Shri Vidyarnava Tantra Deutsche Übersetzung Teil 4

Aus Yogawiki

Shri Vidyarnava Tantra – Deutsche Übersetzung, Teil 4

Umfang dieser Seite: Kapitel 24–28. Die markierten Quellenprobleme und Auslassungen gehören zum Editionsbefund.

Deutsche Übersetzung ab dem vierundzwanzigsten Śvāsa. Der Text wurde mit dem Druckscan abgeglichen; unklare Lesungen und gedruckte Lücken bleiben sichtbar. Kapitel 24–28 sind bis zum jeweiligen Kolophon bearbeitet; ausdrücklich gekennzeichnete Ausnahmen, die Quellenlücke auf Druckseite 391 und unsichere Lesungen bleiben bestehen. Kapitel 29–36 stehen in den Übersetzungsteilen 5 und 6.

Die Kapitel 24–28 öffnen ein weites Spektrum der Verehrung: Kālī und Tārā, weitere Göttinnenformen, Mātaṅgī und Vārāhī sowie Viṣṇu, Rāma und Kṛṣṇa. Die Vielfalt gehört zum Charakter dieses Sammelwerks. Achte beim Lesen auf den Wechsel der zitierten Quelle: Unterschiedliche Mantras, Bilder und Abläufe werden nebeneinandergestellt und ergeben nicht automatisch eine einzige Praxisordnung.

Shiva und Shakti als moderne Begleitung zum Studium des tantrischen Textes.

Die Quellenlücke auf Druckseite 391 und die redaktionellen Auslassungen sind örtlich sowie unter Textgrundlage und Hinweise zur Übersetzung erläutert.

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Zur Ausgabe: Alle Textteile · 108 inspirierende Verse · Mantras und Formelregister

Deutsch: Teil 4 — IAST: Teil 3 — Devanagari: Teil 5 · Teil 6

24. Śvāsa

Der vierundzwanzigste Śvāsa beginnt auf Druckseite 253 mit dem Kālī-Abschnitt. Die voneinander unabhängigen Zitatreihen behalten ihre originalen Nummern und werden durch redaktionelle Kürzel unterschieden. Alle unnummerierten Übergänge gehören zum Textbestand.

Der Kālī-Abschnitt

Druckseite 253. Bhairavatantra; eigene KA-Reihe.

24.KA.1: Nun werde ich die sehr schwer zu erlangenden Mahāvidyās Kālikās lehren. Allein durch ihre Erkenntnis werde der Mensch schon zu Lebzeiten befreit.

24.KA.2: Hier gebe es keine [gesonderte Prüfung beziehungsweise Forderung nach] Reinigung des Geistes und anderem, keine Bestimmung von feindlicher oder freundlicher [Mantra-Zuordnung], keinen großen Aufwand und keine Unterscheidung zwischen rechter und unrechter Zeit.

24.KA.3: Es gebe weder großen Geldaufwand noch körperliche Mühsal. Wer als Mantrin über sie nachsinnt, die Fülle in allen Vorhaben gewährt …

24.KA.4: … dessen Hand halte stets sämtliche Vollkommenheiten, daran bestehe kein Zweifel. In der Versammlung entstehe ihm Rede in Prosa und Versen.

24.KA.5: Durch seinen bloßen Anblick verlören Streitredner ihren Glanz. Selbst Könige nähmen den Dienst an — was wäre da von anderen Menschen zu sagen?

24.KA.6: Er werde fähig, selbst den Wechsel von Tag und Nacht zu beherrschen. Am Ende erlange der Mensch die schwer erreichbare Zugehörigkeit zur Schar der Göttin.

Lesart und Einordnung: Die erste Fußnote bietet „Reinheit der Betrachtung“ statt „Reinigung des Geistes und anderem“. Der Abschnitt preist die besondere Zugänglichkeit dieser Vidyā und verbindet sie mit Befreiung sowie übernatürlichen Machtversprechen. Er hebt nicht ohne Weiteres sämtliche späteren Vorschriften des Kapitels auf.

Der Śyāmā-Mantra

Kālītantra; eigene KM-Reihe.

24.KM.1: Dreimal Vāma, auf Feuer stehend und mit Rati und Punkt verbunden; danach zweimal Kūrca und anschließend zweimal Lajjā.

24.KM.2: Man spreche dakṣiṇe kālike und nochmals die zuvor genannten Bījas. Am Ende füge man die Gemahlin des Feuers hinzu. Dies wird als Königin der Vidyās gepriesen.

Mantrabestandteile: Die anschließende Erklärung nennt ka und die Verbindung mit Feuer; das Vīratantra erläutert zusätzlich das linke Auge, Punkt und Nāda. Die überlieferte Anordnung ist dreimal krīṃ, zweimal hūṃ, zweimal hrīṃ, die Anrede dakṣiṇe kālike, nochmals dieselben sieben Bījas und svāhā:
krīṃ krīṃ krīṃ hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ dakṣiṇe kālike krīṃ krīṃ krīṃ hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ svāhā.

Die Bedeutung des Mantras

Rudrayāmala; eigene RY-Reihe.

24.RY.1: Durch den ka-Laut, dessen Wesen Wasser ist, gewährt sie allein Befreiung. Durch die Verbindung mit der Bedeutung des Feuers ist sie, die Glückverheißende, ganz aus Leuchtkraft gebildet.

24.RY.2: Durch die drei Māyā-Bījas bewirkt sie Schöpfung, Erhaltung und Ende. Durch die Teillosigkeit der Punkte gewährt sie die Frucht des absoluten Freiseins.

24.RY.3: Durch die Verbindung der drei Bījas ist ihre Frucht allein Erkenntnis und Bewusstsein. Durch die beiden Śabda-Bījas erweckt sie die Gesamtheit der Laute …

24.RY.4: … und durch die beiden Lajjā-Bījas bewirkt sie Schöpfung, Erhaltung und Ende. Durch die Anrede stellt sie stets ihre Gegenwart her.

Unnummerierter Halbvers: Durch svāhā ist sie die Mutter der Welten, die sämtliche Verfehlungen verbrennt. Die zweite Hälfte ist im Druck punktiert.

Redaktioneller Hinweis: Der Druck verwendet in dieser Deutung die Bezeichnungen Māyā-Bīja und Śabda-Bīja. Sie werden nicht stillschweigend an die Bīja-Namen der vorausgehenden Aufbauvorschrift angeglichen. Die Klammerung im Druck reicht über die Grenze von RY 3 und 4; der darin stehende Text ist vollständig übertragen.

Die Fassung des Vīratantra

Eigene VT-Reihe.

24.VT.1: Nun werde ich die glückverheißende Dakṣiṇā Kālikā lehren. Den Kāma-Laut, auf Feuer stehend und mit dem linken Auge geschmückt …

24.VT.2: … verbunden mit Punkt und Nāda: Dieses Bīja schreibe man dreimal. Danach, o Göttin, zweimal Kūrca und anschließend zweimal Lajjā.

24.VT.3: Hinzu kommen die Anredeworte dakṣiṇe kālike. Die sieben Bījas spreche man erneut und gewinne so den mit svāhā endenden Mantra.

Beginn der Verehrung: Ācamana

Zum rituellen Wasserschlucken, Bhairavatantra; eigene AC-Reihe.

24.AC.1: Nach dreimaligem Trinken mit den Kālikā-[Bījas] berühre man [die Körperstellen] mit den bei Kālī beginnenden Namen. Mit zwei [Formeln] wische man die Lippen zweimal ab und mit einer wasche man die Hände.

Druckvarianten: Weitere Fußnoten bieten „Name“ und „Fehler/Befleckung“. Die nachfolgenden Verse erläutern die einzelnen Berührungen.

Ācamana und die zugehörigen Göttinnennamen

Druckseite 254; Fortsetzung der AC-Reihe.

24.AC.2: Mund, Nase, Augen, Ohren, Nabel, Brust, Kopf und Arme [berühre man] nacheinander. Wer so Ācamana vollzieht, werde Kālī und schaue sie „der Jahre“ [die Zeitfügung vatsarāṇāṃ ist unklar; der Druck setzt zusätzlich tāṃ in Klammern].

Ausführliche Anweisung: Mit den drei Anfangs-Bījas vollziehe man zweimal Ācamana. Diese Prosa nennt ausdrücklich zweimal, während AC 1 dreimaliges Trinken beschreibt. Mit oṃ kālyai namaḥ und oṃ kapālinyai namaḥ wische man die Lippen zweimal ab; mit oṃ kullāyai namaḥ wasche man die Hand.

Es folgen die Berührungen, jeweils mit der genannten Namensform und namaḥ: oṃ kurukullāyai am Mund; oṃ virodhinyai an der rechten Nasenseite; oṃ vipracittāyai an der linken; oṃ ugrāyai und oṃ ugraprabhāyai an den beiden Augen; oṃ dīptāyai und oṃ nīlāyai an den Ohren; oṃ ghanāyai am Nabel; oṃ balākāyai an der Brust; mātrāyai am Kopf; mudrāyai und mitāyai an den Schultern. Damit ist das Mantra-Ācamana beschrieben.

Seher, Versmaß und Mantraglieder

Nach den Morgenhandlungen, der Einsetzung des Yoga-Sitzes und der Elementreinigung vollziehe man dreimal die Atemregelung mit dem Māyā-Bīja. Danach folgt der Nyāsa der Seher- und weiteren Bestimmungen:

„Für diesen Mantra ist Bhairava der Seher, Uṣṇih das Versmaß, Dakṣiṇakālikā die Gottheit; hrīṃ ist das Bīja, hūṃ die Śakti und krīṃ der Kīlaka. Die Anwendung beim Japa dient der Erfüllung der Lebensziele.“ Mit namaḥ setze man Bhairava am Kopf, Uṣṇih am Mund, Dakṣiṇakālikā am Herzen, hrīṃ im verborgenen Bereich, hūṃ an den Füßen und krīṃ am ganzen Körper ein.

Kālītantra; eigene RR-Reihe:

24.RR.1: Bhairava ist als Seher genannt, Uṣṇih als Versmaß. Kālikā ist die Gottheit, das Lajjā-Bīja das Bīja.

24.RR.2: Das Kūrca-Bīja sei die Śakti; [es folgt die nicht eindeutig angeschlossene Wendung] aniruddhasarasvatī. Die Anwendung diene der Dichtkunst. So ist die Bestimmung des Sehers und der weiteren Merkmale.

Kālīkrama, unnummeriert: „Der erste Laut sei der Kīlaka, zur Erlangung der vier Lebensziele.“ Die Glosse erklärt, dass die Dichtkunst nur beispielhaft genannt ist, weil andere Tantras weitere Früchte lehren.

Kulacūḍāmaṇi; eigene KU-Reihe:

24.KU.1: Bhairava ist als Seher genannt, Uṣṇih als Versmaß. Die Göttin Dakṣiṇā Kālikā gewährt die Früchte der vier Lebensziele.

Hand-, Glieder- und Buchstabennyāsa

Kālītantra; eigene KN-Reihe:

24.KN.1: Glieder- und Handnyāsa werden ordnungsgemäß gelehrt. Man bilde sie mit dem Bīja, das die sechs langen Vokale erhält, und mit vorangestelltem Praṇava.

Vīratantra und Ausführung: Auch das Vīratantra nennt den ersten [Laut beziehungsweise das erste Bīja] mit den sechs langen Vokalen und vorangestelltem oṃ. Als Beispiele stehen oṃ krāṃ aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ, oṃ krīṃ tarjanībhyāṃ svāhā und entsprechend oṃ krāṃ hṛdayāya namaḥ. Alternativ beginnt die Reihe oṃ kāṃ aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ. Die Quelle kürzt die übrigen Glieder mit „und so weiter“ ab.

Buchstabennyāsa, jeweils mit namaḥ:

Körperstelle Lautreihe
Herz aṃ āṃ iṃ īṃ uṃ ūṃ ṛṃ ṝṃ ḷṃ ḹṃ
Rechter Arm eṃ aiṃ oṃ auṃ aṃ aḥ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ
Linker Arm ṅaṃ caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ
Rechter Fuß ṇaṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ paṃ phaṃ baṃ bhaṃ
Linker Fuß maṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ ḻaṃ kṣaṃ

Die letzte Reihe enthält im Druck zusätzlich das ḷa/ḻa-Zeichen vor kṣa. Nach der Auffassung Virūpākṣas erfolgt dieser Nyāsa mit Punkten; in den hier angeführten Tantra-Fassungen dagegen ohne Punkte. Vīratantra und Kālītantra werden dazu mit den unpunktierten Anfangsvokalen für das Herz zitiert. Die Ausgabe hält die beiden Formen auseinander.

Ṣoḍhā-Nyāsa: gegenseitige Umschließung der Laute

Vīratantra; eigene SN-Reihe:

24.SN.1: Nach der einfachen Mātṛkā setze der vorzügliche Übende die von Tāra umschlossene Mātṛkā und Tāra, umschlossen von der Mātṛkā, ein.

24.SN.2: Dann sie, umschlossen vom Śrī-Bīja, und dieses, umschlossen von der Mātṛkā; die Göttin, umschlossen von Kāma, und Kāma, umschlossen von ihr …

24.SN.3: … die Göttin, umschlossen von Śakti, und Śakti, umschlossen von ihr. Sodann setze man ein Paar hrīṃ und wie zuvor ṛ ṝ ḷ ḹ ein.

24.SN.4: Die Göttin, umschlossen vom Grundmantra, und den Mantra, umschlossen von ihr; nach ordnungsgemäßer Einsetzung in vorwärts und rückwärts laufender Folge …

Unnummerierter Halbvers: … vollziehe man anschließend mit dem Grundmantra hundertachtmal die umfassende Einsetzung. Die zweite Hälfte ist im Druck punktiert.

Beispiele der Prosa: oṃ aṃ oṃ, aṃ oṃ aṃ, śrīṃ aṃ śrīṃ, aṃ śrīṃ aṃ; so wird das jeweilige Bīja von der Mātṛkā umschlossen und umgekehrt. Ebenso [folgen] die von Kāma umschlossene Mātṛkā und der von ihr umschlossene … Die Erläuterung setzt sich auf der nächsten Seite fort.

Abschluss der Ṣoḍhā-Erläuterung

Druckseite 255; Fortsetzung der Prosa.

… Kāma. Ebenso setze man die von Śakti umschlossene Mātṛkā und Śakti, umschlossen von ihr, ein. Auch die Mātṛkā, von zwei hrīṃ umschlossen, und dieses Paar, umschlossen von der Mātṛkā, sowie ṛ ṝ ḷ ḹ wie zuvor. Dann folgen die vom Mantra umschlossene Mātṛkā und der von ihr umschlossene Mantra. Anschließend setze man den Mantra vorwärts und rückwärts an den Mātṛkā-Stellen ein und vollziehe mit dem Grundmantra hundertachtmal die umfassende Einsetzung.

Dieser Nyāsa gelte auch für Tārā. Ein unnummeriertes Zitat erklärt die geheim gelehrte sechsfache Gliedereinsetzung für Durgā, Tārā, Kālikā und die mit ihnen beginnenden [Göttinnen]; durch ihre Ausführung verschwänden alle Verfehlungen, so die Aussage.

Einsetzung der drei Prinzipien

Man teile den Mantra in drei Abschnitte. Am Ende des ersten spreche man oṃ ātmatattvāya svāhā und setze das Selbstprinzip von den Füßen bis zum Nabel ein. Nach dem zweiten folge oṃ vidyātattvāya svāhā, das Erkenntnisprinzip vom Nabel bis zum Herzen. Nach dem dritten oṃ śivatattvāya svāhā, das Śiva-Prinzip vom Herzen bis zum Kopf.

Svatantra; eigene TT-Reihe:

24.TT.1: Am Ende der drei Abschnitte der Grundvidyā vollziehe man ordnungsgemäß, jeweils mit Praṇava beginnend, den Nyāsa durch die Prinzipien Selbst, Erkenntnis und Śiva.

Bīja-Nyāsa und umfassende Einsetzung

Kumārīkalpa, unnummerierter Vers: Am Brahmarandhra, zwischen den Augenbrauen, an der Stirn, am Nabel, im verborgenen Bereich, am Gesicht und am ganzen Körper setze man die sieben Bījas nacheinander ein.

Prosa: Die sieben ersten Bījas werden genau in dieser Reihenfolge diesen sieben Orten zugewiesen. „Diese drei“ [Nyāsa-Formen im vorausgehenden Zusammenhang] seien wunschbezogen. Nach siebenfacher umfassender Einsetzung mit dem Grundmantra zeige man ordnungsgemäß die Mudrā.

Das Bhairavītantra nennt fünf, neun oder sieben Wiederholungen mit dem Grundmantra; das Svatantra nennt ausdrücklich neun für die umfassende Einsetzung. Danach meditiere man die Göttin. Die verschiedenen Zahlen werden als unterschiedliche Quellenangaben beibehalten.

Meditation auf Dakṣiṇā Kālikā

Kālītantra; eigene DY-Reihe. Die folgenden Verse beschreiben die furchterregende religiöse Bildgestalt der Göttin.

