Bogar Sapta Kandam Siebter Teil
Bogar Sapta Kandam – Siebter Teil setzt die direkte deutsche Übersetzung aus dem Tamilischen mit dem letzten Werkteil fort. Neben alchemistischen Verfahren stehen Siddha-Erzählungen, ethische Unterweisungen und der Yoga der Erkenntnis.[1]
Der siebte Teil des Bogar Sapta Kandam führt schließlich zu einer Haltung zurück, die jeden Lernweg tragen kann: Dankbarkeit gegenüber den Lehrern, Achtung vor dem überlieferten Wissen und Offenheit für Korrektur. Besonders die Schlussverse 6991–7001 bilden einen eigenen Zugang zum Herzen dieses Werkes.
Die Bogar-Sapta-Kandam-Ausgabe: Teile 1–3 und Einführung · Teile 4–6 · Teil 7 und Werkabschluss · 108 Verse und Mantraregister
Umfang dieser Seite: Siebter Teil, Verse 6001–7001, mit erhaltenen Doppelzählungen und örtlich markierten unsicheren Stellen. Zur Versauswahl und zum Mantraregister.

Unsichere Lesarten sind unmittelbar an den Versen gekennzeichnet. Die alchemistischen Rezepte und Heilbehauptungen werden als Aussagen des historischen Textes übersetzt; Stoffnamen und Maße bleiben ohne unbelegte Modernisierung erhalten.
Deutsche Übersetzung: Siebter Teil
Anrufung zum siebten Teil
6001. Ich preise den strahlenden Nandi und die Füße der gütigen Manonmani. Ich verneige mich vor Vel-Murugans Füßen und preise die Füße Haris und Brahmas. Ich preise Agastyas Füße und verneige mich vor dem großen Kamalamuni. Vor den Füßen des süßen Sadashiva neige ich mich. Kalangis Füße seien mein fester Schutz.
6002. Die achtzehn schützenden Munis sangen viele verschiedene Bücher. Die großen Siddha-Rishis nannten zahlreiche alte Werke und unendlich viel in ihren umfangreichen Schriften. Doch niemand habe ein Werk wie dieses verkündet: Das Sapta Kandam wurde gütig in siebentausend Versen gesungen.
6003. Im siebenteiligen Werk der siebentausend ist dies der siebte Teil. Durch Kalangis Gnadenblick habe ich gesprochen; höre die Wunder der Welt. Wie ein kostbares Juwel habe ich diesen siebten Teil in das Siebentausend gesetzt. Diesen abschließenden Teil des rechten Weges habe ich für dich gelehrt, mein König.
Anspruch und Inhalt des abschließenden Teils
6004. Den Menschen von Chinapati lehrte ich das Werk der siebentausend. Ich erklärte den Zustand des rechten Weges und den makellosen Pfad. Die Bücher, die die Herren mit dem Halbmond im verfilzten Haar auf Erden schufen, prüfte ich von Anfang bis Ende und zeigte den Weg des reinen Bewusstseins.
6005. Alle genannten Gegenstände sind in Bogars Siebentausend enthalten. Das ganze Leben der Könige auf Erden steht darin in seiner Ordnung und lässt sich nicht vollständig aufzählen. Die Bücher der südlichen Meister, Devas und Munis sammelte ich zu einem großen Werk und beschrieb der Welt ihre Besonderheiten.
6006. Alle Inhalte der Itihasas nahm ich in Bogars Siebentausend auf, sang sie sorgfältig und gestaltete dieses große Buch mit feiner Gliederung. Dieses Werk bringe keinen Verlust; seine gute Vedha-Kunst umfasse Unzähliges. Was die Nathas nicht ausdrücklich nannten, sei die besondere Art des Sapta Kandam.
6007. In den sechs Teilen habe ich unendlich viele Zugänge zur Vedha-Kunst erklärt. Den rechten Weg der freundlichen Nathas hat sonst niemand so dargelegt. Die Siddhi, die zum festen Weg der Gerechtigkeit gehört, besang ich in diesem Buch. Dieses liebevolle große Werk ist ein Guru-Buch.
6008. Kein Kavya gleiche dem Sapta Kandam der siebentausend. Von den Pandavas, den Menschen der Welt, den Siddhi-Arten und dem Leben der Munis erzählte ich in seinen sechs Teilen wie in einem großen Tanz. Alle Weltwunder lehrte ich durch Kalangis Gnadenblick.
6009. Wie dieses Sapta Kandam sprach auch Agastya-Muni sein Werk der zwölftausend und unterwies damit Pulastya. Zwölf Teile nannte er, jeweils tausend zu einem Teil. Durch Manonmanis süße Gnade wurde dieses Buch bestimmt gesungen.
6010. Sie sangen endlose Werke von sieben Lakhs mit Schutzanrufungen. Doch wer hat ein Buch wie dieses Siebentausend oder wie Agastyas herrliches Zwölftausend gesprochen? Ich selbst habe es dir verkündet.
Anmerkung: ஏழுலட்சங் காப்பு ist eine knappe, nicht eindeutig abgegrenzte Werk- beziehungsweise Umfangsangabe; daraus wird keine sichere Zahl erhaltener Schriften abgeleitet.
6011. Unzählige Bücher habe ich genannt; können sie diesem gleichkommen? Alles darin Aufgelöste ist hier enthalten. Wer es auf Erden erkannt hat, würde es wieder preisgeben? Wer dieses Buch versteht, soll weder graues Haar noch Falten bekommen; selbst die Nathas würden sich schämen. Halte es nicht für ein überwuchertes Ufer: Es ist ein Guru-Buch, ein wahres Buch.
Anmerkung: Der Ufervergleich mit சுரை ist unklar; die Verjüngung ist eine Verheißung des Textes.
6012. Im Inneren dieses Buches erklärte ich den Weg. Welchen? Ich lehrte die Siddhas das Rechte und auch die Regeln unrechter Wege. Den guten und den schlechten Weg erläuterte ich in diesem siebten, abschließenden Teil. Unaussprechlich sind seine großen Kräfte; besinge den erhabenen rechten Weg.
Bewahrung und verantwortete Weitergabe des Buches
6013. Im siebten und abschließenden Teil des Sapta Kandam lehre ich auch die Feinheiten namens Chitikai. Höre, mein Sohn Pulippani. Bezwinge deinen Eigenhochmut, neige den Kopf vor den Siddhas und Munis und verehre mit gefalteten Händen die Lotusfüße der vier Pfade.
Anmerkung: சிடிகை ist hier nicht sicher aufzulösen; நாற்பாத கமலம் kann auch wörtlich ‚vier Lotusfüße‘ bedeuten.
6014. Verehre und bewahre das Buch sorgfältig. Gib es nicht an Unverständige und Verworrene weiter. Viele Menschen, so schilt der Text, gleichen Hunden und Eseln, viele Geizige mächtigen Rakshasas. Suche Menschen mit duftendem, verdienstvollem Herzen: Ihnen dieses große Buch zu geben, ist heilig.
6015. Gibst du es Geizigen, mein königliches Juwel, entsteht Schuld. Viele gütige, verdienstvolle Menschen gibt es. Wenn sie zu dir kommen und um das Buch bitten, sprich freundlich, löse seinen Fluch, rufe sie einzeln zu dir, unterweise sie und zeige ihnen einen Weg, auf Erden zu gedeihen.
6016. Weder Zunge noch Vers reichen aus, Kalanginathar, den königlichen Herrn, zu preisen. Verehre seine Lotusfüße täglich von Herzen, entferne das Unrechte und wachse in Liebe. Denke unablässig an ihn. Seine Unterweisung zu lehren und das Buch bereitwillig weiterzugeben, ist verdienstvoll.
6017. Höre, mein Sohn Pulippani: Unzählige Siddhas, heilige Menschen großer Kräfte, verfassten viele Bücher und verbargen sie. Wahrhaft sangen sie ihre Werke, doch weil sie sie versteckten, sieht man nichts davon.
6018. Wie Siddha-Munis, Rishis und Nathas verfassten unzählige Menschen Berge von Büchern und verbargen sie in Höhlen. Auch Agastya sang viel und verbarg es in der Höhle des weiten Raumes. Die Siddhas des Südens versteckten ihre Werke unkenntlich auf den Bergen.
6019. Nachdem sie die Schriften gesungen hatten, legten sie sie in Höhlen. Kumbhamuni und die Rishis sammelten und verbargen sie. Kalanginathar hingegen sang sein Buch und gab es entschieden seiner lieben Schülerschaft.
Der Löwenwald nördlich des Meru
6020. Höre einen weiteren Weg, mein Sohn Pulippani: Nördlich des Meru, im Wald am großen Meer, sah ich einen Löwen. Auch Nathas, Siddhas und Munis waren dort. Mit der Kulikai stieg ich entschlossen in den Wald hinab.
6021. Ich stieg im Norden an der Meeresküste hinab, in einen schönen, dunklen Wald. Bären, Tiger und Löwen schlafen dort, und viele Nathas sind da. Die mächtigen Elefantenherden lassen sich nicht zählen. Im Wald des hohen Nordens leben die Tiere im Überfluss, nördlich des Himalaya.
6022. Vorn sind Löwenherden, hinten Elefantenherden, oben Pferdeherden, unten Schakalherden. Im mittleren Wald liegt ein Land, das selbst Devi Manonmani nicht kennt. Sonne und Mond sieht man dort nicht; es ist ein großer, kühler Wald.
Anmerkung: Die räumlichen Angaben ‚oben‘ und ‚unten‘ werden nicht ohne Anhaltspunkt in bestimmte Himmelsrichtungen umgerechnet.
6023. Im mittleren Wald leben Bären, Tiger und Löwen. Es ist ein üppiges, kraftvolles Land, ein Wald der Siddhas. Kein weltbeherrschender König hat es gesehen; Devas und Rishis wohnen dort. Ein Land kräftiger Rinder, das sonst niemand auf Erden gesehen hat.
6024. Die Herrlichkeit dieses Waldes will ich erzählen, mein königlicher Pulippani: Wunder, die selbst Siddhas, Munis und Rishis auf der alten Erde nicht erkannt haben. Ohne Scheu ging ich mit der Kulikai in den Löwenwald. Ohne Zeit zu vergeuden, blieb ich dort gern eine Weile.
6025. Lange blieb ich durch Kalangis Gnade und wanderte mit der Kulikai durch den Wald. Da sah ein männlicher Löwe eine Löwin, wurde von heftiger Begierde erfüllt und vereinigte sich ausgiebig mit ihr. So war es zu dieser Zeit.
6026. Ich sah die Tage ihrer Vereinigung. Zwölf Jahre wurde die Löwin trächtig, bis ihre Schwangerschaft erfüllt war und die Zeit des Gebärens kam. Wie soll ich dieses Wunder nennen, mein König? Niemand sonst hat es gesehen.
Anmerkung: Die zwölfjährige Trächtigkeit ist eine fantastische Angabe der Quelle, keine zoologische Beschreibung.
6027. Ich sah unermessliche Wunder in diesem Wald. In dem Land, das himmlische Munis und Rakshasas nicht kannten, trug die Löwin ihre Frucht, nahm vielerlei Nahrung zu sich und geriet in Geburtswehen. Sie konnte es kaum ertragen und litt schwer auf der Erde.
6028. Der männliche Löwe sah seine Löwin, erinnerte sich an den Ort der Elefantenherde und führte sie dorthin. Unbeirrt ging er zu der großen Herde und blieb dort stehen, mein König.
6029. Die Elefantenherde stand vorn, die Löwin dahinter, ihr den Rücken zugewandt. Nachdem sie das Junge geboren hatte, sprang dieses Löwenjunge auf den Kopf eines mächtigen Elefanten, riss das Gehirn heraus und sprang wieder hinab.
6030. Als das Löwenjunge herabsprang, erzitterte die Elefantenherde, wandte sich in verschiedene Richtungen und floh in den Wald. Das Junge folgte der großen Herde, fraß vier Tage lang und kehrte dann frei in den Wald zurück.
6031. So lautet die Geburt des Löwen: Durch Kailasanathas Gnadenblick wird sein Junges geboren und lebt in großer Herrlichkeit auf der alten Erde. Viel Stolz hat der Löwe; er ist der König der Tiere, und alle Tiere der Welt stehen unter ihm.
6032. Viele untergeordnete Tiere gibt es; der ruhmreiche Löwe ist ihr König. Wer hat den Löwen der verlassenen Wälder gesehen? Man hörte Geschichten, wie er in einen Waldfluss fiel und starb, und sah auf Erden die seltsamen Fälle seines Todes in tiefen Wasserbecken.
Die fünfzig Siddhas und die Löwenlegende
6033. Höre noch ein Wunder, gütiger Sohn Pulippani, eines, das die Herrscher der Erde nicht kannten. Fünfzig gewöhnliche Siddhas kamen gemeinsam in diesen wilden Wald.
6034. Als der Löwe sie auf ihrem Weg sah, brüllte er heftig. Er bemerkte ihre Bewegungen, geriet in wachsenden Zorn und wollte sie angreifen. Die Siddhas sahen seine erstaunliche Angriffskraft und sein heftiges Anspringen.
6035. Die Siddhas, Munis und Rishis sahen den zornig herankommenden Löwen und fürchteten sich. Alle fünfzig kletterten gemeinsam auf einen Kallal-Baum und blickten hinab. Der Löwe sah sich um und entdeckte die fünfzig dort oben.
6036. Als der Löwe die Siddhas sah, steigerte sich sein Zorn. Was tat er? Er urinierte mit der Wucht eines Pfeils auf die Erde und schuf eine Vertiefung. Dann tauchte er den Schwanz in den Urin und wälzte die Erde darin.
6037. Mit dem Schwanz nahm er die nasse Erde auf, wandte ihnen den Rücken zu und hob ihn hoch. Dann schleuderte er die Erde mit einer kreisenden Schwanzbewegung nach oben. Drohend warf er sie, sodass sie auf die Siddhas fiel.
6038. Achtundvierzig wurden von dieser giftigen Erde getroffen. Ihr unversehrter Körper nahm das Gift auf; sie wurden wie schläfrig. Nachdem der Löwe fortgegangen war, zitterten sie, ihre Körper sanken zusammen, und alle achtundvierzig fielen auf den Boden.
6039. Sie lagen auf der Erde, als schliefen sie benommen, doch alle diese Siddhas starben und sahen die Welt nicht wieder. Die beiden, die noch auf dem Baum waren, stiegen herab, bleich im Gesicht und erschüttert, und sahen die Toten.
6040. Die zwei, die nicht von der Erde getroffen worden waren, stiegen nach dem Fortgang des Löwen vom Baum. Sie dachten an die süße Manonmani, gewannen Klarheit und fassten den Entschluss, die Sache zu untersuchen.
6041. Sie verließen den Baum, betrachteten die vom Löwen geschaffene Urinvertiefung und wollten eine Probe machen. Einer nahm das Kupfer, das er bei sich hatte, und legte es in die Erde. Das Kupfer wurde zu Gold, erzählt der Text; daran erkannten sie deren Giftkraft.
6042. Durch die Giftkraft sei das Kupfer gereift. Der Löwenurin machte die Erde giftig; sie traf die Siddhas, ihre Körper wurden wund, und sie starben. Niemand sonst in der Welt habe dies gesehen, doch diese Siddha-Munis hätten es erkannt.
Anmerkung: Die Gift- und Metallverwandlung gehört zur alchemistischen Tierlegende des Werkes; eine reale Stoffwirkung ist damit nicht belegt.
6043. Die Siddha-Munis sahen dieses Waldwunder und standen staunend und erschüttert da. Mit der Kulikai wollten sie nach Cina gehen, um den Menschen von Chinapati das große Wunder zu erzählen. Bereitwillig und mit bewegtem Herzen zogen sie dorthin.
6044. Höre, mein Juwel Pulippani: Auch ich blieb einige Zeit am nördlichen Meru. Das Löwenwunder hatten die Nathas der Welt nicht gesehen. Ich aber sah es und unterwies die Menschen von Cina darüber.
6045. Die Herrlichkeit des Löwen am nördlichen Meru lehrte ich bereitwillig den berühmten Menschen von Chinapati. Auch das Kayakalpa, das ich selbst besaß, gab ich ihnen liebevoll. Die Menschen von Chinapati nahmen diese Körpermittel zu sich.
Die Besucher aus Chinapati und Bogars Eingreifen
6046. Nachdem sie die Körpermittel genommen hatten, wurden einige Menschen von Chinapati erkenntnisreich. Sie legten die Kulikai an und wollten den Wald am nördlichen Meru selbst sehen. Mit der Kulikai ausgerüstet zogen sie bereitwillig dorthin.
6047. Sie gelangten wie Nathas in den Löwenwald. Mit den Kayakalpa-Mitteln stiegen sie mithilfe der Kulikai in den Wald hinab und sahen den Löwen. Er brüllte und kam gewaltig heran, um die Menschen von Chinapati zu töten.
6048. Wie die Siddha-Munis zuvor kletterten die Menschen von Chinapati auf den Kallal-Baum. Von dort betrachteten sie die Gestalt des Löwen, standen bestürzt und staunten über das, was sie sahen.
6049. Sie fassten Mut, als sie den Löwen sahen: Was könnte er tun? Doch wie zuvor nahm er Erde auf und schleuderte sie nach ihnen. Die Menschen von Chinapati fielen vom Kallal-Baum herab.
6050. Sie fielen auf die Erde und konnten das Gift nicht ertragen. Ihre Körper erbebten, die fünf Sinnesvermögen zogen sich zurück, die Wahrnehmung verwirrte sich, und sie gerieten in Yamas Gewalt. Ich sah sie auf dem Boden liegen und sich wälzen.
6051. Ich sah, wie das Gift rasch in ihnen aufstieg, und gab ihnen ein Gegenmittel zur Körperwirkung, sodass sie sich wieder erhoben. Bereitwillig gab ich ihnen das Löwen-Kalpa, damit sie Bestand hätten, solange die Welten bestehen. Ich gab ihnen Leben; weil ihnen noch ein Rest bestimmt war, standen sie auf.
Anmerkung: Die Wendung காயாதி முறிப்பு benennt eine Aufhebung beziehungsweise ein Gegenmittel, aber keine eindeutig bestimmte Rezeptur.
6052. Den Menschen von Chinapati erklärte ich die Kalpa-Methode und den Weg zum Überleben. Der Kundige wird sie erkennen. Ich lehrte ihnen den Weg der Siddhas und Munis. Könnte ein anderer dies sagen? Es geschah durch Kalangis Gnadenblick im Vedanta.
6053. Die Menschen von Chinapati erhoben sich und neigten ihre Köpfe. Durch Kalangis Gnadenblick und weil noch ein Rest ihrer Bestimmung vorhanden war, wurden sie von mir wieder aufgerichtet. Durch Mahadevas Gnadenblick erkannte ich den verborgenen Sinn.
Kalis Heiligtum und der Ucchi-Linga-Skorpion
6054. Höre noch einen Weg, mein Sohn Pulippani: Im duftenden Wald des äußersten Nordens, an der Seite des großen Meru, wohnen viele Gottheiten. Ich sah diesen großen Wald, in dem Kali Leichen als Opfer annimmt.
6055. Ich wanderte in dem Wald, den himmlische Munis nicht kennen. An den Hängen des großen Meru gibt es Hügel und Berge. Unzählige Skorpione leben dort in Schwärmen; Herden von ihnen bis in die Millionen sah ich.
6056. Ich sah unzählige rote Skorpione, die beim Wechsel der Yugas umherziehen. Sie entsprangen dem Tirtha-Linga und kommen in Millionen Scharen. Eifrig steigen sie auf: Ucchi-Linga-Skorpione heißen sie. Selbst die drei göttlichen Gestalten würden vor ihnen erzittern.
6057. Den Ucchi-Linga-Skorpion sah ich im Wald. Am Berghang fand ich Kalis Tempel, eine mächtige Götterstätte. Zum innersten Heiligtum führt eine Öffnung, gerade Raum für einen Schwanz. Wer Kali sehen will, geht durch den Tunnel.
Anmerkung: வால்நுழைய, wörtlich ‚damit ein Schwanz hineingelangt‘, ist eine auffällige Lesung; sie wird nicht durch eine vermutete andere Größenangabe ersetzt.
6058. Der Weg in der Götterstätte führt zum innersten Heiligtum. Wer Kali sehen möchte, muss auf der Brust vorwärtskriechen und einen Raum von acht San durchqueren. Dahinter liegt Kalis Wohnstätte, wo man sie sehen kann.
6059. Der Ucchi-Linga-Skorpion lebt lange in diesem engen Tunnel. Zur selben Zeit gab es dort zahllose Elefantenherden, stolz und unbändig. Ihre Zahl lässt sich nicht nennen.
6060. Im Wald war ein Konan, ein Hirte, an einem Weideplatz für Rinder und Ziegen. Unübersehbar zahlreich waren die Rinder. Ein Elefant erblickte den Hirten, geriet in Zorn, wühlte mit dem Rüssel Erde auf und jagte ihn fort.
6061. Als der Elefant ihn verfolgte, rannte der Hirte los. Um sich zu verstecken, floh er atemlos zum Kali-Tempel. Noch bevor das Unheil ihn erreichte, kroch er durch den Tunnel zum innersten Heiligtum.
6062. Der Hirte verbarg sich bei Kali, stand dort mit zitterndem Körper an ihrer Seite. Der bergewohnte Elefant kam zum Tunnel und steckte kraftvoll seinen Rüssel hinein.
6063. Der Elefant schob den Rüssel in den Tunnel, doch sein Körper passte nicht hindurch. Er blieb stehen und tastete mit dem Rüssel nach allen Seiten, um den Hirten zu erreichen. Es gab keinen Raum zum Weiterkommen; ein Hindernis stellte sich ihm entgegen.
6064. Während der Elefant mit dem Rüssel nach ihm suchte, blieb der Hirte mit angehaltenem Atem still und richtete seinen Geist auf Kali. Da stach der Ucchi-Linga-Skorpion heftig in den Elefantenrüssel; ein lauter Schrei ertönte.
Der Elefant und die alchemistische Asche
6065. Der Schrei des Elefanten hallte durch den Berg. Die Gemeinschaft der zur Befreiung gelangenden Siddhas hörte ihn. Sie erkannten, dass der berühmte Ucchi-Linga-Skorpion den Elefanten gestochen hatte.
6066. Nachdem die Siddhas dies erkannt hatten, stiegen sie vom Berg und kamen zum Elefanten. Das Gift war in ihm aufgestiegen; plötzlich brannte er wie Feuer. Selbst seine Stoßzähne wurden erfasst und loderten in Flammen auf.
6067. Der Elefant verbrannte zu Asche und starb. Die Siddhas betrachteten die verstreute Asche und teilten sie ohne Zögern unter sich auf. Während sie die Anteile verteilten, erschien der Hirte am Tunnel. Sie sahen ihn und fragten nach dem Geschehen.
6068. Mit noch zitterndem Herzen erzählte der Hirte: ‚Als ich Rinder und Ziegen hütete, sah mich der große Elefant. Er wurde heftig zornig und verfolgte mich. Als er herankam, erschrak ich und lief davon.‘
6069. ‚Ich rannte und fand keinen Zufluchtsort. Hört, Nathas und Munis: Schließlich erblickte ich Kalis Tempel. Erschöpft kroch ich durch den Tunnel und stellte mich neben die große Kali. Der Elefant suchte unablässig nach mir.‘
6070. ‚Hört, Siddha-Munis und Rishis: Der zornige Elefant schob seinen Rüssel weit in den Tunnel. Welches Wunder dort geschah, weiß ich nicht. Mit lautem Schrei brannte er auf und wurde plötzlich zu Asche.‘
6071. ‚Als ich sah, dass er zu Asche geworden war, dachte ich, mir drohe nun kein Schaden mehr, und kam aus dem Tunnel ins Freie.‘ Die Siddha-Munis hörten die Worte des Hirten aufmerksam und dachten: ‚Wir wollen ihm einen Gefallen tun.‘
6072. ‚Durch den Ucchi-Linga-Skorpion sind uns makellose Stoffe und Goldbereitung wie ein sprudelnder Quell zugefallen. Dieses unermessliche Glück kam durch den Hirten zu uns; ein palmhohes Glück verdanken wir ihm.‘ So dachten die Siddha-Munis liebevoll.
6073. Sie riefen den Hirten und gaben ihm Anteil an der Kunst der Goldbereitung. Sie zeigten ihm das Verfahren und die Handgriffe, erklärten die Regeln und legten ihm einen Teil der als Chunnam bezeichneten Asche in die Hand. Dann ließen sie ihn gehen.
6074. Die Munis sprachen ihm Zuversicht zu, wie es Kalangis Worte tun, und gaben ihm Unterweisung der Erkenntnis. Sie überreichten ihm die erdartige Asche und erklärten ihm das Verständnis dazu. Danach gingen die Siddhas rasch in ihre Waldhöhle zurück.
6075. Der Hirte brachte die Asche an seinen Wohnort. Der Goldgehalt übertrug sich auf Kupfer, und das Kupfer wurde zu Gold, erzählt der Text. Er wurde reich wie ein König, wie die großen Siddha-Munis und wie Rama der südlichen Stadt, mit unzähligen Schätzen.
Anmerkung: Die Goldverwandlung und das Verbrennen des Elefanten sind Motive der alchemistischen Wundererzählung; keine gesicherten Stoffvorgänge. Der Vergleich தென்னகரி ராமர் bleibt örtlich unbestimmt.
6076. Durch die Macht der Siddhas erkannte er die Goldbereitung. Mit der Frucht ihrer geordneten Askese erlangte der Hirte Wohlstand und Ansehen. Weil noch ein Rest seiner Bestimmung im Wald lag, wurde er berühmt. Von Königen gepriesen wurde er auf Erden einem Shiva-Yogi gleich.
Chaturagiri und der tabakverlangende Siddha
6077. Noch eine Geschichte, kluger Sohn Pulippani. Die Geschichte des Hirten habe ich erzählt; damit sind die Wunder nicht erschöpft. Ich verehre die Füße der süßen Devi Manonmani und Kalanginathars Füße und erzähle dir nun weiter.
6078. Höre, mein königlicher Pulippani: Mit der Kulikai erlangte ich Siddhi, sah die Wunder der Erde und suchte die Berge auf. Als ich am Gipfel des Chaturagiri hinabstieg und dort verweilte, umwanderte ich den Berg lange Zeit.
6079. Als ich am Berghang umherging und hinsah, stand dort ein Siddha von Palmenhöhe. Er stieg vom Berg herab, um Menschen zu sehen. Unzählige Wunder gibt es; wer auf Erden dafür bestimmt ist, wird sie sehen.
6080. Höre, mein Sohn Pulippani: Tausend Treiber von Lastochsen zogen als eine große Gruppe am Berg entlang, gleich einem Wagenzug. Der Siddha-Muni sah ihre Tabakballen.
6081. Der palmenhohe Siddha nahm den Tabakduft wahr. Der Gedanke an Tabak erfüllte ihn mit starkem Verlangen; er wollte die Tabakzubereitung rauchen. So beschloss er, den Berg hinabzusteigen und zu ihnen zu kommen.
6082. Als der Siddha-Muni vom Berg hinabstieg, erschien er zuerst wie ein aufrechter Palmenstamm. Schritt für Schritt verließ er die Höhe und stieg tiefer. Je weiter der verdienstvolle Siddha herunterkam, desto kleiner wurde er.
6083. Die Treiber sahen die Gestalt des Siddhas, behaart wie ein Bär. Während er herabstieg, wurde seine hohe Gestalt nach und nach kleiner; die große Behaarung war nicht mehr zu erkennen. Ohne seine besondere Macht zu bedenken, sprachen sie ungestüm über ihn.
6084. Die Lastochsentreiber redeten miteinander über den palmenhohen Siddha, ohne ihn zu achten. Die Herrlichkeiten dieses göttlichen Siddhas bedachten sie nicht. Die tausend Menschen standen dicht beieinander und tauschten ihre Bemerkungen aus.
6085. Sie kannten die Größe des herabsteigenden Siddhas nicht und sagten: ‚Ein Siddha ohne Geld, ein Mensch, der auf Chaturagiri lebt, ohne berühmte Wunderkräfte.‘ So redeten sie miteinander, rasch und wortreich wie Stegreifdichter, und stritten darüber.
6086. Die Treiber diskutierten, ohne den Siddha als erhabenen Guru zu achten. In großer Menge versammelten sie sich, luden ihre Tabakballen ab und begaben sich zum Rastplatz am Berghang, um zu essen.
Die Treiber fordern Wunderzeichen
6087. Als die Gruppe dort beisammensaß, näherte sich der Siddha vom Berg ruhig den Treibern und sagte: ‚Gewährt mir etwas von der Tabakzubereitung zum Genuss.‘
6088. Er blickte ihnen ins Gesicht und erklärte: ‚Auf dem Berg lebt ein Siddha-Muni, der sonst niemals in die Welt kommt. Heute brachte ihm der Wind den Duft des Tabaks. Weil noch eine zurückgebliebene Bindung besteht, erreichte ihn dieses Verlangen.‘
6089. ‚Ihr Lastochsentreiber, wenn ihr diesem Wald-Rishi, der mit still gewordenem Atem lebt, liebevoll etwas von der Tabakzubereitung gebt, werden eure belastenden Taten weichen. Großes yogisches Verdienst wird euch zuteil.‘
6090. Darauf fragten sie den Yogi: ‚Wenn wir diesem Siddha-Muni-Natha die Tabakzubereitung geben, welche Wunderkraft zeigt ihr uns dafür? Sagt es uns deutlich.‘ Der Siddha-Muni machte sich bereit zu antworten.
6091. Als der Muni den Mund öffnete, um den Treibern zuzusprechen, stand einer auf und entgegnete: ‚Großer Rishi, hört uns an! Am Ufer des ringsum fließenden Stroms ist ein Ashoka-Baum umgestürzt.‘
6092. ‚Wenn ihr diesen umgestürzten Ashoka-Baum wieder aufrichtet, Herr mit unversehrter heiliger Gestalt, geben wir euch die Zubereitung. Dann werden wir euch, großer Siddha-Muni, reichlich von der ganzen Tabakzubereitung geben.‘
Anmerkung: Eine Mengen- beziehungsweise Vergleichswendung in der dritten Zeile ist beschädigt; eine genaue Tabakmenge lässt sich daraus nicht gewinnen.
6093. Als die Menschen dies sagten, wollte der Siddha-Muni sie staunen lassen. Dieser Herr, der Kayakalpa genommen hatte, blickte den Ashoka-Baum an und richtete ihn auf.
6094. Der Baum erhob sich und stand wieder fest mit seinen Blättern. Doch die Leute sagten zu dem mächtigen Siddha: ‚Das ist noch kein großes Wunder auf Erden. Hebt jenen harten Bergfelsen aus dem Wald auf und bringt ihn zu uns; dann werden wir euch glauben.‘
Wunderzeichen und Anerkennung des Siddhas
6095. Als die Menschen herausfordernd sagten, dann würden sie glauben, hob der Siddha-Muni entschlossen den Felsberg an, trug ihn vor die versammelten Lastochsentreiber und setzte ihn plötzlich dort ab.
6096. Der Siddha-Muni stellte ihn vor ihnen auf. Doch sie sagten: ‚Den großen Felsen hergebracht zu haben ist noch kein Wunder. Vollbringt noch etwas anderes; dann werden wir an eure große Macht glauben, euch gemeinsam dienen und eure Schüler sein.‘
6097. Der Shiva-Gnana-Siddha hörte dies und fragte die Treiber ruhig: ‚Welches Wunder wollt ihr? Wenn ihr eine schöne Wundertat wünscht, kann auch das Licht der Siddhi sie vollbringen. Durch Mahadevas Gnadenblick gibt es viele außerordentliche Kräfte.‘
6098. Als er es zusagte, sprachen die Treiber: ‚Guru, Siddha-Muni, Rishi, hört! Wenn ihr uns heute heftigen Regen, Blitz, Donner und Hitze herbeiruft, werden wir euch als heiligen Guru erkennen und euch allezeit verehren.‘
6099. ‚Wir werden euch als Guru verehren und als großen Natha bedenken. Beständig werden wir euch anbeten und reines Bewusstsein im Geist betrachten. Eure Lotusfüße, die auf dem Berg verweilen, werden wir als wahren Sadguru erkennen und täglich auf dem Berg verehren.‘
6100. Während sie so sprachen, ließ der große Wald-Rishi, wie verlangt, Staubwind und Regen im Wald entstehen, dazu Blitz und Donner wie strahlendes Licht, sodass die ganze Erde erbebte. Die Lastochsentreiber sahen es und staunten.
Anmerkung: Die Wiederholung unter 6101 steht bereits auf den PDF-Seiten 796–797.
6101. Während sie so sprachen, ließ der große Wald-Rishi, wie verlangt, Staubwind und Regen im Wald entstehen, dazu Blitz und Donner wie strahlendes Licht, sodass die ganze Erde erbebte. Die Lastochsentreiber sahen es und staunten.
Anmerkung: Die bereitgestellte Textvorlage wiederholt hier vollständig Vers 6100. Beide Nummern werden mit der Wiederholung bewahrt; ein abweichender Vers wird nicht erfunden. Die Wiederholung des vorigen Verses steht bereits auf den PDF-Seiten 796–797.
6102. Die erstaunten jungen Männer umschritten die Lotusfüße des Siddha-Muni, neigten den Kopf und grüßten mit gefalteten Händen. ‚Gerechter Siddha des Nadanta, alle Tage auf Erden werden wir von euch sprechen und euch preisen‘, sagten sie.
Anmerkung: Der Beginn der Schlusszeile ist beschädigt; die Zusage beständigen Preisens ist erkennbar.
6103. ‚Wahrer Guru, unser Herr, hört! Ihr lebt allezeit auf dem Berg, wahrer Siddha des Vedanta, makelloser Herr der wesenseigenen Gestalt, heldenhafter Siddha. Im Dvapara, dem dritten Yuga, haben wir unzählige Siddhas gesehen, die im reinen Bewusstsein verweilten.‘
6104. ‚Auf den acht Bergen sahen wir sie, Herr, doch niemanden wie euch. Unzählige Menschen dienten und gingen in der alten Welt dennoch zugrunde. Viele vergeblich Lebende hörten die erklärte Lehre nicht. Einen Siddha eurer Art haben wir auf Erden nicht gesehen.‘
Anmerkung: Der letzte Vergleich துண்டரிகமான ist beschädigt und wird nicht zu einem bestimmten Siddha-Namen ergänzt.
6105. Um die Zubereitung zu geben, versammelten sich die Treiber. Für den wundermächtigen Siddha vom Berg stellten sie gemeinsam die Tabakzubereitung als eine volle Manneslast bereit.
6106. Alle zusammen banden die Last: Wie schwer war sie! Beim Anheben schien selbst der Siddha-Muni zu erzittern. Gemeinsam brachten die Männer sie zu ihm und standen dann wie starre Baumstämme da und schauten.
6107. Der vom Berg gekommene Siddha nahm die Last in die Hand, sodass die Männer erstaunt erzitterten. Wie ein leichtes Bündel trug er sie auf den Berg, verehrte die Füße seines Gurus und grüßte ihn ehrerbietig mit gefalteten Händen.
Anmerkung: Der Bündelvergleich தீர்த்தகிரி சிலிங்கப் பொதி ist unsicher. Hier wird ausdrücklich ein Guru des zuvor handelnden Siddhas eingeführt.
Die Gabe der Unterweisung
6108. Der Guru freute sich über seinen Siddha-Schüler und nahm die Tabakzubereitung bereitwillig an. Er fragte: ‚Wo sind die Menschen, die dieses Kayakalpa-Mittel so gern gegeben haben? Zeigt ihnen die rechte Ordnung.‘
Anmerkung: Die Gleichsetzung der Tabakgabe mit Kayakalpa gehört zur Sprache der Erzählung, nicht zu einer gesundheitlichen Empfehlung.
6109. Die kundigen Schüler hörten die Unterweisung des Gurus. Sie beschlossen, den Menschen eine verständige Lehre zu geben, dachten an die Lastochsentreiber und wollten ihnen auch Besitz schenken und sie im rechten Weg unterweisen.
6110. Um die Treiber zurückzurufen, dachte der Rishi an Mahadeva und ließ einen heftigen Regenschauer entstehen. Als er es wünschte, nahm die Flut stark zu. Darauf kamen die Lastochsentreiber auf den Berg zurück.
6111. Sie erkannten den Siddha von zuvor, verneigten sich vor seinen Füßen und sagten: ‚Herr, wir waren schon weit gegangen. Da fiel Regen in Strömen, die Flut stieg heftig an. Wegen dieses ungewöhnlichen Hindernisses sind wir besorgt auf den Berg gestiegen.‘
6112. Nachdem die Menschen dies erklärt hatten, sprach der Siddha liebevoll zu ihnen: ‚Es ist das Wort des kundigen Gurus, euch zu unterweisen. Kommt alle her und setzt euch aufmerksam hin.‘ So sagte der Siddha-Muni.
6113. ‚Durch die gute Tat, die ihr auf Erden vollbracht habt, wird euch die besondere Unterweisung nach dem gerechten Wort des Gurus zuteil.‘ Er prüfte die Erkenntnis vieler Bücher und lehrte die Menschen ohne Zorn und ohne Heftigkeit.
6114. Eine solche Unterweisung erhält nicht jeder auf Erden. In der Schönheit des Berges lehrte der Siddha-Muni die Manu-Ordnung und das Wissen der Künste, die Veden, die sechs Shastras und ausdrücklich die vierundsechzig Künste.
6115. Liebevoll lehrte der Rishi den Lastochsentreibern die Worte und den Weg des Gurus, ohne etwas auszulassen. Durch Manonmanis Gnadenblick, Kalangis große Gnade und die Füße der Devas, Munis und Rishis erläuterte er ihnen die Alchemie.
6116. Welche Alchemie lehrte er? Auf Bergen und Hügeln, wo Sonne und Mond nicht hinsahen, zeigte er alle Bergkräuter Agastyas. Er zeigte Pflanzenarten, die selbst Alchemisten nicht kannten, Bergkräuter, Hungerkräuter und alle Kräuter der Vedha-Kunst und gab gründliche Unterweisung.
6117. Den Lastochsentreibern erklärte er die Goldbereitung, nannte die Flüche der Kräuter, entfernte die Verhüllung und zeigte alle Geheimnisse. Damit die Welt sie preise, lehrte der Natha-Rishi den Menschen die verborgenen Pflanzen der Goldkunst.
6118. Höre, mein Sohn Pulippani: Weil die Lastochsentreiber den Natha-Munis die Tabakzubereitung als ehrerbietige Gabe überreicht hatten, zeigte man ihnen die Pflanzen der Goldbereitung in ihrer Wirkung. Ich habe es gesehen.
6119. Mit der Kulikai umwanderte ich den Berg und sah alle Waldkräuter. Ihre Arten werde ich dir bereitwillig geordnet erklären und ihre Wege liebevoll nennen. Wirke mit der Kraft eines Sturmes, doch Geizigen sollst du es nicht sagen.
Pflanzenwege der alchemistischen Goldbereitung
6120. Höre einen weiteren Pflanzenweg, den des reinen Vasalai. Bringe Karuvalai und füge das berühmte Muppu hinzu. Zerreibe es und bestreiche damit das Kupferblech, um das Metall zu ‚töten‘. Dann gib ihm ein Kukkuta-Putam, ein Hühner-Putam.
Anmerkung: Die Vorlage nennt nacheinander வசளை und கறுவாளை; eine Identität der beiden Pflanzennamen ist nicht gesichert.
6121. Nach dem Putam betrachte die Veränderung. Wie soll ich die Steigerung des Gehalts beschreiben? Können die Centuram-Präparate der neun Metalle dieser Pflanze gleichen? Unzählige Menschen gingen zugrunde, weil sie die Kräuterarten nicht kannten. Sie verstehen auch nicht, wie man den alchemistischen Guru vollendet, und bleiben ohne Scharfsinn.
6122. Noch ein Weg, mein königlicher Pulippani: Pon-Musuttai findet man nicht einfach, selbst wenn man alle Wälder durchwandert. Unzählige starben beim Suchen in Waldbächen und Höhlen. Das Kraut ist eine San lang, schlangenähnlich; seine Pfahlwurzel darf nicht abreißen.
Anmerkung: சாண்பாம்பு நீளம் ist eine ungewöhnliche Verbindung von Spanne und Schlange; keine botanische Bestimmung wird ergänzt.
6123. Die Hauptwurzel dieser Pflanze ist eine San lang. Auch wer Felder und Wälder durchstreift, findet sie als verworrener oder geiziger Mensch nicht. In dieser reichen Pflanze Pon-Muttai sitzt Vani-Sarasvati. In gewöhnlichem fruchtbarem Boden ist sie nicht zu sehen.
Anmerkung: Der Pflanzenname wechselt in der Vorlage von பொன்முசுட்டை zu பொன்முட்டை; die Formen bleiben erkennbar.
6124. Bringe diese ganze Pflanze samt Wurzel, verbinde sie mit Muppu und gewinne daraus ein Guru-Öl. Bestreiche damit die Bleche der neun Metalle. Lege sie in eine Tonschale und verschließe sie mit einer festen Tonbandage.
6125. Nach dem festen Verschließen gib ein leichtes Kukkuta-Putam. Das Blech soll reifen und zu Gold werden; sein Gehalt wird als fünfhundert angegeben. Es sei beständiges, erdartiges Gold, dem nichts gleichkomme.
Anmerkung: Die Gehaltszahl fünfhundert ist eine Angabe der Quelle und keine moderne Feinheits- oder Prozentangabe.
6126. Höre noch einen Weg, schöner Pulippani. Weder die Nathas noch die Mutter des Vedanta, weder Kalanginathar noch Agastya haben ihn gesagt. Weil ich die gute Kulikai trug, erkannte ich ihn selbst auf der Erde.
6127. Ich erkannte die goldene Avarai an Bergen und Quellen. Prüfe das Geheimnis der Pflanze, nimm dazu ein Kalancu Muppu und bereite ohne Unterbrechung ein Öl. Halte den Geist ruhig und bestreiche mit diesem Öl den Kutavan.
Anmerkung: களஞ்சு wird als traditionelle Gewichtseinheit Kalancu gelesen; Kutavan bleibt eine alchemistische Stoffbezeichnung.
6128. Was geschieht beim Bestreichen des Kutavan? Die Nathas sagten es nicht. Beim Kupfer namens Kasi wird der große Gehalt als zweihundertacht angegeben: makelloses, erdartiges Gold. Wird es auf Eisen, eine Nadel, angewendet, entstehe eigenes Gold, Eisen-Gold.
Anmerkung: Die Vorlage wechselt von Kutavan zu Kupfer und Eisen; die Stoffe werden nicht gleichgesetzt. Die Zahl bezeichnet keine gesicherte moderne Feinheit.
6129. Noch ein Wunder, mein Sohn Pulippani: Bringe die schöne Pflanze Pon-Umattai. Nimm ein Varakan Valalai und bereite es mit dem Saft dieser Pflanze. Streiche es auf ein Silberblech; dann soll Gold entstehen.
6130. Diese Pflanze ist ein Kayakalpa-Kraut für den Körper, eine Himmels-Pflanze, die Siddhas zu sich nehmen. Der Gehalt wird mit siebenhundertacht angegeben: eigenes Gold, von Natur geborenes Gold, geeignet für die Gegenstände regelmäßiger Puja. Dies ist die Pflanze der großen Siddha-Munis.
Anmerkung: Die unklare Form சாமமென்ற wird nicht zu einer weiteren sicheren Pflanzenart ergänzt. Die Einnahme- und Goldbehauptungen bleiben Aussagen der Quelle.
Karungai und Siriyanangai
6131. Noch ein Weg, mein königlicher Pulippani: Der Siddha mit lange still gewordenem Atem kennt etwas, das sonst niemand sah. Es ist das Kraut Karungai, das die Sonne vor den Augen verdeckt. Ich nenne seine Besonderheit: Sein großer Gehalt beträgt hundertacht.
Anmerkung: கறுங்கை wird ohne sichere botanische Identifizierung wiedergegeben.
6132. Nimm von dieser Pflanze ein Tulam und von Puni-Nir ein Kalancu. Zerreibe beides zu einer butterartigen Masse und bestreiche ein Kupferblech. Decke es mit einer Tonscherbe zu, versiegle es und gib ein Kukkuta-Putam. Nach dem Abkühlen sieh nach: Das Kupfer soll zu großem Gold geworden sein.
6133. Wie soll ich dieses Kupfer beschreiben? Es ist zu reichlichem Gold-Kupfer geworden. Gib davon beim Schmelzen einen Teil zu hundert und füge einen Teil Guru hinzu; dann werde makelloses Silber zu Gold. Wie von heißem Gift berührt, so sei das Gold des Vedanta-Siddhas.
Anmerkung: Die Vorlage hat பதிதனிலே, dessen Bezug unklar ist; die anschließende Zeile nennt ausdrücklich Silber. Die Mengen werden ohne moderne Umrechnung bewahrt.
6134. Wie soll ich dieses Gold beschreiben? Selbst Kailasanatha sehe es nicht. Es sei eigenes, natürlich geborenes Gold, von den berühmten Nathas gemacht, ein Gold, das Hochmut und gelehrte Ansprüche bezwingt. Hara Hara! Die Nathas mühten sich, erreichten den Vedha-Weg nicht und hielten ihn verborgen.
6135. Für wen hielten sie dieses Gold verborgen? Für große Shiva-Yogis und Weise. Minderwertiges Gold käme gewöhnlichen Menschen zugute; das volle, vollkommene Gold aber werde gerechten Weisen, Shiva-Yogis, verborgen im Wald lebenden Siddhas und Devarishis zuteil.
Anmerkung: Die Aussage über minderwertiges Gold und விடுதி ist nicht vollständig eindeutig; der Gegensatz zum vollkommenen Gold ist klar.
6136. Anderen gelingt diese Siddhi nicht; auch große Herrscher haben sie nicht gesehen. Diese Pflanzen-Vedha fällt nicht jedem zu. Verehre täglich die Füße der auf dem Lotus sitzenden Mutter, diene ihr wie ein Kind und handle bereitwillig so, dass ihr Wille erfüllt wird.
6137. Noch eine Besonderheit, mein scharfsinniger Sohn Pulippani: Ohne den geringsten Fehler fand ich eine Waldpflanze. Bringe Siriyanangai. Mit ihrem Saft sollst du Sutam behandeln; höre die weitere Erklärung.
6138. Das so behandelte Sutam, das Rasam genannt wird, füge dem Nagam zu. Das Nagam verschließt sein ‚Auge‘ und wird zu einer dichten Cavala-Masse. Nimm sie, wie die Nathas lehrten, und gib ohne Trägheit einen Teil davon zu hundert Teilen Kupfer.
Anmerkung: Nagam und Cavala bleiben historische Stoff- und Zustandsbezeichnungen; keine zusätzliche chemische Identifikation wird behauptet.
6139. Wenn dieser eine Teil Cavala hinzugegeben wird, wie soll ich den Gehalt nennen? Vierundsechzig beträgt er, wie auch die Mutter des Vedanta lehrte. Die Siddha-Munis der Berge sagen es nicht; ich aber sage es für dich. Lange wartete ich am Berg und erlangte diese Vedha-Kunst.
6140. Wer auf Erden vollbringt die Vedha mit Siriyanangai? Es ist die Kunst der Nathas. Ich erkannte sie genau und gab sie dir mit freudigem Herzen. Bewahre diese Kunst, die andere nicht erkennen, und lebe einsichtsvoll in der Welt.
Die verborgene Pflanze Periyal
6141. Noch ein Wunder, großer Pulippani: Die Pflanze Periyal sehen selbst Siddhas nicht leicht. Selbst wenn sie sie sehen, sprechen sie nicht davon, sondern verbergen sie. Sie wächst im Wald, eine Leuchtpflanze, eine Giftpflanze, eine Pflanze der heiligen Überlieferung.
6142. Wie soll ich die Kraft dieser Pflanze beschreiben, schöner Matsyakendra? Auch wenn man alle Wälder durchstreift, ist sie schwer zu finden. Sie hat die Farbe des Blutes. Wer sie auf Erden gesehen hat, spricht nicht davon. Unter einem Baum, den Sonne und Mond nicht erreichen, breitet sie sich aus.
Anmerkung: Die Anrede மச்சகேந்திரா steht hier unerwartet neben den üblichen Pulippani-Anreden und bleibt erhalten.
6143. Bringe ihre Blätter und nimm ein Tulam des Saftes. Füge einen Viertelanteil Sutam hinzu und zerreibe alles; gib auch einen Viertelanteil Viram dazu und vermenge es. Streiche die Masse auf ein Sonnenmetall-Blech, lege es in eine Tonschale und versiegle es.
Anmerkung: ரசம் wird hier wegen der Blätter als Saft verstanden, während சூதம் ausdrücklich zusätzlich genannt wird. பரித்தகடு bezeichnet im alchemistischen Zusammenhang offenbar Kupferblech; die Mengenbasis der Viertelanteile bleibt unbestimmt.
6144. Nach dem Versiegeln stelle es in die Sonne und gib ihm ein Kukkuta-Putam. Wenn das Putam abgekühlt ist, denke an die Mutter des Vedanta und beachte die geordnete Zusammenstellung des Buches sowie Handgriff und Verfahren. Nimm es nach dem Abkühlen heraus: Das große Gold sei zu Kalankam geworden.
Anmerkung: Die zusätzliche Wendung மாலையுடன் ist unklar; Kalankam bleibt die Bezeichnung eines alchemistischen Zwischenprodukts.
6145. Nimm dieses goldene Kalankam und gib einen Teil zu hundert Teilen Silber. Schmilz es und füge einen Teil Guru hinzu; das Silber werde zu Gold. Es sei natürlich geborenes Gold, Naga-Gold, wie es die Nathas erkannten, farbenreiches Gold. Sieh die Größe dieser Pflanze.
6146. Viele besondere Wege gibt es; auch für das große Valalai braucht man eine Pflanze. Entferne dein belastendes Karma, Verdienstvoller, und erlange einen Namen wie ein Siddha. Verneige dich vor den kostbaren Siddhas, diene ihnen liebevoll und lebe allezeit gesammelt und angesehen auf Erden.
Yoga, Schülerwahl und Karuppu-Kodali
6147. Der Gehalt beträgt hundertachtundzwanzig: Es ist das Gold, das die gütigen Nathas bereiten. Viele Siddha-Munis nannten es in unzähligen Büchern. Diese Vedha erkannte ich durch Manonmanis Gnadenblick. Durch Mahadevas Verdienst möget ihr allezeit freudig ihren Duft aufnehmen.
6148. Betrachte Chidabhasa im Geist und empfange den Mondnektar. Ohne dass brennende Hitze entsteht, verweile fest im Shiva-Yoga. Werde zur vereinten Gestalt der drei Handlungsvermögen, erkenne das achtgliedrige Yoga, verehre die Stätte der acht Zustände und erlange Kraft.
