Gopi Gita

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Die Gopi Gita (Sanskrit: गोपी गीता gopī gītā f.) , wörtlich Gesang (Gita) der Kuhhirtinnen (Gopi), ist eine Bhakti Yoga Abhandlung, welche tiefe Hingabe an Gott zum Ausdruck bringt. Die Gopi Gita ist ein Teil des zehnten Skandha des Shrimad Bhagavatam, Kapitel 31, Verse 1-19.

Narayani: Krishna mit Gopis, Foyer der Chakra Pyramide bei Yoga Vidya in Bad Meinberg

Während des Rasa Lila verschwand Krishna aus der Sicht der Gopis, um ihnen eine Lektion zu erteilen. Die Gopis erlitten die Qualen der Trennung von Krishna und gaben den Empfindungen ihres Herzens in majestätischen und bewegenden Worten Ausdruck. Diese Gopi Gita ist bis obenhin angefüllt mit der höchsten Art der Hingabe an den göttlichen Herrn. Die Gopi Gita ist Ausdruck höchster Gottesliebe.

Krishna mit den Gopis

Text der Gopi Gita

Die nachfolgende Übersetzung ist dem Buch Sarvagita Sara von Swami Sivananda [1] entnommen:

1. Oh du Geliebter! Durch deine Geburt erstrahlt dieser Vraja (das heilige Land Krishnas) auf das Vorzüglichste – gewiss hat Lakshmi (Göttin des Glücks und der Schönheit) hier für alle Zeiten ihre Wohnung genommen. Bitte zeige dich uns! In allen Richtungen sind wir, die Geschöpfe, die in dir leben, unterwegs, um dich zu suchen.

2. Oh Herr des Glücks! Oh Bringer der Wohltaten. Wir sind deine dankbaren Dienerinnen. Ist diese Enttäuschung nicht wahrhaftig todbringend für uns, nicht deine Augen zu sehen, die die Pracht der innersten Blütenblätter des voll erblühten Lotos in einem See zur Zeit des Frühherbstes überschatten?

Krishna und Radha tanzen das Rasa Lila

4. Wahrhaftig bist du nicht der Sohn der Gopika Yashoda (Ehefrau Nandas in den mythischen Erzählungen der Puranas). In der Tat bist du das Zeugenbewusstsein in den Herzen aller verkörperten Wesen. Du, der du von Brahma angebetet worden bist. Du bist, oh Freund, in der Familie der Sattvatas (Antike indische Dynastie) erschienen, um das Universum zu stützen.

5. Oh vornehmster der Vrishnis! Lege auf unsere Häupter deine gnadenreiche lotosgleiche Handfläche, die denjenigen Furchtlosigkeit (Erlösung) schenkt, die Zuflucht vor diesem angsterregenden Samsara suchen – diese, deine Hand, mit der du dich mit Lakshmi verlobt hast, und die alle Wünsche gewährt, oh Geliebter!

6. Oh Gott, der du alle Trübsal der Leute aus dem Vraja beseitigst! Oh du Held! Oh geliebter Herr, dessen Lächeln den Stolz deiner Verehrer zerstört! Oh du Freund der armen Frauen! Bitte nimm uns freundlicherweise an als deine Dienerinnen und zeige uns erneut dein lotosgleiches Antlitz.

7. Deine Lotosfüße vertreiben die Sünden derjenigen, die sich vor dir verneigen. Sie begleiten die, die vom Gras leben (Kühe und Asketen). Sie sind der Aufenthaltsort Lakshmis. Sie treten auf die Haube der Schlange (Kalya). Mögest du sie auf unsere Brust setzen und dadurch den Schmerz unserer Herzen heilen.

9. Der Nektar deiner Erzählungen ist das wahre Leben der Traurigen. Hoch gepriesen werden sie von den Weisen, sie sind die Vertilger der Sünden, sie sind herrlich anzuhören, sie sind wohltuend und erbaulich und sie geben in Hülle und Fülle denjenigen, die von ihnen singen und sie auf der Erde feiern.

10. Oh Lieber! Dein Lächeln, dein liebevoller Blick, deine Haltung, über die zu meditieren glücklich macht. Deine geheimen Versprechungen, all dies dringt tief in unsere Herzen ein und – oh du Hinterlistiger – sie lenken uns ab.

13. Oh Geliebter! Du Bringer des Glücks, der alle Trübsal beseitigt! Bitte setze auf unsere Brust deine gesegneten, lotosgleichen Füße, die von Brahma verehrt werden, über die in Zeiten der Trauer meditiert wird, die der Schmuck der Erde sind, die alle Wünsche derjenigen erfüllen, die sich vor ihnen verneigen.

