Hohelied Text

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Hohelied Text - hier findest du den Text der beiden als Hohelied bezeichneten Texte des neuen Testaments und des alten Testaments. Es gibt nämlich zwei Texte, die als Hohelied bezeichnet werden, nämlich das Hohelied Salomos und das Hohelied der Liebe des Apostel Paulus.

Hohelied Text Neues Testament

Hier Hohelied Text Neues Testament, also der Text des Hoheliedes der Liebe des Apostel Paulus. Es steht im 1. Korintherbrief, Kapitel 13, Verse 1-13.

Text vom Hohelied der Liebe in der Lutherübersetzung

Hier das Hohelied der Liebe - Text in der Lutherübersetzung - wie es Generationen von evangelischen Konfirmanden auswendig lernen mussten:

Der erste Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 13:

1 Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.

2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts.

3 Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen und hätte die Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze.

4 Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf,

5 sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu,

6 sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit;

7 sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.

8 Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird.

9D enn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk.

10 Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören.

11 Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war.

12 Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.

13 Nun aber bleibt Glaube Hoffnung Liebe, diese drei; doch die Liebe ist die größte unter ihnen.

Neutestamentliches Hohelied der Liebe Apostel Paulus Katholische Übersetzung

Hier der Text des Hoheliedes der Liebe in der Übersetzung, wie er in der Katholischen Kirche gebräuchlich ist:

1 Wenn ich in Menschen- und in Engelszungen redete,
hätte aber die Liebe nicht,
wäre ich ein dröhnendes Erz und eine klingende Schelle.
2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und allen Glauben hätte, um Berge zu versetzen,
hätte aber die Liebe nicht,
wäre ich nichts.
3 Und wenn ich all meine Habe den Armen schenkte und meinen Leib hingäbe, dass ich verbrannt werde,
hätte aber die Liebe nicht,
nützte mir’s nichts.
4 Die Liebe ist langmütig,
gütig ist die Liebe.
Sie ereifert sich nicht,
sie prahlt nicht,
sie bläht sich nicht auf,
5 sie ist nicht schamlos,
sie sucht nicht das Ihre,
sie lässt sich nicht reizen,
sie rechnet das Böse nicht auf.
6 Sie freut sich nicht über das Unrecht,
sie freut sich mit an der Wahrheit.
7 Alles trägt sie,
alles glaubt sie,
alles hofft sie,
allem hält sie stand.
8 Die Liebe hört niemals auf.
Prophetie wird aufhören,
Sprache verstummen,
Erkenntnis vergehen.
9 Stückwerk ist ja unser Wissen,
Stückwerk unsre Prophetie.
10 Wenn aber die Vollendung kommt,
wird das Stückwerk abgetan.
11 Als ich ein Kind war,
redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind, urteilte wie ein Kind.
Als ich ein Mann wurde, legte ich das Kindliche ab.
12 Jetzt schauen wir noch wie durch einen Spiegel
in einem dunklen Wort,
dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht.
Jetzt erkenne ich nur Teile,
dann aber werde ich erkennen, wie auch ich erkannt sein werde.
13 Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei.
Am größten aber ist die Liebe.

Hohelied Text Altes Testament

Der Name Hohelied wurde ursprünglich einem Text aus der hebräischen Bibel gegeben, der auch im christlichen Alten Testament vorkommt. Auf hebräisch wird er bezeichnet als Schir ha-Schirim (שיר השירים), also "Lied der Lieder". Daraus hat Martin Luther den Ausdruck "Hohelied" geformt.

Hier also verschiedene Variationen Hohelied Text Altes Testament, auch genannt Hohelied Salomos:

Hohelied Text in der Übersetzung von Martin Buber

Der Gesang der Gesänge, der Schlomos ist.

