Bogar Sapta Kandam Fortsetzung

Aus Yogawiki

Bogar Sapta Kandam – Fortsetzung führt die direkte deutsche Übersetzung des tamilischen Siddha-Werkes Bogar Sapta Kandam in den Teilen vier bis sechs weiter. Alchemistische Stoffverfahren, Berichte über Lehrer und Wunder sowie Fragen nach Körper, Erkenntnis und Vergänglichkeit stehen nebeneinander.[1]

Wer die ersten Teile gelesen hat, begegnet hier erneut der Frage, wie Wissen, Vertrauen und eigene Erfahrung zusammenfinden. Die Erzählungen laden zum Staunen ein; die Mahnungen zu Wahrhaftigkeit und Vergänglichkeit geben zugleich Anlass zur Selbstreflexion. So lässt sich dieser umfangreiche Abschnitt auch in kleinen Leseschritten erschließen.

Die Bogar-Sapta-Kandam-Ausgabe: Teile 1–3 und Einführung · Teile 4–6 · Teil 7 und Werkabschluss · 108 Verse und Mantraregister

Umfang dieser Seite: Vierter bis sechster Teil: von der zweiten Strophe mit der Nummer 3001 bis Vers 6000. Der siebte Teil folgt auf einer eigenen Seite.

Der Text spricht aus unterschiedlichen Perspektiven: Langlebigkeitsversprechen können neben einer ausdrücklichen Kritik an Unsterblichkeitserzählungen stehen. Die Übersetzung bewahrt diese Spannungen. Unsichere Lesungen sind am jeweiligen Vers erläutert. Historische Stoff- und Maßnamen werden nicht ohne Beleg modernisiert; die Rezepte werden als historische Textaussagen wiedergegeben.

Svadhyaya verbindet aufmerksames Schriftenstudium mit eigener Besinnung. Das Bild von Swami Sivananda ist eine heutige Leseanregung, keine Abbildung aus Bogars Werk.

Deutsche Übersetzung: Vierter Teil

3001, zweite Zählung. Mögen Sadashivas Füße schützen! Ich werde im Bogar Siebentausend sprechen. Nachdem ich die sieben Meere aufgesucht hatte, verfasste ich kraftvoll das Sapta Kandam. Ich preise Kalanginathars Füße und die Füße der Nathas, der Gurus. Dieses vierte Kanda handelt von Heilkunde; mein Sohn, möge die Alchemie unter Schutz stehen.

Anmerkung: Die Vorlage beendet das dritte Kanda mit einer Strophe 3001 und beginnt das vierte erneut mit 3001. Beide Strophen sind vollständig erhalten; sie werden nicht stillschweigend umnummeriert.

Puni-Wasser: Fundorte, Zeiten und Gewinnung

3002. Ich sah die sieben Meere und die sieben Inseln. Ich sah die sieben Flüsse und die acht Himmelsrichtungen. Ich sah die acht erhabenen Hüter und die acht mächtigen Göttertempel. Parapari im Herzen gedenkend, habe ich dies geordnet besungen. Sieh seine Größe!

3003. Mit angelegter Kulikai ging ich ehrerbietig nach Cinapati. Drei Katam weit durchwanderte ich Cinapati und erkundete seine Geheimnisse. Ich sah die Fruchtbarkeit des Bodens; dies war ihre besondere Erde. Was die Nathas nicht gesehen hatten, sah ich: Puni-Wasser.

3004. Hört von der Fülle des Puni-Wassers; überall in der Welt gibt es viel davon. Im reichen Pandya-Land, in Avudaiyar und Brahmadesam, im Chera-Land, wie ich es gesehen habe, und auf den fruchtbaren Böden des Chola-Landes gewinnen es die Nathas. Seit langer Zeit gehen sie dorthin und sammeln Puni-Wasser.

3005. Noch viele Fundorte des Puni-Wassers will ich nennen: das berühmte Kalahasti und Shivagangai, Paluvanam und Pumparai, Dindukkal und Pasumalai, Tillai-Wald und Kalinga-Madu, die goldene Erde von Nord-Madurai, Süd-Madurai und die Stadt Ayodhya sowie die lichte Stadt Ponnagaram.

Anmerkung: Einige Ortsnamen sind in der Vorlage orthografisch unsicher; eine moderne geografische Gleichsetzung wird nicht vorausgesetzt.

3006. Dazu gehören das fruchtbare Land Panchala, die südlichen und nördlichen Gebiete, die Ufer heiliger Gewässer, die honigreiche Narmada und der nördliche Meru. Diese und weitere Länder sind als glänzende, ertragreiche Böden zu nennen. Nun will ich die Zeit erklären, zu der Puni-Wasser gesammelt wird; höre.

3007. Achte auf die Zeit vor der Chitra-Periode und, nach genauer Berechnung, vor Panguni. Suche den passenden Neu- oder Vollmondtag und verstehe die verhüllende Fachsprache. Prüfe den Tag, damit nichts misslingt. Alle sollen die Bücher erforschen, die Feinheiten der Siddha-Schriften betrachten und die Fastenweisung der Mutter des Vedanta vernehmen.

Anmerkung: Die Zeitangaben sind nicht eindeutig auf einen einzigen Kalendertag zu beziehen.

3008. Nachdem sie das Fasten auf sich genommen hatten, suchten sie zahllose Wald- und Bergländer auf. Sie verließen die Gebiete der Waldbäche, durchquerten Wälder, Berge und Flussauen und gingen zur Zeit der Gewinnung des Puni-Wassers dorthin, wie es die himmlischen Siddhas und Weisen gesagt hatten. Zu der Zeit, da Weltweise und Rakshasas dort weilten, begaben sich die Menschen an diese Orte.

3009. Askese-Yogis und Shiva-Yogis suchten geordnet die drei Welten auf. Könige und Herrscher der Länder und unzählige Menschen wollten Muppu finden. In der Mondperiode, zur mittleren Nachtwache, verwendeten sie ruhig eine Abwandlung des Pranava und sammelten Puni-Wasser nach der Vorschrift.

Anmerkung: Die konkrete Pranava-Abwandlung wird nicht ausgeschrieben; Muppuvanam, drei Welten beziehungsweise Muppu-Gebiet, ist mehrdeutig.

3010. In Cinapati geschah die Gewinnung des schönen Puni-Wassers auf folgende Weise: Man grub den besonderen Boden ungefähr eine Mannestiefe aus. In der engen Grube breitete man Erde gleichmäßig aus und deckte sie zu. Man brachte viele feste Einfassungen an und legte ein Filtertuch darüber.

Anmerkung: Die baulichen Einzelheiten der Grube sind durch unsichere technische Wörter nur annähernd verständlich.

3011. Höre von den als Mulam bezeichneten Röhren: Man setzte sie ordentlich in den Boden ein, befestigte sie und verschloss sie mit einer Scheibe. Am dritten Tag, in der Morgendämmerung, öffnete man sie und sah nach. Wir sahen das Puni-Wasser in kräftigen, strahlenförmigen Gebilden wie die Sonne aufblühen.

Anmerkung: Mulam kann hier auf Bambusrohre weisen; eine eindeutige Materialangabe ist nicht gesichert.

Reinigung und Verarbeitung des Puni-Wassers

3012. Die Alchemisten versammelten sich und brachten das gewonnene Puni-Wasser herbei. Um das als Andam bezeichnete Stein-Cunnam zu vollenden, nahmen sie – Hara Hara! – das Jaya-Wasser namens Pindam und das als Mekam bezeichnete Wasser. Gib das Puni-Wasser entsprechend in ein Gefäß, mein Sohn; ich werde die Einzelheiten des Kochens erklären.

3013. Um das Puni-Wasser zu kochen, löse es im richtigen Verhältnis auf, mein Sohn. Lasse die klare Flüssigkeit in ein anderes Gefäß absetzen und koche das Puni-Wasser nach dem Verfahren ein. Auf diese Weise werden die zehn Dikshas vollzogen; so führt man diese Arbeit auf Erden aus. Höre noch eine andere Zubereitungsweise: Man arbeitet im Angesicht der strahlenden Sonne.

3014. Täglich vollzieht man die Diksha, indem man das Puni-Wasser geordnet in die Sonne stellt. Man gibt Tauwasser hinzu und setzt es dem Sonnenlicht aus. Dann zeigt das reine Puni-Wasser seine Blüte: makellos weiß und strahlenförmig. So führen die Menschen dieses Verfahren aus. Höre noch eine andere Zubereitung.

3015. Die Zubereitung lässt sich kaum beschreiben: Gemeint ist das Jaya-Wasser aus dem Inneren der Frau. Dieses Jaya-Wasser ist Pindam; es ist die Flüssigkeit des Pani-Kutam, der Fruchtblase. Gib Puni-Wasser hinein und löse es darin auf, mein Sohn. So vollzieht man die zehn Dikshas. Wenn man geordnet verfährt, blüht es auf.

Anmerkung: Pani-Kutam bezeichnet gewöhnlich die Fruchtblase; der Text verwendet hier zugleich verhüllende alchemistische Rede. Die Gleichsetzung mit einer konkret gewonnenen Körperflüssigkeit bleibt daher mit Unsicherheit behaftet.

3016. Nimm die entstandene Blüte und höre weiter. Füge ihr Paccai-Puram hinzu, ferner einen Viertelteil Viram, einen halben Teil Cinam und eine gleiche Menge Vedi-Uppu. Gib auch Puram hinzu, vereinige sämtliche Stoffe und lege sie in den Reibstein.

Anmerkung: Puram erscheint zweimal, zuerst als Paccai-Puram; die Bezugsmenge für ›gleich viel‹ bleibt unklar.

3017. Zerreibe alles mit dem als Pindam bezeichneten Jaya-Wasser vier Samam lang. Forme eine Scheibe, lasse sie trocknen und verschließe sie in einer Schale, mein Sohn. Lege eine feste Dichtung an, trockne sie in der Sonne und gib ihr ein Koli-Putam. Die Scheibe wird aufblühen.

3018. Blüht die Scheibe nicht auf, gib ihr erneut ein Putam. Sie wird nicht schwarz; unter starkem Erhitzen kann sie sich einmal röten. Zerreibe sie dann abermals mit Jaya-Wasser. Durch die Gnade des erhabenen Gurus forme eine neue Scheibe und lege sie sogleich in die Sonne zum Trocknen.

3019. Wenn die Scheibe einen Laut von sich gibt, lege sie in die Schale und dichte sie ab. Trockne sie im Sonnenlicht und verstärke die Dichtung. Gib ihr das Koli-Putam; sogleich wird sie aufblühen. Sie nimmt das Aussehen des Puni-Wassers an. Zerkleinere die klaren Stoffe vollständig.

3020. Lass es nicht dabei bewenden; höre weiter. Um die flüchtigen Stoffe zu binden, vereinige ihre feindlichen und freundlichen Gegenstoffe und bereite die passende Mischung. Damit meine Worte nicht unwahr werden, fülle Sand in einen Topf, decke ihn mit einem oberen Topf zu und erhitze alles ordnungsgemäß vier Samam.

Muppu, Stoffverwandlung und Karpa

3021. Nach vier Samam Erhitzen wird die Scheibe aufblühen. Sie besitzt starke alkalische Kraft und lässt sich als scharfes Kara-Cunnam bereiten. Gibt man dieses milchweiße Cunnam auf Kurkuma, wird der Kurkuma rot. Für die vorzüglichen Stoffe ist es wie der Todesgott; es ›tötet‹ sämtliche Substanzen.

3022. Es ›tötet‹ die zweiunddreißig Pashanam und verascht alle kräftigen Stoffe. Die neun Metalle werden zu Asche, Sutam wird rasch ›getötet‹. Auch Kara- und Cara-Stoffe verlieren durch das gerühmte Muppu ihre ursprüngliche Beschaffenheit. Selbst Steine werden durch Muppu zu Asche; ebenso wirkt es auf die überall im Wald wachsenden Pflanzen.

3023. Blätter von Pflanzen, die keinen Saft abgeben, werden bereits bei Berührung mit einer winzigen Muppu-Menge flüssig. Für Kulikai ist Muppu erforderlich. Bei einer jungen Frau, deren Monatsblutung nicht eintritt, wird Muppu genannt; durch Muppu werde der Körper fest wie eine steinerne Säule. Der Weber und der Wäscher erkennen es nicht. Sieh die geordnete Kraft des Muppu.

Anmerkung: Die Aussage zur Monatsblutung ist verkürzt; eine Anwendung oder Dosis steht hier nicht. Weber und Wäscher können auch verhüllende Fachbezeichnungen sein.

3024. Wenn Muppu erkannt ist, steht der Weg zum Gold fest. Heilkunde, Alchemie und Yoga gelingen durch das Muppu-Verfahren. Das Alter weicht, Jugendlichkeit entsteht, und auch du wirst ein Siddha. Als König Nala Muppu einnahm, verschwanden, so heißt es, sein graues Haar und seine Falten.

3025. Durch das gute Muppu-Verfahren wird man ein König über Könige. Könnte selbst Bhoja ihm gleichgestellt werden? So groß ist die Herrlichkeit des Muppu. Die als Koja-Bija bezeichneten Kräfte entstehen durch Muppu, und Kaya-Karpa auf Erden beruht auf Muppu. Siddhas, Weise und Rishis lebten hier, nachdem sie liebevoll Karpa eingenommen hatten.

Anmerkung: Koja-Bija ist in der Vorlage nicht sicher zu deuten.

3026. Millionen Rishis und Siddhas stellten das herrliche Muppu fertig, verweilten geordnet in Samadhi und vollbrachten zahlreiche Siddhis. Sie prüften die Beschaffenheit der Erde und erkannten das gerühmte Muppu. Unzählige Millionen vollendeten es unter Mühen; Millionen andere verfehlten den richtigen Zustand.

3027. Unter Millionen Siddhas gibt es einen, der die wirksame Grundsubstanz vollendet. Selbst gründliches Suchen führt nicht leicht zu ihm. Wenn das aus früheren Leben Unvollendete zur Reife kommt, wird es einem zuteil. Geschieht dies nicht, soll man anhand der eigenen karmischen Erfahrung erkennen, dass jene Voraussetzung nicht vorhanden ist.

3028. In den vorhandenen Schriften haben edle Menschen, Millionen Rishis und Weise vieles gesagt. Ohne Andam und Pindam zu kennen, brannten Millionen immer wieder Stoffe, irrten umher und gingen zugrunde. Nach ihrem Belieben verfassten sie die Schriften völlig durcheinander. Keiner hatte es gesehen und richtig ausgesprochen; eigenwillig verdarben sie die Lehre vom Puni-Wasser.

Verhüllte Stoffnamen und das Verstehen der Schrift

3029. Man brachte das als Pindam bezeichnete Material, Mittel-Pindam, Schoß-Pindam und Kopf-Pindam von Frauen herbei, um damit rasch Puni-Wasser zu kochen. Doch die Menschen erkannten das Geheimnis der Schrift nicht. Ohne die Bücher des Landes zu prüfen und ohne die siebentausend Verse geordnet zu lesen, gingen sie zugrunde.

Anmerkung: Die Pindam-Bezeichnungen bleiben wegen ihrer mehrdeutigen körperlichen und alchemistischen Bedeutung unaufgelöst.

3030. Millionen Könige, fehlgeleitete Handelnde und gewöhnliche Menschen gingen zugrunde. Sie brannten Stoffe, ohne Muppu zu erkennen. Welchen Gewinn brachte das Brennen? Sie erlitten Verlust. Wer aus früheren Leben die entsprechende Voraussetzung mitbringt, kann durch das freudige Lesen dieses Buches die Alchemie erkennen. Im Sapta Kandam Siebentausend habe ich sie schön besungen; es gibt darin keine Verhüllung.

3031. Alle verborgenen Stoffe und Bedeutungen muss man untersuchen und die Alchemie nach ihrem Weg ausführen. Erkennt man das Fehlende nicht und fügt es nicht hinzu, entsteht ein Fehler; die Alchemie hat dann keine sichere Grundlage. Die Menschen ließen gerade das Vollständige beiseite, und unzählige Millionen gingen vergeblich zugrunde. Ohne die verstreuten Aussagen der Schrift vorwärts und rückwärts sorgfältig zu prüfen, starben sie.

3032. Andere nahmen auf Erden Karpa ein und lebten verborgen in der Welt. Doch trotz aller Mühen fanden sie das vollendete Kaya-Karpa nicht. Sie hielten den vergänglichen Leib für wahr und wollten von einem Körperhaus in ein anderes hinüberspringen. Die Schüler suchten nach einer Möglichkeit, das Meer der Täuschung ganz hinter sich zu lassen.

Anmerkung: Der Zusammenhang der ersten Zeile mit dem vorangehenden Sterben ist unsicher; die Körperwechsel-Vorstellung ist ausdrücklich genannt.

3033. Alle diese gelehrten Leute kamen zusammen, erkannten in ihrer Verwirrung aber die Unterschiede der Schriften nicht. Jeder hatte seine eigenen Schutzverse sowie Anfangs-, Mittel- und Schlussblätter verfasst. Sie hielten die nutzlosen Muppu-Arten für wahr und folgten nicht dem rechten Weg der Schrift. Es ist die Geschichte von Menschen, die vergessen, selbst eine nur spannenlange Schlange mit einem Stock zu schlagen.

Anmerkung: Der Schlangenvergleich ist ein sprichwörtliches Bild der Vorlage; die erste Bezeichnung der Menschen ist beschädigt.

3034. So gewinnen sie keine Klarheit. Sie können auf Erden nicht einmal eine Nadel erwerben, rechnen aber bereits in großen Gewichten. Sie erkennen das Geheimnis nicht, durch das die wirksame Grundsubstanz vollendet wird. Was nützt ihnen das Lesen der Schrift, als genössen sie bereits die Behaglichkeit eines weichen Bettes? Wer hingegen den Sinn der Verwandlung erkannt hat, dem wird die Alchemie freudig zuteil.

Anmerkung: Der Vergleich mit dem großen Gewicht beziehungsweise der Waage ist im Wortlaut unsicher.

Andam-Stein, Vasi und Puni-Cunnam

3035. Man muss Andam und Pindam erkennen. Niemand auf Erden sieht Andam ohne Weiteres. Wenn du Muppu untersuchst, findest du den großen Stein namens Andam. Er ist durch die Sonne entstanden; der mächtige Giftstein ist der Andam-Stein. Es gibt kleines Andam, großes Andam und das besondere mittlere Andam.

3036. Er heißt Cukkan-Stein, Brahma-Stein und großer Mutanda-Stein. Er wird auch Patika-Stein und Kuli-Yanai genannt, ferner Kutuku-Stein und Kannaka-Stein. Er heißt grüner Kanna-Stein und auch Udaka-Stein.

Anmerkung: Diese Namen gehören zu einer alchemistischen Synonymreihe; sichere moderne Mineralgleichsetzungen werden nicht vorgenommen.

3037. Diesen Stein unter den Steinen muss man erkennen; kaum jemand auf Erden erkennt ihn. Auch das einfache Puni-Wasser verstehen sie nicht. Der gerühmte Sona-Stein wird Cunnam genannt, und manche nennen ihn einen kräftigen Erdklumpen. Seine Größe erkennen die Menschen nicht. Es ist ein Stein, der in einem Termitenhügel liegt; seine weltstrahlende Herrlichkeit sehen sie nicht.

Anmerkung: Die Lesart Cunnam und die genaue Bezeichnung des Hügels sind nicht völlig sicher.

3038. Sie erkennen ihn nicht. Wenn aber ein Kundiger ihn erkennt, erklärt er ihn denen, die Verständnis besitzen. Schon die bloße Berührung, heißt es, kann Menschen dieser alten Welt töten. Erforsche deshalb die Schrift gründlich und höre aufmerksam auf die Worte der Nathas. Um über Kalpa-Zeiträume bestehen zu können, höre sämtliche verborgenen Handgriffe.

3039. Höre die Lehre: Um bis ans Ende eines Yugas zu bestehen, richte dich auf Vasi. Bleibe fest im Vasi-Atem und löse dich von der weit ausgedehnten Welt. Erkenne und verehre aufmerksam das reine Bewusstsein sowie die in der Shruti genannten Organe und inneren Werkzeuge. Verneige dich vor dem Lotussitz der Füße und preise ihn; gut ist es, beständig in Samadhi zu verweilen.

3040. Um einen Stoff zu ›töten‹, erkenne sorgfältig seine feindlichen und freundlichen Gegenstoffe. In den Bergen gibt es Pashanam; bringe es herbei. Verreibe Puni-Cunnam mit Speichel, mein junger Schüler, und lege diese Masse als Mantel um den Pashanam-Klumpen. Gib ihm nach der Vorschrift ein Koli-Putam.

3041. Dabei entsteht ein stark alkalisches Parpam, das den glänzenden Kantaram ›tötet‹. Verrühre es wie zuvor mit Speichel und gib ihm erneut ein Putam. Es wird zu scharfem Kara-Cunnam, das gegenüber feindlichen Stoffen als Todesfreund wirkt. Irre nicht erschöpft umher, mein Sohn; nimm das Cunnam sorgfältig heraus.

3042. Gib eine winzige Menge davon in Sutam. Das mächtige Hema-Rasam verliert seine bewegliche Kraft. Ist das Sutam ›getötet‹, entsteht rasch die Kulikai namens Kevalam. Wer diese Kulikai besitzt, kenne auf Erden niemals den Tod, heißt es. Wir haben Kalanginathars Füße verehrt und dies wahrheitsgemäß besungen.

Anmerkung: Die Kulikai-Bezeichnung Kevalam ist textlich unsicher, möglicherweise eine Bezeichnung für die Bewegungs- oder Flugkraft.

Muppu-Unterweisung und Verwandlung zu Silber und Gold

3043. Wir haben es besungen: Der von Bogar Rishi erklärte Weg ist auf Erden keine Lüge, sondern Wahrheit. Den Weg dieser Verwandlung und des Muppu habe ich im Sapta Kandam klar dargelegt. Dieses vierte Kanda erstreckt sich wie ein Meer. Das Werk umfasst siebentausend Verse in Kandas; es lässt sich wahrhaftig nicht vollständig aussprechen.

3044. Niemand spricht dieses Verfahren so entschieden aus. Sundarar entzog sich ohne die erforderliche Klarheit. Konganavar überlegte und verbarg den Weg des Pindam. Beim Verfahren mit Cunnam verschleierte er das Jaya-Wasser. Idaikkadar und Tamar-anandar hingegen, so heißt es, sprachen bedachtsam und erhaben wie ich.

Anmerkung: Der Name Tamar-anandar und mehrere Satzbezüge sind unsicher. Die positive Bewertung einzelner Lehrer steht neben anderen kritischen Aussagen des Werkes.

3045. Aus den bloßen Aussagen werden die Regeln nicht sichtbar: Millionen Wege, Millionen Ansätze und Millionen Schwierigkeiten gibt es. Um fehlerfrei zu handeln, verwiesen die Rishis auf das aus früheren Leben Unvollendete und auf den leeren Raum. Ich verneigte mich vor den Füßen der Nathas und besang die Muppu-Diksha. Wer die Diksha dieses Buches prüft und das Verfahren richtig ausführt, ist ein Alchemist.

3046. Betrachte noch einen alchemistischen Weg: Diese große Verwandlung ist eine rasche Verwandlung. Sie gehört zur strahlenden Kecara-Kunst; niemand erklärt sie leicht. Nimm einen Ser des Königs Sutam, verneige dich vor den Füßen Umas, der Hälfte des Herrn, und gib liebevoll eine Ma-Menge Muppu hinzu.

3047. Bei der Zugabe wird das Sutam gebunden, seine Kraft wie die eines rasenden Elefanten gebändigt. Wird es zur Kulikai, lassen sich unzählige Millionen Künste damit vollbringen. Fehlt dir in der Not der Lebensunterhalt, schmilz Vangam und gib die Kulikai hinein: Das Vangam wird, so die Aussage, zu Silber.

3048. Dieses Silber dient der Verehrung, mein Sohn. Die Nathas und Weisen übten Alchemie und vollzogen damit die Puja in großen Tempeln. Um Tempel erbauen zu können, erkläre ich nun den Weg zum Gold. Schmilz Kupfer und gib das wirksame Muppu hinein.

3049. Das Kupfer verliert seine Brüchigkeit und wird zu glänzendem Gold. Gib die zuvor genannte wirksame Grundsubstanz aufmerksam auch zu den neun Metallen; ihr Feingehalt nimmt stark zu, und sie lassen sich als gutes Gold bezeichnen. Wenn dir der Lebensunterhalt fehlt, suche das wirksame Muppu zu erkennen.

3050. Höre noch ein Verfahren, das ich dir aufmerksam erkläre, mein Sohn. Nimm einen Ser Punagam und gewinne daraus das Kupfer. Fertige aus diesem Kupfer ein verschließbares Gefäß, gib das flüchtige Sutam hinein und füge eine Kunri-Menge Puni-Wasser hinzu. Decke es rasch mit dem oberen Gefäßteil zu.

Anmerkung: Punagam bezeichnet hier den zuvor im Werk verwendeten tierischen Ausgangsstoff, gewöhnlich den Regenwurm; der erste Herstellungsschritt bleibt stark verkürzt.

Sutam-Kalankam und weitere Metallverfahren

3051. Lege eine kräftige Lehmdichtung an und gib dem Gefäß nach den Worten der weisen Nathas ein Koli-Putam. Lasse es abkühlen und öffne es. Das Sutam ist ›getötet‹ und gleicht einem Kalankam. Gib einen Teil dieses klaren Kalankam auf hundert Teile Kupfer.

3052. Bei der Zugabe erreicht es acht Mattru. Das entstandene Gold ist von Cavalai-Beschaffenheit. Gieße es aus und gib ihm ein Putam mit Pun-Kavi. Dann erreicht es zehn Mattru und wird zu reinem, grünlich schimmerndem Rotgold. Damit Shiva-Tempel zu erbauen ist gut. Dies ist die schöne wirksame Grundsubstanz namens Sutam.

3053. Nimm diese wirksame Sutam-Substanz erneut, mein Sohn. Nimm Ravi, stelle es im Topf in das besondere verschließbare Gefäß und füge ein Kalancu Kenti hinzu. Verschließe das Gefäß und gib ihm ein Putam nach der Vorschrift; die Masse wird gebunden. Ein geformtes Kalankam entsteht. Nimm es heraus und höre weiter.

Anmerkung: Die genaue Anordnung von Ravi, Topf und innerem Gefäß ist im Satzbau unsicher.

3054. Um es zu beschreiben, reichen weder Zunge noch Verse. Schmilz Silber und gib einen Teil davon auf hundert Teile hinzu. Welch eine Kunst der Nathas! Halte sie nicht für gering, mein Sohn. Selbst Könige erkennen dieses Verfahren nicht. Für die Menschen habe ich diesen Weg in knappen Worten wahrheitsgemäß verdeutlicht.

Die Zauberhalle: Glas, Figuren, Röhren und Klang

3055. Betrachte einen weiteren Weg, den wir den Menschen erklären wollen. Es ist eine Kunst, die die Menschen von Cinapati gemeinsam ausüben. Um Verstorbene sichtbar zu machen, werde ich ein Zauberschauspiel beschreiben. In einem weiträumigen Bereich errichteten sie dafür eine Halle.

3056. Höre von dieser Halle; ich erkläre Breite, Länge und Viereck. Die Breite beträgt zwanzig, die Länge vierzig. Nach unserer Zählung gibt es siebenhundertzwanzig viereckige Räume und sechzehn Zugänge. Bringe ordnungsgemäß Türen aus Glas an.

Anmerkung: Die Vorlage nennt keine eindeutige Maßeinheit und erklärt nicht, wie sich die siebenhundertzwanzig Räume aus den vorhergehenden Maßen ergeben.

3057. Stelle innerhalb der Glastür eine Röhre auf. Für jeden der siebenhundertzwanzig Bereiche gibt es eine eigene lange Röhre. Bringe entlang der Glasränder sorgfältig den als Kantam bezeichneten Draht an und verbinde ihn in der Mitte mit der Röhre.

Anmerkung: Kantam bedeutet Magnet beziehungsweise magnetisches Material; die technische Konstruktion bleibt aus dem Text allein unklar.

3058. Wenn der Draht mit der Nagam-Röhre verbunden ist, sammelt sich durch das Blasen mit dem Mund viel Luft darin. Ein starker Ton entsteht. Durch den Zugang hört man ihn mit dem Ohr, wie beschrieben. Ein kundiger Handwerker erkennt das Geheimnis.

3059. Stelle vor jeden Eingang eine Figur. Gestalte männliche und weibliche Formen und bekleide sie mit schönen Gewändern. In dem als Bhuta bezeichneten Glas lässt sich die Geistergestalt sehen. Trage auf jede Glasreihe eine besondere schwarze Paste auf.

3060. Betrachte die aufgetragene schwarze Paste; selbst ein wirksames Anjana kommt ihr nicht gleich. Nachdem die beständige Paste in den über siebenhundert Räumen angebracht ist, kann man in jedem einzelnen Glas eine Gestalt erkennen. Im oberen Kreis der Kuppel wird das Licht der Sonne sichtbar.

3061. Der Text beschreibt nun, Anjana an den Augen anzubringen und den Pranava abzuwandeln. Im Freien stehend solle man in die Sonne sehen, ohne die Lider zu bewegen, zehn Kadikai lang. Auf der Erde stehend solle man die Mitte der Stirn betrachten.

Anmerkung: Die historische Vorschrift zum ungeschützten Sonnenblick wird als Textinhalt wiedergegeben; die erhebliche Gefährdung der Augen ist kein Beleg für die behauptete Schauwirkung.

3062. Wenn man in der Mitte gleichmäßig steht und unverwirrt zum Himmel blickt, zeigt sich allmählich eine Gestalt. Sie erscheint wie die eigene Form; die Körpergestalt tritt deutlich hervor und zeigt ihre Farbe. Eine unwirkliche Erscheinung wird für wahr gehalten, und die flüchtige Gestalt erscheint wie etwas Wirkliches.

Kurali und das Sprechen der Erscheinungen

3063. Auf diese Weise lassen sich Gestalten zeigen und vielerlei Erscheinungen hervorbringen. Wie gesagt, ist dieses vierte Kanda dafür verfasst, dass die Menschen im Land bestehen können. Im Bogar Siebentausend erkläre ich, wie Verstorbene sichtbar werden sollen. Ich errichtete dafür eine Halle; sie wurde zur Halle des weltweiten Zauberspiels.

3064. Von dieser Jaga-Jala-Halle können wir unermesslich vieles erzählen. Was soll ich über das Sprechen sagen? Man lässt nach dem Namen des Verstorbenen fragen. Hinter dem Schauplatz wird der Pranava gezielt verändert; durch Kurali erklingt eine Rede, als spräche ein atmender Lebender. Ich erkläre, wie es wirkt, als werde von vorn gesprochen.

3065. Während vorne die Worte gesprochen werden, geht Kurali heftig nach hinten. Vor dem Zugang der beweglichen Figur wird der Weg des Schalls umgelenkt, und die Worte erklingen von vorn. Den arglosen Menschen trägt der Geist das Zauberschauspiel vor. Er zeigt Augen, Gesicht und Zähne und spricht heftig und zornig.

Anmerkung: Die Beschreibung verbindet Bühneneffekte mit einem handelnden Geist; eine rein technische Erklärung wird im Original nicht gegeben.

3066. Der als Kurali bezeichnete Geist geht in die Halle und führt das aus, was man sich vorgenommen hat. Innerhalb des Zauberglases spricht er; viele Worte äußert er wie ein Kind. Wie mit süßem Amrita erfüllte Rede erklingt seine Stimme klar von vorn.

3067. Während er spricht, sieht niemand seine Gestalt. Es ist eine Täuschungs- und Zauberkunst in der großen Welt. Selbst wenn man Geld verlangt, gibt der Geist es, heißt es. Auf Erden macht man sich den Geist gefügig. Der Reichtum aller Länder wird sichtbar; es ist eine außerordentliche Kunst. Noch mehr von der Zauberkunst dieser gerühmten Halle will ich erklären; höre weiter.

3068. Ich werde die Kunst der Geister erklären. Man bringt den mächtigen Geist Kurali durch den Pranava unter Kontrolle und setzt ihn ohne Zeitverlust in der Zauberhalle vor der Sonne zu Diensten ein. So hält man Kurali in der Halle des Zauberspiels mit feiner Kenntnis gebunden.

3069. Selbst Könige über Könige werden davon getäuscht und beginnen zu sprechen. Was ich durch Kalanginathars Gnade gehört habe, erkläre ich für diese Zauberhalle: Für jene, die durch den Eingang gehen, verändert man die beständige Silbe und spricht sie in die zusammengeführte Röhre. Danach hört man den Klang deutlich.

3070. Der Klang wird gleichmäßig in allen siebenhundertzwanzig Bereichen hörbar. Von der vorderen Halle über die Mitte der mittleren bis zur ganzen hinteren Halle verläuft der als Tanti bezeichnete Draht. Befestige den Draht an Eisen und setze eine Scheibe in die Röhre.

Anmerkung: Tanti bedeutet Draht beziehungsweise Saite; der Vers allein belegt keine bestimmte moderne Kommunikationstechnik.

3071. Trage entlang sämtlicher Eingangswege die besondere Paste als Tilaka-Zeichen auf. Beim Betrachten dieses Zeichens erscheint der Weg durch die Festung und die Halle. Durch die Anjana-Paste werden die Wunder des Landes in der Zauberhalle gezielt sichtbar.

3072. Setze dich genau in die Mitte dieser mit Paste versehenen Halle. Gehe in jedem Raum zur schönen Figur. Durch die Kunstgriffe Kuralis, der dem Todesgott gleicht, lassen sich unzählige Vorgänge ausführen. Höre, nach welchen Regeln dies in der als Kam bezeichneten Halle geschickt geschah.

Anmerkung: Die Namen beziehungsweise Adjektive der Halle in der ersten und letzten Zeile sind beschädigt.

Lautfolgen, Valai-Chakra und Shakti-Puja

3073. Um das Verfahren zu vollenden, sage ich durch die Gnade der Mutter des Vedanta noch Folgendes: Eine Frau von mondgleicher Schönheit erscheint, eine weitere bezaubernde Figur. Ihr Licht überstrahlt selbst die Sonne; niemand auf Erden hat dergleichen gesehen. Der gerühmte Geist Kurali wird all diese Wunder deutlich mitteilen.

3074. Er erkennt die im Geist der Menschen auftauchenden Bilder und die feinsten Geheimnisse. Ich werde den bezwingenden Pranava nennen: Sprich liebevoll ›Am, Im, Vang‹ und zur Verbindung ›Ang, Ting, Riyum‹; wandle die gerühmten Vokale ab. Zeichne klar das sechzehnfältige Valai-Chakra und vollziehe die Umstellung.

Anmerkung: Die erste Lautfolge lautet im Tamil அம் இம் வங்; die zweite erscheint zusammengeschrieben als ஆங்தீங்ரியுஞ் und ist unsicher segmentierbar. Die Umschrift ist entsprechend vorläufig; ein vollständiges Diagramm steht hier nicht.

3075. Höre nun die Rezitation zur Austreibung. Überwinde das schwere Werden, mein Sohn. Wenn du mit dem Trank liebevoll Shakti-Puja vollziehst, gelingen alle Siddhis. Rufe Hanuman herbei und sprich im sechsfachen beziehungsweise sechseckigen Chakra den schönen Pranava zuerst aus, ohne die geringste Abweichung und ohne Schuld auf dich zu laden.

Anmerkung: Der erwähnte Trank wird nicht näher bestimmt; der genaue Pranava wird in diesem Vers nicht ausgeschrieben.

Varahi, Verbrennungsplatz und Kurali-Ritual

3076. Bei der Rezitation sprich ›Mang, Sing‹; die Zahl der Wiederholungen beträgt hunderttausend. Der Text beschreibt, nackt im Dreieckskreis zu sitzen und Varahi herbeizurufen. Höre von ihrer Verehrung: Sie wird zur mittleren Nachtwache am Rand des Verbrennungsplatzes vollzogen.

Anmerkung: Die ausdrücklich geschriebene Lautfolge lautet மங்சிங். Nirvanam bezeichnet in diesem Ritualzusammenhang Nacktheit.

3077. Höre weiter von der Puja und dem Chakra auf dem Verbrennungsplatz. Man soll Bhuvanai-Valai in wahrer Gestalt unter seine Gewalt bringen. Obwohl man den trügerischen Leib für wahr hält, soll die gerühmte Anjana-Kunst verändert werden. Löse dich weitgehend von der Bindung an die dunkeläugige Frau und bleibe auf dem geordneten Weg der Askese.

Anmerkung: Die Verbindung von Leib, Anjana und Überwindung der Bindung ist im Satzbau unsicher.

3078. Der Text beschreibt, auf einem Eberkopf eine beständig brennende Lampe aufzustellen. Während auf dem Verbrennungsplatz das Feuer den Leichnam verbrennt, wird die Lampe auf dem Eberkopf entzündet. Dann wird Kurali herbeigerufen und Kolli als Wache eingesetzt.

3079. Darauf hält der feuermaulige Pishacha für Kurali Wache. Der Kopf des Ebers auf dem toten Körper springt empor. Mit mächtigem Om-Laut, Geschrei und Getöse tritt der Eber vor Kurali und spricht wie ein Viergesichtiger.

Anmerkung: Die Szene wird als übernatürlicher Vorgang erzählt; die Wendung ›wie ein Viergesichtiger‹ ist nicht eindeutig.

3080. Nach der Puja auf dem Verbrennungsplatz und der Bindung Kuralis werden an den vier Seiten der Zauberhalle Wachen aufgestellt. Wenn nach dem Namen eines Verstorbenen gefragt wird, tritt Kurali hervor und antwortet. Es ist kein anderer umherwandernder Mensch; Kurali selbst gibt die Antwort auf die Frage.

Erscheinungen und die Befragung nach Verstorbenen

3081. In der Zauberhalle Kuralis gibt es einen mittleren Eingang und einen festen Zugang. Eine Gruppe von acht Wesen bildet die Hüter der acht Richtungen. Wer vor dem oberen Eingang steht, kann durch die Verbindung der Nagam-Röhren und vor der Sonne im oberen Kreis die Verstorbenen sehen.

Anmerkung: Die räumliche Konstruktion ist in der Vorlage nicht hinreichend eindeutig beschrieben.

3082. Man kann ihre jeweiligen Erkennungsmerkmale sehen und ihnen von Angesicht zu Angesicht sprechen. Noch bevor sie reden, erscheint ihre Gestalt in einer Farbe wie der eines Pfaus. Wie soll man diese Farbe nennen? Die gerühmte Form tritt vor die Augen. Sie spricht viele freundliche Begrüßungsworte, steht eine Weile vor einem und verschwindet dann.

3083. Wenn sie verschwindet, erscheint die Gestalt, an die wir denken. Lass dich davon nicht verwirren und verliere nicht den Verstand. Innerhalb des mit einem Vorhang bedeckten Glases steht sie vorn und spricht. Höre, weiser Natha: Sie folgt dem, der vorangeht, und berichtet ohne Auslassung von seinen Taten, als spräche ein Mensch.

Anmerkung: Die Bewegungsrichtung und die Beziehung zwischen Glas und Vorhang bleiben textlich unsicher.

3084. Innerhalb der siebenhundertzwanzig Bereiche wird das Mantra rezitiert und Kurali entschlossen herbeigerufen. Man gibt ihm Unterweisung in Erkenntnis, bestreicht die Hand mit Paste und legt sie sogleich auf das Glas. Blickt man dann durch den gesamten Kreis zum Himmel, wird die Gestalt deutlich sichtbar.

3085. In der Jaga-Jala-Halle erscheint sie; alle wesentlichen Kräfte spielen darin. Im Licht der Hand lässt sich der Kreis freudig als Pastengestalt sehen. Das verborgene Wesen wird erkennbar, und der geeignete Augenblick tritt ein. Stelle dich seitlich an den Kreis und zeichne in seine Mitte das Arta-Zeichen.

Anmerkung: Das Schlusswort Arta und die Wendung ›Licht der Hand‹ sind nicht eindeutig lesbar beziehungsweise zu deuten.

3086. Beim Zeichnen erkläre ich noch ein weiteres Verfahren für die Schüler. Rufe den Kolli-Geist des weltweiten Zauberspiels herbei und gib ihm genaue Anweisungen. Sprich den Pranava vorwärts und rückwärts so, wie er klar gelehrt wurde. Teile Kurali den Pranava mit und verändere die Silben in verkürzter Form.

3087. Stehe in der Mitte des Hauses der Täuschung. Wenn jemand voller Zuneigung kommt, um einen Verstorbenen zu sehen, frage nach dem Namen des Besuchers und seinem Ort, nach Wohnsitz und Erscheinung. Frage nach der früheren Gestalt des Verstorbenen und nach seinem Aussehen nach dem Tod.

Anmerkung: Die OCR trägt 3067; nach der fortlaufenden Versfolge steht hier 3087. Der Personenbezug der abgefragten Merkmale wechselt beziehungsweise bleibt teilweise unklar.

3088. Frage nach der Farbe des Körpers und dem Aussehen der Kleidung. Frage nach den Namen der Schmuckstücke und nach dem ausgeübten Handwerk. Frage nach den überlieferten Bräuchen und der gewohnten Lebensführung. Frage nach dem Jahr des Todes und auch nach dem Monat, in dem das Leben endete.

3089. Auf diese Fragen wird der Todestag genannt, ja selbst die Nalikai-Zeit wird vorhergesagt. Wenn die Erkennungsmerkmale ausführlich mitgeteilt werden, erscheint alles als makellose Wahrheit. Durch die Tilaka-Kunst lässt sich dies Kurali genau mitteilen. Wer das Pilli-Wesen unter Kontrolle bringt, kann, heißt es, in der Welt viele Siddhis vorführen.

Kutti, Schutzgeister und göttliche Wächter

3090. Mit Kurali lassen sich viele Kunstgriffe vollführen; auch schädigender Zauber wird damit verbunden. Kutti und Malai-Kutti führen die ihnen aufgetragenen Dinge aus, verbergen sich und verursachen Qual. Man kann die dunkle Halle sehen. Auch Jalakkal und Mohini gehören dazu; Kutti besitzt eine besondere Kraft.

Anmerkung: Die Wesenbezeichnungen bleiben ungleichgesetzt; der Vers enthält keine nähere Ausführung der schädigenden Handlung.

3091. Der kraftvolle Diener soll ein Arya, ein edler beziehungsweise kundiger Geist, sein. Ist er von geeigneter Kraft, spricht er viele Mantras und führt die vorgeschriebenen Riten aus. Nach der Überlieferung des Gurus erklärt er das Opfer und nennt es dir in kurzer Form, mein junger Schüler. Bringe diesen kraftvollen Kutti auf Erden unter klare Beherrschung.

Anmerkung: Arya ist hier nicht eindeutig als sozialer Titel, Eigenname oder allgemeines Lobwort bestimmbar.

3092. Ist Kutti gebunden, lassen sich in der Welt unzählige Künste vollbringen. Man könne ihn gegen Menschen aussenden und Steine werfen lassen. Dies sei eine wirkliche Kunst des weltweiten Zaubers, die sonst niemand auf Erden ausgeübt habe. Auch Cankiliyan, Karuppan und die sieben berühmten Vannamar werden genannt.

Anmerkung: Vannamar ist möglicherweise eine beschädigte Bezeichnung für eine Gruppe von Schutzgeistern.

3093. Die sieben Vannamar sind Wächter in der schönen Zauberhalle. Dazu kommen Aiyanmar, Pidari, die grüne Gottheit und Kali. Die sieben jungfräulichen Kanni nehmen die grüne Sänfte auf ihre Schultern und tragen Kali würdevoll empor.

Anmerkung: Einzelne Attribute der Gottheiten sind beschädigt; die Zahl sieben und das Tragen der Sänfte sind deutlich.

3094. So halten sie in der Zauberhalle Wache. Wenn die Gottheit gezielt gebunden ist, lassen sich in einem Augenblick unzählige Künste ausführen. Alle Menschen der Welt geraten beim Anblick in Aufregung, zittern und schreien. Die Gottheit gewährt dir einen Segen und einen Rang und spricht dann: Gehe auf gute Weise.

3095. Hört noch von vielen anderen Spielen. Die tatkräftigen Nathas, Weisen und Rishis brachten Geister unter ihre Gewalt und ließen die gewünschten Dienste durch sie verrichten. Sie banden sie, um ihnen Aufträge zu geben, machten sie zu ihren Dienern und vollbrachten große Siddhis.

3096. Unzählige Millionen Zeiträume vollbrachten Siddhas und Weise solche Dinge auf Erden. Sie zähmten den als Pilli bezeichneten Geist und machten ihn sich gefügig. Durch die Herrschaft über den Geist suchten sie im Land unzählige Schätze. So blieben die Siddhas, heißt es, bis zum Ende eines Kalpas auf der weiten Erde.

3097. Noch weitere Arten von Siddhis will ich erklären. Es gibt viele Arten von Geistern in der Welt. Auch den besonderen Vetala-Geist bringen Könige unter ihre Gewalt. Der Vetala diente Vikramaditya beständig als Reittier beziehungsweise Träger; so verweilten sie lange Zeit in der alten Welt.

3098. Höre noch weitere erstaunliche Dinge. In der schönen Zauberhalle zeigte man allen das prächtige Ekkala-Zauberspiel. Innerhalb der siebenhundertzwanzig Bereiche, am Rand der mächtigen Halle, blieb man sitzen. So sahen wir die eingerichtete Wohn- und Schauanlage der Zauberhalle.

Anmerkung: Ekkalam kann eine Trompete bezeichnen; ob hier ein Klangspiel oder eine andere Benennung vorliegt, bleibt unsicher.

3099. Höre noch einen anderen Vorgang. Im bedeutenden Ashram Nagarjunas, mit einer kühlen Tulasi-Girlande geschmückt, befand sich der wolkenfarbene Herr Achyuta im Bereich Dakshas. In der Festung seiner Wohnstätte stand ein mächtiger Rakshasa-Geist Wache, ein tatkräftiger göttlicher Geist.

Anmerkung: Die Beziehung zwischen Nagarjuna-Ashram, Dakshas Bereich und Achyutas Wohnstätte ist im Satzbau nicht eindeutig.

3100. Auch dieser Geist gehört zur Zauberhalle, mein Sohn. Am mittleren Eingang stehen Karu-Viran und Bhadrakali, ferner Karuppannan, Dakini, die mächtige Katteri, Cankili-Nayan und, wie gesagt, Macana-Viri. Zahlreiche solcher Gottheiten sind dort nach der Ordnung gegenwärtig.

Geister, acht Musikräume und das Gokarna-Schauspiel

3101. Es gibt zahlreiche solcher Gottheiten und Wissen um sämtliche Künste. Doch auch alte Lüge, Diebstahl und Täuschung sind darunter; verlässliche Treue findet man bei ihnen nicht. Mit den mächtigen Rakshasa-Geistern haben neun Koti Rishis unzählige Künste vollbracht. Durch diese Geister lassen sich auf Erden zahllose Kunststücke zeigen.

3102. Durch die verschiedenen Geister lassen sich die Künste der acht rituellen Handlungen ausführen. In der Zauberhalle können unzählige Darbietungen entstehen. Die Geister können singen und geordnet Musik vortragen. Sie führen auch das Ekkala-Zauberspiel deutlich vor.

3103. In den acht verschiedenen Hallen gibt es acht Arten von Musikinstrumenten. Eine Halle gehört dem Cinnam, eine dem Tiri-Cankam, eine dem Brahma-Tanam und eine der Tuttari. Eine weitere gehört der Tambura, eine der Mattalam-Trommel.

Anmerkung: Die Instrumentennamen Cinnam, Tiri-Cankam und Brahma-Tanam sind in dieser Lesart nicht eindeutig zu bestimmen.

3104. Eine Halle gehört den Handzimbeln und eine der Tamparai-Trommel. So stehen in den acht Hallen verschiedene Instrumente. Sie erklingen gemeinsam. Geht man in die Halle und rezitiert die Mantra-Silben, beginnen die unterschiedlichen Instrumente von selbst zu spielen.

3105. Beim Hören dieser Instrumente geraten alle Menschen in Staunen. In der großen Halle wohnt niemand; niemand ist dort zu sehen. Die Instrumente erklingen klar und süß wie Amrita. Viele verschiedene Töne entstehen, und die Menschen auf Erden wundern sich.

3106. Innerhalb der siebenhundertzwanzig Bereiche erkläre ich nun das Gokarna-Zauberspiel. Richte in der langen Zauberhalle ein Gestell auf. Befestige an den vier Seiten lange Drähte und bringe Querbalken an. Am oberen Kreis befestige Seile, am unteren Kreis Glocken.

3107. Oben an der mittleren Säule stehend, halte das Seil fest und drehe dich unter einem Om-Laut im Kreis. Blicke aufmerksam über die Erde beziehungsweise nach oben und halte eine Kulikai im Mund. Höre das Zauberverfahren, durch das während der Verehrung die Bewegung deutlich sichtbar wird.

Anmerkung: Die Blickrichtung und das Wort Karanam sind mehrdeutig; es kann sich um eine Bewegung oder ein Kunststück handeln.

3108. Trage die Anjana-Paste auf und setze das anziehende Zeichen aufmerksam auf die Stirn. Höre, wie die wirksame Substanz fehlerfrei auf den Körper gestrichen wird. Verwandle die farbige Gestalt in eine Elefantengestalt. Wenn du von oben herabspringst, erscheint den Zuschauern, so der Text, die Gestalt von tausend Elefanten.

3109. Alle Menschen können tausend Elefantengestalten sehen. Den höchsten Grund sehen sie nicht; auf Erden sehen sie nur die Gokarna-Kunst. Diese Kunst heißt Gokarna und ist den Menschen im Land nicht leicht zugänglich. Die Menschen von Cinapati führen dieses Zauberspiel mit Freude aus.

3110. In der erhöhten Halle werde ich die Gokarna-Kunst ausführen. Oben auf dem Seil stehend, gestützt durch das als Nadel bezeichnete Kantam, breite man die Arme aus. Dann sieht man tausend Arme in Reihen herabkommen.

Anmerkung: Die Beschreibung von Nadel, Kantam und Standfläche ist technisch unklar; die behauptete Vervielfachung der Arme wird nicht als reale Körperveränderung erklärt.

3111. Durch die Anjana-Substanz lassen sich auf Erden unzählige Künste sehen. Durch die bindende Kraft des Mantras, die Abwandlung des Pranava, die Beherrschung der Gottheit und die verschiedenen wirksamen Vorrichtungen entstehen Erscheinungen. So kann man die Halle jederzeit aufsuchen und aufmerksam Zauberkünste vorführen.

Anjana, Hanuman und die Schau verborgener Schätze

3112. In unzähligen Welten und Städten lassen sich diese Künste ausüben und lange Zeit verweilen. Suche die Kecara-Kunst des reinen Bewusstseins; höre weiter, wie sie deutlich ausgeführt wird. Im Kecara verweilend, kann man unzählige Künste vollbringen. Höre die Kunst des Affenwesens, die große Kunst Angadas.

3113. Höre noch eine Kunst unter den Künsten. Der Held Angada und Hanuman tragen die Anjana-Paste dauerhaft in ihrer Handfläche auf. Rein im Kecara verweilend, rezitieren sie die Silben. In der Mitte sitzend, bringen sie auf Erden das Anjana zur Anwendung.

3114. Höre von den dabei erscheinenden Farben und Formen: Ein strahlendes blaues Auge und ein katzenartiges Auge werden sichtbar. Betrachtet man das Anjana, kann man Kuberas Stadt und sämtliche Schätze der Erde sehen. Bei der Suche steht Hanuman vor einem; auch die lichte Gottheit wird sichtbar.

3115. Höre die Herrlichkeit der Paste, wenn der Pranava rezitiert wird. Virabhadra steht vor einem; wenn er erscheint, führt Hanuman weiter. Durch das unterirdische Anjana zeigt er ausführlich das Gold, das Shri Rama hinterlegt hat. So entsteht die Zauberkunst zum Auffinden von Schätzen.

3116. Lass es nicht dabei bewenden; ich erzähle weiter, was ich gesehen habe. Zeichne in der Mitte der über siebenhundert Räume ein Viereck. Ziehe fünfzehn Linien, fünfzehn quer und fünfzehn längs. So entstehen, nach der Angabe des Textes, einhundertfünfzig Felder.

Anmerkung: Die Zahl einhundertfünfzig stimmt rechnerisch nicht mit einem gewöhnlichen Raster aus je fünfzehn Linien überein; sie wird nicht korrigiert.

3117. Zeichne an die Ecken der Felder Dreizackzeichen. Wandle sie mit dem Rim-Laut ab und schließe den Om-Laut im Inneren ein. Sitze geordnet und schweigend auf einem Sitz aus Etti. Rezitiere die drei Silben und die fünf Silben vollständig. Bhairava wird vor dir stehen; sprich den Pranava kraftvoll aus.

Anmerkung: Die drei- und fünfsilbigen Formeln werden hier nicht ausgeschrieben und daher nicht ergänzt.

3118. Schließe bei der Rezitation die fünf Silben im Inneren ein und verankere die Na-Silbe in der Ma-Silbe. Richte den Blick auf den Gegner und verwende das Licht des Kampfers. Wer die Silben liebevoll im Inneren festsetzt und das Verfahren wesentlich ausführt, ist ein Siddha. Wer Anjana auf die Hand streicht und aufmerksam vorgeht, ist ein Siddha.

3119. Rezitiere den Pranava, gedenke des Herrn und sprich seine Gnade aus. Alle auf Erden sollen das unterirdische Anjana sehen und rühmen. Gegner und Freunde kommen herbei und sprechen vertraulich miteinander. Schließe den Rim-Laut im Inneren ein und binde dort aufmerksam den Om-Laut.

3120. Wenn du ihn einschließt und den Pranava rezitierst, werden Feinde zu Freunden. Sprich bei der Festsetzung ›Naci, Maci, Maci‹; durch das Anjana-Öl tritt Vernichtung ein. Kurali und die verschiedenen Geister sowie die Anjana-Göttin werden unterworfen. Bei seiner Anwendung vermag selbst Kala nicht entgegenzutreten. So wirkt die königliche Anjana-Paste.

Anmerkung: Die geschriebene Lautfolge lautet நசிமசிமசி. Das Objekt der erwähnten Vernichtung wird nicht eindeutig genannt.

Bogars Unterweisung in Cina und Rückkehr zum Puni-Wasser

3121. Ich verneigte mich vor Kalanginathars Füßen und begab mich ins Land Cina. In einem Augenblick durchquerte ich aufmerksam Wälder, Berge und Wildnisse und prüfte die Verwandlungskunst. Die Menschen von Cinapati betrachteten mich nach der Ordnung als Guru und bezeichneten sich als Schüler des Guru-Wortes. Millionen Yugas lang sprachen sie so.

3122. Alle Menschen von Cinapati verkündeten es über unzählige Bereiche und Richtungen hinweg. Sie hielten mein Wort für wahr und verbreiteten es in der ganzen weiten Welt. Viele Menschen erprobten auf Erden das Anjana. Den fehlerfreien Pranava als wahr anerkennend, priesen ihn die Menschen der großen Welt.

3123. Sie priesen Kalanginathar, segneten ihn beständig und verneigten sich ehrfürchtig vor seinen Füßen. Immer wieder entfalteten sie Mitgefühl. In Samadhi verweilend, trugen sie ständig die Paste auf der Stirn. Des Schöpfers gedenkend, blieben diese Menschen lange Zeit im Himmel.

3124. Betrachte noch einen anderen Weg, den ich aus Güte erkläre, damit die Schüler bestehen können. In Panguni und Chittirai ist die Zeit, in der Puni-Niru entsteht. Nimm dieses kostbare Puni-Wasser; ich erkläre es geordnet, mein Sohn. Sammle zwei Padi davon und höre weiter.

Puni-Salz, Muschelflüssigkeit und Cunnam

3125. Dazu kommen vier Padi Stein-Cunnam, zehn Padi klare Ayuri und fünf Padi gutes Sesamöl. Vermische die beiden Flüssigkeiten, lasse sie klar absetzen und höre weiter. Beim Einkochen entsteht Salz. Dieses Salz blüht reichlich auf; koche es nach dem Verfahren zehnmal.

Anmerkung: Ayuri ist nicht sicher zu bestimmen. Die Vorlage sagt ›die beiden‹, obwohl im Zusammenhang mehrere Zutaten genannt werden.

3126. Höre von der verwendeten Asche: Gemeint ist Asche von verbranntem Dung. Bringe sie herbei und nimm die erhaltene dicke Flüssigkeit. Lege ein feines Tuch darüber und gieße die Flüssigkeit darauf. Nimm die entstandene feste Kugel heraus und lege sie in die Sonne zum Trocknen.

3127. Nach dem Trocknen lege sie in ein Gefäß und setze das halbe beziehungsweise abdeckende Gefäß darauf. Lege saubere Malli-Blätter darüber, mein Sohn. Decke es mit einem oberen Topf zu und versehe es mit einer festen Dichtung. Erhitze es vier Samam und nimm es im richtigen Zustand heraus. Höre weiter.

Anmerkung: Die genaue Anordnung der Gefäßteile ist unsicher.

3128. Nimm reichlich vom im Teich gewachsenen Pindam samt seinem Fleisch. Lasse eine Öffnung frei, mein Sohn. Nimm einen Teil Viram und füge Paccai-Puram und wirksames Puni-Wasser in gleichen Mengen hinzu. Mache eine Öffnung in die Muschel und gib eine Kunri-Menge dieser Mischung hinein.

Anmerkung: Die OCR trägt 3126; die Versfolge ergibt 3128. Pindam wird durch die folgende Nennung der Muschel eingegrenzt, aber nicht eindeutig zoologisch bestimmt.

3129. Nachdem die Kunri-Menge des Mittels eingefüllt ist, lege die Stücke lagenweise in einen flachen Topf. Decke ihn zu und stelle ihn an einen abgeschlossenen Ort ohne Luftzug. Flüssigkeit wird austreten. Nimm dieses Jaya-Wasser, mein Sohn, füge das zuvor genannte Puni-Wasser hinzu und zerreibe alles vier Samam nach der Ordnung.

3130. Während des vier Samam dauernden Reibens füge Ura-Vandu, Kuli-Yanai, Sutam, Paccai-Puram und den Stängel mit sechs Flecken hinzu. Gib auch Cinam und Karam dazu und zerreibe alles leicht und geordnet. Forme eine Scheibe, mein Sohn, und lege sie rasch in die Sonne zum Trocknen.

Anmerkung: Mehrere tierische, pflanzliche oder mineralische Stoffnamen sind verhüllend beziehungsweise beschädigt; Mengen sind nicht sicher angegeben.

3131. Wenn die Scheibe trocken ist, reinige Perandam gründlich. Breite es unten in einer Schale aus und lege die Scheibe darauf. Gib auch oben das Pulver darüber, verschließe die Schale sauber und dichte sie ab. Nach dem Trocknen in der Sonne gib ihr ein kräftiges Koli-Putam.

Anmerkung: Die OCR trägt 31371; die fortlaufende Versfolge ergibt 3131.

3132. Lasse das Putam abkühlen und nimm den Inhalt heraus. Er wird wie ein Kalkklumpen aussehen. Wiederhole dies zehnmal; so entsteht ein wirksames Cunnam. Nimm dieses feste Cunnam und füge Perandam, Cirrandam, Muschel, Krebs und Schnecke in gleichen Mengen hinzu.

3133. Vereinige all diese Stoffe einschließlich der Schnecke und zerreibe sie mit dem Inneren des Cirrandam. Gib die Masse in einen Tiegel und blase das Feuer an; sie wird wie Kalk sein. Wenn du den Tiegel hingebungsvoll in den Ofen stellst und bläst, wird Kalk entstehen. Nimm das Cunnam heraus und preise die Gnade der Mutter des Vedanta.

Guru-Parpam und die Verstärkung von Arzneien

3134. Nimm den Kalk und forme daraus einen Tiegel. Gib das zuvor genannte Muppu-Cunnam hinein. Vollziehe die Puja für die Gottheit und dichte den Tiegel nach dem vorgesehenen Verfahren ab. Lege eine Kalkdichtung an und gib ihm ohne Verwirrung ein Putam; der Inhalt wird zu Asche.

3135. Nimm das veraschte Parpam heraus und wiederhole dasselbe aufmerksam zehnmal. Das beschriebene Parpam wird zum Guru-Parpam. Es ist der Tod in Gestalt wirksamer alkalischer Kraft, der selbst widerständige Stoffe ›tötet‹. Dieses mächtige Parpam ist die Grundsubstanz. Welches Verfahren du auch damit klar ausführst, setze es entsprechend ein.

3136. Es wird zu Ghrta-Zubereitungen, Lehyas, wirksamen Centuram und sämtlichen Parpam zugesetzt, ferner zu Kulikai, Patam-Präparaten, Tabletten und gebundenen Stoffen, zu Tailam, Ölen und den leicht verwendbaren Pulvern. Eine senfkorngroße Menge genügt, heißt es; alle diese Arzneien gewinnen dadurch an Kraft.

Anmerkung: Patam bleibt als nicht sicher bestimmte Zubereitungsbezeichnung erhalten.

3137. Wenn Muppu den kräftigen Arzneien zugesetzt wird, sollen Krankheiten weichen. Diese scharfen Arzneien sind stark alkalisch und sollen sämtliche Krankheiten zu Cunnam machen. Die Augen erscheinen rot, und der Körper wird dunkel. Alle Krankheiten sollen weit fortfliehen: Das sei die klare Herrlichkeit des Muppu.

Anmerkung: Augenrötung und Dunkelfärbung des Körpers werden im selben Zusammenhang genannt; der Text unterscheidet hier nicht zwischen erwünschter Wirkung und Schädigung.

3138. Durch die Kraft des Muppu werden alle Stoffe gebunden. Sutam springt und bewegt sich, Kenti wird zu Asche. Lingam wird zu Centuram, Puram wird unter Aufwallen ›getötet‹. Viram wird zu Parpam, und die mächtigen Pashanam verlieren ihre ursprüngliche Beschaffenheit.

3139. Die neun Dhatu und die zweiunddreißig Stoffe werden bei der Berührung ›getötet‹, ebenso die fünfundzwanzig Salzarten und die mehr als dreihundert Karpa-Arten. Wenn, wie gesagt, eine Kunri-Menge des feinen Salzes hinzukommt, werden sie alle überwältigt. Es ist der große Todesgott für die Stoffe und zugleich die wirksame Grundsubstanz für Turucu.

Anmerkung: Die erste Zahlengruppe ist verkürzt; wahrscheinlich sind neun Metalle und zweiunddreißig Pashanam gemeint, doch die zweite Stoffgruppe wird nicht ausdrücklich benannt.

Anerkennung, Anfeindung und der Umgang mit Bittenden

3140. Wenn Kantaram zur wirksamen Grundsubstanz geworden ist, lassen sich auf Erden unzählige Künste vollbringen. Vami wird vor dir stehen, und du wirst ein Siddha, den alle Richtungen preisen. Die Nathas und Rishis werden dir ehrerbietig Segen gewähren. Du wirst ein Siddha, der die wesentlichen Geheimnisse kennt. Gibt es auf Erden einen Siddha wie dich?

3141. Gibt es in der Welt einen solchen Siddha? Man wird dich Rishi und mächtiger Deva-Muni nennen. Die kundigen Nathas nennen dich Guru. Niederträchtige, an ihrem Tun haftende Schüler hingegen werden dich einen falschen Natha nennen. Selbst wenn sie deine Siddha-Gestalt sehen, lassen sie dich nicht in Ruhe, sondern verfluchen dich auf Erden. Erkenne diese Wahrheit.

3142. Die Nathas werden in Siddha-Gestalt liebevoll zu dir kommen und nach Muppu fragen. Sie sagen: Ich brauche die wirksame Grundsubstanz. Auch wenn sie dich inständig darum bitten, halte dich an den gnädigen Blick des Herrn. Lass keinen Zorn entstehen. Stehe vor ihnen, beuge das Haupt, verehre ihre Füße und antworte.

3143. Antworte ihnen so, dass keine Täuschung entsteht. Erkläre den Weg mit seinem angemessenen Verfahren und diene ihnen geordnet. Gib tadelswürdigen Worten keinen Raum, sondern zeige ihnen liebevolle Güte. Richte dich auf die Spitze des kreisenden Vasi-Atems und frage nach dem Feinsten des Feinen.

3144. Wenn du fragst, werden sie dir Gnade erweisen und auf deine Fragen antworten. Sie werden dir aufmerksam große Freude schenken, freundlich und vertraulich sprechen und mit erweichtem Herzen handeln. Um die klare wirksame Grundsubstanz zu erlangen, werden sie anschließend nochmals mit Drängen und Sanftmut bitten. Lass das Verfahren nicht fehlgehen, o König.

Anmerkung: Die Sprecher- und Empfängerbezüge sowie Paribhoga und Sarasa sind mehrdeutig; die gegenseitige Bitte um die Grundsubstanz bleibt erkennbar.

Ein Lehya aus der Gorakkar-Pflanze

3145. Höre von einem als Kulikai bezeichneten Lehya, das ihnen Freude bereiten soll. Damit die Schüler bestehen können, habe ich, ihr Diener, aus Mitgefühl dieses Verfahren für die alte Welt mitgeteilt. Nimm zwei Ser der Gorakkar-Pflanze und lege sie nach Kalangis Wort in ein rundes, lotusförmiges Gefäß.

3146. Damit kein Teil der Weisung fehlt, nimm ein Padi Kuhmilch. Spanne ein Tuch darüber und lege das gerühmte Ganja darauf. Verschließe das feste Gefäß mit einem Deckel, stelle es auf das kräftige Valuka-Gerät und erhitze es langsam zwei Samam lang, bis der beschriebene Zustand erreicht ist.

3147. Reinige das Ganja auf diese Weise zehnmal durch Erhitzen. Höre, mein Sohn, von einer weiteren Reinigung, die seine berauschende Kraft beseitigen soll: Vollziehe mit Zitronensaft zehnmal die gleiche Behandlung wie zuvor. So hat Kalangi die geordnete Reinigung des Ganja erklärt.

Anmerkung: Die behauptete Beseitigung der berauschenden Wirkung ist eine Aussage des historischen Verfahrens, kein gesicherter Wirkungsnachweis.

Ganja, Abini und die Zutaten des Lehyas

3148. Nimm das Ganja und lasse es geordnet in der Sonne trocknen. Gib es in einen Steinmörser und zerstoße es gründlich zu feinem Pulver, mein Sohn. Höre nun von Abini und davon, wie seine starke Wirkung vermindert werden soll: Vollziehe mit jungem Kokoswasser zehn geordnete Behandlungen.

Anmerkung: Die OCR trägt 3146; die Versfolge ergibt 3148. Abini bezeichnet hier Opium.

3149. Ich erkläre die Behandlung des Abini, mein Sohn; höre weiter. Reinige es gründlich mit frischer Milch und frischer Buttermilch. Zehnmal soll diese Behandlung am Abini vollzogen werden. Wenn sie beendet ist, höre die weiteren zu beschaffenden Zutaten.

3150. Nimm getrockneten Ingwer, Schwanzpfeffer, Kasakasa und Maratti-Knospen, Gewürznelken, Zimtrinde, Muskatnuss und Muskatblüte, ferner Jira, Rumi-Masti, Paji-Pantu und Petana. Auch die als Lavangam bezeichnete Rinde wird genannt.

Anmerkung: Einige Handelsnamen sind unsicher lesbar. Zimtrinde beziehungsweise Lavangam-Rinde erscheint zweimal in der Vorlage.

3151. Dazu kommen Impura, Galläpfel, Tanrikkai, Katukkai, Makara-Blüten, reiner Kardamom und Nellikai. Nimm auch Kumatti-Samen, Umattai-Samen, Ganja-Samen und die Pflanze Kotiveli hinzu.

3152. Füge Curai-Samen, Velipparutti, Valampuri und Itampuri sowie die Rinde von Amukkara hinzu. Dazu kommen Granatapfelwurzel und die als Attalari-Carali bezeichnete Zutat. Füge, wie gesagt, Iruveli hinzu und bereite alles zu einem feinen Pulver.

Anmerkung: Die Wortfolge vor beziehungsweise bei Granatapfel sowie Attalari-Carali ist beschädigt und nicht sicher bestimmbar.

3153. Durch die Füße des Gurus will ich weitere Zutaten der Paste nennen, damit kein Fehler entsteht: Takkolam, Paranki-Rinde, Valuluvai und Tippili, die beiden Ciram-Arten, Kat-Ciram, Vayvilankam und Omam, ferner Rosanai, Puvala und Pumi-Carkkarai.

3154. Dazu kommen Cinti, Cataveli, große und kleine Vakai, Tannir-Mittan und Tampala-Pucci, ferner Patiri, Mullai und die Pflanze Cenkalunir. Füge geordnet Shiva-Karantai, Vishnu-Karantai und Cattanai hinzu.

Anmerkung: Tampala-Pucci wird als Name eines tierischen Stoffes beibehalten; eine eindeutige Artbestimmung ist nicht möglich.

3155. Füge Vasuvaci und Pfeffer hinzu, außerdem Veram, Reval-Cinni, Vicci, Al-Samen und Pey-Atti-Samen. Dazu kommen Katalanci, Attai und die Rinde von Natuvannakal. Gib auch Vilam-Fruchtsamen und Zitronensamen hinzu.

Anmerkung: Mehrere Namen dieser Zeile sind in der Vorlage unsicher; die Zutaten werden nicht durch vermutete botanische Entsprechungen ersetzt.

3156. Füge die Wurzel von Karimiratti hinzu, ferner schwarze und rote Pacalai, weiße Kunri und Vacan-Samen. Dazu kommen Kurinca-Samen und Etti-Samen. Von sämtlichen Samen und anderen Stoffen nimm sorgfältig jeweils ein Kalancu.

Zubereitung und zugeschriebene Schauungen

3157. Vereinige alle Stoffe und mache daraus ein feines Pulver. Füge es den zuvor genannten Zutaten in der angemessenen Ordnung und Zusammensetzung hinzu. Bereite aus Zucker einen Sirup und gib das Pulver hinein. Füge Ghee und Honig hinzu und rühre es bis zur Wachskonsistenz.

3158. Beim Rühren kommen süße Trauben, süßer Saft beziehungsweise Honig der Katali-Banane, Weintraubensaft, Safran und Kasturi hinzu. Stelle es auf den Valuka-Ofen und rühre, bis das Wasser entwichen ist. Nimm es bei Wachskonsistenz vom Feuer, gedenke Ganapatis und bleibe innerlich gesammelt.

Anmerkung: Die Vorlage nennt Trauben und Weintraubensaft getrennt; die Katali-Zutat ist nicht eindeutig als Honig, Fruchtsüße oder Saft bezeichnet.

3159. Dann werden Ganapati, Kandan und die nackte Maheshvari vor dir stehen, heißt es. Mutter Bhadrakali, die Durga genannt wird, wird dir in herrlicher Erscheinung Darshan gewähren. Die Schau, die sie Phalguna Arjuna gewährte, wird sie auch dir schenken, mein junger Schüler. Die bogentragenden Könige zitterten im Himmel vor Kali und wurden schließlich befreit.

3160. Die gekrönten Könige waren durch den Fluch der Mutter Bhadrakali zugrunde gegangen und gestorben. Doch durch meinen mächtigen Guru, den Vedanta-Meister Kalanginathar, und aufgrund einer aus früheren Leben gebliebenen Voraussetzung kehrten die gekrönten Könige zurück und lebten lange Zeit auf Erden.

3161. Während dieser Zeit kamen die Menschen zusammen und beschlossen, das Lehya für die demütigen Scharen von Rishis und Weisen zuzubereiten. Sie fassten den Entschluss tief im Herzen und gingen nach Cinapati. Dort verneigten sie sich vor Bogars Füßen und erfuhren die Feinheiten des Verfahrens.

3162. Nachdem sie es erkannt hatten, bereiteten sie das Kaya-Karpa-Lehya liebevoll und geordnet für die Nadanta-Rishis zu und gaben ihnen das Karpa zur Einnahme. Dreimal täglich nahmen diese das Freude spendende Karpa ein und erfreuten sich daran. Rausch beziehungsweise Erregung und Zorn legten sich; sie verweilten im leeren Raum und übten Kumbhaka.

Anmerkung: Die Wortfolge zu Rausch und Beruhigung ist mehrdeutig; die anschließenden Verse beschreiben ausdrücklich Rauschzustände.

3163. Während sie so Kumbhaka übten, wandten sich die Shiva-Yogis den Menschen auf Erden zu. Sie erklärten leicht verständlich Stambhana und die Wege des Vashya, sämtliche acht rituellen Handlungen sowie Küssen und die Liebesspiele des Kokkoka mit ihren feinsten Geheimnissen. Im Liebesgenuss verweilend, erkannten viele Menschen zugleich die geordneten Zustände beständiger Versenkung.

3164. Siddhas und Weise strahlten wie hundert Koti Sonnen. Den kundigen Menschen erklärten sie dieses gerühmte Verfahren. Millionen Menschen bereiteten daraufhin aufmerksam Kaya-Karpa zu. Wir haben sämtliche Geheimnisse ausgesprochen; betrachte, wie die Nathas es auf gute Weise ausführen.

Rauschbilder, Benommenheit und vermeintliche Erkenntnis

3165. Höre von der Größe des Lehyas; ich sage, was ich auf Erden davon erkannt habe. Für diejenigen, die eine Menge von der Größe einer Tutulankai-Frucht einnehmen, erkläre ich die Regel: Sie sollen Kuhmilch trinken. Dann entstehen zahlreiche Schauungen. Mit der Kulikai beziehungsweise ihrer Bewegungswirkung berichten sie von Wundern.

Anmerkung: Die letzte Zeile ist textlich unsicher; die Größenangabe ist ein traditionelles Fruchtmaß.

3166. Die zum Himmel reisenden Siddhas erscheinen ihren Augen wie wirklich. Die Sonne steht ihnen gegenüber, der Mond in der Ferne. Wenn die berauschenden Mittel eingenommen werden, erzählen sie viele erstaunliche Dinge. Was sich vor ihren Augen zeigt, tragen sie als das vor, was sie in der alten Welt gesehen hätten.

3167. Sie reden wirr vom Weg durch den Himmel und schildern stolz zahlreiche Wunder. Alles, was ihnen vor den Augen erscheint, geben sie als beständige Wirklichkeit aus. Pitta steigt auf und versetzt sie in Benommenheit; der Schädel wird ausgetrocknet. Im ganzen Körper entsteht Juckreiz, und der kräftige Leib wird betäubt.

3168. Durch die Fülle des Kaya-Präparats benommen, erzählen sie in der alten Welt viele außerordentliche Dinge. Sie sagen: Ich habe Siddhas in Berghöhlen und Wildnissen gesehen. Ich habe bei ihnen gesessen und Kaya-Karpa eingenommen. Ich habe den Kailasa-Berg gesehen. Betrachte sie: Sie befinden sich im Rausch der vermeintlichen Vereinigung.

3169. Im Rausch behaupten sie, Erkenntnis zu besitzen, und sprechen von Gnade. Sie erzählen Wunder und ungewöhnliche Begebenheiten. Nach der Einnahme des Karpa reden sie ausführlich über die Tattvas. Sie sitzen am Weg mit geschlossenen Augen und äußern verhüllende Worte. In diesem Zustand brauchen sie angeblich keine Nahrung und vernehmen Dinge in Vaikuntha.

3170. Wenn der Rausch überhandnimmt, entstehen heftige Schläge und Auseinandersetzungen. Sie fallen zu Boden, wälzen sich und stehen wieder auf. Sie sagen: Ich werde im höchsten Kumbhaka verweilen. Ich werde Mutter Maheshvari sehen, die auf dem Lotussitz ihrer Füße thront. Einer erklärt, er sei Sundarar selbst; sie tragen vielerlei Lobpreisungen vor.

3171. Sie sprechen von vollkommener Glückseligkeit und nennen sie das weiße Licht der Erkenntnis. Sie behaupten: Wir haben den Rausch überwunden und den leeren Raum des Vedanta erkannt. Wir haben die irdische Welt vergessen. Gibt es auf Erden einen Guru über mir? Ich bin frei von Leid und habe die Täuschung vergessen. Mein Sohn, das ist lediglich die heftige Wirkung der Kulikai.

Ein kleines Karpa und seine berauschende Wirkung

3172. Höre nun von einem weiteren Kaya-Karpa-Verfahren. Ich, der Diener, verneige mich auf Erden vor Kalanginathars Füßen. Dieses kostbare Karpa ist ein kleines Karpa, dazu bestimmt, dass die Menschen im Land bestehen können. Nimm einen Ser Abini und einen Ser Ganja nach dem Verfahren.

3173. Füge Pirantai und Honig hinzu und zerstoße alles gründlich im Steinmörser. Wickle Tabakblätter darum und darüber Erukku-Blätter. Lege einen Mantel aus Palmzucker an und vergrabe die Masse in der Erde. Wenn ein Mandala-Zeitraum vergangen ist, nimm sie heraus und höre weiter.

3174. Entferne den Mantel. Das Abini ist scharf geworden, und durch die Gorakkar-Pflanze entstehen außergewöhnliche Wirkungen. Die Hitze des Abini nimmt stark zu und steigert Pitta beträchtlich. Damit keine Fehler entstehen, erkläre ich nun die Reinigung des Abini; höre.

3175. Zerreibe es reinlich vier Samam mit Rosenwasser, mein Sohn, danach acht Samam mit Traubensaft. Zerreibe es anschließend zwei Samam mit Berghonig. Wenn es zu einer feinen Paste geworden ist, bewahre es sorgfältig in einem kleinen Behälter auf.

3176. Bei Einnahme einer Kulikai von der Größe einer Tutulankai-Frucht soll ein Kaya-Karpa-Zustand entstehen. Die beiden Augen sinken etwas zu beziehungsweise verdrehen sich leicht. Die Benommenheit nimmt stark zu, ebenso das Lächeln. Der Körper wird schwer, und man verbleibt, so der Text, ständig in Nishtha.

Anmerkung: Die Beschreibung der Augenbewegung ist mehrdeutig; die starke Benommenheit und Schwere sind ausdrücklich genannt.

3177. Im Japa verweilend, sucht man ständig den Weg zur Nishtha. Man spricht hilfreiche Worte und große Segenssprüche, rezitiert die sechzehn Dienste und hält den Pranava im Geist. Kalangis Namen gedenkend, habe ich, Bogar Rishi, dies ausgesprochen.

Ein zusammengesetztes Kaya-Karpa-Pulver

3178. Höre noch ein Verfahren, das ich erkläre, damit die Schüler bestehen können. Ich, der Diener, verneige mich vor den Guru-Füßen meines väterlichen Kalanginathar. Mit Freude werde ich ein Kaya-Karpa-Pulver beschreiben. Höret weiter: Die großen göttlichen Rishis haben es auf Erden verborgen gehalten.

3179. Auch Konganar hat dieses Verfahren auf Erden nicht makellos erklärt. Selbst Agastya hat es Pulastya nicht völlig deutlich erläutert. Pulippani wurde dieses Verfahren innerhalb eines Werkes von tausend und weiteren Versen mitgeteilt. Doch niemand hat es wie ich ausgesprochen; sieh, ich habe den Menschen seine Feinheiten erklärt.

Anmerkung: Die genaue Verszahl des genannten Werkes ist beschädigt.

3180. Nimm getrockneten Ingwer, Vayvilankam, Tippili, Vasuvaci, Pfeffer, Tanrikkai, Katukkai und Nellikai. Dazu kommen Cittira-Wurzel, Civatai-Wurzel, Cittamutti, Valuluvai, Fenchel, Kardamom und Centonri-Wurzel.

Anmerkung: Die OCR trägt 3160; die fortlaufende Versfolge ergibt 3180.

3181. Nimm ferner Vetiverwurzel, Tutti-Wurzel und die fünf Wurzelteile beziehungsweise Pflanzenteile von Avarai, dazu Granatapfelwurzel, Cenkottai und Shivanar-Vembu. Füge Cenkali-Wurzel, duftendes Narunkantam, Pinari-Rinde, Puta-Vriksha und die Wurzel der schwarzen Kunri hinzu.

Anmerkung: Pancamulam wird hier nicht durch eine botanisch festgelegte Fünfergruppe ergänzt; die Lesart beim Granatapfel ist unsicher.

3182. Dazu kommen Karunkali-Rinde, Cenamarai-Wurzel, Vempatai-Rinde, Rinde und Wurzel von Kolinci, Virali-Wurzel sowie Rinde und Wurzel von Peymiratti. Füge, wie gesagt, Vakir-Holz, gutes Sandelholz und rotes Sandelholz hinzu.

Anmerkung: Die OCR trägt 3162; die Versfolge ergibt 3182. Einige Pflanzennamen sind beschädigt.

3183. Nimm Puvanti-Rinde, weiße Naval-Rinde, Venkai-Rinde, Utira-Wurzel, Konkalavan-Wurzel und Virali-Wurzel. Dazu kommen die Wurzel des als Königsstützstock bezeichneten Baumes und Paccai-Wurzel.

Anmerkung: Die Namen sind teilweise verhüllend oder unsicher lesbar; die erneute Nennung von Virali-Wurzel wird beibehalten.

3184. Füge schwarze und rote Pacalai, Mushti, Karuvakai und Peruvakai hinzu, ferner Parpatam, Impura, kleine und große Nankai, Puliyarai, Ciriyarai, Nilavembu, Karuvembu, Potutalai, Cintil und die grüne beziehungsweise goldene Cinti.

3185. Zu Cintil kommen rote und schwarze Valai sowie das besondere Salz. Nimm die Wurzel der duftenden Nandiyavattam-Blüte, Konrai-Wurzel, Punnai-Wurzel, die Pflanze Cenkalunir, Vattari-Tutti-Wurzel, Mayir-Konrai und Iruvatci. Mein Sohn, wiege von jeder Sorte ein Palam ab.

Dampfbehandlung, Einnahme und Yoga

3186. Überschreite beim Wiegen die Menge nicht. Nimm die Pflanzenarten in gleichen Mengen, die Wurzelarten jedoch in doppelter Menge, und bereite ein feines Pulver. Trockne sie sorgfältig in der Sonne und zermahle sie im Steinmörser. Reinige das Pulver und behandle es mit dem Dampf frischer Milch.

3187. Höre die Handhabung und das Verfahren. Gib Kuhmilch in einen flachen Topf. Verteile das Pulver locker wie Blüten auf einem darübergespannten Tuch und decke es mit einem oberen Topf ab. Erhitze es, bis der vorgeschriebene Zustand erreicht ist, mein Sohn; höre weiter.

3188. Lasse es in der Sonne trocknen und wiederhole diese Behandlung genau zehnmal. Nimm das Pulver ohne Fehler heraus. Füge Zucker hinzu und nimm es einen Mandala-Zeitraum lang im richtigen Zustand ein, so die Vorschrift. Dann werde der Körper fest wie eine steinerne Säule. So hat Bogar Rishi es freundlich erklärt.

3189. Wer dieses Karpa-Pulver richtig einnimmt, werde ein Siddha. Es ist das Karpa, das ich den Menschen von Cinapati aufrichtig erklärt habe. Für die, die es einnehmen, gibt es im Land angeblich keine zählbare Altersgrenze. Man nennt sie Weisen und Siddhas, die die Grenze überschritten haben. Das ist die Beschaffenheit des Kaya-Karpa.

3190. Während der Einnahme des Karpa soll man beständig in Nishtha bleiben. Ich erkläre knapp die Regel: Gehe nicht im Freien umher. Mond und Sonne sollen nicht angeschaut werden; mein junger Schüler, bleibe an einem abgeschlossenen Ort. Saures und Rauch sollen gemieden werden. So solle der Leib in dieser Welt erhalten bleiben.

3191. Um ihn zu erhalten, ist der achtgliedrige Yoga erforderlich; man soll beständig in Samadhi bleiben. Tritt in Shiva-Yoga ein und halte den beweglichen Vasi-Atem an. Um den Zustand des Atman zu schauen, verweilten sie im Kali-Yuga lange Zeit. Millionen starben auf Erden, ohne eine weitere Geburt zu erfahren.

Anmerkung: Die Schlusszeile kann als Befreiung von Wiedergeburt verstanden werden; ihr Zusammenhang mit dem Erhalten des Leibes bleibt spannungsvoll.

Fehlende Erfahrung und das Misslingen der Verfahren

3192. Millionen Siddhas und Weise lebten auf Erden nach der Einnahme von Karpa. Einige törichte Menschen sahen sie und schienen sie aus dem Zustand höchster Seligkeit herauszulösen. Sie gingen zu ihnen, sprachen viele angenehme, schmeichelnde Worte, stellten sich erschöpft nahe zu ihren Füßen und fragten nach dem Karpa-Verfahren.

3193. Nachdem sie die Karpa-Anweisung erhalten hatten, wollten viele sie auf eigene Weise ausführen. Sie hielten sich bereits für erfahrene Ärzte, brachten aber das Verfahren auf Erden völlig durcheinander. Ohne die feineren Unterschiede und ohne praktische Erfahrung zu kennen, taten sie wie Kundige. Sie stellten das Pulver mangelhaft her; Millionen gingen dadurch zugrunde.

3194. Unzählige Millionen irrten ins Verderben, unzählige Millionen arbeiteten unaufmerksam. Unzählige Millionen brannten vergeblich Stoffe und erkannten die Feinheiten der Heilkunde nicht. Unter Leiden und Mühen verloren sie den richtigen Zustand. Weil sie die Schrift nicht genau prüften, verloren sie ihre Festigkeit und wurden elend.

3195. Viele Große der alten Welt gingen zugrunde, weil sie die klare Schrift für falsch hielten. Sie brannten Stoffe, scheiterten und starben auf erbärmliche Weise. Ich hingegen habe die Schriften, soweit ich sie sah, gründlich untersucht, viele Bücher geprüft und sie wie das Licht von Sonne und Mond zusammengeführt. So habe ich das Sapta Kandam geordnet besungen.

3196. Ich habe diese wertvolle Schrift verfasst, doch die Schüler auf Erden vergaßen sie. Die kundigen Menschen von Cinapati erkannten sie und nahmen sie an. Sie hielten die freundliche Lehre für wahr und freuten sich, dass daraus gute Frucht entstehe. Nachdem wir sämtliche klaren Verssammlungen geprüft hatten, bedachten wir damit die Menschen auf Erden.

Eine künstliche Frauenfigur als Schaustück

3197. Höre noch ein Verfahren, damit die Menschen auf Erden ihren Lebensunterhalt finden. Ich erkläre rasch eine Zauberkunst, eine Kunst des Täuschungsspiels der alten Welt. Gestalte eine junge Frau in ihrer Reife und schmücke sie reichlich. Gib ihr einen kleinen Bogen in die eine und ein Schwert in die andere Hand.

Anmerkung: Die Lesart des ersten Handgegenstands ist unsicher; Vers 3199 nennt an dieser Stelle eine Padumai.

3198. Fertige aus dem als Lokam bezeichneten Metall eine schöne Figur und bilde ihre Gestalt sorgfältig aus. Schmilz die wirksame Substanz namens Kantam und verbinde sie damit; versieh das Eisen fehlerfrei mit Karam. Prüfe Gewicht und Art und erkenne die maßgebliche Grundsubstanz.

Anmerkung: Mehrere technische Wörter sind beschädigt; weder die Legierung noch eine konkrete magnetische Konstruktion lassen sich sicher rekonstruieren.

3199. Diese Figur besitzt kein Leben. Sie ist lediglich eine auf Erden hergestellte Gestalt. Sie hat keine Sprache, und in ihrem Blick ist kein Licht. Den Augen bietet sie eine wunderliche Kunst; für die Zuschauer ist sie ein Schauspiel. In der rechten Hand soll sie eine Padumai tragen, in der linken gib ihr ein Schwert.

Anmerkung: Padumai kann Bildfigur beziehungsweise Puppe bedeuten; die Lesart als Lotus ist nicht gesichert.

Schwert, Schild und die Bewegungen der Figur

3200. Lass die Figur Schwert und Schild halten und richte sie an der linken Seite der Halle auf dem Boden aus. Führe den Schild gegen die Puppe und schwinge das Schwert, als solle sie fallen, wie ein Held, der Leben nimmt. Damit bei der Jungfrauenfigur kein Fehler entsteht, setze das Schwert in den Kreis beziehungsweise die Drehscheibe ein.

Anmerkung: Die mechanische Anordnung und die Zuordnung von Figur, Schild und Schwert sind in der Vorlage unklar.

3201. Halte das zur Drehscheibe gehörende Schwert beim Schild und wende es geordnet vor und zurück. Der Körper soll nicht herabfallen; das Schwert befindet sich einmal oben und dann unter der Puppe. Die Puppe bleibt oben, während das Schwert unten ist. In diesem Täuschungsspiel darf die Figur nach dem Verfahren nicht unterliegen.

3202. Die Puppe wird vom Schwert nicht überwunden; sie richtet sich nach oben. Für die Menschen der Welt ist dies ein großes Täuschungsschauspiel. Es zeigt viele erstaunliche Dinge, die die Zuschauer anziehen. Sie nennen es Mantrik, magische Kunst. Mein Sohn, es ist eine Kunst des Zauberspiels.

3203. Diese Kunst ist eine Zauberkunst, ein weltweites Täuschungsspiel. Siddhas, Weise und Rishis führen sie auf Erden vor. Ich erkläre weiter die feste Einfassung: Sie ist eine Festung aus Kantam. Stelle in ihrer Mitte einen aufrechten Stein auf und befestige Ketten in Reihen.

3204. Gehe von der mittleren Säule auf den senkrechten Stützfuß hinab. Der Eingang gehört zur Kantam-Festung; tritt zum mittleren Tor. Gib der Jungfrauenfigur das Schwert und bewege sie entlang der ganzen Länge im Kreis. Stelle den Schild auf der Festung genau vor die Spitze in der Mitte.

3205. Lass die Anordnung kopfüber kreisen und vom aufrechten Stein aus wirken. Richte die Figur mit dem Schild genau auf den Boden aus. Halte den Schild in der Hand und stelle die schöne Figur darüber. Führe sie durch den umlaufenden Weg der Festung und setze die Figur geschickt unten ab.

3206. Die Figur steht im unteren Bereich, während der Schild sich ihr spielend nähert. Der Schild bleibt unten auf dem Boden, und die Figur springt auf und stößt zu. Innerhalb der Festung entbrennt ein heftiger Kampf; die Figurenbewegung wird abwechselnd unterbrochen. Dies ist die große Jaga-Jala-Kunst, die außerordentliche Puppenkunst der weiten Welt.

Anmerkung: Die Wendung zu den unterbrochenen Figurenbewegungen ist beschädigt; die Beschreibung erlaubt keinen verlässlichen Nachbau.

Die sprechende Figur und ihr Schauwert

3207. In der Figurenfestung steht der Wachbeamte gegenüber und spricht mit der Truppe. Die Figur erhebt sich auf erstaunliche Weise von unterhalb des Schildes, nimmt den Schild über den Kopf und wird beständig zum Spiel bewegt. Durch eine Yakshini lässt man sie lieblich sprechen. Höre noch von unzähligen weiteren Wundern.

3208. Wenn die Jungfrau einen Stab nimmt und freundlich spricht, öffnet auch die Figur den Mund und redet deutlich von vorn. Beim Kampf mit dem Schild reicht sie die Hand und spricht. Durch die Bindung Kuralis zeigt sie diese erstaunliche Sprechkunst.

3209. Wenn sie spricht, geraten alle Menschen in Staunen, wie bei einem großen Taschenspielerkunststück. Selbst die weithin bekannten Tamilgelehrten und Weisen haben dieses Verfahren nicht so erklärt. Millionen haben Geld dafür ausgegeben; doch niemand auf Erden hat es nach meiner Weise ausgeführt. Ich, Bogar, habe ohne Makel und Verhüllung gesprochen, damit die Menschen ihren Lebensunterhalt finden.

Überlieferung und Prüfung der Stoffe in Cina

3210. Höre zu diesem Zweck noch ein Verfahren. Den Menschen des großen Cinapati habe ich Kaya-Karpa erklärt, damit sie gedeihen. Was Kalanginathar den Weisen im Treta-Yuga auf Erden als Kaya-Karpa verkündete, habe ich ohne Abweichung von der Überlieferung am Beginn des Kali-Yuga ausgesprochen.

3211. In diesem Kali-Yuga legte ich, der Diener, die Kulikai an und gedachte beständig der Guru-Füße meines väterlichen Kalangi. Ich ging den Weg nach Cinapati und erläuterte alles klar und geordnet. Offen vor aller Öffentlichkeit habe ich, Bogar, es mit Freude besungen.

3212. Die Menschen von Cinapati betrachteten diese Verwandlung als beständig. Yogis und Rishis beschlossen, sie auszuführen. Sie erkannten aufmerksam die feindlichen Stoffe und vereinigten sie mit den freundlichen. Die Menschen von Cina prüften alles so, wie wir es gesagt hatten, und gelangten zu guter Erkenntnis.

3213. Über unzählige Millionen Zeiträume prüften sie die Geheimnisse aller wesentlichen Bücher. Sie untersuchten sämtliche Stoffe und erprobten sie mit ihren freundlichen Gegenstoffen. In jedem Tiegel machten sie Versuche und erforschten die feindlichen Stoffe gründlich. Höre, wie man daraus jeweils eine bestimmte Menge Sattu gewinnt.

Sattu aus Ayam und Abhraka

3214. Ich erkläre die Gewinnung des Sattu aus Ayam. Nimm sorgfältig einen Ser Ayam und bereite das Metall ohne Verlust als feines Pulver. Zerreibe es vier Samam mit Zitronensaft. Es verliert seine Verunreinigung und wird hell. Wasche es anschließend mit Amuri.

3215. Füge zum Eisenpulver Caram, Karam, Cinam und Steinsalz hinzu. Zerreibe alles zwei Samam mit dem Saft der Cam-Frucht und wasche es mit Wasser. Damit ist das Ayam gereinigt. Mein junger Schüler, suche nun den Weg, sein Sattu zu gewinnen.

Anmerkung: Die Bezeichnung Cam-Frucht ist beschädigt; eine Gleichsetzung mit einer bestimmten Zitrusfrucht wird nicht vorausgesetzt.

3216. Nimm zehn Palam Karam und zerreibe es zehn Tage lang mit dem Saft roter Wasserlilienblüten. Es wird dabei nach dem Verfahren zu weißem Wachs. Höre, wie es anschließend mit dem Milchsaft von Erikal-an verrieben wird. Nimm einen Teil des genannten Pulvers und füge die gleiche Menge des bereiteten Karam hinzu.

Anmerkung: Erikal-an ist ein verhüllender Pflanzenname, vermutlich auf Erukku bezogen; die Pulverbezeichnung ist beschädigt.

3217. Zerreibe die Mischung vier Samam mit dem Milchsaft von Erikal-an. Gib sie in einen Vajra-Tiegel und dichte ihn ab. Trockne ihn vollständig in der Sonne, stelle ihn in den Cara-Ofen und blase das Feuer an. Das Ayam schmilzt und wird zu kräftigem Sattu.

3218. Höre weiter über dieses Sattu. Füge Vengaram hinzu und zerreibe es mit der zuvor genannten ›Vater‹-Substanz und Erikal-an. Gib auch Honig hinzu und verreibe alles klar wie zuvor. Handle genau nach dem Wort meines väterlichen Gurus Kalanginathar.

Anmerkung: ›Vater‹ ist hier eine nicht aufgelöste alchemistische Bezeichnung.

3219. Gib es in den Vajra-Tiegel, lege eine Verschlussscheibe auf und dichte ihn sorgfältig ab. Trockne ihn in der Sonne und blase ihn im Cara-Ofen. Das reine Ayam wird zu Kalankam. Schlage den Tiegel sauber auf: Das Ayam steht darin wie eine Perle. Nimm diese glänzende Sattu-Perle heraus.

3220. Nimm die Perle und irre nicht umher. Brich sie auf und prüfe sie. Sei nicht schläfrig und ziellos, mein Schüler: Das gute, reine Ayam ist zu Sattu geworden. Bewahre die Perle sorgfältig auf. Betrachte noch einen anderen Weg; verzage nicht. Ich werde nun erklären, wie das schöne Abhraka-Sattu gewonnen wird.

3221. Noch von einem Sattu will ich erzählen, das die Nathas, Weisen und göttlichen Rishis auf Erden nicht erklärt haben. Ich, der Diener, habe die kostbaren Bücher geordnet geprüft und es in der alten Welt bekannt gemacht. Ich erkläre Krishna-Abhraka, damit die Schüler ihren Lebensunterhalt finden.

Anmerkung: Die Mineralbezeichnung ist im Tamil beschädigt, wird aber durch den vorigen Vers als schwarzes Abhraka eingegrenzt.

3222. Nimm ohne Fehlgriff zwei Ser Navanitam. Füge von dem zuvor genannten Karam einen Teil auf vier Teile hinzu. Lege alles in den vertieften Reibstein und zerreibe es mit Honig, mein Sohn. Gib die Masse in den Vajra-Tiegel und versehe ihn mit einer Dichtung.

Anmerkung: Navanitam bedeutet wörtlich frische Butter, kann hier aber eine zuvor bereitete butterartige Stoffform bezeichnen; der Bezug zum Abhraka-Verfahren bleibt verkürzt.

Weitere Verarbeitung des Abhraka-Sattu

3223. Die Dichtung ist eine Karam-Dichtung, eine geeignete Kalkdichtung. Trockne den Tiegel in der Sonne, stelle ihn in den Cara-Ofen und blase das Feuer an. Beginne in der Morgenwache und erhitze das Sattu vollständig. Am Abend schlage den Tiegel auf. Wie soll ich die Farbe dieses Sattu beschreiben?

3224. Nicht einmal die aufgehende Sonne kommt ihm gleich. Es ist Abhraka-Sattu entstanden, mein Sohn. Versäume den richtigen Augenblick nicht und höre weiter. Nimm dieses Sattu und das zuvor genannte Sattu, lege sie in den Reibstein und füge Varuna-Salz, Kari-Salz und Pottil-Salz hinzu. Zerreibe alles geordnet.

3225. Zerreibe es vier Samam mit den sechs Arten von Jaya-Wasser, mein Sohn. Verarbeite es bis zur Wachskonsistenz und gib es in den Vajra-Tiegel. Lege eine Verschlussscheibe auf, dichte ihn ab und trockne ihn in der Sonne. Nach dem geordneten Trocknen stelle ihn wie zuvor in den Cara-Ofen.

3226. Entzünde das Feuer und schmilz den Inhalt. Der Tiegel wird glatt beziehungsweise weich, und der Duft frischer Butter verbreitet sich. Der gute Stoff ist geschmolzen. Schlage den festen Tiegel auf: Das wirksame Abhraka-Sattu ist entstanden. Nachdem ich dieses genaue Verfahren erkannt hatte, habe ich es knapp im vierten Kanda besungen.

3227. Höre weiter im vierten Kanda. Lege das gute Sattu wie zuvor in den vertieften Reibstein, mein Sohn, füge Honig hinzu und zerreibe es aufmerksam. Gib es in den Vajra-Tiegel und versieh ihn mit einer festen Dichtung. Trockne ihn in der Sonne, nimm ihn heraus und höre weiter.

3228. Stelle ihn in den Cara-Ofen und blase das Feuer an. Das Navanitam wird vollständig zu Sattu. Gibt es jemanden, der dir gleichkommt? Auch du bist ein Siddha. Bei diesem Sattu entstehen keine Fehler. Schlage den Tiegel sorgfältig auf; das Sattu wird sichtbar hervortreten. Vollziehe diese Behandlung zehnmal.

Anmerkung: Die OCR trägt 3226; nach der fortlaufenden Versfolge steht hier 3228.

3229. Damit entsteht Navanita-Sattu. Nimm es heraus, füge Karam und Puni-Wasser in gleichen Mengen hinzu und zerreibe es erneut aufmerksam mit Honig. Gib es in den Vajra-Tiegel, mein Sohn, verschließe ihn mit einer Scheibe und dichte ihn ab. Stelle ihn in die Sonne, damit die Feuchtigkeit entweicht, und nimm ihn nach dem Trocknen heraus.

3230. Stelle ihn in den Cara-Ofen und blase das Feuer an. Wie soll ich dieses Sattu beschreiben? Brich den Tiegel vorsichtig auf. Wie soll ich das vorzügliche Sattu beschreiben? Nimm es heraus und bewahre es sorgfältig in einem Porzellangefäß auf. Nicht der kleinste Mangel soll entstehen; so groß ist die Kraft dieses schönen Sattu.

Kenti-Sattu und Punagam

3231. Höre ein weiteres Verfahren: Ich will mit Freude das Sattu des Kenti erklären. Nimm einen Ser Kenti und einen Ser Punagam. Entferne die Erde aus dem Punagam und verreibe es nach der Ordnung mit dem Milchsaft von Erikal-an. Es wird wolkenfarbig aussehen. Füge einen Viertelteil Karam hinzu.

3232. Zerreibe alles vier Samam und gib es in einen Vajra-Tiegel. Lege die Verschlussscheibe auf, dichte ihn ab und trockne ihn in der Sonne. Stelle den Tiegel genau in die Mitte des Valuka-Geräts. Blase zur Gewinnung des Sattu mit vier Blasebälgen; so entsteht das Sattu.

3233. Wenn du den Tiegel aufschlägst, ist das Kenti zu Sattu geworden. Durch das wesentliche Sattu des Punagam wurde das kräftige Kenti zu Sattu. Ist Kenti-Sattu entstanden, lassen sich unzählige Künste vollbringen. Mein Edler, durch Punagam ist das Sattu des Kenti entstanden.

3234. Lass es nicht dabei bewenden; höre weiter. Kalanginathars Wort wird in dieser Welt nicht unwahr. Die Siddhas, Weisen und Rishis hatten Punagam vergessen. Kalangi aber untersuchte es auf der weiten Erde und erklärte dieses Verfahren. Sonst hatte es niemand in der Welt erkannt.

3235. Die Veda-Weisen und Rishis haben auf Erden viele verschiedene Dinge erklärt. Ich habe nur so weit gesprochen, wie mein väterlicher Guru Kalanginathar es gelehrt hat. Die Arten von Sattu wurden in den Schriften auf vielerlei Weise besungen. Doch niemand hat sie wie in diesem kostbaren Buch erklärt. Klar habe ich sie im vierten Kanda dargelegt.

3236. Dies ist das mittlere Kanda des Werkes Siebentausend. Damit die Schüler auf Erden bestehen können, habe ich das Buch wie einen anspornenden Stab, mit Weg und Verfahren, erklärt. Die erforderlichen Arbeiten habe ich mit Freude in diesem vierten Kanda besungen. Wenn die Gnade meines väterlichen Herrn Kalanginathar gegenwärtig ist, erschließt sich der Sinn liebevoll.

3237. Höre weiter, wie wir das kostbare Kenti-Sattu erklären. Zur Entstehungskraft der Erde gehört das Punagam der roten Erde. Nach dem zuvor beschriebenen Verfahren nimm das Kenti-Sattu, füge die gleiche Menge Punagam hinzu und zerreibe alles geordnet vier Samam.

3238. Wenn du es vier Samam mit dem Milchsaft von Erikal-an verreibst, füge den Milchsaft hinzu und bringe das Sattu nach dem Verfahren in Verbindung. Durch das Sattu des Kupfers und das kupferartige Punagam entsteht Kenti-Sattu. Wer auf Erden kann auf diese Weise das Sattu des Kenti gewinnen? Es ist außergewöhnlich.

Anmerkung: Die Verbindung von Kupfer-Sattu, Punagam und Kenti-Sattu wird in der Vorlage verkürzt und teilweise wiederholend ausgedrückt.

3239. Gib das Kenti-Sattu in einen Vajra-Tiegel, mein Sohn. Verschließe den Tiegel sorgfältig mit einer Scheibe und einer Dichtung. Lasse ihn in der Sonne trocknen und stelle ihn in die Mitte des Cara-Ofens. Füge Kohle hinzu und blase ehrfürchtig mit vier kräftigen Blasebälgen.

3240. Schmilz es vier Samam lang und nimm es heraus, wenn das Sattu abgekühlt ist. Schlage den Tiegel auf: Das beständige Kenti-Sattu ist entstanden. Wiederhole dieses gute Sattu-Verfahren zehnmal. Nimm das Kenti-Sattu und bewahre es sorgfältig in Porzellan auf.

Nagam-Sattu mit Sutam und Talakam

3241. Betrachte noch eine andere Zubereitung, die die Nathas auf Erden nicht ausgeführt haben. Damit die Menschen bestehen können, gedenke ich Kalanginathars Füßen, verneige mich und preise sie. Mein Sohn, für euch habe ich dies erklärt. Nimm einen Ser des glänzenden Nagam und höre weiter.

3242. Nimm einen Ser Nagam, einen Ser Sutam, einen halben Ser Karam und einen halben Ser Puni-Wasser. Gib alles sorgfältig in den vertieften Reibstein und zerreibe es mit den sechs Arten von Jaya-Wasser. Zerreibe es ohne Fehler vier Samam lang, mein Sohn.

3243. Während der vier Samam Reiben wird die bewegliche Kraft des Nagam gebändigt, und es wird zu einer Paste. Füge das mächtige Talakam hinzu. Im Inneren des Nagam vereinigt sich der König Sutam damit. Die Paste erscheint vor den Augen wie eine strahlende Wolke.

3244. Nimm die Paste und gib sie in einen Vajra-Tiegel. Verschließe ihn mit einer Scheibe und einer Dichtung und trockne ihn sorgfältig in der Sonne. Stelle ihn in den Cara-Ofen und blase mit dem Blasebalg. Wie wir gesagt haben, entsteht Nagam-Sattu. Selbst Könige haben diese feine Kunst nicht erkannt.

Wiederholte Verarbeitung des Nagam-Sattu

3245. Nimm das feine Sattu heraus; es ist gutes Nagam-Sattu. Gib es wie zuvor erneut in den Reibstein, mein junger Schüler. Füge Talakam, Sutam und reines Puni-Niru hinzu. Zerreibe alles nach dem Verfahren mit den sechs Arten von Jaya-Wasser. Höre, o König.

3246. Lass dich nicht verwirren, o König, sondern höre weiter. Zerreibe alles vier Samam sorgfältig, mache es zu Wachs und gib es in den Vajra-Tiegel. Lege eine feste Dichtung an und trockne ihn in der Sonne. Stelle ihn dann, wie ich gesagt habe, wie zuvor in den Cara-Ofen.

3247. Setze ihn in die Mitte und blase das Feuer im Cara-Ofen. Was in der Schrift steht, wird nicht fehlgehen; das Sattu wird zuverlässig gewonnen. Vor diesem Weg der Verwandlung zittert selbst der Tänzer. Wer auf Erden könnte ihn vollständig erklären? Nimm das Sattu ordentlich heraus. Was soll ich sagen, meine Kinder? Hört weiter.

3248. Gewinne das Sattu des Nagam und zerreibe es aufmerksam wie zuvor. Ohne Fehler und von Mängeln befreit, nimm das Nagam-Sattu heraus. Höre weiter, damit nichts verdirbt. Pulverisiere alle zuvor genannten Stoffe, gib sie in den Reibstein und zerreibe sie reinlich mit Jaya-Wasser.

3249. Verreibe sie mit den sechs Arten von Jaya-Wasser zu einer wachsartigen Paste. Gib sie in den Vajra-Tiegel, verschließe ihn mit einer Scheibe und dichte ihn ab. Trockne ihn in der Sonne und stelle ihn fest in die Mitte des Valuka-Geräts. Fülle ohne Nachlässigkeit Kohle ein.

3250. Wenn du das Sattu erhitzt, verwende zwei Blasebälge. Blase genau vier Samam und schlage den festen Tiegel auf. Eine runde Scheibe wird geschmolzen darin stehen. Wie soll ich dieses Sattu beschreiben? Ohne Verlust entsteht Nagam-Sattu, das gute Iyam des Taram.

Anmerkung: Die Schlussbezeichnung ›Iyam des Taram‹ bleibt als alchemistische Stoffbenennung erhalten.

Vangam-Sattu und die silberartige Perle

3251. Wenn Nagam zu Iyam geworden ist, lassen sich unzählige Künste vollbringen. Dieses Verfahren muss, wie wir gesagt haben, zehnmal ausgeführt werden. Gewinne das Sattu und bewahre es auf. Höre nun ein weiteres Verfahren: Wir erklären ausführlich das Sattu des Vangam, damit die Schüler bestehen können.

3252. Nimm einen Ser Vangam, einen Ser Cingi und einen halben Ser Manocilai. Schmilz sie geordnet, gib die Masse in den Reibstein und zerreibe sie mit Honig. Lege sie in den Vajra-Tiegel, verschließe ihn mit einer Scheibe und einer Dichtung und trockne ihn sorgfältig in der Sonne.

3253. Stelle den getrockneten Vajra-Tiegel in den Cara-Ofen und blase kräftig. Der Tiegel wird unter der Hitze weich beziehungsweise glatt, und das Vangam steht geschmolzen darin. Das Vangam wird zu Kalankam. Dies ist die Verwandlung, die Siddhas auf Erden ausführen. Nicht jeder erkennt ihren Ansatz; nur ein Kundiger sieht ihn.

3254. Nimm das Vangam heraus und pulverisiere es sorgfältig im Reibstein. Füge einen Viertelteil Muppu hinzu und zerreibe es mit Honig. Die wachsartige Masse wird wie Butter. Gib sie ohne Verwirrung in den Vajra-Tiegel, verschließe ihn oben, dichte ihn ab und trockne ihn in der Sonne.

3255. Nimm den getrockneten Tiegel und lege eine weitere Kalkdichtung an. Bringe sieben Dichtungslagen auf und trockne ihn vollständig in der Sonne. Stelle ihn in den Cara-Ofen und blase das Feuer an. Das Sattu wird zu einer Perle. Brich den Tiegel vorsichtig auf; die Perle wird wie Silber aussehen.

3256. Nimm die Perle und höre. Nimm Sutam und das als Kam bezeichnete Pashanam in gleichen Mengen und zerreibe beide. Lege damit einen Mantel um das genannte Vangam. Bringe eine Kalkdichtung an, trockne alles in der Sonne und schmilz es nach der Ordnung in der Röhre.

Anmerkung: Die Pashanam-Bezeichnung ist unsicher; die konkrete Schmelzvorrichtung wird nur als Röhre bezeichnet.

3257. Schmilz es und schlage den Tiegel auf. Wie soll ich dieses Kalankam beschreiben? Zerkleinere es, gib es erneut in den Tiegel und schmilz es sorgfältig; es wird Kalankam. Nimm es heraus und höre weiter. Bringe es im großen Tiegel zum Schmelzen. Wie soll ich dieses Kalankam beschreiben? Es ist Bogars besonderes Verfahren.

Reinigung und Verarbeitung des Tamparam

3258. Höre ein weiteres Verfahren, mein junger Schüler, damit die Schüler bestehen können. Ich will das Sattu des Tamparam erklären. Höre zunächst von seiner Reinigung. Um gewisse als Nagam bezeichnete Gifte zu entfernen, reinige es sorgfältig mit Puni-Wasser. Ich werde die Reinigung des Tamparam mit dem dazugehörigen Verfahren erläutern.

3259. Tamparam ist ein mächtiger Todesstoff. Um seine Brüchigkeit beziehungsweise schädliche Eigenschaft zu beseitigen, nimm einen Ser Puni-Wasser und einen Ser Kupfer, ferner je einen Viertelser Viram, Cinam, Karunkunri und Cirrandam.

Anmerkung: Ural bezeichnet in diesen Metallpassagen eine unerwünschte Eigenschaft, häufig Brüchigkeit; eine durchgehend eindeutige Übersetzung ist nicht gesichert.

3260. Vereinige alle Stoffe und gib sie in den Reibstein, mein Sohn. Zerreibe sie sorgfältig mit dem milchigen Jaya-Wasser, dem Cara-Wasser. Reibe vier Samam lang mit diesem vorzüglichen Jaya-Wasser. Forme daraus Tabletten und verreibe sie dann mit Zitronensaft.

3261. Höre aufmerksam die Regel für das Verreiben. Bestreiche das gereinigte Tamparam mit der gesamten Zubereitung oben und unten. Lasse es in der Sonne trocknen, lege es in eine Schale und dichte sie ab. Gib ihr ein Koli-Putam, lasse es auskühlen und nimm den Inhalt heraus.

3262. Das Kupfer wird sich aufgebläht zeigen; damit ist der Zustand des Tamparam richtig. Wenn man es auf dem Amboss schlägt, verliert es seine störende Eigenschaft. Die heftige Brüchigkeit ist verschwunden. Unwissende Menschen erkennen diese Eigenschaft des Kupfers nicht. Führe dieses Verfahren mit Putam zehnmal aus und prüfe das Ergebnis.

Anmerkung: Die Lesart für den Amboss ist beschädigt, ergibt sich aber plausibel aus dem Schlagen des Metalls.

3263. Wenn du es herausnimmst und betrachtest, was soll ich sagen? Das Kupfer ist nun leicht zu bearbeiten und von hoher Güte. Klug ist derjenige, der dieses Verfahren so ausführt, dass selbst die Umstehenden es nicht erkennen. Der Meister arbeitet nach seinen festgelegten Zeichen, ohne dass es vor den Augen sichtbar wird. Er zeigt das Verfahren in veränderter Form, offenbart aber den inneren Kern nicht.

Anmerkung: Diese ausdrückliche Empfehlung zur Geheimhaltung steht neben Bogars wiederholter Kritik an verhüllenden Lehrern.

3264. Nimm das Tamparam nach dem rechten Verfahren, das der Guru gelehrt hat. Nach dem Wort meines väterlichen Kalanginathar nimm einen Ser dieses kostbaren Tamparam und gib es in den Vajra-Tiegel. Wenn das Kupfer geschmolzen dasteht, höre, welche Stoffe du hinzufügen sollst.

3265. Die Stoffe sind Viram, Vellai, Pashanam, Kauri, Karam, Puram und Sutam, jeweils in gleichen Mengen. Wiege sie gleichmäßig ab und pulverisiere sie im Reibstein. Gib davon einen halben Ser als Grasa-Portion aufmerksam zum Tamparam.

Anmerkung: Die Satzglieder können teilweise auch als Gleichsetzungen gelesen werden, etwa ›das weiße Viram‹; die genaue Abgrenzung der Stoffliste ist unsicher.

3266. Schmilz das Kupfer, gib die Grasa-Portion hinzu und lasse sie sich leicht damit verbinden. Kühle das Kupfer anschließend ab und schlage den Tiegel aufmerksam auf. Das Kupfer ist zu Kalankam geworden; seine unerwünschte Brüchigkeit ist verschwunden. Irre nicht erschöpft umher, mein Sohn; führe dieses Verfahren geordnet aus.

3267. Das Kupfer ist zu Kalankam geworden. Wie soll ich dieses reine Kalankam beschreiben? Nimm es heraus und gib es in den Reibstein, mein Sohn. Pulverisiere es und mache es durch Reiben zu einer feinen Paste. Verschließe sie im Tiegel, dichte ihn sorgfältig ab und setze ihn der Sonne aus.

Anmerkung: Ein mögliches Reibmittel in der dritten Zeile ist nicht sicher lesbar und wird nicht ergänzt.

3268. Wenn der Tiegel trocken ist, stelle ihn in den Cara-Ofen und blase das Feuer an. Das Kupfer verliert seine unerwünschte Eigenschaft und wird sogleich Kalankam genannt. Dieses Kupfer-Kalankam erscheint als wirksamer Ansatz der Verwandlung. Das Wort wird nicht fehlgehen: Bogar hat dieses Verfahren mit erlangtem Segen besungen.

Ein Centuram aus vereinigten Sattu

3269. Vereinige alle gewonnenen Sattu in gleichen Mengen, schmilz sie und nimm die Masse heraus. Füge einen Teil Gold auf vier Teile hinzu; das Gold verbindet sich mit dem Kalankam, und das feste Kalankam strahlt. Gib einen Achtelteil Kenti dazu und zerreibe alles vier Samam.

3270. Während des vier Samam dauernden Reibens füge einen Achtelteil gutes Sutam hinzu. Zerreibe es mit dem Saft von Porttalai und forme eine dünne Scheibe. Trockne sie in der Sonne, lege sie in eine Schale und dichte diese ab. Nach einem Gaja-Putam ist die Masse gebrannt und schwarz.

3271. Nimm das schwarze Centuram und zerreibe es vier Samam mit Kaiyan-Saft. Forme wie zuvor eine Scheibe. Wenn sie getrocknet ist, verschließe sie in einer Schale mit Dichtung. Gib ihr ein geeignetes Gaja-Putam; so entsteht das Centuram.

3272. Damit dieses Centuram rot wird, sind fünfzig Putam erforderlich. Vollziehe die Putam nach dem Wort meines väterlichen Gurus Kalanginathar. Sind fünfzig Putam beendet, wird das mächtige Centuram tiefrot. Nimm es heraus; ich erkläre dir noch eine weitere Behandlung.

3273. Denke nicht, das Verfahren sei damit zu Ende. Füge Kenti und Taram im Verhältnis eins zu vier zum genannten Centuram hinzu, außerdem einen Achtelteil Sutam. Vereinige alle Stoffe und zerreibe sie vier Samam mit Potutalai-Saft. Verarbeite sie genau und forme eine Scheibe.

Anmerkung: Die Mengenbeziehung von Kenti und Taram ist verkürzt; ob beide zusammen oder jeweils einen Viertelteil bilden, bleibt unklar.

3274. Trockne die Scheibe in der Sonne, lege sie in eine Schale und dichte sie ab. Gib ihr ein regelrechtes Gaja-Putam; das Centuram wird rot. Fünfzig Putam sind ohne Verlust auszuführen. Weiche von keinem Teil des Verfahrens ab. Durch die wiederholten Putam entsteht ein Centuram von unbeschreiblicher Schönheit.

Pflanzenöle, Vallarai und wiederholte Putam

3275. Weder Zunge noch Verse reichen aus, es zu beschreiben. Es ist die Verwandlungskunst der Siddhas. Höre noch einen Schritt, durch den das Centuram alkalische Kraft annimmt und eine gerühmte Röte gewinnt. Zerreibe es acht Samam mit dem Öl von Vilari.

3276. Nach acht Samam Reiben wird das schöne Centuram wie Wachs. Zerreibe es genau, forme eine Scheibe und lasse sie in der Sonne trocknen. Höre, wie die Dichtung angelegt wird: Lege die geformte Scheibe in eine runde Schale, dichte sie ab und gib ihr ein vollständiges Gaja-Putam.

3277. Lasse das Putam abkühlen und nimm den Inhalt heraus. Wie soll ich dieses kräftige Centuram beschreiben? Nimm es und zerreibe es nach der Ordnung vier Samam mit Virali-Öl, bis es ohne Eile wachsartig wird. Forme eine leichte Scheibe und lege sie geordnet in die Sonne zum Trocknen.

Anmerkung: Der Pflanzenname erscheint zuvor als Vilari, hier als Virali; die Variante wird sichtbar beibehalten.

3278. Lege sie in eine Schale, dichte sie ab und gib ihr ein Gaja-Putam. Führe auf diese Weise aufmerksam fünfmal zehn Putam aus; so entsteht das Centuram. Nimm es heraus und prüfe es. Seine alkalische Kraft lässt sich nicht aussprechen. Ich werde noch viele Pflanzen nennen, mein junger Schüler, die du noch nicht kennst.

3279. Höre von einer geeigneten Pflanze. Auf Erden gibt es viele Kaya-Karpa-Mittel. Die kräftige Pflanze ist Vallarai-Karpa. Presse ihren Saft aus, lege das Centuram in den Reibstein und verreibe es mit dem Pflanzensaft. Nach vier Samam gründlichen Reibens wird es wie Wachs.

3280. Forme aus dem Wachs eine Scheibe und trockne sie geordnet in der Sonne. Lege sie in eine Schale, dichte sie ab und gib ihr ein geeignetes Gaja-Putam. Das Centuram nimmt alkalische Kraft an und wird zur wirksamen Kaya-Karpa-Grundsubstanz. Suche nun die richtige Weise, diesem Centuram weitere Putam zu geben.

3281. Fünfzig Putam werden für das Centuram genannt. Durch die zahlreichen sorgfältigen Putam nimmt seine alkalische Kraft zu und es wird zum zuverlässigen Kaya-Karpa-Mittel. Wenn du das Verfahren so vollendest, wirst auch du auf der weiten Erde ein Siddha. Niemand hat es so besungen. Gibt es auf Erden ein Buch wie dieses?

3282. Gewiss gibt es auf der Welt viele Bücher, Millionen Lehrschriften. Auch ich habe sehr viele Bücher gesehen. Doch dieses Buch ist ohne Täuschung und wahr. Mächtige Veda-Weise haben zahlreiche Werke verkündet. Jeder erzählte nach seinem Vermögen erstaunliche Dinge; doch diesem Buch kommt auf Erden keines gleich.

Puliyarai und Ponnin-Avarai

3283. Höre weiter vom Centuram. Zerreibe es sorgfältig mit Puliyarai-Saft, forme im richtigen Zustand eine Scheibe und lasse sie trocknen. Lege sie in eine Schale, dichte sie ab und gib ihr ein Gaja-Putam. Das Wort des erhabenen Guru-Natha wird auf Erden nicht unwahr; erkenne seine Wahrheit.

3284. Das Centuram gewinnt alkalische Kraft und wird geordnet zu Kaya-Karpa. Führe zehn weitere Putam aus, ohne von der richtigen Art des Putam abzuweichen. Wie gesagt, entsteht Centuram. Wie könnte man seine scharfe alkalische Kraft beschreiben? Wir erklären noch einen anderen Weg; erkenne darin die Gnade der Mutter des Vedanta.

3285. Betrachte einen weiteren Weg der wirksamen Centuram-Behandlung. Nimm das Centuram und lege es nach dem Verfahren in den Reibstein, mein Sohn. Füge einen Achtelteil Puni-Niru-Muppu-Cunnam hinzu und zerreibe alles vier Samam mit Ponnin-Avarai.

3286. Nach vier Samam Reiben wird es wie Butter; doch selbst Butter kommt ihm nicht gleich, mein junger Schüler. Dies ist die Verwandlungskunst der Siddhas. Wenn die schöne Waldpflanze passend hinzugefügt und verrieben wird, verlieren alle mächtigen Sattu ihre ursprüngliche Beschaffenheit; auch das große Centuram wird entsprechend gebändigt.

3287. Lass es nicht dabei bewenden, mein Sohn. Forme eine Scheibe und trockne sie in der heißen Sonne. Lege sie in eine Schale, dichte sie ab und gib ihr ein Gaja-Putam. Nimm sie nach dem Abkühlen heraus. Wenn das Putam abgeschlossen und die Masse im verschlossenen Zustand gebrannt ist, entsteht kein Fehlgang.

Anmerkung: Die letzte Zeile verwendet wörtlich das Bild des angehaltenen Atems; der Bezug auf den geschlossenen Brennvorgang ist sinngemäß.

3288. Es entsteht kein Fehler; das geordnet bereitete Centuram gewinnt Festigkeit. Nimm es und lege es erneut in den Reibstein. Füge die Pflanze Ponnin-Avarai hinzu und zerreibe die Masse zu einer feinen flüssigen Paste. Forme daraus eine makellose Scheibe.

3289. Wenn sie in der Sonne getrocknet ist, lege sie in eine Schale und dichte diese ab. Gib ihr ein Gaja-Putam. Wie soll ich das klare Centuram beschreiben? Wenn du auf diese Weise fünfmal zehn Putam vollendet hast, wie soll ich dann das Centuram beschreiben? Erkenne darin den verborgenen Handgriff der Nathas.

Die Lehrerüberlieferung und weitere Pflanzenbehandlungen

3290. Siddhas, Weise und Rishis führen auf Erden einen außerordentlichen Weg aus. Sie haben viele Bücher geprüft und unzählige Arten von Kaya-Karpa vollendet. Auch ich habe zahlreiche Bücher gesehen. Doch die Entstehung und das entscheidende Geheimnis haben sie nicht verständlich ausgesprochen.

3291. Sie haben sämtliche wesentlichen Grundlagen verborgen, auch gegenüber der Schülerschaft Tirumulars. Nach der von uns erklärten Prüfung der Bücher erkannten sie die reichen Möglichkeiten des Landes nur teilweise. Niemand legte die gesamte Kaya-Karpa-Ordnung klar dar. Kalanginathar aber hat unzählige gerühmte Verse verfasst.

3292. Unter Millionen Siddhas gibt es einen, der nach vielfacher Prüfung spricht. Damit die suchenden Menschen bestehen können, besang dieser Siddha alles deutlich. Er prüfte die Fehler der überlieferten Bücher und erklärte auf Erden die zahlreichen Unterschiede. Auch ich, der Diener Bogar Rishi, habe diese Dinge aufmerksam und freundlich der Welt verkündet.

3293. Höre ein weiteres Verfahren, das ich erklärt habe, damit die Schüler im Land bestehen können. Ich habe die Angemessenheit und Unangemessenheit der überlieferten Schriften sorgfältig und leicht verständlich untersucht. Ich sage dir: Zerreibe das Präparat acht Samam mit Ponnin-Umattai.

Anmerkung: Unter dieser Nummer stehen in der Vorlage nur drei Verszeilen. Ponnin-Umattai ist die genannte Pflanzenbezeichnung; ein fehlender Text wird nicht ergänzt.

3294. Zerreibe das Centuram acht Samam gründlich, mein Sohn. Wenn es fein wie eine Paste ist, forme eine leichte Scheibe und trockne sie geordnet in der Sonne. Lege sie in eine Schale und dichte diese ab. Schichte Dungbrennstoff in einer runden Grube auf und vollziehe das Putam ordnungsgemäß.

Kamalamunis Segen für das Centuram-Karpa

3295. Lasse das Feuer abkühlen und nimm den Inhalt heraus. Wie soll ich das glänzende Centuram beschreiben? Es gewinnt alkalische Kraft und wird auf Erden zu Kaya-Karpa. Führe diese Behandlung des Centuram mit fünfmal zehn Putam aus. Dann gleicht es kraftvoll der aufgehenden Sonne. Niemand sonst auf Erden hat dies vollbracht.

3296. Die außerordentliche Kunst dieses Centuram hat sonst niemand auf Erden ausgeführt. Ich, der Diener, ging zur Wohnstätte meines väterlichen Herrn Kalanginathar und prüfte die Geheimnisse der Lehrschrift. Dann begab ich mich rasch nach Cinapati. Mit angelegter Kulikai flog ich ins Land Cina.

3297. Ich gelangte nach Cinapati, schaute Kamalamunis ehrwürdige Füße und pries sie. Ich erwies ihm die erforderlichen Dienste, legte die Kulikai an und erhob mich wie ein Pfeil. Dann stand ich nahe bei seiner Samadhi-Stätte. Als ich mit gesenktem Haupt dastand, gab Natha Kamalamuni mir Antwort beziehungsweise Erlaubnis.

3298. Als er antwortete, begann auch ich freudig zu erwidern. Kamala hatte mir seine ungehinderte Weisung voller Güte gegeben. Die großen göttlichen Weisen begannen mit Freude das Centuram-Kaya-Karpa auszuführen. Ich bat: Gewähre auch mir dein segensreiches Wort, damit kein Hindernis entsteht.

Anmerkung: Das Attribut des Centuram in der dritten Zeile ist beschädigt.

3299. Als ich darum bat, löste der Siddha sogleich den auf mir liegenden Fluch. Damit die Stoffe bereits bei der Berührung gebunden würden, erklärte er mir die Geheimnisse des Kaya-Karpa anhand genauer Kennzeichen. Er lehrte das Verfahren zur Beseitigung der Mängel und gewährte mir freudig sein Wort für das Kaya-Karpa, durch das Gebrechen und Krankheit weichen sollen.

3300. So gab Natha Kamalamuni mir seine erhabene Zusage. Ich verneigte mich auch vor den Füßen des königlichen Kalanginathar. Die kostbaren Schriften prüfend, stellte ich das Bogar Siebentausend zusammen. Des gütigen Kalangi gedenkend, besang ich geordnet das Sapta Kandam.

Begleitmittel und traditionelle Krankheitsgruppen

3301. Ich erläutere die Größe des Centuram, damit die Schüler bestehen können. Höre die Arten der begleitenden Mittel, damit die Menschen es ohne Verwirrung einnehmen: Honig, frische Butter, Ghee, Milch und Pulverzubereitungen, ferner Lehyas, Ghrta-Präparate, Ingwersaft und Muttermilch.

3302. Auch Zucker und wachsartige Zubereitungen gehören zu diesen Begleitmitteln. Wenn die Behandlung nach unserer Erklärung erfolgt, sollen schwere Krankheiten den Leib nicht mehr aufsuchen und schlimme Leiden verschwinden. Ich erläutere nun die Krankheitsgruppen und ihre Kennzeichen. Höre von der Kraft des Kaya-Karpa.

3303. Die achtzig Vayu-Leiden und die vierzig Pitta-Leiden sollen weichen, ebenso die achtzehn Kiranti- und die dreizehn Sanni-Leiden. Die sechs Pantu-Arten und die zwanzig Mulam-Leiden sollen verschwinden. Auch Aticara und die sechs Arten von Kirani sollen vergehen.

Anmerkung: Die Zahlen und Namen bilden die traditionelle Krankheitsordnung des Textes ab, keine modernen Diagnosegruppen.

3304. Die sechs Vata-Leiden und die sechsundneunzig Silettumam-Leiden sollen weichen. Die achtzehn schweren Krankheiten und die acht Kacam-Arten sollen verschwinden, ebenso Ulamantai und sämtliche Piramiyam-Leiden. Auch die einundzwanzig Mekam-Leiden sollen den Körper verlassen.

3305. Die achtzehn Kuttam-Leiden und Cokai sollen verschwinden, ebenso die acht Mahodara- und die sechs Visha-Paka-Arten. Die achtzehn Culai- und die acht Kunmam-Leiden sollen weichen. Auch Perumpatu und die sechs Kallataippu-Arten sollen vergehen.

3306. Vippuruti und die achtzehn Karappan-Arten sollen verschwinden, ebenso sämtliche Pauttiram-Leiden und die sechsundneunzig Augenkrankheiten. Auch die genannten Ati-Rokam- und Ati-Curi-Leiden sollen vergehen. Die acht Pinacam-Arten und sämtliche Kopfkrankheiten sollen weichen.

Anmerkung: Die beiden Bezeichnungen in der dritten Zeile sind beschädigt und werden nur annähernd umschrieben.

3307. Zu den Kopfkrankheiten nenne ich weitere Leiden: krankhafter Durst, schmerzhafter Schluckauf und Atembeschwerden sollen verschwinden. Erbrechen und Brustleiden sollen weichen. Auch Kammal, Heiserkeit beziehungsweise Stimmstörung, und sämtliche Giftleiden sollen vergehen.

3308. Höre noch weiter: Krankheiten des männlichen und des weiblichen Geschlechtsorgans sollen verschwinden. Auch die heftige Wirkung von Arzneien soll weichen, ebenso Unfruchtbarkeit mit Schmerzen und sämtliche Kaca-Rokam-Leiden. Das sei die Kraft des freudig ausgeführten Kaya-Karpa-Weges.

Anmerkung: Die genaue Krankheitsbezeichnung Kaca-Rokam ist unsicher; die Passage über Arzneiwirkungen ist verkürzt.

Lebensdauer und Verehrung des Siddha

3309. Bestimmte starke Gifte sollen ihre Wirkung verlieren, die als Pilavai bezeichneten Geschwülste und Blutgift sollen verschwinden. Die Atemnot bei Anstrengung werde dauerhaft behoben. Man könne weite Strecken von Katam-Länge gehen, und auch beim Gehen bleibe der Vasi-Atem nach unten gerichtet. Der schwere Leib werde wie eine steinerne Säule, und man könne lange auf Erden bleiben.

3310. Man könne Millionen Yugas und Kalpa-Zeiträume bestehen, ohne graues Haar und Falten zu bekommen. Der Körper werde nicht schlaff; selbst wenn er erschlaffe, blieben die Nerven beziehungsweise Sehnen kräftig. Während dieser ausgedehnten Kaya-Karpa-Zeit werde auch man selbst ein Siddha. Für diejenigen, die das Centuram hingebungsvoll einnehmen, gebe es kein zählbares Lebensalter.

3311. Es gebe keine Altersgrenze; Kala könne nicht herantreten, und man könne lange auf Erden bleiben. Selbst wenn man mit angehaltenem Atem wie ein Leichnam verharre, nenne die Welt einen Siddha. Lässt du Vasi auch nur einen Augenblick wirken, werde man sagen: Du bist Sadashiva selbst. Man könne ehrenvoll auf Erden leben, und die Könige der Welt würden erzittern.

3312. Die Schülerschar wird bei deinem Anblick erzittern und dir täglich dienen. Bescheiden kommt sie zu dir und spricht viele ehrerbietige Worte. Damit in dir, dem strengen Asketen, kein Zorn entsteht, bleibt sie vor dir stehen. Voller Sorge im Herzen wird sie dich liebevoll und beständig verehren.

3313. In der Haltung der Askese gesammelt, dienen sie dir, um den Darshan zu erlangen. Ohne den Guru zu erzürnen, verneigen sie sich ständig vor ihm. Mit den sechzehn Diensten stehen sie bereit, seine Aufträge ruhig auszuführen. Rein und ohne einen Fluch auf sich zu ziehen, dienen sie über hundert Koti Zeiträume.

Shiva-Yoga, Entsagung und großzügiges Geben

3314. Damit auch du stets wie ein Siddha bestehen kannst, mein junger Schüler, tritt in Shiva-Yoga ein und verehre die Mutter beständig. Verharre mutig im Samadhi-Zustand und beherrsche den oberen Atem vollständig. Richte das kostbare Puraka nach oben und verschließe nach dem Verfahren Anahata.

3315. Wenn du es verschließt und prüfst, entsteht Glanz. Richte den Hals nach oben. Wie ein einzelner Wolf in eine Schafherde eindringt, tritt in den achtgliedrigen Yoga ein. Erkenne die Art der Verbindung; als Shiva-Yogi erlange die Vollendung der Glieder. Verstehe die feine Ordnung der Lehre. Es ist sehr gut, auf Erden standhaft Askese zu üben.

Anmerkung: Der überraschende Wolfsvergleich wird unverändert übernommen; die Aussage zur feinen Ordnung lautet wörtlicher ›den Reiz beziehungsweise Sinn des Gesangs kennen‹.

3316. Erkenne den guten Yoga; tägliche Verehrung ist erforderlich. Durchtrenne die berggroße Täuschung und entferne die heftige Begierde nach Besitz. Prüfe viele Lehrschriften und erkenne die Fehler auf Erden. Wenn du jemanden aufsuchst, gehe zu den Königen. Gut ist es, die Bindung an ihren erworbenen Reichtum zu lösen.

Anmerkung: Die OCR trägt hier 3318, gefolgt von 3317 und erneut 3318; nach der fortlaufenden Versfolge steht hier 3316. Der letzte Satz wird durch den folgenden Vers über Spenden verdeutlicht. Auch die PDF-Zahlmarken lauten 3318 (Seite 433), 3317 und 3318 (Seite 434); es handelt sich daher um eine erschlossene Nummernkorrektur der Vorlage selbst.

3317. Lehre sie, die Begierde nach Besitz abzulegen, und gib ihnen den Rat, ihre Schätze wegzugeben. Hilf ihnen, die Bindung an karmische Erfahrung zu überwinden, und lehre beständig Erkenntnis. Ohne vom gegebenen Wort abzuweichen, fordere sie auf, den Armen großzügig zu spenden. Jedem aufmerksam den ihm angemessenen Anteil zu geben: Das ist Dharma.

Samadhi, Körperbeständigkeit und die Schülerschaft

3318. Wer das Kaya-Karpa im Dharma einnimmt, soll dauerhafte Vereinigung erlangen. Der Yoga-Weg besteht darin, die achtfältige Bedrängnis des Handelns in dieser Welt zurückzuweisen. Auch wenn der Leib mitsamt seinem Karma auf Erden bestehen bleibt, soll er nicht verfallen. So haben die Vollendeten unter den Siddhas diese Lehre auf Erden weitergegeben.

Anmerkung: Die als achtfältig bezeichnete Bedrängnis wird nicht näher aufgeschlüsselt.

3319. Die Siddhas lebten nach dieser Überlieferung und nahmen Kaya-Karpa ein. In langer Übung blieben sie unzählige Millionen Zeiträume verborgen in der Erde. Einmal im Jahr zeigten sie eine Versammlung beziehungsweise gemeinsame Erscheinung; wer sie in der alten Welt sah, staunte. Nach diesem Verfahren vollbrachte die Schülerschaft auf Erden viele Siddhis.

3320. Millionen menschlicher Asketen wirkten auf Erden wie Siddhas, Weise und Rishis. Sie suchten die Samadhi-Stätte auf und schlossen sich entschlossen den Großen an. Scharenweise kamen sie zusammen, um den asketischen Zustand des Gurus und den Zustand seiner eigentlichen Gestalt zu sehen. Viele warteten dort geduldig.

3321. Nimm auf dem großen Weg außergewöhnliche Kraft an und lebe in der Welt wie ein Siddha. Weise niemandem einen fernen schlechten Weg, sondern bleibe wie ein schöner königlicher Herr. Prüfe die Stärke der überlieferten Schrift und erkenne die Alchemie gründlich. Begründe den bewährten Yoga und suche entschlossen Festigkeit im Yoga-Zustand.

3322. Wenn beim Suchen das aus früheren Leben Unvollendete zur Reife kommt, wird es dir klar zuteil. Fehlt aber die entsprechende Anlage, genügt Kaya-Karpa. Vergeht der Körper etwa, selbst wenn er auf der Totenbahre liegt? Millionen blieben unerkannt auf Erden. Durch das Kaya-Centuram werde der Leib beständig wie eine steinerne Säule.

Anmerkung: Die Bezeichnung der fehlenden Anlage ist beschädigt. Die Unvergänglichkeitsbehauptung bleibt als Aussage des Textes stehen.

3323. Er werde wie eine Steinsäule, eine Goldsäule, ein schwarzer Fels. So wirke Kaya-Karpa auf Erden. Das Kaya-Centuram sei eine feste Stütze, auch bei drei Koti Zeiten der Askese. Mit guten Eigenschaften, wie ein Held unter Helden und wie hundert Koti Sonnen auf Erden, wirst du ein Siddha. Schlechte Eigenschaften weichen; du wirst ein königlicher Shiva-Yogi.

3324. Wer das Centuram einnimmt, soll auf Erden weder graues Haar noch Falten bekommen. Schleimleiden sollen beim Sterben nicht herantreten; selbst im Tod gehe der Lebenshauch nicht nach außen. Er bleibe, während Askese geübt wird, im Kopf über Kalpa-Zeiträume. Selbst wenn der Leib im Feuer brenne, werde er sich rasch bewegen und springen.

3325. Wenn der Körper springt, nennen die Menschen es eine Jaga-Jala-Zauberkunst. Beim Leichnam erlischt, so die Erzählung, sogar die feurige Glut. Die scharfsinnigen Menschen erklären es wiederum zum Zauberspiel. Vom Rand des Verbrennungsplatzes aus reden sie abschätzig über den Leichnam.

3326. Wer dieses so geschmähte Centuram-Kaya-Karpa einnimmt, dessen Körper soll nicht vergehen. Wer stellt das Centuram nach dem rechten Weg her? Ein standhafter Shiva-Yogi tut es. Ein kundiger Mensch, der ohne Betrug das nötige Geld ausgibt und das Centuram-Verfahren ernsthaft ausführt, ist ein Reiner.

Metallverwandlung und die Grenzen bloßen Studiums

3327. Betrachte noch einen anderen Weg, o Reiner; höre vom gerühmten Centuram. Nimm Silber und Kupfer im Verhältnis zehn zu eins, schmilz sie und gib die wirksame Grundsubstanz hinzu. Blase auf der Kohlenunterlage. Ein wenig vom Kupfer geht zurück, das Silber gewinnt Farbe und erreicht den Feingehalt von Gold.

Anmerkung: Die Zuordnung des Verhältnisses zu Silber und Kupfer ist naheliegend, aber verkürzt; die Grundsubstanzmenge wird nicht sicher genannt.

3328. Gib einen Teil auf zehn Teile Kudavan; es erreicht acht Mattru. Gib einen Teil auf zehn Teile Kupfer; auch dieses erreicht acht Mattru. An diesen Worten ist kein Fehler. Füge einen Teil des großen Goldes auf zehn hinzu und schmilz ohne Unterbrechung. Nimm es zuerst heraus; es wird Kalankam.

3329. Nimm dieses zu Kalankam gewordene Gold und gib einen Teil auf zehn Teile Silber. Schmilz es, gieße es rasch aus und gib ihm ein Putam. Dann entsteht schönes Gold. Das Gold wird für Shiva geschmolzen. Millionen traten so in Shiva-Raja-Yoga ein und lebten auf Erden.

3330. Millionen Asketen und Rishis kannten auf Erden die Sattu-Arten nicht. Millionen brannten vergeblich Stoffe und gingen zugrunde; Millionen starben, ohne Darshan zu erlangen. Erschöpft und mutlos, ohne einen Weg zu sehen, lasen sie ungeordnet die Bücher und vergaßen sie. Sie kamen zu einem Lehrer und fragten nach Verfahren, prüften sie aber nicht scharf genug und scheiterten.

Konganavar und das Sattu der Pashanam

3331. Höre noch einen Vorgang. Der kundige Siddha und Weise Konganavar nahm eine gewöhnliche Lehrschrift mit in eine gelehrte Versammlung. Er ging ehrerbietig zu der Gemeinschaft, in der die Siddhas versammelt waren, und brachte seine Verehrung dar. Dann trat Konganavar bescheiden und respektvoll in die Mitte der Versammlung.

3332. Dort sah er die Siddhas und Weisen, erörterte die bewährte Schrift und sprach ausführlich über die Arten von Sattu. Er erkannte die schwarze Grundsubstanz und beschloss, das wesentliche Verfahren zu vollenden. Er benannte Fehler in der Schrift und stellte auf Erden die Sattu-Arten fertig.

3333. Höre den Weg der Gewinnung der zehn Arten, den Erkenntnisreiche und Siddhas beschritten. Von den zweiunddreißig Pashanam nimm nach der Ordnung je ein Palam. Zerreibe sie vier Samam mit Honig, mein Sohn, und verarbeite sie liebevoll zu einer butterartigen Masse.

Anmerkung: Die erste Zeile nennt zehn Arten, die zweite zweiunddreißig Pashanam; die Beziehung wird nicht erläutert.

3334. Verreibe die Masse, trockne sie in der Sonne und verschließe sie im Tiegel. Im Valuka-Gerät wird sie eingesetzt; daneben spricht die Zeile nochmals vom Reiben zu einer Paste. Gib sie in den Tiegel, verschließe ihn mit einer Scheibe und dichte ihn ab. Stelle ihn in den Cara-Ofen und blase: Sämtliche Stoffe werden Rauch abgeben.

Anmerkung: Die Reihenfolge von Einsetzen und erneutem Reiben ist im Wortlaut unstimmig und wird nicht stillschweigend berichtigt.

3335. Alle Stoffe werden zu Sattu und erscheinen wie Iyam. Die Pashanam verlieren unter Rauchentwicklung ihre ursprüngliche Beschaffenheit und werden zu Sattu und Kalankam. Im Cara-Ofen entsteht Rauch; die Masse wird wie ein Anjana-Stein. Nimm den Tiegel nach dem Schmelzen im richtigen Zustand heraus und schlage ihn auf.

3336. Die vereinigten Pashanam-Stoffe sind geschmolzen und stehen schwarz wie Kohle da. Entferne die Erde aus Punagam und nimm davon die gleiche Menge wie vom Sattu. Vereinige beides sorgfältig im Reibstein. Verreibe es mit Kuh-Ghee und verschließe die Masse rasch im Tiegel.

Goldzugabe und weitere Centuram-Verarbeitung

3337. Gib sie in den Vajra-Tiegel, verschließe ihn mit einer Scheibe und dichte ihn ab. Trockne ihn vollständig in der Sonne und blase ihn nach der Ordnung im Cara-Ofen. Durch das starke Feuer wird die Masse zu Sattu und steht geschmolzen wie Iyam. Nimm das Kalankam aus der Mitte und füge die gleiche Menge schönes Gold hinzu.

3338. Vereinige und schmilz beides, nimm es heraus und lege es in den Reibstein, mein Sohn. Zerreibe es vier Samam sorgfältig mit Porttalai-Saft. Forme nach gründlichem Reiben eine Scheibe und trockne sie in der Sonne. Lege sie in eine Schale, dichte sie ab und stelle sie in den Cara-Ofen.

3339. Verwende beim Schmelzen vier Blasebälge, mein Sohn. Gedenke ehrfürchtig Valambikais und stelle den Tiegel ins Feuer. Schütte Kohle darüber und blase, bis der Tiegel weich wird und das Feuer sich in alle vier Richtungen ausbreitet. Dann werden sämtliche Sattu zu Perlen.

3340. Kann man dieses perlenartige Sattu beschreiben? Hat es in der alten Welt irgendjemand gesehen? Können andere im Land die Verwandlung ausführen, die Siddhas, Weise und Rishis vollbringen? Dieses wesentliche Kalankam ist Kaya-Karpa; ein Kundiger führt es in der Himmelswelt aus. Nimm das kräftige Sattu heraus, mein Sohn, und schlage den Tiegel sorgfältig auf.

3341. Wenn du ihn aufschlägst und hineinsiehst, was soll ich sagen? Welch eine Verwandlungskunst der Nathas und Rishis! Nimm die Sattu heraus und lege sie in den Reibstein, mein Sohn. Zerreibe sie vier Samam mit dem als Viram bezeichneten Jaya-Wasser. Forme eine Scheibe, lasse sie trocknen und verschließe sie in einer abgedichteten Schale.

3342. Bringe sieben feste Dichtungslagen an und bestreiche die Außenseite mit roter Erde. Beginne morgens das Gaja-Putam und warte drei Tage. Am Abend des dritten Tages nimm den Inhalt ohne Verwirrung heraus, mein Sohn. Gedenke dabei ruhig der Valai, die Tripura und Bhuvanai-Valai genannt wird.

3343. Wenn du es herausnimmst und ansiehst, was soll ich sagen? Das Centuram ist überaus schön. Schicke die Umstehenden fort und nimm das Centuram heraus. Höre weiter, ohne von den gesetzten Merkmalen abzuweichen. Gib es vollständig in den Reibstein und zerreibe es acht Samam mit dem zuvor genannten Jaya-Wasser.

3344. Während der acht Samam Reiben wird es wie schöne Butter. Füge gebundenes Sutam als Viertelteil hinzu und zerreibe es weitere zwei Samam. Forme kleine, gleichmäßige Scheiben und trockne sie in der Sonne. Grabe an einem ebenen Platz eine Grube und höre die geordnete Folge des Putam-Verfahrens.

Anmerkung: Die Mengenlesart für Sutam ist verkürzt; Naal kann hier die vierteilige beziehungsweise Viertel-Zuordnung bezeichnen, die nicht vollständig ausgeschrieben ist.

Konganavars Putam-Verfahren und die Haltung des Ausführenden

3345. Höre die Reihenfolge. Schütte Sand in die Grube, darüber eine passende Schicht Salz und lege die Scheibe darauf. Gib auch oben Salz darüber und breite eine Sandschicht aus. Füge nach den angegebenen Merkmalen Spelzen hinzu und lege Dungbrennstoff zuoberst.

3346. Entzünde das Feuer und vollziehe das Putam. Warte drei Tage, bis es abgekühlt ist. Wenn du den Inhalt herausnimmst, gleicht das Centuram der aufgehenden Sonne. Führe diese Folge ohne Verwirrung fünfmal zehnmal aus. Das im Vers erklärte Verfahren ist nicht falsch; es ist Konganavars Zubereitung auf Erden.

3347. Hat auf Erden jemand anderes Konganavars Verfahren ausgeführt? Ist das entschiedene Wort des Weisen etwa falsch? Ist Konganavars Wort falsch? Der Siddha der Erkenntnis, der den einzelnen Weg überschritten hat, bereitete dieses Verfahren geordnet, damit die Menschen bestehen können: Natha Konganavar selbst.

3348. Wie soll ich das Centuram beschreiben? Die großen Weisen und Rishis auf Erden untersuchten dieses kostbare Verfahren und seine Handhabung gründlich und stellten Fragen. Sie erkannten seine Eigenschaften gemäß dem Wort meines väterlichen Kalanginathar. Als sie das Centuram-Verfahren verstanden, verschwanden ihre Zweifel.

3349. Sie prüften die Feinheiten von Konganavars Handhabung über lange Zeit. Der Siddha irrte nicht schläfrig umher, sondern arbeitete nach dem richtigen Weg und Verfahren. Ohne einen Arbeitsschritt aufzugeben, führte er es aus und legte die Kulikai an. Verzage nicht, mein Sohn; auch du sollst dieses Verfahren sorgfältig ausführen.

3350. Millionen Menschen bemühen sich um die Ausführung und erkennen doch die richtige Methode nicht. Ein Kundiger vollbringt sie; andere auf Erden sehen sie nicht. Menschen, die von quälendem Zorn beherrscht werden, können sie nicht ausführen. Sattvische Menschen im Land führen sie aus. Sie betreiben die Alchemie reinlich und werden das Werk gewiss vollenden.

Goldglanz und weitere Farben auf Metall

3351. Höre ein weiteres sicheres Verfahren: Wir erklären die Behandlung der Farben. Wir nennen die fünf Farbarten und die daraus entstehende vierte Farbe. Auf dem als Vayu bezeichneten Eisen erscheint eine besondere Farbgestalt, ähnlich der Farbe des Herrn Kannan. Das ist eine Verwandlungskunst der Siddhas auf Erden.

Anmerkung: Die Verbindung von fünf Farben und ›vierter Farbe‹ bleibt in der Vorlage unerläutert.

3352. Höre einen weiteren Weg der Verwandlung. Nimm das kräftige kleine Kannagam, schmilz es im Feuer und gib Mati-Uppu hinzu. Es wird wie glänzendes Kalankam schmelzen. Füge Sutam hinzu und zerreibe es vier Samam. Verarbeite Nagam mit dem als Caram bezeichneten Jaya-Wasser; höre weiter.

Anmerkung: Kannagam und seine Beziehung zum in derselben Strophe genannten Nagam sind nicht sicher zu bestimmen.

3353. Füge Valaiyal-Salz und Zitronensaft hinzu und verrühre alles mit heißem Wasser. Hämmere den Kupferbarren zu einem Blech und lege es in die Flüssigkeit. Die Farbe springt auf die Oberfläche über. Auf dem Blech entsteht ein klarer, sonnenheller Glanz von Goldfarbe.

3354. Zu den Farben gehören Rot, Grün, Blau und Schwarz. Füge das jeweilige Rasam hinzu und verschließe es in einer Flasche, mein Sohn. Wenn du das Blech eintauchst, erscheinen verschiedene Sanjaya-Farben. Wie wir gesagt haben, überträgt sich die entsprechende Farbgestalt auf das Blech.

Anmerkung: Rasam kann hier Saft, Lösung oder eine alchemistische Flüssigkeit bezeichnen; Sanjaya ist als Farbbezeichnung unsicher.

3355. Dieses Verfahren eignet sich auch für Eisen, wenn es geordnet ausgeführt wird. Hämmere Vangam zu Blech und behandle es mit den zuvor genannten Stoffen. Schmilz beziehungsweise erhitze das Vangam und tauche es ein. Durch die alkalische Kraft des Turucu entstehen viele verschiedene Erscheinungen.

Anmerkung: Die Folge von Blechherstellung, Schmelzen und Eintauchen ist in der Vorlage technisch nicht eindeutig.

3356. Alle Arten von Farb- und Formunterschieden entstehen rasch; erkenne, dass dies so beschrieben wird. Durch Sutam erscheinen sie alle, auch beliebig gewünschte Gestalten. Durch den Rauch des Talakam und die alkalische Kraft des Kenti steigt Rauch auf wie eine Blüte, und eine kräftige, als Gold bezeichnete Farbe entsteht.

Karuvangam-Parpam und die Überwindung des Zorns

3357. Ich erkläre noch eine andere Behandlung: Höre vom geeigneten Karuvangam-Parpam. Nimm einen Ser Karuvangam und hämmere es zu Blech. Zerreibe die Knolle von Karunkali gründlich und forme daraus einen Tiegel. Lege das Blech hinein und füge das zuvor genannte Muppu hinzu.

3358. Verschließe ihn mit einer Scheibe und einer Dichtung und trockne ihn in der Sonne. Bereite den Dungbrennstoff für ein Gaja-Putam, grabe eine Grube und vollziehe es. Wenn das Putam am dritten Tag abgekühlt ist, verehre Nirvani und öffne es sorgfältig. Es entsteht ein makelloses Karuvangam-Parpam.

3359. Nimm das Parpam heraus. Entferne die Haut beziehungsweise Membran des Cirrandam und wiege davon die gleiche Menge wie vom Parpam ab. Vereinige beides und zerreibe es vier Samam mit dem weißen Inneren. Forme, wie wir gesagt haben, eine Scheibe und trockne sie gut in der Sonne.

Anmerkung: Cirrandam wird durch Membran und weißes Inneres als eiartiger Stoff beschrieben; eine bestimmte Tierart wird nicht ergänzt.

3360. Lege die getrocknete Scheibe in eine Schale und versehe sie mit einer kräftigen Dichtung. Vollziehe das Putam in der vorbereiteten Grube. Im geeigneten Gaja-Putam wird die Masse gebrannt und verascht. Lasse es abkühlen und nimm sie heraus. Wie soll ich dieses lockere Parpam beschreiben? Bewahre es sorgsam auf; dies ist die Verwandlungskunst der Siddhas auf Erden.

3361. Lass es nicht dabei bewenden; höre weiter, kostbarer junger Schüler. Bei Einnahme einer Panam-Gewichtsmenge dieses Karpa mit einem geeigneten Begleitmittel sollen die einundzwanzig Mekam-Leiden auf Erden unsichtbar entfliehen. Starke Schwellung beziehungsweise heftige Ausbreitung und Sanni sollen weichen; die Zunahme des Dhatu werde beträchtlich.

Anmerkung: Die Krankheitswendung in der letzten Zeile ist beschädigt. Dhatu kann Körpergewebe oder im Zusammenhang Zeugungssubstanz bezeichnen.

3362. Die acht Kunmam-Leiden und sämtliche Krankheiten des männlichen Geschlechtsorgans sollen verschwinden, ebenso die achtzehn Kushtha-Arten und die sechs Nir-ilivu-Arten. Auch Mati-Mekam soll weichen. Im reinen Körper nehme das innere Feuer zu. Suche auf Erden beständig mit Lobpreis den Yoga-Zustand und Samadhi.

3363. Erkenne bei der Suche den Samadhi-Zustand und erfrage klar die Regeln der Übung. Bleibe in Shiva-Yoga und nimm den guten Weg der Verehrung auf. Lege den heftigen Zorn ab und verweile ehrfürchtig auf Erden. Wer so das Kari-Vangam-Parpam einnimmt, ist, nach dieser Lehre, ein Siddha.

3364. Auch wer als Siddha geboren ist, braucht Einsicht und muss heftigen Zorn ablegen. Er soll jederzeit mit Hingabe und Liebe der Lotusfüße im Herzen gedenken. Beständig soll er im höchsten Raum stehen und das Verlangen nach der weit ausgedehnten Welt aufgeben. Wer in den drei Welten Befreiung und die acht großen Siddhis erlangt, ist ein Yogi.

Vasi-Yoga und Vel-Vangam-Parpam

3365. Yoga bedeutet, den Genuss beiseitezulassen. Sprich mit niemandem unnütze Worte. Löse dich vom Genuss und tritt auf Erden in den gerühmten Vasi-Yoga ein. Nimm verlangend die Kana-Milch zu dir und prüfe beständig den Zustand der Nishtha. Wenn die Folgen des aus früheren Leben Unvollendeten eintreten, begegne ihnen ohne Abneigung und mit Geduld.

Anmerkung: Kana-Milch bleibt als nicht eindeutig bestimmter Ausdruck erhalten; der letzte Satz ist sinngemäß aus der Aufforderung zu Geduld erschlossen.

3366. Höre noch ein Verfahren: Ich erkläre ein mächtiges Vel-Vangam-Parpam. Nimm einen Ser weißes Vangam und einen halben Ser Cavuttu-Salz. Hämmere das Metall fehlerfrei zu Blech und bestreiche es damit. Um das weiße Vangam zu veraschen, gib ihm ein Putam mit den fünf Pflanzenteilen der Avarai.

3367. Das weiße Vangam wird sich aufblähen und wie glänzendes Conam erscheinen. Nimm diese als Conam bezeichneten porösen Stücke und lege sie in den Reibstein, mein Sohn. Zerreibe sie vier Samam mit den sechs Arten von Jaya-Wasser, bis sie fein wie Butter sind. Forme daraus nach der Ordnung eine Scheibe.

Anmerkung: Conam ist als Stoff- oder Erscheinungsbezeichnung unsicher.

3368. Trockne die Scheibe in der Sonne, lege sie geschickt in eine Schale und dichte diese ab. Grabe eine Grube und gib ihr ein festgelegtes Gaja-Putam. Ein einziges Putam wird hier genannt. Warte drei Tage und nimm den Inhalt dann ordnungsgemäß heraus; er wird weiß erscheinen.

3369. Nimm das Parpam und lege es nach dem Verfahren in den Reibstein. Presse den Saft der Kilimukku-Knolle aus und höre weiter. Zerreibe das Vel-Vangam-Parpam vier Samam gründlich damit, bis es wie Butter ist, mein Sohn. Forme sorgfältig eine Scheibe.

3370. Forme die Scheibe geduldig in Größe einer Münze und lege sie in die Sonne. Wenn sie steinhart getrocknet ist, lege sie in eine Schale und dichte diese ab. Gib ihr ein Gaja-Putam; das Parpam wird weiß sein. Nimm es heraus und zerreibe es anschließend mit dem Saft einer Knolle.

