Jadabharata

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Jadabharata (Sanskrit: जडभरत Jaḍabharata m.) mythischer Jnana Yoga Meister. Die Geschichte von Jadabharata ist eine inspirierende Geschichte, wie ein ernsthafter Aspirant, der sich dumm stellt, über verschiedene Leben die Vollkommenheit erreicht. . Jada heißt gefühllos, leblos, faul, nutzlos. Bharata heißt Indien, aus Indien, Inder. Im nachfolgenden Vortrag und Video erzählt Sukadev Bretz die Geschichte des Weisen Jadabharata.

Sukadev erzählt die Geschichte vom sich dumm stellenden Weisen Jadabharata

Sukadev über Jadabharata

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Jadabharata

Jadabharata - die Geschichte eines großartigen Heiligen und Weisen. Jadabharata heißt wörtlich „der leblose Bharata“, auch „der dumme Bharata“, „der stumpfe Bharata“. Jada heißt wörtlich leblos oder stumpf oder auch dumm, empfindungslos. Und es gibt eine Geschichte von jemandem, der heißt Jadabharata. Und dieser Jadabharata war ursprünglich Bharata, ein großer König. Und dieser König war ganz großartig und hat viel Gutes bewirkt. Nach ihm ist letztlich dann ganz Indien benannt worden und auch das Mahabharata.

Die Inder haben ursprünglich ihr Land ja nicht Indien genannt – Indien kommt vom Fluss Sindhu oder Indus – und Indien besteht ja nicht nur aus dem Land um den Indus-Fluss herum. Die Inder haben ihr Land Bharata Varsha genannt, das Land von Bharata. Und Bharata war ein so großer König, er einte ganz Indien, er war Großkönig, König der Könige, man könnte auch sagen Kaiser.

Und dieser Bharata hatte zum Ende seines Lebens alles an seinen Thronfolger weitergegeben und ist dann in den Wald gegangen, um Tapas zu üben, spirituelle Praxis zu machen, spirituelle Disziplin zu üben, um das Höchste zu erfahren. Dabei hat er sich aber verliebt in ein Rehkitz, bzw. erstmal nicht verliebt, sondern er hat an einem Bach gesehen, wie dort ein Rehkitz heruntergeschwemmt wurde und er hat das Rehkitz gerettet. Da keine Mutter zu finden war, adoptierte Bharata dieses Rehkitz, und er bekam so eine Verhaftung an dieses Rehkitz. Er meditierte und während er meditierte, saß das Rehkitz vor ihm. Während er meditierte, dachte er daran: „Was passiert jetzt mit meinem Reh, hoffentlich kommt jetzt kein Tiger und kein Löwe oder kein Leopard.“ Er war abgelenkt. Anstatt seinen Geist auf Gott zu richten, richtete er seinen Geist auf das Reh.

Schließlich war die Stunde seines Todes gekommen. Anstatt jetzt, in der Stunde des Todes, mit einpünktigem Geist an Gott zu denken und das Mantra zu wiederholen, dachte er an sein Reh und er dachte: „Oh, wer wird sich jetzt um das Reh kümmern? Was wird mit dem Reh werden?“ Und weil sein letzter Gedanke seinem Reh galt, inkarnierte er sich im nächsten Leben als Reh. Er war allerdings ein großer Meister gewesen und deshalb wusste er auch in der Reh-Inkarnation als Reh, dass er eigentlich ein Meister war. Er hielt sich etwas abseits von den anderen, er meditierte auch als Reh, er verhielt sich freundlich zu allen, aber in einem Rehkörper, heißt es, kann man sich nicht verwirklichen.

So musste er sich nach der Reh-Inkarnation wieder inkarnieren. Diesmal nahm er sich vor, keine Verhaftung. Und um keine Verhaftung zu entwickeln, verhielt er sich eigenartig. Das heißt, er tat so, als ob er dumm wäre. Er sprach nicht, er tat so, als ob er taubstumm wäre, er tat so, als ob er nichts verstünde, und so wurde er von seiner Familie weitgehend in Ruhe gelassen. Er musste nicht in die Schule gehen, er musste nicht lernen, er musste nicht lesen und schreiben lernen, er bekam etwas zu essen und zu trinken und er konnte zwischendurch meditieren.

Die Eltern wollten aber, dass er etwas Sinnvolles täte und so ließen sie ihn als Vogelscheuche auf das Feld gehen und versuchten, ihm anzudeuten, dass er sich bewegen soll und scheppern soll mit irgendwelchen Stöcken oder irgendwelchen krachmachenden Instrumenten, so dass die Vögel wegfliegen würden. Jadabharata aber hatte Mitgefühl mit den Vögeln. Anstatt sie mit Rasseln zu vertreiben, schaute er sie liebevoll an. Als die Eltern das merkten, schickten sie Bharata weg. Sie sahen ihn als Jadabharata, als nutzlosen Bharata, als empfindungslosen Bharata, als dummen Bharata.

