Paramahamsaparivrajaka Upanishad

Aus Yogawiki

Die Paramahamsaparivrajaka Upanishad (Sanskrit: परमहंसपरिव्राजकोपनिषत्, Paramahaṃsaparivrājakopaniṣat) gehört zu den Sannyasa Upanishaden des Atharvaveda. In der Muktika-Liste der 108 Upanishaden steht sie an 66. Stelle. Ihr Titel bezeichnet den „wandernden höchsten Hamsa“: einen Entsagenden, dessen äußere Besitzlosigkeit von innerer Freiheit, Vedanta-Erkenntnis und der unmittelbaren Erfahrung des Brahman getragen wird.

Die Schrift ist wahrscheinlich eine späte, mittelalterliche Sannyasa-Upanishad. Sie führt ältere Lehren über den Eintritt in den Sannyasa zusammen und verbindet sie mit einer ausgeprägten Lehre vom sechzehnteiligen Pranava, den vier Bewusstseinszuständen und dem idealen Paramahamsa. Als Gespräch zwischen Brahma und Adi Narayana fragt sie sowohl nach der äußeren Lebensordnung des Wanderasketen als auch nach seinem verwirklichten Bewusstseinszustand.

Der höchste Wanderasket wird nicht durch äußere Zeichen, sondern durch Erkenntnis, Gewaltlosigkeit und die Verankerung im Selbst bestimmt.

Ihre bleibende Botschaft ist weitreichender als die historische Lebensform eines besitzlosen Mönchs. Yoga und Meditation führen zu einer inneren Entsagung, in der Gier, Ichhaftigkeit, Hass und Selbstdarstellung ihre Macht verlieren. Die Schrift verdichtet dies in der Zusage des Entsagenden: „Von mir geht Furchtlosigkeit zu allen Wesen aus.“ Das höchste Ziel ist die Erkenntnis: Das ungeteilte Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit ist das eigene wahre Selbst.

Die Upanishad enthält zugleich zeitgebundene Ritual-, Sozial- und Askesevorschriften sowie historische Formen des selbstgewählten Todes. Sie werden hier vollständig und quellengetreu übersetzt, aber klar eingeordnet: Sie sind keine moderne Übungsanleitung. Verantwortliche spirituelle Praxis schützt Leben und Gesundheit und verbindet Freiheit mit Mitgefühl und übernommenen Pflichten.

Paramahamsaparivrajaka Upanishad kann auch geschrieben werden Paramahamsa Parivrajaka Upanishad sowie Paramahamsaparivrajakopanishad

Paramahamsaparivrajaka Upanishad – Sanskrit (IAST), Übersetzung und Wort-für-Wort-Erläuterung

Die überlieferte Prosa besteht aus fünf sehr langen Hauptabschnitten. Damit jede Übersetzung unmittelbar unter ihrer Sanskritstelle steht, werden sie in 1a, 1b, 2a usw. gegliedert. Diese Buchstaben sind redaktionelle Lernhilfen; sie ersetzen keine alten Verszahlen. Eröffnungsvers, beide Shanti-Mantras, Schlussformel und Kolophon sind vollständig enthalten.

Eröffnungsvers Paramahamsaparivrajaka Upanishad
pārivrājyadharmavanto yajjñānādbrahmatāṃ yayuḥ |
tadbrahma praṇavaikārthaṃ turyaturyaṃ hariṃ bhaje ||

Deutsche Übersetzung: Ich verehre Hari, jenes Brahman, das im Sinn eins mit dem Pranava ist, das Vierte im Vierten: Durch seine Erkenntnis gelangten jene, die im Dharma des wandernden Entsagenden lebten, zum Brahman-Sein.

Wort-für-Wort-Erläuterung: pārivrājya-dharma-vantaḥ – jene, die den Dharma des wandernden Entsagenden besitzen; yat-jñānāt – durch dessen Erkenntnis; brahmatām yayuḥ – zum Brahman-Sein gelangten; tat brahma – jenes Brahman; praṇava-eka-artham – im Sinn eins mit dem Pranava; turya-turyam – das Vierte des Vierten beziehungsweise Turiya im Turiya; harim bhaje – Hari verehre ich

Eröffnendes Shanti Mantra Paramahamsaparivrajaka Upanishad
oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śṛṇuyāma devā |
bhadraṃ paśyemākṣabhiryajatrāḥ|
sthirairaṅgaistuṣṭuvāṃstanūbhiḥ |
vyaśema devahitaṃ yadāyuḥ |
svasti na indro vṛddhaśravāḥ |
svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |
svasti nastārkṣyo'riṣṭanemiḥ |
svasto no bṛhaspatirdadhātu ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

Deutsche Übersetzung: Om. Ihr Götter, mögen wir mit unseren Ohren hören, was heilsam ist. Mögen wir mit unseren Augen sehen, was heilsam ist, ihr Verehrungswürdigen. Mögen wir euch mit festen Gliedern und gesundem Körper preisen und die von den Göttern bestimmte Lebensspanne vollenden. Möge Indra, der weithin Gerühmte, uns Heil gewähren; möge Pushan, der Allwissende, uns Heil gewähren; möge Tarkshya mit unversehrtem Rad uns Heil gewähren; möge Brihaspati uns Heil gewähren. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om; bhadram – Gutes, Heilsames; karṇebhiḥ śṛṇuyāma – mögen wir mit den Ohren hören; devāḥ – ihr Götter; paśyema akṣabhiḥ – mögen wir mit den Augen sehen; yajatrāḥ – ihr Verehrungswürdigen; sthiraiḥ aṅgaiḥ – mit festen Gliedern; tuṣṭuvāṃsaḥ – preisend; tanūbhiḥ – mit den Körpern; vyaśema – mögen wir verbringen oder vollenden; deva-hitam yat āyuḥ – die von den Göttern bestimmte Lebensspanne; svasti naḥ – Heil sei uns; indraḥ vṛddha-śravāḥ – Indra von großem Ruhm; pūṣā viśva-vedāḥ – Pushan, der alles kennt; tārkṣyaḥ ariṣṭa-nemiḥ – Tarkshya mit unversehrtem Rad; bṛhaspatiḥ dadhātu – möge Brihaspati gewähren; śāntiḥ – Frieden

1a. Brahmas Fragen an Adi Narayana Paramahamsaparivrajaka Upanishad
hariḥ oṃ atha pitāmahaḥ svapitaramādinārāyaṇamupasametya
praṇamya papraccha bhagavaṃstvanmukhādvarṇāśramadharma-
kramaṃ sarvaṃ śrutaṃ viditamavagatam |
idānīṃ paramahaṃsaparivrājakalakṣaṇaṃ veditumicchāmi kaḥ
parivrajanādhikārī kīdṛśaṃ parivrājakalakṣaṇaṃ kaḥ
paramahaṃsaḥ parivrājakatvaṃ kathaṃ tatsarvaṃ me brūhīti |
sa hovāca bhagavānādinārāyaṇaḥ |

Deutsche Übersetzung: Hari Om. Nun näherte sich der als „Großvater“ bezeichnete Brahma seinem Vater Adi Narayana, verneigte sich und sprach: „Erhabener, aus deinem Mund habe ich die ganze Ordnung des Varna- und Ashrama-Dharma gehört, erkannt und verstanden. Jetzt möchte ich die Kennzeichen des wandernden Paramahamsa erfahren: Wer ist zur Entsagung berechtigt? Wie beschaffen sind die Merkmale eines Wanderasketen? Wer ist ein Paramahamsa, und worin besteht sein Wanderasketentum? Bitte erkläre mir dies alles.“ Der erhabene Adi Narayana antwortete.

Wort-für-Wort-Erläuterung: hariḥ oṃ – Hari Om; atha – nun; pitāmahaḥ – der Großvater, Brahma; sva-pitaram – zu seinem Vater; ādi-nārāyaṇam – Adi Narayana; upasametya – sich nähernd; praṇamya – sich verneigend; papraccha – fragte; bhagavan – Erhabener; tvat-mukhāt – aus deinem Mund; varṇa-āśrama-dharma-kramam – die Ordnung der Pflichten von sozialen Gruppen und Lebensstadien; śrutam viditam avagatam – gehört, erkannt und verstanden; idānīm – jetzt; paramahaṃsa-parivrājaka-lakṣaṇam – Kennzeichen des wandernden Paramahamsa; veditum icchāmi – möchte ich wissen; parivrajana-adhikārī – zur Wanderschaft Berechtigter; kīdṛśam – von welcher Art; parivrājakatvam – Wanderasketentum; katham – wie; tat sarvam me brūhi – sage mir dies alles; sa ha uvāca – er sprach; bhagavān ādi-nārāyaṇaḥ – der erhabene Adi Narayana

1b. Vorbereitung und mögliche Wege in die Entsagung Paramahamsaparivrajaka Upanishad
sadgurusamīpe sakalavidyāpariśramajño bhūtvā vidvānsarva-
maihikāmuṣmikasukhaśramaṃ jñātvaiṣaṇātrayavāsanātraya-
mamatvāhaṅkārādikaṃ vamanānnamiva heyamadhigamya mokṣa-
mārgaikasādhano brahmacaryaṃ samāpya gṛhī bhavet |
gṛhādvanī bhūtvā pravrajet |
yadi vetarathā brahmacaryādeva pravrajedgṛhādvā vanādvā |

Deutsche Übersetzung: Berechtigt ist der Weise, der bei einem wahren Guru die Mühe umfassenden Lernens auf sich genommen hat. Er erkennt die Mühsal, die mit dem Streben nach Glück in dieser und in der jenseitigen Welt verbunden ist, und sieht die drei Grundverlangen, die drei tiefen Prägungen, Besitzdenken, Ichhaftigkeit und Ähnliches wie bereits erbrochene Speise als aufzugeben an. Nachdem er das Brahmacharya als Mittel auf dem Weg zur Befreiung vollendet hat, kann er Haushälter werden, vom Haushälter zum Waldeinsiedler übergehen und dann entsagen. Er kann jedoch auch unmittelbar aus dem Brahmacharya, aus dem Hausstand oder aus dem Waldleben in die Entsagung eintreten.

Wort-für-Wort-Erläuterung: sad-guru-samīpe – in der Nähe eines wahren Lehrers; sakala-vidyā-pariśrama-jñaḥ – mit der Mühe umfassenden Lernens vertraut; vidvān – ein Wissender; aihika-āmuṣmika – auf diese und die jenseitige Welt bezogen; sukha-śramam – Mühe um Glück; jñātvā – erkannt habend; eṣaṇā-traya – drei Grundverlangen, traditionell nach Nachkommen, Besitz und Himmelswelt; vāsanā-traya – drei tiefe Prägungen; mamatva – Mein- oder Besitzdenken; ahaṅkāra-ādikam – Ichhaftigkeit und Ähnliches; vamana-annam iva – wie erbrochene Speise; heyam – aufzugeben; mokṣa-mārga-eka-sādhanaḥ – dem einzigen Mittel des Befreiungsweges hingegeben; brahmacaryam samāpya – das Brahmacharya vollendet habend; gṛhī bhavet – soll Haushälter werden; gṛhāt vanī bhūtvā – vom Hausstand zum Waldbewohner geworden; pravrajet – soll fortziehen beziehungsweise entsagen; brahmacaryāt eva – unmittelbar aus dem Brahmacharya; gṛhāt vā vanāt vā – aus dem Hausstand oder Waldleben

1c. Der Zeitpunkt der Entsagung und die Zustimmung der Nahestehenden Paramahamsaparivrajaka Upanishad
atha punaravratī vā vratī vā snātako vā'snātako votsannāgni-
ranagniko vā yadahareva virajettadahareva pravrajediti buddhvā
sarvasaṃsāreṣu virakto brahmacārī gṛhī vānaprastho vā
pitaraṃ mātaraṃ kalatraputramāptabandhuvargaṃ tadabhāve śiṣyaṃ

Deutsche Übersetzung: Ob er Gelübde befolgt oder nicht, sein Studium abgeschlossen hat oder nicht, das Opferfeuer aufgegeben hat oder keines unterhält: An eben dem Tag, an dem echte Leidenschaftslosigkeit erwacht, soll er entsagen. Als Brahmacharin, Haushälter oder Vanaprastha, der den weltlichen Bindungen gegenüber frei geworden ist, soll er zuvor Vater, Mutter, Ehepartner, Kinder und nahe Verwandte um ihre Zustimmung bitten; fehlen diese, einen Schüler oder Mitbewohner.

Wort-für-Wort-Erläuterung: avratī vā vratī vā – ob ohne oder mit Gelübden; snātakaḥ vā asnātakaḥ vā – ob das Studium abgeschlossen oder nicht; utsanna-agniḥ – einer, dessen Ritualfeuer erloschen ist; anagnikaḥ – einer ohne Ritualfeuer; yadā ahar eva virajet – an welchem Tag er leidenschaftslos wird; tadā ahar eva pravrajet – an eben diesem Tag soll er entsagen; viraktaḥ – frei von Anhaftung; brahmacārī gṛhī vānaprasthaḥ vā – Brahmacharin, Haushälter oder Waldeinsiedler; pitaram mātaram – Vater und Mutter; kalatra-putram – Ehepartner und Kind; āpta-bandhu-vargam – vertraute Verwandte; tad-abhāve – bei deren Fehlen; śiṣyam – Schüler; sahavāsinam – Mitbewohner; anumodayitvā – Zustimmung erlangt habend

2a. Agneyi- und Traidhataviya-Ritus Paramahamsaparivrajaka Upanishad
sahavāsinaṃ vānumodayitvā taddhaike prājāpatyāmeveṣṭiṃ kurvanti
tadu tathā na kuryāt | āgneyyāmeva kuryāt |
agnirhi prāṇaḥ prāṇamevaitayā karoti traidhātavīyāmeva kuryāt |
etayaiva trayo dhātavo yaduta sattvaṃ rajastama iti |

Deutsche Übersetzung: Einige schreiben das Prajapatya-Opfer vor; nach dieser Schrift soll er es jedoch nicht ausführen, sondern das Agneyi-Opfer. Denn Agni ist Prana, und durch dieses Opfer stärkt er den Prana. Danach soll er das Traidhataviya-Opfer vollziehen. Durch dieses werden die drei Grundqualitäten – Sattva, Rajas und Tamas – dem Feuer überantwortet beziehungsweise verwandelt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tad ha eke – dazu sagen einige; prājāpatyām iṣṭim – Prajapatya-Opfer; kurvanti – führen sie aus; na kuryāt – soll er nicht ausführen; āgneyyām eva – allein das Agneyi-Opfer; agniḥ hi prāṇaḥ – Agni ist wahrlich Prana; prāṇam eva etayā karoti – dadurch stärkt beziehungsweise gestaltet er den Prana; traidhātavīyām – Traidhataviya-Opfer, auf drei Grundbestandteile bezogen; trayaḥ dhātavaḥ – die drei Grundelemente; sattvam rajaḥ tamaḥ – Sattva, Rajas und Tamas

2b. Aufnahme des Feuers in den Lebensatem Paramahamsaparivrajaka Upanishad
ayaṃ te yonirṛtviyo yato jāto ārocathāḥ |
taṃ jānannagna ārohāthāno vardhayā rayimityanena mantreṇāgni-
mājighret |
eṣa vā agneryoniryaḥ prāṇaṃ gaccha svāṃ yoniṃ gacchasvā-
hetyevamevaitadāha |
grāmācchrotriyāgārādagnimāhṛtya svavidhyuktakrameṇa
pūrvavadagnimājighret |

Deutsche Übersetzung: Mit dem Mantra „Dies ist deine jahreszeitliche Geburtsstätte; aus ihr geboren leuchtest du auf. Erkenne sie, o Agni, steige empor und mehre unseren Reichtum“ soll er den Duft des Feuers aufnehmen. Der Text erläutert: „Dies ist die Geburtsstätte des Feuers, nämlich der Lebensatem. Gehe zum Prana, gehe zu deiner eigenen Quelle. Svaha.“ Er bringt Feuer aus dem Haus eines vedisch kundigen Menschen im Dorf und nimmt es nach der vorgeschriebenen Ordnung wie zuvor in sich auf.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ayam te yoniḥ – dies ist deine Quelle oder Geburtsstätte; ṛtvīyaḥ – zur rechten Jahreszeit gehörig; yataḥ jātaḥ – woraus geboren; ārocathāḥ – du leuchtest auf; tam jānan – diese kennend; agna – o Agni; āroha – steige empor; vardhaya rayim – mehre den Reichtum; anena mantreṇa – mit diesem Mantra; agnim ājighret – soll er den Duft des Feuers einatmen; eṣa agneḥ yoniḥ – dies ist die Quelle des Feuers; yaḥ prāṇam – nämlich der Lebensatem; gaccha svām yonim – gehe zu deiner eigenen Quelle; svāhā – Opferausruf; grāmāt – aus dem Dorf; śrotriya-agārāt – aus dem Haus eines vedisch Gelehrten; agnim āhṛtya – Feuer herbeigebracht habend; sva-vidhi-ukta-krameṇa – nach der vorgeschriebenen Ordnung; pūrvavat – wie zuvor

