Rudraksha Jabala Upanishad

Aus Yogawiki

Die Rudraksha Jabala Upanishad (Sanskrit रुद्राक्षजाबालोपनिषत्, rudrākṣajābālopaniṣat f.) gehört zu den Shaiva Upanishaden. Sie erläutert die Verwendung von Rudrakshas, einem dem Shiva heiligen Samen (Größe zwischen Kirschkern und Walnuss). Die Rudraksha Jabala Upanishad beschreibt Ursprung, Wirkung und Form von Rudrakshas und gibt Auskunft darüber, warum und wie man Rudrakshas tragen soll.

Rudraksha-Mala zur Verehrung Shivas

Zusammenfassung der Rudraksha Jabala Upanishad von Swami Sivananda

Swami Sivananda (1887-1963) fasst die Rudraksha Jabala Upanishad wie folgt zusammen:

Om! Ich verehre den strahlenden Zustand des absoluten Friedens, der zu Sri Maharudra gehört, und von dem in der Rudraksha Jabala Upanishad berichtet wird.

Bhusunda fragte den Herrn Kalagnirudra: „Was ist der Beginn oder der Anfang des Tragens der Rudraksha (Sanskrit wörtlich „die Augen von Rudra“, Beeren der Pflanze Elaeocarpus ganitrus) Ketten (oder hier „Mala“ gemeint)? Was ist der Nutzen, diese am Körper zu tragen?“

Kalagnirudra antwortete ihm wie folgt: „Ich schloß meine Augen, um die Tripura Asuras zu vernichten. Aus meinen geschlossenen Augen fielen Tränen zu Boden und diese Tränen verwandelten sich in Rudrakshas.

Allein durch die Aussprache des Namens “Rudraksha” erreicht man einen Nutzen, der einer Spende von zehn Kühen vergleichbar ist. Durch das Sehen und Berühren, erreicht man sogar den doppelten Nutzen. Ich kann dies gar nicht genug empfehlen. Ich schloß meine Augen eintausend Sonnenjahre lang. Dann tropften aus meinen Augenlidern Wassertropfen nieder und diese erstarrten, um die angebeteten Personen zu verehren. Diese Rudraksha zerstört die Sünden aller Verehrer, wenn diese sie Tag und Nacht tragen.

Durch den bloßen Anblick der Rudraksha sei der Nutzen z.B. ein Lakh (Währungseinheit - d.h. z.B. 100.000 Rupien). Der Nutzen des Tragens der Rudraksha hingegen ist 10 Millionen mal so groß. Aber selbst dieser Nutzen ist nochmals tausendmal so groß, wenn jemand Japa praktiziert, während er seine Rudraksha zu jeder Zeit trägt.

Unter den verschiedenen Rudrakshas ist die aus Amalaka (Myrobalan) bestehende die beste. Und die aus der Badari-Frucht (Indische Beere) bestehende eine, die als mittelgut angesehen wird. Aber die aus Chana (Bengal gram) bestehende wird als die Schlechteste von allen angesehen. Dies ist meine Einschätzung zu den unterschiedlichen Rudraksha-Perlen.

Die vier Kasten der Leute - Brahmins, Kshatriyas, Vaisyas und Sudras – werden auf dieser Erde als eine beinahe wertlose Belastung geboren. Der echte Brahmin ist die weiße Rudraksha. Die rote entspricht einem Kshatriya. Die gelbe ist ein Vaisya und die schwarze ist ein Sudra. Deshalb sollte ein Brahmin eine weiße Rudraksha tragen, ein Kshatriya eine rote, ein Vaisya eine gelbe und ein Sudra eine schwarze.

Man sollte die Rudraksha-Perlen tragen, die schön, hübsch, stark, glücksverheißend und stachelig sind. Man sollte unbedingt die Perlen meiden, die bereits von Würmern angefressen oder die zerbrochen sind, die keine Stacheln mehr haben oder kaputt sind.

Die Rudraksha Perlen, die ein natürliches Loch haben, werden als die besten angesehen. Aber die Perlen, die von Menschenhand durchbohrt wurden, werden als schlechter eingeschätzt. Die besten Rudraksha-Perlen sollten dann auf einem weißen Faden aufgefädelt werden. Ein Shiva-Verehrer sollte diese Rudrakshas über seinen ganzen Körper verteilt tragen. Er sollte eine Kette auf seinem Scheitel tragen, dreihundert um seinen Kopf, sechsunddreißig um seinen Hals, sechszehn um jeden Arm, zwölf um seinen Brustkorb und fünfhundert um seinen Bauch. Außerdem sollte er eine Yajnopavita, die aus 108 Rudraksha-Perlen besteht, tragen. Ebenso sollte er weitere zwei, drei, fünf oder sieben Malas, die aus Rudraksha-Perlen bestehen, um seinen Hals tragen.

Ein Shiva Bhakta sollte die Rudraksha Malas zu jeder Zeit um seinen Kopf, sein Ohr, seinen Ohrring und seinen Armreif tragen, auch besonders um seinen Bauch und zwar immer und unabhängig davon, ob er schläft, trinkt oder was auch immer tut. Wenn der Verehrer dreihundert Perlen trägt, ist dies schlecht. Wenn er fünfhundert trägt, ist dies mittelgut. Und wenn er eintausend trägt, ist dies die beste von allen Varianten.

Der Verehrer sollte, wenn er die Rudrakshas um seinen Kopf trägt, das Ishta Mantra rezitieren. Wenn er diese um seinen Hals trägt, sollte er das Tat Purusha Mantra rezitieren. Wenn er diese um seine Kehle trägt, sollte er das Aghora Mantra rezitieren. Und dasselbe Mantra (Aghora) sollte er auch rezitieren, wenn er diese um seinen Brustkorb trägt. Wenn er diese um seinen Arm gewickelt trägt, sollte er dies mit dem Aghora Bija Mantra begleiten.

Dann fragte Bhusunda Kalagnirudra weiter: „Was sind die verschiedenen Grundformen der Rudraksha-Perlen und wie sind deren Wirkungen? Bitte erzähle mir von den Geheimnissen dieser gesegneten Perlen mit ihren unterschiedlichen Flächen und von denen man sagt, sie seien das Mittel der Wahl, um von allen Übeln loszukommen.“

Kalagnirudra antwortete: „Die Perle mit einer Fläche (wörtl. „Einem Gesicht”) ist die Form der höchsten Wahrheit. Jemand, der diszipliniert ist, d.h. der seine Sinne kontrollieren kann, der mischt sich selbst damit unter die ewige Wahrheit, nachdem der diese Rudraksha Malas trägt. (Anmerkung von Swami Sivananda: Im Folgenden sind dann die unterschiedlichen Flächen der Rudraksha-Perlen und ihre jeweiligen Effekte im Einzelnen beschrieben). Derjenige, der diese Rudraksha Malas trägt, sollte keine Rauschmittel zu sich nehmen, dazu zählen u.a. Fleisch, Knoblauch, Zwiebeln und andere „verbotene“ Stoffe. Durch das Tragen der Malas bei Sonnenfinsternissen, Vishusankranti (Ende von Mina und Anfang von Mesha Masa), bei Neumond, bei Vollmond und anderen glücksverheißenden Himmelskonstellationen, wird man von allen Sünden befreit. Die Grundlage der Rudraksha-Beeren ist Brahma, ihr Nabel ist Vishnu, ihre Fläche ist Rudra und ihre Löcher stehen für alle Gottheiten.“

Shiva selbst wird mit Rudraksha-Malas am Körper dargestellt

Eines Tages fragte Sanatkumara nochmals Kalagnirudra: „Oh Meister, sage mir bitte, welche Regeln gibt es für das Tragen der Rudraksha-Malas?“ Zu dieser Zeit versammelten sich Nidagha, Jadabharata, Dattatreya, Katyayana, Bharadvaja, Kapila, Vasishtha, Pippalada usw. bei Kalagnirudra. Und Kalagnirudra fragte sie, warum sie sich alle in einer Gruppe bei ihm versammelt hätten. Sie antworteten, dass sie gekommen seien, um die Arten und Weisen zu hören, wie man seine Rudraksha-Malas tragen sollte.

Kalagnirudra antwortete ihnen: “Diese Beeren, die aus Rudras Akshis (Augen) entstanden sind, werden deshalb Rudrakshas genannt. Wenn diese Beeren auch nur einmal mit der Hand berührt werden, so hat dies den gleichen Segen, wie das Spenden von zweitausend Kühen. Und wenn sie um die Ohren getragen werden, so erzeugt dies den vergleichbaren Segen, wie das Spenden von elftausend Kühen. Der Träger erreicht damit auch den Zustand der elf Rudras. Wenn diese Perlen am Kopf getragen werden, so hat dies den gleichen Effekt, wie eine Spende von 10 Millionen Kühen. Und von allen möglichen Stellen bin ich nicht in der Lage, euch über den Nutzen des Tragens der Perlen in den Ohren zu berichten."

Wer auch immer diese Rudraksha Jabala Upanishad studiert, sei er auch noch ein Junge oder ein Jüngling, der wird großartig werden. Er wird ein Guru für alle anderen werden und ein Lehrer der Mantras. Havan und Archana sollten mit der Rezitation dieser Mantras (aus dieser Upanishad) begleitet werden.

Derjenige Brahmin, der diese Upanishad am Abend rezitiert, der zerstört alle Sünden, die er im Verlauf des Tages begangen hat. Derjenige, der diese Upanishad mittags rezitiert, zerstört alle Sünden der sechs letzten Geburten und derjenige, der sie am Morgen und am Abend rezitiert, der zerstört damit die Sünden aus vielen vergangenen Leben. Er erreicht den gleichen Nutzen wie mittels des Rezitierens von sechstausend mal hunderttausend Wiederholungen des Gayatri Mantras.

Er wird von allen Sünden befreit, selbst von so großen, wie vom Töten eines Brahmins, vom Trinken von Alkohol (wörtl. „Grogs“), vom Stehlen von Gold, vom Nachstellen der Frau des Gurus und des Ehebruchs mit ihr, vom Sprechen mit bestechlichen Personen und von vielem anderen mehr. Er erlangt die Segnungen von vielen Pilgerreisen und Bädern in heiligen Flüssen. Er erreicht Shiva-sayujya und wird dann nicht mehr wiedergeboren.

Anmerkungen zur Jabala Upanishad

Die Rudraksha Jabala Upanishad (Sanskrit: रुद्राक्षजाबालोपनिषत्, rudrākṣajābālopaniṣat) gehört zur Gruppe der Shaiva Upanishad und wird in der Muktika-Liste dem Samaveda zugeordnet. Im Mittelpunkt steht Ursprung, Formen und spirituelle Verwendung der Rudraksha. Ihr Sanskrittext ist in unterschiedlichen Handschriften und Druckausgaben nicht immer gleich gegliedert; die folgende Ausgabe folgt der vollständig überlieferten Sanskrit-Documents-Fassung und nennt die verwendete Textgrundlage.

Inhaltlich behandelt die Schrift vor allem Gespräch über Shivas Tränen; Größen und Gesichter der Samen; Tragen, Mantra und ethische Reinheit. Sie verbindet die Autorität der Upanishaden mit dem jeweiligen geistigen Milieu ihrer Überlieferung. Darum sollte sie zugleich aufmerksam, traditionssensibel und mit philosophischem Unterscheidungsvermögen gelesen werden.

Die Rudraksha Jabala Upanishad lädt dazu ein, ihre Symbole in eine lebendige Praxis von Erkenntnis, Hingabe und innerer Sammlung zu verwandeln.

Für heutige Übende ist entscheidend, dass Yoga hier nicht auf Körperübungen verkürzt wird. Studium, ethische Läuterung, Meditation, Hingabe und Selbsterkenntnis bilden einen Zusammenhang. Historische Ritualvorschriften oder außergewöhnliche Wirkungsbehauptungen werden in diesem Artikel als Quelleninhalt erklärt; sie sind nicht automatisch moderne Übungs- oder Heilversprechen.

Rudraksha Jabala Upanishad – Sanskrit (IAST), Übersetzung und Wort-für-Wort-Erläuterung

Die folgende Studienfassung gibt jeden nummerierten Vers einzeln wieder. Unmittelbar unter jedem Vers beziehungsweise jeder klar abgegrenzten Prosas Sinneinheit stehen die deutsche Übersetzung und die Wort-für-Wort-Erläuterung. Sanskrit-Komposita und Sandhi-Verbindungen werden dort, wo eine künstliche Trennung irreführend wäre, ausdrücklich als zusammenhängende Wortgruppe erklärt.