24.DY.1: [Man meditiere] die göttliche Dakṣiṇā Kālikā mit furchtbarem Gesicht, schreckenerregend, mit gelöstem Haar, vierarmig und mit einer Kette aus abgeschlagenen Köpfen geschmückt.

24.DY.2: Ihre unteren und oberen linken Lotushände halten einen frisch abgetrennten Kopf und ein Schwert; ihre unteren und oberen rechten Hände zeigen Furchtlosigkeit und Wunschgewährung.

24.DY.3: Sie ist dunkel wie eine große Wolke, von den Himmelsrichtungen bekleidet [unbekleidet], und mit dem Blut bestrichen, das von der an ihrem Hals hängenden Kopfkette herabfließt.

24.DY.4: Zwei Leichname als Ohrschmuck machen sie furchterregend. Sie hat mächtige Hauer, einen schrecklichen Mund und volle, hohe Brüste.

24.DY.5: Aus den Händen Verstorbener ist ihr Gürtel gebildet; sie lächelt. Ihr Gesicht leuchtet mit Blutströmen, die aus beiden Mundwinkeln fließen.

24.DY.6: Sie stößt schreckliche Laute aus, ist überaus wild und wohnt auf dem Verbrennungsplatz. Ihre drei Augen gleichen den Scheiben der jungen Sonne. Die zweite Vershälfte steht im Druck in Klammern.

24.DY.7: Mit hervorstehenden Zähnen, das gelöste Haar nach rechts herabfallend, steht sie über dem Herzen Mahādevas, der die Gestalt eines Leichnams angenommen hat.

24.DY.8: In allen vier Richtungen ist sie von schrecklich heulenden Schakalinnen umgeben; mit Mahākāla ist sie in umgekehrter Liebesvereinigung verbunden.

24.DY.9: Ihr Gesicht ist freudig und freundlich, ihr Lotusantlitz lächelt. So vergegenwärtige man sich Kālī, die Bewohnerin des Verbrennungsplatzes.

Glosse zum Ohrschmuck: Die Quelle führt mehrere Benennungen an: Leichnampaar, furchtbarer Ohrschmuck und Preta-Ohrschmuck. Ein weiteres, schwer lesbares Zitat verbindet den Schmuck mit Vogelfedern; eine Variante nennt Pfeile. Ein ausdrücklich angeführter anderer Wortlaut beschreibt zwei verstorbene Knaben als Ohrringe. Die Glosse hält mehrere überlieferte Lesungen nebeneinander fest; es handelt sich um die makabre Ikonographie des Textes.

Eine weitere Meditation

Svatantra; eigene SD-Reihe.

24.SD.1: Die Göttin leuchtet wie ein Berg aus Augenschwärze: Śivā mit schrecklichem Gesicht, umgeben von Kopfketten, mit gelöstem Haar und lächelndem Antlitz.

24.SD.2: Sie befindet sich auf dem Herzlotus Mahākālas, mit voller Brust, in umgekehrter Liebesvereinigung, mit furchtbaren Hauern; der Schlusszusatz „mit den Göttern“ ist syntaktisch nicht eindeutig angeschlossen.

24.SD.3: Eine Schlange trägt sie als heilige Schnur, einen Halbmond als Kopfschmuck. Sie ist mit allem Schmuck und einer Kette aus Köpfen geziert.

24.SD.4: Tausend Hände Verstorbener bilden ihren Gürtel; ihr Gewand sind die Himmelsrichtungen. Tausende mal zehn Millionen Schakalinnen und Yoginīs umgeben sie in Glanz. Die Beschreibung setzt sich auf der Folgeseite fort.

Druckvarianten: Weitere Fußnoten bieten „im verborgenen Bereich“, „erstrahlend“ und „die eigene“.

24.SD.5: Ihr Lotusmund ist voll Blut; sie ist dem Weintrinken zugetan. Feuer, Sonne und Mond sind ihre Augen, und ihr Gesicht leuchtet rot auf.

24.SD.6: Zwei verstorbene Knaben bilden ihren Ohrschmuck. Das aus der an ihrem Hals hängenden Kopfkette herabfließende Blut benetzt sie.

24.SD.7: Sie steht mitten im Feuer des Verbrennungsplatzes, von Brahmā und Keśava verehrt. Ihre Lotushände tragen einen frisch abgetrennten Kopf und ein Schwert und zeigen Wunschgewährung und Furchtlosigkeit.

Arghya, Yantra und Verehrung des Sitzes

Druckseite 256; Prosa.

Nach dieser Meditation verehre man sie mit geistigen Gaben und bereite das Arghya vor. Links von sich zeichne man mit huṃ ein dreieckiges Yantra für das Gefäß auf den Boden, stelle das Arghya-Gefäß darauf und fülle Muschel oder anderes Gefäß mit reinem Wasser und den weiteren Bestandteilen unter dem Grundmantra. Mit den sechs Gliedermantras, beginnend oṃ hāṃ hṛdayāya namaḥ, verehre man an den Feuer-, Īśāna-, Asura- und Windrichtungen; vorn mit oṃ hauṃ netratrayāya vauṣaṭ, in den vier Richtungen mit haḥ astrāya phaṭ. Man bedecke es mit der Matsya-Mudrā, spreche darüber den Grundmantra zehnmal, mache es durch die Dhenu-Mudrā zu Nektar, schütze es mit dem Waffenmantra und zeige Bhūtinī- und Yoni-Mudrā. Etwas davon gebe man ins Sprenggefäß, besprenge sich und die Geräte und beginne die Pīṭha-Verehrung.

Das Verehrungs-Yantra wird so beschrieben: zuerst ein Punkt, das eigene Bīja und Bhuvaneśvarī [deren Bīja], dann ein Dreieck, darum vier Dreiecke, ein Kreis, ein achtblättriger Lotus, wieder ein Kreis und die Erdumfriedung mit vier Toren.

Kumārīkalpa; eigene KP-Reihe:

24.KP.1: Dann folgt die Verehrung des Sitzes, beginnend mit der tragenden Kraft; [man verehre] Prakṛti, die Schildkröte, Śeṣa und die Erde.

24.KP.2: Den Nektarozean, die Juweleninsel und das Haus aus Wunschjuwelen; den Verbrennungsplatz, den Pārijāta-Baum und an seiner Wurzel den Edelsteinaltar.

24.KP.3: Darauf setze der ausgezeichnete Sādhaka den Juwelensitz ein; in den vier Richtungen die Weisen, Götter, Schakalinnen sowie Leichname und Köpfe.

Fortsetzung: „Und Dharma, Adharma und die weiteren“ – so der verkürzte Anschluss. Man verehre die beim Pīṭha-Nyāsa genannten Kräfte von Ādhāraśakti bis hrīṃ jñānātmane namaḥ. Auf den Staubfäden, im Osten beginnend, stehen Icchā, Jñāna, Kriyā, Kāminī, Kāmadāyinī, Rati, Ratipriyā und Ānandā; in der Mitte Manonmanī. Alle verehre man mit vorangestelltem oṃ und abschließendem namaḥ. Darüber: sauḥ sadāśivamahāpretapadmāsanāya namaḥ – Verehrung dem Lotussitz des großen Preta Sadāśiva. Nördlich des Sitzes verehre man den Guru.

Anrufung und Gaben

Man meditiere erneut, führe die Göttin in die Handvoll Blumen und rufe sie in die durch den Grundmantra vorgestellte Gestalt:

„Herrin der Götter, durch Hingabe leicht zugänglich, umgeben von deinem Gefolge: Solange ich dich verehre, bleibe fest gegenwärtig.“

Nach dem Grundmantra folgt die namentliche Anrede und jeweils zweimal: „Komm hierher; bleibe hier; sei hier gegenwärtig; verweile hier eingeschlossen.“ Die erste Aufforderung ist als ihāvaha gedruckt. Mit huṃ vollziehe man die Verhüllung, durch die Gliedermantras die Vervollständigung, durch Dhenu-Mudrā die Vernektarung und durch Paramīkaraṇa-Mudrā die Erhebung zur höchsten Gegenwart. Man zeige Bhūtinī- und Yoni-Mudrā, vollziehe die Einsetzung des Lebens und verehre mit Fußwasser und den weiteren Gaben.

Nach dem Grundmantra lauten die Darbringungen: „Für die namentlich genannte Gottheit dieses Fußwasser, namaḥ; dieses Arghya, svāhā; dieses Wasser zum Mundspülen, svadhā; das Badewasser bringe ich dar; erneut Mundspülwasser, svadhā; dieser Duft, namaḥ; diese Blumen, vauṣaṭ.“ Nach einer Blumengabe mit dem Grundmantra: „Dieses Licht, namaḥ.“

Die Glocke verehre man mit oṃ jagaddhvani mantramātaḥ svāhā – Anrede als Weltenklang und Mutter des Mantra – und lasse sie erklingen, während man Räucherwerk darbringt. Das Licht hebe man bis zur Höhe des Blickes. Nach drei Blumengaben mit dem Grundmantra bringe man die verfügbaren Speisen dar.

Beginn der Verehrung der Umkreise

Man erbitte die Erlaubnis: „Göttin [Name], ich verehre deinen Umkreis.“ Auf den Staubfäden verehre man die sechs Glieder: im Südosten oṃ hāṃ hṛdayāya namaḥ, im Nordosten oṃ hīṃ śirase svāhā, im Südwesten oṃ hūṃ śikhāyai vaṣaṭ, im Nordwesten oṃ haiṃ kavacāya huṃ, wiederum im Südosten oṃ hauṃ netratrayāya vauṣaṭ und in allen vier Richtungen oṃ haḥ astrāya phaṭ. Die wiederholte Südostangabe für die Augen steht so im Druck; zuvor hieß es dafür „vorn“.

Außen an den sechs Ecken folgen Kālī, Kapālinī, Kullā, Kurukullā, Virodhinī und Vipracittā, jeweils mit oṃ und namaḥ. Im inneren Dreieck: Ugrā, Ugraprabhā und Dīptā; im zweiten: Nīlā, Ghanā und Balākā; im dritten: Mātrā, Mudrā und Mitā. Ein Teil dieser Gliederung steht im Druck in Klammern.

Ein unnummerierter Meditationsvers beschreibt sie gemeinsam: „Alle sind dunkel, tragen Schwerter und Kopfketten; mit der linken Hand zeigen sie den erhobenen Zeigefinger und lächeln freundlich. Von den Himmelsrichtungen bekleidet, mit lachenden Gesichtern …“ Die Beschreibung wird auf der folgenden Seite fortgesetzt.

Druckseite 257; Fortsetzung der Meditation: „… jeweils mit ihrem eigenen Gatten vereint.“ Eine Druckvariante lautet stattdessen: „jeweils mit ihrem eigenen Reittier geschmückt“. So meditiere und verehre man sie.

Auf den acht Blättern folgen, im Osten beginnend, Brāhmī, Nārāyaṇī, Māheśvarī, Cāmuṇḍā, Kaumārī, Aparājitā, Vārāhī und Nārasiṃhī, jeweils mit oṃ und namaḥ. Man verehre sie mit Duft und weiteren Gaben und an den Blattspitzen die mit Asitāṅga beginnenden Bhairavas. Dann bringe man mit dem Grundmantra drei Handvoll Blumen dar.

Mahākāla und Abschluss der Verehrung

Rechts von der Göttin verehre man Mahākāla mit Fußwasser und weiteren Gaben. Der Kumārīkalpa bestätigt ausdrücklich diesen Platz. Die folgende Formel ruft Mahākālabhairava an: „Vernichte alle Hindernisse, vernichte [sie]!“ Sie enthält eine eng gesetzte Folge von Bījas; als vorläufige Lesung erscheint hūṃ kṣauṃ yāṃ rāṃ lāṃ vāṃ hāṃ kroṃ mahākālabhairava sarvavighnān nāśaya nāśaya hrīṃ phaṭ svāhā. Insbesondere die Anfangsgruppe und die Silbe unmittelbar vor phaṭ sind nicht sicher lesbar; die Formel ist daher keine gesicherte Mantra-Lesung.

Nach seiner Verehrung und dreifachen Sättigung verehre man die Göttin mit dem Grundmantra und fünf Gaben. Das Kālītantra formuliert: „Mahākāla verehre man sorgfältig, danach die Göttin.“ Man meditiere sie, wiederhole den Mantra nach Vermögen und übergebe den Japa mit dem durch „Guhya…“ bezeichneten Gebet in ihre linke Hand. Nach Lobpreis und Umrundung vollziehe man die achtgliedrige Verneigung und rezitiere den Schutztext namens Śrījaganmaṅgala. Ihre Leuchtkraft führe man zusammen mit der Blume ins Herz zurück.

Der eingeklammerte Anschluss nennt nochmals die Darbringung der Speise. Einen kleinen Teil gebe man im Nordosten mit ucchiṣṭacaṇḍālinyai namaḥ dar, den Rest den würdigen Anwesenden. Man nehme selbst etwas an, trinke etwas Fußwasser, trage die dargebrachten Blumen und bewege sich danach nach Belieben. Ein unnummerierter Vers verspricht dem Träger von Blumen und Sandelpaste, die mit 108 Wiederholungen des Grundmantra besprochen wurden, die Beherrschung der drei Welten, alle Siddhis und nach einem Jahr den Zustand Bhairavas.

Puraścaraṇa: Tages- und Nachtwiederholung

Die vorbereitende Vollübung wird mit zweihunderttausend Wiederholungen angegeben. Die Quellen unterscheiden ihre Einzelvorschriften.

Kālītantra; eigene PK-Reihe:

24.PK.1: Tagsüber wiederhole man die Vidyā hunderttausendmal, rein und von Opferspeise lebend. Nachts wiederhole man sie auf dem Lager mit betelgefülltem Mund hunderttausendmal, ehrfürchtig geneigt.

Svatantratantra; eigene PS-Reihe:

24.PS.1: Tagsüber wiederhole man sie hunderttausendmal, nachdem man sich gereinigt hat und von Opferspeise lebt. Dann bringe man ein Zehntel davon mit Opferstoff ins Feuer dar.

Nīlasārasvatatantra, unnummeriert: Tagsüber hunderttausend Wiederholungen in Reinheit und bei Opferspeise; nachts ebenfalls hunderttausend in Unreinheit. Der Mantrakenner vollziehe Homa mit einem Zehntel und Abhiṣeka mit einem Zehntel. So wird die überlieferte Auffassung angeführt.

Kumārīkalpa; eigene PC-Reihe:

24.PC.1: Tagsüber wiederhole der Mantrakenner sie hunderttausendmal, rein und von Opferspeise lebend; nachts auf dem Lager, mit betelgefülltem Mund, ehrfürchtig hunderttausendmal.

24.PC.2: Nachdem er so zweihunderttausend Wiederholungen ausgeführt hat, vollziehe der Mantrakenner, o Göttin, als deren Zehntel zehntausend Feuerdarbringungen, unterschieden nach Tag und Nacht.

Erläuterung: Die Prosa deutet die Zahlen als zwei getrennte Durchgänge: Auf hunderttausend Wiederholungen am Tag folgen zehntausend Homa-Darbringungen am Tag; auf hunderttausend nachts folgen zehntausend nachts. Dadurch wird erklärt, weshalb Vers 2 trotz der Gesamtzahl zweihunderttausend zunächst „zehntausend“ nennt.

Weitere Mantraformen

Ein unnummerierter Vers bildet aus dem ersten Laut der Konsonantengruppe, verbunden mit Feuer, Rati und Bindu, den einsilbigen großen Mantra [krīṃ], dem die Erfüllung aller Wünsche zugeschrieben wird. Seine dreifache Form [krīṃ krīṃ krīṃ] soll besonders zum Verständnis sämtlicher Lehrschriften führen. Die fehlende weitere Vershälfte ist bereits im Druck durch Punkte angezeigt.

Für die Verehrung vollziehe man die Morgenhandlungen bis zum Prāṇāyāma, setze die schon genannten Seher, das Versmaß und die Gottheit sowie die Buchstaben ein und führe Hand- und Gliedereinsetzung aus: oṃ krāṃ aṅguṣṭhābhyām … und entsprechend krāṃ hṛdayāya …. Der Lehrer bilde die sechs Glieder mit den jeweiligen Schlussformeln. Alles Weitere geschehe wie zuvor. Für beide Mantraformen besteht die Vollübung aus hunderttausend Wiederholungen.

Siddheśvaratantra; eigene SM-Reihe:

24.SM.1: Nach dieser Meditation wiederhole der ausgezeichnete Sādhaka den Mantra vorschriftsgemäß hunderttausendmal und vollziehe mit einem Zehntel das vorgeschriebene Homa.

24.SM.2: Zwei Māyā-[Bījas], ein Paar Kūrca-[Bījas], [die schwer deutbare Bezeichnung] aindrānta, drei Mādana-[Bījas], verbunden mit Māyā, Bindu und Īśvara, [sowie] die Worte „dakṣiṇe kālike“.

24.SM.3: Die sieben Bījas bilde man in der Folge der Auflösung. Der mit Tāra [oṃ] beginnende Kālikā-Mantra hat einundzwanzig Silben. Die verschlüsselte Beschreibung wird im Folgenden weiter erläutert.