3371. Diese Knolle ist Kollan-Kovai. Presse ihren kräftigen Saft aus, verreibe die Masse damit und forme eine Scheibe. Trockne sie in der Sonne, lege sie in eine Schale und dichte diese ab. Nach einem Gaja-Putam wird das Parpam weiß wie ein Reiher. Selbst in der Himmelswelt ist jemand selten, der dies ausführen kann.

Anmerkung: Die OCR trägt 3374; die fortlaufende Versfolge ergibt 3371. Die Nummer ist im PDF, Seite 440, bestätigt.

3372. Nimm das kostbare Parpam und bewahre es in einem kleinen Behälter auf. Bei Einnahme einer Panam-Gewichtsmenge mit Zucker sollen die neun Nava-Mulam-Leiden verschwinden, ebenso sämtliche Caya-Rokam- und Kaca-Rokam-Leiden. Der Körper werde fest wie eine steinerne Säule. Wer könnte dir gleichgestellt werden, o Edler?

Anmerkung: Die Krankheitsnamen sind teilweise unsicher lesbar und werden ohne moderne Diagnosegleichsetzung wiedergegeben.

Kritik an unverständigem Lesen und ein Sutam-Parpam

3373. Gibt es auf Erden jemanden, der dir gleichkommt? Du bist der Herr über Könige. Doch es ist nicht gut, ständig wie ein widerspenstiger Mensch zu leben, der die verschiedenen Schriften nicht einmal ein wenig bedenkt, eine Aussage durch etwas anderes ersetzt und behauptet, es gebe keine aus früheren Leben verbliebenen oder begonnenen Voraussetzungen.

3374. Ohne die Schrift ordentlich zu prüfen, irren sie durcheinander ins Verderben. Sie lesen einen unzulänglichen Vers anstelle eines anderen und verstehen den alten Sinn nicht, diese törichten Schüler. Sie schließen sich grausamen Menschen an, streiten und reden immer wieder. Törichtes Rind, du prüfst die Schrift der Siddhas vom südlichen Potikai nicht klar!

3375. Ein Rind ist dieses Wesen, ein an die Geburt gebundenes Rind, ein törichtes Rind, das auf Erden die Schrift nicht kennt. Ein widerspenstiges Rind, dessen Körperhaus zerfällt! Auf der Welt gibt es sehr viele davon; wer könnte sie zählen? Obwohl das ungesuchte Glück hier bereitliegt, brennen Millionen vergeblich Stoffe und irren umher. Ohne den beschwerlichen Weg zu erkennen, bleiben sie dem Unvollendeten ausgeliefert.

Höre noch ein Verfahren, mein Sohn. Höhle den als Kalli bezeichneten Baum nach der Ordnung aus. Gib den König Sutam hinein und gieße den Milchsaft des Baumes darüber. Lege eine kräftige Dichtung an und prüfe es nach sechs Tagen.

Anmerkung: Die Vorlage enthält zwei aufeinanderfolgende Strophen mit der Nummer 3375; beide werden vollständig wiedergegeben. Die Lesart Milchsaft in der zweiten Strophe ist durch den Pflanzenzusammenhang erschlossen. Beide Nummern 3375 sind im PDF, Seite 441, bestätigt.

3376. Das Sutam hat alkalische Kraft angenommen und wird wie Butter sein, mein junger Schüler. Nimm diese Butter und lege sie in den Reibstein. Füge ein Kalancu des zuvor genannten Muppu hinzu. Gib außerdem ein Palam des beständigen Turucu in die Sutam-Butter.

3377. Füge auch das Parpam hinzu und zerreibe alles vier Samam mit dem als Kenti bezeichneten Jaya-Wasser, bis es wie Butter wird. Forme eine sehr dünne Scheibe und lege sie in die Sonne. Verschließe sie in einer abgedichteten Schale; durch das Putam entsteht Parpam.

3378. Im Gaja-Putam wird es zu Asche. Bewahre es in einem kleinen Behälter auf, mein junger Schüler. Halte es nicht für gering, o Verdienstvoller. Bei Einnahme einer Kunri-Menge mit Butter sollen die mit Kerpam verbundenen Krankheiten samt ihrer Wurzel verschwinden. Höre weiter: Es beseitige Schwäche und zeige neue Kraft. Das sei die Wirksamkeit dieses Parpam.

Anmerkung: Kerpam kann hier Schwangerschaft, Gebärmutter oder eine beschädigte Krankheitsbezeichnung meinen; eine eindeutige Zuordnung ist nicht möglich.

3379. Mekam-Leiden sollen verschwinden, der Körper glänzend und rötlich erscheinen. Kapha-Leiden, bestimmte Giftwirkungen, schwere Bauchschmerzen und Atemnot sollen weichen. Pauttiram, knotige Mulam-Leiden und die schädliche knotige Kette am Hals sollen vergehen. Ohrgeräusche, stechender Wangenschmerz und Kiranti sollen verschwinden.

Anmerkung: Die Lesart Ohrgeräusche ist im Tamil beschädigt.

3380. Auch Erkrankungen des Hodensacks sollen verschwinden, ebenso Schwellungen von Füßen und Händen. Nerven und Sehnen gewinnen Spannung, und der Dhatu nimmt stark zu. Paraiyappu, juckendes Mulam und die sich ausbreitende Tamarai sollen weichen. Der Körper wird kräftig und glänzt.

Anmerkung: Paraiyappu und Tamarai bleiben als traditionelle Krankheitsbezeichnungen erhalten.

Shiva-Yoga und das Karpa-Bad

3381. Noch ein Geheimnis will ich erklären, damit die Menschen bestehen können. Ich, der Diener, verneige mich vor den Guru-Füßen meines väterlichen Kalanginathar. Parapari im Herzen gedenkend, habe ich das Kanda-Werk Siebentausend besungen. Dieses kostbare Buch ist ein Guru-Buch; selbst einem Shiva-Yogi ist es im Land nicht leicht zugänglich.

3382. Dem wahren Shiva-Yogi wird alles zuteil; anderen im Land wird es nicht zuteil, mein Sohn. Ein Askese-Yogi nimmt Karpa ein; andere können es nicht entsprechend einnehmen. Wer die neuen beziehungsweise neun Yoga-Wege erlangt, wird ein Shiva-Yogi. Werden die anderen im Land dies etwa ebenfalls? Dem Verdienstvollen, der das Werden überwindet, gelingt alles. Er kann auf Erden wie ein Siddha leben.

Anmerkung: Nava-Yoga kann neun Yoga-Arten oder einen neuen beziehungsweise vorzüglichen Yoga bezeichnen; die Vorlage erläutert es nicht.

3383. Man könne unzählige Millionen Zeiträume leben. Höre das Verfahren für ein geeignetes Kopf- und Körperbad. Nimm Nelli, Pfeffer, Katukkai und Kurkuma und vereinige die fünf als Parici bezeichneten Zutaten in gleichem Gewicht. Füge Kaiyan-Saft und Milch hinzu und zerreibe alles vier Samam nach der Ordnung.

Anmerkung: Die Vorlage spricht von fünf Zutaten, nennt aber nur vier sicher lesbare Einzelstoffe; ein fünfter wird nicht ergänzt.

3384. Nach vier Samam Reiben verwende man es für das Bad, mein Sohn. Dann habe Kala keinen Raum mehr, und beide Augen würden stark gekühlt. Das Brennen der Augen weiche, ebenso Kopfschmerz, heftiges Schädelklopfen und stechender Schädelschmerz; sie verließen den Leib.

3385. Die sechsundneunzig Augenkrankheiten, Schädelklopfen und stechender Schädelschmerz sollen verschwinden. Vata und Pitta fliehen kopflos, der Vasi-Atem richtet sich nach unten. Dampf tritt durch die Haarwurzeln aus und verbindet sich draußen mit der Luft. Der Körper werde fest wie eine steinerne Säule. Mein junger Schüler, so lautet das Kaya-Karpa-Bad.

3386. Nach dem Bad sollen Geschlechtsverkehr und berauschender Trank gemieden werden, besonders für drei Mandala-Zeiträume. Suche sie nicht auf und richte den Sinn nicht auf sie. Halte diese Ordnung dreimal ein. Wer so Karpa einnimmt, dem gleiche niemand auf Erden, heißt es. Verweile lange, über Millionen Kalpas, und nimm Karpa auf angemessene Weise ein.

Anmerkung: Die Angabe ›dreimal‹ steht neben den drei Mandala-Zeiträumen; das genaue Verhältnis bleibt unklar.

3387. Höre noch ein Verfahren; wir erzählen, was wir erkannt haben. Bringe einen Ser der Pflanze Caranai herbei. Zerkleinere sie, mein Sohn, und trockne sie nach der Ordnung im Schatten. Bereite ein Pulver daraus und höre, wie seine Reinigung vorgenommen wird.

Caranai-Pulver und Tamparam-Parpam

3388. Behandle das Pulver mit Dampf und reinige es auf diese Weise dreimal. Trockne es ohne Verderbnis in der Sonne. Füge Tippili, Pfeffer und Kreuzkümmel hinzu, vereinige alles und setze ohne Zeitverlust Zucker zu. Nimm es als gut bereitetes Pulver ein, so die Vorschrift.

3389. Nach der Einnahme sollen Vayu-bedingtes Kunmam, heftige Culai und Vata verschwinden. Das bohrende Leiden in den Beinen fliege davon. Veröffentliche kein Buch auf Erden. Das Mittel soll Cittumattai durchtrennen und Ula-Mantai vertreiben. Es werde zu einem umfassenden Kaya-Karpa; erkenne die Kraft der Pflanze, mein Sohn.

Anmerkung: Die beiden Krankheitsnamen sind unsicher. Die unvermittelte Aufforderung zur Nichtveröffentlichung steht ausdrücklich in der Vorlage.

3390. Betrachte noch einen Weg: Ich erkläre ein Verfahren mit Tamparam. Nimm eine Kupfermünze und hämmere sie reinlich zu dünnem Blech. Zerreibe Cey-Kotiveli und forme eine Kugel. Mache daraus einen geeigneten Tiegel und höre, wie das Tamparam vorsichtig darin eingebettet wird.

Anmerkung: Cey-Kotiveli ist wahrscheinlich eine Variante von rotem Kotiveli; die Lesart bleibt unsicher.

3391. Lege eine feste Dichtung an und trockne den Tiegel aufmerksam in der Sonne. Grabe eine Grube, schichte Dungbrennstoff auf und vollziehe ein fehlerfreies Putam; die Masse wird gebrannt und verascht. Lasse es abkühlen und nimm den Inhalt heraus. Die Münze ist aufgebläht und weiß. Bei den Lotusfüßen der Herrin schwöre ich: Damit ist die Grundlage für Parpam sicher bereitet.

3392. Lass es nicht dabei bewenden; höre weiter, mein Sohn. Lege es in den Reibstein, sprich kein unnützes Wort und pulverisiere es. Füge das zuvor genannte große Muppu hinzu. Zerreibe es drei volle Tage mit dem Jaya-Wasser des Caram. Forme eine dünne Scheibe und trockne sie in der Sonne.

3393. Wenn sie trocken ist, verschließe sie in einer abgedichteten Schale und gib ihr ein kräftiges Gaja-Putam. Das Tamparam verliert seine unerwünschte Eigenschaft, und das reine Parpam wird weiß. Nachdem die schädliche Beschaffenheit im Feuer vergangen ist, wird das feste Parpam zur wirksamen Grundsubstanz. Weil es der Alchemie eine sichere Grundlage gibt, nennt man es Guru-Parpam. Bewahre es in einem kleinen Behälter auf; die Mutter des Vedanta wird dir Gnade zusprechen.

Anmerkung: Die Vorlage enthält hier fünf Verszeilen; alle sind wiedergegeben.

3394. Bei Silber wird ein Feingehalt von acht Mattru genannt; das Gold kommt dem natürlich entstandenen gleich. Man nennt es gutes, von Natur aus entstandenes Gold. Dies ist die Verwandlungskunst der Nathas. Selbst hingebungsvolle Menschen mit geringem Wissen führen sie auf Erden aus und üben Yoga. Auch die bogentragenden Könige können sie ausführen. Betrachte mit Freude die Größe dieser Verwandlung.

3395. Wenn dieses Tamparam-Parpam in einer Menge von Reiskorngewicht eingenommen wird und das passende Begleitmittel gründlich erkannt ist, soll der Körper fest wie eine steinerne Säule werden. Die achtzig Vayu-Leiden, die vierzig Pitta-Leiden und die sechsundneunzig heftigen Cettumam-Leiden sollen vollständig und mit ihrer Wurzel verschwinden.

3396. Höre: Bei Einnahme des Parpam richtet sich der Vasi-Atem nach unten. Shiva-Raja-Yoga wird zugänglich, und auch du wirst ein Siddha. Der erklärte Yoga-Weg kann jederzeit offen erkannt werden. Von den sieben Kandas, die wir verkündet haben, findest du in diesem mittleren Kanda besonders viel davon.

Gold-Parpam und seine Begleitmittel

3397. Betrachte noch ein Verfahren für die kundigen Schüler, damit sie bestehen können. Nimm eine Goldmünze und höre. Verwende die Pflanze Kautumpai und füge das zuvor genannte Muppu hinzu. Zerreibe beides, forme daraus einen Tiegel und lege die Münze hinein.

3398. Lege eine kräftige Dichtung an und trockne den Tiegel in der Sonne. Grabe eine Grube und vollziehe das Putam. Im kräftigen Gaja-Putam wird der Inhalt gebrannt und verascht. Nimm den unversehrten Tiegel und prüfe ihn: Die Goldmünze ist aufgebläht und zerbröckelt. Nimm sie vorsichtig heraus und höre weiter.

3399. Weder Zunge noch Verse reichen aus, es zu beschreiben; dadurch entsteht wirksames Glück. Nimm die Masse, lege sie in den Reibstein und zerreibe sie vier Samam mit Kautumpai-Saft. Sie wird wie Butter. Ist sie vollständig butterartig geworden, besteht eine sichere Grundlage für das schöne Parpam.

3400. Durch das ursprüngliche Nagam der Erde wird Gold zu Parpam. Forme aus der strahlenden Goldbutter eine leichte Scheibe. Bedenke die Arbeitsweise der Alchemisten und trockne sie ohne Verwirrung in der Sonne. Gib ihr ein Putam mit einem Dungstück; die Zeile nennt zugleich ein Gaja-Putam, in dem sie zuverlässig verascht.

Anmerkung: Die Nennung von ›einem Dungstück‹ und Gaja-Putam ist in der Vorlage widersprüchlich; die Brennmenge wird nicht harmonisiert. Nagam der Erde ist eine neue, hier nicht erläuterte Stoffbezeichnung.

3401. Höre weiter über das veraschte Parpam. Nimm es und lege es in den Reibstein. Ohne vom ausgesprochenen Wort abzuweichen, zerreibe es mit Jaya-Wasser. Das veränderte Caram wird als Kenti-Niru bezeichnet; verreibe es geordnet zu einer feinen Paste. Mache es ohne Übermaß butterartig, forme maßvoll eine Scheibe und lege sie zum Trocknen aus.

Anmerkung: Die Gleichsetzung beziehungsweise Verbindung von Caram und Kenti-Niru ist im Satzbau unsicher.

3402. Trockne sie in der Sonne, lege sie in eine Schale und dichte sie ab. Grabe eine Grube und vollziehe das Putam; im Gaja-Putam wird die Behandlung abgeschlossen. Wenn du es öffnest, erscheint das gute Parpam weiß. Bewahre es sorgfältig auf. Selbst einem Shiva-Yogi ist es im Land nicht leicht zugänglich.

3403. Sündern und an ihrem Handeln Haftenden wird es nicht zuteil; bei gerühmten Edlen aber trägt es Frucht. Alles sonst Unerreichbare zeigt sich darin, einschließlich der Dinge von Körper und Lebenshauch. Auch die zurückgebliebenen Unvollkommenheiten werden sichtbar. Besteht die passende Bestimmung, wird es einem zuteil. Sei nicht töricht, gekrönter König, sondern arbeite geordnet und erkenne den Abschluss.

Anmerkung: Die mittleren Zeilen sind teilweise beschädigt und nur sinngemäß wiederzugeben.

3404. Höre die Einnahme des Parpam: Als Begleitmittel dienen wirksame Lehyas und Ghrta-Präparate, Ghee, Honig und Butter, Ingwersaft und Muttermilch. Mit diesen Arten von Begleitmitteln verabreicht, soll es Kaya-Karpa werden. Erkenne die Handhabung und die Zubereitungsweise genau, bevor du es einnimmst, so die Vorschrift.

3405. Bei der Einnahme sollen die sechsundneunzig Cettumam-Leiden, die vierzig Pitta-Leiden und die achtzig Vayu-Leiden verschwinden, ebenso die einundzwanzig Mekam-Arten, die acht Kunmam-Leiden und die achtzehn Kiranti-Leiden. Auch die sechs Nir-ilivu-Arten sollen weichen.

Anmerkung: Die letzte Verszeile ist in der Vorlage verkürzt; ihr erhaltener Inhalt wird vollständig übersetzt.

3406. Die sechs Kala-Mekam-Arten sollen verschwinden, ebenso Ula-Mantai und Kauci, mein Sohn. Die achtzehn Kushtha-Arten und Vayu im Hodenbereich sollen weichen. Anstrengungsbedingte Atemnot und Verkrampfungen sämtlicher Nerven beziehungsweise Sehnen sollen verschwinden. Saftreiche Pflanzenmittel kämen diesem Präparat nicht gleich. So hat Bogar Rishi es geordnet erklärt.

3407. Wir haben es den Menschen von Cinapati erklärt, einschließlich all der sonst unsichtbaren beziehungsweise unbekannten Nahrung. Den als weiß bezeichneten Menschen habe ich sämtliche Handgriffe vollständig mitgeteilt. Ich habe Kaya-Karpa aufgeschlossen, und sie erkannten sein wesentliches Geheimnis. Wenn sie das Karpa einnahmen, flohen die Krankheiten. Welche Krankheit, welches Leiden sollte dann noch bleiben?

Anmerkung: Die Beschreibung der Menschen als weiß steht ausdrücklich im Tamil; sie wird nicht durch eine moderne ethnische Zuordnung ergänzt.

3408. Bei Einnahme des Gold-Parpam werde der schöne Körper fest wie eine steinerne Säule. Yama habe keine Macht mehr über ihn, und vorhandene Krankheiten würden geheilt; so habe ich es verkündet. Wer das besondere Gold einnehme, könne unzählige große Zeiträume bestehen. Schwere Krankheiten würden darin aufgelöst und sämtliche Leiden flögen davon.

Einnahmeregeln und Ponn-Avarai-Pulver

3409. Wer das Gold einnimmt, werde auf Erden ein Siddha. Doch man muss auch die Geheimnisse der Schrift prüfen und die klaren Handgriffe verstehen. Bloßes Wissen allein bewirkt nichts; erst die Ausführung auf dem rechten Weg bringt Reinheit. Wer Eigenschaften und Kennzeichen erkennt und danach handelt, ist ein Erkenntnisreicher.

3410. Höre die Speiseregeln während der Einnahme des Gold-Parpam. Wie gesagt, sind Saures und Salz zunächst nicht erlaubt; Milchreis ist gut. Halte dies zehn Tage lang ein. Höre dann die Regel für den Mandala-Zeitraum: Geröstete Tamarinde und geröstetes Salz werden zugelassen. Nimm das Mittel über einen Mandala-Zeitraum ein, so die Vorschrift.

3411. Nach Einnahme des Parpam könne man unzählige Siddhis vollbringen. Doch lasse den vergeblichen Genuss und das trügerische, als Jungfrau bezeichnete Karpa weitgehend beiseite. Erkenne auf Erden die Handhabung und das Herstellungsverfahren und höre weiter. Führe es so schön aus, dass nicht die kleinste Abweichung entsteht, und erkenne die Gnade.

Anmerkung: Die Wendung über die Jungfrau und das trügerische Karpa ist nicht eindeutig; der Verzicht auf übermäßigen Genuss ist klar.

3412. Höre ein weiteres Verfahren, das ich aufmerksam erläutere. Bringe die kräftige Pflanze Ponn-Avarai vollständig mit der Wurzel herbei. Trockne sie in der Sonne, pulverisiere sie geordnet und siebe sie. Gib Milch in ein Gefäß und spanne darüber ein Tuch als Abdeckung.

3413. Verteile das Pulver im richtigen Zustand auf dem gespannten Tuch. Decke es mit einem oberen Gefäß zu und erhitze es aufmerksam bis zum bezeichneten Zustand. Öffne das Gefäß, nimm das Pulver ordnungsgemäß heraus und irre nicht müde umher. Breite es in der Sonne aus und lasse es abkühlen.

3414. Nach dem Abkühlen trockne das Pulver in der Sonne und nimm es heraus. Füge ein Kalancu des zuvor genannten Muppu-Cunnam sowie die gleiche Menge Zucker und gereinigtes Trikatu hinzu. Bei Einnahme mit Butter sollen innerhalb eines Mandala-Zeitraums die Krankheiten verschwinden.

Anmerkung: Die Bezugsmenge für den Zucker und die Mengenangabe des Trikatu sind nicht eindeutig.

3415. Höre, welche Krankheiten genannt werden: Ilai und Husten sollen weichen, ebenso die achtzehn Kushtha-Arten und Taluvanai. Bei Einnahme mit Honig sollen Cori, Ciranku und Pauttiram verschwinden. Kaca-Rokam werde geheilt, und bestimmte Giftwirkungen sollen vergehen.

Anmerkung: Taluvanai und Kaca-Rokam sind unsicher lesbar; Cori und Ciranku bezeichnen traditionelle Hautleiden.

3416. Culai, Karappan und sämtliche schlimmen Giftwirkungen sollen verschwinden. Der Körper werde fest wie eine steinerne Säule und werfe seine alte Hülle ab. Kuli-Cilanti und alle Pilavai sollen absterben und aus dem Leib weit fortgehen. Atemnot bei Anstrengung werde behoben. Auch dies ist, nach der Lehre, ein Karpa auf Erden.

Nattai-Curi, Amulett und Geisterritual

3417. Ich erkläre ein weiteres Karpa-Verfahren; hört aufmerksam auf das Wesentliche. Halte dieses Verfahren nicht für gering, mein Sohn. Grabe an einem Freitag die Wurzel der Pflanze Nattai-Curi aus und bereite sie reinlich in der Puja als Amulett. Trage die Paste des Schlangenkönigs auf, vollziehe die vorgeschriebenen Wiederholungen und entzünde eine Lampe.

Anmerkung: Die Wendung zur Amulettbereitung ist beschädigt; die Paste des Schlangenkönigs wird nicht näher identifiziert.

3418. Dann werde Madan vor dir stehen. Hunderttausend Wiederholungen sind genannt. Bei der Lautfolge ›Yang, Sing, Vang‹ werde die Wirkung beständig; auch Marana werde dadurch möglich. Rezitiere ferner ›Namaci‹, binde einen Schutzfaden an die Pflanze Kutiyotti und vollziehe hunderttausend Wiederholungen. So soll eine klare Siddhi entstehen.

Anmerkung: Die ausgeschriebenen Tamilfolgen sind யங் சிங் வங் und நமசி. Marana ist hier als rituelle Schädigungs- beziehungsweise Tötungsvorstellung genannt; eine tatsächliche Wirksamkeit wird nicht vorausgesetzt.

3419. Schreibe die Silben auf, rezitiere sie und binde sie geordnet in ein Amulett. Nach hunderttausend Wiederholungen gieße Wasser über den Kopf. Trage die schwarze Paste deutlich auf die Stirn auf und setze dich hin. Sitze nach Osten gewandt und vollziehe Japa; dann erscheint der Geist.

3420. Der Geist dreht den Kopf und spielt auf Erden. Verneige dich vor den Füßen meines väterlichen Herrn Kalanginathar. Setze Manonmani ein und lasse die Gestalt fest im Chakra sitzen. Dann würden Vetala und Brahmarakshasa auf der Erde sitzen und tanzen.

Anmerkung: Die Sprecher- und Objektbezüge beim Einsetzen der Gottheit und beim Sitzen im Chakra sind nicht eindeutig.

3421. Er tanzt und schlägt kräftig den Takt mit den Händen. Er verlangt die Gegenstände, die er haben will. Er singt, feiert ausgelassen und verzaubert die Zuschauer mit seinem Blick. Berührt ihn der Panchakshara, läuft er fort; dann lacht und spielt er wieder. Er redet viel von Schaden und Unheil, gibt aber auf die gestellte Frage keine passende Antwort.

3422. Statt zu antworten, redet er vielerlei Worte und tanzt vor dem Herrn. Durch diese wirksame Kunst lassen sich auf Erden zahlreiche Darbietungen hervorrufen. Die ungewöhnlichen Künste der Geister sind in verschiedenen Lehrschriften erklärt worden. Wir haben unsere Bücher jedoch den Menschen der Welt offen gezeigt.

3423. Wir erklären noch mehr, damit die Menschen bestehen können. Prüfe es mit festem Herzen, o Edler. Unzählige Millionen haben viele unterschiedliche Schriften gelesen und sind dennoch zugrunde gegangen. Ich, Bogar, habe auf der weiten Erde wie ein kühlender Mond gesungen, damit die Armen leben können. Auch wenn man manche Geschichten für nichtig erklärt, lasse man den ausgezeichneten inneren Kern nicht fahren.

Zwei zusammengesetzte Ghee-Präparate

3424. Bringe Perunkotuppai herbei und presse den Saft aus, mein junger Schüler. Nimm davon einen Ser. Füge getrockneten Ingwer, Kreuzkümmel, Tippili, Koshtam, Kasturi und Kukai-Niru hinzu. Nimm davon jeweils ein Viertel des Gewichts, so die Angabe.

Anmerkung: Die Bezugsgröße der Viertelmenge ist im Vers verkürzt; sie wird nicht in ein modernes Maß umgerechnet.

3425. Füge die gleiche Menge Kuh-Ghee hinzu und koche die Mischung. Seihe sie bei Wachskonsistenz ab. Wenn sie einen Mandala-Zeitraum lang eingenommen wird, wohin ist dann der Schleim verschwunden? Das schwere Caya-Rokam soll nachlassen, Mekam soll weichen, und bestimmte Giftwirkungen sollen verschwinden.

3426. Varaiyappu und Parai sollen verschwinden, ebenso die knotige Kette am Hals. Die als Akuvai bezeichnete Geschwulst soll weichen, auch Ula-Mantai und Kunmam. Bei einer Frau, die geboren hat, soll das Leiden im Bauch still verschwinden. Höre weiter: Andere Mekam- und Kaca-Rokam-Leiden werden im Menschen gewiss nicht bestehen bleiben.

Anmerkung: Mehrere Krankheitsnamen sind in der Vorlage unsicher; die Wendung zur Frau kann auch allgemein eine betroffene Frau bezeichnen.

3427. Betrachte ein weiteres sicheres Karpa. Bringe die kräftigen Pflanzen Vallarai und große Avarai in der angegebenen Menge herbei und höre. Dazu kommen Tippili, Koshtam, Pfeffer, Atimaturam, getrockneter Ingwer, Kukai-Niru, Gewürznelken und Muskatnuss.

Anmerkung: Die Mengenzeile verbindet Ser und Nali unklar; eine eindeutige Menge wird nicht erfunden.

3428. Füge Schwanzpfeffer und eine gleiche Menge Muskatblüte hinzu, ferner Valampuri, Itampuri, Safran, Kasturi und Gorocanai, von jeder Sorte ein Kalancu. Gib alles in ungeronnene Milch und zerreibe es reinlich; höre weiter.

Anmerkung: Die OCR trägt 3426; die fortlaufende Versfolge ergibt 3428. Die Nummer ist im PDF, Seite 448, bestätigt.

3429. Füge einen halben Ser Ghee hinzu und koche alles zusammen. Nimm es bei der als Senfzustand bezeichneten Konsistenz vom Feuer und vollziehe Ganapati-Puja. Verneige dich ohne Fehler demütig zu seinen Füßen, mein Sohn, und beuge das Haupt. Bewahre es in einer Flasche auf. Ein solches großartiges Ghee haben die anderen nicht gesehen.

3430. Wer hat dieses Ghee erkannt? Es ist die Verwandlungskunst der Rishis, Weisen und Siddhas auf Erden, ein Kaya-Karpa-Ghee gegen Krankheiten. Kalanginathar wollte, dass es den Menschen des Landes Cinapati in der alten Welt erklärt werde. Ein Verständiger bereitet es, prüft es und erhält damit, so die Aussage, den ihm bestimmten Körper.

Ghee als Begleitmittel des Kaya-Karpa

3431. Höre die besondere Kraft dieses Ghee für den Körper. Wer Kaya-Karpa eingenommen hat, soll es zweimal wöchentlich, zur Abend- und Morgendämmerung, einnehmen. Das trügerische Verlangen nach Rauschtrank ist abzulegen; wer Alkohol begehrt, erhält den Leib nicht. Bei reiner Einnahme des Ghee sollen alle heftigen Krankheiten verschwinden.

Anmerkung: Zweimal wöchentlich und Abend/Morgen stehen nebeneinander; die genaue Einnahmefolge ist nicht eindeutig.

3432. Karappan soll verschwinden, Matu-Mekam entweichen, das auszehrende Kaca-Rokam weichen, ebenso Varaiyappu und Mekam. Kopfschmerz, Schädelklopfen und Cannal sollen vergehen; heftiger Bauchschmerz fliehe davon. Ohr- und Augenleiden, Beinschmerz und Schmerzen im oberen Körper sollen nachlassen.

3433. Mundgeschwüre, Mundgeruch und Vata-Leiden sollen verschwinden. Kunmam-Schmerz, Kunmam, hartnäckiges Kauci und Mahodara sollen weichen. Vayu-bedingte Schwellung des Hodensacks, bohrende Schmerzen und Krämpfe sollen aufhören. Frauenleiden sollen vergehen; Krankheit und Alter sollen nicht herankommen.

3434. Wer Kaya-Karpa eingenommen hat, soll dieses gute Ghee verwenden. Für den mühsam erhaltenen Körper ist dieses Ghee zweimal wöchentlich vorgesehen. Es ist ein stärkendes Ghee für das Körperhaus; ich, Bogar, habe es mit Freude besungen. Nun bringe die ganze Cataveri-Pflanze mit der Wurzel herbei, presse ihren Saft aus und höre weiter.

Cataveri-Ghee und seine zugeschriebenen Wirkungen

3435. Nimm je einen Ser Cataveri-Saft, Mucumucukkai-Saft, Kutampai-Saft und Granatapfel, ferner einen Ser Kuh-Ghee und einen Ser Honig. Höre nun die weiteren Arzneistoffe und die Weise, in der sie hinzugefügt werden.

3436. Dazu gehören Tippili, Visuvaci, getrockneter Ingwer, Omam, Kukai-Niru, Paranki, Zimtrinde, Atimaturam, Nilvakai und Civatai-Wurzel. Nimm von jeder Sorte ein Palam, füge sie aufmerksam hinzu und koche die Mischung.

3437. Füge beim Kochen jeweils ein Kalancu Kasturi, Safran und Rosanai hinzu. Nimm die Mischung bei Wachskonsistenz vom Feuer und seihe sie ab. Wenn sie zweimal wöchentlich, abends und morgens, eingenommen wird, sollen die Krankheiten weichen und man könne beständig auf Erden bleiben.

Anmerkung: Die Zeitangaben entsprechen der mehrdeutigen Formulierung in Vers 3431.

3438. Man könne bis zum Ende eines Kalpas bleiben und den schönen Vasi-Yoga aufnehmen. Tritt in Shiva-Yoga ein und lenke den gebändigten Vasi nach unten. Ziehe sämtliche Handlungsorgane zurück und verweile beständig im reinen Bewusstsein. Die trügerische Bindung beziehungsweise Sicherung abzuweisen, sei für die Edlen Reinheit.

Anmerkung: Die letzte Zeile ist beschädigt; der genaue Gegenstand der Zurückweisung bleibt unklar.

3439. Bei Einnahme des reinen Ghee sollen Kaca-Rokam, die achtzig Vayu- und die vierzig Pitta-Leiden verschwinden. Die achtzehn Culai-Arten und hartnäckiges Kunmam sollen weichen. Paricam-Vayu soll vergehen, und die Krankheiten sollen aus dem Körper fliehen.

3440. Die achtzehn Karappan-Arten, schlimme Bauchschmerzen und Aufblähung sollen verschwinden. Vata in Beinen und Händen sowie sämtliche Darmverdrehungen sollen weichen. Wie gesagt, sollen Cettumam-Leiden niemals mehr herantreten. Kacam, Ilai und die als Vatuvai bezeichnete Geschwulst sollen verschwinden.

3441. Die als Koci bezeichnete Geschwulst und Blutansammlungen sollen weichen. Das innere Brennen soll ungehindert entfliehen, ebenso bohrende Schmerzen. Schlimme Krankheiten und Mantai sollen den Körper verlassen und weit fortgehen. Ein Körper, der Kaya-Karpa eingenommen hat, benötigt dieses Ghee, so die Lehre.

3442. Wer das Kaya-Centuram eingenommen hat, soll keinen Durchfall bekommen; auch Gift soll beim Kontakt nicht aufsteigen, und Vanam soll nicht hinzutreten. Selbst ein Gandiva-tragender Held bewahrt den Körper nicht, wenn er auf Erden kein Kaya-Karpa einnimmt. Wer das angeregte Verfahren versteht und reinlich einnimmt, ist ein Siddha.

Anmerkung: Vanam ist hier nicht eindeutig lesbar beziehungsweise als Krankheitsbezeichnung bestimmbar.

Wahrheit, Erfahrung und eine berauschende Rauchzubereitung

3443. Als Siddha geboren zu sein, bedeutet allein nichts; man muss in dieser Welt die Wahrheit erkennen. Viele nahmen Kaya-Karpa auf unterschiedlichen Wegen ein und gingen zugrunde. Obwohl sie ein wenig Verstand besaßen und Bücher lasen, prüften sie nicht beständig das richtige Verfahren. Wie Wahnsinnige irrten sie umher, von Geistern besessen; Millionen starben in der großen Welt.

3444. Unter Millionen gibt es einen Kundigen: Er besitzt gute Eigenschaften, einen festen Geist und Würde. Leere Schwätzer gibt es viele, törichte Schüler, die in der großen Welt nichts verstehen. Sie suchen umher und behaupten, Kaya-Karpa gründlich erkannt zu haben. Doch sie verlieren ihren Stand und ihre Festigkeit; Millionen sind so unter Mühen gestorben.

3445. Höre noch ein Verfahren; ich erkläre eine Rauchzubereitung. Nimm die ganze Pflanze Karu-Umattai samt Wurzel, ferner Pey-Pakal, kleine Nankai, Ganja, die ganze Potutalai-Pflanze und Ceruppatai.

3446. Dazu kommen die ganze Taivelai-Pflanze, Alinci, Kotiveli, wilder Amanakku, Cemparutti, Saft der Katali-Banane, Valutalai-Wurzel und die Pflanze Kaiyan.

3447. Nimm ferner Ponnin-Avarai-Wurzel, Kurinca, Karuncuri, Pey-Curai, Nattai-Curi, Pey-Camitti, Tikaippuntu, Pey-Kolli und Nay-Kolli hinzu.

3448. Dazu kommen schwarze und rote Pacalai, Kodi-Viriyan, Cev-Viriyan und die schöne Pflanze Carattaranai. Dadurch entstehe starke geistige Benommenheit. Nach dem Wort meines väterlichen Gurus Kalanginathar nimm diese kostbaren Waldpflanzen vollständig mit der Wurzel. Höre, wie sie sorgfältig gewonnen werden.

Anmerkung: Kodi-Viriyan und Cev-Viriyan können auch Tiernamen sein; die Vorlage stellt sie hier in die Pflanzenliste, ohne die Zuordnung zu klären.

3449. Nimm die ganzen Pflanzen und trockne sie in der kräftigen Sonne. Gib sie in den Steinmörser und zerstoße sie gründlich zu feinem Pulver. Zerreibe sie vier Samam mit Ziegenmilch. Nach sorgfältigem Reiben forme eine Scheibe und lege sie gut in die Sonne zum Trocknen.

Rauch und Absud als Karpa-Begleitung

3450. Bewahre die getrocknete Scheibe nach den Worten der Nathas sorgfältig auf. Für die Erkenntnisreichen auf der weiten Erde, die Kaya-Karpa-Kugeln und Kaya-Karpa-Centuram eingenommen haben, soll diese Kugel aus den wesentlichen Pflanzen dienen. Lege sie in ein Cilum und höre weiter.

Anmerkung: Cilum bezeichnet hier eine Rauchpfeife.

3451. Der Text beschreibt, die Pflanzenkugel in das Cilum zu legen, Feuer hinzuzugeben und daraus zu rauchen. Nach den Worten der Nathas steigt der Rauch zum Schädel auf. Er richtet sich nach oben und zeigt rasch seine berauschende Wirkung.

3452. Wenn der Rauch aus dem Cilum aufsteigt und den beschriebenen Rausch erneuert, soll das Kaya-Karpa-Centuram über lange Zeit unverdorben bleiben. Neun Koti Rishis und zahlreiche Siddhas und Weise hätten das Centuram gegeben, ohne diese Einzelheit so mitzuteilen.

3453. Auf diese Weise hätten sie das Kaya-Centuram auf Erden verdorben. Für Kaya-Karpa gebe es unzählige Wege, Verfahren und Schwierigkeiten. Wenn diese Rauchbehandlung nicht ausgeführt werde, verderbe das gerühmte Centuram. Wer Kaya-Karpa eingenommen habe, benötige nach dieser Lehre berauschende Mittel.

Anmerkung: Diese Befürwortung steht neben den kritischen Rauschbeschreibungen in den Versen 3166–3171; der Widerspruch wird nicht aufgelöst.

3454. Noch ein erforderliches Verfahren will ich erklären. Wer Kaya-Karpa eingenommen hat, bereite aus dem zuvor genannten Pulver einen sauberen Absud. Füge nach der Ordnung Kuhmilch und Zucker hinzu und bereite den Absud mit dem Pulver. Morgens und abends getrunken, um Gift zu beseitigen, sei er wie Amrita.

3455. Wenn der Absud eingenommen und die Behandlung so ausgeführt wird, wie wir es gesagt haben, soll das gute Centuram den Kaya-Karpa-Körper durchdringen. Der Absud lässt sich als begleitendes Mittel des Kaya-Karpa bezeichnen. Ich werde noch eine weitere Weise erklären. Wer aufmerksam zuhört, ist ein Schüler.

Lehya, Erkenntnislicht und innere Schau

3456. Ich erkläre es den Menschen, die Schüler sind: Für das vorzügliche Kaya-Karpa nimm die Kugel aus frischen Pflanzen und füge Ghee und Honig hinzu. Bereite aus Zucker einen Sirup, gib das Pulver hinein und rühre. Wenn die Fehler beseitigt sind, mein Sohn, rühre es sauber zu einem Lehya.

3457. Bewahre das gerührte Lehya auf. Zweimal wöchentlich soll nach hingebungsvoller Verehrung der Mutter eine Menge von der Größe einer Zitrone eingenommen werden. Dann werde der Kaya-Karpa-Körper fest wie eine steinerne Säule. Auch die Weltweisen, Devas und Rishis nehmen dieses Lehya liebevoll ein, heißt es.

3458. Hört die Wirkung für diejenigen, die auf Erden die Kaya-Karpa-Kugel eingenommen haben. Es soll die Kraft von sieben Elefanten entstehen, sodass man fest auf Erden bestehen kann. Wer in Shiva-Yoga eintritt, kann die acht Glieder des reinen Bewusstseins erkennen. Etwas anderes gibt es nicht zu sehen; das strahlende Licht des Vedanta wird sichtbar.

3459. Man kann den Glanz des Erkenntnislichtes und die sieben Arten des Erscheinens sehen. Dem Körper lässt sich die Essenz der Mutter des Vedanta einfügen. Die ehrerbietigen Dienste der Erkenntnis lassen sich mit dem inneren Auge schauen. Wer demütig den höchsten Raum erkennt, wird einer der Nadanta-Siddhas.

Eine ausdrückliche Kritik an Unsterblichkeitserzählungen

3460. Wenn man diesen großen Weg beschreitet, stehen die sechsundneunzig Tattvas vor einem. Doch kaum ein Siddha auf Erden sieht sie; nur ein Einzelner sieht sie mit dem inneren Auge. Diejenigen, die mit angehaltenem Atem Yoga übten, haben in der alten Welt nicht einmal einen Teil erkannt. Sie redeten leere Worte, und alle Könige der großen Welt wurden zu Erde.

3461. Sie wurden zu Erde. Niemand in der Welt blieb dauerhaft glücklich am Leben. Sind Gestorbene wirklich wieder aufgestanden? Man kann dies eine erfundene Rede im Land nennen. Auch die Nadanta-Siddhas sprachen schön über Vedanta und hegten unzählige Gedanken im Herzen. Dass sie schließlich starben, ist die Wahrheit.

3462. Unzählige Bücher haben von Entstehung und besonderen Fähigkeiten gesprochen. Von Markandeya heißt es, er sei sehr lange auf Erden geblieben. In den Schriften, die von ihm erzählen, wird sein Alter als sechzehn angegeben. Doch auch er starb auf der Erde. Ist er im Land geblieben? Auch das erwies sich als Unwahrheit.

Anmerkung: Der Vers widerspricht ausdrücklich der überlieferten Unsterblichkeit Markandeyas; die Aussage wird nicht mythologisch berichtigt.

3463. Die falschen Schriften erklären ihre Geheimnisse; doch ist das Behauptete auf Erden geschehen oder gesehen worden? Sie bringen kunstvolle Rede wie wahre Worte vor und erzählen Erfindungen. Dharmaraja sei mit reinem, vollständigem Körper von der Erde nach Kailasa aufgestiegen, heißt es. Auch das ist auf Erden eine Geschichte.

3464. Die Menschen halten die von Dichtern erfundenen Geschichten für wahr. Der Pandya Vajranga habe auf Erden unzählige Zeiten erschrocken und angespannt Askese geübt; er sei zu Ishvara gegangen und ruhmvoll in die große Welt zurückgekehrt. Doch wie Rauch im Geist und wie ein Traum erweist sich diese auf Erden verbreitete Erzählung als falsch.

Anmerkung: Der Name Vajranga ist eine Lesung der Tamilform Vaccirankam; eine historische Identifizierung wird nicht vorgenommen.

3465. Ich erkläre noch eine andere Weise. Die als Japa-Munis bezeichneten Rishis sollen eine Zeitlang schweigend auf der Erde gesessen haben. Wenn sie mit angehaltenem Atem wie Leichname oder wie in Ohnmacht lagen, sagte man von diesen Siddhas, sie verweilten in Samadhi. So erhielt der Shiva-Yogi in der weiten Welt seinen Namen.

3466. Um Yoga zu vollenden, sollen sie lange mit ihrem Körper in der Welt geblieben sein. Doch sie vergaßen ihren Körper und starben ebenfalls; der Leib wurde Erde zur Erde. Auch diejenigen, die im Genuss lebten, starben. Der Körper besitzt keine Beständigkeit. Selbst Jaya Muni, der Opfer ausführte, legte seinen Leib in dieser Welt ab.

3467. Wie sollte man seine Opfer beschreiben? Er vollbrachte auf Erden viele Wunder. Zu der Zeit, als mein väterlicher Herr Kalanginathar dort weilte, besang Jaya Muni unzählige wesentliche Lehrbücher. In vielen geordneten Werken erklärte er, wie der kostbare Leib erhalten werden könne.

Anmerkung: Die Namensform Jaya Muni folgt der Vorlage und ist nicht sicher mit einem bekannten Autor gleichzusetzen.

3468. In diesen guten Büchern heißt es, der Körper bleibe bestehen und man könne lange auf Erden leben. Im festen häuslichen Leben werde eine Kaya-Karpa-Lebensdauer erreicht. Doch auch diejenigen, die in angenehmen Haushalten lebten, starben nach langer Zeit. In dieser geordneten Welt ist alles trügerisch; so starben sie auf Erden.

Vergänglichkeit der Welthüter und verborgener Reichtum

3469. Im Krita-Yuga, mein Sohn, sollen die acht Welthüter auf Erden gelebt haben. Als der König des Krita-Yuga sein Reich regierte, verhielten sich diese acht Hüter, als hätten sie den Segen des Nichtsterbens erhalten. Wir haben viele von jenen gesehen, die so lebten. Doch erkenne: Kein Einziger ist hier geblieben.

3470. Sie wurden zur Nahrung der Erde, auch die Siddhas, Weisen und Rishis. Sie hatten Reichtümer in Millionenhöhe und unzählige große Schätze gesammelt. Dennoch ging ihnen der Weg des Weiterlebens verloren. Selbst Nathas zu finden ist schwer. In den Schriften der alten Welt verbargen sie Millionen Wege und Verfahren.

3471. Sie sammelten auf Erden verborgene Schätze ohne Ende und starben. Sie studierten zahlreiche Schriften und behaupteten, die Fesseln der unaufhörlichen Taten durchschnitten zu haben: Ich habe ordnungsgemäß den Segen der Erkenntnis erlangt; ich habe heftigen Zorn überwunden. Doch mangelhaft wie zuvor gingen die Menschen in der Welt zugrunde.

Kürzere Rezeptverse gegen traditionelle Krankheitsgruppen

3472. Zerstoße zwei Palam Tanti-Samen, füge zwei Palam Pfeffer und zwei Palam Kompu hinzu. Nimm außerdem acht Palam Katukkai sowie Nelli-Mulli und [unsichere weitere Mengenangabe]. Zerreibe alles mit dem als Centura-Tati bezeichneten Wasser zu einer Paste, trockne es in der Sonne, pulverisiere es schön und bewahre es auf. So lehrte der Erste, der den Sinn der Shruti geprüft und erkannt hatte.

Anmerkung: Der Text wechselt unvermittelt zum Rezeptstil. Kompu kann hier getrockneten Ingwer bezeichnen; Wassername und ein Teil der Zutaten-/Mengenzeile sind beschädigt.

3473. Nimm mit drei Fingern eine Portion und füge vom zuvor vollendeten Centuram eine Menge von der Größe eines Jujubensamens hinzu. Vermische es mit dem Öl, das auf das Haupt der Devas gegeben wird, und nimm es drei Tage ein, so die Anweisung. Am folgenden Tag soll vor dem Bad das als Kavi-Muttu bezeichnete Öl aufgetragen werden. Merke: Saures ist zu meiden. Mit Buttermilch beziehungsweise Brühe eingenommen, sollen die wiederkehrenden Beschwerden vergehen. Dies sei die kräftige Wirkung gegen Pitta.

Anmerkung: Die Ölbezeichnungen und die Verbindung von Buttermilch und Brühe sind unklar; keine konkrete moderne Ölart wird ergänzt.

3474. Pitta-Vettai, Pantu und Mahodara sollen geheilt werden, ferner Cori, Ciranku und Mekam-Vayu. Stechender Schmerz im Hodenbereich, Culai und Vettai sollen verschwinden. Seine Eigenschaften sind schwer vollständig zu beschreiben. Pitta-Malai, das täglich Schwindel verursacht, soll weichen. So erklärte es Bogar Rishi; so sagten es Nandi und die verständigen Rishis. Ich habe es nach der Aussage des überlieferten Blattes vermittelt.

Anmerkung: Die Zuschreibung an Nandi ist in den Schlusszeilen wiederholt und syntaktisch unsicher.

3475. Nimm vom Patanga-Lingam-Parpam eine als drei-vier Palam angegebene Menge und füge Kompu und Pfeffer hinzu. Reinige Tanti-Samen und setze Nelli-Mulli und Katukkai in gleichen Mengen zu. Verreibe alles einen Samam mit Kaiyan-Wasser und bewahre es in einem kleinen Gefäß auf. Bei täglicher Einnahme einer Panam-Gewichtsmenge sollen sämtliche Mahodara-Leiden weichen.

Anmerkung: Die zusammengezogene Mengenform Mu-Nalu ist nicht eindeutig als drei, vier oder drei mal vier Palam zu lesen und bleibt offen.

3476. Culai-Mahodara, harte Knoten und Pitta-Mahodara sollen verschwinden. Die Knoten lösen sich, und auch Cilettumam-Mahodara soll weichen. Eine beschädigte Zeile nennt Zuckerrohrsirup und das Meiden von Salz. Nach sechs Tagen soll ein Bad erfolgen; die Einnahme wird am Morgen genannt. So hat Bogar Rishi seine Auffassung mitgeteilt. Erkenne seine Güte.

Anmerkung: Die mittleren Zeilen sind stark beschädigt; die unlesbaren Bezüge werden nicht ergänzt.

3477. Nimm vier Palam Gold-Parpam und füge Pfeffer, getrockneten Ingwer und Kenti hinzu. Nelli-Mulli und Katukkai werden in gleichen Mengen zugesetzt. Zerreibe alles zwei Samam mit einem halben Padi Wasser. Forme Kugeln von der als Utti bezeichneten Größe und verabreiche sie: Die einunddreißig Mahodara-Arten sollen unverzüglich, in einem Augenblick, verschwinden. So hat Bogar Rishi es bestimmt ausgesprochen.

Anmerkung: Die Mengen der zusätzlichen Stoffe und das Größenwort Utti sind nicht sicher.

3478. Nimm Sutam-Parpam, Kenti und Vengaram in gleichen Mengen und zerreibe sie mit Telkotukku und Kumari. Nach einem Tag Reiben forme Kugeln und gib sie nach Erkenntnis der Krankheit mit dem passenden Begleitmittel. Vata, Kana-Rokam, Rudra-Vayu, Brustschmerz, Kunmam-Arten, die sechs Culai sowie die mit Schleim auftretenden Mantai- und Kacam-Leiden sollen weichen. Das sei die Kraft dieses Mittels.

Anmerkung: Einige Krankheitsverknüpfungen in den beiden Schlusszeilen bleiben unsicher.

Farben, Bindung der Stoffe und weitere Rezeptverse

3480. Kalankam gleicht der Nagam-Frucht; gutes rotes Centuram gleicht der Oleanderblüte. Cunnam soll wie Jasminblüten aussehen, und beständiges Wachs wird zum Kennzeichen. Beim Gewinnen des Tailam ist seine Schwärze zu beachten. Erkenne die Farben der Arzneien genau. Daraus entsteht ein geeigneter Ansatz zum Yoga; so sind die erkannten Zustände dieser Arbeit erklärt.

Anmerkung: Die Nummer 3479 fehlt auch im PDF, Seite 454. Die Beschreibung von Wachs und Tailam ist sprachlich beschädigt; fehlende Vergleiche werden nicht ergänzt.

3481. Höre mit gutem Verständnis: Uparasam, die neun Metalle, Pashanam, Caram, Karam und Sutam sollen zu Centuram werden. Dazu werden Mal-Devi, Cilai, Kenti, Kauri-Stein, nochmals Kauri, Abhraka, Tuttanagam und Vedi-Uppu genannt. Wenn diese Stoffe zusammengefügt sind, wird alles wahrhaft rot. So sprach meine Mutter.

Anmerkung: Die Stoffliste ist teilweise beschädigt; Mal-Devi bleibt unaufgelöst, und die doppelte Nennung von Kauri wird beibehalten.

3482. Höre die Stoffe, die Farbe annehmen: Salz, Nagam, Gold, Eisen, Nimalai und Sutam. Zusammen mit dem als Cuvari bezeichneten Stoff erhalten sie ihre Farbe. Damals wurden sie geordnet einzeln erklärt. Ich habe es geprüft und euch zur Ausführung mitgeteilt. Der Körper ist nicht beständig; erkenne dies zuvor und prüfe die maßvolle Einnahme des Centuram.

Anmerkung: Die OCR trägt 3462; das PDF, Seite 455, bestätigt 3482. Cuvari ist nicht sicher zu bestimmen.

3483. Höre, wie sämtliche Stoffe gebunden werden: Durch gutes Vedi-Cunnam werden sie gebunden, durch wirksames Tailam, durch ungehindertes Tiravakam, durch Jaya-Wasser und durch geeignetes Wachs. Durch gewöhnliche Pflanzenstoffe werden sie nicht gebunden. So erklärte es der kundige Hari-Deva zum Wohl.

Anmerkung: Die OCR trägt 3463; das PDF, Seite 455, bestätigt 3483. Die letzte Aussage über Pflanzen steht in Spannung zu zahlreichen Pflanzenverfahren des Werkes.

3484. Nimm zehn Palam Ankusam und die gleiche Menge Ayam, zerreibe sie mit Kaiyan und gib ihnen ein Putam; sie werden rot. Füge Shakti-Sutam in halber Menge des zuvor bestimmten Gewichts hinzu, zerreibe es ohne Unterbrechung mit dem früher genannten Wasser und gib es in einen zugedeckten Topf. Bei fehlerfreiem Erhitzen wird es rot. So wurde die Wirkung dieses beständigen Spiels erklärt.

Anmerkung: Ankusam und Shakti-Sutam bleiben als nicht sicher aufgelöste Stoffnamen erhalten.

3485. Nimm Akamatti-Samen, zerstoße sie und füge Karti-Samen hinzu. Fülle sie dicht in einen Topf mit einer Öffnung am Boden und gewinne durch das Grubenverfahren ein Öl. Verschließe es in einem Gefäß, füge Karankacu und pulverisierten Kurkuma hinzu. Eine Frau solle es während ihrer Monatsblutung einnehmen; dann werde auf Erden ein Kind entstehen, heißt es.

Anmerkung: Mehrere Stoffnamen und Mengen sind beschädigt. Die Fruchtbarkeitsbehauptung wird als historische Textaussage wiedergegeben.

3486. Erhitze das abblätternde Matal-Taram drei Samam in dem als Kannam bezeichneten Gefäß und nimm es heraus. Füge Murukku-Blätter, Karicalai und Fruchtsaft hinzu, zerreibe es zu Wachs und tränke damit ein altes Tuch. Nach dem Trocknen in der Sonne wird es an einem Stab befestigt, entzündet und der Rauch aufgenommen. Eine beschädigte Mengenangabe folgt. Dadurch sollen Atemnot und Mantara-Kacam verschwinden.

Anmerkung: Die Gefäßbezeichnung und die Mengen-/Zeitangabe in den Schlusszeilen sind nicht sicher lesbar.

3487. Nimm Cirukirai-Wurzel in der angegebenen Tukku-Menge und Patakku-Pil, zerreibe beides, seihe es ab und füge ein Padi Kuh-Ghee hinzu. Gib einen halben Tukku Zucker sowie Pfeffer hinzu; eine weitere halbe Padi-Menge und eine Dampfbehandlung werden genannt. Bei Einnahme eines halben Palam pro Zeitpunkt sollen achtzehn Brust- beziehungsweise Vata-Leiden, Ciranku und Mekam verschwinden. Dies sei ein praktisch erprobtes Verfahren.

Anmerkung: Die ersten beiden Verszeilen sind stark beschädigt; einzelne Zutaten und Mengenbezüge lassen sich nicht vollständig wiederherstellen.

3488. Vereinige Ulli, Pfeffer, getrockneten Ingwer, Steinsalz und die Stiele von hundert Betelblättern. Verreibe sie mit Kalli-Saft und forme eine zitronengroße Portion; fünf Tage werden als Dauer genannt. Lege sie beidseitig an, wenn stechender Unterbauchschmerz und Schwellung des Hodens auftreten. Innerer Husten, Schmerz und Schwellung sollen nachlassen. Dies sei die wahre Aussage der Alten.

Anmerkung: Die OCR trägt 3468; das PDF, Seite 455, bestätigt 3488. Die Anwendungsweise ist teilweise unklar und wird nicht praktisch ergänzt.

3489. Gewinne das Öl des wilden Amanakku, entferne seine Unreinheiten und füge den Milchsaft von Vacchiram hinzu. Es soll Harn- und Stuhlverhaltung lösen. Wenn sehr starker Durchfall entsteht, nennt der Text Kuhmilch zur Einnahme; dann solle der Durchfall nachlassen und aufhören. Bogar Rishi bezeichnete dies als ein grundlegendes Verfahren gegen Stuhlverhaltung.

Anmerkung: Vacchiram ist ein nicht sicher bestimmter Pflanzenname. Die Passage gibt historische Behandlungsvorstellungen wieder.

Metallverfahren, Jaya-Wasser und yogische Schau

3490. Ich erkläre liebevoll ein Zeichen der gefestigten Askese; höre gut. Die als Agni bezeichnete Substanz und Pumi-Natam werden genannt, das gute Nadam, Shakti, Shakti. Vereinige sie mit Prithivi, Kauri und Cilai, füge Nagam und Rasam hinzu und zerreibe alles gleichmäßig im Reibstein.

Anmerkung: Die Stoffabgrenzung der zweiten Zeile ist unsicher; die zweimalige Nennung Shakti bleibt erhalten.

3491. Verreibe es mit dem Saft der Campalam-Frucht gründlich und lange, mein Sohn. Vereinige alles, forme eine Scheibe und lege sie in die Mitte eines runden Topfes. Decke sie passend mit einer Kupferschale zu und füge Erde und Salz hinzu. Erhitze kräftig; ich werde den richtigen Zustand erklären.

3492. Wenn der aufgeschüttete Sand sich schwärzt, erkenne darin den geeigneten Zustand und nimm die Zubereitung heraus. Schmilz die doppelte Menge Tamparam und gib das Mittel aufmerksam in die Schmelze. Das unangenehm riechende Kupfer wird gebunden. Nimm anschließend sieben Teile Silber und einen Teil dieses guten Kupfers und vereinige sie.

3493. Schmilz die Mischung gründlich im Tiegel. Durch die Gnade des Gurus und die göttliche Gnade erreicht sie acht Mattru. Füge einen Teil Gold auf zehn Teile hinzu. Wie soll ich dieses gute Gold beschreiben? Erkenne Shakti und Shiva vollständig im Geist. An der feinen Spitze der Sushumna erscheint die heilige Gestalt des Gurus als Lampenlicht.

Anmerkung: Die beiden Schlusszeilen wechseln zur yogischen Bildsprache und sind teilweise beschädigt.

3494. Höre noch eine Grundzubereitung. Vereinige das ursprüngliche Lingam mit Turucu und füge das als Ati bezeichnete Mittel zu Kantikai hinzu. Verreibe es im Reibstein mit Campalam-Saft. Forme, wie gesagt, eine Scheibe und gib ihr ein Putam unter Erde. Die drei Stoffarten werden dabei sicher zu einer einheitlichen Mischung gebunden.

Anmerkung: Die Vorlage spricht von drei Stoffen, doch die Wortfolge mit Ati und Kantikai lässt die genaue Liste offen.

3495. Lasse das Putam abkühlen und nimm den Inhalt heraus. Schmilz Kupfer sauber und gib das Mittel hinzu; für die Zugabe wird die doppelte Menge zum Kupfergewicht genannt. Das dunkle geschmolzene Kupfer wird fest gebunden. Schmilz vier Teile dieses Kupfers mit sechs Teilen Silber. Füge einen Teil Gold auf zehn Teile hinzu; so soll ein Feingehalt von acht entstehen.

Anmerkung: Die ungewöhnliche Mengenangabe zur ersten Zugabe wird beibehalten; ihr Satzbezug ist unsicher.

3496. Erhitze kräftig und lasse abkühlen. Beim Trennen des Gefäßes steht oben aufgestiegenes Sattu. Schabe es mit einem feinen Stäbchen ab, lege es in Porzellan und setze es dem Tau aus. Es wird zu einem fließenden Jaya-Wasser. Verschließe es in einer Flasche und tauche Turucu acht Tage lang darin ein.

Anmerkung: Der Anfang des Verses nennt eine Zehnerangabe ohne eindeutige Einheit; sie bleibt als unklare Mengen- oder Wiederholungsangabe vermerkt.

3497. Vereinige Cunnampu und Viram in gleichen Mengen und lege sie als Mantel über das gelb gewordene Turucu. Erhitze es; im Kukkuta-Putam wird es verascht. Füge dem Sutam Nilam hinzu und zerreibe es mit Cara-Wasser. Gib einen Viertelteil Rasa-Karpuram dazu und zerreibe alles geordnet.

Anmerkung: Nilam, wörtlich Blau, ist hier eine nicht eindeutig bestimmte Stoffbezeichnung.

3498. Zerreibe es gründlich und füge je einen Achtelteil Viram und guten Paccai-Karpuram hinzu. Verreibe es einen Samam mit dem zuvor genannten Wasser und gib ihm ein Kukkuta-Putam. Eine wirksame Grundsubstanz entsteht. Schmilz Turucu-Kupfer und setze diese Grundsubstanz zu. Nimm die Masse heraus; sie wird beim Schlagen zu Pulver. Füge vier Teile Silber hinzu und blase das Feuer an.

Anmerkung: Das genaue Verhältnis beim Zusatz der Grundsubstanz ist im Text nicht klar erhalten.

3499. Gold in zwei Gewichtsteilen bleibt zurück. Nimm dieses Gold und verkaufe es nach und nach. Lebe an einem passenden Ort unter Gleichgesinnten und betrachte die Natur der entsprechenden Erkenntnis. Versorgt mit Nahrung, steige durch die sechs Stätten empor. Die höchste Mutter wird in dieser Welt vor dir stehen. Du wirst Sanakas Gnade erlangen. So hat der kraftvolle Bogar Rishi diesen Weg erklärt.

Ganesha als Schutz am Anfang der Schriften

3500. Höre noch einen anderen Weg, den ich erkläre. Auf Erden gibt es Ganesha. Höre, o König: Im Treta-Yuga soll der große göttliche Ganesha mit einem Rüssel in menschlicher Gestalt auf Erden geboren worden sein. Unzählige Millionen Zeiträume lebte er wie ein herrlicher Erkenntnisreicher.

3501. Frei vom häuslichen, weltgebundenen Leben erlangte er das Leben höchster Seligkeit. Den guten Menschen diente er zur Förderung ihres gewöhnlichen Lebens und ihres Yoga. Als lebendige Kraft der Schriften verehrt man ihn unter den Namen Ganapati und Ganesha. Er steht als erster Schutzruf am Anfang der Bücher und ist Kraft für die Menschen auf Erden.

3502. Der Erste ist Schutz für Shakti, Schutz für die mächtige Ishvari und Schutz für die Trimurti. Rishis, Weise und Siddhas haben auf Erden Veden und unzählige Bücher verfasst. Er steht am Anfang dieser kostbaren Werke. So erhielt er den Namen des erwählten Kindes, Pillaiyar.

Anmerkung: Die Namensherleitung am Schluss ist volksetymologisch und sprachlich beschädigt; die Verbindung zum Namen Pillaiyar ist erkennbar.

Ganapati als erster Dichter und vergänglicher Mensch

3503. Er ist der Anfang all dieser Bücher. Darin ist »Hari Om, Namashivaya« enthalten, darin auch der hervorströmende Om-Laut und sämtliche Veden der Erde. Er ist der Anfang der Werke der Dichter, der Erste für die gekrönten Könige und für die großen, laut rezitierenden Versammlungen der Veda-Kundigen: Vinayaka steht in der Welt am Anfang.

Anmerkung: அரிவோம் wird hier als die Anrufung »Hari Om« gelesen; eine Lesung als gewöhnliches Verb »wir erkennen« ist ebenfalls möglich.

3504. Sie machten Vinayaka zum Schutzruf und dichteten so sämtliche Bücher auf Erden. Ihn stellten sie gewissenhaft an den Anfang unzähliger Gesänge. Epen, die verschiedenen Versformen und auch die als Prosa bezeichnete Darstellungsweise entstanden; mit dem Schreibgriffel wurden Bücher über Bücher niedergeschrieben.

Anmerkung: Die Wendung um den Schreibgriffel ist in der Texterkennung beschädigt.

3505. Wer schreibt, folge der rechten Ordnung, die der Ausleger des Buches und sein Verfasser lehren. Er nehme den Schreibgriffel ohne Fehl in die Hand und setze Ganapati als Schutz an den Anfang. Mit geneigtem Haupt und gefalteten Händen verehrten ihn die Dichter dieser alten Welt und verfassten ihre Schutzanrufungen. Auch die Bauern, die pflügen und ihre Felder bestellen, und die Edlen auf Erden verehren ihn.

3506. Die Menschen priesen und verehrten Ganapati liebevoll als Gott. Sie gedachten der achtgliedrigen Verehrung und erwiesen ihm vielfach ihre gefalteten Hände. Die Bewohner kamen mit der ganzen Ortschaft zusammen und machten den edlen Ganapati zu einer Gottheit. Als Swami wurde er in der Welt berühmt und überaus hoch gepriesen.

Anmerkung: யஷ்டாங்கம் kann hier die achtgliedrige Verneigung beziehungsweise Verehrung bezeichnen; ein vollständiges Yoga-System wird in dieser Strophe nicht erläutert.

3507. Doch der mit dem hohen Namen Ganapati ist auf Erden nichts anderes als ein Mensch. Wäre er der gepriesene Gott, müsste er dann nicht noch lebendig in dieser alten Welt sein? Unzählige Menschen besangen ihn in ihren Liedern als Swami. Auch Ganapatis Körper muss man als unbeständig und vergänglich bezeichnen.

3508. So ließ Ganapati auf dieser weiten Erde seinen schönen Leib zurück. Wäre er ein Gott auf Erden, könnte sein hinfälliger Körper dann der Erde anheimfallen? Damit der Körper bestehen bleibe, gibt es in dieser alten Welt unzählige Karpa-Mittel. Er hatte zuvor Kaya-Karpa zu sich genommen und war lange wie eine steinerne Säule auf Erden geblieben.

3509. Sieh, unter jener Gemeinschaft wurde auch er ein Siddha. Unermesslich lange nahm er in dieser alten Welt Kaya-Karpa zu sich. Er gab das weltgebundene Familienleben auf, erhielt seinen Körper und blieb lange als berühmter Dichter für die guten Menschen auf Erden.

Anmerkung: Das Bezugswort für »jene Gemeinschaft« ist im Eingang beschädigt.

Virabhadra: Krieger, Verehrung und Tod

3510. Höre nun einen weiteren Bericht: Wir wollen von dem herrlichen Virabhadra erzählen. Ich preise Kalangi Nayars Füße, beuge mein Haupt und verneige mich vor ihnen. Den Menschen des Landes Cina will ich die Geschichte jener Menschen der erhabenen Veda-Überlieferung geordnet vortragen. Noch viele Geschichten sind zu erzählen.

3511. Virabhadra war ein Soldat, Edler, ein überaus tapferer Kämpfer und Krieger. In den großen und ausführlichen Schriften, bei den zahllosen Gegenden und Richtungen, wird seine Größe auf Erden vielfach beschrieben. Er war ein Held, der die schwer bezwingbaren Heeresverbände und Streitwagen besiegte.

Anmerkung: Die Zahlen- und Richtungsreihe in der zweiten Zeile ist beschädigt; ihr Sinn ist die große Verbreitung seines Ruhmes.

3512. Virabhadra war der Held, der Dakshas Opfer mutig überwältigte. Als Kenner des subtilen Wissens verbrannte er den mächtigen Padma-Asura. Man gab ihm den Namen des Siegers, der die schreckliche Dakini völlig vernichtete. Sieh die Kunst der Dichter: Sie besangen all dies ausführlich in den Itihasas und Puranas.

Anmerkung: Die Zuordnung des Padma-Asura zu Virabhadra steht so im vorliegenden Text und wird nicht an andere mythologische Überlieferungen angeglichen.

3513. Mit großer Kunst schmückten sie die Schriften aus und erzählten Geschichten und Verwandtschaftsbeziehungen über diesen Vernichter seiner Feinde. Er habe viele Menschen mit gewaltiger Kraft besiegt, Dakshas Opfer wegen dessen verfehlter Gesinnung von Grund auf zerstört und verbrannt; danach habe der Edle noch unermesslich lange gelebt. So berichteten sie.

3514. So verkündeten sie Virabhadras Heldentum. Oho, werden die Nathas dies glauben? Sie füllten die Schriften und Puranas damit und nannten ihn einen ewigen Gott. Wenn dieser beschriebene Körper ein Gott wäre, wozu brauchte es auf Erden noch einen anderen Gott? Sie riefen es laut aus: Doch wenn er selbst Gott wäre, könnte er dann nicht in dieser schönen Welt bleiben?

3515. Das konnte er nicht: Er verließ die körperliche Hülle, ließ die Welt hinter sich und wurde zu Erde. Auch das Vata verschwand; der gute Leib wurde zunichte. Ist er denn mit diesem angenommenen Körper in der Welt geblieben? Essen und Kleidung gehörten zu ihm. Edler, Virabhadra war eine menschliche Geburt.

Anmerkung: வாதம் ist hier als Vata, die körperliche Windkraft, verstanden; die Lesung ist im Zusammenhang unsicher.

3516. Unzählige Schriften erklärten Virabhadra auf Erden zum Gott. Einen Menschen, dessen Atem erloschen war, verehrten sie unablässig als Gott. Auch er starb auf Erden; seine Seele sei in die Himmelswelt gegangen, behaupteten sie. Solche täuschenden Versicherungen kann man finden. Mein Sohn, Virabhadra wurde zu Erde.

Bhadrakali und die Rückkehr des Körpers zur Erde

3517. Er wurde zu Erde. Sieh nun einen weiteren Bericht: Damit das große Cina bestehen könne, zog Vadabhadrakali Amman mit einer großen Schar aus. Sie suchte Flüsse, Berge und Höhlen auf, um den Kampf zu führen. Dem mächtigen Makuta-Asura spaltete sie die Brust und stieß mit Gewalt zu.

Anmerkung: Der Asurenname lautet in dieser Vorlage Makuta; eine Gleichsetzung mit Mahishasura ist aus dem Zusammenhang naheliegend, aber nicht in die Übersetzung eingesetzt.

3518. Als sie zustieß, kam der mächtige Makuta-Asura aus dem Leib des männlichen Tieres hervor. Laut rief er um Schutz, seine Augen traten hervor, und er fiel wie ein Berg zu Boden. Verwirrt wie ein Wahnsinniger sprach er und stieß viele widersinnige Worte aus. »Ich bin dein Diener«, sagte er, verneigte sich und starb auf Erden.

Anmerkung: கிடா bezeichnet ein männliches Tier, häufig einen Ziegenbock oder Büffelbullen; die Art wird hier nicht ausdrücklich genannt.

3519. Er starb durch Kalis Hand; so erzählten es die Menschen, die davon gehört hatten. Mit ihrer ganzen körperlichen Hülle vergingen sie und wurden zu Erde. Keiner von denen, die hier lebten, ist geblieben. Auch Pandus große Söhne starben so, wie die anderen Verstorbenen. Selbst Bhadrakali, die den Gandiva-Bogen hielt, wuchs auf Erden heran und wurde zu Erde.

Anmerkung: Der sonst mit Arjuna verbundene Gandiva-Bogen wird hier ausdrücklich Bhadrakali zugeschrieben.

3520. Wenn die Devi, die zu Erde wurde, Gott wäre, welches Hindernis gäbe es für ihr Verbleiben in der Welt? Ihr Körper zerfiel; Kali wurde auf Erden zu einem Totengeist. Denke genau darüber nach: Der Körper vergeht. Wie lange er auch besteht, Erde ist zuletzt seine Heimstatt. Der Leib wurde zu Erde, der Anteil des Erdelements kehrte zur Erde zurück.

3521. So vereinigte er sich wieder mit Prithivi, dem Erdelement, mein Lieber, und wurde zu einem Gebilde aus Erde. Sieh, der Atem erlischt und der Körper vergeht. Niemand ist in dieser alten Welt geblieben. Sie beschrieben Helden unter den Helden und die große Bhadrakali; doch ihre Körper gingen zugrunde. Unzählige sind auf Erden gestorben.

Polemik über Krishna und das Leiden der Pandavas

3522. Hört nun ein weiteres Schauspiel; ich erzähle es, damit die Menschen verstehen. Krishna, der als Avatara erschien, wurde im schönen Dvaraka geboren, so heißt es hier. Er habe die Frauen der Welt aufgesucht und gefangen genommen. Wir hörten die besungene Geschichte, dass er zwölftausend Frauen ihre Unversehrtheit nahm.

Anmerkung: Geburtsort und Zahl folgen dieser Textstelle. Die beschädigte Wendung வலதழித்த lässt im Zusammenhang eine sexuelle Anschuldigung erkennen, deren genauer Wortlaut unsicher bleibt.

3523. Er nahm die Menschen jener Geschichten gefangen und vollführte auf Erden seine wundersamen Spiele. Er vernichtete seine Feinde und benutzte dabei eine Lilavi-Kulikai. Dieser Gopala brachte unzählige Menschen auf Erden ins Verderben und zerstörte ihr Leben. Alle Menschen der Welt waren von der Gestalt dieses quälenden Gopala betört.

Anmerkung: லீலாவி குளிகை ist ein nicht sicher auflösbarer Kulikai-Name beziehungsweise eine Bezeichnung für eine wundertätige Pille.

3524. Unzählige Frauen auf Erden waren von Krishna, dem Avatara, betört. Verwirrt verloren sie ihre Keuschheit und gaben ihre Körper hin. In vielerlei Puranas und Itihasas besangen die Dichter Krishnas Geschichte mit großem Eifer und machten daraus Geschichten für die Welt.

Anmerkung: Der Text spricht in polemischer, moralisch wertender Sprache; die beschädigte Wendung über die Hingabe des Körpers lässt deren genaue Ausrichtung offen.

3525. Wir wollen noch mehr von dem erzählen, was in den Schriften steht: von dem Schauspiel der fünf Pandavas. Er vollbrachte viele Kunststücke, wurde als Schwager des siegreichen Arjuna bekannt und gab ihm seine Schwester zur Frau. Er unterstützte ihn mit reichen Gütern und stand Partha mutig bei.

Anmerkung: Das Wort für die Kunststücke beziehungsweise Unternehmungen in der zweiten Zeile ist beschädigt.

3526. Als Gefährten überquerten die beiden die sieben Meere und sahen die Wunder der Welt. Verbunden miteinander zogen sie umher und erblickten die sieben Jungfrauen. Ohne Reichtümer auf Erden, doch von großer Tapferkeit, streiften sie mit dem Pfeil durch Orte und Wälder. Sieh, er legte der Jungfrau den Hochzeitskranz um.

Anmerkung: Der Wechsel vom Plural zum Singular folgt dem Tamilischen; der nächste Vers nennt Partha als Bräutigam.

3527. Der schöne Partha legte den schönen Jungfrauen den Hochzeitskranz um. Lange lebte er voller Ruhm und Ansehen und übte Askese. Durch Duryodhanas Böswilligkeit verlor er Stadt, Wohnstatt und Land. »Wir wollen keinen Krieg«, sagten sie und wohnten im Wald in einer erhöhten Hütte.

3528. Draupadi und die fünf Brüder blieben lange in dem schönen Wald. Ohne festen Ort zogen sie von Wald zu Wald und litten große Not. Sie verloren ihr gutes, angenehmes Leben und führten auf Erden ein Dasein als Hausgemeinschaft. Krishna von Vaikuntha sah, wie jeder von ihnen litt.

3529. Wenn Krishna, der dies sah, Gott wäre, hätte er dann die fünf auf Erden nicht gerettet? Es war eine menschliche Geburt in einem bestimmten Land: Was nützten selbst die großen Heere? Trotz seiner Macht konnte dieser gepriesene reine Jüngling die unzähligen Menschen der Erde nicht vollständig retten.

3530. Gopala vermochte es nicht, mein Lieber. Was nützten seine Kräfte in dieser alten Welt? Lange lebte er auf Erden, großen Verfehlungen unterworfen. Sein schöner Körper starb, und auch der Name Krishna verschwand aus der Welt. Doch alle gekrönten Könige verehrten ihn als höchste Gottheit.

3531. Könige der Könige und unzählige Menschen dieser alten Welt verehrten ihn. Immer wieder riefen sie weinend: »Gott!« Doch auch er wurde zu Erde. Der Körper, von dem man gesagt hatte, er könne keinen Schaden nehmen, verging und vereinigte sich mit der Erde. Die maßgeblichen Schriften hatten behauptet, sein ganzer Leib sei unzerstörbar.

3532. Doch dieser Körper verging, mein Lieber, und damit erwies sich auch die Schrift als unwahr. Auch für Krishnas Avatara kam der Tag des Sterbens in der Himmelswelt. Das Leben des Körpers ist trügerisch; keiner von denen, die auf Erden lebten, ist geblieben. Alle diese sind Menschen; man kann sie nicht als herrliche Götter bezeichnen.

Anmerkung: Die Formulierung über das Sterben »in der Himmelswelt« steht so in der Vorlage.

Nandis Unterweisung: Jati-Lingam und Nilakantha-Valai

3533. Höre nun von einer weiteren Bereitung, die ich mit ihren feinsten Einzelheiten darlegen will. Voll Zuneigung verneige ich mich vor Kalangi Nathars Füßen und werde es ausführlich erklären. Schon vor meiner Zeit erteilte Nandi auf Erden dem Siddha Suta Muni Unterweisung. Nandi selbst war ein Siddha-Weiser in dieser Welt.

3534. Nandishvara, Veda Muni und Suta Muni priesen freudig die Füße des Herrn. Da fragte Veda Muni nach den Möglichkeiten, die alchemistische Kunst auszuüben. Nandi verneigte sich vor dem Elefantengesichtigen und begann zu sprechen: vom Segen des Nichtsterbens für die Menschen auf Erden und davon, wie durch Mantra die Shakti-Siddhi zustande komme.

Anmerkung: Die zweite Zeile und der Abschluss sind stark beschädigt; ein Vergleich sowie die abschließende Aussage über Größe und Gedeihen lassen sich nicht zuverlässig übersetzen.

3535. Nandi teilte Veda Muni die Worte mit, die der Urherr liebevoll im Beisein Umas gesprochen hatte. Nimm zwanzig Kalanju Jati-Lingam und zerkleinere es zu Stücken von der Größe kleiner Mungbohnen. Lege es in Zitronensaft, lasse es ein Samam in der Sonne stehen und nimm es heraus. Zerstampfe die Wurzel des Kodiveli zu Pulver und bewahre dieses gesondert auf.

Anmerkung: Die Lesung »zwanzig« folgt dem erkennbaren இருப்பது für இருபது; die Druck- beziehungsweise OCR-Form ist fehlerhaft.

3536. Danach beschaffe zwei Töpfe, deren Öffnungen aufeinanderpassen. Fülle die Hälfte des Kodiveli-Pulvers in einen davon, breite das Jati-Lingam darüber aus und bedecke es mit dem übrigen Kodiveli-Wurzelpulver. Für den anderen Topf nimm Bananenblätter und Blätter des Wald-Murukku zusammen zur Hand.

Anmerkung: Der Text nennt das Lingam hier Pulver, nachdem er zuvor bohnengroße Stücke verlangt hat. Diese Verfahrensabweichung bleibt erhalten.

3537. Presse aus beiden Blattarten jeweils den Saft und bestreiche damit den Boden des oberen Topfes. Setze die Topföffnungen aufeinander und verschließe die Fuge mit sieben Lagen lehmgetränkten Tuchs. Lasse sie trocknen, bestreiche entstandene Risse nochmals mit Lehm und trockne alles fest. Verehre den Ersten mit den erlernten fünf Silben, vollziehe die Unterweisung in rechter Weise und setze das Gefäß auf den Herd.

3538. Heize dreißig Naligai lang mit einem Feuer wie eine Lotusblüte. Danach lasse die Hitze weichen, öffne den Lehmverschluss und sieh nach: Am Boden des oberen Topfes findet sich abgeschiedenes Rasam. Wische es vorsichtig mit Schweineborsten ab und bewahre es auf. Es soll für alle beabsichtigten Anwendungen gut geeignet sein. Die einzelnen Verfahren werde ich nun darlegen.

Anmerkung: Die Anweisung zwischen Erhitzen und Öffnen ist beschädigt; der Ablauf des Abkühlens ist nur dem Zusammenhang nach erkennbar.

3539. Sein ehrwürdiger Name ist Nilakantha-Valai. Höre, wie es nach Nandis Worten verrieben und verbunden wird. Zerstampfe Früchte des Kantankattiri und presse ihren reinen Saft aus. Wiege das zuvor gewonnene Jati-Lingam-Rasam ab. Miss für jedes Kalanju ein Padi Saft ab, gib ihn nach und nach hinzu und verreibe, bis die gesamte Menge aufgenommen ist.

3540. Bewahre die verriebene Substanz in einem Gefäß auf und vollziehe liebevoll die Puja für Shivakami. Bereite aus dem zuvor genannten Silber eine Platte und bestreiche sie mit Nilakantha-Valai. Nach einem Koli-Putam soll sie Gold von zehneinhalb Mattu ergeben. Bestreiche eine entsprechend bereitete Kupferplatte damit und vollziehe ebenfalls ein Koli-Putam: Dann beträgt der Feingehalt sechseinhalb Mattu.

Anmerkung: Die Vorbereitung des Silbers und Kupfers ist sprachlich beschädigt; die Bezeichnung Koli-Putam bleibt als traditioneller Verfahrensname stehen.

Valai-Karpa und historische Krankheitsverzeichnisse

3541. Neben diesem Ergebnis von sechseinhalb Mattu will ich nun das Karpa für Menschen erklären. Schneide die nach Norden verlaufende Wurzel des Vidattalai ab und verreibe sie auf dem Reibstein. Forme eine Portion von Nellikkai-Größe und arbeite ein Panavidai des genannten Valai-Rasam ein. Wird dies einem schwer heilbaren Kranken sieben Tage gegeben, sollen die nun aufgezählten Leiden vergehen.

3542. Höre, welche Krankheiten gemeint sind: das im Körper entstandene Vata, die sechzig Vata-Shulai-Leiden, die achtzehn Granthi-Leiden, die einen elender als einen Hund machen, ferner Kushtha, Pauttiram und schweres Kopf-Vata. Von diesem Valai-Karpa heißt es, diese Leiden würden davongehen.

Anmerkung: Die zweite Hälfte der Strophe ist beschädigt; insbesondere die Zahl bei Pauttiram und mehrere Krankheitsbezeichnungen sind nicht zuverlässig lesbar. Historische Krankheitskategorien werden nicht mit heutigen Diagnosen gleichgesetzt.

3543. Davongehen sollen die sechs Mula-Leiden und auch die sechzehn rasch aufkommenden Kunmam-Leiden; ferner die sechs Formen von Kshaya, die achtzehn unerwartet auftretenden Canni-Zustände und Fieber. Auch die achtzehn Vali-Leiden, darunter Muyal und Cuntan, sollen vergehen.

Anmerkung: Die Vorlage ist an mehreren Stellen verstümmelt, besonders zwischen den Angaben zu Fieber und Vali. Eine dortige Wendung über Ishas Füße lässt sich nicht sicher mit dem Satz verbinden.

3544. »Viele Krankheiten und Leiden werden vergehen«, sagte Nandi. Höre, was er weiter erklärte: Menschen, die einen menschlichen Leib angenommen haben und die zuvor beschriebene Valai-Bereitung herstellen, sollen unermessliche Schätze und Reichtümer gewinnen. Wer das danach erklärte Valai-Karpa nimmt, dessen unzählige Krankheiten sollen vergehen. Noch weitere Karpa-Verfahren wollen wir darlegen.

3545. Wer dieses Karpa in Samadhi verweilend nimmt, dessen graues Haar und runzlige Haut sollen sich wandeln. Drei Kalpa-Zeitalter soll er als strahlender Lehrer leben, dessen Name sich über die ganze Welt verbreitet. Lache nicht darüber: Es ist Nandis Wort und geht nicht fehl, beim Herrn geschworen. Höre weiter: Pflücke die Blätter des schon genannten Vidattalai und verreibe sie zu einer Paste.

Anmerkung: Die erneute Verheißung körperlicher Langlebigkeit folgt unmittelbar auf die Sterblichkeitskritik der Verse 3507–3532; der Widerspruch wird nicht aufgelöst.

3546. Nimm von dieser Paste eine Nellikkai-große Portion und füge ein Viertel Panavidai des zuvor beschriebenen Nilakantha-Valai hinzu. Trockne die fünf heilkräftigen Teile des Avarai, pulverisiere sie und gib ein Verukadi davon hinzu. Als Begleitmittel dient Kuhbutter. Wer unter brennendem Harn leidet, dem soll dies sieben Tage zweimal täglich gegeben werden; so sollen seine Beschwerden aufhören.

Anmerkung: Die Mengenlesung für Valai und die nähere Beschreibung der Harnbeschwerden sind in der Vorlage beschädigt; die fünf Pflanzenteile werden nicht einzeln genannt.

Rasam-Parpam und erneute Langlebigkeitsverheißungen

3547. Damit es in der ganzen Welt bekannt werde, lehrte Nandi dem Weisen noch ein weiteres Verfahren. Nimm ein halbes Kalanju des genannten Jati-Lingam-Rasam auf den vertieften Reibstein. Verreibe es mit drei Viertel Padi Saft der Kantam-Kattiri-Frucht in drei Durchgängen. Gib den Saft nach und nach zu und verreibe, bis er aufgenommen ist; nimm die zusammenhängende Masse heraus und lege sie in einen guten Tiegel.

Anmerkung: Der Name der Bereitung nach »dem Weisen« ist unleserlich. Auch der Pflanzenname weicht von Kantankattiri in Vers 3539 ab; eine sichere Normalisierung ist nicht möglich.

3548. Fülle den Tiegel zur Hälfte mit Manattulavai-Ghee, decke die Öffnung mit einer Scherbe ab und verschließe sie mit sieben Lagen lehmgetränkten Tuchs. Stelle ihn in getrockneten Dung und vollziehe ein Ceval-Putam. Nach dem Erhitzen lasse ihn erkalten: Es soll ein kristallartiges Parpam entstanden sein. Vollziehe die Puja für Ganapati und eine reiche Verehrung für Bhairava.

Anmerkung: Der Name des Ghee-Präparats ist unsicher gelesen; eine Pflanzenart wird deshalb nicht ergänzt.

3549. Nach der Puja bewahre das Rasam-Parpam in einem verschlossenen Gefäß auf. Schmelze ein Palam Iyam rasch und warte, bis die Schmelze klar steht. Gib das Parpam hinzu: Daraus soll Silber von hohem Feingehalt werden. Lieber Freund, es sei wahrhaft Silber und gehe nicht fehl. Höre nun weiter von der Anwendung für Menschen.

Anmerkung: Die Mengenangabe für die Parpam-Zugabe lautet beschädigt சாவடி und kann nicht sicher bestimmt werden.

3550. Höre weiter: Wenn Menschen erkranken, bereite ein Trikatu-Pulver. Nimm ein Verukadi davon und füge ein Viertel Panavidai Rasam-Parpam hinzu. Als Begleitmittel dient Honig oder guter Palmzucker. Wird es dem Kranken sieben Tage verabreicht, sollen viele Leiden verschwinden. So ist dieses Mischungsverhältnis zu verstehen.

3551. Höre, wie sich die Anwendung bestimmen lässt: Wähle das Begleitmittel entsprechend der jeweiligen Krankheit, füge die angegebene Panavidai-Menge des wirksamen Rasam-Parpam hinzu und gib es sieben Tage zweimal täglich. Durst und sämtliche Krankheiten sollen sich legen. Höre weiter von seinen Eigenschaften: Menschen, deren Körper gealtert und kraftlos geworden ist, sollen wieder wie der jugendliche Liebesgott erstrahlen.

Anmerkung: Die konkrete Menge wird in dieser Strophe nicht wiederholt; die Wendung unmittelbar nach »Durst« ist beschädigt.

3552. Wer wie Madana werden will, soll in Samadhi verweilen und ein Panavidai des Rasam-Parpam nehmen. Übermäßig Saures und alles Bittere sind zu meiden; gegessen werden Kuruvai-Reis und Kuhmilch. Die entstandenen Falten sollen verschwinden und Jugend wiederkehren. Hundert Kalpa-Zeitalter soll man auf dieser weiten Erde leben und die Kraft von zweihundert Elefanten gewinnen. Handle nach Nandis Worten, bei dem heiligen Licht geschworen.

Shri-Rama-Centuram und das Sandbad

3553. Nandi erklärte Veda Muni weiter das Verfahren des Shri-Rama-Centuram. Nimm sechzig Kalanju gereinigtes Rasam und dieselbe Menge Kentakam; füge fünfzehn Kalanju des vorzüglichen Jati-Lingam hinzu. Ohne Zweifel gib außerdem fünfzig Kalanju Pon-Aritharam dazu.

3554. Füge zwei Kalanju reines Manoshilai hinzu. Schmelze das starke Natam und schrecke es zehnmal in Iluppai-Öl ab; gib davon vierzig Kalanju hinzu, außerdem ein Kalanju Gold. Zusammen seien es zweihundertachtundzwanzig Kalanju. Verreibe alles ein Samam sorgfältig mit Erukku-Milchsaft; als nächster Saft folgt der des Purasa-Blattes.

Anmerkung: Die angegebenen Einzelmengen ergeben 228 Kalanju, wenn Kentakam wie in Vers 3553 mit 60 Kalanju angesetzt wird.

3555. Nimm die fünf Pflanzenbestandteile Purasa-Blätter, Tumpai, Ceruppati, Cemmulli und Granatapfelblätter. Zerstampfe sie einzeln und presse jeweils ihren Saft aus. Verreibe die Substanz mit jedem Saft ein Samam, insgesamt fünf Samam in der genannten Reihenfolge. Danach mische gleiche Teile Granatapfelblüten und Wald-Murukku-Blüten.

3556. Zerstampfe die zu gleichen Teilen vermischten Blüten, presse ihren Saft aus und verreibe die Substanz damit noch ein Samam. Trockne sie im Schatten und pulverisiere sie. Bereite ein Ganga-Jala-Fläschchen mit sieben Lagen lehmgetränkten Tuchs vor und trockne es in der Sonne. Bestreiche es sorgfältig mit Lehm, damit keine Risse bleiben, und fülle die Arznei hinein.

Anmerkung: கங்காசல குப்பி bezeichnet hier ein Ganga-Wasser-Fläschchen; eine bestimmte moderne Glasqualität lässt sich daraus nicht ableiten.

3557. Fülle das Arzneipulver bis zur Hälfte in das Fläschchen und verschließe dessen Öffnung sorgfältig. Trage über dem Verschluss nochmals festen Lehm auf. Nimm einen Topf und fülle vier Finger hoch feinen Sand hinein. Setze das Fläschchen darauf und schütte weiteren Sand bis zur Hälfte seines Bauches hinein; bereite dann den Herd vor.

Anmerkung: Einzelne Wörter um Flaschenöffnung und Einsetzen sind beschädigt; die lesbare Abfolge beschreibt ein Sandbad.

3558. Setze den Topf auf den vorbereiteten Herd und bette das Fläschchen darin ein. Nach liebevoller Puja für den Ersten heize ein Samam mit lampengleichem Feuer, danach zwei Samam mit einem Feuer wie eine Lotusblüte und ein Samam mit starkem Feuer. So sei insgesamt sechs Samam zu heizen. Lasse alles erkalten und vollziehe am folgenden Tag die Puja für Bhairava.

Anmerkung: Die genannten Einzelzeiten ergeben vier Samam; der Text nennt als Gesamtzeit sechs. Beides ist unverändert wiedergegeben.

3559. Nach der Puja für Bhairava nimm das Fläschchen heraus und zerbrich es vorsichtig. Darin soll sich Centuram von der schönen Farbe der Murukku-Blüte befinden. Bewahre es sicher in einem Gefäß auf. Schmelze ein Kalanju des als Kailasa-Giri bezeichneten Stoffes und gib ein Manjadi Centuram hinzu: Es soll neun Mattu ergeben. Bei entsprechend vorbereitetem Kupfer sollen es nicht weniger als sechs Mattu sein.

Anmerkung: Kailasa-Giri, wörtlich »Berg Kailasa«, steht hier als nicht sicher entschlüsselbare Stoffbezeichnung. Die Wendung zur Vorbereitung des Kupfers ist beschädigt.

3560. Wenn die Wirkung des Centuram übermäßig ausfällt, erkenne dies an den Merkmalen und verringere die Menge. Fällt das Ergebnis etwas geringer aus, ist es gut, ein Viertel Manjadi hinzuzufügen. So erklärte Nandi, der die vier Veden erforscht. Sein Wort gehe nicht fehl, beim Herrn geschworen. Trete in der Welt nicht mit dem Anspruch auf, ein Alchemist zu sein; tue das gute Werk, das er gelehrt hat.

Anmerkung: Die Dosierungsanpassung ist sprachlich beschädigt; der Text gibt hier keine messbaren Prüfmerkmale an.

Suta Munis Verfahren mit Salz, Kupfer und Kentakam

3561. Der unvergleichliche Suta Muni hörte Nandis Worte und sprach freudigen Herzens: Um das Salz zu binden, pulverisiere Katal-Turai. Füge zu einem halben Maß dieses Pulvers drei Padi Salz hinzu. Verreibe alles mit Ziegenharn und forme eine feste Masse. Decke sie mit einer umgestülpten zweiten Schale ab und unterziehe sie einem Putam mit flachen Dungfladen.

Anmerkung: Die Pflanzenbezeichnung Katal-Turai und das Maß des Pulvers sind in der Vorlage unsicher; das dortige அரைப்பொடி benennt keine eindeutig lesbare Einheit.

3562. Höre danach, wie Kupfer gereinigt wird. Verreibe die Blätter der blau blühenden Kanatti-Pflanze und umhülle damit das kompakte Kupferstück. Schmelze und behandle es auf diese Weise zehnmal. Verreibe anschließend Pungam-Wurzel und behandle es damit ebenfalls zehnmal durch Schmelzen. So wird die Reinigung des Kupfers beschrieben.

Anmerkung: Die Pflanzenbezeichnung und das Verb des wiederholten Behandlungsschritts sind beschädigt; mehr als die Abfolge von Umhüllen und Schmelzen lässt sich nicht sicher bestimmen.

3563. Höre, wie Kentakam gebunden wird. Verreibe die Blätter der guten Mayilakanci-Pflanze, mische sie mit dem Joghurt einer wilden Kuh und forme daraus auf einer Schale eine runde Scheibe. Bringe in ihrer Mitte vier bis sechs Öffnungen an. Lege das zu bearbeitende Kentakam in eine Schale und stelle ein Gefäß in eine Grube.

Anmerkung: Die Eingangszeile nach der Ankündigung des Verfahrens ist stark beschädigt. நாலாறு kann eine ungefähre Zahl von vier bis sechs oder eine zusammengesetzte Zahl meinen; die Lochzahl bleibt daher unsicher.

3564. Gib etwas von der bereiteten Mischung in das aufgestellte Gefäß. Setze die Kentakam-Schale auf dessen Öffnung und decke sie mit einer weiteren umgestülpten Schale ab. Verschließe alles fest mit lehmgetränktem Tuch, bereite die Grube und vollziehe das Putam. Wiederhole die Putam-Behandlung auf diese Weise zehnmal und sammle das gebundene Kentakam.

3565. Nimm fünf Kalanju Nagam und fertige daraus ein Schälchen. Nimm je ein Kalanju Aritharam, Jati-Lingam, grünes Turucu, Rasam und das gebundene Kentakam. Gib diese Stoffe auf den vertieften Reibstein und verreibe sie mit Talavai-Wasser zu einer breiigen Mischung.

Anmerkung: Die Bezeichnung der Flüssigkeit lautet தளவாய்நீர் und lässt sich nicht sicher identifizieren.

3566. Bestreiche das Schälchen innen und auf seiner gewölbten Außenseite mit dieser Mischung wie mit einer Paste. Gib die drei Padi gebundenes Salz in einen kühlen Topf. Bette das Schälchen darin mittig so ein, dass sein Rand noch etwas sichtbar bleibt. Lege dann einen Lehm-Tuch-Verschluss so an, dass der Rand verdeckt wird, und stelle alles auf den Herd.

Anmerkung: Ein Vergleich mit der Gestalt eines Nagam-Gebildes sowie einzelne Angaben zum Einbetten sind beschädigt.

3567. Nachdem das Gefäß auf dem Herd steht, vollziehe liebevoll die Puja für den Fünfarmigen. Zerstampfe gute Teakblätter mit Navaccaram und gewinne drei Padi reinen Saft. Entzünde das Feuer und verbrauche die drei Padi durch wiederholtes Auftragen. Heize anschließend fünfzehn Naligai lang. Nach gründlichem Erkalten soll Centuram vorliegen.

Anmerkung: Der genaue Modus der Saftzugabe ist durch das beschädigte சுறுக்காக unsicher; ein zügiges beziehungsweise wiederholtes Auftragen ist erkennbar.

3568. Nimm das Centuram heraus, stelle es vor dich und vollziehe Puja und Arcana für Shivakami. Bewahre es geschützt in einem Gefäß auf. Nimm vierzehn Panavidai des vorbereiteten Silbers und füge drei Teile gereinigtes Kupfer hinzu. Schmelze davon eine Kalanju-Portion; wenn die Schmelze klar ist, gib ein Manjadi des aufbewahrten Mittels hinzu.

Anmerkung: Die Mengenverknüpfung zwischen Silber, Kupfer und der Kalanju-Portion ist in der Vorlage beschädigt; das genaue Mischungsverhältnis bleibt unsicher.

3569. Nach Zugabe eines Manjadi soll ein Feingehalt von siebeneinhalb Mattu entstehen. Das Wort des großen Asketen Suta Muni sei nicht falsch; fürchte dich nicht, es steht unter dem Eid beim höchsten Guru. Höre nun, wie Turucu zu Kupfer wird: Vermische Vengaram und Turucu, verreibe sie mit Butter und lege sie auf Holzkohle. Beim Schmelzen soll die Hälfte des eingesetzten Turucu als gereinigtes Kupfer zurückbleiben. Höre weiter.

Nagam-Behältnis und Centuram im Tiegel

3570. Höre ein weiteres Nagam-Verfahren. Halte reines Iluppai-Öl bereit, schmelze das Nagam und schrecke es viermal darin ab. Danach soll es gereinigt und wachsartig sein. Fertige aus der angegebenen Kalanju-Menge ein kleines Behältnis samt Deckel in der Gestalt einer Vilva-Frucht. Fülle die gleiche Gewichtsmenge Rasam hinein.

Anmerkung: Die Kalanju-Zahl ist als தினஞ்சு beschädigt überliefert und nicht zuverlässig zu lesen; auch die Fruchtbezeichnung ist unsicher.

3571. Füge dem eingefüllten Stoff einen Teil Gold hinzu und fertige einen passenden Tiegel dafür. Nimm zerstoßenes Steinsalz, Tuppu und Navaccaram zu gleichen Gewichten entsprechend der zuvor genannten Menge. Verreibe sie mit Zitronensaft und bestreiche die Innenseite des Tiegels mit einem Teil davon. Stelle den Tiegel in die Sonne und trockne einen weiteren Teil gesondert.

Anmerkung: துப்பு ist hier als nicht eindeutig bestimmter Stoffname Tuppu belassen. Die Bezugsmenge des Goldanteils wird nicht eindeutig angegeben.

3572. Pulverisiere die gesondert getrocknete Mischung und gib die Hälfte davon einen Finger dick in den Tiegel. Setze das kleine Behältnis auf dieses Pulverbett und breite das übrige Pulver darüber aus. Verschließe die Tiegelöffnung mit einer Tonscherbe und umhülle sie mit lehmgetränktem Tuch. Lasse alles trocknen, bestreiche etwaige Risse nochmals mit Lehm und bereite das Putam vor.

3573. Bereite eine Grube von einer Elle Ausdehnung und fülle sie zur Hälfte mit Dungbrennstoff. Setze den Tiegel darauf und bedecke ihn mit weiterem Dung, bis die Grube gefüllt ist. Unterziehe ihn sieben Tage der Putam-Behandlung. Lasse ihn abkühlen und nimm ihn heraus: Es soll festes Centuram vorliegen. Vollziehe danach die Puja für den mächtigen Bhairava.

Anmerkung: Die Angaben zu Breite, Länge und Tiefe der Grube sind beschädigt; nur das Maß von einer Elle ist sicher erkennbar.

3574. Nach der Puja für Bhairava bewahre das Centuram in einer Dose auf. Schmelze ein Kalanju Silber und gib, sobald es klar geworden ist, ein Panavidai Centuram hinzu. Es soll einen Feingehalt von achteinhalb Mattu ergeben. Beim Herrn geschworen, dies gehe nicht fehl. Halte es nicht für gering: Suta Muni erklärte, dass es wahrhaft zustande komme. Erzähle nun weiter.

Pambatti Siddha begegnet Satta Nathar

3575. Höre einen weiteren Bericht über den Siddha Pambatti, der die vollkommene Gestalt besaß. Lange zog er durch die Wildnis und führte erstaunliche Siddha-Künste vor. Er fing Schlangen, begab sich vor den Herrscher und ließ sie dort tanzen. Dafür erhielt er große Belohnungen.

3576. Eine Zeit lang lebte er auf den Bergen und war in der weiten Welt berühmt. Als er an einem Erdhügel die heilige Neun-Edelstein-Schlange fangen wollte, war der Vedanta-Kundige Satta Muni dort. Pambatti Siddha erblickte den Siddha in seiner vollkommenen Gestalt.

Anmerkung: Die Neun-Edelstein-Schlange ist eine sagenhafte Bezeichnung des Textes; eine zoologische Art wird nicht angenommen.

3577. Er sah Satta von Kailasa und beschloss in seinem Herzen, dessen Füße zu verehren. Er warf sich vor ihm nieder, neigte sein Haupt und grüßte ihn mit gefalteten Händen. Er brachte Früchte verschiedener Art, Milch und weitere Früchte sowie Tulasi für eine frische Girlande. So trat er ehrerbietig vor den Siddha.

Anmerkung: Der letzte Ausdruck vor »Siddha« ist beschädigt; die Handlung der ehrerbietigen Begegnung bleibt erkennbar.

3578. Als Pambatti den Siddha des Nadanta würdig erblickte, wandte sich Kailasa Satta Nathar ihm freundlich zu: »Höre, geschätzter Siddha! Lange hast du berühmt im Wald gelebt. Auch die Handhabung des heftigen, beißenden Giftes hast du gelernt.«

Anmerkung: Die Schlusswendung கருமான மில்லாமல் ist mehrdeutig und beschädigt; sie kann hier nicht sicher als Aussage über fehlende Vorbereitung oder fehlende Tätigkeit übersetzt werden.

3579. »Du hast unermesslich lange gelernt, ohne in deinem Herzen Falsches und Wahres zu unterscheiden. Du bist im Wald umhergezogen, hast große Schlangen gebändigt und tanzen lassen. Doch du hast die Milch der Jnana-Unterweisung und den Siddha in seiner wahren Gestalt nicht erkannt. So hast du lange auf Erden im weltgebundenen Leben verweilt.«

Pambattis Unterweisung, Samadhi und Tod

3580. »Du hast gelebt, ohne dich als Wissender der schönen Unterweisung zuzuwenden. Wenn du die rechte Unterweisung empfängst, kannst du lange auf Erden bleiben. Trinke die Milch der Erkenntnis, mein Lieber, und empfange die Unterweisung!« So gab Kailasa Satta Nathar dem Pambatti nachdrücklich sein Versprechen.

3581. Der Siddha empfing Erkenntnis und lebte lange auf Erden. Zwei Menschen wurden Pambatti Siddhas Schüler. Alles Wissen, das er erkannt hatte, gab er ihnen mit Hingabe und in rechter Weise weiter. Nachdem er seine Schüler eindringlich unterwiesen hatte, ging er in Samadhi ein.

3582. Sieh, nachdem er in Samadhi eingegangen war, blieb er eine Zeit lang dort, mein Junge. Er zeigte viele wunderbare Zeichen und erklärte: »Ich werde ein Kalpa-Zeitalter bleiben.« Die Bewohner des Ortes und ihre Gemeinschaften leisteten dem Edlen großen Dienst. Unzählige vollzogen an seiner Samadhi-Stätte die geregelte Puja.

Anmerkung: Die OCR liest 3562; die PDF-Zahlmarke bestätigt 3582.

3583. Höre noch einen weiteren Bericht: Ich erzähle dir Pambattis Größe. Nachdem Pambatti Nathar lange in Samadhi verweilt hatte, trat er wieder auf die Erde hinaus und vollführte viele Spiele des Nadanta. Unermesslich lange blieb dieser Siddha im Land.

3584. Doch blieb Pambatti Siddha auf Erden tatsächlich ohne zu sterben? Wir wollen weiter sagen, was wir selbst wissen: Auch dieser Siddha des Nadanta starb. Eine Zeit lang war er mit seinem Körper in die Erde gegangen; dann kam er wieder heraus und ließ seinen Leib schließlich vollständig zurück.

3585. Er ließ ihn zurück; der Körper bleibt nicht bestehen. Niemand ist in dieser Welt geblieben. Auch der entsagende Natha-Muni-Siddha starb in dieser Welt. Alle Siddhas, Munis und Rishis vergingen und wurden zu Erde. Sieh, überall auf der Welt starben sie. Die einst herrlich Lebenden sind nicht mehr da.

Anmerkung: Die OCR liest 3565; die PDF-Zahlmarke bestätigt 3585.

Murugan: Überlieferung und Sterblichkeitskritik

3586. Höre einen weiteren Bericht, damit die Menschen auf Erden verstehen. Durch den gnädigen Blick meines Herrn und Gurus Kalangi Nathar will ich darlegen, wie der liebliche Vadivelar, Subbarayar, im Land geboren wurde. Ich habe die schriftlichen Darstellungen geprüft und erzähle dies, damit die Schüler bestehen können.

3587. Damit die Menschen bestehen, besangen die Schriften und Itihasas Vadivelar als Gott der weiten Welt und beschrieben seine Taten ausführlich. Die Dichter gestalteten Schriften, wonach Vadivelar Murugan in einer früheren Geburt als Pantakkiyan geboren worden sei.

Anmerkung: Der Name der früheren Geburt lautet beschädigt பஞ்தாக்கியன்; eine verlässliche Identifikation ist nicht möglich.

3588. Sie erzählten, Vadivelar Murugan habe auf Erden die Gestalt mit sechs Gesichtern angenommen. Als er in der Schule lernte, sprach Brahma »Hari Namo« und forderte ihn freundlich auf, es nachzusprechen. Der schöne Vadivelar erwiderte: »Ich werde es sagen. Wenn du mir die Bedeutung von Hari erklärst, Wahrhaftiger, werde ich es vollständig aussprechen.«

Anmerkung: Die bekannte Erzählung wird hier ausdrücklich mit »Hari Namo« verbunden; Om wird nicht ergänzend eingesetzt.

3589. Als er so wahrhaftig sprach, rief Indra ihn voller Freude zu sich. Er nahm ihn mit, damit er die Asuras besiege. Mit Einsicht verneigte er sich vor Bhagavan und vernichtete die Rakshasas. Als Vernichter Suras blieb er lange auf dieser weiten Erde.

3590. Er habe Valli gefangen genommen und in schöner Liebesvereinigung mit ihr gelebt, heißt es. Als Swami thronte er beständig in der Welt. Unzählige Menschen nannten ihn Mahadeva, verneigten sich und senkten ihr Haupt. So blieb er strahlend durch unzählige Yugas.

3591. Doch alles, was die Schriften behaupteten, erwies sich als unwahr, auch die goldene Welt. Ist Vadivelar, wie wir sagten, noch im Land geblieben? Nein, seht hin. Er verließ die Erde; sein Körper wurde zu Erde. Der Anteil des Erdelements kehrte zur Erde zurück. Man sagt, er sei in der Welt geblieben, doch wir sehen ihn nicht.

Kentakam-Öl und weitere Centuram-Verfahren

3592. Höre das Verfahren für Kentakam-Öl. Nimm zehn der als »Speise des Wissenden« bezeichneten Eier und gare sie in Wasser beziehungsweise Dampf. Entferne das Eiweiß und nimm die Dotter heraus. Gib sie in einen ungebrauchten Topf, stelle ihn auf den Herd und erhitze sie unter Druck mit dem Schöpflöffel. Sammle das austretende Öl sorgfältig; danach nimm Kentakam.

Anmerkung: Die Umschreibung der Eier und die Garangabe sind beschädigt; Eiweiß und Eigelb werden eindeutig genannt.

3593. Reinige drei Teile Kentakam wie zuvor mit Kuhmilch, bis der Geruch weicht. Pulverisiere es, breite es auf einem Tuch aus und rolle dieses zu einem Docht. Benetze ihn mit dem Eiöl, entzünde ihn wie eine Fackel und halte ihn nach unten. Fange das herabtropfende Öl in einem daruntergestellten Gefäß auf und bewahre es verschlossen auf. Seine weiteren Anwendungen wollen wir erklären.

3594. Wer dieses Öl nach dem Verfahren gewonnen hat, soll Gold von mangelnder Farbe und geringerem Feingehalt hineinlegen, herausnehmen und einmal schmelzen. Seine Farbe soll kräftig und sein Feingehalt höher werden. Höre noch eine Anwendung: Bei Menschen mit Cori- und Ciranku-Hautleiden soll es mit Tulasi-Blättern angewendet und das Ergebnis beobachtet werden.

Anmerkung: Die Bezeichnung der mangelhaften Goldfarbe ist beschädigt. Art und Menge der Anwendung bei Hautleiden werden hier nicht näher erklärt.

3595. Höre nun ein wirksames Centuram-Verfahren mit Vangam. Nimm Früchte von einem kräftigen Neem-Baum, der hundertzwanzig Jahre alt ist. Zerstampfe sie, presse ihren Saft aus und bewahre ihn sorgfältig auf. Gib ihn in ein weiteres Gefäß, schmelze schwarzes Vangam und schrecke es darin ab.

3596. Schmelze das Vangam einundzwanzigmal und behandle es jeweils mit demselben Saft. Lege es dann in eine geeignete Schale, füge Talakam hinzu, stelle die Schale auf einen eigenen Herd und röste die Masse mit einem Nayuruvi-Stab, bis das Vangam zu Asche geworden ist. Verreibe diese ein Samam mit Kumari-Saft, gib sie in einen geeigneten Tiegel und unterziehe sie im Dungfeuer einem Ceval-Putam.

Anmerkung: Die Schlussangabe zur Zahl beziehungsweise zum Tag des Putam ist beschädigt; der folgende Vers setzt die Wiederholung fort.

3597. Vollziehe täglich zweimal ein Ceval-Putam, indem du die Substanz jeweils fest mit dem Saft verreibst, zwanzig Tage lang. Nicht weniger als einundvierzig Putam sollen es sein. Das Centuram soll die Farbe der Murukku-Blüte erhalten. Schmelze ein Kalanju Silber; wenn es klar ist, gib ein Panavidai Centuram hinzu. Es soll siebeneinhalb Mattu ergeben, beim Reinen geschworen.

Anmerkung: Zwanzig Tage mit je zwei Putam ergeben vierzig; der Text verlangt insgesamt einundvierzig, möglicherweise unter Einbeziehung der vorherigen Behandlung.

3598. Höre ein noch kürzeres Verfahren. Nimm die Rinde des Avarai, dieser ursprünglichen Arzneipflanze, trockne sie und lege sie in einen Topf. Gewinne daraus mittels des unterirdischen Verfahrens ein Öl und bewahre es auf. Verreibe darin das Eiweiß eines guten Hühnereis zu einer gleichmäßigen Zubereitung. Danach nimm Aritharam.

Anmerkung: Der Name des unterirdischen Verfahrens und die Wendung zur fertigen Mischung sind stark beschädigt; eine genaue Apparatur oder Konsistenz wird nicht ergänzt.

3599. Bestreiche ein Stück Aritharam sorgfältig mit diesem Öl und lege es in die Sonne. Es soll zu gutem Centuram werden. Nimm es heraus und lasse es abkühlen. Schmelze ein Kalanju Silber und gib ein Panavidai Centuram hinzu; der Feingehalt soll nicht unter sieben Mattu liegen. Alles, was Suta Muni lehrte, sei wahr. Prüfe es und gewinne Klarheit.

Hanuman in der Darstellung der Dichter

3600. Höre noch einen Bericht, mein Junge, Sohn der Gnade. Damit der aufrichtige Schüler es versteht, werde ich von Hanumans Entstehung sprechen. Die berühmten Bücher nennen ihn den Sohn Vayus. Alle Dichter kamen zusammen und trugen diese Darstellung in der Welt vor.

3601. In den Büchern, welche die Worte der Vorfahren überliefern, besangen die Edlen Hanuman. Sie füllten die bleibenden Itihasas und Puranas mit der Aussage, er sei Gott und Herr. Sie verliehen ihm den Titel Chiranjivin und nannten ihn Anjana, den auf Erden Gesegneten. Zugleich ordneten sie ihn der Gemeinschaft der Tiere zu und beschrieben ihn als ein starkes Tier.

3602. Sie beschrieben Hanuman als Tier aus der mächtigen Gemeinschaft der Vanaras. Sieh, Anjaneya gehörte zu dieser Art und war ein heiliger Held von großer Armkraft und Tapferkeit. Wenn Anjaneya, einer der unzähligen Vanaras, auf Erden ein Gott gewesen wäre – er stand doch an Shri Ramas Seite und führte große Kriege in der Welt!

Anmerkung: Die rhetorische Wenn-Konstruktion bleibt im Tamilischen ohne ausdrücklich formulierten Folgesatz.

3603. Was nützten all die großen Kriege, die er auf Erden zur Unterstützung Shri Ramas führte? Der königliche Shri Rama starb, und alle Vanaras der Welt starben ebenfalls. Auf Erden wurde Anjaneya zusammen mit seiner Heerschar zu Erde. Dies erklärte mir mein lieber Herr Kalangi Nathar ganz klar.

3604. Entsprechend Kalangis Worten verneige ich, sein Diener, mich vor seinen Füßen. Mit den Händen berühre ich seine Lotusfüße und spreche in rechter Weise; hört weiter. Die Geschichte, dass Anjaneya zusammen mit Rama in dieser alten Welt starb, ist wahr. Wer ist denn in der Welt geblieben? Sie wurden allesamt zu Erde.

3605. Sie gingen dahin. Doch die Schriften und Puranas sprechen vom berühmten Hanuman als einem, der ein Kalpa-Zeitalter lebt. Die Himmelsbewohner und die anderen nennen ihn einen, der auf Erden den Titel Chiranjivin erhielt. Warum glauben sie nicht die Aussage, dass auch er gestorben sei? Die von Devas, Munis und Rishis vorgetragenen Versicherungen erwiesen sich als unwahr.

Anmerkung: Die polemische Behauptung von Hanumans Tod wird als Aussage dieser Textstelle wiedergegeben; sie wird nicht an die geläufige Chiranjivin-Überlieferung angeglichen.

3606. Wie in der Geschichte eines Schlangenbeschwörers, der seine Schlange zu einer täuschenden Vorführung tanzen lässt, so habe Shri Rama Hanuman durch wiederholten Umgang abgerichtet. Er gab ihm Waffen und einen Stab in die Hand und übte mit ihm den Krieg. Nach und nach machte er sich den Vanara gefügig und gewöhnte ihn auf Erden an diese Handlungen.

Was nützen Reichtum, Vasi und Körperverwandlung?

3607. Gewiss gab es Menschen, die in der Welt lebten; doch keiner ist auf Erden geblieben. Das irdische Leben ist trügerisch, ein beständiges wahres Leben findet sich darin nicht. Alle starben in dieser alten Welt, und ihre sichtbaren Körper wurden zu Erde. Auch wer Karpa um Karpa nahm, starb in der Himmelswelt; auch das ist wahr.

3608. Wenn man genau hinsieht, bleibt nichts, mein Lieber. Was nützen unzählige Mengen roten Goldes? Was nützt es, den Körper zu quälen und unermesslichen Besitz anzuhäufen? Was nützen Vasi-Yoga und große, wunderbare Kräfte, von denen man redet? Selbst wenn man eine körperliche Hülle verlässt, in eine andere springt und weiter auf Erden lebt, ist darin nichts zu finden.

3609. Was nützt es, Körper und Seele samt allen Organen und inneren Werkzeugen zu ordnen, alle neun Öffnungen zu verschließen und so zu verharren, wenn nichts erkannt wird? Das Leben auf Erden gleicht der Geschichte vom Kalb, das auf der Suche nach Milch seine Mutter findet. Was nützt das siegreich durchgehaltene Fasten? Sie nahmen das Karpa des Vedanta.

Anmerkung: Der Zusammenhang des Kalb-Gleichnisses mit der umgebenden Kritik wird in der Strophe nicht erklärt.

3610. Was nützt es, auf Erden unzählige Mengen Kaya-Karpa zu nehmen? Der alte Körper geht zugrunde, und sein Leben ist nicht mehr zu sehen. Himmelsbewohner, Munis oder Rakshasas – wer von ihnen ist wirklich auf Erden geblieben? Sagt es! Die Schriften stellen allerlei Behauptungen wie Wahrheiten dar; doch keiner ist mehr in der Welt.

Shivavakkiya: Samadhi und Rückkehr

3611. Höre einen weiteren Bericht. In der Nähe des schönen Cina gibt es einen Tillai-Wald, umgeben von unzähligen strengen Asketen. Rund um die Grenzstadt ist die Landschaft kaum zu überblicken; schöne Bäche und Flüsse finden sich dort. Es gibt berühmte Berge, die Airavata-Elefanten gleichen, und Höhlen.

Anmerkung: Die Zeile über Grenze beziehungsweise Stadt ist beschädigt; eine genauere Ortsbestimmung ist daraus nicht möglich.

3612. Dort gibt es einen Ort namens Mallikarjuna. Edler, Scharen von Rishis, Munis und Siddhas halten sich dort auf. Inmitten der Waldläufe und Wasserkanäle steht eine große Halle. Bienenschwärme sammeln sich um sie, und dichte Scharen von Wespen fliegen heran; ihre Menge lässt sich nicht fassen.

Anmerkung: Die topographischen Wendungen um Wasserlauf und Halle sind beschädigt; Mallikarjuna wird hier nicht ohne Beleg mit einem heutigen Ort gleichgesetzt.

3613. Die Scharen der Rishis und Munis waren bei dem edlen Shivavakkiya Siddha. Wie eine Stütze für Menschen, deren Augen erblindet sind, standen ihm alle Siddhas helfend zur Seite. Sie hielten sich bei ihm auf und vollzogen für Shivavakkiya die sechzehn Arten ehrerbietigen Dienstes in schöner Weise.

Anmerkung: Die Ortsangabe ஆயக்கால் in der dritten Zeile ist unklar; sie wird nicht als bestimmter Gebäudeteil ergänzt.

3614. Der herrliche Shivavakkiya Siddha blieb dort unermesslich lange. Höre das Wunderbare, das er den Schülern seines Weges erklärte. »Der Körper wird wie eine steinerne Säule sein; hört, ihr klar erkennenden Siddhas und Munis!« Er trat nahe an sie heran und erteilte ihnen Unterweisung.

3615. Er sagte: »Eine Zeit lang werde ich in Samadhi bleiben und die Welt hinter mir lassen.« Hört, was er den gereiften Siddhas, Munis und Rishis bestimmt erklärte: »Drei Yugas werde ich bleiben.« Mit diesen erhabenen Worten begab er sich in Samadhi und verweilte dort als Siddha durch unermessliche Zeiten.

3616. Millionen, zweimal Millionen – so lange sei der Mächtige in Samadhi geblieben. Nachdem er lange darin verweilt hatte, erhob er sich wieder auf die Erde. Viele Siddhas kamen zusammen, um den klar erkennenden Shivavakkiya zu sehen. Sie sprachen viel von ihm, und alle Siddhas der Welt schätzten ihn hoch.

Anmerkung: Die Zahlenformel bezeichnet im Vers eine riesige Dauer, ohne eine eindeutige Zeiteinheit anzugeben.

3617. Nachdem Shivavakkiya Siddha wieder auf der Erde erschienen war, priesen ihn viele und begrüßten ihn mit gefalteten Händen. Dreimal ging er in Samadhi. Er sprach so, dass ihre Herzen erbebten, und begab sich erneut hinein. Nachdem er eine Zeit lang darin verweilt hatte, erhob er sich wiederum.

3618. Doch was nützte es Shivavakkiya, auf Erden als Siddha geboren zu sein? Was nützte es, in Samadhi zu gehen, dort zu verweilen und wiederzukehren? Was nützte es, Kaya-Karpa zu nehmen und so auf Erden zu bleiben? Alle Scharen der Siddhas und Munis nannten ihn einen mächtigen Siddha.

3619. Sie sagten: »Hat es in dieser alten Welt je jemanden mit einer Macht wie Shivavakkiya gegeben?« Höre, König: Die Rishis auf Erden schätzten Shivavakkiya Siddha hoch. Sie grüßten Shivavakkiya Nathar vielfach mit liebevoll gefalteten Händen. So war dieser Siddha des Nadanta auf der schönen Erde geboren worden.

Anmerkung: Die Schlusszeile lautet in der OCR »geboren«; der folgende Vers berichtet von seinem Tod. Eine stillschweigende Änderung zu »gestorben« wird nicht vorgenommen.

Shivavakkiyas Tod und die Geschichte Yugi Munis

3620. Er starb, dieser herrliche Siddha-Muni-Nathar, der Karpa um Karpa genommen hatte. Er ließ seinen Leib zurück, mein Lieber; sein Körper wurde auf Erden zu Erde. Obwohl er sämtliche Künste und Erkenntnisse vollständig verstanden hatte, starb er. Shivavakkiyas ausgezeichneter Leib verlor seine Gestalt und vermoderte in der Erde.

3621. Ja, der Körper wurde zu Erde. Niemand von denen, die auf Erden lebten, ist geblieben. Prithivi kehrte zur Erde zurück; der schöne Leib bleibt nicht bestehen. So weit reicht dieses große Leben: Auf Erden trennte sich auch der Atman vom Körper. Das Erdelement wurde wieder zu Erde. So ergeht es allen.

3622. Sieh nun einen weiteren Weg; ich will noch von Wundern auf Erden erzählen. Einer der Siddhas, die in dieser Welt lebten, war Yugi. Lange verweilte er in dem leidvollen, weltgebundenen Leben. Jamadagni Muni und der ihm verbundene Tiranakkiya Muni gehörten zu seinem Umfeld.

Anmerkung: Die syntaktische Beziehung der beiden zuletzt genannten Munis wird erst im folgenden Vers als Lehrerverhältnis fortgeführt.

3623. Er war der Guru jener Munis. Kalangi Nathar hat mir, seinem Diener, vom Ruhm dieses vortrefflichen Gurus berichtet. Wir wollen die Lebensgeschichten der Nathas so erzählen, wie wir sie kennen. Ohne Überheblichkeit werde ich sie nach bestem Vermögen darlegen. Höre mit guter Gesinnung zu.

3624. Als der vortreffliche Yugi Muni im Süden der Erde die reichen Berglandschaften durchwanderte, erblickte er den merugleichen Berg Varahagiri. Er zog um den Berg und fand mitten im Wald einen fest aufgerichteten Stein. Dort ereignete sich etwas Wunderbares.

3625. Der herrliche Yugi Muni Siddha erlebte dieses Wunder. Er hatte am Berghang eine Samadhi-Stätte gefunden und hielt sich dort auf. Als er einen Laut aus der Stätte hörte, erschrak er und stand wie außer sich. Da erschien ein außerordentliches Licht; er erblickte den Glanz des Siddha.

3626. Als er diesen Siddha-Glanz sah – wie sollen wir die Lichtfülle beschreiben, die kein Auge fassen kann? Das ganze Weltall mit allem Beweglichen und Unbeweglichen erbebte, und er verlor sich in diesem Licht. Als er die Augen ehrerbietig wieder öffnete, wurde ihm der strahlende Shri Sambara in leuchtender Erscheinung auf Erden sichtbar.

Anmerkung: Die Namensform சம்பாரனை wird vorläufig als Sambara wiedergegeben; eine historische Identifikation ist damit nicht behauptet.

3627. Der junge Siddha Yugi Muni erblickte Shri Sambara. Er berührte dessen Füße und verneigte sich vor ihm in dieser alten Welt. »Gewähre mir den Segen, den ich ersehne«, bat er mit freudig gefalteten Händen. Da erteilte der Rishi dem Muni die erhabene Unterweisung der Erkenntnis.

Yugi Munis Rückkehr und die Grenzen der Siddhis

3628. Nachdem der junge Weise die Jnana-Unterweisung empfangen hatte, fasste er den festen Entschluss, eine Zeit lang vor jener Samadhi-Stätte zu verweilen. Er beachtete die Merkmale, die vorgeschriebene Ordnung und das klare Verfahren und begab sich in Samadhi. Yugi Muni Siddha blieb lange darin.

3629. Als Yugi Muni sich entschlossen in Samadhi begab, schrieb er etwas auf einen Stein. Edler, mein Sohn, höre, was dort stand: »Wenn ich nach einiger Zeit in Samadhi wieder auf die Erde komme, wird dies das Zeichen sein: Tag und Nacht werden sich zu einer einzigen Dämmerung vereinen.«

Anmerkung: Die OCR liest பாலிரவு; im Zusammenhang ist பகலிரவு, »Tag und Nacht«, gemeint.

3630. Die Schüler hörten davon und blieben ehrerbietig nahe der Samadhi-Stätte. Eine Zeit lang verweilten sie dort in Verehrung. Dann wurde ein Laut hörbar. Wie soll ich den unversehrten Körper beschreiben? Nachdem er lange verborgen geblieben war, kam er freudig auf die Erde zurück; seine Haare waren wie Luftwurzeln gewachsen.

3631. Yugi trat in der Welt hervor und erzählte von Wundern. Er hatte Kaya-Karpa genommen, war berühmt in Samadhi verweilt und zurückgekehrt. Ihm wurde reichlich ehrerbietiger Dienst erwiesen, und er blieb unermesslich lange auf Erden. Er sprang von einer körperlichen Hülle in eine andere, sodass sein Leib eine andere Gestalt annahm.

3632. Ich will von der Macht erzählen, mit der er sich verwandelte. Nach seinem Willen waren Arme, Beine, Rumpf und Kopf voneinander getrennt und erschienen so auf der Erde. Viele solcher wunderbaren Spiele führte er in der Welt vor. Manche hörten nur davon, andere sahen es selbst. Viele Wunder gibt es auf Erden.

3633. Höre, wie ich diese Wunder schildere. Er suchte die Kunst des würdigen höchsten Gurus, prüfte die kostbaren Bücher und lernte Yoga samt seinen Geheimnissen gründlich. Durch die Gnade meines Herrn Kalangi Nathar, des höchsten Gurus, empfing er die Lehre. Viele Siddhis, die Siddhi der vollkommenen Gestalt und der offenbar gewordene Nada-Glanz waren überragend.

Anmerkung: Die Wendung பாஷங்கொண்டார் in der dritten Zeile ist unsicher. »Empfing die Lehre« gibt den Zusammenhang wieder, nicht eine gesicherte Einzelwortlesung.

3634. Sagt: Ist irgendeiner von denen, die so viele überragende Wunder vollbrachten, auf Erden geblieben? Sie wurden zu Erde, mein Lieber. Sind die Herren und Könige in der Welt geblieben? Auch der mächtige Körper bleibt nicht bestehen. Gibt es jemanden, der auf Erden bleibt? Man kann dieses Leben trügerisch nennen. Sieh, so ist es mit allem in der Welt.

Selbstbeschreibung des vierten Kandas

3635. Wenn man hinsieht, bleibt der Körper nicht bestehen; überall in der Welt ist es so. Unzählige vertrauten fest auf ihren Leib, verloren ihre Kräfte und starben. Viele Edle schmückten die Siddhas begeistert mit dem Namen »Gott«. Dieses Kanda wurde in aufrichtiger Verehrung der Füße Vanis gedichtet, die auf dem Lotus thront.

3636. Dieses Buch ist das Sapta Kandam. Es besingt die grundlegende Überlieferung und den Weg der Siddhas: den Herrn als Siddha des Nadanta, die falschen und die wahrhaft Erkennenden auf Erden, die Organe und inneren Werkzeuge, den erhabenen Sitz des Samadhi und alle Erscheinungsweisen der Siddhas. Dies alles wurde mit Sorgfalt in diesem Kanda besungen.

3637. Dieses Kanda ist der vierte Teil. In ihm habe ich die erstaunlichen Taten und die ganze Größe der Siddhas, die auf Erden lebten, ausführlich besungen. Durch Kalangi Nathar werde ich noch viele Wege der Siddhas und ihres Tanzes darlegen. Hierin lässt sich auch erkennen, dass Menschen und Siddhas gestorben sind.

Pulippani, der Tiger und die Begegnung am Kishkindha

3638. Sieh nun einen weiteren Weg. Einer meiner vortrefflichen Schüler war der liebe Siddha Pulippani. Er machte einen Tiger zu seinem Reittier und begab sich zu meinem mächtigen Herrn Kalangi Nathar. Dort empfing er die erhabene Unterweisung. Sieh, welche Kräfte er danach in der Welt entfaltete.

3639. Lange zog dieser mächtige Siddha auf dem Tiger reitend durch die Welt, nach rechts und nach links, in alle Richtungen. Nachdem er eine Zeit lang Unterweisung empfangen hatte, fasste der Edle durch Kalangi Nathars Gnade den festen Entschluss, in Samadhi einzugehen.

3640. Er durchwanderte Wälder und Berge und suchte am mächtigen Kishkindha-Berg einen Ort für Samadhi. Auf diesem Weg fand der Tugendhafte eine Samadhi-Stätte eines Siddha. Freudig trat er näher. Als er nur noch eine Spanne entfernt stand, hörte er einen Laut.

3641. Sieh, er hörte den Laut des Siddha-Glanzes – ein großes Wunder auf Erden. Als er vor der Samadhi-Stätte stand, öffnete sie sich. Der Siddha des Nadanta trat herrlich als Licht hervor. Als Pulippani ihn erblickte, erschrak der Mächtige und fürchtete sich.

3642. Als der erschrockene Pulippani Muni das Licht des Siddha auf Erden erblickte, verneigte er sich liebevoll und grüßte mit gefalteten Händen. Er stand dem Siddha gegenüber und wünschte in seinem ergebenen Herzen, vollständige Unterweisung zu empfangen. So trat er nahe heran und stellte sich bereit, seine Fragen vorzubringen.

3643. Der Siddha, der seit einem früheren Yuga in Samadhi verweilt hatte, blickte den vor ihm stehenden Pulippani an und fragte: »Wer bist du, Siddha-Muni?« Pulippani hörte seine Worte und antwortete dem Siddha der vollkommenen Gestalt: »Ich bin der Schüler des Kailasa-Bogar-Rishi, jenes königlichen Siddha aus früherer Zeit.«

Anmerkung: Das Attribut விறந்த vor »Siddha« ist beschädigt; eine bestimmte Aussage über Geburt oder Tod Bogars wird daraus nicht abgeleitet.

3644. Als er sagte: »Ich bin Bogar Rishis Schüler«, wurde der Siddha-Muni freudig gestimmt. Er blickte Pulippani an und sprach mit erhabener Stimme: »Weil du dich als tüchtiger Schüler Bogars bezeichnest, den selbst die Himmelsbewohner preisen, will ich dir die Unterweisung der Erkenntnis erteilen.«

Fluchlösung, Wunder und Pulippanis Tod

3645. Der Herr des Siddha-Lichtes empfing Pulippani Nathar würdig mit den genannten Ehren und segnete ihn. Dann sprach er: »In einem früheren Yuga traf Brahma und einen König ein Fluch. Alle auf Erden, auch die Munis, haben dies deutlich gesehen.«

Anmerkung: Die Verbindung zwischen Brahma und dem König ist beschädigt; ob zwei Betroffene oder ein Beiname gemeint sind, bleibt offen.

3646. »Zur Lösung dieses Fluches war dort ein besonderer Rishi. Er verlieh dem erhabenen Brahma den Rang Devendras und löste so den Fluch. Durch Paraparis Segen hast auch du mich hier auf Erden gefunden. Du hast den Namen deines Großvaters im Lehrerstamm, Kalangi Nathar, genannt, Tugendhafter.«

Anmerkung: Die ungewöhnliche Verknüpfung von Brahma mit Devendras Rang wird wie in der Vorlage bewahrt.

3647. »Weil du seinen Namen genannt hast, Tugendhafter, will ich deinen Tigerfluch auf Erden sicher lösen und dir kraftvolle Unterweisung erteilen. Empfange sie und gewinne ein Leben wie Kanna Piran, in dem Yama keinen Platz hat. Bleibe lange auf Erden!« So sprach er.

Anmerkung: Der Tigerfluch wird hier genannt, ohne dass seine Entstehung in den unmittelbar vorhergehenden Versen erzählt worden wäre.

3648. Nachdem ihm gesagt worden war: »Bleibe«, schenkte der Muni den Menschen der Welt wunderbare Erscheinungen und vollbrachte auf Erden unzählige Siddhis. Was die früheren Schriften nicht gesagt hatten, besang er ausführlich in diesem Buch. Alle Verfahren jener Künste führte er in dieser Welt vor.

3649. Als der Muni zurückkam, schenkte er den Menschen der Welt wunderbare Erscheinungen und vollbrachte auf Erden unzählige Siddhis. Was die früheren Schriften nicht gesagt hatten, besang er ausführlich in diesem Buch. Alle Verfahren jener Künste führte er in dieser Welt vor.

Anmerkung: Diese Strophe wiederholt Vers 3648 nahezu vollständig; nur der Eingang ist leicht verändert. Beide nummerierten Strophen bleiben erhalten.

3650. Unzählige Künste führte er vor, mein Lieber, hier auf Erden. Um unzählige Yugas zu bleiben, nahm er Kaya-Karpa. Dieser Siddha wirkte unermesslich viele Zauberkünste. Er verließ eine körperliche Hülle und sprang in eine andere – doch der Siddha-Muni ist nicht mehr in dieser Welt.

Anmerkung: Die dritte Zeile ist verkürzt beziehungsweise beschädigt; die Aussage über die vielen Zauberkünste ist lesbar.

3651. Er ist nicht mehr da. Auch der junge Siddha-Muni wurde zur Beute der Erde. Nach vielem Leiden starb auch er hier, mein Lieber. Er hatte geglaubt, sein Körper sei wie Stein; doch sein Leib wurde auf Erden zu Erde. Er wurde zu Staub unter dem Gras. Sieh, Pulippani starb in dieser Welt.

3652. Was nützte es, alle Siddha-Künste der Welt gründlich zu erlernen? Was brachte es, im rechten Shiva-Yoga zu stehen und in Nishtha zu verweilen? Mächtiger, was nützte es, die feinen Hinweise zu verstehen und Kaya-Karpa zu nehmen? Der starke Körper wurde zunichte. So starb auch er im Alter.

Konganavars drei Kandas und ihre missverstandene Lehre

3653. Er starb. Ich will einen weiteren Weg schildern; höre von der Macht des großen Siddha-Lichtes. Auf Erden lebte der Muni Konganava Siddha. Auch mein mächtiger Herr Kalangi Nathar war ein Siddha, der in der Welt lebte. Durch die Festigkeit seines Herzens blieb jener Siddha sehr lange bestehen.

Anmerkung: Der Bezug des letzten »Siddha« ist zwischen Konganavar und Kalangi nicht eindeutig; der Wechsel wird nicht stillschweigend geglättet.

3654. Konganava Muni verfasste auf Erden mehrere Bücher. Höre von seinem Werk in drei Kandas, das er im Land niederlegte. Er dichtete diese kristallklare Lehrschrift in Versen. Doch ohne sie wirklich zu betrachten, sagten die Menschen, in dieser berühmten Schrift sei vieles verhüllt.

3655. Sie verstanden die verborgene Grundlage von Konganavars Schrift nicht. Sein Kanda nannten sie ein gewaltiges, unauflösbares Rätsel. Ohne das Werk des Muni vollständig und geordnet zu lesen, bezeichneten sie es als zweifelhaft. Sie verloren die Klarheit, weil ihnen das Verständnis fehlte, ihre Mängel zu beseitigen und den inneren Kern zu erkennen.

3656. Unzählige Menschen gingen so irre. Sie sagten, Konganavar habe in seinen Büchern die Organe und inneren Werkzeuge allesamt verborgen. Aus verwirrtem Verstand heraus tadelten sie die schöne Lehrschrift. Höre, mein Lieber: So schrieben die Menschen dem Buch in ihrer Verblendung große Fehler zu.

3657. Konganava Siddha hatte das grundlegende Werk in drei Kandas gedichtet. Nathas und Munis auf Erden erschraken, zitterten und gerieten in Unruhe. Er verlieh dem Buch die nötige Kraft und nahm es mit sich. So gelangte Konganava Muni in die Nähe des großen Meru.

Anmerkung: Die Wendung nach dem Verstärken des Buches ist beschädigt; eine genaue Handlung oder Gemütsbewegung lässt sich nicht sicher bestimmen.

Am Meru: Konganavars Begegnung mit Gautama

3658. Konganava Muni begab sich zum mächtigen Meru und trat in eine Höhle am Berghang. In innerer Versunkenheit suchte er einen Ort für Samadhi. Der höchste Muni erwog es in seinem Herzen und wünschte, in Samadhi einzugehen. Mit diesem Entschluss legte sich der königliche Konganar auf einen Felsen.

3659. Auf dem Felsen liegend, gedachte er liebevoll Paraparis und sank in Schlaf. In Sushupti erlebte er einen Traum und vergaß seinen Körper. Er richtete sein Herz auf die Fülle und übte Vasi-Yoga im Verborgenen. Als der Schlaf wich, öffnete er die Augen und blickte sich um.

Anmerkung: Der Text verbindet Sushupti ausdrücklich mit einem Traum; diese Zustandsbezeichnungen werden nicht nach einer anderen Bewusstseinslehre berichtigt.

3660. Da sah er viele verschiedene Erscheinungen; zahlreiche Wunder zeigten sich ihm auf Erden. Nahe dem Berg war ein Laut zu vernehmen, und viele schöne Instrumente erklangen. Er hörte deutlich den mächtigen Gesang einer Versammlung von Gottheiten. Konganar hörte all dies und stand überwältigt und verwirrt da, mein Lieber.

3661. Dort am Berghang gab es ein großes Quellbecken und Wasser, einen aufgerichteten Stein und eine bemerkenswerte Halle. Ein Waldfluss bot heiliges Badewasser, und es gab einen Unterschlupf für Tiger. Sieh, ein Teich lag dort. Er entdeckte eine friedliche Samadhi-Stätte.

3662. Als Konganava Muni sie sah, näherte er sich ehrerbietig. Er tauchte in das heilige Wasser des Teiches und nahm Blüten für den heiligen Dienst in die Hand. Mit einem seidenen Gewand bekleidet, erwies er seine Verehrung, verneigte sich und grüßte vielfach mit gefalteten Händen. Der herrliche Konganar stand vor der Samadhi-Stätte und vollzog die Arcana.

Anmerkung: Die nähere Bezeichnung des seidenen Gewandes in der dritten Zeile ist beschädigt.

3663. Konganava Muni vollzog die Verehrung und vielfach die achtgliedrige Puja. Er senkte sein Haupt, faltete die Hände und rezitierte die erhabene Silbe. Da brach der Felsen auf, der die Samadhi-Stätte bedeckte. Gautama Rishi, der höchste Herr, war darin gewesen; nun trat Gautama von Kailasa hervor.

Anmerkung: Die rezitierte Silbe wird in dieser Strophe nicht ausgeschrieben.

3664. Der große Gautama Rishi erschien wie ein Weiser aus Licht. Er nahm Konganar liebevoll als Schüler an und fragte: »Wie bist du, mein Lieber, in dieses Land und diesen schönen Hain gekommen? Erzähle es mir vollständig.« Dabei erhob er die Hand in der Geste des Schutzes.

3665. Nachdem er ihm Schutz zugesichert hatte, begann Konganar zu sprechen: »Herr, ich, dein Diener, näherte mich dieser Samadhi-Stätte und legte mich auf den Felsen. Zur nächtlichen Samam-Zeit dachte ich sehnsüchtig an Parapari. Da hörte ich deutlich die Klänge einer Versammlung und schöne Musikinstrumente.«

Anmerkung: Die genaue Zeitangabe vor சாம ist beschädigt; »Mitternacht« wäre möglich, ist aber nicht sicher lesbar.

3666. »Als ich das hörte, erbebte ich und näherte mich ehrerbietig der Samadhi-Stätte. Ich wünschte, in Samadhi einzugehen, und tauchte ordnungsgemäß in den Teich. Dann pflückte ich Blumen und kam zur Stätte zurück. In sehnsüchtigem Gedenken an Manonmani rezitierte ich klar die Silbe.«

3667. »Als ich rezitierte, Edler, brach der Felsen über der Samadhi-Stätte auf, und ich sah dich. Erkenntnisvoller Rishi, gewähre mir, deinem Diener, deine reiche Schau!« Da unterwies Gautama Rishi den aufrichtigen jungen Konganar liebevoll in den Veden, Agamas und allen ausführlichen Lehrschriften.

Gautamas Unterweisung über Samadhi

3668. Gautama Rishi sagte zu Konganar: »Unzählige Könige der Könige haben in dieser Welt gelebt. Wie viele mächtige Menschen erlernten Erkenntnis und gingen ins Land der goldenen Welt! Lieber Konganar, selbst wenn man in Samadhi eintritt, ist dort nichts zu finden.«

3669. »Was nützt es, Karpa zu nehmen und auf Erden zu leben, vom Meer der Erkenntnis erfüllt, wenn selbst Kailasa und Meru keinen Raum mehr bieten? Was nützt es, die Karpa-Verfahren nach Wunsch anzuwenden und Manonmani des Vedanta zu schauen? Man mag die Mühen des weltgebundenen Lebens verlassen: In Samadhi ist nichts zu finden.«

Anmerkung: Die Wendung über fehlenden Raum auf Kailasa und Meru ist im Text nicht weiter erklärt.

3670. »Nichts ist dort, mein Lieber. Was nützt es, lebendig in Samadhi hinabzusteigen? Wie ein Kalb seine Mutter sucht, so sucht jeder auf Erden seine Samadhi-Stätte. Viele Siddhas nahmen im Süden, an Flüssen und Bergen, auf diese Weise Samadhi. Auch du, Konganar, bist nun eilig hierhergekommen, um in Samadhi einzutreten.«

3671. Höre die Unterweisung, die der Rishi dem angekommenen Siddha reichlich erteilte. Zusammen mit der Jnana-Unterweisung gab er ihm auf Erden einen Ort für Samadhi. Der bekümmerte Konganar nahm Abschied und wollte sich dorthin begeben. Die Worte des Rishi erfüllten ihn mit großer Freude.

3672. Der erfreute Konganava Muni ließ bei Gautama Rishi einen Fluch und die damit verbundene Bedrängnis lösen. Als er liebevoll in Samadhi eintrat, sagte Gautama Rishi kraftvoll, er solle eine Zeit lang darin bleiben. Regen strömte in Tropfen herab, und die Samadhi-Stätte wurde vollständig verschlossen.

Anmerkung: Die Wendung über Fluch und dessen Aufhebung ist beschädigt. Die Entstehung dieses Fluches wird hier nicht klar erzählt; ein weiterer Fluch folgt ab Vers 3674.

Rückkehr, Opfer und Fluch

3673. Die Samadhi-Stätte war verschlossen, und Konganava Muni blieb dort eine Zeit lang mit stillgestelltem Atem. Später kehrte er zurück, sodass die Menschen der alten Welt erbebten. Zwölf Jahre hatte der Siddha schweigend, ohne ein Wort, verweilt. Dann brach die Stätte auf, und Konganar trat hervor.

3674. Nachdem Konganava Muni auf die Erde zurückgekehrt war, vollzog er ein Opfer. Während er das Opfer ausführte, erschien Gautama Rishi davor und sprach zu Konganar. Er erteilte ihm eine Unterweisung, blickte ihn an und verkündete nachdrücklich einen Fluch.

3675. Er sprach zu Konganava Muni, weil dieser das Opfer eigenmächtig vollzogen hatte: »Wie kannst du dieses Ritual ausführen? Es ist eine Handlung, die Rishis wie ich vollziehen. Edler, was gibt dir die Berechtigung, ein gleichwertiges Opfer zu veranstalten? Weil du dieses Opfer unrechtmäßig ausgeführt hast, trifft dich auf Erden ein Fluch.«

3676. Er empfing den Fluch, mein Lieber, und wurde angewiesen, in den Tillai-Wald zu gehen. Nachdem Konganava Muni vom höchsten Rishi verflucht worden war, zog er niedergeschlagen in den Wald und erreichte das Land des Tillai-Hains. Er blieb eine Zeit lang dort und wurde auf Erden selbst ein Rishi.

Anmerkung: Die Wendung über seine innere Verfassung ist beschädigt; Niedergeschlagenheit beziehungsweise der Verlust bisherigen Glücks ist erkennbar.

3677. Konganava Muni lebte dort wie ein Rishi und verweilte im Zustand asketischen Yoga. Als er ein großes Opfer vollzog, war dort ein guter Siddha, der Jnana-Unterweisung empfangen hatte. Er ernährte sich von Honig und Tinai-Hirsemehl und stand kraftvoll vor dem Opfer.

3678. Der schöne Rishi blickte Konganar an, der vor ihm stand. Er betrachtete das Opfer aufmerksam und sagte: »Tapferer, der du ein Opfer wie die Sonne vollziehst, würdiger Konganar, höre! Was ist dies für ein mondgleiches Opfer, das du ausführst? Königlicher, erkläre es mir.«

Anmerkung: Sonnen- und Mondvergleich stehen beide in dieser Strophe; sie werden nicht vereinheitlicht.

Konganavars Bitte um Fluchlösung

3679. Als er zur Erklärung aufgefordert wurde, dachte der Muni: »Oho, ein Siddha des Nadanta! Ist dieses Siddha-Licht gekommen, um den Fluch zu lösen, der mich gefangen hält?« Er wollte ihm seine Not vortragen und nach dem Weg fragen, der zur Befreiung führt. So begann Konganar zu sprechen.

3680. Konganar sagte: »Göttlicher, der du wie unzählige Sonnen strahlst! Mich hat auf Erden ein Fluch des Gautama Rishi getroffen. Durch dieses besondere Schicksal wurde ich, dein Diener, schwer verflucht. Deshalb bin ich in deine makellose Einsiedelei gekommen, um das Opfer vollständig zu vollziehen.«

3681. »Swami Natha, ich bin gekommen, weil ich deinen Ruhm in der Welt erkannt habe, und habe bei der Samadhi-Stätte das Opfer ausgeführt. Edler, erweise mir Gnade! Lasse Regen niedergehen, damit dein Ruhm in der weiten Welt wächst. Schöner König der Herren, gewähre mir durch deine Gnade einen Segen!«

Anmerkung: Die Pronomen im Schluss sind beschädigt; die Bitte um Gnade und Segen ist eindeutig.

3682. »Tugendhafter, gewähre mir den Segen und die Unterweisung der Erkenntnis. Segne mich, damit ich diesen Ort verlassen und zu meiner Wohnstatt gehen kann.« Da streckte der herrliche Rishi die Hand aus, ergriff Konganars Hand und entließ ihn würdig. Vom Fluch befreit kehrte Konganar zurück.

3683. Gautama sah Konganar zurückkehren. Der würdige Muni hatte ein zweites mächtiges Opfer vollzogen und den erteilten Segen empfangen. Gautama sagte weiter zu ihm: »Mein Sohn, du hast eine Zeit lang in jener früheren Samadhi-Stätte verweilt. Bleibe nun liebevoll noch eine Weile in der Welt.«

3684. Er lehrte Konganar unzählige wundersame Fähigkeiten und erklärte alle gewünschten Wunder sowie die Wege, die selbst Siddhas und Munis nicht sehen. Danach unterwies er ihn geordnet im Pranaya-Karpa-Verfahren. Er gewährte ihm auch einen guten Weg und ein Mittel, den Körper hinter sich zu lassen.

Anmerkung: பிரணாய கற்பம் ist als Pranaya-Karpa belassen; eine sichere Erweiterung zu einem bestimmten Pranayama-Verfahren ist nicht möglich.

Der letzte Eintritt in Samadhi und die offene Todesprobe

3685. Konganava Muni wurde frei vom Verlangen nach wirksamen Erfolgen und Glücksgütern. »Was bringt es, selbst unzählige Kalpas tugendhaft in der Welt zu leben? Der Körper geht doch zugrunde; anderes ist auf Erden nicht zu finden. Der Leib bleibt nicht bestehen.« Mit dieser Einsicht stieg er entschlossen in Samadhi hinab.

3686. Als er hinabstieg, stand eine große Schar seiner Schüler um ihn. Er ruhte ohne Bindung, schloss die Augen und sammelte sich. Solange sein Bewusstsein noch klar war, richtete er es fest auf die innere Prüfung. Sein affenhaft unruhiger Geist versank gesammelt in der Erinnerung, und er ging in die Grube.

3687. Innerhalb einer Kadigai entzog sich Konganar dem Blick. Tausend gute Schüler standen nahebei und rezitierten die Veden. Sie bedeckten seinen Körper mit Erde und schlossen die Stelle mit einer großen Steinplatte. Es wurde beschlossen, von diesem Tag an ein Jahr lang die Puja ehrerbietig zu vollziehen.

3688. Er hatte noch hörbar gesagt: »Mein Lieber, öffne nach dreißig Jahren die große Samadhi-Stätte und sieh nach. Sage niemandem davon. Wenn noch Atem vorhanden ist, werde ich wieder in diese alte Welt zurückkehren. Ist der Atem aber erloschen, dann verschließe die schöne Samadhi-Stätte wieder.«

Anmerkung: Die dreißig Jahre bis zur Öffnung unterscheiden sich vom einjährigen Puja-Zeitraum im vorherigen Vers; beide Angaben werden bewahrt.

3689. Sie verschlossen die Stätte, und in der alten Welt hieß es, Konganar sei gestorben. Menschen kommen zusammen, reden von höchster Seligkeit und machen dieses Leben zum Gegenstand des Spottes. Auch der gesuchte Zustand höchster Seligkeit sei trügerisch; nichts Gewisses sei in der Welt. Wenn man genau hinsieht, ist alles unwahr. So war auch das Leben der Nathas.

3690. So ist das ganze Leben der Welt trügerisch, mein Lieber. Keiner von denen, die herrlich lebten, ist geblieben. Wie könnte man dem Körper vertrauen? Sie starben in dieser Welt, und ihr Leib wurde zu Erde. Niemand von denen, die im Land lebten, ist noch da. Wir haben in rechter Weise berichtet, soweit wir selbst sahen, Edler: durch Kalangis gnädigen Blick.

3691. Dies ist der Weg, den Kalangi lehrte: Auf Erden findet sich Trug und nichts Beständiges. Die Worte meines Herrn sind für alle in der Welt wahr. In meinem Herzen an Parapari denkend, sang ich Bogars Siebentausend. Dieses kostbare Buch ist der vierte Kanda; für die Menschen habe ich es klar dargelegt.

Kapila Munis Samadhi und Rückkehr

3692. Sieh noch einen weiteren Weg, mein Lieber. Wir wollen erzählen, soweit wir selbst gesehen haben. Alle Siddhas, Munis und Rishis haben großartige Schriften verfasst. Doch die Grundlagen jener vielen Bücher wurden nicht so offen ausgesprochen wie in diesem Werk. Wir haben dargelegt, was wir erkannten. Sieh die Kostbarkeit des Siddha-Lichtes des Nadanta.

3693. Die Dichter schrieben in vielen Büchern, Kapila Muni Siddha habe sehr lange auf Erden gelebt. Er habe Kaya-Karpa genommen und dadurch eine Zeit lang in der Welt verweilt. So stellen es die Schriften dar; diese Überlieferung soll auf Erden als wahr und gewiss gelten.

3694. Kapila Muni Siddha nahm im Wald Samadhi auf sich und versammelte die Schüler, die er um sich haben wollte, liebevoll zu einer Gemeinschaft. Als Kapila, das Siddha-Licht des Nadanta, die Unterweisung der Erkenntnis erteilte, warfen sich unzählige vor seinen goldenen Füßen nieder.

3695. Unzählige Schüler grüßten Kapila ehrerbietig mit gefalteten Händen. Er verabschiedete sich von ihnen und näherte sich der festen Samadhi-Stätte. Er zügelte gesammelt alle Organe und inneren Werkzeuge; seine Lebenskraft wandelte sich. Mit ermattetem Gesicht und nach innen zurückgezogenem Geist stieg Kapila in Versunkenheit in die Grube hinab.

Anmerkung: Die Subjektführung beim Abschied und die Wendung über den Geist sind beschädigt; der Übergang zu Kapilas Eintritt in die Grube ist eindeutig.

3696. Kapila Muni Siddha stieg geordnet in die Samadhi-Stätte hinab. Er hielt den Atem im Inneren zurück, begab sich in die feste, tiefe Grube und legte sich dort nieder. Er befahl, sie mit einem Felsen zu schließen: »Von heute an soll zweiundzwanzig Jahre lang die Puja für die Samadhi-Stätte vollzogen werden.«

Anmerkung: Die Formulierung »zwanzig Jahre und zwei« ergibt hier 22; Vers 3697 nennt dagegen zweimal zehn Jahre.

3697. Kapila gab allen seinen Schülern diese sorgfältige Weisung. Die Schülergemeinschaft vollzog entsprechend dem Wort ihres Gurus Jahr für Jahr die Puja an der Samadhi-Stätte. Als zweimal zehn Jahre vergangen waren, versammelten sie sich ehrerbietig um die Stätte.

Anmerkung: Der Zeitraum von 20 Jahren weicht von den 22 Jahren des vorherigen Verses ab.

3698. Als die Frist für die Samadhi-Stätte erfüllt war, standen tausend vortreffliche Schüler ringsum. Sie neigten sich neben der Stätte und vollzogen die Shiva-Puja. Da barst die Steinplatte, und Kapila Muni Siddha trat in seiner vollkommenen Gestalt hervor. Sieh dieses überragende Ereignis!

3699. Kapila Muni Siddha erblickte all diese wunderbaren Dinge und sah die Menschen der Welt aufmerksam an. Er begann zu ihnen zu sprechen. Der Siddha hatte Kaya-Karpa genommen und bewusst auf Erden gelebt. Doch was nützt es, unermesslich lange zu bleiben? Auch der wohlgefügte Körper wird zu Erde.

Kapila beim höchsten Guru und der Wechsel zu Kamala Muni

3700. Eine Zeit lang blieb der Siddha, ohne dass sein erdiger Körper starb. Der Rishi des Nadanta zog durch Orte und Wälder und begab sich in die Wildnis. Er vollzog Dakshina-Opfer, trat kraftvoll in einen Hain und suchte Berge und Höhlen auf. Dort fand er einen Rishi, den höchsten Guru.

Anmerkung: தட்சணயாகங்கள் ist als Dakshina-Opfer belassen; ob die Bezeichnung eine Opfergabe, südliche Ausrichtung oder einen Eigennamen meint, bleibt offen.

3701. Kapila Muni Siddha sah im Wald den höchsten Guru. Er warf sich nieder und grüßte vielfach mit gefalteten Händen: »Gott der Götter!« Er berührte dessen Füße und bat: »Nimm mich an, der ich zu dir gekommen bin, und erteile mir Unterweisung. Herr, du bist meine Zuflucht!«

3702. Der höchste Guru gab dem sich Verneigenden mit erhobener Hand Schutz und sagte: »Wenn du bei meinem Opfer bleibst und es in guter Weise weiterführst, werde ich dir auf Erden einen Segen gewähren, wie Kunangudi Mastan Sahib.« Der Rishi gab sein feierliches Versprechen und unterwies ihn geordnet.

Anmerkung: Die ausdrückliche Nennung குணங்குடியார் மஸ்தானின் சாகி, Kunangudi Mastan Sahib, wird bewahrt. Aus dieser Stelle allein wird keine Datierung des gesamten Werkes abgeleitet. Der Text wechselt kurz in die erste Person, während die Erzählung Kapila betrifft. Die Namensnennung ist auf PDF-Seite 486 visuell bestätigt.

3703. Er erteilte die Unterweisung, damit jener unermesslich lange bestehen könne. Der Muni des leuchtenden Siddha-Lichtes nahm lange auf Erden Karpa. Die ganze ersehnte Unterweisung der Erkenntnis hielt er jederzeit fest im Herzen. Liebevoll und ausführlich vermittelte er sie dem Muni.

Anmerkung: Die Rollen von Lehrendem und Empfangendem wechseln in den Pronomen und sind nicht durchgehend eindeutig.

3704. Kapila Muni Siddha blieb eine Zeit lang liebevoll bei dem höchsten Guru-Rishi. Er sah mit eigenen Augen Erscheinungen, die er noch nie gesehen hatte. Als der Rishi, dessen verfilztes Haar den kühlen Mond trug, das Ritual vollzog, erklangen Instrumente, und Yakschweifwedel wurden geschwungen. Unzählige solcher Dinge sahen wir in dieser alten Welt.

Anmerkung: Der Wechsel zu »wir« steht im Schluss des Tamiltextes.

3705. Viele Wunder gab es bei jenem mächtigen höchsten Guru. Scharen von Rishis und Munis standen würdig an seiner Seite. Die in der kostbaren Schrift ausgesprochene rechte Lehre habe ich für die Menschen klar dargelegt. In meinem Herzen an Parapari denkend, besang ich diese vortreffliche Ordnung.

3706. Niemand erklärt es so wie dieses Buch. Wir wollen berichten, soweit wir auf dieser weiten Erde selbst gesehen haben. Als der leuchtende Rishi sich in Samadhi begeben wollte und das Opfer vollzogen wurde, blieb der alchemiekundige Kamala Muni Siddha dort und bat um einen Segen. Gemäß dem Wort des ursprünglichen höchsten Gurus verweilte er eine Zeit lang an jenem Ort.

Anmerkung: Ab hier nennt der Text Kamala Muni statt des zuvor genannten Kapila Muni. Der Namenswechsel wird nicht stillschweigend berichtigt.

3707. Kamala Muni Siddha blieb bei dem herrlichen Rishi. Dieser wandte sich ihm liebevoll zu, zeigte ihm einen Ort für Samadhi und vermittelte ihm eingehend alle Unterweisungen, damit er eine Zeit lang auf Erden die Schau erfahren könne. Der höchste Guru, der das Opfer vollzog, gewährte ihm diesen Segen, Tugendhafter.