  • Er tränke mich mit den Küssen seines Mundes!
Ja, gut tut mehr als Wein deine Minne,
gut tut der Duft deiner Öle,
als Öl hat sich dein Name ergossen,
darum lieben dich die Mädchen.
  • Zieh mich dir nach, laufen wir!
Brächte der König mich in seine Gemächer,
jauchzen wollten wir und uns freuen an dir.
Mehr als Wein rühmen wir deine Minne:
geradeaus liebt man dich.
Schwarz bin und anmutig ich,
Töchter Jerusalems,
wie die Zelte von Kedar, wie die Behänge Schlomos.
Sehet nimmer mich an,
daß ich eine Schwärzliche bin,
drum daß mich die Sonne versengte!
Die Söhne meiner Mutter sind entflammt wider mich.
Sie setzten mich als Hüterin der Wingerte ein,
aber meinen eignen Wingert habe ich nicht gehütet.
  • Melde mir doch, den meine Seele liebt,
wo doch weidest du,
wo doch lagerst du am Mittag, -
denn warum soll ich wie eine Schmachtende sein
an den Herden deiner Genossen!
  • - Wenns dir nicht zu wissen getan ist,
Schönste unter den Weibern,
zieh vor dich hin in den Spuren des Kleinviehs,
und weide deine Zicklein um die Wohnstätten der Hirten!
vergleiche, meine Freundin, ich dich,
Anmutig sind deine Wangen in Kettlein,
dein Hals im Muschelngeschling, -
Goldkettlein machen wir dir,
Silberklümplein daran.
  • - Solang der König an seiner Tafel ist,
gibt meine Narde ihren Duft,
Ein Myrrhenbüschel ist mir mein Minner,
es weilt mir zwischen den Brüsten,
eine Zypertraube ist mir mein Minner,
in Engedis Wingertgeländ.
  • - Da, schön bist du, meine Freundin,
da, schön bist du, deine Augen sind Tauben.
  • - Da, schön bist du, mein Minner, gar hold,
- Frisch gar ist unser Bett,
das Gebälk unsres Hauses sind Zedern,
unsre Sparren sind Wacholder.
  • - Ich bin das Narzisslein des Scharon,
die Lilie der Tiefebenen.
  • - Wie eine Lilie unter den Dornen,
so ist meine Freundin unter den Töchtern.
  • - Wie ein Apfelbaum unter dem Waldgehölz,
so ist mein Minner unter den Söhnen.
Nach seinem Schatten begehre ich, sitze nieder,
und süß ist seine Frucht meinem Gaum.
Er hat ins Haus des Weins mich gebracht,
und über mir ist sein Banner, Liebe.
Stärket mich mit Rosinengepreß,
erquickest mich mit Äpfeln,
denn ich bin krank vor Liebe.
  • Seine Linke ist mir unterm Haupt,
und seine Rechte kost mich. -
  • Ich beschwöre euch,
Töchter Jerusalems,
bei den Gazellen oder bei den Hinden der Flur:
störtet, aufstörtet ihr die Liebe,
bis ihrs gefällt,....!
  • Hall meines Minners!
Da, eben kommt er!
hüpft über die Berge,
springt über die Hügel!
Mein Minner gleicht der Gazelle
oder dem Hirschböcklein.
Da, eben steht er
hinter unserer Mauer,
lugt durch die Fenster,
guckt durch die Gitter.
  • Mein Minner hebt an,
er spricht zu mir:
»Mach dich auf,
meine Freundin,
meine Schöne,
und geh vor dich hin!
  • Denn da, vorbei ist der Winter,
der Regen schwand, er verging,
die Blüten lassen im Lande sich sehn,
angelangt ist die Zeit des Liedes,
der Stimmhall der Turtel läßt in unserm Lande sich hören,
die Feige färbt ihre Knoten,
die Reben, knospend, geben Duft, -
mach dich auf zum Gehn,
meine Freundin, meine Schöne,
und geh vor dich hin!«
  • - Meine Taube in den Felsenschlüften,
im Verstecke des Steigs,
laß mich dein Angesicht sehn,
laß mich deine Stimme hören,
denn süß ist deine Stimme,
anmutig ist dein Gesicht.
  • - Fangt uns die Füchse,
die kleinen Füchse,
Wingerte verderben sie,
und unsre Wingerte knospen!
  • - Mein Minner ist mein,
und ich bin sein,
der unter Lilien weidet.
Solang der Tag im Verwehn ist
und die Schatten weichen,
wende dich herzu,
gleiche du, mein Minner,
der Gazelle oder dein Hirschböcklein
über die Berge der Trennung hin!
Auf meiner Ruhestatt
in den Nächten
suche ich ihn,
den meine Seele liebt,
suche ich ihn
und finde ihn nicht.
Aufmachen will ich mich doch
und die Stadt durchziehn,
über die Plätze, über die Gassen,
suchen, den meine Seele liebt!
  • Ich suchte ihn
und ich fand ihn nicht.
Mich fanden die Wächter,
die in der Stadt einherziehn -
»Den meine Seele liebt,
saht ihr ihn ?«
  • Kaum war ich an ihnen vorbei,
da fand ich,
den meine Seele liebt.
Ich faßte ihn an
und ließ ihn nicht los,
bis daß ich ihn brachte
ins Haus meiner Mutter,
in die Kammer meiner Gebärerin.
  • Ich beschwöre euch,
Töchter Jerusalems,
bei den Gazellen oder bei den Hinden der Flur:
störtet, aufstörtet ihr die Liebe, bis ihrs gefällt, ...!
  • - Was ist dies,
heransteigend von der Wüste
Rauchsäulen gleich,
umdampft von Myrrhe und Weihrauch,
von allem Pulver des Krämers?
Da, sein Tragbett, das Schlomos,
sechzig Helden rings um es her,
von den Helden Jisraels,
Schwertträger sie alle,
Kampfgeübte,
jedermann an seiner Hüfte sein Schwert,
wegen des Schreckens in den Nächten.
  • Eine Sänfte machte sich der König Schlomo
aus Hölzern des Libanon,
ihre Ständer machte er silbern,
ihre Lehne golden,
ihren Sitz purpurn,
ihr Inwendiges eingelegt,
Liebesarbeit von den Töchtern Jerusalems.
Geht heran,
seht herzu,
Töchter Zions,
auf den König Schlomo in der Krone,
damit seine Mutter ihn krönte
am Tag seiner Vermählung,
am Tag seiner Herzensfreude.
  • -Da, du bist schön,
meine Freundin,
du bist schön.
Deine Augen sind Tauben,
hinter deinem Schleier hervor,
dein Haar ist wie eine Herde von Ziegen,
die vom Gebirge Gilad wallen,
deine Zähne sind wie eine Herde von Schurschafen,
die aus der Schwemme steigen,
die alle zwieträchtig sind,
fehlwürfig keins unter ihnen.
Wie eine Karmesinschnur sind deine Lippen
und anmutig dein Redegerät.
  • Wie ein Riß der Granatfrucht ist deine Schläfe,
hinter deinem Schleier hervor.
Wie Dawids Turm ist dein Hals,
für Umreihungen ist der gebaut,
das Tausend der Schilde hängt dran,
alle Rüstung der Helden.
  • Deine zwei Brüste sind wie zwei Kitzlein,
Zwillinge einer Gazelle,
die unter Lilien weiden.
Solang der Tag im Verwehn ist
und die Schatten weichen,
gehe ich zum Myrrhenberg,
zum Weihrauchhügel.
  • Schön bist du, meine Freundin, allsamt,
kein Flecken an dir.
Mit mir vom Libanon, Braut,
mit mir vom Libanon komm,
schau nieder vom Haupt des Amana,
vom Haupt des Schnir und des Chermon,
von den Gehegen der Löwen, von den Bergen der Pardel!
  • Du hast mir das Herz versehrt,
meine Schwester-Braut,
du hast mir das Herz versehrt
mit einem deiner Augen,
mit einer Drehung deines Halsgeschmeids.
  • Wie schön ist deine Minne, meine Schwester-Braut,
wie gut tut deine Minne, mehr als Wein
und der Duft deiner Öle als alle Balsame!
Seim träufen deine Lippen, Braut,
Honig und Milch sind unter deiner Zunge,
der Duft deiner Tücher ist wie des Libanon Duft.
  • Ein verriegelter Garten ist meine Schwester-Braut,
ein verriegelter Born,
ein versiegelter Quell.
Was dir sich entrankt,
ein Granatenhain ists
mit köstlicher Frucht,
Zyperblumen mit Narden,
Narde, Aloe, Kalmus und Zimt
mit allem Auszug der Balsame.
  • Ein Gartenquell ists,
ein Brunnen lebendigen Wassers,
rieselnd vom Libanon her.
Erwache, Nord,
komm, Süd,
wehe durch meinen Garten,
daß seine Balsame rieseln!
In seinen Garten komme mein Minner
und esse von seiner köstlichen Frucht.
  • - ich komme zu meinem Garten,
meine Schwester-Braut,
ich pflücke meine Myrrhe mit meinein Balsam,
