not des Elefanten beendete, den blauen Smaragd, der einer Regenwolke gleicht.“ So ließ der schwerttragende Kaliyan, König von Mangai mit seinen Frauen von schön gegürteten Brüsten, diese zweimal fünf Lieder erklingen. Wer sie beherrscht, wird den schauen, der verborgen überall ausgebreitet ist, während die Welt sich aus vielerlei Gründen versammelt und ihn preist. Die Verbindung des letzten Weltenbildes mit der versprochenen Schau bleibt im Tamilischen offen.

Lesebereich 1148–1247

(1148) Er wurde zum Eber, nahm die weite kühle Erde zwischen seine gebogenen Hauer und ruhte im dunklen, kühlen, großen Meer. Sein Ort ist Tiruvayindrapuram: Bienenscharen trinken den Nektar guter Lotusblüten, erheben sich mit süßem Summen und ziehen durch dichte schöne Haine zu den frisch erblühten Serundi-Blumen. (1149) In seiner schönen Hand ist der blitzende Diskus; auf seiner heiligen Brust wohnt die Rote. Er ist der Höchste, der die vielfältigen Bedeutungen der vier rezitierten Veden ausmacht. Sein Ort ist Tiruvayindrapuram: Unter dem verflochtenen Laubdach der Madhavi-Ranken am Berghang naht die Bienenpartnerin, während ihr Gefährte im sich öffnenden Lotus süß summend „tenna“ singt. (1150) Er verschlang die sieben Welten und weilte auf einem Banyanblatt, der Wunderbare, der seinen Dienern wahrhaftig ist, der göttliche Gebieter. Sein Ort ist Tiruvayindrapuram: An schönen Berghängen schwingen Mullai-Ranken, verschlungen mit dichtem Madhavi und Champaka; reiche Felder mit roten Lotussen glänzen dort. (1151) Der starke Asura trat ihm in feindlichem Zorn entgegen. Er riss dessen Brust in zwei Teile und gewährte dem Sohn aus dessen eigenem Geschlecht süße Gnade. Sein Ort ist Tiruvayindrapuram: Dicht wächst das saftreiche weiche Zuckerrohr, junge Halme streben zum Himmel, und die kühlen schlammigen Felder leuchten in edelsteingleichem Schatten.

(1152) Er ging zu Mahabalis Opfer, bat um Land und durchmaß die weite Erde. Um der blühenden Tochter der Hirten willen kämpfte er gegen die Stiere. Sein Ort ist Tiruvayindrapuram: In den Zweigen von Vengai mit goldenen Blüten, Kongu und Champaka springen Affenscharen schreiend umher und genießen kühle große Früchte, mit Honig vermischt. (1153) Wegen der harten Worte der Frau, die von der Buckligen beeinflusst worden war, zog er mit der jungen rankengleichen Gefährtin durch den Wald, er mit der heiligen Farbe einer dunklen Wolke. Sein Ort ist Tiruvayindrapuram: Große schöne berggleiche Mauern reichen in den Himmel, an ihnen gleitet der Mond entlang; reiche honigerfüllte Haine schmiegen sich ringsum an. Die gedrängte Anfangswendung wird auf Kaikeyi und die bucklige Manthara bezogen. (1154) Um der zarten Frau mit blitzschlanker Taille willen machte der Held die hohen Kronen des Königs von Lanka auf seinem Felsberg zu Staub. Sein Ort ist das kühle Tiruvayindrapuram: Im Schatten edelsteingleicher Höhen ruht ein Schwan mit seiner Gefährtin behaglich auf einem Lager großer Lotusblüten, während die Ähren des roten Reises wie Wedel schwingen. (1155) Um der Frau mit duftendem weichem schwarzem Haar willen zerbrach er den Bogen; als gewaltiger Regen die Herden erschreckte, hob er den Berg als Schirm. Sein bleibender Ort ist Tiruvayindrapuram: Der reiche Fluss trägt in seinen Wellen den Reichtum der weiten Berge heran – Stoßzähne mächtiger Elefanten und berggewachsenes Adlerholz – und fließt in die Felder.

(1156) Im furchtbaren Krieg der Könige mit Speeren in den Händen hielt unser Vater und großer Herr für Vijaya den Treiberstab auf dem edelsteingeschmückten Wagen. Sein Ort ist Tiruvayindrapuram: Am lieblichen kühlen Berghang strecken festgewurzelte Ranken ihre Arme empor, junge Blütenscheiden der Arekapalmen duften, und ein reicher Fluss mit springenden Fischen fließt in die Felder. (1157) Den Einen, der zu den Dreien wurde, der die drei Welten verschlang, wieder ausstieß und durchmaß, das Licht, das im kühlen Tiruvayindrapuram wohnt, wohin Götter und Danavas immer wieder anbetend kommen, besang der speermächtige Kalikanri ausführlich. Wer diese zehn Lieder in klangvollem, wohltuendem Tamil singt, an dem haften die Sünden nicht. (1158) Ihr müsst nicht hungern, bis das Fleisch verdorrt, das Leben mühsam festhalten und Askese üben, bis die fünf untrennbar mit dem Körper verbundenen Sinne leiden und ihr immer weiter auszehrt. Ihr, die ihr die Welt der Unsterblichen als eure eigene beherrschen wollt: Geht nach Tiruchitrakutam in Tillai! Dort schwingen die Wälder, Pfauenscharen tanzen, ringsum springen Fische in den Wasserkanälen der Felder, Honig strömt, und auf den Häusern wehen Fahnen.

(1159) Ihr müsst nicht lange nur unreife und reife Früchte essen, den heftig wehenden Wind einatmen und zwischen fünf Feuern stehend Askese üben. Ihr, die ihr sagt: „Wir wollen den mit Shri auf der Brust in unserem Herzen bewahren“, geht nach Tiruchitrakutam in Tillai! Dort sind die Münder voll Veden; Brahmanen von altem Ruhm nähren täglich nach rechter Ordnung das Opferfeuer, und mit seinen Flammen steigt auch der Ruhm empor. (1160) Ihr, die ihr euch danach sehnt, die Blütenfüße dessen zu erreichen, der einst zum zornig glühenden wilden Eber wurde, in die weite uralte Flut tauchte und die von duftenden Hainen umgebene versunkene Welt emporhob: Geht nach Tiruchitrakutam in Tillai! Dort brachte der heerführende Pallavakönig feines Gold, Perlen und Edelsteine dar und verneigte sich; rotgoldene, edelsteingeschmückte Häuser umgeben den Ort. (1161) Ihr, die ihr sagt: „Lasst uns den heiligen Namen des großen Herrn stammeln und das Leiden der Wiedergeburt loswerden“ – des Herrn, der einst als Zwerg zur großen Opferfeier des Asura ging und bat, um die unermessliche Erde zu durchmessen: Geht nach Tiruchitrakutam in Tillai! Mal, der im dunklen großen Meer lag, erfreut sich dort mit der göttlichen Frau auf dem Lager der Schlange mit gespaltener Zunge.

(1162) Ihr, die ihr den siegreichen großen Asketen zu eurem Eigen machen wollt: Er ergriff damals die Waffe im Kampf, sodass Könige fielen und die Glieder der Königsgeschlechter von der Axt abgetrennt wurden, damit die vom schiffbefahrenen Meer umgebene Welt gerettet werde. Geht nach Tiruchitrakutam in Tillai, umgeben von schützenden, ruhmreichen grünen Blütenhainen! Die Blütengöttin wohnt dort, die Göttin des Wissens bleibt dort, und die Göttin des Ruhms erstrahlt überall. (1163) Ihr, die ihr so zu leben vermögt, dass ihr den dunkel wie ein Edelstein leuchtenden Schönen im Geist bewahrt: Er entsandte einen Feuerpfeil, dessen Spitze wie mit Butter genährte Flamme brannte, und brachte das Meer dazu, seinem Befehl zu folgen und einen Übergang zu gewähren. Geht nach Tiruchitrakutam in Tillai! Während junge Frauen mit schönen Lippen sprechen, singen rotgeschnäbelte Papageien die vier Veden, sodass sie in das Denken der Brahmanen eingehen, die das große, schwer zugängliche Wissen hüten. (1164) Ihr, die ihr sagt: „Wir wollen den im Herzen bewahren, auf dessen heiliger Brust die göttliche Herrin der großen Blüte wohnt, die aus dem wirbelnden Meer mit seinen Makara-Wesen hervorging, und der die weichen Schultern der Hirtin mit jasmingeschmücktem Haar liebt“: Geht nach Tiruchitrakutam in Tillai! Die heiligen Wasser der Niva umfließen den schönen Ort; sie tragen die Stoßzähne lärmender Elefanten und duftendes Sandelholz von den Bergen heran.

(1165) Ihr, die ihr die mächtigen, klingend geschmückten Füße des Wunderbaren erreichen wollt: Er riss dem Pferd ohne Mühe den Leib und Rachen auf, hob im großen Regen den uralten Berg, weidete als Herr der Hirten die Herden und verschlang die Welt. Geht nach Tiruchitrakutam in Tillai! Dort verehren dreitausend Kenner der vier Veden täglich nach rechter Ordnung den strahlenden Gott aller Götter, der in heiliger Macht erglänzt. (1166) Ihr, die ihr das schwerwiegende dunkle Karma ablegen wollt, das ihr in heftiger Leidenschaft für Frauen mit dunklen, kampfbereiten Speeraugen im Geist nährt, und im höchsten Reich wohnen wollt, das selbst die ruhmreichen Unsterblichen nicht erreichen: Geht nach Tiruchitrakutam in Tillai! Die wasserreiche Niva trägt Perlen heran und streut sie überall; Fische springen spielend in den Feldern, und schöne blaue Wasserlilien stehen in hellem Glanz. (1167) Damit die im Herzen unstillbar Liebenden des rotäugigen Mal von Tiruchitrakutam im schönen, hainreichen Tillai diese Lieder hören und sich freuen, sang Kalikanri, dessen gebende Hand einer dunklen Regenwolke gleicht und der der wellenumgebenen Welt Gnade erweist, diese unvergängliche klingende Girlande aus neun und noch einem Lied. Wer sie beherrscht, wird so leben, dass er lange Zeit unter den Füßen dessen verweilt, der die weite Welt durchmaß.

(1168) Er kommt als der Tänzer, der zwischen den Marudam-Bäumen hindurchging, sodass sie verdorrten, die Ringer tötete und triumphierend rief, das wilde, tänzelnde Pferd zerschmetterte und den mächtigen, gesammelten Regen abhielt, um damals die Rinderherden der Hirten aus ihrer Not zu befreien. Er wohnt in Chitrakutam zu Tillai mit seinen prächtigen hohen Blütenhainen. (1169) „So ist dieses Kind, das das Gift aus der Brust der Dämonin trank!“ Und doch sagen sie auch: „Er ist der Gemahl der großen Erdgöttin“, und: „Er ist der Gebieter der Blütenfrau, deren Blumen die Bienen genießen.“ Er kommt, während die einsichtsvollen Hirtinnen so singen und honigreiche Blumen streuen. Er wohnt in Chitrakutam. (1170) „Einst hat er Butter gegessen!“, sagen die Hirtinnen, versammeln sich und tadeln ihn. Doch die Bewohner aller acht Richtungen verehren ihn, der zwischen den beiden Marudam-Bäumen hindurchging. Er kommt, während die Götter und Himmelsbewohner seine feste Kraft mit tausend Namen besingen. Er wohnt in Chitrakutam. (1171) Die Hirtinnen mit armreifengeschmückten Händen und langen Augen riefen ihn voller Angst. Er stieg in den kühlen weiten Teich, in dem dicht gewachsene Lotusse aufblühten; vor den Augen der Himmelswesen stellte er sich auf den Kopf der feurigen Schlange mit den hervorstehenden Zähnen, kämpfte ausgelassen und schwächte sie. So kommt er, der in Chitrakutam wohnt.

(1172) Er gleicht der dunklen Regenwolke zur rechten Jahreszeit, dem großen perlenreichen Meer und tausend goldenen Bergen, an denen Wasserfälle in Fülle glänzen. Um der Hirtin mit schönem dunklem Haar willen bezwang er die mächtigen Stiere. Freudig schreitet er durch die Straße – er, der in Chitrakutam wohnt. (1173) „Als er schoss, zerbrach Lanka. Um sie vor dem verwirrenden Regen zu schützen, trug er den großen Berg und rettete die Rinderherden!“ So preisen ihn alle auf Erden und verneigen sich. Wie ein großer Berg voll göttlicher Macht kommt er auf dem heiligen Vogel geritten – er, der in Chitrakutam wohnt. (1174) Wer sonst verstünde es, diese Taten zu vollbringen? Er zürnte dem tobenden Kampfelefanten, der wie ein großer Berg aus schwarzer Augensalbe erschien, und brachte ihn zu Fall. Frauen mit schönen langen Augen wie dunkle Wasserblumen verehren ihn mit gefalteten Händen, wenn er durch die Straße kommt. Er wohnt in Chitrakutam im kühlen Tillai, das die Götter verehren. (1175) Einst erhob er sich zornig im Kampf, sodass der mit dem goldenen Namen erschrak, und wühlte in dessen Brust. Tausend Schultern erhoben sich und bewegten sich; seine beiden grünlich glühenden Augen spien Feuer. Mit langen Zähnen und weitem Rachen kommt er in Löwengestalt – er, der in Chitrakutam wohnt.

(1176) Sein Leib gleicht einer dunklen Wolke; in den Händen hält er Diskus und Muschelhorn. Mächtige Himmelswesen umgeben ihn, und die sieben Welten verehren und preisen ihn. Mit einer Frau aus dem Hirtenvolk, mit einer anderen, der Erdgöttin, und mit der Göttin Shri kommt er – er, der in Chitrakutam wohnt. (1177) Über den Herrn der Himmelswesen, der in Chitrakutam zu Tillai mit honigreichen Blütenhainen wohnt, sang Kalikanri, König von Mangai, dessen Speer im Fleisch seiner Gegner steckt, diese neun und noch ein Lied in leuchtendem Tamil. Wer sie lernt und beherrscht, den erreicht schlechtes Karma nicht. (1178) Als ein Zwerg erbat er auf der weiten Erde drei Schritte Land, umfasste mit zwei Schritten alle Welten und sagte zu Mahabali: „Gib mir noch einen!“ So nahm er ihn gefangen. Ihr, die ihr die Füße dieses großen Schreitenden erreichen wollt, kommt nach Sirama Vinnagaram in Kali! Hier gedeihen ruhmreich die vier Sammlungen des schwer zugänglichen Veda, die fünf Opfer, die sechs Hilfswissenschaften und die sieben Töne; die Straßen sind voller Feste.

(1179) Unser Vater ließ durch den vortrefflichen Romasha mit wahrhaftiger Veda-Rede den Stolz des Viergesichtigen auf seine lange Lebensdauer berichtigen und beendete für den nackten Asketen das Betteln um Speise in der fleischbehafteten Schädelschale. Ihr, die ihr seine leuchtenden roten Blütenfüße erreichen wollt, kommt nach Sirama Vinnagaram in Kali! Wenn die Pflugochsen voranschreiten, stoßen trächtige Muscheln Perlen aus den Öffnungen ihrer Gehäuse; alte Wasservögel halten sie für Eier und umkreisen sie. Überall springen Fische in Lotusfeldern voller Honig. (1180) Er wurde zum Eber mit scharfen Hauerspitzen, grub die ganze Erde aus und hob sie empor. Mit seinem ölglänzenden Diskus stutzte er dem übermütigen Bana die starken Schultern. Ihr, die ihr seine Füße erreichen wollt, kommt nach Sirama Vinnagaram in Kali! Die Feldarbeiterinnen sehen in den dunklen Wasserlilien ihre eigenen Augen, in den Kumuda-Blüten ihren Mund; deshalb verlassen sie die Felder, ohne diese Blumen als Unkraut auszureißen. (1181) Um Pinnai mit baumwollweichen Füßen willen bezwang er einst die sieben anstürmenden Stiere. Er setzte seine speergleichen Krallen ein und riss die mit schönem Schmuck bedeckte Brust des Goldenen auf, sodass Blut strömte. Ihr, die ihr die Füße des Makellosen erreichen wollt, kommt nach Sirama Vinnagaram im schönen Kali! Blaue Edelsteine lassen dort abendliches Dunkel wachsen, Perlen verbreiten kühles Mondlicht, und Korallen strahlen wie rote Sonnenwärme.

(1182) Mit dem Blut feindlicher Kriegerkönige vollzog er die Totengabe für die Verstorbenen seiner heiligen Familie. Er riss das Pferd mit dem furchtbaren Rachen auf und erschlug den Elefanten. Ihr, die ihr die Füße des Königs der Himmelswesen erreichen wollt, kommt nach Sirama Vinnagaram in Kali! Ringsum liegen Felder: Wasserlilien zeigen die schönen leuchtenden langen Augen außergewöhnlicher Frauen, Lotusse ihre Gesichter, und Ambal-Blüten daneben die Fülle ihrer roten Münder. (1183) Er spannte den Bogen, sodass der grünäugige, rotgesichtige starke Vali starb und im weiten Wald Kabandha und der grimmäugige mächtige Viradha mit seinen waffentragenden starken Händen fielen. Ihr, die ihr die Füße des Königs der Himmelswesen erreichen wollt, kommt nach Sirama Vinnagaram im schönen Kali! Auf hohen, berggleichen Palästen plaudern Gruppen von Frauen mit trommelschlanken Taillen. Der Glanz ihrer Lotusgesichter lässt das Antlitz des Mondes erbleichen. (1184) Die zehn Häupter des Rakshasa von unvergleichlicher Kraft fielen auf die Erde wie umgestürzte Ameisenhügel. Ihr, die ihr durch die heiligen Füße des bergschultrigen Königs mit dem siegreichen Bogen Rettung finden wollt, kommt nach Sirama Vinnagaram in Kali! Rechtsgewundene Muscheln bewegen sich aus den Wellen durch die schraubenbaumgesäumten Wasserarme, gelangen zu den Feldern, bleiben in regenwasserführenden Kanälen und bringen in den Straßen Perlen hervor.

(1185) Um der Frau willen mit seidenbedeckten, schlangenhaubenbreiten Hüften, korallenrotem Mund, langen vollen Schultern, rehgleichen langen Augen, milchsüßer Rede und honigduftendem Haar holte er einen Baum aus dem Garten der Himmelswesen. Ihr, die ihr seine Füße erreichen wollt, kommt nach Sirama Vinnagaram in Kali! Eichhörnchen springen, rote Nüsse fallen von dunklen Arekapalmen mit langen Blättern auf die dicht hängenden, prallen, überreifen Früchte an niedrigen Jackfruchtzweigen, sodass diese aufbrechen und süßen Saft ergießen. (1186) Er setzte den Herrn mit der Mondsichel im verfilzten Haar an seine rechte Seite, ließ Brahma aus seinem Nabel entstehen und vereinte sich auf seiner Brust mit Shri, deren weite Augen dunkel gezeichneten Speeren gleichen. Ihr, die ihr seine Füße erreichen wollt, kommt nach Sirama Vinnagaram in Kali! Ringsum liegen Felder: Geflügelte Bienen besuchen die roten Wasserlilien, schlafen in Lotussen an den Ufern und singen berauscht, nachdem sie den dicht in den Blütenhüllen sitzenden, reisgleichen Pollen der Schraubenbäume gefunden haben. (1187) Meinen rotäugigen Mal von Sirama Vinnagaram in Kali, wo Vedakundige leben, die Brahma auf dem roten Lotus gleichen, besang Kaliyan: Herr des Landes Ali mit seinen weiten Lotusfeldern, Regen der Gnade, Bezwinger der Unruhestifter, Löwe seiner Feinde, Liebesgott für Frauen mit duftendem Blütenhaar, König von Mangai, Parakala mit siegreichem Speer. Wer diese zehn Lieder der tamilischen Girlande von hohem dichterischem Rang beherrscht, wird zum Herrn der vom weiten Meer umgebenen Welt.

(1188) Du kamst und tratest in den Geist deines Dieners ein. Seit du eingetreten bist, bist du meinem anbetenden Denken süß, du mein Glück, mein kostbares Leben! Herr von Tiruvali, wo sich die jungen schönen Triebe der Ashoka-Bäume ineinanderfügen und überall wie rote Flammen erscheinen! (1189) Wie ein großer blauer Edelsteinberg auf seinem Lager liegst du auf dem Schlangenbett im Meer. Nun wohnst du im Geist deines Dieners, Herr des schönen Ali! In den Hainen tanzen Scharen großer Pfauen; überall steigt der Rauch der Zuckerrohrpressen wie eine Regenwolke auf und breitet seinen Duft aus. (1190) Nicht mehr muss ich denken: „Gestern ging er fort; wird er wiederkommen?“ Ich vertraue darauf, dass du für dieses Leben in meinen Geist eingetreten bist. Herr des schönen Ali! In den wasserreichen Feldern springen Valai-Fische, entkommen über die Grenzen der dicht stehenden roten Reispflanzen hinweg, schnellen den Schnittern vor das Gesicht und gelangen in das gute Land der Zuckerrohrfelder. (1191) Du ließest mich die Gedanken an Frauen mit blitzgleich schwankender Taille vergessen und hast mich dazu gebracht, allein deine bleibenden roten Füße niemals zu vergessen. Herr des schönen Ali! Wo Punnai und Serundi die reichen Haine erfüllen und weite Felder ineinander übergehen, leben überall Schwäne.

(1192) Denke nicht daran, mein Herz welken zu lassen: Es schmückt dich mit langen Girlanden aus vielen Blumen, verehrt deine beiden Füße und preist dich. Großer Weiser, der die Bäume durchschoss! Herr des schönen Ali, wo sich der süße Klang der Lieder und der Muschelhörner ausbreitet, vielerlei Trommeln erklingen und der Tanz niemals verstummt! (1193) Ich bringe acht Arten großer Duftblumen dar, verehre deine lieblichen roten Füße mit gefalteten Händen und erhebe mich mit solcher Gesinnung. Du bist in meinen Geist eingetreten; ich lasse dich nicht wieder fortgehen. Herr des schönen Ali! Hier fehlen niemals Brahmanen, die Dämmerungsriten, Opfer und Zeremonien vollziehen, die vier Veden rezitieren und lehren und ihre Überlieferung seit dem Anfang fortführen. (1194) Du ruhtest im Meer mit wandernden Wellen und kamst dann in den Geist deines Dieners. Allwissender, Heiliger, der du eingetreten bist: Ich lasse dich nicht wieder fortgehen. Herr des schönen Ali! Im Schatten von Punnai-Bäumen mit mondhellen Blüten und von Najal-Bäumen schlafen Krebse auf den üppigen Blüten kühler Lotusse. (1195) Du lagst im weiten muschelreichen Meer und in Kadalmallai. Aus Gnade bist du hier in mich eingetreten. Wenn du jetzt wieder fortgehst – ich fordere dich heraus! Herr von Tiruvali! Junge liebliche Bienen umschwirren Kongu-, Champaka- und Jasminblüten, fliegen weiter und wühlen im Pollen junger Kokospalmen.

(1196) Ich sprach deine tausend Namen, verneigte mich, pries dich und kam zu dir. Du einziges Gut, Kenner des Veda, König, sprich ein Wort zu mir, mein Vater! Du offenbarst die Entstehung der großen, rechtschaffenen Veda-Weisen und bestehst als ihr Ursprung, Herr des schönen Ali. (1197) Den Wunderbaren, der im südlichen Ali wohnt, ringsum von Hainen mit schwärmenden und summenden Bienen umgeben, besang Kaliyan mit felsengleich festen Schultern. Wer diese gute Girlande süßer Musik – vier, fünf und noch ein Lied – einübt und vollständig beherrscht und spricht, dem wird die Himmelswelt zur Wohnstatt. (1198) Kleine Biene mit gefleckten Streifen, du durchwühlst die Blüten, sodass Pollen sich ausbreitet, bleibst ungetrennt von deiner Gefährtin und trinkst Honig aus den geöffneten Blumen! Sage dem Träger des pfeilbesetzten grimmigen Bogens in Tiruvali, wo Ruhmreiche die Veden pflegen und die Opferfeuer auflodern lassen, wie es um mich steht. (1199) Kleine sechsbeinige Biene, du reißt mit deiner Gefährtin die sich öffnenden duftenden blauen Blüten auf und trinkst Honig auf den schönen Blumen! Ich weiß nicht, was der Bräutigam von Ali mit seinen Feldern voller edelsteinleuchtender roter Wasserlilien von mir will. Geh du und berichte ihm von meiner Krankheit der Liebesblässe.

(1200) Der große Mal besteht als Wasser, Himmel, Erde, Feuer und Wind. Doch mir, die ich mich nach seiner Girlande aus duftendem Tulasi sehne, schenkt er sie nicht. Kleiner spitzschnäbliger Wasservogel in den Feldern von Tiruvali, das prächtige wachsende Haine umgeben: Verstehe mein Anliegen und trage es ihm vor! (1201) Wenn er nicht von selbst an mich denkt, soll ich, die ich an ihn denke und vergehe, durch die Gewalt des hohen Liebesgottes mit dem Fischbanner verkümmern? Gestreifte Biene mit honigvollem Mund, geh zu dem Rinderhirten, der die Stadt Tiruvali regiert, und sage ihm, welche schwere Krankheit ich leide! (1202) Meine schwerthellen Augen werden feucht, auf meinen weichen Brüsten keimt gelbliche Blässe. Tag für Tag denke ich an dich und vergehe. O Herr mit den Füßen, die die Erde durchmaßen, Herrscher über das kühle Kudandai, Träger der Schultern, die den Berg hoben: Werde mir doch ein Beistand! (1203) Um seine berggleiche Brust liegt eine Girlande aus kühlem Tulasi, von Bienen durchwühlt. Er brach dem Kampfelefanten den Stoßzahn, lenkt den Vogel und ist mein Gebieter. Wird dieser wolkenfarbene Hirte, der Tiruvali mit seinen langen, wagenreichen Straßen regiert, auch meine schweren Armreifen rauben?

(1204) Du ruhtest einst wie ein mächtiger Berg auf dem Schlangenlager über dem rauschenden Meer mit seinen laut bewegten Wellen; du Edler durchmaßest die Erde. Held von Ali mit seinen Feldern und bienenbewohnten hohen Hainen! Du hast meinen Augen den Schlaf genommen – schulde ich dir nun auch noch meine schweren Armreifen? (1205) Tänzer mit den Töpfen im kühlen Kudandai, umgeben von hohen Hainen, in denen Kuckucke rufen! Soll ich mit meinen beiden schlaflosen Augen an dich denken und weiter leiden? Schon wegen des jungen Mondes mit seinem Hasen verlor ich meine Armreifen. Ist es recht, Bräutigam des feldreichen Ali, dass du mir nun auch die edle Farbe meines Leibes nimmst? (1206) Herr des bleibenden Zustands, auch wenn du nicht willst, dass ich dich verehre: Nimm doch wenigstens einen Tag lang mit deiner Brust meine Brüste in Besitz! Bogenträger, Mächtiger, der die Bäume durchschoss, Herr des Berges Tirumeyyam! Wenn du uns beherrschst, können wir unsere Armreifen nicht mehr bei uns behalten. Die Anfangsanrede „nilai āḷā“ ist mehrdeutig; die körperliche Sprache der Liebenden bleibt ungekürzt erhalten. (1207) Den großen Mal, dessen Waffe der ölglänzende strahlende Diskus ist, im feldreichen Ali mit seinen dunklen, wie Augenschminke leuchtenden Wasserlilien, sah Kaliyan mit glänzendem Speer in der Hand und sprach diese tamilische Girlande. Wer diese zweimal fünf Lieder beherrscht, den erreicht schweres Karma nicht.

(1208) Ist er ein Dieb? Ich weiß es nicht. Ein dunkler junger Held kam, sagte zu meiner sanften rehgleichen Tochter mit rankenschlanker Taille: „Komm!“, und ergriff ihre Hand mit den silbernen Armreifen. Werden sie, fern von der Mutter, die sie gebar, in das schöne Ali mit schlammigen Blütenfeldern einziehen? (1209) Liebe Frau, einst kam dieser betrügerische Hirte herein und kostete den roten fruchtgleichen Mund meiner Tochter. Nun liebt sie ihn und folgt ihm, ihre hellen fischgleichen Augen strahlen; sie geht, zart plappernd wie ein Papagei. Werden sie in das feldreiche Ali mit seinen üppigen bienenerfüllten Hainen einziehen? (1210) Ich fürchte die harten Worte, liebe Frau! Hört man von diesem Helden, der in heftigem Zorn der Frau aus dem Rakshasa-Geschlecht die Nase abschnitt, dann ist es wahrlich zum Fürchten. Wird unsere vollschultrige Tochter mit ihren baumwollweichen Füßen, die alle Zurückhaltung abgelegt hat, in das feldreiche Ali mit seinen schönen kühlen, rankengesäumten Fluren einziehen? (1211) Was ist seine alte Herkunft? Er ist ein junger Mann, blies das Muschelhorn und ging als Bote für Könige. Ihr, die ihr seine Stadt kennt, sagt es mir; ich weiß es nicht! Mit Madhava als Gefährten ist sie fortgegangen. Werden sie in das wasserreiche Ali einziehen, wo in teichumgebenen Fluren Bienen auf roten Blüten spielen?

(1212) „Sie ist meine Mutter“ – so empfand sie kein Mitleid mit mir. Diese Tochter mit weiten Schultern schätzte den Wunderbaren, Madhava, der zu ihr passt, höher und verließ mich. Ihre bambusgleichen Arme schwingen, sie geht wie ein Schwanenweibchen. Wird die blühende Ranke, die fortging, in das wasserreiche Ali einziehen? (1213) Ich zog sie auf und dachte: „Sie ist mein Beistand.“ Nicht einen Augenblick hatte sie Mitleid mit mir; auch mit meiner Einsamkeit, in der ich sie zur Gefährtin hatte, fühlte sie nicht mit. Ist sie nun mit dem süßen Gefährten fort, der den Himmelswesen starken Beistand gibt, die durch eine Gunstgabe gewonnene Macht bezwang und in Arangam wohnt – werden sie in das schöne Ali einziehen? Die Wendung zur bezwungenen Gunstgabe ist knapp und in ihrem mythologischen Bezug unsicher. (1214) „Sie sind meine Mutter und mein Vater“ – so hatte sie kein Erbarmen mit uns Hilflosen. Sie begehrte nur die Wonne an den großen Schultern von Pinnais Geliebtem. Ihre Taille übertrifft Blitz und Ranke an schimmernder Schlankheit. Wird sie zu Fuß in das wasserreiche Ali einziehen, das Punnai-Bäume und Schwäne umgeben? (1215) Ihr kleines Worfelkörbchen, den grünen Papagei, den Ball, die Schaukel, das kleine Spielhaus und den zarten sprechenden Mainavogel ließ sie zurück und ging fort. Habe ich diese prächtig geschmückte Tochter etwa nicht geboren? Wird sie hinter dem Ungeborenen hergehen, während alle sich verneigen, und in das feldreiche Ali einziehen?

(1216) Bedenke ich sie, so gleicht sie mit ihren dunklen Wasserblumenaugen der Göttin auf der großen duftenden Blüte. Doch weil ich Unglückliche sie geboren habe, verlor die Vollschultrige alle Zurückhaltung. Mit dem Gang eines schön befiederten Schwans zog sie mit dem großen Mal fort. Werden sie in das feldreiche Ali mit seinen schönen Teichen und kühlen Fluren einziehen? (1217) Die Mutter bleibt zurück und klagt im Herzen; die blühende Ranke ging allein mit dem großen Mal als Gefährten fort. „Sie werden in das wasserreiche Ali einziehen“ – so ließ Kaliyan mit dem zornig glühenden Speer diese zehn Lieder als tamilische Girlande erklingen. Wer sie im Herzen liebt, dem wird die Himmelswelt zur Zuflucht. (1218) Mein Geist, verehre Manimadakkovil in Nangur! Dort stehen die Unsterblichen und preisen: „Unauslöschliche Lampe, Unermesslicher, Nara-Narayana, unser Vater wie eine große dunkle Wolke, schenke uns Gnade!“ In allen Richtungen erklingt die süße Gandhara-Weise, berauschte Bienen summen ringsum, dichter Schatten breitet sich aus, und Mandara-Bäume stehen in voller Duftfülle.

(1219) Mein Geist, verehre Manimadakkovil in Nangur! Dort wohnt der Herr, der einst herbeieilte, um die einzigartige gewaltige Angriffskraft des Krokodils zu brechen und den rotäugigen Elefanten im alten Wasserbecken zu retten. Er kam zu dem Zitternden, half ihm und nahm ihm seine Not. An den oberen Vorsprüngen himmelhoher glänzender Häuser sitzen Tauben mit kräftigen korallenroten Füßen und vereinen sich auf den Dachträgern mit ihren sanften Gefährtinnen. Die architektonischen Einzelbezeichnungen und eine Beinfarbangabe sind nicht eindeutig. (1220) Mein Geist, verehre Manimadakkovil in Nangur! Dort wohnt der Herr, der dem großen grausamen Krokodil Leid bereitete, damit der durch tödliche Wunden gezeichnete berggleiche Elefant gerettet werde, und der die Wonne der Frau auf dem pollenreichen Lotus in Liebe umfing. Die Ponni treibt mit ihren Wellen Bergschätze heran: Stoßzähne von Elefanten, die Löwen angegriffen haben, Adlerholz, schöne Perlen und weiße Yakwedel. (1221) Mein Geist, verehre Manimadakkovil in Nangur! Einst bestieg er den mächtig geflügelten Garuda und überwand das meerumgebene Lanka; im Kampf fielen die Rakshasas mit ihren langen befleckten Speeren, und die acht Himmelsrichtungen erbebten. Hier wächst der Ruhm durch die Verehrung der Brahmanen, die nach rechter Ordnung die drei Feuer pflegen, die vier Veden kennen, die fünf Opfer vollziehen, die sechs Hilfswissenschaften beherrschen und in den sieben Tönen singen.

(1222) Mein Geist, verehre Manimadakkovil in Nangur! Er trank das Gift aus der schmuckbedeckten Brust, warf mit dem jungen Kalb nach der Vila-Frucht, brach den Kurundam-Baum mit festem Stamm, sodass sein Laub verdorrte, und stieg in den weiten Lotusteich. Dort schwingen junge Blätter und Rankenscharen, Kuckucke rufen, hohe Häuser mit langen Fahnen stehen dicht, Wolken spielen über den Hainen, und Pfauen rufen und tanzen. (1223) Mein Geist, verehre Manimadakkovil in Nangur! Die Hirtinnen mit musikgleicher Rede erschraken, als er ohne Erbarmen an der untrinkbaren Brust des trügerischen Dämons mit gespaltenem Rachen sog und zugleich dessen Leben trank. Hier fressen junge Büffel die knotigen Halme des hohen grünstängeligen Zuckerrohrs, verweilen, tauchen zwischen rote Wasserlilien und ruhen, Schlamm am Leib, in den wasserreichen weiten Teichen. (1224) Mein Geist, verehre Manimadakkovil in Nangur! Der Herr stieg in den weiten Teich mit sich öffnenden Lotusknospen, tummelte sich dort, bis die unbändige, Gift speiende Schlange ermattete, und setzte seine Füße auf ihren Kopf. In den Straßen zwischen beflaggten Palästen, an denen der große Mond entlanggleitet, kommen Frauen des Fischervolks mit Armreifen in die Vorhöfe und tauschen schöne Perlen gegen weißen Reis.

(1225) Mein Geist, verehre Manimadakkovil in Nangur! Er nahm den Hirtinnen mit weichem dunklem Haar die Gewänder weg, zerstörte ihre kleinen Spielhäuser und ließ mit seinen Spielen bei den noch jungen Mädchen eine Flut der Liebe entstehen. Dort hören Papageien mit gebogenen Schnäbeln aufmerksam die Worte, die Frauen mit langen Speeraugen und jungen glänzenden Zähnen sie lehren, und singen mit ihrer noch unreifen süßen Stimme die Veden. Die genaue Bedeutung des Haarattributs „tuḷai ār“ bleibt unsicher. (1226) Mein Geist, verehre Manimadakkovil in Nangur! Dort stehen die Unsterblichen und preisen: „Wunderbarer, der du die Stiere besiegtest und vertreiben ließest und die weichen Schultern der Hirtin liebtest! Du trägst als Waffe den strahlenden Diskus und dazu ein Muschelhorn!“ In grünen Teichen bewegen sich rotfüßige Schwäne mit ihren Gefährtinnen; zwischen dichten Lotussen stehen rote Wasserlilien, übervoll von Honig, der bis zu den Schleusen fließt. (1227) Kaliyan, König des feldreichen Mangai von altem Ruhm, ist für immer Diener des großen Mal von Manimadakkovil im schönen Nangur, das bienenerfüllte Haine umgeben. Wer seine klingende tamilische Girlande beherrscht, wird auf einem mächtigen Elefanten reiten, von allen Betrachtern verehrt, als einziger Beschützer der meerumgebenen Welt unter dem Schatten eines hohen himmelberührenden weißen Schirms herrschen und sich daran erfreuen.

(1228) Mein argloses Herz, verehre Vaikuntha Vinnagaram in Nangur! Hier wohnt Tag für Tag in süßer Freude der Held, der die breite Brust des tückischen Hiranya aufriss, das weite Meer quirlte und freudig den Nektar gewann, der Herr mit heiliger Gestalt wie eine wohltuende dunkle Wolke. In den reichen Hainen werfen Jasmin, heller Serundi und Champaka, als wetteiferten sie, Blüten aus und verbreiten Duft; Fische schwimmen und spielen umher. (1229) Mein argloses Herz, verehre Vaikuntha Vinnagaram in Nangur! Hier wohnt Tag für Tag in süßer Freude der Herr, der eine feste mächtige Löwengestalt annahm, sodass alle Richtungen zitterten und Götter wie Danavas verwirrt waren, der sich Hiranya näherte und die Krallen in dessen breite Brust drückte. Hier leben in Fülle Brahmanen von unermesslichem Reichtum und großen Tugenden, bewandert im schön leuchtenden Veda, den sieben Tönen und den gehörten Lehren. (1230) Mein argloses Herz, verehre Vaikuntha Vinnagaram in Nangur! Hier wohnt in süßer Freude der Ursprüngliche, dessen heiliger Leib das Weltall, das Wellenmeer und alle Erden als Speise aufnahm, der die Schädelschale füllte, die Hara umhertrug, und seinen Fluch löste. In allen acht Richtungen wetteifern großer roter Reis, junge Kokospalmen, Bananen, belaubte Ranken und Arekapalmen mit leuchtenden Fruchtbüscheln im Spenden von Fülle; viele Bienen singen, und Pfauen tanzen.

(1231) Mein argloses Herz, verehre Vaikuntha Vinnagaram in Nangur! Hier wohnt in süßer Freude der Breitschultrige, der der Frau aus dem Rakshasa-Geschlecht mit gewandgeschmückten breiten Hüften Ohren und Nase abschneiden ließ, sodass sie schreiend davonlief, die Hände auf den Kopf legte und ins bergige Lanka eilte. Die Dreizackspitzen auf den Gipfeln der bogenverzierten, edelsteinglänzenden Häuser reißen den Leib dichter Wolken auf; die herabgeschütteten schönen Perlen sammeln sich auf den berggleichen Palästen. (1232) Mein argloses Herz, verehre Vaikuntha Vinnagaram in Nangur! Hier wohnt in süßer Freude der Breitschultrige, der um der Zarten mit blitzschlanker Taille willen seinen unvergleichlichen Bogen spannte, sodass dem König von Lanka die zehn Häupter und zwanzig Schultern herabfielen und Lanka zu Staub wurde. Roter Reis, rote Lotusse, Sel-, Kayal- und Valai-Fische und rote Wasserlilien stehen und leben dicht beieinander; überall glänzen die Felder, und Vedakundige von bleibendem Ruhm wohnen in Fülle. (1233) Mein argloses Herz, verehre Vaikuntha Vinnagaram in Nangur! Hier wohnt in süßer Freude der Gott, der das Leben der in üppiger Frauengestalt Gekommenen trank, sodass sie in ihrer großen Dämonengestalt starb, und der gnädig die festen Marudam-Bäume und den starken Wagen zerbrach. Hier leben viele große freigebige Brahmanen, ohne Unterlass dem wahrheitsreichen Veda, den guten Künsten, Selbstbeherrschung, Geduld und helfendem Geben zugewandt.

(1234) Mein argloses Herz, verehre Vaikuntha Vinnagaram im schönen Nangur! Hier wohnt Tag für Tag in süßer Freude der Held, der mit einem jungen Kalb nach dem Vila-Baum warf und seine Früchte fallen ließ, der Joghurt und Butter der Hirtinnen mit langen Speeraugen zur Freude seines Herzens genoss und auch diese Welt verschlang. Junge gute Arekapalmen, fruchttragende Kokospalmen, Ranken, roter Reis und sprossendes Zuckerrohr mit wachsenden Knoten werden vom kanalströmenden Wasser berührt; so nimmt der große Wohlstand zu. (1235) Mein argloses Herz, verehre Vaikuntha Vinnagaram im schönen Nangur! Hier wohnt in süßer Freude der Stammherr der Unsterblichen, dessen mächtige Hand den Kampfdiskus trägt, mit dem er die Kraft des unstillbar zornigen Naraka zerstörte, und der von seinem heiligen Leib der Blütenfrau und Hara gnädig je einen Anteil gab. Immerfort blühen Lotusse und rote Wasserlilien; Honig strömt in Fluten, sodass die Bauern die Feldschleusen schließen. Unvergänglicher großer Reichtum wächst hier. (1236) Mein argloses Herz, verehre Vaikuntha Vinnagaram in Nangur! Hier wohnt in süßer Freude der Herr, zu dem im großen schiffreichen Meer die Himmelswesen und viele große Weise gemeinsam kommen, große Blumen streuen und bitten: „Unser einziger Gebieter, schenke uns Gnade!“ Rote Kayal- und Valai-Fische springen im roten Reis; fischreiche üppige Felder umgeben die Straßen, in denen dicht stehende edelsteinglänzende Häuser Wolken und Mond von unten streifen.

(1237) Der große lotusäugige Herr trägt Muschelhorn, Keule und andere Waffen, allen voran den Diskus. Über seinen Tempel Vaikuntha Vinnagaram im reichen Nangur in der vom schiffreichen Meer umgebenen Welt sang Kalikanri diese zehn Lieder hohen tamilischen Ranges: Oberhaupt von Mangai mit bienenumsummten Hainen, Parakala, der das Schwert schwingt, um die Leiber der Gegner zu zerteilen. Wer diese Girlande beherrscht, empfängt die Fähigkeit, über Erde und Himmel zu herrschen. (1238) Mein argloses Herz, verehre Arimeya Vinnagaram im schönen Nangur! Mit Shri und der Erdgöttin, die zu beiden Seiten leuchten, lässt er für seine Diener stets Gnade walten, sodass schlechte Taten weichen; die Bewohner der sieben Welten verneigen sich, und die Himmelswesen preisen ihn gesammelt. Hier leben Vedakundige von großem Ruhm. Blütenreiche Schraubenbäume, rote Wasserlilien und Lotusse glänzen an jedem Teich und überall; Haine umschließen die kostbaren Orte. (1239) Mein argloses Herz, verehre Arimeya Vinnagaram in Nangur! Hier wohnt freudig der leuchtende Edelstein, mein kostbarer Nektar, dessen mächtige Hand den kraftvollen Diskus schleuderte, um die Stärke des siegreichen Naraka zu brechen, und der einst mit einem Berg das rauschende Meer quirlte und den Himmelswesen Nektar schenkte. Vedakundige von immer wachsendem Reichtum und strahlender Würde leben hier, bewandert in den sieben Tönen und den gehörten Lehren, von großen Tugenden – Menschen, die dem einstigen Schöpfer der Welt gleichen.

(1240) Mein argloses Herz, verehre Arimeya Vinnagaram in Nangur! Hier ist der Tempel des Herrn, der den Himmel, alle sieben Welten und die sieben Meere verschlang, der vor den erfreuten Augen der Götter dem brünstigen Elefanten mit mächtigen Stirnhöckern den Stoßzahn brach, Kamsa am Haarschopf packte und erschlug. Ringsum zeigen viele Punnai-Bäume feines Gold und weiße Perlen in ihren Blüten, reife Früchte ergießen Honig, und Frauen mit pfeilgleichen Augen und schlangenhaubenbreiten Hüften freuen sich. (1241) Mein argloses Herz, verehre Arimeya Vinnagaram in Nangur! Hier lebt er, der einst die niemals fliehende Menschenlöwengestalt annahm, Hiranya mit seinen unermesslichen Gunstgaben packte, mit unermüdlich scharfen Krallen aufriss und dessen Sohn Gnade schenkte. Jasmin, rote Wasserlilien, prächtig blühender Serundi, die Blütenscheiden üppiger Arekapalmen und Champaka duften in reichen Hainen; dazwischen breitet sich der Rauch der Zuckerrohrpressen über den fruchtbaren Feldern aus. (1242) Mein argloses Herz, verehre Arimeya Vinnagaram in Nangur! Hier weilt der Herr, der als winziger Zwerg, an dem kein Trug zu erkennen war, bei Mahabalis Opfer erschien, die Herzen aller Betrachter erfreute, „drei Schritte“ erbat und dann das Weltall, dieses Wellenmeer und alle Erden durchmaß. Neben den reichen Hainen vermischen sich himmelreichender Trommelklang, das Summen der Bienenscharen, der Klang des schwer zugänglichen Veda und die Fußspangen der Frauen zu einem Rauschen wie das Meer, das bis ans Weltall reicht.

(1243) Mein argloses Herz, verehre Arimeya Vinnagaram im schönen Nangur! Hier liebt Dasharathas Sohn zu wohnen, meine einzige Zuflucht und König der Himmelswesen. Um Maithili mit ihren langen leuchtenden Augen und blumengeschmücktem Haar willen spannte er den langen festen Bogen, sodass dem König von Lanka die zehn Häupter und zwanzig Schultern herabfielen. In weiten Feldern zwischen üppigen Lotussen und Sel-, Kayal- und Valai-Fischen sammeln Arbeiterinnen mit langen leuchtenden Augen beim Reisschnitt die schönen ausgestreuten Perlen ein. (1244) Mein argloses Herz, verehre Arimeya Vinnagaram im schönen Nangur! Hier wohnt gern der dunkelgestaltige Herr, der Kama hervorbrachte und Dhenuka sowie Putanas kostbares Leben vernichtete, die im trügerischen Dienst des bösgesinnten Kamsa umherzogen. Brandende Wasser treiben an jeder Furt Perlen heran. Mit Zunge und Geist üben die Vedakundigen Mantras, die vier Veden, die fünf Opfer und sechs Hilfswissenschaften, lernen die Künste und leben mit dafür bereitem Herzen. (1245) Mein argloses Herz, verehre Arimeya Vinnagaram in Nangur! Hier freut sich der wolkenfarbene Held von lieblichem Ruhm, der mit dem Kalb nach dem Vila-Baum warf und die Früchte fallen ließ, der einst zum Schutz der Rinder den Regen mit einem Berg abhielt, der Tänzer mit den Töpfen. Beflaggte Mauern, Paläste, Tempeltürme, dicht gereihte edelsteinglänzende Hallen und Versammlungsstätten stehen hier; reine Vedakundige kommen in Scharen zusammen. In den Hainen trinken Bienen aus eben geöffneten Blüten und summen.

(1246) Mein argloses Herz, verehre Arimeya Vinnagaram im schönen Nangur! Hier wohnt gern der Held, der das Leben der betrügerisch Gekommenen verzehrte, guten Joghurt aß, Butter wie Nektar genoss, dem mächtigen Kamsa das Leben nahm und diese Welt verschlang. Die Kaveri treibt Sandelholz, Adlerholz und Gold heran, zieht durch nebelumspielte Haine und Felder und schenkt Fruchtbarkeit. Große Vedakundige streuen große Blumen, falten die Hände und verneigen sich mit dem Ruf: „Haris Füße sind unsere Zuflucht!“ (1247) Er ging hin, bezwang die sieben zornigen Stiere und erfreute sich an der Umarmung von Pinnais schönen Schultern. Sein Tempel ist Arimeya Vinnagaram in Nangur, wo Menschen wohnen, die Brahma und Haras Sohn gleichen. Über den reichen Berg, der dort als Tirumal thront, sang Kalikanri, König von Mangai, mächtig mit seinem langen grimmigen Speer, diese klingende Girlande aus fünf, drei, einem und noch einem Lied. Wer sie lernt und beherrscht, wird zu den Besten unter den Besten der Welt gehören und auch zum Himmelsbewohner werden.

Lesebereich 1248–1347

(1248) Madhava wohnt in Tiruttevanartogai im feldreichen Nangai. Am südlichen Ufer der weiten Manni kommen brandende Wellen heran und schlagen rings gegen die blühenden Gärten und Haine, sodass Pollen herabfällt; gestreifte Bienen singen dort süß „te, tena“. (1249) Er ist alle Wesen, ist alle Dinge und die Bedeutungen des schönen Veda; er ist die Drei und die ursprüngliche Gestalt. Seine bleibende Wohnstatt ist Tiruttevanartogai im beständigen Nangai, wo Sieger über Könige mit pferdereichen festen Heeren leben und selbst die Götter kommen, um sich in den Hainen zu verneigen. (1250) Unser großer Herr und Gebieter ist Himmelsland und Erdenland und alle anderen zahlreichen Lebewesen. Seine bleibende Wohnstatt ist Tiruttevanartogai, von honigreichen Blütenhainen umgeben, in Nangai, wo Kenner des schwer zugänglichen Veda in unerschöpflichem großem Reichtum leben. (1251) Indra, die Unsterblichen, die Weisen, der Viergesichtige auf der schönen duftenden Blüte, Sonne und Mond stehen da und bitten: „Vater, schenke uns Gnade!“ Wo er ihnen Gnade gewährt, liegt Tiruttevanartogai im schönen Nangai, rings von lieblichen guten Hainen umgeben.

(1252) Der Herr verschlang das Weltall, dieses Wellenmeer, die Erden und die mächtigen Berge. Seine Wohnstatt ist Tiruttevanartogai in Nangai, wo Menschen von fester Kraft leben: am Südufer der glänzenden Manni, deren klare Wellen leuchtende Edelsteine, Sandelholz, Adlerholz und Gold herantragen und sammeln. (1253) Er nahm die ganze Welt als Speise auf und ruht als Kind, dem selbst die vier Veden nicht zu folgen vermögen, auf einem Banyanblatt. Der Ort dieses Höchsten ist Tiruttevanartogai im feldreichen Nangai mit spielenden Fischen, am Südufer der weiten Manni, die den Reichtum der Reisfelder wachsen lässt. (1254) Mal wurde zum niemals fliehenden Menschenlöwen und riss Hiranya mit unermüdlich scharfen Krallen auf. Sein Ort ist Tiruttevanartogai, von prächtigen Hainen umschlossen, in Nangai mit glänzenden Vedakundigen und sich entfaltendem großem Wohlstand. (1255) Um Maithili mit ihren gegürteten jungen Brüsten zu heiraten, zerbrach der einzigartige Held den dunklen festen Bogen. Sein geliebter Ort ist Tiruttevanartogai, umgeben von herrlichen Blütenhainen, in Nangai mit glänzenden Vedakundigen und schönem großem Wohlstand.

(1256) Der Tänzer riss dem mächtigen, brünstigen Elefanten den Stoßzahn aus und schleuderte ihn, sodass das Tier samt seinem Führer zusammenbrach. Seine bleibende Wohnstatt ist Tiruttevanartogai mit rotgoldenen Mauern und umgebenden Hainen, in Nangai, wo sich der Duft aufbrechender Champaka-Blüten verbreitet. (1257) Über Tiruttevanartogai in Nangai mit seinen prächtigen Hainen, die Wohnstatt Kannans mit wolkendunkler heiliger Gestalt, sprach Kaliyan mit dem scharfgeschliffenen Speer diese zehn tamilischen Lieder. Wer sie beherrscht, wird im schönen Vaikuntha bei den Unsterblichen wohnen. (1258) Er sperrte das aufgewühlte große Meer, trennte dem König von Lanka die zehn strahlenden Häupter mit Pfeilen ab und gab dessen jüngerem Bruder die Herrschaft. Sein Tempel ist Vanpurushottamam in Nangur: Reihen schöner Jackfruchtbäume, Champaka, Madhavi, Mangobäume und Bananen umgeben ihn; duftende Arekapalmen ragen empor. (1259) Er bestieg den blühenden Kadamba-Baum mit glänzenden jungen Blättern, sprang unverzüglich auf die Bühne von Kaliyas Hauben und vollführte einen wunderbaren Tanz. Der Tempel dieses Königs der Himmelsbewohner ist Vanpurushottamam in Nangur, reich an Brahmanen, die in den drei guten heißen Feuern, den vier Veden, fünf Opfern und sechs Hilfswissenschaften bewandert sind.

(1260) Er aß alle Speisen, die die Hirten für den König der Himmelswesen vorbereitet hatten, weidete ihre Rinderherden und beschützte sie. Sein Tempel, in dem er freudig und süß wohnt, ist Vanpurushottamam in Nangur: In kühlen hohen Hainen schlagen die Wolken die Trommel, Pfauenscharen tanzen, und Bienen singen dazu. (1261) Er riss dem Elefanten mit mächtigem Rüssel den Stoßzahn aus, schlug dessen Führer nieder, drang ein, tötete die versammelten Ringer und trat schließlich Kamsa nieder. Sein Tempel ist Vanpurushottamam in Nangur: Zwischen Zuckerrohr wächst hoher Reis in den Feldern; zahlreiche Teiche liegen darin, und überall an ihren Rändern wachsen hohe Haine. (1262) Er streckte den Fuß aus, sodass der Wagen umstürzte. Bana schlug er die tausend Schultern ab, während Isha mit seinem Heer und seinen Angehörigen floh. Sein Tempel ist Vanpurushottamam in Nangur: Paläste mit hohen Häusern umgeben ihn; ihre langen schwingenden Fahnen reichen in den weiten Himmel und verdecken das Sonnenlicht. (1263) Mit seiner schönen Hand nahm er das gespendete Wasser für drei Schritte Land entgegen. Als Brahma ihn mit Blumen verehrte und pries, hob er gnädig den Fuß, sodass die Ganga hervorströmte. Kannans Tempel ist Vanpurushottamam in Nangur: Kongu-Blüten zeigen die Brüste der Frauen, Kumuda-Blüten ihre Münder und große Lotusse ihre Gesichter.

(1264) Als Löwe von heftigem Zorn riss er dem Mächtigen mit dem goldenen Namen die Brust auf, dass er sich wand, und wühlte in seinem Blut; als Vater zerriss er das Pferd. Sein Tempel ist Vanpurushottamam in Nangur: Die Fußspangen an den beiden Füßen junger Frauen und die Armreifen an den Händen der schön Ballspielenden lassen ihren Klang reichlich ertönen. (1265) Damit der harte Fluch von dem wich, dessen Hälfte Uma mit weiten fischgleichen Augen ist, gab unser Wolkenfarbener einst die erbetene Gabe in den noch hirnbehafteten Schädel. Sein Tempel ist Vanpurushottamam in Nangur: Zwischen blütenscheidengeschmückten hohen Arekapalmen fallen gute Früchte von noch höheren Kokospalmen; erschrocken schnellen Valai-Fische in den umliegenden Teichen davon. (1266) Auf der schönen großen Blüte seines Nabels erschuf er den Viergesichtigen, der Isha mit mondgeschmücktem langem Haar hervorbrachte. Sein Tempel, in dem er freudig und süß wohnt, ist Vanpurushottamam in Nangur: Ein Affenweibchen sitzt, genießt eine dicke Bananenfrucht, nimmt sein Junges in die Arme und zieht sich auf einen großen Mangoast zurück. (1267) Er fand unter den roten Füßen des Herrn von Vanpurushottamam in Nangur, wo erdengepriesene Vedakundige leben, seine Rettung: der König von Ali, der Regen der Gnade. Wer diese zehn Lieder beherrscht, die er in vollen Melodien sang, wird auf Erden unermessliche große Freude erfahren und sich mit den Unsterblichen vereinen.

(1268) Ich sah ihn und wurde gerettet: unseren Herrn voll großer Gnade, dessen Namen die Menschen der Welt schmückend aussprechen, den sie verehren und preisen. Mit der Blütengöttin, deren Brüste ein Band schmückt, und der Erdgöttin zu seiner Seite stand er da wie eine dunkle Regenwolke – im Sembonsey Kovil, mitten im guten Nangai mit herrlich geschmückten hohen Häusern. (1269) Ich sah ihn und fand mein Leben: den, der weder Geburt noch Alter kennt, die ungeteilte Flut der Seligkeit, der Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit ist, den Wohlklang der sieben Töne, den großen inneren Sinn des Veda, den König der Himmelsbewohner – im Sembonsey Kovil, mitten im guten Nangai mit seinen ausgezeichneten Vedakundigen. (1270) Ich, sein Diener, sah den Meeresfarbenen und wurde gerettet: den, der als fester Raum, Feuer, Wasser, Mond und Sonne, als Lebewesen der reichen Erde und all die ausgebreiteten Dinge besteht – im Sembonsey Kovil, mitten im guten Nangai, wo Brahmanen mit verlässlicher Veda-Rede leben, dem lotusgeborenen Brahma gleich. (1271) Ich sah ihn und wurde gerettet: den, der als makelloser Zwerg bei Mahabalis Opfer die Erde abmaß; den Herrn, der im Wellenmeer ruhte, während die unerschütterlichen Unsterblichen seine beiden Füße verehrten; den, der mit hoher Edelsteinkrone dastand – im Sembonsey Kovil, mitten im guten Nangai, wo Menschen wie der Viergesichtige leben.

(1272) „Du hast die Kraft der bösgesinnten Rakshasas zerstört!“ Wer mit diesem Ruf zu ihm kommt, dem schenkt er Gnade, mitfühlend wie eine Mutter. Dasharathas Sohn, den siegreichen Herrn, der Kama hervorbrachte, sah ich, sein Diener, und wurde gerettet – im Sembonsey Kovil, mitten im guten Nangai mit honigreichen Blütenhainen. (1273) Er freute sich, als er aus Bergen eine Brücke schuf, die einen Weg durch das mächtige Meer bahnte; er legte einen Pfeil an, sodass das auf Felsen erbaute Lanka mit seinen bewachten Mauern erzitterte. Ich, sein Diener, sah ihn mit der Herrin der großen Lotusblüte und wurde frei von Qual – im Sembonsey Kovil, mitten im guten Nangai mit wohlhabenden Kennern der vier Veden. (1274) Er zürnte, zerbrach und bezwang den wütenden Elefanten, den Bogen und die Ringer; der heldenhafte Herr vernichtete Kamsa. Mit der heiligen Farbe einer dunklen Regenwolke stand er da wie ein Berg aus schwarzer Augensalbe. Ich sah ihn und wurde frei von Qual – im Sembonsey Kovil, mitten im guten Nangai mit Menschen, die die vier Veden in trefflichen Worten sprechen. (1275) Einst setzte er den Diskus ein, sodass dem feindlichen Bana die tausend Schultern abgetrennt wurden. Er ist das gute Licht des Veda, das auf Venkatam mit seinem blitzleuchtenden Gipfel wohnt. Ich verehrte ihn, der freudig dastand und die Halle erstrahlen ließ, und fand mein Leben – im Sembonsey Kovil von Nangai, dessen Bewohner wie ein Tilaka auf der Stirn des Südens sind.

(1276) „Du mit der Farbe der Kala-Frucht, Kannan, meine dunkle Wolke!“ So denken seine Diener, und ihre Herzen werden weich. Er ist der Honig, der in ihren Herzen quillt. Ich verehrte ihn, der in reicher großer Seligkeit beständig dastand, und fand mein Leben – im Sembonsey Kovil, mitten im guten Nangai mit klarsehenden Kennern der vier Veden. (1277) Kalikanri mit dem Schwert, Herr von Mangai, erzählt, wie er den König der Himmelsbewohner im Sembonsey Kovil sah, mitten im guten Nangai mit honigreichen Hainen. Wer diese makellosen neun und noch ein Lied lückenlos lernt und beherrscht, wird unter einem ruhmvollen weißen Schirm die Erde regieren und freudig zu den Himmelswesen gehören. (1278) Seht Kannan, der erschien, damit die Edelsteinkronen, Macht und Pracht feindlicher Könige, die Ohrgehänge ihrer geliebten Frauen und die Fußfesseln seines Vaters zugleich abfielen; er beschützte den bedrängten Elefanten. Er ist mein rotäugiger Mal von Tiruttriyambalam in Nangur: In Senken, in die hundertblättrige Lotusse hineinwachsen, streuen reife Blütenscheiden junger Arekapalmen weiße Perlen in die schlammigen Höhlen weitmäuliger Krebse. (1279) Seht das Kind! Die böse, grausame Dämonin nahm die Gestalt einer jungen Frau mit goldenen Armreifen an und bot ihm ihre Brust dar wie eine leibliche Mutter. Er ergriff sie und trank freudig das Gift, das niemand berühren wollte. Er ist mein rotäugiger Mal von Tiruttriyambalam in Nangur: Zwischen Reis und blauen Wasserblumen klingen das Summen großflügeliger Bienen und die Fußspangen an den kleinen Füßen langäugiger Frauen ineinander.

(1280) Seht den Herrn! Er drang in kleine, mit Flechtwerk verschlossene Hütten ein, genoss frische Butter in Fülle und trieb im ganzen Hirtendorf seinen Unfug; mit den Frauen, deren Speeraugen selbst Kämpfer bezwangen, ging er vertraulich um. Er ist mein rotäugiger Mal von Tiruttriyambalam in Nangur: Von hohen Kokospalmen mit ausladenden Wedeln fallen Früchte; die wasserreiche Ponni sammelt Mangofrüchte, rollt sie heran, wirft Sandbänke auf und strömt blütentragend hinab. Die Wendung über seinen Umgang mit den Frauen ist im Wortlaut schwierig und wird vorsichtig wiedergegeben. (1281) Seht meinen Kannan von der heiligen Farbe einer dunklen Wolke! Um Pinnai mit ihren gegürteten Brüsten willen bezwang er die dunklen starken Stiere mit gebogenen Hörnern, heftigem Zorn und festen Beinen und gewann die Hochzeit. Er ist mein rotäugiger Mal von Tiruttriyambalam in Nangur: Schöne Blütenhaine umgeben den Ort, und herrliche edelsteinglänzende Häuser strahlen so hell, dass ihre Lichtstrahlen dem schönen Mond nachfolgen. (1282) Seht die Gestalt mit unvergänglichen langen berggleichen Schultern! Die Lotusfrau mit gewandgeschmückten breiten Hüften und die dunkeläugige Hirtin mit weißem perlenhellem Lächeln schmiegen sich an ihn, sodass ihre glänzenden Edelsteinketten an den Brüsten sich reiben. Er ist mein rotäugiger Mal von Tiruttriyambalam in Nangur: In Straßen und dicht gereihten Kreuzungen mit berggleichen Häusern versperren die beiden Brauenbogen im Gesicht sanft sprechender Frauen den Männern den Weg und nehmen ihre Herzen gefangen.

(1283) Seht den Einzigen! Der Herr der Erde erhob sich zum Kampf wie ein gewöhnlicher König. Als der Rakshasakönig dies sah, blieb er furchtlos und trat ihm entgegen, stolz auf seine eigene Königswürde. Da schlug der Herr ihm die zwanzig berggleichen Schultern zugleich ab. Er ist mein rotäugiger Mal von Tiruttriyambalam in Nangur: Frauen mit sanftem Rehblick und roten Lippen halten smaragdgrüne junge Papageien auf den Händen und lehren sie weiches, honigsüßes Stammeln. Die verschachtelte Anfangsszene folgt der bei KOYIL erläuterten traditionellen Zuordnung: Rama erscheint als menschlicher König, Ravana verkennt seine Größe. (1284) Seht den Helden! Mit leuchtender heiliger Schnur und herabhängendem Fell nahm er die trügerische Gestalt eines kleinen Zwerges an, trat in die glückverheißende Veda-Opferfeier des feindlichen Asura und bat demütig um ein Stück weite Erde. Er ist mein rotäugiger Mal von Tiruttriyambalam in Nangur: Die auf den Brüsten der Frauen mit duftendem Blütenhaar verstrichene Kumkum-Paste vermischt sich mit dem Wasser, sodass eine rötliche Trübung über den weißen Sand gleitet. Die Quelle nennt hier Vāṇaṉ; der Zusammenhang entspricht der Zwerg-Erzählung. Der Name wird deshalb nicht ungekennzeichnet zu Mahabali geändert.

(1285) Seht unseren König! Der große Meru klirrte in seinem heiligen Huf wie ein kleines Kügelchen in einer Fußspange, als seine heilige Gestalt sich bewegte. Er grub die Erdgöttin aus, umfing sie und setzte sie gnädig zwischen seine Hauer. Er ist mein rotäugiger Mal von Tiruttriyambalam in Nangur: Alle vier strahlenden Veden, die sechs Hilfswissenschaften, die sieben Töne und gehörten Lehren erklingen in den acht Richtungen; großer guter Wohlstand leuchtet hier. (1286) Seht unseren Herrn! Die Weltuntergangsflut bedeckte die sieben Welten und tief liegenden Berge, erfüllte die acht Richtungen und Weltenkreise, stieg bis zur Decke des Weltalls und ließ das Meer übermächtig werden. Einst schloss er sie in seinen Leib ein. Er ist mein rotäugiger Mal von Tiruttriyambalam in Nangur: Weltalter um Weltalter leben hier Menschen von wachsendem Reichtum, deren Zungen alle vier hohen Veden tragen; prächtige, hochragende Edelsteinhäuser glänzen. (1287) Meinen rotäugigen Mal von Tiruttriyambalam in Nangur mit seinen herrlichen edelsteinglänzenden Häusern besang Kaliyan: mächtig mit scharfem Speer, Herr des Landes Ali, König von Mangai mit beflaggten Häusern, Löwe von Kuraiyal, dessen alter Ruhm die Erde schmückt. Wer diese zweimal fünf Lieder der Versgirlande beherrscht, wird als König in der herrlichen Welt und als Himmelsbewohner im weiten Himmel erstrahlen.

(1288) Unser Vater schenkte dem Elefanten mit palmlangem hohlem Rüssel Erlösung aus seiner Not und hob den festen bambusbewachsenen Berg, um vor dem heftigen Regen zu schützen. Er wohnt in Tirumanikkudam zu Nangur, wo die blütenführende Ponni überall eindringt, Gold ablagert und honigreiche Haine duften. (1289) Unser Vater sog an der leuchtenden Brust der lärmenden, glänzend bezahnten grausamen Dämonin und sandte einen schrecklichen Pfeil aus, um die von Lanka ausgehende Bedrängnis zu beenden. Er wohnt in Tirumanikkudam zu Nangur, wo heilige Wasser duften, nachdem sie Kumkum von den Brüsten der Frauen mit Kovai-fruchtgleichen Lippen abgewaschen haben. (1290) Unser Vater vernichtete die Tatkraft des Pferdes, schritt zwischen den Marudam-Bäumen hindurch, sodass sie fielen, bezwang die Angriffe der starkbeinigen Stiere und umarmte Pinnais schöne Schultern. Er wohnt in Tirumanikkudam zu Nangur, wo Menschen, deren Zungen den Veda beherrschen, freudig Rechtschaffenheit hervorbringen, freigebige Hände haben und den Dienst am Opferfeuer pflegen. (1291) Unser Vater brach dem Elefanten mit unerträglichem Zorn, festen Beinen und mächtigem Rüssel den Stoßzahn aus, zerbrach den blühenden Kurundam-Baum, spaltete den Vogelschnabel und bezwang die Stiere. Er wohnt in Tirumanikkudam zu Nangur, wo ein Affenweibchen nach dem Genuss von Mangofrüchten herankommt und süße Bananen frisst, sodass die Bienen davonfliegen.

(1292) Die dunkle Frau aus Lanka kam mit weit geöffnetem, höhlengleichem Mund auf ihn zu; unser Vater ließ ihr mit dem Schwert Ohren und Nase abtrennen. Er wohnt in Tirumanikkudam zu Nangur, wo die Göttin Shri verweilt, ungetrennt von der großen, zarten Erdgöttin. (1293) Unser Vater ist Fisch, Zwerg, Vogel, Eber, Löwe und Pferd, ist Weltall und Licht und alle übrigen Kräfte. Er wohnt in Tirumanikkudam zu Nangur, wo Menschen von fester Kraft leben, die den mächtigen südlichen Herrscher vertrieben und die Flucht des nördlichen Königs sahen. (1294) Unser Vater ist Berg, Himmel, Erde, kühles Wasser, Mond und das beständig heiße Licht, dazu alle übrigen Zustände. Er wohnt in Tirumanikkudam zu Nangur, wo der Südwind kommt und überall durch Versammlungsplätze, Felder, Haine und Häuser zieht und ihren Duft mit sich trägt. (1295) Unser Vater ist Zweifel und Gewissheit, Unwahrheit und Wahrheit, die aufquellende Wolke, die diese Erde schützt, und alle übrigen Dinge. Er wohnt in Tirumanikkudam zu Nangur, wo Valai-Fische nach dem Genuss des von Lotussen vergossenen Nektars emporspringen und rote Kayal-Fische spielen.

(1296) Unser Vater ist Sünde und Rechtschaffenheit, Befreiung, Freude und Schmerz, Zorn, Gnade und alle übrigen Eigenschaften. Er wohnt in Tirumanikkudam zu Nangur, wohin Götter und Weise kommen, sich verneigen und sagen: „Unter den Dreien ist er unsere verehrte Gestalt.“ (1297) Wer die Worte beherrscht, die aus dem Mund Kaliyans mit reicher Girlande, Oberhaupt von Mangai, über den Herrn von Tirumanikkudam in Nangur mit mondberührenden Häusern erklangen, wird die wasserreiche Erde und die goldene Himmelswelt regieren und danach durch den Kreis der heißstrahlenden Sonne hindurchgehen und leuchten. (1298) Du durchmaßest mit deinen Schritten die ganze Welt. Dem Elefanten, der in den weiten Blütenteich gestiegen war und dich dort mit seiner Zungenkraft pries, nahmst du das Zittern. Kannan, der du in Kavalampadi zu Nangai wohnst, wo Vedakundige in stetig wachsendem Reichtum leben: Du allein bist die rettende Hilfe! (1299) Als Eber grubst du die Erde empor. Um Mahabalis Macht zu brechen, gingst du auf Bitten der Himmelswesen zu seiner Opferfeier und trugst deine Bitte vor. Kannan, der du im kühlen Kavalampadi zu Nangai wohnst, wo Menschen ihre Feinde unverzüglich bezwangen: Du allein bist die rettende Hilfe!

(1300) Du ließest einen einzigen Pfeil durch die Brust des zornig heranstürmenden Vali dringen und gabst seinem treu gesinnten jüngeren Bruder die glückbringende Herrschaft mit strahlender Krone. Herr des kühlen Kavalampadi zu Nangai, wo pralle Jack- und Mangofrüchte herabfallen und Saft verströmen: Du allein bist die rettende Hilfe! (1301) Damit der Rakshasa an der Kampffront starb, schlugst du seine zehn Häupter ab und ließest sie fallen; dann schenktest du gnädig gerade seinem jüngeren Bruder das Königtum. Herr mit klingenden Fußspangen im kühlen Kavalampadi zu Nangai, wo Fische in Teichen springen und Bienen Honig trinken: Du allein bist die rettende Hilfe! (1302) Du sprangst auf den Kopf der vielhäubigen Schlange und vollführtest vielerlei Tänze; die zarte göttliche Frau ließest du auf deiner Brust wohnen. Gott des kühlen Kavalampadi im ruhmreichen Nangai mit weiten berggleichen Häusern: Du allein bist die rettende Hilfe! (1303) Du schlugst die Ringer zu Tode, kämpftest gegen Kamsa und tötetest ihn. Du vollendetest den Bharata-Krieg, in dem viele Könige kraftlos niederfielen. Herr des steinbefestigten kühlen Kavalampadi in Nangai, wo im Schatten gut geschützter Haine süßer Duft sich ausbreitet: Du allein bist die rettende Hilfe!

(1304) Du gingst einst gnädig als Bote, um für den ältesten Bruder die Herrschaft zu erbitten. Du brachst dem brünstigen Elefanten den Stoßzahn, sodass der auf dem Tier sitzende Führer fiel. Beschützer des kühlen Kavalampadi zu Nangai, wo blühende Haine hoch wachsen und Wasser weithin strömt: Du allein bist die rettende Hilfe! (1305) Um der jungen Frau willen, die dich darum bat, bezwangst du den König der Himmelswesen, brachst rasch in die Pracht seines Gartens ein und brachtest den Wunschbaum herab. Kannan, der du in Kavalampadi zu Nangai wohnst, das Purandara gestaltete, umgeben von blütenreichen Hainen: Du allein bist die rettende Hilfe! (1306) Du bist Versmaß, religiöse Lehre und die fünf Elemente ihrer Weltsicht; du bist Ende und Anfang und die schwer zugänglichen Veden selbst. Herr des duftreichen kühlen Kavalampadi zu Nangai, wo in jedem vom sanften Wind erfüllten Hain junge Pfauen tanzen: Du allein bist die rettende Hilfe! Die ersten drei Begriffe sind mehrdeutig; „cantam“ kann auch Klangordnung, „camayam“ religiöse Überlieferung bezeichnen. (1307) Über Kannan, der in Kavalampadi zu Nangai wohnt, wo Vedakundige in stetig wachsendem Reichtum leben, sprach Kaliyan diese zehn reichen Verse. Wer sie beherrscht, wird als König auf Erden unter dem Schatten des Herrscherschirms glänzen, während junge Fürsten sich vor ihm verneigen.

(1308) Deine heilige Gestalt ist dunkel wie das weite Meer! Mein Gebieter in Tiruvellakkulam, umgeben von festen Mauern, in Nangur, wo Sieger über die feindliche Front leben: Nimm deinem Diener seine Not! (1309) Du schmückst dich mit büschelreichen Tulasi-Blüten! Mein Vater in Tiruvellakkulam mit seinen rotlotusgefüllten Wassern, in Nangur, wo Vedakundige von unvergänglichem großem Ruhm leben: Nimm deinem Diener seine Not! (1310) Du hieltest den kalten Regen mit einem Berg auf und freutest dich! Du stehst in Tiruvellakkulam, das die Ankommenden verehren, in Nangur, wo Vedakundige von gutem großem Ruhm leben. Großer Herr, nimm deinem Diener seine Not! (1311) Du Elefant, der dem waldesmächtigen Elefanten den Stoßzahn brach! Du wohnst in Tiruvellakkulam mit honigreichen Hainen, in Nangur, wo viele Arten guter Menschen leben: Erweise deinem Diener Gnade!

(1312) Licht, das du im jägerreichen Tiruvenkatam wohnst, Herr von Tiruvellakkulam, umgeben von prächtigen Hainen, in Nangur, wo landesberühmte Vedakundige leben! Ich komme singend: Zerschlage mein Karma! (1313) Du bautest aus Felsen eine Brücke über das Meer und freutest dich! Reicher Herr, der du in Tiruvellakkulam zu Nangur wohnst, wo viele gute Vedakundige leben: Schenke Gnade, damit alle Not vergeht! (1314) Unser König der Hirten, der du mit dem Stab die Herden weidetest! Mal in Tiruvellakkulam mit seinen fischreichen Feldern, in Nangur, wo Kenner der vier Veden leben: Löse gnädig mein mächtiges Karma! (1315) Als Varaha grubst du diese Erde empor! Narayana, unerschöpflicher Nektar in Tiruvellakkulam mit seinen herrlichen Hainen, in Nangur mit guten Vedakundigen: Schenke deinem Diener Gnade!

(1316) Die große Göttin Shri auf der Blüte umarmt deine Brust. Gott, der du in Tiruvellakkulam zu Nangur wohnst, wo die Zungen der Vedakundigen voller Lob sind: Sage erbarmungsvoll „Ach, dieser ist doch mein Diener!“ und schenke Gnade! (1317) Den reichen Herrn von Tiruvellakkulam in Nangur, wo Vedakundige voll guter Liebe leben, besang Kaliyan mit felsengleichen Schultern in dieser Girlande. Wer sagen kann, dass er sie wirklich beherrscht, gehört selbst zu den Himmelswesen. (1318) „Kannan, der dem Elefanten, der große Futterballen frisst, den Stoßzahn brach! Mein Elefant, der König mit lieblichem Ruhm, dessen Leib einer dunklen Wasserblume und einer Wolke gleicht! Gemahl der Lotusfrau im hohen Nangai mit weißen Häusern!“ So singt meine Tochter mit korallenrotem Mund von Parthanpalli. (1319) „Der Held, der den grimmig zornigen Elefanten bezwang, den Kamsa aussandte! Der Wunderbare, der das Leben der trügerisch gekommenen Dämonin trank! Gott der Götter im beständigen Nangai, wo Menschen treffliche Worte sprechen!“ So singt sie mit ihren baumwollweichen kleinen Füßen von Parthanpalli.

(1320) „König der Himmelswesen, mein Elefant! Liebhaber, der die Brüste der Hirtinnen umfängt! Reicher Herr, den die vier Veden eilig suchen! Wunderbarer, der im hainreichen Nangai mit seinen umherschwärmenden Bienen wohnt!“ So singt meine Tochter von Parthanpalli. Sie ist nicht mehr wie früher. (1321) Sie hat die Grenzen verlassen, ihre bisherige Art verloren. Vor den Augen der Frauen mit schönen Armreifen ruft sie immer wieder: „Wunderbarer, der die Befestigungen von Lanka zerbrach, an das die mächtige Meeresflut schlägt! Gott der Götter in Nangai mit wohlhabenden Vedakundigen!“ So singt meine Tochter mit vielen Armreifen von Parthanpalli. (1322) „König der Affen, der einst das vom tiefen Meer umgebene Lanka vernichtete, sodass die Rakshasas ihr Leben verloren! Träger des schönen Bogens! Makelloser im hohen Nangai, dessen Häuser den großen Mond bedrängen!“ So singt meine Tochter, die alle Zurückhaltung abgelegt hat, von Parthanpalli. (1323) „Herr, der du die ganze Welt verschlangst und wieder ausstießest! Du mit dem schönen Leib von der Farbe des Meeres, das die weite Erde umgibt! Gott der Götter in Nangai mit seinen Feldern, in denen Fische hoch emporspringen!“ So singt sie, deren sanfte Rede süßer als Milch ist, von Parthanpalli.

(1324) „Herr, der mich suchte und mein Herz nahm! Reicher Herr, den die vier Veden immer suchen und doch nicht sehen können! Gott der Götter in Nangai mit herrlichen Hainen, in denen geflügelte Bienen umherschweifen!“ So singt sie mit ihren weichen, fußringgeschmückten Füßen von Parthanpalli. (1325) „Der Einzige, den die Welt preist! Du trägst den beständig leuchtenden Diskus, unerreichbar für die strahlenden Himmelslichter und die Götter! Liebender! Gott der Götter in Nangai, dessen Vedakundige dem Süden wie ein Tilaka-Schmuck sind!“ So singt meine Tochter von Parthanpalli, während viele sie tadeln. (1326) „Kannan! Der Erwählte, dem die Himmelswesen in Liebe Blumen streuen! Der Beglückende! Ursprung der sieben Welten! Gott der Götter im hohen Nangai mit festen Häusern!“ So singt sie mit ihrer melodiegleichen sanften Stimme von Parthanpalli. (1327) Eine Mutter erzählt, wie ihre Tochter mit schön gegürteten Brüsten den rotäugigen Mal von Parthanpalli in Nangai mit seinen guten Vedakundigen besingt. Kaliyan mit scharfem gutem Speer gab diese Worte in zehn tamilischen Liedern wieder. Wer sie beherrscht, wird täglich Freude im schönen guten Vaikuntha erfahren.

(1328) Wir verehrten dich und sind deine Diener, die in deinem Dienst bleiben. Schon für dieses Leben haben wir Freude empfangen, unser Vater, Herr von Indalur! Wenn du uns rasch einen Dienst zuweist, erbarmungsvoll „Ach, ach!“ sagst und dich uns nur ein einziges Mal zeigst – werden wir dann nicht gerettet? Die Quelle druckt an der Stelle „dich uns zeigen“ eine pronominale Form, die auch „uns“ bedeutet; der Gebetszusammenhang legt die Bitte um seine Selbstoffenbarung nahe. (1329) Du Glück, das ungetrennt in meinem Denken blieb, süß naher Held, Mal vom schönen kühlen Ali, junger Elefant der Haine! Licht der unauslöschlichen Lampe, Vollkommener, der in Naraiyur steht! Mein Vater, Herr von Indalur, erbarme dich doch wenigstens ein wenig deines Dieners! (1330) Nur dies sagen wir: Du durchmaßest die Erde mit zwei Schritten und trägst auf deinem Haupt einen Kranz, in dem dicht gedrängte Bienen summen. Wir sind ins Meer des Verlangens gefallen, dich zu sehen, und erschöpfen uns hier. Gerade deshalb verspotten uns auch die anderen. Sieh doch, Herr von Indalur! (1331) Für uns Diener, die dich mit unvermindertem Verlangen preisen, ist es hier zur Schande geworden. Vor aller Welt ziehen wir als deine eigenen Diener umher, doch du zeigst uns deine Gestalt nicht, die wie Goldglanz strahlt. Unser Herr von Indalur, du verstehst es, Unterschiede zu machen! Dann lebe du eben wohl! Der Schluss ist der vorwurfsvolle Ausruf eines Liebenden; er beendet die Beziehung nicht.

(1332) Unser Herr, du bist Feuer und Wasser, du bist die Himmelsrichtungen und die weite Erde. Wenn du als alles dies bestehst, sehen wir Diener dich dennoch nicht. Du bist unsere Mutter, unser Vater und der Vater unseres Vaters. Bist du nicht gerade unser eigener Herr, Herr von Indalur? (1333) Ich kann es nicht ungesagt lassen. Nach dem, was ich weiß, hast du mich nur mit all deinen anderen Dienern gleichgesetzt. Du kennst die Guten und die Schlechten; alles in dieser Welt kennst du. Nur dieses eine erkennst du nicht, Herr von Indalur! Das Gebet verlangt nach einer persönlichen Antwort; seine zugespitzte Klage ist keine sachliche Begrenzung göttlichen Wissens. (1334) Du willst uns nicht in deinen Dienst nehmen. Du lässt uns frei, ohne dass wir deinen Auftrag kennen – deshalb haben wir dir dies ausdrücklich gesagt, Herr von Indalur. Du willst uns deine Füße nicht zeigen. Zeigtest du sie, würden wir, die wir schon in diesem Land zu deinen Dienern wurden, dann nicht gerettet? (1335) Deine frühere Farbe war die Farbe der Milch; in einem späteren beständigen Zustand war sie die Farbe der Regenwolke. Bedenkt man die Farben, gleicht deine heilige Gestalt auch Gold und Edelstein. Zeige uns doch: „So ist meine Farbe“, Herr von Indalur!

(1336) „Der Herr unseres Vaters und seines Vaters!“ So stehen die Unsrigen seit sieben Generationen als deine Diener vor dir. Gerade ihnen gegenüber verstehst du es, dich zurückzuhalten! Im Herzen bist du immer schon da, doch nicht einmal ein wenig zeigst du uns deine heilige Gestalt: „So sehe ich aus“, Herr von Indalur! (1337) Über unseren Vater und großen Herrn im schön hainumgebenen Indalur ließ Kaliyan, König von Mangai mit wolkenreichen Fluren, diese herrliche Girlande lieblicher Worte erklingen. Wer immer sie lernt und mit sich trägt, wird in dieser Welt selbst für die Unsterblichen ein Verehrungswürdiger sein. (1338) Unser Herr aß Butter, während die Hirtinnen riefen, und ruhte einst auf einem Banyanblatt. Er trank an der Brust der Dämonin, brach die beiden Marudam-Bäume und durchmaß die weite Erde. Sein Tempel ist Tiruvelliyangudi: südlich der Manni, deren reiches Wasser strömt, mitten in Hainen, in denen überall hohe fruchttragende Arekapalmen, Bananen und Kokospalmen wachsen. (1339) Er weidete die Rinderherden, sperrte einst das Wellenmeer und ließ die Köpfe der Rakshasas rollen. Kannans Gestalt gleicht einer dichten dunklen Regenwolke. Sein geliebter Tempel ist Tiruvelliyangudi: Serundi steht voll Blüten, Punnai knospt wie mit Perlen besetzt; in den dichten Hainen drängen sich gestreifte Bienen, trinken rauschend Honig und summen süße Musik.

(1340) Er wühlte den Teich des stark giftigen Kaliya auf, brachte ihn in Bedrängnis, sprang auf seine Hauben, sodass sie sich senkten, und führte vielerlei Tänze aus, während viele Edelsteine herabfielen. Sein Tempel ist Tiruvelliyangudi: Der Klang des von schönen Frauen mit schlangenhaubenbreiten Hüften eingeübten Tanzschauspiels breitet sich ringsum aus und lässt selbst das Weltall erbeben. (1341) Er schützte einst die Milchkühe und vernichtete Kamsa, er mit der heiligen Gestalt einer dunklen Regenwolke. Der Höchste erhob den Vogelbanner und ruhte im Milchmeer. Sein Tempel, in dem er lagert, ist Tiruvelliyangudi: am Südufer der Manni, deren gesammelte Wellen an jeder Furt Gold und Edelsteine ausstreuen; Fahnen dichter edelsteinglänzender Häuser reichen bis zu den Sonnenstrahlen. (1342) Er verschlang die Erde und gab sie wieder frei, lenkte das Bharata-Geschehen, bestieg einst den Wagen und führte ihn. Der Tempel, in dem der rotäugige Mal wohnt, ist Tiruvelliyangudi: In den schönen weiten Feldern irren Valai-Fische umher, denken „Dies ist kein Platz für uns“ und ziehen zu den prächtigen Wasserbecken. (1343) Er sandte grausame Pfeile aus, sodass das meeresgleiche Rakshasaheer in Qual dem Tod entgegenging und verschwand wie Baumwollflocken im Wind. Der Tempel Ramas mit dem schönen Bogen ist Tiruvelliyangudi: Die Früchte der wassergetränkten Bananenstauden reifen und fallen; Fische fressen gierig davon und springen im Schlamm der glänzenden umliegenden Felder.

(1344) Mahabali dachte: „Ich werde eine ruhmvolle Tat vollbringen.“ Zu seinem Opfer trat der Herr als klar erscheinender Zwerg, empfing drei Schritte Land und wuchs empor, bis er die Himmelsrichtungen erfüllte. Sein Tempel ist Tiruvelliyangudi: Kuckucke in schönen dichten Hainen rufen „Hari, Hari“; Reinherzige verehren ihn, und er eilt herbei, um Gnade zu schenken. „Veḷḷiyār“ kann allgemein die Reinen bezeichnen; auch eine Anspielung auf Shukra ist möglich und wird hier nicht festgelegt. (1345) Der Herr der Asuras bedrängte die gekrönten Unsterblichen. Damals wurde der Wunderbare zum Löwen, legte ihn auf seinen Schoß und riss ihm die Brust auf. Sein beständiger Tempel ist Tiruvelliyangudi: Die vielen in die Pfeiler am Fuß der Häuser eingelassenen Edelsteine leuchten so hell, dass sich Morgendämmerung, Tag und Nacht kaum unterscheiden lassen. (1346) Sippenweise versammeln sich die Unsterblichen, stammeln allein von seinen Eigenschaften und stehen preisend vor ihm. Er schenkt seinen Dienern Gnade und ruht auf dem Schlangenbett. Der Tempel dieses Diskusträgers ist das feldreiche Velliyangudi: Duftende Lotusse blühen am Grund, Zuckerrohr und hoher roter Reis bewegen sich, und schön gestaltete Schwäne vereinen sich mit ihren Gefährtinnen.

(1347) Einst wurde er zum Eber, grub die Erde aus und nahm sie auf seine Hauer; dann ruhte er im Milchmeer, von klaren Wellen gestreichelt. Über diesen Herrn von Tiruvelliyangudi ließ Kaliyan mit ruhmvollem Speer, Oberhaupt von Mangai mit bienenumsummten Hainen, diese Worte erklingen. Wer die geistige Reife besitzt, sie aufzunehmen und zu singen, wird über diese vom rauschenden Meer umgebene Welt herrschen.

Lesebereich 1348–1447

(1348) Er ist nicht durch gewöhnliches Wissen zu erfassen, besitzt alle Welten und hat auch mich in seinen Dienst genommen. Der Tänzer, der die Gestalt eines kleinen Brahmanenschülers annahm, wohnt beständig in Pullambhudangudi: Bienen umschwärmen duftende Blüten, schöne Pfauen tanzen, und Bienen mit gezeichneten Flügeln singen ihre Melodien. (1349) Als listiger Zwerg täuschte er Mahabali und nahm die Welt in seine Hand; dem jungen Elefanten mit hohlem Rüssel nahm der Heilige die Not. Sein Ort ist Pullambhudangudi: In tief liegenden Feldern spielen Fische; Vögel gehen in die bewässerten Äcker und suchen Nahrung für ihre Jungen. (1350) Er entsandte den Pfeil, durch den der König der feindlichen Rakshasas im südlichen Lanka fiel; er spaltete dem Pferd den Rachen, bezwang die Ringer und stürzte die Marudam-Bäume. Mals Ort ist Pullambhudangudi: Wenn in den Hainen Kokosfrüchte fallen, springen die Fische und fliegen Wasservögel auf; blütenreiche Felder verleihen dem Ort Schönheit. (1351) Er machte mit einem Berg den Regen wirkungslos. Dem Anführer der kraftvollen, schwerttragenden Rakshasas schlug er die zwanzig festen mächtigen Schultern ab. Ramas Ort ist Pullambhudangudi: Felsenfeste Umwallungen, berggleiche Bauten, schöne Hallen, Paläste und prächtige hohe Häuser glänzen dort.

(1352) Joghurt, den die Hirtin mit dunklem Haar und weit geschminkten Augen verborgen hatte, genoss er zusammen mit butterreicher Milch. Der Ort des Wunderbaren mit dem Diskus in seiner schönen Hand ist Pullambhudangudi: Rotfüßige Reiher kommen in die Felder, um Aral-Fische zu fangen; hier leben Vedakundige, deren Zungen nicht lügen. (1353) Um der Zarten willen, deren schmale Taille dem Blitz und deren volle Schultern dem Bambus gleichen, bezwang Mal einst die sieben jungen Stiere in unvermindertem Zorn. Sein Ort ist Pullambhudangudi: Gestreifte Bienen singen über Lotusblüten in beständigen alten Gewässern, und Punnai-Bäume lassen goldgleichen Pollen fallen. (1354) Er hob einen Berg als Schirm, machte den Regen wirkungslos und schützte die Herden. Er trennte dem kampfstarken Bana die breiten Schultern ab, während der Herr mit dem verfilzten Haar floh. Sein Ort ist Pullambhudangudi: Schöne blaue Wasserlilien vergießen Nektar, damit Bienenvölker davon trinken; prächtige Felder umgeben den Ort. (1355) Er lenkte Vijayas Wagen, sodass die kriegerischen Könige mit ihren langen befleckten Speeren fielen, und füllte den Schädel, der sich in der Hand des anderen Herrn nicht füllen ließ. Unseres Vaters Ort ist Pullambhudangudi: Brahmanen leben hier, die nach dem Veda die drei Feuer nähren und sich durch bleibenden Ruhm, Freigebigkeit und Geduld auszeichnen.

(1356) Als Erde und Himmelsland nicht mehr sichtbar waren und dichtes Dunkel alles bedeckte, wurde der Makellose zum Schwan und offenbarte gnädig die schwer zugänglichen Veden. Sein Ort ist Pullambhudangudi: Die Ponni bringt die neun strahlenden Edelsteinarten, Bambusperlen, Yakwedel und Gold heran und umspült das Land. (1357) Er hütete die Kälber und Kühe und tanzte, sodass Kaliyas Köpfe zitterten; er ist der Gemahl der Herrin des goldenen Lotus. Über sein Pullambhudangudi sprach Kalikanri diese zweimal fünf Lieder: König von Mangai, von Gelehrten gepriesen, mit einer gebenden Hand wie eine dunkle Regenwolke. Wer sie singt, bei dem bleibt kein Leid, das ihn entkräftet. (1358) Er achtete nicht auf seine eigene Größe und ging als Bote für Könige. Kudalur ist die Stadt dieses Königs: Das Haar der zarten Frauen mit schönen Gewändern und Fingern wie Kantal-Blüten verströmt dort Duft. Der Quellenblock druckt hier erneut 1357. Seine zehn Strophen werden fortlaufend als 1358–1367 gezählt; danach setzt die Quelle mit 1368 wieder richtig ein. (1359) Er gewann die wohltuende Hochzeitsgestalt, um Pinnai zu erhalten, zu der die anstürmenden Stiere mit festen Höckern gehörten. Kudalur ist seine Stadt: Bienen trinken duftenden, kühlen, süßen Honig und singen die Kurinji-Weise.

(1360) Als Kind aß er Joghurt; der Einzige trat in das Herz seines Dieners ein. Kudalur ist seine Stadt: Listige Reiher machen in den Feldern reiche Beute unter den Kayal-Fischen. (1361) Als kleiner Zwerg, dessen Gestalt dem Tod für den Gegner glich, nahm unser Vater und großer Herr das Wasser zur Landschenkung entgegen. Kudalur ist seine Stadt: Bienen summen, während sie von den Blütenkränzen der Bauern trinken, die die schlammigen Felder pflügen. Das Anfangsbild „kūṟṟu ēr“ ist mehrdeutig; seine bedrohliche Seite wird hier beibehalten. (1362) Seine Diener preisen ihn; er reicht bis zu den Lichtern und wohnt über dem Weltall. Kudalur ist die Stadt dieses Herrn: In den schlammführenden Wellen blitzen Fische auf, und die Wolken donnern. (1363) Er war der Beistand, der das Leid jenes Herrn beendete, der Dakshas Opfer zerstört hatte. Kudalur ist seine Stadt: Überall fallen Mangofrüchte auf den feinen, angeschwemmten Sand.

(1364) Er verzehrt das dunkle kühle Meer, die Berge und die Welt. Kudalur ist die Stadt, in der dieser Herr wohnt: Junge große, kühle Mullai-Ranken wachsen voran und umschlingen Kurundam-Bäume. (1365) Unser Vater wohnt auf dem heiligen Nirmalai, wo Hirsche mit ihren Hirschkühen zusammenkommen. Kudalur ist seine geliebte Stadt: Von den Kokospalmen mit herabhängenden Blättern senken sich Büschel junger Kokosnüsse über die Wassergräben. (1366) Der Einzige trat ein, sodass das Herz seines Dieners in wachsender Liebe schmolz. Kudalur ist seine Stadt: Wenn nahebei Schraubenbäume blühen, erschrecken Fische und halten die hellen Blüten für Wasservögel. (1367) Kannan von der Farbe einer dunklen Wasserblume und des großen Meeres wohnt gern und strahlt in Kudalur. Wer die kunstvoll gereihten tamilischen Verse singt, die Kaliyan über diesen Ort sprach, dessen Sünde vergeht.

(1368) Gott, der du einst die siegreiche große Axt erhobst und die Könige auf Erden einundzwanzigmal tötetest: Schenke mir einen Weg, deine klingenden Fußspangen zu verehren! Du stehst in Tiruvellarai, wo der Südwind durch die großen Haine der öffentlichen Plätze zieht, Jasmin und Mullai aufblühen lässt und reichen Duft heranträgt. (1369) Als der schöne lotusgeborene Brahma die makellosen vier Veden verloren hatte, schenktest du ihm Gnade. Pferdegesichtig offenbartest du damals die klangvollen Veda-Schriften. Erweise mir Gnade! Du stehst in Tiruvellarai, von Hainen umgeben, wo der Wind hohe Madhavi-Blüten berührt und durch die Straßen Duft in alle Richtungen trägt. (1370) Du machtest die langen Krallen deiner Hände zur Waffe, um den Leib des grausamen Bedrängers aller sieben Welten in zwei Teile zu reißen. Erweise mir Gnade! Du stehst in Tiruvellarai, umgeben von glänzenden Teichen, wo dunkle Varal-Fische springen und Lotusse in weiten Becken göttlichen Duft verströmen. (1371) Während springende Pferde stürzten und Könige ihr Leben verloren, gabst du den Fünfen die Herrschaft. Du vom bambusreichen Berg Tiruvenkatam, schenke mir Liebe zu dir! Du stehst in Tiruvellarai: Wenn die jungen Kuckucke in den großen Hainen Triebe angepickt haben und ihr Mund herb geworden ist, genießen sie den honigsüßen Saft reifer Jackfrüchte.

(1372) Als die zarte Erdgöttin mit hellen Speeraugen in der weiten Urflut versank, wurdest du zum Eber und grubst die große Erde empor. Erweise mir Gnade! Du stehst in Tiruvellarai: Große Wald-Mullai-Ranken erklimmen das knotige Zuckerrohr, entfalten sich wie ein weißes Lächeln und vergießen Duft aus ihren honiggefüllten Blütenmündern. (1373) Die Unsterblichen mit hohen glänzenden Kronen verehrten dich und erhoben sich. Um ihnen Nektar zu gewähren, wurdest du dort zur Schildkröte. Ursprünglicher, gewähre mir, dir zu dienen! Du stehst in Tiruvellarai: Eine Biene, die sich mit ihrer Gefährtin zerstritten hat, fliegt zu den mondberührenden Häusern, um das Haar der Frauen aufzusuchen. (1374) Du spanntest den Bogen, sodass die zehn hochgekrönten Häupter des Rakshasa einzeln herabfielen. Erweise mir Gnade! Du stehst in Tiruvellarai: Bienen trinken den aus Lotusblüten fließenden Honig zwischen smaragdgrünen Blättern von unvergleichlichem Glanz und summen süße Musik. (1375) Als einst die sieben Welten ohne Erkenntnis in tiefer Finsternis lagen und die Himmelsbewohner dich verehrten und priesen, wurdest du zum Schwan und offenbartest den schwer zugänglichen Veda. Erweise mir Gnade! Du stehst in Tiruvellarai: In den Wäldern aus Schraubenbäumen und Mangobäumen singen Bienenscharen süß „tenna, tenna“.

(1376) Du gingst bittend zu Mahabalis Opfer und nahmst durch dein Geschick die ganze weite Erde in Besitz. Höchster, ich verneige mich vor dir und erhebe mich wieder: Erweise mir Gnade! Du stehst in Tiruvellarai mit seinen Gärten, wo Bienen die roten Blüten hoher Ashoka-Bäume besuchen und süße Kuckucke auf Mangobäumen zwitschern. (1377) Über den, der in Tiruvellarai mit nebelumspielten edelsteinglänzenden Häusern wohnt, dessen heilige Gestalt schwarzer Augensalbe gleicht, den Ursprung und Nektar, sprach Kalikanri, mächtig mit giftgetränktem Speer, diese zweimal fünf Lieder. Wer sie lückenlos stehend preisen kann, wird zum König der Unsterblichen werden. (1378) Er erschuf den Viergesichtigen auf seinem Nabel und verschlang die Welt; er ist unser Vater, der große Herr und Stammvater der Himmelsbewohner. Sein Ort, so heißt es, ist das südliche Arangam, von Feldern in abendlichen Farben umgeben, wo die wasserreiche Kaveri Sandelholz und Edelsteine heranträgt. (1379) Der Wunderbare verschlang die Welt und ruht auf einem Banyanblatt; sein Lager ist die Schlange mit ausgebreiteten Hauben und langen edelsteingeschmückten Häuptern. Sein Wohnort, so heißt es, ist das südliche Arangam: Wasser umgeben es, in denen die Haargirlanden schöner Frauen und rote Sandelpaste von ihren vollen Brüsten herabtreiben.

(1380) Einst ging er als Zwerg hin, um die Erde durchzumessen, und nahm Wasser aus Mahabalis Hand entgegen, er mit dem Diskus in der mächtigen Hand. Sein Ort, so heißt es, ist das schöne südliche Arangam: Die Kaveri führt honigreiche Wasser herab; Bienen singen, und die umgebenden Haine erfüllen selbst das Weltall mit Duft. (1381) Er spannte mit mächtiger Hand den starken Bogen, sodass die Stadt des kraftvollen schwerttragenden Rakshasa, der den furchtbaren Krieg entfacht hatte, verödete. Sein Ort, so heißt es, ist das südliche Arangam, umflossen von der reichen, lebhaft strömenden Kaveri, die Elefantenstoßzähne und Adlerholz heranträgt. (1382) Er, der Schöne, entsandte zornig den Pfeil, sodass der Geliebte Mandodaris mit duftendem Haar in den Himmel ging. Sein Ort, so heißt es, ist das schöne südliche Arangam mit guten rotgoldenen Mauern, wohin der König der Himmelswesen und die sieben Welten in Scharen kommen und sich verneigen. (1383) Die grausame Dämonin mit gewandbedeckten breiten Hüften bot ihm wie eine Mutter die Brust; er trank ihr Leben. Sein Wohnort, so heißt es, ist das südliche Arangam: Die Kaveri zieht durch Haine fruchtbehangener Bananenstauden heran, drängt vorwärts, wirft Wellen auf und umfließt die Stadt.

(1384) Er besiegte Kamsas Herz, die harten Ringer und den Wagen und brachte sie durch seine Füße zum Ende. Der Wohnort dieses Trägers des strahlenden Diskus, so heißt es, ist das südliche Arangam: An den nebelhohen Palästen duften der Rauch langen Adlerholzes und der Opferrauch großer Vedakundiger mit ihrer trefflichen Rezitation. (1385) Er wurde Eber, Fisch, Schildkröte, Löwe und kleiner Zwerg und blieb zugleich er selbst. Der Ort des Herrn der Erde, so heißt es, ist das südliche Arangam: Menschen, deren Güte wie vermischter Honig und Milch ist, füllen Himmel und Erde, kommen in Scharen herbei und verehren ihn. (1386) Er ist der Ferne, der überaus Große und zugleich von feinster Art; niemand erkennt dieses Wunderwesen ganz. Sein Ort, so heißt es, ist das schöne südliche Arangam mit hohen goldenen Mauern, wo die wasserreiche Kaveri Bambusperlen und Edelsteine heranträgt. (1387) Über Arangam, den Ort des Herrn, auf dessen heiliger Brust die Lotusfrau wohnt, sprach Kalikanri, König von Mangai mit bleibenden Steinmauern, diese wohlklingenden Girlanden aus zweimal vier und noch zwei Liedern. Wer sie vollständig beherrscht, wird die Erde regieren und danach über die Himmelswelt herrschen.

(1388) Ohne Scheu murmelt sie immer wieder: „Venkatam, Venkatam!“ Sie schmiegt sich nicht mehr in meinen Schoß; ihre langen hellen Augen haben den Schlaf vergessen. Er hat die Gestalt einer Wolke, trägt bienenbesuchten Schmuck, ist das Leben der Himmelswesen und der Gemahl der Frau aus dem laut brandenden Meer. Wie soll ich begreifen, was er meiner Tochter angetan hat? (1389) Ihr Gewand hält nicht mehr an den breiten Hüften, die schweren Armreifen nicht an den Händen. Was soll ich tun? Sie fragt: „Willst du mich als unbezahlte Dienerin oder willst du mich nicht?“ Er wohnt auf dem Berg Meyyam, ist das Oberhaupt der Himmelsbewohner und der Sieger mit dem Bogen, der sieben Mara-Bäume durchschoss. Wie soll ich begreifen, was er meiner Tochter angetan hat? (1390) Mit sanftem Rehblick steht sie da, die langen hellen Augen voller Tränen; ihre Armreifen gleiten ab. Sie spricht von seiner honigsüßen, duftenden Tulasi-Girlande und schläft nicht – seht doch! Er ist der Hirte im Wald, Nandas Rinderhirtenkind, das in bewachten Häusern Joghurt aß und Butter trank. Liebe Frauen, ich verstehe nicht, was er meiner Tochter angetan hat. (1391) Sie hört nicht auf die Worte ihrer Mutter, schließt sich ihren Freundinnen nicht an und bestreicht ihre weichen vollen Brüste nicht reichlich mit Sandel. Sie fragt nur: „Wo ist das Tiruvarangam unseres Herrn?“ Er saugte an der Brust der Dämonin, sodass sie starb, und verschlang mit großem Bauch diese Welt. Liebe Frauen, wie soll ich ermessen, was der große Wunderbare meiner Tochter angetan hat?

(1392) Sie bestreicht ihre geschmückten Brüste nicht mit Sandel, zeichnet ihre fischgleichen Augen nicht mit schwarzer Schminke und kümmert sich nicht um ihren Mainavogel. Keine Selbstbeherrschung kennt sie mehr, sondern fragt: „Wo ist das Tiruvarangam unseres Herrn?“ Der Vollkommene, Gemahl der Frau auf der frischen Blüte, wuchs, wie wir wissen, im Hirtendorf heran. Liebe Frauen – was er meiner Tochter als Mann angetan hat! Der Schluss bleibt auch in der Quelle elliptisch. (1393) „Wird er mir seine Waldblumengirlande mit tanzendem Pollen nicht geben?“ Immer wieder fragt sie so und ermattet – seht doch! Was man ihr auch sagt, sie antwortet: „Tiruvarangam unseres Herrn.“ Der Gemahl der Blütenfrau, der Tänzer mit den Töpfen, Madhusudana, der einst als Bote für Könige ging – wie soll ich sagen, was er meiner Tochter angetan hat? (1394) Sie bemerkt nicht, wie ihre jungen, vom Brustband gehaltenen Brüste die Farbe wechseln. Bedenkt man es: Sie spricht nichts als den Namen des großen Herrn. Ich habe dieses Mädchen geboren – was soll ich tun? Der Girlandenträger, Herrscher von Kudandai, der für die Fünf den Wagen in die Schlacht lenkte – wie soll ich erzählen, was er meiner Tochter angetan hat? (1395) „Sie achtet keine Verwandtschaft mehr“, sagen viele unaufhörlich, tadeln sie, und das Gerede breitet sich aus. Sie aber vergisst ihn keinen Augenblick und ruft immer: „Wunderbarer! Madhava!“ Der ungeborene Große, Herr der Frau, Herr der Erde, der Rechtschaffene der Himmelsbewohner – liebe Frauen, ich verstehe nicht, was er meiner Tochter angetan hat.

(1396) Sie spielt weder mit dem Ball noch mit den Spielsteinen, gibt dem grünen Papagei keine Milch und kümmert sich nicht um ihre Puppe. „Ist der Herr von Tiruvarangam gekommen? Kommt er nicht?“, fragt sie immer wieder, und ihre Armreifen gleiten ab. Er ist Chandoga, Pauzhiya, Taittiriya, Bewahrer der fünf Feuer und Kenner des Samaveda. Ach, liebe Frauen, ich verstehe nicht, was er meiner Tochter angetan hat. Die Bezeichnungen verweisen auf vedische Überlieferungen; „Pauzhiya“ bleibt wegen unsicherer Zuordnung als Name erhalten. (1397) Eine Mutter schildert, wie ihre Tochter mit Augen wie blaue Blumen die Fassung verliert, weil sie an den Herrn von Tiruvarangam denkt, das fischreiche Felder umgeben. Parakala, dessen Speer den Feinden wie der Tod ist, Kalikanri, formte daraus diese klingende Girlande. Wer sie lernt und beherrscht, wird als König unter einem girlandengeschmückten weißen Schirm herrschen und in der goldenen Himmelswelt leben. (1398) Ich sah ihn im schönen wasserreichen südlichen Arangam: den jungen Elefanten mit mächtigem Rüssel, den dunklen Edelstein im Meer, den dunklen Smaragd, Tirumal, der die Veden offenbarte, meinen Herrn, der mir stets süß ist, den Gebieter, der vor dem kalten Regen schützte.

(1399) Ich sah ihn im südlichen Arangam: den Herrn von Per, unseren Herrn von Kurungudi, den Bewohner von Tiruttangal, den Höchsten von Karambanur, der die sieben dunklen mächtigen perlenreichen Meere, die sieben Berge und diese sieben Welten verschlang und sagte: „Noch ist es nicht genug.“ Der Ortsname am Versende ist in der Digitalisierung beschädigt, aus der wiederkehrenden Schlussformel jedoch eindeutig erkennbar. (1400) Ich sah ihn im südlichen Arangam: den großen Herrn, der als Eber einst die Welt ausgrub und selbst weite Erde und großer Himmel ist, der im Herzen seiner Diener immer als Honig und Nektar leuchtet und einst freudig zum Rinderhirten wurde. (1401) Ich sah ihn im schönen wasserreichen südlichen Arangam: den, der im weiten Meer ruhte, den kraftvoll rollenden Wagen mit einem Tritt zersplittern ließ, Hiranya damals nicht duldete und aufriss und einst die große Erde mit zwei ausgestreckten Schritten durchmaß. (1402) Ich sah ihn im südlichen Arangam: den, der als Wasser, Feuer und weite Erde besteht, der einst die Stadt des Rakshasa durch Feuer verzehrte; als großes Feuer und weiter Himmel entzog er sich danach dem Blick derer, die ihn gesehen hatten, und nahm dann durch das von Vedakundigen mit Mantras genährte Feuer die Opfergaben auf. Die Verbindung der mittleren Sätze ist im Tamilischen gedrängt und bleibt vorläufig.

(1403) Ich sah ihn im südlichen Arangam: den Weg der Askese für jene, die ihren Zorn ablegen und zu ihm kommen; den Wunschbaum, der Kamsa nicht duldete, ihn tötete und einst die Welt verschlang und wieder ausstieß; den Lenker des schön geflügelten Vogels, der die mächtige Gestalt des grimmigen Übeltäters erschütterte. Der letzte Gegner wird im Wortlaut nicht eindeutig benannt. (1404) Ich sah ihn im schönen wasserreichen südlichen Arangam: den Inhalt der Betrachtung, den Weg der Askese, Tirumal, den nördlichen Berg, der kam und ungetrennt in meinem Geist blieb; den Heiligen, der in Koval mit blütenreichen Hainen und gestreiften Bienen den Fuß hob, um die Welt zu durchmessen. (1405) Ich sah ihn im südlichen Arangam: den Gnädigen, der den Trägern ockerfarbener Gewänder und den als unrein gescholtenen Jain-Asketen dort keine Gnade schenkt; den Herrn der Unsrigen, die zu ihm kamen, den Herrn meines Vaters, meiner Mutter, meiner selbst und der Unsterblichen. Die konfessionelle Abwertung gehört zur historischen Stimme der Hymne; sie wird nicht als heutiges Urteil über andere Religionen übernommen. (1406) Ich sah ihn im südlichen Arangam: den Geschickten, der denen wahrhaft gegenwärtig wird, die Trug aus ihrem Denken entfernen, die fünf Sinne richtig ausrichten und seine wahre Gestalt betrachten; den dunkel Glänzenden von der Farbe einer schwarzen Regenwolke und eines schönen Smaragds.

(1407) Über den Herrn des schönen Arangam, der unter Kühen lebte und die Herden weidete, sang Kalikanri von lieblichem Ruhm diese ruhmreiche, der Zunge vertraute tamilische Girlande aus zweimal vier und noch zwei Liedern. Wer sich mit ihnen verbindet und sie beherrscht, den erreicht schlechtes Karma nicht. (1408) Unser Herr besteht als die vier alten Veden, Opfer und gehörte Lehrworte und deren Bedeutungen; als die Stoffgestalt, die sich entfaltet, als strahlendes Feuer, reiches Wasser und Erde, als Wolken und Wind, die sieben rauschenden Meere, sieben großen Berge, der Himmel und das Weltall. Er wohnt in der großen Stadt Arangam. (1409) Indra, Brahma und Isha entfalten seine unzähligen Eigenschaften. Er ist Vater und Mutter, Kinder und weitverzweigte Verwandtschaft; er ist die Bindung, die uns umgibt und nicht loslässt, und die Arznei, die diese Bindung durchschneidet. Unser Herr ist Wesen, Ende und Leben aller Lebewesen. Er wohnt in der großen Stadt Arangam. (1410) Als die beständige weite Erde, Berge, Meere, Himmel und die Welt der Danavas in dichte große Finsternis gerieten, das glänzende Licht schwand und die vier alten Veden verborgen waren, schenkte er den Himmelswesen und Weisen wieder Gnade: Er wurde zum Schwan und offenbarte den schwer zugänglichen Veda, sodass das dichte Dunkel wich. Er wohnt in der großen Stadt Arangam.

(1411) Er nahm einen großen dunklen Berg als Quirl und schlang eine riesige Schlange darum. Mit tausend Schultern quirlte er das Wellenmeer, bis dessen breiter Leib sich spaltend aufbäumte und aufschrie und die mächtigen Wogen sich in den Himmel ausbreiteten; der hohe ferne Himmel, Mond, Sonne und Götter gerieten zugleich in Bestürzung. Er wohnt in der großen Stadt Arangam. (1412) Wie sollten Danavas überleben, wenn er gegen sie vorgeht? Aus Hiranyas breiter, glänzend geschmückter Brust stürzte heißes, aufwallendes Blut wie ein Wasserfall aus einem gespaltenen goldenen Berg. Der Herr wurde zum Löwen, als erhöbe sich ein großer silberner Berg mit grimmigen Augen und glänzenden Zähnen bis zum Himmel und schleuderte Feuerblicke. Er wohnt in der großen Stadt Arangam. (1413) Er ergriff die Kampfaxt, sodass die tausend mächtigen, herrlich strahlenden Schultern, einer Ansammlung von tausend Bergen gleich, abgetrennt wurden und ihr Träger in den weiten Himmel ging. Von Unsterblichen verehrt, die mit tausend Namen zu ihm kommen, ruht er im wissenden Schlaf mitten im Wellenmeer auf der Schlange mit tausend strahlenden Mündern. Er wohnt in der großen Stadt Arangam. (1414) Der rasende Rakshasa hatte die glückverheißende Frau mit lockigem Haar und fruchtgleichen Lippen grausam von ihm getrennt. Um seine edelsteingeschmückten Häupter mit ihren Feuerblicken zu Staub zu machen und Lanka zu verwüsten, spannte der Herr den gestreiften Bogen und entsandte einen tödlichen Pfeil. Er nahm den Dienst der Affenschar an und sperrte mit Bergen das Wellenmeer, damit ein Weg hindurchführte. Er wohnt in der großen Stadt Arangam.

(1415) Er ist der Weltenlauf und die höchste Bedeutung von Om. Einst lenkte er auf Erden den Wagen; er nahm dem großen Elefanten mit dem Stirnschmuck die Not und sandte den tödlichen Pfeil, vor dem Lanka erbebte. Dem kraftvollen Partha schenkte er Gnade und verdeckte mitten am Tag mit seinem Diskus die Sonnenscheibe, sodass ihr Licht schwand. Er wohnt in der großen Stadt Arangam. (1416) Einst war er das Kind, das sich von der Dämonenbrust nährte; mit seinem Mund verschlang er die weite Erde und gab sie wieder frei. Als Mal ruhte er auf einem Banyanblatt. Den Himmelswesen mit Edelsteinkronen ist er fern, seinen Dienern nah. Er kommt in meinen Geist und schneidet das brennende Leid ab. Er ist der Hirte, der damals den Berg hob. Er wohnt in der großen Stadt Arangam. (1417) Gold, große Edelsteine und Perlen trägt der große Fluss mit seinen brandenden Wellen; rings um die große Stadt Arangam strömt sein Wasser, und Schwäne ziehen darin umher. Über den dort wohnenden Herrn ließ Kaliyan mit ruhmvollem Speer, Oberhaupt von Mangai mit beständigen hohen Häusern, dieses ausgearbeitete Gedicht erklingen. Wer es täglich singt, wird die Bindung an altes Karma durchschneiden.

(1418) Du sagtest nicht: „Er ist arm, ein Fremder, ein Mann niederen Standes“, sondern empfandest Mitleid und ließest ihm süße Gnade zuströmen. „Die Frau mit dem sanften Blick einer Hirschkuh ist deine Freundin; mein jüngerer Bruder ist dein Bruder“ – dabei beließest du es nicht. Freudig sagtest du: „Du bist mein Freund, bleib hier.“ Diese Worte sind in das Herz deines Dieners eingegangen. Darum kam ich zu deinen beiden Füßen, Meeresfarbener, Herr von Tiruvarangam mit schönen Hainen. Das Gebet erinnert an Ramas Freundschaft mit Guha; die soziale Abwertung wird ausdrücklich zurückgewiesen. (1419) Den mächtigen Sohn des Windes hast du nicht mit den Worten abgewiesen: „Ein Affe, ein Tier, von anderer Art!“ Freudig ließest du Liebe und Zuneigung größer als das Meer werden und sagtest: „Für deinen Dienst gibt es keine Gegengabe. Du mit makellos wahrhaftiger Rede, ich will gemeinsam mit dir essen.“ Dass diese strahlende Zusage auch mir gelten möge – darum kam ich zu deinen beiden Füßen, Herr von Tiruvarangam mit schönen Hainen. (1420) Der Elefant pflückte einen Lotus im lieblichen Teich bei den duftenden Blütenhainen. Ein Krokodil von ganzer Kraft packte ihn, sodass er dem Tod nahe war; da dachte er an deine Zuflucht. Ich weiß, dass du damals einen Zorn entfaltetest, der das Leben des grausam bezahnten Tieres erschütterte. Darum bin auch ich, dein Diener, zu deinen beiden Füßen gekommen, Herr von Tiruvarangam mit schönen Hainen.

(1421) Eine grimmige, Gift vergießende Schlange kam erschrocken und sagte: „Du bist meine Zuflucht.“ Du wurdest ihr Schutz, nahmst sie in dein Herz und gewährtest ihr Zuflucht vor deinem schön geflügelten Vogel. Weil ich von dieser Gnade weiß und mich vor den grausamen Taten der harten, schrecklich redenden Diener Yamas fürchte, bin ich zu deinen beiden Füßen gekommen, Herr von Tiruvarangam mit schönen Hainen. (1422) Ein großer Vedakundiger hatte deine Blütenfüße geschaut, vor denen Himmel und weite Erde niederfallen. Weil er die Freude mit Frauen, prächtigen Pfauen gleich, noch nicht erfahren hatte, sprachst du: „Lieber, bleib zunächst hier, genieße die Freuden und komm danach wieder zu uns.“ Dass auch mir solche kostbare Gnade zuteilwerde, darum kam ich zu deinen beiden Füßen, Herr von Tiruvarangam mit schönen Hainen. Die Erzählung wird hier ohne ungesicherte Namenszuordnung wiedergegeben. (1423) Der Sohn eines großen Weisen, der die beständigen vier Veden kannte, fürchtete den erbarmungslosen Tod und rief: „Du bist meine Zuflucht!“ Du wurdest ihm Schutz und zürntest dem mitleidlosen Kala, sodass er weichen musste. Doch dabei beließest du es nicht: Du beschlossest in großer Gnade, dass er sich künftig niemals von deinen heiligen Füßen trennen müsse. Im Vertrauen, dass auch mir solche Gnade zuteilwird, kam ich zu deinen beiden Füßen, Herr von Tiruvarangam mit schönen Hainen. Das Gedicht gestaltet hier eine vaishnavitische Rettungserzählung; sie wird nicht stillschweigend mit anderen Fassungen der Markandeya-Überlieferung gleichgesetzt.

(1424) Ein Brahmane hatte dir einst die wahrhaftige Rezitation und durch die Einweihung die zweite Geburt vermittelt. Er bat dich mit makellos wahrer Rede: „Ich finde den Aufenthaltsort meines geliebten Sohnes nicht. Suche ihn und gib ihn mir zurück!“ Du erfülltest seinen Wunsch und brachtest ihm seinen Jungen. Deshalb kam ich zu deinen beiden Füßen, Herr von Tiruvarangam mit schönen Hainen. (1425) Ein Brahmane, dessen Mund die Wahrheit des Veda sprach, rief: „Vater, du bist meine Zuflucht! Kaum hat meine Frau unsere geliebten Kinder geboren, sieht sie sie nicht mehr; eine grausame Gottheit nimmt sie und verbirgt sie.“ Vor den Augen der anderen schenktest du ihm süße Gnade und gabst sie zurück: „Hier sind deine Kinder.“ Deshalb kam ich zu deinen beiden Füßen, Herr von Tiruvarangam mit schönen Hainen. (1426) Dem mächtigen Tondai-König, einem Hervorragenden unter den Herrschern mit leuchtenden hohen Kronen, schenktest du von Herzen Liebe und süße Gnade. Du bliebst sieben Nazhigai lang bei ihm und offenbartest ihm das machtvolle Mantra. Als ich, dein Diener, von diesem Geschehen erfuhr, erreichte ich die goldenen Füße, die die Welt durchmaßen, und wurde gerettet, Herr von Tiruvarangam mit schönen Hainen. Nazhigai ist eine traditionelle Zeiteinheit; der Vers nennt den König hier durch seinen Herrschertitel.

(1427) Kalikanri, König von Tirumangai mit seinen hohen Palästen, mächtiger Reiter des tänzelnden Pferdes, der seine Feinde besiegt, dachte an den Herrn von Tiruvarangam mit schönen Hainen, den Träger des mächtigen Diskus von altem bleibendem Ruhm, unseren Vater, den großen Mal. Ihr Diener, singt diese zehn Lieder! Wenn ihr sie singt, bleibt keine Sünde in euch. (1428) Diskus und Muschelhorn glänzen in seinen Händen, seine heilige Gestalt hat die Farbe einer dunklen Wolke. Er ist ohne Falschheit, er ist wahr; wer seine Füße erreicht, den nimmt er in seinen Dienst. Im südlichen Tirupper mit hohen Lotussen in den Feldern und dichten Hainen ruht er auf der vielhäubigen Schlange. Indem ich seinen Namen pries, wurde ich gerettet. (1429) Unser Vater nahm die sieben schiffreichen Meere, Berge, den Himmel und die ganze schöne weite Welt als Speise auf und gab sie wieder frei. Im südlichen Tirupper, wo dichte Haine Mond und große Wolken berühren, wohnt unser Mal, der Gebieter. Indem ich seinen Namen lobte, wurde ich gerettet. (1430) Den einen ließ er auf der Blüte seines Nabels emporsteigen; dem anderen nahm er durch seinen eigenen Leib den Fluch und entließ ihn mit den Worten: „Herrsche über die Himmelsbewohner!“ In der großen Stadt mit gewaltigen berggleichen Mauern liegt er auf dem Schlangenbett, dunkel wie ein Berg. Indem ich seinen Namen bedachte, wurde ich gerettet.

(1431) Isha zog mit einem noch fleischbehafteten Schädel durch die ganze Welt und bat: „Nimm mir diesen schmachvollen Fluch!“ Da schenkte ihm der Herr leuchtendes Nass. Im südlichen Tirupper mit dicht bebauten Feldern und honigreichen Hainen ist er das Oberhaupt der Himmelswesen. Indem ich seinen Namen pries, wurde ich gerettet. (1432) „Wunderbarer, der einst Vakkrans Mund aufriss, komm und schenke uns Schutz!“ So baten die Himmelswesen. Da nahm er lachend Löwengestalt an, riss mit leuchtenden Krallen den Goldleibigen auf und freute sich. Ich erreichte die Füße des diskustragenden reichen Herrn des südlichen Per und wurde gerettet. Der Anfangsname Vakkaran wird quellentreu bewahrt; seine mythologische Zuordnung bleibt unsicher. (1433) Er sperrte das Meer mit Bergen und trennte um der strahlend geschmückten Frau willen dem Herrscher der großen Stadt Lanka mit seinem Bogen die zwanzig Arme ab. In Tirupper hören die Kenner der vier guten Veden ihre eigene preisende Rezitation; in den Feldern springen Malangu-Fische. Indem ich an diesem Ort weilte, fand ich mein Leben. (1434) Als er Butter wie Nektar genoss, erhob die Hirtenmutter zornig den Quirl und band ihn mit einem kurzen geknoteten Seil; er stand betroffen da. Der Meeresfarbene wohnt im südlichen Tirupper mit festen hohen Mauern. Indem ich täglich seinen Namen mit dem Mund aussprach, wurde ich gerettet.

(1435) Damit alle sieben schönen, goldenen Welten es erfuhren, bezwang er im Hirtendorf die Stiere, um die Hochzeitsvereinigung mit der rankengleichen Pinnai zu gewinnen. Unser Herr wohnt im südlichen Tirupper mit rotgoldenen Mauern. Indem ich täglich seinen Namen pries, wurde ich gerettet. (1436) Hier leben Vedakundige, die die vier Veden, fünf Opfer und sechs Hilfswissenschaften beherrschen und selbst die oberen Himmelsbewohner übertreffen; seit früher Zeit wohnen sie mit dem rotäugigen Mal in Tirupper mit seinen fischreichen Feldern. Er herrscht über die Herzen dieser sittlich gefestigten großen Asketen – und ist auch in meinem Herzen. (1437) Über Mal, der in Tirupper mit bienenumsummten Hainen auf dem gestreiften Schlangenbett ruht, sprach Kaliyan mit festen mächtigen Schultern, Herr von Mangai mit beflaggten Mauern und hohen Häusern, diese Girlande trefflicher Worte. Wer sie aufnimmt, singt und tanzt, wird sich mit dem weiten Himmel vereinen. (1438) Mein Herz, erreiche Nandipura Vinnagaram! Der große Herr ist die makellose Erde, Feuer, Wind, Wasser und weiter Raum; er ist der fleckenlose Geist, Schlaf und Tod. Er aß Joghurt und geriet in Bedrängnis, als die Mutter zürnte, und tanzte mit den Töpfen. Hier wohnt dieser herrliche Gebieter mit breiter Brust.

(1439) Es gibt einen Weg zur Rettung, wenn du tust, was dir gesagt wird. Einst vermochte der Herr, alle sieben Welten restlos als Speise in seinem Leib aufzunehmen. Mein Herz, erreiche seine Stadt Nandipura Vinnagaram! In den Hainen trinken dunkel gestreifte Bienen mit ihren Gefährten Honig, durchwühlen die Blüten und singen darauf die Naivalam-Weise. (1440) Einst nahm der Breitschultrige Himmel, sieben Meere und sieben Berge restlos in seinen goldenen Bauch auf und gab sie wieder frei. Mein Herz, erreiche Nandipura Vinnagaram, die Stadt des Verlässlichen! Duftend blühende Haine und Felder umgeben sie; Bienen ziehen durch goldfarben leuchtende Blüten, und Edelsteine glänzen in der Nacht. Die Bildfolge der letzten Naturbeschreibung ist in der überlieferten Worttrennung unsicher. (1441) Asuras mit mondsichelhell glänzenden Zähnen kamen wütend heran: „Wir werden gegen dich kämpfen!“ Der große Herr stand ihnen entgegen, dass ihre Anführer mit Krachen zerbrachen und ihre Leiber brannten. Mein Herz, erreiche Nandipura Vinnagaram! In den duftenden Hainen wohnen prächtig gefiederte Pfauen und Kuckucke; Blüten fallen, Bienen summen, hohe festwurzelnde Mangobäume stehen da, und Wolken gleiten darüber. (1442) Die Asuras kamen, Feuer versprühend und zornig: „Wir wollen kämpfen!“ In einem Augenblick schoss er, sodass ihre Schultern, Beine und Häupter zu Staub wurden. Schwert, gestreifter Bogen, runder Diskus, Keule und Muschelhorn liegen in seinen schönen Händen. Mein Herz, erreiche Nandipura Vinnagaram, die Stadt, in der er täglich wohnt!

(1443) Einst wanderte er mit seinem jüngeren Bruder und seiner geliebten Gattin als Gefährtin durch den heißen, brennenden Wald. Mein Herz, erreiche seine Stadt Nandipura Vinnagaram, wo er gern und süß wohnt! Kuckucke hüpfen von Zweig zu Zweig und rufen; Pfauen tanzen in den schönen umgebenden Fluren. Hier wohnt der Vollkommene. (1444) Um das drängende Leid im Herzen seines Vaters zu beenden, kam er in der Dunkelheit als Nandas mächtiges Kind. „Dies ist unser Vater“, sagen die Unsterblichen und verehren ihn mit Duftblumen. Mein Herz, erreiche Nandipura Vinnagaram, wo Nandi ihm diente! Haine umgeben die Stadt; wenn der tiefe Trommelklang sich wie Regengetöse erhebt, tanzen dunkle Pfauen. (1445) Die Weisen sammeln ihre Gedanken und erkennen: „Es gibt keinen anderen Herrn.“ In herrlichen Melodien singen sie reiche Lieder und tanzen dazu. „Auf der schönen Erde gibt es keine Stadt wie diese“, sagen die Himmelswesen, streuen Blumen und kommen, um hier zu wohnen. Mein Herz, erreiche Nandipura Vinnagaram! (1446) Wenn die gewaltigen Wasser des schiffreichen Meeres bis zu den höchsten Bergspitzen steigen, vergehen seine Diener nicht, die seinen Befehl auf dem Haupt tragen. Wenn du das erkennst, mein Herz, erreiche Nandipura Vinnagaram, wo unser großer Herr wohnt! Die aufwallenden Wasser treiben Edelsteine heran, deren überall leuchtender Glanz das Dunkel der Nacht zerreißt.

(1447) Über den Herrn, der in Nandipura Vinnagaram wohnt, wo Wolken über duftende Haine gleiten, den Träger des glänzenden Diskus und des gewundenen Muschelhorns in schönen Händen, sang Kaliyan, mächtig mit leuchtendem, zunehmend beflecktem Speer, diese klingende Girlande aus zweimal fünf Liedern. Von Dienern, die sie geordnet einüben können, weicht das grausame Karma vollständig.

Lesebereich 1448–1547

(1448) Mit Kränzen duftender Blumen, an denen Bienen trinken, beugen sich Diener und Himmelswesen vor deinen Füßen: „Unser altes Karma möge vergehen!“ Du standest da und maßest das Weltall und die weite Erde aus. Du hast mich zu deinem Diener gemacht! Wenn du mir die Gnade gewährst, dich zu schauen, begehre ich das häusliche Leben nicht mehr, du Bewohner von Vinnagar! (1449) Du Herr, der das wogende Meer quirlte und zusah, wie der Gott mit dem Stirnauge das Gift trank! Während die Himmelswesen den Nektar tranken, genossest du den weiblichen Nektar, der beim Quirlen hervorkam: Shri. Unser großer Herr, du hast mich zu deinem Diener gemacht! Wenn du mir die Gnade gewährst, dich zu schauen, begehre ich das häusliche Leben nicht mehr, du Bewohner von Vinnagar! (1450) Du Dunkler von der Farbe schwarzen Haares! Der Flammenfarbene, der einen Anteil an dir hat, spannte den Berg zum Bogen, damit die Städte seiner Feinde fielen; du wurdest dort zum flammenfarbenen Pfeil. Du hast mich zu deinem Diener gemacht! Wenn du mir die Gnade gewährst, dich zu schauen, begehre ich das häusliche Leben nicht mehr, du Bewohner von Vinnagar! (1451) Einst nahmst du die beiden Leuchten, den kühl strahlenden Mond und die heiße Sonne, die Welt und ihre Lebewesen in dich auf. Dann nahmst du die Gestalt eines strahlend schönen kleinen Kindes an und ruhtest auf einem Banyanblatt im wogenden Meer. Du hast mich zu deinem Diener gemacht! Wenn du mir die Gnade gewährst, dich zu schauen, begehre ich das häusliche Leben nicht mehr, du Bewohner von Vinnagar!