Druckseite 258; Fortsetzung der Mantra-Erläuterung: „In der Nähe Indras“ bezeichne den Laut r. Daraus nennt die Prosa ausdrücklich diese Folge: Praṇava, zweimal Māyā, zweimal Kūrca, dreimal das eigene Bīja, „dakṣiṇe kālike“, dreimal das eigene Bīja, zweimal Kūrca und zweimal Māyā. Das ergibt die angekündigte einundzwanzigsilbige Form: oṃ hrīṃ hrīṃ hūṃ hūṃ krīṃ krīṃ krīṃ dakṣiṇe kālike krīṃ krīṃ krīṃ hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ. Verehrung und weitere Handlungen geschehen wie bei Dakṣiṇā; die Vollübung umfasst hunderttausend Wiederholungen und ein Zehntel Homa.

24.SM.4: Mit abschließendem svāhā hat dieser königliche Mantra dreiundzwanzig Silben; ohne svāhā hat der wunscherfüllende Mantra einundzwanzig Silben.

24.SM.5: Ohne svāhā und Praṇava ist die große Vidyā zwanzigsilbig. Meditation, Verehrung und alles Weitere vollziehe man wie bei Dakṣiṇā.

Siddhikālī

Svatantra; eigene SV-Reihe:

24.SV.1: Zuerst bilde man Praṇava, dann das Hṛllekhā-Bīja; darauf das Rati-Bīja und den fünften Laut der mit p beginnenden Gruppe, verbunden mit Bhaga.

Unnummerierte Fortsetzung: Mit dem Paar ṭha verbunden werde sie „Königin der Vidyās“ genannt. Die weitere Vershälfte fehlt im Druck und ist dort durch Punkte bezeichnet.

Erläuterung: Das Rati-Bīja ist das eigene Bīja. Dazu wird aus dem Schutztext des Cāmuṇḍātantra zitiert: „Die mit Rati beginnende Kālikā in zweiundzwanzigsilbiger Gestalt möge mich schützen.“ Die anschließende Prosa nennt Praṇava, Māyā, eigenes Bīja, den fünften p-Gruppenlaut mit e und die „Geliebte des Feuers“ [svāhā]. Die Zweiundzwanzigsilbigkeit dieses Zitates wird durch die kurze folgende Lautbeschreibung nicht schlüssig erklärt; beide Angaben bleiben erhalten.

Nach den Morgenhandlungen bis zum Prāṇāyāma vollziehe man die Einsetzung des Sehers und der übrigen Zuordnungen: Bhairava ist der Seher, Virāṭ das Versmaß, Siddhikālī in Gestalt des Brahman, Herrin der drei Welten, die Gottheit; ihr eigenes Bīja ist das Bīja, Lajjā die Kraft. Buchstaben-, Hand- und Gliedereinsetzung erfolgen wie bei Dakṣiṇā.

Unnummerierte Meditation:

Möge sie schützen: Ihr Körper ist vom Nektar überströmt, der aus der durch das Schwert emporgehobenen Mondscheibe fließt. Sie hat drei Augen und gelöstes Haar und trinkt Blut, das aus der Schädelschale in ihrer linken Hand fließt. Die Himmelsrichtungen sind ihr Gewand; sie trägt einen Gürtel und eine juwelenbesetzte Krone mit weiteren Schmuckstücken. Ihre Zunge glüht; sie leuchtet wie eine blaue Wasserlilie, Sonne und Mond glänzen als ihr Ohrschmuck, und ihre Füße stehen in der Ālīḍha-Stellung. Die erste zusammengesetzte Wendung zum Schwert und Mond bleibt hinsichtlich der genauen bildlichen Beziehung unsicher.

Danach verehre man sie wie Dakṣiṇā. Ihre Vollübung umfasst einundzwanzigtausend Wiederholungen.

Kālītantra; eigene SP-Reihe:

24.SP.1: Man wiederhole [den Mantra] zwanzigtausendmal und noch tausendmal dazu. Der Mantrakenner vollziehe mit einem Zehntel Homa mit madhu-puṣpa [wörtlich „Honig-/süße Blüte“; die genaue Pflanzen- oder Stoffbezeichnung bleibt offen].

Weitere Formen der Mahākālī-Vidyā

Viśvasāra; eigene MV-Reihe:

24.MV.1: Das Grundbīja, dann Māyā, danach das Lajjā-Bīja: [Dies ist] die große Vidyā Mahākālīs, von Mahākāla verkündet.

24.MV.2: Der erste Laut der Konsonantengruppe, verbunden mit Feuer, Rati und Bindu; diese drei der Reihe nach und an ihrem Ende die Geliebte des Feuers.

Weitere, im Druck eingeklammerte Listenpositionen; sie werden als eigene Einträge beibehalten:

24.MV.3: Dreimal das eigene Bīja, phaṭ und die Geliebte des Feuers. Eine Fußnote gibt eine schwer lesbare Variante zum Schlussglied; sie wird nicht als gesicherte Ersatzform eingesetzt.

24.MV.4: Dreimal das eigene Bīja, das Kūrca-Bīja, Lajjā, dann dieselben erneut und die Geliebte des Feuers.

24.MV.5: Vāgbhava, namaḥ, das Grundbīja, nochmals dasselbe, kālikāyai und die Geliebte des Feuers.

Die folgende Verehrungsanweisung nennt ausdrücklich eine elfsilbige Form. Nach den Morgenhandlungen bis zum Prāṇāyāma erfolgen die Einsetzungen: Dakṣiṇāmūrti als Seher, Paṅkti als Versmaß, Kālikā als Gottheit, jeweils an Kopf, Mund und Herz.

Meditation; eigene MD-Reihe:

24.MD.1: Sie ist vierarmig, schwarz und mit einer Kopfkette geschmückt. In der rechten Hand trägt sie ein Schwert; danach nennt der Vers ein Paar blauer Wasserlilien, dessen Zuordnung zu den Händen nicht eindeutig ist.

24.MD.2: Links trägt sie der Reihe nach ein Schneidmesser und eine Schädelschale. Sie leckt die Erde und trägt eine Haarflechte auf dem Kopf; der anschließende Ausdruck „zweifach/zwei“ bleibt ohne eindeutigen Bezug.

24.MD.3: Auf dem Kopf trägt sie eine Kopfkette und um den Hals eine weitere. Auf der Brust trägt sie eine Schlangenkette, und ihre Augen sind rot. Die Meditation setzt sich auf der Folgeseite fort.

24.MD.4: Sie trägt ein schwarzes Gewand und um die Hüfte ein Tigerfell. Den linken Fuß setzt sie auf das Herz eines Leichnams, den rechten …

24.MD.5: … auf den Rücken eines Löwen; sie leckt zwei Leichname. Mit lautem Gelächter und einem gewaltigen, schrecklichen Gebrüll ist sie überaus furchterregend. Das Verb zum rechten Fuß ist im Druck ungewöhnlich; die räumliche Zuordnung zum Löwenrücken ist erkennbar.

Druckseite 259; Prosa: Dies ist die Meditation. Alles Weitere, auch bei den zuvor angeführten Mantras, ist wie bei Dakṣiṇā zu verstehen. Die Vollübung dieser Form umfasst zweihunderttausend Wiederholungen; bei den anderen hunderttausend je Mantra-Laut.

Erneutes Quellenzitat; eigene PU-Reihe:

24.PU.1: Bei der Vollübung wiederhole man die Vidyā zweihunderttausendmal. Für die anderen hat der Lotusgeborene hunderttausend je Laut verkündet.

Dreizehn angeführte Mantraformen

Die eingeklammerten Nummern des Druckes bilden die eigene MB-Reihe. Verschlüsselte Bīja-Bezeichnungen werden dort beibehalten, wo die Quelle sie nicht eindeutig auflöst. „Geliebte/Gattin des Feuers“ bezeichnet gewöhnlich svāhā; eine vollständige ausgeschriebene Lautfolge wird dadurch nicht für jede Form behauptet.

24.MB.1: Eigenes Bīja, Kūrca-Bīja, Māyā, dakṣiṇe kālike, Geliebte des Feuers.

24.MB.2: Eigenes Bīja, Kūrca, Lajjā, dakṣiṇe kālike, phaṭ.

24.MB.3: Zweimal Grundbīja, zweimal Kūrca, zweimal Lajjā, dakṣiṇe kālike, die sechs vorherigen Bījas, Geliebte des Feuers.

24.MB.4: Eigenes Bīja, Geliebte des Feuers.

24.MB.5: Zweimal eigenes Bīja, zweimal Kūrca, zweimal Lajjā, Geliebte des Feuers.

24.MB.6: Grundbīja, Kūrca, Lajjā, Schönheit des Feuers.

24.MB.7: Grundbīja, dakṣiṇe kālike, Geliebte des Feuers.

24.MB.8: Eigenes Bīja, Kūrca, Māyā, dieselben erneut, Geliebte des Feuers.

24.MB.9: Zweimal Grundbīja, zweimal Kūrca, zweimal Māyā, dieselben erneut, Geliebte des Feuers.

24.MB.10: Dreimal Grundbīja, zweimal Kūrca, zweimal Lajjā, dieselben erneut, Geliebte des Feuers.

24.MB.11: Herz, Vāgbhava, zweimal Grundbīja, kālikāyai, das Paar ṭha.

24.MB.12: Herz, zweimal Schlinge, zweimal Stachel, Waffe, Gattin des Feuers, kāli kālike, der „lange Körperschutz“, Bhuvaneśī, Kūrca und Waffe. Die Bezeichnung dīrghatanucchada wird als überlieferter Chiffrenausdruck stehen gelassen.

24.MB.13: Lajjā-Bīja, Zorn und Waffe.

Für alle erfolgt die Verehrung wie bei Dakṣiṇā. Nach den Morgenhandlungen bis zum Prāṇāyāma setze man Seher und weitere Zuordnungen ein: Dakṣiṇāmūrti als Seher, Paṅkti als Versmaß und Dakṣiṇākālī als Gottheit. Alles Weitere wie zuvor. Die Prosa nennt an dieser Stelle eine Vollübung von hunderttausend Wiederholungen; diese Einzelangabe wird neben den zuvor genannten Zahlen bewahrt.

Yantra und seine Träger

Kālītantra; eigene YN-Reihe:

24.YN.1: Zuerst zeichne man ein Dreieck, außerhalb davon ein weiteres; dann zeichne der Mantrakenner noch drei vortreffliche Dreiecke.

24.YN.2: Darum zeichne man einen Kreis, dann einen achtblättrigen Lotus, erneut einen Kreis und vorschriftsgemäß eine Umfriedung.

Kumārīkalpa, unnummeriert: „In der Mitte aber [liegt] der Bindu-Kreis, geschmückt mit Bīja und Māyā.“

Muṇḍamālātantra, unnummeriert: Das Cakra sei vorschriftsgemäß auf einem Kupfergefäß, auf einem Schädel, auf einem aus Holz des Verbrennungsplatzes gefertigten Träger, an einem Samstag oder Dienstag auch auf einem verstorbenen Körper, oder auf Gold, Silber oder Eisen herzustellen. Der Druck beendet den anschließenden Halbvers mit einer punktierten Lücke. Diese Angaben beschreiben die historische rituelle Überlieferung.

Weitere Belege aus dem Viśvasāratantra

Eigene VT-Reihe:

24.VB.1: Höre nun, Lotusgesichtige, die fünfsilbige Vidyā. Man bilde Prajāpati und den auf Feuer gesetzten Prajāpati …

24.VB.2: … verbunden mit dem vierten Vokal und geschmückt mit Nāda und Bindu. Man verdoppele ihn und füge das Wort Kālikā mit der Dativendung hinzu.

24.VB.3: Mit svāhā am Ende heißt diese Vidyā, Geliebte, elfsilbig. Ihr Seher ist Dakṣiṇāmūrti, ihr Versmaß wird Paṅkti genannt.

24.VB.4: Kālikā, die Kraft jenseits selbst des Höchsten, gilt als ihre Gottheit. Die elfsilbige Vidyā Kālikās ist überaus schwer zu erlangen.

24.VB.5: Bei der Vollübung wiederhole man sie zweihunderttausendmal. Für die anderen sei es hunderttausend je Laut, so hat der Lotusgeborene verkündet.

Erläuterung: Mit den anderen seien die fünfsilbige und die weiteren gemeint. Die Meditation ist die bereits mit „vierarmig, schwarz“ beginnende. Der Übergang von „fünfsilbig“ in Vers 1 zu „elfsilbig“ in Vers 3 ist im Druck nicht ausdrücklich erklärt; er wird nicht stillschweigend vereinheitlicht.

24.VB.6: Grundbīja, dann Māyā, danach Lajjā-Bīja und dakṣiṇe kālike: [Diese Form] wird mit der Waffe am Ende verkündet.

24.VB.7: Nun werde ich eine weitere, zwanziglautige Vidyā lehren, durch deren bloße Gnade man zum Herrscher der Erde werde. Eine Fußnote bietet im Vers eine alternative Lesung „wieder“.

Druckseite 260; Fortsetzung der VB-Reihe aus dem Viśvasāratantra.

24.VB.8: Man setze zweimal das Grundbīja, spreche dann zweimal Kūrca, bilde ein Paar Lajjā und die beiden Worte in der Anredeform.

24.VB.9: Wie zuvor folgen die sechs Bījas und am Ende die Schönheit des Feuers. Seher ist Dakṣiṇāmūrti, Versmaß Paṅkti.

24.VB.10: Die Kundigen nennen als Gottheit Kālī mit vorangestelltem „Dakṣiṇā“. Nun werde ich eine andere Vidyā lehren, die Herrin der drei Welten.

24.VB.11: Man bilde das eigene Bīja und danach die Schönheit des Feuers. Bhairava wird als ihr Seher genannt, [so] in den verschiedenen Tantras.

24.VB.12: Jene als achtsilbig verkündete, in allen Tantras verborgen gehaltene [Vidyā]: zweimal eigenes Bīja, zweimal Kūrca und zweimal Lajjā danach …

24.VB.13: … wird mit svāhā am Ende gelehrt und gewährt die Frucht aller Wünsche. Eigenes Bīja, Kūrca, Lajjā und danach die Schönheit des Feuers …

24.VB.14: … bilden die fünfsilbige große Vidyā; Pañcavaktra gilt als Seher. Höre die neunsilbige große Vidyā, Lotusgesichtige.

24.VB.15: Dreimal eigenes Bīja, ein Paar Kūrca und ein Paar Lajjā danach: Die mit svāhā endende Vidyā gilt als Geberin allen Gedeihens. Der Druck klammert den Abschnitt von der zweiten Hälfte des Verses 13 bis in Vers 15 ein.

24.VB.16: Nun werde ich eine weitere neunsilbige Vidyā lehren: Man bilde das Grundbīja und die beiden Worte in der Anredeform …

24.VB.17: … mit svāhā am Ende wird die Vidyā als Vernichterin aller Feinde gelehrt. Oder höre die achtsilbige Vidyā, Lotusgesichtige.

24.VB.18: Man bilde eigenes Bīja, dann Kūrca, dann Māyā, spreche dieselben nochmals und schließe mit svāhā: Sie gewährt Befreiung.

24.VB.19: Nun lehre ich eine weitere, mit zehn Prinzipien verbundene: zweimal Grundbīja, ein Paar Kūrca und zweimal Lajjā …

24.VB.20: … nochmals dieselben Bījas und danach die Schönheit des Feuers. Die vierzehnsilbige Vidyā gewährt die Früchte der vier Lebensziele.

24.VB.21: Man bilde dreimal Brahma, verbunden mit Rati und Feuer, mit Nāda und Bindu; danach Lajjā und Kūrca jeweils zweimal …

24.VB.22: … und bilde [die Folge] nochmals der Reihe nach bis zur Gattin des Feuers. Diese sechzehnsilbige Vidyā wird einem Wunschbaum gleich genannt. Eine Fußnote bietet die Lesung „Brahmā“.

Redaktioneller Hinweis: Die Chiffren und Silbenzahlen werden als Angaben der Quelle wiedergegeben. „Zehn Prinzipien“ in Vers 19 ist keine stillschweigend eingesetzte neue Silbenzahl; Vers 20 nennt ausdrücklich vierzehn.

Belege aus weiteren Tantras

Māyātantra; eigene MY-Reihe:

24.MY.1: Herz, Vāgbhava, o Göttin, dann ein Paar des eigenen Bīja; danach das Wort kālikāyai und am Ende die Schönheit des Feuers.

Ein anderes Tantra; eigene MT-Reihe:

24.MT.1: Namaḥ, Schlinge und Stachel jeweils zweimal, phaṭ svāhā kāli kālike und der „lange Körperschutz“: [Dies ist] der fünfzehnsilbige Kālī-Mantra.

Die Prosa nennt dafür hunderttausend Wiederholungen als Vollübung.

24.MT.2: Zur Vollendung der vorbereitenden Übung führe man hunderttausend Wiederholungen aus. Die Verehrung dieser Formen geschehe wie bei Dakṣiṇā, Herrin der Götter.

Matsyasūkta, unnummeriert: „Lajjā-Bīja, dann Zorn und phaṭ am Ende bilden die dreisilbige [Vidyā].“ Damit schließt die Aufzählung der Kālī-Mantras.