ich esse meine Wabe mit meinem Honig,
ich trinke meinen Wein mit meiner Milch.
Esset, Freunde, trinket, und berauschet euch an der Minne!
  • - Ich schlafe,
und mein Herz wacht.
Hall meines Minners!
Er pocht.
»Öffne mir,
meine Schwester, meine Freundin,
meine Taube, meine Heile,
da mein Haupt voller Tau ist,
meine Locken voller Tröpfen der Nacht.
« Ich habe meinen Rock abgestreift,
wie doch soll ich ihn wieder antun!
Ich habe meine Füße gebadet,
wie doch soll ich sie wieder beschmutzen!
  • Mein Minner streckt die Hand durch die Luke,
und mein Leib wallt auf ihn zu.
Ich mache mich auf,
meinem Minner zu öffnen, -
meine Hände triefen von Myrrhe,
meine Finger von Myrrhenharz
am Griffe des Riegels.
  • Ich öffne, ich meinem Minner, -
mein Minner ist abgebogen, hinweg.
Meine Seele geht aus,
seiner Rede nach,
ich suche ihn, nicht finde ich ihn,
ich rufe ihn, nicht entgegnet er mir.
Mich finden die Wächter,
die in der Stadt einherziehn,
sie schlagen mich, verwunden mich,
meinen Burnus heben sie mir ab,
die Wächter der Mauern.
  • - »Ich beschwöre euch,
Töchter Jerusalems,
findet ihr meinen Minner,
was wollt ihr ihm melden?
Daß ich krank vor Liebe bin.«
  • -»Was ist dein Minner mehr als irgendein Minner,
Schönste unter den Weibern,
was ist dein Minner mehr als irgendein Minner,
daß du so, so uns beschwörst?«
  • - »Mein Minner ist blank und rötlich,
ragend aus einer Myriade,
sein Haupt gediegenes Feinerz,
seine Locken Dattelrispen,
schwarz wie der Rabe,
seine Augen wie Tauben
an Wasserbächen,
in Milch gebadet,
am Gefüllten ruhend,
seine Wangen wie Balsambeete,
die Würzkräuter wachsen lassen,
seine Lippen Lilien,
von Myrrhenharz triefend,
seine Hände goldene Walzen,
von Chalzedonen umfüllt,
sein Leib eine Elfenbeinplatte,
mit Saphiren besteckt,
seine Schenkel Alabasterständer,
auf Feinerzsockel gegründet,
sein Ansehn wie des Libanonbaums,
auserlesen wie Zedern,
sein Gaum Süßigkeiten,
und allsamt ist er Wonnen.
  • Dies ist mein Minner,
dies ist mein Freund,
Töchter Jerusalems!«
  • - »Wohin, ist dein Minner gegangen,
Schönste unter den Weibern,
wohin hat sich dein Minner gewandt?
wir wollen mit dir ihn suchen.«
  • -»Mein Minner steigt zu seinem Garten hinab,
zu den Balsambeeten,
in den Gartengründen zu weiden,
Lilien zu lesen.
Ich bin meines Minners,
mein Minner ist mein,
der unter Lilien weidet.«
  • - Schön bist du, meine Freundin,
wie Tirza, die »Gnadenstadt«,
anmutig wie Jerusalem,
furchtbar wie sie, die Fahnenumschwungnen.
Kehre von mir ab deine Augen,
drum daß sie mich verwirren!
  • Dein Haar ist wie eine Herde von Ziegen,
die vom Gilad wallen,
deine Zähne wie eine Herde von Schafen,
die aus der Schwemme steigen,
die alle zwieträchtig sind,
fehlwürfig keins unter ihnen.
  • Wie ein Riß der Granatfrucht ist deine Wange,
hinter deinem Schleier hervor.
Sechzig sinds der Königinnen,
achtzig der Kebsen,
und Mädchen ohne Zahl, -
  • eine einzige ist meine Taube,
meine Heile,
eine einzige ist sie bei ihrer Mutter,
eine Erkorne bei ihrer Gebärerin.
  • Die Töchter sehn sie, und heißen sie beglückt,
die Königinnen und Kebsen, und preisen sie.
  • - Wer ist diese,
die vorglänzt wie das Morgenrot,
schön wie der Mond,
lauter wie der Glutball,
furchtbar wie die Fahnenumschwungnen?
  • - Zu meinem Nußgarten stieg ich hinab,
die Triebe im Tal zu besehn,
zu sehn, ob die Rebe treibt,
ob die Granaten erblühn,
da - ich keine meine Seele nicht mehr -
versetzt michs ins Gefährt
meines Gesellen, des edlen.
  • - Dreh dich, dreh dich,
Schulamitin,
dreh dich, dreh dich,
daß wir dich beschaun!
  • - Was wollt ihr an der Schulamitin beschaun?
- Etwas, das dem Reigen des Doppellagers gleicht!
Wie schön sind deine Tritte in den Schuhn,
Tochter des Edlen!
Die Biegungen deiner Hüften
sind gleichwie Spangen,
Werk der Hände eines Meisters.
Dein Schoß ist eine Rundschale, -
nimmer ermangle sie des Mischtranks!
Dein Bauch ist ein Weizenhaufen,
von Lilien umsteckt.
Deine zwei Brüste sind wie zwei Kitzlein,
Zwillinge einer Gazelle.
Dein Hals ist wie ein Elfenbeinturm.
Deine Augen sind die Teiche in Cheschbon
am Tore von Bat-rabbim.
Deine Nase ist wie der Libanonturm,
der nach Damaskus hin späht.
Dein Haupt auf dir ist wie der Karmel,
die Flechten deines Hauptes wie Purpur, -
ein König verstrickt sich in den Ringeln.
  • - Wie schön und wie mild bist du,
Liebe, im Genießen!
Dieser Wuchs dein ähnelt der Palme
und deine Brüste den Trauben.
Ich habe zu mir gesprochen:
Ersteigen will ich die Palme,
greifen will ich ihre Rispen,
daß doch deine Brüste seien wie Trauben des Rebstocks
und deines Nasenatems Duft wie von Äpfeln
und dein Gaum wie der gute Wein...
- ...der gradaus in meinen Minner eingeht,
- ...noch im Schlaf macht er die Lippen sich regen.
  • - Ich bin meines Minners,
nach mir ist sein Begehren.
Geh heran, nein Minner,
ziehn wir ins Feld hinaus,
nachten wir an den Dörfern,
besuchen die Wingerte wir in der Frühe,
besehn wir,
ob der Rebstock treibt,
ob die Knospe sich öffnet,
ob die Granaten erblühn; -
dort will ich meine Minne dir geben.
Die Minnebeeren geben Duft aus,
an unsern Türen sind allerhand Köstlichkeiten,
neue, auch alte,
für dich, mein Minner, habe ich sie aufgespart.
  • Wer gibt dich mir als Bruder,
der an meiner Mutter Brüsten sog!
Fände ich dich auf der Gasse, ich küßte dich
und sie dürften mein doch nicht spotten,
ich führte dich,
ich brächte dich
in meiner Mutter Haus,
du müßtest mich lehren,
mit Würzwein tränkte ich dich,
mit Granatenmost. -
  • Seine Linke mir unterm Haupt,
und seine Rechte kost mich.
ich beschwöre euch,
Töchter Jerusalems,
störtet, aufstörtet ihr die Liebe,
bis ihrs gefällt,
  • - Wer ist diese,
heransteigend von der Wüste,
an ihren Minner gelehnt?
  • - Unter dem Apfelbaum
habe ich dich aufgestört,
eben dort kam in Wehn mit dir deine Mutter,
eben dort lag in Wehn deine Gebärerin.
  • Setze mich wie ein Siegel
dir auf das Herz,
wie einen Siegelreif dir um den Arm,
denn gewaltsam wie der Tod ist die Liebe,
hart wie das Gruftreich das Eifern,
ihre Flitze Feuerflitze, -
eine Lohe oh von Ihm her!
Die vielen Wasser vermögen nicht die Liebe zu löschen,
die Ströme können sie nicht überfluten.
Gäbe ein Mann allen Schatz seines Hauses um die Liebe,
man spottete, spottete sein.
  • - »Unser ist eine Schwester, eine kleine,
sie hat noch keine Brüste, -
was wollen mit unsrer Schwester wir tun
am Tag, da man um sie redet?«
  • - »Ist sie eine Mauer,
baun eine Silberzinne wir drauf,
und ist sie eine Pforte,
rammeln eine Zedernplanke wir dran.«
  • - Nun ich eine Mauer bin,
meine Brüste Türmen gleich,
so ward ich in seinen Augen
wie eine, die Befriedung fand.
  • - Einen Wingert hatte Schlomo in Baal-Hamon,
er übergab den Wingert den Hütern, -
jedermann brächte für seine Frucht tausend Vollgewicht Silbers herbei.
Den Wingert, der mir eignet, habe ich mir vom Antlitz, -
dein, Schlomo, seien die tausend
und der Fruchthüter zweihundert.«
  • - Die du in den Gärten verweilst,
Gefährten lauschen deiner Stimme,
lasse mich hören!
- Flieh herzu, mein Minner,
gleiche du der Gazelle
oder dem Hirschböcklein -
über die Berge der Balsame!