Eröffnungsvers der Rudraksha Jabala Upanishad rudrākṣopaniṣadvedyaṃ mahārudratayojjvalam |
pratiyogivinirmuktaśivamātrapadaṃ bhaje ||

Traditioneller Eröffnungsvers zur Verehrung der Lehre über Ursprung, Formen und spirituelle Verwendung der Rudraksha.

Wort-für-Wort-Erläuterung: pratiyogivinirmuktaśivamātrapadaṃ – Shiva; bhaje – ich verehre; rudrākṣopaniṣadvedyaṃ mahārudratayojjvalam – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Traditioneller Eröffnungsvers zur Verehrung der Lehre über Ursprung, Formen und spirituelle Verwendung der Rudraksha.“.

Shanti-Mantra der Rudraksha Jabala Upanishad oṃ āpyāyantu mamāṅgāni vākprāṇaścakṣuḥ
śrotramatho balamindriyāṇi ca || sarvāṇi sarvaṃ brahmopaniṣadaṃ
māhaṃ brahma nirākuryāṃ mā mā brahma nirākarodanirākaraṇama-
stvanirākaraṇaṃ mestu tadātmani nirate ya upaniṣatsu dharmāste mayi
santu te mayi santu || oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

Om. Mögen meine Glieder, meine Rede, Prana, Augen, Ohren, Kraft und alle Sinne erstarken. Alles ist das Brahman der Upanishaden. Möge ich Brahman niemals verleugnen und möge Brahman mich niemals verleugnen. Möge es keine Verleugnung geben. Mögen die Tugenden, von denen die Upanishaden sprechen, in mir ruhen. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om, die heilige Silbe (Om); āpyāyantu – mögen sie wachsen und erstarken; ca – und; sarvāṇi – alle von ihnen; sarvaṃ – alles; brahmaBrahman, das Absolute; – nicht; möge nicht; te – sie; dir (je nach Zusammenhang); śāntiḥ – Frieden; mamāṅgāni vākprāṇaścakṣuḥ śrotramatho balamindriyāṇi brahmopaniṣadaṃ māhaṃ nirākuryāṃ nirākarodanirākaraṇama stvanirākaraṇaṃ mestu tadātmani nirate ya upaniṣatsu dharmāste mayi santu – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Om. Mögen meine Glieder, meine Rede, Prana, Augen, Ohren, Kraft und alle Sinne erstarken. Alles ist das Brahman der Upanishaden. Möge ich Brahman niemals verleugnen und möge Brahman mich niemals verleugnen. Möge es …“.

Textabschnitt 1 Rudraksha Jabala Upanishad hariḥ oṃ ||
atha hainaṃ kālāgnirudraṃ bhusuṇḍaḥ papraccha kathaṃ
rudrākṣotpattiḥ |
taddhāraṇātkiṃ phalamiti |
taṃ hovāca
bhagavānkālāgnirudraḥ |
tripuravadhārthamahaṃ nimīlitākṣo'bhavam |
tebhyo jalabindavo bhūmau patitāste rudrākṣā jātāḥ |
sarvānugrahārthāya teṣāṃ nāmoccāraṇamātreṇa
daśagopradānaphalaṃ darśanasparśanābhyāṃ dviguṇaṃ
phalamata ūrdhvaṃ vaktuṃ na śaknomi |
tatraite ślokā bhavanti |

Ich lobe den fulgenten Zustand des absoluten Friedens, der zu Sri Maharudra gehört, der durch die Rudraksha Jabala Upanishad bekannt ist. Bhusunda fragte Herr Kalagnirudra: Was ist der Anfang von Rudraksha-Perlen? Was ist der Vorteil, sie am Körper zu tragen? Herr Kalagnirudra antwortete ihm so: „Ich schloss meine Augen, um die Tripura Asuras zu zerstören.

Wort-für-Wort-Erläuterung: hariḥ – Hari; oṃ – Om, die heilige Silbe (Om); atha – nun; sodann; papraccha – fragte; kathaṃ – wie; hovāca – sprach; teṣāṃ – ihre; ūrdhvaṃ – aufwärts; oben; na – nicht; bhavanti – sie werden; sie sind; hainaṃ kālāgnirudraṃ bhusuṇḍaḥ rudrākṣotpattiḥ taddhāraṇātkiṃ phalamiti taṃ bhagavānkālāgnirudraḥ tripuravadhārthamahaṃ nimīlitākṣo'bhavam tebhyo jalabindavo bhūmau patitāste rudrākṣā jātāḥ sarvānugrahārthāya nāmoccāraṇamātreṇa daśagopradānaphalaṃ darśanasparśanābhyāṃ dviguṇaṃ phalamata vaktuṃ śaknomi tatraite ślokā – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Ich lobe den fulgenten Zustand des absoluten Friedens, der zu Sri Maharudra gehört, der durch die Rudraksha Jabala Upanishad bekannt ist. Bhusunda fragte Herr Kalagnirudra: Was ist der Anfang von Rudraksha-Perlen? Was …“.

1. Vers Rudraksha Jabala Upanishad kasmiṃsthitaṃ tu kiṃ nāma kathaṃ vā dhāryate naraiḥ |
katibhedamukhānyatra kairmantrairdhāryate katham || 1 ||

Bhusunda fragte Kalagnirudra: „Wie entstanden die Rudraksha-Perlen, und welche Frucht bringt ihr Tragen?“ Der Herr antwortete, dass die Tränen aus seinen geschlossenen Augen zur Erde fielen und zu Rudraksha wurden. Schon das Aussprechen ihres Namens, ihr Anblick und ihre Berührung gelten dem Text als verdienstvoll. Bhusunda fragte weiter: „Wo befinden sie sich, wie heißen sie, wie werden sie getragen, wie viele Gesichter haben sie, und mit welchen Mantras trägt man sie?“

Wort-für-Wort-Erläuterung: tu – aber; hingegen; nāma – mit Namen, genannt; kathaṃ – wie; – oder; katham – wie?; kasmiṃsthitaṃ kiṃ dhāryate naraiḥ katibhedamukhānyatra kairmantrairdhāryate – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Bhusunda fragte Kalagnirudra: „Wie entstanden die Rudraksha-Perlen, und welche Frucht bringt ihr Tragen?“ Der Herr antwortete, dass die Tränen aus seinen geschlossenen Augen zur Erde fielen und zu Rudraksha wurden. …“.

2. Vers Rudraksha Jabala Upanishad divyavarṣasahasrāṇi cakṣurunmīlitaṃ mayā |
bhūmāvakṣipuṭābhyāṃ tu patitā jalabindavaḥ || 2 ||

Tausend göttliche Jahre hielt ich die Augen geschlossen; aus meinen Augenwinkeln fielen Wassertropfen auf die Erde.

Wort-für-Wort-Erläuterung: mayā – von mir; tu – aber; hingegen; divyavarṣasahasrāṇi cakṣurunmīlitaṃ bhūmāvakṣipuṭābhyāṃ patitā jalabindavaḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Tausend göttliche Jahre hielt ich die Augen geschlossen; aus meinen Augenwinkeln fielen Wassertropfen auf die Erde.“.

3. Vers Rudraksha Jabala Upanishad tatrāśrubindavo jātā mahārudrākṣavṛkṣakāḥ |
sthāvaratvamanuprāpya bhaktānugrahakāraṇāt || 3 ||

Aus diesen Tränentropfen entstanden große Rudraksha-Bäume. Sie nahmen pflanzliche Gestalt an, um den Verehrern Gnade zu erweisen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tatrāśrubindavo jātā mahārudrākṣavṛkṣakāḥ sthāvaratvamanuprāpya bhaktānugrahakāraṇāt – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Aus diesen Tränentropfen entstanden große Rudraksha-Bäume. Sie nahmen pflanzliche Gestalt an, um den Verehrern Gnade zu erweisen.“.

4. Vers Rudraksha Jabala Upanishad bhaktānāṃ dhāraṇātpāpaṃ divārātrikṛtaṃ haret |
lakṣaṃ tu darśanātpuṇyaṃ koṭistaddhāraṇādbhavet || 4 ||

Durch das Tragen sollen sie die bei Tag und Nacht begangenen Verfehlungen tilgen. Schon ihr Anblick gilt als hochverdienstvoll, ihr Tragen als noch weit verdienstvoller.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tu – aber; hingegen; bhaktānāṃ dhāraṇātpāpaṃ divārātrikṛtaṃ haret lakṣaṃ darśanātpuṇyaṃ koṭistaddhāraṇādbhavet – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Durch das Tragen sollen sie die bei Tag und Nacht begangenen Verfehlungen tilgen. Schon ihr Anblick gilt als hochverdienstvoll, ihr Tragen als noch weit verdienstvoller.“.

5. Vers Rudraksha Jabala Upanishad tasya koṭiśataṃ puṇyaṃ labhate dhāraṇānnaraḥ |
lakṣakoṭisahasrāṇi lakṣakoṭiśatāni ca || 5 ||

Der Text steigert dieses Verdienst in außerordentlichen Zahlen und will damit die große religiöse Bedeutung des Tragens hervorheben.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tasya – dessen; von ihm; puṇyaṃ – punya; labhate – erlangt; ca – und; koṭiśataṃ dhāraṇānnaraḥ lakṣakoṭisahasrāṇi lakṣakoṭiśatāni – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Der Text steigert dieses Verdienst in außerordentlichen Zahlen und will damit die große religiöse Bedeutung des Tragens hervorheben.“.

6. Vers Rudraksha Jabala Upanishad tajjapāllabhate puṇyaṃ naro rudrākṣadhāraṇāt |
dhātrīphalapramāṇaṃ yacchreṣṭhametadudāhṛtam || 6 ||

Auch die Rezitation mit einer Rudraksha-Mala gilt als höchst verdienstvoll. Eine Perle von der Größe einer Amla-Frucht wird als die beste bezeichnet.

Wort-für-Wort-Erläuterung: puṇyaṃ – punya; tajjapāllabhate naro rudrākṣadhāraṇāt dhātrīphalapramāṇaṃ yacchreṣṭhametadudāhṛtam – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Auch die Rezitation mit einer Rudraksha-Mala gilt als höchst verdienstvoll. Eine Perle von der Größe einer Amla-Frucht wird als die beste bezeichnet.“.

7. Vers Rudraksha Jabala Upanishad badarīphalamātraṃ tu madhyamaṃ procyate budhaiḥ |
adhamaṃ caṇamātraṃ syātprakriyaiṣā mayocyate || 7 ||

Eine Perle von der Größe einer Jujube-Frucht gilt als mittelgroß, eine von der Größe einer Kichererbse als geringer. So wird die überlieferte Abstufung erklärt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tu – aber; hingegen; madhyamaṃ – mittel; badarīphalamātraṃ procyate budhaiḥ adhamaṃ caṇamātraṃ syātprakriyaiṣā mayocyate – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Eine Perle von der Größe einer Jujube-Frucht gilt als mittelgroß, eine von der Größe einer Kichererbse als geringer. So wird die überlieferte Abstufung erklärt.“.

8. Vers Rudraksha Jabala Upanishad brāhmaṇāḥ kṣatriyā vaiśyāḥ śūdrāśceti śivājñayā |
vṛthā jātāḥ pṛthivyāṃ tu tajjātīyāḥ śubhākṣakāḥ || 8 ||

Der Text ordnet die Rudraksha-Farben entsprechend der vormodernen Varna-Lehre vier gesellschaftlichen Gruppen zu; diese historische Einteilung ist als Aussage der Quelle zu verstehen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: brāhmaṇāḥ – Brāhmaṇas; pṛthivyāṃ – auf Erden; tu – aber; hingegen; kṣatriyā vaiśyāḥ śūdrāśceti śivājñayā vṛthā jātāḥ tajjātīyāḥ śubhākṣakāḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Der Text ordnet die Rudraksha-Farben entsprechend der vormodernen Varna-Lehre vier gesellschaftlichen Gruppen zu; diese historische Einteilung ist als Aussage der Quelle zu verstehen.“.