(1452) Du bist die sieben Erden, die sieben Meere und die sieben Berge. Alle sieben herrlichen Welten bargst du in deinem weiten Leib; du wurdest zur einen Silbe und zur einen Gestalt. Du hast mich zu deinem Diener gemacht! Wenn du mir die Gnade gewährst, dich zu schauen, begehre ich das häusliche Leben nicht mehr, du Bewohner von Vinnagar! (1453) Du bist die dunklen Meere, die Berge und die schöne Welt. Dein Zustand ist selbst den uranfänglichen Mächtigen schwer zu erkennen; du bist die vier herrlichen Veden. Du hast mich zu deinem Diener gemacht! Wenn du mir die Gnade gewährst, dich zu schauen, begehre ich das häusliche Leben nicht mehr, du Bewohner von Vinnagar! (1454) Zur Stunde des Übergangs bringen Brahmanen geschmolzenes, duftendes Ghee ins mächtige Feuer und sprechen die vedischen Hymnen. Du bist ihr süßer Klang, durch den die Himmelswesen in Fülle ihren gebührenden Platz erhalten. Du hast mich zu deinem Diener gemacht! Wenn du mir die Gnade gewährst, dich zu schauen, begehre ich das häusliche Leben nicht mehr, du Bewohner von Vinnagar! (1455) Die schmerzvolle karmische Verstrickung, die aus begehrender Vereinigung mit jungen Frauen entsteht, ist zu fürchten. Deshalb will ich mich deinen Füßen nahen, du Heiliger mit der hohen, von offenen Blumen geschmückten Krone! Du hast mich zu deinem Diener gemacht! Wenn du mir die Gnade gewährst, dich zu schauen, begehre ich das häusliche Leben nicht mehr, du Bewohner von Vinnagar!

(1456) Sterben und Geborenwerden begehre ich nicht; ich habe deine geschmückten Füße erreicht. Du bist die vier Veden, die man rezitiert, und die drei Gestalten, durch die das Dasein der Himmelswesen zustande kommt. Du hast mich zu deinem Diener gemacht! Wenn du mir die Gnade gewährst, dich zu schauen, begehre ich das häusliche Leben nicht mehr, du Bewohner von Vinnagar! (1457) Kalikanri von liebenswerter Herrlichkeit sprach diese wohllautenden tamilischen Lieder über Vinnagar, geschmückt mit blühenden Hainen. Wer sie zu singen vermag, wird sich mit den beiden Füßen Vamanas verbinden. (1458) Ich ertrug niedrige Worte; in meinem Herzen ließ ich die beiden, Besitz und Genuss, wohnen. Nun hielt ich die fünf Sinne an ihren jeweiligen Toren zurück. Ich schnitt Begehren und Feindschaft ab und entfernte sie aus meinem Geist. Ich wandte mich ab und nahm Zuflucht zu dir, du Bewohner von Tiruvinnagar! (1459) Früher vergaß ich dich mit meinem vergesslichen, verständnislosen Herzen. Unzählige Male starb ich deshalb und wurde in der Grube des Leidens wieder geboren, bis ich erschöpft war. Großer Herr, auf dessen Brust Shri wohnt! Jetzt bin ich zu deinen Füßen zu einem besseren Dasein gelangt, du Bewohner von Tiruvinnagar!

(1460) Immer deutlicher erkannte ich, dass dieser fleischerne Körper nicht zur Rettung taugt: Wieder und wieder müht er sich in der Leibeshöhle von Frauen mit dem Blick einer Hirschkuh. Du Himmel, du weite Erde, du Honig, der immer wieder kam und in meinem Herzen wohnte! Ich nahm Zuflucht zu dir, du Bewohner von Tiruvinnagar! (1461) Ich löste mich von den Kindern, die ich gezeugt hatte, und von den Frauen; ich erkannte, dass sie am Ende nicht helfen können. Ich zog das strahlende Schwert, das deine gewährte Gnade heißt, und schlug die fünf Sinne zurück. Um die Bedrängnis zu beenden, wehrte ich sie ab, kam herbei und schloss mich deinen Füßen an, du Bewohner von Tiruvinnagar! (1462) Frauen, in deren Haar honigtrunkene Bienen melodisch summten, wünschten ihnen singend viele Lebensjahre. Als Könige regierten sie einst die ganze Welt. Doch dann kamen Menschen und meldeten: „Auch diese früheren Herrscher sind gestorben.“ Ach, das häusliche Leben begehre ich nicht! Ich nahm Zuflucht zu dir, du Bewohner von Tiruvinnagar! (1463) Ich vermag nicht länger nach dem Belieben der fünf unbelehrbaren Sinne zu handeln. Du starker Ringer, der im Ringkampf die Ringer niederwarf, sodass sie starben! Du Bogenschütze, der das prächtige, mächtige, von Mauern und Wasser geschützte Lanka zerstörte! Ich nahm Zuflucht zu dir, du Bewohner von Tiruvinnagar!

(1464) Noch um etwas anderes bitte ich; nimm es ohne Zorn zu Herzen, mein Vater! Die fünf kommen heran und bedrängen mich, deinen Diener, um mich in die unablässig brennende Hölle zu stürzen. Denen, die ihnen hier Wohnstatt gegeben haben, vertraue ich nicht mehr; ich nahm Zuflucht zu dir, du Bewohner von Tiruvinnagar! Die gedrängte Wendung über das Einquartieren der fünf ist mehrdeutig; die fünf werden hier als Sinne verstanden. (1465) Die feurigen Münder, die Vollstrecker mächtigen Karmas, stehen bei mir, als wären sie vortreffliche Freunde. Eilig sind sie gekommen, um mich in die unerwünschte, glühende Hölle zu stoßen. Ursprung der alterslosen Himmelswesen! Gott, der den Mond aus seinem Ergriffensein befreite! Ich nahm Zuflucht zu dir, du Bewohner von Tiruvinnagar! (1466) Geliebter der Göttin auf dem blütenreichen Lotus! Zierde der edlen Himmelswesen! Bote, der mitten unter Königen mit makellosem, gerechtem Zepter und Herrschaftsschirm ging! Du reines Wort, du Veda, der wie ein Licht in meinem Herzen wohnt! Ich nahm Zuflucht zu dir, du Bewohner von Tiruvinnagar! Die Anrede an den Geliebten Shris enthält auch den Beiklang ihres Liebeszwistes. (1467) Über den Bewohner von Tiruvinnagar in honigreichen, blühenden Fluren sang Kaliyan diese klingende tamilische Girlande: der Herr von Mangai, dessen Felder himmelhohe Mauern umgeben, dessen Speer das Fleisch der Feinde trägt. Wer diese Lieder beherrscht, wird herrschaftlichen Rang gewinnen und die große, von Bannern geschmückte Stadt der Himmelswesen erreichen.

(1468) Diese Freude werde ich nicht aufgeben. Ohne von dir zu lassen, werde ich deine Gestalt niemals vergessen. Weil ich dich nicht vergesse, rechne ich nicht mehr damit, in dieser Welt geboren zu werden. Dass ich das Nichtwiedergeborenwerden erlangt habe, kommt daher, dass ich zu dir gehöre, du Herr von Tiruvinnagar! (1469) Ich ließ den Kreis von Begehren, Feindschaft und Bindungen hinter mir. Weil ich ihn verließ, wurde ich ein würdigerer Diener deiner Füße, Tirumal! Du gehst als das Dharma selbst umher. Unverrückbar habe ich dich im Innersten meines Herzens aufgenommen, du Herr von Tiruvinnagar! (1470) Von den leiblichen Augenpfeilen schöner Frauen mit dem Blick einer Hirschkuh, die aus mondgleichen Gesichtern schweifen, wurde ich geschlagen; ich floh und nahm Zuflucht zu dir. Mein König, du jugendlicher Herr in Kurungudi, du Honig von Tirunaraiyur, du Herr von Tiruvinnagar, das strömende Wasser umgeben! (1471) Ich versank in der Flut der Lust, die breiten Schultern von Frauen mit sanft gerundeten, sandalgesalbten Brüsten zu umfangen; ich schuf mir die Frucht, in schrecklicher Hölle zu versinken. Nun bin ich gekommen, du Heiliger! Indem ich dich erreichte, wurde ich mein böses Karma los. Ich nahm Zuflucht zu dir, du Herr von Tiruvinnagar!

(1472) An eine andere Gottheit denke ich nicht. Ich nahm dich in mein Herz auf und gewann etwas: Was ich gewann, ist das Nichtwiedergeborenwerden. Unser großer Herr, du besiegtest Ravana auf Lanka, das vom weiten, niemals versiegenden Meer umgeben ist. Du Sieger, du Herr von Tiruvinnagar! (1473) Du bist das tintendunkel glänzende Meer, die Erde, die edelsteinreichen Berge und die beiden rötlich strahlenden Leuchten. In meinem Herzen erkannte ich dich als den Weg zur Rettung. Wahrhaftig: Von jetzt an kenne ich keine andere Gottheit außer dir, du Herr von Tiruvinnagar! (1474) Noch etwas habe ich zu sagen, ich, dein Diener. Nimm in dein göttliches Herz auf, was ich ausführlich vorbringe, auch ohne dass du mich eigens dazu aufforderst: Ich werde keinen anderen preisen; mein Herz wird nicht wegen irgendeiner Vorzüglichkeit einer anderen Gottheit vertrauen. Dir allein vertraue ich, du Herr von Tiruvinnagar! Der Satz über Aufforderung und Vorbringen ist syntaktisch gedrängt; die eindeutige Hingabe an den Herrn bestimmt diese Wiedergabe. (1475) Ich denke nicht an jene Gefallenen, die einem großen Baum gleichen, den ein gewaltiger, ungestümer Elefant in heißer, verdorrter Wildnis zerbrochen und zu Boden geworfen hat. Mein hingebungsvolles, nachsinnendes Herz ist auf dich gerichtet. Wann werde ich, dein Diener, mit Gewissheit die himmlische Welt erreichen, du Herr von Tiruvinnagar?

(1476) Sprich zu mir, du mit Shri auf der Brust! Sorge dafür, dass karmische Taten mich nicht quälen, der ich dir zugehöre und dir treu diene. Vollkommener Herr, starker Ringer, Tänzer mit den Töpfen, Madhusudana! Dein guter Ruhm vergeht in der Welt niemals, du Herr von Tiruvinnagar! (1477) Über den Herrn von Tiruvinnagar mit seinen herrlichen, langen Straßen, in kühlen Fluren, die von Teichen voller blühender Lotusse umgeben sind, sang Kaliyan diese klingende Girlande. Seine großen, freigebigen Hände gleichen regenreichen Wolken. Wer immer diese Lieder beherrscht: Bei ihm bleibt das Leid nicht wohnen. (1478) Noch ehe sich die Augen verdrehen, Ausfluss und Schleim kommen und du nach Atem ringst, noch ehe Frauen mit melodischer Stimme dir sagen: „Geht nur ganz langsam!“ – steh auf, mein Herz! Lasst uns Naraiyur verehren, wo er wohnt, der Himmel, Berge, Veda und Opfer geworden ist. (1479) Noch ehe Frauen mit duftendem Haar zusammensitzen, lachen und dich verächtlich fragen: „Warum seid Ihr hustend hierher zu uns gekommen?“ – steh auf, mein Herz! Lasst uns unser herrliches Naraiyur verehren, die Stadt dessen, der Mond, Feuer, Wind und die rote Sonnenleuchte ist.

(1480) Noch ehe Frauen mit duftreichem Haar zusammensitzen und uns auslachen: „Was wollt Ihr jetzt noch von unserer Schönheit sehen, mein Herr?“ – steh auf, mein Herz! Lasst uns Naraiyur unseres Königs verehren, die strahlende Stadt, in der der Chola mit gerechtem Zepter seine Füße anbetet und preist. (1481) Noch ehe Frauen mit duftendem Haar und so feinen, schönen Hüften, dass sie Zweig, Schlange und Ranke übertreffen, die Tür schließen und dich verachten – steh auf, mein Herz! Lasst uns Naraiyur unseres Vertrauten verehren, umgeben von üppigen Hainen, in denen Gruppen von Arekapalmen rotgoldene Früchte tragen. (1482) Noch ehe Frauen mit trügerischen Worten, deren Augen Hirsch, Fisch, Speer und leuchtende blaue Wasserlilie übertreffen, dich lachend verachten – steh auf, mein Herz! Lasst uns das gesegnete Naraiyur verehren, das Felder umgeben, in denen Malangu-, Varal- und Valai-Fische springen. (1483) Noch ehe Frauen mit blitzschlanken Hüften ihr Begehren aufgeben und dich verächtlich fragen: „Warum seid Ihr hustend zu uns gekommen?“ – steh auf, mein Herz! Lasst uns Naraiyur mit seinen guten Wassern verehren: Dort wohnt er, der das vom uralten Meer umgebene Lanka erzittern ließ und loderndes Feuer hineinbrachte.

(1484) Noch ehe Frauen mit bogenschönen Stirnen ihr Begehren aufgeben und lachen, noch ehe du ihr Gerede hinter deinem Rücken hörst: „Der ist hässlich geworden, ganz voller Falten!“ – steh auf, mein Herz! Lasst uns Naraiyur der guten Menschen verehren, die, fest in der Welt gegründet, die vier wortreichen Veden rezitieren. (1485) Noch ehe die schönen Frauen mit schwerthellen Augen, die dich einst „Liebesgott“ nannten, sagen: „Hört nur diesen Alten, wie er verschleimt nach Luft ringt!“ – steh auf, mein Herz! Lasst uns täglich Naraiyur verehren, die Stadt, in deren Straßen Opfer und Feste niemals aufhören. (1486) Noch ehe die Frauen mit schönen, wie Früchte leuchtenden Lippen ihre Liebe aufgeben, noch ehe der Körper sich krümmt, am Stock ermattet und schwach wird – steh auf, mein Herz! Lasst uns das innig aufzusuchende Naraiyur verehren, den Ort dessen, der den milchweißen Mond am taukühlen Himmel aus seinem Ergriffensein befreite. (1487) „Noch ehe die Frauen mit mondsichelgleichen Stirnen uns nicht mehr liebevoll beachten, verehre Naraiyur, das duftende Haine umgeben, mein Herz!“ So sprach Kalikanri, der Herr von Mangai mit dem langen, kampfbefleckten Speer. Wer seine Worte unvergesslich im Gedächtnis trägt und ausspricht, wird den Himmelswesen ein lieber Herrscher sein.

(1488) Er wühlte das Meer beim Quirlen auf, gewann den Nektar und schenkte ihn den Himmelswesen, damit ihre Angst wich. Er ist strahlendes Licht; rechts trägt er den Diskus, links das Muschelhorn. Seine Stadt ist Naraiyur, wo gute, wahrhaftige Brahmanen leben. (1489) Als kampfbereiter Löwe zerriss er mit schönen, schwertscharfen Krallen die feindselige Brust des Asura. Die Stadt dieses Heiligen ist Naraiyur: Schönheit umgibt sie in taufeuchten Hainen, wo der Kuckuck an roten, zarten Trieben der süßen, dicht verzweigten Mangobäume pickt und ruft. (1490) Er schlug die vereinten Heere nieder, geordnet mit Elefanten, Pferden, Wagen und Fußsoldaten, und zerstörte Lanka. Seine Stadt ist Naraiyur: Wenn die Feldarbeiter Fische packen, hinfallen und wieder aufstehen, geraten die Schildkröten in Unruhe und verstecken sich in duftenden Büschen. (1491) Er aß Butter aus den aufgehängten Gefäßen, wurde an den Mörser gebunden und bezwang um Pinnai mit dem stark duftenden Haar die Stiere. Seine Stadt ist Naraiyur: In jedem blühenden Hain tanzen bunt gezeichnete Pfauen, und über duftenden, frisch geöffneten Blumen singen die Bienen.

(1492) Er bezwang sieben Stiere, wurde zum Geliebten der Hirtin mit den sanften Schultern und brachte im Kriechen die feststehenden Marutam-Bäume zu Fall. Die Stadt dieses Herrn ist Naraiyur: Schwäne folgen mit ihren Gefährtinnen den mit Armreifen geschmückten Frauen, versuchen ihren Gang nachzuahmen und verbergen sich beschämt. (1493) Er sog an der Brust der grausamen Dämonin mit dem aufgerissenen Mund und trank ihr kostbares Leben. Er kämpfte mit dem am Eingang stehenden Elefanten und warf ihn nieder. Seine Stadt ist Naraiyur: Schwäne trinken den Blütenhonig weit geöffneter Wasserlilien und schlafen auf lächelnd erblühten Lotussen. (1494) Dem Brahmanen, der ihm zuvor die alte Lehre und die dreisträngige heilige Schnur gegeben hatte, gab er damals dessen Sohn zurück. Seine Stadt ist Naraiyur: Vögel eilen für ihre Jungen, die in Baumhöhlen wohnen, herbei und holen Schnecken aus den Teichen voll grün schimmernden Wassers. (1495) Für Vijaya lenkte er den Wagen mit weißen Pferden, sodass die starke Schlachtordnung zerbrach und der König von Sindhu fiel. Die Stadt dieses Makellosen ist Naraiyur: Reiher verzehren reichlich fette Fische, eilen zu ihren Gefährtinnen und drängen sich zu ihnen; dabei lassen die Lotusse ihren klaren Honig ausströmen.

(1496) Um die auf der Erde lastende Bürde zu beenden, lenkte der Gott der Götter Parthas Wagen. Die Stadt, in der er Wohnung nimmt, ist Naraiyur, umgeben von guten Feldern, auf denen Reiher umhergehen, und von Hecken aus kühlem Laub, durch die Wasser rinnt. (1497) Über Naraiyur, umgeben von großen, weithin berühmten Palästen, wo der Wundertätige mit Tulasi-Girlanden auf seiner hohen Krone steht, sang Kaliyan diese klingende Girlande, der Meister des schönen, strahlenden Speers. Wer sie spricht, dem wird Tirumal ein schützender Gefährte sein. (1498) Ihr wollt die heiligen Füße dessen erreichen, der Himmel, weite Erde, acht Richtungen, Wogenmeer und große Gebirge verschlang und dann auf einem Blatt des weit verzweigten Banyanbaums ruhte? Kommt zum Manimadam von Tirunaraiyur, dem Tempel, den der Sembiyan-König Sengannan aufsuchte! Schmuckfarbene Bienen trinken dort den Duft frisch erblühter Champaka-Blumen und verweilen auf den Blüten des Vakula-Baums. (1499) Ihr wollt glücklich unter den beiden Füßen unseres Vaters und Herrn wohnen, der zur Zeit der großen Flut als mächtiger Fisch über die großen Berge schoss, sich über das Weltall hinaus erhob und freudig spielte? Kommt zum Manimadam von Tirunaraiyur, das der Chola aufsuchte! In seinem Land spendet die reiche Ponni Fülle: Sie trägt Edelsteine auf die gepflügten Felder, wo Bienenschwärme summen, streut sie auf die Ufer und bringt Sandel- und Adlerholz, sodass die ganze Welt davon nehmen kann.

(1500) Ihr wollt zu ihm gehen, der die Wasser des Meeres als Gewand umgelegt hat, dessen heilige Füße die weite Erde, dessen Leib der Wind, dessen Arme die acht schönen Himmelsrichtungen und dessen Krone das Weltall sind? Kommt zum Manimadam von Tirunaraiyur, das der Chola aufsuchte! Mit der Macht seines göttlichen Schwertes siegte er über die kriegergeschmückten Könige, die lärmende, große Elefanten gegen Venni trieben, sodass Krähen auf ihren edelsteinbesetzten Kronen saßen. (1501) Ihr wollt unter den Füßen dessen stehen, der als Menschenlöwe mit grünlich glühenden Augen furchtbar blickte, Hiranya mit seinen massigen Schultern packte und mit den Spitzen seiner schönen, schwertscharfen Krallen aus dessen Leib das rote Blut hervorquellen ließ? Kommt zum Manimadam von Tirunaraiyur, dem Tempel des rotäugigen Chola-Königs Sengannan! Er trieb seine wilden Rosse voran, sodass die Macht der starken Könige zerbrach, die zornäugige, gewaltige Elefanten gegen Venni führten. (1502) Ihr wollt Gäste dessen werden, der einst die drei Welten ausmaß, eine einzigartige Löwengestalt annahm, Hiranyas Leib aufriss, ihn besiegte und in die Himmelswelt schickte? Kommt zum Manimadam von Tirunaraiyur, das der Chola aufsuchte: der Tamile des Südens, der Herr des Nordlands und König des Ponni-Landes! Dort steigt der Fluss hoch, überspringt Felsen, verstreut Gold, bringt Edelsteine und schüttet sie ans Ufer; er breitet sich über die Fluren und die Erde aus.

(1503) Ihr wollt gerettet werden, indem ihr „Zuflucht!“ ruft zu ihm, der seine Gestalt aus sich selbst hervorbringt, der selbst die drei strahlenden Welten und der Himmel ist, aus sich die drei göttlichen Gestalten hervorgehen lässt und selbst zum Hirten wurde? Kommt zum Manimadam von Tirunaraiyur, das der Chola aufsuchte! Dieser Herr des Südlands, des westlichen Kongu, schleuderte seinen unvergleichlichen Speer, sandte den mächtigen Vel-Herrscher mit dem blitzenden Speer in den Himmel und regierte die Welt. (1504) Ihr wollt zu den Füßen dessen gelangen, der das Gift aus den vollen Brüsten der Dämonin trank, sodass sie starb, der Herr des alten Dvaraka wurde und hinter den Rindern auf der breiten Rohrflöte spielte, sodass den Hirtinnen die Armreifen entglitten? Kommt zum Manimadam von Tirunaraiyur, dem Tempel, den der edle Chola mit dem Bogen in seiner mächtigen Hand aufsuchte! Ihm gehört das schöne Ponni-Land, dessen strömendes Wasser Edelsteine von den Berghängen bringt und der Welt rettende Fülle schenkt. (1505) Ihr wollt die heiligen Füße des Gemahls Pinnais auf eure Häupter legen, deren rote Lippen wie Korallenbaumblüten und reife Früchte leuchten? Er zog einst aus, sodass die Könige zugrunde gingen, brach auf dem siegreichen Schlachtfeld ihre Kraft und schlug dem feindlichen Herrscher das Haupt ab. Kommt zum Manimadam von Tirunaraiyur, dem Tempel, den der reiche Chola aus heiliger Königslinie aufsuchte! Für den achtarmigen Herrn, aus dessen Mund heilige vedische Rede erklingt, errichtete er siebzig schöne, erhöhte Tempel und regierte die Welt.

(1506) Ihr wollt von der Größe des Girlandenträgers hören, des Herrn des kühlen Arangam, den der einsam auf der Lotusblüte Sitzende und die Weisen preisen, des großen Herrn mit tausend Namen, des Bräutigams Pinnais? Kommt zum Manimadam von Tirunaraiyur, dem Tempel des wagenmächtigen Chola-Königs! Er trieb die Kriegsrosse voran, sodass die Leiber der Heerführer zerhauen wurden, jener vielen Weltherrscher, die gegen Alundai angetreten waren. (1507) Den rotäugigen Mal im Manimadam von Tirunaraiyur, wo Kenner der vier Veden mit wahrhaftiger Rede wohnen, besang Kalikanri in freudvollen Liedern voll gelehrter, schöner Worte. Er ist der wahrhaftige Herrscher des fruchtbaren Mangai, dessen Mund kein einziges falsches Wort enthält. Wer diese Lieder in der weiten Welt singt, muss die grausamen Worte aus Yamas Lager nicht hören und fürchten. Wahrhaftig gesagt: Solche Menschen sind würdig, zu geehrten Gästen der Himmelswesen zu werden. (1508) Er nahm mich, seinen Diener, in den Dienst seiner Herrschaft auf. Gegen die feindlichen Nachtwanderer sandte er vom glühenden, furchtbaren Bogen Pfeile, sodass Schultern und Köpfe abgetrennt wurden. Er ist Nambi, der Vollkommene, der in Naraiyur steht: In seinen Straßen gehen Männer einher, die Kama und Skanda gleichen, und Frauen mit speergleichen Augen; täglich verstummt der Festesklang dort niemals.

(1509) Als Weiser kam er und führte die einzigartige Schneide seiner Streitaxt, sodass einundzwanzigmal die Leiber gekrönter Könige zerhauen wurden. Dieser Herr mit Girlanden auf den Schultern ist Nambi, der in Naraiyur steht. In den weiten Fluren setzt der taufeuchte Mullai-Jasmin zahllose Knospen an; daneben zeigen Wasserlilien ihre Augen, und in dicht aneinanderliegenden Feldern spülen die Wasser Perlen heran. (1510) Im klaren Meer legte er sich auf die zornige, glänzende Schlange mit giftigem Rachen zum Schlafen nieder. Er schoss den Pfeil, der den heranspringenden Hirsch fällte; von Mahabali erbettelte er Land. Er ist Nambi, der in Naraiyur steht. In den vogelreichen Fluren zeigen blaue Wasserlilien die Augen schmucktragender Frauen, dicht stehende Lotusse deren Gesichter. (1511) „Er hat heimlich Butter gegessen!“ Mit diesen Worten band die Hirtin ihn mit einem festen, schönen Strick unablösbar an den Mörser. Gefesselt schluchzte und weinte er. Er ist Nambi, der in Naraiyur steht. Bienen trinken berauscht den Honig zarter Blumen, der liebliche Südwind streut Blüten, und kühler Mullai-Jasmin lächelt mit seinen Blütenmündern. (1512) Er zog gern zum Bogenfest im nördlichen Mathura, bezwang die feindlichen Ringer und vernichtete Kamsa mit seinen massigen, felsenharten Schultern. Er sprang auf Kaliya. Er ist Nambi, der in Naraiyur steht. Dort wohnen viele gute Veda-Kenner, die die wortreiche Shruti in rechter Ordnung rezitieren und das Soma-Opfer vollziehen.

(1513) Der Dreiäugige und seine Söhne, voran Vallis Gemahl, flohen beschämt. Da hieb er dem mächtigen Bana den Wald seiner gewaltigen Arme ab und freute sich. Er ist Nambi, der in Naraiyur steht. Ringsum liegen Felder, wo ein Krebsweibchen seinem breitmäuligen Gefährten ins Gesicht sieht, den es im Lotusbett antrifft, und ihm zürnt. (1514) Er lenkte Vijayas Wagen, sodass die dicht herandrängenden Könige mit ihren Speeren starben. Einen Berg hob er als Schirm empor und stand als Herr der Hirten da, er mit dem scharf schneidenden Diskus als Waffe. Er ist Nambi, der in Naraiyur steht. Dort wohnen Brahmanen, die die vier Veden, fünf Opfer, sechs Hilfswissenschaften und sieben Töne regelgerecht beherrschen. (1515) Damit Panchali, deren Finger den Spielball halten, ihr Haar wieder binden konnte, setzte er im Bharata-Krieg das Muschelhorn an den Mund. Da erschraken die kriegergeschmückten Könige mit ihren an Pfähle gebundenen Elefanten. Er ist Nambi, der in Naraiyur steht. Dort wohnen Veda-Kenner, deren Größe Brahma auf dem roten Lotus und Shiva gleicht und deren freigebige Hände niemals versiegen.

(1516) Der Herr, der auf dem Stier reitet, trägt Fluss, Mondsichel, Schlange und Adambu-Blüten im verfilzten Haar und bestreicht seinen Leib mit Asche. Als er kam und um die Behebung seines Mangels bat, gewährte ihm der Unvergleichliche freudig duftende Flüssigkeit aus seiner breiten, berggleichen Brust. Er ist Nambi, der im schönen, von duftenden Hainen umgebenen Naraiyur steht. Der Vers umschreibt die Gabe mit „duftender Flüssigkeit“; die Bildsprache wird hier nicht durch eine konkretere Stoffbezeichnung ersetzt. (1517) Nambi, der in Naraiyur steht, wo gute Veda-Kenner wohnen, besang Kaliyan aus dem feldreichen Mangai mit seinen unversehrten Mauern in dieser klingenden tamilischen Girlande. Wer sie in der Welt wiederholt und singt, dem nähert sich altes Karma nicht mehr. Solche Menschen werden beständig über die Erde herrschen, dann fortgehen und so leben, dass die Himmelswesen sie verehren. (1518) Er wurde zum jungen Brahmanenschüler mit Hirschfell auf der Brust, nahm Mahabalis Land entgegen und maß es mit seinen Füßen aus. Diesen großen Herrn, den Bewohner von Tiruvenkatam mit seinen honigreichen Berghängen, suchte ich auf und fand ihn in Naraiyur. (1519) Er quirlte einst das Meer; am Tag der Überflutung wurde er zum Fisch und ordnete jene Wasser. Diesen großen Herrn, Tirumal, unseren Gebieter, der im schönen Ali wohnt, sah ich in Naraiyur, umgeben von guten Wassern.

(1520) Auf dem reinen Vogel kam er herangeflogen, gewährte dem Elefanten an der Wasserstelle ein unvergängliches Dasein und zerteilte das Krokodil. Den Gott der Götter mit Augen wie roten Lotussen, den Bewohner von Navay, sah ich in Naraiyur. (1521) Als unerschrockener Löwe riss er Hiranyas Fleisch auf. Den Herrn von Tirunirmalai, umgeben von prachtvollen Hainen, dessen Krone eine Girlande unverwelklicher Tulasi-Blüten trägt, suchte ich Tag für Tag und sah ihn in Naraiyur. (1522) Er sandte den gestreiften, furchtbaren Pfeil, sodass der starke Leib des dunklen Dämonen auf dem mächtigen, von steinernen Mauern umgebenen Lanka aufriss. Diesen Bogenschützen, der dem edlen Vibhishana in besonderer Weise freundlich war, suchte ich und fand ihn in Naraiyur. (1523) Er brachte auf der duftenden Blüte an seinem Nabel den Schöpfer der Himmelswelt und aller Lebewesen hervor. Diesen Wundertätigen, den Löwen Yashodas mit ihren pfeilgleichen Augen, diesen verlässlichen Herrn suchte ich und sah ihn in Naraiyur.

(1524) Er ließ den weiten, dicht bewachsenen Khandava-Wald in Flammen aufgehen; er ist der große Herr, der in Meyyam wohnt. Für seine Geliebte pflanzte er den honigreichen himmlischen Wunschbaum im prächtigen Dvaraka ein. Ich suchte ihn und sah ihn in Naraiyur. (1525) Um die Last von der Erde zu nehmen, lenkte er Vijayas Wagen im Bharata-Krieg, sodass sämtliche geordnet herangerückten Heere der kriegerischen Könige zum Himmel aufstiegen. Ich näherte mich ihm, suchte ihn und sah ihn in Naraiyur. (1526) In seinen schönen, mächtigen Händen trägt der große Herr den goldenen Diskus mit seinem aufwallenden, weiten Licht und das Muschelhorn. Ihn, der in Kudandai mit seinen duftreichen Hainen ruht, unseren König, suchte ich und sah ihn in Naraiyur. (1527) Er ist der bleibende Lebensschatz Vasudevas in Mathura, Nambi, der im guten Naraiyur steht. Kaliyan, dessen felsenfesten Schultern frisch duftende Girlanden tragen, besang ihn. Wer seine klingenden Lieder beherrscht, wird in der goldenen Welt selbst den Himmelswesen als göttlich gelten.

(1528) Tirunaraiyur ist von Feldern umgeben, wo ein sanfter Schwan sich eng an seine Gefährtin hält, sich nicht von ihr trennt, Lotusblütenblätter anhebt und Honig kostet. Dort wohnt der Herr Shris, der die Not dessen beseitigte, der einen von Verwesungsgeruch erfüllten Schädel trug und durch die drei Welten um Almosen ging. Mein Herz, erreiche seine beiden Füße! (1529) In Tirunaraiyur kommen schwere Muscheln aus den Wasserarmen zusammen, füllen alle Plätze, kriechen empor und bringen Perlen hervor, die die Wege füllen und Reichtum schenken. Dort wohnt er, der feurige Pfeile schoss, sodass die mächtigen Kronen des starken, schmachbeladenen Dämonen zersplitterten. Mein Herz, erreiche seine beiden Füße! (1530) In den leuchtenden Hainen von Tirunaraiyur strömt Honig aus den Fruchtkammern reifer Jackfrüchte; üppig reifende Bananen hängen dicht beieinander. Dort wohnt der jüngere Bruder des muschelfarbenen Herrn, er, der die drei Welten und die im Gefäß bereitete Butter verschlang. Mein Herz, erreiche seine beiden Füße! (1531) Überall stehen über den Palästen dicht an dicht glänzende Stoffbahnen und verhüllen den Himmel: So unermesslich reich ist Tirunaraiyur. Dort wohnt er, der auf dem Festplatz mit Töpfen tanzte, den Berg hob und den Regen abhielt, dessen massige Schultern Bergen gleichen. Mein Herz, erreiche seine klingenden, mit Fußringen geschmückten Füße!

(1532) Die Wellen der weiten Ponni treiben große Mengen von Adlerholzstücken, Sandelholz, schönem Gold und edlen Perlen nach Tirunaraiyur. Dort wohnt der Herr mit dem strahlenden Diskus als Waffe, der das Tageslicht verbarg und alle sieben Welten in seinem heiligen Leib aufnahm und barg. Mein Herz, erreiche seine goldenen Füße! (1533) Die kühlen Wellen der weiten Ponni treiben Gold, Perlen, Löwenkrallen und Stoßzähne großer Elefanten mit röhrenförmigen Rüsseln nach Tirunaraiyur, sodass alles glänzt. Dort wohnt er, der die zarte Göttin mit blitzschlanker Hüfte für immer auf seiner heiligen Brust wohnen lässt und sich daran freut. Mein Herz, erreiche seine Blumenfüße! (1534) In Tirunaraiyur gedeiht herrlicher roter Reis mit vollen Ähren zwischen roten Lotussen; die Erde blüht auf, Zuckerrohr wächst hoch und bringt Ertrag. Dort wohnt Krishna, der wohltätige Herr, dessen heilige Gestalt die Fülle einer Regenwolke hat, der König der Himmelswesen mit üppigen Tulasi-Girlanden auf der Krone. Mein Herz, erreiche seine zarten, sprossengleichen Füße! (1535) In den weiten Hainen von Tirunaraiyur tragen junge Arekapalmen an ihren Kronen schwere Büschel reifer und grüner Früchte sowie perlenartige Blütenstände. Dort wohnt er beständig im Manimadam, dessen schöne Gestalt sich wie ein Berg erhebt; fest gegründet steht er da. Mein Herz, erreiche seine erhabenen, mit Fußringen geschmückten Füße!

(1536) In Tirunaraiyur von unermesslichem Reichtum steigt dichter Rauch aus den großen vedischen Opfern auf, breitet sich überall aus und bedeckt den Himmel. Dort steht er als Herr, vor dem sich der mit der Mondsichel im verfilzten Haar und Brahma niederbeugen und den sie preisen. Mein Herz, erreiche seine beiden Füße! (1537) Den Herrn, der in Tirunaraiyur steht, umgeben von festen, wehrhaften Mauern, besang der Herrscher des feldreichen Mangai, dessen prächtige Bauten mondhellen Glanz ausstrahlen. Wer diese zehn herrlichen, von Melodien erfüllten Lieder beherrscht, wird in den Himmelsräumen als Unsterblicher in erhabener Würde leben. (1538) Nambi, der Vollkommene, ruht in Kudandai. Nambi hob als Eber die Erde empor. Unser Nambi überschritt die Hindernisse, sodass die Festung der Feinde, das streng bewachte Lanka, zerstört wurde. Nambi durchmaß die Welt mit zwei Schritten. Spricht man seinen Namen, so lautet er: „Namō Nārāyaṇa“ – Verehrung sei Narayana! (1539) Damals stieg er in den weiten, lotusreichen Wasserteich und ließ im Kampf mit der Macht seiner Füße die Giftschlange erzittern. Als Eber hob er die Erde empor; mit zwei Schritten durchmaß er die Welt. Spricht man seinen Namen, so lautet er: „Namō Nārāyaṇa“ – Verehrung sei Narayana!

(1540) Der wilde Elefant glühte vor Zorn und ließ sich nicht bändigen; er aber packte furchtlos seinen gebogenen Stoßzahn und riss ihn heraus, sodass das Tier in Verwirrung geriet. Der große Herr, der den Nektar gewann, trägt Shri auf der Brust. Ohne Scheu aß er Joghurt und Butter der Hirtin, in deren Haar Bienen melodisch summen. Spricht man seinen Namen, so lautet er: „Namō Nārāyaṇa“ – Verehrung sei Narayana! (1541) In Padagam, mitten in der von festen Steinmauern umgebenen Stadt Kanchi, nahm er freudig Platz, damit alle Welten ihn verehren. Unser Vater wandte seinen Bogen im Zorn gegen den starken, kriegerischen Leib des Königs von Lanka und erwies Vibhishana Freundschaft. Spricht man seinen Namen, so lautet er: „Namō Nārāyaṇa“ – Verehrung sei Narayana! (1542) Der große Herr schützte einst die Herden mit dem Berg als Schirm, bezwang sieben unbezwingliche Stiere und steht in Koval. Er kämpfte, sodass die feindlichen Dämonen des südlichen Lanka starben, und sah, wie der grausame Tod herankam und sie verzehrte. Sein Name lautet: „Namō Nārāyaṇa“ – Verehrung sei Narayana! (1543) Mit Waldbären, Affen und Languren als Heer brach er den Stolz der kampfstarken Dämonen und stand siegreich da. Tirumal ist mir immer Honig, Milch und Nektar. Seinen heiligen Namen habe auch ich ausgesprochen; ihr, die ihr zu uns gehört, sprecht ihn ebenfalls: „Namō Nārāyaṇa“ – Verehrung sei Narayana!

(1544) Keinen der aufragenden Berge, der ausgebreiteten Meere, der Himmelsrichtungen und der weiten Erde lässt der Herr außerhalb seines umfassenden Waltens. Er hob den Berg als Schirm empor. Seht, ihr Diener: Sein heiliger Name ist gut! Ich habe ihn ausgesprochen: „Namō Nārāyaṇa“ – Verehrung sei Narayana! (1545) Als heftiger Wind, Regen und Hagel niederprasselten, dachten die Hirten: „Für uns ist nun finstere Nacht gekommen!“ Sie riefen: „Du allein bist unsere Zuflucht!“ Noch ehe ihre Angst sie überwältigte, hob er den Berg lange Zeit als einzigen Schirm empor und schützte die Herden, damit sie vor der Bedrängnis nicht zitterten. Sein Name lautet: „Namō Nārāyaṇa“ – Verehrung sei Narayana! (1546) Unser Herr ist der Gebieter der großen Erdgöttin, deren Gewand das ringsum wogende Meer bildet, der großen Göttin auf der Blume, Brahmas, Shivas, Indras und der Himmelswesen. Sprecht den heiligen Namen dieses Oberhaupts der Unsterblichen, damit unser Karma weiche: „Namō Nārāyaṇa“ – Verehrung sei Narayana! (1547) Preist mit der Zunge den erhabenen Mal von Naraiyur am Manimuttaru, umgeben von weiten Teichen, und nehmt ihn ins Herz auf! Kaliyan, der Geliebte von Frauen mit großen Augen wie blauen Wasserlilien, flocht diese klingende Girlande um Nambis Namen. Wer sie mit Liebe sprechen kann, bei dem bleiben die Sünden nicht: Sie vergehen.

Lesebereich 1548–1647

(1548) Wie eine sanfte, noch nicht gemolkene Kuh an ihr Kalb denkt, so rufe ich, dein Diener, unablässig nur nach dir. Nambi, der du in Naraiyur stehst, umgeben von honigreichen Hainen! Mein Vater und Herr, bestimme für mich, dass ich nicht wieder geboren werde. (1549) Du von uraltem Ruhm, der einst das unversiegliche Urmeer und die sieben großen Gebirge wie einen einzigen Bissen verschlang! Ohne anderen Halt rufe ich, dein Diener, nur nach dir. Ich habe dich gewonnen; schenke mir deine Gnade, mein Vater und Herr! (1550) Deine Gnade hast du in mich gelegt; anderen gebe ich diesen Schatz nicht preis. Ich trinke davon und freue mich, ohne je genug zu bekommen. Du wolkendunkles Meer, du Berg! Ich, dein Diener, liebe dich, der du Tirukkottiyur als Wohnort liebst. (1551) Wenn ich rufe: „Heiliger, der du den Vogelschnabel aufrissest!“, stehst du in mir und kühlst mein Herz, du Einzigartiger. Du Dieb, du Zuckerrohr, das in Kadalmallai ruht, du Freigebiger! Wie könnte ich dich vergessen?

(1552) Du und die Frau mit der bogenschönen Stirn und den langen Augen seid durch den steinigen, grausamen Wald gezogen, du mächtiger Elefant unter den Helden! Gütiger, Nara-Narayana, unser vollkommener Herr! Sage mir, auf welche Weise ich mich vor dir verneigen und dich verehren soll. (1553) Du Korallenfülle auf dem taukühlen Parankunram, du Weiser, du Leuchte von Tirumulikkalam! Du Süßer, du wohlschmeckender Nektar, den wir Diener trinken, du reife Frucht! Indem ich dich erblickte, wurde ich gerettet. (1554) Außer deiner Gnade gibt es für mich keinen Weg zum Heil. Du Schatz, du Perlenfülle von Tirunirmalai, du Herr! Du bist die Zuflucht der Diener, die dich lobpreisend verehren. Indem ich dich erblickte, wurde ich gerettet. (1555) Wenn ich dich „Vater! Hari!“ rufe, sagen die anderen zu mir: „Du bist verrückt!“ Du Perle, du kostbarer Rubin, du aufkeimender Same! Wie könnte ich dich loslassen?

(1556) Du Reiner, der wie der große, strahlende Mond allen Wesen mütterlich Schutz gewährt! Du mit kühlen Lotusaugen, du Hirte, dessen Mund einst die sieben von wogenden Wassern umgebenen Welten verschlang! Wie könnte ich dich vergessen? (1557) Kaliyan, der Nambi von Naraiyur inmitten bienenreicher Haine für immer dient, sang diese klingende tamilische Girlande. Ihr Diener, singt diese Lieder! Wenn ihr singend dasteht und tanzt, ist der Himmel für euch da; Leid gibt es für euch nicht mehr. (1558) „Du wurdest zum Vogel und zum Eber; du drangst in mich ein und nahmst mein Herz, du Dieb!“ Schon wenn ich so spreche, strömen Tränen aus meinen Augen. Wenn mein Herz im Innersten schmilzt und an dich denkt, suche ich die Nähe keines anderen als deine, Nambi, der du in Naraiyur stehst! (1559) Du nahmst die Gestalt des unerschrockenen Menschenlöwen an, kamst mir nahe und vermochtest das Herz deines Dieners einzunehmen, du Kraftvoller! Mit meinen Gedichten werde ich keine bloßen Diener besingen; keinen anderen als dich werde ich suchen, Nambi, der du in Naraiyur stehst! Die knappe Wendung über „Diener“ grenzt hier das Lob abhängiger Wesen vom Lob des Herrn ab.

(1560) Nachdem mein Vater und meine Mutter mich zur Welt gebracht und zurückgelassen hatten, wurdest du selbst mir, deinem Diener, zu Vater und Mutter. Du herrliches, strahlendes Licht, Nambi, der du in Naraiyur stehst! Keine Gestalt außer deiner tintendunklen will ich freudig preisen. (1561) Als ganz kleines Kind verschlangst du die Welt und wohntest auf einem Banyanblatt. Nun wohnst du im Innern meines Herzens. Dass du dich dort niedergelassen hast, kann mir niemals verborgen bleiben, mir, deinem Diener. Nambi, der du in Naraiyur stehst, umgeben von duftströmenden Hainen, in denen schöne Bienen die Blüten durchwühlen! (1562) Dich, der du dich ins Unermessliche ausgedehnt hast, können selbst die Himmelswesen, die deiner gedenken und dich preisen, schwer schauen. Dir, dem man liebevoll zuruft: „Du bist mein Herr!“, habe ich mich zum Dienst verpflichtet. Du bist in mein Herz eingezogen; ich lasse dich nicht fortgehen. Ich gehöre ganz dir, Nambi, der du in Naraiyur stehst! (1563) Mein Vater, dessen Vater und sieben Generationen darüber hinaus sind seit alters deine Diener. Du bist in mein Herz gekommen; ich lasse dich nicht fortgehen. Ach, du mein kostbares Leben, mein König, mein Vater, der du mir unerschöpfliche Gnade geschenkt hast! Nambi, der du in Naraiyur stehst!

(1564) Du Kraftvoller, der mit der Axt die tausend Arme abhieb, sodass die Könige erschraken! Jetzt wohnst du in meinem Herzen. Ich werde nicht zulassen, dass du von hier fortgehst und in das harte Herz irgendeines anderen einziehst. Ich habe dich fest umschlossen, Nambi, der du in Naraiyur stehst, wo Schwäne mit sanftem Wesen wohnen! (1565) Immerzu legen die Unsterblichen goldene Blumen nieder und verehren dich. Mit ihren blütengleichen Händen grüßen sie dich ehrfürchtig und verneigen sich vor deinen geschmückten Füßen; so stehst du da. Nun bist du in mein Herz gekommen; ich lasse dich nicht fortgehen, Nambi, der du in Naraiyur stehst, wo Bienen schöne Blüten durchwühlen! (1566) Ich mühte mich, diesen fleischernen Leib zu behüten und zu erhalten. Da wurdest du mir zum innersten Selbst, handeltest für mich und zogst in das Herz deines Dieners ein. Du Honig, du klarer Saft süßen Zuckerrohrs! In meinem eigenen Herzen durfte ich dich erreichen, Nambi, der du in Naraiyur stehst! Die Beziehung zwischen Leibpflege und innerer Gottesgegenwart ist im Tamilischen stark verdichtet. (1567) Nambi, der in Naraiyur steht, umgeben von gut bewässerten Feldern, besang Kalikanri, der Herr von Mangai mit Schultern wie große, felsige Berge. Wer diese Girlande trefflicher Worte ausspricht, wird im weiten Himmel in guter Wesensart froh sein und lange leben.

(1568) „Er ist der Bogenschütze, der die zornigen, rotäugigen Dämonen erschlug!“ So nehmen die Wissenden ihn in ihre Herzen auf und preisen ihn immerzu. Den großen Weisen, den Helden, der sieben Bäume durchschoss, den im Wachzustand aufzusuchen und zu erreichen jedem schwerfällt, Nambi, der in Naraiyur steht, sah ich, sein Diener, heute im Traum. Weil ich ihn sah, jubelten meine beiden Augen, und ich freute mich mit ihnen. (1569) Wie ein Kalb an seine Mutter denkt, so brachte er auch mich dazu, allein an ihn zu denken; er selbst denkt mütterlich an mich und gewährt mir Gnade. Dieser Vater verschlang einst diese Welt und gab sie wieder frei. Er trägt Makara-Ohrgehänge; er ist der starke Hirte im Durchgang des ummauerten Koval, der Löwe unter den Unsterblichen. Keinen anderen als diesen meinen Geliebten werde ich lieben. (1570) An dem Tag, an dem er kam, nahm er mein Herz zur Wohnung; kein anderes Herz kennt er mehr. Er wurde zum Denken seines Dieners und lässt mich nicht zu den Bewohnern der südlichen Totenwelt gelangen. Diese Gewissheit habe ich fest gewonnen. Wie könnte ich unseren Herrn vergessen, den höchsten König von Kudandai inmitten blütenreicher Haine, den Tänzer mit den Töpfen, meinen Vater und den Herrn meines Vaters und dessen Vaters?

(1571) Für die fünf Brüder zog er in den Bharata-Krieg und lenkte voller Erbarmen ihren Wagen, sodass die kraftstolzen Könige fielen; so schenkte er ihnen seine süße Gnade. Er ist unser Herr, der Gebieter von Arangam an der duftenden Kaveri, mein Gebieter und der Gebieter des Himmels. Er zog gegen das meerumgürtete Lanka und sandte Pfeile aus, sodass es erbebte. Vor keinem anderen als diesem Lotusäugigen wird mein Herz sich niederbeugen. (1572) Wenn ich dort in der glühenden Hölle versinke, kommt er zu mir, seinem Diener, sagt „Fürchte dich nicht!“ und hält mich aufrecht. Unser Herr hat goldschöne, lotusgleiche Füße. Er ist Hari auf dem Venkatam, der als Schmuck der Himmelswesen dasteht; er riss den Pferdedämon auseinander, aß Butter und wurde an den Mörser gebunden. An keinen anderen als dieses süße Zuckerrohr, diesen Honig, diese gute Milch wird mein Herz denken. (1573) Nicht einmal für einen Augenblick, so klein wie ein Sesamkorn, weicht er aus meinem Herzen. Er ist die süße Masse von Tirumaliruncholai, berühmt für seine herabhängenden Haine, in denen Kongu-Bäume goldgleich aufblühen; er ist der süße Saft, den das Zuckerrohr hervorbringt. Er ist der Gelehrte, der einst aus Liebe die vier Veden vortrug, der mächtige Herr, der auf dem Meer ruht. Keinen anderen als diesen mir wohlgesinnten Herrn werde ich besingen.

(1574) Als süße Sprache der Melodie, als Palai-Klang aus den Saiten der Yazh kam er hierher und nahm meine Augen, mein Herz und meinen Mund zur Wohnung. Nachdem er sie eingenommen hat, spricht mein Mund nur noch von der Gestalt unseres Herrn: Er wohnt in den Herzen der Veda-Kenner und ist der große Gebieter der Himmelswesen, unser Gebieter, meerfarben wie die anschwellenden Wasser, in denen Makara-Wesen spielen, von der Farbe eines kostbaren Edelsteins. (1575) Sagt mir: Welche Sünde könnte uns jetzt noch erreichen? Schon in diesem Leben haben wir Gnade empfangen. Heute sah ich ihn: den uralten, offenbaren Weg, der quälenden Kummer beseitigt und allein Freude schenkt; den Weisen, den die Welt verehrt; die Perle, vor der die Himmelswesen sich beugen; die Frucht, die seine Liebenden genießen; den Dieb, der aus Liebe mein Herz gewann. (1576) Sagt mir, was soll ich, sein Diener, dagegen tun? In meinem Herzen wohnt immer der ruhmreiche Löwe von Thanjai. Er riss damals dem Goldbenannten die Brust auf. Damit die Stadt des Dämonen mit dem flammengleich blitzenden Schwert verwüstet wurde, dämmte er das umgebende Meer. Diesen großen goldenen Berg, diesen Edelsteinberg verehren die Unsterblichen. Mein Herz ruft keinem anderen zu: „Sei gepriesen!“

(1577) Der strahlende Kaliyan, Spross von Mangai mit seinen Hainen voller sich öffnender Blüten, der Herr des Landes Tiruvali, trägt Nambis gute, große, blumengleiche rote Füße auf dem Haupt, verehrt sie, erhebt sich und tanzt. Über den Herrn, der im guten Naraiyur steht, sprach er für die Diener diese Wortgirlande. Singt diese zehn Lieder, ihr Diener! Wenn ihr sie singt, bleiben die Sünden nicht bei euch. (1578) „Du großes Kind, das an der Brust der feuerhaarigen Dämonin trank, sodass ihre Augen erloschen, heißes Blut herabströmte und sie zu Boden fiel! König der Himmelswesen!“ So verehren Menschen die Füße unseres Herrn im kühlen Cherai, reich an Edelsteinpalästen, deren Spitzen den Bauch der jungen Mondsichel am Himmel streifen. Seht: Diese Verehrenden stehen über meinem Haupt! (1579) Auf seiner bergbreiten Brust wohnt die Blütengöttin mit schönen Brauen und langen, dunkel gezeichneten Augen. Er ist der Tänzer, der ein junges Kalb gegen die Vilam-Früchte schleuderte, sodass es die starken Zweige durchbrach. Er wohnt im himmelhohen Tempel des reichen Cherai mit seinen kühlen, frisch duftenden Blütenhainen. Wer die Füße unseres Herrn verehrt, wohnt für immer in meinem Herzen. (1580) „Deine Hand schnitt damals der heranstürmenden Frau von abstoßender Gestalt, deren scharfe Zähne wie Blitze leuchteten, Ohren und schreckliche Nase zugleich ab!“ So preisen die Frommen die Füße unseres Herrn im kühlen Cherai, wo Bienen mit Blütenstaub beladen summen. Sie streuen Blumen und sprengen Wasser zur Verehrung; herrlicher noch als die Himmelswesen leuchten sie.

(1581) „Du sandtest vom kriegsbeherrschenden Bogen kämpfende Pfeile aus, sodass der schwerttragende Dämonenfürst mit seinem Streitwagen im furchtbaren Kampf auf dem südlichen Lanka erschlagen fiel!“ So sprechen sie täglich und rezitieren die Namen unseres großen Herrn von Cherai, dessen berggleiche Brust Girlanden trägt, des Gebieters der Himmelswesen. Von solchen edlen Menschen will ich mich niemals trennen. (1582) Ich gehöre weder den anderen, die ihre Verehrung üben, noch den hartnäckigen Jaina-Asketen mit schmutzigem Leib; ich gehöre allein dem Ursprungsherrn, der voranstürmte, Löwengestalt annahm und Hiranyas Widerstand brach. Für jene, die täglich der Füße unseres Herrn im kühlen Cherai mit seinen duftenden Blütenhainen gedenken, strömt mein Herz von Honig und wird immer süßer. Die abwertende Darstellung anderer Asketen gehört zur konfessionellen Polemik des Gedichts. (1583) „Du Gütiger, der du einst als Eber die Erde emporhobst!“ So rufe ich und bin dein Diener geworden. Ich sage: Außer deinen heiligen Füßen habe ich keinen Beistand. Nun habe ich die Diener unseres Herrn im reichen Cherai gesehen, dessen blühende Fluren Bienen tragen. Seht doch, wie mein Herz und meine beiden Augen darüber jubeln!

(1584) „Du Gütiger, der du im gewaltigen Meer auf der gestreiften Schlange mit ausgebreiteter Haube ruhst! Du Wundertätiger wie ein dunkel schimmernder Edelsteinberg!“ So denke ich immerzu an die heilige Gestalt unseres Herrn im kühlen Cherai, wo bienenreiche blaue Wasserlilien über die Felder hin blühen. Er hat meine fünf Sinne ganz eingenommen. Meine Liebe besteht darin, den Dienern dieses Herrn selbst zu dienen. (1585) Der grausame Tod wird uns nicht verschlingen; unablässige Sünden werden uns nicht befallen, wenn wir an jene denken, die den Herrn mit Augen voll Freude schauen, innerlich schmelzen und ihn mit erhobenen Händen verehren. Er wohnt im kühlen Cherai, umgeben von grünen Hainen, wo Bienen melodisch summen; seine Füße sind wie zarte Sprosse, und vor ihnen beugen sich die Bewohner des Himmels und der Erde. (1586) Ich bin trügerisch und habe ein falsches Herz. Was soll aus mir werden, wenn mich einmal die Flut namens Sorge erfasst? Doch seht, wie mein Herz für jene schmilzt, die täglich die Füße unseres Herrn im Innersten bewahren! Er wohnt im kühlen Cherai, wo Arbeiter beim Jäten auf den fruchtbaren Feldern die dunkelblauen Wasserlilien mit den Füßen beiseiteschieben, sodass Honigduft aufsteigt.

(1587) Schwäne gehen mit ihren Gefährtinnen über die Felder, wie Frauen mit blumengeschmücktem, dunklem Haar, und schlafen im süßen Schatten der Mangobäume. Den Herrn dieses kühlen Cherai besang Parakalan, Kalikanri, der Herr eines Wagens mit springenden Pferden, in einer klingenden Girlande. Ihr Diener, steht da, verehrt ihn mit beiden Händen und legt diese Girlande auf seine reinen, herrlichen, goldenen Füße! (1588) Unser Vater und großer Herr kam mitten in tiefer Nacht, sodass die schweren Fesseln an den Füßen seines Vaters sich lösten. Die Stadt, in der er liebevoll Wohnung nahm, ist Alundur mit seinen schönen Straßen: Der Himmel spendet zeitig Regen, und Veda-Kenner von unvergänglicher Würde hüten das Opferfeuer zu allen drei Übergangszeiten des Tages. (1589) Der Gott der Götter lenkte als Wagenführer im Bharata-Krieg den Wagen, sodass die mit ausgedehnten Heeren herangerückten Könige starben. Seine Stadt ist Alundur, umgeben von schönen Feldern: Reiher, die vor den langen, kräftig gewachsenen Valai-Fischen im Wasser flohen, nähern sich wieder mit Aral-Fischen im Schnabel. (1590) Der Mächtige ließ die zehn Köpfe des Herrn des südlichen Lanka mit seinen rotgoldenen Mauern fallen, indem er sie zum Ziel seines himmlischen Pfeils machte. Seine Stadt ist Alundur: Bienenschwärme kosten die an Zweigen dicht wachsenden Madhavi-Blüten und ziehen dann zum fünffach geordneten Haar junger Frauen, deren Augen Pfeilen gleichen.

(1591) Er wohnte in der Flut auf einem Banyanblatt; dann zog er in das Herz seines Dieners ein und blieb in meinem Innern und meinen Augen. Die Stadt dieses Herrn ist Alundur, umgeben von schönen Feldern: Vögel suchen mit ihren geliebten Gefährtinnen in schlammigen Äckern nach Fischen, um die Jungen zu füttern. (1592) Er selbst ist Tag und Nacht, Erde und Himmel; er steht als unvergleichliches Licht und als Dunkel da. Seine Stadt ist Alundur mit schönen Straßen: Stoffbanner und der Staub der Wagen drängen sich dicht zusammen; der Rauch des Adlerholzes, mit dem Frauen ihr Haar beduften, lässt alles wie von Wolken erfüllt erscheinen. (1593) Mit seinem roten Mund, der einem Lotus mit glänzenden Blütenblättern gleicht, schenkte er mir ein Lächeln, kam nahe und zog in mein Herz ein. Seine Stadt ist Alundur mit schönen Straßen: Die einzelnen spitzen Aufsätze hoher Paläste durchstoßen die Wolken, sodass diese Tropfen versprühen; der jubelnde Klang des Tanzens verstummt niemals. (1594) Am Abend kam er, verweilte auf dem Blumenlager, trat ins Herz seiner Dienerin ein und ließ meine blauen Augen von Tränen überfließen. Seine Stadt ist Alundur: Seine langen Straßen gleichen dem uferreichen Meer; zwischen den himmelhohen, weiß verputzten, prächtigen Palästen verhüllt der Rauch der Zuckerrohrmühlen die glühende Sonne.

(1595) Im Traum vereinigte er sich mit mir, sodass meine rankenschlanke Hüfte schmerzte; dann stand er mit gefalteten Händen vor mir und erfüllte mein Herz ganz. Seine Stadt ist Alundur mit schönen Straßen, wo der Klang schöner goldener Fußspangen niemals verstummt, wenn anmutige Frauen mit baumwollweichen Füßen einhergehen. (1596) Gestern kam er hierher, nahm meine fünf Sinne und meine Schönheit mit sich und ging wieder fort, sodass meine schönen, goldverzierten Gewänder locker wurden. Die Stadt dieses Heiligen ist Alundur, umgeben von prächtigen Feldern: Auf Lotussen im beständigen, alten Wasser singen gestreifte Bienen, und Schwäne spielen mit ihren Gefährtinnen. (1597) In den Feldern von Alundur zeigen blaue Wasserlilien zwischen dem Reis ihre Augen, Kumuda-Blüten im Wasser ihren Mund und vielblättrige Lotusse ihr Gesicht. Den Herrn, der dort steht, besang Parakalan, König von Mangai, wo Kuckucke im dichten Rankengebüsch rufen. Wer diese tamilische Girlande glänzender Worte ausspricht, bei dem bleiben die Sünden nicht. (1598) Als Löwe riss er einst den starken Leib des Asura auf und freute sich. Links hält er das Muschelhorn, rechts den flammenden Diskus. Diesen Herrn mit schönen Lotusaugen, der beständig im südlichen Alundai wohnt, unter Menschen, die Brahma auf dem roten Lotus gleichen, habe ich, sein Diener, gesehen.

(1599) Er nahm die todbringende Streitaxt auf, sodass die Könige fielen. Den alterslosen Himmlischen von der Farbe des tiefen Wassers, der seinen Dienern voller Mitleid „Ach, ach!“ zuruft, den Gott der Götter, der beständig im südlichen Alundai wohnt, habe ich gesehen und mich an seiner Schau erfreut. (1600) Er ist der Eigentümer aller Dinge, der Schöpfer der Welten mit ihren rauschenden Wassern. Einst schleuderte er den mächtigen Diskus, sodass der Stierreiter floh; er zerstörte das südliche Lanka der Feinde. Diesen Herrn des schönen Alundur habe ich, sein Diener, erreicht und bin gerettet worden. (1601) Er hielt den Regen mit dem Berg zurück. Dem edlen Elefanten schenkte der starke Kämpfer einst Gnade, damit er nicht zugrunde ging. Damals aß er mit Freude die duftende Butter der Kühe. Ihn, der im schönen Alundur steht, habe ich, sein Diener, geschaut und bin ganz erfüllt. (1602) Er vernichtete Kamsa und steht in Kannamangai. Durch die Brust der trügerischen Dämonin sog er mit seinem Mund ihr Leben ein. Diesen Berg aus schwarzer Augensalbe, der beständig im südlichen Alundai unter Kennern der vier Veden mit ihren reinen Worten steht, habe ich, sein Diener, gesehen.

(1603) Er ist der Große, den selbst das Oberhaupt der Himmelswesen, Brahma und der Gott, der sich am abgezogenen Elefantenfell erfreut, schwer erkennen können. Diesen Dunklen, vor dessen Füßen die Veda-Kenner von Alundur sich beugen, habe ich, sein Diener, gesehen und mich gefreut. (1604) Auf seiner Brust wohnt Shri. Er nahm Gestalt an als Richtungen, Erde, Wasser, Feuer und die übrigen Elemente, als der Wind, der den Klang trägt; zugleich steht er ohne greifbare Gestalt da. Diesen dunklen, fruchtbaren Wunschbaum, der beständig im südlichen Alundai steht, habe ich gesehen und mich gefreut. (1605) Er hat mich freudig zu seinem beständigen Diener gemacht. Er ist der Wundertätige, der die Brüste der Erdgöttin umfängt. Ihn, den wortgetragenen Sinn aller Künste und Lehren, der beständig im südlichen Alundai steht, wo in jeder Straße die vier alten Veden wie das Wogenmeer ertönen, habe ich gesehen und mich gefreut. (1606) Er ist der Herr von Per und der große Herr von Kudandai, der Gemahl der strahlenden Blütengöttin mit schön umgürteten, vollen Brüsten. Ihn, den unerschöpflich süßen Nektar, die dunkle, regenreiche Wolke, die beständig im südlichen Alundai steht, habe ich gesehen und mich gefreut.

(1607) Den Ursprung des Dharma, der beständig im südlichen Alundai unter Menschen wohnt, die dem starken Murugan gleichen, besang Kalikanri, König des schönen Ali, mächtig mit seinem langen, vom Feindesblut befleckten Speer. Wer diese zehn Lieder ohne Abweichung von ihrer Ordnung beherrscht, wird über die ganze Himmelswelt herrschen. (1608) Du Reicher, der selbst Shris Glück und Herrlichkeit ist! König der Götter, Rotäugiger, Meister des schön geformten, rotflammenden Diskus! Du Einzigartiger, der die Welt verschlang, du Träger Shris auf der Brust! Ich vermag mich allein nicht durchzusetzen und zu retten: Die fünf sind miteinander in mich eingedrungen und zehren unablässig an mir. Aus Furcht davor nahm ich Zuflucht zu dir, Herr, der du im Westen von Alundur stehst! (1609) Mit der Blütengöttin kamst du, der schönen Frau mit ballspielenden, zarten Fingern und geschmückten Armen, und nahmst beständig Wohnung in meinem Herzen. Du Dunkler, dessen Glanz einer Regenwolke gleicht! Du Chandogya, du Paushiya, du Taittiriya, du Kenner des Sama-Veda, du erhabener Mal! Ach, außer deinen Füßen kenne ich nichts, Herr, der du im Westen von Alundur stehst! Die Namen bezeichnen vedische Überlieferungszweige, die der Hymnus mit dem Herrn verbindet.

(1610) Du mit langen Armen, die den ölglänzenden Diskus und das Muschelhorn halten! Du brachtest mich, deinen Diener, in eine Welt, in der ich nichts vermag. Die fünf dringen durch Niedrigkeit und Größe hindurch, besetzen meinen Leib mit Täuschung und erhalten darin ihr Leben. Aus Furcht davor nahm ich Zuflucht zu dir. Herr, außer deinen Füßen kenne ich nichts, du Gebieter, der im Westen von Alundur steht! Der Satz über die Welt und das Handeln ist im Tamilischen mehrdeutig. (1611) Du Höchster, du Erhabener, vor dem der Pandya, der Chera und der Chola, die Könige und Oberkönige der Erde, sich beugen und den sie preisen! Madhava, Madhusudana, sieh: Außer dir habe ich keinen guten Beistand. Nara, Narayana, Nambi von Tirunaraiyur, unser großer Herr, Beschützer und Gebieter der Himmelswesen! Einst wurdest du zum ursprünglichen Eber. Herr, der du im Westen von Alundur stehst! (1612) Als Löwe packtest du im grausamen Kampf die Brust des Gewaltigen und rissest sie auf, sodass der Feind in den Himmel ging. Du Gütiger, der du einst einen großen Berg hochhieltest, damit die Kühe gerettet wurden! Du Höchster, du Reiner! Ich habe das Wesen des Kali-Zeitalters erkannt und begriffen, was ich zu tun habe. Herr des Weltalls, außer deinen Füßen kenne ich nichts, du Gebieter, der im Westen von Alundur steht!

(1613) Du aßest köstlichen Joghurt und Butternektar. Doch deine eigene Mutter band dich fest; du saßest da, weintest und seufztest, sodass man davon erzählte und darüber lachte. Du Weltenausschreitender, der du den Erden- und Himmelsbewohnern fern bist! Du bist von jeher die vier Zeitalter Krita, Treta, Dvapara und Kali. Du Hirte, außer deinen Füßen kenne ich nichts, Herr, der du im Westen von Alundur stehst! (1614) Du zürntest Kamsa, sodass er erschrak. Du Wolkenfarbener, von meeresgleichem Glanz! Einst bezwangst du die sieben Stiere und brachst ihre Kraft, mein Vater; du bist die sieben Himmelsräume. Wenn ich weiter dulde, wird es unerträglich: Um Genüsse zu kosten, dringen die fünf ein, zerreißen und verzehren mich. Aus Furcht davor nahm ich Zuflucht zu dir, Herr, der du im Westen von Alundur stehst! (1615) Du Erhabener, vollkommener Herr des tosenden Meeres! Während ich hier saß und allein deiner gedachte, drangen die fünf heftigen Jungstiere ein und bewachten mich. Ich entkam ihrer Bewachung, verließ ihre Wohnstatt und flüchtete unter deine Füße. Gewähre mir Kleidung und Nahrung, schenke mir Gnade und nimm mich, deinen Diener, in deinen Dienst, mein Vater, Herr, der du im Westen von Alundur stehst!

(1616) Als Herren haben die fünf meinen Leib besetzt. „Gib uns Kleidung und Nahrung!“, so bedrängen sie mich und gehen nicht fort. Ich kann sie nicht ertragen. Du Heiliger mit dem Vogelbanner, du erhabener Mal, der du auf dem Lager der feuermäuligen Schlange ruhst! Tirumal, ich weiß nicht mehr, was ich tun soll. Erbarme dich ein wenig über deinen Diener und rufe ihm „Ach, ach!“ zu, Herr, der du im Westen von Alundur stehst! (1617) Den Herrn im Westen von Alundur, umgeben von grünen Blütenhainen, in denen Schwäne wohnen, besang Kalikanri mit seinen jugendkräftigen, festen Schultern: der Herr des Ali-Landes und edle König von Mangai. Diese zehn Lieder sind eine gute Edelsteinkette aus süßem Tamil, eine reine Girlande. Wer sie beherrscht, wird als beständiger König die Welt regieren und unter einem würdevollen weißen Herrschaftsschirm Freude finden. (1618) Seht den Wundertätigen: Während Shri auf dem roten Lotus und die Erdgöttin seine beiden rotgoldenen Füße streichen und die Weisen ihn preisen, ruht er im weiten, schiffreichen Meer auf der gestreiften Schlange namens Ananta. Er ist der König der Unsterblichen, der freudig im schönen, reichen Alundur steht. Dort leben Menschen, die Brahma auf seinem schönen Lotus gleichen, erfüllt von weithin gerühmter Kenntnis der vier Veden, der fünf Opfer und der überlieferten Lehren.

(1619) Einst verschlang dichtes Dunkel diese sieben Welten; Weise und Danavas verloren die Orientierung. Da kam unser höchster Herr mit Pferdegesicht und gewährte ihnen den gesamten Sinn der vielfältigen Wissenschaften und der vier Veden. Seht ihn, den König der Unsterblichen, der freudig im schönen, reichen Alundur steht! Die Ähren des roten Reises fächeln wie Wedel, Muscheln ertönen, und Schwäne lassen sich mit ihren Gefährtinnen auf roten Lotusblüten nieder. (1620) Der edle, mächtige Elefant war in den Teich gestiegen, als das zupackende Krokodil ihn ergriff. Gequält stand er da und rief: „Du Licht, dessen Blütenglanz die Erde erhellt!“ Seht meinen makellosen Herrn, der die Not seines Herzens beseitigte! Er ist der König der Unsterblichen, der freudig im schönen, reichen Alundur steht. Die wogende Ponni bringt Sandelholz, Adlerholz, Gold und Edelsteine von den Bergen, treibt sie heran und strömt durch Schleusen in jedes Feld; so wächst der Wohlstand. (1621) Seine heilige Gestalt wurde zum Eber. Mit Fußspangen und anderen Schmuckstücken versehen, leuchtete er wie ein Berg aus rotem Stein; er hob die schöne Erdgöttin empor, umfasste sie und setzte sie gütig zwischen seine Hauer. Seht unseren Herrn, den König der Unsterblichen, der freudig im schönen, reichen Alundur steht! Bienen lassen ihre Flügel erklingen; in den Hainen voller Arekapalmen rufen Kuckucke und tanzen Pfauen. Rauschende Wellen umgeben die Schönheit der Stadt.

(1622) Er wurde zum zornvollen, kampfstarken Löwen und riss den Leib des mächtigen Hiranya auf. Der Dämonin, die mit Täuschung im Herzen kam, entzog er das Leben, sodass sie starb. Seht unseren Wundertätigen, den König der Unsterblichen, der freudig im schönen, reichen Alundur steht! Dort wohnen Frauen mit schwanengleichem Gang; ihre von Armreifen geschmückten Hände tragen smaragdgrüne Papageien mit roten, fruchtgleichen Schnäbeln und süßen Stimmen. (1623) Um das Leid der Himmelswesen zu beenden, erschien er als würdiger junger Brahmane, bat Mahabali um drei Schritte Land und maß dann siegreich alle sieben Welten aus. Seht meinen Herrn, den einzigartigen Ursprung mit dem Diskus als Waffe! Er ist der König der Unsterblichen, der freudig im schönen, reichen Alundur steht. Honigreiche Haine säumen schöne Straßen; in jedem Saal der prächtigen hohen Paläste wohnen Veda-Kenner von altem Ruhm. (1624) Um Sitas willen, deren zarte Finger den Spielball berühren, schoss er tödliche Pfeile auf den König von Lanka, über das selbst die Sonne nicht hinwegzog. Dessen unermesslich starke Arme und Köpfe rollten zu Boden, und der Herr freute sich. Seht ihn, den König der Unsterblichen, der freudig im schönen, reichen Alundur steht! Die Zungen der Brahmanen lassen reines Tamil und die nördliche Gelehrsamkeit glänzen; wie der Viergesichtige sind sie. Der Rauch ihrer rechtschaffenen Opfergaben erfüllt die Stadt.

(1625) Er riss dem mächtigen, brunfttrunkenen Elefanten den Stoßzahn aus, sodass dieser zusammenbrach; er bezwang die jungen Stiere und führte den Kuravai-Reigentanz auf. Voll Freude aß er Joghurt und Butter, die die Hirtin mit frisch duftenden Blumen im Haar bereitgestellt hatte. Seht den Wundertätigen, den König der Unsterblichen, der freudig im schönen, reichen Alundur steht! Arekapalmen und Bananen gedeihen überall im Überfluss und zeigen Farben wie rote Korallen, Smaragde und gute Perlen; schöne goldene Mauern und Haine umgeben die Stadt. (1626) Er zerschlug den feindseligen Kamsa, die Ringer, den Bogen, den prächtigen Elefanten und den rollenden Wagen. Seht den Erhabenen mit langen, überaus starken Schultern, mit beständigem Siegesruhm und dem Diskus in seiner schönen Hand! Er ist der König der Unsterblichen, der freudig im schönen, reichen Alundur steht. In den von prächtigen Hainen gesäumten Straßen bevölkern Frauen mit blumengeschmücktem Haar beim heiligen Fest jede juwelengeschmückte Veranda und tanzen. (1627) Er wurde zum Eber, zum Fisch und zum Löwen; er erschuf die Erde, bewahrte sie, verschlang sie und gab sie wieder frei. Diesen höchsten Herrn, den König, der im schönen Alundur steht, während Indra, Brahma und Skanda seine Füße verehren, besang Kalikanri, der Herr des Ali-Landes, stark mit seinem zornigen langen Speer. Wer diese zehn freudvollen Lieder beherrscht, wird als Himmlischer über die vom rauschenden Meer umgebene Welt herrschen.

(1628) Ihr wollt, dass die Falschheit aus eurem Herzen weicht, und verehrt deshalb seine geschmückten Füße? Gedenkt dessen, der im Salasayanam von Sirupuliyur und in meinem eigenen Herzen wohnt! Dort breiten sich die Wellen des uralten Meeres aus und spülen klare, leuchtende Edelsteine überall an die Ufer. (1629) Achtet nicht auf die Worte der umherziehenden Asketen mit ihren geringen Gelübden, die auf den Straßen dem gekochten Reis und dem Reisbrei nachgehen und sich voneinander absondern. Kommt und sucht Zuflucht! Erkennt die Füße des Herrn in Zwerggestalt im Salasayanam von Sirupuliyur, wo Veda-Kenner in heiligem Glanz wohnen. Erkennt sie wahrhaftig! Die erste Hälfte ist eine polemische Darstellung anderer asketischer Gemeinschaften, keine neutrale Beschreibung ihrer Lebensweise. (1630) Euer Karma wird vergehen; verehrt ihn und findet Rettung, ihr demütigen kleinen Diener! Auf einer Seite rauscht Wasser, auf einer liegen Felder, auf einer Haine. Im Salasayanam von Sirupuliyur summen Schwärme geflügelter Bienen. Außer den Füßen des dort wohnenden Herrn kenne ich keinen anderen Halt, nicht einmal für einen Augenblick. (1631) Der Herr hat mit dem Axtträger, in dessen verfilztem Haar der himmlische Mond geborgen ist, eine Hälfte seiner Gestalt gemeinsam; er ist das Oberhaupt der Unsterblichen. Außer den Füßen des Rinderhirten im Salasayanam von Sirupuliyur, das honigreiche Haine umgeben, kenne ich, sein Diener, nichts.

(1632) Damit man nicht in die endlose, tiefe Hölle gerät, verehren und preisen dich die Unsterblichen täglich mit dem Ruf „Unser Vater!“. Ihr Ort der Verehrung ist Salasayanam in Sirupuliyur, wo rote Lotusse in bewegten Wassern blühen. Du mit den schönen Lotusfüßen, gewähre mir, deinem Diener, deine Gnade! (1633) Blaue Wasserlilien, blühende Ambal-Lilien, Lotusse und rote Wasserlilien vermischen sich; darin erblühen gleichsam die Augen, Lippen und Gesichter junger Frauen. Gut bewässerte Felder umgeben Salasayanam in Sirupuliyur. Wer die Füße derjenigen verehrt, deren Wesen darin besteht, dieses Heiligtum anzubeten, wird kein Leid haben. (1634) Du Wundertätiger, der du auf dem hoch aufragenden, kühlen Berg Tirumaliruncholai wohnst, sage mir dies: Bist du in den vier Veden? Bist du im Salasayanam von Sirupuliyur unter den Veda-Kennern, die mit ihren Händen das Feuer hüten? Oder bist du im Herzen deiner Diener? Ich weiß es nicht. (1635) Ich lasse das Verlangen nach Frauen mit dunkel gezeichneten, blauen, blumengleichen Augen los. Um gerettet zu werden, verehre ich allein deine geschmückten Füße und erhebe mich. Du Makelloser, der du im Salasayanam von Sirupuliyur auf dem Lager der fünfköpfigen Schlange wohnst, wo Papageien die Worte aus den roten Mündern junger Frauen nachsprechen: Gewähre mir Gnade!

(1636) Du hast die Gestalt einer großen dunklen Wolke, des Feuers, des Wassers, eines mächtigen hohen Berges und anderer Dinge; zugleich hast du deine eigene Gestalt. Kostbarer Nektar des großen Meeres im Salasayanam von Sirupuliyur, wo die große Göttin Shri wohnt! Deine Füße allein sind meine Zuflucht. (1637) Den schönen, wolkenfarbenen großen Herrn der Unsterblichen im Salasayanam von Sirupuliyur mit seinen herrlichen, langen Straßen besang Kaliyan, Herr des von regenreichen Feldern umgebenen Mangai, in einer klingenden Girlande. Wenn die Menschen dieser Erde ihn mit diesen Liedern lobpreisen und verehren, werden die Sünden nicht bei ihnen wohnen. (1638) Er ist das große, alles umgebende Meer, der kampfstarke Stier, das Weibliche und das Männliche, die Askese, die zahllosen Weisen Gnade gewährt, die dichte Perlenkette, das Leben der Liebenden, die Perlenfülle, die Knospe und die offene Blüte, das Verlangen im Herzen seines Dieners, das süße Zuckerrohr, das Nektar birgt, und die reife Frucht. Ich ging hin, suchte ihn und fand ihn in Kannamangai. (1639) Er ist wahrhaft heilsame Askese, die Wahrheit, die den Himmel schenkt, und die Unwahrheit; er ist das tintendunkle Meer mit einem Muschelhorn in der Hand, der Meeresfarbene, Mal, der Wundertätige, der auf einem Banyanblatt ruht. Er ist gestern, der Tag, der heutige Tag, das kommende Morgen, der Monat und das Jahr; er ist Zucker und der klare Saft im Zuckerrohr. Ich sah ihn in Kannamangai.

(1640) Er ist der Herr, der uns Gnade erweist. Freudig räumt er in seiner eigenen Gestalt dem einen Anteil ein, der die Bergtochter mit langem, duftendem Haar als seine Hälfte trägt. Er ist das Wesen der Dinge, die Wolke, über die der große, kühle Mond gleitet, das Licht, der Gipfel des großen nördlichen Berges, die Nacht und der Tag, die wir liebevoll verehren. Ich ging hin, suchte ihn und fand ihn in Kannamangai. (1641) Er ist das Kind, das das Gift an der Brust der Dämonin trank, der Gott, den die Klarsehenden verehren, der Wundertätige und der starke Jüngling im Durchgang des ummauerten Koval. Er ist auch der Herr im Denken der Brahmanen, das hell strahlende Licht, mein Vater, mein aufbewahrter Schatz für die Zeit der Schwäche, die Goldmünze und der Edelstein. Ich ging hin, suchte ihn und fand ihn in Kannamangai. (1642) Er ist der mächtige Stier, unser Herr im Himalaya, dieses Leben und die Arznei für das jenseitige, die Kraft und der Gebieter, der uns über das Weltall hinausführt. Mit einem Diskus in der Hand ist er der Tod für die Feinde; er ist ein Berg aus kostbaren, leuchtenden Edelsteinen, die Perlenfülle, die in Ninravur steht, der Wind und das Wasser. Ich ging hin, suchte ihn und fand ihn in Kannamangai.

(1643) Er ist Stärke, der erhabene Held, der zornig den Pferdedämon zu Fall brachte; er ist ein Kästchen voller strahlender, himmlischer Juwelen, der Gemahl Shris, der Gott, dessen Glanz leuchtenden Korallen gleicht. Er ist die sieben Welten, das Weltzeitalter, der Träger des Diskus in seiner Hand und die heilige Gelehrsamkeit der Brahmanen. Ich fand ihn in Kannamangai mit seinen Feldern voller blühender roter Wasserlilien. (1644) Er ist der Vollkommene, der Vater des nach vier Richtungen blickenden Brahma, der Gott der Götter, der Älteste und Erste unter den Dreien, das leuchtende Licht, Himmel und Erde, der Herr, mit dem der Stirnäugige verbunden ist. Er ist Hari, der Vater, der den Pferdedämon aufriss, der Lenker, der als gewaltiges Feuer im Wasser steht. Ich fand ihn in Kannamangai mit seinen Hainen, in denen berauschte Bienen summen. (1645) Er ist der zorngewaltige Elefant, der Herr, der ein Kalb schleuderte, sodass die Vilam-Früchte fielen, der Held, der das Gift kostete und trank, sodass die Dämonin starb. Er erschien als Gift, um den mächtigen, schwerttragenden Dämonen zu vernichten; zugleich ist er Nektar, der Gebieter und der Vollkommene, der über den Häuptern seiner Liebenden steht. Er ist der Listige, der Kamsa durch seine List in den Tod führte. Ich fand ihn in Kannamangai.

(1646) Er ist die Melodie und ihr besonderes Wesen, die Butter in der Milch, der Himmel, der als gewaltige Gestalt dasteht, das hell strahlende Licht, das Opfer und der Schein der Lampe. Er ist die Erde, der Berg, das wogende Wasser, Mal, der große Mond und das Auge der Veda-Kenner. Ich stand da und sah ihn in Kannamangai, bis meine Augen ganz erfüllt waren. (1647) „Ich sah ihn in Kannamangai!“ So sprach Kalikanri aus Liebe diese zehn schönen, leuchtenden tamilischen Lieder. Wer sie beherrscht und vorträgt, wird im Himmel, über den der Mond gleitet, unter den Himmlischen Freude gewinnen. Wahrhaftig gesagt: Krishna, der du das weiße Muschelhorn trägst, wenn auch du es wünschst, kannst du selbst den Sinn dieser Dichtung lernen!

Lesebereich 1648–1747

(1648) „Bogen, leuchtender goldener Diskus, starke Waffen, Keule und helles Muschelhorn!“, sagt sie. „Seine vier Schultern glänzen wie Berge; seht, was könnte ihm sonst gleichen?“, sagt sie. Die blasse Farbe der Liebeskrankheit breitet sich über ihre Brüste aus, und ihre Liebe eilt ihm voraus. Hat sie wohl den Herrn von Kannapuram gesehen, wo Menschen wohnen, deren Rede von Gelehrsamkeit glänzt? (1649) „Ist das in seiner Hand nicht der Bogen, der einst die Macht der Feinde restlos brach?“, sagt sie. „In der anderen Hand ist der goldene Diskus, der den Kampf der Angreifer beendete!“, sagt sie. „Keiner gleicht dir, mein unvergleichlicher Vater!“, sagt sie. Hat sie wohl den Herrn von Kannapuram gesehen, der wie ein dunkler Berg dasteht? (1650) „Über seiner dicht mit großen Edelsteinen besetzten Krone erscheint eine Tulasi-Girlande!“, sagt sie. „Die blitzenden, juwelenreichen Makara-Ohrgehänge verbreiten Strahlen!“, sagt sie. „Die große Kette aus Gold und Edelsteinen glänzt auf seinem geschmückten Leib!“, sagt sie. Hat sie wohl den Herrn von Kannapuram gesehen, das hohe, unversehrte Mauern umgeben? (1651) „Seine berggleiche Brust trägt eine kühle Tulasi-Girlande, die Bienen durchwühlen!“, sagt sie. „Mein Herr ist der Vogelreiter, der den Stoßzahn des Kampfelefanten zerbrach!“, sagt sie. „Kommt doch, ihr alle, und seht: Sein Mund ist schöne Koralle!“, sagt sie. Hat sie wohl den Herrn von Kannapuram gesehen, über dem dunkle Regenwolken donnern?

(1652) „Seine Fußsohlen sind Lotusse, seine schönen Hände ebenfalls Lotusse!“, sagt sie. „Seine Krone und sein Goldschmuck weichen nicht aus meinem Herzen!“, sagt sie. „Ist es die Blütengöttin mit den langen, schönen Augen, die in seiner berggleichen Brust wohnt?“, sagt sie. Hat sie wohl den Herrn von Kannapuram gesehen, wo duftende Lotusse Honig ausgießen? (1653) „Der große Herr hat tausend Namen, er ist wahrhaft groß!“, sagt sie. „Er trägt herrliche, schwere Makara-Ohrgehänge und hat acht Arme!“, sagt sie. „Er gleicht einer wasserreichen Regenwolke, einem hohen Berg!“, sagt sie. Hat sie wohl den Herrn von Kannapuram gesehen, das regenreiche Felder umgeben? (1654) „Sein Gewand ist kräftig rot, darüber liegt ein reich geschmückter Gürtel!“, sagt sie. „Seine beiden roten Füße und seine schönen Hände sind Lotusse!“, sagt sie. „Ist seine dunkel schimmernde Edelsteingestalt ein Smaragd oder eine Regenwolke?“, sagt sie. Hat sie wohl den Herrn von Kannapuram gesehen, wo Menschen mit ihren Händen das Opferfeuer nähren? (1655) „Auf dem siegreichen Vogel reitend kommt er über den öffentlichen Platz!“, sagt sie. „Selbst dem im Kampf siegreichen Indra gleicht er als dessen eigener Indra!“, sagt sie. „Wenn wir seinen Leib umfangen dürften, wären wir, die als Frauen geboren wurden, dann nicht gerettet?“, sagt sie. Hat sie wohl den Herrn von Kannapuram gesehen, wo die Brahmanen die heiligen Schriften gelernt haben?

(1656) „Die Waldblumengirlande, auf der Bienen ruhen, duftet oben auf seiner Edelsteinkrone!“, sagt sie. „Meine Liebe gilt ihm; niemals werde ich mich von ihm trennen!“, sagt sie. „In welcher Stadt haben wir ihn früher schon gesehen und kennengelernt?“, so fragt sie immer wieder. Hat sie wohl den Herrn von Kannapuram gesehen, dem alle, die ihn schauen, ihr Herz schenken? (1657) „Die junge Frau mit sanftem, hirschgleichem Blick hat den Wundertätigen gesehen!“ So sprach Kaliyan über den Herrn von Kannapuram, das duftende, üppige Waldhaine umgeben. Wer diese zehn Lieder der kunstvoll geflochtenen, dichtungsreichen tamilischen Girlande beherrscht, wird in der goldenen Welt unter blühenden Wunschbäumen als König wohnen und des Lobes würdig sein. (1658) Du Klarer, Gott auch der Götter, würdiger Gemahl Shris, Reiner, von der Farbe eines begehrenswerten, kostbaren Schatzes! Dieses Mädchen hat Kannapuram mit seinen springenden Wassern verehrt. Ist sie etwa eine Diebin? Ist es recht, ihr die Armreifen zu nehmen? (1659) Sie stand auf der weiten, mondhellen Terrasse und blickte hinaus. „Kann man Kannapuram sehen?“, fragte sie und zeigte in seine Richtung. Da der Sänger als Bote gewiss hier verweilt, wird sie sich jetzt noch schämen? Schön, schön ist das für den Herrn von Naraiyur! Die Worte der Mutter sind ironisch; die knappe Erwähnung des Sängers bleibt im Gedicht ohne nähere Erklärung.

(1660) „Venkatam, wo Wasserfälle strömen! Nirmalai!“ So ruft sie verstört. Sie sitzt da und fragt nach Meyyam. „Kannapuram mit seiner wachsenden Herrlichkeit!“, sagt sie, schmilzt dahin und wird im Innersten schwach. Was soll das bedeuten? (1661) Kein Tag vergeht, an dem sie isst; auch Schlaf findet sie nicht. Die junge Unwissende ist noch nicht einmal ganz zur Frau gereift. Sie verehrt Kannapuram, Krishnas Stadt. Was ist das für ein Denken, das sie dem Herrn von der Farbe des dunklen Meeres zuwendet? (1662) Die Schöne verehrt Kannapuram, Krishnas Stadt. Wo bleibt ihre weibliche Zurückhaltung? Sie spricht offen aus, was in ihr vorgeht. Wenn man erzählt, wie er Butter aß und dafür gefesselt wurde, hört selbst die goldene Blässe ihrer Haut auf: So verändert sie die Erzählung von ihm. (1663) „Vom nördlichen Berg sind wir gekommen; heute nehmen wir Kannapuram zur Wohnung!“, sagte sie. Meine Tochter ist ein sanftes, unerfahrenes Mädchen. Was schuldet sie diesem Herrn, dass er nun sogar den Schlaf ihrer Augen an sich nimmt?

(1664) Auch wenn die Wellen rauschen und der kühle Mond sie brennt: Wird er sich erbarmen? Wie viele Tage hat sie schon dagesessen und sich verzehrt! „Arangam, der alte Wohnort dessen, der den Pferderachen aufriss und sich freute!“ Dies allein auszusprechen ist ihr Verlangen. (1665) Sie sah, wie alle Diener gerettet werden, indem sie deine Füße verehren, und ging deshalb hin, um Kannapuram anzubeten. Ist es recht, meiner unerfahrenen Tochter mit der von Bienen umschwirrten Blumengirlande ihren edelsteingleichen Glanz zu nehmen und dann so herrisch mit ihr umzugehen? (1666) Ihre spitzen Zähne sind noch nicht ausgewachsen, ihr kurzes Haar lässt sich noch nicht zum Knoten binden. Sie besitzt noch nicht einmal die Reife, die man Verständigkeit nennt. Was soll ich tun? Kann man dieses Kind, das Kannapuram mit seinen honigströmenden Hainen mit gefalteten Händen verehrt, überhaupt noch als bloßes Kind ansehen? (1667) Über unseren Herrn im regenreichen Kannapuram sprach Parakalan, der König des weiten Mangai, diese zehn herrlichen Lieder. Wer sie beherrscht, wird in der wasserreichen Welt lange Bestand haben.

(1668) Ich verlor meine gemusterten Armreifen an den großen Herrn, der den Berg emporhob, während die duftende Tulasi-Girlande an seinen mächtigen, berggleichen Schultern schwang. Er wohnt in Tirukkannapuram, umgeben von strömenden Wassern, deren Wellen gewundene Muscheln und Zweige schwerer Korallen an die Ufer tragen. (1669) Ich verlor meine schweren Armreifen an ihn, der auf dem Lager der gestreiften Schlange ruht und dem Elefanten mit seinen kleinen, grausamen Augen und strömendem Brunftsaft den Stoßzahn zerbrach, sodass er erschrak. Er wohnt in Tirukkannapuram: Durch die schichtweise ziehenden Wolken und den Adlerholzrauch lassen sich die edelsteingeschmückten Paläste kaum von Bergen unterscheiden. (1670) Ich verlor meine eng anliegenden Armreifen an den rotäugigen großen Herrn, der die mächtigen Stiere mit ihren grünlich glühenden Augen bezwang und den kühlen Mond aus seinem Ergriffensein befreite. Er wohnt in Tirukkannapuram, wo die Spitzen hoher, edelsteingeschmückter Paläste die großen Wolken durchstoßen, durch die der Mond zieht. (1671) Ich verlor meine goldenen Armreifen an ihn, den die Hirtin mit den duftenden Schultern festband, der dann mit dem Mörser zwischen den beiden Marutam-Bäumen hindurchging und sie zu Fall brachte. Er wohnt in Tirukkannapuram, umgeben von festen, schweren Mauern; duftende Haine mit rufenden Pfauenschwärmen säumen seine langen Straßen.

(1672) Ich verlor meine gemusterten Armreifen an den Jüngling, der vor dem kleinen Stock seiner Mutter erschrocken davonlief und sich den Mund abwischte, mit dem er Joghurt gegessen hatte. Er wohnt in Tirukkannapuram, wo Brahmanen mit laut gesprochenen Mantras ihre heiligen Handlungen verrichten, das Feuer entzünden und die vedische Überlieferung nähren. (1673) Ich verlor meine leuchtenden Armreifen an den großen Herrn, der einst Hiranya im Kampf überwältigte und mit seinen schönen Krallen dessen Leib aufriss, sodass dessen Widerstand endete. Er wohnt in Tirukkannapuram, wo neben hohen Schraubenpalmen mit ausgebreiteten Blättern überall Korallen auf Hügeln aufgetürmt liegen und Licht ausstrahlen. (1674) Ich verlor meine leuchtenden Armreifen an den großen Herrn, der die acht Richtungen, die sieben Meere, die weite Erde und den großen Himmel verschlang und wieder freigab. Er wohnt in Tirukkannapuram, wo klare Wellen kostbare Perlen in den gemusterten Schatten blühender Punnai-Bäume spülen, auf denen Bienen ruhen. (1675) Ich verlor meine eng anliegenden Armreifen an ihn mit dem roten Lotus im Nabel, der im weiten, schiffreichen Meer auf dem Lager der gestreiften Schlange ruht. Er wohnt in Tirukkannapuram, wo klare Teiche dunkle, duftreiche Wasserlilien als Augen und rote, sich öffnende Lotusse als Gesichter zeigen.

(1676) Ich verlor meine angelegten Armreifen an den großen Herrn der Erhabenen, der mit seinen tausend Namen auf dem Lager der tausendmäuligen Schlange ruht. Er wohnt in Tirukkannapuram. Auf seiner berggleichen Brust herrscht in Schönheit die sanfte Göttin mit umgürteten jungen Brüsten und langen, bambusgleichen Armen. (1677) Den Vamana, der in Tirukkannapuram inmitten honigreicher Haine wohnt, schaute Kalikanri von liebenswerter Herrlichkeit, Herr des reichen, feldreichen Ali-Landes, das das brandende Meer umgibt. Er sprach diese tamilische Girlande. Wenn die Zunge sich an diese Lieder gewöhnt und sie singt, wird schädliches Karma nicht herankommen. (1678) Schöne Biene, komm und summe über dem duftenden, farbenprächtigen Tulasi auf der strahlenden Krone unseres Herrn von Kannapuram! Er ist der große Herr der Himmelswesen, trägt Shri auf der Brust und besitzt reichen Ruhm; alle Erdenbewohner verehren ihn. (1679) Schöne Biene, neige dich und summe über dem duftenden, blütenstaubreichen Tulasi unseres Herrn von Kannapuram! Er ist der Ursprung des Veda und trägt die leuchtende, gedrehte heilige Schnur. Viele preisen seine Füße, beugen sich vor ihm und wenden ihm ihre Liebe zu.

(1680) Was gewinnst du, wenn du alle geöffneten Blumen umschwirrst? Schöne Biene, komm und summe über dem bienenreichen, duftenden Tulasi unseres Herrn von Kannapuram! Er ist der Ursprung des Weltalls; alle Unsterblichen schauen ihn und verehren ihn. (1681) Er wurde zum Fisch im überströmenden Wasser, zur Schildkröte und zur herrlichen Löwengestalt. Unser Herr von Kannapuram hat die Farbe dunkler Regenwolken. Schöne Biene, neige dich und summe über dem kühlen Tulasi seiner üppigen Girlande! (1682) Was gewinnst du, wenn du alle schönen Blumen umschwirrst? Unter dem Lob der ganzen weiten Welt wurde unser Herr von Kannapuram im großen Meer zur dunklen Schildkröte. Schöne Biene, neige dich und summe über dem duftenden Tulasi seiner Girlande! (1683) Er trägt Shri auf der Brust und rechts den Diskus; er ist der Höchste, der die Erde aufbrach, das höchste Licht. Seine Farbe gleicht der Kaya-Blüte, die in der Regenzeit glänzt. Schöne Biene, neige dich und summe über dem duftenden Tulasi in der Girlande auf seiner strahlenden Krone!

(1684) Er ist Vamana, Kalki, Madhusudana und Madhava. Er wurde zum Sohn Dasharathas mit der breiten, von einer Girlande geschmückten Brust; er ist Kamas Vater und unser Herr von Kannapuram. Schöne Biene, neige dich und summe über dem duftenden Tulasi seines Kranzes! (1685) Umschwirre nicht all die blauen Wasserlilien und die vielen anderen Blumen am Rand der tief bewässerten Felder! Schöne Biene, nimm den herrlichen, duftenden Tulasi auf der strahlenden Krone unseres Herrn von Kannapuram zum Ziel und summe dort: Er ist der Tod der schwerttragenden Dämonen. (1686) Er ist Nandas Kind, der gute Gefährte der Erdgöttin, Ende und Ursprung und der große Herr der Unsterblichen. Seine Farbe gleicht der duftenden Kaya-Blüte. Schöne Biene, wende dich den duftenden Tulasi-Büscheln auf seiner strahlenden Krone zu und summe dort! (1687) Kaliyan, der siegreiche Herr des guten Ali-Landes mit seinen Feldern und bienenreichen Hainen, besang die geschaute Herrlichkeit in dieser klingenden Girlande. Schöne Biene, denke daran und summe, damit wir Diener den wolkenfarbenen Herrn von Kannapuram besingen!

(1688) Mein einsames Herz folgte dem Erhabenen, der erschien, damit die Fesseln an den Füßen seines Vaters zerbrachen. Ich blieb zurück und wartete, bis ich seine heilige Gnade empfangen würde. Doch die nektarhaltigen, bleichen Strahlen des Wächters der Abendzeit brennen mich; zugleich streicht der sanfte Wind über meine vollen Brüste und hört nicht auf, mich zu quälen. (1689) Mein Herz ist in Sehnsucht nach der Girlande auf seiner berggleichen heiligen Brust fortgegangen – zu ihm, dem Jüngeren des muschelweißen Bruders, selbst dunkel wie das regengefüllte Meer. Mein Herz ist erschöpft, und ich sehe keinen Beistand. Die Stadt schläft, die Welt ist eingeschlafen; auch der Wagen des Leuchtenden, der über den Himmel fährt, ist verschwunden. Die Richtungen versanken im Dunkel. Ich weiß nicht, was ich tun soll. (1690) Es muss die Zaubermacht des Hirten sein: Nicht einmal einen Augenblick bleiben die Armreifen an meinen Händen. Wird das Kind, das der Dämonin das kostbare Leben aussog, mit unserem weiblichen Leben Mitleid haben? Die Strahlen des großen, reinen Mondes brennen, ich habe keinen Beistand, meine beiden Brüste glühen. Mein Herz vergeht beim Klang der Bambusflöte des Hirten; niemand sagt mir: „Fürchte dich nicht!“

(1691) Auch der Held ist nicht gekommen, der das weiße Muschelhorn an den Mund setzte, sodass im großen Kampf die furchtbar mächtigen Könige mit ihren Fußringen und angetriebenen, kampfgezeichneten Elefanten verwirrt wurden. Der Wind schöpft aus den glänzenden weißen Wellen des brandenden Meeres das Feuer, das man feinen Gischtnebel nennt, und streicht damit über meine jungen Brüste. Wenn er doch abließe, könnte mein Leben mir wieder gehören! (1692) Er spannte den Bogen, durchbohrte sieben große Bäume und ließ Lanka erbeben. Mit der Gnade, die dieser Diskusträger uns einst gewährte, schwindet nun auch das Tageslicht. Freundin, was sollen wir dagegen tun? Wir haben keinen Beistand. Die Sonne sinkt ins alte Meer; der Abend kommt heran und bedroht mein ohnehin versinkendes Leben. (1693) Auch der Held ist nicht gekommen, der den gezeichneten, furchtbaren Bogen spannte und einen brüllenden Feuerpfeil anlegte, sodass das alte Meer mit seinen brechenden weißen Wellen in Brand geriet. Was soll ich tun? Die Sonne mit ihren glühenden Strahlen schläft; meine beiden langen Augen finden keinen Schlaf, ich Unglückliche. Die dunklen Stunden sind länger als Weltzeitalter; ich weiß nicht, wie sie vergehen sollen. (1694) Unser Herr quirltete das große Meer, sodass es aufwühlte, und dämmte es ein. Im grausamen Kampf schoss er tödliche Pfeile, sodass der berggleiche Leib des Königs von Lanka erschüttert wurde. Doch er kommt nicht. Der junge Mond mit seinen hellen, brennenden Strahlen quält mich, dazu die Schellen der Stiere und der Klang der Bambusflöte des Hirten. Ich weiß nicht, was nun aus mir werden soll.

(1695) Als auf der ganzen Erde die rechte Ordnung zugrunde ging und verschwand, ergriff den Weisen Zorn; mit seiner Axt nahm der Held den Königen das kostbare Leben. Doch auch er kommt nicht. In tiefer Nacht breitet der Vogel seine schönen Flügel aus und umarmt seine Gefährtin, die sich vor dem feinen, niedersinkenden Tau zusammenkauert. Ich kenne kein grausameres Schicksal als das Alleinsein in einer solchen Nacht. (1696) Im Traum gewährte mir der Herr von Kannapuram mit seinen schweren, großen Mauern die Freude der Vereinigung. Als diese Freude in mein Innerstes einzog, saß ich beschämt da, und meine Armreifen wurden locker. Nun zerstreut der Klang der kleinen Schellen an den zornigen großen Stieren meine Gedanken; der raue Ruf des schläfrigen Anril-Vogels bedroht mein Leben, ich Unglückliche. (1697) Frauen mit sanften, umgürteten Brüsten sehnten sich nach den Füßen des Herrn von der Farbe des weiten Meeres und klagten voller Liebe. Kalikanri, der Beschützer von Mangai mit seinen grünen, wolkenberührten Hainen, verstand ihre Klage und brachte sie in Worte. Wer seine klingenden Lieder beherrscht, wird die herrliche große Stadt Vaikuntha betreten und mit den Unsterblichen vereint sein. Diese in Project Madurai 622 fehlende Schlussstrophe ist nach der tamilischen Vergleichsausgabe bei Kamakoti ergänzt.

(1698) Ihr Diener, ich habe den Weg zur Rettung gefunden! Seine festen Schultern erhoben sich, der Bogen spannte sich, und ein wenig Zorn genügte dem Herrn mit Shri auf der Brust, um selbst die unerschütterlichen Dämonen erzittern zu lassen. Er empfing den großen Blick der Blütengöttin mit bienenumspieltem Haar und schönen, langen Augen. Lasst uns Kannapuram verehren, das er mit Freude ansah und zu seinem Ort erwählte! (1699) Einst ritt er auf dem Vogel in den grausamen Kampf, sodass die feindlichen Dämonen starben und das Haupt des breitschultrigen Mali zu Boden rollte. Die übrigen Dämonen flohen, nahmen die Bewohner des südlichen Lanka mit sich und verbargen sich in der prächtigen Unterwelt. Lasst uns Kannapuram verehren, die Stadt dessen, der den Bogen mit dem dunklen Griff in die Hand nahm! (1700) Um der rankenschlanken Frau willen brachte er den König des durch Mauern und Wasser geschützten Lanka in Bedrängnis; im grausamen Kampf erwies er seine überragende Kraft. Mit dem kunstgerecht geführten Bogen schützte er das Opfer des Weisen, sodass die starke Frau aus dem Dämonengeschlecht zugrunde ging. Lasst uns seine Stadt Kannapuram verehren! (1701) Er spannte den gezeichneten, furchtbaren Bogen bis zum Boden, um durch das mächtige Meer einen Weg zu öffnen. Die Tiere der Wildnis dienten ihm, als er nach Lanka, der Stadt des Grausamen, gelangen wollte. Sie warfen uralte Bäume ins Meer, und die Gischt stieg bis zum Himmel empor; mit Steinen dämmte er das Meer. Lasst uns seine Stadt Kannapuram verehren!

(1702) Er wurde zur Schildkröte, zum Löwen und zum Schwan; er ist das Feueropfer der Brahmanen und das Weltzeitalter. Einst hieb er Kopf und Arme des Königs von Lanka ab, dessen schützende Mauern hohe Salzwasserwogen umgeben; er ist der Vater des Liebesgottes. Lasst uns Kannapuram verehren, den Ort, den er liebt! (1703) Sei ohne Kummer, mein einfältiges Herz! Bevor uns karmische Taten bedrängen, lasst uns Kannapuram verehren. Sein Herr ergrimmte einst, sodass rotes Feuer das südliche Lanka der unbelehrbaren Dämonen verschlang; er erwies dem breitschultrigen Bana Gnade, wurde Pinnais Bräutigam und bezwang den Elefanten mit den dunklen Beinen. (1704) An einem Teich voll Blättern und Blumen wurde der mächtige Elefant von einem Krokodil gepackt. Als er zitterte und seine Kraft verlor, gewährte der Herr ihm Gnade. Er schenkte dem jüngeren Bruder des Zehnköpfigen die Herrschaft über das von Wogen umgebene Lanka und schoss zuvor mit seinem meisterhaft geführten Bogen. Lasst uns seine Stadt Kannapuram verehren! (1705) Mein verwirrtes Herz, leide nicht unter schwerem Kummer! Er fällte die beiden starken, tief verwurzelten Marutam-Bäume, vernichtete die zornige Dämonin, den wilden Eseldämon, die mächtigen Stiere, den brunfttrunkenen Elefanten und die Ringer; mit seinem Fuß stieß er den Wagen um. Lasst uns seine Stadt Kannapuram verehren!

(1706) Mit dem Berg machte er den Regen unschädlich. Für die Frau mit rankenschlanker Hüfte bezwang er einst sieben Stiere mit starken Beinen. Dieser große Wundertätige, der Herr der Himmelswesen, ging für die fünf Pandavas als Bote. Er brach die feindliche Macht des Wagens mit rollenden Rädern und schleuderte ein Kalb gegen die Vilam-Früchte. Lasst uns seine Stadt Kannapuram verehren! (1707) Unseren Herrn von Kannapuram, dessen hohe Paläste dunkle Regenwolken berühren, besang Kalikanri, der König von Mangai und Herr des reichen, gut bewässerten Ali-Landes. Durch die Gnade der großen Göttin Shri ist er ein Regen der Gnade, und seine freigebigen Hände gleichen Wolken. Wer seine klingenden Lieder beherrscht, wird über die weite Erde herrschen und so leben, dass die Unsterblichen sich vor ihm verneigen. (1708) Er brach die Kraft der mächtigen Stiere; seine breite, berggleiche Brust wurde von den Brüsten der jungen Frau umfangen. Der Wohnort unseres Herrn ist Kannapuram mit seinen vielen Teichen, wo Schwäne mit anmutigem Gang den Gang junger Frauen einüben. (1709) Er brachte die beiden dicht beieinanderstehenden Marutam-Bäume zu Fall, kämpfte mit den Stieren und genoss die innige Vereinigung mit der Frau von vollen Brüsten. Der Wohnort unseres Herrn ist Kannapuram, erfüllt von wohlgeordneten Festen und zahlreichen Scharen seiner Diener.

(1710) Als Sturmwolken gewaltigen Regen niederließen und die mit Glöckchen geschmückten Herden verstört waren, hob der Erhabene den Berg als Schirm empor. Der Wohnort unseres Herrn ist Kannapuram, wo Hasen durch dichtes Schutzgehölz springen und Fische in fruchtbaren Feldern hüpfen. Die gedrängte Wiederholung im Landschaftsbild ist textlich schwierig; wiedergegeben werden die erkennbaren Bilder von Hasen, Gehölz und Feldfruchtbarkeit. (1711) Während Außenstehende spotteten, nahm der Heilige die von jungen Hirtinnen bereitete Butter zu seiner Mahlzeit. Der Wohnort unseres Herrn ist Kannapuram, das die Blütengöttin liebt; auf wohlriechenden Blumen tummeln sich Bienen, nachdem sie in den Blüten nach Honig gesucht haben. (1712) Diener, Unsterbliche und Weise beugten sich vor ihm und erhoben sich wieder, als er das Weltall und die weite Erde ausmaß. Er führte Krieg, sodass die Gegner fielen, und sah einst das ummauerte Lanka in Flammen aufgehen. Der Wohnort dieses Herrn ist Kannapuram. (1713) Er trägt eine Gestalt wie eine Regenwolke und gewährt dem Träger der Streitaxt einen Platz in sich. Der Wohnort unseres Herrn ist Kannapuram: Shri wohnt dort, und Bienen, die sich in üppige, frische Blüten vertieft haben, lassen Melodien erklingen. Die erste Zeile ist knapp gefügt; die Verbindung mit dem Axtträger wird als Hinweis auf Shiva wiedergegeben.

(1714) Sonne, schöner Mond, kalte Berge, Himmelsrichtungen, Erde und Feuer: In diesen und anderen Erscheinungen entfaltet er sein Wesen und Wirken. Der Wohnort unseres Herrn ist Kannapuram, das seine Diener im Sinn tragen, wenn sie die Shruti und den schwer ergründlichen Veda in rechter Ordnung vortragen. (1715) Viele verehren seine beiden Füße, die die Erde umfangen. Seine breite, berggleiche Brust trägt die rankenzarte Göttin, die auf einer Blüte wohnt. Der Wohnort unseres Herrn ist Kannapuram, wo in weiten Feldern junge Reispflanzen stehen und beim Pflügen die darunterliegenden Blüten ihren Duft verbreiten. Die beiden letzten Zeilen verbinden in dichter Wortstellung Reispflanzen, Feldarbeit und Blütenduft; ihre genaue syntaktische Beziehung bleibt unsicher. (1716) Mit der Blütengöttin auf der sinnenanziehenden Blume und mit der Erdgöttin wohnt der Edelsteinfarbene, der die siegreiche Waffe führt. Sein Wohnort ist Kannapuram, wo Schiffe voller angehäufter Schätze liegen. (1717) Unseren Herrn, dem das weithin berühmte Kannapuram gehört, besang Kaliyan aus Mangai, das starke Mauern und schöne Felder umgeben, in diesen tamilischen Liedern. Diener, die sie mit trefflicher Melodie erklingen lassen, werden von schwerem Leid frei sein.

(1718) Als das uralte Meer bis zu den Himmelswesen anstieg, kam der Herr mit kühlen Lotusaugen als Fisch von mächtiger Gestalt und bewirkte wunderbare Rettung. Er wurde auch zum Rinderhirten von unerschöpflicher Schönheit. Ihn habe ich, sein Diener, in Kannapuram gesehen, inmitten guter, fruchtbarer Felder und waldreicher Fluren. (1719) Ein Berg wurde in die unermessliche Flut gestellt, sodass die darin lebenden Tiere erschraken und das Wasser aufwühlte. Als Schildkröte lag der Wundertätige im weiten Meer und trug den sich drehenden Berg, bis der herrlich strahlende Nektar gewonnen war. Ihn habe ich, sein Diener, im von bewegten Wassern umgebenen Kannapuram gesehen. (1720) Als das uralte Meer sich über die ganze Erde ausbreitete, wurde der Herr zum schönen Eber mit gebogenen Hauern und hob die Erde mit großer Kraft empor. Ihn habe ich, sein Diener, in Kannapuram mit seinen wolkenreichen Fluren gesehen: Reiher stoßen herab, um scharfschnäuzige Aral-Fische zu erbeuten, und Kayal-Fische fliehen. (1721) Er verband den mähnentragenden Löwen und den Menschen zu einer gemeinsamen Erscheinung. Sein aufwallender Zorn ließ den Himmel erbeben; im grausamen Kampf riss er mit gebogenen Krallen die Brust des Feindes auf. Ihn habe ich, sein Diener, in Kannapuram gesehen, dessen weite, kühle Fluren nach dem Schnitt der schweren roten Reisähren zu Dreschplätzen werden.

(1722) Er erschien in der verehrungswürdigen Gestalt eines kleinen Brahmanen und gewann einst von Mahabali die ganze wasserreiche Erde. Diesen Herrn von altersloser Gestalt habe ich, sein Diener, in Kannapuram gesehen: Beim Pflügen der Wasserfelder tritt Gold zutage, und daneben blühen rote Wasserlilien zusammen mit den Knospen des Mullai-Jasmins. (1723) Mit einer scharfen Axt als einziger Waffe erschien der gewaltige Herr und jätete einundzwanzigmal die Herrscher von der Erde wie Unkraut aus. Ihn habe ich, sein Diener, in Kannapuram mit seinen duftenden Fluren gesehen: Schöne blaue Wasserlilien vergießen Honig, den die in ihnen wohnenden Bienen trinken. (1724) Die ganze Welt verehrte ihn, als er als König erschien, der sich keinem Gegner beugte. Im grausamen Kampf führte unser höchster Herr den furchtbaren Krieg, sodass die Bewohner des streng bewachten, zornbeherrschten Lanka mit ihren Familien flohen. Ihn habe ich, sein Diener, in Kannapuram gesehen, umgeben von Schraubenpalmenhecken, wo reiche, kühle Küstenhaine duften. (1725) Er erschien mit einem einzelnen Ohrgehänge und dem Pflug an seiner Seite; im grausamen Kampf vollbrachte er siegreiche Taten, sodass die speertragenden, kampferprobten Könige in den Himmel gingen. Ihn habe ich, sein Diener, in Kannapuram gesehen, wo gelehrte Veda-Kenner in ihren Häusern die drei roten Opferfeuer unterhalten.

(1726) Damit die Erdgöttin mit den roten, fruchtgleichen Lippen von ihrem Leid befreit und gerettet werde, wurde der Herr in dunkler Nacht geboren; im Bharata-Krieg ließ er die überheblichen Könige wanken. Ihn habe ich, sein Diener, in Kannapuram gesehen: Auf einer Seite treibt die salzige Brandung Perlen heran, auf der anderen fächelt glänzender roter Reis wie ein Wedel. (1727) Er wurde zum Fisch, zur Schildkröte, zum Eber, zum Löwen und zum Zwerg; zuvor zu Rama mit der Axt, dann zu Rama, danach zum weiteren Rama, zu Damodara und zu Kalki. Ihn in Kannapuram besang sein Diener Kaliyan in dieser tamilischen Girlande honigsüßer Worte. Wer sie ausspricht, bei dem bleiben die Sünden nicht. Die drei Rama-Gestalten sind Parashurama, Rama und Balarama; die tamilische Aufzählung verkürzt den mittleren Bezug. (1728) Die dunkle Wolke, die dem mächtigen Elefanten seine Not nahm, den tintendunklen Edelstein, den schönen Smaragd, unseren Gebieter, unseren Wohltäter, den Herrn, der in meinem Herzen wohnt, habe ich, sein Diener, erreicht. So bin ich gerettet worden. (1729) Er ist die spendende Regenwolke, der Edelstein, der die drohende Schmach von jenen abwendet, die ihn erreichen und sich nicht mehr von ihm trennen. Tirumal von schöner Gestalt, den Herrn, den Nektar, den großen Gebieter, der auf dem Meer ruht, habe ich, sein Diener, erreicht. So bin ich gerettet und dem Untergang entronnen.

(1730) Einst bezwang er sieben Stiere; im Zorn schlug er das Meer mit seiner Waffe, sodass es von Bergen eingefasst wurde. Er ist der Höchste, das höchste Licht, der Herr von Kannapuram, das Felder mit vielen blauen Wasserlilien an den Schleusen umgeben. Ich bin sein Diener: Könnte ich irgendeinem anderen gehören? (1731) Den Überragenden, die Leuchte, die sich als Veda entfaltet, ihn, der in mich eingezogen ist, den ruhmreichen, glänzenden goldenen Berg, den Würdigen, die zuckersüße Frucht auf dem weiten Berg von Kadigai, habe ich erreicht und bin gerettet worden. (1732) Du kamst in mein Herz. Seit du gekommen und eingezogen bist, kennst du kein Fortgehen mehr, mein Vater. Genügt nicht schon dies? Du Kraftvoller, der du mit Freude in Kudandai ruhst, umgeben von grünen Hainen voller Blütenbüschel! Ich habe die Gabe empfangen, dich niemals zu vergessen. (1733) Wenn ich in der unaufhörlich glühenden Hölle versinke und zittere, kann er mir, seinem Diener, „Fürchte dich nicht!“ zurufen und mich in seinen Dienst aufnehmen. Mein Herz, verweile nicht einmal einen Augenblick, ohne seiner zu gedenken: des Kraftvollen im feldreichen Ali, das wolkenberührte Paläste umgeben!

(1734) Meine Eltern brachten mich zur Welt und ließen mich zurück. Doch er blieb, wurde mir zum Angehörigen, zog mich auf und steht als mein Leben selbst da. Er befreite den noch nicht vollen großen Mond aus seinem Ergriffensein. Wie könnte ich unseren Herrn vergessen? Sag mir das, mein armes Herz! (1735) Der große Ozean der Wiedergeburten, dessen Bindung die Wissenden abschneiden, hielt mich fest, und ich, sein Diener, wurde geboren. Doch nach dieser Geburt gewann ich den Herrn des feldreichen Ali, umgeben von Feldern mit unversieglichem Wasser. Und was ich dadurch gewann, war das Nichtwiedergeborenwerden. (1736) Den Herrn im augenfüllend schönen Kannapuram, in Kadigai und im westlichen Bereich von Talaichangam, das kühle, duftende Lotusse umgeben, den frischen Mond der Himmelswesen und das sich ausbreitende, starke Licht: Wann werde ich ihn hier mit ganz erfüllten Augen schauen und mich freuen? Die Ortsverbindung mit der westlichen Richtung ist im Tamilischen gedrängt; die genannten Heiligtümer bleiben als solche erhalten. (1737) Kalikanri, der kampfstarke Speerträger und König von Mangai, flocht diese süß klingenden Girlanden aus reichem Tamil über den Herrn von Kannapuram, dessen Farbe einer dunklen, wasserreichen Wolke gleicht. Ihr Diener, singt diese Lieder und tanzt, damit die von Wassern umgebene Welt Rettung findet!

(1738) Du hast den liebenden Blick der großen Blütengöttin auf ihrer bienenumspielten Blume genossen. Ich liebe dich immer inniger und bin allein dir zum Diener geworden. Was wirst du für mich tun? Sage es mir, du Seher der vier Veden, Herr, der du in Kannapuram wohnst! (1739) Die großen Wasser, den Himmel, die Berge und alle sieben Welten hast du mit einem Mal in dir zusammengeborgen. Außer dir gibt es keine andere Gottheit, die für mich in Betracht käme: Nicht einmal einen Augenblick werde ich eine solche in meinem Herzen erwägen, Herr, der du in Kannapuram wohnst! (1740) Mit Menschen, die sich auf eine andere Gottheit verlassen, habe ich mich nicht verbunden. Meine Verbindung besteht darin, den Dienern deiner Füße zu dienen. Mag auch von allem anderen gesprochen werden: Ich habe deine heiligen acht Silben gelernt, Herr, der du in Kannapuram wohnst! (1741) Du trankst freudig das ungenießbare Gift an der großen, jungen Brust der Frauengestalt, Gift wie heftiges Feuer. Dich liebe ich. Herrscher der Erde, Augenlicht der honigblütenbewohnenden Göttin mit langen, schwerthellen Augen, Herr, der du in Kannapuram wohnst!

(1742) Ich klammere mich nicht an Eltern und Verwandte. Weil ich auch sonst keinen Halt habe, nahm ich Zuflucht zu dir. Nimm mich mit dem Gedanken „Er gehört zu mir“ in dein Herz auf und schenke mir Gnade, Herr, der du in Kannapuram unter den Gelehrten wohnst! (1743) Du schützt jene, die deine roten Füße preisen und ihrer gedenken. Wenn Yamas Boten sie erblicken, ergreifen sie sie nicht; mit dem Ruf „Ehrerbietung! Wir fürchten uns!“ lassen sie sie unberührt. So bewahrst du sie, Herr, der du in Kannapuram wohnst! (1744) Großer Herr, der du auf dem Schlangenlager in der Flut des weißen Wassers liegst und sanft schläfst, während die Wasser sich bewegen! Du Freigebiger, für deine Angehörigen sind Yamas Boten stets wie Diebe, die sich scheuen, entdeckt zu werden, Herr, der du in Kannapuram wohnst! Der Vergleich nennt sie wörtlich „wie Diebe“; ihre Scheu wird aus dem Zusammenhang des Schutzes der Gottesdiener erschlossen. (1745) Hier saß ich und gedachte dessen, wie du zum jungen Brahmanen wurdest und die Welt ausmaßest, und wie du die geschmückte Brust des schwerttragenden Asura aufrissest. Obwohl ich unter mächtigem Karma stand und dich nicht gehütet hatte, sehe ich nun keinerlei Bedrängnis mehr, Herr, der du in Kannapuram wohnst!

(1746) Du hast mich schon zuvor dazu bestimmt, dir zu dienen. Ich aber vermochte es nicht. Du nahmst gerade dies zum Anlass, mein hartes Karma zu lösen, und zeigtest mir durch das Lied, dass du in meinem Herzen wohnst, Herr, der du in Kannapuram wohnst! Die Wendung zwischen Unvermögen und karmischer Bindung ist syntaktisch verkürzt; die Wiedergabe folgt dem Gebetszusammenhang. (1747) Den Herrn, der in Kannapuram mit seiner geschauten Herrlichkeit wohnt, besang Kaliyan, der Diener, der seine Herrlichkeit aufgenommen hat, in dieser klingenden Girlande. Für die Diener, die sie als kostbaren Schatz singen, gilt für immer: Sie werden in die himmlische Welt gehen und dort Herrschaft erlangen. Das haben wir erkannt.

Lesebereich 1748–1847

(1748) Mein Herr ruht im großen, schiffreichen Meer auf dem Lager der mächtigen, glänzenden Schlange mit ihren gezeichneten Farben. Seine schöne Hand trägt das Muschelhorn, aus seinem Nabel wächst eine weite Blüte, sein herrlicher Leib ist dunkel. Er steht in Tirukkannangudi unter Menschen von unerschütterlichem Herzen, die sechs Hilfswissenschaften, fünf Opfer, vier Veden und schwer zugängliche Künste erlernt haben und mit ihren roten Händen die drei Feuer nähren. (1749) Als das Krokodil im Teich den großen, kraftvollen Elefanten ergriff, dachte dieser erschrocken im Innersten an ihn und sank ermattet zusammen. Um ihn zu retten, erschien der Herr von oben und schleuderte die glühende Waffe, sodass das starke Krokodil zerteilt wurde. Er steht in Tirukkannangudi mit seinen reichen, juwelengeschmückten Mauern und strahlenden Palästen, umgeben von schönen Feldern voller Kuvalai-Lilien, hoher Lotusse, Kumuda-Blüten, roter Wasserlilien und pflückbarer Neithal-Blumen. (1750) Als die Bedrängnis kam und Himmel, Erde und Berge im wogenden Meer versanken, nahm er Fischgestalt an, erhob sich und bewegte sich kraftvoll; in den ausgebreiteten Wassern barg er sich mit seinem gezeichneten Leib. Er steht in Tirukkannangudi: Der helle, kühle Südwind streift die frisch duftenden Honigblüten von Punnai, Malligai und Mauval und verbreitet ihren Duft in alle Richtungen.

(1751) Mit siegreicher Kraft, einem gewaltigen Leib wie ein Berg, weißen Hauern und Augen, die wie Feuer glänzten, wurde er einst zum Eber und nahm der Erdgöttin ihre leidvolle Blässe. Er ist der Wagenlenker der fünf Pandavas. Er steht in Tirukkannangudi mit seinen schönen hohen Palästen: Ihre Gipfel und hohen Banner erreichen den Mond, der über unzählige Zeiten seine Gestalt wechselt und an Licht zunimmt. (1752) Beim großen Opfer des Königs erschien er als Zwerg und nahm mit dem gespendeten Wasser drei Schritte Land entgegen. Dann wuchs er empor, umfasste die großen Himmelsrichtungen und machte die sieben Welten zum Raum seiner beiden Schritte. Er steht in Tirukkannangudi: Ein Schwan sitzt würdevoll auf dem schönen Blütenthron eines zarten Lotus, im Schatten eines Blattes als Schirm über bewegtem Wasser, während leuchtender roter Reis wie ein Wedel schwingt. (1753) Mit der Axt schlug er einundzwanzigmal die Herrscher der Erde nieder, sodass ihre Edelsteinkronen zerschmettert fielen; dann badete er in angesammeltem, strömendem Wasser und legte seinen heftigen Zorn ab. Er steht in Tirukkannangudi mit seinen schönen Palästen, die reiche Haine umgeben: Bananenstauden mit schweren Fruchtbüscheln, hohe Arekapalmen, Kurava-Bäume, gute Jackfruchtbäume, kühle Mangobäume und Madhavi-Ranken wachsen dort zusammen.

(1754) Er spannte den Bogen gegen den König des meerumbrandeten Lanka, der mit seiner Macht die Himmelsbewohner bedrängte. Mit sonnenhellen Pfeilen ließ er dessen schwere Häupter wie Palmfrüchte herabfallen. Er steht in Tirukkannangudi: In den Wäldern tanzen Pfauenschwärme, dichte Wolken donnern wie Trommeln, und honigsuchende gestreifte Bienen summen süße Melodien. (1755) In der Versammlung des Herrn mit dem langen Schlangenbanner wurde ihm furchtlos ein trügerischer Sitz bereitet. Darauf erhob er seinen gewaltigen Leib, durchdrang das Weltall und umfasste die großen Himmelsrichtungen. Er steht in Tirukkannangudi: Wellen bringen kostbare Bergedelsteine, Smaragdmassen, Diamanten und Perlen aus Bambus heran und häufen sie in jedem Feld auf. Der Vers spielt auf den Anschlag gegen Krishna als Gesandten an; den Sitz bezeichnet der tamilische Wortlaut nur knapp. (1756) Damit die Erdgöttin von ihrer vielfach beschriebenen Last befreit werde, lenkte der große Wundertätige für seinen Verwandten den hohen, festen, juwelengeschmückten Wagen im gewaltigen Bharata-Krieg, sodass die Könige starben. Er steht in Tirukkannangudi: Zwischen dicht wachsenden Madhavi-Ranken, Surapunnai-Hainen und ringsum aufragenden Champaka-Blüten singen Bienen summend ihr „tenna“.

(1757) Um der schönen Frau mit gewandgeschmückten Hüften willen zog er mit einem meeresgleichen Heer aus und bekämpfte Lanka mit dem Bogen, sodass Feuer aufstieg. Diesen Herrn, der in Tirukkannangudi steht, besang Kaliyan mit dem ehrenvollen Speer, Herr von Mangai mit seinen berggleichen Palästen, in einer Girlande weithin klingender Worte. Wer diese zehn Lieder beherrscht, kennt keine Armut. (1758) Sein Leib ist golden kostbar und strahlt doch im frischen, aufwallenden Glanz eines Smaragds; auf seiner Brust blitzt eine Kette. Freundin, ist er ein Brahmane, der mit seinem Mund den guten Veda rezitiert, oder ein Himmlischer? Er blickt mich an, blickt auf meine Hüften und auf meine jungen, sich hebenden Brüste. Ich fürchte, meine Mutter könnte sehen, wie er mich anschaut. Ach, wie schön ist dieser Eine! (1759) Ich kann nicht entscheiden, ob er der Erhabene ist, der in Kudandai ruht, umgeben von Wassern, wo blaue Wasserlilien ihre Blütenblätter öffnen und Duft verströmen. Er hält den rotflammenden Diskus und das Muschelhorn. Frauen mit Fußspangen an ihren zarten Füßen verehren ihn; Goldschmuck mit vielen Edelsteinen und Perlen strahlt an seinen vier Schultern. Ach, wie schön ist dieser Eine! (1760) Freundin, er ist wohl der Bräutigam von Meyyam, das Berge mit dichten Bambushainen umgeben, der Gebieter, der diese ganze Welt durchschritt. Wie seine Lotusaugen beschaffen sind! Wie ein hoher, herrlicher Berg leuchtet er, schön und in vollem Glanz erblüht, mit tausend Schultern und strahlendem Schmuck. Ach, wie schön ist dieser Eine!

(1761) Eine frisch duftende Tulasi-Girlande liegt über seinen Schultern, seine Hände halten Diskus und Muschelhorn. Unser Vertrauter ist in unser Haus eingetreten und steht da. Er ist von feinem Wesen und sehr jung. Sein Mund hat die Farbe roter Koralle. Beschreibt man seine Gestalt, ist er göttlich und gleicht einer Fülle schöner Korallen. Ach, wie schön ist dieser Eine! (1762) Er gleicht dem Hirtenherrn, der Koli und Kudal als Tempelorte erwählte. Er hat vier schöne, mächtige Schultern wie Berge. Früher haben wir ihn noch nie gesehen und gekannt. Möge er leben! Betrachte ich seine Farbe, gleicht er dem großen Meer. In der Hand hält er den furchtbaren Diskus und umfasst ein Muschelhorn. Ach, wie schön ist dieser Eine! (1763) Ist er der König, der dem zornigen Elefanten den Stoßzahn zerbrach? Ist er der Dieb, der die Herzen reich geschmückter Frauen an sich nimmt? Ich weiß es nicht. Wie seine Lotusaugen beschaffen sind! Er ist wohl der starke Held, der einst den Fuß vorschnellen ließ, sodass Kamsa erschrak. Er gleicht einem großen Berg aus dunkler Augensalbe, den alle, die ihn sehen, verehren. Ach, wie schön ist dieser Eine! (1764) Ist er der überaus Gnadenreiche, der die geschlossenen Lotusknospen sich öffnen lässt? Ich weiß es nicht. Mein Herz verneigt sich vor ihm – was ist das, Freundin? Früher haben wir ihn noch nie gesehen und gekannt. Seine schönen Augen gleichen Lotussen, ebenso seine herrlichen Hände; sein Leib gleicht einer großen, prächtigen Wolke am Himmel. Ach, wie schön ist dieser Eine!