6148, zweite Zählung. Unzählige Künste gibt es; kein Auge kann sie alle erfassen. Wenn ihr eine schwierige Kunst nennt, fehlt mir nicht die Kraft, sie auszuführen. Nennt mir eine Kunst ohne Töten und Stehlen; ich werde sie vollbringen und euch vor Augen führen.
Anmerkung: Die Textvorlage enthält hier zwei verschiedene Strophen mit der Nummer 6148. Beide werden erhalten; die zweite greift sprachlich die Wunderzeichen-Erzählung auf. Ihre genaue Stellung ist nicht gesichert. Die zwei verschiedenen Strophen unter 6148 sind auf PDF-Seiten 802–803 visuell bestätigt.
6149. Noch eine Eigenschaft, heiliger Pulippani: Selbst wenn du alle Wälder durchwanderst, wird sie nur durch einen verbliebenen Zusammenhang zugänglich. Diese Pflanze vergeht, wenn sie Flutwasser sieht; in ihr wohnt die Mutter des Vedanta. Sie ist frei von jedem Fehler und heißt Karuppu-Kodali.
6150. Bringe diese Pflanze, die auch als wirbelndes Kodali bezeichnet wird. Nimm ein Tulam ihres Saftes, ein Varakan Viram und ein Varakan Sutam. Vereinige die drei und zerreibe sie ohne Austrocknen zu einer butterartigen Masse. Bestreiche damit das Kupfer.
6151. Erhitze das mit der Paste bestrichene Kupfer und lass es trocknen. Lege es in eine schwarze Tonschale, bedecke es mit einer Scherbe und versiegle es. Behandle es im Dampf und gib ein Kukkuta-Putam. Weil das samenhafte Bija sich verbunden hat, soll das Kupfer Farbe annehmen.
Anmerkung: Die Wendung கோசமென்ற பீஜம் bleibt eine symbolische alchemistische Bezeichnung.
6152. Die Farbe des Kupfers steigere sich, sein Gehalt betrage fünfzig. Beläge lösen sich, die Reifung nimmt zu. Durch das Erhitzen sollen Häute, Spuren, Grünspan, Ausschwitzung, Cavala-artige Weichheit und Verderbnis weichen. Es entstehe eine erstaunliche Festigung beim Speisen und Brennen, mit rauer und dann feiner Beschaffenheit.
Anmerkung: Die Reihe alchemistischer Zustandswörter ist teilweise beschädigt; sie wird ohne moderne Materialdiagnose wiedergegeben.
6153. Wie natürlich entstandenes Gold werde es frei von Fehlern: Guru-Gold, Geburtsgold, Gold der Nathas, Gold des großen Meru. Durch die Berührung mit dem Kara-Sara dieser mächtigen Pflanze werde es zu klarem, beständigem Gold.
6154. Gib davon einen Teil zu hundert; dann werde Shodasha, sechzehn, sichtbar. Das unheilvolle Vangam nehme diese reiche Färbung nicht an. Die acht Siddhis seien hierin enthalten: natürlich geborenes Gold, unversehrtes Nada-Gold, das gewöhnlichen Menschen nicht zufalle.
Anmerkung: Der Stoff, zu dem eins zu hundert gegeben wird, ist hier nicht ausdrücklich genannt. Die Zahl sechzehn wird nicht in moderne Feinheit umgerechnet.
6155. Nur wenn ein dazu bestimmter Mensch kommt, wird es ihm zuteil, anderen nicht. In den Bergländern gibt es große Shiva-Yogis. Unzählige gingen zu Agastyas Berg im Süden und kehrten zurück. Unter ihnen gibt es Geizige, aber auch Shiva-Yogis des Vedanta.
6156. Es gibt Alchemisten, die die Auflösung des Geistes erkannt und die Bücher studiert haben, Wissende, die selbst nach ihrer Schau nicht alles aussprechen. Von Trübung frei, im Geist gesammelt, leben sie wie himmlische Munis, Devas und Rishis, lösen frühere Geburtenfolgen und geben Bindungen mit der Kraft eines Sturmes auf.
6157. Suche einen Schüler, der als Yogi in den Grundwahrheiten bewandert und dem Yoga würdig ist, Genuss aufgegeben hat und gesammelt lebt. Er soll erkenntnisreich, verdienstvoll, frei von Krankheit und schnell in der Unterscheidung sein. Finde einen unbefleckten Schüler und unterweise ihn ordnungsgemäß.
Anmerkung: காகமது நேராத ist beschädigt; die allgemeine Anforderung der Makellosigkeit wird aus dem Zusammenhang gelesen.
Rote Kodiveli und Pflanzen-Kalpa
6158. Noch ein Weg, außerordentlicher Pulippani, königlicher Schöner, einem Pandya des reinen Tamil gleich: In der berühmten Wildnis wächst die kräftige rote Kodiveli. Auf dem wirklichen Berg gibt es viel davon, doch die Menschen der Erde sehen sie nur schwer.
6159. Beim Umwandern des Berges findest du die rote Pflanze in der Wärme der Felsen; sie heißt große Kodiveli. Nimm sie zusammen mit Sutam und füge ein Kalancu Viram hinzu. Zerreibe alles und bringe es auf Ravi, das Sonnenmetall.
Anmerkung: ரவியில் kann auch ‚in die Sonne‘ heißen; der folgende Vers nennt Kupfer als Ergebnis beziehungsweise Träger. Die Sutam-Menge ist hier nicht angegeben.
6160. Versiegle es fest und gib ein Putam mit kräftigem Mistbrennstoff. Nach dem Abkühlen nimm es heraus und betrachte das beständige Kupfer. Bewahre es; es eigne sich für Kalashas und Ohrringe. Der Gehalt wird mit fünfundzwanzig angegeben, die Farbe mit der von Safran.
6161. Halte hier nicht inne, höre weiter: Dies ist das Licht, das die Nathas verborgen hielten, das Gold für Shiva-Yogis. Kann bloß gefärbtes Gold ihm gleichen? Gib nicht auf, Verdienstvoller. Es ist das Spiel der Nathas; die rote Chittiram-Pflanze hat dir die Gold-Vedha in die Hand gegeben.
6162. Alle inneren Stoffe gehen darin auf. Die Nathas sagen es nicht; doch dies ist der unverhüllte Weg der Goldbereitung, den Siddha-Munis auf Erden vollziehen. Nicht der geringste Fehler soll auftreten. Wie soll ich diese schöne Kunst beschreiben? Das empfangene Guru-Wort sei wahr und täusche nicht.
6163. Viele Menschen erkannten die wahre rote Chittiram-Pflanze nicht. Sie hielten falsche Pflanzen für echt und irrten zu Millionen zugrunde. Wie die Schriften des reinen Tamil sagen, vertauschten sie Kopf und Fuß; ohne die schützende Schrift zu erkennen, gingen ganze Menschenmengen verloren.
Anmerkung: காப்பேடு kann einen Schutztext oder eine bewahrte Handschrift meinen; die Bedeutung bleibt offen.
6164. Sie gingen zugrunde, weil sie die rote Chittiram-Pflanze nicht fanden. Mühsam durchsuchten sie Berge, Hügel und Länder ohne Erfolg. Nur einige erkannten die kostbare Pflanze auf den von den acht Bergen gepriesenen Höhen, weil ihnen ein entsprechender Rest ihrer Bestimmung geblieben war.
6165. Durch Kalangis Gnade erkannten sie den Ort der Nathas, dienten ihnen viel und nahmen bereitwillig das Pflanzen-Kalpa. Zweimal nahmen sie das sturmkräftige Mittel und erlangten eine besondere Farbe und Gestalt. So lebten viele Menschen auf der Erde.
Anmerkung: Der Farbvergleich வண்டுமூது கோடாது ist beschädigt; keine konkrete Hautfarbe wird daraus rekonstruiert. Zweimal ist angegeben, aber keine eindeutige zeitliche Einheit.
6166. Wenn man die Pflanze nahm, richtete sich der Vasi nach unten. Das Wort des Gurus hielten sie für wahr und untrüglich. Unzählige Menschen lebten in den Berglandschaften und nahmen das rote Chittiram-Kalpa nach der überlieferten Weise.
Anmerkung: Die Richtung ‚nach unten‘ steht ausdrücklich in der Quelle und wird nicht nach anderen Yoga-Lehren umgekehrt.
6167. Das Lebensalter derer, die dieses mächtige Pflanzen-Kalpa nehmen, will ich nennen. Halte es nicht für gering: Der Körper soll wie Gold glänzen, Können und Erkenntnis sollen wachsen, Alter nicht auftreten und Jugend bestehen bleiben. Tausend Jahre könne man so leben.
Anmerkung: Dies ist eine Langlebigkeitsverheißung der Quelle, keine nachgewiesene Wirkung.
6168. So lebten Siddhas lange und schön auf Erden, nahmen Kayakalpa und erreichten die goldene Welt. Unzählige Siddhas mühten sich, nahmen das mächtige Pflanzenmittel und verweilten lange bei den Füßen der Mutter auf dem heiligen Lotus.
Wahrheit, Täuschung und Nannari-Kalpa
6169. Noch eine Auffassung, begünstigter Pulippani: Menschen der Welt genießen lange ihre Täuschungen. Sie sagen ‚Ich bin Gott‘; die große Charvaka-Lehre sei unwahr. Andere sagen: ‚Die Religion von Gott ist falsch; auf Erden gibt es keinen Gott.‘
Anmerkung: Die Zuordnung von Behauptung und Gegenrede ist in diesem Vers nicht eindeutig. Der folgende Abschnitt führt skeptische Aussagen vor, denen Vers 6173 ausdrücklich widerspricht.
6170. ‚Der Weg ist falsch, ebenso das Wissen aller Künste. Die bezaubernden Künste sind falsch, Beherrschung und Verwandlung ebenfalls. Die heftigen Austreibungen sind große Täuschungen und Verdrehungen auf Erden. Auch das Herbeirufen einer göttlichen Gemeinschaft ist falsch.‘
6171. ‚Die Täuschungskünste sind falsch, ebenso die Aussagen über grobe Erscheinungen. Das Tragen eines Elefanten ist falsch; alle Kulikai sind falsch. Der berühmte Körper ist falsch, ebenso die Bewohner der Erde. Alles, was vor Augen erscheint, ist falsch; auch manche Lehrweisen der Nathas sind falsch.‘
Anmerkung: Einige Kunstbezeichnungen, besonders கெஜ தரணம் und குளிசங்கள், sind unsicher. Die pauschale Verneinung wird als Rede im Argumentationsgang erhalten.
6172. Höre, gerechter Pulippani: Was nützt den Menschen das Studium vieler zusammenhängender Bücher? Ohne Wahrheit und Unwahrheit zu unterscheiden, üben sie vergeblich Shiva-Yoga. Sie sehen die Wirklichkeit der Welt nicht, entfernen die Trübung nicht und vergessen, die Wahrheit zu erkennen.
6173. Auf Erden gibt es die Gottheit; es gibt auch die Heimstatt der Befreiung und eine Hölle für Schuldige. Die meerumgebene Welt kann vergehen. Alchemie ist wahr, die ausgezeichnete Kulikai ist wahr, Kalpa ist wahr, und auch das freiwillige Sterben ist wahr — so bekräftigt der Text.
6174. Höre ein weiteres Kalpa, heiliger Pulippani: das große Nannari-Kalpa. Wenn man es ein Jahr nimmt, soll das Blut kein Gift aufnehmen, im Körper keine Hitze entstehen, die Augen kühl bleiben und der Atem sich nach unten richten.
Anmerkung: Die Heil- und Schutzwirkungen sind Behauptungen des historischen Textes; die Einnahme wird nicht als geprüfte Behandlung dargestellt.
6175. Kundige Menschen nehmen dieses Pflanzen-Kalpa, gelangen in geistige Entrückung und festigen sich in der Askese. Rede, Geist und Bewusstseinsweg weiten sich, während der Vasi nach unten gerichtet bleibt. So könne man in den Shiva-Yoga-Zustand eingehen und lange fest verweilen.
6176. Noch eine Herrlichkeit, ausgezeichneter Pulippani: Wovon leben jene, die Kayakalpa genommen haben? Bei Shivas Gebot auf dem heiligen Kailasa will ich dir die Alchemie erklären. Ich verehre Kalanginathars Füße und spreche.
Lingam, Jayanir und die sechs Adhara-Stoffe
6177. Nimm ein Palam Jati-Lingam und lege es in Muttermilch. Nach drei Tagesabschnitten gieße die Flüssigkeit ab und nimm das Lingam heraus. Behandle es acht Samam durch wiederholtes Auftragen und Erhitzen mit Erikalan-Milch, anschließend vier Samam mit Kumari-Milch.
Anmerkung: சுருக்குத் தாக்கு bezeichnet eine wiederholte Flüssigkeitsbehandlung beim Erhitzen; die genaue historische Technik wird nicht durch moderne Verfahrensparameter ergänzt.
6178. Nimm dieses Lingam und die Stoffe der sechs Adharas. Welche Stoffe? Turucu, Vetiuppu, Karam, Caram, Cinam und Kariuppu zusammen. Ohne vom Wort abzuweichen bilden sie das unerschöpfliche Jayanir.
6179. Aus diesen sechs Adhara-Stoffen bestehen Makrokosmos und Mikrokosmos. Darin kann man die Guru-Gnade sehen; betrachte Shakti und Shiva in ihrer Verwandlung. Die Wege des Bindens, des Centuram und des Kalankam gehen daraus hervor. Erwähle die Füße Devi Manonmanis und erkenne die sechs Adharas.
6180. Unzählige Jayanir-Wege besangen Millionen Munis auf Erden. Die großen Schriften nennen viele Guru-Geheimnisse und innere Zusammenhänge. Sie geben Zeichen, um den Vedha-Weg zu erkennen. Erforsche den verborgenen Sinn der Schrift und erkenne die sechs Adharas.
Anmerkung: OCR-Zahlmarke 6160, im Verlauf als 6180 eingeordnet.
6181. Wer die sechs Adharas erkennt, hält die Goldalchemie in der Hand. Behandle das Lingam acht Samam ohne Unterbrechung mit dem Jayanir. Nimm den darin zurückbleibenden Anteil, die am Boden stehende Essenz, und bringe sie als Panzerung auf das Lingam.
6182. Bestreiche und umhülle das Lingam und gib ihm zehn Putams. Das makellose Lingam wird sandartig; zehn große Putams sind es. Durch die wiederholte Behandlung mit dem Uci-Nir der sechs Adharas soll es sich binden. Das Lingam werde wie nadelanziehender Magnet und wie Stahl.
Anmerkung: Die Verbindung ஊசியெனுங் காந்தம் ist bildhaft beziehungsweise technisch unklar; keine zusätzliche Magnet- oder Metallkomponente wird als sicherer Rezeptbestandteil ergänzt.
6183. Nimm das so behandelte Lingam. Mit dem Jayanir namens Caram bringe Gold im Verhältnis eins zu zehn in Jayanir-Form. Behandle damit das Lingam wiederholt. Halte es im Feuer unter Wärme und trage das Jayanir beim Erhitzen wiederholt auf.
Anmerkung: Das Verhältnis பத்துக்கொன்று ist genannt; die genaue Bezugsmenge und Bedeutung von ‚Gold zu Jayanir machen‘ bleiben im Text unbestimmt.
6184. Das Lingam soll dabei hart werden und wie geschnittenes Arakku aussehen. Höre den nächsten Schritt: Behandle es wiederholt mit Honig. Verehre Kalanginathars Füße und nimm die gebundene Masse mit Eisen aus der Feuergrube.
Anmerkung: வெட்டருக்கு ist unsicher, hier vorsichtig als Vergleich mit geschnittenem Harz beziehungsweise Lack gelesen.
6185. Lege das Lingam auf Eisen und behandle es mit kräftigem Honig, ohne es zu verlieren. Es soll weiter erhärten. Vierundsechzig Behandlungen mit reinem Honig werden genannt. Dann werde das Lingam zu einer Jaya-Bindung, einer schwer zu erlangenden festen Masse.
6186. Nimm diese seltene Masse und gewinne Cittanta-Öl. Füge dem Öl einen Teil geröstetes Vengaram zu zehn Teilen hinzu und behandle damit das Lingam. Es soll weich werden; mit dem Gold-Jayanir verbunden werde es zu Wachs.
Anmerkung: சிற்றண்டத் தயிலம் bleibt als Cittanta-Öl stehen; welche Ei- oder andere Ausgangssubstanz gemeint ist, ist hier nicht eindeutig.
6187. Das Lingam ist nun wachsartig; bewahre das Wachs. Beim Erhitzen wird es weich. Reinige ohne Verwirrung das Karuvangam. Schmilz dieses Vangam und füge das Lingam im entsprechenden Gewicht hinzu.
6188. Welches Gewicht? Gleiches Gewicht. Schmilz das Vangam und gib es während des Schmelzens hinzu. Das so verbundene Vanga-Lingam, das geschmolzene Kalankam, gib anschließend dem Gold zu. Schmilz es ohne Unterbrechung und nimm es heraus.
Kalankam und Metallverhältnisse
6189. Betrachte das schöne Kalankam der Goldkunst. Nimm es und gib während des Schmelzens einen Teil zu zehn Teilen Silber und Kupfer. Blase das Kupfer aus. Wie soll ich den entstehenden Gehalt beschreiben? Er fällt denen zu, die noch einen entsprechenden Rest ihrer Bestimmung haben.
6190. Beim Silber beträgt der Gehalt sechs. Füge zu vier Teilen dieses geringeren Materials einen Teil großen Goldes. Durch Devis Gnadenblick steige der Gehalt auf acht. Es sei Gold, das im Putam beständig bleibt. Wer auf Erden kennt es außer den Siddhas?
6191. Dies ist der Weg der Siddha-Munis, Nathas, Rishis und Devas. Noch eine kostbare Vedha will ich nennen; sie ist mit dem vorigen Weg nicht gleichzusetzen. Die Shiva-Raja-Yogis haben viele Verfahren. Nimm ein Tulam gereinigtes Kupfer und zwei Tulam Lingam.
6192. Zu einem Tulam Kupfer gib die zwei Tulam Lingam als Speisung. Das dunkle Kupfer soll sich binden, sein übelriechendes Ausschwitzen weichen, ebenso seine Häute und Schlacken. Füge Gold in gleichem Gewicht hinzu, schmilz es im Tiegel und nimm es heraus.
6193. Gib von diesem Gold einen Teil zu zehn Teilen Silber. Der Gehalt werde sechs. Füge dann einen Teil Gold zu acht Teilen hinzu, schmilz, hämmere es zum Blech und gib ein Putam. Danach werde der Gehalt sieben.
6194. Dieses Gold von sieben besitzt viel grünliche Frische. Ich nenne noch eine leichte Steigerung: Mit Turucu-Centuram soll der Gehalt weiter wachsen. Die Rasam-Kunst und Goldkunst lassen sich mit der Zunge kaum aussprechen.
6195. Noch ein Weg, geliebter Pulippani: Nimm ein Kalancu Lingam, ein Kalancu Nagam und ein Kalancu des als Erde und Luft bezeichneten Vangam. Vereinige die Metalle und schmilz sie entschlossen im Tiegel.
Anmerkung: Die Symbolwörter மண், வாயு und பிரிதிவி sind in die Stoffliste eingeschoben; daraus wird keine zusätzliche, nicht klar bezeichnete Zutat gewonnen.
6196. Wenn die Schmelze ihr ‚Auge öffnet‘ und sich bewegt, füge das genannte Kalancu Lingam als einen Guru-Anteil hinzu. Lass den Tiegel abkühlen. Wie soll ich das Kalankam beschreiben? Es ist eine rasche Kunst der Vedha. Brich den Tiegel auf und sieh nach.
Anmerkung: Die erneute Lingam-Zugabe bezieht sich wahrscheinlich auf den in Vers 6195 abgemessenen Anteil; der Ablauf der Vorlage ist nicht völlig eindeutig.
6197. Im aufgebrochenen Tiegel liegt das Metall-Kalankam-Lingam. Nimm sieben Teile Silber, drei Teile Ravi-Kupfer und einen Teil dieses Kalankam. Schmilz sie makellos zusammen und füge einen Guru-Anteil hinzu. Lege die erhaltene Masse in eine Schale und blase sie aus.
6198. Beim Ausblasen in der schwarzen Schale werde das Silber Cavala-artig. Blase weiter, bis das Kupfer weicht. Prüfe das schöne Gold im Putam; es soll hell leuchten. Bestreite damit deinen Lebensunterhalt und verwirkliche den Zustand der Askese.
Schnecken-Kalpa und das Muppu-Verfahren
6199. Nun ein weiteres Kalpa, würdiger Sohn: Nimm jeweils eine der ausgezeichneten Schnecken, die in einem See wachsen, und verbinde sie mit dem ursprünglichen Muppu. Wenn du dies ein Mandalam nimmst, soll der Körper durch Kalpa gefestigt werden, sodass du lange auf Erden leben kannst.
Anmerkung: Die Vorlage hat முப்பதுவும், wörtlich auch als ‚dreißig‘ lesbar; der Folgevers nennt ausdrücklich Muppu. Die Übersetzung folgt diesem Zusammenhang, ohne die Mengenunsicherheit zu verdecken.
6200. Bis in unzählige Zeiten könne man so leben; dies sei das Kalpa, das Kalangi nahm. Gedenke täglich der Füße der Mutter auf dem heiligen Lotus. Wer dieses Schnecken-Kalpa gewissenhaft nehme, erlange Kaya-Siddhi. Durch die große Kraft des Muppu werde die Schnecke zum Kalpa-Mittel.
Anmerkung: Langlebigkeits- und Körpervollkommenheitsversprechen der Quelle, keine geprüfte Wirkung.
6201. Welche Schnecke ist als Kalpa gemeint? Ein Körper, der in der Erde gewachsen ist. Halte ihn nicht für gering, reiner Sohn: Er sei in der Erde gewachsenes Gold, ein Kayakalpa, das Kundige und Raja-Yogis bereitwillig empfangen. Für die Reinen sei kein Hindernis da; unzählige Wege dieses Kalpa gebe es.
6202. Noch ein Weg, mächtiger Pulippani, Indragopa: Ohne verhüllenden Schleier erkläre ich dir das Muppu-Verfahren. Sein geordneter Anfang, sein Ende und seine Zusammenfassung sind hier enthalten. Siddha-Munis nennen es die unverminderte Chitikai-Vedha.
Anmerkung: Indragopa steht als auffällige Anrede im Tamilischen; eine zusätzliche Personenidentität wird nicht erschlossen.
6203. Durch Manonmanis Gnade und Kalangis Gnadenblick will ich die Kraft des Muppu offen erklären. Die Gewinnung des Muppu hat ihre rechte Ordnung und Verehrung: im Monat Panguni, zur Neumondzeit.
6204. Gehe weit nach Norden zu einem fruchtbaren Boden. In der mittleren Nachtwache denke an Manonmani. Um das als Guru wirkende Puni-Nir zu gewinnen, nimm im Morgengrauen das dann aufblühende Muppu auf. Höre seine weitere Behandlung.
6205. Bewahre das Muppu genannte Puni-Nir sorgfältig in einem Porzellangefäß. Ich nenne dir das Handverfahren, um ohne Zeitverlust den Guru zu vollenden. Höre auch das Geheimnis des Bodens, aus dem das Puni-Nir genommen wurde.
6206. Wenn du dort eine Grube von Mannestiefe gräbst, liegt darin ein Stein namens Brahma. Nimm diesen Brahma genannten Cukkan-Stein auf und bewahre ihn sorgfältig. Vielerlei glückliche Möglichkeiten birgt er.
6207. Noch ein Geheimnis des Muppu-Weges: Nimm so viel Kalluppu, wie erforderlich ist, und bewahre es. Höre seine Behandlung. Diese drei zu vollenden bedeutet, die Gestalt der drei Gottheiten zu vollenden.
Kadi, Fruchtsaft und Destillat
6208. Nun erkläre ich die Zubereitung dessen, was ‚Fruchtsaft‘ genannt wird. Nimm Kuruvai-Reis aus nicht vorgekochtem Reisgetreide, miss vier Padi ab und höre, wie er in einem neuen Gefäß gekocht werden soll.
6209. Koche den Reis, nimm ihn vom Feuer und lass ihn abkühlen. Gib ihn in ein anderes Gefäß; Wasser werden sechzehn genannt. Koche dieses Wasser, nimm es herunter und bedecke die Zubereitung, nachdem du Raum gelassen hast.
Anmerkung: Die Einheit zur Wasserzahl sechzehn wird nicht wiederholt; Padi aus Vers 6208 ist möglich. Die Schlusszeile mit வாசியென்ற சாரம் und நிலம்விட்டு ist beschädigt; keine genaue Füllhöhe wird ergänzt.
6210. Stelle das verschlossene Kadi-Gefäß täglich vor die Sonne. Wenn darin Wasser durch die Sonnenwärme schwindet, koche weiteres Wasser und fülle die fehlende Menge nach.
6211. Fülle die täglich fehlende Menge mit zuvor gekochtem und abgekühltem Wasser auf. Verfahre jeden Tag so. Stelle das Gefäß sechs Monate lang tagsüber in die Sonne und nachts in den Tau. Dies ist das ausführliche Verfahren.
6212. Durch das tägliche Sonnenstellen gewinnt das Kadi Schärfe wie das Gift einer zischenden Schlange. Es werde zum Todesgott kräftiger Stoffe; Stoffe, die sonst nicht gar werden, würden darin gegart und verflüssigt. Kalangis Füße preisend habe ich dir den Kadi-Weg genannt.
Anmerkung: Das ‚Töten‘ und ‚Garen‘ bezeichnet hier alchemistische Stoffbehandlung, keine nachgewiesene universelle Wirkung.
6213. Wenn das Kadi sechs Monate in der Sonne steht, nennen die Nathas das Ergebnis ihres Verfahrens ‚Fruchtsaft‘. Den fehlerlosen Muppu-Weg erklären Siddha-Munis, Rishis und Devas nicht offen. Dieses verborgene Salz besangen sie nicht in ihren Schriften.
6214. Die achtzehn Siddhas nannten in ihren Schriften nicht genau, wie das ursprüngliche Muppu geheim zu vollenden ist. Im Guru-Werk Sapta Kandam, in Bogars Siebentausend, habe ich dieses verborgene Muppu für die Menschen der Welt besungen.
6215. Ich besang das Kadi, den sogenannten Fruchtsaft, den die Nathas verborgen hielten. Dieses Muppu ist Shiva-Muppu; die ganze meerumgebene Welt ist darin enthalten, ebenso die Erkenntniswerkzeuge, Anfang und Ende und die Guru-Jayanir. Durch Shiva-Muppu sollen vierundsechzig Stoffe ‚sterben‘.
6216. Damit die vierundsechzig Stoffe ‚sterben‘, sind Handgriff und Verfahren geordnet auszuführen. Selbst wenn das Handverfahren misslingt, werde es Grundlage der Arzneikunst. Es sei das grundlegende Kayakalpa. Höre nun, wie die Schärfe dieses Kadi-Fruchtsaftes gesteigert wird.
6217. Um Kadi vollständig zu einem Tiravakam zu machen und mit dem Valai-Apparat ein Feuerwasser zu gewinnen, setze den Valai auf das irdene Kadi-Gefäß. Schließe die Verbindung mit Scherben und einer festen Tonbandage und stelle es auf den Sandbad-Ofen.
6218. Bringe Licht und Räucherung dar. Befestige am Valai-Gefäß Röhren nach den vier Seiten, stelle Glasgefäße darunter und fange das Tiravakam auf. Entferne das obere Wasser, fülle frisches Wasser nach, setze die Röhren erneut an und gewinne wiederum das Destillat.
Anmerkung: Das ‚obere Wasser‘ ist im Aufbau nicht genauer lokalisiert; es wird nicht mit einem modernen Kühlkreislauf gleichgesetzt.
6219. Bewahre dieses Destillat, den Kadi-Fruchtsaft. Sei nicht schläfrig und unaufmerksam, begnadeter Sohn: Dieses Tiravakam vollende den Guru. Menschen, die das Destillat nicht zustande brachten und die Schrift nicht verstanden, gerieten auf viele abweichende Wege.
Fundorte und Reinigung der Muppu-Stoffe
6220. Nun nenne ich die Böden, aus denen Valalai gewonnen wird, damit Menschen dorthin gelangen: Nedunkashi, Dindigul und Bimparai, Tirubhuvanam und der Tempel Avudaiyar, ferner Vilatapuram und das Land Vayanadu.
Anmerkung: Die Ortsformen folgen der Vorlage; besonders நெடுங்காசி, பீம்பாறை und யாவடியார் sind nicht in jedem Fall sicher zuzuordnen.
6221. Auch Tenkasi und Kanyakumari werden genannt, ferner Kalahasti, wo das geringe Valalai im Gefäß vollendet werde. Geht man weit, kommt man nach Palam, genannt Coimbatore. Auch Pallanadu und das kraftvolle Kallazhagar-Land sind solche Böden.
Anmerkung: Die Satzverbindung um வளையல், குப்பி und காளாஸ்திரி ist beschädigt; die Namen werden ohne präzise moderne Fundortzuweisung erhalten.
6222. Das Narmada-Land, Chitturam, Singi-Nadu und das mächtige Cina-Land sind Orte des Muppu. Für unzählige Menschen und Herrscher wird auch Vanji-Nadu genannt: ein kraftvolles Land, in dem Pu-Valalai gewonnen wird.
Anmerkung: சித்தூரம் und சிங்கிநாடு bleiben als überlieferte Ortsformen stehen.
6223. Für seine Gewinnung ist auch Sindhu-Land da; alle anderen schönen Länder folgen danach. Für Shiva-Yogis gibt es unzählige entsprechende Arten. Ohne diesen Boden gibt es diese besondere Bodenkraft nicht. Auch den als Udukkai bezeichneten Piraka-Stein habe ich in seiner Gewinnung erklärt.
Anmerkung: பிரகக்கல் ist eine unsichere Steinbezeichnung; eine mineralogische Identifikation wird nicht ergänzt.
6224. Ich habe erklärt, wie Valalai gewonnen und Kadi vollendet wird. Den Weg zur geordneten Fertigstellung des Muppu nannte ich. Wenn der Guru ohne Fehler vollendet wird, wird auch das gütige Muppu vollendet.
Anmerkung: Dieser Block enthält in der bereitgestellten Textvorlage nur drei Verszeilen.
6225. Höre, wie Puni-Nir gereinigt und gewonnen wird. Nimm ein Padi Puni-Nir, gib das zuvor beschriebene Kadi dazu, verrühre es und lass es sich klären. Trockne die geklärte Flüssigkeit in der Sonne und gewinne das Salz.
6226. Verrühre und trockne es auf diese Weise zehnmal in der Sonne. Bewahre das so zehnmal behandelte Salz sorgfältig und unverdorben in einem Porzellangefäß. Sage es nicht den geizigen Menschen der Straße; wer es ihnen sagt, ziehe einen Fluch auf sich.
6227. Höre noch einen Weg, der Kalangis unfehlbares Wort ist. Es bringe keine Schuld, Verdienstvoller. Die Siddha-Munis sprechen es nicht aus; zornig verweigern sie das Geheimnis des Shiva-Muppu. Durch Manonmanis Gnadenblick habe ich, ihr Diener, es dennoch mit Hingabe gesagt.
6228. Nimm den Brahma-Stein und entferne das Schwarze daran. Nach dem Guru-Wort und dem erkannten Verfahren werde er kristallartig. Zerkleinere ihn und mische zwei Teile rohes Puni-Nir zu einem Teil Stein. Gib die Mischung in ein Gefäß.
6229. Füge das zuvor beschriebene Kadi-Wasser hinzu, halb so viel wie das Puni-Nir. Erhitze die beiden Stoffe mit dem Kadi-Wasser, bis sie ‚sterben‘. Feuere entsprechend weiter, bis das Kadi-Wasser verarbeitet ist.
Anmerkung: Die Mengenrelation ‚halb so viel wie Puni-Nir‘ ist ausdrücklich genannt; die Schlussbestimmung கண்டமட்டும் bleibt ungenau.
6230. Nach dem Erhitzen wasche es mit rohem Kadi-Wasser und lege es in die Sonne. Der Brahma-Stein sei ‚gestorben‘ und habe sein Öl ausgeschieden. Dieser Brahma genannte Chunna-Stein nimmt an Körper zu, wird bröselig und plättchenartig und eignet sich nun für klares Chunnam.
6231. Halte hier nicht inne; höre Kalangis Lehre. Nimm das erhitzte Chunnam in einen Steinmörser und zerreibe das Brahma-Stein-Chunnam mit dem Kern eines Cittantam, bis es vollständig ‚getötet‘ ist. Forme daraus Plättchen.
Anmerkung: சிற்றண்டங் கரு bezeichnet einen Kern beziehungsweise Eiinhalt, dessen genaue Herkunft hier nicht genannt wird.
6232. Forme kleine münzgroße Plättchen und trockne sie in der Sonne. Sind sie trocken, lege sie in einen Tiegel und versiegle ihn. Viele verstehen das vollständige Verfahren auf Erden nicht. Du aber halte den Handgriff genau ein, stelle es in den Ofen und blase sorgfältig an.
Brahma-Stein, Kalluppu und Vereinigung der drei Stoffe
6233. Blase so lange, bis der Tiegel zu schmelzen oder weich zu werden beginnt; dann entstehe Chunnam. Brich den Tiegel auf und betrachte das beständige Brahma-Stein-Chunnam. Dies ist der Cukkan-Stein, der Lebensunterhalt gewähre. Sieh die Größe der Nathas.
6234. Bewahre dieses Brahma-Stein-Chunnam sorgfältig in einem Porzellangefäß. Es soll die anderen Stoffe durchdringen. Wer kann es vollenden? Das ursprüngliche Chunnam bringen die meisten nicht zustande. Durch Erforschung des verborgenen Schriftsinnes wurde es hier erkannt und bereitet.
6235. Noch ein Chunnam-Weg, schöner, verdienstvoller Raghu-Sohn: Nimm ein Padi grobes Kalluppu in ein Gefäß. In ein anderes gib ein Padi des zuvor genannten Kadi-Wassers; höre das weitere Verfahren.
Anmerkung: Die Anrede ரகுபாலா, Raghu-Sohn, steht so in der Vorlage; sie wird nicht zu Pulippani umgeschrieben.
6236. Gib das Kadi-Wasser zum Salz, rühre gründlich und lass die Flüssigkeit sich klären. Stelle das Gefäß auf den Herd und koche, bis das Salz ausblüht. Gib nochmals Kadi hinzu, verrühre und nimm es heraus.
6237. Koche auf diese Weise zehnmal; dann werde Kalluppu zu Guru-Salz. Bewahre es sorgfältig und unverdorben in Porzellan. Wie die gereinigten Salze zusammengefügt werden, will ich dir nun nach dem bereits genannten Handverfahren erklären.
6238. Damit die Menschen den Muppu-Weg klar erkennen: Nimm ein Palam des zuvor beschriebenen Valalai, ein Palam des Brahma genannten Muppu und ein Palam Kalluppu-Chunnam. Vereinige sie.
6239. Verbinde die drei miteinander und füge Viram sowie Puzhuku hinzu, zwei Varakan werden genannt. Zerreibe mit dem zuvor beschriebenen Kadi vier Samam. Forme leichte Plättchen, trockne sie in der Sonne und lege sie in eine makellose flache Tonschale.
Anmerkung: Die Mengenbeziehung der zwei Varakan zu வீரமுடன் புழுகு ist unklar. புழுகு könnte eine beschädigte Stoffbezeichnung sein; keine sichere Ergänzung zu Punuku oder einem anderen Stoff.
6240. Verschließe die Schale mit einer festen Tonbandage und trockne sie in der Sonne. Nach dem Trocknen gib ein Kukkuta-Putam; alles soll rückstandslos zu Asche werden. Bewahre das Parpam und vollziehe die Puja für Manonmani.
6241. Vollziehe Manonmanis Verehrung der sechs Adharas und bewahre das Mittel ohne Begierde in einem Glasgefäß, begnadeter Sohn. Höre, wie damit Lebensunterhalt gewonnen werde: Lege ein Palam Pashanam und ein Viertel Palam makelloses Muppu in den Steinmörser.
Anmerkung: Pashanam wird an dieser Stelle nicht durch einen bestimmten Mineralnamen näher identifiziert.
6242. Vereinige die Stoffe und zerreibe sie mit dem zuvor beschriebenen Kadi-Wasser ein Samam. Forme leichte Plättchen und trockne sie in der Sonne. Gib ihnen dann nach dem zuvor genannten Verfahren ein Kukkuta-Putam.
6243. Nach dem Abkühlen nimm das Parpam heraus und wiege es: Nicht einmal um ein Atom soll sein Gewicht abgenommen haben; schwer sei dieses Parpam. Ich erklärte den Menschen, was die Siddha-Munis über das unverringerte Pashanam nicht aussprachen. Verweile im Shiva-Yoga-Zustand.
6244. Wenn du darin verweilst, wird Manonmani dir bereitwillig zugewandt sein und die Alchemie gelingen. Gibt es einen Siddha wie dich? Halte es nicht für gering, reiner, begnadeter Sohn: Durch Muppu seien alle Siddhis möglich. Diese von Kundigen gepriesene Vedha dient dem Haushälter auf Erden.
Parpam und metallische Anwendungen
6245. Nun die Anwendung des Parpam: Schmilz ein Ser Velliyam. Nimm ein Viertel Varakan des Pashana-Parpam und gib es zu dem geschmolzenen Ser Velliyam.
Anmerkung: வெள்ளீயம் bleibt als Velliyam erhalten und wird nicht mit dem im Folgevers genannten வெள்ளி, Silber, stillschweigend gleichgesetzt.
6246. Durch das Parpam soll Velliyam seine Flüssigkeit abgeben. Kalangis Wort in Bogars Siebentausend sei untrüglich. Nachdem die Flüssigkeit abgeflossen ist, kann der Haushälter das verbleibende Silber in Zeiten der Armut ohne Sorge für seinen Lebensunterhalt nutzen.
6247. Für diesen Lebensunterhalt gebe es keinen Fluch. Behandle alle vierundsechzig Stoffe nach dieser Weise; sie sollen sich ohne Fehler festigen. Durch das Chunnam und die Schärfe des Muppu sollen alle geeigneten Stoffe zu Asche werden.
6248. Auch der Stoff Sutam werde zu Asche: Nimm ein Palam davon und die gleiche Menge Muppu. Zerreibe das Parpam mit Sutam und dem zuvor genannten Kadi nach der rechten Weise. Gib es in ein Kalasha-Gefäß, decke es mit einer Scherbe und versiegle es.
6249. Bringe sieben feste Tonschichten an und trockne es in der Sonne. Setze den Bhuvana-Valai-Apparat auf den Sandbad-Ofen und erhitze das Sutam vier Jamam. Wenn du es danach herausnimmst, sei es ein Chunnam von großer Schärfe.
6250. Wie soll ich dieses Chunnam beschreiben? Es ist die Vedha der Nathas, ein Verfahren ohne Verderben. Das aus Reis bereitete Kadi, der sogenannte Fruchtsaft, wurde von Siddha-Munis verborgen. Durch Muppu sei Gold nun in deiner Hand; wer unermüdlich arbeitet, erreiche Siddhi.
6251. Nimm die Stoffe der fünf Elemente und füge Muppu im halben Gewicht der Stoffe hinzu. Zerreibe mit dem Kadi-Fruchtsaft, forme Plättchen und trockne sie in der Sonne. Lege sie in eine Tonschale, versiegle sie und gib ein Kukkuta-Putam.
6252. Nach dem Kukkuta-Putam lass es abkühlen und sieh nach. Gemäß dem Guru-Wort sei das Parpam weiß. Bewahre es in einem großen Glasgefäß. Ich erkläre dir seine Anwendung auf Ravi und Mati, Kupfer und Silber.
6253. Gib einen Teil Parpam zu zehn Teilen Silber und Kupfer; der Gehalt werde sieben, doch die Farbe widerstehe dem Putam nicht. Gibt man behandeltes Kupfer und sechs Teile Silber hinzu, steige der Gehalt auf acht. Füge dann einen Teil Gold zu vier Teilen hinzu; dies werde gut.
Anmerkung: In der Verbindung பட்டசெம்பு ஆறுவெள்ளி fehlt eine sichere Mengenangabe für das Kupfer. Die Übersetzung ergänzt keinen vermeintlich vollständigen Legierungsansatz.
6254. Dann werde der Gehalt neun: Putam-beständiges, natürlich geborenes Gold. Der Sinn der fünf Gesichter wird sichtbar; die Siddhas hielten ihn verborgen. Mit dem zuvor genannten Muppu-Chunnam und den vierundsechzig Stoffen könne man Himmel und Erde erkennen.
6255. Unendlich viele Wege gibt es mit Muppu, das Spiel der Nathas auf Erden. Selbst Shiva-Yogi-Siddhas wurde dieser Muppu-Weg nicht gelehrt. Ich nahm das Handverfahren auf und besang bereitwillig für die Menschen seine Feinheit, von den Werkzeugen und Organen bis zu Anfang und Ende.
Kalpa-Verheißung und verborgene Lehre
6256. Ich besang den Valalai-Weg des Muppu, durch den sich alle Siddhis zeigen sollen. Wenn man ein Mandalam lang jeweils ein Kunri Muppu nimmt, soll der erschöpfte Körper durch das Kayakalpa seine alte Hülle abwerfen. Höre dieses Zeichen des Muppu.
6257. Wer Muppu genommen habe, kenne weder graues Haar noch Falten und könne lange in Größe leben. Der große Vasi richte sich nicht nach oben. Man gelange zu den Lotusfüßen und werde ein makelloser Siddha, den die Menschen beständig um der Befreiung willen preisen.
Anmerkung: Die ungewöhnliche Verneinung ‚nicht nach oben‘ folgt der Vorlage. Die Einnahme- und Verjüngungsversprechen sind nicht als geprüfte Praxis ausgewiesen.
6258. Siddha-Munis und Rishis würden sagen: ‚Dies ist ein königlicher Shiva-Yogi.‘ Von allen geachtet, reich an Erfüllung, überschreite man durch das große Kayakalpa das bestimmte Lebensalter und bleibe lange auf Erden. Unzählige Rishis hätten das Handverfahren des Muppu nicht genannt.
6259. Durch Kalangis Gnade erklärte ich es in Bogars Siebentausend. Durch Suchen allein findet man es nicht; ein verbliebener Zusammenhang der Bestimmung muss da sein. Irre nicht erschöpft umher, mein König. Im abschließenden Teil des großen Bogar-Siebentausend findest du Muppu.
6260. Im siebten und letzten Teil von Bogars Siebentausend besang ich das große Muppu, die verborgene Blüte, für die Menschen der Welt in geheimer Weise. Ein wahrhaft Kundiger wird es vollbringen und Makrokosmos und Mikrokosmos erkennen.
6261. Noch ein Weg, mein königlicher Pulippani: Viele gingen fort, um Puni-Nir zu gewinnen, und starben, ohne zurückzukehren. Sie verstanden das Verfahren nicht, lasen die Schriften und gingen dennoch zugrunde. Bloße Feuer-Alchemisten taten sich zusammen, ohne den Zugang zu erkennen.
6262. Diese Menschen kennen weder Gefahr noch Mühe noch Nutzen der Schriften. Wie man beim angebauten Feld Unkraut entfernt, so lautet das Wort der Nadanta-Siddhas. Doch von vergeblicher Begierde getrieben verloren sie den Verstand, irrten umher, gewannen kein Puni-Nir und starben in großer Zahl.
Anmerkung: Der Feldvergleich ist in den Satz nur lose eingebunden; er wird nicht zu einer zusätzlichen Arbeitsanweisung ausgeweitet.
6263. Viele Menschen starben, weil sie den schwierigen Sinn von Mahadevas göttlicher Goldkunst nicht verstanden. Kann jeder auf der alten Erde die vollendete Shiva-Wonne finden? Die grundlegende Ordnung des Muppu wird nur ein dazu bestimmter Mensch erkennen.
6264. Ist die Bestimmung da, fällt es einem zu. Könnten es geizige Menschen durch vergebliches Bemühen erhalten? Wer das erhabene Parapara-Wesen geordnet erkannt hat, wird es sehen. Wie sollte es einem törichten Geist zufallen? Die große Goldkunst, die Brahma-Kunst, komme denen in die Hand, die den höchsten Weg suchen.
6265. Wer Pu-Valalai gewinnen will, braucht Natarajas Gnade und die Guru-Verfahren der großen Meister. Um das Valalai zu sehen, das wie ein abgestorbener Baum wieder austreibt, ist Paraparis Gnade nötig. Nur mit einem verbliebenen Zusammenhang werde es erreicht; unzählige seien vergeblich gestorben.
6266. Unzählige Menschen und Könige suchten den Valalai-Weg. Sie konnten die Zeit seines Aufblühens nicht richtig erkennen, liefen hochmütig umher und starben. Der mächtige Stoff hat seine Giftzeit; man kann ihn dann nicht ohne Weiteres gewinnen.
6267. Viele studierten die Schrift nicht gründlich. Von Armut und Leid bedrängt suchten sie Puni-Nir. Die Siddhas sangen ihre schwierigen Schriften mit umgestellter Reihenfolge. Menschen erhoben die Hände und erwarteten, ein steinerner Gott werde sprechen; so zeigte sich ihr Tun auf Erden.
Anmerkung: Die letzte Zeile ist beschädigt; die Erwartung eines sprechenden Steingottes steht ausdrücklich im Text.
6268. Um das Gold zu sehen, untersuchten viele Menschen Schriften ohne verlässliche Zeugenschaft. Sie gerieten durcheinander, vertauschten Anfang und Ordnung und erkannten die zusammenhängende Schrift nicht. Viele Bücher sprechen von Beherrschung und Bindung; das Guru-Buch aber betrachteten sie nicht.
6269. Ohne es zu betrachten verloren sie Halt und Schriftordnung. Sie verließen die Schrift, prüften nicht mit festem Verstand und verstanden die Geheimnisse der umfassenden Rishi-Werke nicht. Stattdessen nahmen sie einen alkoholartigen Stoff als Kalpa zu sich.
6270. Sie nahmen Rauschmittel und verhüllten unzählige Bücher. Sie missbrauchten die ausgesprochenen Schriften, vergeudeten die Zeit und starben. Viele bereiteten Mittel, in denen Strafe und Fluch lagen. Wie ein heftiger Sturm verkündete ich darum das Sapta Kandam, Bogars Siebentausend.
Furchterregende Erscheinungen bei der Puni-Nir-Suche
6271. Höre, mein Sohn Pulippani: Wenn du Puni-Nir gewinnen willst, kann Furcht entstehen. Durch den Gnadenblick der Mutter des Vedanta stehen Siddha-Munis und Rishis in einer angenommenen Gestalt vor dir. Sieh diese verwirrende Erscheinung.
6272. Sie tragen ein entsprechendes Gewand und halten einen Schädel. Sie treten vor dich, brüllen zornig und fragen: ‚Wer kann Puni-Nir nehmen? Bist du der Mann dafür?‘ Ein dröhnendes Geräusch wie das Krachen fahrender Wagen wird hörbar.
Anmerkung: Der genaue Lautvergleich der Schlusszeile ist beschädigt.
6273. Du hörst aufmerksam die körperlose Stimme des Siddha-Muni: ‚In diesem menschenleeren Wald dieser Klang — welches Wunder ist das?‘ Wer den Kopf hebt und eine Gestalt wie Karuppanna-Svami vor sich stehen sieht, kann vor Furcht zusammensinken und sterben, so erzählt der Text.
6274. Noch eine Erscheinung: In einer Om-Gestalt, mit einem Körper wie der große Meru, tritt sie auf. Durch das seifenartige Valalai und die Gnade der Mutter des Vedanta entsteht heftiges Zittern. Viele Menschen auf Erden seien daran gestorben.
Anmerkung: ஒமென்ற வேஷம் und சவுக்கார வழலை sind ungewöhnliche beziehungsweise unsichere Ausdrücke; die Visionserzählung wird nicht zu einer toxikologischen Erklärung umgedeutet.
6275. Höre, gütiger Sohn Pulippani, was mein Vater Kalanginathar mir lehrte: Menschen sahen die Gefahr des Puni-Nir nicht. Aus einer als stilles Schweigen bezeichneten Unwissenheit starben sie auf der alten Erde unter einem Fluch.
Anmerkung: மோனான மெளனமென்ற மதியீனம் verbindet Schweigen und Unverstand auffällig; die Wertung bleibt als Wort der Quelle erkennbar.
Die beiden Shiva-Yogis und das Schlangenkraut
6276. Zwei angesehene Männer taten sich liebevoll zusammen, um das begehrte Puni-Nir zu gewinnen. In einer Wache um das Morgengrauen gingen beide in die Wildnis, entschlossen, das vollendete Muppu auf seinem Boden zu finden.
6277. Als die beiden im Wald Puni-Nir nehmen wollten, erschien eine schwarze Karuncharai-Schlange. Sie verfolgte die Shiva-Yogis weit. Die beiden kletterten auf einen Baum, der wie ein hoher Berg aufragte.
6278. Die Schlange sah die Männer auf dem Baum, zischte zornig und wollte sie mit ihrem Gift beißen. Darauf schossen die beiden Shiva-Yogis mit einem Pfeil auf sie.
6279. Der Pfeil traf den Kopf der Schlange, und sie starb dort. Die Shiva-Yogis sahen ihren Tod und stiegen vom guten Baum herab. Als sie an seinen Fuß kamen, geschah ein erstaunliches Wunder. Höre die Macht der Mutter des Vedanta.
6280. Höre, mein Sohn Pulippani: Wie soll ich dieses berühmte Wunder schildern? Die beiden Shiva-Yogis wollten die Blüte gewinnen. Als sie bei dieser gefährlichen Gewinnung die schwarze Karuncharai sahen, wandten sie Mittel an, um nicht erfolglos zurückkehren zu müssen.
6281. Die geheimnisvolle Kraft dieser Pflanze haben selbst hundert Koti Sonnen nicht gesehen. Sie ist das wunderbare Spiel der Siddhas, das weder Himmel noch Erde ganz erfassen. Als die beiden ihre Absicht vereinten und Pu-Valalai gewinnen wollten, kam die schwarze Karuncharai: ein neues, mächtiges Wunder.
6282. Eine andere Schlange eilte in den Wald, überquerte die engen Berghöhlen und nahm die zarte Sanjivi-Pflanze ins Maul. Damit kam sie an den Ort der daliegenden Schlange und blieb dort stehen.
Anmerkung: Dass es eine zweite Schlange ist, wird im folgenden Vers ausdrücklich mit மறுசற்பம் bestätigt.
6283. Die beiden Männer sahen die andere Schlange und überlegten aufmerksam. Sie beobachteten, wie die kluge Schlange das Kraut an die erschossene hielt und seinen Duft auf sie wirken ließ. Darauf kam die große Schlange wieder zum Leben und erhob sich kraftvoll.
6284. Sie sahen, wie die Pflanze die bereits nach Kailasa gegangene Schlange wiederbelebte. Das war das Giftkraut, das auch Krishna mit seiner Girlande besaß. Nachdem sie das Mittel erhalten hatte, zog die Schlange wieder lebendig mit ihrer Gefährtin fort. Die beiden Männer standen wie von einem Sturm getroffen staunend da.
