Nabelschau

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Nabelschau - überwinden - wie geht das? Nabelschau ist eine übermäßige Beschäftigung mit sich selbst. Spirituellen Menschen, die viel meditieren, über sich und die Welt nachdenken, wird manchmal Nabelschau vorgeworfen bzw. nachgesagt. Auch wenn eine Gruppe, z.B. ein Unternehmen, ein Verein, sich stark mit sich selbst beschäftigt, dann wird das als Nabelschau bezeichnet.

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Im Begriff Nabelschau steckt manchmal eine Art Vorwurf, dass man sich zu sehr mit sich selbst beschäftigt, dass man sich selbst zu wichtig nimmt, dass man seinen eigenen Charakter, seine eigene Person, sein eigenes Verhalten für zu bedeutsam hält. Der Mensch ist ein geselliges,soziales Wesen. Es gilt eine Balance zu finden zwischen Innen- und Außenschau.

Das Wort Nabelschau kommt vom griechischen Ausdruck "omphaloskepsis". Das Wort omphaloskepsis bezog sich auf die kontemplative Gebetspraxis des Hesychasmus, einer Strömung der griechisch-orthodoxen Kirche. Hesychasmus ist eine spirituelle Richtung, eine Gebetspraxis, in der völlige äußere und innere Ruhe (griechisch hesychia) angestrebt wird. Im Zentrum des Hesychasmus stand der Berg Athos mit seinen vielen Klöstern. Wichtige Praxis des Hesychasmus war das Gebet, die Kontemplation, die Meditation.

Eine der Meditationstechniken des Hesychasmus war die Konzentration auf den Nabel. So entstand der Ausdruck Nabelschau - was den Hesychasten vorgeworfen wurde als übermäßige Beschäftigung mit sich selbst. In jeder spirituellen Tradition gibt es den Aspekt von Karma-Yoga (selbsloser Dienst). Dies ist aktives Handeln und hilft spirituelle Praxis und alltägliche Handlungen miteinander zu verbinden.

Nabelschau – hilfreich oder egoistisch?

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Nabelschau ist ein interessanter Ausdruck. Du schaust auf deinen Nabel. Als Nabelschau wurde eine besondere Form der spirituellen Praxis bezeichnet. Im Buddhismus und im Yoga arbeitet man mit der Technik der Atemachtsamkeit (z.B. heben und senken der Bauchdecke) Insofern bedeutet Nabelschau also Meditation und als spiritueller Aspirant erforschst du deinen Atem und die Verbindung von Körper und Geist.

Ich verbringe jeden Tag, wahrscheinlich mindestens zwei Stunden mit spirituellen Praktiken, oft auch mehr. Diese Art von Nabelschau hilft mir dann auch Kraft zu bekommen für alle meine Aufgaben. (z.B. Texte und Videos für das Thema "Nabelschau" machen) Also eine ganze Menge entsteht durch die Kraft, die man bekommt, wenn man spirituelle Praktiken macht.

Aber Nabelschau kann auch tatsächlich dazu führen, dass man sich nur noch um sich selbst kümmert, dass alles nur noch um sich selbst kreist. Das ist dann nicht so gut. Echte spirituelle Praxis heißt, man entwickelt Konzentrations- und Willenskraft im eigenen Geist und teilt das dann in Liebe und Mitgefühl mit allen Wesen. Eine Zeit der Nabelschau ist gut im Sinne von nach innen gehen. Dann sollte man in Liebe und Mitgefühl, sich für das Wohl der Welt einsetzen. Dies geschieht normalerweise ganz natürlich.

Es mag auch Menschen geben, die nahezu ausschließlich Yoga und Meditation praktizieren. Eine Nabelschau im Sinne einer intensiven spirituellen Praxis kann auch Gutes in der Welt bewirken. Jeder sollte mit seinen Umständen arbeiten und für sich entscheiden, wieviel Praxis sich sinnvoll in den Alltag integrieren lässt.

Nabelschau in Beziehung zu anderen Persönlichkeitsmerkmalen

Nabelschau gehört zur Gruppe der Persönlichkeitsmerkmale, Schattenseiten, Laster und Tugenden. Um dieses Charaktermerkmal besser zu verstehen, wollen wir es in Beziehung setzen mit anderen:

Synonyme Nabelschau - ähnliche Eigenschaften

Synonyme Nabelschau sind zum Beispiel Eigensucht, Ichbezogenheit, Introspektion, Innenschau .

Man kann die Synonyme in zwei Gruppen einteilen, solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation:

Synonyme mit negativer Konnotation

Synonyme, die gemeinhin als negativ gedeutet werden, sind zum Beispiel

Synonyme mit positiver Konnotation

Synonyme mit positiver Konnation können helfen, eine scheinbare Schattenseite auch positiv zu sehen. Synonyme mit positiver Konnotation sind zum Beispiel

Antonyme Nabelschau - Gegenteile

Antonyme sind Gegenteile. Antonyme, also Gegenteile, von Nabelschau sind zum Beispiel Kontaktfreudigkeit, Geselligkeit, Aufgeschlossenheit, Verfolgungszwang, Aufdringlichkeit, Stalking . Man kann auch die Antonyme, die Gegenteile, einteilen in solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation.

Antonyme mit positiver Konnotation

Antonyme, also Gegenteile, zu einem Laster, einer Schattenseite, einer negativen Persönlichkeitseigenschaft, werden gemeinhin als Gegenpol interpretiert. Diese kann man kultivieren, um das Laster, die Schattenseite zu überwinden. Hier also einige Gegenpole zu Nabelschau, die eine positive Konnotation haben:

Antonyme mit negativer Konnotation

Nicht immer ist das Gegenteil einer Schattenseite, eines Lasters, gleich positiv. Hier einige Beispiele von Antonymen zu Nabelschau, die aber auch nicht als so vorteilhaft angesehen werden:

Eigenschaften im Alphabet davor oder danach

Hier einige Eigenschaften, die im Alphabet vor oder nach Nabelschau stehen:

Eigenschaftsgruppe

Nabelschau kann gezählt werden zu folgenden beiden Eigenschaftsgruppen:

Verwandte Wörter

Verwandte Wörter zu Nabelschau sind zum Beispiel das Verb schauen, sowie das Substantiv Nabelschauer.

Wer Nabelschau hat, der ist ein Nabelschauer.

Siehe auch

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