(1765) Der Bräutigam von Maliruncholai, das so hoch emporragt, dass es den großen Mond in den Wolken berührt, ist gekommen und bleibt in meinem Herzen und meinen Augen, ohne zu weichen. Ist er der Herr von Nirmalai? Ich kann es nicht bestimmen. Er gleicht einer großen Wolke über einem hohen, wolkenberührten goldenen Berg. Kommt und seht! Auf einem Vogel mit schönen Flügeln ist er hergeritten. Ach, wie schön ist dieser Eine! (1766) Ist er der Wundertätige, der die acht Richtungen, das Wogenmeer und die sieben Welten auf einmal verschlang und sich dann auf ein Banyanblatt zum Schlafen legte? Ich vermag sein Wunder nicht zu verstehen. Er gleicht einem großen, wolkenumhüllten Berg; Augen und Mund sind duftende, offene Lotusse. Er steht da, während ihn die Unsterblichen des Weltalls verehren. Ach, wie schön ist dieser Eine! (1767) Den Ursprung, der zum Schwan, zum Eber und zum Fisch wurde, den Schönen von Nagai, besang Kalikanri von liebenswerter Herrlichkeit, König von Mangai mit seinen hohen, unversehrten Mauern. Wer diese zehn Lieder seiner Girlande reiner Worte und unvermindert süßer Melodie beherrscht, wird als König die Welt regieren, danach zu den Himmelswesen gehören und Freude erlangen. (1768) Ich vermag ihn nicht leiden zu lassen, ich mit meinem harten Karma. Steh auf, lasst uns ihn verehren! Unter den duftenden, blühenden Serundi-Bäumen, deren Glanz selbst Gold verblassen lässt, machte er mich krank vor Liebe, nahm meine Schönheit und ging fort. Der Wohnort dieses großen Herrn ist das schöne Pullani, umgeben von Hainen, in denen Punnai-Bäume perlenartige Blüten tragen.

(1769) Mein Herz, was nützt es, hier zu bleiben, an ihn zu denken und dahinzuschmelzen? Steh auf, lasst uns ihn verehren! Einst ließ er im Schatten blühender Schraubenpalmen, an denen duftsuchende Bienen trinken, wachsende Liebe in mein Innerstes einziehen; dann trennte er sich von mir. Sein Ort ist Pullani, wo das brandende Meer Edelsteine ans Ufer treibt. (1770) Was könnte ich tun, um ihn zu vergessen? Mein Herz, steh auf, lasst uns ihn verehren! Unter den tief herabhängenden Hainen, die weite, blütenstaubreiche Teiche umgeben, folgte er mir und sagte: „Du Unerfahrene, von jetzt an werde ich mich nicht mehr von dir trennen!“ Dann ging er fort. Sein Ort ist Pullani, umgeben von Hainen, deren Blumen Tag für Tag duften. (1771) Er kam zu mir Unglücklichen, und die honigtrinkenden Bienen waren Zeugen. Doch unser Herr hat das Wort nicht gehalten, das er gerade uns zusprach. Gute Freundin, steh auf, lasst uns hingehen und ihn verehren! Seine bleibende Stadt ist Pullani, wo das aufschäumende Meer Edelsteine ans Ufer treibt. (1772) Wenn ich daran denke, brennt mein Herz, ich vom Karma Bedrängte. Steh auf, lasst uns ihn verehren! Er steckte duftende, büschelweise blühende Njalal-Blumen in unser dichtes Haar und schenkte uns eine Liebe, bei deren Erkalten das Leben erschlafft. Sein Ort ist Pullani, wo die Brandung Muscheln und Perlen herantreibt.

(1773) Mein Herz, was nützt es, hier beschämt sitzen zu bleiben und an ihn zu denken? Steh auf, lasst uns ihn verehren! Der Wohnort des Freigebigen, des Wundertätigen, des Edelsteinfarbenen, unseres Herrn, ist Pullani: Honigströmende blaue Blumen, Schraubenpalmen mit reinen Blütenblättern, Vögel und schlammige Wasserfelder umgeben es. (1774) Mein Herz, steh auf, lasst uns ihn lobpreisen und verehren! Was nützt es, ihm ganz zu gehören und nun Tag und Nacht ohne Schlaf zu bleiben? Gehen wir nach Pullani: Weiße Wellen bringen Perlen auf den weiten, weißen Sand, bäumen sich wie Pferde auf und treiben sie ans Ufer. (1775) Der Herr mit Pflug und Diskus wurde unser Geliebter, täuschte uns dann und zeigt kein Erbarmen. Steh auf, lasst uns ihn dennoch verehren! In Pullani ziehen Winde durch gute Wasserarme und hohe, kühle, grüne Haine; an der vom Meeresgeruch erfüllten Küste singen berauschte Bienenschwärme ihre Melodien. (1776) Wir wollen seinen Namen rezitieren, baden und täglich unser Haupt vor seinen strahlenden, großen Blumenfüßen neigen, denn das bringt uns Heil. Auch wenn er das Gewünschte nicht gewährt, wird er doch schenken; und selbst davon abgesehen wollen wir als Liebende gehen. Freundin, lasst uns Pullani verehren, wo er beständig wohnt!

(1777) Das schöne Pullani umgeben Haine, glänzende Perlen, Korallenzweige und Felder voller herrlicher Lotusse. Darüber sang Kaliyan von ungetrübtem Ruhm diese klingenden Girlanden. Den Dienern, die sie als ihre Kraft annehmen, wird das leidfreie Vaikuntha zur Wohnstatt. (1778) Der raue Ruf des Anril-Vogels in der hoch belaubten Palme des Hains ist grausamer als Stahl, der durch die Wunde eines Pfeils dringt. Ich verehrte Pullani, das vom Duft seiner vielen Blumen erfüllt ist. Freundin, ist dies etwa die rechte Antwort darauf, die uns widerfahren soll? (1779) Der König erschien einst als Zwerg, nahm drei Schritte Land an und maß es aus. Schon von der Erzählung seiner Taten wurde ich liebeskrank und golden blass. Ihr Vogelscharen an den goldschimmernden Wasserarmen und Küstenhainen, sagt dies dort in Pullani dem Herrn, der als Schwan die heilige Lehre hervorbrachte! (1780) Mein einziges Herz hat mich verlassen und ist zu seinem Tulasi gegangen. Wird es dort bleiben, ohne den rechten Augenblick zur Rückkehr zu erkennen? Ich verehrte Pullani, wo die Meereswellen Perlen umhertreiben. Sagt dem Träger des göttlichen Bogens von der Krankheit meiner Gedanken!

(1781) Als Löwe riss er mit schönen Krallen den Leib des mächtigen Hiranya auf. So also hat er uns Gnade gewährt! Ich verehrte Pullani, wo die kämpfenden Wellen heranrollen und sich ausbreiten. Nun quellen Tränen aus meinen dunkel gezeichneten Blumenaugen, und selbst mein schönes Gewand bleibt nicht mehr fest sitzen. (1782) Mein Herz folgte dem Mächtigen, der vom Bogen Pfeile sandte und Lanka erbeben ließ. Bis dieses Herz zurückkehrt, werde ich bleiben, auch wenn alle mich schmähen und über mich reden. Ich sitze hier, nachdem ich den falschen Versprechen unseres Herrn von Pullani gelauscht habe. (1783) Der heiße Strahlende, dessen Licht kreist, ist mit seinem Wagen fortgezogen und verschwunden. Nun brennt mich der schön Leuchtende, grausam geworden. Ich verehrte Pullani, umgeben von üppigen Teichen und Blütenhainen, und sitze nun hier, meiner schönen Farbe und meiner muschelweißen Armreifen beraubt. (1784) Das Erklingen der dunklen Glocke, deren Zunge schwingt, ist wie donnernder Widerhall; es hört nicht einmal für den kleinsten Augenblick auf und ist grausamer als Feuer. Ich verehrte Pullani mit seinen reich geschmückten Edelsteinpalästen. Nun schleudert sogar das Meer glühende Flammen auf mich, die ich unter meinem Karma leide. Die knappe Klangbeschreibung der ersten Hälfte ist schwierig; Glockenzunge, Donner und unablässiger Schall sind ausdrücklich genannt.

(1785) Er zerbrach dem Elefanten mit dem röhrenförmigen Rüssel den Stoßzahn, sodass das Tier erschrak; er ruht auf dem Schlangenlager. So also hat er uns Gnade gewährt! Ich verehrte Pullani, wo blühende Serundi-Bäume Gold ausstreuen. Sogar die zarte, schwindende Mondsichel ist mir nun eine glühende Flamme. (1786) Er ist der Veda, das Opfer, der Himmel, die beiden Leuchten und der Ursprung. So also hat er uns Gnade gewährt! Ich verehrte Pullani, das aufblühende Punnai-Bäume umgeben. Nun bleiben die Brandung und ich schlaflos wach. (1787) Weil sie sich nach dem Herrn von Pullani inmitten goldblühender Punnai-Bäume sehnten, wuchs die Liebeskrankheit der Frauen mit blitzschlanken Hüften. Das besang Kaliyan mit seinen festen, felsengleichen Schultern. Wer seine klingenden Lieder beherrscht, wird als König die Erde regieren und auch das Himmelsland erreichen. (1788) Die weiße junge Mondsichel, das springende Meer, der kühle Blütenwind und der Anril-Vogel verbinden sich, mich zu schwächen und mein Herz zu zermürben. In der ringsum feuchten, tauerfüllten Zeit bleibe ich schlaflos. Er erbarmt sich nicht mit dem Gedanken: „Auch sie ist eine zarte Frauenranke.“ Meine fünffache weibliche Schönheit hat er schon mitgenommen. Bringt mich nach Kurungudi, wo der Herr von der Farbe der blauen Wasserlilie wohnt!

(1789) Der kühle, mondbegleitete junge Wind hat die pollenstreuenden Jasminblüten gestreift; jetzt wirbelt er umher, quält und verzehrt mich. Keine Nacht schlafe ich. Mögen die unwissenden Frauen mit ihren Armreifen, die noch schlafen können, in ihrer Unwissenheit dasitzen und reden, so viel sie wollen! Bringt mich nach Kurungudi, zum Herrn, auf dessen Brust die Göttin mit ihrer duftenden Blumengirlande wohnt! (1790) Auch der Morgen ist wie der Abend geworden. Die Stunden der Nacht scheinen sich auszudehnen und länger als Weltzeitalter umherzuziehen. Will ich den kalten Wind beschreiben, gleicht er aufloderndem Feuer. Bevor noch andere Zauber des großen, edelsteinfarbenen Herrn über mich kommen, bringt mich nach Kurungudi, dessen Fluren schöne Pfauen bevölkern! (1791) Ein Stier mit dunklem Höcker trägt eine dunkle Schelle, nähert sich einer weißen Kuh und geht mit tief herabhängender Wamme umher. Der Klang dieser einen Schelle erschüttert mein Innerstes; keine Nacht schlafe ich. Preist die Größe des überaus Gnadenreichen, dessen großen Edelstein die Himmelswesen auf ihren Häuptern tragen, und bringt mich nach Kurungudi mit seinen Fluren, deren Wasser leuchtende Edelsteine heranspülen! (1792) Die Schelle des Stiers mit festem Höcker, der süße Flötenklang des Hirten, der Abend mit dem Südwind und die schöne junge Mondsichel, die die Dämmerung hervorbringt – sie sind für uns nicht mehr wie früher. Zusammen quälen sie mein Leben, ich Unglückliche. Bringt mich nach Kurungudi, wo der Herr von wolkendunkler Edelsteinfarbe wohnt!

(1793) Mögen die reich geschmückten Frauen Tag und Nacht dasitzen und uns schmähen! Sie gelten als die Guten; wir verstehen ihr Verhalten nicht. Scham, scheue Zurückhaltung und Furcht gibt es hier für uns nicht mehr. Mögen sie sich an harten Worten erfreuen: Wir werden den großen Edelsteinfarbenen nicht vergessen. Bringt mich nach Kurungudi, wo junger Mullai-Jasmin in den Gärten wächst! (1794) Ein Gott mit roten Augen und langem, dunklem Leib trat hier ein; mein Körper wurde schmal und die Armreifen glitten ab. Nachdem ich gefragt hatte: „Ist dies etwa sein Werk?“, spielte der Bogenschütze mit den fünf Pfeilen seine Macht gegen mich aus. Ich vermag dieses Spiel nicht zu begreifen. Bringt mich nach Kurungudi, das kühle, blütenduftende Felder und Fluren umgeben! (1795) Nicht bloß das Rauschen des Meeres ist es – hört! Die Ambal-Flöte in der Hand des Hirten dringt bis an mein Leben und bleibt dort. Noch dazu wählt dieser eine Bogenschütze seine fünf Pfeile aus und zeigt seine Schießkunst. Bevor er so eindringt und mich trifft, erkennt die Absicht des tanzenden Hirten und bringt mich nach Kurungudi! (1796) Ich stehe da, rufe ihm ehrerbietig zu und verehre ihn, doch er erbarmt sich nicht. Meine frühere Schönheit nahm er, gab mir dafür ein goldenes Tuch, das mich noch heute bedeckt – die Blässe –, und ging fort. Ich weiß nicht, in welche Stadt er zog. Meine Brüste altern vergeblich, ohne seine kraftvolle Brust zu umfangen. Bringt mich nach Kurungudi, das der Tänzer, der König der Unsterblichen, liebt!

(1797) Er bekämpfte das südliche Lanka, sodass es erbebte. Obwohl der Herr der Götter bereits die große Göttin Shri gewonnen hatte, erwählte der überaus Gnadenreiche mein Herz zum Tempel. Kaliyan von liebenswerter Herrlichkeit lernte, seine Größe zu besingen. Der Sieger weicht weder aus seinen Augen noch aus seinem Geist; er regiert die ganze Welt. Bringt mich nach Kurungudi, wo er steht! (1798) Der eine Herr trägt Knochenzier und Tigerfell; neben ihm steht der gütige Herr. Dessen Stadt ist Kurungudi: Ein junges Reiherküken steigt auf den tiefen Ast eines passenden Baumes und frisst weiße Garnelen aus dem Schnabel seiner Mutter. (1799) Hohe, laut rauschende Wellen kommen und gehen im ausgegrabenen Meer; darin ruht der Heilige auf der aufgerichteten Schlange. Seine Stadt ist Kurungudi: In den leuchtenden, kühlen Wasserfeldern lassen sich rotfüßige Schwäne mit ihren Gefährtinnen auf duftreichen Lotusblüten nieder. (1800) Wir haben ihn gesehen und dadurch Leben gefunden. Kommt und schaut, ihr Diener! Der rotäugige Eber, der Herr von der Farbe einer großen Wolke, wohnt in Kurungudi: Ein Reiher sucht für seine sanfte, rotfüßige Gefährtin Nahrung und durchstreift die dunklen Wasserfelder. Die zusätzliche Wendung über das suchende Schauen des Vogels ist im Tamilischen knapp und mehrdeutig.

(1801) Der Mächtige zog aus, ließ die zehn Köpfe des Dämonen fallen und zerschlug dessen Brust und Arme. Seine Stadt ist Kurungudi: Nacht und Tag summen die Honigbienen; auf allen offenen Plätzen verbreiten Kurava-Blüten ihren Duft. (1802) Für die fünf Pandavas lenkte er damals im Kampf den Wagen mit den feurigen Pferden, sodass die Könige mit ihren lärmenden Elefanten starben. Seine Stadt ist Kurungudi: Papageien mit roten Schnäbeln wie Kovai-Früchte sprechen, als wollten sie der Rede von Frauen mit kajalgeschmückten, glänzenden Augen gleichen. (1803) Ihr Diener, bringt große Blumen von leuchtenden Farben, tragt Duftgaben herbei, sprengt reines Wasser, verneigt euch und erhebt euch! Der Wohnort des Herrn von der Farbe des großen Wassers ist Kurungudi, dessen Paläste die gebogene, kühle Mondsichel am Himmel berühren. (1804) Ihr Diener, sucht Zuflucht, damit die quälenden Gedanken weichen, die ihr an Frauen mit zarten, rankenschmalen Hüften heftet! Geht nach Kurungudi: Dort bringt der Mullai-Jasmin der Gärten weiche Knospen hervor, als wollte er den Zähnen in den fruchtgleichen Mündern von Frauen gleichen, die man nur mit Shri vergleichen kann.

(1805) Ihr, die ihr zu uns gehört, nehmt frische Blüten und auf Fäden gereihte Kränze und geht mit unerschöpflicher Liebe zur Stadt unseres Herrn! Es ist Kurungudi, wo der scharfschnäblige Reiher, der in den Feldern lebt, in den fließenden Wassern Nahrung sucht und mit seiner Gefährtin spielt. (1806) Damit festhaftendes Karma und Leid vergehen, nehmt große Blumen, geht hin und verneigt euch! Erhebt euch und verehrt ihn, ihr Diener! Geht nach Kurungudi, wo gestreifte Bienen immerzu, Nacht und Tag, singen und der Mullai-Jasmin vom Berg seinen Duft über die offenen Plätze trägt. (1807) Er zerstörte Lanka mit dem Bogen und nahm dem zornigen Elefanten den tödlichen Stoßzahn. Über Kurungudi, wo er wohnt, sang Kaliyan, der kunstvolle Dichtung beherrscht, diese klingende Girlande. Wenn man ihre beständigen Lieder singt, bleiben die Sünden nicht. (1808) Wenn du des bindungsreichen Lebens überdrüssig geworden bist, in dem man an Vater, Mutter, Kindern und denen hängt, die als Verwandte nahestehen, und wenn du darin einen Mangel erkannt hast: Mein Herz, werde fähig, Vallaval auszusprechen, und wende dich dorthin! Dort wohnt der Kraftvolle, der Ende und Anfang, sogar Ursprung des Anfangs ist und zum Hirten wurde.

(1809) Wenn dir die Vereinigung mit Frauen, deren zarte, sich wiegende Hüften Blitz und Ranke übertreffen und deren sanfter Gang dem Schwan gleicht, widerstrebt und du sie fürchtest: Mein Herz, werde fähig, Vallaval auszusprechen, und wende dich dorthin! Dort wohnt der König, der einst für die fünf Brüder mit dicht besetzten Edelsteinkronen als Bote ging. (1810) Wenn du die Rede jener für verfehlt hältst, die die Täuschungen junger Frauen mit schmuckbehangenen, sanften Brüsten für die Wahrheit halten und daran festhalten: Mein Herz, werde fähig, Vallaval auszusprechen, und wende dich dorthin! Dort wohnt der junge Brahmane, der beim Opfer des mächtigen Herrschers unter dem weithin mondhellen weißen Schirm Land erbettelte. (1811) Wenn du den Gedanken jener aufgeben willst, die sagen: „Wir wollen die vollen Brüste der Frauen mit sanfter, melodischer Rede umarmen!“, und wenn du Rettung suchst: Mein Herz, werde fähig, Vallaval auszusprechen, und wende dich dorthin! Dort wohnt der Meeresfarbene, der im Himmel und auf dem Venkatam wohnt, dessen Höhe über den Himmel hinausreicht. (1812) Wenn du die Nachricht als leidvoll erkennst, dass Könige, die unter wolkenberührten weißen Schirmen und von Elefanten umgeben lebten, nun gestorben sind: Mein Herz, werde fähig, Vallaval auszusprechen, und wende dich dorthin! Dort wohnt der junge Herr, der seine schöne Hand und seinen Mund an die vergiftete Brust legte und mit der Milch die Lebenstage der Dämonin trank.

(1813) Wenn du fürchtest, dass die fünf in die Hütte aus Fleisch, Adern und Haut einziehen, die mit körperlicher Geburt entsteht, darin Schmerz und Krankheit erzeugen und sich dort ihr Leben einrichten: Mein Herz, werde fähig, Vallaval auszusprechen, und wende dich dorthin! Dort wohnt der Herr, der mit den vier herrlichen Veden, fünf Feueropfern und sechs Hilfswissenschaften verbunden ist. (1814) Wenn du die Rede der Verblendeten für verfehlt hältst, die den von allen Krankheiten erfüllten Körper für die Wahrheit halten und nutzlose Worte sprechen: Mein Herz, werde fähig, Vallaval auszusprechen, und wende dich dorthin! Dort wohnt der Wundertätige, der als feurige Sonne, Mond und wolkiger Himmel dasteht. (1815) Wenn du erkennst, dass der Körper, in dem die fünf – wolkenreicher Raum, Feuer, Wasser, Erde und Wind – vermischt sind, keine sichere Festung ist, und wenn du Rettung suchst: Mein Herz, werde fähig, Vallaval auszusprechen, und wende dich dorthin! Dort finden sich täglich der Herr und die goldene Blütengöttin mit ihren sanften, sandalgesalbten Brüsten ein. (1816) Wenn du die täuschenden Lehren, die die Weißgewandeten, die Anhänger des Pindi-Baums und die Anhänger des Bodhi-Baums vortragen, für keinen heilsamen Weg hältst und Rettung suchst: Mein Herz, werde fähig, Vallaval auszusprechen, und wende dich dorthin! Dort wohnt der Gott, den die Klarsehenden mit gefalteten Händen verehren, der Freigebige, der den Nektar aus dem großen Meer schenkte. Die Abwertung anderer religiöser Überlieferungen gehört zur konfessionellen Polemik dieser Hymne.

(1817) Den Herrn von Vallaval, der Stadt makelloser, Veda-kundiger Menschen, besang Kaliyan, mächtig mit seinem kampfbefleckten Speer, Herr des weiten, schönen Ali-Landes inmitten von Hainen mit summenden, geflügelten Bienen. Wer diese Worte seines klingenden Gesangs erlernt und beherrscht, wird als Herrscher die weite Erde beschützen und große Freude erlangen. (1818) Ich sage es dir im Voraus: Lass die Vereinigung mit Frauen mit duftendem Haar los; gerate nicht ins Wanken! Der Tempel unseres Herrn, der die sieben Himmelsräume und sieben Wogenmeere ist, liegt in Maliruncholai. Dort nehmen die Wasserfälle Sandelholz, Edelsteine und schöne Pfauenfedern auf und strömen vereint die Berghänge hinab. Komm, mein einfältiges Herz, lasst uns ihn verehren! (1819) „Nehmt Kränze und Wasser, erhebt euch ohne Unterlass, lasst uns ihn verehren!“ So rufen die Unsterblichen und Himmelsbewohner und preisen den Gott mit strahlender Krone, der auf dem Schlangenlager ruht. Sein Tempel liegt in Maliruncholai: In den bambusreichen Fluren mit dem Staub geöffneter Blüten sammeln sich Bienen am duftenden Honig der Kurinchi-Blumen auf den Berghängen. Komm, mein einfältiges Herz, lasst uns ihn verehren!

(1820) Damit die Menschen den krankheitsgenährten Leib hinter sich lassen, stehen sie da und preisen ihn. Er gewährte ihnen zuvor aus Gnade die weite Erde; als schön geschmückter Zwerg maß unser Herr dann den gesamten weiten Raum aus. Sein Tempel liegt in Maliruncholai: Auf dem weiten Land wachsen verheißungsvolle Vengai-Bäume, und die Berghänge sind reich an Edelsteinen, die die Bergbewohner mit ihren Schleudern fortschießen. Komm, mein einfältiges Herz, lasst uns ihn verehren! (1821) Er trank an der Brust der furchtbaren Dämonin und schoss glühende Pfeile vom tödlichen Bogen, damit die ruchlose Tataka starb. Er nimmt die Herzen derer ein, die seiner gedenken. Sein Tempel liegt im kühlen Maliruncholai: In wolkenreichen Fluren blühen Vengai- und Kongu-Bäume; strömendes Wasser trägt den duftenden Honig der Kurinchi-Blumen mit sich. Komm, mein einfältiges Herz, lasst uns ihn verehren! (1822) Der Dämon, der sich nicht verneigte, sollte auf dem Schlachtfeld fallen. Seine zehn Edelsteinkronen rollten, und sein kopfloser Rumpf richtete sich dämonisch auf und tanzte. So führte unser Herr den Kampf. Sein Tempel liegt in Maliruncholai: Die Spitzen dicht verschlungener hoher Bambusrohre reißen Honigwaben auf; Honig fließt herab und erfüllt die Berghänge mit starkem Duft. Komm, mein einfältiges Herz, lasst uns ihn verehren!

(1823) Er ruht auf dem Lager der gifttragenden Schlange, schleuderte ein junges Kalb gegen Vilam-Früchte, tanzte mit Töpfen und führte einst den Kuravai-Reigen auf. Der Tempel unseres tanzenden Herrn liegt in Maliruncholai: Wolken schöpfen aus dem weiten Meer und brüllen am Himmel; ein Löwe hält das Donnern am Berg für einen Elefanten, wird zornig und brüllt zurück. Komm, mein einfältiges Herz, lasst uns ihn verehren! (1824) Er schleuderte Dhenuka mit Freude fort, sodass dessen Leben entwich und schwere, volle Palmfrüchte herabfielen. Der Herr von der Farbe des weiten Meeres erwählte diesen Ort zum Tempel. Es ist Maliruncholai: Hirsche dringen zwischen große Edelsteinfelsen in smaragdfarbene, himmelhohe Haine ein und weiden an den Berghängen. Komm, mein einfältiges Herz, lasst uns ihn verehren! (1825) Er ruht auf dem Schlangenlager im aufgewühlten Meer, dessen Wellen bis in den weiten Himmel steigen; er beendete den heftigen Zorn des wilden Pferdedämons. Der Tempel dieses Herrn von der Farbe einer kühlen Wolke liegt in Maliruncholai: An den Schläfen mächtiger, zorniger Elefanten trinken berauschte Bienen den Brunftsaft, der reichlich über die Berghänge fließt. Komm, mein einfältiges Herz, lasst uns ihn verehren!

(1826) Mögen die im Lied als unverständig bezeichneten Jaina-Asketen und Buddhisten ihre übereinstimmenden Reden führen: Unser Vater, der große Herr und Gebieter der Unsterblichen, erwählte diesen Ort voller Freude zum Tempel. Es ist Maliruncholai: Im Schatten tief hängender Äste der Sandelhaine verneigen sich täglich die Frauen der Berghänge mit Mantras. Komm, mein einfältiges Herz, lasst uns ihn verehren! Die Abwertung der genannten Gemeinschaften ist die konfessionelle Stimme des Gedichts. (1827) Kaliyan preist die Diener, die den großen Edelsteinfarbenen auf den bienenreichen Hängen von Maliruncholai verehren. Er trägt einen langen, strahlenden Speer und ist Herr des guten, von Feldern umgebenen Ali-Landes und von Mangai mit seinen schönen Mangrovenhecken. Menschen mit der Kraft geistlicher Übung, die diese von seinem Mund gesungene Dichtung aufnehmen und singen, werden die vom rauschenden Meer umgebene Welt regieren. (1828) Er ist der Erste unter den Dreien. Im rauschenden Meer ruhend, brachte er aus der Blüte seines Nabels die Welten hervor, verschlang sie und gab sie wieder frei. Wird meine rankenschlanke Tochter sich mit diesem Gebieter der Götter vereinen können, mit Govinda, dem Hirten, der in Tirumaliruncholai steht? (1829) Er ist der Urherr in Arangam, das die Ponni mit ihren schönen Blütenhainen umgibt, die ursprüngliche Gestalt, die alle drei Welten erschuf. Wird unsere schöne Tochter mit den fischgleichen Augen die klingenden, geschmückten Füße dessen sehen können, der in Tirumaliruncholai inmitten dicht verzweigter Blütenhaine steht?

(1830) Er verschlang alle sieben Welten und ruhte dann freudig als kleines Kind auf einem Banyanblatt. Wird meine schmucktragende Tochter heute diesen großen Berg aus dunklem Rubin erreichen können, den König der Unsterblichen, der in Tirumaliruncholai steht, wo große, mächtige Elefanten zusammenkommen? (1831) Als Löwe riss er einst den starken Leib des Asura auf und freute sich. Er ist der Höchste mit Augen wie großen Lotusblüten, unser höchstes Licht. Wird meine Tochter mit der schönen Stirn heute unserem Wohltäter nahekommen können, der in Tirumaliruncholai steht, wo der Mond sich zu großen, schönen Wolken gesellt? (1832) Beim Opfer des Danava erschien er allein als Zwerg, wuchs empor und maß Himmel und Erde aus. Wird sie sich heute vor diesem Trivikrama verneigen und ihn verehren können, vor dem König der Himmelswesen, der in Tirumaliruncholai steht, umgeben von honigreichen Blütenhainen? (1833) Wer ihn nicht liebt und nicht seiner gedenkt, erreicht ihn schwer. Er wurde im großen nördlichen Mathura inmitten duftender Blütenhaine geboren. Wird meine Tochter mit den leuchtenden, fischgleichen Augen den vollkommenen Keshava sehen können, der in Tirumaliruncholai steht, das alle Länder verehren?

(1834) Er riss dem Vogel den Schnabel auf, zerbrach dem mächtigen Kampfelefanten den Stoßzahn und stieß den trügerischen Wagen um. Wird meine Tochter mit der strahlenden Stirn diesen großen Berg aus dunklem Rubin verehren können, den Freigebigen, der in Tirumaliruncholai steht, wo klare Wasserfälle herabströmen? (1835) Einst gewährte er Partha Gnade; im Bharata-Krieg stand er vorn auf seinem Wagen und schützte ihn. Wird meine Tochter mit dem dichten Haar die Hände vor diesem Reiniger falten können, dem großen dunklen Edelsteinberg der Himmelswesen, der göttlichen Gestalt in Tirumaliruncholai inmitten blühender Haine? (1836) Er trägt das rechtsgewundene Muschelhorn und den Diskus, hat mächtige Schultern wie Berge und die gedrehte heilige Schnur der Erkenntnis. Er ist der vedische Herr des hainreichen Venkatam. Wird meine Tochter mit der schönen Stirn diesem strahlend guten Narayana nahekommen können, der in Tirumaliruncholai mit seinem klingenden Fluss steht? (1837) „Wird die schön geschmückte Tochter den schwer zu findenden Herrn sehen, der in Tirumaliruncholai steht und auf dem mächtigen Vogel reitet?“ So sang Kalikanri von Mangai mit seinen hohen Palästen, Bannern und Mauern. Wer diese zehn Lieder einübt, wird keine Sünden haben.

(1838) Er gehört uns, ist unser Gott, unser Wohltäter und der Gebieter der Unsterblichen. Aus den Herzen der Diener, die ihn preisen, weicht er nicht und schenkt ihnen Gnade. Er ist der Herr von Tirukkottiyur, wo kühle, überschäumende Wasserfälle aufsprudeln und Gold verstreuen und hell strahlende rote Lotusse blühen. (1839) Er beseitigt jede schmerzhafte Krankheit und ist unser Gebieter. Er umfängt die Schönheit der Erdgöttin mit süß lächelndem, rotem Mund und ist der großen Göttin Shri lieb. Er ist der Herr von Tirukkottiyur: Der Wind streift Mauval-Girlanden und Jasmingirlanden, in denen Bienen tanzen, und kommt mit göttlichem Duft herbei. (1840) Er ist weiß und dunkel, von Edelsteinfarbe; er ist der Herr der Himmelswesen, für uns strahlend hell und erhaben. Er verschlang die sieben Welten und gab sie wieder frei. Er ist der Herr von Tirukkottiyur: Springende, klare Wasser nehmen Büschel von Yakschweifhaar und Sandelholz auf, treiben sie heran und bewegen sich durch die Fluren. (1841) Dem Gott, der den Stier reitet und die glänzende, scharfe Axt hält, gewährte er liebevoll einen Teil seines eigenen Leibes. Der edlen großen Göttin ist er lieb. Er ist der Herr von Tirukkottiyur, wo zarte junge Bienen sich an duftende Champaka- und Jasminblüten schmiegen und ihren guten, wohlriechenden, klaren Honig trinken.

(1842) Er hat die Farbe des großen, schiffreichen Meeres und eines kostbaren Edelsteins; er ist der König der Himmelswesen. Seine hohe Krone trägt eine Girlande honigreicher Blumen. Als Erhabener durchschritt er die Erde. Er ist der Herr von Tirukkottiyur, wo weiße Banner auf wolkenberührten Edelsteinpalästen hoch in den Himmel steigen und den erhabenen Mond berühren. (1843) Der Beschützer sandte Pfeile aus, sodass der König von Lanka erschrak, und beendete dessen Herrschaftsgewalt. Er ist unser Wohltäter, der mich zu seinem Diener gemacht hat. Er ist der Herr von Tirukkottiyur: Könige der von der Zunge gepriesenen Erde kommen, um ihn zu verehren, und auch die Götter nahen ehrfürchtig mit den Worten: „Hier wohnt Mal!“ (1844) Er schleuderte ein Kalb gegen die Vilam-Früchte. Als der gewaltige Regen die Rinderherden zu vernichten drohte, stand er da, schützte sie und freute sich. Er ist der Erdgöttin lieb und der Herr von Tirukkottiyur: Der junge Südwind mischt den Duft des Mullai-Jasmins vom Berg mit dem kühlen Duft der Malligai-Blüten und zieht umher. (1845) Er brach den blühenden Kurundu-Baum, bezwang den Elefanten und tötete das mächtige Pferd. Freudig nahm mich der große Herr der Unsterblichen in seinen Dienst und zog hier in mich ein. Er ist der Herr von Tirukkottiyur, umgeben von kühlen Wassern, in denen sich herabhängende Jackfrüchte, büschelweise wachsende Bananen und Mangofrüchte sammeln.

(1846) Menschen singen kunstvoll verbundene Lieder in süßem Tamil und tanzen mit Töpfen. Sie tragen glänzende, gedrehte heilige Schnüre wie der Viergesichtige, der auf der großen Lotusblüte wohnt. Als Meister der vier Veden beherrschen sie die fünf Opferarten und sechs Hilfswissenschaften und verehren ihn. Er ist der wohltätige Gott der Götter, der Herr von Tirukkottiyur. (1847) Kalikanri, mächtig im Umgang mit springenden Pferden, der Herr von Mangai, gedachte mit süßem Tamil des Herrn von Tirukkottiyur, dessen schöne Haine Felder umgeben, in denen Fische springen: des großen Mal von der Farbe einer dunklen Regenwolke. Wer diese zehn Lieder beherrscht, dem wird die Himmelswelt zur Wohnstatt.

Lesebereich 1848–1947

(1848) Der Kraftvolle ist mir guter Verwandter, Leben, leuchtender Schatz und die kommende, gute, uralte Zuflucht. Gestern sahen wir ihn in Nirmalai; heute wollen wir aufbrechen und ihn in Kannamangai sehen, das dunkle Reisfelder umgeben. (1849) Das Gold, den kostbaren Edelstein, den wunderbar geschmückten Blitz sahen wir auf dem Gipfel des Venkatam. Nun wollen wir weitergehen und den Herrn, der mich besitzt, unseren Wohltäter, in Thanka sehen. Die Quelle druckt nochmals 1848; die zweite, eigenständige Strophe erhält hier die Nummer 1849. (1850) Die Milch, den köstlichen Nektar, der auf dem Banyanblatt im Meer zu ruhen liebte, den Träger einer Girlande aus grünem Tulasi sahen wir in Ali und freuten uns. Nun wollen wir nach Nangur gehen und ihn sehen, der die Welt in seinen Gedanken trägt. (1851) Das unerschütterliche Licht, den Helden, der den Leib des Asura aufriss, verehrten wir in Per. Nun wollen wir nach Vellarai gehen und den unermesslichen, köstlichen Nektar sehen, die Leuchte, die den Unsterblichen Gnade schenkt.

(1852) Ihn, der die Bedrängnis dessen aufhob, der sich mit heißer Asche vom Verbrennungsplatz bedeckt, sahen wir in Naraiyur. Nun wollen wir nach Meyyam gehen und den starken Jüngling sehen, der in meinen Leib einzog, mein Innerstes schmelzen ließ und es ganz in sich aufnahm. (1853) Den Himmel, den Freigebigen, der den kostbaren Nektar schenkte, den Honig sahen wir in Cherai mit seinen weiten Feldern. Nun wollen wir nach Kudandai gehen und den König der Unsterblichen sehen, der den Elefanten bezwang und Gnade gewährt. (1854) Als Hirte erfreute er die Frauen mit schönem Haar und aß Butter. Wir sahen ihn in Alundai und freuten uns. Nun wollen wir nach Vekka gehen und den König sehen, der auf dem Schlangenlager zu ruhen liebt. (1855) Das Leben der Liebenden, den milchweißen Mond, die Fülle des Schmuckes verehrten wir in Maliruncholai. Nun wollen wir nach Vinnagar gehen und die Perle, den Edelstein, den Ursprung kostbarer Rubine sehen.

(1856) Dem gewaltigen Elefanten entriss er einen Stoßzahn, sodass er erschrocken erbebte. Diesen Tänzer mit klingenden Fußringen sahen wir in Kottiyur mit seinen dicht verzweigten Hainen. Nun wollen wir nach Navay gehen und den vollkommenen Herrn sehen. (1857) Den Bräutigam in Per mit seinen reichen Palästen besang Kalikanri, der die Schriften erlernt hat, in diesen kunstvollen Worten. Diener, die diese Worte sprechen, kennen keinen Mangel; die Himmelswelt wird ihr Herrschaftsbereich sein. (1858) Seht: Das Böse, das unser König ohne Erbarmen tat, ist noch in diesem Leben auf uns zurückgefallen. Was nützt es, jetzt ausführlich zu reden? Ravana ist gefallen; wem sollen wir noch etwas sagen? Ihr Affenführer, junger Prinz und Herr Rama mit dem schönen, starken Bogen! Niemand ist mehr da, um den Siegesruf der Dämonen anzustimmen. Wir fürchten uns – tadam pongattam pongo! Hier sprechen die besiegten Dämonen; der wiederkehrende Ruf begleitet ihren Unterwerfungstanz. (1859) Er besaß zehn hohe Kronen und doppelt so viele mächtige Schultern. Doch er richtete sein Herz auf Frauen und verlor seinen Reichtum. Wir, eure Diener, wissen nichts zu tun. Mit unseren zwei Schultern und einem Kopf lebten wir, ohne zu diesem übermächtigen Einzelnen zu gehören. Vater, unser großer Herr, töte uns nicht! Wir fürchten uns – tadam pongattam pongo!

(1860) Unser erbarmungsloser König drang einst in den Dandaka-Wald ein, entführte die Frau und ging zugrunde. Wir haben daran keine Schuld. Töte uns nicht, edler König! Was soll man noch über dieses Geschlecht sagen, das durch Frauen zugrunde geht? Sohn Dasharathas, du hast getan, was deine himmlischen Diener erfreut. Wir fürchten uns – tadam pongattam pongo! (1861) Vor unseren Augen verneigte sich sein jüngerer Bruder vor unserem König, dem Herrn des unerschöpflichen Lanka, und sagte von der Frau: „Sie ist Gift für das Dämonengeschlecht!“ Nun erleiden wir genau das, was die wissensmächtigen Himmelswesen wünschten. Nehmt die Frau mit dem schönen dunklen Haar, die einem großen Pfau im duftenden Hain gleicht, und zieht weiter. Wir fürchten uns – tadam pongattam pongo! (1862) Unser Ravana mit der hohen rotgoldenen Krone brachte eine Göttin namens Sita herbei und hielt sie in dem streng bewachten, duftreichen Hain gefangen. Seht: Das war seine Schuld. Kumbha und Nikumbha sind gefallen. Der Tod selbst ist in Menschengestalt erschienen und tötet uns mit Pfeilen. Wir fürchten uns – tadam pongattam pongo! (1863) Der Affe, der als Bote kam, überquerte das große Wogenmeer, verwüstete den hohen, streng bewachten Hain, tötete geliebte Söhne und Verwandte und verbrannte das befestigte Lanka, sodass es erbebte. Dennoch gab der Tor eurem Boten die Göttin eures erhabenen Herrn nicht zurück. Ach, nun muss er dafür leiden! Wir fürchten uns – tadam pongattam pongo!

(1864) Als er sah, wie ihr damals ohne Zögern das Meer eindämmtet, hätte er die Frau mit rankenschmaler Hüfte und sanftem, jungem Hirschblick freigeben und leben können. Doch sein Herz war ohne Einsicht. Kostbarer Edelsteinfarbener, bedenke, wie du diesen törichten König von Lanka, diesen Mörder, vernichtest und uns dabei verschonst. Das haben wir gesagt – tadam pongattam pongo! (1865) Mandodari und andere Frauen mit schönen, fischgleichen Augen waren da und suchten seine Liebe. Doch der Niedrige achtete nicht mehr auf ihre reichen, sanften Brüste und hielt den zarten Pfau aus dem Wald gefangen, weil er dachte: „Es sind doch nur ein paar Asketen; das ist leicht.“ Unser Rama mit starken Schultern wie der Liebesgott schoss ihm mitten ins Herz. Wir fürchten uns vor ihm – tadam pongattam pongo! (1866) Seine Pfeile töten grausamer noch als die Pfeile dessen, der die drei Städte in einem Augenblick zum Fraß des auflodernden Feuers machte. Während Jambavan danebensteht, verneigen wir uns. Erbarme dich unser, Vater und Herr! Du Sohn der strahlenden, heißen Sonne, König der Affen, töte uns nicht! Das haben wir gesagt – tadam pongattam pongo! (1867) Um die Bedrängnis der Himmelswesen zu beenden, zerstörte er das schöne Lanka. Über ihn sang Kalikanri, mächtig mit feurigen Pferden, diesen Pongattam-Gesang. Ihr Diener, singt ihn überall in dieser Welt, steht auf und tanzt! Schon hier wird es keine Not geben; nach dem Tod wird die Himmelswelt eure Wohnstatt sein. Erkennt dies! Das haben wir verkündet – tadam pongattam pongo!

(1868) Wir preisen Ramas heiligen Namen, bis unsere Zungen Schwielen bekommen. Ehrerbietung, vollkommener Sugriva! Wir verehren euch. Sprecht ein Wort, damit eure Affen uns nicht töten. Wie Tänzer tanzen wir – kulamani turam! Auch diese Liedgruppe lässt die besiegten Dämonen sprechen; der Refrain bezeichnet ihren Tanzruf. (1869) Ohne immer wieder zu rufen: „Unser Herr, nimm mich in deinen Dienst!“, wurde Indrajit von Pfeilen getroffen, konnte ihnen nicht standhalten und ging zugrunde. Vollkommener Hanuman, Sugriva, Angada und Nala! Kumbhakarna ist gefallen – kulamani turam! (1870) Als wir sahen, wie euer weltbeherrschender König als Tod für unseren Ravana erschien, fürchteten wir uns. Nun tanzen wir prächtig und rufen: „Es lebe Nila, dunkel wie eine Regenwolke! Es lebe Sushena! Es lebe Angada!“ – kulamani turam! (1871) Der Niedrige richtete seine Gedanken auf die Liebe von Frauen mit langem, duftendem Haar. Damit er zugrunde ging, führte der Beschützer den gezeichneten Bogen und sandte Pfeile, sodass die Geisterscharen Nahrung erhielten. Wir besingen die Vorzüge des jüngeren Bruders dieses Beschützers und tanzen – kulamani turam!

(1872) Wir haben euch den Sieg überlassen; Ehre verlangen wir nicht. Schenkt uns heute als Almosen unsere Lebenstage, ihr Diener unseres großen Herrn! Bleibt stehen und seht euch an uns satt, aber tötet uns nicht. Wie Berge bewegen wir uns im Tanz – kulamani turam! (1873) Euer König veränderte das Meer durch Steine, kam herüber, durchbrach die Bewachung und brachte Lanka in Bedrängnis. Wir konnten ihn auf dem Schlachtfeld nicht besiegen; seht, wir haben Angst. Sohn der heißen Sonne, du brauchst uns nicht zu töten! Wir tanzen – kulamani turam! (1874) Dies allein ist die Antwort: Kommt her, ihr noch lebenden Dämonen! Wenn ihr wollt, dass der Zorn gegen euch endet, sprecht nicht von euren Heldentaten. Ruft: „Es lebe Hanuman von alter, kraftvoller Herkunft!“ und tanzt vor denen, die dem Tod gleichen – kulamani turam! (1875) Er besiegte alle Dämonen mit ihren gefütterten Elefanten, springenden Pferden und Wagen, sodass sie zusammenbrachen. Damit die Diener dieses Siegers uns nicht töten, tanzt vor dem wasserlilienfarbenen Sohn des Beschützers von Ayodhya mit seinen hohen, weißen Palästen – kulamani turam!

(1876) Unser Ravana, dessen langer blattförmiger Speer einer hochgehaltenen Blüte gleicht, ist davongelaufen. Wir sind erschöpft. Um am Leben zu bleiben, tragen wir den Befehl eures Königs auf unseren Häuptern. Verfolgt uns nicht! In Gruppen kommen wir zusammen und tanzen – kulamani turam! (1877) Im grausamen Kampf um das ruhmreiche südliche Lanka tanzten die berggleichen Dämonen diesen Kulamani-Turam-Tanz und retteten so ihr Leben. Kaliyan mit dem zornigen, fettbenetzten Speer in der Hand machte daraus eine klingende Girlande. Singt diese zehn Lieder, steht auf und tanzt! (1878) Komm allein freudig hergelaufen, sodass dein duftendes, blumengeschmücktes Haar herabhängt; nimm meine volle Brust und lege sie an deinen Mund. Vollkommener, den Nanda zum Sohn erhalten durfte, Nektar, den ich voller Freude genieße, mein Vater und großer Herr! Trinke meine Milch, trinke sie zu deinem Wohlergehen! (1879) Du von der Farbe des schiffreichen, wogenden Meeres, Vollkommener wie eine große Regenwolke! Rotäugige, erhabene Herrlichkeit, du mit dem Mund wie ein roter Lotus! Meine Brüste fließen über. Ich habe dich gerufen und konnte dich nicht sehen. Wo bist du mit den Hirtenjungen, und was spielt ihr dort?

(1880) Du vollkommener Junge, der du mit den schönen, glückstrahlenden Kindern der Hirten auf der Straße spielst! Wenn ich sehe, welchen Unfug du treibst, schmilzt mein Herz, und süße Milch strömt aus meinen Brüsten. Komm her, setz dich nahe auf meinen Schoß und trinke mit deinem Mund an meiner Brust! (1881) Kinder zu bekommen scheint die Frucht geistlicher Übung zu sein. Für die Frauen dieser Welt sind ihre Kinder den Augen gleich, so kostbar sind sie. Du Ursprung, du wie ein mächtiger Elefant! Ich werde die junge Mondsichel vom roten Abendhimmel holen und dir in die Hand geben. Komm, setz dich auf meine Hüfte und trinke freudig und wohlig meine Milch! (1882) Du Junge mit tintenschwarzem Lockenhaar, der du zwischen den großen Marutam-Bäumen hindurchgingst! Du Wunderbarer, lauf nicht so schnell davon, du Ungewöhnlicher, der Butter verschlingt! Meine Brüste können ihre Milch nicht länger als diesen Augenblick zurückhalten. Du Höchster, trinke! Du Weltenmesser, trinke meine Milch! (1883) Du tust nicht, was gewöhnliche Kinder tun. Wenn man dich anspricht, bist du außerordentlich stark; du trägst List im Herzen und treibst vor aller Augen Unfug. Mein Herz schmilzt, und die Milch strömt aus meinen Brüsten. Tu nicht so, als wolltest du schlafen! Komm und trinke den Milchnektar!

(1884) Die grausame Dämonin gab dir die Brust, als wärest du ihr eigenes Kind. Doch du wurdest zum mächtigen Kind, nahmst ihr Leben und trankst an ihrer Brust, du Vollkommener! Bräutigam der guten Hirtentochter und der Göttin der weiten Erde! Mein Sohn, trinke meine Milch, trinke sie zu deinem Wohlergehen! (1885) Dein Vater wird zornig sein. Ich selbst kann dich nicht mit dem Stock in meiner Hand schlagen und dir wehtun. Wenn eure Rinderherden alle heimkommen und die Gottheiten am Himmel zuschauen, bleib nicht dort draußen in der Abenddämmerung stehen. Du mit dem Diskus in deiner schönen Hand, komm! (1886) Kind unseres Königs, des Herrn der Rinder und großen Gnadenspenders! Junger Fürst im Kreis deiner Angehörigen, du bei deiner Geburt schon Träger uralten Ruhms! Du starker Elefant unter den Jungen, der jede Kälberherde wendet und durch den Wald zieht! Weshalb bleibst du hier, ohne meine Milch zu trinken, mein großer Herr? (1887) Um die Bedrängnis dieses Lebens zu beseitigen, dichtete Kalikanri mit seinen schönen, erhabenen Schultern in rechter poetischer Form diese zehn Lieder, die den rotäugigen, erhabenen Herrn auffordern: „Trinke meine Milch!“ Wer sie wahrhaftig ins Herz aufnimmt und ihn damit preist, kann selbst zu den Himmelswesen gehören.

(1888) Du drangst ein und aßest die Butter, die die Hirtin mit der Blumengirlande gequirlt hatte. Da band sie dich fest und schlug dich; geschlagen saßest du schluchzend da und spieltest winselnd weiter. Du von der Farbe der hochgehenden Meeresflut, klatsche in die Hände! Du von der Farbe eines leuchtenden Edelsteins, klatsche! (1889) Du isst Joghurt und Butter, sodass die Herzen der Mütter heftig schlagen. Du bist unser großer Herr auf der weiten Erde, der Schöne unter unseren Hirten, unser Gebieter mit lotusgleichem Mund. Klatsche in die Hände! Du Dunkler, klatsche! (1890) „Er rollt die Buttermilchgefäße um, verschlingt Joghurt und Butter – und soll doch nur ein krabbelndes Kind sein!“ So sprechen die Hirtinnen und binden mit ihren Händen Stricke fest um deinen Bauch, bis eine Narbe zurückbleibt. Damodara, klatsche in die Hände! Lotusäugiger, klatsche! (1891) Die Fesseln deiner Eltern lösten sich, und du zogst an einen fremden Ort, ohne dass einer der deinen bei dir war. Während alle anderen in der Welt Angst hatten, gingst du hin und trankst das Gift der trügerischen Frau. Kluger Hirtenjunge, klatsche in die Hände! Wolkenfarbener, klatsche!

(1892) Ich verehre dich und rufe dir ehrerbietig zu, damit du mir eine Gabe gewährst. Kind, das an der Brust der Dämonin trank! Die Hirtinnen werden dir große Kuchen geben. Für sie zeige tausendmal dein Händeklatschen. Klatsche mit deinen breiten Händen! (1893) Dein Bauch ist kein gewöhnlicher Bauch. Ich werde dir dafür Reisflocken und Kuchen geben. Du kampfstarker Stier Nandas mit hoher, von dunklen Karuvilai-Blüten geschmückter Krone! Hirte, klatsche in die Hände! Tänzer mit den Töpfen, klatsche! (1894) Du rissest dem Vogel den Schnabel auf, fälltest den blühenden Kurundu-Baum und spieltest hüpfend umher. Mit der Hand, die Butter aus dem aufgehängten Gefäß schöpfte, drückst du nun die Brust deiner Dienerin. Mein kindlicher Herr, klatsche in die Hände! Du, der an der Brust der Dämonin trank, klatsche! (1895) In tiefer Nacht, als weder deine Mutter noch andere es bemerkten, kam die zauberkundige, arglistige Frau und bot dir die Brust. Du erkanntest sie als Dämonin, ergriffst sie und trankst mit deinem Mund ihr Leben. Klatsche in die Hände! Du Dunkler, klatsche!

(1896) Als listiges kleines Kind stießest du mit deinem Fuß den Wagen um. Die Frau, die als Mutter zu dir kam, packtest du unmerklich, hieltest sie fest und trankst ihr kostbares Leben. Freigebiger, klatsche in die Hände! Du Dunkler, klatsche! (1897) Du Herrlicher, der du das Herz Kalikanris, des großen Herrn von Mangai mit wolkengleich freigebigen Händen, zur Wohnung nahmst und nicht mehr daraus weichst! Du mit den Augen wie roten Lotussen, du Träger der kühlen Tulasi-Girlande, klatsche in die Hände! Du mit der breiten Brust, klatsche! (1898) Gibt es irgendwo ein Wunder, das diesem gleicht? Als Nara-Narayana legte unser großer Herr der Welt die Lehre des Dharma vollständig dar. Nicht nur das: Er öffnete damals seinen kostbaren Schlund, damit Sonne, Erde, aufwallendes Meer, Berge und Feuer dicht gedrängt hineinpassten. Seht ihn jetzt: Weil er die bereitgestellte Butter aß, sitzt er von den Hirtinnen gefesselt da! (1899) Einst nahm er einen Berg als Quirl und die Schlange als Seil und quirltete das große, rauschende Meer. Er ließ auch durch einen geworfenen kleinen Ball einen starken Buckel gerade werden. Unser großer Herr verschlang damals vollständig die sieben uralten, Makara-reichen Meere, sieben Berge und sieben Welten. Seht ihn jetzt: Weil er die bereitgestellte Butter aß, sitzt er von den Hirtinnen gefesselt da! Die knappe Ball-und-Buckel-Anspielung bleibt ohne zusätzliche erzählerische Ausgestaltung.

(1900) Madhu und Kaitabha erhoben sich mit unermesslicher Kraft. Er erkannte ihre feindselige Absicht und beendete unter dem Lob der Himmelswesen ihre Lebenstage. Einst griff er auch mit scharfen Krallen in den Leib des berggleichen Asura mit gebogenem Bogen und mächtigen, schwertscharfen Zähnen. Seht ihn jetzt: Weil er die bereitgestellte Butter aß, sitzt er von den Hirtinnen gefesselt da! (1901) Erschöpft riefen die Unsterblichen: „Gewähre uns Zuflucht!“ Da wurde er selbst ihre Zuflucht, zerriss den Gegner mit den Krallen und freute sich, den Göttern Gnade zu schenken. Dieser große Tirumal täuschte den mächtigen Mahabali von wachsendem, altem Ruhm, um die wasserreiche Erde zu gewinnen; als kleiner Brahmanenknabe maß er sie aus. Seht ihn jetzt: Weil er die bereitgestellte Butter aß, sitzt er von den Hirtinnen gefesselt da! (1902) Als Zwerg wuchs er bis zum hohen Himmel empor. Weil seine Diener von keinem ihrer tiefen Leiden mehr berührt werden sollten, ließ er sie bis in die Welt der Unsterblichen gelangen. Außerdem bestimmte der Herrscher der sieben Welten: „Yamas Boten dürfen meine Angehörigen nicht zur Rechenschaft ziehen.“ Seht ihn jetzt: Weil er die bereitgestellte Butter aß, sitzt er von den Hirtinnen gefesselt da! (1903) Wer die Bindung an die Früchte verwerflicher Lust durchschneidet, sich verneigt und ihn preist, dem nimmt der große Tirumal alle Leiden und macht ihn zu seinem Eigentum. Einst zerstörte er mit der Axt die tausend zornerfüllten Arme des Königs, der lärmend gegen ihn aufstand. Seht ihn jetzt: Weil er die bereitgestellte Butter aß, sitzt er von den Hirtinnen gefesselt da!

(1904) Er erschuf diese Welt, damit sie gerettet werde, und wollte alle Leiden derer tilgen, die sich vor ihm verneigen und ihn preisen, um sie zu den Seinen zu machen. Damit die Kraft der unverständigen Dämonen verging und sie starben, sammelte er ein Heer dicht herandrängender Affen, ließ Berge ins Meer stürzen und dämmte die aufwallende See. Seht ihn jetzt: Weil er die bereitgestellte Butter aß, sitzt er von den Hirtinnen gefesselt da! (1905) Um sich mit der schön geschmückten Frau mit sanft gekräuseltem Haar zu verbinden, zerbrach er den gewaltigen Bogen und vereinte sich liebevoll mit ihrer Freude. Als junger Sieger dämmte er das unerschütterliche Meer, ließ Lanka erbeben und hieb dem Dämonen die prächtigen hohen Häupter samt Armen und Beinen ab. Seht ihn jetzt: Weil er die bereitgestellte Butter aß, sitzt er von den Hirtinnen gefesselt da! (1906) Er verfolgte das aufbrausende Tier mit seiner gekräuselten, rötlichen Mähne, bis es nicht mehr entkommen konnte, und riss dem Unbändigen den Rachen entzwei. Einst durchschoss er mit dem umwickelten Bogen sieben Bäume und schnitt einer Dämonin von berggleicher Gestalt die Nase ab. Seht ihn jetzt: Weil er die bereitgestellte Butter aß, sitzt er von den Hirtinnen gefesselt da! Die Tierbezeichnung der ersten Hälfte ist mehrdeutig; die Rachenspaltung erinnert an den Pferdedämon.

(1907) Nicht im Geringsten achtete er auf die Gesichter der Umstehenden; um seinen Bauch zu füllen, verschlang er Milch, Joghurt und Butter aus den aufgehängten Gefäßen der Hirtinnen und saß dann an den Mörser gebunden da. Über die Füße dieses großen Herrn sang Kaliyan, König des guten, altehrwürdigen, feldreichen Mangai, diese klingende tamilische Girlande. Wer sie beherrscht, wird niemals Bedrängnis erfahren, Freude gewinnen und sogar über die Welt der Unsterblichen hinausgelangen. (1908) „Euer Hirtengeschlecht besitzt Ehre; deshalb darfst du den Kindern anderer keinen Schaden zufügen!“ So bitte ich ihn, doch ich bringe es nicht fertig, ihn zurechtzuweisen. Weder habe ich es ihm gesagt noch Nanda es ihm aufgetragen. Ihr Frauen, was soll ich tun? Offenbar quirlt er nun zusammen mit einem Mädchen im unteren Haus Joghurt. (1909) Ich stand früh auf, quirltete diese Buttermilch und ging hinaus, um sie zu verkaufen; beim Weggehen hatte ich alles noch gesehen. Niemand kam außer Nandas Sohn mit seinen duftenden, bekränzten Locken. Nachbarin aus dem oberen Haus, kommt und seht: Nicht nur die Butter ist weg; auch zehn Krüge Milch finde ich nicht mehr. Ich Unglückliche, was soll ich tun, was soll ich nur tun? (1910) Ihr Frauen, dieses kleine Kind mit dem klaren Mund schöpfte und verschlang die Butter im großen aufgehängten Gefäß, die dort wie ein silberner Berg lag. Nun schläft der Dieb. Kommt und seht: Seine Hände sind voller Butter! Sein Bauch ist nicht nach Kindesmaß; er fasst alle sieben Welten. Was soll ich Unwissende nur tun?

(1911) Der prächtige, muschelfarbene ältere Sohn, den die gute Frau mit kajalgeschmückten, speergleichen Augen zuvor geboren hatte, wuchs ebenfalls hier auf. Er hat solche Dinge nie getan. Aber dieser falsche, listige kleine Herr krabbelt davon, als wäre er eine ganze Kammer voller Diebeskünste. Wenn man diesem Herrn vertraut, gibt es für die Hirtinnen keine Rettung. Was soll ich tun, was soll ich nur tun? (1912) Der Vater war noch nicht nach Hause gekommen, ich war nicht da, und keine der Freundinnen war anwesend. Da näherte er sich dem Platz, wo die Kleine mit duftenden Blumen im Haar allein spielte, nahm ihr den Ball weg, packte ihr Kleid und zerriss es. So treibt der Schelm seinen Unfug. Was schulden wir Nandas Kind hier eigentlich? Freundin, was soll ich tun, was soll ich nur tun? (1913) Der Gemahl der Erdgöttin, der Herr der Blütengöttin, Nandas Sohn, der Erhabene, kam nachts in unser Viertel und spielte seine Rohrflöte. Seitdem sind die Blumenaugen meiner Tochter erschöpft, ihre Brüste schwellen vor Sehnsucht, und ihr roter Lotusmund ist blass geworden. So steht es um ihre Farbe, Freundin. Was soll ich tun, was soll ich nur tun? (1914) Als die Hirten damals ein Fest für den tausendäugigen Indra ausrichteten, brachten sie wagenweise gute Speisen heran und schütteten sie auf. Heute ging dein Sohn dorthin, Freundin, nahm die Gestalt eines gewaltigen Wesens an und setzte sich hin. Dieser Zauberer hat offenbar alles vollständig zusammengerafft und verschlungen!

(1915) „Den angesetzten Joghurt, die duftende Butter und die Milch frisst er krugweise auf!“ So kommen die Hirtinnen zusammen und rufen. Beschämt bitte ich ihn nur: „Ehrerbietung, Herr, solche Dinge darfst du nicht tun!“ Zurechtweisen kann ich ihn nicht. Seit er an der Brust der Dämonin trank, fürchte ich mich, dieses Kind anzureden. (1916) Als dieser mächtige, starke Junge sieben Monate alt war, legte ich ihn mit seiner Girlande offener Blüten hin und ging, in der Yamuna zu baden. Der Erhabene mit dem heiligen Zeichen auf der Brust blieb liegen und stieß mit seinem heiligen Fuß den berggleichen, heranrollenden Wagen um. Seitdem fürchte ich mich, ihn zurechtzuweisen. (1917) Ich fürchte mich, ihn laut beim Namen zu rufen, ihr Frauen! Tausend Maß Butter essen die Kinder mit ihren baumwollweichen Füßen und lassen keinen Anteil übrig. Kamsa ist grausam, und nach acht Tagen Melken ist nichts in meiner Hand geblieben. Vollkommener, du hast alles getan, was dir im Herzen lag. Was soll ich tun, was soll ich nur tun? Die Wendung über acht Tage und das Melken ist knapp gefügt; sie bezeichnet hier den verlorenen Milchertrag. (1918) Tut man denn den sanften Hirtentöchtern so etwas Böses, du Vollkommener? Sie planschten und badeten im lotusreichen Wasser; du gingst ihnen nach, verstecktest dich und rafftest dort ihre schönen Gewänder zusammen. Als die Frauen mit den geschmeidigen Hüften dich baten, saßest du auf einem Baum und sagtest: „Ihr schönen Mädchen, kommt und holt sie euch!“

(1919) Dieses Kind kennt nicht einmal so viel Furcht wie ein Hirsekorn! Seine Kühnheit und seine Heldentaten hat es mir nicht angekündigt, obwohl ich es aufzog und auf den Scheitel küsste. Heute stiegst du auf den grün belaubten, blühenden Kadamba-Baum, sprangst kraftvoll hinab in den Teich mit dem Giftfeuer der tausendmäuligen Schlange, kämpftest mit ihr und kamst zurück! (1920) Vollbringt man ganz allein Heldentaten, die über die eigene Kraft hinausgehen? Mein großer Herr, ich habe den Leib, der dich geboren hat – was soll ich nun tun? Du hast offenbar mit dem mächtigen Stier im frisch duftenden Wald gekämpft, dessen feuerrote Augen und donnernde Stimme die sieben Himmel erschüttern, und bist zurückgekommen! (1921) Die sanfte Hirtin mit schwanengleichem Gang schlug sich voller Angst an den Leib, als der Held dem dunklen, berggleichen Elefanten das kostbare Leben nahm. Diesen Jungen besang Kalikanri von liebenswerter Herrlichkeit, Beschützer des meerumgebenen Mangai mit seinen großen, unversehrten Mauern. Wer diese vierzehn süß klingenden Liedgirlanden beherrscht, kennt keinerlei Bedrängnis. (1922) Ihr habt Ohrschmuck angelegt, ein feines Gewand angezogen und euch mit gutem, kühlem, blütenstaubreichem Tulasi geschmückt. Ihr habt die verabredete Stunde verstreichen lassen und steht nun draußen vor der Tür. Wozu? Was soll das, was soll das, was soll das nur? In dieser Liedgruppe spricht eine Hirtin im Liebeszwist zu Krishna.

(1923) Ihr tragt ein rötliches Gewand, schwingt einen Stab, habt das Haar kunstvoll gebunden und einen prächtigen Gürtel angelegt. Nun seid ihr gekommen und steht außen vor der Tür in der Mauer. Wer ist denn dieser? Was soll das, was soll das, was soll das nur? (1924) Ihr habt ein Banner mit Garuda und seid ein unvergleichlicher Lenker. Ihr habt den Wagen umgestoßen und hinweggerollt. Nun kommt ihr mit betörendem Gesang und tretet in mein Haus. Mitten in der Dunkelheit – was soll das, was soll das, was soll das nur? (1925) Vollkommener Narayana mit den vielen Namen! Eure Tulasi-Girlande verbreitet starken Duft. Wie der Liebesgott kommt ihr singend und tretet in mein Haus. Zu dieser Nachtwache – was soll das, was soll das, was soll das nur? (1926) Eure Locken hängen ringsum herab, ihr habt den Dolch umgelegt und euch mit vielen großen Edelsteinen und Gold geschmückt. Nun seid ihr in den Hof getreten und steht lächelnd da. Weshalb? Was soll das, was soll das, was soll das nur?

(1927) Ihr habt die Hirten und Rinderherden dort zurückgelassen und haltet einen gebogenen, siegreichen Bogen in der Hand. Ihr schaut genau, wer gegangen und wer noch da ist, und kommt dann herein. Was soll das vor den anderen? Was soll das, was soll das, was soll das nur? (1928) Bräutigam mit den starken Schultern, die gegen Ringer kämpften! Wir wussten nicht, was ihr im Herzen plantet. Ihr schweigt nicht mit euren Versprechen, aber zur zugesagten Stunde kommt ihr nicht. Ach, was soll das, was soll das, was soll das nur? (1929) Heiliger, der ihr in den Teich stiegt, die tanzende Schlange packtet und tanzen ließet! In diesen Tagen bedeuten wir euch gar nichts. Ihr habt ja viele würdige Gemahlinnen. O weh, was soll das, was soll das, was soll das nur? (1930) Geh nur zu den sanften Hirtinnen, tanze und wiege dich, vereinige dich mit ihnen zum Kuravai-Reigen, du reizendes Kind! Während die große Göttin Shri und die Erdgöttin dastehen und dich suchen – ach, was soll das, was soll das, was soll das nur?

(1931) Den Liebeszwist, in dem eine Hirtin am Abend zum Lotusäugigen sprach, fasste Kaliyan mit den felsengleichen Schultern in diese Liedgirlande. Wer sie ausspricht und den Herrn damit preist, wird frei von Kummer sein. (1932) Denkst du an deine Macht, mit der du die in tiefer Nacht in Vogelgestalt gekommene Putana sterben ließest und befahlst, dass helles Feuer Lanka verzehre? Ist das der Grund, mein Vater und Herr, weshalb du von der Liebe des Mädchens mit honigduftender Girlande und vom Herzen unserer schönen Tochter sprichst, als wären sie ein Schälchen in der Hand eines Kindes? Die Bildsprache der Putana-Zeile ist ungewöhnlich; die Vogelgestalt steht so im Quellentext. (1933) Ist es die Heldenkraft, mit der du auf dem Platz freudig tanztest, sieben mächtige Stiere bezwangst und die Rinderherden beschütztest, als die Hirten zitterten? Ich weiß es nicht. Beständiger Herr, du von der Farbe des weiten Meeres! Du hast ihr die Armreifen genommen, als wäre sie leicht zugänglicher Honig am Moringa-Baum, der im Hof deines eigenen Tempels wächst. (1934) Du Wolkenfarbener, der du den mächtigen Diskus und das Muschelhorn hältst und jede Kraft überbietest! Ist es deine furchtbare Macht, mit der du einst Kamsa besiegtest, die dich so handeln lässt? Du von vollkommener Schönheit, hältst du diese schön geschmückte Frau, diese Perlenfülle, diese dem Nektar des weiten Meeres Gleiche etwa für einen Spielstein in deiner schönen Hand?

(1935) Ist es deine Güte, mit der du dem Herrn mit mächtigen Schultern und Tierhaut einen Anteil deiner Gestalt schenktest? Oder die Gewissheit deiner Hand, die Naraka vernichtete? Du nahmst dem Mädchen mit der schönen Blütengirlande seine leuchtende Farbe, kommst her, stehst vor uns und gehst nicht. Was soll ich dazu sagen, Vollkommener? Warum nennst du sie einen Stab in der Hand deiner Diener, über den sie frei verfügen? (1936) Ist es deine Heldenkraft, mit der du den Wagen lenktest, sodass die im Kampf unnachgiebigen Könige starben und sich ihnen der sonst schwer zugängliche Weg zum Himmel öffnete? Ich weiß es nicht. Ach, du hast die Würde unserer Tochter mit ihrer glückverheißenden Rede und honigsüßen Blumengirlande nicht bedacht. Du sprichst von ihr, als wäre sie leichter zu haben als eine Jambul-Frucht am großen öffentlichen Weg. (1937) Mit deinem Bogen nahmst du dem König des schön ummauerten Lanka seinen Stolz, sodass die Leiber der Dämoninnen erschlafften; dann standest du da, von den Unsterblichen verehrt. Ist deine heutige Tat dieselbe Heldentat? Du nahmst die weißen Muschelreifen von den Armen der Frau mit Lippen wie Korallenbaumblüten, stehst vor uns und gehst nicht. Vater und Herr, wozu schwingt man eine Wurfaxt gegen ein Erukku-Blatt?

(1938) Ist es die Kraft, mit der du die Streitaxt ergriffst, sodass tausend mächtige Schultern des Königs fielen, der einst die meerumgebene Welt regierte und vor dem sich andere Könige mit festen, radbewehrten Wagen verneigten? Du hast der Frau mit sanftem, jungem Hirschblick ihren Edelsteinglanz genommen, stehst vor uns und gehst nicht. Mein Vater, du Meeresfarbener, wozu braucht man einen Schlagstock für ein weißes Hühnerei? (1939) Du rissest einst die Brust des Gegners mit scharfen Krallen auf, sodass Vögel freudig daran herankamen, und erbarmtest dich des Edlen, indem du gegen Vali zürntest. Ist deine heutige Tat Ausdruck derselben Größe? Du hast die Würde unserer Tochter mit den großen Augen und der von Bienen umschwirrten Girlande nicht bedacht. Dunkler Meeresfarbener, hältst du sie für Wasser, das du schon im Mund hast und nach Belieben schlucken oder ausspucken kannst? (1940) Denkst du daran, dass du Wasser, Feuer, Himmel, weite Erde und Wind bist? Oder bist du so sicher, weil du meinst: „Dieses herrliche, girlandengeschmückte Mädchen hat niemanden außer mir“? Für mich Unglückliche ist sie eine Frau wie der kostbare Nektar des großen Meeres, das die Erde umgibt. Doch du behandelst sie in deinem Herzen wie den Garten eines Brahmanen, der sein Opferfeuer hütet und seinen Garten unbewacht lässt. Die erläuternden Zusätze geben die Stoßrichtung der Sprichwortbilder wieder: die vermeintlich mühelose Verfügbarkeit der Liebenden.

(1941) Ohne eigenes Begehren zu verfolgen, verneigte sich Kaliyan wahrhaftig vor den beiden Füßen unseres Herrn und sprach diese Lieder der ehrfürchtigen Anrede in Sprichwörtern. Er ist der Herr von Mangai mit seinem schwertstarken Heer und ehrwürdigen Speer. Wenn man diese von seinem Mund gesungene Girlande über den Herrn mit strahlender Krone und frischem Blütenkranz singt, wächst die Hingabe; Herz und heilige Fülle nehmen zu. (1942) Gib ein günstiges Zeichen, roter Vogel! Lass Madhava kommen, den Gemahl der großen Göttin Shri, mit seiner duftenden Girlande und seinem uralten Ruhm. Gib ein günstiges Zeichen, roter Vogel! (1943) Krächze, kleines Krähenkind! Lass den Höchsten kommen, dessen Farbe einer großen dunklen Wolke gleicht, dessen uralter Ruhm in aller Munde ist. Krächze, kleines Krähenkind! (1944) Rufe, schöner Kuckuck! Lass den Edelsteinfarbenen kommen, der den kalten Regen abhielt und sich freute, der den Rachen des Pferdedämons aufriss. Rufe, schöner Kuckuck!

(1945) Gib deinen Laut, kleine Eidechse! Lass Madhava kommen, der mit Töpfen tanzte und die Welt ausmaß, dessen schönes Haar honigreiche Blumen trägt. Gib deinen Laut, kleine Eidechse! (1946) Sprich, grüner Papagei! Lass den Herrn des nördlichen Venkatam mit seinen mächtigen Schultern kommen, der den strahlenden Diskus rechts emporhält. Sprich, grüner Papagei! (1947) Der Hahn ruft „Ku!“ Freundin, was soll ich tun? Die Stunde ist gekommen, in der der Meeresfarbene kommen sollte. Der Hahn ruft „Ku!“

Lesebereich 1948–2031

(1948) Was schulde ich Kama? Niemandem als dem großen Wolkenfarbenen gehöre ich. Warum legt der Liebesgott seine fünf Blütenpfeile an, dringt ein und schießt auf mich? Was schulde ich Kama? (1949) Wird er hierherkommen, sodass meine beiden langen, speergleichen Augen sich freuen? Wird Mal, der in Kudandai inmitten duftreicher Haine ruht, hierherkommen? (1950) Ich weiß nicht, wer er ist, Mutter. Diesen Herrn mit dem Diskus und dem goldglänzenden Sharnga-Bogen – ich weiß nicht, wer er ist. (1951) Ihr Diener, singt! Singt die klingenden Girlanden Kaliyans mit dem strahlenden Kranz und dem Speer, des Königs von Mangai mit seinen bienenreichen Hainen. Ihr Diener, singt!

(1952) Er hob einst einen Berg empor und schützte vor dem großen Regen; als Bogenschütze besiegte der Herr die Dämonen. Ist es nun seine Heldenkraft, die den Südwind kommen und Feuer auf mich werfen lässt? Was soll ich tun? (1953) Ist es die Strafe dafür, dass ich seine Girlande und seine Brust sah, die wie dunkle Wolken und das weite, kühle Meer sind? Durch die herabfallenden Tropfen großer Wolken kommt der feuchte Nordwind und zerschneidet mich. (1954) Die Armreifen und die schöne Farbe schwinden von meinem ermattenden Leib, und die heißen Strahlen des Mondes wüten gegen ihn. Was soll ich tun? Die duftende, blühende Girlande des Herrn von der Farbe der hochgehenden weißen Meereswellen ruft mich zu sich. (1955) Er wuchs in einem Hirtengeschlecht auf und trank das Gift von der Brust jener Frau, die als Mutter zu ihm kam. Ist es Ausdruck seiner herrischen Macht, dass die heißen Strahlen des Mondes jetzt gegen mich wüten?

(1956) Er wurde zum Menschenlöwen und zerriss den Asura in zwei Teile. Will er nun etwa den großen Mond aus den Wolken holen lassen? Ist es deshalb, dass das mächtige, aufschäumende Meer so klagt? (1957) Er zog aus, spannte den langen Bogen und besiegte Lanka. Ist es die Heldenkraft dieses Bogenschützen, dass nun der Ruf des Anril-Vogels aus dem Nest in der Palme im Hof mich bedrängt? (1958) Ist es die Strafe dafür, dass ich voller Verlangen dastand und den Herrn von der Farbe der Puvai-Blüte auf seinem Vogel herankommen sah? Unermüdlich legt der Bogenschütze mit den fünf Pfeilen einen Pfeil auf und schießt, mein Leben selbst zum Ziel. (1959) Mein Herz erwartet die schöne Tulasi-Girlande Mals. Doch statt dass sein Tulasi in mein Innerstes einzieht, kommt mit dem schneidenden Wind ein Hagelkorn. Mein Leben zu bewahren ist schwer! Der Vers spielt mit klangähnlichen Wörtern; die genaue Verbindung von Tulasi, Wind und Hagel bleibt unsicher.

(1960) Meine leuchtenden, fischgleichen Augen würden schlafen, und meine Farbe würde wieder wie einst werden, wenn eine Biene nur den Duft des blühenden Tulasi herantrüge, den die herrlichen Diener ihm dargebracht haben. (1961) Den Wundertätigen, der einst im Bharata-Geschehen als Bote der fünf Brüder ging, den rotäugigen Mal, besang der strahlende Kalikanri von Mangai, dessen Ruhm auf den öffentlichen Plätzen ertönt. Wer seine Worte beherrscht, kennt kein Leid. (1962) Mal hob den Berg, hielt den Regen ab und tanzte mit den jungen Frauen den Kuravai-Reigen auf dem Dorfplatz. Er hat mich liebeskrank gemacht. Wer könnte das Anril-Paar trennen, das oben in der einsam im Hof stehenden Palme sitzt und mich mit seinen Rufen zerschneidet? (1963) Er brach den blühenden Kurundu-Baum, bezwang den Elefanten, tötete das mächtige Pferd, nahm dem Elefanten den Stoßzahn und trank an der Brust der grausamen Dämonin. Während der Herr mit diesem Mund sich fernhält, spielt der klagende Ton der Bambusflöte aus dem Mund dieses Hirten sein jugendliches Spiel mit mir.

(1964) Der Edelsteinfarbene besiegte die Ringer und Kamsa, sodass sie starben. Während ich an seinen kühlen, blütenreichen Tulasi denke, kommt nachts der Wind und quält mich. Nicht nur das: Auch die Schelle des starken Stiers draußen auf der Weide übt ihre grausame Macht aus. (1965) Jedes Mal, wenn ich in meinem Herzen an die vollkommenen roten Füße des Heiligen denke, der sieben zusammenstehende große Bäume durchschoss, brüllt nachts das dunkle, kühle Meer. Dazu kommt der Nordwind, mich zu quälen. Was soll ich nun dagegen tun? (1966) Die Mutter zürnt, der Anril-Ruf zerschneidet mich, das beständige Wogenmeer rauscht, und die Armreifen werden locker. All dies begann, seit wir dem Bräutigam Pinnais gehören: der Frau mit goldenem Gewand an den Hüften, sanftem Schwanengang und blumengeschmücktem Haar. (1967) Unser Herr mit Diskus und Muschelhorn ließ uns in einem lebendigen Traum miteinander sprechen. Nun schläft die ganze Welt außer meiner Freundin und mir. Selbst der Hahn kräht nicht. Die Dunkelheit ist tief geworden.

(1968) Ich stehe nicht in einem Verhältnis zu Kama, das ihm erlaubt, mich so zu behandeln. Der Meeresfarbene ist mein großer Bräutigam; genau genommen ist Kama selbst mein Sohn. Meine jungen Brüste strahlen in jeder Nachtwache Feuer aus und wachsen allein für den großen Edelsteinfarbenen. (1969) Der Bräutigam, der im wolkenberührten Maliruncholai steht, nahm die ganze Fülle meines Herzens mit sich und ging fort; er denkt nicht mehr an mich. Wohin ist die heiße Sonne gegangen, dass es nicht hell wird? Wenn dieser vergiftete Leib einschliefe, wäre das jetzt gut für uns. (1970) Sollen wir weiter hierbleiben und darüber nachdenken, wie unsere blütenschöne, überaus anmutige Weiblichkeit zum Ziel von Kamas Pfeilen geworden ist? Freundin, lasst uns mit reinen Blumen und Wasser hingehen, ihn verehren und preisen. Werden wir den Regenwolkenfarbenen dann mit eigenen Augen sehen können? (1971) Den Herrn, der sieben siegreiche Stiere zugleich bezwang, besang Kalikanri, König von Mangai, dessen Ruhm auf den öffentlichen Plätzen reichlich erklingt. Wer diese zehn zusammengehörigen Lieder vorträgt, bei dem wird, wahrhaftig gesagt, in dieser Welt kein einziges Karma dauerhaft bleiben.

(1972) Er lenkte den Wagen im königsreichen Bharata-Krieg, legte Mahabali in goldglänzende feste Fesseln und zerstörte die Macht des südlichen Lanka, das das kämpfende Meer umgibt. Seht, an diesen Gott habe ich meine leuchtenden Muschelreifen und meine Schönheit verloren und sitze nun hier. (1973) Der Herr hat in meinem Innern Wohnung genommen. Er gewährte dem Elefanten mit seinen kräftigen, beschmutzten Füßen Gnade. Wenn ich den Namen des rotäugigen, breitschultrigen großen Mal singe und tanze, wird der Glanz meiner Brüste bestehen bleiben, ohne zu leiden, Mutter! (1974) Mutter, ich kenne ihn: Er ist der Weise, der einst die vier Veden verkündete. Er ist gekommen, hat meine goldenen Armreifen genommen und geht nicht fort; er zog in mein Herz ein. Ach, was beabsichtigt er? Wir wissen es nicht. (1975) Dürfen wir überhaupt sagen: „Wir kennen ihn nicht“? Er wohnt im weiten Kudandai inmitten duftender Haine; als kleines Kind schlich er langsam heran und aß voller Freude die duftende Butter aus den aufgehängten Gefäßen.

(1976) Denen, die täglich allein ihn anbeten und verehren, gewährt er die Gnade, ihm selbst gleich zu werden. Deshalb haben wir täglich allein ihn angebetet, verehrt und ehrfürchtig begrüßt. Ihn allein haben wir als Halt genommen und für immer in unserem Herzen bewahrt. (1977) Seine Diener nahmen ihn ins Herz auf und gelangten dadurch zur Freude. Die Unsterblichen preisen ihn, falten ihre lotushafte Hände und sprechen: „Er setzte einen Fuß in den strahlenden Himmel; nicht einmal für den anderen Fuß reicht die Erde aus!“ Dieser Krishna ist mein Krishna. (1978) Krishna steht in meinem Herzen – warum sind dennoch meine Armreifen abgeglitten? Was sind das für Wunder? Obwohl wir Frauen sind und unsere weibliche Würde besitzen, wollen wir nicht den erhabenen Berg, den er bewohnt, und Arangam besingen? (1979) Wollen wir nicht unseren Vater und großen Herrn besingen? Singend stehen und für den Herrn mit tausend Namen tanzen? Seiner Namen gedenken und den Tulasi-Kranz tragen, den er trägt? Gutes Herz, wenn die Absicht auf Vereinigung gerichtet ist, werden wir ihn dann nicht erreichen?

(1980) Gutes Herz, wir haben das schöne Ali mit seinen schwanenreichen Küstenhainen verehrt, wo unser großer Herr täglich freudig wohnt. Damit das frühere, schwere Karma vergeht, durften wir Blumen auf die goldschönen, roten Füße des Wolkenfarbenen legen. (1981) Wer könnte satt werden, wenn er den Herrn mit tausend Namen gewonnen hat? Kaliyan durfte seine Namen besingen und schuf diese klingende tamilische Girlande. Wer sie gelernt hat, wird die ganze Welt regieren; wer sie hört, wird in dieser Welt kein schweres Leid erfahren. (1982) Als die große Flut das reiche Himmelsland bedeckte und es nirgends mehr festen Stand gab, neigten die Unsterblichen ihr Haupt und riefen: „Wir haben keine andere Zuflucht!“ Aus Gnade sprach er: „Ich werde euch Schutz sein.“ Als Fisch bewegte er seinen Leib durch das Meer, sodass das Wasser aufwühlte; sein Rücken streifte den weiten Himmel und trug Berge auf sich. Mein Herz, vergiss diesen Mal nicht und verneige dich vor ihm! (1983) Die Unsterblichen schlangen die kampfstarke Schlange mit schwertscharfen Zähnen um den Berg und quirlteten. Die weiße Wasserflut geriet ganz durcheinander; Himmelsrichtungen, Erde und Himmel erzitterten. Unter dem großen Berg, der sich breit auf seinem Rücken drehte, lag er ruhend da: Tirumal, der zur mächtigen Schildkröte von berggleichem Wesen geworden war. Er ist unser Schutz.

(1984) Der reine Mond, die strahlende Sonne, die höheren Wesen mit ihren sieben Welten, die Himmelsrichtungen, der nördliche Berg, der die Erde trägt, die sechs weiteren Gebirge und die sieben Meere fanden auf einer kleinen Stelle innerhalb der Fläche seines Hufes Platz. Der uranfängliche Herr wurde einst zum Eber und wuchs empor, um Schutz zu gewähren. Diese Gestalt ist der König, der uns regiert. (1985) Offene Blumengirlanden schwangen zu beiden Seiten, seine beiden furchtbaren Augen sprühten Feuer. Als überaus glühender Löwe erschien er, um den Zorn des mächtigen Feindes zu brechen. Ohne den starken Krieger zu achten, trat der Löwe mit gebogenen Krallen an ihn heran und schlug mit einer Kralle eine tiefe Spalte in dessen Leib. Diese Wunde war dreimal größer als das gewaltige Wasser, das die Welt bedeckt. Die maßlose Größe der Wunde ist die dichterische Übersteigerung des Verses. (1986) Er erreichte den Opferplatz des mächtigen Mahabali und erschien dort als Zwerg, als Weiser, dessen Zunge den Veda und das rechte Handeln verkündet. Obwohl er wahrhaftig nur drei Schritte Erde erbat und erhielt, wuchs er über den Mandara hinaus; der Mond neigte sich, der Lotusgeborene verehrte ihn, und sein Fuß durchmaß die sieben Himmelsräume. Dieser Fuß ist der König, der uns regiert.

(1987) Einundzwanzigmal zog der Mächtige an die Spitze der Schlacht und besiegte die Könige der weiten Erde mit der Streitaxt, sodass ihr Leben schwand. Er ist der Gemahl der Erdgöttin, der Herr der Blütengöttin und der Geliebte der jungen Hirtin; mit seinem großen Mund verschlang er die ruhmreiche weite Erde und gab sie wieder frei. Er herrscht machtvoll über uns. (1988) Er wohnte in einer blätterreichen Hütte. Um ihn von der schönen Frau mit wellengleichen, speerscharfen Augen zu trennen, erschien ein Wesen in Hirschgestalt; es ließ sich unter den Hirschen sehen und verlockte ihn zur Jagd. Der grausame Urheber dieses tödlichen Trugs sollte vernichtet werden: Im siegreichen Kampf sandte unser Tirumal rote Pfeile vom Bogen, sodass Lanka zu Staub wurde. Er ist unser Schutz. (1989) Einst verschlang dichtes Dunkel die sieben Welten. Ohne Anfang oder Ende zu erkennen, fragten die verwirrten Unsterblichen: „Was ist über uns gekommen?“ Auch der schöne Veda war verschwunden. Da schenkte er den Himmelswesen und Weisen die Lehre erneut; damit die Dunkelheit wich und die Welt sich freute, erschien er als Schwan und verkündete dort die Schrift des Dharma. Er ist der König, der uns regiert. (1990) Ihr Diener, verehrt ihn und meint nicht, es gebe noch einen anderen Halt! Die starke Dämonin bot ihm ihre Brust, um ihn zu töten; doch er trank, sodass ihr Leben entwich. Später aß er Butter; die Hirtin mit vollen Brüsten band ihn an den Mörser. Mit ihm zog er los und lernte so zu gehen, dass die beiden mächtigen Marutam-Bäume brachen und fielen. Dieser Kraftvolle ist der Weg, die Bindung des Karmas abzuschneiden.

(1991) Er tötete den todbringenden Elefanten mit seinem roten Gesicht und sandte vom Bogen rote Pfeile aus, sodass Lanka, die Stadt des Grausamen, zu Staub wurde. Unseren Tirumal besang Kalikanri vom meerumgebenen Mangai mit seinen lebhaften Palaststraßen und Feldern. Diener, die diese klangvollen Lieder singen und mit ihnen umherziehen, werden die Welt der Unsterblichen regieren. (1992) „Sieh, Freundin: Mit Vaidehi, deren sanfter Blick einer Hirschkuh gleicht, als lieber Gefährtin ging er über steinige Waldpfade und wohnte im Wald!“ – „Die goldenen Füße, die über steinige Waldpfade gingen und im Wald wohnten, sind die Blumen auf den Häuptern der Himmelswesen. Sieh, Chazhal!“ Diese Liedgruppe ist als Wechselrede gestaltet; Chazhal bezeichnet den spielerischen Frage-und-Antwort-Refrain. (1993) „Sieh, Freundin: Er erschien, damit die Fesseln seines Vaters sich lösten, ging nach Ayppadi und wuchs als Kind von Nandas Familie auf!“ – „Er, der als Kind von Nandas Familie aufwuchs, ist der Vater des Viergesichtigen. Sieh: Er ist unser Vater und großer Herr. Chazhal!“ (1994) „Sieh, Freundin: Zum Spott der Menschen auf der vom tiefen Meer umgebenen Erde ging er nach Ayppadi und aß den Joghurt, den Frauen mit lang herabhängendem Haar bereitgestellt hatten!“ – „Der kostbare Bauch, der ihren Joghurt aufnahm, hat selbst dann noch Platz, wenn er alle sieben Welten verschlungen hat. Chazhal!“

(1995) „Sieh, Freundin: Für die Unwissenden wurde er zum Rinderhirten, ging nach Ayppadi und aß voller Freude duftende Butter aus den aufgehängten Gefäßen!“ – „Für den kostbaren Bauch, der diese Butter voller Freude aß, genügt nicht einmal die ganze von bewegtem Wasser umgebene Welt. Chazhal!“ (1996) „Sieh, Freundin: Die Hirtin mit dem schönen, dunklen Haar schlug ihn und band ihn mit einem kurzen, geknoteten Strick fest!“ – „Obwohl er mit einem kurzen, geknoteten Strick gefesselt war, ist er selbst für die Unsterblichen schwer zu erfassen. Chazhal!“ (1997) „Sieh, Freundin: Während die Trommeln laut erklangen und die Augen der Zuschauer sich freuten, tanzte er auf dem Platz den Stelzentanz!“ – „Obwohl er auf dem Platz den Stelzentanz tanzte, bleibt er selbst den Unsterblichen immer schwer zugänglich. Chazhal!“ (1998) „Sieh, Freundin: Für die fünf Brüder mit ihren bekränzten Speeren wollte er das weite Land teilen; als Bote ließ er sich vom König beschimpfen!“ – „Obwohl ihn der König als Boten beschimpfte, verschlang er einst die von Meereswasser umgebene Welt und gab sie wieder frei. Chazhal!“

(1999) „Sieh, Freundin: Im grausamen Kampf, in dem die Erdenkönige mit ihren Heeren untergingen, lenkte er damals den Wagen für den Wagenhelden!“ – „Obwohl er damals dessen Wagen lenkte, steht er über den Häuptern aller bekränzten Könige. Chazhal!“ (2000) „Sieh, Freundin: In so kleiner Zwerggestalt, dass die Zuschauer Mitleid empfanden, erbettelte er Land beim Opfer des Königs mit der prächtigen Girlande!“ – „Obwohl er dort Land erbettelte, wuchs er über alle sieben Welten hinaus. Sieh, Chazhal!“ (2001) „Sieh, Freundin: Mit List nahm er Mahabali drei Schritte Land ab und maß es aus. Man nennt ihn den Herrn in der Flut und den Herrn vom Venkatam!“ – „Mag er auch in der Flut und auf dem Venkatam wohnen: Er wohnt zugleich im innersten Herzen Kalikanris. Sieh, Chazhal!“ (2002) Erkennt ihr nicht, dass wir alle samt den Himmelswesen lange Zeit im heiligen Leib des Herrn mit dem ölglänzenden Diskus lagen, als die Welt im tintendunklen Meer verschwunden war? Welche Wohltat haben andere Gottheiten euch erwiesen, dass ihr sie preist? Ihr Diener, vergesst erwiesene Güte nicht! Preist den Herrn des Weltalls!

(2003) Als die unaufhaltsame große Flut über den hohen Himmel stieg, nahm er mit seinen ringkampfstarken, breiten Händen das gesamte Weltall in sich auf. Wissen das nicht alle? Gibt es überhaupt Götter, die nicht zuvor von unserem großen Herrn verschlungen und wieder aus seinem Mund hervorgebracht wurden? Wisst ihr nicht, dass die Welt allein durch seine Gnade besteht? (2004) Er verschlang euch selbst, damit der im Kampf siegreiche Meereskönig euch nicht verschlang, und rettete euch zusammen mit den Unsterblichen: mit dem Stirnäugigen, dem Viergesichtigen mit vollkommener Rede und dem Herrn des weißen Elefanten mit langem Maul und einem Rüssel. Wie verkehrt handeln die kleinen Diener, die die Eigenschaften dieses Herrn mit dem siegreichen Kriegsdiskus nicht preisen! (2005) Als die Wellen des kalten Meeres überquollen und die ganze Erde zum endlosen Meer geworden war, dachte der Herr der Weisen: „Nun haben diese Wesen keinen anderen Retter.“ Am Weltende nahm er alle sieben Welten auf, barg euch in seinem hell strahlenden heiligen Leib und rettete euch. Lernt, die geschmückten Füße dieses Einzigartigen mit seiner reifenschönen göttlichen Gestalt zu verehren! (2006) Als niemand mehr Erde sehen konnte und alles zum großen, weiten Meer geworden war, lag ein jeder lange Zeit in seinem heiligen Leib. Ihr Gedankenlosen, die ihr dies im Herzen nicht bedenkt! Wenn ihr es erkennt, sprecht die tausend großen Namen des Erhabenen, des Königs der Unsterblichen, der die Welt ausmaß!

(2007) Als die ungeheure, gespenstische Flut über den großen Himmel stieg und wuchs, hielt er euch in seinem Leib und rettete euch, wie eine Mutter es tut. Ihr Diener, die ihr ihn nun beiseitelasst und eine neue Gottheit feiert: Während eure leibliche Mutter da ist, badet ihr etwa einen Holzklotz mit warmem Wasser? Wie unfähig und undankbar seid ihr! Die Mutter-Holzklotz-Gegenüberstellung ist das scharfe Gleichnis der konfessionellen Mahnrede. (2008) Damit die alles verschlingende große Flut weder Erdenland noch Himmelsland, Götter, Asuras und alles Übrige verzehrte, verschlang er selbst sie alle und rettete sie. Er ist unser Augenlicht, der Herr der Stadt Kannamangai. Wie angenehm ist jede Zeit, in der wir nicht an Menschen denken, die seine geschmückten Füße nicht auf dem Haupt tragen und seiner nicht im Herzen gedenken! (2009) Als die dunklen Wasser des Meeres mit entfesselter Gewalt hervorbrachen, sich ausbreiteten und über die Grenzen des Weltalls hinausdrangen, nahm er am Weltende die sieben goldenen Welten auf. Im Innern seines heiligen, vom Dharma erfüllten Leibes barg er euch und rettete euch. Wer dieses erhabenen Herrn von dunkel leuchtendem Glanz nicht gedenkt, wird hier als niedrig gesinnt bezeichnet. (2010) Die Wogen des Meeres stiegen über den Gipfel des Weltalls; da rief er den Dienern, Weisen und Unsterblichen erbarmungsvoll „Ach, ach!“ zu. Er verschlang alle sieben Welten, barg euch im Innern seines dafür bereiteten heiligen Leibes und rettete euch. Singt von der kühlen Stadt Kudandai des Edelsteinfarbenen mit wolkengleich spendenden Händen, und tanzt!

(2011) Unser großer Herr verschlang Götter und Asuras, Richtungen und Meere, alles und jeden ohne Ausnahme und gab alles wieder frei. Kalikanri aus Mangai mit seinen üppigen Waldhainen erkannte dies und sang diese klingende Girlande. Wer sie lernt und beherrscht, wird durch die auf der Blume wohnende Shri Gnade empfangen und in der goldenen Welt glänzen. (2012) Er schlang die lange Schlange um den hohen Berg, stellte ihn ins Meer und quirltete unermüdlich die tiefe See, bis er freudig den Nektar gewann. Dieser große Herr trägt reichen Brustschmuck und reitet auf dem Vogel, ein goldener Berg. Augen, die ihn nicht sehen, sind keine wirklichen Augen – so haben wir erkannt. (2013) In Zwerggestalt stand er da und erbettelte Mahabalis Land, um es dann, zum hohen Himmel emporwachsend, mit seinen Füßen auszumessen. Er ist größer als jede Gegengabe, ein kostbarer, ungebohrter Edelstein und seinen Dienern lieb. Ohren, die nicht von ihm hören, sind keine wirklichen Ohren – so haben wir gehört. (2014) Er ist rein und der reine Veda; er wohnt im schönen Ali. Mit seinem Mund trank er das Leben der feindseligen Frau und genoss den Nektar. Die Rede jener, die sich nicht vor diesem Mal verneigen und seine Größe nicht verkünden, ist keine wirkliche Rede – so haben wir gehört.

(2015) Er ist der unerschrockene, kampfstarke Löwe, der dem feindseligen Hiranya mit scharfen Krallen die Brust aufriss, der König der Himmelsbewohner mit einer Girlande duftenden, blütenreichen Tulasi auf der Brust. Die Lieder jener, die ihn nicht voller Liebe besingen, sind keine wirklichen Lieder – so haben wir gehört. (2016) Sein wahrer Leib ist dunkel wie das tintenschwarze Meer, ein Edelsteinberg, eine große Wolke, eine frisch gepflückte blaue Wasserlilie oder die Kaya-Blüte. Er ist der Berg von Meyyam und trägt das Muschelhorn in der Hand. Hände, die ihn nicht mit gefalteten Handflächen verehren, sind keine wirklichen Hände – so haben wir erkannt. (2017) Wenn Menschen honigreichen Tulasi, Kanavalam-Blüten, Bilva-Blätter, stachelstielige Lotusse oder Ambal-Lilien sehen und nicht denken: „Diese sind für die goldenen Füße dessen bestimmt, der zum Vogel und zum Eber wurde und die Erde emporhob!“, dann wollen wir ihr Herz nicht als wahrhaftes Herz ansehen. (2018) Er gleicht dem rauschenden Meer, der Karuvilai-Blüte und der Kaya-Blume. Herzen, die seiner nicht immer liebevoll und voller Verlangen gedenken, als Diener dastehen und ihm Blumen aus den Bergteichen darbringen, sind keine wirklichen Herzen – so haben wir erkannt.

(2019) Als Kleiner aß er voller Freude die duftende Butter aus den aufgehängten Gefäßen, die die Hirtinnen mit ihrem wohlriechenden dunklen Haar bereitgestellt hatten. Er ist der rotäugige Erhabene. Wer ihn nicht betrachtend erkennt, bleibt unwissend – so haben wir erkannt. (2020) Er erwählte Tirumaliruncholai, wo honigsuchende Bienen summen, zu seinem Wohnort. Für die Frau mit großen, blumengleichen Augen bezwang er einst sieben Stiere. In meinem Herzen habe ich beschlossen: Wer nicht sein Diener geworden ist, hat sein Menschsein nicht erfüllt. Die ausschließliche Wertung ist die zugespitzte Stimme der Hymne; der tamilische Wortlaut sagt wörtlich, solche seien keine Menschen. (2021) Damit die fest anhaftende Sünde weicht, tragt die geschmückten Füße Tirumals, des Herrn mit dem Diskus in der Hand, auf eurem Haupt. Singt und tanzt diese zehn Lieder der klingenden Girlande Kaliyans, der den Speer fest in seiner Hand hält! (2022) Auch wenn es einen Einwand gibt, werde ich sprechen: „Wirst du mich noch einmal in der Grube entstehen lassen, in der Menschen geboren werden?“ Davor fürchte ich mich wie ein Baum am Flussufer. Vollkommener, der du Duft, Geschmack, Berührung und Klang bist!

(2023) Auch wenn du darüber zürnst, werde ich es sagen: „Wirst du mich wieder in der Grube entstehen lassen, in der Menschen geboren werden?“ Aus Angst davor zittere ich heftig wie das Herz von Seeleuten, die in einen Sturm geraten sind. Du mächtiger Herr des Diskus! (2024) Ich denke: „Wirst du mich wieder in die schwer lastende Geburt hineinstoßen und mich dann nicht herausziehen?“ Aus Angst davor hält mein Herz es nicht aus und schwankt, als müsste ich unter demselben Dach mit einer Schlange wohnen. Mein Lotusäugiger! (2025) Ich fürchte, du könntest denken: „Geh noch einmal in eine körperliche Geburt ein und wandere umher!“ Deshalb schmilzt mein Herz dahin wie eine Ameise in einem Holzscheit, das an beiden Enden brennt. Ursprung der Weltzeitalter! (2026) Ich fürchte: „Wirst du mich in die Grube der Bedrängnis stoßen, deren Leid durch Ertragen nicht geringer wird?“ Darum steht mein Herz zitternd da wie eine Schakalschar, die in einer Flut gefangen ist. Ursprung der Weltzeitalter!

(2027) Bräutigam des feldreichen Ali, wo an den Schleusen grüne Lotusse und schöne blaue Wasserlilien in dichten Reihen blühen! Lass mich nicht einem Baum gleichen, den ein Hirte halb gefällt hat. Gewähre mir, dass ich deine Gnade ganz erreiche! Das Baumgleichnis bezeichnet eine gefährliche Zwischenlage, weder sicher stehend noch ganz gefallen. (2028) Der Wurm im Neem-Baum frisst nichts außer Neem. Ebenso werde ich, dein Diener, auch künftig nichts anderes als deine roten Füße begehren. Du befreitest die schwindende junge Mondsichel aus ihrer Gefangenschaft und legtest dich auf das Lager der fünfköpfigen Schlange. Du höchstes Licht! (2029) Vater in Arangam, das schöne Haine umgeben! Ich will künftig auf nichts anderes als deine Gnade vertrauen. Du Edelstein, du kostbarer Rubin, Madhusudana! Weise mir den Weg, auf dem ich gerettet werden kann, du höchstes Licht! (2030) Mein Vater, du schenkst deinen Dienern täglich süße Gnade, damit sie nicht in der unendlichen Hölle versinken. Du Chandogya, du Herr, du Lotusäugiger! Ach, gewähre mir, deinem Diener, deine eigene Gnade!

(2031) Den Herrn, der den Berg emporhob und die Rinderherden schützte, besang Kalikanri, König von Mangai, dessen Ruhm auf den öffentlichen Plätzen erklingt. Wer diese zehn zusammengehörigen Lieder beherrscht, dem können karmische Taten niemals mehr nahen.

Tirukkuruntandakam (2032–2051)

(2032) Den Schatz, die Korallensäule, das Ziel derer, die seiner auf rechtem Wege gedenken, den weisen Lenker, der Kamsas Ende herbeiführte und das Weltall regiert – Mal habe ich gepriesen und verehrt. Ich erkannte das mir beschiedene Heil, das in mein Herz gekommen ist. Als sein Diener lasse ich ihn nicht mehr los. (2033) Mein Herz, sprich, wie es dir möglich ist, von seinen Eigenschaften: Er ist Wind, Wasser und Feuer, der siegreiche Stier, der das fest ummauerte Lanka vernichtete, die schöne Edelsteinfülle im Himalaya, der Strom der Wonne, der Nektar und der Tod, der das kostbare Leben des Asura verschlang. (2034) Im weiten, dunklen Meer drehte er den mächtigen Berg und gewann, den Himmlischen zur Seite stehend, den Nektar. Diesen Vater, unseren Herrn, verehrte ich: den kraftvollen Jüngling von Maliruncholai, dessen dichte Bambushaine selbst die ausgebreiteten Sonnenstrahlen fernhalten. (2035) Hört, was mir widerfahren ist! Den blütenprächtig Schönen, der als Eber die Erde barg, sah ich im Traum herankommen. Mit Wort und Tat, mit Geist und gesenktem Haupt, von immer größerem Verlangen erfüllt, zog ich ihn an mich und nahm ihn ganz in mich auf. Wie süß war das für mich!

(2036) Wie Wasser, das glühendes Eisen aufnimmt, drang meine schwer zu erlangende Liebe in unseren Herrn ein. Ich nahm seinen Dienst auf und wurde gerettet. Den regenwolkengleichen Herrn umschloss ich, bewahrte ihn im Herzen und trank ihn wie süßen Zuckerrohrsaft. Wie köstlich war das! (2037) Er ist der Eine, der Erste unter den Dreien, der König, der die Welt gewann, die Fülle strahlender Edelsteine in Kudandai, das Lied der Wonne, frischer Honig, lauteres Gold und die Blume auf den Häuptern der Unsterblichen. Mit welchen Worten könnten seine Diener ihn angemessen preisen? (2038) Er ist dieses Leben und das kommende, die Wirklichkeit, die uns zur Befreiung wurde; die Vollkommenheit im weiten Tiruvarangam mit seinen ausgedehnten Hainen; die dunkle Gestalt, der unvergleichliche Herr von Tirumalai. Wer seines Wesens gedenkt, soll immer auf meinem Haupt wohnen. (2039) Ach, wer nicht in Gemeinschaft mit ihm lebt – mit Mal, der Himmelswolke, dem Honig aus den Waben des Berges, dem Zuckerrohrsaft, dem göttlichen Glück –, weiß die menschliche Geburt nicht zu schätzen! Versteht: Solche Menschen wünschen nur Sicherheit für das Leben in ihrer jeweiligen Fleischhütte.

(2040) Mein Herz bleibt bei nichts beständig. Es windet sich wie eine Ameise auf einem Scheit, das prasselnd vom Feuer verzehrt wird. Du Klarer, Gott aller Götter, du Leuchtender, der die Welt gewann: Außer dir haben wir durch sieben Geburten hindurch keine Hilfe. (2041) Auch mein Denken bleibt nicht auf dem rechten Weg. Was soll ich tun, von bösen Taten belastet? Ich liebe die Hingabe. Mein Vater, weise mir an, was ich werden soll! Perlenglänzender Smaragd, Herr von der Farbe der donnernden, blitzenden Wolke, mein Vater: Außer deinem Dienst kenne ich nichts. (2042) Mein Vater, gewähre mir, dich mit all meinem Dienen zu loben, dich zu verehren und mich vor deinen Füßen zu beugen, damit ich darin meine Sorge überwinde. Du bist das Weltall, der Ursprung aller acht Richtungen, die Gerechtigkeit, das uranfängliche Gut und das höchste Licht. Dich allein werde ich preisen. (2043) Ich, ein unreiner Diener mit schmutzigem Leib und speichelfeuchtem Mund, sprach den uralten Namen meines Lebens, des Mal von Arangam. Ich erschrak: „Wie habe ich Sünder mich vergangen!“ Da kam der Herr von der Farbe der Wasserlilie und erschien vor meinen Augen: „Fürchte dich nicht!“

(2044) Selbst Wasser, das glühendes Eisen verschlungen hat, mag wieder hervorkommen – erkennt es! Meine schwer heilbare Krankheit, alle meine Sünden, haben mich verlassen. Meine beiden Augen jubeln, denn ich habe das Zuckerrohr gesehen: ihn, der im großen Tempel von Arangam wohnt, umgeben von Hainen voller Bienen. Das Bild stellt die überraschende Loslösung der Sünden dem scheinbar unwiederbringlich aufgenommenen Wasser gegenüber. (2045) Täglich dachte ich nur an die Vereinigung mit Frauen, deren Augen die Wasserlilie übertreffen. Darin ging ich Sünder auf und verbrauchte mein Leben. Ich gedachte nicht des Herrn von Kudandai, das Wasser umgibt und wo gefiederte Schwäne wohnen. So wurde ich zu einem Menschen voller Verfehlungen. (2046) Vor ihm stand Hanuman, nachdem er das alte, fest ummauerte Lanka des bösen Ravana verbrannt hatte, und verehrte liebend seine beiden Füße. Diesen Herrn will ich, sein Diener, baden: Alle meine Knochen sollen schmelzen; mein Herz sei die Liebe, und Erkenntnis sei das Wasser der Waschung. (2047) Er vernichtete das trügerische Reh, ging zwischen den Maruda-Bäumen hindurch und brach sie, durchmaß die Welt und drehte den gewaltigen Berg, bis das große Meer aufwogte, um den Himmlischen Nektar zu geben. Unserem Herrn Mal werde ich Diener einen reinen, großen Kranz darbringen: meine eigenen Worte.

(2048) Wer von ihm sprach, verließ den Kreislauf der Geburten. Selbst wer die Größe des Herrn von Per schmähend aussprach, wurde gerettet – so erzählt es die Welt. Ich habe von ihm gesprochen; schmähen kann ich ihn nicht. Erkennt: Mein Verlangen nach dem meerfarbenen Herrn ist groß, denn ich Tor möchte von Geburt frei werden. (2049) Sie überwinden Müdigkeit und Bewegung, sitzen still, schließen die Lider, bezähmen die unermesslich schweifenden fünf Sinne und richten ihre Liebe auf ihn. Mit unerschütterlichem Denken schauen sie nach der vorgeschriebenen Weise die Lampe, die bei ihrem Erscheinen Licht ausstrahlt. Vermögen sie so die Wirklichkeit zu sehen? Die Schlussfrage wahrt die fragende Form des tamilischen Verses. (2050) Er löste den Fluch dessen, der mit einer anhaftenden Schädelbettelschale von Haus zu Haus zog und aß. Seine von der Welt gepriesenen Orte sind Kandiyur, Arangam, Meyyam, Kachchi, Per und Mallai. Außer denen, die diese Orte aufsuchen und Rettung finden – können andere gerettet werden? Die zugespitzte Heilaussage gehört zur Stimme des Hymnus; der Schädelträger ist Shiva. (2051) Den rotäugigen Mal mit den rötlichen Füßen preisen täglich der König der Himmlischen und der auf der Lotusblüte sitzende Brahma, indem sie honigreiche Blumen streuen. Wer den reichen tamilischen Kranz von viermal fünf Liedern, den Kaliyan mit dem ruhmreichen Speer sprach, fehlerlos beherrscht, wird den lichten Himmel bewohnen.

Tiruneduntandakam (2052–2081)

(2052) Er wurde zur blitzgleichen Gestalt, zu den vier Veden des Uranfangs, zum Lampenlicht und zum aufgehenden Mond. Als innerste Wirklichkeit ist er ungeboren, ohne Krankheit und Alter; als goldene Gestalt, die den Gedanken vom Sterben abwendet, als edelsteingleiche Form, als die fünf Elemente, als Wasser, als Feuer und als strahlendes Licht steht mein Vater in meinem eigenen Wesen. Seine heiligen Füße, jungen Sprossen gleich, ruhen auf meinem Haupt. Die mehrfachen Ausdrücke für vordere, spätere und eigene Gestalt sind hier sinngemäß verbunden; ihre genaue Zuordnung ist auslegungsbedürftig. (2053) Er wurde zu Erde, Wasser, Feuer, Wind und Raum und durchdrang die vielen verschiedenen Religionen. Betrachtet man die unterschiedlichen göttlichen Gestalten der drei großen Götter: Eine ist golden, eine wie rotes Feuer, eine wie das weite Meer. Schaut man diese drei Gestalten, sind sie ein Licht; die wolkengleiche Gestalt aber ist die Gestalt unseres Herrn. (2054) Man sagt, der dunkle, große Mal sei in seiner heiligen Gestalt einst rot gewesen und habe im Treta-Zeitalter muschelweiß gestrahlt. Als er in gewaltiger Gestalt den Nektar aus dem Meer gewann, war der Herr tiefblau. Ihn auf eine einzige Gestalt festzulegen ist unmöglich. Außer ihn Weltalter um Weltalter stehend zu preisen – wer könnte den Dunkelgestaltigen mit den roten Augen durch bloße Worte ganz erfassen?

(2055) Du argloses Herz, wir können leben, indem wir stets, ohne Vergessen, mit dem Mantra den preisen, der vor Indra und Brahma ist: Er wurde zu den fünf Elementen Erde, Wind, Feuer, Wasser und Raum, zum wohlgeformten tamilischen Klang und zum Wort des Nordens, zu den vier Richtungen, Mond und Sonne. Selbst die Götter im Himmel können den Reinen nicht erkennen. Er ist das Mantra, das er den Brahmanen für die Dämmerungsandacht gab. (2056) Bei seinem strahlenden Schritt stand ein Fuß im Wasser; der andere überstieg selbst die Vorstellungen im Herzen des ruhmreichen Asura, ging über das Weltall hinaus, durchquerte den weiten Himmel und stieg empor. Der kühle Mond und die Sonne wichen aus; der Fuß streifte den Sternenbereich und reichte noch weiter. Ich verehrte nur die blütengleichen heiligen Füße meines Vaters, der die ganze Erde in sich einschloss. Gemeint ist die Weltdurchmessung Vamanas; die genaue syntaktische Verbindung zum Herzen des Asura bleibt unsicher. (2057) Komm, mein Herz, wir wollen seine Füße besingen an allen Orten, die er liebt, und das blühende Kovalur verehren! Er ist der König der Unsterblichen mit langen, mächtigen Armen, der einzigartige Reiter des schön geflügelten Vogels; den Asuras begegnet er stets feindlich, ohne Schonung. Hier ergießt sich die schlammreiche Pennai über das Land, führt lange Bambusrohre mit und häuft ihre Perlen auf; Teiche umgeben die Felder, die Gold hervorbringen.

(2058) Komm, mein Herz, wir wollen das blühende Kovalur verehren! Mit scharfer Axt vernichtete er Könige mit festen, berggleichen Schultern und beherrschte die Erde. Er besiegte auch den Speerträger, der seinen einzigartigen Speer in das weite, bergumgebene Meer geworfen hatte. In Kovalur bewacht die keusche Jungfrau vom Vindhya die langen Straßen, umgeben von duftenden Hainen und Lotusgewässern; dort steht er, verehrt vom glanzvollen Malai-Arayan. Die Anspielung auf den Speerträger ist schwierig; Malai-Arayan wird hier als Bezeichnung eines örtlichen Herrschers belassen. (2059) Du von Niragam, du auf dem Gipfel des hohen Berges, du von Nilattingal-Tundam und von Uragam im reichen Kachchi! Du wohnst in Vehka an den schönen Wasserstufen, im Herzen derer, die deiner gedenken, im weltgepriesenen Karagam und in Karvanam, du Dieb! Du von Per südlich der schönen, blütenreichen Kaveri, du bleibst unverrückbar in meinem Herzen. Herr, nur deine heiligen Füße habe ich gesucht. (2060) Du von Mallai, wo Schiffe große Edelsteine über das Meer herantragen! Du von Kachchi mit seinen Mauern, du von Per! Du teilst die Gestalt dessen, dessen Brust duftende Konrai-Kränze schmücken und der die zarte Tochter des Bergkönigs auf seiner linken Seite trägt. Du bist im Milchmeer, auf der Erde, auf dem Gipfel des kalten Berges, du Korallenfarbener. Wo bist du, unser Herr? Dich suchend irre ich Armer so umher.

(2061) Du wurdest mir zu Gold und zu dem Ruhm, der die sieben Welten beschützt. Ich, dein geringer Diener, kann nur sagen: „Du bist mein geworden! Du bist mein geworden!“ Was sonst weiß ich Armer? Die Welt preist dich im Süden, im Norden, im Westen, als mächtigen Elefanten im Osten. Du gehst den Unsterblichen voraus, Licht, das die Späteren verehren; du von Tirumulikkalam, du bist der Ursprung. (2062) Sie kleidet sich in Seide, wird schwach und klagt; ihre Puppe beachtet sie nicht. Tränen füllen ihre großen, kühlen Augen, sie schläft nicht und kann keinen winzigen Augenblick auf meinem Schoß bleiben. „Wo ist das Tiruvarangam unseres Herrn?“, fragt sie. Ich bat die Wahrsagerin: „Sage wahrhaftig, wer dies meinem sanften Rehkitz antat, in dessen duftendem Haar edelsteingleiche Bienen summen!“ Sie antwortete: „Frau, der Meerfarbene hat es getan. Wer könnte sie schützen?“ (2063) Das Herz zerfließt ihr, Tränen treten in ihre Augen; sie steht und sinkt erschöpft nieder, seufzt tief, denkt weder ans Essen noch an Schlaf. „Vollkommener, der auf der giftigen Schlange ruht! Held von Ali mit duftenden Blumenfeldern! Du mit dem schön geflügelten Vogel im Banner!“ Sie tanzt und singt: „Freundin, wollen wir im schönen Arangam tanzen?“ Ich habe eine Tochter geboren, die sich nicht unter meinen Flügel fügt; Schande habe ich mir auf dieser weiten Erde zugezogen. Ach, mein Unglück!

(2064) „Du hobst den Berg und schütztest vor dem steinernen Regen! Du von Uragam im schönen, blühenden Kachchi! Du zerbrachst den Bogen und umarmtest die Schultern der Zarten! König, der in Vehka ruht! Du bezwangst und erschlugst damals die Ringer! Mein Held, dessen Hände das Pferd aufrissen!“ Diese Worte spricht sie ihrem Papagei vor: „Sprich sie!“ Tränen fallen auf ihre beiden Brüste, und sie wird immer schwächer. (2065) Sie hört ihren Papagei den aufgehenden Lichtstrahl besingen, die Wolke von Kurungudi, den unvergänglichen Ursprung jenseits der drei Welten, den unermesslichen Nektar, den Reinen von Arangam, den Gegenstand der Gedanken der Brahmanen, das Lampenlicht, den Smaragd von Tiruttanka und Tirumal von Vehka. „Dass ich dich aufzog, hat Frucht getragen! Komm!“, sagt sie, legt die Hände zusammen und verehrt den sanften Vogel. (2066) „Elefant, der im steinern hoch ummauerten Kachchi wohnt! Süße Frucht, die im Meer liegt! Herr, der gern im schönen Alundur steht, umgeben von Feldern und Teichen voller aufgeblühter Wasserlilien!“ Meine arglose Tochter hält die große, klangvolle Vina an ihre Brust. Ein kleines, reines Lächeln erscheint; sie streicht die Saiten, bis ihre zarten Finger rot werden, und singt leise wie ein sanfter Papagei.

(2067) „Starker Stier, der mit Freude die Kälber hütete! Meine süße Frucht im hainumgebenen Kannapuram! Du tanztest fröhlich auf dem Dorfplatz! Held vom nördlichen Tiruvenkatam! König, der siegreich das Geschlecht der Asuras ausrottete! Du stehst im weit umgrünten Tirunaraiyur! Mein dunkelgestaltiger Gefährte mit dichtem Lockenhaar!“ So spricht sie, während Tränen auf ihre beiden Brüste fallen und sie dahinsinkt. (2068) Ihre jungen, vollen Brüste überzieht goldene Blässe; Tränen quellen aus den Augen, die kämpfenden Fischen gleichen. Sie tritt heraus und steht; beim leisen Ruf des rotfüßigen Täuberichs zu seiner Gefährtin zerfließt ihr Leib vor Sehnsucht. Ich höre sie Tankal, das kühle Kudandai und das kühle Kovalur besingen und dazu tanzen. „Mädchen, ist das wohl gut für unsere Familie?“, frage ich. Sie antwortet nur, indem sie auch Naraiyur besingt. (2069) „Sein heiliger Leib ist wolkenfarben, Augen und Mund, Handflächen und beide Füße lotusfarben. Er liebt die sanfte Erdgöttin und ist von Liebe zur Jungfrau auf der kühlen Blüte ergriffen.“ Ach, ich habe mich vergangen! Meine schöne, arglose Tochter hört nicht auf mein Wort. „Wo ist das Tiruvarangam unseres Herrn? Ich werde nach Nirmalai zum Wasserfarbenen gehen“, sagt sie. Ist dies nicht das Verhalten derer, die ihre Zurückhaltung verloren haben?

(2070) Obwohl sie sieht, dass die schöne Göttin mit den vollen Brüsten auf der weiten Brust des Wunderbaren wohnt, verliert sie Halt und Zurückhaltung und seufzt: „Freundin, wollen wir im schönen Arangam tanzen?“ Kein Wort von mir, ihrer Mutter, will sie hören. Sie besingt Per und die kühle Stadt Kudandai und geht zum goldenen Lotusteich zum Baden. Meine Tochter hat ihresgleichen nicht. Ist eure goldene Tochter ebenso? (2071) Er ließ einst Reichtum und Macht des wagenfahrenden, schwerttragenden Rakshasa untergehen und das südliche Lanka im roten Feuer erbeben. Er drang durch das tobende Meer und die Befestigung gegen den tausendarmigen Kämpfer Bana vor. Er beherrscht die weite Erde, hob sie heraus, verschlang sie, gab sie wieder frei, durchmaß und regierte sie. Kann man von einer Frau, die den Namen dieses großen Herrn ausspricht, anders reden als: „Sie hat auf Erden große Askese vollbracht“? (2072) Du Freundin, zwei kamen hierher und standen vor mir, nur der scharfe, furchtbare Bogen als Begleiter. Duftende, tintenschwarze Locken fielen ihnen hinten herab; Makara-Ohrringe glänzten und schwangen zu beiden Seiten. Die Hände waren wie Lotusblüten, der Mund wie ein Lotus, beide Augen und auch die Füße ebenso. Obwohl wir diese Erscheinung sahen, fürchteten wir uns: „Sie sind wohl Götter!“

(2073) Er erprobte eine Naivalam-Melodie, sah uns an und zeigte, als schämte er sich, einen Augenblick lang immer neue Zärtlichkeit. Dabei liefen mein Herz und meine Augen zu den heiligen Füßen unseres Herrn. Meine Armreifen und meinen Gürtel fand ich danach nicht mehr; ich sah nur die beiden schweren Makara-Ohrringe und die vier Schultern. „Wie weit ist der Tempel unseres Herrn?“, fragte ich. Er sagte: „Ist dies nicht das schöne Ali?“ (2074) Er gab mir die heimlich ins Herz dringende Liebeskrankheit und nahm meine glänzenden Armreifen und meine schöne Farbe mit. „Unsere Stadt ist Tiruvarangam, wo Fische im klaren Saft spielen, der aus jungen Kokospalmen rinnt“, sagte er. Ihn mit dem frischen, honigtriefenden Tulasi-Kranz werde ich im Traum sehen. Sobald ich ihn sehe, sage ich: „Dieb, der auf dem Vogel reitet, geh nicht fort!“ Doch auch das bleibt für uns nur eine Klage der Liebe. (2075) Ach, die Muschelreifen bleiben an keiner meiner beiden Hände! Er gleicht einer dunklen Wolke mit großem Bauch, die das glänzende, rauschende Meer in sich aufgenommen hat. Umgeben von großen Asketen und Weisen mit schwerer Bußübung kam er hierher, eine Muschel in einer Hand, in der anderen das Rad, mit dem großen Mund, der die Welten verschlang. Er ließ Tränen aus meinen fischgleichen Augen quellen, schenkte mir Trennungsschmerz und ging: „Das wasserreiche Arangam ist meine Stadt.“

(2076) Er zeigte mir seine blitzend schöne Gestalt, die mächtigen Schultern, die Hand, die den Elefanten bezwang, Augen und Mund und die tief herabhängenden, glänzenden Makara-Ohrringe unter den kühlen, duftenden Tulasi-Blüten. Er nahm meine Schönheit, meine Zurückhaltung, meine Gedanken und meine Armreifen, nahm auch mich in seinen Dienst und ging durch Haine goldblühender, duftender Serundi-Bäume: „Das wasserreiche Arangam ist meine Stadt.“ (2077) Kleine, sechsbeinige Biene mit gezeichnetem Leib, du trinkst mit deiner Gefährtin den Honig der Blüten im duftenden Hain und sitzt glücklich auf den Blumen! Ich verehre dich. Geh noch heute zu dem König der Unsterblichen, der bei den Kühen die Herde hütete und im schönen Alundur steht. Tritt ohne Furcht nahe zu ihm und sage nur dies: „Eine Frau hat dich liebgewonnen.“ Versuche es! (2078) Sanfter, rotfüßiger Reiher, wenn du noch heute nach Tirukkannapuram gehst und meinem rotäugigen Mal, meinem Gefährten, meine Liebe meldest, gibt es für uns kein vergleichbares Glück. Ich überlasse dir für immer dieses ganze grüne Gehölz und lasse dich die Fische der Felder fangen und essen. Komm dann mit deiner Gefährtin hierher; ihr könnt glücklich beieinander wohnen und auf dieser weiten Erde Freude genießen.

(2079) Freundin, er ging hin, zerschmetterte die Festung des südlichen Lanka und vernichtete den Dämon. Er durchwanderte die drei Welten und lenkte den einen Wagen, damit die königlich glänzenden Heere im Bharata-Krieg untergingen. Diesen großen, berggestaltigen Elefanten möchte ich an die goldglänzenden Hügel meiner Brüste binden und festhalten, damit er nicht fortgeht. In sehnsüchtiger Liebe werde ich stets seiner gedenken und zerfließen, bis alle Glieder meines Leibes Freude erfahren. (2080) Ich, sein hundegleicher Diener, gedachte des hohen Mal: des Gemahls der Tochter des Hirtengeschlechts, des Herrn, der das wogende Meer quirlte und eindämmte, der Pfeile vom grausamen Bogen sandte, den unvermindert starken König der Rakshasas samt seinem Geschlecht besiegte, dessen Schultern den Berg trugen, der täglich im wasserreichen Vinnagar steht und im kühlen Kudandai ruht. (2081) „Wolkenfarbener, über dessen mächtige Regengestalt Blitze ziehen, Herr der Himmelsbewohner, erweise Gnade!“ So priesen ihn die Unsterblichen mit den Weisen. Als Schwan offenbarte der Herr die schwer zugänglichen Veden. Wer den kunstvoll gefügten tamilischen Liedkranz beherrscht, den Kaliyan Parakalan mit dem ruhmreichen Speer, König des edelsteingeschmückten Mangai, über ihn sprach, vermag das uralte Karma an seiner Wurzel abzuschneiden.

Mutal Tiruvantati (2082–2181)

(2082) Die Erde als Lampenschale, das weite Meer als Ghee, die heiße Sonne als Licht: So legte ich dem Herrn mit dem rotglühenden Strahlenrad einen Kranz aus Worten zu Füßen und sprach: „Möge das Meer der Leiden schwinden!“ (2083) Wann quirltest du das Meer? Für welche Welt nahmst du das Wasser der Schenkung entgegen? Nichts davon vermag ich zu erfassen. Hier ist das Meer, das du damals eindämmtest, aufwühltest und zum Schlaflager nahmst; hier die Erde, die du erschufst, emporhobst, verschlangst und wieder freigabst. (2084) Einen Fuß setztest du über die ganze Erde; der andere erhob sich bis über das Wasser, das die Erde umkleidet. Herr, der die Grenze der schrecklichen Dämonin offenbarte: Ich verstehe nicht, wie du die Grenzen der Welt durchmaßest. (2085) Hara mit dem Gift in der Kehle, der einst im Schatten des Banyanbaums vier Weisen den Dharma lehrte, erkennt ihn, indem er die starken Tore der fünf Sinnesöffnungen schließt: ihn, der selbst der Weg und das Tor ist.

(2086) Haran und Narayanan sind ihre Namen; Stier und Vogel ihre Reittiere; Lehrschrift und Veda ihre Schriften; Berg und Wasser ihre Wohnstätten. Vernichtung und Bewahrung sind ihre Werke, Lanze und Rad tragen ihre Hände; Feuer und Wolke gleichen ihre Gestalten. Ihr Leib ist einer. (2087) Nie habe ich den vergessen, dessen Farbe dem wogenden Meer gleicht. Sollte ich ihn heute vergessen, ihr Armen? Schon damals, als ich im Raum des Mutterleibes lag, faltete ich die Hände und verehrte ihn; ich sah die Richtung dessen, der in Tiruvarangam wohnt. (2088) Die Richtungen, die Gottheiten dieser Richtungen und alle ihnen zukommenden Tätigkeiten sind das wundersame Gefüge, das Kannan schuf: der große Mal von unerschütterlichem Ruhm, der das Meer quirlte und dessen Farbe den dunklen Wogen gleicht. (2089) Tirumal, warum hobst du im dicht gedrängten Kampf das rechtsgewundene Muschelhorn an den Mund, versetztest alle in Verwirrung und verdecktest mit dem Rad die strahlende, am Himmel wandernde Sonne, während du mit dem kriegerischen Rad in der Hand kämpftest?

(2090) Du drangst als Eber mit kämpfenden Hauern hinein und hobst die Erde heraus. Lag sie damals nicht auf einem einzigen deiner Hauer – dieselbe Erde, die du später in riesiger Gestalt durchmaßest, als du den roten, weitblättrigen Lotusfuß ausstrecktest, die Richtungen bebten und der Himmel erzitterte? (2091) Man sagt, du habest wirklich Erde, Berge, wogendes Meer, Wind und Himmel verschlungen. Wenn man es bedenkt, du Radträger von unermesslichem Ruhm: Hatte damals dein Mund wenigstens die Größe dieser Welt? (2092) Mein Mund preist keinen außer ihm; meine Hände verehren keinen außer dem, der die Welt durchmaß. Meine Augen sehen nur seine Gestalt, meine Ohren hören nur seinen Namen: den Namen dessen, der das Gift der Dämoninnenbrust als Nahrung trank. (2093) Gehör, Mund, Auge, Nase und Leib – die fünf Sinne –, die fünf Elemente Feuer, Erde, Wind, Wasser und Raum, unvergängliche Erkenntnis, Opfer und guter Dharma: Dies alles, sagt man, gehört zum Wesen dessen, der als Eber erschien.

(2094) Wer sich seinem Wesen gemäß darum bemüht, zu den Füßen des Herrn mit dem frischen Tulasi-Kranz zu gelangen, ist wahrhaft ein Unsterblicher. Er ist der Ursprung, den solche Menschen von alters her rechtmäßig mit Rezitation und geordneter Verehrung preisen. (2095) Jeder preist nach seinem eigenen Verständnis: „Dieser ist unser Herr!“ Sie bringen seine Gestalt an der Wand an, stellen sie auf und verehren sie. Der Ursprung all dieser Gestalten ist die Gestalt dessen, der die Welt durchmaß. (2096) Drei gelten als die Ersten; doch unter diesen Dreien ist der von der Farbe des mächtigen Wassers der Erste. Außer der Gnade dieses ursprünglichen Guten ist die Gunst der vielen anderen in dieser meerumgebenen Welt vergeblich. (2097) „So viele Tage sind unnütz vergangen!“, dachte ich erschrocken und weinte. Dann sah ich ihn auf dem Schlangenlager und verehrte seine Füße: den rotäugigen Herrn von der Farbe des kraftvollen Meeres, den die Meereswogen an den Füßen wiegen, während er schläft.

(2098) Als der Herr auf dem mächtig geflügelten Vogel die Welt durchmaß – derselbe, der Hiranyas Brust mit scharfen Krallen aufriss –, überschritten seine Füße die Erde, seine Schultern erstreckten sich über die Richtungen, und sein Haupt durchmaß den Himmel, so heißt es. (2099) Er trank das Gift aus der Spitze der hängenden Brust und aß unübersehbar die Butter aus dem aufgehängten Vorrat. Er stemmte sich gegen den sieggewohnten Elefanten und brach dessen Macht, spaltete den Vogelschnabel, ging zwischen den Maruda-Bäumen hindurch und durchmaß die Erde: Mal. (2100) Du wogendes, dunkles Meer, welche Askese hast du geübt? Immer darfst du im Schlaf seinen heiligen Leib berühren: den Radträger, der die Welt verschlang und auf dem Banyanblatt schlief, den rotäugigen Mal mit dem schönen, dunklen Körper! (2101) Er ließ die Fesseln seiner Eltern abfallen; dann nahm er die Gestalt eines Zwerges an und durchmaß das Land seiner Gegner. Die Himmlischen stehen mit gefalteten Händen da und preisen mit reichen Blumen die roten, schönen Lotusfüße des rotäugigen Mal.

(2102) Er stand da, nahm das Wasser der Landschenkung in die Hand und durchmaß mit drei Schritten die Richtungen. Sein ewiges Werkzeug ist das Rad, sein Reittier der Vogel, sein Lager die Schlange. Tiefes Herz, erkenne dies und erreiche die Füße des rotäugigen Mal! (2103) Du Reiter des Vogels mit gezeichneten Schwingen: Nicht nur ich, die ganze Welt kennt die Narbe! Weil du die Butter aßest, die die duftende Frau mit den bambusgleichen, zarten Schultern gequirlt hatte, band sie dich mit einem einfachen Strick fest. (2104) Narben tragen seine schönen Hände, an denen die Sehne des Sharnga-Bogens rieb; Narben die Füße, die den Wagen traten; Narben die Finger, die die Brust des Goldbenannten aufrissen, sodass die blumenbekränzte Göttin erschrak: die Finger des Herrn von der Farbe des anschwellenden Meeres. (2105) Die Hirtin sah Butter an deinen Fingern und am Mund und band dich fest an den Mörser. Saßest du damals nicht da, vor den Augen der Nachbarn, und schluchztest unaufhörlich? Sprich, du von der Farbe der hochsteigenden Wogen!

