Mitfühlen

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Mitfühlen : Was ist Mitfühlen? Woher kommt das Wort? Wozu ist Mitfühlen gut, wozu nicht? Was sind Synonyme, was Antonyme, also ähnliche und entgegengesetzte Begriffe, von Mitfühlen? Du findest hier einen umfangreichen Artikel, Videovortrag und Audiovortrag. Lass dich inspirieren! Mitfühlen bedeutet, dass man fühlt, was andere fühlen. Mitfühlen bedeutet Empathie, Einfühlungsvermögen. Wer mitfühlen kann, der hat auch Mitgefühl.

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Mitfühlen als hilfreiche Tugend

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

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Mitfühlen ist eine wichtige Eigenschaft, eine wichtige Fähigkeit. Mitfühlen ist eine der Eigenschaften, die den Menschen im besonderen Maße auszeichnet. Der Mensch fühlt, der Mensch spürt, der Mensch denkt, aber er fühlt eben auch mit anderen mit. Um das Jahr 2000 gab es so die Theorie der so genannten Spiegelneuronen. Die Theorie der Spiegelneuronen besagt, dass der Mensch spezielle Neuronen, also Nerven, im Gehirn hat, die darauf ausgerichtet sind, herauszufinden, was die Mitmenschen fühlen und dort mitzufühlen.

Angenommen, du siehst jemand, der gerade eine Zitrone abschneidet und dann die Zitrone in den Mund nimmt, du spürst förmlich, wie sauer das ist. Angenommen, du siehst jemand, der sich in den Finger schneidet, es tut dir sofort weh. Angenommen, du hörst einen Schrei des Entsetzens, du merkst ihn auch sofort, diesen Entsetzensschrei. In diesem Sinne, du weißt, du fühlst mit anderen Menschen mit, das ist eine urmenschliche Fähigkeit. Diese Fähigkeit, mitzufühlen und mitzudenken, hat auch den menschlichen Intellekt entwickelt, das menschliche Gehirn. Es ist nämlich ein Fühlen und ein Fühlen ist auch eine große Leistung.++

Mitfühlen ist etwas, was in den spirituellen Traditionen als wichtig gilt, denn in den spirituellen Traditionen geht es auch darum, dein Ego zu überwinden, zu lernen, dich nicht zu sehr mit deinem Ego zu identifizieren. Du bist das unsterbliche Selbst und du bist verbunden mit allem, auf der Ebene des Bewusstseins bist du eins mit allem. Aber nicht nur bist du auf der Ebene des Bewusstseins eins mit allem, außerdem kannst du auch auf einer relativen Ebene mit anderen mitfühlen. Wenn du aufhörst, dich auf dich selbst zu beschränken, spürst du, was andere fühlen.

Und wenn du fühlst, was andere fühlen, dann kannst du auch auf ihre Anliegen eingehen, du kannst ihnen helfen und dienen. Es ist schöner, wenn du spürst, wie viele Menschen eine Mahlzeit genießen, als wenn du allein genießt, es ist schöner, einem anderen eine Freude zu bereiten und die Freude des anderen zu spüren, als dir selbst eine Freude zu bereiten. Mitgefühl, auf Sanskrit Maitri oder auch Karuna, zählt zu den wichtigsten Eigenschaften, die du kultivieren kannst.

Und im Yoga gibt es da auch eine Menge von Techniken. Alles, was du tust, um dein Herz zu öffnen, hilft für Mitgefühl. Wenn du außerdem lernst, Achtsamkeit zu üben, im Hier und Jetzt zu sein und wenn du auch immer wieder dich interessierst für andere, entwickelst du diese Fähigkeit des Mitfühlens. Patanjali empfiehlt im besonderen Maße, mit deinem Herzen das Herz des anderen zu spüren, das kannst du sogar physisch machen. Fühle mit deinem Herz das Herz des anderen, das ist eine einfache Weise, die Fähigkeit des Mitfühlens zu kultivieren.

Wenn du also, vielleicht jetzt gleich, jemanden siehst oder in den Arm nimmst, wenn du gleich jemanden begrüßen wirst, dann einen Moment lang fühle mit deinem Herzen das Herz des anderen, das entwickelt die Fähigkeit des Mitfühlens. Aber auch, interessiere dich für den anderen, schaue ihn an, überlege: "Wie geht es ihm?" Frage ihn auch: "Wie geht es dir?" Mitfühlen kannst du auch kultivieren durch Interesse am anderen, durch nachdenken, durch nachhaken und durch dem anderen helfen und dienen. In dem Maße, wie du jemandem hilfst, fühlst du auch mit ihm. Mitfühlen ist nicht nur eine Theorie, aus Mitgefühl kommt uneigennützige Nächstenliebe, uneigennütziges Dienen.

Mitfühlen - Antonyme und Synonyme

Persönlichkeitsmerkmale und Tugenden versteht man am besten in ihrer Beziehung zueinander. Hier einige Hinweise, wie man Mitfühlen in Beziehung zu anderen Fähigkeiten und Verhaltensweisen sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

Ähnliche Eigenschaften wie Mitfühlen - Synonyme

Ähnliche Eigenschaften wie Mitfühlen, also Synonyme zu Mitfühlen sind z.B. Anteil nehmen, Mitfühlen, Mitgefühl, Anteilnahme, Einfühlungsvermögen, Mitempfinden.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Mitfühlen übertrieben kann ausarten z.B. in mitleiden, jammern, klagen. Daher braucht Mitfühlen als Gegenpol die Kultivierung von Gleichmut, Gelassenheit, Selbstbeherrschung, Würde.