Guhyakālī

Viśvasāra; eigene GK-Reihe:

24.GK.1: Nun werde ich, Herrin des großen Gottes, die Vidyā lehren, die alle Früchte gewährt, die vier Lebensziele schenkt und unmittelbar die schweren Verfehlungen vernichtet.

24.GK.2: Die große Guhyakālī-Vidyā gewährt alle Siddhis, Genuss und Befreiung; in den drei Welten ist sie überaus schwer zu erlangen.

24.GK.3: Den ersten Laut der Konsonantengruppe, auf „Indra und die weiteren“ gesetzt, verbunden mit Rati und Bindu, mache man dreifach; dann bilde man Īśāna.

24.GK.4: [Īśāna] sei mit dem sechsten Vokal, Bindu, Nāda und Kalā verbunden. Man verdoppele ihn und bilde dann ein Paar Īśāna …

24.GK.5: … verbunden mit dem linken Auge und Feuer, geschmückt mit Nāda und Bindu. Darauf spreche man guhye kālike, oder man sage dakṣiṇe [anstelle von guhye].

24.GK.6: Dann füge man die sieben Bījas nochmals in der vorherigen Folge an. Die Vidyā endet mit der Gattin des Feuers und wird als die drei Welten bezaubernd gelehrt.

Druckseite 261; Prosa: Das „oder“ bezeichnet die Wahl zwischen guhye kālike und dakṣiṇe kālike im Mantra.

24.GK.7: Kāma-Bīja, dann Kūrca, danach Bhuvaneśvarī; ferner guhye kālike und ebenso das Paar von Bījas.

24.GK.8: Die in allen Tantras geheim gehaltene Vidyā endet mit svāhā. Diese sechzehnsilbige Vidyā gewährt die Früchte der vier Lebensziele.

Erläuterung: Die Prosa nennt zuerst eigenes Bīja, Kūrca und Māyā, dann die beiden Anredeworte, danach je zweimal eigenes Bīja, Kūrca und Māyā und die Geliebte des Feuers. Ein unnummeriertes Zitat erklärt: „Lässt man das Paar Kāma-Bījas weg, wird die Vidyā vierzehnsilbig.“ Gemeint sei dieser Mantra.

24.GK.9: Die zuvor gelehrten sieben Bījas, dann guhye kālike und abschließend svāhā: Diese Vidyā wird in allen Tantras verborgen gehalten.

Auch sie wird in der Prosa vierzehnsilbig genannt.

24.GK.10: Spricht man das Wort dakṣiṇe, wird sie fünfzehnsilbig. Man bilde das Kāma-Bīja und die beiden Worte in der Anredeform …

24.GK.11: … wiederum Kāma und danach die Schönheit des Feuers. Dies wird als neunsilbige Vidyā Guhyakālīs verkündet.

24.GK.12: Mit dem Wort dakṣiṇe wird die Vidyā zehnsilbig. Unter Weglassung des Kāma-Bīja – oder die sechzehnsilbige [Vidyā]. Der zweite Halbvers ist syntaktisch verkürzt.

Erläuterung: Die Prosa erklärt hierzu ausdrücklich: Bei der sechzehnsilbigen Vidyā ergibt das Weglassen des Kāma-Bīja fünfzehn Silben.

24.GK.13: Mit den Gruppen der Einsetzungen wie zuvor verehre man Śivā wie zuvor; auch die Vidyā wiederhole man wie zuvor – alles geschehe in der zuvor beschriebenen Weise.

Unnummerierter Halbvers: Auch Bali-Darbringung und Yantra richte man wie zuvor ein. Die weitere Hälfte ist im Druck durch eine punktierte Lücke bezeichnet.

Bali- und Sitzformeln

Die folgenden Formeln gehören zur historischen Ritualdarstellung. Die gegen Feinde gerichteten Bitten werden als Inhalt der Quelle wiedergegeben.

Der Bali-Mantra beginnt oṃ hrīṃ ehy ehi: „Komm, komm, höchste Herrin, Mutter der Welt, Gebärerin der Welten! Nimm, nimm mein Bali an; gib Vollendung, gib [sie]; bewirke den Untergang der Feinde, bewirke [ihn].“ Es folgen hūṃ hūṃ hūṃ phaṭ oṃ kālikāyai namaḥ phaṭ svāhā.

Eine andere Guhyakālī-Form beginnt hūṃ namo ehi ehi: „Komm, komm, Guhyakālikā; nimm, nimm [die Gabe]; vernichte meine Feinde, vernichte [sie]; verzehre, verzehre; … zerschneide, zerschneide; gib Vollendung, gib [sie].“ Zwischen „verzehre“ und „zerschneide“ steht eine unklare, zweimal zu sprechende Lautgruppe, vorläufig tuṃ gelesen; eine Fußnote bietet sphura sphura. Der Schluss lautet hūṃ hūṃ svāhā; weitere Fußnoten bieten hūṃ beziehungsweise hūṃ phaṭ als Varianten.

Die Sitzformel lautet: oṃ hūṃ sadāśivamahāpretāya guhyakālyāsanāya namaḥ; guhyakālyai hūṃ namaḥ – Verehrung Sadāśiva als großem Preta und Sitz Guhyakālīs; Verehrung Guhyakālī.

Bhadrakālī, Śmaśānakālikā und Mahākālī

24.GK.14: Nun werden die Vidyās Bhadrakālīs und der weiteren [Formen] gelehrt, göttliche Schöne. Die sieben mit Kāma beginnenden Bījas setze man vorn und hinten ein.

24.GK.15: Bhadrakālī mit Dativendung setze man zwischen die Bījas. Die mit svāhā endende höchste Vidyā hat zwanzig Laute.

24.GK.16: Die glückbringende Bhadrakālī-Vidyā gewährt die vier Lebensziele. Man bilde die sieben Bījas und śmaśānakālike …

24.GK.17: … danach erneut die Bījas in derselben Folge und svāhā am Ende: Die alle Siddhis gewährende Vidyā Śmaśānakālikās gilt als einundzwanzigsilbig.

24.GK.18: Zuerst spreche man die Bījas, dann das Wort mahākāli, danach die sieben Bījas und svāhā am Ende; [sie] gewährt alle Siddhis.

Unnummerierter Halbvers: Die große Mahākālī-Vidyā wird zwanziglautig genannt. Die weitere Hälfte ist im Druck durch Punkte ersetzt.

Prosa: Wiederholung und Verehrung dieser Formen geschehen wie bei Dakṣiṇā. Als Besonderheit verehre man in der Erdumfriedung die mit Indra beginnenden Richtungswächter und die mit dem Vajra beginnenden Waffen. An den im Osten beginnenden Toren verehre man Viṣṇu, Śiva, Sūrya und Gaṇeśa.

24.GK.19: In der Erdumfriedung [verehre man] die Weltenhüter und außen ihre Waffen; an den vier Ecken der Erdumfriedung verehre der Verständige sie der Reihe nach.

Unnummerierter Halbvers: Dann verehre man Viṣṇu, Śiva, Sūrya und Gaṇeśa. Die weitere Hälfte fehlt im Druck. Die Prosa nennt zuvor Tore, der Vers dagegen Ecken; beide Ortsangaben bleiben erhalten.

Das Verehrungs-Yantra

24.GK.20: Ein Dreieck, eine sechs- und eine schöne neuneckige [Figur], drei Kreise und ein achtblättriger Lotus mit schönen Staubfäden … Die Beschreibung wird auf der folgenden Seite fortgesetzt.

24.GK.21: … umgeben von drei Erdumfriedungen und geschmückt mit dem Yoni-Maṇḍala. Dieses Cakra mit dreimal fünf Speichen wird in allen Tantras gerühmt. Die anschließende Glosse erläutert „Dreieck“ als „dreieckförmig“.

Meditation auf Guhyakālikā

Druckseite 262. Der Druck beginnt hier nochmals mit Vers 21; zur Unterscheidung eigene GD-Reihe.

24.GD.21: [Man meditiere] die Göttin mit dem Glanz einer großen Wolke, in ein schwarzes Gewand gehüllt, mit heraushängender Zunge, furchtbaren Hauern und schrecklichem Ruf, doch mit lachendem Gesicht.

24.GD.22: Sie trägt eine rankengleiche Schlangenkette und den Halbmond als Kopfschmuck; sie leckt die Erde, trägt eine einzige Haarflechte und leckt selbst den berauschenden Trank.

24.GD.23: Ihr Leib trägt eine Schlange als heilige Schnur; sie sitzt auf einem Schlangenlager. Ihre lange Kette besteht aus fünfzig Köpfen, ihr Bauch ist mächtig. Die Passage vom Trank in Vers 22 bis zur heiligen Schnur in Vers 23 steht im Druck in Klammern.

24.GD.24: Über ihrem Kopf [trägt sie] Ananta mit tausend Hauben; in allen vier Richtungen ist Guhyakālikā von Schlangenhauben umgeben.

24.GD.25: Der Schlangenkönig Takṣaka schmückt sie als linker Armreif; der Schlangenkönig Ananta bildet ihren rechten Armreif.

24.GD.26: Schlangenkönige bilden Gürtel und Halskette, ihre Fußringe sind aus Edelsteinen. Man meditiere die zweiarmige Göttin, die eine Schlange als heilige Schnur trägt.

24.GD.27: Ihre Ohren schmücken aus Menschenleibern gebildete Ohrringe. Ihr Gesicht ist freundlich, sie ist sanft und mit neun Edelsteinen geschmückt.

24.GD.28: Nārada und die Scharen der anderen Weisen dienen ihr. Sie bezaubert Śiva [der Druck enthält hier einen eingeklammerten Korrekturhinweis], lacht laut, ist überaus furchterregend und gewährt dem Sādhaka das Ersehnte.

Glossen: Bei der einzelnen Haarflechte sei „tragend“, bei Ananta über dem Kopf „haltend“ zu ergänzen. Die Bezeichnung „Guhya“ diene als mitbezeichnender Ausdruck [für die verwandten Formen]. Verehrung und weitere Handlungen erfolgen wie bei Dakṣiṇā. Damit endet der Abschnitt der Kālī-Mantras.

Tārā: Einleitung

Eigene TI-Reihe:

24.TI.1: Nun werde ich die Formen Tāriṇīs lehren, die alle Siddhis gewähren. Schon durch ihre Erkenntnis werde der Sādhaka zu Lebzeiten befreit.

24.TI.2: Er erlange reine, ungehindert hervorströmende Dichtkunst und Gelehrsamkeit in allen Lehrschriften und werde Herr über Geld und Getreide.

24.TI.3: Am Königshof und in der Versammlung, im Streitgespräch und bei Rechtsangelegenheiten erlange er überall den Sieg, gleich einem zweiten Bṛhaspati. Diese Wirkungen werden als Verheißungen der Quelle wiedergegeben.

Die Tārā-Vidyā im Matsyasūkta

Eigene TM-Reihe:

24.TM.1: Man bilde das Māyā-Bīja; [dann] Tāraka, verbunden mit Feuer, Māyā, Bindu und Vokal: So ist das zweite Bīja gebildet.

24.TM.2: Das Kūrca-Bīja ist das dritte, danach folgt phaṭ. Der vollständige Siddha-Mantra ist mit fünf Strahlen verbunden.

Erläuterung: „Fünf Strahlen“ bedeute fünf Laute. Der eingeklammerte Zusatz unterscheidet: Für Ekajaṭā sind fünf Laute gemeint, für Nīlasarasvatī dagegen Praṇava. Die Fußnoten bieten unter anderem takāra [den Laut t] und „Bindu-Īśvara“ als Varianten der verschlüsselten Lautbeschreibung.

24.TM.3: Weil sie spielerisch die Sprache schenkt, heißt sie Nīlasarasvatī. Weil sie hinüberführt, ist sie stets Tārā, die Glück und Befreiung gewährt.

Unnummerierter Halbvers: Weil sie aus schrecklicher Not hinüberrettet, wird sie Ugratārā genannt. Die fehlende weitere Hälfte ist im Druck durch Punkte bezeichnet.

Vasiṣṭhas Fluch und seine Aufhebung

Tārārṇava; eigene TC-Reihe:

24.TC.1: Weil die von Vasiṣṭha verehrte Vidyā ihre Frucht nicht schnell gewährte, sprach dieser Weise einen überaus schrecklichen Fluch aus.

Unnummerierter Halbvers: Seitdem gewährte diese Vidyā niemandem ihre Frucht. Eine weitere Vershälfte fehlt im Druck.

Aufhebung des Fluches; eigene TS-Reihe:

24.TS.1: Das Mond-Bīja, unter Weglassung des abschließenden [Lautes; die Wendung vyapānta ist undeutlich], wird oberhalb des Bīja eingesetzt. Von da an ist diese Vidyā ruhmreich wie eine Braut.

24.TS.2: Unter allen Vidyās trägt sie Frucht, schenkt Sieg denen, die ihn wünschen, vernichtet Gift und gewährt Unsterblichkeit. Dies sind religiöse Wirkungszuschreibungen des Textes.

Weitere Druckvarianten: Die Fußnoten nennen unter anderem „mit hohlen Augen“ zur Göttinnengestalt; zwei weitere Varianten sind nur undeutlich lesbar und werden nicht zu sicheren Ersatzlesungen erhoben.

Druckseite 263; unnummerierte Fortsetzung: „Schon durch die Kenntnis des Mantra wird man siegreich auf Erden.“ Die weitere Vershälfte fehlt im Druck.

Das Vadhū-Bīja und weitere Fassungen

Ekavīrākalpa; eigene EV-Reihe:

24.EV.1: Lajjā-Bīja, Vadhū-Bīja, Kūrca-Bīja und phaṭ: Dies ist die fünfsilbige Vidyā, welche die fünf Elemente erhellt.

Derselbe Text; eigene EB-Reihe:

24.EB.1: Der sechzehnte Konsonant, verbunden mit Feuer, linkem Auge und Bindu und auf das Mond-Bīja gesetzt, gilt als Vadhū-Bīja.

Erläuterung: Das Vadhū-Bīja wird ausdrücklich als strīṃ aufgelöst. Ein unnummeriertes Viśvasāra-Zitat sagt: „Das eigene Bīja, Herrin des großen Gottes, wird Vadhū-Bīja genannt.“ Die genannten Bījas ergeben die Folge hrīṃ strīṃ hūṃ phaṭ. Der Druck nennt sie dennoch „fünfsilbig“; die Abweichung wird hier nicht aufgelöst.

Nīlatantra; eigene NT-Reihe:

24.NT.1: Diese fünflautige [Vidyā] Tārās ist die herrliche Nīlasarasvatī: aus allen Sprachen bestehend, rein und von allen Überlieferungsrichtungen verehrt.

Tārārṇava; eigene TA-Reihe:

24.TA.1: Man bilde Anuttara, danach [die Bezeichnung] māyottara, verbunden mit dem fünften Laut der p-Gruppe; dies wird „fünfstrahlig“ genannt.

24.TA.2: Danach Jīvanī und Madhyamā, darauf Ekākṣī, dann Ugradarpa; [so] wird die Waffe verkündet, o Göttin. Die verschlüsselten Namen werden an dieser Stelle nicht vollständig erklärt.

Prosa: Ekākṣī bedeute strīṃ; dadurch werde der Fluch überall aufgehoben.

Unterscheidung der Tārā-Formen

Ein Tantra zur fünfsilbigen Vidyā; eigene TF-Reihe:

24.TF.1: Beginnt die Vidyā mit dem Śrī-Bīja, so ist sie allseitig wirkende Śrī. Dieselbe große Vidyā mit Māyā am Anfang gewährt alles Erwünschte.

24.TF.2: Beginnt die Vidyā mit Vāgbhava, gewährt sie Herrschaft über die Sprache. Ohne Tāra [oṃ] ist sie Ekajaṭā und gilt als Geberin der großen Befreiung.

24.TF.3: Ohne das Tāra-Paar ist die dreilautige [Form] Mahānīlasarasvatī. Diese wird Kullukā genannt und in allen Tantras geheim gehalten.

Unnummerierter Halbvers: In der Überlieferungsfolge empfangen, erscheint sie durch Unterschiede der Lehrmeinungen in vielfältiger Gestalt. Die weitere Hälfte fehlt im Druck.

Erläuterung und weiteres unnummeriertes Zitat: Die fünfsilbige [Vidyā] heißt ohne Tāra Ekajaṭā; mit Tāra am Anfang heißt sie Śrīmannīlasarasvatī. Ugratārā, die dreisilbige Form, Mahānīlasarasvatī und Kullukā werden im anschließenden verkürzten Wortlaut miteinander verbunden; eine widerspruchsfreie Einteilung aller Namen und Zählweisen ergibt sich daraus nicht eindeutig. Für die anderen Vidyās ist Ekajaṭā die Gottheit, weil sie deren Grundform ist.

Traditionelle Orte der Übung

Nīlatantra; eigene SO-Reihe. Die Angaben beschreiben historische Ritualorte.

24.SO.1: An einem einzelnen Liṅga, auf einem Verbrennungsplatz, in einem verlassenen Haus oder an einer Kreuzung; auf einem Leichnam oder Schädel, oder in Wasser, das bis zum Hals reicht …

24.SO.2: … auf einem Schlachtfeld, an der Yoni, auf einem Gelände oder im menschenleeren Wald: Dort vollziehe der Yogi die Übung der Vidyā, der Herrin der drei Welten. Der Abschnitt von „auf einem Leichnam“ bis „im menschenleeren Wald“ steht im Druck in Klammern. „Yoni“ wird hier als Quellenbegriff beibehalten; der Vers führt keine Handlung daran aus.