(2106) Mein Herz nimmt Worte auf und erhebt sich ohne Unterlass zum Lob: Es preist den, der auf den Wogen liegt wie ein Smaragd auf einem Berg, der die Brust aufriss und als Eber die Erde emporhob. (2107) Venkatam löscht das Feuer des Karma bei denen, die ihn aufsuchen – ob sie wieder fortgehen oder täglich in treuem Gedenken den Herrn mit dem frischen Tulasi-Kranz verehren. Es ist der Berg, der das innere Licht der Himmlischen entfacht. (2108) Einen Berg als Schirm aufspannen, das Pferdemaul spalten, mit dem Bogen sieben Mara-Bäume durchbohren, dem mörderischen Elefanten die kämpfenden Hauer brechen und den blühenden Kurunda-Baum niederwerfen: Das vollbrachte die Hand dessen, der den dunklen Berg ergriff. (2109) Wolkenfarbener Herr, in deinen Händen sind die rechtsgewundene Muschel und das Rad. Die Blütentochter wohnt an deiner Brust, der edle Vedenkundige in deinem Nabel; der Herr, der die drei großen Festungen beschoss, hat einen Teil an deinem Leib.

(2110) Er ist Herrschaft und Erde, der weite Himmel und Wind, brausendes Wasser und rotes Feuer. Erkenne klar den rotäugigen Mal, der den mächtigen, wildäugigen Elefanten mit mondsichelgleichen Hauern aus schwerem Leid rettete und schützte. (2111) Wer sein Inneres klar ausrichtet und durch Erkenntnis gut versteht, dessen Denken geht von selbst zu den Füßen des Herrn mit dem kühlen Tulasi-Kranz. Voll Liebe sucht es ihn auf, so mühelos wie ein Kalb, das seine Mutter sucht. (2112) Er hielt die Muschel in der einen Hand und trug das goldene Rad; in einer Gestalt zugleich Löwe und Mensch riss Mal die Brust des Feuerfarbenen auf. Kann man auch nur einen Augenblick an etwas anderes als an seine Füße denken? (2113) Mit unbewegtem Blick schauen sie, bis das Dunkel weicht; sie lassen sich von den fünf rastlosen Sinnen nicht aufreiben und schließen ihn ins Herz. Solche Menschen erreichen die Stadt dessen, dessen Lager die tausendmäulige Schlange ist.

(2114) Der Gütige verlieh dem Viergesichtigen auf der Lotusblüte seine Wohnstatt und gab ihm die Veden zur Verkündigung. Welchen Nutzen hat die Dämmerungsandacht, wenn man seinen Namen bloß rezitiert und die Wiederholungen zählt, ohne mit dem Geist darüber nachzudenken? (2115) Wolkenfarbener, du Einziger vor allem, der die sieben Welten verschlang und auf dem Banyanblatt lag: Wie könnte jemand behaupten, dies sei wahr – dass die dämonische Mutter dir in zärtlicher Regung die Brust gab, wie deine Hirtinnenmutter mit den großen Augen? Die andere gab dir die Brust und verlor ihr Leben. (2116) Großer Herr, rechne deinen Dienern nicht als Schuld an, was sie aus glühendem Eifer sagen, weil ihre Liebe nicht kühl und gesetzt ist. Bedenke es genau: Führte nicht sogar der Zehnköpfige seinen Widerstand zuletzt nur bis zum Erreichen deiner Füße? (2117) Deine Hand mit dem goldenen Rad und den kräftigen Krallen bedeckte Hiranyas Leib mit Wunden. War es ebenfalls, um die Macht des Widerstands zu brechen, dass du später die Erde erbittest und empfingst, obwohl sie doch schon dein Eigen war? Der Vers verbindet Narasimhas Gewalt mit Vamanas scheinbar bittender Haltung.

(2118) Vedenkundige mit feinem, unerschöpflichem Schriftwissen kommen täglich aus allen Richtungen mit Räucherwerk, Lampen, Blumen und Wasser zur Verehrung nach Venkatam. Es ist die Stadt, die Mal liebt, dessen Mund das weiße Muschelhorn blies. (2119) Auf Venkatam wirft ein Bergbewohner einen großen Edelstein, um einen gewaltigen Elefanten zu vertreiben. Eine gestreifte Schlange hält den Stein für den Blitz einer dunklen Wolke und flüchtet in ihren Bau. Das ist der Wohnort Mals, den die hohen Götter „unseren Herrn“ nennen. (2120) Was er emporhob, war die Erde; was er aufhob, war der Berg; wen er überwältigte, war Kamsa, der zuvor Angst verbreitet hatte. Sein Lager ist das große, wogende Meer; sein Standort ist Venkatam. Groß sind die Taten des Herrn von der Farbe mächtiger Wellen. (2121) Der Elefant flieht vom Feld, erschrocken über das rote Feuer in den Händen der Jäger mit mächtigen Bogen und Pfeilen. Nun sieht er am weiten Himmel einen Stern fallen und fürchtet sich erneut. Das ist Venkatam, der Berg dessen, der sich einst am Sturz des Asura-Königs erfreute.

(2122) Auch wenn man Fehler so groß wie ein Berg begeht, nimmt er das Gute an. Mein Herz, denke deshalb von heute an immer an Worte über die Größe dessen, der das goldene Rad in der Hand hält – selbst wenn es zunächst nur äußerlich gesprochene Worte sind. (2123) Wenn die Göttin des Glücks, die Erdgöttin und die Hirtentochter bei ihm sind: Warum gehört das Herz des meerfarbenen Mal so ausschließlich der Glücksgöttin? Er ruht auf der Schlange mit ausgebreiteter Haube, während das Milchmeer über die Göttin spritzt. (2124) Die Befleckung ihres Herzens schwindet, schweres Karma berührt sie nicht, und das wahre Gut fällt ihnen von selbst zu: den Angehörigen derer, die Blumen und Wasser zu den Füßen des Herrn mit dem duftenden Tulasi tragen und ihn stehend verehren. (2125) Welche Gestalt seine Getreuen lieben, diese Gestalt ist er. Welchen Namen sie lieben, diesen Namen trägt er. In welcher Weise sie liebend an ihn denken und unverwandt bei ihm verweilen, so wird der Radträger für sie.

(2126) Können die Unsterblichen ihn erkennen? Lassen wir das. Gutes Herz, wie könnten dann wir seine Art erkennen? Er zählte mit seinem Fuß die hohen Köpfe des schwerttragenden Rakshasa, der zuvor die Füße des großen Asketen auf der Lotusblüte verehrt hatte. Die knappe mythologische Anspielung auf Ravana und Brahma bleibt erklärungsbedürftig. (2127) Um die Schuld dessen mit der weißen heiligen Schnur zu lösen, der mit dem Schädel des kundigen Vier-Veden-Trägers Almosen empfing, ließ er seine eigene Brust verwunden. Seht: Wer seine Füße verehrt, wird auf Erden mit der Freude der Unsterblichen herrschen. Angespielt wird auf Shiva mit Brahmas Schädel und Vishnus Gabe zur Lösung des Fluchs. (2128) Sie entziehen den fünf wilden Elefanten ihre Nahrung und richten sie aus, sodass sie nicht durch die Gassen streifen. Wer so mit scharfer, wahrer Erkenntnis versteht, wird die Füße dessen sehen, der einst den Elefanten mit dem Rüssel rettete. Die fünf Elefanten sind die Sinne; der letzte Versanfang ist in der Vorlage durch einen Zeilenfehler getrennt. (2129) Er hob einen mit Fußring geschmückten Fuß, führte eine Hand im Kreis und trug auf der anderen das kreisende, feurige Kampfrad, vor dem Götter und Asuras erbeben. Tiefes Herz, freue dich und strebe nur zu seinen roten Füßen!

(2130) Wer sich nicht darum bemüht, die vielen wechselnden Leiber abzustreifen, die so winzig wie ein einzelnes Samenkorn sind, wird unseren Ursprung schwerlich sehen: ihn mit der hohen, strahlenden Goldkrone, die wie eine aufgehende Lichtknospe erscheint. Die Samenkorn-Metapher ist knapp und mehrdeutig überliefert. (2131) Bändige die fünf schwer zu zügelnden Sinne, nimm erlesene Blumen und nahe dich ihm mit inniger Liebe. Dann ist es leicht, ihn zu sehen: den Großen, der aus der freigebigen Hand Mahabalis das Wasser empfing, als dieser fest und unwiderruflich zu seiner Zusage stand. (2132) Mein Herz wird ganz klar werden, um seine beiden Füße mühelos zu schauen. Zähle und bedenke die heiligen Namen dessen, der als Löwe erschien, um gegen den vor Hochmut widerspenstigen Gegner zu kämpfen! (2133) Die Acht, die Elf, die zweimal Sechs und die beiden Einen nehmen täglich schöne Blumen, treten heran, preisen ihn einmütig und verehren Tirumal ohne Unterlass mit gefalteten Händen. Die Zahlen bezeichnen traditionell die Gruppen der acht Vasus, elf Rudras, zwölf Adityas und zwei Ashvins.

(2134) Wenn Tirumal geht, wird die Schlange sein Schirm; wenn er sitzt, sein Thron; wenn er steht, seine Sandalen. Im weiten Meer ist sie stets sein Floß, seine Edelsteinlampe, sein zartes Seidengewand und das Lager, das ihn umfängt. (2135) Die Schlange ließ er los; dem mächtigen Elefanten brach er die Hauer. Er hütete die Kühe, brach den Kurunda-Baum, spaltete den Vogelschnabel, schloss sich dem Reigentanz an, tanzte mit Töpfen, trank an der Brust, erschlug die Ringer und hob den Berg. All dies tat unverstellt jener Rotäugige. Der tamilische Vers reiht Gegenstände und zugehörige Handlungen kunstvoll aneinander; ihre Zuordnung ist hier entfaltet. (2136) Welche Taten seine Getreuen auch begangen haben: Yamas Diener können nur sagen „Sie gehören unserem König“ und sie freigeben; sie dürfen sie nicht untersuchen. Seht, so steht es um die Namen derer, die dem großen Hirten auf dem Schlangenlager dienstbar geworden sind. (2137) Wer kennt meinen großen Herrn wirklich, außer dass man seinen Namen immer wieder stammelt? Lassen wir das. Selbst Brahma, der unmittelbar in der duftenden Lotusblüte sitzt, sieht Kannans Lotusfüße nicht.

(2138) Ich fürchtete das mächtige Karma, das dicht neben mir stand. Um gerettet zu werden und zu deinen heiligen Füßen zu gelangen, brachte ich einen schönen, wohlgefügten Kranz dar, verehrte dich und lernte den Wortkranz: „Namo Narayana.“ (2139) Steh auf, mein Herz, lebe gesegnet! Wir wollen uns erheben, Blumen nehmen, Räucherwerk in den Händen tragen und ihn verehren. Auch die Mantras, die wir fehlerlos lernen, dienen dazu, mit gefalteten Händen Mals Füße anzubeten. Es gibt keinen Abstand mehr: Nahe dich! (2140) Wenn du willst, dass schweres angesammeltes Karma, Leid, Krankheit und bedrängende Sünde zurückweichen, nimm Zuflucht zu ihm: Er nahm einst den Bogen in seine schöne Hand, um den Widerstand dessen zu vernichten, der die schlanke Frau in Lanka gefangen hielt. (2141) Die Welt, die ein einziges Meer umgibt, kennt keinen anderen Schutz als den Herrn mit dem großen Rad. Er ist die Zuflucht Brahmas auf der Lotusblüte, der die schützenden Veden hervorbrachte, und aller Lebewesen, die dem Tod unterliegen.

(2142) Die Welt, das Weltalter jenseits ihres Untergangs, das glänzend dunkle Meer, die Berge, das rote Feuer auf Erden, Wind und Himmel: Dies alles ist eine Verbindung, die aus Tirumals Denken entstand. (2143) Zwischen den verbundenen Maruda-Bäumen hindurchgehen, den blühenden Kurunda-Baum niederwerfen, zur Hochzeit sieben mächtige Stiere bezwingen und die sieben Welten durchschreiten, sodass die Scharen erbebten – dabei erstreckten sich über alle acht Richtungen die Schultern dessen, der auf dem hohen Lager der gewundenen Schlange ruht. (2144) Meine Arme verehren niemanden außer ihm. Höre: Meine beiden Ohren lauschen nur seinem süßen Wort; meine Zunge spricht täglich nur von den klingenden Fußringen dessen, dessen Lager die starke Schlange ist. Ich suche keine schamlose Zuneigung anderswo. (2145) Ich begehre nicht den Besitz anderer, halte mich nicht zu Niedriggesinnten und suche mein Heil nur in Gemeinschaft mit den Edlen. Keinen außer Tirumal bestaune und preise ich als Gott. Wie sollte Karma da noch über mich kommen?

(2146) Wer mit gefalteten Händen den Dunklen mit den roten Augen und den tausend Namen verehrt, den schwer im Denken zu Fassenden, den Fernen, wird nicht von Karma bedrängt, gelangt nicht in die grausame Hölle und geht nicht einmal um ein Hirsekorn auf einen schlimmen Weg. (2147) Was die Welt beim morgendlichen Aufstehen lernen soll und was die höchsten, kundigen Vedengelehrten erstreben, sind die Füße des einzigartigen Radträgers im Meer. Was man rezitieren und bedenken soll, ist der Name dessen, der das große Rad trägt. (2148) Der Fluss strebt zum bewegten, dunklen Meer; die schöne Blüte wendet sich der aufsteigenden Sonne zu; das Leben blickt dem Richter des Todes entgegen. Erkenntnis aber richtet sich auf den Einen, den Gemahl der Göttin auf dem leuchtenden Lotus. (2149) Wer kann Weltalter um Weltalter deine Größe verstehen? Wer deine Gestalt? Wer die Weise deines Ruhens? Du bist im Himmel, auf Erden, auf Venkatam und im Klang der vier Veden.

(2150) Man sagt, es sei wahr: Als kleines Kind verschlangst du die sieben Welten und schliefst damals auf einem Banyanblatt. Doch wo befand sich dieser Banyanbaum – im Meerwasser, im Himmel oder auf der Erde? Du, der den hainumgebenen Berg hob, sage es! (2151) Verehrt Tirumal, solange ihr sprechen könnt und solange der hinfällige Leib sich bewegen kann. Gut ist es, ihn mit Kränzen aus schönen Blütenblättern zu preisen, mit Opfern, vorgeschriebenem Ritus, Mantras und seinen Namen. (2152) Selbst wenn du Krankheit und Alter vollständig abstreiftest und vier Weltalter lang die ganze Erde beherrschtest: Tiefes Herz, gib niemals die Liebe zu dem auf, der das siegreiche Rad trägt. Sieh, darum bitte ich dich! (2153) Die Liebe sagt: „Nahe dich dem Radträger!“ Die Zunge sagt: „Preise seine guten Eigenschaften und seine radtragenden Schultern!“ Das Auge sagt: „Sieh den, den du in früheren Weltaltern nicht sahst!“ Das Ohr sagt: „Höre den Ruhm dessen, der das kostbare Brustgeschmeide trägt!“

(2154) Mein Herz, du magst den Herrn mit dem blühenden Tulasi preisen oder tadeln, geringschätzen oder bedenken: Er hat das glänzende Meer, die Berge, den weiten Himmel, Wind, Körper und Leben in sich aufgenommen. (2155) Der eine reitet den Stier, der andere den Vogel; der eine verbrannte die Festungen, der andere riss die Brust auf. Der eine trägt Asche, der andere die Farbe eines schimmernden Edelsteins; der eine hat die Frau als eine Hälfte, der andere die Blütengöttin. Der eine trägt lange Flechten, der andere eine hohe Krone; der eine die Ganga, der andere die weiten, heiligen Füße. Jener steht unter dessen Schutz. Der Vers stellt Shiva und Vishnu paarweise gegenüber; die knappe Schlussformel wird hier im vaishnavischen Sinn verstanden. (2156) Tirumal, wenn man dich als Schutz bedenkt, schwindet schweres Karma. Wenn man deiner gedenkt, lösen sich die Fesseln. Für die, die über dich nachsinnen, gibt es kein Alter; wer deine Füße verehrt, wird den Weg sehen. (2157) Wer dich auf dem rechten Weg verehrt, wird zu einer Gestalt, die im unfehlbaren heiligen Wort steht. Tiruvenkatam, die Stätte des Ruhmreichen, der die Erde durchmaß, gewährt den Himmel so, dass keinerlei Übel mehr naht.

(2158) Venkatam, Vinnagar, Vehka und die goldene Stadt des weiten Kovalur mit unversiegenden, blühenden Wassergräben: An diesen vier Orten stand er, saß er, lag er und schritt er. Wenn man dies ausspricht, soll das Leid vergehen. (2159) Wer sollte noch Leid ertragen? Steh auf, mein Herz! Als das grausame Krokodil den Elefanten packte, schützte ihn der Herr, dessen Lager die gewundene Schlange mit ausgebreiteter Haube ist. Wir wollen Naga-Blüten pflücken und einzig seine Füße mit gefalteten Händen verehren. (2160) Wer würde den Geber tadeln statt den Empfänger? Du batest Mahabali: „Gib mir Land!“ Kaum berührte der klare Wasserstrahl deine Hand, erhobst du dich schon, bis die schönen Hände der Bewohner des weiten Himmels deine Füße berührten. War es nicht so? (2161) Kann man einem anderen dienstbar sein als dem Wunderbaren mit dem großen Leib? Die giftige Schlange floh: „Meinem mächtigen, nahenden Feind kann ich nicht widerstehen!“ Sie umschlang sein großes, ausgebreitetes Lager. Er aber übergab sie gerade dem Starken in die Hand – zu ihrem Schutz. Die traditionelle Auslegung versteht die Schlange als Sumukha und den starken Gegner als Garuda, dem der Herr ihren Schutz aufträgt.

(2162) Damals, angesichts des Kampfes um den Sieg, stellte er den Berg auf, wand die lange Schlange darum und quirlte das Meer. Ist nicht gerade der Name dessen, der so den strahlenden Sieg erstrebte, die Waffe, die die uralte Hölle ergreift und uns über sie hinausführt? (2163) Frauen mit schwertgleichen Augen tragen am Dvadashi-Tag frische Blumenkränze und Räucherwerk herbei; dazwischen verschwinden die Sterne im mächtigen Rauch. Dies ist Venkatam, der Berg dessen, der einst schoss, sodass das trügerische Reh starb. (2164) Der Berg wurde zum Schirm, seine Schulter zum Griff: So schützte er die Herde. Wie wunderbar, dass er auch die sieben Stiere der Hirten bezwang! Er ist der Herr, der im mächtigen Wasserozean ruht und das große Rad gegen die feindlichen Nachtwanderer führt. (2165) Herr, wer sonst könnte deine Größe verstehen? Als du dich ausdehntest und die Welt durchmaßest, genügte die Erde zum Maß deiner Füße. Doch als du der Eber warst, reichte sie nicht einmal an die Größe eines Hauers heran. Mein Vater, wie ist das möglich?

(2166) Mein Herz, du hast die fünf Sinne im Leib nach innen gebändigt, trägst Blumen und Wasser und stehst auf dem rechten Weg. Hast du seine Gestalt erkannt? Hast du das Vogelbanner dessen erkannt, der auf der Schlange liegt? Sage es! (2167) Du Gütiger, der den Berg hob und den prasselnden, kalten Regen abwehrte: Nun stehst du mit der Glücksgöttin im schönen, blühenden Kovalur, ohne die äußere Schwelle zu überschreiten oder ganz ins Innere einzutreten, und nimmst allein den engen Zwischenraum ein. (2168) Wer wird jetzt noch durch die Tore der sieben Höllen gehen? Schließt sie, ohne zu zürnen, mit starken Riegeln! Das ganze Land des Jambu-Kontinents hat erkannt, dass es die klingenden Füße dessen schauen soll, der das Kalb warf, sodass die Früchte herabfielen. (2169) Wenn ich suche, suche ich nur deine Füße. Wenn ich täglich singe, singe ich nur deinen Ruhm. Wenn ich etwas auf mein Haupt setze, sind es die goldenen Füße dessen, der das goldene Rad hält. Was könnte es mir dann ausmachen, was auch immer geschieht?

(2170) Wer könnte mir gleichkommen? Unser Herr hat nur sich selbst zum Gleichen. Wenn ich die sich öffnende Puvai-Blüte sehe, offenbart sie mir die dunkle Schönheit seines Leibes, der den Kaya-Blumen auf dem Feld gleicht. Die beiden Blumennamen dienen hier als Farbbilder der göttlichen Gestalt. (2171) Madhava, Hiranya vertraute auf die Stärke seines Segens und wollte sein Haupt nicht vor deinen Füßen beugen. Obwohl er schwer zu zerreißen und an Kraft ohnegleichen war, wurdest du zum einzigartigen Löwen und rissest sein Fleisch auf. War dies der Grund? (2172) Gibt es den Himmel für jene, die nicht in die Hütte des Fleisches eintreten, das Dunkel vertreiben, die Flamme der Erkenntnis entzünden und täglich zu den Füßen des Herrn aller Weltalter halten, der als Eber die Erde emporhob? (2173) Tirumal, du bist Himmel, Feuer, wogendes Meer und Wind, du bist Honig und Milch! Kann der Bauch, der einst die Erde wieder freigab, wirklich satt werden, indem er die Butter der Hirtin verschlingt?

(2174) Mit brennendem Inneren zog er das Schwert und kam auf dich zu. Warum öffnetest du den Mund mit blitzenden Zähnen und erschrecktest ihn so? Du mit dem goldenen Rad zerstörtest mit scharfen Krallen seine prächtige Gestalt und schlugst ihn nieder, sodass seine Macht zu deinen roten Füßen zerbrach. Der ungewöhnliche Ausdruck für die Gestalt ist sinngemäß wiedergegeben. (2175) Mein Mund wird nicht einmal einen Augenblick einen anderen preisen als den Wunderbaren, der zornig auffuhr, feurig blickte und den Mund weit öffnete. „Sind dies nicht alle sieben Welten, die ich durchschritten habe?“ So zeigte er sie dem Vedenkundigen vollständig. Der Vers gibt eine stark verkürzte kosmische Schau wieder; die Person des Schauenden ist im Wortlaut nicht namentlich bestimmt. (2176) Wir haben eine Zunge im Mund, wir haben die Worte „Namo Narayana“, die wir unaufhörlich sprechen können, und wir haben einen Weg zum großen, unvergänglichen Ziel. Wie kommt es dann, dass jemand auf den schlimmen Weg gerät? (2177) Mein Herz, weiche nicht ab! Erkenne: Der rotäugige Mal ist beides, Dharma und Sünde; er ist auch das Äußere, diese Erde, das wogende Meer, der Wind und der Himmel. Erkenne ihn und halte an seinem gnädigen Seitenblick fest.

(2178) Großmütiger, der den Elefanten mit seiner Gefährtin rettete! Hat nicht die goldene Ganga Gnade empfangen, indem sie deine Füße erreichte, ehe ihr Wasser auf die leuchtenden Flechten dessen fiel, der Feuer in der Hand trägt und mit Asche bedeckt ist? (2179) Der Heilige mit goldglänzendem Leib und schön gewundenen Flechten und der hohe Mal, der stehend die Welt durchmaß: Obwohl beide stets in zwei Körpern umhergehen, wohnt der eine immer im Leib des anderen. (2180) Gutes Herz, erkenne: Der Höchste ist da, er ist immer da! Er ist im Herzen derer, die seiner gedenken. Erkenne, dass der Herr im Wasser und der Bewohner Venkatams im Innersten des Herzens wohnen. (2181) Mein Herz, wir können beide Füße sehen: den einen, der die Welt durchmaß, und den leuchtenden, blütenroten Fuß, der den Wagen trat. Bewahre im Geist nur Keshava, den Wunderbaren mit dem kühlen Tulasi-Kranz, der mit einem Schritt alles durchmaß.

Irantam Tiruvantati (2182–2281)

(2182) Liebe machte ich zur Lampenschale, inniges Verlangen zum Ghee und das in Freude schmelzende Denken zum Docht. In Zuneigung zerfließend entzündete ich Narayana die leuchtende Lampe der Erkenntnis – ich, der das Tamil der Erkenntnis gestaltete. (2183) Wenn wir Narayanas Namen durch Erkenntnis recht verstehen und sie an der gebührenden Stelle aussprechen, macht er uns zu herrlichen Unsterblichen im Himmel. Ist dies nicht die Art unseres Königs, dem die Unsterblichen dienen? (2184) Wer mit duftenden Blumen die Füße des Herrn vom Milchmeer liebt und verehrt, wird wohl Einlass finden in die Stadt des Königs der edlen, uralten Unsterblichen, deren Erscheinung durch gehörte Weisheit hell erstrahlt. (2185) Ich gestaltete ihm eine Stadt, nahm frische, perlengleiche Blumen und fügte glänzende Edelsteine und Diamanten hinzu. Mit einem unvergleichlichen, frischen Lotus in den Händen verneigte ich mich vor den Füßen dessen, dessen rechte Brustseite die Göttin der kühlen Blüte einnimmt. Die geschmückte Stadt lässt sich als inneres Heiligtum der Verehrung verstehen.

(2186) Du hast diese Welt damals offenbar mit drei Schritten durchmessen; um drei Schritte batest du und gewannst die Erde. Hoher Mal, dessen Leib dem Wasser und den Wogen um die Erde gleicht: Wer könnte deine Füße erkennen und gebührend besingen? (2187) Die großen Asketen erkennen, bändigen die fünf Sinne im Innern, nehmen erlesene Blumen und füllen ihr Herz mit Liebe. Sie verstehen klar, rezitieren und preisen seinen Namen. Sie werden die mit Fußringen geschmückten Füße des Herrn von der Farbe dunkler Wogen schauen. (2188) Er hob den Fuß, presste den Mund zusammen und ließ die Augen rollen, sodass die Gegner mit brennendem Herzen erschraken; er trug das feurig auflodernde Kampfrad. Tiefes Herz, bedenke freudig seine roten, goldenen Lotusfüße! (2189) Freundlich nahm sie dich auf: „Trink, damit mein Inneres kühl wird“, sagte sie und bot dir ihre glänzende Brust. Doch du sogst ihr zornig das Leben aus, als tränkest du nur ihre Milch. Denn damals war sie mit der Absicht gekommen, dich zu töten.

(2190) Deine Hirtinnenmutter sah dies und erschrak dennoch nicht, sondern hatte Mitleid mit dir und gab dir weiter die Brust. Könnte je die ganze meerumgebene Erde, die du damals in geordneten Schritten durchmaßest, selbst in vollem Maß diese Güte aufwiegen? (2191) Als Kind stießest du den großen Wagen um; du erbetteltest die Erde und bewahrtest alle Lebewesen, du Beschützer! Ich habe eine Zunge, die dich preist, und Blumen. Da ich deiner gedenkend hier stehe, schütze mich, deinen Diener, in meiner Bedrängnis! (2192) An deiner Schwelle stehen die Unsterblichen, verehren deine Füße und genießen Tag für Tag die ihnen zuteilgewordene Freude. Hoher Mal, dessen Leib den ringsum wogenden Wassern gleicht: Wer von ihnen wäre fähig, deine Füße ganz zu besingen? (2193) Es gibt keine Unterscheidung zwischen diesen und jenen: Wer verehrt und preist nicht die Füße des Herrn auf dem Schlangenlager? Zählt man sie auf, gehören dazu doch die strahlende Sonne, der Herr auf der schönen Blüte und der mit dem Stirnauge, die ihm täglich ohne Unterlass Verehrung erweisen.

(2194) Der große Elefant geriet in Bedrängnis und fürchtete sich, als er in den rings umschlossenen Teich stieg. Mit einem frisch entfalteten Lotus verehrte er damals die Füße des Radträgers, als das Leid ihn bedrängte. Gelangte er nicht eben dadurch zur mächtigen Wohnstatt des Königs der Himmlischen? (2195) Ihr Unverständigen, sprecht nicht von denen, die diese große Körperstadt aufbauen und darin mit Schuld und Sünde leben. Geht umher, rezitiert den Namen dessen, dessen vier Hände sich über die acht Richtungen erstreckten, und werdet selbst zu Menschen, die andere reinigen. (2196) Dass er damals im grausamen Kampf den Wagen lenkend umherfuhr, dass er sich von Sita trennte und dem Reh nachging: Passt dies zu dem, der sich sonst das kühle Schlangenlager zum schönen Schlaf erwählt? (2197) Auch wenn er nicht zu wissen scheint, dass man ihm dienstbar geworden ist, kann man Mal im Herzen festhalten. Wer außer dem Regen könnte den trockenen Waldhügel zu einem Teich machen? So liegt auch seine Gnade allein bei ihm.

(2198) Wer sonst könnte sein Wesen besitzen? Indra und der Herr auf der großen Blüte umkreisen und verehren ihn. Selbst der mit der einzelnen Mondsichel im roten Flechtenhaar ging Mal nach, bat um die Behebung seines Mangels und erlangte so dessen Ende. (2199) Als Zwerg gewann er die Welt; als mächtiger Löwe drückte er die Krallen in die Brust des strahlend Starken. Was er verschlang, waren eben die sieben Welten, die er durchschritten hatte. Dies sind die Taten des lotusäugigen Mal, der einst über den Himmel hinauswuchs. (2200) Du, der den starken Wagen zerschmetterte: Das ist nicht recht; halte es nicht für recht! Tirumal, du warfst ein junges Kalb gegen die Früchte des bösen Vila-Baums. Du machtest diese schlimme Tat vor aller Welt bekannt! Der liebevoll vorwurfsvolle Ton verdeckt nicht, dass Kalb und Baum dämonische Gegner darstellen. (2201) Die leben wahrhaftig, die Schuld und Sünde abstreifen und jederzeit auf deinem Weg wandeln. Sie haben die geeigneten Mittel, Narayanas Namen ohne Irrtum gut zu verstehen und recht zu preisen.

(2202) Sie selbst sind da, ihr Herz ist in ihnen, Lotusblumen sind vorhanden und Zeit zum Preisen gibt es auch. Wer sein Haupt an Vamanas glückverheißende Füße legt, kann schwerlich in die schreckliche Hölle gelangen. (2203) Das Schwierige wird durch seine Kraft leicht, wenn er Menschen findet, die sich ihm immer inniger zuwenden. Vollendete nicht der große dunkle Elefant mit den weißen Hauern seinen Sieg, indem er sich mit einer großen, kühlen Lotusblüte verneigte? (2204) Er lässt die leben, die sich beugen, einen Segen empfangen und ihr Leben auf angemessene Weise führen: Er warf das Kalb gegen die tief hängenden Vila-Früchte, nahm eine andere Gestalt an, durchmaß die Welt und brachte sie unter seine Füße. (2205) Gutes Herz, erkenne ihn als volle Gnade und Untergang! Erkenne ihn in den fünf Sinnen, als Wind, Feuer, Wasser, Himmel, dunklen Berg und Erde und als zorniges Feuer im dunklen Meer.

(2206) Er zog geradewegs nach Lanka und tötete Ravana in seinem Zorn. Und wo steht nun der Herr, dessen uralter Ruhm im Mund der Himmlischen anschwillt? Auf Venkatam, an dessen kühlen Hängen der Bambus hoch wächst. (2207) Verehrt ihn, bändigt die fünf Elemente im Innern auf dem rechten Weg und strebt voller Liebe nach jener Wohnstatt der Unsterblichen. Diese Stätte gab der Herr des Meeres, aus dessen Nabel die Schöpfung hervorgeht, einst den Himmlischen. Die Wiederholung von „pati“ und „amarar“ sowie die knappe Satzfügung machen die genaue Zuordnung schwierig. (2208) Das Herz, das nach Mal sucht, gleicht einem jungen Trieb, der einen Halt sucht und emporstrebt. Es findet seinen Ort, wächst kräftig, streift den Mond und richtet sich mit gesteigerter Kraft auf den höchsten Himmel aus. (2209) Er ist im Herzen, auf Venkatam, im großen Meer und im weiten Arangam, dessen Größe kaum zu denken ist. Unzählige nennen ihn den Gott der Götter: das Kind, das einst dem Pferd das Maul aufriss.

(2210) Sie nahm dich als ihren Sohn auf und hob dich an ihre prächtige Brust; du trankst, als wolltest du dich ganz sättigen. Doch du sorgtest dafür, dass die Mutter das Kind nicht länger verkennen konnte. Du bist derselbe, der mit Pfeilen das südliche Lanka zu Asche machte und vernichtete. Der Vers spielt auf Putanas trügerische Mutterschaft an; die Wendung über das Erkennen des Kindes ist mehrdeutig. (2211) Hoher Tirumal, du hast einst die Welt durchmessen; du hast sie einst emporgehoben, so sagt man. Du hast das dunkle, große Meer zuerst gequirlt und später eingedämmt, Herr mit dem Leib von der Farbe mächtiger Wogen. (2212) Seht die Menschen, die ihn stets „Herr!“ nennen und täglich in der frühen Morgendämmerung mit schönen, üppigen Kura-Blüten die Füße seiner herrlichen Ebergestalt verehren: Sie werden freudig seine edelsteingleiche Gestalt schauen. (2213) Tirumal, mein Denken hat sich gefreut; es freute sich weiter, indem es deine Füße pries. Und mein ganzer Leib fand Freude darin, entschlossen das feurige Rad und die Muschel zu besingen und zu tanzen.

(2214) Mein Denken ist entschlossen, immer wieder den Namen dessen im Herzen zu tragen, dessen Leib Tulasi-Kränze schmücken. Meine Verehrung gilt allein dem mächtigen Herrn von Venkatam mit seinen bambusreichen Hängen; mein Mund spricht von seinen Fähigkeiten. (2215) Auf geschickte Weise erbetteltest und durchmaßest du die Erde. Mit Räucherwerk, duftenden Blumen und überströmender, schon zuvor gewachsener Liebe pries ich deine Füße und wurde dir dienstbar. Welches Glück ist mir nun zuteilgeworden! (2216) Man nennt Liebesgenuss süß und kühles Wasser noch süßer. Mein Vater, wenn jemand weder Liebesgenuss noch Wasser um ihrer Süße willen begehrt, sondern deine Größe ersehnt, wird ihm bald sichere Geborgenheit zuteil. (2217) Die geringe Größe der Kleinen vergeht rasch; die Unwissenden wissen nicht einmal um sich selbst. Mein Herz, bleibe darum im Gedanken an den Wunderbaren, der die Erde gewann, die Erde verschlang und die Erde wieder freigab.

(2218) Du ließest in der großen Blüte des dunklen, kühlen Lotus den geordneten Viergesichtigen hervorkommen. Wenn wir deine wohlgefügten Füße nicht preisen und verehren, werden uns viele Geburten und alle Leiden zuteil. (2219) Bleibe nicht selbstzufrieden bei dem Gedanken: „Die beiden Schätze gehören uns!“ Erkenne, worauf man sich wirklich immer verlassen kann, und bilde ein Herz, das sagt: „Für uns ist es stets Madhava.“ Sein Name, den die Zunge spricht, ist die wahre heilige Rezitation. (2220) Der letzte Sinn der Veden ist nur dies: Lernt die Weise kennen, den Namen des Höchsten zu preisen, ihr Unverständigen! Wenn ihr die Veden beherrscht, ist es gut. Wenn nicht, ist das Aussprechen von Madhavas Namen ihre Essenz. (2221) Bevor die fünf euch eng zusammenziehen, hin und her treiben und bedrängen, gedenkt seiner! Erkennt die Füße dessen, dessen Brust von der Glücksgöttin erstrahlt. Ein Genuss, der trotz dieses Wissens unwissend bleibt, hat keinen Wert. Die Fünf werden als die Sinne verstanden.

(2222) Mit Besitz kann man nicht in die Welt der Unsterblichen gelangen. Er gewährt den rechten Weg aus Gnade. Mein Herz, vergiss nicht die Füße des Edelsteinfarbenen, der den großen Vedenkundigen aus Gnade seine Gabe verlieh; gedenke ihrer! (2223) Ich werde Tirumal bedenken. Wer seine langen Schultern zu schauen begehrt, wird keine weitere Geburt erfahren. Seine Schultern verehren die, die alle großen Freuden aufgegeben haben, welche den in ein Haus Geborenen aus ihrer Geburt erwachsen. (2224) Er sandte Pfeile, sodass die zwanzig Schultern, alle zehn Köpfe und die beiden Füße zu Boden fielen. Die besondere Würde meiner eigenen, ruhmreichen Schultern besteht darin, die Füße jener zu verehren, die seine beiden Füße anbeten. (2225) Den Namen des rotäugigen Mal, der den Edlen eine rettende Hilfe ist, vergessen – solche Menschen rechne ich nicht zu den wahrhaft Menschlichen. Bilde ein Herz, das „Madhava, der den Dharma trägt!“ sagt, und bedenke, dass die Zunge seinen Namen aussprechen soll. Die scharfe Abwertung ist eine Aussage des Hymnus.

(2226) Wer sich an die Füße des unermesslichen Herrn der Veden, des Herrn von Venkatam hält, dessen Füße die Kronen der Himmlischen berühren, wird weder hochmütig sagen: „Ich besitze!“ noch der Verzagtheit nahekommen: „Es ist nichts vorhanden.“ (2227) Arangam und Tirukkotti hat Mal aufgesucht; lange hat er auf Venkatam verweilt und lange auf dem schönen Nirmalai mit seinen strahlenden Hainen. Seine großen, freigebigen Hände glänzen von Edelsteinen. (2228) Steht morgens auf, schmückt euer Haupt mit den Lotusfüßen Mals in der Löwengestalt und verehrt ihn mit gefalteten Händen. Erkennt aus der Tiefe eures Herzens keinen anderen als den Herrn, der die Erde durchmaß, emporhob, verschlang und wieder freigab. (2229) Mal, du erkanntest und sprachst die vier Veden, du verbandest dich mit Gerechtigkeit und umarmtest die Schultern der Blütentochter. Du gingst auch zum großen Maliruncholai-Berg mit seinen dichten Bambushängen, umgeben von der weiten Erde, und verbandest dich mit ihm.

(2230) Mein Herz, rufe ihn ohne Furcht an: „Du mit der Zunge, die das Gift an der Brust der mächtigen Frau trank, sodass die sieben Berge, die sieben großen Länder und die sieben brausenden, schäumenden Meere erbebten!“ (2231) Ich werde Tirumal anrufen und die großen, unfehlbaren Namen aussprechen, die jene überlieferten: „Schwer darzustellender Hirte! Yadava!“ In jeder Hinsicht werde ich ihn als den Wunderbaren erkennen. (2232) Mein Herz, schätze die Füße des Edelsteinfarbenen! Schätze seinen Namen! Schätze die Farbe des Herrn, der sich aus dem großen Ozean erhob und das Meer quirlte, dessen Leib selbst dem Wassermeer gleicht. (2233) Dunkel ist seine Farbe, die edle Göttin des roten Lotus wohnt an seiner Brust, groß ist sein Dharma. Wer erkennt seinen Weg? Einen, der dem kriegerischen, schwerttragenden Rakshasa glich, setzte er auf den dauerhaften Thron am Platz des Königs der Himmlischen. Die knappe Anspielung auf die Erhebung eines Asura wird hier nicht ohne weiteren Beleg namentlich festgelegt.

(2234) Dichte Haarflechten hängen vorne und hinten herab. Blühende Ranken halten die reglosen Gestalten für kleine Berge, umschlingen sie und bleiben bei ihnen. Dieser von rauschendem Wasser geprägte Berg Venkatam ist der Berg, den wir lieben. Die reglosen Gestalten werden als meditierende Asketen verstanden. (2235) Wie du die beiden Berge Maliruncholai und Venkatam für geeignete Stätten deines Verweilens hältst, so dachte ich an dich und bereitete dir mein Inneres zum Tempel: „Bleibe hier – doch gib auch deinen vorläufigen Tempel im Wasser nicht auf!“ (2236) Ich habe dich nie vergessen; durch sieben Geburten und zu jeder Zeit hört mein beständiges Gedenken nicht auf. Du Wissender mit dem siegreichen, kämpfenden Rad: Gewähre mir deine Gnade, du Ozean der Wonne! (2237) Wenn die überströmende Liebe, dich zu sehen, sich offen zeigt und man sagt, dies müsse beschämen – sollte sie sich wirklich schämen? Unser Glück ist die Göttin, die den dunklen Mal liebevoll offenbart, noch ehe er selbst seinen kostbaren Leib zeigt. Die Versfügung um „tirumalai“ und „tiru“ lässt mehr als eine Zuordnung zu; hier wird die vermittelnde Göttin verstanden.

(2238) Haltet daran fest, mit der Zunge die Gottheit zu preisen, bei der die Glücksgöttin gnädig steht! Wir haben seine Füße mit dem Recht der Zugehörigkeit besungen. Habt ihr nicht in allen vier Richtungen den Namen unseres Vaters mit den großen, mächtigen Händen gehört? (2239) Das Gute, das wir empfingen, ist seine Gnade: Er ließ die Göttin der Rede in unserem guten Herzen wohnen und uns singen lehren. Selbst wenn der Gehalt bitter wie Neem sein sollte, sagte er: „Besinge das goldene Rad!“ So schenkte er uns die Art der Gnade. (2240) Als er sein gnadenvolles Denken auf die Diener richtete und ihren inneren Sinn erkennen wollte, wich das Dunkel. Ich blickte auf ihn, blickte und bedachte ihn, erhob den leuchtenden Lotus und prüfte dabei auch mich selbst. (2241) Du bist nicht auf eine einzige Gestalt beschränkt; deine Gestalt ist Licht. Die Menschen dieser weiten Erde sprechen von deiner zweifachen Gestalt. Wer erkennt, in welcher Weise die eine Gestalt der Ursprung ist, wird feststehend die Erde in Gerechtigkeit bewahren. Die „zweifache Gestalt“ wird im Vers nicht näher erklärt.

(2242) Ein aufgesetzter Fuß bedeckte die Erde; deine langen Schultern erstreckten sich, so sagt man, über alle Richtungen. Du Dieb, der damals als dunkler Brahmanenschüler bettelte! Dies ist das Glück derer, die dich zum gültigen Maßstab genommen haben. (2243) Früher wusste ich nichts von einem solchen Gewinn; aus Unwissenheit erkannte ich ihn auch beim Empfangen nicht. Nun verehrte ich dich mit der Bitte: „Ändere mich!“ Du edler Stier unter den Hirten folgtest dem Verlangen nach einer Frau und brachst den Stieren die mächtigen Nacken, sodass auch ihre Hörner zerbrachen. (2244) Mein Vater, der sieben Stiere siegreich bezwang! Der Feuerfarbene, der auf dem Stier reitet, erlitt einen schweren Fluch. Um den Mund des Schädels zu füllen, an dem Aasvögel fraßen, floss leuchtendes Blut aus deiner schönen, geöffneten Hand. Dies ist die Geschichte, wenn man den gesehenen Vorgang erzählt. Die genaue Bezeichnung der Blutspendestelle ist in dieser knappen Fassung unsicher. (2245) Kanna, der große Sinn jeder Erzählung ist dein Name. Wenn ich ausspreche, was im Herzen liegt, bist du, Tirumal, selbst das heilige Wort der Erzählung. Gewähre mir, dich durch meine noch groben Worte zu schauen.

(2246) Ich verehrte deinen heiligen Leib und legte mit meiner Hand einen frischen Lotus liebevoll auf deine roten Füße. Ich entschloss mich, dich innig zu preisen, suchte einen Zufluchtsort und bleibe nun dort, dich preisend. Dies ist mein Leben. (2247) Gutes Herz, erkenne: Dazu dient diese Geburt; dies ist alles, was uns zuteilgeworden ist. Erkenne, wenn du es vermagst, dass das Rezitieren von Narayanas Namen der Grund ist, weshalb man nicht in die Nähe der Hölle gelangt. (2248) Ich sah im Traum seinen heiligen Leib. Dort sah ich in seiner Hand das brennende Strahlenrad. Ich sah seine Kraft, die schwere Krankheit und Karma vertreibt und danach auch jede wiederkehrende Krankheit vernichtet. (2249) Damit die mächtigen, schwertbewehrten Asuras mit den scharfen Zähnen zugrunde gingen, nahm er den mächtigen, glänzenden Berg als Quirl, wand die mächtige, glänzende Schlange darum und quirlte das Meer, bis es sich aufwühlte. Dieser König brach auch dem wilden Elefanten den Hauer.

(2250) Selbst die Könige, die als Herrscher die weite Erde schützen und vor unseren Augen auf hohen Reittieren dahinziehen, sind Angehörige derer, die durch sieben Geburten kühle Lotusblüten zu den roten Füßen dessen gebracht haben, aus dessen Nabel der rote Lotus wächst. (2251) Das Herz seiner Getreuen, Tanjai, das erhabene Arangam, Tankal, der kühle Berg, dessen die Getreuen gedenken, das Meer, Mamallai, Koval und das ummauerte Kudandai: Diese nennt man die Wohnstätten unseres Vaters, der mächtig ist mit dem Pfeil. (2252) Als der junge Herr auf dem Lager der giftatmenden, feuermäuligen Schlange seinen blütenschönen Fuß hob, um die Richtungen zu durchmessen, dröhnte in seiner linken Hand die rechtsgewundene Muschel. Das Rad spie Feuer und zwang die Unbeugsamen zur Unterwerfung. (2253) Die Affen kennen die rechte Zeit, steigen in die blühenden Bergteiche, pflücken die dort geöffneten Blumen und preisen ihn. Mein Herz, es genügt, die Namen des schönen Venkatam-Herrn zu bedenken und zu seinen edelsteingleichen Lotusfüßen zu gehen.

(2254) Ich bin entschlossen, dem Herrn zu dienen, der den rotäugigen Elefanten mit mondsichelgleichen Hauern befreite. Darum werde ich seine tausend Namen bedacht aussprechen und jeden Tag morgens, mittags und abends geeignete Blumen streuen. (2255) Ich selbst habe Askese geübt, durch sieben Geburten und zu jeder Zeit; ich besitze ihren Ertrag. Ich selbst sprach meinem Herrn den guten Kranz aus reichem Tamil zu seinen beiden Füßen. Als großer Kenner des Tamil bin ich begünstigt – möge dies wachsen! (2256) Seht Tiruvenkatam, den Berg des Herrn von der Farbe des Himmels: Ein Elefant in mächtiger Brunft steht vor seiner Gefährtin, bricht jungen Bambus mit zwei Knoten ab, vermischt ihn mit dem Honig in der Nähe und reicht ihn ihr hin. (2257) Man soll Bergsandelpaste, herrlichen Schmuck, Seide und stark duftenden weißen Jasmin in Reihen herbeibringen, allein die beiden Füße des ursprünglichen Wissenden besingen und sich vor ihnen verneigen.

(2258) Gutes Herz, erkenne, was angemessen ist: die guten Füße des Höchsten erreichen, ihnen mit leuchtenden Lotusblüten nahen, ihn preisen und verehren. Seine zweimal fünfhundert Namen immer wieder darzubringen und auszusprechen ist Askese. (2259) Durch Askese erlangte allein der Viergesichtige die goldenen Füße, die sich erhoben, um die Erde zu durchmessen. Er wusch sie zur Freude all seiner rötlichen Hände, goss Ganga-Wasser darüber und sprach anschließend alle Namen aus. (2260) Wenn die Mutter von hinten bittet, hört er nicht; die blütenreiche Göttin stellt sich jedoch vor ihn und bittet selbst. Der unvergleichliche Herr mit den gerühmten, schönen Schultern ist an Größe der ganzen weiten Erde gleich, die er durchmaß. Die Zuordnung der beiden weiblichen Gestalten und der abschließende Vergleich bleiben auslegungsbedürftig. (2261) Ich gelobte dir Dienst, gedachte deiner und legte den leuchtenden Lotus liebevoll auf deine roten Füße. Was könnte für die, die den vollen Schmuck deiner Füße gesehen haben, noch der frühere Tag bedeuten, an dem sie nur die äußere Gestalt sahen?

(2262) Ich sah den hellen Tag, ich sah Narayana; im Traum sah ich ihn überreich. Wieder sah ich ihn wahrhaftig und ganz: die im Himmel strahlende Lichtgestalt dessen, der das von Fleisch glänzende Rad und die lichtvollen, roten Füße besitzt. (2263) Die Göttin der großen Blüte mit den langen, scharfen, schönen Augen sieht die vollkommene Schönheit seiner Gestalt und weicht nicht von ihm. Warum suchte die Erdgöttin dennoch lange sein Wohlgefallen, indem sie zu seinen Füßen strebte? An seiner Schönheit fehlt jedenfalls nichts. (2264) Als Klage sprach ich harte Worte. Nachdem ich Mal, den die Veden so verkünden, angesprochen hatte, blieb ich jeden Tag in der Hoffnung: „Wird er wenigstens ein wenig gewähren?“ So verlief mein Gang zum Wunderbaren, um eine Gabe zu empfangen. (2265) Im Vertrauen auf seinen Segen und seine rohe Stärke verehrte der Gewalttätige ihn nicht. Als Löwe, mit Menschengestalt verbunden, riss ihn der Herr auseinander. Die beiden Füße dieses Glückverheißenden sind der Nektar dieser schönen, großen Welt.

(2266) „Nektar! Honig! Radträger! Du, der damals freudig den Nektar gewann!“ Mit solchen nektargleichen Wortkränzen pries und verehrte ich ihn. Immer wieder besang ich den guten Mal, von dem die heiligen Worte sprechen. (2267) Welchen Gewinn erlangten die wortkundigen Dichter, indem sie ihn immer wieder priesen und frische Blumen darbrachten? Den wolken- und edelsteinfarbenen Herrn können selbst Übende mit ihrer wahren Askese schwer sehen. Durch welche Askese sollte ich ihn heute schauen können? (2268) Nicht erst heute erkenne ich die heiligen Füße, die die weite Erde durchschritten und durchmaßen. Schon damals im engen Mutterleib verehrte ich ihn mit gefalteten Händen und sah die Macht meines Vaters von Tirukkotti. (2269) Jetzt habe ich erkannt: Das Tor zur duftenden Stadt der Himmlischen öffnet sich nur denen, die unbeirrbar dem Weg unseres Vaters von Arangam im Süden folgen und vor ihrem Aufbruch die unnachgiebige, grausame Hölle hinter sich lassen.

(2270) Du bezwangst zuerst den rasend zornigen Kamsa und brachst den wütenden Kampfelefanten. Hast du nicht auch einst als Brahmanenschüler auf angemessene Weise das Wasser in deiner Hand empfangen und so Mahabali die Erde abgewonnen? (2271) Werde ich etwa die Erdenwelt regieren wollen oder als Gott über den Göttern selbst im Himmel wohnen wollen, nachdem ich mich Tirumal, dem rotäugigen Hohen, unserem Herrn, genähert und ihn mit gefalteten Händen verehrt habe? (2272) Ihr, die ihr euch fürchtet, später in die schwer erträgliche Hölle zu geraten: Bemüht euch schon vorher um die Verehrung seiner roten Füße! Er maß die vielen Schriften aus und durchmaß die ganze vom dunklen Meer umgebene Welt. (2273) Mit seinen Füßen vernichtete er einst Kamsa; die Unsterblichen preisen sein Wesen. Auf seinem Banner trägt er den Vogel. Preist allein den Namen dieses Hohen! Wenn ihr ihn preist, wird er euch rasch das ersehnte Ziel offenbaren.

(2274) Bevor später die grausame Hölle mit Macht über euch kommt und ihr sagen müsst: „Unsere Taten waren schlimm!“, preist innig den, der die schöne Muschel trägt, das Maul des langmähnigen Pferdes aufriss und das Gift der Brust trank. (2275) Naht euch, verneigt euch und verehrt ihn! Mein Herz preist den Wolkenfarbenen, der alle sieben Welten vollständig verschlingt, den Widersacher ergriff und dessen Brust aufriss und nun im schönen Padagam sitzt. (2276) Er wohnt in meinem Herzen, er ist auf meinem Haupt: der Edelsteinfarbene, der das harte Herz des Danava zerriss, der Herr der fernen früheren Weltalter, der die Weltalter wandelt, der weltgepriesene Radträger, der Herr von Attiyur. (2277) Der Herr von Attiyur reitet den Vogel und schläft auf der Schlange, deren Zeichnungen wie schöne Edelsteine glänzen. Er ist der Veda der drei Opferfeuer; selbst für den, der das Gift des großen Meeres trank, ist er der Herr: unser Wohltäter.

(2278) Du bist unser großer Herr, das Oberhaupt der Unsterblichen, der rotäugige, hohe Mal mit der Glücksgöttin an der Brust. Du nahmst Kudamukku zu deinem Tempel und lagertest dich auf die Schlange mit den hoch aufgerichteten Hauben und den tausend Mündern. (2279) Er wuchs als kleines Kind auf, das man aufnahm und großzog; er verschlang alle sieben Welten, sodass sie in ihm eingeschlossen waren; er tanzte mit einem Topf und lebte als Hirte. Dieser Herr nahm mein Herz zu seiner Wohnstatt. (2280) „Herr, unser großer Gebieter, erweise Gnade!“, rufen die Unsterblichen, stehen geordnet da und streuen dichte Blumen. Mal mit den roten Füßen und den klingenden Fußringen, der rotäugige Hohe, nahm Zwergengestalt an und gewann dann in riesiger Gestalt die Erde. (2281) Mal, Hoher, Kanna, du über den Himmelsbewohnern, du mit dem Kranz aus reichem Tulasi! Du warfst das Kalb, sodass die Vila-Früchte von oben herabfielen. Die Liebe, die ich besitze, lässt sich nicht mehr an meinem eigenen Maß messen.

Munram Tiruvantati (2282–2381)

(2282) Ich sah die Glücksgöttin; ich sah den goldenen Leib; ich sah auch die schöne Farbe der strahlenden Sonne. Ich sah das goldene Rad, das Kampfesmut entfacht, und die gewundene Muschel in seiner Hand. Heute sah ich all dies an meinem meerfarbenen Herrn. (2283) Heute sah ich deine Füße und schnitt sieben Geburten ab. Tirumal, auf dessen goldglänzender, berggleicher Brust blühender Tulasi ruht und der einst die Glücksgöttin gewann: Mein Herz hat dich nun in deiner Nähe erkannt. (2284) Er ist im Herzen und im Wasser des großen Meeres; er ist bei der Brust der Blütengöttin und trägt kühlen Tulasi auf seiner eigenen Brust. Der meerfarbene Herr, der zornig seine Feinde vernichtete und sich freute, ist die Arznei gegen die kommende Hölle. (2285) Arznei, wahres Gut und Nektar sind allein die Füße des vollkommenen, rotäugigen Mal. Er blieb bei der Welt, verschlang sie und gab sie wieder frei; er nahm das Wasser entgegen und durchschritt damals die Welt mit drei Schritten.

(2286) Seine Füße sind lotusfarben, seine Gestalt hat die Farbe des Wassers im Meer um die Erde, seine Krone den Glanz der heißen Sonne auf dem Wagen mit einem Rad. Ist dies nicht die Schönheit dessen, der das mächtige Rad trägt und einst die Welt durchmaß? (2287) Ist die Meeresfarbe nicht schön am Radträger? Ist es nicht schön, dass er über das Weltall hinausging? Ist nicht sein Fuß schön, aus dem Ganga-Wasser hervorströmte, als der Herr auf der Lotusblüte ihn wusch – der Fuß dessen, der das Wasser in seiner Hand empfangen hatte? (2288) Komm, mein Herz, wir wollen seine Füße verehren! Er ist der glückverheißende Reiter des Vogels, der die grüne, vom dunklen Meer umgebene Erde durchmaß. Seine Schönheit ist schwer zu ermessen, er ist allem überlegen und schwer zu erreichen. (2289) Gutes Herz, komm! Wir wollen viele Namen aussprechen, „Narayana!“ rufen und ihn mit unseren schönen Händen verehren. Unsere Augen sollen einzig Kannan schauen, der die Erde verschlang und wieder freigab und kühlen Tulasi trägt, in dem Bienen summen.

(2290) Seine Augen sind Lotusblüten, seine Handflächen ebenfalls; auch die Füße, die die Erde durchmaßen, sind solche Blüten. Wenn man seine Herrlichkeit bedenkt: Er ist dunkel wie eine mächtige Wolke, wie das Wasser des dunklen Meeres, wie ein kostbarer, göttlicher Edelstein. (2291) Glanz, Kraft, Glück, Schönheit, Geburt in untadeliger Familie und die anderen Güter: Sie kommen einem bereitwillig und vollkommen entgegen, wenn man den Namen dessen rezitiert, der die große, rechtsgewundene Muschel trägt. (2292) Er wohnt in den vier recht rezitierten Veden und hat die Farbe des anschwellenden Wasserfalls, der Honig mit sich führt. Er ist im muschelreichen Milchmeer und auf dem Schlangenlager; er ist der Ozean der Schriften für die, die sie fortwährend vortragen, und besitzt feinste Erkenntnis. (2293) Wer den Riegel der Erkenntnis vorschiebt, die fünf Sinne mit der festen Tür der Sammlung verschließt und stets die Veden richtig rezitiert und gut versteht, wird täglich die Gestalt des Herrn von der Farbe frischer Meereswogen sehen.

(2294) Als er einst das Wasser für die Welt empfing und sie mit dem runden Lotusfuß durchmaß, wuchs der Kreis seiner Krone durch den Himmel, drang bis zum Weltall vor und reichte darüber hinaus. So stand Mal in seiner gewaltigen Gestalt. (2295) Das Herz zu Mal hinzuwenden, die Umarmung der Frauen loszulassen und den Geist auf die heiligen Schriften zu richten, wird leicht, wenn man die Füße dessen verehrt, der in den vier Veden und auf Venkatam wohnt und dessen Füße die Kronen der Himmlischen berühren. (2296) Die gewaltigen Wellen des Meeres steigen und fallen und schlagen an das Lager; die Edelsteine auf den geneigten Schlangenhauben schmücken es. Der Herr, der auf Ananta ruht, kommt und legt sich auf das Lager meines Herzens, des Herzens seines Dieners. (2297) Die anrollenden weißen Wogen bringen rote Korallen und weiße Perlen heran; diese werden zu schönen Lampen, die am Abend leuchten. Dort ist unser Vater von Tiruvallikkeni, dessen herrliche Brust die einzigartige Göttin der Lotusblüte umarmt.

(2298) Die vergangenen Tage lassen sich nicht zurückholen. Doch jeder Tag, an dem man sagt: „Der rotäugige Mal ist unser Mal“, wird zu einem wahren Tag. Mein Mund, preise unvergessend die beiden Füße unseres niemals sterbenden Vaters und bleibe ihnen dienstbar! (2299) Hoher Mal, als Vamana sprachst du zu Mahabali und gewannst drei Schritte Land, indem du sie durchmaßest. Gewähre mir, durch sieben Geburten den beiden unerschöpflichen Füßen, die so ausschritten, zu dienen und ohne Furcht zu sein. (2300) Könnte er denen seine Gnade versagen, die mit unverdunkeltem Denken rote Blumen auf seine roten Füße streuen, ihn mit gefalteten Händen verehren und vor ihm stehen? Er ist es, der einst als scheinbar unwissendes Kind auf dem Banyanblatt lag. (2301) Du hast früher die Welt verschlungen und wieder freigegeben. War es da etwas Großes, diese selbe Welt später mit zwei Schritten auszumessen und an dich zu nehmen? Tirumal, rotäugiger Hoher, unser großer Herr – erkläre uns dies selbst!

(2302) So viel die Redenden auch reden, nur so viel vermögen sie von seiner Gestalt zu sagen: von dem Herrn mit dem Kranz duftender Tulasi-Blüten, dem strahlenden Rad, der Muschel und dem Sharnga-Bogen, der den laut aufbrausenden Vakra tötete. (2303) Täglich neigen die Himmlischen ihre schönen Kronen, streuen duftende Blumen und schauen ihn. Mein Herz, zerfließe innerlich in Aufrichtigkeit und wünsche dir, ihn wahrhaftig und unmittelbar zu sehen. (2304) Mein Herz durchsucht sich selbst und kommt voller Liebe zu den goldenen, schönen Füßen des Herrn mit dem Tulasi-Kranz. Schön geflügelte Bienen schwirren darin, dringen in die Blütenöffnungen und summen, sodass sich die Knospen entfalten; er aber durchmaß liebend Himmel und Erde. (2305) Wenn die Zeit kommt, wird er zur weiten Erde, zum großen Himmel, zum Wind, zum dicht verzehrenden Feuer und zur Gestalt des Wassers. Tiefes Herz, verehre und verfolge täglich die mit Fußringen geschmückten Füße dessen, der das einzigartige, strahlende Rad trägt.

(2306) Mein Herz, kann Schaden entstehen, wenn man ihn innig verehrt? Er verschlang die ganze wasserreiche Welt und aß mit demselben Mund die Butter der dichtgelockten Hirtin; er bezwang sieben mächtige Stiere und bleibt selbst den Himmlischen fern. (2307) Mein geläutertes Denken und die rotäugige Schlange, das ruhmreiche, große Kachchi, Venkatam, Vehka und die Stätte Velukkai: Diese Orte wird der Herr mit dem kühlen Tulasi nicht verlassen. (2308) Wer hat Leid ertragen, wer wurde von Schmerz getroffen, wer ist so zu Fall gekommen, wenn er täglich zu dem gelangte, der das wolkendunkle Meer selbst quirlte, der Ursprung ist und sich auf das Lager im Wasser legte? (2309) Der Herr, der die Milch der scharfzähnigen Dämonin trank, erreichte das Schlangenlager; für die fünf Brüder stürzte er sich damals in den grausamen Bharata-Krieg. Doch vor dem Butterquirl der Hirtin verlor er seinen Mut – o Wunder!

(2310) Ohne Furcht hob die Hirtin den großen Herrn auf, der an der Brust der Dämonin getrunken hatte, und gab ihm ihre eigene Brust. Sie drückte den mit dem tiefdunklen heiligen Leib, dem süßen korallenroten Mund und der noch undeutlichen Kindersprache an sich. (2311) Das Meer, Kudandai, Venkatam, mein ihm zugewandtes Denken, der volle Himmel, die heiligen Veden, Padagam und Ananta: Dies sind die Wohnstätten des Herrn mit dem reichen Tulasi-Kranz, die Tirumal aufgesucht hat. (2312) Diese sind seine Tempel. Er nahm Löwengestalt an und verwüstete Hiranyas Brust; die Schlange ohne sichtbare Ohren ist sein Lager. Er wohnt in den vier Veden und im Milchmeer und hat den berauschenden Trank Empfangenden als einen Teil seines Leibes. Die letzte Bezeichnung wird traditionell auf Shiva bezogen; ihre konkrete Wortbedeutung bleibt hier sichtbar. (2313) Der Kuhhirte, der den Kurunda-Baum brach, nahm sich das Milchmeer, Venkatam, die Schlange, den kühlen Himmel, das Meer der Schriften und die Herzen derer zur Wohnstatt, die sich mit feiner Schriftkenntnis der Lotusblüte zuwenden.

(2314) Du warst es, der einst als Kind auf dem Banyanblatt sanft die ganze Welt in sich aufnahm! Du bist die Wirklichkeit, Mal; damals quirltest du mit dem Mandara das große Meer und gabst den Himmelsbewohnern den himmlischen Nektar. (2315) Ist es die Ermüdung vom damaligen Durchmessen der Welt? Er stand, saß in der großen Stadt Velukkai und legte sich nieder. Mein Herz, schaue den Herrn von unvergänglichem Ruhm, der einst Kamsa überwand! Die knappe Orts- und Haltungsfolge ist im Grundtext nicht überall eindeutig gegliedert. (2316) „Schau, schau!“, verlangen meine Augen nach seinem goldenen Leib, nach dem Herrn mit strahlendem Schmuck und Kranz an der Brust. Bienen summen melodisch in seinen Girlanden. Wir wollen seine rotgoldenen Füße besingen und ihn mit gefalteten Händen verehren. (2317) Seine Waffen sind das feurige Rad in der Hand, die weiße Muschel aus dem dunklen Meer, die furchtbare Keule, Sharnga und das glühende Schwert. Das Meer ist sein Lager: das Lager des Wunderbaren, der mit seinen Füßen die kühle, wasserreiche Welt durchmaß.

(2318) Ihm wurde ich dienstbar. Er ist innen und außen und im salzigen Wasser des dunklen Meeres. Auf seiner heiligen Brust glänzen die Blütengöttin mit dem herb roten Korallenmund und der Halsschmuck aus vielen Edelsteinen. (2319) Nur er selbst ist sein Vergleich; jede Gestalt ist seine Gestalt. Er ist die Gestalt der Askese und die Sterne, die Feuerflamme und der große Berg, die acht Richtungen und die beiden Lichter des Weltalls: der Herr. (2320) Er ist der Herr, die Erde, alle acht Richtungen, die Veden, ihr Sinn und der Himmel. Der Herr von Venkatam, wo helle, rauschende Wasserfälle bis zum Mond reichen, ist im Innersten meines Herzens. (2321) Gutes Herz, erkenne: Der Höchste ist da, immer ist er da, in den Herzen derer, die seiner gedenken! Er ist der König von Venkatam mit seinen gewaltigen Wasserfällen und Gipfeln, vor denen der Himmel klein wird; er durchmaß die Erde, sodass sie ganz in seinem Maß lag.

(2322) Seine dauerhafte Edelsteinkrone wuchs bis über das Weltall; die acht Richtungen und alle dicht bewachsenen Länder umschlossen seine Füße. Blitzglanz trug er als Gewand, als er damals die Erde durchmaß: derselbe König, der mit dem Berg als Schirm die Kühe schützte. (2323) Als Hirte hütete er die Kuhherden, spielte die Flöte und riss kraftvoll das Pferd auf. Der Edelsteinfarbene nahm auch Löwengestalt an und zerriss im Zorn Hiranyas Leib mit klar hervortretenden Krallen. (2324) Er brach den festen Hauer des zornigen Elefanten in Brunft. Er birgt die grüne Erdgöttin wie einen kostbaren Schatz an seiner weiten, mit mächtigem Geschmeide geschmückten Brust. In einem einzigen Teil seiner Weite ist die Welt enthalten. (2325) Er ist die Welt, das Weltalter, das Meer, die leuchtende Sonne mit ihren sich entfaltenden Strahlen und das rote Feuer. Mein Herz, fülle dich mit Freude und wende dich den beiden Füßen dessen zu, dessen reine Goldkrone unzählige Strahlen ausbreitet.

(2326) Venkatam ist der Berg dessen, der einst die Erde auf den Hauer nahm. Hier gerät ein Elefant in Brunft mit seiner großen Gefährtin in Liebesstreit, zieht zornig umher, stößt gegen den Fels und lässt Perlen aus seinen herrlichen weißen Hauern fallen. (2327) Er setzte den Berg auf, schlang Vasuki darum und hielt mit einer Hand die Spitze fest. Als er damals das Meer quirlte, spritzte Wasser von den Wellenkämmen bis an das Weltall. Er ist der Herr, der als tragende Grundlage dastand. Die tragende Grundlage spielt auf die Schildkrötengestalt an. (2328) Großer Herr, der fest dastand! Großer Herr, der das Wasser empfing und durch die ganze Welt schritt! Rotäugiger, Tulasi-Bekränzter, der einst das Pferdemaul aufriss: Du hast auch den Rachen unserer Hölle aufgerissen. (2329) Warst nicht du es, der das Wasser empfing und die Welt mit den Füßen ausmaß? Warst nicht du es, der die Herden hütete? Du, der kraftvoll das Pferdemaul spaltete, zwischen den großen Maruda-Bäumen hindurchging und im Kampf zwischen Göttern und Asuras zornig stritt?

(2330) Du vernichtetest den unversöhnlichen Hiranya, gingst als Bittender hin und empfingst die weite Erde. Für Pinnai stelltest du dich den ausgewachsenen, wilden Stieren entgegen und brachst entschlossen ihre Kraft, du mit der mächtigen, gewundenen Muschel! (2331) Mal trägt den Tulasi-Kranz um die strahlende Edelsteinkrone. In einem tiefen Teich mit klarem, edelsteingleichem Wasser am großen, wasserfallreichen Berg tötete er das mächtige Krokodil: er von der schönen, dunkelblauen Farbe. (2332) Er ist es, der mit dem gewaltigen Berg die Kuhherden schützte; er ist es, der die schönen Maruda-Bäume niederwarf. Seht, er wird die unerschütterliche große Stadt zeigen: derselbe, der mit seinen Pfeilen die Stadt Lanka verbrannte. (2333) Als Rama beschoss er alle sieben Mara-Bäume; für die schön geschmückte Frau beschoss er das prächtige junge Reh; er schoss auch, bis der König des südlichen Lanka fiel. Zuvor war er als Zwerg gegangen und hatte sich zielstrebig die Erde erworben.

(2334) Bemühe dich und verehre, mein Herz, die Füße des Herrn mit den kühlen, schönen Kränzen! Als wunderbares Kind ruhte er auf dem Blatt eines Banyanbaums in der mächtigen Wasserflut, die alles Kostbare der Erde an sich genommen hatte. (2335) Er trat mit dem Fuß den Wagen, stieß den Elefanten zurück, ging zwischen den ungespaltenen Maruda-Bäumen hindurch und durchbrach als Eber unaufhaltsam die Weite der Erde. Der Herr, dessen Brust die Göttin liebt, hegt große Liebe zu ihrer weiblichen Brust. (2336) Auf seiner großen, berggleichen Brust trägt er mächtiges Geschmeide wie einen Blitz in einer dunklen Wolke. Betrachtet man ihn, zeigt allein der Lotus, in dem Bienen so summen, dass andere Musik verstummt, die Farbe seiner langen, großen Augen. (2337) Ist die Gestalt des Herrn weiß, rot, grün oder dunkel? Wir wissen es nicht. Bedenkt man es: Kann selbst die vollkommene Göttin der Rede den Glanz des Gemahls der Blütengöttin angemessen preisen?

(2338) Wie ein Blitz im glänzend dunklen Wolkenhimmel erscheint die Glücksgöttin und wohnt reich an seiner Brust. Erkenne klar: Richte deine Erkenntnis allein auf die Füße des Dunklen, der den herrlich strahlenden Garuda bestiegen hat. (2339) Auf einer glatten Steinplatte sitzt eine Äffin, blickt ihren geliebten Gefährten an und fordert: „Gib mir den leuchtenden weißen Mond!“ Das ist Venkatam, die Wohnstatt dessen, der einst die Erde mit kluger List gewann und sich daran freute. (2340) Ich habe die Weise des Lebens erkannt, denn ich durfte die Füße unseres Herrn erreichen: des rotäugigen Mal von der Farbe eines großen, kostbaren Edelsteins. Seine Girlanden hängen herab wie Wasserfälle an einem hohen, tintendunklen Berg. (2341) Er schützte die Rinder, ging zwischen den beiden Maruda-Bäumen hindurch, trank an der Brust der Dämonin und trat den großen Wagen. Er nahm das Kalb als Wurfstock und schleuderte es gegen die Vila-Früchte. Einst setzte er auch die siegreiche Muschel an den Mund und freute sich.

(2342) Venkatam, das Milchmeer und Vaikuntha waren von alters her seine angenommenen Wohnstätten. Ebenso scheint Vinnagar ein Tempel dieses jungen Herrn von Kadigai zu sein, wo in den langen, reichen Hainen Bienen schwärmen und duftende Blumen blühen. (2343) Vinnagar, Vehka, das wasserreiche Venkatam, das irdische Velukkai mit hohen Hallen, Kudandai im Süden, das honigreiche Tiruvarangam und das südliche Kotti: Hier lässt sich der nieder, der einst das Wasser in seiner gewölbten Hand empfing. (2344) Herabhängende Flechten und hohe Krone, glänzende Axt und Rad, umschlingende Schlange und goldene Schnur erscheinen an unserem Vater auf Tirumalai, rings von mächtigen Wasserfällen umgeben. Beide Gestalten sind dort zu einer einzigen vereint. (2345) Schlange, Berg und Meer verbanden sich, um gemeinsam Nektar hervorzubringen. Ist es die Mühe und Ermüdung vom Quirlen, die erklärt, weshalb er dort in Kachchi und Vehka liegt, sitzt und steht?

(2346) Damit seinem Kind kein Leid geschah, nahm der Herr in der Abenddämmerung zornig Löwengestalt an und spaltete Hiranyas Leib, bis er verging. Er selbst zerbrach später im Zorn die Hauer des Elefanten. (2347) Auf den Strahlen der Schlangenhauben, deren große Edelsteine hell leuchten und die Finsternis vertreiben, erhob sich heißer Atem. Madhu und Kaitabha zerflossen im Innern und starben. So war dort ihr Verderben und Ende. Der knappe Vers verknüpft das Schlangenlager mit der Vernichtung der beiden Dämonen; die genaue Zuordnung des heißen Atems ist nicht ausdrücklich benannt. (2348) Die schöne Blüte des hohen Lotus an seinem Nabel öffnet und schließt sich: Sie sieht das strahlende Rad in seiner Hand als Sonne und die weiße Muschel als den Mond, der am Himmel leuchtet. (2349) Ein Affe sieht sein Spiegelbild im Wasser des Bergteichs, hält es für einen anderen Affen und streckt erneut die Hand nach dessen dunkler Kala-Frucht aus. Das ist Venkatam, der Berg dessen, der einst das Kalb gegen die Vila-Früchte warf.

(2350) Sie besingt Venkatam als den Berg, setzt sich den reichen Tulasi als Zeichen ihrer Treue ins dunkle Haar und begibt sich an jedem dafür gelobten Tag zum Baden ins weite Meer, in dem Mal mit den langen Schultern ruht, der die Ringer vernichtete. (2351) Der Elefant spült sich mit einströmendem Wasser den Mund, beugt sich zum Wasserfall und wäscht seine Füße. Mit dem Rüssel nimmt er eine geöffnete Blüte voll üppigen, berauschenden Honigs, schaut den mächtigen Herrn von Venkatam und verehrt ihn. Das mehrfach verwendete Wort „matam“ lässt das Bild auch an den Brunstsaft des Elefanten anklingen. (2352) Der Elefant hebt den Rüssel und rennt los, um die Wolke zu stoßen. Ein Yali bricht seine leuchtenden Hauer, greift nach ihm und brüllt, bis er fällt und stirbt; dann steht es bebend da. Das ist Venkatam, der Berg dessen, der einst ein junges Kalb als Wurfgeschoss nahm. (2353) Die Bergmädchen mit schönen Armreifen spielen auf einem der Gipfel mit einem lieblichen Bambusrohr. Es schießt so hoch empor, dass es den leuchtenden Mond aus der Umklammerung befreit. Das ist Venkatam, die Wohnstatt des Königs über die himmlischen Jünglinge. Die Umklammerung des Mondes spielt auf die mythische Erklärung der Finsternis an.

(2354) Er lenkt den Sonnenwagen mit seinen sieben nach rechts und links angeschirrten Pferden und wohnt auf dem nördlichen Venkatam. Er ist der Tänzer, der den Topftanz liebt. Das Gute, das die Zunge besitzt, ist allein, von seinen klingenden Füßen zu sprechen. (2355) Ist die Liebe stärker als alles? Die mächtige Dämonin, die Gift zu trinken geben wollte, wälzte sich auf dem Boden und stürzte hin, nachdem er ihre grausame Brust getrunken hatte. Dennoch nahm die Hirtin ihn wieder zu sich und legte ihm ihre eigene Brust zum Trinken in den Mund. (2356) Ein zorniger Tiger sieht den hellen Hasen im weißen Mond, der sich über den Gipfel bewegt und seinen Bauch daran zu reiben scheint, und nähert sich ihm. Das ist Tirumalai, der duftende Berg des Hirten, wo Vengai-Bäume auf den Hängen wachsen. (2357) Ihr braucht weder zwischen Bergen zu stehen noch in kaltem Wasser zu baden oder zwischen fünf Feuern auszuharren. Wenn ihr den verehrt, der freudig Vehka bewohnt, echte Blumen streut und die Hände faltet – werden die bösen Taten dann, recht bedacht, nicht schwinden?

(2358) Als passendes Kind saß er auf dem schönen Schoß des Viergesichtigen, des kundigen Vedenkenners, und zählte die Köpfe des schwerttragenden Rakshasa: „Drei, sieben!“ Seine vollendeten Lotusfüße sind unser Schutz. Das Zählen wird als Anspielung auf Ravanas zehn Köpfe verstanden. (2359) Der mächtige Radträger, der am Tag des Kampfes gegen Mura seine Kraft entfaltete, ist immer unser Schutz. Wenn er Zuflucht ist, frage nicht: „Welcher Weg, welcher Zustand, welche Geburt erwartet mich?“ Bedenke den Wunderbaren allein und sprich ihn als dein Ziel aus. (2360) Mit gesammeltem Herzen die fünf Sinne bändigen, prüfen und sich ihm zuwenden: So kann man sieben Geburten abwenden. Haltet fest an dem Herrn mit dunklem, duftendem Tulasi, einem Leib wie anschwellende Meereswogen und einer Brust voller Geschmeide. (2361) Bana stellte sich mit seinem edelsteinbesetzten Wagen entgegen; seine zweimal fünfhundert vereinten Arme wurden auf einmal abgeschnitten vom siegreich leuchtenden, mächtigen Himmelsrad. Mein Herz bemüht sich von selbst, unmittelbar zu den roten Füßen des Herrn auf dem Schlangenlager zu gelangen.

(2362) Auch wenn er mit dem Herzen schwer zu denken ist, fasse festen Stand und sprich, mein Herz! Wenn man seiner gedenkt, bleibt der große Herr unverrückbar im Herzen. Warum sollte die Erkenntnis dann ohne Besinnung verharren? (2363) Er ist schwer zu erkennen, selbst wenn man ihn zu erkennen sucht; selbst wenn er ins Herz eintritt und sich mit ihm verbindet, ist seine Wirklichkeit schwer zu schauen. Wo sollten wir nun hingehen, um den König mit dem kühlen Tulasi zu sehen, in dessen dichten, duftenden Blüten Bienen summen? (2364) Auch wenn man ihn künftig „den Wunderbaren“ nennt und sagt, er sei schwer zu sehen: Der Süße, der durch List die Erde gewann und mit seinen schönen, geschmückten Füßen den Himmel überschritt, wohnt im Innersten meines Herzens. (2365) Selbst wenn man prüfend erkennt, dass der wahre innere Sinn der vier Veden im Herzen gegenwärtig ist: Wer hat den wirklichen Wunderbaren mit den langen, schönen Lotusaugen gesehen? Dichter erfreuen sich an ihm.

(2366) Dichter schmücken ihn mit ihren Händen und ihren Versen, gehen zu seinen augenerfüllenden Füßen und gelangen durch reiches Hören zu ihm. Kann sein Glanz noch zunehmen, wenn die Menschen auf Erden ihn preisen – der Glanz dessen, der für Pinnai die Stiere tötete? (2367) Der dunkle Himmel zeigt vereint die Farbe des hohen Mal: Wie eine schöne Regenwolke hebt er ein leuchtendes Blitzbanner, vollzieht rasch sein Werk, donnert von selbst und tritt hervor. (2368) Kanna, ein Smaragd entfaltet seinen Glanz und zeigt deinen edelsteingleich schimmernden Leib. Auch der Abendhimmel zeigt dies: die Gestalt des Königs mit dem kühlen Tulasi, in dessen schönen Blütenbüscheln Bienen summen. (2369) Zweifelt nicht hin und her: „Jenes ist gut, dieses ist schlecht!“ Verehrt einfach die schönen, goldenen Füße dessen, der honigreichen, kühlen Tulasi auf der Brust trägt und allen gemeinsam Zuflucht bietet. Dann löst sich das gesamte frühere Karma vollständig.

(2370) Wenn die Zeit gekommen ist, säen die Bergbewohner grüne Hirse in die Furchen, die Eber wühlend gezogen haben. Kräftig aufschießender Bambus wächst empor und öffnet gleichsam den Himmel. Das ist Venkatam, der Berghang dessen, der einst die süße Flöte an den Mund setzte. (2371) Fußspangen und dicht anliegende Fußringe erklangen; der Himmelsstrom wusch die roten Füße, die bis zum Weltall reichten, und die weiten Schultern umspannten alle acht Richtungen. War denn die Erde, die Mal mit dem reichen Tulasi durchmaß, zu klein, um ihm Raum zu geben? (2372) Er hatte Erde gegessen und an der Brust der Dämonin getrunken und war noch immer nicht satt. Als er Butter verschlang, wurde die Hirtin zornig und band ihn mit einem geknoteten Strick. So ließ er sich festbinden: das Kind mit dem unersättlichen Bauch. (2373) Der Wunderbare mit dem großen Leib ist eigentlich niemandes Sohn, und doch wurde er Sohn. Bana nahm den geliebten Sohn seines Sohnes gefangen; darum schlug er Banas Arme ab. Mein Herz, erfülle dich ganz mit dem Gedanken an seine Füße!

(2374) Wer in dieser Welt könnte den hohen Tirumal durch Denken klar erfassen? Er schloss alle Welten in sich ein und schlief als Kind sanft auf einem Banyanblatt in der donnernd wogenden Flut. Mein Herz, hebe ihn empor und bewahre ihn in deinem Inneren! (2375) Ich entzündete die helle Lampe namens prüfende Erkenntnis, stellte sie auf, suchte ihn und fing ihn im Netz. Ganz sanft trat der Wunderbare in mein Herz ein: Er stand, er saß, er lag dort, um niemals mehr zu vergehen. (2376) Mein Herz, verehre und preise allein Tirumals heilige Füße! Als Löwe trat er in der strahlenden Abenddämmerung hervor und zerriss den Leib Hiranyas, der ihn verachtet hatte, sodass die Stücke überallhin fielen. (2377) Die Himmlischen preisen ihn mit ihrem Mund, senken ihre Edelsteinkronen und verneigen sich. Entstehen dadurch nicht Druckmale auf den roten Lotusfüßen des Gemahls der Göttin auf der Lotusblüte – auf diesen Füßen, die selbst eine Lotusblüte sind?

(2378) Sein Nabel trug die Blüte; sein mächtiger, wunderbarer Leib nahm eine schöne Blütenfarbe an. Können ihn der von glühender Farbe, der Herr auf der großen Blüte und der mit den langen Flechten auch nur einen Augenblick ganz denken? Die drei Bezeichnungen werden im Grundtext nicht mit Eigennamen erläutert. (2379) Der vereiste Berg, der weite Himmel und der Wind erscheinen klar und hell, wenn die Dunkelheit schwindet. Er wird uns davor bewahren, dass Yamas Hölle uns naht: der Herr, der das Pferd ergriff und ihm das Maul aufriss. Die Formulierung der kosmischen Erscheinung ist im Tamilischen knapp und örtlich unsicher. (2380) Der unbesiegbar Siegreiche hält acht Waffen; er ist der Herr von Attabhuyakaram. Damals schleuderte er gezielt das Rad, sodass das räuberische Krokodil im Teich starb. Seine Füße sind für uns die erste Zuflucht. (2381) Unsere ewige Zuflucht ist Shri auf der honigreichen Blüte, mit langen, reichen Lotusaugen. Sie leuchtet wie ein Blitz im dunklen Wolkenhimmel und umarmt die berggleiche Brust des Radträgers, auf der die Girlande aus kühlem Tulasi ruht.

Nanmukan Tiruvantati (2382–2477)

(2382) Narayana erschuf den Viergesichtigen; der Viergesichtige wiederum wurde zum Ursprung und erschuf Shankara. Ich habe den tiefen Sinn ausdrücklich vorangestellt und ihn in dieser Antadi-Dichtung kundgetan. Prüft ihn und nehmt ihn auf, ohne etwas davon zu verlieren. (2383) Bei sorgfältiger Prüfung sagt man: „Es gibt nur einen Gott.“ Doch niemand kennt seine ganze Größe. Auch das letzte Ergebnis aller Erwägung ist nur dieses: Welche Askese man auch geübt hat, die Vollendung der Gnade liegt beim Radträger. (2384) Wer erkennt den, der im Milchmeer lag, einst Arangam bewohnte und auf dem Banyanblatt schlief, so wie ich ihn erkannt habe – die einzige Wirklichkeit in der Welt, die wahre Wirklichkeit der Himmlischen, das schwer erreichbare Wesen im Wasser? (2385) Sollte man wirklich annehmen, er sei bloß ein Teil des Herrn der Götter, der den Fluss in seinen Flechten verbirgt? Ich habe zusammenfassend von unserem Herrn gesprochen, der ohne einen anderen seinesgleichen besteht und das Wort für alles Seiende ist. Die rhetorische Frage grenzt die hier vertretene Vorrangstellung Narayanas ab.

(2386) Mal mit den starken Armen und gebogenen Krallen, der die Brust des durch viele Segensgaben Unbesiegbaren spaltete! An einem Tag des Weltalters hebst du alles empor und nimmst es wieder in dich auf. Du selbst wurdest auch zu den vier schwer zugänglichen Veden – erkenne dies! (2387) Die Jainas wissen nicht, die Buddhisten sind irregegangen, die Shiva Zugewandten sind gering – so spricht der Dichter. Denn wer den wundervollen, großen Madhava nicht preist, gilt ihm heute als niedrig. Diese ausdrücklich konfessionelle Polemik wird als Aussage des Hymnus wiedergegeben, nicht als Urteil der Redaktion über andere Religionen. (2388) Ob heute, morgen oder erst nach kurzer Zeit: Deine Gnade wird mir gehören. Narayana, erkenne klar: Ich habe niemanden außer dir; du hast niemanden außer mir. (2389) Mein Herz, es gibt keinen anderen Helfer, der unseren Mangel behebt, als den rotäugigen Mal mit dem Bogen, der den Herrn bezwang, den Schützen mit den scharfen Pfeilen, der die Macht Lankas und des unversöhnlichen Trägers von zweimal fünf Köpfen vernichtete. Die erste Anspielung wird auf die Überlegenheit von Vishnus Bogen gegenüber Shivas bezogen.

(2390) Der Viergesichtige goss ehrfürchtig Wasser aus seinem Krug, pries ihn mit Mantras aus den Veden und wusch dort die roten Füße des Herrn des Weltalls. Dieses Wasser stieg dann auf das Haupt dessen mit der dunkel gefleckten Kehle. (2391) Hören wir dort den gewaltigen Jubel, können wir dann den goldenen Leib dessen sehen, dessen Lager die schöne, dunkle, feuerspeiende Schlange ist – oder können wir es nicht? Sind der Herr auf der großen Blüte und der mit den langen Flechten dazu fähig oder nicht? Preise ihn! (2392) Mund, preise! Auge, schaue! Ohr, höre! Senkt eure Kronen und verneigt euch; faltet unverwandt eure freigebigen Hände und verehrt meinen uralten Mal, dessen hohe Krone von Tulasi und kühlen Blumen umgeben ist. (2393) Du beschlossest, dass jene, die dich nicht achteten, in vierfacher Weise zugrunde gingen; du befreitest den Mond aus seiner Umklammerung. Du entschlossest dich, das Rad zu schleudern, um aus dem Griff des großen Krokodils im Teich zu befreien. Zwei gingen dahin, und zwei erlangten Befreiung. Die verdichtete Zahlen- und Handlungsfolge dieser Strophe ist unsicher; die einzelnen Bezüge müssen noch philologisch geklärt werden.

(2394) Ihr quält euren Körper, macht ihn zu einer bloßen Hülle, esst im Stehen, tötet und irrt umher, ohne die Weise der Befreiung zu kennen. Narayana ist die wahre Wirklichkeit, die befreit, der ursprüngliche Sinn der Veden und das höchste Gut der Himmlischen. (2395) Narayana ist mein Gebieter; Tirumal schützt mich davor, in die Hölle zu geraten. Viele jedoch hören begierig auf die Worte lebloser Religionslehrer, die nicht vermögen, seine Namen auszusprechen, und versinken darin. Auch diese Abwertung gehört zur polemischen Stimme des Gedichts. (2396) Wenn ihr fähig seid, Blumen auf die Füße dessen zu legen, der von vielen Göttern gepriesen die Welt durchmaß, euch zu verneigen und ihn zu loben, wird euch die Erfahrung zuteil, die Markandeya erlangte. Seht, dies ist der Zustand, den der Herr mit der vom Gift gezeichneten Kehle erkannte. (2397) Er bleibt fest in meinem Herzen: der höchste Herr der Götter, der damals selbst zum Gegner wurde, um die vielen Könige im Krieg untergehen zu lassen. Mit dem Rad verdeckte er die heiße Sonne, sodass sie verschwand und die Erde verhüllt wurde.

(2398) Der wahrhaftige Asket unter dem Banyanbaum lehrte einst in einem früheren Weltalter vier Schüler den Weg des Dharma: wie man den verehrt, der die Erde durchmaß, im Meer lag und auf dem Banyanblatt ruhte. Der unterweisende Asket ist Shiva; die Strophe deutet seine Lehre ausdrücklich vaishnavisch. (2399) Die Askese derer, die sich an seine Verehrer halten, übertrifft sogar die Askese jener, die den mächtigen Löwen unmittelbar preisen: ihn, der dem feindlichen Danava mit starken Krallen die Brust in zwei Hälften riss. (2400) Radträger, warst du es nicht, der den Segen wirkungslos machte, den jener durch Askese vom Viergesichtigen erhalten hatte? Du wirst uns freudig schützen; du selbst bist der Schutz. Du bist es auch, der jedem Lebewesen Vaikuntha gewährt. Das letzte tamilische Wort ist in der Vorlage am Ende beschädigt; der Satzsinn ist dennoch erkennbar. (2401) Du selbst bist alle Welt; durch deine Gnade besteht, was Bestand hat. Du selbst bist der durch Askese gesuchte Gott der Götter, die Feuerflamme, der große Berg, die acht Richtungen und die beiden Lichter des Weltalls – all dies bist du.

(2402) Ist dies der höhlenweit geöffnete, feuerspeiende Mund? Sind dies die feurigen, kreisrunden Augen? Ist dies die Schönheit, die der Herr der Himmlischen zeigt, wenn er als Löwe aufbraust und Feuer auflodern lässt? (2403) Er selbst ist der Schöne; er selbst ist der Löwengestaltige. Verehrt allein seine vertrauten Füße! Als Kind bleibt er der Ursprung seiner selbst und aller sieben Welten; als Fisch ist er der Same, der Leben bewahrt. (2404) Muss man überhaupt noch säen auf dem alten Feld des Bauern der Hingabe, der die Stiere bezwang? Der Regenhimmel zeigt, wenn er hervortritt, den dunklen, heiligen Leib Mals, einer dicht aufsteigenden Regenwolke gleich. (2405) Du erschienst in den vier Farben Milchweiß, Gold, Grün und Dunkel. Du ließest die beiden Hochmütigen vergehen und erhobst Sveta, den entschlossenen Kämpfer, zum Heerführer, um den im Geist beschlossenen Kampf zu vollenden. Die genaue Identifikation der beiden Gegner und Sveta sowie die Farbreihe bedürfen weiterer Auslegung; die Namen werden nicht stillschweigend ersetzt.

(2406) Ohne sein Ansehen gelten zu lassen, gewannst du durch eine geschickte Weise die Erde. Könnte überhaupt etwas ohne deine Weise geschehen? Du beendetest den hartnäckigen Anspruch Mahabalis, der seine Feindschaft gleichsam anrührte und als Nahrung nahm. Das Bild um „vayiram“ verbindet Härte und Feindschaft; die Übertragung bleibt vorläufig. (2407) Der mit den gebündelten Flechten ist Zeuge dafür, dass ich keinen anderen verehre. Meerfarbener, halte du immer über mir Wacht, damit ich fähig werde, dich zu schauen und festzuhalten. (2408) Ihr Unverständigen, sollte das arglose Herz, in das Mal eingetreten ist, noch etwas anderes als Gewinn ansehen? Ich darf seine roten Füße sehen, die selbst der Aschetragende nicht zu schauen vermag – die Füße des Herrn mit der bekränzten Brust. Was wäre mir daneben noch Gewinn? (2409) Dies ist der Damm, der gebaut wurde, um Lankas Macht zu brechen; dies ist der Ort, an dem Vali, das Waldwesen, fiel; dies ist die Freude dessen, der seinen Bogen spannte und Ravana mit dem kühlen Kranz beschoss, sodass sein Leib verging und Lanka sich beugte. Das wiederholte „dies“ verweist im Gedicht auf göttliche Taten, ohne einen heutigen Ort zu bestimmen.

(2410) Er selbst ist die Gestalt der Freude, die Gestalt des Lichts und, recht bedacht, die Gestalt des Kindes. Zornig schoss er einen einzigen Pfeil ab, sodass jener fiel, dessen Brauen eine Yojana voneinander entfernt waren. Der riesige Gegner wird im Vers nicht namentlich genannt. (2411) Er ist mein Gebieter; in der Bühne von Arangam bewahrt er mich davor, dass jener mich erreicht. Er stand und saß in meinem Herzen. Wird er da noch auf dem Schlangenlager im Wasser liegen? „Jener“ wird als der Todesherr verstanden; zugleich spielt der Vers mit Arangam als Ort und Bühne. (2412) Den einst vom Viergesichtigen über Hara verhängten schweren Fluch löste Narayana. Ihr Verblendeten, die ihr den Herrn der Himmlischen im Sternenraum nicht preist: Wollte man die Verstrickung eurer Geburten im Mutterleib erzählen, würde daraus eine lange Geschichte. (2413) Der Sinn der Erzählung ist: Alles liegt in Kannans heiligem Bauch, wo für eine eigene Bewegung kaum Raum ist. Ohne Zeit zu verschwenden, erreicht die Füße dessen mit den wohlgeprüften Eigenschaften, damit euch das leidvolle Dasein nicht erfasst. Die stark verkürzte erste Vershälfte ist textlich und syntaktisch schwierig; dies ist eine vorläufige sinngemäße Übertragung.

(2414) Er trat mit dem Fuß den Wagen, brachte die Schlange zum Tanzen, ergriff den Elefanten und brach dessen Macht, trank das Gift aus der Dämoninnenbrust und brach für Pinnais schöne Schultern und ihren korallenroten Mund die Nacken der starken Stiere. Auch danach blieb er König: Das ist seine Absicht. (2415) Mein Entschluss ist, den Herrn von Kottiyur zu preisen; mein Entschluss soll mir Gutes bringen. Sollte ich die Füße dessen ablehnen, der auf Venkatam wohnt und aus eigener Art verhindert, dass leibgebundenes Karma und Krankheit mich erreichen? (2416) Ist es die Ermüdung vom Durchmessen der Welt mit den Füßen? Er liegt einfach gnädig da und öffnet den Mund nicht: der Herr von Tiruvallikkeni beim großen Mayilai, wo hohe Wogen heranrollen, auf dem Lager der fünfköpfigen Schlange. (2417) Auf dem Schlangenlager in Kudandai, Vehka, Tiruevvul, Arangam, Per und Anbil und auf dem Schlangenlager im Milchmeer ruht der ursprüngliche, hohe Mal. Er wird zum Gegenstand des Denkens derer, die ihn liebend umfassen.

(2418) Der Himmel, das wandernde Feuer und der Wind, das große Meer, die mächtigen Berge, die heiße Sonne auf ihrer Bahn, der kühle Mond, die Wolken darüber, ihre Bewegung in acht Richtungen und das ganze umschlossene Weltall: all dies ist Tirumals Entfaltung. (2419) Der Herr von der Farbe des kämpfenden Meeres ließ die Menschen ohne inneres Wachstum in den Rauch der sechs Religionswege geraten. Wenn er selbst eingreift, hören das Auftrumpfen jeder Gottheit, all ihre Tätigkeiten und ihr Anspruch sogleich auf. Die polemische Bildsprache und die Zahl der Religionswege werden als Aussagen des Gedichts bewahrt. (2420) Ich werde den Herrn von Tiruvenkatam rufen und das Kudal-Orakel zeichnen, um ihn zu sehen und mich mit ihm zu vereinen. Auf seinem Berg stürzen mächtige Regenwasserfälle herab und führen Edelsteine mit sich; Elefanten erschrecken und Schlangen ziehen sich zurück. (2421) Ich besang Venkatam als den Berg, stehe in der Befreiung, verweile und gedenke seiner. Sieh: Ich geriet in das Netz der Füße des Gemahls der Göttin, der selbst im Netz der Schriften gefangen ist, die ich studiere.

(2422) Herr von Venkatam, du bist liebevoll in mein Herz gekommen! Nun möchte ich nach Tiruvenkatam gehen und dich sehen, wo Wasserfälle am Fels Perlen verstreuen und beim Onam-Fest der Klang widerhallt. (2423) Geht hin und verehrt das himmelhoch ragende Venkatam! Durch seine bleibende Art vernichtet es Karma. Dort streuen der Viergesichtige auf dem duftenden Lotus und der Dreiäugige stets Lotusblüten zu seinen Füßen und preisen ihn. (2424) Der, der die Mondsichel zu seinem Schmuck in die Flechten setzte, und der Herr auf der Lotusblüte gingen in der Nacht zum nördlichen Venkatam, dessen Gipfel die Wolken berührt, um dem Herrn Schutzverehrung darzubringen. Sie erhoben ihre zusammengelegten Hände wie einen Schirm. Die Schlusswendung über Schirm und gefaltete Hände ist bildhaft und knapp gefügt. (2425) Als kleines Kind wurde er auf den Schoß genommen und zählte einst mit seinem Fuß die Köpfe des gewaltigen Rakshasa. Ihr, die ihr euch jung und kraftvoll auf den Weg machen könnt: Geht mit Liebe zum hainreichen Venkatam-Berg, wo dieser Jüngling steht!

(2426) Mit Liebe legen sie Blumen nieder, verehren innig die Lotusfüße und stehen in großer Menge da. Venkatam mit seinen kühlen Wasserfällen, wo er erkannt und überall hoch aufragend steht, ist der bewahrte Schatz der Himmels- und Erdenbewohner. (2427) „Den großen Mond werde ich Mal als Edelsteinlampe hinstellen!“ Immer wieder streckt ein Elefant den Rüssel danach aus. Ringsum umstellen ihn Jäger, und die Bergbewohner heben ihre Bogen. Gut ist es, wenn wir das ganze Land von Venkatam umziehen und dort tanzen. (2428) Venkatam, die Stadt des guten Edelsteinfarbenen, besitzt Yalis und mächtige Löwen, Gold, Edelsteine, Perlen, blühende Bäume, Wälder mit vielen Steinen, die im Wasser gegeneinander rollen, Affen und Jäger. (2429) Venkatam ist es, das die Himmlischen wahrhaftig verehren; Venkatam heilt leibgebundenes Karma und Krankheit. Es ist der Berg dessen, der seine Radwaffe ergreift, um die Danavas zu fällen und die Götter zu schützen.

(2430) Er setzte den Berg auf die Schildkröte, schlang Vasuki darum und hielt die Spitze selbst mit einer Hand fest, damit sie nicht schwankte. Gewaltig quirlte er das Meer, bis es spritzte. Den heiligen Namen dieses Herrn auszusprechen, soll die Rede eines jeden sein. Die Vorlage wiederholt „Schildkröte“ in der zweiten Zeile; die Zuordnung zur gehaltenen Spitze ist eine sinngemäße Deutung. (2431) Ich habe die Weise erkannt, durch die weder Tod noch grausames Karma noch böse Rede mir naht. Denn in meinem Herzen wohnt der Kannan, der am Flussufer liegt, der Wunderbare, der im Meer ruht und in den heiligen Worten gegenwärtig ist. (2432) Wer könnte mir gleichkommen? Unser Herr hat nur sich selbst zum Gleichen. Du von der Farbe der Kaya-Blüte auf dem Feld, andere erkennen dich nicht. Könnte der gesamte Himmel den Wert meiner Erkenntnis aufwiegen? (2433) Wer den König, der das Gift aus der Brust trank, nicht als den Einzigartigen preist, verkauft sich in fremden Dienst, empfängt unreine Nahrung und zieht für eine Schale als Bettler umher. Solche Menschen sind belastet und unbelehrt, sagt der Dichter. Der Vers enthält scharfe religiöse Polemik; mehrere Bezeichnungen der ersten Hälfte sind in ihrer genauen institutionellen Bedeutung unsicher.

(2434) Ich habe keine Gottheit außer Kakutstha, der die Macht des unbelehrten Lanka zerstörte. Vertraut nicht als Gott auf unwürdige Götter, auf solche, die keine wirklichen Götter sind, auf Götter ohne Shri! Der Text vertritt hier ausdrücklich die ausschließliche Verehrung Narayanas und seiner Erscheinung als Rama. (2435) Wer nicht erkennt, dass die Gottheit, die als alle Götter besteht, die uralte Verbindung, die unter ihnen als Dreiheit besteht, und alles, was als jedes Wesen besteht, der hohe Mal ist, dessen gesamte Gelehrsamkeit bleibt nachgeordnet. (2436) Die Unsterblichen stehen an deiner Schwelle, verehren deine Füße und empfangen täglich die ihnen zuteilgewordene Freude. Hoher Mal, dessen Leib den ringsum wogenden Wassern gleicht: Wer von ihnen wäre fähig, deine Füße ganz zu besingen? Diese Strophe steht auch als Irandam Tiruvantadi 11; die Wiederkehr wird hier als eigener Vers der überlieferten Sammlung bewahrt. (2437) Ob dieser oder jener: Dem Vater des körperlosen Liebesgottes ist niemand ebenbürtig. Seht, sogar der, der das Gift des salzigen Meeres trank, stellte sich aus Pflichtgefühl an Banas Seite und erlitt mit ihm die Niederlage.

(2438) Der den großen Kurunda-Baum niederwarf, ist zugleich gute und böse Tat. Spricht man es aus: Er ist die nahen Himmelsbewohner, die Danavas, die Sterne und mein Herz. Was gibt es, das er nicht ist? (2439) Er wohnt in meinem Herzen, vertreibt die Dunkelheit und ist unser Herr. Einst durchmaß er die Erde, sodass der König erschrak. Ihm, dem Hirten, widmete ich meine Liebe: Er tilgte das schwere Karma des Stierreiters, der ihn nicht im Herzen beherbergt. Die Zuordnung der Verneinung in der dritten Zeile ist auslegungsbedürftig. (2440) Du wirst für mich, deinen Diener, Liebe, kostbarer Nektar und Freude; du wirst alles. Gemahl der goldenen Göttin, mein hellstrahlender Keshava! Ich bin Diener dessen, der mich ohne Verderben beherrschen wird. (2441) Du gehst umher und suchst einen Menschen, der dir dienen will. Sieh mich an: Ich gehe immer umher und suche deine Füße. Arangan, du kostbares, schwer erreichbares Gut für die Hörenden – mein Herz lässt das Verlangen nach dir nicht los.

(2442) Seelische Betrübnis naht nicht, wenn man Madhusudana selbst zur eigenen Zuflucht nimmt. Heute hat sich mir allein das göttliche Glück verbunden: Er, der den sieben Welten seinen Befehl gab, kam und blieb bei mir. (2443) Sie verstehen nicht: „Die richtige Seite ist die, auf der Shri steht“, und reden zu Unwissenden, die im Mutterleib gebunden bleiben. Tragt und bewahrt vielmehr den kühlen Tulasi-Kranz Shridhara, in dem Bienen schweifen und an dessen Brust Shri wohnt. Der Übergang zwischen den kritisierten Lehrern und der Aufforderung ist im Grundtext knapp. (2444) So hielt ich stand. Ich stellte dich dar, schrieb von dir, las, hörte, verneigte mich, vollzog Verehrung und brachte Opfer dar. Damit verbrachte ich meine Zeit, du auf der gewaltigen Schlange, die den ausgebreiteten Sternenkampf verkündete. Die Anspielung auf Schlange und Sternenkampf ist unklar und bedarf eines gezielten Kommentarvergleichs. (2445) Legt geeignete Blumen nieder, verneigt euch und preist den mit goldenen Makara-Ohrringen, den ursprünglichen großen Herrn, den Gebieter, den Guten, Narayana, dessen Name unsere sieben Geburten abschneidet. Ihn auszusprechen ist der entscheidende Gewinn.

(2446) In meinem Herzen ersann ich meinen Gewinn: einen Wortkranz für Mal, der mit der Göttin verbunden ist, für Madhava. Wenn ich, so gut ich nur kann, seiner gedenke – sagt mir, gibt es dann nicht auch für mich einen Platz in Vaikuntha? (2447) Heute ist mein Herz die Wohnstatt des hohen Mal, dessen Lager früher die Schlange mit ausgebreiteter Haube war. Den Mondtragenden und Brahma werde ich darin nicht an seine Stelle setzen; ich werde ihnen keinen Dienst erweisen und sie nicht umkreisen. Das steht fest. (2448) Ob mein Preisen keine Kraft besitzt, ob es mir täglich Ansehen bringt oder als Schuld gilt: Gut ist die Weise, Narayana zu preisen, den Herrn der Rede, den großen Herrn der Erkenntnis, den mit ruhmreichen Eigenschaften. Die erste Vershälfte reiht mögliche Bewertungen des Gotteslobes aneinander; ihre genaue Gliederung bleibt vorläufig. (2449) Yama selbst rief seine Boten und sprach ihnen ins Ohr: „Verfehlt dies nicht! Vor Menschen, die sich an die heiligen Füße und seinen Namen halten und nicht einmal aus Vergessen anderswo Verehrung suchen, sollt ihr euch verneigen und friedlich weitergehen.“

(2450) Der Name des rotäugigen Mal erfreut die Ohren; er ist auch der tragende Grund der Erde. Ich begegnete unmittelbar dem, der als voller Sinn aller Dichtung besteht. Recht betrachtet ist dies zugleich der ganze Sinn der Veden. (2451) Er allein hob die Erde heraus und empor; als einzigartiger Eber trug er sie auf seinem Hauer. Nicht erst heute weiß ich dies von dem Jüngling, der die weite Erde durchschritt und unter seine Füße brachte. (2452) Er ist fern und nahe, klein und überaus groß, der Hirte und der Wunderbare, der als König von Dvaraka dasteht. Wer das Wort nicht lernt, das er damals sprach, bleibt in dieser Welt ein Fremder ohne wahre Erkenntnis. Das damalige Wort wird traditionell auf Krishnas Unterweisung bezogen. (2453) „Hausstand oder Entsagung, sonst gibt es keinen Dharma“ – solche Worte bestimmen ihn nicht; auch die übrigen Behauptungen reichen nicht aus. Narayana selbst ist der gute Dharma, die vier Veden und die große Askese. Wer könnte sagen: „So ist es nicht“?

(2454) Wer kennt die Größe des Herrn mit dem großen Rad, der alle Welten verschlang und wieder freigab? Der Dunkelkehlige und der Achtäugige sehen nicht einmal ganz die uralte Wohnstatt, die er ihnen zugewiesen hat. (2455) Meine Zunge wird keinen anderen preisen als den Wunderbaren mit dem mächtigen Leib. Die scharfe Schlange konnte ihrem starken Feind nicht widerstehen und suchte ehrfürchtig das Lager im wogenden Wasser auf; er achtete ihre Zuflucht und ließ sie an dessen starkem Leib Aufnahme finden. Die Überlieferung bezieht dies auf Sumukha, den Vishnu unter Garudas Schutz stellte. (2456) Mit meiner Zunge werde ich keinen Menschen besingen. Mein Lied gilt den roten Füßen des Herrn von Vaikuntha. Selbst wenn der Feuertragende mit den roten Flechten stets mit Blumen kommt und ihn nach bestem Vermögen preist, lässt sich seine Größe damit nicht ausschöpfen. Die wörtliche Formulierung „nicht erfreut“ wird hier als Unzulänglichkeit des Lobes verstanden. (2457) Lied und Ordnung, große Erzählung und ihre vielen Bedeutungen, entzündetes Feuer und weiter Himmel, die gehörte Lehre Manus und die vier als Shruti überlieferten Veden: Ihr ganzes Wesen steht in der eigenen Maya des Wunderbaren.

(2458) Auch wenn er mich selbst nicht zu kennen scheint: Der Meerfarbene, der mit Felsen das weite Meer auffüllte, richtete seinen unablässigen Sinn darauf, mein schweres Karma zu beseitigen. Sieh, nun wird jede Tatverstrickung schwinden. (2459) Welche Frucht muss erst denen zuteilwerden, die ihn sehen und verehren! Selbst der Asket, der Kamas Körper vernichtete, wurde von Uma belehrt und hörte dort bloß den Namen dessen mit der hohen, bekränzten Krone voller Bienengesumm. Schon dadurch erfüllte ihn überwältigende Freude. Die Schlusswendung wird sinngemäß als überströmende Ergriffenheit verstanden. (2460) Wer den ursprünglichen großen Herrn prüfend erkennt und ihn liebend im wohlbereiteten Herzen bewahren kann, wird sogar wünschen, dass der eigene Leib zum Hindernis wird, das bald fällt: Solche Menschen möchten rasch ihr Vaikuntha sehen. Das körperbezogene Wortspiel um „kuntam“ wird hier aus dem Zusammenhang der ersehnten Befreiung erklärt. (2461) Eilt zu Kannan, der einst bei der ausbrechenden Flut die Welt in sich verbarg, schützte und bewahrte! Als die ganze weite Welt davon sang und tanzte und die Hölle es hörte, brachen die Tore der schweren Hölle auf.

(2462) Ich bin von dem aufwühlenden Karma des Lebens befreit, das mein Herz verschlossen hielt, obwohl ich glaubte: „Ich kann ihn jederzeit sehen.“ Du sätest gutes Tamil als Samen und ließest mein Inneres reifen, indem du als gelernte Sprache in mich eingingst. Die Anfangswendung über das verschlossene Herz ist syntaktisch schwierig; die Übertragung bleibt vorläufig. (2463) Der Vater des Liebesgottes hat sich mit meinem Inneren verbunden. Gibt es ein Gut, das diesem gleichkommt? Er ist der König, den selbst Isha und der Viergesichtige, die entfaltete Blumen darbringen, nicht loslassen können, um von ihm zu einem anderen Lob überzugehen. (2464) Er wird zu Königen, Himmlischen, Himmel und kühler Barmherzigkeit, zu Menschen, Frauen und allem anderen. Denen, die Zuflucht nehmen, gibt der dunkelgestaltige Radträger aus eigener Kraft das Seine. Was er ihnen danach noch gewährt, ist zusätzliche Gabe. Die Schlussbezeichnung ist selten und wird hier als über das Erwartete hinausgehende Zuwendung verstanden. (2465) Ich habe keinen wankenden Sinn. Selbst dem mit dem Kopfschmuck würde ich entgegentreten; er ist mir nicht ebenbürtig. Denn ich habe Liebe als meine Aufgabe angenommen, um täglich Kannan, den König mit den laut klingenden Fußringen, zu verehren. Der kühne Vergleich gilt dem Vorrang der Gotteshingabe; die angesprochene Gestalt wird als Shiva verstanden.

(2466) Meine Aufgabe ist, den Namen des uralten Mal zu preisen; dies allein genügt mir auch als Zeitvertreib. Der Bogenträger, der die Stärke des heftig zornigen, mächtigen Affenkönigs Vali brach, wohnt in meinem Herzen. (2467) Gutes Herz, erkenne: Der Höchste ist da, immer ist er da, im Herzen derer, die seiner gedenken! Er hat allein sich selbst zum Gleichen. Auch für mich Einsamen und für Menschen wie mich ist er der Herr, der in keinem Augenblick fehlt. (2468) Wer außer ihm könnte das zur festgesetzten Zeit für Indra bereitete Festmahl, so groß wie der mächtige Himalaya, essen und dann Schutz gewähren? Er begründete die religiösen Ordnungen und bewahrt sie; er verschlang die Welt und ihre Lebewesen zusammen mit dem Dunkelkehligen und dem Viergesichtigen. (2469) Wenn man seinen Namen ruft, eilt er herbei und beendet die Erschöpfung, die auftritt, wenn das Leben den Körper verlässt. Die leben wahrhaft, die seinen Namen singen und so nachsinnen, dass ihre karmischen Tätigkeiten enden. Das Leben derer, die in kleinen Religionswegen gefesselt bleiben, nennt der Dichter vergeblich.

(2470) Eines habe ich erkannt, das niemals fehlgeht: Wer den Menschen begegnet und sich vor ihnen verneigt, die treu der Füße des Herrn vom Milchmeer gedenken und ihn täglich verehren, vernichtet das anhaftende Karma; der Himmel öffnet sich, und sie werden erhaben darin wohnen. (2471) Wer im Himmel thronend herrschen will, richtet sich fest auf den Herrn von Venkatam aus. Solche Menschen gehören zu denen, die inmitten vieler Blumen leben, auf seine gnädige Zuwendung warten und voller Liebe allein ihm untertan bleiben. Die Bildfolge der zweiten Hälfte ist in ihrer grammatischen Zuordnung unsicher. (2472) Sie werden allen zu Vertrauten: dem Herrn auf dem Lotus, den Unsterblichen und dem, der die tanzende Schlange umgebunden hat. Denn die Himmlischen selbst streuen Lotusblüten zu den Füßen, verneigen sich und sagen: „Wir wollen die Lotusfüße des Dunkelfarbenen erreichen.“ (2473) Ich habe nie vergessen, den hohen Mal im Herzen zu bewahren, ob ich stehe oder sitze. Seit dem Tag, an dem ich im Mutterleib war, bin ich Shridhara dienstbar, an dessen Brust Shri wohnt; darin liegt mein ewiger Schutz.

(2474) Diesen Schutz vergesse ich nie; ich bleibe bei dem Ruf „Kanna!“. König, der allen Lebewesen Leiber gab und sie bewahrte, du Fülle guter Eigenschaften! Die wahrhaft klar Erkennenden wagen es nicht, dich loszulassen, selbst wenn die Fesseln gelöst sind. (2475) Was würden die wahrhaft klar Erkennenden nicht tun? Du zeigtest die sichere Hand, besiegtest die Gegner und ließest sie zu Asche werden, du auf dem Lager der Schlange mit klar ausgebreiteter Haube. Gewähre mir, deinem Diener, Gnade und denke: „Auch bitterer Neem kann zur Speise werden.“ (2476) Ich nahm deinen Dienst an und legte das Leid der Geburt ab. Ich wurde fähig, selbst die Stellung der Unsterblichen nicht zu begehren. Nun bin ich bereit, die Länder des Meeres und der Erde aufzugeben und die höhere Wohnstatt zu schauen. (2477) Jetzt habe ich erkannt: Du bist der Gott Ishas und des Viergesichtigen. Jetzt habe ich dich erkannt, unseren großen Herrn. Jetzt weiß ich: Du bist die Ursache, du bist das Gelernte und das noch zu Lernende, du bist Narayana mit den guten Taten. Ich habe es klar erkannt.

Gemeinsames Singen als Zugang zu Bhakti Yoga. Das Bild zeigt allgemeine Mantrapraxis.

Tiruviruttam (2478–2577)

(2478) Falsches Wissen, schlimmes Verhalten und der unreine Leib – damit wir diesen Zustand nicht länger erleiden, nahmst du Geburt in jeder Art von Mutterleib an, um Leben zu gewähren. Oberhaupt der Unsterblichen, höre in deiner Wahrheit gnädig die Bitte, die ich, dein Diener, vorbringe! (2479) Wie Fische in einem wasserreichen Teich aufblitzen, so bewegen sich ihre rotgeaderten Augen unruhig und füllen sich mit Tränen. Möge sie leben, die dichtgelockte Frau, die ihre Liebe den beiden verehrungswürdigen Füßen Kannans darbrachte, des Herrn von der Farbe einer wassergefüllten Wolke, des Uralten der Himmelsbewohner! (2480) Die sanfte Tochter der flötenspielenden Hirten, die Erdgöttin und Shri begleiten ihn wie Schatten. Wird mein einsames Herz dies sehen und dort bleiben oder zurückkehren? Es folgte dem feuerzornigen Vogel, den der Herr mit dem kühlen Tulasi und dem feurig vernichtenden Rad lenkt, während die Himmlischen ihn verehren. (2481) Schon zuvor raubte sein Vogel mein einziges Herz. Nun besitzen wir hier kein weiteres Herz mehr, das der kühle, schöne Tulasi an sich ziehen könnte. Du kalter, giftiger Wind, der den Tulasi auf der Krone dessen berührt, der die Brust der zornigen, trügerischen Dämonin trank – ist es deine Art, mitten darin auch noch unser Leben erzittern zu lassen?

(2482) Der Nordwind, dessen Wesen sonst Kühle ist, hat zu dieser Zeit in dieser Stadt alle Kühle aufgegeben und schleudert Feuer. Traf etwa die gerechte Herrschaft des regenwolkenfarbenen Herrn ausgerechnet die schöne Farbe dieser Großäugigen, aus deren Augen um seines kühlen Tulasi willen kalter Tränenregen fällt? (2483) Die großen Pfeile und zerbrochenen Bogen hat sie beiseitegelassen und bewegt sich nur noch mit ihren Blicken: eine schwankende Ranke scheint sie. Doch seht, sie ist der Tod, der unter dem roten Zepter des Liebesgottes herrscht, im Bereich des Reiters jenes schnellen Vogels, der die Asuras vernichtet. Ihr Menschen der Welt, hütet euer Leben! Bogen und Pfeile sind im Liebesbild auf Brauen und Blicke bezogen. (2484) Der Himmel drängt die Welt fröstelnd zusammen, gießt frisches Wasser aus und scheint, von Winden zerzaust, mit einem mächtigen dunklen Stier zu kämpfen. Trägt er Tirumals Farbe, um in dieser kühlen Blütenzeit die Grausamkeit des fortgegangenen Geliebten zu beklagen? Ich vom Karma Geplagte verstehe nicht, was ich sehe. (2485) Alles, was wir heute sehen und hören, ist das Tun des Herrn aus dem klingenden Bergland – wir haben es erkannt. Er hob den großen Berg. Dies sind wohl die festen Entschlüsse, die er erlernte, um zu dem hohen, kühlen Venkatam-Berg zu gehen, auf den die Himmlischen vertrauen, und dort Reichtum zu erwerben. Die Rede verbindet den fortziehenden Geliebten mit dem göttlichen Herrn; die genaue Funktion des Erwerbsmotivs ist auslegungsbedürftig.

(2486) Wer könnte sich von dieser edelsteingleichen, blühenden Ranke trennen, die dem Himmel des Herrn mit dem festen, strahlenscharfen Rad gleicht? Sind dies Augen? In den schönen Lotusblüten tanzt dunkler Glanz, weiße Perlen knospen; die großen Lider der sanften Hirschkuh öffnen sich wie reiche Wasserlilien. (2487) Ihr rankengleichen Frauen im nördlichen Tiruvenkatam-Land des Wunderbaren! Selbst wenn ich meine Krankheit schildere, hört ihr nicht zu. Sagt: Ist dies euer Mund? Oder ist es der Ruf „Ay!“, vor dem ich Leidender und der Papagei zurückschrecken? Ist es eine tödlich rote Tondai-Frucht oder eine Kampfansage? Schwer lässt sich dies erkennen. Der Vers spielt mit der Ähnlichkeit von rotem Mund, Frucht und abwehrendem Vogelruf. (2488) Du, die Kannans Himmel gleicht, Seltsames sehen wir heute! „Ist denn ein so langer Weg des Erwerbs wegen die Trennung wert?“ So scheinen diese großen Fischaugen zu fragen, die sich bewegen und je eine Handbreit füllen. Sie tragen leuchtende Perlen und frisches Gold, Güter, die sonst auf der Welt erworben werden. Perlen und Gold stehen für Tränen und Liebesblässe. (2489) Die edelsteingleiche schöne Farbe weicht; fahle Blässe breitet sich in dichten Flecken aus; die Nächte werden zu Weltaltern. All dies ist der einzigartige Reichtum, den uns das gute Herz hinterließ, das zum kühlen Tulasi Kannans, unseres Herrn mit dem schneidenden Rad, gegangen ist.

(2490) Der feuermäulige König mit seinem einzigartigen roten Zepter erlischt; die Finsternis besteigt mit ihrem kalten Zepter den Thron und erfüllt die ganze Erde. Wer wird nun den kühlen Nordwind abwehren, der den ersehnten Tulasi berührt, und meine Armreifen bewahren? Wie viele Weltalter zerreißen mich! Der feuermäulige König ist die untergehende Sonne; die lockeren Reifen zeigen das Abmagern in der Trennung. (2491) Sind dies schneidende Speere und schöne Fische, die über mein Leben hinblitzen und sich bewegen? Oder sind es die mächtigen Lichtpfeile des göttlichen Liebesgottes? Ihr Göttinnengleichen, die ihr nach der Himmelsstadt des Herrn mit dem dunkelblau strahlenden Leib sucht: Sind diese üppigen Fische eure Augen? (2492) Ihr steht da, fragt nach einem Elefanten und sagt dann: „Sind eure Augen Fische?“ Was sind das für Worte, wenn die Nachbarn davon erfahren! Im Feldland Venkatams, das dem Herrn von der Farbe der meergetränkten Regenwolke gehört, seid ihr doch nicht etwa ein Fremder für uns – so viele Tage schon hüten wir dieses Feld. Die jungen Frauen durchschauen die Jagdfrage als Vorwand für die Annäherung. (2493) Du, die Kannans Himmel gleicht: Diese ausgebreitete Finsternis wird entweder zu vielen Weltaltern oder zu einem winzigen Teil einer vielfach geteilten Stunde. Ob der Geliebte sich lange mit uns vereint oder uns verlässt, wir vergehen. Ach, möge sie leben – wie viele Listen kennt diese Nacht!

(2494) Du stürmisches Meer, in dem unser Herr wohnt, dessen dunkler Glanz sich ausbreitet wie eine tiefblaue, schwarze Sonne auf dem Schlangenlager: Mögest du gedeihen! Doch verschütte mit deinen großen, dunkelausgebreiteten Wogen nicht die Wagenspur des Geliebten, der uns in der Nacht verlassen hat. (2495) Die Wolke erhob sich, nachdem sie das Meer aufgenommen hatte; nun scheint das Meer seinerseits den Himmel anzugreifen und zu verschlingen. Ist dies die Zeit, in der das Meer Kannans Erde und Himmel überflutet, oder nur die Regenzeit? Schöne Frau, deine Augen lassen bereits meeresvolle Tränen als Wasserfälle strömen. (2496) „Wer kann die Standhaftigkeit der Frauen bewahren?“ So fordert die Regenzeit mit dunklen Wolken und erhobener Regenhand zum Kampf heraus. Möge er leben! Doch der Herr auf dem rasch fliegenden Vogel gewährt nicht einmal einen Ruf oder ein wenig kühlen Tulasi. Für meine leise sprechende Tochter ist daraus ein Gerücht geworden, das durch alle Straßen geht. (2497) Die Krankheit dieser leise Sprechenden stammt von einer überaus großen Gottheit, nicht von einer kleinen, die sich durch die Worte im Haus bestimmen ließe. Velan, halte ein! Meine Mütter, hört auf mein Wort: Schmückt sie mit dem Kranz aus gesprochenem Gotteslob und dem schönen, kühlen Tulasi dessen, der alle sieben Welten verschlang. Velan bezeichnet hier den für einen Besessenheitsritus gerufenen Priester.

(2498) Während die Himmlischen reine, schöne Girlanden tragen, dich mit gutem Wasser baden und duftendes Räucherwerk darbringen, kamst du dort in wunderbarer Verkleidung, um die angesammelte Butter mit den Fingern zu essen. Und für die rankengleiche Tochter der kampfstarken Hirten tanztest du zwischen den Hörnern der mächtigen, hochbuckligen Stiere. (2499) Wir tragen Laubzweige in den Händen, doch keine kleine Bogensehne, die wir schnellen lassen; auch feiern wir keine Jagd. Warum fragt ihr Herren uns nach einem von Pfeilen getroffenen Elefanten? Hat der Dieb auf dem Vogel uns auf dieses weite Feld gestellt, damit ihr seltsame Fragen stellt, die in seinem Land nie vorkommen und nicht zusammenpassen? (2500) Ihr Frauen, sagt: Was bewacht ihr – das Feld oder den Geist dieses von Karma Geplagten, der nur auf dem Weg am Feld vorbeigeht? Ihr gleicht den göttlichen Wesen in Kannans Himmel, dessen Augen ein schöner Lotushain sind. Ist solches wirklich eure Art? (2501) Ihre großen, wasserreichen Augen, je eine Hand voll springender Fische, wandern mit ihrer angeborenen, trügerischen Liebeskrankheit umher. Ihr Herz haftet an den frisch gepflückten, honigreichen Tulasi-Blüten des Vogelreiters, der mit einem Berg die Herden vor dem Sturm schützte. Was soll nun aus unserer mit schönen Reifen Geschmückten werden?

(2502) Beginnend mit meinen schönen Armreifen bringt der Tulasi eine Krümmung in das gerade Zepter Kannans, der Erde und Himmel bewahrt. Es ist der Tulasi, den unser König liebt: der König der Könige der mächtigen Himmlischen, der König aller dort oben. Was könnte dieser Kranz auf der vierfachen Erde nicht bewirken? Die gekrümmten Reifen und die scheinbar ungerechte Herrschaft bilden ein Wortspiel. (2503) Meine Goldene, du hast die Wüste durchquert, die der reiche Sommer verschlang, nachdem er die vierfache Erde in den Mund nahm, ihr gutes Wasser ganz auskaute und nur die trockenen Reste ausspie. Dort ist Kannans Vehka, wo selbst die Himmlischen mit den Füßen die Erde berühren, um ihn zu verehren. Jenseits liegt ein junger, honigreicher Blütenhain, der gegen jede Wüste Schutz bietet. (2504) „Sicherheit ist die Gnade des gerechten Königs; selbst Feinde werden zu Freunden“ – was die Welt zur Beruhigung sagt, ist wahr. Denn der Nordwind, der früher in jeder Nacht herausfordernd Feuer blies, ist jetzt kühl geworden, seit ich die Girlande von Kannans schönem, kühlem Tulasi tragen darf. (2505) Der kühle, schöne Tulasi nimmt uns die Armreifen, und wir verlieren sie. Dazwischen streift ein Nordwind umher und tastet nach unserer Farbe. Herr des wasserreichen Tiruvarangam, wo Vögel mit kräftigen Schnäbeln die Schnecken bearbeiten, erweise Gnade! Wenn man im Gedächtnis sucht, hat es solche Dinge früher schon gegeben?

(2506) Ihr Schwäne ohne Familiensinn, ich bat euch um solche Botengänge: „Sie blieb ohne jemanden, der für sie eintritt.“ Doch ihr meldet nichts dergleichen, sondern fliegt mit euren Gefährtinnen hin und zurück. Ist es etwa Sitte in der Welt des Herrn, dessen Leib einem von Blau erfüllten Blitz gleicht, dass man keine Botschaft einer Frau überbringt? (2507) Ihr fortziehenden Schwäne und Wasservögel, ich verneigte mich und bat euch. Ihr, die ihr vorausfliegt, vergesst es nicht: Wenn ihr mein Herz bei Kannan von Vaikuntha seht, sprecht in meinem Namen zu ihm: „Willst du noch immer nicht zu ihr zurückgehen? Ist das deine Güte?“ (2508) Wolken, ihr seid auf dem Weg, blitzend über die fest gegründeten Gipfel Tiruvenkatams zu ziehen, wo schöne goldene Edelsteine in allen Richtungen aufleuchten. Wenn ich sage: „Willigt ein und überbringt eine Botschaft“, stimmt ihr nicht zu. Würdet ihr euch bewegen lassen, wenn ich sage: „Bewegt euch über meinem Haupt“? (2509) Wolken, sagt: Wie habt ihr das Glück erlangt, Tirumals heiligem Leib zu gleichen? Ist euch diese Gnade durch die Askese zuteilgeworden, dass ihr durch alle Himmelsräume zieht, gutes Wasser tragt und eure eigenen Leiber schmerzhaft belastet, um anderen Leben zu schenken?

(2510) Mit eurem gnadenreichen heiligen Rad führt ihr das gerechte Zepter über weiten Himmel und Erde und vernichtet dunkles Karma. Doch bei dieser einen Frau – ist es Geringschätzung: „Was zählt sie?“ Oder denkt ihr, sie stehe außerhalb eures Reiches? Wir verstehen nicht, ihr auf dem Schlangenlager: Ihre schöne Farbe wird zerstört. (2511) Sie zürnt dem Kudal-Kreis: „Du zerstörst mich!“, und tritt ihn mit ihrem zarten Fuß. Ihr Herr bist du, Mal; sie möchte den kühlen, schönen Tulasi tragen, der deine Girlande dicht erfüllt. Ihr Herz hängt allein daran, und sie bebt. Ich weiß nicht, was ich für diese Frau tun soll. „Ali“ bezeichnet hier im Liebesorakel den gezeichneten Kreis; seine misslungene Schließung wird als ungünstiges Zeichen beklagt. (2512) Die Frau namens Westen trägt die junge Mondsichel wie ein milchmündiges Kind auf der Hüfte und klagt am Abend über den verlorenen Tag. Ein frostiger Nordwind dringt ein, um alles zu plündern, was denen noch blieb, deren Herzen den Tulasi des weltdurchmessenden Mal begehren. (2513) „Dichtes, langes Dunkel breitet sich aus!“ – doch er sendet seinen kühlen Kranz nicht. Selbst jetzt, da eine endlose, nicht vergehende Weltzeit angebrochen ist, denkt er nicht voller Mitleid: „Hier leidet sie ohne Unterlass.“ Ach, wie grausam ist der Herr, der Lankas dicht gedrängte, hohe Paläste niederwarf!

(2514) Männer mit scharf gebogenen Bogen, Räuber von Viehherden, rasche, mordlustige junge Krieger und der Lärm ihrer Tudi-Trommeln: Durch solche Wildnis ging meine junge Hirschkuh mit der Taille, die bei einer Berührung brechen könnte. Ich Karma-Geplagte hatte sie nach langem Preisen von Kannans hohen Lotusfüßen empfangen. (2515) Ihr blauen Wasserlilien, habt ihr dies durch eure Askese erlangt? Ihr erfüllt eure Pflichten, steht viele Tage aus eigener Stängelkraft in weiten Teichen im Wasser und gleicht nun dem Leib des großen Herrn, der mit Töpfen tanzte, die Welt durchmaß und dabei Erde und Himmel erbeben ließ. (2516) Wie große Lotusteiche auf einem dunkelblauen Berg leuchten überall vor mir die Augen unseres Herrn: des Herrn der vom wogenden Meer umgebenen Erde, des Herrn des Himmels, des Herrn der Guten, des Herrn mit der schönen dunklen Gestalt. (2517) Der eine prächtige Elefant des Tages ist hinter den Fels geflohen; nun füllen zahllose dunkelblaue Elefanten der Nacht den Raum. Ihr schön Geschmückten, wann werden meine Angehörigen uns freundlich ansehen und unser dichtes Haar passend mit dem Tulasi des Gemahls der goldenen Erdgöttin schmücken?