Warnung vor dem Eintritt in Samadhi

3708. Der Tugendhafte blieb eine Zeit lang dort. Nachdem das große Opfer beendet und der feste Segen zum Eintritt in Samadhi erteilt war, dachte Kapila Muni Siddha daran, erneut in Samadhi einzugehen. Als er dies in seinem Herzen erwog, sprach der herrliche Siddha-Muni.

Anmerkung: Hier kehrt die Vorlage zum Namen Kapila zurück, nachdem sie in 3706–3707 Kamala genannt hat.

3709. Er sagte: »Mächtiger, es bringt keinen Nutzen, in dieser Welt zu bleiben. Menschen üben auf Erden Shiva-Yoga, erlangen große Fähigkeiten und überschreiten die Organe und inneren Werkzeuge. Doch was nützt es, in den großen Samadhi einzugehen? Was ist der Gewinn aus dieser Geburt? Mein Lieber, ich finde keinen.«

3710. »Ich sehe keinen Gewinn. Was nützt der Eintritt in Samadhi? Wahr ist, dass man Kala, dem Tod, unterworfen wird. Wie Bienen Honig trinken, geboren werden und sterben – was nützt es, so in der Welt zu bleiben? Alle Munis der Wildnis sind gestorben. Keiner ist auf Erden geblieben. Nichts besteht so, wie die Gelehrten es gesagt haben. Das irdische Leben ist immer trügerisch.«

3711. »Vertraue diesem trügerischen Leben nicht und gehe deshalb nicht in Samadhi, mein Lieber. Der Atem gewährt nur ein augenblickliches Leben; nichts kommt in dieser alten Welt hinzu. Für die Menschen wird es zur Täuschung. Der schöne Leib hat keinen Bestand. So ist alles Leben. Es ist besser, nicht in Samadhi einzugehen.«

3712. Als der höchste Siddha des Nadanta erklärte, dies sei kein gutes Leben, hörte Kapila Muni es niedergeschlagen und gab eine Antwort. Er bat um Abschied, rief liebevoll seine Schüler und sagte: »Ich werde eine Zeit lang in den Süden gehen und dort für einige Tage Samadhi aufnehmen.«

3713. »Dies ist mein Wunsch. Ihr alle sollt nahe bei mir bleiben und zur Samadhi-Stätte kommen.« Er sprach viele solcher Worte, nahm Abschied und kam in das südliche Gebiet. Dort fand er Höhlen an Berghängen und verweilte eine Zeit lang.

3714. Eine Zeit lang verweilte er dort in Versenkung. Er suchte einen passenden Ort für Samadhi aus und ließ eine große Grube ausheben. Auch einen Kurunta-Baum ließ er dort pflanzen; seine kräftigen Helfer führten es aus. Kapila fasste den Entschluss, sich dort ernsthaft der Askese hinzugeben.

Anmerkung: Der Eingang spricht bereits von einem Verweilen »im Samadhi«, bevor die Grube angelegt wird; die Reihenfolge der Vorlage bleibt erhalten.

Kapilas angekündigte Rückkehr und Vergleich mit Christus

3715. Kapila Muni Siddha wollte lange in Samadhi verweilen. Er rief seine Schüler und sprach zu ihnen; höre seine Worte. Er hatte den festen Entschluss gefasst, dreiunddreißig Jahre darin zu bleiben. Dies verkündete der vortreffliche Kapila Muni ausdrücklich.

3716. Kapila Muni sagte: »Nachdem ich in Samadhi eingegangen bin, werden sich bei meiner Rückkehr in diese alte Welt wunderbare Dinge ereignen. Schreibt es ehrerbietig auf den Felsen: Große Dunkelheit wird auf Erden entstehen, die Sonne wird den Blicken vollständig entzogen sein, und dies wird drei Tage dauern.«

3717. »Sieh, die Finsternis wird groß sein; Klang und Licht werden sich auf Erden steigern. Am Himmel werden Erscheinungen sichtbar, und die wahrhaftigen Devas werden zu sehen sein. Wie an Christi Tag wird das ganze Land dunkel und zeigt ein gewaltiges Zeichen. Die Ortschaft wird nicht mehr sichtbar sein, mein Lieber. Nach der göttlichen Anordnung wird es geschehen.«

Anmerkung: Der Vergleich கிறிஸ்துவிட நாளைப்போல nennt ausdrücklich Christus. Welches Ereignis gemeint ist, erläutert die Strophe nicht; eine Ausdeutung wird nicht in den übersetzten Wortlaut eingesetzt. Der Christusvergleich ist auf PDF-Seite 488 visuell bestätigt.

3718. »Danach werden bei der Samadhi-Stätte vier freundliche Boten erscheinen. Nach dem Wort des königlichen Gurus werden diese Mächtigen vor mir stehen: Es ist die Anordnung des Höchsten und das Wort der Devas. Die liebliche Manonmani wird in Siddha-Gestalt gewiss vor mir erscheinen.«

Anmerkung: பின்னால் kann zeitlich »danach« oder räumlich »hinter« der Samadhi-Stätte meinen; die Übersetzung lässt die genaue räumliche Anordnung offen.

3719. »Nachdem die Samadhi-Stätte aufgebrochen ist, werde ich, der Diener, heraustreten. Viele herrliche Wunder werden geschehen, und ich werde noch eine Zeit lang bleiben. Bei meiner Wiederkehr werden sich die Wunder in der ganzen Welt einstellen. Schließlich wird Yama zu mir kommen, mich rufen und mitnehmen.« So sprach er.

Anmerkung: Die Zeile über die Wunder enthält அடக்கும், das auch »sich legen/aufhören« bedeuten kann; ob ihr Eintreten oder ihr Ende gemeint ist, bleibt unsicher.

3720. So, wie er es gesagt hatte, geschah es nach einiger Zeit. Kapila Muni Siddha wurde schließlich zur Beute der Erde. Im Süden, nahe dem Chaturagiri, hatte er einen Ort für Samadhi gefunden und sich dort tief in Samadhi begeben. So wurde auch er zu Erde.

3721. Auch dieses Leben ist trügerisch. Keiner der Siddhas, die auf Erden lebten, ist geblieben. Alles nimmt den Verlauf, den wir beschrieben haben; überall im Land ist das Leben so unbeständig. Voll übergroßen Verlangens nach einem Leben von unermesslicher Dauer wurden doch alle Großen zu Erde. So ergeht es allem Leben auf Erden.

3722. Alles Leben ist trügerisch, mein Lieber; sieh, darüber hinaus ist nichts zu finden. In dem Augenblick, in dem der Atem entweicht, endet auch das bisherige Glück. Selbst wenn der Körper noch besteht, welcher Gewinn liegt darin? Wenn du ohne Scheu den Körper hinter dir lässt, werden sie dich in der Welt einen wahren Siddha nennen.

Anmerkung: Die Schlusswendung über das »Hinter-sich-Lassen« des Körpers kann Loslösung oder körperliches Verschwinden meinen; eine konkrete Handlung wird nicht beschrieben.

Macca Munis zwölfjähriger Samadhi

3723. Sieh einen weiteren Weg, mein guter Sohn, und höre meine Worte. Es gab den reinen Muni Macca, einen Siddha der vollkommenen Gestalt. Der einsichtsvolle Macca suchte einen Ort für Samadhi und Befreiung. Er wandte sich dem Wald zu und gelangte unter Anstrengung zum Varahagiri.

3724. Als der Siddha ankam, erblickte er den reichen Varahagiri. Um dort in Samadhi einzugehen, versammelte er viele Schüler. Gemeinsam verließen sie die Einsiedelei der Diener, bereiteten eine große Grube und vertieften sich in dieser alten Welt in Yoga.

Anmerkung: Die Wendung am Ende lautet beschädigt நீந்திட்டார், wörtlich »schwamm«; »vertiefte sich in Yoga« gibt den erkennbaren Bildsinn wieder.

3725. Macca Muni Rishi wollte sich zurückziehen und in Samadhi eingehen. Er gab die Anweisung, eine Grube auszuheben, und unterwies seine Schüler genau. Er sehnte sich nach der Schau Manonmanis, die auf dem Lotus thront. Im Shiva-Yoga verweilend, legte er sich unter hörbarem Laut in die Grube.

3726. Macca Muni Rishi legte sich nieder, während alle Schüler auf Erden erschraken und bangten. Er verband sich mit der alles umfassenden Fülle und versank in Verzückung. Er legte sein ockerfarbenes Gewand ab und warf es fort, vor den Augen vieler Menschen. Die Itihasas und Puranas übergab der Mächtige seinen Schülern.

3727. Nachdem der würdige Siddha seine Schriften übergeben hatte, schloss er die Augen. Er gedachte Paraparis in seinem Herzen und erhob beide Hände. Er vergaß die Welt und das Leben in ihr und verweilte herrlich im reinen Bewusstsein. Dann rief er die vorzüglichen Schüler zu sich und sprach eine gewichtige Weisung.

3728. Höre diese gewichtigen, liebevollen Worte, die er an alle Schüler richtete: »Ihr guten, klar erkennenden Schüler! Wie es mein königlicher Guru gesagt hat, sollt ihr die Stelle sorgfältig von oben mit einer Steinplatte verschließen. Durch Ishvaris gnädigen Blick sollt ihr meinen Ruhm auf Erden verbreiten.«

3729. »Mein Körper nimmt Samadhi auf sich; in der weiten Welt empfange ich höchste Seligkeit. Ich steige nun in Samadhi hinab, mein Lieber.« Der Atem seines schönen Leibes kam zur Ruhe, und Macca lag wie im Schlaf. Die Edlen bedeckten die Stelle mit einem Felsen. Die ausdrückliche Weisung lautete, sie nach zwölf Jahren wieder zu öffnen.

3730. Die zwölf Jahre vergingen, mein Lieber. Macca Muni Siddha hatte mit ruhendem Atem verweilt, und nun kam der Tag seiner Rückkehr in die alte Welt. Noch ehe Macca Muni Rishi hervortrat, kamen tausend Schüler ehrerbietig zu seiner Samadhi-Stätte.

3731. Als sie ankamen, brach die Stätte auf, und Macca Muni Siddha erschien in leuchtend gegenwärtiger Gestalt auf Erden. Tausend Schüler eilten freudig herbei. Als sie das Siddha-Licht in seiner vollkommenen Gestalt sahen, sprach Macca Muni Rishi liebevoll zu ihnen über vielerlei Reichtümer und Möglichkeiten in der Welt.

3732. Vieles erklärte der Siddha seinen zahlreichen Schülern. Was dieser Siddha des Nadanta an Wundern auf Erden beschrieb, könnte selbst Adishesha nicht vollständig aussprechen. Sage, ließe sich all das in der Welt erkennen? So ist das Leben der Könige und der anderen Menschen. Sieh, auf Erden verhält es sich bei jedem so.

Tod, unsichere Schriften und Rückkehr nach Cina

3733. Sieh Macca Muni Siddha: Ist er in der Welt geblieben? Er wurde zu Erde. Eine Zeit lang kann das Siddha-Licht auf Erden verweilen; es kann fortgehen und wieder in die Welt zurückkehren. Doch ob der Körper dabei dem Tod entgeht – Kundiger, darin gibt es keine Gewissheit.

Anmerkung: Die Schlussfrage ist mehrdeutig: Wörtlich fragt die Vorlage nach einem Tod des Körpers und verneint anschließend die Gewissheit. Der skeptische Zusammenhang ist erkennbar, die genaue rhetorische Stoßrichtung bleibt unsicher.

3734. Es gibt solche formulierten Aussagen und ausgeschmückten Worte; alle Bücher der Erde können sich als unwahr erweisen. Mein lieber Herr Kalangi Nathar erklärte mir diese rechte Lehre. Ich prüfte die Schriften nach der rechten Ordnung, erkannte die Geburt als trügerisch, nahm auf Erden die Kulikai und begab mich nach Cina.

3735. Ich betrachtete die Wege im Land Cina. Dort wirkten Siddhas an Flüssen und Bergen und zogen bis an Cinas Meeresküste. Viele hatten Samadhi aufgenommen und verweilten herrlich darin. Doch auch Rishis und Devas ließen in dieser alten Welt ihre Körper zurück und wurden zu Leichnamen.

3736. Sie wurden zu Leichnamen und lagen eine Zeit lang in der Erde. Andere ließen die Askese, nahmen Kaya-Karpa und lebten in Gemeinschaft auf Erden. Sie überwanden Bindung, hielten jederzeit an ihrem Entschluss fest und befolgten Regeln wie Siddhas. Einige überwanden die Bindung beständig und ließen den Körper endgültig hinter sich.

Anmerkung: Der Gegensatz zwischen den Verstorbenen und den anschließend beschriebenen Übenden ist grammatisch undeutlich; »andere« dient hier der deutschen Satzverbindung.

3737. Auch ein großes Leben ist trügerisches Leben. Auf Erden ist Trug und nichts Beständiges. Ebenso verhält es sich mit den als richtig geltenden Schriften; in dieser Welt gibt es keine Gewissheiten. Alle werden in die Erde eingehen. Keiner der Mächtigen bleibt, mein Lieber. Die Schriften können sich als unwahr erweisen; niemand wird auf Erden bleiben.

Satta Munis Aufbruch in den Wald westlich von Kashi

3738. Nun will ich einen weiteren Weg erzählen, mein Lieber. Es gab einen Siddha namens Satta Muni, der lange auf Erden lebte. Lange hielt er sich im Wald auf, widmete sich Askese und Opfer und nahm, wie wir gesagt haben, Karpa. So verweilte dieses Siddha-Licht des Nadanta.

3739. Eine Zeit lang lebte dieses Siddha-Licht auf Erden frei vom weltgebundenen Familienleben. Er nahm das begehrte Karpa, um den Körper für immer zu erhalten. Ohne Zögern ging er in den Wald, um Samadhi aufzunehmen. Er wollte nicht unter den Menschen der Welt bleiben und wählte einen Ort für seinen Samadhi.

3740. Wo befand sich dieser Ort? Sehr weit westlich von Kashi, mein Lieber: ein Wald, in den selbst die Sonne nicht blickte, ein Wald, in dem Dakini wohnte. Er ging voran, während tausend Diener und Schüler ihm folgten. Sie trugen frische Tulasi-Girlanden, Gefäße, den geordneten Kamandalu und einen Jaya-Kandi-Klangkörper.

Anmerkung: செயகண்டி bezeichnet ein rituelles Klanggerät; eine genaue Bauform ist nicht angegeben.

3741. Mit Heldenglocke und Heldenmuschel, Kamandalu und Bettelschale zogen sie wohlgeordnet dahin. Er hielt furchtlos die Kulikai in der Hand und ging mit der Gemeinschaft durch das Land. Viele Schüler folgten ihm liebevoll. Sie sahen einen Hügel bei einem Feld und rasteten an einem wasserreichen Quellbecken.

3742. Sie sahen Höhlen, Bäche und einen Fluss und näherten sich würdig dem Hügel. Der Siddha war in sich gekehrt und bekümmert; er wählte einen Ort für Samadhi. »Dies ist ein guter Ort, ein abgelegener Wald«, sagte er, rief seine Schüler und befahl ihnen, eine geeignete Grube auszuheben.

3743. »Grabt die Grube und errichtet die Samadhi-Stätte«, sagte er. »Ich habe das Verlangen nach dieser alten Welt aufgegeben. Ich habe den begehrten Besitz hinter mir gelassen und mich von meiner Frau getrennt. Das drängende Verlangen nach Land ist erloschen; auch meine Brüder als Gefährten habe ich verloren. Ich habe den getragenen Schmuck abgelegt und meine Söhne auf Erden hinter mir gelassen.«

3744. »Alle Begierden der Welt habe ich vergessen und aufgegeben, um mich der Erde zuzuwenden. Mein ockerfarbenes Gewand habe ich vollständig abgestreift und zu Boden geworfen. Frei von Verlangen wie frisch gemolkene Milch, habe ich einen Ort gefunden, von dem aus Kailasa zu schauen ist. Mit dem Gedanken emporzufliegen gehe ich nun liebevoll in Samadhi.«

Anmerkung: Der Vergleich mit frisch gemolkener Milch steht ausdrücklich in der Vorlage; sein genauer Bildsinn wird dort nicht erläutert.

3745. Nachdem Satta Muni Nathar in Samadhi eingetreten war, gedachte er im Herzen seines königlichen Herrn und höchsten Gurus Dakshina Nayan. »Mein verehrter Herr, Swaminatha! Ich habe auch alle Begierden nach der Himmelswelt aufgegeben. Ich bin ins verborgene Innere des Samadhi und in das Land der goldenen Welt gegangen.«

Zweiunddreißig Jahre Samadhi und die körperlose Stimme

3746. So ging Satta Muni Rishi hinein. Während er herrlich in Samadhi verweilte, bewachten tausend Schüler die feste Stätte. Da vernahmen sie freudig eine körperlose Stimme: Von diesem Tag an werde der Muni zweiunddreißig Jahre dort bleiben.

3747. Der Siddha-Muni der vollkommenen Gestalt sprach so zu den Schülern: »Atem und Körper sind zur Ruhe gekommen. Es wird lange dauern, bis ich diese alte Welt wieder sehe. Der Körper hat sich zurückgezogen; der große Leib liegt unter der Erde.« Eine Stimme verkündete klar, der Körper werde nicht vergehen.

3748. Nachdem die tausend Schüler diese Stimme gehört hatten, sagten sie: »Satta Muni, der dahingegangen ist, wird nicht sterben. Es besteht kein Zweifel, dass er zurückkehren wird. Unser Herr Satta Nathar wird kraftvoll wieder auf der Erde erscheinen.« So bewachten die tausend Schüler fest entschlossen die Samadhi-Stätte.

Anmerkung: Die OCR wiederholt hier 3746; die PDF-Zahlmarke bestätigt 3748.

3749. Während sie die Samadhi-Stätte bewachten, verging eine lange Zeit auf Erden. Schließlich kam der Zeitpunkt, an dem der Siddha wiederkehren sollte. Die tausend vortrefflichen Schüler versammelten sich mit den Menschen des Ortes. Gemeinsam gingen sie zur Stätte, stellten sich davor auf und rezitierten die Veden.

3750. Während sie rezitierten, war die Frist des Samadhi erfüllt. Die Edlen vollzogen Veda-Rezitationen, Arcana und Puja an der Stätte. Da brach der Samadhi des Kailasa Satta Nathar, dieses Siddha-Lichtes des Vedanta, auf, und der Siddha trat machtvoll hervor.

Anmerkung: Die nähere Bezeichnung der Rezitierenden in der zweiten Zeile ist beschädigt.

3751. Satta Muni Nathar erschien in der Welt mit einem Körper, der als Licht des Alls erstrahlte. Sein durch Kaya-Karpa erhaltener Leib leuchtete hell. Er kam auf die Erde zurück, segnete liebevoll die Schüler und vermittelte ihnen reichlich Einsicht.

3752. Die Schüler hörten die Lehre der körperlosen Stimme und verneigten sich vor seinen Füßen. Alle Diener senkten ihr Haupt vor dem Siddha, der wie die Sonne aufgegangen war. Sie standen vor Satta Muni Nathar in seiner vollkommenen Gestalt und fragten ehrerbietig nach der Lehre. Da sprach Kailasa Nathar zu den vorzüglichen Schülern.

Rückkehr, Sterblichkeit und Reise zum Potikai

3753. Er rief die Schüler zu sich: »Ich werde von den Wundern der Welt berichten, soweit ich selbst gesehen habe. Auch ein großes Leben ist trügerisches Leben. Liebe Schüler, ich will euch noch sagen: Der Körper bleibt in dieser Welt nicht bestehen. Die Dahingegangenen, die in der Erde starben, werden wieder auf Erden erscheinen.«

Anmerkung: Der Schlusssatz erscheint in der Vorlage als positive Aussage; die anschließende Strophe stellt die Wiederkehr fragend infrage. Diese Spannung bleibt bestehen.

3754. »Werden sie zurückkehren? Kehren selbst die gesegneten Rishis wieder, die Kaya-Karpa genommen haben? Durch den gnädigen Blick meines Herrn und Gurus empfing ich Unterweisung. Weil ich diese gnadenvolle Unterweisung erhielt, kam ich erneut auf die Erde. Durch Manonmanis heiligen Gnadenblick bin ich zurückgekehrt, ihr Schüler«, sagte er.

3755. Satta Muni Nathar sagte seinen Schülern klar: »Ich gehe für eine Zeit lang in den Süden.« Als er Abschied nahm, antworteten die tausend Schüler: »Gut, wir werden mitkommen.« Sie ließen die Täuschung hinter sich und folgten ihm eng nach.

3756. Sie verließen den Wald und machten sich auf den Weg zum Potikai. Tausend folgten ihm, durch dichte Waldflüsse und über Berge, auch voller Ungewissheit. Sie ließen Berghöhlen hinter sich und gelangten an die Flanke des mächtigen Potikai. Dort ließ sich Kailasa Satta Nathar mit der Gemeinschaft des Nadanta nieder.

Der grünende Baum und der Vedanta-Guru

3757. Satta Muni Nathar ging an einer schönen Höhle entlang und sah einen abgestorbenen Baum. Sobald er ihn erblickte, begann der tote Baum auszutreiben. »Dies ist der Berghang in diesem Land, der sich für Samadhi eignet«, dachte er. Als er überwältigt im offenen Raum stand, kam der höchste Guru des Vedanta.

3758. Satta Muni sah den herangekommenen Vedanta-Rishi. Mit bekümmertem Herzen und voller Verwunderung erblickte er deutlich das Siddha-Licht. »Mein Swami, mein Guru!«, sagte Kailasa Satta Nathar und fiel ihm zu Füßen. Sein Denken erlahmte, er vergaß sich selbst, berührte die heiligen Füße und verneigte sich.

3759. Der höchste Guru, der Siddha des Vedanta, sprach beruhigend zu dem sich verneigenden Satta von Kailasa. Er hieß ihn, eine Zeit lang dort zu bleiben. Während die Schüler in Reihen danebenstanden, erteilte er Satta Muni Nathar eingehende Unterweisung und wies ihm einen geeigneten Ort für Samadhi zu.

Anmerkung: Die grammatische Subjektführung ist in der zweiten Hälfte beschädigt; Vers 3760 bestätigt den Vedanta-Rishi als Lehrenden.

3760. Der würdige Vedanta-Rishi unterwies Satta Muni Nathar ausführlich. Nachdem sie eine Zeit lang dort geblieben waren, lehrte er ihn liebevoll, nahe bei ihm Samadhi aufzunehmen. »Es gibt keinen rechten Grund, in dieser Welt zu bleiben«, sagte der Veda-Rishi und verschwand.

3761. Als er verschwand, zogen sich auch die neuen Triebe des Baumes wieder zurück. Der grüne Baum verdorrte; dies wurde in der Welt als Wunder bekannt. Die Samadhi-Stätte schloss sich. Der kraftvolle Satta Muni stand überwältigt da. Von großer Trauer erfüllt, senkte er sein Haupt und verneigte sich vor der Stätte.

3762. Nachdem er sich verneigt hatte und eine Zeit vergangen war, entschloss sich Satta Muni Nathar, erneut in Samadhi einzugehen. Er rief die Schüler seines Weges: »Stellt euch in Reihen vor mich und um mich herum. Mein Lieber, Wunder werden geschehen. An dem erhabenen Sitz der Samadhi-Stätte wird ein Klang wie eine Glocke zu hören sein.«

3763. »An diesem Samadhi-Sitz sollen die tausend sanftmütigen Schüler klar gesammelt vor mir stehen, kostbar wie süße Edelsteine. Ihr werdet auf Erden große und wunderbare Erscheinungen sehen. Parapari wird euren Augen erscheinen; sie wird in die irdische Welt kommen und sich wieder dem Blick entziehen.«

Anmerkung: Der Schluss über Erscheinen und Sich-Verschließen ist mehrdeutig; ob die Göttin oder die Samadhi-Stätte gemeint ist, ist nicht vollständig sicher.

Satta Munis erneuter Samadhi und seine Zeichen

3764. »Am hellen Tag wird die Sonne verborgen sein, und die einundzwanzig Weltenkreise werden dunkel werden. Siddhas und Munis werden zittern; die Gestalt des Siddha-Lichtes des Nadanta werden sie nicht sehen. Sie werden zusammenkommen und miteinander sprechen: Gibt es in der Welt einen Siddha wie ihn? Bekümmert, verwirrt und mit aufgewühltem Herzen werden sie überwältigt dastehen.«

3765. Er stand in der Mitte der Samadhi-Stätte und festigte seinen Körper. Der steingleiche Leib ließ den Atem ruhen, während alle Menschen staunten und bangten. Er zog die höchste Gestalt ins Innere zurück und stieg auf Erden in Samadhi hinab. Im Herzen meditierte er auf den höchsten Bewusstseinsgrund, verweilte im reinen Bewusstsein und übte Japa.

3766. Drei Tage verweilte er mit ruhendem Atem und nahm den schönen Nektar der Shiva-Seligkeit in sich auf. Er legte seinen Körper auf die Erde und strebte nach der höheren Stätte. Dann rief er die Schüler und erteilte ihnen unzählige Unterweisungen. Er erklärte ihnen alles genau und gab den Rat, die Stelle mit dem Felsen zu verschließen.

3767. Die tausend Schüler hörten zu: Oho, der Siddha des Nadanta nahm wieder Samadhi auf sich, um seinen Körper auf dieser weiten Erde in der Erde ruhen zu lassen. Er verbrannte und zerschnitt die Bindung an die alte Welt. Gemäß dem Vedanta-Wort des Veda-Muni verschwand der Siddha kraftvoll.

3768. Als Satta Muni Nathar herrlich in der Erde verschwunden war, bedeckten sie die Stätte mit frischer Erde, und sie wurde zu einem aufwachsenden Hügel. Dort wurde reichlich Puja vollzogen. In der alten Welt war sie als Satta Munis Samadhi bekannt; täglich fanden Verehrungen statt, und wunderbare Erscheinungen waren zu sehen.

3769. Eine körperlose Stimme war hörbar: »Sechzehn Jahre werde ich auf Erden in diesem vollständigen Samadhi verweilen.« Die Schüler vollzogen dreimal täglich die Puja. Unzählige Menschen brachten freudig Gesang und Instrumentalmusik dar.

3770. Einmal im Jahr, an einem Neumondtag, war zur Mitternacht ein mächtiger Klang von Fußglöckchen zu hören, mein Lieber. Eine gewaltige Versammlung rezitierte auf vedische Weise; die ganze Erde erbebte und erzitterte. Die Samadhi-Stätte geriet in eine kreisende Bewegung, und ein mächtiger gemeinsamer Klang erhob sich.

3771. All diese Größe zeigte sich an Satta Munis Samadhi-Stätte, Edler. Lassen sich die gewaltigen Wunder beschreiben, die in ihrem Inneren geschahen? Viele wunderbare Dinge ereigneten sich: die Größe des Siddha-Lichtes des Nadanta. Schließlich kam der Tag, an dem der geliebte Siddha-Muni Satta Nathar auf die Erde zurückkehren sollte.

Rückkehr nach sechzehn Jahren

3772. Die Zeit für Satta Munis Rückkehr war gekommen, mein Lieber: Sechzehn Jahre waren vergangen. Man sah die Zeichen in der weiten Welt eintreten, wie er sie angekündigt hatte. Der Körper, dessen Atem zur Ruhe gekommen war, sollte wieder wie zuvor erscheinen. Der Felsenhügel über Satta Muni Nathar brach auf.

3773. Nachdem die Stätte aufgebrochen war, trat Kailasa Satta Nathar herrlich auf die Erde hinaus. Die Gemeinschaft des Nadanta bewegte sich freudig, trat nahe heran und verneigte sich. Voll Erregung verehrten sie Satta von Kailasa, warfen sich nieder und begrüßten ihn. Mit Murasu-Trommeln und weiteren Instrumenten erwiesen sie ihm ihre Verehrung.

Anmerkung: Die nähere Bezeichnung eines Instruments oder Spielers in der letzten Zeile ist beschädigt.

3774. Die tausend Schüler verehrten ihn und standen gesammelt vor ihm. Sie sahen seinen unversehrten heiligen Leib und sprachen liebevoll miteinander. Über den Körper, an dem kein Verfall eingetreten war, staunten sie sehr. Mit Punuku und Duftstoffen in den Händen vollzogen sie Arcana zu seinen goldenen Füßen.

Anmerkung: Eine Bezeichnung seines Standortes beziehungsweise Sitzes in der ersten Zeile ist unsicher; Punuku bleibt als traditioneller Duftstoffname erhalten.

Loslösung, Moksha und widersprüchliche Wiederkehrversprechen

3775. Die tausend Schüler verneigten sich und fragten ehrerbietig: »Was ist für uns das höchste Ziel?« Da sprach der liebevolle Herr von Kailasa: »Vertraut dem vermeintlich wirklichen Körper nicht. Welcher Gewinn liegt darin, auf Erden zu bleiben? Selbst wenn man unzählige Mengen reinen roten Goldes anhäuft, sehe ich nichts davon mitkommen.«

3776. »Sieh, mein Lieber: Was nützt es, in der Welt zu bleiben oder prächtige Paläste zu bauen? Was nützt es, die Welt zu beherrschen oder gewissenhaft Shiva-Yoga zu üben? Was nützt es, viele Bücher zu erlernen, ein Mächtiger oder ein scharfsinniger Denker zu sein? Welcher Gewinn liegt darin, Kaya-Karpa zu nehmen und nach Wunsch weiterzuleben?«

3777. »Ich sehe keinen Gewinn; ich habe keinen gefunden. Dem Verlangen auf Erden sind keine Grenzen gesetzt. Was nützen Halsketten und Schmuck für den Körper? Der berühmte Leib bleibt nicht bestehen. Unzählige gingen zugrunde, weil sie an dieser eitlen Welt begehrlich hingen. Unzählige brachten zuvor unsichtbare Möglichkeiten zur Erscheinung und starben doch in dieser alten Welt.«

3778. »Mächtiger, selbst wenn du unermesslich lange bis zum Ende eines Yuga bleibst, liegt darin nichts. Angemessen ist es, das Höchste zu suchen und ihm nahezukommen. Lebe gut auf Erden, überwinde das Meer des Werdens und warte auf den Tag, der kommen wird. Welche Wege du auch gehst, Edler, bleibe rein.«

3779. »Verweile in einem guten Zustand, beseitige die harte Bindung in dieser Welt und löse den Knoten des Anhaftens. Erkenne das Wirken der feinen Lehre des Vedanta. Verweile ruhig in Kumbhaka, tritt in den höheren Shiva-Yoga ein und lebe noch eine Zeit lang auf Erden in der Wahrheit des Atman.«

Anmerkung: Die OCR liest 3719; die PDF-Zahlmarke bestätigt 3779. Die Wendung யாத்தும் கந்தனாகி am Schluss ist beschädigt; ihr Atman-Bezug ist wahrscheinlich, aber nicht vollständig gesichert.

3780. »Doch selbst wenn du bleibst, hat der Körper keinen Bestand; der schöne Leib wird zu Erde. Auch wenn du Kaya-Karpa nimmst, wird er schließlich Erde in der Erde. Ich habe unermesslich lange gelebt und viele Erscheinungen gesehen. Das Höchste im Herzen zu bedenken und wahrhaft zu schauen – dies ist Moksha.«

3781. »Den Ort auf dem Weg zur Befreiung zu suchen und beständig darin zu verweilen, das ist Sayujya. Nach den Worten meines verehrten Herrn habe ich zweimal Samadhi erfahren. Liebe Schüler, erkennt es und tretet nicht wieder in das Meer des Werdens ein. Verweilt wenige Tage in dieser Welt und gelangt auf den Weg der Befreiung.«

3782. Nachdem Satta Nathar gesagt hatte: »Dorthin sollt ihr gelangen«, gab er das Verlangen nach der Erdenwelt auf. Er erklärte den Schülern liebevoll, dass er erneut in Samadhi eingehen werde. Er trat in die Stätte ein und befahl, sie sorgfältig zu verschließen: »Öffnet die Samadhi-Stätte nicht wieder. Der Körper wird vollständig zu Erde werden.«

3783. »Der Leib wird zu Erde werden. Öffnet die Stätte nicht«, sagte er nachdrücklich. »Übergeht Sattas Wort nicht und öffnet diesen Samadhi nicht. Der Körper wird zerfallen. Mein Lieber, ich werde nicht zurückkommen. Der Leib stirbt; selbst in einem immerwährenden Verbleiben sehe ich keinen Nutzen.«

3784. »Doch weil ich das grundlegende Kaya-Karpa genommen habe, wird der Körper nicht vergeblich zugrunde gehen, mein Lieber. Er kann sehr lange auf Erden bestehen. Die Samadhi-Stätte soll verschlossen bleiben, beständig und ungestört. Am Ende der Welt werde ich sichtbar wiederkehren; das ist wahr.«

Anmerkung: Diese Strophe widerspricht der unmittelbar vorhergehenden Ankündigung, nicht zurückzukehren und den Körper zu Erde werden zu lassen. Die gegensätzlichen Aussagen bleiben nebeneinander erhalten.

Kamala Muni an Cinas Küste und die hundert Schüler

3785. Ich will einen weiteren wahren Bericht geben, damit die edlen Schüler verstehen. Es gab den mächtigen Muni Kamala, einen Siddha, der unermesslich lange lebte. Er durchwanderte die sieben wogenden Meere, sah und erforschte den Reichtum der Länder. Schließlich kam er nach Cina, suchte eine geeignete Wohnstatt und ließ sich dort nieder.

3786. Er ließ sich am Rand des wogenden Meeres auf einem Felsen nieder. Dort ragte ein Berg empor. In ihm gab es eine Höhle, einen Teich und einen Waldfluss. Kamala Muni Siddha nahm seinen Platz bei dem Quellbecken ein.

Anmerkung: Die zweite Zeile mit பிரதமை und dem Tragen des Berges ist stark beschädigt; eine konkrete Trägergestalt oder Bauform lässt sich nicht sicher übersetzen.

3787. Kamala Muni Siddha verweilte dort im herrlichen Shiva-Yoga. Hundert Schüler kamen gemeinsam zum Berg. Sie näherten sich Kamala Muni und warfen sich zur achtgliedrigen Verneigung nieder. Der Siddha fragte sie freundlich: »Wer seid ihr?«

3788. Auf seine Frage antworteten die hundert Schüler dem Guru aufrichtig: »Wir hörten, dass ein Siddha zum Berg gekommen ist, ein auf Erden seltener, wunderbarer Siddha. Wir alle sind mit dem Wunsch gekommen, dich zu sehen und dadurch Wohlergehen zu erlangen.«

3789. »Wir sind gekommen, um die Lotusfüße des Siddha-Lichtes zu sehen und ihre Schau zu empfangen. Nimm uns an, die wir so zu dir gekommen sind«, baten sie und verneigten sich. »Auf welche Weise wirst du uns die herrliche Unterweisung erteilen? Herr, deshalb haben wir diese Höhle aufgesucht. Stehe uns voran und beschütze uns!«

Kamala Munis zwanzigjähriger Samadhi

3790. Kamala erteilte den so versammelten Schülern reichlich Jnana-Unterweisung. Er blieb auf dem Berg und zeigte einen Ort für Samadhi. Geordnet nahm er Samadhi auf sich und sprach liebevoll zu den Schülern. Sieh, Kamala stand klar entschlossen an der großen Samadhi-Stätte.

3791. Er rief die Schüler zu sich und sagte: »Ich habe den Körper hinter mir gelassen, mein Lieber, und bin frei von den Fesseln der Bindung. Den Gefährten meines Lebens habe ich verloren; auch die vorzügliche Schülergemeinschaft habe ich hinter mir gelassen. Ich habe die Erdenwelt vergessen und bin entschlossen frei von den drei Begierden.«

3792. »Ich stehe im Zustand höchster Seligkeit und habe die davon abhängige kleine Lust vergessen. Mein lieber Herr ist Bhushunda; vom Wort meines Gurus werde ich nicht abweichen.« In seinem Herzen gedachte er Manonmanis und sprach auf Erden weiter: »Mein lieber Guru Bhushunda Nathar hat mir klar gesagt: Gehe in Samadhi!«

3793. »Ich gehe, lasse das Weltliche hinter mir und steige in den großen Samadhi hinab. Ich, dein Diener, will eine Zeit lang in diesem dem Sterben gleichen Samadhi bleiben. Mein Herr Bhushunda Nathar, ich sehne mich danach. Wenn ich den Entschluss fasse, in Samadhi einzugehen, nimm mich liebevoll an und stehe mir bei!«

Anmerkung: Der Ausdruck சாகின்ற சமாதி verbindet Samadhi hier ausdrücklich mit dem Sterben; er wird nicht als bloße Tiefenmeditation umgedeutet.

3794. So bat Kamala Muni Siddha und gedachte Bhushundas, des Vedanta-Kundigen. Als er in Samadhi hinabstieg, ohne dass seine körperliche Hülle verging, rief er die Schüler und sprach ganz deutlich: »Hier in Cina bin ich, dem Tod hingegeben, in den großen Samadhi eingetreten.«

3795. »Zwanzig lange Jahre werde ich in diesem schönen Samadhi bleiben.« Diese klare körperlose Stimme vernahmen alle freudvollen Schüler mit ihren Ohren. »Nach zwanzig Jahren werde ich bestimmt und kraftvoll auf die Erde zurückkehren.« Als diese feste Zusage erklang, fürchteten sich alle engen Schüler.

3796. Während sie erschrocken und zitternd dastanden, ertönte nochmals eine Stimme: »Verschließt die Grube sorgfältig mit dem Felsen.« Die Schüler wurden still. Sie konnten nicht länger untätig bleiben. Voll Staunen nahmen sie die Steinplatte und verschlossen bereitwillig die Samadhi-Stätte.

Sprechende Tiere und die Schüler Jesu

3797. Als sie verschlossen dastand, sprach Kamala Muni Siddha unablässig mit körperloser Stimme, sodass alle Schüler es hörten: »Wenn ich nach zwanzig Jahren in Samadhi zurückkehre, werden alle verwelkten Pflanzen üppig gedeihen. Selbst die Vögel werden sprechen.«

3798. »Alle Tiere werden sprechen und Erkenntnis verkünden; auf dem großen Berg wird Licht zu sehen sein. Jesu Schüler werden vor mir stehen, und alle Blinden werden ihre Augen öffnen. Das reine Mondlicht wird wie die Sonne sein. Der Stumme wird auf Erden sprechen, und der Lahme wird gehen, sodass das Land jubelt. Viele Wunder werden dort geschehen.«

Anmerkung: ஏசுவின்றன் சீஷரெல்லாம் nennt ausdrücklich die Schüler Jesu; die religionsübergreifende Formulierung wird unverändert bewahrt. Die Nennung der Schüler Jesu ist auf PDF-Seite 498 visuell bestätigt.

3799. »Höre noch von den Wundern, Edler: Unzählige große Dinge werden geschehen. Die Welt wird dunkel, und die Sonne wird dem Blick verborgen sein. Die Sterne des Alls werden erzittern, die ganze Erde wird beben, und Donner wird ertönen. Dunkle Wolken werden brüllen; Devas und Munis werden in der Welt sichtbar sein.«

3800. »Selbst der Gott der Götter wird den Augen auf Erden sichtbar werden. Rakshasas und Bhutas werden nach Belieben wunderbare Lieder singen. Viele verschiedene Gottheiten werden den Augen dieser alten Welt erscheinen. Viele Wunder werden zu sehen sein; die Himmelswelt und Shesha werden erbeben.«

3801. Adishesha erschrak, verlor sich selbst und wurde im Herzen schwach. Der Tag war gekommen, an dem Kamala Muni in der Welt erscheinen sollte. Alle Schüler und Schülerschüler suchten, erschraken und standen außer sich bei der Samadhi-Stätte. Als sie vor ihr standen, brach die feste Steinplatte auf.

3802. Nachdem der Felsen aufgebrochen war, gedachte Kamala Muni Siddha liebevoll Bhushundas. Aus der Tiefe trat das Siddha-Licht des Nadanta hervor, strahlend wie ein Blitz, ein Licht des Alls. Er sah die erregte Schülergemeinschaft an und sprach nachdrücklich und erhaben zu ihr.

3803. Kamala Muni Siddha wandte sich liebevoll an die Schüler: »Sind all die angekündigten Wunder auf Erden geschehen, ihr Schüler?« Sie antworteten voller Kraft: »Es ist wahr geworden, unser Herr! Wir haben alles in der Welt gesehen. Genau nach dem Wort des Gurus ist es auf Erden eingetreten.«

3804. Als sie dies berichteten, gedachte er des berühmten Bhushunda. Eine Zeit lang nahm er großes Karpa, übte Vasi und lebte herrlich auf Erden. So blieb der Siddha dort. Um erneut in Samadhi einzutreten, richtete er seine Gedanken wiederum auf Bhushunda.

Bhushundas Antwort und Kalangis Samadhi

3805. Als Kamala Muni an ihn dachte, hörte Bhushunda Rishi seinen Ruf und gab Kamala Muni Nathar eine körperlose Antwort: »Mein königlicher Herr Kalangi Nathar gewährte im Dvapara-Yuga in seiner Samadhi-Stätte in Cina die Schau und zog sich dann darin zurück, Mächtiger.«

Anmerkung: Der Sprecherwechsel ist nicht ausdrücklich markiert. Die folgende erste Person wird hier der Antwort Bhushundas zugeordnet; die Guru-Verwandtschaft bleibt die Aussage des Textes.

3806. »Er zog sich in Samadhi zusammen, gab das Verlangen nach der Erdenwelt auf und nahm an jenem Ort in Cina Samadhi. Während er dort verweilte, forderte mich der Edle auf, ebenfalls in Samadhi einzugehen. Ich begab mich an seine Seite und vergaß alle Begierden auf Erden.«

3807. »Ich verwarf das Verlangen nach der Welt und nahm geordnet neben ihm Samadhi auf mich. Er eröffnete mir die ganze Jnana-Unterweisung; ich hörte aufmerksam zu und trat in Samadhi ein. Der begrenzte Körper bleibt nicht bestehen. Auch du, mein Schüler, lass diese Erde hinter dir und gelange würdig zur Samadhi-Stätte.«

3808. Als Bhushunda ihn zum Eintritt aufforderte, antwortete Kamala Muni: »Ich werde noch sechzehn Jahre kraftvoll in der Welt bleiben und dann kommen.« Nachdem Kamala Muni Siddha dies ausgesprochen hatte, standen alle Schüler dicht bei dem Siddha-Licht und dienten ihm lange und gewissenhaft.

3809. Sie leisteten Kamala Muni Rishi reichlich ehrerbietigen Dienst. Die aufrichtigen Schüler hielten zusammen und dienten dem Siddha-Licht auf Erden. Sechzehn Jahre blieben sie bei ihm. Unter wirklicher körperlicher Anstrengung hüteten sie ihn lange in dieser Welt.

Kamala Munis erneuter Eintritt und angekündigte Zeichen

3810. Unzählige Schüler wachten bei dem Herrn des Siddha-Lichtes. Als die sechzehn Jahre vollständig vergangen waren, rief er die Schüler: »Die Zeit, in rechter Weise in Samadhi einzugehen, ist nahe. Entsprechend der Schrift werde ich nun würdig und ohne Abweichung gehen. Seht meine Entschlossenheit!«

3811. Er ging zur Samadhi-Stätte, mein Lieber, und stieg geordnet in die Grube. Er verweilte in Kumbhaka und schloss beide Augen. Mit gefalteten Händen und aufgerichtetem Haupt saß dieser erhabene Siddha des Nadanta. Sie nahmen die Steinplatte und verschlossen die Stätte sorgfältig.

3812. Aus der verschlossenen Samadhi-Stätte sprach er von den Wundern, damit die alte Welt davon höre: »An dem Tag meiner Rückkehr werden viele gute Wunder geschehen. Die Welt wird dunkel; Tag und Nacht werden zugleich wie heller Tag erscheinen. Alle Tiere werden Erkenntnis verkünden, und die besonderen Vögel werden sprechen.«

Anmerkung: Finsternis und taghelle Erscheinung von Tag und Nacht werden in derselben Strophe angekündigt. Der Widerspruch wird nicht durch eine hinzugefügte zeitliche Abfolge geglättet.

3813. »Die großen Vögel werden laut verkünden: Kamala Muni wird kommen! Es wird aussehen, als ließen die ruhmreichen Devas einen Blütenregen auf die Erde fallen. Erkenntnis wird Licht ausstrahlen, und die großen Sterne werden erzittern. Die Schüler werden vor der schönen Samadhi-Stätte stehen.«

Anmerkung: Die Attribute bei »Erkenntnis« und »Schüler« sind unsicher. ஏசுடைய kann erneut auf Jesus bezogen sein, ist hier aber weniger eindeutig als in Vers 3798; eine sichere Zuordnung wird nicht behauptet.

3814. »Während die Schüler dort stehen, wird der Blinde seine Augen öffnen. Auch sein inneres Auge wird sich auftun, und er wird voraussagen, was auf der weiten Erde geschieht. Der Lahme und der Stumme werden ihre Gestalt verändern: Der Lahme wird stumm, und der Stumme wird lahm.«

Anmerkung: Der abschließende Tausch der Beeinträchtigungen steht ausdrücklich in der Vorlage und wird nicht stillschweigend in eine Heilung beider umgeschrieben. Die auffällige Schlusszeile ist auf PDF-Seite 500 visuell bestätigt.

Weltauflösung, Zeichen und Kamalas erneute Rückkehr

3815. »Noch viele Wunder werden geschehen; erkenne und sieh. Wie ich sagte, wird eine Weltauflösung eintreten. Alle mächtigen Könige der Könige werden in dieser Auflösung sterben, und selbst das aufgewühlte Meer wird austrocknen. Auch die Scharen der Asuras werden auf Erden die Samadhi-Stätte sehen.«

3816. Alle Wunder der Welt würden sichtbar, unzählige Siddha-Künste auf Erden. Es sei wie das vergebliche Erlernen einer Kunst oder Dichtung durch einen Schüler ohne Guru. Herrliche Wunder würden erscheinen und eine körperlose Stimme in der Welt ertönen. Die standhaften Schüler hörten es mit eigenen Ohren, erbebten und waren überwältigt.

Anmerkung: Das Gleichnis vom Schüler ohne Guru steht unvermittelt in der Wunderankündigung; sein genauer Bezug ist nicht erklärt.

3817. Während sie überwältigt dastanden, war die körperlose Stimme auf Erden besonders deutlich zu hören. Dann verstummte der Klang. Die feste Schülergemeinschaft blieb eine Zeit lang dort. Sie warteten bangend an der Samadhi-Stätte, bis das berühmte Siddha-Licht zurückkehren würde. Schließlich kam dieser Tag.

3818. Die Zeit der Rückkehr war gekommen. Alle Schüler standen vor der Samadhi-Stätte. Der Siddha, dessen Atem zur Ruhe gekommen war, sollte in diese alte Welt zurückkehren. Als sie daran dachten, barst der Felsen plötzlich auf. Laut erklang eine Versammlung von Gottheiten, und die Schüler hörten sie deutlich.

3819. Sie hörten den Klang und erblickten das Siddha-Licht draußen. Aufmerksam, erschrocken und sehnsüchtig sahen sie zu. Als er auf die Erde trat, verneigten sich die Schüler vor seinen Füßen und umringten das Licht. Er segnete sie reichlich. Kamala Muni Siddha begann, klar und eindringlich Jnana-Yoga zu lehren.

Anmerkung: Das Lehrwort am Schluss lautet beschädigt ஞானோய; Jnana-Yoga ist eine kontextbezogene, nicht vollständig gesicherte Lesung.

3820. Er fragte die Schüler: »Edle, welche Wunder sind geschehen? Ist alles genau nach der körperlosen Stimme eingetreten, ohne Abweichung? Ich sprach, ohne vom Veda-Wort abzugehen. Alle Wunder auf Erden habe ich entsprechend der Prüfung ihrer feinen Grundlage selbst erkannt und euch gesagt.«

3821. Sieh die Worte Kamala Munis: Auf Erden ist Trug und nichts Wahres. Doch es geschah genau, wie er gesagt hatte; die ausgezeichnete Unterweisung erwies sich als wahr. »Nun ist der Tag gekommen, Jnana-Unterweisung zu empfangen, ohne von der vedischen Ordnung abzuweichen«, sagte Kamala Muni klar.

Anmerkung: Die erste Zeile verneint Wahrheit, die folgenden bestätigen die erfüllte Unterweisung. Dieser unmittelbare Widerspruch steht in der Vorlage.

3822. Als er die Schüler ansah und würdig Jnana-Unterweisung erteilte, betrachteten sie alles und prüften die Wunder auf Erden. »Die Worte Kapila Munis sind genau eingetroffen«, sagten sie gemeinsam zustimmend, verneigten sich vor den Füßen, senkten die Häupter und verehrten ihn.

Anmerkung: Hier nennt die Vorlage ausdrücklich Kapila, obwohl die Erzählung Kamala Muni betrifft. Der Namenswechsel wird bewahrt.

Kamala Munis letzter Samadhi an Cinas Küste

3823. Kamala Muni sprach: »Ich werde erneut in Samadhi eingehen und nicht länger auf Erden bleiben. Entschlossen gehe ich hinein und werde unermesslich lange dort verweilen. Weil ich Kaya-Karpa genommen habe, wird der wohlgefügte Körper nicht zerfallen.«

3824. »Durch jenes Kaya-Karpa wird mein Körper nicht vergehen. Ich werde wie ein mächtiger Berg bestehen. Noch viele Wunder gibt es in der Welt; ich werde kraftvoll in Samadhi bleiben«, erklärte er den Schülern. »Wenn ich gegangen bin, werde ich nicht wiederkehren. Das Zusammentreffen wird erst am Ende der Weltzeit sein.«

3825. »Am Ende der Welt werden alle auf Erden zu sehen sein. Doch die Toten kehren nicht zurück; diese Behauptung in der großen Welt ist unwahr. Kommt ein Körper, dessen Atem erloschen ist, je wieder in die alte Welt? Wenn der Körper sein Ende erreicht, werden alle auf Erden zu sehen sein.«

Anmerkung: Die Aussagen über allgemeine Sichtbarkeit am Ende und die Verneinung der Totenrückkehr stehen unaufgelöst nebeneinander. Der letzte Zeilenbezug ist zusätzlich unsicher.

3826. Nachdem Kamala dies gesagt hatte, nahm er auf Erden Samadhi. Er ließ die alte Welt hinter sich und ging nach der rechten Ordnung und dem vorgeschriebenen Verfahren hinein. Der Siddha kannte die Itihasas, Puranas und Karpa-Lehren gründlich. Aus seinem reichen Wissen gab er den Schülern guten Rat und verschwand.

3827. Der große Kamala Muni Nathar verschwand an Cinas Meeresküste. Er war nahe bei Bhushundas Samadhi-Stätte an jenem schönen Küstenort geblieben, mein Lieber. Er entsagte, trennte sich von seinen Schülern und war frei vom weltgebundenen Leben. Kraftvoll stieg er in Samadhi hinab und wurde eins mit der Erde.

Kalangis Entschluss zum Samadhi

3828. Nun will ich von Kalangi Nathars Samadhi erzählen, mein Lieber. Er hatte süßen Nektar genommen und eine Zeit lang klar auf Erden gelebt. Mein königlicher Herr und Swami hatte viele Wunder in der Welt gesehen. Nach der Ordnung der Lehrschrift näherte er sich sorgfältig seinem Samadhi.

Anmerkung: Die OCR wiederholt 3826; die PDF-Zahlmarke bestätigt 3828.

3829. Er war durch die ganze Welt gezogen, hatte gute Waldflüsse und Berge überquert, viele Siddhas aufmerksam kennengelernt und sie hoch geehrt. Mit dem Entschluss, an Cinas Meeresküste den großen Samadhi aufzunehmen, kam der herrliche Siddha des Nadanta an die vorgesehene Stätte.

3830. Kalangi Nathar erklärte bei seiner Ankunft kraftvoll: »Ich gehe in Samadhi.« Sein bekümmertes Herz war fest entschlossen: »In einem Augenblick werde ich hineingehen.« Das durchglühte Herz hatte sich gewandelt. Er dachte an den Satguru des Vedanta: »Ich bin frei von allen Begierden auf Erden.« Auch den geliebten Gefährten ließ er hinter sich.

3831. Kalangi rief Bogar zu sich und sagte: »Mein Lieber, ich gehe in den erhabenen Samadhi. Was nützt es, vortreffliches Kaya-Karpa zu nehmen und kraftvoll in der Welt zu bleiben? Der Körper bleibt wahrhaftig nicht bestehen. Sei immer rein, damit Dharma gedeihe.« So sprach Kalangi auf Erden.

3832. Kalangi Nathar war ein Siddha, der unermesslich lange auf Erden gelebt und süßes Karpa genommen hatte. Er war ein Siddha, der den fleischlichen Leib zurückwies und die Täuschung der Welt nicht berührte. Mein königlicher Herr war Kalangi Siddha. Seine mächtige Geschichte werde ich in rechter Weise erzählen.

3833. Der vortreffliche Kalangi Nathar war frei von den drei Begierden. Er war sanftmütig und ohne Zorn, ein Siddha, der auf Erden selbst den Veda hinter sich gelassen hatte. Die Menschen der weiten Welt priesen ihn. Er wohnte würdig in Cina und hatte alle guten Lehrschriften geprüft. Kalangi Siddha hatte ihr jenseitiges Ufer erreicht.

3834. Kalangi Siddha hatte wirksames Kaya-Karpa genommen. Er verließ eine körperliche Hülle und sprang in eine andere; er kannte die guten Veden bis in ihre Tiefe. Er hatte das andere Ufer des wesentlichen Ozeans erreicht und ging geordnet in Samadhi. Er war ein Siddha, der den Herrn des Kailasa-Berges in unmittelbarer Schau gesehen hatte.

Anmerkung: Die Wendung über Veda beziehungsweise verborgenes Wissen in der zweiten Zeile ist beschädigt.

3835. Er war ein königlicher Siddha, mein Lieber, vor dem sich jeder auf Erden verneigte. Lange hatte er beständig in der Welt gelebt. Könige feierten ihn, und Rishis und andere priesen ihn. Wir wollen berichten, soweit wir selbst gesehen haben, damit die Nathas bestehen können.

Kalangis Abschiedslehre: Wahrheit und Freundlichkeit

3836. Er rief mich, der Bogar heißt, zu sich, dieses Siddha-Licht des Nadanta. Die rechte Lehre, die er mir erhaben und klar erteilte, will ich wiedergeben: »Mein Lieber, ich gebe das Verlangen nach der Erde auf und gehe, die Wohnstatt des Herrn zu suchen. Sei stets verständig und trage meinen Namen in der Welt weiter.«

3837. »Du brauchst den Verstand des rechten Weges, um ein geachteter Schüler in der Welt zu sein. Handle ohne die geringste Abweichung und werde ein Vorbild für gute Schüler. Sei ein Mensch ohne Falschheit, Lüge, Betrug, Täuschung und Hinterlist. Allen Menschen auf Erden in Freundschaft zu begegnen – darin liegt Einsicht.«

Anmerkung: Die Wendung über das Verhältnis zu anderen Schülern ist beschädigt; »Vorbild« gibt ihren erkennbar fördernden Sinn wieder.

3838. »Lebe mit solcher Einsicht bis zur Zeit des Sayujya und erlange guten Ruf auf Erden. Weiche keinen einzigen Tag von der Wahrheit ab. Preise immer und beständig den Guru und verweile in rechter Nishtha. Du sollst Befreiung und die vier hohen Stätten erlangen. So lebe in dieser alten Welt.«

Anmerkung: Die OCR wiederholt 3836; die PDF-Zahlmarke bestätigt 3838. Die vier Stätten werden hier nicht einzeln genannt.

3839. Auf diese liebevollen Worte Kalangis antwortete ich, sein Diener: »Ich werde so handeln, dass kein Mangel entsteht, und mich ohne Fehl verhalten.« Ich pries und verehrte seine Füße, verneigte mich selbstvergessen und vollzog geordnet die sechzehn ehrerbietigen Dienste. Mit gesenktem Haupt betete ich Kalangi an.

3840. Kalangi begegnete mir liebevoll und gab mir viele Ratschläge für ein achtsames Leben: »Binde dich nicht an allzu viele Freunde. Auf Erden gibt es Menschen, die in Taten verstrickt sind und Unrecht tun. Sie sehen aus wie gute Menschen, mein Lieber; vertraue ihnen nicht vorschnell. Lebe zugleich allen gegenüber als tugendhafter Freund.« Diesen Segen gab er mir.

3841. Nachdem Kalangi Nathar den Segen gegeben hatte, wollte er entschlossen in Samadhi gehen. Er hob die Hände und führte sie an seine Augen. Mit geneigtem Haupt und unter Tränen gab er mir guten Rat. Dann verharrte Kalangi Nathar wie ein Baum und nahm bewegt von mir Abschied.

Anmerkung: Die Tränenlesung folgt dem Zusammenhang; die Vorlage hat an dieser Stelle die beschädigte Wendung தண்ணீருந்தான் கலக்கி.

3842. Ich, sein Diener, wurde im Herzen mutlos. Da sprach er nochmals in würdiger Weise: »Mein lieber Schüler Boganatha, ich will dir noch etwas klar sagen. In dieser weiten Welt gibt es unzählige Siddhas und große Nathas. Es gibt liebevolle Siddhas, die Manonmanis Füße erreicht haben.«

Demut gegenüber Siddhas und Schutz durch Guru-Erinnerung

3843. »Unzählige Siddhas leben in der Welt. Mein Schüler, widersprich ihnen nicht heftig. Stehe ihnen gegenüber mit Achtung und Demut. Dann werden auch sie dich grüßen und dir aus Zuneigung Unterweisung erteilen. Sollten sie dich jedoch zu verfluchen suchen, dann denke fest an mich.«

3844. »Wenn du an mich denkst, wird der Fluch verschwinden. Sie werden dich auf dieser weiten Erde achten, dich liebevoll als Kalangis Schüler anerkennen und dir weitere Jnana-Unterweisung geben. Nicht einmal ein Körnchen Zorn wird aufkommen, mein Lieber. Auch du wirst ein fähiger Siddha werden. Lebe auf Erden frei vom weltgebundenen Familienleben.«

3845. Nachdem ich diese Worte gehört hatte, vollführte ich unzählige Siddha-Künste in der Welt. Um zehn Yugas auf Erden zu bleiben, empfing ich von Kalangi eine echte Kulikai. Ich hörte aufmerksam seine ausführliche Unterweisung und wurde darin unterrichtet, in alle acht Richtungen zu gehen.

3845, zweite Zählung. Sieh, Pulippani, mein Sohn, höre: Als Kalangi Nathar in Samadhi ging, erteilte er mir noch weitere rechte Unterweisung. Er begegnete mir liebevoll und sprach die Zusage, mich während meiner ganzen Lebenszeit als Siddha gütig zu behüten.

Anmerkung: Die Nummer 3845 steht in der Textvorlage bei zwei verschiedenen Strophen; beide bleiben innerhalb dieses Blocks gesondert erhalten. Die doppelte Nummer ist auf PDF-Seite 504 visuell bestätigt.

3846. Er sagte: »Mein Boganatha, in dieser alten Welt gibt es viele Rishis und Munis. Streite nicht mit ihnen. Auch unter Siddhas und Munis gibt es fehlgeleitete, geizige Menschen. Sie treten wie Gute auf, reden vertraulich mit dir und behaupten: Ich selbst bin das Siddha-Licht des Nadanta. Doch innerlich planen sie Böses; sie bleiben bei dir und schaden dir.«

3847. »Auch wenn du gutes Karma besitzt, werden geizige Menschen verbliebene Lücken nutzen, um dich schlechtem Karma auszuliefern. Sie werden dir nicht einmal ein Hirsekorn Gold vermitteln, sondern Schaden bereiten. Zornig werden sie sich aufdrängen und streiten; sie werden dir nachgehen, um die vortreffliche Unterweisung zu erhalten. Königlicher, enthülle ihnen nicht das Geheimnis.«

3848. »Enthülle es nicht. Es kommt die Zeit, in der ich nicht mehr da bin, mein Augenstern, und das Kali-Yuga ist angebrochen. Sprich freundlich und hilfreich zum Alchemisten und verhalte dich gut. Tritt in Shiva-Yoga ein. Wenn du einen klar erkennenden Siddha-Muni findest, verehre und preise seine Füße mit Hingabe. So lebe zum Guten auf Erden.«

Anmerkung: Die Wendung über den Alchemisten ist beschädigt; eine genaue Situation des Zuspruchs bleibt offen.

3849. »Mein Boganatha, vortrefflicher Augenstern, ich will dir noch mehr sagen. Du Shiva-Raja-Yogin des süßen, klaren Nektars, mutiger Herrscher in Cina! Guter Sohn, den Manonmani liebt, du mit dem vortrefflichen Leib, den die Siddhas der Erde preisen! Mein geliebter Schüler in dieser weiten Welt, höre noch, was ich dir würdig erkläre.«

Begegnungen in Cina und Verhalten am Meru

3850. »Höre: Wenn du auf den Wegen Cinas mit der Kulikai sorgfältig die Wächter der Festung überwindest und weiterziehst, wirst du große Scharen von Siddhas und Munis antreffen. Sie stehen in dichten Gruppen zusammen. Wenn du mit der Kulikai vorübergehst, werden sie dich als einen Siddha aus der Himmelswelt ansehen und verfluchen.«

3851. »Siddhas und Munis werden dich verfluchen wollen, mein Lieber; es gibt mächtige Siddhas auf Erden. Ohne mich zu erkennen, werden sie entschlossen kommen, einen Fluch auszusprechen. Wenn die Rishis und Munis zornig herantreten, zügle deinen Zorn und sprich freundlich. Lass keine Verfehlung auf dich fallen, werde in deinen Worten nicht unsicher und stehe mutig da.«

Anmerkung: Das Pronomen »mich« steht so in der Vorlage, obwohl von Bogars Begegnungen die Rede ist.

3852. »Wenn der Siddha-Muni fragt, wer du bist, sage: Ich bin der Schüler des aufrichtigen Kalangi, der geringe Bogar Rishi. Senke besonnen das Haupt und grüße ihn. Bitte: Herr, nimm mich Geringen an! Gibt es einen Guru, der größer als die Mutter ist? Wenn du ihre Füße aufrichtig verehrst, kannst du lange in dieser alten Welt bleiben.«

Anmerkung: Die Frage nach Mutter und Guru ist syntaktisch beschädigt; die ehrerbietige Bitte um Annahme ist eindeutig.

3853. »Du kannst unermesslich lange bleiben, mein würdiger Boganatha. Bitte um den Segen, dass dir geduldig Jnana-Unterweisung gegeben werde. Verneige dich vor den Füßen und sage: Du bist selbst mein sonnengleicher Gott Kalangi Nathar. Falte ehrerbietig die Hände, verehre die Füße und bitte: Erteile mir die große Unterweisung!«

3854. »Wenn du so bittest, Boganatha, werden sie dir Gemeinschaft gewähren und dir gnädig begegnen. Edler, sie werden dir die Kenntnis aller Organe und inneren Werkzeuge übertragen, die zur Erlösung führt. Befreie dich vom Verlangen nach Frauen mit geschminkten Augen und vom weltgebundenen Familienleben. Dann werden sie dir wohlwollend die große Unterweisung vermitteln.«

3855. Kalangi Nathar lehrte weiter: »Mein goldener Augenstern, höre meine Worte. Boganatha, der du wie die Sonne aufgegangen bist, geliebter Schüler, höre noch! Wenn du mit der Kulikai auf den leuchtenden großen Meru-Berg gehst, Schöner, nimm die Gestalt des Herrn an, der den Mond im verfilzten Haar trägt.«

3856. »Trage die Kulikai sicher bei dir und begib dich auf den berühmten Meru. Wenn du dorthin gehst, um zu schauen, wirst du viele mächtige Siddha-Lichter finden. Kenne die erforderlichen Formen ehrerbietigen Dienstes genau. Wenn du mit der Kulikai aufbrichst, um die einundzwanzig Bergstufen zu sehen, höre ihre Ordnung.«

3857. »Auf jeder Bergstufe befinden sich mächtige Scharen von Siddhas, Munis und Rishis. Sie werden dich fragen: Wer bist du, Junge, wohin bist du gekommen? Wie ein völlig Verrückter ist er mit einer Kulikai zum Meru gekommen! Du hast die Achtung beiseitegeschoben, die Grenze überschritten und bist auf den großen Berg gestiegen – wer bist du?«

3858. »So werden sie fragen und dir drohen, mein lieber Boganatha: Wie heißt du? Wer bist du, der du auf diesen großen Berg gekommen bist? Welcher Ort und welche Wohnstatt sind deine? Edler, warum bist du mit der Kulikai gekommen? Mit welcher Macht bist du hierhergelangt? Sage es bestimmt!«

3859. »Wenn sie dich so befragen, Boganatha, höre, was du bereitwillig sagen sollst: Ich bin der Schüler Kalangi Nathars, des königlichen Siddha-Lichtes, das wie die Sonne strahlt. Wenn du dies offenherzig sagst, werden die Siddhas dir gnädig begegnen, ihren Zorn ablegen und dir die rechte Ordnung erklären.«

3860. »Sie werden dir geordnete Unterweisung geben und viel von den Wundern der Himmelswelt erzählen. Mein mondgleicher Boganatha, sei einsichtig in allem, was du in der Welt siehst. Sobald du ehrerbietig und klar sagst, du seist Kalangis Schüler, werden sie dir alles zur Förderung deines Weges erklären und dich als den wesenskundigen Bogar achten.«

Die Kulikai und Kalangis Schutzversprechen

3861. »Boganatha, wenn du mit der Kulikai durch die sieben Meere reist und Scharen mächtiger Rishis siehst, höre dies: Sobald deine ausgezeichnete Kulikai offenbar wird, werden sie dich für einen Siddha der Himmelswelt halten. Die Siddhas werden listige Mittel anwenden, um dir die Kulikai rasch wegzunehmen.«

Anmerkung: Eine schmückende Anrede in der zweiten Zeile ist beschädigt; der Inhalt der Warnung bleibt klar.

3862. »Wenn du die List dieser Siddha-Munis bemerkst, mein guter Augenstern Boganatha, und hingebungsvoll an mich denkst, werde ich dir liebevoll voranstehen. Durch den Gnadenblick der Mutter des Vedanta werde ich dich wahrhaft schützen, damit du siegreich auf Erden lebst.« So gab er in der Samadhi-Stätte sein feierliches Versprechen.

Yakob, früher Rama, und sein Schüler in Mekka

3863. Ich will einen weiteren Weg erzählen, so wie mein Guru und Herr Kalangi Nathar ihn mir klar erklärte. Der große Siddha Yakob, der zuvor den Namen Rama getragen hatte, vollbrachte eine Zeit lang viele verschiedene Wunder auf Erden.

3864. Ich werde die klaren Wunder erzählen, von denen mir berichtet wurde. Höre, vortrefflicher Pulippani Siddha, der du in der Welt auf einem Tiger sitzt! Der gute Yakob Rishi gab die Täuschung auf, die man das Meer des Leidens nennt. Sieh, mein Lieber: Er begab sich geordnet nach Mekka.

3865. Yakob Muni zog hin und sah die schöne Stadt Mekka. Dort lebte ein edler Yogin, ein einsichtiger, mantra- und ratkundiger Mensch. Er war ein Siddha, der in reinem Bewusstsein aufging, ein leuchtender Rishi. Yakob Nathar erteilte ihm geordnet Unterweisung.

Anmerkung: Die Reihe யூகிகாமதிமந்திரி ist beschädigt; ob einzelne Wörter auch einen Namen bilden, bleibt offen. Auch das Attribut சாகினி vor Yakob ist unklar.

3866. Yakob Nathar unterwies dieses Siddha-Licht würdig und nahm ihn als seinen geliebten Schüler an. Alles, was er selbst gelernt hatte, lehrte er aufrichtig diesem ausgezeichneten Siddha-Muni-Rishi: die Wege der Welt und die Erkenntnisgruppen des leuchtenden Mantra, nach Ordnung und Verfahren.

Anmerkung: நூரான kann »lichtvoll« oder eine Form mit der Zahl hundert meinen; eine bestimmte Anzahl von Mantras wird nicht behauptet.

3867. Nach dieser Unterweisung blieb der edle Yakob Muni eine Zeit lang dort. Dann beschloss er, in rechter Weise in Samadhi einzugehen, und richtete sein Herz auf den strahlenden Schüler. Er wollte die Menschen und ihre Verbindungen hinter sich lassen und in Samadhi das höchste Licht schauen.

Anmerkung: Die dritte Zeile über Kaste, Verwandtschaft beziehungsweise Vergessen ist beschädigt; eine eindeutige Sozialgruppe lässt sich nicht bestimmen.

3868. Yakob sprach zu seinem geliebten Schüler: »Ich bin frei vom weltgebundenen Leben. Ich habe meine vortrefflichen Kinder hinter mir gelassen und dem Hausleben entsagt. Um das große Licht des Nadanta zu schauen, will ich in den herrlichen Samadhi hinabsteigen.« Er ließ alle Begierden der Welt hinter sich.

3869. Er gab alle Begierden nach der Erdenwelt auf, um geordnet das Licht des reinen Bewusstseins zu schauen. »Ich bin frei von den drei Begierden«, sagte er. »Für den Entsagenden sind alle Könige nur ein Halm. Ich habe die acht ausgezeichneten Glücksgüter vergessen und alle weltlichen Ordnungen aufgegeben.« Er ließ den Körper zurück und stieg in den schönen Samadhi hinab.

Anmerkung: Der Eingang der letzten Zeile lautet wörtlich »er starb«; im weiteren Erzählverlauf wird daraus kein endgültiger Todeszeitpunkt festgelegt.

3870. Nachdem er in Samadhi hinabgestiegen war, sprach er gewichtig zu seinem Schüler: »Mein Lieber, ich gehe in die unterirdische Grube. Ich ziehe die Organe und inneren Werkzeuge zurück, richte den Geist und lege das ganze Leben der Welt ab. Zehn Jahre werde ich kraftvoll darin bleiben.« So sprach der edle Yakob.

Anmerkung: Die Aufzählung vor »Organe und innere Werkzeuge« ist beschädigt; einzelne zusätzliche Begriffe lassen sich nicht sicher bestimmen.

Yakobs angekündigte Wiederkehr und der letzte Tag

3871. Aus dem Samadhi sprach er: »Mein Schüler, denke nichts Verkehrtes. Verschließe die Stelle mit der Steinplatte und vollziehe täglich die Puja und Arcana für den großen Samadhi. Wenn die Zeit meiner kraftvollen Rückkehr kommt, warte freudig vor meiner Stätte. Dann wirst du mich sehen.«

Anmerkung: Die Anrede nach »mein Schüler« ist beschädigt; sie kann auch einen nicht sicher lesbaren Namen enthalten.

3872. »Wenn ich zurückkomme, werden viele große Wunder geschehen. Die Wunder in Mekka lassen sich mit der Zunge nicht vollständig beschreiben. Ein Regen von süßem Nektar wird fallen; im ganzen Land werden Honigströme fließen. Auf eine nektargleiche Anordnung hin wird die geordnete Samadhi-Stätte aufbrechen.«

Anmerkung: Die Wendung unmittelbar vor »Anordnung« ist beschädigt; eine bestimmte sprechende Instanz wird nicht ergänzt.

3873. »Nach dem Aufbrechen wird eine körperlose Stimme verkünden: Der Vedanta-Kundige Yakob kommt! Am letzten Tag werden alle verstorbenen Menschen vor dem Nabi des Nadanta erscheinen und nach ihren schweren Verfehlungen befragt werden. Gekrönte Könige und Munis werden vor dem Propheten stehen und auf seine Fragen antworten.«

3874. »Sie werden ihre Antworten bekräftigen und einen Platz in einer hohen Stätte suchen. Doch wer sich Verfehlungen schuldig gemacht und auf Erden viele Sünden auf sich geladen hat, wird am letzten Tag seiner Schuld verfallen und in tiefe Hölle geraten. Selbst wenn jemand so freigebig wie Karna war, steht er in der Welt für seine Schuld ein.«

3875. »Noch viele Wunder will ich dir gewiss erzählen, Edler; höre liebevoll. Ein heftiger Feuerregen wird niedergehen und alle Wälder auf den Bergen schwächen und vernichten. Auf die Siddhas vollkommener Gestalt, die Munis und Rishis wird wundersam ein goldener Regen fallen. Alles Getreide wird golden sein und wie Gold erstrahlen, mein Lieber.«

Anmerkung: Das Attribut des Feuerregens ist beschädigt; das Wort அக்கினி, »Feuer«, ist erkennbar.

3876. »Wenn der goldene Regen fällt, wird es in der Erde gewaltig donnern. Ein gemeinsamer Klang aus der Samadhi-Stätte wird deutlich in der Welt zu hören sein. Die Könige der Könige werden auf Erden die Orientierung verlieren. Sonne und Mond werden ihren gewohnten Weg nicht mehr finden und in veränderten Richtungen stehen.«

3877. »Die Himmelszeichen werden erzittern, und alle Tiere auf dieser weiten Erde werden Erkenntnis verkünden. Halte dies nicht für gering. Durch die Gnade des Herrn Nabi Nayan wird sich an der wunderbaren Samadhi-Stätte ein Hügel bilden. Eine goldene Schlange mit fünf Köpfen wird auf der Steinplatte sitzen und Erkenntnis lehren: Der Tag von Yakobs Rückkehr ist gekommen.«

Anmerkung: Die erste Bezeichnung der erzitternden Himmelserscheinungen ist beschädigt.

3878. »Die Schlange wird verkünden: Yakob wird auf Erden erscheinen! Der Siddha, dessen Atem zur Ruhe gekommen war, kommt wieder in diese alte Welt. So wird die Schlange eindringlich sprechen, und alle, die es sehen, werden staunen. Unter lautem Rufen werden die Gemeinschaften des Nabi zur Samadhi-Stätte kommen, Mächtiger.«

Allahu Ta’ala: Rückkehr und Bericht des treuen Schülers

3879. Sieh, die Erdenwelt geriet ins Wanken, und die Samadhi-Stätte brach auf. Yakob Muni trat aufrichtig wie das Licht des Alls hervor. Mit seinem Mund sprach er ehrerbietig: »Allahu Ta'ala.« So kam der ausgezeichnete Yakob Muni auf die Erde.

Anmerkung: Die Formel அல்லாவுத்தாலா wird als »Allahu Ta'ala«, »Allah, der Erhabene«, wiedergegeben. Dies ist die in der Strophe tatsächlich ausgeschriebene Anrufung.

3880. Als Yakob Siddha aus dem Samadhi in diese alte Welt zurückkam, trug er neun Früchte und ein festes Fladenbrot in der Hand. Unter dem Klang von Instrumenten erschien er auf Erden. Er blickte seinen einzigen Schüler an und erteilte ihm sanft die Unterweisung der Erkenntnis.

Anmerkung: Die OCR liest 3860; die PDF-Zahlmarke bestätigt 3880.

3881. Yakob Muni erteilte seinem Schüler des Nadanta aufrichtig die rechte Jnana-Unterweisung und gab ihm guten Rat. Dann blickte er dem Schüler bewusst ins Gesicht und fragte eindringlich: »Welche wunderbaren Dinge geschahen auf Erden, nachdem ich in Samadhi eingetreten war?«

3882. Auf Yakobs Frage antwortete der Schüler: »Mein mächtiger Gott, Guru und Herr! An dem Tag, an dem du die Welt verließest und in Samadhi eingingst, versammelten sich viele Menschen auf Erden. Sie sagten: Heute ist Yakob in Samadhi gegangen; er wird nicht zurückkehren.«

Anmerkung: Die OCR liest 3862; die PDF-Zahlmarke bestätigt 3882.

3883. »Viele Menschen standen in Gruppen zusammen und redeten spöttisch. Sie behaupteten bestimmt: Yakob ist in Samadhi gegangen, und eine Zeit seiner Rückkehr wird es nicht geben. Sein betroffener Körper ist zu Erde geworden; Yakob ist auf Erden gestorben. Mit großem Geschrei verbreiteten sie: Yakob ist tot!«

3884. »Mein Gott, Swaminatha, ich, dein Diener, hörte dies auf Erden mit an. In großen lärmenden Gruppen sagten sie heftig: Dass Yakob, dessen Stimme verstummt ist, in diese weite Welt zurückkehren werde, ist unwahr. Doch ich erwiderte kein Wort auf all ihre spöttischen Behauptungen.«

Anmerkung: Die OCR liest 3864; die PDF-Zahlmarke bestätigt 3884.

3885. »Lange kamen und gingen Menschen bei der Samadhi-Stätte. Ich sprach nicht mit ihnen, sondern ruhte aufrichtig hier. Ich blieb an der Stätte und wartete, ohne in den Ort zu gehen, bis du, mein Herr, zurückkehren würdest. Fest entschlossen harrte ich aus; nun habe ich die Wiedervereinigung erlebt.«

Anmerkung: Die OCR liest 3865; die PDF-Zahlmarke bestätigt 3885.

Vergänglichkeit und erneuter Eintritt für dreißig Jahre

3886. »Ich habe dich gesehen, mein Gott und Guru«, sagte er. Da wurde Yakob freudig gestimmt und sprach liebevoll zu dem gelehrten Schüler. Wie eine Biene sich über den Honig neigt, so wandte sich der große Nabi Yakob Muni ihm zu: »Welchen Nutzen hat es, wenn dieser aus Nahrung bestehende Körper auf Erden bleibt?«

Anmerkung: Das Bild der Biene und die Bezeichnung தண்டுல des Körpers sind sprachlich unsicher; letzteres kann wörtlich auf Reis beziehungsweise Nahrung verweisen.

3887. »Der Körper bleibt nicht bestehen, mein Lieber. Das ganze Leben der Welt ist trügerisch. Was nützt es, mit ruhendem Atem in Samadhi zu bleiben? Was nützt es, in der alten Welt berühmt zu leben? Was nützt es, wenn tausend Schüler neben dem Körper stehen und ihn bewachen? Ich habe auf Erden unermessliche Schätze gesucht und finde darin nichts.«

Anmerkung: Die OCR liest 3867; die PDF-Zahlmarke bestätigt 3887.

3888. »Ich finde keinen Nutzen darin, dass ich das grundlegende Kaya-Karpa für den Körper genommen habe. Was nützt es, vier Yugas zu leben oder die ganze alte Welt unter einem einzigen Herrscherschirm zu regieren? Ich sehe keinerlei Gewinn. Viel besser ist es, die Himmelswelt zu schauen. Ich werde Samadhi aufnehmen.« So erklärte er seinem Schüler feierlich.

Anmerkung: Die OCR liest 3866; die PDF-Zahlmarke bestätigt 3888.

3889. Der vortreffliche Yakob Muni sagte weiter zu seinem Schüler: »Damit das Wort des königlichen Nabi Nayaka auf Erden nicht unwahr werde, will ich durch Manonmanis gnädigen Blick erneut vom Samadhi sprechen. Mein lieber Augenstern, junger Schüler: Ich vertraue dem Körper nicht.«

Anmerkung: Die OCR liest கபிநாயகன்; im fortlaufenden Zusammenhang wird dies als Nabi Nayaka verstanden. Die Wendung über das erneute Sprechen vom Samadhi ist ebenfalls unsicher.

3890. Yakob Siddha näherte sich geordnet der Samadhi-Stätte, in die er schon zuvor eingegangen war. Er wollte sie erneut aufsuchen, stieg regelgemäß in die Grube und verweilte dort. Im Herzen gedachte er Sadashivas, der als Nishtha bezeichnet wird, und richtete sein Inneres geordnet auf Allahu Ta'ala.

Anmerkung: Sadashiva und Allahu Ta'ala stehen ausdrücklich nebeneinander in dieser Strophe.

3891. Yakob Muni rief seinen vortrefflichen Schüler, ließ die Welt hinter sich und sprach deutlich zu ihm: »Du, mein Augenstern, junger Schüler! Ich habe die Erde vergessen. Verschließe die Samadhi-Stätte fest mit dem Felsen und bewache sie entschlossen.«

3892. Der Schüler hörte Yakob Munis schöne Worte, verschloss die Stätte sorgfältig mit der Steinplatte und blieb daneben stehen. Der mächtige Yakob gab seinem Schüler ein Versprechen und einen Segen. Wohlwollend und freudig nannte der Rishi die Frist von dreißig Jahren.

3893. »Mein Lieber, dreißig Jahre werde ich im Samadhi verweilen. Mein Körper wird wie im Tod in die Erde eingehen; danach werde ich wieder aus der Stätte hervortreten. Wie in der Geschichte vom Verlassen einer körperlichen Hülle und dem Eintritt in eine andere werde ich rasch auf Erden erscheinen.« So sprach der Muni liebevoll im Gedenken an den Herrn.

3894. Nach diesem Versprechen sagte Yakob weiter aus dem mächtigen Samadhi zu seinem sanftmütigen Schüler: »Als ich zuvor in Samadhi einging, sprachen manche Schüler ausführlich falsche Worte. Du wirst sehen, dass alle Schüler, die solche Behauptungen aufstellten, auf Erden blind werden.«

3895. »Noch viele Wunder werden sichtbar; ich will von den großen Zeichen für die Menschen des Kali-Yuga sprechen. Wenn ich komme, wird das Verborgene klar ans Licht treten. Nathas und Munis werden beschämt und zitternd vor dem Nabi stehen, ihn fürchten und reichlich verehren. So werden sie vor der Samadhi-Stätte erscheinen.«

Yakobs Rückkehr und die Bestrafung der Spötter

3896. Sie standen davor und fragten: »Wann kommt Yakob? Wann wird der Fluch in dieser alten Welt gelöst? Wann nimmt er Königen und Menschen ihre Verfehlung ab und gewährt auf Erden den Segen? Wann sehen wir seine Größe, ohne dass sein angekündigtes Wort fehlgeht?« So priesen die guten Munis des Nadanta Yakob freundlich.

3897. Während alle Siddhas ihn lobten, trat der königlich und mondgleich gepriesene Yakob aus dem Samadhi hervor. Der mächtige Yakob Muni erschien wie das strahlende Licht des Alls. Er kam freudig und erfüllte seine Zusagen nach der rechten Ordnung, sodass sein Wort nicht unwahr wurde.

3898. Als Yakob Muni zurückkam, gerieten alle, die spöttisch geredet hatten, in tiefe Verwirrung. Ihre Körper zitterten: »Der höchste Yakob ist gekommen!« Sie fürchteten sich, wurden kleinlaut und standen überwältigt auf Erden. Durch den Fluch, den ihre Verleumdung hervorgerufen hatte, erblindeten sie alle.

3899. Einige Menschen wurden blind, einige gingen in der Welt zugrunde. Manche versteckten sich wie Diebe, andere stammelten mit verwirrter Zunge. Manche verloren ihr Sehvermögen in der Dunkelheit und konnten nachts nichts erkennen. Jahrelang litten unzählige Menschen in diesem Zustand und verfielen.

3900. Unter den Vielen gab es aber auch Erkennende, die lange in der Welt bekannt gewesen waren. Sie hatten sich nahe der Samadhi-Stätte des großen Lichtes des Nadanta versammelt und lange dort ausgeharrt. Diese mächtigen Siddhas, die bangend an der Stätte gewartet hatten, empfingen kraftvolle Unterweisung.

Die Grenzen von Magie, Alchemie und Herrschaft

3901. Yakob Muni gab ihnen weitere würdige Unterweisung. Er gedachte seines königlichen Gurus im Herzen und sprach klar; wir wollen weiter davon erzählen. Nachdem der liebe Yakob Muni die Rishis, Munis und Siddhas auf Erden unterwiesen hatte, erklärte er entschlossen seine abschließende Einsicht.

3902. Yakob Siddha sagte: »Was nützt es, dass der Körper in der Welt besteht? Was nützen trennende Bhedana-Künste? Was nützt es, die mächtige Beeinflussung, Vashya, zu erlernen oder die berühmten Mohana-Verzauberungen zu kennen? Was nützt es, Alchemie auf dieser weiten Erde zu betreiben? Selbst wenn man die Verfahren der acht großen Siddhis erlernt, ist darin nichts zu finden.«

3903. »Auch wenn man frei vom weltlichen Leben auf Erden bleibt, liegt darin nichts. Neun Koti an Reichtümern zu suchen bringt keinen Gewinn. Was nützt es, ehrbar in der Welt zu leben oder das große Licht des Nadanta zu schauen? Edler, selbst wenn man nach Wunsch die ganze Welt unter einem Herrscherschirm regiert, finde ich darin nichts.«

3904. »Das Leben dieses Körpers ist trügerisch. Oho, welcher Natha ist geblieben? Selbst wenn der Körper wie ein Felsblock in der Welt bestünde, liegt darin nichts. Wäre der eigene Leib aus Eisen, so bliebe er doch nicht auf Erden: Das ist wahr. Dass der Körper fortgeht und der Leib zerfällt, ist gewiss.«

3905. Yakob Muni des Nadanta sagte seiner guten Schülergemeinschaft: »Es ist genug, in dieser Welt gelebt zu haben. Ich habe die große Welt hinter mir gelassen, mein Lieber, und werde wieder in Samadhi gehen.« Er gab den Schülern diese wohlbedachte Zusage und begab sich zur schönen Samadhi-Stätte.

3906. Yakob Muni erklärte, er werde in den großen Samadhi eingehen. Der Siddha kannte die Vorschriften der Lehrbücher und wich nicht von ihrer Ordnung ab. Er stieg rasch hinab und verweilte als Siddha-Licht des Vedanta in Yoga. Dann sprach er mit körperloser Stimme zu den Edlen.

3907. Sieh die Gestalt, in der Yakob Siddha bis dahin auf Erden gelebt hatte. Den Körper, der Wohlergehen erfahren hatte, wollte er in rechter Weise mit Prithivi, der Erde, vereinigen. Frei vom Verlangen nach der Himmelswelt, gelangte der Vedanta-Kundige Yakob zum Ende seiner Weltzeit. Der ausgezeichnete Körper werde zu Erde werden.

3908. Auch wenn Kaya-Karpa genommen wurde, wird dieser mächtige Körper vergehen und zu Erde werden. Doch der Siddha Yakob Muni gab die feste Zusage: »Wenn der Nabi am letzten Tag bestimmt seine Fragen stellt, werde ich herrlich kommen und euch sehen.« Dies sei die erhabene Bedeutung für die lange bestehende Welt.

Anmerkung: Die Zusage der Wiederkehr am letzten Tag bleibt neben der wiederholten Kritik an körperlicher Unsterblichkeit stehen.

Pulastya und Theraiyar am südlichen Potikai

3909. Höre einen weiteren aufrichtigen Bericht: vom geliebten Schüler Agastyas, der in der Welt als vortrefflicher Shiva-Raja-Yogin bekannt wurde. Wir wollen den herrlichen Samadhi des entschlossenen Siddha Pulastya schildern. Westlich von Cina, mein Lieber, lag die reiche Flanke des südlichen Potikai.

Anmerkung: Die Ortsverknüpfung von Cina und dem südlichen Potikai wird als Geographie der Erzählung bewahrt, ohne sie in eine moderne Landkarte einzupassen.

3910. Höre, junger Pulippani: Mein lieber Herr Kalangi hatte mir zuvor all diese Begebenheiten der alten Welt erzählt, als er mit ruhendem Atem in Cina verweilte. An der Flanke des Potikai-Berges, in dem Küstengebiet, kam jener mit Siddhas, Munis und Rishis zum Samadhi.

3911. Er kam mit seinem Schüler Theraiyar an Cinas Meeresküste, nahe dem Hügel des Potikai. Der reine Pulastya, Agastyas junger Schüler, erklärte liebevoll, dass er in Samadhi hinabsteigen wolle. »Auf dem Weg zurückzugehen, auf dem man gekommen ist, ist die Wahrheit«, sagte er und suchte einen geeigneten Ort für Samadhi.

3912. Er suchte die Samadhi-Stätte auf und näherte sich ihr mit einer großen Schülergemeinschaft. Frei vom weltgebundenen Leben hatte er das große Licht des Nadanta geschaut und erkannt. Der Mächtige wies alles Weltliche zurück und wollte in Samadhi eintreten. Pulastya rief seine Schüler eindringlich zu sich und sprach.

3913. Er öffnete den Mund und sagte den Schülern: »Ich habe die ganze Größe der Welt gesehen und geprüft. Frei vom Leben der kleinen Lust will ich den Zustand höchster Seligkeit schauen. Ich werde die Welt hinter mir lassen, den Körper in rechter Weise festigen und im Samadhi auf Erden verweilen.« So sprach er liebevoll.

3914. »Sieh, Theraiyar, mein Sohn, höre! Ich gehe auf Erden in Samadhi. Zwanzig Jahre werde ich herrlich darin bleiben. Aus dem Samadhi werde ich aufrichtig mit körperloser Stimme sprechen. Bis zu meiner Rückkehr sollst du entschlossen an dieser Stätte bleiben.«

3915. »Bleibe hier und vollziehe die Samadhi-Puja bis zu dem schönen Tag meiner Wiederkehr. Mein Schüler, Herr des Prana, junger Siddha, bewandert in der Kunst klaren Erkennens! Höre die Unterweisung aufmerksam, halte dich an der Samadhi-Stätte auf und denke sehnsüchtig an den Tag, an dem ich zurückkomme.«

3916. »Mein Schüler, höre weiter: Wenn ein würdiger Siddha-Muni dich sieht und fragt: Wo ist dein königlicher Guru?, dann sage: Der Mächtige ist in Samadhi eingegangen. Bis der liebe Pulastya zurückkehrt, diene ich den vorzüglichen Siddhas, verehre Manonmani und bleibe an der Samadhi-Stätte am Berghang.«

3917. »Wenn du so freundlich erklärst, dass du hier bleibst, werden Siddhas und Munis spöttisch reden. Sie werden höhnisch sagen: Pulastya ist gestorben und wird aus der Himmelswelt nicht wiederkehren. Diese in Karma verstrickten Siddhas werden viel Spott äußern. Gerade wenn du gefühlvoll sprichst, mein Lieber, werden die vermeintlich Edlen dich verleumden.«

Warnung vor falschen Lehrern und Pulastyas Rückkehr

3918. »Rede nicht gegen sie an, schöner junger Shiva-Raja-Yogin. Sie werden versuchen, dich mit listigen Worten zu überwinden und rasch in ihre Gewalt zu bringen. Sie werden dir anhängen, abwegige Dinge sagen und viele hochtrabende Behauptungen aufstellen. Mein Lieber, mit betrügerischen Reden werden sie dich bedrängen und dir Qual bereiten wollen.«

3919. »Mein Schüler Theraiyar, schöner Augenstern, höre weiter: Sie werden auftreten, als wollten sie fest entschlossen Jnana-Unterweisung hören. Wie Siddhas, die deren anderes Ufer schon erreicht hätten, werden sie nicht überlieferte Silben verdreht aussprechen. Sie werden sagen: Ich erkläre dir das Verfahren, mit dem du die Gestalt des Weltlichtes schauen kannst; freue dich!«

3920. »Mit Lüge, Betrug, Täuschung und Hinterlist werden sie deinen guten Guru verleumden. Sie werden harte Worte sagen und nach reichen Samadhi-Stätten suchen. Sie werden angenehm Lügen wie Wahrheiten vortragen und dich schön loben. Freue dich nicht selbstsicher darüber, junger Schüler; bleibe stets aufrichtig und würdig.«

3921. Während Pulastya Muni in seinem tiefen Samadhi verweilte, berichtete er dem Schüler von vielen Wundern und liebevollen großen Zeichen. Bei Pulastyas Rückkehr sollten viele Wunder auf Erden geschehen. Selbst der felsige Potikai würde erbeben und im Meer unter lautem Krachen erschüttert werden.

3922. »Wenn ich zurückkehre, wird ein Klang ertönen wie Sommerdonner am Himmel. Der herrliche Potikai-Berg wird sich drehen; die sieben Rishis und die asketischen Munis werden zittern. Mauern, Festungen und sämtliche Befestigungen werden sich verkehren und kopfüber umstürzen. Die Sterne werden vom Himmel fallen. Edler, sieh dieses Beben!«

3923. »Die sieben Meere werden anschwellen. Die Wagenkönige der Erde werden an der Kriegsfront stehen. Alle Devas werden ihre Richtung verlieren; ihre jeweiligen Wohnstätten werden zerstört. Ein Asura wird die Erde beherrschen. Mein Wort wird nicht unwahr, mein Lieber. Guter Therai Rishi, höre meine Rede!«

Anmerkung: Die OCR-Form அரகநிலை in der dritten Zeile ist beschädigt; die Lesung eines herrschenden Asura bleibt unsicher.

3924. Höre, Therai Muni Siddha: Der Tag der Wiederkehr des glückseligen Pulastya war gekommen. Die Samadhi-Stätte sollte sich öffnen; der berühmte Pulastya sollte erscheinen. Der Felsen der guten Stätte brach auf, und der Siddha kam mit dem Glanz der Vedanta-Erkenntnis auf die Erde.

3925. Als der Tag gekommen war, trat Pulastya würdig hervor. Der berühmte Theraiyar Muni sah ihn, verneigte sich entschlossen und grüßte ihn mit gefalteten Händen. Er bat um Segen, nahm ihn ehrerbietig an und fragte nach den angemessenen Unterweisungen.

Anmerkung: மனுமுறைகள் kann Lehrordnungen oder Mantra-Verfahren bezeichnen; die genaue Bedeutung bleibt hier offen.

3926. Pulastya hörte ihn, freute sich und sprach viele gewichtige Worte. Er erklärte seinem Schüler ausführlich die Wunder der Welt. Therai Muni dachte daran, dass all die angekündigten irdischen Wunder genau eingetreten waren, verneigte sich kraftvoll und bat: »Beschütze mich, der ich allein auf dich angewiesen bin!«

3927. Theraiyar Siddha verehrte die Füße seines Gurus: »Schöner König der Herren, alle Worte, die du entschlossen gesprochen hast, sind eingetroffen.« In Reihen waren Schüler zur Samadhi-Stätte gekommen und hatten liebevoll gewartet. Nun war der Tag gekommen, an dem das Weltlicht erschien; der Herr verließ seine Wohnstatt.

3928. Alle sahen die Wunder des herrlichen höchsten Guru-Siddha. Wie Kalangi Nathar aus Bogars Guru-Linie große Wunder gewirkt hatte, so tat es nun Pulastya, Agastyas Schüler und Kenner des Vedanta. Alle Siddhas staunten und waren überwältigt. Danach kehrten sie geordnet an ihre Wohnstätten zurück.

Pulastyas Abschiedslehre

3929. Nachdem die Siddhas fortgegangen waren, sagte der liebe Pulastya weiter zu Therai Muni: »Höre, mein klar erkennender Schüler und Sohn! Was nützt es, in der Welt zu bleiben? Der Körper wird gewiss nicht bestehen. Ich habe das Verlangen nach dieser weiten Welt aufgegeben. Königlicher, ich gehe in Samadhi.«

3930. »Ich gehe, Therai Muni Siddha; höre! Ich habe die große Welt hinter mir gelassen. Was nützt das Bestehen eines sterbenden Leibes? Was nützt beständiges Verharren in Regeln und Nishtha? Stets sollte man wie der Glanz eines leuchtenden goldenen Edelsteins erstrahlen. Beruhige das brennende Herz; beständige, eifrige Verehrung ist gut.«

3931. »In Verehrung soll man sich den Lotusfüßen nähern und die rechte Befreiung bedenken. Mein Lieber, ich bin fest entschlossen, wieder in Samadhi einzugehen. Mein Schüler, junger Siddha, bleibe mutig an meiner Seite, bis ich gehe. Wer liebevoll Unterweisung empfängt und damit auf Erden lebt, der ist ein Siddha.«

3932. »Höre, Siddha-Muni Theraiyar: Ich gehe in den erhabenen Samadhi. Auf die neu bedeckte Erde werde ich nicht zurückkehren; ich habe meinen berühmten Körper hinter mir gelassen. Mein Laut wird verstummen, und ich werde zu Erde. Der sterbende Leib ist zunichte. Doch am letzten Tag, am Ende des Yuga, mein Junge, wirst du mich in Hingabe sehen können.«

Dhanvantari, Agastya und die achtzehn Siddhas

3933. Ich will einen weiteren Weg schildern: den des Siddha Dhanvantari auf Erden. Im Krita-Yuga nahm er die Gestalt eines Vishnu-Avatara an. Durch diese Erscheinung Mahavishnus wurde Dhanvantari zum Siddha in der Welt. So nannte man ihn Dhanvantari, den Kenner des Vedanta.

3934. Dhanvantari Siddha nahm vortreffliches Kaya-Karpa, ging zum südlichen Potikai und erblickte dort auf dem Berg Agastya. Er erforschte den inneren Gehalt der reichen Lehrschriften und wandte sich den Lehrern liebevoll zu. Ohne von ihren Worten abzuweichen, sprach er freundlich und erkannte die feinsten Geheimnisse.

3935. Die von Agastya verfassten Bücher gleichen einem unermesslichen großen Meer. Das von Dhanvantari geschaffene Werk lässt sich mit dreihunderttausend Granthas beziffern. Er dichtete entsprechende Bücher, und Agastya lehrte ebenso. Für die Menschen der Welt wurden diese Bücher in sichtbarer Gestalt niedergeschrieben.

Anmerkung: Grantha bezeichnet hier eine traditionelle Textumfangseinheit; es sind nicht dreihunderttausend einzelne Bücher gemeint. Ein Ausdruck in der dritten Zeile ist beschädigt.

3936. Unzählige Siddhas auf Erden suchten das in dreihunderttausend Granthas gedichtete Werk auf, lasen es sorgfältig und erforschten es. Alle achtzehn Siddhas kamen zusammen und verfassten viele Bücher. Wer in der Welt könnte sie vollständig aufzählen? Schließlich fasste Bhagavan Dhanvantari den festen Entschluss zum Samadhi.

3937. Er hatte Kaya-Karpa genommen und lange herrlich in der Welt gelebt. Viele Schüler suchten Bhagavan Dhanvantari auf. Dieser Siddha hatte lange bestanden und kannte die verschiedenen vierfachen Wege. Er war ein Siddha der vollkommenen Gestalt, kundig wie Kanna Piran. Wer könnte auf Erden so sprechen wie er?

Anmerkung: Die Wendung über die vierfachen Wege ist im Wortlaut unklar; ihre vier Glieder werden hier nicht aufgezählt.

Astrologische Yogas, Karanas und Tierkreiszeichen

3938. Er erklärte seinen Schülern den Erkenntnisweg sowie Charya, Kriya und Yoga. Er lehrte die Wege Vishkambha und Priti, Ayushman des Vedanta und Saubhagya, ferner Shobhana und Atiganda, das berühmte Sukarman und den Weg Dhriti. Auch Shula, Ganda und weitere günstige Ordnungen legte er auf Erden gewissenhaft dar.

Anmerkung: Hier beginnt eine teilweise stark entstellte Liste der 27 astrologischen Yogas. Die erkennbaren Namen sind vorsichtig normalisiert; die beschädigte Schlussverbindung கண்டபத்திரம் bleibt nicht vollständig auflösbar. Die Liste wird nicht aus einer fremden Standardfassung ergänzt.

3939. Sieh weiter: Vriddhi und Dhruva, Vyaghata, Harshana, der starke Vajra und Siddhi-Yoga sowie Vyatipata werden genannt. Danach folgen Variyan, Parigha, Shiva, Siddha, Sadhya, Shubha, Shukla und Brahma. All diese Ordnungen stellte er den Schülern in rechter Weise dar.

Anmerkung: Die Namensreihe ist in der Vorlage stark beschädigt. Die hier wiedergegebenen astrologischen Namen folgen den erkennbaren Lautformen und ihrer fortlaufenden Stellung; insbesondere die Verbindungen um Parigha, Siddha und Sadhya sind unsicher.

3940. Zu Brahma kommen Aindra und der mächtige Vaidhriti-Yoga. Diese siebenundzwanzig Yogas vermittelte er den Schülern geordnet. Bhagavan Dhanvantari begegnete seinen Schülern in der Welt liebevoll. Klar erklärte Dhanvantari ihnen diesen kostbaren Weg der Yogas.

Anmerkung: »Yoga« bezeichnet in diesem Zusammenhang astrologische Zeitqualitäten; die vorherigen Listen sind textlich nicht durchgehend zuverlässig lesbar.

3941. Weiter werden Bava und Balava genannt, mein Lieber, dann Kaulava, Taitila, Gara, Vanija, Vishti beziehungsweise Bhadra, Shakuni, Chatushpada, Naga und Kimstughna. Dies sind die elf Karanas; ihre Kenntnis wurde als Grundlage für das zeitliche Gelingen gelehrt.

Anmerkung: Die Karana-Namen sind in der Vorlage stark entstellt. Die Lautfolge erlaubt diese vorsichtige Zuordnung, während einzelne Formen wie காசி und வனசிவம் nicht buchstabengetreu auflösbar sind. Eine rechnerische Anwendung wird hier nicht erläutert.

3942. Nun will ich die Tierkreiszeichen nennen, mein Lieber: Widder und Stier, Zwillinge und Krebs, der mächtige Löwe und Jungfrau, Waage und Skorpion, der rasche Schütze und Steinbock, Wassermann und Fische. Dies sind die zwölf geordneten Rashi.

3943. Unter diesen ist das Zeichen Waage sehr gut; auch Jungfrau und Löwe gelten als gut. Er prüfte und erkannte alle alten Schriften in rechter Weise. Wenn er geeignete Siddha-Yogins sah, nahm er sie zu sich, lehrte sie den gesamten Gehalt und machte sie zu seinen Schülern, Edler.

Anmerkung: Der Eingang mit »zwei« sowie der Übergang von Tierkreiszeichen zur Auswahl der Schüler sind beschädigt. Ein bestimmtes Horoskopkriterium wird nicht ergänzt.

3944. Bhagavan Dhanvantari vermittelte seinen Schülern wirksames Glück und die Lehrbücher. Edler, er prüfte und erforschte die Schüler sorgfältig. Tausend hatte er gesucht und ausgewählt: Menschen, bei denen noch eine frühere Verbindung beziehungsweise Aufgabe offen war. Dies waren seine rein ausgewählten Schüler. Schöner König der Herren, ich werde es dir erzählen.

Anmerkung: விட்டகுறை bezeichnet eine verbliebene Unvollständigkeit oder frühere Bindung; der genaue karmische Zusammenhang wird nicht ausgeführt.

3945. Was mein Herr Kalangi Nathar mir liebevoll berichtet hatte, prüfte ich, indem ich mit der Kulikai durch Land um Land zog. Ich sah und erforschte die Wunder der Welt sorgfältig und besang sie geordnet im Sapta Kandam. Dies ist sein großer mittlerer Kanda.

3946. Dies ist der mittlere Kanda der Siebentausend. Gibt es ein Werk, das diesem guten Epos gleichkommt? Bhagavan Dhanvantari fasste den Entschluss, geordnet in Samadhi einzugehen. Er rief liebevoll seine ergebene Schülergemeinschaft und erklärte ihr den erhabenen Weg: Er werde in der tiefen Grube Samadhi aufnehmen.

Dhanvantaris sechzigjähriger Samadhi

3947. Bhagavan Dhanvantari sagte würdig zu seinen Schülern: »Meine lieben Augensterne, hört alle aufmerksam zu. Ich habe selbst das Verlangen nach höchster Seligkeit aufgegeben und bin frei vom weltgebundenen Familienleben. Indem ich im Herzen Manonmanis gedenke, habe ich alle Begierden nach der Welt vergessen.«

3948. »Ich habe den Wunsch hinter mir gelassen, durch Kaya-Karpa noch eine Zeit lang auf Erden zu bleiben. Ich entsage, lasse die alte Welt zurück und gehe für eine Zeit in den Samadhi der Erde. Wie frisch gemolkene Milch werde ich Gestalt annehmen und in die Welt zurückkehren.« So vermittelte er den Schülern nachdrücklich und wahrhaftig Jnana-Unterweisung.

3949. Von dem Tag dieser Unterweisung an machte sich Bhagavan auf zum großen Meru. Er ging in einen gewaltigen Wald, den die Sonne nicht erreichte. Mit gefestigtem Herzen zog er geordnet mit der Schülergemeinschaft zu seiner Wohnstatt, wie der Herr, der den Halbmond im verfilzten Haar trägt.

3950. An der Meeresküste beim Potikai-Berg, auf einer schönen Insel, hoben sie tiefe Gruben für den Samadhi aus, bis zu der Tiefe, in der Wasser floss. Gemeinsam errichteten sie die Stätte für Bhagavan Dhanvantari. Er stieg in die Grube hinab, und sie verhüllten sie geordnet mit einem Vorhang.

3951. Tausend Schüler verschlossen die Stätte, und der Siddha verschwand vor den Augen der alten Welt. Alle Schüler blieben in Gruppen nahe dem Samadhi und bewachten ihn sorgfältig. Während sie bekümmert dort verweilten, sprach der große Bhagavan Dhanvantari zu ihnen: »Hört aufmerksam zu, ihr Schüler!«

3952. Bhagavan Dhanvantari erklärte den Schülern gnädig: »Sechzig Jahre werde ich fest in diesem Samadhi verweilen.« Er sprach kraftvoll mit körperloser Stimme, und die Schüler hörten aufmerksam zu. Es verging eine ungeheuer lange Zeit.

Anmerkung: Die Schlusszeile enthält eine übersteigernde Koti-Zeitformel, keine zusätzliche eindeutig bestimmbare Jahreszahl.

3953. »Wenn die Zeit meiner Rückkehr kommt, werden viele Wunder auf Erden geschehen. Noch ehe der Körper, dessen Atem zur Ruhe gekommen ist, wieder in diese alte Welt erscheint, werden am schönen Potikai-Berghang zahlreiche Zeichen eintreten. Laut werden Devas und Rishis verkünden: Die Zeit der Rückkehr des Mächtigen ist gekommen.«

3954. Für die Scharen der Rishis und Munis war der Tag von Bhagavan Dhanvantaris Wiederkehr gekommen. Die Himmelsgötter ließen in sehnsüchtiger Verehrung einen Blütenregen niedergehen. Die Könige der Könige brachten Bhagavan Opfergaben: süßen Nektar, Früchte, Blumen und Lichter. Damit gingen sie zu dem königlichen Bhagavan.

Agastya, Nandi und Dhanvantaris Rückkehr

3955. Sie kamen an die Samadhi-Stätte, und die Siddhas und Munis standen ehrerbietig dort. Kumbha Muni vom mächtigen Potikai wollte dieses Wunder der Welt sehen. Er verließ den Berg im Süden, um Bhagavan klar zu schauen. So kam dieses Siddha-Licht des Vedanta an die Seite der Samadhi-Stätte.

3956. Nandi hörte von der bevorstehenden Rückkehr. Er wusste in seinem Herzen, dass Bhagavan Dhanvantari ein guter Schüler war, und wollte ihn sehen. »Er ist mein guter, mir verbundener Schüler. Es ist lange her, dass ich ihn auf Erden sah.« So kam der mächtige Nandishvara, um seine Rückkehr aus dem Samadhi zu erleben.

3957. Nandishvara Muni kam nahe an die schöne Samadhi-Stätte. Weil noch eine frühere Verbindung offen war, war er freudig zur erneuten Begegnung gekommen. Nandi wollte Bhagavan Dhanvantari liebevoll sehen. Er trat nahe heran und stellte sich gnädig zur rechten Seite des Samadhi.

3958. Die Gottheiten Ashvini und Vishvani gingen liebevoll zur Samadhi-Stätte, um Bhagavan Dhanvantari zu sehen. Der Tag seiner Wiederkehr war gekommen, und alle Siddhas der Welt standen in Gruppen zusammen. Auf Erden ereigneten sich große und wunderbare Dinge.

Anmerkung: Die Vorlage nennt அசுவினி und விசுவனி; die zweite Namensform ist unsicher und wird nicht stillschweigend durch einen geläufigen Namen der Ashvin-Zwillinge ersetzt.

3959. Nach jenen sechzig Jahren geschahen nahe der mächtigen Samadhi-Stätte Wunder unter Blinden, Lahmen und Stummen; der Stumme begann zu sprechen. Der liebe Bhagavan Dhanvantari trat klar aus dem Samadhi hervor. Er erschien auf der Erde in der Gestalt höchsten Lichtes.

Anmerkung: Die Wirkungen bei Blinden und Lahmen sind hier nur verkürzt genannt; Vers 3961 spricht sie ausdrücklich aus.

3960. Bhagavan kam auf die Erde und sah die Schülergemeinschaft. Aufmerksam blickte er die Schüler an, erteilte ihnen reichlich Unterweisung, gewährte ihnen in rechter Weise Segen und segnete sie. Dann fragte Bhagavan nach den großen Ereignissen in der Welt.

3961. Auf seine Frage antworteten die Schüler würdig: »Unser König, süßer klarer Nektar! Wir wollen Bhagavan deutlich berichten: Die Blinden öffneten ihre Augen, und die Lahmen begannen zu gehen. In dieser Welt haben wir die Wunder gesehen, genau entsprechend deinen Worten.«

Dhanvantaris Abschied von Körper und Welt

3962. Als die Schüler sagten: »Wir haben es gesehen«, sprach Bhagavan, der ursprüngliche Jüngling, der die Welt ausgemessen hatte, sodass alle es hörten: »Ihr Schüler, was nützt es, in der Himmelswelt zu bleiben? Was nützt es, alle wunderbaren Erscheinungen zu sehen? Was nützt es, ordnungsgemäß das sturmstarke Kaya-Karpa zu nehmen? Ich finde darin nichts.«

3963. »Was nützt Kaya-Karpa? Was nützt es, im Kali-Yuga unermesslich lange zu bleiben oder nach Wunsch Veda-Bücher zu verfassen? Was nützt es, wenn eine frühere Bindung bleibt oder verschwindet? Was nützt es, frei vom Familienleben auf Erden zu bestehen oder zu sterben? Was nützt es, selbst reines Bewusstsein zu überschreiten? Auch wenn alle Mühen verschwinden, finde ich darin nichts.«

3964. »Das Leben dieses Körpers ist trügerisch. Edler, in der Welt ist nichts Beständiges. Lüge und Diebstahl gibt es überall; Treue und Gnade fehlen auf Erden. Selbst wenn man bergfeste Treue und Gnade gewinnt, bleibt in der Welt nichts – Leere, Leere. So verhält es sich mit dem gesamten irdischen Leben.«

3965. »Hört, ihr Schüler, ich werde erneut vom Samadhi sprechen. Mit ruhendem Atem werde ich darin bleiben; in die alte Welt kehre ich nicht wieder zurück. Am Ende des Yuga werde ich die Schüler freudig sehen können. Wenn eine verbliebene Verbindung es fügt, werde ich euch gute Schüler alle wiedersehen.«

3966. Nachdem Bhagavan so gesprochen hatte, gab er das Verlangen nach der Erdenwelt auf und ging unmittelbar in Samadhi. Aufrichtig stieg er in die Erde hinab: »Ich gehe, die Wohnstatt der goldenen Welt zu suchen, frei von meinem Verlangen. Ihr Schüler, bleibt in guter Ordnung. Ich gehe zur Wohnstatt des höchsten Bewusstseins.«

Sundarananda am Airavata-Berg

3967. Höre ein weiteres feines Geheimnis. Ich will die Größe des vortrefflichen Sundarananda Siddha schildern. Gibt es auf Erden einen Siddha wie ihn? Dieser außergewöhnliche Siddha lebte unermesslich lange. Der Siddha-Muni des Nadanta nahm das sogenannte Kaya-Karpa.

3968. Sundarananda lehrte viele Menschen und Siddhas der Welt zahlreiche Schriften, die bis an die Grenzen des Alls reichen. Tausend kundige Siddhas versammelten sich bei ihm. Als Diener und Schüler umringten diese Siddha-Munis den königlich schönen Sundarananda.

3969. Sundarananda Siddha empfand, dass er genug irdisches Wohlsein erlebt hatte. Weit im Norden lag der Airavata-Berg, mein Lieber, achthundert Katam entfernt. An seinem Hang floss ein Fluss, und dort befand sich eine schöne Halle.

3970. Diese mächtige Halle hatte hunderttausend Säulen und stand inmitten der Wasserläufe. Entsprechend den Worten meines königlichen Herrn Kalangi Nathar habe ich sie selbst gesehen. Durch Manonmanis Gnadenblick hatte der Siddha der vollkommenen Gestalt alle Länder durchwandert. Dieser Siddha, der in der weiten Welt lebte, war der große Kalangi.

Anmerkung: Die Zahl hunderttausend Säulen ist die wörtliche Behauptung der Vorlage, keine vermessene Bauangabe.

3971. Sundarananda Siddha hatte großartig in der Welt gelebt. Nun wollte Sundara Nathar in den erhabenen Samadhi eintreten. Mit der aufmerksamen Schülergemeinschaft zog er wie der Herr des hochgipfligen Kailasa zum großen Meer. Sieh, der Siddha kam mit seinem ganzen Gefolge.

3972. Der Siddha der vollkommenen Gestalt blieb dort eine Zeit lang in Fülle. Er wollte das Meer des Werdens überwinden und in dieser alten Welt Samadhi aufnehmen. Mit seinen Schülern pries er hingebungsvoll den höchsten Herrn, verließ das Tor der Erdenwelt und richtete seine Gedanken auf den ewigen Zugang zum Ungeteilten.

Anmerkung: Die Schlusswendung über Tor beziehungsweise Zugang ist mehrdeutig; sie verbindet das Verlassen der Welt mit der Ausrichtung auf das Ewige.

Zehn Jahre Samadhi und Unterweisung über Selbstbeherrschung

3973. Nach dieser Verehrung ging er an das geordnete Flussufer nahe dem Airavata. Dort sah der Siddha die ehrwürdigen Schätze Shankha-Nidhi und Padma-Nidhi. Er suchte vorschriftsgemäß einen Ort für Samadhi, rief seine Schüler liebevoll und sagte: »Ihr würdigen Menschen, hört weiter. Ich werde in rechter Weise in Samadhi gehen.«

3974. »Mein Lieber, ich werde in Samadhi hinabsteigen und bis zum Ende von zehn Jahren darin bleiben. Nach dieser Zeit werde ich herrlich in die Welt zurückkehren. Haltet euch an der Stätte auf. Ihr werdet auf Erden unzählige Wunder sehen. Das aufrichtige Wort des Siddha wird nicht unwahr.«

3975. »In dieser trügerischen Welt gibt es viele Menschen, die in eigennütziges Handeln verstrickt sind. Sprecht nicht offen mit ihnen und zeigt ihnen nicht die Feinheiten des Vedanta. Erklärt ihnen weder das reine Kaya-Karpa noch dessen geheime Verfahren. Sie werden Nähe herstellen und nach Antworten fragen. Sagt es ihnen nicht und lasst euch niemals dadurch erfreuen.«

3976. »Sie werden schmeichelnde Worte sagen und sich in täuschenden Gruppen sammeln. Sie werden feste Erkenntnis verlangen und berauscht von Milchnektar sein. Sie werden viel Verwirrendes reden, streiten und nach der Grundlage fragen. Mein Lieber, sie werden listige Mittel ersinnen, um euch durch eben diese Grundlage zu vernichten.«

Anmerkung: Die Verbindung des Milchnektar-Rausches mit dem Auftreten der Fragenden ist sprachlich unsicher.

3977. »Teilt die geheime Kunst in eurem Inneren nicht mit unreifen und eigennützigen Menschen. Tretet mutig in den Zustand des Shiva-Yoga ein und reift darin beständig. Verlasst den schlechten Weg und gebt euch aufrichtig dem guten hin. Mächtiger, mit Selbstbeherrschung in der Welt zu leben, das ist Einsicht.«

3978. »Ich will noch viele Wege der Einsicht erklären; höre, mein berühmter Augenstern. Lass die Wahrheit keinen Tag zu kurz kommen. Auch du wirst ein Siddha auf Erden werden. Es gibt Gelingen, Vertrauen und Gnade; du kannst das große Meer des Vedanta überwinden. In allen Richtungen wird man dich preisen, und du wirst an der Spitze der vortrefflichen Schüler stehen.«

Sundaranandas Rückkehr und die Zeichen am Felsen

3979. »Einsichtiger Tamarananda, sei auch du ein verständiger Mensch auf Erden. Bleibe würdig nahe der Samadhi-Stätte, bis ich zurückkehre. Verweile hingebungsvoll nach dem vorgeschriebenen Weg, wie ich ihn erklärte. Lass die Zeit nicht nutzlos verstreichen; halte dich beharrlich am Samadhi auf.«

Anmerkung: Die Anrede டமறானந்தர் ist beschädigt und wird vorläufig als Tamarananda wiedergegeben; eine sichere Namensidentifikation ist nicht möglich.

3980. Sundarananda sprach weiter mit körperloser Stimme: »Ihr kundigen Schüler, hört alle zu. Es wird nach meinem Wort geschehen. Sundaras Aussage wird in dieser alten Welt nicht falsch, sondern wahr sein. Wenn der Felsen aufbricht, der die Stätte bedeckt, wird Sundara von Kailasa wiederkommen.«

3981. »Bei Sundaras Wiederkehr werden unzählige Wunder auf Erden geschehen. Parapari wird vor ihm stehen; die Welt wird erbeben und Licht wird erscheinen. Die weiten Welten werden dunkel, und die großen Nathas werden zittern. Menschen mit gekrümmtem Rücken, fehlenden Gliedern und gelähmten Beinen werden von ihren Beeinträchtigungen und Krankheiten befreit vor ihm stehen.«

3982. »Die Sonne wird verdunkelt dastehen, und die sieben Meere werden ihre Richtung ändern und anschwellen. Die Wunder aller vier Yugas werden zusammen sichtbar sein. Der Mond wird gegenüberstehen; auch die makellosen Himmelserscheinungen werden erzittern. Vielfach wird mit gefalteten Händen gepriesen. Die alte Welt wird ins Wanken geraten.«

Anmerkung: வருந்துதி in der dritten Zeile ist als Bezeichnung einer Himmelserscheinung unsicher; ein bestimmter Stern wird nicht ergänzt.

3983. »Kailasa und Meru werden den Augen sichtbar sein; das ist nicht schwierig. Die erforderlichen Ehrendienste werden reichlich vollzogen. Sundaras Wort auf Erden ist nicht falsch. All diese Wunder werden in der alten Welt geschehen – wahrhaftig, wahrhaftig! Höre noch von den großen Wundern an der Steinplatte meines Samadhi.«

3984. »Mein Lieber, wenn die Zeit meiner Wiederkehr kommt, wird auf dem Felsen der Tag meiner Ankunft geschrieben stehen. Ihr verständigen Nathas werdet es sehen. Wenn ihr die Inschrift erblickt, wird in der Samadhi-Stätte der Klang von Fußglöckchen ertönen. Er wird denen zuteil, bei denen noch eine frühere Verbindung besteht.«

Anmerkung: Die OCR liest 3964; die PDF-Zahlmarke bestätigt 3984.

3985. Höre: Der Tag der Rückkehr des Siddha war gekommen; auf Erden geschahen unzählige große Wunder. Vor neun Koti mächtigen Rishis trat der Siddha der vollkommenen Gestalt unter Gesang aus dem Samadhi hervor, wie eine Erscheinung des Kailasa und des Meru. Er hatte Nektar genommen; auf Erden konntet ihr liebevoll das Siddha-Licht sehen.

3986. Sobald die Schüler ihn sahen, versammelten sie sich und grüßten ihn aufmerksam mit gefalteten Händen. Sie warfen sich vielfach zur achtgliedrigen Verneigung nieder und empfingen klare Jnana-Unterweisung. Liebevoll brachten sie dem Siddha Gaben, neun Früchte und Nektar. Sie nahmen die eröffnete Unterweisung an und blieben als Edle bei ihm. Sieh die Wahrheit.

3987. Während sie so verweilten, kam der Siddha des Nadanta machtvoll in die Welt und vollbrachte unermesslich viele Wunder. Alle Worte, die er sanft gesprochen hatte, erfüllten sich auf Erden. Die Schüler konnten es zu ihrem Wohl sehen. Überall im Land war Sundaras Ruhm bekannt.

Anmerkung: Die OCR liest 3967; die PDF-Zahlmarke bestätigt 3987.

3988. Sein Ruhm wuchs sehr. Handlungen und körperlose Verkündigungen erwiesen sich als wahr, und die Wunder geschahen in der alten Welt genau nach dem Wort, das er den Dienern gegeben hatte. Nathas und Siddhas der Welt achteten Sundara hoch. Die gekrönten Herrscher senkten ihr Haupt und priesen Sundara von Kailasa.

Abschied und Begegnung am Weltende

3989. Höre nun einen weiteren Verlauf. Der vortreffliche Sundarananda lebte lange aufrichtig mit seinen Schülern in der Welt. Nach einiger Zeit erkannte er im Herzen das irdische Leben als trügerisch und sagte: »Ich werde wieder in Samadhi gehen.«

3990. Sundarananda beschloss klar, erneut in den schönen Samadhi einzugehen, und nahm mutig von den Schülern Abschied: »Mein Lieber, ich gehe geordnet hinein. Ihr alle sollt auf Erden nahebei bleiben und bis zur Zeit meiner Wiederkehr gütig und erwartungsvoll ausharren.«

3991. »Bleibt eine Zeit lang bei der Samadhi-Stätte, bis zum Ende der langen Weltzeit. Haltet dieses geringe Leben nicht für beständig und steht nicht verwirrt auf Erden. Wenn ich meinem Wort gemäß aus dem Samadhi zurückkomme, Schöner, verehrt mich jederzeit. Zerfällt aber der Körper mit seinen geringen Freuden, dann werden wir uns zuletzt vor dem Herrn sehen.«

3992. »Am Ende der Welt werde ich beim Herrn des Kailasa stehen. An dem Tag, an dem diese alte Welt ihr Ende erreicht, werdet ihr mich sehen können, mein Lieber. Alle Ordnungen des Rechts werden bei den Devas nach dem vorgesehenen Verfahren vollzogen. Am Ende der langen Weltzeit werde ich die ganze Schülergemeinschaft wiedersehen.«

3993. »Was nützt es, in der Welt zu bleiben? Mein Lieber, ich habe den Körper hinter mir gelassen. Ich habe die Bindung aufgegeben und auch das Verlangen nach den Nathas dieses Landes losgelassen. Selbst wenn man noch in der Welt lebt, ist die goldene Welt bleibender Anteil. Das körperliche Leben ist trügerisch; beständig ist die Heimstatt, die Moksha heißt.«

Anmerkung: Die Wendung über die goldene Welt als காணி, »Anteil/Besitz«, ist im Zusammenhang nicht näher erläutert.

3994. »Alles in dieser Welt ist trügerisch; keiner von denen, die fest darin lebten, ist geblieben. Selbst das Buch, das der königliche Guru verkündete, ist unwahr. Auch die Welt wird eines Tages vergehen. Die sieben Meere, ihre Wogen, die Höhen und Berge werden unsichtbar werden. Die große Welt wird zerfallen, und niemand, der sie gesehen hat, wird bleiben.«

Anmerkung: Auch die PDF-Vorlage auf Seite 523 druckt 2994. Die Strophe wird nach ihrer Stellung zwischen 3993 und 3995 als 3994 geführt; dies ist eine Berichtigung der Vorlagenzählung, nicht nur der OCR.

3995. »Keiner bleibt. Nathas und Siddhas sind alle gestorben, mein Lieber. Die mühevolle Geburt hat aufgehört; das All mit allem Beweglichen und Unbeweglichen erscheint nicht mehr. Selbst der mächtige Atman ist nicht zu sehen. So verhält es sich mit der großen Welt. Um es auszusprechen, gibt es weder Zunge noch Vers. Ein Siddha ist, wer die alte Welt hinter sich gelassen hat.«

Abschluss des vierten Kandas

3996. Als junger Siddha geboren, durchwanderte ich durch Kalangis Gnade mit der Kulikai Osten und Südosten, Südwesten und Süden, Westen und Nordwesten sowie den wohlgeordneten Nordosten. Rein, hingebungsvoll und erfolgreich zog ich umher und sah das Licht der Mutter des Vedanta.

Anmerkung: Die Aufzählung nennt sieben Richtungen; Norden wird in dieser Strophe nicht ausdrücklich genannt und nicht ergänzt.

3997. Mit jener Kulikai durchwanderte ich ganz Kailasa, sodass die Menschen der Erde mich priesen. Durch Kalangis gnädigen Blick sah ich alle Wunder des Weltalls, mein Lieber. Um diese Wunder der Welt zu erklären, sang ich freudig das Sapta Kandam. Wie ein gewaltiger Sturm verkündete ich die Siebentausend den Menschen der Welt.

3998. Dies ist der vierte Kanda des würdigen großen Werkes der Siebentausend. In diesem Sapta Kandam habe ich die Organe und inneren Werkzeuge zusammengetragen. In den sieben ausführlichen Kandas lassen sich alle ersehnten Gegenstände finden. Dieses Buch wurde für die Menschen Cinas und der Welt würdig dargelegt.

3999. Dieses Buch ist der vierte Kanda des sorgfältig gedichteten Sapta Kandam. Niemand erklärt es wie dieses nährende Buch, mein Junge. Je tausend bilden einen Kanda; sieben Kandas ergeben das ausgezeichnete Epos der Siebentausend. Es ist ein großes Guru-Buch, ein Werk des wesentlichen Gehalts. Der große vierte Kanda ist vollendet.

Anmerkung: Die Vorlage endet hier mit 3999 und setzt auf PDF-Seite 525 mit 4001 ein. Eine Strophe mit der Nummer 4000 ist an dieser Teilgrenze nicht vorhanden; es wird nichts ergänzt.

Deutsche Übersetzung: Fünfter Teil

Der vierte Teil endet mit 3999; die Vorlage setzt ohne Nummer 4000 mit dem fünften Teil ein.

Schutzanrufung und Beginn des fünften Kandas

4001. Mögen die ursprüngliche Shakti und das Höchste schützen! Möge Uma schützen, deren Name im ganzen All berühmt ist! Möge das Licht des höchsten Glanzes, das rechte Ordnung ist, schützen! Möge der schützen, der alle Welten umfasst! Möge der höchste Herr schützen, der den Halbmond im verfilzten Haar trägt! Möge Shesha schützen, der in der Unterwelt lebt! Mögen die Füße des leuchtenden Kalangi schützen! Rein habe ich mich vor ihnen verneigt: Mögen diese Füße schützen!

4002. Ich habe mich vor Kalangi Nayars Füßen verneigt und die wohlgeordneten heiligen Füße ehrerbietig gegrüßt. Entschlossen habe ich sieben Kandas verkündet; jeweils tausend bilden einen Kanda. Bogars Siebentausend gleichen einem Edelstein: Sieh dieses große, gewaltige Buch, mein Lieber. Nach der Zählung ist dies der fünfte Kanda. Viel Einsicht über die Welt lässt sich darin gewinnen.

4003. Erkenne: Dieser fünfte Kanda enthält die Wunder der Erde. In ihm finden sich Berge, Höhlen und Meere, unbekannte Waldflüsse und Hügel sowie die klaren sieben Ströme. Alle Wege Cinas werde ich, Bogar, ordnungsgemäß erklären.

Die sieben Meere und Inseln

4004. In diesem fünften Kanda lässt sich die ganze Größe der Meere darlegen. Ich werde davon sprechen, nachdem ich die Füße meines königlichen Herrn und Gurus Kalangi Nathar verehrt habe. Mit Manonmani vor mir sang ich Bogars Siebentausend. Ihr erhabenen Nathas, hegt keinen Zorn gegen mich und verzeiht mir.

4005. Die Erde, Prithivi genannt, bildet ein Viertel der Welt. Die sieben Meere, mein Lieber, können als die übrigen drei Viertel bezeichnet werden. Durch Kalangis Gnade nahm ich, sein geringer Diener, die Kulikai. Es gibt ein Meer von klarem Nektar: das heilige Milchmeer.

4006. Mit der Kulikai durchwanderte ich auf Erden die sieben Meere in ihrer unermesslichen Ausdehnung. Ich verließ das Meer bei Cina und sah auch das große heilige Milchmeer. Ich zog durch alle acht Richtungen, mein Lieber, und sah die anderen Ozeane. Ich sah das dichte Ghee-Meer und auch deutlich das Salzmeer.

4007. Nachdem ich das Salzmeer überquert hatte, sah ich das mächtige Joghurtmeer. Ich sah das Meer berauschenden Trankes und den weiten Zuckerrohrsaft-Ozean. Ich erblickte auch das schöne Süßwassermeer, das im ganzen All gepriesen wird. Dann stieg ich mitten in das Meer hinab, das Krishna bewohnt, der eine frische Tulasi-Girlande trägt.

Anmerkung: கறுப்பன் wird im Zusammenhang der sieben Meere als Bezeichnung des Zuckerrohrsafts verstanden; die Wortform ist beschädigt.

4008. Ich stieg in die Mitte des schönen Meeres hinab, in dem Krishna ruht. Dort sah ich das heilige Banyanblatt, mein Lieber, und stellte mich mithilfe der Kulikai darauf. Durch die Macht der wirksamen Kulikai gelangte ich hinauf und zurück. Wie ein Vogel ohne Flügel flog ich ruhmreich durch ihre Kraft.

4009. Ich sah die sieben Meere und die schönen sieben Inseln. Ich sah die Insel Jambu, die strahlende Insel Lakshamar, die Insel Cet und die zugehörige Krauncha-Insel. Ich sah eine Insel im kreisförmigen Meer und die reiche Shalmali-Insel.

Anmerkung: Die Inselnamen இலட்சமார் und செத்தீவு sind beschädigt und hier lautnah belassen. Sie werden nicht ohne Beleg durch Namen einer standardisierten Sieben-Inseln-Liste ersetzt.

4010. Sieh, ich sah die Insel Shalmali und die wohlgeordnete Insel Pushkara. Mit der rechten Kulikai erblickte ich alle sieben Inseln. Durch Kalangis schützende Armkraft durchwanderte ich herrlich die ganze Welt. Dann ging ich nach Cina. In der Welt sah ich nichts, das diesem Land gleichkäme.

Der Berg der sieben Rishis

4011. Mein Lieber, ich habe kein Land gesehen, das Cina gleicht. An Cinas Meeresküste gibt es einen vortrefflichen Berg und eine Höhle. Dort liegt ein Teich, zu dem Himmelsbewohner und andere herabkommen, und eine prächtige Halle. Ich nahm die Kulikai, ließ die alte Welt hinter mir und ging dorthin.

Anmerkung: வானர் kann Himmelsbewohner oder Vanaras bezeichnen; die Deutung bleibt offen.

4012. Ich ging zur Halle am Berg und legte einen langen Weg über viele Katam zurück. Dort steht ein Donnerberg, der beständige Berg der sieben Rishis. Am Berghang trug ich die Kulikai und gedachte des mächtigen Kalangi: »Königlicher, beschütze mich, so wie der Muni vom Potikai im Süden Schutz gewährt!«

Anmerkung: Die Entfernungsangabe vor காத ist beschädigt; eine konkrete Zahl ist nicht zuverlässig lesbar.

4013. Als ich um Schutz bat, gedachte ich Kalangis im Herzen und verneigte mich. Ohne an einen anderen zu denken, verehrte ich die Füße des Herrn: »Mein Lieber, beschütze mich! Sieh mich an und gewähre mir Schutz und Gnade; nimm mich liebevoll an.« So betete ich, Bogar, unter Anrufung seines berühmten Namens.

4014. Ich will noch von Wundern erzählen, mein Lieber: von den Rishis auf den mächtigen Bergen, die selbst die Könige nicht kennen. Ich sah die sieben Rishis in der Welt. Marichi Rishi befand sich auf der ersten guten Bergstufe; der außergewöhnliche Atri war auf der zweiten Stufe.

Anmerkung: Die OCR-Form வரீசி wird im erkennbaren Zusammenhang als Marichi gelesen.

4015. Angiras Rishi, Edler, befand sich auf der dritten Bergstufe. Er verweilte an seinem mächtigen Ort der Askese und übte festes Yoga-Nishtha. Auf der vierten Stufe sah ich den mächtigen Pulastya. Die fünfte Stufe war gewaltig wie ein Sturm; oben bei Shankha-Nidhi befand sich der nächste Weise.

Anmerkung: Der fünfte Rishi wird erst im folgenden Vers namentlich als Pulaha genannt.

4016. Sieh, Pulaha Rishi verweilte würdig auf jener oberen Bergstufe. Auf der sechsten Stufe befand sich der aufrichtige Bhrigu Maharishi. Auf der siebten Stufe sah ich den ausgezeichneten Vasishtha. So erblickte ich die sieben großen Rishis deutlich auf dem Berg.

Anmerkung: Die Namen புலகன், பிறகு und வரிஷ்டர் werden entsprechend ihrer erkennbaren Lautformen als Pulaha, Bhrigu und Vasishtha gelesen. Diese Siebenergruppe wird nicht an andere Saptarishi-Listen angeglichen.

4017. Ich sah die sieben Rishis in ihren königlichen Höhlen auf den mächtigen Bergen Askese üben und empfing den Segen dieser Großen. Mit sieben Arten von Kulikai, die den lieblichen Rishis zugehörten, und durch Manonmanis Gnade sah ich die sieben Stufen des Berges.

4018. Durch Kalangi Nathars Gnade trat ich vor die Rishis und empfing Jnana-Unterweisung. Sie eröffneten mir ausführlich die Organe und inneren Werkzeuge. Die königlich Schönen gaben mir dort Unterweisung. Liebevoll übertrugen sie mir das Wissen aller Künste, damit ich bestehen könne.

Anmerkung: துரைராஜ சுந்தரனார் ist hier als ehrende Bezeichnung verstanden; ein zusätzlicher Eigenname ist nicht gesichert.

4019. Sie gaben mir dies, damit ich auf Erden bestehen könne, und begegneten mir liebevoll. Sie bestätigten die Kraft der zugehörigen Kulikai und erklärten viele Caranai-Verfahren. Dann entließen mich die Siddha-Muni-Rishis des Vedanta vom Berg. Sie gaben mir viel Rat zur inneren Sammlung. Oho, die sieben Rishis sagten: »Gehe!«

Anmerkung: Caranai bezeichnet hier alchemistische Zuführungs- beziehungsweise Bearbeitungsverfahren; Einzelheiten werden in dieser Strophe nicht genannt.

Rückkehr nach Cina und die sieben Rishi-Könige

4020. Nachdem ich die Worte der sieben Rishis empfangen hatte, zog ich durch Kalangis schöne Gnade weiter. Mit der Kulikai kehrte ich nach Cina zurück. Ich begab mich an die feste Samadhi-Stätte meines Herrn Kalangi Nathar und erwies meinen Dienst. Dann stieg ich auf den Berg und sah Kamala Muni.

4021. Ich ging würdig an Kamala Munis Samadhi-Stätte und leistete dort Dienst. Mithilfe der Kulikai stieg ich rasch in die Festung Cinas hinab. Die Frauen Cinas kamen, um sich lustvoll mit mir zu vereinigen. Meinem Wunsch entsprechend waren sie voller Verlangen und umarmten mich.

4022. Durch die Kunst, die ich im Sinn hatte, geschah es wie bei den sieben Rishis, mein Lieber. Nach dem vorgesehenen Willen erschienen sie in voneinander unterschiedenen Rishi-Gestalten. Durch den Segen, den jene gegeben hatten, wurden dort die ausgezeichneten sieben Rishis geboren. Man kann sie Deva-Rishis nennen; sie wurden auf Erden wie Könige geboren.

Anmerkung: Die zweite Zeile ist beschädigt und ihre Subjektführung unklar. Der Übergang von der Vereinigung mit den Frauen zu den Geburten bleibt erkennbar, wird aber nicht durch zusätzliche Einzelheiten ergänzt.

4023. Die großen sieben Rishis wurden als Könige geboren, um Cina zu regieren. Wie entsagende Erkennende herrschten sie über das ganze Land. Nachdem sie lange dort gelebt hatten, ließen sie das weltliche Leben hinter sich. Mit einer Erkenntnis so rein wie frisch gemolkene Milch blieben sie sehr lange auf Erden.

4024. Sie blieben unermesslich lange, bis zum Ende des Yuga, und führten in der schönen Festung Cinas die Regierung. Sie nahmen großes Kaya-Karpa und gingen geordnet in Samadhi ein; darin verweilten die Siddhas fest. Die Festung hatte sieben Mauerringe und sieben große Haupttore.

4025. An jedem der sieben Haupttore stieg ein Siddha in Samadhi hinab. An jeder Seite eines ehrwürdigen Tores war die Samadhi-Stätte von großer Bedeutung. Ohne dass ihre Körper zusammensanken oder vergingen, ruhten sie vor den Toren der mächtigen Festung. Ich sah alle sieben Samadhi-Stätten und näherte mich geordnet der Schülergemeinschaft.

4026. Unzählige Menschen kamen heran und stellten sich unmittelbar vor mich. Sie nahmen eine als Kurungkai bezeichnete Gabe auf und trugen sie auf dem Kopf. Sie erwiesen mir viele Ehren und fragten geordnet: »Wo bist du die ganze Zeit gewesen? Dass du so kraftvoll zurückgekommen bist, ist ein Wunder!«

Anmerkung: Die Bezeichnung குருங்கையென்ற காமம் ist beschädigt; Art und Inhalt der auf dem Kopf getragenen Gabe lassen sich nicht sicher bestimmen.

4027. Sie sprachen viel von diesem Wunder: »Mein Gott, wir dachten die ganze Zeit, dein Körper sei vergangen. Dass du so machtvoll zurückgekehrt bist, ist erstaunlich. Doch dies ist ein guter Leib, der Kaya-Karpa genommen hat. Durch Kalangis Gnade ist es uns bestimmt, dich wiederzusehen.«

4028. Viele Menschen versammelten sich und kamen freundlich zu mir, mein Lieber. Ich berichtete ihnen geordnet von den Wundern, die ich gesehen hatte, und von allen Yoga-Wegen. Die Menschen in Cina staunten und blieben aufmerksam bei mir. Dann verließ ich mit der Kulikai die Samadhi-Stätten der gekrönten Könige.

Pferdegesichtige Bewohner und der Airavata

4029. Ich brach von Cinas Meeresküste auf, nachdem ich all die berühmten Wunder gesehen hatte. Mit der Kulikai zog ich mutig nach Norden zum heiligen Milchmeer. Dort sah ich andersfarbige, kräftige Menschen, deren Gesichter langen Pferdeköpfen glichen, mein Lieber. Edler, solche Wesen leben in der Welt.

4030. Sie lebten auf Bergen und Felsen. Ich stieg in jenes schöne Gebiet hinab und näherte mich ihnen freudig und mutig mit der Kulikai. Dort gab es einen mächtigen Berg mit einer Höhle, den man Airavata nennen kann. Ich sah diesen vortrefflichen Berg, der sieben Stufen hoch aufragte.

4031. Mit Fragen im Herzen zog ich kraftvoll mit der Kulikai weiter. Oben lag ein unzugänglicher Felsen; lässt sich seine Ausdehnung in Yojanas beschreiben? Viele Diener, Munis und Siddhas wurden meinen Augen sichtbar. Sie erblickten mich wie einen stürmischen Ankömmling und fragten geordnet, wer ich sei.

Anmerkung: Die Eingangsform என்வனத்தில் und die Wendung über die Ausdehnung des Felsens sind beschädigt; eine sichere Entfernungszahl ist nicht vorhanden.

4032. Die Siddha-Munis fragten mich gnädig: »Wer bist du, der du so machtvoll mit einer Kulikai hergekommen bist, sanftmütiger Junge?« Ich antwortete ausführlich, ich sei Kalangis Schüler. Darauf segneten mich die großen Siddhas, Munis und Rishis und gaben mir reichlich Jnana-Unterweisung.

Die Einsiedelei der sieben Jungfrauen

4033. Ich blieb eine Zeit lang würdig bei den Siddhas. Im Wald des äußersten Nordens gab es einen Hain und einen Teich. Ich erkundigte mich nach dem Ort, Edler, und wollte die Einsiedelei sehen. »Wie heißt dieser Ort und diese Wohnstatt?«, fragte ich. Sie sagten: »Dies ist die Stätte der sieben Jungfrauen.«

4034. Als sie mir die Stätte nannten, begegneten sie mir, ihrem geringen Besucher, liebevoll: »Die Einsiedelei der gepriesenen sieben Jungfrauen lässt sich nicht vollständig beschreiben. Dort wohnen die mondgleichen sieben Jungfrauen; es ist eine große Einsiedelei göttlicher Frauen. Wer um des höchsten Ziels willen dorthin gelangt, findet alles. Doch niemand auf Erden wagt es hinzugehen.«

4035. »Selbst wenn jemand hingeht, werden die Jungfrauen den Menschen verfluchen, mein Lieber. Er fällt dadurch Yama zum Töten zu; aus ihrem Zorn entsteht der Fluch. Gehe nicht dorthin, zu den berühmten sieben Jungfrauen. Überschreite die Grenze nicht, mein Sohn!« So warnten sie mich nachdrücklich.

4036. Ich ging zunächst nicht weiter, sondern fragte nochmals liebevoll nach. Dann sagte ich: »Mit der Kulikai werde ich vor den sieben Gefährtinnen stehen wie ein Körper, dessen Atem ruht. Ich werde die Frauen mit dem dichten Haar sehen, mit ihnen sprechen und wohlbehalten zurückkehren.«

Anmerkung: Die OCR liest 4336; die Strophe wird nach ihrer Stellung zwischen 4035 und 4037 als 4036 geführt. Das Verb vor dem Gespräch ist mehrdeutig und kann auch ein listiges Vorgehen andeuten.

4037. Die asketischen Munis und Rishis hörten meine Worte, die Worte eines jungen Menschen. Sie nahmen meinen tiefen Atemzug wahr, sprachen mir freundlich zu und erklärten, wie ich auf den Berg gelangen könne. Sie gaben mir reichlich Segen und entließen mich, ihren Diener, zum Gelingen. Ich löste mich von ihnen und zog mit der Kulikai weiter.

4038. Ich gelangte zur Einsiedelei und stieg in den großen Hain hinab. Nahe einem Quellbecken kam ich herab und blieb stehen; die goldenen sieben Jungfrauen sahen mich. Die liebliche Einsiedelei Ahalyas war die erste Stätte, der erste Hain. Draupadi gehörte zur zweiten Stätte; danach folgte die große Stätte Sitas.

4039. Sitas Stätte war die dritte, Taras ausgezeichnete Stätte die vierte. Mandodari gehörte zur fünften und die große Shamali zur sechsten. Danach werden Kandirauda und Shiramali genannt. So waren es die sieben geordneten Jungfrauen, sieben geschmückte göttliche Frauen. Mit der Kulikai sah ich sie dort.

Anmerkung: Die letzten Namensformen காந்திரெளதா சிறமாலி sind beschädigt; ihre Trennung und Zuordnung zur siebten Stelle sind unklar. Die Siebenzahl wird bewahrt, ohne aus einer anderen Überlieferung Namen einzusetzen.

Gespräch, Fluchlösung und verwandelnde Salbe

4040. Ich sah sie, sprach mit ihnen und erfragte alle Wunder des Kali-Yuga. Ich fragte nach dem wolkenfarbenen Acyuta. Viel wurde dort von den Angelegenheiten der unzähligen Frauen berichtet. Durch die Gnade der Mutter des Vedanta kamen auch die fünf verschwägerten Gefährten zur Sprache; man erkundigte sich nach ihrem Wohlergehen.

Anmerkung: Die Sprecher- und Subjektwechsel der zweiten Hälfte sind beschädigt. Der folgende Vers nennt ausdrücklich die fünf Pandavas.

4041. Sie fragten nach den Ereignissen des Kali-Yuga und den berühmten fünf Pandavas: Wo seien sie zu Beginn dieses Zeitalters gestorben? Als sie mich ausführlich befragten, erklärte ich: Sie hatten unermesslich lange dort gelebt; zu Beginn des heftigen Kali-Yuga gingen sie an einen Ort der Erde, der den Augen entzogen ist.

Anmerkung: Die letzte Ortsangabe ist mehrdeutig; eine bestimmte Himmels- oder Unterweltsstätte wird nicht ergänzt.

4042. Ich berichtete ihnen von diesem Fortgang. Sie begegneten mir liebevoll. Selbst wenn Siddhas, Munis oder Rishis mir auf Erden einen Fluch auferlegen sollten, wollten sie mich nicht verfluchen, sondern gewährten mir entschlossen einen Segen.

Anmerkung: Diese Strophe enthält in der vorliegenden Textfassung nur drei Verszeilen; ein fehlender weiterer Wortlaut wird nicht ergänzt.

4043. Die sieben Jungfrauen lösten den Fluch, segneten mich vollständig und gaben mir kraftvolle Weisung für die Reise durch die ganze Erde. Vertraulich erteilten sie mir viel Unterweisung und erläuterten die feinsten Geheimnisse klar. Sie gaben mir eine verwandelnde Salbe und sagten: »Gehe wohlbehalten nach Cina!«

4044. Darauf gedachte ich Kalangi Nathars und machte mich auf den Weg nach Cina. Mit der Kulikai zog ich, sein Diener, weiter und kam wohlbehalten dort an. Den Menschen Cinas erzählte ich genau die ganze Begebenheit. Sie empfanden darüber große Freude im Herzen.

Anmerkung: Das einleitende Wort மூன்றுமே in der dritten Zeile ist im Zusammenhang unklar und wird nicht als gesicherte Dreizahl von Ereignissen ausgelegt.

4045. Ich schilderte den Menschen Cinas die rechte Art der sieben Jungfrauen: wie sie mir eine feste Zusage gegeben und den Fluch aufgehoben hatten. Sie hatten mich zur Heimkehr entlassen und dem Edlen den Zusammenhang von Anfang und Ende erklärt. Sie segneten mich: »Möge dein Name leben; mögest du jederzeit in Würde bestehen!«

Manonmanis Halle im äußersten Norden

4046. Danach verließ ich Cina wieder mit der vortrefflichen Kulikai. Ich gelangte jenseits des Joghurtmeeres, mein Lieber, in einen geeigneten Wald des äußersten Nordens. Ich ging vertraut dorthin und sah eine reine Einsiedelei. In ihrer Mitte befand sich eine schöne Halle mit Wasserläufen.

Anmerkung: ஆயக்கால் beziehungsweise வாயக்கால் ist in diesen Stellen nicht durchgehend eindeutig; »Wasserläufe« bleibt eine vorläufige Lesung.

4047. Diese Halle war eine wunderbare Bilderhalle in einem Land, das selbst vortreffliche Siddhas nicht kennen. Mein königlicher Herr Kalangi Nathar hatte mir davon berichtet: In dem großen Wald des äußersten Nordens liegt die prächtige Halle mit Wasserläufen. Sie ist Manonmanis Wohnstätte. Wunderbar ist diese Halle der Devi.

4048. In der Halle war eine unnahbare Schar von Devas und Rishis, mein Lieber. Ich vertraute Kalangis Wort als wahrer Aussage für die Welt. Mit der Kulikai zog ich in den Wald des äußersten Nordens und betrat entschlossen die Einsiedelei. Dort sah ich den Ort der Mutter des Vedanta.

4049. Ich sah die mächtige Einsiedelei, in der Manonmani thronte. Als ich die unnahbare Heerschar der Rishis erblickte, fürchtete ich mich. Rishis, Munis und Siddhas als Diener umgaben sichtbar die Stätte. Der wolkenfarbene Acyuta stand vorn. Unzählige sah ich dort.

4050. In Manonmanis Einsiedelei sah ich viele Koti, neun Koti Rishis, die sie beständig bewachten und umgaben. In der kostbaren Einsiedelei der neun Edelsteine lag ein heiliger Teich. Dort befanden sich viele Menschengruppen. Zwölftausend Alvars sah ich geordnet Askese üben.

Anmerkung: Die nähere Bezeichnung der Alvars in der letzten Zeile ist beschädigt; die Zahl zwölftausend steht ausdrücklich in der Vorlage.

4051. Ich sah Manonmanis Teich. Wer sonst könnte ihn erblicken? Die Alvars, als Diener bezeichnet, standen am Teich und hielten entschlossen Wache. Manonmani, deren Haar von Bienen umschwärmt wird, tanzte am Teich der frühlingsgleichen Edelsteinhalle. Alle Diener versammelten sich ehrerbietig und empfingen Manonmanis Schau.

Manonmani schauen: Gestalt und Lichterscheinung

4052. Ich, der Diener, kam mit der Kulikai und sah liebevoll die Schülergemeinschaft. Bei den Rishis, welche die Einsiedelei ringsum gewissenhaft bewachten, trug ich die Kulikai bei mir. In der Mitte des Teiches stieg ich würdig in die große Wasserhalle hinab.

4053. Als die Rishis und Munis mich sahen, eilten sie aufgeregt herbei und fragten: »Wer bist du?« Erschrocken gedachte ich des starken Kalangi Nathar und sagte freundlich: »Ich bin Kalangis Schüler.« Die Nathas, diese Siddha-Lichter, erbebten. »Ich bin auf Erden mit der Kulikai gekommen, um die geliebte Manonmani zu schauen.«

4054. Als ich dies sagte, segneten mich die Rishis ehrerbietig. Sie zeigten mir würdig einen Ort, von dem aus Manonmani zu sehen sei. Liebevoll nahmen sie mich mit, stellten mich vor die Einsiedelei und erklärten mir das Verborgene. Ich schaute aufmerksam und wandte mich wieder zurück.

4055. Ich wandte mich erneut zu Manonmani, um sie zu sehen, blieb eine Zeit lang und erforschte das Verborgene. In der kostbaren Einsiedelei aus Gold und neun Edelsteinen sah ich Manonmanis schönen Thron. Die Gestalt der blumengeschmückten Frau, um die Bienen kreisen, erschien meinen Augen. Ich sah einen süßen Regen wie von Zuckerrohrsaft und Honig. Der Teich glich dem Kailasa-Berg.

Anmerkung: Der folgende Vers unterscheidet diese Erscheinung ausdrücklich vom unmittelbaren Sehen Manonmanis.

4056. Ich stand nahe bei dem Teich, mein Lieber, doch Manonmani selbst hatte ich nicht gesehen. Ich sah nur ein Lichtgebilde, das ihrer Gestalt glich. Die goldene Einsiedelei überschaute ich in großer Ferne. Mein Lieber, ich erblickte den wunderbaren Teich und die klare Halle.

4057. Ich sah die Wasserhalle und eine kristallene Pannaga-Halle. Ich sah den heiligen Blumengarten und den strahlenden Tanzraum. Unzählige Rishis und Munis, Heerscharen und neun Koti Siddhas erblickte ich. Die Alvars waren nicht zu zählen. Dies ist die geordnete Größe des äußersten Nordens.

Anmerkung: பன்னகச்சாலை kann wörtlich eine Schlangenhalle bezeichnen; eine bestimmte bauliche oder rituelle Funktion ist nicht gesichert. Auch das Attribut der Alvars ist beschädigt.

4058. Ich will einen weiteren Gesichtspunkt erklären; höre, würdiger Pulippani. Mein königlicher Herr Kalangi Nathar lebte sehr lange in der Welt. Doch Manonmani, die liebliche Devi, die jede gewünschte Gestalt annimmt, sah er nicht ein einziges Mal. Außer dem Licht Paraparis sah er die göttliche Gefährtin niemals.

4059. »Ich habe sie nicht gesehen«, sagte Kalangi Nathar mir eindringlich. Lange wartete er auf die gewünschte Schau der Gnade der Mutter des Vedanta. Unermesslich lange wollte er auf Erden Manonmanis wahre Gestalt sehen. Er nahm Kaya-Karpa und lebte lange als Asket.

4060. In Askese verweilte er im reinen Bewusstsein und nahm auf Erden reichlich Mondnektar in sich auf. Er überwand die Bindung des Werdens und blieb unermesslich lange geordnet in Samadhi. Sehnlich wünschte er, das Meer Shivas zu schauen, und harrte mutig darin aus. Doch auch als er aus dem Samadhi hervortrat, sah er Manonmani nicht auf Erden.

4061. Höre noch einen Gesichtspunkt. Unzählige Siddhas gibt es in der Welt; Manonmani selbst sahen sie nicht. Sie sahen aufrichtig ein Licht, das Jyoti genannt wird. Als sie den Zustand der vollkommenen Gestalt schauten, erschien eine lichtvolle Erscheinung. So, wie sie Manonmani im Herzen vorgestellt hatten, zeigte es sich ihnen wie eine göttliche Schau.

Rameshvaram, Dhanushkodi und Sitas Bildnis

4062. Höre, Pulippani, mein Sohn. Mit der Kulikai durchwanderte ich die alte Welt und sah das mächtige Meer von Dhanushkodi bei Rameshvaram, das hier als windstill bezeichnet wird. An der Küste im unteren westlichen Bereich, nahe dem südlichen Potikai, liegt ein Ort, an dem riechende Muscheln entstehen. Mitten im Meer sah ich eine Sandbank.

Anmerkung: தனக்கோட்டி wird im Zusammenhang mit Rameshvaram als Dhanushkodi gelesen. Die Richtungs- und Ortsbeziehungen folgen der Erzählung, ohne moderne geographische Korrektur.

4063. Mitten im Meer sah ich einen mächtigen Felsen, ein festes Gebilde. Dort gab es eine würdige Halle des königlichen Krishna, der eine frische Tulasi-Girlande trägt. Ich sah die Wohn-Einsiedelei des wolkenfarbenen Shri Rama und der Devi Sita. Es gab einen Teich mit weißen Lotusblüten, einen heiligen Ort und eine erhabene Höhle.

4064. Ich sah die anmutige Sita als kunstvoll von Hand gefertigte Statue aus vortrefflichem, hartem Vajra-Stein. Menschen, die im Meer von Mukavai am Setu badeten, schmückten Tag für Tag die berühmte Devi Ramas, Sita Piratti, und verehrten sie mit heiligem Wasser.

Anmerkung: Die Bezüge von முகவை und சேதுபதி sind nicht völlig eindeutig. »Am Setu« bleibt eine vorläufige Ortslesung; ein bestimmter Herrscher wird nicht vorausgesetzt.

4065. Sie vollzogen die Puja für das Rama-Lingam und fuhren mit einem Boot hinaus, um die Gestalt von Shri Ramas Gemahlin zu sehen. Auch reine Munis, Siddhas und Rishis fuhren ehrerbietig mit Booten dorthin. Liebevoll kamen und gingen sie, um die Puja vor dem Bildnis zu vollziehen.

Die Einsiedelei im Wald und der höchste Guru

4066. Höre einen weiteren Bericht. Zur linken Seite des mächtigen Dhanushkodi liegt eine außergewöhnliche Einsiedelei, eine Höhle tief im Wald. Dort befindet sich ein königsgleicher Rishi, ein Siddha, der Guru und Swami genannt wird. Mit der Kulikai ging ich wohlbehalten in diesen Wald hinein.

4067. Ich betrat die dortige Einsiedelei. Oho, dort gab es Nathas und Siddhas! Unzählige Siddhas wurden Kallar genannt; ihr Ruhm auf Erden war groß. Mit der Kulikai trat ich vor einen Siddha, der klarem Nektar glich. Als die Siddhas und Munis mich sahen, fragten sie mich: »Wer bist du?«

Anmerkung: கள்ளர் kann »Diebe« oder eine Gruppenbezeichnung sein. Da die Stelle zugleich ihren hohen Rang betont, bleibt Kallar hier ohne festgelegte soziale Zuordnung stehen.

4068. Ich antwortete den Siddhas: »Ich bin der Schüler des machtvollen Kalangi. Ich kam, um Dhanushkodi zu sehen, und schaute ehrerbietig die Devi Sita. Danach zog ich mit der Kulikai zur linken Seite und fand hier diese geeignete Einsiedelei. Voll Verlangen stieg ich mit der Kulikai herab und erblickte das Siddha-Licht des Nadanta.«

4069. Die Rishis und Munis sahen mich und gaben mir aufmerksam eine feste Zusage. Sie erzählten von den Wundern des Alls, den Himmelsrishis und den Devas, mein Lieber. Ich, Bogar, sah jene Rishis, die in allen Welten gepriesen werden. Die Gemeinschaft der Siddhas, Munis und Rishis, verbunden mit dem reichen Tamil, erklärte mir würdig die Ordnung.

4070. Ich hörte ihre geordneten Worte und ging freudig mit der Kulikai weiter in der Einsiedelei. Ich näherte mich liebevoll dem dort wohnenden höchsten Guru-Rishi, um ihn zu sehen. Als ich zu ihm kam, blickte der würdige Rishi mich an, sah in mein mondgleiches Gesicht und sprach auf rechte Weise zu mir.

4071. Der höchste Guru-Rishi sagte: »Junger Mann, wohin bist du gekommen? Königlicher, warum kommst du mit der Kulikai hierher? Du bist auf verkehrte Weise gekommen, mein Lieber. Die Siddhas mit ihrem lang anhaltenden, heftigen Zorn werden dich verfluchen. Warum bist du gerade jetzt, zu dieser ungelegenen Zeit, gekommen?«

4072. Der höchste Guru-Rishi sah Bogars schönes Gesicht an und sagte: »Junge, wie ein abgestorbener Baum wieder ausschlägt, so bist du liebevoll hierhergekommen. Deshalb werde ich dir bestimmt einen Segen geben.« So sprach der Rishi geordnet zu mir. Ich empfing Segnungen, die in allen acht Richtungen Ruhm bringen sollten, und verließ die Einsiedelei.

4073. Ich kam an Dhanushkodis Meeresküste und sah den würdigen Shankara namens Shambhu. Als ich mit der Kulikai an der Küste entlangzog, erzählte mir Shambhu Shankara ausführlich von den Begebenheiten um den zuvor genannten höchsten Guru. Ich hörte seinen altehrwürdigen Bericht.

4074. Ich hörte auch von der Perlen-Einsiedelei und näherte mich dem mächtigen Meer. Dieses Meer birgt Perlen, mein Lieber; der weite Ozean enthält viele Geheimnisse. Die begehrten vollkommenen Perlen entstehen in Muscheln dieses klaren Meeres. Es ist das Meer, an dem Siddhas, Munis und Rishis verweilen und davon erzählen.