9. Vers Rudraksha Jabala Upanishad śvetāstu brāhmaṇā jñeyāḥ kṣatriyā raktavarṇakāḥ |
pītāstu vaiśyā vijñeyāḥ kṛṣṇāḥ śūdrā udāhṛtāḥ || 9 ||

Weiße Perlen werden Brahmanen, rote Kshatriyas, gelbe Vaishyas und schwarze Shudras zugeordnet.

Wort-für-Wort-Erläuterung: śvetāstu brāhmaṇā jñeyāḥ kṣatriyā raktavarṇakāḥ pītāstu vaiśyā vijñeyāḥ kṛṣṇāḥ śūdrā udāhṛtāḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Weiße Perlen werden Brahmanen, rote Kshatriyas, gelbe Vaishyas und schwarze Shudras zugeordnet.“.

10. Vers Rudraksha Jabala Upanishad brāhmaṇo bibhṛyācchvetātraktātrājā tu dhārayet |
pītānvaiśyastu bibhṛyātkṛṣṇāñchūdrastu dhārayet || 10 ||

Dementsprechend, so die historische Vorschrift, solle jede dieser Gruppen Rudrakshas der ihr zugeordneten Farbe tragen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tu – aber; hingegen; dhārayet – soll tragen; soll festhalten; brāhmaṇo bibhṛyācchvetātraktātrājā pītānvaiśyastu bibhṛyātkṛṣṇāñchūdrastu – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Dementsprechend, so die historische Vorschrift, solle jede dieser Gruppen Rudrakshas der ihr zugeordneten Farbe tragen.“.

11. Vers Rudraksha Jabala Upanishad samāḥ snigdhā dṛḍhāḥ sthūlāḥ kaṇṭakaiḥ saṃyutāḥ śubhāḥ |
kṛmidaṣṭaṃ bhinnabhinnaṃ kaṇṭakairhīnameva ca || 11 ||

Als günstig gelten gleichmäßige, glatte, feste, große und natürlich höckerige Perlen. Wurmstichige, zerbrochene oder ihrer Erhebungen beraubte Perlen werden verworfen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ca – und; samāḥ snigdhā dṛḍhāḥ sthūlāḥ kaṇṭakaiḥ saṃyutāḥ śubhāḥ kṛmidaṣṭaṃ bhinnabhinnaṃ kaṇṭakairhīnameva – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Als günstig gelten gleichmäßige, glatte, feste, große und natürlich höckerige Perlen. Wurmstichige, zerbrochene oder ihrer Erhebungen beraubte Perlen werden verworfen.“.

12. Vers Rudraksha Jabala Upanishad vraṇayuktamayuktaṃ ca ṣaḍrudrākṣāṇi varjayet |
svayameva kṛtaṃ dvāraṃ rudrākṣaṃ syādihottamam || 12 ||

Auch verletzte oder ungeeignete Perlen soll man meiden. Eine Rudraksha mit natürlicher Öffnung gilt als die beste.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ca – und; varjayet – soll meiden; svayameva – ganz von selbst (Svayam, Eva); vraṇayuktamayuktaṃ ṣaḍrudrākṣāṇi kṛtaṃ dvāraṃ rudrākṣaṃ syādihottamam – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Auch verletzte oder ungeeignete Perlen soll man meiden. Eine Rudraksha mit natürlicher Öffnung gilt als die beste.“.

13. Vers Rudraksha Jabala Upanishad yattu pauruṣayatnena kṛtaṃ tanmadhyamaṃ bhavet |
samānsnigdhāndṛḍhānsthūlānkṣaumasūtreṇa dhārayet || 13 ||

Eine künstlich durchbohrte Perle gilt als mittelmäßig. Gleichmäßige, glatte, feste und große Perlen soll man auf einem Faden tragen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: bhavet – soll eintreten; dhārayet – soll tragen; soll festhalten; yattu pauruṣayatnena kṛtaṃ tanmadhyamaṃ samānsnigdhāndṛḍhānsthūlānkṣaumasūtreṇa – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Eine künstlich durchbohrte Perle gilt als mittelmäßig. Gleichmäßige, glatte, feste und große Perlen soll man auf einem Faden tragen.“.

14. Vers Rudraksha Jabala Upanishad sarvagātreṇa saumyena sāmānyāni vicakṣaṇaḥ |
nikaṣe hemarekhābhā yasya rekhā pradṛśyate || 14 ||

Der Kundige soll sie friedvoll am Körper tragen. Eine Perle, die auf einem Prüfstein eine goldartige Linie erkennen lässt,

Wort-für-Wort-Erläuterung: yasya – dessen; sarvagātreṇa saumyena sāmānyāni vicakṣaṇaḥ nikaṣe hemarekhābhā rekhā pradṛśyate – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Der Kundige soll sie friedvoll am Körper tragen. Eine Perle, die auf einem Prüfstein eine goldartige Linie erkennen lässt,“.

15. Vers Rudraksha Jabala Upanishad tadakṣamamuttamaṃ vidyāttaddhāryaṃ śivapūjakaiḥ |
śikhāyāmekarudrākṣaṃ triśataṃ śirasā vahet || 15 ||

gilt als besonders gut und soll von Shiva-Verehrern getragen werden. Eine Rudraksha trage man an der Haarlocke, dreihundert am Kopf – so lautet die rituelle Zahlenangabe des Textes.

Wort-für-Wort-Erläuterung: śivapūjakaiḥ – Shiva; tadakṣamamuttamaṃ vidyāttaddhāryaṃ śikhāyāmekarudrākṣaṃ triśataṃ śirasā vahet – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „gilt als besonders gut und soll von Shiva-Verehrern getragen werden. Eine Rudraksha trage man an der Haarlocke, dreihundert am Kopf – so lautet die rituelle Zahlenangabe des Textes.“.

16. Vers Rudraksha Jabala Upanishad ṣaṭtriṃśataṃ gale dadhyātbāhoḥ ṣoḍaśaṣoḍaśa |
maṇibandhe dvādaśaiva skandhe pañcaśataṃ vahet || 16 ||

Sechsunddreißig werden für den Hals, je sechzehn für die Oberarme, je zwölf für die Handgelenke und weitere für die Schultern vorgeschrieben.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ṣaṭtriṃśataṃ gale dadhyātbāhoḥ ṣoḍaśaṣoḍaśa maṇibandhe dvādaśaiva skandhe pañcaśataṃ vahet – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Sechsunddreißig werden für den Hals, je sechzehn für die Oberarme, je zwölf für die Handgelenke und weitere für die Schultern vorgeschrieben.“.

17. Vers Rudraksha Jabala Upanishad aṣṭottaraśatairmālāmupavītaṃ prakalpayet |
dvisaraṃ trisaraṃ vāpi sarāṇāṃ pañcakaṃ tathā || 17 ||

Eine Mala aus hundertacht Perlen kann als heiliger Faden getragen werden, ebenso Anordnungen aus zwei, drei oder fünf Reihen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tathā – so; ebenso; aṣṭottaraśatairmālāmupavītaṃ prakalpayet dvisaraṃ trisaraṃ vāpi sarāṇāṃ pañcakaṃ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Eine Mala aus hundertacht Perlen kann als heiliger Faden getragen werden, ebenso Anordnungen aus zwei, drei oder fünf Reihen.“.

18. Vers Rudraksha Jabala Upanishad sarāṇāṃ saptakaṃ vāpi bibhṛyātkaṇṭhadeśataḥ |
mukuṭe kuṇḍale caiva karṇikāhārake'pi vā || 18 ||

Auch sieben Reihen können am Hals getragen werden; ferner werden Krone, Ohrringe und Halsketten genannt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: caiva – chaiv; – oder; sarāṇāṃ saptakaṃ vāpi bibhṛyātkaṇṭhadeśataḥ mukuṭe kuṇḍale karṇikāhārake'pi – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Auch sieben Reihen können am Hals getragen werden; ferner werden Krone, Ohrringe und Halsketten genannt.“.

19. Vers Rudraksha Jabala Upanishad keyūrakaṭake sūtraṃ kukṣibandhe viśeṣataḥ |
supte pīte sadākālaṃ rudrākṣaṃ dhārayennaraḥ || 19 ||

Ebenso werden Armreifen, Gürtel und andere Trageweisen aufgezählt. Der Mensch solle Rudraksha stets tragen, auch beim Schlafen und Essen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: viśeṣataḥ – besonders, gründlich; keyūrakaṭake sūtraṃ kukṣibandhe supte pīte sadākālaṃ rudrākṣaṃ dhārayennaraḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Ebenso werden Armreifen, Gürtel und andere Trageweisen aufgezählt. Der Mensch solle Rudraksha stets tragen, auch beim Schlafen und Essen.“.

20. Vers Rudraksha Jabala Upanishad triśataṃ tvadhamaṃ pañcaśataṃ madhyamamucyate |
sahasramuttamaṃ proktamevaṃ bhedena dhārayet || 20 ||

Dreihundert Perlen gelten als die geringere, fünfhundert als die mittlere und tausend als die höchste Ausstattung; so soll man sie entsprechend tragen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: dhārayet – soll tragen; soll festhalten; triśataṃ tvadhamaṃ pañcaśataṃ madhyamamucyate sahasramuttamaṃ proktamevaṃ bhedena – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Dreihundert Perlen gelten als die geringere, fünfhundert als die mittlere und tausend als die höchste Ausstattung; so soll man sie entsprechend tragen.“.

21. Vers Rudraksha Jabala Upanishad śirasīśānamantreṇa kaṇṭhe tatpuruṣeṇa tu |
aghoreṇa gale dhāryaṃ tenaiva hṛdaye'pi ca || 21 ||

Am Kopf soll man sie mit dem Ishana-Mantra, am Hals mit dem Tatpurusha-Mantra, an Kehle und Herz mit dem Aghora-Mantra tragen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: kaṇṭhe – im Hals; tu – aber; hingegen; tenaiva – aus demselben Grund; ca – und; śirasīśānamantreṇa tatpuruṣeṇa aghoreṇa gale dhāryaṃ hṛdaye'pi – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Am Kopf soll man sie mit dem Ishana-Mantra, am Hals mit dem Tatpurusha-Mantra, an Kehle und Herz mit dem Aghora-Mantra tragen.“.

22. Vers Rudraksha Jabala Upanishad aghorabījamantreṇa karayordhārayetsudhīḥ |
pañcāśadakṣagrathitānvyomavyāpyapi codare || 22 ||

An beiden Händen soll der Einsichtige sie mit dem Aghora-Bija-Mantra tragen; außerdem wird eine aus fünfzig Perlen geflochtene Anordnung genannt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: aghorabījamantreṇa karayordhārayetsudhīḥ pañcāśadakṣagrathitānvyomavyāpyapi codare – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „An beiden Händen soll der Einsichtige sie mit dem Aghora-Bija-Mantra tragen; außerdem wird eine aus fünfzig Perlen geflochtene Anordnung genannt.“.

23. Vers Rudraksha Jabala Upanishad pañca brahmabhiraṅgaiśaca trimālā pañca sapta ca |
grathitvā mūlamantreṇa sarvāṇyakṣāṇi dhārayet || 23 ||

Mit den fünf Brahma-Mantras und ihren Gliedmantras soll man drei, fünf oder sieben Malas fädeln und alle Perlen unter Rezitation des Wurzelmantras anlegen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: pañca – fünf; sapta – sieben; ca – und; dhārayet – soll tragen; soll festhalten; brahmabhiraṅgaiśaca trimālā grathitvā mūlamantreṇa sarvāṇyakṣāṇi – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Mit den fünf Brahma-Mantras und ihren Gliedmantras soll man drei, fünf oder sieben Malas fädeln und alle Perlen unter Rezitation des Wurzelmantras anlegen.“.

Textabschnitt 2 Rudraksha Jabala Upanishad atha hainaṃ bhagavantaṃ kālāgnirudraṃ bhusunḍaḥ papraccha
rudrākṣāṇāṃ bhedena yadakṣaṃ yatsvarūpaṃ yatphalamiti |
tatsvarūpaṃ mukhayuktamariṣṭanirasanaṃ kāmābhīṣṭaphalaṃ
brūhīti hovāca |
tatraite ślokā bhavanti ||

Ein disziplinierter (der seine Sinne kontrolliert) mischt sich mit dem einen ewigen Wahrheit, nachdem er diese Rudrakshas getragen hat.