Derselbe Text erklärt den einzelnen Liṅga; eigene EL-Reihe:

24.EL.1: Wo im Umkreis von fünf Krośas kein anderer Liṅga zu sehen ist, heißt [der Ort] „einzelner Liṅga“. Dort sei die Vollendung unübertrefflich.

Eine weitere Quelle; eigene AO-Reihe:

24.AO.1: An einem öden Ort oder auf einem Berg, an einer menschenleeren Kreuzung, in einem leeren Götterhaus oder in einem unbewohnten, abgelegenen Haus.

Vīratantra; eigene VO-Reihe:

24.VO.1: Wenn selbst ein schwerfälliger Mensch in einem verlassenen Haus, auf einem Verbrennungsplatz, bei einem einzelnen Liṅga, an einem Teich, in der Gaṅgā oder auf einem Berg die Vidyā Śrīnīlavāṇīs wiederholt – rein, mit klarem Geist und stets voller Hingabe –, werde er zum Herrn der Menschenwelt und zum Kenner des Sinnes aller Lehrschriften. Am Ende des Körpers erreiche dieser ausgezeichnete Yogi Brahman, den Zustand höchsten Glücks, Nirvāṇa.

Druckvarianten: Eine Fußnote bietet statt „sechzehn“ die Lesung „fünf [mal] fünf“; eine weitere „danach“. Eine zusätzliche Variante am abschließenden Vers ist nicht sicher lesbar.

Ācamana für Tārā

Druckseite 264; Bhairavatantra. Eigene BA-Reihe.

24.BA.1: Man trinke mit den drei Formen Tārās, wasche mit Māyā die Hand, wische mit strīṃ und hūṃ zweimal die Lippen und wasche mit phaṭ die Hand.

24.BA.2: Indem man Mund, Nase, Augen, Ohren, Nabel, Brust, Kopf und Arme mit den Namen Vairocana und den folgenden berührt, werde man von allen Verfehlungen frei.

Unnummerierter Halbvers: Nach dem Ācamana werde man zu Bhairava und schaue sie nach einem Jahr. Die weitere Hälfte fehlt im Druck.

Erläuterung: Die drei Formen sind Ugratārā, Ekajaṭā und Nīlasarasvatī. Die anschließende Namensreihe lautet in der gedruckten Zusammenschreibung: Vairocana, Śaṅkha, Pāṇḍara, Padmanābha, [eingeklammert:] Asitākhya, Māmaka, Nāmaka, Tāraka, Pāṇḍara, Padmāntaka, Yamāntaka, Vighnāntaka und Narakāntaka. Die Trennung einzelner Namen in der langen Zusammensetzung bleibt teilweise unsicher. Jeder Name wird im Dativ mit vorangestelltem oṃ und abschließendem namaḥ gesprochen.

Vorbereitung des Wassers und der Verehrung

Nach den Morgenhandlungen bis zum Bad begebe man sich an den Opferplatz. Mit oṃ vajrodake hūṃ phaṭ svāhā weihe man Wasser für die Verehrung, gebe etwas davon in weiteres Wasser und wasche damit Hände und Füße:

oṃ hrīṃ viśuddha sarvapāpāni śamayāśeṣavikalpam apanaya hūṃ phaṭ svāhā – „Oṃ hrīṃ, Reiner, beruhige alle Verfehlungen; beseitige ausnahmslos die gedanklichen Unterscheidungen; hūṃ phaṭ svāhā.“

Man lege die als Kula-Kuśa bezeichneten Gegenstände aus Gold und Silber der Reihe nach an die Hand, vollziehe Ācamana mit oṃ hrīṃ svāhā und vergegenwärtige sich den Sitz.

24.BA.3: Bei Japa, Verehrung und den weiteren Handlungen werden Gold und Silber als das genannt, was die Aufgabe des Kuśa erfüllt. Die wild wachsenden Kuśa-Gräser sind hier nicht das [gemeinte] Kuśa.

Weiteres Zitat; eigene TW-Reihe:

24.TW.1: Mit der Wassermuschel in der Hand stehe man am Eingang, Herrin des großen Gottes, und wasche Hände und Füße auf die nun beschriebene Weise.

Matsyasūkta, unnummeriert: Praṇava und vajrodake hūṃ phaṭ svāhā weihen das Wasser.

Anschließende Formelbeschreibung; eigene RW-Reihe:

24.RW.1: [Tāra, eingeklammert], Lajjā, dann viśuddha, sarvapāpāni, danach śamaya, aśeṣa und das Wort vikalpa …

24.RW.2: … nach apanaya folgen Schutzbīja, phaṭ svāhā zur Reinigung der Füße. Oṃ, Māyā und die Gattin des Feuers bilden entsprechend den Mantra für Ācamana.

Vergegenwärtigung des Verehrungsplatzes

Eigene TP-Reihe:

24.TP.1: Man stelle sich dort einen Verbrennungsplatz vor und vergegenwärtige sich auf ihm den Wunschbaum; an seiner Wurzel den Juwelensitz, geschmückt mit vielen Edelsteinen.

24.TP.2: Er ist reich an verschiedenen Schmuckstücken und wird durch Weise und Götter verschönert; Schakalinnen umgeben ihn und erfreuen sich an reichlichem Fleisch und Knochen.

24.TP.3: In den vier Richtungen ist er mit Schakalinnen, Köpfen, Scheiterhaufenglut und Knochen ausgestattet. In seiner Mitte vergegenwärtige man die Göttin gemäß der beschriebenen Meditation.

Nach dieser Meditation binde man die Haarspitze mit oṃ maṇidhari vajriṇi mahāpratisare hūṃ phaṭ svāhā. Man bereite das allgemeine Arghya, besprenge dreimal mit phaṭ und verehre den Eingang: gāṃ gaṇeśāya namaḥ, vāṃ vaṭukāya namaḥ, kṣāṃ kṣetrapālāya namaḥ, yāṃ yoginībhyo namaḥ. Danach verehre man Vāstupuruṣa.

Arghya und Eingang nach dem Matsyasūkta

Eigene DW-Reihe:

24.DW.1: Nach phaṭ fülle man [das Gefäß] mit dem Herzmantra und bespreche es zehnmal mit Tāra. Mit phaṭ besprenge man den Eingang und verehre die Gottheiten mit dem Bīja.

24.DW.2: Die genannten Bījas sind gāṃ vāṃ kṣāṃ yāṃ, Herrin des großen Gottes. Man verehre Gaṇeśa, Vaṭuka, Kṣetrapāla und die Yoginīs.

24.DW.3: Diese Namen stehen im Dativ; an den Schluss aller füge man den Herzmantra. Nach der Verehrung betrete man das Haus; der folgende Ausdruck zum „Hausinneren“ ist grammatisch gedrängt und nicht ganz eindeutig.

Unnummerierter Halbvers: [Man verehre] Brahmā und Vāstudeva, mit Tāra beginnend und dem Herzmantra endend. Die weitere Vershälfte fehlt im Druck.

Prosa: Durch Besprengen mit Wasser reinige man den Boden mit oṃ rakṣa rakṣa hūṃ phaṭ svāhā – „Schütze, schütze“. Es folgt oṃ sarvavighnān utsāraya hūṃ phaṭ svāhā – „Vertreibe alle Hindernisse“. Die zugehörige Handlung wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.

Druckvarianten: Die Fußnoten nennen unter anderem „dreimal“, „nachts“, „äußerer“ und eine Lesung mit „Besprengung/Weihe“; nicht jede Anschlussstelle ist eindeutig.

Druckseite 265; Fortsetzung der Reinigung.

Mit der Nārāca-Mudrā, dem Werfen ungebrochener Reiskörner und dreimaligem Aufstampfen der linken Ferse vertreibe man die drei Arten von Hindernissen: die himmlischen, die des Zwischenraums und die irdischen. Der eingeklammerte Zusatz ordnet die irdischen Hindernisse dem Fersenstoß, die des Zwischenraums dreimaligem Klatschen nach oben und die himmlischen dem göttlichen Blick zu.

Mit oṃ pavitravajrabhūme hūṃ phaṭ svāhā bespreche man den Boden und breite einen verfügbaren Sitz aus: den als komala bezeichneten, eine Decke, eine Grasunterlage oder einen weiteren Sitz. Mit oṃ āḥ surekhe vajrarekhe hūṃ phaṭ svāhā verehre man ihn mit rotem Sandel, Duft, Blumen und anderen Gaben und setze sich in Svastika oder einer entsprechenden Haltung.

Überlieferte Sitzformen

Die folgenden Zitate enthalten historische Leichnamrituale. Die Quellentexte nennen daneben andere Sitzformen. Eigene MS-Reihe aus dem Matsyasūkta:

24.MS.1: Auf einem weichen Komala-Sitz, auf anderen Decken oder auf Grasunterlagen sitzend, vollziehe man die Übung zur höchsten Vollendung.

24.MS.2: [Der eingeklammerte Vers nennt] einen im Kampf Gefallenen, einen verstorbenen Knaben ohne Haarschnitt-Zeremonie und einen nach sechs Monaten hervorgegangenen [Körper], den Scheiterhaufen oder dessen Nähe. Die syntaktische Verknüpfung dieser Angaben ist im Druck nicht eindeutig; sie wird nicht zu einer einheitlichen Auswahlvorschrift ergänzt.

Tantracūḍāmaṇi; eigene CP-Reihe, im Druck eingeklammert:

24.CP.1: Dort verehre man den Totensitz mit dem Mantra des Göttinnensitzes. Er wird als Tāra, preṃ kāmapīṭhāya und der Herzschluss [namaḥ] gelehrt.

Unnummerierter Halbvers: Nachdem sich der Vīra dort in der Sitzhaltung niedergelassen hat, reinige er sein eigenes Selbst. Die weitere Hälfte fehlt im Druck.

Śrīkrama zur Bezeichnung Komala; eigene KS-Reihe:

24.KS.1: [Eingeklammert:] „Wenn Vīrāsana und die anderen fehlen, höre vom Totensitz, Geliebte.“ Danach nennt der Vers einen verstorbenen Knaben ohne Haarschnitt-Zeremonie und eine Altersangabe mit fünf Jahren; das Verhältnis von „über“ und „bis“ ist im gedruckten Wortlaut nicht eindeutig.

24.KS.2: Es folgen Angaben mit sechs und zehn Monaten sowie ein aus dem Mutterleib hervorgegangenes, verstorbenes Kind und der achte Schwangerschaftsmonat. Die gegeneinander stehenden Zeitgrenzen sind nicht sicher aufzulösen.

Unnummerierter Halbvers: Dies werde „Komala“ genannt; anschließend nennt der Text Grasunterlagen beziehungsweise Kuśa. Die weitere Hälfte ist durch Punkte ersetzt.

Ein weiteres Tantra:

24.KS.3: Einen verstorbenen Knaben, an dem weder die Haarschnitt-Zeremonie noch die Einführung mit der heiligen Schnur vollzogen wurde und der im fünften Jahr starb, bezeichnet man als „Komala“.

Glosse: „Im fünften Jahr“ werde als „bei vollendetem fünften Jahr“ erklärt. Diese Präzisierung steht neben den abweichenden vorigen Angaben.

24.KS.4: Der Sitz sei allseits quadratisch, eine oder zwei Hasta breit. Auf dem reinen Sitz vollziehe der Kundige Weihe und Verehrung.

Prosa und unnummeriertes Zitat: Als weitere Sitze werden Felle von Schwarzantilope und Tiger genannt; das Zitat nennt Schwarzantilope, Leopard, den bereits angeführten acūḍa-Sitz und Decken. Ein gelber oder weißer Sitz könne hergerichtet sein; anschließend ist von einer ausgebreiteten beziehungsweise aufgerollten Unterlage die Rede. Zur Grasunterlage erläutert die Prosa, aus hundert Kuśa-Blättern eine Knabenfigur zu bilden und daran die rituelle Lebensvergegenwärtigung des Totensitzes vorzunehmen.

24.KS.5: Oṃ, āḥ surekhe vajrarekhe und danach hūṃ phaṭ svāhā: Mit dieser Formel bilde man das Maṇḍala auf dem Totensitz.

24.KS.6: In Vīrāsana sitzend und nach Verehrung des Sitzes zeichne man das Maṇḍala als Quadrat mit vier Toren.

Schutzknoten und Reinigung von Körper, Sprache und Geist

Mit oṃ maṇidhari vajriṇi mahāpratisare rakṣa rakṣa māṃ hūṃ phaṭ svāhā – „Schütze, schütze mich“ – binde man einen Schutzknoten in den Gewandsaum. Mit oṃ āḥ hūṃ phaṭ svāhā reinige man durch umfassende Durchdringung Körper, Sprache und Geist.

Blumen und weitere Gaben werden durch die Formeln oṃ puṣpaketurājārhate śatāya samyaksaṃbandhāya und oṃ puṣpe puṣpe mahāpuṣpe supuṣpe puṣpabhūṣite puṣpacayāvakīrṇe hūṃ phaṭ svāhā mit Mantra erfüllt. Die erste Anrede ist in ihrer Worttrennung unsicher; die zweite ruft die Blüte, große und schöne Blüte, die blumengeschmückte und von Blütenhaufen bedeckte [Gegenwart] an.

Auf einem goldenen oder anderen Träger, mit Gorocanā, Kuṅkuma und weiteren Stoffen bestrichen, bilde man mit oṃ āḥ surekhe vajrarekhe hūṃ phaṭ svāhā das Yantra: einen achtblättrigen Lotus mit einem nach unten gerichteten Dreieck in seinem Inneren, Kreis und Quadrat mit vier Toren. Auf die im Osten beginnenden Lotusblätter schreibe man die Mantra-Laute.

Kulacūḍāmaṇi; eigene CY-Reihe:

24.CY.1: Dann bereite man den Sitz sorgfältig mit Kula-Rasa und [der Formel] āḥ surekhe vajrarekhe hūṃ phaṭ svāhā.

24.CY.2: Mit diesem Mantra zeichne man den schönen achtblättrigen [Lotus] und das quadratische Maṇḍala mit vier Toren.

Glosse: Kula-Rasa wird hier als svayaṃbhū-rasa erklärt [ein tantrischer Ausdruck für Menstrualblut]. Danach kündigt die Quelle die Art der Buchstabeneintragung nach dem Phetkārīya an; sie folgt auf der nächsten Seite.

Druckvarianten: Eine Fußnote bietet eine undeutliche alternative Monatsangabe; eine weitere lautet „mit Kuśa“.

Eintragung der Mantra-Laute

Druckseite 266; Phetkārīya, eigene PY-Reihe:

24.PY.1: Dann zeichne man mit Sandel einen achtblättrigen [Lotus] samt Yoni und Kreis. Auf dem weichen Sitz niedergelassen, schreibe man Māyā auf das östliche Blatt.

24.PY.2: Auf das zweite [Blatt] das mittlere Bīja, im Norden pha, im Westen ṭa. In die Mitte schreibe man das Tāra-Bīja und vollziehe dann die Reinigung der Elemente. Eine Fußnote bietet phaṭ; eine weitere erläutert Tāra mit ṭa beziehungsweise verweist auf die bekannte Benennung von hūṃ als Tārā-Praṇava. Der knappe Glossenwortlaut ist nicht völlig eindeutig.

Gāndharva; eigene GY-Reihe:

24.GY.3: Oder man zeichne dieses Yantra: einen Lotus innerhalb einer sechsstrahligen Figur, dann zwei Erd-/Kreisscheiben [die zusammengesetzte Bezeichnung ist unsicher], ein Quadrat mit vier Toren.

Eingeklammerter Halbvers: In seine Mitte zeichne der Mantrakenner Tārā-Praṇava. Die weitere Hälfte fehlt im Druck. Die Bījas werden wie zuvor eingetragen.

Eine weitere Yantra-Beschreibung

Nīlatantra, unnummeriert; besonders für diejenigen, die Sarasvatīs Sprachvermögen erstreben: Ein Lotus mit den verschlüsselt als Raum, Mond und rasa bezeichneten Lauten im Inneren, mit paarweise erstrahlenden Staubfäden; acht Blätter, auf denen die Lautgruppen leuchten; umgeben vom Haus der Erde. Die Richtungen und Ecken sind mit Lauten geschmückt, deren verschlüsselte Bezeichnung Tāra und Īśvara einschließt. Dieses höchste Yantra der blauen Göttin wird als Geber aller Vollendungen gelehrt. Die genaue Lesung mehrerer Chiffren bleibt unsicher; daraus wird keine ergänzte Zeichnung abgeleitet.

Eingeklammerte weitere Beschreibung: Punkt und Dreieck, mit sechsstrahliger Figur verbunden, Kreis, achtstrahlige Figur und drei Kreise, samt Erdumfriedung: Dieses Yantra wird als Haus des Spiels Ekajaṭās bezeichnet.