(2518) Diesen elenden Nordwind kennen wir von jeher. Doch eine solche Hitze haben wir nie an Gestalt oder Spur erfahren. Heute, da der Vogelreiter, der die mächtigen Asuras vernichtet, mir keine Gnade gewährt, verbreitet der harte Wind öffentlich üble Nachrede über meine verlorene Zurückhaltung und quält mich. (2519) Wie ein Teich voller zartstängeliger Lotusblüten, die ein heftiger Wind gemeinsam zur Seite gedrückt hat und die so aufgeblüht daliegen, leuchteten die großen Augen unseres Herrn mir zu. Ich verehrte seine Füße, die zum Himmel aufstiegen, als wollten sie sagen: „Seht, Erde und Himmel reichen nicht als Maß für mich!“ (2520) Seine Augen sind rote Lotusblüten, seine Hände ebenso, seine Füße ebenfalls; seine Farbe gleicht einem großen dunklen Berg. Doch seine schöne Gestalt reicht über den Himmel und noch über die Himmlischen hinaus. Könnte irgendjemand an irgendeinem Ort sie durch die Unterscheidungen seines Denkens wirklich erfassen? (2521) Die nach Dharma strebenden Weisen der verschiedenen Religionswege mögen sagen: „Seine erhabene Farbe, Schönheit, Namen und Formen sind diese und jene.“ Doch überall steht er als hohe, strahlende Lampe der Erkenntnis. Niemand vermag darüber hinaus die ganze Größe unseres Herrn zu gewinnen.

(2522) Der große Eber hat seine mächtigen Lotusaugen zugleich auf uns gerichtet. Wer könnte uns jetzt noch gleichkommen? Mögen wir lange leben! Kann die uralte, kreisende Geburt überhaupt noch in unsere Nähe gelangen? Sprich, mein argloses Herz, mögest du gedeihen! (2523) Ich dachte: „Mein argloses Herz gehört mir“, und sandte es um einer Aufgabe willen aus. Doch lässt es sich nun noch zurückholen? Es ging, um sich unter die Füße des Herrn zu legen, der die breite Brust des Goldbenannten aufriss; dort wurde es hart gegen mich, verließ mich und streift bis heute umher. (2524) Der Nordwind zieht umher; der Mond nimmt heftiges Feuer auf und gießt es aus – so steht es um ihn! Wenn sie Kannans Himmelsstadt verehrt, gleiten die Muschelreifen herab. Um des kühlen Tulasi willen breitet sich fahle Blässe über ihren ganzen Leib aus. Was wird aus meiner Zarten? (2525) Ein winziges Lebewesen in einem zarten Körper bewegt sich hierhin und dorthin – wie viel kann es von der Welt sehen? Dennoch lernte ich Verse über Tirumal, weil er sich auch durch mich aussprechen wollte. Hat man nicht schon seit uralten Zeiten sogar den Ruf einer Eidechse als bedeutsames Wort angenommen?

(2526) Früher sahen wir viele dichte Finsternisse. Doch eine ausgebreitete Nacht wie diese haben wir weder gesehen noch gekannt noch von ihr gehört. Du mit der hellen Stirn, die jener Erde gleicht, die der Herr mit dem bienenbesuchten Tulasi, Madhusudana und Damodara, verschlang, wieder freigab und durchwanderte! (2527) Wagenlenker, unser Wagen muss rasch herankommen, bevor die schöne Farbe ihrer hellen Stirn verblasst. Treibe ihn zu dem großen Berg! Seine Wasserfälle strömen bis zum Erdboden herab wie ein Saum weißer Perlen an der hohen Krone des Herrn des Himmels, von der Honig duftet. (2528) Diese Muschelreifen wurden von Meeresfischern gegen Bezahlung erworben; sie nahmen keinen Anteil am Nektar, den der wunderbare Herr aus den Wellen gewann, als er den Berg zum Quirl nahm und mit der Schlange drehte. Doch nun ruft das Meer nach ihnen, als wollte es, mit duftendem Tulasi verbündet, seinen Erbanteil gewaltsam einfordern. Die herabgleitenden Muschelreifen werden als zurückverlangtes Eigentum des Meeres vorgestellt. (2529) Das dunkle Meer ruft, nimmt mit seinen weißen Wellenhänden die lotusgesichtige, regenäugige Frau und führt sie zum Schlangenlager. Die Erdgöttin dagegen ruft zum Himmel und klagt: „Tirumal ist grausam!“ Von den Bergen ihrer Brüste strömen ihre Tränen als Flüsse herab. Die kosmische Landschaft erscheint als Eifersucht zwischen den göttlichen Gefährtinnen.

(2530) Diese junge Frau mit den reifen Brüsten leidet an einer herrlichen göttlichen Krankheit: Ihr Ursprung ist das Oberhaupt der Himmlischen. Nehmt etwas von seinem göttlichen, kühlen Tulasi – eine Girlande, ein Blatt, einen kühlen Zweig, eine Wurzel oder auch nur die Erde, in der er steht – und streut es über sie! (2531) Ihr Bienen, fliegt mit schlagenden Flügeln! Das Himmelsland ist für euch leicht erreichbar. Sprecht dort, was angemessen ist, und geht so weiter, dass ihr uns unter die makellosen Lotusfüße unseres Herrn bringt, des Gebieters der Himmlischen, der Butter mit den Fingern nahm und Dinge tat, für die man ihn tadelte. (2532) Kommt, ihr Bienen! Ihr trinkt an Wasserblumen, an Blüten auf der Erde und an leuchtenden Baumblüten und zieht berauscht umher. Eine Frage stellen wir euch: Gibt es in eurem weiten Bereich eine aufbrechende, honigströmende Blüte mit einem Duft wie das Haar dieser Frau? Sie gleicht Vaikuntha des Herrn, der als einzigartiger Eber im Staub der Erde spielte. (2533) Freundin, durch die heilige Gnade des Herrn, der die weite Welt verschlang, fanden wir einen Ort zum Leben und wurden gerettet; wir fürchten uns nicht. Ein kühler Südwind kam, ohne dass die Nachbarn es bemerkten, und berührte meine Sinne wie eine Regenwolke, erfüllt vom süßen Honig seines schönen Tulasi.

(2534) In dem Lotusgesicht mit den Ohrgehängen bewegen sich kämpfende Fische, von einer Ranke begrenzt, und richten speergleiche Blicke auf mich. Wer mich damals sah, als sie mich aufwühlten wie das Meer, das von Kannans Hand gequirlt Nektar hervorbrachte, wird mich nicht tadeln. Lotus, Fische und Ranke bilden ein dichtes Bild von Gesicht, Augen und Brauen. (2535) Eine einzige Fußsohle erfüllte die ganze Erde; der andere Fuß ging empor und füllte beschattend den ganzen Himmel. Der lotusäugige Kannan ist die strahlende Lampe der Erkenntnis im weiten Weltall und kennt keinen Höheren. Was ist es dann, das er hier noch ausmisst? (2536) Für meine Tochter mit den vollen Brüsten, dem roten Mund und dem langen, weißen, jasminartigen Lächeln dehnen sich die schönen Nächte zu unermesslichen Weltaltern. So groß ist die Liebe ihres Herzens zum schönen, kühlen Tulasi. Ich Unglückliche kann nur „Madhusudana, Herr des großen, reichen Landes am anschwellenden Meer!“ rufen. (2537) Ihre Brüste sind noch nicht ganz herangewachsen, ihr dichtes, blumengeschmücktes Haar ist kurz; noch trägt sie kein rechtes Gewand um die Hüften, und die Zunge stammelt. Ihre Augen blitzen, als wären Meer und Erde zusammen nur ihr Kaufpreis. Passt zu diesem Kind schon die Rede, die es lernt: „Ist Tiruvenkatam der Berg des großen Herrn?“

(2538) Steht es uns überhaupt zu, von ihm zu reden? Er ist der Gebieter der uralten Himmlischen, den alle Gebieter verehren. Mit nur zwei Schritten durchmaß er die ganze Welt, ohne auch eine bambushohle Lücke auszulassen. Und dieser unser Herr kam und erschien im Hirtengeschlecht! (2539) Selbst wenn sie nur um ein wenig Erbarmen bittet, denkt das dunkle Meer nicht: „Hier ist eine Frau“, sondern steht donnernd da wie eine Herausforderung. Ihre Zurückhaltung lässt sich nun nur durch deine heilige Gnade bewahren. Ist das gerecht, Wolkenfarbener, der auf dem Schlangenlager schläft? (2540) Rot ist ihre Farbe, kühl ihr Blick; sie leuchten wie ein weiter Teich weicher, kühler Lotusblüten im Himmelsland. Sind dies nicht jene Augen, die in mein Denken eingingen und nun bei mir, deinem Diener, bleiben, seit ich Kannans, Tirumals heiliges Antlitz liebgewann? (2541) Die Götter auf Erden verehren mit Worten des Rigveda, ohne vom rechten Weg abzuweichen, die beiden heiligen Füße, die die Welt durchmaßen. Auch wir lernten die Worte seiner heiligen Namen, obwohl wir unser Verlangen nicht sammeln können und an uns und unserem Karma leiden – wie Menschen, die mangels reifer Früchte auf unreife beißen.

(2542) Sie übertreffen die Augen junger Hirschkühe und die Blüten, üben jede Aufgabe aus und beraten sich mit den Ohren. Bald scheinen sie die heiligen Füße des Herrn zu erreichen, der die ganze Welt verschlang und wieder freigab, bald nicht. So blitzen diese Augen und verzehren mich. (2543) Die blauen Wasserlilien sind zu den Augen der Frau geworden, die dem Vaikuntha unseres Herrn gleicht, und zu meinem eigenen Leben, dem Leben eines schwer mit Karma Beladenen. Ihr Wesen leuchtet als Gegenstand der Betrachtung für alle Yogis, die ohne Essen und Schlaf zur Erkenntnis erwachen. Unser Herr ist Feuer, Wasser, Wind, Raum und Erde. (2544) Diese beiden Blüten, die ihre Augen sind, besiegen viele Wasserlilien und blaue Blumen, Speere und Fische; ihre Weite übersteigt das Maß meines Lebens. Sie gleicht einer schön gefiederten Schwänin von Venkatam, der Stätte Madhavas, Govindas, des mächtigen Herrn des großen, Asuras vernichtenden Vogels. (2545) Du, die dem Vaikuntha unseres Herrn gleicht, der die meerumgebene Erde durchschritt: Die kräftigen Konrai-Bäume haben nicht bloß geblüht. Sie sind dunkelgrün geworden, um die Rückkehr deines Geliebten zu empfangen; ihre goldenen Blüten hängen wie Girlanden und Säume von den grünen Laubdächern bis zu den Stämmen herab.

(2546) Der dunkle Stier der Finsternis scheute vor dem Licht des roten Stiers zurück; nun tritt der beschämte Abend ihm entgegen, um zu siegen. Du mit den jungen, vom Brustband umfassten Brüsten, sorge dich nicht um deine Armreifen! Wird der hohe Herr, der die ganze Welt empfing und durchmaß, dir etwa seine Gnade vorenthalten? (2547) Um des duftenden, schönen, kühlen Tulasi-Kranzes auf der Krone unseres himmlischen Herrn mit dem mächtigen heiligen Rad willen ist meine Farbe in übergroße Blässe übergegangen. Tage stehen still wie Monate, Jahre und Weltalter. Um uns zu quälen, drang diese eine Nacht herein – tausend Weltalter lang. (2548) Ich sagte nicht: „Er ist die Weltalter und verschlang die sieben Welten.“ Ich sah nur eine Frucht und sagte: „Sie hat die Farbe einer runden Kala-Frucht.“ Schon daraus macht die Mutter: „Ist dieses Mädchen nicht schamlos? Sie sprach von der Farbe des Weltverschlingers!“ Freundinnen, sagt: Warum umstellt mich die Mutter so? (2549) Möge auch das schöne Mondkind mich zerschneiden, das den schwarzen, dichten Block der endlosen Nacht spaltet! Ist das die Weise, in der meine schöne Farbe weiterleben soll – die Farbe einer Einsamen, deren Herz sich allein zu den Tulasi-Blüten neigt? So hell und rein kam es hervor, um mich zu treffen.

(2550) Die himmlische Wunschkuh namens weißer Mond lässt reine, weiße Mondmilch über die ganze Welt strömen; die fiebernde Abendzeit reift heran. Ist es etwa der würdigen Fürsorge des Herrn mit dem sonnenrunden, strahlenden Kampfrad angemessen, der die sieben Länder beschützt, dass diese einsame Frau dahinsinkt? (2551) Ach, ein kleiner, frischer Südwind streift umher! Er mischte sich in den Tulasi auf der Krone dessen und trank davon, der auf dem Lager anrollender, sinkender und brechender Wogen seine großen heiligen Augen im Schlaf schließt und wieder erwacht, die Welt verschlang und sie herausriss und emporhob, sodass die mächtigen Berge wankten. (2552) Ihr mit dem strahlenden Gesicht und den grausam gebogenen Bogenbrauen, unter denen die hellen Pfeile der beweglichen Fischaugen mein Leben durchbohren! Ist euer Wohnort Vaikuntha, wo die Diener des Herrn beständig leben, oder diese Erde? Er liegt auf den schönen Wogen des Meeres, das gekrümmte Muscheln anstößt und nach Fisch riecht. (2553) Mein argloses Herz klagt um eine Blüte aus der schönen, kühlen Tulasi-Girlande dessen, der sich ausdehnte und diese Welt durchmaß. Weißer Mond, du lässt die breite Lotusblüte sich schließen und die zarte Ambal-Blüte sich öffnen. Ist es da verwunderlich, dass du dich für unsere weißen Armreifen wie Gift ausbreitest?

(2554) Der junge Mond klagt. Der beschämte Abend steht auf dem roten Schlachtfeld, auf dem sein König mit dem gerechten Zepter gefallen ist. Mit dem Tulasi unseres himmlischen Herrn, der im südlichen Lanka die furchtbare Schlacht schlug, als Verbündetem erscheint er, um uns die schöne Farbe zu rauben, und quält uns. (2555) Dass er den quälenden Naraka vernichtete und mit großer Kraft Banas feste Arme abschnitt – solche Größe können wir nicht angemessen erzählen. Was wir erzählen, ist der Schmerz, den das arglose Herz hinterließ, als es um die blühende Tulasi-Girlande des Herrn verging, dessen Gestalt wie ein tintendunkler Berg leuchtet. (2556) Wer den verehrt, der die feine, weiße heilige Schnur trägt, den von den Himmlischen gepriesenen Gebieter, den anfanglosen Verschlinger der Welt mit den weltdurchschreitenden Füßen, den Kühlen, der gnädig auf dem Schlangenlager im Milchmeer ruht, ist noch ruhmreicher als die Himmelsbewohner. (2557) Wie ein Erdenkönig, der einige Tage lang herrlich regierte, sein gerechtes Zepter führte und dann verging, ist die Sonne verschwunden. Großer König, der die Erde durchmaß, König unseres Himmels, einziger König, der uns verließ und täuschte – erweise Gnade! Die Finsternis kommt und bedrängt uns.

(2558) Die Mütter, die dieses Mädchen zur Welt brachten, verstehen die Folgen der jetzt wirkenden Taten nicht. Haben sie sie etwa ohne leibliche Schmerzen geboren? Sie stecken ihr keinen Tulasi ins Haar und erwägen nicht, sie zum uralten Venkatam zu bringen. Ihr Leib zerfällt, während ihre zarte Lebenskraft Feuer fängt. (2559) Die Augen unseres Herrn gleichen zwei feurigen, roten Sonnen, die gleichzeitig am Berg des Aufgangs hervorbrechen. Doch in ihnen lodert erneut rotes Feuer: Öffnen sie sich auch für Menschen wie uns so wie für Asuras, die hineinfallen? Sagt, ist dies der Grund, weshalb die ganze Welt bleich geworden ist? (2560) Die sanfte Anril-Gefährtin mit klagender Stimme wohnt auf der Palme im Hof. Diese Hütte aus Lotusgliedern ist ihr Leib; darin stammelt die zarte Seele immer wieder den Namen des Wolkenfarbenen und vergeht. Wird sie gerettet, wenn all dies nachlässt? Ich weiß nicht, wie diese junge Frau weiterleben soll. Die Zuordnung des Lotus-Hüttenbildes ist im Vers verdichtet und bleibt vorläufig. (2561) Wo Gruppen guter Frauen sich versammeln, mitten in der Menge, bei Festen, zu denen sich edle Männer drängen – überall dort wünsche ich, dich mit dem goldenen Rad und der weißen Muschel in der Hand zu sehen. Du Dunkelfarbener, Edelstein, Perle, mein Rubin!

(2562) Am Abend stößt das Licht, reinem Gold gleich, gegen die Finsternis – als würfe man einen Rubin nach einem Affen. Rubin, der die Welt durchmaß, mein Smaragd, reines Gold ohnegleichen: Meine Füße und mein Leben, mein ganzes dienendes Selbst, sind dir als Zuflucht anvertraut. Der erste Vergleich bewahrt die ungewöhnliche Bildgestalt des Originals. (2563) Du nahmst Hara einst die Nahrungspflicht in jener stinkenden Schale ab, die Brahmas Kopf war – Brahmas, der auf dem hohen Lotus in der schützenden Wohnstatt saß. Du trägst Rad und Muschel als Waffen, und doch ließest du dich wegen der Butter von der Hirtin mit festen Stricken schlagen. Mit welchen Worten soll ich unseren Herrn beklagen? (2564) Der Anril mit dem geöffneten Schnabel und der schweren Klage und das Meer mit den umkreisenden Wogen, das in die blühende Lagune springt und laut rauscht – sie besingen doch nur die Vorzüge des Vogels an deiner Seite. Ist es ein Vergehen, Tirumal, dass du darum diese schöne Frau so behandelst, dass die ganze Welt über sie redet? (2565) Der Meru gleicht Tirumals Gestalt; die rote Sonne auf diesem Meru gleicht dem heiligen Rad in seiner heiligen Hand. Bei solchen Anblicken stammeln wir nur seine Gestalt und seine Zeichen. Wenn uns diese Gottestrunkenheit ergriffen hat, woher sollte dann böses Karma über uns kommen?

(2566) Wann werde ich unseren Herrn erreichen: den untrinkbaren Gifttrank für böse Taten und den süßen Nektar für gute, den Gemahl der Göttin auf der Blüte, den starken Hirten, der ohne Scheu vor niedriger Arbeit die Kühe hütet, den siegreichen Stier, der einst mit zwei Schritten die Welt durchmaß? (2567) Mein Vater mit dem Rad, das die Scharen der Asuras vernichtete! Welch wundersame Täuschung ist die Askese, die ich für den Bestand dieses Leibes übte, obwohl ich nur deine Füße auf meinem Haupt tragen möchte. Immer wenn ich sehe, dass dieser Zustand noch nicht wirklich erreicht ist, wird die uralte Weltzeit nicht kürzer. Die Spannung zwischen dem Erhalt des Leibes und dem ersehnten Erreichen Gottes ist hier sinngemäß entfaltet. (2568) Mein dienendes Herz achtet auf keinen anderen als den Dieb, der in die eng aufgehängten Buttertöpfe griff und aß, den mit dem großen Bauch, der die ganze Welt zugleich verschlang, den großen Listigen, der als kleiner Zwerg zu Mahabali ging und freundlich nur drei Schritte Land erbat. (2569) „Setze gnädig die lange Stadt im großen Meeresreich der lieblosen Rakshasas in mächtiges Feuer!“ So verehren dich die Himmlischen, wobei ihre Füße die Erde berühren. Tun sie dies nicht auch in der Hoffnung, wenigstens eine der vielen Erscheinungen deiner Gestalt zu sehen – jeden Abend und jeden Morgen?

(2570) Die kleinen Räuber der Nacht fliehen morgens vor der heißen Sonne; fällt die Sonne am Abend, breiten sie sich über die Erde aus. Obwohl die Menschen dies sehen, steigen sie morgens nicht in das gute Bad der Erkenntnis, öffnen nicht ihre Augen, nehmen Mal nicht auf ihre gute Zunge und bedenken nicht seine dunkle Gestalt. (2571) Dein dunkler Leib und deine roten Lotusaugen – Vedenkenner sind fähig, wahrhaft deine heiligen Füße auf dem Haupt zu tragen. Doch wie man sagt: „Wenn die Kühe des Dorfes brüllen, brüllt auch die blinde Kuh“, so habe auch ich gesprochen. Was könnte ich, dein Diener, sonst sagen? (2572) Das Lebewesen tritt in irgendeinen Leib ein, wird dort gebunden und wieder losgebunden und taumelt durch sein uraltes Dasein. Schon zuvor werde ich Tirumal verehren, die Mutter und den Vater, der wahre Befreiung gewährt und das Gelübde erfüllt, sich von jeder jeweils ergriffenen Bindung zu lösen. (2573) Du schufst viele Wege der Verehrung, viele Religionen, die sich wegen unterschiedlicher Auffassungen streiten, und in jeder von ihnen viele Gottheiten; so hast du deine Gestalt ausgebreitet. Du, dem niemand gleichkommt, ich will mein Verlangen allein auf dich richten.

(2574) Immer wieder aufsteigen und wieder fallen, dabei unzählige Weltalter verstreichen sehen – darüber kann man nur erschrecken. Doch wer von der Liebe ergriffen ist, den uralten Mal, den die Scharen der Unsterblichen verehren und umkreisen, mit vollen Augen zu schauen und darin aufzugehen: Können dessen Augen noch schlafen? (2575) Um das Leid endloser Geburten der wachenden Weisen und aller anderen, die ihm folgen, abzuschneiden, steht er da. Selbst für die Unsterblichen bleibt er die einzigartige große Gestalt ohne eigene Abhängigkeit. Wie könnte das Herz seine wunderbare Tat richtig denken, die mit dem scheinbar niedrigen Wort „Butteressen“ bezeichnet wird? (2576) Mag es auch ein niedriges Wort sein! Ich habe kein höheres Gut erkannt als den Herrn der Erkenntnis für die Bewohner des Himmels mit seinen großen Wunschbäumen, für die anderen und für alle Wesen: den Herrn, der als Eber die ganze, von brandenden Wellen umgebene Welt emporhob. (2577) Maran aus Kurugur, der Stadt, die die Guten preisen, trägt als Hauptschmuck die Füße derer, die Tirumals heilige Namen beherrschen. Wer diese hundert wohlgefügten Wortkränze beherrscht, die er als Bitte vortrug, wird nicht im falschen Land versinken: im festen, trügerischen Schlamm und Morast des schlimmen, schwer zu überwindenden Karma namens Geburt.

Tiruvasiriyam (2578–2584)

(2578) Wie ein Smaragdberg von strahlend grünem Licht, der eine große rote Wolke als Gewand trägt, sich mit der flammend roten Sonne krönt, den schön leuchtenden Mond und viele Sterne als Schmuck anlegt, einen korallenroten Mund besitzt und auf der Hand des Meeres schläft: So trägst du das gelbe Gewand, die Krone und viele erlesene Schmuckstücke. Das Rot deines leuchtenden Mundes und deiner Augen tritt hervor und hebt sich stark gegen deinen grünen Leib ab. Du bestiegst das Lager der giftmächtigen Schlange mit den verzweigten Häuptern und ruhst mitten im brandenden Meer in wissendem Schlaf. Shiva, Brahma, Indra und alle Scharen der Götter verehren dich mit gefalteten Händen. Du mit dem Lotusnabel, einzigartiger großer Gebieter, du mit den roten Füßen, die die drei Welten durchmaßen! (2579) Wer die unvergleichliche Herrlichkeit aufgeben will, die daraus entsteht, dass man die strahlenden Lotusfüße mit den klingenden Ringen unseres Vaters, des Schöpfers und Verschlingers der Welt, auf dem Haupt tragen möchte – dass das kostbare Leben dabei schmilzt und in gerader, inniger Liebe zur Flut köstlichen, freudenspendenden Nektars wird –, der möge sich nach einem anderen Gut bewegen. Doch würden die klar Erkennenden auch nur daran denken, die drei Welten mit ihrem natürlichen, unvergänglichen Reichtum und selbst die hohe Befreiung anzunehmen, wenn sie ihnen angeboten würden?

(2580) Er nahm die drei Welten in seinen Willen auf, richtete sie auf den rechten Weg, ließ sie sich zugleich verneigen und setzte seinen offenkundig ruhmreichen Befehl wahrhaft durch. Unter den drei Gottheiten ist er der Erste. Im weiten, strahlenden, kühlen Meer schlugen berggleiche Wogen aufeinander, der große Berg erbebte, und Donnergetöse erfüllte den Raum, als er den Leib des Schlangenkönigs mit den ausgebreiteten Hauben um den gewaltigen Berg wand und ihn drehte. Wird es uns nun zuteil, Weltalter um Weltalter ohne Unterbrechung Diener der Diener dieser einzigartigen großen Gottheit zu sein? (2581) Wird es uns möglich sein, ihre großen, ursprünglichen Füße zu verehren und zu sagen: „Möget ihr Weltalter um Weltalter ohne Ende gedeihen“? Es sind die Füße des wunderbaren Gottes mit dem Nabel, der, als in der kommenden großen Leere keine Welt und kein Wesen mehr existierte, allein zum schwer erlangbaren Samen aller großen Wirklichkeiten wurde. Er brachte den kräftigen Spross des göttlichen Viergesichtigen hervor, begründete den Dreiäugigen und viele weitere Götter und ließ die drei Welten wachsen.

(2582) Er öffnete die eine ursprüngliche Lotusblüte seines Fußes nach unten und schloss die ganze Erde darunter ein. Die andere strahlende Fußblüte sandte er zum Himmel; das Reich des göttlichen Viergesichtigen staunte und freute sich, und die Himmlischen wurden in geordneter Folge zur Verehrung geführt. Seine Augen waren wie Blüten eines Lotushains, sein Mund wie eine reife Frucht. Als hätten sich tausend große Sonnen geöffnet, als wüchsen viele Haine von Wunschbäumen, entfalteten sich tausend Kronen und Schultern. Wem außer diesem Hohen könnte die Welt dienstbar gehören? (2583) O weh, so ist die Art der Welt! Während die eigene Mutter da ist, badet man ehrfürchtig den Holzsitz. Während der ursprüngliche große Gott gegenwärtig ist, der die Welt erschafft, emporhebt, verschlingt, wieder freigibt, durchmisst, umsichtig lenkt und bewahrt, verehrt man viele selbst erwählte Gottheiten daneben. So zeigt man die Macht seiner geringen Erkenntnis und unternimmt Unrechtes, angefangen beim Töten. Solche Taten bringen Freude und Schmerz und lassen einen immer tiefer in die vielen Täuschungen der uralten, gewaltigen Maya-Geburt versinken, ohne daraus frei zu werden. Der Mutter-und-Sitz-Vergleich und die Abwertung anderer Gottesverehrung gehören zur polemischen Argumentation des Werkes.

(2584) Der mit der kühlen Mondsichel im Flechtenhaar, der viergesichtige Gott und das sprossengleich strahlende Oberhaupt der Unsterblichen; alle Arten von Welten und alle Wesen; Erde, Wasser, Feuer, Wind, der leuchtende weite Himmel, die strahlenden Gestirne und alles andere – nichts blieb draußen. Alles nahm unser großer Wunderbarer zugleich in sich auf, verbarg es vollständig und legte sich auf ein einziges Banyanblatt. Haben wir außer ihm noch eine andere große Gottheit?

Periya Tiruvantati (2585–2671)

(2585) Mein Herz, du hast dich mit Mühe erhoben und bist vorausgeeilt. Wirke nun mit mir zusammen! Wir wollen den Ruhm dessen, dessen Farbe der schönen Puvai-Blüte gleicht, in die wohlgeflochtenen Worte aufnehmen, die unsere liebende Zunge hervorbringt. (2586) Wir werden preisen und tadeln, nicht preisen und nicht tadeln, gering achten und hochachten, weder hochachten noch gering achten. Unser Mal, rotäugiger Mal, zürne nicht! Sieh, all dies ist die Liebesverwirrung von uns, die mit bösen Taten beladen sind. (2587) Dies ist gut, dies ist schlecht – auch wenn ich solche Unterschiede kenne, kann ich all dies aus eigener Kraft weder herbeiführen noch beseitigen. Herr, was ist es, das ich selbst tun soll? (2588) Wer könnte ruhmreicher sein als ich? Und wer besäße noch unermesslicheren Ruhm? Denn mein Herz wurde dem großen Licht dienstbar: dem dunkelstrahlenden Kannan, dessen gütige Zugänglichkeit dem Meer gleicht.

(2589) Du bist die Mutter, die mich gebar, der Vater, der mich zeugte, und, wenn man es ausspricht, auch alle anderen Angehörigen. Ach, welchen Weg zeigst du uns, Herr, der du den Mund an die trügerische Brust der großen Zauberin legtest, sodass sie verging? (2590) Wirst du mir einen Weg zeigen und mich fortschicken? Oder wirst du mir deinen dunklen, sprossenzarten Leib offenbaren? Was hattest du früher mit uns Unwissenden vor? Kanna, sage es! Was du auch tust – was könnten wir nicht erleiden? (2591) Wir selbst sind mit schwerem Karma beladen und bleiben fern; mein Herz dagegen ist dein Vertrauter geworden und hat sich angeschlossen. Herr, der die rote Göttin von der Blüte an seiner Brust aufnahm und die Erde emporhob: Mein Herz ist dicht bei deinen Füßen. (2592) Wir erkennen weder Nähe noch Spur, und doch wächst die Liebe immer mehr. Was bedeutet dies? Sagt es! Ihr von trinkbar süßem Wesen, ihr Weltdurchmessender, so fein und tief, dass unsere sündigen Augen euch schwer sehen können: Wie könnte man euch angemessen erreichen?

(2593) Was hilft es, leidvoll immer wieder zu sagen: „Wir sind deine Diener“? Wenn Mal schon von sich aus schwer zu erreichen ist, mag uns nun widerfahren, was will. Sieh, mein Herz, bleibe einfach in irgendeiner Weise auf ihn gerichtet. (2594) Die zweimal Vier, die Elf, die Acht samt Vier und die beiden Einen verehren Tirumal. Was sind daneben wir, was ist unsere Verehrung? Ach, gutes Herz, wir besitzen wohl allzu viel Kühnheit! Gemeint sind die traditionellen Gruppen von acht Vasus, elf Rudras, zwölf Adityas und zwei Ashvins. (2595) Ist es deiner Macht angemessen, das kostbare Leben des starken Rakshasa gewaltsam zu beenden, der aus Übermut den Kampf suchte? Du bist doch die feste Erde, der Himmel, der Wind, das Feuer und das Wasser – du, der als all dies besteht! (2596) Warst nicht du es, mein Herz, das sich abmühte, mich in tiefes Leid fallen zu lassen? Was nützt es, dir noch etwas zu sagen? Geh! Auch wenn ich dich immer wieder nachdrücklich belehre, nimmst du es nicht an. Doch erkenne: Die rechte Weise ist, Kannans Füße zu preisen.

(2597) Herr, wir sehen doch, dass du auf Bitten deiner Diener sogar von gewöhnlicher Regel und Gegnerschaft ablässt. Entsteht dir dadurch ein Verlust? Ich bitte dich: Nimm mich auf welche Weise auch immer in deinen Dienst und zeige meinen eigenen Augen die Schönheit deines Leibes. (2598) Die Dämonin gab dem äußerlich Dunklen die Brust, ohne sein Inneres zu kennen. Mein Herz, wer bist du dagegen? Obwohl du weißt, wie er an ihr sog und das Fleisch verzehrte, willst du die Hand in den Mund der gefährlichen Schlange strecken. Der Vers warnt bildhaft vor einem unbedachten Zugang zu seiner unergründlichen Macht; einzelne Bezüge bleiben mehrdeutig. (2599) Mein Herz, betrachte es als unmittelbare Antwort! Es gibt keinen Grund zu sagen, das Wiederholen seines Ruhmes, das große Leiden entfernt, mindere unsere Würde. Er liegt da, lässt die rauschenden Wogen seine Füße berühren und schläft in seinem schönen Leib. (2600) Großmütiger, wäre es dir schwer gewesen, die Erde, die du an deine Brust nahmst, verschlangst und wieder freigabst, als Wasserschenkung zu empfangen, ohne in herrlicher Geburt zu erscheinen und dann, statt groß heranzuwachsen, der berühmte Vamana zu werden? Bedenke es und erkläre es uns!

(2601) Auch wenn er nicht erscheint, wenn die Diener sich versammeln und ihn bitten, leben sie weiter und öffnen den Mund nicht zur Klage. Er ist es, der den fest gegründeten, berggleichen Bogen hob, sodass die harten Köpfe des Rakshasa ringsum wie glänzende Berge herabstürzten. (2602) Auch als dich der Strick band und später die Schlange dich fesselte und bedrängte, sodass selbst die Stricknarbe blass erschien, wurdest du nicht müde. Du Same, der all diese vielfältigen Gestalten ausbreitete – wer kennt deine uralte Gestalt? Sage es! (2603) Mein Herz, das keine List kennt: Im Aussprechen seines Lobes liegt kein Mangel. Ohne zwischen Nacht und Tag zu unterscheiden, werden wir stets den schauen, der einst nur die fünf Brüder als Gegner all der mächtigen Heere bewahrte. Erkenne dies! (2604) Wenn wir es offen aussprechen, müsste unser gutes, erkenntnisreiches Herz doch vor Scham erröten: Es ging selbst hin und berührte den heiligen Leib des Ruhmreichen, der als Brahmanenschüler das Wasser für die Welt empfing.

(2605) Damit ich dort nicht in die grausame Hölle gelange, hält mein Herz heute hier den Fuß des Wolkenfarbenen eng umschlossen. Damals hob er ihn so hoch, dass die Gestalt der Erde und des sie umschließenden Wassers darunter ganz verschwand. (2606) Mal hat in meinem Herzen Wohnung genommen. Nun finden die mächtigen karmischen Taten mit all ihrer früheren Überheblichkeit und Ausdehnung keinen Platz mehr, an dem sie thronen könnten. Erschöpft laufen sie sich die Füße wund und schreien. (2607) Ob du ermüdest oder nicht ermüdest, mein Herz, ich habe es dir gesagt: Er wird gnädig verhindern, dass Yamas Boten dich packen und dich durch ihre Hunde quälen lassen. Er ist selbst die Mutter und der Vater aller Lebewesen und gewährt seine Fürsorge. (2608) Er allein erscheint aus sich selbst und hat kein Maß; er selbst lässt auch die anderen aus sich hervortreten. Würde er ermüden, kehrte sich die Erde um; er stellt sie wieder her. Wer auf dieser Erde könnte ihn dann ermessen?

(2609) Kann man die weite Welt prüfen und berichtigen, wenn jeder dieses oder jenes tut? Ich habe durch Kannan, das Oberhaupt der Himmlischen, das harte Leiden an der Spitze meines eigenen Herzens beseitigt. (2610) Mein Herz und ich sind uns einig geworden: Wir werden das schwere Karma mit dem Stab namens Gnade schlagen, den uns unser Herr mit dem großen, dunklen Leib gab, und es vertreiben, bis es in Wälder und Berge flüchtet. (2611) Hoher, was war damals zuerst: Dass dein Fuß die Erde überschritt oder dass deine Krone den Himmel durchmaß? Wir wissen es nicht – an jenem Tag, als du den fest mit Fußringen geschmückten Fuß hobst und alle Welten durchmaßest. (2612) Nicht erst an einem anderen Tag schauen wir die dunkle Gestalt des Radträgers; dass wir sie heute nicht sehen, betrifft das äußere Auge. Jene Gestalt, die das leibliche Auge vielleicht nie sieht, schaut das innere Auge namens Herz in Erkenntnis.

(2613) Ist unser Vater mit den dichten Tulasi-Girlanden wirklich leicht zu erkennen? Doch er nimmt gerade das Maß derer an, denen er sich leicht erkennen lässt. Darum ist unser großer Herr hier auch für mich zugänglich. (2614) Hier gibt es kein Thronen mehr wie früher. Mein kleines Herz legt sich dem Ruhm meines rotäugigen Mal zu Füßen und bleibt dort. Ist es da nicht angemessen, dass die mächtigen karmischen Taten nun einen Schritt fort von hier machen? (2615) Wir haben das Gute erkannt und sind ihm Schatten und Fußspur geworden, um schweres Karma zu tilgen: ihm, der damals mit kreisenden Töpfen auf dem Kopf tanzte und das weite Meer zu seiner Wohnstatt nahm. (2616) Damodara möchte unseren Dienst. Doch wenn er sagt: „Diene mir“, tut das Herz es nicht, sondern unterwirft sich den schlechten Taten, die es für den eigenen Nutzen verrichtet. Was können wir hier angesichts dessen tun?

(2617) Wenn jemand auch nur irgendetwas erkennt und sein eigenes Wohl liebt, wie könnte er es vermeiden, sich in irgendeiner Weise dem zu nähern, der die Asuras, die keinerlei Vertrauen aufkommen ließen, mit dem Rad in Stücke schlug? (2618) Schon wenn wir nur davon hören, wie du im Milchmeer liegst, sinken unsere Beine ein, das Herz löst sich auf, und die Augen drehen sich. Wir stehen an dich gelehnt, du Licht von der Farbe des tiefblauen Meeres, du Ursprung, du Gerechtigkeit, die unser uraltes Karma abschneidet. (2619) Ob ich stehe, sitze, liege oder umhergehe, keinen Augenblick weicht er von meinem Herzen. Er zerschlug einst mit der mächtigen, schönen Hand den Mund des Goldbenannten und riss ihm die Brust auf. Ist er nicht voller Liebe? (2620) „Ist er jener, dieser, der dort oder jener oben?“ Bleibe nicht bei solchen Fragen stehen. Erkenne klar: Er ist er selbst. Wenn du dich ganz Kannan zuwendest, ist er dir alles, wer oder was es auch sei.

(2621) Ist es nicht selten, Menschen mit der Erkenntnis des rechten Weges zu finden? Gutes Herz, wir besitzen sie selbst: Preise Mal mit dem kühlen Tulasi, an dessen Blüten Bienen Honig trinken. Richte dich in Liebe auf diesen Dienst aus. (2622) Mein Herz, wenn man es genau betrachtet, gibt es auch nur einen Augenblick, den man anderweitig vergeben könnte? Selbst wenn du von den Vorwürfen sprichst, mit denen die Hirtin ihn bedrängte: Sprich allein vom Wunderbaren mit dem frischen Tulasi und vertreibe so den Fehler. (2623) Mein Herz, sage: Haben wir uns etwa darum bemüht zu verfehlen? Statt ihn einmal zu rufen und seine hilfreiche Gabe reichlich anzunehmen, gebrauchen wir unseren Mund nur zum Lob dessen, dessen Brust wachsender Tulasi bedeckt. Ist dies nicht unser Glück? (2624) Kein anderes Glück gleicht diesem. Komm, mein Herz, irre nicht immer weiter in die grausame Hölle! Unsere Kraft ist das Lob dessen, der die feurige Milch der Dämonenmutter zugleich mit ihrem Leben trank und ihr Leben beendete.

(2625) Die Ringer kamen entgegen und dachten: „Wir sind stark.“ Du zogst sie an dich und schlugst mit der mächtigen Hand, die dein goldenes Rad trägt, bis ihre festen Köpfe zerbrachen. Dennoch besteht diese Erde seit vielen Tagen, ohne unter solcher Kraft zu bersten. (2626) „Er verschlang die Erde, gab sie wieder frei, hob sie empor, durchmaß sie und erschuf sie zuerst“, sagt man. Wenn er selbst auch der Raum der Erde ist – wem gehört dann welcher Raum? Diese Dinge treten nicht in die Zuständigkeit eines anderen ein. (2627) Er lässt das Leid der Götter abkühlen, die in der Hoffnung auf Zuflucht zu ihm kommen. Gibt es eine Weise, seelisches Leid auszulöschen, wenn man ihn nicht im ungeteilten Herzen hochstellt, bewahrt und preist? (2628) Selbst wenn Menschen ein geeignetes gutes Herz und einen Mund mit Zunge besitzen, sinken sie nicht von selbst zu ihm hin. Sie prüfen vieles und bleiben doch ohne Mals Lob. Ist dies nicht selbst die Wirkung ihrer früheren Taten?

(2629) Aus Furcht vor der Hitze, die karmische Taten bringen, dachte ich nicht daran, mich auch nur um ein Hirsekorn von ihm zu entfernen. Mit Worten pries ich die goldenen Füße des Gebieters, vor dem die Himmlischen verehrend niederfallen. (2630) Dies allein ist meine Aussage, jeden Tag: Mein Herz, denke an den rotäugigen Mal mit dem Leib von der Farbe des sich sammelnden Meereswassers als deinen Weg. Er wird dich davor bewahren, in die grausame Hölle mit ihrem schwer zu verlassenden Zustand zu gelangen. (2631) Mal, du brauchst nicht einmal zu denken: „Die Menschen werden meiner gedenken, sich verneigen und etwas erbitten.“ Wie wenige, und wo überhaupt, sind imstande, dich unmittelbar zu bedenken und zu verehren? Besitzen selbst wir dieses Vermögen auch nur in irgendeinem Maß? (2632) Wir haben uns die höchste Wohnstatt, die Befreiung über dem Himmelsland, bereitet. Ist dies nicht die Weise dazu: den im Herzen zu halten, der für die zartschultrige, bambusgleiche Frau sieben Stiere mit furchtbaren Hörnern zugleich bezwang?

(2633) Ob Wolke, großer Berg, weites Meer, dichtes Dunkel oder bienenumschwärmte Puvai-Blüte – sobald mein Herz eine dunkle Gestalt sieht, läuft es davon. „Das ist Kannans große Gestalt“, denkt es und verlässt mich. (2634) Die Gedanken folgen ihm überallhin, schauen auf nichts anderes und streifen nur hinter ihm umher. Doch er empfindet nicht einmal: „Ach, ach!“, um sich ihrer zu erbarmen. Ist das Herz dessen, der das Pferdemaul aufriss, wirklich so hart? (2635) Ist nicht dies die Würde derer, die reichen Ruhm besitzen: den Zorn der fünf gewalttätigen kleinen Herrscher über den Geist zu brechen, sie an einem Ort zu sammeln und dann selbst die Füße des Herrn mit dem kühlen Tulasi zu schauen? (2636) Unsere Augen wünschen nur die eine Gestalt zu sehen, die einst als Brahmanenschüler die Erde erbettelte und das Gift der Trügerischen wie Nahrung trank. Sie wollen nichts anderes anschauen. Sollte der Mund überhaupt Nahrung aufnehmen, ohne zuvor ihren Ruhm zu verbreiten?

(2637) Rotäugiger Mal, eines sage ich dir: Du fragst dich immerzu: „Was kann ich für meine Diener tun?“ Doch ist der Himmel, den du ihnen als Vaikuntha schenkst, süßer als ihr eigenes Denken, das bereits in deinem Ruhm verweilt? (2638) Wir verehrten die Füße dessen, der das von der Kuh geborene Kalb hochwarf, sodass die Früchte fielen. Ach, wohin verschwand nun unser hartes Leid? In den Himmel, ins wogende Meer, in den Wind, ins Feuer oder in den Wald? Wir haben es nicht gesehen. (2639) Obwohl der Herr auf dem edelsteingeschmückten Schlangenlager, an dessen Seiten die Wellen schlagen, schwer zu erreichen ist, können wir ihn immer ganz schauen: Wir vergegenwärtigen im Innern die Ankunft dessen, der die Sorge des Herzens nimmt. (2640) Es gibt keinen Weg mehr für neues Leiden; das Leben ist süß, ach! Der Hirte, der Ferne, der einst die Welt durchschritt, der Wunderbare, der seine Gestalt auf unvergleichliche Weise wandelt – er zeigt den Weg, auf dem man nicht erneut in dieses Dasein eingeht. Die mehrfache Gegenüberstellung von Weg, Eintritt und Gestaltwandel ist hier sinngemäß entfaltet.

(2641) Mein Herz, wird Mal nicht das schwere Karma beseitigen, das den Weg versperrt? Er ergriff den kämpfenden Asura, wirbelte ihn herum und riss ihm die Brust auf, bis sein Leben erlosch und Ströme von Blut und Fleisch in alle Vertiefungen stürzten. (2642) Mal, entziehe mir nicht mehr das Licht deiner Gestalt. Ich bin ganz in deinen milchsüßen Eigenschaften gereift. Nicht einmal das Ende weiterer Geburten und den kleinen Dienst unter deinen Füßen suche ich für sich: Das Gut, das ich wünsche, ist, dich niemals zu vergessen. (2643) Wenn man den Namen des Großmütigen ausspricht und bedenkt, der unter den sprühenden Wellen des weiten Meeres schläft, können dann die mächtigen karmischen Taten noch in die Nähe kommen? Sie werden sich zurückziehen und irgendeinen Wald oder anderen fernen Ort zum Versteck nehmen. (2644) Ob du ihm nachfolgst und auf nichts anderes blickst oder ob du nicht dabei bleibst, mein Herz: Erkenne, es gibt keinen anderen Herrn als den Wunderbaren mit dem feuchten Tulasi, der dich davor schützt, immer wieder in die uralte, große, grausame Hölle zu gelangen.

(2645) Als er nach göttlichem Recht die Erde auf seinen roten Füßen maß, versammelten sich die Himmelsbewohner gemäß den Veden und streuten geordnet pollenreiche Blumen. Gleichen die Sterne, die hoch über dem unteren Himmel leuchten, nicht eben diesen Blumen? (2646) Für den unvergänglichen großen Schirm namens Himmel, dessen Streben Sterne und dessen silbernes Geflecht ihr Glanz sind, erhob er sich wie ein einzigartiger Edelsteingriff und durchmaß die Erde. Er ist danach die große Arznei für unsere Krankheit. Das Schirmbild verbindet mehrere kosmische Vergleiche; die genaue Bedeutung des silbernen Geflechts ist auslegungsbedürftig. (2647) Wie eine trächtige Regenwolke, die den sie antreibenden Wind verlor und schließlich an das Meer mit seinen harten Wogen gelangte, so ist er: der höchste Herr mit dem schönen heiligen Rad, der damals der bösen Rakshasi Nase und große Ohren abschnitt. Der Vergleich beschreibt sein Ruhen am Meer nach den Taten der Rama-Erscheinung. (2648) Wenn die Unsterblichen bedenken, dass er der Höchste ist, werden sie dann nicht dreimal am Tag kraftvoll und einmütig ihre Hände zur Verehrung erheben – vor dem, der einst die sieben Bäume beschoss und den Vogelschnabel aufriss?

(2649) Mein Herz, lege dem uralten Mal, Keshava, Narayana, Madhava immer einen Kranz aus Worten an! So wird er das schwere Leid, das sich mit dir vermischt und dich quält, erschüttern, niederwerfen und wie einen Berg zermalmen. (2650) Mein Herz, erkenne den, der das geschmückte Rad trägt, den Wunderbaren, der dem kostbaren Leben des uralten Rakshasa nahes Leid zufügte, den Vedenherrn mit dichtem, stark duftendem, kühlem Tulasi. Dies habe ich dir gesagt. (2651) Wenn du meinst: „Das ist gut“, und die Welt der Unsterblichen begehrst, ist das für ihn doch keine große Sache. Auch wenn du stattdessen auf Erden herrschen willst, ist es möglich. Argwohnloses Herz, lerne einfach, Kannans Füße zu preisen. (2652) Sind der Berg, das rauschende Meer und das himmlische Vaikuntha nun unbedeutend geworden? Ach! Der siegreiche Hohe mit der dunklen Farbe trat in das Innere meines dienenden Herzens ein und geht nicht mehr fort.

(2653) Die mächtigen karmischen Taten mögen mit rotglühenden Augen auftreten – ihre Gesichter werden doch zerfallen. Wer könnte mich mit Gewalt bezwingen, wenn mein Denken den überströmenden Ozean von Tirumals Eigenschaften in sich birgt? (2654) Den mit der dichten Goldkrone, den mit tausend Namen, den mit dem strahlenden Lichtrad habe ich in mein Inneres aufgenommen als Mutter und Vater, die Leid abschneiden. Was auch geschieht – was könnte es mir jetzt noch anhaben? (2655) Wie sollte ich nun noch deine Größe aussprechen? Du einzigartige Gestalt ohne Abhängigkeit! Der mit roten Flechten, in denen kühles Wasser strömt, ist in deinem Leib, und der Viergesichtige hat seinen Ursprung in deinem Nabel. (2656) Drei, sagt man, sind die ursprünglichen göttlichen Gestalten; zugleich sagt man, nur einer sei der Ursprung aller drei. Ursprung, du unvergleichlich wolkengestaltiger Herr: Befindet sich nicht die strahlende Lotusblüte in deinem eigenen Innern?

(2657) Immer wenn ich Puvai, Kaya, blaue Wasserlilien und die aufblühende Kavi-Blume sehe, wird mein zartes Leben und mein ganzer Leib übervoll. Ich Sünder denke: „Sie alle sind die Gestalt meines Herrn.“ (2658) Obwohl ich jeden Tag ohne Ausnahme bitte, empfindet er kein Erbarmen und zeigt seine Gestalt nicht. Mein Herz, für den Hirten, der mit einem Berg als Schirm die Kühe schützte, ist die weite Erde wohl groß genug, um anderswo zu bleiben. (2659) Erde und weiter Himmel sind in dir. Du aber kamst durch mein Ohr und bist nun in mir. Wer kann ohne Irrtum entscheiden, ob ich größer bin oder du größer bist? Du mit dem fleischverzehrenden Rad, bedenke es! (2660) Schon wenn ich deiner gedenke, bebt mein Herz. Wenn ich erwache, sodass die Schichten des Karma auseinanderbrechen, und dich wahrhaft erreiche, werde ich dann bestehen, solange die Welt besteht? Du Gestalt, die die Welt durchmaß, sage es!

(2661) Wer könnte, recht gesagt, mein Angehöriger oder Verwandter sein? Vater, der im rauschenden Meer liegt, mein ganzes Wort ist dies: Ich habe keinen anderen als dich. Sei meinem Leben die Hilfe, die ein einziges gutes Wort von dir gewährt. (2662) Auch wenn lange Lebenszeit, eine große Nachkommenschaft, ein altes Geschlecht und die Gemeinschaft der Verwandten Freude schenken: Gutes Herz, nimm als unablässige Nahrung den uralten Ruhm des Sharnga-Trägers, dessen Pfeil und Sehne ihre Aufgabe nie versäumen. (2663) Ist eine Geburt im Dienst des großen Hirten mit dem Rad in der Hand nicht schon innerer Glanz? Sollte sie das Schicksalskarma fürchten oder den Himmel als etwas Besonderes rühmen? Wer man auf Erden auch wird und in welchen niedrigen Zustand man auch gerät – diesem Herrn zu dienen macht sie kostbar. (2664) Selbst wenn es Freude brächte, Geburt, Tod, Alter und Krankheit zu verlassen und darüber hinauszugehen: Könnte ich einen Tag ohne das Lob der Füße des Weltdurchmessers anders ansehen als als Schaden, als bloßes Vergessen?

(2665) Ohne Tag oder Nacht zu unterscheiden, bedrängt er uns und beherrscht uns zu beiden Zeiten. Der Bewohner des reichen Meeres bedenkt nicht: „Diese unzulänglichen Diener haben niemanden, der ihnen bei meinem Lob hilft.“ (2666) Weil mir jede klare Erkenntnis fehlte, verbrachte ich Sünder alle früheren Tage untätig und in Vergessenheit. Ich pries nicht unseren Herrn mit dem Rad in der Hand, der einst dem schönen Reh nachging, in dessen Gestalt sich ein anderer verbarg. (2667) Ob du vergisst oder nicht vergisst, mein Herz, ich habe es gesagt: Erkenne, dies ist der Weg unserer Rettung. Du tust Dinge, die nicht getan werden sollen; davor fürchte ich mich. Preise den, der den Ringern ihre Lebenstage nahm! (2668) „Preise seine Füße, schmücke sie mit Blumen, senke dein Haupt und falte beide Hände!“ Doch mein unseliges Herz faltet sie nicht. Wenn du auch ohne den Ruf „Wo bist du?“ und ohne sein Lob bestehen kannst, dann bleibe nur so – sofern du es vermagst!

(2669) Mit rastloser Mühe springen sie über den weiten Himmel. Wohin sind sie eingedrungen, welche Askese haben sie geübt, die Wolken, dass sie die schöne Farbe meines Kannan annahmen, der im kühlen, schönen Milchmeer mit seinen hochschwellenden Wogen schläft? (2670) Wenn man die Zeit nicht mit dem Gedanken an Worte verbringt, die den Ruhm des wolkenfarbenen Herrn tragen, dessen Hand das Rad hält, dessen mächtiger Bauch die Erde umfasst und dessen Lager die Schlange ist – woran könnte man dann jetzt denken, um das tiefe Leid des umstrickenden Karma zu vertreiben? (2671) Mein Herz, sage dies jetzt, später nach kurzer Zeit und immer: Bemühe dich stets, die dicht geschmückten Füße dessen zu preisen, dessen Hand das Rad nie verlässt. Er wird das Karma, das auf uns liegt, abschneiden.

Tiru Elu Kutrirukkai (2672–2672)

(2672) Aus deinem einen großen Nabel brachtest du einst auf einem zweiblättrigen Blütensitz Brahma hervor. Einmal spanntest du den einen Bogen an seinen beiden Enden und vernichtetest mit dem feuermäuligen Pfeil mit zwei scharfen Spitzen das dreifach ummauerte Lanka, über dem die beiden Himmelslichter nicht frei ziehen konnten. Um drei Schritte der vierfachen Erde bittend, wurdest du ein einziger zweifachgeborener Schüler; die dreifache heilige Schnur und das Hirschfell glänzten an deiner Brust. Einmal durchmaßest du mit zwei Füßen die drei Welten.

Du bestiegst den schön geflügelten Vogel, sodass die vier Richtungen erbebten, und befreitest an einem Tag im wasserreichen Teich den einen einzigartigen Elefanten mit den zwei Ohren, dem dreifach fließenden Brunstsaft und dem hängenden Rüssel aus seiner Qual. Dein Wesen wird von Brahmanen verehrt, die drei Feuer, vier Veden, fünf Arten von Opfer und sechs Tätigkeiten pflegen. Es wird von denen erkannt, die die fünf Sinne nach innen sammeln, die vier inneren Vermögen bändigen, zwei der drei Gunas ablegen und in dem Einen geeint stehen, um die beiden Arten der Geburt abzuschneiden. Du stehst in einer Größe, die selbst der Dreiäugige mit vier Schultern, fünfhäuptiger Schlange und dem Fluss in seinen Flechten schwer erkennt.

Du nahmst die sieben Welten auf deinen Hauer. Du wurdest zum Genuss der sechs genannten Geschmacksarten und ließest die fünf strahlenden Waffen in deinen schönen Händen ruhen. Du Schöner mit vier Schultern, meerfarbener Herr! Während zwei Frauen mit mondgleichen Gesichtern und geeintem Sinn zu den drei Tageszeiten mit lotusgleichen Händen deine beiden Füße streichen, ruhst du in wissendem Schlaf. Du wurdest zu den vier geordneten Ständen; die fünf großen Elemente bist du selbst. Um der Frau willen, in deren Haar die Sechsfüßigen summen, bezwangst du alle sieben Stiere. Die sechs Religionswege können deinen Zustand schwer erkennen. Die Frau mit dem fünffach geordneten Haar ließest du an deiner Brust wohnen. Du wurdest zu den vier Lebenszielen, beginnend mit Dharma, zu den drei Gestalten und zu zweierlei Frucht; als der Eine stehst du weit entfaltet da.

Im reichen südlichen Tirukkudandai gibt es nie versiegende honigreiche Blumenhaine und Gärten mit üppigen Ranken. Die heranströmende Ponni bewegt große Edelsteine in ihren Wellen; leuchtende rote Reisfelder und herrliche Wälder umgeben die Stadt. Steinerne Befestigungen und goldene Paläste ragen auf; hohe Fahnen im Himmel streifen die junge Mondsichel. Dort verehren dich die Brahmanen mit Mantraworten, während du auf dem Lager der bewegten Schlange in wissendem Schlaf ruhst. Höchster, ich verneige mich vor deinen beiden Füßen. Wende mein Karma ab, damit das kommende Leid weicht!

Das Gedicht entfaltet auf- und absteigende Zahlenfolgen von eins bis sieben. Nicht jede tamilische Zahlensilbe lässt sich zugleich als Zahl und als normales Wort ins Deutsche übertragen; besonders „aru“ kann „sechs“ oder „Fluss“ bedeuten. Die „vier inneren Vermögen“, „beiden Arten der Geburt“ und „zweierlei Frucht“ werden im Vers nur knapp genannt und bedürfen traditioneller Auslegung.

Siriya Tirumadal (2673–2710)

(2673) Die Erdfrau trägt wolkenbedeckte Berge als Brüste, das augenfüllende Meer als Gewand und die herrliche Sonne als Stirnschmuck. Große Flüsse mit rötlichem Schlamm schmücken ihre Brust wie breite Halsketten; mächtige Regenwolken sind ihr Haar, Wasser ist ihr umgebender Zaun. Auf dieser Erde sprechen die Menschen von drei Lebenszielen. (2674) Prüft man diese drei, heißen sie Dharma, Wohlstand und Liebesfreude. Wer unter ihnen die Liebesfreude erreicht, gewinnt gewiss auch die beiden anderen herrlichen Güter mit. Die Liebende vertritt hier bewusst den Vorrang des Kama; dies ist ihre dramatische Rede, keine neutrale Systematik der Lebensziele. (2675) Wenn andere behaupten, es gebe noch ein weiteres Ziel, ist auch das nicht bloß mangelndes Nachdenken? Hört, ich werde erklären, weshalb die Worte der Welt unbedacht sind: Man durchbricht angeblich die Sphäre der strahlenreichen Sonne, deren Wagen ein einziges Rad hat und von sieben wolkengleichen Pferden gezogen wird, gelangt dort zu unersättlichem Nektar und bleibt dann dort … (2676) … ohne jemals zurückzukehren. Gibt es das wirklich? Lassen wir es! Wäre das nicht, als ließe man einen schönen Hasen laufen und jagte stattdessen einer Krähe nach? Ihr mit den schönen jungen Brüsten, hört nun, was mir selbst widerfuhr. Ich nahm mein dunkles Haar auf und band es zusammen, umschloss meine leuchtenden Brüste …

(2677) … fest mit dem Brustband, rückte meinen Edelsteingürtel zurecht und trug schwarzen Augenschmuck auf die scharfen, speergleichen Augen auf. Ich stand da und spielte mit einem schönen, prächtigen Ball. Da kam einer, den man Mal mit den roten Augen nennt, Augen wie wasserreiche Lotusblüten. Zur Freude aller Menschen dröhnten Trommeln; er trug zwei prächtige Töpfe durch die reiche Straße … (2678) … und tanzte, während Rufe der Bewunderung erklangen. Die jungen Frauen und alle Mütter sahen es und riefen: „Kommst du nicht?“ Durch mein schweres Karma ging ich hin. Danach fand ich weder meine dunkle, edelsteingleiche Schönheit noch die Reifen an meinen Händen wieder. Ich nahm nicht mehr an, was irgendjemand sagte; mein Verstand ging verloren … (2679) … und ich irrte in einem Leib, der mich nicht losließ. Meine Mutter mit der schönen, papageiensüßen Stimme sah mich voller Mitleid an, kam zu mir und strich mir zum Schutz reichlich heilige Erde auf. Sie gelobte, einen duftenden Kranz aus roten Kurinji-Blüten … (2680) … der Gottheit Sattan darzubringen. Danach versprach sie sogar noch eine Gabe, die sie sonst nicht gelobt hätte. Doch auch dadurch …

(2681) … wurde die Krankheit meines Denkens nicht geheilt, meine Verwirrung endete nicht, und meine schöne Farbe kehrte nicht zurück. Das sahen einige ältere, erfahrene Frauen und sagten: „Wenn ihr die in der Welt bekannte Wahrsagung mit Körnern ausführen lasst, wird sich gewiss zeigen, wer dahintersteht.“ Als man dies hörte … (2682) … setzte sich die Wahrsagerin mit dem Knoten dunkler Haare zur Deutung nieder. Sie nahm einige Reiskörner, warf sie in die schöne Worfelschale, schwitzte, bebte am ganzen Leib, bekam eine Gänsehaut und roch an ihrer Hand. „Er hat tausend Namen!“, sagte sie. Dann … (2683) … deutete sie seinen wolkendunklen heiligen Leib an und sagte: „Was er in der Hand trägt, ist die herrliche rechtsgewundene Muschel.“ Sie beschrieb … (2684) … seinen reichen, duftenden Kranz aus heiligem Tulasi und sprach: „Fürchtet euch überhaupt nicht! Der eure Tochter krank gemacht hat, ist kein gewöhnlicher Mensch; ich habe ihn erkannt. Ihr mit den scharfen Speeraugen, soll ich es euch verständlich erklären? Wer hat diese Welt mit seinen Füßen durchmessen? Durch wen fiel Lanka in Staub und Trümmer? Wer schützte vor dem steinernen Regen? Von wem wurde das Meerwasser …

(2685) … gequirlt? Seht, er ist es! Er hütete die Dorfherden, verschlang die ganze Welt und gab sie wieder frei; dennoch blieb er ungesättigt. Einst im Hirtendorf ergriff die schöne Frau mit dem prächtigen Hüftgewand, den zierlichen Füßen, dem roten Mund und den vollen, vom Brustband umfassten Brüsten den Quirl. Lange quirlte sie den reichen Joghurt, bis die schöne Taille schmerzte. Die Frau mit der schweißbedeckten Stirn sammelte die entstandene Butter, füllte sie in einen anderen Topf, hing ihn in ein Geflecht aus Fasern und stellte alles sorgsam bereit. Bis die Frau mit den kriegerischen Speeraugen fortging, tat er, als schliefe er und wüsste von nichts. Dann erwachte er, streckte die Arme bis zu den bekränzten Schultern hinein, verschlang unersättlich die Butter und … (2686) … rollte auch den danebenstehenden Buttermilchtopf um. Danach legte er sich wieder an seinen früheren Platz, als wüsste er nichts. Sie kam, sah ihn, fand aber das sorgfältig Verwahrte nicht mehr. Sie schlug sich vor Bestürzung auf den Bauch: „Wer könnte hier hereingekommen sein … (2687) … außer diesem hohen Herrn? Ihr selbst wart es; ihr habt dies getan!“ In unstillbarem Zorn band sie ihn mit einem langen Strick fest an den Mörser und schlug ihn vor den Augen aller Dorfbewohner. Er aber lag hilflos da mit seinem immer noch ungesättigten Bauch. Nicht nur das:

(2688) Er ging zum großen wasserreichen Teich, wühlte ihn auf und forderte die furchtbare königliche Schlange mit den tausend Hauben heraus: „Komm zu mir!“ Dann sprang er mit seinem herrlichen heiligen Fuß auf ihren Kopf. Und als eine Nachtwanderin kam und sagte: „Ich werde deiner Sita ebenbürtig sein“ … (2689) … schnitt er ihr mit scharfer Klinge die furchtbare Nase und beide Ohren ab und ließ sie gehen. Gegen ihren älteren Bruder spannte er den Bogen, sodass dieser nicht auf gewöhnliche Weise in die schlimme Hölle geriet … (2690) … sondern durch ihn sein Ende fand. Um Vaidehis willen, der Frau mit dem roten Mund und den schönen, vom Brustband umfassten Brüsten, trennte er dem breitschultrigen Ravana … (2691) … die zweimal fünf herrlichen Köpfe ab und freute sich am Sieg: der rotäugige Mal. Die Brust des Goldbenannten mit dem langen Kampfspeer riss er mit scharfen, starken Krallen auf und legte sich die Eingeweide als Kranz …

(2692) … über seine herrliche Brust. Während rotes Blut auf den Daliegenden herabströmte, schlug er triumphierend auf seine kumkumroten Schultern und erhob sich in ungesättigter Löwengestalt. Und nicht nur das: (2693) Als der berühmte Vamana bat er: „Gib mir drei Schritte Land!“ Durch List empfing er von Mahabali das Schenkungswasser und stand auf, um die ganze Welt zu durchmessen. In der Zeit des unstillbaren Streits stellte er mit den Asuras den wolkendunklen Berg auf, nahm die Schlange zum Seil, hielt alles unverrückbar und quirlte das Meer. Seine Brust trägt den heiligen Tulasi-Kranz. (2694) Ein Kampfelefant, groß wie ein mächtiger Berg, wurde im Teich gepackt und schrie. Mit seinem langen Rüssel hob er eine wasserreiche Lotusblüte und rief: „Narayana! O Edelsteinfarbener, du auf dem Schlangenlager! Komm und nimm meine schwere Not!“ Da brach der Herr in Zorn auf … (2695) … und spaltete in unstillbarem Grimm das Krokodil in zwei Stücke, um das Leid zu beenden. Unser großer Herr mit den tausend Namen ist es, ihr törichten Frauen, der eurer Tochter diese nicht endende Krankheit zufügte!“ So sprach die Wahrsagerin bestimmt.

(2696) Als meine Mutter hörte, dass es kein anderer war, sagte sie: „Ihr mit den kämpfenden Speeraugen, wenn er es ist, wird er ihr gewiss seinen blühenden Tulasi geben. Ist sie nicht seine Dienerin? Er ist schließlich kein Fremder.“ Damit gab sie sich zufrieden. Ich aber hatte ihn … (2697) … in seiner wolkendunklen heiligen Gestalt gesehen; allein das war der Grund, dass ich umherging, stammelte und irrte. Darüber hinaus … (2698) … dringt der kalte Nordwind ein und zerschneidet diesen Leib. Ich werde schwach und weiß nicht, wie ich ihm wehren soll. Aus Furcht, irgendeine Frau mit dichtem Haar … (2699) … könnte mich verspotten, blieb ich zunächst still, um solche Schande abzuwenden. Dann rief ich: „Komm, argloses Herz, geh zum Edelsteinfarbenen …

(2700) … und bring mir Gewissheit: Wird er uns seine herrliche heilige Tulasi-Girlande gewähren oder nicht? Frage so, dass kein Feind es hört; erkunde seinen Willen. Höre, was er sagt, und selbst wenn es nicht unseren Wunsch erfüllt, bleibe nicht aus, sondern kehre zurück!“ Doch mein Herz folgte dem Herrn von der Farbe des dunklen Meeres, kam nicht wieder und vergaß mich. Ich vom Karma Geplagte … (2701) … wurde zum willkommenen Gegenstand des Geredes der Stadt. Hier gibt es sonst niemanden für mich … (2702) … der nach meinem Zustand fragt. Wie Wachs vor der Flamme schmilzt mein Leben zu Wasser. Meine großen Augen … (2703) … schlafen nicht, selbst wenn die Stadt schläft. Ich stammle unaufhörlich die Namen des Höchsten. Außerdem …

(2704) … wer von denen, deren Liebe dem dunklen Meer gleicht, kümmert sich noch um den Vorwurf des Ungehörigen? Lassen wir das. Sie war keine unbedeutende Frau: Man kennt sie als Vasavadatta mit den schönen, vom Brustband umfassten Brüsten. Auch sie ließ … (2705) … ihren ganzen großen Kreis von Gefährtinnen zurück und ging mitten durch die breite Straße dem Mann mit den bekränzten breiten Schultern und gefesselten Füßen nach. Wurde sie deshalb von der Stadt verachtet? Wer könnte mir hier also … (2706) … noch Vorschriften machen und mein Gebieter sein? Bis ich seine wolkendunkle heilige Gestalt sehe, werde ich überall hingehen: zum herrlichen Tiruvenkatam, nach Tirukkovalur, zum ummauerten Kachchi-Uragam, nach Peragam, Vellarai des Herrn, der die feststehenden Maruda-Bäume brach, nach Vehka, ins große Ali, nach Tankal, Naraiyur und Tiruppuliyur, ins hainumgebene Arangam und nach Kannamangai … (2707) … nach Kannans Stadt mit dem wolkenfarbenen Edelsteinherrn, nach Vinnagar, ins herrliche Kannapuram, nach Cherai und Tiruvalundur, ins wolkenreiche Kudandai, nach Kadigai und Kadalmallai, ins schön umgrünte Idavendai und nach Nirmalai, ins herrliche Maliruncholai und nach Tirumogur, nach dem weltgepriesenen Badari und ins nördliche Mathura.

(2708) Keinen seiner Wohnorte werde ich auslassen. Von ihm werde ich sprechen: dem Ruhmreichen, der einem Elefanten den Hauer brach und einen anderen aus dem Griff befreite, dem rotäugigen Hohen, dem Träger des honigreichen Tulasi-Kranzes, dem Lotusäugigen mit den unermesslichen Eigenschaften. (2709) Seine tausend großen Namen werde ich mitten in der breiten Straße ausrufen. (2710) Auch wenn die Menschen der Stadt mich verspotten: Ich werde es nicht unterlassen, das Madal aus dem langen, schönen Palmenblatt zu besteigen. Das Madal ist hier das Zeichen einer öffentlich zur Schau gestellten, gesellschaftliche Zurückhaltung überschreitenden Liebessehnsucht. Der Schluss führt die Entschlossenheit der weiblichen Sprecherfigur bis zu dieser Herausforderung der Konvention.

Periya Tirumadal (2713–2790)

(2713) Auf der scharfen Schlange mit tausend Mündern und vielen beständigen Zeichnungen, mitten im göttlichen Licht der Edelsteine auf ihren gekrönten Häuptern, ruht er wie ein großer Berg auf diesem Schlangenlager. Seine blitzenden, edelsteinbesetzten Makara-Ohrringe senden Strahlen aus. (2714) Unter dem Baldachin namens Himmel, in dem zahllose Sterne mächtig leuchten, hat man die beiden Himmelslichter als dauernde Lampen entzündet. Das wogende Meer schwenkt mit seinen vielen Wellen die Wedel. Die Erdgöttin … (2715) … trägt die himmelwandernden Sterne als Blumenschmuck in ihrem regenwolkengleichen Haar; der hohe Berg des südlichen Königs und der göttliche Berg im Norden … (2716) … bilden ihre beiden Brüste. Diese göttliche Frau mit dem Schwanengang streicht mit ihren schönen Händen die beiden lotusgleichen roten Füße, die sie einst selbst durchmaßen. Er liegt da, in einen innerlich gesammelten Yogaschlaf versunken.

(2717) Danach erblühte im Kreis seines Nabels eine große, beständige Lotusblume voller Licht. Auf dieser Blüte erschuf er einst den Viergesichtigen. Dieser wiederum brachte die vier Veden hervor. Diese Veden … (2718) … nennen doch vier hervorragende gute Wege in der Welt: Dharma, Wohlstand, Liebesfreude und Befreiung. Wer jenen uralten Weg des letzten Zieles begehrt, von dem man sagt, er führe zu keiner Rückkehr, nimmt nur gefallene Früchte und abgefallene Blätter … (2719) … zu sich, quält seinen Leib, schläft in eng gefügten Laubhütten, erträgt die beständige Glut der heißen Sonne und liegt in weiten Wasserbecken. Solche Menschen verlassen, wie man sagt, hier ihren Leib und steigen auf … (2720) … und gehen den uralten Weg. Doch außer dieser Behauptung haben wir nie gehört: „Zu dieser Zeit hat dieser Mensch solches erlangt.“ Wenn es das wirklich gibt, dann nennt uns jene, die mitten durch die Sphäre der mächtigen, heißen Sonne …

(2721) … durch ein solches winziges Loch gegangen sind und den uralten Weg namens Befreiung erreichten! Sagt es. Wenn die Unwissenden mit engem Sinn dies nicht sagen können, sondern bloß jene Behauptung wiederholen, müssen wir sie etwa noch belehren? Lassen wir das. (2722) Seht die anderen, die auf dem zuvor genannten Weg des Dharma strebten: Sie gelangen in die goldene Stadt des tausendäugigen Königs der Himmlischen, während die Unsterblichen sie preisen. Dort sitzen sie auf dem herrlich strahlenden … (2723) … beständigen Thron, den mächtige, tödliche Löwen tragen. Junge Frauen mit langen, scharfen Augen schwenken Haarwedel, deren Büschel sich entfalten und einen süßen, jungen Blütenwind bewegen. Neben ihnen sitzen Zarte mit blitzschmaler Taille; ihr weißes Lächeln … (2724) … knospt auf wie junger Mondschein. Sie genießen deren rehgleiche Blicke. Ringsum stehen Haine goldener Wunschbäume mit schönen Blüten; blühende Mandara-Bäume versprühen Honigtropfen.

(2725) In den Hainen summen Bienen mit süßer Stimme. Mit Frauen, deren Haar langen Pfauenfedern gleicht, deren große Augen regenkühl und deren Taillen blitzschmal sind, spielen sie. Wo immer sie wünschen, auf beständigen Edelsteinböden, in Säulenhallen aus Rubinbüscheln … (2726) … mit blitzhellen Kristallrändern, festen Korallensäulen und reinem Gold, hören sie die süßen Vina-Lieder, die die schwanengleich schreitenden Apsaras mit ihren Händen spielen, und freuen sich. Hoch im weiten Himmel … (2727) … stehen blitzglänzende Paläste, über die Regenwolken ziehen und die den hellen, großen Mond berühren. Dort hängen beständige Edelsteinlampen. Auf den kunstvoll und vielfältig bereiteten Betten der regenäugigen Frauen … (2728) … öffnen sich die dicht eingefügten Fensterflügel und Türverschlüsse. Ein junger Wind trägt den feinen, duftenden Pollen heller blauer Wasserlilien, den Schwäne beim Umhergehen zerdrückten und verstreuten; er streift die Schultern dichter, duftender Mandara-Blüten …

(2729) … und kommt herein, verfolgt von edelsteingleichen Bienen aus den Blüten der Wunschbäume. Der süße junge Blütenwind trocknet die duftende Sandelpaste auf den jungen Brüsten. Die Glücklichen legen die Hand auf die herrlich blitzschmale Taille und an die hoch getragenen jungen Brüste … (2730) … während goldknospige Halsketten leise klingen und das Innere vor Freude zerfließt. Sie genießen die rehgleichen Blicke der schönen, großäugigen Frauen, deren Augen nicht blinzeln, und trinken den süßen Nektar ihres anmutigen Lächelns. Ist dies nicht … (2731) … die Frucht jenes Dharma? Auch der schöne Wohlstand dient derselben Art von Freude. Darum wollen wir auf dem dauernden Weg der Liebe bleiben. Es heißt zwar, dass Frauen mit Rehblick und Schwanengang, wenn sie Männer lieben, selbst unter dem Spott anderer … (2732) … nicht öffentlich das Madal besteigen. Solche Worte kennt man aus der südlichen Überlieferung; doch wir erkennen diese Beschränkung nicht an. Wir wünschen den beständigen nördlichen Weg. Wer das nicht will, kennt nicht die Wirkung der reichen Sandelpaste vom Potiyil-Berg des südlichen Königs …

(2733) … und weiß nicht, wie sie sich anfühlt; solche Menschen werden beim süßen Klang der Hirtenflöte nicht weich, welken nicht beim Klagen der Glocke am großen Stier und werden auch durch den leisen Ruf der Anril-Gefährtin oben auf der Palme … (2734) … nicht innerlich aufgewühlt, bis ihr Leib vor Sehnsucht schmilzt. Sie werden nicht schwach, wenn der reine Mondschein des nahen Himmelsmondes ihren Körper wie langes Feuer verbrennt. Wenn der Liebesgott Blütenpfeile auf seinen beständigen Bogen legt und abschießt … (2735) … treten sie nicht in die lange goldene Straße. Mögen jene Goldgleichen, die auf ihrem Blumenlager schlafen, während der süße junge Wind ihr blumengeschmücktes Haar, ihre Hüften und zarten Brüste streift, weiter in ihrem Glück ruhen! Doch als der kriegerische König Rama auf Befehl seines Vaters … (2736) … die Herrschaft aufgab, die goldene Stadt hinter sich klagen ließ und das reiche Land verließ – vor ihm flimmerte in allen Richtungen das Licht trügerischer Himmelswagen über der offenen Weite …

(2737) … wo Steine glühten, Bambus barst, Wirbelwinde kreisten und nur Dämonen mit faltigen Bäuchen umherstreiften, in jener mörderischen, heißen Wildnis über scharfes Geröll, das die unbarmherzige Sonne gebacken hatte –, ging da nicht mit ihren baumwollzarten Füßen … (2738) … die göttliche Frau mit dem Schwanengang, die man Vaidehi nennt, König Rama nach? Und weiter: Die Jungfrau Vegavati mit langen dunklen Augen, rotem Mund, Rehblick und blitzfeiner Taille … (2739) … konnte ihren Geliebten, ihr eigenes kostbares Leben, nicht sehen, weil ihr älterer Bruder ihn fortgeführt hatte. Sie ging hin, achtete den Bruder nicht, schlug ihn im scharfen Kampf zurück und ergriff die Hand des jungen Helden mit den felsenfesten Schultern. Kehrte sie nicht mit ihm zurück … (2740) … und vereinigte sich mit seinem goldglänzenden Leib? Und der unvergleichlich siegreiche Dhananjaya, Sohn des Kuru-Geschlechts, Herr des guten Landes, in dem die blühende Ganga ihr Wasser ausbreitet, mit dem blitzenden, langen, tödlichen Speer …

(2741) … wurde von der zarten Tochter des Schlangenkönigs ergriffen. Sie ließ dauernde Scham, Furcht und Zurückhaltung fahren, drückte ihre Brust an seine goldene, berggleiche Brust und führte ihn … (2742) … in ihre eigene schöne Stadt, wo sie ihn liebte und glücklich mit ihm lebte. Hat man diese alte Geschichte nicht gehört? Bana, der schwertmächtige König der Asuras, war an Pracht Purandara vergleichbar, der die goldene Stadt im umgebenden Meer zerstörte. (2743) Seine Tochter war so schön, dass keine Jungfrau der Welt ihr glich. Durch ihre innig geliebte Freundin ließ sie den geliebten Nachkommen des Königs herbeiholen, dessen mächtige, edelsteinfarbene Schultern frischer Tulasi schmückt … (2744) … des Wunderbaren mit den vier berggleichen Schultern, der mir Sünderin dies alles angetan hat. Durch Zauberkraft wurde jener zu ihr gebracht. Welche große, beständige Freude erlangte die Jungfrau dann mit ihm!

(2745) Habt ihr solche Geschichten etwa erst von mir gehört, ihr Unverständigen? Was soll ich noch erzählen? Die goldene Tochter des beständigen Bergkönigs, die göttliche, schwanengleich gehende Uma mit rotem Mund und einem schönen Lächeln, das wie heller Mondschein blitzt … (2746) … ließ ihren goldenen Leib mit der schwankenden Taille abmagern, bedrängte die fünf Sinne und legte ihr Haar als schwere Flechten auf. Durch solche schwer zu übende Askese hindurch gelangte sie zu dem Tänzer: Seine tausend Schultern und beständigen Handflächen schlugen den Takt, Blitze und Feuer erfüllten die Richtungen; sein erhobener Fuß mit klingenden Ringen ging über alle sieben goldenen Welten hinaus und ließ es über den Himmlischen erklingen. (2747) Mächtige Bergketten, Wind und Sterne drehten sich mit ihm, während er wirbelnd tanzte, der mit dem dreizackigen, tödlichen Speer, der sich mit Asche schmückt. Ging sie nicht hin und umarmte seine goldene Brust? (2748) Wollte ich alles einzeln ausführen, würde daraus ein ganzes Bharata-Epos. Hört stattdessen die Krankheit, die mich Arme traf. Ich ging in das hainumgebene Tirunaraiyur der Vedenkundigen, durchschritt das goldene Tor des hohen, berggleichen Heiligtums …

(2749) … und schaute, bis meine Augen sich freuten. Als ich hinsah, strahlten die heilige Brust des Königs, sein Mund, seine beiden Füße, die vielen schönen Hände und die Augen wie ein goldener Lotushain, der auf einem Edelsteinberg erblüht … (2750) … und blitzendes Licht hervorbringt. Herabhängende heilige Schnur, Armreifen, beständige Ohrringe, Halsgeschmeide und die hohe Krone glänzten; ihr Scheiteljuwel verbreitete dichten Sonnenglanz. Neben diesem beständigen Smaragdberg stand … (2751) … eine liebliche junge Vanji-Ranke: Sie war zugleich Schwan und Hirsch, schöner Pfau und dazwischen Blitz, zwei junge Bambusrohre, zwei Schalen, die rote Tondai-Frucht und zwei Scharen von Fischen. Die Bilder beschreiben Gang, Blick, Erscheinung, Taille, Arme, Brüste, Mund und Augen der Göttin. (2752) Ohne die ganze Bedeutung dieser heiligen Erscheinung zu erfassen, ging ich fort und ließ Herz, Verstand, Armreifen und goldenen Hüftgürtel dort zurück. Seitdem braust das beständige Meer, und die süßen Strahlen des Mondes …

(2753) … sind allein für mich heiß. Warum haben sie ihr eigenes Wesen aufgegeben? Der süße junge Südwind mischt sich mit dem Duft des reichen Sandelholzes auf dem Potiyil-Berg des südlichen Königs und zieht sonst zur Freude des Herzens durch diese Welt … (2754) … doch für mich bläst er Feuer. Selbst der leise Ruf der Anril-Gefährtin aus dem stacheligen, lotusförmigen Nest auf der Palme vor mir wird zur zweiseitigen Säge für mein Herz. Was soll ich tun? (2755) Der Liebesgott mit den festen Schultern krümmt seinen Zuckerrohrbogen, legt die tödlichen Blütenpfeile auf, schmiegt sich an den Bogen und zieht ihn über seine Schulter zurück. Er schießt auf mich Einsame; mein eigenes Herz ist ihm die Zielscheibe. (2756) Niemand ist da, der mich davor schützt. Ich Torin bin wie die duftende Blüte einer Ranke in einem steinreichen Wald: Ohne dass jemand ihren guten Duft empfängt, fällt sie nutzlos auf den trockenen Boden.

(2757) Wenn meine Weiblichkeit, meine Schönheit und meine Brüste nicht die goldene Brust dessen berühren, der im Besitz der beständigen Blütengöttin ist und in Kannapuram wie ein goldener Berg steht – wozu dienen sie dann? Sie werden mir selbst zur Last … (2758) … und altern vor meinen Augen. Kennt niemand ein beständiges Heilmittel, das sie vor dem Vergehen bewahrt? Am mächtigen Nacken des großen Stiers hängt an einer starken Kette eine einzelne Glocke. Gebunden wie junge Frauen mit blitzenden Augen, bewegt sich am Abend ihre Zunge ohne Unterlass … (2759) … und ihr süßer Klang gelangt an mein Ohr, schärfer und länger quälend als eine tödliche Klinge. Wie soll ich mich davor schützen? Sagt es! Der König, der mir dies antat … (2760) … trägt duftenden Tulasi auf der Brust. Er ist der Wolkenfarbene, der einst den großen Mond aus der Umklammerung befreite, der die Farbe der kleinen, duftenden Kaya-Blüte besitzt. In das ihm farbgleiche Meer setzte er Berge, baute einen Damm …

(2761) … und sandte in der großen, grausamen Schlacht Pfeile gegen König Ravana, bis seine zehn goldenen Kronen rollten und er in die südliche Welt gelangte. Diesen Helden will ich aufsuchen. Und auch ihn, der gegen den Danava vorging, welcher den Himmel des tausendäugigen Königs und die goldene Welt der Götter … (2762) … durch die Kraft seiner Schultern an sich genommen hatte. Später wurde er zum Löwen und blickte feurig. Doch er tötete den Mächtigen nicht auf dem tödlichen Schlachtfeld; er packte sein beständiges, glänzendes Haupthaar und zog ihn zu sich … (2763) … legte ihn auf seinen eigenen Schoß und spaltete die goldene Brust mit starken Krallen. So gewann dieser Held Ruhm, dessen mächtige Hand die blitzende Radwaffe trägt. Als das große Urwasser die beständige weite Erde verschlang … (2764) … ging er als Eber hinein, setzte sie auf die scharfe Spitze seines gebogenen Hauers wie auf einen tödlichen Speer und hob sie empor. Diesen wunderbaren Tänzer will ich aufsuchen. Den beständigen nördlichen Berg nahm er als Quirl und die große Schlange als Seil …

(2765) … und drehte den Berg, bis sich die beiden leuchtenden Gestirne, der Himmel und sein ausgebreiteter Glanz mit ihm zu drehen schienen. Er speiste die Himmlischen mit süßem Nektar und beendete ihr beständiges Leid: diesen Großmütigen. Darüber hinaus verbarg er seine wahre Gestalt vor allen … (2766) … und trat als beständiger kleiner Brahmanenschüler in Mahabalis goldenes Opfer ein. Er gewann das Herz des Königs der kriegerischen Könige, täuschte ihn freundlich, ließ sein Herz schmelzen und öffnete den Mund: „König, gib mir drei Schritte Land, damit ich sie mit meinen eigenen Füßen ausmesse!“ (2767) Kaum hatte jener gesagt: „Ich habe es dir gegeben“, berührte die blitzende Edelsteinkrone den Himmel. Der erhobene goldene Fuß mit den klingenden Ringen ging über alle sieben Welten hinaus … (2768) … und streckte sich so weit, dass die feindlichen Asuras erbebten. Ich will den aufsuchen, dessen Fuß die beständige weite Erde durch Mahabalis Überlistung wieder zu seiner eigenen Welt machte; den Gemahl der blitzschmalen Göttin auf dem Lotus; den goldenen Berg in Vinnagar …

(2769) … den kämpfenden Stier im blühenden Kudandai, wo die Ponni Edelsteine anschwemmt; den roten Korallenberg im südlichen Kurungudi; den Großmütigen des beständigen, kühlen Cherai; in Ali mit seinen schönen Wasserfeldern, wo Schwäne auf großen Lotusblüten schlafen … (2770) … meinen süßen Nektar; den großen Berg von Evvul; den Wunschbaum von Kannamangai mit seinen unüberwundenen Mauern; den Blitz, die beiden Himmelslichter, das Gold auf dem Felsensitz in Vellarai, den Smaragd, unseren Kampfstier von Putkuli … (2771) … unseren großen Edelstein im beständigen Arangam, Pinnais Gemahl in Vallaval, den Ungeborenen in Per, den ungeschliffenen, strahlenden Edelstein auf dem alten Wasserozean, Mal in meinem Herzen, den Herrn von Idavendai … (2772) … den Wunderbaren des beständigen Kadalmallai, das leuchtende Kronjuwel der Himmlischen, den kräftigen Helden von Tankal, die von anderen nicht erkannte Wirklichkeit, die Perle, den Schwan, den Fisch, den Löwen, den schwer zugänglichen Veda …

(2773) … die Gestalt, die einst diese Welt verschlang, unseren Wunderbaren im beständigen engen Durchgang von Kovalur, das Kind, das weiter an der Brust trank, während die Dämonin schrie, das aufsteigende Licht von Alundur, wo Schwäne im Schlamm nach Nahrung suchen … (2774) … meinen Schatz im südlichen Tillai-Chitrakutam, unseren Meister von Venkatam, wo Blitze und Regenwolken ziehen, den König, den Gemahl von Maliruncholai, den Träger des tödlichen Rades, den Löwen von Kottiyur … (2775) … in jener heiligen Gestalt, die süße Nektarflut von Tirumeyyam, den Reinen von Indalur, den Menschenlöwen von Velukkai im fest ummauerten Kachchi, unseren Helden im beständigen Padagam und in Vehka … (2776) … den in gesammeltem Yogaschlaf Ruhenden, denselben in Uragam, unseren herrlichen Stier in Attabhuyakaram, den Herrn, der mein Herz raubte, den Ursprung der Himmlischen, die Lampe von Mulikkalam …

(2777) … denselben, den Herrn von Adanur, der herrscht und ausmisst, das Gestern, das Heute und das Morgen, den auf Nirmalai beständig als vier Veden Gegenwärtigen, das südliche Tamil und das nördliche Wort von Pullani, in Nangur … (2778) … den Gemahl im beständigen Manimadakkovil, den jungen Mond des wasserreichen Talaichangam, Kannan, den ich verehre, den Herrn von Kannapuram und den Gemahl im beständigen Edelsteintempel des südlichen Naraiyur. (2779) Wenn ich diesen jungen Helden mit felsenfesten Schultern sehe, ihn mit gefalteten Händen verehre und ihm meinen ganzen Zustand mitteile, er mir aber weder seine Gnade noch die Umarmung seines Leibes gewährt, werde ich von ihm erzählen: in den Straßen der Frauen mit blitzschmaler Taille, in den Wohnstätten der Vedenkundigen … (2780) … vor seinen eigenen Dienern, in den Versammlungen der Könige mit tödlichen Speeren, die die ganze Erde beherrschen, und überall im Land. Ich werde seine gesamte Lebensgeschichte öffentlich machen: wie er einst in den Gassen der blitzschmalen Hirtinnen zum Stehlen …

(2781) … die dichte Tür öffnete, hineinging und Joghurt und Butter verschlang, bis sein Bauch voll war; wie die sanften Frauen mit großen Fischaugen ihn packten und er danach mit einem langen Strick an den Mörser gebunden wurde. (2782) Auch wie er als ein solches gewaltiges Wesen beim Fest der Hirten vor den großen Mengen Reis erschien, die auf dicht beladenen Wagen herangeschafft worden waren … (2783) … und sich davor setzte und alles restlos selbst aufaß. Wie er als Bote der herrschenden Könige in die große Versammlung der Könige ging … (2784) … obwohl man dort verächtlich über ihn sprach. Und wie er bei lautem Trommelschlag zur Freude der Augen der Frauen …

(2785) … als ungestümer Tänzer immer wieder mit Töpfen tanzte und sich der erniedrigenden Frage aussetzte: „Was ist das für einer?“ (2786) Auch von der Herrin des südlichen Lanka, der Tochter des Rakshasa-Geschlechts, der guten Schwester König Ravanas mit den scharfen Zähnen … (2787) … Surpanakha mit dem dichten, brennenden Zorn: Sie wurde schwach, nahm vor Sehnsucht eine goldene Blässe an und begehrte ihn in erwachender Liebe. (2788) Doch er zürnte ihr, die ihn liebte, schnitt ihr die Nase ab und bewies so seine unerbittliche Härte. Und von Tataka, die einem mächtigen Berg glich …

(2789) … und ihresgleichen nicht hatte: Auch die feste Kraft, mit der er sie um des großen Weisen willen in die südliche Totenwelt sandte, werde ich erzählen. (2790) All dies will ich bedenken und unablässig in der Welt bekannt machen. Ich werde das Madal der schönen Palme besteigen, die vor mir aufkeimt, hoch aufwächst und ihren Glanz weit ausbreitet. Die Drohung, die scheinbar beschämenden Taten des Geliebten öffentlich auszurufen, ist die dramatische Zuspitzung des Gedichts. Die Sprecherin deutet vertraute Heilsgeschichten aus ihrer verzweifelten Liebessehnsucht um.

Tiruvaymoli (2791–3892)

Lesebereich 2791–2890

(2791) Wer besitzt die höchste Güte, über die nichts hinausreicht? Er! Wer schenkte mir klare Erkenntnis, frei von Verblendung? Er! Wer ist der Herr der unermüdlichen Unsterblichen? Er! Verehre seine leuchtenden Füße, die Leid vertreiben, und erhebe dich, mein Herz! (2792) Wenn das Innere des Geistes von Unreinheit frei wird und sich entfaltet, bleibt er doch jenseits des Maßes geistiger Erkenntnis und jenseits der Wahrnehmung der Sinne. Er ist die ganze, in solcher Gemeinschaft erkannte Güte; in Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit hat er keinen Gleichen. Er ist mein Leben; niemand überragt ihn. (2793) »Dies besitzt er nicht, jenes besitzt er« – so lässt er sich nicht denken. Auf Erden und im Himmel ist er Gestalt und Gestaltlosigkeit; er ist sinnlich wahrnehmbar und den Sinnen entzogen. Unaufhörlich durchdringt er alles. Diesem Einen von grenzenloser Güte sind wir nahegekommen. (2794) Wir, jener, dieser und der dort; jene, diese und die dort, welche auch immer; sie, jene Menschen, diese und die dort; jenes, dieses, das dort und was immer; die vergänglichen Dinge dort, hier und da, Gutes und Böses: All dies ist er, der als alles dieses besteht.

(2795) Nach der jeweiligen Weise ihres Erkennens suchen die Menschen die Füße dessen auf, den sie ihren Gott nennen. Ihren jeweiligen Gott betrachten sie als vollkommen. Der Herr steht bereit, damit sie ihn auf dem ihnen bestimmten Weg erreichen. (2796) Sie stehen, sitzen, liegen, wandeln; sie stehen nicht, sitzen nicht, liegen nicht, wandeln nicht. Ihn auf eine bestimmte solche Daseinsweise festzulegen, ist unmöglich. Dennoch besteht er immer in seiner eigenen unveränderlichen Wesensart: unser fester Halt. (2797) Als weiter Himmel, Feuer, Wind, Wasser und Erde und als sämtliche Dinge, die sich darin ausbreiten, ist er in jedem einzelnen verborgen wie das Leben im Leib. Überall durchdringt er alles: der in den strahlenden Veden gepriesene Herr, der dies alles in sich aufnahm. (2798) Sein Zustand ist selbst den Göttern schwer erkennbar. Er ist der erhabene Ursprung des Himmels und alles Übrigen, der Höchste über allem, der alles verschlang. Er verbrannte die drei Städte; seine Erkenntnis übersteigt selbst die der Unsterblichen. Als Hara und Ayan besteht er, indem er die Welt auflöst und erschafft.

(2799) Sagt man: »Er ist«, dann sind diese Gestalten seine Gestalt. Sagt man: »Er ist nicht«, dann ist diese Gestaltlosigkeit seine Gestaltlosigkeit. Da »Sein« und »Nichtsein« seine Bestimmungen sind, besteht er in beiden Weisen und durchdringt alles ohne Unterbrechung. (2800) Im weiten kühlen Meer durchdringt er jeden Wassertropfen. Wie dieses ausgedehnte Weltall ist er ohne Ausnahme in Erde und Himmel verborgen; in jedem noch so kleinen verborgenen Raum und in jedem dort befindlichen Ding ist er verborgen und überall gegenwärtig: Er nahm dies alles in sich auf. (2801) Himmel, Feuer, Wind, Wasser und Erde: Als ihre erhabenen Eigenschaften, Kraft, Stärke, Frische und Geduld besteht der Höchste. Von den tausend wohlgeordneten Worten Satakopans aus Kurukur über seine Füße führen diese zehn zur Befreiung. Die Zuordnung der fünf genannten Eigenschaften folgt dem Zusammenhang der fünf Elemente; das knappe Tamil lässt unterschiedliche Einzeldeutungen zu. (2802) Lasst alles vollständig los! Macht euch frei und gebt euer Leben dem anheim, dem die Befreiung gehört.

(2803) Die Körper der bleibenden Seelen sind unsteter als ein Blitz. Wenn ihr dies bedenkt, richtet eure Gedanken auf den Herrn. (2804) Tilgt »ihr selbst« und »das Eure« mitsamt ihrer Wurzel und vereinigt euch mit dem Herrn. Für die Seele gibt es keine gleichwertige Erfüllung. (2805) Seine Gestalt ist weder das Nichtseiende noch das Seiende. Lasst eure Bindungen los und umarmt jene grenzenlose Güte. (2806) Wenn die Bindung abgeschnitten ist, wird Befreiung erlangt. Ist jene trennende Macht im Herzen fest geworden, löse dich davon und halte dich an den Herrn. Der stark verkürzte dritte Versfuß ist hier sinngemäß auf das zu überwindende Hindernis bezogen.

(2807) Auch der Herr ist ohne Anhaften, und doch steht er in allem. Werde frei von Anhaften und birg dich ganz in ihm. (2808) Erkenne den gesamten Reichtum von Schönheit, der in ihm enthalten ist. Denke: »Dies ist die Schönheit, die im Herrn ruht«, und werde innerlich still in ihm. (2809) Bedenke die drei: Denken, Sprechen und Handeln. Beende ihr eigenmächtiges Umherschweifen und gehe im Innern des Herrn zur Ruhe ein. (2810) Wenn du dich ganz in ihm birgst, werden sich alle Bindungen lösen. Auch später, wenn du den Körper verlässt, denke an ihn.

(2811) Suche die festen, mit Fußringen geschmückten Füße Naranans, dessen Herrlichkeit unerschöpflich ist: Er ist die leuchtende Wirklichkeit jener Güte, die mit jedem Gedanken an sie wächst. (2812) Dies sind die zehn zum Nachsinnen bestimmten Strophen aus den tausend schön gefügten Worten Satakopans aus dem südlichen Kurukur mit seinen weiten, wasserreichen Feldern. (2813) Seinen liebevollen Dienern ist er leicht zugänglich, den anderen der schwer erreichbare Wundertäter. Unser kostbarer Herr, den die Lotusgeborene liebt: Wie erstaunlich, dass er wegen des Diebstahls frisch gequirlter Butter am Leib gefesselt wurde und, an den Mörser gebunden, klagend dastand – so zugänglich! (2814) Es liegt in seinem Wesen, leicht zugänglich zu werden: in zahllosen Geburten ohne feste Begrenzung. Er ist die strahlende vollkommene Güte, die anfangslose, unvergängliche Befreiung. Unablässig besteht er in solcher offenbar werdenden Wirklichkeit. Als Herr von allem ist er mit zärtlich gewährter Gnade innen wie außen gegenwärtig.

(2815) Er überragt alle wohlgeordneten Wege des Dharma unübertrefflich. Er ist der beständige Bereich ohne Anfang, Ende oder Unterbrechung; er ist die gefestigten Unsterblichen und alle Dinge und Wesen. Wer vermag die wundervolle Macht dieses vollkommenen Naranan zu erkennen? (2816) Unser Herr ist schwer als jemand von einer bestimmten Wesensart zu erkennen; unser Herr ist leicht als jemand von einer bestimmten Wesensart zu erkennen. Unser Herr besitzt tausend Namen und viele weitere. Ob er einen Namen und eine Gestalt hat oder nicht hat – darüber entsteht Streit. (2817) Der anfangende, selbst endlose erhabene Bhagavan besitzt unzählbare Vorzüge, von denen die sechs Glaubenswege sprechen, wenn sie ihren Weg bedenken und Zwietracht beilegen. Bleibt auf dem Weg ehrfürchtiger geistiger Übung; jätet die abweichenden Wege wie Unkraut aus. Erkennt durch die Erkenntnis seiner selbst und trocknet so das klebende Anhaften aus. (2818) Ihr Seelen! Auch wenn ihr immer wieder erkennt, hinabsteigt, euch weitet, emporsteigt und diesen ausgedehnten Zustand der Gestalten immer wieder erforscht, ist das Wesen des Herrn schwer zu erkennen. Bedenkt und nennt immer wieder jene, die Hari, Ayan und Hara heißen; verehrt das Eine, das sich eurem Herzen erschließt.

(2819) Naranan von herrlicher Schönheit, der Viergesichtige und Hara stehen in Gestalten, deren Einheit oder Vielheit schwer zu erkennen ist. Nehmt sie gesammelt in euer Herz, sinnt nach und trennt die beiden Bindungen ab. Unsere Tage sollen ihm gehören, indem wir das als gut Erkannte verwirklichen. Die »beiden Bindungen« werden traditionell auf Ichbezogenheit und Besitzanspruch bezogen. (2820) Unsere alten schlimmen Taten, die uns täglich bedrängen, vergehen zugleich; daran fehlt nichts. Wascht die Unreinheit aus dem Inneren des Geistes, verehrt täglich die guten Füße unseres mit Sri verbundenen Herrn. Auch am Ort des Sterbens in Verehrung zu sterben – darin liegt die Stärke. (2821) Er hat den Verbrenner der drei Städte an seiner rechten Seite aufgenommen. Der aus seinem Nabel aufsteigende, nach den Himmelsrichtungen blickende Schöpfer und die von ihm geschaffene gute Welt: Nachdem er sie sichtbar hervorgebracht hat, bleibt er selbst in seiner Welt gegenwärtig. Will man es aussprechen: Später befinden sich diese wieder in seinem Bauch. All dies ist sein wunderbares Verfügen. (2822) Er vermag Wunder, die selbst die Unsterblichen mit ihrer ungetrübten Einsicht und guten Erkenntnis verwirren – Wunder größer als der Himmel. Er hat die dunkle Farbe einer Regenwolke. Ohne Vergessen werde ich nach seinen guten Lotusfüßen rufen, die die weite Erde durchschritten; ich werde sie umfangen und in Ruhe verehren.

(2823) Er quirlte das wogende Meer, während die Unsterblichen sich vor ihm verneigten und erhoben. Diese zehn gehören zu den tausend kostbaren, wohlschmeckenden Diensten Satakopans aus dem reichen Kurukur mit seinen schönen Hainen. Wer sie beherrscht, gelangt mit den Unsterblichen in die Höhe und durchbricht das Gefängnis seiner Geburten. (2824) Sanfte Reiherin mit schönen Flügeln, du Mitfühlende! Wenn du mit deinem schön geflügelten Gefährten »Ach, ach!« sagend Erbarmen mit mir hast und als meine Botin zu dem gehst, der den Vogel mit mächtigen Schwingen als Banner führt: Was könnte es euch schaden, wenn er euch in strenge Haft nimmt? (2825) Ihr Scharen von Kuckucken, seid ihr nicht für mich da? Was würde geschehen, wenn ihr als meine Boten meinem Herrn mit roten Lotusaugen von mir erzähltet? Wegen all meiner früheren Taten konnte ich mich nicht rechtzeitig um den kleinen Dienst unter seinen heiligen Füßen bemühen. Ist es nun mein Schicksal, von ihm getrennt zu bleiben? (2826) Ihr sanft schreitenden Schwäne, die ihr nach eurer Bestimmung mit euren Weibchen vereint seid! Sagt dem listigen Herrn, der klug als kleiner Brahmanenschüler die Welt erbettelte: »Eine Frau ohne Einsicht ist im Innersten ganz verwirrt und verzagt; sie fragt: Werden meine mächtigen schlechten Taten niemals vergehen?«

(2827) Was soll ich meinem Herrn von dunkelblauer Wolkenfarbe ausrichten lassen, der meinen Zustand sieht und nicht erbarmend sagt: »Das darf nicht sein«? Ihr schönen dunklen Anril-Vögel! Werdet ihr ihm diese eine Nachricht schenken oder nicht: »Ihre gute Verfassung wird von jetzt an bei ihr nicht bleiben«? (2828) Kleiner freigebiger Reiher, der in den wasserreichen Gärten Nahrung sucht! Wenn du Naranan siehst, bring mir, deren Augen von Tränen überfließen, gnädig ein Wort zurück: »Kann er mir Unglücklicher nicht auch schenken, was er den sieben von Hainen erfüllten Welten gewährt, die er beschützt und erhält?« (2829) Gestreifte Biene, reich an Erbarmen! Wenn du den Herrn siehst, das Meer der Gnade, sage ihm: »Du, der du bisher keine Gnade gewährtest, sei gnädig! Ehe ihr Leben verdorrt, lenke deinen göttlichen Vogel wenigstens eines Tages durch ihre Straße!« Was haben denn auch wir verbrochen? (2830) Der kalte Tauwind durchschneidet mich, als nähte er meine Knochen an einem Faden zusammen. Junger Papagei, bist du nicht der, den ich großgezogen habe? Was würde ein einziges Wort schaden, wenn du zu Tirumal sagtest, der nur meiner Fehler gedenkt und sich nicht erbarmt: »Was hat sie gegen die Barmherzigkeit deiner heiligen Füße verbrochen?«

(2831) Bist du es nicht, mein kleiner Mainavogel? Ich bat dich: »Geh als meine Botin zu Nedumal und erzähle von meiner Krankheit!« Doch du bliebst, ohne es zu sagen. Meine Schönheit und meine kostbare dunkle Körperfarbe sind dahingeschwunden. Suche dir nun jemanden, der süßen Reisbrei in deinen Schnabel legt! (2832) Ich suche selten gesuchte Blüten, um sie täglich unter Naranans unverwelkliche Blumenfüße zu legen. Stattdessen frei von Tätigsein zu Hause umherzugehen und stillzusitzen – was nützt das? Kalter Tauwind, der mich durchdringt: Sprich zu ihm und zerreiße dann meinen Leib! Die dritte Zeile kann auch die ersehnte Ruhe der Befreiung anspielen; der Zusammenhang bleibt die unerfüllte Sehnsucht nach tätigem Dienst. (2833) Er ist alles: Leib, der Kreislauf der Geburt, Befreiung und das Leben als Ursprung. Er schuf das Wasser des tiefen Meeres und schläft darin. Wenn du den Herrn mit dem siegreichen Diskus siehst, mein sanftes Herz, sage ihm dies und lass nicht von ihm ab, bis wir Unglücklichen mit ihm vereint sind. (2834) Über Kannan, den Herrn der Bewohner der sieben ausgedehnten Welten, sprach Satakopan aus dem freigebigen Kurukur, das reiche Felder umgeben, diese passenden Worte. Durch die gehaltvolle Rede dieser zehn aus den tausend wohlbemessenen Antati-Strophen lässt sich jener große, himmelhohe Reichtum erlangen.

(2835) Ich, von schweren Taten beladen, nenne den Ursprung der sieben reichen Welten und Herrn der Himmlischen: »Dieb, der heimlich Butter anrührte und aß!« Und wieder sage ich, in Gedanken an ihn dahinschmelzend: »Mein Vater, der du als Führer der Hirten mit ihren starken Rindern sieben junge Stiere umfingst, um Pinnai mit dem jasminhellen Lächeln zu gewinnen!« (2836) Wenn die vielen Unsterblichen und Weisen deiner gedenken, dahinschwinden und innerlich schmelzen, wenn sie geflochtene Kränze, Wasser, Sandel und Räucherwerk darbringen und sich verneigen: Wird deine Größe nicht schon durch die begrenzte Erkenntnis ihres Geistes beeinträchtigt, du Wundervoller? Du bist der Same alles Denkbaren und bleibst ursprünglich unzerstört. (2837) Er schuf den vollkommenen Viergesichtigen und gebot ihm: »Erschaffe die Geburtsformen!« – die vielen Himmlischen und Weisen, die ihr Dasein in erhabenen Geburten erlernten. Er ist allem Erkennen fern; er durchmaß mit seinen heiligen Füßen alle Richtungen. Er ist allen Lebewesen Mutter: Er allein ist die eine Gestalt. (2838) Als eine einzige Gestalt, als einziger Same, wurde er selbst zu den Drei, den vielen Himmlischen und Weisen und allem anderen ohne Ausnahme. In sich brachte er ein großes Urgewässer hervor und schläft darin. Der Herr der Himmlischen, der große Wundertäter, Vaikunthan, ist unser Herr.

(2839) Madhava, du trägst die sanfte Frau mit dem Blick eines Rehs auf deiner Brust! Govinda, du ließest die Kugel deines Bogens ihren Körper treffen, sodass der Buckel zerbrach! Edelsteinfarbener, dessen Licht den Himmel erfüllt, Madhusudana! Gewähre mir Sünder deine Gnade, damit ich deine honigreich erblühenden heiligen Füße erreiche. Die Bucklige und das Geschoss gehören hier zur südindischen Rama-Erzähltradition; der Vers verbindet mehrere göttliche Erscheinungsweisen. (2840) Du wurdest die Arznei, die meine Taten heilt! Herr der Himmelsbewohner, Kesava, Ursprung des in Häusern siedelnden Hirtenstammes, großer Wundertäter, Madhava! Sridhara, du durchschossest die sieben dicht verzweigten Mara-Bäume! »So bist du, solche Namen trägst du!« Mit diesen Worten schmachte ich, dein Diener. (2841) Ich, dein Diener, besitze nur geringe Erkenntnis. Doch ich rufe danach, ihn zu sehen: Kannan mit dem Kranz aus duftendem, kühlem, schönem Tulasi, der für jeden schwer zu erkennen ist; Tirumal, der verhindert, dass seine Diener wieder an leidvolle Körper gebunden werden. Gibt es eine größere Verblendung als dieses mein Verlangen? (2842) Einst verschlangst du die sieben Welten und gabst sie wieder frei. Durch deine Wunderkraft tratest du in die vergängliche Körpergestalt kleiner Menschen ein und aßest Butter. Selbst wenn etwas Erde beim Verschlingen zurückgeblieben sein sollte: Ist das Essen von Butter eine Arznei, um die Erde aufzulösen und nicht die geringste menschliche Schwäche an dich heranzulassen, du Wundervoller?

(2843) Wir gehen nicht zugrunde, wenn wir uns an seine staunenswerte Gestalt halten: den Wundertäter, der als reines kleines Kind die Giftmilch wie Nektar trank, sodass die böse, rastlose, gewaltig betrügerische Dämonin starb; den einzigen Herrn der Himmlischen, den Geliebten der Lotusfrau, die Mutter jedes Lebewesens, ihren Herrn und meinen Herrn! (2844) Er lässt die beiden mächtigen, anhaftenden Arten von Taten vergehen, trennt die täuschende Bindung ab und richtet den Geist zurecht, damit er frei von ihr auf ihn gerichtet bleibt; so bereitet er Befreiung. Nedumal ist das Licht voller Erkenntnis, jenseits jedes Maßes in Breite, Tiefe und Höhe, Gestalt und Gestaltlosigkeit und das Leben all dessen. (2845) »Mal! Wundersamer großer Herr! Großer Wundertäter!« – so rief Satakopan aus dem beständigen Kurukur immer wieder, von Liebe ergriffen durch Mals Gnade. Wer diese zehn aus den tausend beherrscht, die tamilkundige Dichter, Musiker und Verehrer preisen, braucht keinen Kummer zu tragen. (2846) Ihr, die ihr danach verlangt, im Singen des Herrn ohne Kummer aufzublühen: Ohne trennende Unterscheidungen sprengt gutes Wasser aus; was darzubringen ist, sind Räucherduft und Blumen.

(2847) Dem Ursprung der alten Veden, der kühlen schönen Tulasi voller Honig trägt, zu dienen, ohne zu fragen: »Was ist dies, was ist jenes, was ist mein angemessener Dienst?« – eben dies ist die rechte Weise des Dienens. (2848) Mein Herz weicht nicht von der Seite des Herrn, der weder seinesgleichen noch einen Höheren hat. Meine Zunge singt sein Lied; mein Leib tanzt wie von einer göttlichen Macht ergriffen. (2849) Wie besessen tanzt mein Leib. Der Herr, vor dem ich mich verneige und dem ich diene, besitzt ein Wesen voller Vorzüge, über die sogar die Unsterblichen miteinander streitend stammeln. (2850) Er kennt weder parteiliches Annehmen noch Verwerfen, weder Geringschätzung noch begehrliches Anhaften. Denen, die sich innerlich mit ihm vereinen und keine Trennung wünschen, ist er einzigartiger Nektar. Die knappe Gegenüberstellung von Trennung und Nichttrennung ist hier aus der Hingabeperspektive erschlossen.

(2851) Nedumal mit dem hoch aufleuchtenden Diskus schenkte den Unsterblichen den Nektar. Er selbst ist weit süßer als Nektar, er, der im weiten Meer mit seinen aufragenden Wogen ruht. (2852) Er zerschlug Arme und Köpfe des Königs von Lanka, das das weite Meer umgibt. Verehrt seine Füße auf eurem Haupt und lasst so eure Tage vergehen. (2853) Lasst sie vergehen, ihr Diener; legt eure Last ab und verehrt ihn! Wenn ihr ihn verehrt, vernichtet er die mächtigen Taten, die euren Weg versperren, und schenkt unvergängliches Gedeihen. (2854) Der einzige Gemahl der heiligen Tochter, der selbst die schwer erreichbare Frucht des Dharma ist, unser Herr von großer Herrlichkeit: Er schneidet die zweifachen Taten ab.

(2855) In nicht länger als einem Fingerschnippen tilgt Madhava von herrlicher Gestalt die schlechten Taten – er, der den kämpfenden Vogel als Banner erhebt. (2856) Diese zehn aus den tausend makellosen Strophen, die Satakopan ohne Übel und nutzlose Rede an Madhava richtete: Wer sie zu rezitieren vermag, wird nicht wieder geboren. (2857) Wer, in Erkenntnis gefestigt, das strahlende Licht der Entsagung erreicht, sodass das Leiden der Geburt endet, bewahrt ohne Vergessen den Gerechten im Herzen: den Heiligen mit dem Diskus als Waffe. (2858) Er ist aufbewahrter Schatz und Arznei. Er lässt seine Diener nicht unter den fünf Sinnen erliegen, deren Stärke aus mächtigen Taten stammt. Durch seine Güte überragt er überall jeden immer weiter, jenseits aller Grenzen: der junge Spross unseres Hirtenvolkes.

(2859) Immer wieder trank ich den reinen Nektar: den wundervollen Herrn, der als junger Hirtenspross von den Hirten geschlagen wurde, mein rubingleiches Licht. So habe ich die Verblendung meiner täuschenden Geburten abgeschnitten. (2860) Er ließ sich dauerhaft in meinem Herzen nieder, sodass Verblendung endete: das Bündel hellen Lichts, das nur Erhebung schenkt; der ursprüngliche Spross der unermüdlichen Unsterblichen, meine innere Harmonie. Was könnte ich sagen, um ihn je fortzulassen? (2861) Werde ich mein Licht, mein Leben je loslassen? Meinen Herrn, der mitten in mein Dasein trat und mich rettend annahm; den Herrn, der immer wieder Butter stiehlt und die jungen Hirtinnen so anblickt, dass Gift in ihre Augen gerät? Das Giftbild bezeichnet hier die Wirkung seines provozierenden Blicks; Zorn und Liebesqual sind beide im Bild angelegt. (2862) Der Wohltäter, der die weite Erde aufriss und emporhob; der dann seine Krone mit sich ausbreitendem blühendem Tulasi schmückte; der Wundertäter, der die Mara-Bäume durchschoss: Wenn er nicht in mir bleiben wollte, würde ich es ihm dann gestatten?

(2863) Nicht ich beschloss: »Ich werde mich an ihn heften und ihn in mir wohnen lassen.« Er selbst kam mir nahe, überlistete mein einsames Herz, verband sich mit meinem Fleisch und vermischte sich mit meinem Leben. Würde er jetzt zulassen, dass ich von ihm gelöst werde? (2864) Selbst wenn er mich losließe, könnte er mein gutes Herz nun nicht mehr von sich entfernen: Er, der uranfängliche vollständige Ursprung der Unsterblichen, dessen Größe sich an Pinnais langen, bambusgleichen Armen erfreut. (2865) Meine Seele suchte tief und innig nach dem Ursprung, der der ganze Anfang der Unsterblichen ist, nach dem jungen Hirtenspross, der ihnen Nektar gab; sie umschlang ihn, um bei ihm zu bleiben. Wird sie sich nun noch trennen? (2866) Entfernt man sich, entfernt er sich; nähert man sich, nähert er sich. Unser Herr ist schwer zu beschreiben und lässt sich mit nichts vergleichen. Wir werden nicht müde, seine unvergleichliche Herrlichkeit zu singen, Tag und Nacht darin einzutauchen und zu baden.

(2867) Satakopan aus dem südlichen Kurukur erreichte den Herrn, dessen Tulasi-Krone die Bienen durchwühlen und aussaugen. Diese zehn aus seinen tausend dicht gefügten Wortgirlanden lassen die Leiden zerbrechen und fliehen. (2868) Er reitet auf dem eilenden Vogel, trägt kühlen Tulasi und lenkt spielend die Dinge, die lange bestehen: unser Herr. (2869) Er wurde unser Herr und darüber hinaus unsere ganze Würde: Kannan mit den großen roten Augen, der dem grimmigen Ross das Maul aufriss. (2870) Für die Menschen auf Erden und die Bewohner des Himmels wird er immer zum sehenden Auge: Er, der auf dem kühlen Venkata wohnt, dem Berg der Himmlischen.

(2871) Täglich werde ich die Herrlichkeit meines Herrn lernen, der einen Berg emporhob und ohne Ermüdung stehen blieb. (2872) Er griff täglich mit der Hand in die Butter und aß sie. Ohne Täuschung vereinigte er sich mit meinem wirklichen Dasein. (2873) Der Herr, der sich mit meinem Leben verband und seine Güte gewann, nahm als sinnenbeherrschter Brahmanenschüler die Erde in Besitz. (2874) Er bezwang sieben Stiere, verschlang sieben Welten, bereitete sich eine kühle Wohnstatt und wurde selbst mein Denken.

(2875) Er wurde Kuhhirt, Fisch und Eber. Wie groß ist erst seine Hinwendung, durch die er in mir ganz er selbst wurde! Der letzte Ausdruck bezeichnet hier sein Sichanschließen beziehungsweise seine Verbundenheit. (2876) Er hielt Muschel und Diskus in seinen schönen Händen: unser Herr, der selbst überall gegenwärtig ist. (2877) Der Herr, dessen Füße die Welt umfassten, mein Gebieter: Sein Wesen ist der Veda, der wie das Meer anschwillt. (2878) Dies sind die Verse zum Nachsinnen aus Satakopans tausend angemessenen Lobworten über die Herrlichkeit des Herrn, dessen Farbe dem Wasser gleicht.

(2879) Diese, jene und die dortigen Dinge, diese, jene und die dortigen Wesen, alles und jeder sind in ihm; er bringt sie hervor und bewahrt sie. Ihr einziger Ursprung, unser Herr Kannan, mein wohlschmeckender Nektar, der Gemahl der Sri: Er befindet sich in meinem Umkreis. (2880) Er versteht zahllose Listen. In längst vergangener Zeit hob Kesava als Eber die Erde empor; mein Herr zerbrach die Stoßzähne des Elefanten. Den Himmlischen ist er schwer vorstellbar, und er ruht im tiefen weiten Meer: Nun ist er ganz in meiner Nähe. (2881) Der ursprüngliche Herr der Unsterblichen von unverminderlicher großer Herrlichkeit hat einen schönen tiefblauen Leib und rote Lotusaugen. Gern besteigt er den Vogel mit kämpfenden Schwingen, der einzige Gemahl der Lotusfrau. Er schenkte mir den Geschmack des einen höchsten Ziels und bleibt ohne Unterbrechung bei mir. (2882) Drei geliebte Frauen wohnen bei ihm: die Tochter des Glücks, die Tochter der Erde und die sanfte Hirtentochter. Auch die Welten, über die er herrscht, sind drei. Unser Herr verschlang sie alle zugleich und ruhte auf einem Banyanblatt. Der wundervolle Herr des überreichen Meeres, Kannan, ist nun an meiner Hüfte.

(2883) Sie setzte ihn auf ihre Hüfte und reichte ihm die Brust: »Trink Milch!« Er nahm sie an und trank damals, bis mit ihrer Milch auch ihre Lebenskraft und ihr Leben versiegten. Der Herr, der den nackten Asketen, Ayan, Indra und alle anderen zugleich hervorbrachte, der Wundertäter, ist in meinem Herzen. (2884) Der Wundertäter ist in meinem Herzen; ebenso ist er auch in allen anderen. Körper und Seele ist er selbst, Wind und Feuer ist er. Allen ist er fern und nah, dem Denken unzugänglich; rein, verwirrend und bezaubernd. Er ist nun auf meinen beiden Schultern. (2885) Unser Herr trägt kühlen schönen Tulasi auf beiden Schultern, auf seiner guten Brust, auf der strahlenden Krone und auf beiden Füßen. Er hat weder Verwandten noch Ebenbürtigen, ist eine Gestalt aufsteigenden leuchtenden Glanzes. Er kam mir nahe, entfernt sich keinen Tag und ist nun auf meiner Zunge. (2886) Er ist Leben und Leib aller Erkenntniskünste, die auf der Zunge stehen und erblühen; er selbst löst auf und bewahrt. Er hat vier weite, blumengleiche Arme, trägt Diskus und Muschel als Kampfwaffen, einen schönen dunklen Leib und Lotusaugen: Nun ist er in meinen Augen.

(2887) Der Lotusäugige ist in meinen Augen; mit seinen Augen sehe ich. Auch die fünf Sinne, die rein erwachen, sind seine Gestalt. Er brachte den vollkommenen Ayan auf dem Lotus zusammen mit dem Stirnäugigen hervor, erschuf mit den reinen Gottheiten die Welt und ist nun in meiner Stirn. (2888) Von meiner Stirn aus herrscht er über mich. Der Träger der einzelnen Mondsichel, der Viergesichtige, Indra und alle anderen Unsterblichen setzen seine schön gereihten Blumenfüße auf ihre Häupter und verehren Kannan, den anmutigen Herrn mit Tulasi-Büscheln auf der Krone. Er kam und ist nun auf meinem Scheitel. (2889) Satakopan aus dem freigebigen Kurukur ließ diese Worte nach seinem Herzensverlangen zum Gott der Götter gelangen, zum Herrn Kannan, der auf seinem Scheitel steht. Auch diese zehn gehören zu seinen tausend Worten. Wer sie unserem Herrn täglich als Bitte darbringt, dessen Scheitel werden seine langen, geschmückten Füße berühren. (2890) Mit den mächtigen Kampfwaffen Diskus und Muschel stieg er, zunächst ein kleiner Brahmanenschüler, empor, sodass alle sieben Welten seine heiligen großen Füße verehrten. Dieser dunkle Edelstein ist in meinen Augen.

Lesebereich 2891–2990

(2891) Wenn ich ihn verehre, bleibt er aus Liebe in meinen Augen; schon beim bloßen Gedanken kommt er. Was sollten wir jetzt noch von unserem Herrn begehren, der sich als Erde, Wasser, Feuer, guter Wind und Himmel ausbreitet? (2892) Sanftes Herz, verehre unseren Herrn, den Herrn meines Vaters, seines Vaters und dessen Vaters: den Kühl-Lotusäugigen, der auf seiner Brust die Frau trägt, deren feine gerade Taille eine Ranke übertrifft. Verehre unseren Herrn! (2893) Herz, du bist gut, du bist gut! Wenn ich dich gewonnen habe, was könnten wir nicht vollbringen? Was fehlt uns jetzt noch? Halte dich an den Mächtigen, den Bräutigam der Lotusfrau, und lass ihn selbst im Schlaf nicht los. (2894) Hast du gesehen, Herz, wie die Dinge gelingen und von selbst zustande kommen, ohne dass ein einziger Plan gefasst wurde? Auch du hast ihn erkannt: den, der die sieben Welten verschlang und sie mit drei Schritten in Besitz nahm.

(2895) Herz, ich sage dir: Wenn du und ich auf diesem geraden Weg bleiben, lässt er kein weiteres Leiden an uns heran. Er, der in dieser Welt Mutter und Vater wird, ist der Herr, der Edelsteinfarbene, mein Vater. (2896) »Mein Vater! Unser großer Herr!« – so werde ich Sünder ihn im Herzen bewahren und von ihm sprechen: den Glückreichen, den die Himmlischen in ihrem Herzen tragen und »Unser Vater, unser Herr« nennen. (2897) Sobald ich die Worte »der glückreiche Naranan« höre, füllen sich meine Augen mit Tränen, und ich suche ihn – welch ein Wunder! Nacht und hellen Tag hindurch schenkt mir der Vollkommene ohne Unterbrechung seine Zuwendung, vertraut mir und lässt mich nicht los. (2898) Den Vollkommenen, dessen heilige Gestalt in Ten-Kurunkuti wie rotes Gold erstrahlt, das schöne ursprüngliche Licht der hohen Himmelsgötter, unseren Herrn: Mit welchem Vorwand könnte ich ihn vergessen?

(2899) Ich wusste nichts von Vergessen oder Erkenntnis. Damit ich ihn nicht vergesse, ließ er sich mit seinen roten Lotusaugen dauerhaft in mir nieder und schloss das Vergessen aus. Werde ich meinen Edelstein jetzt noch vergessen? (2900) Über den Edelstein, Kannan der Himmlischen, seinen einzigartigen Schmuck, sprach Satakopan aus dem südlichen Kurukur tausend dienende Worte. Wer diese zehn mit unvermindertem Eifer lernt, dessen Lernen wird Frucht tragen. (2901) Sanfte Reiherin an der Küste, wo die heranrollenden Wellen springen! Obwohl die Mutter und die ganze bewohnte Welt schlafen, schläfst du nicht. Wurde auch dir wie uns von Tirumal das Herz geraubt, sodass Krankheit und blasse Verfärbung dich überziehen? Das Wort am Beginn der zweiten Zeile ist hier als Mutter verstanden; die Überlieferung lässt auch eine umfassende Bezeichnung der schlafenden Welt zu. (2902) Anril-Vogel mit spitzem Schnabel und ergriffenem Sinn! Die langen Nachtwachen hindurch klagst du, ohne mit deinem Gefährten zusammenzukommen. Begehrst auch du, wie wir ihm Unterworfenen, den kühlen Tulasi-Kranz, der die Füße des Herrn auf dem Schlangenlager berührt hat?

(2903) Heil dir, rauschendes Meer! Ach, aus begehrender Hilflosigkeit schließt du Tag und Nacht kein Auge; dein Herz schmilzt und stöhnt. Hat dich getroffen, was uns traf, die wir die Füße dessen lieben, der das südliche Lanka vollständig dem Feuer übergab? (2904) Kühler Nordwind! Du durchwühlst Meer, Berge und Himmel und schläfst wie wir weder bei nächtlichem Licht noch am Tag. Ist dein Leib Äon um Äon krank geworden, weil du den Herrn mit dem siegreichen Diskus sehen willst? (2905) Heil dir, Wolkenhimmel! Äon um Äon holst du Wasser für die Welt und zerfließt wie meine Freundinnen und ich in Wasser. Hat auch dich Madhusudanas Macht ergriffen, sodass du aus Liebe zu ihm dahinschwindest? (2906) Mond am Himmel! Heute vertreibst du die dunkle Schwärze nicht, sondern wirst wie wir matt, verzagt und kraftlos. Hast du die wahrhaftigen Worte des Diskusherrn auf der fünfmäuligen Schlange gehört und dadurch deine eigene Fülle eingebüßt?

(2907) Unser sanftes Herz haben wir an unseren Herrn Naranan verloren; wir weinen und sprechen von unserer Hilflosigkeit. Heil dir, dichte Finsternis! Wie viele Äonen wirst du dich noch feindlich gegen mich stellen, mitten unter uns so grausam wie ein Fremder? (2908) Du große Wasserbucht von der dichten Farbe der Dunkelheit! Selbst wenn Tag und Nacht, von Verwirrung überwältigt, schlafen, schläfst du nicht. Bist du in tiefer Qual versunken aus großem Verlangen nach der Gnade des Herrn, der den rollenden Wagen trat? (2909) Unverlöschliche Lampe, auch du bist zu bemitleiden! Brennst du aus Sehnsucht nach dem schönen kühlen Tulasi-Kranz unseres Herrn mit weiten roten Lotusaugen und rotem Fruchtmund, während die unstillbare Liebeskrankheit dein zartes Leben von innen austrocknet? (2910) Du ließest uns unablässig Tag und Nacht dir verfallen, während die nie ausgebrannte Sehnsuchtskrankheit unser zartes Leben von innen austrocknet. Unalternder Ursprung, der du dem Ross das Maul aufrissest, zwischen den Maruta-Bäumen hindurchgingst und die Erde ausmaßest: Lass uns jetzt nicht im Stich!

(2911) Satakopan aus Kurukur sprach in unstillbarer Liebe tausend Strophen zu dem unermüdlichen Licht, dem Ursprung aller Dinge. Wer diese zehn darunter nicht vernachlässigt und nicht aufgibt, wird gewiss Vaikuntha erreichen – erkennt dies! (2912) Unser Herr ist der Unerschütterliche, alles von der Befreiung bis zum Ursprung, jenseits jedes Denkens. Außer unserem Kannan, der Erde und Himmel zugleich verschlang, gibt es kein anderes schützendes Auge. (2913) Ach, wie groß das Elend! Wer sonst würde sich der sieben Welten erbarmen und sie in Gnade erhalten als der mächtige Löwe Gopala, der Hara Almosen gab, damit dessen schwere Schuld wich? (2914) Er nahm den Stierreiter, den Lotusgeborenen und die Lotusfrau ungetrennt in sich auf, während der Himmel ihn verehrte. Er wuchs empor, über sich selbst hinaus, und nahm die Erde in Besitz. Gibt es eine Gottheit, die diesen Mal übertrifft?

(2915) Er schuf auf dem Lotus den Viergesichtigen, damit dieser die Götter und alle Dinge erschaffe. Sind Blumen und Verehrung jemand anderem als diesem Gott, unserem großen Herrn, angemessen? (2916) In seinem eigenen, einzigartigen Urgrund ließ er die erhabenen Götter und alle Dinge entstehen. Wer könnte ein höheres Licht erkennen als unseren Herrn, den Lotusäugigen von würdiger, schöner Gestalt? (2917) Alle Wesen, alles und sämtliche Dinge ruhen ohne Teilung in ihm. Er ist die strahlende Gestalt einer sich ausbreitenden Flut von Erkenntnis. Er ist unser Herr auf dem schönen Meereslager. (2918) Sein Bett ist ein Banyanblatt; sein mächtiger Bauch birgt die sieben Welten. Wer könnte durch noch so tiefes inneres Nachdenken die verborgene wundersame Absicht dieses freigebigen großen Herrn erkennen?

(2919) Wer außer dem wundervollen Wohltäter, der die Götter und alle Dinge in seinem Denken hervorbrachte, besitzt die Fähigkeit, die drei festgegründeten Welten zu ordnen, in sich aufzunehmen und zu schützen? (2920) Schützen ist das Wesen des großen Herrn Kannan. Er fügte alles zusammen und ließ aus seinem Nabel den nach den Richtungen blickenden Schöpfer entstehen, dazu Indra, die Himmelsbewohner und die göttlichen Welten. (2921) »Du Listiger, Herr, der du uns und die sieben Welten in dir hervorbrachtest!« So verehren und preisen der Reiter des weißen Stiers, der Viergesichtige, Indra und die Himmlischen die Füße dessen, dessen Gefährt ein Vogel ist. (2922) Den schönen Tänzer, der unter Lobpreis die sieben Welten in Besitz nahm, besang Satakopan aus Kurukur in tausend passenden Worten. Wer ihn mit diesen zehn darunter zu preisen vermag, an dem bleibt kein Mangel.

