Sanskrit Kurs Lektion 3: Unterschied zwischen den Versionen

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:Die AMRITA SIDDHI ("Erlangung der Unsterblichkeit") ist ein bisher noch wenig bekannter Ur-Text zum Hatha Yoga, der aus einem asketisch orientierten buddhistischen Umfeld stammt. Niedergeschrieben wurde er vermutlich im 11. Jahrhundert in Indien von Madhava Chandra. Der Verfasser lehrt in 35 kurzen Kapiteln die praktischen und theoretischen Grundlagen


:Dr phil Oliver Hahn
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==Siehe auch==   
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*[[Sanskrit Kurs Lektion 117]]
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*[[Sanskrit Kurs Inhaltsverzeichnis]]
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[[Kategorie:Glossar]]  
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Aktuelle Version vom 7. November 2025, 17:00 Uhr

Dieser Sanskrit Kurs führt anhand einfacher Beispielsätze in die Grammatik des Sanskrit ein. Einen ausführlichen Überblick über das Sanskrit findest Du im Artikel Sanskrit. Hinweise zur indischen Schrift, der wissenschaftlichen Umschrift (Transliteration) sowie der korrekten Aussprache gibt der Artikel Devanagari. Stichwörter, nach denen Du in der Yoga Vidya Wiki suchen kannst, sind in vereinfachter Schreibweise (Transkription) wiedergegeben.

Übung 1

  • Devanagari: मित्र कुत आगच्छसि |
  • wissenschaftliche Transliteration: mitra kuta āgacchasi |
  • vereinfachte Transkription: mitra kuta agachchhasi |
  • Wort-für-Wort-Übersetzung: Freund (Mitra, Vokativ) woher (Kutas, Frageadverb) (du) kommst ? (Verb), d.h. "Freund, woher kommst du?"

Erläuterungen

  • Der Vokativ ("Rufform", Sambodhana) wird benutzt, um Personen (aber auch Götter, Tiere, Pflanzen, Berge, Flüsse usw.) anzurufen bzw. anzusprechen.
  • Im Sanskrit gibt es kein extra Fragezeichen. Das Frageadverb (kutas, "woher?") signalisiert die Frage (Prashna). Das -s von kutas fällt nach den Wohllautregeln des Sandhi hier vor Vokal (ā) aus.
  • Die Verbform āgacchasi ist die 2. Person Singular (Indikativ Präsens Aktiv) und bedeutet "du kommst".


Übung 2

  • Devanagari: मम तातस्य गृहादागच्छामि |
  • wissenschaftliche Transliteration: mama tātasya gṛhād āgacchāmi |
  • vereinfachte Transkription: mama tatasya grihad agachchhāmi |
  • Wort-für-Wort-Übersetzung: Meines (Mama, Possessivpronomen) Vaters (Tata, Genitiv) vom Haus (Griha, Ablativ) (ich) komme (Verb), d.h. "Ich komme vom Haus meines Vaters."

Erläuterungen

  • Das Possessivpronomen mama ist unveränderlich und bedeutet "mein, meine, meines" usw.
  • Der Genitiv (Shashthi) antwortet auf die Frage "Wessen?": tātasya ist der Genitiv von tāta (Tata) und steht hier in grammatischem Zusammenhang (Anvaya) mit mama.
  • Der Ablativ (Panchami) antwortet auf die Frage "Woher?": gṛhāt ist der Ablativ von gṛha (Griha). Das -t wird laut Sandhi vor Vokal zu -d.
  • Die Verbalendung -(ā)mi in āgacchāmi ("ich komme") bezeichnet die 1. Person Singular (Indikativ Präsens Aktiv): ich.


Zusammenfassung und Vertiefung

  • Die gebeugte (finite) Verbform āgacchasi ("du kommst") ist die 2. Person Singular (Indikativ Präsens Aktiv bzw. Parasmaipada) von der Verbalwurzel gam ("gehen").
  • Die Wurzel (Dhatu) von ā-gacchasi lautet gam ("gehen"). Die Endung -si bezeichnet die 2. Person Singular (Indikativ Präsens Aktiv): du. Das ā ist eine Vorsilbe (Präfix bzw. Upasarga) und bedeutet hier soviel wie "herbei".
  • Die Verbform āgacchāmi ("ich gehe") ist die 1. Person Singular (Indikativ Präsens Aktiv bzw. Parasmaipada) von der Verbalwurzel gam.
  • Das Substantiv (Hauptwort) mitra (Mitra, "Freund") ist sächlich (n., Neutrum) und bildet im Singular (Ekavachana) den Vokativ mitra, der in diesem Fall mit der Wörterbuchform identisch ist.
  • Das Substantiv tāta (Tata, "Vater") ist männlich (m., Maskulinum) und bildet im Singular den Genitiv tātasya.
  • Das Substantiv gṛha (Griha "Haus") ist ebenfalls männlich und bildet im Singular den Ablativ gṛhāt. Das deutsche Verhältniswort (Präposition, Upasarga) "von, vom" muss im Sanskrit nicht extra ausgedrückt werden, es ergibt sich in der deutschen Übersetzung aus dem Ablativ.


Fragen und Feedback

Für Fragen und Feedback zum Sanskrit Kurs wendet Euch gerne an Dr. phil. Oliver Hahn. Er ist Indologe und Autor für Yoga Wiki, Seminarleiter, Yogalehrer, Übersetzer und Lektor.

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