Verdorben

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Verdorben bezeichnet einen Zustand von Lebensmitteln, einen Zustand einer Gesellschaft, einen Zustand eines Geistes und einen Zustand von Menschen.

Barmherzigkeit ist oft, aber nicht immer, möglich, wenn jemand verdorben ist oder so erscheint.

Verdorben

Verdorben hat etwas mit verderben zu tun. Es soll heißen, es war irgendwann einmal gut und nun ist es nicht mehr so gut. Zum Beispiel gibt es verdorbene Lebensmittel. Wenn etwa die Erdbeeren zu lange lagern, dann schimmeln sie. Sie sind dann verdorben. Wenn Kartoffeln bei falschen Temperaturen lagern, bilden sich Triebe. Das erhöht dann die Blausäure und dann sind die Kartoffeln verdorben. Wenn du Vollkornmehl zu lange lagerst, riecht es irgendwann ranzig und verdirbt.

Verdorbenheit überwinden

Auf eine ähnliche Weise sind Menschen, die auf einen spirituellen Weg gehen, eine Weile voller Enthusiasmus und voller Freude, aber dann kann es auch geschehen, dass sie irgendwohin gehen, wo ihnen vielleicht ihr Vertrauen genommen wird und dann sind sie auch gewissermaßen verdorben. Aber im Unterschied zu Lebensmitteln, die nachdem sie verdorben sind, nicht mehr vom Neuen wieder gut werden können, sind Menschen nie dauerhaft verdorben. Teilweise können aber auch Lebensmittel wieder gut werden und den Zustand der Verdorbenheit überwinden. Dazu gibst du sie auf den Kompost und dort entsteht wieder etwas Neues. Jedenfalls sind Menschen nie dauerhaft verdorben. Manchmal spricht man davon, dass Personen nun schon verdorben sind, wenn etwas nicht richtig geht. Ich hatte einmal eine Yogalehrerin, die mir viel beigebracht hat. Sie hat mir einmal gesagt, sie wolle Menschen über 30 Jahre nicht anleiten, weil diese schon verdorben und zu sehr vorgeprägt seien. Aber kurz danach hat sie durchaus auch Menschen angenommen, die über 30 Jahre alt waren und hat festgestellt, man kann auch mit ihnen arbeiten. Menschen sind durchaus bereit, an sich zu arbeiten – auch wenn sie 40, 50 oder 60 Jahre alt sind.

Vorkenntnisse

So ähnlich habe ich auch einmal eine Phase gehabt, in der ich gesagt habe, dass mir für eine Yogalehrerausbildung Leute am liebsten sind, die keine Vorkenntnisse haben. Dann sind sie noch nicht verdorben, noch nicht vorgeprägt. Sie sind noch offen und neugierig. Tatsächlich konnte ich nicht feststellen, dass Menschen die schon vorher jahrelang praktiziert haben, so viel bessere Yogalehrer werden als diejenigen, die direkt in die Yogalehrerausbildung eingestiegen sind. Seither sind 25 Jahre vergangen und jetzt ist es fast schon schwierig, jemanden zu finden, der*die noch kein Yoga gemacht hat und an einer Yogalehrerausbildung teilnehmen möchte. Wir sagen sogar, dass man Vorkenntnisse haben sollte oder es zumindest empfehlenswert ist. Natürlich sind Menschen, die schon vorher in der gleichen Tradition einiges gelernt haben, nicht verdorben, sondern vorgebildet. In diesem Sinne will ich jedoch eines sagen: Es braucht nicht immer so viel Vorkenntnisse und Vorbildung. Manchmal sorgen Vorkenntnisse und Vorbildung dafür, verdorben zu sein.

Enttäuschungsphase

Sorge also dafür, dass deine Vorkenntnisse dich nicht verderben.

Andererseits, wenn du bereits Vorkenntnisse hast und schon einiges weißt, dann gehe offen an das heran, worauf du dich einlassen willst. Wenn du irgendwohin gehst, dann gehe dorthin mit der Einstellung, dass du lernen willst. Prüfe nicht alles mit deinen Vorkenntnissen und durch die Brille deiner Scheinvorkenntnis. Sorge also dafür, dass deine Vorkenntnisse dich nicht verderben. Sorge auch dafür, dass dich Vorkenntnisse nicht zu gemütlich machen. Auch das ist etwas, was ich bei intensiven Aspiranten*innen manchmal feststelle. Am Anfang sind sie intensiv und wollen viel. Danach stellen sie fest, dass die Gottverwirklichung und die Erleuchtung doch nicht so schnell kommen. Durch diese Enttäuschungsphase muss fast jede*r Aspirant*in hindurchgehen. Da darf man nicht zu sehr sagen, dass sie Yoga dann nur sanft und gemütlich üben sollen. Die Gottverwirklichung wird vielleicht in diesem Leben sowieso nicht kommen. Aber Yoga tut ihnen dennoch gut. Es ist gesund und sie fühlen sich dadurch gut. Sei nicht spirituell verdorben. Gehe immer wieder mit neuem Enthusiasmus an etwas heran. Intensiviere deine Praxis von neuem. Bitte Gott von ganzem Herzen, dich auf dem Weg zur Erleuchtung zu führen. Erlaube es nicht, in einen Zustand der inneren Verdorbenheit zu kommen, sondern regeneriere dich immer wieder auf deiner spirituellen Suche.