Wort-für-Wort-Erläuterung: atha – nun; sodann; papraccha – fragte; hovāca – sprach; bhavanti – sie werden; sie sind; hainaṃ bhagavantaṃ kālāgnirudraṃ bhusunḍaḥ rudrākṣāṇāṃ bhedena yadakṣaṃ yatsvarūpaṃ yatphalamiti tatsvarūpaṃ mukhayuktamariṣṭanirasanaṃ kāmābhīṣṭaphalaṃ brūhīti tatraite ślokā – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Ein disziplinierter (der seine Sinne kontrolliert) mischt sich mit dem einen ewigen Wahrheit, nachdem er diese Rudrakshas getragen hat.“.

1. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad ekavaktraṃ tu rudrākṣaṃ paratattvasvarūpakam |
taddhāraṇātpare tattve līyate vijitendriyaḥ || 1 ||

Die einflächige Rudraksha verkörpert das höchste Prinzip. Wer sie mit beherrschten Sinnen trägt, geht im höchsten Prinzip auf.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tu – aber; hingegen; tattve – im Wesentlichen; līyate – wird absorbiert; vijitendriyaḥ – bezwingte Sinne; ekavaktraṃ rudrākṣaṃ paratattvasvarūpakam taddhāraṇātpare – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Die einflächige Rudraksha verkörpert das höchste Prinzip. Wer sie mit beherrschten Sinnen trägt, geht im höchsten Prinzip auf.“.

2. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad dvivaktraṃ tu muniśreṣṭha cārdhanārīśvarātmakam |
dhāraṇādardhanārīśaḥ prīyate tasya nityaśaḥ || 2 ||

Die zweiflächige Rudraksha verkörpert Ardhanarishvara. Durch ihr Tragen wird Ardhanarishvara dem Träger beständig wohlgesinnt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tu – aber; hingegen; tasya – dessen; von ihm; dvivaktraṃ muniśreṣṭha cārdhanārīśvarātmakam dhāraṇādardhanārīśaḥ prīyate nityaśaḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Die zweiflächige Rudraksha verkörpert Ardhanarishvara. Durch ihr Tragen wird Ardhanarishvara dem Träger beständig wohlgesinnt.“.

3. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad trimukhaṃ caiva rudrākṣamagnitrayasvarūpakam |
taddhāraṇācca hutabhuktasya tuṣyati nityadā || 3 ||

Die dreiflächige Rudraksha verkörpert die drei Feuer. Durch ihr Tragen wird Agni, der Verzehrer der Opfergabe, beständig erfreut.

Wort-für-Wort-Erläuterung: caiva – chaiv; tuṣyati – er ist zufrieden; trimukhaṃ rudrākṣamagnitrayasvarūpakam taddhāraṇācca hutabhuktasya nityadā – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Die dreiflächige Rudraksha verkörpert die drei Feuer. Durch ihr Tragen wird Agni, der Verzehrer der Opfergabe, beständig erfreut.“.

4. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad caturmukhaṃ tu rudrākṣaṃ caturvaktrasvarūpakam |
taddhāraṇāccaturvaktraḥ prīyate tasya nityadā || 4 ||

Die vierflächige Rudraksha verkörpert den viergesichtigen Brahma. Durch ihr Tragen wird Brahma beständig erfreut.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tu – aber; hingegen; tasya – dessen; von ihm; caturmukhaṃ rudrākṣaṃ caturvaktrasvarūpakam taddhāraṇāccaturvaktraḥ prīyate nityadā – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Die vierflächige Rudraksha verkörpert den viergesichtigen Brahma. Durch ihr Tragen wird Brahma beständig erfreut.“.

5. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad pañcavaktraṃ tu rudrākṣaṃ pañcabrahmasvarūpakam |
pañcavaktraḥ svayaṃ brahma puṃhatyāṃ ca vyapohati || 5 ||

Die fünfflächige Rudraksha verkörpert die fünf Brahmans. Der fünfgesichtige Herr selbst soll durch sie auch schwere Verfehlungen beseitigen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tu – aber; hingegen; svayaṃ – sich selbst; brahmaBrahman, das Absolute; ca – und; pañcavaktraṃ rudrākṣaṃ pañcabrahmasvarūpakam pañcavaktraḥ puṃhatyāṃ vyapohati – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Die fünfflächige Rudraksha verkörpert die fünf Brahmans. Der fünfgesichtige Herr selbst soll durch sie auch schwere Verfehlungen beseitigen.“.

6. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad ṣaḍvaktramapi rudrākṣaṃ kārtikeyādhidaivatam |
taddhāraṇānmahāśrīḥ syānmahadārogyamuttamam || 6 ||

Die sechsflächige Rudraksha steht unter der Gottheit Karttikeya. Ihr Tragen soll großen Wohlstand und vorzügliche Gesundheit schenken.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ṣaḍvaktramapi rudrākṣaṃ kārtikeyādhidaivatam taddhāraṇānmahāśrīḥ syānmahadārogyamuttamam – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Die sechsflächige Rudraksha steht unter der Gottheit Karttikeya. Ihr Tragen soll großen Wohlstand und vorzügliche Gesundheit schenken.“.

7. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad mativijñānasampattiśuddhaye dhārayetsudhīḥ |
vināyakādhidaivaṃ ca pravadanti manīṣiṇaḥ || 7 ||

Der Einsichtige soll sie zur Läuterung von Denken, Unterscheidungskraft und Erkenntnis tragen; die Weisen verbinden sie außerdem mit Vinayaka.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ca – und; mativijñānasampattiśuddhaye dhārayetsudhīḥ vināyakādhidaivaṃ pravadanti manīṣiṇaḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Der Einsichtige soll sie zur Läuterung von Denken, Unterscheidungskraft und Erkenntnis tragen; die Weisen verbinden sie außerdem mit Vinayaka.“.

8. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad saptavaktraṃ tu rudrākṣaṃ saptamādhidaivatam |
taddhāraṇānmahāśrīḥ syānmahadārogyamuttamam || 8 ||

Die siebenflächige Rudraksha steht unter einer siebenfachen Gottheit. Ihr Tragen soll großen Wohlstand und Gesundheit bringen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tu – aber; hingegen; saptavaktraṃ rudrākṣaṃ saptamādhidaivatam taddhāraṇānmahāśrīḥ syānmahadārogyamuttamam – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Die siebenflächige Rudraksha steht unter einer siebenfachen Gottheit. Ihr Tragen soll großen Wohlstand und Gesundheit bringen.“.

9. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad mahatī jñānasampattiḥ śucirdhāraṇataḥ sadā |
aṣṭavaktraṃ tu rudrākṣamaṣṭamātrādhidaivatam || 9 ||

Ihr Tragen soll große Erkenntnis und Reinheit fördern. Die achtflächige Rudraksha wird den acht göttlichen Mächten zugeordnet.

Wort-für-Wort-Erläuterung: sadā – immer; tu – aber; hingegen; mahatī jñānasampattiḥ śucirdhāraṇataḥ aṣṭavaktraṃ rudrākṣamaṣṭamātrādhidaivatam – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Ihr Tragen soll große Erkenntnis und Reinheit fördern. Die achtflächige Rudraksha wird den acht göttlichen Mächten zugeordnet.“.

10. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad vasvaṣṭakapriyaṃ caiva gaṅgāprītikaraṃ tathā |
taddhāraṇādime prītā bhaveyuḥ satyavādinaḥ || 10 ||

Sie gilt den acht Vasus als lieb und erfreut auch die Ganga. Durch ihr Tragen sollen diese wahrheitsliebenden Gottheiten dem Menschen wohlgesinnt werden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: caiva – chaiv; tathā – so; ebenso; vasvaṣṭakapriyaṃ gaṅgāprītikaraṃ taddhāraṇādime prītā bhaveyuḥ satyavādinaḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Sie gilt den acht Vasus als lieb und erfreut auch die Ganga. Durch ihr Tragen sollen diese wahrheitsliebenden Gottheiten dem Menschen wohlgesinnt werden.“.

11. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad navavaktraṃ tu rudrākṣaṃ navaśaktyadhidaivatam |
tasya dhāraṇamātreṇa prīyante navaśaktayaḥ || 11 ||

Die neunflächige Rudraksha steht unter den neun Shaktis. Schon durch ihr Tragen werden, so der Text, die neun Kräfte erfreut.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tu – aber; hingegen; tasya – dessen; von ihm; navavaktraṃ rudrākṣaṃ navaśaktyadhidaivatam dhāraṇamātreṇa prīyante navaśaktayaḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Die neunflächige Rudraksha steht unter den neun Shaktis. Schon durch ihr Tragen werden, so der Text, die neun Kräfte erfreut.“.

12. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad daśavaktraṃ tu rudrākṣaṃ yamadaivatyamīritam |
darśanācchāntijanakaṃ dhāraṇānnātra saṃśayaḥ || 12 ||

Die zehnflächige Rudraksha wird Yama zugeordnet. Ihr Anblick bringt Frieden, ihr Tragen ebenso – daran bestehe kein Zweifel.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tu – aber; hingegen; saṃśayaḥ – Zweifel; daśavaktraṃ rudrākṣaṃ yamadaivatyamīritam darśanācchāntijanakaṃ dhāraṇānnātra – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Die zehnflächige Rudraksha wird Yama zugeordnet. Ihr Anblick bringt Frieden, ihr Tragen ebenso – daran bestehe kein Zweifel.“.

13. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad ekādaśamukhaṃ tvakṣaṃ rudraikādaśadaivatam |
tadidaṃ daivataṃ prāhuḥ sadā saubhāgyavardhanam || 13 ||

Die elfflächige Rudraksha wird den elf Rudras zugeordnet und gilt als eine Form, die beständig Glück und Wohlergehen mehrt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: sadā – immer; ekādaśamukhaṃ tvakṣaṃ rudraikādaśadaivatam tadidaṃ daivataṃ prāhuḥ saubhāgyavardhanam – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Die elfflächige Rudraksha wird den elf Rudras zugeordnet und gilt als eine Form, die beständig Glück und Wohlergehen mehrt.“.

14. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad rudrākṣaṃ dvādaśamukhaṃ mahāviṣṇusvarūpakam |
dvādaśādityarūpaṃ ca bibhartyeva hi tatparam || 14 ||

Die zwölfflächige Rudraksha verkörpert Mahavishnu und zugleich die zwölf Adityas; der Träger nimmt diese erhabene Form an.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ca – und; hi – denn; gewiss; rudrākṣaṃ dvādaśamukhaṃ mahāviṣṇusvarūpakam dvādaśādityarūpaṃ bibhartyeva tatparam – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Die zwölfflächige Rudraksha verkörpert Mahavishnu und zugleich die zwölf Adityas; der Träger nimmt diese erhabene Form an.“.

15. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad trayodaśamukhaṃ tvakṣaṃ kāmadaṃ siddhidaṃ śubham |
tasya dhāraṇamātreṇa kāmadevaḥ prasīdati || 15 ||

Die dreizehnflächige Rudraksha gilt als glückverheißend, wunscherfüllend und vollendungsgebend. Durch ihr bloßes Tragen wird Kamadeva erfreut.

Wort-für-Wort-Erläuterung: siddhidaṃ – siddhidam; tasya – dessen; von ihm; trayodaśamukhaṃ tvakṣaṃ kāmadaṃ śubham dhāraṇamātreṇa kāmadevaḥ prasīdati – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Die dreizehnflächige Rudraksha gilt als glückverheißend, wunscherfüllend und vollendungsgebend. Durch ihr bloßes Tragen wird Kamadeva erfreut.“.

16. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad caturdaśamukhaṃ cākṣaṃ rudranetrasamudbhavam |
sarvavyādhiharaṃ caiva sarvadārogyamāpnuyāt || 16 ||

Die vierzehnflächige Rudraksha gilt als aus Rudras Auge hervorgegangen. Sie soll Krankheiten beseitigen und Gesundheit fördern.

Wort-für-Wort-Erläuterung: caiva – chaiv; caturdaśamukhaṃ cākṣaṃ rudranetrasamudbhavam sarvavyādhiharaṃ sarvadārogyamāpnuyāt – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Die vierzehnflächige Rudraksha gilt als aus Rudras Auge hervorgegangen. Sie soll Krankheiten beseitigen und Gesundheit fördern.“.

17. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad madyaṃ māṃsaṃ ca laśunaṃ palāṇḍuṃ śigrumeva ca |
śleṣmātakaṃ viḍvarāhamabhakṣyaṃ varjayennaraḥ || 17 ||

Der Text verbindet das Tragen mit besonderen Speiseregeln und nennt Rauschmittel, Fleisch, Knoblauch, Zwiebeln und weitere Nahrungsmittel, die zu meiden seien. Dies ist eine historische Observanz, keine allgemeine medizinische Empfehlung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ca – und; madyaṃ māṃsaṃ laśunaṃ palāṇḍuṃ śigrumeva śleṣmātakaṃ viḍvarāhamabhakṣyaṃ varjayennaraḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Der Text verbindet das Tragen mit besonderen Speiseregeln und nennt Rauschmittel, Fleisch, Knoblauch, Zwiebeln und weitere Nahrungsmittel, die zu meiden seien. Dies ist eine historische Observanz, keine allgemeine …“.

18. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad grahaṇe viṣuve caivamayane saṃkrame'pi ca |
darśeṣu pūrṇamāse ca pūrṇeṣu divaseṣu ca |
rudrākṣadhāraṇātsadyaḥ sarvapāpaiḥ pramucyate || 18 ||

Bei Finsternissen, Tagundnachtgleichen, Sonnenwenden, Übergangszeiten, Neu- und Vollmond sowie an heiligen Tagen soll das Tragen der Rudraksha unmittelbar von Verfehlungen befreien.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ca – und; pramucyate – wird vollständig befreit; grahaṇe viṣuve caivamayane saṃkrame'pi darśeṣu pūrṇamāse pūrṇeṣu divaseṣu rudrākṣadhāraṇātsadyaḥ sarvapāpaiḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Bei Finsternissen, Tagundnachtgleichen, Sonnenwenden, Übergangszeiten, Neu- und Vollmond sowie an heiligen Tagen soll das Tragen der Rudraksha unmittelbar von Verfehlungen befreien.“.

19. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad rudrākṣamūlaṃ tadbrahmā tannālaṃ viṣṇureva ca |
tanmukhaṃ rudra ityāhustadbinduḥ sarvadevatāḥ || 19 || iti ||

Die Wurzel der Rudraksha ist Brahma, ihr Stiel Vishnu, ihr Gesicht Rudra und ihr Punkt die Gesamtheit aller Gottheiten.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ca – und; sarvadevatāḥ – alle Götter; iti – so; damit; Abschluss einer Aussage; rudrākṣamūlaṃ tadbrahmā tannālaṃ viṣṇureva tanmukhaṃ rudra ityāhustadbinduḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Die Wurzel der Rudraksha ist Brahma, ihr Stiel Vishnu, ihr Gesicht Rudra und ihr Punkt die Gesamtheit aller Gottheiten.“.

Textabschnitt 3 Rudraksha Jabala Upanishad atha kālāgnirudraṃ bhagavantaṃ sanatkumāraḥ papracchādhīhi
bhagavanrudrākṣadhāraṇavidhim |
tasminsamaye nidāgha-
jaḍabharatadattātreyakātyāyanabharadvājakapilavasiṣṭha-
pippalādādayaśca kālāgnirudraṃ parisametyocuḥ |
atha
kālāgnirudraḥ kimarthaṃ bhavatāmāgamanamiti hovāca |
rudrākṣadhāraṇavidhiṃ vai sarve śrotumicchāmaha iti |
atha
kālāgnirudraḥ provāca |
rudrasya nayanādutpannā rudrākṣā
iti loke khyāyante |
atha sadāśivaḥ saṃhārakāle saṃhāraṃ
kṛtvā saṃhārākṣaṃ mukulīkaroti |
tannayanājjātā rudrākṣā
iti hovāca |
tasmādrudrākṣatvamiti kālāgnirudraḥ provāca |

Dann fragte Herr Kalagnirudra sie, warum sie alle in eine Gruppe gekommen waren. Sie alle antworteten, dass sie gekommen seien, um die Methode des Tragens von Rudrakshas zu hören. Kalagnirudra sagte: „Diejenigen, die aus Rudras Akshis (Augen) geboren werden, werden Rudrakshas genannt. Wenn diese Perlen einmal von Hand berührt werden, erreicht man die Herrlichkeit, zweitausend Kühe in Wohltätigkeit zu einer Zeit zu geben. Wenn sie in Ohren getragen werden, bekommt er den Effekt, elftausend Kühe in Wohltätigkeit zu geben. Er erreicht auch den Zustand der elf Rudras. Wenn die Perlen auf dem Kopf getragen werden, hat man den Vorteil, eine ganze Reihe von Kühen in Wohltätigkeit zu geben. Von all diesen Orten kann ich Ihnen den Nutzen nicht sagen, wenn ich in den Ohren getragen werde.

Wort-für-Wort-Erläuterung: atha – nun; sodann; hovāca – sprach; vai – wahrlich; gewiss; sarve – alle; iti – so; damit; Abschluss einer Aussage; provāca – sprach; loke – in der Welt; sadāśivaḥ – sadashiva; kṛtvā – getan habend; nachdem er getan hat; kālāgnirudraṃ bhagavantaṃ sanatkumāraḥ papracchādhīhi bhagavanrudrākṣadhāraṇavidhim tasminsamaye nidāgha jaḍabharatadattātreyakātyāyanabharadvājakapilavasiṣṭha pippalādādayaśca parisametyocuḥ kālāgnirudraḥ kimarthaṃ bhavatāmāgamanamiti rudrākṣadhāraṇavidhiṃ śrotumicchāmaha rudrasya nayanādutpannā rudrākṣā khyāyante … – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Dann fragte Herr Kalagnirudra sie, warum sie alle in eine Gruppe gekommen waren. Sie alle antworteten, dass sie gekommen seien, um die Methode des Tragens von Rudrakshas zu hören. Kalagnirudra sagte: „Diejenigen, die …“.

Textabschnitt 4 Rudraksha Jabala Upanishad tadrudrākṣe vāgviṣaye kṛte daśagopradānena yatphalamavāpnoti
tatphalamaśnute |
sa eṣa bhasmajyotī rudrākṣa iti |
tadrudrākṣaṃ
kareṇa spṛṣṭvā dhāraṇamātreṇa dvisahasragopradānaphalaṃ
bhavati |
tadrudrākṣe karṇayordhāryamāṇe ekādaśasahasragopradānaphalaṃ
bhavati |
ekādaśarudratvaṃ ca gacchati |
tadrudrākṣe śirasi
dhāryamāṇe koṭigopradānaphalaṃ bhavati |
eteṣāṃ sthānānāṃ
karṇayoḥ phalaṃ vaktuṃ na śakyamiti hovāca |
ya imāṃ rudrākṣajābālopaniṣadaṃ
nityamadhīte bālo vā yuvā vā veda sa mahānbhavati |
sa guruḥ sarveṣāṃ
mantrāṇāmupadeṣṭā bhavati etaireva homaṃ kuryāt |
etairevārcanam |
tathā rakṣoghnaṃ mṛtyutārakaṃ guruṇā labdhaṃ kaṇṭhe bāhau
śikhāyāṃ vā badhnīta |
saptadvīpavatī bhūmirdakṣiṇārthaṃ nāvakalpate |
tasmācchraddhayā yāṃ kāñcidgāṃ dadyātsā dakṣiṇā bhavati |
ya imāmupaniṣadaṃ brāhmaṇaḥ sāyamadhīyāno divasakṛtaṃ pāpaṃ
nāśayati |
madhyāhne'dhīyānaḥ ṣaḍjanmakṛtaṃ pāpaṃ nāśayati |
sāyaṃ prātaḥ prayuñjāno'nekajanmakṛtaṃ pāpaṃ nāśayati |
ṣaṭsahasralakṣagāyatrījapaphalamavāpnoti |
brahmahatyāsurāpāna-
svarṇasteyagurudāragamanatatsaṃyogapātakebhyaḥ pūto bhavati |
sarvatīrthaphalamaśnute |
patitasaṃbhāṣaṇātpūto bhavati |
paṅktiśatasahasrapāvano bhavati |
śivasāyujyamavāpnoti |
na ca
punarāvartate na ca punarāvartata ityoṃsatyamityupaniṣat ||

Wer auch immer dieses Rudraksha Jabala Upanishad studiert, sei er ein Junge oder ein Jugendlicher, wird groß. Er wird der Guru von allem und der Lehrer aller Mantras. Havan und Archana sollten mit diesen Mantras (der Upanishad) gemacht werden. Der Brahmane, der diese Upanishad am Abend rezitiert, zerstört die Verfehlungen, die während der Tageszeit begangen werden; der am Mittag rezitiert, zerstört die Verfehlungen von sechs Geburten; der morgens und abends rezitiert, zerstört die Verfehlungen vieler Geburten. Er wird gereinigt von allen Verfehlungen des Tötens eines Brahmanen, des Trinkens von Toddy, des Diebstahls von Gold, der Annäherung an Gurus Frau, des Geschlechtsverkehrs mit ihr, des Sprechens mit einer verdorbenen Person usw. Er erhält die Vorteile aller Pilgerfahrten und Flussbäder. Er erreicht Shiva-sayujya. Er kommt nicht zurück (zur Wiedergeburt).

Wort-für-Wort-Erläuterung: rudrākṣaRudraksha; iti – so; damit; Abschluss einer Aussage; bhavati – wird; ist; ca – und; gacchati – geht; gelangt; na – nicht; hovāca – sprach; – oder; guruḥGuru, Lehrer; sarveṣāṃ – jeder; kuryāt – soll tun; tathā – so; ebenso; guruṇā – vom Guru; kaṇṭhe – im Hals; brāhmaṇaḥ – Brāhmaṇa; prātaḥ – am Morgen; tadrudrākṣe vāgviṣaye kṛte daśagopradānena yatphalamavāpnoti tatphalamaśnute sa eṣa bhasmajyotī tadrudrākṣaṃ kareṇa spṛṣṭvā dhāraṇamātreṇa dvisahasragopradānaphalaṃ karṇayordhāryamāṇe ekādaśasahasragopradānaphalaṃ ekādaśarudratvaṃ śirasi dhāryamāṇe koṭigopradānaphalaṃ eteṣāṃ sthānānāṃ karṇayoḥ phalaṃ vaktuṃ … – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Wer auch immer dieses Rudraksha Jabala Upanishad studiert, sei er ein Junge oder ein Jugendlicher, wird groß. Er wird der Guru von allem und der Lehrer aller Mantras. Havan und Archana sollten mit diesen Mantras (der …“.

Shanti-Mantra der Rudraksha Jabala Upanishad oṃ āpyāyantu mamāṅgāni vākprāṇaścakṣuḥ śrotramatho
balamindriyāṇi ca || sarvāṇi sarvaṃ brahmopaniṣadaṃ māhaṃ
brahma nirākuryāṃ mā mā brahma nirākarodanirākaraṇama-
stvanirākaraṇaṃ mestu tadātmani nirate ya upaniṣatsu dharmāste
mayi santu te mayi santu || oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

Om. Mögen meine Glieder, meine Rede, Prana, Augen, Ohren, Kraft und alle Sinne erstarken. Alles ist das Brahman der Upanishaden. Möge ich Brahman niemals verleugnen und möge Brahman mich niemals verleugnen. Möge es keine Verleugnung geben. Mögen die Tugenden, von denen die Upanishaden sprechen, in mir ruhen. Om. Frieden, Frieden, Frieden. Om. Mögen meine Glieder, meine Rede, Prana, Augen, Ohren, Kraft und alle Sinne erstarken. Alles ist das Brahman der Upanishaden. Möge ich Brahman niemals verleugnen und möge Brahman mich niemals verleugnen. Möge es keine Verleugnung geben. Mögen die Tugenden, von denen die Upanishaden sprechen, in mir ruhen. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om, die heilige Silbe (Om); āpyāyantu – mögen sie wachsen und erstarken; ca – und; sarvāṇi – alle von ihnen; sarvaṃ – alles; brahmaBrahman, das Absolute; – nicht; möge nicht; te – sie; dir (je nach Zusammenhang); śāntiḥ – Frieden; mamāṅgāni vākprāṇaścakṣuḥ śrotramatho balamindriyāṇi brahmopaniṣadaṃ māhaṃ nirākuryāṃ nirākarodanirākaraṇama stvanirākaraṇaṃ mestu tadātmani nirate ya upaniṣatsu dharmāste mayi santu – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Om. Mögen meine Glieder, meine Rede, Prana, Augen, Ohren, Kraft und alle Sinne erstarken. Alles ist das Brahman der Upanishaden. Möge ich Brahman niemals verleugnen und möge Brahman mich niemals verleugnen. Möge es …“.