6285. Während die beiden Shiva-Männer erschüttert verharrten, nahm die Schlange ihre zuvor tote Gefährtin mit in den nebelverhangenen Wald. Die Männer, die ihr feindlich begegnet waren, sahen genau, wie beide davonzogen.
6286. Als die Schlangen fort waren, dachten die beiden: ‚Dies ist eine vortreffliche Pflanze; was brauchen wir nun noch zu fürchten?‘ Sie wollten das Kraut, das am Fuß des Baumes lag, vorsichtig in die Hand nehmen.
6287. Nach dem Fortgang der Schlangen dachten sie an die Mutter des Nadanta. Noch bleich im Gesicht, doch miteinander verbunden, näherten sie sich der Pflanze. Ich sah, wie einer der Freunde entschlossen nach ihr griff.
6288. Als der Shiva-Mann das Kraut mit der Hand berührte — wie soll ich die Macht des himmlischen Herrn beschreiben? Wer auf Erden hat das gesehen? Ich selbst sah staunend die Wirkung der Pflanze, die die Schlange zurückgelegt hatte, heftig wie einen Sturm.
Das festhaltende Kraut und die verlorene Hand
6289. Der Mann hielt sie für eine vortreffliche Pflanze und hob sie mit der Hand auf. Doch dieses mächtige Kraut erwies sich als trügerisch: Ich sah, wie es den Shiva-Mann festhielt.
Anmerkung: Die letzte Wortfügung ist beschädigt; das Festhalten und spätere Ziehen wird durch die Folgeverse bestätigt.
6290. Staunend sah ich die Kraft des Krautes. Es ergriff die Hand des Shiva-Mannes und richtete sich zum Wald hin. Als ich dies vollständig erkannte, erschrak ich; mit der Kulikai kam ich näher.
6291. Mit der Kulikai gelangte ich auf den Kallal-Baum. Dort sah ich, wie die Pflanze den Shiva-Mann mit außerordentlicher Kraft zog. Sie war ein geheimnisvolles Kraut der Bezwingung. Seine Macht will ich dir ruhig erklären.
Anmerkung: Dieser Block ist in der bereitgestellten Vorlage kürzer und unregelmäßig gegliedert; er wird ohne ergänzte Schlusszeile wiedergegeben.
6292. Heiliger Pulippani, welcher Siddha-Muni hat das Kalpa-Kraut der zischenden Schlange auf Erden gesehen? Die achtzehn und die neun Koti haben viele Wunderkräfte; doch dieses Kraut der verwandelnden Karuncharai-Schlange hat sonst niemand gesehen.
6293. Die Siddhas haben seine Verehrungsweise nicht genannt und die entsprechende Schrift nicht erkannt. Das Gift dieses schwierigen Waldkrautes sahen sie nicht; sie kannten nur Pflanzen in ihrer Nähe. Viele Siddhas haben zwar Kräuter der Bezwingung gesehen, die Leiden lösen; doch selbst beim Durchwandern von Kollimalai erhält man dieses nicht.
6294. Diese unerreichbare Pflanze brachte den Männern, die nach Unerreichbarem suchten, eine gefährliche Wendung. Wie jemand, der auf Tau vertraut und pflügt, waren sie fehlgegangen. Nur ein verbliebener Zusammenhang lässt sie einem zufallen; weder Himmels- noch Erdenbewohner sehen sie.
6295. Nur wer die Lotusfüße geschaut hat, empfängt dieses mächtige Kraut. Als der Shiva-Mann mit ihm in den Wald gezogen wurde, erkannte er den Weg der Schlange als einen Verderbenspfad. Er dachte an den Guru und begriff, dass Gefahr drohte.
6296. Was tat er, als er das Unheil erkannte? Er versuchte, das Kraut aus seiner Hand auf die Erde abzuschütteln. Doch die von der Schlange getragene Pflanze löste sich nicht aus seiner Lotushand; sie hielt sie fest und zog gewaltsam in den Wald.
6297. Als das Kraut ihn zog, griff der Gefährte seine Hand und zog dagegen; ich sah es. Beide schrien laut auf. Dann fassten sie einen Entschluss und trennten mit dem Schwert, das sie bei sich hatten, die Hand ab.
6298. Nach dem Abtrennen zog das Kraut die Hand geradewegs in den Wald. Ich sah es. Die beiden Shiva-Männer kehrten darauf an den früheren Ort zurück und setzten sich dort, wo Pu-Valalai hervorkommt, wieder nieder.
6299. Höre, mein Sohn Pulippani: Die beiden Männer kamen erneut zu dem Baum zurück, noch erschüttert. Nach der gerechten Anweisung des Gurus gewannen sie nun Pu-Valalai, ohne weiter zu zögern. Als Verdienstvolle nahmen sie es auf.
Die Schlange berichtet ihrem Guru
6300. Höre, verdienstvoller Pulippani: Die Schlange nahm die abgetrennte Hand des Shiva-Mannes ins Maul, um sie ihrem göttlichen Guru zu zeigen. ‚Unermesslich kostbarer Herr, höre, was in diesem schönen Wald geschehen ist‘, begann sie zu erzählen.
6301. ‚Herr, ich lebte mit meiner Gefährtin im Wald. Auf der Suche nach Nahrung streiften wir darin umher. Als wir durch den öden Wald zogen, schönes Siddha-Licht, waren wir zeitweilig getrennt und sahen den Kallal-Baum.‘
Anmerkung: Die Personen- und Trennungsformulierung der letzten Zeile ist beschädigt; die Paarbeziehung wird in den Folgeversen deutlich.
6302. ‚Dort sah ich zwei Shiva-Siddha-Männer im Gewand Kailasanathas. Sie suchten Stoffe, um Kalpa zu nehmen, und wollten das als Valalai bezeichnete Muppu gewinnen. Wie ein heftiger Sturm verfolgte ich sie und zischte sie an.‘
6303. ‚Als ich zischend hinter ihnen herkam, erschraken sie, kletterten auf den Kallal-Baum und blieben oben. Dann trafen und verletzten sie mich heftig. Das Giftkraut namens Kiri wurde mir darauf gnädig gegeben.‘
Anmerkung: Der Vers erzählt Verletzung und Kräutergabe gerafft; der nächste Vers benennt die gebende Gefährtin. கீரி bleibt als überlieferter Name erhalten.
6304. ‚Eine aus meiner Schar, meine Gefährtin, sah, dass ich tot dalag. Sie überlegte, suchte das Guru-Kraut und brachte es zu mir. Sie hielt es an mein Gesicht; wie die gelöste Sehne eines Bogens am Scheitel kam ich wieder zum Leben, Herr.‘
Anmerkung: Der Vergleich mit Bogen und Sehne ist syntaktisch dunkel; er wird nicht physiologisch erklärt.
6305. ‚Mit meiner Gefährtin verließ ich den Baum. Wir ließen die Pflanze zurück und zogen beide zischend fort. Da stiegen die zwei verbundenen Shiva-Männer freudig vom Kallal-Baum herab und berührten das Kraut.‘
6306. ‚Mein Herr, das berührte Kraut ergriff die Hand und ließ sie nicht mehr los. Es zog sie zu dem Wald, in dem wir wohnen. Durch ein verbliebenes Verdienst trennten sie schließlich den Finger ab.‘
Anmerkung: Die Erzählung wechselt hier von Hand (கரம்) zu Finger (விரல்); dieser Unterschied wird nicht vereinheitlicht.
6307. ‚Durch die Kraft des Giftkrautes kam die abgetrennte Hand zu mir, Herr, infolge ihrer Tat. Mächtiger Guru, der du in der meerumgebenen Welt im Samadhi verweilst: Ich habe sie dir als Zeugnis gebracht. Welcher Weg ist nun der rechte?‘
6308. Darauf antwortete der Rishi der Schlange: ‚Dir, deren Atem stillstand, wurde unverzüglich das Lebenskraut gegeben. Danach kamt ihr beide wieder in den Wald. Vor der Macht dieser erstaunlichen Giftpflanze zu überleben, ist wahrhaft selten.‘
6309. ‚Durch den Gnadenblick des wahren Gurus, durch Manonmanis und Mahadevas Gnade hast du verdienstvoll überlebt. Dass aber der Shiva-Mann seine Hand verlor und du damit hierher kamst, ist Schuld. Gib weiterer Schuld keinen Raum und löse den großen Fluch.‘
6310. ‚Wenn du ihn löst, entsteht unermessliches Verdienst. Bringe eine Pflanze, damit die Hand dem makellosen Menschen wieder anwächst, gib sie ihm und sende sie zurück. Wie in der Geschichte eines sprossenden Baumes wird der Finger wieder anwachsen.‘
Anmerkung: Der Baumvergleich mit பாக்களவு ist beschädigt. Die Wiederanfügung bleibt ein Wundermotiv der Erzählung.
6311. ‚Wenn die Männer wiederkommen, um Valalai zu gewinnen, wird der zurückliegende Finger sie erkennen, ihnen folgen und sich an die Hand fügen. Der Schaden am Glied wird weichen, und der Shiva-Mann wird gesund mit wiedergewonnener Hand leben.‘
6312. ‚Wenn er so lebt, entsteht auch für dich Befreiung und großer Ruhm.‘ Ohne das gewichtige Wort zu verkürzen, prüfte die Schlange das Kraut. Wer dem Guru-Wort zuwiderhandle, bringe auch dem Guru Schuld. Darum beschloss sie, genau nach seiner Anweisung zu handeln.
Rückkehr zu Kalangi und Verehrung der Schriften
6313. Noch ein Weg, mein Sohn Pulippani: Durch Kalangis Gnade sah ich die Weltstätten. Ich legte die Kulikai an und ging nach Chinapati. Dort sah ich die Lotusfüße meines Herrn und empfing Kalangis Segen.
6314. Durch diesen Segen erlangte ich vieles und erkannte die Heimstatt höchster Wonne. Auf dem Berg sah ich freudig gelehrte Shiva-Yogis und Erkenntnisasketen, die Gemeinschaft Kailasa-Sattamuni-Nathars, die Angehörigen Tirumulars, Sundaranandar, Romar und viele weitere Siddhas.
6315. An ihren Samadhi-Stätten betrachtete ich die von ihnen verfassten Werke: unzählige große Granthas, ausführliche Bücher und Zusammenfassungen. Ich sprach ihnen freundlich zu, nahm die berühmten Schriften in die Hand, ging zur Shiva-Linga-Stätte und verehrte dort die Bücher.
Bhuvana-Berg, Skorpion und kupfernes Linga
6316. Ich verehrte diese außergewöhnlichen Bücher und las sie den Menschen von Chinapati vor, um Zweifel zu klären, von den Erkenntniswerkzeugen bis zu Anfang und Ende. Ich liebte die Frauen von Chinapati, erforschte die Wege der großen Schriften und blieb lange dort. Dann flog ich mit der Kulikai fort.
6317. Mit der Kulikai flog ich westlich des Himalaya zum ausgezeichneten Berg Bhuvana. Ich stieg hinab und betrat eine große Höhle. Dort sah ich unzählige Devarishis, Siddhas und Munis, jenseits jeder Zahl.
6318. Auf dem Kailasa-Bhuvana-Berg vollzogen diese Siddha-Munis und Rishis beständig Opfer, ohne an das Weltende zu gelangen. In dem mächtigen Wald sah ich einen gewaltigen roten Skorpion: Mit Flügeln, wie ein Sturm, kam er herab und blieb stehen.
6319. Auf dem Bhuvana-Gipfel sah ich die Furchtbarkeit des roten Skorpions. Er richtete sich über den Gipfel empor, hielt sich an einer Fahnenstangenspitze fest, und sein Gift stieg in ihm auf. Als er den kupfernen Gipfelaufbau stach, schmolz das Kupfer.
6320. Das geschmolzene Kupfer floss den Berg hinab und wurde zu einem Linga, einer glänzenden kupfernen Samadhi-Stätte. Die Siddhas sahen diesen heiligen Sockel, nannten ihn Shiva-Linga und vollzogen zu Neumond liebevoll die Guru-Puja.
6321. Während der Puja quoll aus dem Shiva-Linga eine süße Flüssigkeit wie Perlen hervor. Das mächtige Gift trat als Wasser heraus und sammelte sich ringsum. Die Siddhas nahmen diese Flüssigkeit und verschlossen sie in einem Glasgefäß.
Anmerkung: Die letzte Zeile hat நிலம், ‚Boden‘, wo nach dem Zusammenhang und dem Folgevers Flüssigkeit gemeint ist; die Lesung bleibt textkritisch unsicher.
6322. Sie schmolzen tausend Kalancu Kupfer und gaben beim Schmelzen das Giftwasser hinzu: ein Kalancu zu tausend. Dann schmolzen sie weiter und nahmen die Masse heraus.
6323. Es sei Gold von tausendacht Gehaltsstufen geworden, das schwere Gold Devendras: natürlich geborenes Gold, von Siddha-Munis verwendet, für die Puja geeignet, unveränderliches, selbstentstandenes Gold. Daraus bestehe der Sitz, auf dem Kailasanatha thront.
Anmerkung: Die Zahl tausendacht wird als traditionelle Angabe der Quelle bewahrt, nicht als moderne Feinheit interpretiert.
6324. Es sei das Gold des großen Thrones Indras mit den tausend Augen und das Gold der Gipfel von Hallen und Gopuras. Menschen auf Erden sehen es nicht. Könige mit dichtstehenden Palästen besitzen solches herrschaftliche Gold; unergründliche Nathas, Rishis und Devas haben es erkannt.
6325. Dieses Gold kam aus dem Giftüberschuss am Bhuvana-Berg, makellos aus der Linga-Samadhi-Stätte. Es sei mit den acht Siddhis geboren, das Gold der Wohnstätten der Nathas, unversehrt und natürlich entstanden, den Menschen der Erde ungesehen.
Das Pashana-Kalpa der Schlange
6326. Noch ein Weg, tugendhafter Pulippani: Ich nenne ein Pashana-Kalpa, das die Nathas nicht offenbart haben. Fange eine Schlange und nimm zwei Kalancu Pashanam. Solange die Schlange noch atmet, halte das Pashanam bereit.
Anmerkung: Pashanam ist hier nicht genauer bestimmt. Es folgt eine historische Tierquälerei- und Giftmittelbeschreibung; keine sichere Kalpa-Praxis.
6327. Lege das abgemessene Pashanam in das Maul der Schlange und nähe es zu. Schließe die Schlange in ein Gefäß ein, sichere es gegen Entweichen und bedecke es oben. Bewahre es acht Tage.
Anmerkung: Der Vers nennt erneut Kalancu ohne die vorherige Zahl zu wiederholen; die zwei Kalancu aus Vers 6326 werden nicht verändert.
6328. Nach acht Tagen öffne das Gefäß und löse den Verschluss am Schlangenmaul. Die Schlange liege dann wie tot, mit nur wenig verbliebenem Leben. Nimm das Pashanam heraus und gib der Schlange Milch.
6329. Die Schlange soll durch die Milch wieder leben und rasch fortgehen. Das Pashanam habe Gift aufgenommen und sei damit zum Kayakalpa geworden. Nimm davon eine Menge von Hirsekorngröße über ein Mandalam; nach drei Mandalam solle der Körper sich festigen.
Anmerkung: Die vermeintliche Wiederbelebung und die Einnahme des vergifteten Stoffes sind ungesicherte Behauptungen der Quelle, keine geprüfte Behandlung.
6330. Durch dieses Pashana-Kalpa werde der Körper fest wie Diamant, wie bei Siddha-Munis. Erkenntnis und Verstand nähmen zu; man werde selbst ein Siddha. Falten und graues Haar verschwänden, und das Licht der Nadanta-Siddhi werde zum Schatz.
6331. Die Siddha-Munis und Rishis verfassten viele Bücher, doch dieses kostbare Pashana-Kalpa hielten sie vor der Welt verborgen. Mit der Kulikai überquerte ich die sieben Meere, um den Zustand der Vereinigung zu sehen. Kalangis Füße verehrend habe ich dieses Kalpa erklärt.
6332. Wer dieses Kalpa nehme, könne lange auf Erden bleiben. Der verwandelte Körper werde goldgleich, der Vasi richte sich nicht nach oben. Der beständige Körper werde weiß, der makellose Vasi steige nicht auf. Selbst beim lauten Sprechen werde der Körper nicht nutzlos vergehen.
Anmerkung: Goldfarbe und Weißheit stehen nebeneinander in der Vorlage; die Schlusswendung ist beschädigt. Die Atemrichtung wird wörtlich bewahrt.
Die verfluchte Schildkröte auf Suvarnagiri
6333. Höre, mein Sohn Pulippani: Ich bestieg Berge, durchquerte Höhlen und gelangte nach Suvarnagiri. Mit der Kulikai erreichte ich die mächtige Gipfelstätte. Dort sah ich jene Schildkröte, die im Süden Dakshinamurti-Nayan gesehen hatte.
6334. Diese Schildkröte sah ich. Im Treta-Yuga, als die großen Fluten kamen, ging sie auf den Berg. Sie wollte Darshan an der Stätte der süßen Manonmani erhalten und kam während der Weltflut dorthin.
6335. Auf dem reichen Suvarnagiri sah ich sie. Ich stieg den Berg hinab zum Quellteich und ging nachdenklich die Stufen hinunter, in Meditation auf die Schau des Höchsten. Als ich freudig am Ufer hinabstieg, erblickte ich sie.
6336. Die Schildkröte sah mich, verneigte sich und pries meine Lotusfüße, als wäre ich Kailasanatha. Sie stieg aus dem Teich und sprach: ‚Himmlischer Herr, lieber Bogarishi-Natha, der du mich aufsuchst! Dakshinamurti hat mir einen Fluch gegeben.‘
6337. ‚Wegen dieses Fluches kam ich während der Flut im Treta-Yuga hierher. Lange wohnte ich in diesem Quellteich Suvarnagiris. Kein großer Siddha-Muni kam zu mir. Weil noch ein Zusammenhang meiner Bestimmung besteht, seid ihr gekommen, um meinen Fluch zu lösen.‘
6338. ‚Du an Kalanginathars Füßen, erweise mir deine Gnade. Wenn du den Fluch aufhebst und mich befreist, gebe ich dir ein Kayakalpa, mit dem du lange leben kannst.‘ So sprach sie und erzählte ihre Geschichte.
6339. Als die Schildkröte so sprach, hob ich ihren Fluch auf. Danach fragte ich nach dem großen Kalpa und bat sie, es mir zu erklären. Sie gab mir die gute Kulikai, die sich in ihrem Bauch befand.
6340. Bereitwillig nahm ich das Kayakalpa aus ihrem Bauch entgegen. Ein Mandalam lang nahm ich davon jeweils ein Kunri. Mein Körper soll dadurch fest geworden sein; um lange auf Erden zu bleiben, nahm ich das Körper-Kalpa und lebte in der großen Welt.
6341. Durch diese Kulikai erlangte ich viele besondere Kräfte und empfand keinen Hunger mehr. Wird ein solches Kayakalpa selbst Siddhas zuteil, mein Sohn? Keiner der früheren Nathas hatte es so erkannt; sie sprachen nicht davon.
Der Hirsch und die Aufhebung seines Fluches
6342. Noch ein Weg: Oben auf dem Suvarna-Berg sah ich mit der Kulikai durch den Gnadenblick der Mutter des Vedanta einen Hirsch im Wald. Der gute Hirsch sah mich, lief heran und verneigte sich.
6343. Er pries meine Füße und fragte mich liebevoll aus. Ich gedachte Kalanginathars Füßen und sagte: ‚Ich bin der Schüler seiner Lotusfüße, der Staub an den letzten Füßen der Mutter.‘ Als ich diese juwelengleichen Worte sprach, nannte er mich seinen großen Guru.
6344. ‚Schüler Kalanginathars, höre den Fluch, der mich traf. Als Pujanda-Rishi im Wald ein Opfer vollzog, entstand durch mich ein Vorfall. Frage mich nach seinem Grund. Ich wusste damals nichts von dem Opfer, das die Großen in dieser alten Welt vollzogen.‘
6345. ‚Als Pujanda-Maharishi seine Askese übte, dachte ich gemäß der Lehre eures Vaters Kalanginathar durch Manonmanis Gnade daran, den Fluch zu lösen. Ich verehrte den Ashram des Guru-Rishis und blieb dort stehen.‘
Anmerkung: ஆசீர்மம் wird im Zusammenhang als Ashram gelesen, kann aber auch mit Segen verbunden sein; die Form ist unsicher.
6346. ‚Ich blieb lange bei Pujanda-Maharishis makelloser Samadhi-Stätte, durch die Gnade des strahlenden Lichtes. Wegen der Schuld, die ich begangen hatte, suchte ich Berge und Hügel und gelangte unter dem Fluch zu dieser Samadhi-Stätte.‘
Anmerkung: Die dritte Zeile ist beschädigt; keine bestimmte Verfehlung wird daraus rekonstruiert.
6347. ‚Nimm meinen Fluch hinweg, schenke mir deine Schau und die Unterweisung der Erkenntnis, damit ich den Zustand der Vereinigung erreiche. Gewähre durch die Auflösung des Geistes Gnade, Segen und Befreiung vom Fluch. Lass mich wegen des noch verbliebenen Zusammenhangs nun zur freien Heimstatt gehen.‘
6348. Als der Hirsch so bat, verneigte ich mich durch Kalangis Gnadenblick vor den klaren, nektargleichen Füßen Paraparis. Ich pries Manonmani und fasste den Entschluss, den Hirsch zu schützen, damit ihm nicht der geringste Schaden entstehe.
6349. Ich löste den Fluch des Hirsches. Er gab mir ein wunderbares Kayakalpa; nachdem ich es nahm, lebte ich lange. Keiner aus den Gemeinschaften der Siddha-Munis und Rishis hatte dieses Hirsch-Kalpa so genommen. Selbst Krishnas Kalpa gleiche ihm nicht.
6350. Dieses unübertroffene Kalpa nahm ich. Menschen dagegen legen, ohne ein Kalpa wirklich gesucht zu haben, Sannyasin-Gewand an und behaupten: ‚Ich habe Kalpa genommen.‘ So sammeln sie unzählige Reichtümer. Andere geben solchen mächtigen falschen Weisen Geld und gehen daran zugrunde.
Sundaranandas Unterweisung und Pflichten des Schülers
6351. Nachdem ich Kalpa genommen hatte, ging ich nach Chinapati. Mit der Kulikai reiste ich an der langen Meeresküste und bestieg die linke Seite Suvarnagiris. Sonst niemand hatte dies gesehen; ich sah Suvarnagiri.
6352. Höre, mein Sohn Pulippani: Mit der Kulikai wie ein Sturm gelangte ich links von Suvarnagiri nach Dandakaranya. Ich stand an der Samadhi-Stätte und verweilte durch den Gnadenblick des himmlischen Herrn an der Meeresküste.
6353. Kalanginathar, mein Guru, hatte mir gesagt: Sundarananda-Isar habe die zahlreichen Weltwunder und die besonderen Kräfte an Suvarnagiris Küste in süßen Schriften besungen und diese in einer Höhle niedergelegt.
6354. Im Vertrauen auf die Wahrheit dieser Schrift stand ich an der Samadhi-Stätte, ging in das achtgliedrige Yoga ein und verweilte in tiefer Askese. Da gewährte mir der aschetragende Sundarananda-Isar Darshan, im Licht seiner makellosen eigenen Gestalt, in der Erscheinung eines besonderen Siddhas.
6355. Er erschien mir und fragte aufmerksam, wer ich sei. Ich antwortete: ‚Ich bin Kalangis Schüler. Ich verließ Chinapati, trug die Kulikai und kam auf diese linke Seite, um die Wunder zu erkennen.‘ Bereitwillig verneigte ich mich und pries ihn.
6356. Sundarananda-Isar entfernte meine Trübung und sprach mir wohlwollend zu: ‚Weil die rechte Bestimmung und ein verbliebener Zusammenhang bestehen, werde ich dich gern unterweisen. Ich gebe dir die Lehre der Erkenntnis zum höchsten Weg und auch das grundlegende Keshari.‘
6357. Höre, mein Sohn Pulippani: Sundarananda-Isar gab mir eine Kulikai und zeigte mir die Herrlichkeiten der Weltstätten. Er nahm mich bereitwillig als beständigen Schüler an und erklärte mir genau den Weg des Keshari.
6358. Höre nun, Pulippani, die Ordnung meiner Schülerschaft, wie ich sie geprüft und erkannt habe. Was ist der rechte Weg eines dienenden Schülers? Er braucht Vertrauen und Gnade, Erkenntnis und Japa.
6359. Er braucht freudiges Streben, bereitwillige Askese und Geduld, Verehrung für das Guru-Wort und Mitgefühl mit allem Lebendigen auf Erden. Er soll die Lotusfüße des Herrn aufsuchen, Erbarmen und Freigebigkeit üben. Noch weitere Aufgaben nenne ich: Gut ist es, frei von Trübung zu leben.
6360. Er soll nach dem Überwinden des Todes streben, gute sittliche Treue suchen und schwere, bergesgroße Schuld ablegen. Wer so auf Erden lebt, geht den rechten Weg. Wer Agastya im Süden recht unterweisen kann und die dankbaren Menschen von Venadu gleiche dem guten Siddha-Muni.
Anmerkung: Die Verknüpfung der letzten beiden Zeilen ist unklar; Agastya und Venadu stehen ausdrücklich in der Vorlage.
6361. Abzulegen sind Lüge, Glücksspiel, Täuschung, listige Machenschaften, Verleumdung und Wankelmut; unwahre Rede, Neid und das Vergessen höchster Wonne; Opferhandlungen mit angehaltenem Atem, die nur echt aussehen, die Schmähung des guten Gurus und die vielfältigen Wege des Diebstahls.
6362. Ebenso: vor jemandem freundlich sprechen und hinter seinem Rücken tratschen; Edle verächtlich behandeln, über gute ältere Menschen spotten und sich selbst als vollkommen rein darstellen; immer neue Streitigkeiten hervorrufen und sich um Kampf bemühen; wie ein Besessener schwätzen, als kenne man alle Bücher der Siddha-Munis.
Äußere Verkleidung und wirkliche Schülerschaft
6363. Was ich einen Besessenen nenne, will ich erklären: Er gibt sich den Namen eines gelehrten Heilers, trägt ein reines Ockergewand und tritt als Unterweiser auf. Er kleidet sich wie ein Gerechter, der vom Shakti-Weg nicht abweicht, und spielt den Klugen ohne Zorn. Doch er irrt klagend umher — ein Esel von Mensch, sagt der Text.
6364. Viele Menschen der Welt tragen wechselnde Verkleidungen, geben sich männlich und heldenhaft und reden laut einschüchternd. Vor jedem Betrachter stellen sie sich als tiefgründig dar und tragen eine Rudraksha-Kette in der Hand. So ziehen sie unnütz mit einem leeren äußeren Zeichen umher.
6365. Höre weiter, gütiger Pulippani: Ein Schüler soll Guru-Gnade empfangen haben und auf Erden in gutem Ansehen leben. Er soll täglich Manonmanis süße Lotusfüße preisen und als verständiger Mensch Paramashivas in der Welt wohnen.
Ein zusammengesetztes Kalpa-Öl
6366. Nun nenne ich dir aufrichtig ein Kayakalpa, mein Sohn Pulippani. Nimm Nellikay-Kenti, fünf Palam, dazu zwei Teile Talam und einen Teil Singi.
Anmerkung: நெல்லிக்காய் கெந்தி ist eine zusammengesetzte, nicht eindeutig aufgelöste Stoffbezeichnung. Die folgenden Zahlen werden im Zusammenhang als Palam-Mengen gelesen, wobei die Einheit nicht jedes Mal wiederholt wird.
6367. Füge je einen Teil Manocilai, Kauri und Puram hinzu, einen halben Teil Viram, je einen Teil Apini, Lingam, Turucu und Tuttam. Wiege sie entsprechend ab.
6368. Zerreibe sie mit Cittantam-Kern vier Samam, mit Valuluvai-Öl acht Jamam und mit Karunciram-Öl sechs Samam. Ohne vom Wort abzuweichen füge anschließend Tazham-Blütensaft hinzu.
6369. Zerreibe weiter mit Tazham-Blütensaft vier Samam, mit Mantarai vier Samam, mit Carakku-Öl vier Samam, mit Kodiveli sechs Samam, mit Kautumbai sechs Samam, mit Tuvarai vier Samam und mit Ven-Kunri sechs Samam. So zerreibe es sorgfältig, mein Sohn.
Anmerkung: Die Pflanzen- und Ölnamen bleiben ohne ungesicherte botanische Gleichsetzungen erhalten; bei den letzten Stoffen wird die Flüssigkeitsform nicht jeweils wiederholt.
6370. Nachdem alle Stoffe verrieben sind, forme dünne Plättchen und lege sie ohne Zeitverlust in die Sonne. Fülle sie fehlerfrei in ein neues Kalasha-Gefäß und versiegle es. Bringe unten am Gefäß eine Öffnung an und lasse das Öl ablaufen.
6371. Gewinne es als Grubenöl und fange es in einem geeigneten Kalasha auf. Füge ein Kalancu Muppu hinzu und bewahre es darin. Dieses starke Öl haben die Bücher nicht ausführlich genannt; Siddhas und Nathas sprechen nicht offen darüber.
6372. Ich untersuchte dieses Öl und erklärte seine großen Verfahren und Ordnungen in Bogars Siebentausend, damit Menschen auf Erden gedeihen. Die klarsehenden Siddha-Muni-Nathas auf dem südlichen Potigai-Berg hielten es verborgen und zeigten diesen feinen Vedanta-Gegenstand nicht.
Centuram aus Sutam und weitere Anwendungen
6373. Erkenne den verborgenen Schriftsinn und alle äußeren und inneren Erkenntniswerkzeuge: So lehrte es mein Vater Kalanginathar. Durch Manonmanis Gnadenblick gewinne das Öl und füge ein Kalancu davon dem als Pariti bezeichneten Sutam hinzu.
Anmerkung: பரிதி bedeutet gewöhnlich Sonne; hier steht es ausdrücklich neben Sutam und wird nicht zu einem zusätzlichen Metall umgedeutet.
6374. Ein Teil zu zehn wird zugesetzt, damit der wilde Elefant zur Ruhe kommt. Zerreibe das Sutam mit dem Öl zwei Samam. Um Sutam zu Centuram zu machen, füge ein Kalancu Taram hinzu, das als Nada bezeichnet wird.
Anmerkung: Der wilde Elefant ist hier ein Bild für den ungebundenen alchemistischen Stoff.
6375. Zerreibe es mit dem zuvor genannten Öl vier Samam, bis es wachsartig ist. Bereite eine Tonbandage für die Flasche vor und fülle den Stoff hinein. Verschließe die Flasche oben mit einem Makkal-Stein und versiegle sie fest.
6376. Bringe Sand in eine breite Schale, vier Höhenmaße werden genannt. Setze die gute Flasche in das Sandbett und bedecke sie so, dass ihr Mund sichtbar bleibt. Stülpe ein oberes Gefäß darüber und bringe eine feste Tonbandage an.
Anmerkung: Die Einheit zur Sandhöhe ist in der beschädigten Zeile nicht sicher lesbar; eine moderne Maßangabe wird nicht ergänzt.
6377. Nach dem festen Versiegeln verfahre ohne Verwirrung: Erhitze im Sandbad-Apparat vier Samam. Das leichte Feuer werde zur lotusartigen Flamme. Nach dem Abkühlen höre, wie das Mittel herausgenommen wird.
6378. Vollziehe die Puja für Ganapati und halte Manonmani fest im Geist. Bewahre das Centuram ohne Zeitverlust in einem Glasgefäß. Ich erkläre, wie man dieses Kayakalpa nehmen soll, damit der Körper nicht vergeht und lange besteht.
6379. Je ein Kunri Centuram mit Honig, zweimal während eines Mandalam: So lautet die Einnahmeangabe. Der Körper werde fest wie eine Steinsäule, der Vasi richte sich nicht nach oben und graues Haar erscheine nicht. Kein anderes Kayakalpa gleiche diesem, behauptet der Text.
Anmerkung: Die Formulierung ‚zweimal‘ nennt hier keine ausdrückliche Zeiteinheit. Das mineralische Einnahmemittel und seine Wirkversprechen sind historische Textinhalte, keine geprüfte Behandlung.
6380. Mit diesem Centuram könne man unzählige Zeit leben. Höre auch seine Metallanwendung: Schmilz hundert Kalancu Kupfer mit einem Kalancu Centuram im Tiegel, nimm es heraus und gieße es ab.
6381. Nach dem Abgießen werde das Kupfer zu Gold von zehn Gehaltsstufen. Wie soll ich diesen besonderen Gehalt beschreiben? Es sei natürlich geborenes Gold, dem kein anderes gleiche, ein Gold der beständigen Reifung, wie aus einem Berg gewachsenes Schöpfungsgold.
6382. Dies sei Yogi-Gold für jene, die Shivas Gestalt tragen, Guru-Gold und Erkenntnisgold, das Könige anlegen. Manonmani sei es lieb, Siddhas rühmten es, Gurus trügen es. Es sei Gold in der Gestalt strahlenden Lichtes.
6383. Noch eine Anwendung, gütiger Pulippani: Gib einen Teil des makellosen Goldes zu neun Teilen. Das bezeichnete Racitam erreiche zehn Gehaltsstufen und werde zu kräftig frischem Gold. Dem Shiva-Yogi mit den acht Siddhis falle dieses Gold zu.
Anmerkung: ரசிதம் ist eine unsichere Stofflesung, möglicherweise eine Silberbezeichnung; sie wird nicht als sicherer Legierungspartner festgelegt.
6384. Geizigen und als Chandala Geschmähten gelinge diese Vedha nicht, sagt der Text. Viele Siddhas sangen unzählige Schriften; doch wer könnte auf Erden eine dieser Vedha gleiche nennen? Nur denen mit einem verbliebenen Zusammenhang werde sie wirklich zuteil.
Anmerkung: Die soziale Abwertung gehört zur Quelle und wird nicht als gültiger Ausschluss übernommen.
6385. Wie soll ich die wahre Kunst der Nathas beschreiben? Unzählige falsche Künste wurden für die Menschen verschlossen und angehäuft. Wer aber dieses große Centuram nehme, dessen Körper sollten alle Krankheiten zweifellos verlassen, behauptet der Text.
Das Aal-Kalpa für Haushälter
6386. Noch ein Kalpa: Fange einen Aal, glatt wie Ghee. Bevor er stirbt, bringe Sulam in sein Maul. Bereite ein Kochgefäß vor und lege Puni-Nir hinein.
Anmerkung: Die Vorlage hat சூலம், Sulam, wörtlich auch ‚Spieß‘; eine beschädigte Lesung für Sutam ist möglich, aber nicht sicher. Das Wort wird deshalb nicht zu Quecksilber oder einem anderen konkreten Stoff ergänzt.
6387. Lege den Aal darauf und gib weiteres Puni-Nir darüber, dann Wasser. Verschließe das Gefäß, gare es und lege den Aal in die Sonne. Nach dem Trocknen gib ihn in einen Steinmörser und zerstoße ihn mit einem Eisenstößel.
6388. Mache Pulver daraus und füge trockenen Ingwer, Omam, Pfeffer, Vayvilangam, Parangi-Rinde, Kardamom, Jatipattiri, Bockshornklee, die zwei Ciram-Arten, rohes Puram und gereinigtes Rocanai hinzu.
Anmerkung: Die beiden Ciram-Arten und Puram werden nicht durch eine ungesicherte moderne Stoffliste ersetzt.
6389. Nimm von jeder Art ein Palam und vermenge mit Ghee und Honig. Gib in ein neues Kalasha-Gefäß Cini-Zucker und koche ihn zur Sirupstufe. Füge die zuvor bereitete Latwerge hinzu, rühre, nimm sie heraus und bewahre sie in einem Porzellangefäß.
6390. Vollziehe Ganapatis Puja und verehre das Mittel mit den sechzehn Ehrungen. Nimm es ein Mandalam lang in einer Menge von Kalarchikkay-Größe. Der Körper solle fest werden und der Vasi sich nicht nach oben richten. Diese von Krishna bereitete Kulikai habe ich dir gelehrt, mein Augenjuwel.
Anmerkung: Das Rezept enthält nicht sicher bestimmte Stoffe; die Einnahme und ihre Wirkversprechen werden ausschließlich als Angaben der Quelle wiedergegeben.
6391. Ich lehrte das wunderbare Aal-Kalpa, ein Kalpa für Haushälter. Alchemisten erkennen und bereiten es; der dazu bestimmte Mensch kann den Weg gehen. Ich prüfte die Schriften und erklärte es dir. Vollendet man dieses Aal-Kalpa als Kulikai, verleihe es Yogis Festigkeit.
6392. Es sei bestimmt für Menschen sinnlichen Genusses, für Menschen mit schwachen Körpern und Nerven, ohne ausreichendes Wachstum der Dhatus, für lang anhaltenden Genuss, für kraftlose Körper ohne gute Beschaffenheit und Ausstrahlung und für Menschen mit verminderter Einsicht. Betrachte diese schöne Kulikai.
Anmerkung: Die erste Körperbeschreibung ist sprachlich unklar; ‚schwach‘ folgt dem Zusammenhang, ist aber nicht ausdrücklich als Diagnose ausgeführt.
6393. Wer die Kulikai nehme, erlange die Kraft von sieben Elefanten. Wer wird sie bereiten? Es ist die Kunst der Einsichtigen, dieses Kalpa des im Wasser lebenden Aals. Shiva-Yogis und jene, die den Zustand höchster Wonne erreicht haben, bereiten es nicht.
Anmerkung: Diese Einschränkung steht neben der Yogi-Zuordnung in Vers 6391; die Spannung bleibt bestehen.
6394. Jene mit Sinnesgenuss bereiten es; unzählige gibt es davon auf Erden. Unter den Gelehrten des reinen Tamil kennen viele die Herstellung und vollbringen Außerordentliches. Wer dieses wahre Kalpa bereite, werde in der geschlechtlichen Vereinigung besonders leistungsfähig. Kein falsches Kalpa, so versichert der Text, habe ich dir gelehrt.
6395. Liebevoll lehrte ich dir dieses berühmte Aal-Kalpa. Die Siddha-Munis hielten es in ihren Schriften verborgen, weil es hochmütigen Menschen nicht zukommen solle. Alle Chitikai-Verfahren verbargen sie. Ich aber stellte es bereitwillig zum Wohl und Nutzen der Menschen dar.
6396. Was in den Sutras verborgen war, legte ich in dieser Schrift ausführlich dar. Wer den Chitikai-Weg heilsam und Handgriff wie Verfahren unverändert ausführt, erlange alle Siddhis. Wer auf einen abwegigen Pfad gerät, dem gelinge nichts.
Ausschlüsse und Übergang zum Reiher-Kalpa
6397. Es gelinge nicht den Schuldigen, die Familien zerstören, den Verrätern, Geizigen mit schwerer Schuld und jenen, die gute Frauen verderben. Auch weitere abwertend bezeichnete Gruppen sowie körperlich Beeinträchtigte und Blinde schließt der Text vom Gelingen dieser Chitikai-Vedha aus.
Anmerkung: Die Vorlage nennt ausdrücklich சண்டாளர், சப்பாணி und குருடர் und verbindet soziale beziehungsweise körperliche Merkmale mit Unwürdigkeit. Diese diskriminierende Behauptung gehört zur Quelle. நவியாளர் und அவனாதியோர் sind nicht sicher zu bestimmen.
6398. Im abschließenden Teil von Bogars Siebentausend schüttete ich unzählige Kalpas aus, hoch wie Berge, die die Nathas nicht kannten. Im Süden besang Agastya viele davon in seinem Kavya. Auch ich sang im Sapta Kandam bereitwillig unzählige.
6399. Noch ein Kalpa will ich nennen: Gopala, mein Guru, Kumara-Vela! Sei nicht erschöpft und verwirrt, mein König. Ich nenne das Reiher-Kalpa. Suche einen schwarzen Reiher, entferne Eingeweide und Flügel und bringe das als Sutam bezeichnete Mittel in sein Maul.
Anmerkung: Die Wortfolge சூதமென்ற பானை ist beschädigt; Sutam bleibt als historischer Stoffname erhalten, ohne zusätzliche chemische Festlegung.
6400. Nähe beide Öffnungen zu. Breite Puni-Nir in einem Tali-Gefäß aus; eine San Breite und vier Finger werden genannt. Lege den Reiher hinein, gib weiteres Puni-Nir darüber und verschließe es mit einem oberen Gefäß.
Anmerkung: Die Zuordnung der San- und Fingermaße zu Gefäßbreite oder Schichthöhe bleibt im Satz nicht ganz eindeutig.
Reiher-Kalpa und Vasi-Yoga
6401. Versiegle das Gefäß fest und erhitze es ohne Unterbrechung zwei Samam. Wenn der Vogel gar und das Feuer abgekühlt ist, entferne das obere Gefäß, nimm das Fleisch heraus, lege es in einen vertieften Steinmörser und zerstoße es mit einem Eisenstößel.
6402. Mache daraus Pulver und füge ein Viertel seines Gewichts Panchamushti hinzu, ferner die fünf Dravyas, Trikatu und Triphala, jeweils ein Viertel. Vermenge alle diese Stoffe mit Ghee und Honig.
Anmerkung: Die Sammelbezeichnungen Panchamushti und Pancha-Dravya werden hier nicht in Einzelzutaten aufgelöst, weil der Vers sie nicht nennt.
6403. Bewahre die Masse in einem Vorratsgefäß. Wer sie zweimal nehme, dessen Vasi richte sich nicht nach oben. Nach einem Mandalam soll sich der große Weg des Vasi-Yoga zeigen. Höre die Wirkung dieses sturmkräftigen Kalpa.
Anmerkung: Eine Einzelmenge und die Zeiteinheit für ‚zweimal‘ nennt dieser Vers nicht; die Einnahme wird nur als historische Angabe wiedergegeben.
6404. Wer diese Kulikai genommen habe, sammle den Vasi im reinen Bewusstsein. Ohne sich in das eigene Ich zu verlieren, öffne sich der gute Vasi-Weg. Er zeige die sechs Adharas, in denen die beiden Kalas zur Ruhe kommen. Wie die Kraft eines Skorpionstichs werde die Fülle des strahlenden Lichtes sichtbar.
6405. Verweile in Sushupti und berühre oben Anfang und Ende der Erkenntniswerkzeuge. Setze den Vasi im Vishuddhi fest und verschließe oben Anahata. Wenn er das strahlende Licht trifft, zeige sich der subtile Kopf gesondert. Dies hielten die wunderwirkenden Siddhas verborgen.
Anmerkung: Die Chakrenfolge und die Kopf-Bildlichkeit folgen dem Tamilischen und werden nicht nach einem anderen Yoga-System umgeordnet.
6406. Beim wirklichen Lenken des Vasi zeige der Gipfel sein Antlitz. Betrachte ruhig die Stille in der Mitte; wenn du mit ‚Ang‘ Kumbhaka hältst, richte sich die Kala auf Sushupti und zeige die Stätte der Fülle. Der Atem erfasse den Schädel und offenbare das Kailasa-Angula.
Anmerkung: Mantrasilbe: அங். ‚Kailasa-Angula‘ (கைலாய வங்குலம்) ist ein unsicherer Ausdruck; keine anatomische Maßzuordnung wird ergänzt.
6407. Durch das subtile Pferd werde es sichtbar: Die Strahlen ziehen sich zusammen, die Augen treten hervor wie bei einer reglosen Gestalt. Alle fünf Elemente kommen auf dem Weg des Einziehens zur Ruhe. In der Erde ruht Feuer, im Feuer Luft, und Akasha ruht im Wasser. So werde der mächtige Yoga-Zustand gefestigt.
Anmerkung: Die ungewöhnliche Elementfolge wird erhalten. Das subtile Pferd ist im Zusammenhang ein Bild des Vasi; der Vergleich சடாபோல் ist nicht eindeutig.
6408. Mit dem Auge, mit dem inneren Auge, ist der Yoga-Zustand zu führen. Die Siddha-Munis und Rishis nahmen lange Kalpa, betrachteten Kundalini-Yoga und das Einziehen des Genusszustandes. Sie prüften grundlegende Bücher, sagten, es bleibe noch ein Rest, und ließen davon ab.
6409. Devarishis sowie Himmels- und Erdenbewohner ließen es fahren, erkannten das Yoga-Geheimnis nicht und gingen in vergeblicher Mühe zugrunde. Dir aber habe ich es genau, wie ein berührbares Zeichen, gelehrt. Durch verbliebenes Verdienst konnte ich es für dich ordnen.
6410. Durch Kalangis Gnade und Manonmanis Segen wurden dir alle grundlegenden Kayakalpas zuteil, um mit beruhigtem Atem Vasi-Yoga zu üben. Höre, mein königlicher Pulippani: Damit du Yoga erkennst, habe ich dir seinen mächtigen Zustand und seine großen Kräfte gelehrt.
Pfauenei-Kalpa und Auftrag an Pulippani
6411. Noch ein Weg, mein Sohn Pulippani, den ich dir so deutlich wie Sonne und Mond nenne: Nimm ein strahlendes Pfauenei. Dazu nimm vom Halbmond-Bindu und vom Nada der Mutter jeweils ein Kalancu.
Anmerkung: Die symbolischen Stoffbezeichnungen பாதிமதி விந்து und ஆயிநாதம் werden nicht als sichere moderne Substanzen identifiziert.
6412. Je ein Kalancu von jeder Art sollst du nehmen. Öffne das Ei und fülle alle Stoffe vollständig hinein. Verschließe die Öffnung mit einer festen Bandage. Gib Sand in ein Gefäß, setze es hinein und schütte auch darüber Sand.
6413. Bedecke es mit einem oberen Gefäß und versiegle fest. Erhitze im Sandbad-Apparat vier Samam. Wenn der Sand rot geworden ist, nimm das Ei heraus. Es sei eine Stärkung des Körpers geworden. Trenne die Schutzhülle ab.
6414. Wirf die Hülle fort, lege das Ei in den Mörser und zerstoße es mit einem Eisenstößel, ohne träge zu werden. Wie soll ich die wachsartige Masse beschreiben? Die Nathas hielten sie verborgen. Welche Siddhi kommt vom bloßen Sehnen? Suche dieses schöne Kalpa.
6415. Vollende die Kulikai nach der rechten Beschaffenheit, dem Handgriff und dem Verfahren. Lege die bloße Verkleidung ab und lebe wie ein wirklicher Siddha und Shiva-Raja-Yogi auf Erden. Um lange zu bestehen, nehme dieses Kayakalpa, so lautet die Lehre.
6416. Wer das Pfauen-Kalpa ein Mandalam lang morgens und abends nehme, verliere graues Haar und Falten und könne lange leben. Durch das Kayakalpa könne er den Vasi führen. So unterwies mich Kalanginathar.
Anmerkung: Die Verjüngung und Yoga-Wirkung werden als Verheißung der Quelle wiedergegeben, nicht als nachgewiesene Wirkung des Präparats.
6417. Ich habe dir dieses Kayakalpa erklärt. Nimm es nach der Ordnung und werde einem Siddha gleich. Wenn meine Zeit vorüber ist, durchwandere alle Welten und Länder und gehe dann nach Chinapati, mein Sohn.
6418. Ich gab dir den Segen dafür und erklärte dir alle schönen Wunder. Trage die Kulikai und nimm Kayakalpa, um dem Sterben zu entgehen. Die Kulikai für die Reise durch den Himmel habe ich dir ebenfalls gegeben.
6419. Nachdem Bogar gesagt hatte: ‚Ich habe es dir gegeben‘, ging er nach Chinapati. Den Frauen dort erzählte er vertraulich die Wunder, die auf Erden geschehen waren. Dann zog er mit der Kulikai zu Kalangis Samadhi, um weitere Wunder zu sehen.
Anmerkung: Die Erzählung wechselt hier ausdrücklich von Bogars Ich-Rede zur dritten Person.
Das rote Pferd am nördlichen Meru
6420. Boga-Muni-Nathar ging an die Meeresküste Chinapatis und blieb einige Tage. Dann zog er rasch nördlich des Meru am Berghang entlang. Bei einer als Asche bezeichneten Höhle sah er ein rotes Pferd.
6421. Mit der Kulikai sah er dort im Norden neben der Höhle ein großes Ashvata-Pferd, mächtig wie der Meru und strahlend wie die Sonne. Er staunte, gedachte der süßen Manonmani und stieg an den Ort des Pferdes hinab.
Anmerkung: அசுவதா bleibt als überlieferte Form neben dem allgemeinen Wort für Pferd stehen; die genaue Namensfunktion ist unklar.
6422. Bogarishi trat an das schöne rote Pferd heran, setzte die Kulikai ab, faltete die Hände und verehrte es. Beim Anblick des farbigen Pferdes geriet er in makellose Entrückung. Wie ein Kuravan verneigte sich der Siddha-Muni ehrfürchtig.
Anmerkung: Der ungewöhnliche Vergleich குறவனைப்போல் wird erhalten und nicht stillschweigend zu ‚vor einem Guru‘ umgelesen.
6423. Als Bogarishi mit geneigtem Haupt stand, fragte das kostbare rote Pferd, wer er sei. Ich antwortete: ‚Ich bin der Schüler an Kalanginathars Füßen.‘ Als ich dies entschlossen sagte, erwachte sein Mitgefühl mit mir.
Anmerkung: Die Vorlage wechselt innerhalb des Verses wieder zur ersten Person.
6424. Ich vernahm seine mitfühlenden Worte und bat: ‚Herr, nimm dich meiner an.‘ Vor dem wie die Sonne leuchtenden Pferd verneigte ich mich. Dieses Pferd, das Varuna-Rishi aufgezogen hatte, segnete mich reichlich und fragte nach dem Anlass meines Kommens.
6425. Bogarishi antwortete: ‚Mit der Kulikai bereiste ich die großen Länder der Welt. Ich kam, um diese erhabene Stätte zu sehen und Darshan zu erhalten. Durch Kalangis Gnadenblick wurde mir nun deine Schau zuteil, Göttlicher.‘ Er verneigte sich.
6426. Das rote Pferd sprach: ‚Reiner junger Sohn, der du mutig mit der Kulikai hierher gekommen bist: Ich werde dir kostbare Unterweisung geben.‘ Es gab ihm liebevoll eine schmückende Kette und ehrte ihn.
6427. Dem königlichen Bogarishi-Nathar gab es eine Navaratna-Kette aus neun Edelsteinen. Dazu schenkte das Pferd ihm den Weg eines kräftigen Kalpa für langes Leben und übermittelte ihm reichlich die verborgenen Zusammenhänge.
6428. Weil es von Kalanginathar gehört hatte, wollte es Boga-Muni bereitwillig unterweisen. Liebevoll brachte es alle Pflanzen-Kalpas herbei und erklärte die großen Kräfte, mit denen man beständig in der Welt Ansehen erlangen könne.
