Hüftdysplasie

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Hüftdysplasie Bei der Hüftdysplasie ist die nicht korrekt ausgebildete Hüftgelenkspfanne steiler und kürzer, so dass der Hüftkopf nicht richtig im Gelenk sitzt und verrutschen kann (Luxation). Durch Dehnübungen im Yoga, kann hier Linderung bei entstehenden Schmerzen erreicht werden.

Yogaübungen können bei Hüftbeschwerden Linderung bringen.

Hüftdysplasie

Hüftdysplasie ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Fehlstellungen und Störungen der Verknöcherungen des Hüftgelenkes. Hüftdysplasie auch Hüftgelenksdysplasie genannt sind oft Schwierigkeiten beim Neugeborenen, die dann auch im Erwachsenenalter weiter bestehen. Bei der kindlichen Hüftdysplasie handelt es sich um eine angeborene, kindliche Deformität durch unzureichende Ausbildung der Hüftgelenkspfanne, die, sofern sie nicht behandelt wird, im Erwachsenenalter, schon ab einem Alter von 30 Jahren und insbesondere bei Frauen, zur Arthrose des Hüftgelenks (Coxarthrose oder genauer Dysplasiecoxarthrose, siehe Arthrose), führen kann.

Nach Thieme (TLB Orthopädie und Unfallchirurgie) liegt die Erkrankungsrate in Deutschland bei ca. 1%, bei den nordischen Naturvölkern bei 5%, während die Krankheit in Afrika sehr selten ist (andere Wicklung, anderes Tragen der Babys).

Die Hüftdysplasie ist konservativ gut zu behandeln, sofern die Behandlung früh genug erfolgt.

Krankheitsursachen

Die Hüftdysplasie ist die häufigste angeborene Fehlentwicklung des kindlichen Skeletts, wegen der Enge in der Gebärmutter und der sich daraus ergebenden Quetschung tritt die Erkrankung bei großen Babys häufiger auf. Gleiches gilt für anomale Lagen im Uterus. Wie oben erwähnt, kann auch die Art der Wickelung und des Tragens der Kinder von Bedeutung sein.

Die Entstehung der Hüftdysplasie kann auch durch neuromuskuläre Erkrankungen (Spina bifida = angeborene, teilweise Spaltung des Wirbelkanals und des Rückenmarks; zerebrale Spastik) und Morbus Perthes begünstigt werden.

Symptome

Es gibt Hüftdysplasien, die manchmal daraus bestehen, dass die Hüfte nur wenig Beweglichkeit hat und andere Hüftdysplasien sind dadurch gekennzeichnet, dass die Pfanne nicht so stark ausgebildet ist, sondern nur sehr schwach und das kann dann zu Luxationen führen. Alle verschiedenen Arten von Fehlstellungen können als Hüftdysplasie bezeichnet werden. Auffallend können eine Bewegungsarmut des Kindes] sein, ebenso asymmetrische Po- und Oberschenkelfalten, ein scheinbar längeres Bein und insbesondere die Abspreizhemmung (siehe Diagnostik unten).

Diagnostik

Dank der frühen Ultraschalluntersuchungen bei Neugeborenen, die regelmäßig und ohne Schaden für das Kind durchgeführt werden können, ist die Zahl der späteren Dysplasiecoxarthrosen zurückgegangen.

Die Hüftdysplasie kann neben dem Ultraschall durch verschiedene andere Faktoren, z.B. die Abspreizhemmung, erkannt werden. Dazu legt man das Baby auf den Rücken, winkelt seine Beine rechtwinklig an und versucht, die Beine rechts und links vom Rumpf der Unterlage so nahe wie möglich zu bringen. Wenn sich ein Bein auf 60-80° herunterdrücken lässt, das andere jedoch nur bis zu einem Winkel von 50-60°, dann kann eine Dyplasie vorliegen. Bei der Bewegung kann auch ein Klicken (Ortolani-Klick, Zeichen einer teilweisen Ausrenkung des Gelenks) zu hören sein. Bei der vollständigen Ausrenkung (Luxation) kann eine leere Gelenkpfanne ertastet werden.

Anzeichen sind auch der verkürzte Oberschenkel (ein Knie ist in Rückenlage mit rechtwinklig angewinkelten Beinen tiefer) und die bereits erwähnten asymmetrischen Po- und Oberschenkelfalten.

Die Untersuchung beim älteren Kind ist vergleichbar: es kommen jedoch beim Laufen Trendelenburg-Zeichen (der Patient kann sein Becken nicht in der Waage halten, wenn er auf einem Bein steht, ohne auszuweichen), Duchenne-Hinken (seitliche Neigung des Oberkörpers zum Standbein) und, bei beidseitiger Ausrenkung des Gelenks, ein "Watschelgang" hinzu.

Therapie

Manchmal können Hüftdysplasien operativ behandelt werden, manchmal können sie durch andere orthopädische Maßnahmen behandelt werden, manche Menschen dagegen haben Hüftdysplasie ihr ganzes Leben lang und manche werden erst in einem gewissen Alter damit konfrontiert.

  • Konservative Therapie:

Kleine Verzögerungen bei der Ausbildung des Hüftgelenks in den ersten drei Monaten werden nicht behandelt, sondern nur per Ultraschall beobachtet, da sie sich oft von selbst korrigieren.