Shambhus Einsiedelei und Vadivelars Tempel

4075. Auf einem Felsen mitten im Meer liegt die mächtige Einsiedelei Shambhu Maharishis. Dort gibt es eine große Halle mit Wasserläufen und die schöne Festung Kallazhagars. Auch eine kraftvolle Stätte der Devi und ein großer Tempel Vadivelars sind vorhanden. Auf der westlichen Seite liegt ein Teich. Dies ist Shambhus besondere große Wohnstatt.

4076. Viele Wunder gibt es auf diesem bewohnten Felsen. Die wohlgefügte Festung heißt Kallar-Festung. Lässt sich die große Einsiedelei des mondgleichen Shambhu Maharishi vollständig beschreiben? Unzählige Menschen kommen und gehen, preisen ihn und empfangen seine Schau. Unzählige kommen auf Erden, um zum höchsten Ziel den Tempel Vadivelars zu sehen.

4077. Unzählige Menschen begeben sich gesegnet zur Einsiedelei. Mit duftenden Mullai- und Iruvatchi-Blüten verneigen sie sich ehrerbietig und falten die Hände. Viele verehren den Guru Shambhu Maharishi dreimal täglich. Danach gehen sie freudig zum Tempel, um Vadivelar in seiner Gestalt zu schauen.

4078. Unzählige verlassen die Einsiedelei und gehen zum mächtigen Vadivelar-Tempel. Dort vollziehen sie reichlich Arcana. In der blütenreichen Pannaga-Halle pflücken sie viele kostbare Blumen. Zusammen mit süßen Früchten verschiedener Art verreiben sie die Gaben und vollziehen die Puja.

Anmerkung: நவதாதுகனிகள் ist beschädigt; die Art beziehungsweise Zahl der Früchte ist nicht gesichert. Eine bestimmte Rezeptmischung wird nicht ergänzt.

4079. Ich sah diese rituellen Handlungen und kam nach Dhanushkodi. Durch die Zuneigung Shambhu Maharishis ging ich nochmals hin und zurück. Ich betrat die ersehnte Einsiedelei, neigte als Diener mein Haupt, rezitierte das Pranava und verneigte mich erneut ehrerbietig.

Anmerkung: Die OCR-Form பிணவம் ist hier im Rezitationszusammenhang als பிரணவம், Pranava, gelesen.

4080. Ich verehrte die heiligen Füße des Rishi, sprach viele Lobpreisungen und faltete die Hände. Ich bat, mich Jungen davor zu schützen, dass mich ein unabwendbarer Fluch treffe. Weinend senkte ich mein Haupt und gedachte liebevoll Kalangis. Unerschütterlich verneigte ich mich vor den Füßen. Sieh, er gewährte mir aufrichtig einen Segen.

4081. Mit der Kulikai versehen, kehrte ich gesegnet von Shambhu zurück. Ich sah das Land der Perlen und den weiten Ozean. Ich sah das ausgezeichnete Meer, in dem Perlen in Muscheln wachsen. Edler, ich will von dem Reichtum berichten, den ich bei der Einsiedelei des höchsten Guru-Rishi erblickte.

Pandya-Land, Yoga und die Unvergänglichkeit des Atman

4082. Höre weiter von diesem reichen Weg. Im Norden von Dhanushkodi sah ich den Felsen als bewohnte Stätte und den sanftmütigen Shambhu Maharishi. Es gibt einen Teich und das Leben der Siddhas; nichts in der Welt gleicht ihm. Neun Arten Früchte und neun Getreidearten wachsen auf dem Felsen. Dies ist das Pandya-Land.

4083. Ich sah dieses reiche Pandya-Land, die Einsiedelei von neun Koti Rishis und Munis. Es ist ein Waldland asketischer Weiser, das die Menschen der Erde nicht kennen. Nur einer unter unzähligen, bei dem noch eine frühere Verbindung besteht, wird diesen kraftvollen Ort schauen. Auch er wird auf Erden ein Siddha sein.

Anmerkung: Die Bezeichnung des geschauten Ortes in der letzten Zeile ist beschädigt.

4084. Welchen Gewinn hat selbst eine Geburt als Siddha, wenn die rechte frühere Verbindung fehlt? Man muss Kandas Stätte erlangen; auf Erden erhält sie der vom Schicksal Begünstigte. Man soll die Jnana-Unterweisung und ihre feinsten Geheimnisse verstehen. Ein Yogi ist, wer nicht wie ein Verrückter lebt, sondern in höchster Seligkeit in dieser weiten Welt verweilt.

4085. Yoga lässt sich, wenn man von ihm spricht, nicht vollständig aussprechen. Er ist helles, strahlendes Licht. Verweile geordnet im Zustand reinen Bewusstseins und verehre liebevoll zu jeder Zeit. Frei von Kummer im Samadhi, ohne Verlangen nach der Täuschung der alten Welt, bedenke Manonmani im Herzen und stehe im offenen, grenzenlosen Raum.

4086. Verweile fest in diesem Zustand und sprich das weite Pranava. Wie eine fest eingelassene Steinsäule bleibe jederzeit unerschüttert im Samadhi. Höre die Worte des Gurus, handle entsprechend und halte an der Erkenntnis fest. Die vielen Unterscheidungen und das Verhältnis von Unterschied und Nichtunterschied lassen sich in der Welt nicht angemessen aussprechen.

4087. Verweile in diesem beständigen Zustand und festige liebevoll den Yoga. Der Atman vergeht niemals. Lebe auf Erden erhaben wie ein Siddha, erkenne den wahren Weg und erlange die hohe Stätte. Weise ist, wer sich dem würdigen Weg der Befreiung anvertraut und so in der Welt lebt.

Anmerkung: Die ausdrückliche Unvergänglichkeit des Atman steht neben früheren skeptischen Aussagen des Werkes, etwa Vers 3995; die unterschiedlichen Perspektiven bleiben erhalten.

4088. Einsicht dient dazu, Alchemie zu erkennen und den berühmten Yoga zu festigen. Ziehe beständig den Vasi nach innen zurück und richte den gegenwärtigen Atem nicht nach oben. Schaue die Gestalt der Shakti mit deinen Augen, beseitige immerfort karmische Verstrickung und übe Verehrung um der Befreiung willen. Wer so in dieser alten Welt lebt, ist ein Mensch des Dharma.

Anmerkung: Die Atemanweisung ist knapp und mehrdeutig; sie wird als Textaussage übersetzt, ohne daraus eine ausführbare Atemtechnik abzuleiten.

4089. Ich will einen weiteren Weg des Dharma erklären. Durch Kalangis gnädigen Blick überwinde das Meer des karmischen Werdens und erkenne die Verbindung mit den Organen und inneren Werkzeugen. Weise ist, wer mit Verständnis handelt. Wer jede Grenze überschreitet, ist ein Mensch wie ein Esel. Löse die Bindung an gute und schlechte Taten und lebe geordnet und angesehen auf Erden.

Anmerkung: Die Schlussform தர்மவினை lässt auch »Dharma-Handeln« zu; die Lesung als Aufhebung karmischer Bindung folgt dem Zusammenhang, bleibt aber unsicher.

Sitas Fluch und das verstummte Meer

4090. Höre noch ein Wunder, mein Lieber, über das Meer von Dhanushkodi. Ich will berichten, wie dort der Klang des Wellenmeeres still wurde. Auf einem Felsen im tiefen Meer führte der große höchste Guru-Rishi seine Einsiedelei mit Opferhandlungen. Es war die Zeit, in der er sie freudig vollzog.

4091. Während das Opfer stattfand, verließ die liebe, edle Devi Sita die Stadt im südlichen Lanka und kam zur Einsiedelei, um das Opfer des königlichen höchsten Gurus zu sehen. Da war im Meer von Dhanushkodi ein gewaltiger Lärm zu hören.

Anmerkung: Die Ortsform தங்கை am Anfang ist beschädigt; தென்னிலங்கை in der zweiten Zeile nennt das südliche Lanka ausdrücklich.

4092. Höre, wie es zu diesem Lärm kam. An der mächtigen Wohnstätte wurden durch das Brausen des Windes die Wellen und die Palmen heftig bewegt. Die Frau hörte den Klang während des Opfers in der reinen Einsiedelei. Auf ihrem lotusgleichen, mit neun Edelsteinen geschmückten Sitz nahm sie den Lärm wahr, der keine Ruhe ließ.

Anmerkung: Die Orts- und Sitzbezeichnungen sind stark beschädigt; insbesondere பற்பமென்ற und கசிதம் lassen sich nicht sicher auflösen.

4093. Shri Ramas dunkelhaarige Gemahlin hörte das Getöse der Wellen. Sie gedachte des wolkenfarbenen Acyuta und sprach einen Fluch aus: Da verschwanden die Wellen. Seitdem, heißt es, ist beim Kalpaka-Baum kein Geräusch mehr zu hören, und auch die Palmen bewegen sich nicht. So verhält es sich nach dieser Erzählung mit Dhanushkodi.

4094. Im Meer des Südens verstummte das Meeresrauschen durch Shri Ramas große Gemahlin. Dies ist Dhanushkodis schöne Größe, mein Lieber. Durch Shambhu Maharishis Kraft entstanden Muscheln. Aus den als Tri-Shankha bezeichneten Muscheln wurde eine wohlgefügte Festung errichtet.

Anmerkung: திரிசங்கு kann auch als Eigenname Trishanku verstanden werden; der folgende Vers beschreibt ausdrücklich einen Festungsbau aus Meeresmuscheln.

Muschel- und Perlenfestung bei Dhanushkodi

4095. Ich will noch weiter erzählen; höre, Pulippani, mein Sohn. Im unteren Bereich des großen Dhanushkodi liegt die mächtige Tiru-Shankha-Festung. Man holte unermesslich viele Muscheln aus dem Meer und errichtete daraus freudig eine Festung von einem Katam Ausdehnung. Das habe ich gesehen.

Anmerkung: Die Richtung »unten« wird nicht ohne weiteren Beleg als bestimmte Himmelsrichtung präzisiert.

4096. Mitten im Meer von Dhanushkodi sah ich die mächtige Tiru-Shankha-Ozeanfestung. Himmelsbewohner, Devas und Rishis kommen liebevoll dorthin herab. Auf einer Seite liegt die würdige Einsiedelei des Krishna-Avatara. Hinter der Einsiedelei des Wolkenfarbenen siehst du die besondere Festung mit sieben Mauerringen.

4097. Sieh die Festung mit sieben Ringen, mein Lieber: Ihre wohlgefügten Mauern bestehen aus vollkommenen Perlen. Aus diesen Perlen ist die feste Burg erbaut. Innerhalb der sieben Mauerringe liegt die ausgezeichnete Einsiedelei Bhringi Maharishis. Können gewöhnliche Menschen sie sehen? Dies ist Dhanushkodis Größe in der Welt.

4098. Innerhalb der Festung mit sieben Mauerringen sitzen neun Koti Rishis ringsum. An den mächtigen Mauern und in der Burg verweilen Siddhas und große Asketen. In der stillen Einsiedelei steht ein gewaltiger Perlenthron. Dies ist die Wohnstatt, in der der königliche, mächtige Bhringi Maharishi thront.

Bogar begegnet Bhringi Maharishi

4099. Ich nahm die Kulikai, mein Lieber, und ging in die Einsiedelei. Dort waren lärmende Scharen von Rishis, Munis und Siddhas; lässt sich diese unaussprechliche Versammlung schildern? Menschen, die nicht recht zu sprechen wissen, werden die große Perlen-Einsiedelei Bhringi Rishis nicht sehen. Es ist kaum möglich, sie zu schauen: eine Festung großer Siddhas.

4100. Es ist die Tiru-Shankha-Festung, mein Lieber, die besondere Festung aus vollkommenen Perlen. Die Menschen kennen diese weite Burg nicht und erzählen nicht von ihr im großen Ozean. Mit der Kulikai sah ich sie durch Kalangi Nathars geordnete Macht. Genau nach den klaren Worten meines Herrn wurde sie mir sichtbar.

4101. Das heilige Wort, das Kalangi Nathar schon vor dem Kali-Yuga gesprochen hatte, wurde mir erst jetzt unmittelbar sichtbar. Die überlieferten Darstellungen der Dichter hatten es nicht so ausführlich beschrieben. Mit der Kulikai versehen, betrachtete ich die berühmte Festung.

4102. Ich sah Bhringi Maharishi und grüßte ihn als sein Diener liebevoll mit gefalteten Händen. Mit heiligem Wasser und den sechzehn Ehrendiensten trat ich vor ihn. Ich faltete die Hände, erhob sie über mein Haupt, verneigte mich und begrüßte ihn. Von ganzem Herzen verehrte ich nochmals die goldenen Füße des Swami.

4103. Dreimal verneigte ich mich, vergaß die alte Welt und pries ihn, mein Lieber. Ich verehrte den Hüter des unversehrten heiligen Leibes, den auf Erden ruhenden Herrn. Als ich mit der Kulikai schweigend die ganze Meeresfestung umwanderte, sah ich dort eine vortreffliche Einsiedelei: die mächtige Einsiedelei Krishnas.

Anmerkung: Die Anrede in der zweiten Zeile ist syntaktisch unsicher; die Zuordnung des dort ruhenden Herrn bleibt offen.

4104. Es war die Stätte des Mannes von Dvaraka, die mächtige Einsiedelei Krishnas. In der lieblichen Tiru-Shankha-Festung schaute ich sie hinter der Perlen-Einsiedelei. Nahe Bhringi Maharishi, am Rand der wohlgeordneten Festung aus vollkommenen Perlen, lag die Einsiedelei des großen Gottes. Niemand auf Erden hatte sie gesehen.

4105. Keiner hatte sie gesehen; ich sah die schöne Festung Bhringi Rishis. Als er mich, den Diener, erblickte, sagte er: »Berühmter Junge, junger Schüler des mächtigen Kalangi!« Er rief mich als den vortrefflichen Bogar zu sich, sprach vertraulich mit mir und erkundigte sich würdig nach meiner Person.

4106. Als er mich ehrerbietig befragte, erklärte ich, ich sei der Schüler des großen Kalangi. Er segnete mich und nahm mich liebevoll an. »Die Meeresfestung, die selbst die Sonnen nicht sehen, hast du mit der Kulikai in ihrem verborgenen Wesen erkannt. Weil nach der Ordnung noch eine frühere Verbindung bestand, kam es zu dieser freudigen Begegnung.«

Anmerkung: Die OCR liest 4126; die Strophe wird nach ihrer Stellung zwischen 4105 und 4107 als 4106 geführt. Die Pronomen der Schlusszeile sind nicht eindeutig.

4107. »Die Zeit der Begegnung ist gekommen. Durch Kalangi Nathars Gnade und die Macht der entsprechenden Früchte deiner Taten hast du diese Festung ehrerbietig gesehen«, sagte er. Bhringi Maharishi blickte mich offenherzig an, erkannte mich als Schüler des mächtigen Kalangi und freute sich sehr.

Perlengewinnung und Rückkehr nach Cina

4108. Ich hatte Bhringi Maharishi würdig gesehen und mit ihm vertraulich gesprochen. Ich fragte nach dem Wunder, dass die als Ani bezeichneten vollkommenen Perlen im Wellenmeer entstehen. Auf meine Worte hin erklärte mir der liebevolle Weise durch Kalangi Nathars Gnade den Reichtum der Perlenstätten. So sah ich die schönen Perlenvorkommen.

4109. Ich sah das Perlenland und die grundlegenden vollkommenen Perlen. Mit der Kulikai legte ich eine weite Strecke zurück und fand die Perlenstätten. Durch die Kraft der beschriebenen Kulikai durchwanderte ich den mächtigen Ozean. Ich sah Perlen von Hügelgröße und die ausgezeichneten Perlen der Muscheln.

Anmerkung: குண்ணளவு wird im Zusammenhang als »von Hügelgröße« gelesen; die außergewöhnliche Größenbehauptung bleibt als Aussage der Erzählung stehen.

4110. Im Ozean sah ich viele Perlen, zu Bergen gehäuft. Ich sah auch das rechte Verfahren, sie zu gewinnen, und erfuhr das Verborgene genau. Ich sammelte vollkommene Perlen, nahm sie in die Hände und begab mich nach Cina. Mithilfe der Kulikai stieg ich hinab und gelangte zur berühmten Samadhi-Stätte.

4111. Ich stieg hinab und empfing die Schau von Kalangi Nathars schöner Samadhi-Stätte. Der kraftvolle Kalangi erkannte meine Ankunft. Mein höchster Guru sprach als körperlose Stimme zu mir und gab mir eine Zusage samt Segen. Ich faltete die Hände, senkte als Diener mein Haupt, warf mich vor dem Herrn nieder und verehrte ihn.

4112. Ich verehrte Kalangi Nayars Füße, warf mich liebevoll nieder und ging in den Ort. Die Menschen Cinas kamen in Reihen, um mich freundlich zu sehen, mein Lieber. Ich zeigte ihnen klar die Perlen, die ich mutig mitgebracht hatte, und sagte: »Ihr Menschen, ich habe das Meer gesehen, in dem diese kostbaren Perlen entstehen.«

4113. Ich beschrieb die Perlenstätten und die schöne Tiru-Shankha-Festung. Ich erzählte auch von Krishnas geeigneter Einsiedelei nahe dieser Festung. Die Menschen in den Städten und auf den Wegen Cinas erfuhren liebevoll von meiner Rückkehr. Sie sprachen mir nachdrücklich gute Wünsche und Segnungen zu.

Dampfschiff und optisches Hilfsmittel auf dem Weg zur Perleninsel

4114. Sie verneigten sich vor mir und baten liebevoll um genaue Kennzeichen des Weges, damit sie zu der Perleninsel gelangen könnten. Ich sagte: »Mein Lieber, so ohne Weiteres kann man nicht in den Ozean hinausfahren, um schöne Perlen zu holen. Für die Gewinnung der großen Perlen muss man geordnet die Kulikai bei sich tragen.«

4115. »Wenn keine Kulikai vorhanden ist, braucht man ein gut gebautes Dampfschiff. Ihr müsst das Dampfschiff sachgemäß herstellen und euch damit auf den Weg machen, Edler, um den Perlenozean zu sehen. Wenn ihr den Weg durch den Ozean befahrt, ist eine gute Vorgehensweise erforderlich.«

Anmerkung: நீராவிக்கப்பல் bedeutet ausdrücklich »Dampfschiff«. Die Bezeichnung wird direkt übersetzt; daraus wird keine historische Datierung oder technische Leistungsbestätigung abgeleitet.

4116. »Im Norden von Dhanushkodi liegt die mächtige Insel des Perlenmeeres. Selbst liebe Siddhas und Munis haben sie nicht gesehen; Devas und Rishis schauen diesen Ozean. Es ist eine wohlgefügte Perleninsel, auf der Parapari wohnt. Niemand sieht die große Halle dort: Dies ist die mächtige Insel der Perlenstätten.«

Anmerkung: Die unterschiedlichen Aussagen darüber, welche Rishis die Insel sehen, werden nicht vereinheitlicht.

4117. »Auf dem Weg zur Insel gibt es Verborgenes im Meer. Bei der Fahrt liegen dort große Felsberge und Erhebungen. Wenn das dampfgetriebene Schiff kraftvoll durch den Ozean fährt, können die mächtigen Felsen eine Gefahr bilden. Auch das große Schiff kann daran zerbrechen.«

4118. »Wenn das Dampfschiff durch das bewegte Meer fährt, halte ein Glas in der Hand und betrachte damit den Ozean. Stelle dich mit diesem Glas an den Bug des Schiffes und schaue aufmerksam hinaus. So sollst du, mein Lieber, den Ozean erkennen.«

Anmerkung: கண்ணாடி kann Glas, Spiegel oder ein optisches Sichtgerät bedeuten. Eine bestimmte Konstruktion wie Fernrohr oder Unterwasseroptik wird hier nicht ausdrücklich beschrieben.

4119. »Wenn du so schaust, Einsichtiger, werden die verborgenen Dinge im Meer deinen Augen sichtbar. Die Felsberge und Steine werden sich durch dein Glas zeigen. Erkenne die Fahrtroute und weiche den mächtigen Felsen aus. So kann das mit Dampf und Glas versehene Schiff weite Strecken zurücklegen.«

4120. »Mit diesem Dampfschiff lassen sich die vortrefflichen Ani-Perlen gewinnen. Diese kostbaren vollkommenen Perlen kann man deutlich im Meer bergen. Wenn man die Worte des königlichen Gurus ohne Abweichung auf dem Ozean ausführt, eröffnet sich das Verfahren, alle guten Perlen aus der Tiefe zu holen.«

4121. »Wenn der geordnete Fahrweg erkannt ist, kommt das Verborgene in deine Hand. Versteckte Güter werden den Augen sichtbar, und große Schätze können geborgen werden. Mit dem Dampfschiff lassen sich im wogenden Meer große Vorratsstätten entdecken. Mächtiger, unverminderter Reichtum soll dir dadurch jederzeit zufallen.«

Anmerkung: சுனகம் in der ersten Zeile ist beschädigt; »das Verborgene« gibt den folgenden Zusammenhang wieder, keine gesicherte Einzelwortbedeutung.

Selbstbeschreibung des Werkes und Agastyas Zwölftausend

4122. »Damit lassen sich der große Meru-Berg und der geeignete Berg der Höhle erreichen. Auch die Inseln können gesehen und die unermesslichen Meere umfahren werden. Mit dem Schiff lassen sich die Wunder jener verborgenen Wohnstätten rasch schauen. Dieses Buch ist geordnet für die Menschen Cinas und der Welt eingerichtet.«

Anmerkung: குகையாவிப்பர்வதம் ist als Bergbezeichnung beschädigt; eine konkrete geographische Identifikation wird nicht vorgenommen.

4123. Dieses Buch sind Bogars Siebentausend; alle feinen Gegenstände sind darin enthalten. Das Sapta Kandam ist eine nährende Lehrschrift, mein Junge, und dieser Kanda ist der fünfte. In den sieben erhabenen Kandas sind die Organe und inneren Werkzeuge der Welt sowie die mächtigen sieben Meere enthalten. Es ist Bogars großes Buch.

4124. Das große Buch Bogars Siebentausend habe ich ausführlich für die Menschen Cinas gedichtet. Entsprechend dem Weg, den ich, der Diener, erklärte, verfasste auch Agastya freudig ein Buch. Kumbha Muni sang das Guru-Epos der Zwölftausend, mein Lieber. Dieses heilige Werk umfasst zwölf Kandas und ist der kraftvolle Ayurveda.

Anmerkung: Die Nennung eines zwölfteiligen Werkes von zwölftausend Umfangseinheiten ist eine bibliographische Aussage des Textes; eine moderne Ausgabe wird damit nicht identifiziert.

4125. Höre einen weiteren Weg, mein lieber Sohn Pulippani. Ich nahm ordnungsgemäß die Kulikai, verließ Cina und kehrte bewusst in den großen Wald des äußersten Nordens zurück. Mit der Kulikai zog ich aufmerksam über das Meer und seine Wasserwege, mein Lieber.

Anmerkung: Die Wendung mit காதம் und கடலாறு ist beschädigt; eine genaue Entfernung oder Zahl von Meeren wird nicht ergänzt.

Die Insel und der grüne Berg

4126. Sieh, ich ging mit der Kulikai in den Ozean des äußersten Nordens. Unterwegs erblickte ich eine geordnete Einsiedelei. Mitten im tiefen Meer sah ich eine Insel, die wie ein bewohnter Ort wirkte. Oho, mein Lieber! Ich zog mit der Kulikai hin und gelangte nahe an die Insel.

4127. Als ich zur Insel kam, sah ich einen mächtigen göttlichen Berg. Er wirkte wie Moos, mein Lieber; ich hielt ihn für einen gewöhnlichen Berg dieser alten Welt. Ich untersuchte den runden Felsen: Es war ein reicher Berg aus Paccai, grünem Stein. Ich erkannte es genau und erblickte diesen festen grünen Berg.

Anmerkung: பச்சை bedeutet »grün« und kann hier einen grünen Edelstein bezeichnen. Eine sichere mineralogische Gleichsetzung, etwa mit Smaragd, wird nicht behauptet.

4128. Ich sah die große Herrlichkeit des Berges, die Siddhas und Munis auf Erden nicht gesehen hatten. Auf dem Berg lag ein heiliges Quellbecken von kräftiger grüner Farbe. Unzählige Siddhas bewachten den schwer zugänglichen Berg und hielten sich dort auf. Ich trat aufrichtig vor sie, verneigte mich vor ihren Füßen und verehrte sie.

4129. Ich verneigte mich, sah die Gemeinschaft der Siddhas und näherte mich mit der Kulikai. Als ich ihre unversehrten Körper betrachtete, musste ich sie grüne heilige Leiber nennen. Auch die Tiere und Vögel dort erschienen den Augen grün.

Anmerkung: Diese Strophe enthält in der Textvorlage nur drei Verszeilen. Die Bezeichnung der Tiere vor »Vögel« ist beschädigt; kein fehlender vierter Vers wird ergänzt.

4130. Auch mein eigener Körper war grün, mein Lieber, und alles schöne Wasser war grün. Der ganze Weltenkreis war grün, die wohlgefügte Erde war grün. Die ganze sichtbare Welt war grün, und die guten Bäume waren grün. Alles auf diesem beschriebenen Weg war grün. Wie soll ich, Bogar, diesen strahlenden Glanz ausdrücken?

4131. Ich sah den Reichtum des Berges; die vortrefflichen Siddhas dort lassen sich nicht beschreiben. Als der königliche Siddha mich erblickte, fragte er: »Mensch von der Erde, warum bist du mit einer Kulikai auf diesen Berg gekommen?« Ich antwortete: »Ich bin Kalangis Schüler.« Die Nathas kamen, um mich zu sehen.

4132. »Ich kam mit der Kulikai, um ehrerbietig die Lotusfüße des Gurus zu schauen. Liebevoll bin ich hergekommen, um den ganzen grünen Berg zu sehen«, sagte ich. Als die schönen Siddhas, Munis und Rishis meine vertraulichen Worte hörten, begegneten sie mir mit großer Zuneigung und sprachen freundlich zu mir.

Unterweisung beim schweigenden Guru

4133. Die Siddha-Munis und Rishis priesen mich würdig. Weil ich als junger Mensch hingebungsvoll Kalangis Füße verehrt hatte und auf diesen Berg gekommen war, besänftigten sich die Herzen jener Vedanta-Siddhas, die mich zuvor verfluchen wollten. Sie erklärten mir rein die Itihasas und Puranas samt ihren feinsten Geheimnissen.

4134. Sie gaben mir kraftvolle Erkenntnis, damit ich das strahlende Licht der vollkommenen Gestalt schauen könne. »Höre, königlicher Boganatha aus Kalangis Linie! Hier gibt es eine mächtige Einsiedelei. Auf dem grünen Felsen im Süden befindet sich einer, den selbst Wagenkönige nicht kennen. Wie die Alten gesagt haben, ist dort der schweigende Siddha, der Jnana-Guru.«

4135. Oho, ich sah die Einsiedelei dieses großen Siddha-Rishi und der Nathas auf dem grünen Berg. Tausend Wächter umgaben sie. Ich näherte mich der mächtigen Stätte, trug entschlossen die Kulikai, flog hoch durch den Raum und hielt darüber. Dann stieg ich mithilfe der Kulikai hinab, mein Lieber.

4136. Ich stieg vor dem schweigenden Guru hinab und stand dort mit der Kulikai. Tausend mächtige Siddhas kamen entschlossen, mich zu schelten. Die grünfarbenen Siddhas wollten mich verfluchen und zu Wasser machen. Ich, Bogar, stand wie ein Schattenbild, verneigte mich geordnet vor den Füßen und empfing die Schau.

Anmerkung: Die Vergleiche »zu Wasser machen« und »wie ein Schattenbild« folgen den auffälligen Formen நீராக்கி und மாய்போலே; beide Lesungen bleiben sprachlich unsicher.

4137. Ich sah den schweigenden Maharishi im Wald des äußersten Nordens. Der Rishi thronte würdig auf dem grünen Berg in seiner Einsiedelei. Ich war gekommen, um die geordnete Größe seiner Wohnstatt zu schauen. Mithilfe der Kulikai sah ich die Einsiedelei des schweigenden Gurus aufmerksam und verneigte mich.

4138. Als ich mich verneigte, sah der Rishi mich an und fragte freundlich: »Wer bist du, mein Lieber?« Ich antwortete: »Ich bin Kalangis Schüler.« In der schönen Einsiedelei des schweigenden Guru-Rishi ließ er mich ohne Verzögerung nahe zu sich kommen. Von Herzen gab er mir Jnana-Unterweisung und geordnet einen Segen.

4139. Unermesslich lange verweilte ich liebevoll auf dem grünen Berg. Dort lernte ich das Feuer und die neun Dhatus gründlich kennen. Nachdem einige Zeit vergangen war, empfing ich vom strahlenden schweigenden Maharishi die wesentliche Jnana-Unterweisung und machte mich geordnet auf den Weg nach Cina.

Anmerkung: Die »neun Dhatus« werden hier nicht aufgezählt; ob Metalle, Grundstoffe oder andere Bestandteile gemeint sind, bleibt offen.

Rückkehr nach Cina und der Himmelskorb

4140. Für den Weg nach Cina nahm ich die schöne Kulikai und kam rasch dorthin. Aus dem offenen Himmel stieg ich mithilfe der Kulikai in die Festung hinab und sah alle Menschen wieder. Als die zuvor bekümmerten Schüler mich erblickten, kamen sie herbei und umringten mich.

4141. Die Schüler umgaben mich und fragten demütig nach den feinen Wegen. Ich erklärte ihnen geordnet den grünen Berg: »Im tiefen Meer gibt es diesen Berg, mein Lieber, im Ozean des äußersten Nordens. Auf diesem grünen Berg habe ich lange wohlbehalten gelebt.«

4142. »Ich will euch noch einen Gesichtspunkt erklären; hört, ihr vortrefflichen Menschen! Wenn man im Ozean des äußersten Nordens den grünen Stein gewinnen will, kann selbst ein Dampfschiff nicht dorthin fahren. Es gibt keine befahrbare Route durch dieses Meer. Viele gefährliche Wirbel sind dort; selbst gute Vögel gehen zugrunde.«

4143. »Vögel, die hoch über dem Meer durch den Himmel fliegen, geraten ins Taumeln. Wenn sie über den wirbelnden Ozean fliegen, stürzen sie vollständig ins Wasser. Auf dem Grund liegen viele Felsen; wie sollte man im Wellenmeer eine Route finden? Doch mit dem schnellen Himmelskorb kann man die Insel gezielt erreichen.«

Anmerkung: ஆகாயக்கூண்டு, wörtlich »Himmelskäfig/-korb«, bezeichnet den erzählten Flugapparat; seine technische Funktionsfähigkeit wird hier nicht vorausgesetzt.

4144. »Mit dem von mir beschriebenen Korb lässt sich die Insel gut erreichen. Man nimmt den Luftweg und steigt nach Wunsch aus dem Korb hinab. Im berühmten nördlichen Meer, bei der von mir beschriebenen Einsiedelei, sieht man den guten grünen Berg. Dort kann man sicher landen und den grünen Stein gewinnen.«

4145. »Der Vorrat an grünem Stein im schönen äußersten Norden lässt sich bergen. Man muss den Weg mit dem Korb nehmen und den Stein ohne Fehl gewinnen. Danach steigt man wieder in den Himmel, löst sich vom Ort und überquert die Wirbel. Edler, lande dann gesammelt innerhalb der Festung Cinas.« So erklärte ich es.

4146. Ich will noch einen Weg schildern, würdiger Pulippani, mein Sohn. Mein Herr Kalangi Nathar hatte ihn mir genau und geordnet erklärt. Im wogenden Ozean des äußersten Nordens gibt es eine bestimmte Einsiedelei. Der nördliche Wald lässt sich nicht beschreiben. Mit der guten Kulikai ging ich dorthin.

Die behaarten Siddhas des äußersten Nordens

4147. Sieh, ich überquerte das Meer, um zu jener Einsiedelei zu gelangen. Mit der Kulikai kam ich unmittelbar in den Wald des äußersten Nordens; mit der Kulikai kam ich in diesen nördlichsten Wald. Dort gibt es keine Stadt, nur das Meer, o Edler, und eine Einsiedelei an einem Fluss.

Anmerkung: Die zweite Aussage über Kulikai und Nordwald wird in der Vorlage nahezu wörtlich wiederholt; der Schluss ist sprachlich beschädigt.

4148. Ich gelangte in die Einsiedelei. O wie groß ist die Herrlichkeit der Nathas! In diesem nördlichsten Ashram sah ich mächtige Siddhas, Weise und Rishis mit ihren Dienern ringsum. Ihr leuchtendes Siddha-Wesen lässt sich nicht beschreiben. In dieses Land, das Himmelsweise und Rakshasas nicht sehen, kam ich mithilfe der Kulikai.

4149. Um die Füße des Gurus zu schauen, empfing ich Manonmanis Gnade. Nach dem Wort meines königlichen Vaters Kalangi Natha zog ich mit der köstlichen Kulikai dorthin und stand klaren Geistes in der Einsiedelei. Dort im Milchmeer erblickte mich auch der Siddha Kambali.

Anmerkung: Der Name ist in der Vorlage als „Kamapili“ beschädigt; die Lesung Kambali bleibt unsicher.

4150. Die Siddhas, Weisen und Rishis in der Einsiedelei mitten im Meer sahen mich. Ich erblickte ihre schweißbedeckten Gesichter und ihre ganz von Haaren bedeckten Leiber. Solche herrlichen Siddhas hatte ich in dieser Welt noch nie gesehen. Ihre vollkommene Größe ist unaussprechlich; man könnte sie Siddhas der goldenen Welt nennen.

4151. Ich trat nahe zu ihnen. Ihre Körper strahlten wie die rote Sonne. Die Behaarung ihrer Leiber war so dicht, o Edler, dass man sie Bären nennen könnte. Niemand auf dieser Erde hat solche Siddhas mit Bärenhaar gesehen. Niemand sieht dort ihre Einsiedelei; auf dem wogenden Meer finden selbst große Menschen keinen Weg zu ihr.

4152. Ich aber gelangte mithilfe der Kulikai dorthin. Ich durchmaß die Zeit, ohne sie zu vergeuden, und wollte alle acht Richtungen schauen. Über den äußersten Norden hinaus kam ich mutig auf eine Insel, die Kailasa gleicht. So erzählte ich dir von meinem glücklichen, liebevollen Schauen dieser Siddhas.

4153. Als ich in der Einsiedelei stand und die leuchtenden Siddha-Weisen sah, fragte mich einer der mächtigen behaarten Siddhas freundlich, wer ich sei. Ich, ihr Diener mit geringem Wissen, antwortete voller Verehrung: „Ich bin Kalangis Schüler.“ Sogleich segneten sie mich gütig und fassten Zuneigung zu mir.

4154. Als ich Kalangis Namen nannte, segneten mich die behaarten Bären-Siddhas, deren Zorn sonst einem gewaltigen Sturm gleicht. In ihrem Herzen entstand der Wunsch, mich, ihren Diener, zu unterweisen. Bereitwillig lehrten mich diese Siddhas die Erkenntnisunterweisungen, die sie darlegten.

4155. Die vollendeten Siddhas, Weisen und Rishis erklärten mir alles. Sie erzählten von der kostbaren Einsiedelei und ihrer Herrlichkeit in der alten Welt: „Junger Sohn, der du alle Orte gesehen hast, wir haben dir die Größe dieses schönen Ashrams rein und deutlich erklärt. Erkenne nun auch die feinsten Geheimnisse!“

Der Kempu-Fluss und seine Edelsteine

4156. Als sie so sprachen, fragte ich unvermittelt: „Wo ist Kempunti?“ Sie antworteten mir bereitwillig: „Im Wald des äußersten Nordens, auf der westlichen Seite von Ayodhya, liegt das schöne Kempunti.“ Um es zu sehen, nahm ich mit meiner Kulikai Abschied.

Anmerkung: Kempunti ist eine unsichere Orts- oder Gewässerbezeichnung; die folgenden Verse sprechen vom Kempu-Fluss.

4157. Ich verabschiedete mich von den Siddhas, legte die große Kulikai an und wandte mich nach Ayodhya. Auf geheimnisvolle Weise gelangte ich mit ihr auf dessen westliche Seite, an den Aufenthaltsort der Nathas. Ich gedachte Kalangis und ließ mich dort zuversichtlich nieder.

4158. Westlich von Ayodhya stieg ich mitten am schönen Kempu-Fluss herab. Dort stand eine Halle aus Kempu-Stein; auch eine Höhle gab es an diesem klaren, heiligen Ort. Ein Siddha von der Farbe des Kempu war dort, mit einem Antlitz wie der Dunkelfarbige. Ich sah den Asketen in jener mächtigen Halle sitzen.

Anmerkung: Kempu bezeichnet gewöhnlich einen roten Edelstein, oft Rubin. Die Farbangaben werden trotz ihrer Spannung unverändert wiedergegeben; „der Dunkelfarbige“ verweist hier auf Krishna.

4159. Mit der Kulikai gelangte ich in die Mitte des gewaltigen Kempu-Flusses. Dort war ein Siddha voller Askese, ähnlich Krishna mit seiner Girlande aus kühlem Tulasi. Auf einer den Weltbewohnern unbekannten Insel stand die große Halle des Kempu-Flusses. Es ist ein Fluss, den das ganze Weltall preist; mein Sohn, ich habe ihn gesehen.

4160. Als ich den Rishi sah, ging ich liebevoll zu ihm. Mit heiligem Wasser und einem Trank aus dem Ganges erwies ich ihm vielfach mit gefalteten Händen Verehrung. Sogleich nahm er mich in die Arme: „Junger Sohn, wohin bist du gekommen?“ Er schenkte mir seine Zuneigung und sprach einen schönen Segen.

Anmerkung: Die genaue Verbindung von heiligem Wasser, Gangestrank und Gruß ist im Tamilischen unklar.

4161. Als er dies sagte, zitterten meine Beine. Ich neigte andächtig den Kopf und warf mich mit acht Körpergliedern vor ihm nieder. „Durch Kalangi Natha habe ich diesen Ashram aufgesucht. Um den herrlichen Kempu-Fluss zu sehen, kam ich mit der geeigneten Kulikai hierher. Nun bin ich zur Einsiedelei gelangt; erweise mir liebevoll deine Gnade!“

4162. Als ich um Gnade bat, überschüttete er mich liebevoll mit Erbarmen: „Du klarer Nektar der Erkenntniskunst, du Honig, du Reh, du unerschöpflich teurer Augapfel, junger Bogar! Du roter Honig, der die Finsternis vertreibt, du Löwe, du schöner Berg guter Eigenschaften, du Yogi! Goldener, der du die wesentliche Erkenntnisunterweisung hören möchtest, dir werde ich meine Gnade verkünden.“

4163. „Ich werde dir die Erkenntnisunterweisung geben und das Geheimnis der Geheimnisse erläutern. Sohn des mächtigen Kalangi Natha, dir werde ich alle Schätze darlegen. Bereitwillig schenke ich dir die ganze Unterweisung, damit du zur Vollendung gelangst.“ So sprach er und erklärte mir ausführlich die Herrlichkeiten dieser Erde.

4164. Er lehrte mich und erzählte vom Kempu-Fluss, den selbst die Nathas nicht gesehen haben. Mir, der ich ihn angesprochen hatte, gab der Rishi die erhabene Erkenntnisunterweisung. Durch die Gnade der göttlichen Manonmani enthüllte er große Wunder. Auch die Beschaffenheit des Meeres beim Setubandha erklärte er mir.

4165. Er erklärte mir, wie Kempu zu gewinnen sei: „Setubandha liegt westlich von Ayodhya. Am nördlichen Zugang des Kempu-Flusses gibt es einen hoch gelegenen Bach und eine Höhle. Niemand in der Himmelswelt hat diesen Fluss des äußersten Nordens gesehen.“ Behutsam teilte er mir das Geheimnis mit und zeigte mir den Bach.

Anmerkung: Die ungewöhnliche Verortung von Setubandha westlich von Ayodhya steht so im Text und wird nicht geografisch berichtigt.

4166. Er zeigte mir den Bach bei Ayodhya; dort sah ich einen mächtigen Wasserfall von Kempu. Mein Sohn, können selbst die Nathas den Wert dieses Kempu beschreiben? Sieh, der Stein steht wie eine Säule in jenem lebhaften Bach. Es gibt dort viele Felsen von einer Spanne und kleine Steine, die zu Pulver werden.

Anmerkung: Die Größenangabe „von einer Spanne“ ist unsicher; das Tamilische lautet hier „can pole“.

4167. Die pulverisierten Steine bilden den Sand; andere sind etwa so groß wie Kalarchi-Früchte. Man gewinnt dieses kostbare Kempu, doch die säulenförmigen Stücke nimmt man nicht heraus. Im Bach halten Siddhas Wache, und man darf nicht weiter hinaufgehen. Unten befindet sich ein Waldbach, ein wunderbarer Wasserfall mit einem tiefen Becken.

Anmerkung: Die Beschreibung des unteren Gewässerabschnitts ist sprachlich beschädigt.

4168. Im oberen Wasserfall dieses tiefen Beckens liegt Kempu von der Größe einer Kalarchi-Frucht. Man nimmt es mit einem Nali-Maß heraus; der Wasserfall führt feinen Sand mit sich. Im unteren Wasserfall dagegen steht Kempu wie Säulen, wie ein langgestreckter Berg. Nur wenige haben gesehen, auf welche Weise dieses Kempu dort entsteht.

Anmerkung: Das Verb beim Herausnehmen oder Reinigen des Kempu ist nicht eindeutig lesbar.

4169. Die Menschen kennen den Lauf des Kempu-Flusses nicht. Durch Kalangis Gnade zeigte man mir auf dieser Erde auch verborgene Mittel und Einrichtungen. Die sonst unzugänglichen Uferstellen, den mächtig strömenden Kempu-Wasserfall und die herrliche Kempu-Insel habe ich auf diesem Weg selbst gesehen.

Anmerkung: Die Wortfolge zu Mitteln, Einrichtungen und Uferstellen ist beschädigt; eine genaue technische Bedeutung lässt sich nicht sichern.

Bericht an die Menschen Cinas

4170. Nun erzähle ich den Menschen des herrlichen Cina-Landes einen weiteren Weg. Diese Menschen kennen keinen Betrug. Wo in der alten Welt gibt es solche wie die Bewohner Cinas, die liebevoll auf die Wahrheit vertrauen? Von den anderen, dem Verderben verfallenen Ländern könnte man sagen, dort lebten lauter Geizige.

Anmerkung: Dies ist die wertende Aussage der Erzählerstimme, keine sachliche Charakterisierung von Bevölkerungen.

4171. Die Menschen Cinas kennen weder List noch betrügerisches Spiel, weder Schande noch Sünde. Gibt es auf dieser Erde Menschen wie diese Edlen? Was ich auf meinen Wegen sah, werde ich ihnen vollständig erklären. Wie Kalangi es zuvor sagte, werde ich es den verständigen Menschen mit allem Bemühen darlegen.

4172. Hört, edle Bewohner Cinas! Ich habe die sieben Meere der Welt durchreist. Ich sah die Orte, an denen neun Koti an Schätzen liegen. Auch den Kempu-Fluss sah ich, umgeben von gepriesenen Siddhas, Weisen und Rishis. Ich gelangte zu den Einsiedeleien unermesslicher Asketen und Siddhas. Seht ihre Herrlichkeit!

4173. Ich sah den Kempu-Fluss, seine Bäche und Wasserfälle. Ich sah den Waldbach, das tiefe Becken, die Säulen und Felsen aus Kempu. Ich sah den oberen und den inneren Wasserfall sowie die Halle aus diesem Stein. Im oberen Bereich des äußersten Nordens halten mächtige Siddhas Wache.

4174. Bei dem Waldbach halten viele Koti Siddhas Wache. Wenn du voll Verlangen dorthin gehst, um Kempu zu gewinnen, bedarfst du ihrer großen Gnade. Stelle dich ihnen dienstbereit zur Verfügung; dann kannst du das schöne Kempu gewinnen. Errege keinen Zorn, sondern empfange vor dem Guru sogleich seinen Segen.

4175. Wenn du ihren Segen empfangen hast, zeigen sie dir auch den Weg. Sie nennen den Ort des Schatzes und erklären bereitwillig das Land des Kempu. Körper, Besitz und Leben schenken sie dir hin; ohne Falschheit gewähren sie dir ihre Gabe. Mit gütigem Blick erläutern sie dir die Fülle der Gnade und weisen dich an, entsprechend zu handeln.

Anmerkung: Bei der Hingabe von Körper, Besitz und Leben ist die Richtung der Übergabe sprachlich unsicher; die vorliegende Lesart richtet sich nach „dir schenken“ im Tamilischen.

4176. Sie erklären dir alle Regeln und erteilen dir die reine Erkenntnisunterweisung. „Lebe gut in dieser Welt! Empfange die Gnade des kostbaren Wesens am Ende des Nada. Sei für immer ein Befreiter unter den Siddhas!“ So segnen sie dich und offenbaren dir gütig das Licht des höchsten Brahman.

Am Elefantenberg: Kalladiyan und die bewachte Höhle

4177. Höre einen weiteren Weg, mein tüchtiger Sohn Pulippani. Nordwestlich des lieblichen südlichen Madurai liegt ein Berg namens Yanai Malai, der Elefantenberg. Mein königlicher Vater Kalangi Natha hatte mir diesen Weg beschrieben. Nach dem Wort meines Gurus nahm ich die Kulikai an mich, mein Sohn.

4178. Mit der Kulikai flog ich durch den Himmel, um den Elefantenberg zu sehen, und gelangte auf seinen schönen Gipfel. Dort sah ich eine Halle. Ein Siddha, der seit drei Yugas besteht, hält sich dort auf, o Edler: der Siddha Kalladiyan.

Anmerkung: Die OCR-Zählung „41768“ ist nach der fortlaufenden Reihenfolge als 4178 gelesen. Bei „drei Yugas“ steht in der Vorlage „drei Yoga“, wahrscheinlich eine beschädigte Lesung.

4179. Dort waren viele große Siddhas; von der Erde kamen wir auf den Berg hinauf. In der mächtigen Säulenhalle auf dem Gipfel des Elefantenberges sah ich tausend Schüler versammelt. Man darf diesen Siddha nicht überwältigen wollen; gewiss würde er unverzüglich einen Fluch aussprechen.

Anmerkung: Die Bezeichnung der Halle und ein Wort vor „Schüler“ sind beschädigt; eine genaue Säulenzahl ist nicht sicher.

4180. Niemand in der alten Welt hat diesen fest im Schweigen ruhenden Siddha gesehen. Dort sind machtvolle Siddhas mit Koti geheimnisvoller und überweltlicher Fähigkeiten. Die Siddhas guten Herzens auf diesem Berg lassen sich nicht beschreiben. Ich sah dort Herrliche, die dem kleinen Weisen Agastya ebenbürtig sind.

4181. In jener Säulenhalle ist der vortreffliche Siddha Kalladiyan. In der erhabenen Halle befindet sich sein Samadhi; auch der große Rishi Tumburu ist dort. Sieh, eine schöne Kristallhalle steht auf dem Berg. Die lieblichen Rishis, Weisen und Siddhas bewachen aufmerksam diesen Versammlungsraum.

Anmerkung: Der Name des Rishis erscheint verkürzt als „Tumpu“; Tumburu ist eine unsichere Lesung.

4182. Mithilfe der Kulikai stieg ich unvermittelt in die Versammlungshalle hinab. Vor dem mächtigen Siddha Kalladiyan stand ich, nachdem ich mit ihr herabgekommen war. Ich nahm mir vor, mit sanften Worten zu sprechen, und stellte mich neben den Samadhi. Sogleich bemerkten mich die Weisen.

4183. Die Siddhas, Weisen und Rishis wurden heftig zornig auf mich. Mit fauchenden, drohenden Worten wollten sie mich verfluchen. Tausend von ihnen erhoben sich von dem kühlen Berg und kamen heran. Als ich sie sah, fiel ich demütig zu ihren Füßen und warf mich mit acht Körpergliedern nieder.

4184. Ich verehrte die Füße der Siddhas, Weisen und Rishis und verneigte mich tief. Sie erbarmten sich meiner, der ich so nahe vor ihnen stand, und fragten: „Wer bist du, mein Sohn?“ Fest gedachte ich Kalangi Nathas im Herzen: „Ich bin sein Schüler und kam mit der Kulikai, um diesen Berg aufzusuchen.“

4185. „Um den Elefantenberg zu sehen, stieg ich mit der Kulikai hier herab. Ich war in der heiligen Stadt Kashi und brachte heiliges Wasser vom leuchtenden Kashi-Linga mit. Mit freudiger Puja und Speiseopfern möchte ich liebevoll eure Lotosfüße verehren.“ Als ich dies mit gefalteten Händen sagte, freuten sich die erhabenen Rishis.

4186. Die erfreuten Siddhas segneten mich, und ich grüßte freudig ihre Füße. Gerührt blickte mich der Rishi an: „Sage, darf man so auf diesen Berg kommen? Junger Sohn, nun wirst du mich auf rechte Weise schauen.“ Dann gab er mir erfreut die Erkenntnisunterweisung und erläuterte mir geordnet die Schätze des Berges.

Anmerkung: Die direkte Rede in der dritten Verszeile ist beschädigt; die genaue Formulierung bleibt unsicher.

Pranava-Chakra und Begegnung mit Padmasura

4187. „Sieh, Sohn Kalangi Nathas, liebevoll werde ich dir von den Schätzen des Berges erzählen. Wer könnte es dir so sagen wie ich? Mein Sohn, ich gebe dir ein sicheres Wort. Mein herrlicher Boganatha, höre auch von den Gefahren des Elefantenberges! Viel Überweltliches gibt es dort; ich werde dir wahrheitsgemäß berichten, was ich selbst gesehen habe.“

4188. „Weder Zunge noch Versmaß reichen aus, dies zu beschreiben. Schöner, königlicher Herr, höre! Am Fuß des Elefantenberges gibt es ein herrliches Quellbecken und eine Höhle. Wenn du dich dem Becken näherst, sitzen dort hundert Siddhas Kalladiyans wie starke Ringer versammelt. Sie halten an dem großen Quellbecken Wache.“

4189. „Die Wunder innerhalb dieses bewachten Bereichs lassen sich nicht beschreiben, o Edler. An den Stufen des leuchtenden Quellbeckens steht der mächtige Kattavarayan. Als kampfbereiter Waffenträger hält er Wurfscheibe und gekrümmten Stab in Händen. Dieser gewaltige Held bewacht den Ort vollständig.“

Anmerkung: Der Name lautet in der Vorlage „Karttavarayan“; die Wiedergabe Kattavarayan folgt der naheliegenden Namenslesung.

4190. „Wenn du mit der Kulikai dorthin gehst, mein Augapfel, versperrt er dir den Weg. Der Held Kattavan tritt als ruhmreicher Waffenträger hervor, um mit dir zu kämpfen. Sobald du ihn herankommen siehst, wisse: In wachsendem Hochmut kommt er, um dich zu töten. So ist es wirklich, mein Sohn.“

4191. „Ich werde dir noch einen zuverlässigen Weg nennen, o Edler, damit du in die Höhle gelangen kannst. Ich habe dir das glückbringende Pranava-Chakra gegeben. Halte dieses machtvolle Chakra in der Hand und gehe mit der Kulikai zur Fortbewegung hinein. Dann werden dir die erhabenen Siddhas am Ende des Nada willfährig sein.“

Anmerkung: Eine zeichnerische Form oder ein ausgeschriebenes Mantra des Pranava-Chakras wird hier nicht angegeben.

4192. Nachdem ich den Siddha-Weisen gesehen hatte, ging ich in die Höhle. Laut und heldenhaft wollte Kattavan mich erschlagen. Andächtig stellte ich mich neben ihn und vollzog mit dem Pranava-Chakra die Beschwörung zum Sieg. Da kam Virabhadra unter meine Gewalt.

Anmerkung: Der Text wechselt hier von Kattavan zu Virabhadra; die Namen werden nicht stillschweigend vereinheitlicht.

4193. Auch der Rishi wurde mir liebevoll ergeben. Ich schritt durch die Höhle und an Virabhadra vorbei. Dann sah ich die mächtige Höhle Padmasuras, den die Himmelsbewohner preisen. Er erteilte Erkenntnisunterweisung und saß fest im Samadhi.

4194. Ich sah Padmasura dort sitzen. Neben diesem herrlichen Asura waren in der Höhle auch die Daruka-Rishis in feierlicher Versammlung. Mit der Kulikai näherte ich mich ihm entschlossen. In der Höhle des bewaldeten Kurunta-Berges sah ich den Guru Padmasura.

Anmerkung: Die Lesung „Daruka-Rishis“ ist unsicher; die Vorlage bietet „Taruca-rishis“. Der Ortsname wechselt hier zu Kurunta-Berg.

4195. Als ich den Asura sah, fragte er mich, wer ich sei. Er thronte wie ein König und blickte mich streng an: „Junger Sohn, wer bist du? Warum bist du gerade hierhergekommen, du Edler?“ Auf seine Frage antwortete ich, sein Diener, offen.

4196. „Ich bin ein guter Schüler meines siegreichen Herrn Kalangi Natha“, sagte ich. Da wandelte sich der Asura, freute sich und erzählte mir von allen Herrlichkeiten. Mein Anliegen kam zur Erfüllung; er erläuterte mir die Wunder dieser Erde. Auch von anderen Orten, Bergen und Höhlen berichtete er und entließ mich dann freundlich.

Theraiyar und die Heilung Tiranakkiyas

4197. Höre nun einen weiteren Weg, mein tüchtiger Sohn Pulippani. Theraiyar, der verständige Augapfel, war Agastyas geliebter Schüler. Lange hatte Agastya ihn als seinen guten Schüler bei sich behalten. Bereitwillig erzählte er ihm von den erstaunlichen Wundern dieser Welt, soweit er sie gesehen hatte.

4198. Alle Wege, die er selbst erkannt hatte, erklärte er Theraiyar. In einer Versammlung von Siddhas, Weisen und Rishis lebte der herrliche Weise Tiranakkiya, ein Schüler Jamadagni Munis. Diesen befiel ein quälender Kopfschmerz, der tief im Gehirn saß.

Anmerkung: Der Guruname ist als „Camaltani“ beschädigt; die Wiedergabe Jamadagni folgt dem erzählerischen Zusammenhang, bleibt an dieser Stelle aber unsicher.

4199. Wie soll man den schrecklichen Kopfschmerz beschreiben, der sich in seinem Gehirn festgesetzt hatte? Er litt unter der Krankheit, und seine Qual wurde immer größer. Man verlangte, den tüchtigen Agastya zu rufen, damit er sie heile. Der aus dem Krug Geborene hatte die Ursache bereits durch seinen Erkenntnisblick erfasst.

4200. Agastya ging voraus, und der liebevolle Theraiyar folgte ihm. Agastya hatte die benötigten Arzneien und Instrumente bestimmt. Der Weise Theraiyar nahm die Tasche mit diesen Dingen auf und trug sie. So ging er, wie ich dir erzähle, seinem Lehrer liebevoll auf dem Weg hinterher.

4201. Der Siddha-Weise Theraiyar begleitete Agastya. Sie kamen zu der bedeutenden Versammlung auf dem felsigen Berg und traten vor die Gemeinschaft. Als Agastya mit seinem Schüler dort saß, berichteten ihm die Gelehrten der Versammlung genau, was geschehen war.

4202. Die Gelehrten schilderten ihm die Krankheit des vortrefflichen Tiranakkiya: „Herr, seit zehn Jahren leidet er heftig unter Kopfschmerzen, Sanni und weiteren Beschwerden. Viele ärztliche Behandlungen wurden versucht, doch diesem schönen, königlichen Herrn brachten sie keine Erleichterung.“ Nun baten sie Agastya, seine heilkundige Kunst anzuwenden.

Anmerkung: Sanni ist eine traditionelle Krankheitsbezeichnung, häufig für schwere Zustände mit Bewusstseinsstörung; eine eindeutige moderne Diagnose wird hier nicht zugeordnet.

4203. Als Agastya das Leiden sah, erläuterte er mit sicherem Wissen die Behandlung. Ein Terai-Tier war durch die Nase in das Gehirn gelangt und hatte sich dort festgesetzt; daher kam die Qual. Der große Agastya bedachte die Sache aufmerksam im Herzen.

Anmerkung: Terai bezeichnet hier das gewöhnlich als Kröte verstandene Tier der Theraiyar-Legende. Die abschließende Wortfolge ist beschädigt.

4204. Bei seiner Untersuchung nahm er ein Messer und öffnete vorsichtig den Kopf, um nachzusehen. Das Terai-Tier saß fest am stillliegenden Gehirn. Agastya wollte es mit einer Zange herausnehmen. Doch der ruhmreiche Weise Theraiyar erklärte ihm eine andere, bedachtsame Art, es zu entfernen.

Anmerkung: Wörtlich steht „das Gehirn aufschneiden“; die Übersetzung bezieht die Öffnung im erzählten Zusammenhang auf den Kopf. Es handelt sich um eine Legende, nicht um eine medizinische Anleitung.

4205. Er füllte ein irdenes Gefäß mit kühlem Wasser und hielt es dem Terai-Tier hin. Sogleich sprang es aus dem Gehirn heraus. Agastya, dessen Ruhm in alle vier Richtungen reicht, erkannte erfreut die Klugheit seines Schülers und lobte ihn: „Mein Schüler, du goldener Aranga, du leuchtender, klarer Nektar, du Gold!“

4206. „Du Löwe, du Sohn, den die Siddha-Weisen preisen! Du Shiva-Yogi, Sohn der Gnade, du von herrlicher Gestalt! Du Erhabener, du wahres Wesen, Leuchte der Erkenntnis, strahlender Edelstein, Sonnenlicht, feiner Fuß! Du Gold, Schweigender des sechssilbigen Mantras, du Barmherziger, Schatz des Erbarmens, nahe Leuchte! Du Beglückter mit den acht aufblühenden Siddhis, du ruhmreicher großer Meru!“ So sprach er.

Anmerkung: Einzelne Anreden sind sprachlich beschädigt. Das sechssilbige Mantra wird nur erwähnt und nicht ausgeschrieben.

4207. So lobte Agastya den herrlichen Theraiyar. Er erklärte ihm viele wertvolle Dinge und gab ihm dort die Erkenntnisunterweisung zu seinem Wohl. Auch über das Kraut auf dem Berg, das die Toten dieser Welt wieder aufstehen lässt, unterwies er Theraiyar bereitwillig, damit dieser es beherrsche.

4208. Er enthüllte ihm das Geheimnis des Goldkrauts und nannte das Land, in dem Gold entsteht. Nachdem Theraiyar alle Mittel und Verfahren gründlich erlernt hatte, wuchs sein Stolz übermäßig. Er verließ Agastya und zog aus eigenem Willen in die schatzreiche Bergwelt.

Der goldene Berg und der Zorn Agastyas

4209. Nachdem Theraiyar Agastya verlassen hatte, sah er den Elefantenberg. Er hatte sich über das Wort seines Gurus hinweggesetzt und alle kostbaren Künste erlernt. Um nun in der ganzen Welt Siddhi-Wunder zu wirken, zog der Weise entschlossen an den Fuß des Berges namens Kashi.

Anmerkung: Der Text nennt hier sowohl den Elefantenberg als auch einen Berg Kashi; beide Angaben bleiben stehen.

4210. Der Siddha-Weise Theraiyar unterwies eigenmächtig die Schüler, die sich ihm angeschlossen hatten, und zeigte ihnen alle geeigneten Kräuter. Die guten, Gold hervorbringenden Kräuter strich er auf den kühlen Berg. Dann fachte er mit einem Blasebalg das Feuer an, damit alles zur Reife gelange.

4211. Als er blies, wurde der ganze Berg zu Gold, o Edler. Die dort lebenden Asketen und Rishis mit ihrer großen Bußübung konnten die gewaltige Hitze dieses untermeerischen Feuers nicht ertragen. Ihre Qual wuchs; selbst auf Kailangiri fanden sie keinen Platz mehr. Daher brachten sie vor dem großen Agastya heftig ihre Klage vor.

4211, zweite Zählung. Die ehrwürdigen Siddhas, Weisen und Rishis liefen aufgeregt zu Agastya: „Theraiyar, dieser losgelassene Siddha, hat am Fuß des Berges ein mächtiges Feuer entfacht. Mit dem Blasebalg treibt er es an und setzt den Berg der Glut aus. Für uns Siddhas, Weise und Rishis gibt es keinen Ort mehr, an dem wir wohnen können!“

Anmerkung: Die PDF-Vorlage, Seite 552, vergibt 4211 zweimal und überspringt 4212. Beide verschiedenen Strophen sind unter der gedruckten Nummer erhalten. Die Bezeichnung des Feuers lautet Vadavagni, das mythologische untermeerische Feuer; hier wird damit die übermäßige Glut beschrieben.

4213. „Durch diesen Siddha Theraiyar wird die ganze Erde von Wundertaten erfüllt sein. Wenn alle gewöhnlichen Berge zu Gold werden, wer wird dann noch einen anderen achten? Wo bleiben der königliche Guru und sein Schüler? Solche Unterschiede gäbe es in der Welt nicht mehr. Wir haben es euch offen gesagt; bewahrt das Siddha-Licht am Ende des Nada!“

Anmerkung: Das Verb zur gegenseitigen Achtung ist in der Vorlage beschädigt; auch eine Aussage über das Sterben ist sprachlich nicht völlig auszuschließen.

4214. Mit gefalteten Händen baten sie Agastya von Kailasa um Schutz: „Schaffen und Zerstören liegen in eurer Macht, Vater; schenkt uns euren gnädigen Blick!“ Agastya nahm die Sache auf, und augenblicklich wuchs sein Zorn. Er packte den Siddha Theraiyar, riss ihn vollständig auseinander und warf ihn hin.

4215. Nachdem Agastya den Siddha so hingeworfen hatte, kehrte er an seinen eigenen Ort zurück. Als er fort war, versammelten sich Theraiyars Schüler und erweckten ihren Siddha mithilfe des Krauts unverzüglich wieder zum Leben. Trotz seiner Qual begann dieser von Neuem, ebenso kräftig wie zuvor mit dem Blasebalg zu blasen.

4216. Theraiyar blies weiter. Da kamen die Nathas erneut: „Dieser ehrlose Bursche ist wieder da und arbeitet wieder mit dem Blasebalg! Gibt es denn für einen Siddha keine gerechte Ordnung? Seine Grausamkeit ist übermäßig!“ So sprachen sie zu Agastya, der dem Herrn mit der Mondsichel im verfilzten Haar gleicht.

Anmerkung: Die Beschimpfung lautet wörtlich etwa „Bursche ohne Kastenstand“. Der Wechsel der Sprecher ist in dieser Strophe undeutlich.

4217. Während die Siddhas so redeten, hörte der große Agastya ihre zahllosen Bitten an. „Gibt es eine gerechte Weise, mit Theraiyar zu verfahren?“ Er betrachtete die drei Zeiten und nahm die dringlichen Worte auf, die Glut müsse beendet werden.

Anmerkung: Die Zuordnung der Frage zur Erzähler- oder Figurenrede bleibt unsicher.

4218. Agastya hatte die Bitten und Klagen vernommen. Sein Schüler, der Siddha Theraiyar, wandte sich nun dem Weg zum Samadhi zu. Er wollte auf dem kühlen Narmada-Berg in den tiefen Samadhi eintreten und brach mit diesem festen Entschluss auf.

Anmerkung: Die OCR-Vorlage bietet erneut 4216; nach der Reihenfolge wird 4218 angesetzt. Die Verbindung zwischen Agastyas Reaktion und Theraiyars Aufbruch ist beschädigt.

Theraiyars Rückzug zum Narmada-Berg

4219. Theraiyar hatte das häusliche Leben in der Welt aufgegeben. Was an früherer Bindung noch übrig gewesen war, ließ er hinter sich und gab das Verlangen nach der Welt auf. Er rief seine Schüler: „Was nützt es, ewig in dieser Welt zu bleiben? Was nützt die feste Verehrung des Gurus? Eine gehaltvolle Unterweisung ist nirgends zu sehen!“

4220. „Ich sehe keine Unterweisung; da ist nichts. Auch das Verweilen auf dieser Erde bringt keinen Nutzen. Selbst wenn man Koti wunderbarer Künste ruhmreich erlernt, ist es nichts. Mögen einem Itihasas, Puranas, Veden und auch Ayurveda nach Belieben offenstehen: Es ist nichts. Besser ist es, vollständig in den Samadhi einzugehen.“

Anmerkung: Diese radikale Entwertung der Lehren ist die Rede Theraiyars innerhalb der Erzählung.

4221. „Ich gehe in den guten Samadhi, meine Söhne. Kommt alle gern und wohlgesinnt zum Narmada-Berg!“ So gab er ihnen seine Weisung. Dann machte sich der Siddha Theraiyar entschlossen auf den Weg und suchte den Narmada-Berg. An dessen Fuß ließ sich der Weise nieder.

4222. Dieser Siddha und Rishi von vollendeter Gestalt hatte das Verlangen nach der alten Welt aufgegeben. Er durchwanderte das kühle Land und erreichte die schatzreiche Bergwelt. Wie in einer Geschichte von jemandem, den Saturn bedrängt, war sein Herz tief erschöpft. Mit festem Willen stand er bereit, in den tiefen Samadhi einzutreten.

4223. Der Siddha-Weise ließ eine feste Grube für den Samadhi ausheben und einen tragfähigen Steinboden anlegen, sodass Wind und Luft nicht eindringen konnten. An einer Seite ließ er eine schmale Öffnung. Nachdem er den Platz für den Samadhi vorbereitet hatte, stand er vor seinen Schülern und gab ihnen Rat.

4224. „Meine verständigen Schüler, meine Söhne! Die Wunder dieser großen Welt lassen sich auf Erden nicht beschreiben.“ Liebevoll sprach der Weise Theraiyar, wie es der festgelegten Ordnung entsprach, zu seinen Schülern. Diese grüßten ihn ehrerbietig mit gefalteten Händen und standen aufmerksam vor ihm.

4225. Zu den dort stehenden Schülern sagte er: „Mein Sohn, mein Freund, du Glücklicher! Ich werde nun in die steinerne Grabkammer hinabsteigen. Verschließt sie oben mit einer festen Steinplatte. Wenn ich in den Samadhi eingetreten bin, reicht mir Milch und Früchte. Nachdem ein Mandalam vergangen ist, verschließt auch diesen Zugang vollständig.“

4226. „Nachdem ihr die Steinplatte geschlossen habt, sollt ihr beim Samadhi bleiben. Wenn die Zeit meiner Rückkehr naht, erscheinen Schriftzeichen auf dem festen Felsen. Innerhalb von zehn Jahren werde ich unvermittelt zurückkehren. Dann wird der Narmada-Berg, mein Sohn, eine goldene Farbe annehmen.“

4227. „Alle Siddhas auf dem goldenen Berg werden herabsteigen. Sie werden vielfach mit gefalteten Händen grüßen und liebevoll zum Samadhi kommen. Ausgestattet mit den acht aufblühenden Siddhis, mit der Erkenntnis des herrlichen Yoga und mit vereinigter Erkenntnisunterweisung werden sie nahe beim Samadhi stehen.“

4228. „Noch viele andere Wunder werden auf der Erde geschehen; ich will dir ihre Herrlichkeit nennen. Auch der Fluss des äußersten Nordens wird von der südlichen Richtung her im nördlichsten Wald erscheinen. So sagte er über Kanpapu; entsprechend wird es auch mit allen Waldbächen und Flüssen geschehen.“

Anmerkung: Diese Strophe ist stark beschädigt. Die Flussbewegung und die als „Kanpapu“ gelesene Wortfolge lassen sich nicht verlässlich bestimmen; der Wechsel zur Erzählerrede steht bereits in der Vorlage.

4229. Die Siddhas, Weisen und Rishis kamen friedlich an den Samadhi. Sie gedachten der Guru-Füße meines siegreichen Vaters Agastya. „Wann wird der kostbare Siddha-Weise zurückkehren? Wann wird das ganze Land ihn sehen und sich freuen? Wann wird der Stein dieses Samadhi auf der Erde aufbrechen?“ So fragten sie.

Rückkehr nach zehn Jahren

4230. Nachdem die bestimmte Zeit vergangen war, kam der Tag der Rückkehr des herrlichen Siddhas. Alle Berge wurden golden, und auf dem nahen Felsen erschienen Schriftzeichen. Menschen mit Aussatz und anderen Krankheiten wurden von ihren Leiden befreit und gesund. Die würdigen Schüler hielten sich beim Samadhi auf.

4231. Zehn Jahre waren vergangen; die Zeit der Rückkehr war da. Der Samadhi brach auf, und der Siddha Theraiyar erschien. Nachdem er seine strenge Askese vollendet hatte, trat er liebevoll wieder auf die Erde hinaus. Die sehnsüchtigen, ehrwürdigen Schüler verehrten seine Füße.

4232. Die Edlen, die sich von der alten Welt abgewandt hatten, verehrten Theraiyar. Voll Freude über seinen heiligen Leib grüßten sie ihn. Weinend beugten sie sich vor seinen Füßen: „Herr, du Siddha-Gestalt am Ende des Nada! Du Beschützer, der niemals abweicht und kein falsches Wort spricht!“ So verneigten sie sich und erwiesen ihm Namaskara.

Anmerkung: Die Wortfolge zum Zustand seines Körpers ist beschädigt; ein körperlicher Schaden oder dessen Aufhebung lässt sich daraus nicht sicher bestimmen.

4233. Mit strahlenden Gesichtern sprachen die Edlen, die sich vor ihm verneigt hatten: „Du höchstes Licht, Siddha-Gestalt am Ende des Nada! Wie durch eine körperlose Stimme vorausgesagt, Herr, haben sich die Wunder erfüllt. Dein bestimmtes Wort war nicht falsch; in dieser Welt ist es vollständig wahr geworden. Segne nun uns Schüler aus geneigtem Herzen!“

4234. „Hört nun noch einen Weg, ihr tüchtigen und edlen Schüler! Ich trennte mich von meinem königlichen Vater, dem siegreichen Agastya. Nachdem ich die mir zugängliche Erkenntnisunterweisung gründlich erfasst hatte, ging ich fort. Aus eigenem Entschluss nahm ich den Samadhi an und blieb zehn Jahre darin.“

4235. „Nun bin ich wiedergekommen und habe euch gesehen. Was soll ich euch sagen, meine herrlichen Schüler? Ich sah einen Traum: Ich soll erneut in den Samadhi eintreten. Durch das Wirken des höchsten Parapara wird dieser eindringliche Traum wahr werden. Was ich in ihm sah, wird gewiss geschehen.“

Der Traum und der Siddha unter der Erde

4236. „Ich habe einen wahrhaftigen Traum gesehen, ihr geliebten Schüler der Nathas. Es war, als ginge ich in den tiefen Samadhi und bliebe zwanzig Jahre darin. Durch Manonmanis gütigen Blick sah ich diese Träume deutlich. Als wäre ich in den festen Samadhi eingegangen, schaute ich gewaltige Wunder.“

4237. „Ich sah, wie ich zum Samadhi ging. Ein Siddha war dort bereits seit langer Zeit. Um in der Erde den Samadhi einzunehmen, hatte ich meine Schüler versammelt. Als wir eine Grube vollständig ausheben wollten, schien dort schon ein ruhmreicher Siddha zu sitzen. Ich sah ein strahlendes Licht und diesen großen Siddha.“

4238. „Solche Träume sah ich, meine friedlichen Schüler; was soll ich sagen? Dort erblickte ich einen mächtigen Siddha wie meinen königlichen Vater Agastya. Durch Manonmanis Gnade öffnete ich klar die Augen. Doch von dem, was ich im Traum gesehen hatte, war im Wachen nichts zu sehen.“

4239. „Der Siddha im Traum war wie das Licht des Herrn von Kailasa. Ist eine Erinnerung zum Traum geworden? Ist der aufsteigende Traum wahr oder falsch? Ich kann nichts erkennen. Schöner königlicher Herr, was bedeutet dieses Wunder?“ Darauf ging der Siddha erneut zum großen Samadhi.

4240. Viele Schüler zogen in einer ansehnlichen Gemeinschaft mit ihm. Sie gingen westlich des Narmada-Berges zu dem Ort für den Samadhi. Als sie eifrig die Grube aushoben, befand sich dort ein erhabener Siddha. Sie sahen ihn voller Freude, und ein helles Leuchten erschien.

4241. Höre weiter, Pulippani, mein Sohn. Als Theraiyar dorthin kam, war es ein Siddha, dessen Atem seit langer Zeit stillstand und der die alte Welt überschritten hatte. Nachdem man die Erde etwa eine Mannestiefe ausgehoben hatte, schien das ganze Erdreich bis zum unterirdischen Wasser hinab zu schmelzen.

Anmerkung: Die Aussage vom schmelzenden Erdreich ist ungewöhnlich, steht jedoch so in der vorliegenden Wortfolge.

4242. Das Erdreich schmolz bis zum Wasser, und wie Wurzeln breiteten sich Stränge darin aus. Sein verfilztes Haar war mächtig gewachsen, wie das des Herrn. So saß er im großen Samadhi. Sie sahen den Siddha mit geschlossenen Augen fest im Samadhi ruhen, den Rishi, der dort in der Erde saß.

Anmerkung: Die ersten beiden Zeilen sind beschädigt; das Bild von Wurzeln scheint sich auf das ausgebreitete verfilzte Haar zu beziehen.

4243. Der im Samadhi weilende Siddha fragte Theraiyar bestimmt, wer er sei. Theraiyar blickte den Siddha-Weisen und Rishi an und antwortete offen: „Ich bin ein Schüler Agastyas.“ So sprach der ehrwürdige Theraiyar.

Anmerkung: Die erste Zeile nennt Theraiyar auch als den im Samadhi Sitzenden; die Übersetzung löst den sonst widersprüchlichen Sprecherwechsel nach dem Gesprächszusammenhang auf.

4244. Theraiyar erklärte dem Rishi: „Durch den gnädigen Blick des großen Krug-Weisen und durch die Gnade der lieblichen Manonmani habe ich in dieser Welt viele Koti Wunder und überweltliche Erscheinungen gesehen.“ Dann beugte sich der schweigsame Weise zu seinen Füßen und pries ihn.

4245. Theraiyar lobte ihn, verehrte seine Füße und verneigte sich vollständig: „Ich nahm Kayakalpa an und verbrachte viele Koti Zeiträume auf dieser Erde. Dann ging ich ehrfürchtig in den Samadhi und blieb zehn Jahre darin, o großer Gott. Nach der Ordnung des Schicksals empfing ich erneut die Gnade der Mutter des Vedanta.“

4246. „Ich empfing den Auftrag, wieder in den Samadhi einzutreten, diesmal für volle zwanzig Jahre. Ich lernte die Karpa-Lehre, hörte die Erkenntnisunterweisung und wurde frei von Verlangen nach der Welt. Ich bin ein junger Sohn von geringem Wissen; mache mich würdig für den Samadhi! Über die Berge hinweg kam ich als dein Diener hierher, um die Guru-Füße aufzusuchen.“

Anmerkung: Die Bitte „mache mich würdig“ gibt den erkennbaren Gesprächssinn wieder; die entsprechende Verbform der Vorlage ist unstimmig.

4247. „Mit meiner Schülerschaft kam ich auf der Suche nach dem Narmada-Berg hierher. Meine liebevollen Schüler fanden einen geeigneten Platz für den Samadhi. Als sie die Grube aushoben, sah ich dich dort sitzen. Es ist genauso eingetreten, wie ich es zuvor im Traum sah; eine noch offene Verbindung hat sich erfüllt.“

4248. Als Theraiyar dies dem Rishi liebevoll erzählte, gab dieser bereitwillig seine Zusage: „Bleibe mit still gewordenem Atem eine Zeit lang neben mir im Samadhi, bis die festgesetzten Jahre vollendet sind.“ Er gewährte ihm die Gunst, die aufwallende Atmung anzuhalten und liebevoll dort zu verweilen.

Zweiter Samadhi und Vergänglichkeit des Körpers

4249. Der Rishi erteilte ihm diese Gunst und sprach seinen mächtigen Segen. Ohne von dem verbindlichen Wort abzuweichen, ging Theraiyar dort in den Samadhi. Zuvor erläuterte der tüchtige Siddha seinen Schülern ausführlich die vielen Wunder, die geschehen würden.

Anmerkung: Die zeitliche Einordnung „zuvor“ folgt dem Erzählzusammenhang; die Vorlage nennt zuerst den Eintritt und danach die Unterweisung.

4250. „Wenn ich in den Samadhi eingegangen bin, wird eine bedeutsame körperlose Stimme ertönen. Hört, meine edlen Schüler! Während ich freudig im Samadhi verweile, ruhe ich im Zustand des Shiva-Yoga. Vor meiner sicheren Rückkehr auf die Erde werden viele Wunder geschehen. Bleibt nahe bei diesem großen Samadhi!“

4251. „Wenn ihr dort steht, werdet ihr durch Manonmanis Gnade die anhaltende körperlose Stimme hören. Haltet sie nicht für gering; lauscht liebevoll! Wenn die Zeit meiner Rückkehr auf die Erde kommt, werden euch durch die Gnade des höchsten Bewusstseins deutliche Träume zuteil. Ihr werdet träumen, ich sei gekommen; dann geschehen die Wunder, o Edle.“

4252. „Die Welt wird finster werden, und das mächtige Meer wird aufwallen. Die stillen Samadhis der verstorbenen Nathas werden leuchten. Durch den gütigen Blick der lieblichen Manonmani werden sie sichtbar vor euren Augen stehen. Diese Siddhas werden euch liebevoll die Wunder der vier Yugas erklären.“

4253. So kündigte es der Siddha-Weise Theraiyar an. Auch der verehrungswürdige Rishi verließ den Samadhi und erklärte den Weg der Selbstbeherrschung. Damit die Welt Theraiyars kostbaren Leib sehen konnte, brach der Stein seines Samadhi auf. Ruhmreich trat er daraus hervor.

Anmerkung: Die genaue Rollenverteilung zwischen dem Rishi und Theraiyar ist in dieser Strophe nicht eindeutig.

4254. Als der Siddha-Weise hervorgetreten war, sagte er seinen Schülern zu ihrem Heil: „Was nützt es, klare Shastras zu erlernen? Was nützen Kayakalpa und andere Mittel für den Körper? Was nützt es, den glänzenden Leib liebevoll in dieser Welt zu erhalten? Was nützt es, in die Samadhi-Grube zu gehen? Auch wenn man auf dieser Erde bleibt, ist nichts gewonnen.“

4255. „Im Verlangen nach den fünf Elementen sehe ich nichts. Der harte Körper bleibt nicht bestehen. Was nützt es, Koti Zeiträume zu leben? Auf dieser Erde zerfällt der Leib. Das Haus wird zum Totenplatz, die eigene Stadt wird zum öden Leichenfeld. Alle Begierden nach dieser Welt zu vergessen, das ist die wahre, erhabene Größe.“

Anmerkung: Die Lesung „das Haus“ folgt einer naheliegenden Trennung der beschädigten Wortfolge in der dritten Zeile.

4256. „Auch ein außergewöhnlicher Körper bleibt nicht bestehen. Niemand hat für immer auf dieser Erde gelebt. Das ganze Leben in dieser vergänglichen Welt ist ein trügerisches Leben, keine bleibende Wahrheit. Niemand ist hier geblieben; sieh, der Leib vergeht vollständig!“ So sprach Theraiyar mit Güte. Erkenne diese Wahrheit.

4257. Höre, mein Sohn Pulippani, ich erzähle dir von dem Siddha Theraiyar. Wer auf dieser Welt besitzt solche Wunderkräfte und solche Herrlichkeit wie er? Gibt es unter den Siddhas, die hier lebten und die Dinge unmittelbar erkannten, einen wie ihn? Er hatte die Mittel zur Bewahrung des Körpers erlangt, dieser tüchtige, goldgleiche Siddha.

4258. Gibt es unter den goldenen Siddhas seinesgleichen? Er hatte auf Erden die Körpervollendung erlangt, besaß die acht aufblühenden Siddhis und kannte die herrlichen Kräuterarten. Er war der kostbare Siddha, der Tote erwecken konnte und Koti erhabener Geheimnisse wusste. Unter den achtzehn löwengleichen Siddhas war er dem ruhmreichen Agastya besonders lieb.

4259. Der Siddha-Weise Theraiyar lebte in dieser herrlichen Welt. Dann vergaß er seinen kostbaren Körper und gab das Verlangen nach der alten Welt auf. Wer auch immer die verehrungswürdigen höchsten Rishis sein mögen: Keiner ist für immer auf Erden geblieben. Es ist gut, selbst das Verlangen nach Chaitanya rein aufzugeben und friedlich im Zustand der Askese zu verweilen.

Anmerkung: Die Wendung „Verlangen nach Chaitanya“ steht hier ausdrücklich; sie wird nicht zu einem allgemeinen Verlangen nach der Welt umgedeutet.

Niemand bleibt für immer: Bogars Mahnung

4260. Die Weisen ruhten im guten Zustand der Askese und trugen den Namen Nathas. Mit ihren berggleichen Körpern suchten sie Höhlen und verbargen sich in Felsspalten. Sie gingen in die offene Leere und nahmen willig den Samadhi an. Nachdem sie die Beschaffenheit dieser Erde erkannt hatten, legten sie schließlich ihren Körper ab.

Anmerkung: Die letzte Zeile ist beschädigt; die genaue Formulierung dessen, was sie erkannten, bleibt unsicher.

4261. Auf diese Weise legten alle Siddhas ihren Leib ab, ja, alle Nathas. Sie vergaßen die Welt auf ihrem Weg und gaben auch das kraftvolle Leben auf. Den steinharten, mit Mängeln behafteten Körper ließen sie auf Erden zurück. Mein Sohn, keiner von ihnen ist mehr in dieser weiten Welt.

4262. Man mag zahlreiche Tattvas erklären; dieser Körper wird doch zerfallen. Auch der Siddha, den man Guru nannte, vergaß die Erde und ging fort. Selbst wer die Gunst der lieblichen Manonmani erlangt hatte und als Siddha im Land lebte, ist gegangen. Alle wurden auf dieser Erde geboren, um die Füße des Höchsten zu schauen.

4263. Ist je ein Geborener für immer geblieben? Ist dieses Wort in der großen Welt wahr oder falsch? Ist je ein Verstorbener wieder geboren worden? Ist das in dieser schönen Welt wahr oder falsch? Wer immer behauptet: „Ich werde hier dauerhaft leben, ohne zu sterben“, der prüfe die wahre Wirklichkeit, die Dharma heißt. Mein Sohn, erkenne und verehre diesen Zustand.

Romarishi und die alchemistische Behandlung des Hahns

4264. Höre nun ein weiteres Verfahren, mein ruhmreicher Sohn Pulippani. Unter den achtzehn Siddhas ist der herrliche Siddha namens Romarishi. Er ist ein Yogi, den alle vier Himmelsrichtungen preisen. Geboren wurde er im schönen Land Romapuri, im westlichen Bereich des Waldes des äußersten Nordens.

Anmerkung: Romapuri wird hier als überlieferter Ortsname beibehalten; eine Gleichsetzung mit einem modernen Ort wird nicht vorausgesetzt.

4265. Dieser Siddha-Weise lebte lange Zeit in Romapuri. Am lieblichen heiligen Gewässer des Sengamuni hielt er sich lange auf. Auf dem Berg wollte der Rishi die große alchemistische Kunst ausüben. Mithilfe eines fleischlichen Vogels vollbrachte er, o Edler, Koti alchemistische Verfahren.

Anmerkung: Der Name „Sengamuni“ ist nicht sicher lesbar. Die folgenden Rezepturen sind historische alchemistische Aussagen, keine geprüften Anwendungen.

4266. Romarishi suchte im Wald einen Hahn von einer großen, hervorragenden Art, fand ihn und untersuchte ihn gründlich. Nimm zehn Palam Kentakam und ebenso viel Perunkuruvai-Reis. Gib beides in einen Mörserstein und zerreibe es vollständig vier Samam lang.

Anmerkung: Die Bezeichnung der Hahnenart ist unklar; Kentakam ist die traditionelle Stoffbezeichnung für Schwefel.

4267. Verreibe es vier Samam lang mit Büffelmilch. Sammle die Masse sorgfältig und gib sie dem ausgewählten Hahn als Futter. Nachdem er davon gefressen hat, sperre ihn in eine Höhle. Nachdem der Vogel den Milchnährtrank aufgenommen hatte, brachte der Weise ihn ordentlich in der Höhle unter.

4268. Füttere den Hahn in der Höhle vier Runden lang, o Edler. Lass nicht einmal die kleinste Menge seiner Ausscheidungen verloren gehen; sammle sie vollständig und trockne sie. Füge das klare, nektargleiche Karam hinzu, gib alles in einen Tiegel und versiegle ihn mit Stofflagen. Trockne ihn gründlich in der Sonne und erhitze ihn unbeirrt mit dem Blasebalg.

Anmerkung: „Vier Runden“ gibt das nicht näher bestimmte Zeit- oder Wiederholungsmaß der Vorlage wieder; Karam bleibt als traditionelle alkalische Stoffbezeichnung unaufgelöst.

4269. Erhitze den Tiegel im Cara-Ofen mit dem Blasebalg. Lass das Feuer erkalten und nimm ihn heraus, o Edler. Wenn du den Tiegel aufbrichst, wirst du sehen: Das Kenti ist beständig geworden und hat sich in Kupfer verwandelt. Nimm dieses Kupfer und zerreibe es erneut zu Pulver. Mische Kenti-Pulver mit gekochtem Reis dazu und gib es dem Hahn.

4270. Verfahre bei der Fütterung des Hahns wie zuvor. Sammle seine Ausscheidungen aus der Höhle und schmelze sie ohne Abweichung nach der vorigen Methode. Das Kupfer wird zu goldenem Kupfer. Nimm dieses Kupfer und setze es dem Mati im Verhältnis eins zu zehn zu. Schmilzt du es im Tiegel zusammen, so erreicht es acht Mattu.

Anmerkung: Mati, wörtlich „Mond“, bezeichnet hier Silber; Mattu ist ein traditionelles Maß für die Goldqualität.

4271. Das Gold von acht Mattu entspricht der Sri-Rama-Münze, mein Sohn. Dieses Gold besitzt großen Wert; wer könnte seine Herrlichkeit in dieser Welt ausreichend preisen? Es ist das goldene Kupfer aus Kenti. Ein Shiva-Raja-Yogi vermag es herzustellen. Nur wem das Schicksal es gestattet, vollbringt es; andere können es nicht.

4272. Andere vermögen es nicht. Es erfordert vollendetes handwerkliches Geschick und die richtige Ausführung. Wie sollte man sonst den Reifegrad bei der Gewinnung von Kupfer aus Kenti erkennen? Wird Kenti tatsächlich zu Kupfer, so ist dies eine mächtige Umwandlung von Koti über Koti. Das reine Mati wird reifes Gold; setze das Mittel wiederum diesem Mati zu.

4273. Gib einen Teil auf zehn und schmilze es behutsam; es wird Gold des entsprechenden Mattu. Setzt du das Kupfer aus Kenti einem Material von sechs Mattu im Verhältnis eins zu zehn zu, erreicht es zehn Mattu. Dieses Wort über Romarishis Umwandlung ist nicht falsch: Es ist das mächtige Kupfer aus Kenti.

Anmerkung: Im ersten Satz nennt die Vorlage keinen eindeutigen Zahlenwert der entstehenden Goldqualität.

4274. Vom Fleisch jenes Hahns entferne sorgfältig Federn, Eingeweide und Knochen. Bereite es mit allen sechs Geschmacksrichtungen im richtigen Garzustand zu. Wenn man dieses Fleisch isst, wird der Körper, so heißt es, durch Kayakalpa gestärkt, und eine mächtige Essenz steigt in ihm auf.

4275. Nimmt man es auf diese Weise ein Mandalam lang, wird der schöne Körper wie eine Steinsäule. Die Atmung richtet sich nach unten, und der Leib strahlt. Das Sronita festigt sich, und die großen Dhatus nehmen stark zu. Dieses Hahnen-Karpa lässt sich kaum beschreiben; es ist Romarishis Verfahren in dieser Welt.

Anmerkung: Sronita und Dhatu werden als traditionelle Begriffe beibehalten; die behaupteten Wirkungen sind keine bestätigten medizinischen Tatsachen.

Pfauen-Karpa und mineralische Umwandlung

4276. Ich werde dir ein weiteres Verfahren erklären; sieh die Größe Romarishis. Das Reittier Kandas ist der kräftige, gefleckte Pfau. Nimm Kentakam, Talam und Sutam zu gleichen Teilen und füge schönen Karunkuruvai-Reis hinzu.

Anmerkung: Die traditionellen Mineralstoffnamen werden beibehalten. Kanda ist Murugan; das folgende Verfahren beschreibt eine alchemistische Tierfütterung.

4277. Der Reis soll die doppelte Menge der Stoffe ausmachen, o Siegreicher. Vereinige die drei Stoffe und zerreibe sie im Mörserstein zu Pulver. Verknete alles gründlich mit Wasser und verfüttere es an den Pfau. Setze die Fütterung ein Mandalam lang fort und sammle sämtliche Ausscheidungen zusammen.

4278. Die Federn werden ausfallen. Wenn das Karam im Pfau wirksam wird, entsteht das feste körperstärkende Karpa, und der Pfau verliert sein Gefieder. Nach sechs Jahren wachsen ihm wieder schöne Federn. Der kräftige Pfau erhält sein Gefieder zurück, und sein Schwanz wird wieder wie zuvor.

Anmerkung: Die OCR zählt diese Strophe als 4276; nach der Reihenfolge wird 4278 gelesen.

4279. Wenn der Pfau die dunkle Regenwolke sieht, tanzt er schön und paart sich. Romarishi fing den geeigneten Pfau und nahm das Fleisch, nachdem er die unbrauchbaren Teile entfernt hatte. Er bereitete es mit allen sechs Geschmacksrichtungen fachgerecht zu und nahm es ein Mandalam lang, um das Alter zu vertreiben.

Anmerkung: Die Wortfolge zur Entfernung der Teile vor der Fleischzubereitung ist beschädigt.

4280. Sieh, dieser Siddha kannte die Kunst der geschmackvollen Zubereitung und lebte lange auf Erden. Nachdem der herrliche Romarishi das Fleisch zu sich genommen hatte, wurde sein Körper wie eine Steinsäule. Falten und graue Haare verschwanden, und er wurde rein. Als ein verwandelter Siddha lebte er noch lange in dieser Welt.

Anmerkung: Die OCR-Zählung lautet 4260; hier ist nach der Reihenfolge 4280 angesetzt. Die Bezeichnung seiner verwandelten Gestalt in der Schlusszeile ist unsicher.

4281. Er war ein Siddha, dessen Körper die alte Hülle abwarf und der lange auf Erden lebte. Er sah das Ende eines Yuga und entsagte dem Verlangen nach der alten Welt. Dieser ruhmreiche Romarishi lebte auf Kailangiri. Er hatte nach seinem Willen Pfauen-Karpa genommen und war auf Erden ein Siddha seiner wahren Gestalt.

4282. Höre einen weiteren Weg, mein tüchtiger Sohn Pulippani. Mein königlicher Vater Kalangi Natha, der Siegreiche, erklärte mir diese Regel. Bei dem Karpa, das Romarishi einnahm, waren auch die Ausscheidungen des mächtigen Pfaus von Bedeutung. Höre nun, o Edler, wie Romarishi das aus dessen fleischlichem Körper Ausgeschiedene zubereitete.

4283. Er versetzte die Ausscheidungen mit Karam und verschloss sie sorgfältig in einem Tiegel. Den harten, vajragleichen Tiegel stellte er in den Ofen und erhitzte ihn behutsam mit dem Blasebalg, ohne Material entweichen zu lassen. Als er ihn im richtigen Zustand herausnahm, war Kalangu entstanden. Zu vier Teilen dieses pulverisierten Kalangu gab er einen Teil Kantam.

Anmerkung: Kalangu bezeichnet hier ein alchemistisch verfestigtes Produkt; Kantam ist ein traditioneller magnetischer Mineralstoff. Die genaue Stoffzusammensetzung lässt sich daraus nicht ableiten.

Romarishis Centuram und seine Anwendungen

4284. Er gab einen Teil Gold auf zehn Teile hinzu und pulverisierte alles im Mörserstein. Mit dem Saft von Kaiyan verrieb er es vier Samam lang. Dann trocknete er es in der Sonne und füllte es in eine feste Flasche aus Glas. Mit einem Verschluss aus Holz oder Stein deckte er sie ab und versiegelte sie sorgfältig mit Stofflagen.

Anmerkung: Das Wort für die Flasche ist beschädigt, wahrscheinlich „kaci“ für Glas; auch das Material des Verschlusses ist nicht eindeutig.

4285. Er stellte diese Glasflasche in ein weites Gefäß. Mein Sohn, schütte vorsichtig Sand hinein, sodass die Flasche in der Mitte steht. Bedecke auch ihre Oberseite mit Sand und setze das große obere Gefäß als Deckel darauf. In diesem reinen Valuka-Yantra erhitzte er sie vollständig vier Samam lang.

Anmerkung: Valuka-Yantra bezeichnet hier eine Vorrichtung zur Erhitzung im Sandbad.

4286. Wie soll ich das Centuram beschreiben, das beim Erhitzen entstand? Nach vier Samam war selbst der Sand stark gerötet, und das reine Centuram strahlte. Was lässt sich über dieses vorzügliche Centuram sagen? Können die Siddha-Weisen der Welt es herstellen? Dies ist Romarishis wahrhafte Umwandlung, die der Siddha regelgerecht vollendete.

4287. Als der vollendete Romarishi die Flasche öffnete und das Centuram betrachtete, waren sämtliche wirksamen Stoffe zu einem Ganzen vereinigt. Für dieses Centuram reichen die Worte der Zunge nicht aus. Er pries Manonmani in Reinheit und nahm das Centuram erfreut heraus.

Anmerkung: Die Vorlage umfasst hier nur drei Langzeilen. Die Wortfolge zur Sprachlosigkeit angesichts des Centurams ist beschädigt.

4288. Höre, mein Sohn, wie er dieses Centuram herausnahm. Gib einen Teil davon auf zehn Teile Silber und Kupfer, schmilze es zusammen und nimm es heraus. Wenn du es dann in einer Schale mit dem Blasebalg erhitzt, welche Qualität entsteht? Mein Sohn, es erreicht acht Mattu. Gib anschließend einen Teil Gold auf vier hinzu und setze es einem Putam aus; dann wird es Gold.

4289. Es wird reines, vorzügliches Gold. Dies ist eine Umwandlung für Menschen im häuslichen Leben, bei der niemals ein Mangel entsteht, eine Umwandlung für rechtschaffene Menschen. Die acht aufblühenden Siddhis lassen sich dadurch erlangen. Romarishis berühmte Umwandlung weicht auch vor Vanga-Sattu nicht zurück: Es ist die farbige Centuram-Umwandlung.

Anmerkung: Die Aussage über Vanga-Sattu ist sprachlich unklar; Vanga-Sattu bleibt als traditionelle alchemistische Stoffbezeichnung stehen.

4290. Höre noch eine andere Anwendung dieses mächtigen Centurams. Nimmt man eine Kunri-Menge mit Ghee und Honig ein Mandalam lang, so soll alles Schädliche weichen und der Körper einer Steinsäule gleichen. Die alte Hülle soll sich ablösen, und wer es nimmt, soll auf Erden ein Siddha werden. So wird dieses ruhmreiche Centuram-Kalangu beschrieben.

Anmerkung: Dies sind überlieferte Wirkungsbehauptungen des alchemistischen Textes, keine geprüfte Arzneianwendung.

Romarishis Samadhi westlich von Delhi

4291. Nachdem Romarishi das Centuram eingenommen hatte, beschloss er, in den Samadhi zu gehen. Er erinnerte sich ohne Abweichung an das Wort seines königlichen Gurus. Er suchte einen Ort für den Samadhi und rief liebevoll seine Schüler. Am westlichen Rand von Delhi fand er einen Platz für diesen großen Samadhi.

4292. Westlich von Delhi fand der mächtige Romarishi in einer Wildnis, die selbst den Himmelsweisen unbekannt war, einen geeigneten Ort. Der schöne, königliche Herr rief seine dienenden Schüler zusammen und gab ihnen bereitwillig den Auftrag, die Samadhi-Grube auszuheben.

4293. Mit seinen edlen Schülern stand er dort, bereit, in den Samadhi hinabzusteigen. Er blickte ihnen ins Gesicht und sprach offen: „Meine Söhne, ich gehe in den Samadhi. Zwanzig Jahre lang werde ich die Welt vergessen und in diesem erhabenen Zustand verbleiben.“

4294. Vor seinem Eintritt in den Samadhi rief der Rishi einen seiner Schüler nahe zu sich und sagte bestimmt: „Welches Hindernis auch immer durch einen König oder König der Könige entstehen mag, handle nach meinem Wort: Öffne meinen guten Samadhi keinesfalls!“

4295. „Wenn die Zeit meines Hervortretens naht, wird der Sandelbaum blühen. Um den Samadhi werden unzugängliche göttliche Blumen in Schönheit aufgehen. Im ganzen Land werden gewiss Parijata-Blumen blühen. Und alle großen Siddhas werden bedeutsame, schöne Träume sehen.“

4296. Sie werden zahlreiche Träume sehen; merke dies, mein tüchtiger Sohn Pulippani. Die Tiere werden in Sprache reden, und die Vögel werden viele geheimnisvolle Worte äußern. Durch Manonmanis gütigen Blick wird das ganze Land von Finsternis bedeckt werden. Sonne und Mond wird man nicht sehen können. Mein Sohn, dann wird der Samadhi aufbrechen.

4297. Der Samadhi brach auf, und eine körperlose Stimme ertönte. Die Zeit war gekommen, in der der Siddha rasch zurückkehrte. Voll Erregung gingen alle Schüler in geordneter Weise dorthin. Unter den versammelten großen Siddhas erschien Romarishi heil. Er blickte seine Schüler an und begann, sie eingehend zu befragen.

4298. Auf seine Frage antworteten die Schüler dem Rishi ruhig: „Alles, was ihr vor eurem Eintritt in den Samadhi angekündigt hattet, ist auf Erden geschehen. Alle Wunder haben sich auf wunderbare Weise ereignet. Herr, sämtliche eurer Aussagen sind wahr geworden!“

4299. Als sie so sprachen, sagte der Rishi, man dürfe dem schönen Körper nicht vertrauen. Romarishi beschloss, wieder in den Samadhi zu gehen. Er liebte seine Schüler sehr, doch sein Wille richtete sich auf den Samadhi. Frei von der Täuschung der irdischen Welt trat er erneut in ihn ein.

Abschied vom Körper und Begegnung mit Kaduveli

4300. Vor seinem Eintritt sagte Romarishi: „Ich werde in den herrlichen Samadhi gehen. Was nützt es, in dieser Welt zu leben, ohne zu sterben? Was nützt die Einnahme von Kayakalpa? Was nützt es, in reinem Bewusstsein zu verweilen und eifrig Vasi-Yoga zu üben? Selbst Koti Zeiträume von Yoga lassen im bloßen Körperleben nichts Bleibendes erkennen.“

4301. „Wer leben will, findet in dieser Welt nichts. So steht es um das Leben aller Weltbewohner. Koti Könige sind untergegangen; niemand ist in der alten Welt geblieben. Koti Menschen verloren ihren Verstand und sanken, weil sie nicht im guten Zustand blieben. Ich gab das Verlangen nach dieser vergänglichen Welt auf. Kailasa ist mein eigenes Erbteil geworden.“

4302. „Hört meine Worte, ihr Schüler! Was nützt es, wenn der Körper, dessen Atem beim Eintritt in den Samadhi stillstand, nochmals in die alte Welt zurückkehrt? Ich werde die Erde vergessen und diesen Leib endgültig aufgeben. Entschlossen gehe ich in den Samadhi.“ Mit diesen Worten stieg der Rishi hinab.

4303. Nachdem er hinabgestiegen war, verschlossen alle Schüler den Eingang ordentlich mit einem Felsen. Der edle Rishi ruhte in der Erde und ließ seinen Körper zurück. Der Vollendete vergaß den Leib, gab ihn auf dieser Erde auf und sank in den Staub. Alle Schüler sprachen Segensworte für diesen königlichen Herrn.

Anmerkung: Die zweite Zeile zum Zurücklassen des Körpers ist beschädigt; die Schlussaussage vom Niedergehen in die Erde ist deutlich.

4304. Höre, mein königlicher Sohn Pulippani; gern erzähle ich dir vom Rishi. Wer ist in Frieden für immer in dieser Welt geblieben? Der Siddha vergaß seinen Körper. Niemand ist auf Erden geblieben; alle Edlen sind in die goldene Welt gegangen. Weil sie auf dieses trügerische Leben vertrauten, gingen viele Koti Menschen auf der weiten Erde zugrunde.

4305. Auch große Menschen sind im Lauf von Koti Yugas zugrunde gegangen. Man nennt die Nathas ehrfürchtig Götter; auf Erden gelten sie als menschliche Götter. Wenn Menschen hier selbst Götter werden, was wäre dann noch ein anderer Gott? So verhält es sich mit dem ganzen schönen Erdenleben. Darüber hinaus sehen wir hier nichts.

4306. Höre einen weiteren Weg, mein guter Sohn Pulippani. Mein Vater Kalangi Natha hatte mir diese Regel wahrheitsgemäß erklärt. Ich, sein Diener, durchreiste mit der Kulikai alle acht Richtungen. Als ich mich nach Norden wandte, sah ich den mächtigen Kaduveli.

4307. Auf meinem Weg durch den Wald sah ich einen Siddha namens Kaduveli. Ich ging nahe zu ihm, und sogleich fragte er, wer ich sei. Bereitwillig antwortete ich ihm: „Ich bin Kalangis Schüler.“ Er befragte mich eingehend über meine Kenntnisse und segnete mich liebevoll.

4308. Ich verehrte den Siddha Kaduveli mit großer Ehrfurcht: „Ich bin gekommen, um den Wald zu sehen. Heiliger Rishi, höre meine Bitte! Ich möchte in dieser alten Welt den Korallenwald schauen.“ Als ich, sein Diener, ihn so beharrlich bat, erklärte er mir den Weg genau.

4309. Der Siddha Kaduveli sprach eine staunende Anrede und wies mich dann geordnet zum Wald des äußersten Nordens. „Nördlich des wogenden Gewässers liegt ein Wald auf einer fernen Insel. Den Weg an seinem Ufer hat man nicht gesehen. Er ist in dieser Welt überaus wundersam und lässt sich nicht beschreiben.“

Anmerkung: Die Anrede und die Richtungsangabe vor „nördlich“ sind beschädigt; „wogendes Gewässer“ ist eine unsichere Wiedergabe.

Katantu Maharishi und die gefährlichen Waldwächter

4310. Der Siddha sagte: „Dieser Wald lässt sich nicht beschreiben; selbst die Nathas kennen ihn nicht. Wer könnte den gewaltigen Berg schildern? Dort gibt es gefährliche Katantu-Wesen. Niemand vermag ihnen zu widerstehen. Mit Köpfen wie die eines schönen Löwen töten sie jeden, der zu ihnen aufblickt. So ist jener Berg des äußersten Nordens.“

Anmerkung: Katantu bezeichnet gewöhnlich eine große stechende Wespenart; hier schildert der Text fantastische, riesige Wesen. Die Bezeichnung wird deshalb beibehalten.

4311. „Dort gibt es Katantu so groß wie ein brünstiger Elefant. Noch ehe man ein Wort ausgesprochen hat, ist der Kopf verloren. Andere gewaltige Katantu stürzen auf einen herab, bis der Atem stillsteht; sie gleichen dem Kopf eines starken Pferdes. Dieser Wald ist voller Geschrei. Niemand auf Erden hat ihn gesehen.“

4312. „Höre, Schüler Kalangis: Der friedvolle Katantu Maharishi ist mein ehrwürdiger Großvater. Wenn du zu seiner Einsiedelei in dem lieblichen Wald gehst, wird er dir das Geheimnis klar erklären. Durch diesen großen Rishi wirst du die Korallen dieser Welt sehen können.“

4313. „Du wirst sie sehen können“, sagte Kaduveli mir bestimmt. Erneut verehrte ich seine Füße mit Hingabe. Der Rishi segnete mich, rief mich zu sich, versprach die nötige Hilfe und ging bereitwillig mit mir in den Wald.

4314. Er brachte mich unmittelbar zu Katantu Maharishi. Der Siddha Kaduveli sprach wahrheitsgemäß zu meinen Gunsten: „Dieser hat sich als Kalangis Schüler bezeichnet. Erweist ihm euer Erbarmen, segnet ihn und gewährt ihm eine dauerhafte Gunst!“

4315. Als dies gesagt war, rief der Rishi mich nahe zu sich, um mich bereitwillig zu unterweisen. „Er ist Kalangis hervorragender Schüler. Gewährt ihm die Gunst, den Korallenwald in seiner Schönheit zu schauen. Zu eurem eigenen Ort ist er gekommen, Herr: Dies ist der große Bogarishi.“

Anmerkung: Der Sprecher der letzten drei Sätze ist dem Zusammenhang nach Kaduveli; der Text markiert den Wechsel nicht ausdrücklich.

4316. „Ja, mein Guru, Herr Swaminatha, wir sind voller Liebe gekommen, um eure Füße zu schauen. Der große Bogarishi hat Cina verlassen und ist hierhergereist. Gebt diesem unaussprechlich großen Bogarishi Natha die erhabene Unterweisung. Lasst ihn freudig den wunderbaren Korallenwald erlangen!“

4317. Höre weiter, Pulippani. Um Kalangi Nathas willen richtete der würdige Katantu Maharishi seinen liebevollen, gnädigen Blick auf mich. Er sprach Segensworte, offenbarte mir die Geheimnisse des schönen Waldes und gab mir die Erlaubnis aufzubrechen. So gewährte mir der Rishi eine mächtige Gunst.

4318. „Höre, Schüler Kalangis; ich werde es dir genau sagen. Östlich dieses Waldes liegt der wirkmächtige Korallenwald. Dort gibt es einen Waldbach und eine Höhle unmittelbar am Ufer des weiten Meeres. Was soll ich über diese kostbaren Korallen sagen? O Siegreicher, niemand darf einfach dorthin gehen.“

4319. „Die Katantu in jenem unzugänglichen Wald werden dich töten, o Edler. Wenn du nur aufblickst, ist dein Kopf verloren. Mein Sohn, dieser Wald ist unbeschreiblich. Alle Könige der Könige, die die Erde regierten und in diesen großen Wald kamen, sind umgekommen. Schon beim Anblick des gewaltigen Berges erbebten sie innerlich und starben.“

4320. „Alle großen Menschen der Welt, die diesen schönen Wald betraten, starben. Koti Menschen ließen dort ihren Körper zurück; Erleichterung gibt es nicht. Auch entsagende Weise kamen um. Nicht einer ist vollständig zurückgekehrt. Wenn du in diesen ausgezeichneten Wald gehst, mein edler junger Sohn, wirst du sterben.“

4321. „Sobald die Wesen dich sehen, werden sie dir den Kopf nehmen. Niemand ist dort hineingelangt. Bleibe aber einige Tage hier, o Edler: In der Neumondphase versammeln sich sämtliche mächtigen Katantu und kommen, um die Unterweisung zu hören.“ So erklärte er es mir.

4322. Ich, der Weise Bogarishi, blieb ohne Abweichung von seinem Wort einige Tage beim ruhmreichen Katantu Maharishi. Die mächtigen Katantu versammelten sich in großer Schar und hörten die Erkenntnisunterweisung. Dann brachen sie geordnet in den Wald auf. All dies sah ich, während ich dort stand.

Einzug in den Korallenwald

4323. Lange stand ich mit zitternden Beinen da. Katantu Maharishi rief unvermittelt die auf dem Berg lebenden geflügelten Wesen zu sich und erläuterte sein Anliegen: „Wer ist dieser junge Sohn? Er ist Kalangis Schüler auf Erden. Er hat alle Berge der südlichen Richtung überschritten und ist als Sieger über die Himmelsrichtungen gekommen.“

4324. „Kaduveli hat mich freundlich um eine Regelung für diesen Sohn gebeten. Ihr lieben Katantu, nun erteile auch ich euch eine feste Weisung: Gewährt diesem siegreichen Bogarishi Natha im Namen des königlichen Kalangi Natha die Möglichkeit, den lieblichen Korallenwald zu sehen!“

4325. So sprach Katantu Maharishi zugunsten des herrlichen Bogarishi Natha. Alle berggroßen Katantu standen unverzüglich vor mir und grüßten mich vielfach ehrerbietig als Schüler des rechtschaffenen Kalangi. Dann führten sie mich in die Wildnis und boten mir würdige Sitzplätze an.

4326. Liebevoll brachten sie mich, ihren Diener, in den Wald. Die Katantu versammelten sich und führten mich zur Einsiedelei mit Korallensäulen. Dort setzten sie mich auf einen Thron und begannen freudig zu singen. Einen wunderbaren Sitz aus Korallen stellten sie mir liebevoll zur Verfügung.

4327. Im Wald des äußersten Nordens erklärten sie mir vertraulich alle Geheimnisse des kühlen Korallenwaldes. „Möge das reine Cina-Land dadurch gedeihen“, sagten sie. Sie verneigten sich zu Füßen des angekommenen jungen Sohnes und enthüllten ihm große Wunder. Ich, ihr Diener, sah diese ganze Herrlichkeit.

Anmerkung: Die Zuordnung der Verneigung ist nicht völlig eindeutig; die Verbfolge legt hier die Katantu als Handelnde nahe.

4328. Ich sah all die reichen Neuheiten und durchwanderte den Wald. Es ist ein schöner Korallenwald, in dem Himmelsweise und Rakshasas wohnen. Wolken und Donner erheben sich in diesem Korallenland, das selbst große Herrscher nicht kennen. Wer könnte dieses Dandakaranya beschreiben? Niemand auf Erden hat es gesehen.

4329. Was soll ich über die Festung des friedvollen Katantu Maharishi sagen? In dieser herrlichen Festung gibt es einen unterirdischen Gang; überall stehen Säulen aus Korallen. Wie der Sitz der lieblichen Manonmani ist die wunderbare, kunstvolle Halle. Dort sah ich die Einsiedelei des siegreichen Großvaters des königlichen Katantu Maharishi.

4330. Ich, sein junger Diener, kam ehrfürchtig, um diesen Rishi zu sehen. Er bemerkte mich und fragte deutlich, wer ich sei. Ich trat nahe, verehrte die Guru-Füße und bat: „Vater, nehmt mich unter euren Schutz!“ Vor den Füßen des Rishis, der einem gewaltigen Sturm glich, senkte ich zitternd das Haupt.

4331. Während ich nach meiner Verneigung dort stand, drängten seine Schüler wie ein Heer gegen mich. Reihe um Reihe wurde ihre versammelte Schar größer. Sie beabsichtigten, mich zu töten, kamen entschlossen heran und richteten ihre Feindseligkeit gegen mich. Die großen Yogishvaras und die anderen umringten mich vollständig.

Anmerkung: Ein Verb bei der Annäherung der Schüler ist beschädigt; die Tötungsabsicht wird in der vorhergehenden Zeile ausdrücklich genannt.

4332. Als die Schüler so sprachen, erschrak ich und stand beklommen und starr da. Ich verehrte bewusst ihre Füße, hob flehend die Hände und rief: „Herr, rettet mich!“ Da hieß es: „Mein Sohn, weil du Kalangis Schüler bist, haben wir dir Achtung erwiesen.“

Korallengaben und Rückkehr nach Cina

4333. „Wir achten dich durch Kalangis Gnade; dieser große Herr ist auch unser Guru.“ Ich grüßte sie nach der rechten Ordnung, und alle mächtigen Schüler verziehen mir. Sie betrachteten mich in ihrem mondgleichen Geist als verehrungswürdigen Sohn und Schüler des königlichen Kalangi. So legten sie ihren Zorn ab.

4334. Ich, der Weise Bogarishi, bat: „Wendet mir eure Zuneigung zu und nehmt mich rechtmäßig unter euren Schutz. Beseitigt meine bedrängende Weltbindung und bewahrt mich. Gewährt mir eine Gunst und behütet mich durch eure große Gnade!“ Dann verneigte ich mich vor den Füßen Manonmanis, die auf dem Zungenlotos thront.

Anmerkung: „Zungenlotos“ folgt der Wortfolge „nak-kamalam“; die Lesung ist ungewöhnlich.

4335. Während ich ehrfürchtig vor ihnen stand, schenkten mir die Schüler ihre Zuneigung. Sie legten mir eine schöne Korallenkette um den Hals. Entschlossen verneigte ich mich zu ihren Füßen und grüßte sie mit gefalteten Händen. Gütig erklärten sie mir das Geheimnis der Korallen und zeigten mir das tiefe Meer.

4336. Ich sah die sieben Meere und das mächtige Korallenmeer. Ich enthüllte, was die Nathas mit ihren Händen verbergen, und das verborgene Meer der Mutter des Vedanta. Alle dort vorhandenen Wunder sah ich; ich erkannte die Geheimnisse der Nathas. Nachdem ich das Wachstum der mächtigen Korallen gesehen hatte, brach ich entschlossen nach Cina auf.

4337. Ich sagte, dass ich den Wald verlassen und in das schöne Cina-Land zurückkehren wolle. Traurig über meinen Abschied gaben mir die Schüler viele Ehrengaben dieser alten Welt. Sie schenkten mir bereitwillig auch Korallenthrone und alles Weitere. Sie lobten meine Unterweisung als Bogar und entließen mich. So kehrte ich nach Cina zurück.

4338. Durch Kalangis Gnade hatte ich die herrliche Einsiedelei Katantu Maharishis gesehen. Ich überquerte das Korallenmeer und kehrte vollständig in mein vertrautes Cina-Land zurück. Dort erzählte ich den Frauen die wunderbaren Begebenheiten. Sie priesen mich vielfach und umarmten mich.

Anmerkung: Das Verb am Ende ist in der OCR beschädigt; die folgende Strophe setzt mit einer Umarmung fort.

4339. Bogar umarmte die Frauen Cinas und schenkte ihnen schöne Korallenketten als Schmuck für ihre duftenden Brüste. Freundlich erzählte er ihnen vom Korallenmeer und dem prächtigen Wald. Ohne Maß enthüllte Bogar den Menschen Cinas diese Geheimnisse.

Bogar erzählt die Reise erneut

4340. Nun erzählte Bogar den tüchtigen Menschen Cinas noch eine weitere Begebenheit, die er auf seiner Reise als Wunder gesehen hatte: „Ich habe die sieben Meere durchreist und die Größe der Nathas gesehen. Nördlich von Delhi sah ich wahrhaftig eine Einsiedelei.“

Anmerkung: Hier beginnt eine ausführliche Wiederaufnahme der bereits erzählten Reise; sie wird als Bestandteil der Vorlage vollständig übersetzt.

4341. „Ich sah durch Kalangi Nathas Gnade, was selbst die Nathas nicht gesehen haben. Weder Himmelsweise noch Rakshasas haben es gesehen; kein großer Mensch ist in diesen Wald gelangt. Ich diente lange und durchwanderte alle Länder. Niemand, der davon gesprochen hat, sah diesen mächtigen Wald Kaduvelis wirklich.“

4342. „Ich sah das wilde Land Kaduvelis und das mächtige Siddha-Licht. Seine Einsiedelei sieht selbst die Sonne nicht; so ist das leuchtende Siddha-Land Kaduvelis. Es ist ein Land, in dem die Wolken verweilen, am Ufer des ruhmreichen heiligen Milchmeeres. Es ist das Land der geistesstarken Siddhas und großen Rishis, Kaduvelis gewaltiges Siddha-Land.“

4343. „Mit der guten Kulikai gelangte ich in Kaduvelis Siddha-Land und sah die Einsiedelei im Wald. Ich empfing seine Unterweisung und erlangte entschlossene Kraft. Durch die Macht dieses Rishis sah ich unvermittelt die Einsiedelei im gefährlichen Wald des äußersten Nordens.“

4344. „Ich sah die Küste des Korallenmeeres und staunte. Ich ging an den heiligen Waldbach und zur Höhle, um den dichten Korallenwald zu sehen. Kaduveli wandte sich mir wohlwollend zu und sprach wunderbare Worte. Voller Zuneigung gab er mir eine ruhmreiche Weisung für meinen Weg.“

4345. „Er rief mich zu sich und erklärte Katantu Maharishi klar: Dieser Bogar ist ein großer Schüler des königlichen Kalangi Natha. Die alten Rishis und Weisen preisen ihn; in der alten Welt hat er als Schüler Ruhm erlangt. So sprach er wiederholt und gab mit großer Zuneigung seine Empfehlung.“

4346. „Er bat Katantu Maharishi, mir den Wald und die Weise, wie die kostbaren Korallen wachsen, gnädig zu zeigen. Er wandte sich geordnet an den königlichen Katantu Maharishi, damit dieser einen festen Entschluss zu meinen Gunsten fasse. Er verabschiedete mich voller Zuneigung mit dem Wunsch, dass mir kein Hindernis begegne.“

4347. „Katantu Maharishi erbarmte sich meiner, weil ich Kalangis Schüler auf Erden bin. Damit ich den schönen Korallenwald klar kennenlernen konnte, rief er die ihm verbundenen Katantu. Er wies sie freundlich und bestimmt an, mir alles freudig zu zeigen.“

4348. „Nachdem er die Weisung erteilt hatte, erschienen die Katantu im Wald des äußersten Nordens. Ich sah die kleinen Katantu: Sie waren so groß wie Elefantenköpfe. Von den mächtigen Katantu gab es sehr viele; der Himmel konnte ihre Menge kaum fassen. Da fürchtete ich mich.“

4349. „Es gab viele stattliche Katantu von der Größe eines Elefantenkopfes, viele von der Größe eines Löwenkopfes und andere wie der Kopf eines wilden Pferdes. Weil eine frühere Verbindung noch bestand, kam ich zurück, ohne dass mir Unheil folgte.“

Abschied von den Katantu und Rückkehr zu Kaduveli

4350. „Ich kam an die Seite Katantu Maharishis und stellte mich hinter ihn, nach Norden gewandt. Vertraulich verehrte ich seine Füße und stand bei dem königlichen Herrn. Mit gefalteten Händen grüßte ich ihn liebevoll und blieb in Verehrung stehen. Da zeigte mir Katantu Maharishi bereitwillig den wunderbaren Weg.“

4351. „Die Katantu fassten Zuneigung zu mir. Durch die Macht des Katantu-Rishis führten sie mich liebevoll weiter, sodass mir kein Unheil widerfuhr. Sie brachten mich zu einem felsigen, höhlenreichen Waldbach und boten mir beständige Sitzplätze an. Ich verneigte mich vor ihnen.“

Anmerkung: Die Gelände- oder Ortsbezeichnung beim Waldbach ist beschädigt; „felsig, höhlenreich“ gibt nur den erkennbaren Beschreibungsgehalt wieder.

4352. „Dann saß ich in der Einsiedelei aus Korallen. Die große Versammlung der Katantu segnete mich vollständig. Reihe um Reihe sammelten sie sich, erzählten mir von den Wundern und überreichten mir geordnet eine kostbare Korallenkette.“

4353. „Ich legte die Korallen an, nahm sogleich auch die Kulikai und kehrte nach Cina zurück. Durch die Kraft einer noch bestehenden früheren Verbindung hatte ich in dieser alten Welt den Korallenwald und sein Meer gleichsam unmittelbar berührt und gesehen. Durch den gütigen Blick des Siddhas Kaduveli kam ich wohlbehalten nach Cina.“

4354. „Ich bin zurück, hört, ihr edlen Menschen Cinas! Ich habe den herrlich gegliederten Korallenwald gesehen und Korallen angelegt. Nun bin ich gekommen, um euch liebevoll zu unterweisen. Bleibt einander stets in Liebe verbunden, damit ihr alle in Reinheit Klarheit gewinnt. Ich möchte euch die Wunder erklären; erkennt sie mit freudigem Interesse!“ So sprach er.

4355. Nachdem der Weise Bogar so gesprochen hatte, verließ er das schöne Cina-Land wieder. Ich legte die mächtige Kulikai an und gelangte unvermittelt zur Einsiedelei des äußersten Nordens. Mit ihrer Hilfe stieg ich geordnet auf die Erde herab. Im nördlichsten Wald erhob sich die Schülerschaft wie ein Heer.

Anmerkung: Der Wechsel von der dritten zur ersten Person steht in der Vorlage.

4356. Der Siddha Kaduveli erhob sich, um in den schönen Samadhi einzutreten. Er wollte sich in der Erde lange Zeit in Zurückgezogenheit versenken. Liebevoll rief er Bogar mit seinem unversehrten heiligen Leib zu sich. Er gewährte ihm eine herrliche Gunst, damit er lange als hilfreicher Gefährte bestehen möge.

Kaduvelis Warnung vor trügerischen Siddhas

4357. Nachdem er Kalangis Schüler die Gunst gewährt hatte, gab er ihm unverzüglich viele Ratschläge: „Mein Augapfel Boganatha, du hast mit der Kulikai die ganze Erde durchreist. Viele Schätze gibt es auf ihr. Doch in den Wäldern der alten Welt leben auch Siddhas, die Flüche aussprechen. Sie verfluchen mit gesammelter Kraft, Boganatha. Erkenne die übergroße Macht dieser Nathas!“

4358. „Ich gehe nun in den Samadhi, mein Sohn. Ziehe dir in dieser Welt niemandes Feindschaft zu. Es gibt Koti vergebliche große Siddhas, die stolz deinen Gewandsaum packen und Streit beginnen. Sie reden wie ehrwürdige Gelehrte, als wären sie große Siddhas des Nada-Lichts, legen aber Hand an dich und treiben ihr Wesen in der weiten Welt.“

4359. „Dem Anschein nach sind sie gut, doch sie sind böse, mein Sohn. Solche Siddhas und Rishis gibt es auf Erden. Es gibt Nathas und Weise, die der schön gespreizten Haube einer Kobra gleichen. In der Haube sieht man das Gift nicht; sie erscheint herrlich und schön. So kann die Geschichte enden. Vertraue nicht einfach auf schön erscheinende Siddhas!“

4360. „Unter den Siddhas der Welt gibt es Rechtschaffene und Geizige. Niemand kann die Geheimnisse dieser scheinbar herrlichen Siddha-Weisen ermessen. Selbst der Herr Kannan gerät einmal in ihr Netz und muss sich daraus befreien. Boganatha, lebe stets freundlich, aber mit prüfendem Verstand!“

Anmerkung: Die Aussage über Kannan, Krishna, ist syntaktisch unsicher; der Name und das Bild vom Sichbefreien aus ihrem Netz stehen im Text.

4361. „Mit der Kulikai habe ich die ganze Welt und die sieben Meere gesehen. Du hast auch die acht Richtungen geschaut; ich sah die mächtigen Berge, Flüsse und Höhlen. Ich sah die überflutenden Weltauflösungen und das Leben dieser alten Erde.“ Dann gewährte er mir die Gunst, noch einige Zeit auf dem rechten Weg zu bleiben, ohne unterzugehen.

Anmerkung: Der Wechsel zwischen „ich“ und „du“ folgt der Vorlage; eine eindeutige Zuordnung aller Reiseaussagen zu Kaduveli oder Bogar ist nicht möglich.

4362. Er sagte: „Ich gehe in den Samadhi, mein Sohn. Nachdem ich eine Zeit lang friedlich darin verweilt habe, werde ich wieder in die Welt kommen und auch dich sehen.“ Mit Zuneigung im Herzen nahm ich Abschied von ihm. Zusammen mit seiner vertrauten Schülerschaft begab er sich feierlich zum Samadhi.

Zwanzig Jahre Samadhi und die Zeichen der Rückkehr

4363. Er rief die Schüler zusammen und ging in den schönen Wald. Dort suchte er geordnet einen Ort für den Samadhi und ließ eine Grube ausheben. Etwa eine Mannestiefe unter der Erde wurde eine steinerne Kammer angelegt. Damit ihm bei Durst nährende Milch gereicht werden konnte, ließ er einen passenden Zugang offen.

Anmerkung: Die Vorlage wechselt kurz zur ersten Person; die Handlung bleibt dem Zusammenhang nach die Vorbereitung von Kaduvelis Samadhi.

4364. Kaduveli erklärte seinen Schülern genau die Einrichtung des Samadhi und gab ihnen liebevoll eine Unterweisung, die Schuld und Sünde entfernen sollte: „Wenn ich in die Samadhi-Grube hinabgestiegen bin, reicht mir ein Mandalam lang Milch und Früchte durch den Zugang. Dann verschließt den Samadhi fest!“

4365. „Deckt ihn oben mit Erde zu und errichtet darüber einen festen Steinbau. Bewacht den Samadhi zwanzig Jahre lang beständig. Wenn er dann aufbricht, steht mir klar und dienstbereit gegenüber. Ihr werdet zahlreiche Unterweisungen empfangen und lange auf Erden leben.“

4366. „Nach meinem Eintritt in den Samadhi werden in der Welt viele Wunder geschehen. Selbst die Vernichter ihrer Feinde werden demütig den Weg der Gerechtigkeit gehen. Die Tiere werden sprechen, und die Vögel werden die Veden verkünden. Auch das Meer wird seine Richtung ändern. Mein Sohn, es wird viele Wunder geben.“

4367. „Die bisherigen Feinde werden sich verneigen, und alle Nathas werden sich versammeln. Die Zeit wird gekommen sein, dass der mächtige Siddha den leuchtenden Samadhi verlässt. Während das Weltall erbebt, werden die Rishis liebevoll zum Dienst bereitstehen. Bienenschwärme werden vor dem Samadhi Gedichte singen. Daran erkenne, dass die Stunde meiner Rückkehr da ist.“

4368. „Das Kind im Mutterleib wird Worte sprechen. Sonne und Mond werden ihre Richtung ändern, und die mächtigen Wälder werden erzittern. Adishesha wird die Erde auf die andere Schulter nehmen und sie dadurch erbeben lassen. Das Weltall wird erschüttert werden, und auch die Sterne am Himmel werden zittern.“

Anmerkung: Das Wort für die erschütterten Wälder ist in der Vorlage beschädigt.

4369. „Der Samadhi wird sich drehen, und in ihm wird eine körperlose Stimme ertönen. Im Süden geschehen Wunder: Ein feuriger Honigregen wird reichlich fallen. Im Westen wird ein gewaltiger Erdregen niedergehen. Der Sandelbaum wird blühen, und die besonderen roten Wasserlilien werden aufgehen.“

Anmerkung: Die ungewöhnliche Verbindung „feuriger Honigregen“ folgt der Vorlage und wird nicht zu Feuer- oder Honigregen vereinfacht.

4370. „Parijata wird blühen, und mächtige göttliche Blumen werden auf dem schönen Berg aufgehen. Der ganze große Wald wird duften. Die lieblichen Katantu werden ihre Nester verlassen und in den Wald ziehen, um Honig einzutragen. Könige werden den Honig essen; niemand auf Erden wird sich fürchten.“

4371. „Keine Furcht wird es mehr in der Welt geben. Tiger und Kuh werden zusammen friedlich an derselben Wasserstelle trinken. Schlange und Mungo werden freundlich in einem gemeinsamen Gehege spielen. Auch Garuda und die Schlange werden ohne Scheu zusammen spielen. Sieh, solche Wunder werden auf Erden erscheinen.“

4372. „Der Blinde wird die Augen öffnen, der Taube wird Töne hören. Der Stumme wird deutlich Worte sprechen, und der Gelähmte wird gehen. Alle diese Herrlichkeiten werden zur Zeit meiner Rückkehr schön eintreten. Die Worte, die ich Bogar gesagt habe, werden sich in dieser Welt erfüllen, mein Sohn.“

4373. „Wenn ich den mächtigen Samadhi verlasse, werden zahlreiche Wunder geschehen. Die herrliche Steinplatte wird aufbrechen, und eine kristallklare Lichtgestalt wird sichtbar. Die liebliche Gestalt wird hervortreten. Durch den gütigen Blick der Göttin Manonmani werde ich den Samadhi verlassen und bereitwillig ins Freie kommen.“ So kündigte er es an.

Anmerkung: Die Aussage über die hervortretende Gestalt in der dritten Zeile ist beschädigt.

Kaduveli kehrt aus dem Samadhi zurück

4374. Die festgesetzte Frist des Siddhas Kaduveli verstrich. Die Zeit seiner Rückkehr war gekommen, und alle treuen Schüler hatten sich eingefunden. Der Tag war da, an dem sich seine früher gesprochenen Worte in der alten Welt erfüllten. Als die angekündigte Zeit abgelaufen war, brach der Samadhi des schönen Herrn auf.

4375. Der Samadhi brach auf. O das Leuchten der Nathas! Der Körper, dessen Sprache verstummt war, wurde gleichsam neu in dieser großen Erdenwelt geboren. Der Siddha, dessen Atem lange stillgestanden hatte, war gekommen, um die alte Welt wiederzusehen. Man sah den großen Rishi mit einem Körper wie Gold.

4376. Die versammelte Schülerschaft sah den mächtigen Siddha Kaduveli. Auch die großen, gekrönten Heerführer erblickten das liebevolle Siddha-Licht. Sie warfen sich nieder, verehrten seine Füße und grüßten diesen Siddha des klaren Nada-Lichts. Liebevoll legten sie ihm Girlanden aus Tulasi und roten Wasserlilien um und verehrten ihn.

Anmerkung: Die Bezeichnung der Heerführer und der erste Pflanzenname sind beschädigt; „Tulasi“ ist eine unsichere Lesung.

4377. Sie verehrten seine Lotosfüße und standen mit der herrlichen Schülerschaft bei ihm. Aufmerksam blickten sie ihm ins Gesicht und freuten sich an seiner Nähe. Da gab der Siddha Kaduveli seinen Schülern geordnet die Unterweisung. Bereitwillig lehrte er sie, ohne etwas von dem noch Ausstehenden auszulassen.

Wiedersehen mit Bogar und erneuter Samadhi

4378. Der edle Siddha Kaduveli gab den Schülern die Unterweisungen. Nachdem er aus dem Samadhi hervorgetreten war, ging er zur vertrauten Einsiedelei Katantu Maharishis. „Ich bin gekommen, um einige Zeit in eurer erhabenen Nähe zu bleiben“, sagte er.

Anmerkung: Die OCR-Zählung lautet 4376; nach der Reihenfolge wird 4378 angesetzt. Die Vorlage enthält hier nur drei vollständige Langzeilen und einen abgetrennten Schluss.

4379. „Ich bin gekommen; nachdem ich noch ein Yuga hier geblieben bin, werde ich wieder in den Samadhi gehen.“ So sprach er liebevoll und ausführlich zu Katantu Maharishi. Er wollte den Schüler Kalangis, den er zuvor gesehen hatte, in dieser alten Welt wiedersehen. Der Siddha dachte darüber nach und erkundigte sich bestimmt nach Bogar.

4380. Er fragte: „Vor meinem Samadhi kam ein gnädiger Siddha hierher. Er sagte, er sei Kalangis Schüler, und trug eine beständige Kulikai. Er sprach vor mir und legte eine prächtige Korallenkette an. Dann reiste er rasch nach Cina zurück. Ich möchte diesen edlen Siddha wiedersehen.“

4381. Als der Siddha Kaduveli so fragte, wirkte seine aufmerksame frühere Erkenntnis. Kalangis Schüler verließ mit der Kulikai Cina und erschien. Vor dem mächtigen Kaduveli, der auf seinem Lotos-Sitz thronte, stieg der Rishi ohne Diener oder Gefolge mithilfe der Kulikai auf die Erde herab.

Anmerkung: Die Wortfolge zum Lotos-Sitz ist beschädigt; auch die genaue Verbindung zwischen Kaduvelis Erkenntnis und Bogars Erscheinen bleibt offen.

4382. Nachdem er herabgestiegen war, legte der Siddha die Kulikai ab und trat vor den herrlichen Kaduveli. Der tüchtige Weise Bogarishi grüßte ihn mit gefalteten Händen. Voll rechtschaffener Freigebigkeit und Liebe erwies er Kaduveli große Verehrung. So verneigte sich der edle Bogarishi vor ihm.

4383. Bogar erwies dem Siddha Kaduveli vielfach liebevolle Verehrung und trat entschlossen vor ihn, um ihn klar zu schauen. Kaduveli erteilte ihm einen herrlichen Segen und nahm ihn liebevoll nahe zu sich. „Mein demütiger Augapfel Boganatha, möge dir in dieser Welt Heil sein!“, sagte er.

4384. Der Weise Bogar antwortete: „O du herrlich Heilbringender! Mit den Korallen an meinem Leib zog ich inmitten großer Scharen nach Cina. Den Menschen dort erzählte ich bereitwillig vom Korallenwald. Durch euren Segen befindet sich das schöne Cina-Land nun im Wohlergehen.“

4385. Bogarishi berichtete von vielen schönen Wundern. Wie der Mond über einem Berg, wie ein auf der Erde aufspringendes Kind, begann er zu erzählen. Er sprach an jenem Tag liebevoll und ausführlich zum Siddha Kaduveli. Freudig blieb der Rishi dort vor dem herrlichen Kaduveli.

Anmerkung: Der Vergleich mit Mond und Kind ist in der Vorlage syntaktisch unklar; die erkennbaren Bilder bleiben erhalten.

4386. „Höre, Bogarishi Natha: Es bringt keinen Gewinn, auf Erden zu bleiben. Durch die Gnade der lieblichen Manonmani habe ich Wunder bis zum Ende der Yugas gesehen. Nach dem Wort meines königlichen Gurus erkannte ich viele Künste in dieser Welt. Doch was nützt es, hier zu verweilen? Es ist gut, die Erde zu verlassen“, sagte er.

4387. Der Siddha Kaduveli sprach viele gute Worte: „Dem kraftvollen Körper darf man nicht vertrauen. Niemand ist auf dieser Erde geblieben. Ich werde meinen vertrauten Ort verlassen und eine Zeit lang im Samadhi verweilen, o Siegreicher.“ So erklärte er es Bogarishi bestimmt.

Anmerkung: Die Vorlage bietet verkürzt „cati“; die Lesung Samadhi folgt dem unmittelbaren Zusammenhang.

4388. „Bleibe mir liebevoll verbunden, o Edler, bis ich in den Samadhi gegangen und zurückgekehrt bin. Wenn ich daraus hervortrete, werde ich auch dich gewiss sehen. Ich werde deine Mängel beseitigen und dir aus geneigtem Herzen unvermindert Segen erteilen. Mein unbegrenztes Wort wird nicht falsch werden; machtvoll werde ich dich unterweisen.“

Anmerkung: Die OCR-Zählung wiederholt 4386; nach der fortlaufenden Reihe wird 4388 angesetzt.

4389. Nachdem Kaduveli so unterwiesen hatte, sprach er eindringlich zu seinen Schülern. Zur Zeit des Sonnenaufgangs ging er liebevoll zum Samadhi. Er besprach sich mit den Schülern, nahm Abschied und stieg in die geräumige Grube hinab. Freundlich gab er ihnen die Weisung, sie mit der Steinplatte zu verschließen.

Kaduvelis zweite Rückkehr

4390. Der große Siddha-Rishi erklärte seinen würdigen Schülern zahlreiche Wunder. Bereitwillig berichtete er von den überweltlichen Ereignissen: „Zur Zeit meiner Rückkehr werden viele Wunder geschehen.“ Nachdem er dies bedacht ausgesprochen hatte, ging er in die Erde hinab. Dann ertönte seine bedeutsame körperlose Stimme.

4391. Der große Siddha-Rishi verkündete den rechtschaffenen Siddhas: „Wenn mein verwandelter Körper zurückkehrt, wird in der weiten Welt Donner entstehen. Gewaltige Wolken werden sich sammeln, ohne dass ein kräftiger Regen fällt. Doch Flüsse und Orte werden überschwemmt werden; sieh dieses Wunder! Über die ganze Erde wird Donnerschall rollen.“

Anmerkung: Die Wortfolge vor „überschwemmt“ kann auch „sechs Orte“ bedeuten. Dass zugleich kein Regen fällt, ist eine Spannung der Vorlage.

4392. „Es wird wie Sommerdonner klingen; auch Wasser- und Feuerdonner werden erscheinen. Unablässig wird das Donnern stärker, und die ganze weite Meereswelt wird schwanken. Der Ozean wird austrocknen, sodass kein Wasser mehr zu sehen ist. Das Meer wird seine Richtung ändern und erbeben. Verständige Schüler, wenn diese Herrlichkeit erscheint, ist der Tag der Rückkehr des ruhmreichen Siddhas gekommen.“

4393. „Zu jener Zeit werden Wunder geschehen. Im ganzen Land wird roter Reis wachsen. Die Pflanzen des Waldes werden blühen, und hilfreiche Heilkräuter werden sichtbar. Unvergängliche große Menschen werden auf Erden ausführlich über Shiva-Yoga sprechen und seine Kraft erläutern. Auch die feinen Kayakalpa-Kräuter werden klar vor den Augen erscheinen.“

4394. „Wenn der Siddha auf die Erde zurückkehrt, werden viele Wunder eintreten. Die beständige Sonne wird genau im Westen aufgehen. Die Arundhati-Sterne werden so nahe sein, dass man sie mit der roten Hand berühren kann. Die guten Bürger und Heerscharen aller Orte werden meiner gedenken.“

Anmerkung: Die Lesung „Arundhati-Sterne“ ist unsicher; die Vorlage hat eine beschädigte Mehrzahlform, die an Arundhati erinnert.

4395. „Wenn sie meiner gedenken und die Stunde meiner Rückkehr kommt, wird der Samadhi ordnungsgemäß aufbrechen. Beim Aufbrechen des geschmückten Samadhi wird das herrliche Licht der Welt sichtbar.“ Der Körper trat hinaus; der Siddha-Weise kam bereitwillig hervor. Während die Menschen der alten Welt erbebten, erschien der Edle im Freien.

Anmerkung: Die Strophe wechselt von der Ankündigung zur Erzählung der Erfüllung.

4396. Als der Siddha-Weise kam, versammelte sich die herrliche Schülerschaft. Sie verehrte entschlossen seine Füße, und alle großen Menschen standen ehrfürchtig vor ihm. Sie sahen, dass die Worte des Siddhas auf Erden wahr geworden waren. Der Siddha Kaduveli fragte nun eingehend nach den Wundern der Welt.

4397. Er erkundigte sich nach allen Neuigkeiten und blickte gnädig auf seine Schüler: „Vor meinem Eintritt in den Samadhi war der rechtschaffene junge Boganatha hier, Kalangis Schüler, der herrliche Bogarishi Natha. Wo ist dieser Siddha, der mit seiner Kulikai voller Liebe zu mir gekommen war?“

4398. Als er so fragte, legte Boganatha seine schöne Kulikai an. Sobald er an den Wald des Siddhas dachte, erschien der herrliche Weise Bogar dort. Der große Siddha-Rishi segnete den ruhmreichen Bogarishi Natha vielfach und erklärte ihm vollständig die Fülle des Wohlergehens.

4399. Er sagte: „Mein Augapfel Boganatha! Es sind Koti und Aberkoti Zeiten vergangen. Du königlicher Berg, seit ich dich sah, sind genau dreißig Jahre verstrichen. Höre, Herrscher über Cina: Sobald ich dich in deiner Herrlichkeit erblicke, zeigt sich, dass kein Wort des alten Siddhas Kalangi Natha widerlegt ist.“

Anmerkung: Die Angabe von dreißig Jahren steht ausdrücklich neben der übertreibenden Zeitformel; sie stimmt nicht mit dem zuvor angekündigten einen Yuga überein.

Alakapuri südöstlich von Delhi

4400. Höre nun einen weiteren Bericht. Südöstlich des bedeutenden Delhi liegt ein königlicher Ort namens Alakapuri, eine besondere Stadt mit einem Berg. Höre, mein Sohn Pulippani: Durch Manonmanis gütigen Blick und durch Kalangis Gnade begab ich mich mithilfe der Kulikai dorthin.

4401. Als ich mit der Kulikai reiste, sah ich viele Wege und Pfade. Genau südöstlich von Delhi ließ ich mich mit ihr nieder. Die dortigen edlen Bewohner kamen und sahen mich. Auch die Scharen der Gurus in der Stadt bemerkten mich, und diese Edlen sprachen mir ihren Lobpreis aus.

Anmerkung: Die Bezeichnung „Scharen der Gurus“ folgt der vorliegenden Wortfolge; sie ist im Zusammenhang ungewöhnlich.

4402. Sie lobten mich, kamen nahe und grüßten mich geordnet mit gefalteten Händen. Ehrfürchtig fragten sie, wer ich sei; alle großen Menschen versammelten sich. „Solche Wunder in dieser bedeutenden Stadt haben wir auf Erden bisher noch nicht gesehen! Es erscheint ganz neuartig“, sagten sie und gerieten trotz ihrer Verständigkeit in Staunen.

4403. Staunend versammelten sich die Edlen und gingen zu den Schülern des großen Jaya Muni. Sie blickten diese zögernd an: „Wir haben auf Erden etwas Neues gesehen. Der gute Schüler Kalangis hat das Cina-Land verlassen und ist mit seiner Kulikai siegreich hierhergekommen. Seine erhabene Größe lässt sich nicht beschreiben!“

Jaya Muni unterweist Bogar in der Schatzsuche

4404. „Welcher Natha mag dies sein?“, dachten die Schüler. Sie sammelten sich innerlich und wollten das einsame Siddha-Licht schauen. Tausend Schüler kamen, um mich zu sehen, und fragten freundlich, wer ich sei. Ich antwortete bestimmt: „Ich bin Kalangis Schüler.“

4405. Als ich dies sagte, erwiderte die stattliche Schülerschaft: „Dürfen selbst Kalangis Schüler so kühn in diesen Wald kommen? Sage! Hier gibt es einen großen Berg und eine Höhle, die selbst die großen Weisen der Erde nicht gesehen haben. Weil du heute hierhergekommen bist, wird dich ein gewaltiger Fluch treffen.“

4406. Als die Schüler sagten, ein Fluch werde mich treffen, befiel mich allmählich Furcht. Meine Hände sanken kraftlos herab, und mein Körper erschlaffte unter der Last. Zitternd grüßte ich die Schüler mit gefalteten Händen und wiederholte klar: „Ich bin Kalangis Schüler.“ Da verziehen mir die königlichen Herren.

4407. Sie erließen mir den Fluch und gingen ehrfürchtig zu Jaya Muni. Würdevoll traten sie vor ihn und verehrten die Füße dieses herrschenden Siddha-Weisen: „Ein Mensch aus Cina ist mit seiner schönen Kulikai hierhergekommen. Boganatha mit den dunklen blauen Augen ist gekommen, um euch vollkommen zu schauen.“

Anmerkung: Die Farbbezeichnung der Augen ist beschädigt; die Wiedergabe bleibt unsicher.

4408. Die Schüler berichteten ausführlich, dass Bogarishi gekommen sei. Als sie es Jaya Muni erklärten, fasste der liebevolle Rishi Zuneigung zu mir und ließ mich unmittelbar rufen. Bedacht sagte er: „Höre, Schüler Kalangis, du höchstes Wesen: Durch dein Kommen ist ein Verstoß entstanden.“

4409. „Höre, Bogamuni, meine liebevollen Worte an dich. Du hast Cina eilig verlassen und bist in diese Welt gekommen, um Wunder zu sehen. Welche besonderen Wunder willst du schauen? Warum bist du gekommen, königlicher Sohn?“ Als er so fragte, zitterte ich stark und sagte ihm ohne Verstellung die Wahrheit.

4410. Als ich wahrheitsgemäß gesprochen hatte, gab mir der edle Jaya Muni viele Unterweisungen zu meinem Wohl. Entschlossen und großzügig lehrte er mich die Erkenntnis aller Künste. Er erklärte mir ihre Arten und Einteilungen sowie ihre jeweiligen Gesamtzusammenhänge.

Anmerkung: Die Vorlage hat hier nur drei Langzeilen. Die technischen Schlussbegriffe „vakai-manam“ und „tokai-manam“ sind nicht eindeutig bestimmbar.

4411. Als er dies erklärte, öffnete sich mein Herz. Ich vergaß mein bisheriges Wissen, trat in die wahre Erkenntnis ein und wurde ein Siddha auf Erden. Ich erlernte viele Saliya-Shastras und wurde ein Meister der Mittel. Klar wurde ich zum Ersten in dieser Kunst, zu einem Siddha des Anjana in diesem Land.

Anmerkung: Saliya bezeichnet im folgenden Zusammenhang die Kunst der Schatzsuche; Anjana eine dabei verwendete visionäre Salbe. Die letzte Wortform kann auch an Täuschung erinnern, doch der folgende Kontext spricht für Anjana.

4412. So wurde ich ein Siddha. Durch die Lotosfüße Jaya Munis erlangte ich nach einiger Zeit die Fähigkeit, die Orte der Schätze dieser wirksamen Welt zu erkennen und alle geeigneten Schätze zu heben. Ich unternahm viele Anstrengungen, wurde rein und trug die herrliche Lehrschrift in der Hand. Überall hochgeachtet zog ich, Bogar, durch die kostbare Welt.

4413. Wenn mein Name Bogar genannt wurde, erbebten diejenigen, die mich gesehen hatten. Viele Menschen kamen aus allen Richtungen zusammen, um mich zu sehen. Sie schauten mich ehrfürchtig und vollzogen für mich die sechzehn Verehrungsdienste. Koti Menschen auf Erden luden mich ein, damit ich rasch ihre Schätze hebe.

4414. Die Mächtigen nahmen mich in ihren Ländern mit, um Koti Schätze zu bergen. Ich bemühte mich ohne Verstellung und mit festem Entschluss, die umfangreichen Reichtümer zu finden. Ich prüfte die Geheimnisse der Lehrschrift und bedachte im Herzen das Siddha-Licht am Ende des Nada. Ohne vergeblich umherzuirren, begann ich, die Schätze großzügig auszuhändigen.

Schatzhebung am südlichen Potikai

4415. Um die verborgenen Schätze zu heben, führten mich die Gurus und alle Siddhas gemeinsam zur Einsiedelei des Berg-Weisen im Süden. Durch die Gnade der herrlichen Manonmani ging ich dorthin, um den großen Schatz zu gewinnen. Ich erreichte entschlossen einen Ort am Meeresufer beim lieblichen südlichen Berg.

4416. Dort am Potikai-Berg, o Edler, prüfte ich aufmerksam den Weg der Saliya-Lehrschrift. Nach gründlicher Untersuchung hob ich die Schätze; es waren Koti. Die Gelehrten der Versammlung, die reiches Tamil sprachen, kamen zusammen. „Nimm die Hälfte all dieser kostbaren Schätze für dich mit“, sagten die siegreichen Dichter der Gemeinschaft und entließen mich.

4417. Alle diese Schätze brachte ich ordnungsgemäß zu Jaya Muni. Ich legte sie dem großen Herrn unter den Rishis vollständig vor. Er gab mir einen angemessenen Teil der Reichtümer für mich selbst zurück. Ich nahm sie an und brachte sie liebevoll nach Cina.

4418. Ich brachte all diese Reichtümer zu den Menschen Cinas. Kostbarkeiten und rotes Gold schüttete ich vor ihnen auf, Gold wie ein Berg. Voll Zuneigung fragten mich die Menschen Cinas nach diesen Schätzen. Ich sagte: „Ich habe Jaya Muni gesehen; dieser Rishi des Vedanta hat mir seine Gnade erwiesen.“

4419. „Viele Wunder liegen in seiner Gnade, ihr lieben Menschen Cinas. Um kostbare Reichtümer zu heben, habe ich eine große Kunst erlernt. Ich durchwanderte alle klar erkennbaren Länder, und man führte mich zum südlichen Potikai. Ich durchquerte den finsteren Wald und sah den schönen südlichen Potikai.“

4420. „Ich sah den Potikai-Berg am Meeresufer, nachdem ich Waldbäche und Wasserläufe überquert hatte. Die schönen Hänge des südlichen Potikai liegen in einem Land, das Himmelsweise und Rakshasas nicht sehen. Man führte mich zu diesem unbekannten Küstenhang. Zu einer auch den Himmelswelten unbekannten Anhöhe gelangte ich, nahe einem mächtigen Fluss und Quellbecken.“

Anmerkung: Mehrere Geländeausdrücke sind beschädigt; die genaue Ortsbeschreibung bleibt unsicher.

4421. „Die Saliya-Lehrschrift folgt einem geordneten rechnerischen Verfahren. Als ich östlich des bezeichneten Standorts die Anjana-Schau vollzog, erkannte ich Schatzgefäße in großer Zahl. Auf dem herrlichen Berg lagerten Koti solcher Schätze. Mithilfe der Saliya-Kunst habe ich sie gehoben, o Siegreicher, Koti Schätze.“

Anmerkung: Die Standortbezeichnung vor „östlich“ ist unklar; Anjana wird hier als Mittel einer behaupteten übersinnlichen Schau beschrieben.

4422. „Dieses Gold in Koti-Mengen habe ich unverzüglich für euch hergebracht. Irrt nicht leidvoll umher und verliert nicht den Mut! Euch soll es auf Erden an nichts fehlen. Ich habe dafür gesorgt, dass euer Reichtum bis ans Ende des Yuga unvermindert bleibt. So groß sind die kostbaren Schätze auf Agastyas Berg.“

4423. „Ich werde euch noch einen wunderbaren Weg erklären. Es gibt Koti gewaltiger Schätze; hört, meine Söhne, ich werde sie überall heben und euch liebevoll geben.“ Nachdem die Edlen mein Anliegen gehört hatten, baten sie geordnet um die Lehrschrift. Ich sagte: „Ich werde die darauf liegenden Flüche nach der rechten Vorschrift beseitigen und euch die Schätze siegreich übergeben.“

Schätze und Geisterwachen am Svarnagiri

4424. Ich erzählte den Menschen Cinas von der Herrlichkeit der Reichtümer. Sie baten um Hilfe durch die Lehrschrift. „Ich werde die Flüche geordnet aufheben und euch alles geben“, sagte ich und bekräftigte es mit festen Zusagen. Entschlossen ging ich zum Svarnagiri-Meru und zeigte ihn der Schar aus Cina.

4425. Ich sah tausend Menschen der Cina-Schar. Die gewichtigen Edlen begrüßten mich vielfach mit ehrerbietig gefalteten Händen und fragten, wer ich sei. Ich erklärte ihnen die Wahrheit der Lehrschrift. Sie priesen mich, nahmen mich in die Arme und brachten mich unverzüglich zu den Siddhas von Svarnagiri.

Anmerkung: Die Zuordnung der tausend Menschen zu den Reisenden oder den Bewohnern des Berges ist in der Vorlage nicht eindeutig.

4426. Als der Siddha mich sah, schenkte er mir große Zuneigung. Er segnete mich und fragte eindringlich, wer ich sei. „Ich habe Cina verlassen und bin wohlbehalten nach Svarnagiri gekommen. Ich bin ein Schüler des machtvollen Kalangi“, antwortete ich. Mit gefalteten Händen und gebeugtem Leib stand ich bewegt vor ihm.

4427. Während ich so bewegt dastand, erteilte mir der Rishi barmherzig einen strahlenden Segen. Nachdem ich Platz genommen hatte, erläuterte ich ihm bereitwillig die Saliya-Lehrschrift. Als ich die Saliya-Verfahren darlegte, schenkte auch dieser Siddha des Nada-Lichts ihnen seine Anerkennung.

4428. Als der Rishi anerkennend sprach, erklärte ich geordnet: „Ich habe meinen Wohnort verlassen und bin voller Zuneigung hierhergekommen, um Reichtümer zu heben. Hier liegen Koti über Koti Schätze; doch es fehlt eine Hand, die sie vollständig bergen kann. Nach der vorgeschriebenen Ordnung werde ich die Lehrschrift darlegen und sie heben.“

4429. Als ich sagte, dass ich sie heben werde, erteilte mir der Rishi wahrhaftig die Erlaubnis. Gesammelt rezitierte ich die Saliya-Formeln auf dem Svarnagiri-Berg. Als ich anschließend das Anjana auftrug, stellten sich sämtliche Geister der tiefsten Unterwelt entgegen. Sie wollten die Schatzgefäße stören und verderben.

4430. In böser Absicht schlugen die Geister selbst den herrlichen Hanuman zurück. Um die Schatzgefäße nahe dem Berg standen unbeschreibliche Geisterwachen. Als ich die Saliya-Lehre prüfte, erklärte sie durch die Puja für Anjana Devi einen Weg, die nötige Entschlossenheit und Kraft zum sicheren Heben zu gewinnen.

Anmerkung: Anjana Devi wird ausdrücklich genannt; ob hier Hanumans Mutter oder eine Gottheit des Anjana-Rituals gemeint ist, lässt sich aus dieser Strophe nicht entscheiden.

4431. Nachdem dies durch die Saliya-Lehre erklärt war, rezitierte ich erneut ordnungsgemäß. Darauf erbebten alle Geister und verließen den Berg. Die mächtigen Geister übergaben mir sämtliche Schätze. Ohne einen Fehler geschehen zu lassen, legte ich dem Rishi alle Reichtümer vollständig vor.

Ramas Goldmünzen und ihre Weitergabe in Cina

4432. Ich übergab ihm Koti Goldmünzen. O, es war Ramas verborgener Schatz! Wer vermag auf dieser Erde Ramas Varahan-Münzen zu sehen? Ich, dem das Schicksal günstig war, sah sie. Der Rishi Shivaraja betrachtete all die aufgehäuften Schätze mit eigenen Augen. Dieser edle Rishi gab mir die Hälfte davon; sieh die Wahrheit!

Anmerkung: Hier wird der Rishi ausdrücklich Shivaraja genannt; eine Gleichsetzung mit dem zuvor genannten Jaya Muni bleibt offen.

4433. Höre, mein Sohn Pulippani: Liebevoll gab mir der Rishi genau die Hälfte all dieser Reichtümer. Die Münzen aus rotem Gold teilte er mir mit Anerkennung zu. Der edle Siddha erteilte mir die Erlaubnis, sie in meine Stadt mitzunehmen.

4434. Nachdem er sie mir gegeben hatte, brachte ich alle Schätze ordentlich nach Cina. Den Menschen meines vertrauten Cina-Landes gab ich die gesamten Goldschätze. Alle Edlen, die kamen und den Reichtum sahen, befragten mich ausführlich. Keine Zunge vermag die Herrlichkeit dieser Reichtümer zu beschreiben.

4435. Viele große Menschen der Erde haben die Größe solcher Reichtümer nie gesehen. Durch Manonmanis gütigen Blick fand und untersuchte ich die zusammengetragenen, verborgenen Schätze. Ich erforschte in dieser weiten Welt die umfassende Saliya-Lehrschrift. Dann gab ich den edlen Menschen Cinas gewaltige Reichtümer.

4436. Ich gab den herrlichen Menschen Cinas viele Koti an Kostbarkeiten, bestimmt Koti über Koti. Auch den Frauen Cinas gab ich entschlossen und geordnet einen Anteil. Wegen der Schätze, die ich ihnen so überreicht hatte, fragten sie mich liebevoll, auf welche erhabene Weise dieser Reichtum zu mir gekommen sei.

4437. Den Frauen, die mich fragten, antwortete ich gütig und frohen Herzens: „Mit der Kulikai durchreiste ich unter Mühen die Welt und erforschte viele mächtige Berge. Lange suchte ich die Einsiedeleien bei den Schätzen auf und leistete dort Dienst. Entschlossen stand ich bereit, ihre Aufgaben zu erfüllen; so empfing ich einen guten Segen.“

4438. „Nachdem ich diesen Segen empfangen hatte, wählte ich durch den gütigen Blick meines siegreichen königlichen Vaters Kalangi Natha und durch die Gnade der lieblichen Manonmani die treffliche, zusammenhängende Saliya-Lehrschrift aus. Mit diesem Buch untersuchte ich in der weiten Welt die Berge und ihre Schätze.“

Anmerkung: Die OCR zählt erneut 4436; entsprechend der fortlaufenden Reihe wird 4438 angesetzt.

4439. „Ich zog zu jedem schatzreichen Berg, fand und hob die mächtigen Reichtümer. Auf dem Svarnagiri trug ich nach der Vorschrift der Saliya-Lehre die Salbe auf. Dann entfernte ich listig die wachenden Geister von dem Schatz, den Rama dort verborgen hatte. So erlangte ich auf dieser Erde die Reichtümer.“

4440. „Ich hob Ramas Varahan-Münzen mit ihrem deutlichen Prägestempel. Die Goldmünzen trugen ausdrücklich Ramas Kennzeichen und einen großen Stempel. Ich fand die Schatzgefäße, hob sie und brachte sie eigens für euch her. Könnte ein anderer sie heben? Ich habe sie selbst gern gesehen; dies ist die Wahrheit.“

4441. Die tüchtigen Menschen Cinas betrachteten Ramas Varahan-Münzen aus edlem rotem Gold und ihre mächtigen Prägezeichen. Es waren die Goldmünzen, die an den Hängen des lieblichen südlichen Potikai gehoben worden waren. Mein königlicher Vater Kalangi Natha hatte diese Münzen ausdrücklich beschrieben.

Anmerkung: Der Fundort wird hier wieder als südlicher Potikai angegeben, obwohl zuvor der Svarnagiri genannt wurde; die Angaben werden nicht vereinheitlicht.

4442. Die Menschen Cinas betrachteten die Münzen aus rotem Gold gründlich. Nach dem Vorbild von Ramas Varahan und den Münzen des Königs der Könige begannen sie, vielerlei Goldmünzen herzustellen, darunter solche, die Parangi heißen. Die Herrscher Cinas richteten es so ein, dass das makellose Gold zehn Mattu besaß.

Anmerkung: Parangi ist eine historische Bezeichnung für Europäer beziehungsweise europäische Herkunft; die genaue Münzart wird hier nicht bestimmt.