Hohelied Text Übersetzung Martin Luther

Hier der Text Hohelied der Liebe Salomos in der Übersetzung von Martin Luther in der im Jahr 1912 gebräuchlichen Form:

Hohelied Text- Kapitel 1: Liebe des Freundes und der Freundin

1 Das Hohelied Salomos.

2 Er küsse mich mit dem Kusse seines Mundes; denn deine Liebe ist lieblicher als Wein.
3 Es riechen deine Salben köstlich; dein Name ist eine ausgeschüttete Salbe, darum lieben dich die Jungfrauen.
4 Zieh mich dir nach, so laufen wir.
Der König führte mich in seine Kammern.
Wir freuen uns und sind fröhlich über dir; wir gedenken an deine Liebe mehr denn an den Wein.
Die Frommen lieben dich.
5 Ich bin schwarz, aber gar lieblich, ihr Töchter Jerusalems, wie die Hütten Kedars, wie die Teppiche Salomos.
6 Seht mich nicht an, daß ich so schwarz bin; denn die Sonne hat mich so verbrannt.
Meiner Mutter Kinder zürnen mit mir.
Sie haben mich zur Hüterin der Weinberge gesetzt; aber meinen eigenen Weinberg habe ich nicht behütet.
7 Sage mir an, du, den meine Seele liebt, wo du weidest, wo du ruhest im Mittage, daß ich nicht hin und her gehen müsse bei den Herden deiner Gesellen.
8 Weiß du es nicht, du schönste unter den Weibern, so gehe hinaus auf die Fußtapfen der Schafe und weide deine Zicklein bei den Hirtenhäusern.
9 Ich vergleiche dich, meine Freundin, meinem Gespann an den Wagen Pharaos.
10 Deine Backen stehen lieblich in den Kettchen und dein Hals in den Schnüren.
11 Wir wollen dir goldene Kettchen machen mit silbernen Pünktlein.
12 Da der König sich herwandte, gab meine Narde ihren Geruch.
13 Mein Freund ist mir ein Büschel Myrrhen, das zwischen meinen Brüsten hanget.
14 Mein Freund ist mir eine Traube von Zyperblumen in den Weinbergen zu Engedi.
15 Siehe, meine Freundin, du bist schön; schön bist du, deine Augen sind wie Taubenaugen.
16 Siehe, mein Freund, du bist schön und lieblich.
Unser Bett grünt, 17 unserer Häuser Balken sind Zedern, unser Getäfel Zypressen.

Hohelied Text - Kapitel 2: Sehnsucht der Freundin nach dem Freund

1 Ich bin eine Blume zu Saron und eine Rose im Tal.

2 Wie eine Rose unter den Dornen, so ist meine Freundin unter den Töchtern.
3 Wie ein Apfelbaum unter den wilden Bäumen, so ist mein Freund unter den Söhnen.
Ich sitze unter dem Schatten, des ich begehre, und seine Frucht ist meiner Kehle süß.
4 Er führt mich in den Weinkeller, und die Liebe ist sein Panier über mir.
5 Er erquickt mich mit Blumen und labt mich mit Äpfeln; denn ich bin krank vor Liebe.
6 Seine Linke liegt unter meinem Haupte, und seine Rechte herzt mich.
7 Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, bei den Rehen oder bei den Hinden Hirschkühen auf dem Felde, daß ihr meine Freundin nicht aufweckt noch regt, bis es ihr selbst gefällt.
8 Da ist die Stimme meines Freundes! Siehe, er kommt und hüpft auf den Bergen und springt auf den Hügeln.
9 Mein Freund ist gleich einem Reh oder jungen Hirsch.
Siehe, er steht hinter unsrer Wand, sieht durchs Fenster und schaut durchs Gitter.
10 Mein Freund antwortet und spricht zu mir: Stehe auf, meine Freundin, meine Schöne, und komm her! 11 Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist weg und dahin; 12 die Blumen sind hervorgekommen im Lande, der Lenz ist herbeigekommen, und die Turteltaube läßt sich hören in unserm Lande; 13 der Feigenbaum hat Knoten gewonnen, die Weinstöcke haben Blüten gewonnen und geben ihren Geruch.
Stehe auf, meine Freundin, und komm, meine Schöne, komm her! 14 Meine Taube in den Felsklüften, in den Steinritzen, zeige mir deine Gestalt, laß mich hören deine Stimme; denn die Stimme ist süß, und deine Gestalt ist lieblich.
15 Fanget uns die Füchse, die kleinen Füchse, die die Weinberge verderben; denn unsere Weinberge haben Blüten gewonnen.
16 Mein Freund ist mein, und ich bin sein, der unter Rosen weidet.
17 Bis der Tag kühl wird und die Schatten weichen, kehre um; werde wie ein Reh, mein Freund, oder wie ein junger Hirsch auf den Scheidebergen.

Hohelied Text - Kapitel 3: Treue der Freundin

1 Des Nachts auf meinem Lager suchte ich, den meine Seele liebt.

Ich suchte; aber ich fand ihn nicht.
2 Ich will aufstehen und in der Stadt umgehen auf den Gassen und Straßen und suchen, den meine Seele liebt.
Ich suchte; aber ich fand ihn nicht.
3 Es fanden mich die Wächter, die in der Stadt umgehen: "Habt ihr nicht gesehen, den meine Seele liebt?" 4 Da ich ein wenig an ihnen vorüber war, da fand ich, den meine Seele liebt.
Ich halte ihn und will ihn nicht lassen, bis ich ihn bringe in meiner Mutter Haus, in die Kammer der, die mich geboren hat.
5 Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, bei den Rehen oder Hinden Hirschkühen auf dem Felde, daß ihr meine Freundin nicht aufweckt noch regt, bis es ihr selbst gefällt.

Herrlichkeit des Freundes 6 Wer ist die, die heraufgeht aus der Wüste wie ein gerader Rauch, wie ein Geräuch von Myrrhe, Weihrauch und allerlei Gewürzstaub des Krämers? 7 Siehe, um das Bett Salomos her stehen sechzig Starke aus den Starken in Israel.

8 Sie halten alle Schwerter und sind geschickt, zu streiten.
Ein jeglicher hat sein Schwert an seiner Hüfte um des Schreckens willen in der Nacht.
9 Der König Salomo ließ sich eine Sänfte machen von Holz aus Libanon.
10 Ihre Säulen sind silbern, die Decke golden, der Sitz purpurn, und inwendig ist sie lieblich ausgeziert um der Töchter Jerusalems willen.
11 Gehet heraus und schauet an, ihr Töchter Zions, den König Salomo in der Krone, damit ihn seine Mutter gekrönt hat am Tage seiner Hochzeit und am Tage der Freude seines Herzens.