Schlussformel der Rudraksha Jabala Upanishad iti rudrākṣajābālopaniṣatsamāptā ||

Hier endet die Rudraksha Jabalopanishad, die in der Sama-Veda enthalten ist.

Wort-für-Wort-Erläuterung: iti – so; damit; Abschluss einer Aussage; rudrākṣajābālopaniṣatsamāptā – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Hier endet die Rudraksha Jabalopanishad, die in der Sama-Veda enthalten ist.“.

Rudraksha Jabala Upanishad: Datierung, Inhalt und Bedeutung

Name, Einordnung und Überlieferung

Der Name bezeichnet die Lehre über Ursprung, Formen und spirituelle Verwendung der Rudraksha. Als Shaiva Upanishad verbindet die Schrift upanishadische Befreiungssprache mit Begriffen, Bildern und Praktiken ihrer besonderen Tradition. Die Zuordnung zum Samaveda beruht vor allem auf dem Muktika-Kanon und den Kolophonen der späteren Sammlungen; sie bedeutet nicht zwingend, dass der gesamte Text schon zur ältesten Schicht dieses Veda gehörte.

Die Überlieferung ist handschriftlich. Abschnitts- und Verszahlen können deshalb zwischen Ausgaben abweichen, besonders bei Prosateilen, Schlussformeln und eingeschobenen Mantras. Diese Ausgabe gibt den benutzten Text vollständig wieder und gliedert lange Prosa für Übersetzung und Worterklärung in redaktionelle Sinnabschnitte. Solche Zwischenüberschriften sind keine vorgetäuschten alten Verszahlen.

Datierung

Die Schrift gehört zu den jüngeren sektarischen Upanishaden. Ihre genaue Datierung ist unsicher; meist ist mit einer Entstehung oder längeren Redaktion im ersten bis frühen zweiten Jahrtausend n. Chr. zu rechnen. Datierungen von Neben-Upanishaden sind grundsätzlich Näherungen: Ein alter Lehrgedanke, die erhaltene sprachliche Fassung und der Zeitpunkt der Aufnahme in eine Sammlung können verschiedenen Epochen angehören.

Aufbau und Inhalt

Der Text entfaltet Gespräch über Shivas Tränen; Größen und Gesichter der Samen; Tragen, Mantra und ethische Reinheit. Seine Bewegung führt von sichtbaren Formen, kosmologischen Zuordnungen oder Regeln immer wieder zur Frage nach dem tragenden Bewusstsein. Selbst dort, wo Ritual, Gottheit oder Mantra im Vordergrund stehen, zielt die upanishadische Deutung auf eine Umwandlung des Erkennenden.

Für die Lektüre ist es hilfreich, drei Ebenen auseinanderzuhalten: Erstens die wörtliche historische Vorschrift oder Erzählung, zweitens ihre symbolische und meditative Bedeutung und drittens die philosophische Aussage über Atman, Brahman und Befreiung. Nicht jede Passage beansprucht auf allen drei Ebenen dieselbe Art von Wahrheit.

Philosophische Kernlehre

Die zentrale Perspektive lautet: Ursprung, Formen und spirituelle Verwendung der Rudraksha. Die wechselnden Erfahrungen, Namen und Formen sind nicht das letzte Maß des Menschen. Freiheit entsteht, wenn Identifikation, Unwissenheit und zwanghafte Anhaftung durch klare Erkenntnis, Sammlung und eine gereifte Lebensführung durchschaut werden.

Diese Lehre darf nicht als bloße Behauptung „Alles ist eins“ missverstanden werden. Die Upanishaden verbinden Einsicht mit Disziplin: Der Geist soll wahrhaftig, ruhig und fein werden. Erst dann wird Nichtdualität zu gelebter Freiheit statt zu einem abstrakten Gedanken.

Studium wird in der upanishadischen Tradition durch Kontemplation, Meditation und verantwortliches Handeln vertieft.

Beziehungen zu anderen Schriften

Thematisch steht die Rudraksha Jabala Upanishad besonders neben Bhasma Upanishad, Rudrahridaya Upanishad, Panchabrahma Upanishad, Jabali Upanishad, Skanda Upanishad, Sharabha Upanishad, Dakshinamurti Upanishad. Gemeinsame Motive können wörtliche Übernahmen, geteilte mündliche Traditionen oder spätere Neuinterpretationen älterer Verse anzeigen. Ähnlichkeit allein beweist jedoch keine eindeutige chronologische Abhängigkeit.

Die Bhagavad Gita verbindet ebenfalls Erkenntnis, Hingabe und Handeln; das Yoga Sutra beschreibt die Sammlung des Geistes mit einer anderen systematischen Sprache. Ein Vergleich macht sichtbar, was allen Wegen gemeinsam ist und wo die Rudraksha Jabala Upanishad einen eigenen Akzent setzt.

Bedeutung für die Tradition

Für die zugehörige Tradition legitimiert die Schrift Praxis nicht nur durch Vorschrift, sondern durch eine Sicht des Menschen und des Kosmos. Die im Text behandelten Themen – Gespräch über Shivas Tränen; Größen und Gesichter der Samen; Tragen, Mantra und ethische Reinheit – erhalten dabei einen gemeinsamen inneren Bezug. Ritual und Symbol gewinnen ihren tiefsten Sinn, wenn sie Erinnerung, Sammlung, Selbsthingabe und Erkenntnis fördern.

Historisch war die Unterweisung häufig in eine Guru-Schüler-Beziehung eingebettet. Das gilt besonders für Bija-Mantras, Nyasa, Gelübde, intensive Atemmethoden oder weitreichende Formen der Entsagung. Die schriftliche Überlieferung bewahrt die Lehre; sie ersetzt nicht in jedem Fall die persönliche Anleitung.

Bedeutung für heutige Yoga Aspiranten

Der moderne Yoga Aspirant kann die Schrift fruchtbar lesen, ohne jedes vormoderne Weltbild wörtlich übernehmen zu müssen. Er kann fragen: Welche Form von Unwissenheit wird hier beschrieben? Welche Haltung reinigt den Geist? Wie werden Körper, Atem, Gefühl, Denken und Bewusstsein miteinander verbunden? Und woran zeigt sich Befreiung im Umgang mit anderen Menschen?

Praktisch bedeutet dies: kurze Passagen regelmäßig studieren, zentrale Begriffe nachschlagen, die Lehre in stiller Meditation prüfen und ihre ethische Wirkung beobachten. Wachsende Geduld, Wahrhaftigkeit, Mitgefühl und Freiheit von zwanghaftem Begehren sind verlässlichere Zeichen als Visionen, Titel oder außergewöhnliche Erlebnisse.

Bedeutung für Yogalehrer und spirituelle Begleiter

Für Yogalehrer ist die Rudraksha Jabala Upanishad eine Erinnerung an sorgfältige Kontextualisierung. Ein Lehrer sollte zwischen Textaussage, traditioneller Kommentierung, persönlicher Erfahrung und überprüfbaren körperlichen Wirkungen unterscheiden. Er sollte schwierige soziale, medizinische oder sektarische Aussagen weder verschweigen noch unkritisch bestätigen.

Ein verantwortlicher Lehrer führt nicht in Abhängigkeit. Er hilft Lernenden, Schrift, Vernunft, Gewissen und eigene Erfahrung miteinander ins Gespräch zu bringen. Wo Übungen Risiken bergen oder eine Einweihung voraussetzen, gehören klare Grenzen zur spirituellen Redlichkeit.

Bleibende Botschaft

Die bleibende Einladung der Rudraksha Jabala Upanishad besteht in der vertieften Auseinandersetzung mit ihrem Kernanliegen: Ursprung, Formen und spirituelle Verwendung der Rudraksha. Formen können verschieden sein; das Ziel ist eine Freiheit, die den ganzen Menschen verwandelt. Erkenntnis wird dann lebendig, wenn sie das Herz weitet, den Geist klärt und das tägliche Handeln wahrhaftiger macht.

Rudraksha Jabala Upanishad - Text auf Sanskrit

rudrākṣopaniṣadvedyaṃ mahārudratayojjvalam . pratiyogivinirmuktaśivamātrapadaṃ bhaje ..

OM āpyāyantu mamāṅgāni vākprāṇaścakṣuḥ śrotramatho balamindriyāṇi ca .. sarvāṇi sarvaṃ brahmopaniṣadaṃ

māhaṃ brahma nirākuryāṃ mā mā brahma nirākarodanirākaraṇama\- stvanirākaraṇaṃ mestu tadātmani nirate ya upaniṣatsu dharmāste mayi

santu te mayi santu .. OM śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ .. hariḥ OM .. atha hainaṃ kālāgnirudraṃ bhusuṇḍaḥ papraccha kathaṃ

rudrākṣotpattiḥ . taddhāraṇātkiṃ phalamiti .

taṃ hovāca bhagavānkālāgnirudraḥ . tripuravadhārthamahaṃ nimīlitākṣo.abhavam . tebhyo jalabindavo bhūmau patitāste rudrākṣā jātāḥ . sarvānugrahārthāya teṣāṃ nāmoccāraṇamātreṇa daśagopradānaphalaṃ darśanasparśanābhyāṃ dviguṇaṃ phalamata ūrdhvaṃ vaktuṃ na śaknomi . tatraite ślokā bhavanti . kasmiṃsthitaṃ tu kiṃ nāma kathaṃ vā dhāryate naraiḥ . katibhedamukhānyatra kairmantrairdhāryate katham .. 1..

divyavarṣasahasrāṇi cakṣurunmīlitaṃ mayā . bhūmāvakṣipuṭābhyāṃ tu patitā jalabindavaḥ .. 2..

tatrāśrubindavo jātā mahārudrākṣavṛkṣakāḥ . sthāvaratvamanuprāpya bhaktānugrahakāraṇāt .. 3..

bhaktānāṃ dhāraṇātpāpaṃ divārātrikṛtaṃ haret . lakṣaṃ tu darśanātpuṇyaṃ koṭistaddhāraṇādbhavet .. 4..

tasya koṭiśataṃ puṇyaṃ labhate dhāraṇānnaraḥ . lakṣakoṭisahasrāṇi lakṣakoṭiśatāni ca .. 5..

tajjapāllabhate puṇyaṃ naro rudrākṣadhāraṇāt . dhātrīphalapramāṇaṃ yacchreṣṭhametadudāhṛtam .. 6..

badarīphalamātraṃ tu madhyamaṃ procyate budhaiḥ . adhamaṃ caṇamātraṃ syātprakriyaiṣā mayocyate .. 7..

brāhmaṇāḥ kṣatriyā vaiśyāḥ śūdrāśceti śivāj¤ayā . vṛthā jātāḥ pṛthivyāṃ tu tajjātīyāḥ śubhākṣakāḥ .. 8..

śvetāstu brāhmaṇā j¤eyāḥ kṣatriyā raktavarṇakāḥ . pītāstu vaiśyā vij¤eyāḥ kṛṣṇāḥ śūdrā udāhṛtāḥ .. 9..

brāhmaṇo bibhṛyācchvetātraktātrājā tu dhārayet . pītānvaiśyastu bibhṛyātkṛṣṇā¤chūdrastu dhārayet .. 10..

samāḥ snigdhā dṛḍhāḥ sthūlāḥ kaṇṭakaiḥ saṃyutāḥ śubhāḥ . kṛmidaṣṭaṃ bhinnabhinnaṃ kaṇṭakairhīnameva ca .. 11..

vraṇayuktamayuktaṃ ca ṣaḍrudrākṣāṇi varjayet . svayameva kṛtaṃ dvāraṃ rudrākṣaṃ syādihottamam .. 12..

yattu pauruṣayatnena kṛtaṃ tanmadhyamaṃ bhavet . samānsnigdhāndṛḍhānsthūlānkṣaumasūtreṇa dhārayet .. 13..

sarvagātreṇa saumyena sāmānyāni vicakṣaṇaḥ . nikaṣe hemarekhābhā yasya rekhā pradṛśyate .. 14..

tadakṣamamuttamaṃ vidyāttaddhāryaṃ śivapūjakaiḥ . śikhāyāmekarudrākṣaṃ triśataṃ śirasā vahet .. 15..