2c. Wasser als Ersatz für das Ritualfeuer Paramahamsaparivrajaka Upanishad
yadyāturo vāgniṃ na vindedapsu juhuyāt |
āpo vai sarvā devatāḥ sarvābhyo devatābhyo juhomi svāheti
hutvoddhṛtya prāśnīyāt sājyaṃ haviranāmayam |

Deutsche Übersetzung: Ist er krank oder findet er kein Feuer, soll er die Gabe dem Wasser darbringen. Denn die Wasser verkörpern alle Gottheiten. Mit den Worten „Allen Gottheiten bringe ich die Opfergabe dar – Svaha“ opfert er; danach nimmt er einen kleinen Teil der mit Ghee verbundenen, als heilsam geltenden Opfergabe zu sich.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yadi āturaḥ – wenn er krank ist; agnim na vindet – kein Feuer findet; apsu juhuyāt – soll er im Wasser opfern; āpaḥ vai sarvā devatāḥ – die Wasser sind wahrlich alle Gottheiten; sarvābhyaḥ devatābhyaḥ – allen Gottheiten; juhomi – ich opfere; hutvā – geopfert habend; uddhṛtya – einen Teil herausnehmend; prāśnīyāt – soll er essen; sa-ājyam – mit Ghee; haviḥ – Opfergabe; anāmayam – heilsam, frei von Krankheit

2d. Historische Sonderwege und Entsagung in Krankheit Paramahamsaparivrajaka Upanishad
eṣa vidhirvīrādhvāne vā'nāśake vā sampraveśe (vāpāṃ praveśe) vāgnipraveśe
vā mahāprasthāne vā |
yadyāturaḥ syānmanasā vācā vā saṃnyasedeṣa panthāḥ |

Deutsche Übersetzung: Der Text nennt außerdem den „Weg des Helden“, das Fasten bis zum Tod, das Eingehen in Wasser oder Feuer und die „große Reise“ als historische Sonderwege. Ist jemand schwer krank, könne er die Entsagung innerlich oder durch ein gesprochenes Gelübde vollziehen; dies sei sein Weg. Diese vormodernen Todespraktiken werden hier quellengetreu wiedergegeben, sind jedoch keine moderne Empfehlung und dürfen nicht als Anleitung zu Selbstgefährdung verstanden werden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: eṣa vidhiḥ – dies ist die Vorschrift; vīra-adhvāne – auf dem Weg des Helden; anāśake – beim vollständigen Fasten; sampraveśe – beim Eingehen, mit der Variante apām praveśe, Eingehen in Wasser; agni-praveśe – beim Eingehen in Feuer; mahā-prasthāne – bei der großen Reise; yadi āturaḥ syāt – wenn er schwer krank wäre; manasā – im Geist; vācā vā – oder durch das Wort; saṃnyaset – soll er entsagen; eṣa panthāḥ – dies ist der Weg

3a. Atma Shraddha, Viraja Homa und Übertragung der Fähigkeiten Paramahamsaparivrajaka Upanishad
svasthakrameṇaiva cedātmaśrāddhaṃ virajāhomaṃ kṛtvāgni-
mātmanyāropya laukikavaidikasāmarthyaṃ svacaturdaśakaraṇa-
pravṛttiṃ ca putre samāropya tadabhāve śiṣye vā tadabhāve
svātmanyeva vā brahmā tvaṃ yajñastvamityabhimantrya brahma-
bhāvanayā dhyātvā sāvitrīpraveśapūrvakamapsu sarvavidyārtha-
svarūpāṃ brāhmaṇyādhārāṃ vedamātaraṃ kramādvyāhṛtiṣu
triṣu pravilāpya vyāhṛtitrayamakārokāramakāreṣu pravilāpya

Deutsche Übersetzung: Wer gesund ist und nach der geordneten Form entsagt, vollzieht das Totenopfer für sich selbst und das Viraja Homa. Er nimmt das äußere Feuer in das eigene Selbst auf und überträgt seine weltlichen und vedischen Fähigkeiten sowie die Tätigkeit seiner vierzehn Organe symbolisch auf den Sohn, ersatzweise auf einen Schüler oder schließlich auf den eigenen Atman. Mit „Du bist Brahman, du bist das Opfer“ betrachtet er alles in der Brahman-Vorstellung. Dann führt er die Savitri, die Mutter des Veda und Trägerin allen Wissens, in die drei Vyahritis und diese wiederum in die Laute A, U und M zurück.

Wort-für-Wort-Erläuterung: svastha-krameṇa – nach der Ordnung für einen Gesunden; ātma-śrāddham – Totenopfer für sich selbst; virajā-homam – Viraja-Feuerritual; kṛtvā – vollzogen habend; agnim ātmani āropya – das Feuer in das eigene Selbst übertragend; laukika-vaidika-sāmarthyam – weltliche und vedische Fähigkeit; caturdaśa-karaṇa-pravṛttim – Tätigkeit der vierzehn Instrumente, meist fünf Erkenntnissinne, fünf Handlungssinne und vier innere Organe; putre samāropya – auf den Sohn übertragend; śiṣye – auf den Schüler; svātmani eva – in das eigene Selbst; brahma tvam yajñaḥ tvam – du bist Brahman, du bist das Opfer; brahma-bhāvanayā – durch die Betrachtung als Brahman; sāvitrī – Savitri beziehungsweise Gayatri; veda-mātaram – Mutter des Veda; vyāhṛtiṣu triṣu pravilāpya – in die drei Vyahritis auflösend; akāra-ukāra-makāreṣu – in A, U und M

3b. Auflösung äußerer Standeszeichen Paramahamsaparivrajaka Upanishad
tatsāvadhānenāpaḥ prāśya praṇavena śikhāmutkṛṣya
yajñopavītaṃ chittvā vastramapi bhūmau vāpsu vā visṛjya
oṃ bhūḥ svāhā oṃ bhuvaḥ svāhā oṃ suvaḥ svāhetyanena
jātarūpadharo bhūtvā svaṃ rūpaṃ dhyāyanpunaḥ pṛthak

Deutsche Übersetzung: Auf diese Auflösung gesammelt trinkt er Wasser, entfernt unter Rezitation des Pranava die Shikha, durchtrennt die heilige Schnur und legt sein Gewand auf der Erde oder im Wasser ab. Mit „Om Bhuh Svaha, Om Bhuvah Svaha, Om Suvah Svaha“ wird er „von ursprünglicher Gestalt“, das heißt frei von den bisherigen äußeren Standeszeichen, und meditiert über sein wahres Wesen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-sāvadhānena – mit Aufmerksamkeit darauf; āpaḥ prāśya – Wasser trinkend; praṇavena – mit dem Pranava; śikhām utkṛṣya – die Shikha herausziehend beziehungsweise entfernend; yajñopavītam chittvā – die heilige Schnur durchtrennend; vastram – Gewand; bhūmau vā apsu vā – auf der Erde oder im Wasser; visṛjya – ablegend; oṃ bhūḥ/bhuvaḥ/suvaḥ svāhā – die drei Vyahritis mit Opferausruf; jāta-rūpa-dharaḥ – die ursprüngliche beziehungsweise nackte Gestalt tragend; svaṃ rūpam dhyāyan – über die eigene wahre Gestalt meditierend

3c. Die dreifache Entsagung und Furchtlosigkeit für alle Wesen Paramahamsaparivrajaka Upanishad
praṇavavyāhṛtipūrvakaṃ manasā vacasāpi saṃnyastaṃ mayā
saṃnyastaṃ mayā saṃnyastaṃ mayeti mandramadhyamatāradhvani-
bhistrivāraṃ triguṇīkṛtapreṣoccāraṇaṃ kṛtvā praṇavaika-
dhyānaparāyaṇaḥ sannabhayaṃ sarvabhūtebhyo mattaḥ svāhetyūrdhva-
bāhurbhūtvā brahmāhamasmīti tattvamasyādivākyārthasvarūpā-
nusandhānaṃ kurvannudīciṃ diśaṃ gacchet |
jātarūpadharaścaret | eṣa saṃnyāsaḥ |

Deutsche Übersetzung: Nach Pranava und Vyahritis erklärt er mit Geist und Stimme dreimal und jeweils in tiefer, mittlerer und hoher Tonlage: „Von mir ist entsagt worden, von mir ist entsagt worden, von mir ist entsagt worden.“ Ganz der Meditation über Om hingegeben, erhebt er die Arme und spricht: „Von mir geht Furchtlosigkeit zu allen Wesen aus – Svaha.“ In der Betrachtung der Mahavakyas „Ich bin Brahman“ und „Das bist du“ zieht er nach Norden. Der Text nennt das Wandern ohne frühere Standeszeichen die vollzogene Entsagung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: praṇava-vyāhṛti-pūrvakam – mit Pranava und Vyahritis vorweg; manasā vacasā api – mit Geist und auch mit der Stimme; saṃnyastam mayā – von mir ist entsagt worden; mandra-madhyama-tāra-dhvanibhiḥ – in tiefer, mittlerer und hoher Tonlage; tri-vāram – dreimal; tri-guṇī-kṛta – dreifach gemacht; preṣa-uccāraṇam – Ausspruch der Entsagungserklärung; praṇava-eka-dhyāna-parāyaṇaḥ – ganz der Meditation über Om hingegeben; abhayam sarva-bhūtebhyaḥ mattaḥ – Furchtlosigkeit für alle Wesen von mir; ūrdhva-bāhuḥ – mit erhobenen Armen; brahma aham asmi – ich bin Brahman; tat tvam asi – das bist du; mahāvākya-artha – Sinn der großen Lehrsätze; anusandhānam kurvan – erforschend beziehungsweise kontemplierend; udīcīm diśam gacchet – soll nach Norden gehen; eṣa saṃnyāsaḥ – dies ist Entsagung

3d. Stab, Gewand, Guru und Mahavakya Paramahamsaparivrajaka Upanishad
tadadhikārī na bhavedyadi gṛhasthaprārthanāpūrvakamabhayaṃ
sarvabhūtebhyo mattaḥ sarvaṃ pravartate sakhā mā gopāyaujaḥ
sakhā yo'sīndrasya vajro'si vārtraghnaḥ śarma me bhava yatpāpaṃ
tannivārayetyanena mantreṇa praṇavapūrvakaṃ salakṣaṇaṃ vaiṇavaṃ
daṇḍaṃ kaṭisūtraṃ kaupīnaṃ kamaṇḍaluṃ vivarṇavastramekaṃ
parigṛhya sadgurumupagamya natvā gurumukhāttattvamasīti
mahāvākyaṃ praṇavapūrvakamupalabhyātha jīrṇavalkalājinaṃ
dhṛtvātha jalāvataraṇamūrdhvagamanamekabhikṣāṃ parityajya
trikālasnānamācaranvedāntaśravaṇapūrvakaṃ praṇavānuṣṭhānaṃ
kurvanbrahmamārge samyak sampannaḥ svābhimatamātmani gopayitvā

Deutsche Übersetzung: Wer für diese radikalste Form nicht bereit oder nach der historischen Ordnung nicht berechtigt ist, spricht ein Schutzgebet, nimmt einen gekennzeichneten Bambusstab, Hüftschnur, Lendentuch, Wassergefäß und ein schlichtes ockerfarbenes Gewand an. Er nähert sich einem Sadguru, verneigt sich und empfängt das Mahavakya „Tat Tvam Asi“ zusammen mit dem Pranava. Er trägt ein abgenutztes Gewand, Baumrinde oder Antilopenfell, meidet belebte Badestellen, unnötiges Treppensteigen und die Abhängigkeit von nur einem Haus. Er badet zu den drei Tageszeiten, hört Vedanta, übt den Pranava und verankert sich im Weg zu Brahman.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tad-adhikārī na bhavet yadi – wenn er dazu nicht berechtigt oder bereit ist; gṛhastha-prārthanā-pūrvakam – nach dem Gebet des Haushälters; abhayam sarva-bhūtebhyaḥ – Furchtlosigkeit allen Wesen; sarvam pravartate – alles geht hervor; sakhā mā gopāya – Freund, beschütze mich; ojaḥ-sakhā – Gefährte der Kraft; indrasya vajraḥ – Indras Donnerkeil; vārtraghnaḥ – Vritra-tötend; śarma me bhava – sei mir Schutz; yat pāpam tat nivāraya – halte das Schädliche fern; vaiṇavam daṇḍam – Bambusstab; kaṭi-sūtram – Hüftschnur; kaupīnam – Lendentuch; kamaṇḍalum – Wassergefäß; vivarṇa-vastram – schlichtes, verfärbtes beziehungsweise ockerfarbenes Gewand; sad-gurum upagamya – zum wahren Guru gehend; tat tvam asi – das bist du; mahāvākyam – großer upanishadischer Lehrsatz; jīrṇa-valkala-ajinam – altes Gewand, Rindengewand oder Fell; jala-avataraṇam – Abstieg zur Wasserstelle; ūrdhva-gamanam – Hinaufsteigen; eka-bhikṣām – Almosen aus nur einem Haus; parityajya – meidend; tri-kāla-snānam – Bad zu drei Tageszeiten; vedānta-śravaṇa – Hören des Vedanta; praṇava-anuṣṭhānam – Praxis des Pranava; brahma-mārge – auf dem Weg zu Brahman

3e. Ethische und innere Disziplin Paramahamsaparivrajaka Upanishad
nirmamo'dhyātmaniṣṭhaḥ kāmakrodhalobhamohamadamātsarya-
dambhadarpāhaṅkārāsūyāgarvecchādveṣaharṣāmarṣa-
mamatvādīṃśca hitvā jñānavairāgyayukto vittastrīparāṅmukhaḥ
śuddhamānasaḥ sarvopaniṣadarthamālocya brahmacaryā-
parigrahāhiṃsāsatyaṃ yatnena rakṣañjitendriyo bahirantaḥsnehavarjitaḥ
śarīrasaṃdhāraṇārthaṃ vā triṣu varṇeṣvabhiśastapatitavarjiteṣu
paśuradrohī bhaikṣyamāṇo brahmabhūyāya bhavati |

Deutsche Übersetzung: Im Atman gegründet gibt er Besitzdenken, Begierde, Zorn, Gier, Verblendung, Rausch, Eifersucht, Heuchelei, Überheblichkeit, Ichhaftigkeit, Missgunst, Stolz, Verlangen, Hass, Schadenfreude, Ungeduld und ähnliche Bindungen auf. Mit Jnana und Vairagya wendet er sich von Reichtum und sinnlicher Verstrickung ab, läutert den Geist und betrachtet den Sinn aller Upanishaden. Mit Sorgfalt bewahrt er Brahmacharya, Aparigraha, Ahimsa und Satya, beherrscht seine Sinne und löst äußere wie innere Anhaftung. Zur bloßen Erhaltung des Körpers erbittet er Nahrung nach den historisch beschriebenen Regeln und richtet sich auf das Brahman-Sein aus.