Hohelied - Kapitel 4: Vorzüge der Freundin

1 Siehe, meine Freundin, du bist schön! siehe, schön bist du! Deine Augen sind wie Taubenaugen zwischen deinen Zöpfen.

Dein Haar ist wie eine Herde Ziegen, die gelagert sind am Berge Gilead herab.
2 Deine Zähne sind wie eine Herde Schafe mit bechnittener Wolle, die aus der Schwemme kommen, die allzumal Zwillinge haben, und es fehlt keiner unter ihnen.
3 Deine Lippen sind wie eine scharlachfarbene Schnur und deine Rede lieblich.
Deine Wangen sind wie der Ritz am Granatapfel zwischen deinen Zöpfen.
4 Dein Hals ist wie der Turm Davids, mit Brustwehr gebaut, daran tausend Schilde hangen und allerlei Waffen der Starken.
5 Deine zwei Brüste sind wie zwei junge Rehzwillinge, die unter den Rosen weiden.
6 Bis der Tag kühl wird und die Schatten weichen, will ich zum Myrrhenberge gehen und zum Weihrauchhügel.
7 Du bist allerdinge schön, meine Freundin, und ist kein Flecken an dir.
8 Komm mit mir, meine Braut, vom Libanon, komm mit mir vom Libanon, tritt her von der Höhe Amana, von der Höhe Senir und Hermon, von den Wohnungen der Löwen, von den Bergen der Leoparden!
9 Du hast mir das Herz genommen, meine Schwester, liebe Braut, mit deiner Augen einem und mit deiner Halsketten einer.
10 Wie schön ist deine Liebe, meine Schwester, liebe Braut! Deine Liebe ist lieblicher denn Wein, und der Geruch deiner Salben übertrifft alle Würze.
11 Deine Lippen, meine Braut, sind wie triefender Honigseim; Honig und Milch ist unter deiner Zunge, und deiner Kleider Geruch ist wie der Geruch des Libanon.
12 Meine Schwester, liebe Braut, du bist ein verschlossener Garten, eine verschlossene Quelle, ein versiegelter Born.
13 Deine Gewächse sind wie ein Lustgarten von Granatäpfeln mit edlen Früchten, Zyperblumen mit Narden, 14 Narde und Safran, Kalmus und Zimt, mit allerlei Bäumen des Weihrauchs, Myrrhen und Aloe mit allen besten Würzen.
15 Ein Gartenbrunnen bist du, ein Born lebendiger Wasser, die vom Libanon fließen.
16 Stehe auf, Nordwind, und komm, Südwind, und wehe durch meinen Garten, daß seine Würzen triefen! Mein Freund komme in seinen Garten und esse von seinen edlen Früchten.

Hohelied - Kapitel 5

1 Ich bin gekommen, meine Schwester, liebe Braut, in meinen Garten.

Ich habe meine Myrrhe samt meinen Würzen abgebrochen; ich habe meinen Seim samt meinem Honig gegessen; ich habe meinen Wein samt meiner Milch getrunken.
Eßt, meine Lieben, und trinkt, meine Freunde, und werdet trunken!

Die Sehnsucht der Freundin 2 Ich schlafe, aber mein Herz wacht.

Da ist die Stimme meines Freundes, der anklopft: Tue mir auf, liebe Freundin, meine Schwester, meine Taube, meine Fromme! denn mein Haupt ist voll Tau und meine Locken voll Nachttropfen.
3 Ich habe meinen Rock ausgezogen, wie soll ich ihn wieder anziehen? Ich habe meine Füße gewaschen, wie soll ich sie wieder besudeln? 4 Aber mein Freund steckte seine Hand durchs Riegelloch, und mein Innerstes erzitterte davor.
5 Da stand ich auf, daß ich meinem Freund auftäte; meine Hände troffen von Myrrhe und meine Finger von fließender Myrrhe an dem Riegel am Schloß.
6 Und da ich meinem Freund aufgetan hatte, war er weg und hingegangen.
Meine Seele war außer sich, als er redete.
Ich suchte ihn, aber ich fand ihn nicht; ich rief, aber er antwortete mir nicht.
7 Es fanden mich die Hüter, die in der Stadt umgehen; die schlugen mich wund; die Hüter auf der Mauer nahmen mir meinen Schleier.
8 Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, findet ihr meinen Freund, so sagt ihm, daß ich vor Liebe krank liege.
9 Was ist dein Freund vor andern Freunden, o du schönste unter den Weibern? Was ist dein Freund vor andern Freunden, daß du uns so beschworen hast?
10 Mein Freund ist weiß und rot, auserkoren unter vielen Tausenden.
11 Sein Haupt ist das feinste Gold.
Seine Locken sind kraus, schwarz wie ein Rabe.
12 Seine Augen sind wie Augen der Tauben an den Wasserbächen, mit Milch gewaschen und stehen in Fülle.
13 Seine Backen sind wie Würzgärtlein, da Balsamkräuter wachsen.
Seine Lippen sind wie Rosen, die von fließender Myrrhe triefen.
14 Seine Hände sind wie goldene Ringe, voll Türkise.
Sein Leib ist wie reines Elfenbein, mit Saphiren geschmückt.
15 Seine Beine sind wie Marmelsäulen, gegründet auf goldenen Füßen.
Seine Gestalt ist wie Libanon, auserwählt wie Zedern.
16 Seine Kehle ist süß, und er ist ganz lieblich.
Ein solcher ist mein Freund; mein Freund ist ein solcher, ihr Töchter Jerusalems!

Hohelied - Kapitel 6

1 Wo ist denn dein Freund hin gegangen, o du schönste unter den Weibern? Wo hat sich dein Freund hin gewandt? So wollen wir mit dir ihn suchen.

2 Mein Freund ist hinabgegangen in seinen Garten, zu den Würzgärtlein, daß er weide in den Gärten und Rosen breche.
3 Mein Freund ist mein, und ich bin sein, der unter den Rosen weidet.

Die Freude der Wiedervereinigung 4 Du bist schön, meine Freundin, wie Thirza, lieblich wie Jerusalem, schrecklich wie Heerscharen.

5 Wende deine Augen von mir; denn sie verwirren mich.
Deine Haare sind wie eine Herde Ziegen, die am Berge Gilead herab gelagert sind.
6 Deine Zähne sind wie eine Herde Schafe, die aus der Schwemme kommen, die allzumal Zwillinge haben, und es fehlt keiner unter ihnen.
7 Deine Wangen sind wie ein Ritz am Granatapfel zwischen deinen Zöpfen.
8 Sechzig sind der Königinnen und achtzig der Kebsweiber, und der Jungfrauen ist keine Zahl.
9 Aber eine ist meine Taube, meine Fromme, eine ist ihrer Mutter die Liebste und die Auserwählte ihrer Mutter.
Da sie die Töchter sahen, priesen sie dieselbe selig; die Königinnen und Kebsweiber lobten sie.
10 Wer ist, die hervorbricht wie die Morgenröte, schön wie der Mond, auserwählt wie die Sonne, schrecklich wie Heerscharen?
11 Ich bin hinab in den Nußgarten gegangen, zu schauen die Sträuchlein am Bach, zu schauen, ob die Granatbäume blühten.
12 Ich wußte nicht, daß meine Seele mich gesetzt hatte zu den Wagen Ammi-Nadibs.

Hohelied - Kapitel 7: Zwiegespräch des Freundes und der Freundin

1 Kehre wieder, kehre wieder, o Sulamith! kehre wieder, kehre wieder, daß wir dich schauen! Was sehet ihr an Sulamith? Den Reigen zu Mahanaim.