So entwickelte sich Jadabharata außerhalb von zuhause weiter, er wurde Bettler und nahm etwas Nahrung zu sich, und ansonsten wanderte er durch die Lande. Eines Tages kam ein König vorbei. Der König war auf der Reise zu seinem Guru. Und dieser König ging nicht selbst zu Fuß, sondern er wurde in einer Sänfte getragen. Diese Sänfte wurde getragen von vier Trägern und davor und dahinter gab es einige Soldaten, um den König zu beschützen. Nun war es so, dass einer der Sänftenträger umgeknickt war und deshalb nicht mehr weitergehen konnte. So wurde ein weiterer Sänftenträger gesucht. Der Hauptmann sah diesen jungen Mann, den Jadabharata, und dachte: „Ja, den werde ich jetzt rekrutieren als Sänftenträger.“ Er sagte ihm: „Hey, du da, jetzt trage diese Sänfte.“ Und Jadabharata, der nichts Besseres zu tun hatte, ging unter die Sänfte und trug sie.

Aber Jadabharata war Ahimsa verpflichtet, dem Nicht-Verletzen, und als er so ging und plötzlich merkte, dass unter seinem Fuß eine Ameise war, sprang er etwas weiter, um nicht auf diese Ameise bzw. die Ameisenstraße zu treten. Dadurch wurde die Sänfte durcheinandergerüttelt und der König verletzte seinen Kopf oder bekam eine kleine Beule. Der König schimpfte und sagte dem Hauptmann: „Bitte, sorge dafür, dass das nicht noch einmal passiert.“ Der Hauptmann sagte: „Ja, oh königliche Majestät, da haben wir einen neuen Sänftenträger und der hat noch ein bisschen Probleme.“ Der König sagte: „Nicht noch einmal.“

Nach einer Weile sah Jadabharata im letzten Moment eine Kröte, die sich tot stellte. Anstatt auf die Kröte zu treten, hüpfte er etwas weiter, der König wurde wieder durcheinandergerüttelt, wieder eine Beule. Er schimpfte nochmals und sagte: „Du dort, wenn du das noch einmal machst, dann haue ich dir den Kopf ab und töte dich.“ Erinnere dich daran, der König wollte eigentlich zu seinem Guru gehen, um die Einweihung zu bekommen. Nach einigen Minuten sah Jadabharata eine Schnecke auf dem Weg und wiederum sprang er ein Stück weiter, um die Schnecke nicht zu töten. Wieder verletzte sich der König und wieder bekam er eine kleine Beule. Er sprang jetzt aus der Sänfte, nahm sein Schwert – mehr spielerisch, er meinte es nicht wirklich so – aber er nahm das Schwert und sagte: „Weißt du nicht, wer ich bin? Wie kannst du es wagen, ich bin Herr über Leben und Tod.“ Jadabharata, machte zum ersten Mal in seinem Leben den Mund auf, denn er wusste, der König war letztlich doch ein Guter, auch wenn er sich jetzt so aufspielte. Er lächelte dem König zu und sagte: „Oh König, du behauptest, du seist Herr über Leben und Tod und du kannst noch nicht einmal dein eigenes Temperament beherrschen. Du gehst zu deinem Guru, um Einweihung zu bekommen und drohst mir mit dem Tod. Du meinst, du kannst Leben oder Tod bestimmen und du hast noch nicht einmal irgendeine Kraft über dich. Ob dieser physische Körper lebt oder nicht lebt, ist irrelevant. Du hast keine Macht über Leben und Tod an sich.“

Der König, der diese Worte hörte, erzitterte in seinem ganzen Wesen und er wusste, das war nicht irgendjemand. Er verneigte sich vor Jadabharata und bat ihn um Unterweisung und sagte: „Oh Jadabharata, du bist mein Guru, unterweise mich.“ Jadabharata unterwies den König, der König praktizierte das, was Jadabharata sagte und erreichte die höchste Verwirklichung. Er ließ die Geschichte von Jadabharata niederschreiben und so kennen wir heute die Geschichte von Jadabharata. Das war also die Geschichte von Jadabharata, dem empfindungslosen, dem scheinbar dummen Bharata, der in Wahrheit ein großer Meister und Selbstverwirklichter war, denn Jadabharata erreichte tatsächlich die Selbstverwirklichung, die vollständige Befreiung, er wurde zum Jivanmukta.

Siehe auch

Literatur

Seminare

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