Sangha

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Ganesha mit seinen Frauen Siddhi und Riddhi

Sangha (Sanskrit: सङ्घ saṅgha und संघ saṁgha m.) Gruppe, Anzahl von Leuten, die zusammen leben, Schar, Haufe, Menge; enger Kontakt, Kombination, Verbindung, Vereinigung.

Sangha ist ein Sanskrit Substantiv männlichen Geschlechts und bedeutet "Schar, Menge". Der Sangha steht allgemein für eine Vereinigung von Personen mit einer gemeinsamen Vision, einem gemeinsamen Ziel oder Zweck. Das Sanskritwort Sangha bedeutet auch Gruppe, spirituelle Gemeinschaft, auch Gruppe von Weisen. Gerade im Buddhismus wird die Gemeinschaft der Praktizierenden als Sangha bezeichnet.

Sukadev über Sangha

Niederschrift eines Vortragsvideos (2015) von Sukadev über Sangha

Sangha heißt Gruppe, heißt Herde, Sangha heißt aber auch Gemeinschaft und Gesellschaft. Sangha, dieser Ausdruck, wird besonders im Buddhismus verwendet. Dort gibt es ja Haupt-Dinge, die für einen Buddhisten wichtig sind. Buddha ist wichtig, die Sangha ist wichtig und Dharma ist wichtig. Buddha, also der Lehrer, Sangha, die Gemeinschaft, und Dharma, die Lehre.

Und so gibt es ja auch das Zuflucht nehmen, man kann im Buddhismus Zuflucht nehmen beim Buddha, man kann Zuflucht-Nehmen bei der Sangha, und Zuflucht nehmen bei Dharma, der Lehre. Übrigens, wenn du zum Buddhismus übertreten willst, geht das in der Theorie ganz einfach. In dem Moment, wo du ausdrückst, dass du Zuflucht nimmst zum Buddha, zur Gemeinschaft und zum Dharma, in dem Moment bist du Buddhist. Viele Menschen gehen manchmal in buddhistische Seminare und dabei wird das auch so ausgedrückt und eigentlich sind sie danach Buddhisten, ohne es zu wissen.

Buddhismus ist ja eine sehr offene Religion und da gibt es ja jetzt auch keine Probleme damit, und man kann auch gleichzeitig Buddhist und Christ sein, und Buddhist und Moslem, Buddhist und Hindu, zumindest vom buddhistischen Standpunkt aus. Die Christen sehen das anders und die Moslems sehen das auch anders. Für die Hindus ist das oft keine allzu große Schwierigkeit, in manchen Aspekten des Hinduismus wird ja auch gesagt, die Buddhisten sind eigentlich auch Hindus, ob sie es wissen oder nicht.

Hier siehst du das Yoga Vidya Center in Bonn gemeinsam all beim Kirtan Singen - auch eine kleine Sangha

Sangha, die Gemeinschaft, ist aber natürlich nicht nur im Buddhismus wichtig. Wenn du mal in einem christlichen Gottesdienst gewesen bist, da wird auch oft gesprochen, wie wichtig es ist, die Gemeinde zu haben, die spirituelle Gemeinde. Es gibt die christliche Gemeinde, die ist wichtig. Und daher, auch dort, Sangha. Oder auch im Yoga wird auch gesagt, die Gurubhais, also die Mitschüler, sind wichtig.

Es ist wichtig, eine spirituelle Gemeinschaft zu haben. Der Mensch ist, wie schon Aristoteles gesagt hat, ein Zoon politikon, ein geselliges Wesen. Der Mensch braucht Gleichgesinnte und letztlich braucht er auch Freunde. Und im Rahmen einer Sangha kann er diese finden, die ähnliche Überzeugungen haben und die einen stützen und unterstützen.

Also, Sangha heißt ursprünglich Herde, heißt aber auch Gemeinschaft, heißt auch spirituelle Gemeinschaft, heißt eben die spirituelle Gemeinde. Mehr zu Sangha auch unter Yoga Vidya. Dort kannst du "Sangha“ eingeben oder gib auch einfach ein, "Gemeinschaft“, dort kannst du etwas mehr lesen über Yoga Vidyaals spirituelle Gemeinschaft.

Sangha im Buddhismus

Buddha Figur - Murti

Der Sangha steht allgemein für eine Vereinigung von Personen mit einer gemeinsamen Vision, einem gemeinsamen Ziel oder Zweck.

Das Wort wird in Sanskrit oder Pali verwendet und stellt eine der drei Zufluchtsmöglichkeiten des Buddhismus dar. Aktuell wird unter Sangha verstanden:

  • ein buddhistischer Priester mit einem hohen Grad an Erkenntnis,
  • ein Angehöriger des Arya-Sangha oder
  • eine Vereinigung von Suchenden zur Unterscheidung zwischen Wahrheit und Lüge.

Die Buddhisten glauben traditionell, dass klösterliches Leben einen Weg zur Erleuchtung darstellt und der Sangha dafür Zuständig ist, die Lehren von Buddha zu pflegen, umzusetzen und zu verbreiten. Die Wege von Sangha sind Praktizierung:

  • des rechten Weges,
  • des aufrechten Weges,
  • des klugen oder logischen Weges.

Dieser Sangha der gesegneten Schüler verdient Wertschätzung in Form von Gaben, Gastfreundschaft, Spenden, ehrfürchtiger Begrüßung für seine Leistungen für die Welt.

Gründung/Entstehung von Sangha

Gautama Buddha wird durch heilige Symbole dargestellt. Dharma ist in heiligen Schriften übermittelt. Arya Sangha ist für Praxiszwecke vertreten durch Bhikshu Sangha oder Mönchsorden.