2 Wie schön ist dein Gang in den Schuhen, du Fürstentochter! Deine Lenden stehen gleich aneinander wie zwei Spangen, die des Meisters Hand gemacht hat.
3 Dein Schoß ist wie ein runder Becher, dem nimmer Getränk mangelt.
Dein Leib ist wie ein Weizenhaufen, umsteckt mit Rosen.
4 Deine zwei Brüste sind wie zwei Rehzwillinge.
5 Dein Hals ist wie ein elfenbeinerner Turm.
Deine Augen sind wie die Teiche zu Hesbon am Tor Bathrabbims.
Deine Nase ist wie der Turm auf dem Libanon, der gen Damaskus sieht.
6 Dein Haupt steht auf dir wie der Karmel.
Das Haar auf deinem Haupt ist wie der Purpur des Königs, in Falten gebunden.
7 Wie schön und wie lieblich bist du, du Liebe voller Wonne! 8 Dein Wuchs ist hoch wie ein Palmbaum und deine Brüste gleich den Weintrauben.
9 Ich sprach: Ich muß auf dem Palmbaum steigen und seine Zweige ergreifen.
Laß deine Brüste sein wie Trauben am Weinstock und deiner Nase Duft wie Äpfel 10 und deinen Gaumen wie guter Wein, der meinem Freunde glatt eingeht und der Schläfer Lippen reden macht.
11 Mein Freund ist mein, und nach mir steht sein Verlangen.
12 Komm, mein Freund, laß uns aufs Feld hinausgehen und auf den Dörfern bleiben, ( 13 daß wir früh aufstehen zu den Weinbergen, daß wir sehen, ob der Weinstock sprosse und seine Blüten aufgehen, ob die Granatbäume blühen; da will ich dir meine Liebe geben.
14 Die Lilien geben den Geruch, und über unsrer Tür sind allerlei edle Früchte.
Mein Freund, ich habe dir beide, heurige und vorjährige, behalten.

Hohelied - Kapitel 8: Die Treue der für immer Vereinten

1 O, daß du mir gleich einem Bruder wärest, der meiner Mutter Brüste gesogen! Fände ich dich draußen, so wollte ich dich küssen, und niemand dürfte mich höhnen! 2 Ich wollte dich führen und in meiner Mutter Haus bringen, da du mich lehren solltest; da wollte ich dich tränken mit gewürztem Wein und mit dem Most meiner Granatäpfel.

3 Seine Linke liegt unter meinem Haupt, und seine Rechte herzt mich.
4 Ich beschwöre euch, Töchter Jerusalems, daß ihr meine Liebe nicht aufweckt noch regt, bis es ihr selbst gefällt.
5 Wer ist die, die heraufsteigt von der Wüste und lehnt sich auf ihren Freund? Unter dem Apfelbaum weckte ich dich; da ist dein genesen deine Mutter, da ist dein genesen, die dich geboren hat.
6 Setze mich wie ein Siegel auf dein Herz und wie ein Siegel auf deinen Arm.
Denn Liebe ist stark wie der Tod, und ihr Eifer ist fest wie die Hölle.
Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des HERRN, 7 daß auch viele Wasser nicht mögen die Liebe auslöschen noch die Ströme sie ertränken.
Wenn einer alles Gut in seinem Hause um die Liebe geben wollte, so gölte es alles nichts.
8 Unsere Schwester ist klein und hat keine Brüste.
Was sollen wir unsrer Schwester tun, wenn man nun um sie werben wird? 9 Ist sie eine Mauer, so wollen wir ein silbernes Bollwerk darauf bauen.
Ist sie eine Tür, so wollen wir sie festigen mit Zedernbohlen.
10 Ich bin eine Mauer und meine Brüste sind wie Türme.
Da bin ich geworden vor seinen Augen, als die Frieden findet.
11 Salomo hat einen Weinberg zu Baal-Hamon.
Er gab den Weinberg den Hütern, daß ein jeglicher für seine Früchte brächte tausend Silberlinge.
12 Mein eigener Weinberg ist vor mir.
Dir, Salomo, gebühren tausend, aber zweihundert den Hütern seiner Früchte.
13 Die du wohnst in den Gärten, laß mich deine Stimme hören; die Genossen merken darauf.
14 Flieh, mein Freund, und sei gleich einem Reh oder jungen Hirsch auf den Würzbergen!

Hohelied Text katholische Einheitsübersetzung

Hier der Text vom Hohelied der Liebe Salomos in der Einheitsübersetzung, wie er in der Katholischen Kirche verwendet wird:

Das Hohelied 1 Das Hohelied Salomos.

2 Mit Küssen seines Mundes bedecke er mich. /
Süßer als Wein ist deine Liebe.
3 Köstlich ist der Duft deiner Salben, /
dein Name hingegossenes Salböl; /
darum lieben dich die Mädchen.
4 Zieh mich her hinter dir! Laß uns eilen! /
Der König führt mich in seine Gemächer.
Jauchzen laßt uns, deiner uns freuen, /
deine Liebe höher rühmen als Wein. /
Dich liebt man zu Recht.
5 Braun bin ich, doch schön, /
ihr Töchter Jerusalems,
wie die Zelte von Kedar, /
wie Salomos Decken.
6 Schaut mich nicht so an, /
weil ich gebräunt bin. /
Die Sonne hat mich verbrannt.
Meiner Mutter Söhne waren mir böse, /
ließen mich Weinberge hüten; /
den eigenen Weinberg konnte ich nicht hüten.
7 Du, den meine Seele liebt, / sag mir:
Wo weidest du die Herde? /
Wo lagerst du am Mittag?
Wozu soll ich erst umherirren /
bei den Herden deiner Gefährten?
8 Wenn du das nicht weißt, / du schönste der Frauen,
dann folge den Spuren der Schafe, /
dann weide deine Zicklein /
dort, wo die Hirten lagern.
9 Mit der Stute an Pharaos Wagen /
vergleiche ich dich, meine Freundin.
10 Schön sind deine Wangen zwischen den Kettchen, /
dein Hals in der Perlenschnur.
11 Machen wir dir noch goldene Kettchen, /
kleine Silberkugeln daran.
12 Solange der König an der Tafel liegt, /
gibt meine Narde ihren Duft.
13 Mein Geliebter ruht wie ein Beutel
mit Myrrhe an meiner Brust.
14 Eine Hennablüte ist mein Geliebter mir /
aus den Weinbergen von En-Gedi.
15 Schön bist du, meine Freundin, / ja, du bist schön. /
Zwei Tauben sind deine Augen.
16 Schön bist du, mein Geliebter, /
verlockend. / Frisches Grün ist unser Lager,
17 Zedern sind die Balken unseres Hauses, /
Zypressen die Wände.

2 Ich bin eine Blume auf den Wiesen des Scharon, /

eine Lilie der Täler.
2 Eine Lilie unter Disteln /
ist meine Freundin unter den Mädchen.
3 Ein Apfelbaum unter Waldbäumen /
ist mein Geliebter unter den Burschen.
In seinem Schatten begehre ich zu sitzen. /
Wie süß schmeckt seine Frucht meinem Gaumen!
4 In das Weinhaus hat er mich geführt.
Sein Zeichen über mir heißt Liebe.
5 Stärkt mich mit Traubenkuchen, /
erquickt mich mit Äpfeln; / denn ich bin krank vor Liebe.
6 Seine Linke liegt unter meinem Kopf, /
seine Rechte umfängt mich.
7 Bei den Gazellen und Hirschen auf der Flur /
beschwöre ich euch, Jerusalems Töchter:
Stört die Liebe nicht auf, /
weckt sie nicht, / bis es es ihr selbst gefällt.
8 Horch! Mein Geliebter! / Sieh da, er kommt.
Er springt über die Berge, hüpft über die Hügel.
9 Der Gazelle gleicht mein Geliebter, / dem jungen Hirsch.
Ja, draußen steht er / an der Wand unsres Hauses;
er blickt durch die Fenster, / späht durch die Gitter.
10 Der Geliebte spricht zu mir: / Steh auf, meine Freundin, /
so komm doch!
11 Denn vorbei ist der Winter, / verrauscht der Regen.
12 Auf der Flur erscheinen die Blumen; / die Zeit zum Singen ist da.
Die Stimme der Turteltaube / ist zu hören in unserem Land.
13 Am Feigenbaum reifen die ersten Früchte; /
die blühenden Reben duften.
Steh auf, meine Freundin, / meine Schöne, so komm doch!
14 Meine Taube im Felsennest, / versteckt an der Steilwand
dein Gesicht laß mich sehen, / deine Stimme hören!
Denn süß ist deine Stimme, / lieblich dein Gesicht.
15 Fangt uns die Füchse! / die kleinen Füchse!
Sie verwüsten die Weinberge, / unsre blühenden Reben.
16 Der Geliebte ist mein, / und ich bin sein; / er weidet in den Lilien.
17 Wenn der Tag verweht / und die Schatten wachsen,
komm du, mein Geliebter, / der Gazelle gleich,
dem jungen Hirsch / auf den Balsambergen.