4443. Die Menschen Cinas fertigten sie in vielerlei Gestalten und Farben. Mit Verstand gestalteten sie die Münzen und schufen geordnet Koti neuartige Formen. Sie bildeten die Gestalten deutlich ab und statteten damit die herrlichen Könige und Edlen aus. Die Schönheit dieser Goldmünzen lässt sich mit der Zunge nicht beschreiben.

Anmerkung: Einzelne Aussagen über Abbildung und Übergabe der Münzen sind sprachlich beschädigt.

Jaya Munis Samadhi und Rückkehr

4444. Nun werde ich dir einen weiteren Weg und die Größe der Nathas erzählen. Höre aufmerksam, mein Sohn Pulippani, die schöne Weisung Kalangis. Ich durchreiste entschlossen alle Länder und sah Jaya Muni. Ich werde dir vom Samadhi dieses Siddhas berichten, der lange Zeit gelebt hatte.

4445. Während Bogar so berichtete, rief der bedeutende Siddha Jaya Muni seine ruhmreichen Schüler zusammen. Er sagte: „Ich habe den festen Wunsch gefasst, den Samadhi vollständig zu erlangen. Mein Verlangen nach dieser Erde ist vergangen. Ohne Verstellung werde ich in den Samadhi eintreten.“

4446. Jaya Muni suchte im schönen Wald des äußersten Nordens, an den leuchtenden Hängen des südlichen Potikai, einen geeigneten Ort für den Samadhi. Bereitwillig suchten seine Schüler mit ihm nach dem großen Samadhi-Platz. Sie hoben eine geräumige Grube aus und errichteten einen schönen Samadhi-Bau.

Anmerkung: Die Verbindung des äußersten Nordens mit dem südlichen Potikai ist widersprüchlich, steht aber so in der Vorlage.

4447. Was soll ich über diesen errichteten Samadhi sagen? Der Siddha Jaya Muni von Kailasa rief seine herrliche Schülerschaft und erklärte entschlossen: „Ich werde in den Samadhi gehen. Hört, ihr offenen, edlen und vornehmen Menschen! Ich bin im Begriff, in den großen Samadhi einzutreten. Bleibt alle gern nahe bei mir und verschließt dann diesen klaren Samadhi.“

4448. Als er sie anwies, ihn zu verschließen, kamen die Schüler nahe. Der siegreiche Siddha Jaya Muni hielt mit ihnen Fasten. Dann sagte er: „Legt oben die feste Steinplatte auf, streut bereitwillig Erde darüber und bedeckt den Samadhi vollständig. Führt dies genau nach der Ordnung aus!“

4449. Jaya Muni sprach, und seine körperlose Stimme wurde hörbar: „Höre, königlicher Sohn! Zur Zeit meiner Rückkehr werden viele große Wunder geschehen. Alle Blinden auf Erden werden die Augen öffnen, und die Stummen werden sprechen. Die Gelähmten werden gehen, und die Tauben werden den Klang hören.“

4450. „Honigregen wird fallen, und große, kühle Überflutungen werden erscheinen. Die königlichen Herrscher werden Krieg führen, und die großen Menschen der Erde werden im Kampf sterben. Die liebliche Manonmani wird das Land wechseln, die Richtung und den Aufenthaltsort verlieren und umgewandt dastehen. Die ganze schöne Welt wird mich liebevoll preisen; ihr werdet es sehen.“

Anmerkung: Die befremdliche Aussage über Manonmani wird nach der vorliegenden Grammatik übersetzt; ob der Satz ursprünglich ihre Anhänger meinte, lässt sich nicht sichern.

4451. „Zwanzig Jahre werde ich die Erde vergessen und im Samadhi verweilen. Wenn dann die Zeit meiner Rückkehr kommt, sollen alle ruhmreichen Schüler bereitwillig bei mir stehen. Wenn ich den Samadhi verlasse und er aufbricht, wird die Steinplatte in dieser Welt zerspringen.“

4452. Zur Zeit seiner Rückkehr fanden sich alle Schüler auf Erden ein. Noch bevor der Samadhi aufbrach, standen sie mit der rechtschaffenen heiligen Versammlung davor. „Die Zeit der Rückkehr des herrlichen Siddhas ist gekommen“, sagten sie. Viele Koti edle Menschen hielten sich entschlossen am Samadhi auf.

4453. Sie standen mit einem Heer von Koti Menschen vor dem schönen Samadhi. Da brach er auf, und der Siddha am Ende des Nada erschien. Sein durch Kayakalpa vervollkommneter Körper blitzte wie das Licht der Welt. Sieh die mächtige Weise, in der dieser große Siddha-Rishi auf die Erde zurückkehrte!

4454. Der machtvolle Siddha Jaya Muni kam zurück, nachdem er die Erde vergessen hatte: „Was nützt es wirklich, dass der Körper fortbesteht? Koti Nathas haben die Welt entschlossen hinter sich gelassen und sind in den leuchtenden Samadhi eingegangen. Es ist gut, dass auch ich nach einiger Zeit wieder liebevoll in den Samadhi gehe.“

Dreißig Jahre Samadhi und Jaya Munis letzter Abschied

4455. Bereitwillig wandte sich der Vollendete am Ende des Nada erneut dem Samadhi zu. Er vergaß mächtiges Glück, Land und seine reiche, gute Heimat. „Ich werde das Leben in dieser leidvollen Welt aufgeben und vollständig in den Samadhi gehen“, sagte der Siddha-Weise Svarupanandar und begab sich geordnet dorthin.

Anmerkung: Hier erscheint die Bezeichnung Svarupanandar; der folgende Vers nennt wieder Jaya Muni. Ob Eigenname oder Beiname gemeint ist, bleibt offen.

4456. Der Siddha Jaya Muni wollte in den schönen Samadhi gehen. Er begab sich an das Ufer des heiligen Milchmeeres. Mit der versammelten Schülerschaft zog er wohlgeordnet zum Samadhi-Platz. Liebevoll ging Jaya Muni mit seinen Schülern dorthin.

4457. Jaya Muni ließ einen geräumigen Samadhi ausheben. Nachdem die feste Grube gegraben war, errichtete man sorgfältig eine steinerne Kammer und legte eine tragfähige Steinplatte bereit. Zusammen mit den bereitwilligen edlen Schülern ging der unerschütterliche Siddha Jaya Muni dorthin und vergaß die Erde.

4458. Der herrliche Siddha Jaya Muni stieg geordnet in den Samadhi hinab und sprach liebevoll zu seinen Schülern. Er gab ihnen bereitwillig die Weisung, die feste Steinplatte rasch zu schließen. Traurig versammelten sich alle Schüler und verschlossen den Eingang lückenlos mit dem Felsen.

4459. Nachdem der Eingang verschlossen war, verweilte Jaya Muni fest im Samadhi. Mit einer anhaltenden körperlosen Stimme sprach er ohne Verstellung zu seinen Schülern: „Volle dreißig Jahre werde ich hier in der Erde bleiben. Ich werde die Welt vergessen und danach wieder auf die Erde zurückkehren.“

4460. Nach diesen Worten verging die Zeit. „Ich werde mit Macht wiederkehren“, hatte Jaya Muni bestimmt gesagt. Als volle dreißig Jahre vergangen waren, kamen die treuen Schüler und standen dort. Der unverhüllte Siddha-Weise und Natha verließ den Samadhi auf die angekündigte Weise.

4461. Der Siddha-Weise und Rishi kam, um die Welt wiederzusehen. Er verließ den Samadhi und zeigte sich seiner vertrauten Schülerschaft. Alle Schüler und deren Schüler standen liebevoll da und priesen den Guru. Von ihren Sorgen befreit, verehrten die Edlen ehrfurchtsvoll die Füße ihres Lehrers.

4462. Während sie sich verneigten, sprach der Siddha-Weise zu seinen Schülern: „Es ist sehr gut, das Verlangen nach dieser schönen Welt liebevoll aufzugeben. Was nützt es, entschlossen hier zu bleiben? Ich habe den Körper vollständig aufgegeben. Nun werde ich demütig in den Samadhi gehen.“ So erklärte er es ihnen gütig.

4463. Der Siddha-Rishi Jaya Muni vergaß die weite Erde: „Ich gehe in den kostbaren Samadhi, meine Söhne. In diese alte Welt werde ich nicht wieder zurückkehren. Meine ergebenen Schüler, verschließt mich mit einem Felsen. Es ist gut, fortwährend in Reinheit Puja zu vollziehen und eine hell leuchtende Lampe aufzustellen.“

4464. „Wenn ihr täglich die Puja an diesem guten Samadhi verrichtet und der berggleiche Götterherr fragt: Wo ist der siegreiche Jaya Muni hingegangen?, dann antwortet: Er hat die Lotosfüße seines großen höchsten Gurus erreicht. Erzählt von den vielen Wundern und gebt das Verlangen nach dieser Erde auf!“

Auch Siddhas werden zu Erde

4465. Höre, mein erhabener Sohn Pulippani: Der würdige Siddha Jaya Muni gab das Verlangen nach der weiten Welt auf und gelangte zu den Füßen des höchsten Guru-Natha. Dies hat mir mein lieber Vater Kalangi Natha deutlich als Weisung erzählt. Sieh, der königliche Guru Jaya Muni vergaß das Verlangen nach dieser Erde.

4466. Jaya Muni vergaß alle Begierden nach der großen Welt. Er überschritt die Yugas und ließ sechzehn Brahmas hinter sich. Doch was nützt es, alle Künste gründlich zu kennen? Was nützt es, alle Richtungen unter einem einzigen Herrschaftsschirm zu regieren? Was nützt es, den Dharma ohne Abweichung zu erfüllen? Auch Jaya Muni wurde auf Erden zu Staub.

Anmerkung: „Sechzehn Brahmas“ ist die ausdrückliche Zeit- beziehungsweise Weltschöpferangabe der Vorlage.

4467. Der Siddha wurde zu Erde, frei von Verlangen nach der großen Welt. Kannan und die anderen starben auf Erden; wer ist hier geblieben? Auch die herrlichen Siddhas, Weisen und Rishis sind auf diese Weise gestorben. Nachdem sie dies bedacht hatten, gaben sie das schöne Verlangen nach dieser Welt auf.

4468. Auf diese Weise beseitigten viele Siddhas alle Begierden nach dem Kali-Yuga. Koti über Koti legten sie geordnet ab, und Koti erreichten den Zustand Vaikunthas. Ohne der Schuld Raum zu geben, gaben die Siddhas ihren Körper auf Erden auf. Selbst der angeblich unzerstörbare Leib ist vergangen. Mein Sohn, in dieser Welt bleibt nichts zu sehen.

Anmerkung: Die OCR wiederholt 4466; entsprechend der Reihe wird 4468 angesetzt. „Angeblich“ kennzeichnet die Spannung zwischen dem Wort „unzerstörbar“ und dem ausdrücklich behaupteten Vergehen.

4469. Diese großen Vollendeten kann man auf Erden Siddha-Weise nennen. Aber darf man die Rishis, die Askese übten, in dieser alten Welt als Götter bezeichnen? Alle großen Menschen der Erde sind doch auf diese Weise nach ihrem Willen verschwunden. So wurde das Leben sämtlicher Siddha-Gruppen in dieser vierfachen Welt zu einem trügerischen Leben.

4470. Höre, mein Sohn Pulippani: Wer ist auf Erden geblieben? Das Leben ist trügerisch. Koti Menschen sagten, sie wollten in den Samadhi gehen, doch ihre Askese scheiterte, und sie gingen zugrunde. Sind jene, die den Atem anhielten und Vasi-Yoga übten, in der alten Welt geblieben? Es gibt keine Erleichterung. So ist diese täuschende Welt: ein Wirken schöner, illusionärer Siddhis.

Bogar begegnet Ashvini Deva

4471. Höre, mein Sohn Pulippani. Ich verließ das friedvolle Cina-Land nach dem Wort meines königlichen Vaters und Gurus Kalangi Natha. Mit der kostbaren Kulikai durchreiste ich alle Länder. Dabei sah ich auf meinem Weg einen Berg im weiten Wald des äußersten Nordens.

4472. Im Wald des äußersten Nordens, nahe dem heiligen Milchmeer, befindet sich ein Berg mit einer Anhöhe: der herrliche Ashvini-Berg. Mit der Kulikai gelangte ich unmittelbar in die Mitte dieser Bergregion. Es war ein Land von Bergen, ohne Städte und Bewohner. Dort ließ ich mich nieder, o Edler.

Anmerkung: „Vasuvini“ wird hier und im Folgenden als Ashvini gelesen; die Überlieferung verwendet den Namen für einen einzelnen Deva und nicht ausdrücklich für das übliche Götterpaar.

4473. Nachdem ich herabgestiegen war, betrachtete ich die Schätze des Berges ringsum. Ein Waldbach umgab den schönen Berg. Dort lebten Rishis und Weise von anderer Farbe: grünfarbige Edle. Die tüchtige Schülerschaft lässt sich nicht beschreiben; ich sah sehr viele. Die mächtigen Schüler kamen gelaufen und erblickten mich.

4474. Die Schüler liefen herbei und fragten mich streng, wer ich sei. Als ich diese sprechende Schar sah, schwand mein Mut, und mein Körper zitterte. Wie ein Diener verneigte ich mich zu ihren Füßen, senkte das Haupt, grüßte sie tief und sagte: „Meine Herren, ich bin ein Schüler Kalangi Nathas, den die Himmelsbewohner und alle anderen preisen.“

4475. „Ich bin Kalangis Schüler“, erklärte ich. Als ich diese Worte sagte, blickten mich die Schüler, die mit Vorwürfen gekommen waren, aufmerksam an. Sie sprachen von Ordnung, Überlieferung und Verwandtschaft und gedachten des großen Siddha-Rishis dieser alten Welt. Dann grüßten sie mich vielfach ehrerbietig und segneten mich ausführlich.

4476. Sie sprachen zu meinen Gunsten und berichteten dem herrlichen Ashvini Deva: „Kalangis Schüler, dieser königliche Sohn, hat Cina mit seiner reinen Kulikai verlassen, um die Welt zu schauen. Er ist unmittelbar gekommen, um unsere Einsiedelei zu sehen.“ So erzählten sie es Ashvini bereitwillig.

4477. Die Schüler berichteten dem herrlichen Ashvini Deva geordnet alles über mich. Dieser gütige Deva ließ mich rufen und fragte, wer ich sei. „Ich bin Kalangis Schüler“, antwortete ich offen. Er reichte mir hilfreich die Hand, damit mich keine Bedrängnis befalle, und nahm mich in die Arme.

4478. Er umarmte mich: „Du Schüler Kalangis, Siddha, der mit der Kulikai über die ganze Erde flog! Du bleibst keinen Augenblick auf dem Boden, junger Sohn, der in kurzer Zeit nach Kailasa fliegt. Du Herrscher, der keinen Moment auf Erden stillsteht, du geliebter Schüler Kalangis! Ehrfürchtig und friedlich verbundener Siddha, du machtvoller junger Sohn, sei willkommen!“

Ashvinis Segen und das fliegende Pferd

4479. Ashvini Deva nahm mich schön und liebevoll in die Arme: „Du großer Meru unter den Bergen, du König, höre! Du Schüler, der den Siddhas dieser Erde lieb ist, du Sohn, den alle vier Richtungen preisen! Du geliebter Sohn der Mutter des Vedanta, du Natha, den Agastya im Süden lobt, du klarer Augapfel!“

4480. „Mein lieber Augapfel Boganatha, du Sohn, den die Rishis von Kailasa und die anderen preisen! Du wunderbarer Sohn, der unter neun Koti Rishis der Himmelswelt freudig auserwählt wurde! Kühler, strahlender Edelstein, Weltenherr, der auf Erden die feinsten Geheimnisse gründlich erlernte!“ Er ehrte mich als Bogar, dessen Entsagung in dieser Welt berühmt geworden war.

4481. Der Deva ehrte mich und schenkte mir seine Zuneigung. Er pries Kalangi Natha und grüßte ihn vielfach mit gefalteten Händen. „Mein Augapfel, warum hast du das gedeihende Cina verlassen und bist zu dieser Einsiedelei gekommen? War es dein Schicksal, hierherzukommen? Bist du bereitwillig gekommen, um das Schicksal zu überwinden?“

4482. Der Deva sprach bestimmt: „Erzähle die Geschichte deines Kommens.“ Als er aufmerksam fragte, antwortete ich dem herrlichen Ashvini Deva vertraulich: „Ich bin gekommen, um eure Einsiedelei unmittelbar zu sehen.“ Dabei beugte ich mich freudig und verehrte liebevoll seine Füße.

4483. Ich verehrte seine Füße: „Höchster Natha, ich bin auf dieser Erde mit der Kulikai hierhergekommen. In eurer Einsiedelei möchte ich den verlässlichen Weg des Pferdes kennenlernen. Ich bin gekommen, um das sichtbar fliegende Pferd zu schauen. Mit diesem rechtschaffenen Wunsch gelangte ich an euren Ort.“

4484. Als ich dies sagte, wurde der Deva mir liebevoll geneigt. Rasch führte er mich durch seinen Wohnort auf eine Anhöhe am Berg. Bereitwillig zeigte er mir das Pferd, das mit großer Geschwindigkeit fliegt. Mit angehaltenem Atem und der Kulikai in der Hand bestieg ich mutig das Ross.

4485. Ich bestieg im Wald das schöne kupferne Pferd. Auf dem Himmelsweg flog ich davon und durchreiste sämtliche Welten. Dann kehrte ich zur Einsiedelei Ashvinis zurück, lenkte das Ross weit nach rechts und links und hielt es genau nach der gegebenen Anweisung wieder an.

Anmerkung: „Cem-puravi“ kann auch ein rotes oder edles Ross bezeichnen; die später ausdrücklich beschriebene Herstellung aus Kupfer in Vers 4501 stützt hier die Wiedergabe „kupfernes Pferd“.

4486. Ich hielt das Himmelspferd an. Der rechtschaffene Ashvini Deva sagte: „Boganatha, ist das dunkle kupferne Ross deiner mächtigen Kulikai unterlegen? Hat seine Kraft nachgelassen, sodass es verlor und die Kulikai überlegen war?“ Das ruhmreiche Cina-Land lag auf dem Weg dieses tragfähigen Pferdes der goldenen Welt.

Anmerkung: Die Rede ist mehrfach beschädigt; der Vergleich zwischen Pferd und Kulikai sowie der abschließende Bezug auf Cina sind erkennbar, ihre genaue Verbindung nicht.

4487. Ashvini Deva sprach geordnet und ausführlich einen Segen über die mächtige Kulikai. Der Rishi lobte ihre entschlossene Kraft. Dann gab mir der höchste Guru Ashvini die Erlaubnis, das schöne Pferd nach Cina mitzunehmen, damit man es dort sehe.

4488. Ich hörte die erlaubenden Worte des Devas und sah die Herrlichkeit des starken Rosses. Kein Natha hat die Fluggeschwindigkeit dieses kupfernen Pferdes gesehen. Ungehindert erkannte ich auch das Wunder, dass dieses Ross verständig sprach. Die Siddhas auf Erden haben die Geschwindigkeit seines Voranstürmens nicht geschaut.

4489. Auch die Siddhas am Ende des Nada haben es nicht gesehen. Ich aber sah viele Koti Wunder auf Erden. Ich erblickte die sonst unsichtbaren Herrlichkeiten und durchwanderte alle Orte der Welt. Durch Ashvini Deva sah ich diese Neuheit unmittelbar. Alle Künste, von denen die alten Geschichten erzählen, habe ich ruhmreich auf Erden gesehen.

Das kupferne Himmelspferd gelangt nach Cina

4490. Höre, mein Sohn Pulippani: Ich sah auf Erden Ashvinis wunderbare Kunst. Um sie den Menschen Cinas bereitwillig zu erklären, will ich berichten. Ich werde dieses Pferd, das einem gewaltigen Sturm gleicht, mitnehmen, damit die Menschen Cinas es sehen. Höre, mein Sohn, es ist eine erstaunliche Herrlichkeit in dieser Welt.

4491. Höre ohne Abweichung die Weisung Kalangis, mein Sohn Pulippani. Durch den gütigen Blick meines königlichen Vaters nahm ich das Himmelspferd und durchreiste die weite Welt. Ich hielt den Zaum des mächtigen kupfernen Rosses. „Nun gehe ich in das liebliche Cina-Land“, sagte ich.

4492. Nachdem er seinem Sohn Pulippani viele schöne Worte gesagt hatte, bestieg Bogar geordnet das kupferne Pferd und durchreiste in seiner Herrlichkeit die ganze Erde. Ich ließ das Ross entschlossen im bedeutenden Cina-Land niedergehen. Alle Frauen mit duftenden Blumengirlanden versammelten sich geordnet um mich.

Anmerkung: Der Wechsel von der dritten zur ersten Person steht in der Vorlage.

4493. Die Frauen Cinas und die reinen, edlen Männer versammelten sich gemeinsam um mich. Sie betrachteten das herabgestiegene Himmelspferd und staunten: „Lange haben wir auf Erden gelebt und viele mächtige Wunder gesehen. Doch wie sollten wir die Herrlichkeit dieses frei dahineilenden Rosses beschreiben, das vom Himmel herabkam?“

4494. „Weder Zunge noch Dichtung genügen, um alle Neuheiten dieses goldenen Rosses in der Welt zu beschreiben. Königlicher Bogamuni Natha, du hast uns Koti verschiedenartige Künste und die erhabenen Wege vollständig und ohne Zurückhaltung gelehrt. Ohne Hindernis haben wir deine vortrefflichen Unterweisungen empfangen.“

4495. „Mit vielen Unterweisungen versehen lebten wir aufmerksam im Cina-Land. Du erzählst uns ruhmreich von den Wundern vieler Länder. Die Herrlichkeit dieses mächtigen Pferdes haben wir aber noch nie auf Erden gesehen. Welch großes Wunder, dass wir dieses Himmelspferd nun unmittelbar schauen!“

4496. Ich sagte: „Selbst die Könige der Erde haben den Weg dieses kupfernen Pferdes nicht gesehen. Nachdem ich durch alle Länder gereist war, sah ich den Suvata-Wald. Ihr aufmerksamen Menschen Cinas, dort befindet sich die Einsiedelei Suvata Rishis. Ich ging entschlossen zu dieser Einsiedelei und sah den leuchtenden Rishi.“

Anmerkung: Suvata ist eine unsichere Namenslesung. Die Vorlage führt diese Bezeichnung zusätzlich zu Ashvini ein, ohne ihr Verhältnis zu erklären.

4497. „Im Wald Suvata Rishis sah ich die Herrlichkeit des kupfernen Rosses. Ich prüfte dieses Himmelspferd und bat den tüchtigen Ashvini Deva darum. Der Rishi war mir aufrichtig geneigt. In voller Freigebigkeit schenkte mir dieser Deva das ruhmreiche Pferd.“

4498. „Durch den gütigen Blick Ashvini Devas bestieg ich das Pferd. Ich wollte, dass die Menschen Cinas es voller Verlangen und Liebe sehen können. Nachdem ich die Kulikai erprobt hatte, pries ich das kupferne Ross und brachte es her. Dieses schöne Pferd besitzt die Herrlichkeit, den Menschen Cinas zu Diensten zu stehen.“

4499. „Für euch habe ich dieses Pferd ordentlich hergebracht; sein Wert ist groß. Nach der Weisung meines königlichen, siegreichen Vaters Kalangi Natha ging ich in jenen Wald und führte das Ross liebevoll hierher.“ Mit vielen freundlichen Worten erklärte er die übergroße Herrlichkeit deutlich.

Nachbildung und Belebung des Pferdes

4500. Als die Menschen Cinas das überaus wunderbare Pferd sahen, priesen sie es und unternahmen viele Versuche, ein gleichartiges herzustellen. Ein so wirksames Ross vermögen selbst die Weisen am Ende des Nada nicht zu schaffen. Dennoch fassten die Menschen Cinas den ernsthaften Entschluss, dieses schnelle kupferne Pferd nachzubilden.

4501. Die Menschen Cinas dachten darüber nach und fertigten sorgfältig ein Himmelspferd aus Kupfer. Sie mischten geordnet Panchaloha, die fünf Metalle, hinzu. Unter der gesammelten Kraft der fünf Wirkenden verbanden sie die fünf Metalle. Als sie die fünf Elemente zu einem Ganzen vereinigten, empfing das Kupfer ungehindert Leben.

Anmerkung: „Die fünf Wirkenden“ gibt „panca-karttal“ wieder, wahrscheinlich göttliche Wirkungskräfte. Die Strophe erzählt eine Belebungslegende und liefert keine nachvollziehbare technische Konstruktion.

Fünf Elemente und Unterweisung des kupfernen Rosses

4502. Zur Erde trat das Wasser; zum Wasser trat liebevoll das Feuer. Mit dem Feuer verband sich die Luft, und mit der Luft vereinigte sich ungehindert der Raum. Geordnet ging eines der fünf Elemente in das andere ein, jedes war im anderen enthalten. Als die fünf Elemente sich machtvoll verbanden, erhielt das schöne Pferd Leben.

Anmerkung: In der zweiten Elementstufe steht in der OCR „uppu“, Salz, wo die Folge Wasser erwarten lässt. Die Übersetzung folgt hier der ausdrücklich genannten Verbindung der fünf Elemente und kennzeichnet die Lesekorrektur.

4503. Mit hohem Anspruch stellten die Menschen Cinas das Pferd nach dem Vorbild her. Sie gestalteten das kupferne Ross wie einen Pfau, damit es sich in den großen Himmel erheben könne. Sie leiteten Luft in seine Vorrichtung und schufen darin ein Mittel zum Flug über die Erde. So fertigten die edlen Menschen Cinas das Ross mit liebevollem Eifer.

Anmerkung: Das Wort „cuttiram“ kann Verfahren, Mechanismus oder Schnur bezeichnen; die Vorlage beschreibt keine ausreichend bestimmte technische Bauweise.

4504. Die edlen Menschen Cinas richteten das kupferne Pferd genau wie Bogars Ross ein. Dieses in Cina geschaffene Pferd brachte ich dem herrlichen Ashvini-Rishi. Ich legte die Kulikai an und gelangte entschlossen zu Ashvinis Wohnort.

Anmerkung: Der Name erscheint hier als Asuvata, im nächsten Vers wieder als Asuvini; die Gleichsetzung folgt dem unmittelbaren Erzählzusammenhang.

4505. Höre, mein Sohn Pulippani: Ich ging mit Lobpreis zur Einsiedelei Ashvinis. Mit dem schönen, mondgleichen kupfernen Pferd trat ich unmittelbar vor Ashvini Deva. Wiederholt brachte ich ihm in großer Demut meine Bitte vor und grüßte ihn liebevoll mit gefalteten Händen.

4506. Ashvini Deva schenkte mir in Frieden sein Erbarmen. Durch den gütigen Blick der Füße meines siegreichen königlichen Vaters Kalangi Natha und durch die Gnade der lieblichen Manonmani fasste er feste Zuneigung zu mir. Nach der rechten Ordnung betrachteten auch die Schüler mich als einen der Ihren.

4507. Ashvini Deva blickte mir freundlich ins Gesicht: „Du von Kalangi angenommener Schüler, mein ruhmreicher kostbarer Edelstein, höre! Erkläre mir wahrheitsgemäß, auf welche mächtige Weise dieses entsprechende Pferd regelgerecht hergestellt wurde, königlicher Bogarishi, reiner Sohn!“

4508. Als Ashvini Deva wahrhaftig und freudig um Auskunft bat, verneigte ich mich friedlich zu seinen Füßen. Vor der Versammlung der Devas erklärte ich geordnet: „Ich bestieg entschlossen das Himmelspferd, reiste damit nach Cina, und dort sahen sie dieses herrliche Ross.“

4509. „Als sie das kupferne Pferd sahen, fragten sie: Ist es das Ross des Herrn von Kailasa? Ist es das Pferd der Himmelsweisen oder Rakshasas? Gehört es dem Herrn Maheshvara? Sie fassten im Herzen den Entschluss, ein Pferd nach diesem Vorbild zu gestalten. Dann übergaben sie mir geordnet dieses Ross, das einem gewaltigen Sturm gleicht.“

4510. Die tüchtigen Menschen Cinas hatten dem kupfernen Pferd Leben verliehen. Sie gestalteten es vollständig und schenkten es uns liebevoll. Ich brachte es unmittelbar zu dem vertrauten Ashvini Deva. Von meinen Zweifeln befreit, erklärte ich dem mächtigen Deva alles genau.

4511. Der göttliche Rishi, Weise und Natha betrachtete das kupferne Pferd, das die Menschen Cinas voller Eifer und Liebe geschaffen hatten. Bereitwillig prüfte er seine Geschwindigkeit im Verhältnis zur Kulikai und freute sich sehr. Dann erteilte der Rishi dem Pferd entschlossen und geordnet seine Unterweisungen.

Anmerkung: Die Beziehung zwischen der Geschwindigkeit des Pferdes und der Kulikai wird im Tamilischen nur knapp ausgedrückt.

4512. Der friedvolle Ashvini Deva erklärte dem Pferd seine Aufgabe. Seine königliche Unterweisung lautete, dass das kostbare kupferne Ross auf die Befehle des siegreichen Bogarishi hören solle. Der göttliche Rishi sagte: „Wenn du mit ihm die ganze Welt durchreist und er freundlich Halt sagt, musst du stehen bleiben.“

4513. „Sagt er Geh, musst du gehen. Will er, dass du auf den Wegen anhältst, dann sollen die wirksamen fünf Dhatus auf seine Berührung hin unbeweglich stehen. Überschreite seine Weisung nicht; missachte Bogars Wort nicht, sondern zeige deine Kraft entsprechend.“ Liebevoll gewährte er dem Pferd die Gunst, lange Zeit zu bestehen.

Anmerkung: Die fünf Dhatus können hier die fünf zuvor erwähnten Metalle beziehungsweise Bestandteile des Pferdes meinen; eine konkrete Steuerung wird nicht beschrieben.

Das sprechende Pferd am Kishkindha-Berg

4514. Höre, mein Sohn Pulippani; ich werde dir geordnet berichten. Genau im Süden liegt ein Berg namens Kishkindha. Auf diesem Berg gibt es besondere Wunder und einen Tempel Vadivelars. Auch ein Fluss namens Vaigai ist dort, ein reiches Quellbecken und ein Waldbach.

4515. Auf diesem Berg leben Siddhas, Koti mächtige Nathas. Wenn Menschen der Erde sie erblicken und ihnen zu nahe kommen, ziehen sich diese Weisen zurück. Seit langer Zeit leben sie von Knollen, Blättern und nährender Milch. Die Täuschung durch Frauen kennen sie nicht, mein Sohn; so ist diese große Versammlung von Siddhas und Weisen.

Anmerkung: Die zweite Zeile und das Wort vor Milch sind beschädigt; Rückzug und Blätternahrung sind naheliegende, aber nicht sichere Lesungen.

4516. Mit der Kulikai gelangte ich zu diesem von vielen bewohnten Berg und ließ mich unvermittelt auf ihm nieder. Die Siddhas, die seit langer Zeit dort lebten, sahen mein Pferd. Sie traten kraftvoll an das Ross heran und betrachteten auch mich. „Junger Sohn, was ist dies für ein Pferd? Erzähle mir, wie du hierhergekommen bist“, sagte einer.

4517. Als der Siddha um Auskunft bat, zeigte sich die Herrlichkeit des Rosses ohne Einschränkung. Mein schönes Pferd sprach selbst viele gute Worte zu dem Siddha-Weisen und Natha. Es erklärte wohlgeordnet: „Dieser ist der ruhmreiche Bogarishi unter Kalangis Schülern.“

4518. Durch seine wunderbare Kraft sprach das Pferd viele schöne Worte: „Ashvini Deva gab dem erhabenen Bogarishi Natha ein goldenes Ross. Er brachte es unmittelbar nach Cina.“ Es öffnete seinen Mund wie ein Schwan und begann diese schöne Rede.

Anmerkung: Das übergebene erste Pferd wird hier „golden“ genannt; zuvor hieß es kupfern. Der Schwanvergleich wird nach der vorliegenden Lesung wiedergegeben.

4519. „Die edlen Menschen Cinas sahen die besondere Herrlichkeit dieses Rosses. Darauf schufen sie aus den fünf Metallen ein mächtiges Pferd. Liebevoll gaben sie ihm die fünf Elemente. So schenkten sie mich bereitwillig und mit großer Kraft dem Bogarishi Natha und sandten mich mit ihm fort.“

4520. „Nachdem sie mich, das kupferne Pferd, fortgesandt hatten, machte mich der herrliche Bogarishi durch seine Weisung gefügig. Freudig legte er seine Kulikai an und empfing einen Segen. Dann kam Boganatha entschlossen auf der Suche nach dem mächtigen Kishkindha-Berg hierher, um den Natha von Kailangiri zu sehen.“

Anmerkung: „Durch seine Weisung“ gibt „manu“ wieder; auch ein Bezug auf ein Mantra ist möglich, doch ein Wortlaut wird nicht genannt.

4521. Als das Pferd so erzählte, gab der friedvolle Tiruvela Deva dem kostbaren kupfernen Ross eine klare Erkenntnisunterweisung. Er dachte erfreut daran, dass sein Herr ein rechtschaffener Schüler Kalangi Nathas war. So lehrte er es deutlich die erhabene, segensreiche Handlungsweise.

4522. Nachdem das kupferne Pferd diese Unterweisung ordentlich empfangen hatte, führten mich die Schüler unmittelbar zur Einsiedelei Tiruvela Rishis. Sie brachten mich entschlossen vor ihn. Im Bergland Kishkindhas ließ ich das Pferd an einem Rastplatz zurück und stieg ab.

Vier Tore und Samadhis in Tiruvelas Festung

4523. Ich stieg innerhalb des Kishkindha-Berges ab und sah die stattliche Schülerschaft. Die Schüler führten mich auf geheimem Weg durch eine tunnelartige Höhle. Auf dem bewaldeten Berg lag eine Festung mit vier großen Toren. Durch diese Tore brachten mich die Schüler auf leuchtende Weise hindurch.

4524. Ich ging den Weg der Festung entlang und stand aufmerksam am ersten Tor. Da öffnete sich dessen Riegel, und ich sah einen Samadhi in Gestalt eines Linga. Dann führten sie mich ehrenvoll zum zweiten Tor. Dort sah ich einen Jyotirlinga-Samadhi und einen Siddha am Ende des Nada.

4525. Nachdem ich den Siddha am Ende des Nada gesehen hatte, ging ich geordnet zum dritten Tor. Dort sah ich ein heiliges Shiva-Linga; ein entschlossener Siddha weilte bei ihm. Dann ging ich liebevoll durch das vierte Tor. Ich sah den schönen Nataraja, der im vierfachen Lotos-Samadhi thronte.

Anmerkung: Die Bezeichnung „vierfacher Lotos“ folgt „nar-kamala“; eine sichere Zuordnung zu einem bestimmten Chakra ist hier nicht möglich.

4526. An den vier heiligen Toren der Festung sah ich die schönen Samadhis der Siddha-Weisen. Ich durchschritt die Tore, und die Schüler brachten mich unverzüglich und geordnet vor den mächtigen Tiruvela Rishi. Dieser erblickte mich aufmerksam und mit festem Blick.

4527. Als Tiruvela Rishi mich sah, rief er seine Schüler nachdrücklich zu sich: „Wer ist dieser junge Sohn, der mit einer Kulikai im Weltall reist, von einem kupfernen Himmelspferd abgestiegen und wie ein mächtiger Sturm geordnet in diesen Berg gekommen ist?“ So ließ er die kraftvolle Schülerschaft rufen und fragte eingehend nach mir.

Bogars Versteinerung und Wiedererweckung

4528. Auf Tiruvela Rishis Frage kamen die Schüler aufmerksam herbeigelaufen. Sie bedrohten Bogarishi Natha, redeten heftig auf ihn ein und stritten mit ihm: „Der würdige Rishi Vela, der auf dem Lotos thront, ist zornig auf dich geworden. Mein Sohn, er hat dich voller Unwillen angefahren!“

4529. „Weil du gegen das Wort des herrlichen Tiruvela Rishi hierhergekommen bist, wollen wir Schüler dich schwer verfluchen. Wir sind vor dich getreten, nachdem wir unseren Zorn gesammelt haben. Der große Vela Muni hat uns die Erlaubnis gegeben, dich durch einen Fluch in Stein zu verwandeln.“

Anmerkung: Die Aussage zum Abkühlen oder Beseitigen des Zorns widerspricht dem drohenden Ton; die genaue Wortfolge ist unsicher.

4530. „Unser Siddha, der Rishi des Vedanta, hat uns bereitwillig die Erlaubnis gegeben. Ohne dass uns ein Hindernis trifft, werden wir dich regelgerecht zu Stein machen!“ Die verfilzt behaarten Schüler des Siddha-Weisen versammelten sich wie Krieger. So verwandelten sie den klugen Bogarishi Natha auf Erden in Stein.

4531. Bogarishi Natha wurde tatsächlich innerhalb des mächtigen Kishkindha-Berges zu Stein. Die dortigen Edlen hatten dergleichen nicht gesehen. Dann nahm sich der herrliche Siddha des Nada-Lichts des erstarrten Bogarishi Natha an. Dieses Siddha-Licht erweckte den verwandelten Bogar geordnet wieder.

4532. Der Siddha am Ende des Nada erweckte den herrlichen Bogarishi Natha. Dieser makellose Siddha segnete Bogar reichlich: „Mein Sohn, ich habe dir den Rang eines Chiranjeevi verliehen, damit du für alle Tage rein auf Erden bestehst. Geh nun rechtschaffen an deinen eigenen Ort!“ So entließ ihn der edle Siddha des Lichts.

4533. Der Siddha am Ende des Nada hatte den friedvollen Bogarishi Natha erweckt und fragte nach seinem Anliegen. Ich, Bogarishi, sagte vertraulich: „Ich bin Kalangis Schüler.“ Der Schöne blickte mich an und freute sich sehr. Er gab mir eine wunderbare Unterweisung und gewährte mir die Gunst, in die Himmelswelt zu gehen.

Anmerkung: Der Wechsel zur ersten Person steht in der Vorlage.

4534. Nachdem der Siddha des Nada-Lichts mir diese Gunst gewährt hatte, sah ich den schönen Tiruvela Rishi unmittelbar. Er blickte mich erstaunt an: „Weil eine frühere Verbindung noch bestand, bist du wieder aufgestanden. Durch Kalangis volle Gnade wurdest du auf dieser Erde nochmals geboren.“

4535. „Du bist wieder geboren worden und hast doch das Geborenwerden hinter dir gelassen. Höre, großer Bogarishi Natha: Sind die Toten je in dieser Welt wieder geboren worden? Diese herrliche Größe lässt sich nicht beschreiben.“ Der mächtige Siddha-Rishi gab mir feste Unterweisungen, segnete mich und erläuterte viele hohe Erkenntnisse.

4536. Während er lehrte, verehrte ich die Füße des edlen Tiruvela Rishi. Geordnet faltete ich die Hände, senkte das Haupt und gab ihm ausführlich Antwort. Er sagte: „Weil du mich bewusst geschaut hast, werde ich dir ruhmreich meine Gnade erweisen. Bleibst du einige Zeit nahe bei mir, werde ich dir die Gnade erklären.“

4537. „Ich werde dir alle Wunder der Welt erläutern und sie dir in knapper Unterweisung vermitteln.“ So sprach Tiruvela Rishi zu mir. Darauf blieb ich viele Jahre dort im mächtigen Kishkindha-Bergland. Zusammen mit diesem großen Siddha lebte ich gedeihlich im Wald.

Anmerkung: Die Jahresangabe ist in der Vorlage beschädigt („kaca-varutam“); ein bestimmter Zahlenwert wird deshalb nicht ergänzt.

4538. Höre, mein Sohn Pulippani: Ich lebte lange Zeit zusammen mit dem Siddha in diesem schönen Wald. Man nahm mich mit in die Schülerschaft, und ich blieb dort in guter Ordnung. Dann rief mich Tiruvela mit Namen und erklärte mir eine große Herrlichkeit.

Kishkindha Rishi und sein sechzigjähriger Samadhi

4539. Er sagte: „Innerhalb des Kishkindha-Berges gibt es nahe dem Berg ein besonderes Tor. Dort hat ein Rishi den Samadhi angenommen; dessen Größe lässt sich nicht beschreiben. Es ist eine verborgene Kammer, ein beständiger Samadhi. Wenn du dort hineingehst, wirst du den Kishkindha-Rishi in seinem wirkmächtigen Samadhi sehen.“

Anmerkung: Die Bezeichnung der Kammer ist beschädigt; die Lage im Berg und die Torangabe sind erkennbar.

4540. „Dieser Siddha hat die vier Yugas gesehen und ist auf der großen Weltflut geschwommen. Am Ende der Welt überschritt er das Banyanblatt. Er ist ein Siddha, der Adam und Yovan unmittelbar gesehen und erkannt hat. Auch nach dem Kommen der Weltauflösungen blieb er beständig bestehen.“

Anmerkung: Die Vorlage enthält ausdrücklich die Formen „Atamin“ und „Yovan“. Ob „Adam und Johannes“ oder eine andere Namensverbindung gemeint ist, bleibt ohne weitergehende Textkritik unsicher. Die Namensformen Adam und Yovan wurden auf PDF-Seite 594 visuell bestätigt.

4541. „Er ist ein großer Siddha von vollendeter Gestalt, der sehr lange Zeit auf dieser Erde überschritten hat. Könige blieben nicht bestehen; er aber ist ein furchtgebietender Siddha. Siegreicher Bogarishi, du kennst ihn noch nicht. Dein edler Vater Kalangi Natha hat ihn ruhmreich gesehen und erkannt. Ich habe dir gesagt, was ich selbst weiß; niemand sonst im Land wird es dir erzählen.“

4542. Niemand würde es erzählen. Dieser große Siddha-Rishi von vollendeter Gestalt lebte lange auf dem Kishkindha-Berg. Dann wollte er mit seiner ruhmreichen Schülerschaft in den Samadhi gehen. Er ließ das Verlangen nach der leidvollen Welt hinter sich und erhob sich liebevoll zu diesem Entschluss.

4543. Der Kishkindha-Rishi blickte seine tüchtige Schülerschaft an: „Nach der Weisung meines königlichen Vaters, des siegreichen Tiruvela Rishi, werde ich in den weiten Samadhi gehen.“ So sprach er liebevoll zu den Schülern. Dann brach der Siddha entschlossen nach Westen zum lieblichen Kishkindha-Bergland auf.

4544. Der Siddha des Kishkindha-Berges erklärte seinen herrlichen Schülern das kostbare Wort Tiruvela Rishis. Dieser Rishi hatte die alte Welt gesehen und viele Koti Zeiträume erhaben auf Erden gelebt. Obwohl er mit Hingabe in der Welt verweilte, hatte er keinen bleibenden Gewinn auf Erden gefunden.

4545. „Tiruvela Rishi fand keinen Gewinn. Was nützt es, vier Yugas auf Erden zu leben? Was nützt es, verborgenes Kayakalpa anzuwenden? Er gab das Verlangen vollständig auf. Ich diente ihm bereitwillig und lebte ebenfalls lange in dieser Welt. Nun bin ich frei von Verlangen nach der Erde und gehe in den ruhmreichen Samadhi.“

4546. „Ich werde in den Samadhi gehen, ihr Schüler. Hebt westlich des schönen Kishkindha-Berges einen Samadhi aus!“ So gab er den Schülern liebevoll die Weisung. Ohne von seinem Wort abzuweichen, gingen sie ordentlich an den Berghang. Die Edlen brachen auf und begannen entschlossen, den Samadhi zu errichten.

4547. Die edlen Schüler errichteten für den Kishkindha-Rishi einen festen Samadhi und legten oben eine schöne Steinplatte bereit. Dann standen sie vor dem sichtbaren Rishi: „Herr, Siddha des Kishkindha-Berges, der geräumige Samadhi ist vollendet. Verlasst eure Versenkung und kommt!“ So baten sie ihn ehrfürchtig.

4548. Als die Edlen sich verneigten und ihn verehrten, verließ der liebevolle Kishkindha-Rishi entschlossen seinen Berg. Viele Menschen folgten ihm. Reihe um Reihe gingen die Edlen mit der versammelten Schar hinter ihm, während der liebevolle Rishi voranschritt. So erreichte der Herr gütig den Samadhi-Platz westlich des Kishkindha-Berges.

4549. Der angekommene Rishi sah den Samadhi und blickte wohlwollend auf die Edlen. Zu seinen ergebenen Dienern sprach er aus liebevollem Herzen: „Ich habe das Verlangen nach dieser Welt aufgegeben. Meine Söhne, ich werde in den schönen Samadhi gehen. Verschließt ihn mit dem vertrauten Felsen und haltet in Reinheit Wache!“

4550. Als der Siddha am Ende des Nada in den schönen Samadhi hinabstieg, sagte er: „Hört, ihr edlen, großen Meru-Berge! Ich steige nun in diesen bestimmten Samadhi hinab. Verschließt ihn fest mit den Steinplatten!“ Auf dieses bereitwillig gesprochene Guru-Wort hin schlossen alle Edlen die Steine liebevoll, wie er es angeordnet hatte.

Die vorausgesagten Zeichen der Rückkehr

4551. Nachdem die edlen Schüler den Eingang verschlossen hatten, gab der Siddha, der die alte Welt gesehen hatte, eine makellose Ankündigung seiner späteren Rückkehr: „Bis zu der Zeit, in der ich wiederkomme, werden sechzig Jahre vergehen, o Siegreiche. Sucht dann alle die Nähe des Samadhi auf und wartet aufmerksam!“

4552. „Zur Zeit meiner Rückkehr wird der Gelähmte gehen. Die Tiere, die auf dem Berg weiden, werden plötzlich viel Erkenntnis in Worten verkünden. Der Blinde wird die Augen öffnen, und der Stumme wird ausführlich Vedanta lehren. Die guten Vögel werden Weisheit sprechen. Dann ist die Stunde der Rückkehr des Siddhas am Ende des Nada gekommen.“

4553. „Tiger und Kuh werden gemeinsam an einem dicht bewachsenen Teich trinken. Der Schakal wird heranstürmen und den Elefanten besiegen; das Pferd wird den Löwen überwinden. Der Mond wird seine Phasen ändern und in einem außerordentlichen Zustand verharren. Auch die Sonne wird ihre Richtung wechseln und den Augen unsichtbar bleiben.“

4554. „Die Weisung, die Kalangi ausgesprochen hat, wird liebevoll in dieser Welt wahr. Höre, mein Sohn: Lange abgestorbene Bäume werden auf der Erde wieder austreiben. Viele Überflutungen werden erscheinen, und alle großen Siddhas werden davorstehen. Solche deutlichen Wunder werden in dieser Welt geschehen“, sagte er.

4555. Nach diesen Worten Kishkindha Rishis kam die Zeit, in der der reine Siddha zurückkehren sollte. Sechzig Jahre waren vergangen; die Stunde der Rückkehr des Siddhas des Vedanta war da. Alle Edlen am Samadhi waren mit der ruhmreichen Versammlung der Siddha-Weisen zusammengekommen. Es war der Tag, an dem der mächtige Weise am Ende des Nada den Samadhi herrlich verlassen würde.

Kishkindha Rishis Rückkehr und Bogars Besuch

4556. Der Tag seiner Rückkehr war gekommen, und die mächtige Schülerschaft stand davor. Zur großen festgesetzten Stunde brach die massive Steinplatte des Samadhi auf. O der Siddha am Ende des Nada! Wie ein Blitz des Weltenlichts erschien seine wahre Gestalt; der Schöne kam als Siddha-Licht hervor.

4557. Der Siddha am Ende des Nada kam, um das Meer des Daseins in dieser Welt wiederzusehen. Alle vertrauten Schüler erblickten dort das goldene Siddha-Licht. „Sind die Worte, die dieses Licht ausgesprochen hat, auf Erden wahr oder falsch geworden?“ Der schöne Rishi öffnete den Mund und fragte die Edlen eindringlich.

4558. Der ruhmreiche Herr des Kishkindha-Berges, der wieder in dieser Welt weilte, fragte: „Hat sich mein ausführlich gesprochenes Wort in der weiten Meereswelt bestätigt?“ Als der Siddha-Weise dies nachdrücklich sagte, antworteten die friedvollen, edlen Schüler: „Großer Herr, alles hat sich herrlich erfüllt!“ Dabei verneigten sie sich.

Anmerkung: Die OCR zählt diese Strophe erneut als 4556; nach der Reihe wird 4558 angesetzt.

4559. Der Rishi erteilte den Schülern, die sich vor ihm verneigten, reichliche Unterweisungen. Der herrliche Kishkindha-Rishi hatte seinen duftenden Samadhi verlassen und stand wieder auf dem Kishkindha-Berg. Ohne Verzögerung versammelten sich die anderen Rishis in Reinheit rings um ihn.

4560. Die reinen Menschen und alle Könige umringten ihn mit Grüßen und Segensworten. Sie senkten demütig die Köpfe, öffneten ihre Herzen und priesen den Rishi geordnet. Zu seinen Lotosfüßen niedergefallen, standen sie in Lobpreis, um die mächtige Unterweisung zu empfangen: „Führt uns aus dem tiefen Meer des Daseins heraus und behütet uns liebevoll!“

4561. Während die Edlen so mit aufmerksamen, offenen Herzen dastanden, hatte Kalangis Schüler das kunstfertige Cina verlassen. Mit der Kulikai durchreiste er die ganze Erde, um die acht Richtungen zu schauen. Zur hellen Mittagszeit sah er auf Erden den Kishkindha-Rishi.

4562. Bogarishi Natha sah den Kishkindha-Berg auf Erden. Er dachte: „Dies ist der Berg, auf den die höchsten Devas liebevoll aus dem Weltall herabsteigen, ein Land, in dem Diener, Siddhas und Weise wohnen.“ Wie ein mächtiger Sturm näherte sich Bogar den Schätzen des königlichen Kishkindha-Berges und ließ sich geordnet nieder.

Quellbecken, Fische und Sundarars Krokodil

4563. Der Weise Bogar stieg schön auf dem Gipfel des Kishkindha-Berges herab. Er stand beim westlichen Höhlenzugang und sah das Quellbecken des königlichen Vadivelar. Er klatschte in die Hände, gedachte Kashi Vishvanathas im Herzen und rief. Mit festem Entschluss lockte er durch Händeklatschen die Fische herbei.

Anmerkung: Der Text wechselt kurz zur ersten Person; die genaue Bezeichnung des westlichen Zugangs ist beschädigt.

4564. Bogarishi Natha stand am bedeutenden Quellbecken Vadivelars und klatschte in die Hände. Er blickte hinein und rief ohne Hindernis den schönen Vishvanatha von Kashi an. Als die Fische Bogarishis liebevolle Stimme hörten, kam die Fischschar im großen Quellbecken herbei, um den Schönen zu sehen.

4565. Der Weise Bogarishi überschritt liebevoll das fischreiche Quellbecken. Rasch begab er sich zum zweiten Bereich des Berges. Der große Bogarishi benutzte dabei seine Kulikai zur Fortbewegung. Als er mit ihrer Geschwindigkeit weiterzog, sah man ihn auf dem mächtigen Pfad.

Anmerkung: Die Strophe wiederholt die Figurbezeichnung mehrfach; einzelne Verben sind beschädigt. Die Bewegung vom ersten zum zweiten Quellbereich ist deutlich.

4566. Am zweiten Quellbecken sah Bogarishi aufmerksam ein gewaltiges Krokodil. Es war das Krokodil, das im Zusammenhang mit Sundaramurti erschienen war und ein Kind verschlungen hatte. Als er es erblickte, ergriff ihn große Sorge und ein starkes Verlangen, die Sache zu verstehen.

4567. Die Siddhas, die auf dem mächtigen Berg lebten, sahen Bogarishi Natha. Alle Scharen der Siddhas und Weisen kamen nahe zu ihm. „Auf diesem großen Berg haben wir Wunder gesehen, die sonst in der Welt unsichtbar sind“, dachten sie jeweils im Herzen. Mit diesem Gedanken näherten sie sich Bogar.

4568. Die großen Versammlungen von Weisen und Devas traten an Bogarishis Seite. Tausend kamen herbeigelaufen; ihr hochmütiger Zorn erreichte seinen Gipfel. „Wir werden die besondere Geschichte dieses jungen Sohnes erfahren, der auf den Berg gekommen ist“, dachten sie. Mit ihren Scharen zogen sie entschlossen zu Bogar hin.

4569. Sie fragten Bogarishi Natha: „Wer bist du, friedvoller junger Sohn?“ Bogarishi gedachte seines siegreichen königlichen Lehrers Kalangi Natha: „Mein großer Guru, mein Natha, beschützt mich liebevoll in dieser Stunde! Durch Manonmanis gütigen Blick rettet mich, ihr königlicher Wagenherr!“

4570. „Rettet und behütet mich durch eure Gnade!“ So verneigte sich Bogarishi. „Höchstes Licht, Natha von Kailangiri, Erkenntnis selbst! Auf Erden gibt es keinen Siddha außer dir, der dir gleicht. Preis sei dem ewig alles erfüllenden Parapara! Preis sei dem makellosen Schatz! Gewährt mir eine Gunst und bewahrt mich!“ So warf sich Bogarishi ehrfürchtig nieder.

4571. Dann blickte er den Siddha-Weisen an und verehrte dessen Füße geordnet. Entschlossen sagte er: „Ich bin Kalangis Schüler. Mit meiner reinen Kulikai habe ich die großen Welten durchreist. Als ich den Kishkindha-Berg sah, hielt ich ihn für einen bedeutenden heiligen Berg und ließ mich hier nieder.“

4572. „Ich bin herabgestiegen, um seine Wunder zu sehen“, erklärte er dem herrlichen Siddha. Dieser mächtige Siddha-Weise wurde ihm geneigt, weil er Kalangis Schüler war. Er segnete ihn, damit ihm kein Unheil widerfahre, sprach liebevoll zu seinen Gunsten, gab ihm viele feste Unterweisungen und gewährte dem Edlen eine Gunst.

Die Wächter der heiligen Quellbecken

4573. Als der Weise Bogarishi den Siddha ordentlich befragte, antwortete dieser ihm offen ins Gesicht: „Auf diesem Berg gibt es Wunder und viele Koti mächtiger Siddhas, mein Sohn. Der ganze Berg mit seinen Orten ist ein Siddha-Land, eine gewaltige Versammlung von Nathas.“

4574. „Im ersten großen Quellbecken leben Fische, die Koti über Koti Yugas überdauert haben. Siddhas und Weise halten dort Wache, höre, mein Sohn. Im zweiten Quellbecken gibt es ein mächtiges Krokodil und Siddhas. Es ist das Becken jenes Krokodils, das in einem früheren Yuga ein Kind ergriff und verschlang.“

4575. „Es ist das Krokodil aus dem früheren Yuga, bei dem Sundaramurti liebevoll die Wiedererweckung vollbrachte. Dieses Wesen hatte den Kopf des Kindes verschlungen.“ So erklärte er Bogar bereitwillig die besondere Geschichte des Krokodils. Damit kein Unheil geschehe, erzählte der Siddha den bedeutenden Bericht genau.

Anmerkung: Die erste Zeile schreibt die Wiedererweckung grammatisch dem Krokodil zu; Vers 4577 nennt ausdrücklich das erweckte Kind. Die Übersetzung hält die Handlung hier deshalb offen.

4576. So erklärten es die Siddhas, Weisen und Rishis. Der liebevolle Bogarishi ging gezielt weiter hinauf auf den Gipfel des Kishkindha-Berges. Mit aufwallender Entschlossenheit trat er nahe an das herrliche Quellbecken. Als er dessen Zugang aufmerksam betrachtete, sah er unmittelbar einen Siddha.

Anmerkung: Die Vorlage nennt hier auch Zorn und heftiges Auffahren; weshalb Bogar zornig wäre, wird nicht erklärt.

4577. Der Siddha auf dem mächtigen Kishkindha-Berg sah Bogarishi Natha. Bereitwillig begann er, ihm die Herrlichkeit des Quellbeckens zu erklären: „Sundarar, den die Welten preisen, hat das große Kind wiedererweckt. Das gewaltige Krokodil kann man in diesem Quellbecken unmittelbar sehen.“

4578. „Du kannst es mit meiner Erlaubnis sehen, mächtiger junger Sohn. Ohne ausdrückliche Genehmigung darfst du dich dem Quellbecken nicht nähern. Nachdem du die Erlaubnis empfangen hast, kannst du, ruhmreicher Bogarishi, hingehen.“ So sagte der Siddha deutlich, und Bogar hörte bereitwillig zu.

4579. Der Siddha Bogarishi verehrte den Rishi geordnet: „Ich möchte das Krokodil des edlen Sundarar ehrfürchtig sehen.“ Als Bogar den Rishi so ernsthaft und bereitwillig bat, rief dieser das Krokodil feierlich herbei: „Der vornehme Bogarishi ist gekommen!“

Das Krokodil erzählt von Sundaramurti und dem verschlungenen Kind

4580. Als Bogarishi Natha das mächtige Krokodil sah, betrachtete er es lange und aufmerksam. Bereitwillig erwies Bogar ihm die gebührenden Verehrungsdienste und grüßte es mit gefalteten Händen. Mit heftiger innerer Erregung blickte er auf dieses gewaltige Krokodil.

Anmerkung: Wörtlich nennt die Schlusszeile erneut „Zorn“; sein Anlass wird nicht erklärt.

4581. Das Krokodil wurde dem großen Bogarishi Natha wohlgesinnt und begann, dem Edlen die Wunder des früheren Yuga zu erzählen: „Sundarar, den die Welten preisen, durchwanderte damals die Schätze des großen Landes. Er kam durch eine Straße jenes Waldortes in das uralte Land, das das ganze Weltall rühmt.“

4582. „Als Sundaramurti in diese reiche Straße kam, sah er Menschen aus dem Chola-Land vor einem schönen heiligen Haustor versammelt. Diese Menschen standen tief bekümmert da und klagten. Im Haus gegenüber aber wurde Hochzeit gefeiert. Sundaramurti sah diesen seltsamen Gegensatz.“

4583. „Sundarar blickte voller Anteilnahme auf die Menschen im Vorhof: Was ist dies für ein Weinen? Ihr guten Menschen des Chola-Landes, sagt es mir! Ich werde eure Bedrängnis beseitigen; berichtet deutlich! Da senkten alle edlen Cholas liebevoll das Haupt und erzählten ihm unter Klagen ihre Geschichte.“

4584. „Die Edlen des Chola-Landes sagten dem königlichen Sundaramurti: Herr, wir hatten einen Sohn von guter Einsicht, einen vortrefflichen jungen Knaben. Zusammen mit seinem Freund studierte er die berühmten Lehrschriften. Eines Tages erklärte man den Unterricht für beendet und entließ die beiden in ihre Unterkunft.“

Anmerkung: Die genaue Bezeichnung des unterrichtsfreien Tages oder Entlassungsgrundes ist beschädigt; ein bestimmter Feiertag wird nicht ergänzt.

4585. „Der Lehrer des Knaben hatte ihm erlaubt, in die Unterkunft zurückzukehren. Die beiden unterhielten sich und standen friedlich auf den Stufen am Teichufer. Als sie dort ihr Bad nahmen, kam ein Krokodil und verschlang unseren herrlichen Sohn.“

4586. „Seit es ihn verschlang, sind sechzehn Jahre vergangen. Der große heilige Teich ist inzwischen ausgetrocknet. Für den Freund, der damals bei ihm war, wird nun eine prachtvolle Hochzeit gefeiert. Wäre unser rechtschaffener Sohn noch da, o Edler, würden auch wir seine Hochzeit ausrichten. Königlicher Herr, wir haben an unser Kind gedacht.“

4587. „Wir haben unser Kind verloren, sagten sie und erklärten es dem schönen Sundarar. Zeigt mir den Teich!, bat Sundaramurti sogleich die Menschen des reichen Chola-Landes. Als er sie nachdrücklich darum ersuchte, berichteten sie ihm den Weg. Darauf vollzog er geordnet ein Opfer für das Kind.“

Anmerkung: Die Schlusswendung lautet „matalai-yakam“, hier als Opfer für das Kind wiedergegeben; die genaue rituelle Handlung bleibt unbestimmt.

4588. „Während er dieses Opfer vollzog, ließ Sundaramurti im Teich wieder Wasser entstehen. Dann rief er mich unmittelbar herbei. Das Kind, das ich verschlungen hatte, nahm er herrlich wieder heraus und ließ es ins Freie treten. Die edlen Cholas nahmen ihren Sohn aufmerksam an sich und gingen mit ihm fort.“

4589. „Nachdem sie fort waren, gelangte ich durch den Fluch des ruhmreichen Sundaramurti an diesen Ort, den auch die Devas des Himmels verehren: auf den Gipfel des großen Kishkindha-Berges. In diesem Quellbecken, dessen Wasser Honig und Nektar gleicht, lebe ich nun seit vielen Koti Zeiten. Ich nähre mich vom Nektar der Erkenntnis und bleibe in diesem Becken auf dem mächtigen Berg.“

Tiruvelars Schutzversprechen für Bogar

4590. So erklärte das schöne Krokodil Bogar, weshalb es hier lebte. Es erzählte knapp die geheime Geschichte Sundaramurtis. Dann sagte es: „Wenn du eigenmächtig nahe an das Quellbecken kommst, wird dich, o Großer, ein Fluch treffen. Verehre die herrlichen Lotosfüße des Rishis Velavan!“

4591. „Wenn du dich vor ihm verneigst und dann zu mir kommst, werde ich dir die großen Wunder der Erde erklären.“ Als das Krokodil so bestimmt sprach, ging der königliche Bogar zum heiligen Ort Tiruvelars, um sich liebevoll dessen Lotosfüßen zu nähern. Er erreichte die mächtige heilige Stätte im edelsteingleichen Kishkindha-Berg.

4592. Er gedachte Kalangi Nathas und seines guten Siddha-Lichts im Herzen. Um die Lotosfüße des Herrn zu schauen, ging der liebevolle Bogarishi dorthin. Der herrliche Tiruvela Rishi blickte wohlwollend auf Bogarishi Natha, ließ ihn nahe kommen und fragte freundlich, wer er sei.

Anmerkung: Die erste Zeile könnte grammatisch auch Kalangi zum Handelnden machen; der Erzählzusammenhang legt Bogars Erinnerung an den Guru nahe.

4593. Als Tiruvela Rishi ihn bereitwillig nach seiner Person fragte, sagte Bogar ehrfürchtig: „Ich bin ein aufmerksamer, guter Schüler Kalangi Nathas.“ Tiruvela Rishi betrachtete das Licht seines Gesichts, das der Sonne glich. Geneigten Herzens trat er zu mir und sprach mächtige Segensworte.

4594. Tiruvela Rishi erklärte Bogar würdevoll: „Weil eine frühere Verbindung noch bestand, bist du aufgebrochen und auf der Suche nach dem Berg hierhergekommen. Durch die Gnade des königlichen Kalangi bist du mir zugeführt worden, o Siegreicher. Selbst die liebliche, segenswirkende Manonmani kennt diesen hohen Berggipfel nicht.“

4595. „Manonmani hat den Gipfel des Berges Tiruvelars von Kailasa nicht gesehen. Durch die Askese, die du lange geübt hast, konntest du den Berg rechtmäßig schauen. Du konntest die ersehnten Herrlichkeiten erkennen und das Wesen des reinen Bewusstseins im Vedanta sehen. Selbst die Himmelsbewohner haben das Krokodil nicht erblickt; dir aber wurde dieses mächtige Schauen zuteil.“

Anmerkung: Beim Krokodil steht eine beschädigte Wortform, die auch „Kind“ lesen ließe; der unmittelbare Zusammenhang stützt Krokodil.

4596. „Höre, Bogarishi Natha, ich werde dir liebevoll meine Gnade erläutern. Am Fuß des Berges gibt es viele Koti Siddhas, deren Atem stillgeworden ist. Unermesslich viele verweilen dort im Samadhi; diese großen Nathas lassen sich nicht beschreiben. Zahlreiche Koti wunderbarer Siddhas kannst du am Fuß des Berges sehen.“

4597. „Du kannst sie sehen, mein Sohn Bogarishi. Doch wenn du sie erblickst, könnte dich der Fluch eines Siddhas treffen. Selbst wenn ein Fluch eintritt: Gedenkst du meiner deutlich, werde ich dir ohne Zweifel bereitwillig die nötige Hilfe leisten. Ich werde den Fluch von dir nehmen und dir eine mächtige Gunst gewähren.“

4598. „Du den Füßen Kalangis ergebener Schüler, du liebevoller Vela, teuer wie meine beiden Augen! Du Träger der Himmels-Kulikai, du wundersamer Lichtrauch, der das herrliche Karpa eingenommen hat! Gibt es einen, der dir gleichkommt, geliebter Sohn mit der rechten Kulikai? Edler, der Cina verlassen hat, mächtiger goldener Edelstein!“ So sprach er.

Anmerkung: Einige Anreden sind beschädigt; insbesondere „Lichtrauch“ gibt die unsichere Form „maya-tupa“ wieder, ohne sie als festen Lehrbegriff zu deuten.

4599. Nachdem Tiruvelar so gesprochen hatte, ging der herrliche Bogarishi Natha höher auf den Berg. Er sah Koti über Koti wunderbarer Menschen und auch den Berg des Krug-Weisen im Süden. Dann zog er mit seiner Kulikai entschlossen weiter und ließ sich erhaben am Fuß des Berges nieder.

Der alte Siddha fragt nach Harishchandra

4600. Nach seiner Landung ging Bogarishi bereitwillig zu dem schönen Samadhi-Ort. Ohne vom Dharma abzuweichen, vollzog der Weise liebevoll eine Verehrung am Samadhi. Er gedachte des mächtigen Kalangi und stand entschlossen davor. Frei von Unruhe faltete er die Hände und verneigte sich würdevoll vor dem Samadhi.

4601. Während Bogarishi am Samadhi zu Füßen des Berges ehrfürchtig mit gefalteten Händen stand, öffnete sich der schöne Samadhi. Der duftende Siddha von wahrer Gestalt, dieser große Rishi, öffnete die Augen. Ohne Verzögerung wandte er sich an Bogar, öffnete den Mund und befragte ihn klar.

4602. Dem fragenden Rishi antwortete Bogar bereitwillig und freundlich: „Ich bin Kalangis Schüler.“ Der Rishi, das Siddha-Licht am Ende des Nada, blickte Boganatha aufmerksam an: „Geht es dem leuchtenden Harishchandra wohl, Trishankus Sohn aus Ayodhya?“ Beklommen antwortete Bogarishi aus offenem Herzen, er habe ihn nicht gesehen.

4603. Bogarishi berichtete von Trishankus herrlichem Sohn: „Als ich vom großen Berg herabstieg und mit der Kulikai die Erde durchreiste, sah ich im Süden, westlich des heiligen Milchmeeres, am Ufer eines Leichenplatzes eine steinerne Gestalt. Sie glich Krishna; so sah ich sie auf Erden.“

Anmerkung: Der Vergleich mit Krishna ist sprachlich beschädigt. Der Hinweis auf eine steinerne Gestalt wird in den folgenden Versen wiederholt.

4604. Bogarishi erklärte über den herrlichen Harishchandra: „Ich sah ihn als Lohnarbeiter für einen harten Herrn den Leichenplatz bewachen, an dem verstorbene Menschen lagen. Weil er sich der Wahrheit vollständig verpflichtet hatte, lebte er auf Erden als Wächter dieser Verbrennungsstätte.“

Anmerkung: Die Vorlage hat in der zweiten Zeile ein beschädigtes Wort, das wie „Meer“ aussieht; der Leichenplatz ist in den übrigen Zeilen ausdrücklich genannt.

4605. „Seit vielen Koti Zeiten blieb Trishankus herrlicher Sohn dort als Stein. Diese steinerne Gestalt habe ich gesehen“, sagte Bogar und verneigte sich zu den goldenen Füßen. Der Siddha im Samadhi fragte bestimmt: „Ist also das Kali-Yuga angebrochen? Haben sich inzwischen die Herrschaften Cinas auf Erden eingerichtet?“

4606. Der herrliche Siddha am Ende des Nada wandte sich an Bogarishi und wies ihn zornig an, den Samadhi wieder zu verschließen. Darauf fragte Bogar den Siddha des Nada-Lichts nach dem weiteren Weg. Dieser begann, dem Schüler des berggleichen Kalangi Auskunft zu geben.

Anmerkung: Das Wort für Bogars Frage kann auch „Schicksal“ oder „Zuflucht“ bedeuten; die anschließende Zusage betrifft eine spätere Begegnung.

4607. „Höre, Schüler Kalangis! Du hast Cina verlassen, die besondere Kulikai angelegt und den großen Kishkindha-Berg aufgesucht. Du kamst an diesen oberen Hang, sahst geordnet den Samadhi und bist mir unmittelbar begegnet. Deshalb werde ich dir meine Gnade deutlich erklären.“

4608. „Die Herrlichkeit dieser Gnade ist folgende; höre, mein Sohn, Schüler Kalangis! Drei bedeutende Yugas sind vergangen, und das machtvolle Kali-Yuga ist angebrochen. Wenn du mich am Ende dieses finsteren Kali-Yuga wieder in Schönheit schaust, werde ich deine Unklarheit beseitigen und dir viele Erkenntnisse sowie klare Handlungsweisen erläutern.“

Anmerkung: Beim Beseitigen der Unklarheit ist die Vorlage beschädigt und liest wörtlich eher „Klarheit entfernen“; die Übersetzung folgt dem positiven Unterweisungssinn.

4609. „Ich werde sie dir erklären“, sagte der Siddha bestimmt. Dieser mächtige Siddha am Ende des Nada berichtete Bogarishi geordnet von allen Wundern der Erde. Nachdem er Bogar alles schön erläutert hatte, entließ er ihn mit der Weisung, den Samadhi wieder wie zuvor sorgfältig zu verschließen.

4610. Bogarishi empfing die Erlaubnis zum Abschied und ging liebevoll den Berg hinauf, um wieder vor den würdigen Tiruvela Rishi zu treten. Nachdem ihm das Wunder zuteilgeworden war, kam er zu diesem vertrauten Rishi und blieb bereitwillig mit gesenktem Haupt vor ihm stehen.

Bogar berichtet Tiruvela von der Begegnung

4611. Tiruvela Rishi blickte auf den vor ihm stehenden Bogarishi und sagte aufrichtig: „Mit der Kulikai bist du den Berg hinaufgestiegen und zu mir gekommen, mein siegreicher Sohn. Ich werde dir zu deinem Wohl schöne Wunder lehren.“ So gab ihm der Rishi liebevoll und nachdrücklich sein Versprechen.

4612. Tiruvela Rishi wurde Bogar unermüdlich geneigt: „Du hast Cina verlassen, nachdem du die Erlaubnis Kalangis, des Lehrers des Vedanta, empfangen hattest. Du hast das leidvolle Meer des Daseins hinter dir gelassen und durchreist mit der Kulikai die ganze Erde, mein Sohn. Weil du nun den mächtigen Kishkindha-Berg aufgesucht hast, werde ich dir den Weg erklären.“

4613. „Du den Füßen Kalangi Nathas Ergebener, du bist unmittelbar zu den Samadhis gegangen. Am verborgenen Fuß des Berghangs gibt es zahlreiche mächtige Siddhas. Viele herrliche Nathas sitzen im Samadhi, aus dessen Umschließung sie nicht zurückgekehrt sind. Hast du unter den Edlen dieser Samadhis den großen Siddha seiner wahren Gestalt gesehen?“

Anmerkung: Eine Ortsbeschreibung in der Schlusszeile ist stark beschädigt und lässt sich nicht zuverlässig übersetzen.

4614. „Hast du den Siddha seiner wahren Gestalt im Samadhi gesehen, Boganatha von Kailasa und Cina?“ Auf diese heiligen Worte Tiruvelars antwortete Bogarishi bereitwillig: „Wie ein mächtiger Sturm trat ich an den Samadhi. Dort war tatsächlich ein Siddha. Ich stand ehrfürchtig am Samadhi, empfing seinen Darshan und kehrte von dort zurück.“

4615. „Ich grüßte die wahre Gestalt im Samadhi vielfach mit gefalteten Händen. Aufmerksam wandte ich mich bittend an diesen großen Siddha, der so lange dort verweilt hatte. Die feste Steinplatte des Samadhi brach auf, und alle Welten erbebten. Wie Krishna mit seiner Tulasi-Girlande sah ich das Siddha-Licht und verehrte es.“

4616. „Aus dem Eingang des Samadhi wandte sich der große, herrliche Siddha-Rishi mir wohlwollend zu: Schöner junger Sohn, wer bist du? Ohne Verzögerung antwortete ich klar: Ich bin Kalangis Schüler. Darauf begann der duftende große Siddha von wahrer Gestalt mit freudigem Herzen zu sprechen.“

4617. „Er öffnete den Mund und fragte mich: Wo ist der rechtschaffene Harishchandra? Mein Herz geriet in Unruhe. Ich sagte: Harishchandra selbst habe ich auf Erden nicht gesehen. Am ruhmreichen Leichenplatz sah ich bereitwillig Harishchandras Steinbild. Der Herrscher der von einem berühmten Fluss umgebenen Stadt ist auf Erden gestorben.“

Anmerkung: Die Schlussbezeichnung des Herrschers und seiner Stadt ist beschädigt; das Sterben auf Erden wird ausdrücklich genannt.

4618. „Ich sagte, dass ich Harishchandra nicht gesehen hätte. Als der berggleiche große Meru-Rishi hörte, dass dieser nicht mehr auf Erden sei, sprach er bekümmert: Drei Yugas sind also vergangen! Ist das wirkmächtige Kali-Yuga bereits angebrochen? So sagte der Rishi mit betrübtem Herzen.“

4619. „Er gab mir die Weisung, ihn unermüdlich wieder mit der Steinplatte zu verschließen. Als ich den Samadhi geordnet schließen wollte, sagte er, dass durch den Anblick der Samadhis vonseiten Ungeeigneter in der ganzen Welt Raum für beschämende Rede entstehe. Darum befahl er mir, ihn zu verschließen, und erteilte mir ausdrücklich sein Wort.“

Anmerkung: Die Aussage über ungeeignete Betrachter und beschämende Rede ist sprachlich unsicher; der Befehl zum Verschließen wird mehrfach klar wiederholt.

4620. So erzählte ich Tiruvela die Geschichte vollständig. Sein Herz wurde mir liebevoll zugeneigt, und er schenkte mir vertraute Zuneigung. Durch die reine Gnade Kalangis erklärte er mir bereitwillig die wunderbaren Herrlichkeiten der Länder und der Welt.

4621. Tiruvela Rishi erteilte Bogarishi Natha geordnet die Erkenntnisunterweisung und erläuterte alle makellosen Herrlichkeiten. Er lehrte die Gestalten der alchemistischen Siddhas und Weisen sowie die reichen, sonst ungesehenen Wunder. Liebevoll unterwies er Bogar, der die Mondsichel im verfilzten Haar trägt.

Anmerkung: Die Mondsichel wird hier ausdrücklich Bogar zugeschrieben; sie wird nicht stillschweigend auf Shiva umbezogen.

Der goldene Pfau am bewachten Quellbecken

4622. „Höre, du den Füßen Kalangis ergebener Schüler; ich werde es dir liebevoll sagen. Auf dem Gipfel des Kishkindha-Berges, weit im Norden beim südlichen Tor, gibt es ein vortreffliches Quellbecken. Dort ist auch ein herrlicher goldener Pfau. Außerdem gibt es den Samadhi Avadiyars und die Wurfscheibe des rotäugigen Mal.“

Anmerkung: Avadiyar ist eine unsichere Namenslesung; Mal bezeichnet Vishnu. Nordlage und südliches Tor stehen beide in der Vorlage.

4623. „Die Wurfscheibe hält dort Wache, am Quellbecken auf dem wasserreichen Berg. Neben Avadiyar, den die Himmelsbewohner verehren, befindet sich auch der schöne goldene Pfau.“ Freudig und wohlwollend sprach er viele gewichtige Worte, erklärte alle Wunder dieses Bereichs und entließ mich: „Geh geordnet dorthin und komm zurück!“

4624. Ich empfing die Erlaubnis und legte die mächtige Kulikai an. Ohne Hindernis gelangte ich friedlich auf den Gipfel des Kishkindha-Berges, im Norden zum westlichen Tor. Ich, der verfilzt behaarte Bogarishi, sah geordnet das Shiva-Linga. Als ich zum oberen Ort weiterging, erblickte ich den schönen goldenen Pfau.

Anmerkung: Hier heißt es westliches Tor, während Vers 4622 ein südliches Tor nennt; die Richtungsangaben bleiben unverändert.

4625. Bogar sah den goldenen Pfau, trat ehrfürchtig vor ihn und senkte das Haupt. Er verehrte demütig die Lotosfüße und begann bestimmt zu sprechen. Der seit alters goldene Pfau blickte Bogarishi an und fragte: „Edler junger Sohn, der du allein auf den Berg gekommen bist, wer bist du?“

4626. Dem fragenden Vogel Vadivelars antwortete Bogarishi Natha freundlich. Bewegt betrachtete er den goldenen Pfau und erklärte ausführlich: „Tiruvela Rishi wies mich an, zuerst den Siddha bei Harishchandra aufzusuchen und zu erkennen. Nach meiner Rückkehr wollte er mir die weitere Erlaubnis geben.“

Anmerkung: Die Vorlage nennt hier einen „Harishchandra-Siddha“, obwohl zuvor nur der nach Harishchandra fragende Siddha beschrieben wurde. Die Schlusszeile ist beschädigt; der folgende Vers erläutert die erneute Erlaubnis.

4627. „Auf Tiruvela Rishis Wort hin empfing ich seine hohe Erlaubnis. Danach kehrte ich rasch wieder zu ihm zurück und stand ehrfürchtig vor ihm. Sogleich befahl er mir, auf den hohen Berggipfel zu gehen. Ich nahm seinen guten Abschied an und durfte nun dich wohlbehalten sehen.“

4628. „Nun ist die Zeit gekommen, dich zu sehen“, sagte Bogar aufmerksam und verneigte sich zu seinen Füßen. Da wurde der goldene Pfau Bogarishi Natha geneigt: „Weil du, Kalangi Nathas Schüler, mich unmittelbar geschaut hast, werde ich dir bereitwillig die von dir gewünschten Unterweisungen geben.“

4629. „Du den Füßen Kalangi Nathas Ergebener, Sohn der Gnade, ich werde dir berichten. Im Treta-Yuga lebte ich im himmlischen Ort der Deva-Welt. Unter Koti Rishis vollzog ich große, herrliche Handlungen. Auf wunderbare Weise durfte ich bei Indra nahe dem feierlichen Thronpodest sitzen.“

Anmerkung: Die genaue Zahl vor Koti ist beschädigt; sie wird nicht ergänzt.

Indras Fluch verwandelt den Rishi in einen Pfau

4630. In der Versammlungshalle der Siddhas thronte Indra würdevoll. Die lieblichen Rambha und Urvashi führten herrliche Tänze auf. Als der große Rishi die schöne Urvashi sah, begehrte er liebevoll die Vereinigung mit ihr. So entbrannte in diesem erhabenen Rishi die Leidenschaft.

Anmerkung: Die Erzählung des Pfaus wechselt hier von der ersten in die dritte Person; die Vorlage endet sogar mit einer Anredeform.

4631. Indra sah diese Leidenschaft, und in dem siegreichen Herrscher wallte Zorn auf. Vor den Himmelsweisen, Rakshasas und Devas verfluchte er den selbstbezogenen Rishi. Er machte ihn zum großen goldenen Pfau, dem Reittier Vadivelars, den die Welten preisen. Mit unerbittlicher Macht erteilte Indra ihm diesen vollständigen Fluch.

4632. „Durch diesen Fluch wurde ich zum Pfau auf dem mächtigen Kishkindha-Berg. Koti Könige haben mich gesehen, doch die Mächtigen lösten meinen Fluch nicht. Du den Füßen des edlen Kalangi Natha Ergebener, weil du mich nun unmittelbar erblickt hast: Kann nicht Kalangi Natha meinen Fluch geordnet beseitigen?“

Anmerkung: Die letzte Formulierung ist mehrdeutig und kann auch heißen, Kalangi vermöge den Fluch nicht aufzuheben. Die anschließende Bitte an Bogar stützt die fragende Lesung.

4633. „Ich war ein Siddha von wahrer Gestalt und im früheren Yuga ein Rishi in der Welt. Unzählbar lange hatte ich gelebt, dann ging ich in die schöne Stadt der Devas. Der tausendäugige Indra wurde überaus heftig zornig auf mich. Sieh, er gab mir entschlossen diesen mächtigen Fluch.“

4634. Der Pfau, der ein Rishi gewesen war, blickte dem jungen Bogar ins Gesicht: „Berichte Kalangi Natha wahrheitsgemäß meine ganze Geschichte. Befreie den goldenen Pfau von seinem Fluch und mache ihn wieder zum herrlichen Rishi wie zuvor. Dass ich in dieser Welt erneut als Siddha bestehen kann, liegt nun in deiner Verantwortung.“

4635. „Höre, göttlicher Rishi in Pfauengestalt, der du dem friedvollen Vadivelar lieb bist! Ich werde meinem siegreichen königlichen Vater Kalangi deine ganze Geschichte und auch Devas-Herrscher Indras Anteil daran deutlich erzählen. Der Fluch soll weichen, und du sollst wieder ein Rishi in der weiten Welt werden. Geordnet werde ich deinen Fluch lösen.“

4636. Als Bogarishi Natha dem mächtigen Pfau Vadivelars diese freundlichen Worte zusprach, wurde ihm der goldene Pfau innerlich geneigt. Bereitwillig unterwies er ihn in allen Herrlichkeiten der Deva-Stadt und allen Geheimnissen der ruhmreichen goldenen Welt. Auch die Geschichten der Stadt der Unsterblichen erklärte er ihm nach Wunsch.

Bogar bittet Kalangi um Hilfe

4637. So empfing der Weise Bogarishi geordnet alle großen Unterweisungen über die Geheimnisse Kailasas in mündlicher Rede und gesprochener Erkenntnis. Rasch nahm er Abschied und legte die gute Kulikai an. Auf wunderbare Weise kehrte er liebevoll an seinen eigenen Ort im Cina-Land zurück.

4638. Er kam nach Cina und betrat die reiche Festung von drei Katam Ausdehnung. Freudigen Herzens legte Bogarishi die Kulikai ab. Vertraut trat er an Kalangis Samadhi und stellte sich rein vor das westliche Tor. Aufmerksam grüßte er vielfach mit gefalteten Händen, senkte das Haupt und verneigte sich ehrfurchtsvoll.

4639. Er faltete beide Hände und näherte sich in Verehrung den Lotosfüßen. Als er am verschlossenen Tor des Samadhi hingebungsvoll Opferdienste verrichtete, öffnete sich unverzüglich Kalangi Nathas strahlender Samadhi. Musikinstrumente erschallten gewaltig, und der Herr als Licht der Welt wurde sichtbar.

4640. Als Bogarishi den Kalangi Natha im Weltenlicht sah, begann er bereitwillig zu erzählen. Er hatte Cina verlassen, seine Kulikai angelegt und den makellosen Kishkindha-Berg aufgesucht. Alle ersehnten Wunder, die er dort gesehen hatte, erklärte der königliche Bogarishi Kalangi ausführlich.

4641. Bogar, der bedeutende Schüler, berichtete dem Rishi Kalangi Natha, wie er mit der Kulikai geordnet auf den hohen Kishkindha-Gipfel gelangt war. Er erzählte, wie er Tiruvela Rishi getroffen und mit ihm gesprochen hatte. Auch den Rishi, den er am heiligen Fuß des Kishkindha-Berges gesehen hatte, erwähnte er.

4642. Er berichtete von dem Harishchandra-Siddha und dessen gewichtigen Worten, von der Weisung, ohne unnötiges Reden wieder auf den Berg zu gehen, und davon, wie er das gewaltige, einem Sturm gleiche Krokodil gesehen hatte. Wahrheitsgemäß hielt er an der Geschichte Sundaramurtis fest, ohne von deren Wort abzuweichen.

Anmerkung: Die Bezeichnung „Harishchandra-Siddha“ steht wie in Vers 4626 in der Vorlage. Die genaue Zuordnung der Weisung zur Rückkehr auf den Berg ist unklar.

4643. Er berichtete ausführlich von den Worten und davon, wie er den besonderen goldenen Pfau gesehen hatte. Indra aus der Himmelswelt hatte in der Versammlung der Unsterblichen den Rishi schwer bestraft und verflucht. Wegen seines Zorns in der Angelegenheit der geschmückten Frauen hatte Deva-Herrscher Indra ihn machtvoll zum Pfau gemacht und fortgeschickt.

Anmerkung: Die Vorlage enthält an dieser Stelle auch eine unklare Verneigungsgeste; deren Handelnder und Bezug lassen sich nicht sicher bestimmen.

4644. Indra hatte ihm befohlen: „Geh und sei für immer Vadivelars Reittier, ein goldener Pfau im Dienst Vadivelars!“ Rasch hatte Deva-Herrscher Indra ihm diesen gewaltigen Fluch auferlegt. Bogar erzählte auch, dass der goldene Pfau liebevoll um eine geordnete Aufhebung dieses Fluchs gebeten hatte.

Bogar vor Indras Thron

4645. Als Kalangi Natha dies hörte, wollte er gnädig den Fluch des goldenen Pfaus lösen. Er schenkte Bogar seine beständige Zuneigung, damit der anhaltende Fluch des Rishis weiche. Durch Manonmanis Gnade ging ich entschlossen in Indras Stadt. Dort sah ich die Versammlung des gekrönten Indra auf dem Sitz aus neun Edelsteinen.

Anmerkung: Der Wechsel zu Bogars Ich-Erzählung erfolgt in der Vorlage innerhalb der Strophe.

4646. Der große Bogarishi Natha, Kalangi Nathas Schüler, sah alle gekrönten Himmelsbewohner und höchsten Devas liebevoll an Indras Seite versammelt. Er sah auch den erhabenen Sitz Achyutas, des wolkengleichen Gopala. Wie ein mächtiger Sturm trat Bogarishi geordnet an Indras Seite und betrachtete alles.

4647. Bogarishi blickte den friedvollen Indra an: „Mein königlicher Deva, Bhagavan, höre wegen des Fluchs, der auf dem siegreichen Rishi liegt! Der große Kalangi Natha ist ein Siddha, der die vier Yugas gesehen hat, ein Siddha, der die liebliche Manonmani kennt und in allen Ländern das jenseitige Ufer erreichte.“

4648. „Höre, vollendeter Deva-Herrscher und Bhagavan! Der kostbare Kalangi Natha, der in der herrlichen Welt berühmt ist, hat im Samadhi das Haupt und die Füße in Verehrung geneigt. Er lässt dir sagen: Reiner Devendra, strahlendes Weltenlicht, Svarupananda, königlicher Wagenherr, sei im Herzen geneigt und löse den Fluch des ehrwürdigen Rishis!“

Anmerkung: Die Gebetsanreden und ihre Zuordnung zu Indra oder Kalangi sind im Tamilischen nicht eindeutig; die Bitte um Aufhebung des Fluchs ist klar.

4649. „Verwandle die Pfauengestalt und erlöse diesen schönen göttlichen Diener von seinem Fluch, damit er wieder so sei wie im früheren Yuga. Nimm seine spätere Pfauengestalt hinweg und gib ihm erneut die Gestalt eines großen Rishis. Königlicher großer Deva, diese Änderung seiner Geburt in der Welt liegt in deiner Verantwortung.“

4650. So sprach Bogar und verneigte sich immer wieder liebevoll zu Indras Füßen. Entschlossen blickte er den Deva-Herrscher an und warf sich vielfach vor ihm nieder. Inmitten der Götter, göttlichen Scharen und Geister wandte Indra Bhagavan seinen mächtigen Blick auf Bogars Gesicht und begann bereitwillig zu sprechen.

4651. „Du den Füßen Kalangi Nathas Ergebener, friedvoller junger Boganatha! Unerschrockener Sieger, der du gekommen bist, die königliche Stadt Devendras zu sehen! Du Schüler, der der lieblichen Manonmani teuer ist, du Berg guter Eigenschaften, den die Siddhas im Land preisen, höre! Koti Wesen saßen liebevoll in feierlicher Versammlung an meiner Seite.“

4652. „Es waren neun Koti Rishis, mein Sohn, mächtige Männer in meiner Versammlungshalle. Neun Koti Rishis und Koti Edle saßen dort in guter Ordnung. Vor meiner Versammlung tanzten Rambha und Menaka. Da trat jener Rishi nahe an die Frauen heran und entbrannte in Begierde nach den Göttinnen.“

Anmerkung: Hier nennt Indra Rambha und Menaka; der Pfau hatte zuvor Rambha und Urvashi genannt. Die abweichenden Namen bleiben stehen.

4653. „Der Rishi begehrte die Frauen. Ich erkannte den Gedanken dieses mächtigen Rishis und schöpfte im Herzen Verdacht. Ich hielt ihn für einen unreinen Sünder. Ohne eine andere Strafe zu vollziehen, erteilte ich ihm einen besonderen Fluch. Ich gab ihm die Bestimmung, als ein durch die Welt fliegender Pfau auf die Erde zu gehen.“

4654. „Ich bestimmte, dass er die Gestalt eines goldenen Pfaus annehmen und für immer auf Erden bleiben solle. Er musste diese Deva-Welt Indras verlassen und in die schöne Erdenwelt gehen. Für diesen schändlichen Sünder sollte die weite, vom Meer umgebene Erde der dauernde Aufenthaltsort sein. Dass er dort bleibe, war mein Fluch gegen den Rishi.“

4655. Er empfing den Fluch, als goldener Pfau auf Erden zu leben. Im großen Dvapara-Yuga traf ihn dieser mächtige Fluch. Nun bat der königliche Guru Kalangi Natha, der Siddha seiner wahren Gestalt, der auf Erden im Samadhi weilte, um Verzeihung und um die Befreiung jenes Rishis.

Anmerkung: Hier wird Dvapara genannt, während der Pfau seine Geschichte in Vers 4629 im Treta-Yuga beginnen ließ. Der genaue Sprecherwechsel zwischen Indra und Erzähler bleibt offen.

4656. Kalangi Natha sprach, damit der Fluch des betroffenen Rishis aufgehoben werde. Höre, königlicher Sohn: Der große Kalangi Natha ist ein Siddha, der Manonmani kennt. Er hat die drei früheren Yugas gesehen, ein geheimnisvoller Siddha, den die Menschen der alten Welt nicht kennen. Er hat die Erde gut hinter sich gelassen und ist ein Siddha wahrer Gestalt am Ende des Nada.

Aufhebung des Pfauenfluchs und Bericht an Kalangi

4657. „Kalangi Nathas Wort darf auf Erden niemals zurückgewiesen werden. Nach der Zusage dieses Siddhas werden wir ohne Zweifel handeln. Das Wort und die Füße des großen Siddhas sind verbindlich.“ Darauf wurde die Pfauengestalt unverzüglich verwandelt und die Verfügung über den Fluch ausgesprochen.

Anmerkung: Die Schlusszeile lautet wörtlich erneut „gab den Fluch“; der folgende Vers macht deutlich, dass hier seine Aufhebung gemeint ist.

4658. Der goldene Pfau änderte seine Gestalt und wurde geordnet wieder zu einem Rishi. Damit er, von seinem Fluch befreit, rechtschaffen auf Erden leben könne, hob Devendra Bhagavan den Fluch vollständig auf. Er sandte ihn entschlossen als einen edlen Menschen in die Welt zurück.

4659. Devendra Bhagavan entließ ihn. Auch Bogarishi nahm liebevoll Abschied von Indra, ohne von Manus gerechter Ordnung abzuweichen. Er sah Indras Bogen und verabschiedete sich demütig. Dann kehrte er geordnet auf die Erde zurück und traf den Rishi voller Zuneigung.

4660. Bogarishi sah den bedeutenden Rishi. „Ich ging durch die Himmelswelten, empfing die Erlaubnis und kehrte mit der Aufhebung des Fluchs zurück. Wir müssen uns zu den Füßen Kalangi Nathas verneigen, den die Welten preisen, und ihm berichten. Bereitwillig werde ich ihm die Nachricht Indras erzählen, der in der Himmelswelt lebt“, sagte er.

Anmerkung: Die Vorlage sagt in der zweiten Zeile „mein Fluch“, obwohl der Fluch den anderen Rishi betrifft; der Sprecherwechsel bleibt unsicher.

4661. Der Weise Bogar legte friedlich seine Kulikai an. Um den Samadhi und die herrlichen Füße seines siegreichen königlichen Vaters Kalangi Natha zu sehen, gedachte er der lieblichen Manonmani und reiste entschlossen nach Cina. Dort blieb er liebevoll vor dem Eingang von Kalangi Nathas Samadhi stehen.

4662. Der makellose Bogar stand lange Zeit nahe beim Samadhi. Während der berggleiche junge Sohn vor dem Eingang seines siegreichen Herrn wartete, öffnete sich die verschlossene Tür klar vor ihm, begleitet von einem sanften Luftzug. Der seit langer Zeit bestehende Natha-Siddha erschien unmittelbar als Weltenlicht.

4663. Bogar sah die lebendige Gegenwart des Weltenlichts, die den Augen gewöhnlich schwer zugänglich ist. Er verneigte sich tief zu den herrlichen Füßen: „Herr, ich ging in die Himmelswelt und stand vor dem mächtigen Devendra. Ich sah den wundersamen Herrn, der die Erde ausmaß, und die Versammlungshalle der großen Devas.“

Anmerkung: Das Wort nach Weltenlicht ist beschädigt und lautet ungefähr „piranayam“; „lebendige Gegenwart“ ist eine vorsichtige Kontextwiedergabe.

4664. „Devendra sah mich und bat würdig um Auskunft. Ich nannte diesem siegreichen Indra den Namen meines königlichen Vaters. Darauf hob Indra den Fluch ordnungsgemäß auf und gab die Erlaubnis aufzubrechen. Herr, nun bin ich gekommen, um eure goldenen Füße zu schauen.“

4665. So erklärte ich, euer Diener Bogarishi, dem großen göttlichen Natha meine Rückkehr. Der große Herr wurde mir vertraut geneigt: „Mein strahlender Edelstein, mein Schüler, bleibe noch einige Zeit beim Samadhi, mein Sohn; danach magst du gehen.“ Dann wies er mich aufmerksam an, das verschlossene Tor des Samadhi wieder ordentlich zu schließen.

Zehn Jahre in Cina und Wiedersehen mit Tiruvela

4666. Auf diese Weisung hin verschloss Bogar den Samadhi bereitwillig. Zehn Jahre blieb er ungehindert dort im Cina-Land. Liebevoll hielt er sich nahe beim Samadhi auf, den Krieger bewachten. Viele verfilzt behaarte Schüler saßen geordnet in feierlicher Versammlung beim Samadhi.

4667. Der Weise Bogarishi blieb auch einige Zeit in innigem Spiel mit den Frauen Cinas. Bereitwillig unterwies er die Frauen in allen gewünschten Künsten der Welt. Danach legte Bogar geordnet wieder seine Kulikai zur Fortbewegung an.

Anmerkung: Die Wendung in der zweiten Zeile ist beschädigt; sie kann körperliche Vereinigung oder einen lehrenden Umgang bezeichnen. Das Wort Lila, Spiel, steht ausdrücklich.

4668. Durch die Gnade der höchsten Mutter Parapari legte Bogarishi seine Kulikai an und durchreiste rechtmäßig die Länder und Städte. Er suchte den Kishkindha-Berg auf, um den edlen Tiruvela Rishi zu treffen. Herrlich stieg er auf dem Gipfel des Berges herab und blieb dort stehen.

4669. Die makellose Schülerschaft, die seit Yuga-Endzeiten auf dem Berg lebte, sah den dort stehenden Bogar. Es waren Koti über Koti leuchtender Wesen. Sie kamen und grüßten vielfach die Lotosfüße des herrlichen Bogamuni, Kalangi Nathas Schüler. So erblickten sie Bogar am Ende des Nada.

4670. Nachdem die Schüler ihn gesehen hatten, gingen sie zum würdigen Tiruvela Rishi, dem königlichen Natha seiner wahren Gestalt. Alle diese ergebenen Schüler, Koti Edle, näherten sich liebevoll seinen Füßen. Sie traten an die Seite des großen Rishis und verehrten ihn als ihren erhabenen Guru.

4671. Die Koti Edlen verneigten sich und berichteten dem makellosen Tiruvela Rishi liebevoll, dass Bogarishi gekommen sei. Sie schilderten die Größe dieser Ankunft des untadeligen Schülers Kalangi Nathas. Da freute sich Tiruvela Rishi, der große Herr mit der Axt.

4672. Tiruvela Rishi erteilte geordnet die Weisung, der herrliche Bogamuni solle an seinen Ort kommen. Als Bogar am Platz des goldenen Pfaus erschien und sich dort aufstellte, sah Tiruvela Rishi ihn bestimmt und aufmerksam.

Anmerkung: Obwohl die Pfauengestalt zuvor aufgehoben wurde, wird der Platz weiterhin als Aufenthaltsort des goldenen Pfaus bezeichnet.

4673. Bogar verneigte sich bereitwillig und liebevoll zu den heiligen Füßen. Nach vielfachem ehrerbietigem Gruß berichtete er: „Ich ging auf dem leuchtenden Weg in die goldene Welt und sah Devendra. Dort ließ ich den Fluch des schönen goldenen Pfaus aufheben. Anschließend kehrte ich voller Zuneigung nach Cina zurück.“

4674. Bogar erzählte alles, was Kalangi Natha in Cina gesagt hatte. Er berichtete von den Weisungen der weisen Schüler und davon, wie er dort wohlbehalten gelebt hatte. Auch sein Spiel mit den ehrwürdigen Frauen und die Versammlungen von Koti Wesen erwähnte er. Liebevoll erzählte er die Geschichten und Wege dieser Welt.

4675. Mit Freude berichtete er Tiruvela Rishi genau von allen Wundern, die er gesehen hatte. Er erzählte von den Geschichten im Umgang mit den geschmückten Frauen und dem großen Rishi seiner wahren Gestalt. Dem Herrn erklärte Bogar auch die Angelegenheit des Pfaus, den die Welten preisen. Tiruvela Rishi nahm den Siegreichen in die Arme und segnete ihn.

Das Krokodil beginnt seine Unterweisung

4676. Kalangi Nathas Schüler, der gute Bogarishi, begab sich darauf geradewegs nach Süden an das große Quellbecken. Mit seiner Kulikai näherte er sich dem Ort, um das herrliche Krokodil zu sehen. Dieses bemerkte ihn und dachte: „Wer ist da gekommen?“

4677. Das Krokodil stieg aus dem Quellbecken an das schöne Ufer. Es näherte sich Bogarishi, dem Siddha Kalangi Nathas am Ende des Nada, und begrüßte ihn wohlwollend: „Nun, nach dieser langen Zeit, ist es dir durch Kannans Gnade auf Erden vergönnt, mich wiederzusehen.“

4678. Was sagte das mächtige Krokodil zu Bogarishi? Es erkundigte sich mit großer Anteilnahme nach dem Wohlergehen Kalangi Nathas: nach diesem Siddha, dessen Atem lange stillgestanden hatte, diesem Natha, der die alte Welt überschritten hatte und unaussprechlich groß war, dieser wunderbaren wahren Gestalt im bedeutenden Cina-Land.

4679. Bogarishi antwortete dem Krokodil aufmerksam: „Meinem beständigen Vater Kalangi Natha geht es in dieser weiten, vom Meer umgebenen Welt gut.“ Darauf fragte es: „Geht es auch Manonmani, die auf dem Lotos thront, und den anderen in der Welt wohl?“ Bogamuni erwiderte ruhmreich, dass auf Erden Wohlergehen herrsche.

4680. Nachdem der Weise Bogar so zum schönen Krokodil gesprochen hatte, wurde ihm das berggleiche Wesen geneigt. In seinem Herzen fasste es den festen Entschluss: „Von nun an werde ich dir, Bogarishi, gnädig eine herrliche Unterweisung erteilen.“ Bereitwillig begann es, zu Bogar zu sprechen.

Kayapuris vier Tore und Navakhanda Rishis Geschichte

4681. Das Krokodil erzählte Kalangis Schüler Bogarishi Natha würdevoll von den wechselnden Weltfluten dreier Yugas: „Mein Sohn, als im Treta-Yuga die großen Überflutungen kamen, sah ich östlich der Narmada, am Berghang, das Becken Bogarishis.“

Anmerkung: Der Name Bogarishi steht hier als Bezeichnung des Beckens; im nächsten Vers heißt dasselbe Gewässer See des Navakhanda Rishi. Eine Gleichsetzung wird nicht vorausgesetzt.

4682. „Als die mächtigen Weltfluten kamen, sah ich den See Navakhanda Rishis. Im Treta-Yuga hielt ich mich eine Zeit lang in diesem gewaltigen Becken auf, das weder Himmelsbewohner noch Rakshasas sehen. Durch die Gnade des wolkenfarbigen Achyuta durfte ich dort bleiben, o Siegreicher.“

4683. „Während ich eine Zeit lang in diesem schönen Becken lebte, sah ich Wunder. Mein Sohn, dort gibt es die Festung Navakhanda Rishis und einen unterirdischen Gang. Die Könige kennen diese Festung nicht; ihr Gang führt in die große Tiefe. Niemand auf Erden hat sie gesehen: die schöne Festung Kayapuri.“

4684. „Einige Zeit hielt ich mich in der Festung Kayapuri auf, o Siegreicher. Die Wunder, die ich aufmerksam sah, werde ich dir gut erklären. In dieser tief gelegenen Festung gibt es vier mächtige Tore. Am ersten Lotos-Tor hält Kali Wache, am ruhmreichen zweiten Virabhadra.“

4685. „Am dritten Tor wacht Rudra, am mächtigen vierten Madan. Wer all diese Tore überschreitet, findet Wunder in der bedeutenden Festung. Wie ich dir sage, gibt es dort ein Krokodil: Es ist jenes, das im Treta-Yuga den guten Navakhanda Rishi gewaltsam verschlang.“

4686. „Dieses Krokodil ist noch dort. Wenn du das ruhig daliegende Tier siehst, wird es dir die Geschichte des Fluchs Navakhanda Rishis erzählen. Du wirst liebevoll erfahren können, auf welche Weise dieser große Fluch entstand. Navakhanda Rishis verehrter Großvater rezitierte die Veden und Agamas.“

Anmerkung: Der Genitiv beim Fluch ist mehrdeutig: Er kann einen Fluch des Rishis oder einen ihn betreffenden Fluch bezeichnen.

4687. „Während er die Veden, Agamas und die zugehörigen rituellen Handlungen vortrug, standen hundert Koti Rishis geordnet bei Navakhandas Großvater. Sie erläuterten bereitwillig beim Opfer Veden, Itihasas und Puranas. Da ging Navakhanda Rishi zum Becken, um heiliges Wasser zu holen.“

4688. „Er nahm die Flasche für das heilige Wasser und ging würdig zum Becken. Er stieg ins Wasser hinab und stand in dessen beständiger Tiefe. Plötzlich ergriff ein berggroßes Krokodil den Fuß Navakhanda Rishis, zerkaute und verschlang ihn. Dann zog sich das Krokodil wieder in das Becken zurück.“

4689. „Nachdem das Krokodil den Rishi vollständig verschlungen hatte, nahm es ihn langsam mit in die Tiefe des Beckens und blieb dort. Währenddessen suchte man beim ruhmreichen Opfer nach Navakhanda Rishi. Sein großer Großvater erfuhr die Nachricht, dass das mächtige Krokodil ihn fortgenommen hatte.“

4690. „Er hörte, dass das Krokodil Navakhanda Rishi verschlungen hatte. Voll Schmerz wurde das Opfer abgebrochen, wegen der verhängnisvollen Gier des Krokodils. Als die neun Koti Rishis lange und geordnet Japa und Askese übten, wuchsen ringsum Erdhügel wie Ameisenbauten empor, gleich Samadhi-Hügeln auf dieser Erde.“

Anmerkung: Hier werden neun Koti Rishis genannt, zuvor hundert Koti; beide Angaben bleiben erhalten.

4691. „Navakhanda Rishis Großvater war beim liebevollen Opfer gewesen. Nun versank er mit stillgestelltem Atem in den Samadhi und wurde eins mit der Erde. Er vergaß die Welt, doch wollte er seinen guten Enkel suchen. In lautem Schmerz klagte die versammelte Schar der Rishis darüber.“

Anmerkung: Die letzte Zeile ist beschädigt und enthält möglicherweise eine weibliche Verwandtschaftsbezeichnung; deren Bezug lässt sich nicht sichern.

Die Klage des Großvaters

4692. Kalangi Nathas Sohn, der friedvolle Schüler namens Bogar, suchte den königlichen Kishkindha-Berg auf und gelangte in die Nähe Navakhanda Rishis. Durch Manonmanis gütigen Blick sah er die großen Schätze der Künste in dessen Bereich. So näherte sich der königliche Bogarishi dem Ort.

Anmerkung: Hier wechselt die Erzählung von der Rede des Krokodils zu Bogars eigener Reise, ohne den Übergang ausdrücklich zu markieren.

4693. Bogarishi Natha trat näher. Er sah Navakhanda Rishis liebevollen Großvater mit einem von Kummer verhärteten Gesicht dastehen. Zitternd näherte sich Bogar, der Siddha-Weise am Ende des Nada, dem Rishi. Er hielt vor ihm an, blickte ihm ins Gesicht und fragte: „Schatz des Erbarmens, was betrübt euer Herz?“

4694. Navakhanda Rishis Großvater antwortete dem herrlichen Bogarishi Natha: „Mein Enkel war wie ein mächtiger Berg. Im vergangenen Treta-Yuga vollzog ich ein großes Opfer. Während wir die besonderen Opferhandlungen ausführten, ging Navakhanda Rishi liebevoll an den See, um Wasser zu holen.“

4695. „Mein Enkel Navakhanda ging zum guten Becken, um Wasser zu schöpfen. Dabei wurde er von jenem Krokodil verschlungen. In dem irdischen Becken starb mein großer Enkel und gelangte in den Himmel. Als ich daran dachte, zog sich mein Herz zusammen, und ich begab mich in diesen Zustand der Askese.“

4696. „So kam ich im Treta-Yuga hierher, ohne meinen herrlichen Enkel wiederzusehen. Ich litt und wandte mich der Askese zu; Koti Zeiträume sind verstrichen. In tiefer Sammlung vergaß ich die Welt und dachte an das höchste Bewusstsein. Ein Erdhügel wuchs über mir. Ich spreche davon, die Bindung aufzugeben und den Zustand in der jenseitigen Welt zu schauen.“

4697. „Doch mein innerstes Herz bebt noch. Körper, Besitz und Leben sind seit vielen Koti Zeiten von unstillbarem Kummer erfüllt. Wann werde ich auf Erden jenes grausame Krokodil sehen, das meinen herrlichen Enkel mitsamt seinem Fleisch verschlang?“

4698. Navakhanda Rishis Großvater blickte den friedvollen jungen Bogarishi ehrfürchtig an und erzählte diesem großen Herrn genau, was geschehen war. Er erläuterte die ganze Geschichte des schweigenden Krokodils. Darauf ergriff Bogarishi, der klare Schüler des lieblichen Kalangi Natha, das Wort.

4699. Bogarishi sagte: „O großer Großvater Navakhanda Rishis, es besteht kein Zweifel, dass wir den Knaben aus dem verborgenen Krokodil zurückholen können. Großer Herr, wo befindet sich dieses wasserführende Becken?“ Als der schöne Bogarishi, Kalangi Nathas Schüler, so eindringlich fragte, erklärte es ihm der betrübte Rishi.

Bogar ruft das Krokodil aus dem ausgetrockneten Becken

4700. Nachdem ihm der Weg genannt worden war, ging Bogarishi zu jenem schrecklichen Becken. Mit heftiger Entschlossenheit wollte er das Krokodil ausfindig machen, das Navakhanda Rishi verschlungen hatte. Als er zum großen Becken kam, sah er, dass selbst der Schlamm ausgetrocknet und der Boden völlig dürr geworden war.

4701. Bogar betrachtete das Becken mit einem gewaltigen Zorn, den das Auge kaum ertragen konnte. Er sah, wie es ausgetrocknet und auf der Erde aufgerissen dalag. Angesichts dieses mächtigen Wunders gedachte der vortreffliche Schüler Kalangis wahrhaftig und eindringlich seines Gurus Kalangi Natha.

4702. Als er an ihn dachte, erkannte Kalangi Natha, dass sein ruhmreicher Schüler zu dem tiefen Becken gegangen war. Er gewährte ihm die Gunst, den Fluch des großen Krokodils zu lösen und die verhängnisvolle Tat zu beseitigen. Navakhanda Rishi sollte eine kraftvolle neue Geburt erhalten und aus dem Quellbecken hervorkommen. Diese reine Gunst gab er ihm.

4703. Bogar empfing die gewährte Gunst sogleich mit offenem Herzen. Er stellte sich ans Becken, näherte sich liebevoll dem Wesen des höchsten Parapara und gedachte Manonmanis, die ihm gegeben worden war. Als er das Opfer rein vollzog, wallte Wasser im Becken auf, und das gewaltige Krokodil wurde sichtbar.

4704. Bogarishi sah das Krokodil im tiefen Becken. Er zeigte ihm die Hand, damit sein Hochmut sich lege, und rief es mit herrischem, zornigem Laut. Das Krokodil verneigte sich zu seinen Füßen. Es blickte den ruhmreichen Bogarishi an und erwies ihm bereitwillig die gewünschten ehrfürchtigen Grüße und Verehrungsdienste.

4705. Als es dies tat, freute sich Bogarishi und gedachte Kalangis, des höchsten Bewusstseins: „Kalangi Natha, den alle Welten preisen, großer Deva, mein Guru, höre! Durch die Macht wahrer Askese und durch die Gnade der Mutter Manonmani des Vedanta erschien das Krokodil. Ich habe es auf Erden in diesem Becken gesehen.“

Navakhanda Rishi wird seinem Großvater zurückgegeben

4706. „Ich hob den Fluch auf und sah das Becken des wunderbaren Krokodils. Der junge Navakhanda Rishi, den es getroffen hatte, sollte wiedererweckt werden. Durch den wahren Guru wurde der auferlegte Fluch beseitigt. Um den Knaben geordnet herbeizurufen, ging ich zu dem mächtigen Becken.“

Anmerkung: Diese Strophe ist stark beschädigt: Sie nennt auch einen „mir gegebenen Fluch“, obwohl Bogars Fluch hier nicht zuvor erzählt wurde. Die Beziehungen zwischen Fluch, Guru und Wiedererweckung bleiben unsicher.

4707. Bogarishi blickte dem Krokodil ins Gesicht: „Erinnerst du dich daran, wie du im Treta-Yuga Navakhanda Rishi verschlungen hast, während das Opfer rechtmäßig vollzogen wurde? Bring den Sohn unverzüglich, in dieser Stunde, hierher!“ So gab er ihm den bestimmten Befehl.

4708. Auf diesen Befehl hin würgte das Krokodil bereitwillig Navakhanda Rishi heraus, den Knaben, den es erbarmungslos verschlungen hatte. Unverzüglich lag er vor Bogar. Navakhanda Rishi, der junge Sohn am Ende des Nada, kam geordnet heraus, ging zu Bogars Lotosfüßen und verneigte sich ehrfürchtig.

4709. Bogarishi sah den jungen Navakhanda Rishi, der sich vor ihm verneigt hatte. Er löste den Fluch dieses edelsteingleichen Rishis geordnet. Dann nahm er ihn entschlossen mit und ging unmittelbar zu dessen Großvater. Liebevoll brachte er Navakhanda Rishi wohlbehalten zu ihm zurück.

4710. Navakhanda Rishis Großvater, der Rishi des Vedanta, blickte auf Bogar, der den Enkel zurückgebracht hatte. Er segnete Kalangis Schüler vielfach und geordnet. Bereitwillig erklärte dieser herrliche Rishi des Vedanta Bogar die besonderen Wunder und geheimen Wege, die im Treta-Yuga zu sehen waren.

Renuka und die vom Weg abgekommenen Rishis

4711. „Höre, friedvoller Schüler Kalangis, ich werde dir sagen, was ich selbst im Treta-Yuga gesehen habe. Die Festung der Nathas und Navakhanda Rishis lässt sich in ihrer gewaltigen Ausdehnung kaum ermessen; es ist die Festung des Veda-Rishis. Dort waren Koti versammelte Siddhas, Weise und Rishis, Asketen des Vedanta.“

4712. „An den zahlreichen Zugängen der Festung übten Lakhs und Koti großer Asketen und Rishis ihre Askese. Koti Gemeinschaften verweilten rechtschaffen in der Festung mit ihren geschützten Toren. Beim Vollziehen der großen Opfer und beim Lehren der herrlichen Yoga-Wege verzichteten sie auf das häusliche Leben und gedachten aufmerksam des höchsten Parapara.“

Anmerkung: Die Zahl vor den Festungszugängen ist beschädigt („yeraru“); sie wird nicht zu einer bestimmten Anzahl ergänzt.

4713. „Während sie in dieser Askese verweilten, trat die bedeutende Renuka auf, eine blumengleiche Frau. Die Rishis gedachten ihres königlichen Gurus, hielten die aufmerksamen Augen offen und richteten ihren Geist auf den hohen Parapara. Doch während sie liebevoll den Opferdienst erklärten, zerstörte die liebliche Renuka das geordnete Opfer.“

Anmerkung: Die Zuordnung der meditativen Handlungen ist grammatisch nicht völlig eindeutig. Die negative Darstellung Renukas gehört zur wertenden Figurenrede.

4714. „Renuka zerstörte die ruhmreiche Verehrung der wahren Gestalt am Ende des Nada. Sie brachte die Askese und die Opfer der benachbarten Rishis und Weisen zum Verfall. Vor ihren Augen entstand ein dichtes Netz der Täuschung, das der Askese auf Erden schadete. Sie bewirkte, dass alle Opfer aufgegeben wurden. Die Rishis der Himmelswelt hörten davon.“

4715. „Durch die Begierde nach Renuka gingen die festen Zustände der Askese verloren. Die guten Rishis, Devas und Weisen verfielen der öden Hölle. Ohne ihre noch offene frühere Bindung zu erkennen, wurden sie vergeblich von der Leidenschaft für die mächtige Renuka ergriffen. Sie schwankten, verloren den Weg und ihre Askese; so gingen die Siddhas auf Erden zugrunde.“

4716. „Durch diese bedeutende Frau Renuka vergaßen die Edlen der Welt ihren königlichen höchsten Guru. Die Mächtigen verloren ihre Shiva-Puja. Sie dachten nicht mehr an die liebliche Manonmani und gaben das reine Bewusstsein des strahlenden Lichts auf. Sie vergaßen die weite Welt und wurden von der Begierde nach Renuka erfüllt.“

4717. „Koti menschliche Siddhas gerieten hinein und verfielen auf Erden. Wie Krishna bei seiner alten Erscheinung mit der Tulasi-Girlande verfingen sie sich im Netz der Leidenschaft. Himmelsweise, asketische Rishis und Siddhas vergaßen durch ihre Bindung an die Frau Renuka die Himmelswelt. Koti Wesen standen, von Sünde erfasst, fern ihrem bisherigen Weg.“

4718. „Im großen Treta-Yuga blieben neun Koti bedeutende Rishis nicht fest im wohlgeordneten Zustand der Askese. Koti Weise verfingen sich. Sie wurden unmittelbar dem Meer des Daseins untertan und verließen das wahre Meer der Seligkeit. In dieser schweren Erdenwelt luden diese Rishis Sünde auf ihr Haupt.“

Anmerkung: Die OCR wiederholt 4716; nach der fortlaufenden Reihe wird 4718 angesetzt.

4719. „Du den Füßen Kalangi Nathas Ergebener, die göttlichen Siddhas, die Kailasa gesehen hatten, und die verehrten asketischen Rishis kamen schließlich befreit nach Kishkindha. Ehrwürdiger königlicher Sohn, ein so großes Siddha-Licht wie dich haben sie nicht gesehen. Wie ein Pfeil erhobst du dich und kamst mit der Kulikai liebevoll aus Cina hierher.“

4720. „Höre, du angekommener, den Füßen Kalangis ergebener Schüler: In diesem reichen Kali-Yuga sehe ich niemanden wie dich, wunderbarer junger Sohn. Du kamst, weil eine frühere Verbindung noch bestand. Ich segne dich in Gedanken und staune von Herzen über dich. Mein Sohn, ich freue mich über deine vollständig gefestigte Askese.“

4721. „Durch die Kraft des mächtigen Kalangi ging dein herrlicher Erkenntnis-Yoga im Umgang mit den Frauen Cinas nicht zugrunde und geriet nicht ins Schwanken. Nach außen bliebst du wie ein gewöhnlicher Mensch, doch du bewahrtest die Erkenntnis und die Fülle asketischen Yoga. Boganatha, den die acht Richtungen preisen, gibt es auf Erden einen Siddha wie dich?“

4722. „Du hieltest deinen Zustand der Askese fest, standest wahrhaftig am Becken und holtest den Knaben würdig aus dem Maul des Krokodils, indem du den Fluch löstest. Du festigtest den Geist und verwirklichtest entschlossen den Yoga. Was soll ich über diese wahrhaft geschehene Geschichte sagen, o Edler?“

Goldschmuck und Renukas verborgener Samadhi

4723. „Höre, mein Sohn Bogarishi! Im Treta-Yuga gab es auf Erden Koti große Siddhas, Weise und Rishis, ruhmreiche Siddhas am Ende des Nada. Sie suchten die Alchemie und stellten auf Erden Gold wie Berge her. Ich werde dir sagen, was ich selbst davon weiß: Es war das Gold des Siddha-Lichts am Ende des Nada.“

4724. „Die Siddhas am Ende des Nada beherrschten auf Erden viele Koti alchemistische Künste, die acht aufblühenden Siddhis und den achtgliedrigen Yoga. Aus Begierde nach der berühmten Renuka fertigten sie geschickt Schmuck in vielerlei Gestalt aus berggroßen Mengen Gold. Von ihrem reizvollen Spiel betört, schufen sie schönes Gold in der Größe des Meru.“

4725. „Sie bereiteten Gold wie den Meru und daraus Schmuck für Renuka auf Erden. Es waren Koti über Koti herrlicher Zierstücke, wie man sie in keiner Himmelsrichtung gesehen hatte. Alle wohlgestalteten Siddhas fertigten aus alchemistischem Gold Schmuck für die dunkelhaarige Renuka. Dabei vergaßen sie ihre Askese und gingen zugrunde, ohne die Lotosfüße zu schauen.“

4726. „Höre, Schüler Kalangi Nathas, mein liebevoller Augapfel! Genau im Norden liegt ein Berg, im weiten Wald des äußersten Nordens. Dort gibt es eine herrliche Anhöhe und ein Quellbecken, wo Siddhas und Weise Askese übten. Niemand aus den Städten hat diesen Ort gesehen; nur die großen Nathas haben ihn geschaut.“

Anmerkung: Die Geländebezeichnung vor dem Quellbecken ist unsicher.

4727. „Am Quellbecken dieses Berglandes sind Koti über Koti friedvoller Siddhas. Dort liegt auch der Samadhi der rehgleichen Renuka. Wenn du zu diesem großen Samadhi gehst, findest du einen Katantu-Wald, in dem Bienen wohnen, und die deutliche Festung ihres Samadhi. Einsiedeleien von königlichen Gurus und Weisen umgeben den Ort und halten Wache.“

4728. „Wenn du zu dem bewachten Samadhi gehst, wirst du in der Einsiedelei der schönen Renuka keine deutlich erkennbaren Wege finden. Selbst wenn du voller Verlangen in ihre ruhmreiche Festung gelangst, wirst du den Samadhi nur sehen, wenn eine frühere Verbindung besteht, mein Sohn. Ringsum stehen dienstbereite Gurus und versammelte Rishis in Schönheit.“

Anmerkung: Die OCR zählt erneut 4726; entsprechend der Reihe wird 4728 angesetzt.

4729. „Auch wenn du in den Wald am äußersten Ende gehst, um Renuka zu sehen, und dabei eine Kulikai benutzt, wirst du die ruhmreiche Renuka nicht unmittelbar schauen. Doch wenn du, junger Sohn, ganz nahe an ihrem Samadhi stehen bleibst, wird allmählich der Weg zum Samadhi sichtbar: zu Renukas beständiger Festung.“

4730. „Wenn du aufmerksam nahe bei der Festung des Samadhi stehst, wird sich der Pfad zeigen. Königliche Gurus und Rishi-Scharen halten sich neben dem Samadhi auf. Fragst du diese lieblichen Siddhas, Weisen und Nathas deutlich, werden sie dir den Weg zum großen Samadhi weisen und Renukas mächtiges Schicksal erklären.“

4731. „Höre, Schüler Kalangi Nathas, Bogarishi von wahrer Gestalt! Alle Siddhas gaben der mächtigen Renuka reichliches Kayakalpa. Sie reichten es dieser Frau und machten ihren herrlichen Leib wie eine Steinsäule. So festigten sie ihren guten Körper und verankerten ihn dauerhaft in dieser Welt.“

4732. „In ihrer Begierde nach Renuka fassten die guten Nathas und Siddhas übermäßige Zuneigung zu ihr. Unter dem Einfluss dieser bedeutenden Frau machten sie ihren geheimnisvollen Körper wie eine Steinsäule. Sie gewährten ihr viele mächtige Gaben, damit sie sehr lange bestehen könne, und lehrten sie die hohe Erkenntnisunterweisung.“

4733. „Alle großen Siddhas unterwiesen Renuka nachdrücklich. Nachdem sie ihr geordnet die Erkenntnislehre gegeben hatten, suchten sie einen passenden Ort für den Samadhi. Sie wiesen ihr eine Dauer von drei Yugas zu, in denen sie verwirklicht im Samadhi bleiben solle. Mit Nachdruck erklärten sie den mächtigen Rishi-Fluch, der sie zum Eintritt in den Samadhi verpflichtete.“

Anmerkung: Die Vorlage verbindet verliehene Gaben und einen Rishi-Fluch, ohne den Übergang oder Anlass näher zu erläutern.

4734. „Auf diese Worte hin begab sich Renuka unverzüglich zum Samadhi. Sie vergaß die veränderte Welt und nahm eine Haltung großen Zorns an. Damit ihr kraftvoller Körper nicht vergehe und sie stets in der Himmelswelt bestehe, stieg sie im bewachten Wald des äußersten Nordens in den Samadhi hinab.“

Anmerkung: Die Formulierung vor Nordwald kann auch „sechs Heere“ bedeuten; eine bestimmte militärische oder sakrale Einteilung wird nicht ergänzt.

Bogar sucht Renukas Samadhi auf

4735. „Renuka stieg hinab und verweilt seither im Samadhi im schönen Wald des äußersten Nordens, umgeben von einer Schar mächtiger Gurus. Geh nahe an den Samadhi dieser anmutigen Frau, erkenne ihn makellos und schaue ihn in seiner Herrlichkeit, junger Bogarishi!“ So gewährte er ihm die Gunst.

4736. Navakhanda Rishis liebevoller Großvater erklärte Kalangis Schüler die Regel, nach der die Herrlichkeiten Renukas mit ihrem geschmückten Haar vollständig zu erkennen seien. Vertraulich gab er ihm die Erlaubnis aufzubrechen: „Geh unmittelbar mit deiner Kulikai!“ Er gewährte Bogar eine wunderbare Gunst und unterwies ihn bereitwillig.

4737. Nachdem Bogarishi diese Unterweisung und die Erlaubnis geordnet empfangen hatte, legte der junge Sohn die gute, reine Kulikai an. Er begab sich unmittelbar in den Wald des äußersten Nordens. Ohne Zweifel stieg er liebevoll nahe beim Samadhi der geschmückten Frau herab und blieb dort stehen.

4738. Die Gurus, Weisen und Siddhas befragten den dort stehenden jungen Sohn rechtmäßig. Die Siddha-Gurus des Vedanta blickten Bogar ins Gesicht und sprachen zu ihm. Sie traten würdevoll nahe: „Wer bist du? Schöner junger Sohn, du erscheinst uns heute ganz neu und unbekannt.“

4739. Auf die Frage dieser Siddha-Gurus blickte der gute junge Weise ihnen ins Gesicht und begann ausführlich zu antworten: „Ich bin Kalangis Schüler. Ich hielt mich unmittelbar beim entschlossenen Großvater Navakhanda Rishis auf und empfing seine Erlaubnis. So kam ich auf herrliche Weise in den äußersten Norden.“

4740. „Ich bin würdig an diesen Ort gekommen, um Renukas Samadhi zu sehen. Durch den gütigen Blick der lieblichen Manonmani ist nun die Stunde meines Darshans gekommen. Das Wort des königlichen Großvaters Navakhandas ist auf Erden nicht falsch, sondern wahr. Sagt mir die schützende Regel und zeigt mir freundlich den Weg!“

4741. Als er nach dem Weg fragte, antwortete der Siddha Bogar mit Nachdruck: „Niemand auf Erden vermag diese von Schuld betroffene Renuka zu schauen, mein Sohn. Es gibt keinen freien Zugang zur Festung ihrer Samadhi-Grube, o Siegreicher. Willst du aber den Weg erkennen, so werden wir ihn dir erklären. Dann wirst du sie in ihrer Macht sehen und Darshan empfangen.“

Anmerkung: Die negative Bezeichnung Renukas folgt der wertenden Rede der Vorlage.

4742. „Wenn du Darshan empfangen willst, werden dir die Tore klar sichtbar werden. Diener halten dort neben dem Samadhi Wache. Stelle dich ordentlich vor den Eingang und vollziehe die Beschwörung nach der Regel. Dann wirst du, mein Sohn, die Stimme Renukas hören.“

Anmerkung: Ein Wortlaut der Beschwörung wird nicht angegeben.

4743. „Du wirst eine körperlose Stimme hören, mein Sohn: die Worte der gnädigen Renuka. Aus dem Samadhi wird eine beständige Rede hervortreten, und du wirst einen anhaltenden Klang wahrnehmen.“ Die eifrigen Siddha-Gurus wiesen Bogar liebevoll an, nach dem Hören der körperlosen Stimme um die Gunst zu bitten, von ihr angenommen zu werden.

4744. Darauf verehrte Bogamuni in Reinheit die Füße Kalangi Nathas: „Mein siegreicher Herr, mein Natha! Renuka ist auch die Mutter des Vedanta. Sie nahm Kayakalpa an und setzte die ruhmreichen Siddhas außer Kraft. Sie zerstörte Japa und Askese; zum Samadhi dieser rankengleichen Frau bin ich gegangen.“

Anmerkung: Die Strophe verbindet Verehrung Renukas als Mutter mit scharfer Kritik an ihrem Wirken; beides bleibt erhalten.

4745. „Herr, ich bin zu ihrem Samadhi gegangen. Ich stehe nahe bei der herrlichen Renuka; schenkt mir eure Zuneigung und eure rechtmäßige Gnade! Segnet Renuka unverzüglich, damit ihr Herz weich wird und diese mächtige, rankengleiche Frau mir unvermindert ihre Zuneigung gewährt!“

4746. Durch die Gnade des großen Herrn wollte Bogarishi die friedvolle Renuka schauen. Neben ihrem großen Samadhi gedachte der siegreiche Bogar seines königlichen höchsten Gurus Kalangi. Dann richtete er sich, erfüllt vom lieblichen Licht, auf Renuka aus.

Renukas Stimme und ihre Unterweisung

4747. Als er ihrer gedachte, sprach Renuka rechtmäßig zu Bogarishi: „Höre, junger Boganatha, der du Cina entschlossen verlassen hast! Lass den bloßen Gewinn des Himmels hinter dir und lebe stets tatkräftig in dieser alten Welt, damit du in der Himmelswelt Ruhm erlangst.“ So sprach Renuka.

Anmerkung: Die Wortfolge zum Aufgeben des himmlischen Gewinns ist beschädigt; die Spannung zur anschließenden Verheißung himmlischen Ruhms wird nicht aufgelöst.

4748. Renuka sagte zu dem entschlossenen Bogarishi Natha: „Du liebevoller Schüler Kalangis, der du unvergängliches Kayakalpa eingenommen hast! Du hast den vergänglichen Körper gefestigt und das Karpa aufmerksam angewandt. Weil du auf dem rechten Weg gekommen bist, mich zu sehen, werde ich dir eine Gunst gewähren.“

4749. Renuka sagte zu dem herrlichen Bogarishi Natha: „Aranganatha, der du alle acht Richtungen durchreist hast, liebevoller junger Sohn! Vier Wunder werde ich dir geordnet und kraftvoll erklären. Höre, Sohn der Gnade: Seit vielen Koti Zeiten habe ich entschieden die Körpervollendung erlangt.“

Anmerkung: Die Anrede Aranganatha steht ausdrücklich im Text; es wird kein anderer Gesprächspartner eingeführt.

4750. „Ich nahm Kayakalpa an, sah die großen Siddha-Männer der Erde und zog sie in mein Netz. Ich bin die mächtige Renuka, eine Siddha der Täuschung. Selbst der wolkenfarbige, zaubermächtige Krishna verfing sich auf Erden in meinem Netz. Alle machtvollen Rishis habe ich betört, königlicher Sohn dieser Welt!“ So sprach sie.

4751. Renuka erläuterte dem herrlichen Bogarishi Natha ausführlich die Wege der Siddhas durch die vier Yugas. Bogar richtete seine ganze Aufmerksamkeit auf sie. Ich erwies der Mutter Renuka in guter Gesinnung Namaskara und verneigte mich dreimal vor ihr.

Anmerkung: Der Wechsel zur ersten Person steht in der Vorlage.

4752. Als Bogarishi sich verneigte, wurde ihm die ehrwürdige Renuka geneigt. Dem klugen jungen Sohn erklärte sie liebevoll und bestimmt das herrliche Kayakalpa. Sie legte es ihm nach Verfahren und Ordnung dar und beseitigte seine Unklarheit. Freudig erläuterte sie dem edelsteingleichen Bogarishi weiterhin die Methode.

Anmerkung: Das Verb vor der letzten Zeile ist beschädigt; „Unklarheit beseitigen“ ist eine sinngemäße, unsichere Lesung.

Rückkehr zu den Frauen Cinas

4753. Renuka erklärte dem geeigneten jungen Sohn geordnet alle Verfahren, die die mächtigen Siddhas der vier Yugas überliefert hatten, darunter das Kayakalpa, das den Körper steinhart macht. Der Sohn freute sich, legte die Kulikai an und dachte daran, die Menschen Cinas wiederzusehen. Dann versank der junge Sohn im Meer der sinnlichen Lust.

Anmerkung: Die Vorlage enthält hier mehr Langzeilen als üblich. Der abrupte Übergang zur sinnlichen Lust wird beibehalten.

4754. So versank der junge Bogarishi darin und wandte sich liebevoll den Frauen Cinas zu. Als Hüter seines unversehrten heiligen Leibes vereinigte er sich voller Zuneigung mit ihnen. Er erzählte von der wunderbaren Begegnung mit Navakhanda Rishi und von Renukas Weg, mit all seinen großen Herrlichkeiten.

4755. Bogar öffnete den Mund und erzählte den Frauen Cinas unverzüglich von den beständigen Wundern der Welt und den großen Wundern der vier Yugas. Er berichtete von der von Flüssen umgebenen Stadt im Norden, von Waldbächen, Bergen und Anhöhen sowie vom Bereich des Samadhi der machtvoll gerühmten Renuka.

4756. Der Weise Bogarishi unterwies die friedvollen Frauen. Er erklärte alles Mächtige, was der königliche Navakhanda-Rishi ihm ausdrücklich erzählt hatte. Er berichtete von Renukas spielerischem Karpa und davon, wie die großen Gurus, Rishis, Siddhas und viele weitere Edle auf Erden dadurch zugrunde gegangen waren.

4757. Er erläuterte den Frauen Cinas eingehend Renukas täuschendes Spiel im Treta-Yuga innerhalb der vier Weltzeitalter: „Ich suchte den Kishkindha-Berg bis zu seinem Gipfel auf. Entschlossen näherte ich mich den Füßen Navakhanda Rishis und verneigte mich geordnet vor ihm.“

4758. Er berichtete den aufmerksamen Frauen Cinas alle Einzelheiten von Renukas Weg und beschrieb ihre große Herrlichkeit: „Mit der Kulikai durchreiste ich geordnet sämtliche Länder, nach rechts und nach links, in alle Richtungen. Überall sah ich Wunder.“

Anmerkung: Die OCR wiederholt 4756; entsprechend der Reihenfolge wird 4758 angesetzt.

4759. „Doch eine Siddha der Täuschung wie Renuka sah ich nirgendwo auf Erden. Viele Himmelsweise und Rakshasas habe ich gesehen, viele Koti Siddhas im Weltall. Die Wunder des lotosgleichen Krishna in seiner Erscheinung lassen sich nicht beschreiben. Auch Koti machtvoller Rishis haben auf Erden zahlreiche Siddhi-Wunder vollbracht.“

Bogar berichtet von Renukas unsichtbarer Gegenwart

4760. „Viele Koti Wunder habe ich in der Welt gesehen, aber keines wie dieses. Suchend durchreiste ich alle Länder. Gibt es einen Siddha wie die klar erkennbare Renuka? Sie ist eine unermüdliche Siddha der Täuschung, eine Frau, die die reiche Körpervollendung erlangte. Auf der weiten Erde hat sie die Kraft der Rishis gebrochen.“

4761. „Diese Frau, eine vollendete Siddha-Weise, wirkte zahlreiche große Wunder auf Erden. Sie bewahrte ihren Körper und ging in dieser Welt in den Samadhi. Diese jungfräuliche Frau brach beständig die Kraft der ergebenen Diener der wirksamen Welt. Sie ist eine kostbare Siddha, die die vier Yugas überschritt. Gibt es in den drei Welten einen Siddha wie Renuka?“

4762. „Renuka ging zu dem wasserreichen Berg, auf dem alle Rishis Opfer vollzogen. Freudig sah sie die Siddhas am Ende des Nada. Rücksichtslos zerstörte sie alle ihre Askese und brachte sie unter ihren Einfluss. Dann ließ sie nach ihrem Willen unverzüglich berggroße Mengen alchemistischen Goldes herstellen und nahm sie entgegen.“

4763. „Die neun Koti Siddhas fertigten alle mächtigen Schmuckstücke, mit den neun Edelsteinen besetzt, und diese Siddha der Täuschung empfing sie geordnet. Sehnsüchtig und im Geist betört ließen sich die Rishis täuschen. Liebevoll gaben ihr die Rishis und Weisen Koti Goldstücke, das durch Alchemie bereitete Gold.“

4764. „Die Edlen gehen geordnet an Renukas Samadhi. Durch den gütigen Blick der Füße meines siegreichen königlichen Vaters Kalangi Natha und durch Manonmanis Gnade ging auch ich entschlossen dorthin. Ohne vom Wort des großen Großvaters Navakhanda Rishis abzuweichen, suchte ich den Ort auf.“

4765. „Mit der Kulikai ging ich würdig nahe an Renukas Samadhi. Ihr Frauen Cinas, unvermittelt sah ich einen Samadhi so groß wie ein mächtiger Berg. Einige Zeit blieb ich daneben stehen und wartete lange an seiner nördlichen Seite. Mit einem sanften Luftzug wurde mir deutlich der Klang einer körperlosen Stimme hörbar.“

4766. „Dort neben Renukas Samadhi vernahm ich die mächtige körperlose Stimme. Ich hörte Worte und Klang, aber die große Renuka selbst sah ich nicht. Sie ist eine Siddha der Täuschung mit still gewordenem Atem, eine Frau, die in der alten Welt vier Yugas überschritten hat. Zusammen mit den Devas und Rishis erlangte sie bereitwillig die Körpervollendung.“

4767. „Man kann sie eine vollendete Siddha-Weise nennen, eine Frau, die vier herrliche Yugas überschritten hat. Die Devas und Rishis erzählen auf der weiten Erde ihren verständigen Schülern beständig die ruhmreiche Geschichte von Renukas Siddhis. Alle Edlen preisen Renuka auf Erden täglich mit Hingabe.“

4768. So erzählte er den Frauen und Menschen Cinas ausführlich von ihrem Lobpreis: „Mit der Kulikai durchreiste ich entschlossen und verständig viele Länder. Doch eine liebevolle Macht wie die der unerreichbaren Renuka habe ich nicht gesehen. Mit verwandelnder Salbe versehen ging ich umher und sah viele Frauen.“

Anmerkung: Die OCR wiederholt 4766; nach der Reihe wird 4768 angesetzt. Die Aussage zur Unerreichbarkeit Renukas ist sprachlich beschädigt.

4769. „Ihr Frauen Cinas, ich werde euch geordnet noch weitere Wunder nennen. Durch den gütigen Blick der Guru-Füße meines siegreichen königlichen Vaters Kalangi Natha und durch die Gnade der lieblichen Manonmani bereiste ich alle Länder. Nichts war diesem Erlebnis gleich. Auf Erden durfte ich, sein Diener, Renukas Darshan erfahren.“

Anmerkung: Darshan bezeichnet hier die Begegnung am Samadhi einschließlich der Stimme; Vers 4766 schließt ausdrücklich eine sichtbare Begegnung mit Renuka aus.

4770. „Ich erkannte Renukas Macht und empfing freudig und offenen Herzens eine Gunst. Ich vertiefte mich in das offenbarte Wesen, empfing ihre Weisung und gedachte des Gurus des Vedanta. Als der wolkenfarbige Achyuta vor mir stand, kehrte ich mit der Kulikai zurück, ihr rankengleichen Frauen. Weil eine frühere Verbindung zu euch geschmückten Frauen bestand, kam ich machtvoll nach Cina.“

Panchalas Festung und der sprechende Bogen

4771. So berichtete der Weise von seiner Rückkehr. Höre, mein guter Sohn Pulippani: Als ich die Kulikai angelegt hatte und durch die Welt reiste, kam ich aufmerksam an die nördliche Meeresküste, nahe dem Samadhi der Herrin Sita. Vertraut ließ ich mich dort auf dem Boden Kurukshetras nieder.

Anmerkung: Die Verbindung von Kurukshetra, Meeresküste und Sitas Samadhi wird als Aussage der Vorlage beibehalten.

4772. Ich stieg an der schönen nördlichen Meeresküste herab und legte die Kulikai ab. Dort war die mächtige Festung des Königs von Panchala. Ich sah ihre herrliche Vorderseite, das geschützte Tor und den deutlichen Weg beim Meer. Eine vollkommen unbeschreibliche Bilderhalle war dort; ich erblickte den Wohnort des siegreichen Panchala-Herrschers.

4773. Am Eingang der Festung jenes genießenden Königs der Könige hatten sich Erdhügel gebildet. Koti über Koti verehrte Samadhis waren dort; es gab kaum Raum, sie vollständig zu betrachten. Auch der Panchala-Fluss und ein unbeschreiblicher Waldbach lagen dort. Die mondgleichen Samadhis besaßen viele große Wunder, die sich nicht erklären lassen.

4774. Nahe dem Samadhi Panchalas waren gewaltige Scharen von Nathas und Rishis. Selbst beim Aufblicken war kein Ende zu erkennen. Wer könnte diese Himmelsfestung beschreiben? Auf der linken Seite der festen Burg lag Panchalas mächtige Halle. Südlich dieser schönen Halle sah ich den herrlichen Bogen Panchalas.

4775. Wer könnte diesen Bogen beschreiben? Er war auf Erden hart wie Vajra, ein Bogen, der steinerne Berge fortschleudern kann, ein Bogen im Wald des königlichen Beschützers. Auf dem kampferfüllten Schlachtfeld tötet er; es ist Panchalas großer, vortrefflicher Bogen. Ich sah dieses mächtige Stück, das von bedeutenden Siddhas bewacht wird.

4776. Ich sah den edlen Siddha wahrer Gestalt, der dort Wache hielt, und fragte ihn: „Wem gehört dieser gewaltige Bogen?“ Er antwortete: „Mein Sohn, es ist Panchalas Bogen.“ Als er dies ehrfürchtig erklärte, geriet mein klarer Verstand in Unruhe. Der Geist schwankte, die Einsicht veränderte sich, und ich fiel erschüttert auf die Erde.

4777. Mit verwirrtem Geist war ich vor dem schönen Eingang der Festung niedergefallen, wie jemand auf einem Schlachtfeld. Der liebevolle Siddha-Weise seiner wahren Gestalt reichte mir fest die Hand und half mir, wieder zur Ruhe zu kommen. Dann erläuterte er mir liebevoll die Kraft des Bogens, den alle acht Richtungen preisen.

4778. Während er sprach, wich meine Erschöpfung. Ich wollte seine Unterweisung empfangen und näherte mich dem Bogen aufmerksam. Makellos faltete ich die Hände, senkte das Haupt bis zu seinen Füßen und verneigte mich liebevoll und tief. Als ich so in inniger Verehrung dastand, ertönte dort eine körperlose Stimme.

4779. Was sagte der Bogen? „Du liebevolle Erkenntnis Kalangi Nathas! Ich bin der mächtige Bogen, den der entschlossene König von Panchala mit kraftvoller Hand führte und dessen Sehne er losließ. Sein Atem ist nun stillgeworden. Ich bin der Bogen, der in dieser alten Welt bei seinem atemstillen Samadhi Wache hält.“

4780. „Ich bin Panchalas bespannter Bogen, den viele Koti Könige preisen. Alle mächtigen Siddhas der Welt und die großen Rishis verehren mich. Ich bin der Indra-Bogen, der die Herrscher auf dem Schlachtfeld unaufhaltsam besiegt. Ich bin ein Bogen mit freundlicher Rede, ein Samadhi-Bogen in dieser kunstvollen Welt.“

4781. Panchalas bespannter Bogen sprach bereitwillig diese Worte zu mir. Durch seine körperlose Rede empfing ich eine reine Unterweisung. Weil mein Wissen gering war, erhielt ich die Gunst, belehrt zu werden. Es war keine Gunst eines bloßen harten Steins, sondern die Gunst des Bogens von Kailasa.

4782. Durch Kalangi Natha empfing ich liebevoll diese Gunst. Dann sah ich Draupadis Samadhi, und eine weitere Erlaubnis wurde mir zuteil. Wie ich dir erzähle, nahm ich die Erlaubnis an, den Samadhi Draupadis am Ende des Nada zu schauen. Mit dieser ausdrücklichen Zustimmung ging ich rasch zum Samadhi-Ort.

4783. An der nördlichen Meeresküste, im schönen Land Panchala, kam ich außerhalb der Festung in die Nähe von Draupadis Samadhi. Geordnet verließ ich die Höhle, stieg herab und nahm an der Südseite Platz. Dort verehrte ich, Bogarishi, die Mutter Draupadi der kreisförmigen Stadt.

Erneuter Bericht über Renuka und Kalangis Segen

4784. Während ich verehrend und geordnet neben dem Samadhi stand, fragten mich die Siddhas am Ende des Nada freundlich, wer ich sei. Ohne Verzögerung antwortete ich rein und bereitwillig: „Ich bin ein Schüler des duftenden Kalangi, der große Bogarishi.“

4785. Nachdem ich dies gesagt hatte, verehrte ich Kalangis Füße und sah den schönen Samadhi Renukas. Ich erfuhr alle Wege, die die neun Koti Rishis erklärt hatten. Renuka unterwies mich darin, den Körper durch Karpa zu kräftigen, damit er auf Erden viele Koti Zeiträume bestehen könne, ohne zu vergehen.

Anmerkung: Die Erzählung wechselt nach Draupadis Samadhi unvermittelt wieder zu Renuka. Dieser Wechsel wird nicht berichtigt.

4786. Als sie das machtvolle Kayakalpa lehrte, erkannte Bogarishi Natha diese Karpa-Kunst liebevoll, hell wie Sonne und Mond. Der junge Sohn empfing stolz die besondere Kayakalpa-Kulikai. Nachdem er einige Zeit dort verwirklicht verweilt hatte, begab er sich geordnet nach Cina.

4787. Vor seiner Abreise empfing Bogar Renukas schönes, geheimnisvolles Karpa und pries kraftvoll ihre Füße. Damit sich für den Tod keine Gelegenheit eröffne, legte Bogarishi Natha seine Kulikai sorgfältig an. Dann reiste er liebevoll nach Cina.

4788. Mit seiner schönen Kulikai gelangte Bogarishi Natha geordnet nach Cina. Rasch suchte er Kalangi Nathas Samadhi auf und blickte voller Verlangen zu dessen Füßen. „Mein Guru und Natha!“, rief er bewegt, verehrte in Reinheit die Füße und blieb dort stehen.

Anmerkung: Die OCR wiederholt 4786; nach der Reihe wird 4788 angesetzt.

4789. Kalangi Natha sprach zum rechtschaffenen Bogarishi: „Du hast die Angelegenheiten deiner Reise erfolgreich vollbracht, roter korallengleicher Bogarishi, du Reiner! Wie ein Kalb, das seine Mutter verließ, bist du, starker junger Stier, fortgegangen und zurückgekehrt. Mögest du freudig in allen Welten siegen und gedeihen!“

4790. Kalangi Natha sprach dem herrlichen Bogarishi viele umfassende Segensworte zu. Er gewährte ihm, als reiner, edler Herr des Yoga stets demütig und berühmt auf Erden zu leben. Auch gab er ihm die Gunst, lange Zeit mit den Frauen Cinas zu verweilen.

Naga-Berg und der Siddha Kalukkunri

4791. So gab Kalangi Natha Bogarishi seine geordnete Gunst. Der Bogarishi des Vedanta empfing den wunderbaren Abschied. Ich, sein Diener, nahm ihn bereitwillig an, legte die schöne Kulikai an und begab mich ins Cina-Land. Dort erzählte ich alle Wunder. Dann wollte ich den großen Naga-Berg sehen. Erneut legte ich die Kulikai an, flog durch den Himmel und erblickte würdig dessen Gipfel.

Anmerkung: Diese Strophe umfasst in der Vorlage ungewöhnlich viele Zeilen; alle erkennbaren Aussagen sind erhalten.

4792. Ich sah den Naga-Berg, mein bedeutender Sohn Pulippani, und gelangte zu seinem Gipfel. Dort gibt es Wasser, ein Quellbecken und ein Wunder: eine Unterwelt, die selbst die Himmelsweisen nicht kennen. Darunter liegt ein bewachter Samadhi. Die mächtigen Wächtervögel sind Adler oder Geier, in Koti über Koti unbeschreiblichen Scharen.

Anmerkung: Kaluku bezeichnet große Greif- oder Aasvögel und wird hier nicht auf eine zoologische Art festgelegt.

4793. Ich sah diese unbeschreiblichen Vögel. Als einer mich erblickte, schaute ich zu ihm auf und sagte liebevoll: „Ich bin Kalangis Schüler.“ Mit gefalteten Händen, gesenktem Haupt und tiefer Verneigung wiederholte ich: „Ich bin ein Schüler des teuren Kalangi.“ Darauf erklärte man mir geordnet den Samadhi, der in der Erde unter dem Quellbecken liegt.

4794. „Dort ist ein Siddha, der drei Yugas überschritten hat. Im besonderen Krita-Yuga nahm er Kayakalpa an und lebte lange auf Erden. Es ist der Siddha Kalukkunri, ein herrlicher Yogi und Asket, der keinen Zorn aufkommen lässt. Er hat große Kraft erlangt und ist zugleich ein furchtgebietender Siddha, mein Sohn, ein Siddha aus dem Krita-Yuga.“

Anmerkung: Kalukkunri wird als überlieferte Namensform beibehalten; eine Gleichsetzung mit einem bestimmten Ort erfolgt nicht.

4795. „Er ist ein göttlicher und zugleich menschlicher Siddha, der die großen Weltauflösungen überdauerte. Im kostbaren Krita-Yuga, während der Flut am mächtigen Naga-Berg, stiegen die sieben Meere auf, und der ganze Berg versank. Doch dieser kunstfertige, berggleiche Siddha blieb frei und starb nicht.“

4796. „Drei Tage, sechs Zeitabschnitte lang verweilten sie während der schönen Weltflut auf dem Berggipfel. Durch geordnetes Jala-Stambhana hielten sich dort die neun versammelten Rishis. Nachdem die Fluten vergangen waren, sahen die neun Koti Siddhas voller Bewegung den unter dem Quellbecken weilenden Siddha und verehrten ihn.“

Anmerkung: Jala-Stambhana ist eine behauptete yogische Beherrschung oder Stillstellung des Wassers. Neun Rishis und neun Koti Siddhas werden als unterschiedliche Angaben der Vorlage erhalten.

4797. Während man verehrend vor dem Samadhi stand, brach dieser auf. Die neun Koti Rishis standen gemeinsam nahe bei dem schönen Samadhi. Als der mächtige Siddha Kalukkunri mich aufmerksam erblickte, fragte dieser duftende göttliche Siddha-Weise geordnet, wer ich sei.

Anmerkung: Hier geht die Erzählung der vergangenen Weltflut ohne ausdrücklichen Übergang in Bogars eigene Begegnung über.

4798. Als Kalukkunri mich freundlich fragte, wer ich sei, antwortete ich: „Ich bin ein Schüler Kalangi Nathas, des siegreichen Siddhas des Vedanta.“ Wohlwollend gab mir der Siddha seine guten Unterweisungen. Auf dem Gipfel sitzend, erklärte er mir aufmerksam Koti Opferhandlungen.

4799. Ich empfing seine Unterweisung und nahm sie aufmerksam in mein Herz auf. Dann kehrte ich mit der Kulikai nach Cina zurück und erzählte den großen Menschen dort alles. Nachdem ich eine Zeit lang dort geblieben war, empfing ich Kalangis herrliche Erlaubnis, legte die Kulikai an und kam unmittelbar in den Süden.

Nilanjana-Giri und Sadashivas Samadhi

4800. Ich kam zum Nilanjana-Giri, mein großer Sohn Pulippani. Geist und Herz wurden eins, und ich ließ mich froh an dem herrlichen südlichen Gipfelort nieder. Mit der Kulikai durchwanderte ich die Meeresküste der Erde. Ich sah den Anjana-Berg der Stadt der geheimen Künste; seine Herrlichkeit vermag selbst die Himmelswelt nicht zu fassen.

Anmerkung: Die Ortsbezeichnungen Ten-Kuta, Vincha-Puri und Anjana sind nicht eindeutig bestimmbar; die beschreibende Wiedergabe ersetzt keine geografische Identifizierung.

4801. Als ich den Berg sah, wollte ich ihn bis zum Gipfel schauen. Durch die Gnade der Füße meines siegreichen königlichen Vaters Kalangi Natha, durch den gütigen Blick der lieblichen Manonmani, durch die Gnade der Devas und Asuras und durch die vielen großen Rishis pries ich diesen mächtigen Berg.

Anmerkung: Die OCR-Zählung lautet 4601; nach der fortlaufenden Reihenfolge wird 4801 angesetzt.

4802. Ich pries ihn und ließ mich mit der Kulikai machtvoll auf den Berg tragen. Kraftvoll gelangte ich zu seinem Gipfel und stieg dort herab, mein Sohn. Ich sah Scharen von Asuras und große göttliche Rishis ringsum. Mit heiliger Asche geschmückt umrundete ich den Berg und erblickte aufmerksam den ursprünglichen Herrn.

4803. Ich sah Koti Berge und Koti Yamuna-Gewässer, Wunder in einer Entfernung, die das Auge nicht fassen kann. Auch den Berg des wolkenfarbigen Achyuta sah ich; man kann ihn den besonderen Krishnagiri nennen. Ich sah eine mächtige rote Lotosblume, geschmückt wie der Herr mit seiner kühlen Tulasi-Girlande. Ferner sah ich den Berg, auf dem Mandodari wohnt, und den großen Mayil-Ravana.

Anmerkung: Die Verbindung von Lotosblume und Tulasi-Girlande ist sprachlich beschädigt. Mayil-Ravana wird als Name der Vorlage beibehalten.

4804. Weit dahinter sah ich auf dem mächtigen Anjana-Berg den Samadhi eines Siddhas, bei dem der gerühmte Speer und der Dreizack standen. Dort gibt es einen kugelförmigen Berg, den die Edlen der Erde nicht gesehen haben. Bienenschwärme lassen dort Lieder und Summen erklingen. Diesen reichen Samadhi sah ich.

Anmerkung: Die OCR-Zählung lautet 4604; entsprechend der Reihe wird 4804 angesetzt.

4805. Ich legte die Kulikai ab und ging geordnet zum Samadhi-Ort, mein Sohn. Dort sah ich eine heilige Kulikai in Gestalt eines Shiva-Linga. Koti über Koti Rishis der Shiva-Seligkeit standen in eifrigem Dienst bereit, mit Puja und Speiseopfern. Auf einer Seite standen die ergebenen Alvars geordnet zum Dienst.

Anmerkung: Bei der Bezeichnung der Alvars ist ein vorangestelltes Wort beschädigt; eine bestimmte Gruppe wird nicht ergänzt.

4806. Bereitwillig umrundete ich den Samadhi-Eingang auf rechte Weise. Ich verehrte die goldenen Füße der Siddhas, die im goldhändigen reichen Land lebten: „Ich bin gekommen, um den herrlichen Samadhi Sadashivas, des höchsten Bewusstseins, zu sehen. Segnet mich und schenkt mir euren gnädigen Blick!“ So bat ich im Herzen.

Anmerkung: Die Landesbezeichnung ist als „Porkai-valanatu“ lesbar, aber nicht sicher bestimmbar.

Sadashiva Rishi tritt aus dem Samadhi hervor

4807. Die versammelten Siddhas bemerkten mich, wurden mir aufmerksam geneigt und fragten, wer ich sei. „Ich bin Kalangis Schüler“, antwortete ich bestimmt und verneigte mich tief. „Komm!“, sagten die Scharen der Siddhas, Weisen und Asuras und erwiesen mir große Achtung. Sie riefen mich nahe und gingen mit mir zum bedeutenden Eingang des Samadhi.

4808. Sie brachten mich dorthin und sagten: „Bleibe würdig vor dem Samadhi stehen!“ Die Schüler auf dem Berg sahen mich und gaben mir ein frisches Hirschfell und ein Tigerfell. „Wenn du von jetzt an einige Zeit hierbleibst, wirst du eine herrliche Unterweisung empfangen“, erklärten sie.

4809. So sprachen die Schüler, mein Sohn. Ich blieb liebevoll einige Zeit dort, saß entschlossen auf dem bereitgestellten Sitz und verweilte fest in der Askese. Der Siddha, der vor langer Zeit am Berghang in den Samadhi eingegangen war, öffnete diesen nun machtvoll. Bereitwillig verließ er seine Kulikai und kam heraus.

Anmerkung: Die Vorlage nennt beim Hervortreten eine Kulikai, obwohl der Zusammenhang den Samadhi erwarten lässt; dies wird nicht stillschweigend berichtigt.

4810. Sadashiva Rishi trat hervor. Die Scharen der Asuras und Devas grüßten ihn ehrfürchtig mit gefalteten Händen und offenen Herzen. Zusammen mit den großen Asura-Versammlungen verneigten sie sich liebevoll zu seinen Füßen. Da verließ auch ich meine Askese, mein Sohn, verehrte ihn und warf mich vor ihm nieder.

Anmerkung: Die OCR-Zählung lautet 4610; nach der Reihe wird 4810 angesetzt.

4811. Sadashiva Rishi fragte mich, der ich mich verneigt hatte, gütig und aufmerksam, wer ich sei. Ich antwortete: „Ich bin Boganatha, der Schüler Kalangi Nathas von Kailasa, und habe treuen Zugang zu seinen göttlichen Füßen empfangen. Mit der kostbaren Kulikai kam ich auf diesen Berg. Großer Deva, seit meiner Ankunft ist bereits lange Zeit vergangen.“

4812. „Seit meiner Ankunft ist lange Zeit vergangen“, sagte ich und stand verehrend vor seinen Füßen. Der Siddha, der mit still gewordenem Atem auf dem Berg gelebt hatte, schenkte mir unermüdlich seine Zuneigung: „Mein Sohn, dass du mit der Kulikai rasch auf den Berg und mitten unter die Asuras gelangt bist, ist die Frucht deines Verdienstes, königlicher Sohn.“

Anmerkung: Die OCR-Zählung lautet 4612; nach der Reihe wird 4812 angesetzt.

4813. „Weil eine frühere Verbindung noch bestand, kamst du friedlich auf diesen Berg, mein Sohn. Es ist die Frucht der Askese deines siegreichen Vaters Kalangi Natha, dass du die großen Asura-Scharen durchquert hast. Durch Manonmanis gütigen Blick blieben sie würdevoll und verfluchten dich nicht.“

4814. „Dass es so blieb, ist dein Verdienst. Viele Koti bedeutender Menschen waren bereits machtvoll auf diesen Berg gekommen. Die Asura-Scharen haben Koti von ihnen in Zorn verflucht. Dich aber grüßten sie aufmerksam und nahmen dich in die Arme. Königlicher Sohn, dies ist die Frucht guten Verdienstes.“

4815. „Durch dein früher erworbenes Verdienst durftest du mich sehen, mein Sohn. Durch Kalangis großes Verdienst bist du liebevoll auf den Berg gekommen. Ich werde dich unterweisen, ohne dass dir ein Hindernis entsteht, königlicher Sohn.“ So sprach er und lehrte mich bereitwillig die mächtige Erkenntnisunterweisung.

Sadashivas Bericht über vier Yugas

4816. Der edle Sadashiva Rishi erklärte mir: „Du den Füßen Kalangis ergebener Schüler, höre! Im Treta-Yuga, als in allen Richtungen die Weltfluten zu sehen waren, übte ich geeignete Askese und stand vollständig im Zustand des Samadhi.“ Höre diese Worte, mein rechtschaffener Sohn Pulippani.

Anmerkung: Die Anrede an Pulippani ist in die Figurenrede eingeschoben; sie wird hier als Bogars Rahmenrede wiedergegeben.