Wort-für-Wort-Erläuterung: nirmamaḥ – ohne Mein-Denken; adhyātma-niṣṭhaḥ – im inneren Selbst gegründet; kāma – Begierde; krodha – Zorn; lobha – Gier; moha – Verblendung; mada – Rausch oder Dünkel; mātsarya – Eifersucht; dambha – Heuchelei; darpa – Überheblichkeit; ahaṅkāra – Ichhaftigkeit; asūyā – Missgunst; garva – Stolz; icchā – Wunsch; dveṣa – Hass; harṣa – selbstbezogener Überschwang; amarṣa – Ungeduld oder Empörung; mamatva-ādīn hitvā – Besitzdenken und Ähnliches aufgegeben habend; jñāna-vairāgya-yuktaḥ – mit Erkenntnis und Leidenschaftslosigkeit verbunden; vitta-strī-parāṅmukhaḥ – von Reichtum und sexueller Verstrickung abgewandt; śuddha-mānasaḥ – reinen Geistes; sarva-upaniṣad-artham ālocya – den Sinn aller Upanishaden erwägend; brahmacarya-aparigraha-ahiṃsā-satyam – Enthaltsamkeit, Besitzlosigkeit, Gewaltlosigkeit und Wahrhaftigkeit; jitendriyaḥ – die Sinne gemeistert; bahir-antaḥ-sneha-varjitaḥ – frei von äußerer und innerer Anhaftung; śarīra-sandhāraṇa-artham – zur Erhaltung des Körpers; triṣu varṇeṣu – bei drei der historisch unterschiedenen sozialen Gruppen; abhiśasta-patita-varjiteṣu – unter Ausschluss der als verurteilt oder gefallen Bezeichneten; paśuḥ adrohī – wörtlich „ein nicht feindseliges Wesen/Tier“, eine schwierige Lesart; bhaikṣyamāṇaḥ – Almosen erbittend; brahma-bhūyāya – zum Brahman-Sein

3f. Nahrung, Gleichmut und einsames Wandern Paramahamsaparivrajaka Upanishad
sarveṣu kāleṣu lābhālābhau samau kṛtvā parapātramadhūkare-
ṇānnamaśnanmedovṛddhimakurvankṛśībhūtvā brahmāhamasmīti
bhāvayangurvarthaṃ grāmamupetya dhruvaśīlo'ṣṭau māsyekākī
careddvāvevācaret |

Deutsche Übersetzung: Zu jeder Zeit bleibt er bei Erhalt und Nichterhalt von Nahrung gleichmütig. Wie eine Biene nimmt er kleine Gaben aus mehreren Quellen, vermeidet Übermaß und hält den Gedanken lebendig: „Ich bin Brahman.“ Zum Dienst am Guru kann er ein Dorf aufsuchen. Acht Monate soll er standhaft und allein wandern. Der knappe letzte Ausdruck über das Wandern „zu zweit“ ist textlich unsicher; die Überlieferung betont insgesamt die Unabhängigkeit des Entsagenden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: sarveṣu kāleṣu – zu allen Zeiten; lābha-alābhau samau kṛtvā – Gewinn und Nichtgewinn gleich behandelnd; para-pātra-madhūkareṇa – bienengleich kleine Gaben aus fremden Gefäßen nehmend; annam aśnan – Nahrung essend; medo-vṛddhim akurvan – keine Zunahme von Körperfett bewirkend; kṛśī-bhūtvā – schlank beziehungsweise einfach lebend; brahma aham asmi – ich bin Brahman; bhāvayan – betrachtend; guru-artham – um des Gurus willen; grāmam upetya – ein Dorf aufsuchend; dhruva-śīlaḥ – von festem Verhalten; aṣṭau māsi – acht Monate; ekākī caret – soll allein wandern; dvau eva ācaret – wörtlich „zwei allein sollen wandern“, eine textlich schwierige Schlusswendung

3g. Die vier Formen des Entsagenden Paramahamsaparivrajaka Upanishad
yadālaṃbuddhirbhavettadā kuṭīcako vā bahūdako vā haṃso vā
paramahaṃso vā tattanmantrapūrvakaṃ kaṭisūtraṃ kaupīnaṃ daṇḍaṃ
kamaṇḍaluṃ sarvamapsu visṛjyātha jātarūpadharaścaret |

Deutsche Übersetzung: Wenn seine Einsicht und Leidenschaftslosigkeit hinreichend gefestigt sind, kann er als Kutichaka, Bahudaka, Hamsa oder Paramahamsa leben. In der äußersten Form legt er unter den jeweiligen Mantras Hüftschnur, Lendentuch, Stab und Wassergefäß im Wasser ab und wandert ohne diese Standeszeichen weiter.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yadā alam-buddhiḥ bhavet – wenn hinreichende Einsicht entstanden ist; kuṭīcakaḥ – Hüttenbewohner, erste Klasse von Entsagenden; bahūdakaḥ – von vielen Orten Wasser beziehungsweise Nahrung Empfangender; haṃsaḥ – Hamsa-Asket; paramahaṃsaḥ – höchster Hamsa; tat-tat-mantra-pūrvakam – jeweils mit dem zugehörigen Mantra; kaṭi-sūtram – Hüftschnur; kaupīnam – Lendentuch; daṇḍam – Stab; kamaṇḍalum – Wassergefäß; apsu visṛjya – im Wasser ablegend; jāta-rūpa-dharaḥ caret – in ursprünglicher Gestalt soll er wandern

3h. Aufenthaltsdauer, Besitzlosigkeit und Loslösung vom Karma Paramahamsaparivrajaka Upanishad
grāma ekarātraṃ tīrthe trirātraṃ pattane pañcarātraṃ kṣetre
saptarātramaniketaḥ sthiramatiranagnisevī nirvikāro niyamāniyāma-
mutsṛjya prāṇasandhāraṇārthamayameva lābhālābhau samau
kṛtvā govṛttyā bhaikṣamācarannudakasthalakamaṇḍalur-
rabādhakarahasyasthalavāso na punarlābhālābharataḥ śubhāśubha-
karmanirmūlanaparaḥ sarvatra bhūtalaśayanaḥ kṣaurakarmaparityakto

Deutsche Übersetzung: Er bleibt eine Nacht in einem Dorf, drei Nächte an einem heiligen Ort, fünf Nächte in einer Stadt und sieben Nächte an einem Pilgerort. Ohne festen Wohnsitz, mit ruhigem Geist, ohne eigenes Feuer und frei von innerer Veränderlichkeit lässt er das Festhalten an Regeln wie auch an deren Gegenteil los. Nur zur Lebenserhaltung erbittet er Nahrung, bleibt bei Erhalt und Nichterhalt gleichmütig und lebt wie eine Kuh ohne planendes Auswählen. Eine Wasserstelle dient ihm als Wassergefäß, ein ungestörter verborgener Ort als Aufenthalt. Er hängt nicht an Gewinn oder Verlust, sondern strebt danach, die bindende Kraft guter wie schlechter Handlungen zu überwinden; er schläft auf der Erde und verzichtet auf das Rasieren.

Wort-für-Wort-Erläuterung: grāme eka-rātram – eine Nacht in einem Dorf; tīrthe tri-rātram – drei Nächte an einem heiligen Ort; pattane pañca-rātram – fünf Nächte in einer Stadt; kṣetre sapta-rātram – sieben Nächte an einem Pilgerort; aniketaḥ – ohne festen Wohnsitz; sthira-matiḥ – festen Geistes; anagni-sevī – ohne eigenes Feuer; nirvikāraḥ – unveränderlich, gelassen; niyama-aniyamam utsṛjya – Regel und Nichtregel loslassend; prāṇa-sandhāraṇa-artham – zur bloßen Lebenserhaltung; govṛttyā – nach Art einer Kuh, ohne auswählendes Planen; bhaikṣam ācaran – Almosengang übend; udaka-sthala-kamaṇḍaluḥ – eine Wasserstelle als Wassergefäß habend; abādhaka-rahasya-sthala-vāsaḥ – an einem ungestörten verborgenen Ort wohnend; na punaḥ lābha-alābha-rataḥ – nicht an Gewinn oder Nichtgewinn hängend; śubha-aśubha-karma-nirmūlana-paraḥ – auf die Entwurzelung bindenden guten und schlechten Karmas ausgerichtet; bhūtala-śayanaḥ – auf der Erde schlafend; kṣaura-karma-parityaktaḥ – das Rasieren aufgegeben habend

3i. Meditation, Verborgenheit und der Paramahamsa-Parivrajaka Paramahamsaparivrajaka Upanishad
yuktacāturmāsyavrataniyamaḥ śukladhyānaparāyaṇo'rthastrīpura-
parāṅmukho'nunmatto'pyunmattavadācarannavyaktaliṅgo'liṅgo'vya-
ktācāro divānaktasamatvenāsvapnaḥ svarūpānusandhānabrahma-
praṇavadhyānamārgeṇāvahitaḥ saṃnyāsena dehatyāgaṃ karoti sa
paramahaṃsaparivrājako bhavati |

Deutsche Übersetzung: Die Quelle verbindet diesen Weg mit einer besonderen Caturmasya-Regel und mit reiner Meditation. Der Wanderasket meidet die Verstrickung in Reichtum, Sexualität und Stadtleben; obwohl geistig klar, kann er nach außen wie ein Unangepasster erscheinen. Ohne erkennbares Abzeichen und ohne Selbstdarstellung betrachtet er Tag und Nacht gleich und bleibt durch Erforschung des eigenen Wesens und Meditation über das Brahma-Pranava gesammelt. Wer sein Leben bis zum natürlichen Ende in dieser Entsagung führt, wird Paramahamsa-Parivrajaka genannt. „Den Körper aufgeben“ bezeichnet hier den Abschluss des Lebensweges und keine Aufforderung zur Selbstschädigung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yukta-cāturmāsya-vrata-niyamaḥ – mit einer Caturmasya-Gelübdeordnung verbunden; śukla-dhyāna-parāyaṇaḥ – reiner Meditation hingegeben; artha-strī-pura-parāṅmukhaḥ – von Reichtum, sexueller Verstrickung und Stadtleben abgewandt; anunmattaḥ api unmattavat ācaran – obwohl nicht verwirrt, wie ein Unangepasster handelnd; avyakta-liṅgaḥ – ohne sichtbares Kennzeichen; aliṅgaḥ – ohne Abzeichen; avyakta-ācāraḥ – mit unauffälligem Verhalten; divā-nakta-samatvena – durch Gleichheit von Tag und Nacht; asvapnaḥ – ohne Traum beziehungsweise nicht von Schlaf überwältigt; svarūpa-anusandhāna – Erforschung des eigenen Wesens; brahma-praṇava-dhyāna-mārgeṇa – auf dem Weg der Meditation über das Brahma-Pranava; avahitaḥ – gesammelt, aufmerksam; saṃnyāsena deha-tyāgam karoti – gibt am Ende durch die Lebensweise der Entsagung den Körper auf; paramahaṃsa-parivrājakaḥ bhavati – wird Paramahamsa-Wanderasket

4a. Das Brahma-Pranava und die vier Bewusstseinszustände Paramahamsaparivrajaka Upanishad
bhagavan brahmapraṇavaḥ kīdṛśa iti brahmā pṛcchati |
sa hovāca nārāyaṇaḥ |
brahmapraṇavaḥ ṣoḍaśamātrātmakaḥ so'vasthācatuṣṭaya-
catuṣṭayagocaraḥ |
jāgradavasthāyāṃ jāgradādicarasro'vasthāḥ svapne svapnādi-
catasrovasthāḥ suṣuptau suṣuptyādicatasro'vasthāturīye
turīyādicatasro'vasthā bhavantīti |
jāgradavasthāyāṃ viśvasya cāturvidhyaṃ viśvaviśvo viśvataijaso
viśvaprājño viśvaturīya iti |

Deutsche Übersetzung: Brahma fragte: „Erhabener, wie ist das Brahma-Pranava beschaffen?“ Narayana antwortete: „Das Brahma-Pranava besteht aus sechzehn Matras. Es wird als vierfache Gliederung jedes der vier Bewusstseinszustände erkannt. Im Wachen bestehen vier Zustände, beginnend mit Wachen im Wachen; im Traum vier, beginnend mit Traum im Traum; im Tiefschlaf vier, beginnend mit Tiefschlaf im Tiefschlaf; und im Turiya vier, beginnend mit Turiya im Turiya.“ Für den Wachzustand nennt der Text Vishva-Vishva, Vishva-Taijasa, Vishva-Prajna und Vishva-Turiya.

Wort-für-Wort-Erläuterung: bhagavan – Erhabener; brahma-praṇavaḥ kīdṛśaḥ – wie ist das Brahma-Pranava beschaffen; brahmā pṛcchati – Brahma fragt; nārāyaṇaḥ uvāca – Narayana sprach; ṣoḍaśa-mātrā-ātmakaḥ – aus sechzehn Matras bestehend; avasthā-catuṣṭaya – Vierheit der Bewusstseinszustände; catuṣṭaya-gocaraḥ – jeweils in einer Vierheit erfassbar; jāgrat-avasthāyām – im Wachzustand; svapne – im Traum; suṣuptau – im Tiefschlaf; turīye – im vierten Zustand; catasraḥ avasthāḥ – vier Zustände; viśvasya cāturvidhyam – Vierfachheit des Vishva; viśva-viśva – Vishva im Vishva; viśva-taijasa – Taijasa im Vishva; viśva-prājña – Prajna im Vishva; viśva-turīya – Turiya im Vishva

4b. Die vierfache Gliederung von Taijasa, Prajna und Turiya Paramahamsaparivrajaka Upanishad
svapnāvasthāyāṃ taijasasya cāturvidhyaṃ
taijasaviśvastaijasataijasastaijasaprājñastaijasaturīya iti |
suṣuptyavasthāyāṃ prājñasya cāturvidhyaṃ prājñaviśvaḥ
prājñataijasaḥ prājñaprājñaḥ prājñaturīya iti|
turīyāvasthāyāṃ turīyasya cāturvidhyaṃ
turīyaviśvasturīyataijasasturīyaprājñastuturīyaturīya iti |

Deutsche Übersetzung: Im Traumzustand erscheint Taijasa vierfach: Taijasa-Vishva, Taijasa-Taijasa, Taijasa-Prajna und Taijasa-Turiya. Im Tiefschlaf erscheint Prajna vierfach: Prajna-Vishva, Prajna-Taijasa, Prajna-Prajna und Prajna-Turiya. Im vierten Zustand erscheint Turiya vierfach: Turiya-Vishva, Turiya-Taijasa, Turiya-Prajna und Turiya-Turiya.

Wort-für-Wort-Erläuterung: svapna-avasthāyām – im Traumzustand; taijasasya cāturvidhyam – Vierfachheit des Taijasa; taijasa-viśva – Vishva im Taijasa; taijasa-taijasa – Taijasa im Taijasa; taijasa-prājña – Prajna im Taijasa; taijasa-turīya – Turiya im Taijasa; suṣupti-avasthāyām – im Tiefschlafzustand; prājñasya cāturvidhyam – Vierfachheit des Prajna; prājña-viśva, prājña-taijasa, prājña-prājña, prājña-turīya – dessen vier Formen; turīya-avasthāyām – im Turiya-Zustand; turīya-viśva, turīya-taijasa, turīya-prājña, turīya-turīya – dessen vier Formen

4c. Die sechzehn Matras des Brahma-Pranava Paramahamsaparivrajaka Upanishad
te krameṇa ṣoḍaśamātrā rūḍhāḥ akāre jāgradviśva ukāre
jāgrattaijaso makāre jāgratprājña ardhamātrāyāṃ jāgratturīyo
bindau svapnaviśvonāde svapnataijasaḥ kalāyāṃ svapnaprājñaḥ
kalātīte svapnaturīyaḥ śāntau suṣuptaviśvaḥ śāntyātīte
suṣuptataijasa unmanyāṃ suṣuptaprājño manonmanyāṃ
suṣuptaturīyaḥ puryāṃ turīyaviśvo madhyamāyāṃ turīyataijasaḥ
paśyantāṃ turīyaprājñaḥ parāyāṃ turīyaturīyaḥ |

Deutsche Übersetzung: Diese sechzehn Formen werden der Reihe nach sechzehn Matras zugeordnet: A trägt Jagrat-Vishva, U Jagrat-Taijasa, M Jagrat-Prajna und die halbe Matra Jagrat-Turiya; Bindu trägt Svapna-Vishva, Nada Svapna-Taijasa, Kala Svapna-Prajna und Kalatita Svapna-Turiya; Shanti trägt Sushupta-Vishva, Shantyatita Sushupta-Taijasa, Unmani Sushupta-Prajna und Manonmani Sushupta-Turiya; Puri trägt Turiya-Vishva, Madhyama Turiya-Taijasa, Pashyanti Turiya-Prajna und Para Turiya-Turiya.

Wort-für-Wort-Erläuterung: te krameṇa – diese der Reihe nach; ṣoḍaśa-mātrāḥ – sechzehn Matras; rūḍhāḥ – zugeordnet beziehungsweise verankert; akāre – im Laut A; jāgrat-viśva – Vishva des Wachens; ukāre jāgrat-taijasaḥ – im U Taijasa des Wachens; makāre jāgrat-prājñaḥ – im M Prajna des Wachens; ardha-mātrāyām jāgrat-turīyaḥ – in der halben Matra Turiya des Wachens; bindau – im Bindu; svapna-viśvaḥ – Vishva des Traums; nāde svapna-taijasaḥ – im Nada Taijasa des Traums; kalāyām svapna-prājñaḥ – in Kala Prajna des Traums; kalātīte svapna-turīyaḥ – in Kalatita Turiya des Traums; śāntau – in Shanti; suṣupta-viśvaḥ – Vishva des Tiefschlafs; śānty-atīte – im Jenseits der Stille; suṣupta-taijasaḥ – Taijasa des Tiefschlafs; unmanyām – in Unmani; suṣupta-prājñaḥ – Prajna des Tiefschlafs; manonmanyām – in Manonmani; suṣupta-turīyaḥ – Turiya des Tiefschlafs; puryām – in Puri; turīya-viśvaḥ – Vishva des Turiya; madhyamāyām – in Madhyama; turīya-taijasaḥ – Taijasa des Turiya; paśyantām – in Pashyanti; turīya-prājñaḥ – Prajna des Turiya; parāyām – in Para; turīya-turīyaḥ – Turiya des Turiya

4d. A, U, M, die halbe Matra und Videhamukti Paramahamsaparivrajaka Upanishad
jāgranmātrācatuṣṭayamakārāṃśaṃ svapnamātrācatuṣṭaya-
mukārāṃśaṃ suṣuptimātrācatuṣṭayaṃ makārāṃśaṃ
turīyamātrācatuṣṭayamardhamātrāṃśam |
ayameva brahmapraṇavaḥ | sa paramahaṃsaturīyātītāvadhūtairupāsyaḥ |
tenaiva brahma prakāśate tena videhamuktiḥ |

Deutsche Übersetzung: Die vier Matras des Wachzustands bilden den A-Anteil, die vier des Traums den U-Anteil, die vier des Tiefschlafs den M-Anteil und die vier des Turiya die halbe Matra. Dies ist das Brahma-Pranava. Paramahamsas, Turiyatitas und Avadhutas sollen es verehren. Durch dieses wird Brahman offenbar; durch dieses wird Videhamukti, die Befreiung jenseits körperlicher Begrenzung, verwirklicht.