6429. ‚Höre, Bogarishi-Natha, mit der Kulikai gekommener Sohn: Viele Siddhas und Munis leben in diesem herrlichen Wald. Die mächtigen Nathas können fluchen; dir könnte Schaden entstehen. Mit widersprüchlichen Worten können sie deinen Verstand verwirren.‘
6430. ‚Kalangis Siddha-Sohn, ich gehe auf den hohen Berg und gebe dir gütig das Pflanzen-Kalpa, das dieses rote Pferd selbst genommen hat. Menschen des Landes sehen es nicht, nicht einmal die Sonne sieht es.‘ Bereitwillig wollte es ihm dieses Kalpa geben.
6431. Es war die Pflanze, die Varuna-Rishi ihm gelehrt hatte, die Pflanze Krishnas, der mitten im Meer Gestalt angenommen hatte. Das Pferd flog durch den Himmel, stieg in der Mitte des wogenden Meeres hinab, nahm sie ins Maul und flog wieder herauf.
6432. Es löste den Fluch der Pflanze und gab sie Bogarishi: ‚Verrate dieses vom Guru gelehrte Kalpa keinem anderen. Durch dieses blattreiche Pflanzen-Kalpa könne man Lakhs und Kotis von Zeiten leben. Durch heilige Gnade werden dir alle Siddhis zuteil; empfange die Pflanze.‘
6433. Bereitwillig gab es die Pflanze, damit Bogar von Nadanta-Siddhas nicht die geringste Bedrängnis erfahre. Es vermittelte ihm die wahre Unterweisung der Erkenntnis und erklärte weitere Besonderheiten. So schenkte das rote Pferd das klare, nektargleiche Wunder-Kalpa.
6434. ‚Höre, mein Sohn Pulippani: Ich überschritt die acht Richtungen und sah das Pferd. Durch seine Unterweisung erhielt ich liebevoll dieses erstaunliche Kalpa, das Krishna und der mit still gewordenem Atem verweilende Varuna-Rishi genommen hatten.‘ So erzählte er.
Rückblick auf empfangene Kalpas
6435. Durch Kalanginathar erhielt ich die Kulikai der acht Richtungen. Durch Ashvatas Gnadenblick fand ich das große Kalpa. Mit dem Segen der Devarishis nahm ich das Kalpa des großen Meru, und durch Pujanda-Maharishis Fluch erhielt ich Parpam.
6436. Im Wald des Singinta-Rishi erhielt ich ein großes Kulikai-Kalpa. Ich nahm auch das erlernte Krokodil-Kalpa und das Kalpa des grünfarbigen Pferdes. Im Himalaya-Gebirge gelangte ich bis zur siebten Höhe und sah die darüber wohnenden Devas, Rishi-Nathas und Munis.
Anmerkung: சிங்கிந்தா ist eine unsichere Namensform; das grüne Pferd steht hier neben dem zuvor beschriebenen roten Pferd.
6437. Auch von ihnen erhielt ich Kulikai und erkannte weitere Arten. Ich ging bis zur einundzwanzigsten Höhe und sah alles, was als Rest der Bestimmung bestand. Ich sah Achyutas Pflanzen-Kalpa und alle mächtigen Sanjivi-Kräuter sowie das sturmkräftige Pferde-Kalpa. So erzählte er.
6438. Weil das Pferd mir dieses gütige Kalpa schenkte, durch den Gnadenblick meines göttlichen Kalanginathar und durch Manonmanis süße Gnade nahm ich es. So überwand ich auf Erden meine Feinde und erlangte Sieg.
6439. Höre, mein Sohn Pulippani: Ich erklärte dir das schöne Kalpa ganz genau, wie ein berührbares Zeichen. Wegen des Verdienstes eines verbliebenen Zusammenhangs unterwies ich dich bereitwillig. Lebe allezeit in Verehrung von Kalangis Füßen.
Die fünfundzwanzig Lavana-Arten
6440. Noch ein Weg, mein Sohn Pulippani: Nimm von jeder der fünfundzwanzig Lavana-Arten ein Kalancu. Gib sie in einen vertieften Steinmörser und zerreibe sie ohne Unterbrechung mit dem zuvor beschriebenen Kadi-Wasser.
6441. Nach vier Samam des Zerreibens forme leichte Plättchen und trockne sie vollständig in der Sonne. Decke sie mit einer Tonscherbe zu, versiegle ordnungsgemäß und gib ein Kukkuta-Putam. Nach vollständigem Abkühlen sieh nach: Es sei makelloses Parpam geworden.
6442. Nimm dieses Lavana und zerreibe es wie zuvor mit Kadi vier Samam, bis sein ‚Atem stillsteht‘. Versiegle es wieder, trockne in der Sonne und wiederhole das Putam. So werde das Lavana-Parpam fehlerlos; dies ist die Kunst der Nathas.
6443. Gib dem Lavana-Parpam zweimal zehn Putams. Wie soll ich dieses reine Parpam beschreiben? Es ist die Vedha der Nathas. So weit ich es wahrhaft selbst erkannte, habe ich es dir gelehrt. Kluge, verdienstvolle Ausführung führe zur Siddhi.
6444. Höre, mein Sohn Pulippani: Die fünfundzwanzig Lavana-Arten findest du in meinem Nikandu der eintausendsiebenhundert. Durch den Gnadenblick meines Gurus erkenne dort ihre Namen, Erklärungen und Arten und füge die richtigen zusammen.
Anmerkung: Der Vers verweist auf ein anderes Werk; er nennt die fünfundzwanzig Salze nicht einzeln. Eine Liste wird deshalb nicht ergänzt.
6445. Wer dieses Lavana-Parpam vollendet, erlange alle Siddhis. Die zweiunddreißig Pashanas sollen sich dadurch bezwingen und ‚töten‘ lassen. Die sechs Adharas wurden verborgen gehalten. Alle gewünschten Stoffe würden durch Lavana giftkräftig ‚sterben‘ und vollendet werden.
6446. Bei Einnahme des Lavana gebe es im Körper keine Unreinheit; seine Substanz werde fest und er erschlaffe nicht. Dieses besondere Lavana-Parpam sei Kayakalpa. Höre nun, welche weiteren Künste mit seiner Schärfe möglich seien.
Anmerkung: Die Körperwörter சுசி, கந்தம் und உளுப்பு sind teilweise unsicher; die körperstärkende Wirkung ist eine Behauptung der Quelle.
6447. Nimm das Parpam und gib ein Kalancu zu hundert Teilen Silber. Durch diesen makellosen Guru soll das Silber reifen. Es ist die Vedha der Nathas. Welcher Gehalt? Sechzehn, mein Sohn.
6448. Dieses Lavana-Gold wurde für Shiva-Yogis und ihre Puja gelehrt, nicht für beliebige gewerbliche Arbeiten der Menschen. Das durch Lavana erzeugte Vedha-Gold sei für gebildete Träger des heiligen Gewandes und große Shiva-Yogis bestimmt.
Geizige Lehrer und das Problem der Schmeichelei
6449. Höre, mein königlicher Pulippani: Auf Erden gibt es geizige Menschen. Warte an ihrer Schwelle und pflege einen vertrauten Umgang. Durch die Nähe werden sie bereitwillig über Bücher sprechen. Sie fragen nach der Alchemie und geraten dabei in abweichende und verwirrte Rede.
6450. Sie tun, als kennten sie viele Bücher und alle Wege, wie ein schweigender Weiser; als hätten sie die Schriften geprüft und die Folgen des Werdens beseitigt. Zögernd streiten sie und fragen doch genau nach der Vedha. Sprich ihnen freundlich zu und bleibe in gutem Einvernehmen.
6451. Sage viele gute Worte und schmeichle ihrem Verstand: ‚Ihr habt Berge von Schriften gelernt; was braucht ihr noch von der Vedha dieser Welt? Gibt es jemanden außer euch, einen solchen Vedanta-Siddha-Muni? Unzählige kamen und starben; einen Siddha wie euch gibt es nicht.‘
6452. ‚Einen solchen Siddha-Natha haben wir nie gesehen. Ihr seid der ausgezeichnete Natha. Einen klugen großen Herrn wie euch fanden wir auf Erden nicht. Wie ein wahrhaft gerechter Mensch seid ihr leibhaftig gekommen.‘ Sprich mit kluger List so und ziehe dich dann zurück: Das sei sehr gut, sagt der Text.
6453. Sprich weiterhin gute Worte und alle diese falschen Schmeicheleien. Folge ihm ein Stück, gib ihm den Weg frei und sage: ‚Solange Leben in dieser Geburt ist, werde ich euch nie vergessen und euer Vedanta-Siddha-Licht verehren.‘ Mit gesenktem Gesicht verneige dich geschickt vor dem Guru.
Anmerkung: Die Vorlage fordert ausdrücklich falsche Schmeichelei (பொய்ப்புகட்டு); dies steht in Spannung zur vorangehenden Lehre von Wahrhaftigkeit und wird nicht bereinigt.
6454. Durch diese Verneigung freut sich der Geizige wie nach dem Genuss von Milchnektar. Er hält dich für seinen geeigneten Schüler, wird dir zugetan und erweist dir seinen Gnadenblick. Er zeigt Mitgefühl mit dir; das Parpam nehme er dann nicht, heißt es im Schluss.
Anmerkung: Die Rollenbezeichnung கருமியென்ற சீடர் und die Schlussverneinung பற்பமது கொள்ளார் sind in diesem Zusammenhang unklar. Sie werden nicht zu einer sicheren Aussage über eine Preisgabe des Rezeptes umgeschrieben.
6455. Höre, mein Sohn Pulippani: Gute und Schädliche gibt es. Zahlreich sind Gurus und Yogis auf der Erde. Sie sprechen süße Worte und zeigen nektargleiche Zuneigung. Dem Schüler zugetan, führen sie ihm viel vor; groß ist auch die vorgetäuschte Wahrhaftigkeit.
Metall-Marana und Sutam-Silber
6456. Nun erkläre ich dir sorgfältig das Marana der Metalle. Wer hat es gesagt? Diejenigen, die es nannten, sprachen verhüllt. Ich aber nenne dir die Chitikai-Vedha aufrichtig: zehn Teile Kupfer und zwei Teile Silber.
Anmerkung: Marana bedeutet hier das alchemistische ‚Töten‘ beziehungsweise Umwandeln von Metallen, nicht ein gegen Menschen gerichtetes Ritual.
6457. Dazu kommt ein Teil Nagam. Vereinige alle dreizehn Teile und blase das Kupfer aus. Bewahre das so gereinigte Kupfer. Höre das weitere Handverfahren: Nimm einen Teil Gold und einen Teil Silber.
6458. Dazu einen Teil Nagam, einen Teil Sutam und einen Gewichtsteil des zuvor beschriebenen Kupfers. Zerreibe alles mit drei Arten Jayanir ein Samam. Nach dem Verreiben forme fünf Tabletten.
6459. Gib einen Guru-Anteil zu zehn Teilen Silber beim Schmelzen. Wenn die Schmelze ihr ‚Auge öffnet‘ und sich bewegt, füge den Guru hinzu. Das reine Silber erreiche sechs Gehaltsstufen; seine frische Farbe lässt sich kaum beschreiben. Dies sei die wahre Goldkunst, die kaum jemand vollbringe.
6460. Füge einen Teil Gold zu zehn Teilen hinzu, hämmere es zu Blech und gib ein Putam. Es werde unveränderliches Geburtsgold, eigenes Gold, Putam-Gold und frischfarbiges Gold, das Leid beseitigt und von den Nathas verborgen wurde. Selbst im Gestein gewachsenes Gold gleiche ihm nicht.
6461. Hara Hara! Wie soll ich dieses von den Nathas und in Bergen von Schriften verborgene Gold beschreiben? Könige verbrannten und irrten umher und gingen darüber zugrunde. Dir, klugem Augenjuwel des Vedanta, habe ich es gelehrt. Wie in der Geschichte vom Melken ohne Kalb verbargen es die Siddhas.
6462. Noch ein Weg, gütiger Pulippani, mein wahrhaftiger königlicher Herr: Nach Prüfung unzähliger großer Schriften nenne ich dir ein einfaches Sutam-Silber, Heiliger des rechten Weges.
6463. Nimm fünf Tulam gereinigtes Sutam und einen Teil der als Kadi bezeichneten scharfen Substanz. Gib sie in einen schweren Tiegel und fülle ihn mit den sechs Arten Jayanir. Lege Sand in ein irdenes Kalasha-Gefäß und setze den Tiegel hinein.
Anmerkung: Bei ‚einem Teil‘ wird die Gewichtseinheit nicht erneut genannt. Die sechs Jayanir-Arten werden hier nicht einzeln aufgezählt.
6464. Bedecke und versiegle den Tiegel, schütte darüber weiteren Sand und verschließe das Gefäß fest, damit die Essenz nicht entweicht. Verehre Ganapati und erhitze vier Samam. Durch die Essenz des Kadi werde das kräftige Sutam ‚getötet‘.
Anmerkung: Die erste Zeile der Abdichtung verwendet சத்தம், wörtlich ‚Klang‘, offenbar im Zusammenhang mit Sattu, Essenz; die Lesung bleibt unsicher.
6465. Öffne das Gefäß und nimm die butterartige Sutam-Essenz vorsichtig aus dem Tiegel in Porzellan. Füge dem Sutam, dessen Atem stillsteht, ein Tulam Kalluppu hinzu. Die Sutam-Butter soll darauf schmelzend bestehen bleiben.
6466. Gib die Sutam-Butter in einen Tiegel und schmilz sie. Halte sie nicht für gering: Sie werde zum Stern am Himmel. Füge Ravi hinzu und höre die Puja: Verehre Durga-Kali, dann könne sich das Silber zeigen.
Anmerkung: Die Verbindung ரவிவான்சேர்த்து ist beschädigt; eine bestimmte Kupfermenge wird nicht ergänzt.
6467. Die Nadanta-Siddhas können dieses Sutam-Silber erkennen. Es sei eine Vedha für Siddha-Munis und für Haushälter. Doch wer Sutam beliebig ‚tötet‘, erleide große Mühe, Schaden und Kushta-Krankheit; der Körper verfalle, und viele Krankheiten träten auf.
Anmerkung: Kushta ist eine historische Krankheitsbezeichnung und wird hier nicht mit einer einzigen modernen Diagnose gleichgesetzt.
6468. Viele Menschen, die Sutam ‚töteten‘, starben auf Erden. Einem makellosen Shiva-Yogi, der als Yoga-Asket lebt, gelinge diese Kunst; anderen gelinge sie nicht, erklärt der Text. Heiliger Pulippani, liebevoll habe ich dir dies gesagt.
Sutam-Centuram
6469. Nun nenne ich das Sutam-Centuram, lieber Sohn Pulippani. Nadanta-Siddha-Munis erforschten es in guten Büchern, verdrehten aber beim Niederschreiben Richtung und Reihenfolge seines Verfahrens. In Gleichnissen sangen sie es, als sprächen sie offen die Wahrheit.
6470. Zerreibe die Sutam-Butter mit dem großen Kenti-Tiravakam zwei Samam, damit Sutam vollkommen ‚stirbt‘. Gib es in eine Flasche, verschließe mit einem Makkal-Stein und bringe eine feste Tonbandage an, damit die Alchemie gelinge.
6471. Lege sieben Tonschichten um die Flasche, zunächst unter Freilassung des Mundes. Stelle sie in einer breiten Schale in Sand, fülle weiteren Sand auf, bedecke und versiegle oben. Nach vier Samam Erhitzen solle Centuram entstehen.
6472. Nimm das Centuram nach dem Weg der Nathas. Gib hundert Kalancu Silber in den Tiegel, schmilz es und füge einen Guru-Anteil hinzu. Wie soll ich die Farbe und die mächtige Wirkung beschreiben?
Goldanwendungen und Rückblick auf die Lehrer
6473. Beim Schmelzen werde das Silber zu Gold. Den von mir genannten Goldgehalt könnten selbst die Nathas kaum beschreiben. Natürliches Gold oder anderes Vedanta-Gold gleiche ihm nicht. Es sei Shiva-Yoga-Gold, Kalangis Gold.
6474. Noch eine Anwendung, gütiger Pulippani: Gib Vangam zu Kupfer und blase es aus, schmilz und nimm das gereinigte Kupfer. Füge bei dessen Behandlung einen Guru-Anteil zu hundert hinzu. Das makellose Gold könne ein Shiva-Yogi auf Erden erkennen.
Anmerkung: Die Mengenbeziehung ist im Satz knapp; sicher genannt sind Kupfer, Vangam und ein Guru-Anteil zu hundert. Eine zusätzliche Rezeptmenge wird nicht ergänzt.
6475. Das Kupfer werde zu Gold, sagen die Nathas, die es verborgen hielten. Dieses Gold-Kupfer vergehe nicht. Großes Gold, von Natur gewachsene Goldblätter und selbstentstandenes Gold könnten ihm nicht gleichen. Ein wunderbares Gold sei es, von den Nathas verborgen.
6476. Nimm dieses Gold und gib einen Teil zu zehn Teilen Silber. Schmilz im Tiegel und füge einen Teil Kupfer hinzu. Das Silber soll reifen; wer könnte seinen Gehalt ausdrücken? Es werde zu dem großen, feinsten Gold des Thrones Devendras.
6477. Noch eine Anwendung, mein Sohn Pulippani: Nimm das Centuram und gib einen Teil zu hundert Teilen Kutavan, nachdem du Vanis Füße verehrt hast. Kutavans Ausschwitzen soll weichen; es werde zu feinstem Gold, zum Gold von Indras Sitz.
6478. Wer macht dieses schöne reine Gold, auf dem Indra sitzt? Yogis, die Shivas Gestalt tragen und in Reinheit leben, vollbringen bereitwillig diese wunderbare Vedha. Von allen Himmelsräumen gepriesen erhalten sie Segen und leben in Erfüllung.
6479. Noch einen Weg nenne ich dir, großer Pulippani: Ich verehrte Kalanginathars Füße, nahm in Cina die Kulikai und verlor keine Zeit. Durch das Verdienst eines verbliebenen Zusammenhangs bereiste ich Länder über Länder wie im Tanz, suchte den wahren Guru auf und erhielt seinen Segen.
6480. Durch Kalangis Gnadenblick, Manonmanis große Gnade, die Güte gelehrter Nathas und Kailasanathas Verdienst suchte und prüfte ich überall die Geheimnisse der Vedha. Sie betrachteten mich wie ihren eigenen Sohn. All diese großen Wege habe ich dir gelehrt.
Gebundenes Vetiuppu und vier farbige Seiten
6481. Nun die Chitikai-Vedha: Nimm fünf Palam Vetiuppu aus der fünften Kochung, das makellose Kappi-Salz. Zerreibe das ursprüngliche Muppu mit dem Fruchtsaft und bringe es als Hülle darum. Trockne in der Sonne und versiegle fest.
Anmerkung: கப்பியுப்பு wird als überlieferte Salzform beibehalten; die fünfte Kochung ist ausdrücklich genannt.
6482. Gib ein Kukkuta-Putam; das Salz soll sich binden. Ist es gebunden, werde es zur Goldpflanze. Durch dieses reine Salz seien alle Siddhis möglich. Für den von weltlichem Glanz Freien gehe alles Heilsame darin auf; dies gelte denen, die Vetiuppu erkannt haben.
6483. Die Kundigen zeigen den Salzweg nicht offen. Dieses Salz binde Wasser; Himmel und Erde seien darin enthalten. Mit seiner sturmgleichen Kraft könne die ganze Welt in Schichten gebunden und bewegt werden. Durch Dienst sollst du das Salz erkennen, mein königlicher Sohn.
6484. Ohne Vetiuppu gebe es weder Blüte noch Frucht. Mit Wasser könne man das Salz binden: Das ist die Chitikai-Vedha der Nathas. Sie hielten dieses Salz verborgen. Höre den fehlerlosen Salzweg, gütiger König.
6485. Schmilz das gebundene Salz im Tiegel. Bereite ein Rohr mit vier Seiten. Gieße das geschmolzene Salz in das schwarze Rohr und entferne den Kern ohne Verlust. Nimm das Salz heraus.
Anmerkung: OCR-Zahlmarke 6465, nach der Folge als 6485 eingeordnet. Das vierseitige Rohr beziehungsweise die Form wird nicht durch einen modernen Apparatebau ergänzt.
6486. Höre, wie das Salz fünf Farben erhalten soll. Zerreibe Lingam und bestreiche eine Seite damit. Nimm Talam und bestreiche eine andere Seite; zerreibe Kentakam und bestreiche damit eine weitere Seite.
6487. Nimm Kauri und bestreiche die verbleibende Seite. Nach den vier Stoffen bringe eine feste Tonbandage an, trockne in der Sonne und gib ein Kukkuta-Putam. Wenn du es herausnimmst, sollen die Farben deutlich erscheinen.
Anmerkung: OCR-Zahlmarke 6467, als 6487 gelesen. Vier seitliche Beschichtungen stehen neben den fünf angekündigten Farben des Verses 6486.
6488. Auf jeder Seite erscheint eine andere Farbe; das Kambi-Salz sei damit zur Charanai geworden. Seine Gehalte kann keine Zunge beschreiben. Für die Lingam-Seite werden tausend genannt, für Talam zweitausend. Sieh die Kraft des Salzes.
Anmerkung: OCR-Zahlmarke 6468, als 6488 eingeordnet. Kambi-Salz steht hier neben Kappi-Salz in Vers 6481; Charanai bleibt eine historische Verfahrensbezeichnung.
6489. Für die Kentakam-Seite werden dreitausend Gehaltsstufen genannt, für Kauri fünfhundert. Wer könnte diese schöne Vedha beschreiben? Ob Sadanandar oder Vaikunthar die Oberseite des Salzes erkennen? Kalanginathar, reich an Erfüllung, erklärte es mir.
Anmerkung: OCR-Zahlmarke 6469, im Zusammenhang als 6489 eingeordnet. Die hohen Gehaltszahlen werden nicht als moderne Feinheitsangaben verstanden.
6490. Könnten die Siddhas auf Erden diese Kraft der Gehaltssteigerung aussprechen? Durch Kalangis Gnadenblick habe ich sie dir erklärt. Niemand nennt dieses süße Verfahren. Mein Sohn, mein Guru unter den Göttern, höchstes Licht: Für dich bewahrte ich es gütig auf Erden.
6491. Diese Vedha ist Kupfer-Vedha, mein Sohn; niemand legt sie offen. Obwohl die gute Schrift davon spricht, liegt darüber die Verhüllung der Mutter Manonmani. Erkenne das Geheimnis wahrhaft, Augenblüte oder Goldblüte, und lass es mir nicht verderben. Zeige es keinem anderen.
Anmerkung: Die zweite Hälfte der Strophe ist unregelmäßig und sprachlich beschädigt. Die Blumenanrede und das Verbot der Offenlegung bleiben erkennbar erhalten.
6492. Würde man es zeigen, könnte die ganze Welt Siddhi erlangen; die dichte und feurige Welt würde zu ihrem Grund zurückkehren. Shiva-Yogis vollziehen und prüfen es auf Erden. Wer Verfahren und Handgriff richtig ausführt, erlange alle Siddhis. Kluge verstünden es, geizige und abwertend Ausgeschlossene nicht, behauptet der Text.
Perumpadi-Salz und Vanni-Rinde
6493. Noch eine Anwendung für die Kundigen der Mittel, mein königlicher Pulippani. Ich unterweise dich aufrichtig: Nimm das Lavana namens Perumpadi und vollziehe das Handverfahren nach der genannten Ordnung.
6494. Nimm das Salz und Vanni-Rinde. Zerstoße die Rinde zu Mehl und lege sie unter und über das Salz, sodass dieses in der Mitte liegt. Bitte die Mutter des Vedanta, damit die Lehre des kraftvollen Tamil sich erfülle.
Anmerkung: Die Form சேசைவாங்கி in der ersten Zeile ist unklar; daraus wird keine sichere Zusatzmenge gewonnen.
6495. Versiegle das Salz, trockne es in der Sonne und gib ein Kukkuta-Putam. Das Salz soll sich fest binden und unverfälscht bleiben. Ein Kundiger wird es erkennen. Ich habe es dir wahrhaft gesagt; vollziehe den Handgriff genau.
6496. Nimm das Salz und gereinigtes Puni-Nir. Füge einen Gewichtsteil Puni-Nir zu vier Teilen Salz hinzu und zerreibe es im Steinmörser mit Vanni-Rindensaft vier Samam. Forme leichte Plättchen und gib ein Kukkuta-Putam.
6497. Nach dem Abkühlen sieh die gebundene Salzmasse. Wer hat dieses makellose Salz in der meerumgebenen Welt gesehen? Unzählige Siddhas erkannten es und hielten es verborgen. Wer vollbringt diese Mühe? Der dazu bestimmte Mensch, mein Sohn.
6498. Höre, wie aus dem gebundenen Salz Centuram wird. Sein Nässen weicht; es schmilzt weiß und steht stahlartig fest wie Kutori. Füge einen Teil des als Vannam bezeichneten Peti zu vier Teilen hinzu.
Anmerkung: வன்னமென்ற பேதி ist eine unsichere Stoffbezeichnung; eine Ergänzung zu einer bestimmten Vitriol-Art ist nicht gesichert.
6499. Zerreibe es im Steinmörser mit Fruchtsaft vier Samam. Forme leichte Plättchen, trockne sie in der Sonne, bedecke mit einer Tonscherbe und versiegle mit sieben festen Schichten. Stelle es auf den Ofen und erhitze, damit Centuram ausblüht.
6500. So wird erhitzt: Schütte Sand in eine breite Schale und lege den steinartigen Einsatz darauf. Fülle weiteren schwarzen Sand auf, bedecke mit einem oberen Gefäß und erhitze ordnungsgemäß vier Samam.
6501. Nach vier Samam entsteht das gute Centuram. Gib davon einen Teil zu zehn Teilen Silber; beim Schmelzen wird ein Kalancu Centuram zugesetzt. Rühre mit einem Kohlestück: Das Silber soll es aufnehmen und reifen.
6502. Sein Gehalt beträgt acht. Füge einen Teil Gold zu vier Teilen hinzu, hämmere zu Blech und gib ein Putam. Schmilz erneut und betrachte das rechte Gold. Wer sonst führt dieses Verfahren aus? Ich habe es dir erklärt.
6503. Es sei Putam-Gold, natürlich geborenes Gold, festes, nicht ermattendes Gold; Shiva-Raja-Gold, aus Lavana entstanden. Es sei Shiva-Yogis lieb und für Münzen geeignet: ein Gold, das Menschen nach dem geordneten Weg auf Erden herstellen.
6504. Das Gold aus dem Kara-Sara des Lavana erkennen viele nicht. Der Besitzer der acht Siddhis sieht es, Siddha-Munis bereiten es. Es bedarf keines Vangam, ist farbenreiches Gold, vom Herrn mit verfilztem Haar getragen und von Haushältern gern verwendet. Sieh das Gold des Salzes.
Der alchemistische Wagen der fünf Elemente
6505. Noch einen Weg, würdiger Pulippani: Mit Bhutas sind die fünf Elemente gemeint. Ich nenne die Größe der Nathas und spanne die fünf Elemente vor den Wagen der Alchemie. Vor den Königen stehen diese fünf: fünf Stoffarten als Elemente.
6506. Welche fünf? Gold ist Erde, Eisen ist Luft, reines Kupfer ist Feuer, Kariyam ist Wasser und Nagam ist Akasha. Die fünf Metalle zusammen bilden das Einziehen der fünf Elemente.
6507. Der Wagen dieses Einziehens erhält seinen Sitz. Nun nenne ich die fünf Pashana-Elemente als Sockel: Kenti ist Erde, Kauri ist Feuer, Lingam ist Akasha, Viram ist Uppu.
Anmerkung: Die Vorlage hat வுப்பு, ‚Salz‘, an der Stelle, an der innerhalb der Fünferreihe Wasser (அப்பு) zu erwarten wäre. Diese mögliche Lesestörung wird nicht verschwiegen.
6508. Turucu ist Luft: So stehen die fünf Pashana-Elemente. Nun nenne ich die fünf Elemente der Kara-Sara-Salze. Sie sind die Räder des als Schiff bezeichneten Wagens. Vetiuppu ist Erde — das ist das Spiel der Nathas.
6509. Vetiuppu ist Erde, Valaiyal-Uppu Feuer, Kalluppu Wasser und Cinam Luft. Nach der Schrift ist Puni-Nir Akasha. Das leuchtende Salz, das aus der Erde entstand, ist also Raum geworden.
6510. Teile die vierundsechzig Stoffe in Fünfergruppen. Prüfe das Gestell des Wagens, der mit still gewordenem Atem daliegt. Errichte Stützen und Säulen bis zum Gipfel und schmücke ihn geordnet mit den sechsundneunzig Ehrungen. Höre die Reihenfolge.
6511. Mache die neun Edelsteine zu festen Keilen. Bringe an der löwenartigen Vorrichtung das Geschoss an und forme aus den Kräutern ein Seil. Rufe den Herrn mit dem verfilzten Haar auf den Wagen, befestige unten die Füße und ziehe die Keile für den Höchsten fest.
Anmerkung: Mehrere Wagenbauteile, besonders சிம்பம், அத்திரம் und கல்லாணி, sind bildhaft oder unsicher. Der Abschnitt wird nicht als Bauplan eines realen Fahrzeugs ergänzt.
6512. So werden Erkenntniswerkzeuge, Anfang und Ende, Körper, Besitz und Seele, ja das bewegliche und unbewegliche Weltall eingespannt, samt unzähligen erkannten Vedha-Arten. Wenn alle Elemente eins werden — wie eine mitten im Meer gerissene Sehne —, gelinge die Alchemie wie Maras abgeschossener Pfeil.
Anmerkung: Die Bilder von Meer, Sehne und Liebesgott-Pfeil stehen in einer dunklen Vergleichsfolge; eine eindeutige technische Deutung wird nicht erzwungen.
Die fünf Elemente und offene Unterweisung
6513. Dem Wissenden gelinge es: Ungezählte Arten der Vedha-Verwandlung stehen ihm offen. Durch Pranava werden die Kräuter gebunden; sämtliche Stoffe fallen zusammen und werden ‚getötet‘. Alle Metalle vereinigen sich — das ist die Festigkeit der Alchemie. Wer die beständigen Stoffe geordnet in Fünfergruppen bearbeitet, vollbringe sie.
6514. Alchemie bedeutet die fünf Elemente in den Stoffen. Fehlt eines dieser mächtigen Elemente, werden sämtliche gepriesenen Stoffe nutzlos, wie eine Kinnari ohne Saite keinen Gesang trägt. Willst du die Alchemie erkennen, beachte ohne Fehl die fünf Elemente. Erkennst du sie, entsteht keine Verwirrung; in der weiten Welt wirst du ein Siddha.
6515. Die vollendeten Siddha-Weisen haben diesen Weg nicht deutlich in ihren Schriften ausgesprochen. Ich sah zahlreiche kostbare Bücher, doch niemand erläuterte aus Mitgefühl die Unterschiede der fünf Elemente so, dass auch Schüler davon leben könnten. Schriften zur Befreiung gibt es unzählige, ebenso unzählige Verkünder in dieser alten Welt.
6516. Unzählige Nadanta-Siddhas verfassten ausführliche Schriften mit Hinweisen. Sie ordneten die gesuchten Schriften in Abschnitte und verkündeten sie; doch nichts wurde wirklich sichtbar. Auch die Siddhas schrieben ihre vielen Bücher mit Verhüllungen. Damit du die Alchemie erkennst, habe ich dich aufrichtig in ihrer Wahrheit unterwiesen.
6517. Ich werde dir noch eine weitere Zubereitung wahrheitsgemäß mitteilen, edler Mensch; die Nathas haben sie nicht ausgesprochen. Durch die Gnade des gütigen Kalangi offenbare ich die Handgriffe und Arbeitsschritte, welche die großen Siddhas verbargen und die Nathas nicht geordnet erklärten. Damit die Schüler wohl leben können, werde ich sie in guter Gesinnung darlegen.
Sutam-Perle und weitere Caranai-Behandlungen
6518. Nimm fünf Palam Sutam und reinige es sorgfältig, mein Sohn. Nimm außerdem zehn Palam Marudaru-Singi und gib sie in den Mörser. Höre: Verreibe sie vier Samam lang mit dem Fruchtsaft von Sevvā.
Anmerkung: மருதாறு சிங்கி und செவ்வாவின் பழரசம் sind unsichere Stoff- beziehungsweise Saftbezeichnungen der Vorlage; keine botanische oder chemische Gleichsetzung wird ergänzt.
6519. Nach vier Samam des Verreibens forme daraus eine Tiegelhülle und trockne sie in der Sonne. Nimm den Tiegel, mein Sohn. Schütte feinen Sand in ein breites Gefäß, stelle den Tiegel in seine Mitte und bringe das Sutam hinein, mein Augenstern.
6520. Verschließe ihn oben mit der Scheibe und schichte Sand darüber. Erhitze sorgfältig vier Samam, lasse das Feuer erkalten und sieh nach. Die Masse wird sich zu einer Rundung wie eine Arekanuss zusammengefügt haben, mein begnadeter Sohn. Das Wort erweise sich nicht als falsch: Nimm das Sutam heraus, du Verdienstvoller.
6521. Nimm die Sutam-Perle. Höre nun ihre Caranai, ihre weitere Aufbereitung. Verreibe sie vier Samam gründlich mit den sechs Arten Jayanir und nimm die entstandene Buttermasse. Wiege ein Palam des Nagam genannten Kasam ab, mein Sohn, und fertige eine schützende Umhüllung.
Anmerkung: Die Wendung நாகுயென்ற காசம் ist stofflich nicht sicher aufzulösen; ‚Kasam‘ bleibt als Quellwort stehen.
6522. Bereite, mein Kind, mit dem Kadi genannten Karam die Umhüllung der Sutam-Butter. Lege eine Cukkan-Schicht an und trockne sie in der Sonne. Bringe sieben feste Siegelschichten an. Setze das Ganze einem Umi-Putam aus und nimm es im rechten Zustand heraus.
6523. Entferne die Siegelschicht und nimm das Sutam heraus. Es wird sich verfestigt haben und gut aussehen, mein Augenstern. Nimm die Perle im richtigen Zustand. Höre: Führe mit Ziegenmilch vier Samam lang die Surukku-Behandlung durch. So entsteht die vortreffliche Sutam-Perle.
6524. Nimm diese Sutam-Perle; ich sage dir nun das Verfahren zur Kulikai. Nimm zehn Palam Puni-Nagam und entferne die Körnchen. Verreibe es sorgfältig mit Honig und umhülle damit die Perle. Umschließe sie mit einer Siegelschicht aus Kavi-Stein und lege sie in die Sonne.
Anmerkung: பூநாகம் wird hier als Stoffname Puni-Nagam belassen; மணிபோக்கி bedeutet wörtlich das Entfernen von Körnchen oder Perlen, dessen Gegenstand nicht näher erklärt wird.
6525. Nach dem Trocknen in der Sonne führe ein in Erde verborgenes Putam aus. Lasse es erkalten und nimm es heraus: Die Umhüllung wird fest geworden sein. Zerbrich sie, mein Sohn, und sieh nach. Erdnagam und Kupfer haben dabei das gute Sutam verfestigt.
Anmerkung: Die Schlusszeile nennt மண்ணாகம் und செம்பு; ihr Verhältnis zum zuvor genannten Puni-Nagam bleibt im Text unerläutert.
6526. Nun ist das Sutam zur Perle geworden. Weitere Caranai-Verfahren will ich nennen. Wird Sutam so zur Perle bereitet, könne man lange mit still gewordenem Atem verweilen und weite Strecken rasch zurücklegen. Diese Kulikai richte sich nicht abwärts. Sie sei die Kulikai, mit der Krishna, der Herabgestiegene, im Himmel spielte.
6527. Für die weitere Caranai der Kulikai nimm Umattam-Früchte, verreibe sie und bilde damit eine Umhüllung. Versiegle sie fest. Höre, mein Kind: Es soll kein Fehler entstehen. Führe das in Erde verborgene Putam aus, entferne die Umhüllung und nimm sie heraus. Höre weiter.
6528. Was soll ich von dieser Kulikai sagen? Höre das Verfahren ihres Fortkommens. Nimm die Kulikai so, wie es die Nathas tun. Stoße Tavalaic-Canku fehlerfrei zu Mehl. Ich sage dir die trefflichen Caranai-Behandlungen, damit du in dieser Welt Siddha-Wunder vollbringen kannst.
Anmerkung: தவளைச்சங்கு ist eine nicht eindeutig bestimmte Muschel- oder Stoffbezeichnung; die wörtlichen Bestandteile ‚Frosch‘ und ‚Muschel‘ ergeben keine gesicherte Identifikation.
6529. Verreibe diesen Stoff sorgfältig mit Nim-Frucht zu einer salbenartigen Masse. Bearbeite ihn gründlich und umhülle damit den festen Sutam-Körper. Trockne ihn in der Sonne und führe das gerühmte, in Erde verborgene Putam aus. Nach dem Erkalten nimm ihn heraus: Darin liege der Gnadenblick der Mutter des Vedanta.
Anmerkung: நிம்பழம் ist als Nim-Frucht wiedergegeben; die Lesung bleibt gegenüber ähnlichen Fruchtsaftnamen unsicher.
6530. Entferne nach dem Putam die Umhüllung und nimm die Perle heraus. Nimm Muschel-Chunnam und verreibe es zu einer salbenartigen Masse. Verfahre nach der Weisung des Gurus, ohne von den Handgriffen abzuweichen. Umhülle damit die Perle und führe hundert Putams aus.
Anmerkung: Die Zeilen wechseln zwischen சக்கு und சங்கு; die erste Form ist vermutlich beschädigt. Die Zuordnung der Muschelmasse zur Umhüllung folgt dem Zusammenhang.
Kulikai, Wahrhaftigkeit und Shiva-Yoga
6531. Satam heißt hundert: Führe hundert Putams aus; dann werde die gepriesene Rasam-Perle gebunden. Darin liege die Siddhi des Zurücklegens von Wegen; das Sutam ist zur Kulikai geworden. Erlangt ein in seiner Klause lebender Shiva-Yogi diese mächtige Kulikai, könne man ihn durch die Gnade Natarajas, des Schönen, einen Nadanta-Siddha nennen.
6532. Welcher vollendete Siddha wäre ihm ebenbürtig? Selbst die vortrefflichen Nathas haben dies nicht gesehen. Hierdurch entstünden die acht Siddhis; auch die Mutter des Vedanta werde ihm gewogen sein. Er könne den Weg zur Befreiung erkennen und werde der wahre Shiva-Yogi genannt. Wer mit der Kulikai lebt, ohne von der Wahrhaftigkeit abzuweichen, der sei ein Siddha.
6533. Was soll ich von der Kulikai sagen, mein guter junger Pulippani? Man durchforscht die Schriften und hält sie den Schülern für ungeeignet; hält man die Kulikai verschlossen, wie soll jemand die acht Siddhis vollbringen? Wer sonst wird dich unterweisen? Mein Sohn, ich werde dir Gnade erweisen.
Anmerkung: Die mittleren Zeilen über die Ungeeignetheit für Schüler und das Verschließen sind syntaktisch dunkel; die Spannung zwischen Geheimhaltung und Unterweisung bleibt erhalten.
6534. Was ist diese Gnade? Durch früher erworbenes Verdienst ist dir die kostbare Sutam-Perle zuteilgeworden, Verdienstvoller. Verlasse das dunkle Meer des Werdens und begib dich in das schöne Meer der Askese. Erblicke das Meer der Erkenntnis, das die Verblendung betrifft, und verweile im Zustand des Shiva-Yoga.
Anmerkung: மருளான ஞானம் verbindet Verblendung und Erkenntnis auffällig; eine glättende Lesung als eindeutig ‚verblendungsfreie Erkenntnis‘ wird nicht vorausgesetzt.
6535. Verweilst du darin, werde dir durch die Sutam-Kulikai alles rechtmäßig zuteil. Halte sie nicht für gering, mein begnadeter Sohn: Durch dein Geschick wurde sie dir gewährt. Trenne dich entschlossen von kleinlichen, geizigen Schülern und beseitige Unreinheit. Zerschneide die Verstrickung im Netz der Maya und ehre die makellose Askese des Shiva-Yoga.
6536. Verehre die Sutam-Kulikai, bohre sie durch und befestige eine Schnur daran. Trage sie wie einen Halsschmuck um den Hals und lege deine äußere Gewandung an, sodass man dich in allen vier Richtungen preist. Für weite Wege durch ferne Länder, beim Stillen des Ohrentons und mit Vasi — sieh die Herrlichkeit dieser schönen Kulikai.
Anmerkung: Die dritte Zeile mit வயிரமாங் காதவோசை ist beschädigt oder dunkel; eine bestimmte Hörstörung, Entfernung oder zusätzliche Wirkung wird daraus nicht abgeleitet.
6537. Mit ihr könne man die vierundsechzig Siddhis und vielerlei Wunder in der Welt vollbringen. Legt man sie fest auf den Rücken einer Kuh, gebe die kräftige Kuh keine Milch: Durch die Kraft der Kulikai richte sich die Milch nach oben. Erst wenn man die Perle fortnimmt, könne die Milch wieder gemolken werden.
6538. Dass selbst die Milchkuh keine Milch gibt, sei eines ihrer Wunder in der Welt. Nimm diese mächtige Kulikai und bewahre sie sorgfältig. Verweile lange in Festigkeit und vollbringe den Shiva-Yoga, edler Mensch. Ohne Veränderung der Körperfarbe mögest du für alle Zeit ausdauernd im Samadhi bleiben.
6539. Durch günstiges Geschick und Verdienst wurde dir diese beständige Kulikai zuteil. Höre, Schüler: Auch all die geringeren Güter wurden dir zuteil. Bogentragende Könige richten alles wohl ein; durch das Verdienst aus dem Zurückgebliebenen früherer Leben konnte die Kulikai entstehen. O, darin liegt der Gnadenblick der Nathas!
Anmerkung: Die Verbindung der Königszeile mit விட்டகுறை, dem aus früherem Leben Verbliebenen, ist dunkel.
Kupferbereitungen und die sieben Teile
6540. Noch ein Verfahren will ich nennen. Höre aufmerksam, mein Sohn Pulippani. Nimm ein Ser Kupfer und lege es in den Tiegel. Durch den Gnadenblick der Mutter des Vedanta nenne ich die erforderlichen Stoffe: ein Palam Vetiuppu und ein Palam Turucu.
6541. Dazu kommen ein Palam Valai-Uppu, fünf Palam Caram, zwei Palam Viram und zwei Palam Kalluppu, ohne etwas auszulassen. Füge Anna-Peti und Eierschale hinzu und mache alles zu Pulver. Höre, mächtiger König: Ich erkläre die Handgriffe des Verfahrens.
Anmerkung: Für Anna-Peti und Eierschale nennt dieser Vers keine Mengen.
6542. Vereinige sämtliche Stoffe und pulverisiere sie im Mörser. Schmelze das Kupfer vollständig und gib ihm den Stoff als Grasa, als Nahrung, zu. Die Haut und Dunkelheit des Kupfers sollen weichen; es werde klar und rot. Nimm es heraus, entferne die Unreinheit und bearbeite es mit dem Blasefeuer: So sei es gereinigt.
6543. Nimm dieses gereinigte Kupfer. Mit den sechs Arten Jayanir schmelze und behandle es in der Hitze, durch den Gnadenblick der Mutter des Vedanta. Seine Aussonderung werde wahrlich vergehen, und es werde für die Verehrung Shanmukhas geeignet. Es sei das Kupfer, das der Herr von Alangadu, der die Stadt verbrannte, selbst trägt.
Anmerkung: Die Form அத்திபுரம் für die verbrannte Stadt bleibt unsicher; sie wird nicht stillschweigend durch Tripura ersetzt. ஊறல் bezeichnet hier eine unerwünschte Absonderung beziehungsweise Eigenschaft des Metalls.
6544. Bewahre dieses Kupfer sorgfältig; auch die wirkende Befreiung werde dir zuteil. Der Topf-Weise erläuterte in seinen Zwölftausend viele Kupferarten. Wer vertrauensvoll danach handelt, erlange alle Siddhis. In den Schriften der Nadanta-Siddha-Weisen wurden unzählige wunderbare Künste des roten Goldes und Kupfers dargelegt.
6545. Dieses Kupfer habe ich als Citikai-Vedha erläutert; es gibt weitere vortreffliche Kupferarten. Gib davon einen Teil auf zehn Teile Silber. Was soll ich von seinem Gehalt sagen? Er betrage sechs. Sei nicht wie in der Geschichte vom Ziegenhirten: Wer müsste umherirren, solange dieses Kupfer vorhanden ist?
Anmerkung: Die Anspielung auf die Hirtengeschichte wird hier nicht ausgeführt; ‚sechs‘ bezeichnet die traditionelle Gehaltsangabe des Textes.
6546. Schmelze das erhaltene Silber und füge auf zehn Teile einen Teil Gold hinzu. Gieße es, hämmere es aus und führe ein Putam aus. Mein Augenstern, was soll ich sagen: Der Gehalt werde acht. Die Gelehrsamkeit sei nicht falsch; ich ordnete Ayurveda, Künste und ihre Grundlagen und dichtete mit Freude die sieben Teile von Bogars Siebentausend.
6547. Im siebten, letzten Teil habe ich dir den schönen Shiva-Yoga und Tapas-Yoga sowie eingehend die Bereitungen und Citikai-Vedha erklärt. Wer leben will — sollte ihm dieses Buch der sieben Teile nicht genügen? Erkenne den Kern, den Sinn und den großen Guru und bewahre es im Gedächtnis.
6548. Betrachte die Schrift aufmerksam: Unzählige Male gab ich Hinweise. Verehrst du mit Liebe die Lotusfüße Manonmanis, werde alles vollendet. Alle vorhandenen Dinge gehen hierin ein, edler Mensch, wenn du die sieben Teile erkennst. Täuschung soll nicht aufkommen, Verdienstvoller: Mit Bedacht habe ich die sieben Teile gedichtet.
6549. Noch ein Verfahren dieses Teils will ich erläutern. Mein Augenstern, Himmelsjuwel, höre den Kern. Es gibt eine wunderbare Kunst, welche die Nathas verborgen hielten. Erfasse ihren Sinn und Zusammenhang, erkenne den Stand der reinen Schrift und die Füße der als Bettelmönche lebenden Siddha-Weisen. Mein Sohn, ich werde die Verfahren im Kern erklären.
6550. Pulippani, du Wohlgestalteter, Schöner, Indra, lieblicher Mann guter Eigenschaften! Mit meinem geringen Wissen werde ich dir die Reinigung des gepriesenen Kupfers erklären. Nimm ein Palam Kupfer, ein Palam des wirksamen Viram, ein Palam Karam und ein Palam Nimilai.
6551. Nimm außerdem je ein Palam Caram, Kauri, Turucu, Cinam, Lingam, Vetiuppu und Kari-Uppu. Mein Kind, vereinige all diese Stoffe.
6552. Gib die Stoffe zusammen in den Mörser und pulverisiere sie kräftig. Lege das Kupfer in den Tiegel, schmelze es gut und gib ihm die Mischung als Grasa zu. Bei dieser Zugabe soll die unerwünschte Absonderung des Kupfers vergehen; es werde wie goldgenanntes Kupfer aussehen. Bewahre dieses wertvolle Kupfer auf.
6553. Nimm das Kupfer und gib einen Teil zu zehn Teilen Silber. Schmelze es und prüfe den Gehalt: Er werde sieben betragen. Es sei eigenes, wie von Natur entstandenes Gold von frischem Goldglanz. Gibt es eine andere solche Grundlage, sich zu ernähren und zu leben? Edler Mensch, dies sei das Kupfer der Nathas.
6554. Füge dem erhaltenen Silber im Verhältnis zehn zu eins Gold hinzu. Durch den Gnadenblick des königlichen Kalangi schmelze, gieße und hämmere es aus. Ist das Putam beendet, mein Kind, betrage der Gehalt acht. Durch den Gnadenblick Manonmanis erkenne diese Vedha-Verwandlung des Kupfers.
Bereitungen diamantartiger Steine
6555. Noch ein Vedha-Verfahren will ich durch die Herrlichkeit der Mutter des Vedanta nennen. Damit kein Übel entsteht, erläutere ich den Weg des Ravi; höre genau. Wiege ein Ser des Cinam genannten Padika-Steins ab. Es sei das in der Alchemie ausgezeichnete Vaidurya; so geht das Verfahren des diamantartigen Steins.
Anmerkung: Der Vers leitet mit Ravi, sonst Kupfer oder Sonne, zu einer Edelsteinbereitung über. Padikam, Cinam und Vaidurya werden im Wortlaut verbunden, ohne damit mineralogisch gleichgesetzt zu werden.
6556. Lege diesen Padika-Stein in einen festen, diamantartigen Tiegel. Ich werde es ohne falsches Wort sagen: Von Mango-Jungtrieben und Urukku-Paccai ein Viertel Ser; Puni-Nir ein entsprechender Anteil; von dem Kakkai genannten Nimilai ebenfalls ein Viertel Ser.
Anmerkung: Die Mengenbeziehung der Mango-Jungtriebe zu Urukku-Paccai und das Maß für Puni-Nir bleiben im Tamilischen unklar; es wird kein zusätzliches Gewicht errechnet.
6557. Füge ein Viertel des Kutori genannten Karam hinzu und schmelze im Tiegel. Die Stoffe vereinigen sich, schmelzen zu Sirupdicke und bewegen sich in ihrem Abkühlen. Durch die mächtige Nimilai-Verwandlung erscheine es wie ein Diamant. Im Innern bilde sich ein Kern; an der Schlifffläche werde ein Glanz wie der Venus sichtbar.
Anmerkung: Für ‚ein Viertel‘ ist hier keine Einheit wiederholt. தண்விட்டாடும் ist unsicher, daher wird keine technische Abkühlmethode ergänzt.
6558. So entstehe der Ravai genannte Stein, der hellweiß aussehe. Wird er geschliffen und zum Glänzen gebracht, könne man ihn tragen; er strahle wie die gepriesene Venus. Setze nach Bedarf Tiegel ein und halte die zuvor genannten Mengen ein. Wiege entsprechend ab und schmelze: Du werdest unermessliche Schätze erblicken.
6559. Beim Schmelzen im Tiegel bereite eine Form für kleine Perlen vor, mein Kind. Gießt du die Schmelze hinein, entstehe ein gewaltiger Weltenglanz — was soll ich davon sagen? Gibt es einen Edelstein, der diesem gleicht? Viele Menschen der Welt kennen ihn nicht. Die Großen sprachen darüber mit Verfahren und Verehrung.
6560. Sehr genau habe ich das Verfahren dieses Diamanten erklärt. Die Siddhas hielten eine solche Bereitung vor den Schülern der Welt verborgen. Sie verfassten Bücher mit Lobpreisungen und Worten, die dem Verstand nicht klar zugänglich wurden. Die praktischen Handgriffe der Citikai-Verwandlung ließen sie fort und verhüllten die Schriften.