(2923) Du im Fleisch wohnendes Leben, du bist wahrhaft gut! Durch dich sind der Herr der Himmelsbewohner, Madhusudana, mein Herr, und ich ganz in dir ineinander eingegangen – wie Honig, Milch, Butter, Zuckerrohrsaft und Nektar. (2924) Großer Wundertäter ohne Gleichen und ohne Höheren! Du bist allem zugehörig und das Leben aller Dinge. Du wurdest die Mutter, die mich gebar, und der Vater; du lehrtest mich, was ich nicht wusste. Vater, was du für mich getan hast, kann ich, dein Diener, nicht ermessen. (2925) Schon in der Zeit meines Unwissens ließest du Liebe zum Dienst in mir entstehen und versetztest mich in dein unergründliches großes Wunder. Als unscheinbarer Zwerg sagtest du zu Mahabali: »Drei Schritte Land!« So überlistetest du auch meine Unwissenheit, indem du dich mit meinem Leben vereinigtest. (2926) Als Gegengabe für deine große Wohltat, dich mit meinem Leben zu vereinen, habe ich dir mein Leben gegeben. Gibt es nun noch ein Zurücknehmen? Doch du bist auch das Leben meines Lebens, mein Vater, der die sieben Hainwelten verschlang. Wem gehört mein Leben? Wer bin ich? Du gabst es und nahmst es wieder als dein Eigen an.

(2927) Mein Vater, den niemand durch Erkenntniskünste erfassen und emporheben kann! Süße Glückseligkeit der Befreiung, mein Nektar, der aus keinem Meer stammt, Ursprung des Lebens dieses Einsamen! Als Eber setztest du die sieben Hainwelten auf die Spitze deines Hauers. Deine Füße habe ich erreicht. (2928) Du bist tödliches Gift für die schlechten Taten derer, die sich dir anschließen; du bist die feste Erkenntnis. Du weichst nicht aus dem Herzen der Befreiten und lässt ihr Leben nicht aus Erschöpfung in eine andere Zuflucht sinken. Strahlender, der du der Dämonin die Nase abschneiden ließest: Dich habe ich, dein Diener, schon ganz zu Anfang erreicht. (2929) Du reifer Wohlklang der Saiten, den die alten guten Lehrweisen der Yazh entfalten! Höchster, mit dem viele Gute vertraut sind, Heiliger, Zuckerrohr, Nektar, dunkle Regenwolke, mein Kannan! Sieh, außer dir habe ich niemanden. Nimm mich zum Gegenstand deiner Fürsorge. (2930) Was zielgerichtete Erkenntnisübungen und Buße über unzählige Äonen erstreben, habe ich schon in wenigen Tagen dieser Geburt durch seinen Kunstgriff erlangt. Mein Herz folgt dem Herrn, der heimlich Butter und Milch aus dem Hängegefäß isst; so habe ich das Leiden der Geburt abgeschnitten.

(2931) In die Herrlichkeit Kannans mit dem duftenden kühlen Tulasi, des Herrn der Himmlischen, des heiligen Höchsten jenseits von Erde und Himmel, bin ich eingetaucht. Ich badete tief darin, sodass die verwüstenden Krankheiten vergingen, nahm sie an meinen Mund, trank und wurde froh. (2932) Wann werde ich, frei von Erregung und Begehren, frei von Geburt, Krankheit, Alter und Tod, selbst leuchtender Glanz, mit den Gemeinschaften der Diener vereint sein? Mit den Dienern des wundervollen Herrn, der mit strahlendem Diskus und Muschel den regnenden Himmel und diese Erde erhält? (2933) Den Herrn, der zürnte, sodass die Sippe des großen, von Heerscharen umgebenen Dämonen unterging, besang Satakopan aus dem bevölkerten südlichen Kurukur mit Einsicht. Ihr Diener, singt gemeinsam diese zehn aus den tausend versammelten Strophen; kommt in Scharen zusammen und tanzt! (2934) Sie tanzt und tanzt, während ihr Inneres schmilzt; sie singt und singt, während die Augen von Tränen überfließen. Überall sucht sie und sucht, ruft »Narasimha!« und welkt immer weiter dahin, diese mit der strahlenden Stirn.

(2935) Dieses sanfte Mädchen mit der strahlenden Stirn vergeht vor Verlangen, dich zu sehen. Du, der du die tausend Arme des mächtigen Bana abschlugst: Du hast kein Erbarmen, ihr deinen Anblick zu gewähren. (2936) Mit ihrem flehenden Herzen gleicht sie Lack und Wachs dicht am Feuer. Doch dein Erbarmen erhebt sich nicht. Was kann ich deswegen bei dir tun, der du das Lanka des Dämonen zerstörtest? (2937) »Du Zerstörer Lankas!«, sagt sie; dann: »Du, der du den siegreichen Vogel als Banner erhebst!« Ihr Herz gerät in Aufruhr, sie seufzt heiß, ihre Tränen fließen reichlich. Verwirrt steht sie da und betet mit gefalteten Händen. (2938) Tag und Nacht murmelt sie unablässig, und ihre leuchtenden, wasserliliengleichen Augen füllen sich mit Tränen. Du gibst ihr nicht den kühlen schönen Tulasi, in dem Bienen schwärmen. Ist das deine Barmherzigkeit, du von makelloser Art? »Von weißer Farbe« ist der wörtliche Ausdruck; hier als Bild untadeliger Reinheit gelesen.

(2939) »Du Erbarmungsvoller!«, sagt sie; dann: »Mein über alles geliebter Herr! Nektar für mein innerstes Leben!« So steht sie da, während ihr Herz zerfließt und tief im Innern schmilzt. (2940) Tief innen trocknet ihr Leben immer weiter aus. »Mein Freigebiger! Kannan!«, sagt sie und dann: »Du, der im flutenden Wasser ruht!« Solche Täuschung hat meine kluge Tochter erfahren. (2941) »Du Betrüger!«, sagt sie, faltet die Hände und seufzt lange, während ihr Herz brennt. Du, der du den mächtigen Kamsa durch List überwandest: Dies alles erleidet sie, weil sie dich für ihre Zuflucht hält. (2942) Sie weiß nicht mehr, wann die Sonne untergeht und wann sie aufgeht. Sie sagt nur: »Duftender, honigreich blühender, kühler Tulasi!« Du mit dem leuchtenden kreisrunden Diskus von scharfer Schneide: Was ist dein Wille mit dieser Hilflosen?

(2943) Tag und Nacht sind die unvergleichlich leuchtenden Augen des armen, unerfahrenen Mädchens voller Tränen. Du, der du Lanka so zerstörtest, dass sein aufblühender Wohlstand verbrannte: Lass ihren rehgleichen Blick nicht noch weiter verwelken! (2944) Diese zehn aus den tausend kunstvoll gefügten Liedern, in denen der freigebige Satakopan Vamana von unverwelklichem Ruhm mit Musik besang, können als schöne Girlande seinen Füßen angelegt werden. (2945) Mein Herr verband sich in inniger Liebe mit meinem Leben. Er trägt einen schönen Kranz, eine herrliche Krone, Muschel, Diskus, heilige Schnur und Halskette. Seine weiten Augen sind rote Lotusse, sein Mund eine rote Frucht; Hände und heilige Füße sind rote Lotusblüten, sein heiliger Leib rotes Gold. (2946) Sein heiliger Leib ist himmlischer Glanz; seine Augen sind rote Lotusse, seine Hände Lotusblüten. Seine Brust ist Sris Wohnstatt, sein Nabel Ayans Wohnstatt, eine Seite meines Vaters und großen Herrn ist Haras Platz. Ach, er hat sich mit mir vereinigt, ohne auch nur einen Ort auszulassen!

(2947) Der sich mit mir vereinte, hat einen roten Fruchtmund. An diesem blitzend leuchtenden Berg sind Augen, Füße und Hände rote Lotusblüten. Alle sieben dauernden Welten befinden sich in seinem Bauch. Es gibt kein Ding, das nicht in ihm enthalten wäre. (2948) Er ist alle Dinge und gleicht einem Smaragdberg; Augen, Füße und Hände sind eben erst erblühte Lotusse. Zu jeder Zeit, an jedem Tag, in jedem Monat, Jahr und Äon, Äon um Äon, ist er in jedem Augenblick mein unerschöpflicher Nektar. (2949) Mein Herr Kannan, dunkel wie eine volle Regenwolke, vereinte sich als unerschöpflicher Nektar mit meiner dunklen Seele. Sein unvergleichlicher Mund ist rote Koralle; Augen, Füße und Hände sind Lotusse. Er trägt eine große Kette, eine hohe Krone, einen Gürtel und viele weitere Schmuckstücke. (2950) Vielfältig sind seine Schmuckstücke, vielfältig seine Namen; vielfältig sein Licht, seine Gestalten und seine Eigenschaften, wenn man sie bedenkt. Vielfältig ist die Freude durch Sehen, Schmecken, Hören, Berühren und Riechen; vielfältig ist auch die Erkenntnis dessen, der auf dem Schlangenlager ruht.

(2951) Auf dem Schlangenlager im Milchmeer zu ruhen, für Pinnai mit bambusgleichen Armen die sieben Stiere gemeinsam zu bezwingen und in honigreichen Hainen die sieben Mara-Bäume zu durchschießen: All dies tat der schöne Kampfstier mit goldener Krone und kühlem, blumendurchflochtenem Tulasi. (2952) Den schönen Kampfstier mit goldener Krone, unseren Herrn mit vier weiten Armen und kühler Tulasi-Girlande, der selbst kein Ende hat und ohne Rücksicht auf meine Begrenztheit in mich einging: Ihn mit Worten auszuschöpfen, finde ich kein Ende. Was soll ich sagen? Sagt es mir! (2953) Sagt mir, wie ich meinen Herrn beschreiben soll, das Leben meines Lebens, meinen dunklen Edelsteinglanz von grenzenloser Herrlichkeit! Er ist guter Nektar und schwer erreichbare Befreiung, gleicht dem Duft einer Blüte; er ist weder Mann noch Frau. (2954) Er ist weder Mann noch Frau noch jemand von anderem Geschlecht. Er lässt sich nicht sehen, ist weder einfach vorhanden noch nicht vorhanden. Wenn man ihn verehrt, wird er die verehrte Gestalt, und doch ist er auch diese nicht. Von unserem großen Herrn zu sprechen, birgt gewaltige Schwierigkeit.

(2955) Satakopan aus Kurukur wollte allein von unserem Herrn, dem Topftänzer, sprechen, von dem zu reden niemals sättigt. Wer diese zehn aus den tausend von ihm gesprochenen Antati-Strophen zu sprechen vermag, wird Vaikuntha erreichen. (2956) Vaikuntha, Edelsteinfarbener, mein schelmischer heiliger Zwerg! Du wohnst beständig in mir und wirst mir jeden Tag zum Nektar, mächtiger Stier des Himmels. Du beseitigst das schwerwiegende Unheil deiner Diener und bringst den Asuras Unheil. Kunda, ich habe dich gepackt – ganz fest, wisse es! (2957) Er verschlang alle Welten zugleich in sich, sodass nicht der kleinste Raum draußen blieb, und trat in mich ein. Seit seinem Eintreten ist er ein strahlendes Licht aus gewaltiger Erkenntnisflut, unerschütterlicher Nektar. Mein frischer Lotusäugiger weiß nicht mehr, nach irgendeiner anderen Seite zu blicken. (2958) Dem Lotusäugigen, dem von den Himmlischen gepriesenen Führer, unserem Herrn mit dem Kranz duftender Tulasi-Blüten, dem goldenen Berg, kamen wir nahe, lobten ihn innig, gedachten seiner und verneigten uns. Dass wir freudig tanzen und die auf der Zunge blühenden Lieder bei uns bleiben – welche Art von Geschenk ist das, du Freigebiger!

(2959) Freigebiger, Madhusudana, mein Smaragdberg! Mein Vater, der du mich im Gedenken an dich weich werden ließest: Wie könnte ich dich loslassen, nachdem ich in deiner flutgleichen Herrlichkeit gebadet, getanzt, gesungen, gejubelt und mich immer neu gefreut habe, nachdem ich alle inneren Leiden vertrieb und gerettet zur Ruhe kam? (2960) Ich entkam und vernichtete meine endlosen, grausamen schlechten Taten; ich erreichte deinen unendlichen Dienst. Werde ich dich loslassen, mein Vater, der du im Milchmeer auf der tanzenden Schlange mit fünf frischen Häuptern ruhst und in Yoga-Schlaf versunken bist – nachdem ich deiner immer wieder gedacht habe? (2961) Immer wieder dachte ich an dich, sang und tanzte zu deinen großen, erhabenen Worten und schnitt alle Wurzeln meiner früheren schlechten Taten ab. Mein uranfänglicher mächtiger Löwe, der du die breite Brust Hiranyas zerrissest, weil er dich in seinem Denken verachtete: Was ist mir nun unmöglich? (2962) Was wäre mir jetzt noch unmöglich? Er, der alle sieben Welten verschlang, kam voller Freude in mich, seinen Diener, und wird sich nicht mehr entfernen. Alle verwüstenden Krankheiten vertrieb er. Meine Angehörigen, sieben Generationen vor und nach mir, müssen nun niemals mehr in die grausame Hölle ohne Morgengrauen eingehen.

(2963) Nach vielen wechselnden Geburten erreichte ich deine Füße; mein Herz wurde klar, und ich tauchte in die große Flut endloser Freude ein. Du thronst auf dem einen dahinstürmenden Vogel, sodass die vielen Scharen der Asuras auseinanderbrechen und zu Staub werden. Mein Vater, entferne dich nicht aus mir! (2964) Mein Vater, der du im kühlen Tiruvengadam stehst und Lanka zerstörtest! Bogenträger, der du einen einzigen Pfeil anlegtest, der die sieben frischen Stämme der Mara-Bäume durchdrang! Du mit den dichten kühlen Tulasi-Büscheln, Nektar, unser Mächtiger, der du dich in mich mischtest, Stier des Himmels: Wohin könntest du jetzt noch gehen? (2965) In den vergehenden, vergangenen und kommenden Zeiten bist du Mutter, Vater und Leben. Ich habe dich erreicht – werde ich dich loslassen? Herr der drei Welten von sich ausbreitendem altem Ruhm, Höchster, der du im kühlen Vengadam wohnst und den duftenden kühlen Tulasi-Kranz trägst! (2966) Den Herrn mit kühlem schönem Tulasi-Kranz auf der Krone und großen weiten Lotusaugen pries Satakopan Maran aus dem südlichen Kurukur. Wer diese zehn aus seinen tausend gedanklich unerschöpflichen Antati-Strophen mit Musik in der passenden Melodie zu singen vermag, gehört zu Kesava.

(2967) Unsere Angehörigen, siebenmal sieben Generationen vor und nach uns, sind nun Kesavas Leute. Welch große Gunst: Unser Leben gelangt zur Erfüllung! Durch Narayana, den Herrn, meinen dunklen Edelstein, meinen schönen rotäugigen Kannan, den Führer der Himmlischen, unseren Wohltäter und Gebieter. (2968) Naranan ist der Herr aller sieben Welten, ganz Veda, Ursprung von Ursache, Vollzug und Handlung, mein Vater. Während die ehrwürdigen Unsterblichen und viele andere sich vor ihm verneigen und ihn preisen, steht er da: der Herr, der die Stoßzähne des Elefanten brach, mein Madhava. (2969) Allein weil ich »Madhava« sagte, trat er in mich ein und blieb: »Von nun an werde ich keinerlei Unheil mehr an dich heranlassen.« Er ist Nektar, der Übel und Vergeblichkeit vernichtet, ein Berg mit roten Lotusaugen, mein makelloser Block Rohrzucker, unser Herr, mein Govinda. (2970) »Govinda! Topftänzer! Kuhhirt!« So ließ er mich immer wieder mich beugen; er richtete mich dazu her, seine Göttlichkeit und ihn selbst singend und tanzend zu preisen. Er nahm mich an, zerstreute meine Sünde und machte meine Angehörigen siebenmal sieben Generationen hindurch zu Menschen, die ihn aufsuchen: der Mächtige, unser Herr Vishnu.

(2971) Strahlend rote Lotusse sind Füße, Hände und Augen; ein funkelnder Berg dunklen Lichts ist sein heiliger Leib. Seine herrliche Muschel leuchtet wie der Mond, sein Diskus wie die Sonne; leuchtend ist seine Krone – all dies gehört unserem Herrn Madhusudana. (2972) »Außer Madhusudana habe ich niemanden«, sage ich und singe und tanze ohne weiteres eigenes Tun Lieder voller Lobpreis. Äon um Äon, in jeder mir begegnenden Geburt soll er mir allein seine Gnaden erweisen: Wenn mir dieses Geschick bestimmt ist, dann gilt es unserem Herrn Trivikrama. (2973) »Trivikrama, unser Herr mit roten Lotusaugen, mit rotem Fruchtmund, dessen Gestalt in der Farbe weißen Kristalls glänzt!« So gabst du mir ein Herz, das deiner gedenkt, dich preist und sich vor dir neigt, Äonen um Äonen allein deinen Lotusfüßen nahe bleibt und sie verehrt. Wie mächtig bist du, mein Vamana! (2974) »Vamana, mein Smaragdfarbener, Lotusäugiger, der du Kama hervorbrachtest!« So besinge und verehre ich deine Füße. Damit mein Herz rein wird und das Wirrsal der Geburt weicht, vernichtetest du meine böse Gesinnung. Was kann ich dir dafür tun, mein Sridhara?

(2975) »Sridhara, Kannan mit roten Lotusaugen!« So lasse ich Tag und Nacht den Mund davon übergehen, werde unruhig, die Augen füllen sich mit Tränen, und ich seufze heiß. Damit die eingewurzelten schlechten Taten sterben und die Freude wächst, hast du dich Tag um Tag dauerhaft in mich hineingesetzt, mein Hrishikesa. (2976) »Hrishikesa, unser Wohltäter, der die Wildheit des Dämonengeschlechts von Lanka beendete, unser Gebieter, der große Herr der Unsterblichen!« Herz, wenn du Klarheit hast, verehre ihn und erkenne es gewiss. Selbst wenn du verwirrt bist, lass ihn nicht los, den vollkommenen Padmanabha. (2977) Padmanabha besitzt unübertrefflich hohe, große Macht. Mein Höchster nahm mich als sein Eigen an und schenkte mir sich selbst: mein Wunschbaum, mein Nektar, der wie eine dunkle Wolke auf dem guten Berg Vengadam wohnt, Herr der Himmelsbewohner, mein Vater Damodara. (2978) »Kann irgendjemand das Wesen Damodaras erkennen, des einzigen Ursprungs, der die Welt verschlang?« So verehren sie ihn. Können selbst Siva und der nach den Richtungen blickende Schöpfer, die Gestalten Damodaras sind, das Wesen unseres Herrn erkennen, meines Meeresfarbenen?

(2979) Diese zwölf Namenlieder in musikalischer Weise gehören zur tamilischen Girlande aus tausend Strophen, die Satakopan aus dem südlichen Kurukur über Kannan, Nedumal, den Führer der Unsterblichen, das Licht eines großen farbenprächtigen Edelsteins, fügte. Sie führen zu den Füßen des Herrn. (2980) Er ruht auf dem Schlangenlager und umfängt die Lotusfrau an seiner Brust. Diese beiden sind bei ihm, und er selbst ist auch ihr Ursprung. Er verbindet sich mit allen Dingen, ist der Ursprung der Befreiung und das Floß für jene, die das Meer der Geburt durchschwimmen. (2981) Die leidvolle Geburt, die zu durchschwimmen ist, alles andere und die Befreiung ohne durchzustehenes Leid: Dies alles ist die Fügung meines einzigen Herrn mit blühendem kühlem Tulasi, der die Not des Elefanten im blütenreichen kühlen Teich beendete. (2982) Er ist Ayan, der zusammenfügt, und Hara, der auflöst; verbunden bleiben sie in seinem Nabel und Leib. Als die mit ihm vereinte Sri tritt er selbst zu seiner Brust. Die große Verbindung, die dieser Verbindende schafft, ist überall offenbar.

(2983) Ihr, die ihr die fünf Sinnesorgane, die den fünf Sinnesgegenständen nachgehen, verlassen und ein Land endloser Güte betreten wollt: Taucht unablässig in die kraftvolle Herrlichkeit dessen ein, der die Asuras vernichtete, sodass sie verzweifelt zugrunde gingen. (2984) Er ist der unalternde einzige Ursprung aller Dinge, einschließlich der unaufhörlich leidvollen Geburt, und der Beschützer der drei Welten. Er wurde gewaltiges Tier, Schildkröte, Fisch und Mensch: der große Gott über den Göttern, mein reinigendes Heiligtum. (2985) Partha legte eine Blumengirlande auf die roten Füße des Heiligen, der die Welt ausmaß; dann sah er dieselben Blumen auf Sivas Haupt und erkannte die Größe des Herrn mit frischem Tulasi. Kann irgendjemand diese Größe nochmals erschöpfend aussprechen? (2986) Er liegt, sitzt, steht, misst aus; als Eber steigt er hinab und hebt empor, verbirgt in sich und gibt wieder frei; mit seinen großen weiten Armen umschlingt er innig die Frau namens Erde. Wer kann die leidenschaftliche Liebe ermessen, die Mal ihr erweist?

(2987) Wer kann unseren Herrn Kannan sehen? Wie soll ich ihn sehen? Wenn von seiner Nahrung die Rede ist, reichen alle Welten nicht für einen einzigen Bissen. Ob die ferne Befreiungswelt, Leben oder irgendetwas anderes: Seinem schützenden Vermögen fehlt nirgends etwas; überall ist er ausgebreitet gegenwärtig. (2988) »Kannan ist überall!« Als Hiranya zornig auf seinen Sohn wurde, schlug er gegen die Säule: »Hier ist er doch nicht!« Genau dort, genau in diesem Augenblick erschien mein Löwenherr, sodass jener starb. Ist seine Größe etwas, das sich durch Forschung ermessen lässt? (2989) Ich habe meinen Kannan von dunkler Regenwolkenfarbe gesehen: Er steht einzig da und durchdringt alles als Wurzelgrund und Same, von der herrlichen Befreiung über Himmel und Hölle bis zu den gnädigen Göttern und allen übrigen Dingen. (2990) Den Herrn mit roten Augen und dunklem Leib besang der Dichter aus dem reichen Land des Pandya, dessen Haine von Bienen summen, in tausend tamilischen Liedern nach musikalischer Ordnung. Wer diese zehn beherrscht, wird oben im Himmel auf unserem großen Befreiungssitz thronen und herrschen.

Lesebereich 2991–3090

(2991) Von unserer großen Befreiung will ich nicht einmal sprechen. Herr, der du die Not des Elefanten rasch beendest: Setze deine großen roten Lotusfüße auf mein Haupt! Mein Herr, allein dies begehrt dein Diener. (2992) Dies allein erbitte ich immer von dir, mein Vater von dunklem Edelsteinglanz: Reiche mir die Hand der Erkenntnis, damit ich deine sonst unerreichbaren Füße erreiche. Lass keine Zeit verstreichen! (2993) Mein Herr Kannan, dessen Hand den Diskus trägt und der mir gnädig sagt: »Tu nichts Böses!« Selbst wenn Schleim meine Kehle verschließt, gewähre mir, deine Füße unermüdlich zu preisen. (2994) »Diene zu jeder Zeit mir allein!« Mit diesen Worten kommt er in mein Herz, bleibt ohne Unterbrechung und nimmt mich ganz für sich an. Dies ist die besondere Gabe, die ich allein von Kannan erbitte.

(2995) Ob ich beim Tod die ausgezeichnete Befreiung, den Himmel oder die Hölle erreiche oder nicht erreiche: Ich werde mich immer ohne Vergessen an dem ungeborenen Herrn erfreuen, der viele Geburten annimmt. (2996) Herr, der du als freudenvolle Gottheit, als Welt und Nichtwelt, als freudiges Licht erblühst! Komm, damit ich dich immer mit freudigem Denken, Sprechen und Handeln voller Freude verehre. (2997) Komm! Du gewährst mir nicht, zu deinen heiligen Lotusfüßen zu gelangen und dort ohne Trennung zu bleiben. Wenn ich dich in mir verwahre, bist du mir doch niemals genug – zu keiner Zeit und niemals. (2998) Mein Vater, wenn du zu allen Zeiten in mir bleibst, werde ich zu keiner Zeit etwas anderes begehren als dich: meine zuckersüße Frucht, die die großen, durch den Veda gereinigten Weisen genießen.

(2999) Ohne mich selbst zu erkennen, lebte ich in der Vorstellung: »Ich selbst, mein Eigentum!« Doch mein Ich bist du, und auch mein Besitz bist du, unser mächtiger Herr der Himmlischen, den der Himmel selbst preist. (3000) Hoch aufragendes Licht, das alle sieben Stiere bezwang und das prächtige Lanka zu Asche machte! Prüfe mich nicht weiter; bring mich rasch an deine goldenen Füße und lass mich niemals anderswohin gehen. Die knappe Aufforderung am Beginn der dritten Zeile wird hier als Bitte verstanden, seine Eignung nicht weiter zu erproben. (3001) Satakopan aus dem freigebigen Kurukur lässt nicht davon ab, den Herrn mit dem niemals versagenden Diskus aufzusuchen. Diese zehn aus seinen tausend unvergänglichen Strophen schenken denen, die sich zu ihnen erheben, unvergängliche Befreiung. (3002) Bevor die hell strahlende Jugend vergeht, ist es weise, ohne Ermattung Maliruncolai aufzusuchen: den Tempel, in dem der Wundertäter von wachsendem Glanz wohnt, umgeben von üppigen jungen Hainen.

(3003) Achtet die schmeichelnde Nähe geschickter junger Frauen nicht höher. Den Ort Maliruncolai mit seinen vom Mond berührten Gipfeln zu preisen und sich zu erheben, bringt Frucht: Dort ist der Tempel des Schönen mit der mächtig tönenden Muschel. (3004) Herz, nutzlose Dinge zu tun bringt keinen Nutzen. Unsere Aufgabe ist, den benachbarten Berg Maliruncolai mit seinen bezaubernden Hainen zu erreichen, den Tempel, in dem der Regenwolkenfarbene gern wohnt. (3005) Um die harte Fessel des Karma abzustreifen und dem Umherirren zu entkommen, ist es das rechte Vermögen, eben diesen heiligen Berg Maliruncolai zu erreichen, über den Regenwolken ziehen: den würdigen Wohnsitz dessen, der den großen Berg emporhob. (3006) Vermehrt durch eure kräftigen Fähigkeiten nicht die schlechten Taten. Geht an den äußeren Hang von Maliruncolai mit seinen makellosen reichen Quellen, zum Tempel dessen, dessen Diskuswaffe dem Dharma dient: Dies ist der hilfreiche Kunstgriff.

(3007) Denkt daran als den rechten Kunstgriff und begeht nichts Niedriges. Es ist gut, sich auf den Weg nach Maliruncolai auszurichten, wo Jungtiere mit ihren Hirschkühen zusammen sind: Dort steht der Tempel dessen, der Butter aus dem Hängegefäß aß. (3008) Bedenkt dies als das Gute und versinkt nicht in der Hölle. Maliruncolai, wo reine Erkenntnis wohnt, auf rechte Weise im Uhrzeigersinn zu umschreiten und sich dort niederzulassen, ist wahre Stärke: Dort ist der bleibende Tempel dessen, der einst die Erde emporhob. (3009) Umschreitet täglich den Ort und weicht nicht vom rechten Umlauf ab. Maliruncolai täglich zu umschreiten und dort zu verweilen, sei eure Gewohnheit: die Himmlischen umschreiten den Tempel des wundervollen Hirten, der den Sieg bewirkt. (3010) Haltet dies für den rechten Brauch und versinkt nicht in mächtigen Taten. Sich entschlossen vorzunehmen, Maliruncolai zu verehren, wo junge Elefantenherden zusammenkommen, ist der weise Gewinnzug: Dort steht der große geliebte Tempel dessen, der die weinende grausame Dämonin erschlug.

(3011) Nennt dies euren Gewinnzug und begeht weder Diebstahl noch Glücksspiel. Den blütenübersäten Berg Maliruncolai zu betreten, wo Pfauen mit ihren Weibchen zusammenkommen, ist der wahre Wert: der geliebte Tempel dessen, der einst die Veden entfaltete. (3012) Über die Herrlichkeit dessen, der diese Welt als etwas Wertvolles erschuf, sprach der freigebige Satakopan aus dem klaren, reichen Kurukur tausend Worte, damit Einsicht wachse. Diese zehn führen endgültig zu den Füßen des Gnadenvollen. (3013) Ist der Glanz deines Gesichts zum Glanz deiner Krone aufgeblüht? Ist der Glanz deiner Füße zu dem Lotus erblüht, auf dem du stehst? Hat sich der Glanz deiner schönen goldenen Hüfte mit dem Gewand und den vielen Schmuckstücken zu jenem ringsum sichtbaren Leuchten verbunden? Tirumal, erkläre es! (3014) Wenn man es genau ausspricht, gleichen Lotusse deinen Augen, Füßen und Händen nicht; das als Vergleich genannte gute Gold erreicht den Glanz deines heiligen Leibes nicht. Alles Lob, das diese Welt mit Vergleichen über dich spricht, zeigt sich meistens als verbrauchte, dürftige Rede, höchstes Licht!

(3015) Höchstes Licht, du bist das Höchste! Da es jenseits deiner kein anderes höheres Licht gibt, leuchtest du ohne Gegenbild. Unser höchstes Licht, das die ausgedehnte Welt in sich erschuf, Govinda: Deine Eigenschaften vermag ich nicht auszusprechen. (3016) Doch auch wenn ich es nicht vermag: Du gabst dieser weiten blühenden Welt die Vorstellungen vieler Glaubenswege, die ihren Geist nicht auf deine blumengleiche heilige Gestalt richten können. Du selbst richtest dein Herz nur auf blühenden Tulasi. Muss die große Welt darüber nicht leiden? (3017) Dein Leib ist das strahlende, sich entfaltende Licht müheloser erhabener Askese; deine Erkenntnis kennt keine Mühe. Grenzenlos bestehst du als das Ganze. Als Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit erhältst du die Welt zugleich. Wo könnte ich deine Herrlichkeit so besingen, dass sie ausgeschöpft wäre? (3018) Alles, was die Rezitierenden rezitieren, alles in jeder Welt, ist in Wahrheit nichts anderes als die Eigenart deiner Herrlichkeit. Du mit der Krone aus feldgewachsenem blühendem Tulasi, auf dessen Brust die Lotusfrau wohnt: Mit welchen Worten soll ich dich preisen?

(3019) Damit viele dich preisen, schufst du zuerst den Viergesichtigen in dir und sprachst: »Erschaffe alle im Wasser versunkenen Welten!« Du entfaltetest dich als strahlende Gottheiten, angefangen mit Hara von besonderer Herrlichkeit. Wenn die Unsterblichen dich umringen und loben, wird dein alter Ruhm dadurch nicht verkleinert? (3020) Dein strahlender Leib ist unbefleckt; du blühst nicht auf und ziehst dich nicht zusammen. Du bist makellose Erkenntnis, bist alles und wirkst als das Ganze. Wenn der König der Unsterblichen in seiner makellosen Himmelsgestalt dich verehrt, wird dann nicht der Glanz deiner makellosen Lotusfüße gedämpft? (3021) Du hältst in deiner guten rechten Hand den Diskus mit nie abstumpfender scharfer Schneide. Um den liebevoll betenden Elefanten zu retten, erschienst du auf dem Vogel reitend. Wenn du in dieser blühenden Welt deine Diener durch ungeschmälerte Erkenntnis als Waffe rettest, bleibt dann dein strahlendes Licht nicht verborgen? (3022) Entfaltetes Licht, das in den vier geheimen Veden steht! In rechter Folge erschufst du alle diese Welten, hobst sie empor, verschlangst sie, gabst sie wieder frei und maßest sie aus. Ist es ein Wunder, dass der mit Mondsichel geschmückte Asket, der Viergesichtige und Indra dich als Herrn erkennen und preisen, während du thronst?

(3023) Den wunderbaren und doch allem Wunder enthobenen Veda-Herrn wahrer Erkenntnis verehrte Satakopan aus dem weiten Kurukur, wo viele Menschen von siegreichem Ruhm leben, ohne Verwirrung. Diese zehn aus seinen tausend Worten nehmen die Menschen rettend an und schneiden ihre Geburt in der vom rauschenden Meer umgebenen Welt ab. (3024) Unser Wolkenfarbener, der du die von drei Wasserarten umgebene Welt erschufst! Ich irre umher nach der Beschaffenheit des Körpers, den du mir damals gabst. An welchem Tag werde ich zu dir kommen und mich mit dir vereinen, sodass das Leiden der grausamen Tage vergeht und die Taten an ihrer Wurzel ausgerissen werden? (3025) Unser Vamana, der du die gewaltige weite Welt ausmaßest! Ich tauche in deine vielen Geburten voller großer Wunder ein. Wann werde ich die alten starken Fesseln meiner mächtigen Taten von ihrem Anfang her abschneiden und bei deinen großen Füßen stehen? (3026) Mein Vater, der du im Bharata-Krieg mit einem großen, eigentlich nicht tötenden Stab töten ließest und alle Heere auf der weiten Erde auslöschtest! Ich weiß nicht, wie ich die Verbindung mit diesem schlechten Körper abschneiden soll. Sage mir einen Weg, auf dem ich dich erreiche.

(3027) Mein Vater, du bist das leuchtende Licht umfassender Erkenntnis und erfüllst immer alles ohne Aufstieg und Niedergang. Komm und gewähre mir die Weise, jedes Sichneigen anderswo aufzugeben und zum Leben unter deinen beiden Füßen zu gelangen. (3028) Du kamst, als wärest du wirklich gekommen, und doch sorgst du nicht dafür, dass mein Herz nicht zerbricht. Wenn dies so bleibt, mein Vater von der heiligen Farbe üppiger Kaya-Blütenbüschel: Wohin soll ich kommen, um dir nahe zu sein? (3029) Früher unterschied ich nicht: »Dies vermag ich, jenes vermag ich nicht.« Ich kostete die geringen Vergnügungen und verlor mich darin. Höchster, der du viele tausend Lebewesen erschufst: Wann werde ich deinen guten, golden leuchtenden Füßen nahekommen? (3030) Herz, immer sitzen wir da und klagen, ohne wahre Erkenntnis versunken in Geburten, die Taten hervorbringen. Lasst uns Kannan aufsuchen, das Licht wahrer Erkenntnis, das immer und überall ohne Lücke alles erfüllt.

(3031) Ich habe die leidvollen Taten, die mich heimsuchen, nicht aufgegeben; ich habe deine Füße nicht ohne Unterbrechung verehrt. Kannan von ausgebreiteter alter Herrlichkeit, mein höchstes Licht! Ich rufe, um dich zu sehen. Wohin soll ich gelangen und rufen? (3032) Immer wieder rufend stehe ich Sünder im Gestrüpp grausamer Taten. Seit langer Zeit bin ich über den Weg verwirrt und irre umher. Wo werde ich jetzt den Herrn treffen, der damals gern die Rinderherde beschützte und alle Welten durchschritt? (3033) Damit all die Qual vergeht, in der man im kommenden Todesaugenblick von der Schlinge der Boten Yamas gepeinigt wird, erkannte mein Herz meinen Kannan, die vielfältige Erkenntnis der Lehrkünste. Es gewann festen Stand und erlangte dauerhaftes Leben. (3034) Satakopan aus dem südlichen Kurukur mit seinen Kuckuckshainen flocht tausend musikalische Girlanden aus makellosen Worten über den Besitzer aller Lebewesen und Welten. Diese zehn beenden die Bindung der Seele an den fleischlichen Körper.

(3035) Zu jeder Zeit ohne Unterbrechung wollen wir bei ihm bleiben und fehlerlosen Dienst leisten: unserem Vater, dem Vater unseres Vaters, dem schönen Licht von Tiruvengadam mit seinen laut rauschenden Wasserfällen. (3036) Er ist der Ursprung noch vor meinem Vater, dessen Vater und allen weiteren Vätern: der dunkel-schöne Herr von endlosem Ruhm in Tiruvengadam, wo die uralten Himmlischen zusammen mit ihrem König Blumen streuen und sich freuen. (3037) Der Gebieter, der Wundertäter, Kannan mit schönen roten Lotusaugen, der dunkle Edelstein mit rotem Fruchtmund: In Tiruvengadam mit seinen Quellen voller klaren Wassers ist er der Herr der Himmlischen von unermesslichem altem Ruhm. (3038) Wenn ich sage: »Er ist der Herr der Himmlischen«, ist das schon ein Ruhm für den Herrn von Tiruvengadam? Für das höchste strahlende Licht, das seine Liebe auf mich Niedrigen richtete, obwohl ich keine einzige Vollkommenheit besitze?

(3039) Wenn ich sage: »Er ist die lichtvolle Urgestalt, die alle Welten verehren«, ist damit der Herr von Tiruvengadam von makelloser Herrlichkeit ermessen, der Nektar des gesamten Veda der Vedakundigen? (3040) Alle Verpflichtungen und körpergebundenen Taten verbrennen. Wer die Pflicht auf sich nimmt, »Verehrung dem Bewohner von Vengadam« zu sagen, tut damit sich selbst das Gute. (3041) Tiruvengadam ist der weite Berg, der uns die Befreiung als gleichwertige Gemeinschaft schenkt. Dort bringen die Himmlischen mit ihrem König große Blumen, Wasser, Licht und Räucherduft, verweilen gern, verneigen sich und erheben sich wieder. (3042) Er hob den Berg empor und schützte vor kaltem Regen; er ist der Herr, der einst die Welt ausmaß, der Höchste. Wenn wir allein den großen Berg Tiruvengadam verehren, den er als Wohnort aufsuchte, werden unsere Taten aufhören.

(3043) Alter, Geburt, Tod und Krankheit lässt er aufhören und vergehen: der Hirte von Tiruvengadam für jene, die seine Füße, frische Lotusblüten, in Mund und Herz bewahren. (3044) Bevor die festgesetzte Grenze eurer Tage näher rückt und ihr ermüdet und erschöpft seid, sucht Tiruvengadam auf: die weiten blütenreichen Hänge voller dichter Haine, die dem Herrn auf dem Lager der haubenentfaltenden Schlange gehören. (3045) Den Herrn, der seine Füße ausstreckte und die Erde durchschritt, besang Satakopan aus Kurukur mit seinen langen Hainen. Wer diese zehn aus seinen tausend unvergleichlichen Worten beherrscht, wird wahres Leben erlangen und leben, von der Welt gepriesen. (3046) Wie soll ich Kannan anrufen? Soll ich ihn den gepriesenen guten Einen nennen, die Erde von unvergleichlicher Herrlichkeit, das glänzende kühle Meer, Feuer, Wind, den bestehenden Raum, die beiden großen Lichter oder all dies ohne Ausnahme?

(3047) Ich weiß nicht, wie ich ihn anrufen soll: Kannan von ausgebreiteter Herrlichkeit, unseren lotusäugigen Herrn. Soll ich ihn alle Berge nennen, den herrlichen Regen, die leuchtenden Sterne, die auf der Zunge lebenden Künste oder das gute, erkennende Leben? (3048) Soll ich ihn den Lotusäugigen nennen, den Rotmundigen wie Koralle, den mit schön strahlenden Füßen, den Augen-schminke-Farbenen, den mit rotstrahlender Krone, den mit dem heiligen Zeichen auf der Brust oder den Träger von Muschel und Diskus – diesen Edelstein reinster Art? (3049) Soll ich ihn einen Edelstein bester Art nennen, glänzendes Gold, eine Perle, einen guten Diamanten edelster Art, ein unerschöpflich herrliches Licht, das schöne Urlicht oder den schönen Urmenschen? Er ist mein Vater aus der Zeit, als noch nichts war, Acyuta, der Makellose. (3050) Soll ich ihn Acyuta, den Makellosen nennen, die begehrenswerte große Arznei, die die Taten seiner Diener vernichtet, den Nektar des Meeres der Güte, einen Block von köstlichem Zucker, Reis mit allen sechs Geschmäcken, einen Trank mit Buttergeschmack, eine Frucht oder Milch?

(3051) Soll ich ihn Milch nennen, die Frucht der vier Veden, die Lehrbücher gerechter Glaubenswege, die feine, hörend erlernte Musik, das Gute über all diesen Dingen oder die höchste Frucht des Handelns? Soll ich den Ursprung der Himmlischen Kannan, Mal oder Wundertäter nennen? (3052) Soll ich ihn den Ursprung der Himmlischen nennen, ihren Gott, ihren Genuss, ihre ganze Fülle, makellosen Reichtum, makellosen Himmel oder makellose Befreiung – ihn von der Farbe eines leuchtenden Edelsteins? (3053) Soll ich ihn den Leuchtend-Edelsteinfarbenen nennen, den Asketen mit kühlem Mond im Haar, der als der Eine gepriesen wird, oder den viergesichtigen Gott? Unseren Herrn mit freudig blühendem Tulasi, Kannan, den Wundertäter, der alle Welten mit Freude und Güte erschuf und von ihnen gepriesen dasteht? (3054) Kannan, den Wundertäter, den Herrn, der das Meer quirlte und Nektar gewann, Acyuta, den Unendlichen, der auf Ananta nahe und gut geborgen ruht, Mal, der die Welt verschlang und wieder freigab: Ich weiß nicht, wie ich ihn denken soll. Alle Dinge und alle Wesen ist er selbst.

(3055) Er selbst ist alles und jeder, doch bleibt er von den jeweiligen Glaubensformen unberührt; durch die fünf Sinne lässt er sich nicht beschreiben. Er ist die Gestalt der Erkenntnis. Wenn man im Innern des beseelten Lebens jene Betrachtung erreicht, die an nichts haftet, kann man auch ihn erreichen. (3056) Über den Wolkenfarbenen mit kühlem Kranz, in dem Bienen sich sammeln und summen, sprach der freigebige Satakopan aus Kurukur mit seinen ringsum blühenden Hainen tausend Lieder. Wer auch diese zehn beherrscht, erlangt unaufhörlichen Genuss; die Unsterblichen drängen sich liebevoll um ihn. (3057) Ihr Bewohner des Kreises, den das kühle Meer umgibt, sagt: Was tun eigentlich jene, die unseren Herrn Kannan, den Dunkelwolkenfarbenen, nicht nennen und besingen, nicht aufstehen, aufspringen und hüpfen? Er schenkte dem Elefanten Gnade, der im Teich eines dichten blühenden Hains vom Krokodil gefangen war. (3058) Tirumal fügt den Asuras mit starken, fußringgeschmückten Beinen Schaden zu, die die Bewohner der meerumgürteten Welt niederschlagen und als Beute verschlingen. Wer ihn nicht in führenden Melodien singt und springend, tanzend umhergeht, wird in der Erdenwelt geboren und von mächtigen Taten umhergestoßen.

(3059) Wer nicht jederzeit den Herrn nennt, der den Berg hob, vor dem Steinregen schützte und die Rinderherde vor Vernichtung bewahrte, und wer dabei nicht so wild springt, dass Kopf und Sitz aufeinandertreffen: Solche Toren liegen in quälender Hölle versunken und mühen sich dort ab. Der körperliche Ausdruck beschreibt einen ausgelassenen, sich überschlagenden Tanz. (3060) Sridhara mit dem Mund wie eine Masse roter Korallen bezwang die sieben gewaltigen Stiere für die Frau mit duftender Girlande. Wer seinen alten Ruhm nicht singt, sich verneigt, tanzt und jubelnd umhergeht – welchen Nutzen hat dessen Geburt mitten unter guten Menschen? (3061) Um Kamsa zu vernichten, der gute Menschen quälte, ließ er seine schöne ursprüngliche Lichtgestalt dort zurück und wurde hier geboren. Menschen, die diesen Ursprung der Veden nicht besingen und in jeder Straße hüpfen: Welchen Glanz könnten sie vor den belesenen und einsichtigen Menschen besitzen? (3062) Er wurde Mensch und alles andere, nahm wundersame Geburt an, ist der Einzige und Ungeborene, der Herr im weiten Meer. Wer diese Frucht, den süßen Rohrzuckersaft, den Zuckerblock, den Honig, den Nektar ohne Überdruss preist und tanzend sich neigt, besitzt die Beschaffenheit umfassender Erkenntnis.

(3063) Er gewährte den Fünfen Gnade, ließ die hundert Unwürdigen umkommen und vernichtete die Heere, die die Erde erfüllten. Wer dieses höchste Licht nicht bedenkt und tanzt, wer nicht Tränen in den Augen trägt und im Herzen weich wird und dahinschmilzt, sondern nur Fleisch ansetzt und den Bauch füllt: Was könnte er für die Edlen tun? (3064) Mein Vater wohnt im nördlichen Tiruvengadam mit seinen schönen kühlen Wasserfällen. Wer seine vielen Namen stammelt, sodass andere ihn verrückt nennen, in viele Orte hineingeht oder draußen bleibt, unter dem Gelächter der Welt tanzt und sich mit wachsender Liebe bewegt: Solche werden von den Unsterblichen verehrt. (3065) Ihn verehren die Unsterblichen; er ist der Herr aller Welten. Außer denen, die durch Yoga in ihrem Herzen fest mit ihm verbunden sind und sich entschließen können, eins mit ihm zu verweilen, haben alle anderen diese Aufgabe: innig an ihn denken, aufstehen, tanzen und laut rufen. (3066) Nehmt den Ursprung, der Handlung und Handlungsfrucht ist, den heiligen Edelsteinfarbenen, den rotäugigen Mal, den Herrn der Götter, in den gesammelten Geist auf. Lasst euer Herz schmelzen, steht auf und tanzt; legt Stolz und Scham ab und stammelt, von Torheit befreit.

(3067) Acyuta von vollendeter Herrlichkeit vermag seine entschlossenen Diener zurechtzubringen und in seinen Dienst zu nehmen. Über ihn, den Herrn der Unsterblichen, unseren Gebieter, sprach Satakopan aus dem kühlen reichen Kurukur, das fruchtbare Felder umgeben, tausend passende Worte. Diese zehn machen schwere Taten zu Asche. (3068) Seht ihn, den rot-lotusäugigen Kannan, der die sieben Welten verschlang! Als Erde, Himmel, Menschen, Götter und alles andere ohne Ausnahme, als schönes umfassendes Licht der Erkenntnis trat er hervor und erschuf diese Dinge. Danach blieb er als dichtes Licht bestehen: die Gestalt, die zu den Drei wurde. (3069) Preist die Gestalt, die zu den Drei wurde, den Ursprung selbst der drei Urgötter; den, der das dem Tod Unterworfene entfernt, der im weiten Meer ruht, den Gott der Götter, den Bogenträger, der das südliche Lanka unter aufloderndem Feuer zerstörte, den Sündenvernichter mit weiten Lotusaugen. (3070) Richtet euren Geist darauf, ihn ohne Unterlass bei Nacht und hellem Tag zu preisen: den Höchsten, das höchste Licht, das die Himmlischen lobend umstehen; den jungen Herrn, der den Kuravai-Reigen führte, den Edelsteinfarbenen, den Topftänzer; den Gebieter, der auf der Schlange im wogenden Meer wohlig schläft.

(3071) »Bewahrt ihn in eurem Herzen!«, sage ich. Doch was könnten Menschen wie wir über die Größe des Wundertäters sagen? Lassen wir das: Täglich ziehen selbst der Herr der Himmlischen, der Viergesichtige und der Gebieter mit verfilztem Haar umher, bedenken aufrichtig seine Lotusfüße und preisen sie. (3072) Der wandernde Wind, der weite Himmel, die feste Erde, das ausgebreitete Meer, das brennende Feuer, die beiden Lichter, die Götter und alles andere sind die Erscheinung unseres Herrn mit strahlender Krone: Kannan mit dunklem Leib, roten Lotusaugen und vielen schwarzen Locken, der Herr der Himmlischen. (3073) Er ist ohne Entstehen und Vergehen und besitzt doch diese Erscheinungsweisen. Als eine besondere Gestalt stand der rotäugige Mal bereit, damit der Begnadete trotz seines Zorns unter seine Füße treten konnte. Außer unserem mächtigen Herrn der Himmlischen, der Geruch, Gestalt, Geschmack, Klang und Berührung ist, habe ich in allen sieben Geburten niemanden. Die knappe Erzählanspielung auf den trotz Zorns Begnadeten bleibt im Grundtext unbenannt. (3074) Verehrt mit reinem Herzen den süßen Nektar meines Lebens in allen sieben Geburten, das strahlende Licht, das sich mit meinem kostbaren Leben vereint hat, den Edelsteinfarbenen, den Topftänzer, die Zuckerfrucht, die die erhabenen Unsterblichen und Weisen genießen. Dann bleiben die Leiden nicht einen Augenblick.

(3075) Er ist die Taten von Leid und Freude, die letztlich nur Kummer bringen, und ist doch nicht diese. Als erhabenes Licht verschlang er die sieben Welten und gab sie wieder frei. Er ist tödliches Gift für Yamas Boten, die Menschen erschöpft fortschleppen. Außer Acyuta, dem Sohn Dasarathas, habe ich keine Zuflucht. (3076) Er ist der Vater, die Mutter und das eigene Selbst, die Zuflucht schenken, und ist doch nicht auf sie beschränkt; der unerschöpfliche Ursprung des Unsterblichen-Geschlechts, der Anfang auch unter den Drei. Ihr Menschen dieser Welt, fürchtet euch nicht und grübelt nicht: »Ist er jener oder dieser?« Der Weitmeerfarbene wird zu dem, als den man ihn im Herzen denkt. (3077) Wann werden meine Augen die klingenden Fußringe des Herrn sehen? Kannan, den Meeresfarbenen, den dunklen Edelstein der Himmlischen, mein kostbares Leben, das höchste Licht auf dem Lager der haubenentfaltenden Schlange! Einst lenkte er für die Fünf im grausamen Kampf den Wagen, sodass das zum Töten anrückende Heer der Hundert verging. (3078) Er ist den Augen schwer sichtbar, dem Denken jedoch sehr leicht zugänglich; der Herr der Himmlischen schenkt allen Lebewesen auf Erden Gnade. Durch diese zehn aus den tausend musikalischen Worten Satakopans, des Herrn von Kurukai aus dem Pandya-Land voller singender Haine, könnt ihr zu Hingebungsvollen werden. Übt euch darin!

(3079) Wer immer das Glück besitzt, mit der ständig strahlenden Lichtgestalt, dem Lotusäugigen, unserem leicht und süß zugänglichen Höchsten im Milchmeer vertraut zu sein: Erkennt, solche Menschen sind die Höchsten, die in jeder wiederkehrenden Geburt über uns herrschen. (3080) Den herrschenden Höchsten, Kannan, den Herrn des Diskus, unseren reinen Edelsteinfarbenen mit vier Armen verehren sie, indem sie sich mit dem ganzen Leib verneigen und die großen Hände falten. Erkennt: Sie sind die Herren, denen wir jeden Tag und in jeder Geburt gehören. (3081) Den Gebieter, den Erde und Himmel preisen, den mit duftenden Tulasi-Blüten, unseren Vater und Wohltäter mit dem großen goldenen Diskus: Wer diejenigen verehrt, die sich vor seinen Füßen verneigen können, ist in jeder nur benennbaren Geburt unser Herr. (3082) Er trägt reiches Gewand, Halskette, Hüftband, seitlich verlaufende goldene heilige Schnur, goldene Krone und viele weitere Schmuckstücke. Die Diener der Diener dieses heiligen Naranan sind in jeder dazwischenliegenden Geburt unsere großen, ehrwürdigen Angehörigen.

(3083) Er ist der Herr der wahrhaft Großen, der Vater, der einst den Unsterblichen köstlichen Nektar zu trinken gab und ihre Not beseitigte. Wer jene preist, die von seiner Größe überströmend sprechen können, ist unser Wohltäter, der uns in dieser und der kommenden Welt erhält. (3084) Den schützenden Höchsten, Kannan, den Herrn des Diskus, unseren reinen Edelsteinfarbenen mit der duftenden, tropfenden Girlande, das strahlende Licht: Wer ihn im Herzen trägt, wird ohne Überdruss über uns herrschen und uns Geburt um Geburt beschützen. (3085) Der Vater beschützt seine Diener Geburt um Geburt, führt sie mit sich, bringt sie zu ihrer eigentlichen Beschaffenheit und nimmt sie unter seine beiden Füße auf. Wer jene preist, die von seiner uralten Größe sprechen können, ist unser verlässlicher Herr, der uns Gutes gewährt und unser Leben täglich rettend annimmt. (3086) Selbst wenn Bewohner der Kumbhi-Hölle den Verlässlichen preisen, der die Welt erschuf und Sri auf seiner Brust trägt, den selbst in der oberen Welt niemand leicht erkennt: Erkennt, auch sie sind in allen unseren vielen Geburten die Gemeinschaft, die wir verehren.

(3087) Selbst wenn jemand weit unter den vier erblich getragenen Kasten steht, als »Candala unter Candalas« gilt und ihm jede gute Eigenschaft abgesprochen wird: Wenn er sich innerlich damit verbunden hat, dem edelsteinfarbenen Herrn mit dem siegreichen Diskus zu gehören, dann sind die Diener seiner Diener unsere Gebieter. Die herabsetzenden gesellschaftlichen Bezeichnungen stammen aus der historischen Bildwelt des Verses; dessen Aussage überbietet diese Rangordnung durch Hingabe. (3088) Unser Vater und Herr verschlang die Welt, die seine Füße durchmaßen, und schlief auf einem Banyanblatt in der Gestalt eines unvergleichlichen kleinen Kindes. Wir sind Diener der Diener seiner Diener, Diener der Diener wiederum ihrer Diener – Diener bis in die fernste Folge. (3089) Dem Erhabenen, der einst den Fünfen Gnade erwies, sodass die kämpferisch aufgetretenen Hundert vergingen, widmete Satakopan aus dem südlichen Kurukur tausend kleine Dienste in wohlgegründeten Strophen. Wer diese zehn über seine Diener bis zum Ende lernt, erreicht das Ende weiterer Geburt. (3090) »Du Gekrönter! Du mit den herrlichen Füßen, die die drei Welten verehren und preisen! Du quirltest das tiefe Meer! Du führst den Vogel, den du reitest, im Banner! Wolkenfarbener, höher als die Wesen jenseits des Weltalls!« So liegt mein Herz rufend da.

Lesebereich 3091–3190

(3091) »Meine Zuflucht, die in meinem Herzen als weiter Stadt wohnt! Du warst Gift für den König des kühlen Lanka und vernichtetest ihn. Du Listiger, der zum Zwerg wurde, um die Erde zu nehmen!« Dies sagen meine Worte immer wieder. (3092) »Führer der Himmlischen, der du Gnade schenkst, damit meine Worte dich preisen! Du befreitest den jungen Mond aus der Umklammerung, griffst in verborgene Milch und Butter und aßest sie, du Angehöriger des Hirtenvolks!« So tasten meine Hände nach dir. Die Mondbefreiung und der Butterdiebstahl sind im knappen Vers unmittelbar aneinandergereiht. (3093) Mit den Händen verehre ich dich innig, immer wieder, jeden Tag ohne auch nur einen Augenblick Unterbrechung. Höchster, der du auf der haubenentfaltenden Schlange wohnst: Meine Augen verlangen danach, dich in wahrhaftiger Gestalt zu sehen. (3094) »Wird er kommen, sodass die Augen ihn sehen?« Voller Verlangen stellen meine Ohren sich den Klang der Flügel des melodischen Vogels vor, der froh dahinfliegt, wenn Vamana, der die Erde gewann, ihn besteigt; sie liegen da und lauschen mit ganzer Kraft.

(3095) Meine Seele verschlingt durch die Ohren zur Sättigung die Gedichte, die Frucht deines Ruhms, aus denen honiggleiche Melodien in ihrer Zeit tropfen. Hier auf Erden liebt sie ohne Erlöschen dich allein mit deinem großen goldenen Diskus. (3096) Mein Leben, kostbarer Nektar, du mit dem schön gefiederten Vogel, dem ich gehöre, du mit dem strahlenden Diskus! Obwohl ich Sünder immer wieder rufe und mein Herz klagt, bekomme ich deine Schönheit nicht zu sehen. (3097) Du Schönheit, Lotusäugiger, Dunkelblauer wie Augenschminke! Deine gütige Art durchschneidet mein Leben. Du Zeit, die vor allem Vergangenen und noch nicht Vergangenen besteht: An welchem Tag werde ich dich erkennen und sehen? (3098) Du Listiger, der sprach: »Mahabali, gib mir drei Schritte; ich werde sie nehmen!« Du überlistetest Kamsa und schnittest Bana tausend Arme ab, sodass seine innere Härte wich. Mächtiger Herr des Vogels: Wann werde ich mich mit dir verbinden?

(3099) Unser Großmütiger, der zwischen den dicht stehenden großen Maruta-Bäumen hindurchging! Verwirrt und gequält vor Verlangen, deine Füße zu sehen, sitze ich immer wieder mit einer Wortgirlande da. Wie lange werde ich noch allein um dich klagen? (3100) Den Herrn, der die Erde von einzigartiger Herrlichkeit ausmaß, besang Satakopan aus dem guten Kurukur von wohltätigem Ruhm. Auch diese zehn gehören zu seinen tausend kraftvollen Worten. Wer sie spricht, wird zum strahlenden Himmel aufsteigen – jeder ohne Ausnahme. (3101) Auch wenn es Feindschaft hervorruft, werde ich dies sagen; hört zu! Ich gebe die süße Dichtung meiner Zunge keinem anderen, solange in Tiruvengadam, wo Bienen »tenna, tena« summen, mein Elefant, mein Vater, unser großer Herr gegenwärtig ist. (3102) Was nützt es, über einen Menschen zu dichten, der sich selbst für etwas Beständiges und Besonderes hält und seinen Besitz für Reichtum? Warum meinen Vater verlassen, unseren großen Herrn Kannan, der wirklich in Kurunkuti wohnt, umgeben von bewässerten Feldern und Teichen?

(3103) Ihr Dichter! Unser Herr der Himmlischen gewährt den Weg, auf dem man Äon um Äon ununterbrochen beständig lebt. Warum ihn stehen lassen und mit überaus guter großer Dichtung hinausgehen, sich erniedrigen und irgendeinen Menschen besingen? (3104) Ihr Dichter, was wird aus dem großen Vermögen, das ihr durch das Besingen unbeständiger Menschen gewinnt, und wie viele Tage reicht es? Besingt ihr den Vater der Himmelsbewohner mit blitzender Edelsteinkrone, nimmt er euch als sein Eigen an und sorgt dafür, dass ihr nicht mehr geboren werdet. (3105) Ihr Dichter, die ihr eure Wahrhaftigkeit verliert, indem ihr den Besitzer eines Reichtums wie aufgewühlten Abfalls als Freigebigen preist: Daraus ist kein Nutzen zu gewinnen. Kommt und dichtet über meinen makellosen freigebigen Edelsteinfarbenen; sein Vermögen wird durch Nehmen nicht geringer, und er gibt alles Erbetene. (3106) Kommt, ihr Dichter, müht euren Leib, arbeitet mit euren Händen und lebt davon! Wir haben nachgesehen: In dieser bleibenden Welt gibt es jetzt keine wahrhaft Reichen. Wenn ihr mit eurer süßen Dichtung eure jeweils geliebte Gottheit preist, gelangt dieses Lob zu meinem Tirumal mit rotblitzender Strahlenkrone.

(3107) Außer über den Herrn von grenzenloser Freigebigkeit und Herrlichkeit mit seinen tausend Namen vermag ich über niemanden zu sprechen. Ich kann keinen armseligen Menschen auf Erden mit offenkundigen Lügen besingen: »Seine Hand spendet wie der Regen, seine starken Schultern gleichen großen Bergen!« (3108) Ich liebe es, die grenzenlosen großen Vorzüge des Bräutigams Pinnais mit ihren bambusgleichen Armen zu besingen, den Körper abzulegen und unter seine beiden Füße einzugehen. Was könnte ich mit meinem Mund über trügerische Menschen sagen? (3109) Ich bin kein Dichter, der gekommen ist, um mit dem Mund Menschen zu besingen. Mir steht der freigebige Herr des Diskus von geprüfter Herrlichkeit zur Seite. Er bringt dieses vergängliche Leben zum Gelingen und schenkt beständig auch Befreiung mit den Worten: »Erkenne du das Land der Himmlischen!« (3110) Ich bin zum Dichter dessen geworden, der die Welt in gesammeltem Entschluss erschuf, mit dem Vorsatz, diesen lange getragenen Körper zu verlassen, weiter und weiter zu gehen, bis ich ihn sehe und die Geburten beende. Könnte ich von nun an für immer und ewig noch als Dichter eines anderen gelten?

(3111) Für Kannan, den Herrn der Himmlischen von angemessen großer Herrlichkeit, sprach Satakopan aus dem freigebigen Kurukur diese tausend Worte von angemessen großer Herrlichkeit. Wer diese zehn darunter mit ihrer würdigen großen Herrlichkeit zu sprechen vermag, wird nicht wieder geboren. (3112) Er erschien in vielen Geburten und trug Muschel, Diskus, Bogen, glänzenden Stößel, strahlendes Schwert und Keule; auf dem Vogel reitend kämpfte er in der Welt gegen die starken Rakshasas und Asuras, bis sie fielen. Da ich die Herrlichkeit dieses Gütigen preisen darf, fehlt mir nichts. (3113) Kannan, der Leuchtend-Edelsteinfarbene, liegt im unerschöpflichen weiten Meer auf der mächtigen Schlange, seine schönen roten Lotusaugen scheinbar im Schlaf geschlossen, in Yoga versunken. Er trieb den Vogel mit dem gezeichneten Schnabel an und zürnte den Asuras. Da ich seinen vollkommenen Ruhm preise, singe und tanze, kenne ich kein Hindernis. (3114) Der einzige Herr ungehinderten vielfältigen Genusses, der den drei Welten zugehört, ist Zucker, Honig, Nektar, gute Milch, Frucht und Zuckerrohr. Seit ich ihn mit der Krone aus honigtriefendem kühlem Tulasi verehrte und mich ihm ergab, habe ich nicht einen Augenblick Kummer im Herzen.

(3115) »Wir werden Bana schützen, ohne zu weichen«, sagten sie einst und rückten mit ihrem Heer an: der Zerstörer der drei Städte, sein Sohn und der Feuergott. Der Wundertäter trieb den Vogel mit kämpfenden Flügeln an, bis sie den Kampf verloren. Weil ich mich an diesen Hirten, Hari mit dem goldenen Diskus, Acyuta, halte, trifft mich nicht das geringste Leid. (3116) Einst lenkte er mühelos in einem einzigen Augenblick seinen festen Wagen über alle Welten hinaus, während Partha von weit verbreitetem Ruhm und der Brahmane mitfuhren. Aus seinem eigenen Bereich strahlenden Lichts holte er die Kinder des Brahmanen mit ihren Körpern zurück und gab sie ihm. Weil ich mich an ihn halte, kenne ich keinen Kummer. (3117) Sein leidfreies strahlendes Licht bleibt unverändert bestehen, während er in der leidvollen menschlichen Geburt sichtbar erscheint. Er fügt Leiden zu und führt dadurch die Menschen in seine göttliche Welt. Da ich die Herrlichkeit dieses Herrn Kannan, des Wundertäters von leidfreien Vorzügen, genossen habe, kenne ich kein Leiden. Der Vers deutet auch schmerzliche Erfahrungen als Teil seiner rettenden Führung. (3118) Er ist das bewirkte Handeln, das Leid und Freude wird, und er ist die Welten; er ist grausame freudlose Hölle und die süßen guten Himmel, und er ist die vielen beständigen Lebewesen. Da ich den Herrn dieses Spiels gewann, der sich an zahllosen wundersamen Verwandlungen erfreut, habe ich keinerlei Qual.

(3119) Sein umfassendes Licht birgt überall unermessliche leidfreie Freude und Schönheit. Er ist auch der bezaubernde Genuss der Lotusfrau. Er besitzt grenzenlose Erkenntnis und vollbringt durch sie allein alle Handlungen. Da ich die Füße dieses grenzenlosen Wundertäters Kannan ergriff, kenne ich keine Trauer. (3120) Er ist die strahlende Gestalt leidfreier Erkenntnis, der große Herr mit Tulasi-Girlande. Durch seine vielen großen Wunder wirkt er auf unerhörte Weise und nimmt jede gewünschte Gestalt an. Er kann alle, angefangen beim nackten Asketen und Ayan, und alle Dinge so verschlingen, dass sie zugleich in ihm ruhen. Weil ich ihn gewann, kenne ich keine Ermattung. (3121) Unermüdlich überall und immer ausgebreitet ist er als einziger Urgrund reine Erkenntnis. Für die begrenzten fünf Sinne unerkennbar bleibt er gestaltlos. Er ist der Herr von wachsendem Licht, Gestalt, die fünf Elemente und die beiden Lichter. Da ich die Füße dieses hell strahlenden Wundertäters Kannan ergriff, werde ich niemals zugrunde gehen. (3122) Diese zehn gehören zu den tausend Liedern, die Satakopan aus Kurukur über Kesava von unvergänglichem erhabenem Ruhm sprach. Wer sie einzuüben vermag, den lässt er vor den Augen von Land und Stadt in Gedeihen aufsteigen, schenkt ihm Befreiung und gibt ihm einzigartige Herrschaft in seinen drei Welten.

(3123) Die einst als einzige Gebieter die ganze Welt beherrschten, sodass alles nach ihrem Willen lief, lassen sich noch in diesem Leben vor aller Öffentlichkeit Almosen geben – ein schwarzer Hund hat sie in den Fuß gebissen, ihr Betteltopf ist zerbrochen. Denkt rechtzeitig an die Füße des heiligen Naranan und rettet euch! (3124) »Bringt Tribut und rettet euch!« So regierten sie die Welt. Noch in diesem Leben müssen sie ihre geliebten schönen Frauen anderen überlassen und in Wälder von grausam blitzender Sonnenglut fliehen, wo sie mühsam kärgliche Nahrung essen. Eilt zu den Füßen Tirumals mit rotblitzender Krone! (3125) Sie saßen da, während Könige sich vor ihnen verneigten und ihre Kronen ihre Füße berührten, während in ihren Höfen Trommeln wie Donner dröhnten. Da sie doch zu Staub und Staubteilchen werden, denkt rasch an Kannans Füße, an seine Krone aus duftendem Tulasi. (3126) Wenn man es bedenkt, sind jene, die in allen Äonen diese Welt regierten und vergingen, zahlreicher als der feine Sand am Meeresufer. Wir sahen nichts anderes, als dass sie mit Haus und Nachkommenschaft verschwanden. Verehrt die Füße dessen, der den rasenden Elefanten mit palmenstarken Beinen erschlug.

(3127) Sie genossen den Nektar lustvoller Vereinigung mit Frauen von schönem weichem Haar auf kühlen, frisch blühenden Lagern, die sie für herrliche Gnade hielten. Später ziehen sie umher, ein Stück Stoff hängt vor ihnen, und selbst viele Arme verachten sie. Verehrt unseren Wundertäter mit edelsteingleich leuchtendem Leib; lebt, indem ihr seine Namen sagt. (3128) Von damals bis heute lautet der Bericht über alle, die lebten: Ihr Leben verging und versank wie Blasen im starken Regen. Es gibt keinen, der einfach lebend bestehen blieb. Wenn ihr Bestand sucht, werdet Diener des Herrn, dessen Lager das tiefe, volle Meer ist. (3129) Sie aßen Reisgerichte mit allen sechs angenehmen Geschmäcken, waren satt und aßen auf Bitten der Frauen mit reinen sanften Worten noch weiter. Später taumeln sie und flehen: »Gebt uns einen Bissen!« Darum reiht die Eigenschaften des schönen Urlichts mit Tulasi-Krone zu einer Kette. (3130) Selbst wenn Könige von vollkommenem Tugendruhm ihre Pflicht des Schenkens erfüllen und die Welt einträchtig zum Gedeihen bringen: Fehlt ihnen dort der Herr, kehren sie selbst aus dauerhaft erscheinendem duftendem Genuss zurück. Rezitiert die heiligen Namen dessen, der auf der haubenentfaltenden Schlange liegt; dann gibt es keine Rückkehr.

(3131) Auch wer die vielen weltlichen Bindungen mitsamt dem Anhaften abschneidet, die fünf Sinne bezwingt und den leidvollen Körper unterwirft, kehrt selbst aus dem süßen Himmel dauernder Bewohnerschaft zurück, wenn ihm dort der Herr fehlt. Nähert euch den Füßen des Gebieters mit dem Vogelbanner; dann gibt es keine Rückkehr. (3132) Selbst dem Erkenntnissucher, der mit scharfem Bewusstsein nach innen schaut, alles aufgibt und das feste Ende erstrebt, bleibt, wenn er jene Frucht nicht erreicht, eine feine gedachte Bindung; dann gibt es noch keine Befreiung. Hält man sich aber an den unbeirrten Herrn und lässt ihn nicht los, ist eben dies Befreiung. (3133) »Dies allein ist der Weg, auf dem man zur Rettung gelangt.« In diesem Sinn leistete Satakopan aus Kurukur, umgeben von blumenreichen Hainen, seinen kleinen Dienst zu Kannans Füßen in tausend schön gefügten Liedern. Wer diese zehn ohne Nachlassen lernt, dessen tiefes Leid vergeht; er ist zur Rettung bestimmt. (3134) »Der schöne kühle Tulasi, der die beiden Füße des Herrn schmückt, der als Kind die sieben Welten verschlang und ohne Sorge auf einem Banyanblatt schlief!« Allein davon spricht meine sanfte rankengleiche Tochter und wird vor Liebe verwirrt – ich bin von mächtigen Taten beladen.

(3135) »Der duftende Tulasi, der die guten Füße dessen schmückt, der mit den Hirtinnen von rankenfeiner Taille ungebärdig spielte und den Kuravai-Reigen tanzte!« So spricht immer wieder meine puppengleiche Tochter, während die Taten mich umringen. (3136) Mit vielen guten Girlanden aus vedischen Gesängen stehen Götter und große Weise in Verehrung vor ihm. »Der rotgoldene Tulasi, der seine roten Füße schmückt!« So ruft meine girlandengeschmückte Tochter – ich bin von bezwingenden Taten gefangen. (3137) Die Anhänger der Glaubenswege nehmen seine makellose reiche Herrlichkeit zum Anlass, Unterschiede auszusprechen und zu streiten. »Der frischgoldene Tulasi, der die Füße dieses Herrn, des Höchsten, schmückt!« So rezitiert meine breitschultrige Tochter – ich bin dem alten Karma verfallen. (3138) Für Pinnai mit den schönen Armen umschlang und bezwang er sieben Stiere, der Herr, der Kuhhirt, der Topftänzer. »Der schöne kühle Tulasi auf seinen beiden Füßen!« So schmachtet meine Tochter Tag um Tag.

(3139) Um der geliebten großen Erdenfrau willen wurde er in ursprünglicher Zeit Eber und spaltete die weite Erde. »Der frischgoldene Tulasi, der seine Füße schmückt!« Indem sie dies rezitiert, ist meine Tochter ganz in Liebesverwirrung geraten. (3140) Er trägt die junge heilige Frau des reichen Lotus auf seiner weiten, girlandengeschmückten Brust. Allein nach den Blüten der kühlen schönen Tulasi-Girlande auf seinen Füßen vergeht sie, ihr Frauen mit strahlender Stirn, meine zarte junge Ranke. (3141) Um der rankengleichen Sita willen setzte er Lanka mit feurigen Pfeilen in Brand. Allein den duftenden kühlen Tulasi-Blüten, die seine beiden Füße schmücken, gilt ihre Hoffnung. Was soll ich damit tun, ihr Frauen? (3142) Ihr Frauen, auch ihr habt eine Tochter geboren und liebevoll aufgezogen. Wie soll ich von der Hilflosen sprechen, die ich gebar? »Muschel«, sagt sie, »Diskus«, sagt sie, »Tulasi«, sagt sie. So redet sie Tag und Nacht. Was soll ich tun?

(3143) Was soll ich tun, ihr Frauen? Mein unerfahrenes, mein zartes Kind hört weder auf meine Worte noch steht es in meiner Gewalt. Sie wird schwach vor dem Gedanken: »Der Tulasi von Kannans Füßen, dessen Brust blitzenden Schmuck trägt, soll auf meine weiche, goldgeschmückte Brust kommen.« (3144) Über die Füße unseres Kannan, der die auszehrende Krankheit heilt, sprach Satakopan aus Kurukur von überreichem Ruhm tausend Worte von klingender Herrlichkeit. Wer diese zehn beherrscht, wird ein guter König unter den Himmlischen von überreichem Ruhm. (3145) Für die Frau mit dem Mund wie eine Kova-Frucht brachst du die Nacken der Stiere. Du spanntest den Bogen, damit der König des befestigten Lanka fiel, und zerbrachst die Stoßzähne des edlen Elefanten. Auch wenn ich dir kein Wasser sprenge und keine Kaya-Blüten zur Verehrung darbringe: Mein Herz ist die Sandelpaste für deinen kaya-blütenfarbenen Leib. (3146) Mein Herz ist die aufgetragene Sandelpaste; die Girlande, die meine Worte bilden, ist dein angelegter Kranz und auch dein herrliches Seidengewand. Mein Händefalten ist dein glänzender Schmuck: für den Herrn, meinen Vater, die eine Gestalt, die die Welt verschlang und wieder freigab.

(3147) Narayana, du wurdest eine Gestalt, zwei Gestalten, drei Gestalten, viele Gestalten, die fünf Elemente und die beiden Lichter; du wurdest gestaltlos und schliefst auf der Schlange mitten im Meer. Mein Leben nahm deinen ganzen Leib in sich auf und vernichtete damit seine Qual. (3148) Wundersamer Hirte, du vernichtetest das Leben der trügerischen Dämonin, die dir die Brust an den Mund gab, um dich zu töten. Vamana, Madhava! Auch wenn ich dich nicht mit kühlen Blumengirlanden zu den gebührenden Zeiten verehre: Mein Leben selbst ist der Kranz, der deine hohe Krone mit ihren kühlen Blumen schmückt. (3149) Die Liebe meines Lebens ist der Kranz, die golden strahlende Krone und alle unzähligen Schmuckstücke; sie ist auch das passende Gewand und der Ruhm, den die drei Welten einhellig aussprechen: für Kannan, unseren Wohltäter und Herrn, den Besitzer des Zeitrades. (3150) »Du trägst das Rad der Zeit und die weiße Muschel in den Händen! Narayana, der du die ganze Welt verschlangst und wieder freigabst!« Auch wenn ich so laut rufe und du überhaupt nicht kommst, sind deine lotusgleichen klingenden Füße der Schmuck meines Hauptes.

(3151) Schöner Vamana, der du deine klingenden Füße ausstrecktest und die Erde nahmst! Wundertäter, der du bereitstehst, damit die mit gefalteten Händen deine Füße Verehrenden dich erreichen! Auch wenn ich dich nicht mit duftenden Blumen und Wasser preisen kann: Deine vielbesungene strahlende heilige Gestalt ruht auf meinem Leben. (3152) Du ruhst auf meinem Leben, Gestalt leuchtender Erkenntnis, die alle sieben schönen Welten eng verbindet und ganz erfüllt. Mein Leben ist dein, und dein Leben ist mein. Vermag ich zu sagen, dass du nur in dieser bestimmten Weise bestehst? (3153) Ich vermag es nicht auszusprechen. Wann werde ich das Ufer der Flut deines unerschöpflichen Ruhms erreichen? Liebesverwirrung hat mich ergriffen. Unvergleichlicher Höchster über allem, wahrhaftiges höchstes Licht! Während die guten großen Menschen dich laut preisen, habe auch ich dich gepriesen. (3154) Wenn ich dich preise, die sieben Welten dich alle preisen und danach du selbst dich preist: Wohin könnte das immer weitere Preisen gelangen? Wie Honig, Milch, Zuckerrohr und Nektar bist du süß. Auch ich habe unseren Herrn gepriesen, damit ich gerettet werde.

(3155) Satakopan aus dem südlichen Kurukur mit seinen roten Lotusfeldern erkannte gewiss, dass es keinen anderen Weg zur Rettung gibt, und besang Kannans leuchtende Füße. Wer auch diese zehn aus seinen tausend wahrhaftigen Liedern beherrscht, wird auf Erden beständig thronen und von hier aus auch den Himmel beherrschen. (3156) Sie sitzt da, durchwühlt die Erde und sagt: »Das ist Vamanas Erde.« Sie verehrt den Himmel, weist mit der Hand darauf und sagt: »Das ist Vaikuntha, wo er wohnt.« Mit tränenvollen Augen steht sie da und sagt: »Der Meeresfarbene!« Ach, ihr armreifgeschmückten Frauen, was soll ich mit dem tun, der meine Tochter in große Verwirrung versetzt hat? (3157) Sie faltet ihre armreifgeschmückten Hände und sagt: »Das Meer, in dem der Herr ruht!« Sie zeigt auf die rote Sonne: »Das ist Sridharas Gestalt.« Dahinschmachtend steht sie voller Tränen da und sagt: »Naranan!« Ach, ich verstehe nichts von dem, was mein kleines Mädchen von göttlicher Schönheit tut. (3158) Sie umarmt das deutlich brennende rote Feuer und sagt »Acyuta«, doch ihr Leib verbrennt nicht. Sie umarmt den wehenden kühlen Wind und sagt »Mein Govinda«. Duftende Tulasi-Blüten verströmen ihren Geruch. Wie sonderbar ist vor meinen Augen das Verhalten des kleinen Mädchens mit eng sitzenden Armreifen, das ich, die karmabeladene Mutter, geboren habe!

(3159) Sie zeigt auf den erschienenen Mond und sagt: »Leuchtend-Edelsteinfarbener!« Sie schaut den feststehenden Berg an und ruft: »Nedumal, komm!« Sieht sie reichlichen Regen, jubelt sie: »Naranan ist gekommen!« Seit wann hat er mein zartes Kind in solche Verwirrung versetzt? (3160) Sie umarmt ein zartes großes Kalb und sagt: »Diese hütete Govinda.« Sie läuft einer jungen Schlange nach und sagt: »Das ist sein Lager.« Ich kann überhaupt nicht ermessen, welches Spiel der Wundertäter mit meiner zarten Tochter treibt, indem er sie in Liebe versetzt – ich, ihre von schwerem Karma beladene Mutter. (3161) Wenn Tänzer mit Töpfen tanzen, läuft sie hin: »Das ist Govinda!« Hört sie einen schönen Flötenton, wird sie benommen: »Der Wundertäter!« Sieht sie die Butter der Hirtinnen, sagt sie: »Das ist die Butter, die er aß.« So groß ist die Verrücktheit, die meine Tochter wegen dessen ergriffen hat, der an der Brust der Dämonin trank. (3162) In gesteigerter Verzückung sagt sie: »Die ganze Welt ist Kannans Schöpfung.« Sieht sie jemanden sorgfältig heilige Asche auftragen, läuft sie hin: »Ein Diener Nedumals!« Sieht sie duftende Tulasi-Blüten, sagt sie: »Das ist Naranans Kranz.« Ob klar oder verwirrt: Diese Schöne gehört ganz dem Wundertäter.

(3163) Sieht sie glückreiche Könige, sagt sie: »Ich habe Tirumal gesehen.« Sieht sie schöne Gestalten und Farben, hüpft sie: »Der die Welt ausmaß!« Alle Heiligtümer mit einer göttlichen Gestalt nennt sie Tempel des Meeresfarbenen. Selbst in Furcht und Zusammenbrechen lässt sie nicht ab; sie verlangt nach Kannans Füßen. (3164) Wenn sie ehrwürdige Gottesleute sieht, ruft sie voller Liebe: »Du, der die weite Welt verschlang!« Sieht sie große dunkle Wolken, springt sie hoch: »Kannan!« Sieht sie Rinderherden auf weitem Weideland, läuft sie hinterher: »Der Herr ist dort.« Der Wundertäter lässt mein kostbares Mädchen rufen und erschöpft dahinsinken. (3165) Sie wird benommen, schaut sich ringsum um und richtet dann einen langen Blick in die Ferne. Sie schwitzt, ihre regenfeuchten Augen laufen über, sie atmet heiß, ihr Leib erschlafft. Wieder sagt sie »Kannan« und ruft »Großer Herr, komm!« Was soll ich schwerbeladene Mutter gegen die verwirrende große Liebe meines unerfahrenen Kindes tun? (3166) Satakopan aus dem freigebigen Kurukur sprach durch sein Werk der Worte tausend Lieder über Kannan, der mächtige Taten beendet. Wer diese zehn als gute Handlung lernt, gelangt inmitten des Heils nach Vaikuntha; die alten Taten vergehen, und er thront dort, während alle sich verneigen und erheben.

(3167) Er thront und regiert die sieben Welten mit einziger Herrschaft, unvergänglicher Herrlichkeit und übermächtiger Kraft; er riss das grausame Ross auseinander. Da ich die Frucht geistiger Übung gewann, ihn mit ganz gefalteten Händen »Heil dir!« zu verehren und ihm Wortgirlanden darzubringen, was könnte mir in sieben Geburten noch fehlen? (3168) Auf seiner Brust wohnt die lotusgeborene Frau mit geschminkten Augen. Er hat schöne weite rote Augen, der Herr der Himmlischen. Ich durfte ihn mit musikalischen Girlanden aus dicht gefügten Worten preisen und innerlich betrachten, sodass alle grausamen Krankheiten in dieser weiten Welt vergehen. (3169) Unser Acyuta ist die äußerste Grenze unvergänglicher Freude, der Herr von unvergänglichem Ruhm, der Blumenäugige, der große Herr der Himmlischen. Ich durfte ihn unvergängliche Zeit hindurch mit musikalischen Girlanden preisen und ihm nahe sein; durch diese Nähe gelangte ich selbst an die höchste Grenze unvergänglicher Freude. (3170) Er kommt seinen Verehrern nahe, damit die Taten derer vergehen, die bei ihm stehen und ihn anbeten. Er besitzt den schön gefiederten Vogel, der Herr mit dem siegreichen Diskus. Durch musikalische Girlanden aus der Kunst meiner Zunge durfte ich ihn preisen und erreichen. Er ist das Leben meines Lebens; wie er dies bewirkte, weiß ich nicht.

(3171) Unser Herr zeigt den überaus guten Weg, der Mächtige unter den Unsterblichen, der alle Dinge entfaltete. Ich flocht Wortgirlanden, pries ihn und gewann täglich Freude, während die Krankheiten des Karma schneller als der Wind verbrannten. (3172) Er trägt auf seinem dunklen Leib ein wenig weißen heiligen Staub, der Herr mit großen schönen weiten Augen, der Gebieter der Himmlischen. Da ich ihn mit passenden Worten als musikalische Girlanden preisen und im Herzen tragen durfte: Gibt es von heute an und für immer noch etwas, das mir schwer wäre? (3173) Er steht immer als der Eine ohne Gleichen und ohne Höheren da, der Besitzer aller Welten, der Herr, der mit einem einzigen Berg vor dem Regen schützte. Wir erhielten das Geschick, ihm schöne Wortgirlanden anzulegen. Was fehlt uns noch? (3174) Er ist die Freude für uns und für die Frau auf dem Lotus, der große Herr für die Erdenmenschen und die Himmlischen, dessen Füße der kühle Lotus trägt. Da ich es vermag, Wortgirlanden über ihn zu ordnen und zu sprechen: Wer ist mir nun im weiten Himmel gleich?

(3175) Er steht ohne Ausnahme im Himmel, über dem Himmel, auf Erden, in den Orten unter der Erde und in allen acht Richtungen. Er hält die gewundene Muschel in seiner großen Hand, ist der Topftänzer und König des Himmels. Da ich über ihn dichten kann, gibt es noch einen Widerpart für mich? (3176) Er verschlingt, gibt frei, durchschreitet, hebt empor, liegt, steht, thront in angenommener Gestalt und geht Vermählungen ein; in jeder sichtbaren Weise steht fest, dass ihm allein die Welt gehört. Ich gewann die Gnade, reiches Tamil über ihn zu weben: einen Regen der Freude für seine Diener. (3177) Über den Herrn von Vengadam, dem kühlen schönen Berg mit beständigem Regen, sprach Kari Maran Satakopan aus Kurukur, der Stadt mit stets wasserreichen grünen Blumenhainen, tausend Worte. Durch diese zehn wird die auf der stets duftenden Blüte Sitzende das Karma beenden. (3178) Ihr Mütter, wie sollten wir jetzt noch jemanden suchen, der sie heilt? Wir haben durch sorgfältiges Prüfen diese gute Krankheit der Strahlendstirnigen erkannt. Ihr Geist tastet suchend nach dem wundervollen Wagenlenker im Kampf, der einst selbst die Schlachtordnung bestimmte und die Fünf siegen ließ.

(3179) Ihre Krankheit lässt sie die Richtung verlieren; dies kommt von der höchsten großen Gottheit, nicht von einer kleinen Macht, zu der ihr ohne passenden Bezug Besessenheitstänze aufführt. Wenn ihr ohne Verwirrung »Muschel! Diskus!« singt, sodass sie es hört, wird es diesem Haus gut ergehen. Seht selbst! (3180) Seht dies, ihr Mütter: Tut nicht nach den Worten dieser Wahrsagerin irgendetwas und streut dort weder Palmwein noch Fleisch aus. Preist ihr die Füße des wundervollen Herrn mit der honigreichen Tulasi-Krone, wird eben dies die kostbare Arznei für ihre Krankheit. (3181) »Das wird Arznei sein«, sagt jene trügerische Frau. Was nützt es, nach ihrem Wort einen Ritualplatz anzulegen und schwarzen und roten Reis darzubringen? Könnt ihr den Namen des großen Gottes nennen, der alle sieben Welten zugleich verschlang und wieder freigab, gewinnt ihr sie zurück. (3182) Ach, dieser Besessenheitstanz ist nicht das Mittel, sie zurückzugewinnen. Ihre weiten Wasserlilienaugen und ihr roter Fruchtmund sind blass geworden. Tragt ihr im heiligen Namen des Herrn, der den mächtigen, mit Futterballen genährten Elefanten erschlug, weißen heiligen Staub auf; dann wird es nachlassen.

(3183) Ihr Mütter, während ihr Besessenheitstänze aufführt, kommt keine Linderung; die Krankheit hört nicht auf, sondern wächst. Versucht, sie mit dem Staub von den Füßen der Diener des wundervollen Edelsteinfarbenen zu schmücken. Erkennt: Für diese Ergriffenheit gibt es kein anderes Mittel. (3184) Ihr Mütter, ihr ruft nach einer Ziege und Palmwein als kostbarer Arznei für die Besessenheit, werft euch in den Tunankai-Tanz und schüttelt die Schultern. Was nützt es, die Lippenbewegung eines Esels anzusehen, während das zum Trocknen ausgelegte Korn verloren geht? Verehrt lieber die vedakundigen Diener des wundervollen Herrn. Das Eselsbild ist ein spöttischer Vergleich für eine nutzlose Maßnahme. (3185) Statt Vedakundige zu holen, euch vor den heiligen Füßen des Herrn der Himmlischen zu verneigen und so ihre Krankheit zu heilen, sprecht ihr Schädliches, tut Unrechtes, mischt und versprengt Palmwein und vollführt Besessenheitstänze mit Gesang und Trommeln. Das ist unwürdig. (3186) Ich will diese Täuschung nicht ansehen: wie ihr zu der Trommel eines niedrig geachteten Mannes vielerlei beschämende Worte sprecht und Besessenheitstänze aufführt. Für sieben Geburten ist dies Schutz und für diese Krankheit die Arznei: Bedenkt die Füße des Herrn Kannan und preist sie in rechter Ordnung. Die soziale Abwertung des Trommlers gehört zur polemischen historischen Rede der Sprecherin.

(3187) Sie wird nach reifem Überlegen keine andere Gottheit als ihn verehren. Ihr Mütter, mit euren selbstgewählten Worten schüttelt ihr nur die Schultern wund. Preist den beständigen Herrn der Veden, den König des reichen Dvarapati; sobald ihr ihn preist, wird sie verehren und tanzen. (3188) Satakopan aus dem freigebigen Kurukur von beständigem altem Ruhm verehrte, tanzte und diente dem reinen Edelsteinfarbenen, und seine Krankheit verging. Wer diese zehn Lieder über die Ergriffenheit aus seinen tausend unfehlbaren Worten verehrend tanzt und singt, wird nicht von Kummer geprägt sein. (3189) Obwohl ich ein kleiner Mensch ohne gute Art bin, sind meine Taten groß. »Du verschlangst die Welt! Gestalt der Erkenntnis, Narayana!« So sitze ich zu jeder Zeit, schlage klagend die Hände an den Kopf und rufe. Doch du kommst nicht, damit ich deinen schönen Leib sehe, und nimmst nicht einmal mein Rufen an. (3190) »Mein Freigebiger, der du eine grenzenlos aufzunehmende, makellose Flut von Freude schenkst! Vamana, der du die Erde nahmst!« So sitze ich in tiefer Nacht und am hellen Tag und rufe laut. Du verborgener Wundertäter, kommst du nicht und gewährst meinen Augen, dich zu sehen?

Lesebereich 3191–3290

(3191) Wie viele erbarmungslose schlechte Taten habe ich wohl begangen? »Mein Vater, der du ausschreitend die Erde nahmst! Damodara!« So rufe ich immer wieder, mein Herz schmilzt, Tränen strömen. Du kommst nicht, damit ich Sünder dich sehe, und sagst mir nicht einmal: »Du bist ein Sünder.« (3192) »Komm vor meine Augen; lass deine Lotusaugen sich bewegen, mein Vater mit dem Leib aus reinem rotem Gold, und stehe gnädig vor mir!« Warum rufe ich kleiner Schamloser hier so nach dem mächtigen Vater, den die Himmlischen trotz ihres Verlangens nicht sehen können? (3193) »Vater, Herr des siegreichen Diskus, Mächtiger, der du das tiefe Meer quirltest! Wird es mir möglich sein, deine vier Arme zu sehen?« Mit Tränen in den Augen und immer weiter austrocknendem Leben schaue ich Hilfloser ständig aus: »Komm in diesem Augenblick!« (3194) Ich schaue und schaue, um dich zu sehen, und strecke in meinem eigenen Leben begehrlich die Zunge nach dir aus, ohne Erkenntnis. Täglich bist du ohne Trennung überall gegenwärtig: in meinem Leib, in meinem Leben und auch außerhalb von beidem. Dies von dir erkenne ich immer wieder.

(3195) Immer wieder erkennend und immer klarer werdend habe ich dich, die Gestalt voller Erkenntnis, rein in mein Leben aufgenommen. Die Torheit, geboren zu werden, zu sterben und dabei zu straucheln, habe ich überwunden. Herr mit dem duftenden Tulasi-Kranz, ich habe dich erkannt und gesehen. (3196) Damit wir dich sehen, unsere Hände mit Blumen aus allen acht Richtungen füllen, sie auf deine heiligen Füße legen, dich preisen und uns immer neu freuen, damit wir Diener singen und tanzen: König mit dem reichen Tulasi-Kranz, kannst du nicht in diese meerumgebene Welt kommen? (3197) Ich kann nichts geben, nichts opfernd darbringen, die fünf Sinne nicht bezwingen und nicht pflichtgemäß zu jeder Zeit Blumen pflücken und dich preisen. Mein törichtes hartes Herz wird von Liebe erfüllt; ich von schweren Taten Beladener taste verwirrt umher. Wo werde ich den Herrn des Diskus sehen? (3198) »Herr des Diskus!«, rufe ich, verneige mich, die Tränen fließen, und ich schaue nach allen Seiten, erschöpft vom Stehen. Ich Sünder sehe ihn nicht. Doch mit meinen geeigneten Augen der Erkenntnis werde ich das Licht der Veden, die Gestalt überreicher Erkenntnis, sehen und umfangen.

(3199) Aus umfassender Liebe sprach Maran Satakopan aus dem südlichen Kurukur mit seinen dicht stehenden Häusern über den Lotusäugigen tausend makellose leuchtende tamilische Lieder. Wer diese zehn innig singt und tanzt, wird nach Vaikuntha emporsteigen. (3200) Sein einziger Leib gewährt dem stierreitenden Herrn, dem nach den Richtungen blickenden Schöpfer und der heiligen Tochter jeweils einen Anteil. Er setzte die Asura-Geschlechter dazu aus, zu Asche zu werden, und griff zu den Waffen. Wenn dieser Kämpfer meine edelsteindunkle Schönheit nicht begehrt, vermisse ich diese Schönheit nicht. (3201) Auf seiner Brust wohnt die Lotusfrau von makelloser edelsteindunkler Schönheit. Er hat schöne, weiten Bergen gleiche Schultern und hält den siegreichen Diskus in der großen Hand. Der edelsteinfarbene Wundertäter nahm mich in seinen Dienst, ohne die Würde des Dienens zu verletzen. Wenn er mein sanftes Herz nicht begehrt, vermisse ich dieses Herz nicht. (3202) Die Dämonin stellte sich als gute Mutter dar, und das kleine Kind von überreicher Erkenntnis trank an ihrer giftigen Brust. Der höchste Urmensch mit berggleichen Schultern liegt auf der haubenentfaltenden Schlange. Wenn dieser große Wundertäter meine sittsame Gefasstheit nicht begehrt, vermisse ich diese Gefasstheit nicht.

(3203) Um die Brust der sanften, vollkommen sittsamen Pinnai mit langen bambusgleichen Armen geduldig zu umfangen, bezwang er freudig die sieben kämpfenden Stiere. Er trägt ein gefärbtes rötliches Gewand und hält den Stab zum Treiben der Kühe. Wenn dieser Geschickte meine sprossgleiche Hautfarbe nicht begehrt, vermisse ich sie nicht. (3204) Für die Papageienstimmige von makelloser sprossgleicher Hautfarbe, die allein im Gefängnis schmachtete, verbrannte er die Stadt des mächtigen Dämonen. Seine Krone duftet nach einer Girlande freudig blühenden Tulasis; er ist überaus barmherzig in dieser meerumgebenen Welt. Wenn er meine Einsicht nicht begehrt, vermisse ich sie nicht. (3205) Als einzigartige Gestalt vollkommener Erkenntnis erklärte er alle Wege, damit die Bewohner der weiten Welt sie ohne Mangel an Einsicht erkennen. Als kleiner Brahmanenschüler nahm er durch eine entschiedene List die Erde. Wenn dieser kunstfertige Herr meinen leuchtenden Glanz nicht begehrt, vermisse ich ihn nicht. (3206) In unvermindertem Glanz erhob er sich als Löwe und zerriss freudig die breite Brust des strahlenden Hiranya. Er trägt den immer heller glühenden Feuerdiskus und die rechtsgewundene Muschel und erstrahlt edelsteinblau. Wenn er meine gestreiften Armreifen nicht begehrt, vermisse ich sie nicht.

(3207) Mit dem großen, unverminderten Dröhnen seiner Muschel blies er die Unbezwinglichen in die Feuersglut und beendete einst das Leid der weiten Erde. Siva, Brahma und der König der Unsterblichen, selbst schwer erkennbar, verneigen sich vor ihm und preisen ihn. Wenn dieser Weitberühmte meinen Hüftgürtel nicht begehrt, vermisse ich ihn nicht. (3208) Die genussvolle Tochter mit schmal gewordener, breiter, gürtelgeschmückter Hüfte hatte den ruhmreichen mächtigen Bana zum Vater; ihm schnitt er die Arme ab. Als schliefe er auf der Schlange, tritt er in Yoga ein, damit alle Welten wohl in ihm ruhen. Wenn er meinen Körper nicht begehrt, vermisse ich ihn nicht. (3209) Er zerteilte freudig die Asura-Scharen in viele Stücke, die wie leblose Bergbrocken dalagen. In einem besonderen Anteil seines Körpers wohnt der Herr mit dem Wasserstrom im verfilzten Haar. Wenn er mein Leben nicht begehrt, vermisse ich dieses Leben nicht. (3210) Er nahm die sieben von Leben erfüllten Welten in sich auf und aß Joghurt und Butter. Über ihn sprach Satakopan aus dem weiten Kurukur tausend musikalische Girlanden aus makellosen Worten. Durch diese zehn wird die hart verwurzelte Geburt abgeschnitten, und man gelangt nach Vaikuntha.

(3211) Feinde lächeln höhnisch, gute Angehörige zerfließen in Klage: Was ist das für eine Weltordnung, die unermessliches Leid hervorbringt? Mein Augenlicht, du quirltest das Meer! Weise mich, deinen Diener, ohne Verzögerung so, dass mein Sterben zum Weg an deine Füße wird. (3212) Sterben und Zugrundegehen, während Freunde und Angehörige einer nach dem anderen hinzukommen, betäubt daliegen und klagen: Was ist das für eine Weltordnung? Ich kenne keinen gangbaren Weg, Herr auf dem Schlangenlager. Richte deine Aufmerksamkeit auf mich, deinen Diener, und beeile dich, mich zu dir zu rufen. (3213) Lob, Familienruhm, Freunde, Angehörige, große Schätze und die Frau mit bienenumschwärmtem Blumenhaar bleiben zu Hause, während das Leben vergeht. Diese Weltordnung zu sehen ertrage ich nicht. Meeresfarbener, behandle mich nicht wie früher; rufe mich an deine Füße und nimm mich in deinen Dienst. (3214) Großer Reichtum, der sich mit dem Ruf »Nimm mich!« erhob, wird zu Feuer; Finsternis schließt sich besitzergreifend darum. Was ist das für eine Weltordnung? Freigebiger Edelsteinfarbener, gewähre mir großzügig den Weg zu deinen Füßen und nimm deinen Diener durch deine Gnade zu dir.

(3215) In dieser blühenden Welt mit zurückweichenden Wassern werden die feststehenden und beweglichen Lebewesen durch Geburt, Tod, Krankheit und Alter zerbrochen; dazu kommt noch die grausame Hölle. Was ist das für eine Weltordnung? Nimm mich zu dir, Edelsteinfarbener; weise mich, deinen Diener, nicht zurück. (3216) Sie treiben Lebewesen in die Enge, fangen sie in starken Netzen, quälen, töten und essen sie; sie erkennen und bedenken den Sinn des Dharma nicht. Was ist das für eine Weltordnung? Du mit duftendem Tulasi auf der Krone, du nahmst mich karmabeladenen Menschen ganz als Diener an. Mein kostbarer Nektar, rufe mich nun gnädig zu dir. (3217) Du selbst bist in dieser Welt alles Feststehende und Bewegliche; da du so bestehst, gibt es kein anderes Ding außerhalb deiner. Rufe mich, deinen Diener, zu dir, damit Schmerz, Alter, Tod, Geburt und Krankheit aufhören. Zeige mir nicht mehr diese grausame Welt. (3218) Erde, Wasser, Feuer, Himmel und Wind lässt du erscheinen, verbirgst sie und gibst sie wieder frei. Du hast sie gesammelt und zur einzigen eiförmigen Festung gefügt, in der die Unsterblichen leben. Wann wirst du mich daraus herausführen und in der Höhe deines vollen Lichts mit deinen schwer erreichbaren heiligen Füßen vereinen?

(3219) Du verbindest mich mit deinen klingenden Füßen und lässt mich tanzen, indem du etwas gewährst, das selbst die Unsterblichen nicht verehren dürfen. Herr auf dem Schlangenlager, auch ich weiß dies. Du ließest mich alle Begierden aufgeben und verbandest mich mit deinen schwer erreichbaren Füßen, damit ich nur sie tragend umhergehe. Dies habe ich erkannt. (3220) Die fünf Werkzeuge ziehen umher, sehen, hören, berühren, riechen und schmecken; die von ihnen erfahrene Lust ist zwar kaum abzugrenzen und zahllos, bleibt aber kleine Lust. Ich erkannte die rechte Vortrefflichkeit: Du und die heilige Tochter mit leuchtenden Armreifen besteht unverändert. Ich habe deine heiligen Füße erreicht. (3221) Um die heiligen Füße Naranans, Kesavas, des höchsten Lichts zu erreichen, sprach Satakopan aus dem reichen Kurukur tausend tamilische Strophen über diese Füße. Diese zehn führen eben zu ihnen. Nähert euch den heiligen Füßen und vereint euch dort. (3222) Als es noch keinen Gott, keine Welt, kein Leben und sonst nichts gab, erschuf er den Viergesichtigen zusammen mit den Göttern, den Welten und den Lebewesen. Während dieser ursprüngliche Herr in Tirukkurukur mit seinen berggleichen Edelsteinhäusern steht, sucht ihr andere Gottheiten auf?

(3223) Er erschuf einst euch und auch die Gottheit, die ihr suchend verehrt: der ursprüngliche Herr von unvergänglicher Herrlichkeit. Ihr Bewohner vieler Welten, zieht überallhin, singt, tanzt und preist Tirukkurukur, schön umgeben von hohen Häusern und Palästen, den Tempel, in dem er gern wohnt. (3224) Obwohl ihr seht, dass er die ausgedehnten Gottheiten und vielen Welten erschuf, zugleich verschlang, verbarg, wieder freigab, durchschritt und emporhob, werdet ihr nicht klar. Ihr Bewohner vieler Welten, sprecht es aus: Außer dem Höchsten in Tirukkurukur, vor dem die Unsterblichen ihre Häupter beugen, gibt es keine andere Gottheit. (3225) Er ist der Herr des vielgenannten Siva, Brahmas und aller anderen. Erkennt dies an der guten Befreiung vom Totenschädel. Was nützt es den Lingaverehrern, etwas Schlechtes über den Herrn von Tirukkurukur zu verbreiten, das von glänzenden großen Mauern schön umgeben ist? Die Totenschädel-Episode spielt auf Vishnus Befreiung Sivas von der anhaftenden Brahma-Schale an; der Vers spricht aus ausdrücklich sri-vaishnavitischer Perspektive. (3226) Ihr Anhänger der auf das Linga bezogenen Puranas, ihr Jainas und Buddhisten und ihr, die ihr hartnäckig disputiert: Er besteht auch als ihr und eure Gottheiten. Seht den Herrn, der strahlend in Tirukkurukur steht, wo der üppige rote Reis wie ein Yakschweifwedel schwingt. Nichts daran ist unwahr; verehrt ihn!

(3227) Damit ihr andere Gottheiten preist und liebt, hat er euch zunächst außerhalb gehalten und in eurer Überzeugung bestärkt: »Wenn alle Befreiung erlangten, bliebe keine Welt.« Erkennt darin die Wunderkraft des Allvermögenden von Tirukkurukur, wo roter Reis und Lotusse im Schlamm gedeihen. Erkennt sie immer tiefer und eilt zu ihm! (3228) Ihr seid in vielen Geburten hin und her gelaufen, habt andere Gottheiten besungen, tanzend verehrt und viele Wegstufen erklommen. Erkennt nun den Eintritt in den Dienst der Urgestalt mit dem wehenden Vogelbanner in Tirukkurukur, wo die Himmlischen versammelt ihn preisen. (3229) Markandeya trat als Diener hinzu und sah ihn; dass der nackte Herr ihn damals rettend annahm, geschah durch Narayanas Gnade. Während der überragende ursprüngliche Herr in Tirukkurukur steht, umhegt von breiten, blühenden Schraubenbäumen, verkündet ihr andere Gottheiten? (3230) Der ursprüngliche Herr ist die sechs verkündeten Glaubenswege und doch durch sie und alles andere nicht auszumessen. Bewahrt das schöne Tirukkurukur, umgeben von reichen kühlen Feldern, wo er wohnt, in eurer inneren Erkenntnis, wenn ihr euch zur Rettung führen lassen wollt.

(3231) Was euch zukommt, ist Dienst an dem großen Topftänzer, der eine kleine Brahmanengestalt annahm und in Tirukkurukur wohnt, wo roter Reis und Zuckerrohr auf den Feldern aufragen. Alle Götter, alle Welten und alles andere bestehen dabei in ihm vereint mit seiner makellosen Gestalt genau so, wie sie bestehen. (3232) Maran Satakopan aus dem freigebigen Kurukur, dessen Brust eine täglich duftende Makil-Girlande trägt, erreichte durch Dienst den Herrn des Diskus. Wer diese zehn aus den tausend Liedern beherrscht, die er aus Sehnsucht sprach, hält die große Stadt Vaikuntha ohne Wiederkehr gleichsam schon in der Hand. (3233) »Mein dunkler Edelstein mit dem Diskus in der Hand!« Immer wieder sagte ich unwahrhaftig solche Worte von Dienstbarkeit und tanzte nur äußerlich. Doch in Wahrheit habe ich ihn gewonnen. Wenn das Geschick gelingt, wer könnte es aufhalten? Ach, Herr Kannan! Ich würde jetzt laut Einspruch erheben, wenn du fortgingest! (3234) »Du gingst zwischen den großen Maruta-Bäumen hindurch, mein schelmischer Edelstein, mein Honig, süßer Nektar!« So sprach ich einige spielerische Worte. Doch unser großer Herr wurde tatsächlich mein Eigen. Nun sind Himmel, große Erde und alles andere in mir.

(3235) Ich sprach nur äußerlich einige trügerische Worte, als entsprächen sie meinem Innern: »Freigebiger Edelsteinfarbener!« Doch nun legte ich das diebische Herz ab, das selbst dich täuschen wollte, erkannte dich und wurde gerettet. Du auf dem Lager im Flutwasser: Was könnte ich noch nehmen, wenn ich dich verließe? (3236) Auch wenn ich sage: »Was könnte ich nehmen, wenn ich dich verließe?«, bin ich ein hartnäckiger Betrüger. Ich bezwinge mein Herz, verberge meine Tränen und dränge es zu dir hin; doch mein Leben vermag ich nicht abzustreifen. Kannan, schneide die Unreinheit in mir ab und rufe mich gnädig zu dir. (3237) Obwohl ich dem Herrn Kannan, dem dunklen Edelstein und Nektar der Himmlischen, nahekam, vermag ich ihn nicht ganz zu erreichen. Du setztest mich mitten in einen Körper, bandest mich fest mit den harten Seilen vieler Taten und umwickeltest die Wunde, um sie zu verbergen. So ließest du mich weit draußen zurück. (3238) Damit ich nicht immer wieder in Körper eingehe, in denen mich die beiden mächtigen Arten von Taten ringsum fesseln und quälen, habe ich ihn erkannt: den Herrn mit farbenprächtigen vier weiten Armen, rotem Mund, roten Lotusaugen und dunklem Leib, dessen schöne Hand den dem Dharma dienenden Diskus hält.

(3239) Wo steht er, der Herr des Diskus, und wer bin ich? Erkennt: Auch für große Sünder wie uns wird das Geschick gelingen. »Du beendest die Not des Elefanten!« So schlug ich klagend die Hände an den Kopf und wurde wahrhaft von Liebe ergriffen. Auch unser Herr hat sich nun mir zugewandt. (3240) Mal, den die oberen Götter und die Götter auf Erden gern verehren, kam in diesen Tagen und blieb im Herzen seines Dieners. Von nun an wird er mir die fischäugigen Frauen, großen Reichtum, gute Kinder und die über alles stehende Mutter und den Vater ersetzen. (3241) »Wer wird mein Beistand sein?« So schwankte ich im Meer der Geburt wie ein Schiff, das im Wellenmeer versinkt. Da kam er in göttlicher Schönheit mit heiligem Diskus und Muschel, sprach voller Gnade »Ach, ach!« und vereinte sich mit mir, seinem Diener. (3242) »Er ist mein Herr geworden« – allein dies nahm er an, kam erfreut, erwies mir selbst süße Gnade und wurde ganz zu meinem Innersten. Der Wolkenfarbene wurde Fisch, Schildkröte, Narasimha, Zwerg und Waldeber und wird noch Kalki werden.

(3243) Über den wolkenfarbenen Herrn Kannan mit weiten Lotusaugen sprach Satakopan aus Kurukur mit seinen schönen, pflügungsreichen leuchtenden Feldern diese tausend herrlich gefärbten tamilischen Lieder. Wer diese zehn in welcher Weise auch immer spricht, wird strahlend unter seine Füße eingehen. (3244) Gedeihen, gedeihen, gedeihen! Der Fluch, der fest am Leben haftete, ist fort; auch die quälende Hölle ist zerfallen. Yama hat hier nichts mehr zu tun. Erkennt, auch Kali wird vergehen! Wir sahen die Scharen des Meeresfarbenen in Fülle auf die Erde kommen, singen, tanzen und umherziehen. (3245) Wir sahen, wir sahen, wir sahen! Wir sahen, was den Augen süß ist. Ihr Diener, kommt alle! Lasst uns immer wieder verehren und laut jubeln. Madhavas Scharen, die zu dem mit bienenumrauschtem kühlem Tulasi gehören, singen auf Erden ihre Melodien, tanzen und ziehen überall umher. (3246) Damit das umhergehende Kali-Zeitalter weicht, die Götter selbst eintreten, das große Krita-Zeitalter beginnt und die Flut höchster Freude wächst, kamen die Scharen unseres Herrn von dunkler Wolken- und Meeresfarbe eilends auf die Erde, sangen und nahmen überall Wohnung.

(3247) Als wollten sie alle fest etablierten Glaubenswege ausheben und beseitigen, liegen, sitzen, erheben sich und singen sie zahllose Lieder: die Scharen des großen Herrn auf dem weiten Meereslager. Sie gehen, springen, neigen sich im Tanz und führen ihr Schauspiel auf. (3248) Vor meinen Augen geschieht etwas Einzigartiges: Sie scheinen in dieser Welt ganz zu Vaikunthas Scharen geworden und durch Wunderkraft überall dauerhaft gegenwärtig zu sein. Daran ist kein Zweifel. Falls ihr als Rakshasas oder Asuras Geborene hier seid, gibt es für euch keinen Ausweg; sie töten das Unheil und wenden das Zeitalter. Die Drohung ist Teil des triumphalen mythischen Liedes, keine Handlungsanweisung an heutige Leser. (3249) Die Diener des Diskusherrn sind gekommen, um in dieser Welt die tötenden, das Leben verzehrenden Krankheiten, Feindschaft, Hunger und alles Böse abzuschneiden. Sie singen schöne Lieder, hüpfen und tanzen und erfüllen die Welt. Ihr Diener, richtet euren Sinn fest aus, geht hin, verehrt und rettet euch! (3250) Auch die Gottheiten, die ihr fest in euer Herz aufnehmt, müssen sich wiederum an ihn wenden, um euch zu retten. Markandeya ist dafür Zeuge. Hege kein verhärtetes Herz: Es gibt keine Gottheit außer Kannan; alles Bestehende ist seine Gestalt. Ergebt euch ihm, der alles ist.

(3251) Damit jede Welt den ihr gebührenden Tribut darbringt und ihren Anteil empfängt, setzte der Herr der Götter seine eigenen Gestalten als Gottheiten ein. Seine Scharen, die zu dem mit dem heiligen Zeichen auf der Brust gehören, singen Lieder und haben ohne Hass die Welt erfüllt. Geht hin, verehrt sie und rettet euch! (3252) Geht hin, verehrt und rettet euch! Die Welt ist erfüllt von Dienern und Bhagavatas, die heilige vedische Riks auf der Zunge tragen und Acyuta nach der rechten Erkenntnisordnung verehren: reichlich mit Blumen, Räucherwerk, Lichtern, Sandel und Wasser. (3253) In allen großen Welten sind die versammelten Scharen der Unsterblichen ausgebreitet, angefangen beim nackten Herrn, Ayan und Indra, die Kannans heilige Gestalt aufsuchen. Ihr Diener, wenn ihr einmütig verehren könnt, gibt es überhaupt kein Kali-Zeitalter mehr. (3254) Kari Maran Satakopan aus dem guten südlichen Kurukur mit seinen lebhaften Feldern sprach tausend ruhmvoll klingende Strophen über Kannan, den wundervollen Herrn, die Gestalt überreichen strahlenden Lichts, der seinen Dienern Gnade gewährt, sodass Kali keine Macht mehr hat. Diese zehn schneiden den Makel des Herzens ab.

(3255) Wie viele Tage sollen wir noch vergehen lassen, während ich nach meinem makellos strahlenden Edelsteinberg mit rotem Mund suche, nach dem von tadelloser Güte, der Urgestalt, und dabei Bindungen löse und den Verstand verliere? Freundin, was kann uns das tadelnde Gerede der Leute noch antun? (3256) Freundin, was kann das Gerede der Leute uns jetzt noch antun? Mein rot-lotusäugiger Kannan hat mir meine Gefasstheit genommen. Ich verlor meine frühere schöne dunkle Farbe, mein Leib wurde mager; mein roter Mund und meine dunklen Augen sind von Blässe überzogen. (3257) Er trat mit dem Fuß den rollenden Wagen und saugte mit rotem Mund an der Brust der Dämonin. Er nahm mir meine Gefasstheit. Wieder und wieder habe ich kein einziges Wort außer von ihm. Meine verständige Freundin, was kann das Gerede der Leute tun? (3258) Freundin, unser Kannan mit wolkendunklem Leib ist hart! Auf dem großen Feld meines Herzens streute er das Gerede der Leute als Dünger aus, goss die Worte der Mutter als Wasser darauf und säte den feuchten Reissamen. So ließ er eine große streitbare Liebe keimen und meeresgleich reifen.

(3259) Er mag hart und grausam sein, der hohe Mal, dessen Füße die Welt gewannen, der Wundertäter von unergründlichem Leib: Mein grausames Herz liegt dennoch da und denkt nur an ihn. Ach, sanfte Freundin mit trommelschlanker Taille, was kann die Mutter tun? (3260) Was immer die Mutter tut, was immer der Ort sagt – was macht es aus? Freundinnen, welche Hoffnung habt ihr noch für mich? Ich bin im Netz des Vasudeva gefangen, des Edelsteinfarbenen, des Königs des reichen Dvarapati, des uranfänglichen Herrn der Unsterblichen. (3261) Er fing mich im Netz und rief mein gutes Herz zu sich. Freundin mit weiter, gewandgeschmückter Hüfte: Werden wir den Herrn auf dem Wellenmeer, den Herrn des Diskus, mit unseren Augen sehen und vor den Frauen unser Haupt vor ihm beugen dürfen? (3262) Er trank an der Brust der Dämonin, sprang gegen den Wagen, ging zwischen den Maruta-Bäumen hindurch und stürzte sie mit der Wurzel, riss den Vogelschnabel auseinander und erschlug den Elefanten. Freundin, wann werden wir dem Herrn mit reinem Lächeln und rotem Fruchtmund begegnen, sodass unsere Mütter sich schämen?

(3263) Er nahm mir Scham und Gefasstheit und rief mein gutes Herz zu sich, der Herr der Götter im hoch aufragenden Himmel. Ich schwöre es, Freundin: Wir werden in jeder Welt öffentlich Aufsehen erregen, alle Schranken durchbrechen und auf dem Madal reiten, ohne uns noch sittsam zu verhalten. (3264) Selbst wenn wir auf dem Madal reiten müssen, werden wir die reinen Blüten des schönen kühlen Tulasi unseres Herrn mit dem Diskus in der Hand gewinnen und tragen. Ohne Zurückhaltung sollen fremde Frauen in jeder Straße mit ungebändigter Zunge Schande über uns verbreiten und das ganze Land lärmen! (3265) Über den Herrn Kannan von der Farbe des rauschenden dunklen Meeres sprach Satakopan aus Kurukur mit duftenden Hainen tausend wohlgeordnete Antati-Strophen. Wer diese zehn darunter zu sprechen vermag, dem wird jeder Wohnort zu Vaikuntha. (3266) Der ganze Ort schläft; die ganze Welt ist tiefe Finsternis, alle Wasser sind still und klar. Eine einzige lange Nacht dehnt sich immer weiter. Wenn unser Herr auf dem Schlangenlager, der die ganze Erde verschlang, nicht kommt: Ach, wer wird jetzt das Leben dieser von schweren Taten Beladenen schützen?

(3267) Wer wird jetzt mein Leben schützen? Die Nacht bedeckt tiefes Meer, Erde und Himmel, wird zu einer ungeheuren Verwandlung und dehnt sich mit Gewalt. Wenn mein Kannan von dunkler Blütenfarbe nicht kommt, mein Herz: Auch du stehst mir Sünderin nicht bei. (3268) Sieh, Herz, auch du hältst nicht zu mir. Die lange Nacht hat keinen Zeitpunkt des Endes und dehnt sich zum Äon. Wenn mein Kakutstha mit dem grausamen sengenden Bogen nicht kommt, weiß ich von schweren Taten Beladene, als Frau geboren, nicht einmal, wie ich sterben soll. (3269) »Ich will das große Leid der als Frauen Geborenen nicht sehen«, dachte der helle Sonnenherr wohl und verbarg sich, ohne zu kommen. Wenn unser wolkendunkler Stier mit großen Augen und rotem Mund, der diese Erde ausmaß, nicht kommt: Wer wird die Krankheit meines unermesslich grübelnden Geistes heilen? (3270) Wer wird sich nach mir erkundigen? Mütter und Freundinnen schlafen die ganze lange Nacht, ohne zu fragen: »Was ist mit dir?« Wenn unser wolkenleibiger Kannan nicht kommt, bleibt mein Name dennoch hinter mir bestehen und vergeht nicht – ich von schweren Taten Beladene.

(3271) Von hinten bedrängt die Liebeskrankheit mein Herz schwer; von vorn hat die äonenlange Nacht meine Augen verschlossen. Wenn unser Wundertäter mit dem beständigen Diskus nicht kommt, wer wird hier dieses noch ausharrende lange Leben schützen? (3272) Wer schützt mich hier? Die Nacht zieht fernhin wie ein Äon, angefüllt mit feinen Tropfen ihrer Dunkelheit. Wenn der mit der reinweißen Muschel und dem Diskus nicht erscheint: Ihr Götter, was soll ich tun, deren mächtige Taten feurig brennen? (3273) Ihr Götter, was soll ich tun? Eine einzige Nacht wird zu sieben Äonen, tritt leibhaftig vor mich und schwächt mein Leben. Wenn mein Kannan mit dem trefflich geführten Diskus nicht kommt, tötet mich schon der streichelnde kühle Südwind wie sengendes Feuer. (3274) Er tötet mich wie sengendes Feuer; die anschwellende Finsternis zerfällt in feine Tropfen. Der schöne lange Wagen des Sonnenherrn mit seinen prächtigen Strahlen erscheint nicht. Wenn auch der glückreiche Herr mit rotstrahlenden Lotusaugen nicht kommt, wer wird die Not meines Herzens lösen? Ich stehe da und schmelze.

(3275) Wie ich dastehe und schmelze, so scheint der weite Himmel in dieser dahingehenden Nacht in feine Tropfen zu zerfließen. Die Welt schläft, ohne auch nur einmal zu sagen: »Der Herr, der einst mit einem Schritt die Erde ausmaß, kommt nicht!« (3276) Über den großen Herrn, der Yoga übt, als schliefe er, sprach Satakopan aus Kurukur mit seinen herrlichen Hainen tausend farbenprächtige Antati-Strophen. Wie könnte man durch diese zehn nicht nach dem Tod Vaikuntha erreichen? (3277) Ihr Mütter, wie könnt ihr mir zürnen? Seit ich unseren schönen Vollkommenen von Tirukkurunkuti gesehen habe, zieht mein Herz mit seiner Muschel, seinem Diskus, seinen Lotusaugen und seinem einzigartigen roten Fruchtmund fort. (3278) Seht doch durch mein Herz und zürnt mir nicht! Seit ich den Vollkommenen von Tirukkurunkuti mit seinen guten südlichen Hainen sah, erscheinen mir überall seine blitzende heilige Schnur, seine Ohrringe, das heilige Zeichen auf seiner Brust, sein bleibender Schmuck und seine vier Arme.

(3279) »Sie steht nur da, verliert die Richtung und schmachtet«, sagt ihr Mütter zornig. Seit ich den Vollkommenen von Tirukkurunkuti mit seinen berggleichen Häusern sah, erscheinen mir stets sein siegreicher Bogen, seine Keule, sein Schwert, sein Diskus und seine Muschel. Sie weichen weder aus meinen Augen noch aus meinem Herzen. (3280) »Ihre Tränen hören gar nicht auf«, sagt ihr Mütter zornig. Seit ich den Vollkommenen von Tirukkurunkuti mit honigreichen Hainen sah, sind sein kühler Tulasi mit der blühenden Girlande, seine goldene Krone, seine Gestalt, sein schön sitzendes Seidengewand und sein Gürtel an meiner Seite, der Seite dieser Sünderin. (3281) »Sie steht da, schaut seitwärts und schmachtet«, sagt ihr Mütter zornig. Seit ich den Vollkommenen von Tirukkurunkuti von würdigem Ruhm sah, ruhen sein lichtvoller roter Fruchtmund, seine langen Brauen und seine vollendeten Lotusaugen auf meinem Leben, dem Leben dieser Sünderin. (3282) »Sie bringt unserer Familie immer mehr Schande«, sagt die Mutter und lässt mich ihn nicht sehen. Seit ich den Vollkommenen des kühlen, hainumgebenen Tirukkurunkuti sah, erfüllen seine schöne lange rankengleiche Nase, seine Lotusaugen, sein Fruchtmund, sein blauer Leib und seine vier Arme mein Herz.

(3283) »Sie bringt unserer Familie volle schwere Schande«, sagt die Mutter und lässt mich ihn nicht sehen. Seit ich den Vollkommenen von Tirukkurunkuti von ausgezeichnetem Ruhm sah, steht er ganz in mir: mit langem goldenem Leib, umgeben von einer vollen Lichtflut, den Diskus in seiner schönen Hand. (3284) »Sie legt ihr schönes Gesicht in die Hand und schmachtet«, sagt ihr Mütter zornig. Seit ich den Vollkommenen von Tirukkurunkuti mit seinen dunklen hohen Häusern sah, stehen seine roten Lotusaugen, seine Hüfte, seine schmale Taille, seine Gestalt und seine Schultern, auf die dichtes langes Haar fällt, vor mir Sünderin. (3285) »Du stellst dich nach vorn«, sagt ihr Freundinnen und Mütter zornig. Seit ich den Vollkommenen von Tirukkurunkuti mit seinen beständigen Häusern sah, kam er mit zahllosen Schmuckstücken, angefangen mit der hohen Krone auf seinem Haupt, als Zuckerrohr, Milch und Nektar und verlässt mein Herz nicht mehr. (3286) »Ihre Liebe ist jedes Maßes enthoben«, sagt die Mutter und lässt mich ihn nicht sehen. Seit ich den Vollkommenen von Tirukkurunkuti von untadeligem Ruhm sah, erhebt sich in meinem Herzen eine Gestalt aus einer Lichtflut, während versammelte Götterscharen die Hände falten. Niemand kann sie leicht erkennen.

(3287) Nach duftenden guten Blüten suchend rief Satakopan aus dem guten Kurukur nach dem schwer erkennbaren Herrn mit dem Diskus in der schönen Hand und sprach tausend zielgerichtete Lieder. Wer diese zehn über Tirukkurunkuti mit Verständnis lernt und beherrscht, ist in der tiefmeerumgebenen Welt ein Vaishnava. (3288) »Ich selbst erschuf die meerumgebene Welt«, sagt sie. »Ich selbst bin diese Welt; ich selbst nahm sie in Besitz; ich selbst hob sie empor; ich selbst verschlang sie.« Ist der Herr der meerumgebenen Welt gekommen und hat sie ergriffen? Was soll ich euch Bewohnern dieser Welt über das sagen, was meine Tochter hier lernt? (3289) »Für alles erlernbare Wissen bin ich grenzenlos«, sagt sie. »Ich selbst bin das gelernte Wissen; ich selbst bewirke das Lernen; ich selbst bringe es zum Abschluss; ich selbst bin seine Essenz.« Ist der Herr allen Wissens gekommen und hat sie ergriffen? Was soll ich euch Gebildeten über die Erkenntnis sagen, die meine Tochter schaut? (3290) »Die ganze sichtbare Erde bin ich«, sagt sie. »Der ganze sichtbare Himmel bin ich; alles sichtbare heiße Feuer bin ich; dieser ganze wahrnehmbare Wind bin ich; das ganze sichtbare Meer bin ich.« Hat der sichtbare Meeresfarbene sie ergriffen? Was soll ich euch sehenden Weltbewohnern über das sagen, was meine schöne Tochter vor meinen Augen tut?

Lesebereich 3291–3390

(3291) »Alle gegenwärtigen Handlungen bin ich«, sagt sie. »Auch das noch zu Tuende bin ich; auch das Getane und Vergangene bin ich; ich selbst genieße die Frucht des Handelns; ich selbst erschaffe die Handelnden.« Hat der Rot-Lotusäugige sie ergriffen? Was soll ich euch guten Weltbewohnern über die junge Rehgleiche mit dem roten Fruchtmund sagen? (3292) »Unfehlbar beschütze ich die Erde«, sagt sie. »Unfehlbar hob ich den Berg; unfehlbar tötete ich die Asuras; ich zeigte meine Macht und schützte damals die Fünf; unfehlbar quirlte ich das Meer.« Hat der unfehlbare Meeresfarbene sie ergriffen? Was soll ich euch standhaften Weltbewohnern über das sagen, was meiner schönen Tochter so unabwendbar widerfahren ist? (3293) »Ich hob den Berg voller Bambusgruppen«, sagt sie. »Ich bezwang die Schar der Stiere; ich weidete die Kälber der Rinderherden; ich beschützte die Kuhherden; ich bin der Führer der Hirtensippe.« Ist der Führer der Götterscharen gekommen und hat sie ergriffen? Was soll ich euch Guten mit speergleichen Augen über das Erleben meiner speeräugigen Tochter sagen? (3294) »Ich habe überhaupt keine Angehörigen«, sagt sie. »Hier sind alle meine Angehörigen; ich selbst erschaffe die Angehörigen; ich selbst vernichte sie; ich bin den Angehörigen der nächste Angehörige.« Ist der Wundertäter ohne Angehörige gekommen und hat sie ergriffen? Was soll ich euch Angehörigen darüber sagen, was mein unerfahrenes Mädchen in dieser Ergriffenheit spricht?

(3295) »Ich bin der vielgenannte dreiäugige Herr«, sagt sie. »Ich bin der vielgenannte Schöpfer mit den Gesichtern nach allen Richtungen; ich bin die genannten Unsterblichen; ich bin ihr König; ich bin die genannten Weisen.« Hat der vielbesungene Wolkenfarbene sie ergriffen? Was soll ich euch sprechenden Weltbewohnern über meine so sprechende zarte, leuchtende Ranke sagen? (3296) »Ich habe keinerlei grausames Karma«, sagt sie. »Ich selbst bin das grausame Karma; ich selbst bewirke es; ich selbst beende es; ich zerstörte das Lanka des Grausamen.« Hat der Herr mit dem Vogelbanner sie ergriffen? Was soll ich euch grausamen Weltbewohnern über die Zustände meiner Tochter sagen, der Ranke, die ich Unglückliche gebar? (3297) »Ich bin der schöne Himmel«, sagt sie. »Ich bin die unschöne Hölle; ich bin die in Schönheit strahlende Befreiung; ich bin die schön gestalteten Lebewesen; ich bin der schöne einzige Ursprung.« Hat der schöne Wolkenfarbene sie ergriffen? Was soll ich euch Bewohnern der schönen Welt über meine schönhaarige Tochter mit strahlender Girlande sagen? (3298) Satakopan aus dem beständigen Kurukur im reichen Pandya-Land leistete dem Gemahl der blumenhaarigen Lotusfrau, der Erdenfrau und des jungen Sprosses des edlen Hirtenstammes seinen kleinen Dienst und wob tausend wohlbedachte tamilische Girlanden. Wer auch diese zehn beherrscht, gewinnt die Gnade, auf Erden mit großem Reichtum die Diener Tirumals zu ehren.

(3299) Ich habe keine Gelübde erfüllt und besitze keine feine Erkenntnis. Dennoch vermag ich jetzt nichts mehr, wenn ich dich verlasse, Herr auf dem Schlangenlager. Mein Vater, der du in Srivaramangalanagar thronst, wo Schlammlotusse zwischen rotem Reis blühen: Dort bin ich dir nicht überflüssig. (3300) Ich bin weder dort noch hier angekommen. Gefallen in die Sehnsucht, dich zu sehen, bin ich nirgends mehr zu Hause, Herr, der du Lanka vernichtetest. Du mit Muschel und Diskus, der in Srivaramangalanagar mit mondberührenden Edelsteinhäusern wohnt: Erbarme dich meiner Einsamkeit. (3301) Du mit Garuda im Banner und dem Diskus als Waffe, Herr des Himmelslands, mein Dunkelwolkenfarbener! Mich Wertlosen machtest du wertvoll und nahmst mich als Diener an. Du gewährtest Srivaramangalanagar, wo viele die vier klaren Veden beherrschen, deine Gnade und wohntest dort. Ich kenne keine angemessene Gegengabe. (3302) Mein Vater, der du einst für die Fünf den wundervollen Krieg führtest und die Hundert mit ihrem feindlichen Heer zu Asche machtest, Herr, der du die Erde emporhobst! Du stiegst nach Srivaramangalanagar hinauf und thronst dort, wo Menschen klarer Erkenntnis die vedischen Opfer unaufhörlich vollziehen. Wohin soll ich gelangen, um dich zu rufen?

(3303) Ist es mir möglich, dich herbeizurufen, damit ich dich erreiche? Herr mit dunklem Leib, der du in jeder Gottheit gegenwärtig bist und verborgene Kunstgriffe vollbringst! Du sitzt in Srivaramangalanagar, wo die opferkundigen Götter auf Erden nicht fehlen, damit sie dich mit gefalteten Händen verehren. Auch ich habe dies gesehen. (3304) Mein Vater, der du als Eber die Erde emporhobst, Kannan, Himmelsführer, dem ich für immer gehöre, strahlender Edelstein! Vanamamalai, der du im kühlen Srivaramangalam mit honigreichen großen Hainen wohnst, damit seine Menschen dich verehren: Komm gnädig, damit ich, dein Diener, mich verneige. (3305) Du kamst gnädig und nahmst mein Herz als Wohnstatt, junger Spross der Himmlischen, einzige ursprüngliche Mutter und Vater der Welt, der du alle sieben Welten verschlangst! Unendlich Berühmter von Srivaramangalanagar, wo Menschen rechten Handelns die vedischen Opfer ohne Unterbrechung vollziehen: Entferne deinen Diener nicht von dir. (3306) Ich kenne nun die fünf starken täuschenden Sinne, die du einsetztest, um mich fernzuhalten. Du hieltest mich fern und ließest mich in schwer überwindbaren Schlamm fallen, sieh! Bewohner von Srivaramangai mit hohen Häusern, deren Edelsteine Tageslicht ausstrahlen, mein immer schwer zu beschreibender Vater, der du den Vogelschnabel spaltetest!