Krishna mit den Gopis

14. Oh du Heroischer! Gib uns den Nektar deiner Lippen, der die Freude der Liebe vergrößert und unsere Sorgen wegnimmt, dessen man sich im herrlichen Kuss der erklingenden Flöte erfreut, und der die Menschen alle ihre Wünsche vergessen macht.

15. Sobald du uns am Tage verlässt und in die Wälder gehst, wird ein Augenblick für uns zu einem Zeitalter, wenn wir dich nicht länger erblicken. Wie stumpfsinnig ist doch dieser Brahma, der Erschaffer der Augenlider, der den Anblick deines bezaubernden Antlitzes, umziert mit lockigem Haar, unseren Blicken entzieht.

17. Der Gedanke an deine geheimen Versprechungen, dein von Leidenschaft leuchtendes, lächelndes Antlitz und deine liebevollen Blicke, deine breite Brust, die der Aufenthaltsort von Lakshmi ist, entfachen in uns jeden Augenblick heißes Verlangen und machen unsere Herzen ruhelos.

18. Oh Geliebter! Bei deinem Anblick vergehen alle Sünden derjenigen, die in Vraja leben. Es ist ein Segen für das gesamte Universum. Gewähre uns, die wir nur dich in unseren Herzen tragen, zumindest ein wenig von diesem Balsam, der sicherlich alle Schmerzen in den Herzen deiner Verehrer ausrotten wird.

19. Oh Teurer! Du wanderst in den Wäldern mit diesen anmutigen Lotosfüßen, die wir, um sie nicht leiden sehen zu müssen, sehr sanft auf unsere harten Busen setzen. Wenn wir, deren Leben in dir zentriert ist, denken, wie diese Füße auf steinigem Grund gesetzt werden, schwindet unser Geist.

Copyright Divine Life Society

Andere Fassung der Gopi Gita

Artikel aus Swami Sivananda: Lord Krishna and His Worship – die Nacherzählung einer Geschichte aus dem Bhagavatam

Krishna mit Radha vereint

Von intensivem Schmerz überwältigt wegen ihrer Trennung von Krishna begannen die Gopis wie folgt zu singen:

Das Königreich Vraja wurde hoch gesegnet durch Deine Geburt. Deshalb begann Göttin Lakshmi hier ewiglich zu weilen. Wir alle sind Deine Sklaven und irren im Wald umher auf der Suche nach Dir. Bitte zeige Dich uns, die wir nur für Dich leben. Wir wandern im Wald umher und suchen Dich in allen Richtungen.

Oh, Herr! Du verleihst höchste Freude, Oh Geber der Gaben! Wir sind Deine Diener. Bringst Du uns nicht wirklich um, wenn Du uns enttäuschst, nachdem Du unser Herz mit dem Pfeil Deiner Augen durchbohrt hast, welche die Schönheit voll erblühter Herbstlotuse im Teich geraubt haben?

Oh, bester aller Menschen, Du hast uns wiederholt vor der Zerstörung bewahrt, welche die giftigen Wasser der Yamuna anrichteten, vom Rakshasa Agha, der die Form einer riesigen Schlange annahm, von Wind und Regen, Blitz, Donner und Wildfeuer, von Dämonen wie Arista und Vyomasura und von allen Quellen der Furcht.

Du bist gewiss Yashodas Sohn. Du siehst die innersten Herzen aller verkörperten Wesen. Von Brahma erfleht, bist Du in der Linie der Satvatas erschienen, um das Weltall zu beschützen.

Oh, Geliebter, erster der Vrishnis! Lege Deine gnädige und lotusgleiche Hand auf unsere Häupter, die alle Gaben erteilt und mit der Du die Göttin Lakshmi hältst, mit der Du all jenen Sicherheit gewährst, die aus Furcht vor dem bedrohlichen Samsara unter Deinem Fuß Zuflucht suchen.

Oh, Du Erleichterer der Betrübnis des Vrajavolkes! Oh, mächtiger Held! Oh, geliebter Herr, dessen Lächeln den Stolz Deines Verehrers niederringt! Oh, Freund! Wir sind Deine Diener. Bitte nimm uns an, und zeige uns armen Frauen Dein entzückendes lotusgleiches Antlitz.

Setze Deine Lotusfüße auf unsere Brust. Sie beseitigen die Sünden von jenen, die sich zu Deinen Füßen niederwerfen, die selbst den Tieren gnädig sind, die vom Gras leben, denen Lakshmi beständig dient, in denen aller Reichtum ruht und die auf das Haupt der Schlange Kaliya traten. Möge es Dir gefallen, Deine Füße auf unsere Brust zu setzen, die Betrübnis und das Brennen unserer Herzen zu löschen.