Prosa: Man fertige eines dieser Yantras an, stelle es vor sich auf und verehre es. Am östlichen Tor des Sitzes: oṃ hrīṃ gāṃ gaṇapataye namaḥ; im Süden: oṃ hrīṃ vāṃ vaṭukāya namaḥ; im Westen: oṃ hrīṃ kṣāṃ kṣetrapālāya namaḥ; im Norden: oṃ hrīṃ yāṃ yoginībhyo namaḥ.

In der Mitte verehre man mit namaḥ den Verbrennungsplatz, den Wunschbaum, an seiner Wurzel den Juwelensitz, die verschiedenen Schmuckstücke, die Weisen und Götter sowie die Schakalinnen, die sich an reichlichem Fleisch und Knochen erfreuen. In den vier Richtungen verehre man Leichname, Köpfe, Scheiterhaufenglut und Knochen.

Auf den acht Blättern, beginnend mit der Feuerrichtung, verehre man jeweils mit oṃ und namaḥ: Lakṣmī, Sarasvatī, Rati, Prīti, Kīrti, Kānti, Tuṣṭi und Puṣṭi. In der Mitte: hasauḥ sadāśivamahāpretāsanāya namaḥ – Verehrung dem Sitz Sadāśivas als großem Preta.

Siddhasārasvata; eigene SS-Reihe:

24.SS.1: Lakṣmī, Sarasvatī, Rati, Prīti, Kīrti, Kānti, Tuṣṭi und Puṣṭi sind die acht Kräfte.

Unnummerierter Halbvers: Sie werden als die Sitzkräfte der Göttin Nīlasarasvatī bezeichnet. Die weitere Hälfte fehlt im Druck. Das Vīratantra ergänzt: „In der Mitte verehre man den Leichnam, das Reittier der Göttin.“

Innere Reinigung und Vergegenwärtigung

Man lege die Hände mit den Flächen nach oben in den Schoß und führe mit haṃsa Kuṇḍalinī, die individuelle Seele und die vierundzwanzig Prinzipien in umgekehrter Folge durch Suṣumṇā in das höchste Licht.

Während der Atemhaltung meditiere man ein rotes hrīṃ im Nabel und lasse das daraus hervorgehende Feuer den feinen Körper verbrennen. Im Herzen vergegenwärtige man ein gelbes strīṃ. Der eingeklammerte Zusatz erklärt: Der daraus hervorgehende Wind verweht die Asche; beim Ausatmen meditiere man ein weißes hūṃ im Kopf. Mit dem daraus hervorgehenden Nektarwasser überflute man die Knochen und den ganzen, nun leidfreien, das All umfassenden Körper.

Dazu wird als Śruti zitiert: „Die sechsunddreißig Prinzipien sind der Körper.“ Die vierundzwanzig Prinzipien der vorausgehenden Auflösung und die sechsunddreißig dieses Zitates bleiben als unterschiedliche Quellenangaben erhalten.

Man meditiere sich selbst als leidfrei, rein und göttlich. Im allgegenwärtigen Nektarwasser stelle man ā als roten Lotus vor, darüber aus ṭā einen weißen Lotus, darüber ein blaues hūṃ, darüber ein mit dem Bīja hūṃ geschmücktes Schneidmesser. Darüber vergegenwärtige man die Gottheit und setze mit elf Wiederholungen von āṃ hrīṃ kroṃ svāhā die Lebenskräfte ein.

Phetkārīya; eigene BH-Reihe:

24.BH.1: Man meditiere Māyā rot im Nabel und stelle sich vor, wie das daraus geborene Feuer den trockenen, durch Karma gebildeten Körper verbrennt. Die Erläuterung setzt sich auf der nächsten Seite fort.

Weitere Druckvarianten: Die Fußnoten nennen „Lotus“, „auf dem Totensitz“, „mit einem Kreis“, Śānti anstelle einer Sitzkraft sowie eine Variante „aus Verfehlungen bestehend“ zum Körper.

Druckseite 267; Fortsetzung der BH-Reihe aus dem Phetkārīya.

24.BH.2: [Man meditiere] das gelb leuchtende strīṃ im Herzen und lasse den daraus hervorgehenden Wind die Asche verwehen. Dann vergegenwärtige man an der Stirn …

24.BH.3: … Kūrca, leuchtend wie Schnee, und überflute mit dem daraus hervorgehenden Nektar die Knochen. Man meditiere das eigene Selbst als Tārā …

24.BH.4: … von allem Leiden frei, rein und aus der Gottheit bestehend. Nach dieser Reinigung der Elemente vergegenwärtige man das All als leer.

24.BH.5: [Man meditiere] das Selbst unbefleckt, ohne Eigenschaften, rein und göttlich; dann im freien Raum einen roten Lotus aus āḥ.

24.BH.6: Darüber meditiere man einen weißen Lotus aus ṭāṃ, darüber wiederum ein blau leuchtendes hūṃ.

24.BH.7: Aus dem hūṃ-Bīja [entsteht] das mit dem Bīja geschmückte Schneidmesser. Darüber meditiere man erneut sich selbst ganz als Tāriṇī. Vers 6 und die erste Hälfte von Vers 7 stehen im Druck in Klammern.

Meditationsgestalt der Tārā

24.BH.8: Sie steht in Pratyālīḍha, ist furchterregend und mit einer Kopfkette geschmückt; klein von Gestalt, mit großem Bauch und schrecklich, trägt sie ein Tigerfell um die Hüfte.

24.BH.9: In frischer Jugend, mit fünf Mudrās geschmückt, vierarmig, mit heraushängender Zunge, überaus furchterregend und Wünsche gewährend.

24.BH.10: Ihre beiden rechten Arme tragen Schwert und Schneidmesser; ihre beiden linken Hände tragen Schädelschale und Wasserlilie.

24.BH.11: Man meditiere sie mit einer einzigen wild aufragenden, gelbbraunen Haarflechte, mit Akṣobhya auf dem Scheitel geschmückt und mit drei Augen, die den Scheiben der jungen Sonne gleichen.

Glosse: Die „fünf Mudrās“ werden als fünf Schädel an der Stirn, zusammen mit vier weißen Knochenplättchen, erklärt. Ein Śaṅkarācārya zugeschriebenes Zitat nennt eine vielfältige Knochenkette und den furchterregenden fünffachen Schädelschmuck an der Stirn.

Atemfolge und Einsetzung der Mantra-Zuordnungen

Prosa: Beim Einatmen durch das linke Nasenloch werden vier Wiederholungen des Grundmantra genannt, beim Halten mit beiden verschlossenen Nasenlöchern sechzehn, beim Ausatmen rechts acht. Danach folgt eine Runde rechts ein- und links ausatmend, dann wieder links ein- und rechts ausatmend: drei Atemfolgen. Dies ist die Atemvorschrift der historischen Ritualquelle.

Es folgen die Einsetzungen: am Kopf akṣobhyaṛṣaye namaḥ, am Mund bṛhatīchandase namaḥ, am Herzen śrīmadekajaṭādidevatābhyo namaḥ, am Mūlādhāra hūṃ bījāya namaḥ, an den Füßen phaṭ śaktaye namaḥ. Nach dem Aussprechen der übrigen zwei Laute folge am ganzen Körper strīṃ kīlakāya namaḥ.

Vīratantra; eigene NR-Reihe:

24.NR.1: Akṣobhya ist ihr Seher, Bṛhatī wird als ihr Versmaß genannt. Die Göttin Nīlasarasvatī ist in den drei Welten verborgen.

Unnummerierter Halbvers: Hūṃ ist das Bīja, die Waffe ist die Kraft, welche die Früchte der vier Lebensziele gewährt. Die weitere Hälfte fehlt im Druck.

Buchstabeneinsetzung

Nun folgt der Mātṛkā-Nyāsa nach dem Kālītantra: „Wie Kālī, so Nīlā; nach derselben Folge setze man die Mātṛkā ein.“ Die Prosa verteilt die Lautgruppen mit namaḥ folgendermaßen:

Körperstelle Laute
Herz aṃ āṃ iṃ īṃ uṃ ūṃ ṛṃ ṝṃ ḷṃ ḹṃ
Rechter Arm eṃ aiṃ oṃ auṃ aṃ aḥ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ
Linker Arm ṅaṃ caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ
Rechter Unterschenkel ṇaṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ paṃ phaṃ baṃ bhaṃ
Linker Unterschenkel maṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ kṣaṃ

Die letzte Gruppe enthält hier keinen zusätzlichen ḻa-Laut, anders als die frühere Kālī-Reihe auf Druckseite 254.

Hand- und Gliedereinsetzung für Nīlasarasvatī

Die sechs Anreden bezeichnen die Göttin als Gestalt aller Sprache, ungeteilter Sprache, der Sprache Brahmās, Viṣṇus, Rudras und sämtlicher Sprache. Ihre Zuordnungen lauten:

Bīja und Anrede Hände: Abschluss jeweils namaḥ Körperglied und Schluss
hāṃ akhilavāgrūpiṇyai Beide Daumen hṛdayāya namaḥ – Herz
hīṃ akhaṇḍavāgrūpiṇyai Beide Zeigefinger śirase svāhā – Kopf
hūṃ brahmavāgrūpiṇyai Beide Mittelfinger śikhāyai vaṣaṭ – Haarspitze
haiṃ viṣṇuvāgrūpiṇyai Beide Ringfinger kavacāya huṃ – Schutzpanzer
hauṃ rudravāgrūpiṇyai Beide kleinen Finger netratrayāya vauṣaṭ – Drei Augen
haḥ sarvavāgrūpiṇyai Handflächen und Handrücken astrāya phaṭ – Waffe

Die Fingerzuordnung sei bereits erklärt. Diese Fassung gelte für Nīlasarasvatī. Danach wird ein Tārā betreffendes Zitat aus dem Siddhasārasvata angekündigt.

Druckvarianten: Die Fußnoten bieten unter anderem „durch diesen Wind“, „Zustand“, „Unreinheit“, „Tāriṇī“, „dort im Raum“, „über der Hüfte befindlich“ und „von schrecklicher Gestalt“.

Die Sprachgestalten in den Gliedermantras

Druckseite 268; Siddhasārasvata, eigene VG-Reihe.

24.VG.1: Nach der Anrede als Gestalt aller Sprache spreche man hṛdayāya namaḥ; nach der Anrede als Gestalt ungeteilter Sprache śirase und die Geliebte des Feuers [svāhā].

24.VG.2: Nach „Gestalt der Sprache Brahmās“ śikhāyai vaṣaṭ; nach „Gestalt der Sprache Viṣṇus“ ordne man kavacāya huṃ an.

24.VG.3: Nach „Gestalt der Sprache Rudras“ netrābhyāṃ vauṣaṭ; nach „Gestalt sämtlicher Sprache“ vergegenwärtige man astrāya phaṭ. Der Vers nennt hier zwei Augen, während die vorausgehende Prosa drei Augen nennt.

Unnummerierter Halbvers: Diese füge man jeweils hinter das Bīja mit Māyā und den sechs langen [Vokalen] an. Die weitere Hälfte fehlt im Druck.

Hand- und Gliedereinsetzung für Ekajaṭā

Die Prosa gibt eine weitere Reihe:

Formel Handzuordnung
hāṃ ekajaṭāyai … namaḥ Beide Daumen
hīṃ tāriṇyai … svāhā Beide Zeigefinger
hūṃ vajrodake … vaṣaṭ Beide Mittelfinger
haiṃ ugrajaṭe … huṃ Beide Ringfinger
hauṃ mahāpratisare … vauṣaṭ Beide kleinen Finger
haḥ piṅgograikajaṭe … phaṭ Beide Handrücken

Ebenso setze man [die Formeln] am Herzen und den weiteren Körpergliedern ein.

Nīlatantra zu Ekajaṭā; eigene EN-Reihe:

24.EN.1: Nach dem Bīja wird ekajaṭāyai für das Herz genannt, tāriṇyai für den Kopf, danach vajrodake für die Haarspitze.

24.EN.2: Ugrajaṭe für den Schutzpanzer, mahāpratisare und piṅgograikajaṭe entsprechend für Augen und Waffe.

Unnummerierter Halbvers: Mit Māyā in sechs langen [Vokalformen] spreche man den Namen nach dem Bīja. Die weitere Hälfte fehlt im Druck.

Quellenbindung und Arghya

Prosa: Buchstaben- und Sitzeinsetzung werden hier nicht ausgeschrieben, weil sie [in dieser Quelle] nicht gelehrt sind. Das Phetkārīya sagt: „Der Kundige vollziehe sorgfältig das hier Gelehrte; er vollziehe nicht das anderswo Gelehrte.“ Als weitere Möglichkeit nennt die Prosa dennoch Kālīs Ṣoḍhā-Nyāsa. Mit dem Grundmantra folgen drei umfassende Einsetzungen: vom Kopf bis zu den Füßen, von den Füßen zum Kopf und vom Herzen zum Gesicht.

Für das Arghya zeichne man links von sich Dreieck, Kreis und Quadrat, stelle das Gefäß samt Unterlage darauf, fülle es mit Wasser und weiteren Bestandteilen unter der Grundvidyā und füge roten Sandel, Bilva-Blätter, ungebrochene Reiskörner und die übrigen Gaben hinzu. An den Feuer-, Īśāna-, Asura- und Windrichtungen, in der Mitte und den Richtungen setze man die sechs Glieder ein, entweder beginnend hāṃ akhilavāgrūpiṇyai hṛdayāya namaḥ oder hāṃ ekajaṭāyai hṛdayāya namaḥ.

Man bedecke das Gefäß mit Matsya-Mudrā und wiederhole den Grundmantra zehnmal. Ein unnummeriertes Zitat erläutert: „Zehnmal wiederhole man die Vidyā, damit der Zustand der Gottheit verwirklicht werde.“ Mit dem Waffenmantra schütze man das Gefäß, zeige Dhenu- und Yoni-Mudrā und stelle sich das Wasser als Licht vor. Etwas davon gebe man ins Sprenggefäß, besprenge sich und die Verehrungsgeräte und beginne die Verehrung. Alternativ sei [die Arghya-Bereitung] unmittelbar nach der Elementereinigung möglich.

Phetkārīya; eigene PA-Reihe:

24.PA.1: Nach dieser Reinigung der Elemente vollziehe man die Bereitung von Arghya und den weiteren [Gaben], danach Prāṇāyāma und die Einsetzung des Sehers und der übrigen Zuordnungen.

Meditation als Einheit mit der Göttin

Man bereite eine Handvoll Blumen und meditiere die Göttin als ungetrennt vom eigenen Selbst.

Unnummerierter Meditationsvers: Die höchste Ugratārā steht in Pratyālīḍha, mit dem Fuß auf dem Herzen des Leichnams, und lacht schrecklich laut. Sie trägt Schwert, blaue Wasserlilie, Schneidmesser und Schädelschale und entsteht aus dem Bīja hūṃ. Der folgende Teil nennt strīṃ, ihre blaue Gestalt, das mächtige gelbbraune Haarbündel und eine Schlange; die Worttrennung ist unsicher. Sie selbst legt die Trägheit der drei Welten in die Schädelschale und vernichtet sie.

Prosa: In der Hand hält man Dūrvā, ungebrochenen Reis, roten Sandel und [eingeklammert:] Vajra-Blumen sowie Blüten, rot wie Sonnenstrahlen, und meditiert darin das Mātṛkā-Yantra. Aus dem Herzen führt man die Göttin, deren Wesen Licht des Grundmantra und reines Erkenntnisbewusstsein ist, durch die sechs Cakras zu Paramaśiva im Inneren des tausendblättrigen Lotus auf dem Kopf. Im Vollzug der rituellen Verbindung lässt man sie in seinem Nektarozean ruhen. Von diesem Nektar erfüllt, aus Bewusstsein und Glückseligkeit bestehend, führt man sie durch das gerade atmende Nasenloch heraus und ruft sie mit dem Grundmantra in die vorgestellte Gestalt.

Ein anderes Tantra; eigene AV-Reihe:

24.AV.1: Man führe die Göttin durch Suṣumṇā zum Brahmarandhra und meditiere, wie sie durch das atmende Nasenloch austritt, [hin] zu der in den eigenen Händen befindlichen …

24.AV.2: … Blume. Nachdem man sie dort vergegenwärtigt hat, lege man die Blume auf das Bild oder einen anderen Träger. „Herrin der Götter, durch Hingabe leicht zugänglich, von deinem Gefolge umgeben …“

Unnummerierter Halbvers: „… solange ich dich verehre, bleibe fest gegenwärtig.“ Die weitere Hälfte fehlt im Druck.

Druckvarianten: Die Fußnoten bieten „Name“, „aber“ und „Arm“.

Anrufung und Darbringung

Druckseite 269; Prosa.

Nach Anrufung und den zuvor beschriebenen Handlungen zeige man die fünf Mudrās, zu denen Yoni gehört. Das Bhairavīya verweist dafür auf die Anrufungs-Mudrās und den Mudrā-Abschnitt. Die Fußnote nennt ausdrücklich Sumukha, Caturasra, Vṛtta, Gomukha und Yoni als die fünf verehrten Mudrās.