3 Des Nachts auf meinem Lager suchte ich ihn, /

den meine Seele liebt. /
Ich suchte ihn und fand ihn nicht.
2 Aufstehen will ich, die Stadt durchstreifen, /
die Gassen und Plätze, /
ihn suchen, den meine Seele liebt.
Ich suchte ihn und fand ihn nicht.
3 Mich fanden die Wächter / bei ihrer Runde durch die Stadt.
Habt ihr ihn gesehen, / den meine Seele liebt?
4 Kaum war ich an ihnen vorüber, /
fand ich ihn, den meine Seele liebt.
Ich packte ihn, ließ ihn nicht mehr los, /
bis ich ihn ins Haus meiner Mutter brachte, /
in die Kammer derer, die mich geboren hat.
5 Bei den Gazellen und Hirschen der Flur/
beschwöre ich ich euch, Jerusalems Töchter:
Stört die Liebe nicht auf, / weckt sie nicht, /
bis es ihr selbst gefällt.
6 Wer ist sie, / die da aus der Steppe heraufsteigt /
in Säulen von Rauch.
umwölkt von Myrrhe und Weihrauch, /
von allen Wohlgerüchen der Händler?
7 Sieh da, das ist Salomos Sänfte;
sechzig Helden geleiten sie, / Israels Helden,
8 alle vertraut mit dem Schwert, / geschult für den Kampf;
jeder trägt sein Schwert an der Hüfte /
gegen die Schrecken der Nacht.
9 Einen Tragsessel ließ König Salomo zimmern /
aus Holz vom Libanon,
10 die Pfosten in Silber, / die Lehne in Gold,
der Sitz in Purpur, / das Innere mit Steinen belegt.
11 Ihr Töchter Jerusalems, kommt heraus /
und schaut, ihr Töchter Zions, / König Salomo mit der Krone!
Damit hat ihn seine Mutter gekrönt /
am Tage seiner Hochzeit, / an dem Tag seiner Herzensfreude.

4 Schön bist du, meine Freundin, / ja, du bist schön.

Hinter dem Schleier / deine Augen wie Tauben.
Dein Haar gleicht einer Herde von Ziegen, /
die herabzieht von Gileads Bergen.
2 Deine Zähne sind wie eine Herde / frisch geschorener Schafe, /
die aus der Schwemme steigen.
Jeder Zahn hat sein Gegenstück, keinem fehlt es.
3 Rote Bänder sind deine Lippen; lieblich ist dein Mund.
Dem Riß eines Granatapfels gleicht deine Schläfe / hinter dem Schleier.
4 Wie der Turm Davids ist dein Hals, /
in Schichten von Steinen erbaut;
tausend Schilde hängen daran, / lauter Waffen von Helden.
5 Deine Brüste sind wie zwei Kitzlein, /
wie die Zwillinge einer Gazelle, / die in den Lilien weiden.
6 Wenn der Tag verweht und die Schatten wachsen /
will ich zum Myrrhenberg gehen, / zum Weihrauchhügel.
7 Alles an dir ist schön, meine Freundin; / kein Makel haftet dir an.
8 Komm doch mit mir, meine Braut, vom Libanon, /
weg vom Libanon komm du mit mir!
Weg vom Gipfel des Amana, /
von den Höhen des Senir und Hermon;
weg von den Lagern der Löwen, / den Bergen der Panther.
9 Verzaubert hast du mich, / meine Schwester Braut; / ja verzaubert
mit einem (Blick) deiner Augen, / mit einer Perle deiner Halskette.
10 Wie schön ist deine Liebe, / meine Schwester Braut;
wieviel süßer ist deine Liebe als Wein, /
der Duft deiner Salben köstlicher / als alle Balsamdüfte.
11 Von deinen Lippen, Braut, tropft Honig; /
Milch und Honig ist unter deiner Zunge.
Der Duft deiner Kleider ist wie des Libanon Duft.
12 Ein verschlossener Garten ist meine Schwester Braut, /
ein verschlossener Garten, / ein versiegelter Quell.
13 Ein Lustgarten sproßt aus dir, / Granatbäume mit köstlichen Früchten, / Hennadolden, Nardenblüten,
14 Narde, Krokus, Gewürzrohr und Zimt, / alle Weihrauchbäume,
Myrrhe und Aloe, / allerbester Balsam:
15 Die Quelle des Gartens bist du, /
ein Brunnen lebendigen Wassers, /
Wasser vom Libanon.
16 Nordwind, erwache! Südwind, herbei! /
Durchweht meinen Garten, / laßt strömen die Balsamdüfte!
Mein Geliebter komme in seinen Garten /
und esse von den köstlichen Früchten.

5 Ich komme in meinen Garten, Schwester Braut; /

ich pflücke meine Myrrhe, den Balsam;
esse meine Wabe samt dem Honig,
trinke meinen Wein und die Milch.
Freunde, eßt und trinkt, / berauscht euch an der Liebe!
2 Ich schlief, doch mein Herz war wach. /
Horch, mein Geliebter klopft:
Mach auf, meine Schwester und Freundin, /
meine Taube, du Makellose!
Mein Kopf ist voll Tau / aus meinen Locken tropft die Nacht.
3 Ich habe mein Kleid schon abgelegt - /
wie soll ich es wieder anziehen?
Die Füße habe ich gewaschen - / soll ich sie wieder beschmutzen?
4 Mein Geliebter streckte die Hand durch die Luke; /
da bebte mein Herz ihm entgegen.
5 Ich stand auf, dem Geliebten zu öffnen.
Da tropften meine Hände von Myrrhe / am Griff des Riegels.
6 Ich öffnete meinem Geliebten: /
Doch der Geliebte war weg, verschwunden. /
Mir stockte der Atem: er war weg.
Ich suchte ihn, ich fand ihn nicht. /
Ich rief ihn, er antwortete nicht.
7 Da fanden mich die Wächter / bei ihrer Runde durch die Stadt; /
sie schlugen, sie verletzten mich.
Den Mantel entrissen sie mir, / die Wächter der Mauern.
8 Ich beschwöre euch, Jerusalems Töchter: /
Wenn ihr meinen Geliebten findet, sagt ihm, /
ich bin krank vor Liebe.
9 Was hat dein Geliebter den andern voraus, / du schönste der Frauen?
Was hat dein Geliebter den andern voraus, / daß du so uns beschwörst?
10 Mein Geliebter ist weiß und rot, / ist ausgezeichnet vor Tausenden.
11 Sein Haupt ist reines Gold. / Seine Locken sind Rispen, / rabenschwarz.
12 Seine Augen sind wie Tauben/ an Wasserbächen;
(Die Zähne), in Milch gebadet, / sitzen fest.
13 Seine Wangen sind wie Balsamtbeete, / darin Gewürzkräuter sprießen,
seine Lippen wie Lilien; / sie tropfen von flüssiger Myrrhe.
14 Seine Finger sind wie Stäbe aus Gold, /
mit Steinen aus Tarschisch besetzt.
Sein Leib ist wie eine Platte aus Elfenbein, / mit Saphiren bedeckt.
15 Seine Schenkel sind Marmorsäulen, auf Sockeln von Feingold.
Seine Gestalt ist wie der Libanon, / erlesen wie Zedern.
16 Sein Mund ist voll Süße; / alles ist Wonne an ihm.
Das ist mein Geliebter, / ja, das ist mein Freund, / ihr Töchter Jerusalems.