6561. So hielten sie das Geheimnis der Bereitungen zurück, damit viele es nicht wüssten. Ohne die Schrift klar zu sehen und die Werkzeuge, Organe, Anfang und Ende zu erfassen, gingen unzählige Menschen in der Welt zugrunde, weil sie die Citikai-Vedha nicht erkannten. Ihr Verstand ging verloren beim Versuch, es geordnet wie das Jalakambam genannte Kenti auszuführen.
Anmerkung: ஜலக்கம்பம் und der Vergleich mit கெந்தி sind hier dunkel; eine gesicherte Stoffidentifikation oder Methode lässt sich daraus nicht gewinnen.
6562. Dieser schöne Diamant gleiche einem natürlich entstandenen; es sei die von den großen Nathas vollbrachte Verwandlung. Er gleiche den gerühmten natürlichen Steinen, welche Könige der Könige in Flüssen und Bergen finden — dem Stein aus dem Licht der Nadanta-Siddhis. Auch in Quelltümpeln und Bächen entstehen Diamanten, heißt es.
Weitere gegossene Schmucksteine
6563. Noch ein Verfahren sage ich dir, gütiger Herr Pulippani. Diese königliche Vedha-Art haben die Nathas der Welt nicht verkündet. Nimm ein Ser Padikam, ein Palam Puni-Nir, ein Viertel Ser Ten-Valaiyal und ein Viertel Pavala-Puttu.
Anmerkung: தேன்வளையல் und பவளப் புத்து bleiben Stoffnamen; bei der letzten Viertelmenge wird die Einheit in diesem Vers nicht ausdrücklich wiederholt.
6564. Nimm ferner ein Viertel Ser Pan-Pavalam und ein Viertel Ser Valaiyal-Uppu. Vereinige alle Stoffe und füge nach der Schrift ein Viertel Ser des mächtigen Vangam-Centuram hinzu. Schmelze sorgfältig, bereite die Form und gieße es zu einer Perle, sodass der gebildete Kern im Innern bleibt.
Anmerkung: பண்பவள ist als Pan-Pavalam belassen; es wird nicht ohne sichere Lesung einer bestimmten Korallenart zugeordnet.
6565. Beim Gießen werde die geschmolzene Perle zur Grundlage eines prächtigen Kempu-Steins. Nimm das Stück und bearbeite es gekonnt am Schleifstein, bis es strahlt. Dieses Verfahren sei Citikai-Vedha; so entstehe die Grundlage des schönen Kempu. Durch das Schleifen der Perle erscheine der gerühmte Glanz des Kempu.
Anmerkung: Kempu bezeichnet hier den roten Schmuckstein, gewöhnlich Rubin; die behauptete Herstellung wird nicht als mineralogisch nachgewiesen dargestellt.
6566. Den Glanz und die Herrlichkeit des Kempu verbarg der Siddha-Weise Sundarar. Auch Alchemisten erkannten die Verhüllung nicht; sie studierten die Schriften gewissenhaft und ermüdeten. Unzählige verharrten arglos. Es wurde wie die Geschichte vom Verkauf einer Eisennadel im Hause des Schmieds.
6567. Mit Geschichten und Täuschung verbargen sie die wunderbare Kunst in der Welt. Den Weg des Salzes habe ich genannt. Wer die Mengen nicht prüft und erkennt — kann dessen ausgesäter Samen einen Kürbis tragen? Sage es, Kundiger! Die Bücher sprechen verhüllt. Obwohl die Kempu-Bereitung wie der Sonnenaufgang vor ihnen lag, reisten sie durch viele Länder.
6568. Bearbeite die Perle sorgfältig am Schleifstein und verleihe ihr Glanz. Gehst du damit zum Händler, werden alle Menschen sie als natürlich entstandenen Kempu, als natürlichen Stein dieser Welt bezeichnen. Alle werden es so sagen und nichts anderes behaupten.
Anmerkung: Die zweite Zeile liest செம்பு, ‚Kupfer‘, statt des im Zusammenhang erwarteten கெம்பு, ‚Kempu‘. Die Übersetzung folgt hier dem Schmucksteinzusammenhang und macht die Abweichung ausdrücklich kenntlich.
6569. Wer vermag einen solchen Kempu zu machen? Höre, gütiger König Pulippani. Die Nathas und Siddhas verbargen alles in den Schriften vor der Welt. Ich habe die süßen Schriften bis in ihr Geheimnis untersucht und es dir klar vorgetragen. Preise das höchste Licht, mein Kind, und lobe es immerdar.
Grüne Schmucksteine und Kalangis Unterweisung
6570. Noch eine Zubereitung will ich lobpreisend erklären. Höre genau, König Pulippani. Wiege ein Ser des geschätzten Padika-Steins und zwei Ser Kaccikkal-Paccai ab. Füge mondgleiches Puni-Nir und das mächtige Valaiyal-Rangu hinzu.
Anmerkung: காச்சிக்கல் பச்சை und வளையல் ரங்கு sind unklare Stoffnamen; für die beiden zuletzt genannten Zusätze fehlen Mengen.
6571. Gib sie in den Tiegel, dazu die wirksamen sechs Arten Jayanir und Kutori. Verwende vier Blasebälge und schmelze, mein Sohn. Bereite die Form und gieße hinein, ohne dass ein anderer es sieht. Brich die Form nach dem Erkalten auf und sieh nach.
6572. Was soll ich von dem sagen, was du beim Aufbrechen siehst? O, so hielten die Nathas es verborgen! Ich erkannte Padikam und Navanitam und erläuterte dir liebevoll das Paccai. Darin wirst du eine rinnenartige Struktur sehen. Gehst du zu einem großen Händler, entferne die äußeren Anhaftungen und bringe es an den Schleifstein; erkenne seinen Glanz.
Anmerkung: நவநீதம் heißt ‚frische Butter‘, ist hier jedoch eine nicht erklärte Stoffbezeichnung. Auch der Vergleich மடைபோன்ற சீரல் ist unsicher.
6573. Diese kundige Paccai-Bereitung habe ich dir dargelegt. Erkenne Verfahren, Weg und richtigen Zustand der Zubereitung; beachte ununterbrochen den Schmelzzustand. Wenn du sie in die vorbereitete Form gießt, entstehe die Grundlage eines großen grünen Steins, der einem natürlich entstandenen gleiche.
6574. Noch eine Zubereitung werde ich erklären, verständiger, lieber junger Schüler. Pulippani, ich beschreibe dir ein wunderbares Kupfer. Lange verweilte ich mit still gewordenem Atem. Kalangi Natha, der alte Siddha, der in dieser Welt Samadhi erlangte, teilte es mir liebevoll mit, als er in Cina-Pati im Samadhi war.
Canda-Rasam: Bereitung und überlieferte Heilbehauptungen
6575. Nimm je zehn Palam Vetiuppu, Cinam, Kandaram, Kalluppu, Mirudaru-Singi und Cem-Pavala-Puttu; ferner fünf Tulam Kenti und fünf Palam Puram.
Anmerkung: கண்டரது ist als Kandaram belassen; eine chemische Gleichsetzung ist aus dieser Lesung nicht gesichert. Die unterschiedlichen Einheiten Tulam und Palam bleiben erhalten.
6576. Vereinige sämtliche genannten Stoffe und verreibe sie vier Samam mit der Caram genannten Jayanir-Flüssigkeit. Forme dünne Scheiben. Richte sie ohne Furcht in der radartigen Valai-Vorrichtung ein. Lege die fünf schützenden Hüllen in das Gefäß, jeweils eine über die andere.
Anmerkung: Der Vers beginnt mit ‚fünf‘, obwohl die vorangehende Aufzählung mehr Stoffe enthält; die fünf Hüllen werden nicht genauer beschrieben.
6577. Versiegle das Karakam genannte Gefäß fest. Entzünde das Feuer und erhitze mit einer Kamala-Flamme. Gib Wasser ringsum, mein schöner Sohn. Während die Valai erhitzt wird, lasse das Feuer nicht zu stark aufsteigen; erhitze die Vorrichtung in angemessener Weise.
6578. Was soll ich von dem beim Erhitzen entstehenden Sublimat sagen? Das schöne Sutam-Sublimat setze sich am oberen Gefäß an, steige im geneigten Rohr nach oben und breite sich rein und weiß aus. Die eigentliche Sutam-Substanz stehe glänzend da, edler Mensch.
Anmerkung: Nach der ersten Zeile enthält die Vorlage zusätzlich die beschädigte Wendung சமதிலைந்திலே; ihre mögliche Zahlen- oder Zeitangabe ist nicht zuverlässig übersetzbar.
6579. Vier Samam sollst du mit Kamala-Flamme erhitzen. Bei diesem Erhitzen steige das Karam auf und vereinige sich reichlich mit den Stoffen. Im unteren Gefäß bleibe ein Rückstand, wie feines Pulver oder ein dünnes Plättchen, hell wie Lampenlicht und weiß. Darin liege die Herrlichkeit des Canda-Rasam.
6580. Dieses herrliche Canda-Rasam-Parpam haben die Nathas vor der Welt verborgen. Sie dichteten über das kostbare Parpam in verhüllter Form. Damit alle es einmütig erkennen, habe ich es dir, edler Mensch, mit Erläuterungen offen dargelegt. Erkenne die wichtigen Handgriffe.
6581. Ich sage den Weg des Canda-Rasam und seine behauptete Kraft, Krankheiten zu vernichten. Welche Krankheiten? Alle achtzehn Arten Sulai sollen weichen, die acht Arten Kunmam verschwinden, die sechs Pandu-Arten vergehen, die vierzig Pitta-Leiden aufhören und die achtzig Vata-Leiden weichen.
Anmerkung: Die Zahlen und Krankheitsgruppen gehören zur historischen Siddha-Heilkunde; sie sind keine bestätigten Indikationen. வாதமென்பது kann ohne Worttrennung auch ‚das sogenannte Vata‘ lauten; im Zahlenkatalog ist die Lesung ‚achtzig Vata‘ naheliegend, aber nicht eindeutig.
6582. Vayu-Leiden sollen verschwinden, ebenso die schlimme Pilikai und Mahodaram. Die Kaushi genannte Verhärtung soll weichen, Schluckauf und innere Mantai sollen vergehen. Wie gesagt, sollen Bauchschmerz, Cokai und Pramekam verschwinden, alle zwanzig Mekam-Arten und rasch auch Giftwirkungen.
Anmerkung: Mehrere überlieferte Krankheitsnamen haben keine sichere Entsprechung in heutigen Diagnosen; besonders கெவுசி und உளமாந்தை sind unsicher gelesen.
6583. Kaya-Rogam und Caya-Rogam sollen vergehen, ebenso heftiger Husten und Vinai-Kaccu. Sulai im Kopf und die schlimme Karuppan-Krankheit sollen weichen; ausgebreitete Tamarai-Hautflecken und dunkle Hautveränderungen, Padai und sämtliche geringeren Vergiftungen sollen vergehen. So laute Kalangis kostbares, rechtes Wort; es sei in der Welt nicht falsch, sondern wahr.
Anmerkung: வீனைகச்சு ist unklar; die deutsche Fassung belässt es als überlieferten Krankheitsausdruck. Die Wahrheitsbeteuerung ist diejenige des Sprechers.
6584. Kushta und geringere Vergiftungen sollen verschwinden, ebenso Vippuruti und Kanda-Malai, Kirani und Durchfall, weißlich-eitrige Mula-Leiden und die neun Mula-Arten. Pauttiram, Maraiyappu, hartnäckige Wucherungen am Körper, Yoni-Sulai, Mantara-Karam und die Augenleiden sollen weichen.
Anmerkung: Die teilweise beschädigte Verbindung விப்புருதிழகண்டமாலை wird als zwei Krankheitsnamen gelesen. Mula-, Yoni- und andere Begriffe werden nicht auf eine einzelne moderne Diagnose verengt.
6585. Alle sechsundneunzig Augenleiden sollen weichen, die Nackenleiden und die dreizehn Janni-Arten. Auch Anda-Vata und die starke Schwellung der Füße sollen vergehen, Wucherungen am Geschlechtsteil und an der Wange, die verderbliche Rajan-Spaltung, Mutu-Valai und Vila-Valai sowie Tamar-Kay-Cilanti.
Anmerkung: Die letzten Krankheitsnamen sind textlich und diagnostisch unsicher; die Aufzählung wird ohne moderne Gleichsetzungen erhalten.
6586. Dazu nennt er Blitzverletzungen, Geschwüre über Fisteln, Kannocai und Fleischwucherungen, Kapha-Vata und Rakta-Vata, hartnäckige Versteifung der Hände und Füße. Zungentrockenheit, Canti-Tuppu und Vayu in den Gelenken sollen vergehen, Nerven- beziehungsweise Sehnenschmerz, Knoten und Störungen der Ausscheidung.
Anmerkung: கண்ணோசை, சந்திடுப்பு und கரம்புவலி sind unsichere Lesungen. Die Aufzählung wird als Heilbehauptung des Textes wiedergegeben.
6587. Erkenne für jede Krankheit das passende Anupana, das Begleitmittel. Erkenne die Handgriffe, die Arbeitsschritte, die Putam-Zubereitung und die Cuci-Zubereitung. Wenn du all dies kennst und dem Weg der Schrift folgst, mein Sohn, lässt sich der rechte Zustand und Weg der Zubereitung finden: Dies sei das Karpam der Nathas.
Anmerkung: சுசிபாகம் und பாகுபதங் கால்வழி sind nicht sicher aufzulösende Verfahrensausdrücke; Dosierungen oder Begleitmittel werden hier nicht konkret genannt.
Langlebigkeit und die fünf Elemente
6588. Canda-Rasa-Sutam sei ein Karpam; alle Siddhas verbargen es vor der Welt. Damit die Menschen dieses Parpam nicht kennen, sprachen sie in ihren Büchern verhüllt davon. Halte es nicht für gering, mein begnadeter Sohn: Liebevoll habe ich es dir dargelegt. Dass man damit lange, durch große Karpam-Zeitalter hindurch, auf der Erde bleibe, sei wahr.
Anmerkung: கற்பேந்திர காலம் ist ein dunkler Zeitausdruck; eine feste Jahreszahl wird nicht daraus abgeleitet.
6589. Erkennen die Schüler in der Welt das Geheimnis dieses Canda-Rasam-Parpam und bereiten es ruhig mit den richtigen Handgriffen und Arbeitsschritten, so sei es wahr, dass sie wie Siddha-Weise und Nathas lange und kraftvoll auf der Erde verweilen, für unzählige große Zeiträume.
6590. Lange lebte ich in der Welt mit den edlen Nathas und Siddhas und untersuchte vielerlei gehaltvolle Schriften, damit die Schüler auf der Erde leben können. Ich verehrte Kalangis Füße, grüßte den Herrn mit gefalteten Händen und geneigtem Haupt. Aus freiem Herzen habe ich dir zu deinem Wohl diese Wahrheit dargelegt.
6591. Wer mein ganzes Buch betrachtet und geordnet danach handelt, erlange alle Siddhis. Dieses besondere Parpam, das Sutam-Parpam, sei Kaya-Karpam zur Erlangung der Befreiung. Die acht Siddhis des achtgliedrigen Weges und der Tanzweg der Mutter des Vedanta sollen gelingen. Dieses Körper-Karpam zur Befreiung wirke in der alten Welt bei Wahrhaftigen.
6592. Wer Sutam zu sich nimmt, werde in der Welt als großer Erfahrener bezeichnet. Der Körper strahle und werde wie eine Steinsäule; Vasi werde nicht ermüden und sich nicht nach oben richten. Die beiden Augen schwanken nicht und erscheinen angestrengt; die Menschen der Welt nennen ihn mit einem anrüchigen Ausdruck. Wer das Canda-Rasam-Parpam unermüdlich und geordnet bereitet, sei ein Yogi.
Anmerkung: Die dritte Zeile lautet auffällig காசினியில் வேசியாக மாண்பரென்பர், ungefähr ‚in der Welt nennen die Menschen [ihn] als Prostituierte‘. Sie ist vermutlich beschädigt, wird jedoch nicht zu einer positiven Aussage umgeschrieben. Auch die Augenbeschreibung ist unsicher.
6593. Höre, mein Sohn Pulippani: Dies ist Kalangi Nathas Lehre, der Weg, den er mir erklärte. Als ich mich mit gefalteten Händen und geneigtem Haupt seiner Samadhi-Stätte näherte, gab er mir diese Zubereitung. Nun nenne ich dir die fünf Elemente und ihre große, vortreffliche Vedha-Verwandlung.
6594. Die Vedha-Verwandlung der fünf Elemente, das vorzügliche Centuram und Kaya-Karpam werde ich erklären. Durch den Gnadenblick der lieblichen Manonmani und die Füße der mächtigen Nathas erläutere ich die Handgriffe dieses Fünf-Elemente-Centuram ohne Täuschung, damit die Schüler der Welt davon leben können, schöner Kumara-Vela.
Das Fünf-Elemente-Centuram
6595. Ich nenne ein halbes Ser Kenti, ein halbes Ser Viram, ein Ser Lingam, ein Ser Caram und ein Ser Puram. Gib sie in den Mörser, mein Sohn. Diese fünf sind die fünf Elemente; mache alle schönen Stoffe zu Pulver.
6596. Mache die pulverisierten Stoffe salbenartig und verreibe sie mit dem Tākam genannten Kernmittel. Verreibe sie gut, mein Augenstern, bis acht Jamam vergangen sind. Klopfe aus den fünf Rasam-Stoffen dünne Scheiben, lege sie in eine Schale, versiegle sie und lasse sie in der Sonne trocknen.
Anmerkung: தாகம் als Mittelname ist nicht eindeutig; ஜாலமெட்டு wird im Verfahrenszusammenhang als acht Jamam verstanden, doch die OCR-Lesung ist beschädigt.
6597. Nach dem Trocknen führe ein im Sand verborgenes Putam aus. Wiederhole es auf diese Weise zehnmal mit dem Tākam genannten Kernmittel. Sind die zehn Putams vollendet, höre den nächsten Schritt: Gib den Stoff wieder in den Mörser und füge Kaiyan-Saft hinzu.
6598. Verreibe vier Samam und forme dünne Scheiben. Trockne sie in der Sonne, bedecke sie mit einer Scherbe und versiegle sie. Damit die flüchtigen Stoffe gebunden werden, führe ein in Erde verborgenes Putam aus. Das Wort soll nicht falsch sein: Durch ein Kukkuta-Putam werden sie gebunden.
6599. Wiederholst du dies zehnmal, werden die fünf Rasam-Stoffe fest gebunden. Das erhaltene Centuram hat eine blaue Farbe; Röte tritt noch nicht auf. Höre darum ein weiteres Verfahren. Damit das Centuram rot wie Seide werde, nenne ich dir die Reihenfolge, mein Kind.
6600. Zunge und Versmaß reichen nicht aus, es zu sagen; die kundigen Menschen des Landes werden es vollbringen. Geizigen wird es nicht zuteil; selbst wenn sie es erlangen, wird es nutzlos. Dir und den Freigebigen dieser Erde habe ich die schöne Vedha-Verwandlung erklärt. Einem Menschen des rechten Weges sollen keine Fehler widerfahren; wer geordnet handelt, ist verständig.
Weitere Bearbeitung des Fünf-Elemente-Centuram
6601. Nimm den Stoff verständig und gib ihn wieder in den Mörser. Verreibe ihn hingebungsvoll vier Samam mit Karun-Tulasi-Saft, mein Kind. Forme dünne Scheiben, trockne sie geordnet in der Sonne, bedecke sie mit einer Scherbe und versiegle sie. Führe das besondere, Jyoti genannte Putam aus.
6602. Führe das Putam als Kukkuta-Putam aus und wiederhole es zehnmal. Lässt sich dieses Centuram beschreiben? Die Nadanta-Siddha-Weisen haben es nicht ausgesprochen. Nimm das Centuram, gib es in den Mörser und verreibe es vier Samam mit Kumari-Saft, mein Sohn.
6603. Nach vier Samam forme dünne Scheiben und trockne sie in der Sonne. Nach dem Trocknen lege eine Scherbe darüber, versiegle und führe ein im Sand verborgenes Putam aus. Lasse es erkalten und nimm es heraus: Das reine Centuram sei unbeschreiblich.
6604. Was soll ich von diesem unbeschreiblichen Centuram sagen? Die Nathas haben es nicht erklärt. Der erdartige Stoff werde durch Prithivi zum mächtigen Kara-Caram. Unzählige Vedha-Verwandlungen seien damit möglich; man könne es die Kunst eines Augenblicks nennen. Diese selbst den himmlischen Nathas unbekannte Kunst habe ich dir liebevoll vorgetragen.
6605. Nimm das erläuterte Centuram. Schmelze Silber und gib auf hundert Teile einen Teil dieses Guru hinzu. Das reine Silber erhalte durch die ursprünglichen Fünf-Elemente-Stoffe eine kräftige Farbe. Durch den Herrn, der den Halbmond im verfilzten Haar trägt, gelinge die Kunst der Alchemie und erstrahle.
6606. Was soll ich von seinem glänzenden Gehalt sagen? Er betrage zuverlässig zwölf. Was soll ich von diesem Gold sagen, das selbst Siddha-Weise nicht kennen? Bei Schülern des Shiva-Yoga gelinge es, bei sündhaften Schülern nicht. Wie ein Beil auf den Kopf einer Maus fällt — so wunderbar seien diese einfachen Handgriffe.
Anmerkung: Die drastische Vergleichsfigur gehört zum Wortlaut. ‚Zwölf‘ ist die traditionelle Gehaltsangabe und wird nicht in moderne Feinheit umgerechnet.
6607. Es sei eigenes, wie von Natur entstandenes Gold, das der starke Shiva-Yogi macht. Das Guru-Wort des königlichen Kalangi Natha sei nicht falsch. Durch den Gnadenblick der süßen Manonmani wurden Schriften auf vielerlei Weise gedichtet; doch die Schüler verstanden sie nicht und versanken verwirrt im Meer der Verblendung.
6608. Ohne den Weg der rätselhaften Citikai-Vedha zu kennen, gerieten die Schüler auf einen dunklen Pfad. Sie sahen die schönen Handgriffe nicht; in ihrer törichten Verwirrung wurde ihnen auch der Ort des kostbaren Gegenstandes nicht sichtbar. Es war wie die Geschichte von der blinden Katze, die auf einen Dachbalken sprang.
Vergänglichkeit und der Wert des Yoga
6609. Höre noch etwas Erhabenes, du in der Welt gepriesener Verdienstvoller. Aus freiem Herzen und mit Verlangen nach deinem Wohl verehre ich Kalangis Füße. Der Tod ist gewiss. Was nützt es, viele Tätigkeiten geordnet gelernt zu haben? Das Fortgehen ist wahr, das Bleiben nicht: So ist das Leben in der Welt.
6610. In der Hoffnung auf langes Leben untersucht man viele Schriften, betrachtet die Lotusfüße im Herzen, nimmt wirksame Körper-Karpams und geht lange in Samadhi. Was nützt es, danach vergeblich wieder zurückzukehren? Verlasst das verderbliche Meer des Werdens und verweilt schön in dieser Welt.
6611. Schöner Mensch, macht einen das reine Verweilen im ockerfarbenen Asktengewand schon zum Yogi? Was nützen das kunstvolle Vorführen der acht Siddhis und der erlangte Yoga? Was nützen Erkenntnis, die überall gepriesen wird, und eine falsche Rolle auf Erden? Wie bei der Geschichte vom durch ein Mantra herabfallenden Mango lassen sich viele Menschen täuschen.
Das Neun-Metalle-Centuram
6612. Höre, mein Juwel, vom makellosen Neun-Metalle-Centuram. Damit keine Verwirrung entsteht, erkläre ich die Metalle genau: ein Anteil Gold, eineinviertel Kariyam, ein Varakan Eisen und sechs Nagam.
Anmerkung: Nur bei Eisen nennt der Vers ausdrücklich Varakan; die benachbarten Zahlen werden ohne sichere Einheit als Mengenanteile belassen.
6613. Ferner je ein Anteil Kupfer und Kutavan, zwei Silber, ein Vel-Vangam und ein Vetturukku. Vereinige die genannten neun Metalle. Ich erkläre dir die Reihenfolge; höre aufmerksam.
Anmerkung: Die Stoffliste enthält neun Bezeichnungen; Kutavan, Kariyam, Nagam und Vel-Vangam werden nicht durch unsichere moderne Metallnamen ersetzt.
6614. Prüfe Gewichte, Arten und die geordnete Zusammenstellung. Verehre ruhig die Füße der Nathas, erkenne wahrhaftig die von ihnen genannten Verfahren und Verehrungsweisen, verständiger Mensch. Untersuche die betreffenden Metalle, lege sie fest in den Tiegel, versiegle ihn und bearbeite ihn im Cara-Ofen mit dem Blasefeuer.
6615. Durch das Blasefeuer vereinigen sich die neun Metalle, schmelzen und werden zu Kalankam. Nimm es, zerbrich es und gib es rein in den Mörser. Füge Sutam im Verhältnis ein Teil auf zwei Gewichtsteile hinzu und Kenti in doppelter Menge. Damit die Alchemie gelingt, füge auch ein Palam Talakam hinzu, begnadeter Sohn.
Anmerkung: Worauf sich die Verdoppelung des Kenti bezieht, wird im Vers nicht eindeutig wiederholt.
6616. Füge ein Viertel Kandaram, zwei Kalancu Kauri, ein Viertel Manocilai, vier Kalancu Viram, zwei Kalancu Tuttam und sechs Kalancu Puram hinzu. Prüfe die Gewichte und gib sie in den Mörser. Höre das Verfahren des Verreibens.
Anmerkung: Bei den Viertelmengen von Kandaram und Manocilai fehlt die ausdrückliche Maßeinheit.
6617. Verreibe acht Samam mit den sechs Arten Jayanir. Vereinige sämtliche Stoffe, verreibe sie ohne Unterbrechung und forme Scheiben. Lege sie zum Trocknen in die Sonne und versiegle sie fest, damit nichts als Rauch entweicht. Führe in Erde das Kukkuta genannte Putam aus.
6618. Wenn das Putam-Feuer erloschen und alles erkaltet ist, entferne ruhig und geordnet den Sand, frommer König. Öffne den festen Verschluss und sieh nach: Das Centuram ist blau. Nimm es heraus und gib es wieder in den Mörser.
6619. Gib sämtliche Stoffe in den Mörser, verständiger Augenstern, und verreibe sie nochmals sorgfältig mit den sechs Arten Jayanir. Forme Scheiben, trockne sie in der Sonne, bedecke sie mit einer Scherbe und versiegle sie. Führe geordnet das in Erde verborgene Putam aus.
6620. Wenn du dieses Kukkuta-Putam ausgeführt hast, gütiger König, zerbrich die Schale und sieh genau hin. Was soll ich von dem Centuram sagen? Es gleiche der aufgehenden Sonne. Die Nathas haben es nicht ausgesprochen. Das Wort sei nicht falsch, begnadeter Sohn: Dies sei die mächtige Centuram-Verwandlung.
6621. Höre die Erläuterung der Vedha-Verwandlungen, gütiger und rechtschaffener König. Nach der Lehre meines königlichen Vaters Kalangi Natha verehre ich die Füße Paraparis. Damit die Schüler auf der Erde leben können, erkläre ich die Vedha-Arten klar, während ich im süßen Zustand des Shiva-Yoga verweile.
6622. Nimm das Centuram und füge einen Teil zu hundert Teilen guten Silbers hinzu. Schmelze im Tiegel, hämmere zu einem Blech aus und führe das Putam aus. Was soll ich vom Gehalt sagen? Er entspreche achteinhalb nach der Prüfnadel. Es werde wie natürlich entstandenes Gold: Erkenne die gute Centuram-Verwandlung.
6623. Noch einen Weg nenne ich dir, verständiger Pulippani von Kailasa. Schmelze Kupfer und gib nach und nach das Centuram als Grasa hinzu, so viel benötigt wird. Das Kupfer werde zu Kalankam. Höre, gebildeter König: Bearbeite das mächtige Kupfer mit dem Blasefeuer.
6624. Durch das Blasefeuer werde das Kupfer zu Goldkupfer, dem von den Nathas verborgenen Kupfer. Nimm es und höre: Gib einen Teil zu hundert Teilen reinen Silbers. Der Gehalt werde vollständig sechzehn. Willst du Alchemie sehen, dies sei die Alchemie der großen Nathas.
6625. Gieße, hämmere aus und führe ein Putam aus. Das Silber erhalte durch dieses Kupfer einen erhöhten Gehalt und werde echtes, wie natürlich entstandenes Gold. Dieses Gold sei Shiva-Yoga-Gold, den vortrefflichen Schülern angemessen. Wer sonst wird es dir sagen? Mein Sohn, ich habe dir die Wahrheit erklärt.
Lebensunterhalt und historische Heilbehauptungen
6626. Ich habe dir das Neun-Metalle-Centuram wahrheitsgemäß vorgetragen. Bewahre dieses mächtige Centuram als Grundlage deines Lebensunterhalts auf. Betrachte den unschätzbaren guten Stoff als Guru. Wenn Armut eintritt und die Sicht sich verdunkelt, erkenne die Zeit und nimm ihn als Grundlage deines Lebens, mein Augenstern.
6627. Wenn Armut eintritt, mein Sohn, gehe ohne Täuschung und mit Maß zweimal an einem Tag zum freigebigen, angesehenen Händler und gib ihm jeweils ein Panavidai Gold. So ist es gut, die dir verbleibende Lebenszeit zu verbringen.
Anmerkung: Der Abschnitt handelt vom Lebensunterhalt durch Goldabgabe; ‚zweimal an einem Tag‘ wird hier nicht als Einnahme des Centuram übersetzt.
6628. Bewahre das gute Centuram, das die Nathas verborgen hielten. Dieses Neun-Metalle-Mittel lasse selbst einen Berg reifen. Öffne dein Herz nicht den Geizigen. Auch wenn du es einnimmst, tue es allein, aus freiem Herzen und im Geheimen. Dies sei die Vedha, die dir der ursprüngliche Shiva, der einst verbrannte, gegeben hat.
Anmerkung: Hier verwendet der Text ausdrücklich ein Wort für Essen beziehungsweise Einnehmen. Die bildhafte Aussage vom reifenden Berg bleibt unaufgelöst.
6629. Noch ein Vedha-Verfahren will ich nennen, heiliger Augenstern des Vedanta. Verstricke dich nicht im trügerischen Netz der Frauen; gerätst du hinein, lasse den Geist nicht auseinanderfallen. Trage auf Erden immer die herrlichen Füße der Mutter über deinem Haupt. Ihr kennt doch die erzählte Geschichte vom rechten Zusammenleben Ramas mit Sita.
Anmerkung: Die pauschale Warnung vor Frauen ist eine Wertung des historischen Sprechers; der anschließende Verweis auf Rama und Sita bleibt daneben stehen.
6630. Für die kundigen Schüler sollen die Metalle auch tiefe Krankheiten beseitigen. Sieh Krishna, die göttliche Herabkunft, der die Tulasi-Girlande trägt. Mit dem Saft dieses kühlen Tulasi-Krauts als Anupana nehme man ein Panavidai des Neun-Metalle-Centuram; dadurch sollen Krankheiten vergehen.
6631. Durch das Neun-Metalle-Centuram sollen Kasa-Rogam und Kshaya-Rogam verschwinden. Nimmt man ein Panavidai des gerühmten Centuram mit Trikatu-Pulver, sollen die übermächtig gewordenen Mekam-Leiden ins Meer fliehen. Höre, König von ehrwürdiger Bildung; höre weitere Krankheitsgruppen.
6632. Als Anupana wird Ghee genannt. Erkenne beim kräftigen Neun-Metalle-Centuram die Art der Krankheit und das passende Begleitmittel. Dann solle sie niemals wiederkehren. Wer das gute Centuram ein Mandalam lang ohne Aussetzen mit Sorgfalt einnimmt, dessen Krankheit solle verschwinden.
Anmerkung: Die Heil- und Einnahmebehauptungen der Verse 6630–6635 sind historische Aussagen, keine geprüften Behandlungsempfehlungen.
6633. Die achtzehn Kushta-Arten sollen weichen, ebenso die zwanzig schlimmen Mekam-Arten, die achtzehn Sulai-Arten und die sechs Kamalai-Arten. Die achtzig Vata-Leiden und vierzig Pitta-Leiden sollen rasch verschwinden; wie gesagt, sollen Kirani und die Pandu-Arten heilen.
6634. Schwellungen des Körpers sollen abklingen und sämtliche krankhaften Flüssigkeiten vergehen, auch die im Feuchten abgesonderten giftigen Flüssigkeiten. Alle Zahnleiden sollen heilen und die Granthi genannten Geschwüre des übelriechenden Körpers verschwinden. Gute Dhatus und Kraft sollen entstehen. Das Wort des Weisen Kalangi Natha sei in der Welt niemals falsch.
6635. Das Neun-Metalle-Centuram sei wahrhaftig: Ich führe mehr als viertausend an. Alle Krankheiten im Körper sollen durch dieses vorzügliche Centuram heilen. Die großen Nathas verbargen das von den Welten gepriesene Centuram. Ich habe die reine gute Gelehrsamkeit gründlich untersucht und es klar vorgetragen; erkenne die Einzelheiten.
Anmerkung: நாலாயிரத்துச் சொச்சம் bedeutet ‚viertausend und darüber‘. Im Zusammenhang dürften Krankheiten gemeint sein; das Bezugswort steht jedoch nicht unmittelbar dabei.
6636. Die Nathas verbargen das Neun-Metalle-Centuram vor der Welt. Wer sonst durchforscht die Schriften bis in ihr Geheimnis und lehrt es? Niemand, mein Sohn. Aus freiem Herzen habe ich dir unmittelbar die langen Verfahrens- und Verehrungsweisen, die Gewichtszusammenstellungen und die Handgriffe genau erklärt.
Sutam-Silber und Prüfung der Metalle
6637. Höre noch einen Weg, heiliger Pulippani. Ich erläutere dir liebevoll ein Silberverfahren, strahlend wie Sonne und Mond. Nimm ein Palam Sutam sowie reines Kadi-Viram und ein makelloses Pashanam-Chunnam; wiege ein Kalancu ab.
Anmerkung: Die Zuordnung des Kalancu zu Kadi-Viram und Pashanam-Chunnam ist nicht eindeutig; gleiche Einzelmengen werden nicht hinzugedichtet.
6638. Gib das Abgewogene in den Mörser und verreibe es zwei Samam sorgfältig mit den sechs Arten Jayanir. Rolle die Wachsmasse, ohne vom richtigen Zubereitungszustand abzuweichen. Forme die Sutam-Butter zu einer Kugel von Arekanussgröße, lege sie in den Tiegel, bedecke ihn mit einer Scherbe und versiegle ihn.
6639. Bringe sieben feste Siegelschichten an und bearbeite ihn im Cara-Ofen mit dem Blasefeuer. Lasse ihn erkalten und nimm ihn heraus: Das Sutam sei zu Silber geworden. Dieses Silber strahle stark wie die morgens aufgehende Sonne. Arbeite es zu einem Blech und führe ein Putam aus; dann werde es klar.
6640. Was soll ich von diesem hellen Silber sagen? Es sei reines Sutam-Silber. Die Nathas haben dieses mächtige Shivaraja-Silber vor der Welt verborgen. Unzählige Schüler erkannten diese einfache Vedha-Verwandlung nicht, schöner Mensch. Das Sutam-Silber werde nicht beeinträchtigt und lasse sich durch Vangam nicht erschüttern.
6641. Es sei beständiges Silber, das der Prüfung standhält. Ich erkannte die Schriften der Nathas, verehrte ihre Füße ohne Fehl und trat in den Zustand des achtgliedrigen Yoga ein. Mit der Kulikai zog ich durch die acht Richtungen und pries die göttlich spielende Manonmani. Diese Zubereitung und Vedha habe ich dir freudig geschenkt.
Verfehlte Alchemie und Silber für den Hausvater
6642. Dies sind die Handgriffe und Arbeitsschritte; erkenne ihren feinen Zustand. Die Siddhas, die lange mit still gewordenem Atem verweilten, hielten diese besondere Zubereitung verborgen. Auch ich, dein Diener, durchzog mit der Kulikai die Welt und habe sie dir aus freiem Herzen vorgetragen. Durch das aus früherem Leben Verbliebene wurde sie dir zuteil.
6643. Durch dein früher erworbenes Verdienst und die Verehrung der Lotusfüße der Mutter konntest du dieses feine Silberverfahren geordnet erkennen. Wie von Geistern besessen suchten andere Schüler die Alchemie, durchzogen große Gegenden und Städte, verloren Familie, Vieh und Haus und gingen zugrunde.
6644. Unzählige Menschen der Welt gingen zugrunde — gibt es dafür eine Zahl oder Grenze? Sie unternahmen viele gewünschte Arbeiten, doch ohne das aus früherem Leben Verbliebene wurde alles nutzlos. Wie der Khandava-Wald — durch altes Verdienst und den Gnadenblick der herrschenden Manonmani kam diese Zubereitung zu dir, mein Sohn.
Anmerkung: Der Vergleich காண்டவம்போல், vermutlich mit dem Khandava-Wald, ist hier unklar und wird nicht erzählerisch ergänzt.
6645. Noch ein Verfahren sage ich, mächtiger König Pulippani. Nimm ein Palam Vel-Vangam, ein halbes Palam Sutam und Pashanam-Chunnam. Schmelze im Tiegel und gib während des Schmelzens ein Kunri des ausgezeichneten Parpam hinzu.
Anmerkung: Ob das zuletzt genannte Parpam mit dem Pashanam-Chunnam identisch ist, wird im Vers nicht ausdrücklich geklärt.
6646. Das Vel-Vangam schmilzt und nimmt die betreffende Flüssigkeit auf. Das als Silber bezeichnete Material wird durch wiederholte Hitzebehandlung von seiner flüssigen Eigenschaft frei und werde zu natürlich entstandenem Silber. Es lasse sich durch Vangam nicht erschüttern. Ohne Bekümmernis könne diese Zubereitung leicht gelingen.
Anmerkung: Die technische Wendung தேக்கலென்ற வெள்ளிப வூட்டாங்காய்ப்பு ist beschädigt oder dunkel; ein genauer Wärmebehandlungsablauf wird daraus nicht ergänzt.
6647. Die Anwendung dieses Silbers sei eine geeignete Kunst für Hausväter. Es gebe einen Weg zur Befreiung und Erkenntnis; auch du wirst ein Siddha in dieser alten Welt. Verweile beständig im Zustand der Shiva-Wonne und betrachte rechtschaffen den Shiva-Yoga. Das Wort des Wahrhaftigen sei nicht falsch: Es ist Kalangis geordnete Lehre.
Reinigung und Bindung des Nagam
6648. Höre, mein Sohn Pulippani, schöner Augenstern, unermüdlicher Liebenswerter. Ich werde das Licht der Nadanta-Siddhis erläutern, nachdem ich viele Bücher gut studiert und verstanden habe. Nimm sorgfältig das Metall Nagam und erkenne die Wahrheit. Nimm es, mein Kind, schmelze es und gieße es aus.
6649. Gieße es in Iluppai-Fett und gib ihm Caram als Grasa. Schmilzt du es auf diese Weise elfmal und gießt es jeweils ab, werde seine Haut zerstört und weich; das Nagam erhalte ein einheitliches Auge. Es sehe wie die Erde aus, die durch herabströmenden Regen schlammig wurde.
Anmerkung: ‚Ein Auge‘ übersetzt ஒருகண் als alchemistisches Bild; es wird nicht durch eine erfundene metallurgische Erklärung ersetzt.
6650. Höre weiter, Pulippani. Füge dem zuvor bereiteten Nagam Kari-Vangam hinzu und schmelze geordnet. Höre: Bearbeite das Ten-Valaiyal genannte Puni-Nir durch Schmelzen und Verreiben. Umkleide damit das Nagam und bringe sorgfältig sieben Siegelschichten an.
Anmerkung: Die Wendung கவுவிட்டாட்டி ist unklar; ein bestimmtes zusätzliches Lösungsmittel wird nicht ergänzt.
6651. Bringe die sieben Siegelschichten fest an und trockne in der Sonne. Führe ein Kukkuta-Putam aus und nimm es heraus. Das Nagam werde gebunden; man könne es als besonders weiß bezeichnen. Bei diesem Verfahren solle kein Fehler auftreten: Das Nagam sei fest geworden.
6652. Noch mehr sage ich über das gebundene Nagam. Schmelze es geordnet und gieße es in Kaiyan-Saft. Seine aufbrausende Eigenschaft werde vergehen, es werde weiß, und seine feindliche Wirkung werde besänftigt. Es glänze wie fehlerloses Kalankam: So sei die gute Bindung des Nagam.
6653. Höre die Erläuterung dieser Nagam-Bindung, gütiger König. Schmelze es und gieße es in Marudonri-Saft. Es blitze wie das höchste Licht. Schmelze und gieße zehnmal, mein Kind. Das gute Nagam schließe sein Auge und werde ein Puttu-artiger Klumpen.
Anmerkung: Die Schlusswendung புத்துமென்ற புட்டு ist unsicher; ein bestimmtes Pulver- oder Gebäckgefüge wird nicht als technische Eigenschaft festgelegt.
6654. Nimm das klumpige Nagam, schmelze es und gieße es in Fruchtsaft; wiederhole dies zehnmal. Es werde sehr weich. Ohne dich von der Mühe abschrecken zu lassen, schmelze es und gieße es in Virali. Welcher Verlust sollte entstehen? Gieße es anschließend zehnmal in rotes Kodiveli.
Anmerkung: Bei Virali und Kodiveli ist im Zusammenhang der Pflanzensaft gemeint, im Vers jedoch nicht jeweils ausdrücklich wiederholt; für Virali wird keine Wiederholungszahl genannt.
6655. Nach zehnmaligem Ausgießen werde das Nagam zu einer ausgezeichneten Bindung gelangen. Ist das kräftige Nagam gebunden, strahle es wie hundert Crore Sonnen. Menschen vollkommener Erkenntnis beschäftigen sich nicht damit; dies sei eine Kunst für Hausväter der alten Welt. Wer das Nagam gut und ohne Fehl bearbeitet, sei ein Alchemist.
6656. Nimm das Nagam-Kalankam und füge die gleiche Menge Sutam hinzu. Verreibe acht Samam mit den sechs Arten Jayanir. Denke im Herzen an das ursprüngliche höchste Licht und verreibe ohne Ermüdung, bis es wie Wachs wird. Durch den Herrn, der den Halbmond im Haar trägt, werde es wachsartig, mein Kind.
6657. Forme aus dem Wachs Scheiben und trockne sie in der Sonne. Nach dem Wort des königlichen Gurus bedecke sie mit einer Scherbe, versiegle sie und führe ein im Sand verborgenes Putam aus. Das mächtige Centuram werde blau. Insgesamt sind es zehn Putams; verreibe und wiederhole die Behandlung, mein Kind.
6658. Dann gleiche das Centuram der aufgehenden Sonne. Nimm es heraus und höre: Ich sage dir, wie es als Grundlage des Lebensunterhalts dient. Nimm zehn Kalancu Kupfer und ein Kalancu Centuram, schmelze und gib es hinzu. Der Gehalt werde neun betragen.
6659. Gieße das Kupfer, hämmere es aus und führe ein Putam aus: Es werde wie natürlich entstandenes Gold. Kavi und Muppu sollen ihm nichts anhaben, Augenstern des Vedanta; erkenne dies. Es sei frisch glänzendes Gold für den Hausvater. Wer das Nagam-Gold so, wie ich es sagte, gut bereitet, ist verständig.
Anmerkung: Die Prüfungsaussage காவிக்கு முப்புக்கேகா ist knapp und sprachlich unsicher; es werden keine weiteren Prüfmittel oder Bedingungen ergänzt.
6660. Noch ein verständiges Verfahren nenne ich: Schmelze das gepriesene Silber und gib auf zehn Teile einen Teil Guru. Was soll ich vom Gehalt sagen? Er entspreche wahrlich achteinhalb nach der Prüfnadel. Höre, verständiger König des rechten Weges: Preise immer die Lotusfüße des Gurus und lebe so, mein Sohn.
6661. Gieße, hämmere aus und führe ein Putam aus. Das Silber erhalte frischen Goldglanz und bleibe dauerhaft von hohem Gehalt: makelloses Gold. Lasse den Hochmut still werden und denke jeden Tag im Herzen an die Lotusfüße. Füge die Hände zum Gruß und lebe verborgen auf der Erde.
Nagam-Centuram und Geheimhaltung
6662. Willst du leben, bewahre das Centuram, mächtiger König Pulippani. Nimm es und verwende es bei Caya-Rogam, bei den zwanzig Mekam-Arten und beim mächtigen Kasa-Rogam. Um zu leben, nehme man es wie ein Körper-Karpam ein und gewinne Kraft, so lautet die Unterweisung.
6663. Mit dem passenden Anupana gegeben, sollen die sechs Kasa-Arten und sechs Pandu-Arten heilen, die achtzig Vayu-Leiden und vierzig Pitta-Leiden vergehen. Kaya-Rogam und geringere Vergiftungen sollen aufhören; Mekam, Kushta und die ausgebreiteten Tamarai-Hautleiden sollen weichen.
Anmerkung: வாயுவென்ற தென்பது ist beschädigt; die Wiedergabe ‚achtzig‘ folgt dem wiederkehrenden Krankheitskatalog, bleibt aber als Lesung unsicher.
6664. Schlimme Krankheiten sollen vergehen, Mundgeruch und weißer Ausfluss heilen. Wie gesagt, sollen Kältefieber und die sechs unguten Kirani-Arten heilen, die sechsundneunzig Augenleiden verschwinden und der Körper großen Glanz gewinnen. Dieses Nagam-Centuram sei das Karpam, das die Nathas verwendeten.
6665. Wer das Centuram einnimmt, erlange die Kraft von sieben Elefanten, mein Kind. Wie Krishna entfalte er ausgedehntes Liebesspiel und die Kraft des Liebesgottes. Dieses Centuram sei auch das von Shri Rama verwendete Karpam. Welches andere Karpam wäre ihm gleich? Es sei das von der Mutter des Vedanta gegebene Karpam.
6666. Dieses Nagam-Centuram sei durch Kalangi Nathas Gnade ein Karpam. Halte es nicht für gering, reines, schönes Kind; es sei eine Kunst für Hausväter. Sprich zu niemandem über diese von Kundigen gefeierte Vedha. Halte sie nicht für gering, begnadeter Sohn: Ihre Herrlichkeit sei erstaunlich.
6667. Noch ein herrliches Verfahren will ich nennen, großer König Pulippani. Die ganze Welt preist Kalangi Natha; seine gütig erteilte Lehre werde ich dir zusammen mit Erkenntnis erläutern und dich in allen Künsten unterweisen. Doch auch die Geizigen werden sich dir anschließen und dir eifrig Freundschaft zeigen.
6668. Die Geizigen werden deine Nähe suchen und vorgeben, Freundschaft zu pflegen. Sie reden wie gute Menschen, während sie heftigen Zorn im Herzen tragen, und beteuern ihre Wahrhaftigkeit. Sie werden viel sagen, damit du ihnen den Weg der Citikai-Vedha offen erklärst. Ohne viele scharfe Worte zu äußern, begegne ihnen freundlich und umsichtig.
6669. Sie werden nach dem Puranam fragen; gib das Geheimnis nicht preis. Sprich über die Heilkunde in klarem Tamil, doch offenbare nicht das reine Bewusstsein im strahlenden Licht. Sie werden die vorhandenen Dinge anhand von Vergleichen und getrennten Spuren erfragen. Ohne falsches Herz und frei von Täuschung sage die Wahrheit, mein Augenstern.
Anmerkung: Die Aufforderungen zur Geheimhaltung und zur Wahrhaftigkeit stehen unmittelbar nebeneinander; diese Spannung wird nicht aufgelöst. Puranam klingt hier zugleich an den folgenden Stoff Puram an.
Puram und die fünf Elemente
6670. Höre, König Pulippani: Von der gepriesenen Puranam-Vedha sprachen alle Weisen und Siddhas, doch in der Welt taten sie es geheimnisvoll. Es gibt unzählige Schriften und viele geordnete Bindungsverfahren. Nimm ein breites Eisengefäß und scheuere es blank, mein Sohn.
6671. Wiege ein Palam des Stoffes Puram ab und lege es in das Eisengefäß. Gib acht Samam lang behutsam reine Ziegenmilch zur Surukku-Behandlung hinzu. Höre weiter: Führe die Behandlung danach vier Samam mit Kuhmilch durch und nimm es heraus.
6672. Was soll ich vom Puram sagen? Es sehe wie schönes Elfenbein aus, sei fest zusammengezogen und zeige weiße Farbe. Nimm ferner je ein Palam Vetiuppu, Cinam, Turucu und Singi, kundiger Mensch.
6673. Gib sämtliche Stoffe nach dem Wort der Nathas in den Mörser und verreibe sie mit dem kräftigen Milchsaft des Erukkan. Umkleide damit das Puram und trockne es sorgfältig in der Sonne. Bringe sieben gute Siegelschichten an und höre die Reihenfolge des Erhitzens.
6674. Schütte feinen Sand in ein breites Gefäß und bette das Puram darin ein. Bedecke es auch oben mit reichlich Sand, setze ein weiteres Gefäß darüber und verschließe es mit einer Scherbe. Trockne es in der Sonne und richte es zur Valuka-Behandlung im Sandbad ein.
6675. Was soll ich über das Feuer sagen, schöner, verständiger Pulippani? Verehre die Lotusfüße der Göttin und erhitze mit Kamala-Flamme. Das Puram werde gebunden und stehe weiß da. Erhitze vier Jamam, mein Sohn, und nimm es heraus.
6676. Preise Ganapati und öffne das schöne Gefäß. Was soll ich vom entstandenen Puram sagen? Es strahle hell wie der Mond am Himmel. Nimm es heraus und entferne ohne Ermüdung die Umhüllung. Ich werde die Arzneibereitung ohne Zurückhaltung erklären; höre aufmerksam, du Höchster, du Bewusstseinsvoller.
6677. Nimm das Puram, mein Kind, um es zu Parpam zu bereiten. Das Iyam-Centuram haben die Nathas verborgen. Nimm dieses fertig bereitete Centuram, wiege es im gleichen Gewicht wie das Puram ab und verreibe vier Samam mit Cittanta-Kern.
Anmerkung: சிற்றண்டக் கரு ist als traditioneller Stoffname belassen; eine bestimmte Pflanzenart oder ein Ei wird ohne sicheren Kontext nicht eingesetzt.
6678. Nach vier Samam des Verreibens umkleide das Puram gut damit. Trockne es in der Sonne, nimm es und versiegle es. Führe ein in Erde verborgenes Putam aus, nämlich ein Kukkuta-Putam. Im Innern des Puram werde das Sutam ‚getötet‘, schöner Mensch.
