Unredlichkeit

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Unredlichkeit - praktische Lebenshilfe zu einem schwierigen Thema. Unredlichkeit ist ein Verhalten, dass betrügerisch, unehrlich, unaufrichtig ist. Unredlichkeit kann man auch einem Menschen als Charaktermerkmal attestieren, von dem man annimmt, dass er regelmäßig andere betrügt, beziehungsweise unaufrichtig ist. Redlichkeit bedeutet Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Rechtschaffenheit.

Wahrhaftigkeit ist ein Gegenpol zu Unredlichkeit

Jemand kann ein redlicher Mensch sein, ein redlicher Freund, der sich darum bemüht, rechtschaffen und ethisch zu sein. Jemand kann sich redlich bemühen, also etwas tun so gut wie er kann. Redlich als Adjektiv kommt vom althochdeutschen redilīh. mit der Bedeutung rednerisch, gut gesprochen, wohlgeordnet, vernünftig, vernunftgemäß, seit um 1000 n.Chr. nachweisbar. Daraus entstand dann die Bedeutung rechtschaffen und pflichtbewusst. Wer sich nicht ernsthaft bemüht, dem kann man Unredlichkeit nachsagen. Wer etwas bekommen will, das ihm nicht zusteht, den kann man als unredlich bezeichnen.

Man kann sich auch beschweren über die Unredlichkeit einer ganzen Gruppe von Menschen, die eines behauptet und etwas anderes tut. Z.B. beschweren sich manche über die Unredlichkeit von Politikern, die vorgeben etwas für das Gemeinwohl zu tun, aber eigentlich nur nach Posten streben. Inwieweit dieser Vorwurf auf welche Gruppe von Politikern zutrifft oder auch nicht, müsste im Einzelfall untersucht werden. Jedenfalls können Menschen auch gemischte Motive haben: Sie können redlich sich für das Gemeinwohl einsetzen wollen - und gleichzeitig sich freuen, wenn sie eine Wahl gewinnen und damit einen bestimmten Posten.

Umgang mit Unredlichkeit

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz (2016)

Es gibt verschiedene Formen von Unredlichkeit. Wenn eine Unredlichkeit mit Veruntreuung zu tun hat, dann ist das eine Sache für die Polizei, die Staatsanwaltschaft oder auch die internen Untersuchungsbehörden oder Untersuchungsorgane eine größeren Unternehmens. Unredlichkeit sollte man nicht dulden. Kleinere Unredlichkeiten leisten Vorschub für größere Korruption und für vieles Unrecht.

Man sollte keine Unredlichkeiten durchgehen lassen. Natürlich muss man aufpassen, was man als Unredlichkeit beurteilt oder verurteilt. Man kann auch mal etwas übertreiben. Jemand kann auch mal ungerade für gerade sein lassen und manche empfinden das schon als unredlich. Man muss das durchaus überlegen und beurteilen. Man kann einen Menschen auch mal ansprechen und ihm sagen, dass einen dieses oder jenes stört. Aber es gilt immer zu überprüfen, ob diese Unredlichkeit etwas ist, was schon in die Kriminalität hingeht, dann solltest du diese Unredlichkeit nicht decken.

Unredlichkeit überwinden

Ein Eintrag im Yoga Vidya Lexikon zur spirituellen Ethik zu finden auf Yoga Vidya.

Unredlichkeit überwinden. Was ist überhaupt Unredlichkeit und warum willst du sie überwinden? Zu aller erst einmal, die wenigsten Menschen werden sich selbst als unredlich empfinden, unredlich sind immer die anderen. Daher habe ich ja auch schon einen Vortrag über "Umgang mit Unredlichkeit" gegeben. Aber zu erst Mal muss man sich bewusst machen, bin ich vielleicht an manchen Stellen unredlich, was heißt denn überhaupt unredlich?

Unredlichkeit heißt, zunächst einmal, du redest und du machst etwas anderes als du redest. Unredlichkeit würde zum Beispiel sein, wenn du sagst: "Ja, ich engagiere mich dafür. Ich tue das und ich werde das machen." Und du machst es doch nicht. Das ist Unredlichkeit.

Oder du sagst, du hast etwas gemacht, hast es aber nicht gemacht, oder du hast eine bestimmte Aufgabe und behauptest, du hättest sie erledigt und du hast sie nicht erledigt. Also, das, was du tust, entspricht nicht dem, was du geredet hast.

Diese Art von Unredlichkeit solltest du in jedem Fall überwinden. Tue, was du sagst, und sage nur das, was du tun kannst. Wenn du etwas versprichst, dann halte es auch und versprich nichts, was du nicht halten kannst. Das ist also ein wichtiger Aspekt. Und so gilt es auf die Worte zu achten.

Es gehört auch zu Wahrhaftigkeit, satya, dass du diese Art von Unredlichkeit vermeidest. Also, überlege, "Bin ich jemand, der vorschnell etwas verspricht, vorschnell sagt, was er alles tun würde?". Dann halte deine Worte etwas im Zaun. Versprich nur das, was du weißt, was du halten kannst und wenn du etwas versprochen hast, setze alles daran, es zu tun.

Wenn du es nicht hinkriegst, sage es rechtzeitig, dass du es nicht hinkriegst. Irren, Fehler und dass man nicht alles hinkriegt, was man hinkriegen will oder sollte, ist ganz menschlich. Aber wichtig ist dabei auch, dass du es dann eben auch zugibst.

