Sukhasana

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Sukhasana (Sanskrit: सुखासन sukhāsana n.) eine der Meditationshaltungen; Schneidersitz; angenehme Meditatiosstellung. Sukhasana besteht aus zwei Wörtern: "Sukha" heißt Freude, angenehm, leicht. "Asana" heißt Stellung. So ist Sukhasana die angenehme Stellung und bezieht sich auf die Meditationshaltung, die im Deutschen als Schneidersitz bezeichnet würde. Im Verhältnis zu Padmasana, Siddhasana und Swastikasana ist Sukhasana leicht.

Sukadev über Sukhasana

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Sukhasana

Sukhasana heißt "die angenehme Sitzhaltung". "Asana" bedeutet Haltung, Stellung, Sitzhaltung, Sitz. "Sukha" heißt angenehm, freudevoll, vergnüglich. Sukha heißt auch Freude und Vergnügen. Insgesamt sollte jede Asana Sukha sein. Patanjali spricht im Yogasutra von "Sthiram Sukham Asanam". Die Asana sollte fest, Sthira, und angenehm, Sukha, sein. Und Sukhasana ist dann die kreuzbeinige Stellung. Es gibt verschiedene Sitzhaltungen und dieser Schneidersitz wäre Sukhasana. Also, die Beine einfach kreuzen im Schneidersitz ist Sukhasana.

Es gibt ja verschiedene Sitzhaltungen, es gibt Padmasana, den Lotussitz, es gibt Siddhasana, die Stellung des Vollkommenen, es gibt Muktasana, die freie Stellung, und es gibt Sukhasana, die einfache kreuzbeinige Stellung, der Schneidersitz. Dann gibt es noch Virasana, die kniende Stellung, und du kannst natürlich auch auf einem Stuhl sitzen. Sukhasana ist also die angenehme Stellung, oder man kann auch sagen, die einfache Stellung.

Die meisten Menschen, die erstmals kreuzbeinig in der Meditation sitzen, sitzen in Sukhasana. Im Lauf der Zeit gibt es Muktasana und Siddhasana als Weiterentwicklungen. Sukhasana kann man auch auf eine weitere Weise interpretieren. Asana heißt Sitzhaltung, heißt Haltung. Man kann Asana aber auch im übertragenen Sinne interpretieren als eine innere Einstellung, eine innere Haltung. Sukhasana ist dann eine innere Haltung der Freude. Diese kannst du kultivieren, du kannst dich an vielem erfreuen. Man kann sich über Dinge aufregen, und man kann sich freuen. Du kannst morgens aus dem Haus gehen und kannst dich ärgern über den Regen, oder du kannst dich freuen über den Regen, weil der Regen irgendwo gut ist.

Du kannst dich freuen, wenn du abends nach Hause kommst und der Kühlschrank ist leer, weil dein Partner, deine Partnerin ausgerechnet deine Lieblingssachen schon gegessen hat, du kannst dich darüber ärgern, oder du kannst dich darüber freuen, indem du sagt: "Ah, wunderbare Gelegenheit, einfach zu leben. Und ich freue mich, dass es dem anderen geschmeckt hat." Du kannst dich darüber ärgern, wenn dein Chef dir zusätzliche Aufgaben gibt, oder du kannst dich darüber freuen, dass er dir das zutraut, das zu machen.

Du kannst dich darüber ärgern, wenn die Steuerbehörde dir eine Steuernachzahlung schickt, oder du kannst dich darüber freuen, weil es die Gelegenheit ist, ein einfacheres Leben zu führen. Sukhasana hat natürlich auch seine Grenzen. Es gibt Sachen, wo das mit der Freude etwas schwierig wird. Dennoch, Sukhasana könnte eine Einstellung sein, dass du schaust, was auch immer kommt, mit Freude zu erfahren, und was auch immer kommt, das Gute und das Freudevolle zu sehen. In diesem Sinne ist Sukhasana die angenehme innere Haltung. Zum einen die kreuzbeinige Sitzhaltung für Meditation und Pranayama, Sukhasana aber auch eine Einstellung im Leben, Dinge vom Grundsatz der Freude aus zu sehen.