Wort-für-Wort-Erläuterung: jāgrat-mātrā-catuṣṭayam – Vierheit der Wach-Matras; akāra-aṃśam – Anteil des A; svapna-mātrā-catuṣṭayam – Vierheit der Traum-Matras; ukāra-aṃśam – Anteil des U; suṣupti-mātrā-catuṣṭayam – Vierheit der Tiefschlaf-Matras; makāra-aṃśam – Anteil des M; turīya-mātrā-catuṣṭayam – Vierheit der Turiya-Matras; ardha-mātrā-aṃśam – Anteil der halben Matra; ayam eva brahma-praṇavaḥ – dies allein ist das Brahma-Pranava; paramahaṃsa-turīyātīta-avadhūtaiḥ – von Paramahamsas, Turiyatitas und Avadhutas; upāsyaḥ – zu verehren beziehungsweise zu meditieren; tena eva brahma prakāśate – dadurch allein wird Brahman offenbar; tena videha-muktiḥ – dadurch Befreiung jenseits der Körperbindung

5a. Erkenntnis als heilige Schnur und Meditation als Shikha Paramahamsaparivrajaka Upanishad
bhagavan kathamayajñopavīttyaśikhī sarvakarmaparityaktaḥ kathaṃ
brahmaniṣṭhāparaḥ kathaṃ brāhmaṇa iti brahmā pṛcchati |
sa hovāca viṣṇurbhobho'rbhaka yasyāstyadvaitamātmajñānaṃ
tadeva yajñopavītam |
tasya dhyānaniṣṭhaiva śikhā | tatkarma sa pavitram |

Deutsche Übersetzung: Brahma fragte: „Erhabener, wie kann jemand ohne heilige Schnur und ohne Shikha, der alle Ritualhandlungen aufgegeben hat, ganz in Brahman gegründet und ein Brahmane sein?“ Vishnu antwortete: „Kind, wer die nichtduale Erkenntnis des Atman besitzt, dessen Erkenntnis selbst ist die heilige Schnur. Seine feste Verankerung in der Meditation ist die Shikha. Sein Tun selbst ist sein Pavitra, sein Reinigungszeichen.“

Wort-für-Wort-Erläuterung: katham ayajñopavītī – wie ist jemand ohne heilige Schnur; aśikhī – ohne Haarschopf; sarva-karma-parityaktaḥ – alle Ritualhandlungen aufgegeben habend; brahma-niṣṭhā-paraḥ – ganz der Gründung in Brahman hingegeben; katham brāhmaṇaḥ – wie ist er ein Brahmane; viṣṇuḥ uvāca – Vishnu sprach; bho bho arbhaka – o Kind; yasya asti advaitam ātma-jñānam – wer nichtduale Selbsterkenntnis besitzt; tat eva yajñopavītam – eben das ist die heilige Schnur; tasya dhyāna-niṣṭhā eva śikhā – seine feste Meditation ist die Shikha; tat karma – jenes Tun; sa-pavitram – mit dem Pavitra, dem Reinigungszeichen oder Kuśa-Ring, versehen

5b. Würde und Seltenheit des wahren Paramahamsa Paramahamsaparivrajaka Upanishad
sa sarvakarmakṛt | sa brāhmaṇaḥ | sa brahmaniṣṭhāparaḥ |
sa devaḥ | sa ṛṣiḥ | sa tapasvī | sa śreṣṭhaḥ |
sa eva sarvajyeṣṭhaḥ | sa eva jagadguruḥ | sa evāhaṃ viddhi |
loke paramahaṃsaparivrājako durlabhataro yadyeko'sti |
sa eva nityapūtaḥ | sa eva vedapuruṣo mahāpuruṣo yastaccittaṃ
mayyevāvatiṣṭhate | ahaṃ ca tasminnevāvasthitaḥ |

Deutsche Übersetzung: Er gilt als einer, der alle wesentlichen Handlungen erfüllt hat: als wahrer Brahmane, in Brahman gegründet, als lichtvoller Mensch, Rishi, Asket und Vortrefflicher. Er ist der innerlich Älteste und ein Lehrer der Welt; erkenne ihn als eins mit mir. Ein Paramahamsa-Parivrajaka ist in der Welt außerordentlich selten. Gibt es auch nur einen, so ist er stets rein, ein Mensch des Veda und ein großer Mensch, dessen Bewusstsein allein in mir ruht; auch ich ruhe in ihm.

Wort-für-Wort-Erläuterung: sa sarva-karma-kṛt – er hat alle wesentlichen Handlungen vollbracht; sa brāhmaṇaḥ – er ist der wahre Brahmane; sa brahma-niṣṭhā-paraḥ – er ist in Brahman gegründet; sa devaḥ – er ist lichtvoll; sa ṛṣiḥ – er ist ein Rishi; sa tapasvī – er ist ein Asket; sa śreṣṭhaḥ – er ist vortrefflich; sarva-jyeṣṭhaḥ – der innerlich Älteste oder Vornehmste; jagad-guruḥ – Lehrer der Welt; sa eva aham viddhi – erkenne ihn als mich; loke – in der Welt; durlabhataraḥ – äußerst selten; yadi ekaḥ asti – wenn es auch nur einen gibt; nitya-pūtaḥ – stets rein; veda-puruṣaḥ – Mensch beziehungsweise Verkörperung des Veda; mahā-puruṣaḥ – großer Mensch; yat tat cittam – dessen Bewusstsein; mayi eva avatiṣṭhate – in mir allein ruht; aham ca tasmin eva avasthitaḥ – auch ich ruhe in ihm allein

5c. Gleichmut und Freiheit von den sechs Wogen Paramahamsaparivrajaka Upanishad
sa eva nityatṛptaḥ | sa śītoṣṇasukhaduḥkhamānāvamānavarjitaḥ |
sa nindāmarṣasahiṣṇuḥ | sa ṣaḍūrmivarjitaḥ |
ṣaḍbhāvavikāraśūnyaḥ | sa jyeṣṭhājyeṣṭhavyavadhānarahitaḥ |

Deutsche Übersetzung: Er ist stets zufrieden und frei von der Herrschaft durch Kälte und Hitze, Freude und Leid, Ehre und Missachtung. Er erträgt Tadel und Zorn, ist frei von den sechs Wogen – Hunger, Durst, Kummer, Verblendung, Alter und Tod – und von den sechs Veränderungen des Körpers: Dasein, Geburt, Wachstum, Wandlung, Verfall und Tod. Unterschiede wie „älter“ und „jünger“ begrenzen ihn nicht.

Wort-für-Wort-Erläuterung: nitya-tṛptaḥ – stets zufrieden; śīta-uṣṇa – Kälte und Hitze; sukha-duḥkha – Freude und Leid; māna-avamāna-varjitaḥ – frei von Ehre und Missachtung als Bindung; nindā-amarṣa-sahiṣṇuḥ – Tadel und Zorn ertragend; ṣaṭ-ūrmi-varjitaḥ – frei von den sechs Wogen, Hunger, Durst, Kummer, Verblendung, Alter und Tod; ṣaṭ-bhāva-vikāra-śūnyaḥ – frei von den sechs Veränderungen des Körpers; jyeṣṭha-ajyeṣṭha – älter und nicht älter beziehungsweise höher und niedriger; vyavadhāna-rahitaḥ – ohne trennende Begrenzung

5d. Jenseits äußerer Rituale – gegründet in Sat-Chit-Ananda Paramahamsaparivrajaka Upanishad
sa svavyatirekeṇa nānyadraṣṭā | āśāmbaro na namaskāro na
svāhākāro na svadhākāraśca navisarjanaparo nindāstuti-
vyatirikto namantratantropāsako devāntaradhyānaśūnyo
lakṣyālakṣyanivartakaḥ sarvoparataḥ sa saccidānandādvaya-
cidghanaḥ sampūrṇānandaikabodho brahmaivāhamasmītyanavarataṃ
brahmapraṇavānusandhānena yaḥ kṛtakṛtyo bhavati sa ha
paramahaṃsaparivrāḍityupaniṣat ||

Deutsche Übersetzung: Außer dem eigenen Selbst sieht er nichts als wirklich getrennt. Die Himmelsrichtungen sind sein Gewand; er verlangt weder Verbeugung noch rituelle Svaha- oder Svadha-Rufe und hat keine angerufene Gottheit zu verabschieden. Jenseits von Tadel und Lob hält er sich nicht an Mantra- und Tantra-Rituale und meditiert nicht über eine vom höchsten Selbst getrennte Gottheit. Er lässt sowohl begriffliche Ziele als auch deren Verneinung los und ruht von allem Greifen. Als ungeteilte Bewusstseinsfülle von Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit erkennt er unablässig im Brahma-Pranava: „Ich bin wahrlich Brahman.“ Wer so erfüllt hat, was zu erfüllen war, ist der Paramahamsa-Parivrajaka – so lautet die Upanishad.

Wort-für-Wort-Erläuterung: sva-vyatirekeṇa – getrennt vom eigenen Selbst; na anyat draṣṭā – nichts anderes sehend; āśā-ambaraḥ – mit den Himmelsrichtungen als Gewand; na namaskāraḥ – keine verlangte förmliche Verbeugung; na svāhā-kāraḥ – kein Svaha-Opferruf; na svadhā-kāraḥ – kein Svadha-Ruf; na visarjana-paraḥ – nicht mit ritueller Entlassung befasst; nindā-stuti-vyatiriktaḥ – jenseits von Tadel und Lob; na mantra-tantra-upāsakaḥ – kein Ausübender äußerer Mantra- und Tantra-Rituale; devāntara-dhyāna-śūnyaḥ – ohne Meditation auf eine andere, getrennte Gottheit; lakṣya-alakṣya-nivartakaḥ – Ziel und Nichtziel überschreitend; sarva-uparataḥ – von allem Greifen zur Ruhe gekommen; sat-cit-ānanda-advaya-cid-ghanaḥ – ungeteilte Bewusstseinsfülle aus Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit; sampūrṇa-ānanda-eka-bodhaḥ – einziges Erkennen vollkommener Glückseligkeit; brahma eva aham asmi – ich bin wahrlich Brahman; anavaratam – unablässig; brahma-praṇava-anusandhānena – durch Kontemplation des Brahma-Pranava; kṛta-kṛtyaḥ bhavati – hat erfüllt, was zu erfüllen war; paramahaṃsa-parivrāṭ – wandernder Paramahamsa; iti upaniṣat – so lautet die Upanishad

Schlussformel Hari Om Tat Sat Paramahamsaparivrajaka Upanishad
hariḥ oṃ tatsat |

Deutsche Übersetzung: Hari Om Tat Sat – Hari, Om, das ist die Wahrheit.

Wort-für-Wort-Erläuterung: hariḥ – Hari; oṃ – Om; tat – das; sat – Wahrheit, Wirklichkeit, das Seiende

Abschließendes Shanti Mantra Paramahamsaparivrajaka Upanishad
oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śṛṇuyāma devā |
bhadraṃ paśyemākṣabhiryajatrāḥ|
sthirairaṅgaistuṣṭuvāṃstanūbhiḥ |
vyaśema devahitaṃ yadāyuḥ |
svasti na indro vṛddhaśravāḥ |
svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |
svasti nastārkṣyo'riṣṭanemiḥ |
svasti no bṛhaspatirdadhātu ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

Deutsche Übersetzung: Om. Ihr Götter, mögen wir mit unseren Ohren hören, was heilsam ist. Mögen wir mit unseren Augen sehen, was heilsam ist, ihr Verehrungswürdigen. Mögen wir euch mit festen Gliedern und gesundem Körper preisen und die von den Göttern bestimmte Lebensspanne vollenden. Möge Indra, der weithin Gerühmte, uns Heil gewähren; möge Pushan, der Allwissende, uns Heil gewähren; möge Tarkshya mit unversehrtem Rad uns Heil gewähren; möge Brihaspati uns Heil gewähren. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om; bhadram – Gutes, Heilsames; karṇebhiḥ śṛṇuyāma – mögen wir mit den Ohren hören; devāḥ – ihr Götter; paśyema akṣabhiḥ – mögen wir mit den Augen sehen; yajatrāḥ – ihr Verehrungswürdigen; sthiraiḥ aṅgaiḥ – mit festen Gliedern; tuṣṭuvāṃsaḥ – preisend; tanūbhiḥ – mit den Körpern; vyaśema – mögen wir vollenden; deva-hitam yat āyuḥ – die von den Göttern bestimmte Lebensspanne; svasti naḥ – Heil sei uns; indraḥ, pūṣā, tārkṣyaḥ, bṛhaspatiḥ – Indra, Pushan, Tarkshya und Brihaspati; dadhātu – möge gewähren; śāntiḥ – Frieden

Kolophon Paramahamsaparivrajaka Upanishad
iti paramahaṃsaparivrājakopaniṣatsamāptā ||

Deutsche Übersetzung: So endet die Paramahamsaparivrajaka Upanishad.

Wort-für-Wort-Erläuterung: iti – so; paramahaṃsa-parivrājaka-upaniṣat – die Paramahamsaparivrajaka Upanishad; samāptā – beendet, vollendet

Paramahamsaparivrajaka Upanishad: Datierung, Überlieferung, Inhalt und Bedeutung

Name und Stellung innerhalb der Upanishaden

Paramahaṃsa bedeutet wörtlich „höchster Hamsa“ oder „höchster Schwan“. Der Schwan symbolisiert in indischen Traditionen geistige Unterscheidungskraft und die durch die Welten wandernde Seele. Parivrājaka bezeichnet einen Menschen, der ohne festen Wohnsitz umherzieht. Der Titel meint daher den wandernden Entsagenden höchster Stufe.

Die Paramahamsaparivrajaka Upanishad wird dem Atharvaveda und der Gruppe der Sannyasa-Upanishaden zugeordnet. Sie ist nicht mit der wesentlich kürzeren Paramahamsa Upanishad identisch. Beide Texte beschreiben den Paramahamsa, doch die Paramahamsaparivrajaka Upanishad entfaltet den Initiationsritus, die Lebensregeln und die Lehre vom Brahma-Pranava erheblich ausführlicher.

Datierung und Textgeschichte

Nach der Forschung von Joachim Friedrich Sprockhoff und Patrick Olivelle gehört die Schrift zu den späten Sannyasa-Upanishaden. Weil sie Material älterer Entsagungstexte aufnimmt und systematisch verbindet, wird ihre Entstehung meist in das zweite Jahrtausend n. Chr., wahrscheinlich in das 14. oder 15. Jahrhundert, gesetzt. Eine auf das Jahr genaue Datierung ist nicht möglich.

Die überlieferte Fassung ist überwiegend Prosa. A. A. Ramanathans vollständige Übersetzung gliedert den Haupttext in fünf große Abschnitte; andere moderne Darstellungen sprechen aufgrund einer feineren redaktionellen Unterteilung von acht Kapiteln. Die Sanskritquelle selbst bietet keinen überall zweifelsfreien, einheitlichen Satz von Kapitelziffern. Der vorliegende Artikel folgt deshalb den fünf belegten Hauptabschnitten und zerlegt ihre sehr langen Perioden in 1a, 1b, 2a usw. Diese Buchstaben sind ausschließlich Lesehilfen und keine vorgetäuschten alten Verszahlen.

Die elektronische Sanskritfassung enthält einige schwierige oder offenbar beschädigte Lesarten. Wo eine parallele Fassung eine eindeutige Korrektur ermöglicht – etwa „Indras Vajra, der Vritra tötet“ oder „Ich bin wahrlich Brahman“ –, wurde behutsam normalisiert. Andere unsichere Formulierungen werden in Übersetzung und Worterklärung ausdrücklich als solche bezeichnet.

