Indien Kastensystem

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Indien Kastensystem In Indien spielt das Kastensystem bis heute eine gewisse Rolle, auch wenn es offiziell als abgeschafft gilt. So ähnlich, wie es ja auch in Deutschland heißt: Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich, aber – Menschen die nicht weiße Hautfarbe haben und so aussehen, als ob sie nicht Deutsche sind werden oft etwas anders behandelt und auch Menschen, die nicht die Standartreligionen haben. Es gibt leider immer diese Vorurteile.

Indien Kastensystem - erläutert vom Yoga Standpunkt aus

2 verschiedene Arten des Kastensystems

Und in Indien ist das Kastensystem irgendwo ein traditionelles Gesellschaftssystem und es gibt zwei Worte für Kasten. In Indien gibt es als Kastensystem als Erstes die Varnas und als zweites Jati.

Die Varnas

Varna heißt wörtlich: Farbe und Färbung, was heißen soll, dass da bestimmte Färbung des Geistes mit gemeint ist. Es gibt dort die Aussage, dass es vier Varnas gibt und das entspricht gewissen Stadien der menschlichen Evolution.

  • Dann gibt es die dritte Gruppe und die dritte Gruppe sind die Vaishyas und die Vaishyas sind die Kaufleute, die Bauern, diejenigen denen es um Reichtum geht, um Wohlstand geht, denjenigen, die ihr Selbstwertgefühl daraus ziehen, dass sie viel haben und dass die viel Besitz haben. Und das heißt, wenn es ausreichend gute Vaishyas gibt, dann floriert die Wirtschaft. Letztlich das, was Adam Smith als Erfinder des Liberalismus im 18. Jahrhundert gesagt hat kannten die Inder schon seit Jahrtausenden.
  • Und die vierte Gruppe ist die so genannte Shudras und die Shudras sind die Tagelöhner, die einfachen Arbeiter. Diejenigen, die im Wesentlichen ein einfaches Leben führen wollen, ihre Wünsche befriedigen wollen, zufrieden sind, wenn sie das haben, was sie für den Alltag brauchen und wenn es in der Familie okay ist und wenn sie sich nicht zu sehr anstrengen müssen. Shudras sollten dann eben letztlich die einfachen Arbeiter und Angestellte sein, die nicht übergeordnete Verantwortung übernehmen müssen und so ihr Leben führen.
Indien Kastensystem - erläutert vom Yoga Standpunkt aus

Vererbbarkeit der Kaste

So könnte man sagen: So ist das Kastensystem in Indien idealistisch – überhöht könnte man sagen: So ist es begründet. Natürlich, defacto sind in Indien die Kasten vererbbar und so gibt es Menschen, die aus einer Shudra Kaste kommen und nach Gott streben, die Erleuchtung erlangen und es gibt unter den Kshatriyas solche, die Geld verdienen wollen und es gibt unter den Brahmanas natürlich auch solche, die einfach nur ein einfaches Leben führen wollen. So sagen manche moderne Inder: Das Kastensystem solle nicht vererbbar sein, sondern man sollte irgendwo das auch sehen, dass unterschiedliche Menschen unterschiedliche Motivkategorien haben, vielleicht sogar der gleiche Menschen zu unterschiedlichen Lebensaltern unterschiedliche Motivkategorien hat.

Beruf entsprechend dem eigenen Temperament

Und es ist gut auch zu wissen: Typischerweise die Kaufleute werden keine guten Politiker und Regierenden und die Regierenden werden keine guten Kaufleute. Sehr häufig ist es so, wenn erfolgreiche Geschäftsleute zu Politikern werden, dann kommt nichts Gutes bei raus. Und umgekehrt, wenn Politiker später in die Wirtschaft gehen – so viele Probleme gibt’s danach. Also die Empfehlungen sind, dass man einen Beruf ausübt, der seinem Temperament entspricht.

Jati - Gesellschaftsgruppierung

Ein zweiter Aspekt des Kastensystems in Indien ist Jati. Und Jati könnte man sagen ist eine gewisse Gesellschaftsgruppierung. Im alten Indien hatte jede Gruppe von Menschen eine gewisse Selbstverantwortung und Selbstverwaltung. Vielleicht ähnlich wie in den Städten die Gilden, also die Handwerksgilden. Letztlich die Zünfte, so war das eben eine Jati. Da gab es eine Jati für die Weber, eine Jati für Schmiede und so weiter. Jati konnte auch eine bestimmte religiöse Überzeugung sein, so haben auch die Christen eigene Jatis gehabt.

Selbstverwaltung und ethisches Handeln

Also das Kastensystem in Indien hat ja nichts mit Hinduismus zutun. Letztlich auch die Christen, die es dort nach dem 1. Jahrhundert nach Christus gab sind auch im indischen Kastensystem gewesen und dort gibt es auch Brahmanen und Kshatriyas, Vaishyas, Shudras und so weiter. So ähnlich wie es ja auch im Mittelalter dann eben die Ständeordnung gab. Die ja auch etwas Ähnliches hat wie das Kastensystem in Indien. Und eben die Jatis ist dann eine Untergruppierung die Pflichten hat gegenüber dem Ganzen, die sich selbst verwaltet hat. Und letztlich auch dafür gesorgt hat, dass diese Gruppe und Berufsgruppe und Glaubensgemeinschaft zum einen in sich ethisch handelt und seine Sachen regelt und auch das Zusammensein mit anderen.

Überwindung des Kassensystems

Ja, das sind ein paar Einsichten ins indische Kastensystem. Kastensystem in Indiens Gegenwart will ich jetzt nicht soviel drüber erzählen, da liest man soviel in den Zeitungen und klar ist natürlich, dass das erbliche Kastensystem von einem spirituellen Standpunkt aus besser überwunden werden sollte, nicht umsonst sind alle Yogameister seit dem 19. Jahrhundert dort relativ vehement, dass Varna und Jati als geburtsmäßige Kasten überwunden werden müssen und wenn man die Bhagavad Gita liest, könnte man schon herauslesen, dass schon Krishna das gemeint hat und Shankaracharya sowieso und so haben sich die Yogameister gegen den Missbrauch des Kastensystems als vererbbare Gesellschaftsordnung in Indien gewehrt und man kann nur hoffen, dass das bald auch in der Praxis so umgesetzt wird.

Video Indien Kastensystem

Videovortrag zum Thema Indien Kastensystem :

Autor/Sprecher/Kamera: Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, Seminarleiter zu Yoga und Meditation.

Indien Kastensystem Audio Vortrag

Hier die Audiospur des oberen Videos zu Indien Kastensystem :

Siehe auch

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