(3307) Du spaltetest den Vogelschnabel, gingst zwischen den Maruta-Bäumen hindurch und bezwangst sieben Stiere, mein listiger Wundertäter, dunkler Edelsteinglanz! Mein Vater im kühlen Srivaramangai, erfüllt von Menschen klarer Einsicht, die die vier heiligen Veden beherrschen: Gewähre mir gnädig den Weg zur Rettung. (3308) Du gabst mir deine Füße allein als Weg und Zuflucht. Ich habe dir keine Gegengabe zu bringen; selbst mein Leben gehört dir. Herr der Götter mit der Krone aus duftendem blühendem kühlem Tulasi im kühlen Srivaramangai, wo Zuckerrohr im Schlamm und großer roter Reis üppig wachsen! (3309) Satakopan aus Kurukur, umgeben von Hainen mit pflückbaren Blumen, schuf tausend Lieder zu den beiden Füßen des Götterherrn Naranan, Trivikrama. Wer diese zehn über das kühle Srivaramangai täglich singt, ist den Himmlischen unerschöpflicher Nektar. (3310) Unerschöpflicher Nektar, Nedumal, du lässt den Leib deines Dieners in Liebe zu dir schmelzen, sich wie Wasser bewegen und auflösen! In Tirukkudantai mit reichen Wassern, wo herrlicher roter Reis wie ein Yakschweifwedel schwingt, liegst du in strahlend schöner Gestalt. Ich habe dich gesehen, unser Herr.

(3311) Unser Herr, meine reine Gestalt, der du über mich herrschst, Stier voll Schönheit: Du wirst jede große Gestalt, wie du es willst. Du, dessen große schöne Blumenaugen in Tirukkudantai ruhen, wo rote große Lotusse auf reichen Wassern blühen – was soll ich tun? (3312) Was soll ich tun? Wer ist mein Beistand? Was machst du mit mir? Von niemandem außer dir erbitte ich die Behebung auch nur eines Mangels. Du liegst in Kudantai, umgeben von steinernen Mauern. An welchem Tag werden die kostbaren Lebenstage deines Dieners vergehen? Sieh zu, dass ich an jenem Tag deine Füße festhaltend gehe. (3313) Dein Ruhm reicht so weit, wie die weit Schauenden sehen können. Unerschöpflicher, einzige Gestalt, der alle Welten gehören! Du liegst in Kudantai, wo Menschen von überragender Güte leben. Erschöpft vor Verlangen, dich zu sehen, blicke ich zum Himmel, weine und verehre dich. (3314) Ich weine, bete, tanze, um dich zu sehen, singe und rufe laut. Wegen meiner anhaftenden mächtigen Taten schaue ich seitwärts, schäme mich und sitze mit gesenktem Kopf. Rot-Lotusäugiger, der du in Kudantai mit reichen leuchtenden Feldern liegst: Ersinne den Weg, auf dem ich Verehrender deine Füße erreiche.

(3315) Bedenke es! Wie viele Tage soll ich noch fernbleiben, meine unfüllbare Grube füllen und auf das Geschick warten, das mein altes Karma abschneidet und mich zu deinen Füßen bringt? Du liegst in Kudantai, wo Menschen bleibenden alten Ruhms wohnen. König der Himmlischen, Klang der Yazh, Nektar, Frucht der Erkenntnis, mächtiger Löwe! (3316) Mächtiger Löwe, mein schöner goldener Glanz, rotäugige dunkle Wolke, Berg flammengleicher Koralle, vierarmiger Vater! Deine Gnade nahm mich als untrennbaren Diener an, Tirumal von Kudantai. Ich ertrage es nicht mehr: Gib mir deine Zuflucht und beseitige meine Geburt. (3317) Ob du das Leiden beseitigst oder es nicht beseitigst: Ich habe keinen anderen Beistand. Du mit dem kreisrunden Diskus als Waffe, großer Wundertäter auf dem Lager in Kudantai! Wenn mein Leib erschlafft und mein Leben entweicht, gewähre du, dass ich ohne Ermattung deine Füße gemeinsam ergreife und gehe. (3318) Herr, der du mich geeignet machst und unter deine beiden Füße setzt! Führer der Führer der unerschütterlichen Unsterblichen, große Urgestalt! Du liegst in Tirukkudantai, wo kostbare große Edelsteine ihren Strahlenglanz in alle Richtungen werfen, während die unerschütterliche Welt dich preist. Komm, damit ich dich sehe.

(3319) Mein Wundertäter, der du in unnahbarer, schwer fassbarer Weise kommst, du unvergängliche Gestalt! Als unerschöpflicher Nektar bist du süß im Innern meines Lebens. Du nahmst mich an, damit die sonst unaufhörlichen Taten enden, Bewohner von Tirukkudantai. Muss ich, obwohl ich dein Diener wurde, noch immer umherirren? (3320) Er trank durch die Brust der Dämonin mit stampfergleichen Knochen ihr Leben aus. Satakopan aus Kurukur nahm seine Füße allein als Zuflucht und sprach tausend Lieder, voller Klang als die Flöte. Wer diese zehn ohne kindliches Stammeln beherrscht, wird den schönen Frauen mit rehgleichem Blick lieb sein. (3321) Ihr Guten mit rehgleichem Blick! Während ich von Taten Beladene täglich dahinschmachte: Wann werde ich, die Dienerin, die Füße des Königs erreichen, der in Tiruvallaval wohnt, umgeben von honigreichen Hainen mit himmelhohen freigebigen Arekapalmen und duftendem honigsüßem Jasmin? (3322) Wann, ihr Freundinnen? Was habt ihr gewonnen, indem ihr uns quält? Wann werden wir Diener den Staub von den Füßen des Herrn nehmen und tragen, der in Tiruvallaval steht, wo der Südwind über goldglänzende Punnai-, Makil- und frisch blühende Madhavi-Pflanzen streicht und ihren Duft verbreitet?

(3323) Ihr mit Blumen im Haar! Während ich Leidende dahinschmachte, erklingt im kühlen Tiruvallaval der gute vedische Gesang wie das Donnern der Meereswellen, und duftender Opferrauch steigt hoch zu den Häusern. Werden wir die Füße des dort dauerhaft wohnenden Herrn täglich sehen? (3324) Ihr Freundinnen, was habt ihr gewonnen, indem ihr uns täglich quält? Unser Herr liegt auf der Giftschlange im kühlen Tiruvallaval, wo hohe grünblättrige Arekapalmen, Jackfruchtbäume, Kokospalmen und Bananen bis über die geschmückten Obergeschosse reichen. Ihm gilt die Sehnsucht nach seiner guten Vollkommenheit. (3325) Ihr Freundinnen von guter Art! Wann werden meine Augen den schönen Zuckerblock, die Frucht, den süßen Nektar sehen, das Licht, das mein Wohlergehen an sich nahm? Im kühlen Tiruvallaval verbirgt der Opferrauch guter Brahmanen den hohen Himmel mit schöner Schwärze. (3326) Wann werde ich von Taten Beladene sie sehen, ihr sanften Frauen mit Fruchtmund: die erblühten Lotusfüße des Herrn in der schönen Gestalt eines kleinen Brahmanen in Tiruvallaval? Dort durchziehen Bienen von musikalischer Stimme und frischer Südwind die reichen Haine mit hoch aufragenden Zweigen.

(3327) Ihr Guten von puppengleicher Schönheit! Werden wir täglich unseren Herrn, der diese Welt verschlang, mit Blumen auf seinen geschmückten Füßen verehren dürfen, den Gebieter von Tiruvallaval? In den langen wasserreichen Teichen tragen hohe Lotusse und rote Wasserlilien gleichsam die strahlenden Gesichter und Augen schöner Frauen. (3328) Ihr mit der schönen Stirn! Werden wir jeden Tag ohne Unterbrechung die langen Füße verehren, die die Erde durchschritten? Der Herr wohnt dauerhaft im kühlen Tiruvallaval, umgeben von Feldern, überall voll von zur Presse reifem süßem Zuckerrohr und rotem Reis, daneben blütenreiche Teiche. (3329) Werden wir seine uralte Gnade sehen und mit gefalteten Händen verehren, sodass unsere abrutschenden Armreifen wieder fest sitzen? Im kühlen Hain von Tiruvallaval trinken die jungen gestreiften Bienen Honig und singen wie Flöte und Yazh: Dort ist der große Herr mit dem reichlich kreisenden Diskus. (3330) Ihr Freundinnen, werden wir durch die gute Tat seiner alten Gnade die Namen unseres gnädigen großen Herrn Narayana sprechen dürfen? Tiruvallaval ist die heilige Stadt, vor der Erde und Himmel in alter Gnade stehen und beten, wo tausend Gnadenreiche das Gute hochhalten.

(3331) Zu den Füßen unseres Herrn mit tausend Namen sprach Satakopan aus dem schützenden südlichen Kurukur mit Einsicht tausend Namenlieder. Wer diese zehn über Tiruvallaval, die schützende südliche Stadt, spricht, ist schon durch seine Geburt ausgezeichnet. (3332) Deine Geburt, dein Aufwachsen, deine Lenkung des großen Bharata-Krieges, in dem du den Fünfen Wege zeigtest, und die Wunder, die du vollbrachtest: Sie dringen durch meinen Leib und schmelzen und verzehren immer wieder mein Leben. Du ausgezeichnetes himmlisches Licht, wann werde ich mich mit dir vereinen? (3333) Wie du bei der Verabredung zur Hochzeit auf die Stiere sprangst, dem dämonischen Ross das Maul aufrissest und als junger Held mit den Frauen von honigduftendem langem Haar den Kuravai-Reigen verbandest: Das lässt sich nicht als dieses oder jenes abtun. Deine Taten lassen mich schmachten. Ursprung der alten Welt, wann werde ich dich erreichen? (3334) Deine kindliche Unbefangenheit, als du an der Brust der Dämonin mit herabfallendem Blumenhaar trankst; deine kleine Heldentat, als du mit einem roten Fuß den Wagen zerstörtest; und wie du wegen des Butteressens, als die Mutter den Stock nahm, langsam dastandest und deine Lotusaugen voller Tränen waren: All dies kommt und lässt mein Herz schmelzen.

(3335) Wie du in trügerischer Verkleidung in die Städte eingingst, dich unter die Asuras mischtest, ihren Sinn verwirrtest und durch List ihr Leben nahmst; wie sichtbar wurde, dass auch der Herr mit dem Flutwasser im Haar nicht von dir verschieden ist: All dies durchwühlt mein Herz, schmilzt und verzehrt mein Leben. (3336) Du aßest den Reis, den die Hirten für den König der Himmlischen bereitet hatten, hobst den prächtigen großen Berg und schütztest vor dem Regen. Du erschufst einst die Erde, verschlangst sie, gabst sie frei, durchschrittest, erhobst und vermähltest dich mit ihr. Sooft ich diese Wunder bedenke, gleicht mein Herz Wachs im Feuer. (3337) Wie du standest, saßest und lagst, ist schwer zu denken; deine Wunder als mannigfaltige Gestalt und Gestaltlosigkeit bedenke ich immer wieder. Wie kann ich dich denken? Strahlendes Licht, das die Welt verschlang, sage mir Sünder wenigstens eines klar! (3338) Wie du als helles Licht und Dunkelheit bestehst, als Sein und Nichtsein kommst, dich meinen Augen entziehst und so an mir handelst: In meinen zählenden Gedanken schmachte ich dahin. Mein dunkler Edelstein, gewähre meinen Augen eines Tages deine heilige Gestalt als festen Halt.

(3339) Wie deine heilige Gestalt dalag, wie der nach den Richtungen blickende Schöpfer auf dem roten Lotus deines Nabels im Keim thronte und seine Schöpfungstaten vollbrachte, deine unvergleichliche einzige Herrschaft: Sooft ich davon höre, zerbricht mein Herz, und Tränen fließen wie ein Wasserfall. Was soll ich, dein Diener, tun? (3340) Wie du drei Schritte erbetteltest und dann dort stehend mit zwei Schritten tiefes Meer, Erde und Himmel bis an ihre Grenze ganz umspanntest: Sooft ich diese großen Taten erzählen höre, zerfließt mein Herz allein für dich. Wann werde ich von grausamen mächtigen Taten Beladener mich mit dir vereinen? (3341) Wie du das Wasser gemeinsam quirltest und durch deine Geschicklichkeit die Asuras zugrunde richtetest, damit die Götter Nektar tranken: Dies dringt in mich ein und schmilzt und verzehrt mein Leben. Du auf dem Lager der Giftschlange, sage mir, wie ich dich suchen soll. (3342) »Die Zuflucht unseres Herrn auf dem Schlangenlager allein ist unsere Zuflucht« – mit diesem täglich geeinten Sinn wob Maran Satakopan aus Kurukur tausend Antati-Strophen. Wer auch diese zehn beherrscht, wird im großen Vaikuntha täglich Freude erlangen.

(3343) Ihr Reihergruppen, die täglich an die blütenreiche Bucht kommen und dort fressen! Seht meinen Herrn mit Fruchtmund und Diskus in der Hand, der in Tiruvanvantur wohnt, wo roter Reis auf den Feldern aufragt. Faltet die Hände und sagt ihm von der Liebe dieser karmabeladenen Frau. (3344) Dunkler Reiher, der du mit deinem geliebten sanften Weibchen weidest! Seht den Herrn des kühlen Tiruvanvantur, wo der Klang vedischer Opfer dröhnt, unseren großen Herrn, der die ganze Welt verschlang. Verehrt seine Füße mit gefalteten Händen und tragt ihm die Lage seiner Dienerin vor. (3345) Ihr Vogelscharen, die in vielen Gruppen überall durch die Felder ziehen! Seht den Herrn mit Fruchtmund und kreisendem Diskus in der Hand, der im überaus reichen Tiruvanvantur wohnt. Habt Erbarmen, verehrt ihn und berichtet von der Not seiner Dienerin. (3346) Sanfte Schwäne, die vereint spielen und in leidfreien Genuss eintauchen! Seht Kannan, Nedumal, den Herrn mit meeresfarbenem Leib im kühlen Tiruvanvantur, wo unaufhörlich der Vedaklang ertönt. Lasst ihn wissen: »Eine Frau schmilzt dahin, ihr Körper verzehrt sich.«

(3347) Sanfte Schwäne, die ihr Versöhnung und Liebesstreit versteht und gemeinsam weidet! Seht unseren Herrn mit der Krone aus zusammengebundenem blühendem kühlem Tulasi in Tiruvanvantur, wo Muscheln auf dichten Sandbänken liegen. Faltet die Hände und preist ihn auch für mich, seine Dienerin. (3348) Schöne Kuckucke auf dem Punnai-Baum, ich preise euch und bitte! Seht den großen Herrn der Unsterblichen mit dem mächtigen Diskus in der schönen Hand, der in Tiruvanvantur wohnt, wo Valai-Fische im Schlamm springen. Bringt mir gnädig eine Antwort, die meine Verwirrung beendet. (3349) Leuchtender Papagei, finde irgendeinen Weg hinein und richte ein Wort für mich aus. In Tiruvanvantur mit seinen schönen umgebenden Blumenhainen und rötlichen Wassern erkenne ihn genau an diesen Zeichen: dunkle Farbe, roter Mund, rote Augen, rote Hände, rote Füße, der strahlende Kampfdiskus und die Muschel. (3350) Schöner kleiner Mainavogel, erkenne ihn genau und sage ein Wort für mich: den Herrn im kühlen Tiruvanvantur, umgeben von Cerunti-, Njalal-, Makil- und Punnai-Bäumen. Große kühle Lotusaugen, eine große hohe Krone, vier weite Arme und ein heiliger Leib wie eine große feste dunkle Wolke sind seine Zeichen.

(3351) Ihr Schwäne, die sich auf Blüten wiegen, ich falte die Hände vor euch! Seht den harten Wundertäter Kannan, Nedumal, der in Tiruvanvantur wohnt, wo bei Tagesanbruch Muscheln erklingen. Nehmt ihn beiseite und berichtet ihm von mir, der Frau von grausam mächtigen Taten. (3352) Ihr dufttrunkenen Bienenscharen, euch allein habe ich mir erwählt und bitte euch: In Tiruvanvantur nördlich der Pampa mit klarem Wasser sagt dem heldenhaften Stier, der freudig die Mauern des unvergleichlichen Kriegsdämonen zu Asche machte, dass auch ich noch da bin. (3353) Über die Füße des mächtigen Diebes, der als kleiner Brahmane mit blitzender heiliger Schnur die weite Welt nahm, sprach Satakopan aus Kurukur tausend musikalische Lieder. Wer diese zehn süßen Lieder für Tiruvanvantur beherrscht, wird den Frauen mit blitzschlanker Taille wie der Liebesgott sein. (3354) Vor den sanften Frauen mit blitzschlanker Taille, die deine Gnade tragen, fürchte ich mich, Wundertäter, der du die Festung des Königs von Lanka niederbranntest. Deine Neckerei kenne ich. Was soll sie jetzt noch bewirken? Gib mir meinen Ball und meine Spielsteine und geh, du Vollkommener!

(3355) Geh, du Vollkommener! Haben wir etwa Buße getan, nur um durch deine beiden lotusgleichen Augen und das Lächeln deines roten Mundes verwirrt und vernichtet zu werden? Lass die Kühe weiterziehen und blase deine Flöte dort, damit die pfauengleichen Frauen, die deine Gnade empfangen, den Ton im Ohr aufnehmen und aufstehen. (3356) Geh und erzähle deine List denen, die sie nicht kennen, du Vollkommener! Die große Frucht deines roten Mundes und deine Augen wirken heute verkehrt. Welche Frauen mit großen bambusgleichen Armen sollen wohl diese heilige Gnade von dem großen Herrn erhalten, der das gewaltige Meer quirlte? (3357) Du verschlangst einst die sieben Welten und lagst auf dem langen Banyanblatt. Selbst die oberen Himmlischen kennen deine Wunder nicht; wie sollten wir es können? Du verstehst es, deine Kühe rings um den Spielplatz der Frauen mit weiten speergleichen Augen weiden zu lassen. Schilt uns nicht! (3358) Schilt uns nicht, Vollkommener! Erde und Himmel kennen deine Täuschungen gut, du mit dem starken Diskus und den altehrwürdigen schirmenden Waffen. Eines will ich dir sagen: Während die Frauen mit kindlich süßen Honigworten, die deine Gnade tragen, im Herzen schmachten, tändle nicht mit unseren stammelnden Mainas und Papageien!

(3359) Es ist keine würdige Tat, spielerisch unsere Spielgeräte wegzunehmen und herrisch zu handeln. Sind wir, die wir vertraut miteinander leben, etwa die Richtigen für diese Gnadenbeweise? Es gibt viele Schöne, denen Herrinnenwürde über diese drei Welten zukäme. Betritt unseren Spielplatz nicht, Vollkommener; solches Benehmen ist selbst für dich kindisch. (3360) Es ist nicht recht, uns die Puppe aus der Hand zu reißen. Makelloser Erhabener, der du die meerumgebene Welt verschlangst: Auch bei dir bleibt ein Fehler ein Fehler. Du sprichst nur Übermütiges und spielst mit uns. Wenn meine Brüder davon hören, werden sie nicht über Recht und Unrecht reden – eines Tages gibt es einen Streit mit Stöcken. (3361) Du bist die Gestalt flutend strahlender Erkenntnis von unermesslichem Ruhm, die alle Dinge und Wesen ohne Fehler unterscheidet und verbindet und doch ungeteilt bleibt. Unsere Freundinnen luden uns ein: »Kommt spielen!« Wenn du uns, die wir so kamen, nun umzingelst und quälst, was werden die Übelwollenden nicht alles sagen? (3362) Du machtest uns schwach, damit unser Herz in Freude schmilzt und in das weite Netz deiner großen Lotusaugen gerät. Mit deinen heiligen Füßen übtest du kein Erbarmen. Als du unser kleines Haus und den kleinen Reis sahst, den wir kochten, standest du nicht bloß lächelnd da, während dein Gesicht leuchtete. Angespielt ist auf das Zerstören der Spielbauten der Hirtinnen.

(3363) Du mit der fest leuchtenden Krone, mit der langen siegreichen Axt, der du einundzwanzigmal die Könige wie Unkraut ausjätetest! Einst erschufst du die weite Welt; jetzt erschienst du als dunkler Edelsteinglanz, damit dieses Hirtengeschlecht Befreiung erlangt. Doch wir Hirtinnen werden durch dich immer nur gequält. (3364) Den tanzenden Vater, der einst weinte, als seine Hirtenmutter wegen der Butter zornig wurde, pries Satakopan aus Kurukur in tausend tamilischen Girlanden. Auch diese zehn gehören dazu. Wer sie mit der eigenen Zunge melodisch und deutlich spricht, wird keinen Mangel haben. (3365) Als Armut und Reichtum, Hölle und Himmel, siegreiche Feindschaft und Freundschaft, Gift und Nektar und in zahllosen weiteren Weisen ist er ausgebreitet. Den großen Herrn, der über mich herrscht, sah ich in Tiruvinnagar mit seinen reichen Haushalten. (3366) Er ist erfahrene Freude und Leid, Verwirrung und Klarheit, Strafe und Milde, Flamme und Schatten. Der Wohnort dieses schwer erkennbaren großen Herrn, der über mich herrscht, ist die gute Stadt Tiruvinnagar, umgeben von Wasser mit klaren Wellen.

(3367) Er ist Städte und Länder, Erkenntnis und Torheit, unvergleichlich umfassendes Licht und Dunkelheit, Erde und Himmel. Außer der strahlenden Herrlichkeit des Herrn, der nach Tiruvinnagar mit seinen gipfelhohen Häusern kam, gibt es für niemanden ein anderes heiligendes Verdienst. (3368) Er ist Verdienst und Sünde, Vereinigung und Trennung, Erinnerung und Vergessen, Sein und Nichtsein, und ist doch nicht auf all dies beschränkt. Erkennt die süße Gnade Kannans, des Herrn von Tiruvinnagar mit seinen festen Häusern. Könnte sie Täuschung sein? (3369) Er ist Täuschung und Aufrichtigkeit, Schwarz und Weiß, Wahrheit und Lüge, Jugend und Alter, Neues und Altes. Erkennt: Die drei Welten mit ihren großen Göttern stehen unter dem Schutz des Herrn von Tiruvinnagar, umgeben von fest erbauten Mauern. (3370) Er ist die drei Welten und ist sie nicht, Wohlgefallen und Zorn, die Lotusfrau und ihre ältere Schwester, Lob und Tadel. Der Herr von Tiruvinnagar, den die Götter gern verehren, ist das höchste Licht, das im Herzen dieses Sünders wohnt. Die ältere Schwester der Glücksgöttin bezeichnet hier die Gestalt des Unglücks.

(3371) Er ist der Leib höchsten Lichts und der von Unreinheit gezeichnete Leib, verbirgt sich, erscheint, besteht und vollbringt Kunstgriffe. Außer den segensreichen Füßen des Herrn von Tiruvinnagar, vor dem die Himmlischen ihre Häupter beugen, gibt es für niemanden eine feste Zuflucht. (3372) Er ist starke Zuflucht für die Götter und grausamer Tod für die Asuras; er stellt die Welt unter den Schatten seiner Füße und lässt sie auch wieder los. Der Herr kam nach Tiruvinnagar als sichere Zuflucht für die Himmelsrichtungen. Er ist meine Zuflucht, mein Kannan, mein Vater, dem ich gehöre. (3373) Er wurde mir Vater, Freund und die Mutter, die mich gebar; er wurde mein Gold, mein Edelstein, meine Perle und mein liebevoller Vater. Der Vater von Tiruvinnagar mit blitzenden goldenen Mauern, der unvergleichliche Vater, schenkte mir den Schatten seiner Füße. (3374) Er ist Schatten und Sonnenglut, Kleinheit und Größe, Kürze und Länge, das sich Bewegende, das Feststehende und alles andere, und ist doch nicht auf diese Dinge beschränkt. Erkennt: Außer den Füßen des beständigen Herrn von Tiruvinnagar, wo kindlich summende Bienen leben, haben wir keinen anderen Beistand.

(3375) »Seht, ihr Weltbewohner!« Mit diesem Ruf erhoben sich seine beiden Füße vor aller Augen. Über ihn sprach Satakopan aus Kurukur tausend maßgebliche Worte. Wer die zehn über Tiruvinnagar beherrscht, wird ohne Abweichung für immer ein Lehrer der Himmlischen sein. (3376) Wie er mit den Hirtinnen den Kuravai-Reigen verband, einen Berg emporhob und die Schlange im Teich mit mächtigem Wasser bezwang, und die vielen anderen Wundertaten unseres Herrn auf dem Schlangenlager: Unablässig rufe ich sie bei Nacht und hellem Tag aus. Was fehlt mir noch? (3377) Wie er die süß singende Flöte spielte, die Herde weidete und die Arme Pinnais mit ihren leuchtenden Fischaugen und duftendem Blumenhaar umfing, und die vielen anderen Taten des Herrn von wundervoller Gestalt: Wenn ich ihrer gedenkend im Herzen schmelze und die Zeit in Liebe vergeht, welche Welt könnte dem für mich gleichkommen? (3378) Wie er die unvergleichlichen Ringer erschlug, die Herde weidete und den berggroßen Elefanten mit langem gewaltigem Rüssel tötete, und all die ähnlichen und anderen Taten des strahlenden Herrn: Ich darf täglich ihrer gedenken, davon sprechen und sie immer genießen. Was könnte mir jetzt noch wehtun?

(3379) Wie er klagte, als die Hirtin ihn schmerzhaft an den Mörser band, wie er die Milch der trügerischen Frau trank, sodass sie starb, und wie er den rollenden Wagen zertrat: Ich durfte die Zeiten gewinnen, in denen ich der Taten des Herrn von göttlicher Gestalt gedenke und innerlich schmelzend bei ihm verweile. Was sollte ich jetzt noch wünschen? (3380) Wie er auf die flehentliche Bitte der Götter geboren wurde, in dichter Finsternis fortging, während seine Mutter klagte, und in einen Hirtenstamm eintrat; wie er ungesehen aufwuchs und Kamsa durch List sterben ließ: Da ich dies hier ausrufen darf, welche Feindschaft könnte mich noch treffen? (3381) Wie er den feindlichen Vogel spaltete, die buckligen Stiere bezwang und den Kuruntu-Baum im hohen Hain brach, und die vielen weiteren Wunder meines Vaters, des Wundertäters, der die weite Erde ausmaß: Da ich sie Tag und Nacht preisen darf, welche Herzensqual bleibt mir? (3382) Aus herzlichem Mitgefühl wurde er selbst im unreinen Menschengeschlecht geboren, nahm die gewünschte Gestalt an und führte seinen Zorn zu Ende. Mein Vater trägt Feld-Tulasi auf der Krone und eine Girlande auf der Brust. Da ich ein Herz besitze, das allein seine Wunder bedenkt, wer ist mir jetzt auf der weiten Erde gleich?

(3383) Er führte gewaltige Schlachten, sodass weite Erde und Himmel staunten, und schnitt Bana tausend Arme ab. Da mein Herz diese und die vielen anderen Wunder meines Vaters schaut, des Wundertäters, der als Brahmanenschüler die Erde nahm: Welche Verwirrung kann mir noch bleiben? (3384) Er lenkte den Wagen über die sieben Meere, sieben Berge und sieben Welten hinaus, sodass sie erbebten, bis an das äußerste Ende. Da ich eine Zunge besitze, die diese und viele weitere Wunder des dunkelfarbenen Herrn mit dem Diskus in der rechten und der Muschel in der linken Hand immer wieder hervorbringt: Gibt es mir auf dieser Erde einen Widerpart? (3385) Damit die große Last der Erde weiche, führte er den gewaltigen Bharata-Krieg, vollbrachte Wunder und zermalmte das Heer vollständig. Dann kehrte das Licht in seine eigene Himmelsheimstatt zurück. Da ich seinen Füßen nahekommen und sie verehren durfte, wer sonst könnte mein Herr sein? (3386) Er ist der Herr aller sieben Welten, nahm sie alle in seinen Mund auf und gab sie wieder frei; er ist sie und ist sie nicht. Zu Kesavas beiden Füßen sprach Satakopan aus Kurukur tausend reine Worte. Durch diese zehn wird man ohne Schwanken zu einem Hingebungsvollen.

(3387) Ihr Mütter, gebt jede Hoffnung auf, sie für euch zu behalten, und lasst sie gehen: Sie verehrt Tolaivillimangalam mit seinen hohen makellosen Edelsteinhäusern. »Die leuchtend weiße Muschel! Der Diskus! Die weiten Lotusaugen!« So steht sie immer wieder da und schluchzt, ihre wasserliliengleichen Augen voller Tränen. (3388) Ihr brachtet die Sanftsprechende, deren Worte Nektar sind, nach Tolaivillimangalam, wo Feste mit dröhnendem Klang ertönen, und entfremdetet sie euch ohne Aussicht auf Rückkehr. Nun steht sie wie benommen da, sagt mit zitterndem Mund »Herr der Götter!«, während ihre Augen überfließen, und zerbricht, sinkt zusammen und zerfließt. (3389) Ihr brachtet die Vielgepriesene von süßer Rede nach Tolaivillimangalam mit grünen Uferhainen und kühlen Feldern und entfremdetet sie euch ohne Aussicht auf Rückkehr. Sie stammelt nur davon, wie er im Wellenmeer ruht, ausschreitend die Welt in allen Richtungen ausmaß und die Herden weidete, und steht mit langen tränenvollen Augen da. (3390) Ihr Mütter, seit sie Tolaivillimangalam sah, wo beständige Kenner der vier Veden leben, kennt sie keinerlei Zurückhaltung mehr; seht, sie ist ganz davon erfüllt. Alles, was sie lernt, lautet: »Herr Kannan von dunkler Meeresfarbe.« Ohne jede Ermüdung freut sie sich immer wieder, jubelt innerlich und wird weich.

Lesebereich 3391–3490

(3391) Ihr brachtet die Hilflose mit schmelzendem leuchtendem Gesicht nach Tolaivillimangalam und zeigtet ihr, wie der rot-lotusäugige Herr mit strahlendem Schmuck dort wohnt. Seit jenem Tag fällt das Wasser ihrer Augen wie Regen. Ihr Sinn dringt tief in ihn ein, ihr Mütter; sie verehrt ihn und schaut nur in jene Richtung. (3392) Wohin man blickt, wachsen Zuckerrohr und roter Reis, und rote Lotusse erblühen: Am nördlichen Ufer der kühlen Porunal liegt das freigebige Tolaivillimangalam. Wenn sie schaut, schaut sie nur dorthin und nirgendwo anders. Ihr Mütter, jedes Wort in ihrem Mund ist täglich allein ein Name des Edelsteinfarbenen. (3393) Ihr Mütter, dieses Mädchen, schön wie ein großer geschmückter Pfau, hat sich gewaltsam unserem Griff entzogen. Sie hört kein Wort außer »Tolaivillimangalam«. Ist dies die Frucht früherer Übung oder die Zaubermacht des Wolkenfarbenen? Seine Zeichen und heiligen Namen sind vollkommen auf ihren Lippen. (3394) Im freigebigen Tolaivillimangalam am Nordufer der Porunal leben in Fülle die rechten Veden, Opfer und glückreiche große Frauen. Seit dem Tag, an dem die Weitäugige dort die Hände faltete, sitzt sie Tag um Tag da, sagt immer wieder »Aravindalocana« und schmachtet klagend dahin.

(3395) Seit sie den heiligen Namen jenes Ortes lernte, faltet sie die Hände und verehrt »Tolaivillimangalam, wo der wohnt, der dem Ross das Maul aufriss«. Täglich klagt sie mit überströmender Rede, die Tränen wirbeln, und sie ruft »Edelsteinfarbener!«, sodass selbst die Bäume Mitleid empfinden. (3396) Ist Pinnai geboren worden, die große Erdenfrau oder die heilige Tochter? Was ist das für ein Wunder? Sie steht da und ruft nur »Nedumal!« Sie neigt ihr Haupt vor Tolaivillimangalam, wo er vorausschauend hinkam, steht, sitzt und wohnt. Ihr einziger Gedanke ist, den heiligen Namen dieses Ortes zu hören. (3397) Mit Denken, Sprechen und Handeln erreichte Satakopan aus dem freigebigen Kurukur allein den Herrn der Götter als Vater und Mutter. Wer diese zehn reinen tamilischen Lieder über Tolaivillimangalam aus seinen uralten tausend beherrscht, wird Tirumal Dienst leisten. (3398) An Mal, den Bräutigam, der die Welt ausmaß, an den dunkelblauen Wolkengleichen mit schönen roten Lotusaugen verlor meine Tochter mit duftendem, honigblütengeschmücktem Haar ihre Muschelarmreifen.

(3399) An den, dessen Hände Muschel, Bogen, Schwert, Keule und Diskus halten, an den Rotfruchtmundigen mit roten Lotusaugen und der Krone aus honigblühendem kühlem Tulasi verlor mein Mädchen seine dunkle schöne Hautfarbe. (3400) An den Dunkelfarbigen, den kleinen Dieb mit dem machtvollen Mund, der die weite Welt verschlang, an den Träger des kreisenden Diskus verlor meine Tochter mit glänzendem dichtem Haar ihre Würde. (3401) An den Schöpfer des würdevollen Viergesichtigen, an den Bräutigam, der die weite Welt ausmaß, an den Vollkommenen, der als Bote zu den landbesitzenden Königen ging, verlor meine Tochter mit herrlicher Hüfte ihre gute Art. (3402) An den Höchsten, der den vorzüglichen Veda hervorbrachte, an Varaha, der die erdige Welt emporhob, an unseren Götterherrn auf dem Lager klaren Wassers verlor meine schön geschmückte Tochter ihre sittsame Zurückhaltung.

(3403) An den mit vielen guten Armen wie ein Hain von Wunschbäumen, an den mit kühler Blumenkrone wie ein golden strahlender Berg, an den mit vielen guten Händen wie frisch erblühte Lotusse verlor meine rankengleiche Tochter mit bogenförmigen Brauen ihren Leib. (3404) An den, der viele seinem Leib angemessene Schmuckstücke schön angelegt hat, an den auf dem Lager der haubenentfaltenden Schlange, an den Herrn Kannan mit roten Händen und Füßen verlor meine Tochter ihre eigene Anmut. (3405) An den Einzigen, der den Kuruntu-Baum zum Fallen brach, an den Bräutigam, der den dämonischen Wagen trat, an den Herrn, der Milch trank, bis die Dämonin zum Leichnam wurde, verlor meine duftend behaarte Tochter ihre Auszeichnung. (3406) An unseren wundervollen Zwerg von würdevoller Gestalt, an die rotstrahlende Gestalt wie ein fern leuchtender Berg, an unseren vollkommenen Kakutstha von überwältigendem Anblick verlor meine Tochter mit weicher geschmückter Brust ihre Schönheit.

(3407) An den mit schöner hoher Krone und blühendem kühlem Tulasi, an den wundervollen Herrn mit Schultern, die mit Ringern kämpfen, an den Wundertäter, der als viele beständige Gestalten besteht, verlor meine sittsame Tochter ihre Selbstbeherrschung. (3408) Über den guten Bewohner von Vengadam mit dicht schönen Hainen sprach Satakopan aus dem dicht schönen südlichen Kurukur tausend dicht schöne Worte. Wer diese zehn beherrscht, wird die dicht schöne Freude der Himmlischen genießen. (3409) »Der Reis, den ich esse, das Wasser, das ich trinke, der Betel, den ich kaue – alles ist Kannan, unser großer Herr.« So spricht sie immer wieder mit tränenvollen Augen und fragt nach seinem Ort, der auf Erden an seiner Herrlichkeit reich ist. Gewiss: Der Ort, den meine junge Rehgleiche betreten wird, ist Tirukkolur. (3410) Sie bringt Ort, Land und Welt dazu, wie sie selbst nur von seinen Namen und Girlanden zu reden, und überschreitet die Grenze der Zurückhaltung. Ihr Mainavögel meiner rankengleichen Tochter, sagt mir Unglücklicher: Wird sie nach Tirukkolur mit seinen guten reichen Feldern gehen?

(3411) Mainas, grüne Papageien, Ball, kleine Töpfe und schöne Körbchen – all dies lässt meine puppengleiche Tochter zurück und erhebt sich, nur Tirumals heilige Namen rufend. Was wird sie jetzt in Tirukkolur mit seinen kühlen Feldern tun, ihr Fruchtmund zitternd, ihre Augen regenfeucht? (3412) Werden die klatschsüchtigen Frauen der Nachbarschaft sagen: »Sie hat jede Grenze überschritten«, oder: »Sie besitzt große Tugend«? Ach, meine junge Rehgleiche hat beschlossen, mit schwankender schlanker Taille nach dem reichen Tirukkolur zu gehen, wo er liegt. (3413) Meine kleine Göttin schmachtet immer wieder in Sehnsucht und mag nicht spielen. Wenn sie nun in Tirukkolur die blühenden Haine, die Teiche und den Tempel ihres Tirumal sieht: Wie wird sie sich heute freuen, während ihr Leben im Innern kühl wird? (3414) Heute ging meine junge Rehgleiche fort, ohne mir beizustehen. Sie wird nun Tirukkolur erreichen, das einem Stirnzeichen des Südens gleicht, und die heiligen Augen und den roten Mund ihres Tirumal sehen. Immer wieder wird sie dort stehen und schmelzen, die langen Augen voller Tränen.

(3415) Mit überströmenden Augen und liebesverwirrtem Herzen ruft sie Nacht und hellen Tag »Nedumal!« Wie wird sie nun, immer wieder schwankend, gehen und erschöpft in das reiche Tirukkolur eintreten, wo er liegt? (3416) Wird sie die Hand auf ihre erschlaffte schmale Taille legen, immer wieder leiden und mit schmelzendem Herzen und überlaufenden Tränen weitergehen? Unsere schöne Tochter, die uns mit schmelzendem Herzen verließ, nach Tirukkolur, zum Gemahl der zarten leuchtenden Lotusfrau? (3417) Sah sie gute Dinge oder Handlungen, blieb sie gerührt bei dem Gedanken: »Für meinen Kannan!« Nun lässt sie all dies liegen und geht nach Tirukkolur, während die Nachbarschaft viele Vorwürfe ausschreit. Die Geradgeschmückte ging fort und dachte nicht im Geringsten an uns. (3418) Ihr Götter, ich kann es nicht fassen. Die junge Rehgleiche mit langen Augen wird Aravindalocana, den Besitzer aller Welten, nicht einen winzigen Augenblick loslassen. Sie beschloss, nach Tirukkolur zu gehen, wo er wohnt, ohne an die große Schande für unser Haus zu denken.

(3419) Nur nach Madhusudana, dem sicher hinterlegten großen Schatz, rufend sprach Satakopan aus Kurukur, umgeben von Hainen mit Blütenbüscheln, tausend Strophen. Wer diese zehn spricht und seinen Sinn auf Tirukkolur richtet, wo der Herr wohnt, wird die strahlende goldene Welt beherrschen. (3420) Ihr Vogelscharen von guter Art, wollt ihr die goldene Welt beherrschen, wollt ihr die ganze Erde beherrschen? Ich karmabeladene Frau bitte euch: Sagt meinem Herrn, dem wolkenfarbenen Kannan, der einst alle Welten erschuf und mein Wohlergehen an sich nahm, wie es um mich steht. (3421) Ihr Papageien, wollt ihr täglich auf meiner Hand vor den Frauen mit langen geschminkten leuchtenden Augen sitzen und süßen Butterreis mit Milch genießen? Dann seht meinen Herrn mit Fruchtmund und Diskus in der Hand, sagt ihm von meiner leibhaftigen Liebe und kommt rasch zurückgeflogen. (3422) Ihr versammelten Bienenscharen, wollt ihr herbeieilen und die großen leuchtenden Blumen in meinem Haar umschwirren? Mit euren reinen honigsüßen Mündern, die den kühlen Tulasi auf der Krone des Herrn genossen, der für die Fünf, die das Kuru-Land besitzen, das anrückende große Wagenheer zu Staub zerschlug?

(3423) Ihr Hummeln, wenn ihr mit euren reinen honigsüßen Mündern zu meinem Jasmin kommt, um Blütenhonig zu trinken: Seht den König der Himmlischen mit großer honigtropfender kühler Tulasi-Krone, der mich Unglückliche täuschte und verließ. Ihr müsst ihm sagen: »Ist dies etwa die Behandlung, die uns zukommt?« (3424) Kommt, ihr Papageien, die ich aufzog; euch sage ich es. Findet, wohin ihr auch gehen müsst, die rotäugige dunkle Wolke, den üppigen Wunschbaum mit rotem Mund, der auf dem grimmig blickenden Vogel kam und mein Herz raubte. Sagt ihm: »Ist dies etwa angemessen?« (3425) Meine kleinen Mainas, die ich Sünderin aufzog: Geht und sprecht die Worte, die ich euch lehrte und lernen ließ: »Mein Herr mit der blitzenden heiligen Schnur auf der Brust, mein dunkler großer Herr, mein Kannan wird den kühlen Tulasi auf seinen beständigen langen Füßen niemand anderem als uns geben.« (3426) Ihr Schönen, könnt ihr die Liebesqual dieser karmabeladenen Frau beenden, indem ihr meine Botschaft Madhusudana sagt? Er hat die Farbe der Kaya-Blüte und Augen wie Lotusse; er ist der Wundertäter, der als alles und jeder besteht, mein Diskusherr, der dem Ross das gewaltige Maul aufriss.

(3427) Wie viele Äonen werde ich Unglückliche noch in dieser Liebesqual schmachten? Weißer Reiher mit makellosen Federn, erbarme dich und sieh eines Tages den König der Himmlischen mit makellos blau leuchtender Krone. Sage: »Außer dir hat sie keine andere Blickrichtung mehr, sie ist frei von jedem anderen Begehren.« (3428) Ich karmabeladene Frau habe wahrlich keinen anderen Beistand. Ihr Reihergruppen, die über den Wasserwellen umherziehen und Nahrung suchen: Seht Kannan, den König der Himmlischen, wie eine große dichte dunkle Regenwolke. Bringt mir gnädig seine Worte, kommt täglich, verweilt und berichtet. (3429) Ihr Schwäne, die ihr mit euren kostbaren Gefährten ohne jede Trennung auf Blüten ruht! Sagt meinem Herrn mit der heiligen Brust vertraulich: »Sieh, so geht es ihr.« Kommt dann zu mir, verweilt und teilt mir seine Antworten mit. (3430) Satakopan aus Kurukur, umgeben von duftenden Blumenhainen, bedachte seine Worte und sprach tausend Gestalt gewinnende Lieder zu den Füßen des Herrn Madhusudana. Wer auch diese zehn beherrscht, wird wie feiner Sand in einer Quelle zerfließen und zu Wasser schmelzen.

(3431) Du wurdest Wasser, Erde, Feuer, Wind und weiter Himmel, die beiden herrlichen Lichter, Siva und Ayan. Komm eines Tages mit dem scharfen Diskus und der weißen Muschel zu mir Grausamem, damit Erde und Himmel sich freuen! (3432) Wundervoller Herr, der du als Zwerg deine Macht zeigtest und Erde und Himmel nahmst, sodass beide sich freuten! Komm eines Tages nahe und wandle durch die Welt, damit ich dir nahekomme, dich sehe und freudig tanze. (3433) Du wanderst durch die Welt, stehst, liegst und sitzt und beschützt die Lebewesen viele, viele Tage, Äon um Äon. Soll ich, dein Diener, noch so viele Tage erschöpft bleiben, ohne mit dir und der schönen großen heiligen Tochter vereint zu sein? (3434) Großer Herr, du setztest deinen heiligen Fuß ein, sodass der Wagen-Asura erschlaffte, zerbrach, sein Leib auseinandergerissen wurde und er starb. Komm eines Tages strahlend am Himmel, umgeben von Brahma, Siva, Indra und den Himmlischen, damit ich dich sehe!

(3435) Du sitzt im Himmel, stehst auf dem Berg, ruhst am Meer, wanderst auf Erden und wohnst in all diesen Orten verborgen. Du bist in den zahllosen äußeren Weltallen. Willst du in meinem Leben spielen und dich verbergen, ohne deine Gestalt zu zeigen? (3436) Du setztest einen weit ausschreitenden Fuß nieder und bedecktest damit Meer und Erde; mit dem anderen berührtest du alle Welten. Wundertäter, wie viele Tage werde ich noch in dieser Welt wie Wachs am Feuer umhergehen und mich danach sehnen, dich zu sehen? (3437) Du bist der Gang des Karma, das in der Welt umherführt, bist die Welt und ihr einziges Leben. Gestaltloser, der du die zehn Richtungen erfüllst, die grenzenlos in den äußeren Weltallen leuchten: Gewähre mir Erkenntnislosem deine Gnade! (3438) Gewähre mir Erkenntnislosem deine Gnade, du Leben der Erkennenden, berauschend strahlende Gestalt, Nedumal deines Dieners! Willst du mich durch List draußen halten und weiter verderben, sodass das Leben deines Dieners, der nichts anderes kennt, in Verwirrung gerät?

(3439) Willst du mir Sünder die vielen kleinen Vergnügungen zeigen und mich ihnen ausliefern, während die fünf Sinne mein Leben verwirren und quälen? Ist die Zeit noch nicht nahe, mich zu den weiten Lotusfüßen zu rufen, die ausschreitend die Erde in Besitz nahmen? (3440) Selbst wenn man für unzählige Äonen grenzenlose Freude erreichte, ohne Verkürzung oder Verlängerung, ohne Ende, ohne Verminderung oder Zunahme: Könnte das, recht erkannt, auch nur einem kurzen Augenblick gleichkommen, in dem man ohne Abwendung allein dir dient, Wundertäter? (3441) Satakopan ist Diener der Diener der Diener, die Tirumal zugehören, der sich nicht durch Unterscheiden, Denken oder Berechnen erfassen lässt. Diese zehn aus seinen tausend klar gesprochenen Worten machen zu rechtmäßigen Dienern dessen, der die Welt verschlang. (3442) Du mit dem großen Mund, der die Welt verschlang, Herr von unerschöpflichem Ruhm, Gestalt beständigen, ringsum strahlenden Lichts, Erhabener, kostbares Leben deines Dieners! Unser großer Herr von Tiruvengadam, das als Stirnzeichen der Welt dasteht: Sage mir, deinem seit alters zugehörigen Diener, den Weg zu deinen Füßen.

(3443) Du führst in der rechten Hand den heiligen Diskus, der zornig aufflammt, sodass die grausamen starken Asura-Geschlechter in Stücke, Asche und Erde zerfallen, König der Götter! Herr von Tiruvengadam, wo in schlammreichen Quellen Lotusse wie rote Feuer erblühen: Gewähre deinem Diener in unstillbarer Liebe den Weg zu deinen Füßen. (3444) Du von bezaubernder Farbe wie eine schöne Wolke, wundervoller Herr, Nektar, der in die Gedanken eingeht und süß wird, Gebieter der Unsterblichen! Herr von Tiruvengadam, dessen gute klare Wasserfälle Edelsteine, Gold und Perlen umherwerfen: Sage erbarmend »Ach, ach!«, damit dein Diener deine Füße erreicht. (3445) Bogenträger, der du Feuerpfeile auf die Lebenszeit der Asuras regnen ließest, die die Welt ohne jedes Erbarmen quälten! Gemahl der großen heiligen Tochter, Herr von Tiruvengadam, den Götter, Asuras und Scharen von Weisen lieben: Füge es, dass ich von schweren Taten Beladener deine blumenreichen Füße erreiche. (3446) Ach, mächtiger Herr des einzigen Bogens, der einst die sieben beieinanderstehenden Bäume durchschoss! Ach, Ursprung, der du mitten zwischen den beiden eng verbundenen Bäumen hindurchgingst! Herr von Tiruvengadam, wo Elefanten wie dichte Wolken zusammenkommen, du mit dem mächtigen Sarnga-Bogen: An welchem Tag werde ich deine Füße erreichen?

(3447) »Wann werden wir die beiden Lotusse sehen, die die Erde ausmaßen?« So stehen die Unsterblichen täglich in Scharen da, preisen, verneigen sich und verehren dich mit Leib, Zunge und Geist, Herr von Tiruvengadam. Wann werde ich wirklich ankommen und bei deinen Füßen verweilen? (3448) Nektar, bei dem dein Diener gern bleibt, Gebieter der Unsterblichen, Besitzer des kämpfenden Vogels im Banner, großer Herr mit schönem Fruchtmund! Arznei, die die verwüstenden Taten heilt, unser Herr von Tiruvengadam: Nicht einmal einen Augenblick halte ich aus, ohne die Gnade zu gewinnen, deine Füße zu sehen. (3449) »Ich ertrage es nicht, ohne deine Füße zu sehen!« Mit feiner Erkenntnis verlangen der Herr mit dem dunklen Hals, der vollkommene Viergesichtige und Indra, umgeben von vielen fischäugigen Frauen, nach dir in Tiruvengadam. Komm zu deinem in Liebe verwirrten Diener – wie damals, als du zu kommen schienst! (3450) Du scheinst gekommen und kommst doch nicht; du scheinst nicht zu kommen und kommst dennoch. Nektar mit roten Lotusaugen, rotem Fruchtmund und vier Armen, mein Leben! Herr von Tiruvengadam, wo Wunschsteine die Nacht zum Tag machen: Ach, ich, dein Diener, kann mich nicht den geringsten Augenblick von deinen Füßen trennen.

(3451) Auf deiner Brust wohnt die Lotusfrau mit den Worten: »Nicht einen Augenblick werde ich mich trennen.« Du von unvergleichlichem Ruhm, Besitzer der drei Welten, mein Herr! Bewohner von Tiruvengadam, nach dem unvergleichliche Unsterbliche und Weisenscharen verlangen: Ich, dein Diener ohne andere Zuflucht, bin eingegangen, um unter deinen Füßen zu bleiben. (3452) »Ihr Diener, kommt, bleibt unter meinen Füßen und lebt!« So schenkt der in der Welt unvergleichliche große Herr immer wieder Gnade. Um ihn zu erreichen, sprach Satakopan aus dem feldreichen Kurukur tausend Lieder. Wer diese zehn über Tiruvengadam ergreift – und wer sich an solche Menschen hält –, wird in der großen Himmelswelt thronen und beständig leuchten. (3453) Durch die fünf, die in mir wohnen, lässt du mich zermürben und denkst noch daran, mich weiter zu quälen, damit ich deine Lotusfüße nicht erreiche. Wundertäter von unzählbaren großen Wundern, von den Unsterblichen gepriesener Besitzer der drei Welten, Gebieter, Nektar, Vater, mein Herr! (3454) Du setztest fünf gewalttätige Könige über mich, ließest sie Tag und Nacht auf mich einschlagen und sorgtest dafür, dass ich dir nicht nahekomme. Zuckerrohr, Nektar, Dunkelwolkenfarbener, der du mit blitzendem Diskus die meerumgebene Welt beschützt, Veda-Herr dieses Sünders!

(3455) Was gewinnst du, indem du mich Sünder durch die fünf mich spaltenden Mächte schlagen lässt und verhinderst, dass ich deine heiligen Füße erreiche? Ach, du mit der hohen leuchtenden Krone, ursprünglicher Schöpfer der weiten Welt, der du sie verschlangst, freigabst, durchschrittest und emporhobst, Madhusudana deines Dieners! (3456) Ohne dass ich den Betrug durchschaue, drehst du mich im Kreis, zeigst mir die fünf und hinderst mich, mich den Blüten deiner Füße zu nähern. Du kleines Kind auf dem langen Banyanblatt, nachdem du alle Dinge und Wesen ausnahmslos in dir geborgen hast, Arznei, die meine Taten heilt! (3457) Ohne heilende Arznei setzen die fünf mich in die Ölpresse der fünf quälenden Krankheiten und drehen sie. Du scheinst ihnen den Ausweg zu öffnen, während du mich einschließt und zugrunde gehen lässt. Wer wird nun Arznei sein, du Träger des siegreichen Diskus, der das starke Asura-Geschlecht an der Wurzel abschnitt, großer Herr der Himmlischen? Ach! (3458) Diese fünf Sinne bedrängen sogar jene, die dem Herrn der Himmlischen dienen. Wenn sie mich hier auf Erden erwischen und auch du mich loslässt, was werden sie nicht mit mir tun? Du wohnst in Melodie, Dichtung und Hingabe, höchster Herr; du kamst in meine Augen, mein Herz und meine Worte. Sage ein Wort!

(3459) Die fünf starken Schurken sagen eines und bleiben bei nichts. Wann werde ich sie besiegen, wenn deine heilige Gnade fehlt? Mein Vater, der du einst einen Berg ins Wellenmeer setztest, die Schlange darum wandest und Götter und Asuras ziehen ließest, süßer Nektar, den ich Grausamer trinken darf! (3460) Die fünf erscheinen als süßer Nektar und täuschen alle. Schneide die gesamte frühere Täuschung, die du eingesetzt hast, mit der Wurzel ab und gewähre mir, deine Zeichen und deine heilige Gestalt zu bedenken, zu preisen und mit gefalteten Händen zu verehren, mein Herr, mein Kannan, Ursprung des Unsterblichen-Geschlechts! (3461) Gewähre mir den Segen, die Kraft der fünf von Grund auf zu zerstören, die mich in die grausame tiefe Grube schlechter Taten stürzen, welche die ganze Sippe samt Ursprung vernichten. Du erschufst von der Erde bis zu jeder Welt die vielen feststehenden und beweglichen Dinge aus ihrem Ursprung, mein Kannan, mein höchstes Licht! (3462) Statt mich »Mein höchstes Licht!« rufen und in Liebe zu deinen beiden Lotusfüßen schmelzend stehen zu lassen, gabst du mir eine Last. Die fünf nehmen schwere Bürden auf und zerren und werfen mich nach allen Richtungen. Ach, Gestalt, die einst das weite Meer quirlte und Nektar gewann!

(3463) Der Vater mit dem Lotusnabel auf dem Wasserlager nimmt die Gestalt der Drei an und erschafft, bewahrt und vernichtet durch die Eigenschaften. Sein Diener der Diener der Diener der Diener ist Satakopan. Wer diese zehn aus seinen tausend Worten versteht und singt, dessen Taten vergehen bei Nacht und Tag. (3464) Nacht und Tag kennt sie keinen Schlaf; mit den Händen schöpft sie ihre Tränen weg. »Muschel und Diskus!«, sagt sie und faltet die Hände; »Lotusaugen!«, sagt sie und erschlafft. »Wie kann ich es ertragen, dich zu verlassen?« Sie sitzt und durchwühlt die weite Erde mit der Hand. Herr von Tiruvarangam mit Wasser, in dem rote Fische springen: Was tust du mit ihr? (3465) »Was tust du, mein Lotusäugiger?«, sagt sie und sitzt voller Tränen da. »Was soll ich tun, Herr von Tiruvarangam mit aufspritzendem Wasser?«, sagt sie, seufzt heiß und schmilzt. »Frühere Tat, tritt mir doch entgegen! Wolkenfarbener, ist dies angemessen?« Du erschufst einst diese Welt, verschlangst sie, gabst sie frei und maßest sie aus. Welches Ende wird ihr daraus erwachsen? (3466) Sie kennt nicht die geringste Scheu und sagt: »Edelsteinfarbener!« Sie schaut nur zum Himmel und wird benommen. »Einziger, der du das Leben aller furchterregenden Asuras verschlangst!«, sagt sie und schmilzt innerlich. »Unsichtbarer, gewähre mir den Weg, dich zu sehen, Kakutstha, Kannan!« Herr von Tiruvarangam mit festen bannerbesetzten Mauern: Was hast du mit ihr getan?

(3467) Hände und Füße bleiben dort, wo sie hingelegt wurden. Dann steht sie auf, wandert verwirrt umher und faltet die Hände. »Liebe ist nur Qual!«, sagt sie und fällt in Ohnmacht. »Meeresfarbener, wie hart du bist! Du mit dem kreisrunden Diskus in der rechten Hand, komm!« Immer wieder sagt sie es und verliert die Besinnung. Edler Herr des wasserreichen Tiruvarangam: Was hast du für sie bedacht? (3468) Sie denkt nach, verliert die Richtung, wird wieder klar, faltet die Hände und sagt: »Bewohner von Tiruvarangam!« Sie verehrt dich dort, die regenfeuchten Augen voller Tränen, und wird mit dem wiederholten Ruf »Komm!« benommen. Du zerrissest in der Dämmerung den Leib des Asura, kostbarer Nektar, der du das Wellenmeer quirltest! Du verwirrtest dieses Mädchen, das fest entschlossen war, dir zu begegnen und deine Zuflucht zu suchen. (3469) »Du machtest mich liebesverwirrt und raubtest mein Herz! Großer Wundertäter! Edelstein mit rotem Mund! Bewohner von Tiruvarangam, umgeben von kühlem Wasser! Ursprung der Himmlischen, der du grausames Schwert, Keule, Muschel, Diskus und Bogen trägst!« So spricht sie. Du auf dem Lager der haubenentfaltenden Schlange, erbarme dich ihrer. Was könnte ich sündige Mutter noch tun? (3470) »Du erschufst die verschiedenen Leiden und Freuden! Du stehst als Halt für die Haltlosen! Du mit dem Rad der Zeit, Meeresfarbener, der du im Meer Wohnung nahmst, Kannan! Herr von Tiruvarangam mit kühlem fischreichem Wasser, mein reinigendes Heiligtum!« So sitzt mein zarter Spross da, die schönen großen regenfeuchten Augen voller Tränen.

(3471) »Spross der Himmlischen! Du hobst den Berg und schütztest die Rinderherde!« Sie weint, verehrt dich und seufzt heiß, sodass ihr Leben brennt. »Du von der Farbe der Augenschminke!« Sie steht auf, schaut nach oben und bleibt ohne Blinzeln. »Wie werde ich dich sehen?« Herr von Tiruvarangam mit reichem weitem Wasser: Was soll ich für meine schöne Tochter tun? (3472) »Du mit der Brust, auf der meine heilige Tochter wohnt! Mein Leben! Gemahl der Erdenfrau, die du mit deinem heiligen Hauer emporhobst und annahmst! Geliebter der Hirtentochter, die du damals durch das Umfangen der sieben Stiere gewannst!« So spricht sie. Du hast das südliche Tiruvarangam zum Tempel genommen. Ich erkenne nicht, wie es mit ihr enden wird. (3473) »Ich weiß nicht, welches Ende ihr bestimmt ist«, sage ich. Sie sagt: »Herrscher der drei Welten! Du mit duftendem Konrai im verfilzten Haar! Viergesichtiger Gott! Führer der schön gestalteten Himmlischen! Freigebiger Herr von Tiruvarangam!« Als hätte sie seine Füße nicht erreicht, suchte sie weiter und erreichte schließlich die Füße des Wolkenfarbenen. (3474) Satakopan aus dem freigebigen, hainumgebenen Kurukur an der wasserreichen Porunal mit reinen, seidenhellen Fluten erreichte die Füße des Wolkenfarbenen, trug seine Gnade und wurde gerettet. Wer diese zehn aus den tausend Wortgirlanden über seine Füße beherrscht, wird im wolkenfarbenen Himmel von Unsterblichen umgeben in einer Flut höchster Freude wohnen.

(3475) Seht, wie der Lotusäugige mit weißer gewundener Muschel und Diskus den Vogel mitten durch mein Herz lenkt! Ihr Mütter, mit welchen Worten soll ich es sagen? Ich werde Tiruppereyil erreichen, wo er in einer Flut von Freude thront und wo Vedaklang, Festklang und das Spielgeschrei der Kinderscharen niemals aufhören. (3476) Freundinnen mit duftendem schwarzem Haar, Mütter und Nachbarinnen! Ich kann dieses einsame Herz nicht bewahren; es steht nicht in meiner Macht. Tag und Nacht geht es fort und gehört dem roten Fruchtmund Kannans, des edelsteinfarbenen Himmelsgebieters, der im südlichen Tiruppereyil thront, umgeben von bienenreichen Blumenhainen und kühlen Feldern. (3477) Mein Herz gehört seinem roten Fruchtmund, neigt sich seiner hohen rotstrahlenden Krone, freut sich an Muschel und Diskus und gibt sich seinen Lotusaugen völlig hin. Freundin, es verlor Scham und Gefasstheit an unseren Herrn, der im südlichen Tiruppereyil thront, wo monatlich und täglich die Feste nicht enden. (3478) Mein Herz, das unserer verlorenen Schönheit nachging, blieb ebenfalls dort. Mit wem soll ich mich jetzt noch mühend beraten? Ich bin in der Zaubermacht dessen versunken, dessen Hand die tönende Muschel hält und der im südlichen Tiruppereyil thront, wo überall der gute Vedaklang wie das Wellenmeer aufsteigt. Ihr Mütter, was gewinnt ihr, wenn ihr mir zürnt?

(3479) Kannan trat zornig den Wagen, trank an der Brust der trügerischen Dämonin, ging zwischen den Maruta-Bäumen hindurch und warf das Kalb gegen die reifen Vila-Früchte. An ihn verlor ich meine Weiblichkeit. Ihr Mütter, was gewinnt ihr noch durch euren Zorn? Führt mich rechtzeitig nach Tiruppereyil mit reifen Hainen, wo er absichtsvoll hinkam und thront. (3480) Führt mich rechtzeitig dorthin! Meine Liebe ist viel größer als das Meer. Unser großer Herr von blauer Wolkenfarbe kommt und steht vor mir, doch gelangt er nicht in meine Hände. Führt mich nach Tiruppereyil mit zusammenströmendem Wasser, wo er auf Erden thront, wo die Kenner der vier Veden ohne Unterlass opfern und schöner roter Reis wie ein Wedel schwingt. (3481) Mein Herz ging nach Pereyil, wo der Herr thront, der das meerumgebene südliche Lanka mit großen Mauern zerstörte. Ich suche es überall, um es zurückzubringen, und finde es nicht. Freundin, wen haben wir hier noch? Niemand kann mein Herz zurückrufen. Mit wem können wir jetzt etwas ausrichten? Was mein Herz erkannte, habe auch ich erkannt. (3482) Alle kamen zusammen, hielten sich an das, was sie sahen, und verbreiteten Gerede über mich und den Dunkelmeerfarbenen. Von da an wuchs meine Liebe, Freundin; wollte ich sie beschreiben, wäre sie größer als feste Erde, sieben Meere und weiter Himmel zusammen. Ich werde zum südlichen Tiruppereyil gehen, wo er, von klaren Wellen umgeben, thront.

(3483) Ich werde gehen und ihn erreichen, meine Freundinnen und Mütter! Versucht nicht, mich zu beschwichtigen. Was bedeuten eure Worte hierbei? Herz und Gefasstheit habe ich hier nicht mehr. Ich gehe in die große Stadt des südlichen Tiruppereyil mit schönen reichen leuchtenden Feldern, wo der wolkenfarbene Herr Kannan, der die dunkle meerumgebene Welt verschlang, thront. (3484) Ich werde Städte, Länder und alles andere durchsuchen; ich habe keine Scham mehr, meine Freundinnen. Wie viele Äonen ist es her, dass der wundervolle Herr mit langen Makara-Ohrringen, der im südlichen Tiruppereyil mit gipfelhohen Edelsteinhäusern thront, mein Herz raubte? Der unvergleichliche Wolkenfarbene mit dem Diskus, der einst die Hundert zerschlug und vernichtete! (3485) Äon um Äon unterscheiden sich seine Gestalt, sein Name und sein Tun, während er die Welt beschützt: der Meereswasserfarbene, Acyuta. Über ihn sprach Satakopan aus dem schönen Kurukur tausend unvergleichliche Antati-Strophen. Wer diese zehn über Tiruppereyil beherrscht und den mit dem Diskus in der schönen Hand preist, ist tief im Dienst verwurzelt. (3486) Der Diskus erhob sich, Muschel und Bogen erhoben sich, in allen Richtungen erhob sich der Ruf »Heil!«, Keule und Schwert erhoben sich. Das Weltall wurde durchstoßen, Krone und Fuß stiegen empor, ein neues Zeitalter erhob sich: So nahm unser Vater die Welt in Besitz.

(3487) Das Getöse der Wasser, die dem Berg entgegenströmen; das Geräusch der Schlange, die sich windet und am Berg reibt; der Ruf des Meeres, das wechselnd herumgewirbelt wird: So klang es an jenem Tag, als unser Vater den Nektar als köstliche Essenz gewann. (3488) Die sieben Erden sanken nicht ab, sondern blieben an ihrem Ort; auch die sieben Berge sanken nicht ab, sondern blieben an ihrem Ort; auch die sieben Meere sanken nicht ab, sondern blieben an ihrem Ort: an dem Tag, als unser Vater fest hinabstieg, die Erde emporhob und auf seinen Hauer nahm. (3489) Die Zeit erhob sich, Erde und Wasser erhoben sich, Himmel und Planeten erhoben sich, Feuer und Wind erhoben sich, die Füße der Berge und die Lichter selbst erhoben sich. Ein großes Heulen stieg auf: So war die Mahlzeit unseres Vaters, als er die Welt verschlang. (3490) Das Krachen der wohlgenährten Ringer, die zerbrachen; das Getöse der männlich starken Königsheere, die bebten; der Jubel der sicheren Götter im Himmel: So klang es, als unser Vater den weithin sichtbaren Bharata-Kampf ausführte.

Lesebereich 3491–3590

(3491) In der schwächer werdenden roten Dämmerung füllte sich der Himmel in allen Richtungen mit aufsteigendem Blutwasser. Es war, als spaltete ein Löwe einen Berg von unten: So tötete unser Vater den Asura unter tiefer Qual. (3492) Die Pfeile dröhnten in dichten gegeneinanderstehenden Reihen; Hunderte Leichname rollten wie Berge. Das Blut wurde zu Flüssen, die das Meer füllten: So war es, als unser Vater Lanka zu Asche zerstörte. (3493) Der mit dem Hahn im Banner wich im unmittelbaren Kampf zurück; auch der lodernde Feuergott wich zurück; auch die dreiäugige Gestalt wich zurück, seht! An jenem Tag, als unser Vater Bana im direkten Kampf die festen Arme nahm. (3494) Damals: Erde, Wasser, Feuer, Wind, Himmel und die Berge; damals: die beiden Lichter und die übrigen Dinge; damals: Regen, Lebewesen, Götter und alles andere. Damals erschuf unser Vater die Welt von ihrem Ursprung an.

(3495) Damit die weidenden Herden darunter eintraten, während Wildtiere sich bewegten und das die Quellen füllende Wasser brüllend herabströmte, hob unser Vater den Berg. Der ganze Hirtenort mit seinen Rinderherden barg sich darunter; so schützte er vor dem verderblichen Regen. (3496) Satakopan stand vereint mit den Dienern des Herrn, der den Berg emporhob, und fügte tausend gute Worte. Diese zehn schenken denen, die sie liebevoll lernen, Sieg. (3497) Wer lernen will, wird der etwas anderes lernen als von Herrn Rama? In dem von Brahma hervorgebrachten Land führte er alles Bewegliche und Unbewegliche, das im guten Ayodhya lebte, zur guten höchsten Stätte – ohne auch nur Gras oder eine kleine Ameise auszulassen. (3498) Könnten die in diesem Land Geborenen etwas anderes sein als Naranans Diener, nachdem sie gehört haben, wie er hier geboren wurde, für die Menschen Unerträgliches ertrug, die das Land quälenden Dämonen aufsuchte und vernichtete, das Land schützte und zur Rettung führte?

(3499) Wer hören will, wird der etwas anderes hören als Kesavas Ruhm, nachdem er durch Kundige erfahren hat, wie Sisupala, der alte erbitterte Feind, der nur niederträchtige, die Ohren verbrennende Beschimpfungen ausstieß, zu seinen heiligen Füßen gelangte? (3500) Können die, die sein Wesen erkennen, etwas anderes als seine Diener sein, wenn sie bedenken, wie er in der langen leeren Zeit, als keines der vielfältig ausgedehnten Dinge vorhanden war, gutes Urwasser und den Viergesichtigen erschuf und die alten Welten, zuvor in sich verborgen, wieder hervortreten ließ? (3501) Wer seine Fügungen bedenkt, könnte der etwas anderes als die Füße des Wundertäters umkreisen, nachdem er hörte und verstand, wie dieser die heilige Ebergestalt annahm und die im tiefen großen Wasser versunkene Welt auf einen seiner Hauer setzte, damit sie nicht weiter absank? (3502) Könnten die Hörenden und Verstehenden etwas anderes als Kesavas Diener sein, nachdem sie das Spiel sahen, das er als Vamana mit der bittenden hohlen Hand vollführte? Die von Mahabalis unerschöpflicher freigebiger Macht bedrängten Götterscharen kamen und baten; er beendete ihre Not.

(3503) Könnten die, die sahen, verstanden und lernten, etwas anderes als Kannans Diener sein, nachdem sie erkannten, wie der Herr mit hochgebundenem verfilztem Haar Markandeya mit seiner bienenbesuchten Blumengirlande zu ihm führte, um über dessen Lebenszeit Rat zu suchen, und wie er ihn dort annahm und mit sich nahm? (3504) Wer tiefer verstand, könnte der etwas anderes lernen als die Herrlichkeit des Glückreichen, nachdem er das Wunder erkannte, das er als mächtiger Löwe am Leib Hiranyas vollbrachte? Dieser hatte durch grenzenlose große Askese Macht gewonnen und quälte die Unsterblichen mit vielfältiger Bedrängnis. (3505) Wer seine Wunder kennt, könnte der etwas anderes als sein Diener sein, nachdem er die gute Erzählung hörte, wie er vor aller Welt als Wagenlenker für die Fünf kam, damit die Hundert, die ihnen das Erbe streitig machten, vergingen, und wie er das Heer vernichtete? (3506) Wer diese Erzählungen kennt, könnte der etwas anderes als sein Diener sein, wenn er klar bedenkt, wie der Herr Geburt, Krankheit, Alter und Tod abwendet, das große Leid an der Wurzel entfernt und unter seinen Füßen Schutz gewährt?

(3507) Kannan schenkt denen, die klar geworden und unerschütterlich bestehen, den Weg der Freude. Über diesen klaren Herrn sprach Satakopan aus dem südlichen Kurukur tausend klare Worte. Wer diese zehn beherrscht, besitzt in den drei weithin besungenen Welten einen klaren Geist. (3508) Ach, Padmanabha, der du die drei weithin besungenen Welten erschufst! Ach, du mit den Lotusfüßen, der du diese drei Welten ausmaßest! Lotusäugiger, einziger Herr dieses Einsamen, Lotushändiger: Wann werde ich dich erreichen? (3509) Ach, wann werde ich deine roten heiligen Füße erreichen, die Hara und der Viergesichtige preisen? Mein Vater, der du als Erde, Wasser, Feuer, Wind, Himmel, Leben und alles Übrige bestehst! Unser Tänzer, der du den Berg hobst, die Rinderherde weidetest und sie beschütztest! (3510) Unser Tänzer, der du durch das Heben des Berges vor dem Steinregen schütztest, du mit blühendem kühlem Tulasi auf der Krone, mit schönem rotem Haar voller Konrai, mein vollkommener Viergesichtiger! Da du kamst und mein kostbares Leben wurdest, du von kaum zu preisendem Ruhm: Wo soll ich dich treffen?

(3511) Wo soll ich dich treffen? Du selbst bist die drei schönen Welten; du bist dort der hohe dreiäugige Herr und der große Brahma; du bist die Götter, angefangen bei Indra mit dem heiß strahlenden Vajra in der Hand. Mein Kuhhirt mit honigblühendem kühlem Tulasi auf der Krone! (3512) Mein Kuhhirt, mein schelmischer dunkler Edelstein! Die drei Welten breiteten sich aus der Blüte deines Nabels aus. Wie wird mein kostbares Leben kommen und dich erreichen, nachdem es dich im Innern deiner Lichtflut erkannt hat? (3513) Ich weiß nicht, wie ich ihn erreichen soll: meinen Herrn mit der heiligen Brust, der über dem Raum wohnt, dessen rotes Seidengewand, Füße, Nabel, Hände, Brust, Augen und Mund rote Strahlen aussenden. Es ist, als erblühten rote Lichter und vereinten sich mit einem Edelstein, während reicher blauer Glanz sich entfaltet. (3514) Werde ich ihn nicht sehen: meinen Herrn mit Sri auf der Brust, den mit der Bergtochter als Teil, den Viergesichtigen, der die Göttin der Rede immer in sich trägt, den beständigen Gemahl Sacis? Den, der die Erde emporhob, drei Festungen verbrannte, die Sinne siegreich vertrieb und den Himmel beherrscht?

(3515) Wie Pferde beim Anblick eines Löwen, wie Füchse beim Anblick eines Löwen heulten die Dämonen, flohen damals über Lanka hinaus und verbargen sich in Höhlen. Werden wir den sehen, der seinen unerschrockenen schönen Vogel antrieb, den mächtigen Mali erschlug und weitere Gegner zu menschenhohen Bergen von Leichen auftürmte? (3516) Herz, werden wir ihn sehen, den mächtigen Löwen der Unsterblichen? Er vernichtete das Geschlecht des kriegerisch starken, unerschrockenen, breitschultrigen Dämonen, der nur grausame Taten verfolgte, schenkte danach dessen Bruder das von weiten Wassern umgebene Lanka, herrschte und ging in sein eigenes Licht ein. (3517) Hari gewährt uns das schwer erreichbare Vaikuntha. Als neugeborenes kleines Kind trat er in den Hirtenstamm ein, vollbrachte Wunder, tötete den todgleichen Kamsa und zerschlug für die Fünf das grausame Heer. Der Übermächtige ging in das große höchste Licht ein. (3518) Er trat in Löwengestalt hervor, riss den Leib des Asura auf und freute sich, der glückreiche Diskusträger. Über ihn sprach Satakopan aus Kurukur tausend überragende Worte. Wer diese zehn beherrscht, dem werden Frauen versammelt lange Lebensjahre wünschen und den Yakschweifwedel fächeln.

(3519) Sind es zwei Todesmächte, die das Leben hilfloser Frauen verzehren? Ich weiß es nicht. Sind es die heiligen Augen des schönen Diskusherrn Kannan? Ich weiß es nicht. Seht, ringsum erscheinen sie wie frisch erblühte Lotusse. Freundinnen, Mütter, was soll ich Leidende tun? (3520) Ihr Mütter, was nützt es, mich aufzurütteln, zu schelten und zu quälen? Ist es eine Ranke oder ein Spross des hoch aufragenden Wunschbaums? Ich weiß es nicht. Die heilige Nase dessen, der die gesammelte Butter aß, steht rein in meinem Leben wie die Flamme einer fest eingesetzten Lampe. (3521) Ist es eine reine Frucht oder das mächtige Karma dieser karmabeladenen Frau? Ist es ein üppiges Stück schöner dichter Koralle? Ich weiß es nicht. Der rote Fruchtmund des Herrn mit dem Leib wie eine lange blaue Wolke erscheint meinem süßen Leben in allen möglichen Richtungen. (3522) Sind es zwei blaue Bögen, die sich gegen das süße Leben hilfloser Frauen spannen, oder der Zuckerrohrbogen des Liebesgottes von bleibendem Ruhm? Es sind die Brauen des großen Herrn Kannan, der dem Liebesgott sein Leben gab. Ständig schweben sie über meinem Leben und bedrängen es.

(3523) Ist es ein weißer Blitz, der immer beständig mit schönem jungem Licht strahlt? Oder sind es herrliche Perlen, die mein Leben angreifen? Ich weiß es nicht. Das Lächeln des Herrn, der den Berg hob, bedrängt mein Leben. Ihr Mütter, ich kenne überhaupt keinen Ort der Rettung mehr. (3524) Wo gibt es für Hilflose, Asuras und Rakshasas einen Zufluchtsort? Sind dies leuchtende junge Triebe, an denen Makara-Schmuck hervorwächst, oder die heiligen ohrringgeschmückten Ohren dessen, der auf der giftigen haubenentfaltenden Schlange ruht? Seht, ohne mich loszulassen bedrängen sie mich. (3525) Ich weiß nicht, wie ich es euch zeigen soll: »Seht, ihr Mütter!« Ist es ein beständiger weißer Mond oder ein giftiges Blatt für Liebende? Ist es die heilige Stirn des großen Herrn mit vier weiten, hochragenden Armen? Sie fasst mein Leben mit tödlicher Absicht und raubt mir Unglücklicher die Lebenskraft. (3526) Lotusse, die das Leben nehmen, eine Ranke, Koralle, ein Bogen, kühle lebensraubende Perlen, junge Triebe und die kühle Himmelsichel: Ist es ein voller Lichtkreis, der all dies als tödlichen Schmuck trägt? Als Kannans leuchtendes Gesicht mit lebensraubender Schönheit nimmt es mir Unglücklicher das Leben.

(3527) Ist es ein üppiges Geflecht schöner blauer Fäden, in vollen Locken aus dichter, alles erfassender Finsternis gedreht? Nein, es ist das Haar des Wundertäters. Ihr Mütter, ihr wisst nicht, wie es mit dem Duft aufblühenden kühlen Tulasis kommt und mein Leben stiehlt; ihr steht nur da und schilt. (3528) »Bleib im Hof!« Mit geballten Händen umringt ihr mich und beschimpft mich. Doch mein Herz hat sich mit der strahlenden Edelsteinfarbe und der Lichtkrone vereint, die sich durch alle drei Welten ausbreitet. Ihr Mütter, welche Hoffnung bleibt euch noch? (3529) Selbst Brahma, Siva und Indra, die schwer zu sehen sind, können Kannan schwer erblicken. Über ihn sprach Satakopan aus Kurukur tausend ehrfurchtgebietende Worte. Wer auch diese zehn beherrscht, wird mit den ehrwürdigen Himmlischen vereint sein und niemals vergehen. (3530) Wundersamer Vamana, Madhusudana, gewähre deine Gnade! Du bist Feuer, Wasser, Erde, Himmel und Wind, Mutter, Vater, Kinder, alles andere und das Ganze. Was sind das für Ordnungen, nach denen du selbst als all dies bestehst?

(3531) Acyuta mit schönem honigblühendem kühlem Tulasi auf der Krone, gewähre Gnade! Du bist Mond und Sonne, die vielen reichen Lichter und Dunkelheit, anschwellender niederströmender Regen, Lob und Tadel; dazu bist du der grimmig blickende grausame Tod. Was für ein Wunder ist dies? (3532) Lenker des prächtigen Wagens, Träger des heiligen Diskus, gewähre Gnade! Du bist die unzähligen Äonen, die unerschöpflichen schönen Dinge, die jeweils in ihnen wirken, ihre Lenkung und ihre kunstvolle Ordnung. Welche erstaunlichen Verwandlungen sind dies? (3533) Kannan mit honigsichöffnenden Lotusaugen, gewähre mir eine Auskunft! Du bist Vorhandenes und Nichtvorhandenes, Unerschöpfliches und seine Ordnung. Im flutenden weiten Meer auf der Giftschlange ruhend vollziehst du innerlich vielerlei Yoga. Was sind das für Mittel? (3534) Wundertäter mit der Krone aus duftenden blühenden kühlen Tulasi, entferne meine Fesseln und nimm mich ganz für dich an; gewähre Gnade! Du bist Leib und Leben, Vergehen und Geburt und vollbringst dennoch weitere Wunder. Was sind das für Verwirrungen?

(3535) Bezaubernder Vamana, gewähre mir etwas, das Einsicht ermöglicht! Du bist Vergessen und Klarheit, Feuer und Kühle, Ordnung und Staunen, Siege, Handlung und Frucht; darüber hinaus bestehst du als Verwirrung. Was sind das für Leiden? (3536) Kannan, der du Leiden bewirkst, du mit hoher strahlender Krone, gewähre Gnade! Du bist leidbringender Stolz, der Liebesgott und Freuden, leidbringendes Verlangen, Schwanken, Stillstand und Bewegung. So lässt du Leiden entstehen. Was sind das für Neckereien? (3537) Mit welchen Neckereien bestehst du, Kannan, mein Herr? Niemandem lässt du dich sicher als jemand von dieser oder jener bestimmten Wesensart erklären. Du bist die einst gedachten drei Welten, erschaffst sie und bist wiederum innen und außen. Was sind das für Beschaffenheiten? (3538) Durch welche Wesensweisen bestehst du auf welche Art, mein Kannan? Hände, Füße und alle übrigen zusammengefügten Glieder, der gedachte Geschmack, Sichtbares, Berührung, Klang und Geruch: Alles bist du selbst. Will man dich erkennen, sind die Feinheiten ohne Ende.

(3539) Du bist Gestalt und Gestaltlosigkeit, wie die alten guten Schriften es aussprechen, sodass darüber hinaus keine weitere Feinheit bleibt. Du mit blühendem Tulasi-Schmuck auf der Brust, mein Acyuta! In welcher Weise man dich nach seinem Vermögen beschreibt: Auch diese Weise kommt dir zu. (3540) Hari lässt sich schwer als von einer bestimmten Beschaffenheit erkennen. Satakopan aus Kurukur erkannte und besprach ihn auf die mögliche Weise in diesen tausend angemessenen leuchtenden tamilischen Liedern. Wer diese zehn in angemessener Weise spricht, ist für immer zur rechten Vollendung gelangt. (3541) Wie soll ich von meinem Licht sprechen, das als Ursprung besteht, dem Herrn, der mich für immer rettend annahm, mich jeden einzelnen Tag zu seinem Eigen machte und durch mich sich selbst in süßem Tamil besang? (3542) Was soll ich von dem Wundertäter sagen, der heute eins mit meinem süßen Leben wurde, der den Eindruck entstehen ließ, ich hätte mit meinen Worten süße Dichtung gesprochen, und der doch mit seinen eigenen Worten sich selbst pries? Er ist der Ursprung der Drei, die schon vor meinem Sprechen bestehen.

(3543) Wann werde ich den Vater vergessen, den Ursprung meines Sprechens? Er ließ mich gewiss erkennen: »Dieser ist der Ursprung«, trat zuerst in meine Zunge ein und sprach durch gute süße Dichtung selbst über sich für seine reinen ursprünglichen Verehrer. (3544) Wie könnte ich den Vater vergessen, nachdem ich seine Herrlichkeit sah? Er wurde ich selbst, sprach fehlerlos Dichtung über sich, nahm mich von unvergleichlich schlechten Taten Beladenen rettend an und wirkt unablässig, um mich recht zu machen. (3545) Ich besitze nicht die Fähigkeit, seine Herrlichkeit zu erkennen und rechte gute süße Dichtung angemessen auszusprechen. Darum machte der Höchste mich Unbegabten zu seinem Eigen und singt durch mich süße Dichtung über sich, die die Welt preist. (3546) Mein Herr von Vaikuntha ließ seine Dichtung über sich nicht durch die großen Dichter süßer Verse singen. Heute kam er selbst freundlich, verband sich mit mir und singt durch mich kraftvolle Dichtung über sich.

(3547) Er ist der Herr von Vaikuntha, Kunda, der meine mächtigen Taten restlos vergehen lässt; er machte sich zu meinem Eigen und lässt mich reiche süße Dichtung schaffen, die ihn als Vaikunthan preist. Wann werde ich im Denken an ihn jemals satt werden? (3548) Selbst wenn ich Erde, Himmel und Wasser ganz vereinte und den Ruhm unseres Herrn mit dem Diskus in der schönen Hand daraus tränke: Könnte ich jemals satt werden in Dank für die Weise, wie er mich Unbegabten zu seinem Eigen machte und durch mich zu seinem Ruhm süße Dichtung sprach? (3549) Selbst wenn ich in vergangener und künftiger Zeit Tirumals Herrlichkeit genösse, die meiner Fähigkeit angemessene Nahrung ist: Könnte ich jemals satt werden angesichts seiner Hilfe, durch die er mich unvergessend zu seinem Eigen machte und durch mich viele eindringliche süße Gedichte über sich sprach? (3550) Wenn ich genau überlege: »Mein Leben sei die Gegengabe für seine Hilfe«, gehört auch dieses ihm. Dem Vater, der durch mich sanfte süße Dichtung über sich sang, kann ich weder hier noch dort irgendetwas als Gegengabe leisten.

(3551) Satakopan aus dem freigebigen Kurukur erkannte, dass es hier und dort nichts außer Tirumal gibt, und sprach auf diese Weise tausend Strophen. Wie immer man diese zehn darunter ausspricht, sie bringen Freude hervor. (3552) Unser Herr thront mit der schönen Lotusfrau in süßer Gemeinschaft und regiert die sieben Welten, um Freude zu schenken. Werden die Tage kommen, an denen wir Tiruvaaranvilai mit schönen Hainen, wo er liebevoll beständig wohnt, in Liebe aufsuchen, umschreiten und mit gefalteten Händen verehren? (3553) Wird es ohne jeden Zweifel möglich? Der heilige kleine Vater wuchs empor, bis die ganze weite Erde unter seine zwei Schritte fiel. Werden wir Tiruvaaranvilai, wo er gern wohnt, mit seinen hohen Mauern und himmelwärts leuchtenden Bannerhäusern erreichen, großes duftendes Wasser versprengen, es umschreiten und die Hände falten? (3554) Wird es täglich möglich, Govinda, Madhusudana, den mächtigen Löwen auf dem tanzenden Vogel zu sehen und mit gefalteten Händen zu verehren? Und wird es uns jeden Tag gelingen, Tiruvaaranvilai mit langen Hainen anzubeten, wo er wohnt und Menschen die vier ruhmreichen Veden, die fünf Opfer und die sechs Hilfswissenschaften rezitieren?

(3555) Wird es uns täglich und jederzeit gelingen, hier im Herzen an die blühenden Lotusfüße des herrlich edelsteinfarbenen Herrn Kannan zu denken? Er wurde im nördlichen Mathura geboren, ist der ruhmreiche Herr der drei Welten und wohnt in Tiruvaaranvilai, umgeben von Feldern mit üppigem Zuckerrohr und großem rotem Reis. (3556) Damit ich seine Lotusfüße immer in meinem Herzen bewahre und verehre, gewährte der Vater auf dem Schlangenlager einst vor vielen Dienern Gnade. Wenn wir den weltweiten Ruhm von Tiruvaaranvilai besingen, wo er beständig wohnt, mit langen Mauern und blumengleich prächtigen hohen Edelsteinhäusern, bleibt keine Tat an uns haften; sie vergeht. (3557) Keine bleibt bestehen; alle schlechten Taten vergehen. Ihr Diener, denkt nach und verehrt eben die weite schöne Stadt Tiruvaaranvilai, wo der Herr steht. Er gewann damals den Kampf und umschlang die schönen langen Arme Rukminis; er wohnt in meinem Innern, damit mein Herz ihn immer und jederzeit preist. (3558) Eben diese weite Stadt ist Tiruvaaranvilai, von Blumenhainen umgeben. Der dort wohnende Herr ist Nedumal, Kannan, König der Himmlischen. Er drang in Banas Stadt ein, führte grausame Kämpfe, bis der dreiäugige Herr wich, und schnitt Bana tausend Arme ab. Außer seiner Zuflucht haben wir nichts.

(3559) »Wir haben nichts anderes; nur deine Zuflucht!« So pries der Elefant im weiten großen Teich seine langen Füße, und der Herr beendete die Not seines Herzens. Werden wir geeint Tiruvaaranvilai mit üppigen Hainen umschreiten können, wo er gern wohnt? Dann gehört keine schlechte Tat mehr zum Halt unseres Herzens. (3560) Wenn schlechte Taten nicht mehr am Herzen haften und ich bereit bin, zum klaren Himmel aufzusteigen, bleibt doch mein Gedanke: Werden wir Tiruvaaranvilai mit seinen Hainen aufsuchen, umschreiten und mit gefalteten Händen verehren können? Alle kommen dorthin und verehren mit Zunge, Herz und wohlgeordnetem Tun. (3561) Der Herr der Götter weiß, dass mein Geist keiner anderen Sache zugewandt ist. Es gibt keinen inneren Kunstgriff, den er nicht kennt. Denn ich habe mich dem Heiligen von Tiruvaaranvilai ergeben, der das Herz erfreut und den die Scharen der Götter auf Erden mit Denken, Sprechen und Handeln verehren. (3562) »Nachdem ich mich dem Heiligen ergeben habe, gibt es keine andere Zuflucht.« Mit diesem Entschluss und einem ganz ihm zugewandten gereinigten Herzen sprach Satakopan aus dem reichen Kurukur tausend reinigende Lieder. Wer diese zehn beherrscht, wird von den Göttern täglich als heilige Stätte verehrt und geehrt; so sprechen sie auch zu ihren Gemahlinnen.

(3563) Deine Gemahlinnen sind Sri und Bhumi; die übrigen Unsterblichen dienen auf deinen Befehl. Die drei bestehenden Welten sind dein Herrschaftsbereich, jede gewünschte Gestalt ist deine Gestalt. Edelstein mit Korallenmund und Lotusaugen, die mich Sünder bedrängen! Leben, Nektar, Vater, der du das Wellenmeer quirltest: Gewähre mir, dich zu sehen. (3564) »Gewähre mir, dich zu sehen!« So bin ich Sünder immer wieder verwirrt, die Augen von Tränen bewegt. Gewähre mir, dich in jeder Weise zu lieben und nur deine Namen zu stammeln. Ach, lass mich dich sehen, Kakutstha, Kannan, Wunschbaumfrucht deines Dieners, Nektar deiner Liebenden, Großmächtiger, der du die von großen kühlen Wassern umgebene Erde emporhobst! (3565) Du geliebtes Kind des großmütigen Nandagopa, der dich aufnahm, junger edler Elefant, der Yasoda höchste Freude schenkt, großer Herr deines Dieners! Unser Meer, der du mit den Fingernägeln den Leib des wild kämpfenden Asura in zwei Teile spaltetest! Wenn du heute nicht in einer nahen Gestalt kommst, wie können die Deinen Gewissheit gewinnen? (3566) Deine Gestalt wird zu der Gestalt, die deine Leute jeweils lieben. Was deine Liebenden gern tun und worin sie verweilen, ist deine Wunderkraft. Ich Sünder zweifle an jeder einzelnen Erkenntnis darüber. Herr, der du den Krieg anordnetest und die tödlichen Heere rund um die weite Erde vernichtetest, Nektar der Unsterblichen, Gift der Asuras, mein kostbares Leben!

(3567) Mein kostbares Leben! Großes Leben, das die ganze weite Erde erschuf, emporhob, verschlang, freigab und ausmaß! Herrliches Leben, das das große Wasser erschuf, darin wohnte, es quirlte, eindämmte und durchbrach! Wie die Götter für Menschen, so bist du Gott für die Götter; einziges Leben aller Welten! Wohin soll ich kommen, um dir zu begegnen? (3568) Wohin soll ich kommen, mein Herr? Du selbst bist die sieben Welten; du bist die Gottheiten, die du ihren Bewohnern zugeordnet hast, und du bist ihre jeweiligen Handlungen. Wenn es noch Dinge jenseits davon gibt, bist auch diese du. Auch das, was der getrübten Erkenntnis zugänglich ist, bist du, und ebenso das jenseits der hohen Sinnesreichweite. (3569) Du bist Vergangenheit und Zukunft und ebenso Gegenwart. Darum zweifle ich Sünder an jeder Erkenntnis, die dein ausgezeichnetes Wesen als dieses oder jenes bestimmt. Frisch gemolkene Milch, Butter, süßer Geschmack der Butter, Nektar im Meer, die in ihm entstandene Süße und die Frucht des Geschmacks! Großer Hirte, der du Pinnais Arme umfingst! (3570) Großer Hirte, der du dich vermähltest, du mit den Eigenschaften, die mich von mächtigen Taten Beladenen durch Wunderkraft vollständig durchdringen! Tod der starkarmigen Asuras, du mit dem erhobenen Vogelbanner, auf dem Lager der frischen tausendhaubigen Schlange, Bewohner des Milchmeeres! Ich weiß nicht, wie ich dich verehren soll: Geist, Worte, Handeln und ich selbst bist du.

(3571) Dass auch ich ganz dir zugehöre und du mein inneres Selbst bist, ist wahr. Wenn auch die schrecklichen Höllen du sind, was macht es dann, ob ich himmelhohe Freude oder Hölle erlange? Dennoch: Je klarer ich erkenne, dass auch ich ganz durch dich bestehe, desto mehr fürchte ich, in die Hölle zu geraten. Du, der in beständiger himmelhoher Freude thront: Gewähre mir deine Füße! (3572) Als Gegengabe für die große Hilfe, durch die du mir deine Füße immer wieder in besonderer Weise schenktest, umfing ich innig deine Schultern und gab mein Leben unwiderruflich hin, du Licht! Tausend Schultern, tausend Kronen, tausend Paare blumengleicher Augen, tausend Füße und tausend Namen besitzt du, großer Vater dieses Einsamen. (3573) Den großen Vater, Brahmas Vater, Rudras Vater, den den Weisen zugehörigen Vater, den Vater der Unsterblichen, den einzigen Vater aller Welten besang der freigebige Satakopan aus dem großen reichen Kurukur in tausend liebevoll gehegten Liedern. Auch diese zehn sind ihm angemessene Wortgirlanden. Durch sie können wir gerettet werden, ihr Diener! (3574) Meine Gefährtinnen mit gestreiften Armreifen! Beschämt vor unseren Gegnern suche ich nach einem Wort, das ich euch sagen könnte, und finde nirgends eines. Meine Muschelreifen glitten ab, ich verlor meine Anmut, meine volle Brust wurde blassgolden, ich erschlaffte – weil ich unseren König, den Bewohner von Vengadam, den Lenker des grimmig blickenden Vogels, suchend aufsuchte.

(3575) Ach, meine Freundinnen, selbst euch, die ihr unter den Bittenden etwas erlangen könntet, vermag ich Leidende hier nicht angemessen davon zu erzählen. Wie lange ermüde ich schon in dem Wunsch, den sehenswerten lotusäugigen Dieb, den König der Himmlischen, unseren König, zu sehen und meine eng sitzenden Muschelreifen und meine Gefasstheit zurückzugewinnen! (3576) Erkennt: Eher wird die Zeit ermüden als ich karmabeladene Frau. Ich trug Schande, die die ganze Welt kennt. Ihr Schönstirnigen, wozu jetzt noch Scham? Wie lange es auch dauert, ich werde hingehen, um mit Kannan von weiter Wolkenfarbe, umgeben von langem blauem Blütenglanz, zusammenzukommen und die schönen Reifen und die dunkle Schönheit zurückzunehmen, die er nahm. (3577) Ich ging, um mich zu vereinen – was kann ich jetzt noch geben? Schöne Reifen, Herzensbindung und alles andere verlor ich restlos; täglich verlor ich vor den reich geschmückten Frauen meine Würde. Ich liebte den Wundertänzer, der westlich des südlichen Kulantai mit bannerbesetzten Häusern und Mauern steht, den Sieger mit dem Diskus in der Rechten und dem erhobenen tanzenden Vogel. (3578) Freundinnen, liegt es wirklich in unserer Macht, den Diskusträger zu lieben und ihn zu uns kommen zu lassen? Dies hier auszusprechen ist schwer, wenn man das ursprüngliche alte Licht bedenkt, das Äon um Äon als der Eine besteht und dessen Fügungen selbst die gründlich Erkennenden nicht erfassen.

(3579) Bedenkt man das uralte schöne Licht, reicht mein Wortmaß nicht aus; selbst die Unsterblichen verwickelt es in grenzenloses Staunen. Lassen wir dies: Er nahm unsere Schönheit und gibt nicht einmal den kühlen blühenden Tulasi. Sagt, an wen soll ich mich jetzt klagend wenden? An Mal, dessen große Blumenaugen in Kudantai mit üppigen Feldern ruhen! (3580) Er brachte mich dazu, laut »Mal! Hari! Kesava! Naranan! Srimadhava! Govinda! Vaikuntha!« zu rufen, ließ mich dann zurück und zeigt weder Gestalt noch Spur. Mütter mit duftendem Blumenhaar, meine Freundinnen, was soll ich tun? Auch wenn viel Zeit vergeht, werde ich ihn sehen, ich schwöre es; dann wird zwischen euch und uns kein gemeinsamer Bereich mehr bleiben. (3581) Es bleibt kein Zwischenraum, ihr von mir aufgezogenen Papageien, Mainas, Kuckucke und Pfauen! Er nahm unsere Schönheit, die Muschelreifen und das Herz, ohne etwas übrigzulassen. Seine Wohnstätten Vaikuntha, Milchmeer und der dunkle Berg sind nahe; doch er lässt sie erst sehen, nachdem alle Fesseln restlos aufgegeben sind. (3582) Er gewährt niemandem, sich selbst zu sehen. Durch ein Wunder jenseits aller Kunstfertigkeit zeigte er die schöne kleine Brahmanengestalt und wuchs, bis Erde und Himmel erfüllt waren und viele fernstrahlende Schultern sich entfalteten. Diesem Götterherrn gab ich Gefasstheit und Scham. Was kann ich nun noch geben, meine schönstirnigen Frauen?

(3583) Meine schönstirnigen Frauen, was soll ich jetzt tun? Mein Herz sagte: »Ich gehöre nicht mehr zu dir«, verließ mich und erreichte seine frisch erblühten Lotusfüße. Mit Diskus und Muschel in beiden Händen gleicht er einem schönen hohen blauen Berg, der mit einer weithin strahlenden Sonne und einem milchweißen Mond herankommt. (3584) Aus Verlangen, seine Füße zu erreichen, gab Satakopan aus dem freigebigen Kurukur alle anderen Bindungen vollständig auf und sprach zu den Füßen Kannans von makellosem Ruhm tausend fehlerfreie Antati-Strophen. Wer auch diese zehn mit Musik beherrscht, wird ganz ohne Übel und sowohl hier als auch dort überall zur Vollendung gelangen. (3585) Hier und dort vermögen Himmlische, Danavas und alle anderen nirgends zu erkennen: »So bist du.« Sie rufen nur: »Unsere Zuflucht ist der mit Muschel und Diskus in der Hand, dessen Leib die Lotusfrau, die Erdenfrau und die Hirtentochter umfangen.« (3586) Ohne uns auf die als Zuflucht geltenden Bücher der vier Veden zu stützen, haben wir Tod, Entstehen, schwere Krankheit und Alter überwunden: indem wir dem Herrn dienten, der den Feuerdiskus trägt, die feste Schutzwaffe, die viele feindliche Waffen völlig vernichtet.

(3587) Niemand nimmt ihn in seinen Dienst; niemand trägt für ihn Diskus und Muschel; niemand folgt mit Schwert und Bogen. Ich sehe niemanden, der seine Füße und Schultern mit ganz gefalteten Händen verehrt. Tag um Tag suche ich, sein Diener, auf Erden. Die Klage schildert die besorgte Wahrnehmung des Dichters, nicht eine Zählung aller Verehrer. (3588) Herr, der du die Welt zur Speise nahmst und als noch nicht ausgewachsenes Kind auf einem großen Banyanblatt schliefst! Für mich Grausamen, der deine wolkendunkle Schönheit sehen will und darin versinkt, gleicht die vergehende Zeit einem Äon finsterer Nacht. (3589) Dass du jetzt in Kolur mit seinen bannerreichen Häusern und in Puliyankuti gern schläfst, ohne aufzustehen: Ist es die Ermüdung, nachdem du die Not der Diener beendet hast? Oder die Ermüdung vom weiten Ausschreiten über diese Erde? Sage es! (3590) Seht ihn, der die schöne Muschel und den Diskus hält! Selbst die Verehrung und die rechte Gesinnung der sonst niemanden verehrenden Unsterblichen ist er. Um die unstillbare schwere Krankheit in der Welt zu beseitigen, kommt er mit seinem heiligen blauen Edelsteinleib und umgibt mein Herz.

Lesebereich 3591–3690

(3591) Menschen kommen und gehen. Warum berichten sie meinem Herrn mit Sri auf der Brust, der im reichen Paricaram wohnt, nichts von mir? Warum sagen sie nicht: »Hier gibt es auch einen Diener, der deinen schönen Diskus und deine Muschel tragen und an deiner Seite mit dir umherziehen möchte«? (3592) Wann wirst du daran denken, mich gnädig anzunehmen, damit ich unter deinen schönen vollkommenen Füßen beständig diene? Tirumal mit dem Diskus und langen geschmückten Füßen, der du stehend die sieben Berge, sieben Erden und alle sieben meerumgebenen Welten durchschrittest! (3593) Wer vermag das Wesen unseres Herrn zu erkennen, ob man ihn Tirumal, den Viergesichtigen oder den Rothaarigen nennt? Was nützt das Reden? Mit aufgewühlter Liebe sage ich nur: »Einziger großer Ursprung, Herr der Äonen, dunkelleibiger Großer, dem ich gehöre!« (3594) Die guten Weisen ungestörter Askese, die das jenseitige Ufer erkannten, und alle unerschütterlichen Himmlischen verehren ihn. Was können wir tun, um den, der das große Meer unter gewaltigem Aufruhr quirlte, erschöpfend zu preisen? Sagt es!

(3595) Satakopan aus Kurukur mit beständigen berggleichen Häusern fügte tausend passende Wortgirlanden über den Herrn mit hoher Krone, der gnädig die unaussprechliche schwere Krankheit entfernt. Wer diese zehn in ihrer Ordnung beherrscht, wird in der weiten Welt nicht wieder geboren. (3596) Er brach und wälzte die beiden gipfelgleichen Stoßzähne des riesigen Elefanten, der wie ein Berg mit strömenden Brunftwasserfällen war, tötete den starken lenkenden Mahut und die Ringer in der Arena. Während die kriegerischen Könige auf den umgebenden Tribünen flohen, zerschmetterte er Kamsa oben auf dem Palast. Tirucchirraru in Tirucchengunrur, die Stätte dieses herrlichen jungen Hirten, ist die Zuflucht, zu der wir gehen. (3597) Unsere Zuflucht, unser Nektar, Vater der Unsterblichen und mein Vater! Er besitzt die drei passenden Gestalten, die die mächtigen drei Welten erschaffen, bewahren und auflösen, und ist unser Gestaltloser. Außer dem Ursprung, der in Tirucchirraru in Tirucchengunrur wohnt, umgeben von honigreichen kühlen Feldern, wo rote Fische springen, wer wäre mein beständiger Beistand? (3598) Mein geliebter großer Herr, Herr der Unsterblichen, unser Herr, der die weite Erde emporhob, unser Herr, der über mich gebietet, sodass alle alten mächtigen Taten zugleich vergehen! Außer den Füßen unseres Herrn am Ufer von Tirucchirraru in Tirucchengunrur, dem Schmuck des Südens, gibt es für mich selbst im Gedanken keine andere Zuflucht.

(3599) Ich habe keine andere Schutzwehr als die beiden Füße unseres Herrn: der kleine Brahmanenschüler, der zu einer großen Gestalt emporwuchs und die drei großen Welten erfüllte, der schöne Edelstein, der das rauschende Meer quirlte. In Tirucchirraru in Tirucchengunrur, umgeben von dicht fruchtenden Bananen, Areka- und Kokospalmen, steht er wirklich erkennbar da. (3600) Es gibt keine andere Schutzwehr außerhalb seiner. Selbst wenn es sie gäbe, könnte mein Leben sich keinem anderen liebevoll anschließen. Darum ist Tirucchirraru in Tirucchengunrur meine gute Schutzwehr: sein Wohnort mit guten hohen Häusern, wo der duftende Opferrauch der guten Kenner der vier Veden das Licht des Himmels verhüllt. (3601) Meine gute Schutzwehr, mein kostbares Leben, Vater und Mutter der Unsterblichen, den, dessen Wesen selbst ihm selbst schwer zu erkennen ist, den Herrn auf dem weiten Meereslager: Ich sah ihn in Tirucchirraru in Tirucchengunrur mit schweren festen Häusern, wo dreitausend Menschen von innerer Herrlichkeit leben, Siva, Ayan und ihm selbst vergleichbar. (3602) Die heiligen Füße, die ich in Tirucchirraru in Tirucchengunrur sah, sind immer in meinem Herzen. Seine heiligen roten Lotusaugen, sein roter Mund, seine roten Füße und Hände, sein heiliger roter Lotusnabel, seine Brust mit der roten Lotusfrau, sein rotes Gewand, seine heilige rote Krone, seine Halskette und Waffen strahlen darin.

(3603) Ich weiß nicht, wie ich ihn preisen soll, der strahlend in meinem Herzen wohnt, der am Ufer von Tirucchirraru in Tirucchengunrur steht, wo die reichen Götter auf Erden, Kenner der vier Veden, die Hände nach allen Richtungen faltend ihn preisen. Er ist Zuflucht der glänzenden Himmlischen und grausamer Tod der starkarmigen Asuras; er erschafft, vernichtet und beschützt die zusammengehörenden drei Welten. (3604) Der Schöpfer, Vernichter und Beschützer ist selbst Brahma, der Höchste über allem und Herr Siva. Dazwischen bleibt keine einzige Gestalt ausgeschlossen; alles ist er selbst – dies ist keine bloße Übertreibung. Er ist der Gebieter in Tirucchirraru in Tirucchengunrur, wo die wegen ihrer Großzügigkeit weithin Berühmten leben, ihm zugehörig, mit scharfem Wissen, rechtem Wandel und regelmäßiger Opfergabe. (3605) Ich habe mich dem beständigen Gebieter zugewandt, der die jeweiligen Gestalten wird und den Menschen Gnade gewährt; dem Herrn am Ufer von Tirucchirraru im kühlen feldreichen Tirucchengunrur. Er liebt den Wohnort der dreitausend ehrwürdigen Vedakundigen, der Götter auf Erden. Diesem Wundertäter, dem dreiäugigen Herrn und dem Viergesichtigen habe ich mich zugewandt. (3606) Honig, gute Milch, Zuckerrohr, Nektar, der Herr, der die ganze geordnete Welt verschlang; der Wundertäter, der den himmlischen Viergesichtigen auf dem erblühten kühlen Lotus seines Nabels erschuf, der König: Über ihn sprach der freigebige Satakopan aus dem reichen Kurukur tausend Lieder. Diese zehn heben gnädig über den Himmel empor und beenden das große trügerische Schauspiel der Geburt.

(3607) Wundertänzer, Vamana, Kannan dieses Sünders! Mit Augen, Händen und Füßen wie reine rote Blumen, mit leuchtend rotem Mund wie einer Knospe, mit deinem schönen dunklen heiligen Leib wie kühlen grünen Blättern kommst du wie ein großer duftender Lotusteich. Komm eines Tages, damit ich dich sehe! (3608) »Komm, damit ich dich sehe!« Immer wieder rufe ich, bis Augen und Mund austrocknen; beschämt und verwirrt suche ich nach dem guten Land. Ach, erbarme dich und komm eines Tages! Herr mit der strahlenden Lichtkrone auf dem Haupt, wie ein frischer schöner Berg aus dunklem Edelstein, auf dem eine dunkle Sonne aufgeht! (3609) »Gekrönter Herr! Großer Herr mit deinem duftenden kühlen Tulasi-Kranz und der dicht blühenden Girlande!« Wenn ich so immer wieder sehnsüchtig weine, erscheine doch wie eine Wolke reinen Wassers: mit passenden Makara-Ohrringen, Korallenmund, vier Armen und trommelschlanker Taille. (3610) Deine lichtvolle Gestalt, dein Fruchtmund und deine honigfeuchten Lotusaugen, die wie eine Wolke reinen Wassers erscheinen, kamen und erfüllten mein Denken. Mein Vater, der du im Meer reinen Wassers schläfst wie eine reiche blaue Regenwolke auf einem wasserhellen Silberberg: Ich vermag es nicht auszusprechen.

(3611) Ich, dein Diener, vermag nicht zu beschreiben, wie deine heiligen Füße von zitterndem Glanz und grenzenloser Herrlichkeit wie zwei junge Sonnen in mir sind. Wie könnte die Finsternis namens Leid noch eindringen, du von der Farbe einer großen Wasserwolke, der du die ganze starke meerumgebene Welt verschlangst? (3612) »Wolkenfarbener! Topftänzer! Kannan dieses Sünders, Kannan, mein Herr des Weltalls!« Wenn ich dich so rufend bitte, mich anzunehmen, erscheine doch eines Tages – im Himmel, auf Erden, im weiten Wassermeer oder irgendwo sonst –, damit ich Diener deine Füße sehe. (3613) Komm und erscheine! Oder rufe mich geradewegs vor dich und nimm mich in Dienst, damit ich rasch komme und unter deinen Lotusfüßen stehe, die die Erde umfassten. Herr, du gleichst einer dunklen Sonne, die grenzenlose Strahlen ausbreitet und aufblüht, mit roten kühlen Lotusaugen, Händen und Füßen und rotem Mund. (3614) »Sie gleichen der Gestalt unseres Herrn!« So schmilzt mein Herz, und täglich verliere ich mich, sooft ich viele zusammengezogene Wolkenscharen sehe. Einziger Lenker des guten Wagens, der damals für die würdigen Fünf eintrat, damit die zweimal Fünfzig stürzten: Komm! Ist dies angemessen?

(3615) »Ist dies angemessen, du mit dem blitzenden Diskus als Waffe, der du denselben großgeflügelten Vogel, den du reitest, als Banner erhebst?« Wenn ich so sehnsüchtig weine, was mag er davon denken, der Wundertäter, der im nördlichen Mathura mit honigreichen Hainen geboren wurde, um die Last der großen Welt zu lösen? (3616) Wundertäter deiner Geburt, Wundertäter des Bharata-Kampfes! Du bist der große Herr, der jetzt als trefflicher Wind, Feuer, Wasser, Himmel, Erde und alles andere besteht. Wie Butter in frisch gemolkener Milch bist du in all diesem überall verborgen und bleibst doch darüber hinaus. Großer Wundertäter, wo werde ich dich sehen? (3617) »Wo werde ich den Herrn mit jungem Tulasi sehen?« So sprach Satakopan aus dem schönen kühlen Kurukur immer wieder in demütigen Worten tausend herrlich gefärbte Strophen. Wer auch diese zehn beherrscht, wird schon hier, sichtbar in dieser Geburt, abends und morgens Freude haben. (3618) Er schenkt uns gute Gnaden, damit wir abends und morgens seiner gedenken und uns erheben. Die Stadt des Vaters mit blühendem schönem kühlem Tulasi auf der Krone ist Tirukkadittanam, wo die Glückreichen leben.

(3619) Seht den Herrn, der Tirukkadittanam und mein Denken zugleich als innere Wohnstätten innehat: den Einzigen, der damals Pfeile regnen ließ, sodass die im Stolz erbitterten und dann verwirrten Dämonen ihre Gestalt verloren. (3620) Als Einer, als Zwei, als Drei besteht er und verbirgt seine Gestalt; sooft man seiner gedenkt, wird er süß. Er trägt Sri auf der Brust, der wundervolle Herr, der Tirukkadittanam liebend bewohnt. (3621) Damit meine mächtigen Taten vollständig vergehen, nahm der wundervolle Herr aus Liebe das Land meines Herzens als Wohnsitz. Das von irdischen Unsterblichen bewohnte Tirukkadittanam mit beständigen duftenden Hainen machte er zu seinem Tempel. (3622) Er machte sein Tirukkadittanam zum Tempel; zusammen damit machte er auch das Innere meines Herzens zum Tempel. Er ist der Herr des Topftanzes, der Vaikuntha zum Tempel nahm, damit alle in Tempeln wohnenden Gottheiten ihn verehren.

(3623) Merkt es euch: Wenn ihr das kühle Tirukkadittanam mit blühenden Hainen preist, bleibt kein Leid bestehen. Dort wohnt der tanzende Herr, der alle Not dieses grausamen Menschen vernichtete, der Herr Madhusudana. (3624) Nehmt es in euer Herz auf, damit die Not vergeht: Tirukkadittanam, die Stadt, zu der die Himmlischen kommen, während die Erdenbewohner Govindas leuchtende Lotusfüße verehren, die Erde und Himmel vollständig ausmaßen. (3625) Überall gibt es herausragende Wohnstädte; Himmel, Erde und Meer gehören ganz unserem Wundertäter. Dennoch sind mein Herz und die Stadt Tirukkadittanam seine eigenen bevorzugten Heimstätten. (3626) Überall thront er durch Wunderkraft beständig in seinen ausgezeichneten eigenen Heimstätten. Doch in Tirukkadittanam, wo die Unsterblichen auf Erden wohnen, lebt er selbst als wunderbarer Gebieter der Hirten.

(3627) Der Wunderbare, Narayana, Hari, Vamana: Wo er gern steht und sitzt, sind mein Herz und Tirukkadittanam mit Wunschbaumhainen, wo die vier Veden der Brahmanen von gutem Ruhm beständig widerhallen. (3628) Über Tirumal, der im hainreichen Tirukkadittanam wohnt, sprach Satakopan aus dem befestigten Kurukur tausend Worte wie Milch und Nektar. Diese zehn setzen euch wunderbar in das höhere Vaikuntha. (3629) »Er wird mich in besonderer Gunst unter seine goldenen Füße setzen.« In diesem Verlangen rief ich so viele Tage. Da trat Vamana, der Angemessene, selbst ein und nahm, indem er mich erkannte, ganz fest in meinem Denken Platz. (3630) Er erkannte mich und blieb, sodass die fünf unverbesserlichen Mächte, die mein armes Herz beherrschen, vollständig vergehen. Der große Herr, der dem großfüßigen Elefanten Gnade schenkte, wird selbst seine Gnade gewähren. Was darüber hinaus geschieht, weiß ich nicht.

(3631) Ich kenne nun keine andere Gnade, als dass er in mir thronte, sodass meine innere Dunkelheit endete. Wenn dies allein der wahre Wert ist, sind die drei Welten kein Wert. Ist dies Verwirrung, eine wundersame bezaubernde Verblendung? (3632) Der wundersame Bezauberer überlistete mich: der Hirte, der mächtige Löwe der Unsterblichen, mein Herr. Indem er mir seine weltstrahlende heilige Gnade schenkte, legte er sein reines strahlendes Licht in mich. (3633) Er schenkte seine strahlende heilige Gnade, zeigte mir die Herrlichkeit, die die Welt preist, gab sie mir und stand in mir wie ein einziger leuchtender Edelsteinberg. Ist mir der Ruhm, den andere preisen, nun noch etwas Wertvolles? (3634) Wenn er selbst mir, der ich kein Wert bin, einen Platz von Auszeichnung in seinem eigenen Wert gibt, wem würde er sich dann nicht schenken? Er, dessen heilige Brust, Füße, Augen, Hände, roter Mund und Nabel Lotussen auf einem dunklen Edelsteinberg gleichen.

(3635) Roter Mund und Nabel, weiße Zähne und strahlende Ohrringe – ihr jeweiliger Glanz drängt sich wechselseitig nach vorn. Er saß mit dem Lächeln seines roten Mundes in meinem Herzen. Außer dieser Weise seiner Gegenwart kenne ich keine andere Gnade. (3636) Ich kenne keine andere Gnade. Der Herr, der über mich gebietet, gewährt denen, die er begünstigen will, freudig und ohne Gegenleistung seine Gnade. Er blieb im Denken dieses kleinen Menschen stehen und hielt die drei Welten, wie es seine Art ist, in seinem Bauch. (3637) Alle jene, die andere in ihrem Bauch bewahren, und alle übrigen sind in seinem Bauch; auch die drei Welten trägt er darin, während er so besteht. Diesen Mal nahm ich durch Erkenntnis in mein eigenes Inneres auf und ließ ihn dauerhaft dort bleiben. (3638) Durch Einsicht setzte ich unseren Höchsten tief in mein Herz; ich werde niemals und zu keiner Zeit müde werden und davon ablassen. Er liegt im kühlen Milchmeer, an das dichte Wogen schlagen, auf der strahlenden Schlange mit entfalteten Hauben.

(3639) Um die Füße unseres Höchsten auf dem strahlenden Schlangenlager, Tirumals, zu erreichen, sprach Satakopan aus dem freigebigen Kurukur tausend Lieder. Durch diese zehn wird der Herr mit seinen roten Augen gnädig blicken, sodass die Geburt ganz schwindet und endet. (3640) Groß und rot sind seine Augen, rot und fruchtgereift sein Mund; darin glänzen weiße Zähne. Er trägt auseinanderstrahlende Makara-Ohrringe, hat Wolkenfarbe, eine leuchtende Krone, vier Arme, den gebogenen Sarnga-Bogen, glänzende Muschel, Keule, Schwert und Diskus. Dieser Eine ist in mir, seinem Diener. (3641) Er ist in mir, in meinem Körper, innerhalb und außerhalb des Weltalls. Der Höchste über allem lässt sich nicht auf eine beschreibbare Weise festlegen. Er ist wie der im Duft verborgene Wohlgeruch; seine Größe ist ununterbrochene Freude jenseits der wechselnden Zustände von Lust und Leid. Er ist der Eine über aller Erkenntnis. Der Duftvergleich folgt dem Sinnzusammenhang der schwer gegliederten fünften Zeile. (3642) Um den Einen jenseits der Erkenntnis durch seine Gnade zu erreichen, setzte ich ihn in meine Erkenntnis hinein – auch dies war seine süße Gnade. Meine Erkenntnis, mein Leben, mein Körper und alle übrigen unzähligen Mittel erwiesen sich als unzureichend. Er drang empor, damit Erkenntnis entstand, und wurde auch mein innerstes Selbst.

(3643) Ich erkannte den Einen, der auch mein innerstes Selbst wurde, der allen Dingen und Wesen vorausgeht, den einzigen Ursprung, der sich als er selbst, Siva und Brahma entfaltete. Wie Honig, Milch, Zuckerrohr und Nektar wurde er süß und stand in meinem Fleisch, meinem Leben und meiner Erkenntnis. (3644) Auch nachdem ich den bleibenden Einen erkannt habe, kann niemand dessen feines wahres Wesen als dieses oder jenes bestimmen. Selbst nach dem Erkennen ist weiteres Schauen schwer: immer weiter über alles hinaus, bis alles Gegenständliche schwindet, jenseits der Bestimmung als gut oder schlecht, ist diese Güte über Erkenntnis hinausgegangen. (3645) Über die gewöhnliche Erkenntnis hinausgehend, alle guten Sinne zurückziehend, die schwer fassbare große Leere, die als eines ruht, unerschöpflich immer tiefer erkennend: Wenn man dort Freude und Leid vernichtet und entfernt und frei von Anhaften wird, dann ist gerade dort, gerade dann Befreiung. Das ist Befreiung, wirklich Befreiung. Diese und die folgenden Strophen sind philosophisch stark verdichtet; »Leere« bezeichnet hier den nicht gegenständlich erfassbaren Bereich, nicht eine ausdrücklich behauptete Nichtexistenz. (3646) Das ist Befreiung, und eben dies ist die Freude des Erlangens der Befreiung. Erkennt man es klar und wird gegenüber allem ohne Anhaften und ohne Eigenbesitz, ist dies Befreiung und ihre Freude. Wer es nicht erkennt und fragt: »Was ist Befreiung, was ist Freude?«, ermüdet, ermüdet, ermüdet.

(3647) »Er ist erschöpft, erschöpft, erschöpft!« So drängen Angehörige und Außenstehende herbei, klagen und umfangen ihn, wenn er fortgeht. Wenn dann wie bei einem Entrückten die Begeisterung aufsteigt und Liebe sich ergießt, wenn der Geist mit unserem großen Herrn zusammen dorthin geht und sich mit ihm vereint: Das ist wahrhaft feste Gewissheit. (3648) Wenn die Vereinigung gelungen ist, besteht gute Festigkeit; wenn man die Unvereinbarkeit selbst überwindet, ist dies das Werden zu unserem Wundertäter mit dem hoch erhobenen tanzenden Vogelbanner. Es gibt auch Yogis, die auf eine besondere Weise Befreiung verwirklichen und durch Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit wandern – sie fehlen keineswegs. Die Gleichheitsformulierung bezeichnet hier den poetisch verdichteten Zustand der Verbindung; ihre metaphysische Auslegung ist innerhalb der Tradition differenziert. (3649) Er ist, und er ist nicht einfach nicht; er ist vorhanden und entzieht sich zugleich dem Vorhandensein. Unser Einer ist da, kam und wohnt in meinem Herzen. Wie Wachstum und Abnahme des Mondes haben wir Zu- und Abnahme überwunden, wie sich mehrendes Licht und Dunkelheit auch Klarheit und Verwirrung. (3650) Tirumal, der Herr, der auch Ayan und Siva ist, tilgt Klarheit und Verwirrung und setzt gnädig unter seine vollkommenen rotgoldenen Füße. Von ihm wurde Satakopan begnadet. Durch diese zehn aus seinen tausend Liedern wird unser dunkler Edelsteinherr uns gnädig unter seine Füße setzen.

(3651) Wie große kostbare Lotuswälder auf einem Berg dunklen Edelsteins sind die rote heilige Brust, Mund, Augen, Hände, Nabel, Füße und Gewänder des Herrn. Tirumal, unser Gebieter, ist der schwer fassbare Wundertäter von Tiruppuliyur im Kutta-Land mit wasserreichen Feldern. Ihr Mütter, sie spricht nichts außer seinem Namen. Was soll ich dagegen tun? (3652) Ihr Mütter, was soll ich tun? Wie die dicht strahlende Sonne, die über dem schönen Meru wandert, und wie viele weitere Lichter sind die blitzende hohe Krone, Halskette und zahlreichen Schmuckstücke unseres großen Herrn. Sie preist nur sein Tiruppuliyur mit schönen Punnai-Hainen. (3653) Nacht und Tag steht sie da und preist den Reichtum Tiruppuliyurs mit seinen hohen leuchtenden Edelsteinhäusern. Dort wohnt der, der mit berühmten Kampfwaffen, angefangen beim reich strahlenden Diskus, in die Schlacht trat und die Asuras vernichtete – wie ein wogendes Meer, das Feuer gefangen hat und überall mit leuchtenden Flammen vorwärtszieht. (3654) Tiruppuliyur im Kutta-Land ist von reichen Hainen, Zuckerrohr, großem rotem Reis und kühlen Feldern voller Pflugreichtum umgeben. Der Götterherr dort verschlang die drei Welten von reicher Herrlichkeit und gab sie frei. Heute spricht diese schön Geschmückte nichts außer dem überreichen Ruhm seines Namens.

(3655) Ihr angelegter Schmuck, ihr Gewand und ihre neue Schönheit sind nichts, das sich auf gewöhnliche Weise erklären ließe. Wenn man ruhig darüber nachdenkt: Sie ist in die heilige Gnade des ursprünglichen Vaters versunken, des Herrschers der drei Welten im kühlen Tiruppuliyur, wo breite Lotusse in Quellen erblühen. (3656) Sie ist täglich in heilige Gnade eingetaucht. Es gibt klare Zeichen, dass die Gnade des Herrn Kannan von reicher Wasserfarbe sie erreicht hat: Die roten Lippen dieser Zarten tragen die Farbe der leuchtenden Arekafrucht aus dem kühlen Tiruppuliyur, das er aus heiliger Gnade aufsuchte. Die Fruchtanspielung bezeichnet hier ein poetisches Zeichen empfangener Nähe und Gabe. (3657) Weichblättrige reiche Ranken umschlingen die anschwellenden jungen Stämme der Arekapalmen; dichtblättrige Bananen tragen junge Früchte ringsum, und Duft verbreitet sich. Zwischen den schmalblättrigen Kokospalmen wandert der Wind im kühlen Tiruppuliyur. Dieses sanfte Mädchen hat dort die Füße Kannans von großem schönem Reichtum erreicht. (3658) Sanfte Mütter, was soll ich euch sagen? Im kühlen Tiruppuliyur steigt aus dem Butterfeuer der Opfer der reichen vedakundigen Sanskritsprecher Rauch empor und verhüllt im festen Himmel das Land der Unsterblichen. Sie preist keinen anderen Namen als den des Herrn auf der haubenentfaltenden Schlange.

(3659) Nacht und Tag steht sie da und preist nichts anderes als Tiruppuliyur, den Ort des Herrn Kannan von kühler Wasserfarbe. Dort dröhnt der vereinte musikalische Vedaklang der Brahmanen wie das Meer; in jedem verborgenen weiten Teich stehen Lotusfelder wie erblühte Lampen. Reich bewässerte Felder umgeben den Ort. (3660) Welche andere Erklärung gibt es dafür, dass sie nach schönem kühlem Tulasi duftet? Die heilige Gnade des wundervollen Herrn ist ihr widerfahren. Er steht in Tiruppuliyur im Kutta-Land, einem Stirnzeichen des Südens, reich an schönen Gruppen berggleicher Edelsteinhäuser und Paläste. (3661) Satakopan ist Diener der Diener der Diener der Diener, die dem vollkommenen Herrn aller drei Welten in rechtem Dienst zugehören. Wer diese zehn aus seinen tausend passenden tamilischen Girlanden erreicht, ist dazu gelangt, Nedumal zu dienen. (3662) Als wollte ich Nedumal dienen, gedachte ich seiner mit unaufrichtigem Herzen; doch dadurch entging ich sämtlichen unentrinnbaren schlimmen Wegen. Wenn ich dieses wunderbare Gelingen bedenke: Welche andere Befreiung könnte es für mich von grausamem großem Karma Beladenen geben als das Erreichen der Füße seiner Diener, selbst wenn ich die weiten drei Welten gewänne?

(3663) Selbst wenn ich die weiten drei Welten erlangte oder zu meinem eigenen reinen Selbst gelangte: Könnte dies mir Sünder dem Nutzen und der Freude gleichkommen, die ich schon hier gewann, indem ich die heiligen Füße jener verehrte, die siegreich im Dienst unter den blumengeschmückten Füßen des regenwolkenleibigen Herrn stehen? (3664) Mein rot-lotusäugiger heiliger Zwerg streckte seinen kleinen schönen Leib empor, bis er diese drei Welten zugleich erfüllte. Während seine Diener hier als kleine, doch große Menschen umhergehen und mich regieren, würde mir Sünder irgendein anderes Ziel zukommen als die Zuflucht unter seinen duftenden frischen Blumenfüßen? (3665) Welcher Mangel könnte mich treffen, während ich hier umhergehe, wenn seine Gnade mich in Verehrung tätig sein lässt? Der Ruhm meines Herrn mit schöner roter Gestalt, Korallenmund und roten Lotusaugen, der einst die weite Erde verschlang und freigab, ist in meinem Mund; seine wahrnehmbare Gestalt in meinem Herzen, geeignete Blumen in meinen Händen. (3666) Selbst wenn ich die Gnade erhielte, ihm zu dienen und unter den schönen Lotusfüßen des Wundertäters in einer kreisend strömenden Flut strahlenden Lichts glücklich zu wohnen: Könnte das ganz dem Genuss des Dichtungsnektars gleichkommen, den ich, in diesem hinfälligen Leib geboren, aus dem Lernen seiner Herrlichkeit in Worte strömen lasse?

(3667) Könnte die Herrschaft über die drei Welten oder die Befreiung diesem Genuss gleichkommen: der großen einzigartigen Herrlichkeit meines Herrn mit goldenem Diskus, der den unvergleichlichen Elefanten mit geflecktem rotem Gesicht erschlug? Er ist Lenker des Vogels, der das Leben hochgewachsener Asuras mit roten Haaren und Feueraugen zermalmt, frisst und umherzieht. (3668) Er erschien selbst, damit sein einzigartiger großer Ruhm für immer bleibt, und ließ als ursprünglicher Same des großen weisen Brahma die drei Welten keimen. Mehr noch als das Eingehen unter die sprossgleichen Füße dieser einzigen großen Gottheit möge uns täglich die überreiche Freude inniger Gemeinschaft mit seinen Dienern zuteilwerden. (3669) Möge uns täglich die Gemeinschaft seiner Leute zuteilwerden! Er erschuf das kühle Wassermeer, breitete seine vielen unvergleichlichen Füße, Schultern und Kronen aus und lag da wie ein Edelsteinberg mit einem sich ausdehnenden blühenden Wunschbaumhain und einer Fülle vieler Sonnen. (3670) Er ist die geschickte Gestalt, die das angesammelte mächtige Karma seiner Leute vernichtet; er trägt viele Kampfwaffen wie Diskus, Muschel, Schwert, Bogen und Keule. Er ist der jugendliche Vater des schönen fünf-pfeiligen Liebesgottes. Möge mir Einsamen die rechte Stellung zuteilwerden, zu den Leuten der Leute der Leute seiner makellosen Diener zu gehören.

(3671) Äon um Äon, immer weiter, möge mir Einsamen diese gute Lebensordnung zuteilwerden: Untertan jener unserer Könige zu sein, die Diener der Diener der Diener der untrennbaren Verehrer meines Herrn sind – des Kaya-Blütenfarbenen mit vier Armen und goldenem Diskus in der Hand. (3672) Den Lotusäugigen, der die drei wohlgeordneten Welten selbst erfüllt, besang Satakopan aus dem schönen kühlen Kurukur in tausend Strophen. Wer auch diese zehn beherrscht, wird im rechten Zustand ein häusliches Leben führen, mit der angetrauten Frau und den Kindern. (3673) Die angetrauten Frauen, Kinder, Verwandten, Angehörigen und anderen lieben nur entsprechend dem, was sie sehen und erhalten; darüber hinaus reicht ihre Liebe nicht. Erkennt: Es gibt keinen anderen Beistand als die Rettung im Dienst des Herrn, der die acht Richtungen, das Unten und Oben vollständig verschlang. (3674) Angehörige und andere scheinen Beistand und Halt zu sein. Kommt Vermögen hinzu, saugen sie es wie Blutegel aus. Erkennt: Es gibt keinen anderen wahren Wert, als unseren Dunkelwolkenfarbenen, der mit einem Pfeil sieben Bäume durchschoss, als Floß zu nehmen und zur Rettung aufzubrechen.

(3675) Sehen sie dich mit Besitz in der Hand kommen, stehen sie auf und rufen: »Sei gepriesen!« Sehen sie dich in dunklem leidvollem Mangel, sagt niemand auch nur: »Ach!« Erkennt: Es gibt keine andere Schutzwehr als die Rettung durch gnädige Zugehörigkeit zu dem, der im nördlichen Mathura geboren wurde, damit die Asuras mit ihren verwirrenden Taten vergehen. (3676) Die man sich mit dem Gedanken verband: »In der Not werden sie Schutz sein«, werden zu leckgeschlagenen Flößen; selbst wenn man auf sie verzichtet, ist es nicht schlechter. Wozu es weiter beschreiben? Erkennt: Es gibt keine andere Weisheit, als den reichen Ruhm des im nördlichen Mathura Geborenen zur Zuflucht zu nehmen und zur Rettung aufzubrechen. (3677) Wer sich selbst für geschickt hält und den süßen Genuss sanft sprechender Frauen auskostet, wird später etwas anderes erfahren. Erkennt: Es gibt keine andere Freude als die Rettung durch bereitwilligen Dienst an dem, der im nördlichen Mathura geboren wurde, damit die Asuras mit ihren erschütternden Taten vergehen. (3678) Ach, erkennt: Darin liegt keine bleibende Freude. Ohne an die wirkliche Lage zu denken, erschienen und vergingen wie viele Menschen schon seit alters! Es gibt keinen anderen kurzen Weg als den reichen Ruhm des im starken alten Mathura Geborenen auszusprechen und zur Rettung aufzubrechen.