Mit āṃ hrīṃ kroṃ svāhā vollziehe man die Einsetzung der Lebenskräfte. Mit oṃ śrīmadekajaṭe vajrapuṣpaṃ pratīccha hūṃ phaṭ svāhā – „Herrliche Ekajaṭā, nimm die Vajra-Blume an“ – verehre man mit sechzehn oder fünf Gaben. Ein unnummeriertes Zitat ordnet den Anfang mit Tāra und den Schluss mit der Gattin des Feuers an; die Prosa erläutert zudem die Verbindung mit Kūrca und hūṃ phaṭ.

Der eingeklammerte Beginn der Gabenformeln lautet: oṃ bhagavatyekajaṭe hrīṃ viśuddhadharmagātri sarvapāpāni śamaya sarvavikalpān apanaya hūṃ phaṭ svāhā; pādyaṃ namaḥ – „Erhabene Ekajaṭā, deren Leib reiner Dharma ist, beruhige alle Verfehlungen, beseitige alle gedanklichen Unterscheidungen; dieses Fußwasser, namaḥ.“

Weitere Gaben: tāriṇi hrīm idam ācamanīyaṃ svadhā – Mundspülwasser; hrīṃ maṇidhari vajriṇi mahāpratisare idam arghyaṃ svāhā – Arghya; hrīṃ kapālini madhuparkaṃ svadhā – Madhuparka; śrīmadekajaṭe idam ācamanīyaṃ sugandhijalaṃ namaḥ – duftendes Mundspülwasser.

Duft und Blumen

Unnummeriertes Duftgebet: „Nimm aus Gnade diesen höchsten Duft an, höchste Herrin, dessen Wohlgeruch voll höchster Glückseligkeit alle Richtungen erfüllt.“ Danach: śrīmadekajaṭe eṣa gandho namaḥ.

Unnummeriertes Blumengebet: „Im Wald des Vierten [Bewusstseinszustands] entstanden, durch viele Eigenschaften anmutig und mit dem Duft der Glückseligkeit: Nimm diese Blume an, höchste Herrin.“ Diese Formulierung wird als von Vidyādharācārya gebilligt bezeichnet.

Das Mahātantra wiederholt im Abschnitt über Tāriṇī die Bildung dieser Formeln: Praṇava, bhagavatyekajaṭe, Māyā, viśuddhadharmagātri sarvapāpāni śamaya sarvavikalpān apanaya hūṃ phaṭ und der Schluss bilden die Fußwasserformel. Zur Mundspül- und Arghya-Formel werden Tāra, vajriṇi, Māyā, nochmals Tāra und Māyā sowie maṇidhari vajriṇi mahāpratisare genannt. Für Madhuparka: Māyā und kapālini. Ein größerer Teil dieser Wiederholung ist im Druck eingeklammert; die Zuordnung der verkürzten Formelglieder bleibt stellenweise offen.

Verehrung des Umkreises

Man zeige die Yoni-Mudrā und bitte: „Göttin, erteile die Erlaubnis; ich verehre das Gefolge der Erhabenen.“ Auf den Staubfäden werden die sechs Glieder verehrt: im Südosten hāṃ ekajaṭe hṛdayāya namaḥ, im Nordosten hīṃ tāriṇi śirase svāhā, im Südwesten hūṃ vajrodake śikhāyai vaṣaṭ, im Nordwesten haiṃ kapālini kavacāya huṃ, in der Mitte hauṃ mahāpratisare netratrayāya vauṣaṭ und in den vier Richtungen haḥ piṅgograikajaṭe astrāya phaṭ.

Für Nīlasarasvatī folgt stattdessen die Reihe beginnend hāṃ akhilavāgrūpiṇyai hṛdayāya namaḥ. Auf dem Scheitel der Göttin verehre man Akṣobhya: akṣobhya vajrapuṣpaṃ pratīccha hūṃ phaṭ svāhā.

Bhairavīya, unnummeriert: Die Formel lautet „Nimm die Vajra-Blume an, hūṃ phaṭ svāhā“; nur der jeweilige Name ändert sich. Mit ihr verehre man das gesamte Gefolge. Die weitere Vershälfte ist durch Punkte ersetzt. Überall steht Praṇava am Anfang; ein weiterer Halbvers bestätigt diesen Anfang und den Schluss svāhā.

Die Tārā-Gurureihe

Nördlich des Sitzes, vom Nordwesten bis zum Nordosten, verehre man die Gurureihe.

Tārācūḍāmaṇi; eigene TG-Reihe:

24.TG.1: Nun werde ich die Tārā-Gurus nennen, welche sichtbare und unsichtbare Früchte gewähren: Ūrdhvakeśa, Vyomakeśa, Nīlakaṇṭha und Vṛṣadhvaja …

24.TG.2: … bilden den göttlichen Strom und gewähren Vollendung, o Göttin. Höre den Strom der Vollendeten: Vasiṣṭha, Kūrmanātha, Mīnanātha, Maheśvara …

24.TG.3: … und Harinātha. Nun nenne ich die Gurus des menschlichen Stromes: Tārāvatī, Bhānumatī, Jayā, Vidyā, Mahodarī …

24.TG.4: … Sukhānanda, Parānanda, Pārijāta, Kuleśvara, Virūpākṣa und Pheravī. Damit ist die Familie Tāriṇīs genannt. Der letzte Name ist ungewöhnlich gedruckt; er wird nicht ohne Beleg in Bhairavī geändert.

Kurze Glosse: Sie nennt die Verehrung allein von Ekajaṭā und Akṣobhya; das einleitende Wort, das die Bedingung oder Alternative kennzeichnen könnte, ist nicht sicher lesbar.

Acht Yoginīs und weitere Begleitgottheiten

24.TG.5: An den im Osten beginnenden Blattwurzeln: Mahākālī, Rudrāṇī, Bhadrā, Bhīmā, Ghorā, Bhrāmarī und als siebte Mahārātrī.

Unnummerierter Halbvers: Als achte wird Bhairavī genannt. Diese Yoginīs verehre man. Die weitere Hälfte fehlt im Druck.

Prosa: Auf den vier im Osten beginnenden Blättern, linksherum, verehre man mit hāṃ Vairocana, Śaṅkhapāṇḍara, Padmanābha und Asitāṅga. Die Zuordnung zu vier Plätzen spricht hier für die Zusammennahme von Śaṅkha und Pāṇḍara als einem Namen; frühere zusammengeschriebene Listen waren weniger eindeutig. Der Satz zu den vier mit der Feuerrichtung beginnenden Plätzen wird auf der folgenden Seite fortgesetzt.

Druckvarianten: Die Fußnoten bieten Īśvarī, einen verkürzten bhaira-Wortlaut und Umā.

Druckseite 270; Fortsetzung: Auf den vier mit der Feuerrichtung beginnenden Blättern verehre man rechtsherum Māmaka, Nāmaka, Pāṇḍara und Tāraka; an den im Osten beginnenden Toren Padmāntaka, Yamāntaka, Vighnāntaka und Narakāntaka.

Siddhasārasvata; eigene AG-Reihe:

24.AG.1: Auf den vier Blättern in den mit Indra [Osten] beginnenden Richtungen verehre der Mantrakenner Vairocana, Śaṅkhapāṇḍura, Padmanābha und Asitāṅga.

24.AG.2: An den vier mit Feuer [Südosten] beginnenden Ecken verehre man der Reihe nach Nāmaka, Māmaka, Pāṇḍura und Tāraka mit ihren jeweiligen Mantras. Die ersten beiden Namen stehen hier in umgekehrter Folge gegenüber der Prosa.

24.AG.3: Ebenso an den im Osten beginnenden Toren Padmāntaka und Yamāntaka; nach Vighnāntaka verehre man Narakāntaka.

Nīlatantra, unnummeriert: „Die Gliedergottheiten verehre man gerade in linkswendiger Folge.“ Diese allgemeine Angabe steht neben der rechtswendigen Folge der vorherigen Prosastelle.

Bali-Darbringung

Danach folgt Bali. Ein unnummeriertes Zitat nennt die Darbringung am Ende der Verehrung und vor dem Essen. Links von sich zeichne man Dreieck, Kreis und Quadrat, verehre mit Blumen und stelle ein Gefäß samt Unterlage mit den vorgeschriebenen Bali-Gaben darauf. Man berühre es mit linkem Daumen und Ringfinger und spreche die folgende Formel dreimal.

Ihr Wortlaut beginnt oṃ hrīṃ ekajaṭe mahāyakṣādhipataye mayopanītabaliṃ: „Ekajaṭā, [für] den großen Herrn der Yakṣas, nimm die von mir herbeigebrachte Bali-Gabe an, nimm [sie] an; lass sie annehmen, lass [sie] annehmen. Bewirke für mich allen Frieden, bewirke [ihn]; ziehe die fremde Vidyā herbei, ziehe [sie] herbei; zerreiße, zerreiße; zerschneide, zerschneide; bringe die ganze Welt unter Herrschaft.“ Der Schluss lautet hrīṃ svāhā. Die wechselnde Anrede- und Dativform sowie die gegen fremde Kräfte gerichteten Bitten gehören zum überlieferten Wortlaut.

Siddhasārasvata zur Bildung der Formel; eigene BM-Reihe:

24.BM.1: Zuerst spreche man Praṇava, danach Hṛllekhā, nach ekajaṭe das Wort mahā.

24.BM.2: Nach yakṣādhi folge pataye, dann mayā, upanīta und baliṃ gṛhṇa zweimal.

24.BM.3: Gṛhṇāpaya zweimal, dann mama sarva, śāntiṃ kuru zweimal und anschließend paravidyām.

24.BM.4: Zweimal ākarṣaya, ebenso truṭa und chindhi; danach sarvajagat und vaśam ānaya.

Unnummerierter Halbvers: Mit Māyā und svāhā gilt dieser Mantra für Bali und die weiteren [Darbringungen]. Die weitere Hälfte fehlt im Druck. Die vorausgehende Prosa hat beim „Annehmenlassen“ eine abweichend gedruckte Verbform; der Vers ist mit gṛhṇāpaya wiedergegeben.

Wiederholungszahlen und Mantra-Meditation

Mit einer geheim gehaltenen Gebetskette wiederhole man laut, leise oder geistig; die Prosa nennt tausendacht oder hundert [grammatisch kann „acht darüber“ auch auf hundert bezogen werden].

Eigene JZ-Reihe:

24.JZ.1: Bei der täglichen Verehrung sei der Japa hundertachtmal oder tausendmal zu vollziehen, o Göttin. Die dazwischenstehende Zahlenwendung ist beschädigt und enthält eine Klammerkorrektur in Richtung „zwanzig“.

Erläuterung: Bei mangelndem Vermögen könne die Zahl bis auf zwanzig verringert werden. Das Nīlatantra nennt ausdrücklich tausend, hundert oder zwanzig Wiederholungen mit der geheimen Kette.

Das innere Geheimnis des Japa wird so beschrieben: In Mūlādhāra, Svādhiṣṭhāna und Maṇipūra vergegenwärtige man jeweils die drei Bījas, leuchtend wie zehn Millionen Blitze und ineinander übergehend; phaṭ, ganz aus Licht bestehend, sei als Ruhepunkt zu meditieren und auszusprechen.

Nīlatantra; eigene JM-Reihe:

24.JM.1: Ich werde die Mantra-Meditation lehren, die durch Wiederholung Allwissenheit gewährt; durch sie werde, Herrin des großen Gottes, selbst der Töter eines Brahmanen gereinigt.

24.JM.2: Im Wurzelbereich meditiere man Hṛllekhā, so strahlend wie zehn Millionen Sonnen; im Svādhiṣṭhāna das zweite [Bīja], gelb.

24.JM.3: Am Nabel das mächtig leuchtende Kūrca-Bīja, einer Wolke gleich; im Herzen das Waffen-Bīja mit dem Glanz des Feuers am Ende der Zeit.

24.JM.4: Von der Wurzel bis zum Brahmarandhra vergegenwärtige man die gesamte Vidyā, zehn Millionen Sonnen gleich, mit vorausgehender Yoni-Mudrā.

Nach dem Japa entsprechend dem eigenen Vermögen übergebe man ihn und vollziehe das tägliche Homa und die weiteren Handlungen.

Verehrung, Japa und Homa

Somasiddhānta; eigene SJ-Reihe:

24.SJ.1: Ohne Wiederholung wird ein Mantra nicht wirksam; ohne Feuerdarbringung gewährt er keine Frucht; ohne Verehrung erfüllt er keine Wünsche. Daher vollziehe man alle drei.

24.SJ.2: Durch Verehrung erlangt man Verehrung, durch Japa zweifellos Vollendung, durch das Feuerwerk Machtentfaltung und sämtliche Siddhis.

Nīlatantra; eigene NH-Reihe:

24.NH.1: Ich werde das Vidyā-Homa lehren, durch das man alle Vollendung erlangt. Nach vollständiger Verehrung vollziehe man den Ritus mit vorausgehendem Bali.

24.NH.2: Danach führe der ausgezeichnete Sādhaka Japa und Sättigung aus. Bali, Anziehung und die weiteren [Riten] vollziehe der Brahmane. Die Folge wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.

Druckvarianten: Die Fußnoten bieten „Name“, „äußeres Bali“ und „Wort“.

Druckseite 271; Fortsetzung der NH-Reihe aus dem Nīlatantra.

24.NH.3: Man bringe das Feuer vorschriftsgemäß herbei und [spreche] „Verehrung den Fleischverzehrern“. Nach dem Grundmantra [richte man es] in einer Feuergrube oder auf einer Opferfläche …

24.NH.4: … oder auf der Erde her. Mit den drei Vyāhṛtis, jeweils mit svāhā endend, vollziehe man [die Darbringung] dreifach, danach die sechs Glieder dreifach.

24.NH.5: Dann rufe man die Göttin herbei, bringe sechzehn Opfergaben mit dem Grundmantra dar, preise sie, verneige sich und entlasse sie in das Bindu-Maṇḍala.

Prosa: Man beende die Handlungen bis zur Entlassung. Die Vollübung umfasst hunderttausend Wiederholungen, das Homa ein Zehntel davon.

24.NH.6: Danach wiederhole man [den Mantra] hunderttausendmal, von Opferspeise lebend und mit ungeteilter Aufmerksamkeit. Man nehme die geheime Gebetskette und vollziehe damit die hunderttausend Wiederholungen.

24.NH.7: Durch die Gebetskette aus Mahāśaṅkha [hier eine tantrische Bezeichnung für menschlichen Knochen] werde Vollendung unvermittelt erlangt. Die aus fünfzig Perlen gefertigte Kette gewähre alle Siddhis.

Prosa und Zitat: Wenn Mahāśaṅkha nicht verfügbar ist oder man dazu nicht imstande ist, soll eine Kristallkette verwendet werden.

Kullukā und Abschluss der Vollübung

Die Kenntnis der Kullukā wird für den Tārā-Mantra als notwendig bezeichnet.

Matsyasūkta; eigene MK-Reihe. Der Druck verwendet erneut die Nummer 7:

24.MK.7: Wer die Kullukā nicht kennt und den großen Mantra wiederholt, für den trete der Tod ein oder er werde verwirrt. Dies ist eine Drohaussage der Ritualüberlieferung, keine festgestellte Wirkung.

Māyātantra; eigene MP-Reihe:

24.MP.1: Man schreibe die Kullukā auf Birkenrinde und trage sie auf dem Kopf; dadurch werde man am Königshof und in der Versammlung gewiss siegreich.

24.MP.2: Nach dem beschriebenen Japa folgt Homa mit einem Zehntel, davon wiederum ein Zehntel Sättigung und davon ein Zehntel Speisung der Brahmanen.

Unnummerierter Halbvers: Man sättige die höchste Göttin; die Art und Weise werde nun erklärt. Die weitere Hälfte fehlt im Druck. Danach gebe man die Lehrergabe.

Siddhasārasvata; eigene ST-Reihe:

24.ST.1: Nach dem Japa bringe der Mantrakenner ein Zehntel [der Zahl] mit dunklen Wasserlilien, die mit Ghee benetzt sind, ins Feuer dar; davon ein Zehntel als Sättigung.

24.ST.2: Mit klarem Duftwasser, dem der Saft von dunklem Aguru beigefügt ist, sättige man die höchste Göttin. Die Art und Weise wird nun erläutert.

24.ST.3: Man rufe sie vorschriftsgemäß ins Wasser, verehre sie mit Fußwasser und weiteren Gaben und sättige die Göttin sowie jedes Mitglied ihres Gefolges jeweils einmal.

24.ST.4: Der ausgezeichnete Sādhaka verehre sich selbst mit dem Bewusstsein, die Göttin zu sein, und gebe mit „Ich besprenge Tāriṇī“ Wasser auf den eigenen Kopf.

Weitere Puraścaraṇa-Formen

Historische Ritualangaben; eigene RP-Reihe:

24.RP.1: Eine andere Vollübung wird so gelehrt: ein an einem Dienstag oder Samstag herbeigebrachter Menschenschädel …

24.RP.2: … wird mit Pañcagavya und besonders Sandel und weiteren Stoffen verbunden und im Wald eine halbe Hasta tief in die Erde gesetzt.

24.RP.3: Dort wiederhole man in derselben Nacht allein den Mantra tausendmal; [der Übende] werde dadurch einem Wunschbaum gleich.

24.RP.4: Eine andere Vollübung wird am achten oder vierzehnten Mondtag einer der beiden Monatshälften gelehrt.