Swami Sivananda über Sukhasana

Jede leichte komfortable Haltung für Japa (das Rezitieren von Mantras) und Meditation ist die Sukhasanahaltung. Der wichtige Punkt hierbei ist, dass Kopf, Nacken und Rumpf in einer Linie sind, ohne jedwede Kurve. Menschen die Japa (das Rezitieren von Mantras) nachdem sie 30 oder 40 Jahre alt sind beginnen, wird es für gewöhnlich nicht gelingen, länger in Padmasana, Siddhasana oder Swastikasana zu sitzen. Ich werde jetzt zur Beschreibung einer möglichen Form von Sukhasana übergehen, in der ältere Menschen für eine lange Zeit sitzen und meditieren können. Sie eignet sich besonders für ältere Personen, denen es unmöglich trotz etlicher wiederholter Versuche, ist, in Padma- oder Siddhasana zu sitzen.

Methode

Nimm ein Laken von etwa 1,80 Länge. Falte es der Länge nach bis zu einer Breite von ca. 20 cm. Sitze in der Dir vertrauten Weise, die Füße sind unterhalb der Oberschenkel. Heb die beiden Knie bis auf Brusthöhe an bis Du zwischen den Knien einen Abstand von 20- 25 cm ausmachst. Jetzt nimm das gefaltete Laken. Das eine Ende behälst Du nahe des linken Knies; während Du mit der linken Seite zurückgehst, das rechte Knie berührst zum Ausgangpunkt kommst und die beiden Enden miteinander verknotest. In dieser Asana werden Hände, Beine und der Rücken unterstützt. Deshalb wirst Du nicht ermüden. Wenn es Dir nicht möglich ist eine andere Asana einzunehmen, dann sitze zumindest in dieser Asana für eine längere Zeit, praktiziere Japan und meditiere.

Variationen

  • I. Pavanamuktasana: Sitze auf dem Boden, halte die Fersen zusammen und heb die Knie auf Brusthöhe an. Umfasse die Knie mit beiden Händen.
  • II. Vama Pavanamuktasana: In dieser Haltung wird nur das rechte Knie vom Boden angehoben. Es wird mit beiden Händen wie in Pavanmuktasana umfasst.
  • III. Dakshina Pavanamuktasana: Bei dieser Asana wird das rechte Knie angehoben und mit den Händen umfasst und das linke Bein verbleibt auf dem Boden. Die drei genannten Asanas können ausgeführt werden während Du am Boden liegst.
  • IV. Bhairavasana: Sitze in Vama Pavanamuktasana. Anstelle die Knie mit den Händen zu fassen, lasse Deine Hände nahe der Füße seitlich an den Oberschenkeln.

Nutzen von Padma, Siddha und Swastika Asana

Bücher über den Hatha Yoga preisen die Vorzüge und Vorteile von Padma- und Siddhasana in hohem Mass. Derjenige oder diejenige, der/die täglich für wenigsten 15 Minuten mit geschlossenen Augen , sich auf das Göttliche im Lotus des Herzens konzentrierend, in dieser Asana sitzt, wird alle Sünden zerstört finden und Moksha (Befreiung) schnell erlangen.

Diese Asanas heizen das Verdauungsfeuer an und wirken sich positiv auf Appetit, Gesundheit und dem Gefühl glücklich zu sein aus. Sie beseitigen Rheuma, und halten die drei Körpersäfte, Wind, Galle und Schleim in einem angemessenem Verhältnis. Sie entschlacken und stärken die Nerven in Bein- und Oberschenkelbereich. Sie sind sehr geeignet dafür Brahmacharya (wörtlich das Leben im Absoluten) aufrechtzuerhalten.

Dieser Abschnitt stammt aus dem Buch "Yoga Asanas" von Swami Sivananda Divine Life Society, Sivananda Ashram

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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