(3679) Es gibt keinen anderen Weg; wir haben es knapp für jedes Lebewesen auf der großen Erde gesagt. Werdet nicht zornig; Nachdenken genügt. Ach, es ist kein Fehler, die makellose Herrlichkeit unseres Herrn des Rinderstammes, des im nördlichen Mathura Geborenen, zu lernen und täglich darin zu leben. Erkennt: Dies ist die gute Eigenschaft. (3680) Erkennt: Dies ist gutes Leben. Wer nicht so gering gesinnt ist, seine Zeit anders als im inneren Preisen der Füße des Wundertäters vergehen zu lassen, gewinnt als dauernden Lebensbeistand den reichen Ruhm des im nördlichen Mathura Geborenen. Er wird zum geliebten Beistand; nichts ist größer. (3681) »Nichts ist größer als dies«, denken sie von ihrem weltlichen Streben, mühen sich um Erwerb, häufen Verwirrung an, und schließlich vergeht auch ihr Leben. Erkennt: Es gibt keine Zuflucht außer Kannan mit blütenduftenden Schultern, geboren im nördlichen Mathura mit Häusern voller großer Seidenbanner. (3682) Erkennt: Keine Zuflucht gibt es außer Kannan. Lassen wir dies stehen: Er wurde im nördlichen Mathura geboren, um die Last der Erde zu entfernen. Wenn ihr etwas besitzt, das euch fest gehört, legt es an seine Füße und rettet euch. Grübelt nicht: Außer ihm gehört euch nichts.

(3683) »Es gibt überhaupt nichts außer ihm« – darin fest entschlossen sprach Satakopan aus Kurukur über Kannan mit blütenduftenden Schultern tausend makellose leuchtende tamilische Lieder. Die Edlen, die diese zehn zu rezitieren vermögen, sind seit jeher unsere Herren. (3684) Seit alters, getragen von deiner heiligen Gnade und der Gnade der Lotusfrau, reinigen wir deinen Tempel und dienen Generation um Generation auf vielen Stufen. Erbarme dich dieser Diener, öffne deinen leuchtenden Mund und blicke mit deinen Lotusaugen auf uns, du auf dem Lager in Tiruppulingudi, umgeben von kühlen Feldern an der klarwelligen Porunal. (3685) Wir leben als deine Hausgenossen, fördern dein Gut, leisten kleinen heiligen Dienst und kommen in der überlieferten Folge, ohne deine goldenen Füße zu verlassen. Erbarme dich und setze eines Tages deine Lotusfüße auf unser Haupt, die du zum Maß der Erde emporstrecktest. Du liegst in Tiruppulingudi mit kühlen Feldern und Hainen, umgeben von goldenen bannerreichen Mauern. (3686) Du liegst seit dem Tag, an dem du dich niederlegtest – wie lange wirst du noch liegen? Bewege deinen heiligen Leib! Erbarme dich der Diener, die unablässig kleinen Dienst leisten und im alten Dienstverhältnis stehen. Öffne deine weiten Lotusaugen, erhebe dich und sitze mit deiner Lotusfrau da, damit die drei weiten Welten dich verehren, Herr auf dem Lager in Tiruppulingudi.

(3687) In Pulingudi liegst du, in Varagunamangai sitzt du, in Vaikuntham stehst du; ohne mein klar gewordenes Inneres zu verlassen, herrschst du über mich. Gewähre mir Gnade und komm sichtbar, damit alle drei kühlen herrlichen Welten staunen und wir tanzen und jubeln – dein Fruchtmund rot wie Koralle in einer kristallklaren Wasserwolke. (3688) Komm sichtbar mit korallenrotem Fruchtmund; lass das mondperlende Licht deiner Zähne in einem Lächeln hervortreten und stehe gnädig da, die heiligen Lotusaugen bewegend. Du liegst im kühlen Tiruppulingudi an der Porunal, wo Muscheln unter guten Korallenbänken wohnen. Du rittest den zornig kämpfenden Vogel zum Teich, um die Not des großen, mit Futterballen genährten Elefanten zu beenden. (3689) Auf dem grimmig zornigen Vogel reitend, wie eine dunkle Wolke auf einem goldenen Berg, standest du einst glühend im Kampf, sodass der mächtige Mali und die Seinen fielen. Zorniger König mit strahlender Krone, Herr von Tiruppulingudi mit lebhaften Feldern! Du trägst den grimmigen Diskus, Muschel, Schwert, Bogen und Keule, um unsere Not abzuschneiden. (3690) Du beseitigst unsere Not und herrschst hier über mich; auch für die Unsterblichen dort bist du derselbe. Du liegst im kühlen Tiruppulingudi mit Lotusfeldern voller roter Blütenblätter. Komm eines Tages vor unsere Augen, damit wir den Jubel unserer Mitdiener sehen, uns freuen und unser Herz in Güte wächst, vor den Augen dieser unwissenden Welt.

Lesebereich 3691–3790

(3691) Komm vor unsere Augen, damit alle Weltbewohner deine beiden Füße verehren, sich erheben und verneigen und dich, ihrer Liebe entsprechend, mit der Kraft ihrer Worte immer herrlicher anbeten. Gott von Tiruppulingudi mit mondberührenden Häusern, Bewohner des heiligen Vaikuntha: Nimm eines Tages auch hier in dieser großen Welt einen Thronsitz ein. (3692) Nimm deinen Thronsitz auch in dieser weiten großen Welt ein, damit wir Diener ohne Unterlass loben, unsere beiden Augen kühl werden und wir deinen frisch erblühten Leib trinken. Herr von Tiruppulingudi mit reichen Feldern, wo junge Valai-Fische im Schlamm zwischen rotem Reis springen! Mit deinen furchtbaren Waffen wurdest du zum Tod und schnittest das Asura-Geschlecht an seiner Wurzel ab. (3693) Meister grausam wirkender Waffen, du beseitigst die Not der Unsterblichen und bringst den Asuras Not, heftig wirkendes Gift und mein Nektar! Herr von Tiruppulingudi mit lebhaften Feldern: Rufe mich eines Tages zu dir oder komm, damit auch ich Sünder deine weichen Füße halten darf, die die unvergleichlich schöne Lotusfrau und die Erdenfrau halten. (3694) »Rufe mich oder komm!« So wandte sich Satakopan, der im Pandya-Land an der weiten Porunal gern und fest verwurzelt lebt, dem Herrn zu, der das rauschende Meer quirlte. Wer auch diese zehn seiner tausend sprachschönen Lieder beherrscht, wird ohne Unterbrechung im Herzen die beiden Füße dessen betrachten, der die drei Welten ausmaß.

(3695) Er besitzt die Größe, in tausend Gestalten mit tausend Namen die sieben Welten zu schützen. Sein guter dunkler Leib gleicht einer Regenwolke. Narayana ist er, unser Herr. (3696) Er selbst erschuf die weite Erde und hob sie empor; er selbst verschlang sie, gab sie frei und maß sie aus. Er selbst ist jener, jener und jener, und er selbst ist alles andere. Dies haben wir erkannt. (3697) Die Veden und die Bücher ihres schwer erschließbaren Sinnes haben ihn erkannt; sie erkannten, dass er die schwer erfassbare Wirklichkeit ist, die angenommen werden soll. Alle Erkennenden verehrten Hari und erkannten in ihm die Arznei, die Krankheiten abschneidet. (3698) »Du bist die Arznei für die Freude unseres Genusses«, so stammeln die großen Götterscharen. Herz, lass den dunklen Gott, unseren Herrn Kannan, nicht los, den Gott, der die Himmelswelt schenkt.

(3699) Herz, ich von mächtigen Taten Beladener habe dich gebeten und dir dies nachdrücklich gesagt: Lass es nicht fallen! Erreiche den, der keinen Gleichen hat und die Girlande aus feldgewachsenem blühendem kühlem Tulasi trägt. (3700) Er umfängt die Arme der schön geschmückten Lotusfrau; er führt grausame Kämpfe gegen die Asuras; er quirlt im Meer den Nektar. Mein Herz zerbricht einzig und ganz für ihn. (3701) Er nahm den Leib Narasimhas an und spaltete einen Leib mit starken Nägeln. Mein Herz denkt einzig daran, das große Vaikuntha zu sehen, wo er wohnt, ohne noch Nacht und Tag zu unterscheiden. (3702) Er vernichtet die beiden Arten von Taten vollständig und rettet, sodass man nicht wieder in einen Körper eingeht. Vengadam, wo er steht, liegt hier auf der weiten Erde; selbst die Götter gehen hin und verehren mit gefalteten Händen.

(3703) »Wir wollen verehren und große Blumen, Wasser, Licht und Räucherwerk darbringen.« Schon diese Vorstellung ist mehr, als deine Gnade verlangt. Du von makellosem altem Ruhm auf dem Schlangenlager: Ich weiß nicht, wie ich deine Füße umfangen soll. (3704) Der auf dem gestielten Lotus Sitzende befindet sich in deinem Nabel; der Träger der langen scharfen Axt befindet sich in deinem Leib. Die Unsterblichen verehren dich als Diener. Wie soll ich täglich deine gütige Zugänglichkeit preisen? (3705) Über die Füße dessen, dessen Güte grenzenlos ist, sprach Satakopan aus dem schönen weiten Kurukur tausend Wortgirlanden. Wer diesen zehn verbunden ist, dessen natürlicher Weg führt hinauf nach Vaikuntha. (3706) Tirumal, auf dessen heiliger Brust die rote Lotusfrau mit dunkel geschminkten Augen wohnt! Du trägst den heiß strahlenden Diskus und die gewundene Muschel in den Händen. Meine Augen sehnen sich danach, dich zu sehen.

(3707) Mein Augenlicht! Um dich zu sehen, steht mein Herz ganz im Gedanken an dich und spricht unablässig. Dich, den selbst die Himmelsweisen niemals leicht sehen, werde ich nicht unerreicht lassen – so rufe ich. (3708) Ich rufender Hund zu deinen Füßen: Mein Herz wedelt und schmiegt sich wie der kurze Schwanz eines Hundes. Du hobst damals den Berg und schütztest die Rinder vor dem Regen. »Deine Gnade scheint auszubleiben«, denke ich und gerate in Verwirrung. (3709) »Dies ist mein angemessenes Ziel« – so gab ich mich dir zum Dienst. Doch mein törichtes Herz wird unruhig und fragt: »Was werde ich von dir empfangen?« Herr, der du Hari bist, für Götter und Danavas immer schwer zu erkennen! (3710) Mein Denken sehnt sich danach, die Füße des Dunklen zu sehen: Hari, den schwer erreichbaren Herrn, den Gebieter der Unsterblichen, den Großen, der einst Brahma erschuf und auf dem Lager der glänzend gestreiften Schlange ruht.

(3711) Du innerstes Ziel! Weil mein Denken dich sehen wollte, setzte ich dich fest in mein Herz. Uralter vor allen Göttern, einziger in der Höhe des strahlenden Lichts: Mein Inneres denkt voller Freude an dich. (3712) Makelloser, du nahmst freudig Wohnung im Innern meines Herzens, das deiner mit Freude gedenkt. Du Gestalt Narasimhas, der du mit den Nägeln die breite Brust des übermächtigen Danava in zwei Teile spaltetest! (3713) Ich habe Kannan erkannt: Er steht als Gegenstand aller sechs entstandenen Glaubenswege; er ist der für alle Dinge schwer fassbare Ursprung und der Keim aller Götter. (3714) Nachdem ich ihn erkannt hatte, freuten sich meine beiden Augen zur Sättigung; ich schnitt die alten Taten mitsamt ihren Bindungen ab. Ich, Diener des großen Herrn der Unsterblichen im Weltall, sprach Wortgirlanden, damit seine Diener Nektar trinken.

(3715) »Dieser ist mein Diener«, sagt der Erhabene und schenkt mir kostbare Gnade. Er trägt den schön geflügelten Vogel von vollem Ruhm im Banner; seine Füße maßen die Welt ohne Rest aus. Ihn erreichte ich, sein Diener, und wurde so gerettet. (3716) Den, der den unbändig rasenden Elefanten bezwang, besang Satakopan aus dem südlichen Kurukur mit schlammreichen Feldern in tausend fest gefügten Liedern. Diese zehn schenken selbst dem süßen Leben der Himmlischen weitere Erhebung. (3717) Ihr Kuckucksweibchen, zwitschert hier nicht so viel mit euren geliebten Gefährten, dass mein Leben leidet! Ihr ruft meinen Lebensherrn Kannan nicht herbei. Braucht es so viel, um mein Leben durch Rufen preiszugeben? (3718) Ach, so viel ist nicht nötig, ihr Anril-Weibchen! Wie lange klagt und sehnt ihr euch mit euren Gefährten? Der kunstfertige Govinda ist niemandem verlässlich. Damit ist es entschieden: Mein Leben liegt nun in seiner Hand.

(3719) Mein kostbares Leben liegt in seiner Hand, ihr Anril-Weibchen. Was redet ihr und badet rings um mich? Habe ich karmabeladene Frau, die keine Askese übte, hier überhaupt noch ein Leben? Was könnte ich sagen und aushalten, wenn ich eure sehnsüchtigen Rufe höre? (3720) Selbst wenn er den lauten Ruf hört, zeigt sich unser wundervoller Kannan nicht. Ihr Vögel, nehmt mit euren Gefährten nicht die oberen Zweige ein! Worte, Geist und Handeln sind uns schon dort bei ihm; nur Leib und Leben irren im Zwischenraum umher. (3721) Meine Mainas, während ich im Zwischenraum umherirre: Zwischen euch und mir gibt es nun nichts mehr zu verhandeln; stammelt nicht! Unser Herr mit der heiligen Brust, der durch Zauberkünste die sieben Welten nahm, hat fest beschlossen, unser Leben zu verzehren. (3722) Mein kleines Papageienkind, das ich mit Sorgfalt aufzog, zwitschere nicht mit süßer Stimme! Kakutstha, mein kostbares Leben, dessen Mund, Hände und Füße dem Rot deines Schnabels gleichen, dessen dunkle Gestalt deinem frischen Grün entspricht – Kannan vereinte sich mit mir und ging fort.

(3723) Ihr blitzenden Wolkenscharen mit gespanntem Regenbogen, ihr gleicht meinem unermüdlichen dunklen Edelstein Kannan, dem Wundertäter mit schönen Lotusaugen und rotem Mund, der sich mit mir vereinte und fortging. Zeigt eure Gestalt nicht; sie ist der Tod für mein Leben. (3724) »Das ist der Tod für mein Leben«, so bat ich euch. Doch ihr kleinen Kuckucke habt mich getötet, indem ihr nur Kannans Namen stammeltet. Welch guten Lohn habt ihr mir für das Aufziehen bereitet, als ich euch alten Joghurtreis und Milchreis gab und Worte lehrte! Wie vorzüglich ist eure Art! (3725) Ihr wohlerzogenen Bienen und Hummeln, singt keine Melodien! Eure süße Stimme ist wie der Stoß eines Speers in eine offene Wunde. Der großäugige Kannan, dessen Augen Lotussen gleichen, die in einem großen kühlen Wasserteich blühen, kam, um unser Leben ganz zu verzehren. (3726) Wir sind aufgestiegen und haben uns mit unserem Herrn des Himmelslands vereint. Ihr guten Reihergruppen der Felder, was nützt euer vertrautes Verweilen jetzt noch? Auch der schön geschmückte Leib löste sich allmählich von seiner Verbindung, damit frische gute Freude uns erreicht und überall aufblüht.

(3727) Damit Freude herankommt und überall für viele Äonen aufblüht, gewährte der Wundertäter ihm die Gnade, seinen Ruhm zu preisen. Über ihn sprach Satakopan aus dem südlichen Kurukur tausend Worte. Bei diesen neun und einer Strophe werden die drei Welten schmelzen. (3728) Mein Herz schmilzt; über das Maß meines Lebens hinaus wächst die Sehnsucht. Was soll ich, dein Diener, tun, sooft ich der Wunder des Herrn gedenke, der in Tirukkatkarai wohnt, dessen Straßen alle nach dunklen Wasserblüten duften? (3729) Sooft ich denke und spreche, bricht mein Herz und zerfließt; selbst wenn ich deine wirksame Herrlichkeit besinge, brennt mein kostbares Leben. Mein Vater im südlichen Katkarai mit quellreichen Blumenhainen: Ich kann nicht einmal mehr bedenken, auf welche Weise ich dir dienen soll. (3730) Durch seine gütige Art täuschte er mein Herz und trat ein, machte mich zart, wurde mein Leben und verzehrte mein Leben. Mein Vater im südlichen Katkarai mit herrlich reichen Hainen, der Dunkelwolkenfarbene – seine Diebeskunst verstehe ich nicht.

(3731) Alle Welten bestehen in ihm, und er selbst besteht in rechter Ordnung in ihnen. Ich verstehe die heilige Gnade dieses Herrn nicht, meines Vaters im südlichen Katkarai mit berauschend duftenden Hainen, der mein kleines kostbares Leben verzehrte. (3732) Als wollte er heilige Gnade erweisen, trat er in mich ein und verschlang zugleich Gestalt und kostbares Leben. Das sind die Diebeskünste meines Kannan mit tiefdunklem Leib, meines Vaters im südlichen Katkarai mit glückverheißend wachsenden Hainen. (3733) Kannans Diebeskunst steht mir ganz deutlich vor Augen. Dies ist der Mangel an meinem kostbaren Leben, das der Schöne verzehrte: Es gerät in Elend, klagt Nacht und Tag, sagt »Mein Kannan« und preist sein Katkarai. (3734) Es preist Katkarai, ruft darin »Kannan«, und wenn die Sehnsuchtskrankheit wächst, gedenkt es seiner und zerfließt. Der Wundertäter tat, als wolle er mich in Dienst nehmen, und verzehrte mein Leben; doch das Ergreifen blieb unvollständig, und mein kostbares Leben ist noch immer von ihm ergriffen.

(3735) Er verzehrte nicht nur die Welten; er kam und verzehrte mein Leben. Tag für Tag kam er und verzehrte mich vollständig. Wurde mein kostbares Leben dadurch nicht zum Diener meines Vaters im südlichen Katkarai, der einer dunklen Wasserwolke gleicht? (3736) Mein kostbares Leben, mein eigenes Leben, wurde dem göttlichen Meer unterworfen: dem mit großblättrigen Lotusaugen, Fruchtmund, der Schönheit einer dunklen Wolke und vier herrlichen weiten Armen, der das südliche Katkarai zum Tempel hat. (3737) »Wenn ich dich sehe, werde ich dich mit beiden Armen fassen und verschlingen«, so verlangte ich. Doch bevor ich dazu kam, breitete er sich aus und trank mich ganz: Der wolkengleiche Vater von Katkarai ist hart. (3738) Den harten Herrn, der Kamsa erschlug, besang Satakopan aus dem südlichen Kurukur mit bannerreichen Mauern in tausend formvollendeten Worten. Erkennt: Durch diese zehn gelangt die Geburt zu ihrem Ende und wird vernichtet in unserem Küstenland.

(3739) Sanfte rotbeinige Reiherin, die du hier an der Mündung unserer Küstenbucht Nahrung suchst und angenehm verweilst! Werde meine Botin zu unserem Topftänzer mit honigreichem blühendem Tulasi auf der Krone, der in Tirumulikkalam wohnt. Wollt ihr dann mit euren Angehörigen eure Füße auf mein Haupt setzen? (3740) Ihr Reihergruppen von beständiger Liebe, die ihr mit euren Gefährten und Angehörigen ungetrennt bleibt! Fragt den im schönen Mulikkalam Wohnenden: »Bin ich hier, von den Meinen getadelt und von mir selbst gering geachtet, nicht geeignet für den, der dort mit den Seinen wohnt?« (3741) Fragt, ob ich nicht geeignet bin, ihr Kranich- und Reihergruppen, die ihr an weiten Wassern Nahrung sucht: für den Herrn im kühlen Mulikkalam, dessen Augen, Hände und Füße roten Lotusblüten gleichen, dessen Mund eine rote Frucht ist und dessen heiliger Leib dem Blatt jenes Lotus gleicht. (3742) Schöne Wolken über der reichen Stadt Tirumulikkalam, werdet Boten dieser Sünderin zum Herrn von heiliger Gestalt. Wenn ihr sagt: »Gewähre ihr deinen heiligen Leib«, wird der klare Himmel euch dann vertreiben, indem er euch vom Licht seines heiligen Leibes ausschließt?

(3743) Leuchtende Wolken, die ihr rasch durch den klaren Himmel zieht, Feuer umspannt und Blitze zeigt! Sagt meine Botschaft dem hellen Licht in Tirumulikkalam, dessen heiliges Land der klare Himmel ist und der dennoch im Herzen dieses sündigen Menschen wohnt, dem mit Haar, aus dem honigsüße Tropfen fallen. (3744) Ihr Bienenscharen mit rein sprechendem Mund, sagt eine Botschaft! Wenn ihr im hainreichen Mulikkalam, wo ihr rauschend Blüten umfliegt und Honig trinkt, dem, der die Frau auf seiner Brust trägt, meine Worte als Botschaft sagt, werden meine leuchtenden Reifen und mein Gewand wieder Halt gewinnen. (3745) Ihr Reihergruppen in weiten Hainen, seht eines Tages den weithin Berühmten, der meine leuchtenden Reifen und mein Gewand nahm und meine Schultern verließ, die Schultern dieser Sünderin: den Lotusäugigen mit strahlendem Korallenmund in Tirumulikkalam. Bringt mir ein einziges klares Wort zurück. (3746) Ihr Bienen und Hummeln, die ihr im großen Hain Nahrung sucht und herzerfreuend verweilt, tragt eine Sache für mich vor: dem mit feldgewachsener Kaya-Blütenfarbe und blühendem Tulasi auf der Krone, der in Tirumulikkalam wohnt, umgeben von schweren festen Mauern.

(3747) Junger Reiher am aufsteigenden Wasser! Sage dem Herrn mit blühendem Tulasi auf der Krone und goldenem Diskus in der Hand, dem Herrn von Tirumulikkalam: »Es ist kein Erbarmen, dass du dich entfernst, während meine geschmückte Brust erblasst und meine beiden Blumenaugen von Tränen überlaufen.« (3748) Sanft schreitende Schwäne, die ihr an weiten Wassern Nahrung sucht und in großer Freude verweilt! Sagt dem Herrn von Tirumulikkalam: »Es ist nicht barmherzig«, bevor mein Leib ganz abmagert, der Hüftgürtel seinen Halt verliert und meine innere Lebenskraft erlischt. (3749) Die Worte, die eine schön geschmückte Frau mit unablässig kindlich süßer Papageienstimme nach dem hellen Licht ausrief, das ohne Unterbrechung in Tirumulikkalam wohnt, sprach Satakopan aus dem untadeligen reichen Kurukur angemessen aus. Diese zehn aus seinen tausend unvergänglichen Liedern schneiden Krankheit ab. (3750) Die Gedanken derer, die ihn mit geeintem Geist in ihr Inneres setzen, schneiden die Taten ab. Gibt es auch für mich Grausamen einen Weg, mich Tirunavay zu nähern, umgeben von berauschend duftenden kühlen Blumenhainen?

(3751) Wann werden die Tage kommen, an denen ich Diener Tirunavay mit seinen Hainen erreichen darf, wo der Erhabene wohnt: der Gemahl der lotusgeborenen Frau mit rankenschöner Taille und der Bräutigam der sanften Pinnai mit weiten Augen wie scharfe Speere? (3752) »Wann kommen die Tage, an denen ich mich nähern darf?« So vergieße ich immer Tränen mit ungeteiltem Sinn. Ich kenne keinen Tag, an dem ich in Tirunavay eintreten darf, wo der makellose heilige Narayana wohnt. (3753) Ich kenne die Zahl der Tage nicht, die mir bleiben; dennoch trat ich ein, um unwiderruflich Dienerdienst zu leisten. Bräutigam der sanften Pinnai mit weiten schwertgleichen Augen, Herr von Tirunavay mit langen Blumenhainen! (3754) Der Bräutigam der Lotusfrau und der Erdenfrau, das sehende Auge aller Lebewesen und Götter der Welt, der Himmelsgebieter wohnt gern in Tirunavay. Wann werde ich es hier sehen und meine Augen zur Sättigung erfreuen?

(3755) Wann werden meine Augen es hier sehen und sich freuen? Makellos bin ich ganz zum Dienst für dich geworden, unser König der Hirten, der du Tirunavay mit bienenreichen Blumenhainen zu deiner Wohnstatt nahmst. (3756) Du nahmst dem König Mahabali die Erde! Tirumal, der du den Kampf zwischen Göttern und Asuras entschiedest! Mein vollkommener Naranan in Navay, gewähre Gnade: »Ach, dieser ist mein Diener!« (3757) Ob du keine Gnade gewährst oder gnädig deinen Diener wertvoll machst und unter deine goldenen Füße eintreten lässt: Gib mir die klare Einsicht, dich ohne Verwirrung in mein Herz zu setzen, mein Gott des südlichen Tirunavay. (3758) Den Göttern und Weisen ist er immer schwer zu sehen, der Ursprung der Drei, der Herrscher der drei Welten. Wer wird jetzt Tirunavay erreichen dürfen, wo dieser Gott gern wohnt? Ach!

(3759) »Ach, wann wird der Tag kommen, an dem ich mich nähern darf?« Stets ist mein Denken verwirrt, und ich rufe »Tirumal!« Unser großer Edelsteinfarbener, der du nach Tirunavay kamst und dort wohnst, umgeben von Hainen mit dichten Blütenbüscheln! (3760) Über den Herrn im guten Navay mit farbigen Edelsteinhäusern sprach Satakopan aus dem südlichen Kurukur mit festen Mauern tausend musikalische tamilische Lieder. Wer diese zehn beherrscht, wird die Erde regieren und wie Jasmin duften. (3761) Ach, der jasmin-duftende Südwind zerschneidet mich; die reiche Kurinci-Musik lässt mich vergehen; der Abend mit seinen sinkenden Strahlen verwirrt mich; die schönen roten Wolken zerstören mich. Unser lotusäugiger Herr, Stier der Hirten, mächtiger Löwe, unser Wundertäter, nahm die Brust und Schultern, die er umfing. Wir Einsamen kennen keinen Zufluchtsort. (3762) Wir Einsamen kennen keinen Zufluchtsort! Klagender Glockenklang, Südwind, Ambal-Melodie; der den Tag verschlingende Abend, reicher Sandelduft; die Pancama-Tonweise, Jasmin, kalter Nordwind! Der wundervolle Hirte, der die weite Erde erschuf, hob, verschlang, freigab, ausmaß und überall schützt, der Tod der Asuras im Kampf, kommt nicht. Wie soll ich nun mein Leben bewahren?

(3763) Wie soll ich nun mein Leben bewahren? Der Dieb Kannan vereinte sich leidenschaftlich mit mir, sodass meine beiden Brüste weich wurden und meine schmale Taille schwankte; er durchdrang meinen Leib und ließ mich verlassen zurück. Unser einzigartiger junger Löwe, der Wundertäter, kommt nicht. Seine Lotusaugen, sein roter Mund, sein dunkles kühles dichtes Haar und seine vier Arme stehen im Herzen dieser Sünderin und zerschneiden es. (3764) Sie stehen in meinem Herzen und zerschneiden es, ach! Der kalte Nordwind ist glühender Wind; der nahe kühle Mond ist glühender Mond; das weiche Blumenlager ist ein glühendes Lager. So ist die schöne Blume unserer Weiblichkeit, an der die göttliche Biene mit dem schön gefiederten Vogel getrunken hat. All diese Zustände übersteigen die Kraft des Lebens; auch unser Herz ist kein Beistand. (3765) Auch unser Herz ist kein Beistand! Es wird Abend, wenn die Kühe heimkehren. Das Herz unseres Hirten ist Stein; seine süße Flöte zerschneidet uns. Selbst die Freundinnen, die wir unseren Beistand nennen, vergehen vor uns um seinetwillen. Wie sollen wir unser kostbares Leben bewahren? Der Zeitpunkt, seine Gnade zu empfangen, ist schwer erreichbar. (3766) Der Zeitpunkt seiner Gnade ist schwer erreichbar; was nicht seine Gnade ist, ist überhaupt keine Gnade. Bis wir sie empfangen, hält das Leben nicht aus. Ich überblicke weder den tödlichen Abend noch mein Herz. Sein heiliger Leib, mit dem Siva, Brahma und die freigebige heilige Frau verbunden sind, zerschneidet unser Leben. Wo soll ich nun eintreten, was soll ich tun, wem was sagen, ihr Mütter?

(3767) Wem soll ich was sagen, ihr Mütter? Dieser scharfkalte Nordwind übersteigt die Kraft meines kostbaren Lebens. Das einsame Herz, das unser wolkenleibiger Kannan durch List raubte, ist bei ihm. Der kämpferische Wind verbindet edlen Adlerholzduft, Yazh-Saiten, Pancama-Musik und kühle frische Sandelpaste, nimmt den neuen Duft kühler Jasminblüten auf und schleudert ihn gegen mich. (3768) Der anschwellende junge Wind nimmt frischen Duft auf und wirft ihn in der matten Abendröte heran. Er ist grausamer als unser Kannan mit seiner List, der sich vereinte und fortging. Darüber hinaus: Gegen die süße Flöte, die, mit honigduftendem Jasmin, einer sanften Blumenreihe, reichem frischem Sandel und Pancama-Musik verbunden, den Hirtinnen süße Gnade einhaucht, werde ich nicht bestehen. (3769) Gegen diese süß blasende Flöte werde ich nicht bestehen. Zwischen ihren Tönen spricht er mit den Augen, die seine Schönheit als Botschaft tragen, etwas anderes; mit reinen musikalischen Worten deutet er auf etwas anderes, zeigt ein bewegtes Gesicht und singt unter wiederholtem Seufzen so, dass das törichte Herz völlig schmilzt. Wir verstehen nichts davon. Ach, ach, der Abend ist gekommen, der Wundertäter kommt nicht. (3770) Der Abend ist gekommen, der Wundertäter kommt nicht. Große Glocken klagen, während schöne junge Kühe bei den starken Stieren springen. Grausame Flöten murmeln. Bienen umschwirren die dunklen Knospen des hell wachsenden Mullai-Jasmins und die Jasminblüten. Das Meer bricht gleichsam in den Himmel auf und brüllt. Was könnte ich sagen, um hier ohne ihn zu überleben?

(3771) Die Abendklage schön geschmückter Hirtinnen, deren Leben die Trennung von ihm nicht erträgt, sprach Maran Satakopan aus dem schönen Kurukur, selbst von der Trennung erschüttert, über den, der die Erde verschlang und freigab. Nehmt diese zehn aus seinen tausend, ruft sie auf Erden aus und rettet euch, ihr Diener; nähert euch dieser Wortgirlande und verehrt. (3772) Nähert euch Mal, verehrt ihn und erhebt euch, damit die Taten vergehen. Bringt morgens und abends Lotusblumen zu den beiden Füßen dessen, der auf dem Banyanblatt ruhte, in Tirukkannapuram mit Mauern, gegen die das Meer schlägt. (3773) Bringt honigsichöffnende Blumen und verneigt euch. Ihr Diener, denkt täglich an Tirukkannapuram und erhebt euch in Verehrung: von Feldern mit Krabben und einem Graben umgeben, hinter silberglänzenden Mauern. (3774) Ihr Diener, damit eure Not vergeht, werdet eines Sinnes und verneigt euch mit frisch erblühten, unverwelkten Blumen vor dem Bewohner des Weltalls, dem großen Herrn der Unsterblichen in Tirukkannapuram mit bienensingenden Hainen.

(3775) Verehrt mit unverwelkten Blumen den Honig, den Gemahl der sanften Pinnai mit rehgleichem Blick. Der große Herr, der Tirukkannapuram mit himmelragenden Mauern liebt, wird eure Zuflucht sein. (3776) Allen, die seine als Zuflucht dienenden Füße erreichen, schenkt der Herr beim Tod Vaikuntha. Der Erdenherr von Tirukkannapuram mit schützenden Mauern wird seinen Liebenden selbst zur Liebe. (3777) Allen, die seine Füße erreichen, wird er zum Freund: der den rotgoldenen Leib des Asura aufriss. Der Liebevolle in Tirukkannapuram mit gutgoldenen Mauern ist seinen Wahrhaftigen täglich wahrhaftig. (3778) Allen, die ihn liebend verehren, ist er wahrhaftig; denen, die nur äußerlich verehren, entzieht er sich wie eine Unwahrheit. Der Herr von Tirukkannapuram, wo Valai-Fische in den Feldern springen, ist denen nahe, die ihn im Innern umarmen.

(3779) Allen, die seine Füße erreichen, ist er nahe; Krankheit dringt nicht heran, er beendet die Geburt und nimmt sie an. Verehrt täglich die Füße des höchsten Herrn von Tirukkannapuram mit edelstein- und goldgeschmückten Mauern. Die Quelle verkürzt den Ortsnamen an dieser Stelle fehlerhaft zu »Tirukkannaram«. (3780) Wenn man täglich seine Füße verehrt, lässt Krankheit nach; Übel kommt nicht heran. Was könnte mir nun noch fehlen? Wer den Ursprung in Tirukkannapuram erreicht, den die mit Veda auf der Zunge lieben, kennt keine Qual. (3781) Wenn ich keine Qual habe, was fehlt mir noch? Seine heilige Brust trägt die Lotusfrau. Spricht man täglich von Tirukkannapuram mit steingefügten Mauern, kommt kein leidvolles Geschick heran. (3782) Ihr, die ihr wollt, dass das bedrängende Karma mit seiner Bindung endet: Singt diese zehn aus den tausend tamilischen Liedern Satakopans aus Kurukur mit seinen hohen Häusern, tanzt und verehrt seine Füße.

(3783) In Tirumokur, dessen Felder breite Teiche mit langstieligen Lotusblumen schmücken, wohnt er Tag für Tag und zerschlägt die Asuras. Vier Arme, lockiges Haar, Lotusaugen, fruchtgleiche Lippen: Außer dieser dunklen Regenwolke haben wir kein anderes Ziel. (3784) Für keine unserer Lebenszeiten haben wir eine andere Zuflucht als den weiten Schatten seiner schönen, ringgeschmückten Füße. Der Herr mit tausend Namen trägt kühle Tulasi als Kranz und Girlande; in Tirumokur wohnen die Kenner der vier heilvollen Veden. (3785) „Wir haben keine andere Zuflucht!“ So rufen der Viergesichtige, Hara und die Götter und suchen ihn. Siegreich zieht er umher und beschützt diese drei Welten. Lasst uns jetzt seinem Tirumokur nahen, damit unser Leid vergeht. (3786) „Komm und erbarme dich unser, damit unsere Not endet!“ Götter und Weise preisen und begleiten das strahlende Licht. In Tirumokur ruht er auf der Schlange mit ausgebreiteter Haube. Dienende, kommt! Lasst uns seine Füße rühmen, damit das Leid vergeht.

(3787) Dienende, kommt! Unser strahlender, unvergleichlicher Ursprung hat die drei Welten des Alls gemessen. Um seinen Tempel im schönen Tirumokur wachsen in allen acht Richtungen junges Zuckerrohr und großer roter Reis. Umschreiten wir ihn nach rechts und tanzen wir hier! (3788) Er ist der Tänzer, der Kuhhirt, der Tod der lärmenden, gewaltigen Asuras; uns, die ihn preisen, den Unsterblichen und Weisen ist er Freude. In Tirumokur, umgeben von kühlen, fruchtbaren Fluren, ist er unser Vertrauter. Außer seinen Lotusfüßen haben wir keine Festung. (3789) Keine andere Festung haben wir. Ausgehend vom weiten ursprünglichen Raum schuf er die ringsum flutenden Wasser; durch den uralten Weisen und die Götter brachte er die Welt hervor. Wenn wir Tirumokur nach rechts umschreiten, endet unser Leid rasch. Der „uralte Weise“ bezeichnet hier den schöpferischen Brahma. (3790) Dienende, kommt herbei, erreicht ihn und verehrt ihn: Schnell vergeht das Leid. Im leuchtenden Tirumokur mit hohen Hainen und schönen Teichen ist er wie ein weiter Smaragdteich, den Dasaratha als Sohn erhielt; er trägt tausend Namen, und die mächtigen Rakshasas gehen in ihm unter.

Lesebereich 3791–3890

(3791) Dieses juwelengleiche göttliche Wesen hat blumengleiche Füße und Augen, einen korallenroten Mund und vier schöne, breite Schultern. Der mächtige Bezwinger, der stets die Asuras zerschlägt, wohnt im hainreichen Tirumokur. Wir haben diese nahe, gute Festung erreicht. (3792) Wenn die guten Unsterblichen aus Furcht vor den schadenstiftenden Asuras zu ihm fliehen und sagen: „Du bist die sichere Festung, die wir erreicht haben“, nimmt er die gewünschte Gestalt an und schützt sie. Ihr Unseren, sprecht seinen Namen, denkt an Tirumokur und preist es! (3793) „Ihr Unseren, preist ihn!“ So sang Satakopan aus Kurukur vom Tänzer mit den Töpfen. Unter den tausend Liedern seines Dienstes sind diese zehn dem herrlichen Tirumokur gewidmet. Wer sie zu seinem Lob singen kann, dessen Leid vergeht. (3794) Alles Bedrängende vergeht, wenn man täglich „Kesava!“ sagt; auch die Diener des Todes, die grausam handeln, können nicht nahen. Er liebt es, auf der gifttragenden Schlange zu ruhen. Heute noch wollen wir Anantapuram betreten, dessen Felder Teiche und summende Bienen haben.

(3795) Wenn ihr heute dorthin geht, wird euch in sieben Geburten kein Unheil berühren. Neben berghohen Häusern stehen Kuruntu-, Cerunti- und Punnai-Bäume in blühenden Hainen. Anantapuram ist denen eine himmlische Stadt, die an die tausend Namen des Wunderherrn denken. (3796) Der Vogel ist sein Reittier und ebenso sein Banner; er verschlang alle Welten und gab sie wieder frei. Betretet entschlossen das kühle Anantapuram, wo er wohnt: Krankheit und Karma werden enden. Gewiss sprechen wir zu eurer Erkenntnis. Nennt wenigstens einen seiner tausend Namen! (3797) Sprecht ohne Scheu von dem, der liebevoll in Anantapuram wohnt, geschmückt mit Feldern und duftenden Hainen, vom weiten Meer umgeben. Wer ihm auf rechte Weise Blumen streut und Verehrung darbringt, vollbringt damit ein verdienstvolles Werk. (3798) Tut das Gute, streut Blumen mit reinem Wasser und bedenkt den Namen unseres Vaters: Er durchtrennt diese Geburt. Gewiss sagen wir euch: Wer den Lotusfüßen des Herrn im hainreichen Anantapuram naht, wird jenseits davon zu den Unsterblichen gehören.

(3799) Im Anantapuram des Ursprungs verehrt ihn der König der Götter; die Himmlischen verrichten dort vertrauten Dienst. Ihr Unseren, hört unser Wort: Auch wir müssen dorthin gehen und Govinda nahen, der das Leid des Vaters des Kumara beseitigte. Gemeint ist Shiva, der Vater Skandas. (3800) Govinda, der jenes Leid beseitigte, ist unsere höchste Gestalt, die Welt, Lebewesen, Götter und alles Übrige erschuf; er ruht auf dem Schlangenlager. Wenn wir nur den Eingang von Anantapuram fegen dürfen, dessen Felder an den Schleusen von springenden Fischen belebt sind, können wir schweres Karma abtragen. (3801) Schweres Karma kann vergehen. Der starke Herr, der Kama zeugte, hat, so sagt man, im schön geschmückten Anantapuram Wohnung genommen. Ihr Unseren, geht hin, um die Füße dessen zu schauen, der auf der Schlange mit ausgebreiteter Haube ruht. Das haben wir euch zur Erkenntnis gesagt. (3802) Die Tage, von denen wir euch sprachen, sind nahe gekommen. Seht: Im dicht bewaldeten Anantapuram liegt sichere Geborgenheit. Wählt makelloses Räucherwerk und gute duftende Blumen und preist damit Vamanas Füße: Dann wird das Karma ganz dahinschwinden.

(3803) Karma wird dahinschwinden, wenn man täglich „Madhava!“ sagt. Wer für unseren Vater in Anantapuram mit seinen goldenen Mauern sorgfältig Sandelpaste, Lampen, Räucherwerk und schöne Lotusblumen wählt und ihn preist, dessen Ruhm endet nicht. (3804) Wer diese zweimal fünf aus den tausend Worten Marans aus Kurukur mit seinen büschelblühenden Hainen beherrscht, gelangt in die Welt der Unsterblichen zu den bambusgleichen Armen der Frauen mit grünen Armreifen. Besungen wird der Ursprung in Anantapuram, dessen Ruhm ohne Ende ist. Das Schlussbild verwendet die höfische Sprache himmlischen Empfangs. (3805) Meine bambusgleichen Arme werden schmal, ach! Ohne meine Schwäche und Einsamkeit zu beachten, rufen die lieblichen Kuckucke und tanzen die versammelten Pfauen. Wenn du die dir vertrauten Kuhherden weiden gehst, ist ein einziger Tag tausend Weltaltern gleich. Mit deinen Lotusaugen verwundest du mich. Kein Erbarmen, kein Erbarmen hast du, Krishna! (3806) Kein Erbarmen hast du, Krishna! Bei jeder Umarmung meiner vollen Brust steigt eine unersättliche Flut des Glücks über den Himmel hinaus, versenkt mein Bewusstsein und verschwindet dann wie ein Traum. Die Sehnsucht durchdringt das Innerste meines Lebens und übersteigt meine Kraft. Ach, wenn du jetzt zu deinen Kühen gehst, werde ich an der Trennung sterben.

(3807) Ich sterbe, wenn du deine Kühe weiden gehst; in heißen Seufzern verbrennt mein Leben. Niemand steht mir bei, und ich kann das Spiel deiner dunklen, kajalfarbenen Gestalt nicht sehen. Ein Tag geht nicht vorüber, wenn du fort bist; aus meinen beiden fischgleichen Augen fließen unaufhörlich Tränen. Für uns dienende Hirtinnen ist diese Einsamkeit der Tod. (3808) Govinda, du bedenkst weder die Einsamkeit deiner Dienerinnen noch den Schmerz der vom Gefährten Getrennten. Nur die Kühe in deinem Stall liebst du; du verlässt uns und gehst sie hüten. Wie eine Flut köstlichen Saftes reifen Nektars drangen die schmeichelnden, verstohlenen Worte deiner roten Fruchtlippen tief in mein sündiges Herz. Jedes Erinnern daran verbrennt mein Leben. (3809) Jedes Erinnern an deine sanften Worte verbrennt mein Leben, Krishna, der du tagsüber die Herde weiden gingst! Der Wind trägt den Duft sich öffnender Jasminblüten, und der gewaltige, verwirrende Abend ist gekommen. Lass den Mullai-Jasmin deiner juwelengeschmückten Brust an meinen schönen Brüsten duften; gib mir den Nektar deines Mundes und lege deine herrliche Lotushand auf das Haupt deiner Dienerin! (3810) Lege deine schönen Füße auf das Haupt deiner Dienerin, o Krishna mit dem Diskus! Dass wir uns daran festhalten, ist recht; du hast zwar viele Frauen, doch wir ertragen unsere weibliche Sehnsucht nicht. Die Tränen unserer großen Augen halten nicht inne, auch unser Herz findet keinen Halt. Dein Fortgehen zur Herde zerreißt uns; unser Leben zerfließt wie Wachs im Feuer.

(3811) Unser Leben schmilzt und verbrennt wie Wachs im Feuer; die hellen Armreifen und der Gürtel gleiten herab. Die blumengleichen Augen vergießen Perlen, die Brüste erbleichen, die Schultern welken. Du von der Farbe eines großen Edelsteins gehst froh zu den Kühen, obwohl deine zarten roten Lotusfüße schmerzen. Was geschieht dort, wenn Asuras auf dich treffen? (3812) „Was geschieht, wenn dort Asuras auf dich treffen?“ In dieser Sorge versinkt mein kostbares Leben. Geh nicht den Kühen nach! Zärtlichkeit, Sehnsucht und das Verlangen nach Vereinigung quälen mich; entzieh dich meiner Hand nicht. Zeige deine bezaubernden Lotusaugen, deinen Mund, deine Hände und dein gelbes Gewand und gehe lieber mit den jungen, schmalhüftigen Hirtinnen umher, die du liebst. (3813) Wenn du mit den lieben Gefährtinnen umhergehst und dein heiliges Herz dabei von jeder Bedrängnis frei wird, freuen wir uns staunend; dennoch ertragen wir unsere Sehnsucht nicht. Unser Herr, geh nicht die Kühe weiden! Viele Asuras ziehen auf Kamsas Befehl in beliebigen Gestalten umher. Wenn du ihnen begegnest, kann dort Unheil geschehen. Ach, höre mein Wort! (3814) Unheil kann geschehen; ach, höre mein Wort! Gewalttätige Asuras ziehen auf Kamsas Befehl umher und versetzen die Asketen in Angst. Du bist so allein und nimmst nicht einmal Rama mit dir! Bei jedem solchen Gedanken verbrennt mein Innerstes. Du mit roten Fruchtlippen, Gott unserer Hirten, liebst das Hüten der Kühe mehr als den Himmel! „Rama“ meint hier Balarama.

(3815) Die göttlichen Füße unseres Hirtengottes mit roten Fruchtlippen besang der freigebige Satakopan aus dem südlichen Kurukur, am muschelreichen Ufer des Porunal. Unter seinen tausend Worten bilden auch diese zehn eine Girlande: Eine Hirtin beklagt die Trennung und spricht, um ihn vom Fortgehen zur Kuhherde abzuhalten. Ihnen gilt dieser Abschluss. (3816) Damodaras Füße sind der Halt auf dem Weg der Askese. Er hat die Farbe der Regenwolke und Lotusaugen; als Wasser, Himmel, Erde, Feuer und Wind steht der Diskusträger da. So groß ist er, dass die Himmlischen seinen Namen in Begeisterung stammeln. (3817) Er ist groß und selbst den himmlischen Unsterblichen schwer zu schauen; denen, die ihn nicht im Herzen umarmen, bleibt er unerreichbar. Der rotäugige Mal, in dessen heiliger Gestalt Shri stets wohnt, durchtrennt täglich die zweifachen Werke und nimmt mich hier in seinen Dienst. (3818) Der Diskusträger herrscht über mich: Wer könnte uns noch einen Mangel zufügen? Es gibt keine Rückkehr; das Leid der Geburt haben wir abgeschnitten. Ich habe die Füße des Gemahls der sanften Pinnai mit ihren leuchtenden, fischgleichen Augen geschaut und auf mein Haupt gesetzt.

(3819) Seine Füße habe ich auf mein Haupt gesetzt. Er schlief auf einem Banyanblatt, steht auf dem Berg, von den Unsterblichen verehrt, und wohnt in meinem Herzen. Ich bin fest entschlossen, ihn aus dieser Stellung nicht mehr weichen zu lassen. (3820) Fest habe ich beschlossen, dass er mein Herz nicht verlässt. Der Herr mit dem Diskus in der Hand ist ein großer Dieb, meisterhaft in Täuschungen, die wie Wahrheit erscheinen; andere vermögen ihn nicht zu würdigen. Uns aber ist der auf der Schlange Ruhende lieb. (3821) Ich verneigte mich vor den Füßen des Herrn auf dem Schlangenlager, der denen Gnade schenkt, die ihn täglich mit Erkenntnis im Herzen umarmen. Er hat dem mit verfilztem Haar, das die junge Mondsichel des Himmels trägt, einen Platz an seiner Seite gegeben. Das Bild bezeichnet Shiva. (3822) Herz, verehre täglich den Höchsten jenseits alles Höchsten! Keine Krankheit wird nahen; er beendet die Geburt und nimmt uns in seinen Dienst. Mein Herr Madhusudana ist juwelengleiches Licht und trägt den schönen, rotgoldenen, siegreichen Diskus.

(3823) Er trägt den Diskus, ruht im Meer und ist noch jenseits der Unsterblichen. Er ist das Weltalter und schuf die Weltalter; er hütete die Herde und hob mit seinen starken, schönen Armen den Berg. Lebe, mein Herz! Lebe, ohne seine Füße zu vergessen. (3824) Ich sah die Lotusfüße; kaum hatte ich sie gesehen, lösten sich alle Werke des Karma und vergingen. Immer nur Dienst zu tun, ihn zu verehren und seinem Weg zu folgen: Dies ist die Weise des Gehorsams, die der Höchste schon von alters her gebot. (3825) Täglich sammeln die Unsterblichen ihren Geist, nahen Madhava aus allen Richtungen und verehren ihn mit Räucherwerk, Lampen, frischen Blumen und Wasser. Die Füße dessen, der so erhaben dasteht, sind der eine Halt seiner Angehörigen. (3826) Wer diese zehn aus den tausend Antati-Wortgirlanden des Sängers aus dem reichen Land des Valuti erlernt, findet seinen Halt in Krishnas beiden Füßen. Er besang Mal mit den starken Ringerschultern, den Höchsten jenseits alles Höchsten, und hielt ihn als seine Zuflucht fest. Valuti ist eine Bezeichnung des Pandya-Herrschers.

(3827) Ihr, deren Herz Krishnas beide Füße erreichen möchte: Der heilige Name, den ihr bedenken sollt, ist gewiss Narayana. (3828) Narayana, unser Herr, ist der Gemahl der Erdgöttin; er vernichtete den Elefanten und ist selbst der Ursprung. (3829) Er selbst erschuf alle Welten; er hob sie empor, verschlang sie, gab sie wieder frei und regiert sie selbst. (3830) Er herrscht und liegt in den tiefen Wassern auf der Schlange mit ihrem mächtigen Rachen. Legt Blumen zu seinen Füßen und sucht ihn bei Tagesanbruch.

(3831) Sucht ihn Tag für Tag mit ungewelkten Blumen. Singt seinen Namen: So könnt ihr Befreiung erlangen. (3832) Madhava wohnt auf Venkata, hat die Farbe der Kaya-Blüte und den Mund, der an der Brust der Dämonin trank. (3833) Wenn ihr immer wieder „Madhava!“ sprechen könnt, wird euch nichts Böses treffen und kein Unheil nahen. (3834) Unheil wird denen nicht nahen, die den Namen des wasserreichen Wolkenfarbenen aussprechen. Wer immer sie sind: Sind sie nicht Unsterbliche?

(3835) Den Göttern ist er schwer erreichbar, seinen Angehörigen leicht zugänglich. An denen, die ihn in fester Hingabe verehren, haftet kein Karma. (3836) Die feindlichen Mächte, die als starke Finsternis des Karma gelten, werden erschrocken fliehen. Streut schöne Teichblumen und denkt an den Erhabenen! (3837) Diese zehn unter Satakopans tausend Aussprüchen sind für die Dienenden ein Gnadengeschenk; er selbst trägt die Gnade des Erhabenen als seinen Schmuck. (3838) Ich bin der Diener seiner Diener, die Gnade empfangen. Der Diskusträger steht bereit, auch mir Gnade zu schenken: So ist uns das Geschick bestimmt. In dieser großen Welt, die Dunkelheit bringt, wünsche ich keine weitere Geburt. Mein argloses Herz, lass die Verwirrung und verehre die Füße des Herrn von Vattaru!

(3839) Hast du gehört, mein argloses Herz? Durch Verehrung der Füße des Herrn von Vattaru wird die Geburt in dieser weiten Welt enden. Viele Lieder haben wir unserem Herrn Kesava gesungen, die Haftung alter Werke durchschnitten, uns vom gewöhnlichen Umgang der Welt gelöst und Narayana erreicht. (3840) Wir erreichten Narayana, indem wir viele Namen aussprachen. Der Herr des reichen Vattaru auf Erden kommt heute und eilt, uns die Himmelswelt zu schenken. So fügt es sich! Mein Herz, diese Vorgänge verlaufen anders, als wir es uns vorgestellt haben. (3841) Er wohnt in meinem Herzen und spricht durch mich diese gewichtigen tamilischen Lieder. Der Herr von Vattaru spaltete die Brust des hartherzigen Hiranya; im Bharata-Krieg griff er für die Pandavas zur Waffe, sodass die Könige erschraken. Gutes Herz, unser Herr wird uns seine Gnade schenken. (3842) Durch das Gebot des Herrn von Vattaru, der den Weg zum Himmel öffnete, darf ich aufsteigen. Herz, lache über die Hölle! Seine Füße, geschmückt mit honigreichen Tulasi-Blüten, gehören dem, der auf dem prächtigen Vogel umherzieht; dieses Fußpaar ruht auf meinem Haupt.

(3843) Die beiden Füße meines lotusäugigen Herrn sind auf meinem Haupt. Unser Herr verlässt sein Wohnen in meinem Herzen niemals. In Vattaru ruht er im berghohen Haus auf dem Schlangenlager; er brach die Stoßzähne des rasenden, tödlichen Elefanten. Seinen klingenden Fußringen sind wir nahe gekommen. (3844) Wir sind den klingenden Füßen nahe gekommen; unser Govinda hat Wohnung genommen. Vattaru mit seinen juwelengeschmückten, berggleichen Häusern gleicht dem Stirnzeichen des Südlandes, das vom wogenden Meer umgeben ist. Die duftende Tulasi auf seinen Blumenfüßen verströmt ihren wirklichen Wohlgeruch. (3845) Seine heilige Krone trägt duftende Tulasi, in seiner Hand steht der Diskus. Er liebt Vattaru, wo die Wasser aufeinanderstoßen, und seine Gestalt gleicht einem dunklen Berg. Welchen guten Dienst hätte ich ihm getan, dass er nun in meinem Herzen leuchtet? (3846) Im kühlen Vattaru wohnt der strahlende Tirumal mit der Göttin auf seiner leuchtenden heiligen Brust. Er reitet auf dem ruhmreichen Vogel und vernichtete das Geschlecht der kriegerischen Rakshasas. Ohne mich geringzuschätzen, bleibt er stets in meinem Herzen und verlässt es nicht.

(3847) „Diene mir, ohne dich zu trennen!“ Er beendete meine Geburten und nahm mich ganz in seinen Dienst. Damals zerriss er als Löwe Hiranyas Leib. Der Herr von Vattaru auf der gezeichneten Schlange mit dem glänzenden Rachen zeigte mir: Wer dem Großen dient, gewinnt den sonst unerreichbaren Ertrag. (3848) Unser Herr von Vattaru zeigte seine klingenden Füße und verhinderte den Eintritt in die grausame Hölle. Diese zehn unter den tausend tamilischen Liedgirlanden Satakopans aus dem reichen Kurukur sind lautere, den Ohren süße Worte. Die Himmlischen können sich daran nicht satthören. (3849) Dichter lauterer Worte, bewahrt euer Leben und dient! Der listige Dieb und große Wunderherr von Tirumaliruncolai kam als wunderbare Dichtung, vermischte sich mit meinem Herzen und Leben, unbemerkt von den Umstehenden, verzehrte beide und erfüllte mich ganz mit sich selbst. (3850) Er erfüllte alles als er selbst, war alle Welten und alles Leben, wurde auch der, der „ich“ sagt, und pries sich selbst. Nachdem er mein Leben ganz verzehrt hatte, blieb der König von Tirumaliruncolai für mich Honig, Milch, Zuckerrohrsaft und Nektar.

(3851) Er verzehrte mein Leben ganz, trat in diesen vergänglichen Leib ein und stand als mein ganzes Selbst da, der wunderbare Herr. Ich wandte mich mit gefalteten Händen dem guten südlichen Tirumaliruncolai zu, wo er wohnt. Werde ich noch anderswohin gehen? Wie erstaunlich ist die heilige Gnade meines Herrn! (3852) Wie erstaunlich ist die Gnade meines Herrn! Er ist Welt und Leben und lässt meinen Leib nicht los. Er durchschritt die Erde und behält unseren Berg Tirumaliruncolai, das Stirnzeichen des Südens, als Wohnstatt, damit die feindlichen Asuras zugrunde gehen. (3853) Damit die unnahbaren Asuras leiden, die guten Unsterblichen erstrahlen und die Freude der Weisen wächst, die das sonst Undenkbare bedenken, wurde er zu mir und sang sich selbst in melodischen, süßen Gedichten. Mein Herr von Tirumaliruncolai erfreut sich an diesem Gesang. (3854) Als Herr von Tirumaliruncolai bewahrt Tirumal die drei reichen Welten in seinem einen großen Bauch und beschützt sie Weltalter um Weltalter. Dieser Mal, der über mich herrscht, schenkte Gnade, als Shiva und Brahma ihn nicht sehen konnten und in großer Sehnsucht seine Füße priesen.

(3855) „Schenke Gnade, mein Herr!“ So preisen ihn der dreiäugige Herr, Brahma von klarem Wissen, der Götterkönig, die Götter und die Weisen, die Dunkelheit vertreiben. Sein heiliger Berg ist der juwelengleiche Berg Tirumaliruncolai, der Verblendung beseitigt. (3856) Den Berg Tirumaliruncolai, den heiligen Milchozean, mein Haupt, Vaikuntha, das kühle Venkata, meinen Leib, mein wunderbar geheimnisvolles Leben, meinen Geist, meine Rede und mein Tun verlässt Tirumal nicht einmal für einen Augenblick. Er allein ist mein Ursprung aller Weltalter. (3857) Mein meerfarbener Herr ist der eine Ursprung der Weltalter: In jedem Weltalter erschafft, bewahrt und vernichtet er alle Welten in sich. Lebe, mein Herz! Lass das schöne, kühle Tirumaliruncolai nicht los; lass Leib und vergängliches Leben vergehen. (3858) Lass deine große Maya vergehen, unser König von Tirumaliruncolai, der du zu meinem Selbst wurdest und mich beschützt hast: die aufwallenden fünf Sinnesgegenstände, die fünf Wahrnehmungsorgane, die Handlungsorgane, die fünf Elemente und die diesem Leben verbundene Prakriti, Mahat, Ichbewusstsein und Geist. Die poetische Aufzählung greift Kategorien der indischen Natur- und Seelenlehre auf.

(3859) Damit Mahat, Ichbewusstsein und Geist vergehen und die fünf gewalttätigen Sinne ihre Macht verlieren, trat er selbst als mein Ich ein und erfüllte alles mit sich. Von ihm sang Satakopan aus Kurukur mit honigduftenden Hainen. Diese zehn seiner tausend Worte sind dem Berg Tirumaliruncolai gewidmet. Die mehrfachen Bedeutungen von „Ich“ und „Selbst“ machen die Strophe auslegungsbedürftig; sie beschreibt Gottes vollständige Inbesitznahme des Sängers. (3860) Ich sagte nur: „Berg Tirumaliruncolai!“ Da kam Tirumal und trat ein, bis er mein Herz erfüllte. Südlich der Ponni, deren Wasser große, glänzende Edelsteine heranträgt, liegt das südliche Tirupper, das Tirumal als Wohnstatt aufsucht. (3861) Der Herr, der in Per wohnt, kam heute und erfüllte mein Herz mit den Worten: „Ich werde nicht fortgehen.“ Ihn, dessen Bauch selbst nach dem Verschlingen der sieben Wolken, sieben Meere, sieben Berge und sieben Welten nicht voll war, habe ich ganz festgehalten. (3862) Ich hielt ihn fest, beendete die Geburt und werde von Krankheit nicht berührt. Den Trug, der mich im häuslichen Dasein festhielt, habe ich zusammengefaltet. So leicht wurde es mir, die Füße des Herrn von Tirupper zu erreichen, umgeben von Häusern und beflaggten Tempeltürmen.

(3863) „Wie leicht ist es geworden!“ Meine Augen jubeln, und mit freudigem Herzen freue ich mich. Der Herr von Tirupper, dessen Haine Papageien durchhüpfen, wird mir den reinen, erhabenen Himmel schenken. (3864) Um mir den Himmel zu geben, verband er sich mit mir und trat heute in diese Hütte aus Fleisch ein. Er selbst beseitigte das Karma, das mich irren ließ: der Herr der südlichen Stadt Tirupper mit ihren honigreichen Hainen. (3865) Der Herr von Tirupper, der auch auf dem Berg Tirumaliruncolai wohnt, kam heute und erfüllte mein Herz mit den Worten: „Ich werde bleiben.“ Mein Wunsch wurde erfüllt; ich trank Nektar und freute mich. (3866) Nachdem ich getrunken und mich gefreut habe, was fehlt mir noch darüber hinaus? Ich erhielt die Worte, um freudig höheren Dienst zu tun und ihn zu den Tagesübergängen zu verehren. Der Herr von Tirupper, umgeben von Hainen mit jubelnden Bienen, steht in meinen Augen und weicht nicht, damit ich ihn schauen und mich freuen kann.

(3867) Er steht in meinen Augen und weicht nicht; im Denken ist er unermesslich. Er ist der feine Sinn aller Betrachtung und der Wohlklang der sieben Töne. Der Herr von Tirupper, umgeben von schönen, farbigen Juwelenhäusern, ist heute fest und ganz in mein Herz eingezogen. (3868) Heute machte er mich zu jemandem von Bedeutung und legte sich selbst in mich. Warum ließ er mich früher nach außen abirren? Vom Herrn von Tirupper mit seinen berggleich leuchtenden Häusern möchte ich eine gnädige Erklärung dafür erlangen. (3869) Ich bin dir nahe gekommen, habe freudig gedient und deine Füße erlangt. Vater, eben dies wünsche ich auch weiterhin. Den an nichts anderem haftenden Dienern des Herrn von Tirupper, wo gelehrte Vedakenner wohnen, bleibt kein Leid. (3870) Leid bleibt nicht bei denen, die diese zehn beherrschen, die Satakopan aus Kurukur, dem Wohnort vieler guter Menschen, unter seinen tausend wortreichen tamilischen Liedern über Tirupper mit seinen weiten Feldern sang. Solche Diener werden den ringsum goldenen Himmel als ihren Bereich erhalten.

(3871) Die schönen Wolken im weiten Himmel ließen Instrumente erschallen; die Wellen des tiefen Meeres hoben ihre Hände und tanzten. Sie freuten sich beim Anblick der Angehörigen Narayanas, meines Vaters von dauerndem Ruhm, der den Reichtum der sieben Erdgebiete trägt. (3872) Freudig sahen die wasserreichen Wolken Narayanas Angehörige und füllten hoch am Himmel goldene Vollkrüge. Die wasserreichen Meere rauschten; überall richtete die Welt an hohen Bergen Torbögen auf und verehrte sie. (3873) Die Bewohner der Welten verneigten sich und ließen vor den Angehörigen dessen, der einst die Erde maß, einen Regen von Räucherwerk und guten Blumen niedergehen. Von beiden Seiten kamen die Weisen entgegen und riefen: „Erhebt euch! Dies ist der Weg für die zu Vaikuntha Gehörenden!“ (3874) Die Unsterblichen ordneten ihnen überall Rastplätze zu; die Sonnengottheiten wiesen mit ihren Strahlenhänden den Weg. Der Donner der Trommeln glich dem Tosen des wogenden Meeres: So empfing man die Angehörigen Madhavas, dessen Krone honigreiche Tulasi trägt.

(3875) „Es sind Madhavas Angehörige! Kommt, tretet in unsere Wohnstatt ein!“ So riefen die Himmlischen an den Toren. Kinnaras und Garudas sangen Lieder; die mit dem guten Veda auf den Lippen brachten Opfer dar. (3876) Während die Opfer dargebracht wurden, stieg wohlriechender Rauch auf; Hörner und rechtsgewundene Muscheln erklangen überall gemeinsam. Frauen mit hellen, strahlenden Augen begrüßten sie freudig: „Ihr Angehörigen des Diskusträgers, herrscht über die Himmelswelt!“ (3877) Während die Frauen Glück wünschten, sprachen Maruts und Vasus überall fortlaufend Lobpreisungen für die erblichen Diener unseres Kesava, der im tiefen Meer liegt, unseres Kuhhirten in Kudantai mit seiner funkelnden Juwelenkrone. (3878) „Dies sind Govindas Diener aus seinem Haus!“ Mit diesen Worten empfingen die gekrönten Himmlischen sie der Reihe nach. Sie näherten sich den hohen, beflaggten Mauern und Tempeltoren, um in Vaikuntha des schön gestalteten Madhava einzutreten.

(3879) Als sie Vaikuntha betraten, riefen die Himmlischen am Eingang: „Vaikunthas Angehörige sind die Unseren; betretet unsere Wohnstatt!“ Die Unsterblichen und Weisen in Vaikuntha staunten: „Welch ein Geschick für Menschen der Erde, in Vaikuntha einzutreten!“ (3880) „Sie sind dem ihnen bestimmten Weg gemäß eingetreten“, sagten die guten Vedakenner und wuschen ihnen an geeigneten Plätzen der Stadt die Füße. Mondgesichtige Frauen kamen und trugen Schätze, gutes Duftpulver, gefüllte Krüge und Lampen herbei. (3881) So wurden sie empfangen und saßen in der großen Juwelenhalle mit den Dienenden in endloser höchster Freude. Wer diese Verse unter den tausend rhythmischen Worten Satakopans aus Kurukur mit büschelblühenden Hainen beherrscht, ist ein Weiser. (3882) Weiser, Viergesichtiger, dreiäugiger Vater! Mein makelloser dunkler Rubin mit Fruchtlippen und Lotusaugen, mein Dieb, kostbares Leben des Einsamen! Du bist gekommen und hast dich auf mein Haupt gesetzt. Nun lasse ich dich nicht mehr gehen. Täusche mich auf keinerlei Weise!

(3883) Täusche mich nicht! Bei der heiligen Frau auf deiner Brust, deren blumengeschmücktes Haar duftet, schwöre ich; es ist auch dein Eid. In Liebe nahmst du mich ohne Zögern an, sodass mein Leben von dir nicht mehr getrennt ist. Ach, komm, rufe mich und nimm mich zu dir! (3884) Ach, komm, rufe mich und nimm mich zu dir, mein makelloser dunkler Rubin! Für mein Leben kenne ich keine andere Stütze als dich. Du bist die ursprüngliche Wurzel des Nabel-Lotus für Brahma, Shiva, Indra und alle anderen, die dir ergeben dienen; du bist jenes Höchste jenseits der Himmelswelten. (3885) Bist du der schöne, kühle Urraum jenseits, bist du das in ihm Gegenwärtige? Du bist der Himmel, sein gutes Licht, Brahma und Hara darin. Du bist der Weise, der die Himmlischen und alle anderen erschuf. Wolltest du meinen Anteil vollenden und ließest mich dennoch hier ringen? Die kosmologischen Begriffe dieser Strophe werden in den Kommentaren unterschiedlich entfaltet. (3886) Wenn du mich im Ringen zurücklässt und wieder nach außen schickst, an wen soll ich mich dann halten, und wozu? Ach, was wäre noch „mein“, was wäre noch „ich“? Wie Wasser, das glühendes Eisen ganz aufnimmt, hast du mein kostbares Leben restlos getrunken und bist mir unerschöpflicher Nektar geworden.

(3887) Du wurdest mir unerschöpflicher Nektar und hast mein süßes Leben in beständiger, unersättlicher Liebe verzehrt. Nimm es nun ganz! Du von der Farbe der Kaya-Blüte, mit Lotusaugen und roten Fruchtlippen, Geliebter der schönen Lotusfrau, die dir entspricht: Du bist meine Liebe! (3888) Meine Liebe, der du die schöne Lotusfrau liebst! Vater, als herrlicher Eber hobst du die Erde zwischen deine Hauer, wie ein dunkler Berg, der sich mit zwei Mondsicheln erhebt. Du quirltest das dunkle Meer. Nachdem ich dich erlangt habe, werde ich dich noch gehen lassen? (3889) Nachdem ich dich erlangt habe, werde ich dich gehen lassen, dich, mein einziges großes Leben? Du bist die zweierlei Werke, das Leben und deren Früchte; du machtest die drei Welten zu einem großen Dickicht, tratest darin ein und verbargst dich ganz. Du bist mein einzigartiger ursprünglicher Same! (3890) Einziger ursprünglicher Same aller drei Welten und ihrer Ursprünge! Wann werde ich zu dir, nur zu dir, kommen und mich mit dir vereinen? Du bist hier und dort der ganz erfüllende Lebensraum, der eine Anfang, ringsum weit, tief und hoch, ohne Ende! „Lebensraum“ gibt hier eine bildhafte, theologisch deutungsbedürftige Verwendung von pāḻ wieder.

Lesebereich 3891–3892

(3891) O endloser, ringsum weiter, tiefer und hoher Urraum! O höchstes, schön aufblühendes Licht, das ihn umschließt und übersteigt! O leuchtende Erkenntnis und Freude, noch größer als dieses! Du hast mich ganz umschlossen, bis meine darüber hinausgreifende Sehnsucht erfüllt war. Die Steigerung führt von kosmischer Weite zur Erfüllung der persönlichen Gottessehnsucht. (3892) Satakopan aus Kurukur rief nach Hari, Ayan und Hara und erlangte, von unerfülltem Verlangen frei, die Befreiung durch den alles umfassenden Herrn. Mit diesen zehn Antati-Versen erfüllter Sehnsucht enden seine tausend Antatis. Wer sie versteht, ist durch seine Geburt zu Hohem gelangt.

Iramanuca Nurrantati (3893–4000)

Lesebereich 3893–3992

(3893) Herz, lasst uns seine Namen aussprechen, damit wir beständig an Ramanujas Lotusfüßen leben! Er fand Heil, indem er Marans Füße verehrte, dessen Lieder reich sind am Lob des Herrn mit der Lotusfrau auf der Brust; er kam, damit die Kenner vieler Wissenschaften festen Halt finden. (3894) Mein Herz denkt nur an Ramanujas überreiche Güte. Er meidet Menschen, die die Lotusfüße des Herrn im südlichen Arangam mit nektarreichen Hainen nicht ins Herz aufnehmen, und liebt untrennbar die Füße des Herrn von Kuraiyalur. Ich weiß nicht, welch großes Glück mir zuteilgeworden ist. (3895) Herz von großer Art, ich verneige mich vor dir! Du hast die Verbindung mit Menschen gelöst, deren Leben wie ein Geisterdasein ist, und mich zu den Füßen der Glücklichen geführt, die den edlen, rechtschaffenen Weisen Ramanuja von unvergleichlichem Ruhm lieben. Die schroffe Gegenüberstellung gehört zur devotionalen Selbstabgrenzung des Gedichts. (3896) Ramanuja machte mich auf Erden zu jemandem, schnitt die Wurzel des alten Karma ab, das Verblendung hervorbrachte, und gebot mir, den Ursprung der Weltalter zu besingen. Er ließ mich die Füße des Höchsten auf meinem Haupt tragen. Nun gibt es für mich keinen Verlust.

(3897) Wenn Menschen mit verfehltem Herzen, die nicht sagen können: „Ramanuja ist mein erworbener Reichtum“, mich tadeln, ist das Lob. Die seinen beständigen Vorzügen zugetanen Menschen sehen keinen Fehler in meinen Gedichten, die seine heiligen Namen aussprechen; sie erkennen darin eine von Hingabe getragene Dichtung. (3898) Gute Dichter verbinden Form und Sinn harmonisch und preisen Ramanuja, von Liebe überwältigt. Ich aber bin ohne Einsicht; in meinen geübten Versen fehlt Hingabe, und mein Herz ist sündig. Dennoch versuche ich, seinen großen Ruhm auszusprechen. (3899) Seit ich die Zuflucht unseres Kurattalvan erreicht habe, dessen großer Ruhm die Sprache übersteigt und der die Grube der drei trügerischen Formen des Hochmuts überwand, fällt mir nichts mehr schwer: Ich singe Ramanujas makellosen Ruhm und verlasse die falschen Wege. Gemeint sind traditionell Stolz auf Herkunft, Wissen und Besitz. (3900) Unser Herr ist der erhabene Ramanuja: In seinem heiligen Herzen bewahrt er die Lampe, die unser Herr Poykai entzündete, um bedrängende äußere Dunkelheit zu vertreiben. Als Docht drehte dieser den innersten Sinn des Veda und lauteres Tamil zu einem einzigen Strang.

(3901) Butam entzündete die volle Lampe der Erkenntnis, damit die Dunkelheit des Herzens vergeht und es den Herrn schaut. Ramanuja hält dessen heilige Füße in seinem Herzen und führt uns. Die Guten, die Ramanujas Ruhm verkünden, schützen den Veda und lassen ihn auf dieser Erde bestehen. (3902) Nachdem die große, anhaltende Dunkelheit vergangen war, zeigte der Meister des Tamil, wie er in Kovalur den Hirtenherrn mit der großen Lotusfrau sah. Ramanuja preist seine goldenen Füße. Wer die Füße derer als Kopfschmuck trägt, die Ramanuja lieben, besitzt wahren Reichtum und bleibende Größe. Der Tamil-Meister ist Peyalvar. (3903) Panperumal gab den reinen Sinn der vier erhabenen Veden in lauterem Tamil wieder, zum Lob der ganzen Welt. Ramanujas Haupt trägt dessen Lotusfüße wie eine Girlande. Die wolkengleiche Freigebigkeit derer, die sich Ramanuja angeschlossen haben, kann ich in dieser meerumgebenen Welt nicht beschreiben. (3904) In Ramanujas Herzen ruhen die beiden Blumenfüße des weithin berühmten Herrn von Malisai. Meine Liebe gilt allein den standhaften Weisen, die niemand anderem als den heiligen Asketen zugetan sind, welche Ramanujas schöne goldene Füße stets als ihre Pflicht verehren.

(3905) Der Wahrhaftige Ramanuja begehrt nur die Füße dessen, der dem Herrn im unvergänglich herrlichen Arangam zwei Girlanden darbringt: die aus frischer Tulasi geflochtene und die in lauterem Tamil strömende vedische Liedgirlande. Ramanujas Füße sind meine Zuflucht; eine andere habe ich nicht. Besungen wird Tondaradippodi Alvar. (3906) Ich brauche nicht aus Angst um mein Heil so harte Askese zu üben, dass heißer Wald, Felsen und Meer zu glühen beginnen. Ramanuja, der allein die Füße der Großen preist, die die kunstvollen Verse des Herrschers von Kolli singen, lässt mich nicht fallen. Der Herrscher von Kolli ist Kulasekhara Alvar. (3907) In unermüdlicher Liebe, einem gewaltigen Strudel gleich, übersah er die uralte Größe Mals und wollte ihn mit dem Ruf „Pallandu!“ behüten. Seine Füße verlassen Ramanujas Herz nicht. Menschen, die sich Ramanujas strahlenden Vorzügen nicht anschließen, suche ich nicht auf. Welche Erniedrigung könnte mir nun noch widerfahren? Der liebend Besorgte ist Periyalvar. (3908) Seht den großen Weisen Ramanuja: Als der makellose Veda niederging und Kali die ganze Erde beherrschte, kam er und brachte Schutz. Dieser Freigebige lebt durch die alte Gnade jener, die die Girlande zuerst selbst trug und dann darbrachte, damit sie Arangans Krone umschlinge. Gemeint ist Andal.

(3909) Ob Leiden zuerst auf sie einstürmen oder Freuden sie umdrängen: Die zu Ramanuja gelangt sind, werden weder zornig noch verlieren sie sich im Wohlbehagen. Er ist in dieser Welt dem Nilan lieb, der in kühlem Tamil den unvergleichlichen Elefanten besang, den die Schriften preisen, den Herrn von Kannamangai. Nilan bezeichnet Tirumangai Alvar. (3910) Satakopan kam in die Welt, um die schwer zugänglichen Veden als tausend süße tamilische Lieder darzubringen. Ramanuja vermittelt den Ruhm der Großen, die Satakopan in ihr Herz aufnehmen können, damit alle Lebewesen Heil finden. Er ist unser fester Beistand. (3911) Ramanuja ließ die Menschen dieser weiten Erde erkennen: Marans ruhmvoller, weisender tamilischer Veda ist wahrer großer Reichtum, Vater, Mutter, höchster Lehrer und der Herr der duftenden Lotusfrau. Mir ist Ramanuja köstlicher Nektar. (3912) Ramanuja ist mein großer Schatz: Mit dem Herzen schöpft und trinkt er Nathamuni, dessen Wesen es ist, durch beständige Betrachtung der Herrlichkeit jener zu leben, die den Kennern der liebevollen tamilischen Musik aus dem nektargleichen Mund des Herrn von Kurukur lieb sind.

(3913) Ich werde nicht mehr an den Türen niedriger Menschen hängen, sie als „Wolken, die Schätze regnen“ loben lernen und mich in der Welt erschöpfen. Ramanuja hat mich beschützt; seine Zuflucht sind die beiden Füße Yamunaitturaivans, des Herrn der Asketen auf dem reinen Weg. Yamunaitturaivan ist Yamunacharya. (3914) Ramanuja ist mein sicher verwahrter Schatz. Er preist den Reinen, der Banas Vergehen vergab, als Karttikeya, der Elefantengesichtige, der feurige Dreiäugige, Modi und die Fiebermacht zurückwichen und ihn als Ursprung der drei Welten priesen. Modi ist hier eine Göttinnenbezeichnung; die Szene gehört zur Banasura-Erzählung. (3915) Gute Liebende bewahren Ramanuja jederzeit im Herzen als hohen, sicher hinterlegten Schatz. Ich, dessen schweres Karma auf Erden seinesgleichen nicht hat, lege ihn in mein trügerisches Herz und preise ihn zu den drei Tageszeiten. Was bedeutet das wohl für seinen mächtigen Ruhm? (3916) Früher alterte ich unter angesammelten schweren Werken in vielen Leibern und erschöpfte mich. Heute sah ich die Wolke namens Ramanuja und wurde erhoben. Mit wahrer Erkenntnis drängte er die als niedrig bezeichneten Lehren zurück, die falsche Askese preisen, sodass sie auf Erden schwanden. Die Wertung ist die konfessionelle Polemik des Dichters, keine Bewertung anderer Religionen durch diese Ausgabe.

(3917) Ramanuja, dessen Erbarmen einer Regenwolke gleicht: Wer in dieser meerumgebenen Welt erkennt die Art deiner Gnade? Ich war die eigentliche Wohnstatt des Leids. Seit du kamst und mich rettetest, schmecken deine Vorzüge mir, deinem Diener, süß als das Leben meines Lebens. (3918) Die Guten lieben Ramanuja, dessen Ruhm alle Richtungen erfüllt, jene leuchtende Wolke, die die wirkliche Schuld meiner Taten beseitigte. Welchen Fehler sie auch hätten, von welcher Geburt und welcher Art sie auch wären: Gerade dieser Fehler, diese Geburt und diese Art werden uns in ihren Dienst nehmen. (3919) Durch deine Freigebigkeit, die beim Geben nicht abnimmt, sondern leuchtend aufschießt, tratest du in mein von schwerem Karma belastetes Herz ein. „Dies könnte deiner hell strahlenden Größe Abbruch tun!“ So bebt und klagt mein einsames Herz, Ramanuja. (3920) Meine Zunge vermag nichts anderes liebevoll zu rühmen als Ramanujas Ruhm. Den Trügerischen bleibt er unerreichbar, die nicht den Füßen des Reinen nahen, der den verdorbenen Kamsa vernichtete und Pinnai mit ihren baumwollweichen Füßen liebt. Welch ein Leben ist mir heute zuteilgeworden!

(3921) Wann wird sich das verbindende Geschick erfüllen, damit meine Augen die Gemeinschaften derer sehen und sich freuen, die Ramanujas Ruhm wahrhaft erkannt haben? In das Haus seiner Hingabe nahm er den frischen tamilischen Veda auf, die Lieder des Herrn des südlichen Kurukur. (3922) Was macht es, wenn ich die große, freudeschenkende Befreiung erlange? Was macht es, wenn mich unzählige leidbringende Höllen umgeben? Der liebevolle, makellose Ramanuja hat mich angenommen: Er verkündete, dass der Wunderherr der Gebieter der vielen beständigen Seelen in der alten Welt ist. (3923) Herz, durch die als Jahre, Tage und Monate vergehende Zeit irrten wir hier durch viele Geburtsformen. Heute fanden wir, ohne es je berechnet zu haben, Ramanuja, dessen Liebe fest unter den beiden Füßen des Herrn von Attiyur ruht, des Erhabenen mit herrlichen Schultern. (3924) Würde, Geduld, Kraft, Ruhm, gute gefestigte Erkenntnis und Reichtum kommen zu denen, die unseren asketischen Ramanuja erreichen. Aus Freigebigkeit kam er, hob die unter dem feindlichen Kali leidende Welt auf und beschützte sie.

(3925) Diskus, Nandaka-Schwert, große Keule, leuchtender Sarnga-Bogen und die gewundene Muschel in der Hand des Gemahls der auf dem vielblättrigen Lotus blühenden Göttin wurden auf dieser Erde zum Weisen Ramanuja, um die Welt zu beschützen. Das Gedicht deutet ihn als gemeinsame Verkörperung der göttlichen Waffen. (3926) Ramanujas liebenswerter Ruhm war noch nicht voll erstrahlt, als er die unvorstellbare Macht des niedrigen Kali brach, das die Erde bedrängt und verschlingt. Erst nachdem er die Last der Bücher beseitigt hatte, in denen meine Taten im südlichen Reich verzeichnet standen, zeigte sich seine ganze Güte. Das südliche Reich ist Yamas Totenreich. (3927) Keine andere Gottheit werde ich begehren; keinen Menschen dieser Erde werde ich mit Gedichten als Regenwolke loben. Ich vergesse nicht Ramanujas beständige große Blumenfüße; schon das Wort „goldenes Arangam“ lässt seine Liebesverzückung wachsen. Wie könnte schweres Karma mich heute noch bedrängen? (3928) Der Herr des kostbaren Lebens mit dem siegreichen Diskus offenbarte einst den klaren Sinn des Meeres vedischer Worte. Als die Erdenbewohner dennoch ins Leid fielen, nahm Ramanuja eben diesen Sinn auf und ging ihnen nach. So ist das Wesen unseres Ramanuja.

(3929) Ramanuja ist der Tempel, in dem die Flut der Hingabe namens Ramayana wohnt, dessen Ruhm die Erde erfüllt. Gute Menschen, deren Herzen in Gemeinschaft mit den duftenden Blumenfüßen der Liebenden reifen, die seine Tugenden verkünden, erkannten auch mich freudig und machten mich zu deren Diener. (3930) Heute hast du mich zum Diener gemacht und im Dienst gefestigt. Warum ließest du mich zuvor nutzlos vergehen und draußen stehen? Ramanuja, der du den Worten der Verdienstvollen nie fern bist: Wenn ich die Art deiner Gnade betrachte, kann ich sie schwer verstehen. Erkläre mir dieses feine Geheimnis! (3931) „Besitz, Kinder, Land und Frauen mit schönem Haar!“ In solchem Wahn erschöpfen wir uns, mein Herz. Vermag ein anderer uns so zu schützen wie Ramanuja, der dunkles, grausames Leid vertreibt und uns klare Einsicht gibt, seinen endlosen großen Ruhm zu erkennen? (3932) Man nennt vier Ziele: sichere gute Befreiung, Besitz, Rechtschaffenheit und edles, gutes Verlangen. Ramanuja, sanft wie Vamana, erklärte auf dieser Erde: Unter den vieren ist das Verlangen, das Krishna allein gilt, das Ziel; Dharma, Artha und Befreiung dienen diesem.

(3933) Obwohl unser Madhava in den verschiedenen Geburtsformen auf Erden sichtbar erschien, konnten die Menschen ihn nicht erkennen. Doch als der erhabene Ramanuja kam und erschien, erlangten sie schwer erreichbare Erkenntnis und wurden Narayanas Angehörige. (3934) Mein Leben versank und verging im Schlamm der Leidenschaft, die an den Brüsten schön geschmückter Frauen haftet. Heute kam der reine, makellose Ramanuja, ließ seine alte Gnade strömen und hob mich heraus. Er verkündet: Arangan, der Gemahl der großen Lotusfrau, ist der Herr aller Seelen. (3935) Reichtum und Einsicht werden strömen; wenn ihr seinen Namen aussprecht, breitet sich Nektar im Mund aus, und die Bindung der zweierlei Werke flieht wurzellos davon. Erdenbewohner, ich sage euch: Sprecht „Ramanuja“, dessen Größe das mächtige Kali vertreibt, das den Dharma angreift! (3936) Er kennt die drei Formen des wortreichen Tamil, die vier Shrutis und alle grenzenlosen Wege des Dharma. Gute Menschen von unermesslichen Vorzügen preisen Ramanuja. Welchen Gewinn erhoffen die Menschen der weiten Erde, die seinen heiligen Namen nicht vertrauensvoll erlernen? Die drei Formen sind Dichtung, Musik und darstellende Kunst.

(3937) „Es gibt keinen anderen Gewinn als deine Füße und keinen anderen Weg, diesen Gewinn zu erlangen, als eben diese Füße.“ Denen, die dies erkennen, und auch mir hast du dich selbst geschenkt. Wahrhaftig, Ramanuja: Diese Rechtschaffenheit lässt sich mit Worten nicht angemessen beschreiben. (3938) Wir verehrten Ramanuja, der den von Maran dargebrachten Veda verstand, sodass die sechs gegnerischen Lehren auf Erden erschüttert wurden. Er trat in mein Herz ein, damit auch ich Einsichtsloser Klarheit gewinne; seine Tugenden steigen in alle Richtungen auf. (3939) „Der zu verehrende Höchste und Gebieter ist Arangan.“ So lehrt der erhabene Ramanuja den Dharma in dieser Welt. Er zerstörte die Macht meines schweren Karma und erfüllte meinen Geist unvergleichlich, ohne ihn bei Tag oder Nacht zu verlassen. Niemand gleicht mir in diesem Glück. (3940) Für meine unvergleichliche Niedrigkeit gibt es keine Zuflucht außer deiner Gnade; und für deine Gnade ist gerade sie das passende Feld. Ramanuja, dessen Größe die Lauteren verkünden: Welchen Sinn hätte es noch, uns unnütz zu trennen, nachdem wir beide unseren Zweck gefunden haben?

(3941) Als Ramanuja auf dieser Erde erschien, wurde der Weg des Dharma aufrecht, die sechs als falsch bezeichneten Lehren schwanden und das grausame Kali starb. Er trägt die Füße des Herrn des südlichen Arangam, dessen Felder Ströme von Lotushonig durchziehen, auf seinem Haupt und bleibt fest bei ihnen. Die Aussagen über andere Lehren sind triumphale konfessionelle Dichtung. (3942) Ramanujas beide Füße gehen in den Herzen der Edlen auf; sie schreiten so, dass die Herzen der Gegner vor Angst aufwallen. Sie tragen sogar die Reihen meiner schlechten Verse, in denen zahllose schwere Fehler stehen. Es sind die Füße des Herrn der Asketenführer, dessen alte Herrlichkeit sich überall verbreitet. (3943) Ramanuja ist Nektar für die Diener, die den König ganz erkennen, der im Bharata-Krieg den hohen, pferdegezogenen Wagen lenkte, um den fünf an seinen Füßen festhaltenden Brüdern den Sieg zu bringen. Betrachtet man den Grund seiner Geburt auf dieser Erde, so kam er einzig, um mich anzunehmen. (3944) Er blickte hin, und die sechs Lehren bebten; mit seinem Ruhm bedeckte er die ganze Erde. Er trat in mich Niedrigen ein, beseitigte die zweierlei Werke und verband mich mit Arangans beiden roten Füßen. Dies sind die Wunder, die unser Ramanuja wirkt.

(3945) Der wunderbare, rechtschaffene Ramanuja ist der Wunschbaum, der kam, um mich anzunehmen, ein Mensch von einer Güte, die Gelehrte lieben. Er begründete in dieser Welt die gute Wahrheit: Die unvorstellbar vielen Seelen und alle vielfältigen Welten gehören dem Höchsten. (3946) Als Ramanujas auf Erden verwirklichte Güte sichtbar wurde, vergingen die etablierten, als niedrig bezeichneten Lehren. Der Veda, der Narayana offenbart, jubelte; der unvergängliche, reiche tamilische Veda des Freigebigen von Süd-Kurukur blühte auf. Die abwertende Bezeichnung gibt die Perspektive des Hymnus wieder. (3947) Unser Haus ist ein königliches Haus, weil es Ramanuja innig verehrt: An ihm freuen sich die Diener des Herrn von Arangam mit duftenden Hainen, der die Herzen aller Betrachter raubt. Ramanuja ist die Wolke, deren gnädiger Blick die unzähligen melodischen Veden auf Erden bestehen lässt. (3948) Nachdem ich Ramanuja erreicht habe, wird mein Mund von nichts anderem sprechen und mein Geist an nichts anderes denken. Sein Ruhm durchdringt alle Welten; als Reiner preist er den Gott, der mit einer scharfen Axt die Königsgeschlechter einundzwanzigmal beseitigte. Gemeint ist Vishnus Erscheinung als Parashurama.

(3949) Auf dieser Erde habe ich Ramanuja gefunden, den gute Asketen preisen. Dieser Edle schätzt keinen anderen Gewinn und erkennt nur jene als die Seinen an, die den Blumenfüßen Arangans dienen. Seit ich ihn gefunden habe, kenne ich keine weitere Torheit. (3950) Unverständige behaupten als Sinn des Veda: „Brahman allein ist wahr; alle Seelen sind eben dieses, und wenn sie den Leib verlassen, werden sie mit dem ursprünglichen Höchsten eins.“ All diese bedrängenden Aussagen widerlegte unser Ramanuja im Streitgespräch, der Ozean wahrer Erkenntnis. Dies ist die polemische Darstellung einer gegnerischen Position, keine ausgewogene Beschreibung der Advaita-Lehre. (3951) Als die Dunkelheit des Kali die acht bis zum Meer reichenden Richtungen ganz erfüllte, vertrieb Ramanuja sie mit dem strahlenden Licht der vier großen Veden. Hätte er dies nicht getan, hätte niemand durch gründliche Einsicht erkannt, dass Narayana der Eigentümer der Seele ist. (3952) Ramanuja, die tugendreiche Wolke, ist der junge Spross unseres Geschlechts. Er tritt in jede Versammlung wahrhaft erkennender Weiser ein, an jeden Ort, wo die duftende süße Musik der Tiruvaymoli bleibt, und in jede Stätte, wo der Herr mit der Lotusfrau an seiner goldenen Brust wohnt.

(3953) Ich war durch grausames, raubendes Karma, das aufschoss und sich überall ausbreitete, in die Hölle gesunken. Unser asketischer Ramanuja, den seltene Weise verehren, kam und nahm mich an. Danach stieg das Licht seines alten Ruhms noch höher: Die weite Erde sah darin ein großes Wunder. (3954) Heute stehe ich von den Fesseln der zweierlei Werke befreit und werde fortan nicht im Geringsten leiden. Ich hielt mich an die Füße der Großen, die den großen Herrn preisen, der den Niedrigen keine Wohltat schenkt, solange sie Ramanujas beständige große Blumenfüße nicht suchen. Der Vers formuliert die ausschließliche Lehrerbindung des Dichters. (3955) Wie ein Elefant der Elefantenkuh folgt, so lass mich deinen ruhmreichen Füßen folgen! Ramanuja, großer Gelehrter, du kamst auf diese Erde, und die Verblendeten, die den Gestrüppen der sechs Lehren anhängen, lösten sich auf und flohen. (3956) Aus unserem Weisen Ramanuja, dem Elefanten, strömt als Brunstsaft die Freude an Marans melodischem, frischem Tamil. Den guten, wahrheitstragenden Veda hält er als kräftigen Rüssel empor und tritt auf der Erde machtvoll zum Kampf an. Ihr Disputierenden, eure Herrschaft ist zu Ende!

(3957) Für die alten Streitredner endete ihre Herrschaft; für die Vedakenner endete die Erniedrigung. Die Erde gewann Askese, die philosophischen Schriften verloren ihre Verwirrung, und für die mit allen Fehlern Beladenen endete das Verderben: durch die Erkenntnis, die unser Ramanuja schenkte. (3958) Madhava gibt den Himmel denen, deren Erkenntnis zur Güte gereift ist und die täglich in Sehnsucht vergehen. Ramanuja aber, der die Niedrigkeit in meinem von schwerem Karma belasteten Herzen beseitigte, gibt denen, die ihn erreichen, eben diesen Ort, indem er ihnen sein eigenes Erbarmen als Zuflucht schenkt. (3959) Diese Sinne wurden euch gegeben, um den Wunderherrn zu verehren, der einst für den schutzsuchenden Dharma die hundert Brüder sterben ließ; sie gehören euch nicht zu eigen. Hätte Ramanuja mit dieser Lehre den Seelen keine Festung errichtet, wer wäre dann noch Schutz für dieses kostbare Leben? Dharma bezeichnet Yudhishthira, die hundert Brüder die Kauravas. (3960) Wer, sagt, gleicht mir heute? Ramanuja erklärte auf Erden den reinen Sinn der Gita, die der Wunderherr einst auf dem göttlichen Wagen der fünf Brüder sprach. Mein Leben und mein Geist gingen hin und verneigten sich vor den Vorzügen der Guten, die Ramanuja verehren.

(3961) Arangan sah einst, dass Geist und Sinne aufgelöst und im Ende versunken waren, und gab sie mir gnädig zurück; doch seine Füße gab er damals nicht. Heute kam unser Vater Ramanuja, gab eben diese Zuflucht und hob mich empor. (3962) Siehst du mich und meine Art und daneben dich mit deinen unzähligen Tugenden, so ist es gut, mir Gnade zu erweisen. Welches Gute könntest du sonst noch in mir finden? Ramanuja, was würden die, die dir vertrauen, von deinem großen Erbarmen denken, wenn du anders handeltest? (3963) Mein Geist hat unter deinen beiden Füßen Zuflucht gefunden; meine Liebe zu diesen Lotusfüßen ist stark gewachsen. Mein Handeln gilt allein deinen Tugenden. Durch dein Wirken ist mein früheres Karma fortgegangen, freigebiger Ramanuja, unser großer Wohltäter! (3964) „Er wies die Streitstifter der schlechten Lehren zurück und brachte der Erde den reinen Weg des Veda.“ Mit solchem Denken sitzen die Ruhmreichen in inniger Liebe und preisen ihn. Ramanuja hat mich in großer Freigebigkeit mitten unter sie gestellt.

(3965) Durch Freigebigkeit, großes Erbarmen und mondgleiche Kühle wurde Ramanuja den Menschen dieser Erde zur Zuflucht und lehrte wahre, gute Erkenntnis. Wenn ich genau prüfe, habe ich keinen anderen festen Stand als die Entschlossenheit, seiner zu gedenken. (3966) Der Wunderherr vernichtet die Bösen mit dem scharfen Diskus, weil sie den Sinn des Veda nicht erkennen. Unser Ramanuja, dessen Freigebigkeit einer Wolke gleicht und dessen Tugenden schön sind, überwindet die dem schönen Veda Fernen schon durch einen einzigen Gedanken. (3967) Selbst wenn der Herr von Arangam, wo die Muscheln am Feldrand große Perlen hervorbringen, mit Diskus und Muschel in der Hand vor meinen Augen stünde, mich umdrängte und sagte: „Ich lasse dich nicht los“, würde dein Ruhm kommen und mich ganz überwältigen, Ramanuja. (3968) So viel Freude dir beständiger großer Ruhm, die weiten heiligen Wasser, der goldene Berg Venkata, Vaikunthas Land und der herrliche Milchozean schenken, so viel schenken mir deine beiden Blumenfüße. Ramanuja, gewähre mir diese in Gnade!

(3969) Er schenkte die sonst nicht geschenkte süße Gnade; mit den vielfältigen Bedeutungen des Veda stürmte er gegen unzählige Verdrehungen des Veda an. Sein Ruhm erfüllte diese ganze Erde, und mein Karma verbrannte er mitsamt der Wurzel. Was könnte ich dem freigebigen Ramanuja nun noch wünschen? (3970) Du tratest in meinen Geist ein, nahmst die Falschheit aus meinem Inneren und hast mich mit unvorstellbarer Mühe gleichsam überlistet. Nachdem du mich auf dieser Erde zurechtgebracht und zum Eigentum des Gemahls der Göttin gemacht hast, findet kein anderer falscher Gegenstand mehr Platz in meinem Herzen, unser Ramanuja. (3971) Ramanuja steht bereit, das Unwahrheit erzeugende Scheinwissen zu vertreiben und auf dieser Erde die Wahrheit zu schützen. Dennoch fragen die Menschen, guter Einsicht beraubt und nutzlos erschöpft: „Welche andere Gottheit hier könnte uns retten?“ So verharren sie im Zweifel. Die erste Wendung bezeichnet Lehren, die nach Ansicht des Dichters Unwahrheit erzeugen. (3972) Wer immer die Vorzüge jener nicht vergisst, die auf den heiligen Namen Ramanujas vertrauen können, den die Guten preisen: Ihnen werde ich überall, stets und zu jeder Zeit jeden Dienst tun, mit Wort, Geist und Handlung, ohne zu ermüden.

(3973) Ich hatte keinen Anschluss an die, die unermüdlich unter deinen beiden Füßen dienen. Doch du, Ramanuja, hast mir heute Arangans rote Füße unwiderruflich verschafft. Wenn ich klar erkenne, gibt es für dein herrliches Erbarmen keine mögliche Gegengabe. (3974) Ohne gefestigte klare Erkenntnis irrte ich durch schweres Karma mit entstelltem Wissen umher. In einem Augenblick machte er mich zu einem Menschen von unvergleichlich gehörtem Wissen. Welch ein Wohltäter ist diese ruhmreiche Wolke namens Ramanuja, deren Ruhm klar erkannt wird! (3975) Ich gehöre nicht zur Schar der auf Erden Hochangesehenen, die sagen: „Wir wollen großartige verdienstvolle Werke tun und gute Befreiung erlangen.“ Die schöne Befreiung, die deine beiden Füße sind, werde ich leicht erreichen. Ramanuja von wolkengleicher Freigebigkeit, sieh dies! (3976) Ich habe unseren Ramanuja gesehen. Sobald ich ihn sah, nahm ich den Dienst an den goldenen Füßen seiner Diener an und löste meine uralte schwere Krankheit. Heute trank ich mit vollen Zügen aus dem Flutmeer seiner Tugenden. Wollte ich alles Weitere erzählen, das mir zuteilwurde, gäbe es kein Ende.

(3977) Ramanuja beseitigte die Torheit der Diener, die umherirrten, ohne das überreiche Licht am Gipfel des rezitierten Veda, dessen inneren Sinn, als ihren Herrn zu erkennen. Für mein kostbares Leben gibt es keinen anderen Halt als die Füße der Großen, die Ramanuja verehren. (3978) Ich werde nicht mehr haltlosen Menschen anhängen, ruhelos laufen und mich erschöpfen in der Meinung, nur die an solcher Bindung Festhaltenden seien meine Verwandten. Wer ein Herz besitzt, das Ramanujas gedenkt, den die Kenner leuchtender Schriften preisen, ist ein Großer, der über uns herrscht. (3979) Ob Große oder Unverständige sprechen: Ihre Worte können seinen Tugenden angemessen sein. So erkennen die Einsichtsvollen Ramanujas freigebigen Ruhm. Wer sich nicht der guten Erkenntnis verbindet, die er nach Erforschung des Veda in der Welt verbreitet, wird von Kali bedrängt. (3980) Unser Löwe Ramanuja trank die klangvollen Lieder des Kunstherrn von Kuraiyalur mit seinen reichen roten Reisfeldern; davon wurde sein Herz stark. Ich preise sein Kommen in diese Welt, als die Tiger der Veda-Streitredner überhandnahmen. Der Kunstherr ist Tirumangai Alvar.

(3981) Ramanuja von schwer zu preisender Güte: Wenn ich deinen Ruhm zu kennen meine und ausspreche, wird er dadurch erniedrigt; unterlasse ich es, wäre das eine Erhöhung für deine Herrlichkeit. Obwohl ich so denke, vermag mein Herz nicht ohne Lobpreis auszukommen. Voll Sorge frage ich mich, was du davon halten wirst. (3982) Die Menschen denken nicht an Ramanuja, den Herrn, der Geburt beendet und auf diese weite Erde kam, um mich anzunehmen. Sie dichten keine gewichtigen Lieder über ihn und flechten keine Blumengirlanden für die Füße der Großen, die solche Lieder dichten. In wachsender Verblendung leiden sie in immer neuer Geburt. (3983) Die Welt war erschöpft von der Dunkelheit verfehlter Bedeutungen, die verblendete Agama-Streitredner verbreiteten. Damit diese Dunkelheit weiche, ließ unser höchst verdienstvoller Ramanuja seine gesammelte herrliche Gnade strömen und entfaltete die Wahrheit: Arangan ist der Herr aller Seelen. Auch hier spricht der Dichter aus seiner konfessionellen Auseinandersetzung heraus. (3984) Ich habe keine verdienstvollen Gelübde erfüllt und keine feine, seltene Lehre vorgetragen, die zum Lob deiner Füße führt. Ramanuja, dessen Ruhm selbst den Gelehrten rechter Schriften unermesslich ist: Sage mir den Grund, weshalb du heute eintratest und in meinen Augen und meinem Herzen Wohnung nahmst!

(3985) Ist der wahrhaft asketische Ramanuja nicht der Herr, der die törichten Behauptungen jener zerstört, die erzwungene Deutungen als Sinn des Veda ausgeben? Er kam an mein großes Karma heran, zog das leuchtende Schwert seiner Gnade und schnitt es mitsamt der Wurzel heraus. (3986) Ramanuja, der Makellose, gibt denen, die sich ihm anschließen, Askese, Reichtum und Güte. Er zerschlägt das böse Karma, das die unablässige Last weiterer Geburten hervorbringt, und schenkt den Himmel namens höchster Wohnstätte. Mit innerer Freude trinke ich nichts lieber als seine Tugenden. (3987) Der Höchste wohnt im Inneren der Seelen, tut das ihnen Angemessene und führt sie zum Heil. Doch selbst er erscheint ohne Erbarmen im Vergleich mit unserem Ramanuja: Um den vielen Seelen die Befreiung jenseits des Himmels zu geben, erschien dieser auf Erden und ließ die vier rettenden Veden wachsen. Der Vergleich ist eine bewusste Überhöhung der Gnade des Lehrers. (3988) Durch starkes Karma, das wachsende Krankheit bringt, gewann ich nie die Entschlossenheit zu überragendem guten Handeln. Ich hielt mich aufrecht, stürzte und irrte allein umher, bis das Fleisch meines verweslichen Leibes erschlaffte. Doch es gibt unsere Herren: die Menschen, die Ramanuja erreicht haben.

(3989) Heute kam er aus eigenem Erbarmen zu mir, damit ich den beständigen Lotusfüßen derer diene, die ihm ergeben dienen. Die Tugend Ramanujas führt zu seinen Angehörigen, indem sie erkennen lässt: Außer denen, die ihn erreicht haben, besitzt niemand diese besondere Art der Zugehörigkeit. (3990) Wird er uns in den süßen Himmel setzen, uns noch in die Hölle werfen und verbrennen oder in den alten Kreislauf der Geburten pflanzen, der auf beide folgt? Wird unser Ramanuja uns noch uns selbst überlassen, wenn wir „Zuflucht!“ gesagt haben? Herz, quäle dich nicht mehr mit der Frage, wohin du gelangen wirst. (3991) Die disputierenden Jainas, die als Geister geschmähten Buddhisten, die als träge bezeichneten Schüler des Herrn mit herabhängenden Flechten, die Vertreter der Leerheit und die als niedrig Geschmähten, die trotz der vier Veden Unfug treiben: Ihre Macht schwand auf der weiten Erde, nachdem unser Weiser Ramanuja, der goldene Wunschbaum, gekommen war. Die Beschimpfungen sind ausdrücklich die Polemik des historischen Textes gegen andere religiöse und philosophische Gruppen. (3992) Die goldene Biene meines Herzens ist zu dir gekommen, um an deiner Fußblüte den klaren Honig deiner leuchtenden Tugenden zu trinken und dort zu bleiben. Gewähre mir genau dies, Ramanuja! Sie kann künftig nichts anderes mehr trinken. Zeige ihr nichts anderes und verwirre sie nicht.

Lesebereich 3993–4000

(3993) „Ramanuja, du nimmst mir das Leid und rettest mich, der ich an die verwirrenden Ranken der zweierlei Werke gebunden, geistig betört und in leidvoller Geburt erschienen bin!“ Wenn ich so spreche, sagen die Guten, die in Liebe ständig an dich denken: Schon dies werde deiner Größe nicht gerecht. Die bloße Befreiung vom eigenen Leid bleibt hinter der selbstlosen Freude am Lehrer zurück. (3994) Mein Herz schmilzt, wenn es deine Tugenden bedenkt; meine Zunge ruft unablässig: „Unser Herr Ramanuja!“ Meine durch schweres Karma belasteten Hände verehren dich, meine Augen verlangen danach, dich zu sehen. Wie konnte deine Freigebigkeit in dieser meerumgebenen Welt gerade mir gegenüber so groß werden? (3995) Als gewaltiger Löwe in wachsendem Zorn zerriss er einst den glänzenden goldenen Leib des bewaffneten Asura. In Ramanujas Herzen wächst und reift die Saat seines Ruhms. Ramanuja nahm mir die wirkliche Krankheit des Karma und gab mir gute Erkenntnis, so greifbar wie eine Frucht in der Hand. (3996) Selbst wenn du mir Krishna so deutlich zeigtest wie eine Frucht in der Hand, wünsche ich nichts außer den in dir leuchtenden Vorzügen. Ob ich in der Schlammgrube der Hölle liege oder den strahlenden Himmel erreiche: Wenn du mir diese Gnade gibst, werde ich bestehen, Ramanuja, meine reiche Regenwolke!

(3997) Ramanuja ist der gute Weise, der in den Herzen jener wohnt, die zu den Füßen des Wunderherrn niederfallen, der im reich wogenden Milchozean schläft; gute Vedakenner verehren seine heiligen Füße. Wo die Großen, die Ramanuja verehren, aufstehen, jubeln und tanzen, dort ist die Wohnstatt seines Dieners. (3998) Die Guten nennen Vaikuntha, Venkata und den Berg Maliruncolai als Wohnstätten des Wunderherrn. Zusammen mit diesen wohnt der Wunderherr in Ramanujas Herzen. Heute ist Ramanuja gekommen und hat zu seiner Freude Wohnung in meinem Herzen genommen. (3999) Ramanuja von freudvoller Güte: Auch wenn ich immer und überall in von Krankheit bis in die Knochen erfüllten Leibern geboren werde, sterbe und in unzähligen Leiden vergehe, habe ich eine einzige Bitte: Mache mich zu einem, der allein deine Diener liebt, und nimm mich dort in ihren Dienst. (4000) Herz, lass uns, aufblühend, als wohne alle Hingabe in uns, die Frau auf der großen Lotusblüte preisen, die beständig auf der schönen Brust des Herrn des südlichen Arangam mit seinen von Fischen belebten Feldern wohnt. Mögen die Blumenfüße Ramanujas von überströmendem Ruhm fest auf unserem Haupt bleiben!

Ergänzende Taniyans und Begleitverse

Die folgenden Lobverse gehören zur Begleitung der Werke und ihrer Dichter. Sie werden getrennt vom Haupttext gezählt; einige sind Sanskritverse in tamilischer Schrift.

(T01) Periyalvar – Sanskrit-Lobvers, Nathamuni zugeschrieben. Ich verneige mich vor Vishnuchitta, dem Schmuck des zweimalgeborenen Geschlechts, der, ohne zuvor sämtliche Veden aus dem Mund eines Lehrers gelernt zu haben, den vom König ausgesetzten Preis gewinnen wollte und unmittelbar zum Schwiegervater Ranganathas wurde, den die Unsterblichen verehren. Die tamilische Wiedergabe des Sanskrit enthält digitale Unregelmäßigkeiten; die Übersetzung folgt dem erkennbaren Satzbau. (T02) Periyalvar – erster tamilischer Lobvers. Herz, komm! Wir tragen die Lotusfüße jener, die auch nur einmal „Villiputtur mit seinen breiten, blitzenden Mauern“ sagten. Wir sprachen von dem, der einst den Preisbeutel herabnahm, und schnitten den Weg ab, der in Niedrigkeit führt. (T03) Periyalvar – zweiter tamilischer Lobvers. Als der Pandya ihn feierte und die versammelten Menschen die Muscheln bliesen mit dem Ruf „Pattar Piran ist gekommen!“, trug er die erforderlichen Veden vor und nahm rasch den Preisbeutel herab. Seine Füße sind unser Halt. (T04) Tiruppavai – erster Lobvers. Sprich von Andal aus Puduvai mit seinen schwanenreichen Feldern: Sie sang Arangan die vielen Strophen der Tiruppavai in süßer Melodie und gab ihm die gute Liedgirlande; die Blumengirlande trug sie erst selbst und brachte sie dann dar.

(T05) Tiruppavai – zweiter Lobvers. Leuchtende Ranke, die du die Girlande zuerst getragen und dann dargebracht hast, mit vielen Armreifen geschmückte Frau, die du das alte Pavai-Lied gnädig singen kannst: Gewähre, dass wir nicht von deinem Wort abweichen, mit dem du batest, dem Herrn von Venkata bestimmt zu werden. (T06) Nachiyar Tirumoli – erster Lobvers. Sie ist die liebe Gefährtin der Göttin auf dem frisch erblühten Lotus, die sanfte Pfauin, die das Land Malli beherrschte, die Zarte an der Brust des Königs der Hirten, die Leuchte, die das Veyar-Geschlecht im südlichen Puduvai hervorbrachte. (T07) Nachiyar Tirumoli – zweiter Lobvers. Sie fragt die schöne gewundene Muschel nach der Beschaffenheit des roten Mundes des Wunderherrn. Sie stammt aus dem südlichen Tirumalli-Land und schenkt Arangan die Girlande, die auf ihrem reichen Haar lag. Die reinen guten Füße dieses geachteten Papageis der Haine sind unser Beistand. (T08) Kulasekhara – erster Lobvers. Komm hierher, grüner Papagei, ich gebe dir süßen Nektar! Sage: „Unser Kulasekhara, König der Cheras, Liebling der Frauen mit goldenen, bogenförmigen Stirnen, der ruhmreiche Perumal, der das südliche Arangam besingen kann!“

(T09) Kulasekhara – zweiter Lobvers. Als die Halskette verschwunden war, sagte er: „Die Liebenden des Höchsten stehlen nicht“, und steckte ihnen zuliebe die Hand in den Schlangentopf. Er brach die Tapferkeit seiner Feinde, herrschte gerecht über Kolli und war König der Bogenschützen: Chera Kulasekhara, Kronjuwel der gekrönten Könige. (T10) Tiruccanda Viruttam – erster Lobvers. Damit das Leid der von Baum- und Sandelholzhainen umgebenen Erde vergehe, schuf der Erhabene von Tirumalisai das Tiruccanda Viruttam. Sein Herkunftsort ist das reiche Tirumalisai, wo dunkles Sandelholz, Adlerholz und duftende Kongu-Blüten gemeinsam Wohlgeruch verbreiten. (T11) Tiruccanda Viruttam – zweiter Lobvers. Die Weisen erkannten Welt und Malisai im Inneren und wogen beide mit der Waage des Ruhms gegeneinander. Schwerer als die Schale, in die sie die Welt gelegt hatten, war jene, die das wasserreiche Malisai trug. (T12) Tirumalai – Lobvers. Herz, wünsche nichts anderes! Sprich jederzeit von unserem Herrn Tondaradippodi, der ruhmvoll die Tirumalai unter den beiden Füßen des Herrn des ummauerten Arangam sang, der einst die Kälber hütete.

(T13) Tiruppalli Elucci – Sanskrit-Lobvers. Ich preise den verehrungswürdigen Bhaktanghrirenu, der den in Arangam Ruhenden als den höchsten Vasudeva erkannte, ihn wie einen König der Ehrung würdig sah und eine Girlande von Aussprüchen zu seinem Erwachen schuf. Bhaktanghrirenu ist die Sanskritentsprechung des Namens Tondaradippodi, „Staub an den Füßen der Dienenden“. (T14) Tiruppalli Elucci – tamilischer Lobvers. Die großen Vedakenner nennen Mandangudi als die alte, ruhmreiche Stadt Tondaradippodis: Dort erschien der Herr, der den Gott des südlichen Arangam mit seinen bienenerfüllten Feldern aus dem Schlaf weckt. (T15) Amalanadipiran – Sanskrit-Lobvers. Ich gedenke dessen, den ein Weiser trug: Nachdem er Hari, der inmitten der Tochter Kaveri ruht, von den Füßen bis zum Haupt erfahren hatte, war sein Innerstes erfreut, und er beschloss, dass seine Augen keine anderen Gegenstände mehr schauen sollten. Der Getragene ist Tiruppan Alvar; Kaveri wird als Tochter Kaveras personifiziert. (T16) Amalanadipiran – tamilischer Lobvers. Wir preisen die Füße des Sängers Panar: Auf einem Weisen getragen trat er ein und schaute, wie es ihm gezeigt wurde, Lotusfüße, schönes Gewand, Nabel, seltenen Bauchschmuck, heilige Brust, Hals, roten Mund, makellose Augen und Gestalt. Im Lied schaute er und fand Leben.

(T17) Kanninun Siruttambu – Sanskrit-Lobvers. Möge Madhurakavi in meinem Herzen erscheinen: Er kannte keinen anderen Gegenstand, fand seinen Genuss allein im Nachsingen der Upanishaden Satakopas und wurde, von dessen Tugenden überwältigt, ausschließlich dessen Diener. (T18) Kanninun Siruttambu – tamilischer Lobvers. „Ich kenne nichts anderes: Maran Satakopan, der den Veda tamilisch machte, der Stier des freigebigen Kurukur, ist unser Leben.“ So preist Madhurakavi ihn. Dieser Madhurakavi herrscht über uns; er selbst ist unsere Festung. (T19) Mudal Tiruvantadi – Lobvers. Poykai Piran erschien in Kanchi, umgeben von blühenden Hainen mit Schraubenbäumen; er ist der Kampfstier unter den Dichtern. Aus Liebe schuf er das kostbare tamilische Antati, damit es auf Erden leuchte und die Dienenden leben. (T20) Irandam Tiruvantadi – Lobvers. Damit meine Geburten enden, verehrte ich die goldenen Füße Butams aus dem ruhmreichen, kühlen Kadalmallai, wo Perlen zusammentreffen. Als süßen Nektar schenkte er das Lied, das mit „Liebe ist die Lampe“ beginnt.

(T21) Munram Tiruvantadi – Lobvers. Herz, sprich freudig von den Füßen des Ruhmreichen, der in das prächtig bebaute Tirukkovalur eintrat, um die dunkle Regenwolke zu schauen, und unvermittelt ausrief: „Ich sah Shri!“ (T22) Nanmugan Tiruvantadi – Lobvers. „Narayana schuf den Viergesichtigen, und von diesem wurde der schöne Shiva geboren.“ Herz, wir können leben, indem wir diese ruhmreichen Worte aussprechen. Preise die Füße des Erhabenen von blumenreichem Malisai! (T23) Tiruviruttam – Lobvers. Ihr, die ihr nach dem Verlassen der Grube des Mutterleibs in die grausame Grube der Leidenschaft fallt und in einem weiteren Lebenslauf umherirrt: Lernt auch nur eine Zeile des Tiruviruttam, das der König von Kurukur sprach, damit dem Wesen der Seele keine Verirrung widerfährt, und wohnt im heiligen Land. (T24) Tiruvasiriyam – Lobvers. Lasst uns den Lehrer Parankusa, der einen leuchtenden Vakula-Kranz trägt, im unbefleckten Herzen bewahren und unvergesslich preisen: Er erschien im Kali-Zeitalter, damit die Menschen der Erde leben, und entfaltete den kostbaren Veda im Asiriya-Versmaß. Der Quellenwortlaut enthält in der zweiten Zeile eine sichtbare Zeichenlücke; die Übersetzung folgt dem erkennbaren Zusammenhang.

(T25) Periya Tiruvantadi – Lobvers. Herz, das du vorausgeeilt bist: Nimm die Mühe auf dich, sprich, verneige dich und preise mit vollem Mund! Sage den Namen Marans aus Kurukur am blumenreichen Porunal, umgeben von duftenden Hainen. (T26) Tiruvelukurrirukkai – erster Lobvers. Es lebe Parakala, es lebe Kalikanri, es lebe der König, der in Kuraiyalur wohnt! Es lebe der leuchtende, ehrenvolle Speer des reinen Königs von Mangai, der dem Wunderherrn durch Schwertmacht das Mantra abgewann! (T27) Tiruvelukurrirukkai – zweiter Lobvers. Unsere Zuflucht sind die Füße Arulmaris: Im ruhmreichen, lauttamilischen Tiruvelukurrirukkai legte er alle schönen Bedeutungen des Veda zu den beiden Füßen Aravamudans, des Herrn von Kudantai, und sprach sie aus, damit diese Welt Heil finde. Das gedruckte cērāmaṟ ist an dieser Stelle schwierig; der Zusammenhang ist die Darbringung des Gedichts. (T28) Siriya Tirumadal – Lobvers. Der freigebige, glückgesegnete, ruhmreiche Kaliyan mit dem Kranz reicher Mulli-Blüten gab das Madal, indem er das dunkle Kali durchschnitt, damit mein Herz nicht von der jungen Mondsichel verbrannt werde. Mehrere Schreibungen dieser Quellenfassung sind beschädigt; die poetische Grundbewegung bleibt die Linderung der Liebesqual durch das Madal.

(T29) Periya Tirumadal – erster Lobvers. Ihr Frauen mit schöner Stirn! Wenn Nambi von Naraiyur, den die Himmlischen und die Lotusfrau in der goldenen Welt verehren, meine Lage auf Erden sieht und sich dennoch nicht erbarmt, werde ich kommen und beständig das Madal reiten. (T30) Periya Tirumadal – zusätzlicher Lobvers. Die alten, auflodernden Werke des Karma sollen vergehen: So herrscht der gnädig strenge Arulmari von Kuraiyalur und lehrt, dass es keine andere Zuflucht gibt als die Füße des Herrn im goldbefestigten Arangam. Das Schwert und der Schild in seinen breiten Händen haben sich im Herzen seines Dieners festgesetzt. (T31) Tiruvaymoli – Sanskrit-Lobvers. Ich verneige mich vor dem Ozean des dravidischen Veda, dem Wortwerk Shri Satakopas: Nektar der Hingabe, Freude aller Menschen, Geber aller Lebensziele und Zusammenfluss der tausend Zweige der Upanishaden. Die Sanskrit-Wiedergabe in tamilischer Schrift enthält die technische Störung „f“; sie bleibt im Quellenwortlaut sichtbar. (T32) Tiruvaymoli – Lobvers Ishvaramunis. Herz, werde klar und denke immer an die beiden Füße dessen, der die kostbaren Veden als Antati gestaltete; erinnere dich dabei an das heilige Valuti-Land, das südliche Kurukur und den lieblichen, freigebigen Porunal.

(T33) Tiruvaymoli – Lobvers Cottai Nambis. Ich verneige mich nur vor den Menschen, die mit Geist und Mund das freigebige Kurukur ehren. Auch an Reichtum fehlt mir nichts: Die Füße unseres Vaters Satakopa sind unser Halt. (T34) Tiruvaymoli – Lobvers Anantalvans. Ich verehre die erhabenen Blumenfüße des Weisen Ramanuja von großem Ruhm, damit ich ein unwandelbares Herz erlange, das den lauttamilischen Veda des gründlich betrachteten, überaus herrlichen Satakopa bewahrt. (T35) Tiruvaymoli – erster Lobvers Pattars. Die tausend gereiften tamilischen Veden über den reichen Ruhm des Herrn von Arangam mit seinen himmelhohen Hainen gebar Satakopa als erste Mutter. Die fürsorgliche Mutter, die sie mit Kraft großzog, ist Ramanuja. (T36) Tiruvaymoli – zweiter Lobvers Pattars. Der Veda des Königs von Kurukur, melodisch wie eine Harfe, lehrt die erhabene Wirklichkeit des Herrn, das wahre Wesen der Seele, den geeigneten Weg, das sich als Hindernis ansammelnde alte Karma und das erfüllte Leben.

(T37) Iramanuca Nurrantati – erster Lobvers. Damit früheres Karma vergehe, setzte ich die beiden goldenen Lotusfüße Amudans aus dem Mungilkudi-Geschlecht als Schmuck auf mein Haupt. Welche Verpflichtung hätte ich nun noch gegenüber den Bewohnern des südlichen Totenreichs? (T38) Iramanuca Nurrantati – zweiter Lobvers. Herz, stimme zu, das Antati im Kalitturai-Versmaß zu rezitieren, das der tugendhafte Tiruvarangattu Amudu in wachsender Liebe über die beiden Füße des Weisen Ramanuja sprach. Dessen Ruhm schenkt den zu ihm Gekommenen Sieg; alle anderen begehrten großen Freuden gelten ihnen als wertlos. (T39) Iramanuca Nurrantati – dritter Lobvers. Ramanuja, erhabener Sieger über die sechs Lehren: Gewähre, dass all deine Namen, die die guten Liebenden mit gesammelten Worten im Dienst deiner Fußblüten preisen, Tag und Nacht auf meiner Zunge bleiben. Dies ist meine Bitte. (T40) Tiruppavai – Sanskrit-Lobvers Parashara Bhattars. Immer wieder gelte dieser Gruß Goda: Sie weckt Krishna, der am Berghang der hohen Brüste Nilas schläft, und lehrt ihn ihre Zugehörigkeit zu ihm, die von den Häuptern der hundert Shrutis erwiesen ist. Gebunden an die Girlande, die sie selbst zuvor getragen hat, wird er von ihr kraftvoll in Besitz genommen und genossen. Nila bezeichnet hier Nappinnai; die erotische Bildsprache gehört zur devotionalen Dichtung.

(T41) Periya Tirumoli – Sanskrit-Lobvers. Ich versenke mich in den Dichter, der Kali zerstört, die Sonne der Welt: Seine leuchtenden Strahlen haben die Dunkelheit des Nichtwissens vernichtet. (T42) Periya Tirumoli – Lobvers Kurattalvans. Parakalas Dichtungen sind die Lampe, die die Dunkelheit des Herzens vertreibt, guter Nektar gegen das Gift unablässiger langer Geburten, Muster für die fünf Bereiche guter tamilischer Literatur, Essenz des Veda und ein Feuerfunke für die Baumwolle der anderen Lehren. Das letzte Bild ist konfessionelle Polemik. Die fünf Bereiche sind Schriftzeichen, Wörter, Bedeutung, Versbau und dichterischer Schmuck. (T43) Periya Tirumoli – Lobvers Embars. Unsere Zuflucht, Weiser Ramanuja, König der Asketen, der du Zweifel beseitigt und uns angenommen hast: Gib mir ein Herz, in dem sämtliche tausend Veda-Lieder wohnen, die der König von Mangai mit seinem überströmenden Ruhm geschenkt hat. (T44) Periya Tirumoli – Bitte an Tirumangai. Siegreicher König, du lagst auf der Lauer, um Mal auf einsamem Weg auszurauben! Mit der Hand, die den Speer umfasst, zerschneide entschlossen und gnädig das Karma deines Dieners.

Nachklang: Hingabe im eigenen Leben

Am Anfang steht ein Segensruf: Möge es dem Geliebten gut ergehen. In diesem Wunsch liegt eine bewegende Geste der Bhakti. Der Mensch wendet sich mit seiner ganzen Liebe an den, bei dem er selbst Geborgenheit sucht. Im Verlauf der Sammlung nimmt diese Zuwendung viele Gestalten an: Staunen und Zärtlichkeit, Sehnsucht und Klage, Vertrauen und dankbarer Dienst. Auch ein unruhiges Herz findet Worte, mit denen es sich an Narayana wenden kann.

Die abschließenden Hymnen auf Ramanuja und die begleitenden Lobverse lenken den Blick zugleich auf die Menschen, durch die eine Überlieferung weiterlebt. Lehrende, Familien und Gemeinschaften tragen Worte von einer Generation zur nächsten. In Deutschland kann dieses Weitergeben beim gemeinsamen Lesen beginnen: Eine vertraute tamilische Zeile wird ausgesprochen, ihre Bedeutung auf Deutsch besprochen, eine Erinnerung geteilt. Jede Generation darf mit ihren Fragen und ihrer eigenen Stimme hinzukommen.

Für Menschen auf dem Yogaweg können die Lieder eine Einladung sein, Aufmerksamkeit und Liebe miteinander zu verbinden. Lass einen Gottesnamen, ein Bild oder einen Segenswunsch in der Stille nachklingen. Vielleicht erwächst daraus heute ein geduldiges Zuhören, ein versöhnliches Wort oder ein kleiner Dienst. So kann die Begegnung mit dieser Dichtung die eigene Sadhana vertiefen und die Beziehung zu anderen Menschen mit Wärme erfüllen.

Möge die Lektüre die Freude am Tamil, das Verständnis zwischen Menschen und das Vertrauen in die verwandelnde Kraft der Hingabe nähren.

Textgrundlage und Hinweise zur Ausgabe

Die Ausgabe übernimmt den redigierten Gesamtbestand der Project-Madurai-Reihe 621–624: 3.998 Haupttextblöcke in der Zählung 1–4000 sowie 44 ergänzende Taniyans und Begleitverse. Die Nummern 2711–2712 bezeichnen in dieser Textgliederung keine selbstständigen Blöcke. Die Langgedichte werden vollständig in den vorhandenen Abschnitten wiedergegeben. Auch die zusätzliche Ortszeile nach 2707 ist enthalten. Der Schluss umfasst die 108 Ramanuja-Hymnen des Tiruvarangattu Amutanar.

Die deutsche Fassung ist eine vollständige vorläufige Prosa-Arbeitsübersetzung. Kursiv gesetzte Deutungshinweise sind Erläuterungen, keine Worte der Hymnen. Die Umschrift bildet die tamilische Schreibung ab. Einzelne Quellenstörungen und lokale Nummerierungsfehler sind im Editionsbericht dokumentiert; eine neue philologische Gesamtprüfung ist mit dieser Einrichtung als Lesetext nicht verbunden.

Siehe auch

Tamilische Hymnen und ihre Dichter

Alvar · Periyalvar · Andal · Nammalvar · Tirumangai Alvar · Tiruppallandu · Tiruppavai · Nachiyar Tirumoli · Tiruvaymoli

Tradition und Praxis

Vishnu · Narayana · Krishna · Rama · Lakshmi · Ramanuja · Vaishnavismus · Vishishtadvaita · Bhakti Yoga · Prapatti · Japa · Meditation

Verwandte Lesewelten und vergleichende Lektüre

Bhagavad Gita · Bhagavata Purana · Tiruvasagam · Tirumantiram · Agama · Pancharatra · Vijnana Bhairava Tantra · Shiva Sutra · Kularnava Tantra · Shiva Samhita · Gheranda Samhita · Hatha Yoga Pradipika

Diese Werke gehören unterschiedlichen Gattungen und Traditionen an. Die Verweise laden zur vergleichenden Beschäftigung ein; sie behaupten keine unmittelbare literarische Abhängigkeit.

Seminare bei Yoga Vidya

Bhakti Yoga

01.11.2026 - 06.11.2026 Themenwoche: Bhakti Yoga / Mantra Singen mit Shankara

Bhakti-Yoga ist das Yoga der Hingabe und der Liebe. Bhakti bezeichnet dabei die Sehnsucht nach Wahrheit, Erkenntnis, Erfahrung, das Göttliche, wie auch…
Shankara Stefan Maune
03.11.2026 - 03.11.2026 Mantra-Konzert mit Gruppe Mudita

Herzöffnung pur
21:10 - 22:00 Uhr
Gruppe Mudita

Mantras und Musik

01.11.2026 - 06.11.2026 Themenwoche: Bhakti Yoga / Mantra Singen mit Shankara

Bhakti-Yoga ist das Yoga der Hingabe und der Liebe. Bhakti bezeichnet dabei die Sehnsucht nach Wahrheit, Erkenntnis, Erfahrung, das Göttliche, wie auch…
Shankara Stefan Maune
03.11.2026 - 03.11.2026 Mantra-Konzert mit Gruppe Mudita

Herzöffnung pur
21:10 - 22:00 Uhr
Gruppe Mudita

Indische Schriften

26.12.2026 - 02.01.2027 Indische Rituale Ausbildung

Du interessierst dich für indische Rituale? Du hast die einzigartige Gelegenheit, in dieser Rituale Ausbildung bei Yoga Vidya die kleine Puja, große P…
Sukadev Bretz, Shankari Winkelbauer
01.01.2027 - 10.01.2027 Yogalehrer Weiterbildung Intensiv A1 - Jnana Yoga und Vedanta

Kompakte, vielseitige Weiterbildung für Yogalehrer rund um Jnana Yoga und Vedanta.
Tauche tief ein ins Jnana Yoga und Vedanta, studiere die indischen S…
Vedamurti Dr Olaf Schönert

Die folgenden Angebote ergänzen das allgemeine Yoga-Studium; sie sind keine speziellen Lehrgänge zur Prabandham-Rezitation.

Kundalini Yoga

06.11.2026 - 08.11.2026 Kundalini Yoga Einführung

Gründliche Einführung in die Theorie und Praxis des Kundalini Yoga, Yoga der Energie. Die praktischen Übungen des Kundalini Yoga umfassen Pranayama (…
Arjuna Wingen
13.11.2026 - 15.11.2026 Kundalini Yoga Mittelstufe

Intensives Kundalini Yoga Seminar zur Erweckung der inneren Kundalini Energie, Erweiterung des Bewusstseins und Entfaltung des vollen Potentials. Yoga A…
Manuel Hirning

Chakras

20.11.2026 - 22.11.2026 Heilreise durch die Chakren

Tauche ein in eine transformative Reise durch die sieben Hauptchakren und erfahre, wie du deine Energiezentren aktivieren, ausbalancieren und für dein …
Nese Niekrens, Gajendra Sebastian Niekrens
26.12.2026 - 01.01.2027 Kundalini Yoga Intensiv Praxis - Live Online

Intensives Praktizieren der im Mittelstufen-Seminar gelernten Übungen für noch tiefere Erfahrung und Erweiterung des Bewusstseins ohne viel Theorie. L…
Sukadev Bretz, Shaktipriya Vogt, Radharani Birkner

Energiearbeit

04.11.2026 - 04.11.2026 Einführung in die Chakratherapie - Online Workshop

Uhrzeit: 18 - 21 Uhr
Ein Chakra ist ein feinstoffliches Kraftzentrum des Körpers, welches wichtige Körperfunktionen steuert und bestimmten Organen zug…
Beate Menkarski
06.11.2026 - 08.11.2026 Kundalini Yoga Einführung

Gründliche Einführung in die Theorie und Praxis des Kundalini Yoga, Yoga der Energie. Die praktischen Übungen des Kundalini Yoga umfassen Pranayama (…
Arjuna Wingen

Die Artikel dieser Ausgabe

  1. ↑ Alvar im Yoga-Vidya-Wiki, Überblick zu Dichtern, Werken und traditioneller Verehrung. Die dort wiedergegebenen Heiligenlegenden sind von historischer Datierung zu unterscheiden.
  2. ↑ Naalayira Divya Prabandham, Überblick zur kanonischen Sammlung, Nathamuni-Überlieferung und liturgischen Bedeutung; zur Textgliederung maßgeblich sind die unten genannten tamilischen Project-Madurai-Ausgaben.