Baum Meditation

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In der Baum Meditation wird das Bild eines Baumes als Konzentrationsobjekt genutzt. Die Natur gibt uns viele Anregungen für tiefe Kontemplation und Meditation. Gerade jetzt im Frühjahr, wo die Natur aus dem Winterschlaf erwacht und sich in voller Pracht zu entfalten beginnt, erinnert sie uns daran, dass auch wir neue Blüten und Früchte in Form von Talenten und Fähigkeiten oder Projekten hervorbringen können.

Sei wie ein Baum. Verwurzel dich und wachse.

Auf einer subtileren Ebene bildet der Kreislauf der Natur die Veränderlichkeit und Vergänglichkeit der Welt ab, das ständige Werden und Vergehen. Und auf einer höchsten Ebene kann uns die Einstimmung auf die Natur zu einer Erfahrung der Verbundenheit und Einheit mit allen Wesen und dem ganzen Universum führen.

Artikel von Swami Nirgunananda aus dem Yoga Vidya Journal Nr. 30, Frühling 2015

Anleitung: Baum-Meditation

Sitze aufrecht und so entspannt wie möglich in deiner Meditationshaltung.

Gehe kurz mit deiner Achtsamkeit durch die verschiedenen Körperteile von unten nach oben und entspanne sie dabei. Entspanne besonders den Bauch – lasse den Bauch ganz weich und locker werden. Lasse die Schultern sanft und entspannt nach hinten unten gleiten. Unterkiefer und Zähne sind ganz locker und sanft übereinander und berühren sich nicht. Die Augenlider schließen sich ganz sanft über den Augen. Die Stirn ist ganz glatt.

Ich lade dich heute ein zu einer Baummeditation.

Der Baum dient oft als ein Symbol für die ganze Welt, das ganze Universum, nämlich wie auf einer Ebene alles miteinander zusammenhängt – jedes Blatt ist für sich und trotzdem immer organisch mit dem Baum verbunden - und gleichzeitig ist der Baum auch ein Symbol für Wachstum und Entfaltung. Die Schritte dieser Meditation können helfen, dass du diese Verbundenheit mit der Erde und anderen Wesen intuitiv erfühlen und erleben kannst.

Stelle dir einen Baum vor – vor deinem inneren Auge entsteht vermutlich spontan das Bild eines Baums – sei es eines ausladenden Baumes auf einer Wiese, oder in einem Wald ... Behalte das Bild deines Baumes bei und werde dir bewusst: Der Baum ist verwurzelt in der Erde. Die Erde trägt ihn. Die Erde nährt ihn. Er ist ein Kind der Erde und gleichzeitig Teil der Erde. Er besteht aus den Elementen dieser Erde. Ein paar Momente Stille ...

Der Baum wächst zum Licht, zum Himmel. Er braucht dazu Sonne und Regen. Er ist ein Kind der Sonne, des Regens, des Raums, der Luft, die ihn umgibt. Er absorbiert Kohlendioxid und wandelt es um in Sauerstoff. Ein paar Momente Stille ...

Der Baum ist Lebensraum für Vögel, Käfer, Eichhörnchen usw. Ein paar Momente Stille ...

Jeder Teil des Baumes wiederum ist für sich individuell und doch nicht getrennt vom Baum: Jedes Blatt oder jede Nadel, jede Blüte, jede Frucht, jeder Ast ist auf seine Art einmalig und individuell, gleichzeitig aber verbunden. So sind auch wir wie Teile eines großen Baums – in der Essenz miteinander verbunden. Als ein Blatt am Baum kannst du dich mit anderen Blättern eins und verbunden fühlen. Ein paar Momente Stille ...

Jetzt spüre, du bist der Baum. Die Wirbelsäule, dein ganzer Körper ist wie der Baum, verbunden mit Himmel und Erde, verbunden mit diesem großen organischen Lebensbaum, eingebettet in die natürliche Ordnung des Universums, integraler Bestandteil dieser ganzen Welt. Und fühle dich getragen von dieser Erde, eingebettet in den Raum, den Himmel. Er ist ein Symbol für Dein Leben, für Leben an sich, Existenz an sich – verbunden in der Essenz, nicht wirklich so getrennt und abgeschnitten, wie wir uns meist fühlen. Fühle die Verbindung, das Einssein, und die Freude, die daraus entsteht. Gut verwurzelt und begründet, geborgen, kannst du jeden Tag in deinem Leben, jeden Moment, weiter wachsen, so wie aus einem kleinem Samen ein großer Baum entsteht. Kannst all deine Fähigkeiten und Talente weiter entfalten, so wie die Blätter, Zweige, Blüten, Früchte eines Baumes.

Spüre diese Entfaltung, Öffnung, Freude, Weite ...