ṣaṭtriṃśataṃ gale dadhyātbāhoḥ ṣoḍaśaṣoḍaśa . maṇibandhe dvādaśaiva skandhe pa¤caśataṃ vahet .. 16..

aṣṭottaraśatairmālāmupavītaṃ prakalpayet . dvisaraṃ trisaraṃ vāpi sarāṇāṃ pa¤cakaṃ tathā .. 17..

sarāṇāṃ saptakaṃ vāpi bibhṛyātkaṇṭhadeśataḥ . mukuṭe kuṇḍale caiva karṇikāhārake.api vā .. 18..

keyūrakaṭake sūtraṃ kukṣibandhe viśeṣataḥ . supte pīte sadākālaṃ rudrākṣaṃ dhārayennaraḥ .. 19..

triśataṃ tvadhamaṃ pa¤caśataṃ madhyamamucyate . sahasramuttamaṃ proktamevaṃ bhedena dhārayet .. 20..

śirasīśānamantreṇa kaṇṭhe tatpuruṣeṇa tu . aghoreṇa gale dhāryaṃ tenaiva hṛdaye.api ca .. 21..

aghorabījamantreṇa karayordhārayetsudhīḥ . pa¤cāśadakṣagrathitānvyomavyāpyapi codare .. 22..

pa¤ca brahmabhiraṅgaiśaca trimālā pa¤ca sapta ca . grathitvā mūlamantreṇa sarvāṇyakṣāṇi dhārayet .. 23..


atha hainaṃ bhagavantaṃ kālāgnirudraṃ bhusunḍaḥ papraccha rudrākṣāṇāṃ bhedena yadakṣaṃ yatsvarūpaṃ yatphalamiti . tatsvarūpaṃ mukhayuktamariṣṭanirasanaṃ kāmābhīṣṭaphalaṃ brūhīti hovāca . tatraite ślokā bhavanti ..

ekavaktraṃ tu rudrākṣaṃ paratattvasvarūpakam . taddhāraṇātpare tattve līyate vijitendriyaḥ .. 1..

dvivaktraṃ tu muniśreṣṭha cārdhanārīśvarātmakam . dhāraṇādardhanārīśaḥ prīyate tasya nityaśaḥ .. 2..

trimukhaṃ caiva rudrākṣamagnitrayasvarūpakam . taddhāraṇācca hutabhuktasya tuṣyati nityadā .. 3..

caturmukhaṃ tu rudrākṣaṃ caturvaktrasvarūpakam . taddhāraṇāccaturvaktraḥ prīyate tasya nityadā .. 4..

pa¤cavaktraṃ tu rudrākṣaṃ pa¤cabrahmasvarūpakam . pa¤cavaktraḥ svayaṃ brahma puṃhatyāṃ ca vyapohati .. 5..

ṣaḍvaktramapi rudrākṣaṃ kārtikeyādhidaivatam . taddhāraṇānmahāśrīḥ syānmahadārogyamuttamam .. 6..

mativij¤ānasaṃpattiśuddhaye dhārayetsudhīḥ . vināyakādhidaivaṃ ca pravadanti manīṣiṇaḥ .. 7..

saptavaktraṃ tu rudrākṣaṃ saptamādhidaivatam . taddhāraṇānmahāśrīḥ syānmahadārogyamuttamam .. 8..

mahatī j¤ānasaṃpattiḥ śucirdhāraṇataḥ sadā . aṣṭavaktraṃ tu rudrākṣamaṣṭamātrādhidaivatam .. 9..

vasvaṣṭakapriyaṃ caiva gaṅgāprītikaraṃ tathā . taddhāraṇādime prītā bhaveyuḥ satyavādinaḥ .. 10..

navavaktraṃ tu rudrākṣaṃ navaśaktyadhidaivatam . tasya dhāraṇamātreṇa prīyante navaśaktayaḥ .. 11..

daśavaktraṃ tu rudrākṣaṃ yamadaivatyamīritam . darśanācchāntijanakaṃ dhāraṇānnātra saṃśayaḥ .. 12..

ekādaśamukhaṃ tvakṣaṃ rudraikādaśadaivatam . tadidaṃ daivataṃ prāhuḥ sadā saubhāgyavardhanam .. 13..

rudrākṣaṃ dvādaśamukhaṃ mahāviṣṇusvarūpakam . dvādaśādityarūpaṃ ca bibhartyeva hi tatparam .. 14..

trayodaśamukhaṃ tvakṣaṃ kāmadaṃ siddhidaṃ śubham . tasya dhāraṇamātreṇa kāmadevaḥ prasīdati .. 15..

caturdaśamukhaṃ cākṣaṃ rudranetrasamudbhavam . sarvavyādhiharaṃ caiva sarvadārogyamāpnuyāt .. 16..

madyaṃ māṃsaṃ ca laśunaṃ palāṇḍuṃ śigrumeva ca . śleṣmātakaṃ viḍvarāhamabhakṣyaṃ varjayennaraḥ .. 17..

grahaṇe viṣuve caivamayane saṃkrame.api ca . darśeṣu pūrṇamāse ca pūrṇeṣu divaseṣu ca . rudrākṣadhāraṇātsadyaḥ sarvapāpaiḥ pramucyate .. 18..

rudrākṣamūlaṃ tadbrahmā tannālaṃ viṣṇureva ca . tanmukhaṃ rudra ityāhustadbinduḥ sarvadevatāḥ .. 19.. iti ..

atha kālāgnirudraṃ bhagavantaṃ sanatkumāraḥ papracchādhīhi

bhagavanrudrākṣadhāraṇavidhim . tasminsamaye nidāgha\-

jaḍabharatadattātreyakātyāyanabharadvājakapilavasiṣṭha\-

pippalādādayaśca kālāgnirudraṃ parisametyocuḥ . atha kālāgnirudraḥ kimarthaṃ bhavatāmāgamanamiti hovāca .

rudrākṣadhāraṇavidhiṃ vai sarve śrotumicchāmaha iti . atha

kālāgnirudraḥ provāca . rudrasya nayanādutpannā rudrākṣā

iti loke khyāyante . atha sadāśivaḥ saṃhārakāle saṃhāraṃ

kṛtvā saṃhārākṣaṃ mukulīkaroti . tannayanājjātā rudrākṣā

iti hovāca . tasmādrudrākṣatvamiti kālāgnirudraḥ provāca .

tadrudrākṣe vāgviṣaye kṛte daśagopradānena yatphalamavāpnoti

tatphalamaśnute . sa eṣa bhasmajyotī rudrākṣa iti . tadrudrākṣaṃ

kareṇa spṛṣṭvā dhāraṇamātreṇa dvisahasragopradānaphalaṃ

bhavati . tadrudrākṣe karṇayordhāryamāṇe ekādaśasahasragopradānaphalaṃ

bhavati . ekādaśarudratvaṃ ca gacchati . tadrudrākṣe śirasi

dhāryamāṇe koṭigopradānaphalaṃ bhavati . eteṣāṃ sthānānāṃ

karṇayoḥ phalaṃ vaktuṃ na śakyamiti hovāca . ya imāṃ rudrākṣajābālopaniṣadaṃ

nityamadhīte bālo vā yuvā vā veda sa mahānbhavati . sa guruḥ sarveṣāṃ

mantrāṇāmupadeṣṭā bhavati etaireva homaṃ kuryāt . etairevārcanam .

tathā rakṣoghnaṃ mṛtyutārakaṃ guruṇā labdhaṃ kaṇṭhe bāhau

śikhāyāṃ vā badhnīta . saptadvīpavatī bhūmirdakṣiṇārthaṃ nāvakalpate .

tasmācchraddhayā yāṃ kā¤cidgāṃ dadyātsā dakṣiṇā bhavati .

ya imāmupaniṣadaṃ brāhmaṇaḥ sāyamadhīyāno divasakṛtaṃ pāpaṃ nāśayati . madhyāhne.adhīyānaḥ ṣaḍjanmakṛtaṃ pāpaṃ nāśayati .

sāyaṃ prātaḥ prayu¤jāno.anekajanmakṛtaṃ pāpaṃ nāśayati .

ṣaṭsahasralakṣagāyatrījapaphalamavāpnoti . brahmahatyāsurāpāna\-

svarṇasteyagurudāragamanatatsaṃyogapātakebhyaḥ pūto bhavati .

sarvatīrthaphalamaśnute . patitasaṃbhāṣaṇātpūto bhavati .

paṅktiśatasahasrapāvano bhavati . śivasāyujyamavāpnoti . na ca

punarāvartate na ca punarāvartata ityoṃsatyamityupaniṣat ..

OM āpyāyantu mamāṅgāni vākprāṇaścakṣuḥ śrotramatho

balamindriyāṇi ca .. sarvāṇi sarvaṃ brahmopaniṣadaṃ māhaṃ

brahma nirākuryāṃ mā mā brahma nirākarodanirākaraṇama\-

stvanirākaraṇaṃ mestu tadātmani nirate ya upaniṣatsu dharmāste

mayi santu te mayi santu ..

OM śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ..

iti rudrākṣajābālopaniṣatsamāptā

Rudraksha Jabala Upanishad – vollständige gut verständliche deutsche Übersetzung

Eröffnungsvers der Rudraksha Jabala Upanishad
Traditioneller Eröffnungsvers zur Verehrung der Lehre über Ursprung, Formen und spirituelle Verwendung der Rudraksha.

Shanti-Mantra der Rudraksha Jabala Upanishad
Om. Mögen meine Glieder, meine Rede, Prana, Augen, Ohren, Kraft und alle Sinne erstarken. Alles ist das Brahman der Upanishaden. Möge ich Brahman niemals verleugnen und möge Brahman mich niemals verleugnen. Möge es keine Verleugnung geben. Mögen die Tugenden, von denen die Upanishaden sprechen, in mir ruhen. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Textabschnitt 1 Rudraksha Jabala Upanishad
Ich lobe den fulgenten Zustand des absoluten Friedens, der zu Sri Maharudra gehört, der durch die Rudraksha Jabala Upanishad bekannt ist. Bhusunda fragte Herr Kalagnirudra: Was ist der Anfang von Rudraksha-Perlen? Was ist der Vorteil, sie am Körper zu tragen? Herr Kalagnirudra antwortete ihm so: „Ich schloss meine Augen, um die Tripura Asuras zu zerstören.

1. Vers Rudraksha Jabala Upanishad
Bhusunda fragte Kalagnirudra: „Wie entstanden die Rudraksha-Perlen, und welche Frucht bringt ihr Tragen?“ Der Herr antwortete, dass die Tränen aus seinen geschlossenen Augen zur Erde fielen und zu Rudraksha wurden. Schon das Aussprechen ihres Namens, ihr Anblick und ihre Berührung gelten dem Text als verdienstvoll. Bhusunda fragte weiter: „Wo befinden sie sich, wie heißen sie, wie werden sie getragen, wie viele Gesichter haben sie, und mit welchen Mantras trägt man sie?“

2. Vers Rudraksha Jabala Upanishad
Tausend göttliche Jahre hielt ich die Augen geschlossen; aus meinen Augenwinkeln fielen Wassertropfen auf die Erde.

3. Vers Rudraksha Jabala Upanishad
Aus diesen Tränentropfen entstanden große Rudraksha-Bäume. Sie nahmen pflanzliche Gestalt an, um den Verehrern Gnade zu erweisen.

4. Vers Rudraksha Jabala Upanishad
Durch das Tragen sollen sie die bei Tag und Nacht begangenen Verfehlungen tilgen. Schon ihr Anblick gilt als hochverdienstvoll, ihr Tragen als noch weit verdienstvoller.

5. Vers Rudraksha Jabala Upanishad
Der Text steigert dieses Verdienst in außerordentlichen Zahlen und will damit die große religiöse Bedeutung des Tragens hervorheben.

6. Vers Rudraksha Jabala Upanishad
Auch die Rezitation mit einer Rudraksha-Mala gilt als höchst verdienstvoll. Eine Perle von der Größe einer Amla-Frucht wird als die beste bezeichnet.

7. Vers Rudraksha Jabala Upanishad
Eine Perle von der Größe einer Jujube-Frucht gilt als mittelgroß, eine von der Größe einer Kichererbse als geringer. So wird die überlieferte Abstufung erklärt.