Gespräch zwischen Brahma und Adi Narayana

Die Rahmenhandlung lässt Brahma, den „Großvater“ der Wesen, seinen Vater Adi Narayana befragen. Brahma hat bereits die Ordnung von Varna und Ashrama kennengelernt; nun will er wissen, wer zur Entsagung befähigt ist, wie ein Wanderasket lebt und woran der höchste Paramahamsa erkannt wird.

Die Wahl der Sprecher verbindet die Sannyasa-Lehre mit einer vishnuitischen Theologie, ohne ihre advaitische Mitte aufzugeben. Narayana erscheint nicht bloß als persönliche Gottheit, sondern als Lehrer jener Erkenntnis, in der Atman und Brahman nicht zwei sind.

Entsagung und die vier Lebensstadien

Der Text kennt den geordneten Übergang vom Brahmacharya über Grihastha und Vanaprastha zum Sannyasa. Zugleich wiederholt er die berühmte Freiheit der Jabala Upanishad: Wenn wirkliche Leidenschaftslosigkeit erwacht, kann ein Mensch unmittelbar aus jedem Lebensstadium entsagen.

Diese Freiheit ist jedoch nicht mit impulsiver Flucht gleichzusetzen. Der Kandidat soll bei einem Sadguru gelernt, die Begrenztheit diesseitiger und jenseitiger Genüsse durchschaut und die tiefen Bindungen von Ich und Mein erkannt haben. Außerdem soll er die Zustimmung der ihm nahestehenden Menschen suchen. So verbindet der Text radikale Freiheit mit der bewussten Klärung menschlicher Beziehungen.

Das Entsagungsritual

Die mittleren Abschnitte schildern ein umfangreiches Ritual. Feuer wird als Prana verstanden; die drei Gunas werden dem Feuer überantwortet. Der zukünftige Entsagende vollzieht sein eigenes Shraddha und das Viraja Homa, nimmt das äußere Feuer in sich auf und führt die Savitri sowie die drei Vyahritis in A, U und M zurück.

Dann legt er Shikha, heilige Schnur und Gewand ab. Dreimal erklärt er in drei Tonlagen seine Entsagung und verspricht allen Wesen Furchtlosigkeit. Dieser Satz ist der ethische Mittelpunkt des Rituals: Entsagung legitimiert keine Härte gegenüber anderen, sondern soll Gewaltlosigkeit, Besitzlosigkeit und Verlässlichkeit vertiefen.

Der Text kennt daneben eine weniger radikale Form mit Stab, Lendentuch, Wassergefäß und ockerfarbenem Gewand. Auch hier ist die Unterweisung durch den Guru entscheidend. Das Mahavakya Tat Tvam Asi und die Meditation über Om geben den äußeren Zeichen ihren inneren Sinn.

Die Ethik des Wanderasketen

Die lange Liste aufzugebender Neigungen reicht von Begierde, Zorn und Gier bis zu Heuchelei, Eifersucht, Überheblichkeit und Besitzdenken. Positiv verlangt die Schrift Brahmacharya, Aparigraha, Ahimsa, Satya, Sinnesbeherrschung, Reinheit des Geistes, Jnana und Vairagya.

Der Paramahamsa soll nur so viel Nahrung annehmen, wie zur Erhaltung des Körpers nötig ist. Er bleibt bei Erhalt und Nichterhalt gleichmütig und sammelt wie eine Biene kleine Mengen aus verschiedenen Quellen, damit keine Abhängigkeit von einem einzelnen Haus entsteht. Die Regeln über Aufenthaltsdauer, Schlafplatz, Kleidung und Wanderschaft gehören zur historischen Organisation indischer Asketen und lassen sich nicht unverändert auf jeden modernen Lebensweg übertragen.

Die innere Wanderschaft führt von äußeren Rollen zur stillen Erkenntnis des Atman.

Zeitgebundene Sozialregeln

Einige Passagen setzen die vormoderne Varna-Ordnung und unterschiedliche religiöse Berechtigungen voraus. Solche Regeln dokumentieren das soziale Milieu des Textes; sie besitzen keine Legitimität zur Abwertung heutiger Menschen. Bemerkenswert ist zugleich, dass der entwickelte Paramahamsa äußere Standesmerkmale überschreitet: Nicht Geburt, Schnur oder Haarschopf, sondern nichtduale Selbsterkenntnis ist seine wahre Auszeichnung.

Damit enthält die Upanishad eine Spannung zwischen historischer Ritualgesellschaft und spiritueller Transzendierung. Eine verantwortliche Lektüre verschweigt weder die ausgrenzenden Voraussetzungen noch die Kraft der Lehre, Würde und Erkenntnis von äußeren Kennzeichen zu lösen.

Historische Todeswege und heutige Verantwortung

Die Schrift nennt Fasten bis zum Tod, Eingehen in Wasser oder Feuer, den Tod im Kampf und die „große Reise“. Solche Praktiken sind aus vormodernen Askese- und Rechtsdiskursen bekannt. Ihre Aufnahme dient der vollständigen Wiedergabe der Quelle, nicht ihrer Empfehlung.

Für heutige Leser gilt eindeutig: Spirituelle Krise, Todeswunsch oder Selbstgefährdung brauchen Schutz, menschliche Nähe und professionelle Hilfe. Der tiefere Gedanke des Textes ist das Sterben von Egoismus und Anhaftung, nicht die gewaltsame Beendigung des Lebens. Auch die Formulierung, der Paramahamsa „gebe den Körper auf“, kann als Vollendung eines bis zum natürlichen Tod geführten Entsagungslebens verstanden werden.

Das Brahma-Pranava und die sechzehn Matras

Der philosophisch eigenständigste Teil beschreibt ein Brahma-Pranava aus sechzehn Matras. Die vier Zustände Jagrat, Svapna, Sushupti und Turiya werden jeweils nochmals vierfach unterschieden. So entsteht eine Matrix von sechzehn Formen: Vishva, Taijasa, Prajna und Turiya innerhalb jedes Grundzustands.

Diese sechzehn Formen werden A, U, M, der halben Matra sowie Bindu, Nada, Kala, Kalatita, Shanti, Shantyatita, Unmani, Manonmani, Puri, Madhyama, Pashyanti und Para zugeordnet. Die Liste verbindet die Analyse der Mandukya Upanishad mit späteren Lehren über Klang, Sprachstufen und meditative Zustände.

Das Schema ist kein modernes naturwissenschaftliches Modell. Es ist eine kontemplative Landkarte: Jede Form des Erlebens soll in Om erkannt und schließlich in jenem Bewusstsein durchschaut werden, das Wachen, Traum und Tiefschlaf bezeugt. Die Vollendung nennt der Text Videhamukti.

Erkenntnis als heilige Schnur

Im letzten Teil fragt Brahma, wie jemand ohne Shikha und heilige Schnur ein wahrer Brahmane sein könne. Narayana antwortet: Die nichtduale Erkenntnis des Atman ist seine Schnur, die Festigkeit in Meditation seine Shikha. Damit verlegt die Schrift religiöse Würde vom äußeren Zeichen in die innere Verwirklichung.

Der wahre Paramahamsa ist selten. Er bleibt zufrieden in Hitze und Kälte, Freude und Schmerz, Ehre und Missachtung. Er sieht kein vom Selbst getrenntes Zweites und ruht in Sat Chid Ananda. Wenn der Text sagt, er brauche keine äußeren Mantras und Rituale mehr, beschreibt er die als vollendet gedachte Stufe – nicht die Ausgangslage eines Aspiranten.

Verhältnis zu anderen Sannyasa-Upanishaden

Die Paramahamsaparivrajaka Upanishad steht in enger Beziehung zur Jabala Upanishad, Aruneya Upanishad, Paramahamsa Upanishad, Bhikshuka Upanishad, Naradaparivrajaka Upanishad und Turiyatita Upanishad. Sie übernimmt ältere Formeln, erweitert Ritualvorschriften und ordnet verschiedene Klassen von Entsagenden in ein gemeinsames System ein.

Ihre späte Entstehung mindert nicht ihren Quellenwert. Gerade als kompilierende Schrift zeigt sie, wie mittelalterliche Vedanta- und Sannyasa-Traditionen ältere Motive lasen, miteinander verbanden und durch eine differenzierte Om-Lehre ergänzten.

Bedeutung für heutige Yoga-Aspiranten

Ein heutiger Yoga Aspirant muss nicht zum Wanderasketen werden, um die Kernfragen des Textes ernst zu nehmen: Was besitze ich – und was besitzt mich? Welche Rollen dienen dem Leben, und welche verdecken das Selbst? Kann ich handeln, ohne mich über Anerkennung, Status und Erfolg zu definieren?

Innere Entsagung kann im Familien- und Berufsleben geübt werden. Sie zeigt sich in bewusstem Konsum, ehrlichem Umgang mit Geld und Macht, regelmäßiger Meditation, selbstlosem Dienst und der Bereitschaft, Lob wie Tadel zu prüfen, ohne von ihnen beherrscht zu werden. Verantwortung wird dabei nicht verlassen, sondern von Egoismus gereinigt.

Die Zusage von Furchtlosigkeit an alle Wesen verbindet Erkenntnis mit Mitgefühl. Ein spiritueller Fortschritt, der andere verängstigt, abhängig macht oder verletzt, widerspricht dem ethischen Zentrum dieser Upanishad.

Bedeutung für Yogalehrer und spirituelle Gemeinschaften

Für Yogalehrer ist die Schrift eine Mahnung, äußeren Rang nicht mit Verwirklichung zu verwechseln. Gewand, Titel, institutionelle Stellung und Sanskritkenntnis sind keine hinreichenden Kennzeichen spiritueller Reife. Entscheidend sind Wahrhaftigkeit, Gewaltlosigkeit, Selbstbeherrschung, Transparenz und Freiheit von Ausbeutung.

Radikale Entsagungstexte dürfen nicht benutzt werden, um Menschen zur Aufgabe von Familie, Eigentum, medizinischer Versorgung oder eigener Urteilskraft zu drängen. Ein verantwortlicher Lehrer stärkt Freiheit und Gewissen, erkennt psychische Krisen und verweist bei Bedarf an fachkundige Hilfe.

Bleibende Botschaft

Die Paramahamsaparivrajaka Upanishad führt von der äußeren Wanderschaft zur inneren Heimat. Am Anfang legt der Entsagende Besitz, Zeichen und soziale Rolle ab; am Ende erkennt er das Bewusstsein, das niemals fortgeht und niemals ankommt. Dieses Bewusstsein ist für den Text Brahman selbst.

Der höchste Wanderer ist deshalb nicht heimatlos im negativen Sinn. Seine Heimat ist das ungeteilte Selbst. Aus dieser Erkenntnis erwächst keine Gleichgültigkeit, sondern die Haltung: Möge von mir kein Wesen Furcht erfahren.

Paramahamsaparivrajaka Upanishad – vollständiger Text in Devanagari

Eröffnungsvers Paramahamsaparivrajaka Upanishad
पारिव्राज्यधर्मवन्तो यज्ज्ञानाद्ब्रह्मतां ययुः ।
तद्ब्रह्म प्रणवैकार्थं तुर्यतुर्यं हरिं भजे ॥

Eröffnendes Shanti Mantra Paramahamsaparivrajaka Upanishad
ॐ भद्रं कर्णेभिः शृणुयाम देवा ।
भद्रं पश्येमाक्षभिर्यजत्राः।
स्थिरैरङ्गैस्तुष्टुवांस्तनूभिः ।
व्यशेम देवहितं यदायुः ।
स्वस्ति न इन्द्रो वृद्धश्रवाः ।
स्वस्ति नः पूषा विश्ववेदाः ।
स्वस्ति नस्तार्क्ष्योऽरिष्टनेमिः ।
स्वस्तो नो बृहस्पतिर्दधातु ॥
ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥

1a. Brahmas Fragen an Adi Narayana Paramahamsaparivrajaka Upanishad
हरिः ॐ अथ पितामहः स्वपितरमादिनारायणमुपसमेत्य
प्रणम्य पप्रच्छ भगवंस्त्वन्मुखाद्वर्णाश्रमधर्म-
क्रमं सर्वं श्रुतं विदितमवगतम् ।
इदानीं परमहंसपरिव्राजकलक्षणं वेदितुमिच्छामि कः
परिव्रजनाधिकारी कीदृशं परिव्राजकलक्षणं कः
परमहंसः परिव्राजकत्वं कथं तत्सर्वं मे ब्रूहीति ।
स होवाच भगवानादिनारायणः ।

1b. Vorbereitung und mögliche Wege in die Entsagung Paramahamsaparivrajaka Upanishad
सद्गुरुसमीपे सकलविद्यापरिश्रमज्ञो भूत्वा विद्वान्सर्व-
मैहिकामुष्मिकसुखश्रमं ज्ञात्वैषणात्रयवासनात्रय-
ममत्वाहङ्कारादिकं वमनान्नमिव हेयमधिगम्य मोक्ष-
मार्गैकसाधनो ब्रह्मचर्यं समाप्य गृही भवेत् ।
गृहाद्वनी भूत्वा प्रव्रजेत् ।
यदि वेतरथा ब्रह्मचर्यादेव प्रव्रजेद्गृहाद्वा वनाद्वा ।

1c. Der Zeitpunkt der Entsagung und die Zustimmung der Nahestehenden Paramahamsaparivrajaka Upanishad
अथ पुनरव्रती वा व्रती वा स्नातको वाऽस्नातको वोत्सन्नाग्नि-
रनग्निको वा यदहरेव विरजेत्तदहरेव प्रव्रजेदिति बुद्ध्वा
सर्वसंसारेषु विरक्तो ब्रह्मचारी गृही वानप्रस्थो वा
पितरं मातरं कलत्रपुत्रमाप्तबन्धुवर्गं तदभावे शिष्यं

2a. Agneyi- und Traidhataviya-Ritus Paramahamsaparivrajaka Upanishad
सहवासिनं वानुमोदयित्वा तद्धैके प्राजापत्यामेवेष्टिं कुर्वन्ति
तदु तथा न कुर्यात् । आग्नेय्यामेव कुर्यात् ।
अग्निर्हि प्राणः प्राणमेवैतया करोति त्रैधातवीयामेव कुर्यात् ।
एतयैव त्रयो धातवो यदुत सत्त्वं रजस्तम इति ।

2b. Aufnahme des Feuers in den Lebensatem Paramahamsaparivrajaka Upanishad
अयं ते योनिरृत्वियो यतो जातो आरोचथाः ।
तं जानन्नग्न आरोहाथानो वर्धया रयिमित्यनेन मन्त्रेणाग्नि-
माजिघ्रेत् ।
एष वा अग्नेर्योनिर्यः प्राणं गच्छ स्वां योनिं गच्छस्वा-
हेत्येवमेवैतदाह ।
ग्रामाच्छ्रोत्रियागारादग्निमाहृत्य स्वविध्युक्तक्रमेण
पूर्ववदग्निमाजिघ्रेत् ।

2c. Wasser als Ersatz für das Ritualfeuer Paramahamsaparivrajaka Upanishad
यद्यातुरो वाग्निं न विन्देदप्सु जुहुयात् ।
आपो वै सर्वा देवताः सर्वाभ्यो देवताभ्यो जुहोमि स्वाहेति
हुत्वोद्धृत्य प्राश्नीयात् साज्यं हविरनामयम् ।

2d. Historische Sonderwege und Entsagung in Krankheit Paramahamsaparivrajaka Upanishad
एष विधिर्वीराध्वाने वाऽनाशके वा सम्प्रवेशे (वापां प्रवेशे) वाग्निप्रवेशे
वा महाप्रस्थाने वा ।
यद्यातुरः स्यान्मनसा वाचा वा संन्यसेदेष पन्थाः ।

3a. Atma Shraddha, Viraja Homa und Übertragung der Fähigkeiten Paramahamsaparivrajaka Upanishad
स्वस्थक्रमेणैव चेदात्मश्राद्धं विरजाहोमं कृत्वाग्नि-
मात्मन्यारोप्य लौकिकवैदिकसामर्थ्यं स्वचतुर्दशकरण-
प्रवृत्तिं च पुत्रे समारोप्य तदभावे शिष्ये वा तदभावे
स्वात्मन्येव वा ब्रह्मा त्वं यज्ञस्त्वमित्यभिमन्त्र्य ब्रह्म-
भावनया ध्यात्वा सावित्रीप्रवेशपूर्वकमप्सु सर्वविद्यार्थ-
स्वरूपां ब्राह्मण्याधारां वेदमातरं क्रमाद्व्याहृतिषु
त्रिषु प्रविलाप्य व्याहृतित्रयमकारोकारमकारेषु प्रविलाप्य