6679. Führe es auf diese Weise zehnmal aus. Verreibe jeweils das Iyam-Centuram mit dem Kernmittel und umkleide das Puram damit. Trockne es nach Tagesanbruch in der Sonne, versiegle fest und führe wieder das Putam wie zuvor aus. Höre, wie man es nach dem Erkalten herausnimmt.
6680. Das Puram werde fest, und das Sutam verharre gezügelt. Nimm das Puram heraus, mein Sohn, und höre weiter, ohne Zeit zu verlieren. Ich nenne die Grundlage der fünf Elemente: Turucu, Vetiuppu, Karam, Caram und Cinam, schöner Mensch.
Puram-Bindung und Verhüllung der Schriften
6681. Füge dem Cinam auch Kari-Uppu hinzu und verreibe mit dem Milchsaft von Sevvalam. Umkleide das Puram damit und trockne es ohne Nachlässigkeit in der Sonne. Bringe eine Kalk-Siegelschicht an und trockne erneut in starker Sonne. Führe fehlerfrei im Sand ein Kukkuta-Putam aus.
Anmerkung: செவ்வாலம் ist als Pflanzenname Sevvalam belassen; die OCR schreibt im zweiten Halbvers புரம் statt பூரம்.
6682. Nach dem Erkalten des Putam nimm es heraus. Durch die sechs gerühmten Stoffe, die Grundlage der fünf Elemente, werden die Stoffe ruhig vereinigt. Rauch beziehungsweise Flüchtigkeit und Heftigkeit werden gezügelt. Was soll ich vom Puram sagen? Es sei geschmolzen und sehe geordnet wie Elfenbein aus.
Anmerkung: புகழடங்கி bedeutet wörtlich ‚der Ruhm legt sich‘; im technischen Zusammenhang ist vermutlich புகையடங்கி, ‚der Rauch legt sich‘, gemeint. Die Unsicherheit bleibt kenntlich.
6683. Ist das elfenbeinartige Puram gebunden, was soll ich von seiner Vedha sagen? Nimm das Puram und führe vier Samam eine Surukku-Behandlung mit dem Varakam genannten Fett durch. Dann werde es vollständig gebunden. Diese wunderbare Citikai-Vedha des Puram hätten sie weder im Himmel noch auf Erden gesehen.
Anmerkung: வராகம் bedeutet Eber beziehungsweise Schwein; ‚Varakam-Fett‘ belässt die historische Stoffbezeichnung, ohne eine moderne Zubereitung zu ergänzen.
6684. Ohne es zu sehen, verfassten die Siddha-Weisen und Nathas zahlreiche grundlegende Schriften. In jedem Buch besangen sie unablässig die unsichtbare Kernsubstanz, den Guru und die Verfahren. Damit die Schüler es erkennen, sagten sie in vielerlei Büchern der Welt: Nur wenn etwas aus früherem Leben verblieben ist, erlangt man es, ohne dass die Schrift vergeblich wird.
6685. Sie verfassten viele Alchemiebücher, ließen jedoch die richtige Zubereitung fort. Sie stellten in den Büchern Vorher und Nachher um, verhüllten die Handgriffe und zerrissen den Zusammenhang. In einzelnen Büchern sagten sie zwar die Wahrheit, entfernten aber die entscheidenden Arbeitsschritte an der Wurzel. Zornig gegen die Schüler zerschnitten sie Ordnung und Folge und stifteten Verwirrung.
Darshan und Unterweisung durch Kalangi
6686. Ich untersuchte diese verwirrenden Schriften bis in ihr Geheimnis und verehrte Kalangis Füße. Auch vor den feindlich gesinnten Siddhas faltete ich die Hände und grüßte sie liebevoll immer wieder. Ich, dein Diener, legte die Kulikai an und ging in das reiche Cina-Pati. Dort verehrte ich die Lotusfüße des höchsten Gurus und empfing immerdar seinen Darshan.
6687. Ich empfing seinen Darshan, stand aufmerksam vor seiner Samadhi-Stätte und sprach zahlreiche Guru-Verehrungen. Im Herzen betrachtete ich die Lotusfüße des Herrn mit geflochtenem Haar und Kalangi Nathas Füße. ‚Erkläre es mir Unwissendem, gib mir klare Unterweisung und Gnade, damit ich den rechten Samadhi erlange‘, bat ich.
6688. Als ich diese Worte sprach, gewährte mir Kalangi Natha aus freiem Herzen reichlich Segen, so wie er im Süden dem Topf-Weisen Darshan gewährt hatte. Es wurde wie die Geschichte von der Mutter, die beim Weinen ihres Kalbes herbeikommt und ihm gegen den heftigen Hunger Milch gibt.
6689. Diese Unterweisungen hatte mir sonst niemand auf Erden gegeben. Kalangi Natha, der mit still gewordenem Atem eingegangen war, sagte mir die Wahrheit. Aus seinem Samadhi heraus gewährte er mir die Kenntnis der Werkzeuge und Erkenntnisorgane, des Anfangs und Endes. Ich empfing sie ohne Schmähung und verließ das schöne Cina-Pati.
6690. Ich verließ Cina-Pati und zog durch Kalangi Nathas Gnade und den Gnadenblick der leuchtenden Manonmani durch die acht Richtungen. Nachdem ich die festen Verfahrens- und Verehrungsweisen und ihre Eigenschaften genau erkannt hatte, nahm ich geordnet Körper-Karpam zu mir und blieb lange auf der Erde.
6691. Lange lebte ich mit der Kulikai und sah sämtliche schönen Samadhi-Stätten. Dir habe ich die Unterweisungen in solcher Fülle ausgeschüttet, dass der Raum kaum genügt. Nimmst du das Puram genannte Kaya-Karpam geordnet in Kunri-Menge ein, so strahle dein Körper hell. Darin liege die Kraft des Puram.
6692. Nimmst du es nach dem Wort des Gurus ein Mandalam lang ein, was soll ich von deinem Körper sagen? Die Krankheiten sollen weichen wie Tau vor der Sonne, und der schöne Körper werde Glanz ausstrahlen. Wer begünstigtes Geschick besitzt, erkenne es in dieser Welt. Durch Mahadevas Gnadenblick wurde es dir auf rechte Weise ermöglicht.
Puram-Vedha und Weitergabe der Lehre
6693. Nimm das bereitete Puram und füge einen Teil zu hundert Teilen Mati hinzu. Verliere keinen Augenblick, rechtschaffener, heiliger Pulippani. Wie man die Not der Leidenden lindert, so vollziehe die Citikai-Vedha: Wenn das Silber schmilzt, gib einen Teil Puram hinein.
Anmerkung: Der Vergleich சுவைதாங்கும் நளியாளர் குறைதீர்த்தாப்போல ist teilweise dunkel; eine konkrete Geschichte wird nicht ergänzt.
6694. Gib es in die Schmelze und nimm das Silber heraus. Das Wort des Schöpfers sei nicht falsch. Was soll ich von diesem Silber sagen? Es erhalte zu deinem Glück frischen Goldglanz und einen Gehalt von zehneinhalb. Höre, mein Sohn: Das Wort sei nicht falsch; es werde prächtiges, wie natürlich entstandenes Gold.
6695. Es sei eigenes, von Natur entstandenes Gold, Gold, das die Nathas auf Erden preisen; Yoga-Gold, für hohe Siddhi geeignet, Gold für den gerühmten Hausvater. Starkes Gold, das Vangam nicht erschüttert; Gold, das die mächtigen Siddha-Weisen verehren; den verständigen Schülern angemessenes Gold: Sieh Natarajas schönes Gold.
6696. Höre, mein Sohn Pulippani: Noch ein Verfahren nenne ich. Lege hundert Kalancu Kupfer geordnet in den Tiegel. Schmelze gründlich, ohne den rechten Zubereitungszustand zu verfehlen, und gib das Mittel hinein. Schmelze unter Zugabe von Karam und gib einen Teil Guru hinzu.
6697. Nach der Zugabe schmilzt das Kupfer, König Pulippani. Seine anhaftende Giftigkeit und Absonderung sollen vergehen. Lässt sich sein Gehalt beschreiben? Was soll ich von seiner Farbe sagen? Dies sei das von den Nathas verborgene Spiel. Es werde wie die Geschichte vom Bogen, dessen Sehne mitten im Kampf reißt und der zur Erde fällt.
Anmerkung: Der Vergleich mit dem versagenden Bogen steht unvermittelt neben der Erfolgsbehauptung; seine mögliche Bedeutung für konkurrierende Verfahren wird nicht hinzugedichtet.
6698. Dieses Kupfer habe einen hohen Gehalt; wer in der Welt kenne seine Herrlichkeit? Gieße und hämmere es ohne Beschädigung aus und führe ein Putam aus. Was soll ich von dem Gold sagen? Es breche nicht, werde vom Putam nicht erschüttert und gebe Vangam nicht nach. Führe ruhig das Ausgießen, Hämmern und Putam aus und erkenne die Herrlichkeit des roten Goldes.
6699. Es sei eine Grundlage für Schutzschmuck und Ohrringe, Gold, das einem Shiva-Yogi angemessen ist. Ich nannte diese Lehre, damit du in Zeiten der Armut rechtschaffen Nahrung erhältst. Niemand sonst werde dieses Verfahren erklären; ich habe es dir gesagt. Verweile lange in Askese und erprobe die Vedha, du Bewusstseinsvoller.
6700. Sprich viele Guru-Verehrungen und gewinne reiches Verdienst. Sei verständig, sodass die Welten dich preisen, und verehre die Füße der großen Nathas. Lege die reine äußere Gestalt eines Shiva-Verehrers an und verweile fest im Yoga. Suche behutsam einen dir geeigneten Schüler und unterweise ihn, mein Kind.
Die Viram-Perle und ihre Wunderbehauptungen
6701. Noch ein Verfahren nenne ich, tüchtiges, gutes und wohlerzogenes Kind. Mein königlicher Vater Kalangi Natha gab mir diese Lehre; durch den Gnadenblick der süßen Manonmani unterwies er mich klar. Ich preise das höchste Licht und besinge die Kocci genannte Vedha.
6702. Nimm sorgfältig ein Palam des Kocci genannten Viram und zehn Vilva-Früchte, in denen Lakshmi wohnt. Schneide die Früchte auf, lege das Viram hinein und versiegle fest. Führe ohne Verwirrung ein im Sand verborgenes Putam aus.
6703. Führe es so zehnmal aus; dann werde das Viram gebunden. Ist Viram gebunden, könne man die ganze weite, meerumgebene Welt binden. Nimm das Viram. Verreibe das Cam genannte Centuram mit Fruchtsaft und umkleide damit das Viram, mein Sohn.
Anmerkung: சமென்ற செந்தூரம் ist als ‚Cam genanntes Centuram‘ belassen; der Stoffname ist vermutlich beschädigt, wird aber nicht ohne Beleg ergänzt.
6704. Trockne die Umhüllung in der Sonne und versiegle fest. Führe ein im Sand verborgenes Putam aus. Der Rauch des Viram werde gezügelt; es schmelze und stehe fest gebunden, auch sein kräftiger Körper. Nimm dieses Viram wieder und höre die nächste gute Behandlung.
Anmerkung: Die Wendung தாடாண்மையானதொரு வப்பு ist unklar; ‚Körper‘ gibt வப்பு vorsichtig wieder.
6705. Noch einen Weg nenne ich: Nimm das wirksame Viram und Mirudaru-Singi. Ich entferne die Verhüllung der Nathas. Verreibe das Singi fehlerfrei mit Ven-Karu, umkleide das Viram damit und trockne es gut in der Sonne.
Anmerkung: வெண்கரு bedeutet ‚weißer Kern‘, hier möglicherweise Eiweiß; die Stelle nennt kein eindeutiges Bezugsobjekt.
6706. Nach dem Trocknen versiegle fest und führe sorgfältig ein in Erde verborgenes Putam aus. Das behandelte Viram werde gebunden und gleiche einem Padika-Stein. Nimm das ‚getötete‘ Viram, bereite es nochmals wie zuvor und führe zehn solcher Putams aus. Dann werde es fest gebunden, mein Kind.
6707. Nimm das gebundene Viram und entferne ruhig die Versiegelung. Ich nenne dir eine weitere Zubereitung, standhafter Pulippani. Nimm fünf Palam Etti-Samen und verreibe diesen giftigen Stoff mit dem Saft der Nim-Frucht. Umkleide damit das Viram.
Anmerkung: நிம்பழம் ist eine unsichere Fruchtbezeichnung der Vorlage; eine bestimmte moderne Saftzubereitung wird nicht ergänzt.
6708. Lege das umkleidete Viram in die Sonne und bringe sieben feste Siegelschichten an. Führe ein in Erde verborgenes Putam aus, lasse es erkalten und nimm es heraus. Was soll ich von dem Viram sagen? Es stehe fest wie eine Perle, sehe wie eine Vangam-Perle aus und werde zur mächtigen Viram-Perle.
6709. Was soll ich von dieser Viram-Perle sagen? Führe das Putam wie zuvor aus, und zwar hundertmal. Ist die Viram-Perle gebunden, gäbe es dann einen Zweifel daran, einen brünstigen Elefanten zu besteigen? Durch den Gnadenblick der süßen Manonmani werde die Viram-Perle in strahlendem Licht sichtbar.
Anmerkung: Die OCR liest தூறுபோடு statt des im Zusammenhang wahrscheinlichen நூறுபோடு, ‚führe hundert aus‘; die Zahl ist daher eine erschlossene Lesung.
6710. Nimm die Viram-Perle und steige auf den mächtigen brünstigen Elefanten. Mit ihr könne man die Siegertrommel schlagen lassen und ausrufen: ‚Ich habe die Viram-Perle gebunden; den feindlichen Menschen werde ich die Schädel spalten!‘ Selbst die Siddha-Weisen würden beim bloßen Anblick der Perle erbeben.
Anmerkung: Die Gewaltdrohung ist als Zitat der vom Text entworfenen Siegespose wiedergegeben, nicht als Handlungsaufforderung dieser Ausgabe.
6711. Die Nadanta-Siddhas, die sie sehen, werden dich hoch verehren; Könige der Könige werden dich als großen Helden achten. Sie werden sagen, es sei die Kulikai, die der wolkenfarbene Achyuta als Krishna auf Erden besaß. Alle Menschen der meerumgebenen Welt werden dich einen bewährten Siddha-Weisen nennen.
6712. Nimm die Viram-Kulikai und höre: Legt man sie auf den Rücken einer Kuh, verderbe die Milch nicht. Durch das Wirken der Viram-Perle werde die gute Milch jedoch versiegen. Nimmt man die Perle fort, fließe wieder reine Milch.
Anmerkung: Der Vers sagt zunächst பால்கெடாது, ‚die Milch verdirbt nicht‘, anschließend aber, sie versiege. Diese Wortfolge wird erhalten und nicht stillschweigend zu ‚sie gibt keine Milch‘ geändert.
6713. Nimm die Perle, mein schönes Kind; ich sage dir das Feine. Aus Mitgefühl und freiem Herzen öffne ich dir das Verborgene dieser Perle und erläutere ihre Kraft genau. Mit ihr im Mund könne man sich auf der Erde so rasch wie fliegender Wind fortbewegen.
6714. Ich sage es dir, schöner Nataraja: So könne man lange gehen. Hält man die Kulikai beherrscht im Mund und durchwandert die ganze Erde, werde man nicht erschüttert. Auch beim Liebesverkehr mit schön gestalteten Frauen sei die Art des Spiels nicht auszusprechen. Körperliche Schwere trete nicht auf; so solle man die Kulikai verwenden.
Anmerkung: Die erste Zeile nennt unerwartet செந்தூரம், ‚Centuram‘, während der Rest von Kulikai handelt. Die Wendungen படம்வரையும் மாதர் und சடமதுவும் தோன்றாது sind unsicher; sie werden nicht durch zusätzliche sexuelle Wirkversprechen erweitert.
Viram-Perle: Metallverwandlung und Wiederbelebungsbehauptung
6715. Noch ein Verfahren nenne ich dir, guter Pulippani. Diese Zubereitung der schönen Viram-Perlen-Vedha weiche nicht im Geringsten ab. Erzähle sie niemandem. Weil dir etwas aus früherem Leben verblieben ist, habe ich dich aus freiem Herzen und ohne Täuschung mit dieser Gnade bedacht, mein Augenstern.
6716. Nimm die treffliche Viram-Perle und ein Ser Vel-Vangam, König der Erde. Lege das Metall in den Tiegel und schmelze es gründlich. Verehre die Füße des Herrn und verneige dich. Nimm die Kulikai und bette sie in das schmelzende Vangam ein.
6717. Eingebettet nehme die Perle Flüssigkeit auf, steige empor und springe heraus. Was soll ich von dem mondgleichen Silber sagen? Die Flüssigkeit des Velliyam sei vergangen; der Gehalt des gerühmten Silbers sei hoch. Die Zunge reiche zur Beschreibung nicht aus. Man könne dieses sonnengleiche Silber sehen, das aus der beständigen Viram-Perle hervorgeht.
6718. Noch ein Verfahren nenne ich, Augenstern Pulippani, König der Dichter. Wird sie mit Honig als Anupana verwendet, sollen die heftig entstandenen Kasa-Leiden den Körper verlassen, ohne ihn erneut heimzusuchen. Verständiger Mensch von ehrwürdiger Bildung, höre noch ein Geheimnis.
6719. Nimm die Perle und bewahre sie sorgfältig in einem Gefäß auf, mein Sohn. Wenn der Körper seinem Ende entgegengeht, werden die fünf Sinne undeutlich. Noch bevor die Seele den Körper verlässt, vergisst der Mensch sich selbst; es bleibt eine Zeit, ehe der hinfällige Körper vergeht.
Anmerkung: குண்ணுமல்லோ ist in der Beschreibung der Sinne beschädigt; die Wiedergabe ‚undeutlich‘ folgt dem Zusammenhang des Sterbens. பாணி kann Gefäß oder Hand bezeichnen.
6720. In dieser Zeit des Zurückziehens reibe die Viram-Kulikai mit dem Tākam genannten Kernmittel und bestreiche damit die Zunge. Selbst wenn der Mensch wie eine tote Leiche geworden sei, hebe er auf Erden den Kopf und spreche. Dieses Viram sei wie ein heftiger Sturm; ich habe es dir geordnet vorgetragen.
Anmerkung: Der vorausgehende Vers setzt ausdrücklich eine Zeit vor dem Verlassen des Körpers durch die Seele voraus. Die Passage behauptet eine Wiederbelebung, belegt sie jedoch nicht; das Mittel Tākam ist unklar.
Kaya-Karpam-Pulver und Tiravaka-Valalai
6721. Noch einen Weg nenne ich, den die Nathas verbargen: ein Kaya-Karpam-Pulver für beständige Yogis und Schüler. Höre die Stoffe: getrockneter Ingwer, Pfeffer, Tippili, Kadukkay, Tanri und Masikkay.
6722. Füge Tesaravam, Vayvilangam, Kar-Pokam, Kadukkay-Blüte, Cittarattai, Perattai, Valuluvai und Omam hinzu; außerdem Cirumalli, Peramalli, Kura-Curali und Omam, dazu Koshtam, Katta-Tippili und das gute Süßholz.
Anmerkung: Omam steht zweimal in der Vorlage und bleibt zweimal genannt. Tesaravam und Kura-Curali sind unsichere Pflanzen- beziehungsweise Stoffnamen; der Schluss மேலந்தானே ist dunkel.
6723. Weiter kommen Gewürznelken und Zimtrinde, Muskatnuss und Muskatblüte, Takkolam, Pirappu-Wurzel und Pumi-Carkkarai hinzu, außerdem Parangi-Rinde, Val-Milaku, rote Kadukkay, Tulasi-Samen und Samen des Al-Baumes.
6724. Dazu kommen Samen des Aracu-Baumes und des Icci-Baumes, reines Punai-Kali und Umattai-Samen, die seltenen Virali-Samen und Samen des Puvaracu-Baumes. Füge auch die jenseits der sieben Flüsse wachsenden Sandelholz-Samen hinzu.
6725. Füge Samen von Atti, Alinci, Caram, Ucam, Murukku, Erukku und Curi sowie Sesamsamen hinzu.
Anmerkung: சாரம், வூசம் und சூரி bleiben unsichere Pflanzennamen. Der Wortlaut முருக்கிலையின் வித்து nennt auffällig ‚Samen des Murukku-Blattes‘; die Übersetzung bezeichnet vorsichtig die Pflanze.
6726. Nimm von jeder Art ein Palam, röste sorgfältig und pulverisiere. Vereinige die Pulver, reinige sie gründlich mit frischer Kuhmilch und füge die gleiche Menge Zucker hinzu. Bewahre sie in einer Flasche auf. Damit Anavam entsteht, vereinige diese Zubereitung im richtigen Verhältnis und bewahre sie, mein Sohn.
Anmerkung: ஆணவங்கள் உண்டாக lautet wörtlich etwa ‚damit Ichhaftigkeit/Hochmut entsteht‘. Eine beabsichtigte körperliche Wirkung oder eine Verneinung ist nicht sicher zu lesen; die auffällige Aussage wird nicht geglättet.
6727. Füge ein Kalancu Muppu hinzu. Wer es ein Mandalam lang nimmt, wer zur mittleren Nachtzeit aufmerksam Shiva-Yoga übt, für den sei es ein Mandalam-Kaya-Karpam. Es sei eine geeignete Kunst für Hausväter. Diese Zubereitung hielten sie vor den Siddhas verborgen; erkenne ihre Größe.
Anmerkung: நடுச்சாம வயது ist ein unsicherer Zeitausdruck. Eine genaue Uhrzeit oder zusätzliche Einnahmefrequenz wird nicht ergänzt.
6728. Wer dieses Körper-Karpam ein Mandalam lang einnimmt, erlange alle Siddhis. Es sei für Hausväter und ebenso für Entsagende geeignet. Nach dem Körper-Karpam müsse man Valalai nehmen. Höre weiter, um die Handgriffe der Valalai-Bereitung genau zu erkennen.
6729. Höre, König Pulippani. Für diejenigen, die schwierigen Yoga vollbringen, für Menschen mit Familie und für solche in der Gestalt eines Shiva-Yogi nenne ich Tiravaka-Valalai, damit der Yoga nicht verloren gehe. Ich erläutere Handgriffe, Arbeitsschritte und Reihenfolge; höre weiter.
6730. Das geordnete Verfahren beginnt mit den Salzen: Vetiuppu, Kalluppu, Valaiyal-Uppu, Cauttuppu und Intuppu; außerdem Kari-Uppu, Puni-Nir-Uppu, gutes Karam und Cina-Karpam. Füge das mondgleiche Pashanam Kauri, das große Lingam und Puram hinzu.
Anmerkung: Die Verbindung குறையகற்பம் vor Kari-Uppu ist unklar; sie könnte einen weiteren Stoff oder ein Attribut enthalten. Daher ist diese Stoffliste an jener Stelle nicht sicher vollständig auflösbar.
6731. Füge Viram, Singi, Talakam und Kauri hinzu, ferner Manocilai, Aritaram, beständiges Kenti, Kar-Pashanam und das Canku genannte Pashanam sowie Tuttam und Turucu. Wiege alle Stoffe zu gleichen Teilen ab.
Anmerkung: Kauri wird sowohl in Vers 6730 als auch hier genannt. Die Wiederholung wird nicht beseitigt.
6732. Füge Caram im gleichen Gewicht wie die Stoffe hinzu und nimm die doppelte Menge des kräftigen Cinam. Pulverisiere im vertieften Steinmörser. Gib die Stoffe behutsam in das Gefäß und richte die kräftige, radartige Valai zum Destillieren ein. Gewinne das Tiravakam, ohne dass auch nur ein kleiner Fehler entsteht.
Anmerkung: Die Bezugsmengen von ‚gleichem Gewicht‘ und ‚doppelt‘ werden im Vers nicht weiter präzisiert.
6733. Das gewonnene Tiravakam soll hell sein. Destilliere es erneut. Sei nicht schläfrig und unaufmerksam, reines Kind; gewinne das Tiravakam siebenmal. Verharre nicht ratlos, sondern bewahre es in einer guten Flasche. Höre seine Beschaffenheit für die Zeit, in der du geordnet Yoga übst.
6734. So wird das Tiravakam angewendet, tüchtiger und gütiger Pulippani: Wer ein Mandalam lang morgens und abends ein Kalancu nimmt, dessen Vasi richte sich nicht nach oben, Schwäche trete nicht auf und der Körper zittere nicht. Auch wenn Chunnam genommen werde, geschehe nichts. Bewahre das Tiravakam sorgfältig, schöner Mensch.
Anmerkung: Die behauptete Unschädlichkeit ist eine Aussage der Vorlage und keine bestätigte Eigenschaft. நளினம் ist hier möglicherweise beschädigt; ‚Schwäche‘ ist eine kontextuelle, unsichere Wiedergabe.
Die Milch der Erkenntnis und die Reise zum Milchozean
6735. Noch eine Darlegung nenne ich, tüchtiger, kundiger Pulippani. Du hast lange in der Welt gelebt, viele Unterweisungen erhalten und durch dein Verdienst unzählige große Kräfte erlangt. Nun werde ich dir behutsam die Milch der Erkenntnis erläutern, wohlerzogener Pulippani.
6736. ‚Guter Pulippani, ich erkläre dir die Milch der Erkenntnis. Steige von deinem vertrauten Tiger herab und richte dich auf den heiligen Milchozean. Folge mir mit der Kulikai durch den Himmel, dank des aus früherem Leben verbliebenen Verdienstes.‘ So sprach Bogar ehrerbietig.
Anmerkung: Hier wechselt die Erzählung ausdrücklich von der ersten zur dritten Person; dieser Wechsel bleibt erhalten.
6737. Bogar öffnete den Mund und sprach zu dem guten Pulippani: ‚Für deinen vergänglichen Körper gebe ich dir Unterweisungen, damit du einen guten Weg erlangst. Verlasse die von sechs Seiten umgebene Stadt und komm zum heiligen Milchozean.‘ Mit mächtigem Klang sprach er dies aus und unterwies seinen Schüler.
Anmerkung: Die ‚von sechs Seiten umgebene Stadt‘ kann eine Körpermetapher sein; der Text legt das hier nicht eindeutig fest.
6738. Er lehrte die Wege der Welt und sämtliche in der Schrift genannten Verehrungsweisen: ‚Vollbringe sie, dann kannst du durch die ganze Welt spielen und hast Grund, wie der Höchste zu verweilen. Alle Herrlichkeiten der Erde kannst du makellos ausüben. Auch die von Anfang bis Ende bestehenden Unterschiede der Jati kannst du handhaben; erkenne die Wahrheit.‘
Anmerkung: சாதிபேதம் nennt Unterschiede von Kaste, Art oder Gruppe; die Stelle wird nicht entgegen dem Wortlaut als ausdrückliche Aufhebung aller Kastenunterschiede übersetzt.
6739. ‚Du kannst die acht Richtungen beherrschen und die über die Erde regierenden Könige besiegen, selbst den standhaften Phalguna, den Helden, der die Richtungen eroberte. Du kannst die sieben Meere sehen und auf dem Wasser gehen. Du besitzt die Anziehungskraft, Tiere verschiedener Arten gezielt herbeizurufen.‘
6740. ‚Du kannst Vögel herbeiholen und sie Sprachen sprechen lassen, Schlangen tanzen lassen und grausamen Menschen mit Güte zureden. Du kannst gute Freuden genießen. Es gelingt wie in der Geschichte, in der einem hungrigen Kind Milch gegeben wurde.‘
6741. ‚Doch was nützt es, die Welt zu beherrschen oder Ruhm auf Erden zu erlangen? Was nützt es, wie ein König eine Krone zu tragen? Was nützen ein schönes erbautes Haus, eine glänzende Familie und geborene Kinder? Mein Kind, du brauchst die Milch der Erkenntnis.‘
6742. ‚Diese Milch der Erkenntnis werde ich dir erklären, klarer Pulippani. Du sollst den höchsten Zustand erreichen und das Meer des Werdens auf Erden hinter dir lassen. Über den vier Zuständen sollst du die gute, goldene Stätte erreichen. Ich werde dir den grundlegenden Gegenstand Chidabhasa zur Betrachtung geben.‘
6743. ‚Zunge und Versmaß genügen nicht, davon zu sprechen, mein Augenstern Pulippani, König der Dichter. Dort beim heiligen Milchozean, mein kleiner, bewusster Sohn, empfange die gute Unterweisung nach dem Wort des Gurus Kalangi. Ehre diese Unterweisung, solange Sonne und Mond bestehen.‘
Unterweisung im Shiva-Yoga
6744. Der gepriesene Pulippani verehrte ihn. In der Mitte des heiligen Milchozeans, in der Halle, wo Krishna auf dem wogenden Meer ruht, blickten die Nadanta-Siddhas aus den vier Richtungen und sämtliche Rishis erbebend zu. Darüber begab sich Bogar Rishi Natha sanft an die nördliche Seite.
6745. Von der nördlichen Seite aus unterwies er Pulippani. Die Götter und höchsten Götter sahen es und staunten. Die ursprüngliche Parapari stand vor ihm. Aus freiem Herzen sprach er das Jyoti-Mani-Mantra aus und gab dem Schönen die Unterweisung.
Anmerkung: Ein Jyoti-Mani-Mantra wird genannt, sein Wortlaut jedoch nicht angegeben. Es wird keine Formel ergänzt.
6746. Seine Unterweisung lautete: ‚Über dem heiligen Milchozean entferne den wechselhaften Schein und verweile im großen Zustand Chidabhasa. Bleibe gefestigt im Samadhi und erkenne das reine Bewusstsein im strahlenden Licht. Sprich die Pralaya der sechs Stätten aus und verweile in diesem Zustand.‘
Anmerkung: ஆறுதலமென்ற தொருபிரளயம் verbindet die sechs Stätten mit Pralaya, der Auflösung. Eine konkrete Rezitationsformel oder eine Emendation zu Pranava ist nicht belegt.
6747. ‚Was soll ich von diesem beständigen Zustand sagen? Er ist der makellose Kapala-Sitz. Bei Ida und Pingala halte die Mitte der Nase fest, ergreife den bergartigen Schädel-Sitz und steige über die große Wurzel hinaus. Ziehe die fünf Sinne nach innen zurück. Ich erkläre den Shiva-Yoga.‘
Anmerkung: Die anatomisch-bildhafte Folge wird nicht in eine zusätzliche praktische Atem- oder Körpertechnik umgewandelt.
6748. ‚Verschließe geordnet die neun Tore und verriegle nach oben. Verweile im gepriesenen Kumbhaka und betrachte im Geist sämtliche Kräfte der Unterweisung. Sondernd und sichtend untersuche den Gegenstand; schneide die Verwicklungen des Chidabhasa ab. Erforsche im Innern den Buchstaben und erkenne das große Geheimnis.‘
6749. ‚Ordne die vierundsechzig Künste, teile die unzähligen Kalas ein und befestige die Seile. Verweile im Zustand Sat-Chit und blicke aufwärts, bis das aus früherem Leben Verbliebene sich erfüllt. Ohne die innere Fülle nach außen zu zeigen, verweile im Vishuddhi und empfange vom Ucaram her die klare, nektargleiche Milch der Erkenntnis.‘
Anmerkung: ஊசரம் ist ein unklarer Yogabegriff; er wird nicht ohne Beleg mit einer bestimmten Technik gleichgesetzt.
6750. ‚Wenn du Ucaram empfängst, erreiche das würdige Anahata. Erfasst du Kesharam aufmerksam, kannst du die Kalas fein ordnen und scheiden. Verweile im Vishuddhi und steige kraftvoll nach oben in Sushupti. Geordnet jenseits der Zustände des Wachens und Träumens zu verweilen, ist Samadhi.‘
Anmerkung: Die ungewöhnliche Abfolge von Vishuddhi, Anahata und Sushupti folgt dem Tamilischen; sie wird nicht an ein modernes Chakra-Schema angepasst.
Samadhi, Leidenschaftslosigkeit und inneres Licht
6751. ‚Verweile in diesem Samadhi und übe geordnet Yoga. Wer den hohen Zustand des Gurus zu seiner eigenen Grundlage macht und so in der Welt lebt, ist ein Yogi. Erkenne die süße Erscheinung des strahlenden Lichts, ohne darin benommen verloren zu gehen. Halte dich an das höchste Licht und verwirkliche den Samadhi-Weg im grenzenlosen Raum.‘
6752. ‚Dadurch kannst du die drei Lichter erkennen. Erlange die Erfahrung fester Sammlung, erforsche Anfang und Ende, Werkzeuge und Erkenntnisorgane und tritt in den Zustand des achtgliedrigen Yoga ein. Zerschneide rechtschaffen die Verstrickung im Netz der Maya und gehe in den makellosen guten Zustand ein. Betrachte im Geist das innere Licht und erreiche den Lotus-Sitz, schöner Mensch.‘
6753. ‚Verweile dabei im Kesharam und verehre die würdige Fülle. Bleibe aufmerksam über dem Kumbha und erkenne in einem Augenblick Svadhishthana. Sprich Manolaya aus und gehe in die Stätte der acht Zustände ein. Verlasse das dunkle Meer des Schlafes und lege das Mittel der reinen Karunananda, der Wonne des Mitgefühls, an.‘
Anmerkung: Kesharam, Kumbha und die acht Zustände werden hier nicht näher erläutert; auch für ‚Manolaya aussprechen‘ gibt der Vers keine vollständige Mantraformel an.
6754. ‚Dieses Mittel ist die Milch der Erkenntnis. Verlasse das weithin bekannte Meer des Werdens, betrachte das reine Bewusstsein im Herzen und zerschneide die Verstrickung in hartnäckigen Zorn. Halte dich an die drei Lichter und preise Manonmani des Vedanta. Entfache beständig Erkenntnis aus Leidenschaftslosigkeit und verweile im makellosen Zustand.‘
6755. ‚Binde Pashu, Pati und Pasha im bedachtsamen Zustand des Schweigens. Verweile im mächtigen Lichtzustand und schneide die Wurzel des Feinstofflichen ab. Erkenne die Unterschiede und Nichtunterschiede anderer Sprachen sowie Anfang und Ende der Werkzeuge und Erkenntnisorgane. Halte dich an den guten Zustand der Shiva-Wonne und höre aufmerksam, was ich aus freiem Herzen sage.‘
Anmerkung: Die Anfangszeile schreibt பசுபதியாம் பாசம் zusammen; die Unterscheidung Pashu–Pati–Pasha ist eine kontextuelle Lesung. பாஷாந்திர பேதாபேதம் ist ebenfalls nicht eindeutig und wird wörtlich wiedergegeben.
Die Körperfestung und die Milch der Erkenntnis
6756. ‚Entferne das Netz des Chidabhasa und schneide die Wurzel des Weltlichen ab. Halte dich aufmerksam am Zustand Sat-Chit fest, bis zu den großen Kalpa-Zeiträumen. Um das Meer der Gnade zu sehen, verlasse das weithin bekannte Meer der Finsternis. Liebevoll erläutere ich Vidyaranyam; erkenne die Wahrheit.‘
Anmerkung: வித்தியாரண்ணியம் kann ein Name oder die bildhafte ‚Wildnis des Wissens‘ sein; ein bestimmtes Werk beziehungsweise ein bestimmter Autor wird nicht ohne weiteren Beleg identifiziert.
6757. ‚Nimm das Gelübde des Sannyasin an, entferne die Kalas und halte dich an den Zustand. Lerne in der Begeisterung der Shiva-Wonne die Überlieferungslinie des Gurus und verweile fest darin. Lasse den als gewiss gesetzten Gegenstand los. Noch weiter erläutere ich dir die mondfarbene eigene Gestalt.‘
Anmerkung: சசிவர்ணசுயரூபம் wird wörtlich wiedergegeben; ob hier ein Titel oder eine bestimmte Lehrtradition anklingt, bleibt offen.
6758. ‚Lasse den Affen des Geistes los und erkenne den Gehalt der Itihasas. Das Gefäß des süßen Nektars, die klare Milch der Erkenntnis, an der man sich nicht satttrinkt — empfange sie wie den Nektar des Mondes. Bändige die Ichhaftigkeit, den brünstigen Elefanten. Zerschneide die Bindung an den Lotus genannten Kampf am Ende des Zeitalters und verweile fest.‘
Anmerkung: மட்சீரபாத்திரம் und பத்மமெனும் யுகாந்தப்போர் sind dunkle Ausdrücke der Vorlage; die Gefäß- und Kampfmetaphern bleiben als solche stehen.
6759. ‚Im Verweilen erscheint die Lichtfülle und weist den rechten Weg der Uferstätte. Halte sie nicht für gering; verehre die Füße und betrachte sie mit Erkenntnis von oberhalb des Raumes. Richte Vasi nicht abwärts; lasse ohne Ermüdung den Geist weich werden und gehe ins Feine ein. Mache den Speichel zu Valalai und trinke täglich Nektar, edler Mensch.‘
Anmerkung: Hier heißt es ausdrücklich, Vasi nicht abwärts zu richten; frühere Abschnitte verbieten teilweise die Aufwärtsrichtung. Die Abweichung wird erhalten. உமிநீர் wird kontextuell als உமிழ்நீர், Speichel, gelesen.
6760. ‚In der Festung namens Körper sind innere Festungen, sieben Festungen. Ihre Tore sind neun, ihre guten Sinnesorgane fünf. Körper, Besitz, Seele und ihr Ende liegen in dieser siebenfach umringten Festung. Ihre Kalas sind zweiunddreißig; die mächtigen Kalas von Ida sind zwei.‘
6761. ‚In diesen beiden Kalas sind die zweiunddreißig schönen Kalas enthalten. Auch Rechaka und Puraka sowie das klare Kumbhaka sind darin enthalten. Wie eine Schatulle umfassen sie den Raum; Werkzeuge und Erkenntnisorgane, Anfang und Ende sind darin. Das trockene obere Haus, das Haus der Befreiung, ist die mächtige Himmelsfestung.‘
Anmerkung: கரண்டகம்போல் ஆசாகாசக பாடம் ist beschädigt; die räumliche Schatullenmetapher ist nur teilweise sicher übersetzbar.
6762. ‚Die Festung des Schädels ist die mächtige Festung reinen Bewusstseins. Darin gibt es einen Weg und ein Tor, mein Kind: das Tor des reinen Bewusstseins. Der gesuchte Nektar ist der gewonnene Speichel, eine Absonderung wie ein Kreisel strahlenden Lichts. Einen Wald mag man erkennen; den Kern der Festung Kayapuri erkennen sie nicht.‘
6763. ‚Sie sehen die Festung der fünf Sinne nicht und erkennen ihre grundlegenden Wege nicht. Selbst wenn sie Spuren des Tores finden, kennen sie den Weg reinen Bewusstseins nicht beständig. Sie vergeuden ihre Tage und gehen wie Motten zugrunde. Sie halten das höchste Licht für eine Flamme und kennen den rechten Weg nicht, edler Mensch.‘
Anmerkung: Die mittlere Wortfolge வியாபித்துக் குருவயர்ந்து ist beschädigt oder dunkel; ihr Sinn lässt sich nicht vollständig sichern.
6764. ‚Sie rezitieren den Buchstaben nicht und gehen einen blinden Weg. Sie halten das angenehme Kloster für das Haus der Befreiung. Unter Berufung auf die Unterweisung, die Krishna dem Phalguna in der Gita gab, behaupten sie: Wir haben den Lotus-Sitz erlangt! So gehen sie zugrunde.‘
6765. ‚Erkennt man den Sitz der Erkenntnis, kann man den mächtigen Weg zur Befreiung sehen. Berührt man den Gegenstand reinen Bewusstseins, wird die Verbindung mit Kesha möglich. Wenn das aus früherem Leben Verbliebene vorhanden ist, wird dir die Milch der Erkenntnis zuteil. Wie ein unmittelbar berührtes Zeichen habe ich dich klar unterwiesen, reines Kind.‘
Anmerkung: கேசதான் பத்தலாகும் ist dunkel; eine bestimmte Keshari-Technik oder Vollendung wird nicht hinzugedichtet.
Unterscheidung und erneute alchemistische Unterweisung
6766. Noch eine Darlegung nenne ich, schöner Pulippani, königliches Kind. Ist alles Gesäte schon eine rechte Ernte? Ist jedes im Land Geborene schon ein rechter Sohn? Lässt sich von den Schlechten angemessen sprechen, schöner König, reines Kind? Werden schlechte Menschen in dieser harten Welt zu guten?
6767. Ich nenne dir den Weg der geachteten Welt; Wege und Verfahren unterscheiden sich. Wird ein Kranich zum Schwan? Wird ein kräftiges Huhn zum männlichen Pfau mit prächtigem Schweif? Wird ein Kunri-Körnchen zum Kempu-Edelstein? Sage es! Wird eine Ölpresse zum Linga? Höre weitere Unterschiede der Welt.
6768. Wird Tau zu Regen? Wird das Glühwürmchen zur Lampe? Sage es! Wird die erdartige Koralle zu einer guten, kräftigen Koralle? Wird eine helle Muschelschale zu Silber, weißer Sand zu Salz? Wenn du Menschen einander gleichsetzt, beachte die erforderlichen Unterschiede, König.
Anmerkung: Die Unterscheidung zwischen zwei Korallenarten bleibt im Ausdruck பிரிதிவென்ற பவளம் unsicher.
6769. Gibt es auf Erden jemand, der den Menschen großer Tapferkeit gleichkommt? Sind ihnen Rishis gleich, oder werden diese einfach zu jenen? Die Siddha-Weisen besangen reichlich geordnete Vorzüge, feierten große Namen und erläuterten in ihren Schriften unzählige Vedha-Verwandlungen.
6770. Noch eine Vedha-Zubereitung nenne ich durch die Gnade der Mutter des Vedanta, eine Kunst für Hausväter. Was soll ich von dem weltenglänzenden Gold sagen, das Sita als Frau trug? Entferne Täuschung und Verwirrung, ohne zu verbrennen; höre die Citikai-Vedha, schöner Mensch.
Anmerkung: Die Verbindung சீதையெனும் பெண்ணாகி மாதுபூண்ட ist syntaktisch unklar; Sita wird im späteren Vers 6780 erneut mit dem Gold verbunden.
6771. Nimm acht Ser Turucu und ein Ser des kräftigen Taram. Gib sie ohne Verlust in den Mörser und verreibe vier Samam. Verreibe dann vier Samam mit Ceruppadai und vier Samam mit Nuna-Kraut. Nimm anschließend das kräftige Kummatti-Kraut, das mit seinen Wurzeln am Boden entlangwächst.
Anmerkung: Für das erste Verreiben nennt der Text kein eigenes Flüssigkeitsmittel; Samam wird als traditionelles Zeitmaß beibehalten und nicht in moderne Stunden umgerechnet.
6772. Verreibe damit vier Samam und forme Pillen. Sei nicht schläfrig und unaufmerksam, reines Kind. Lege die Pillen in ein Porzellangefäß und lasse sie ein Mandalam in Ziegenurin einweichen. Nach Ablauf des Mandalam nimm die Pillen geordnet heraus.
6773. Bewahre die Pillen sorgfältig, heiliger König Pulippani. Nimm zwei Palam Silber und zehn Palam der Pillen. Lege das Silber fehlerfrei in den Tiegel. Wenn es schmilzt, gib ein Tulam der Pillen hinzu, edler Mensch.
Anmerkung: Der Vers nennt zuerst zehn Palam Pillen, dann ein Tulam als Zugabe. Die abweichenden Mengenangaben werden erhalten, nicht rechnerisch harmonisiert.
6774. Wenn die Pillen geschmolzen sind, nimm den Tiegel vom Feuer und stelle ihn ab. Schmelze am folgenden Tag wieder im Tiegel und gib erneut ein Tulam der beständigen Pillen hinein. Nimm den Tiegel herunter, stelle ihn ab und schmelze am nächsten Tag wieder.
6775. Schmelze so zehnmal an zehn Tagen und gib die Pillen als Grasa hinzu. Nach zehn Tagen nimm den Tiegel. Schmelze das Silber und gieße es in die Jayanir-Flüssigkeiten. Beim Silber solle kein Schwund auftreten. Schmelze und gieße auf diese Weise zehnmal, schöner Mensch.
Anmerkung: Die OCR liest யாதுவகை statt des sonst üblichen ஆறுவகை, ‚sechs Arten‘; die genaue Zahl wird hier nicht ohne Hinweis eingesetzt.
6776. Beim Ausgießen zeigen das Kupfer und Silber eine gelbe Farbe. Die unerwünschte Absonderung des riechenden Kupfers vergehe, und das gute Silber werde reif. Kennen die Zuschauer die Herrlichkeit dieser Sutam-Kunst namens Alchemie? Durch die treffliche Kraft des Kandaram werde das rechte Silber reif.
Anmerkung: Kupfer und Kandaram werden hier genannt, obwohl die vorangehende Zubereitung Silber, Turucu und Taram aufzählt. Diese Verschiebung wird nicht beseitigt.
Der Kurumbar-Siddha und Taram-Gold
6777. Im Bergland lebt der Kurumbar genannte Siddha in Wäldern, Bergen, Wildnissen und geeigneten Höhlen. Ohne je geschmäht zu werden, führt er immer wieder diese wunderbare Kandaram-Vedha aus und bestreitet seinen Lebensunterhalt durch wechselnde Geschäfte.
6778. Er gibt Hausvätern Gold, erhält dafür Geld und ernährt sich davon. Was soll ich vom Gehalt sagen? Das reine Silber erreiche zehneinhalb. Ohne diesen unschätzbaren Stoff zu erkennen, gingen die Hausväter zugrunde. Auch ich irrte in der Welt umher, weil ich das wirkliche Verfahren nicht kannte.
Anmerkung: Die letzte Zeile enthält die beschädigte Wendung பண்ணவெனக்கும்மையது; ihre Einzelheiten bleiben unsicher.
6779. Höre, König: Mir Verwirrtem wurde durch Kalangis große Gnade die Kunst sichtbar, ebenso das Licht der Nadanta-Siddhis. Ich habe dir die Alchemie genannte Vedha mit ihrer Zusammenstellung gegeben, damit sie gelingt. Verehre täglich ehrfürchtig die Lotusfüße und preise sie mit Worten.
6780. Für Sita, die würdige Janaki, die Shri Rama zur Frau nahm, vollbrachten Siddhas in der Stadt des Königs diese Vedha. Das rote Gold habe Goldfarbe und werde wie natürlich entstandenes Gold, eigenes, edles Gold. Die Nathas hielten es vor der Welt verborgen.
6781. Weil die Nathas es verbargen, habe ich dir durch Kalangi Nathas Gnade und den Gnadenblick Manonmanis aus freiem Herzen unablässig die nötigen rechten Verfahren erklärt. Ich sprach die Wahrheit der Vedanta-Unterweisung und lehrte dich ausführlich. Mögest du die Stellung über die weite meerumgebene Welt einnehmen.
6782. Noch einen Weg nenne ich, verständiger Pulippani. Nimm acht Ser Taram, zwei Ser Karam, zwei Ser Turucu und zwei Ser Sutam. Gib alles in den Mörser und verreibe es mit dem Saft der mächtigen Shiva-Karantai.
6783. Nach sechs Samam des Verreibens forme Pillen. Schmelze das Silber kräftig und gib zehn auf ein Ser. Wenn das reine Silber schmilzt, füge ein Ser des fehlerfreien Mittels hinzu. Das Silber werde es aufnehmen.
Anmerkung: Die Angaben ‚zehn auf ein Ser‘ und ‚ein Ser Mittel‘ stehen beide im Vers; die Einheit der Zehn und ihre genaue Beziehung werden nicht erklärt.
6784. Es nehme die Pillen auf. Lasse den Tiegel erkalten und genau fünf Tage ruhen. Lege danach das Silber erneut in den Tiegel und schmelze es. Füge das Mittel nach der vorigen Mengenordnung hinzu: eines auf ein Ser.
Anmerkung: Die Einheit von ‚eines‘ bleibt in der Schlusszeile unausgesprochen; die Widersprüchlichkeit zur vorigen Mengenfolge wird nicht geglättet.
6785. Schmelze im Tiegel und lasse es fünf Tage abkühlen. Wiederhole auf diese Weise zehnmal sorgfältig Schmelzen und Abkühlen. Kalangis Wort sei nicht falsch; das Verbergen durch die großen Siddhas sei ein Fehler. Sei nicht bekümmert, schöner König: So wird die Zubereitung richtig ausgeführt.
6786. Nimm nach den zehn Wiederholungen das Silber. Erkenne und untersuche gründlich die in den Agamas genannten Verfahren und Arbeitsschritte. Schmelze es und gieße es mit Bedacht in die sechs Arten Jayanir. Diese Zubereitung sei nicht falsch, sondern wahr; wer sie in der Welt ausführt, erlange Siddhi.
6787. Führe es zehnmal so aus; beachte Zusammenstellung und Zustand beim Schmelzen und Ausgießen. Das Wort des wahrhaftigen Kalangi Natha sei wie das Veda-Wort nicht falsch. Verehre Manonmani hingebungsvoll und handle nach dem Verfahren, mein Kind. Bearbeite das kräftige Silber mit dem Blasefeuer: Sein Gehalt sei unbeschreiblich.
6788. Zunge und Versmaß reichen zur Beschreibung nicht aus, schöner König. Wer vermöchte es zu sehen? Die mächtigen Siddha-Weisen hielten die Verfahren in ihren großen Schriften verborgen. Ich zeigte ihre Kerne, führte Werkzeuge und Erkenntnisorgane von Anfang bis Ende aus und erläuterte den Schülern des Landes alle guten Verfahren und Arbeitsschritte.
6789. Ich habe den Weg des Taram-Kalankam erklärt, den die Nathas nicht nannten. Alle bezeichneten Stoffe gehen darin ein; der mächtige Gehalt betrage zehn. Weil die Nathas es im wogenden Meer verbargen, erforschte ich diese feste Vedha. Wenn man Samen sät, wird dann einfach ein Kürbis sprießen? Kundiger Mensch, dies sei das Taram-Gold.
Die Versammlung der Siddhas und ihr Einwand
6790. Noch einen Bericht werde ich geben, gütiger Pulippani. Die Siddhas kamen zusammen und richteten an mich eine nachdrückliche Bitte und Klage. In der Versammlung stellten sie mir aus freiem Herzen geordnet Fragen. Was ich ihnen ehrerbietig antwortete, werde ich dir ausführlich vortragen.
Anmerkung: சபையாறு kann beschädigt sein; daraus werden keine sechs gesonderten Versammlungen konstruiert.
6791. Die Siddhas und die Gemeinschaft der Nathas kamen zusammen und ließen mich ordnungsgemäß rufen. Sie sprachen unzählige Einwände zu Verfahren und Verehrungsweisen aus. Ich antwortete, ohne alles durchschaut zu haben. Sie brachten viele Belehrungen vor; ich ließ mich darauf ein und gab meine Antworten.