Gegenteil von Mitfühlen - Antonyme

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Mitfühlen, Antonyme zu Mitfühlen :

Mitfühlen Antonyme

Antonyme Mitfühlen sind Gleichmut, Gelassenheit, Selbstbeherrschung, Würde, ohne Mitgefühl, anteilnahmslos, ohne Mitempfinden,.

Mitfühlen im Kontext von Tugendengruppen, Persönlichkeitsfaktoren und Temperamenten

Bewusste Entwicklung von Mitfühlen

Mitfühlen ist ein Persönlichkeitsmerkmal, das man in sich stärker werden lassen kann. Vielleicht willst du ja Mitfühlen kultivieren. Hierzu einige Tipps:

  • Nimm dir vor, eine Woche lang diese Eigenschaft der Mitfühlen zu kultivieren. Vielleicht kannst du nicht alle guten Eigenschaften auf einmal kultivieren. Aber es ist möglich, innerhalb einer Woche oder innerhalb eines Monats eine Tugend, eine Eigenschaft, stark werden zu lassen.
  • Triff den Entschluss: "Während der nächsten Woche will ich die Tugend, die Eigenschaft, Mitfühlen bewusst mehr zum Ausdruck bringen. Ich freue mich darauf, in einer Woche ein mitfühlenderer Mensch zu sein."
  • Nimm dir vor, jeden Tag mindestens eine Handlung auszuführen, die Mitfühlen ausdrückt. Mache jeden Tag etwas, was du normalerweise nicht tun würdest, was aber dieses Persönlichkeitsmerkmal in die Tat umsetzt.
  • Wenn du morgens aufwachst, dann sage eine Affirmation, z.B.: "Ich entwickle Mitfühlen."
  • Am Tag wiederhole immer wieder eine Autosuggestion, Affirmation wie z.B.: Ich bin mitfühlend."

Affirmationen zum Thema Mitfühlen

Hier einige Affirmationen für mehr Mitfühlen. Unter dem Stichwort "Affirmation" und "Wunderaffirmationen" erfährst du mehr zu Funktion und Wirkungsweise von Affirmationen. Nicht alle unten aufgeführten Affirmationen passen - nutze diejenigen, die für dich stimmig erscheinen.

Klassische Autosuggestion für Mitfühlen Hier die klassische Autosuggestion:

  • Ich bin mitfühlend.

Im Yoga verbindet man das gerne mit einem Mantra. Denn ein Mantra lässt die Affirmation stärker werden:

  • Ich bin mitfühlend. Om Om Om.
  • Ich bin ein Mitfühlender, eine Mitfühlende OM.

Entwicklungsbezogene Affirmation für Mitfühlen Manche Menschen fühlen sich als Scheinheiliger oder als Heuchler, wenn sie sagen "Ich bin mitfühlend " - und sie sind es gar nicht. Dann hilft eine entwicklungsbezogene Affirmation:

  • Ich entwickle Mitfühlen.
  • Ich werde mitfühlend.
  • Jeden Tag werde ich mitfühlender.
  • Durch die Gnade Gottes entwickle ich jeden Tag mehr Mitfühlen.

Dankesaffirmation für Mitfühlen

  • Ich danke dafür, dass ich jeden Tag mitfühlender werde.

Wunderaffirmationen Mitfühlen Du kannst es auch mit folgenden Affirmationen probieren:

  • Bis jetzt bin ich noch nicht sehr mitfühlend. Und das ist auch ganz verständlich, ich habe gute Gründe dafür. Aber schon bald werde ich Mitfühlen entwickeln. Jeden Tag wird diese Tugend in mir stärker werden.
  • Ich freue mich darauf, bald sehr mitfühlend zu sein.
  • Ich bin jemand, der mitfühlend ist.

Gebet für Mitfühlen

Auch ein Gebet ist ein machtvolles Mittel, um eine Tugend zu kultivieren. Hier ein paar Möglichkeiten für Gebete für mehr Mitfühlen:

  • Lieber Gott, bitte gib mir mehr Mitfühlen.
  • Oh Gott, ich verehre dich. Ich bitte dich darum, dass ich ein mitfühlender Mensch werde.
  • Liebe Göttliche Mutter, ich danke dir. Ich danke dir dafür, dass ich jeden Tag die Tugend Mitfühlen mehr und mehr zum Ausdruck bringe.

Frage dich: Was müsste ich tun, um Mitfühlen zu entwickeln?

Du kannst dich auch fragen:

  • Was müsste ich tun, um Mitfühlen zu entwickeln?
  • Wie könnte ich mitfühlend werden?
  • Lieber Gott, bitte zeige mir den Weg zu mehr Mitfühlen.
  • Angenommen, ich will mitfühlend sein, wie würde ich das tun?
  • Angenommen, ich wäre mitfühlend, wie würde sich das bemerkbar machen?
  • Angenommen, ein Wunder würde geschehen, und ich hätte morgen Mitfühlen kultiviert, was hätte sich geändert? Wie würde ich fühlen? Wie würde ich denken? Wie würde ich handeln? Als mitfühlender Mensch, wie würde ich reagieren, mit anderen kommunizieren?

Siehe auch

Eigenschaften im Alphabet vor Mitfühlen

Eigenschaften im Alphabet nach Mitfühlen

Literatur

Weblinks

Seminare=

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