4817. „Ich verweilte im Samadhi während der lang andauernden Weltflut. Ich war auf den Berg gestiegen und blieb auf seinem Gipfel. Alle Welten wurden vernichtet, nur Anhöhen blieben. Koti über Koti Edle und Heerscharen kamen auf den Berg. Sie standen entschlossen im Zustand asketischen Yoga und wurden bereitwillig meine Schüler.“

Anmerkung: Die Aussage zu den verbleibenden Anhöhen ist sprachlich beschädigt.

4818. „Koti Edle wurden meine Schüler, mein Sohn, nahe bei meinem Samadhi. Lange Zeit blieb ich mit still gewordenem Atem darin. Alle entschlossenen Schüler verrichteten Puja und beschützten mich geordnet, bis die machtvollen Fluten zurückgingen. Sie vollzogen für mich eifrig die sechzehn Verehrungsdienste und feierten mich.“

4819. „Den edlen Schülern, die dies vollzogen, gab ich die Unterweisung. Ich suchte und erforschte das reine Bewusstsein und lehrte sie die herrliche Erkenntnis. Nachdem sie diese umfassende Unterweisung empfangen hatten, lebten die Edlen lange in der Welt. Auch dir werde ich sie reichlich geben, damit du nicht leidvoll umherirrst.“

Anmerkung: Die OCR-Zählung lautet 4619; entsprechend der Reihenfolge wird 4819 angesetzt.

4820. „Ich werde dir berichten, mein Sohn: Im Treta-Yuga lebte ich lange in Ayodhya als beständiger Hausvater von Erkenntnis. Nachdem ich sechs Stätten überschritten hatte, ging ich zu den Siddhas und leistete ihnen Dienst. Ich nahm kraftvolles Kayakalpa an und wartete bereitwillig in ihrer Nähe.“

Anmerkung: Die OCR-Zählung lautet 4620; hier wird 4820 gelesen. „Sechs Stätten“ ist mehrdeutig und wird nicht ohne Beleg mit Chakras gleichgesetzt.

4821. „Ich blieb gut mit ihnen zusammen und erforschte alle Künste der alten Geschichten. Unmittelbar im reinen Bewusstsein verweilend, ging ich geordnet auf den Berg. Ich widmete mich entschlossen der Askese. Als ich ein großes Opfer vollzog, trat jemand wie ein Rishi vor mich hin, mein Sohn.“

4822. „Vor mir stehend, gewährte er mir Kayakalpa, damit ich in der weiten, vom Meer umgebenen Welt bestehen könne. Auf dem Berg erschien dieser himmlische Deva-Rishi unmittelbar vor meinen Augen, bekleidet mit einem frisch abgezogenen Hirschfell und einem Tigerfell. Er gewährte mir die Gunst, von diesem Tag an das schöne Kayakalpa einzunehmen.“

4823. „Er gab mir die Gunst und das geeignete Kayakalpa. Er sammelte meinen Geist zu einem Ganzen und bestimmte, dass ich vier Yugas in Herrlichkeit bestehen solle. Vertraulich lehrte er mich die Erkenntnis, ließ vor mir eine strahlende Gestalt erscheinen und erklärte viele Wunder. Dann riet er mir, in der Himmelswelt zu verweilen.“

Könige, Rishis und Götter, die Sadashiva gesehen hat

4824. „Seit jenem Tag bis heute bin ich unversehrt lange Zeit geblieben. Ich sah einundzwanzig Folgen von Königen und auch den großen Trishanku. Ich sah den guten Dasharatha und den Hof König Nalas. Ich sah die unversehrte Shurpanakha und die mächtige Kaikesi.“

Anmerkung: Die OCR-Zählung lautet 4624; nach der Reihe wird 4824 gelesen. „Kaikesi“ ist als Namensform beibehalten; eine Korrektur zu Kaikeyi wird nicht vorausgesetzt.

4825. „Auf dem Schlachtfeld sah ich Ravanas friedvolle Mandodari. Ich sah den königlichen Shri Rama und die rankengleiche Herrin. Im großen südlichen Lanka sah ich die mächtigen Heerscharen. Ich sah die gewaltigen Rakshasas und auch die geordnete Schar Hanumans.“

Anmerkung: Die nicht namentlich genannte Herrin ist im Zusammenhang vermutlich Sita; die Übersetzung ergänzt ihren Namen nicht.

4826. „Reihe um Reihe sah ich die Versammlungen und das Heer des siegreichen Hanuman. Die schrecklichen Heere mächtiger Rakshasas sah ich auf Erden in Koti Fluten. Ich sah aufmerksam den hundertgesichtigen Ravana und den guten Brahma. Ich sah Indras große Versammlung und die Füße Naradas in der weiten Welt.“

Anmerkung: Die Zahl hundert bei Ravanas Gesichtern steht ausdrücklich im Text; die vorhergehende Mengenangabe des Heeres ist beschädigt.

4827. „Ich sah Trishankus Sohn, mein Augapfel: Harishchandra. Ich sah den wolkenfarbigen Bruder Ravanas und Kubera mit seinen Koti Schätzen. Ich sah die gekrönten himmlischen Deva-Rishis und die Schar des tausendäugigen Indra. Auch Renu mit ihrer kühlen Tulasi-Girlande und die bedeutende Putana sah ich.“

Anmerkung: Die Namens- und Girlandenverbindung in der Schlusszeile ist beschädigt; Renu wird nicht ohne Weiteres mit Renuka gleichgesetzt.

4828. „Ich sah das wohlgeordnete Heer Duryodhanas, des Sohnes Dhritarashtras. Ich sah die fünf rechtschaffenen königlichen Pandavas, die Pandu Raja hervorbrachte, der ruhmreich im Kuru-Geschlecht geboren war. Auch Draupadi, die herrschaftliche Frau aus Panchalas Geschlecht, habe ich gesehen.“

4829. „Ich sah Kalangini und den herrlichen großen Rishi Bharadvaja. Im Pandya-Land, wo man unter königlicher Würde lebte, sah ich den guten Ativira Raman. Ich sah die neun Koti Rishis, die herrlichen dreiunddreißig Koti Devas und den entschlossenen Rishi Airavata.“

Anmerkung: Die Formen Kalangini, Bharadva und Ativira Raman sind teilweise unsicher; eine historische Datierung aus dieser Namensliste wird nicht abgeleitet.

4830. „Innerhalb der vier Yugas sah ich alle Erscheinungen, die im Kali-Yuga unsichtbar bleiben. Auch während der Weltauflösungen dieser vier Yugas erblickte ich viele mächtige Schauspiele. Ich lernte Koti Heil- und Wissenskünste, Shastras und die vier Veden kennen. Fest im Samadhi stehend, durchmaß ich Yuga um Yuga vollständig.“

4831. „In jedem Yuga beschritt ich den Weg des Samadhi. Ich gedachte des höchsten Bewusstseins im Herzen und gewann Klarheit. Auf diesem mächtigen Berg vollzog ich Koti Opfer, o Siegreicher, ohne Erleichterung zu finden. So vergingen die vier Yugas, und ich sah alle Wunder der Himmelswelt. Auch von jetzt an gibt es auf Erden so viele schöne Wunder, dass sie sich nicht beschreiben lassen.“

Sadashiva über Kalangi, Trishanku und Harishchandra

4832. „Schüler Kalangi Nathas, selbst die großen Nathas haben diese Dinge nicht gesehen. Vier Yugas habe ich fest bestanden und Koti Wunder unmittelbar geschaut. Wem außer dir sollte ich sie erzählen? Höre aufmerksam, junger Sohn! Dass du unseren Berg aufgesucht hast und wohlbehalten hierherkamst, hat dir eine gute Frucht gebracht.“

4833. „Höre, liebevoller Bogarishi, Edelstein unter Kalangis Schülern! In der alten Welt gibt es unzählige Koti Siddhas, die lange mit still gewordenem Atem verweilten. Koti herrliche Siddhas bestehen wie du ohne Verfall. Doch sage, sind sie auf diesen gewaltigen Berg gekommen, großer Bogarishi?“

4834. „Bogarishi, mit deiner Kulikai bist du auf den herrlichen Berg gelangt, mein Sohn. Hier oben hat mich noch niemand gesehen, o Siegreicher. Du hast die sieben Meere durchreist und mich nun würdig erblickt. Ich werde dir die für dich bestimmten guten Unterweisungen vollständig darlegen.“

4835. „Viele Siddhas lebten lange und geordnet in dieser Welt. Trotz ihrer Flüche bist du in der weiten Meereswelt bestehen geblieben. Durch dein früher erworbenes Glück hast du gewiss bis heute überdauert, mein Sohn. Gibt es einen Siddha wie dich, der durch eine noch offene frühere Verbindung in dieser Welt steht?“

Anmerkung: Die Aussage über die Flüche ist syntaktisch beschädigt; der Fortbestand Bogars durch früheres Verdienst ist deutlich.

4836. „Dies ist die besondere Unterweisung des Siddha-Weisen an dich: In der kostbaren alten Welt gibt es viele Wunder; höre, ich werde sie erzählen. Verständiger edler Sohn, im Dvapara-Yuga gewährte dein ruhmreicher Herr Kalangi dem wahrhaftigen Harishchandra und Trishanku viele machtvolle Gaben.“

4837. „Nachdem er diese zahlreichen Gaben empfangen und Kayakalpa auf Erden eingenommen hatte, regierte er die vertraute Stadt Ayodhya lange und liebevoll. Er sah alle erstaunlichen Wunder und nahm das mächtige Kayakalpa an. Nachdem er die vollständige Unterweisung des Gurus empfangen hatte, wurde ihm der Sohn Harishchandra geboren.“

Anmerkung: Das Subjekt ist im Zusammenhang Trishanku; die Vorlage nennt ihn in dieser Strophe nicht nochmals ausdrücklich.

4838. „König Trishanku hatte lange keinen Sohn. Erst nachdem der liebliche Trishanku das Körpermittel eingenommen hatte, das ihm der siegreiche königliche Deva-Rishi Kalangi Natha gab, empfing er einen Sohn. Höre die mächtige Weise, in der der wahrhaftige Harishchandra auf Erden geboren wurde.“

4839. „Durch den Segen des Siddhas wurde Harishchandra ruhmreich und wahrhaftig. Der junge Sohn wich mit seiner Zunge niemals von der Wahrheit ab. Selbst wenn sein Leib zugrunde ginge, würde er auf Erden keine Lüge sagen. Während die höchsten Devas seinen Eid priesen, verlor Harishchandra auch seine Gemahlin.“

4840. „Nachdem er sie verloren hatte, bewachte er lange den Leichenplatz und wurde zum Diener bei dessen Aufgaben. Auf Erden bewährte er sich und gewann großen Ruhm. Die Könige der Könige priesen ihn und nannten ihn einen herrlichen göttlichen Siddha. Lange regierte er wieder, doch schließlich ging auch er geordnet in die Erde ein.“

Anmerkung: Die OCR-Zählung lautet 4640; entsprechend der Reihe wird 4840 angesetzt.

Die Kulikai erhält Zugang zu einundzwanzig Höhen

4841. „Königlicher Sohn, für dich ist die gute Zeit gekommen, meine Unterweisung zu empfangen. Ich habe dir die herrliche Erkenntnislehre gegeben. Andere Siddhas, Weise und Rishis werden dir nichts davon sagen, mein Sohn. Die Kulikai, die du besitzt, wird dich rechtmäßig zu vielen Bergbereichen tragen.“

Anmerkung: Die OCR-Zählung lautet 4641; nach der Reihe wird 4841 angesetzt.

4842. „Schüler Kalangi Nathas, bisher brachte dich deine Kulikai friedlich bis zur siebten Höhe des königlichen Himalaya-Berges. Ich werde dir die Gunst geben, auch vierzehn weitere Höhen zu erreichen, königlicher Sohn. Die großen Siddhas, Weisen und Rishis hatten dir auf deinem Weg einen Fluch auferlegt.“

Anmerkung: Die OCR-Zählung lautet 4642; hier wird 4842 gelesen. Die Deutung als vierzehn weitere Höhen wird durch die Summe einundzwanzig im folgenden Vers gestützt.

4843. „Ich habe den Fluch aufgehoben, den dir die Siddhas, Weisen und Rishis erteilt hatten. Damit deine Kulikai ungehindert weitergelange, gab ich dir diese vollständige Gunst, mein Sohn. Sie wird dich bis zur einundzwanzigsten Höhe führen. Zu den sieben Höhen, die du zuvor erreichen konntest, wirst du nun die weiteren vierzehn durchmessen.“

4844. „Wenn du mit der Kulikai in die herrlichen Berge gehst, wirst du dort viele Koti Wunder sehen. Koti Siddhas werden unvermittelt kommen, um dich zu töten. Damit du auch sie überwinden kannst, werde ich dir bereitwillig die nötige Unterweisung geben.“

4845. „Reiner Bogarishi, mein Augapfel, wenn dir ein Hindernis begegnet, gedenke deutlich der Füße Kalangi Nathas. Denke außerdem an mich, den makellosen Sadashiva, der auf dem Anjana-Giri lebt. Lass deinen Hochmut zur Ruhe kommen und erinnere dich meiner, mein Sohn!“

4846. „Wenn du meiner gedenkst, wirst du die Bedrängnis makellos überwinden. Rein wie die Sonne wirst du vor ihnen erscheinen und deine entschlossenen Vorhaben erfolgreich vollbringen, ohne Zorn entstehen zu lassen. Mit der herrlichen Kulikai wirst du alle Wälder durchwandern, bis zum Gipfel gelangen und durch meine Gunst wieder davon herabsteigen.“

4847. „Nach deiner Rückkehr bleibe stets berühmt und schön in dieser Welt. Geh nicht in den Stand der Entsagung, sondern lebe im Hausstand, immer glücklich und erfüllt. Ohne Mangel sollst du auf Erden bestehen, o Siegreicher, als ein dem Cina-Land würdiger Mensch. Lebe in Fülle!“ So verlieh er Erkenntnis und erteilte mir die rechte Unterweisung.

4848. Ich werde dir einen weiteren Weg erzählen, mein freundlicher Sohn Pulippani. Wie gesagt, ging ich zu dem guten Anjana-Berg und sah Sadashiva Rishi. Ich empfing alle mächtigen Gaben und nahm bereitwillig die Erlaubnis entgegen, nach Cina zurückzukehren.

4849. Mit der Kulikai gelangte ich zu den friedvollen Edlen Cinas. Den lieben Frauen Cinas berichtete ich von der Begegnung mit dem großen Sadashiva Rishi auf dem Anjana-Berg und von allen Unterweisungen, die ich klar empfangen hatte. Danach nahm Bogar die Kulikai und begab sich zum großen Himalaya.

Anmerkung: Die OCR-Zählung lautet 4649; nach der Reihe wird 4849 angesetzt. Der Wechsel von erster zu dritter Person folgt der Vorlage.

Das achte Bergland: Wächter, Jungfrauen und weißer Elefant

4850. Sieh nun einen weiteren Weg, mein bedeutender Sohn Pulippani. Mit der Kulikai gelangte ich unmittelbar in das Himalaya-Gebirge. Als ich mit ihrer beständigen Kraft nach meinem Wunsch bis zur achten Höhe des Berges vordrang, sah ich erfreut einen aufrecht stehenden Stein.

4851. Nahe dem stehenden Stein erblickte ich einen mächtigen, festen Eingang. Er war mit einem gewaltigen Diamantstein verschlossen. Zwei Siddhas, die wie Himmelsweise und Rakshasas erschienen, bewachten diesen einzelnen Zugang, mein Sohn. Auch eine Ratna-Stambha, eine Edelsteinsäule, die die weite Welt preist, stand geordnet dort.

Anmerkung: Die OCR-Zählung lautet 4651; nach der Reihe wird 4851 gelesen.

4852. Ich sah die himmlischen Siddha-Weisen und verehrte ihre Füße als Herren von Kailasa. Mit gesenktem Haupt vollzog ich Namaskara und sagte bestimmt: „Meine Gurus!“ Ich faltete die Hände, beugte mich zu ihren Füßen und bat: „Siegreiche, schützt mich!“ Wahrhaftig berührte ich ihre Füße, erwies Namaskara und verneigte mich bereitwillig.

Anmerkung: Die OCR-Zählung lautet 4652; nach der Reihe wird 4852 gelesen.

4853. Wahrhaftig werde ich dir diesen weiteren Weg erzählen, den selbst die großen Nathas nicht gesehen haben. Ich legte entschlossen die Kulikai an und gelangte bis zur achten Höhe. Die beiden mächtigen göttlichen Rishis fragten mich wohlwollend, wer ich sei. Ich antwortete fest: „Ich bin Kalangis Schüler und ebenso ein Schüler Sadashivas.“

4854. Als ich sagte, ich sei Sadashivas Schüler, wurden mir die beiden geordnet wachenden Wesen sehr geneigt. Ich gedachte seiner Lotosfüße. Beide hielten Keulenwaffen in den Händen, gingen in den bewachten Bereich hinein und führten mich weiter. Vor und hinter mir gehend, brachten sie mich an der beständigen Diamantsäule vorbei zu einem Aufenthaltsort.

Anmerkung: Die OCR-Zählung lautet 4654; nach der Reihe wird 4854 gelesen.

4855. Ich ging auf diesem Berg weiter und sah einen Teich wie eine goldene Bühne. Dort saßen die lieblichen Frauen, die sieben jungfräulichen Göttinnen. Diese heiligen Mädchen mit ihren schönen Gliedern leisteten ehrfürchtig heiligen Dienst für die Siddhas, die dem Herrn von Kailasa gleichen. So verweilten die großen heiligen Jungfrauen dort.

Anmerkung: Die Körperbeschreibung der Göttinnen ist beschädigt; sie wird nicht anatomisch genauer bestimmt.

4856. Ich näherte mich dem Samadhi. Die schönen Jungfrauen fragten mich, wer ich sei, und fassten den Gedanken, mich heftig zu verfluchen. Innerlich bewegt und offenen Herzens sagte ich: „Edle, ich bin Kalangis Schüler.“ Immer wieder erklärte ich bestimmt, dass ich auch Sadashivas Schüler sei.

4857. Den entschlossenen Jungfrauen erzählte ich meine ganze Geschichte. Als ich sie geordnet dargelegt hatte, schenkten mir die Frauen ihre große Zuneigung. Damit mir kein Unheil widerfahre, führten sie mich sorgfältig vor den Samadhi. Sie erklärten mir die unvergängliche Gunst und gingen liebevoll zum Samadhi-Ort.

Anmerkung: Die OCR-Zählung lautet 4657; nach der Reihe wird 4857 gelesen.

4858. Sie nahmen mich mit und stellten mich würdig neben den Samadhi. Hinter ihm sah ich freudig Indras Elefanten. Ich erblickte den weißen Elefanten auf dem Berg; mein Herz erbebte. Während ich wie ein Kalb mit zitterndem Körper dastand, begann der gute weiße Elefant mich zu befragen.

Anmerkung: Die OCR-Zählung lautet 4656; nach der Reihe wird 4858 angesetzt.

4859. Als der weiße Elefant fragte: „Mein Sohn, wer bist du?“, antwortete ich: „Ich bin ein ergebener Schüler Kalangi Nathas, dessen Atem stillgeworden ist. Ebenso bin ich ein Schüler des großen Sadashiva, der auf dem Anjana-Giri lebt. Auf wunderbare Weise bin ich mit der Kulikai liebevoll auf den Berg hinaufgekommen.“

Indras Samadhi auf der achten Höhe

4860. „Ich bin Bogarishi“, erklärte ich, Bogar, deutlich. Der weiße Elefant, der im achten Bergland lebte, wurde mir liebevoll geneigt und freute sich. Er nahm mich geordnet auf seinen Kopf und ging durch den friedvollen Bereich der achten Höhe. Dann brachte er mich entschlossen nahe zu Devendras Samadhi und setzte mich dort ab.

4861. Ich gelangte neben den Samadhi, mein Sohn. Rasch legte ich die Kulikai ab und stellte mich geordnet vor die Siddhas, die dort weilten. Die mächtigen Wächter-Siddhas fragten aufmerksam, wer ich sei. Die versammelten Siddha-Weisen riefen laut und verlangten unverzüglich eine Erklärung meines Anliegens.

Anmerkung: Die OCR-Zählung lautet 4661; nach der Reihe wird 4861 angesetzt.

4862. Ich hörte ihre Worte und antwortete ohne Abweichung: „Ihr Schönen, ich verließ Cina mit der Kulikai, um den Himalaya und den edlen königlichen Indra zu schauen. Ich empfing die Erlaubnis des königlichen Kalangi und die Gnade des großen Sadashiva. So gelangte ich zur erhabenen achten Höhe, ihr Edlen.“ Dabei verneigte ich mich.

4863. Ich verehrte sie auf der achten Höhe. Die sichtbaren göttlichen Rishis und Weisen erbarmten sich liebevoll meiner, damit ich ohne Schaden bestehen könne. Freudig führten mich die Rishis an Devendras Samadhi. Diese entschlossenen Siddha-Weisen erläuterten mir vollständig dessen Größe.

4864. Sie erzählten die Wahrheit über den edlen Devendra im Treta-Yuga: „Mit mächtigen Gandharvas, Kimpurushas und Vidyadharas, mit der zarten Menaka, mit Tilottama, Rambha und der jungfräulichen Urvashi regierte er lange und ohne Mangel auf Erden.“

Anmerkung: Die OCR-Zählung lautet 4664; nach der Reihe wird 4864 angesetzt. Einige Gruppenbezeichnungen sind beschädigt, insbesondere das Wort vor Gandharvas.

4865. „Während Devendra Bhagavan über die Erdenwelt herrschte, erwuchs dem Siegreichen durch den gütigen Blick des königlichen Paramashiva große Erkenntnis. Er empfing würdig den Darshan der lieblichen Manonmani. Dann betrachtete dieser große Deva in seinem Herzen das Leben der weiten Welt.“

4866. „Nach dieser Betrachtung rief er die sieben Wolken geordnet vor sich. Nicht einmal Gold von der Größe eines Hirsekorns kommt mit; was nützt es, lange zu bestehen? Indra gab das häusliche Familienleben auf und vergaß die Welt. Ohne Zorn aufkommen zu lassen, rief er die Wolken feierlich herbei.“

Anmerkung: Die Aussage über das Gold ist knapp und beschädigt; „kommt mit“ ist die sinngemäße Ergänzung im Zusammenhang des Weltverzichts.

4867. „Nachdem er die Wolken gerufen hatte, sagte Indra von Kailasa: Nehmt mich mit zum ruhmreichen Meru-Berg, mein Sohn, bis zur achten Höhe! Alle sieben Wolken nahmen Indra geordnet auf und trugen ihn unmittelbar auf den Berg.“

Anmerkung: Die OCR-Zählung lautet 4667; entsprechend der Reihe wird 4867 angesetzt.

4868. „Devendra hatte Erkenntnis erlangt und stieg in den Samadhi hinab, mein Sohn. Er vergaß seinen mächtigen Thron von tausendundacht Mattu. Mit still gewordenem Atem ließ Devendra Bhagavan sich auf dem festen Berg nieder. Seit langer Zeit verweilt Indra dort geordnet auf dem Berg.“

Anmerkung: Die Zahl 1008 Mattu beim Thron ist ungewöhnlich, steht jedoch in der Vorlage; eine Umrechnung oder sachliche Korrektur erfolgt nicht.

4869. „Devendra Bhagavan verweilt seit langer Zeit in diesem schönen Samadhi. Wenn du eine Weile hierbleibst, wird er dir die passenden Unterweisungen geben. Bleib entschlossen nahe dem Samadhi seiner heiligen Lotosfüße, dann wirst du als körperlose Rede wesentliche Unterweisungen empfangen, du Schöner.“ So sprachen sie gnädig.

Anmerkung: Die Wortverbindung nach Lotos ist beschädigt und erinnert auch an „Quecksilber“; der Bezug auf die Füße ist hier eine vorsichtige Kontextlesung.

Das grüne Pferd, der rote Kranich und Brahmas Samadhi

4870. Nachdem sie dies gesagt hatten, ertönte eine körperlose Stimme. Der reine, schöne Bogar empfing geordnet den Abschied, legte die Kulikai an und entfernte sich von den Füßen des Siddha-Lichts am Ende des Nada. Der königliche Bogarishi gelangte mit der Kulikai auf die neunte Höhe und ging mit ihr weiter bis zur zehnten.

Anmerkung: Die OCR-Zählung lautet 4670; nach der Reihe wird 4870 angesetzt.

4871. Kalangi Nathas Füßen ergeben, stieg ich auf die höheren Bereiche. Auf der zehnten Höhe des mächtigen Berges legte ich die Kulikai ab und ließ mich nieder. Freudig sah ich, Bogarishi, ein grünes Pferd. Im südlichen Bereich der neunten Höhe erschien außerdem ein roter Kranich.

4872. Der rote Kranich und das gute grüne Pferd kamen mit herrlichem Licht nahe zu mir. Liebevoll fragten sie, wer ich sei. Fest in Manolaya, der Auflösung des Geistes, antwortete ich freudig: „Ich bin der siegreiche Bogarishi, Kalangi Nathas Schüler.“ Höre diese Herrlichkeit.

4873. Höre, Pulippani: Als ich so sprach, antworteten mir das aufmerksame grüne Pferd und der rote Kranich gemeinsam: „Wir werden dich verfluchen, sodass du stirbst!“ Beide sprachen diese Worte geordnet aus. Ich ging nicht weiter, sondern zitterte, senkte das Haupt und verneigte mich ehrfürchtig.

Anmerkung: Die OCR-Zählung lautet 4673; entsprechend der Reihe wird 4873 angesetzt.

4874. Ich verneigte mich, doch der große Vogel und das Pferd fassten einen Entschluss. Dort befand sich der schöne Samadhi des viergesichtigen Brahma. „Weil du auf diesen duftenden Berg gekommen bist, werden wir dich töten“, sagten sie. Das Pferd erwog es ernsthaft und machte sich daran, mich zu töten, mein Augapfel.

Anmerkung: Die OCR-Zählung lautet 4674; nach der Reihe wird 4874 angesetzt.

4875. Als sie sich näherten, um mich zu töten, verehrte ich sogleich ihre Füße und senkte das Haupt. Ich gedachte Kalangis und gab ehrerbietig Auskunft. Da gewährten sie mir die Erlaubnis weiterzugehen. Durch das Verdienst einer noch bestehenden früheren Verbindung beschlossen sie, mich zu beschützen, obwohl sie mich zuvor durch einen Fluch zu Stein machen wollten.

4876. Sie führten mich nahe an den Samadhi des Viergesichtigen, o Siegreicher, und erklärten: „Im Krita-Yuga trat er bereitwillig in diesen Samadhi ein. Dieser Siddha ist seither wahrhaftig lange dort geblieben; selbst die großen Nathas wissen nicht davon. Er ist ein Siddha vollendeten Körpers ohne Falschheit im Herzen, ein gewaltiger Siddha, der Viergesichtige.“

4877. Um den vollendeten viergesichtigen Brahma herrlich zu sehen, blieb ich lange auf dem kostbaren Berg und ließ keine Ungestümheit aufkommen. Während ich hingebungsvoll vor dem Samadhi stand, ertönte eine klare körperlose Stimme. Ich hörte die klugen Worte des wahrhaftigen viergesichtigen Brahma.

4878. „Ich bin ein guter Schüler Sadashiva Rishis und Kalangis“, sagte ich. Da wurde man mir herrlich geneigt und erklärte mir bestimmt den Ort auf dem Berg, an dem das besondere Kayakalpa zu finden sei. Als spräche jemand unmittelbar, hörte ich auf dem Berg diese körperlose Stimme, mein Sohn.

4879. Nachdem ich dies gehört hatte, nahm ich bereitwillig und aufmerksam das kräftige Kayakalpa ein und erlangte seine Herrlichkeit. Als ich in der Welt zu den höheren Bereichen weitergehen wollte, entstand vor meinen Augen ein großes, strahlendes Licht, wie beim Anblick eines Blitzes. Geordnet begab ich mich auf die elfte Höhe.

Anmerkung: Die OCR-Zählung lautet 4679; entsprechend der Reihe wird 4879 angesetzt.

Der Schwan und Jambu Maharishi auf der elften Höhe

4880. Im Himalaya-Gebirge erreichte ich die herrliche elfte Höhe. Mit der Kulikai stieg ich den mächtigen Berg hinauf und gelangte dorthin, o Siegreicher. In einer großen Höhle sah ich einen Vogel, einen Schwan. Aufmerksam und entschlossen trat ich in seine Nähe.

4881. Als er mich herankommen sah, fauchte er, und sein Zorn nahm stark zu. Der Schwan fragte mich nachdrücklich, wer ich sei. Ich blickte auf diesen guten Schwan und antwortete freundlich: „Ich bin Kalangis Schüler.“ Da erbarmte sich der mächtige Schwan meiner.

Anmerkung: Die OCR-Zählung lautet 4681; nach der Reihe wird 4881 angesetzt.

4882. Er nahm mich liebevoll an sich, erklärte mir die Angelegenheit, reichte mir hilfreich die Hand und segnete mich. Es war ein Schwan, ein Vogel Kailasas. Er sagte: „Hier im Inneren wohnt ein Rishi, du Schöner: der große Jambu Maharishi. Nach der mir gewährten Bestimmung wurde ich zu seinem Diener, königlicher Sohn.“

Anmerkung: Die Handreichung wird dem Schwan ausdrücklich zugeschrieben. Der Rishiname ist als „Aimp(u)“ beschädigt; Jambu ist eine unsichere Namenslesung.

4883. „Durch Devendras Fluch nahm ich die Gestalt eines Schwans an und diente hier. Lange Zeit bin ich so geblieben. Nun wird der Fluch aufgehoben; ich empfange die Gunst, nicht zu vergehen, und die Erlaubnis des großen Rishis aufzubrechen. Die Zeit ist gekommen, mich vor den staubbedeckten Lotosfüßen zu verneigen und unmittelbar fortzugehen.“

4884. „Höre, Bogarishi Natha, mein Sohn. Ich werde dir nachdrücklich die Unterweisungen geben und dich rasch an die Seite des großen Jambu Maharishi bringen.“ So sprach der Schwan auf wunderbare Weise zu mir. Darauf ging ich in die Höhle, mein Sohn.

Anmerkung: Die OCR-Zählung lautet 4684; nach der Reihe wird 4884 angesetzt. Jambu bleibt die unsichere Namenslesung aus Vers 4882.

4885. Höre, mein Sohn Pulippani: Ich sah den großen Jambu Maharishi in guter Ordnung. Er fragte, wer ich sei, und ich antwortete: „Ich bin Kalangis Schüler.“ Der Siddha, der lange Zeiten durchmessen hatte, schenkte mir wahrhaftig seine Gnade: „Du bist bereitwillig nahe an meinen Samadhi gekommen; dies ist in der Tat bedeutsam.“

4886. „Weil für dich eine frühere Verbindung auf Erden bestand, konntest du mit diesem vergänglichen Körper machtvoll hierherkommen, mein Sohn. Dürfen die gewöhnlichen Menschen, die auf Erden leben, so leicht hierhergelangen? Du Schöner von reinem Ruhm, dir ist die Yoga-Siddhi vollständig zuteilgeworden.“

4887. „Höre, junger Sohn: Es gibt Koti Siddhas in dieser ruhmreichen Welt, viele, die alle acht Richtungen preisen. Wenn sie dich sehen, werden sie dich wohl unbehelligt lassen? Sage! Sie werden dich bestimmt mit einem mächtigen Fluch belegen. Darum habe ich dir vollständig und kraftvoll den Erkenntnis-Yoga gegeben. Höre seine Herrlichkeit!“

4888. „Du den Füßen Kalangi Nathas Ergebener, du aufmerksamer Sohn, der auch Sadashivas Gnade empfing! Ohne Zeit zu verlieren, wirkst du wohl auf Erden deine Siddhi-Spiele. Boganatha, ich werde dir großzügig eine machtvolle Kulikai geben. Lass sie nicht verderben, sondern nimm sie bereitwillig und liebevoll an!“

Kamadhenu und Vasishtha auf der zwölften Stufe

4889. Ich nahm die Kulikai an und empfing seinen Segen. Die Füße meines erhabenen Gurus im Herzen tragend, schaute ich die liebliche Manonmani und gelangte zur zwölften Bergstufe. Ich setzte die Kulikai ein und ließ mich auf dem gewaltigen Berg nieder.

4890. Als ich auf dem Meru niederstieg, sah ich die schöne Kamadhenu. Die mächtige Kamadhenu erblickte mich und fragte nachdrücklich, wer ich sei. Zu der geflügelten Kamadhenu sagte ich: »Ich bin Kalangis Schüler.« Sie nahm die Gestalt einer Kurava-Frau an und fuhr mich zornig an.

Anmerkung: Die Wendung »wie ich« im letzten Halbvers hat einen unsicheren Bezug; die Verwandlung in eine Kurava-Frau ist ausdrücklich genannt.

4891. Bei ihrem Zorn zog ich meinen Geist zurück, senkte den Kopf vor ihren edlen Füßen und verehrte sie. Mit gefalteten Händen warf ich mich ganz zu Boden. Darauf gab sie mir Unterweisung und erklärte die Regeln und Ordnungen des Manu; auf der zwölften Bergstufe führte sie mich zu einer großen Samadhi-Stätte.

Anmerkung: Das Wort vor »Manu« ist beschädigt; die genaue Bezeichnung der gelehrten Ordnung bleibt unsicher.

4892. So trat ich an die Seite des großen Rishis Vasishtha. Dieser entschlossene Siddha hatte, den Atem zur Ruhe gebracht, im Samadhi verweilt und seit langer Zeit geschwiegen. Liebevoll unterwies er mich und erklärte die großen Charanai-Verfahren der Kulikai, damit kein Makel entstehe.

4893. Wie könnte ich diese Charanai-Verfahren beschreiben? Der große Rishi Vasishtha sprach festigende Worte über die Kulikai und führte viele mächtige Charanai-Verfahren aus. Er erklärte mir die Regeln und die Art, die Kulikai einzusetzen, und verlieh mir den Segen: »Ziehe entschlossen zum großen Meru weiter!«

Anmerkung: Der Druck springt anschließend unmittelbar zu 4901; dort steht dieselbe Strophe nochmals. Die Nummern 4894–4900 fehlen bereits in der Vorlage (PDF-Seiten 640–641).

4901. Wie könnte ich diese Charanai-Verfahren beschreiben? Der große Rishi Vasishtha sprach festigende Worte über die Kulikai und führte viele mächtige Charanai-Verfahren aus. Er erklärte mir die Regeln und die Art, die Kulikai einzusetzen, und verlieh mir den Segen: »Ziehe entschlossen zum großen Meru weiter!«

Anmerkung: Wörtliche Wiederholung von Vers 4893 unter neuer Nummer im tamilischen Druck; beide überlieferten Nummern bleiben erhalten.

Vinayakas Samadhi und die Stätte der Shivalingas

4902. Er gab mir diesen Segen. Noch einen Weg will ich schildern; höre, lieber Sohn Pulippani! Entschlossen nahm ich die Kulikai und zog zum Meru. Ich gelangte zur dreizehnten Bergstufe, um dort Vinayaka zu sehen; freudig und voller Verlangen war ich mithilfe der wunderbaren Kulikai gekommen.

4903. Mit der Kulikai und im stillen Gedenken an meinen Guru Kalanginathar ging ich zur herrlichen dreizehnten Stufe, um Vinayakas Samadhi zu sehen. Ich sah die große Samadhi-Stätte jenes erhabenen Rüsselträgers, des siegreichen Siddhas Ganapati, der auch Mahadeva genannt wird.

4904. Bei dieser Samadhi-Stätte sah ich Abermillionen vollendeter Siddha-Weiser und Scharen von Nathas. Freudig beugte ich den Kopf, verehrte ihre Lotosfüße und blieb vor ihnen stehen. »Nehmt mich an, erklärt mir die Regeln und zeigt mir den Guru Vinayaka!«, bat ich.

4905. Als ich die mächtigen Siddhas bat, ihn mir zu zeigen, sprach ein Siddha-Weiser: »Vergeblicher Junge, ich werde dich verfluchen!« Ich bat die kraftvollen Rishis und Devas um Schutz und gedachte mit Liebe und Demut meines Kalangi.

4906. Als ich seiner gedachte, nahmen sie mich an und führten mich auf der dreizehnten Bergstufe an Vinayakas ehrwürdige Samadhi-Stätte. Die Siddhas erklärten mir das Verborgene, sodass nicht einmal ein hirsekornkleiner Fehler geschehe. Mit der Kulikai erhob ich mich zur Höhe einer Palme und schaute Vinayakas Samadhi.

4907. Ich sah Vinayakas Samadhi; diese wesentliche Samadhi-Stätte war nicht verschlossen. Mit Elefantenstachel und einem einzigen Stoßzahn, in der Gestalt des berühmten Elefantengesichtigen, saß er fest im Samadhi auf der Erde und hielt beide Hände erhoben. Lange hatte dieser Siddha so verweilt; drei Yugas hatte der große Vollendete gesehen.

4908. Diesen vollendeten Weisen Vinayaka sah ich auf der herrlichen dreizehnten Stufe des Meru mithilfe meiner wirksamen Kulikai. Er hatte seit langer Zeit in Hingabe verweilt und gilt als erster Siddha der Shastras in der Welt. Den siegreichen Siddha Vinayaka hatte ich auf dem Meru geschaut.

4909. Noch ein Wunder will ich erzählen: Ich ging zur vierzehnten Bergstufe. Auf dem heiligen Meru sah ich die mächtige Stätte des Shivalinga. Millionen Rishis umgaben dort den Berg. Zusammen mit den Gestalten der Trimurti sah ich das erhabene Shivalinga.

4910. Ich sah das Shivalinga und darüber weitere zehntausendacht heilige Shivalingas. Die asketischen Nathas und Rishis betrachteten sie still und vollzogen vielfache Verehrung, die das Werden überwindet. Dort verweilten die Nathas; ohne dass andere Menschen der Welt dies sahen, zog ich zur fünfzehnten Stufe weiter.

Manonmani: Gestalt und Lichtfülle

4911. Ich ging weiter; höre, Sohn Pulippani! Unter Kalangis gnädigem Blick stieg ich mit der Kulikai auf den Meru. Ich sah tausend Rishis auf Hirsch- und Tigerfellen, wie frisch abgezogenen Häuten. Tausend Rishis sah ich dort, wie den im Süden weilenden Weisen Agastya.

4912. Auf der fünfzehnten Stufe sah ich die Schülerschar des Herrn von Kailasa. Die Körper von tausend göttlichen Rishis leuchteten in ihrem ursprünglichen Glanz. Sie brachten der schlanken Manonmani Parijata-Blüten dar, vollzogen hingebungsvoll vielfache Verehrung und führten unablässig Yajnas aus.

4913. Während diese Siddha-Weisen ihre Yajnas vollzogen, kam ich mithilfe der mächtigen Kulikai unmittelbar zur fünfzehnten Bergstufe. Die tausend Siddhas erblickten mich aufmerksam, traten an meine Seite und fragten, wer ich sei.

4914. Sobald sie fragten, gedachte ich voll Vertrauen Kalangis und sagte demütig: »Ich bin der Schüler seiner Füße.« Sie sprachen mir zu, erklärten aber: »Weil du entgegen der Ordnung zur fünfzehnten Stufe gekommen bist, wird dich ein mächtiger Fluch treffen, lieber Junge!«

4915. Als sie dies sagten, wandte ich mich an sie: »Durch Kalangis schönen Gnadenblick wird der Fluch aufgehoben; mit der Kulikai habe ich euch Rishis erreicht. Nehmt mich an und lasst euren Zorn rasch vergehen! Nehmt mich fest in euren Schutz, wie der Krugweise im Süden es tut!«

4916. Freudig verehrte ich die Füße der Rishis, die seit Millionen Yugas Askese übten. Ich verneigte mich vor dem klaren, nektargleichen Lichtthron Manonmanis, der Mutter des Vedanta. »Ihr Edlen, gewährt mir ihre wirkliche Schau!«, bat ich demütig.

4917. Während ich so verehrend dastand, führten mich die Siddhas entschlossen auf der fünfzehnten Stufe weiter und zeigten mir Manonmanis Thron. Niemand hatte die Gestalt der Manonmani von Kailasa wirklich gesehen; reine Lichtfülle war zu schauen.

4918. Abermillionen Siddhas auf der Erde haben jene Manonmani nicht gesehen. Auch die Siddhas, deren Atem seit langer Zeit zur Ruhe gekommen ist, haben sie in dieser alten Welt nicht geschaut. Doch unzählige, Millionen großer Siddhas haben das Licht ihres Wesens gesehen.

4919. Abermillionen haben in allen vier Yugas Manonmani selbst nicht gesehen. Weder die herrschenden Rishis und Devas noch die guten Siddha-Weisen und Nathas haben ihre machtvolle Gestalt auf Erden geschaut. Doch Millionen haben jene besungene Fülle des Lichtes gesehen.

4920. Den Thron der erhabenen Manonmani, die auf dem heiligen Lotos sitzt, haben Siddha-Weise und Nathas in vielen Schriften besungen. Wer das Innere der wahren Shastras erkennt, vergegenwärtigt sich aufrichtig das reine Bewusstsein. Jener als Thron bezeichnete Ort ist der Samadhi, in dem die sechs Adharas zur Ruhe kommen.

4921. In diesem Zustand des Samadhi verweilend, betrachten sie das wesentliche Om. Sie richten den Geist empor zu den Füßen des Gurus, sitzen fest und lenken das Kumbhaka nach oben. Um die liebliche Manonmani zu schauen, meditieren viele große Menschen und Shiva-Yogis auf Parapara und üben lange Zeit Askese.

4922. Auch wenn sie so üben, sehen sie Manonmani nicht. Was hilft es, wenn vier Yugas vergehen? Selbst wenn alle Welten vergehen, schauen die berühmten Siddhas nur die herrliche Lichtfülle. Wie sollten sie ihre wirkliche Gestalt sehen? So haben es auch die Schriften des Vedanta erklärt.

4923. So erklärten es mir die zahllosen Siddha-Weisen und Rishis ganz deutlich, wie die Unterweisungen in den Schriften des südlichen Krugweisen. Sie lehrten mich freundlich die Veden, nannten Kalangi des Nadanta und gaben mir erhabene Unterweisung und schließlich die Erlaubnis zum Aufbruch.

Anmerkung: Die Wendung zum Namen Kalangis ist nicht eindeutig; wörtlich kann sie auch einen Namenswechsel andeuten.

4924. Nachdem ich die Lichtfülle geschaut und auf dem Berg Abschied genommen hatte, legte ich die Kulikai an, um die sechzehnte Bergstufe zu sehen. Ich gedachte der schönen Lotosfüße meines eigenen Herrn Kalanginathar und beschloss, diesen Bergabschnitt zu verlassen und weiter hinaufzusteigen.

Die schwarze Kuh und das Kayakalpa-Kraut

4925. Ich wollte auf dem schönen Meru die sechzehnte Stufe sehen. Ich überschritt Berge, durchquerte Höhlen und ging an Quellbecken vorbei. Um die Schätze des Berges zu schauen, trug ich die mächtige Kulikai und zog freudig weiter, Kalanginathar wie mein Augenlicht im Herzen.

4926. Ich ging auf dem Himalaya an den Hängen des guten Meru entlang und erreichte die sechzehnte Stufe. Dort gab es Quellen und Teiche. Nahe einer dicht umwachsenen Quelle lag ein unterirdischer Gang, dahinter ein dunkler Hain. Scharen von Siddha-Weisen und Nathas und zahlreiche beständige Schüler lebten dort.

4927. Auf diesem Berg gab es Heerscharen zu Millionen; ihre Menge lässt sich nicht beschreiben. In jenem Land wohnten himmlische Weise und Rakshasas. Wie soll ich die gewaltigen Wunder schildern, die ich dort sah? Als demütiger Diener trug ich die Kulikai und verweilte lange an diesem Ort.

4928. Ich hielt mich auf dem Waldweg auf und stand bei einer schönen Höhle. Nahe einem Kurunta-Baum übte ein Siddha mit seiner Schülerschar seit langer Zeit Askese. Am Hang bei der Quelle betrachtete dieser Siddha-Weise eine Pasalai-Pflanze, die ihm wie köstlicher Nektar zur Nahrung diente.

4929. Der mächtige Siddha-Rishi aß diese schwarze Pasalai. Das Kraut, das sein Guru ihm genannt hatte, nahm der vollendete Natha morgens und abends in geordnetem Maß ein. Dieses herrliche Kraut trug für den Weisen achtzehn Blätter.

Anmerkung: Die Zahlenfügung für die Blätter ist ungewöhnlich; »achtzehn« ist eine vorsichtige Lesung. Die Pflanze wird botanisch nicht gleichgesetzt.

4930. Der Siddha nahm das Kraut morgens und abends beständig als Kayakalpa ein. Eines Tages waren die Blätter der wirksamen Pflanze, die an einem abgestorbenen Baum stand, abgefressen. Als der Siddha dies sah, fragte er sich in seinem Innern, wer sie berührt und gegessen habe.

Anmerkung: Die Beschreibung des Standortes und des Fraßes ist sprachlich beschädigt; der folgende Vers erläutert das Geschehen.

4931. Der Siddha des Nadanta überlegte, wer zu seinem Kraut gegangen sei. Als er mit seiner Erkenntnis-Kulikai genau nachschaute, sah er eine schwarze Kuh, die täglich am Berghang weidete. Sie hatte das Kayakalpa-Kraut gefressen, das der verdienstvolle Siddha-Weise dort bewahrte.

4932. »Dieses Kayakalpa-Kraut ist mir zuteilgeworden«, dachte sie. »Weil eine frühere Verbindung zu dem göttlichen Siddha fortbesteht, habe ich dieses Kraut erlangt.« Wie in der Geschichte, die sich am südlichen Potikai ereignete, fiel es ihr durch den Gnadenblick des Göttlichen zu.

Anmerkung: Die Gedanken werden im Anschluss ausdrücklich der schwarzen Kuh zugeschrieben; »frühere Verbindung« gibt vittakurai wieder.

4933. Während die schwarze Kuh so dachte und kraftvoll dastand, blickte der wunderkundige Siddha, dessen Atem zur Ruhe gekommen war, auf sie. Sein Zorn schwoll gewaltig an, und er sprach einen mächtigen Fluch aus. Da brach die schwarze Kuh schreiend zu Boden und stürzte unter lautem Klagen nieder.

4934. Als die schwarze Kuh am Boden lag und klagte, kam ihr Kalb herbeigelaufen. Weinend beschnupperte es die Mutter, nahm das Pasalai-Kraut und trat verehrend an die Füße des Siddha-Weisen; es hielt das Kraut im Maul. Da wurde der Siddha im Herzen bewegt und von tiefer Trauer ergriffen.

Anmerkung: Die genaue Handlung mit dem Kraut ist mehrdeutig; ein Einlegen in einen anderen Mund lässt sich nicht sicher feststellen.

4935. Seine Sorge wuchs: »Weil ich auf dieser Erde eine Kuh getötet habe, ist Sünde über mich gekommen. Durch unnützen Zorn bin ich der Schuld verfallen.« Über seinen heftigen Zorn empfand er großen Schmerz. Denn diese Kuh war eine, die der seit alters mit einer Girlande geschmückte König Krishna liebevoll aufgezogen hatte.

4936. Auf dem Ratnagiri hatten die Nathas sie gesehen: Mutter und Kalb zogen um den Berg und weideten friedlich. Diese Kuh fügte sich den Nathas und brachte ihnen keine Verfehlung. Der Siddha-Weise klagte über das Unglück, das ihren Tod verursacht hatte.

4937. Nach seinem Klagen fasste der Siddha wieder Mut und hob den Fluch über die schwarze Kuh auf, damit ihr Heil widerfahre. Für die Kuh und ihr Kalb wies er Wasser, eine Höhle und einen geeigneten Aufenthaltsort an. Er gab ihnen den Segen: »Lebt lange und glücklich in diesem mächtigen Wald!«

Anmerkung: Der Wortlaut wechselt zwischen Kuh und Kalb; die Aufhebung des Fluches wird erzählt, ohne die Wiederbelebung als eigenen Vorgang auszuführen.

4938. Auf der sechzehnten Bergstufe sah ich das Kalb dieser schwarzen Kuh wohnen. Höre, schöner Sohn Pulippani! Ich dachte bei mir, dass eine solche wunderbare Begebenheit denen zuteilwird, deren frühere Verbindung fortbesteht. Dann flog ich mit meiner Kulikai davon.

Mahavishnus körperlose Unterweisung

4939. Ich flog weiter; noch einen Weg will ich dir erklären, lieber Sohn Pulippani. Die Geschichte der gestorbenen schwarzen Kuh habe ich wahrheitsgemäß erzählt, soweit ich sie mithilfe der Kulikai erkannte. Dann ging ich zur siebzehnten Bergstufe. Höre aufmerksam, welche besonderen Wunder ich nun schildern werde!

4940. Auf dem Meru suchte ich Vishnus Samadhi. Durch den Gnadenblick meines Gurus Kalanginathar, des siegreichen Meisters der vollkommenen Gestalt, stieg ich hinauf und erreichte die siebzehnte Stufe. Unter Mahadevas Gnadenblick stand ich dort, mit der Kulikai versehen.

4941. Auf der siebzehnten Stufe standen Abermillionen gerechte Siddha-Weise. Sobald sie mich auf dem Berg erblickten, fragten sie, wer ich sei. Ich zog mich furchtsam zusammen, verehrte freudig ihre Lotosfüße und sagte: »Gewährt mir die Gnade, zu Mahavishnus Samadhi zu gelangen!«

4942. Als ich so ihre Lotosfüße verehrte und bat, sprach ein Siddha der vollkommenen Gestalt: »Sage, kann irgendjemand auf Erden den großen Mahavishnu sehen? Selbst mein erhabener Herr Kalanginathar hat lange gewartet. Niemand auf der Welt vermochte jene Lotosfüße zu schauen.«

4943. »Diese unerreichbare Größe wird auch dir nicht einfach zuteil. Mit den Verehrern und den Edlen aus Shivas Schar wartete er lange auf diesem Berg. An jeder Stufe hielten Nathas Wache; die Lotosfüße konnte er nicht sehen. So verließ er den hohen Meru und stieg achtsam mithilfe seiner Kulikai hinab.«

4944. So erklärten mir die Siddha-Weisen und Rishis seinen Abstieg. Als ich ihre Worte hörte, dachte ich: »Oho, die Nathas werden ihn mir nicht zeigen!« Mit meiner eigenen Kraft und meiner Kulikai erhob ich mich wie ein geflügelter Vogel und stieg entschlossen zur höheren Bergstufe auf.

4945. Ich gelangte hingebungsvoll an Mahavishnus Samadhi und blickte über die Samadhi-Stätte hinauf zu dem makellosen Wesen. Die strahlende Gestalt des dreifachen Wirkens sprach mir freundlich zu. »Welche andere Zuflucht habe ich? Weil die frühere Verbindung fortbesteht, bin ich gekommen«, sagte ich.

Anmerkung: Tirikarna sorupa murtti ist eine unsichere Bezeichnung; »dreifaches Wirken« gibt die Lesung vorsichtig wieder.

4946. »Herr der vollkommenen Gestalt, ich bin gekommen. Gewähre mir als Segen deine Schau!« Mit schmerzlich bewegtem Herzen verehrte ich seine Füße und senkte sogleich den Kopf. Da sprach Mahadeva Vishnu als körperlose Stimme. Mit zitternden Beinen vernahm ich liebevoll seine Unterweisung.

4947. Mahadeva erbarmte sich meiner und wandte mir gnädig sein Herz zu. Durch die körperlose Stimme sprach er eindringlich und freundlich: »Du Schüler Kalanginathars hast lange, mit der Kulikai ausgestattet, auf Erden gelebt. Erkenne die Kraft dieser segensreichen Kulikai!«

4948. »Auf dem Himalaya gibt es Siddhas und Weise, und auf dem berühmten Meru ist die Macht der Nathas groß. Mit Stolz und mit deiner Kulikai ausgestattet bist du kraft deiner Fähigkeiten durch die ganze Welt gezogen. Du hast Land um Land, Berge und Flüsse rasch überwunden.«

4949. »Nachdem du lange so gelebt hattest, gingst du rasch nach Cina. Den Menschen von Cina erklärtest du alle wirksamen Wunderkräfte. Nun bist du mit deiner Kulikai zu diesem Meru gekommen. Weil du heute hierhergekommen bist, will ich dir die herrliche Unterweisung geben.«

4950. So sprach er zu mir und erklärte das Verborgene auf eine Weise, die den Siddha-Weisen der Welt nicht sichtbar war. Er gab mir klaren Bescheid, lehrte mich die Erkenntnis und entließ mich getröstet. Er gewährte mir liebevoll seine Gnade, damit ich zur achtzehnten Stufe weitergehe und den Gipfel des Sirama-Berges schaue.

Anmerkung: Der Bergname Sirama und die unmittelbar vorangehende Wendung sind unsicher überliefert.

Markandeya und die Bücherberge auf dem Meru

4951. Nachdem ich diesen gnädigen Abschied empfangen hatte, trug ich meine geliebte Kulikai und durchquerte den dunklen Berg. Ich erreichte die schöne achtzehnte Stufe. Um Markandeya zu sehen, ging ich mit der Kulikai auf dem bedeutenden Meru entschlossen zu jener achtzehnten Bergstufe.

4952. Als ich zu Markandeyas Samadhi auf dem Berg ging, sah ich unzählige Menschen und Weise, die die Wogen und die sieben Meere überschritten hatten. Neun Koti Rishis und Weise hatten durch Kayakalpa das Ergrauen überwunden. Ihre Menge war ohne Grenze und ohne Zahl auf der reichen achtzehnten Bergstufe.

4953. Ich sah viele Samadhi-Stätten und Markandeyas herrliches Linga. Täglich vollzog er geordnet über tausend Verehrungen; so war die große Linga-Puja Markandeyas eingerichtet. Seine vedischen Opfer wären nicht einmal vom weiten Meer zu fassen. Ich sah die Fülle dieser Lingas.

Anmerkung: Die Angabe »tausend und darüber« bleibt ohne eindeutige Zähleinheit; der genaue Ausdruck für die Linga-Puja ist beschädigt.

4954. Noch einen Weg will ich schildern; höre, lieber Sohn Pulippani! Durch Kalangis Gnade erhielt ich die Kulikai, mit der ich Millionen Yugas bestehen konnte. Entschlossen trug ich sie und ging zu achtzehn und eins. Wie ein stürmischer Wind stieg ich mit der Kulikai am Meru empor.

4955. Ich stieg zur neunzehnten Bergstufe hinauf. Dort waren Siddhas, die die schöne Kulikai verehrten. Ich trat an die Seite des Siddhas Mahadeva, faltete ehrfürchtig die Hände, senkte den Kopf und verehrte seine Lotosfüße. Nachdem er mich zornig angefahren hatte, ließ er seinen Zorn ab und fragte, wer ich sei.

4956. Als der Siddha-Weise fragte, stand ich auf dem Berg und sagte: »Ich bin Kalanginathars Schüler, o Siegreicher!« Er wandte mir seine Zuneigung zu, sprach mir hilfreich zu und erteilte mir makellose Unterweisungen.

Anmerkung: Das als »Unterweisungen« wiedergegebene Wort vatinaṅkaḷ ist in diesem Zusammenhang unsicher.

4957. Nachdem er sie gegeben hatte, verneigte ich mich und gelangte auf die neunzehnte Stufe. Ich bat darum, die Samadhi-Stätte mit den dort ruhenden Büchern zu sehen. Epen und Ayurveda-Schriften lagen dort wie ein Berg in der Samadhi-Stätte. Auf der Südseite des Meru sah ich Sanskritbücher.

4958. Von den Büchern auf der Nordseite des Meru will ich erzählen: Alle diese Schriften waren in der nördlichen Sprache verfasst; gewaltige Shastras sah ich dort wie einen Berg. Auch von der schönen Ostseite des Meru will ich berichten: Ihre wie Sturmwind gehäuften Bücher waren in Girvana verfasst.

Anmerkung: »Nördliche Sprache« (vatamoli) und »Girvana« sind hier Bezeichnungen für Sanskrit; der Text verwendet mehrere Namen.

4959. Auf der Westseite des Meru sah ich eine weitere Samadhi-Stätte. Die Shastras türmten sich wie Berge; es gab nicht genug Tage, um sie zu lesen. Ich ging zu diesen Büchern in verhüllender Fachsprache auf dem Meru. Zahlreich waren die Schriften, die viele Menschen gemeinsam auf der Erde verkündet hatten.

Bewahrte Schriften und die Sonnenregion

4960. Auf allen vier Seiten des Meru sah ich die Samadhi-Stätten dieser Schriften. Guru-Schriften und große Lehrwerke lagen dort wie Berge. Als in längst vergangenen Zeiten die Auflösungsfluten der drei Yugas kamen, hatte man die kostbaren Shastras auf dem Meru in diesen Samadhi-Stätten niedergelegt.

4961. Als die Auflösungsfluten eintraten, wurden die Bücher auf dem Meru bewahrt. Einige der von den verschiedenen Meistern geschaffenen Schriften trieben bei der Flut an den Berghängen und gelangten schwimmend an den Rand des heiligen Milchmeeres. Einige Bücher aus den sieben Meeren fand man dann im Kali-Yuga.

4962. Die Edlen des Kali-Yuga fanden sie, doch die wesentlichen Shastras sahen sie nicht. Ich aber leistete eifrig Dienst, erlangte unter Kalangis Gnadenblick durch beharrlichen Kampf die Kulikai und ging zum gewaltigen Meru. Freudig nahm ich dort das »Bogar Siebentausend« an mich.

Anmerkung: Der Erzähler beschreibt sein eigenes Werk hier als auf dem Meru erlangten Text; diese Selbstdarstellung bleibt erhalten.

4963. Ich nahm das »Bogar Siebentausend«, das Epos des Gurus Agastya, das »Chandamarutam« in zwölftausend und auch das Werk in vierzehntausend an mich; ferner das alte »Chaturkandam« in viertausend, das »Karmakandam« in zwölftausend und das »Nadi« in zwölftausend.

Anmerkung: Die Abgrenzung einzelner Titel und Umfangsangaben ist im Tamilischen nicht durchgehend eindeutig; die Zahlen werden ohne ergänzte Werktitel bewahrt.

4964. Ich sah das »Shuka Nadi« in zwölftausend, das gute Werk des Pushi in zwölftausend und das sonst auch bei eifrigem Suchen unauffindbare »Karmakandam« auf dem Berg. Dhanvantaris Schriften, die selbst für Millionen an Reichtum nicht zu erhalten sind, und alle Veden und Puranas sah ich wie einen kostbaren Berg aufgehäuft.

Anmerkung: Der Name Pushi ist unsicher gelesen; eine Gleichsetzung mit einem bestimmten Autor wird nicht vorgenommen.

4965. Ich sah Hunderte Koti Puranas und die Ayurveda-Schriften der Siddha-Weisen. Abermillionen zusammengefügter Werke erblickte ich auf dem Berg. Von den Büchern, die in der Auflösungsflut trieben, fanden die Menschen nur einen Tausendstel. Die vollständigen, wohlgeordneten Shastras aber ruhen auf dem Berg in Samadhi.

4966. Noch einen Weg will ich erzählen; höre, lieber Sohn Pulippani! Durch Kalangis Gnadenblick trug ich die berühmte Kulikai. Voll Verlangen, die dortigen Wunder zu schauen, ging ich zur zwanzigsten Bergstufe. Mit der Kulikai versehen stieg ich hinauf, o Edler!

4967. Als ich mit der Kulikai hingebungsvoll den Berg hinaufstieg, verehrte dort der große Sonnen-Rishi Surya den Aruna. Nach Osten gewandt vollzog er ein herrliches Yajna. Ich trat hinzu und betrachtete den großen Weisen in seiner aufrechten Würde.

4968. Der große Rishi Surya wandte sich mir freundlich zu und fragte während seiner Verehrung mit Verneigungen, wer da mutig gekommen sei. Ich faltete die Hände und neigte den Kopf. Auf seine Frage nach meinem Guru antwortete ich, am Körper schwitzend und zitternd: »Kalangi des Vedanta.«

4969. Zu dem herrlichen Sonnen-Rishi sagte ich: »Ich bin Kalangis Schüler. Mit der Kulikai bin ich den Berg hinaufgestiegen, um die höheren Stufen zu sehen. Da ich nun zu dir gekommen bin, gewähre mir gütig deine Schau und erkläre mir deine Größe!« Ich fiel nieder und hielt mich an seinen Füßen fest.

4970. Der herrliche Sonnen-Rishi sprach mir hilfreich zu. Ich sah das Licht, aus dem Aditya hervortritt, den Aufenthaltsort des kühlen Mondes, den Kreis der Sternenregion und die reiche Wolkensphäre. Ich sah die Feuersphäre und die sieben Wolken.

4971. Ich sah all diese Wunder und Ansichten, die auf Erden nicht zu sehen sind. Auf dem sturmgewaltigen Meru schaute ich sämtliche Herrlichkeiten mit eigenen Augen. Ich sah die dunkle Wolke und den Donner sowie Abermillionen Bergspitzen. Um alle diese Wunder zu sehen, war ich zur höheren Stufe gekommen.

Anmerkung: Kontalvannan, »der Wolkenfarbene«, kann auch Vishnu bezeichnen; der Zusammenhang nennt Wolken und Donner.

4972. Als ich erklärte, dass ich deshalb gekommen sei, wandte der machtvolle Rishi mir sein Herz zu. Er erläuterte die Wunder und den Weg der Mutter des Vedanta. Er gab mir die Erlaubnis, nach Kailasa weiterzugehen, segnete mich und wies mich zur einundzwanzigsten Bergstufe.

Kailasa, Verdienst und die Folgen der Taten

4973. Unter Kalangis Gnadenblick zog ich um die wogenden Meeresküsten und gelangte entschlossen zur einundzwanzigsten Stufe, um Kailasa zu sehen. Auf dem weißen Gipfel des Meru wollte ich den Herrn von Kailasa schauen. Mit der Kulikai stieg ich ohne Hindernis zur oberen Bergregion.

4974. Dort auf dem Meru sah ich Indras Wohnstatt, den lieblichen Thron Manonmanis, Garuda und die Gandharvas. Ich sah die Hüter der acht Himmelsrichtungen, einundvierzigtausend erhabene Mahadevas und Weise und die großen dreiunddreißig —

Anmerkung: Die Zahl wird im folgenden Vers mit »Koti Devas« fortgesetzt; die Zuordnung der einundvierzigtausend bleibt unsicher.

4975. — Koti Devas, dazu Rambha und Urvashi, Nandishvara und seine Gefährten sowie den großen Rishi Bhringi. Mit dem Weisen Markandeya, mit dem berühmten Kuruntar und Vasishtha und mit dem großen Weisen Narada sah ich diese heilige Wohnstatt.

Anmerkung: Kuruntar ist eine unsichere Namenslesung. Der Satzanschluss bewahrt die Versgrenze der Vorlage.

4976. Ich sah die Schar der Shiva-Verehrer und die göttlichen Herren der Ganas. Auch den mächtigen Gundodara sah ich, der die heilige Vaigai herbeigerufen und ihre Wasser getrunken hatte, jenes Kundali genannte Bhuta-Wesen. Ich sah Brahmas Füße und den geliebten Staub von Shivas Füßen.

Anmerkung: Die zusätzliche Bezeichnung Kundali ist im Wortlaut vorhanden, ihre Zuordnung aber unsicher.

4977. Ich sah den Staub jenes Gefäßes und Vishnus makellosen Diskus. Viele sah ich mit Parijata-Blüten von pilzähnlicher Farbe und duftenden Girlanden. Ich sah Hölle und Befreiung, die Scharen der Boten Yamas und die furchtbaren Strafen für die Sünden der Menschen.

Anmerkung: »Gefäß« und die Farbbeschreibung sind unsichere Lesungen. Das Strafwort aniyaya kann auch »ungerecht« heißen; der Folgevers erklärt die Strafen als Folgen des Karmas.

4978. Ich sah, wie die Menschen wegen ihrer jeweiligen Verfehlungen in die furchtbare Hölle stürzten. Ihr eigenes Karma war gereift und hatte diese grausame gerichtliche Strafe hervorgebracht. Himmlische Weise, Rakshasas und andere wurden wegen ihrer eigenen sündigen Taten von den Todesboten bestraft. Das sah ich in der mächtigen Wohnstatt Indras.

4979. Entsprechend den guten Taten jedes Einzelnen war den Menschen ein angemessener, erfreulicher Weg bereitet. Alles sah ich so, wie mein siegreicher Herr Kalanginathar es gesagt hatte. Auf dem lieblichen Thron der Befreiung sah ich die Verdienstvollen sitzen, vereint mit der heiligen Schar Mahadevas.

4980. Auf dem Meru sah ich eine Koti flutender Heerscharen. In Kailasa schaute ich den heiligen Bewohner des Kailasa-Berges. Unter den großen Versammlungen sah ich viele verdienstvolle Wesen der Welt. In den acht Richtungen gab es zahlreiche vollkommene Wunder.

4981. Auf dem Meru gibt es acht weitere Berge, o Edler. Dort sah ich die prächtigen Götterwagen und den herrlichen Kailasa-Wagen. Ich sah den Thron des wolkenfarbenen Achyuta, den vollkommenen runden Wagen und den schönen Wagen Phalgunas, des seit alters Girlandengeschmückten.

Anmerkung: Phalguna ist eine Bezeichnung Arjunas, dessen Wagen der nächste Vers nochmals nennt.

4982. Ich sah Arjunas Wagen und die berühmte Pashupata-Waffe. In Kailasa sah ich den gewaltigen Bogen Indras und seine Schar, mächtig wie ein Sturmwind. Auch den Bogen Brahmas sah ich an dieser berühmten Stätte.

Anmerkung: Der zuletzt genannte Name ist als Par man überliefert und wird hier vorsichtig auf Brahma bezogen.

4983. Auf dem Meru sah ich über einem schönen goldenen Wagen Indra zusammen mit einem Linga, ausgestattet mit seinen herrlichen tausend Augen. Indra thronte auf einem Löwenthron von tausendacht Mattu. Abermillionen siegreicher Könige standen bereit, ihm zu dienen.

Anmerkung: Die ungewöhnliche Reinheits- oder Wertangabe »1008 Mattu« wird als Textaussage beibehalten.

4984. In Kailasa sah ich die geliebten Götter der Götter mit vielen Millionen erhabenen Wesen; ihre Würde ist nicht zu beschreiben. Doch auch die Scharen der Gewalttäter sah ich in den schrecklichen Höllengruben und die Weise, wie sie Qualen erlitten. Als ich es sah, erbebte ich.

Die ungesehene Gottheit und Kritik an den Schriften

4985. Auf dem Kailasa-Meru erbebte ich und sah zugleich viele herrliche Wunder. Oho, die Nathas haben die Sünden und das Geschick jener gedemütigten Menschen nicht gesehen! Ohne ihre schweren Leiden zu schauen, dichteten sie Bücher und trugen sie den Menschen liebevoll vor. Ich aber überwand große Mühsal und berichtete die Wunder des Meru.

4986. Ich habe all diese Ansichten beschrieben, die sonst niemand auf Erden gesehen hat. Durch mein eigenes Verdienst, durch Kalangis mächtigen Gnadenblick und durch Manonmanis Gnade gelangte ich zum Meru. Auch als man mir zürnte, fasste ich wieder Mut und zog weiter.

Anmerkung: Die Schlusswendung ist stark beschädigt; die Überwindung des gegen den Erzähler gerichteten Zorns ist nur sinngemäß erschließbar.

4987. Ich ging hin, doch den als Ursprung bezeichneten Gott sah ich nicht. Viele herrliche Wunder sah ich und auf dem Meru Gottes Größe in ihrer Fülle. Das als Anfang bezeichnete Wesen sah ich nicht; ein anfangsloses Wesen sah ich. Selbst die dort weilenden Götter der Götter üben beständig Askese zu seinen Lotosfüßen.

Anmerkung: Die Gegenüberstellung von ati, »Anfang«, und anati, »anfangslos«, ist ausdrücklich überliefert; die polemische Färbung von »vergeblich« im dritten Versglied bleibt mehrdeutig.

4988. Auf dem Berg der Askese, dem Meru, vollzogen all die stillen Götter der Götter ihre Yajnas wie Leichname; den Gott hatten sie nicht gesehen. Was nützen hingebungsvolle Opfer auf dem Meru, um das Werden zu beseitigen? Was nützen vergeudete Zeit und Zeit der Askese? Auch sie sehen keinerlei Frucht.

4989. In Kailasa selbst haben selbst die Götter der Götter und die siegreichen Edlen Gottes Lotosfüße nicht gesehen. Auch die liebliche Manonmani und die anderen kennen die klare Lösung dieses Zweifels nicht. Was nützt es, die jenseitige Welt zu schauen, wenn man Gott nicht sieht?

4990. Ohne ihn gesehen zu haben, schauten sie Kailasa und verfassten bedächtig ihre Bücher. Ohne das Wesen von Anfang und Ende zu erkennen, redeten sie eitel und widersprüchlich. Sie schrieben über Dinge, die ihnen nicht erschienen waren, und stellten daraus Shastras zusammen. Auf Erden hatten sie nichts anderes erkannt als das Geborenwerden als Mann oder Frau.

Anmerkung: Die polemische Wendung im zweiten Halbvers ist beschädigt; die Kritik an unbegründeten Lehrbehauptungen ist deutlich.

4991. Sie sahen nur die beiden, Mann und Frau, und lernten die schönen Shastras. Das leidvolle Geborenwerden durchschauten sie nicht; unablässig schwatzten sie über die Schriften. Wie in der Geschichte von einem, der in der Schmiedegasse Nadeln verkauft, traten all diese begrenzten Siddhas, Weisen und Rishis vor mich hin und priesen ihre Bücher.

4992. In all ihren Büchern behaupteten sie übermäßig viel, doch das feine Wesen von Anfang und Ende war darin nicht zu finden. Viele dichteten Schriften und verbargen sie auf der Erde, Weise wie Siddhas. Zweiundzwanzig solcher Werke verfassten sie, zu Hunderttausenden gezählt. In diesen verwirrenden Shastras sprechen die Mahadevas vom Zweifel über Anfang und Ende.

Anmerkung: »Zweiundzwanzig« und »Hunderttausende« stehen im Text ohne sichere Beziehung zueinander; die Aussage wird nicht rechnerisch harmonisiert.

4993. Wozu dienen Shastras, die es nicht aussprechen? Was nützt es, viele Bücher dieser alten Welt zu lernen? Zahlreiche Menschen versammelten sich wie Toren und lehrten die Shastras der Siddha-Weisen. Nicht einmal die Mutter des Vedanta nannte den Ort, an dem Gott weilt. So wurden die guten Schriften der Siddhas und all die schönen Bücher zunichte.

4994. Doch die Verdienstvollen ließen sie nicht fallen, sondern lehrten sie weiterhin allen Menschen der Welt. Auch die Siddhas, deren Atem zur Ruhe gekommen war, sagten allgemein: »Es gibt eine höchste Gottheit.« Freundlich verkündeten sie es vielen. Doch niemand hat jenes wundersame höchste Wesen liebevoll geschaut und erkannt.

4995. Die Weisen verfassten wohlgeordnete Shastras und Itihasas. Doch niemand erklärte es deutlich, und die Schriften sprachen es nicht offen aus. Ohne den Weg zu kennen, dichteten sie in Verwirrung in jedem Buch nutzlose Geschichten. Wie die Brüste der Shurpanakha wurden die Bedeutungen der Shruti und die Agamas zu bloßen Erzählungen.

Anmerkung: Der drastische Vergleich mit Shurpanakhas Brüsten steht ausdrücklich im Tamilischen; seine genaue Anspielung wird nicht ergänzt.

Rückkehr nach Cina und Abschluss des fünften Teils

4996. Ich sah Kailasa-Meru und habe seine ganze Größe geschildert. Mit der Kulikai versehen verließ ich den Meru entschlossen und ging rasch nach Cina. Den guten Menschen dort berichtete ich freudig und liebevoll all diese wunderbaren Erscheinungen.

4997. In Cina gibt es die achtzehn Siddhas und Millionen berühmter Shastras. Die angesehenen Siddhas verfassten in Verwirrung viele Bücher. Mein Werk aber soll ohne solchen Mangel sein: das schöne Guru-Werk »Sapta Kandam«. Die ganze Fülle des himmlischen Kailasa-Meru habe ich darin beschrieben.

Anmerkung: Die Behauptung der Fehlerfreiheit ist die Selbstaussage des Werkes, keine Bewertung dieser Übersetzung.

4998. Durch Kalanginathar überschritt ich Cina und zog, mit der Kulikai versehen, durch Land um Land. Ich sah alle acht Richtungen und gelangte zum geliebten Kailasa-Meru. Doch Adishesha, der die Last trägt, habe ich nicht wirklich gesehen; das ist die Wahrheit.

4999. Dieses große Shastra ist das erhabene Guru-Werk »Sapta Kandam«. Es entstand unter dem Gnadenblick der Guru-Füße meines siegreichen Herrn Kalanginathar, durch die Gnade des lichtstrahlenden Agastya, der am südlichen Potikai lebt, und unter dem Blick des großen Kamalamuni, der in Cina in Samadhi einging.

5000. In den sieben Teilen des »Sapta Kandam« habe ich die Werkzeuge und inneren Fähigkeiten, das Wesen von Anfang und Ende und die Zugänge dazu betrachtet und klar als Guru-Werk besungen. Alles Benötigte ist in diesem großen Werk enthalten, das ich freudig vorgetragen habe. Den Hochmut bezähmend habe ich den fünften Teil in Liebe gedichtet. Er ist vollendet.

Deutsche Übersetzung: Sechster Teil

Anrufung zum sechsten Teil

5001. Hara, Herrscher über Universum und äußere Universen, möge schützen! Uma, vollkommene Fülle der Glückseligkeit, möge schützen! Das Zeichen in dieser kesselförmigen Welt möge schützen! Die Füße des Kumara-Gurus, des edlen Muruga, mögen schützen! Der Lotosherr Tirupperumal und Bhuvana mögen schützen! Der berühmte, heilige Brahma möge schützen! Wie ein gewaltiger Sturm verkünde ich die Siebentausend: Kalangis Füße mögen schützen!

Anmerkung: Die Wendungen zum »Zeichen« und zu Bhuvana sind mehrdeutig; sie werden nicht zu zusätzlichen Gottheitsnamen erweitert.

Umfang und Weitergabe des Guru-Werkes

5002. Dies ist der schützende sechste Teil; alle wesentlichen Gegenstände sind darin enthalten. Dies ist der bedeutungsvolle Text der Siebentausend, das herrliche Sapta Kandam. In diesem kraftvollen sechsten Teil liegen viele Inhalte und große Geschicklichkeit. In den sechs Teilen kann man die Kenntnisse der irdischen und jenseitigen Welt sehen.

5003. Im großen Werk der Siebentausend sind alle wesentlichen Stoffe aufgenommen. Das Guru-Werk ist ein großes Werk, den berühmten sieben Meeren gleich. Auch der grundlegende Karu-Guru ist darin enthalten, in diesem kraftvoll gedichteten Sapta Kandam. Ich habe es verfasst, indem ich die Füße der Nathas und Rishis verehrte. Erkenne sein Gutes!

5004. Darin sind Mantra-Künste und Zaubertricks, gute Heilkunde und der Yoga-Weg, vielerlei Simittu-Kunst, Stockfolgen und Silambam. Dazu kommen Parpam und Centuram, dauerhafte Verfestigungen und Kalzinierungen, Arzneipasten, Kulikai-Verfahren und das wirksame »Töten« der Metalle.

Anmerkung: Simittu ist eine unsichere Kunstbezeichnung. Silambam bezeichnet die hier ausdrücklich genannte Stockkampfkunst; »Töten« ist die alchemistische Ausdrucksweise des Werkes.

5005. Ja, höre, gnadenbegabter Sohn Pulippani, du Einsichtiger! Ich sage es dir, nachdem ich Kalanginathars Füße ehrfürchtig verehrt habe. Ich habe viele Bücher betrachtet und ihre Inhalte erkannt; aus Liebe zu dir gestaltete ich dieses Werk als angemessenes Guru-Buch für die Menschen der Erde.

5006. Wenn du dieses Buch Übeltätern, verwerflichen Menschen und Sündern gibst oder Verrätern, die gefällig reden und Geschichten erfinden, wirst du Schuld auf dich laden. Gib es ihnen keinesfalls, o Verdienstvoller! Rechtschaffenen und verdienstvollen Menschen aber sollst du es mit der gebührenden Achtung überreichen.

Anmerkung: Der Text verwendet auch das sozial abwertende Wort Chandala; es steht hier in einer Reihe moralischer Beschimpfungen.

5007. Wer dieses »Bogar Siebentausend« auf Erden gesehen hat, gibt es nicht offen preis. Unter dem Gnadenblick meines siegreichen Herrn Kalanginathar habe ich dieses siebenfältige Epos freudig gedichtet. Höre, mein Sohn: Dieses liebliche Werk ist ein goldenes Buch; klar habe ich es für die Menschen der Erde verfasst.

Der Kokosnuss-Trick zur Ermittlung eines Diebes

5008. Betrachte nun einen weiteren Weg, eine berühmte Kunst geschickter Täuschung. Kein Siddha-Weiser oder Rishi hat sie in irgendeinem Buch erklärt. Wer Schmuck geraubt hat, ist auf Erden schwer zu entdecken. Ich werde die trickreiche Zauberkunst erklären, damit die Schüler ihren Lebensunterhalt finden.

5009. Hier ist ein listiges Verfahren, um diejenigen zu fassen, die fremdes Gut geraubt haben. Richte im oberen Raum eines Hauses einen geeigneten Platz und eine Plattform ein. Stelle ein Kalasha-Gefäß darauf; gedenke innerlich deines Gurus und lege eine Kokosnuss auf das Gefäß.

Anmerkung: Das Wort kakam in der Orts- oder Gefäßbeschreibung ist unklar; es wird nicht als zusätzlich benötigte Krähe ausgelegt.

5010. Bestreiche die Kokosnuss reichlich mit Kayam, mein Sohn. Versammle dann alle Verdächtigen und erkläre ihnen bestimmt: »Geht in das Zimmer, berührt die Kokosnuss und kommt zurück! Ich werde eure Hände prüfen.« Sprich diese Zusicherung mit Nachdruck aus.

Anmerkung: Kayam wird im Zusammenhang als stark riechender Stoff benutzt; die gewöhnliche Lesung ist Asafoetida.

5011. Behalte die Wirkung des Kayam als dein Geheimnis im Sinn. Führe die jeweilige Hand an deine Augen, als ob du sie ehrfürchtig berührtest oder küsstest. Rieche dabei nahe deinem Gesicht und erkenne den unterschiedlichen Geruch. Alle, auch die schuldigen Menschen, werden dir ihre Hände vorzeigen.

5012. Jeder wird die Hand ausstrecken und sagen: »Prüfe sie!« Wenn sie dir ihre Hände zeigen, achte genau auf den Geruch. Diejenigen, deren Hände deutlich duften, haben den fremden Besitz nicht angerührt. Fehlt der Geruch hingegen, kannst du den Betreffenden als Dieb bezeichnen, o Edler.

Anmerkung: Dies ist die Schlussfolgerung des historischen Tricks; sie ist kein verlässlicher Nachweis einer tatsächlichen Schuld.

5013. Der furchtsame Mensch geht in das Zimmer und steht gehemmt da. Weil er den Schmuck genommen hat, denkt er: »Oho, wenn ich sie berühre, wird mir Unheil geschehen. Ich muss irgendeinen Ausweg finden; ich darf die schöne Kokosnuss nicht berühren.« Dies behält er in seinem Herzen und sagt dann unbefangen: »Ich habe sie berührt.«

5014. Seine Angst verbirgt er und tritt zur Prüfung vor die Versammlung. Dieser Sünder, dieser verwerfliche Guru-Verräter steht unmittelbar vor dir. Er spricht Worte wie einen wahren Eid, obwohl er weder Tugend noch Gewissen noch Scham besitzt. Mit vielen Beteuerungen der Wahrheit tritt der Dieb selbstsicher auf.

5015. Mit Lügen, Betrug und listigen Reden versucht der Dieb entschlossen zu entkommen. Dieser Habgierige hat den Besitz geraubt; welchen Anspruch auf Würde hat der, der ihn genommen hat? Gedenke deines Gurus, benenne ihn bestimmt als Dieb und fordere das Gut zurück. Kalangis Gnadenblick wird dir zuteilwerden, mein junger Sohn.

5016. Alle, die den Besitz nicht angerührt haben, werden die Kokosnuss ohne Bedenken berühren. Derjenige aber, der ihn genommen hat, wird voller Misstrauen das Gesicht abwenden und sie nicht anfassen. In seiner Verwirrung denkt er zweifelnd, die Gottheiten würden ihn töten. Von großer Beklemmung erfüllt, legt er seine Hand nicht daran.

5017. Er berührt sie nicht und sucht geschickt einen Weg zu entkommen. Heimlich erfindet er weitläufige Ausreden und sucht eine scheinbar untadelige Flucht. Nicht jeder erkennt diese Kunst; auf der Erde durchschaut sie der Einsichtige. Es gibt noch ein weiteres brauchbares Verfahren; höre, ich werde es dir gern erklären.

Anmerkung: Der erste Halbvers nennt wörtlich den, der den Besitz »nicht genommen« hat. Das widerspricht 5013–5016; die Lesung bleibt als mögliche Textverderbnis vermerkt.

Der Moschus-Trick

5018. Höre, Sohn Pulippani! Dies ist der wirksame Moschus-Trick. Ohne Zeit zu verlieren, führen viele Menschen im Land diese Kunst auf vielerlei Weise aus. Es ist ein erstaunlicher Kunstgriff eines klugen Menschen, eine große und ungewöhnliche Täuschung. Niemand gibt diese weltgewandte Trickkunst offen preis.

5019. Die Moschus-Trickkunst, die andere nicht erklären, werde ich verkünden, damit meine Schüler davon leben können. Nimm drei Stäbe. Setze sie mitten im oberen Raum eines Hauses als Dreieck auf. Innerhalb dieses Dreiecks aus Stäben stelle sorgsam das als Kakam bezeichnete Kalasha-Gefäß auf.

Anmerkung: Die Bezeichnung Kakam bleibt unklar; die Konstruktion mit drei Stäben ist ausdrücklich beschrieben.

5020. Setze auf das Gefäß ein weiteres Gefäß und darauf eine Tonscherbe. Auf die Scherbe lege einen Kopf, und zwar den Kopf eines Schafes. Lege Dung darauf und auf diesen wiederum ein Gefäß. Entzünde dort eine Lampe und rezitiere die erhabenen Mantras.

Anmerkung: Der Text nennt einen Schafskopf, beschreibt an dieser Stelle jedoch keine Tötung des Tieres.

5021. Rezitiere die fünf heiligen Silben hundertachtmal, o Edler. Um den Dieb zu erkennen, bestreiche das Gesicht des Schafes sorgfältig mit dem duftenden Moschus. Trage ihn fest und zusammenhängend auf und bereite alles gewissenhaft vor.

Anmerkung: Das Panchakshara wird benannt, aber an dieser Stelle nicht ausgeschrieben.

5022. Wenn du den Moschus sorgfältig aufgetragen hast, höre, mein Sohn: Wurde in ein Haus eingebrochen, dient dies als Verfahren, die Diebe rasch zu fassen. Bringe alle Verdächtigen zusammen, versammle sie im oberen Raum des Hauses und lasse sie dort stehen.

5023. Während die Menschen ringsum stehen, rezitiere zur Ermittlung des Diebes das Navakandam mit dem Mantra der Durga, der Kali. Die Anwesenden werden dies nicht gering achten. Wer den Besitz genommen hat, wird sogleich bekümmert dastehen; durch diesen kleinen Kunstgriff mit Mantra wird der Dieb verzagt umherblicken.

Anmerkung: Navakandam und das Durga-Kali-Mantra werden nur benannt; ihr Wortlaut fehlt hier.

5024. Der Dieb steht scheinbar gelassen da, doch im Innern erschrickt und verzagt er. Schicke jeden einzeln entschlossen zur Prüfung in das obere Zimmer. Dort soll er schwören: »Meine Mutter, Ishvari, ich habe den Besitz nicht angerührt!« Dann soll er das Gesicht des Schafes berühren.

Anmerkung: Die Erwähnung Sadashivas in der ersten Zeile hat einen unsicheren Satzbezug.

5025. Sage ihnen, dass sie es berühren müssen; schicke sie zur Prüfung hinein und bleibe selbst in einiger Entfernung stehen. Rufe: »Herrin, Mutter!«, und streue geweihte Reiskörner aus. Wenn jeder das Gesicht des toten Schafes berührt hat und zurückkommt, nimm seine Hand freundlich an dich und führe sie an dein Gesicht.

5026. Wenn du sie an dein Gesicht führst, wird der Duft des Moschus aufsteigen. Dann sage mit Gewissheit: »Er hat den Besitz nicht genommen!« An der Hand dessen, der das Gut genommen hat, wird der Geruch hingegen fehlen. Überlege sorgfältig und benenne den Menschen; dies gilt hier als gerechtes Handeln.

Anmerkung: Die behauptete Gewissheit gehört zur Darstellung des historischen Täuschungsverfahrens.

5027. Den Diebstahl zu erkennen und dann ruhig und besonnen darüber zu sprechen, ist die Gerechtigkeit Manus. Dein Verfahren wird nicht fehlschlagen; auf Erden wirst du als Gerechter gelten. Unter allen Menschen wirst du als kenntnisreicher Lehrer der Guru-Überlieferung angesehen. Alle werden dich beständig ehren.

5028. Man wird dich preisen. Doch diese listige Täuschungskunst sollst du niemandem offenbaren. Es gibt viele Übeltäter, Sünder und verwerfliche Menschen; auch verdienstvolle Menschen leben in allen vier Richtungen. Sage es keinem! Nenne es stattdessen Mantra-Kunst und verhalte dich würdevoll wie ein Weiser.

5029. Dann werden alle beeindruckt »Mein Guru! Mein Herr!« zu dir sagen. Diejenigen, deren Besitz geraubt wurde, werden dich aufsuchen. Sprich zuversichtlich, mein Sohn: »Ich werde dir dein Gut wiederbeschaffen. Die Mutter, die auf dem Gnadenlotos thront, wird es wieder zusammenführen.«

5030. Die Menschen, die vor dich treten, werden bezaubert in dein Netz geraten und sagen: »Mächtiger Herr der Guru-Überlieferung, wenn du mir meinen Besitz wiederbeschaffst, gebe ich dir ehrfürchtig die Hälfte. Es soll dir keine Mühe daraus erwachsen, Swami.« Sie werden sich zu deinen Füßen neigen und dir dienen.

5031. Die Menschen der Welt werden dich in ihrer Verblendung wie einen Gott verehren. Zahllose Menschen werden beständig an deiner Seite warten. »Leben, Besitz und Körper, alles schenken wir dir«, werden sie sagen. Lebe dennoch als Wahrhaftiger auf Erden und erwirb dir nicht den Namen eines Sünders.

Anmerkung: Die Spannung zwischen der beschriebenen Täuschung und dem abschließenden Wahrhaftigkeitsgebot bleibt bestehen.

5032. Höre, Sohn Pulippani! Gedenke stets unverbrüchlich meines lieben Gurus Kalanginathar. Preise Manonmanis Füße und verehre sie allezeit auf rechte Weise. Erinnere dich an die erhabenen Gurus und Rishis und führe so dein Leben.

Reis und Zitronensaft als vermeintliche Schuldzeichen

5033. Noch einen Weg will ich dir für dein Wirken erklären, eine zuverlässige Täuschungskunst, die selbst Könige der Könige bewundern werden. Euch Schülern verkünde ich diesen mächtigen Kunstgriff, diese verborgene List, die niemand kennt. Ich nenne noch eine kluge Methode, um auf Erden einen Dieb zu fassen.

5034. Eine kluge Täuschung will ich erzählen. Nachdem ich den großen Kalanginathar mit Lob verehrt habe, erkläre ich sie dir deutlich, reiner Junge. Es ist ein listiges Verfahren, um den Dieb des Schatzes zu erkennen. Begib dich freundlich in das Haus, aus dem das Gut gestohlen wurde, und höre meine Erklärung.

5035. Geh in das Haus, aus dem der Schatz verschwunden ist, und führe dort deinen Trick aus. Rufe alle in Betracht kommenden Menschen zusammen, besonders diejenigen, die verdächtigt werden. Höre, mein Sohn, damit kein Fehler geschieht: Nimm Reis und gib ihn ihnen in die Hände.

5036. Gib jedem einzeln eine volle Hand ungekochten Reises, mein Sohn, und begrüße sie ehrerbietig. Sage: »Ihr Menschen, ihr behauptet unbefangen, dass ihr den Besitz nicht genommen habt.« Höre die Worte, die ich dir nenne: Sie sollen eindringlich treffen wie der Stich eines Skorpions.

5037. Die Worte lauten: »Es droht euch kein Unheil; ihr braucht nicht zu zittern. Nehmt den rohen Reis in den Mund und kaut ihn gründlich. Spuckt den gekauten Reis sorgsam auf den Boden. Beißt dann auf rechte Weise in eine Zitrone.«

5038. »Spuckt nach dem Zubeißen auch den Saft auf den Boden. Schwört ausdrücklich und rein, dass ihr den Besitz nicht genommen habt.« Lass sie die Prüfung ausführen und entlasse sie mit den Worten: »Geht in Frieden!« Bleibe vor dem Haupteingang stehen, als ob du Mantras rezitiert hättest.

5039. Wenn alle nach der Prüfung wieder an ihrem Platz stehen, behandle keinen geringschätzig. Bitte jeden freundlich und geschickt, dir den Reis zu zeigen. Betrachte den ausgespuckten Reis: Er wird wie ein feuchter Brei aussehen.

5040. Der Reis desjenigen, der den Besitz genommen hat, wird dagegen trocken und krümelig sein. Bei denen, die nichts genommen haben, wird der Reis als Brei liegen. Beim Ausspucken der Zitrone entsteht Flüssigkeit auf der Zunge; bei den Unschuldigen wird besonders viel Saft zu sehen sein.

Anmerkung: Das Werk erklärt Mundtrockenheit hier zum Schuldzeichen. Diese historische Behauptung erlaubt keinen verlässlichen Schluss auf Schuld.

5041. Bei denjenigen, die den Besitz genommen haben, wird weniger Saft der kräftigen Zitrone erscheinen. Erkenne diese Vergleichszeichen und erkläre sie der Versammlung ohne Zögern. So sollst du den sich gefällig gebenden Dieb rasch erkennen und benennen.

5042. Wer könnte deine Größe auf Erden gebührend aussprechen oder besingen? Rufe den Dieb vor der Versammlung mit einem lauten Om herbei. Er wird denken, dass seine Verfehlung aufgedeckt ist, und den Besitz ruhig zurückgeben. Auf diese Weise sollst du durch den listigen Kunstgriff das Gut zurückerlangen, mein Sohn.

5043. Wenn du es zurückerhältst, wird man dich auf Erden einen klugen Menschen nennen. Ziehe nicht schläfrig umher, mein Sohn! Du wirst wie ein Kündender gelten. Wenn die Menschen dich sehen, werden sie staunen, dich ehrerbietig grüßen und dir Geschenke geben. Auf Erden wirst du als Siddha angesehen.

Anmerkung: Kevuli ist eine unsichere Bezeichnung für die so erlangte Stellung; sie kann mit Vorzeichenkunde verbunden sein.

5044. Man wird dich Siddha nennen, deine Weisung im Herzen tragen und dreimal täglich hingebungsvoll Puja vollziehen. Die Menschen werden oft deiner gedenken und sich demütig verneigen. Sie werden sich dem guten Weg zur Befreiung verpflichten, beständig streben und täglich an deinem Ort als Schüler bereitstehen, dir zu dienen.

Anmerkung: Die Wendung vor »Weisung« ist unsicher; die Folge beschreibt die Hinwendung der Schüler.

Puffreis ohne sichtbares Feuer

5045. Nun erkläre ich die Kunst des gepufften Reises. Nimm ein Kuruni unenthülsten Reis und binde ihn in ein Tuch. Lege das Bündel in die Mitte eines großen Kalkofens zwischen Muschelschalen und bedecke es mit weiteren Schalen. Erhitze es zusammen damit, nimm es heraus und öffne das Bündel vorsichtig.

Anmerkung: Das historische Verfahren benutzt Kalk und Muschelschalen; eine moderne lebensmitteltaugliche Zubereitung ist damit nicht beschrieben.

5046. Beim Öffnen erscheint der Reis äußerlich schön, obwohl er die alkalische Wirkung aufgenommen hat. Rufe viele Menschen zusammen und bilde eine große Versammlung. Kündige den Menschen einen vortrefflichen Trick an. Schütte den vorbereiteten Reis vor der Versammlung deutlich sichtbar auf den Boden.

5047. Während viele Menschen zusehen, besprenge den ausgeschütteten Reis bestimmt mit Wasser, mein Sohn. Dann wird der ganze Reis aufpuffen. Wenn man ihn aufnimmt und betrachtet, ist er tatsächlich zu gepufftem Reis geworden. So entstand Puffreis ohne sichtbares Feuer: Dies ist die große Trickkunst.

5048. Der Puffreis ist ohne Feuer entstanden, und die Zuschauer geraten in Verwirrung. Nimm den schön aussehenden Puffreis auf, gib ihn vor der Versammlung weiter und empfange Geschenke. Lebe lange auf Erden wie ein Siddha, betrachte die Wunder der Welt und verehre das Höchste in rechtem Verhalten.

5049. Wenn du so in Verehrung lebst, werden die Menschen dich voller Verlangen ehren und dir ihre Liebe zuwenden. Sie werden deine Lotosfüße lieben, dir Zuneigung erweisen und lange auf dich warten. Viel Geld und Gold werden sie dir geben. Blicke gnädig auf sie und weise ihnen einen Weg.

Fische aus scheinbaren Mohnsamen

5050. Höre nun, Sohn Pulippani! Gedenke Kalangis, dessen Wort groß ist, und nimm einen Fisch mit Laich. Nimm Pani-Nir und befeuchte damit täglich den Laich. Behandle ihn unter der Sonne wiederholt mit dieser Flüssigkeit; die Sonne wird kräftig darauf einwirken.

Anmerkung: Pani-Nir kann Tauwasser oder eine andere so bezeichnete Flüssigkeit meinen; eine eindeutige Gleichsetzung ist hier nicht gesichert.

5051. Wenn der Laich die Flüssigkeit reichlich aufgenommen hat, löse die brauchbaren Eier ab und mische sie sorgsam unter Mohnsamen. Verschließe alles sorgfältig in einem Vorratsgefäß. Dann führe im Kali-Yuga vor einer großen Menschenmenge freudig deinen Trick aus.

5052. Höre, wie du den Trick vorführst: Nimm ein Gefäß aus rotem Ton und fülle es ganz mit gutem, reinem Wasser. Öffne langsam das Vorratsgefäß, mein Junge. Vor den Augen vieler Menschen nimm die Mohnsamen und schütte sie hinein, sodass die Welt staunt.

5053. Beim Hineinschütten werden die Menschen getäuscht; unter Millionen gibt es nur einen Klugen. Die übrigen durchschauen es nicht, und es ist schwer, es auf Erden zu erkennen. Verschließe das Gefäß. Nach einer Naligai öffne es wieder: Der fruchtbare Laich ist zu Fischen geworden.

Anmerkung: Das schnelle Schlüpfen nach einer Naligai ist die Behauptung des Textes; eine biologische Bestätigung wird damit nicht gegeben.

5054. Die Eier sind zu Fischen geworden, während die Mohnsamen unverändert geblieben sind. Winzige Fische schwimmen und bewegen sich im Gefäß. Sage zum Erstaunen der Zuschauer, alles Geschlüpfte stamme von den vollen Körnern, die übrig gebliebenen Mohnsamen seien dagegen taub. Mein gnadenbegabter Sohn, sie werden es für wahr halten.

5055. Die Menschen werden es glauben, erschüttert staunen, zittern und vor Erregung erbleichen; zugleich werden sie sich innerlich freuen und dir viele Segenswünsche aussprechen. »Mein Guru, Herr der Erkenntnis, gibt es auf Erden einen Siddha wie dich?« Mit gefalteten Händen und freudigem Herzen werden sie sich sogleich zu deinen Füßen neigen.

5056. Sie werden sich verneigen und sagen: »Mein Guru und Herr! Du besitzt Abermillionen Siddhis.« Entschlossen werden sie erklären: »Dies ist kein Trick, sondern Schöpfung, eine wirkliche Ursache mit innerer Kraft. Er ist ein Gott, ein Kailasa-Weiser, der Kayakalpa genommen hat. Er ist der kostbare Weltguru, der makellose wahre Lehrer.«

Blutähnlicher Saft und der Schein des Halsabschneidens

5057. Höre noch ein Verfahren, bei dem alle Menschen vor Schrecken davonlaufen. Diese wunderbare Kunst durchschaut nur der Wissende. Forme eine Messernachbildung aus Wachs. Nimm außerdem rote Hibiskusblüten und die Früchte der Cempalai-Pflanze.

Anmerkung: Die Pflanzenbezeichnungen capparttu und cempalai sind nicht sicher bestimmbar; »Hibiskus« gibt cemparuttam wieder. Der Folgevers nennt ein Eisenmesser, während hier ein Wachsmesser steht.

5058. Presse ihren Saft aus und höre, mein Sohn: Bestreiche damit wiederholt die Klinge eines großen Eisenmessers. Trödle nicht, du Einsichtiger! Lass es in der Sonne trocknen und bewahre es sorgfältig auf. Versammle dann die Zuschauer und führe deinen Trick vor.

5059. Höre, wie die Vorführung vor der Versammlung geschieht: Bringe einen klugen Jungen in die Menge und befestige eine Zitrone mit einer Schnur an seinem Hals. Bleibe ruhig und unerschrocken; schneide dann mit dem Messer die dort befestigte Zitrone auf.

Anmerkung: Der Text beschreibt eine gefährliche Halsabschneide-Illusion mit einem Jungen; geschnitten wird nach dem Wortlaut zunächst die befestigte Frucht.

5060. Beim Anschneiden fließt der Zitronensaft wie Blut herab. Die Zuschauer werden sagen: »Das ist eine wirkliche Handlung, eine berühmte Zauberkunst! Dies ist eine echte weltgewandte Täuschung; gibt es auf Erden jemanden, der so etwas ausführt?« Der blutähnliche Saft bildet den Trick: Es ist die Kunst des scheinbaren Halsabschneidens.

5061. Diese Kunst ist höchst verborgen. Hat sie irgendjemand auf Erden durchschaut? Mein siegreicher Herr Kalanginathar hat mich darin unterwiesen. Diese liebliche, besondere Kunst wird Millionen Menschen täuschen. Unter Paraparis Gnadenblick habe ich sie dir gelehrt, mein Junge.

5062. Ich habe dir diese ungewöhnlichen Täuschungskünste klar und auf rechte Weise erläutert, damit Menschen in der Welt ihren Lebensunterhalt finden. O Herr, der den Halbmond trägt! Lebe auf Erden wie ein Siddha und suche den äußerst feinen Weg, um in dieser alten Welt die Fülle des Lichtes zu schauen.

5063. Dafür brauchst du die Ausrichtung auf die Füße des Gurus und musst ohne Verwirrung deinen Weg gehen. Nicht einmal ein wenig Lüge, Betrug oder listige Täuschung soll in deinem Herzen Raum finden, mein Sohn. Gedenke täglich preisend des Heiligen, der auf dem gefleckten Pfau reitet. Er wird dich offen unterweisen, und alle werden dich ehren.

Anmerkung: Das Wahrhaftigkeitsgebot steht unmittelbar neben der Anleitung zu Täuschungskünsten; die Spannung wird nicht aufgelöst.

Kalangi kocht Reis im Ufersand

5064. Noch ein Verfahren will ich dir erklären. Als ich einst mit Kalanginathar liebevoll und kraftvoll durch die Wälder zog, wurde ich auf dem Weg durch die windigen Wildnisse müde. Mein Augenlicht, Kalangi blickte mich an und beschloss, meine Erschöpfung dauerhaft zu vertreiben.

5065. Kalanginathar holte Reis, schüttete ihn sorgfältig in ein Tuch und band es zu einem lockeren Bündel. Er ließ viermal so viel Raum, damit der Reis quellen konnte. Dann vergrub er das gut verschnürte Bündel liebevoll im Sand am Flussufer.

Anmerkung: Die Raumangabe wird sinngemäß als vierfacher Quellraum wiedergegeben; der technische Ausdruck tolantram ist hier unsicher.

5066. Er schüttete Sand über das vergrabene Bündel und entzündete darüber ein Feuer. Als es einen Samam gebrannt hatte, war Flusswasser eingesickert, hatte den Reis durchfeuchtet und ihn zu schönem, reinem gekochtem Reis werden lassen. Bevor er übergar wurde, nahm er ihn im richtigen Zustand heraus und gab ihn mir.

5067. Dieses Verfahren hatte mir Kalanginathar gütig gegeben. Den Kunstgriff meines erhabenen Gurus habe ich nun auch dir weitergegeben. Unter Paraparis Gnadenblick habe ich dich mit dieser Methode bedacht. Führe diese vortreffliche Indrajala-Kunst sicher in der Welt aus.

5068. Wenn die Menschen den gekochten Reis sehen, werden sie staunen. Es ist eine Kunst ohne Kochtopf, ein weitreichender, geschickter Kunstgriff. Wer sonst führt ein solches Verfahren aus? Ich habe es dir erklärt. Lebe und wirke damit ausgezeichnet wie ein Siddha in der Welt.

5069. Wenn du es ausführst, werden die Menschen sagen: »Das ist Indrajala!« Viele werden zusammenkommen und den Kunstgriff selbst erproben. In einer Gegend, in der kein Gefäß und kein Wasser zu finden sind, ist diese Kunst sehr nützlich. Sie werden sie gemeinsam ausprobieren und dich ehrerbietig grüßen.

Anmerkung: Der Vers spricht von fehlendem Wasser; das zuvor beschriebene Verfahren setzt jedoch einsickerndes Flusswasser voraus.

5070. Sie werden dich verehren, dir viele Dienste leisten und liebevoll die Hände falten. Sie werden dir die sechzehn Formen der Ehrung darbringen und sagen: »Mein Guru, mein Herr!« Beständig werden sie deine duftenden Lotosfüße verehren, dir viel Geld und zahlreiche Gaben geben und dich preisen, mein Junge.

5071. Täglich werden sie dich preisen und sich beständig vor dir verneigen, o Verdienstvoller. Dreimal täglich werden sie Puja vollziehen und dir stets viele Dienste leisten. Du aber sollst wie ein Siddha in Würde leben, mit heiliger Asche und Shiva-Yoga versehen, und rechtschaffen verweilend den beständigen Zustand erkennen.

Tier-Austausch und eine behauptete Gestaltverwandlung

5072. Betrachte nun einen weiteren Kunstgriff, den Eber-Trick. Nimm einen Ziegenbock und einen Eber. Versammle die Zuschauer vor dem König und bringe eine Doli-Trommel herbei. Binde dem Eber das Maul zu und schließe ihn aufmerksam in der Trommel ein.

Anmerkung: Varakam bezeichnet hier ein Schwein beziehungsweise einen Eber; kata wird im Zusammenhang als Ziegenbock gelesen.

5073. Verschließe beide Seiten der Trommel fest, sodass sie gewöhnlich aussehen. Wähle als Helfer einen jungen Schüler, der deinem Herzen entspricht und die Kunstgriffe kennt. Unterweise ihn, damit er auf deine Zeichen richtig reagiert, und hänge ihm vor den Zuschauern die Trommel um den Hals.

5074. Lass ihn die Trommel schlagen, während die Könige zusehen. Schneide den Bock vor der versammelten Menge mit einem Messer. Sein Blut bleibt auf der Erde, und der Bock soll nun als Eber erscheinen. Durch eine Veränderung der sichtbaren Gestalt wird aus dem Bock ein Eber, so soll es aussehen.

Anmerkung: Die Passage beschreibt tatsächliche Gewalt an einem Tier als Teil einer inszenierten Verwandlung; die folgende Strophe legt den Austausch offen.

5075. Sage: »Seht!«, und ziehe unter dem Beifall der Zuschauer einen Vorhang auf. Während die Trommel vor der Versammlung weiterschlägt, hole den darin eingeschlossenen Eber heraus und lege den Bock hinein. Verschnüre die Trommel wieder fest mit Riemen und entferne den Vorhang.

5076. Wenn der Vorhang entfernt ist, lass den Eber vor den Zuschauern frei; sie werden staunen. Dies ist eine berühmte Täuschungskunst, deren Kunstgriff nicht sichtbar werden darf. Sie ist schwer zu durchschauen. Die törichten Menschen erkennen den Trick mit der Trommel nicht.

5077. Diese Tierkunst erscheint großartig; wer auf Erden könnte sie erklären? Ich habe die Kunst des Wechsels von Körper zu Körper geschildert, eine Kunst, die als wahr gilt. Wer vermag auf Erden diesen mächtigen Eber-Trick auszuführen? Diese kunstvolle Täuschung habe ich den Schülern gegeben, damit sie ihren Lebensunterhalt finden.

Anmerkung: Der Ausdruck für den Wechsel in einen anderen Körper wird hier auf den zuvor offengelegten Tier-Austausch bezogen.

5078. Höre noch ein Verfahren: Fange einen Affen und bringe ihn herbei. Gedenke deines Gurus und nimm Samen des kleinen Amanakku. Fülle diese Samen durch die Afteröffnung in seinen Bauch, bis er voll ist.

Anmerkung: Anjaneya wird hier als Bezeichnung eines Affen verwendet. Die historische Passage beschreibt grausame Tierbehandlung; sie enthält keine moderne Praxisanregung.

5079. Grabe eine Grube, lege den Affen hinein und bedecke ihn mit Erde. Bewässere die Stelle täglich nach der beschriebenen Weise. Nach einiger Zeit wird eine Pflanze daraus wachsen, mein Junge. Wenn sie Früchte getragen hat, entnimm sorgsam ihre Samen.

5080. Gewinne aus den Samen Öl und bewahre es sorgfältig auf. Mische Alinji-Öl hinzu und verschließe es in einem Gefäß. Entzünde damit eine Lampe in einem Zimmer oder im oberen Raum eines geräumigen Hauses. Dort wird deine Gestalt als die eines Affen erscheinen.

Anmerkung: Die OCR gibt die Nummer als 5060 wieder; hier nach der fortlaufenden Folge als 5080 eingeordnet. Die behauptete Gestaltwirkung ist eine Aussage des Werkes.

5081. Den Menschen, die draußen stehen, wird eine Affengestalt sichtbar. Wenn du drinnen stehst und sprichst, erscheint deine große Gestalt wie die eines Affen. Trittst du nach draußen und sprichst dort, bist du wieder ein Mensch. Mit einer solchen Vorführung lässt sich nach Aussage des Textes reichlich Lebensunterhalt gewinnen.

5082. Wer durchschaut diese außergewöhnliche Kunst? Der liebevoll Einsichtige erkennt sie. Wer den gepriesenen Kunstgriff des Baumes klar erkennt, ist ein Siddha. Führe diese Kunst in der Stadt aus und gewinne Ruhm, mein Junge. Alle werden verwirrt staunen, und du wirst auf Erden beständig Lob empfangen.

Lankas Festung und die herannahende Flut

5083. Betrachte nun einen anderen Weg. Ich werde die Wunder ausführlich schildern, die mein Herr Kalanginathar tatsächlich gesehen hat. Von den großen Wundern der südlichen Stadt Lanka, wo der freigebige Herr wohnt, will ich sprechen. Ich werde die klare Größe dieser Stadt und ihres Zugangs beschreiben.

Anmerkung: Die Wendung zum Zugang Lankas ist beschädigt; eine genauere Ortsbestimmung wird nicht ergänzt.

5084. Ich schildere den Weg zur Stadt Lanka; höre, Sohn Pulippani! Unter den neun Erdteilen steht dort die Festung der wagenfahrenden Könige, die Festung des mächtigen Ravana. Wie könnte man diese himmelhohe Festung beschreiben? Ich werde ihre unvergleichlichen Schätze schildern; zahlreiche gewaltige Wunder sind dort.

5085. Dieses Land ist Lanka. Vor unzähligen Zeiten sah ich es, mit der Kulikai versehen. Ich sah die Festung, an der sich das Auge nicht sattsehen konnte, die Festung der himmlischen Weisen und Rakshasas, König Ravanas Burg. Sie war gewaltig wie ein Sturm; ihre steinerne Größe lässt sich nicht beschreiben.

Anmerkung: Die OCR schreibt 5065; der Vers wird entsprechend der Reihenfolge als 5085 geführt.

5086. Das Land mit seinen Wäldern und Wildnissen erstreckte sich über hundert Katam. Die Festung ragte so hoch, dass man sie kaum überblicken konnte, mit schönen Gopurams und mächtigen Bauten. Der Boden war kalkig, ringsum schlugen die Wellen des Meeres. Beständig sah ich dort den kühlen Nordwind wehen.

5087. Das Land, das ich sah, war Lanka; auf Erden gibt es keinen Ort wie diesen. Zahlreich waren seine Wunder; hat man Vergleichbares irgendwo gesehen? Die mächtige Festung lag bei einem Graben und besaß viele Fenster und Tore. Zwischen dem tiefen Graben und dem Meer gab es einen kräftigen Durchlass.

5088. Es gab einen Wasserlauf zwischen Festung und Graben sowie einen Zugang zum Meer an der festen Burg von Lanka. Seit langer Zeit bestand diese Einrichtung; auch Boote konnten dort fahren. So stand diese starke Festung schon seit langem.

5089. Am Tor der Festung, unter der Herrschaft des girlandengeschmückten Königs, erschien vor seiner Versammlung eine Gestalt wie die liebliche Manonmani. Eine körperlose Stimme wurde für die Ohren des Königs hörbar. Der siegreiche Herrscher erschrak, verzagte und fiel voller Angst nieder.

5090. Mitten am Tag geschah dies in der schönen Festung. Als der König und die Menschen vor ihm sich furchtsam zusammenzogen und ihre Augen sich mit Tränen füllten, gerieten die acht Richtungen in Aufruhr. Das Meer und seine Wellen türmten sich auf, drangen plötzlich in die Festung und überfluteten sie.

5091. Die Festung und sämtliche königlichen Heere wurden überflutet. Die Burg ging zugrunde und wurde zu einem Erdhügel. In einem folgenden Yuga schwoll das Meer erneut an, die Erde wurde fortgespült, und die Gopurams und mächtigen Bauten verschwanden vollständig in der weiten Tiefe.

5092. Nachdem Lanka versunken war, wurden die Tore im Innern der großen Festung sichtbar: geöffnete Türen, Kalashas und Spitzen im wogenden Meer. Am Küstenweg konnte man die künstlerischen Werke der versunkenen Türme erkennen. So entstand die Überlieferung, Ravana lebe noch immer mit seinem Herrn in Lanka.

Anmerkung: Die Wendung iraiyotu kann auch einen anderen Bezug zur Herrschaft haben; die Vorstellung vom Fortbestehen Ravanas bleibt deutlich.

5093. So wurde es bekannt, und die Menschen der Welt ehrten und priesen Lanka beständig. Sie lobten die Stadt und sagten, sie bestehe wie Cina in der Welt fort. Doch die geschmückte Welt war untergegangen; all ihre Heere gelangten unabwendbar zur Wohnstatt Gottes.

Anmerkung: Cina steht ausdrücklich im dritten Versglied; sein Bezug zu Lanka ist unklar und wird nicht durch eine geografische Vermutung ersetzt.

Reisgefäß am Schreibgriffel und Ei im Glas

5094. Betrachte einen weiteren Kunstgriff, den Reis-Trick. Nimm Reis und ein Gefäß von einem Padi Fassungsvermögen. Fülle das Maß ganz mit Reis. Drücke ihn mithilfe eines spitzen Schreibgriffels fest zusammen und ziehe den Griffel dann sorgfältig heraus.

5095. Rufe tausend Menschen zusammen und höre, wie du vor der Versammlung vorgehst. Während alle gespannt zusehen, stoße den schönen spitzen Schreibgriffel kräftig hinein und hebe das Gefäß daran hoch; selbst sein Boden wird emporgehoben. Trödle nicht, mein Sohn, sondern führe den Trick deutlich vor.

5096. Der Schreibgriffel hält den festgepackten Reis und bleibt sicher darin stecken. Wer dies sieht, wird getäuscht und erstaunt sein. Wenn die Zuschauer ausdrücklich verlangen, dass du den Reis ausschüttest und zeigst, dann schütte ihn aus und zeige ihn. Sie werden den vorgeführten Kunstgriff für echt halten.

5097. Die ganze Welt wird staunen, mein Junge, und dir mit gefalteten Händen begegnen. Du wirst besonderes Ansehen gewinnen; man wird dich für das höchste Wesen halten. Dreimal täglich wird man Puja und zahlreiche Ehrungen darbringen, sich beständig vor dir verneigen und dich freudig preisen.

5098. Höre einen weiteren Kunstgriff. Färbe ein Hühnerei außen und lege es drei Tage in das kräftige Kadi. Nach Ablauf der drei Tage nimm ein Glasgefäß; höre, wie das Ei darin eingeschlossen wird.

Anmerkung: Kadi ist hier eine saure beziehungsweise gärende Flüssigkeit; der Ausdruck Puni-Nir vor »Glasgefäß« ist unsicher verbunden und erlaubt keine eindeutige zusätzliche Stoffanweisung.

5099. Nimm ein Gefäß mit enger Öffnung. Drücke das Ei vorsichtig mit der Hand durch den engen Hals, ohne es zu beschädigen. Es wird weich wie Haut hineingehen. Fülle dann sogleich Wasser in das Gefäß und warte eine Naligai.

5100. Gieße nach dem Warten das Wasser ab. Das Ei wird wieder fest wie ein Stein, wie es zuvor war. Lass es im Gefäß umherrollen und zeige es, mein Sohn. Niemand wird diese wunderbare Eierkunst ohne Weiteres durchschauen. Auch dieser Kunstgriff dient dem Lebensunterhalt der Schüler.

Der inszenierte Fluch über eine Rinderherde

5101. Noch einen Weg der Täuschung werde ich dir ruhig erklären, mein Sohn. Unter der Gnade der lieblichen Manonmani höre von den vielen Künsten der Welt. Durch meinen Herrn Kalanginathar lebte ich Millionen Yugas auf Erden. Er erzählte mir zahllose Wunder und schenkte mir Millionen solcher Kenntnisse.

5102. Geh zu einer großen Herde von Milchkühen, mein Sohn. Besorge Fett eines schwarzen Tigers und lege es an einer Stelle ab, von der der Wind seinen Geruch zur Herde trägt. Tritt dann an den Hirten heran und fordere ihn auf, die Kühe zu melken. Du wirst sehen: Die Tiere laufen davon.

Anmerkung: Der Text beschreibt eine absichtliche Beunruhigung der Tiere, die anschließend als Fluch ausgegeben wird.

5103. Sie laufen davon, und er kann sie nicht melken. Der Haushalter wird verstört umherlaufen und versuchen, seine Kühe einzufangen. Doch die Tiere werden weiter fliehen und nicht zu ihm kommen. Dies nennt der Text Kalangis sicheren Kunstgriff. Die Menschen versammeln sich, werden getäuscht und stehen ratlos da.

5104. Wenn sie so verwirrt dastehen, tritt entschlossen zu dem Hirten. Rufe den bestürzten Mann freundlich herbei, erkläre ihm vermeintliche Zeichen und verlange gutes rotes Gold. Sage: »Durch Kalis Fluch sind alle Kühe davongelaufen.«

5105. »Wir müssen den Fluch aufheben und Puja vollziehen. Dann werden all die verstörten Kühe wieder zur Herde zurückkehren.« Entferne das Tigerfett heimlich, mein Junge. Rufe danach die Herdentiere laut in der vertrauten Weise; sie werden wiederkommen.

Anmerkung: Der erste Halbvers über die Tiere ist bildhaft als »der Atem kam zur Ruhe« formuliert; der Zusammenhang handelt von geflohenen, nicht von verstorbenen Kühen.

5106. Wenn die Herde wieder zusammen ist, vollziehe hingebungsvoll Puja für Kali. Sprich dabei viel wie in göttlicher Ergriffenheit. Sage: »Höre, Hirte, der du im dichten Wald lebst! Dir wird es an nichts fehlen. Vollziehe jeden Monat eine besondere Puja.«

5107. Bringe Kali die Opfergabe gemäß der ausgesprochenen Weisung dar. Sage: »O Edle, ich werde beständig diese Verehrung ausführen.« Binde die gelobten Gaben zusammen und erkläre, dass du die Opfergabe überreichen wirst. Nimm das Kampferlicht für Arati und preise sie freudig.

Anmerkung: Kappanam ist als gebundene Gabe wiedergegeben; die genaue Form der Gabe bleibt unsicher.

5108. Stelle dich vor den Hirten, als ob Kali nach Empfang der Puja in dich eingetreten wäre. Wenn du so Orakelworte sprichst, wird man sagen: »Das sind keine gewöhnlichen Zeichen! Gibt es auf Erden einen solchen Siddha? Er ist ein Weiser, der alle Siddhis überschritten hat, ein Siddha, der machtvoll weissagt.«

5109. So werden sie reden. Wer würde ihnen das Verfahren mit dem Fett des schwarzen Tigers erklären? Du brauchst einen vertrauten Gefährten; nur ihm sollst du das Geheimnis mitteilen. Viele werden sich versammeln, Rechtschaffene ebenso wie Übeltäter. Sie werden viel reden und nach dem verborgenen Grund fragen.

5110. Doch offenbare das Geheimnis nicht. Auf Erden gibt es viele erstaunliche Kräfte. Führe den Kunstgriff aus, ohne sein Geheimnis zu zeigen. Solche Vorführungen in der Welt zu geben und davon gut zu leben, gilt hier als vortrefflich. Mein Sohn, sieh: Diesen Teil habe ich dir deutlich erläutert.

Anmerkung: Die OCR gibt die erste Ziffer als tamilisches Nullzeichen wieder; nach der Folge als 5110 eingeordnet.

Betäubte Fische und die Wirkung verborgener Mittel

5111. Ich habe es dir erklärt, Sohn Pulippani. Nun nenne ich noch einen Teil: den Kunstgriff mit einem Mittel, das in Wasser aufgelöst wird. Es ist eine mit eigenen Augen erkennbare Kunst, die selbst die Herrschenden bewundern. Ich werde sie dir klar schildern, reiner Junge. Suche einen Teich oder ein tiefes Wasserbecken und führe sie dort vor.

5112. Nimm die großen Samen der als Pen-Kottai bezeichneten Art. Bringe sie herbei und röste sie über kräftigem Feuer. Wenn sie geröstet sind, zerreibe sie auf dem Mahlstein zu feinem Pulver. Gedenke der Füße des Gurus und höre, was hinzugemischt wird.

Anmerkung: Die OCR schreibt 9112; nach der fortlaufenden Folge als 5112 geführt. Die Samen werden nicht ohne sicheren Beleg botanisch identifiziert.

5113. Höre, Sohn Pulippani! Gib Puna gam hinzu und rühre es unverzüglich um. Koche die Mischung auf und nimm sie vom Feuer. Gehe mittags zu einem geeigneten Wasserbecken, in dem du Fische siehst, und löse das Mittel darin auf.

Anmerkung: Die OCR schreibt 9113; hier als 5113 geführt. Puna gam beziehungsweise Punagam ist unsicher mit dem folgenden Wort verbunden; eine genaue Stoffgleichsetzung wird vermieden.

5114. Durch dieses berauschende Mittel geraten alle Fische in Betäubung und kommen an den Rand. Unter seiner starken Wirkung springen sie aus dem Wasser. Wie könnte man all diese Fische beschreiben? Vom Gift erfasst und benommen verlieren sie ihren Halt und treiben davon.

Anmerkung: Der Text nennt die Wirkung ausdrücklich »Gift«; die Passage ist eine historische Beschreibung von Fischvergiftung.

5115. Dies ist eine außerordentliche Täuschungskunst, deren Geheimnis die Menschen nicht kennen. Kalanginathars Wort, so heißt es, ist auf Erden keine Lüge, sondern wahr. Damit die Menschen diese Künste vorführen und davon leben können, wurde ihnen unter Paraparis Gnade diese Kenntnis verliehen.

5116. Wenn du diese Kunst kennst und zu einem guten König gehst, dann führe ihm zahlreiche gefällige Kunststücke vor. Ist sein Herz dadurch erfreut, wird er dir geben, was du begehrst. »Gibt es auf Erden einen Siddha wie dich?«, wird es heißen. Übe Shiva-Raja-Yoga und bewahre die zahllosen Künste.

Anmerkung: Die OCR beginnt die Nummer mit einem Nullzeichen; nach der Folge als 5116 eingeordnet.

5117. Ich habe dir diese weltgewandten Täuschungskünste gern unterwiesen und zugleich die reine Erkenntnislehre und die feinsten Geheimnisse eröffnet. Verweile täglich im beständigen Mondnektar. Lebe auf dieser weiten Erde wie ein Siddha, gedenke stets des Herrn und wohne wie der Herr von Kailasa.

Die beschädigte Trommel und ein gespieltes Orakel

5118. Betrachte noch einen Weg für dein Leben, eine wirksame, wesentliche Kunst. Höre aufmerksam, Sohn Pulippani, mein kostbares Augenlicht! Wenn sich Gottheitenscharen und viele Menschen mit Lärm versammeln, will ich dir erklären, wie dieser lärmende Klang zum Verstummen gebracht wird.

5119. Wenn zehn mächtige Beschwörer sich zur Geisteraustreibung versammeln, ihre klingenden Geräte ertönen lassen und mit großem Geschrei gegen dich auftreten, bewahre das Geheimnis im Sinn. Um ihre Udukkai-Trommel zu zerstören, ziehe heimlich mit einem Stäbchen eine Linie aus Kentakam-Diravakam darauf.

Anmerkung: Kentakam-Diravakam bezeichnet ein ätzendes Präparat aus Kentakam; eine moderne chemische Zusammensetzung wird nicht ergänzt.

5120. Bestreiche sie mit dieser Flüssigkeit, ohne dass der Gegner es sieht. Die Membran aus Tierhaut wird dadurch angegriffen. Wenn der Gegner dann herantritt und die Udukkai schlägt, reißt die Trommelhaut plötzlich.

5121. Wenn die Udukkai zerreißt, werden die mächtigen Gegner ihres wahren Gurus gedenken und rufen: »Mahadeva, welches Unheil! Noch vor einem Augenblick erklang unsere gute Trommel klar. Große Maheshvari, welche Schuld haben wir begangen? O Herrin, sage es uns!«

5122. Während sie um Auskunft bitten, tritt der Junge plötzlich auf, als sei er von der Gottheit ergriffen: »Zweifelt nicht daran, wer über mich gekommen ist! Es ist Sakkala Devi. Sie stammt nicht aus dieser Stadt, sondern aus Nord-Kashi, aus Ayodhya. Es ist die Göttin Sakkala Devi, die in jener prächtigen Stadt thront.«

Anmerkung: Name und Ortsfolge werden wie überliefert bewahrt; Kashi und Ayodhya werden nicht geografisch gleichgesetzt.

5123. Als der Junge dies sagt, versammeln sich seine Gefährten. Ohne weitere Widerrede und ohne zurückzuweichen, wenden sie sich freudig an die Göttin: »Mutter, befreie uns von unserem Mangel und sage, welchen Fehler wir begangen haben!« Sie bitten um den Segen, rasch den Berg hinaufzusteigen und ihre Stätte aufzusuchen.

5124. Zu diesen bittenden Menschen spricht die Göttin scheinbar freundlich und erfreut: »Ihr versteht die Mantras und Kunstgriffe eures Gegners nicht. Wenn ihr die schädliche Handlung des Feindes wirklich erkennen wollt, legt reichlich rotes Gold auf eine Schale und fragt mich geordnet. Dann werde ich euch den Weg erklären.«

5125. Wenn dieser Weg verkündet wird, versammeln sich die Menschen willig und legen in ihrer Verblendung rotes Gold auf die Schale. Nachdem die Opfergabe entrichtet ist, erläutere ihnen freundlich das Verfahren und erkläre ihre Schuld für getilgt. Erlange so die gewünschten Vorteile und führe deinen Kunstgriff wie ein Siddha aus.

5126. Nur der Kluge erkennt die verborgene Ursache; die anderen durchschauen sie nicht. So wird in der Welt diese Täuschungskunst betrieben. Die Menschen bleiben in der Nähe, geben Geld und meinen, den Weg der Gottheiten zu sehen. Mit solchen Vorführungen bestreiten viele ihren Lebensunterhalt.

5127. Betrachte noch einen Weg, lieber Sohn Pulippani! Um eine Udukkai-Trommel zum Reißen zu bringen, nenne ich dir ein weiteres wirksames Verfahren. Nimm das kräftige, als Viram bezeichnete Kadi-Karam. Halte die Trommel in der Hand und trage es in einer deutlichen Linie auf.

Anmerkung: Die historische Stoffbezeichnung ist nicht eindeutig modern bestimmbar; die ätzende Wirkung wird im Folgevers beschrieben.

5128. Wenn das ätzende Kadi-Karam aufgetragen ist und die eingeritzte Linie einwirkt, wird die Haut angegriffen. Die Trommel der Mutter des Vedanta wird an dieser Stelle verbrannt und geschwächt erscheinen. Wenn man nun mit der Hand kräftig darauf schlägt, reißt die Udukkai.

Anmerkung: Eine Wendung in der dritten Zeile ist beschädigt; der Zusammenhang beschreibt die geschwächte Trommelhaut.

5129. Wenn die Menschen die zerrissene Trommel sehen, erschrecken und verzagen sie. Ihre ganze Schar gerät durcheinander, ihre Sinne und ihr Verstand verwirren sich. Sie rufen: »Das ist eine unsichtbare Mantra- und Zauberkunst!« Die jungen Zuschauer halten sie für wahr und bleiben voll Staunen stehen.

Ein Kürbis wächst in einem enghalsigen Gefäß

5130. Noch ein Verfahren will ich nennen; höre, beständiger Sohn Pulippani! Damit meine Schüler ihren Lebensunterhalt gewinnen, erkläre ich gern diesen Kunstgriff. Fertige ein hohles Tongefäß, fest wie ein Bergstein, und forme seine Öffnung klein und eng wie den Hals eines Kalasha.

5131. In diesem Gefäß wird die Kunst vor aller Augen geschehen. Führe einen jungen Kürbis behutsam in das Tongefäß ein. Im Gefäß mit der kleinen Öffnung wächst er langsam heran. Schneide ihn erst danach von der Pflanze ab, nimm das Gefäß und stelle es in die Sonne.

5132. Wenn das Gefäß in der Sonne steht, reift der Kürbis aus. Die reife Frucht wird im guten Gefäß beweglich liegen. Bewahre dieses Kalasha-Gefäß sorgfältig auf, setze es zur Vorführung auf den Kopf und führe deinen Kunstgriff freudig aus.

5133. Tritt vor die Versammlung und den König, während deine Schüler beisammenstehen. Damit die Könige staunen, setze das Gefäß vor ihnen ab. Bringe außerdem einen anderen schönen Kürbis vor die Versammlung. Gedenke innerlich Paraparis und führe deinen Trick hingebungsvoll vor.

5134. Wähle einen geeigneten Schüler und erkläre ihm das Geheimnis. Gib ihm das Gefäß und sage, er solle es voll Wasser bringen. Während das Wasser im Gefäß steht und die mächtigen Könige zusehen, hänge dem Schüler die hölzerne Doli-Trommel sorgsam um den Hals.

5135. Ziehe einen Vorhang auf, während die Menschen am hellen Tag zusehen. Nimm den anderen Kürbis in die Hand. Verberge ihn heimlich in der Trommel beziehungsweise in ihrer Umhüllung, ohne dass jemand es bemerkt, und verschließe sie.

5136. Entferne den Vorhang und sage: »Seht, der Kürbis ist in den Krug hineingegangen! Betrachtet, wie er nun im Gefäß liegt!« Gieße das Wasser ab, öffne das Gefäß und zeige den Kürbis darin. Die Menschen werden getäuscht und halten es für eine mächtige Zauberkunst.

5137. Sie werden sich über das Wunder täuschen, dass ein Kürbis in den Krug gelangt sei. »Welche Mantra-Kunst käme dieser weltgewandten Indrajala-Kunst gleich?«, werden sie begeistert sagen. Zitternd nennen sie dich einen Siddha des Nadanta. Sie staunen über die außerordentliche Kunst und deine Geschicklichkeit.

5138. Nur wer den verborgenen Vorgang kennt, durchschaut auf Erden einen solchen Trick. Führe ihn vor, als hättest du die von Brahma geschriebene Bestimmung überschritten. Vor zahllosen Schülern vollziehe diese Täuschungskünste, empfange reichlich Geld und bestreite damit rechtschaffen deinen Lebensunterhalt: So nennt es der Text Dharma.

5139. Von geschickten Vorführungen und Täuschungskünsten zu leben, gilt hier als rechtmäßig. Durch andere Handwerke und Tätigkeiten kann man auf Erden viel Schuld auf sich laden. Bewahre das Geheimnis, bestreite geordnet deinen Lebensunterhalt und empfange rein die Erkenntnisunterweisung über das wahre Wesen. Wer dies erlangt, ist ein Siddha.

5140. Auch wenn man als Siddha geboren ist, braucht man Entschlossenheit und die Achtung vieler Menschen. Man soll auf Erden Ruhm wie Kalanginathar gewinnen. Täglich braucht man Manonmanis Gnade und unerschütterliche Festigkeit in der Askese. Hingabe und ein gefestigtes Siddha-Herz sind nötig; so wirst du ein Gerechter auf Erden.

Kampfer entzündet sich scheinbar von selbst

5141. Betrachte noch einen Weg; ich nenne ein zuverlässiges Verfahren. O Licht, du strahlende Edelsteinlampe, ich werde es dir deutlich erklären! Ich spreche von der Kampferlampe und ihrem wunderbaren Kunstgriff. Nimm den hochwertigen Puram, den Kampfer, der für Arati verwendet wird.

Anmerkung: Puram wird hier durch den Zusammenhang ausdrücklich als Arati-Kampfer erläutert; die Anrede an das Licht gehört zum Vers.

5142. Ich erkläre, wie man den Arati-Kampfer zum Brennen bringt. Richte alles wie beschrieben im oberen Raum eines Hauses ein. Stelle die Topflampe in der Mitte des Raumes in zehn Fuß Entfernung auf. Höre, wie du den Platz so vorbereitest, dass der Kunstgriff nicht misslingt.

5143. Höre, Sohn Pulippani, meine beiden geliebten Augen! Lass nichts verderben, du Einsichtiger; bereite die passende Gelegenheit vor. Nimm am Ort der Verehrung Platz und vollziehe die Puja mit Sorgfalt. Führe vor dem Kranken ein Homa-Feueropfer aus.

Anmerkung: Kalam kann hier auch die rituell vorbereitete Fläche bezeichnen; die örtliche Anweisung bleibt unsicher.

5144. Während du für den Kranken das Opferfeuer ruhig wachsen lässt, höre, wie beim Kampfer-Arati der Kunstgriff geschieht. Halte den als Ti-Murukal bezeichneten Pashana-Stoff in Wasser bereit. Befeuchte deine Hand mit dem Wasser und bewahre den Stoff sorgfältig darin.

Anmerkung: Ti-Murukal Pashanam ist nicht sicher identifiziert; der historische Stoffname bleibt erhalten.

5145. Vermische diesen Ti-Murukal-Pashana-Stoff mit warmem Wasser. Rezitiere »Om Namaci« und gib davon auf den Kampfer. Sprich zum Schüler die beschwörenden Worte: »Mutter, lass diesen lebhaften Kampfer ohne Lampe aufflammen und wie ein Licht brennen!«

Anmerkung: Die Formel steht tamilisch als ஒம்நமசி; fehlende Silben werden nicht ergänzt. Die Lesung »warmes Wasser« ist wegen der wechselnden Schreibung unsicher.

5146. Dann wird der Kampfer ohne Berührung einer Lampe hell brennen. Die Lampe steht weit entfernt; die Menschen sehen, wie er scheinbar durch den Gnadenblick der Mutter des Vedanta aufleuchtet, und erzittern am ganzen Körper. Man verbindet dies mit dem Bhuta, das gekommen sei, um zu töten, während der Kampfer plötzlich brennt.

Anmerkung: Der letzte Satzbezug zwischen Bhuta und Entzündung ist beschädigt; die inszenierte Deutung wird nicht als tatsächliche Ursache bestätigt.

5147. Dies ist der Kunstgriff einer listigen Verwandlung: Durch die verwendeten Mittel ist der Kampfer entflammt. Der zuvor reglos daliegende Kampfer schlägt nun kräftige Flammen. Die Menschen sehen es und sprechen von einer wunderbaren Erscheinung. Wer auf Erden durchschaut diese erstaunliche Kunst, du Einsichtiger?

Die scheinbar erneuerten Aschestreifen

5148. Höre, kluger Sohn Pulippani! Ich will dir noch etwas klar erklären. Ich werde wahrheitsgemäß sagen, worin dieses Verfahren besteht. Betrachte die ungewöhnliche Simittu-Vorführung vor tausend Menschen. Vor der Versammlung wirst du mit gefalteten Händen auftreten.

5149. Während die Versammlung zusieht, steige zunächst zum Brunnen hinab. Vermische verborgen in deiner Hand den Milchsaft des Erikalan. Verrühre ihn so, dass er wie heilige weiße Asche erscheint. Für die Menschen wird diese Milchmasse wie Venniru aussehen.

Anmerkung: Erikalan ist eine unsichere Pflanzenlesung; die Schreibung von Venniru/Vennir schwankt zwischen weißer Asche und Wasser. Der Folgevers mit sichtbaren Aschestreifen stützt hier »heilige Asche«.

5150. Bestreiche dich mit dieser weißen Masse und tritt an den Brunnen. Blicke in die Gesichter der zahllosen Menschen, die dicht wie ein Berg beisammenstehen. Tauche wie ein stiller, makelloser Asket freudig ins Wasser. Steige dann aus dem Brunnen und stelle dich in die Sonne.

5151. Sobald das Wasser getrocknet ist, werden heilige Aschestreifen sichtbar. Man wird sagen: »Er ist ein Heiliger, der den Guru verehrt, die Stätten der Götter besucht und nach der Schau von Manonmanis Füßen die Göttin angebetet hat.« Am ganzen Körper werden die Streifen wie ein erhabener Lichtglanz erscheinen.

5152. Man wird dich für einen edlen Shiva-Yogi halten und sagen: »Du bist ein Siddha-Weiser von Kailasa, der die Schrift Brahmas überschritten hat und in den berühmten Brunnen gestiegen ist.« Die Täuschung mit Perikalan erzeugt den erstaunlichen Anblick. Führe diesen Kunstgriff geordnet vor und empfange Geschenke.

Anmerkung: Hier lautet der Pflanzenname Perikalan, zuvor Erikalan; die Variante wird nicht botanisch aufgelöst.

5153. Empfange die Geschenke des Königs und lebe reichlich wie ein Siddha auf Erden. Trödle nicht, reiner Junge! Genieße das Leben wie ein schöner königlicher Herr. Führe die wunderbare Illusionskunst mit der weißen Asche so aus, dass die Menschen staunen, und preise stets Kalangi.

Eine behauptete Schutzwirkung gegen Feuer

5154. Höre noch ein Verfahren, das mich der berühmte Kalanginathar klar gelehrt hat: die als Marakkanam bezeichnete Täuschungskunst. Nimm Fett der Manat-Tavalai und mische Waranfett hinzu. Füge die Substanz des Aals hinzu und gewinne daraus ein Grubenöl.

Anmerkung: Marakkanam und die nähere Froschbezeichnung Manat-Tavalai sind unsicher; die tierischen Bestandteile werden wie genannt wiedergegeben.

5155. Nimm das gewonnene Öl herunter und bewahre es sorgfältig in einer Flasche auf. Fertige ein geeignetes Gefäß mit einer breiten oberen Öffnung. Schütte Kohlen hinein, entzünde sie und lege gleichmäßig kleine Holzstücke nach, sodass ein kräftiges Feuer brennt.

Anmerkung: Die nähere Material- oder Formbezeichnung des Gefäßes ist beschädigt.

5156. Wenn das Feuer hoch auflodert, lege eine kräftige, gewundene Kette hinein und erhitze sie darin. Während viele Menschen zusehen, tauche deine Hand in das Fett und streife die Kette hindurch. Nach der Behauptung des Textes wird das starke Feuer dich dann nicht angreifen.

Anmerkung: Die behauptete Schutzwirkung gegen Verbrennung ist nicht belegt.

5157. Beim Betrachten wird die Kette wie eine starke Feuerflamme leuchten. Auch einen schwarzen Bergstein könne man auf diese Weise aufnehmen. Führe die Kunst vor dem König aus und empfange die herrlichen Geschenke. Zeige den wunderbaren, listigen Kunstgriff und nimm deine Belohnung an.

5158. Viele werden dich dafür loben, mein Junge. Führe auf Erden die schöne Kunst wie ein Siddha ohne den geringsten Fehler aus. Übe wahrhaft Shiva-Yoga und Raja-Yoga und verweile im Samadhi. Lebe lange auf der Erde wie ein göttlicher Rishi ohne Falschheit.

5159. Wer dich in diesem Leben sieht, wird sagen: »Gibt es auf Erden einen Siddha wie ihn?« Millionen Menschen werden sich demütig vor dir verneigen: »Wer käme dir auf Erden gleich?« Mein tiefgründiger, edler und kluger Junge, führe die Künste aus und lebe beständig in Würde dein irdisches Leben.

Geistertanz und die Rede der vermeintlich Besessenen

5160. Höre für dein Leben noch ein Verfahren, kraftvoller Sohn Pulippani! Es ist die Vorgehensweise eines geschickten, doppelzüngigen Pujari. Er ruft einen als besessen geltenden Menschen vor die Versammlung. Ich erkläre, wie dieser unter großem Lärm in einen Geistertanz gerät und wie die Gottheit scheinbar eintritt.

5161. Ich nenne dir ein wesentliches Verfahren für den vermeintlich Besessenen. Richte die Puja der lieblichen Göttin Manonmani ein und stelle das Kumbha-Gefäß auf. Meditiere auf den erhabenen Guru, erhebe den Klang und rezitiere das große Mantra. So erkläre ich den Weg zum Geistertanz.

Anmerkung: Das Mantra wird nicht ausgeschrieben; die genaue Bezeichnung des Klanginstruments ist beschädigt.

5162. Rufe die betreffende Gottheit an und rezitiere viel Japa und Tapas-Formeln. Bringe die drei Opfer dar und vollziehe Homa. Dann wächst Schwindel und Verwirrung. Beim Blick in das strahlende Licht verdunkeln sich die beiden Augen wie Höhlen, und der Betreffende beginnt in einer als Latakavi bezeichneten Redeweise zu sprechen.

Anmerkung: Die drei Opfer und Latakavi werden nicht näher erklärt; eine bestimmte Sprache oder Diagnose wird nicht ergänzt.

5163. Das Geschrei nimmt zu, und er spricht auch viel Marattakam. Er verehrt, faltet die Hände, und sein Körper beginnt zu zittern. Der Atem durch die Nase wird stärker, mit heftigem Beben und schnarchenden Lauten. Er wälzt sich im Staub, springt auf und knirscht mit den Zähnen.

Anmerkung: Marattakam kann eine Bezeichnung für Marathi sein; die Lesung bleibt unsicher.

5164. Er springt auf und brüllt wie ein Vetala, wie ein Geist, der Pidaris Opfer empfangen hat. Sein zuvor unversehrter Körper trägt nun Spuren. Als hätte er die Gestalt des Höchsten gesehen, wirft er das Haar auseinander, tanzt und redet immer wirrer. Schließlich weint er, ermüdet und verzagt, faltet die Hände und steht erschöpft da.

5165. Als hätte er reines Bewusstsein geschaut, spuckt er Blut aus dem Mund. Er blickt auf die Puja und ruft: »Diese Gabe ist mir nicht angemessen! Ich bin der im Ahnenhain schreiende Mandi, der mächtige Omkara-Geist. Gebt mir unverzüglich eine Puja auf dem Leichenplatz!«

Anmerkung: Die Geisterbezeichnung Mandi ist unsicher; der Leichen- beziehungsweise Verbrennungsplatz wird ausdrücklich genannt.

5166. Der vom Geistertanz Ergriffene sagt: »Diese Puja enthält keine passende Gabe für mich. Rezitiert die Veden; ich werde die Verehrung um Mitternacht empfangen. Ich bin der mächtige Latakavi-Muni. Weil eine frühere Verbindung besteht, bin ich hergekommen. Ich bin kein gewöhnlicher Muni, sondern einer, dessen Name die Tattvas überschreitet.«

5167. »Ich bin jener Muni, ein Brahmarakshasa, ein Erkenntnis-Siddha, der die alte Welt überschritten hat. Ein Rakshasa verfolgt mich; ich bin das Bhuta, das auf Erden in einen Brunnen fiel, das durch die kalten Berge streift und Pidari verehrt. Ich bin ein Geist mit vielen besonderen Tattvas, der die barmherzige Mutter nicht vergisst.«

Anmerkung: Die Aufzählung gibt wechselnde Selbstbezeichnungen der vermeintlichen Besessenheit wieder; eine einheitliche Identität wird nicht konstruiert.

5168. Zweiunddreißig Arten des Geistertanzes werden auf Erden beschrieben, eine weitreichende Kunst. Manche Geister verhalten sich geordnet, mit verständigen Worten und gebührender Achtung. Andere werfen das Haar auseinander, tanzen heftig und sprechen sehr viel. Manche erklären schließlich: »Ich werde den Berg hinaufgehen und fortziehen.«

5169. Dies ist Indrajala: durch verborgene Mittel, Salben, die Sitze der Silben, Worte, Bogen und weitere Verfahren. Auch durch Kancori-Pulver und durch Mischungen mit heiliger Asche werden die vermeintlichen Geister in ihrem Stolz gebrochen; sie öffnen den Mund und sprechen.

Anmerkung: Die Aufzählung einzelner Hilfsmittel ist sprachlich unsicher. Der Text selbst führt die Erscheinungen auf eingesetzte Mittel zurück.

Agastyas Salbe für den Herrscher von Lanka

5170. Rezitiere den Pranava. In Agastyas Kandam, dem Epos in zwölftausend, das mein verehrter Ahnherr und Guru Kumbhayoni verkündet hat, steht unter den zwölf Teilen im ersten Teil eine große Salbe, die er dem Herrscher von Lanka erklärte.

Anmerkung: Pranava ist nur als Name genannt. Kumbhayoni bezeichnet Agastya als »aus dem Krug Geborenen«.

5171. Mit jener Salbe lassen sich auf Erden viele Siddhis vorführen, auch bei Geistern. Durch sie seien die acht Siddhis vor zahllosen Menschen erreichbar. Zornige Vetalas und Geistertänze beruhten auf dieser wesentlichen Salbe. Wende dieses wirksame Verfahren an und beseitige die noch verbliebenen Mängel.

5172. Wer auf dieser schönen Erde könnte die Größe der Salbe vollbringen? Bei wem eine frühere Verbindung besteht, für den wird sie wirksam. Wer diese reine Salbe herstellt, kann den schönen königlichen Herrn sehen. Wer die wirkliche Wirkungsweise dieser Salbe erkennt, ist ein Siddha.

5173. Man wird ihn auf Erden einen Siddha und Rishi nennen, einen Meister der inneren und äußeren Fähigkeiten. Man wird ihn einen Befreiten nennen, einen Weisen jenseits der alten Welt und der Schrift Brahmas, einen Wahrhaftigen im Opfer und einen König, der die Erde beherrscht. Beständig im Prana und seinen Kalas verweilend, gilt er als makelloses Licht.

5174. Man wird ihn einen strahlenden Siddha der Welt nennen, einen Weisen, der selbst die feinsten Geheimnisse überschritten hat und den die Mächtigen verehren. Besteht die frühere Verbindung, gewinnt er den Namen eines standhaften Weisen: ein entschlossener Meister von Mantra und Welt-Täuschung, ein Einsichtiger, der die sechsundneunzig Tattvas geordnet kennt.

5175. Durch den klugen Gebrauch der Salbe wird die ganze große Welt angezogen und unter Einfluss gebracht. Selbst die Wohnstatt der Befreiung und ihre Gaben lassen sich kaum beschreiben. Ist die entsprechende Bestimmung vorhanden, wird das Verfahren mit der Salbe niemals vergeblich sein. Durch die Salbe des gepriesenen Königs von Lanka werden die Menschen dich beständig loben.

Anmerkung: Der zweite Halbvers über Befreiung und Gaben ist unsicher; er wird nicht zu einer konkreten Heilszusage erweitert.

Vorgetäuschte Ergriffenheit und das Idealbild Cinas

5176. Noch einen Weg will ich erklären: das wesentliche Verfahren des vorgetäuschten Rausches und Kopfschüttelns. Wenn das Kalasha-Gefäß aufgestellt ist und der Geistertanz beginnt, wirken berauschende Stoffe auf die Frauen. Als wären sie von einer Gottheit ergriffen, verdrehen sie sich heftig und schütteln unablässig den Kopf.

5177. Sie geben vor, von vielen mächtigen Gottheiten ergriffen zu sein, und wenden sich an ihren Mann: »Siegreicher, ich habe keine angemessene Gabe erhalten!« Mit großen Gebärden sprechen sie, als erteile eine Gottheit dem Herrn Auskunft. Sie falten die Hände über dem Kopf und erklären: »Es fehlt die Puja!«

5178. Die Ergriffenheit der Frauen erscheint wie die Gegenwart Vadivelans von Kailasa. »Wer seid ihr, der ihr unmittelbar vor mir steht? Du rechtschaffener Mann, höre aufmerksam! In deinem Haus weilt die berühmte Puvadaikkari. Sie hat kein anderes Gewand zum Anlegen und steht bekümmert da.«

Anmerkung: Puvadaikkari, etwa »Trägerin des Blumengewandes«, wird hier als Gottheitsbezeichnung beibehalten.

5179. »Puvadaikkari hat hier lange makellos verweilt. Ich bin auch Pidari, die Durga, die gepriesene Katteri und Cinnan, Karuppan, dessen Wort nicht fehlgeht, und die lichtstrahlenden sieben Jungfrauen. Ich bin auch Rattamunti, die das Leben im Mutterleib nimmt, und Matan, der die Leibesfrucht zerstört.«

Anmerkung: Die wechselnden Namen gehören zur wiedergegebenen Besessenheitsrede; sie sind keine Zuschreibung tatsächlicher Ursachen von Schwangerschaftsverlust.

5180. »Ich bin Puvadai, die Gottheit, die sich leidenschaftlich an Cittati bindet. Die erhabenen Gottheiten legen ihre Gewänder an, und die Ergriffenheit wächst. Wir sind die liebliche Celliyattal im Mittelraum des Hauses, die klare Ankala Bupati, Ishvari und die Grenzhüterin. Wir großen Gottheiten sind gekommen!«

Anmerkung: Die OCR schreibt 5160; nach der Folge als 5180 geführt. Cittati und einzelne Namensformen sind unsicher gelesen.

5181. Mit den Worten »Wir sind gekommen!« steigert sich der Rausch und die scheinbare göttliche Ergriffenheit. Die Frau blickt ihren Mann eindringlich an und sagt, dem Haus drohe Unheil: »Auch heute genügt mir diese schöne Puja nicht. Erst wenn ihr die entsprechende Opfergabe darbringt, werde ich sie annehmen.«

Anmerkung: Die genaue Gabe in der letzten Zeile ist unsicher; das Wort für »Kalb« ist vorhanden, der Satzbau jedoch beschädigt.

5182. So beschimpfen, behauptet der Erzähler, die Frauen der Welt ihre Männer. Die Frauen von Cina hingegen verehren ihre Männer. Mit meiner Kulikai habe ich die Welt und die sieben Meere durchreist. Die Frauen von Cina besitzen viel rechte Lebensordnung und Kenntnis der Grundsätze.

Anmerkung: Der Vers enthält eine pauschale, wertende Gegenüberstellung des Erzählers; sie wird nicht als sachliche Beschreibung von Frauen übernommen.

5183. Dort gibt es keine solchen Gottheiten; außer Gott gibt es nichts anderes. Dort gibt es weder Lüge noch Töten noch Diebstahl, sondern nur rechtes Handeln, festen Glauben und Gnade, keine Fülle von Sünden. Die Menschen dieses Weges in Cina habe ich gesehen, durch Kalangis Gnadenblick auf Erden.

Anmerkung: Die idealisierte Darstellung Cinas steht im Zusammenhang der Kritik an den zuvor geschilderten Besessenheitsvorstellungen.

5184. Unter Kalangis Gnadenblick und durch Manonmanis mächtige Gnade habe ich die vier Yugas durchschritten. Auf der großen Erde sah ich, wie alle lebten. Abgesehen von den Frauen Cinas waren die Menschen überall von leerer Verwirrung erfasst und ließen sich vergeblich täuschen.

Shanti-Ritual und die bewegliche Puppe

5185. Noch einen Weg will ich erklären; höre, großer Sohn Pulippani! Ich führe geschickte Täuschungskünste aus, damit Menschen ihren Lebensunterhalt finden. Nun spreche ich von einem beruhigenden Ritual für Kranke. Höre aufmerksam, wie dieses Shanti-Ritual für einen von Krankheit geplagten Menschen ausgeführt wird.

5186. Ich erkläre die angemessene Einrichtung für den Kranken. Richte in einem oberen Raum nach Osten gewandt eine Versammlungshalle ein. Die Halle des Nadanta sei ganz rund; stelle sechzehn Säulen auf und vollziehe dort die Verehrung des reinen Bewusstseins.

Anmerkung: Die OCR schreibt 5166; nach der Reihenfolge als 5186 eingeordnet.

5187. Nun beschreibe ich die Puja des Leichenplatzes; höre, lieber Sohn. Stelle das Kalasha-Gefäß genau in die Mitte. Lass einen Zugang in der neunwinkeligen Anordnung frei und lege die neun Getreidearten geordnet unter das Gefäß.

Anmerkung: Die räumliche Beziehung von neunwinkeligem Muster und Zugang bleibt unsicher.

5188. Nachdem du die Getreidearten unter dem Kalasha angeordnet hast, wickle einen Faden um den Krug. Die feinen Teile sind vier, die verbindende Schnur ist eine; setze alles geordnet in die Mitte. Lege eine Kokosnuss darauf und bestreiche sie mit Kurkuma.

Anmerkung: Die OCR schreibt 5186. Die Einzelheiten der vierfachen Fadenanordnung sind unklar; die Nummer wird nach der Folge zu 5188 berichtigt.

5189. Trage Kumkum auf und schmücke das Gefäß mit Mangoblättern und Blüten. Bringe liebevoll Reisflocken, Kichererbsen und die drei Früchte dar. Bewege den Pranava als Vasi im Geist und bitte: »Mahadeva, beschütze auch mich!« Schneide eine Zitrone auf und wirf die Stücke in die acht Richtungen.

5190. Ordne die benötigten Stoffe, alkoholischen Getränke und alle Arten von Speisen sorgfältig an, o Verdienstvoller, so wie die Nathas es tun. Höre, damit kein Fehler geschieht: Richte ruhig die sechzehn Formen der Verehrung ein und halte die Regeln makellos ein.

5191. Bringe nach der Regel den Kopf eines Schafes herbei und stelle ihn vor das Kalasha. Setze das Lampengefäß darauf, vollziehe Homa und Yajna und führe tausend Rezitationen aus. Die Zeit ist die Mitte der Nacht. So wird das Shanti-Ritual beschrieben.

Anmerkung: Der genaue Gegenstand akantam ist als Lampengefäß erschlossen; der rezitierte Wortlaut wird hier nicht angegeben.

5192. Beim Vollzug dieses befriedenden Rituals soll die Verwirrung weichen und der belastende Graha den Kranken verlassen. Fertige dafür eine besondere Puppe aus verfilztem Haar und höre den Kunstgriff. Wer kennt diesen verborgenen Weg? Ich erkläre ihn dir liebevoll.

Anmerkung: Graha meint hier eine als ergreifend gedachte Macht; die Passage behauptet eine rituelle Heilwirkung.

5193. Bekleide die Puppe und lege ihr alle Schmuckstücke an. Folge Kalangis Wort ohne Abweichung. Bringe eine Schildkröte und setze sie unter die Füße der Puppe. Bestreiche ihren Panzer fest mit einer Masse aus schwarzer Urdbohne.

5194. Verberge die so bestrichene Schildkröte unter den Füßen der Puppe. Bekleide die Figur mit Seidenstoff aus Kashi, der bis zu den Füßen reicht. Die Füße dürfen nicht sichtbar sein; lehne die Puppe passend an. Vollziehe ohne Scheu das Homa-Shanti-Ritual und höre weiter.

5195. Stelle die Puppe deutlich vor den Kranken. Wenn sie sich nun dreht und heranbewegt, sage: »Die Macht, die gekommen war, um zu töten, ist auf die Puppe übergegangen. Sie hat die Opfergabe angenommen und zieht nun fort, Gopala!«

5196. Wenn die Umstehenden die Puppe sehen, werden sie alle getäuscht und sagen: »Durch das Shanti-Ritual ist die ergreifende Macht gewichen; sie hat das Omkara-Opfer angenommen und geht fort.« Der Kranke werde dann ohne weiteres Hindernis gesund, behauptet der Text.

5197. Der Kranke werde gesund, seine Verwirrung verschwinde, und durch den Kunstgriff mit der Puppe würden seine Beschwerden dauerhaft weichen. Durch die Größe des Shanti-Rituals und die Gnade der Mutter des Vedanta werde seine Verwirrung aufgehoben; glücklich werde er auf Erden leben.

Anmerkung: Diese Heilversprechen sind Aussagen des Werkes, keine medizinische Bestätigung des Rituals.

Krankheit, Gottheiten und die verlorene eigene Einsicht

5198. Wenn den Körper Krankheiten treffen, handeln die Menschen auf vielerlei Weise: Sie sprechen von ihrer eigenen Gottheit oder ihrer Familiengottheit, von Amman und Pidari oder von einer Verfehlung gegen verschiedene Gottheiten. Sie binden gelobte Gaben zusammen und nennen Muni-Deva, Mutankan und viele andere Namen.

5199. So verändert sich in der ganzen Welt das Denken der Menschen; die Beständigkeit ihrer eigenen Einsicht geht verloren. Sie gedenken der schönen Lotosfüße nicht. Statt Gott fest im Herzen zu tragen, verlassen sie seine einzige, ungeteilte Gestalt. Wie soll ich dieses Schauspiel beschreiben? So ist die Art der Menschen auf Erden.

5200. Noch einen Weg will ich dir erklären, lieber Sohn Pulippani. Mein verehrter Ahnherr stand in jener guten Überlieferung, und Kalanginathar war ihr mächtiger, lieber Schüler. Dieser erhabene Kalanginathar ist mein Guru; er hat es mir in seiner Größe verkündet.

Anmerkung: Die Verwandtschafts- und Schülerbezüge sind im Vers elliptisch; der Ahnherr wird hier nicht neu namentlich identifiziert.

5201. Den Weg, den er mir erklärte, hatte er keinem anderen auf Erden mitgeteilt. Kalanginathar hatte unzählige lange Zeiten aufrichtig an den Füßen seines Gurus ausgeharrt und diese Kunst entschlossen empfangen. Höre, wie ich sie nun auch dir ausführlich lehre.

Akasha-Karpa und die Schau des eigenen Schattens

5202. Höre von Gut und Schlecht in der Welt, von der Möglichkeit, in Ansehen zu leben, und davon, wie der Körper nicht zugrunde gehen und lange bestehen soll. Ohne Zeit zu verlieren, erkläre ich dieses Karpa. Es heißt Akasha-Karpa, die Verjüngung durch den Raum. Ich werde dir seine Reihenfolge darlegen.

5203. Höre, Pulippani, mein Augenlicht! Ich nenne dir klar die Mittel zur Akasha-Schau, durch die man lange in der Welt bestehen soll. Prüfe das Gelände genau auf Erhöhungen und Vertiefungen, damit die Schau gelinge. Wenn die rote Sonne im Osten steht, wende dich ohne Abweichung nach Westen.

5204. Innerhalb von zwei Samam nimm das wesentliche Kayakalpa ein und iss deine Mahlzeit. Stelle dich dann beständig auf den Boden. Bewege den Kopf nicht und lasse beide Hände herabhängen. Betrachte deinen eigenen Schatten, um günstige und ungünstige Zeichen zu erkennen.

5205. Wie soll ich die Feinheit beschreiben? Selbst die Nathas haben sie nicht gesehen. Betrachte ohne Blinzeln deinen eigenen Kopf im Schatten. Richte danach den Blick aufmerksam in den Himmel. In diesem Augenblick wird dir eine Gestalt erscheinen, die dir selbst gleicht. Höre, was an dieser Gestalt zu erkennen sei.

5206. Die Einzelheit ist diese: Wie die Gestalt der Mutter des Vedanta erscheint dir am Himmel, wenn deine Aufmerksamkeit nicht abweicht, ein glückseliges Lichtbild, einer Traumerzählung gleich. Dies ist eine schwierige Wandlung. Deine Gestalt wird so hoch wie eine Palme sichtbar, während du selbst auf der Erde stehst.

5207. Ich erkläre, wie diese Gestalt erscheint. Am Himmel siehst du deine Form wie ein strahlendes Licht; die Augen werden davon geblendet. Die zuvor eine Spanne große Form erscheint nun von Palmenhöhe. Deine wunderbare Gestalt wird ausgedehnt und makellos sichtbar.

5208. Wenn beim Schauen der Kopf nicht erscheint, werde man innerhalb eines Monats sterben. Sind beide Hände nicht zu sehen, werde der Tod nach drei Monaten eintreten. Zeigt sich in der Brust eine Öffnung, durch die die Sonne sichtbar ist, komme der Tod nach sechs Monaten. Dies seien die Zeichen des Chaya-Purusha, des Schattenmenschen.