Patanjali steht für Wahrhaftigkeit

Eine zweite Art von Unredlichkeit wäre eben, alte Fehler zuzudecken. Wenn du einen Fehler gemacht hast, dann gib es zu. Gib nicht vor, etwas getan zu haben, was du nicht getan hast. Sei dort redlich. Übrigens ist das nicht immer einfach, weil das eigene Gedächtnis einen trügen kann. Ich mache dort auch öfters die Erfahrung, dass ich mir in meinem eigenen Gedächtnis Dinge zurecht tue und manchmal hat mein Gedächtnis irgendetwas konstruiert, was nachher nicht stimmt, was dann zum Teil auf andere befremdlich wirkt.

Ich bin ja schließlich auch ein spiritueller Lehrer und predige die Ehrlichkeit und die Wahrhaftigkeit. Manchmal sagen Menschen: "Was der da erzählt, lügt der dort?", ich bin der Meinung, es war so. Manchmal stelle ich fest, dass mein Gedächtnis betrogen hat. Ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste, passiert öfters mal.

So bist du subjektiv redlich auch wenn du ab und zu mal Dinge behauptest, die nicht gestimmt haben. Sei dir dessen auch bewusst. Also das ist jetzt nicht unredlich, wenn dein eigenes Gedächtnis dich trügt. Aber es hilft schon zu wissen, dass das Gedächtnis dich trügen kann. Das ist etwas ganz normales, etwas ganz natürliches.


Der nächste Aspekt ist dann auch, du engagierst dich nicht richtig. Du hast eine Aufgabe und erledigst sie nicht von ganzem Herzen. Das ist auch eine Form von Unredlichkeit. Du solltest die Aufgabe tun und verplemperst deine Zeit, erledigst sie nicht richtig. Redlichkeit hieße, das, was du als Aufgabe bekommen hast, das erledigst du auch, egal, ob es uneigennütziges Dienen, ein Engagement in einem Verein, einer gemeinnützigen Initiative oder auch bei der Arbeit ist. Unredlichkeit heißt, dass du dich nicht bemühst.

Die letzte Form der Unredlichkeit ist natürlich Lug und Betrug, du lügst, betrügst, mit unehrlichen Mitteln willst du deinen Vorteil haben. Da ist natürlich klar, diese Unredlichkeit sollte man als spiritueller Aspirant in jedem Fall vermeiden.

Wenn du Redlichkeit übst in allen Aspekten nach bestem Gewissen und Wissen, übst du auch Wahrhaftigkeit. Patanjali, der große Yogameister sagt im Yogasutra: "Wahrhaftigkeit führt zum Erlangen ohne zu Handeln. Wenn dein Denken wahrhaftig, redlich ist, dann geschieht das, was du denkst. Du denkst das, was geschieht und letztlich erreichst du die Gottverwirklichung.".

Unredlichkeit in Beziehung zu anderen Persönlichkeitsmerkmalen

Unredlichkeit gehört zur Gruppe der Persönlichkeitsmerkmale, Schattenseiten, Laster und Tugenden. Um dieses Charaktermerkmal besser zu verstehen, wollen wir es in Beziehung setzen mit anderen:

Synonyme Unredlichkeit - ähnliche Eigenschaften

Synonyme Unredlichkeit sind zum Beispiel Ehrlosigkeit, Treulosigkeit, Abtrünnigkeit, Unehrlichkeit, Untreue, Charakterlosigkeit, Illoyalität, Heuchelei, Falschheit, Hinterhältigkeit, Scheinheiligkeit, Linientreue, Impulsivität, Chuzpe .

Man kann die Synonyme in zwei Gruppen einteilen, solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation:

Synonyme mit negativer Konnotation

Synonyme, die gemeinhin als negativ gedeutet werden, sind zum Beispiel

Synonyme mit positiver Konnotation

Synonyme mit positiver Konnation können helfen, eine scheinbare Schattenseite auch positiv zu sehen. Synonyme mit positiver Konnotation sind zum Beispiel

Antonyme Unredlichkeit - Gegenteile

Antonyme sind Gegenteile. Antonyme, also Gegenteile, von Unredlichkeit sind zum Beispiel Redlichkeit, Treue, Anständigkeit, Ehrlichkeit, Rechtschaffenheit, Aufrichtigkeit, Integrität, Ehrenhaftigkeit, Gerechtigkeit, Biederkeit, Bravheit, Kleinlichkeit . Man kann auch die Antonyme, die Gegenteile, einteilen in solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation.

Antonyme mit positiver Konnotation

Antonyme, also Gegenteile, zu einem Laster, einer Schattenseite, einer negativen Persönlichkeitseigenschaft, werden gemeinhin als Gegenpol interpretiert. Diese kann man kultivieren, um das Laster, die Schattenseite zu überwinden. Hier also einige Gegenpole zu Unredlichkeit, die eine positive Konnotation haben:

Antonyme mit negativer Konnotation

Nicht immer ist das Gegenteil einer Schattenseite, eines Lasters, gleich positiv. Hier einige Beispiele von Antonymen zu Unredlichkeit, die aber auch nicht als so vorteilhaft angesehen werden:

Eigenschaften im Alphabet davor oder danach

Hier einige Eigenschaften, die im Alphabet vor oder nach Unredlichkeit stehen:

Eigenschaftsgruppe

Unredlichkeit kann gezählt werden zu folgenden beiden Eigenschaftsgruppen:

Verwandte Wörter

Verwandte Wörter zu Unredlichkeit sind zum Beispiel das Adjektiv unredlich , sowie das Substantiv Unredlicher.

Wer Unredlichkeit hat, der ist unredlich beziehungsweise ein Unredlicher.

Siehe auch

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