3b. Auflösung äußerer Standeszeichen Paramahamsaparivrajaka Upanishad
तत्सावधानेनापः प्राश्य प्रणवेन शिखामुत्कृष्य
यज्ञोपवीतं छित्त्वा वस्त्रमपि भूमौ वाप्सु वा विसृज्य
ॐ भूः स्वाहा ॐ भुवः स्वाहा ॐ सुवः स्वाहेत्यनेन
जातरूपधरो भूत्वा स्वं रूपं ध्यायन्पुनः पृथक्

3c. Die dreifache Entsagung und Furchtlosigkeit für alle Wesen Paramahamsaparivrajaka Upanishad
प्रणवव्याहृतिपूर्वकं मनसा वचसापि संन्यस्तं मया
संन्यस्तं मया संन्यस्तं मयेति मन्द्रमध्यमतारध्वनि-
भिस्त्रिवारं त्रिगुणीकृतप्रेषोच्चारणं कृत्वा प्रणवैक-
ध्यानपरायणः सन्नभयं सर्वभूतेभ्यो मत्तः स्वाहेत्यूर्ध्व-
बाहुर्भूत्वा ब्रह्माहमस्मीति तत्त्वमस्यादिवाक्यार्थस्वरूपा-
नुसन्धानं कुर्वन्नुदीचिं दिशं गच्छेत् ।
जातरूपधरश्चरेत् । एष संन्यासः ।

3d. Stab, Gewand, Guru und Mahavakya Paramahamsaparivrajaka Upanishad
तदधिकारी न भवेद्यदि गृहस्थप्रार्थनापूर्वकमभयं
सर्वभूतेभ्यो मत्तः सर्वं प्रवर्तते सखा मा गोपायौजः
सखा योऽसीन्द्रस्य वज्रोऽसि वार्त्रघ्नः शर्म मे भव यत्पापं
तन्निवारयेत्यनेन मन्त्रेण प्रणवपूर्वकं सलक्षणं वैणवं
दण्डं कटिसूत्रं कौपीनं कमण्डलुं विवर्णवस्त्रमेकं
परिगृह्य सद्गुरुमुपगम्य नत्वा गुरुमुखात्तत्त्वमसीति
महावाक्यं प्रणवपूर्वकमुपलभ्याथ जीर्णवल्कलाजिनं
धृत्वाथ जलावतरणमूर्ध्वगमनमेकभिक्षां परित्यज्य
त्रिकालस्नानमाचरन्वेदान्तश्रवणपूर्वकं प्रणवानुष्ठानं
कुर्वन्ब्रह्ममार्गे सम्यक् सम्पन्नः स्वाभिमतमात्मनि गोपयित्वा

3e. Ethische und innere Disziplin Paramahamsaparivrajaka Upanishad
निर्ममोऽध्यात्मनिष्ठः कामक्रोधलोभमोहमदमात्सर्य-
दम्भदर्पाहङ्कारासूयागर्वेच्छाद्वेषहर्षामर्ष-
ममत्वादींश्च हित्वा ज्ञानवैराग्ययुक्तो वित्तस्त्रीपराङ्मुखः
शुद्धमानसः सर्वोपनिषदर्थमालोच्य ब्रह्मचर्या-
परिग्रहाहिंसासत्यं यत्नेन रक्षञ्जितेन्द्रियो बहिरन्तःस्नेहवर्जितः
शरीरसंधारणार्थं वा त्रिषु वर्णेष्वभिशस्तपतितवर्जितेषु
पशुरद्रोही भैक्ष्यमाणो ब्रह्मभूयाय भवति ।

3f. Nahrung, Gleichmut und einsames Wandern Paramahamsaparivrajaka Upanishad
सर्वेषु कालेषु लाभालाभौ समौ कृत्वा परपात्रमधूकरे-
णान्नमश्नन्मेदोवृद्धिमकुर्वन्कृशीभूत्वा ब्रह्माहमस्मीति
भावयन्गुर्वर्थं ग्राममुपेत्य ध्रुवशीलोऽष्टौ मास्येकाकी
चरेद्द्वावेवाचरेत् ।

3g. Die vier Formen des Entsagenden Paramahamsaparivrajaka Upanishad
यदालंबुद्धिर्भवेत्तदा कुटीचको वा बहूदको वा हंसो वा
परमहंसो वा तत्तन्मन्त्रपूर्वकं कटिसूत्रं कौपीनं दण्डं
कमण्डलुं सर्वमप्सु विसृज्याथ जातरूपधरश्चरेत् ।

3h. Aufenthaltsdauer, Besitzlosigkeit und Loslösung vom Karma Paramahamsaparivrajaka Upanishad
ग्राम एकरात्रं तीर्थे त्रिरात्रं पत्तने पञ्चरात्रं क्षेत्रे
सप्तरात्रमनिकेतः स्थिरमतिरनग्निसेवी निर्विकारो नियमानियाम-
मुत्सृज्य प्राणसन्धारणार्थमयमेव लाभालाभौ समौ
कृत्वा गोवृत्त्या भैक्षमाचरन्नुदकस्थलकमण्डलुर्-
रबाधकरहस्यस्थलवासो न पुनर्लाभालाभरतः शुभाशुभ-
कर्मनिर्मूलनपरः सर्वत्र भूतलशयनः क्षौरकर्मपरित्यक्तो

3i. Meditation, Verborgenheit und der Paramahamsa-Parivrajaka Paramahamsaparivrajaka Upanishad
युक्तचातुर्मास्यव्रतनियमः शुक्लध्यानपरायणोऽर्थस्त्रीपुर-
पराङ्मुखोऽनुन्मत्तोऽप्युन्मत्तवदाचरन्नव्यक्तलिङ्गोऽलिङ्गोऽव्य-
क्ताचारो दिवानक्तसमत्वेनास्वप्नः स्वरूपानुसन्धानब्रह्म-
प्रणवध्यानमार्गेणावहितः संन्यासेन देहत्यागं करोति स
परमहंसपरिव्राजको भवति ।

4a. Das Brahma-Pranava und die vier Bewusstseinszustände Paramahamsaparivrajaka Upanishad
भगवन् ब्रह्मप्रणवः कीदृश इति ब्रह्मा पृच्छति ।
स होवाच नारायणः ।
ब्रह्मप्रणवः षोडशमात्रात्मकः सोऽवस्थाचतुष्टय-
चतुष्टयगोचरः ।
जाग्रदवस्थायां जाग्रदादिचरस्रोऽवस्थाः स्वप्ने स्वप्नादि-
चतस्रोवस्थाः सुषुप्तौ सुषुप्त्यादिचतस्रोऽवस्थातुरीये
तुरीयादिचतस्रोऽवस्था भवन्तीति ।
जाग्रदवस्थायां विश्वस्य चातुर्विध्यं विश्वविश्वो विश्वतैजसो
विश्वप्राज्ञो विश्वतुरीय इति ।

4b. Die vierfache Gliederung von Taijasa, Prajna und Turiya Paramahamsaparivrajaka Upanishad
स्वप्नावस्थायां तैजसस्य चातुर्विध्यं
तैजसविश्वस्तैजसतैजसस्तैजसप्राज्ञस्तैजसतुरीय इति ।
सुषुप्त्यवस्थायां प्राज्ञस्य चातुर्विध्यं प्राज्ञविश्वः
प्राज्ञतैजसः प्राज्ञप्राज्ञः प्राज्ञतुरीय इति।
तुरीयावस्थायां तुरीयस्य चातुर्विध्यं
तुरीयविश्वस्तुरीयतैजसस्तुरीयप्राज्ञस्तुतुरीयतुरीय इति ।

4c. Die sechzehn Matras des Brahma-Pranava Paramahamsaparivrajaka Upanishad
ते क्रमेण षोडशमात्रा रूढाः अकारे जाग्रद्विश्व उकारे
जाग्रत्तैजसो मकारे जाग्रत्प्राज्ञ अर्धमात्रायां जाग्रत्तुरीयो
बिन्दौ स्वप्नविश्वोनादे स्वप्नतैजसः कलायां स्वप्नप्राज्ञः
कलातीते स्वप्नतुरीयः शान्तौ सुषुप्तविश्वः शान्त्यातीते
सुषुप्ततैजस उन्मन्यां सुषुप्तप्राज्ञो मनोन्मन्यां
सुषुप्ततुरीयः पुर्यां तुरीयविश्वो मध्यमायां तुरीयतैजसः
पश्यन्तां तुरीयप्राज्ञः परायां तुरीयतुरीयः ।

4d. A, U, M, die halbe Matra und Videhamukti Paramahamsaparivrajaka Upanishad
जाग्रन्मात्राचतुष्टयमकारांशं स्वप्नमात्राचतुष्टय-
मुकारांशं सुषुप्तिमात्राचतुष्टयं मकारांशं
तुरीयमात्राचतुष्टयमर्धमात्रांशम् ।
अयमेव ब्रह्मप्रणवः । स परमहंसतुरीयातीतावधूतैरुपास्यः ।
तेनैव ब्रह्म प्रकाशते तेन विदेहमुक्तिः ।

5a. Erkenntnis als heilige Schnur und Meditation als Shikha Paramahamsaparivrajaka Upanishad
भगवन् कथमयज्ञोपवीत्त्यशिखी सर्वकर्मपरित्यक्तः कथं
ब्रह्मनिष्ठापरः कथं ब्राह्मण इति ब्रह्मा पृच्छति ।
स होवाच विष्णुर्भोभोऽर्भक यस्यास्त्यद्वैतमात्मज्ञानं
तदेव यज्ञोपवीतम् ।
तस्य ध्याननिष्ठैव शिखा । तत्कर्म स पवित्रम् ।

5b. Würde und Seltenheit des wahren Paramahamsa Paramahamsaparivrajaka Upanishad
स सर्वकर्मकृत् । स ब्राह्मणः । स ब्रह्मनिष्ठापरः ।
स देवः । स ऋषिः । स तपस्वी । स श्रेष्ठः ।
स एव सर्वज्येष्ठः । स एव जगद्गुरुः । स एवाहं विद्धि ।
लोके परमहंसपरिव्राजको दुर्लभतरो यद्येकोऽस्ति ।
स एव नित्यपूतः । स एव वेदपुरुषो महापुरुषो यस्तच्चित्तं
मय्येवावतिष्ठते । अहं च तस्मिन्नेवावस्थितः ।

5c. Gleichmut und Freiheit von den sechs Wogen Paramahamsaparivrajaka Upanishad
स एव नित्यतृप्तः । स शीतोष्णसुखदुःखमानावमानवर्जितः ।
स निन्दामर्षसहिष्णुः । स षडूर्मिवर्जितः ।
षड्भावविकारशून्यः । स ज्येष्ठाज्येष्ठव्यवधानरहितः ।

5d. Jenseits äußerer Rituale – gegründet in Sat-Chit-Ananda Paramahamsaparivrajaka Upanishad
स स्वव्यतिरेकेण नान्यद्रष्टा । आशाम्बरो न नमस्कारो न
स्वाहाकारो न स्वधाकारश्च नविसर्जनपरो निन्दास्तुति-
व्यतिरिक्तो नमन्त्रतन्त्रोपासको देवान्तरध्यानशून्यो
लक्ष्यालक्ष्यनिवर्तकः सर्वोपरतः स सच्चिदानन्दाद्वय-
चिद्घनः सम्पूर्णानन्दैकबोधो ब्रह्मैवाहमस्मीत्यनवरतं
ब्रह्मप्रणवानुसन्धानेन यः कृतकृत्यो भवति स ह
परमहंसपरिव्राडित्युपनिषत् ॥

Schlussformel Hari Om Tat Sat Paramahamsaparivrajaka Upanishad
हरिः ॐ तत्सत् ।

Abschließendes Shanti Mantra Paramahamsaparivrajaka Upanishad
ॐ भद्रं कर्णेभिः शृणुयाम देवा ।
भद्रं पश्येमाक्षभिर्यजत्राः।
स्थिरैरङ्गैस्तुष्टुवांस्तनूभिः ।
व्यशेम देवहितं यदायुः ।
स्वस्ति न इन्द्रो वृद्धश्रवाः ।
स्वस्ति नः पूषा विश्ववेदाः ।
स्वस्ति नस्तार्क्ष्योऽरिष्टनेमिः ।
स्वस्ति नो बृहस्पतिर्दधातु ॥
ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥

Kolophon Paramahamsaparivrajaka Upanishad
इति परमहंसपरिव्राजकोपनिषत्समाप्ता ॥

Paramahamsaparivrajaka Upanishad – vollständiger Text nur in IAST

Eröffnungsvers Paramahamsaparivrajaka Upanishad
pārivrājyadharmavanto yajjñānādbrahmatāṃ yayuḥ |
tadbrahma praṇavaikārthaṃ turyaturyaṃ hariṃ bhaje ||

Eröffnendes Shanti Mantra Paramahamsaparivrajaka Upanishad
oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śṛṇuyāma devā |
bhadraṃ paśyemākṣabhiryajatrāḥ|
sthirairaṅgaistuṣṭuvāṃstanūbhiḥ |
vyaśema devahitaṃ yadāyuḥ |
svasti na indro vṛddhaśravāḥ |
svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |
svasti nastārkṣyo'riṣṭanemiḥ |
svasto no bṛhaspatirdadhātu ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

1a. Brahmas Fragen an Adi Narayana Paramahamsaparivrajaka Upanishad
hariḥ oṃ atha pitāmahaḥ svapitaramādinārāyaṇamupasametya
praṇamya papraccha bhagavaṃstvanmukhādvarṇāśramadharma-
kramaṃ sarvaṃ śrutaṃ viditamavagatam |
idānīṃ paramahaṃsaparivrājakalakṣaṇaṃ veditumicchāmi kaḥ
parivrajanādhikārī kīdṛśaṃ parivrājakalakṣaṇaṃ kaḥ
paramahaṃsaḥ parivrājakatvaṃ kathaṃ tatsarvaṃ me brūhīti |
sa hovāca bhagavānādinārāyaṇaḥ |

1b. Vorbereitung und mögliche Wege in die Entsagung Paramahamsaparivrajaka Upanishad
sadgurusamīpe sakalavidyāpariśramajño bhūtvā vidvānsarva-
maihikāmuṣmikasukhaśramaṃ jñātvaiṣaṇātrayavāsanātraya-
mamatvāhaṅkārādikaṃ vamanānnamiva heyamadhigamya mokṣa-
mārgaikasādhano brahmacaryaṃ samāpya gṛhī bhavet |
gṛhādvanī bhūtvā pravrajet |
yadi vetarathā brahmacaryādeva pravrajedgṛhādvā vanādvā |

1c. Der Zeitpunkt der Entsagung und die Zustimmung der Nahestehenden Paramahamsaparivrajaka Upanishad
atha punaravratī vā vratī vā snātako vā'snātako votsannāgni-
ranagniko vā yadahareva virajettadahareva pravrajediti buddhvā
sarvasaṃsāreṣu virakto brahmacārī gṛhī vānaprastho vā
pitaraṃ mātaraṃ kalatraputramāptabandhuvargaṃ tadabhāve śiṣyaṃ

2a. Agneyi- und Traidhataviya-Ritus Paramahamsaparivrajaka Upanishad
sahavāsinaṃ vānumodayitvā taddhaike prājāpatyāmeveṣṭiṃ kurvanti
tadu tathā na kuryāt | āgneyyāmeva kuryāt |
agnirhi prāṇaḥ prāṇamevaitayā karoti traidhātavīyāmeva kuryāt |
etayaiva trayo dhātavo yaduta sattvaṃ rajastama iti |

2b. Aufnahme des Feuers in den Lebensatem Paramahamsaparivrajaka Upanishad
ayaṃ te yonirṛtviyo yato jāto ārocathāḥ |
taṃ jānannagna ārohāthāno vardhayā rayimityanena mantreṇāgni-
mājighret |
eṣa vā agneryoniryaḥ prāṇaṃ gaccha svāṃ yoniṃ gacchasvā-
hetyevamevaitadāha |
grāmācchrotriyāgārādagnimāhṛtya svavidhyuktakrameṇa
pūrvavadagnimājighret |

2c. Wasser als Ersatz für das Ritualfeuer Paramahamsaparivrajaka Upanishad
yadyāturo vāgniṃ na vindedapsu juhuyāt |
āpo vai sarvā devatāḥ sarvābhyo devatābhyo juhomi svāheti
hutvoddhṛtya prāśnīyāt sājyaṃ haviranāmayam |

2d. Historische Sonderwege und Entsagung in Krankheit Paramahamsaparivrajaka Upanishad
eṣa vidhirvīrādhvāne vā'nāśake vā sampraveśe (vāpāṃ praveśe) vāgnipraveśe
vā mahāprasthāne vā |
yadyāturaḥ syānmanasā vācā vā saṃnyasedeṣa panthāḥ |