6792. Über meine Antworten will ich berichten. Die versammelten Rishis und Weisen stritten vertraulich mit mir, suchten Gemeinschaft und redeten mir unermüdlich zu. Mit vielen ehrerbietigen Grüßen und gefalteten Händen sagten sie: ‚Schüler des mächtigen Kalangi Natha! Du bist ein Siddha, der seit unzähligen langen Zeiten Diesseits und Jenseits gesehen und erkannt hat.‘
6793. ‚Weil Kalangi Natha dich liebevoll über alle Herrlichkeiten der Welt unterwiesen hat, trifft dich darin kein Fehler. Du hast die Kulikai angelegt, die ganze weite, meerumgebene Welt durchzogen und ihre Wunder erkannt. Das ist der Gnadenblick des mächtigen Kalangi.‘
6794. ‚Auch wenn du alle diese Herrlichkeiten kennst, liegt darin keinerlei Fehler. Durch die Gnade der Guru-Füße deines königlichen Vaters Kalangi Natha hast du die Verwicklungen der kostbaren Schriftverfahren klar aufgelöst. Du dichtetest das Sapta Kandam, die wie die Sonne strahlenden Siebentausend, für die Menschen von Cina-Pati.‘
6795. ‚Diese ehrwürdige Schrift hast du deinem großen Schüler Pulippani gelehrt. Alle mächtigen Siddhas sind deswegen sehr verstimmt. Wäre die Schrift nur nutzlos, könntest du sie ihnen nach Belieben lehren. Doch das Sapta Kandam ist eine gewichtige Schrift; viele Schriften gibt es auf der Erde.‘
Anmerkung: Der Bezug von ‚ihnen‘ und von அவர்பேரில், ‚über ihn/sie‘, bleibt schwankend zwischen Pulippani und weiteren Empfängern der Lehre.
Siebentausend und Achttausend: Bewahren und Weitergeben
6796. ‚Du hast ihm die vorhandene Schrift aus freiem Herzen gelehrt. Werden die Rishis das hinnehmen, wenn sie es sehen? Die mächtigen Vedha-Geheimnisse wurden wie ein Sturm in unzähligen Weltleben erprobt. Wenn du sämtliche Wunder der Welt offenlegst, wird kein Mensch sie noch achten.‘
6797. ‚Du hast das Sapta Kandam der Siebentausend würdig erklärt; darin liegt kein Fehler. Doch die Schrift der Achttausend sollst du Pulippani Natha nicht vortragen. Lege diese kostbare Schrift aus freiem Herzen in eine königliche Höhle des Meru-Berges. Dann werden alle Welten dich achten.‘
Anmerkung: Der Text unterscheidet hier ausdrücklich die vorliegenden Siebentausend von einer Schrift der Achttausend; beide werden nicht miteinander verwechselt.
6798. ‚Wenn du die ehrwürdige Schrift öffentlich machst, gibt es dann noch jemanden, der als Mahadeva hervorragt? Niemand wird sich oder andere noch in gebührender Weise verehren. Wenn nach dem Geschick ein Rest aus früherem Leben vorhanden ist, wird die Kunst von selbst zuteil. Durch das Epos der Achttausend erlangen sie den rechten Weg; dies ist ein großer Weg in der Welt.‘
6799. ‚In den Siebentausend Teilen beziehungsweise Versen stehen unzählige Wunder der Welt. Du saßest unmittelbar bei unserer Siddha-Gemeinschaft, erforschtest die sorgsam besungenen Einzelheiten und legtest alle tiefen Geheimnisse offen. Städte und die ganze Welt sind in diesen siebentausend Liedern enthalten, edler Mensch.‘
Anmerkung: சேனரகசியங்கள் ist textlich unsicher; eine bestimmte militärische Geheimlehre wird daraus nicht abgeleitet.
6800. ‚Alle durch Lieder verborgenen Rätsel werden nun die Schüler der Erde erkennen. Suche die Schrift auf, heiliger Mensch, und ermahne Pulippani zur Festigkeit. Wähle in der Versammlung die Guten, Verständigen und Schüler des Shiva-Yoga aus. Prüfe die Schrift mit ihnen und erteile ihnen viel guten Rat.‘
6801. ‚Gib ihnen Rat aus den Itihasas und prüfe den Menschen sowie seine Reife. Auch wenn es ein junger Schüler ist, der verstanden hat, gib ihm klare und reichliche Belehrung. Ohne vor der Anordnung zurückzuschrecken, sprich aus freiem Herzen ausführlich. Lasse den Zorn abkühlen und verschwinden, gib ihm das Buch und erkläre, wie er es bewahren soll.‘
6802. ‚Sage Pulippani die Wahrheit und ermutige ihn zu unermüdlicher Geistesfestigkeit. Weise ihn an, entsprechend seinem Vermögen das reine Bewusstsein des Vedanta zu studieren. Ermahne ihn zu Treue gegenüber der Schrift und nimm ihm ein ernstes Versprechen ab. Wenn du ihm dann die gute Schrift gibst, ist es recht.‘ So sprachen sie.
6803. Ohne von diesen Worten abzuweichen und ohne die Worte der Nathas zu behindern, heiliger Pulippani: Suche in der Welt hingebungsvolle Schüler. Prüfe das günstige Geschick und den Charakter; ihnen das Buch angemessen zu geben, ist Dharma. Dass du auf Erden deinem Herzen gemäß handeln kannst, ist selbst Gnade.
6804. Nach Kalangis Lehre habe ich Bogars Siebentausend geordnet in dieser weiten Welt gedichtet und dich darin unterwiesen. Diese kostbare Schrift zu schützen und im Land weiterzugeben, ist deine Verantwortung. Gibst du sie den Geizigen, mein Kind, wird Sünde auf dich fallen.
Siddhas bei Kalangi: Bhutananda und Karuvurar
6805. Noch einen Bericht nenne ich, guter, klarer Pulippani. Wahrheitsgemäß erzähle ich die besonderen Kräfte der einzelnen Siddhas. Sie versammelten sich und gingen aus freiem Herzen nach Cina-Pati, um den vortrefflichen Kalangi Natha zu sehen.
6806. Siddhas, die Körper-Karpam genommen hatten, kamen auf dem Weg nach Cina-Pati zur Samadhi-Stätte Kalangis. Unzählige Nathas freuten sich im Herzen, das strahlende Licht meines Vaters Kalangi Natha zu sehen. Begierig, wunderbare Unterweisung zu empfangen, kamen sie gern zu seiner Samadhi-Stätte.
6807. Die gütigen Nathas und Rishis, die lange in Samadhi gewesen waren, sprachen demütig vor meinem königlichen Vater Kalangi Natha. Sie vollbrachten kostbare Wunder und geschichtswürdige Taten und traten hervor. Mein Natha ist das höchste Licht; liebevoll sah ich dieses Wunder.
6808. Noch einen Bericht sage ich dir, goldener Schmuck, Gelehrter. Im kosmischen Himmel befand sich Maha-Bhutananda Natha. ‚Ich werde mich so weit in den Himmel begeben, wie die Kugel eines Bogens fliegt‘, gab er Kalangi fest sein Wort und übte machtvoll Vasi-Yoga.
Anmerkung: உண்டைவில்லு கவுண்டேகும் ist beschädigt; das Bild eines kugel- oder steinschießenden Bogens ist erkennbar, die genaue Reichweitenangabe nicht.
6809. Bhutanatha führte Vasi und ging im Raum des Kesharam in die Masi genannte Sphäre. Dort verweilte er ein Mandalam. Er gelangte zur Küste von Kashi-Pati und näherte sich dem großen Cina-Pati. Vasi wie ein Reittier führend, stieg er deutlich sichtbar nach Cina-Pati hinab.
Anmerkung: மாசி, காசிபதி und தேசியெனும் வாசி sind mehrdeutig; daraus werden keine modernen astronomischen oder geografischen Koordinaten abgeleitet.
6810. Nachdem er ein Mandalam von vierzig Tagen im schönen Himmelsraum gewesen war und Vasi geübt hatte, flog er herab, sodass die Menschen der Welt ihn sehen konnten. Vor Kalangis Samadhi-Stätte fiel der schöne Siddha Bhutanatha wie ein toter Körper nieder.
Anmerkung: Hier setzt die Quelle selbst ein Mandalam ausdrücklich mit vierzig Tagen an; daraus wird keine allgemeingültige Umrechnung aller Mandalam-Angaben des Werkes gemacht.
6811. Der vollendete Siddha-Weise grüßte Kalangi hingebungsvoll mit gefalteten Händen und gesenktem Haupt. Er verneigte sich: ‚Weiser, gib mir Unterweisung, damit ich Befreiung erlange. Unterstütze mich wahrhaftig und gewähre mir deinen gnädigen Blick.‘
6812. Nachdem Bhutananda-Siddha liebevoll diese Gnade empfangen und die Dunkelheit entfernt hatte, verließ er das schöne Cina-Pati. Er wollte den Guru Tamarakanaranta sehen und kam nach Süd-Podigai, um das heilige Lichtwesen zu schauen.
Anmerkung: டமரகனாரந்தனார் ist eine unsichere Namensform; sie wird nicht ohne Beleg mit einem anderen Siddha identifiziert.
6813. Noch einen Bericht sage ich, verständiger Pulippani. Unzählige Wunder und Siddha-Weise gibt es in dieser Welt. Die Zahl derer, die zu dem schönen Kalangi Natha kamen, ist ohne Grenze. Die Rishis vollbrachten viele Wunder. Sieh nun den himmlischen Siddha Karuvurar.
6814. Höre, wohlerzogener Pulippani, mein Kind und kostbares Juwel. Niemand war durch das Führen des Vasi in der Himmelshalle bis zu den Sternen hinaufgegangen. Doch der Karuvuran genannte Siddha ging in den Himmel, König.
6815. Karuvurar ist der Siddha, der in der Welt viele Herrlichkeiten sah, der Natesha schuf und nicht ermüdete. Er erlangte solchen Ruhm, dass alle Siddhas ehrwürdiger Bildung ihn achteten. Er hatte Ichhaftigkeit und eigennütziges Begehren aufgegeben: Das ist Karuvurar, mein Sohn.
Anmerkung: ‚Natesha schuf‘ spielt im Werk auf die Herstellung der Nataraja-Gestalt an; es wird nicht als Erschaffung der Gottheit verstanden.
6816. Dieser Siddha-Weise Karuvurar trat vor Kalangi Natha an dessen Samadhi-Stätte in Cina-Pati. Vor den Augen des kundigen Gurus erklärte er kraftvoll: ‚Ich werde in den Himmelsraum gehen; höchstes Licht, ich werde bis zu den Sternen gelangen.‘ Und er brach auf.
6817. Mit Vasi-Yoga und festem Entschluss ging er in die schöne Sternensphäre. Drei Mandalam blieb er dort, ohne im Himmelsraum zu sterben. Dann übte er kraftvoll Vasi-Yoga und stieg mit Verlangen wieder zur Erde hinab.
6818. Karuvurar vollbrachte unzählige Wunder in der schönen Welt, brachte Opfer dar und lebte kundig eine lange Zeit. Kalangi Natha unterwies Karuvurar genau und reichlich in sämtlichen ursprünglichen großen Kräften.
Sundarananda in der Wolkensphäre
6819. Höre, klarer Pulippani, ich erzähle die Herrlichkeit der Siddhas. Einer begab sich im Land Cina-Pati zur Samadhi-Stätte des edlen Kalangi Natha, um ihn zu sehen. Kalangi fragte aus freiem Herzen: ‚Wer bist du? Sage es, mein Sohn.‘
6820. Als Kalangi Natha ihn klar nach seinem Namen fragte, war es der gute Siddha Sundarananda Murti. Ohne Zögern grüßte er den großen Kalangi mit gefalteten Händen und sagte aus freiem Herzen: ‚Ich bin Sundara.‘
6821. Sundarananda Murti sprach zu dem schönen Kalangi Natha: ‚Mein Gott, Herr der Welt, voller Freude bin ich zu dir in das Land Cina gekommen. Beschütze mich, deinen Diener, und gib mir sogleich gewichtige Unterweisung.‘ So verneigte er sich.
6822. Sundarananda verneigte sich liebevoll vor Kalangi und erklärte entschlossen: ‚Höre, König der Gurus, ich zeige dir meine Kraft. In der Wolkensphäre übe ich Vasi-Yoga, Herr. Demütig steige ich in den Himmel und ziehe mit den Wolken.‘
6823. ‚Mit den Wolken vereint gehe ich über den schönen heiligen Milchozean. Wenn die Wolken Wasser sammeln und sich mächtig herabsenken, ziehe ich überallhin mit ihnen, wohin sie am Himmel gehen. So wandere ich im Himmel und verweile dort lange.‘
6824. ‚Ich wandere nicht auf der Erde, sondern bleibe ruhig in den Wolken, selbst wie eine Wolke. Lange übte ich dort Vasi-Yoga und pries die süße Manonmani. Höchstes Licht, Svarupananda, höchste Wirklichkeit: Sprich deine Unterweisung aus.‘
6825. Als Sundarananda darum bat und Kalangi seine großen, erzählenswerten Kräfte erkannte, wollte er ihm rechte Unterweisung geben. Er lehrte den edlen Sundarananda den Buchstaben U. Mit Ka und den übrigen, von Ara an beginnenden Vokalen beziehungsweise Lebenslauten rezitierte er den grundlegenden Buchstaben.
Anmerkung: Die Schlusszeile ககரமுடன் யரகமுதல் உயிர்களெல்லாம் ist beschädigt und alphabetisch nicht eindeutig. U (உ) und Ka (க) sind erkennbar; eine vollständige Mantra- oder Buchstabenfolge wird nicht erfunden.
6826. Nach der Unterweisung brachte er viele Grüße dar, sah das edle Cina-Pati und nahm geordnet Abschied. Er ging zu seinem eigenen beständigen Wohnort und lebte lange unversehrt in der Welt. Alle vortrefflichen Siddhas besuchten unablässig meinen Guru.
Berichte über Pashanam-Vorkommen
6827. Höre noch eine Sache, verständiger Pulippani von Kailasa. Ich durchzog Länder und kosmische Welten und sah, wo Pashanam entsteht. Ich erkannte die ungewöhnliche Entstehungsweise und den Ort genau. Ich sah mächtige Vorkommen, einem Sturm vergleichbar. Höre von diesen Pashanam-Vorkommen.
6828. Höre von der Entstehung des Karuma: Westlich des großen Dilli bestehe der ganze Boden aus Suruma. Nilanjana-Stein und weitere Anjana-Stoffe lägen dort. Unter der Suruma-Schicht befinde sich Anjana-Fels, ein Boden aus kräftigem Stein.
Anmerkung: கருமா/சுருமா und die Wendung வாராது அஞ்சனங்கள் sind unsicher. Die Orts- und Lagerstättenbeschreibung ist als Reisebehauptung des Textes wiedergegeben, nicht als geprüfte Geologie.
6829. Östlich von Dilli liegt das Land des gepriesenen Kentakam. Durch die Gnade des Herrn entstehe dort Kenti, den kundigen Siddhas angemessen. Dort gibt es das mächtige rote Kenti, in dem Shivakami, die linke Seite Shivas, wohnt. Mit der Kulikai ging ich dorthin, östlich des guten Dilli.
6830. Weit im Osten liegt dieses Land mit verzweigten Flüssen und Quelltümpeln. Gewöhnliche Menschen sind nicht dorthin gegangen; es ist das Land der Kurumbar. Seine Schönheit ist unbeschreiblich, das Land, in dem Kentakam entsteht. Dort gibt es keine wuchernden Sträucher, Bäume oder Kräuter. Mit der Kulikai sah ich dieses Land.
6831. Südlich von jenem Osten, oberhalb des Reiches, das der schöne Sohn Trishankus regierte, liegt ein Bach. Der weiträumige Boden ringsum ist das Land des mächtigen Talakam. Überall besteht die Erde aus Talakam; in der kräftigen Mitte tritt Taram hervor.
Anmerkung: திருச்சங்கு wird als Trishanku verstanden; der Sohn wird nicht benannt. ‚Oberhalb‘ beziehungsweise ‚westlich‘ ist bei மேற்புறம் geografisch mehrdeutig.
6832. Was soll ich vom seltenen Aritaram sagen? Darunter liegt Manocilai. Das ganze Land zeigt dieses geordnete Vorkommen und ist Talakam-Boden. Es ist auch ein Land, in dem gutes Gold entsteht; die Nathas der Welt haben es gesehen. Dort wächst beständig Gold, das die drei Welten achten.
6833. Dieses Land werde ich dir beschreiben, guter und lieber Pulippani. Mit der mächtigen Kulikai durchstreifte ich sämtliche Wälder und erhöhte Landschaften und sah das vorzügliche Karpari-Pashanam. Es ist ein kräftiger Pashanam-Stoff, mit dem man auf Erden viel Gold machen könne.
6834. Mit Karpari-Pashanam könne man die neun Metalle überwältigen; sie würden zu Asche. Es sei wahrhaftig der Feind der Metalle. In seiner Mitte befinde sich das starke Avul-Pashanam, darunter liege Jalapashanam. Sieh es dir an.
Anmerkung: அவுல்பாஷாணம் ist eine unsichere Stoffbezeichnung; es wird kein moderner Mineralname ergänzt.
6835. Höre noch eine Anwendung, mein Kind, um den groben Körper beziehungsweise Stoff zu festigen. Bringe Manal-Irumpu, schmelze es und hämmere es zu einem Blech. Nimm die drei zuvor genannten Pashanam-Arten und verreibe sie vier Samam mit dem Saft der Nim-Frucht, edler Mensch.
Anmerkung: ஸ்தூலம் kann Körper oder grobe Materie bezeichnen. மணலிரும்பு bleibt als Manal-Irumpu, wörtlich ‚Sandeisen‘, stehen; auch நிம்பழம் ist nicht sicher bestimmt.
Manal-Irumpu-Centuram und historische Wirkungsbehauptungen
6836. Verreibe vier Samam, forme das gute Eisen zu einem Blech und streiche sämtliche Stoffe darauf. Trockne es in der Sonne, bedecke es mit einer Scherbe, versiegle und führe ein Kukkuta-Putam aus. Das Eisen werde zu Kalankam und stehe rein da; sieh dieses Eisen.
6837. Nimm es nach dem Putam vollständig heraus und vereinige es. Höre die Handelsstoffe: Kauri, Viram, Kentakam, Lingam, Singi und Puram, jeweils ein Viertel Palam, dazu reiner Fruchtsaft.
Anmerkung: கெவுரியென்ற வீரந்தானும் verbindet Kauri und Viram mehrdeutig; die Aufzählung kann beide oder eine zusammengesetzte Bezeichnung meinen. Auch die Anfangszeile ist beschädigt.
6838. Presse den Saft aus und verreibe die Stoffe mit dem Eisenpulver-Kalankam vier Samam in süßem Cem-Palam-Saft. Forme dünne Scheiben, trockne sie in der Sonne, lege sie in eine Schale und versiegle sie. Führe ein mächtiges, in Erde verborgenes Putam aus.
Anmerkung: செம்பழம் bleibt als Fruchtname Cem-Palam stehen; eine bestimmte Pflanzenart ist nicht sicher zu bestimmen.
6839. Führe das Putam so aus: Verreibe, forme nach dem zuvor genannten Verfahren Scheiben und trockne sie. Bedecke sie mit einer Scherbe, versiegle und führe ein Kukkuta-Putam aus. Wiederhole das in Erde verborgene Putam zehnmal; das glänzende Eisen werde rot.
6840. Durch das Pashanam werde das Eisen rot und verliere seine elf Fehler. Wem die Frucht der Askese zukommt, dem gelinge dieses vortreffliche Manal-Irumpu-Centuram. Andere werden es nicht erkennen, verständiger, heiliger Sohn. Das Meer des Werdens zu verlassen und so auf Erden zu verweilen, sei Verdienst.
Anmerkung: தவப்பனைக் கொண்டோர்கள் in der dritten Zeile ist unklar und möglicherweise beschädigt; die betreffende Personengruppe lässt sich nicht sicher übersetzen.
6841. Willst du verdienstvoll sein, höre, König: Nimm das gepriesene Centuram ein Mandalam lang mit Honig. Der standhafte Körper werde wie eine Steinsäule; Vasi richte sich nicht aufwärts. Durch das mächtige Centuram werde die Hülle abgestoßen. Das sei das Spiel der Nadanta-Siddhas.
6842. Höre die Wirkung für diejenigen, die das Centuram aufmerksam ein Mandalam lang nehmen: Sie könnten lange leben, und langwierige Krankheiten gingen ins Meer. Satthaki Alvar habe dieses Karpam genommen und lange auf Erden gelebt. Man könne sich mit tausend Frauen vereinen, deren Gesichter blühenden Blumen gleichen.
Anmerkung: சாத்தகி யாழ்வார் ist ein unsicher gelesener Name. Die Lebens- und Sexualkraftbehauptungen werden als Textaussagen bewahrt.
6843. Auch Krishna habe dieses Karpam eine Zeit lang genommen. Mit dem Eisen-Centuram könne man sämtliche Spiele der Länder vollbringen, weit laufen und gehen, ohne zu ermüden. Man könne unzählige Schätze suchen; doch sie zu suchen bringe keinen wirklichen Nutzen.
6844. Um die Vedha des Centuram zu sehen, nimm hundert Kalancu schönes Silber. Seine Farbe werde der natürlichen Goldbeschaffenheit gleichen — lässt sie sich beschreiben? Schmelze es im Ofen des Schmieds und füge ein Kalancu Centuram hinzu. Das starke Silber werde reif, und das mächtige Gold sei unbeschreiblich.
6845. Ich nenne den Gehalt dieses unbeschreiblichen Goldes, das die Nathas verbargen: Er habe keine Grenze; es sei kraftvolles, beständiges Gold. Könnte es den Menschen der Erde gelingen, wenn kein Verdienst aus früherem Leben verblieben wäre? Wer diese Zubereitung aus freiem Herzen gut ausführt, dem gelinge sie.
6846. Dieses Gold sei natürlich entstandenes Gold, für Shiva-Yogis auf Erden geeignet, weltenglänzendes Gold. Den Geizigen werde es nicht zuteil. Von diesem Gold soll man den Leidenden und Menschen ohne Beistand erzählen. Wer geizig bleibt, dem gelinge es nicht; den Geizigen der Welt werde es nicht zuteil.
Weitere Eisen-Centuram-Bereitungen
6847. Noch ein Verfahren nenne ich, lieber Pulippani. Was soll ich von diesem gewichtigen Centuram sagen? Nimm zehn Palam Eisen und reinige es sorgfältig mit Nim-Fruchtsaft. Gib es gut in den Mörser und höre das Mittel, mit dem es verrieben wird.
6848. Stoße Murungai-Wurzelrinde und presse ihren Saft aus. Verreibe damit zehn Samam ohne Verlust. Gib ein Palam Chunnam-Wasser hinzu und verreibe. Forme dünne Scheiben und lege sie zum Trocknen in die Sonne, schöner Mensch.
6849. Nach dem Trocknen lege die Scheiben in eine Schale, versiegle und führe ein Gaja-Putam aus. Nimm sie heraus: Ohne zu verbrennen, werde das Centuram von der Farbe der aufgehenden Sonne. Das Eisen sei ‚getötet‘; dieses mächtige Centuram sei unbeschreiblich.
6850. Zunge und Versmaß reichen nicht aus; dies sei die klar von den Nathas verborgene Siddhi. Wer kann diese Vedha vollbringen? Wer begünstigtes Geschick besitzt, tut es; andere sehen es nicht. Die Menschen der Erde haben die Herrlichkeit dieses Centuram nicht erkannt. Unzählige Centuram-Zubereitungen gibt es; ich habe sehr viele gesehen.
6851. Höre die Wirkung für diejenigen, die das Centuram ein Mandalam lang nehmen. Mit Honig genommen, solle es den Körper dauerhaft erhalten. Alle Krankheiten sollen weichen, die Nerven sich straffen und kräftig pulsieren. Es gewähre die Macht des pfeiltragenden Liebesgottes: Sieh die Kraft des Eisens.
6852. Vasi ströme nicht aufwärts; die kräftigen Nerven spannen sich, der Körper werde sehr stark und stoße dreimal seine Hülle ab. Der zuvor furchtbare Körper werde überaus schön; man könne lange leben. Lässt sich die Schwere und Kraft des Eisens beschreiben? Dies sei die Vedha der weltbeherrschenden Siddha-Weisen.
6853. Noch ein Vedha-Verfahren nenne ich, verdienstvoller Pulippani des Vedanta. Schmelze Mati und gib einen Teil Guru zu zehn Teilen. Es werde beständiges Gold, das der Prüfung nicht nachgibt. Füge unermüdlich Lingam hinzu und bearbeite es mit dem Blasefeuer. Der genannte Vedha-Weg versage nicht; erkenne die Wahrheit des Vedanta-Siddha.
6854. Noch eine Zubereitung sage ich wahrheitsgemäß, edler und heiliger Pulippani. Nimm zehn Palam Eisen und verreibe es vier Samam mit kräftigem Nim-Fruchtsaft. Wasche es gut, nimm das Eisen heraus und gib es in den Mörser. Höre nun die Frucht, mein Sohn.
6855. Verreibe vier Samam mit Karunaga-Fruchtsaft. Füge ein Kalancu Muppu hinzu, verreibe und forme Scheiben. Trockne fehlerfrei in der Sonne, bedecke mit einer Scherbe, versiegle und führe ein Kukkuta-Putam aus. So entstehe ein vorzügliches Centuram.
Anmerkung: கருநாகப் பழம் ist als Karunaga-Frucht belassen, ohne ungesicherte botanische Zuordnung.
6856. Nimm das Centuram und gib es wie zuvor in den Mörser. Verreibe vier Samam mit dem süßen Karunaga-Fruchtsaft. Forme dünne Scheiben, trockne sie in der Sonne, bedecke sie mit einer Scherbe, versiegle und führe das Putam wie zuvor aus.
6857. Wiederhole es zehnmal; so werde das Eisen zu Centuram. Handelst du nach dem Verfahren, bewirke das gute Centuram Vedha. Nimmst du davon die Menge eines Reiskorns mit Butter aus Kuhmilch ein, so werde durch Kalangis Gnadenblick der Körper klar erstrahlen.
6858. Nach einem Mandalam der Einnahme stoße der Körper seine Hülle ab. Er werde wie ein Käfer; Vasi richte sich nicht nach oben. Der Körper werde wie eine Steinsäule, und Yama habe keinen Tag für dich. Braucht es noch ein anderes Karpam? Kundiger Mensch, sieh die Herrlichkeit des Eisens.
Anmerkung: Die Käfermetapher வண்டுபோலாம் bleibt erhalten; sie wird nicht ohne Beleg zu einer anderen Körperqualität geändert.
6859. Noch eine Herrlichkeit sage ich dir, kundiger Pulippani. Schmelze zehn Kalancu Silber und gib einen Teil des Mittels hinzu. Das Silber werde reif; was soll ich von seinem großen Gehalt sagen? Füge nach Bedarf Vangam hinzu und bearbeite es mit dem Blasefeuer. Seine Farbe werde nicht weichen.
6860. Salz und Kavi sollen ihm nichts anhaben. Was soll ich von diesem schönen Centuram sagen? Es erzeuge beständiges Gold, das dem Putam nicht nachgibt; die Nathas haben es nicht erklärt. Durch das Centuram könne man ohne Tod bleiben und das Karpam immerdar nehmen. Der Körper verbrenne nicht im Feuer; selbst wenn er brenne, werde er nicht geschädigt.
Anmerkung: Die Aussagen über Feuerfestigkeit und Unsterblichkeit sind historische Wunderbehauptungen; auch der widersprüchliche Nachsatz ‚selbst wenn er brenne‘ bleibt erhalten.
Kalangi und die Flut im Treta-Yuga
6861. Noch einen Bericht nenne ich, guter Pulippani. Mein Herr, der klare Kalangi Natha, ist wie eine Flut von Nektar. Wie er im Treta-Yuga lebte und welche Kräfte er besaß, werde ich ohne Täuschung und Herabsetzung erzählen. Höre den Kern, Pulippani von Kailasa.
6862. Alles Wahre über Kalangi Natha im Treta-Yuga hat der heilige Guru-Weise erzählt. Die Geschichten der beiden und sämtliche Wunder der Welt, die mein göttlicher Guru mir berichtete, werde ich dir nach Kenntnis von Kern und Weg darlegen, dichterkundiger Pulippani.
Anmerkung: ‚Die beiden‘ wird hier nicht ausdrücklich aufgelöst; im folgenden Bericht treten Kalangi und Kamalar gemeinsam auf.
6863. Im mächtigen Treta-Yuga, im Jahr ein Lakh und vierzig, will ich die Wunder der unscheinbaren Welt erzählen. Als die gewaltigen Auflösungsfluten kamen, versanken selbst die steinernen Berge. Die sieben Meere überschritten ihre Grenzen bis zur Höhe der Berge; alle sieben Ozeane stiegen mächtig an und standen hoch.
Anmerkung: லட்சத்தி நாற்பத்தாண்டு lautet dem Wortlaut nach ‚ein Lakh und vierzig Jahre‘. Eine abweichende große Yuga-Zahl wird nicht zur Angleichung an kosmologische Schemata ergänzt.
6864. Kalangi Natha sah die weite meerumgebene Welt und war beklommen. Nach stiller Überlegung verweilten die beiden Kundigen Kalangi und Kamalar lange, ein Mandalam, auf dem Kalangi-Berg. Auch viele gewöhnliche Menschen der Welt hielten sich auf diesem Berg auf.
6865. Lange verweilte Kalangi Natha auf dem schönen Berg. Er nahm Körper-Karpam, sah mit eigenen Augen alle Herrlichkeiten der Welt und bewahrte sie fest im Herzen. Er erblickte die Kräfte vieler Rishis und Götter, die aus schwerer Askese hervorgegangen waren.
6866. Ich erzähle die Herrlichkeit eines Rishis auf dem Kalangi-Berg. Am Ufer eines heiligen Gewässers lebte ein standhafter Rishi in Tigergestalt. Sah man sein ehrwürdiges Gesicht, glich es dem eines menschlichen Siddha. Dieser Weise war nicht wild; er war der besondere Tiger-Siddha.
6867. Einen solchen Tiger-Menschen-Siddha hatte niemand in der Welt gesehen. Mein hingebungsvoller Herr Kalangi Natha erblickte dieses Wunder im Treta-Yuga und offenbarte es mir, dem Vedanta-Siddha. Selbst die Siddha-Weisen aller Richtungen hatten es nicht gesehen; so besonders war dieses schöne Wunder.
6868. Unzählige Arten von Wundern gab es auf dem Kalangi-Berg. Ein aschebedeckter Bergweiser, ein mächtiger, lange lebender Asket, hatte einen Fischkörper und ein menschliches Gesicht. Am schlammigen Rand eines Quellteichs am Berg verweilte dieser Rishi fest in Askese.
6869. Seine Größe war gewaltig; selbst tüchtige Siddhas hatten ihn nicht gesehen. Dies ist die Lehre, die mein königlicher Herr Kalangi Natha mir mitteilte: Im Treta-Yuga sah er unzählige kostbare Wunder. Durch das Wort Mahadevas erkannte ich ihn als einen seit langer Zeit bestehenden Siddha.
Schildkröten-, Eber- und Löwengestalten unter den Rishis
6870. Noch einen Bericht nenne ich dir, seltener Pulippani. Kalangi Natha, der lange mit still gewordenem Atem lebte, befand sich auf dem Berg, als die Fluten kamen. Höre das Wunder des asketischen Yoga-Rishis, den er dort sah, König.
6871. Sein Körper hatte die Gestalt einer Schildkröte, sein mächtiges Gesicht war menschlich. Lange lebte er in Askese auf dem Kalangi-Berg. Als die Auflösungsfluten kamen, verweilte dieser Siddha dort in Askese, im Treta-Yuga, auf dem grundlegenden Berg.
6872. Vollendeter Pulippani, junges Kind, noch weitere große Wunder erzähle ich. Kalangi Natha übte im Treta-Yuga hingebungsvoll Askese, ohne von der Wahrheit abzuweichen. Als die Fluten kamen und ringsum kein Platz zum Stehen blieb, stieg der Schöne auf den Berg.
6873. Er stieg auf den Kalangi-Berg, als die gewaltigen Fluten kamen. Während er dort viele Opfer vollbrachte und auf den großen Höhen verweilte, übte auch der mächtige Varaha-Rishi auf diesem Berg Askese. Kalangi Natha ging sogleich zu diesem Asketen.
6874. Mein Vater Kalangi Natha sah den ehrwürdigen Varaha-Rishi, der auf dem Berg Askese übte. Sein kräftiger Körper glich einem Eber, sein standhaftes Gesicht war menschlich. Er sah diesen Rishi, der aufrichtig im Tapas-Yoga verweilte.
6875. Kalangi Natha verneigte sich vor dem seit langer Zeit in Askese lebenden Rishi und fragte ihn aus freiem Herzen. Der Rishi, einem mächtigen Sturm gleich, begann bereitwillig zu sprechen: ‚Seit dem ersten heiligen Jahr des Treta-Yuga bin ich im Samadhi.‘
6876. ‚Höre, Kalangi Natha. Als im Treta-Yuga die mächtigen Auflösungsfluten kamen, verweilte ich durch die Gnade der süßen Manonmani und den Gnadenblick Mahadevas lange in Askese. Niemand in der weiten Welt ist zuvor zu mir gekommen und hat mich befragt‘, sagte er.
6877. Varaha-Rishi sah den schönen Kalangi und sagte: ‚Durch das Verdienst, das dir aus früherem Leben verblieben ist, konntest du mich aus Verlangen sehen. Ich werde dir geordnet Unterweisungen geben.‘ Dann erläuterte er Kalangi genau sämtliche Herrlichkeiten der Welt.
6878. Während er im Samadhi verweilte, lehrte er den edlen Kalangi Natha das Geheimnis des ursprünglichen Paraparam. Nachdem Kalangi diese rechte Unterweisung empfangen hatte, wandte er sich nach Süden. Dort war ein weiterer höchster Guru-Rishi, gleich dem Herrn, der den Halbmond im Haar trägt.
6879. Noch einen Bericht nenne ich, lieber, schöner Pulippani. Die Wunder, die Kalangi Natha im Treta-Yuga genau sah, erzählte er mir ausführlich. Höre nun wahrheitsgemäß, wie er den Narasimha-Rishi erblickte.
6880. Dies ist der Bericht, den Kalangi Natha im Treta-Yuga auf dem Berg erlebte. Als er standhaft den Berg umrundete, kam er an einen reichen Quellteich, ein Wasserbecken. Dort sah er einen mächtigen Asketen.
6881. Als Kalangi den Narasimha-Rishi liebevoll betrachtete, sah er dessen asketische Gestalt: Sein ganzer Körper hatte Löwengestalt und eine schöne goldene Farbe. Dieser Siddha lebte rechtschaffen in der Welt; sein eindrucksvolles Gesicht war menschlich. Kalangi erkannte seinen Zustand der Askese.
Anmerkung: Die OCR liest zunächst கரசிங்க statt நரசிங்க; die Namenswiedergabe folgt den unmittelbar benachbarten Versen.
6882. Er erkannte die Größe des Asketen und trat liebevoll aus freiem Herzen näher. Als Kalangi Natha den vortrefflichen Rishi klar befragte, wandte sich der gute Narasimha-Rishi ihm zu. Ich werde dir, König, den Weg beziehungsweise Bericht ihrer Begegnung darlegen.
Anmerkung: Die OCR wiederholt hier die Nummer 6862; nach 6881 und vor 6883 wird die Strophe als 6882 eingeordnet. Die syntaktisch stockende Schlusszeile wiederholt Kalangis Namen.
Vama, Parashurama und Rama
6883. Der Rishi sprach und gab dem guten Kalangi Natha viele klare Unterweisungen: ‚Lange lebte ich auf diesem Berg in der wechselnden Welt in Askese; unzählige Kräfte habe ich erkannt.‘ Nach reichlicher, tröstlicher Belehrung gab er ihm die Erlaubnis weiterzugehen.
6884. Er gewährte Kalangi Natha Abschied und erzählte viele Wunder der Welt. Kalangi wollte darauf die westliche Seite des Berges sehen. Als er unablässig am Berg entlangging, sah er ein weiteres Wunder: den mächtigen Vama-Rishi.
Anmerkung: Die OCR nummeriert 6864; die fortlaufende Stellung zwischen 6883 und 6885 ergibt 6884.
6885. Heiliger Pulippani, noch viele Wunder gibt es auf Erden. Hat irgendein himmlischer Herr, Natha oder Rishi sie erkannt und erzählt? Ich werde die Wunder mitteilen, die mein Herr Kalangi Natha mit sturmgleicher Kraft geordnet sah und erkannte. Höre, mein Augenstern, Himmelsjuwel.
6886. Höre: Mein Kalangi Natha umrundete im mächtigen Treta-Yuga den Berg. An dessen Nordseite kam er zu einem großen Quellteich, um den Zustand der Askese zu betrachten. Dort sah er mit einer Rishi-Gemeinschaft den schönen Vama-Maharishi.
6887. Er sah Vama-Maharishi: Sein grundlegender Körper hatte Vama-Gestalt, sein ehrwürdiges Gesicht war menschlich. Seit unzähligen langen Zeiten übte er wie ein großer kosmischer Rishi gnadenvolle, gewaltige Askese. Wie der wolkenfarbene Achyuta in seiner Weltgestalt sah man ihn in strenger Askese.
Anmerkung: Die OCR nummeriert 6867; die Stellung ergibt 6887. Vama ist im Zusammenhang der zehn Gestalten vermutlich Vamana, doch die Vorlage schreibt hier nur வாம; eine genaue Körpergröße wird nicht ergänzt.
6888. Im Treta-Yuga sah er diesen Rishi in strenger, sturmgleicher Askese. Der Rishi erzählte Kalangi geordnet sämtliche Herrlichkeiten der Welt und die Größe Renukas, der von Bienen Geschmückten. Von seiner erhöhten Askese-Stätte aus erläuterte er unzählige Wunder.
Anmerkung: Die OCR nummeriert 6868 statt der nach der Folge erwarteten 6888. குண்ணதின் மேலிருந்து ist beschädigt; die genaue Stätte bleibt unklar.
6889. Noch eine Einzelheit nenne ich, gütiger, würdiger Pulippani. Mein königlicher Vater Kalangi Natha berichtete mir: Im zwanzigsten Jahr des Treta-Yuga übte Parashurama aus dem Brahma-Geschlecht große Askese. Sieh diese Kraft.
6890. Als die Auflösungsfluten kamen, übte dieser rechtschaffene Siddha aus dem Brahma-Geschlecht lange Askese auf dem Kalangi-Berg. Im unteren Bereich des Berges lebte der Rishi in vortrefflicher Askese. Niemand in der Welt vermochte ihn zu sehen, mein Sohn.
6891. Kalangi Natha, der verständige Siddha-Maharishi, suchte den Berg ab und ging zu Parashu-Maharishi. Er näherte sich dem rotkorallenen Rishi und stand lange mit gesenktem Haupt. Rechtschaffen verneigte sich Kalangi vor ihm.
6892. Parashu-Maharishi gab dem verneigten und entschlossenen Kalangi Natha liebevoll unzählige klare Unterweisungen. Er lehrte ihn sämtliche Herrlichkeiten der Welt. Danach verließ Kalangi Natha den Berg kundig und aufmerksam.
6893. Kalangi ging in das schöne Cina-Pati und vermittelte den Frauen von Cina-Pati geordnet die Wunder der Welt. Er lehrte ihnen alle Agamas, Shastras und Puranas und erklärte die feinen Künste. Auch mich, Bogar, machte er zu seinem Schüler und lebte dort lange.
6894. Noch einen Bericht nenne ich, schöner, lieber Pulippani. Kalangi Natha verließ Cina-Pati. Im Treta-Yuga, als die Auflösungsfluten kamen, sah und ehrte er Rama, der in schwerer Askese lebte.
6895. Kalangi Natha verehrte den Weisen Rama-Rishi. Er pries ihn, nannte ihn Rama-Rishi und grüßte wiederholt mit gefalteten Händen. Freudig betrachtete er dies als eine rechte Krönungsweihe, suchte das Flussufer auf, nahm heiliges Wasser und brachte viele Verneigungen und Lobpreisungen dar.
6896. Der rotäugige Mal-Rishi freute sich über Kalangi Natha. Mit einer reinen Tulasi-Girlande in den Händen und geneigtem Haupt wurde um die hochgepriesene Unterweisung gebeten. ‚Gewähre sie mir aus freiem Herzen‘, lautete die Bitte. Der Herr erklärte mir die Wahrheit der Unterweisung.
Anmerkung: Der Vers wechselt unvermittelt zur ersten Person; auch der Träger der Girlande ist syntaktisch nicht ganz eindeutig. Die OCR liest மலை, ‚Berg‘, wo மாலை, ‚Girlande‘, naheliegt.
6897. Er erklärte dem guten Kalangi Natha die Wahrheit der Unterweisung und sämtliche Kräfte, die er im Kreta-Yuga erlangt hatte. Er lehrte ihn ruhig und ausführlich. Danach begab sich Kalangi Natha wieder nach Cina-Pati.
Anmerkung: Die Vorlage schreibt கிரேதாயி, Kreta/Krita, während die umliegende Erzählung Treta nennt. Der Wechsel wird nicht stillschweigend vereinheitlicht.
6898. Er blieb dort einige Zeit. Im Kreta-Yuga suchte er Berge, Wälder und Höhlen auf und sah sämtliche besonderen Siddha-Weisen. Er sah im Süden den Berg des Topf-Weisen und ging zum Kalangi-Berg. Als die Fluten kamen, verweilte er erhaben auf diesem Berg.
Anmerkung: Auch hier steht கிரேதாயி statt des sonstigen Treta-Yuga.
Balarama, Baudhma und Kalikka
6899. Noch einen zusammenhängenden Bericht nenne ich, heiliger Pulippani. Im Treta-Yuga sah Kalangi Natha auf jenem Berg den Siddha Balarama, der lange in schwerer Askese lebte. Er trug einen hölzernen Pflug, als Kuruntam bezeichnet, auf der Schulter. Kalangi erblickte die Askese dieses guten Rishis.
6900. Der Rishi übte lange geordnet Askese auf dem Berg. Wie ein Leichnam verharrte seine Gestalt mit still gewordenem Atem. Kalangi Natha, der das Werden überwindet, erkannte diese Kraft, senkte ehrerbietig Kopf und Haupt und brachte neun Crore Grüße mit gefalteten Händen dar. ‚Gestalt der Nadanta-Siddhi, du bist meine Zuflucht‘, sagte er.
6901. Als Kalangi so um Zuflucht bat, gab ihm der mächtige Balarama-Rishi liebevoll Erkenntnis-Unterweisung. Dem mondgleichen großen Kalangi, der seinen Wohnort aufgesucht hatte, lehrte er geordnet alle Wunder der Welt und enthüllte bereitwillig die Verhüllungen der Itihasas und Puranas.
6902. Noch einen Bericht nenne ich, gepriesener Pulippani. Was soll ich vom sonnen- und mondgleichen Baudhma-Siddha sagen? Harahara! Als der lichtstrahlende Kalangi Natha auf dem goldenen Berg ging, sah er diesen kastenlosen Baudhma-Siddha, der lange geordnet Askese übte.
Anmerkung: பெளத்ம wird als Baudhma belassen; im Zusammenhang der zehn Gestalten liegt eine Beziehung zu Buddha nahe, die Namensform ist jedoch unsicher. சாதியிலாத ausdrücklich: ohne Kaste/Jati.
6903. Mein Herr Kalangi Natha sah den Asketen auf dem großen Berg, einen seit langer Zeit bestehenden Siddha, der wie Sartthakai Alvar Askese übte. Er faltete die Hände, neigte das Haupt und verehrte ihn sogleich. Mit heiligem Wasser und einer Blättergirlande aus Tulasi brachte er seine Verehrung und Lobpreisung dar.
Anmerkung: சார்த்தகையாள் வார்போல ist eine unsichere Namens- beziehungsweise Vergleichsfolge; sie erinnert an den in Vers 6842 genannten Namen, ohne dass die Identität gesichert wäre.
6904. Baudhma-Maharishi gab die unaussprechliche Erkenntnis-Unterweisung reichlich und aus freudigem Herzen. Er versprach Kalangi Natha die sichere Erkenntnisgeschichte als wahre mündliche Unterweisung und übergab sie ihm bereitwillig, mit Zehn und Fünfzehn zum Körper gemacht.
Anmerkung: தசமுடன் பஞ்தசா காயமாக்கி ist unklar; die erkennbaren Zahlwörter zehn und fünfzehn werden nicht zu einer vermeintlich gesicherten Yoga-Lehre ausgebaut.
6905. Noch einen Bericht nenne ich; höre, mein Sohn. Durch das aus früherem Leben Verbliebene durchzog Kalangi Natha die Bereiche der zehn Herabkünfte und umrundete die Milchozeane. Wie ein unmittelbar getroffenes Zeichen sah er auf dem Berg den Kalikka-Maharishi.
Anmerkung: Die erste Zeile கோளாறு தான்சுற்றி und der Vergleich படுகளம் போல் sind beschädigt beziehungsweise dunkel. Kalikka wird im Kontext mit der zehnten Gestalt verbunden, ohne zusätzliche Kalki-Erzählung.
6906. Den würdigen Kalikka-Maharishi sah Kalangi Natha im Kreta-Yuga auf dem schönen Berg. Als die Fluten kamen, blieb dieser Siddha dort standhaft. Er war ein königlicher Siddha strenger Askese; damit seien es die zehn großen Siddhas.
Anmerkung: Erneut schreibt die Vorlage Kreta/Krita statt Treta. Die Zehnzahl wird als Selbstaussage des Textes erhalten.
Die zehn Rishis und die Frage ihrer Göttlichkeit
6907. Was soll ich von der Größe dieser zehn sagen? Höre, gutes Kind Pulippani. Sie hatten Körper erlangt, ohne endgültig zu sterben, und lebten unermesslich lange. Um den kostbaren Weg zur Befreiung zu erreichen, übten diese zehn großen Rishis im Kreta-Yuga reine Askese. Sieh diese Siddhas, schöner Mensch.
6908. Dies ist die Lehre, die Kalangi Natha mir liebevoll mitteilte: Sie waren Menschen und keine göttlichen Herabkünfte. Doch die Menschen des Kali-Yuga bezeichnen sie feierlich als die Gottheit der zehn Avatare und fragen: ‚Gibt es überhaupt noch eine andere Gottheit?‘ So urteilen sie, kundiger Mensch.
Anmerkung: Die historische Textstimme deutet die Avatare hier ausdrücklich als menschliche Rishis. Diese polemische Deutung wird weder als allgemeine hinduistische Lehre ausgegeben noch mit früheren göttlichen Anrufungen harmonisiert.
6909. Kundiger Mensch, sie alle sind keine Götter. Können sie wirklich über die himmlische Welt herrschen? Unzählige Menschen sind gestorben, auch solche, die Götter und göttliche Rishis genannt wurden. Sie vergaßen ihre Künste und wurden zu Erde; so gingen alle auf der Welt dahin. Doch unzählige Menschen üben wahre Askese, nehmen Karam und leben weiterhin.
Anmerkung: காரம்பூண்டு lautet ‚Karam anlegend/nehmend‘; die Spannung zwischen der Sterblichkeitsaussage und dem Weiterleben durch Askese bleibt im Text bestehen.
6910. Noch viele große Kräfte gibt es, ehrwürdiger Pulippani. Ich habe die Herrlichkeiten der ganzen Welt gezeigt; ihre Zahl hat keine Grenze. Ich erkannte Mengen, Schicksalsordnung und die Größe aller heiligen Orte. Nun werde ich die vier, von den acht Richtungen geachteten Götterfestungen erklären.
Anmerkung: Der Bezug von ‚vier‘ in der Schlusszeile ist unklar und stimmt nicht ohne Weiteres mit den folgenden Ortslisten überein.
Heilige Orte und ihre Zahlenanordnungen
6911. Höre, König Pulippani, Kalangis Lehre: Er benannte, ordnete und unterschied die verdienstvollen heiligen Orte der Welt. Nachdem er die sechs Stätten und die Fünf-Elemente-Stätten gesehen hatte, erläuterte er sie mir. Ich werde dir ihre unveränderte Herrlichkeit geordnet und nach Arten getrennt mitteilen.
6912. Die Fünf-Elemente-Stätten sind das mächtige Kalahasti, Kanchi, das kostbare Tirukkashi, Chidambaram und die klare Stätte Tiru-Arunai. Diese Zusammenstellung der Orte habe ich genannt. Nun werde ich die sechs Grundlagen erläutern. Mahadeva erklärte Madurai zu einer großen, verehrungswürdigen Stätte.
Anmerkung: Die Liste nennt Kashi und nicht das sonst häufig zu den fünf Elementestätten gerechnete Tiruvanaikka. Der Quellwortlaut bleibt unverändert; Tiruvanaikka folgt eigens in Vers 6915.
6913. Ich nenne die Anordnung der ehrwürdigen Stätten: Im großen Madurai sind es vierundachtzig. Für das gepriesene Chidambaram nenne ich sechzehn, zwei, acht. Für Arunai nenne ich Shodasha, eins, vier, kundiger Mensch. Für das mondgleiche Kalahasti nenne ich zwei Kalas und ein Dasham.
Anmerkung: Die Zahlen sind nicht durch eindeutige Rechenzeichen verbunden. Shodasha bedeutet sechzehn, Dasham zehn; Summen oder Produkte werden nicht willkürlich gebildet.
6914. Ich nenne die Anordnung Kashis, das von den Nathas verborgene Spiel: eins, zehn, vier, acht. Für das gute Tirukkanchi nenne ich fünf, zwei, sieben, vier. Weitere gewichtige Zahlenanordnungen werde ich erklären, guter König Pulippani.
6915. Höre, König: Ich erläutere die Anordnung der großen Stätte Tiruvanaikkaval. Die zu ihr gehörenden guten Götterstätten sind zwölf. Auch die Stätte des südlichen Topf-Weisen Agastya und den Devata-Berg werde ich nennen. Ich erkläre die Tempelarten des Weisen so, wie es die Früheren überlieferten.
6916. Es gibt eine Stätte Agastyas; ich nenne ihre reiche Anordnung weiter: sieben und drei, vier glänzende Kreise. Die unverminderte Nandi-Festung liegt ringsum nahe dem Berg. Die geordnete Götterstätte Agastyas hat eine solche ausgezeichnete, kaum beschreibbare Zahl.
Anmerkung: சத்தம் kann je nach Zusammenhang sieben oder Klang bedeuten; hier folgt die Wiedergabe zunächst der Zahlenreihe. Eindeutige Rechenoperationen fehlen.
6917. Was soll ich von der unbeschreiblichen Anordnung Tirukkadaiyurs sagen? Vier Kalas, zwei-drei-sechs; die glänzenden Hallen sind achtzehn. Und die große Anordnung der schönen Götterstätte Sirkazhi? Vier Kalas, acht Wohnstätten und vierzehn mächtige Hallen.
Anmerkung: இருமூன்றாறு ist nicht eindeutig gegliedert; es wird nicht ohne Beleg zu einer einzigen Zahl zusammengezogen.