Diese großartige Institution ist der älteste, überlebende, religiöse Orden in der Welt. Sie erwachte innerhalb der wenigen Monate von Buddhas Erleuchtung zum Leben. Sie bestand aus jenen Anhängern Buddhas, die ihr alltägliches Leben aufgegeben hatten und ihre gesamte Zeit und Energie zur Erlangung des Nirvana hingaben.

Entwicklungstufen von Sangha

Sangha durchlief verschiedene Stadien der Entwicklung. Während der frühen Lebensjahre seines Begründers, den Sakyapatra Mönchen, blieben die Mitglieder nach außen hin nicht unterscheidbar von anderen religiösen Orden aus der Zeit. Sie bekannten sich zu einem bestimmten Dharma. Sie versammelten sich zweimal pro Monat an den Tagen von Voll- und Neumond, hatten zur Regenzeit einen ständigen Aufenthaltsort etc.

Die zweite Entwicklungsperiode hat vermutlich vor Parinirvarna (Todestag des historischen Buddhas gefeiert, genauer gesagt, sein Übergehen ins Nirvana begonnen.

Schließlich wurde Sangha aufgeteilt in gewissermaßen autonome, örtliche Gemeinschaften und der Pratimoksha musste durch Skandhakas ergänzt werden.

All diese Entwicklungen ereigneten sich im Zeitraum von rund zwei Jahrhunderten. Der Pratimoksha und die Skandhakas bildeten zusammen Vinaya (Mönchsregeln). Vinaya stand ursprünglich lediglich für den praktischen oder disziplinären Aspekt von Dharma. Parallel zum Bhikshu-Sangha entwickelte sich ein Bhikshuni-Sangha, ein Nonnenorden. Dieser spielte eine eher unbedeutende Rolle.

Im weiteren Sinne umfasst Sangha die gesamte buddhistische Gemeinschaft, Geweihte und Ungeweihte, die selbst ernannten Religiösen, sowie sogenannte Laienanhänger, alloe sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts. Dies ist auch unter dem Begriff "Maha Sangha" oder Große Versammlung bekannt. Laienanhänger suchen Zuflucht durch Verpflichtung gegenüber den drei Juwelen des Buddhismus:

  • Verehrung der Relikte Buddhas,
  • Beachtung der fünf Gebote für ethisches Verhalten
  • und Unterstützung der Mönche.

Nach Konsolidierung in eindeutige Varianten des Dharma, entwickelten sich aus den regionalen Traditionen schließlich unabhängige religiöse Bewegungen. Spannungen zwischen den Mönchen aus dem Osten und dem Westen traten auf. Die Mahasanghikas, die den spirituellen Bedürfnissen der Laienanhänger Verständnis entgegenbrachten, spalteten sich von den Sthaviravadins ab. Letztere strebten die Interpretation von Dharma nach ausschließlich klösterlichen Bedingungen an. Dies war die erste formelle Spaltung innerhalb Sangha.

Merkmale von Sangha

Im buddhistischen Klosterleben oder Sangha ist der wichtigste Aspekt die Ergebenheit zum Vinaya, der eine wohldurchdachte Reihe von Verhaltensregeln beinhaltet inklusive Zölibat und die Einnahme von Essen ausschließlich vor der Mittagsstunde. Der restliche Tag ist einem strengen Leben zu widmen durch das Studieren von Schriften, dem Singen von Mantras, die Meditation und der gelegentlichen Reinigung. Dies deckt einen Großteil der Pflichten im Sangha ab.

Ein Überschreiten der Regeln zieht eine Bestrafung nach sich, die von der Beichte bis zum endgültigen Ausschluss von Sangha reicht. Der buddhistischen Lehre nach dürfen Mönche und Nonnen nur über ein Minimum an Besitztum verfügen: drei Gewänder, eine Almosenschale, einen Gürtel, Nadel und Faden, einen Rasierer für die Kopfhaarentfernung und einen Wasserfilter.

Traditionsgemäß müssen buddhistische Mönche und Nonnen gewöhnliche Bekleidung vermeiden und Gewänder tragen. Die Gewänder werden hauptsächlich aus Stoffresten zusammen genäht, mit Erdreich gebeizt und mit Safran gefärbt. Bhikshu (weibliche Form: Bhikshuni) wird als Synonym für Mönch gebraucht. Die eigentliche Bedeutung ist „Bettler“ und illustriert, wie diese ihren Lebensunterhalt in traditioneller Form zu bestreiten haben. Dies wurde an vielen Orten ein schwieriges Ritual, wo die Bevölkerung teilweise nur Mönche mit Nahrung versorgen, um den Weg für eine glückliche Wiedergeburt zu ebnen.

Gautama Buddha gründete Sangha mit dem Ziel zur Bewahrung seiner Lehren, strenger Disziplin und dem Dienen als Beispiel für die Laien. Sangha lehrt und berät auf Anfrage die Unwissenden/Ungebildeten, während Laien für ihre eigene Unterstützung spenden müssen. Diese Vernetzung ist wie eine Zweckgemeinschaft und hat der Verbreitung des Buddhismus geholfen.

Verschiedene Schreibweisen für Sangha

Sanskrit Wörter werden in Indien auf Devanagari geschrieben. Damit Europäer das lesen können, wird Devanagari transkribiert in die Römische Schrift. Es gibt verschiedene Konventionen, wie Devanagari in römische Schrift transkribiert werden kann Sangha auf Devanagari wird geschrieben "संघ", in IAST wissenschaftliche Transkription mit diakritischen Zeichen "saṁgha", in der Harvard-Kyoto Umschrift "saMgha", in der Velthuis Transkription "sa.mgha", in der modernen Internet Itrans Transkription "saMgha".

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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