3a. Atma Shraddha, Viraja Homa und Übertragung der Fähigkeiten Paramahamsaparivrajaka Upanishad
svasthakrameṇaiva cedātmaśrāddhaṃ virajāhomaṃ kṛtvāgni-
mātmanyāropya laukikavaidikasāmarthyaṃ svacaturdaśakaraṇa-
pravṛttiṃ ca putre samāropya tadabhāve śiṣye vā tadabhāve
svātmanyeva vā brahmā tvaṃ yajñastvamityabhimantrya brahma-
bhāvanayā dhyātvā sāvitrīpraveśapūrvakamapsu sarvavidyārtha-
svarūpāṃ brāhmaṇyādhārāṃ vedamātaraṃ kramādvyāhṛtiṣu
triṣu pravilāpya vyāhṛtitrayamakārokāramakāreṣu pravilāpya

3b. Auflösung äußerer Standeszeichen Paramahamsaparivrajaka Upanishad
tatsāvadhānenāpaḥ prāśya praṇavena śikhāmutkṛṣya
yajñopavītaṃ chittvā vastramapi bhūmau vāpsu vā visṛjya
oṃ bhūḥ svāhā oṃ bhuvaḥ svāhā oṃ suvaḥ svāhetyanena
jātarūpadharo bhūtvā svaṃ rūpaṃ dhyāyanpunaḥ pṛthak

3c. Die dreifache Entsagung und Furchtlosigkeit für alle Wesen Paramahamsaparivrajaka Upanishad
praṇavavyāhṛtipūrvakaṃ manasā vacasāpi saṃnyastaṃ mayā
saṃnyastaṃ mayā saṃnyastaṃ mayeti mandramadhyamatāradhvani-
bhistrivāraṃ triguṇīkṛtapreṣoccāraṇaṃ kṛtvā praṇavaika-
dhyānaparāyaṇaḥ sannabhayaṃ sarvabhūtebhyo mattaḥ svāhetyūrdhva-
bāhurbhūtvā brahmāhamasmīti tattvamasyādivākyārthasvarūpā-
nusandhānaṃ kurvannudīciṃ diśaṃ gacchet |
jātarūpadharaścaret | eṣa saṃnyāsaḥ |

3d. Stab, Gewand, Guru und Mahavakya Paramahamsaparivrajaka Upanishad
tadadhikārī na bhavedyadi gṛhasthaprārthanāpūrvakamabhayaṃ
sarvabhūtebhyo mattaḥ sarvaṃ pravartate sakhā mā gopāyaujaḥ
sakhā yo'sīndrasya vajro'si vārtraghnaḥ śarma me bhava yatpāpaṃ
tannivārayetyanena mantreṇa praṇavapūrvakaṃ salakṣaṇaṃ vaiṇavaṃ
daṇḍaṃ kaṭisūtraṃ kaupīnaṃ kamaṇḍaluṃ vivarṇavastramekaṃ
parigṛhya sadgurumupagamya natvā gurumukhāttattvamasīti
mahāvākyaṃ praṇavapūrvakamupalabhyātha jīrṇavalkalājinaṃ
dhṛtvātha jalāvataraṇamūrdhvagamanamekabhikṣāṃ parityajya
trikālasnānamācaranvedāntaśravaṇapūrvakaṃ praṇavānuṣṭhānaṃ
kurvanbrahmamārge samyak sampannaḥ svābhimatamātmani gopayitvā

3e. Ethische und innere Disziplin Paramahamsaparivrajaka Upanishad
nirmamo'dhyātmaniṣṭhaḥ kāmakrodhalobhamohamadamātsarya-
dambhadarpāhaṅkārāsūyāgarvecchādveṣaharṣāmarṣa-
mamatvādīṃśca hitvā jñānavairāgyayukto vittastrīparāṅmukhaḥ
śuddhamānasaḥ sarvopaniṣadarthamālocya brahmacaryā-
parigrahāhiṃsāsatyaṃ yatnena rakṣañjitendriyo bahirantaḥsnehavarjitaḥ
śarīrasaṃdhāraṇārthaṃ vā triṣu varṇeṣvabhiśastapatitavarjiteṣu
paśuradrohī bhaikṣyamāṇo brahmabhūyāya bhavati |

3f. Nahrung, Gleichmut und einsames Wandern Paramahamsaparivrajaka Upanishad
sarveṣu kāleṣu lābhālābhau samau kṛtvā parapātramadhūkare-
ṇānnamaśnanmedovṛddhimakurvankṛśībhūtvā brahmāhamasmīti
bhāvayangurvarthaṃ grāmamupetya dhruvaśīlo'ṣṭau māsyekākī
careddvāvevācaret |

3g. Die vier Formen des Entsagenden Paramahamsaparivrajaka Upanishad
yadālaṃbuddhirbhavettadā kuṭīcako vā bahūdako vā haṃso vā
paramahaṃso vā tattanmantrapūrvakaṃ kaṭisūtraṃ kaupīnaṃ daṇḍaṃ
kamaṇḍaluṃ sarvamapsu visṛjyātha jātarūpadharaścaret |

3h. Aufenthaltsdauer, Besitzlosigkeit und Loslösung vom Karma Paramahamsaparivrajaka Upanishad
grāma ekarātraṃ tīrthe trirātraṃ pattane pañcarātraṃ kṣetre
saptarātramaniketaḥ sthiramatiranagnisevī nirvikāro niyamāniyāma-
mutsṛjya prāṇasandhāraṇārthamayameva lābhālābhau samau
kṛtvā govṛttyā bhaikṣamācarannudakasthalakamaṇḍalur-
rabādhakarahasyasthalavāso na punarlābhālābharataḥ śubhāśubha-
karmanirmūlanaparaḥ sarvatra bhūtalaśayanaḥ kṣaurakarmaparityakto

3i. Meditation, Verborgenheit und der Paramahamsa-Parivrajaka Paramahamsaparivrajaka Upanishad
yuktacāturmāsyavrataniyamaḥ śukladhyānaparāyaṇo'rthastrīpura-
parāṅmukho'nunmatto'pyunmattavadācarannavyaktaliṅgo'liṅgo'vya-
ktācāro divānaktasamatvenāsvapnaḥ svarūpānusandhānabrahma-
praṇavadhyānamārgeṇāvahitaḥ saṃnyāsena dehatyāgaṃ karoti sa
paramahaṃsaparivrājako bhavati |

4a. Das Brahma-Pranava und die vier Bewusstseinszustände Paramahamsaparivrajaka Upanishad
bhagavan brahmapraṇavaḥ kīdṛśa iti brahmā pṛcchati |
sa hovāca nārāyaṇaḥ |
brahmapraṇavaḥ ṣoḍaśamātrātmakaḥ so'vasthācatuṣṭaya-
catuṣṭayagocaraḥ |
jāgradavasthāyāṃ jāgradādicarasro'vasthāḥ svapne svapnādi-
catasrovasthāḥ suṣuptau suṣuptyādicatasro'vasthāturīye
turīyādicatasro'vasthā bhavantīti |
jāgradavasthāyāṃ viśvasya cāturvidhyaṃ viśvaviśvo viśvataijaso
viśvaprājño viśvaturīya iti |

4b. Die vierfache Gliederung von Taijasa, Prajna und Turiya Paramahamsaparivrajaka Upanishad
svapnāvasthāyāṃ taijasasya cāturvidhyaṃ
taijasaviśvastaijasataijasastaijasaprājñastaijasaturīya iti |
suṣuptyavasthāyāṃ prājñasya cāturvidhyaṃ prājñaviśvaḥ
prājñataijasaḥ prājñaprājñaḥ prājñaturīya iti|
turīyāvasthāyāṃ turīyasya cāturvidhyaṃ
turīyaviśvasturīyataijasasturīyaprājñastuturīyaturīya iti |

4c. Die sechzehn Matras des Brahma-Pranava Paramahamsaparivrajaka Upanishad
te krameṇa ṣoḍaśamātrā rūḍhāḥ akāre jāgradviśva ukāre
jāgrattaijaso makāre jāgratprājña ardhamātrāyāṃ jāgratturīyo
bindau svapnaviśvonāde svapnataijasaḥ kalāyāṃ svapnaprājñaḥ
kalātīte svapnaturīyaḥ śāntau suṣuptaviśvaḥ śāntyātīte
suṣuptataijasa unmanyāṃ suṣuptaprājño manonmanyāṃ
suṣuptaturīyaḥ puryāṃ turīyaviśvo madhyamāyāṃ turīyataijasaḥ
paśyantāṃ turīyaprājñaḥ parāyāṃ turīyaturīyaḥ |

4d. A, U, M, die halbe Matra und Videhamukti Paramahamsaparivrajaka Upanishad
jāgranmātrācatuṣṭayamakārāṃśaṃ svapnamātrācatuṣṭaya-
mukārāṃśaṃ suṣuptimātrācatuṣṭayaṃ makārāṃśaṃ
turīyamātrācatuṣṭayamardhamātrāṃśam |
ayameva brahmapraṇavaḥ | sa paramahaṃsaturīyātītāvadhūtairupāsyaḥ |
tenaiva brahma prakāśate tena videhamuktiḥ |

5a. Erkenntnis als heilige Schnur und Meditation als Shikha Paramahamsaparivrajaka Upanishad
bhagavan kathamayajñopavīttyaśikhī sarvakarmaparityaktaḥ kathaṃ
brahmaniṣṭhāparaḥ kathaṃ brāhmaṇa iti brahmā pṛcchati |
sa hovāca viṣṇurbhobho'rbhaka yasyāstyadvaitamātmajñānaṃ
tadeva yajñopavītam |
tasya dhyānaniṣṭhaiva śikhā | tatkarma sa pavitram |

5b. Würde und Seltenheit des wahren Paramahamsa Paramahamsaparivrajaka Upanishad
sa sarvakarmakṛt | sa brāhmaṇaḥ | sa brahmaniṣṭhāparaḥ |
sa devaḥ | sa ṛṣiḥ | sa tapasvī | sa śreṣṭhaḥ |
sa eva sarvajyeṣṭhaḥ | sa eva jagadguruḥ | sa evāhaṃ viddhi |
loke paramahaṃsaparivrājako durlabhataro yadyeko'sti |
sa eva nityapūtaḥ | sa eva vedapuruṣo mahāpuruṣo yastaccittaṃ
mayyevāvatiṣṭhate | ahaṃ ca tasminnevāvasthitaḥ |

5c. Gleichmut und Freiheit von den sechs Wogen Paramahamsaparivrajaka Upanishad
sa eva nityatṛptaḥ | sa śītoṣṇasukhaduḥkhamānāvamānavarjitaḥ |
sa nindāmarṣasahiṣṇuḥ | sa ṣaḍūrmivarjitaḥ |
ṣaḍbhāvavikāraśūnyaḥ | sa jyeṣṭhājyeṣṭhavyavadhānarahitaḥ |

5d. Jenseits äußerer Rituale – gegründet in Sat-Chit-Ananda Paramahamsaparivrajaka Upanishad
sa svavyatirekeṇa nānyadraṣṭā | āśāmbaro na namaskāro na
svāhākāro na svadhākāraśca navisarjanaparo nindāstuti-
vyatirikto namantratantropāsako devāntaradhyānaśūnyo
lakṣyālakṣyanivartakaḥ sarvoparataḥ sa saccidānandādvaya-
cidghanaḥ sampūrṇānandaikabodho brahmaivāhamasmītyanavarataṃ
brahmapraṇavānusandhānena yaḥ kṛtakṛtyo bhavati sa ha
paramahaṃsaparivrāḍityupaniṣat ||

Schlussformel Hari Om Tat Sat Paramahamsaparivrajaka Upanishad
hariḥ oṃ tatsat |

Abschließendes Shanti Mantra Paramahamsaparivrajaka Upanishad
oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śṛṇuyāma devā |
bhadraṃ paśyemākṣabhiryajatrāḥ|
sthirairaṅgaistuṣṭuvāṃstanūbhiḥ |
vyaśema devahitaṃ yadāyuḥ |
svasti na indro vṛddhaśravāḥ |
svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |
svasti nastārkṣyo'riṣṭanemiḥ |
svasti no bṛhaspatirdadhātu ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

Kolophon Paramahamsaparivrajaka Upanishad
iti paramahaṃsaparivrājakopaniṣatsamāptā ||

Paramahamsaparivrajaka Upanishad – vollständige gut verständliche deutsche Übersetzung

Eröffnungsvers Paramahamsaparivrajaka Upanishad
Ich verehre Hari, jenes Brahman, das im Sinn eins mit dem Pranava ist, das Vierte im Vierten: Durch seine Erkenntnis gelangten jene, die im Dharma des wandernden Entsagenden lebten, zum Brahman-Sein.

Eröffnendes Shanti Mantra Paramahamsaparivrajaka Upanishad
Om. Ihr Götter, mögen wir mit unseren Ohren hören, was heilsam ist. Mögen wir mit unseren Augen sehen, was heilsam ist, ihr Verehrungswürdigen. Mögen wir euch mit festen Gliedern und gesundem Körper preisen und die von den Göttern bestimmte Lebensspanne vollenden. Möge Indra, der weithin Gerühmte, uns Heil gewähren; möge Pushan, der Allwissende, uns Heil gewähren; möge Tarkshya mit unversehrtem Rad uns Heil gewähren; möge Brihaspati uns Heil gewähren. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

1a. Brahmas Fragen an Adi Narayana Paramahamsaparivrajaka Upanishad
Hari Om. Nun näherte sich der als „Großvater“ bezeichnete Brahma seinem Vater Adi Narayana, verneigte sich und sprach: „Erhabener, aus deinem Mund habe ich die ganze Ordnung des Varna- und Ashrama-Dharma gehört, erkannt und verstanden. Jetzt möchte ich die Kennzeichen des wandernden Paramahamsa erfahren: Wer ist zur Entsagung berechtigt? Wie beschaffen sind die Merkmale eines Wanderasketen? Wer ist ein Paramahamsa, und worin besteht sein Wanderasketentum? Bitte erkläre mir dies alles.“ Der erhabene Adi Narayana antwortete.

1b. Vorbereitung und mögliche Wege in die Entsagung Paramahamsaparivrajaka Upanishad
Berechtigt ist der Weise, der bei einem wahren Guru die Mühe umfassenden Lernens auf sich genommen hat. Er erkennt die Mühsal, die mit dem Streben nach Glück in dieser und in der jenseitigen Welt verbunden ist, und sieht die drei Grundverlangen, die drei tiefen Prägungen, Besitzdenken, Ichhaftigkeit und Ähnliches wie bereits erbrochene Speise als aufzugeben an. Nachdem er das Brahmacharya als Mittel auf dem Weg zur Befreiung vollendet hat, kann er Haushälter werden, vom Haushälter zum Waldeinsiedler übergehen und dann entsagen. Er kann jedoch auch unmittelbar aus dem Brahmacharya, aus dem Hausstand oder aus dem Waldleben in die Entsagung eintreten.

1c. Der Zeitpunkt der Entsagung und die Zustimmung der Nahestehenden Paramahamsaparivrajaka Upanishad
Ob er Gelübde befolgt oder nicht, sein Studium abgeschlossen hat oder nicht, das Opferfeuer aufgegeben hat oder keines unterhält: An eben dem Tag, an dem echte Leidenschaftslosigkeit erwacht, soll er entsagen. Als Brahmacharin, Haushälter oder Vanaprastha, der den weltlichen Bindungen gegenüber frei geworden ist, soll er zuvor Vater, Mutter, Ehepartner, Kinder und nahe Verwandte um ihre Zustimmung bitten; fehlen diese, einen Schüler oder Mitbewohner.

2a. Agneyi- und Traidhataviya-Ritus Paramahamsaparivrajaka Upanishad
Einige schreiben das Prajapatya-Opfer vor; nach dieser Schrift soll er es jedoch nicht ausführen, sondern das Agneyi-Opfer. Denn Agni ist Prana, und durch dieses Opfer stärkt er den Prana. Danach soll er das Traidhataviya-Opfer vollziehen. Durch dieses werden die drei Grundqualitäten – Sattva, Rajas und Tamas – dem Feuer überantwortet beziehungsweise verwandelt.

2b. Aufnahme des Feuers in den Lebensatem Paramahamsaparivrajaka Upanishad
Mit dem Mantra „Dies ist deine jahreszeitliche Geburtsstätte; aus ihr geboren leuchtest du auf. Erkenne sie, o Agni, steige empor und mehre unseren Reichtum“ soll er den Duft des Feuers aufnehmen. Der Text erläutert: „Dies ist die Geburtsstätte des Feuers, nämlich der Lebensatem. Gehe zum Prana, gehe zu deiner eigenen Quelle. Svaha.“ Er bringt Feuer aus dem Haus eines vedisch kundigen Menschen im Dorf und nimmt es nach der vorgeschriebenen Ordnung wie zuvor in sich auf.