Anmerkung: Die Todesvorhersagen gehören zur traditionellen Zeichendeutung des Textes; sie sind keine verlässlichen Prognosen.

5209. Wenn du bei dieser Schau einen Mangel an der erscheinenden Gestalt erkennst, werde das Ende nach Kalangis Wort unfehlbar eintreten. Siehst du dagegen deine Gestalt klar wie die Form der lieblichen Manonmani, sei dir ein langes Leben auf Erden sicher, mein Junge.

Der Schattenmensch als Begleiter und die acht Siddhis

5210. Wenn du diese Schau zwölf Jahre lang beständig übst, wird die Gestalt, die du von dir selbst gesehen hast, dir makellos folgen. Mit inneren und äußeren Fähigkeiten, mit Körper und Leben ausgestattet, wird dein Schatten unabhängig von der Sonne bei dir stehen. Erkenne die Macht des Chaya, mein Junge.

5211. Diese Gestalt wird dir beständig folgen und sich bei dir bewegen. Wenn du schläfst, auf der Erde gehst, im Innern sitzt oder mit jemandem sprichst, wird sie dir wahrheitsgemäß die kommende Zeit verkünden, o Edler.

Anmerkung: Die OCR schreibt 9211; nach der Folge als 5211 geführt.

5212. Sie wird dir alles Gute und Schlechte im Voraus mitteilen. Sie wird vom Vasi des unveränderten Körpers sprechen; dein kräftiger Leib werde fest wie eine Steinsäule. Millionen Zeiten lang wirst du machtvoll auf Erden bestehen. Dieser sonst verwesende Körper werde nicht zerfallen; sein langes Bestehen auf Erden sei Samadhi.

5213. Wer die Chaya-Schau erlangt hat, dem fallen nach dem Text alle Siddhis zu. Ohne Zweifel könne er die acht großen Siddhis auf Erden erreichen. Doch dies gelinge nur dem, der zwölf Jahre lang beständig schaut. Wer die Schau nicht erreicht und bei dem Mängel verbleiben, dem werde es nicht zuteil.

5214. Wer diese Schau erlangt hat, könne wie ein Siddha auf den hohen Bergen wohnen. Auch dir werde als Siddha auf Erden die Möglichkeit eröffnet, die göttlichen Rishis in der Himmelswelt zu sehen. Der im Süden weilende Weise Agastya hat dieses Verfahren erklärt.

5215. Im »Sara-Nul Panchakshi« verfasste er die Lehre, damit die Schüler auf Erden ihren Lebensunterhalt finden. Er nannte den rechten Weg, die Chaya-Schau zu erlangen, doch die Salbe gab er nicht an. Den Weg dieser Salbe erkläre ich unter Kalangis Gnadenblick.

Anmerkung: Die OCR schreibt 9215. Die Grenze zwischen Werktitel Sara-Nul und der Bezeichnung Panchakshi ist unsicher.

5216. Der Siddha-Weise Kumbhayoni verbarg auf Erden die wesentliche Ursache. Doch durch den Gnadenblick meines Herrn Kalangi, des Mahadeva, lernte ich den kostbaren Karu-Guru kennen. Ich betrachtete alle Shastras und gab die Kenntnis den Schülern weiter, damit sie in der Welt leben können.

Die Salbe für Himmels- und Wolkenerscheinungen

5217. Ich werde dir noch einen Weg gewähren; höre, lieber Sohn Pulippani! Nimm das Kraut Karunkali, das Nili genannt wird, und die Wurzel des Kannan-Krautes. Dazu kommen Nattai-Suri, das auch Suli heißt, die Wurzel von Suriyan-Kanti, Veli-Parutti, Iruveli und die kräftige Wurzel der schwarzen Umattai.

Anmerkung: Die Pflanzenliste ist teilweise beschädigt. Die überlieferten Namen bleiben erhalten, ohne ungesicherte botanische Gleichsetzungen.

5218. Füge das Kraut des Sataiyan und die Wurzel der goldenen Umattai hinzu, außerdem die Federkrone des Pfaus. Bereite alles konzentriert auf und mache es zu Pulver. Verreibe Ainkolam darin, gib Punuku und Rocanai hinzu und mahle es zu einer Salbe.

Anmerkung: Ainkolam und die genaue Vorbehandlung sind unsicher; Punuku bezeichnet gewöhnlich Zibet, Rocanai einen traditionell verwendeten tierischen Stoff.

5219. Fange die Salbe in einem großen Gefäß auf, füge Kumari-Salbe hinzu und verreibe alles. Bewahre es in einer kleinen Dose auf. Bestreiche damit den Bereich der Augenbrauen, mein Junge, und blicke in den Himmel. Bei dieser Schau sollen die Erscheinungen deutlich sichtbar werden.

Anmerkung: Die Gefäßlesung Perantam ist unsicher. Die Stelle enthält keine Bestätigung einer sicheren Anwendung am Auge.

5220. Selbst wenn Wolken die Sonne verdecken, werde die Sonne in ihrem Innern für deine Augen sichtbar. Auch beim Betrachten des Mondes erscheine die große Schau. Wie eine Täuschung aus strahlendem Glanz werde das Weltlicht blitzartig aufleuchten.

5221. Durch die Salbe könne man dieses Wolkenwunder und die Erscheinung sehen. Die Siddhas kannten zwar das Verfahren, erklärten es aber nicht. Sie verbargen den grundlegenden Karu-Guru und besangen die Schau unvollständig. Wer hat es so wie ich erklärt? Mein Sohn, ich habe die Wahrheit ausgesprochen.

5222. Ich habe die Shastras wahrhaft betrachtet und erforscht und dir durch Kalangis Gnade das Verfahren mit Erläuterungen gelehrt, damit die Schüler ihren Lebensunterhalt finden. Lebe reichlich wie ein Siddha in der Welt, preise die Füße der Nathas und führe beständig ein aufmerksam ausgerichtetes Leben.

Bogar lehrt die Schatten-Schau in Cina

5223. Bogar Rishi Natha berührte ehrerbietig die Füße des mächtigen Kalanginathar und nahm den gepriesenen Mondnektar auf. Mit der Kulikai versehen ging er nach Cina. Dort trat er an Kalangis Samadhi und stand lange Zeit davor.

Anmerkung: Die Erzählung wechselt hier ausdrücklich von der ersten in die dritte Person.

5224. Kalanginathar erkannte in der Auflösung seines Geistes, dass Bogar Rishi gekommen war und vor ihm stand. Da wurde für Bogar der Klang einer körperlosen Stimme hörbar. Als er diesen wunderbaren Laut vernahm, verneigte sich Bogar freudig.

5225. Bogar Rishi Natha verehrte ihn und hörte die gute Erkenntnisunterweisung. Mit gefalteten Händen senkte er den Kopf vor dem herrlichen Kalanginathar und verneigte sich glücklich vor den beiden Füßen der duftenden Mutter des Vedanta. Ohne zu zögern kehrte Bogar in die Stadt Cina zurück.

5226. Den schönen Frauen von Cina lehrte Bogar geordnet die Chaya-Schau. Als er die in allen acht Richtungen gepriesene, liebevolle Schattenerscheinung erklärte, sahen die Frauen sie deutlich und wurden im Herzen froh.

5227. Die Frauen betrachteten die erfreuliche Erscheinung aufmerksam und freuten sich. Sie führten ihre zarten Hände an die Augen und sagten: »Wenn du uns die Chaya-Schau kristallklar lehrst, werden wir sie sehen und uns von Herzen freuen. Dann wollen wir bewirken, dass unsere Körper auf Erden unvergänglich bestehen.«

5228. »Wir werden Kayakalpa nehmen, beständig auf Erden verweilen und den Erfolg des Yoga erfahren. Zwölf Jahre lang wollen wir aufrichtig und eifrig üben. Dann möchten wir die Wunder der Himmelswelt schauen«, baten sie.

5229. Bogar zeigte den Frauen diese wunderbare Übung so deutlich wie ein unmittelbar berührtes Zeichen. Er lehrte sie die Erscheinung wie ein fest eingeprägtes Merkmal, damit sie sie beständig ohne Unsicherheit sehen könnten. Dann nahm er seine Kulikai und brach erneut auf.

5230. Er kam südlich des Meru in das Gebiet jenseits der Narmada. Liebevoll trug Bogar Rishi Natha die Kulikai. Ohne Tadel führte der Rishi dort zur Unterhaltung Simittu-Künste aus und zeigte den Menschen die feinsten Geheimnisse.

Wasser wird scheinbar zu Butter

5231. Bogar Rishi Natha zeigte den Menschen freudig ungewöhnliche Künste. »Pulippani, mein Sohn, nun erkläre ich dir einen wunderbaren Trick mit einem guten Topf. Höre, wie du ein geeignetes, helles Gefäß in der Form eines Kalasha herstellen sollst!«

Anmerkung: Die genaue Größen- oder Farbangabe vor »Kalasha« ist unsicher.

5232. Keine Zunge und kein Lied genügen, es zu beschreiben; die Nathas haben es nicht verkündet. Fertige das Gefäß und nimm die gute Naruvili-Frucht. Ohne dass die Menschen davon wissen, bestreiche das Innere des Gefäßes mit der Frucht und lasse es trocknen. Höre nun die weitere Ausführung.

5233. Fülle Wasser in das Gefäß. Nimm die als Kattu bezeichnete Schlingpflanze, füge ihre Blätter hinzu und presse den Saft in das Wasser. Gib unverzüglich Zucker dazu. Während alle zusehen, zerbrich das Gefäß.

Anmerkung: Der Pflanzenname Kattu und die Wendung zu den Blättern sind unsicher gelesen.

5234. Wenn du es zerbrichst, ist das Wasser geronnen und fest geworden, wie Butter. Führe den Trick vor der versammelten Hofgesellschaft aus und verteile diese vermeintliche Butter. Die Menschen werden staunen, davon essen und dich loben: »Welche Größe dieses Herrn mit den verfilzten Haaren! Seinesgleichen gibt es auf Erden nicht.«

5235. Sie werden dir geben, was du begehrst, und dich einen ausgezeichneten Mantra-Kundigen nennen. Beständig werden sie dir die sechzehn Ehrungen darbringen und Reichtümer schenken. Im Land wirst du als guter Siddha des Vedanta bekannt sein. Viele werden dich preisen, und du wirst als Siddha gelten, mein Junge.

Saivam, Fleisch, Milch und der Anspruch auf Reinheit

5236. Noch einen Weg will ich schildern; höre, edler Sohn Pulippani! Mit der Kulikai versehen habe ich die Welt und die sieben Meere hingebungsvoll durchreist. Abermillionen Menschen mühen sich um Befreiung, tragen ockerfarbene Gewänder und üben täglich viel Japa und Tapas. Millionen solcher Menschen gibt es auf der weiten Erde.

5237. Unter den zahllosen Gemeinschaften gibt es achtzehn Hauptgruppen. Feige und Tapfere sind zahlreich, in den großen Städten ohne Zahl. Ich suchte viele Länder auf und erforschte sie, doch wahres Saivam fand ich nicht. Viele Menschen in allen Ländern behaupten beständig, Saivam zu leben.

Anmerkung: Saivam bedeutet sowohl Shaivismus als auch vegetarische Lebensweise. Die folgenden Verse spielen mit beiden Bedeutungen und kritisieren besonders Ansprüche auf Nahrung und Reinheit.

5238. Ich habe diese Behauptungen gehört, doch selbst wenige echte Saivars sah ich nicht. »Wir essen kein Fleisch und nehmen keine tierische Nahrung zu uns«, erklären sie. Sie reden viel über religiöse Sitten und Unterschiede und ziehen so umher. Doch täglich essen sie Tierisches und nennen sich ohne Scheu Saivars.

5239. Unter den verschiedenen Gemeinschaften, besonders der Brahmanengemeinschaft, verkündet man wechselnde Formen des Saivam. Man spricht viel von großen Kräften und Agamas, trägt die Veden durcheinander vor und verdient so seinen Lebensunterhalt. Wer aber hat den gefestigten Yoga verwirklicht, der die sechs Stätten durchschreitet? Toren sind sie, so schilt der Text.

5240. Törichte Menschen nennt er sie, Saivars, die ihre eigene Ordnung verloren haben. Millionen hörte ich sagen: »Wir sind Saivars.« Die einen essen Fleisch, die anderen trinken Ghee. Gibt es denn in Joghurt und Milch völlige Freiheit von Tierischem? Dennoch glauben sie fest, vegetarisch zu leben.

5241. Glaubt man der strengen Forderung, gibt es keine solchen reinen Vegetarier; auch die Siddhas des Nadanta haben es nicht offen gesagt. Sie verbargen die Frage nach Saivam, und niemand bleibt ganz ohne tierische Nahrung. Die Shudras essen gern Schaffleisch; Brahmanen und Kshatriyas dagegen trinken Ghee und Buttermilch und erklären sich für makellos.

Anmerkung: Eine nähere Bezeichnung des Schafes im dritten Versglied ist beschädigt.

5242. Sie trinken Milch, Joghurt und Ghee und meiden Fleisch als Verfehlung. Kann man sich mit solchem Auftreten Saivam nennen? Die Nathas haben es verdeckt und nicht offen gezeigt. Die übrigen Gemeinschaften essen viele Arten tierischer Nahrung. Fleisch gilt als Grundsubstanz; das darüber schwimmende Ghee sei ebenso tierischer Herkunft.

5243. Die Menge des Ghee ist keineswegs gering: ein Achtel eines Ser. Zugespitzt sagt der Text: Wer Fleisch isst, sei ein Saivar, wer Ghee isst, dagegen nicht. Im eigentlichen Fleisch sei dieses Ghee nicht; Blut verdichte sich zuerst zu Milch und werde dann zu Ghee. Daher wiege Ghee schwerer als Fleisch.

Anmerkung: Der paradoxe Vergleich und die Entstehungslehre des Ghee sind Aussagen des Textes, keine moderne Definition vegetarischer Ernährung oder Physiologie.

5244. In Gemüse gibt es Würmer, auch in den Blättern. Im Wasser gibt es Würmer sowie unsichtbare Speichelreste und Ausscheidungen. Wo ist dann völlige Reinheit? Gibt es Wohlsein oder besondere Überlegenheit allein im Saivam? Sieh: Gibt es auf Erden wahres Saivam oder nur die falsche Behauptung davon?

5245. Noch etwas Erstaunliches geschieht unter den Schülern der Welt: Wessen Speiserest ist die Wurzel des Kalpaka-Baumes? Die Menschen hielten sie für eine vorzügliche, stärkende Knolle und aßen sie. Viele, die diese Wurzel verzehrten, verloren ihre Besinnung und gingen zugrunde.

Anmerkung: Die Anspielung auf Wurzel und Speisereste bleibt dunkel; sie wird nicht zu einer konkreten botanischen oder toxikologischen Aussage erweitert.

5246. So verfallen die Menschen der Welt, verlieren Ordnung und ihr vermeintliches Saivam. Dennoch glauben sie, durch ihre Geburt von selbst rein zu sein. Nicht alles, was sie berühren und verzehren, ist frei von Tierischem; alle nehmen beständig Tierisches zu sich. Dies ist die Lehre, die mein Guru Kalanginathar mir ausführlich mitteilte.

Begierde, Vergänglichkeit und das Idealbild Cinas

5247. Unter den Büchern ist dieses besonders weitreichend; alle feinen Bedeutungen sind darin aufgenommen. Kalangis Wort, so heißt es, ist auf Erden unfehlbar wahr. Doch verblendete Menschen verlieren ihren Verstand in geringem Genuss, treiben mit göttlichen Frauen vielerlei Liebesspiel und begehren ihre Speichelreste.

5248. In der geschlechtlichen Vereinigung begehren beide die Ausscheidungen des anderen und geben Körper, Leben, Besitz und alles Erworbene dafür hin. »Diese schöne Yoni ist die Befreiung«, meinen sie. Sie halten die süß scheinende Urinöffnung für Kailasa und Meru. Abermillionen wurden dadurch wie wertlose Halme; Millionen versanken und starben.

Anmerkung: Der Vers verwendet bewusst drastische, asketisch-polemische Sprache über Sexualität.

5249. Rishis, Devas und viele andere sind auf Erden in unzählbarer Menge gestorben. Viele suchten selbst das Netz der Täuschung, verfingen sich darin und gingen zugrunde. Niemand blieb dauerhaft auf der Welt: Dies ist die sichere Lehre Kalangis. Ich, sein Diener Bogar Rishi, trage sie bewegt und liebevoll vor.

5250. Für wen ist diese Lehre bestimmt? Die Menschen in Cina halten diese erhabenen Worte für wahr. Zehnfach stärker noch als ihre Liebe zum eigenen Kind vertrauen sie Kalanginathars Worten. Mit gutem Verhalten und rechter Lebensordnung gehen sie aufrichtig ihren Weg auf Erden.

5251. Bei den Menschen von Cina gibt es kein solches Saivam, höre! Sie essen Fleisch und tierische Nahrung ohne Heuchelei; dies nennt der Text aufrichtig. Sie üben Japa und Tapas, nehmen rituelle Bäder und halten zahlreiche feste Regeln ein. Sie essen offen die verschiedenen Fleischspeisen: Dies sei ihr Saivam.

5252. Sie machen keine trennenden Ansprüche auf Saivam. Was immer sie an Speisen essen, sie weichen nicht von ihrer rechten Übung ab und üben Askese wie der Herr von Kailasa. Viele besondere Kenntnisse gibt es bei den Menschen Cinas; man nennt sie eine Verkörperung Krishnas, des Mahavishnu. Auch bei strenger Askese beanspruchen sie nicht, vegetarisch zu leben.

Anmerkung: Der zweite und dritte Halbvers sind teilweise beschädigt; die Gegenüberstellung von Askese und Nahrung ist eindeutig.

Schriftwissen und die unbeantwortete Frage nach dem Tod

5253. Höre, lieber Sohn Pulippani! Noch einen Weg werde ich erklären. Unter dem Gnadenblick der Füße meines siegreichen Herrn Kalanginathar zog ich mit der Kulikai durch alle Länder und um die sieben Meere. Ich sah das Verhalten der Menschen und die vielen großen Shastras.

5254. Die Menschen der Welt betrachten die Worte der Nathas und lesen viele Shastras. Als seien sie Meister der Tattvas, reden sie hochfahrend und treten wie Gelehrte auf, die alles durchschaut hätten. Sie sprechen wie Siddhas, sodass selbst himmlische Weise staunen sollen.

Anmerkung: Die OCR schreibt 9254; nach der Folge als 5254 eingeordnet.

5255. Abermillionen Menschen schwatzen so über die Haufen von Shastras. Sie zeigen äußeren Schmuck, geben sich großartig und tragen die Schriften vor, als sei alles darin erwiesene Wahrheit. Doch die Nathas haben die passenden Grundsätze und den Meditationsweg nicht bestimmt erklärt. Man liest die vier Veden und sechs Shastras und erfindet daraus Geschichten.

5256. Alle diese erzählten Geschichten seien falsch, o Edler, auch die Shastras des Atharvana. Den Menschen auf Erden tragen sie ihre Schriften wie restlos erkannte Wahrheit vor. Ich aber zog tatsächlich durch die weite Welt. Beständig schaute ich die Füße der Mutter, die auf dem Lotos thront.

5257. Ich sah die verschiedenen Lehren und Schriften auf Erden. Viele Menschen tragen ihre Streitfragen und Agamas vor. Sie reden über die ganze Sammlung der Shastras, als sei alles sicher wahr. Selbst wenn sie hundert Koti Shastras verkünden, kommen sie den Menschen von Cina nicht gleich.

5258. In der Gegend von Süd-Kashi gibt es viele schöne Länder. Mit der Kulikai legte ich in einem Augenblick ungeheure Entfernungen zurück, ohne innezuhalten, und sah die Menschen von Kashi. Wenn jemand stirbt, kennen sie viele Schriftenvorschriften und zahlreiche aufwendige Riten.

5259. Millionen Haushalter, Edle und Weise, die sich jenseits des Vedanta wähnten, verloren durch Verblendung ihre rechte Ordnung und starben. Millionen lebten mit weithin gehissten Bannern, als reiche ihre Macht bis zum Himmel. Mit großem Ruhm, dem Lotos-Krishna gleich, gingen auch sie in den Tod.

5260. Millionen verstorbene Schüler auf Erden sollen Mahadevas Füße erreicht haben. Sie hatten sich mühsam ein Leben aufgebaut und viele Shastras gelernt: Veden, Agamas und die Schriften der vierundsechzig Künste. Sie neigten den Kopf vor den Füßen der Weisen. Was half all dieses Lernen in der alten Welt? Nichts davon ist zu sehen.

5261. Können die Verstorbenen, die angeblich nach Kailasa gingen, ihre Shastras noch betrachten? Körper, Besitz und Leben sind nicht mehr sichtbar; alles wurde Erde mit der Erde. Was nützt es, die gewünschten Schriften zu studieren? Bleibt dadurch jemand auf Erden? Und hat man die berühmte Seele derer gesehen, die an einem ungünstigen Tag starben?

5262. Bleibt eine solche Macht in der Welt, statt das Haus zu verlassen? Wohnt sie ein Jahr oder sechs Monate im Haus und stiftet Streit unter Eltern und Angehörigen? Wegen dieser Vorstellung von einem leidvoll Verstorbenen verschließt man dessen Haus. Sieh dir dieses Verhalten an!

Anmerkung: Kirakam kann hier Haus, planetare Belastung oder ergreifende Macht bedeuten; der Vers spielt mit diesen Bezügen.

5263. Von denen, die an einem günstigen Tag starben, sagen die Menschen, sie hätten das Haus verlassen und gemeinsam in Kailasa Zuflucht gefunden. Ihre Seele sei herrlich nach Kailasa gegangen, behaupten sie. Doch wer auf Erden hat es gesehen? Niemand. Sieh diese Wahrheit!

5264. Der Körper wurde zu Erde, und die Menschen sehen die Seele nicht. Niemand sieht den Zustand ihres Eingehens. Hat man in diesem ganzen kosmischen Leben eine Wiedergeburt wirklich geschaut? Im leeren Raum des Himmels sehen wir nichts. Weil die Menschen nicht erkennen, wohin jemand gegangen ist, stehen sie ratlos da.

Gottes Verfügung und die Kritik an ungünstigen Tagen

5265. Halte die würdigen Worte meines Herrn Kalangi nicht für falsch. Das Wort meines wahren Gurus ist auf Erden wahr. Mahadevas geordnete Verfügung setzt jedem seine Lebensdauer; klare Bestimmungen bestehen dafür, wann man die Füße des lieblichen Gottes erreicht.

5266. Wenn diese Bestimmungen bestehen, was vermögen dann Shastras und Veden? Hat Mahadeva gute und böse Tage erschaffen? Die unwissenden Menschen begreifen die Schriften nicht angemessen. Nach ihren eigenen Vorstellungen bezeichnen sie bestimmte Tage als schlecht.

5267. Sie haben die Tage als schlecht oder gut bezeichnet. Sagen die schönen Shastras dies wirklich? Entsprechend den fortbestehenden früheren Verbindungen erscheinen die Schriften den Menschen wahr. Wenn der Schaden durch die Menschen entsteht, wozu sollen dann die Schriften der Nathas dienen? Durch solche selbstgeschaffenen Zuschreibungen werden die Shastras auf Erden falsch.

Anmerkung: Das Gleichnis im letzten Halbvers ist beschädigt; die Kritik an menschlichen Zuschreibungen wird sinngemäß bewahrt.

5268. Viele Shastras gibt es auf der Erde, auch in den Büchern der Nathas. Doch es gibt keine Nachricht, dass ein Körper, dessen Atem erloschen war, in diese alte Welt zurückgekehrt sei. Was hilft eifriges Schriftstudium, was die Kenntnis der Tattvas? Die Behauptung, dieser wunderbare Körper bleibe auf Erden bestehen, erweist sich als falsch.

5269. Gewiss steht der Körper nicht dauerhaft fest; was helfen dann Shastras und Veden? Dass der wahre Atman unvergänglich sei, ist eine verbindlich vorgetragene Lehrbehauptung. Shastras und Agamas wurden aufgrund fortbestehender früherer Verbindungen offenbar. Wahr bleibt: Ohne ihn bewegt sich auf Erden nicht einmal ein Atom.

5270. Kannst du selbst einen schlechten Tag zu einem guten machen? Alle Tage der Sonne sind doch gute Tage. Durch die Gnade der Mutter des Vedanta hat der Herr alle acht Tage gut eingerichtet. Was könnten wir daran aus eigener Macht ändern?

Anmerkung: Der Text sagt ausdrücklich »acht Tage«; dies wird nicht stillschweigend zu einer Siebentagewoche berichtigt.

5271. Obwohl Gottes acht Tage den Menschen schön gegeben sind, behauptet man: Am Freitag dürfe man kein Geld ausgeben; am Samstag sei eine bestimmte Tätigkeit nicht erlaubt, am Sonntag kein Gastmahl. Für den Montag lehrt man außerdem die ungünstige Reiserichtung des Vara-Sula.

Anmerkung: Die am Samstag verbotene Handlung caval am ist unklar; sie wird nicht ergänzt.

5272. Man erklärt, dienstags dürfe man nicht nach Westen reisen und mittwochs nicht nach Norden. Am Donnerstag sei ein rituelles Bad nicht gestattet. Wenn die Shastras auf diese Weise alle beständigen Tage zu ungünstigen Tagen machen, welche Frucht bleibt dann irgendeinem Tag?

5273. Wenn man nach solchen Schriften für jeden Tag Einschränkungen findet, welchen Tag soll man im Herzen noch für gut halten? Der himmlische Herr hat doch alle acht Tage freudig als gute Tage geschaffen. Die unwissenden Menschen verlieren darüber ihre Beständigkeit und ihren Verstand.

Geburt und die Widersprüche ritueller Unreinheit

5274. Durch Kalanginathar lebte ich lange Zeiten. Ich verehrte seine festen Füße, trug die Kulikai und bestieg Berg um Berg. Ich ging in die Gegenden seitlich von Cina, wo viele herrliche Länder liegen. Dort sah und erkannte ich freudig Menschen vieler Gemeinschaften.

5275. Ich erkannte viele Shastras; die Unterschiede ihrer Vorschriften sind kaum zu schildern. Besonders für den Tag des rituellen Bades gibt es zahlreiche strenge Regeln. Vergossenes Blut gilt als Verunreinigung; deshalb soll man im heiligen Fluss baden. So gehen die Menschen zum Flussufer, um das Reinigungsbad zu vollziehen.

5276. »Ein Bad zu nehmen ist gut; Zeremonien auszuführen ist gut. Homa zu vollziehen ist gut und die anhaltende Verunreinigung zu beseitigen ist gut. Die vedischen Riten nach der Sammlung der Shastras auszuführen ist gut.« So sagen sie; doch vom eigentlichen Wesen dieser Verunreinigung erkennen sie nichts.

5277. Wenn die als Sutaka bezeichnete Unreinheit eintritt, wenn sie ihrer Arbeit nachgehen, einen Tontopf zum Wasser tragen, Essen kochen oder ein köstliches Mahl einnehmen: Sobald sie dabei eine Verunreinigung feststellen, verwerfen sie alles und gehen fort.

5278. Haben sie denn wirklich das Gefäß, den Reis, alle verschiedenen Gemüsegerichte und das ganze gekochte Essen fortgeworfen? Wenn ihre Verunreinigung so wirklich wäre, müssten sie es tun. Ihr gesamtes Auftreten darf man ein Schauspiel nennen. Selbst aus dem entstanden, was sie unrein nennen, behaupten sie dennoch dessen Unreinheit.

Anmerkung: Der Vers ist rhetorisch und teilweise elliptisch; die Kritik richtet sich gegen widersprüchliches Reinheitsverhalten.

5279. Aus eben dieser sogenannten Unreinheit bildete sich auf Erden der Körper. Mit Händen sowie inneren und äußeren Fähigkeiten entstand er im Mutterleib der Frau. Im Fruchtsack sammelte sich die flüssige Grundlage, verdichtete sich zur Gestalt, und durch Gottes Segen wurde der schöne Körper geboren.

5280. Alle Hunderte Koti Menschen wurden auf diese Weise geboren. Mit Atem, Körper und Leibwerdung traten sie in die alte Welt. Wenn schon die Geburt unrein sein soll und der Körper zur Erde gehört, dann sind unter Mahadevas Gnadenblick sämtliche Lebewesen aus dieser sogenannten Unreinheit hervorgegangen.

5281. Ist es gerecht, dies den Menschen der strahlenden Welt als Verunreinigung vorzuwerfen? Überall haben die Menschen darüber den Verstand verloren. Sie sprechen nach ihren Schriften von Unreinheit und verkünden religiöse Unterschiede. Durch diesen Teil ihrer Lehre verlieren sie Einsicht und rechtes Urteil.

Anmerkung: Die OCR schreibt 5261; entsprechend der Folge als 5281 geführt.

5282. Auf diese Weise sind die Menschen der Welt fehlgegangen. Für die Frauen Cinas dagegen gibt es keine solchen Schriftvorschriften, keine Kastenordnung und keine rituelle Unreinheit. Sie leben und genießen nach ihrem Wunsch und haben viele schöne Kinder. Die in allen acht Richtungen gepriesenen Menschen Cinas besitzen nach dem Erzähler eine besonders klare Geistesverfassung.

Anmerkung: Die OCR schreibt 5262; nach der Folge als 5282 geführt. Die Aussagen über Cina sind das Idealbild des Werkes.

Feindschaft, Singi und eine widersprüchliche Vergeltungslehre

5283. Betrachte einen weiteren Weg, würdiger Sohn Pulippani! Mein siegreicher Herr Kalanginathar gab mir diese Lehre: Wenn du die sieben Meere durchreist, triffst du auf Übeltäter wie auf Rechtschaffene. Manche geben sich als gute Freunde, bewahren aber einen heimlichen Plan im Herzen und töten.

5284. Gegen Feinde, die als Freunde auftreten und zum Töten kommen, erklärte er mir das Singi-Verfahren. Den Teil, den er mir gab, teile ich dir gern mit. Es ist eine weltgewandte Singi-Kunst, eine Kunst, einen Feind zu töten. Man bleibt dabei scheinbar ein Freund und führt den Kunstgriff heimlich aus.

Anmerkung: Hier beginnt eine historische Passage über heimliche Vergiftung; die Benennung als »Kunst« stammt aus dem Werk.

5285. Worin diese Kunst besteht, erkläre ich dir ruhig, mein Augenlicht: Man nimmt den Pashana-Stoff Kauri, dazu Eli-Pakai und das kräftige Kadi namens Viram. Hinzu kommen der giftige Teil des Ventonri, das schädliche Muruval und Kanai-Vantu.

Anmerkung: Die OCR schreibt 5265; als 5285 eingeordnet. Die teils unklaren Gift- und Stoffnamen bleiben ohne moderne Gleichsetzung.

5286. Dazu werden Karuncora und Cencora, der verderbliche giftige Teil des Kumuna, Cenkottai und Puram gegeben. Alle werden zu gleichem Gewicht abgewogen, mit Schlangengift verrieben und in einer kleinen Dose verwahrt. Höre nun, wie der Text die Anwendung dieses Verfahrens beschreibt.

5287. Gegen grausame Übeltäter und verwerfliche Menschen, die beim Zusammentreffen gefällig reden und dann ein Haus zugrunde richten, soll dieses Mittel auf die Fußsohle gebracht werden. Der Betroffene werde darauf von Krankheit ergriffen, verfalle und bekomme tiefe Geschwüre, so lautet die Behauptung.

5288. Der ganze Körper werde wund, die Freude an der Welt schwinde, und nach sechs Monaten sterbe er. Wenn er aber zu deinen Füßen komme und sich verneige, beschreibt der Text ein Mittel gegen die schmerzhafte Krankheit: Man nehme die Blätter der weißen Kunri und füge Patala-Muli hinzu.

Anmerkung: Die angekündigte tödliche Wirkung und das folgende Heilversprechen sind Aussagen dieser historischen Vergiftungserzählung.

5289. Hinzu komme die Wurzel der Ciru-Kirai, zu gleichem Gewicht, sowie das Kraut Nili im gleichen Verhältnis. Man gebe alles in ein Gefäß, füge Wasser hinzu und bereite einen Absud. Wenn dieser auf ein Viertel eingekocht ist, werde er vom Feuer genommen.

5290. Von dem Absud nennt der Text täglich ein Nali, morgens und abends in zwei Gaben, ohne Nachlässigkeit. Durch die Kraft des Absuds würden die eingesunkenen Geschwüre heilen. Die zuvor genannten Kräuter sollen außerdem täglich zermahlen und äußerlich aufgetragen werden.

Anmerkung: Die Menge Nali wird ohne Umrechnung bewahrt; der Vers ist kein bestätigtes Gegenmittel gegen Vergiftung.

5291. Wenn man dieses Verfahren ein Mandalam lang äußerlich anwendet und den Absud trinkt, verliere die Krankheit im Körper ihre Kraft und nehme täglich ab. Die wie Moos verbreiteten Hautschäden würden vom Leib verschwinden. Der Betroffene werde dich dann für einen Gott halten und zu deinen Füßen kommen.

5292. Auch die Übeltäter und die Sünder, die Häuser zugrunde richten, werden sich vor dir verneigen. In Scharen werden sie deine Füße verehren; daraus entstehe dir nach dem Text Verdienst. Lebe entschlossen wie ein Siddha in der Welt, gedenke des edelsteingleichen reinen Bewusstseins und führe ein freudiges Leben.

Versöhnung und ein Kayakalpa nach Singi

5293. Wenn Sünder dir Verrat antun, trage es nicht im Herzen nach. Es ist sehr gut, auch ihnen danach wieder gerecht zu begegnen. Gewinne so Ansehen in der Welt. Selbst wenn ein Feind aus einer früheren Geburt zu dir kommt, gewähre ihm die sechzehn Formen der Ehrung: Das ist Dharma.

Anmerkung: Die Aufforderung zur Versöhnung folgt unmittelbar auf die Vergiftungspassage; dieser Widerspruch wird nicht geglättet.

5294. Höre noch einen Teil; ich erkläre ihn dir liebevoll. Verehre geordnet die Füße Kalanginathars. Für Menschen, die Singi erhalten haben und deren Krankheit weicht, nenne ich ein Kayakalpa, damit die heftige Wirkung aus dem Körper verschwindet. Es herzustellen und ihnen zu geben, nennt der Text rechtschaffen.

5295. Auch Agastya hat diesen Teil im »Puranam« nicht erklärt. Er nannte lediglich ein Kräuter-Karpa, damit die Tätigkeit nicht zugrunde gehe. Durch Tirumagals Gnadenblick wurde dieses Kayakalpa hier bestimmt erklärt; im »Puranam« fehlt es. Dies ist die Lehre, die mein Guru und Herr Kalanginathar verkündete.

5296. Genannt werden die Wurzel von Pumi-Carkkarai, die reine Paranki-Rinde, gutes Mancil, das kühlende Tannir-Mittan, die Wurzel von Muccaranai, die kräftige Wurzel von Koti-Veli, die Wurzel der goldenen Avarai und die Wurzel von Nila-Panai.

Anmerkung: Die Liste wird mit ihren traditionellen Namen bewahrt; einzelne Formen sind unsicher gelesen.

5297. Hinzu kommen die Wurzel des Kalpaka-Baumes, die Wurzel von Ventonri, Nannari-Wurzel und die Wurzel der weißen Kunri. Man nehme alles zusammen zu gleichen Gewichten, trockne die Wurzeln sorgfältig in der Sonne und mache sie zu Pulver.

5298. Gib das Pulver in einen Steinmörser, mein Sohn, und füge Berghonig hinzu. Stoße es langsam zu einer wachsartigen Masse und bewahre diese in einer kleinen Dose auf. Die reine Masse werde morgens und abends mit Kuhmilch eingenommen; dadurch solle die brennende heftige Wirkung abklingen.

5299. Die Wirkung werde sich beruhigen, und der Körper strahle wieder wie zuvor. Wer dieses kostbare Kayakalpa ein Mandalam lang nehme, für den nennt der Text eine Menge von mehr als einem Kalancu als gut. Der Leib werde fest, und die Augen leuchteten vor der Sonne.

Anmerkung: Die ungewöhnliche Mengenformulierung »mehr als ein Kalancu« wird nicht zu einer sicheren Dosierung umgedeutet.

5300. Die Augen würden so leuchten, dass die Sonne daneben verblasse; Arundhati werde beständig sichtbar. Übermäßiges Tränen der Augen nehme ab, und das Sehlicht strahle kräftig. Die Welten würden dem Blick offenbar. Oho, Kalangis Kayakalpa werde wirksam! Wer auf Erden könne es vollbringen? Den Verdienstvollen falle es zu.

Citikai-Verwandlung und das fünfzehnfach erhitzte Centuram

5301. Betrachte noch einen Weg, damit die Schüler in der Welt ihren Lebensunterhalt finden. Ich erkläre die als Citikai bezeichnete Verwandlung, die die berühmten Nathas nicht offen ausgesprochen haben. In vielen Shastras haben die Siddhas gedichtet; sieh nun die Wahrheit dieser feinen alchemistischen Kunst.

5302. Für den Lebensunterhalt der Schüler wird die goldmachende Citikai-Verwandlung beschrieben. Genannt werden Singi-Pashanam, Talam, Puram, das weiße stäbchenförmige Viram, der helle Kauri-Pashana-Stoff, Turucu, Tuttam und Veti-Uppu.

5303. Füge Venkaram, Cinam, Nagam und Sutam hinzu, ferner Mati-Uppu, Kentakam, Caram und Lingam. Wiege alles zu gleichen Gewichten ab. Verreibe es vier Samam lang mit den drei Arten von Jaya-Nir.

5304. Forme aus der verriebenen Masse dünne Scheiben und trockne sie in der Sonne. Richte ein Porzellangefäß wie ein Mahlgefäß her und decke es mit einer Porzellanschale zu. Bringe eine starke Versiegelung aus Tuch und Lehm an und lasse sie in der Sonne trocknen. Grabe dann eine kürbisförmige Vertiefung von einer Spanne in den Boden.

5305. Gib Sand in die Grube, stelle das Porzellangefäß darauf und bedecke es mit weiterem Sand. Erhitze es als Putam mit zehn Dungfladen. Wenn Feuer und Gefäß abgekühlt sind, gedenke der Mutter des Vedanta. Nimm das Centuram heraus und gib es in einen vertieften Mahlstein.

5306. Verreibe es erneut vier Samam mit demselben Jaya-Nir. Forme saubere kleine Scheiben, dünn wie Blech, und trockne sie in der Sonne. Lege sie wie zuvor in das Porzellangefäß und bringe eine feste, sorgfältige Versiegelung an.

5307. Lasse die feste Versiegelung in der Sonne trocknen und gib dann wie zuvor das Putam. Nach dem Erlöschen und Abkühlen des Feuers nimm es heraus und betrachte es. Wie soll ich dieses feine Centuram beschreiben? Darin wirst du Shakti und Shiva sehen. Gibt es seinesgleichen? Die Siddha-Weisen haben es nicht offen verkündet.

5308. Für dieses Centuram sind fünfzehn Putam-Durchgänge vorgesehen. Führe sie aus und bewahre das Präparat dann in einer kleinen Dose. Höre, wie dieses dem großen Meru gleiche Centuram aufgebracht wird. Selbst Kumbhayoni, der Weise des südlichen Potikai, hat dieses Verfahren nicht ausgesprochen.

Goldfärbung, Kutavan und Kupfer

5309. Nimm ein Kunri Centuram für ein Kalancu Gold von sechs Mattu. Nach der Lehre meines siegreichen Gurus Kalanginathar hämmere das Gold dünn aus. Verrühre das Centuram ohne Unsicherheit mit den drei Arten von Jaya-Nir, im Verhältnis von einem Kunri je Kalancu.

5310. Bestreiche das Goldblech von einem Kalancu mit dem Centuram so dünn wie den Flügel einer geflügelten Termite. Füge ein Viertel Kavi hinzu und mische es mit Dungasche. Bereite beides geordnet zu und höre, wie das Blech darin angeordnet wird.

Anmerkung: Für das Viertel Kavi ist die Bezugsgröße nicht eindeutig; sie wird nicht ergänzt.

5311. Lege das vorbereitete Blech sorgsam in die Anordnung aus Brennmaterial und Dung. Entzünde unverzüglich das Feuer und bette das Blech darin ein. Durch das Putam erhält es eine unbeschreibliche Farbe. Wenn du sechs solche Putam-Durchgänge vollendet hast, soll es die Farbe von Gold angenommen haben.

Anmerkung: Die OCR schreibt 53714; nach der Folge als 5311 eingeordnet.

5312. Lege das so gefärbte Metall in einen Tiegel und schmelze es. Seine Farbe werde stärker, und es werde zu reinem Gold. Die zuvor mangelhafte Substanz sei nun Gold; könne natürliches Gold damit überhaupt verglichen werden? Man werde es nicht als Täuschung bezeichnen: Es sei Gold von natürlichem Anschein, durch Färbung hervorgebracht.

5313. Dieses Gold strahle wie hundert Koti Sonnen. Kein Siddha-Weiser, Rishi oder Deva habe es so erklärt wie ich. Für die Puja der lieblichen Manonmani wurde diese Kunst des gefärbten Goldes verkündet. Wer könne solches Gold sehen? Ein großer Shiva-Yogi werde es schauen.

5314. Höre noch einen Weg, mein Junge Pulippani! Nimm das Centuram und verreibe es mit der zuvor genannten Flüssigkeit. Hämmere Kutavan zu einem Blech und bestreiche es mit dem Präparat. Gib nach dem genannten Verfahren entschlossen ein Putam; so werde es zum Gold von bestimmter Feinheit.

5315. Wie soll ich dieses Gold beschreiben? Es gleiche natürlichem Gold. Der übelriechende Kutavan-Stoff werde fest, was die guten Nathas nicht gesehen hätten. Die störende Eigenschaft des Kupfers weiche, und Nagam höre auf zu zischen. Wenn ohne erneutes Aufsteigen Gold entstehe, zeige sich seine schöne Feinheit.

Anmerkung: Die Wörter für die unerwünschten Metallreaktionen sind nicht eindeutig modernen Vorgängen zuzuordnen.

5316. Im Kutavan zeige sich eine Feinheit von acht Mattu. Dies sei die selten gesehene Kunst der Rishis, eine dauerhafte Kunst für den Haushalter. Gibt es eine andere wie diese? Der verehrte Ahnherr zeigte Kalanginathar diese feine Verwandlung in ihrem verborgenen Wesen.

Anmerkung: Die Guru-Beziehung im dritten Versglied ist beschädigt; der folgende Vers bestätigt die Weitergabe vom Ahnherrn an Kalangi.

5317. Der Ahnherr erklärte Kalangi diesen Weg der Verwandlung gütig. Kalangi wandte mir seine Liebe zu und lehrte mich diese rasche alchemistische Kunst. Damit sie auf Erden nicht vergeblich sei und die Schüler davon leben können, betrachtete er viele Bücher und unterwies die Menschen kraftvoll darin.

5318. Damit die Menschen der Welt ihren Lebensunterhalt finden, erkläre ich die Verfahren der Reihe nach, mein Sohn. Das Wort meines Gurus Kalangi ist auf Erden wahr und nicht falsch. Nach dem Studium der echten Schriften verkündete er den Menschen die erkannte rasche Goldverwandlung: Wenn man sie ausführe, werde sie gelingen.

5319. Höre noch ein Verfahren, das mein siegreicher Guru Kalanginathar mich lehrte. Das liebliche Kupfer ist die grobe Grundlage; nimm dieses klare Kupfer. Zerreibe freudig den als Siddha-Gestalt Manonmanis bezeichneten Stoff und bringe daraus eine schützende Hülle an.

Anmerkung: Die Chiffre »Manonmani, Siddha-Gestalt« nennt keine eindeutig bestimmbare Zutat.

5320. Nachdem du die Hülle angebracht hast, trockne sie in der Sonne und gib ein Kukkuta-Putam. Das Kupfer werde dadurch makellos und schwertartig rein. Seine unerwünschte Reaktion verschwinde, und sein Glanz nehme stark zu. Wie soll ich dieses Kupfer beschreiben? Darin wirst du Shakti und Shiva sehen.

5321. Führe dies zehnmal aus; dann sei das Kupfer frei von seiner störenden Eigenschaft und habe die Farbe einer schönen Alli-Blüte. Verfahre gewissenhaft und nimm das zuvor genannte Centuram. Schmelze das Kupfer und gib davon einen Teil auf zehn Teile hinzu.

5322. Gib einen Teil dieses Centurams auf zehn Teile und füge noch einen Teil Kupfer hinzu. Gieße das Metall aus und gib ein Putam. Es sei ein vorzügliches Erzeugnis für den Handel und für alle, die Shivas Gewand tragen, geeignet zu Rüstungen, Ohrschmuck und Ähnlichem. Wie soll ich seine Größe beschreiben?

Anmerkung: Die Wendung zum Handel ist unsicher; die zusätzliche Kupfergabe wird trotz des bereits genannten Kupfers beibehalten.

Jaya-Nir und Kupfer für Kultgegenstände

5323. Höre, mein Sohn, wie das zuvor erwähnte Centuram bereitet wird. Vereinige Mati-Uppu, Cinam und Umar-Uppu. Gewinne daraus im dafür vorgesehenen Gefäß das kräftige Jaya-Nir. Verschließe es in einer Flasche und verreibe das Centuram damit.

Anmerkung: Die genaue Gefäßbezeichnung und das Gewinnungsverfahren der Flüssigkeit sind elliptisch; zusätzliche technische Schritte werden nicht ergänzt.

5324. Die guten Nathas haben die Wirkungsweise dieses Jaya-Nir nicht erklärt. Alle Verfahren, die mein siegreicher Herr Kalanginathar verkündete, sind in diesem Guru-Werk besungen, damit die Menschen der Welt leben können. Wer das Innere der Shastras erforscht und eine frühere Verbindung besitzt, wird sie erlangen.

5325. Betrachte noch ein Verfahren; ich besinge es, Sohn Pulippani. Nimm die feste Schale des Perantam-Talaiyantam und füge Veti-Uppu hinzu. Verreibe beides vier Samam lang mit dem Jaya-Nir der Kräuter. Forme schöne Scheiben und lasse sie trocknen.

Anmerkung: Perantam-Talaiyantam ist eine nicht sicher aufgelöste Stoffchiffre; eine bestimmte Schädel- oder Eierschale wird nicht festgelegt.

5326. Lege die getrockneten Scheiben in eine Schale, versiegle sie fest und dicht und gib ein Varaha-Putam. Nach dem Abkühlen betrachte es: Veti-Uppu und sein Gegenstoff seien gemeinsam »getötet« und zu einem großen Parpam geworden. Nimm das gebrannte Parpam und bewahre es in einer festen Flasche auf.

5327. Nimm Kupfer, schmelze es und gib das Präparat als Nahrung zu, in einer Menge von der Hälfte des Kupfergewichts. Wie soll ich dieses schöne Parpam beschreiben? Um davon seinen Reis zu verdienen, genüge eine bloße Reinigung des Kupfers nicht. Schmelze das behandelte Kupfer und fertige daraus Mahadevas Panzer und Ohrschmuck.

Anmerkung: Der Ausdruck zur bloßen Reinigung ist knapp und mehrdeutig; der Zusammenhang nennt die Herstellung von Kultgegenständen.

5328. Wer als Shiva-Yogi lebt, soll diese Verwandlung seinen Freunden im Land weitergeben; das sei die Gerechtigkeit Manus. Es ist eine Kunst für den Haushalter, diese reine Kupferkunst für Kalashas, Ohrschmuck und andere Gegenstände. Ich unterweise dich behutsam darin; Übeltätern soll sie nicht mitgeteilt werden.

5329. Es ist gut, diese unausgesprochene Lehre denjenigen zu geben, die rein in Shivas Gewand leben. Auch unter einfachen Menschen gibt es Rechtschaffene; ihnen darfst du sie geben. Hartherzigen Übeltätern sollst du sie nicht geben, wohl aber denen, die ohne Falschheit wahr sprechen. Diese mächtige Verwandlung der Siddha-Weisen werde dem gelingen, der sie richtig ausführt.

Silber-Kulikai und Sutam-Butter

5330. Noch einen erfolgreichen Teil will ich erklären, den die berühmten Nathas nicht ausgesprochen haben. Wenn auch nur ein senfkorngroßer Anteil Rasam ungebunden bleibt, drohe großer Fehlschlag. Shakti und Shiva seien im Sutam zu erkennen; wer dies sieht, sei ein Alchemist. Nimm fünf Palam Kentakam und fünf Palam Punagam.

5331. Dazu kommen fünf Palam Lingam. Verreibe alles mit dem Milchsaft von Erikalan und trockne es fehlerfrei in der Sonne. Mache es erneut zu Pulver und höre die weitere Ausführung. Nun geht es um Silber im angegebenen Tula-Maß; höre die gute Reihenfolge.

Anmerkung: Die Mengenformulierung für Silber ist beschädigt; eine bestimmte Zahl von Tula wird nicht erfunden.

5332. Gib das Silber in den Tiegel und schmelze es sorgfältig. Füttere es mit dem zuvor genannten pulverisierten Präparat. Zerbrich anschließend den Tiegel und betrachte den Inhalt: Er werde zu Kalangu geworden sein. Nimm diesen Stoff sorgsam heraus und höre weiter.

5333. Keine Zunge und kein Lied genügen, dies zu schildern: Es sei eine Silber-Kulikai geworden. Nimm diese Kulikai, gib Sutam in ein Kalasha-Gefäß und lege sie fehlerfrei hinein. Verschließe die Öffnung, versiegle sie und erhitze das Gefäß im Feuer.

5334. Öffne nach dem Erhitzen das Gefäß. Das schwere Sutam werde wie Butter sein. Wer kennt diese wunderbare Sutam-Kunst? Das Sutam ziehe sich zusammen und bleibe als Butter unten, während die Kulikai oben liege. Bewahre die gute Kulikai sorgfältig auf.

5335. Nimm die Sutam-Butter und verschließe sie in einem Kantam-Tiegel. Versiegle ihn, schmelze den Inhalt und betrachte ihn: Wie die Sterne am Himmel erstrahle das gute Silber. Übe damit Shiva-Yoga, lebe wie ein Siddha und widme dich beharrlich deiner Übung.

Auswahl und Prüfung eines Schülers

5336. Wenn Zeiten der Armut kommen, soll es dir den Lebensunterhalt für Shiva-Yoga ermöglichen. Rede niemanden unnötig an; halte auch den Zorn sicher in deiner Hand. Suche einen Schüler, der zu dir passt, prüfe seinen Charakter und seine Merkmale. Lehre ihn dann die Handgriffe und die Herstellungsweise des Präparats.

5337. Erst wenn nach der Unterweisung lange Zeit vergangen ist, lehre ihn ausführlich auch das innere Geheimnis. Vertiefe die Unterweisung, mein Sohn, und verweile im reinen Bewusstsein. Von Sonne und Mond unbemerkt, ziehe dich in deinem eigenen Geist zusammen. Warte standhaft und verwirkliche die alchemistische Kunst.

5338. Es gibt gute und schlechte Menschen; prüfe ihre Gedanken eingehend. Manche reden, als kennten sie die Alchemie, treten dir entgegen und beginnen Streitgespräche. Wie Sachkundige, die die Schriften beherrschen, sprechen sie harte Worte. Sie verkleiden sich und prahlen wie der Herr mit den verfilzten Haaren, der mit Parvati vereint ist.

5339. Lass dich nicht in ihr prahlerisches Netz fangen. Inmitten der zahllosen Sorgen der Welt prüfe den Menschen vor dir auf Rechtlichkeit und auf seine günstige Verbindung. Suche einen Schüler, der dir im Diesseits und Jenseits treu bleibt und dich beständig aufrichtig ehrt.

Goldenes Kupfer und Karuvurars Nataraja-Gestalt

5340. Höre noch ein Verfahren und die benötigten Stoffe: je einen Teil Puram, Viram, Sutam, Kentakam und Lingam. Füge ebenso einen Teil Kauri hinzu, o Edler.

5341. Gib einen Teil Karam dazu und verreibe alles mit Zitronensaft. Nach vier Samam werde es wie Wachs. Forme feste Pillen und lasse sie in der Sonne trocknen. Höre nun die weitere Reihenfolge und erkenne die richtige Handhabung.

5342. Ich erkläre die Ausführung: Nimm zwei Tula Kupfer und gib es in den Tiegel. Schmelze es gründlich und füttere es mit dem Präparat in einer Menge von der Hälfte des Kupfergewichts, damit der Bodensatz weiche. Nimm es geordnet heraus und betrachte seine Beschaffenheit.

5343. Hämmere das Kupfer zu einem Blech. Mische Pum-Kavi mit Lavanam und verreibe beides kräftig mit Zitronensaft. Bestreiche das Blech damit, gib ein Putam und nimm es heraus. Es werde so herrlich glänzen wie die seit alters verehrte Verkörperung Krishnas.

5344. Wie soll ich den Glanz dieses Kupfers beschreiben, das Spiel der Nathas auf Erden? Nimm das Kupfer und füge einen Teil zu vier Teilen Silber hinzu. Schmelze es und betrachte es: Auch das Silber werde kupferfarben. Gehe zum König von Kannapuri und zeige ihm diese wesentliche Kunst.

Anmerkung: Die OCR liest nati statt mati; Silber ist aus dem folgenden Satz erschlossen. Der Ortsname Kannapuri bleibt ungesichert.

5345. Wenn du sie vorführst, wird man dir ehrerbietig die sechzehn Ehrungen erweisen. Dieses unübertreffliche Spiel des Kupfers ist kaum zu beschreiben. Nimm das Kupfer und füge einen Teil klares Gold auf zehn Teile hinzu. Schmelze es kräftig: Das nun als golden bezeichnete Kupfer sei unbeschreiblich.

5346. Dies ist das goldene Kupfer, von dem die Nathas nicht offen sprachen. Schon sein Anblick blende die Augen. Karuvurar fertigte daraus die Gestalt Natarajas, nachdem er den Kern in Erde beziehungsweise Ton geformt hatte. Diese veredelnde Kupferkunst habe ich den Menschen der Welt erklärt.

Anmerkung: Die Stelle zur Nataraja-Gestalt ist beschädigt; der Bezug auf Karuvurar und einen aus Erde geformten Kern ist erhalten.

5347. Wer sonst wird den würdigen Menschen diese Verwandlung erklären? Vergeblichen Übeltätern und Sündern soll sie nicht offenbart werden; selbst wenn man sie ihnen sagt, verstehen sie sie nicht. Kluge Kinder dagegen erkennen sie, wenn man sie geordnet erklärt. Diese außerordentliche Kunst ist für den Shiva-Yogi geeignet.

Totti-Kupfer, seine Reinigung und Verwendung

5348. Noch einen Teil will ich erklären, damit die Schüler ihren Lebensunterhalt finden. Dies ist die Lehre, die mein siegreicher Herr Kalanginathar mir gab. Ich preise die Füße der erhabenen Manonmani und spreche vom mächtigen Kupfer. Nimm den als Kupfer bezeichneten Totti-Stoff und höre weiter.

5349. Ich erkläre die Reihenfolge; höre, klarblickender Sohn Pulippani! Nimm je einen Teil Apini, den hellen Totti-Stoff, Karam und Caram. Gib alles in den vertieften Mahlstein, verreibe es gründlich und höre die weitere Ausführung.

5350. Fülle die vollständig und geordnet bereitete Masse in einen großen Tiegel. Versiegle ihn fest, damit kein Dampf nach oben entweicht. Schmelze den Inhalt, ohne ihn zu verderben, und zerbrich den Tiegel. Der unreine Belag werde verschwunden sein, und reines Kupfer bleibe zurück.

5351. Wie soll ich dieses Kupfer beschreiben? Es ist die Verwandlung der Nathas auf Erden. Nimm das Kupfer und erhitze es in einer Schale mit dem Blasebalg. Seine störende Eigenschaft werde weichen; es eigne sich für Kalashas und Ohrschmuck. Wer führt dieses Verfahren aus? Dem entsprechend Bestimmten werde es gelingen.

5352. Höre die weitere Verwendung dieses Kupfers: Wenn du einen Teil davon zu vier Teilen Silber gibst, nehme das Silber eine bräunliche Farbe an und werde zu goldenem Kupfer. Dieses feste, edle Metall sei für Shiva und die geordnete Form seiner Verehrung geeignet.

5353. Wie soll ich das Kupfer und die Verwandlung der Nathas beschreiben? Die mächtige Siddha-Kunst durchschaut der verständige Mensch. Übeltäter in der Welt erzählen dagegen gefällige Geschichten, reden über Verfahren, sprechen freundlich und einschmeichelnd und fragen nach dieser besonderen Methode.

5354. Auch wenn sie fragen, gib ihnen das Verfahren nicht. Wer es verderblichen Menschen weitergibt, dem werde der Kopf zerspringen: So lautet das Wort der Nathas. Gibst du es guten Freunden, werde dir klarer Shiva-Yoga zuteil. Dies ist das Spiel des Kupfers; wer auf Erden sieht seine außergewöhnliche Größe?

Nagam-Centuram im Sandbad

5355. Höre noch einen Weg, lieber Sohn Pulippani. Nimm ein Ser Nagam. Schmelze es und gib Caram als Nahrung hinzu. Nach dieser Zugabe schmelze es erneut und gieße es in Iluppai-Öl.

5356. Durch das Eingießen werde Nagam gereinigt. Wiederhole es fünfzehnmal. Seine »Augen« sollen sich schließen, und der kräftige Stoff werde weich und schwach. Zerreibe Nay-Tulasi, umhülle das Nagam damit, versiegle es fest und gib ein Kukkuta-Putam.

Anmerkung: »Die Augen schließen« ist eine alchemistische Bildformel; sie wird nicht als eindeutig bestimmter moderner Stoffvorgang ausgelegt.

5357. Führe das Putam so aus, damit Nagams »Augen« zur Ruhe kommen. Es werde leuchten wie geschmolzenes Silber. Mit dem zuvor genannten Kraut gib insgesamt drei Putam-Durchgänge. Nagam werde dann nicht mehr zischen und wie Silber aussehen.

5358. Nimm das silberartig gewordene Nagam, zerkleinere es und füge die gleiche Menge Sutam hinzu. Verreibe beides mit Kentakam-Öl und trockne es in der Sonne. Gib es in den vertieften Mahlstein und mache es sorgfältig zu Pulver.

5359. Fülle das gesamte Präparat in eine Kasi-Flasche. Verschließe sie mit einem passenden festen Stopfen und bringe sieben Versiegelungsschichten an. Lege in einem Gefäß unten Sand aus, stelle die Flasche hinein und umgib sie auch oben mit Sand. Versiegle das äußere Gefäß sorgfältig.

Anmerkung: Die Stopfenbezeichnung marakkal ist unsicher; Kasi bezeichnet hier die besondere Flasche, nicht zwingend ihren Herstellungsort.

5360. Bringe eine starke Versiegelung an und erhitze vier Samam lang. Danach entstehe das Centuram der Mutter des Vedanta. Selbst reine, berühmte Könige der Könige würden dieses als Varuna bezeichnete Centuram prüfen und dich freundlich nach seinem Verfahren fragen.

Anmerkung: Die Lesung Varuna kann auch eine beschädigte Farbbezeichnung enthalten.

5361. Wie soll ich dieses Centuram beschreiben? Nimm ein Kunri davon und gib es beim Schmelzen im Verhältnis eins zu zehn zu beständigem Silber. Es zeige eine Feinheit von sieben Mattu. Füge dann einen Teil Gold zu vier Teilen hinzu, schmelze es im Tiegel und gieße es zur weiteren Putam-Behandlung aus.

5362. Hämmere es zu einem Blech, gnadenbegabter Sohn. Verehre die Füße der Mutter Manonmani, der Göttin des Nadanta, die auf dem Lotos thront. Bestreiche das vorbereitete Blech sorgsam mit dem zuvor genannten Centuram und gib ein Putam. Die harte, störende Eigenschaft werde weichen, und du sollst goldenes Metall erhalten.

5363. Es werde Gold von strahlender Beschaffenheit, die Verwandlung der Nathas auf Erden. Kein Mangel solle mehr entstehen; den Rechtschaffenen werde es zuteil. Gold von der Farbe der Kumkum-Blüte sei in der Welt selten zu sehen. Dies ist das Verfahren der Siddhas, die in den verborgenen Höhlen wohnen.

Trivanga und die sechs Arten Jaya-Nir

5364. Höre einen weiteren Teil, das milde Trivanga-Centuram. Vereinige Kari-Vangam, Vel-Vangam und Nagam zu gleichen Anteilen. Ich spreche von den großen sechs Arten Jaya-Nir. Schmelze zunächst die drei Stoffe des Trivanga vollständig im Tiegel.

5365. Schrecke die Schmelze wiederholt in Jaya-Nir ab. Nagams »Augen« sollen ruhen, seine aufsteigende Kraft sich zusammenziehen, und es werde weich. Füge die gleiche Menge Sutam hinzu und gib alles in den Mörser. Ergänze einen Teil Kentakam auf vier Teile und höre, wie es verrieben wird.

5366. Füge zum Kentakam Taram, das kräftige Manocilai sowie Turucu und Viram hinzu. Nimm diese in gleichem Gewicht wie das Kentakam. Verreibe alles vier Samam mit den sechs Arten Jaya-Nir. Trockne es sorgfältig im Schatten und pulverisiere es wie zuvor.

Anmerkung: Die Wortverbindung turuka-viram ist unsicher getrennt; Turucu und Viram werden als vorsichtige Lesung genannt.

5367. Nimm das pulverisierte Präparat und fülle eine Kasi-Flasche bis zur Hälfte. Bringe sieben feste Versiegelungsschichten an und trockne sie in der Sonne. Erhitze die Flasche vier Samam im großen Valuka-Yantra, dem Sandbadgerät. Dann werde ein reines Centuram entstehen.

5368. Nimm dieses Centuram und gib einen Teil auf zehn Teile einer Silber-Kupfer-Mischung. Schmelze sie, sodass sich der Guru-Stoff verbindet, und prüfe die Feinheit. Erhitze sie in einer Schale mit dem Blasebalg; sie werde acht Mattu erreichen. Füge einen Teil Gold auf zehn Teile hinzu, damit die Feinheit beständig werde.

5369. Wie soll ich dieses Gold beschreiben, die Verwandlung der Nathas? Gib das Centuram auch zu schönem Kutavan. Seine störende Eigenschaft werde verschwinden, und es erreiche die Feinheit von hochwertigem Gold. Dieses Gold werde für Shiva geeignet; ein asketischer Yogi könne es auf Erden erlangen.

5370. Wenn du die Füße der Nathas verehrst und aufrichtig deinen Weg gehst, werde die mächtige Alchemie gelingen. Durch die Gnade der Großen werde dir edles Shiva-Wissen zuteil. Gedenke unablässig des reinen Bewusstseins. Auch eine nur eine Spanne lange Schlange braucht einen festen Griff; bleibe also nicht unachtsam auf der Straße stehen.

Anmerkung: Das Schlussbild mahnt zur Umsicht; es wird nicht in eine zusätzliche technische Vorschrift umgedeutet.

Cina, Puni-Nir und die Herstellung heller Perlen

5371. Ich verehrte Kalangis Füße, trug die beständige Kulikai und ging nach Cina. Dort sah ich die berühmten Menschen. Durch die Gnade der Mutter des Vedanta hörte ich die Erkenntnisunterweisung und lehrte dann klar das Meer der Alchemie.

5372. Den Frauen von Cina lehrte ich dieses berühmte Meer der Alchemie. Die außergewöhnlichen Künste, Sonne und Mond gleich, erklärte ich ihnen. Nach Prüfung, klarer Überlegung und verständigem Ergreifen der großen Verfahren erkannte ich den Weg des Puni-Nir und stellte die beständige Salzperle her.

5373. Höre noch einen Weg, mein Junge Pulippani! An der langen Meeresküste im Norden Cinas untersuchte ich, wo und unter welchen Bedingungen Puni-Nir entsteht. Ich prüfte Ort, Beschaffenheit und Ergiebigkeit des Bodens und sammelte dort den vorzüglichen Stoff.

5374. Ich nahm Puni-Nir und gab es in ein als Tiegel dienendes Gefäß mit neun Öffnungen. Ich füllte es hinein und pries die Füße der lieblichen Manonmani. Für die Menschen von Cina entfachte ich sorgfältig das Feuer und fand den Weg, Puni-Nir zu schmelzen.

5375. Ich schmolz Puni-Nir, damit die Menschen ihren Lebensunterhalt finden konnten. Ich erkannte seine ganze Verfahrensweise, schmolz es kräftig und formte eine Platte daraus. Himmlische Weise, Devas und Rishis kannten den Weg zum Schmelzen von Glas nicht; selbst die göttlichen Siddhas hatten ihn nicht offengelegt.

5376. Lege die als Muppu bezeichnete Platte in einen passenden Formtiegel und schmelze sie im richtigen Zustand. Richte haarfeine Eisendrähte sorgfältig darin auf. Schmelze die Platte gleichmäßig, entferne danach die Tonhülle und schütte die schönen Perlen heraus.

Anmerkung: Die Beschreibung des Formenbaus ist teilweise beschädigt; es werden keine zusätzlichen Konstruktionselemente ergänzt.

5377. Beim Ausschütten erscheinen unzählige Perlen. Zerbrich die Puni-Nir-Platte und gib sie in den Tiegel; allein dadurch sind die Milchperlen noch nicht hergestellt. Ordne hundert dünne, herabhängende Drahtstützen wie gekämmte Haare an. Reinige die Puni-Nir-Platte mit Meerschaum.

Anmerkung: Die Angaben zu Drähten und Stützen sind unsicher; »Milchperlen« gibt pala-mani wieder.

5378. Schmelze die gereinigte Masse und gieße sie in die vorbereitete Form. Das flüssige Puni-Nir fließt an den haarfeinen Eisendrähten entlang in die eigentliche Form. So sollen unzählige Perlen entstehen. Kalanginathars Wort sei nicht falsch; höre die Reihenfolge der Ausführung.

5379. Zerbrich die äußere Hülle und betrachte es. Wie soll ich die festen Milchperlen beschreiben? Ohne zu verderben ist Puni-Nir zu Perlen geworden. Noch ein weiterer Teil bleibt: Ich werde von guten grünen Perlen sprechen. Höre, wie du die reine Puni-Nir-Platte dafür nimmst.

Grüne, blaue, korallenfarbene und schwarze Perlen

5380. Noch ein Verfahren will ich erklären, großer Sohn Pulippani. Füge zu der geeigneten Puni-Nir-Platte den als Rang bezeichneten Puni-Nir-Stoff hinzu und schmelze alles gründlich. Wenn du es in die vorbereitete Form gießt, dringt es hinein und füllt die Anordnung der haarfeinen Drähte.

Anmerkung: Rang ist eine unsichere Bezeichnung für den farbgebenden Stoff; eine bestimmte Metallverbindung wird nicht ergänzt.

5381. Durch diese Färbung des Puni-Nir entstehen grüne Perlen. Zerbrich sorgfältig die erstarrte Form: Wie soll ich es schildern? Unzählige grüne Perlen erscheinen. Dies habe ich den Frauen von Cina geordnet gelehrt; sieh die Wahrheit dieser Darstellung.

Anmerkung: Die OCR schreibt 5361; nach der Folge als 5381 eingeordnet.

5382. Betrachte noch einen Weg, edler Sohn Pulippani. Für die Frauen von Cina stellte ich herrliche blaue Perlen her. Der Puni-Nir-Platte fügte ich den geeigneten blauen Stoff zu, gab alles in den Tiegel, schmolz es und fertigte die blauen Perlen.

5383. Richte kleine haarfeine Drahtstützen auf, bereite die Form und lasse eine Öffnung frei. Schmelze die Masse im Tiegel. Wenn die Schmelze in die Form fließt, entstehen reine blaue Perlen. Wie könnte man ihre unzählige Menge beschreiben?

5384. Kalanginathars Wort und seine herrliche Verwandlung seien nicht falsch. Abermillionen solcher Verfahren gab ich den Frauen von Cina. Nun spreche ich von glänzenden Korallenperlen, die die Siddha-Weisen nicht erklärt haben. Ich verehre die Füße der Nathas und verkünde das Verfahren der Korallenperlen.

5385. Wie soll ich diese künstlichen Korallen beschreiben? Die Nathas und Siddha-Weisen haben es nicht offenbart. Gib die geeignete Puni-Nir-Platte zusammen mit dem als Iyam bezeichneten Centuram in einen Tiegel und schmelze sie. Richte haarfeine Drahtstützen in der Form auf, lasse eine Eingussöffnung frei und gieße die Schmelze im richtigen Zustand hinein.

5386. Die Masse fließt in die Form und wird zu unzähligen Perlen. Zerbrich die Form und sieh: Es sind korallenfarbene Perlen. Die Nathas haben dieses wirksame Verfahren nicht erklärt. Ich aber erkannte es und lehrte diese Perlenkunst liebevoll den Menschen von Cina.

5387. Wie soll ich die Perlen beschreiben? Höre noch einen Weg. Füge zu der schönen Puni-Nir-Platte das Sattu des Eisens hinzu und schmelze beides im Tiegel. Lasse an der Form eine Öffnung frei und setze die kleinen haarfeinen Drahtstützen geordnet ein.

5388. Nimm den Tiegel und gieße die Masse ordentlich in die Form. Zerbrich sie danach und betrachte die unzähligen schwarzen Perlen. Diese schwarzen Perlen aus Puni-Nir bestimmte ich für die Menschen von Cina. Wie soll ich das Spiel des Puni-Nir beschreiben? Die Siddha-Weisen haben es nicht verkündet.

5389. Betrachte noch einen Weg, lieber Sohn Pulippani. Mit der mächtigen Kulikai ging ich nach Cina und führte diese Verwandlung aus: Ich fügte der guten Puni-Nir-Platte Navanita-Sattu hinzu. Höre, wie die Masse im eingerichteten Tiegel kräftig erhitzt und geschmolzen wird.

Anmerkung: Navanita heißt gewöhnlich »frische Butter«, kann hier aber eine Stoffchiffre sein; eine moderne Zusammensetzung wird nicht festgelegt.

5390. Richte kleine haarfeine Drahtstützen auf und bereite eine geeignete Form. Schmelze die Masse im Tiegel und gieße sie zur Schmuckherstellung in die Form. Sobald sie sich darin verteilt, entstehen makellose, perlengleiche Kügelchen. Wie soll ich ihre unzählige Menge beschreiben, mein Junge?

5391. Die perlengleichen Kügelchen glänzen wie die Sonne; wie soll ich ihren schönen Schimmer schildern? Selbst Rishis, Weise und Siddhas hätten diese Verwandlung auf Erden nicht vollbringen können. Unter Kalangis Gnadenblick führte ich sie für die Menschen von Cina ein. Diese prächtige Kunst heißt Mahasangam; sie ist eine Verwandlung des Puni-Nir.

Anmerkung: Mahasangam kann hier eine weitere technische Bezeichnung sein; die Lesung bleibt unsicher.

Lavanam-Centuram und die verborgene Rolle des Jaya-Nir

5392. Höre noch einen alchemistischen Weg; ich werde ihn dir gern erklären. Von einem Centuram aus Muppu haben viele Shastras ausführlich gesprochen. Doch die genaue Ausführung dieses Salz-Centurams haben sie dir nicht offen gezeigt. Ich betrachtete unablässig die vielen Schriften und gewann Klarheit.

5393. Ich erkläre dir dieses Centuram aus Lavanam genau, mein Sohn. Nimm ein Ser des Salzes Kalluppu und gib es in einen vertieften Mahlstein. Höre die Pflanzenzugabe: Verreibe es vier Samam lang mit dem Saft roter Alli-Blüten.

5394. Nach vier Samam forme Scheiben, trockne sie in der Sonne und bringe eine feste Versiegelung an. Gib ein Kukkuta-Putam; es werde zu Centuram. Wiederhole Mahlen und Erhitzen auf diese Weise zehnmal mit dem roten Alli-Kraut.

5395. Höre den nächsten Kräuterschritt: Verreibe es unermüdlich vier Samam mit Puli-Arai-Saft. Trockne es in der Sonne, lege es in eine Schale, versiegle diese und trockne auch die Versiegelung gründlich. Gib ein Kukkuta-Putam, ohne Dampf entweichen zu lassen.

5396. Wie soll ich das entstehende Centuram beschreiben? Die Nathas haben es nicht verkündet. Gib auf diese Weise zehn Putam-Durchgänge; dann sei es ein beständiges Centuram. Nun nenne ich noch ein Kraut für die klare Bereitung. Presse seinen Saft aus und höre, wie damit verrieben wird.

Anmerkung: Das angekündigte weitere Kraut wird in den unmittelbar folgenden Versen nicht namentlich genannt.

5397. Verreibe das kräftige Salz-Centuram vier Samam mit diesem Kräutersaft. Forme feste Scheiben, trockne sie in der Sonne und lege sie sauber in eine Schale. Versiegle diese und gib ein Kukkuta-Putam. Sieh, so werde das Centuram entstehen.

5398. Wiederhole dies zehnmal. Es sei dann das Centuram des Herrn von Kailasa. Nimm davon die Hälfte des Gewichts des Jaya-Sutam und gib beides in den Mörser. Gedenke der Mutter des Vedanta und höre die rechte Weise des Verreibens.

5399. Für das Verreiben wird Jaya-Nir aus sechs Stoffen verwendet: Turucu, Veti-Uppu, Karam, kräftiges Caram, Kari-Uppu und Cinam. Gewinne daraus das Jaya-Nir, verreibe die Masse vier Samam gründlich und forme dünne Scheiben.

5400. Trockne die Scheiben in der Sonne, lege sie in eine Schale und bringe eine starke Versiegelung an. Gib geordnet ein Kukkuta-Putam und betrachte das Ergebnis. Es werde ein wirksames Centuram entstehen. Nimm es heraus und teile es wie zuvor entsprechend auf.

Anmerkung: Die abschließende Anweisung zur Aufteilung ist knapp; eine nicht genannte Menge wird nicht ergänzt.

5401. Wie soll ich dieses Centuram beschreiben? Neun Koti mächtige Rishis sprachen über solche Verfahren; ich habe es dir nun erklärt. Die Nathas haben diesen besonderen Weg der Kalluppu-Verwandlung nicht offen ausgesprochen, obwohl sie ihn in zahllosen Shastras besangen.

5402. Sie untersuchten das Lavanam-Centuram und nannten die Kräuterarten, doch das gute Jaya-Nir erklärten sie nicht. Seine Wirkungsweise hielten sie verborgen. Ich aber habe gerade das Jaya-Nir offen genannt. Wer ohne Verzweiflung und Verwirrung das Centuram richtig herstellt, ist ein Alchemist.

Metallverwandlung und Nateshas Kultbild

5403. Ich erkläre seine Anwendung ausführlich: Gib einen Teil des Centurams auf zehn Teile des glänzenden Silbers, das Rasitam heißt. Es werde eine Feinheit von acht Mattu erreichen. Dies sei die beständige Verwandlung der Nathas und das Centuram, das göttliche Rishis und Weise seit alters liebevoll bereiteten.

5404. Höre, mein Sohn, wie dieses Centuram weiter verwendet wird. Nach der Lehre meines siegreichen Herrn Kalanginathar gedenke Paraparis und gib einen Teil auf zehn Teile Kupfer. Es werde neun Mattu erreichen. Sieh die außergewöhnliche Größe dieser Verwandlung.

5405. Nun erkläre ich eine weitere Anwendung des Centurams. Gib einen Teil auf zehn Teile Kutavan; es werde zu Gold. Es sei eigenes, natürlich erscheinendes Gold, ein durch Siddha-Kunst entstandenes Gold. Wer kann solches Gold erzeugen? Der Verständige werde es vollbringen.

5406. Höre noch eine Anwendung: Nimm hundert Kalancu Gold von geringer Feinheit und gib es in den Tiegel. Schmelze es und verbinde es mit dem Guru-Stoff. Es werde neun Mattu erreichen und als beständiges, natürlich erscheinendes reines Gold vorliegen.

Anmerkung: Die Menge des Guru-Stoffes wird hier nicht genannt.

5407. Dies ist das Gold der Nathas. Wer auf Erden vollbringt diese Verwandlung? Karuvurar aus der Metallhandwerker-Gemeinschaft fertigte in einer früheren Geburt nach dem Befehl des südlichen Pandya-Königs eine Form für Natesha, den Herrn von Kailasa. Er stellte goldenes Kupfer her, bildete daraus die Gestalt des Herrn und richtete sie auf.

5408. Das von Karuvurar verwendete Gold sei diesem Metall gleich. Viele bedeutende Siddhas führten allerlei Verwandlungen aus und bereiteten auf Erden Stoffe für die Puja. Doch niemand auf der Welt habe Verfahren wie diejenigen Kalangis gesehen.

5409. Wer dieses Centuram ein Mandalam lang einnimmt, dessen alte Hautschichten würden sich nach dem Wort des Gurus Kalanginathar lösen. Der Körper werde hell und glänzend. Die große Maheshvari werde vor ihm tanzen. Ich werde dir den Weg erklären, mein Sohn.

Anmerkung: Der Vers enthält ein traditionelles Einnahme- und Verwandlungsversprechen, keine bestätigte Heil- oder Sicherheitsangabe.

Der blaue Anjana-Stein und die Krähe

5410. Höre noch einen Weg, Sohn Pulippani! Dies ist die Lehre meines siegreichen Gurus Kalanginathar. Unter Manonmanis Gnadenblick geht es um Anjana und die Kunst der Schatzsuche: um die Antam genannte Krähe, die hundert Jahre alt ist.

Anmerkung: Die Altersangabe ist in dieser Zeile beschädigt; Vers 5412 nennt deutlich hundert Jahre.

5411. Noch einen Weg will ich erklären, würdiger Sohn Pulippani. Bringe die als Antam bezeichnete Krähe herbei. Wenn man ihr das Leben nimmt und ihren Kopf untersucht, finde man darin einen blauen Anjana-Stein. Sieh, so lautet die Darstellung.

Anmerkung: Die Vogelbezeichnung Antam ist unsicher. Der Text behauptet einen Stein im Kopf und beschreibt dafür die Tötung des Tieres.

5412. Erkenne sorgfältig eine Krähe, die hundert Jahre überschritten hat, mein Sohn. Bringe diese als Antam bezeichnete Krähe herbei. Wenn man ihr das Leben nimmt und ihren Kopf untersucht, finde man darin den blauen Anjana-Stein. Sieh!

Anmerkung: Der Vers wiederholt weitgehend 5411 und ergänzt ausdrücklich das Alter; beide Nummern bleiben erhalten.

5413. Nimm den blauen Anjana-Stein und bewahre ihn sorgsam auf. Damit werde man zu einem Mantra-Kundigen in der großen Welt. Höre, wie durch diese Kunst der Schatzsuche mit Anjana alle verborgenen Schätze der Könige der Könige gehoben werden können.

5414. Bestreiche die Handfläche sorgfältig mit der wesentlichen Salbe und lege den Anjana-Stein sauber hinein. Betrachte ihn aufmerksam und ohne Ablenkung; dann würden Schätze sichtbar. Man könne die Reichtümer heben. Sieh die behauptete Größe des blauen Anjana.

5415. Höre einen weiteren Aspekt seiner Größe: Mit dem blauen Anjana-Stein könne man überall Schätze heben; keine andere Anjana-Salbe komme ihm gleich. Siddha-Weise und Rishis verfassten unermüdlich viele Shastras, doch den Weg dieses blauen Steins haben sie nicht verkündet.

Anmerkung: Die OCR schreibt 9415; nach der Folge als 5415 geführt.

5416. Ich erkannte das Innere der Shastras und ging mit der Kulikai nach Cina, um die Frauen dort zu unterweisen. Den Menschen lehrte ich aufmerksam den beschriebenen blauen Anjana. Die Frauen Cinas erlangten darauf rasch die Schau.

5417. Höre weiter: Die bedeutenden Menschen Cinas verehrten ehrfürchtig Kalanginathars edle Füße. Die geschmückten Frauen berieten sich, wie sie die mächtige Antam-Krähe beschaffen könnten. Sie überlegten es gemeinsam und teilten mir ihren Plan mit.

Der weiße Krähenstein und die Unterweisung durch die Frauen Cinas

5418. Die Frauen und die anderen edlen Menschen Cinas kamen zusammen und suchten die Krähe geordnet, fanden aber die betreffende Krähe nicht. Stattdessen entdeckten sie in einer offenen Waldgegend eine weiße Krähe. Nachdem sie sie gefunden hatten, fanden sie auch den Stein.

5419. Als sie den Stein entnahmen, war er weiß. Anders als im Wort des Gurus war es kein blauer Stein. Viele Menschen stellten darüber sorgfältige Überlegungen an. Das Land war weiß, so heißt es, und auch die große Krähe war weiß.

5420. Bei der Prüfung zeigte sich: Der Stein der zuvor gestorbenen Krähe war durch seine blaue Farbe zur Hebung der Schätze auf Erden geeignet. Der Stein der wunderbaren weißen Krähe dagegen wirkte nicht auf dieselbe Weise.

Anmerkung: Der folgende Vers scheint dem teilweise zu widersprechen; die unterschiedliche Darstellung wird bewahrt.

5421. Der kostbare Stein war weiß geworden; dennoch heißt es hier, Reichtümer könnten damit gehoben werden. Mit dem blauen Anjana-Stein ließen sich alle Schätze der Welt in berggleichen Mengen hervorholen. Neun Koti Rishis hätten den blauen Stein rasch erkannt, seine Kenntnis aber wieder verloren.

Anmerkung: Die positive Aussage zum weißen Stein steht neben dessen eingeschränkter Wirkung in 5420; keine Harmonisierung wird vorgenommen.

5422. Zahllose Rishis vergaßen die große Citikai-Verwandlung. Kalanginathar hingegen legte sie für die Menschen offen. Nach Untersuchung hervorragender Schriften erklärte er die Lehre; sie sei rein wie frisch gemolkene Milch. So ist Kalangis Wort.

5423. Die Frauen Cinas nahmen den Stein der weißen Krähe und legten ihn sorgsam in die mit Anjana bestrichene Handfläche. Als sie erwartungsvoll in den Himmel blickten, erschienen ihnen all seine schönen Wunder. Es waren die wunderbaren Erscheinungen des Himmels.

5424. Alle Wege im Himmel und die sieben Welten würden sichtbar. Wie die Wunder der Erde zeigten sich die Wunder des Himmels. Mond, Sonne und die große Arundhati seien zu sehen. Wer beherrscht diese gepriesene Kunst? Die Menschen von Cina, erklärt der Erzähler.

5425. Höre noch einen Weg: Die großen Frauen von Cina untersuchten aufmerksam das Geheimnis der weißen Krähe. Damit die Menschen der Welt davon leben könnten, unterwiesen sie mich darin. Nachdem ich diese kraftvolle Lehre empfangen hatte, brach ich liebevoll mit meiner Kulikai auf.

5426. Ich verließ Cina, mein Sohn, mit der großen Kulikai versehen. Ich wollte die Menschen der Welt vertraulich und liebevoll all die Künste lehren, die ich gesehen hatte, und erklärte die außergewöhnlichen Dinge deutlich. Halte du dich stets verbunden an die Lotosfüße und gehe den Weg zur hohen Stätte.

Verabreichte Mittel zur behaupteten Beeinflussung

5427. Noch einen Weg will ich erklären; höre, beständiger Sohn Pulippani. Halte dieses Verfahren nicht für gering. Den geschätzten Frauen Cinas erklärte ich eine besondere Citikai-Kunst mit einem verabreichten Mittel. Von dieser heimlichen Beeinflussung will ich dir zwei Arten nennen.

5428. Genannt werden Samen der berauschenden Umattai, Samen von Kay-Pakal, Muskatnuss und Kovvai-Samen; hinzu kommen Culal-Vantu und Kuli-Yanai sowie Kantam und Ippuli.

Anmerkung: Mehrere Pflanzen- und Tierbezeichnungen sind unsicher. Die Liste wird nicht durch moderne Identifizierungen oder Ersatzstoffe erweitert.

5429. Dazu kommen Matana-Blüten, Apin und Gewürznelken. Alle Stoffe sollen zu gleichen Gewichten vier Samam mit Pey-Karuppan-Saft verrieben werden. Daraus werden bohnenförmige Kulikai geformt. Höre nun, wie der Text ihre Verabreichung an Frauen als Mittel zur Verwirrung des Geistes beschreibt.

5430. Die Kulikai soll sorgfältig aufbewahrt und mit dem eigenen Samen vermischt werden. Wenn man sie den betreffenden Menschen gibt, würden sie nach der Behauptung des Textes Zuneigung entwickeln, geistig verwirrt werden und den Anwender aufsuchen und umarmen.

Anmerkung: Zwei Wendungen zur Vorbereitung sind beschädigt. Die Passage beschreibt eine erzwungene Beeinflussung; das behauptete Begehren ist keine freiwillige Zustimmung.

5431. Sie würden alles Verlangte großzügig geben und allerlei Liebesspiele ausführen. Wie Krishna solle man den Pfeil des Liebesgottes entfalten und wie ein König der Könige den Wunsch nach sinnlichem Genuss ausleben. So schildert der Text den Genuss auf Erden und ein beständiges Verweilen in diesem Zustand.

5432. Noch einen Teil will ich erklären; höre, Sohn Pulippani! Siddha-Weise und Rishis besangen vielfach die Verfahren verabreichter Mittel. Viele ihrer Shastras habe ich auf Erden gesehen. Zahllose angeblich untrügliche Methoden haben sie gern besungen.

Eine krankmachende Kulikai und ihre moralische Rechtfertigung

5433. Viele solcher Mittel lehrten sie, damit die Schüler ihren Lebensunterhalt finden. Höre, Sohn Pulippani, ich nenne eines deutlich. Bringe einen Ataikkalam-Vogel herbei, entferne Federn und Eingeweide und nimm dazu Sutam und Kantam.

Anmerkung: Ataikkalam bezeichnet hier einen kleinen Vogel, häufig einen Sperling; die genaue Art wird nicht festgelegt.

5434. Vereinige Kauri-Pashanam und Talam, füge Kanca-Samen und Eli-Pakai hinzu und ergänze Kutori zu gleichen Anteilen. Fülle die Mischung durch den Schnabel in den Vogel. Lege ihn geordnet in einen Kalasha-Krug und gib die Flüssigkeit hinzu.

5435. Füge Arrak als Flüssigkeit hinzu und stelle das Gefäß ins Feuer. Erhitze es vier Samam mit Umattai-Holz, bis der Arrak eingekocht ist. Nimm den Inhalt heraus, gib ihn in den vertieften Mahlstein und verreibe ihn vier Samam.

5436. Forme bohnenkleine Kulikai und bewahre sie in einer kleinen Dose auf. Unter den Menschen innerhalb der Meere gibt es viele Übeltäter und Heimtückische. Für solche nennt der Text diese Kulikai: Wenn sie verabreicht werde, entstehe eine schwere Krankheit.

Anmerkung: Die Stelle gehört zu einer historischen Vergiftungsanweisung; die folgende Aufzählung soll nach der Moral des Erzählers deren Opfer rechtfertigen.

5437. Gemeint seien Menschen, die andere verspotten und Dharma zerstören, Sünder, die das geordnete Leben eines Haushalts zugrunde richten, Verräter am Guru, die Familien verderben, sowie Menschen, die sich mit Frauen verbinden und sie danach schutzlos auf der Straße zurücklassen.

5438. Ebenso nennt der Text diejenigen, die Kinder töten oder eine Leibesfrucht zerstören, die mit großer Bosheit Körper und Leben vernichten, die Navi in Milch mischen oder treue Freundschaft zerstören. Auch diejenigen seien gemeint, die ockergekleidete Weise und wesentliche Siddhas schädigen.

Anmerkung: Navi ist ein traditioneller Giftname; eine moderne Stoffbestimmung wird nicht ergänzt.

5439. Genannt werden ferner jene, die andere schädigen, gefällig und heimlich reden und mit vielen Worten auf einen schlechten Weg führen; die gegen würdige Menschen harte Worte richten, anvertrauten Besitz veruntreuen und ihren Wohltätern untreu werden. Höre auch von denen, die einen freigebigen Menschen daran hindern, ohne Zögern zu geben.

5440. Gemeint seien langjährige Vertraute, die Vertrauen mit Verrat vergelten, Menschen, die Lohn annehmen und dann die Arbeit verderben, die beim Anblick eines anderen freundlich sprechen, in seiner Abwesenheit aber anders reden und bei jeder Begegnung betrügerische Worte führen.

5441. Genannt werden Sünder, die bei einem Wohltäter einbrechen, der ihnen Nahrung gab, und diejenigen, die einen friedfertigen Schüler bedrängen. Auch jene, die einem Kranken sein Vermögen nehmen, ohne seine Krankheit zu heilen, sowie die, die eine tödliche Waffe ohne Rücksicht abfeuern.

Anmerkung: Die genaue Waffenbezeichnung ist beschädigt; der Wortlaut nennt einen in der Hand gehaltenen und losgelassenen Pfeil beziehungsweise Schuss.

5442. Weiter nennt der Text verwerfliche Toren, die viele Haushalte zerstören, die fremde Klagen hören und dennoch achtlos töten, unverbesserliche Verräter und sündige Gelehrte, die Geld nehmen. Für solche Übeltäter sei das Mittel vorgesehen.

Anmerkung: Ein Teil der dritten Zeile ist stark beschädigt; die Aufzählung wird ohne eine erfundene zusätzliche Personengruppe wiedergegeben.

Fortsetzung der Aufzählung verurteilter Handlungen

5443. Gemeint seien diejenigen, die Tempel niederreißen, Tempellampen verkaufen und Götterbilder rauben; die Teiche und Wasserbecken zuschütten, ausgezeichnete Gelehrte verleumden und Menschen auf nächtlichen Wegen überfallen und berauben.

5444. Ebenso seien es jene, die die Gottesverehrung stören oder eine Hochzeit vereiteln, die viele heimliche Täuschungen begehen und im Handel betrügen. Sie reden viel über Dharma und Gerechtigkeit, legen aber Geschäfte lahm, bewahren Grausamkeit im Herzen und zerstören Familien.

5445. Genannt werden Menschen, die ihre Geschwister verraten und ihnen Haus und Grund nehmen, sowie der Dieb, der die tugendhafte Frau des Gurus mit gefälligen Worten verführt. Dazu diejenigen, die Mahadeva öffentlich herabsetzen und schutzlose Fremde vertreiben.

Anmerkung: Die OCR schreibt 9445; nach der Folge als 5445 geführt.

5446. Auch wer anvertrautes Geld betrügerisch an sich bringt, Vögel einsperrt und ihnen die Rückkehr in den Wald verwehrt, Bettelasketen schlägt, beschimpft und ungerecht behandelt oder Fische mit der Angel fängt, wird in dieser Reihe genannt. Solchen schlechten und sündigen Menschen sei das Mittel bestimmt.

5447. Weiter nennt der Text Frauen, die ihren Mann verraten und heimlich Ehebruch begehen, die ihm ein Mittel bereiten und in den Reis geben. Ebenso die, die ein Mittel in Arrak mischen oder mit vielen höflichen Worten ein Gastmahl anbieten und es dabei vergiften.

5448. Gemeint seien diejenigen, die Gift verabreichen, einem Mann gefällig zureden und ihn bei einem Mahl für den Geliebten vergiften und töten. Auch wer Gold vergräbt und andere darüber belügt oder einen Hungernden ansieht und ihm dennoch keine Nahrung gibt, steht in dieser Aufzählung.

5449. Ferner nennt der Text Menschen, die grüne Bäume fällen, Lebewesen quälen, andere vielfach verachten, offen Streit beginnen, Unrecht tun und handgreiflich kämpfen. Für diese, heißt es, nehme man die Kulikai und bringe sie in ein geeignetes Begleitmittel ein.

Krankheit, scheinbare Hilfe und anschließende Unterweisung

5450. Als Begleitmittel nennt der Text Ghee oder Butter, in denen die Kulikai drei Tage lang gegeben werde. Sie dringe in die inneren Körperbereiche ein. Am vierten Tag entstehe Stockung, die Luftwirkung nehme zu, die Augen würden rot, und Fieber und Krankheit brächen aus.

Anmerkung: Die körperlichen Wirkungen sind die Behauptung dieser Vergiftungspassage; die anatomische Wortfolge ist teilweise unsicher.

5451. Ich könnte zahllose Folgen nennen: Nach Einnahme der Kulikai werde das Fieber immer stärker und gehe in eine nicht weichende Krankheit über. Der Betroffene suche viele Heilkundige und nehme bereitwillig Arzneien, um die Krankheit zu beseitigen. Doch die schwere Krankheit entwickle sich weiter.

Anmerkung: Die OCR schreibt 9451; nach der Folge als 5451 geführt.

5452. Bei denen, die die Kulikai erhalten haben und Arzneien dagegen einnehmen, werde das Fieber stärker und die Krankheit unheilbar. Statt solche Arzneien zu nehmen, sei es gut, mit klarem Verstand Mahadeva anzuschauen und ihn eindringlich um Hilfe zu bitten.

Anmerkung: Dies ist die Auffassung des historischen Textes, keine Empfehlung, medizinische Behandlung zu unterlassen.

5453. Worauf soll sich die Bitte richten? Auf Krankheit durch Begierde, durch übermütige Rede, durch einen Fluch, durch die heimliche Hand eines Menschen oder durch eigene Taten. Man solle die Ursache sorgfältig erforschen, eingehend bedenken und dann die angemessene Abhilfe vollziehen.

5454. Nachdem einige Zeit vergangen ist, gehe zu ihrer Tür. Betrachte die möglichen Abhilfen und erkläre freundlich im Namen Gottes: »Ich werde die wirkliche Krankheit beseitigen.« Sprich ausführlich von Verehrung, wende dich den reinen Lotosfüßen zu und gib dann einen Absud.

Anmerkung: Die OCR schreibt 9454. Im Erzählzusammenhang tritt der Verursacher der Krankheit nun als Helfer auf.

5455. Gib ihn mit großer Zuwendung. Ich nenne den Absud: die Wurzel der weißen Kunri zusammen mit dem ganzen Kraut, dazu Kukai-Nir. Wenn dieser Absud verabreicht wird, verkünde, dass das bedrückende Fieber innerhalb von vier Tagen weichen werde.

Anmerkung: Kukai-Nir bleibt als überlieferter Stoffname stehen; das Versprechen ist kein bestätigtes Gegenmittel.

5456. Sprich dann freundlich zu dem von Krankheit Befreiten: »Verachte gute Menschen nicht! Verspotte die Edlen nicht und schädige sie nicht aus Zorn.« Erteile solche Unterweisung und verneige dich geordnet vor ihren Füßen.

5457. »Verehre sie, und du wirst die Schau empfangen und nicht den Folgen schlechter Taten verfallen. Durch Gottes Wirken wird dir zuteil, was du dir wünschst. Nimm entschlossen Kayakalpa; dein Leib werde wie neu.« Gib diese kostbare Unterweisung und den Segen: »Lebe auf dem rechten Weg!«

Anmerkung: Die OCR schreibt 9457; nach der Folge als 5457 eingeordnet.

Ein Friedhofspulver und die sechs rezitierten Silben

5458. Wie soll ich den Segen beschreiben? Ich nenne dir einen wirkungsvollen Weg, kraftvoller Sohn Pulippani. Es geht um ein starkes Pulver zur Beeinflussung, nach Kalangis Wort. Sein Segen sei unfehlbar und seine Größe gewaltig. Höre, wie ich es dir deutlich erkläre.

5459. Für das Pulver nennt der Text die beiden vorderen Zähne eines Verstorbenen vom Leichenplatz, dazu die Blüten beziehungsweise ihren Duft aus der Girlande, die auf dem Leichnam lag. Aus den verbrannten Knochen werde ohne Zögern Asche entnommen.

5460. Die Asche werde vor dem abschließenden Katu-Arru-Ritus gesammelt. Dazu komme ein Tumpi-Insekt, das über dem Leichenplatz fliegt, ferner Atma-Jalam und ein Mangoblatt, das im Wind herbeigetragen wird.

Anmerkung: Atma-Jalam bleibt als uneindeutige Stoffbezeichnung stehen; der Katu-Arru-Ritus bezeichnet hier eine Handlung nach der Verbrennung.

5461. Vereinige diese wesentlichen Bestandteile und mache sie zu Pulver. Unter der Gnade der Mutter Manonmani und Kalangis verwahre es in einer kleinen Dose. Gedenke des reinen Bewusstseins, richte auf dem Boden einen Platz ein und zeichne freudig ein neunwinkeliges Muster.

5462. Höre, wie das neunwinkelige Muster verwendet wird. Stelle dich ruhig hinein und vergegenwärtige dir Om. Rezitiere die Silben »Elavum, Celavum, Ring, Ring, Aiyum, Kiliyum« ohne Abweichung, mein Junge.

Anmerkung: Die tamilische Folge lautet unsicher யெளவும்செளவும் … ரீங்ரீங்ஐயுங்கிலியும். Die Umschrift bleibt lesungsnah; eine Sanskrit-Normalisierung oder Ergänzung wird nicht vorgenommen.

5463. Vollziehe hunderttausend Wiederholungen. Manonmani werde dann vor dir tanzen. Wenn du ihre Schau erlangst, gelängen die beabsichtigten Handlungen. Durch die Übungen würden alle Siddhis erreicht; man werde zu einem Mantra-Kundigen in der Welt und könne beständig mit den acht Siddhis wirken.

5464. Das wesentliche Mittel sei dieses Pulver. Wenn man es auf eine begehrte Frau bringe, werde sie nach dem Text beeinflusst und folge dem Anwender. Mit der so folgenden Frau solle er die gewünschte Vereinigung genießen und ihr danach stets Zuneigung und Schutz gewähren.

Anmerkung: Der Vers schildert einen behaupteten Zwangszauber; sein späteres Schutzgebot macht die Beeinflussung nicht zu freiwilliger Zustimmung.

5465. Kalangis Wort sei auf Erden wahr und nicht falsch. Er nannte Millionen wesentlicher Künste; wer könnte sie alle ausführen? Diese besondere Citikai-Kunst habe ich dir erklärt. Prüfe sie aufmerksam und lebe nach der Aufforderung des Textes beständig wie ein makelloser Siddha.

Ataikkalam- und Krähenpräparate zur behaupteten Beeinflussung

5466. Höre noch einen Weg für dein Leben, würdiger Sohn Pulippani. Ich überschritt die Meere und die sieben Ozeane, verehrte Kalangis Füße und badete in allen heiligen Flüssen. Mit der Kulikai zog ich durch die alte Welt, sah viele verlassene Städte und Länder und zahllose Künste.

5467. Unzählige Künste gibt es; höre weiter, mein würdiges Augenlicht. Unter dem Gnadenblick der Füße meines siegreichen Herrn Kalanginathar wird ein männlicher Ataikkalam-Vogel genannt. Dazu kommen Shonita einer Frau und das große Atma-Jalam.

Anmerkung: Shonita bezeichnet Blut, in diesem Zusammenhang wahrscheinlich Menstruationsblut; Atma-Jalam ist nicht eindeutig ausgeschrieben.

5468. Die beiden Stoffe werden vermischt und durch den Schnabel in den Vogel gegeben. Man legt ihn in ein Tongefäß, bringt sieben Lehmversiegelungen an und erhitzt es fünf Tage im Valuka-Yantra. Nach dem Abkühlen werde ein klares Parpam entstanden sein.

5469. Wie soll ich dieses Parpam beschreiben? Wer kennt das beeinflussende Mittel aus dem Ataikkalam-Vogel? Es solle selbst einen reglosen Körper in Begierde versetzen und Menschen, die die höchste Glückseligkeit vergessen haben, noch vor dem Sprechen ergreifen. In einem Begleitmittel verabreicht, werde es Einfluss ausüben.

Anmerkung: Der zweite und dritte Halbvers sind beschädigt; die behauptete Wirkung wird ohne zusätzliche Auslegung wiedergegeben.

5470. Als Begleitmittel wird schlicht Wasser genannt. Eine Prise des Parpams darin solle die Betroffenen beeinflussen. Auch Frauen würden gefügig, zur Vereinigung bereit und beständig in der Nähe des Anwenders bleiben, ihn begehren, umarmen und verehren, behauptet der Text.

5471. Sie würden stets an seiner Seite bleiben, ihm ihren gesamten Reichtum geben, ihn ohne Zögern ehren und preisen. In duftenden Liebesspielen würden sie dauerhafte Zuneigung zeigen und keinen anderen Mann mehr ansehen. So beschreibt der Text den vermeintlichen Einfluss des Ataikkalam-Mittels.

5472. Höre noch ein Verfahren, das ich dir liebevoll erkläre, mein Sohn. Es sei eine besondere Citikai-Kunst Kalanginathars. Bringe eine Krähe, die hundert Jahre alt ist. Für ihren Schnabel wird ein glänzendes, als Karuppan bezeichnetes Insekt genannt.

5473. Höre die weitere Behandlung der Krähe, lieber Sohn Pulippani. Füttere sie mit dem Insekt. Lege sie in das große Kalasha-Gefäß, setze einen Deckel auf und versiegle es. Stelle es sicher in das Valuka-Yantra und erhitze es.

5474. Als Brennholz wird Umattai genannt. Unterhalte vier Samam lang das Feuer; dann werde Parpam entstehen. Nimm dieses feine Parpam heraus und bewahre es sorgfältig auf. Vermische es anschließend mit Atma-Jalam.

Anmerkung: Die OCR schreibt 9474; nach der Folge als 5474 eingeordnet.

5475. Höre die behauptete Wirkung, wenn man dieses Parpam auf Menschen streut: Alle würden unter Einfluss geraten, alles Verlangte geben, und die acht Siddhis würden dadurch erreichbar. Beständig und freudig würden sie dem Anwender erfüllen, worum er bittet.

Anmerkung: Die OCR schreibt 9475; als 5475 geführt.

5476. Sobald das Pulver sie berühre, würden die Menschen der Erde geben und sagen: »Dies ist der große Guru.« Sie würden sich verneigen. Unter dem Gnadenblick des heiligen großen Weisen gelängen die acht Siddhis, und die entblößte beziehungsweise ungebundene Maheshvari stehe beständig an der Seite des Anwenders.

Anmerkung: Niruvani ist mehrdeutig; die Bezeichnung wird nicht auf eine einzige theologische Deutung festgelegt.

Rußsalben, Anziehung und vermeintlicher Zugriff auf Schätze

5477. Noch einen Weg will ich erklären; höre, beständiger Sohn Pulippani. Halte Kalangis liebevolle Lehre nicht für gering. Das Wort meines erhabenen Gurus sei niemals falsch. Nimm Takaram, füge Taram hinzu und beschaffe ein Stück reinen weißen Seidenstoff.

Anmerkung: Die OCR schreibt 9477; nach der Folge als 5477 geführt.

5478. Wickle beide Stoffe in die weiße Seide. Gib weißen Senf in ein großes Gefäß und verwende weißes Senföl zum Brennen. Lasse es vier Samam brennen und fange den Ruß an einer Schädelschale auf.

Anmerkung: Die OCR schreibt 5476; nach der Folge als 5478 geführt. Die Schreibung von »Schädelschale« ist deutlich, die genaue Lampenanordnung dagegen knapp.

5479. Höre, welche Stoffe zur Rußsalbe kommen: grüner beziehungsweise roher Puram, duftender Moschus, Punuku, Safran, Rocanai und Cavvatu. Füge alles ohne Trödeln hinzu und verreibe es sorgfältig mit Rosenwasser.

5480. Verreibe die Masse vier Samam mit Rosenwasser und bewahre die Salbe gut auf. Auf Erden werde man fragen, wer dir an Siddhi gleiche, und dich einen schönen Herrscher nennen. Mische sie mit Kuhbutter, rühre sie gründlich durch, trage sie nach der Anweisung an die Augen auf und ziehe durch die Welt.

Anmerkung: Die OCR schreibt 5460; nach der Folge als 5480 eingeordnet. Die historische Augensalbe ist nicht als sichere Anwendung ausgewiesen.

5481. Wenn du so umherziehst, würden die Menschen dich für Manmatha halten, dich verehren, dir folgen und alles Gewünschte geben. In allen Richtungen staunten sie über dich, durch die Kraft der Salbe. Trügest du sie auf der Stirn, würden sie dich Shiva-Raja nennen.

5482. Siddha-Weise, Rishis und Devas verfassten viele Shastras. Die von ihnen selbst erfahrene Citikai-Verwandlung besangen sie für die Menschen der Welt, hielten sie aber verborgen. Ich habe diese Kunst erklärt, damit meine Schüler ihren Lebensunterhalt finden.

Anmerkung: Die OCR schreibt 5462; nach der Folge als 5482 geführt.

5483. Die Salbe ermögliche viele Siddhis. Wenn du sie auf die Stirn bringst, könntest du nach dem Text die Burg eines Königs betreten und zu dem Ort gehen, an dem sein Schatz liegt. Vor den Augen der Wachen ließen sich alle Reichtümer fortnehmen.

5484. Man könne Millionen an Vermögen und alle Schätze des schönen Palastes nehmen, während die Menschen zusehen. Durch diese beeinflussende Salbe ließen sich beständig die acht Siddhis ausüben. Unter Kalangis Gnadenblick habe ich diesen Vashya-Weg gern besungen.

Naci Maci und der Übergang zur Erscheinung Manonmanis

5485. Noch einen Weg will ich schildern; höre, Sohn Pulippani. Bogars Wort sei auf der Erde wahr und nicht falsch. Ich nenne eine weitere Art des Einflusses auf Frauen. Vereinige Taram und Cilai und füge Rocanai hinzu.

Anmerkung: Die Verbindung taram-enra-cilai ist unsicher; zwei Stoffnamen werden als vorsichtige Lesung bewahrt.

5486. Füge rohen Puram und kräftiges Kantam hinzu. Verreibe alles vier Samam mit Anjaneyas Palam. Bewahre die verriebene Masse in einer Dose, gib Moschus und Punuku hinzu, bestreiche deine Hand damit und trage sie auf den Kopf der Frau auf.

Anmerkung: Die OCR schreibt 5466. Anjaneyas Palam ist eine unaufgelöste Stoffchiffre; eine konkrete tierische oder pflanzliche Substanz wird nicht ergänzt.

5487. Rezitiere dabei »Naci Maci«. Das wesentliche Mittel werde mit Kraft erfüllt, der zuvor ungetrübte Geist gerate in Unruhe und starkes Denken entstehe. Füge Atma-Jalam hinzu und vollziehe mit Vasi hunderttausend Wiederholungen. Dann werde sie in weiblicher Gestalt erscheinen.

Anmerkung: Die tamilische Formel lautet நசிமசி. Der Bezug von »sie« kann im Folgenden zwischen Frau und Göttin wechseln.

5488. Sie werde von Begierde erfüllt kommen, ihren ganzen großen Reichtum geben und mit ergriffenem, leidendem Herzen folgen. Mit schwitzendem Gesicht und verändertem Sinn erscheine die schöne goldene Frau. Schließlich stehe Manonmani selbst davor, und die acht Siddhis seien in der Hand des Anwenders.

Anmerkung: Der Übergang von der begehrenden Frau zur Göttin steht im Text; er wird nicht in eine einheitliche Auslegung umgeformt.

5489. Kamalamuni erklärte zahllose Verfahren, ohne Grenze. Nachdem er mit zur Ruhe gekommenem Atem die Welt durchschritten hatte und zurückgekehrt war, schwieg er und verweilte eine Zeit lang im Samadhi. Im Zustand höchster Glückseligkeit besang Kamala Millionen verschiedener Citikai-Verwandlungen.

5490. Viele Künste nannte er, doch sie kämen Kalangis Kunst nicht gleich. Mein siegreicher Herr Kalanginathar lehrte solche Citikai-Verfahren in Fülle. Unter Manonmanis Gnade habe ich sie dir erklärt. Wollte ich alle diese Künste schildern, böten selbst die Siebentausend nicht genug Raum.

Die beiden Stäbe vom Leichenplatz

5491. Noch einen Weg will ich nennen, eine kaum beschreibbare Kunst. Suche den Leichnam eines Zweimalgeborenen und gehe langsam zum Leichenplatz, mein Junge. Höre, wie die Handlung vollendet wird: Halte zwei Stäbe von jeweils zwei Ellen Länge fest in den Händen.

5492. Umkreise den Leichenplatz und vollziehe hunderttausend Wiederholungen. Die Formel besteht aus den Keimsilben der Mutter des Nadanta: »Vang, Sing, Mang.« Die hunderttausend Wiederholungen dürfen nicht unterschritten werden. Lade die Stäbe durch die Rezitation auf; höre die weitere Ausführung.

Anmerkung: Tamilische Silbenfolge: வங் சிங் மங். Die Endung »k enru« gehört zur Einleitung des Zitats, nicht sicher als weitere Mantrasilbe dazu.

5493. Mische Punuku, Puram, Rocanai und Moschus, verreibe sie mit Atma-Jalam und bestreiche die Stäbe damit. Umkreise den Leichnam. Wenn der Körper verbrannt wird, bewege beziehungsweise rolle das Genannte von der Kopfseite zur Fußseite.

Anmerkung: Die letzte Zeile nennt nell, »Reis«, während der Zusammenhang die Stäbe behandelt. Die beschädigte Handlungsanweisung wird nicht stillschweigend eindeutig gemacht.

5494. Nimm die Stäbe in die Hände. Während der weibliche Leichnam brennt, stoße mit einem Stab an die rechte Seite, sodass Körperfett daran haftet. Verfahre ebenso an der linken Seite. Das anhaftende Fett mache daraus den mächtigen Leichen- beziehungsweise Matra-Stab.

Anmerkung: Die vorherige Strophe nennt einen Zweimalgeborenen, diese eine Frau; der Wechsel bleibt bestehen.

5495. So sei der wesentliche Stab entstanden; bewahre ihn sorgsam auf. Lebe damit in der Welt wie eine Verkörperung Krishnas, genieße geschlechtliche Vereinigung mit Frauen und führe nach dem Text beständig die schönen Siddhis aus, ohne Beschimpfung auf dich zu ziehen.

5496. Welche Siddhi ist gemeint? Es sind die Stäbe, die du hältst. Wenn du Frauen begegnest, berühre sie mit dem Stab und sprich mit ihnen. Berührt der Stab der rechten Hand jemanden, werde ein Mann beeinflusst; bei Berührung mit dem Stab der linken Hand werde eine Frau beeinflusst.

5497. Die Beeinflussung liege also in den Stäben selbst. Ich erkläre diese wesentliche Kunst der Brahmanen-Überlieferung. Es ist eine ungewöhnliche, wunderliche Kunst; niemand durchschaut ihr verborgenes Mittel. Gehe in die Welt und erprobe nach der Aufforderung des Textes diese besondere Kunst.

5498. Dann würden die Menschen dich einen wirklichen Siddha nennen. Sie kämen näher und fragten nach dem Weg des verborgenen Mittels. Wenn du ihnen das Verfahren erklärtest, gäben sie dir Reichtum. Beständig würden sie als Diener zu deiner Verfügung stehen.

5499. Lebe, so fordert der Text, wahrhaft wie ein Siddha und Natha in der Welt. Die Menschen würden dich stets als mächtigen Siddha preisen. Trage das Mittel entschlossen zu den Königen der Könige und führe seine Kunst vor; dann würden sie dir ihre goldenen Schätze geben.

5500. Sie würden dir die sechzehn Ehrungen erweisen und dich zu ihrem weisen Minister machen. Andere Könige sähen dich und nennten dich einen würdigen Siddha. Alle Menschen würden ehrfürchtig deine Füße aufsuchen. Oho, dies sei Bogars Kunst der gebändigten inneren und äußeren Kräfte!

Ainkola-Salbe und die Abkehr vom kleinen Genuss

5501. Höre noch einen Weg, verdienstvoller Kenner des Vedanta. Kalanginathars Wort führe zur Siddhi und sei auf Erden wahr. Seine wahrhaftige Lehre bleibt mir stets das Wort des Gurus. Täglich morgens und abends berühre ich seine Füße und gedenke seiner; ich, Bogar Rishi, gedenke seiner.

5502. Ich denke an die wunderbaren Liebesspiele mit Frauen. Das wesentliche Verfahren nennt eine Wurzel namens Attalari an den Berghängen, eine hirsekörnige Samen tragende Malai-Tanki, auch Tirunirru-Culi genannt. Versehe diese palmenartige Wurzel mit einem silbernen Schutzband.

Anmerkung: Die Pflanzenbezeichnungen und ihre Gleichsetzung sind unsicher überliefert.

5503. Nachdem das Schutzband angebracht ist, bringe Ganesha Pongal und eine Opfergabe dar. Ziehe die nach Norden gerichtete Etti-Wurzel heraus und füge Erikalan-Wurzel, Alinji-Wurzel, goldene Avarai und Milaku-Caranai hinzu. Wiege jeweils ein Kalancu ab.

5504. Füge Talai-Curuli-Wurzel und Talai-Maincan-Koti hinzu. Lege alles in ein während der Menstruation getragenes Tuch und rolle es zusammen. Tränke es sorgfältig mit Ainkola-Öl und entzünde es als Lampe in dem großen, als Perantam bezeichneten Kalasha-Gefäß.

Anmerkung: Die Pflanzen- und Gefäßnamen bleiben wegen unsicherer Lesung unaufgelöst.

5505. Fange den Ruß auf und bewahre die Salbe in einer schönen kleinen Dose. Verehre beständig die Lotosfüße der Mutter Manonmani. Bringe die wesentliche Ainkola-Salbe auf die Stirn und ziehe damit durch die Welt; selbst Kala, der Todesherr, werde nach dem Text erzittern.

5506. Wenn du die Salbe trägst und Frauen begegnest, würden sie dich für Manmatha halten. Ihr Denken gerate durcheinander und richte sich auf dich. Sie ließen Reichtum, die ringsum liegende Stadt und selbst den königlichen Palast hinter sich, vergäßen ihr Zuhause und kämen öffentlich zu dir.

5507. Auch kraftvolle Männer würden beim Anblick der Salbe aufmerksam auf dich werden und sagen: »Er ist ein berühmter Siddha.« Ihr Stolz sinke, und sie kämen in großer Freundschaft, sich zu verneigen. Betrachte sie im Herzen wie das selten geschaute höchste Licht, blicke gnädig auf sie und tue ihnen Gutes.

5508. Die Freunde würden sich versammeln und freudig verneigen: »Weil eine frühere Verbindung fortbesteht, konnten wir diesen Vedanta-Siddha sehen.« Sie näherten sich deinen Füßen, um das höchste Licht Paraparas zu schauen, und übten Pranayama und viele weitere außergewöhnliche Übungen.

5509. Die gekrönten Könige der Welt würden dich als großen Siddha ansehen und dir viele Segensworte zusprechen. Sie bäten nachdrücklich um die Salbe und gäben dir gewaltige Reichtümer. Einen Löwenthron würden sie dir anbieten und mit gefalteten Händen vor dir stehen.

5510. Wenn die acht Siddhis und die Welt in deiner Hand liegen, vergiss den Zustand des kleinen sinnlichen Genusses. Richte den Geist entschlossen auf das schöne Meer höchster Glückseligkeit. Wende dich den Lotosfüßen zu, überschreite das Meer des Samsara und suche den Weg, das höchste Bewusstsein zu erkennen.

Ein geeigneter Schüler und ein weiteres Einflussmittel

5511. Den Frauen Cinas lehrte ich viele Arten verabreichter Mittel. Mit der Kulikai durchreiste ich die Welt und die sieben Meere. Höre deutlich, Sohn Pulippani: Ich ging zu den wagenfahrenden Königen und ergründete zahllose große Simittu-Künste bis an ihre Grenzen.

Anmerkung: Die OCR schreibt 9511; nach der Folge als 5511 eingeordnet.

5512. Unter den erkannten Verwandlungen gibt es die Citikai-Kunst, eine schwierige, dem Auge verborgene Wandlung. Ihr Kern ist die Kunst der wesentlichen Ursache; wer geschickt ist, erkennt sie. Suche einen Menschen, dessen Übung nicht mangelhaft ist und dessen scharfer Verstand groß ist. Prüfe ihn und nimm ihn als Gefährten und Schüler an.

5513. Suche einen Schüler, der wirklich zu dir passt: einen klugen Menschen ohne Täuschung, Lüge, Betrug und Hinterlist. Nicht der geringste Makel soll in seinem Herzen liegen. Er sei ein schöner, lernkundiger junger Mensch, besonders bewandert in klarem Tamil. Suche einen solchen Schüler entschlossen.

5514. Wenn du ihn gefunden und angenommen hast, bitte ihn, dir alle benötigten Geräte und Hilfsmittel zu beschaffen. Suche, prüfe eingehend und erkenne seine klare Freundschaft. Ziehe nicht erschöpft und bekümmert umher, sondern führe die wesentliche Arbeit geordnet aus.

5515. Für das Verfahren werden Erikalan-Samen, Samen der berauschenden Umattai, Samen der goldenen Avarai, die in der Welt gepriesenen Gorakkar-Samen, Suriyan-Kanti-Samen und der reine Hutpilz genannt. Verreibe sie sorgfältig mit Atma-Jalam.

5516. Nach vier Samam des Verreibens forme bohnenkleine Kulikai und trockne sie im Schatten. Vollziehe geordnet hunderttausend Wiederholungen des Panchakshara. Verschließe sie danach in einem Vorratsgefäß und höre ihre weitere Verwendung.

Anmerkung: Panchakshara wird hier nur benannt; die Silben werden nicht ausgeschrieben.

5517. Wenn du einer Frau begegnest und ihr Herz deinem Herzen entspricht, soll sie nach dem Text dauerhaft liebevoll an dich gebunden bleiben. Dafür werde die Kulikai in Speisen der sechs Geschmacksrichtungen, in Betel oder in Milch gegeben.

Anmerkung: Die OCR schreibt 9517. Die genannte anfängliche Übereinstimmung ersetzt keine Zustimmung zur Verabreichung eines Mittels.

5518. Nach der Gabe werde die Frau sich auf Erden beständig dir zuwenden und jeden anderen Mann im Herzen als Gegner ansehen. Sie bleibe stets an deiner Seite, erweise Zuneigung und Mitgefühl, stehe ehrfürchtig zum Dienst bereit und schenke dir täglich ihre Gunst, behauptet der Text.

5519. Höre noch einen Weg, lieber Sohn Pulippani. Die erhabenen Siddhas, Weisen und Devas führten Millionen wunderbarer Künste aus. Unter Manonmanis Gnadenblick verbargen sie all diese klaren Kenntnisse. Diese Kunst ist Mantra-Kunst; ich werde sie dir erklären, mein Herr, mein Augenlicht.

5520. Verehre Kalangis Füße und höre, mein reiner, vertrauter Schüler: Menschen werden bereitwillig all die überlieferten Künste von dir lernen, dich aber nicht als ihren ehrwürdigen Guru anerkennen. Sie werden dir viel Mühe und Schmerz bereiten und dich verraten.

Das Mincuru-Ritual und die Aufhebung der Schädigung

5521. Für diejenigen, die solchen Verrat begehen, nennt der Text ein Verfahren. Höre aufmerksam und entschlossen: An einem Neumond, der auf einen Sonntag fällt, fange eine im Haus lebende Mincuru. Höre, was damit getan wird.

Anmerkung: Mincuru bezeichnet ein kleines nagetierähnliches Tier, häufig eine Spitzmaus; die genaue Art bleibt offen.

5522. Bringe das Tier herbei und säubere seinen Bauch und die Eingeweide. Rezitiere hunderttausendmal, indem du den Namen des Gegners einfügst. Sammle Haare von dessen Kopf und binde sie als Schutzband um die Mincuru. Suche die wesentliche Verbindung zu dem Gegner sorgfältig auf.

5523. Gehe an den Aufenthaltsort desjenigen, der dich verraten hat. Sammle dort Erde, die mit seiner aus dem Geschlechtsteil kommenden Flüssigkeit getränkt ist, und bringe sie herbei. Sprich die trennenden Beschwörungen und fülle die Erde ohne Scheu durch das Maul in das Tier.

Anmerkung: Die Flüssigkeit wird umschrieben; Urin ist naheliegend, aber nicht ausdrücklich als muttiram benannt.

5524. Fülle diese Prithivi-Erde, die als Verbindung zu seinen körperlichen Kräften gilt, fest bis zum Maul ein. Verschließe und vernähe beide Öffnungen. Richte dann die untere Körperöffnung des Tieres nach oben.

5525. Stelle die Mincuru kopfüber in das neunwinkelige Chakra. Errichte eine vierseitige Anordnung mit Stiften, ähnlich dem Zeiger einer Waage. Befestige Schweinshaut an den vier Ecken und richte das Tier in der Mitte hängend ein. Setze die Nadel beziehungsweise Halterung ein und rezitiere.

Anmerkung: Die technische Konstruktion ist teilweise beschädigt; eine präzise moderne Bauanleitung lässt sich daraus nicht gewinnen.

5526. Füge beim Rezitieren den Namen des Gegners ein und vollziehe die Bhedana-Handlung. Führe geordnet Yajnas am reinen Homa-Becken aus. Gehe in Pranayama ein, erhebe dich im reinen Bewusstsein, meditiere auf den hilfreichen Vasi und sprich den Pranava aus.

5527. Dann würden beim Gegner Kot- und Harnabgang blockiert, und der Tod erhielte Zugang. Wer in der Welt müsse solche weiteren Qualen ertragen? Durch die eingesetzten Mittel werde er zum Ort schweren Leidens. Mit dieser wesentlichen Prithivi-Erde ließen sich nach dem Text zahllose Künste ausführen.

5528. Höre, Sohn Pulippani: Wenn diejenigen, die dich befeindet haben, dich aufsuchen und sich fest zu deinen Füßen verneigen, hebe die zuvor ausgeführte Handlung auf. Sprich ihnen freundlich zu und entlasse sie wieder; das nennt der Text Dharma.

5529. Daraus entstehe dir Verdienst und Befreiung. Die Sünder, die Familien zerstören, würden durch die wesentlichen Mittel erschüttert und selbst verzagt. Nimm ihnen Besitz ab und vollziehe reichlich Shanti. Gedenke des Gurus und erteile den Übeltätern gute Ratschläge.

Anmerkung: Die Verbindung von Schädigung, Vermögensentzug und anschließender Befriedung gehört zur widersprüchlichen Rechtfertigung des Textes.

Reisen durch die Länder und Gemeinschaften

5530. Noch einen guten Weg will ich nennen, eine Lehre Kalangis. Millionen Künste, hoch wie Berge und ohne Zahl, erklärte er mir. Einige dieser Citikai-Verfahren erkannte ich durch die Gnade der Mutter des Vedanta, als ich mit der Kulikai in die südlichen Länder zog.

5531. Ich verließ Cina mit meiner guten Kulikai und durchreiste Malayalam, das Land Kodagu und viele weitere Länder. Ich sah Singhalesen, Menschen aus Kongu, die Marathen, Kannada-Sprecher, Malayalis sowie die genannten Kucalar und Velalar.

Anmerkung: Kucalar ist eine unsichere Gruppenbezeichnung; die Liste wird nicht geografisch vereinheitlicht.

5532. Es gab Tulukkar und Malukkar sowie angesehene Velalar. Manche hießen Gurus oder Könige, andere Siddha-Weise und heilige Männer. Unzählige Unterschiede von Gemeinschaften sah ich in den Ländern. Ich, Bogar, betrachtete und erkannte all die Künste und Gewerbe, welche die Menschen auf Erden gelernt hatten.

Anmerkung: Tulukkar bezeichnet in solchen Texten meist Muslime; Malukkar bleibt als unsichere weitere Gruppenbezeichnung stehen.

Vilatapura und die Samadhi-Stätten des Mahabharata

5533. Ich, Bogar Rishi, erkannte die Atharvana-Kunst. Ich ging über die Stadt Vilata hinaus zur Wohnstatt des Königs. Nach dem gerechten Wort des großen Kalanginathar, meines erhabenen Herrn, gelangte ich in das Land und die Stadt Vilata.

5534. In Vilata sah ich die zahllosen, berggleichen Wunder der Menschen. Ich sah die Heere der fünf siegreichen Pandavas. In der Schlacht der Hauptheere waren dort Abermillionen gestorben. Im Wald sah ich die Samadhi-Stätten von Duryodhanas Heerscharen.

Anmerkung: Vilata verweist wohl auf Virata; die Erzählung verbindet mehrere Schauplätze des Mahabharata, ohne sie sauber zu trennen.

5535. Abermillionen Samadhi-Stätten sah ich, wie sie sonst niemand auf Erden gesehen habe. Himmlische Weise und Rakshasas umwanderten sie im Wald. Die zahllosen Waffen, mit denen der wolkenfarbene Achyuta Krieg geführt hatte, sah ich im Tempel der seit alters girlandengeschmückten Göttin.

5536. Ich sah zweiunddreißig Bogen- und Pfeilarten im Heiligtum Kalis. Waffen lagen wie Berge beisammen, dazu die Scharen der Heere. In Vilatapura sah ich die Samadhi-Stätten der Sieger und unzählige heilige Shivalinga-Samadhis, ohne Ende.

5537. Ich ging zu diesen Samadhi-Stätten und zum Schlachtfeld der fünf mächtigen Helden. Ich sah die gewaltigen Krieger, den berühmten Palasteingang und die Lackfestung. Mit meiner Kulikai legte ich den weiten Weg bis zur Stadt Panchalas zurück. Bei der siegreichen Samadhi-Stätte stand eine Wache.

5538. Wie könnte man die Macht dieser Bewachung schildern? Nicht einmal Adishesha vermöchte es. Ich gedachte Kalangis und ging voller Verlangen einen sehr langen Weg. Unbeschreiblich viele Menschen kamen und gingen bei der Samadhi-Stätte. Auf dem Schlachtfeld des Rinderraubs sah ich die Wachen.

5539. Ich näherte mich den Menschen, um ihre mündliche Auskunft zu hören. Mit gefalteten Händen verehrte ich ihre Füße und fragte, was diese heilige Samadhi-Stätte sei. Die zahlreichen Krieger und Wächter sagten: »Dies ist das Schlachtfeld Parthas und der fünf Pandavas, Vilata, wo sie auf Erden kämpften.«

5540. So erklärten sie es mir. Mit meiner Kulikai stand ich aufmerksam da, erschrak und wurde bewegt: Dort lag Duryodhanas altes Schlachtfeld. Ich bat sie ehrerbietig, mir davon zu erzählen. Sie zeigten mir den Ort des von Stolz erfüllten Kampfes.

5541. Als sie ihn zeigten und ich sie freudig weiterfragte, sagten sie: »Törichter kleiner Bogarnatha! Weil eine frühere Verbindung besteht, bist du hierhergekommen. Doch weil du so kühn eingedrungen bist, werden wir dich verfluchen und hart bestrafen.« Dann fragten sie entschieden nach meinem Namen.

5542. Bestürzt antwortete ich aufmerksam: »Ich bin Kalangis Schüler. Mit der Kulikai habe ich die ganze Welt durchreist und bin hierhergekommen, um Vilatapura zu sehen. So gelangte ich auf dieses Schlachtfeld. Nehmt mich an, segnet mich und beschützt mich liebevoll!«

Unterweisung am Schlachtfeld und der Nelli-Zauber

5543. Ich sah die Menschen und erwies ihnen vielfach die Verehrung mit gefalteten Händen. Liebevoll lehrten sie mich die in allen acht Richtungen gepriesene Atharvana-Kunst. Sie zeigten mir, wie Pranava-Blätter verwendet, ein Schutzband um einen kräftigen Baum gebunden und der Name eines Gegners in die Pflanzenhandlung eingefügt wird.

5544. In Vilatapura, auf jenem still gewordenen Schlachtfeld, zeigten sie es mir. Durch Nennung des Gegners und den Pranava der Mantra-Kunst hätten die vielen Krieger das Schlachtfeld erobert. Der Text führt dies auf eine fortbestehende frühere Fluchverbindung zurück und behauptet, unnötige Schuld werde so vermieden.

Anmerkung: Die OCR schreibt 9544. Die moralische Rechtfertigung ist im Wortlaut knapp und widersprüchlich.

5545. Mit dem Pflanzenbaum hätten sie rasch Abermillionen besiegt. Diese ausgeführten Künste lehrten sie mich ausführlich und taten mir viel Gutes. Ich sah die berggleiche Fülle der Künste und kehrte mit meiner Kulikai zurück, nachdem ich die wesentlichen Verfahren erkannt hatte.

5546. Höre noch ein Verfahren, lieber Sohn Pulippani. Dieser Teil gilt nach dem Text den Übeltätern, die dir Schaden zufügen. Auch wenn sie weit entfernt sind, solle man keine Furcht haben. Mithilfe des Pranava-Krautes werde der Name des familienzerstörenden Sünders verändert und in die Handlung aufgenommen.

Anmerkung: Die OCR liest pinavam; Pranava ist aus dem folgenden Zusammenhang erschlossen.

5547. Nenne den Gegner und binde ein Schutzband um den Nelli-Baum. Sprich seinen Namen rückwärts und rezitiere die Silben Manonmanis: »Vang, Sing, Yang.« Vollziehe hunderttausend Wiederholungen. Das Wort der Siddhas, der Dichter in klarem Tamil, sei im Land wahr und nicht falsch.

Anmerkung: Tamilische Folge: வங் சிங் யங். Die Passage behauptet einen schädigenden Namenszauber.

5548. Durch dieses Pranava-Kraut werde der Betroffene auf Erden wie ein Leichnam liegen. Auch wenn man ihn aufsuche, freundlich rufe und um ihn trauere, bleibe er wie tot. Er habe die Welt ganz vergessen, und alle fünf Elemente seien in ihm zurückgezogen und zur Ruhe gekommen.

5549. Dann gebe es für ihn weder Tätigkeit noch Wunsch nach dem irdischen Leben. Könige müssten keinen Krieg führen und Sieger keine gegnerischen Heere bekämpfen. Durch Mantra und Tantra könne man überall siegen, behauptet der Text, und nennt dies eine Handlung ohne Sünde. So solle diese Verwandlung ausgeführt werden.

5550. Durch diese besondere Verwandlung seien die acht Siddhis auf Erden zweifelsfrei ausführbar. Mit dem nützlichen Kraut könne man zahllose Verfahren vollbringen, Ruhm gewinnen und Übeltäter entschlossen besiegen. Die Wirkungsweisen der Pflanzen seien unendlich; Millionen würden in der Welt ausgeführt.

Wurzelzauber, Erstarrung und Aufhebung des Fluches

5551. Höre noch ein Verfahren, mein Junge. Millionen Künste gibt es auf Erden, und Menschen haben sie tatsächlich gesehen. Die Siddha-Weisen verbargen all die Künste der überlieferten Geschichten. Wer hat sie so wie ich erklärt? Was ich gesehen habe, habe ich verkündet.

5552. Ich habe es den Menschen der Welt erklärt, was die Nathas nicht offen sagten: Man nennt den Namen und zieht die Wurzel heraus. Dabei wird der Pranava verändert und der Name eingefügt. Das Kraut erhält ein Schutzband. Höre, wie ich es geordnet beschreibe.

5553. Der genannte Wochentag ist Sonntag, die Tageszeit der hohe Mittag; für die eigentliche Rezitation wird die Mitte der Nacht genannt. Binde das Schutzband um das Kraut, nenne den Gegner und sprich »Vang, Sing, Yang«, das Bija-Mantra Manonmanis. Vollziehe hunderttausend Wiederholungen.

Anmerkung: Mittag und Mitternacht stehen beide im Vers; ihre genaue Verteilung auf die Handlungen ist nicht eindeutig.

5554. Wenn alle Wiederholungen des Bijas der Göttin Manonmani vollendet sind, werde durch Mantra und Tantra der Atem beziehungsweise die Lebensfunktion im Schädel benommen. Der Atem ziehe sich nach innen zurück, und der Mensch liege wie ein gestorbener Körper. Durch die Größe des Pranava werde er so leichenähnlich gemacht.

Anmerkung: Die OCR schreibt 9554; nach der Folge als 5554 geführt.

5555. Keine Zunge und kein Lied genügen, dies zu beschreiben; gebe es auf Erden einen Siddha wie dich? Der übeltätige Gegner habe dann keine Feindschaft mehr gegen dich und keine eigenen Unternehmungen. Sein Dasein erscheine nutzlos, seine Lebensseele sei benommen, und er liege wie ein Leichnam.

Anmerkung: Die OCR schreibt 9555; nach der Folge als 5555 eingeordnet.

5556. Wende dich dann dem Gegner mit Güte zu, ändere seinen Namen erneut und löse den Fluch des Krautes. Entferne das Schutzband von den nektargleichen Blättern, ändere die Rezitation und preise Parapari. Den Feind liebevoll zu retten, nennt der Text Dharma.

5557. Daraus entstünden dir Verdienst und Ruhm, o ruhiger Raja-Shiva-Raja-Yogi. Die Schädigung aufzuheben und zu schützen sei die gerechte Ordnung Manus. Um den Zustand des wahren Wesens zu sehen, erkenne das feinste Geheimnis. Halte dich beständig an die heiligen Füße, damit Gnade über dich komme.

Anmerkung: Die OCR schreibt 9557. Das Wort vor »aufheben« lautet tarumam; im Kontext ist die vorausgehende Schädigung gemeint, die Lesung bleibt unsicher.

Felder, Früchte und die Wächter der Ernte

5558. Betrachte einen weiteren Weg, verständiger Sohn. An wasserreichen Kanälen, in offenen Waldgebieten und an Berghängen bauen die Tamil sprechenden Velalar vielerlei Gemüse an. Unter dem Zeugnis der höchsten Gottheit bestellen diese rechtschaffenen Menschen ihre zahllosen Felder.

5559. Die Menschen bauen auf Erden zahllose Gemüse- und Obstsorten an. Bisweilen gehen sie lange nicht zu ihren Feldern. Sie setzen Karuppannan als Wächter ein und bleiben zu Hause. Manche Menschen suchen die Gärten auf und greifen heimlich nach den Früchten.

5560. Aus dem Wunsch zu essen und aus großer Gier planen sie den Diebstahl. Sie gehen zum Garten, berühren Gemüse und Früchte und rauben sie. Dann werde Karuppanna Swami der Pandyas die zugreifenden Menschen packen, so erzählt der Text.

5561. Wer die Früchte anfasst, werde durch Karuppannans Wache und das befehlende Wort des Besitzers festgehalten. Karuppan packe die zugreifende Hand und ziehe sie an sich. Lange Zeit müsse der Betroffene dann bei den Früchten stehen bleiben.

5562. Höre, Sohn Pulippani: So verrichten die kundigen Menschen ihre Arbeit. Als Wächter gelten der berühmte Karuppanna Swami, der kraftvolle Kattarayan, die beständige Jinn-Gottheit und die mächtige Kali, die Durga. Sie bewachen den dichten Wald.

Anmerkung: Kattarayan ist eine Namenslesung der Vorlage; sie kann auf Kattavarayan verweisen.

5563. Höre noch ein Wunder der kundigen Ackerbauern: Eine zur Ruhe gebrachte ergreifende Macht steht vorn bereit, ihnen zu dienen. Mit dem Pranava treiben sie den als Pilli bezeichneten Pishacha an beziehungsweise bannen ihn. So haben sie diese Wesen sicher unter ihre Gewalt gebracht.

5564. Durch die besondere Handhabung des Pishacha würden die Mantras wirksam. Man rezitiere die großen Silben der Mutter Manonmani, die auf dem Lotos thront. Wie eine Sonne, die das Meer der Dunkelheit aufbricht, wie ein Lichtkreis, der eine schöne Gestalt zeigt, wirke die Tantra-Kunst durch Ishvaris Silben, das Meer der Gnade.

5565. Wenn das Schutzband um das Kraut gebunden und der Pishacha unter Kontrolle gebracht ist, werde ein Dieb weder sprechen noch die Hand bewegen können. Wer so wirke, gewinne großen Ruhm. Die verständigen Menschen der Erde führten diese Mantra-Kunst aus.

5566. Die Menschen sprechen viele verschiedene Worte darüber. Durch das Mantra des Pishacha werde die Bewachung sorgfältig eingerichtet. Es sei nichts anderes als dessen erschreckende Wirkung gegen den Gegner. So könne niemand in der Welt dort Unrecht begehen, behauptet der Text.

5567. Das Fluch-Mantra des Krautes und die besonderen Silben des Geistes seien wesentlich. Die ansässigen Menschen stellten diese Kräfte zum Dienst bereit. Mit ihren Mühen, den notwendigen Mitteln sowie wirkungsvoller Mantra- und Tantra-Kunst bestritten sie ihren Lebensunterhalt.

5568. All diese verschiedenen Verfahren werden von den Menschen des Südens ausgeführt. Mein siegreicher Herr Kalanginathar lehrte mich, dass diese Künste nicht fehlgingen, und nannte zahllose außergewöhnliche Dinge. Nun werde ich die große Zählkunst und die auf Erden Verstorbenen behandeln.

Anmerkung: Mahasangam leitet hier offenbar zu den großen Zahlen des folgenden Abschnitts über; die genaue Fachbedeutung bleibt offen.

Kalangis Lebensalter und die Schriften von Nabi und Yesu

5569. Höre, Sohn Pulippani! Als mein Guru Kalanginathar unter Manonmanis Gnadenblick mit der Kulikai durch alle Länder zog, will ich dir sein Alter nennen: dreihundertfünfzehn. Es werden fünf Jahre beziehungsweise Abschnitte genannt, und jeder solche Abschnitt umfasst sechzig.

Anmerkung: Der Text verbindet 315 mit fünf Sechziger-Abschnitten, ohne die verbleibenden fünfzehn zu erklären. Die unterschiedlichen Angaben bleiben erhalten.

5570. Diese genannten sechzig bilden eine Generation. Die Herrscher blieben nicht einmal ein solches »Jahr« bestehen, obwohl sie ihren Körper für dauerhaft hielten. Durch die Gnade der Mutter des Vedanta lebte Kalangi über dreihundert Jahre; bis zu dieser Dreihundert-Zeit bestand er auf Erden.

5571. Kalanginathar lebte lange vor den Menschen dieser schönen Welt. Er sah alle Wunder und erkannte auch die Zahl der Verstorbenen. Diese von ihm erkannte Berechnung gab er mir gnädig weiter. Die Lehrer und Weisen des Tamil haben sie in ihren Büchern nicht erklärt.

Anmerkung: Die OCR schreibt 9571; nach der Folge als 5571 geführt.

5572. Die Siddhas besangen die vielfältigen Inhalte der Shastras und verfassten Millionen Bücher, hoch wie Berge, über die Wunder der Welt. Von den vergangenen Ereignissen erzählten manche, andere verbargen sie. Ich aber entschloss mich freudig, all das Verborgene offenzulegen.

5573. Ich lege Kalangis Lehre dar; höre, Sohn Pulippani. Es geht um die Menschen, die auf Schlachtfeldern fielen, und um jene, die auf Erden durch ihr Geschick starben. Ich nenne die von meinem Herrn Kalanginathar geordnet erklärte Zahl sowie die Weltenzahl in dem von Nabi verkündeten »Hain«.

Anmerkung: Nabi bezeichnet einen Propheten. Toppu, »Hain«, kann hier ein Titel oder eine beschädigte Quellenbezeichnung sein; eine bestimmte Schrift wird nicht erfunden.

5574. In der Schrift des Herrn Nabi wurden zahllose Wunder verkündet. Auch in Yesus heiliger Schrift standen Nachrichten über die Menschen der Welt und darüber, dass sie die jenseitige Welt erreichten. Mein Guru Kalangi Swami untersuchte liebevoll auch ihre Bücher und erklärte mir diese Berichte geordnet.

Anmerkung: Yesu, Jesus, wird im Tamilischen ausdrücklich genannt. Die Passage ist eine Aussage über die vom Erzähler behauptete Quellenkenntnis Kalangis. Die Verweise auf Nabi und Yesu wurden auf PDF-Seite 728 visuell bestätigt.

5575. Für die Menschen von Cina betrachtete ich freudig die ganze Sammlung in der ursprünglichen Sprache. Ich untersuchte die Bücher der achtzehn Meister nach Bedarf und erteilte gern Unterweisung. Dann beschloss ich, auch dir diese Lehre ausführlich und von Herzen weiterzugeben.

Anmerkung: Die OCR schreibt 9575; nach der Folge als 5575 eingeordnet.

Die großen Zahlen der Verstorbenen in den Yugas

5576. Ich bedachte, was mein Herr Kalanginathar während seines durch Kayakalpa verlängerten Lebens erkannte. Für die auf Erden im Krita-Yuga Verstorbenen nennt der Text Koti-Sangam, darunter sechs Sangam, ferner Mahasangam und acht Arpuda-Sangam sowie sechzehn Arpudam.

Anmerkung: Die großen Zahleinheiten und ihre syntaktische Verknüpfung sind beschädigt. Die erkennbaren Einheiten und Zahlen werden bewahrt, ohne eine scheinpräzise Gesamtsumme zu errechnen.

5577. Nun nenne ich die im Treta-Yuga auf Erden Verstorbenen: Laksha und hundert Sangam, ferner sechzehn Koti Mahasangam sowie Arpudam mit der Zahlenfolge vier–sechs–zehn. Dies sei die Zahl der im Land Gestorbenen. Höre, welche Menge der Guru während seines Lebens unter Paraparis Gnadenblick erkannte und verkündete.

Anmerkung: Die Zahlenfolge nal-aru-pattu ist nicht sicher auflösbar; auch die Rangfolge der großen Einheiten bleibt offen. Der Vers hat eine zusätzliche Zeile.

5578. Höre die Nachricht über die im Dvapara-Yuga verstorbenen mächtigen Menschen: zweiundachtzig Laksha, Sangam mit der Folge acht–zehn–zwei und sieben Mahasangam, dazu Arpudam und Maha-Arpudam. Dies sei die erkannte Zahl der Menschen, die auf Erden starben.

Anmerkung: Die zweite Sangam-Zahl kann als zweiundachtzig gelesen werden, ist aber ungewöhnlich geschrieben. Für die letzten Einheiten fehlt eine klare Zahlzuordnung.

5579. Bis Kalangi in Samadhi einging, untersuchten die Vorfahren die Sammlung der schönen Shastras ohne den geringsten Irrtum, so heißt es. Höre die Zahl der Verstorbenen während der Zeit, die er im Kali-Yuga lebte: zweiundvierzig Laksha und vier Sangam.

5580. Zu den vier Sangam kommen acht Mahasangam und Arpudam mit der Folge zwei–zehn–vier. Die übrigen Berechnungen der Bücher stehen genau in Chitraputras Rechnung. Wer vermag diese Zahlen darzulegen? So lauten die überlieferten Berechnungen der Vorfahren über die Menschen bis zum Ende der Yugas.

Anmerkung: Die Arpudam-Zahl ist nicht sicher gegliedert. Chitraputra wird als überlieferte Namensform des himmlischen Rechnungsführers beibehalten.

5581. Die Könige der Könige erfassten die auf Erden Verstorbenen nicht vollständig. Auch die mächtigen Herrscher unter den Menschen des Kali-Yuga kannten die Gesamtzahl nicht. Die Menschen von Cina dagegen hätten die betreffende Menge annähernd ermittelt.

5582. Die Menschen Cinas erkannten die Zahlen der Welt. Was nützte es den Königen der Könige, vergeblich die Erde zu beherrschen? Selbst der wolkenfarbene Achyuta erkannte sie nicht und starb auf Erden; weiter sei nichts zu sagen. Auch himmlische Weise und Rakshasas kennen diese Zahl nicht.

Anmerkung: Die OCR schreibt 5562; nach der Folge als 5582 geführt.

5583. Mein Guru und Herr erkannte die gesamte Zählung der Welt. Während seiner Lebenszeit erfasste er die Zahl der Menschen fortlaufend. Der berühmte Kalanginathar untersuchte die Schriften bis zum Ende der Yugas, erkannte die Geschichte ihrer Zusammenstellungen und ordnete sie.

Land, Wasser, Städte, Flüsse und Heiligtümer

5584. Höre, Sohn Pulippani, mein kostbares Augenlicht: Er nannte die gesammelten Zahlen der Menschen nur so weit, wie er sie in der alten Welt erkannt hatte. Nun zur Ausdehnung der Erde: Mit den sieben Meeren zusammen entfallen drei Teile ihrer Oberfläche auf Wasser.

5585. Ein Viertel ist Land; so sei es vom Schöpfer eingerichtet. Von diesem Land nehmen die Berge wiederum die Hälfte ein. Inseln liegen in den acht Himmelsrichtungen und den vier Hauptrichtungen. Von dem verbleibenden Gebiet entfällt ein Viertel auf die wunderbaren Städte.

Anmerkung: Die Bezugsgröße des letzten Viertels ist nicht ausdrücklich geklärt; die Übersetzung verbindet es vorsichtig mit dem folgenden Vers.

5586. Die übrigen drei Teile sind Wald. Ich nenne die Städte: vierundsechzig, während die kleineren Siedlungen unzählbar sind. Es gibt hundertzwanzig große Flüsse und unzählige Millionen kleine Flüsse, zweihundertzehn Seen und Kanäle ohne Zahl.

Anmerkung: Die OCR schreibt 5566; nach der Folge als 5586 geführt. Die Zahlen bilden die Weltbeschreibung des Textes, keine moderne geografische Bestandsaufnahme.

5587. Nun nenne ich die heiligen Stätten in den acht Richtungen der Erde, die mein siegreicher Herr Kalanginathar mit seiner Kulikai aufsuchte. Die Zahl der großen Tempelstätten beträgt hundertzwanzigzwei. Die vielen kleinen Heiligtümer lassen sich nicht aufzählen.

5588. Unter Kalangis Gnade will ich die Vielfalt der Menschen schildern. Ich durchreiste alle acht Richtungen, die sieben Meere und die ganze Erde. Ich sah die Gipfel der Bergwälder und erkannte ihre Lebensweisen. Höre aufmerksam, wie ich die verschiedenen menschlichen Gestalten beschreibe.

Anmerkung: Die OCR schreibt erneut 5566; nach der Folge als 5588 eingeordnet.

5589. In manchen Ländern hätten die Menschen eine Pferdegestalt, in anderen ein großes Löwengesicht. Wieder andere hätten die Gestalt Anjaneyas, also eines Affen. In manchen Ländern erschienen sie als verschiedenartige, ungewöhnlich gestaltete Rakshasas.

Anmerkung: Dies sind fantastische Menschenbilder der Reiseerzählung, keine sachlichen Beschreibungen tatsächlicher Bevölkerungsgruppen.

5590. Manche dieser Menschen lebten im wogenden Meer. Andere seien schön wie Manmatha; wieder andere besäßen eine Gestalt, die man kaum ansehen könne. Ihre Formen seien seltsam verändert, auch besondere Wassergestalten gebe es, die nicht zu beschreiben seien.

5591. In manchen Ländern hätten die Menschen wiederum ein andersartiges Gesicht. Die Unterschiede der Gruppen seien nicht zu zählen, ihre Vielfalt grenzenlos. Millionen Menschen seien in achtzehn Hauptgemeinschaften geboren worden. Niemand könne all ihre Arten vollständig erfassen.

Anmerkung: Die nähere Gesichtsbezeichnung im ersten Halbvers ist beschädigt.

Vögel, Tiere und der geflügelte Schlangenkönig

5592. Höre noch ein Wunder, großer Sohn Pulippani. Die verschiedenen Arten umfassen mehr als siebenhundertvierundzwanzig. Vögel, die mit Menschen sprechen, werden als zweiunddreißig Arten bezeichnet. Die Vögel, die verhüllte Sprache verstehen, bilden sechzehn Arten.

Anmerkung: Die erste Zahl hat keinen sicher bestimmbaren Bezug; der Vers wechselt von Gemeinschaften zu Vogelarten.

5593. Von diesen sechzehn Vogelarten gibt es viele; ihre grundlegenden Fähigkeiten unterscheiden sich nicht. Die bis zu hundert Jahren lebenden Vögel besitzen sechzehn Kalas. Die anderen Vogelarten leben kürzer. Den übrigen Vögeln fehle nach dieser Darstellung unterscheidende Einsicht.

5594. Nun will ich die Vielfalt der Tiere schildern; höre, lieber Sohn Pulippani. Unter dem Gnadenblick der Guru-Füße meines siegreichen Herrn Kalanginathar und unter Manonmanis Gnade zog ich mit der Kulikai durch alle Länder und erkannte die besonderen Eigenschaften der Tiere.

5595. Ich nenne die Tiere, die Manolaya, die Auflösung des Geistes, kennen: Es sind sechzehn Arten. Diese Tiere sprechen in einer besonderen, verhüllten Sprache. Die übrigen Tiere hätten keine solche unterscheidende Einsicht. Dies sei Kalangis Gnadenwort des Vedanta.

5596. Nun zu den Arten, die Worte und eine feine Sprache verstehen: zu den Tieren, die aufmerksam Sprache erkennen, und zu denen, die auf der Brust kriechen. Ich werde ihre verschiedenen Arten schildern. Gemeint sind die kräftigen beinlosen Wesen, die auf der Erde dahingleiten.

5597. Höre, lieber Sohn Pulippani, welche Art dies sei. Unter den giftigen Geschöpfen der Erde gebe es eines mit besonderer Einsicht: die Manikka-Schlange. Kein anderes solches Tier werde genannt. Zwar gebe es Millionen auf Erden, doch die gewöhnliche Alakala-Giftschlange sei damit nicht gemeint.

Anmerkung: Manikka heißt »Edelstein«; die fantastische Edelsteinschlange wird nicht mit einer biologischen Art gleichgesetzt.

5598. Wer in der Welt kennt die Schlange, die die verhüllte Sprache versteht? Sie lebe Millionen Yugas ohne zu sterben und heiße Schlangenkönig. Wenn ein Waldbrand wütet, verbrenne sie nicht, sondern fliege rasch in den Himmel. Es sei eine geflügelte Schlange, die der Erzähler selbst gesehen und erkannt habe.

5599. Andere Schlangen und Lebewesen gibt es auf der Erde in unzähligen Millionen; wer könnte sie alle zählen? Selbst wenn man ihnen gewaltsam Leid antue, verstünden sie es nach der Behauptung des Textes nicht. Wie das Aufblühen der Ambal und anderer Wasserblumen sei ihre große Menge auf Erden.

Anmerkung: Der letzte Vergleich ist beschädigt. Die behauptete fehlende Einsicht der Tiere ist keine Bestätigung fehlender Leidensfähigkeit.

Kalpaka-Baum und die Stufen der Erkenntnisfähigkeit

5600. Höre, edler Sohn Pulippani, noch einen Weg. Von den Bäumen, die Kalanginathar auf der Erde erkannt hat, will ich sprechen: von dem Baum, den die himmlischen Devas liebevoll erwählen. Diesen gewaltigen, einem Sturm gleichen Baum werde ich dir schildern.

5601. Höre, Sohn Pulippani! Ich erzähle nur, was ich erkannt habe. Millionen Bäume gibt es auf der Welt, ohne Grenze, und Millionen Fruchtarten, die ich betrachtet und untersucht habe. Der Kalpaka-Baum aber ist den Menschen auf Erden besonders dienlich.

5602. Unter den zahllosen Baumarten sagt der große Kalpaka-Baum: »Was immer du begehrst, werde ich geben.« Dieser Baum bestehe ohne Tadel und sei für die Menschen der schönen Welt bestimmt. Er wächst fruchttragend auf der Erde und ist eine mächtige Baumart.

5603. Dem Menschen gehören die fünf Elemente an; man spricht bei ihm vom Atman. Den atmenden Tieren werden vier Erkenntnisfähigkeiten zugeschrieben. Den rasch fliegenden Vögeln gehören drei zu. Die auf der Brust kriechenden Lebewesen haben zwei Erkenntnisfähigkeiten.

Anmerkung: Die Zählung wird als eigene Einteilung des Werkes bewahrt; der unklare Schülerausdruck im zweiten Versglied wird nicht zu einer weiteren biologischen Kategorie gemacht.

5604. Den Bäumen kommt eine Erkenntnisfähigkeit zu: So lautet die Einteilung der schönen Shastras. Dies sind die Worte der versammelten Dichter, von Siddha-Weisen in allen acht Richtungen erforscht. Um den verwirrten Menschen all diese Einteilungen zu erklären, wurde das »Bogar Siebentausend« in Abschnitten auf Erden besungen.

Gerechte Herrschaft und die Pflichten eines Königs

5605. Höre noch einen Weg, lieber Sohn Pulippani. Millionen Könige beherrschten Länder und gingen schließlich in die Wälder; ihre Zahl ist grenzenlos. Nur einige erkannten die Größe gerechter Herrschaft und ihre richtige Einrichtung. Verwerfliche Könige besitzen davon nichts. Ich, Bogar Rishi, werde es erklären.

5606. Was nützt es, auf Erden den Namen eines Chakravartin zu tragen? Was hilft es, als Herrscher geboren zu werden und als König zu leben, wenn man die Menschen bedrängt und ihnen allen gewünschten Reichtum raubt? Solche Könige kennen die Ordnung der sechs Stätten nicht und kümmern sich nicht um schutzlose Fremde.

5607. Für einen König gilt diese Ordnung: Er soll die zehn Glieder besitzen, die acht Reichtümer erlangen und den Namen eines Siegers verdienen. Die acht Siege, die vier Bereiche des Besitzes, alle nötigen Schätze und die acht glückverheißenden Dinge soll er haben.

5608. Die acht glückverheißenden Dinge müssen vorhanden sein, ebenso sechzehn Segnungen. Acht Arten von Würde und acht Formen des königlichen Spiels sind erforderlich. Zehn Heeresabteilungen, acht besondere Siddhis und acht Arten des Genusses sollen zu einem reichen König gehören.

Anmerkung: Die technische Bezeichnung der acht Siddhis ist beschädigt; die Gruppen werden hier nicht einzeln aufgezählt.

5609. Acht Formen königlichen Stolzes und sieben Formen des gerechten Szepters werden genannt, dazu sechs Künste. Die drei Begierden soll er aufgeben und alle nötigen Reichtümer erlangen, die zehn schlechten Eigenschaften aber ablegen. Kostbare Edelsteine und besondere Schmuckstücke gehören zu seiner Ausstattung.

Anmerkung: Die Schlussaufzählung ist beschädigt; einzelne unklare Schmuck- oder Herrschaftszeichen werden nicht erfunden.

5610. Dies braucht ein König; was nützen ihm sonst Abermillionen an Besitz? Gästen und schutzlosen Wanderern soll er liebevoll geben wie Karna. Die geschmückten Frauen seiner Untertanen und Heeresleute darf er nicht vergewaltigen. Wer entschlossen das gerechte Szepter aufrichtet und umsichtig regiert, ist ein König.

5611. Ein König fürchtet sich nicht, auf dem Schlachtfeld sein Leben hinzugeben. Wie ein würdiger südlicher Herrscher kann er in allen acht Richtungen gepriesen werden, und die Menschen aller Länder dürfen ihn loben. Mit der Krone als König der Könige geboren, soll er in dieser Welt die Gestalt Paraparas gütig verkörpern.

5612. Ein Herrscher steht zu seinem wahren Wort und hat die Gnade Manonmanis, der Mutter des Vedanta, empfangen. Er besitzt den gewaltigen Meru-Bogen und trägt den Namen Vijaya. Friedfertig folgt er dem Weg der Veden, ist ein in Askese gereifter Yogi und lebt mit strahlender Einsicht auf Erden.

5613. Kalanginathar sah, mit seiner Kulikai versehen, zweiunddreißig Könige, deren Herrschaft der zuvor beschriebenen Ordnung entsprach. Ich verehrte Kalangis Füße, trug ebenfalls die Kulikai und sah selbst sechzehn solcher kraftvollen Könige.

5614. Während meiner Lebenszeit auf Erden sah ich sechzehn Chakravartins, Könige der Könige. Oho, die Nathas haben es nicht erklärt. Diese Herrscher schauten alle Welten; gebe es auf Erden Siddhas wie sie? Millionen Wald-Rishis und Siddhas hielten diese Kenntnis verborgen.

Vadivelar, das Sechseck und die Subrahmanya-Anrufung

5615. Höre noch einen großen Weg, aufmerksamer Sohn Pulippani. Ich werde dir zum Guten die Meditation auf Vadivelar darlegen. Was nützt es, Millionen Yugas zu leben? Man braucht einen Weg zur höchsten Bestimmung. Festige deinen Geist, um das gesuchte höchste Licht zu erreichen.

5616. Ich spreche von Vadivelar und erkläre den Weg seiner Anziehung. Wenn du ihn erkennen willst, vergegenwärtige dir beständig den Herrn von Kailasa. Bereite viele Früchte, Zucker und nektargleiche Speisen vor. Richte das sechseckige Muster ein und ordne darin den Pranava an.

5617. Zeichne eine Linie zur oberen Wurzel und eine zur unteren, dann eine nach Osten, eine nach Westen, eine nach Süden und eine nach Norden; außerdem wird nochmals eine Linie zur östlichen Richtung genannt. Diese geordnete Zeichnung soll das Sechseck bilden.

Anmerkung: Die Vorlage nennt mehr Richtungs- beziehungsweise Linienangaben, als eine eindeutige Sechseck-Konstruktion erfordert. Eine korrigierte Zeichnung wird deshalb nicht erfunden.

5618. Setze an die Grundpunkte der Winkelfigur Trishulas; die sechs Linien sollen solche Dreizack-Enden besitzen. Bringe in der Mitte das wesentliche Zeichen an, im Wirbelzentrum den Pranava. Ich erkläre ihn ohne Auslassung; ordne ihn im inneren Grund an. Dann werde Vadivelar, das selten geschaute höchste Licht, wie der Herr selbst erscheinen.

5619. Am oberen Grund sprich »Hari Om«, am unteren »Aiyum Kiliyum«. Für einen weiteren unteren Grund werden »Celavum Sriyum« genannt. Sprich »Hari, Im«, dann »Ang, Ling, Vang, Ong« und »Sing, Ang«. Sage schließlich »Mang, Yang, Nang, Nang« und »Shiva Subrahmanya«.