6 Wohin ist dein Geliebter gegangen, / du schönste der Frauen?

Wohin wandte sich dein Geliebter? / Wir wollen ihn suchen mit dir.
2 In seinen Garten ging mein Geliebter / zu den Balsambeeten,
um in den Gartengründen zu weiden, / um Lilien zu pflücken.
3 Meinem Geliebten gehöre ich, /
mir gehört der Geliebte, / der in den Lilien weidet.
4 Schön wie Tirza bist du, meine Freundin, /
lieblich wie Jerusalem, / prächtig wie Himmelsbilder.
5 Wende deine Augen von mir, / denn sie verwirren mich.
Dein Haar gleicht einer Herde von Ziegen, / die von Gilead herabziehen.
6 Deine Zähne sind wie eine Herde von Mutterschafen, /
die aus der Schwemme steigen.
Jeder Zahn hat sein Gegenstück, /
keinem fehlt es.
7 Dem Riß eines Granatapfels gleicht deine Schläfe /
hinter deinem Schleier.
8 Sechzig Königinnen (hat Salomo), /
achtzig Nebenfrauen / und Mädchen ohne Zahl.
9 Doch einzig ist meine Taube, die Makellose, /
die Einzige ihrer Mutter, / die Erwählte ihrer Gebärerin.
Erblicken sie die Mädchen, / sie preisen sie; /
Königinnen und Nebenfrauen rühmen sie.
10 Wer ist, die da erscheint wie das Morgenrot, /
wie der Mond so schön,
strahlend rein wie die Sonne, / prächtig wie Himmelsbilder?
11 In den Nußgarten stieg ich hinab, /
um nach dem Sprossen der Palme zu sehen,
um zu sehen, ob der Weinstock treibt, / die Granatbäume blühen.
12 Da entführte mich meine Seele, / ich weiß nicht wie, /
zu den Wagen meines edlen Volkes.

7 Wende dich, wende dich, Schulammit! /

Wende dich, wende dich, / damit wir dich betrachten.
Was wollt ihr an Schulammit, sehen? / Den Lager-Tanz!
2 Wie schön sind deine Schritte in den Sandalen, / du Edelgeborene.
Deiner Hüften Rund ist wie Geschmeide, /
gefertigt von Künstlerhand.
3 Dein Schoß ist ein rundes Becken, \ Würzwein mangle ihm nicht.
Dein Leib ist ein Weizenhügel, / mit Lilien umstellt.
4 Deine Brüste sind wie zwei Kitzlein, /
Wie die Zwillinge einer Gazelle.
5 Dein Hals ist ein Turm aus Elfenbein. /
Deine Augen sind wie die Teiche zu Heschbon /
beim Tor von Bat-Rabbim.
Deine Nase ist wie der Libanonturm, der gegen Damaskus schaut.
6 Dein Haupt gleicht oben dem Karmel; /
wie Purpur sind deine Haare; /
ein König liegt in den Ringeln gefangen.
7 Wie schön bist du und wie reizend, du Liebe voller Wonnen!
8 Wie eine Palme ist dein Wuchs; / deine Brüste sind wie Trauben.
9 Ich sage: Ersteigen will ich die Palme; / ich greife nach den Rispen.
Trauben am Weinstock seien mir deine Brüste, /
Apfelduft sei der Duft deines Atems,
10 dein Mund köstlicher Wein, / der glatt in mich eingeht, /
der Lippen und Zähne mir netzt.
11 Ich gehöre meinem Geliebten, / und ihn verlangt nach mir.
12 Komm, mein Geliebter, wandern wir auf das Land, /
schlafen wir in den Dörfern.
13 Früh wollen wir dann zu den Weinbergen gehen /
und sehen, ob der Weinstock schon treibt,
ob die Rebenblüte sich öffnet, /
ob die Granatbäume blühen. /
Dort schenke ich dir meine Liebe.
14 Die Liebesäpfel duften; /
an unsrer Tür warten alle köstlichen Früchte,
frische und solche vom Vorjahr; /
für dich hab' ich sie aufgehoben, Geliebter.

8 Ach, wärst du doch mein Bruder, /

genährt an der Brust meiner Mutter.
Träfe ich dich dann draußen, /
ich würde dich küssen; / niemand dürfte mich deshalb verachten.
2 Führen wollte ich dich, / in das Haus meiner Mutter dich bringen, /
die mich erzogen hat.
Würzwein gäbe ich dir zu trinken, Granatapfelmost.
3 Seine Linke liegt unter meinem Kopf, /
seine Rechte umfängt mich.
4 Ich beschwöre euch, Jerusalems Töchter: /
Was stört ihr die Liebe auf, /
warum weckt ihr sie, / ehe ihr selbst es gefällt?
5 Wer ist sie, / die aus der Steppe heraufsteigt, /
auf ihren Geliebten gestützt?
Unter dem Apfelbaum hab' ich dich geweckt, /
dort, wo deine Mutter dich empfing, /
wo deine Gebärerin in Wehen lag.
6 Leg mich wie ein Siegel auf dein Herz, /
wie ein Siegel an deinen Arm!
Stark wie der Tod ist die Liebe, /
die Leidenschaft ist hart wie die Unterwelt.
Ihre Gluten sind Feuergluten, / gewaltige Flammen.
7 Auch mächtige Wasser / können die Liebe nicht löschen; /
auch Ströme schwemmen sie nicht weg.
Böte einer für die Liebe / den ganzen Reichtum seines Hauses, /
nur verachten würde man ihn.
8 Wir haben eine kleine Schwester, / noch ohne Brüste.
Was tun wir mit unsrer Schwester, wenn jemand um sie wirbt?
9 Ist sie eine Mauer, / bauen wir silberne Zinnen auf ihr.
Ist sie eine Tür, / versperren wir sie mit einem Zedernbrett.
10 Ich bin eine Mauer, / meine Brüste gleichen Türmen.
Da hab' ich in seinen Augen / Gefallen gefunden.
11 Salomo besaß einen Weinberg/ in Baal-Hamon; /
den Weinberg übergab er Hütern.
Für seine Frucht würde jeder / tausend Silberstücke bezahlen.
12 Mein eigener Weinberg liegt vor mir:
Die tausend lass' ich dir, Salomo, / und zweihundert noch denen, /
die seine Früchte hüten.
13 Die du in den Gärten weilst, /
auf deine Stimme lauschen die Freunde; / laß sie mich hören!
14 Fort, fort, mein Geliebter, / der Gazelle gleich,
dem jungen Hirsch / auf den Balsambergen.

Aus: Die Bibel. Altes und Neues Testament. Einheitsübersetzung. Katholische Bibelanstalt GmbH Stuttgart, 1980




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