Mehr über "Verdorben"

Verdorben - Synonyme, Antonyme, verwandte Begriffe. Verdorben zu sein bedeutet, ethisch verkommen oder moralisch schlecht zu sein. Häufig wird ein guter Mensch durch den schlechten Einfluss von anderen Menschen verdorben, das heisst er verliert seine Unschuld, seine Reinheit. Verdorben zu sein kann auch bedeuten, dass man nicht mehr für etwas geeignet ist - zum Beispiel gibt es Firmen, die nur Berufsanfänger einstellen, weil sie meinen, dass Bewerber schon "verdorben" seien, wenn sie bereits bei anderen Firmen gearbeitet haben. Verdorben zu sein ist jedoch nichts Endgültiges. Auch Menschen, die etwas Schlechtes getan haben oder verdorbene Werte haben, können wieder ethisch korrekt werden. Verdorben ist ein Adjektiv zu Verdorbenheit. Mehr zu dieser Eigenschaft, auch mit Tipps im Umgang mit Verdorbenheit in dir selbst oder anderen, auch mit Video-Vortrag, findest du unter dem Hauptstichwort Verdorbenheit.

Video Verdorben

Hier findest du ein Vortragsvideo über Verdorben :

Autor/Sprecher: Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, Seminarleiter zu den Themen Yoga und Meditation.

Verdorben Audio Vortrag

Hier die Audiospur des oberen Videos zu Verdorben :


Verdorben in Beziehung zu anderen Eigenschaften

Verdorben ist ein Adjektiv, das ein Persönlichkeitsmerkmal, eine Eigenschaft beschreibt, die oft zu den Schattenseiten oder gar zu den Lastern gezählt wird. Am besten versteht man eine Eigenschaft, wenn man sie in Beziehung setzt zu anderen Eigenschaften, zu ähnlichen Eigenschaften (Synonymen) und Gegenteilen (Antonymen).

Synonyme verdorben - ähnliche Eigenschaften

Synonyme zum Adjektiv verdorben sind zum Beispiel schlecht, gemein, verdorben, unsittlich, sittenlos, zuchtlos, schamlos, lasterhaft, unkeusch, unanständig, unangepasst, linientreu, eigenständig. Und es gibt Synonyme dieser Eigenschaft, die als positiv gelten, also z.B. unangepasst, linientreu, eigenständig.

Gegenteile von verdorben - Antonyme

Gegenteile, also Antonyme, von verdorben sind zum Beispiel moralisch, anständig,, werteorientiert, verantwortungsbewusst, verantwortlich, ethisch, gewissenhaft, regelkonform, sittlich, schamhaft, prüde.

Auch die Antonyme kann man unterteilen in solche mit positiver Bedeutung, die für Tugenden stehen, und solche mit negativer Bedeutung. Gegenteile zu verdorben mit positiver Bedeutung sind z.B. moralisch, anständig,, werteorientiert, verantwortungsbewusst, verantwortlich, ethisch, gewissenhaft, regelkonform, sittlich. Man kann auch sagen: Ein wichtiger Gegenpol beziehungsweise wichtige Gegenpole zu Verdorbenheit sind Moral, Anständigkeit,, Wertmaßstäbe, Verantwortungsbewusstsein, Verantwortungsgefühl, Ethos, Gewissen, Handlungsregeln, Sittlichkeit.

Gegenteile, Antonyme, die selbst auch wieder negative Konnotation haben oder haben können, sind unter anderem schamhaft, prüde.

Eigenschaften im Alphabet davor oder danach

Hier einige Eigenschaften, die im Alphabet vor oder nach verdorben kommen:

Siehe auch

Wörter, die in Beziehung stehen zu Verdorbenheit und verdorben

Hier findest du einige Wörter, die in Beziehung stehen zu verdorben und Verdorbenheit.

Wertmaßstäbe, Verantwortungsbewusstsein, Verantwortungsgefühl, Ethos, Gewissen, Handlungsregeln, Sittlichkeit ".

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