Sankt Mauritius

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Sankt Mauritius, (deutsch: Sankt Moritz) geboren angeblich bei Theben in Ägypten und gestorben angeblich um 290 im Wallis, wird in der römisch-katholischen Kirche als Heiliger verehrt. Einer Legende nach war er der Anführer der Thebaischen Legion und galt daher lange Zeit als Schutzheiliger des Heeres.

Das Martyrium von Sankt Mauritius und seiner Legion nach einer Darstellung von El Greco, 16. Jahrhundert

Die Legende von Sankt Mauritius

Das Martyrium von Sankt Mauritius

Sankt Mauritius war Herzog in der Stadt Theba. Die Stadt ist an den vier Gewässern erbaut, die aus dem Paradies kommen und war so groß, dass es hundert Tore in der Stadtmauer gab. Der Heilige Sankt Jakob bekehrte die Stadt und das Land zu christlichem Glauben.

Im Jahre 218 nach Christus waren die Heiden Maximinian und Diokletian beide Kaiser zu Rom. Sie schrieben allen Herzögen, sie mögen nach Rom kommen. Sankt Mauritius kam mit fünf weiteren Heerführern: Gereon, Candidus, Innozentius, Viktor und Konstantin, und jeder hatte eintausendeinhundertundzehn Mann unter sich – insgesamt zogen sie also mit sechstausendsechshundertsechsundsechzig Mann nach Rom. Sankt Mauritius und sein Gefolge waren alle fromme Christen. Als sie am kaiserlichen Hof eintrafen, empfing Kaiser Diokletian sie freudig und wies sie an, zusammen mit Kaiser Maximinian durchs Land zu ziehen und die Fürsten zu zwingen, den heidnischen Göttern zu opfern. Sankt Mauritius jedoch sonderte sich von Maximinians Heer ab und ritt mit seiner Legion zu Papst Marzellian. Dieser ermutigte sie, sich ihres christlichen Glaubens niemals berauben zu lassen, und sprach von der ewigen Freude, die sie im Himmelreich erwarten wird.

Ermutigt durch diese Worte fassten sie sich ein Herz und sagten Maximinian, dass sie Christen seien und seine Götter nicht verehren wollten. Dieser wurde sehr ärgerlich und wies sie an, seinem Befehl Folge zu leisten. Erneut jedoch boten sie ihm die Stirn und blieben ihrem christlichen Glauben treu. Maximinian drohte, jeden Zehnten von ihnen zu töten, sollten sie ihm nicht gehorchen. Sankt Mauritius und sein Heer waren aber so fest verankert in ihrem Glauben, dass sie den Tod nicht fürchteten, die Waffen ablegten und ihre Hälse hinreckten. Sie wollten gerne durch Gott leiden, teilten sie Maximinian mit. Dieser tötete tatsächlich jeden zehnten Mann, darunter auch Sankt Mauritius. Maximinian drohte, die Prozedur zu wiederholen, sollten sie sich immer noch weigern, seine Götter zu verehren. Die Christen waren unerschütterlich in ihrem Glauben und entgegneten, dass sie sich mit Geduld und Demut wappnen wollten und dass sie ihren christlichen Glauben nicht ablegen würden. Wenn Gott es so wolle, seien sie bereit zu leiden.

Maximinian eilte sodann persönlich zu ihnen und sie fielen alle vor ihm auf die Knie, um sich bereitwillig zu opfern. Da erschlugen die Heiden alle Christen, nahmen ihre Gewänder und verteilten sie unter sich. Später wurde Maximinian dann jedoch an den Galgen gehängt und empfing so seine gerechte Strafe.

Ein neuer Bischof wird ernannt

Einst gab es einen Mann namens Udo in der Stadt Magdeburg, der die freien Künste studieren wollte. Jedoch war ihm dafür keine Begabung geschenkt worden, sodass er stets den Tadel des Lehrmeisters einsteckte. Verzweifelt ging er eines Tages zur Kirche von Sankt Mauritius und betete inbrünstig zu Gott, dass er seine Sinne erleuchten möge, sodass er ein guter Kunstschüler würde. Maria erhörte sein Gebet, offenbarte sich ihm und versprach ihm, ihm die Begabung zur Kunst zu schenken. Außerdem solle er der nächste Bischof der Sankt Mauritius Kirche werden, denn der jetzige würde bald sterben. Sie sprach jedoch auch eine Warnung aus: "Regierst du wohl, wirst du großen Lohn empfangen. Regierst du übel, wird der Tod dich holen." Nach diesen Worten verschwand die heilige Mutter Gottes.

Udo stand auf und ging zurück zur Schule. Als er dort den Mund aufmachte, um zu sprechen, kamen die klugsten Worte heraus und alle waren erstaunt über ihn, der doch eben noch so bitterlich vom Meister getadelt worden war. Er überholte alle anderen Schüler und wurde ein großer Künstler.

Zwei Jahre später starb der Bischof und Udo wurde zum neuen Erzbischof erkoren. Lange Zeit führte er die Sankt Mauritius Kirche vorbildlich und führte ein gutes Leben. Reichtum und Macht führten jedoch über die Zeit zu einem Sittenverfall und so vergaß Udo schließlich den Rat der heiligen Mutter Gottes und begann, in Sünde zu leben und das Geld der Kirche zu verschleudern. Er frönte der Unkeuschheit – nicht nur mit weltlichen Frauen, sondern auch mit den Nonnen aus dem Sankt Mauritius Kloster.