Oh, Herr der Lotusaugen! Oh gnädiger Held! Bitte tröste uns, die wir für Dich ohnmächtig werden, mit Deiner entzückenden Rede, welche selbst die Weisen äußerst erfreut, und mit dem Elixier Deiner Augen.

Der Nektar Deiner Erzählungen ist das Leben der Betrübten. Er wird von Weisen und Anbetern hoch gepriesen. Der süße und heilige Bericht Deines Lebens zerstört alle Sünden und verleiht allen Segen im Augenblick des Zuhörens. Er bringt jedem Herzen Trost. Wer ihn singt und feiert vollbringt die größte Wohltat auf Erden.

Oh Täuscher! Oh Geliebter! Dein Lächeln, Dein herzliches Lachen, Dein liebliches Aussehen, Deine fesselnden Spiele, über die nachzusinnen so wonniglich ist, Deine Versprechen der Liebe sind alle tief in unser Herz eingedrungen. Sie beunruhigen unser Denken.

Oh Herr! Deine Füße sind so zart wie der Lotus. Wenn Du Vraja verlässt, um die Kühe zu weiden, sind unsere Herzen bekümmert, daran zu denken, dass sie von harten Steinen, scharfem Gras und Dornen verwundet werden könnten.

Oh Held! Am Ende des Tages sieht man Dich oft mit Deinem lotusgleichen Antlitz, überschattet von dunklem Lockenhaar und mit dem Staub bedeckt, den die Hufe der Kühe aufwirbeln. Dein Anblick entfacht dann das Feuer der Liebe in unseren Herzen und erweckt den Wunsch, Dir zu begegnen.

Oh Freudengeber! Oh Herr, der das Elend der Menschen beseitigt! Setze Deine Lotusfüße auf unsere Brust, welche die Wünsche jener erfüllen, die sich zu Deinen Füßen niederwerfen, die von der lotusgeborenen Gottheit verehrt werden, welche die Schönheit des Grundes vermehren, auf dem sie stehen, und über die man in Zeiten der Not und Gefahr meditieren sollte und die jenen, die ihnen dienen, Frieden verleihen.

Oh Held! Erlaube uns den Nektar Deiner Lippen zu trinken, der in unseren Herzen Begierde erweckt, der jeglichen Kummer zerstört. So können wir die von Deiner Stimme erfüllte Flöte in vollem Masse genießen. Der Nektar lässt uns jegliche Form von Gebundenheit vergessen und tilgt alle niederen Leidenschaften und Lust aus unserem Geist.

Wenn Du während des Tages in den Wald weggehst, erscheint uns ein Augenblick, ohne Dich zu sehen, wie ein Äon. Wenn wir Dein schönes Antlitz mit krausem Haar erblicken, beginnen wir den geistig dumpfen Brahma zu verwünschen, der Augenlider erschuf, die beim Niederfallen immer wieder unsere Schau unterbrechen.

Oh Achyuta! Wir haben unsere Gatten verlassen, unsere Söhne, Verwandten, Brüder und Freunde und sind zu Dir gekommen. Du weißt, warum wir zu Dir kommen. Wir sind verzaubert von der melodischen Musik Deiner göttlichen Flöte.

Oh Täuscher! Wer sonst als Du würde jemals Frauen verlassen, die Dir vertrauten? Oh Geliebter! Wenn wir an Dein süßes lächelndes Antlitz denken, Deine zärtlichen Blicke, die Schönheit Deiner breiten Brust, in der Lakshmi wohnt, brennen wir mit Begierde und unsere Herzen sind verzaubert.

Oh Geliebter! Du bist geboren, um das Elend der Bewohner von Vraja zu tilgen, und auch für das Wohlergehen des Weltalls. Unser Herz dürstet nach Dir, Oh Herr! Sei nicht geizig. Gewähre uns, die wir nur Dich preisen, wenigstens ein wenig von dem Balsam oder Heilmittel, das gewiss allen Schmerz in unseren Herzen heilen wird.

Oh Geliebter! Du wandelst in diesem schrecklichen Wald mit jenen anmutigen, zarten Lotusfüßen, die wir sehr sacht auf unsere harte Brust setzen, damit wir ihnen nicht wehtun. Oh Herr! Unser ganzes Leben hat Dich als Mittelpunkt. Du bist unser Leben. Leiden Deine Füße nicht jetzt durch Kiesel? Unser Geist dreht sich im Kreis, beim Gedanken, dass Deine zarten Füße von den harten Steinen verletzt werden könnten, die im Wald herumliegen.

Siehe auch

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