6918. Auch die Stätte Setu-Pati nenne ich. Was soll ich von ihrer guten Anordnung sagen? Es sind vierundsechzig, und die grundlegenden Hallen sind zweiunddreißig. Mein großer Herr Mahadeva sah und erkannte diese Stätte. Durch den Gnadenblick Manonmanis werde ich weitere Besonderheiten erklären.
6919. Ich nenne die Stätte Tanikai. Was soll ich von ihrer Anordnung sagen? Die Festung der sechs Stätten liegt auf dem Berg: zehn, zwei, sieben, vier, mein Sohn. Niemand in der Welt hat dies so erklärt. Es gibt keine bloß leere Stätte; sie duften wie Blumen. Unzählige heilige Orte habe ich auf Erden gesehen.
Anmerkung: Der Wortlaut über Leere und Duft ist rhetorisch und teilweise dunkel; eine geografische Gleichsetzung mit einem heutigen Einzeltempel wird nicht hinzugefügt.
6920. Ihre Winkel sind neun Winkel, die Winkel des Kumbha. Es ist eine Götterstätte; was soll ich von ihrer großen Anordnung sagen? Sechs Kalas, acht Rucikai kennzeichnen diese gute göttliche Stätte. Damit du sie unterscheiden und erkennen kannst, sage ich weiter: Es ist die makellose Stätte Mayavars.
Anmerkung: Rucikai (ருசிகை) ist unklar; Kumbha und Mayavar werden nicht ohne weiteren Beleg zu einem eindeutigen Ortsnamen zusammengefügt.
6921. Es ist eine mächtige Götterstätte. Was soll ich von ihrer Anordnung sagen? Ihre festen Tempel sind zweiunddreißig, die großen Hallen vierundsechzig. Im kraftvollen Land Panchala liegt diese reiche göttliche Stätte. Ihre gute Anordnung in der Welt zu beschreiben, dafür reicht die Zunge nicht aus.
6922. Zunge und Versmaß reichen nicht aus; was soll ich sagen? Vierundsechzig und sieben. Im Land Nepal liegt eine grundlegende Götterstätte. Was soll ich von ihrer über die Blumen erhabenen Anordnung sagen? Sieben, Paricam acht. Nun höre die würdige Anordnung der weithin gepriesenen Stätte Avudaiyar.
Anmerkung: சத்தம் ist zwischen Zahl und Klang mehrdeutig; பரிசம் kann Berührung oder eine andere Kategorie bezeichnen. Die Zahlenfolge ist nicht sicher zu einer Gesamtsumme auflösbar.
6923. Es sind sechsundvierzig und vier reine Cattam. Dann folgt die große Stätte Palani; ich nenne die Anordnung dieser Vedanta-Stätte: vier-acht, vier Richtungen und vierundsechzig gepriesene Winkel. Weiter ist Kalukkunra-Pati zu nennen, eine besonders hohe Stätte.
Anmerkung: சதுரெட்டு kann ‚vier mal acht‘ oder eine Folge bezeichnen; die Übersetzung lässt die Verbindung offen. Die Angaben am Versanfang schließen an Avudaiyar an.
6924. Was soll ich von ihrer Anordnung sagen? Wer könnte sie in der Welt aussprechen? Es sind vierundzwanzig, ein von den Nathas verborgenes Spiel. Als zwei-fünf und sechzehn lassen sich die schönen Hallen nennen. Ohne Fehler werde ich dir nun Tiruvottriyur erläutern, gütiger Mensch.
Anmerkung: Die Verbindung ஈரைந்தாய்ப் பதினாறாக ist mehrdeutig; eine feste Zahl von Hallen wird daraus nicht errechnet.
Die Überflutung Tiruvottriyurs
6925. Als im Dvapara-Yuga die Auflösungsfluten kamen, lag das königliche Tiruvottriyur weit im Meer. Die kostbare große Stadt und ihr Gopuram wurden unablässig von den Fluten erreicht. Die ehrwürdige Stätte versank, und der Ozean bedeckte sie, König.
Weitere heilige Stätten und Zahlenfolgen
6926. Was soll ich von seiner Anordnung sagen? Sie beträgt achtundvierzig. Die hochspringenden Meereswogen stiegen weiter, und das Land versank. Mit Verlangen ging ich mit der Kulikai dorthin. Auch Tiruppuvanam sah ich. Die Zunge hat nicht die Geschicklichkeit, die Herrlichkeit dieser guten Stätte zu beschreiben.
6927. Was soll ich von der Anordnung sagen? Achtzehn, zwei, zehn. Dann die Stätte Tiruppalani: Was soll ich von ihrer Herrlichkeit sagen? Ihre mächtige Anordnung ist zweiunddreißig, ihre großen Hallen acht und vier. Mit der Kulikai sah ich sie und kehrte zurück. Höre weiter, Pulippani.
Anmerkung: Die erste Zahlenfolge schließt an Tiruppuvanam an; ‚acht und vier‘ wird ohne sichere Rechenoperation belassen. Palani wird im Ortskatalog mehrfach genannt.
6928. Höre: Es gibt die mächtige Stätte Vaidyanathas, der Krankheiten beseitigt. Ihre Anordnung: sechzehn und vier Richtungen. Auch Tirupparankunram ist eine reiche, mächtige Stätte. Was soll ich von ihrer Anordnung sagen? Zwei-drei, acht Quadrate.
Anmerkung: இருமூன்று und சதரமெட்டு sind knapp und teilweise unsicher; eine bestimmte Gesamtsumme wird nicht ergänzt.
6929. Dann ist Tiruvarur zu nennen. Seine schöne Anordnung: vierundsechzig heilige Tore, sechs Kalas und acht Cattam. Weiter ist Tiruvidaimarudur als göttliche Stätte zu nennen. Seine kreisförmige Anordnung ist sechsundfünfzig und vier Paricam.
Anmerkung: வன்பத்தாறு ist als beschädigte Zahl für sechsundfünfzig verstanden. Cattam und Paricam bleiben als mehrdeutige Ordnungsbegriffe erhalten.
6930. Auch Tiruvirinci ist eine Stätte im guten Bergland, im Land der Kallar. Was soll ich von ihrer Anordnung sagen? Ihr geordnetes Spiel: sieben und acht. Dann die heilige Chola-Stätte: Was soll ich von ihrer grundlegenden Herrlichkeit sagen? Ihre schriftliche Anordnung: vier-zehn, sechs Kalas und acht Bindungen.
Anmerkung: Tiruvirinci und die Chola-Stätte werden nicht ohne Beleg mit bestimmten heutigen Tempeln gleichgesetzt. Die Folge நாலுபத்து kann vierzig bedeuten; wegen des Zahlenstils bleibt ihre Verbindung sichtbar.
6931. Weiter die Stätte des Chera: Was soll ich von ihrer schönen Herrlichkeit sagen? Ich nenne die Herrlichkeit ihres Herrn; ihre große Anordnung ist sechsundneunzig. Dann die Stätte des Pandya, im glänzenden, reichen Land des Vaigai. Ihre Anordnung: zwei Kalas, Shodasha und sieben.
6932. Kashi wird als sieben und acht genannt. Was soll ich von seiner schönen Herrlichkeit sagen? Seine Anordnung: hundert-zwei-zehn; groß ist seine Kraft. Dann die Stätte Nagarjunas: Ihre grundlegende Anordnung ist zweiundsiebzig. Dilli hat große Herrlichkeit; seine mächtige Anordnung ist zweiundachtzig.
Anmerkung: Die Folge நூற்றிரண்டுபத்து ist nicht eindeutig gegliedert und wird nicht zu einer festen Gesamtsumme geglättet.
Bogar zählt die besuchten Tirthas auf
6933. Mit der schönen Kulikai ging ich nach Cina-Pati. Dort verweilte ich und band den Kundalini-Vasi. Nach einigen Tagen legte ich die Kulikai wieder geordnet an, einem Sturm gleich, und brach auf, um die heiligen Gewässer und Berge zu sehen. Erkenne die Herrlichkeit dieser Reise.
6934. Ich sah das Padika-Tirtha und das Aimbu-Tirtha; ich sah das Tirtha des roten Lotus und das große Tirtha Manonmanis. Ich sah Maheshvaras Tirtha, das Macca-Tirtha, das Manidava-Tirtha und das vortreffliche Koparuva-Tirtha.
Anmerkung: Die Namen ஐம்பு, மானிடவ und கோபருவ sind unsicher gelesen. Tirtha bezeichnet hier ein heiliges Gewässer beziehungsweise einen heiligen Übergangs- oder Pilgerort; die Liste belegt keine eindeutigen heutigen Standorte.
6935. Ich sah das Vogel-Tirtha, das grundlegende Canku-Tirtha, das Sandelholz-Tirtha und das gepriesene Tirtha Vyasa Munis. Ich sah Mahadevas Tirtha, das große grüne Tirtha, das Tirtha des heiligen Milchozeans und das beständige Vanduran-Tirtha.
Anmerkung: சங்லினுட wird kontextuell als Canku, Muschel, gelesen; வண்டூரன் bleibt ein unsicherer Name.
6936. Ich sah das Tirtha des dunklen Mal, das mächtige Nageshvara-Tirtha, das vollkommene Paramashiva-Tirtha und das gepriesene Bhagavata-Tirtha. Ich sah das Tirtha des rotäugigen Mal, das kraftvolle Punya-Tirtha, das Jatayu-Tirtha und das gute Vajravalli-Tirtha.
6937. Ich sah das Kushala-Tirtha, das mächtige Yamuna-Tirtha, das königliche Tirtha Agastyas und das gute Tirtha Vanniyars. Ich sah das süße Malli-Tirtha, das klare Tirtha Hanumans, das Kashi-Tirtha und das gute Kailangiri-Tirtha.
Anmerkung: Vanniyar, Malli und Kailangiri bleiben in der Namensform der Vorlage; eine bestimmte geografische Gleichsetzung wird nicht ergänzt.
6938. Ich sah das Champaka-Tirtha, das gute Kaikesi-Tirtha, Karuppannars Tirtha und das große Kishkindha-Tirtha. Ich sah das Ashta-Tirtha, das gute Jaganmohini-Tirtha, das Tiruvalli-Tirtha des Treta und das mächtige Karpam-Tirtha.
6939. Noch viele Tirthas gibt es, mein Augenstern. Ich sah das Vilada-Tirtha, das Tirtha Hiranyans, das gepriesene Tirtha Pujandars, das Tirtha Tirumals, das dunkle Kumbha-Tirtha, das große Kalinga-Tirtha und das makellose Suvarna-Tirtha.
6940. Was soll ich von diesen Tirthas sagen, würdiger Herr Pulippani? Ich sah das Lotus-Tirtha, das große Erkenntnis-Tirtha, das Yadava-Tirtha und das offenbare Nektar-Tirtha. Ich sah das Ashvani-Tirtha und das wunderbare Tirtha.
Anmerkung: வசுவனி ist als Ashvani vorsichtig angenähert; die Namensform bleibt unsicher. Ebenso kann ‚das wunderbare Tirtha‘ Lobpreis statt Eigenname sein.
6941. Lieber Pulippani, ich sah auch das Anahata-Tirtha. Durch Kalangi Natha hatte ich die gute Kulikai angelegt. Ohne das von Kalangi gesprochene Wort auszuführen, durchzog ich ruhig die acht Richtungen und sah die Tirthas.
Anmerkung: செய்யாமற்றான் heißt dem Wortlaut nach ‚ohne zu tun‘. Die auffällige Verneinung wird nicht stillschweigend in Gehorsam gegenüber Kalangi umgeschrieben.
6942. Unzählige Tirthas habe ich gesehen. Wer auf Erden sah sie wie ich? Siddha-Weise, Rishis und Götter haben wohl mit Kulikai die Welt bereist; doch Baumhöhlen und Samadhi-Sitze dieser Art haben selbst die Nathas nicht gesehen. Mit der Kulikai durchzog ich sturmgleich geordnet die acht Richtungen.
Anmerkung: Die Anrede ஒண்டொடியாய், etwa ‚du mit glänzenden Armreifen‘, steht unvermittelt vor der Baumhöhlenzeile; ihr Bezug ist hier unklar.
Das Werk als wiederentzündete Lampe
6943. Noch einen Weg erkläre ich: Auch die Nadanta-Siddhas haben nicht alle Wunder auf Erden gesehen. Durch das Verdienst aus früherem Leben und die Größe der Mutter des Vedanta erkannte ich geordnet die Herrlichkeiten der ganzen Welt. Sieh diese erfahrene Größe.
Anmerkung: பட்டமாம் விட்டலவோ in der zweiten Zeile ist beschädigt oder nicht sicher deutbar; dieser Teil lässt sich nicht vollständig übersetzen.
6944. Unzählige Siddhas und mächtige göttliche Rishis lebten in der gepriesenen Welt und sagten: ‚Ich habe die Wunder der Erde gesehen.‘ Doch sie gaben keinen sicheren Bericht darüber, alle Berührungen und Erscheinungen der acht Richtungen gesehen zu haben. Ihre Worte schweiften umher wie die Redensart von Hochzeit, Kürbis und Gemüse.
Anmerkung: Die Redensart வதுவைபுரி சுரக்காயங் கரிக்காய் ist dunkel; ihr genauer Sinn wird nicht durch eine erfundene deutsche Redensart ersetzt.
6945. Unzählige Siddha-Weise verfassten achtundvierzig Lakh Granthas. Ihre Schriften häuften sich wie Berge, ohne Grenze. Ich erkannte und erforschte aus freiem Herzen den knappen, abgekürzten Weg. Wie man eine erloschene Lampe wieder anzündet, so dichtete ich das Sapta Kandam, mein Sohn.
6946. Noch einen Bericht will ich geben, mein Kind Pulippani. Durch Kalangis große Gnade lebte ich dort lange und rechtschaffen. Kalangi Natha suchte einen ihm geeigneten Schüler und wünschte einen solchen zu finden. So wurde ich ihm ein guter Schüler.
6947. Lange diente ich ihm und vollzog Puja an seiner Samadhi-Stätte. Wie eine in Milch gefallene Fliege litt ich. Liebevoll wandte er sich mir aus freiem Herzen zu, gab meinem sterblichen Leib einen gefestigten Körper und sprach mir Mut zu. Er lehrte Erkenntnis und segnete mich reichlich.
6948. Er segnete mich vielfach und erklärte die schöne Wahrheit der Unterweisung. Er nannte Anfang, Ende und Vollendung und zeigte mir den Weg des Yoga. Er erzählte wunderbar die Herrlichkeiten der Welt und alles aus früherem Leben Verbliebene. Er nahm mich für immer als seinen vertrauten Schüler an und lehrte mich die großen Kräfte.
6949. Er erzählte unzählige Itihasas und erklärte die Verfahrensweise des Samadhi. Ich blieb dort einige Zeit und erkannte klar die Wunder der Welt. Er gewährte mir die Gnade, mit angelegter Kulikai durch alle großen Länder, Städte und Gegenden zu ziehen und überall ihre Größe zu erfahren.
6950. Kalangi Natha gewährte mir unzählige Gaben und erläuterte mir geordnet den großen Weg. Dann hieß er mich gehen. Mit der mächtigen Kulikai erkannte ich alle Herrlichkeiten dieser Welt und werde sie wunderbar im Sapta Kandam besingen. Himmel und Erde bieten kaum Raum dafür.
Bogar Siebentausend und Agastyas Zwölftausend
6951. Bogar Siebentausend lässt sich kaum fassen; die Nathas haben es nicht erklärt. Dieses Buch weiche nicht im Geringsten ab. Welche Schrift ist ihm ebenbürtig? Es ist das wahrhaftige Buch des Topf-Weisen, das große Buch der Welt. Gibt es einen Unterschied? Die nicht zu verwerfenden Teile sind die Zwölftausend.
6952. Das Buch namens Zwölftausend hat zwölf Teile. Ohne vom gesprochenen Wort abzuweichen, reines Kind, nannte er gereinigt zwölftausend Verse. Würdig erläuterte er zwölf Teile, tausend für jeden Teil, mein Augenstern. Als Vergleich zu diesem Buch hat der Edle sie gedichtet; das ist wahr.
6953. Nachdem du mein Buch erkannt hast, betrachte das Buch des Topf-Weisen. Sieh seine zwölf Teile; sie enthüllen alle Geheimnisse. Dadurch erlange man zum Guten den Weg zur Befreiung, und der Nadanta-Topf-Weise stehe vor einem. Diese gütige Schrift ist das große Buch. Betrachte ihre würdigen zwölf Teile.
6954. Agastya dichtete unzählige Bücher in der Welt, vieles darin verhüllt. Doch die Wege seines großen Buches lassen sich so offen erkennen wie in meinem aufrichtigen Buch. Er dichtete es vortrefflich in zwölf Teilen für Pulastya. Braucht man andere Schriften anzusehen? Selbst wenn man sie ansieht, kommen sie dem großen Buch nicht gleich.
6955. Die Schriften sind unendlich zahlreich; die Sutras haben weder Maß noch Zahl. Sie wurden wie mächtige Berge aufgehäuft. Von der großen Schriftgelehrsamkeit und dem Ayurveda im Land machen die Bücher des südlichen Topf-Weisen eine Hälfte aus. Die Werke der achtzehn anderen kann man als die zweite Hälfte bezeichnen.
6956. Der Name Kumbha-Muni, Topf-Weiser, ist der Name des schönen Agastya. In den vielen Schriften wird Agastya nach geordneter Überlieferung stets auch Kumbha-Muni genannt. In seinen Büchern besang der Weise unablässig unzählige Herrlichkeiten.
Das große Buch und die vier Befreiungszustände
6957. Alle Siddhas dichteten viele zusammengestellte Schriften in der alten Welt. Doch die zwölf Teile wurden aufmerksam als eine reife, neunerlei köstliche Frucht erläutert. Vor diesen zwölf Teilen vergehen die anderen Schriften wie Tau vor der Sonne. Bloß widerhallende Schriften voller verborgener Wege kommen diesem Epos nicht gleich.
Anmerkung: நவகனி wird als ‚neunerlei Frucht‘ verstanden; eine feste Liste von neun Inhalten wird nicht ergänzt.
6958. Diese geordnete Schrift erläuterte er in zwölf Teilen. Wie einen Berg schüttete er unzählbares Gold in diese zwölf Teile. Darin stehen Medizin und Alchemie, wirksamer Yoga und der Weg der Erkenntnis, Mantra-Künste und Marana-Wissen sowie viele gewünschte Handlungen.
6959. Wege, die in anderen Schriften fehlen, findet man im großen Buch. Wer die zwölf Teile auf Erden erblickt, wird sie wieder loslassen? Alles Erklärte geht darin ein; man braucht kein anderes Buch zu sehen, kundiger Mensch. Sturmgleich sind die zwölf Teile, zweifellos je tausend Verse in einem Teil.
6960. Wer das zweifelsfreie große Buch betrachtet, erlange den Zustand Sayujya. Wer es nicht studiert, dem seien selbst die drei Zustände Salokya, Samipya und Sarupya schwer zugänglich. Die Leser des großen Buches erfahren die hohe Siddhi und die acht Arten des Genusses.
Anmerkung: சாலோக சாபமீ wird im Zusammenhang der vier Befreiungszustände als beschädigtes Salokya–Samipya gelesen; die Lesung ist kenntlich gemacht.
Verantwortung für die Schrift im Kali-Yuga
6961. Noch eine Einzelheit nenne ich, mächtiger und gütiger Pulippani. Die Lehre, die mein königlicher Vater Kalangi Natha mir gab, findet in der irdischen Welt keinen Raum; auch die Zeit reicht nicht, sie auszusprechen. Durch den Gnadenblick der süßen Manonmani werde ich sie dir unzählige Male klar erläutern.
6962. Sieh, das Kali-Yuga hat begonnen, mein Kind, und Wahrhaftigkeit ist nutzlos geworden. Wer wird dir Rat geben? Bewahre die empfangene Unterweisung. Solange Name, Ort und Vater bestehen, lege die großen Kräfte nicht offen. Verdorbene Menschen werden geboren werden, unzählige Geizige in dieser Welt.
Anmerkung: Die Zeitbedingung ‚solange Name, Ort und Vater bestehen‘ ist dunkel; eine andere Begrenzung der Geheimhaltung wird nicht ergänzt.
6963. Unzählige werden wie gute Menschen aussehen. Dir habe ich den gesuchten Schatz gelehrt, das Sapta Kandam, das klare Epos der Siebentausend. Dieses große Buch habe ich gedichtet und dir liebevoll als Gabe übergeben. Ermatte nicht, gerate nicht in Verwirrung, verliere nicht den Mut oder den Verstand und lasse das Buch nicht zugrunde gehen.
6964. Wenn du es weitergibst, prüfe und erkenne den begünstigten Menschen; ihm zu geben bringt Verdienst. Gibst du dieses große Sapta Kandam aber Sündern, die Familien verderben, harten Chandala-Menschen, schmeichelnden Vertrauten, die lästern, Ungerechten oder Unwissenden, sei dies Sünde.
Anmerkung: Chandala ist eine historisch abwertende Kastenbezeichnung. Die diskriminierende Wertung gehört zum Sprecher des Textes und wird nicht als Maßstab dieser Ausgabe übernommen.
6965. Bewahre das Buch sorgfältig, mein Kind, lege es an die Samadhi-Stätte und verehre es. Kommt ein begünstigter Mensch voll Verlangen und bittet darum, gib es ihm und erteile Rat. Der Tod steht über deinem Haupt. Das Buch geordnet weiterzugeben ist sehr gut. ‚Fortgehen ist wahr, Bleiben ist falsch‘ — darin liegt der feine Sinn des Veda.
6966. Wer die Feinheit der Veden kennt und dennoch nicht gibt, erlange große Sünde, schweren Fluch und Hölle. Es den Reinen rechtschaffen zu geben, sei die rechte Tat. Wenn ein begünstigter Mensch kommt und darum bittet, gib ihm das an der Samadhi-Stätte bewahrte Buch ohne Säumen, im Vertrauen auf die Gnade, und erteile ihm Rat.
6967. Guter Pulippani, das Kali-Yuga hat begonnen. Auf der Welt gibt es viel Mühe und Wandel; die Menschen werden großen Schaden erleiden. Zorn, Lüge, Täuschung, Heuchelei und List sowie schwere Mängel und Abwege werden im Kali-Yuga überhandnehmen. Erkenne diese große Wahrheit.
6968. Vertraue niemandem unbesehen, König. Im Kali-Yuga weichen die Ungerechtigkeiten nicht von der Erde. Die Menschen nennen viele verschiedene Dinge Gottheiten und sprechen in vielerlei Schriften über Vertrauen und Sünde, als wäre alles wahr. Edler, verständiger Mensch, lasse dich nicht verwirren.
Anmerkung: Die Anfangszeile lautet wörtlich ‚vertraue niemandem‘; ‚unbesehen‘ gibt den Zusammenhang der Prüfung wieder. Die Verbindung விசுவாசம் பாவமுண்டு ist syntaktisch unklar.
Vergänglichkeit und der Abschied in Samadhi
6969. Verweile verständig noch einige Zeit im Kali-Yuga und gehe dann in Samadhi ein. Weiche nicht von der Wahrhaftigkeit ab, Herr; erlange Erkenntnis wie hundert Crore Sonnen. Kundiger, erfahrener Himmelsbewohner, lebe auf der Erde, bis das aus früherem Leben Verbliebene sich erfüllt. Dann vollziehe Samadhi, Verdienstvoller.
6970. Würdiger Pulippani, nach der Lehre meines mächtigen Herrn und dem Wort des königlichen Kalangi werde ich in Samadhi eingehen. Durch Manonmanis Gnadenblick, durch die Gnade Mahadevas und Kalangis und durch das Verdienst der Menschen auf Erden werde ich, mein Kind, in Samadhi gehen.
6971. Bleibe nach meinem Verfahren noch einige Zeit in der Welt. Dann ist es gut, die Welt hinter dir zu lassen und in den gepriesenen Samadhi einzugehen. Was nützt es, im Kali-Yuga zu bleiben? Selbst wenn früheres Verdienst vorhanden ist, welcher Gewinn liegt darin? Auch wenn man lange in Mühe lebt, wird der Körper zu Erde.
6972. Was nützt der erdige Körper, was ein langes Leben auf Erden? Im Kali-Yuga geschehen immerfort mannigfache Ungerechtigkeiten. Die Menschen dieses Zeitalters haben unzählige Gedanken und Lehren; doch sie sind wie blind Gewordene. Die Welt loszulassen ist sehr gut, mein Sohn.
Anmerkung: Die mittleren Zeilen über Gedanken und Tattvas sind verkürzt und mehrdeutig. Das Bild der Blindheit ist eine Wertung der Quelle.
6973. Lasse die Welt hinter dir und gehe im schwierigen Kali-Yuga ebenso in Samadhi ein, wie ich es tun werde. Das gesamte weltliche Leben zu vergessen, sei sehr gut. Im Süden, nahe der Samadhi-Stätte des Topf-Weisen, sollst du fest in Samadhi eingehen.
Zuflucht bei den Siddhas und ihren Lehrern
6974. Ich rief Agastya als Zuflucht an und pries immer wieder seine mächtigen Füße. Ich verneigte mich vor den Füßen des königlichen Vara-Rishi und pries sie wiederholt. Ich verehrte Shivavakkiyar, rief ihn als Zuflucht an und pries seine Füße. Ich fiel vor Nandisha nieder, suchte seine Zuflucht und verehrte mit Liebe seine Füße.
Anmerkung: வரரிஷி bleibt als Vara-Rishi stehen; eine bestimmte andere Namensform wird nicht ohne Beleg eingesetzt.
6975. Ich verehrte Roma-Rishi, suchte seine Zuflucht und pries unablässig seine Füße. Ich rief den makellosen Maccha-Muni als Zuflucht an und pries wiederholt seine Füße, mein Kind. Ich verehrte Shivavakkiyar, suchte seine Zuflucht und pries seine Füße. Ich fiel vor Nandisha nieder, suchte seine Zuflucht und verehrte mit Liebe seine Füße.
Anmerkung: Die beiden letzten Zeilen wiederholen in der OCR die entsprechenden Zeilen von Vers 6974; die Wiederholung bleibt erhalten.
6976. Ich verneigte mich vor Dhanvantari, suchte seine Zuflucht und verehrte seine Füße, mein Kind. Ich rief den schönen Rama als Zuflucht an und pries immer wieder seine Füße. Entschlossen verehrte ich Kaupalars Füße und sprach viele Zufluchtsrufe. Den kostbaren Sundarananda pries ich mit mächtigen Zufluchtsrufen.
6977. Ich pries Teraiyar, suchte seine Zuflucht und verehrte seine Füße. Kraftvoll verehrte ich Bhutanandas Füße, mein Sohn. Zu Punnakku-Isha sprach ich viele große Zufluchtsrufe. Klar rief ich Idaikkadar als Zuflucht an und verehrte seine Füße.
6978. Ruhig blickte ich auf Tamarakananda und rief ihn als Zuflucht an. Zum königlichen Dakshana-Nayar sprach ich unzählige Zufluchtsrufe. Dem Agappey-Siddha brachte ich liebevoll unzählige solche Rufe dar. Ich pries Yakobus Füße und sprach geordnet meine Zufluchtsrufe.
Anmerkung: டமரகானந்தர் und தட்சணாநாயர் bleiben in den Namensformen der Vorlage; sie werden nicht ohne Hinweis normalisiert.
6979. Zum Kurumbar genannten Siddha sprach ich unzählige Zufluchtsrufe. Ich verehrte seine Füße und brachte viele Grüße mit gefalteten Händen dar. Zum unwandelbaren Jyoti genannten Weisen sprach ich große Zufluchtsrufe. Mit heiligem Wasser aus sechs Flüssen vollzog ich Verehrungen seiner Füße.
Urvashi und weitere verehrte Lehrer
6980. Noch vieles werde ich erzählen, tüchtiger, lieber Pulippani. Ich suchte Zuflucht bei der reinen, guten Urvashi. Sie richtete ihren gnädigen Blick auf mich. Durch die Gnade des hochgepriesenen Kalangi und den liebevoll mir zugewandten Gnadenblick der Frau Urvashi dichtete ich geordnet das Sapta Kandam.
6981. Höre, mein Sohn Pulippani: Ich suchte die Füße Vyasa Munis auf, verehrte sie und sprach viele klare Zufluchtsrufe. Auch Gautama-Rishis Füße verehrte und pries ich, König. Ich brachte viele Grüße mit gefalteten Händen dar und verneigte mich rechtschaffen vor seiner Stätte.
6982. Ich suchte Zuflucht bei Tirumular und verehrte seine schönen Füße. Vor Pambatti-Siddha vollzog ich hundert Crore Verneigungen, pries standhaft seine Füße und brachte weitere Grüße mit gefalteten Händen dar. Auch vor dem ausgezeichneten Kaduveli-Siddha verneigte ich mich, mein Kind.
6983. Dem Kamala genannten Weisen brachte ich liebevoll hundert Crore Zufluchtsrufe dar. Ich verehrte seine Füße und grüßte ihn vielfach mit gefalteten Händen. Auch die Füße des Kailasa-Rishi verehrte ich aufrichtig und sprach viele Verneigungsgrüße, guter König Pulippani.
6984. Zu dem würdigen Anjana-Rishi sprach ich viele Zufluchtsrufe, mein Kind. Freundlich verneigte ich mich, senkte das Haupt und pries seine Füße. Ich verehrte die Füße des mächtigen Navakhanda und suchte reichlich seine Zuflucht. Mit vielen festen Grüßen und gefalteten Händen verneigte ich mich.
6985. Noch viele Siddhas und mächtige Nadanta-Rishis sind zu verehren. Ich wandte mich Jamadagni Muni zu und sprach viele schöne Zufluchtsrufe. Ohne Nachlässigkeit verehrte ich rein seine Füße. Auch die Füße des duftenden Tiranakkiya-Weisen verehrte ich auf rechte Weise.
6986. Noch einen Weg meiner Verehrung werde ich nennen, makelloser Pulippani, der die Verblendung mühevoller Geburt abgeschnitten hat. Mein Kind, noch viele Siddhas gibt es. Die Füße der besonderen Ashvini-Götter, die in der ganzen alten Welt berühmt sind, werde ich verehren und mit wiederholten Lobpreisungen und gefalteten Händen grüßen.
Anmerkung: வசுவினியாந் தேவர் wird im Zusammenhang als Ashvini-Götter gelesen; die OCR-Namensform ist beschädigt.
6987. Zu Pujanda-Maharishi sprach ich ehrerbietig unzählige Zufluchtsrufe. Ich pries seine Füße und senkte rechtschaffen Kopf und Haupt. Bei Shuka-Rishi, der dem König Parikshit geordnet Astrologie erläuterte, suchte ich Zuflucht und verehrte rein seine Füße.
Anmerkung: Die Quelle sagt ausdrücklich சோதிடங்கள், Astrologie, und nicht Bhagavata-Erzählung; die Aussage wird nicht an eine geläufigere Überlieferung angepasst.
6988. Höre, König Pulippani: Ich verneigte mich auf Erden vor dem Kumbha genannten Herrn, pries entschlossen seine Füße und sprach viele reine Zufluchtsrufe. Vor dem Herrn der grundlegenden Wurzel suchte ich Zuflucht mit Kanakabhisheka. Seine juwelengleichen Füße verehre ich und werde immer an sie denken.
Anmerkung: Die OCR nummeriert 6968; zwischen 6987 und 6989 wird die Strophe als 6988 eingeordnet. கணிதமென்ற மூலத்தின் ஈசர் ist als Bezeichnung des Wurzel-Herrn nur teilweise sicher.
6989. Für Karuvurar-Siddha vollzog ich vielfach Kanakabhisheka, suchte seine Zuflucht und pries rein seine Füße. Dem Konganar von ehrwürdiger Bildung brachte ich viele große Zufluchtsrufe dar. Auch vor Valaiya-Antar verneigte ich mich beständig und rechtschaffen.
Anmerkung: வாலையா அந்தர் ist ein unsicherer Name; er wird nicht mit einem anderen Siddha gleichgesetzt.
6990. Ich suchte Zuflucht bei Pulastya und pries die mächtigen Füße Valmikis. Ich rief den königlichen Subrahmanya als Zuflucht an und verehrte seine Füße. Ich pries die kostbaren Füße Jayakantis und suchte Zuflucht bei dem rotlotusgleichen Valluvar. Vor den großen Füßen Mahadevas und des Kala-Boten verneigte ich mich.
Anmerkung: ஜெயகண்டி und die Schlussverbindung மகதேவர் காலதூதர் sind nicht eindeutig: Mahadeva und Kala-Duta können als getrennte Namen oder verbundene Bezeichnung gelesen werden. Die Übersetzung macht keine zusätzliche Identifikation.
Deutsche Übersetzung: Schlussverse 6991–7001
Die folgenden elf Verse beschließen den siebten Teil: Verehrung der Lehrer, Bitte um wohlwollende Aufnahme und Widmung an die Menschen.
Dankbarkeit, Offenheit und der Abschluss des Werkes
6991. Den neun Koti Rishis, den achtzehn Siddhas und den achtundvierzig weisen Munis habe ich meine ehrfürchtige Zuflucht dargebracht. Ich preise die Füße Manonmanis und das strahlende Licht. Kalanginathar, den alle acht Himmelsrichtungen rühmen: Mein Herr, ich preise deine Füße!
Anmerkung: Koti ist eine traditionelle große Zahl, meist zehn Millionen. Die riesigen Zahlen gehören zur preisenden Sprache des Verses.
6992. Den großen Siddhas und Rishis möchte ich eine demütige Bitte vortragen. Mein Herr Kalanginathar unterwies mich im Land China wohlgeordnet in den Wundern der Welt. So sang ich diese sieben Teile, strahlend wie unzählige Sonnen.
6993. Die wunderbaren Erscheinungen der Welt waren von den Nathas verborgen gehalten worden. Damit die guten Menschen gedeihen, habe ich für meinen lieben Sohn Pulippani das überlieferte Wissen ausführlich dargelegt, weit wie die sieben Meere. Sieh diese Teile der wahrhaftigen Siebentausend Bogars, die ich mit Freude sang.
6994. Ihr ehrwürdigen Nathas, zürnt mir nicht, weil diese Wunder nun öffentlich geworden sind. Schenkt mir liebevoll eure Gnade. Ich bin nur ein kleines Kind und neige mich euch mit aufrichtigem Herzen. Seid nicht böse auf mich; nehmt mich gütig an und schließt mich in eure Arme.
6995. Wenn sich in meinem Werk Fehler finden, so löst die Schwierigkeiten mit freudigem Herzen. Verliert euch nicht in abweisenden Worten, sondern verbessert das reine Tamil sorgfältig. Bringt Vorschriften, Verfahren, Eigenschaften und Formen der Verehrung in die rechte Ordnung. Nehmt Bogars Siebentausend wohlwollend und mit Freude in euer Herz auf.
6996. Vor den Siddhas, Munis und Rishis erklingt dieses von mir gesungene Werk in sieben Teilen wie das Krächzen einer Krähe vor einem grünen Papagei. Mit Sehnsucht habe ich es in reinem Tamil vor den Siddhas vorgetragen. Weil ich aus meinem geringen Wissen sprach, mögen die Großen darüber milde lächeln.
6997. Was für eine Größe können diese Siebentausend Bogars vor den guten Siddhas, Munis und Nathas beanspruchen? Zahlreiche Siddhas kamen auf Erden zusammen, verfassten in Höhlen viele große Werke und gingen in Samadhi ein. Den Reichtum ihrer Lehrschriften auch nur zu vergleichen und darzustellen, wird niemals ganz möglich sein.
6998. Nicht einmal Adishesha könnte dies ergründen, mein Sohn. Die Siddhas häuften Lehrschriften auf wie Berge, ohne jede Grenze. Die Angehörigen der Linie des Kumbha-Muni und der Linie Tirumulars, die den Vedanta lehren, verfassten unzählige Werke. Auch ich habe dieses Werk zum Guten gesungen.
Anmerkung: Kumbha-Muni, der aus dem Krug geborene Weise, bezeichnet in dieser Überlieferung Agastya.
6999. Lies dieses kleine Werk mit offenem Herzen und ohne Zorn, auch wenn es viele andere und größere Werke gibt. Lies es mit Zuneigung und Freude. Suche nicht bloß nach Fehlern in meinem Buch, sondern begegne mir Geringem mit Liebe. Nimm es als ein gutes Werk freundlich auf und mache in guter Weise Gebrauch davon.
7000. Für diese Siebentausend Bogars habe ich lange in Askese verharrt. Wahrhaftig habe ich meinen Körper, meinen Besitz und mein ganzes Leben diesem Werk hingegeben. Diese aufrichtige Lehrschrift in sieben Teilen sang ich, damit die Menschen des Kali-Yuga bestehen können. Auf diesem Werk liegt kein Fluch, Edler: Sieben sind seine Teile.
7001. In diesen sieben Teilen liegen Wunder, strahlend wie unzählige Sonnen. Durch den gnädigen Blick Kalangis wurde es zu einem großen Werk, einem Lehrerbuch. Durch die süße Gnade Manonmanis und die Gnade des leuchtenden reinen Bewusstseins findet das große Werk, Bogars Siebentausend, hier seinen Abschluss.
Zentrale Lehren für Yoga und Meditation
Übung soll zu eigener Erfahrung führen
Die Verse 21, 25, 27 und 101–104 warnen vor einem Yoga, der beim Reden stehenbleibt. Für die heutige Praxis lässt sich daraus eine schlichte Frage gewinnen: Welche kleine, verlässliche Übung trägt mein Leben tatsächlich? Ein regelmäßig eingehaltenes Maß an Yoga und Meditation kann die Beschäftigung mit einer großen Schrift erden. Das ist eine heutige Anregung, keine im Werk vorgeschriebene Übungsdauer.
Sammlung und Hingabe gehören zusammen
In den Versen 30–31, 41–42 und 52–57 wird die innere Arbeit zur Puja: Der Geist pflückt eine Blüte, legt sie zu den göttlichen Füßen und bittet um Gnade. Konzentration muss deshalb nicht hart oder verkrampft sein. Als einfache, vom historischen Ritual unabhängige Betrachtung kann man ein Gefühl der Dankbarkeit oder eine gute Absicht wie eine Blüte innerlich darbringen.
Mitgefühl macht Erkenntnis glaubwürdig
Vers 126 setzt einen starken Akzent: Die Eignung zum Empfang von Wissen zeigt sich im Schutz anderer und im Mitgefühl mit allen Lebewesen. Gerade nach den schroffen Warnungen der vorangehenden Verse eröffnet diese Stelle einen positiven Maßstab. Wer sich mit Siddhis beschäftigt, kann zugleich fragen: Werde ich durch meine Praxis geduldiger, wahrhaftiger und hilfreicher?
Wissen darf mit Demut verbunden bleiben
Die Schlussverse 6991–7001 sind von bemerkenswerter Bescheidenheit geprägt. Der Verfasser bittet um wohlwollende Korrektur und vergleicht seinen Gesang mit dem Krächzen einer Krähe vor einem Papagei. Darin liegt eine Anregung zum Svadhyaya: aufmerksam lesen, das Verstandene leben und zugleich bereitbleiben, Fehler zu berichtigen. Gerade die Liebe zu einer Schrift kann sorgfältiges Prüfen einschließen.
Fünf Anregungen für das Schriftenstudium
- Lies einen der fett überschriebenen Versblöcke langsam. Lass anschließend eine kurze Zeit der Stille entstehen.
- Wähle eine verständliche Aussage aus, die dich anspricht. Halte sie von einer unsicheren Textstelle oder einer redaktionellen Erläuterung klar auseinander.
- Beobachte den Atem für einige ruhige Atemzüge, ohne ihn anzuhalten oder zu erzwingen. Dies ist eine einfache heutige Einstimmung, keine Rekonstruktion von Bogars Vasi-Verfahren.
- Verbinde die Lektüre von Vers 126 mit einer konkreten hilfreichen Handlung gegenüber einem Menschen oder einem anderen Lebewesen.
- Prüfe am Ende des Tages freundlich, wo sich Sammlung, Wahrhaftigkeit oder Dankbarkeit gezeigt haben. Beginne am nächsten Tag erneut.
Praxisverse und Mantraregister
Bogar Sapta Kandam 108 Verse und Mantras bietet 108 ausgewählte Strophen mit tamilischem Wortlaut, vollständiger deutscher Übersetzung und einem anschließenden Register der heiligen Laute und Rezitationsstellen. Formeltexte, bloße Mantranamen und unsichere Lesungen werden unterschieden.
Weiterführende Videos
Die folgenden allgemeinen Erläuterungen von Yoga Vidya können beim Verständnis der Begriffe helfen. Sie sind keine Kommentare zu Bogars tamilischem Werk; Unterschiede der jeweiligen Lehrsysteme bleiben bestehen.
Kundalini Yoga
Nadis und Chakras: Begriffe und Aussprache
Quellen und Hinweise zur Übersetzung
Verwendete Textgrundlage
- Bogar 7000 / Bogar Sapta Kandam, tamilische elektronische Ausgabe, Herausgeberangabe im Vorspann: Ingenieur Sugumaran, Chennai. 913 PDF-Seiten; abschließende Versnummer 7001. Ein verlässliches bibliographisches Erscheinungsjahr ist der hier herangezogenen Titelangabe nicht zu entnehmen.
- Tamilischer Erkennungstext derselben Werkfassung; verwendet wurde die Internet-Archive-Textfassung. Die eingebetteten Seitennavigationen gehören nicht zum Grundtext.
- Bogar 7000 Saptha Kaandam bei Internet Archive: Digitale Ausgabe mit tamilischem Grundtext.
Textumfang, Nummerierung und verbleibende Unsicherheiten
Alle sieben Teile der vorliegenden Werkfassung sind bis Nummer 7001 fortlaufend bearbeitet. Die Ausgabe ist eine vollständige Bearbeitung des vorhandenen Umfangs mit örtlich markierten Übersetzungslücken. Ein vollständiger philologischer Vergleich mit weiteren Handschriften oder Druckausgaben wurde nicht vorgenommen.
Bereits die PDF-Vorlage überspringt die Nummern 973–978, 998–1000, 2853, 2879, 3479, 4000, 4212 und 4894–4900. Ob jeweils Text fehlt oder nur eine Fehlzählung vorliegt, bleibt offen. Die Nummern 557, 585, 2803, 3001, 3375, 3845, 4211 und 6148 sind doppelt vergeben; die zugehörigen Strophen bleiben getrennt erkennbar. Die doppelte 3001 bildet zugleich die Grenze zwischen drittem und viertem Teil. Wiederholte oder nahezu wiederholte Texte unter verschiedenen Nummern, etwa 2500/2501, 3648/3649, 4893/4901, 5411/5412 und 6100/6101, werden nicht gestrichen.
Zahlreiche OCR-Zahlfehler wurden aus der fortlaufenden Stellung und teilweise am PDF berichtigt; die jeweiligen Lesungen sind lokal vermerkt. Gezielte Sichtprüfungen bestätigen unter anderem die doppelte 4211 auf PDF-Seite 552, die Textwiederholung 6100/6101 auf Seiten 796–797 und die beiden unterschiedlichen 6148 auf Seiten 802–803. Das ist keine vollständige Kollation sämtlicher Zeichen.
Das Bogar Sapta Kandam ist in tamilischer Sprache überliefert. Die Versauswahl gibt den tamilischen Originaltext neben der deutschen Übersetzung wieder. Die vollständigen tamilischen Ausgangsdateien sind im Begleitarchiv erhalten. Die deutsche Übersetzung folgt unmittelbar dem Tamilischen, keiner englischen Zwischenübersetzung.
Besonders unsicher sind mehrere Mantrafolgen, alchemistische Stoffnamen und einzelne Beschreibungen höherer innerer Zustände. Die betroffenen Stellen sind unmittelbar im Text markiert. Lesbare Teilpassagen bleiben übersetzt; unlesbare Passagen werden nicht durch inspirierende Neudichtungen ersetzt. Begriffe wie Samadhi, Siddhi und Maya dienen der Verständlichkeit, ohne die eigenständige tamilische Ausdrucksweise überall in ein anderes System zu überführen.
Bilder, Videos und Seminarverweise
Die verwendeten Bilddateinamen und Videoeinbindungen sind auf der Yoga-Vidya-Wiki-Seite Kundalini Yoga belegt. Die Seminarfeeds wurden aus den vorhandenen Wiki-Seiten Kundalini Yoga, Chakra und Indische Schriften übernommen. Bilder und Videos sind allgemeine Begleitmedien, keine Illustrationen aus der tamilischen Quelle.
- ↑ Bogar 7000 / Pokarin Capta Kantam, tamilische elektronische Ausgabe, herausgegeben von dem im Vorspann als Ingenieur bezeichneten Sugumaran, Chennai. Verwendet wurden die PDF-Datei 396464785-Bogar-7000-Sapthakaandam-pdf.pdf mit 913 PDF-Seiten und der beigefügte tamilische Erkennungstext. Öffentlich zugängliche Textfassung: Bogar 7000 Saptha Kaandam, Volltext bei Internet Archive.
Siehe auch
Tamilische Texte und verwandte Themen
- Tirumantiram – Yoga und Shiva-Verehrung in der tamilischen Überlieferung
- Vinayagar Agaval – Ganesha-Hymnus mit Lehren des inneren Yoga
- Sivavakkiyam – Siddha-Dichtung über innere Erkenntnis
- Sivajnana Bodham, Sivajnana Siddhiyar, Sivaprakasam, Unmai Vilakkam und Tiruvarutpayan – verwandte Zugänge zur tamilischen Shiva-Tradition
- Avvai Kural
- Jnana Kural
- Weitere tamilische Schriften
- Siddha, Shivaismus, Kundalini Yoga, Pranayama, Guru, Bhakti und Svadhyaya
Lehrer und Gestalten der Überlieferung
Die folgenden Personen und Gestalten begegnen im Werk. Die Verweise erschließen ihre jeweiligen Überlieferungen; sie setzen keine historisch gesicherte Begegnung mit Bogar voraus.
- Bogar – dem das Bogar Sapta Kandam zugeschrieben wird
- Kalanginathar – der im Werk verehrte Lehrer Bogars
- Pulippani – als Schüler und Empfänger der Unterweisung angesprochen
- Agastya – auch unter dem Namen Kumbha-Muni genannt
- Tirumular – im Schlussabschnitt mit seiner Lehrlinie erwähnt
- Patanjali und Vyaghrapada – in der Eingangsverehrung genannt
- Kamalamuni – unter anderem in der Anrufung des siebten Teils verehrt
Verwandte Tantra- und Yogaschriften
Die folgenden Texte eröffnen Vergleichsmöglichkeiten zu innerer Verehrung, Körperlehre, Mantra und Erkenntnis. Ihre Aufnahme bedeutet nicht, dass eine direkte Abhängigkeit von Bogars Werk nachgewiesen wäre.
- Bhavana Upanishad
- Khechari Vidya
- Matsyendra Samhita
- Kaulajnana Nirnaya
- Kularnava Tantra
- Malinivijayottara Tantra
- Netra Tantra
- Mrigendra Tantra
- Kamika Agama
- Ajita Agama
- Mantramahodadhi
- Parashurama Kalpasutra
- Weitere Tantra-Schriften
Seminare
Kundalini Yoga
- 30.10.2026 - 01.11.2026 Kundalini Yoga Mittelstufe
Intensives Kundalini Yoga Seminar zur Erweckung der inneren Kundalini Energie, Erweiterung des Bewusstseins und Entfaltung des vollen Potentials. Yoga A…- Arjuna Wingen
- 06.11.2026 - 08.11.2026 Kundalini Yoga Einführung
Gründliche Einführung in die Theorie und Praxis des Kundalini Yoga, Yoga der Energie. Die praktischen Übungen des Kundalini Yoga umfassen Pranayama (…- Arjuna Wingen
Indische Schriften
- 26.12.2026 - 02.01.2027 Indische Rituale Ausbildung
Du interessierst dich für indische Rituale? Du hast die einzigartige Gelegenheit, in dieser Rituale Ausbildung bei Yoga Vidya die kleine Puja, große P…- Sukadev Bretz, Shankari Winkelbauer
- 01.01.2027 - 10.01.2027 Yogalehrer Weiterbildung Intensiv A1 - Jnana Yoga und Vedanta
Kompakte, vielseitige Weiterbildung für Yogalehrer rund um Jnana Yoga und Vedanta.
Tauche tief ein ins Jnana Yoga und Vedanta, studiere die indischen S…- Vedamurti Dr Olaf Schönert
Chakras
- 20.11.2026 - 22.11.2026 Heilreise durch die Chakren
Tauche ein in eine transformative Reise durch die sieben Hauptchakren und erfahre, wie du deine Energiezentren aktivieren, ausbalancieren und für dein …- Nese Niekrens, Gajendra Sebastian Niekrens
- 26.12.2026 - 01.01.2027 Kundalini Yoga Intensiv Praxis - Live Online
Intensives Praktizieren der im Mittelstufen-Seminar gelernten Übungen für noch tiefere Erfahrung und Erweiterung des Bewusstseins ohne viel Theorie. L…- Sukadev Bretz, Shaktipriya Vogt, Radharani Birkner
Energiearbeit
- 30.10.2026 - 01.11.2026 Kundalini Yoga Mittelstufe
Intensives Kundalini Yoga Seminar zur Erweckung der inneren Kundalini Energie, Erweiterung des Bewusstseins und Entfaltung des vollen Potentials. Yoga A…- Arjuna Wingen
- 04.11.2026 - 04.11.2026 Einführung in die Chakratherapie - Online Workshop
Uhrzeit: 18 - 21 Uhr
Ein Chakra ist ein feinstoffliches Kraftzentrum des Körpers, welches wichtige Körperfunktionen steuert und bestimmten Organen zug…- Beate Menkarski
Schlussgedanke: Mit offenem Herzen lesen
Am Ende des Bogar Sapta Kandam steht eine berührende Bitte. Bogar wendet sich an seine Leser und Lehrer: Sie mögen das Werk mit Zuneigung aufnehmen und Fehler wohlwollend berichtigen (6995 und 6999). Der große Lehranspruch verbindet sich mit dem Eingeständnis, selbst ein Lernender zu sein. Die Erinnerung an Kalanginathar und die Gnade Manonmanis trägt den Werkabschluss.
Darin liegt auch für heutige Yoga-Aspiranten eine stille Ermutigung: Du musst nicht alles verstanden haben, um aufrichtig weiterzulernen. Begegne einer Schrift mit Achtung, einer schwierigen Stelle mit Geduld und deinen Mitmenschen mit einem offenen Herzen. So können Studium, Meditation und tätiges Mitgefühl zusammenfinden. Diese Einladung ist eine heutige Betrachtung der Schlussverse.
Zur vertiefenden Lektüre führen die Einführung und die ersten drei Teile, die mittleren Werkteile und die 108 Verse mit Mantraregister zurück in die Vielfalt des Bogar Sapta Kandam.
Die Bogar-Sapta-Kandam-Ausgabe: Teile 1–3 und Einführung · Teile 4–6 · Teil 7 und Werkabschluss · 108 Verse und Mantraregister