Bei stärkerer Ausbildung der Dysplasie über diesen Zeitraum hinaus reicht manchmal schon die Anwendung breiter Windeln oder die Verwendung von Spreizhosen aus. Ist dies nicht genug, können Schienen wie etwa die Tübinger Hüftbeugeschiene oder die Düsseldorfer Spreizschiene zum Einsatz kommen.

Liegt anstelle der Dysplasie schon eine teilweise oder vollständige Ausrenkung des Gelenks (Subluxation oder Luxation) vor, dann muss der Hüftgelenkskopf zurück in die Pfanne gesetzt werden (Reposition), sofern dort kein Hindernis vorliegt, das zuvor entfernt werden muss. Nach der Reposition ist der Hüftgelenkskopf in der Stellung zu halten (sogenannte Retention), und zwar durch eine Retentionsorthese oder ggf. einen Gips (meist Becken-Bein-Gips in Sitz-Hockstellung).

Sowohl nach der konservativen wie auch nach Abschluss der operativen Therapie empfiehlt sich neurophysiologische Krankengymnastik. Nach Absprache mit dem behandelnden Arzt können auch Yogaübungen die Ausheilung unterstützen oder es kann ein Termin direkt bei der Yogatherapie in Anspruch genommen werden.

Dies empfiehlt sich auch bei späterem Auftreten von Coxarthrose wegen nicht rechtzeitig erfolgter Behandlung der Dysplasie (siehe Arthrose).

  • Operative Therapie:

Erst wenn die konservativen Maßnahmen nicht zum Erfolg führen, ist an einen operativen Eingriff zu denken, um eine spätere Dysplasiecoxarthrose zu verhindern. Verfahren, die häufig zur Verbesserung der Hüftgelenkspfanne angewandt werden, sind die Acetabuloplastik und die Salter-Osteotomie. Wegen des verstärkten Drucks auf das Hüftgelenk kann jedoch als Komplikation eine Nekrose des Hüftkopfes auftreten.

Hüftdysplasie und Yoga

Wenn jemand Hüftdysplasie hat und Yoga übt, kann man sagen, das es keine besonderen Einschränkungen gibt. Es gilt zu üben, was man üben kann, aber man sollte es nicht übertreiben, man sollte also, wenn man merkt, dass bestimmte Bewegungen im Hüftgelenk wehtun, das nicht forcieren. Wenn Du zum Beispiel den Schmetterling übst, dann sollte der ja typischerweise an der Innenseite der Oberschenkel eine Dehnung verursachen. Wenn aber die Dehnung nicht an der Innenseite der Oberschenkel wehtut, sondern in den Hüftgelenken, dann sollte man das nicht übertreiben, sondern nur sanft dort sein. Oder, wer in fortgeschrittenen Rückbeugen, wie die Taube, statt im vorderen Oberschenkel etwas in der Hüfte selbst spürt, sollte vorsichtig sein. Also, bei allen nicht Arthrose Schmerzen im Hüftgelenk gilt es, dieses Schmerzsignal des Körpers zu beachten und es nicht zu übertreiben. Mit dieser kleinen Vorsichtsmaßnahme können Menschen mit Hüftgelenksdysplasie die normalen Asanas alle üben. Im Gegenteil, dadurch, dass Yoga die Muskeln auch alle stärkt und die Bänder in eine gesunde Dehnung hineinbringt, hilft das, beschwerdefrei zu sein. Ich persönlich kann sagen, ich hab noch nie gehört, dass jemand in der Yogastunde eine ausgekugelte Hüfte bekommen hat, es ist zu vermuten, dass hier mindestens im Yoga Vidya Stil keine Gefahr besteht, aber ich hab es auch nicht von jemandem gehört, der einen anderen Stil macht. Aber, wir wollen nichts reizen, deshalb achten wir darauf, wenn wir irgendwelche Vorwärtsbeugen, Rückwärtsbeugen, Seitbeugen, Drehungen und so weiter machen, dass sie nicht zu Schmerzen in den Hüftgelenken selbst führen, sondern, dass sie die Muskeln und die Sehnen dehnen und die Bänder sanft dehnen, aber ihnen nicht wehtun.

Kurzes Vortragsvideo zum Thema Hüftdysplasie und Yoga

Dysplasiecoxarthrose

Dysplasiecoxarthrose kann eine Folge der Hüftdysplasie sein. Coxarthrose ist die Arthrose, also degenenerative Erkrankung des Hüftgelenks. Die Coxarthrose, auch Hüftgelenks-Arthrose genannt, ist gekennzeichnet durch Rückbildung des Gelenkknorpels, Verringerung der Synovialflüssigkeit im Hüftgelenk, sowie in späteren Phasen Reiben der Knochen aufeinander unter etwaiger Bildung von Knöchernen Auswüchsen.

Hüftdysplasie kann die Bildung einer Coaxtrose begünstigen, weil durch die Fehlstellung das Hüftgelenk auf spezielle Weise belastet wird. Die Dysplasiecoxarthrose kann recht schmerzhaft sein und irgendwann zur Notwendigkeit eines künstlichen Hüftgelenks führen.


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Siehe auch

Erkrankungen der Schulter:

Quellen

  • Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie, Hrsg. Nikolaus Wülker, Thieme, 2. Aufl.
  • Engelhardt Lexikon Orthopädie und Unfallchirurgie, Springer Medizin

Literatur

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