8. Vers Rudraksha Jabala Upanishad
Der Text ordnet die Rudraksha-Farben entsprechend der vormodernen Varna-Lehre vier gesellschaftlichen Gruppen zu; diese historische Einteilung ist als Aussage der Quelle zu verstehen.

9. Vers Rudraksha Jabala Upanishad
Weiße Perlen werden Brahmanen, rote Kshatriyas, gelbe Vaishyas und schwarze Shudras zugeordnet.

10. Vers Rudraksha Jabala Upanishad
Dementsprechend, so die historische Vorschrift, solle jede dieser Gruppen Rudrakshas der ihr zugeordneten Farbe tragen.

11. Vers Rudraksha Jabala Upanishad
Als günstig gelten gleichmäßige, glatte, feste, große und natürlich höckerige Perlen. Wurmstichige, zerbrochene oder ihrer Erhebungen beraubte Perlen werden verworfen.

12. Vers Rudraksha Jabala Upanishad
Auch verletzte oder ungeeignete Perlen soll man meiden. Eine Rudraksha mit natürlicher Öffnung gilt als die beste.

13. Vers Rudraksha Jabala Upanishad
Eine künstlich durchbohrte Perle gilt als mittelmäßig. Gleichmäßige, glatte, feste und große Perlen soll man auf einem Faden tragen.

14. Vers Rudraksha Jabala Upanishad
Der Kundige soll sie friedvoll am Körper tragen. Eine Perle, die auf einem Prüfstein eine goldartige Linie erkennen lässt,

15. Vers Rudraksha Jabala Upanishad
gilt als besonders gut und soll von Shiva-Verehrern getragen werden. Eine Rudraksha trage man an der Haarlocke, dreihundert am Kopf – so lautet die rituelle Zahlenangabe des Textes.

16. Vers Rudraksha Jabala Upanishad
Sechsunddreißig werden für den Hals, je sechzehn für die Oberarme, je zwölf für die Handgelenke und weitere für die Schultern vorgeschrieben.

17. Vers Rudraksha Jabala Upanishad
Eine Mala aus hundertacht Perlen kann als heiliger Faden getragen werden, ebenso Anordnungen aus zwei, drei oder fünf Reihen.

18. Vers Rudraksha Jabala Upanishad
Auch sieben Reihen können am Hals getragen werden; ferner werden Krone, Ohrringe und Halsketten genannt.

19. Vers Rudraksha Jabala Upanishad
Ebenso werden Armreifen, Gürtel und andere Trageweisen aufgezählt. Der Mensch solle Rudraksha stets tragen, auch beim Schlafen und Essen.

20. Vers Rudraksha Jabala Upanishad
Dreihundert Perlen gelten als die geringere, fünfhundert als die mittlere und tausend als die höchste Ausstattung; so soll man sie entsprechend tragen.

21. Vers Rudraksha Jabala Upanishad
Am Kopf soll man sie mit dem Ishana-Mantra, am Hals mit dem Tatpurusha-Mantra, an Kehle und Herz mit dem Aghora-Mantra tragen.

22. Vers Rudraksha Jabala Upanishad
An beiden Händen soll der Einsichtige sie mit dem Aghora-Bija-Mantra tragen; außerdem wird eine aus fünfzig Perlen geflochtene Anordnung genannt.

23. Vers Rudraksha Jabala Upanishad
Mit den fünf Brahma-Mantras und ihren Gliedmantras soll man drei, fünf oder sieben Malas fädeln und alle Perlen unter Rezitation des Wurzelmantras anlegen.

Textabschnitt 2 Rudraksha Jabala Upanishad
Ein disziplinierter (der seine Sinne kontrolliert) mischt sich mit dem einen ewigen Wahrheit, nachdem er diese Rudrakshas getragen hat.

1. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad
Die einflächige Rudraksha verkörpert das höchste Prinzip. Wer sie mit beherrschten Sinnen trägt, geht im höchsten Prinzip auf.

2. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad
Die zweiflächige Rudraksha verkörpert Ardhanarishvara. Durch ihr Tragen wird Ardhanarishvara dem Träger beständig wohlgesinnt.

3. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad
Die dreiflächige Rudraksha verkörpert die drei Feuer. Durch ihr Tragen wird Agni, der Verzehrer der Opfergabe, beständig erfreut.

4. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad
Die vierflächige Rudraksha verkörpert den viergesichtigen Brahma. Durch ihr Tragen wird Brahma beständig erfreut.

5. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad
Die fünfflächige Rudraksha verkörpert die fünf Brahmans. Der fünfgesichtige Herr selbst soll durch sie auch schwere Verfehlungen beseitigen.

6. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad
Die sechsflächige Rudraksha steht unter der Gottheit Karttikeya. Ihr Tragen soll großen Wohlstand und vorzügliche Gesundheit schenken.

7. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad
Der Einsichtige soll sie zur Läuterung von Denken, Unterscheidungskraft und Erkenntnis tragen; die Weisen verbinden sie außerdem mit Vinayaka.

8. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad
Die siebenflächige Rudraksha steht unter einer siebenfachen Gottheit. Ihr Tragen soll großen Wohlstand und Gesundheit bringen.

9. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad
Ihr Tragen soll große Erkenntnis und Reinheit fördern. Die achtflächige Rudraksha wird den acht göttlichen Mächten zugeordnet.

10. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad
Sie gilt den acht Vasus als lieb und erfreut auch die Ganga. Durch ihr Tragen sollen diese wahrheitsliebenden Gottheiten dem Menschen wohlgesinnt werden.

11. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad
Die neunflächige Rudraksha steht unter den neun Shaktis. Schon durch ihr Tragen werden, so der Text, die neun Kräfte erfreut.

12. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad
Die zehnflächige Rudraksha wird Yama zugeordnet. Ihr Anblick bringt Frieden, ihr Tragen ebenso – daran bestehe kein Zweifel.

13. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad
Die elfflächige Rudraksha wird den elf Rudras zugeordnet und gilt als eine Form, die beständig Glück und Wohlergehen mehrt.

14. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad
Die zwölfflächige Rudraksha verkörpert Mahavishnu und zugleich die zwölf Adityas; der Träger nimmt diese erhabene Form an.

15. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad
Die dreizehnflächige Rudraksha gilt als glückverheißend, wunscherfüllend und vollendungsgebend. Durch ihr bloßes Tragen wird Kamadeva erfreut.

16. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad
Die vierzehnflächige Rudraksha gilt als aus Rudras Auge hervorgegangen. Sie soll Krankheiten beseitigen und Gesundheit fördern.

17. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad
Der Text verbindet das Tragen mit besonderen Speiseregeln und nennt Rauschmittel, Fleisch, Knoblauch, Zwiebeln und weitere Nahrungsmittel, die zu meiden seien. Dies ist eine historische Observanz, keine allgemeine medizinische Empfehlung.

18. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad
Bei Finsternissen, Tagundnachtgleichen, Sonnenwenden, Übergangszeiten, Neu- und Vollmond sowie an heiligen Tagen soll das Tragen der Rudraksha unmittelbar von Verfehlungen befreien.

19. Vers, 2. Textteil Rudraksha Jabala Upanishad
Die Wurzel der Rudraksha ist Brahma, ihr Stiel Vishnu, ihr Gesicht Rudra und ihr Punkt die Gesamtheit aller Gottheiten.

Textabschnitt 3 Rudraksha Jabala Upanishad
Dann fragte Herr Kalagnirudra sie, warum sie alle in eine Gruppe gekommen waren. Sie alle antworteten, dass sie gekommen seien, um die Methode des Tragens von Rudrakshas zu hören. Kalagnirudra sagte: „Diejenigen, die aus Rudras Akshis (Augen) geboren werden, werden Rudrakshas genannt. Wenn diese Perlen einmal von Hand berührt werden, erreicht man die Herrlichkeit, zweitausend Kühe in Wohltätigkeit zu einer Zeit zu geben. Wenn sie in Ohren getragen werden, bekommt er den Effekt, elftausend Kühe in Wohltätigkeit zu geben. Er erreicht auch den Zustand der elf Rudras. Wenn die Perlen auf dem Kopf getragen werden, hat man den Vorteil, eine ganze Reihe von Kühen in Wohltätigkeit zu geben. Von all diesen Orten kann ich Ihnen den Nutzen nicht sagen, wenn ich in den Ohren getragen werde.

Textabschnitt 4 Rudraksha Jabala Upanishad
Wer auch immer dieses Rudraksha Jabala Upanishad studiert, sei er ein Junge oder ein Jugendlicher, wird groß. Er wird der Guru von allem und der Lehrer aller Mantras. Havan und Archana sollten mit diesen Mantras (der Upanishad) gemacht werden. Der Brahmane, der diese Upanishad am Abend rezitiert, zerstört die Verfehlungen, die während der Tageszeit begangen werden; der am Mittag rezitiert, zerstört die Verfehlungen von sechs Geburten; der morgens und abends rezitiert, zerstört die Verfehlungen vieler Geburten. Er wird gereinigt von allen Verfehlungen des Tötens eines Brahmanen, des Trinkens von Toddy, des Diebstahls von Gold, der Annäherung an Gurus Frau, des Geschlechtsverkehrs mit ihr, des Sprechens mit einer verdorbenen Person usw. Er erhält die Vorteile aller Pilgerfahrten und Flussbäder. Er erreicht Shiva-sayujya. Er kommt nicht zurück (zur Wiedergeburt).

Shanti-Mantra der Rudraksha Jabala Upanishad
Om. Mögen meine Glieder, meine Rede, Prana, Augen, Ohren, Kraft und alle Sinne erstarken. Alles ist das Brahman der Upanishaden. Möge ich Brahman niemals verleugnen und möge Brahman mich niemals verleugnen. Möge es keine Verleugnung geben. Mögen die Tugenden, von denen die Upanishaden sprechen, in mir ruhen. Om. Frieden, Frieden, Frieden. Om. Mögen meine Glieder, meine Rede, Prana, Augen, Ohren, Kraft und alle Sinne erstarken. Alles ist das Brahman der Upanishaden. Möge ich Brahman niemals verleugnen und möge Brahman mich niemals verleugnen. Möge es keine Verleugnung geben. Mögen die Tugenden, von denen die Upanishaden sprechen, in mir ruhen. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Schlussformel der Rudraksha Jabala Upanishad
Hier endet die Rudraksha Jabalopanishad, die in der Sama-Veda enthalten ist.

Die fünf wichtigsten Empfehlungen der Rudraksha Jabala Upanishad für ernsthafte Aspiranten

1. Mache die zentrale Lehre zur täglichen Kontemplation.
Die Rudraksha Jabala Upanishad richtet den Blick auf Ursprung, Formen und spirituelle Verwendung der Rudraksha. Lies einen kurzen Abschnitt langsam, fasse ihn in einem eigenen Satz zusammen und bleibe danach einige Minuten in der Stille.

2. Verinnerliche das Shiva-Symbol.
Ob Asche, Tripundra, Rudraksha oder Mantra: Frage, welche innere Haltung das Zeichen wecken soll – Reinheit, Erinnerung an Vergänglichkeit und die Schau des einen Bewusstseins.

3. Übe Om oder ein vertrautes Shiva-Mantra regelmäßig.
Beginne maßvoll, mit klarer Aussprache und ruhigem Atem. Bei komplexem Nyasa oder intensiver Mantra-Sadhana ist traditionelle Anleitung sinnvoll.

4. Lass Nichtdualität zu Ahimsa werden.
Wenn Shiva in allen Wesen gegenwärtig ist, müssen Respekt, Selbstbeherrschung und Mitgefühl in deinem Verhalten sichtbar werden.

5. Lies sektarische Aussagen historisch.
Aussagen über den Vorrang einer Gottheit gehören zu konkreten Traditionsmilieus. Suche ihre spirituelle Absicht, ohne andere Wege abzuwerten.

Siehe auch

Literatur

Redaktioneller Hinweis: Die deutsche Fassung wurde für diesen Artikel neu formuliert und mit den genannten Vergleichsübersetzungen abgeglichen. Bei Komposita fasst die Wort-für-Wort-Erläuterung eng verbundene Wörter teilweise als Sinngruppe zusammen. Die Ausgabe ist eine Studien- und Lesefassung, keine neue kritische Sanskritedition.

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