Sündenverfall und Warnungen

Als das Volk dies hörte, waren sie ihm nicht länger wohlgesinnt. Eines Nachts geschah es dann, dass eine Stimme zum Bischof sprach, als gerade eine geweihte Nonne bei ihm lag: "Hör auf, Udo, es ist Zeit! Du hast das Spiel lange genug getrieben." Er aber nahm den Vorfall nicht ernst. Auch in der folgenden Nacht, als er die Sünde vollbrachte, sprach erneut die Stimme zu ihm, aber Udo wollte sich nicht bessern. In der dritten Nacht hörte er die gleiche Stimme, diesmal voller Zorn und Heftigkeit, die ihm gebat, zurück zur Tugendhaftigkeit zu finden. Er jedoch war stur und immer noch nicht gewillt, sich zu bessern.

Der Bischof wird vor Gericht geführt

Im Chor von Sankt Mauritius gab es einen frommen Domherren namens Frederikus, der eines Tages inständig zu Gott betete, er möge einen anderen Bischof schicken oder Udos sündhafte Lebensführung ändern. Noch während er so ins Gebet vertieft war, blies ein Windstoß plötzlich alle Lampen aus. Der Domherr fürchtete sich und versteckte sich in einer Ecke. Von dort aus sah er alsbald zwei Jünglinge in die Kirche kommen, Wachslichter auf den Altar stellen und somit die ganze Sankt Mauritius Kirche erleuchten. Zwei weitere Jünglinge breiteten einen Teppich vor dem Altar aus. Ihnen folgte ein Ritter, der ein starkes Schwert in der Hand hielt, mitten in der Kirche stehen blieb und laut rief: "Oh, all ihr Heiligen, die ihr in der Sankt Mauritius Kirche liegt, erhebt euch und kommt vor das Gericht Gottes!" Sodann erschien eine große Schar Männer und Frauen, unter ihnen auch einige Bischöfe und Ritter, und versammelten sich im Chor. Danach erschienen die zwölf Jünger und in ihrer Mitte Jesus Christus mit einem Zepter in seiner Hand und so strahlend wie die Sonne. Er nahm auf einem Stuhl Platz. Die anderen fielen alle vor ihm nieder und beteten ihn als Schöpfer und Erlöser an. Schließlich erschien noch Maria, gefolgt von einer großen Schar Jungfrauen. Auch ihr fielen die Anwesenden zu Füßen und beteten sie an. Christus nahm sie an der Hand und setzte sie auf den Stuhl neben sich. Als letzter erschien der große Herzog Sankt Mauritius zusammen mit seiner Legion aus sechstausendsechshundertsechsundsechzig Mann. Alle Anwesenden knieten vor Christus nieder und baten ihn, Recht zu sprechen.

Christus also bat, man möge Udo, den Bischof, herbeiholen. Dieser lag gerade wieder in Sünde in seinem Bett. Als er herbeigebracht wurde, sah ihn Sankt Mauritius an und sprach zum Großen Richter: "Herr, dieser Bischof ist ein Räuber, Totschläger und Verstörer deiner Schafe. Er ist jener, dem die Heilige Mutter die Kunst gab und ihm befahl, diese Kirche in deinem heiligen Namen zu regieren. Maria warnte ihn auch, dass er sterben müsse, sollte er der Sünde verfallen, und warnte ihn drei weitere Male, als es geschah, dass er vom guten Leben abließ. Und doch hat er sich nicht bessern wollen und hat diese Kirche sowie viele Menschen verdorben. Selbst die heiligen Frauen hat er nicht verschont und mit ihnen Sünde getrieben. Ich bitte dich, Herr, sprich ein Urteil über ihn."

Als Sankt Mauritius gesprochen hatte, fragte der Richter die anderen Anwesenden um ihre Meinung. Der Ritter mit dem Schwert rief, er sei schuldig des Todes. Schließlich sprach Christus, der Bischof solle sein Haupt verlieren, denn dieses habe er geliebt und er sei verfault im Schlamm der Sünden. Als der Ritter schon zum Schlag ansetzen wollte, rief ein Anwesender, man solle erst das Heiligtum von ihm nehmen. Man schlug ihm auf den Kopf und aus seinem Mund fielen befleckte Hostien heraus. Christus reinigte sie, sammelte sie in einem Kelch und stellte sie auf den Altar. Sodann enthauptete der Ritter Udo und alle Versammelten verschwanden so schnell, wie sie gekommen waren.

Der Domherr blieb mit großer Furcht und Erstaunen zurück. Er holte er einige Lampen herbei und eilte zu der Stelle, an der das Gericht geschehen war. Er sah den Hostienkelch auf dem Altar stehen, sah das Blut und den enthaupteten Leichnam am Boden liegen und konnte sich somit überzeugen, dass tatsächlich Recht gesprochen worden war.

Siehe auch

Weblinks

Literatur

  • Das Leben der Heiligen, eine Auswahl aus der ältesten deutschen Druckausgabe von Heiligenlegenden "Das Passional", Insel Verlag, 1986, S. 227 - 235.
  • Swami Sivananda: Die Kraft der Gedanken; Books. ISBN 3-922477-94-1
  • Swami Sivananda: Shrimad Bhagavad Gita, Erläuternder Text und Kommentar von Swami Sivananda; Mangalam Books. ISBN 3-922477-06-2
  • Swami Sivananda: Hatha-Yoga / Der sichere Weg zu guter Gesundheit, langem Leben und Erweckung der höheren Kräfte; Heinrich Schwab Verlag. ISBN 3-7964-0097-3
  • Swami Sivananda: Göttliche Erkenntnis; Mangalam Books. ISBN 3-922477-00-3
  • Swami Sivananda: Sadhana; Mangalam Books. ISBN 3-922477-07-0
  • Swami Sivananda: Autobiographie von Swami Sivananda; Bad Mainberg 1999. ISBN 3-931854-24-8

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