Meditationsanleitung von Swami Nirgunananda

Anleitung: Dein Lebensbaum

Eine Meditation in mehreren Schritten. Du kannst sie auch aufteilen und nur einzelne Phasen herausgreifen.

Sitze aufrecht und gerade – fühle dich in deiner Sitzhaltung wie ein Baum: ganz fest verankert in der Erde, von dieser festen Basis aus nach oben strebend und dich entfaltend.

Chante laut Om und/oder ein anderes Mantra oder wiederhole geistig Om oder ein anderes Mantra, um den Geist auf eine ruhige Schwingung einzustimmen.

1. Verwurzelung, getragen und genährt sein

Stelle dir einen Baum vor deinem inneren Auge vor:

  • Vielleicht eine Eiche oder Linde auf einem Feld oder einer Wiese, mit ausladenden Ästen
  • oder einen Tannenbaum oder eine Buche im Wald
  • oder ein anderes Bild eines Baums, das spontan kommt

Werde dir bewusst, wie der Baum fest in der Erde verwurzelt ist und fühle dich ebenso fest verwurzelt und getragen von der Erde. Werde dir bewusst, wie der Baum von der Erde genährt wird und fühle dich ebenso genährt, angenommen und geborgen von der Erde. Du kannst bei dieser Phase bleiben, oder nach einer Weile zur nächsten übergehen.

2. Entfalte deinen Lebensbaum

Fühle dich wie der Baum. Wie der Baum strebst du nach oben, wächst, entfaltest Äste, Zweige, Blätter, Blüten und Früchte.

Du kannst überlegen: Welche Zweige, Blätter, Blüten und Früchte möchte ich in meinem Leben entfalten:

  • vielleicht ein bestimmtes Vorhaben
  • oder ein bestimmtest Ziel
  • oder eine Idee
  • oder ein Wunsch
  • eine Lebenssituation
  • eine oder mehrere Qualitäten und Eigenschaften

Wähle dir eine davon aus und visualisiere und versetze dich ganz hinein, wie sich diese besondere Blüte entfaltet, eine wunderbare Frucht für dein Leben und deine Umgebung daraus entsteht. Das kannst du mit einer Idee, einem Ziel, einer Eigenschaft machen und nur dabei bleiben, wenn ein Wunsch oder eine Vorstellung besonders stark ist. Oder du kannst auch einen ganz bunten, vielfältigen Baum entfalten mit vielen wunder- schönen, verschiedenen Blättern, Blüten und Früchten.

Wenn kein konkreter Wunsch da ist: erlebe einfach die Schönheit der Entfaltung dieses Lebensbaums vor deinem inneren Auge – entweder visuell oder nur mit dem Gefühl und der gedanklichen Vorstellung.

Du kannst bei dieser Phase bleiben, oder nach einer Weile zur nächsten übergehen.

3. Der Kreislauf des Lebens

Werde dir bewusst, was für ein Wunder du täglich in der Natur am Beispiel des Baums wahrnehmen kannst: Im Winter zieht er seine Lebenskraft zurück, im Frühjahr erblüht er wieder, im Sommer schenkt er wohltuenden Schatten und Früchte, im Herbst gibt er seine Blätter der Erde zurück. Und in dem kleinen Samen ist der ganze mächtige Baum latent, als Potenz vorhanden.

Und so ist die ganze manifeste Welt, die Schöpfung, ein ewiger Kreislauf. Ein ständiges Werden und Vergehen, ein Übergehen von einer Seinsform in die andere. Mit einer unfassbaren Intelligenz hinter allem.

Du kannst bei dieser Phase bleiben, oder nach einer Weile zur nächsten übergehen.

4. Alles ist miteinander verbunden

Die Baum Asana

So wie der Baum von der Erde genährt wird, nimmt auch dein Körper Nahrung von der Erde auf und ist so mit der Erde verbunden. Die Pflanzen nehmen Kohlendioxid auf und wandeln es in Sauerstoff um. Andere Lebewesen nehmen den Sauerstoff auf. So bist du über die Atemluft mit anderen Wesen, mit dem ganzen Raum, verbunden. So wie der Baum und andere Wesen sich im Raum befinden, so bist auch du im Raum, und teilst den Lebensraum, den Weltraum, mit ihnen.

Dehne deine Bewusstheit aus und spüre: Dein Bewusstsein ist nicht auf diesen Körper und diesen Geist beschränkt. Deine Bewusstheit durchdringt alles, und ist eins mit dem Spirit, dem Bewusstsein in und hinter allen Lebensformen. Vielleicht kannst du einen Moment oder länger spüren, erfahren: Ich bin eins mit allem, in meinem tiefsten Wesenskern bin ich unbegrenzt, unendlich, verbunden mit allem.

Vertiefe den Atem. Wiederhole geistig oder laut drei Mal Om und ein Segensmantra. Öffne langsam die Augen.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Seminare

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Swami Divyananda,