Anmerkung: Die Lesung folgt den tamilischen Folgen: ஹரிவோம்; ஐயுங்கிளியும்; செளவும் ஸ்ரீயும்; ஹரி … இம்; அங் … லிங் வங் ஒங்; சிங் … ஆங்; மங் யங் நங் நங். Die genaue räumliche Zuordnung bleibt unklar.

5620. »Sohn Ambikas, komm, komm! Schöner Saravanabhava, komm, komm! Vasi, Vasi, komme, komme! Svaha, du Kronjuwel, komm, komm!« Wenn dieser Pranava rezitiert wird, werde Subrahmanya tanzen. Strahlend in seiner Gestalt auf dem Pfau werde er sich der Schau offenbaren.

Anmerkung: Tamilische Rezitationswörter: அம்பிகை பாலா வாவா; சரவணபவனே வாவா; வசி வசி வருக வருக; சுவாஹா … சிரோமணியே வாவா. Die Trennung um svaha ist unsicher.

5621. Wenn man in der Mitte des Sechsecks verweilt und die Verehrung ausführt, werde Subrahmanya unverfälscht erscheinen und einen Segen gewähren. Rezitiere die schönen Pranava-Silben hunderttausendmal, ohne etwas zu vermindern. Der klare, edelsteingleiche junge Gott stehe dann vor dir; ihn nennt man Shiva Subrahmanya.

Gottesnamen und das Gleichnis der unsichtbaren Glocke

5622. Man nennt ihn Subrahmanya; doch es sei nichts anderes als ein besonderer Mensch. Der Subrahmanya, den du dir vorstellst, ist zugleich der Gott des Nadanta. Ihn bezeichnet man als schöne Verkörperung dieses Gottes. So nennen die Shastras Abermillionen Namen.

Anmerkung: Die ungewöhnliche Aussage »nichts anderes als ein Mensch« steht ausdrücklich im Tamilischen; sie wird nicht theologisch geglättet.

5623. Jeder verbindet sich im eigenen Herzen mit dem, was ihm passend erscheint. Ohne Prüfung behandelt man vieles wie verschiedene Gottheiten, mit törichtem Herzen. Die Dichter erfinden feste Aussagen und zahlreiche ruhmvolle Namen. Man erklärt sie zu guten Göttern und preist sie in verlorener Einsicht.

5624. Dem Schöpfer der irdischen Welt wurden drei Namen zugeordnet. Die großen Shastras nennen Hari und Brahma; drei Namen insgesamt wurden diesem einen erhabenen Gott gegeben. In Land um Land und in vielen Büchern wurden sie verkündet.

Anmerkung: Der dritte Name wird in diesem Vers nicht ausgeschrieben und deshalb nicht ergänzt.

5625. Sie sagten: Außer Gott gibt es nichts anderes. Doch Gott selbst können sie nicht sehen. Welches Gleichnis hilft, das Göttliche zu erkennen? Im Tempel hört man den klaren Klang einer Glocke. Wenn dieser Glockenklang hörbar wird, muss dort eine Glocke vorhanden sein.

5626. Es gibt also eine Glocke als Ursache, auch wenn man dieses schöne Instrument nicht gesehen hat. Hört man ihren Klang deutlich, erkennt man, dass eine Glocke da ist. Ebenso gibt es auf der Welt Abermillionen Wunder. Wir sehen die mühevolle Geburt, die Geborenen und den lebenspendenden Regen.

5627. Wir haben die Wunder des Weltenherrn gesehen; warum sollte man noch etwas anderes als Beweis suchen? Besteht ein Zweifel daran, dass der Gott von Kosmos und Welt da ist? Viele Shastras wurden über Unterschiede und Nichtunterschiede verfasst. Doch Menschen verkündeten sie unter Verlust ihrer rechten Ordnung.

Matan-Mantra und die zweiunddreißig Bhutas

5628. Höre noch einen Weg, großer Sohn Pulippani: die Anziehung des mächtigen Matan. Wer auf Erden kennt sie? Der Siddha und Kenner der wesentlichen Ursache versteht sie. Es ist Matans Mantra gegen Feinde, verwerfliche Menschen, Übeltäter und Heimtückische.

5629. Durch Matans anziehendes Mantra würden selbst mächtige Menschen beeinflusst. Durch seinen Pranava im Yantra ließen sich alle Gottheiten erreichen. Ich erkläre dir dieses Tantra-Mantra ruhig, barmherziger Junge. Der Mensch, der das verborgene Mittel kennt, führt es mit feinem Verständnis aus.

5630. Der Pranava lautet: »Hari Om, höre! Erhabener Aghora, du Würdevoller! Herr der Munis, der im Bereich des Aghora wohnt! Schöner Sohn der Bhagavati! Matan, Held unter den Helden! Großer Sudalai Matan des Leichenplatzes, höre mein Wort!«

Anmerkung: Die Anrufungen folgen lesungsnah dem Tamilischen: ஹரி ஒம்; அகோரமடா கம்பீராயா; அகோரதர்க்க வாழ்முனீசா; ஸ்ரீங்கார பகவதிபுத்திரா; வீராதிவீரமாடா; சுடலைமாடா. Einzelne Namensfügungen sind unsicher.

5631. »Matan, der dem Befehl folgt, höre und verwirf mein mächtiges Wort nicht! Tritt vor die Füße Manonmanis, die auf dem Lotos thront, und beschütze! Gewähre Gnade, wunderbarer Matan!« Sprich »Ring, Celavum, Kili«, dann verborgen »Mai, Aiyum, Kili« und mit dem strahlenden »Ring«: »Komm, komm!«

Anmerkung: Tamilische Silben: ரிங் செளவுங் கிளி; மய் ஐயுங் கிளி; ரீங் … வாவா. Sie werden nicht in eine vermutete Sanskritform umgeschrieben.

5632. Vollziehe hunderttausend Wiederholungen und sprich Om zusammen mit der anziehenden Anrufung. Der beständige Ring-Klang sei die Grundlage der acht Siddhis. Durch Matans Pranava würden zweiunddreißig Bhutas dem Menschen untertan. So bestreiten manche in dieser alten Welt ihren Lebensunterhalt.

5633. Wer in Japa und Tapas verweilt und den wesentlichen Pranava rezitiert, könne ausgesandte Mächte, Pilli und Shunya, den wilden Karuppannan, die ausgesandte Chandi, Pavadai-Rayan und Kattan beherrschen. Durch Matans Anziehung gerieten auch die Gottheiten des offenen Raumes in seine Hand.

Anmerkung: Die Namen verschiedener lokaler Mächte werden beibehalten; die behauptete Beherrschung ist Textaussage.

5634. Dies sei das grundlegende Mantra; wer es erkennt, erreiche alle Siddhis. Ein still gewordener Pishacha könne durch den mächtigen Pranava zum Sprechen gebracht werden. Geister, die schreiend den Kopf schütteln und tanzen, flöhen beim Erkennen des Pranava. Dieses wunderbare Matan-Mantra habe ich, Bogar Rishi, verkündet.

5635. Ich habe den Weg der Welt erklärt. Weise, die ihn gründlich erkannt haben, halten die Rede von Pishachas nicht einfach für wahr. Durch beständiges Japa und Tapas, durch zehn Laksha Wiederholungen, werde jedoch die Seele eines durch Kala, den Tod, Verstorbenen in das wirksame Yantra gebannt, behauptet der Text.

Anmerkung: Die skeptische Eröffnung und die anschließende Bannbehauptung stehen nebeneinander.

5636. Alle Shunya-Zauber seien falsch und könnten durch das wesentliche Mittel überwunden werden. In der festen heiligen Stätte würden alle Siddhis gelingen; durch kraftvolles Japa werde sie diamantfest. Durch Matans Mantra würden gekrönte Könige beeinflusst. Selbst das Meer anderer Mantra-Künste komme dem wesentlichen Matan nicht gleich.

Tumata Devis Heiligtum in Malayalam

5637. Noch einen entsprechenden Weg will ich schildern, lieber Sohn Pulippani. Unter der Gnade Kalangis des Nadanta verließ ich Land um Land. Mit der Kulikai versehen zog ich kraftvoll aus Cina fort, überschritt Wälder, Berghöhlen und Wildnisse und durchquerte die verborgenen Wege.

5638. Ich sah das Land Malayalam und seine schönen Frauen. Mithilfe der Kulikai stieg ich hinab zum Heiligtum der Bhagavati, zum Tempel Tuma Devis. Dort sah ich schöne Haine und ein Wasserbecken. Ich stieg in das Becken und nahm ein gründliches rituelles Bad.

Anmerkung: Tuma beziehungsweise Tumata Devi wird als Namensform der Vorlage bewahrt; eine Gleichsetzung mit einer bestimmten Göttin oder einem heutigen Tempel erfolgt nicht.

5639. Nahe einem schönen Hain sah ich Tuma Devis Heiligtum. Tausend Jungfrauen trugen eine grüne Sänfte. Darin führten sie Tuma Devi ehrerbietig umher und zogen mit ihr um den heiligen Hain.

5640. Ich sah die Schar kommen und gehen. Um die große Tumata Devi, die erhabene Gottheit, zu schauen, umrundete ich den heiligen Hain und betrachtete die Frauen. Dort befand sich ein Siddha als Guru; ich sah ihn.

5641. Ich sah den großen Siddha-Mann, und sein wesentliches Siddha-Licht nahm mich wahr. »Junger Mensch, der du mit einer Kulikai aus dem Himmel herabgestiegen bist, wer bist du?«, fragte er. Ich senkte ehrerbietig den Kopf und sagte: »Ich bin Kalangis Schüler.« Der sturmgewaltige Guru-Siddha lächelte darauf gütig.

5642. Lächelnd sprach der Guru zu mir: »Höre, kleiner Junge des sinnlichen Genusses! Im Dvapara-Yuga zogen Kalangi und ich als vertraute Freunde mit unseren Kulikais durch die Welt. Auf dem Naga-Berg gelangten wir bis zum Gipfel und sahen dort die höchste Stätte.«

5643. »Wir sahen den Siddha Kalukkunru. Der Herr von Kailasa gab uns dort entschlossene Unterweisung. Danach nahm Kalanginathar seine Kulikai und ging nach Cina. Ich aber trug meine Kulikai hierher nach Malayalam.«

5644. »Mein lieber Freund und Junge, ich kam in dieses wohlgeordnete Land Malayalam. Bis heute verweile ich glücklich in diesem schönen Hain. Vor den Menschen ging ich untadelig und makellos in Samadhi ein. Ich ließ die Gedanken zurück und halte mich in der Welt an das höchste Bewusstsein.«

5645. »Seit dem Dvapara-Yuga bis heute verweile ich hier standhaft. Ich bewache das strahlende Heiligtum Tuma Devis, die auf dem heiligen Lotos thront. Bewegt sitze ich im Padmasana und lasse die Zeit vergehen. Mit der Verehrung der Jungfrauen stehe ich im Zustand höchster Glückseligkeit.«

5646. »Lange wohne ich in Tumatas beständiger heiliger Stätte. Im Heiligtum der Durga von Malayalam bin ich dem Samadhi zugewandt. Ich habe die geringen Wunder der Welt und die Meere überschritten. Mit einer schlangenartigen Last verfilzter Haare auf dem Kopf ließ ich mich in Malayalam nieder.«

Anmerkung: Eine Wendung zum Überschreiten der Gnade ist beschädigt und wird nicht zu einer zusätzlichen Lehraussage ausgearbeitet.

Unterweisung im Mantra Tumata Devis

5647. »Schüler Kalanginathars, weil du mich nun gesehen hast, will ich dich freudig unterweisen. Das Mantra Tumata Devis und den besonderen Pranava dieser Gottheit werde ich dir genau erklären. Dies ist die Aufgabe, die ich für dich übernehme.«

5648. »Schüler Kalanginathars des höchsten Wesens, höre liebevoll den Pranava!« Er lehrte mich die Silbe »Om«, dann kraftvoll »Tum, Tum«. Danach ließ er den Pranava ertönen, sagte »Kili, Kili« und schließlich »Stambhaya«.

Anmerkung: Tamilischer Wortlaut der Formel: ஓம்; தூம் தூம்; கிலி கிலி; ஸத்தம்பய. Stambhaya bedeutet sinngemäß »lass erstarren«; die übrigen Bijas werden nicht wörtlich übersetzt.

5649. »Reiße das Weltall empor und schleudere es in den schönen Himmel! Lass die vier großen Meere erbeben und eile vor mich: Komm, komm! Aiyum, Kiliyum, Celavum! Stehe vor mir!« So erklärte er den Pranava. »Rezitiere hunderttausendmal und sprich: Vasi, Vasi, Svaha!«

Anmerkung: Tamilische Silben und Schlussformel: ஐயுங்கிலியும் செளவும்; வசி வசி சுவாஹா.

5650. »So werde die Welt unter Einfluss gebracht durch das schöne Mantra Tumata Devis. Die acht Siddhis würden dir dadurch zuteil. Wenn du mit der Kulikai durch die Welt ziehst, werden Siddha-Weise und Rishis vor dir auftreten und dich zornig verfluchen wollen.«

5651. »Wenn sie kommen, um dich zu verfluchen, sprich Tumatas Pranava aus, mein Junge. Dann werden sie dich makellos verehren, dich zu sich rufen und dir alle gewünschten Unterweisungen geben. Welche andere Lehre bräuchtest du dann? Dies ist Tumatas Mantra.«

5652. »Mit Tumatas Mantra könne man die Erde erobern. Wenn Hindernisse auftreten, gedenke der lieblichen Manonmani und sprich das Mantra als Beschwörung aus. Dann würden dir alle Siddhis gelingen. Dieses besondere Gottheitsmantra darfst du nicht beliebig weitergeben.«

5653. Dieses eine Guru- und Gottheitsmantra habe ich dir bestimmt gelehrt, edler Pulippani. Vergegenwärtige es dir stets im Geist. Wenn eine Zeit der Hindernisse kommt, rezitiere den Pranava. Verweile ruhig im reinen Bewusstsein und preise die Göttin beständig.

Karuppannans Samadhi und der unterweisende Asket

5654. Ich preise sie. Höre nun eine weitere Anziehung, berühmter Sohn Pulippani: die kraftvolle Anziehung Karuppannans, damit die Schüler ihren Lebensunterhalt finden. Mit meiner Kulikai verließ ich die große Stadt Cina und lebte sechs Jahre im schönen Land Malayalam.

5655. Nördlich des herrlichen Heiligtums Tumata Devis sah ich eine Samadhi-Stätte. Dort stand Karuppannans mächtiger Baum. Ich ließ mich mithilfe der Kulikai nieder und stand entschlossen bei der Samadhi-Stätte. Ein großer Asket befand sich dort und erblickte mich.

5656. Der große Siddha-Rishi betrachtete mich aufmerksam und fragte, wer ich sei. Ich antwortete: »Ich bin Kalangis Schüler«, verehrte seine Füße, senkte den Kopf und warf mich nieder. Der Herr, dessen Gestalt Kannan glich, nahm mich ehrenvoll an.

5657. Er achtete mich, segnete mich und sagte freudig, er werde mich in der Erkenntnis unterweisen. Ich pries ihn und verehrte aufrichtig seine Füße: »Beständig werde ich dich in der Welt als Guru betrachten. Dich als Kalangi anrufend, werde ich dich niemals vergessen, o Herr!«

5658. Als ich freudig erklärte, dass ich ihn nicht vergessen werde, sprach er: »Dies ist Karuppans feste Samadhi-Stätte unter dem gewaltigen Baum. Als Asket dieser Stätte verweile ich seit Abermillionen Zeiten hier, ohne Unterbrechung und ohne Mangel.«

5659. »Seit unzähligen Zeiten sitze ich bei Karuppannans schöner Samadhi-Stätte. Abermillionen kraftvolle Asketen kommen und gehen. Doch keinen ebenbürtigen Gegner Karuppans habe ich bis heute gesehen. Viele haben nachdrücklich nach seiner Anziehung gefragt.«

5660. Viele Menschen hatten nach der mächtigen Anziehung Karuppannans gefragt, doch er hatte sie keinem erklärt. Mir aber gab er die Unterweisung: »Auch dir, mein Sohn, der du ruhig mit der Kulikai umherziehst, lehre ich den Pranava ausführlich. Höre klar und aufmerksam!«

Die Anrufung Karuppannans

5661. Mit diesen Worten lehrte er mich den Pranava genau. Ohne etwas auszulassen, gebe ich ihn dir weiter. Das beherrschende Mantra, der Pranava, beginnt: »Om Shankari, Shankari!« Sprich dann die beschwörende Anrufung: »Shankari, komm, komm!«

Anmerkung: Tamilische Formel: ஓம் சங்கரி சங்கரி; சங்கரியே வாவா.

5662. »Göttlicher Karuppannan, junger Herr! Schöner, furchtbarer Karuppannan, komm, komm! Ahaha, Karuppan bei Kali, lebendige Flamme voller Kraft! Am, Am, Am! Komm rasch und stehe hier! Komm, du mit Anjaneyas Gesicht, du Schöner mit den verfilzten Haaren!«

Anmerkung: Tamilische Rezitationsfolge unter anderem: உக்கிர கறுப்பண்ணா வாவா; ஆகாகா; அம் அம் அம்; ஆஞ்சநேயர் முகனே வாடா. Einzelne Epitheta sind unsicher.

5663. »Karuppannan, der morgens und abends steht und die Köpfe rollen lässt, barmherziger Junge! Karuppan, der in der Abenddämmerung schwelgt, du Siegreicher: Adi, Adi, Pidi! Ang, Ang! Avesu, Avesu! Furchtbarer Karuppannan, komm, komm! Junge, komm schnell, komm!«

Anmerkung: Tamilisch: அடி அடி பிடி, »schlage, schlage, ergreife«; அங் அங்; ஆவேசு ஆவேசு; அகோர கறுப்பண்ணா வாவா. Die gewaltsame Sprache ist Teil der Anrufung.

5664. Sprich rasch »Shivaya Nama« und rezitiere den Pranava. Rufe Karuppan aufmerksam und fest an. Ohne vom Wortlaut abzuweichen, vollziehe innerhalb eines Mandalam hunderttausend Wiederholungen. Lass die Zunge nicht fehlgehen, feiner Junge, und führe die Beschwörung geordnet aus.

Anmerkung: Die Formel steht als சிவாயனம; sie wird nicht automatisch zur anderen Reihenfolge Namah Shivaya geändert.

5665. Durch diese anziehende Beschwörung werde Karuppannan vor dir stehen. Durch den Pranava würden die acht Siddhis fortdauernd gelingen. Mit ihnen würden auch alle gepriesenen Gottheiten erreichbar. Verweile im reinen Bewusstsein und rezitiere makellos.

Shatru-Marana: Puppe und Trishuli-Anrufung

5666. Höre, edler Sohn Pulippani: Nun spreche ich von Shatru-Marana, der Vernichtung eines Feindes. Wer auf Erden kennt den dafür bestimmten Pranava? Der Kenner der wesentlichen Ursache erkennt ihn, die anderen nicht. Durch Manonmanis Gnade könne er das Siddha-Licht des Nadanta schauen.

5667. Um einen Gegner durch den Todeszauber zu töten, beschreibt der Text eine ihm nachgebildete Puppe in einem großen Tongefäß. In der Mitte, an ihrem Nabel, wird ein Stachel des als Varaha bezeichneten Tieres angebracht. Dort soll die Nadel beziehungsweise Spitze fest eingesetzt werden.

5668. Setze zweiunddreißig Kantam-Nadeln ein: zehn an den Beinen, zehn an den Armen, weitere an beiden Flanken und an der Brust; acht Stifte werden eigens genannt. Nimm dann die fünf Karunai-Stoffe und streue sie deutlich auf die Puppe.

Anmerkung: Die aufgezählten Teilmengen ergeben nicht eindeutig zweiunddreißig. Die Zahl bleibt wie überliefert; die genaue Bezeichnung der fünf Stoffe ist unsicher.

5669. Die wesentlichen Stoffe werden so aufgezählt: Erde vom Töpfer, Asche eines Menschen vom Verbrennungsplatz, Staub vom Fuß des Gegners, Schmutz von der Hand eines Barbiers und Salz aus Ausscheidungen. Diese fünf werden der Puppe des als verwerflich bezeichneten Menschen beigegeben; hinzu komme Ainkayam.

Anmerkung: Ainkayam ist eine unaufgelöste Bezeichnung. Der Text wechselt zwischen »fünf Stoffen« und »fünf Hüllen«.

5670. Bringe die Mischung auf die Stirn der Puppe, mein Sohn. Halte den Atem mit »Am« an, sprich den Pranava als Beschwörung und vollziehe hunderttausend Wiederholungen. Durch diese Wiederholungen würden alle Siddhis gelingen. Verweile im reinen Bewusstsein und stehe auf dem neunwinkeligen Sitz im Zustand des eigenen Wesens.

Anmerkung: Tamilische Atemsilbe: அம்.

5671. Sprich den Pranava der Trishuli über die Puppe des Gegners. Rezitiere die genannten Mantrasilben unermüdlich. Die Folge beginnt mit »Hari, Hari«. Vergegenwärtige das Chakra von Haras Licht und rezitiere im Zustand des eigenen Wesens.

Anmerkung: Tamilischer Beginn: ஹரி ஹரி. Die folgende lange Beschwörung wird versweise und ohne ergänzte Sanskrit-Normalisierung wiedergegeben.

5672. Sprich »Tiru, Tiru« und rufe erneut das leuchtende Chakra an. »Tripuras Bhuvanai, Valai! Om, Bhadrakali, komm, komm! Vernichterin der Feinde, komm, komm! Om, Om!« Halte in deiner Hand den Schädel und sprich die Anrufung der Kanta-Kotali, der Beilträgerin.

Anmerkung: Tamilische Folge: திரு திரு; திருபுரையின் புவனைவாலை; ஓம் பத்திரகாளி வாவா; சத்துரு சம்மாரி வாவா; ஒஓம் ஒம்; கண்டகோடாளி. Die Versform enthält eine Zusatzzeile.

Fortsetzung der langen Beschwörung und ihre Silben

5673. Sprich das Bija »Kotali«. »Aghora, du Furchtbare, komm, komm! Ugra, Ugra! Pukai, Pukai, komm allein! Jala, Jala, komm! Kumbhaya, Kumbhaya! Hana, Hana, du selbst komm! Taka, Taka!« So soll die Folge erklingen.

Anmerkung: Tamilisch: கோடாலி; அகோர … கோர வாவா; உக்ர உக்ர; புகை புகை; ஜலஜல; கும்பய கும்பய; ஹணஹண; தகதக. Die teils beschädigten Befehls- und Bijaformen werden lesungsnah bewahrt.

5674. Sprich danach »Pashaya, Pashaya; Am, Im, Krom; Lali, Lali, Lang«. Unter der Gnade der Mutter des Vedanta folgen »Lili, Lili, Kili, Kili; Lulu, Lulu, Lum«. Rezitiere diese wirksamen Silben, ohne die verhüllte südliche Rede zu verkürzen.

Anmerkung: Tamilische Folge: பாஷய பாஷய; அம் இம் குரோம்; லலி லலி லாங்; லிலி லிலி கிலி கிலி; லுலு லுலு லும்.

5675. Dies sind lebenskräftige Pranavas, die die Nathas nicht offen aussprechen. Die furchtbaren Silben seien schwer zu nennen. Sprich fest »Mama, Mama, Vasham; Shiva, Shiva, Yam; Guru, Guru, Va«. Dann »Om, Kilim, Kiliyum, Va, Va«, und rufe: »Schöne Bhagavati, du Licht!«

Anmerkung: Tamilisch: மம மம வசம்; சிவ சிவ யாம்; குரு குரு வா; ஒம் கிலிம் கிலியும் வா வா; பகவதியே சுடர். Die Lesung Yam ist nicht sicher von einer grammatischen Endung zu trennen.

5676. Mit dem strahlenden »Ong« rufe »Pashankushatri; Shuli, Shuli, Va, Va, Va, Va«. Im gefestigten eigenen Wesen sprich »Naka, Naka« und, die Kräfte ordnend, »Taka, Taka«. Es folgen »Ekuta, Ekuta«; schüttle entschlossen den Kopf und wende die Folge um. Sprich »Kumbhaka, Rumpakam« und »Suvaralam«.

Anmerkung: Tamilisch: ஒங்; பாஷாங்குசத்ரி; சூலி சூலி வாவா வாவா; நக நக; தகதக; எகுட எகுட; கும்பகரூம்பகம்; சுவரலாம். Mehrere Formen sind beschädigt und nicht sicher normalisierbar.

5677. Sprich »Suci-Suvalam« und kehre den Pranava um. Danach »Prati-Suvalam; Agni-Suvala; Naratira«: Dies seien wesentliche Bijas. »Gomangkisha Bhakshani, komm, komm! Paji, Bandhu, Bandha!« So lautet die weitere Folge.

Anmerkung: Tamilisch: சுசீசுவாலாம்; பிரதிசுவாலம்; அக்கினிச்சுவாலா; நரதிர; கோமாங்கிஷ பட்சணியே வாவா; பாஜி பந்து பந்த். Die möglichen Sanskritbezüge werden wegen der beschädigten Lesungen nicht vervollständigt.

5678. Dieses bindende »Bandha« sei ein Guru-Bija, verbunden mit den Silben »Aghora, Ghora«. Wende die Folge im Denken um und sprich »Tatte, Tatte«. »Aiyum, Kiliyum« entspreche diesem Zusammenhang nicht; die hier gemeinten Silben gehörten zur Atharvana-Kunst. Jede verbundene Silbe sei der anderen Leben.

Anmerkung: Tamilische Formen: பந்த; அகோர கோர; டாட்டே டாட்டே; ஐயுங்கிலியும். Die ausdrückliche Abgrenzung der letzten Folge bleibt erhalten.

5679. Jede lebendige Silbe besitze die Lebenskraft der fünf Elemente. Sprich die Silben »Ma, Ma; Ram, Ram, Rim; Rum, Rum; Akrusha, Akrusha; Kiliyum, Celavum, Aiyam«. Dann sage »Bhagavati Om«, o Edler.

Anmerkung: Tamilisch: மாமா; ராம் ராம் ரீம்; ரூம் ரூம்; ஆக்குருஷா ஆக்குருஷா; கிலியும் செளவும் ஐயம்; பகவதி ஓம்.

5680. Die Silbe »Om« diene hier der Vernichtung des Feindes; die Nathas hätten sie verborgen. Gegen den Feind werden »Mati, Mati; Masi, Masi; Naci, Naci« gesprochen. Mit »Em« folgen »Patu, Patu, Svaha«. Auch für einen Freund gebe es eine entsprechende Folge; die strahlende Silbe »Tim« gehöre zu ihm.

Anmerkung: Tamilisch: ஒம்; மடி மடி; மசி மசி நசி நசி; ஏம்; படு படு சுவாஹா; தீம். Die Unterscheidung von Freund und Feind ist knapp und unsicher gegliedert.

5681. Durch diese Silben könne man nach dem Text beim Feind Krankheit hervorrufen. Verständige Menschen würden es selbst dann unterlassen, wenn sie das Verfahren kennen. Wer kennt diesen Weg? Keine großen Shastras der Rishis und Devas hätten ihn so erklärt wie dieses Werk. Durch den alten Pranava würden Menschen auf Erden sterben, behauptet der Erzähler.

Rückkehr des Lebens und Umkehr des Atharvana

5682. Noch einen Weg will ich nennen, mein gütiger Sohn Pulippani: wie man jene wieder aufrichtet, die durch Marana zugrunde gegangen sind. Ich preise Manonmanis Füße und spreche, damit die Schüler leben. Das lebenspendende Zeichen dieser Schrift singe ich der Welt.

5683. Bringe den durch Atharvana Getöteten nach der vorgeschriebenen Weise zum Verbrennungsplatz, mein Sohn. Stelle den Leichnam dort wie bei einer Totenzeremonie auf und sichere den Ort. Durch die Beschwörung Kalis und das Aussprechen des Pranava soll das Leben zurückkehren.

Anmerkung: Behauptung des Ritualtextes; eine tatsächliche Wiederbelebung ist damit nicht belegt.

5684. Welche Pranava-Laute? Sprich: ‚Harim, Kiliyum, Celavum; Am, Mam, Im‘ — die Zeichen des langen Kumbhaka. Sprich ‚Sing Ling Vang; Ring Ring Ring Ra; Yelavum Celavum Krim‘. So rezitiere den Pranava mit Festigkeit.

Anmerkung: Lautfolge der Vorlage: ஹரிம் கிலியும் செளவும்; அம் மம் இம்; சிங்லிங்வங்; ரீங்ரீங் ரீங் ரா; யெளவும்செளவும் கிரீம். Die lateinische Wiedergabe folgt dem Tamilischen; beschädigte oder ungewöhnliche Silben werden nicht zu Sanskrit-Mantras ergänzt.

5685. Sprich ‚Rum Rum Lum; Leḷavu, Veḷ; Ñeḷavu, Peḷ‘: dies sei der beständige Pranava des Latakavi. Rufe den Hüter des Brandplatzes, den Wächter der Leichenstätte, Rudravi, Rudraviri, die Herrin der Grenze des Verbrennungsplatzes und dessen Gebieter, Bhagavan Harishchandra.

Anmerkung: Tamilische Lautfolge: ரூம் ரூம் லூம்; லெளவுடனே வெள்; ஞெளவுடனே பெள். Lesung und Worttrennung unsicher. Latakavi ist hier nicht sicher zu bestimmen.

5686. ‚Gott, dem der Reis für den Mund des Toten gehört! Taraman, Beherrscher Kalis! Rot bestrichener, aufgerichteter Jüngling! Du bist die Nadel, die Unti heißt. Du bist die nördliche Wurzel des Baumes; Wurzeln ausreißender Gott der Bezwingung! Mächtiger Aghora-Held, Herr der sechzehn!‘

Anmerkung: Anrufung teils dunkel: வாய்க்கரிசிக் குடையதேவா; தரமாங் காளிவசியா; செம்பூசி நாட்டும்பாலா; வுந்தியென்ற வூசிநீதான். Einzelne Bilder lassen sich aus dieser Lesart nicht sicher auflösen.

5687. ‚Dakini mit sechzehn Armen, den Dreizack in der Hand: komme, komme! Durga des Verbrennungsplatzes, komme! Bhagavati des Löwen auf Erden, komme! Liebevolle Aghora-Vira-Kali, die Tanz, Gesang und Instrumentenspiel hört, komme! Gottheit, die im südlichen Heiligtum sitzt und das blutige Axtopfer annimmt!‘

Anmerkung: Der Ortsausdruck தென்கூடப் பதி bleibt unbestimmt. Die Anrufung beschreibt einen gewaltsamen historischen Ritualzusammenhang.

5688. ‚Du reißt Eingeweide heraus, aus Brust und Herzen, Vernichterin des grausamen Gegners! Kehre das Atharvana um, trage die Girlande mit den Köpfen! Lass den Totenreis aus dem Mund fallen; mit dem Mund, der Gift trank, empfange Unsterblichkeitstrank! Empfange wahrhaft den Amrita-Saft! Entschwundenes Leben, komme zurück!‘ — so lautet der Ruf.

Anmerkung: Die mittlere Zeile ist syntaktisch beschädigt; die Kopf- beziehungsweise Haargirlande (முடியோடு மாலை) wird nicht weiter festgelegt.

5689. Vertausche Kopf- und Fußende und kehre die Rezitation um. ‚Herr des sechssilbigen Bhava, komme! Entschwundenes Leben, kehre zurück!‘ Drehe ihn, damit die Leiden weichen. ‚Das Atharvana ist nicht mehr, ist nicht mehr; den Boten und den Todesgott habe ich beschworen!‘ Hunderttausend Wiederholungen werden verlangt.

5690. Hunderttausendmal soll das innere Zeichen am Ende des Klanges rezitiert werden. Stehe am Verbrennungsplatz, errichte Sperren am Zugangsweg, vor dem Wächter Harishchandra. Dem Atharvana, das den Betroffenen ergriffen hat, gilt der Gesang: ‚Verlasse den Verbrennungsplatz und fliehe hinaus in die Welt, fliehe!‘

5691. Während der Austreibungsruf ‚Fliehe!‘ ertönt, soll das Atharvana weichen. Nach einer Reinigung des Stoffes und einem Trank werde Milchnektar in den Mund gegeben. Mit dem Vasi-Kraut im Mund blase man in das Ohr: Dann, so heißt es, öffne der Betroffene die Augen und das Leben kehre zurück.

Anmerkung: Die Wendung வஸ்துசுத்தி பானஞ்செய்து ist nicht eindeutig. Diese vermeintliche Wiederbelebung gehört zur Darstellung des Textes.

5692. Siddhas, Munis und Rishis haben das Atharvana vor der Welt verborgen. Niemand sonst hat es ausgesprochen; ich aber habe es dir gesagt. Es ist die Lehre, die Kalanginathar mir gewissenhaft mitteilte. Da sonst niemand sie nennt, habe ich, Bogarishi, sie verkündet.

Schriften der Lehrer und Abstammungsüberlieferungen

5693. Ich habe das siebenteilige Werk der siebentausend Verse vorgetragen; viel Einsicht und kundiges Können liegen darin. In seinem sechsten Teil habe ich das Atharvana offen erklärt. Alle diese Gegenstände sind in dem mit Hingabe gesungenen Sapta Kandam enthalten. Was hier verkürzt bleibt, findest du im Werk meines Herrn, des Guru-Muni Agastya.

5694. Im Kavya Agastyas, dem grundlegenden Werk der zwölftausend, kann man es finden. In zwölf Teilen lehrte er Schätze von vielerlei Art. Das ganze Weltall, Bewegliches und Unbewegliches, legte er dar wie ein herausgezogenes Inneres. Der Muni sang dieses Guru-Werk der zwölftausend nach seinem Willen.

Anmerkung: Der Vergleich mit துறட்டியென்ற குடல் ist in der Vorlage unklar; seine körperliche Bildlichkeit bleibt erhalten.

5695. Mein Ahnherr Agastya und Kalanginathar eröffneten mir Schriften wie einen sprudelnden Quell und leuchtende Siddhi. Die Siddhas vieler Bücher sangen Schriften, Veden und Agamas für jedes Haus und jeden Weg. Doch das ausführliche Atharvana für Menschen, die durch solches Wirken starben, sprachen sie nicht aus.

5696. Höre, mein Sohn Pulippani, die Lehre des würdigen Kalangi. Die achtzehn Siddhas, die neun Koti Siddhas und die achtundvierzig haben zahllose Schriften gesungen. Ihre Generationenfolgen, Kasten und Herkunftsgruppen nannten sie darin jedoch nicht.

5697. Sie nannten sie nicht — einige nannten sie, andere hielten sie verborgen. Kalanginathar nahm die Kulikai, suchte die Siddhas in felsigen Bergen und Höhlen auf und untersuchte sie. In seiner berühmten Schrift sprach er von zweierlei Kastenunterschieden.

Anmerkung: Der Text schränkt seine unmittelbar vorausgehende pauschale Aussage selbst ein. Die angekündigten ‚zwei‘ Unterschiede werden hier nicht erläutert.

5698. Kalanginathar hat mir diesen Herkunftsweg erklärt. Wahrheitsgemäß will ich dir die Unterscheidungen ohne Makel mitteilen. Kalanginathar gehört, so heißt es, zur Mayan-Kaste; seine Generationenfolge zählt zehn. So weit ich es auf Erden ermittelt habe, lege ich es dar.

Anmerkung: Die folgenden Abstammungs- und Kastenzuweisungen sind Angaben dieses Textes, keine unabhängig gesicherten Biografien.

5699. Meine eigene Herkunft, Edler, nennt man Vishvakarma. Romarishi gehört zur Gruppe derer, die Netze auswerfen. Meine Generationenfolge umfasst achtzehn, diejenige Romarishis zwölf Generationen.

5700. Macchamunis Kaste nennt man Kalludaiyor; zweiundsechzig Gotras werden angegeben, so weit ich es ermitteln konnte. Sattamuni wird als Angehöriger der Singhalesen bezeichnet; vierzehn Gotras sind es, so weit ich die eingesehenen Bücher kenne.

Anmerkung: கல்லுடையோர், Kalludaiyor, bleibt als unsichere Gruppenbezeichnung unübersetzt. Der Text wechselt zwischen Generationenzahl und Gotra-Zahl.

5701. Idaikkadars Kaste wird als Konar bezeichnet. Achtzehn Gotras nennt das Buch, so weit ich es gesehen habe. Dhanvantaris Herkunft wird Mahavishnu genannt; zweiunddreißig Generationen lehrt die Schrift, die ich untersucht habe.

5702. Höre, mein Sohn Pulippani: Mulatti-Isans Herkunft wird gewöhnlich als Velalar angegeben. Nach der Schrift sind es siebenundzwanzig Generationen. Die Bücher der Siddha-Gemeinschaft haben solche Kastenunterschiede nicht ausführlich gelehrt und ausgesprochen.

Anmerkung: Namensform der Vorlage: மூலத்தீயீசன்; eine Normalisierung zu einem bestimmten bekannteren Siddha-Namen wird nicht erzwungen.

5703. Einige Bücher haben darüber gesprochen, andere nicht. Agattisar wird als Velalar bezeichnet. Fragst du nach seiner Generationenfolge: achtundvierzig. So, wie ich es in den Büchern vorfand, habe ich, Bogarishi, es geordnet.

5704. Shivavakkiyars Herkunft wird Shankara-Kula genannt; zwanzig Generationen geben die Schriften an. Ramadevar wird dem Vishnu-Kula zugerechnet. Sechs Generationen sind es: so fanden wir es in seinem Buch.

5705. Pujandar wird dem Agni-Kula, dem Feuergeschlecht, zugerechnet. Fünfundvierzig Generationen haben wir in der Schrift gefunden. Die Dichter sangen die puranischen Überlieferungen der Vanniyar in vielerlei Weise; die Siddha-Munis und Rishis machten viele Angaben in ihren Schriften und hielten doch vieles verborgen.

Anmerkung: Der Vergleich கண்டகம் போல் in der letzten Zeile ist nicht sicher lesbar.

5706. Karuvurar gehört zu einer der fünf Handwerkergruppen, zur Kaste der Kannar, wie es im Buch steht. Zweiundvierzig Generationen werden dort deutlich genannt. Den jeweiligen Weg und die Unterschiede der religiösen Richtungen kann man aus den eigenen Büchern der Betreffenden erkennen.

5707. Nun nenne ich die Herkunft Punnakkarisars: Er gehört zur Gruppe der Kannadiyar. Seine Generationenfolge umfasst achtzehn, nach der Angabe der betreffenden Schrift. Einige Siddhas und großen Rishis haben solche Ordnungen in ihren Büchern nicht genannt.

Weitere Herkunftsangaben der Siddhas

5708. Höre, mein Sohn Pulippani, reines Augenjuwel: Deine Herkunft ist die Kaste der Vedar, der Jäger. Neun Generationen nennt das berühmte Buch. Unter den Rishis, Devas und Munis haben einige dies gesagt, andere es verborgen.

5709. Nandishas verborgene Herkunft wird als Abstammung vom Mriga-Maharishi angegeben. Drei Generationen sind es, mein König. So, wie die vollkommene Schrift es sagt, haben wir es unverfälscht erkannt. Die Bücher der Munis und Rishis sprechen davon — und verbergen es.

Anmerkung: மிருகமகா ரிஷியார் தோத்திரம் ist unsicher überliefert; die Abstammungsbeziehung ist nicht eindeutig formuliert.

5710. Noch eine Herkunft will ich nennen: Pulastya wird zur singhalesischen Gruppe gerechnet; seine Generationenfolge beträgt acht. In Pulastyas Büchern haben die Früheren dies nicht ausgesprochen, sondern verborgen. So weit ich es selbst fand, habe ich es dir nun eröffnet.

5711. Höre noch einen Weg, mein Sohn Pulippani: Vyasa gehört zum Chandra-Kula, dem Mondgeschlecht. Achtzig Generationen werden genannt, wie die Puranas berichten. Ohne die Schriften zu verstehen, haben manche unzählige andere Darstellungen zusammengesetzt.

5712. Teraiyars Herkunft will ich nennen, so weit ich sie kenne: Brahma-Kula heißt sie, nach dem Bericht der umfangreichen Kavyas. Seine Generationenfolge wird Navadasham genannt. So haben es die Rishis und Munis ihrem Verständnis entsprechend ausgesprochen.

Anmerkung: நவதசம் bedeutet gewöhnlich neunzehn; die tamilische Zahlform wird wegen der ungewöhnlichen Verwendung hier zusätzlich bewahrt.

5713. Yakobus Herkunft ist die eines Menschen, der ein Kula verließ und in ein anderes eintrat. Seine ursprüngliche Herkunft entspricht dem zuvor genannten Ramadevar. Er ging in das Land Macchu, in dem honigsüßer Regen fällt, änderte seinen Namen und nahm eine andere Gestalt an. Der Held, der am Himmel aufleuchtet, ist der große Ramadevar.

Anmerkung: மச்சுதேசம் wird als Macchu-Land wiedergegeben; eine Gleichsetzung mit einem bestimmten historischen Ort ist in dieser Lesart nicht gesichert. Der Himmelsvergleich ist beschädigt.

5714. Man kann ihn Ramadevar nennen; sechzehn Generationen werden für ihn angegeben. Zwei Namen trägt er, wie die gewichtigen Schriften sagen. Viele Munis und Siddhas haben darüber gesprochen, doch vieles verdeckt. Nachdem ich zahlreiche Bücher untersucht hatte, habe ich die Herkunftsunterschiede dargelegt.

Anmerkung: Die sechzehn Generationen weichen von den sechs Generationen Ramadevars in Vers 5704 ab; beide Angaben bleiben erhalten.

5715. Konganars Herkunft ist das Yadava-Kula. Wie viele Generationen? Zweimal acht, also sechzehn. In seinem eigenen Kandam nannte er seine Abstammung nicht ausdrücklich. Viele kamen zusammen und sprachen über diese Kastenzugehörigkeit.

5716. Höre noch eine Herkunft, mein gütiger Sohn Pulippani. Fragst du nach dem ursprünglichen Dakshinamurti: Seine Abstammung wird Kavundan genannt; man bezeichnet ihn als makellose Gestalt. Nach Untersuchung vieler astrologischer Bücher wird diese Aussage als wahr erklärt.

5717. Dreizehn Generationen sind es, wie die maßgebende Schrift sagt. Gorakkars Herkunft wird als Marattiyar bezeichnet; elf Generationen nennt die Schrift. Die vedischen Munis und Siddhas haben zahlreiche Bücher geprüft und betrachtet.

5718. Höre noch etwas, lieber Pulippani, mein Augenlicht. Kaupalar verfasste wahrhaft die Ani-Korvai. Seine Herkunft wird Papparavar genannt; acht Generationen gibt das große Buch an.

Anmerkung: Die Lesung கெளபாலராணிக்கோர்வை erlaubt keine sichere Trennung von Personenname und Werktitel; auch பப்பரவர் bleibt als überlieferte Gruppenbezeichnung stehen.

5719. Jyoti-Mahamuni verfasste eine Zusammenstellung namens Ani. Dieser Siddha lebt auf einem Berg in Dakshinapatha, dem südlichen Land. Seine Herkunft wird Pallan genannt, seine Generationenfolge beträgt sechs. So hat er es kundig in seinem Buch ausgesprochen.

Herkunft von Siddhas und Siddha-Gemeinschaften

5720. Unzählige feine Wege haben die Bücher genannt. Balanatamarakars Herkunft wird als Maravar bezeichnet; vier Generationen sind es nach seinem Buch. Mit Worten süß wie Milch sang der Muni liebevoll für die Welt.

Anmerkung: Personenname பாலாநடமரகர் unsicher überliefert.

5721. Höre noch eine Herkunft, mein Sohn Pulippani: Der strahlende Sundaranandar wird in dem von ihm gelehrten Buch als Agamudaiyar bezeichnet. Achtundzwanzig Generationen leuchten wie die Sonne; weder Zunge noch Vers reichen aus, es zu sagen.

5722. Höre weiter, Pulippani: Die Herkunft Varitis, des Siddhas, der beseelt auf Erden lebte und durch einen Segen geboren wurde, ist die Kallar-Kaste. Wer könnte seine Größe mit der Zunge aussprechen? Achtundvierzig Generationen werden genannt.

Anmerkung: வாரிதி als Name Variti und காவிலயங் in der dritten Zeile sind unsicher; aus Letzterem wird keine zusätzliche biografische Behauptung abgeleitet.

5723. Valmikis Herkunft gehört zur Jägergruppe der Vedar. Seine Generationenfolge will ich nennen: zweiunddreißig. So ist es in Valmikis Kavya niedergeschrieben; nach Kenntnis und Untersuchung seiner Bücher wird es hier gesagt.

5724. Höre einen weiteren Weg, reiner Sohn Pulippani: In Urvashis Schrift wird ihre Herkunft genannt. Die edlen Siddhas und Munis bezeichnen sie als himmlische Frau. Ihre Generationen lassen sich nicht aufteilen und zählen, mein Sohn; ihre Gruppe heißt Adumai.

Anmerkung: Das abschließende அடுமை ist unsicher, möglicherweise eine beschädigte Bezeichnung für Dienstbarkeit. Die Lesung wird nicht stillschweigend verbessert.

5725. Noch eine Herkunft nenne ich dir, mein Sohn: Der ursprüngliche Siddha Kamalamuni gehört zur Kuravar-Gruppe. Sechsmal acht Generationen stehen unverfälscht in der Schrift. Man kann es in dem Buch finden, das der Herr mit dem Halbmond im verfilzten Haar gesungen hat.

5726. Der große Siddha Arivanandar wird auch Kailasanathar genannt. Seine Kaste ist Valluvar; seht es in seinem eigenen Werk. Achtzig Generationen sind es. Lange lebte er auf einem Berg, mit bezwungenem Eigenhochmut, ein Siddha der Erkenntnis.

5727. Ich nenne dir den ausgezeichneten Siddha Agappeyar. Fragst du nach seiner Herkunft: Sie ist Nayanar. Zweimal acht Generationen lassen sich in seinem Buch finden. Er vermehrte beständig seinen Handel und lebte als standhafter Siddha auf Erden.

5728. Was soll ich über diesen Siddha sagen? Höre, vortrefflicher Pulippani, kluger und heiliger Herr: Kudambai war ein Siddha, der auf dieser Erde lebte und voller Hingabe eine weibliche Gestalt annahm. Lange blieb dieser Siddha auf der Welt, lange in Reinheit und Verehrung der Gottheit.

5729. Diese Herkunft gehört zu den Konar, auch Idaiyar genannt: so lautet die Angabe im eigenen Buch. Wie viele Generationen? ‚Zehn, zwei, eins, drei.‘ Durch Manonmanis süßen Gnadenblick habe ich viele Bücher klar erkannt und untersucht.

Anmerkung: Die Zahlfolge பத்துரெண்டொன்றுமூன்று ist ohne sichere Gliederung überliefert; sie wird nicht zu einer vermeintlich eindeutigen Summe umgerechnet.

5730. Nach der Prüfung vieler Bücher wird diese Lehre mit Einsicht vorgetragen. Pambattis Herkunft heißt Jyoti, mein Sohn. Aus der Gemeinschaft großer Asketen trat er in Samadhi ein und kehrte nach einiger Zeit auf dieser schönen Erde aus dem Samadhi zurück.

5731. Die Generationenordnung dieses zurückgekehrten Siddhas lautet: ‚Shodasha, eins, drei.‘ Nach sorgfältiger Untersuchung seines Buches sage ich es ordnungsgemäß. Kalakantar Munis reine Herkunft gehört zur Kallar-Kaste, wie ich sie in seinem Buch fand.

Anmerkung: சோடசமாமொன்றுமூன்று enthält Shodasha, ‚sechzehn‘, und weitere nicht eindeutig verknüpfte Zahlen; keine Gesamtsumme wird ergänzt.

5732. Seine Generationenfolge wird ‚eins, zehn‘ genannt, so steht es in seinem Buch. Hundert Jahre und lange Zeit lebte dieser Siddha mit einer kundigen Schülerschaft. Höre noch einen Weg, mein Sohn Pulippani: Subrahmanyas Herkunft ist der Sitz, der Shaiva genannt wird.

Anmerkung: ஒன்றுபத்து wird nicht eindeutig als zehn, elf oder eine zusammengesetzte Zahl festgelegt.

5733. Für diese Generationenfolge nennt der Text ‚hundert, zwei, zehn, drei‘. Was ich in den Büchern fand, habe ich nach bestem Wissen mitgeteilt. Yugi Munis Herkunft gehört zu den Kurumbar; seine Generationen werden als ‚achtzehn, eins, drei‘ angegeben.

Anmerkung: Die Zahlfolgen நூற்றிரண்டு பத்துமூன்று und பதினெட்டு ஒன்று மூன்று sind nicht eindeutig gegliedert. Auch die Bezeichnung der Bücher am Anfang der zweiten Zeile ist unsicher.

Weitere Linien und die Grundlage der Darstellung

5734. Noch eine Herkunft nenne ich dir; höre gern zu, Pulippani. Jamadagni wird der Shaiva-Gruppe zugerechnet: Sie steigen auf den hohen Berg und essen erst, nachdem sie den Sonnenstrahl gesehen haben. ‚Vier, zehn‘ Generationen fanden wir in dem Buch.

Anmerkung: நான்குபத்து kann hier auf vierzig weisen; die ungewöhnliche Zahlenreihung des Abschnitts wird nicht vereinheitlicht.

5735. Höre noch einen Weg: Tiranakkiya Muni gehört zur Gruppe der Sainakar, der Verfasser des Prabhulinga-Lila-Werkes. Diese Herkunft haben wir in seinem Buch erkannt. Die Generationenfolge lautet ‚zweimal acht, eins‘; so fand ich es in der Schrift.

Anmerkung: திரணாக்கிய und சைனகர் sind unsichere Namens- beziehungsweise Gruppenlesungen. Die Zuordnung des genannten Werktitels folgt dem Satzbau der Vorlage, ohne externe Bestätigung.

5736. Chandeshas Herkunft ist Valluvar. ‚Eins, zehn‘ Generationen nennt die Lehre seines Buches. Ich sah die vorzüglichen Werke der Siddhas, Munis, Rishis und Devas, unterschied ihre Wurzeln und sang, im Zustand höchster Wonne stehend.

5737. Noch eine Herkunft besinge ich, mein Sohn Pulippani: Die Angehörigen von Tirumulars Linie gehören zur Velalar-Kaste. Unzählbar groß ist ihre heilige Gemeinschaft. Fragst du nach den Generationen: ‚zwei, zehn, eins‘.

Anmerkung: ரெண்டுபத்து வொன்று lässt sich als einundzwanzig verstehen; die Zahlform bleibt wegen der benachbarten unklaren Aufzählungen zusätzlich wörtlich erkennbar.

5738. Ich erforschte das Innere der Schrift, prüfte viele Bücher und sah die Werke der Rishis und Munis sowie die großen Schriftsammlungen. Ich verneigte mich vor Kalangis Füßen, legte die Kulikai an, besuchte Berge und Höhlen und verkündete darauf dieses Kavya.

5739. Das von mir verkündete Kavya umfasst siebentausend. Gibt es auf Erden ein Werk, das dieses Sapta Kandam übertrifft? Wer sonst hat ein solches Buch gesprochen? Die großen Siddhas und Munis verfassten ihre Schriften auf unterschiedliche Weise; dieses Buch schrieb ich dir als Stütze und Trost.

Lebensalter und Samadhi der Siddhas

5740. Höre noch etwas, mein Sohn Pulippani: Ich will erzählen, wie die Siddhas, Munis und Rishis lange auf der meerumgebenen Welt lebten. Ihre jeweiligen Lebensalter habe ich auf Erden untersucht; auch die verborgenen Wege ihres Samadhi werde ich dir berichten.

5741. Ich berichte die lange Geschichte Kalanginathars. Der berühmte, verdienstvolle Siddha lebte sehr lange; drei Yugas verbrachte er im Samadhi und kehrte durch seine Anstrengung zurück. Mit der Kulikai ging er auf dieser Erde in das Land Chinapati.

5742. Kalanginathar ging nach Chinapati, erhielt die Gnade Kalans und trat in den tiefen Samadhi ein. Von der Samadhi-Stätte aus ließ er eine körperlose Stimme ertönen und gewährte den Menschen von Chinapati wiederholt Darshan.

5743. Nun nenne ich Kalanginathars Lebensalter: etwas über dreitausend, so kann man sagen. Dreitausend Jahre nennt ausdrücklich das große Buch. So lebte er auf Erden und trat dann in Samadhi ein.

Anmerkung: Der Text nennt zunächst ‚etwas über dreitausend‘, anschließend dreitausend; beide Formulierungen bleiben erhalten. Sie stehen neben den drei Yugas des Verses 5741.

5744. Jetzt nenne ich Bogarishis Weg; höre, gütiger Sohn Pulippani. Mein Vater Kalanginathar gab mir die Unterweisung, mein Lebensalter betrage dreihundert. Mit der kostbaren Kulikai zog ich während dieser Zeit durch alle Länder.

5745. Lange Zeit zog ich, sein Diener, durch alle Orte: durch Kalanginathars Gnade und durch die Gnade Manonmanis, der zarten Frau auf dem heiligen Lotus, an der Seite Haras, der das Halahala-Gift trägt. Auf meinen Reisen durch die Welt sah ich Siddhas, Munis und Rishis.

5746. Durch Kalanginathars Gnade sah ich unzählige Siddhas und lernte die Wunder der Welt kennen. Ich erforschte eingehend die geheimen Wege der Orte, prüfte viel Gelehrsamkeit und übermittelte die Nachrichten vieler Bücher nach Chinapati.

5747. Den Menschen von Chinapati erzählte ich alle Weltwunder. Den Frauen von Chinapati erläuterte ich die Wege der Siddhas, Munis und Rishis. Das gesamte achtgliedrige Yoga der meerumgebenen Welt sammelte ich in Bogars Siebentausend und lehrte dieses gerühmte, fehlerfrei gedachte Werk den Menschen von Chinapati.

5748. Höre, würdiger Pulippani: Dreihundert Jahre lebte ich kraftvoll auf dieser großen Erde. Die Wunder, so weit ich sie selbst gesehen habe, und die verborgenen Grundlagen der Schrift untersuchte ich, ohne die Zeit zu vergeuden. Mit Bescheidenheit erzähle ich dir diese Überlieferungen; höre aufmerksam zu.

Anmerkung: Die OCR-Zahlmarke lautet erneut 5746; aus der Folge 5747–[5746]–5749 wird dieser Block als 5748 eingeordnet.

5749. Höre aufmerksam, ich nenne Romarishis Lebensalter. Ohne die Tage ungenutzt verstreichen zu lassen, ging er in Samadhi ein, blieb auf der Welt und kam wieder hervor. Sechshundert Jahre lebte dieser Siddha, ohne seine Zeit zu verlieren.

5750. Macchamunis Geschichte auf Erden lautet so: Dreihundert Jahre trug er den Körper und pries voller Hingabe Bhagavan. Dann trat er befreiend in Samadhi ein; drei Jahre blieb er darin. Des Herrn gedenkend verließ er die Erde und ging nach Kailasa.

5751. Sattamuni lebte achthundert Jahre auf Erden und trat dreimal in Samadhi ein. Dieser Siddha blieb lange, unterwies seine Schülerschaft und lehrte die Agamas. Er war ein großer Siddha des Yoga.

5752. Nun erzähle ich Idaikkadars Geschichte. Lange lebte dieser Siddha, nahm Kayakalpa-Mittel für den Körper und hielt beständig an meditativer Versenkung fest. Hundert Jahre blieb er so. Durch den Fluch einer Gottheit lebte er auf der Erde.

5753. Dhanvantaris Lebensalter will ich nennen: ‚acht, sechs‘. Dieser Siddha trat in Samadhi ein; mit stillstehendem Atem verbrachte Bhagavan Dhanvantari dreimal Zeit darin. Mit Hingabe empfing er Unterweisung von Kalanginathar.

Anmerkung: எண்ணாறு ist eine unsichere Zahlform, möglicherweise eine beschädigte Lesung für achthundert. Ohne sicheren Befund wird sie nicht entsprechend korrigiert.

5754. Unzählige Menschen preisen den herrlichen Bhagavan Dhanvantari. Nun zum Herrn von Mula: Wie alt wurde er? Zweihundert Jahre lebte dieser Siddha auf der Erde. Mit Hingabe erhielt er Unterweisung von Kalanginathar.

5755. Der Siddha-Muni Mulattisar vollzog zweihundert Jahre auf dem herrlichen Berg die Puja mit Shakti und ging dort in Einheit ein. Mit seinen kundigen Schülern stieg er bereitwillig in den Quellteich. Frei von Klang und Berührung blieb er noch einige Zeit auf Erden.

Agastya und Shivavakkiyar

5756. Höre noch eine Geschichte, mein gütiger Sohn Pulippani: die Lehre meines Vaters Kalanginathar. Von Agastya, dem Kumbhayoni, will ich sprechen, der durch Manonmanis Gnadenblick ganz zu strahlendem Licht wurde und auf Erden dem Parapara gleicht.

5757. Agastyas Lebensalter lässt sich durch keine Zahl angeben. Wer könnte es angemessen aussprechen, wie die Schrift es darstellt? Auch das Zeichen A ging aus ihm hervor. Dieser Siddha hat vier Yugas überschritten; die ganze Welt preist Kumbhayoni, den kundigen Agastya.

5758. Unzählige Zeitalter sind es. Einundzwanzigmal trat dieser Siddha auf Erden in Samadhi ein. Niemand auf der Welt vermag sein Alter zu beziffern; auch in der Schrift ist keine Zahl für dieses große Lebensalter zu finden.

5759. Höre noch eine Geschichte, schöner Sohn Pulippani: Shivavakkiyar, den die alte Welt preist, lebte lange auf Erden. Ein Leben im Haushalt wollte er nicht. Einundfünfzig Jahre blieb dieser Siddha ohne eheliches und häusliches Leben.

Anmerkung: Die Zahl வன்பத்தோர் wird nach dem Zusammenhang als einundfünfzig gelesen; die OCR-Form ist beschädigt.

5760. Lange Jahre lebte er ohne Haushalt, mit beruhigtem Atem in einem Kloster. Dann aber begehrte er nach einem häuslichen Leben. Er verneigte sich vor den Füßen seiner Eltern und trug ihnen seinen Herzenswunsch vor. Die Eltern freuten sich und antworteten ihrem Sohn.

5761. ‚Du strahlendes Licht, gütiger und heiliger Shivavakkiyar! Durch den Gnadenblick des Gurus begehrst du nach einem Leben im Haushalt. Durch Manonmanis süßen Gnadenblick hast du fest darum gebeten. Da du es nun wünschst, können wir es jetzt vollziehen.‘

5762. Voller Freude und aus freiem Herzen wurde es vollzogen. Damit Shivavakkiyars Name fortbestehe, wurde Shivanandar geboren. Shivavakkiyar lebte einundachtzig Jahre und trat dann, von der Welt gepriesen, in den reichen Weg des Samadhi ein.

Anmerkung: Die Wendung மனம்நொடிந்தார் in der ersten Zeile ist beschädigt beziehungsweise mehrdeutig; der Hochzeitszusammenhang ergibt sich aus den vorangehenden Versen.

5763. Höre noch eine Geschichte, mein königlicher Sohn Pulippani. Der Siddha Ramadevar lebte lange, nämlich zweihundert Jahre. Dreimal trat er auf dieser Erde in Samadhi ein.

Pujandar, Karuvurar und Punnakku-Isar

5764. Pujandars Lebensalter wird mit dreihundertsechzig Jahren angegeben. In einer Höhle lebte dieser Siddha, ohne in Samadhi einzutreten, dreihundertsechzig Jahre. Viele solche Wunder der Welt habe ich nach meinem Wunsch selbst gesehen.

5765. Dann rief Siddha-Muni Pujandar seine gütigen Schüler und bat: ‚Bereitet mir einen unterirdischen Raum, damit ich in Samadhi eintrete.‘ Sie schufen einen Raum von Elefantengröße und meldeten es ihm liebevoll. Er nahm das Reh bei sich und ging in den Raum am Berghang.

Anmerkung: மானையவர் கைபிடித்து bezeichnet wörtlich ein An-die-Hand-Nehmen des Rehs; die Tiergeschichte setzt sich im nächsten Vers fort.

5766. Als Pujandar in Samadhi eintrat, folgte ihm bereitwillig das Reh, das bei ihm auf dem Berg gelebt hatte. Lange hatte er es aufgezogen; der Text bringt es mit einem Fluch in Verbindung. Das Reh, das ihn begleitet hatte, ging mit ihm in Samadhi ein.

Anmerkung: Der Zusammenhang zwischen Aufzucht, Rishi-Füßen und Fluch ist in der dritten Zeile nicht eindeutig.

5767. Die Schüler sahen Pujandar, dessen Atem still geworden war, und meinten, er werde nicht mehr in die Welt zurückkehren. Sie verschlossen den Samadhi-Eingang mit einem geeigneten Felsen. Dann zogen die Schüler hinaus, um unzählige Orte zu sehen.

5768. Höre noch ein Werk: Der Siddha Karuvurar schuf die Gestalt Nateshas und erwies dem Pandya seine Gnade. ‚Im Tempel des Pandya stellte ich Natesha her.‘ Mit Kayakalpa-Mitteln lebte dieser Siddha lange auf der alten Erde.

Anmerkung: Die Vorlage wechselt bei செய்துவைத்தேன் ausdrücklich in die erste Person; der Wechsel wird erhalten.

5769. Karuvurar war ein Siddha, der im reinen Bewusstsein höchste Wonne fand. Dreihundert Jahre lebte er, dem Pandya wohlgefällig. Dieser Siddha der Erkenntnis errichtete hingebungsvoll den Tempel von Chidambaram, gründete Shakti-Klöster und trat dann in Samadhi ein.

Anmerkung: Die Tempelgründung ist eine Zuschreibung dieses Textes.

5770. Nun zum Siddha Punnakku-Isar. Sein Alter lautet ‚hundert, zwei, zehn‘. Er lebte gern in einer Baumhöhlung, kannte keine Berg-Kulikai und rief ‚Gopala, Gopala!‘ In einem Wald am nördlichen Ende des Südlandes lebte er auf einem Tiruvatti-Baum.

Anmerkung: OCR-Zahlmarke 57170, aus der Reihenfolge als 5770 gelesen. நூற்றிரண்டுபத்து könnte hundertzwanzig meinen; die Zahlglieder und die beschädigte Kulikai-Zeile bleiben vorsichtig wiedergegeben.

5771. Der ausgezeichnete Lehrer dieses Siddha-Muni war Pambatti. In seiner unwissenden Jugend lebte er eine Zeit auf Erden und vollzog immerzu die Puja Haris und Shivas. ‚Herr, Gopala, Gopala!‘ rufend wanderte er umher.

5772. Wenn er Menschen sah, öffnete der Jüngling den Mund nicht, um jemanden um etwas zu bitten. Kam Hunger, rief er laut ‚Gopala!‘ und blickte mit geöffneten Augen zum Himmel. Durch göttlichen Segen brachte ihm dann jemand Milch und Früchte.

5773. Nachdem er Milch und Früchte gegessen hatte, achtete er nicht auf Wege und Pfade. Pambatti gedenkend legte er sich mitten auf die Straße. Durch Manonmanis Gnadenblick kamen Menschen aus allen Gegenden zusammen, um ihn zu verehren. Punnakkar öffnete die Augen und rief ‚Gopala!‘

Anmerkung: OCR-Zahlmarke 5713, nach den Nachbarversen als 5773 eingeordnet.

5774. Punnakku-Isar nahm Erde auf und gab sie den Menschen; die Erde soll süß geschmeckt haben. Welcher Kranke auch kam, er gab ihm liebevoll eine Prise Erde. Viele seien darauf von ihrer Krankheit befreit fortgegangen.

Anmerkung: Heilungslegende des Textes, kein Nachweis einer Heilwirkung von Erde.

5775. Punnakku-Isar gab den Menschen großzügig Erde, Prithivi, und soll damit außerordentlich viele Krankheiten geheilt haben. Nach einiger Zeit war sein Alter auf hundert Jahre angewachsen. Er dachte: ‚Ich kann nicht länger auf Erden bleiben‘, und begehrte, den Höchsten zu schauen.

5776. Punnakku-Isar setzte sich unten am Tiruvatti-Baum in die heilige Höhlung und übte Shiva-Yoga. Nach einigen Tagen ging er in der Baumhöhlung in Einheit ein. Der abgestorbene Baum schlug wieder aus und wurde den Menschen der Welt zum Guru.

Anmerkung: OCR-Zahlmarke 5716, im fortlaufenden Zusammenhang als 5776 gelesen.

5777. Wenn die Menschen erkrankten, banden sie dem Tiruvatti-Baum, der ihr Guru geworden war, ein Schutzband um. Sie bereiteten einen Absud aus abgefallenem Laub, tranken ihn und sollen gesund geworden sein. So, heißt es, lebten sie lange, rein und angesehen auf Erden.

Anmerkung: Fortsetzung der Heilungsüberlieferung; keine medizinisch geprüfte Anwendung.

Pulippani, Nandi und Pulastya

5778. Höre noch einen Weg, mein Sohn Pulippani: Durch Kalangis Gnadenblick bestiegst du einen Tiger, sammeltest Wasser und zogst als Heiliger durch die Welt. Lange, unzählige Zeit hindurch warst du ein Siddha, der auf die alte Erde herabkam.

Anmerkung: Die Wasserhandlung ஜலந்திரட்டி ist knapp und nicht näher erläutert.

5779. Mein lieber Sohn Pulippani, dir will ich dein Lebensalter nennen: sechshundert Jahre lebtest du als Siddha auf Erden. Du tratest nicht in einen Samadhi-Raum ein, sondern bliebst lange hier, gingst in Shiva-Yoga ein und verweiltest im reinen Bewusstsein.

5780. Lange lebtest du als Siddha und wirst heilig durch die Unterweisungen, die du von mir empfängst. Du erforschtest mutig Berghöhlen und Waldwildnis. Du verbandest tiefgründiges Tamil mit gepflegtem Tamil und warst auf Erden ein Siddha des Fastens.

5781. Höre noch einen Weg, mein Sohn Pulippani: Ich erzähle von Nandi. Sein Lebensalter betrug siebenhundert Jahre. Lange lebte dieser Siddha und kannte den Samadhi. Man nennt ihn Nandi des Vedanta.

Anmerkung: OCR-Zahlmarke 5761, zwischen 5780 und 5782 als 5781 eingeordnet.

5782. Weder Zunge noch Vers reichen aus, von der schönen Nandi-Gestalt zu sprechen, die Yugas überschritt. Am Fuß des Berges verweilte dieser Siddha im Samadhi. Lange lebte er auf Erden ohne Schülerschaft. An den heiligen Stätten der Gottheiten wurde sein Name Nandi bekannt.

5783. Dieser junge Siddha-Muni erhielt Nandis Gesicht. Die Menschen sahen in ihm den Nandi, der vorn im Tempel steht. Himmlische Munis, Rakshasas, Rishis und Devas mit himmlischen Trommeln ehrten ihn an den Götterstätten als den großen Nandi.

5784. Nun erzähle ich Pulastyas Größe. Der kraftvolle Pulastya erlangte Agastyas Nähe. Gemäß seiner Bestimmung wurde dieser kundige Muni in Kamalamunis Gotra geboren. Er erhielt Anteil an Agastya und erschien als Siddha auf Erden.

Anmerkung: OCR-Zahlmarke 5764, nach der Folge als 5784 gelesen. Das Verhältnis zu Agastya wird bildhaft beschrieben und nicht in eine moderne Abstammungsaussage umgewandelt.

5785. Pulastya wurde sechshundertsechzig Jahre alt. Mit beruhigtem Atem und wechselnder Pranava-Rezitation lebte er lange auf der Erde. Ohne sich in Rede zu regen, gab er selbst den Zustand höchster Wonne auf und lebte bei den Panchama, die als ‚niedrig‘ bezeichnet wurden.

Anmerkung: Die abwertende soziale Bezeichnung நீச்சன் ist Sprache der Quelle. Die Zeile über Schweigen ist beschädigt.

5786. Als Pulastya in Samadhi eintreten wollte, nahm er den vortrefflichen Terana-Mahamuni als Schüler an. Sein Geist war auf das reine Bewusstsein und die Befreiung gerichtet. Er überwand wahrhaft den Ozean des Werdens und trat ordnungsgemäß in Samadhi ein.

5787. Dreißig Jahre blieb er im Samadhi, im nichtdualen Zustand der Wonne. Durch Terana-Mahamuni kehrte dieser wunderbare Siddha wieder in die Welt zurück. Ohne dass der Tod ihn erreichte, lebte er etwas über sechshundert Jahre auf Erden.

Vyasa und Teraiyar

5788. Noch eine Geschichte, mein geliebter Sohn: Vedavyasa war ein Siddha, der lange Zeiten überschritt. Etwas über tausend Jahre war er alt. Er kannte die Veden und nahm die zahllosen Bücher in sich auf wie das wogende Meer.

5789. Er lebte in Wildnissen und Höhlen, in Berg- und Flusslandschaften und dichten Wäldern, in denen kein offener Himmel zu sehen war, bei Gemeinschaften himmlischer Munis. Er ordnete die Wege der Religionen, wohnte in ehrwürdiger Gelehrsamkeit und war den großen Menschen lieb.

Anmerkung: Ein Landschaftswort am Ende der ersten Zeile ist beschädigt; daraus wird kein bestimmter Ortsname gewonnen.

5790. Er lehrte die Menschen der Welt die Veden. ‚Schriften und Puranas gestaltete ich so, wie sie jedem entsprachen.‘ Er ließ die Banner der shaivitischen und anderen Religionen auf Erden stehen. Mit Kayakalpa-Mitteln lebte dieser Asket lange Zeit.

Anmerkung: Auch hier wechselt die Vorlage innerhalb der Erzählung kurz in die erste Person (செய்துவைத்தேன்).

5791. Er war ein Asket, der den Menschen lieb war, und führte doch auf Erden ein häusliches Leben. Er überwand den Ozean des Werdens und blieb liebevoll hier, ein kraftvoller Siddha großer Askese. Rishis und Könige verehrten ihn; die neun Weltgegenden kannte dieser gute Siddha Vyasa-Muni.

5792. Vyasa-Muni kannte die Größe der alten Welt. Mit Früchten und Milch besuchte er Rishis und lernte sie mit eigenen Augen kennen. Er erkundete schneeartige Bergländer und empfing Unterweisungen. In der Einsamkeit erkannte er mit Ruhe den Pranava.

5793. Für diesen Siddha gibt es keinen Samadhi-Abschluss; lange lebte er auf Erden. Er kannte die Gurus, großen Rishis, Devas und ihre Schülerschaften. Hat man in der meerumgebenen Welt einen Siddha wie den großen Vyasa gesehen, der die süßen Veden so erkannte?

5794. Höre noch einen Weg, mein Sohn Pulippani: Teraiyar ist ein mächtiger Siddha, der Krankheiten heilt. Welches ist sein Lebensalter? In der Schrift, die Kumbhayoni, der Siddha-Muni des Nadanta, wahrhaft niederschrieb, werden dreihundert Jahre genannt.

5795. Dreihundert Jahre werden für den schönen Muni Teraiyar angegeben; so habe ich es nach der Gliederung der Schrift erkannt. Einen Samadhi-Abschluss hat er nicht. Er gab die Begierde nach der Welt auf und erfasste Agastyas Unterweisungen in ihrer Ordnung.

5796. Dieser wunderbare Siddha erkannte durch Anstrengung die Werkzeuge und inneren Organe der Erfahrung. Die Schriften der achtzehn hielt er beständig im Geist. Alle verborgenen Gegenstände und ihre großen Ordnungen unterwies er den Menschen ohne Auslassung: so war Teraiya-Muni.

5797. Teraiya-Muni trat entschlossen in die Versammlung namens Sangam ein. Er folgte Agastya und wurde ein Siddha, der Krankheiten beseitigte. Die Sanjivi-Pflanze der kühlen Wildnis, das Amrita-Kraut, das Menschen wieder aufrichten soll, erkannte er ihrem Wesen nach.

5798. Er erforschte bereitwillig die Kunst des Ema, der Goldbereitung. Gibt es einen Siddha wie ihn? Niemand auf Erden hat einen solchen gesehen. Er war ein Siddha dieser Kunst, der ganze große Berge reifen ließ, und lebte lange in Herrlichkeit auf Erden.

Anmerkung: Das ‚Reifen‘ der Berge steht im alchemistischen Zusammenhang; es wird nicht durch eine modern-chemische Erklärung ersetzt.

Fakir Yakobu, Konganavar und Dakshinamurti

5799. Höre noch eine Geschichte, gütiger Sohn: Den Schriften zufolge wird er Fakir Yakobu genannt. Sein Lebensalter beträgt etwas über zweihundert Jahre. Um Nabi-Nayan zu sehen, ging er nach Makkapuri.

5800. Er durchquerte Bergländer und Höhlen, um den Nabi zu sehen. Auf dem Fußpfad durch Wald- und Flussland begegnete er der kraftvollen Gemeinschaft des Nabi. Sie sagten: ‚Weil du aus dem Land Mahadevas hierher gekommen bist, werden wir dich in dieser Stätte des Din verfluchen.‘

Anmerkung: Historische Religionsbezeichnungen und Begegnung werden als Erzählung der Quelle wiedergegeben; தீன், Din, bezeichnet hier offenbar den Glauben.

5801. Yakobu verneigte sich vor ihren Füßen und sprach freundliche Worte. Darauf nahmen sie sich seiner an, vollzogen die Beschneidung und gaben ihm Brot zu essen. ‚Asen Usen‘ sagten sie; die Malungumar trugen bereitwillig den Pranava ihrer Unterweisung vor.

Anmerkung: Tamilische Namen und Bezeichnungen: யசேனுசேன் und மலுங்குமார். Eine Normalisierung zu bestimmten arabischen Namen oder Amtsbezeichnungen ist ohne sicheren Befund unterlassen.

5802. Die Gemeinschaft des Nabi führte den makellosen Fakir Yakobu bereitwillig in die Festung von Makkapuri und in den Palast. Dort rezitierten sie Kottuma. Nachdem er den Nutzen dieses Weges erkannt hatte, kam Yakobu wieder frei zurück.

Anmerkung: கொத்துமா ist eine unsichere Ritual- oder Rezitationsbezeichnung; sie wird nicht durch eine vermutete Formel ersetzt.

5803. Nun nenne ich Konganavars Lebensalter: Achthundert Jahre lebte dieser Siddha auf Erden. Der große Konganavar trat in Samadhi ein und wanderte lange unversehrt durch die Welt.

5804. Konganavar verkündete sein Kandam und auch die drei abschließenden Kandams, dann machte er sich bereit, in Samadhi einzugehen. In dem Abschlusswerk sang er vieles, das Zweifel aufwirft. Können wir es alles erkennen? Kluge Menschen sehen es, doch selbst dann bleiben Zweifel im Geist.

5805. Nachdem der edle Konganavar das Abschluss-Kandam gesungen hatte, rief er vor den Menschen der Welt die Rishis und Munis zusammen. Er besang die großen Schriften, die viele Siddhas verborgen hatten. Mit Kayakalpa gestärkt erklärte er: ‚Ich werde entschlossen in Samadhi eintreten.‘

5806. Als er zum Samadhi bereitstand, suchte seine unzählige Schülerschaft einen geeigneten Ort und vollzog die Verehrung. Kongananar trat in die gerühmte Samadhi-Stätte ein. Dreißig Jahre blieb dieser mächtige Siddha darin.

5807. Noch eine Geschichte, mein Augenjuwel: Dakshinamurti lebte sehr lange auf Erden. Sein Lebensalter betrug etwas über tausend Jahre. Dieser Siddha durchwanderte die Welt, ihre sieben Länder und Meere.

5808. Dakshinamurti wird hier als derjenige genannt, der das Tirumantiram auf Erden sang. Lange lebte er in einem Shiva-Tempel. Nachdem er das Tirumantiram gesungen hatte, wollte er in Samadhi eingehen; mit besänftigtem Eigenhochmut zog er nach Kashi.

Anmerkung: Die Zuschreibung des Tirumantiram an Dakshinamurti steht so in dieser Passage und wird nicht stillschweigend an eine andere Autorentradition angeglichen.

5809. Dakshinamurti-Nayar ging an die Narmada. In einer Halle am felsigen Ufer trat er in Samadhi ein. ‚Ein Yuga, sechzig Jahre‘ blieb der Edle dort und kehrte zurück. Im südlichen Land wurde er als Dakshinamurti bekannt.

Anmerkung: Die Vorlage setzt hier ausdrücklich ein Yuga mit sechzig Jahren zusammen; die ungewöhnliche Angabe bleibt unverändert.

5810. Höre noch einen Weg, guter Sohn: Gorakkar, der makellose wunderbare Siddha, wurde achtzig Jahre alt. Das sagt der Sutra-Text seines eigenen Buches; in den sechzehn Sutras ist es ausdrücklich gesungen.

Gorakkar, Kaupala und Jyoti-Muni

5811. Er besitzt keine Kulikai, kennt weder Ergrauen noch Falten, weder Krankheit noch besondere Kayakalpa-Mittel. Die Menschen nennen ihn einhellig einen Shiva-Yogi. Gorakkar isst beständig das nach ihm benannte Kraut.

Anmerkung: OCR-Zahlmarke 9811, nach dem Verlauf als 5811 eingeordnet. Das Kraut wird hier nicht botanisch bestimmt.

5812. Durch dieses Gorakkar-Kraut wurde Gorakkar zum Siddha. Er führte kein häusliches Leben und begehrte keinen reichen Besitz. Er vollzog die Puja zu den drei Tageszeiten, trug das schöne ockerfarbene Gewand und sprach beständig Manonmanis Pranava auf dieser alten Erde.

5813. Höre noch eine Geschichte, reiner und mutiger Sohn: Kaupala-Siddha lebte auf der berühmten Erde. Dieser Siddha der Erkenntnis verstand den Goldgehalt und dessen Prüfung für den Handel. Er war in der Kunst des Salliyam bewandert und besonders dem Probierstein zugehörig.

Anmerkung: சல்லியம் bleibt als unklare Kunstbezeichnung erhalten; der Zusammenhang ist Goldprüfung.

5814. Er suchte in den Bergen nach Steinen, an denen Gold geprüft wird, entfernte Hüllen und Fehler und untersuchte die harten Vaira-Steine genau. Sein Alter will ich noch nennen. Er war ein Siddha, der das andere Ufer erreicht hatte und achtsam war; Kaupala-Siddha wurde er genannt.

Anmerkung: வயிரக்கல் kann einen Diamanten oder besonders harten Stein bezeichnen; der Probierstein-Zusammenhang erlaubt keine sichere mineralogische Festlegung.

5815. Höre sein Alter: zweihundertfünf Jahre. Er wanderte durch große Wälder und Berge, verkehrte freundschaftlich mit den Menschen der Orte und verstand die Schriften. Für Kaupala-Siddha war Erkenntnis die eigentliche Heimat.

Anmerkung: Die Schlusszeile ஞானமென்ற தேசம் ist bildhaft und im Wortlaut ungewöhnlich.

5816. Er empfing Unterweisung, nahm Kayakalpa-Mittel und lebte auf dem Berg, wo er die Geheimnisse der Siddhas erforschte. Er wollte liebevoll in Samadhi eintreten. Nach langer Zeit mit seiner Schülerschaft wählte er einen ihm vertrauten Schüler und sprach zu ihm.

5817. ‚Ich gehe in Samadhi, mein Sohn. Wenn ich eingetreten bin, verschließe meine Samadhi-Stätte vollständig mit Vaira-Stein. Auf dem schwarzen harten Stein soll eine verborgene Handmarke oder Zeichnung angebracht sein‘, sagte er und sprach von einer Inschrift.

Anmerkung: Die Beziehung zwischen கைநாட்டுச் சித்திரம், Handzeichen beziehungsweise Zeichnung, und der Schrift ist nicht eindeutig.

5818. Darauf wurde auf dem harten Stein eine Schrift angebracht, damit alle Menschen sie erkennen konnten. In den Fels wurde deutlich eingezeichnet: ‚Kaupalars Samadhi‘. Die Schüler richteten die Samadhi-Stätte sorgfältig her.

Anmerkung: Die Wendung எழுத்துமுகம் மாறி bleibt unklar; eine bestimmte Schriftart wird nicht ergänzt.

5819. Vierzehn Jahre blieb er in diesem unaussprechlichen Samadhi, dann kehrte er langsam in die Welt zurück. Er war ein Siddha der Goldbereitung, von Gelehrten des reinen Tamil verehrt, und verstand die Abstufungen des Goldes. Welcher Siddha, Muni, Rishi oder Deva kannte dessen Feinheit so wie er?

5820. Höre noch eine Kunde, mein Sohn Pulippani: Jyoti-Mahamuni lebte lange auf der weiten Erde. Er erforschte die Goldgehalte für den Handel, erkannte Grundstücke und Bodenschätze und gewann schwarze harte Steine.

5821. Sein Lebensalter betrug vierhundert Jahre. Er wanderte durch Wälder und Berge, begegnete Gurus und Rishis und sprach freundschaftlich mit ihnen. So zog dieser Siddha aus, um die Abstufungen des Goldes zu erkennen.

5822. Jyoti-Muni trat bereitwillig in Samadhi ein und vergaß sechsunddreißig Jahre die Welt. Er überschritt den Zustand der Askese und kam wieder aus dem Samadhi hervor. Wer kennt Jyotis Weg? Ich habe ihn erkannt und dir gesagt.

Tamarakan, Sundaranandar und Wasser-Samadhi

5823. Noch eine Geschichte, reiner Sohn: Tamarakanar wurde etwas über dreihundert Jahre alt. Lange lebte er mit angesehenen Menschen auf der Erde und vollbrachte alle möglichen erstaunlichen Künste.

5824. Dieser Jaga-Jala-Tamarakan vollbrachte außerordentliche Künste: Er ging auf dem Wasser und lenkte den Vasi. Er sprang aus einem Körper in einen anderen und zeigte auf Erden seine Kunst. Seinen Eigenhochmut bezwingend nahm er körperstärkende Mittel und verweilte liebevoll.

5825. Tamarakanars spielerische Siddhis sind in der maßgebenden Schrift nicht alle genannt. Er bewegte und tanzte in der Höhe des Himmels und soll die Richtung von Sonne und Mond verändert haben. Dann dachte er daran, den Weg in Samadhi zu gehen.

Anmerkung: Das Himmelsbild mit கெடைகட்டி ist beschädigt; keine bestimmte Flugtechnik wird daraus erschlossen.

5826. Andere Rishis und Siddhas bleiben im Samadhi in der Erde; sie gleichen diesem großen Siddha nicht. Wie ein Blinder mit erloschenen Augen stieg er in einen Brunnen hinab. Zwölf Jahre verweilte er ruhig im Wasser.

5827. Dies war die Siddhi des Jala-Stambhana; Tamarakars Größe lässt sich nicht aussprechen. Er kehrte aus dem Brunnen zurück. Gibt es irgendwo einen wie ihn? Unzählige Siddhas und Munis lebten hingebungsvoll auf Erden; selbst jene, die alle Schriften im Gedächtnis behalten, gleichen diesem Wasser-Siddha nicht.

5828. Noch einen Vers will ich sprechen, mein schönes Juwel: Sundaranandar lehrte außerordentlichen Menschen dieser alten Erde die gerühmte Kunst des Keshari. Fragst du nach seinem Alter, so sind die zurückgelassenen und berührten Reste zahlreich.

Anmerkung: OCR-Zahlmarke 5826, im Zusammenhang als 5828 eingeordnet. Die Schlusswendung வட்டகுறை தொட்டகுறை ist dunkel und wird nicht als Zahl aufgelöst.

5829. Sehr hoch war sein Alter: etwas über achthundert Jahre. Er trug die Kulikai, wie ich es beschrieben habe, und stieg im guten Keshari auf. Auf Erden trat er in Samadhi ein; nach sechsundzwanzig Jahren löste er sich daraus und kehrte in die Welt zurück.

5830. Die Samadhi-Wege dieses zurückgekehrten Siddhas sind auf Erden unzählig. Millionen Schüler gehören zu seiner fortdauernden Gemeinschaft; weder Zahl noch Maß gibt es dafür. Viele Menschen näherten sich Sundaranandar, neigten den Kopf vor seinen Lotusfüßen und verehrten ihn liebevoll.

5831. Höre, mein Sohn Pulippani, ich erzähle liebevoll von weiterem Außerordentlichem: von dem Siddha Varishi. Sein Alter betrug etwas über siebenhundert Jahre. Lange lebte er auf der Erde, mit still gewordenem Atem im Shiva-Yoga; einen solchen sah man sonst nicht.

Anmerkung: Der Name erscheint hier als வாரிஷி, später als வரரிஷி beziehungsweise வரரரிஷி; die Formen werden nicht ungeprüft mit einem anderen Rishi gleichgesetzt.

5832. Der Asket Vararishi ging in das Kalinga-Becken, um nach seinem Willen Yoga-Askese zu üben und zurückgebliebene Mängel zu beseitigen. Zwölf Jahre verweilte er im Jala-Stambha-Samadhi. Dann kam er wieder hervor, sodass die Menschen der Welt ihn sehen konnten.

5833. Seine Siddhi war eine Wasser-Gestalt. Gibt es auf Erden einen solchen Siddha? Durch den Segen himmlischer Devas und Rishis erlangte er seinen Namen. Als Varararishi wurde dieser Herr in der Welt bekannt, und die Siddhas verneigten sich vor ihm und priesen ihn.

Valmiki, Urvashi und Kamalamuni

5834. Alle Menschen preisen ihn. Noch einen Weg erzähle ich nun deutlich: den Valmikis. Von Verwandlung und Täuschung frei lebte er lange auf Erden. Mit Kraft schuf er das Ramayana für die Menschen der Welt.

5835. Valmiki wurde etwas über siebenhundert Jahre alt. Er war ein Gelehrter des reinen Tamil, ein gebildeter Siddha reiner innerer Verwirklichung. In einen Samadhi-Raum trat er nicht ein. Mit Kayakalpa lebte er lange: dieser Valmiki des Vedanta.

5836. Den Menschen der Welt gilt Valmikis würdige Lebensgeschichte. Der Guru Valmiki war ein weltberühmter Siddha der Erkenntnis; klar ordnete er die süßen vedischen Schriften. Man kann sagen, dass sein Stand dem des Parashara-Rishi gleicht.

5837. Höre noch eine Geschichte, mein Sohn Pulippani: Urvashi wurde hundertzwanzig Jahre alt. Als Siddha-Frau lebte sie ohne Fehl auf der Erde. Sie sang das schöne Werk Surukka-Ratnam.

Anmerkung: Werktitel der Vorlage: சுருக்கரத்னம், etwa ‚Juwel der Zusammenfassung‘; keine zusätzliche bibliografische Identifizierung.

5838. Urvashi nahm Kayakalpa-Mittel auf dieser großen Erde. Als Siddha-Frau sang sie beständig ihre Kavyas und empfing ordnungsgemäß Unterweisungen von Vyasa. Sie starb am Ufer der Godavari; dort befindet sich ihr Samadhi.

5839. In der Halle ihrer Samadhi-Stätte erkannten die Nathas sie. Diese Siddha-Frau hatte den Ayurveda gründlich erforscht. Rishis, Munis und Siddhas vollzogen Puja und Speiseopfer. Wie ein heftiger Sturm, so heißt es, kommt sie voller Zorn über die Erde.

Anmerkung: Die Zuordnung des letzten Handlungssatzes ist unsicher; der folgende Vers nennt eine Puvadaikkari-Siddha-Frau.

5840. Sie kommt als Puvadaikkari-Siddha-Frau. Höre nun eine weitere Herrlichkeit: Kamala-Siddha, der das Karma auf Erden beseitigte und lange hier lebte, erkannte den Dharma. Dieser kraftvolle Siddha zog liebevoll in das Land Chinapati.

5841. Kamalamunis Lebensalter will ich dir nennen, mein Sohn: viertausend und etwas über dreihundert Jahre. Lange lebte er in Chinapati. Er trat in Samadhi ein und blieb zweihundert Jahre darin.

Anmerkung: Die Vorlage reiht ‚viertausend‘ und ‚etwas über dreihundert‘ aneinander; sie werden hier als zusammengesetzte Altersangabe gelesen, nicht stillschweigend verkürzt.

5842. Zweihundert Jahre blieb er so auf der Erde und kehrte mit seinem Körper zurück. Gibt es einen wie ihn? In Chinapati vollbrachte er wundersame Taten wie einen kosmischen Tanz. Dieser mächtige Kamalar war ein Siddha der Welt.

Arivanandar, Agappeyar und weitere Siddhas

5843. Noch eine Herrlichkeit will ich erzählen; viele Wunder gibt es. Der große Arivananda-Siddha lebte auf Erden. Sein Alter betrug dreihundertsechzig Jahre. Mit still gewordenem Atem blieb er zwölf Jahre im Samadhi.

5844. Zwölf Jahre blieb dieser Siddha so auf Erden. Er war Kaupalars Schüler, und zahlreich sind seine Wunder. Den Menschen erzählte er frühere Geschehnisse und zurückgebliebene Zusammenhänge, als sei er von einer göttlichen Gegenwart ergriffen.

5845. Nun zum reinen Siddha Agappeyar. Sein Alter nenne ich gern: ‚hundertzehn, eins, drei‘. Er lebte unter einem berühmten Baum und trat nicht in eine Samadhi-Stätte ein. Er war der Siddha des Agappai-Raumes am Ende des Klanges.

Anmerkung: நூற்றுபத்து ஒன்றுமூன்று ist nicht eindeutig zu gliedern; ebenso bleibt அகப்பைவெளி als ungewöhnlicher Ausdruck erkennbar.

5846. Sein Guru war Vyasa-Muni. Er nahm keine besonderen Kayakalpa-Mittel und lebte doch auf der Welt. Am Baum namens Jyoti nahm er, wie Kailasanathar, Samadhi an, zog sich in die weite Baumhöhlung zurück und verweilte dort in Größe.

Anmerkung: Der Samadhi in diesem Vers steht neben der verneinenden Aussage des vorherigen Verses; die Spannung wird nicht aufgelöst.

5847. Nun nenne ich Pambattis Weg, mein königlicher Pulippani. Dieser große, auf der alten Erde berühmte und kluge Siddha wurde hundertdreiundzwanzig Jahre alt. Er entnahm Schlangen ihr Gift und trank es, so erzählt man.

Anmerkung: Die Giftaufnahme ist Teil der Siddha-Legende und keine als sicher ausgewiesene Praxis.

5848. Mit Kayakalpa-Mitteln lebte er eine Zeit in Ruhm. Er bewahrte seinen Körper liebevoll vor dem Verfall und hielt ihn gebunden. Unter dem Tiruvatti-Baum thronte dieser Körper-Siddha. Er war kein Gokarna-Siddha, sondern ein Siddha des reinen Bewusstseins.

Anmerkung: OCR-Zahlmarke 5846, nach den Nachbarversen als 5848 eingeordnet. Die Gegenüberstellung mit கோகர்ண bleibt unerläutert.

5849. Höre, mein lieber Sohn: Kalakantar wurde zwölfhundert Jahre alt. Lange lebte er, die Kulikai tragend. Wollte man alle seine Orte und Namen aufzählen, vermöchte es selbst Shesha nicht.

5850. Selbst Adishesha könnte es nicht aussprechen. Lange kannte dieser Siddha die hohen Berge und die Wildnisse. Im Süden unterwies er Dakshinamurti-Nayan, den großen Siddha-Schüler. So war Kalar, bei dem noch ein Rest verblieb.

Anmerkung: விட்டகுறை bezeichnet einen zurückgelassenen Rest oder eine unvollendete Bindung; seine nähere Bedeutung bleibt offen.

5851. Als dieser weitreichende Kala-Siddha in Samadhi eintreten wollte, rief er seine jungen Schüler liebevoll zusammen. Sechsunddreißig Jahre verweilte er so auf Erden. Dieser jugendliche Siddha, dessen Gesicht man nicht kannte, lebte lange.

Anmerkung: Der Anfang நெடுந்தூத காலசித்து und die Beziehung der sechsunddreißig Jahre zur Samadhi-Zeit sind nicht vollständig eindeutig.

Subrahmanya und Yugi-Muni

5852. Ich habe diesen Siddha-Weg erzählt; höre noch eine Geschichte. Vadivelar ist Murugan. Fragst du nach seinem Lebensalter: Wahrhaft, es gibt keine Berechnung, und auch die zugehörigen Bücher nennen keine Zahl. Er nahm den Erkenntnisweg zur Siddhi; man nennt ihn den herrlichen Subrahmanya.

5853. Für den schönen Shiva-Subrahmanya-Siddha ist kein Alter angegeben. Die vielen Schriften nennen es nicht. Zahlreiche Menschen sangen nach der Überlieferung Veden und Agamas und stellten ihre Bücher unter den Schutz Subrahmanyas.

5854. Nur den so gesetzten Namen habe ich gefunden, nicht sein Lebensalter am Ende des Klanges. Höre nun, gütiger Sohn, von Yugi-Muni: Sein Alter betrug sechshundertachtzig Jahre; so lebte dieser Siddha auf Erden.

5855. Er empfing auf Erden Unterweisung von Nilakantha-Rishi. Dann trat er in Samadhi ein, blieb einundzwanzig Jahre darin und kehrte in die Welt zurück. Unter dem Namen Yugi in den Büchern erlangte dieser Siddha großen Ruhm.

5856. Er kannte die Schriften und lebte lange auf Erden; von hohen Lehrern erhielt er Unterweisung. Wer auf der Welt gleicht ihm? Große Menschen priesen seine Füße. Einen gewöhnlichen Siddha sahen sie in ihm nicht.

Anmerkung: Die Vorlage hat அழிந்த, ‚zugrunde gegangen‘, wo der Satz wahrscheinlich அறிந்த, ‚erkannt‘, verlangt; die Übersetzung folgt dieser naheliegenden, aber nicht gesicherten Lesung.

5857. Noch eine Geschichte, würdiger Herr, mein Juwel: Tiranakkiya-Muni lebte lange auf der Erde. Sein Lebensalter betrug neunhundertachtzig Jahre. Er trat in Samadhi ein und blieb zweiundzwanzig Jahre darin.

Anmerkung: Die beschädigte Form துலாயிரத்து wird als தொள்ளாயிரத்து, neunhundert, gelesen; diese Zahl bleibt textkritisch unsicher.

Tiranakkiya, Chandesvara und Tirumular

5858. Zweiundzwanzig Jahre blieb er im Samadhi. Lange vor dem Auftreten der fünf Pandavas lebte dieser Siddha auf Erden. Jamadagni-Muni brachte ihn hervor, einem kosmischen Tanz gleich. Die Menschen dieser Welt priesen ihn und grüßten ihn mit gefalteten Händen.

Anmerkung: Die Vorlage bezeichnet die grüßenden Menschen zugleich als மாண்ட, ‚gestorben‘; die zeitliche Beziehung bleibt unklar.

5859. Mit der Gemeinschaft der Rishis verpflichtete sich dieser Siddha-Muni dem guten Weg zur Befreiung. Er richtete den Geist auf reines Bewusstsein, meditierte mit Shakti auf Manonmani und verharrte beständig in Versenkung. Als einsichtiger Asket gelangte er in die goldene Welt.

Anmerkung: Ein Teil der dritten Zeile nach நிஷ்டை ist beschädigt; daraus wird kein zusätzlicher Yoga-Fachbegriff rekonstruiert.

5860. Höre nun Chandesvaras Größe, mein Sohn Pulippani. Sein Alter betrug vierhundertsechzig Jahre, wie sein Buch ausdrücklich angibt. Er trat in Samadhi ein und war ein mächtiger Siddha auf Erden.

5861. Zum Samadhi werden zwölf und dazu eins gezählt. So lebte dieser Siddha auf Erden, ein Siddha des Handelns, das Erkenntnis heißt. Er kannte die Wunder der vier Yugas und die meerumgebene Welt. Lange blieb er unversehrt am Leben.

Anmerkung: பத்துரெண்டு … ஒன்றுடனே தானுங்கூட்டி ergibt dreizehn; ob Jahre oder Samadhi-Eintritte gemeint sind, sagt die Zeile nicht ausdrücklich.

5862. Noch eine Geschichte, mein Sohn mit fruchtrotem Mund: Tirumular lebte ohne Tadel. Sein Alter betrug etwas über tausend Jahre. Mit still gewordenem Atem verweilte dieser Siddha lange im Samadhi auf der alten Erde.

5863. Sechzig Jahre dauerte sein Samadhi. Dieser strenge Asket vollbrachte viele nicht zu erfassende Wunder. Menschen, die ihr eigenes schweres Leid nicht verstanden, gab er Schätze und wirkte Außerordentliches. Er begegnete den Bedrängnissen, erklärte Bewegung und Ordnung und wies den Weg.

Anmerkung: Die letzte Zeile mit கடுவாதி und நிர்த்தம் ist unsicher; eine bestimmte Heilmethode oder Tanzlehre wird daraus nicht abgeleitet.

5864. Er erläuterte die rechte Ordnung und gab großzügig Unterweisung: Man solle Siddhis in der Welt entfalten, ohne verwerflicher Rede Anlass zu geben. Dieser Siddha der Erkenntnis sprach seine Lehre ohne Heftigkeit. Im wirbelnden Vasi-Zustand verweilend starb er rein auf Erden.

Geburtssterne und Herkunft der Siddhas

5865. Höre nun von den Geburten der achtzehn ehrwürdigen Munis. Ich untersuchte ihre Entstehung, richtete den Geist auf höchste Wonne, betrachtete die besonderen Sternverbindungen und gliederte die Unterschiede. Ebenso die neun Koti entsagenden Rishis und die achtundvierzig.

Anmerkung: Der Satz endet als Übergang zum nächsten Vers; eine nicht vorhandene vollständige Liste wird nicht ergänzt.

5866. Ihre Geburten verband ich mit den Vierteln der glückverheißenden Geburtssterne. Dies ist das Buch, mit dem ich die Menschen von Chinapati gründlich unterwies. Damit die Menschen der ganzen Welt es genau erkennen, lehrte ich bereitwillig Bogars Siebentausend.

5867. Höre weiter, Pulippani mit den roten Lotushänden. Dieses Sapta Kandam ist wahrer Veda und umfasst die Erkenntnis aller Künste auf Erden. Ich untersuchte die nördlichen Schriften und sang dieses Werk der siebentausend. Ich entfernte die verhüllende Fachsprache und trug es in reinem Tamil klar vor.

Anmerkung: Der Text behauptet hier selbst Klarheit; zahlreiche tatsächlich dunkle oder beschädigte Stellen der Vorlage bleiben in der Übersetzung dennoch kenntlich.

5868. Das große Werk der siebentausend schließt alles ein, angefangen bei den äußeren und inneren Erkenntniswerkzeugen. Mit festem Geist lehrte ich es durch Kalangis Gnadenblick. Die gewünschten Künste von Chinapati erklärte ich ohne verstellte Gestalt. Durch meinen mächtigen Guru entstand dieses gesungene Buch.

5869. Dieses Buch birgt viele Feinheiten. Kalangis Geburt geschah im Monat Chittirai, im vierten Viertel des Sterns Ashvini. Er war ein Sohn des Weltgurus, reich an glücklicher Bestimmung. So erschien Kalanginathars Gestalt auf Erden.

5870. Nun nenne ich Bogars Geburt: im Monat Vaikasi, im zweiten Viertel Bharanis. Er gehört als Guru zu einer der fünf Handwerkergruppen und ist ein Sohn Vishvakarmas. Die vielen Bücher und Veden nennen ihn den ehrwürdigen Bogarishi.

5871. Noch eine Geburtsangabe, mein Sohn Pulippani: Damit die Schüler sie kennen, nenne ich Romarishis Geburt. Sie geschah im Monat Ani, im dritten Viertel des Sterns Krittika. Dies war der Tag, an dem der kundige Mann erschien.

Anmerkung: OCR-Zahlmarke 9871, im Zusammenhang als 5871 gelesen. Monats- und Sternnamen werden in ihrer tamilischen beziehungsweise geläufigen Form wiedergegeben, ohne moderne Datumsberechnung.

5872. Sein Vater war ein Sembadavan, seine Mutter eine Kuratti. Nach Untersuchung vieler Bücher besang ich diese Herkunft als wahr. Als Sohn zweier Gemeinschaften wurde der große Romarishi geboren. Mit still gewordenem Atem ging dieser Kanina-Siddha seinen Weg auf der alten Erde.

Anmerkung: Kanina (கானீனன்) ist eine traditionelle Geburtsbezeichnung; die Passage verwendet sie ohne nähere Erklärung. Sembadavan bezeichnet hier eine Fischergruppe.

5873. Höre, mein Sohn, mein Augenlicht: Der hingebungsvolle Macchamuni wurde im Monat Adi, im ersten Viertel Rohinis geboren. Dieser kluge, berühmte Sohn einer Jungfrau entstammte dem Atula-Kula.

Anmerkung: ஆதுலம் als Herkunftsbezeichnung ist unsicher; keine Gleichsetzung mit einer bestimmten heutigen Gemeinschaft.

5874. Macchamunis Geschichte ist genannt. Höre nun Sattanathars Geburt, lieber Pulippani: im Monat Avani, unter Mrigashirsha, im dritten Viertel. Mit einem zurückgebliebenen Rest erschien dieser willig geborene Junge.

5875. Er war der Sohn einer singhalesischen Devadasi, von ihr liebevoll geboren und aufgezogen. Als Sattamuni wurde er auf der Welt bekannt. Höre nun, mein Sohn Pulippani: Idaikkadars Geburt will ich dir geordnet erzählen.

5876. Im Monat Purattasi, dem Monat, in dem Hiranya getötet wurde, im zweiten Viertel Tiruvadirais, erschien dieser Knabe. Seine mütterliche Herkunft wird dunkel als Kanakurai bezeichnet; er war das Kind eines Kanina. Dieser standhafte Idaikkadar lebte als Siddha auf Erden.

Anmerkung: பெண்மையாக கானகுறை சாதி ist beschädigt; die Herkunftsangabe wird nicht zu einer sicheren Kastenzuordnung ergänzt.

Dhanvantari, Agastya und weitere Geburten

5877. Unter den neun Koti Rishis steht der kluge Bhagavan Dhanvantari, ein herrschaftlicher wunderbarer Siddha. Man nennt ihn den mächtigen Mahavishnu, doch auf Erden ist er ein menschlicher Siddha. Er wurde im Monat Aippasi, im vierten Viertel Punarpoosams geboren.

5878. So lautet Dhanvantaris Geburt, wie sein Buch sie angibt. Nach der Untersuchung vieler Werke sang ich sie mit Einsicht in diesem Guru-Buch. Er war ein Zweimalgeborener, das Kind eines Anuloma. Alle Schriften berichten davon, doch nicht alle Gelehrten haben es erkannt.

Anmerkung: Anuloma ist hier eine traditionelle soziale Herkunftsbezeichnung; die genaue Elternkombination nennt der Vers nicht.

5879. Ich untersuchte die Nirvana-Sprache und die Sanskrit-Sprache, auch die als Ittali-Pala-Pantu bezeichnete und die Bhagavata-Sprache. Mit festem Geist erforschte ich sie auf der Erde und erzählte die Vishnu-Geschichte. Wahrhaft trug ich sie im Sapta Kandam vor.

Anmerkung: Die Sprachfolge இத்தாலிபாளபந்து ist beschädigt oder ungeklärt. Sie wird nicht als Beleg für die Kenntnis einer bestimmten europäischen Sprache ausgegeben.

5880. Höre, gütiger Sohn Pulippani: Ich erforschte das Geheimnis, das mein Guru Kalanginathar nannte. Mulattisar wurde im Monat Karttigai, im dritten Viertel des Sterns Poosam geboren.

5881. Das dritte Viertel war die Geburtszeit Mulattisars. Er wurde von einer schönen Jungfrau der Pallar-Gruppe geboren. Als Sohn eines Rishis erschien Mulattisar in Herrlichkeit auf der Erde.

Anmerkung: OCR-Zahlmarke 5861, im laufenden Abschnitt als 5881 eingeordnet. Diese mütterliche Herkunftsangabe steht neben der Velalar-Zuordnung in Vers 5702.

5882. Noch eine Geburt will ich nennen, mein Sohn Pulippani: Agattisar erschien im Monat Dhanur, im dritten Viertel Ayilyams. So war sein Geburtstag. Als milchgebende Kuh und Kalb erschien dieser Siddha auf Erden.

Anmerkung: OCR-Zahlmarke 5862, hier als 5882 eingeordnet. Das Kuh-und-Kalb-Bild der Schlusszeile ist ungewöhnlich und wird nicht durch eine andere Geburtslegende ersetzt.

5883. Niemand auf Erden vermag Agastyas Geburt vollständig zu erzählen. Mit still gewordenem Atem stand er auf dem Berg; im Lotus wurde er geboren. Durch den Segen der Devarishis erschien dieser Guru als Mahadeva. Makelloser Kumbhayoni, schöner Agastya, wird er genannt.

5884. Nun nenne ich Shivavakkiyars Geburt, mein liebes Augenjuwel. Im Monat Tai, im zweiten Viertel Maghas, wurde er geboren: das Kind einer hervorragenden Jungfrau aus der Gemeinschaft Tirumulars.

Anmerkung: OCR-Zahlmarke 5864, nach dem Zusammenhang als 5884 eingeordnet.

5885. Dieses Kind wurde Shivavakkiyar genannt, geboren von einer jungen Jungfrau aus der großen Linie Tirumulars. Gibt es unter den Dichtern des klaren Tamil einen, der ihm gleicht? Shivavakkiyar kannte den Geschmack des feinen Tamil. Ohne Täuschung erschien dieser heilige Junge auf Erden.

Anmerkung: OCR-Zahlmarke 5865, als 5885 eingeordnet.

5886. Noch eine Geburt nenne ich dir, edles Kronjuwel: Höre die Zeit, zu der Ramadevar erschien. Im Monat Masi, im zweiten Viertel Purams, geschah die Geburt dieses gestaltlosen Ramadevar.

Anmerkung: OCR-Zahlmarke 5866, hier als 5886 eingeordnet. Die Bezeichnung ‚gestaltlos‘ steht neben der Geburt in einer Gestalt und bleibt erhalten.

5887. Das vierte Viertel wird als Ramadevars Geburtstag angegeben. Schön erschien Ramadevan als Nachkomme seines Großvaters Romarishi. In den Büchern beanstandet man Fehler und nennt unvollständige Ordnungen. Weil das Buch es nicht erklärte, habe ich es liebevoll gesagt; höre aufmerksam zu.

Anmerkung: ‚Viertes Viertel‘ widerspricht unmittelbar dem ‚zweiten Viertel‘ des Verses 5886; die Abweichung wird nicht vereinheitlicht.

5888. Nun zu Pujandar, mein Sohn, vortrefflich in den fünf Erkenntniskräften: Er erschien im Monat Panguni, im zweiten Viertel Uttirams. Durch den Fluch Vararishis nahm dieser Junge seine Geburt an.

5889. Er kam, um das Mondgeschlecht erstrahlen zu lassen, als Sohn einer Veḷḷatti auf Erden. Seine Mutter wird mit Liebesspiel verbunden und auch Arundhati genannt. Durch Fluch und Segen erschien dieser begünstigte Junge, erhielt den Namen eines Asketen und wurde als Pujandar bekannt.

Anmerkung: OCR-Zahlmarke 5869, als 5889 eingeordnet. வெள்ளாட்டி ist eine unsichere soziale beziehungsweise weibliche Bezeichnung; auch வருந்துதி als Arundhati bleibt eine vorsichtige Lesung. Diese Herkunft weicht von der Agni-Kula-Angabe in Vers 5705 ab.

Karuvurar, Punnakkar und Pulippani

5890. Nun nenne ich Karuvurars Geburt, heiliger und berühmter Sohn mit korallenrotem Mund. Im Monat Chittirai, im zweiten Viertel Hastas, wurde dieser Siddha geboren, der Karuvurar genannt wird.

5891. Ein Mann heißt Devadattan; seinen Sohn nennt man Mayan. Wie ich sagte, wurde Karuvurar als Sohn dieses Mayan geboren. Selbst die göttlichen Handwerker der goldenen Welt gleichen Karuvurar nicht. Er schuf die Gestalt für den Pandya und gab sie ihm.

5892. Noch eine Überlieferung will ich nennen, kluger Herr. Die Großen erkannten die Fehler der Schriften nicht; ich sage, so weit ich selbst gesehen habe. Ich erzähle die Geburt Punnakku-Isars, der gewöhnlich erschien. Hat sie jemand auf Erden erkannt? Ich verkünde sie dir, Heiliger.

5893. Im heiligen Monat Vaikasi, im zweiten Viertel des Sterns Chittirai, wurde der berühmte Punnakkar geboren. Da Saturn und Rahu bei seiner Geburt zusammenstanden, nahm er wie ein Devarishi menschliche Gestalt an. Er war das Kind der als unheilvoll bezeichneten Rinderhirtin.

Anmerkung: மாட்டிடைச்சி அமங்கலி verbindet die Hirtenbezeichnung mit einer abwertenden beziehungsweise unheilvollen Zuschreibung; das ist Sprache des Textes.

5894. Nun spreche ich von dir, meinem Augenjuwel Pulippani, ohne auch nur ein wenig abzuweichen. Du wurdest im Monat Purattasi geboren, im vierten Viertel des Sterns Jyoti. So erschien dieser Siddha ohne Täuschung.

Anmerkung: ஜொதி wird als überlieferter Sternname Jyoti beibehalten; keine stillschweigende Gleichsetzung mit einer anderen Nakshatra-Bezeichnung.

5895. Eine noch unberührte junge Frau aus dem Jägergeschlecht sprach im Wald ausführlich mit einem Rishi, der dort mit still gewordenem Atem strenge Askese übte. Dieser große Navakhanda-Rishi vereinigte sich mit ihr. Das Kind, das sie gebar, bist du, mein Sohn.

5896. Du bist dieses Kind. Durch Kalangis besonderen Gnadenblick machtest du den Tiger so fügsam wie eine Kuh und zogst auf ihm als Reittier durch die Welt. Du wurdest mein Schüler, makellos klug und vertrauensvoll; als solcher Siddha kamst du auf Erden zur Geburt.

5897. Noch eine Geburtsangabe, mein Sohn Pulippani: Damit die Menschen der alten Welt es wissen, nenne ich Nandishas Geburt. Im Monat Vaikasi, im vierten Viertel Vishakhas, wurde Nandidevar geboren und zum Guru der Götterstätten auf Erden.

5898. An den Götterstätten erhielt dieser Guru den Namen Nandi. Durch Devendras Fluch wurde er im Brahma-Kula geboren: Er ging in den Schoß einer Jungfrau ein und nahm menschliche Geburt an. In der heiligen Nandi-Gestalt erschien dieser herrliche Siddha.

5899. Höre, mein Sohn Pulippani: Wer könnte Pulastyas Geburt auf Erden ganz erzählen? Im befreienden Monat Avani, im vierten Viertel Anushams, wurde Pulastya hingebungsvoll geboren. So erschien seine Gestalt auf der Erde.

Geburten von Vyasa, Teraiyar und Yakobu

5900. Höre Pulastyas Herkunft, die selbst die Nathas nicht kannten: Durch den Segen eines Devarishi wurde er als Nachkomme Kamalamunis geboren. Er war Agastyas geliebter Schüler, ein heiliger Shiva-Raja-Yogi, der die Unterweisung des heiligen Mantras empfing. Pulastya wird er auf Erden genannt.

Anmerkung: கமலமுனி தன்வயிற்றிற் பிறந்தபேரன் verbindet ‚aus dem Bauch geboren‘ mit ‚Enkel‘; die genaue Verwandtschaft ist nicht eindeutig.

5901. Nun nenne ich Vedavyasas Geburt, mein Sohn Pulippani: Im Monat Ani, im zweiten Viertel Kettais, erschien dieser Junge, der große Vedavyasa. So lautet die Nachricht seiner Geburt.

5902. Er ist Parasharas Sohn und wird Vyasa genannt. Nach dem maßgebenden Buch habe ich es gesagt, damit die Menschen es erkennen. Noch eine Stellung will ich nennen und dir, würdigem Pulippani, die Ordnung erläutern.

5903. Teraiyars Geburt war im Monat Panguni, im zweiten Viertel Mulas. In Herrlichkeit erschien Teraiya-Muni im berühmten Brahma-Kula, als Sohn Vanarishis.

5904. Teraiya-Muni war Agastyas geliebter Schüler. Er empfing die Unterweisung der Erkenntnis und lebte auf dem Berg. Um der Menschen willen trat er seinem Guru Agastya in der Frage der Kunst des Ema, der Goldbereitung, entgegen.

5905. Noch einen Weg, mein königlicher Pulippani: Yakobu war ein makelloser Siddha reiner Erkenntnis. Er veränderte sein Aussehen, suchte Nabi-Nayaka auf und kehrte zurück. Höre seine Geburt: Sie geschah auf Erden im Monat Panguni.

5906. Im Monat Panguni, im vierten Viertel Puradams, wurde Fakir Yakobu geboren, der die alte Welt vergaß. Sein Horoskop täuscht nicht, seine Bestimmung weicht nicht ab. Lange lebte dieser Siddha auf Erden; der hier auch als Gotama bezeichnete Pulastya brachte diesen Heiligen hervor.

Anmerkung: Die Verbindung கோதமென்னும் புலஸ்தியனார் ist in der Vorlage ungewöhnlich und wird nicht an eine andere Genealogie angeglichen.

5907. Er war das Kind einer berühmten Jungfrau im heiligen Weg Muhammads. Mit Saturn und Revati vereint erschien Yakobu in menschlicher Geburt. Er folgte dem großen Weg Muhammads und ging in das besondere Land Makka.

Anmerkung: Die Sternangabe Revati steht neben Puradam im vorherigen Vers; sie wird nicht harmonisiert. Die Herkunftserzählung unterscheidet sich zudem von der zuvor berichteten Namensänderung Ramadevars.

5908. Höre, kluges Juwel: Kongananars Geburt nenne ich genau. Im Monat Chittirai, im ersten Viertel Uttiradams, erschien der von den acht Richtungen gepriesene Junge, der liebevolle Konganavar.

5909. Er erschien im Shankara-Kula als Kind eines Kanina. Dieser Heilige trug den goldenen Schauplatz und war ein berühmter göttlicher Siddha. Konganavar, dem Guten gleich, kam so auf Erden zur Geburt.

Anmerkung: பொன்னரங்கம் பூண்ட ist bildhaft und nicht sicher aufzulösen. Die Shankara-Kula-Zuordnung weicht vom Yadava-Kula in Vers 5715 ab.

Dakshinamurti, Gorakkar und weitere Lehrer

5910. Noch eine Geburt, mein Sohn Pulippani: Dakshinamurti war ein wunderbarer Siddha, dessen Atem still geworden war. Im südlichen Land ruhte er. Die Geburt dieses erstaunlichen Siddhas will ich nun erzählen.

5911. Im Monat Avani, im ersten Viertel Tiruvonams, wurde Dakshinamurti-Nayan geboren. Er war Kollimalai-Nathans Enkel und gehörte zur Vaishnava-Kula-Tradition. Als allwissender Siddha der Erkenntnis erschien er auf Erden.

Anmerkung: OCR-Zahlmarke 9911, nach der Reihenfolge als 5911 gelesen. Diese Herkunft steht neben der Kavundan-Zuordnung des Verses 5716.

5912. So war Dakshinamurti-Nayan, der Herr seiner Herkunftstradition. Nun zu einem Heiligen, der die alte Welt überschritt: Gorakkar wurde im Monat Karttigai, im zweiten Viertel Ayalidams geboren. Das war sein besonderer Tag.

Anmerkung: அயலிடம் ist eine unsichere Sternlesung, möglicherweise eine beschädigte Form; keine sichere Zuordnung wird ergänzt.

5913. Gorakkar wurde dem mondgleichen Vasishtha-Maharishi von einer berühmten Jungfrau der Wald-Kuravar-Gruppe geboren. Er wird als Anuloma bezeichnet. Dieser Gorakkar des Vedanta ist ein strahlender Siddha, das Licht der Siddhi am Ende des Klanges.

5914. Noch eine Geburt, mein königlicher Pulippani: Kaupala-Siddha ist strahlendes Licht. Er wurde im Monat Vaikasi, im zweiten Viertel Sadayams geboren. Dies war der gute Geburtstag Kaupalas.

5915. Er war ein göttlicher Handwerker, ein Kammalar und Weltguru, ein aus Askese hervorgegangener Siddha, der große Kaupala-Rishi. Er fand Vaira-Steine und prüfte daran Gold. Nach der Einsicht in viele Bücher und Kavyas habe ich von Kaupala-Siddha berichtet.

5916. Nun eine weitere Besonderheit, die die Nathas auf Erden nicht erzählten: Jyoti-Muni wurde im Monat Purattasi, im vierten Viertel Purattadis geboren. So war das Erscheinen des großen Jyoti-Muni.

5917. Er war ein Sohn eines Brahmarishi, im großen Sonnengeschlecht geboren; seine Mutter gehörte zur Varavar-Gruppe. Jyoti-Mahamuni suchte Berge, Höhlen und Erhebungen ab, untersuchte Steine und entdeckte den besonderen Vaira-Stein.

Anmerkung: சூரியகு ist beschädigt und wird nach dem Zusammenhang als Sonnengeschlecht gelesen; வரவர் bleibt als unsichere Gruppenbezeichnung erhalten.

5918. Noch ein Geheimnis, edler Pulippani: Höre die Geburt dessen, der mit still gewordenem Atem seinen Weg ging. Im Monat Margazhi, im vierten Viertel Uttirattadis, wurde er an diesem kraftvollen Tag geboren.

Anmerkung: Die Bezeichnung மாடர் am Versanfang ist unsicher; der folgende Vers identifiziert den Betreffenden als Tamarakar.

5919. Wer war Tamarakar? Der Sohn des großen Sundarar, des verstorbenen Sundarar, sein zweites Kind. Er war ein entsagender Weiser, ein Shaiva-Gnani, ein reiner Held unter den Helden. Verlorene Wege erkannte dieser Siddha durch Mantra-Kunst und große Einsicht.

5920. Noch eine Herrlichkeit, guter Sohn: Sundarar war ein Weiser über den großen Weisen. In welchem Monat wurde dieser kluge Herr geboren? Im reinen Monat Avani erschien der strahlende Sundarar.

5921. Es war im dritten Viertel Revatis. Fragst du nach Sundarars innerer Herkunft: Auf dem Gipfel des Kikkindar-Berges war der vortreffliche Navakhanda-Rishi; dessen Enkel ist er. Ein Siddha großer Herrlichkeiten, ein Shiva-Gnana-Siddha der Welt.

Vararishi, Valmiki und Urvashi

5922. Noch eine Kunde, mein junger Sohn. Die Überlieferungen wurden zwar vorgetragen, doch niemand hat dies erzählt. Nun nenne ich Vararishi: Seine Geburt geschah im herrlichen Monat Chittirai.

5923. Im Monat Chittirai, im dritten Viertel Ashvinis, wurde er geboren. Er war ein Enkel Tiranakkiya-Munis, ein Siddha auf dem Befreiungsweg. Vararishi heißt dieser Vishva-Yogi, der die Wahrheit nicht verletzt.

5924. Noch eine Geburt, mein kluger Sohn: Valmiki, königsgleich und ein großer Siddha der Welt, wurde im Monat Purattasi, im vierten Viertel Anushams geboren. Seine Herkunft will ich klar erzählen.

5925. Valmiki war ein Jäger, der Sohn einer jungen Kuratti. Er empfing die Unterweisung ‚Mara, Mara‘. Seine Geschichte hilft den Menschen, den Teil der Erkenntnis zu verstehen. Wem kommt seine Größe zu? Selbst den großen Rishis nicht.

Anmerkung: Mantra-Lautfolge der Vorlage: மராமரா, Mara Mara; keine umgekehrte oder zusätzliche Formel wird ergänzt.

5926. Noch eine Geschichte, mein kluger Sohn: Die berühmte Siddha-Frau Urvashi wurde im Monat Vaikasi, im vierten Viertel Purams geboren. Von allen gepriesen erschien diese mächtige göttliche Frau auf Erden.

5927. Urvashi war eine Enkelin des großen Wald-Rishis Bhringi-Maharishi und die Tochter eines Kanina. In den Schriften und Siddha-Büchern erscheint diese kluge Frau. Im Zusammenhang mit einer Kuhspende wurde sie geboren: so lautet die Geschichte Urvashis auf Erden.

Anmerkung: Die Beziehung zwischen Geburt und கோதானம், Kuhspende, bleibt im Satz unklar.

5928. Noch einen Vers will ich sprechen, mein Augenjuwel Pulippani. Viele weitere Siddhas lebten in mannigfachen Gestalten. Unter den Siddhas ehrwürdiger Gelehrsamkeit habe ich die großen genannt.

5929. Kamalamunis Geburt nenne ich nun: im Monat Vaikasi, im zweiten Viertel Poosams. Dieser göttliche Siddha ohne Zorn war der Welt in Klarheit zugetan. Wer könnte ihn ganz beschreiben? Er ist ein Siddha des Erkenntnislichtes.

5930. Sieh die Herrlichkeit dieses Siddha-Lichtes: Er wurde in der Linie von Kalangis Großvater geboren, ein großer Siddha der Bewusstseinswonne. Noch einen Weg will ich dir offenbaren: die Geburt des erkenntnisvollen Ananda-Siddhas.

5931. Im Monat Masi, im dritten Viertel Revatis, war sein Geburtstag. Er ist Tamarakanars Sohn, der Vedanta-Arivananda. Man bezeichnet ihn als Pratiloma. Gibt es in der alten Welt einen Siddha wie ihn?

5932. Noch ein Geheimnis, edles Juwel am Ende des Klanges: Agappeyar-Siddha erschien als Diener der Siddhas, Munis und Rishis. Die ihn erkannten, ließen ihn gewähren. Er empfing Unterweisung auf Erden. Seine Geburt in dieser Welt will ich dir erzählen.

5933. Er war das Kind einer Jungfrau und kann als Verkörperung des Göttlichen bezeichnet werden. Mit still gewordenem Atem lebte Agappeyar lange. Höre nun die makellose Geburt des großen Siddhas Kudambai.

Anmerkung: Für Agappeyar wird hier trotz der Ankündigung kein bestimmter Monat oder Geburtsstern genannt.

Kudambai, Pambatti und Kalakantar

5934. Im Monat Adi, im dritten Viertel Vishakhas, wurde Kudambai geboren. Er vollzog die Puja zu den drei Tageszeiten, brachte das Opfer zu Ende und nahm Milchnektar zu sich. Von den Großen geliebt lebte dieser Siddha in einer Baumhöhlung.

5935. Kudambai erschien in einem Geschlecht großer Askese. Er trank Milchnektar und tadelte die alte Welt. Lange blieb dieser höchste Siddha hingebungsvoll auf Erden, unter dem reinen Tiruvatti-Baum, von wunderbarer Schönheit.

Anmerkung: Der abschließende Vergleich சுந்தம்போல் ist nicht sicher überliefert. Die frühere Darstellung einer weiblichen Gestalt in Vers 5728 bleibt daneben bestehen.

5936. Sieh diese wundervolle Größe, mein Sohn Pulippani. Der mütterlich sorgende Pambatti-Siddha lebte lange auf Erden. Von den drei Früchten und Milch lebte er lange im Kali-Yuga. Dieser Pambatti-Siddha nahm Geburt in der guten Welt an.

5937. Pambattis Geburtsmonat war Karttigai; sein Stern Mrigashirsha, dessen drittes Viertel. Das war sein süßer Geburtstag. Haben die Siddhas und Munis des Landes dies erkannt? Nach Prüfung der Bücher der achtzehn habe ich es erkannt und gesagt.

5938. Pambattis verborgene Herkunft liegt in der Jogi-Linie. Er war ein Yogi der Zeichen des Verbrennungsplatzes, der Sohn des berühmten blinden Mannes. Mit einer Girlande umwunden wurde dieser Pambatti des Vedanta geboren und empfing heilvolle Unterweisung von Siddha-Munis.

Anmerkung: மாலைசுற்றி kann eine um den Körper liegende Schnur oder Girlande bezeichnen; eine medizinische Geburtsdeutung wird nicht ergänzt. குருடனார் wird wörtlich als blinder Mann gelesen, könnte jedoch auch als Name gebraucht sein.

5939. Höre noch eine Geburt, geliebter Pulippani: Der untadelige Kalakanta-Rishi wurde im Monat Chittirai, im zweiten Viertel Uttiradams geboren. In der Gegend Mampulam trat er als Siddha in Shiva-Gestalt auf.

Anmerkung: மாம்புலம் ist eine unsichere Ortslesung.

5940. Kalakanta-Rishi steht in der Linie des berühmten Peranda-Muni: Er ist der Enkel eines Enkels von dessen Siddha-Muni-Sohn. Dieser mächtige Kalakanta ist ein Shiva-Yoga-Siddha auf Erden. Er kennt die erforderlichen Werke und wird Kalakantar des Vedanta genannt.

Anmerkung: Die verschachtelte Verwandtschaftsangabe der ersten beiden Zeilen ist nicht völlig eindeutig; sie wird nicht auf eine einfache direkte Abstammung verkürzt.

Vadivelar, Yugi und Jamadagni

5941. Nun nenne ich Vadivelars lotusgleiche Geburt, mein Augenlicht Pulippani. Dieser Velar hat drei Yugas überschritten. Geboren wurde er im Monat Avani, im ersten Viertel Poosams; so sage ich es dir.

5942. Im ersten Viertel wurde der edle Vadivelar geboren. Die Schriften darüber türmen sich wie Berge und lassen sich nicht alle nennen. Er unterwies Agastya im Süden. Er ist der jüngere Bruder Vinayakas, der auf einem ebergleichen großen Nagetier reitet.

Anmerkung: Die Tierfolge பன்றிபெருச்சாளி ist ungewöhnlich; sie wird nicht einfach auf die geläufige Mausdarstellung reduziert.

5943. Die Schriften nennen ihn den jüngeren Bruder. Vadivelar-Siddha wird hundert Koti Mal genannt; leidenden Menschen soll er Krankheit nehmen. Man nennt ihn Vadivelar des weiten leeren Raumes. Denen, die mit aufgewühltem Herzen kommen, schenkt er unzählige Schätze. Dieser jüngere Bruder ist auch mein Guru.

5944. Noch eine Geburt, mein Sohn Pulippani: Yugi-Muni wurde im Monat Avani, im dritten Viertel Poosams geboren. An diesem besonderen Tag erschien der kundige Siddha, der Yugi genannt wird.

5945. Yugi-Muni ist Dhanvantaris Enkel. Er wurde von einer zarten Frau aus dem singhalesischen Geschlecht geboren, als Kind eines Kanina. Wie es auf Dravidisch gesagt wurde, ist es auch auf Sanskrit ausgesprochen. Zum Nutzen der Menschen wurde diese Überlieferung mit Nachdruck mitgeteilt.

5946. Noch ein Geheimnis, makelloser Pulippani: Jamadagni-Muni wurde im Monat Aippasi, im dritten Viertel Punarpoosams geboren. Wie der Herr mit dem Halbmond im verfilzten Haar erschien dieser Siddha auf Erden.

5947. Jamadagni-Muni war ein Enkel Bharadvaja-Rishis, das Kind eines Anuloma, ein berühmter Siddha der alten Welt. Die Schrift namens Yugi umfasst zwölftausend. Die reinen Rishis und Devas haben dies nicht gesagt; Sundarar erzählte diese Überlieferung.

Anmerkung: Der Vers wechselt von Jamadagni zu einer Yugi-Schrift; die Verbindung wird nicht durch einen erfundenen Zwischensatz erklärt.

5948. Höre noch eine Angabe, mein Sohn Pulippani: Tiranakkiya-Muni wurde im Monat Purattasi, im zweiten Viertel Tiruvadirais geboren. Die ruhmreiche Schrift im Geist betrachtend wurde dieses Buch bereitwillig gesungen.

5949. Seine Herkunft ist diese: Er ist Jamadagnis Sohn, das gute Kind einer Kuratti. Man bezeichnet ihn als Pratiloma. Den weiteren Weg will ich liebevoll nennen; höre, mein makelloser Sohn Pulippani.

5950. Kandishas Geburt geschah im Monat Vaikasi, im dritten Viertel Purams. Dieser allwissende Siddha blieb beständig auf Erden. Er war Pulastyas Enkel und gehörte zur lieben Jägergruppe der Vedar.

Anmerkung: Die Namensform கண்டீசர் steht hier in der Reihe zu Chandesvara. Die Jägerzuordnung weicht von der Valluvar-Angabe in Vers 5736 ab.

5951. Er war das Kind eines Kanina und lebte lange. In der Höhle strahlte er wie ein schönes Lichtjuwel und wie ein glühender Mond. Er wich nicht von der gerechten Manu-Ordnung ab, beherrschte die meerumgebene Welt und unterwies die untadeligen Dichter des Sangam.

Tirumular und Übergang zur Orakelkritik

5952. Noch eine Geburt, reiner Sohn mit korallenrotem Mund: Tirumular erschien im Monat Purattasi, im dritten Viertel Avittams. So nahm dieser Siddha in der Welt seine Geburt an.

5953. Die Angehörigen Tirumulars kann keine Zunge vollständig beschreiben. Er stritt in der Sangam-Versammlung mit den Pandyas, deren Atem still wurde. Als Sohn des Chera geboren wird er auf Erden als Anuloma bezeichnet. Dieser Siddha besang bereitwillig die Itihasas und Puranas.

Anmerkung: Die Pandya-Zeile ist syntaktisch unklar; die dynastischen und genealogischen Angaben bleiben als Überlieferung der Quelle stehen.

5954. Höre nun ein weiteres Wirken, mein Sohn Pulippani. Ich umreiste die sieben Meere, lebte lange bei den Menschen des Südens und sah viele Wunder. Zahlreiche Tempel gibt es dort für Götter über Göttern.

5955. Unter den Menschen der Welt gibt es viele Zustände vermeintlicher göttlicher Ergriffenheit. Wenn man die Menschen betrachtet, sprechen manche unter Beschwörung grundlegender Gottheiten vertraulich mit ihnen, bleiben in ihrer Nähe und erzählen demjenigen, der Orakel gibt, erstaunlich viel.

5956. Dies ist die außerordentliche Kunst eines gewöhnlichen Haushälters. Auch wenn tausend Menschen liebevoll um ein Orakel bitten, spricht er, als gebe er durch bezwungene Gottheiten gute Nachricht und durch göttliche Gnade den wahren Weg kund. Mit List steigert er seine Ergriffenheit und verkündet den Menschen seine Aussagen.

Wie Orakelsprecher Informationen beschaffen

5957. Höre, wie das Orakelsagen geschieht: Zehn oder zwei Helfer mischen sich unter Männer, Kinder und schöne Frauen. Sie führen viel beiläufige Rede, als wüssten sie nichts. Diese Überbringer von Nachrichten sprechen unauffällig mit den Besuchern.

5958. Sie schließen vertraulich Bekanntschaft mit denen, die zum Orakel kommen: ‚Auch wir sind Besucher. Wir hörten, dieser Mann sage unverfälschte Orakel, und kamen von weit her. Schon am Ort Masi fragten wir ihn; ausgezeichnet war seine Auskunft.‘

Anmerkung: மாசி als Ortsbezeichnung ist nicht gesichert; die fingierte Besuchererzählung wird als Rede der Helfer wiedergegeben.

5959. ‚Was soll man von seinen Orakeln sagen? Von sechzehn Aussagen ist nicht eine falsch!‘ So reden sie, als hätten sie selbst wahrhaft gefragt. Sie freunden sich mit den Hinzukommenden an, sprechen schmeichelnd und bringen geschickt in Erfahrung, was ihr Gegenüber erzählt.

5960. Nachdem sie die Worte des Gegenübers durch geschickte Mittel erfahren haben, teilen sie dem Orakelsprecher alles mit, einschließlich erkennbarer Merkmale, und zeigen ihm die Person. Dann verbergen sie sich an der erhöhten Kultstätte und stehen hinter dem Orakelsprecher.

5961. Von der Seite verborgen geben sie Nachrichten weiter, ohne gesehen zu werden. Der Orakelsprecher legt für die Besucher ein Jangama-Gewand an, trägt Krishna-Haarschmuck und hält eine Udukkai-Trommel. Vor der großen Menge spricht er vielerlei Orakel.

Anmerkung: Die Vorlage verwendet wechselnde Formen wie ஜங்கன், ஜங்கமன் und ஐங்கம்; sie werden im Zusammenhang als Jangama beziehungsweise Orakelsprecher gelesen.

5962. Mit den zuvor ermittelten Worten und den übermittelten Nachrichten sitzt er auf der Orakelbühne, als sei er von einer Gottheit ergriffen. Er öffnet den Mund, kaut Ponnankay und speit den Saft aus, sodass es nach getrunkenem Alkohol riecht.

Anmerkung: பொன்னாங்காய் bleibt als unbestimmte Pflanzen- oder Fruchtbezeichnung stehen.

5963. Er trinkt Alkohol, sodass ihm die eigene Selbstwahrnehmung entgleitet; berauscht zittert sein Körper und hält nicht still. ‚Wer auch kommt und was er fragt: Ich, der Diener des Siddha, werde es sagen!‘ Großzügig redet er wie ein Pandya-König und fragt die Besucher aus.

5964. Nach den zuvor übermittelten Merkmalen mustert er die Menschen mit rollendem Blick. Er zeigt auf eine schöne Frau, die dicht gedrängt in der mittleren Reihe an der nordöstlichen Ecke sitzt, und lässt sie zum Siddha-Diener rufen. ‚Mutter, ach Mutter, deine Beschwerden — der Kopf kommt nicht zur Ruhe‘, sagt er.

Anmerkung: ஆர்க்கமுடி போதாது ist beschädigt; die abschließende Symptomaussage bleibt sinngemäß und unsicher.

5965. ‚Viele Beschwerden hast du; sie weichen nicht, die Krankheit nimmt zu. Dein Mann hat dich verlassen und ist als Wanderer in den Wald gegangen, Mutter. Dein Sohn hat sein Augenlicht verloren. Für Pavadairayan habt ihr ein Gelübdeband gebunden und reichlich Pongal dargebracht.‘

5966. ‚Einundzwanzig Wochen, schöne Frau, seid ihr mit Opfergaben hingegangen. Hat man nicht gesagt, die erste Puja sei eure? Nun kommst du mit schmelzendem Herzen zu mir und fragst, ob Gutes oder Schlechtes bevorsteht. Ist es nicht wahr?‘

5967. ‚Meine Orakel sind wahr, Mutter, sie täuschen nicht. Die Nathas verneigen sich vor mir. Weil mein Orakel sich sichtbar bestätigt, gibt man mir reichlich Geld: Gaben zu meinen Füßen, Blumen, Betel und alle erwünschten Ehrungen, ohne etwas vorzuenthalten.‘

5968. So fordert er unweigerliche Gaben und lässt sich als Siddha-Diener Zusagen machen. Er gähnt, ‚steigt auf den Berg‘ und sagt plötzlich: ‚Ich gehe jetzt.‘ Er nimmt Kampfer und Früchte, führt sie zum Mund und verkündet: ‚Ich gehe zu den Füßen der Vattapuri-Amman; verneigt euch alle!‘

Anmerkung: ‚Auf den Berg steigen‘ bezeichnet hier offenbar den inszenierten Abgang der Gottheit; die Lesung கற்பூர பழம் lässt die genaue Verbindung von Kampfer und Frucht offen.

5969. Wenn der Orakelsprecher zur Verneigung auffordert, halten die vom Text als völlig töricht beschimpften Menschen seine Orakel für wahr und fallen vor seinen Füßen nieder. Obwohl die eine kostbare Gottheit existiert, erklären sie einen Alkohol trinkenden Menschen, nachdem sie sein Orakel und Auftreten gesehen haben, zu einer auf Erden erschienenen Gottheit.

Anmerkung: Die Vorlage verwendet hier ausdrücklich herabsetzende Vergleiche mit Eseln; sie gehören zur Polemik des Autors.

5970. Den Alkohol trinkenden Maduraiviran nennen sie eine Gottheit, die auf Erden Orakel spricht. Völlige Toren und wie von Geistern besessen seien sie, sagt der Text: Selbst nachdem sie gelernt, die fünf Erkenntnisvermögen verstanden und große Schriften gelesen und gehört haben, geraten sie in das Netz der Orakelsprecher und lassen sich verwirren.

5971. Solche Toren lernen viele Bücher und geraten doch in das große Netz der Täuschung. Ihr eigenes Leben auf Erden betrachten sie nicht im Geist. Unzählige Siddhas haben grundlegende Schriften über den Erkenntnisweg verfasst; doch ohne auch nur etwas davon fest im Herzen zu verankern, schauen sie immer weitere Bücher an.

Anmerkung: OCR-Zahlmarke 9971, nach dem Verlauf als 5971 eingeordnet.

5972. Höre, mein würdiger Sohn Pulippani: Schon zu Lebzeiten meines Vaters Kalanginathar verloren Menschen auf Erden Halt und Verstand, fragten nach Orakeln, vergaßen die süße Manonmani und gingen auf dem Weg der Torheit.

Sattakanni-Orakel und missbrauchtes Vertrauen

5973. Der Jangama-Orakelsprecher sitzt auf seiner erhöhten Kultstätte, betrachtet die Menge und sagt: ‚Ich, die Sattakanni, bin gekommen! Große Ergriffenheit ist entstanden, ihre Gegenwart weht heran. Wenn ihr ein Orakel erbittet, werde ich sprechen.‘

5974. Unter Spielen der Ergriffenheit und lautem Om sagt er: ‚Ich bin die Jungfrau mit unveränderlicher heiliger Gestalt. Im Wald des grünen Rishi gibt es Fluss, Teich und tiefes Becken; ich bin die Waldjungfrau, die dort wohnt. Seit langer Zeit komme ich gern an eure Schwelle, um mein Spiel zu entfalten.‘

5975. Während der Jangama so spricht, steht einer aus der ahnungslosen Menge auf und bittet um ein Orakel: ‚Grüne Jungfrau mit runden Brüsten, sage mir liebevoll die Zeichen. Mein Vater hat unzählige Schätze hinterlassen; auf Erden besitze ich sehr viel.‘

5976. ‚Reichen Besitz habe ich, ein Glück, das die Nathas gaben. An allen Götterstätten übte ich den Dharma, vollzog großzügig Opfer und brachte große Gaben dar. Unzählige Wohltaten habe ich wahrhaft gegeben — doch einen Sohn habe ich nicht.‘

5977. So sprach einer der Männer zum Jangama: ‚Zarte jungfräuliche Mutter, die du aus den Höhlen des Berglandes kommst! Als Ehepaar sind wir zu dir gekommen; ich wünsche einen Sohn. Gib mir heute ein Orakel und einen guten Weg‘, bat er mit Verehrung.

5978. Der Haushälter legte Gaben zu den Füßen nieder. Mit seiner Frau warf er sich ganz zu Boden: ‚Beschütze uns vollständig, du mit dichtem Haar, und schenke mir einen Sohn. Freudig werde ich dir Kampferlicht darbringen‘, gelobten sie.

Anmerkung: மழுவுடனே, wörtlich ‚mit der Axt‘, steht vor dem Kampferlicht, ist im Satz aber nicht sicher zu verbinden.

5979. Der Jangama in der Rolle der Sattakanni freute sich und sprach bereitwillig: ‚Du wirst einen kostbaren Sohn erhalten; reichen Kindersegen hast du. Genau habe ich dir das Orakel gesagt. Lass deine schöne Frau von heute an einundzwanzig Wochen zur Puja kommen.‘

5980. Der Haushälter hörte die Worte des Sattakanni-Jangama, rief seine Frau und sagte: ‚Von heute an sollst du, wie die Sattakanni durch den Jangama verkündet hat, einundzwanzig Wochen zu dieser Kultstätte gehen.‘

5981. Die Frau widersprach ihrem Mann nicht. Sie hielt die Worte des Betrügers für wahre Unterweisung. Als einfache Frau ging sie zur Schwelle des Jangama und traf ihn an der Kultstätte, ohne dass die anderen es wussten.

5982. Der Sattakanni-Jangama führte die zarte Frau mit sich und behauptete: ‚Selbst himmlischen Munis und Göttern habe ich viele Orakel gegeben.‘ Wie Krishna mit seiner Tulasi-Girlande nahm er ihre Hand, umarmte sie und vereinigte sich mit ihr; so zeugte er ein Kind.

Anmerkung: OCR-Zahlmarke 5962, als 5982 eingeordnet. Die Erzählung entlarvt hier die unter religiösem Vorwand herbeigeführte sexuelle Beziehung; sie belegt kein Wunder.

5983. Einundzwanzig Wochen ging sie zur Kultstätte und war Woche für Woche mit dem Jangama zusammen, als hätte sie besondere Gunst erhalten. Wie in einem Traum der Schriften kehrte sie zu ihrem eigenen Ort zurück. Sie meinte, den Segen der Sattakanni empfangen zu haben, und kam in den nördlichen Ort zurück.

Anmerkung: Die Orts- und Personenbezüge der letzten beiden Zeilen sind unsicher; der wiederholte Besuch und die Rückkehr bleiben klar erkennbar.

5984. Nach langer Zeit gebar sie einen Sohn. Ihre Sorgen und Not wichen, als sie einen siddhagleichen Jungen bekam. Mann und Frau liebkosten ihr Kind und sagten: ‚In dieser Welt gibt es die Sattakanni wirklich, genau wie das schöne Orakel sagte.‘

5985. So reden die völligen Toren, sagt der Text. Was nützt ihnen das Studium der schönen Schriften? Der Jangama ist ein Mensch wie wir, auf dieser Erde geboren. Ohne zu erkennen, dass er ihresgleichen ist, nennen sie diesen Menschen einen Herrn und fallen vor seinen Füßen nieder.

5986. Durch ihre verstrickende Verbindung gerieten sie in sein Netz; der Text schreibt dies einer zurückgebliebenen Schuld zu. Sie gaben ihm Ansehen, verehrten ihn als ihre Familiengottheit und ließen sich durch schmeichelnde Erzählungen vom Axtträger täuschen. Unzählige Menschen hörten solches auf Erden.

Anmerkung: Die erste Zeile zur Vereinigung ist beschädigt; die Schuldzuschreibung gehört zur polemischen Deutung des Erzählers.

Kritik an Ergriffenheit und fehlender Urteilskraft

5987. Noch ein Weg: Den Menschen des Südens werden unzählige Gottheiten und endlose religiöse Wege genannt. Bedrängte Menschen beten wieder und wieder, geben allen erworbenen Besitz hin und bitten dann selbst um Wohlstand.

5988. Über Menschen kommen Orakelzeichen; in vermeintlicher Ergriffenheit spielen sie ihre Rollen: ‚Ich habe meinen Ort verlassen und bin gekommen; ich bin die göttliche Jungfrau. Mein Name ist Marattu-Muni; ich bin Ellai-Pidari; ich bin Lata-Muni!‘ So lauten ihre großen Ergriffenheitsreden.

Anmerkung: OCR-Zahlmarke 5968, nach dem Verlauf als 5988 eingeordnet.

5989. ‚Ich bin Amman-Kali! Ich bin Vel-Murugan! Ich bin Vadai-Muni! Ich bin Katteri! Ich bin Tiruvengadapati! Ich bin Angala-Valli! Ich bin Kattavarayan!‘ — so werden unzählige verschiedene Gottheiten genannt.

5990. Unzählige Gottheiten sollen Menschen auf Erden ergreifen. Als wären sie göttlich berauscht, zeigen sie vielerlei Ergriffenheit. Unter Bewohnern, Gefolge und Truppen bilden sie Gruppen und feiern diese Zustände. Laut und kraftvoll sprechen sie Pranaya-Beschwörungen aus.

Anmerkung: பிராணாய உட்சாடம் ist eine ungewöhnliche Bezeichnung; daraus wird keine bestimmte Atemtechnik ergänzt.

5991. Höre, mein Lieber: Viele Latakavi-Sprüche und viel verhüllende Fachsprache tragen sie vor. Ihre Ergriffenheit steigert sich, ihr Körper zittert. Im Zustand des Chidabhasa sprechen sie zahlreiche erstaunliche Dinge und erzählen allerlei Verdrehungen, als hätte eine Gottheit sie ergriffen.

5992. Die Menschen des Südens halten diese Worte für wahr, geben Geld und allen Besitz hin und fragen nach Orakeln. Was nützt es, rasche Dichtkunst und Schriften zu prüfen, wenn Menschen ohne Einsicht bleiben? Du mit leuchtendem Gewand, Schüler Bogars: Ich werde es dir klar sagen; höre!

5993. Die Menschen des Südens fragen eifrig nach Orakeln und verlieren ihre Urteilskraft. Sie betrachten die Schriften nicht gründlich, werden blind im Geist, verlieren Einsicht und Würde und geraten ins Netz der Unwissenheit. Unzählige leben im Land als Untertanen Yamas, ohne den eigenen Weg zu gehen.

Anmerkung: Die pauschale Abwertung einer Region ist die Polemik der Quelle, keine Tatsachenfeststellung der Übersetzung.

5994. Höre, mein Schüler und Sohn Pulippani: Mit der Kulikai bereiste ich Länder über Länder. Durch Kalangis Gnadenblick überquerte ich die sieben Ozeane, umreiste die sieben Meere und erreichte einen gefestigten Zustand.

5995. Ich sah die acht Richtungen. Menschen so verdorben wie jene des Südens habe ich sonst nicht gesehen, erklärt der Erzähler. Im großen Südland sah ich unzählige Menschen; genau so fand ich es vor, wie Kalanginathar es geschildert hatte.

Anmerkung: Die abwertende Verallgemeinerung wird ausdrücklich als Wertung des Erzählers wiedergegeben.

Abschluss des sechsten Teils

5996. Nachdem ich dies gesehen hatte, verkündete ich das gewichtige Bogar-Siebentausend: zur Freude der himmlischen Munis und Devas, für Siddhas, Menschen, großzügige Gurus, Könige und Haushälter. Wie einen Sturm ließ ich dieses Werk für die Großen und die im Haushalt Lebenden ertönen.

5997. Höre: Für Haushälter wie für Siddha-Munis ist das große Siebentausend wie ein Ozean. Alle großen Bücher sind darin enthalten. Ein Werk, das darüber hinausreicht und ihm zur Seite steht, ist Agastyas Kavya, das mächtige Werk der zwölftausend, das der kundige Muni sang.

5998. Im Sapta Kandam stehen alle diese Weltwunder. Dies ist sein sechster Teil, ein umfangreicher Guru-Text. Der abschließende siebte Teil wird weitere solche Wunder nennen. Durch Kalangis Gnadenblick sang ich dieses große Buch.

5999. Dieses Buch ist das Sapta Kandam; seine feinen Inhalte lassen sich nicht erschöpfend aufzählen. Die Werke der achtzehn reichen an dieses Werk nicht heran, behauptet der Text. Die neun Koti Rishis verfassten unzählige Bücher; doch keines habe die große Herrlichkeit dieses Buches.

6000. Durch den gütigen Gnadenblick der Füße meines Vaters Kalanginathar und durch die Gnade der süßen Manonmani sang ich das Kavya der siebentausend, damit die Menschen der Welt gedeihen, für die großen Menschen von Chinapati. In diesem Siebentausend sind hiermit zweimal drei, also sechs Teile liebevoll vollendet.

Lesefolge: Erster bis dritter Teil · Vierter bis sechster Teil · Siebter Teil

Zentrale Lehren für Yoga und Meditation

Übung soll zu eigener Erfahrung führen

Die Verse 21, 25, 27 und 101–104 warnen vor einem Yoga, der beim Reden stehenbleibt. Für die heutige Praxis lässt sich daraus eine schlichte Frage gewinnen: Welche kleine, verlässliche Übung trägt mein Leben tatsächlich? Ein regelmäßig eingehaltenes Maß an Yoga und Meditation kann die Beschäftigung mit einer großen Schrift erden. Das ist eine heutige Anregung, keine im Werk vorgeschriebene Übungsdauer.

Sammlung und Hingabe gehören zusammen

In den Versen 30–31, 41–42 und 52–57 wird die innere Arbeit zur Puja: Der Geist pflückt eine Blüte, legt sie zu den göttlichen Füßen und bittet um Gnade. Konzentration muss deshalb nicht hart oder verkrampft sein. Als einfache, vom historischen Ritual unabhängige Betrachtung kann man ein Gefühl der Dankbarkeit oder eine gute Absicht wie eine Blüte innerlich darbringen.

Mitgefühl macht Erkenntnis glaubwürdig

Vers 126 setzt einen starken Akzent: Die Eignung zum Empfang von Wissen zeigt sich im Schutz anderer und im Mitgefühl mit allen Lebewesen. Gerade nach den schroffen Warnungen der vorangehenden Verse eröffnet diese Stelle einen positiven Maßstab. Wer sich mit Siddhis beschäftigt, kann zugleich fragen: Werde ich durch meine Praxis geduldiger, wahrhaftiger und hilfreicher?

Wissen darf mit Demut verbunden bleiben

Die Schlussverse 6991–7001 sind von bemerkenswerter Bescheidenheit geprägt. Der Verfasser bittet um wohlwollende Korrektur und vergleicht seinen Gesang mit dem Krächzen einer Krähe vor einem Papagei. Darin liegt eine Anregung zum Svadhyaya: aufmerksam lesen, das Verstandene leben und zugleich bereitbleiben, Fehler zu berichtigen. Gerade die Liebe zu einer Schrift kann sorgfältiges Prüfen einschließen.

Fünf Anregungen für das Schriftenstudium

  1. Lies einen der fett überschriebenen Versblöcke langsam. Lass anschließend eine kurze Zeit der Stille entstehen.
  2. Wähle eine verständliche Aussage aus, die dich anspricht. Halte sie von einer unsicheren Textstelle oder einer redaktionellen Erläuterung klar auseinander.
  3. Beobachte den Atem für einige ruhige Atemzüge, ohne ihn anzuhalten oder zu erzwingen. Dies ist eine einfache heutige Einstimmung, keine Rekonstruktion von Bogars Vasi-Verfahren.
  4. Verbinde die Lektüre von Vers 126 mit einer konkreten hilfreichen Handlung gegenüber einem Menschen oder einem anderen Lebewesen.
  5. Prüfe am Ende des Tages freundlich, wo sich Sammlung, Wahrhaftigkeit oder Dankbarkeit gezeigt haben. Beginne am nächsten Tag erneut.

Praxisverse und Mantraregister

Bogar Sapta Kandam 108 Verse und Mantras bietet 108 ausgewählte Strophen mit tamilischem Wortlaut, vollständiger deutscher Übersetzung und einem anschließenden Register der heiligen Laute und Rezitationsstellen. Formeltexte, bloße Mantranamen und unsichere Lesungen werden unterschieden.

Weiterführende Videos

Die folgenden allgemeinen Erläuterungen von Yoga Vidya können beim Verständnis der Begriffe helfen. Sie sind keine Kommentare zu Bogars tamilischem Werk; Unterschiede der jeweiligen Lehrsysteme bleiben bestehen.

Kundalini Yoga

Nadis und Chakras: Begriffe und Aussprache

Quellen und Hinweise zur Übersetzung

Verwendete Textgrundlage

  • Bogar 7000 / Bogar Sapta Kandam, tamilische elektronische Ausgabe, Herausgeberangabe im Vorspann: Ingenieur Sugumaran, Chennai. 913 PDF-Seiten; abschließende Versnummer 7001. Ein verlässliches bibliographisches Erscheinungsjahr ist der hier herangezogenen Titelangabe nicht zu entnehmen.
  • Tamilischer Erkennungstext derselben Werkfassung; verwendet wurde die Internet-Archive-Textfassung. Die eingebetteten Seitennavigationen gehören nicht zum Grundtext.
  • Bogar 7000 Saptha Kaandam bei Internet Archive: Digitale Ausgabe mit tamilischem Grundtext.

Textumfang, Nummerierung und verbleibende Unsicherheiten

Alle sieben Teile der vorliegenden Werkfassung sind bis Nummer 7001 fortlaufend bearbeitet. Die Ausgabe ist eine vollständige Bearbeitung des vorhandenen Umfangs mit örtlich markierten Übersetzungslücken. Ein vollständiger philologischer Vergleich mit weiteren Handschriften oder Druckausgaben wurde nicht vorgenommen.

Bereits die PDF-Vorlage überspringt die Nummern 973–978, 998–1000, 2853, 2879, 3479, 4000, 4212 und 4894–4900. Ob jeweils Text fehlt oder nur eine Fehlzählung vorliegt, bleibt offen. Die Nummern 557, 585, 2803, 3001, 3375, 3845, 4211 und 6148 sind doppelt vergeben; die zugehörigen Strophen bleiben getrennt erkennbar. Die doppelte 3001 bildet zugleich die Grenze zwischen drittem und viertem Teil. Wiederholte oder nahezu wiederholte Texte unter verschiedenen Nummern, etwa 2500/2501, 3648/3649, 4893/4901, 5411/5412 und 6100/6101, werden nicht gestrichen.

Zahlreiche OCR-Zahlfehler wurden aus der fortlaufenden Stellung und teilweise am PDF berichtigt; die jeweiligen Lesungen sind lokal vermerkt. Gezielte Sichtprüfungen bestätigen unter anderem die doppelte 4211 auf PDF-Seite 552, die Textwiederholung 6100/6101 auf Seiten 796–797 und die beiden unterschiedlichen 6148 auf Seiten 802–803. Das ist keine vollständige Kollation sämtlicher Zeichen.

Das Bogar Sapta Kandam ist in tamilischer Sprache überliefert. Die Versauswahl gibt den tamilischen Originaltext neben der deutschen Übersetzung wieder. Die vollständigen tamilischen Ausgangsdateien sind im Begleitarchiv erhalten. Die deutsche Übersetzung folgt unmittelbar dem Tamilischen, keiner englischen Zwischenübersetzung.

Besonders unsicher sind mehrere Mantrafolgen, alchemistische Stoffnamen und einzelne Beschreibungen höherer innerer Zustände. Die betroffenen Stellen sind unmittelbar im Text markiert. Lesbare Teilpassagen bleiben übersetzt; unlesbare Passagen werden nicht durch inspirierende Neudichtungen ersetzt. Begriffe wie Samadhi, Siddhi und Maya dienen der Verständlichkeit, ohne die eigenständige tamilische Ausdrucksweise überall in ein anderes System zu überführen.

Bilder, Videos und Seminarverweise

Die verwendeten Bilddateinamen und Videoeinbindungen sind auf der Yoga-Vidya-Wiki-Seite Kundalini Yoga belegt. Die Seminarfeeds wurden aus den vorhandenen Wiki-Seiten Kundalini Yoga, Chakra und Indische Schriften übernommen. Bilder und Videos sind allgemeine Begleitmedien, keine Illustrationen aus der tamilischen Quelle.

  1. ↑ Bogar 7000 / Pokarin Capta Kantam, tamilische elektronische Ausgabe, herausgegeben von dem im Vorspann als Ingenieur bezeichneten Sugumaran, Chennai. Verwendet wurden die PDF-Datei 396464785-Bogar-7000-Sapthakaandam-pdf.pdf mit 913 PDF-Seiten und der beigefügte tamilische Erkennungstext. Öffentlich zugängliche Textfassung: Bogar 7000 Saptha Kaandam, Volltext bei Internet Archive.

Siehe auch

Tamilische Texte und verwandte Themen

Lehrer und Gestalten der Überlieferung

Die folgenden Personen und Gestalten begegnen im Werk. Die Verweise erschließen ihre jeweiligen Überlieferungen; sie setzen keine historisch gesicherte Begegnung mit Bogar voraus.

  • Bogar – dem das Bogar Sapta Kandam zugeschrieben wird
  • Kalanginathar – der im Werk verehrte Lehrer Bogars
  • Pulippani – als Schüler und Empfänger der Unterweisung angesprochen
  • Agastya – auch unter dem Namen Kumbha-Muni genannt
  • Tirumular – im Schlussabschnitt mit seiner Lehrlinie erwähnt
  • Patanjali und Vyaghrapada – in der Eingangsverehrung genannt
  • Kamalamuni – unter anderem in der Anrufung des siebten Teils verehrt

Verwandte Tantra- und Yogaschriften

Die folgenden Texte eröffnen Vergleichsmöglichkeiten zu innerer Verehrung, Körperlehre, Mantra und Erkenntnis. Ihre Aufnahme bedeutet nicht, dass eine direkte Abhängigkeit von Bogars Werk nachgewiesen wäre.

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Schlussgedanke: Staunen und Unterscheidung verbinden

Die mittleren Teile des Bogar Sapta Kandam führen durch Begegnungen mit Lehrern, ungewöhnliche Erzählungen und Fragen nach den Grenzen des körperlichen Lebens. Wer diese Vielfalt mit offenem Herzen liest, darf zugleich den eigenen Verstand wachhalten. Die Spannung zwischen Vertrauen und Prüfung gehört zur Begegnung mit dieser Schrift.

Eine heutige Anregung daraus ist, sich von Wundern zum Fragen bewegen zu lassen: Welche Absicht trägt meine spirituelle Praxis? Suche ich Anerkennung oder wächst meine Bereitschaft, zu lernen und anderen zu helfen? Unterscheidungskraft, Hingabe und Demut können einander stärken. Die Lektüre gewinnt Tiefe, wenn sie zu aufrichtiger Selbstbeobachtung führt.

Im siebten Teil begegnen uns weitere Unterweisungen, bevor das Werk in Dankbarkeit gegenüber den Lehrern und einer Bitte um liebevolles Lesen ausklingt.

Die Bogar-Sapta-Kandam-Ausgabe: Teile 1–3 und Einführung · Teile 4–6 · Teil 7 und Werkabschluss · 108 Verse und Mantraregister