2c. Wasser als Ersatz für das Ritualfeuer Paramahamsaparivrajaka Upanishad
Ist er krank oder findet er kein Feuer, soll er die Gabe dem Wasser darbringen. Denn die Wasser verkörpern alle Gottheiten. Mit den Worten „Allen Gottheiten bringe ich die Opfergabe dar – Svaha“ opfert er; danach nimmt er einen kleinen Teil der mit Ghee verbundenen, als heilsam geltenden Opfergabe zu sich.

2d. Historische Sonderwege und Entsagung in Krankheit Paramahamsaparivrajaka Upanishad
Der Text nennt außerdem den „Weg des Helden“, das Fasten bis zum Tod, das Eingehen in Wasser oder Feuer und die „große Reise“ als historische Sonderwege. Ist jemand schwer krank, könne er die Entsagung innerlich oder durch ein gesprochenes Gelübde vollziehen; dies sei sein Weg. Diese vormodernen Todespraktiken werden hier quellengetreu wiedergegeben, sind jedoch keine moderne Empfehlung und dürfen nicht als Anleitung zu Selbstgefährdung verstanden werden.

3a. Atma Shraddha, Viraja Homa und Übertragung der Fähigkeiten Paramahamsaparivrajaka Upanishad
Wer gesund ist und nach der geordneten Form entsagt, vollzieht das Totenopfer für sich selbst und das Viraja Homa. Er nimmt das äußere Feuer in das eigene Selbst auf und überträgt seine weltlichen und vedischen Fähigkeiten sowie die Tätigkeit seiner vierzehn Organe symbolisch auf den Sohn, ersatzweise auf einen Schüler oder schließlich auf den eigenen Atman. Mit „Du bist Brahman, du bist das Opfer“ betrachtet er alles in der Brahman-Vorstellung. Dann führt er die Savitri, die Mutter des Veda und Trägerin allen Wissens, in die drei Vyahritis und diese wiederum in die Laute A, U und M zurück.

3b. Auflösung äußerer Standeszeichen Paramahamsaparivrajaka Upanishad
Auf diese Auflösung gesammelt trinkt er Wasser, entfernt unter Rezitation des Pranava die Shikha, durchtrennt die heilige Schnur und legt sein Gewand auf der Erde oder im Wasser ab. Mit „Om Bhuh Svaha, Om Bhuvah Svaha, Om Suvah Svaha“ wird er „von ursprünglicher Gestalt“, das heißt frei von den bisherigen äußeren Standeszeichen, und meditiert über sein wahres Wesen.

3c. Die dreifache Entsagung und Furchtlosigkeit für alle Wesen Paramahamsaparivrajaka Upanishad
Nach Pranava und Vyahritis erklärt er mit Geist und Stimme dreimal und jeweils in tiefer, mittlerer und hoher Tonlage: „Von mir ist entsagt worden, von mir ist entsagt worden, von mir ist entsagt worden.“ Ganz der Meditation über Om hingegeben, erhebt er die Arme und spricht: „Von mir geht Furchtlosigkeit zu allen Wesen aus – Svaha.“ In der Betrachtung der Mahavakyas „Ich bin Brahman“ und „Das bist du“ zieht er nach Norden. Der Text nennt das Wandern ohne frühere Standeszeichen die vollzogene Entsagung.

3d. Stab, Gewand, Guru und Mahavakya Paramahamsaparivrajaka Upanishad
Wer für diese radikalste Form nicht bereit oder nach der historischen Ordnung nicht berechtigt ist, spricht ein Schutzgebet, nimmt einen gekennzeichneten Bambusstab, Hüftschnur, Lendentuch, Wassergefäß und ein schlichtes ockerfarbenes Gewand an. Er nähert sich einem Sadguru, verneigt sich und empfängt das Mahavakya „Tat Tvam Asi“ zusammen mit dem Pranava. Er trägt ein abgenutztes Gewand, Baumrinde oder Antilopenfell, meidet belebte Badestellen, unnötiges Treppensteigen und die Abhängigkeit von nur einem Haus. Er badet zu den drei Tageszeiten, hört Vedanta, übt den Pranava und verankert sich im Weg zu Brahman.

3e. Ethische und innere Disziplin Paramahamsaparivrajaka Upanishad
Im Atman gegründet gibt er Besitzdenken, Begierde, Zorn, Gier, Verblendung, Rausch, Eifersucht, Heuchelei, Überheblichkeit, Ichhaftigkeit, Missgunst, Stolz, Verlangen, Hass, Schadenfreude, Ungeduld und ähnliche Bindungen auf. Mit Jnana und Vairagya wendet er sich von Reichtum und sinnlicher Verstrickung ab, läutert den Geist und betrachtet den Sinn aller Upanishaden. Mit Sorgfalt bewahrt er Brahmacharya, Aparigraha, Ahimsa und Satya, beherrscht seine Sinne und löst äußere wie innere Anhaftung. Zur bloßen Erhaltung des Körpers erbittet er Nahrung nach den historisch beschriebenen Regeln und richtet sich auf das Brahman-Sein aus.

3f. Nahrung, Gleichmut und einsames Wandern Paramahamsaparivrajaka Upanishad
Zu jeder Zeit bleibt er bei Erhalt und Nichterhalt von Nahrung gleichmütig. Wie eine Biene nimmt er kleine Gaben aus mehreren Quellen, vermeidet Übermaß und hält den Gedanken lebendig: „Ich bin Brahman.“ Zum Dienst am Guru kann er ein Dorf aufsuchen. Acht Monate soll er standhaft und allein wandern. Der knappe letzte Ausdruck über das Wandern „zu zweit“ ist textlich unsicher; die Überlieferung betont insgesamt die Unabhängigkeit des Entsagenden.

3g. Die vier Formen des Entsagenden Paramahamsaparivrajaka Upanishad
Wenn seine Einsicht und Leidenschaftslosigkeit hinreichend gefestigt sind, kann er als Kutichaka, Bahudaka, Hamsa oder Paramahamsa leben. In der äußersten Form legt er unter den jeweiligen Mantras Hüftschnur, Lendentuch, Stab und Wassergefäß im Wasser ab und wandert ohne diese Standeszeichen weiter.

3h. Aufenthaltsdauer, Besitzlosigkeit und Loslösung vom Karma Paramahamsaparivrajaka Upanishad
Er bleibt eine Nacht in einem Dorf, drei Nächte an einem heiligen Ort, fünf Nächte in einer Stadt und sieben Nächte an einem Pilgerort. Ohne festen Wohnsitz, mit ruhigem Geist, ohne eigenes Feuer und frei von innerer Veränderlichkeit lässt er das Festhalten an Regeln wie auch an deren Gegenteil los. Nur zur Lebenserhaltung erbittet er Nahrung, bleibt bei Erhalt und Nichterhalt gleichmütig und lebt wie eine Kuh ohne planendes Auswählen. Eine Wasserstelle dient ihm als Wassergefäß, ein ungestörter verborgener Ort als Aufenthalt. Er hängt nicht an Gewinn oder Verlust, sondern strebt danach, die bindende Kraft guter wie schlechter Handlungen zu überwinden; er schläft auf der Erde und verzichtet auf das Rasieren.

3i. Meditation, Verborgenheit und der Paramahamsa-Parivrajaka Paramahamsaparivrajaka Upanishad
Die Quelle verbindet diesen Weg mit einer besonderen Caturmasya-Regel und mit reiner Meditation. Der Wanderasket meidet die Verstrickung in Reichtum, Sexualität und Stadtleben; obwohl geistig klar, kann er nach außen wie ein Unangepasster erscheinen. Ohne erkennbares Abzeichen und ohne Selbstdarstellung betrachtet er Tag und Nacht gleich und bleibt durch Erforschung des eigenen Wesens und Meditation über das Brahma-Pranava gesammelt. Wer sein Leben bis zum natürlichen Ende in dieser Entsagung führt, wird Paramahamsa-Parivrajaka genannt. „Den Körper aufgeben“ bezeichnet hier den Abschluss des Lebensweges und keine Aufforderung zur Selbstschädigung.

4a. Das Brahma-Pranava und die vier Bewusstseinszustände Paramahamsaparivrajaka Upanishad
Brahma fragte: „Erhabener, wie ist das Brahma-Pranava beschaffen?“ Narayana antwortete: „Das Brahma-Pranava besteht aus sechzehn Matras. Es wird als vierfache Gliederung jedes der vier Bewusstseinszustände erkannt. Im Wachen bestehen vier Zustände, beginnend mit Wachen im Wachen; im Traum vier, beginnend mit Traum im Traum; im Tiefschlaf vier, beginnend mit Tiefschlaf im Tiefschlaf; und im Turiya vier, beginnend mit Turiya im Turiya.“ Für den Wachzustand nennt der Text Vishva-Vishva, Vishva-Taijasa, Vishva-Prajna und Vishva-Turiya.

4b. Die vierfache Gliederung von Taijasa, Prajna und Turiya Paramahamsaparivrajaka Upanishad
Im Traumzustand erscheint Taijasa vierfach: Taijasa-Vishva, Taijasa-Taijasa, Taijasa-Prajna und Taijasa-Turiya. Im Tiefschlaf erscheint Prajna vierfach: Prajna-Vishva, Prajna-Taijasa, Prajna-Prajna und Prajna-Turiya. Im vierten Zustand erscheint Turiya vierfach: Turiya-Vishva, Turiya-Taijasa, Turiya-Prajna und Turiya-Turiya.

4c. Die sechzehn Matras des Brahma-Pranava Paramahamsaparivrajaka Upanishad
Diese sechzehn Formen werden der Reihe nach sechzehn Matras zugeordnet: A trägt Jagrat-Vishva, U Jagrat-Taijasa, M Jagrat-Prajna und die halbe Matra Jagrat-Turiya; Bindu trägt Svapna-Vishva, Nada Svapna-Taijasa, Kala Svapna-Prajna und Kalatita Svapna-Turiya; Shanti trägt Sushupta-Vishva, Shantyatita Sushupta-Taijasa, Unmani Sushupta-Prajna und Manonmani Sushupta-Turiya; Puri trägt Turiya-Vishva, Madhyama Turiya-Taijasa, Pashyanti Turiya-Prajna und Para Turiya-Turiya.

4d. A, U, M, die halbe Matra und Videhamukti Paramahamsaparivrajaka Upanishad
Die vier Matras des Wachzustands bilden den A-Anteil, die vier des Traums den U-Anteil, die vier des Tiefschlafs den M-Anteil und die vier des Turiya die halbe Matra. Dies ist das Brahma-Pranava. Paramahamsas, Turiyatitas und Avadhutas sollen es verehren. Durch dieses wird Brahman offenbar; durch dieses wird Videhamukti, die Befreiung jenseits körperlicher Begrenzung, verwirklicht.

5a. Erkenntnis als heilige Schnur und Meditation als Shikha Paramahamsaparivrajaka Upanishad
Brahma fragte: „Erhabener, wie kann jemand ohne heilige Schnur und ohne Shikha, der alle Ritualhandlungen aufgegeben hat, ganz in Brahman gegründet und ein Brahmane sein?“ Vishnu antwortete: „Kind, wer die nichtduale Erkenntnis des Atman besitzt, dessen Erkenntnis selbst ist die heilige Schnur. Seine feste Verankerung in der Meditation ist die Shikha. Sein Tun selbst ist sein Pavitra, sein Reinigungszeichen.“

5b. Würde und Seltenheit des wahren Paramahamsa Paramahamsaparivrajaka Upanishad
Er gilt als einer, der alle wesentlichen Handlungen erfüllt hat: als wahrer Brahmane, in Brahman gegründet, als lichtvoller Mensch, Rishi, Asket und Vortrefflicher. Er ist der innerlich Älteste und ein Lehrer der Welt; erkenne ihn als eins mit mir. Ein Paramahamsa-Parivrajaka ist in der Welt außerordentlich selten. Gibt es auch nur einen, so ist er stets rein, ein Mensch des Veda und ein großer Mensch, dessen Bewusstsein allein in mir ruht; auch ich ruhe in ihm.

5c. Gleichmut und Freiheit von den sechs Wogen Paramahamsaparivrajaka Upanishad
Er ist stets zufrieden und frei von der Herrschaft durch Kälte und Hitze, Freude und Leid, Ehre und Missachtung. Er erträgt Tadel und Zorn, ist frei von den sechs Wogen – Hunger, Durst, Kummer, Verblendung, Alter und Tod – und von den sechs Veränderungen des Körpers: Dasein, Geburt, Wachstum, Wandlung, Verfall und Tod. Unterschiede wie „älter“ und „jünger“ begrenzen ihn nicht.

5d. Jenseits äußerer Rituale – gegründet in Sat-Chit-Ananda Paramahamsaparivrajaka Upanishad
Außer dem eigenen Selbst sieht er nichts als wirklich getrennt. Die Himmelsrichtungen sind sein Gewand; er verlangt weder Verbeugung noch rituelle Svaha- oder Svadha-Rufe und hat keine angerufene Gottheit zu verabschieden. Jenseits von Tadel und Lob hält er sich nicht an Mantra- und Tantra-Rituale und meditiert nicht über eine vom höchsten Selbst getrennte Gottheit. Er lässt sowohl begriffliche Ziele als auch deren Verneinung los und ruht von allem Greifen. Als ungeteilte Bewusstseinsfülle von Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit erkennt er unablässig im Brahma-Pranava: „Ich bin wahrlich Brahman.“ Wer so erfüllt hat, was zu erfüllen war, ist der Paramahamsa-Parivrajaka – so lautet die Upanishad.

Schlussformel Hari Om Tat Sat Paramahamsaparivrajaka Upanishad
Hari Om Tat Sat – Hari, Om, das ist die Wahrheit.

Abschließendes Shanti Mantra Paramahamsaparivrajaka Upanishad
Om. Ihr Götter, mögen wir mit unseren Ohren hören, was heilsam ist. Mögen wir mit unseren Augen sehen, was heilsam ist, ihr Verehrungswürdigen. Mögen wir euch mit festen Gliedern und gesundem Körper preisen und die von den Göttern bestimmte Lebensspanne vollenden. Möge Indra, der weithin Gerühmte, uns Heil gewähren; möge Pushan, der Allwissende, uns Heil gewähren; möge Tarkshya mit unversehrtem Rad uns Heil gewähren; möge Brihaspati uns Heil gewähren. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Kolophon Paramahamsaparivrajaka Upanishad
So endet die Paramahamsaparivrajaka Upanishad.

Die fünf wichtigsten Empfehlungen der Paramahamsaparivrajaka Upanishad für ernsthafte Aspiranten

1. Prüfe Entsagung zuerst als innere Freiheit.
Beobachte, wo Besitz, Anerkennung oder Rollen dein Denken beherrschen. Vereinfache schrittweise, ohne Familie, Gesundheit oder übernommene Pflichten zu vernachlässigen.

2. Gib allen Wesen Furchtlosigkeit.
Lass Ahimsa zum Maßstab von Sprache, Beziehungen, Lehre und Entscheidungen werden. Spirituelle Reife zeigt sich daran, dass andere in deiner Nähe freier und sicherer werden.

3. Verbinde Om-Meditation mit Selbsterforschung.
Nimm Wachen, Traum und Tiefschlaf als Hinweise auf das bezeugende Bewusstsein. Übe die Meditation regelmäßig, ohne außergewöhnliche Zustände erzwingen zu wollen.

4. Ersetze äußeren Rang durch ethische Glaubwürdigkeit.
Titel und Zeichen sind zweitrangig. Pflege Wahrhaftigkeit, Besitzlosigkeit, Sinnesbeherrschung, Transparenz sowie einen verantwortlichen Umgang mit Geld und Macht.

5. Verwechsle Vollendung nicht mit dem Anfang des Weges.
Der verwirklichte Paramahamsa wird als jenseits besonderer Rituale beschrieben. Für Aspiranten bleiben Sadhana, Studium, Meditation, Gemeinschaft und qualifizierte Begleitung wertvolle Hilfen.

Literatur und Quellen

Redaktioneller Hinweis: Die deutsche Übersetzung und die Worterklärungen wurden für diesen Artikel neu formuliert. Als Sanskritgrundlage dient die vollständige Sanskrit-Documents-Fassung; Ramanathans und Olivelles Übersetzungen wurden vergleichend herangezogen. Die Unterteilungen 1a, 1b usw. sind redaktionelle Lernhilfen innerhalb der fünf großen Lehrabschnitte. Drei offenkundige beziehungsweise durch eine parallele Sanskritfassung gestützte Lesarten wurden normalisiert; schwierige Varianten bleiben in den Erläuterungen sichtbar.

Siehe auch

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