24.RP.5: Vom Sonnenaufgang bis zum nächsten Sonnenaufgang wiederhole man furchtlos den Mantra; dadurch werde man Herr aller Siddhis.

Muṇḍamālātantra; eigene UM-Reihe:

24.UM.1: Eine andere Vollübung wird besonders im Herbst, vom vierten bis zum neunten Mondtag, gelehrt.

24.UM.2: Nach hingebungsvoller Verehrung wiederhole man nachts entsprechend tausendfach, allein an einem menschenleeren Ort, ausschließlich in einem dunklen Raum.

24.UM.3: Vom achten bis zum neunten Mondtag widme man sich dem Fasten; [ein weiterer Ansatz lautet:] vom achten Tag der dunklen Monatshälfte bis wiederum zum achten Tag der dunklen Monatshälfte. Der Satz wird auf der nächsten Seite weitergeführt; die unterschiedlichen Zeitangaben bleiben erhalten.

Druckseite 272; Fortsetzung der UM-Reihe aus dem Muṇḍamālātantra.

24.UM.4: Tausendfache Wiederholung wird als Vollübung gelehrt. Vom vierzehnten Tag der dunklen Monatshälfte bis zum neunten [Tag] beim großen Fest …

24.UM.5: … vollziehe man besonders nachts am achten und neunten Mondtag die Verehrung. Am zehnten breche man das Fasten mit Fisch, Fleisch und weiteren [Speisen].

24.UM.6: Täglich wiederhole man den Mantra sechstausendmal, ganz der Hingabe zugewandt, vom vierzehnten Mondtag bis zum nächsten vierzehnten.

24.UM.7: So lange zu wiederholen, Herrin des großen Gottes, wird als Vollübung gelehrt. Allein durch Japa werden die Mantras vollendet.

Prosa: Die damit verbundenen Regeln der Vīra-Übung und Lebensführung seien aus dem zuvor Gesagten zu verstehen.

Kurze Darstellung weiterer Mantraformen

Die Quelle kündigt eine kurze Bildung der Śyāmā- und Tārā-Mantras aus einem anderen Tantra an. Eigene LV-Reihe. Die verschlüsselten Beschreibungen und anschließend ausdrücklich ausgeschriebenen Formeln bleiben nebeneinander erhalten; ihre Zahlenangaben werden nicht vereinheitlicht.

24.LV.1: Nun werden Formen Tārās gelehrt, die schnelle Vollendung gewähren: Kāmikā [im Druck kāmikā], ausgestattet mit Feuer, linkem Auge und Bindu, [sowie] Bhuvaneśvarī …

24.LV.2: … Bhuvaneśī, von Schutz umschlossen, mit phaṭ am Ende und Praṇava am Anfang: die siebensilbige große Vidyā, von Viriñci [Brahmā] verehrt.

Ausgeschriebene Formel: oṃ hrīṃ hūṃ hrīṃ hūṃ phaṭ.

24.LV.3: Sprache, Kraft, Kamalā, Kāma, Haṃsa mit Anugraha und Sarga, Schutz, ugratāre, Schutz und Waffe: die von Viṣṇu verehrte zwölfsilbige [Vidyā].

Ausgeschriebene Formel: aiṃ hrīṃ śrīṃ klīṃ sauḥ hūṃ ugratāre hūṃ phaṭ.

24.LV.4: Tāra, Schutz, Śivā, Kāma, Bhṛgu mit Manu und Sarga, Schutz und Waffe: Diese siebensilbige, Vollendung gewährende [Vidyā] wird von Viṣṇu verehrt.

Ausgeschriebene Formel: oṃ hūṃ hrīṃ klīṃ sauḥ hūṃ phaṭ.

24.LV.5: Im fünften Bīja dieser beiden [Formen] wird der abschließende [Laut] mit h am Anfang bezeichnet; die gedruckte Wendung mit makāra ist nicht eindeutig. Dann werden die beiden Vidyās als vom Viergesichtigen verehrt gelehrt.

Die zwei ausgeschriebenen Formen: aiṃ hrīṃ śrīṃ klīṃ hsauḥ hūṃ ugratāre hūṃ phaṭ und oṃ hūṃ hrīṃ klīṃ hsauḥ hūṃ phaṭ.

Unnummerierter Halbvers: Tāra, Māyā, Schutz, Māyā, Schutz und Waffe bilden eine sechssilbige [Vidyā]. Die ausdrücklich angegebene Form lautet erneut oṃ hrīṃ hūṃ hrīṃ hūṃ phaṭ. Dieselbe ausgeschriebene Folge wurde oben siebensilbig genannt; die Zahlenabweichung bleibt gekennzeichnet.

24.LV.6: Die Berggeborene, von den verschlüsselt mit Hari, Feuer, drei Gestalten und Mond verbundenen Schutz-[Bījas] umschlossen, endet mit der Waffe; diese fünflautige [Vidyā] heißt Ekajaṭā. Die lange Lautchiffre ist teilweise unsicher.

Ausgeschriebene Formel: śrīṃ hūṃ hrīṃ hūṃ phaṭ.

24.LV.7: R, verbunden mit Śānti und Mond, Śānta, Schutz und Waffe, Kāma und Vāgbhava: Diese von Nārāyaṇa verehrte fünflautige [Vidyā] gewährt alle Siddhis.

Ausgeschriebene Formel: rīṃ hūṃ phaṭ klīṃ aiṃ.

24.LV.8: Für diese acht Vidyās ist Śakti, der Sohn Vasiṣṭhas, der Seher; Gāyatrī und Tārakā werden als Versmaß und Gottheit genannt.

Unnummerierter Halbvers: Nach den Einsetzungen wie zuvor meditiere man Tārā im Herzlotus. Die weitere Hälfte fehlt im Druck.

Weiße Tārā und Wirkungszuordnungen

24.LV.9: Ich verehre Tārā für alles Gedeihen: weiß gekleidet, strahlend wie der Herbstmond, schön geschmückt und mit der Mondsichel geziert; ihre Lotushände tragen Schneidmesser und Schädelschale, und sie hat drei Augen.

24.LV.10: Wiederholung, Verehrung und alles Weitere dieser [Vidyās] vollziehe man wie zuvor. Durch Homa mit honiggemischtem Milchreis werde man zu einem Schatz der Gelehrsamkeit.

24.LV.11: Bei Anziehung vergegenwärtige man sie rot, bei Lähmung goldfarben, beim Tötungsritus schwarz, bei Vertreibung rauchfarben und bei Befriedung weiß. Diese Farbzuordnungen beziehen sich auf die historischen Ritualkategorien des Textes.

24.LV.12: Was bedarf es vieler weiterer Worte? Wenn diese Vidyās vollendet sind, erfüllen sie hier gewiss alle Wünsche der Menschen, so die Verheißung.

Eine weitere Ekajaṭā-Formel

24.LV.13: Māyā, Herz, bhagavatyekajaṭe mama, Wasser, Sthirā auf dem Feuersitz, puṣpaṃ pratīccha und die Geliebte des Feuers.

Unnummerierter Halbvers: Der mit Tāra beginnende Mantra hat zweiundzwanzig Laute und gewährt die zuvor genannte Vollendung. Die weitere Hälfte fehlt im Druck.

Die Prosa löst ihn ausdrücklich auf: oṃ hrīṃ namo bhagavatyekajaṭe mama vajrapuṣpaṃ pratīccha svāhā – „Verehrung, erhabene Ekajaṭā; nimm meine Vajra-Blume an.“

Druckvarianten: Die Fußnoten bieten „wie zuvor mit Māyā und den sechs langen Vokalen“ sowie „mit weißen Strahlen“.

Druckseite 273; Fortsetzung der Mantraformen. Die Nummerierung springt im Druck nach 13 auf 21; der Sprung wird beibehalten.

24.LV.21: Patañjali ist der Seher, Gāyatrī das Versmaß und wiederum Ekajaṭā die Gottheit. Die sechs Glieder werden mit Māyā in sechs langen [Vokalformen] gebildet.

Unnummerierter Halbvers: Meditation, Verehrung und Anwendungen vollziehe man wie beim zuvor genannten Mantra. Die weitere Hälfte fehlt im Druck.

Nīlasarasvatī mit Glocke und Schwert

24.LV.22: Ramā, Māyā, die beiden Haṃsa-[Laute], auf Vyāpinī gesetzt und mit Sarga verbunden, Schutz und Waffe, nīla, Bhṛgu, sarasvatyai und das Paar ṭha.

Unnummerierter Halbvers: Der mit Praṇava beginnende Mantra gewährt alle Siddhis und hat die durch „Manu“ bezeichnete Zahl von Lauten [vierzehn]. Die weitere Hälfte fehlt im Druck.

Ausgeschriebene Formel: oṃ śrīṃ hrīṃ hsauḥ hūṃ phaṭ nīlasarasvatyai svāhā.

24.LV.23: Seher, Versmaß und Gottheit sind Brahmā, Gāyatrī und Nīlasarasvatī. Die Glieder werden mit den aus dem Mantra genommenen Lautzahlen „Augen, Mond, Mond, Augen, Glieder, Augen“ gebildet [2, 1, 1, 2, 6, 2].

Unnummerierter Halbvers: Danach meditiere man die Göttin, die alles Erwünschte zur Vollendung führt. Die weitere Hälfte fehlt im Druck.

24.LV.24: Freudig verehre ich Nīlasarasvatī: Ihre Hände tragen Glocke, Kopf, Dreizack und Schwert; sie ist mit der Mondsichel geschmückt und zertritt unter ihren Füßen ein paśu [Tier beziehungsweise gebundenes Wesen].

24.LV.25: Japa, Verehrung und alles Weitere werden für sie wie zuvor gelehrt. Wenn diese Vidyā vollendet ist, gewährt sie den Menschen besonders den Sieg im Streitgespräch.

Tārā, die über das schwer Überwindbare führt

24.LV.26: Māyā, dieselbe mit Ananta verbunden, Schutz und Herz und weitere im Druck gedrängte Lautchiffren; Tārā mit vorangestelltem mahā sowie Bhṛgu, Brahmā und Feuer am Ende …

24.LV.27: … dustaraṃ, zweimal tāraya, zweimal tara und das Paar ṭha: Die zweiunddreißiglautige [Vidyā] Tārās wird von den Weisen wie zuvor angenommen.

Die Quelle schreibt die Formel aus: oṃ hrīṃ hāṃ hūṃ namas tārāyai mahātārāyai sakaladustaraṃ tāraya tāraya tara tara svāhā – „Verehrung Tārā, Mahātārā; führe über alles schwer Überwindbare hinüber, führe hinüber; überschreite, überschreite; svāhā.“

Die Königin der Vidyās

Neu beginnende VR-Reihe:

24.VR.1: Nun werde ich die Königin der Vidyās lehren, die selbst für den König der Götter schwer zu erlangen ist. Menschen, die sie empfangen und ihrer Verehrung zugewandt sind, verwirklichen ihre Wünsche.

24.VR.2: Sprache, Māyā, Śrī, der Geistgeborene, Haṃsa mit Anugraha und Bindu; Kāma, Śakti, Sprachbīja und der Endlaut der pha-[Reihe] mit la, Ardhīśa und Bindu.

24.VR.3: Das Strī-Bīja, nīlatāre und Sarasvatī in der Anredeform; die beiden als atri bezeichneten [Laute] mit r, der Reihe nach mit Śeṣa und linkem Auge verbunden …

24.VR.4: … beide mit Anusvāra; Kāma-Bīja, der Endlaut der pha-[Reihe] mit Fleisch, Feuer und Bindu; Sarga, Bhṛgu, Sprache, Hṛllekhā, Ramā, Kāma und zweimal sau.

24.VR.5: Mit Sarga am Ende, Bhuvaneśānī und svāhā: Die große Vidyā wird zweiunddreißiglautig genannt und gewährt, wenn sie verehrt wird, Genuss und Befreiung.

Ausgeschriebene Folge der Prosa, mit örtlicher Lesungsunsicherheit: aiṃ hrīṃ śrīṃ klīṃ sauḥ klīṃ hrīṃ aiṃ blūṃ strīṃ nīlatāre sarasvati drāṃ drīṃ klīṃ blūṃ saḥ aiṃ hrīṃ śrīṃ klīṃ sauḥ sauḥ hrīṃ svāhā. Die beiden als blūṃ wiedergegebenen dicht gesetzten Bījas sind unsicher. Die genannte Gesamtzahl wird angesichts der längeren ausgeschriebenen Folge nicht als überprüft bestätigt.

24.VR.6: Brahmā, Anuṣṭubh und Sarasvatī sind Seher, Versmaß und Gottheit. Die Glieder werden aus Mantra-Gruppen mit fünf, fünf, acht, fünf, fünf [„Pfeile“] und zwei [„Paar“] Lauten gebildet.

24.VR.7: Ich verehre die dreiäugige Nīlasarasvatī, die auf einem Boot sitzt, reich mit Schlangen geschmückt ist, in ihren Händen Schneidmesser, Schädelschale, Becher und Dreizack trägt und eine Kette aus Menschenköpfen anlegt.

24.VR.8: Man wiederhole die Vidyā vierhunderttausendmal; ein Zehntel bringe man mit Kiṃśuka-Blüten samt süßem [Stoff] ins Feuer dar, vertrauensvoll und unermüdlich.

Yantra der Vidyārājñī

24.VR.9: Den zuvor genannten Sitz verehre man nach der nun beschriebenen Weise. Zuerst ein Dreieck, eine sechsstrahlige Figur, ein acht- und ein sechzehnblättriger Lotus …

24.VR.10: … dann ein zweiunddreißigblättriger und ein vierundsechzigblättriger Lotus; danach das quadratische Erdenhaus mit drei Linien.

24.VR.11: Nachdem man das Yantra so gezeichnet hat, verehre man von außen her. Im Feuerwinkel des Quadrats verehre man Vighneśa.

24.VR.12: Im Windwinkel Kṣetrapāla, im Nordosten Bhairava, im Südwesten die Yoginīs und auf der linken Seite den Guru. Die Beschreibung setzt sich auf der nächsten Seite fort.

Die äußeren Umkreise

Druckseite 274; Fortsetzung der VR-Reihe.

24.VR.13: Auf der ersten Linie des Erdenhauses verehre man Aṇimā, Laghimā, Mahimā, Īśitā, Vaśitā und Kāmapūraṇī …

24.VR.14: … Garimā und Prāpti, in den im Osten beginnenden Richtungen. Auf der zweiten Linie des Erdenhauses die Bhairavas.

24.VR.15: Asitāṅga, Ruru, Caṇḍa, Krodha, Unmatta, Kapālin, Bhīṣaṇa und Saṃhāra gelten als die acht Bhairavas.

24.VR.16: Auf der dritten Linie des Erdenhauses die Mütter: Brāhmī, Māheśvarī, Kaumārī, Vaiṣṇavī …

24.VR.17: … Vārāhī, Indrāṇikā, als siebte Cāmuṇḍā und Mahālakṣmī. Sie sind auf den im Osten beginnenden Blättern der Reihe nach zu verehren. Der Vers nennt Blätter, obwohl zuvor die dritte Linie genannt wurde.

24.VR.18: Nach Verehrung dieses ersten Umkreises zeige man die Yoni-Mudrā. Auf dem vierundsechzigblättrigen Lotus [verehre man] ebenso viele Kräfte.

Die vierundsechzig Kräfte

24.VR.19: Kuleśī, Kulanandā, Vāgīśī, Bhairavī, Umā, Śrī, Śāntapā [ungewöhnliche Drucklesung], Caṇḍā, Dhūmrā, Kālī und Kapālinī.

24.VR.20: Mahālakṣmī, Kaṅkālī, Rudrakālī, Sarasvatī, Vāgvādinī, Nakulī, Bhadrakālī und Śaśiprabhā.

24.VR.21: Pratyaṅgirā, Siddhalakṣmī, Amṛteśī, Caṇḍikā, Khecarī, Bhūcarī, Siddhā, Kāmākhyā, Hiṅgulā und Dharā.

24.VR.22: Jayā, Vijayā, Jitā, Nityā, Aparājitā, Vilāsinī, Ghorā, Citrā, Mugdhā und Dhaneśvarī. Die Zusammenschreibung nityāparājitā wird hier als zwei Namen getrennt; so ergibt die Gesamtfolge die angekündigten vierundsechzig Namen.

24.VR.23: Someśvarī, Mahācandrā, Vidyā, Haṃsī, Vināyakā, Vedagarbhā, Bhīmā, Ugrā, Vedyā und Sadgati.

24.VR.24: Ugreśvarī, Candragarbhā, Jyotsnā, Satyā, Yaśovatī, Kulikā, Kāminī, Kāmā, Jñānavatī und Ḍākinī.

24.VR.25: Rākiṇī, Lākinī, Kākinī, Śākinī und Hākinī: [Dies sind] die vierundsechzig Kräfte, die Vollendung gewähren.

Kräfte des zweiunddreißigblättrigen Lotus

24.VR.26: Nach Verehrung des zweiten Umkreises zeige man die Khecarī-Mudrā. Auf den zweiunddreißig Blättern sind die folgenden Kräfte zu verehren.

24.VR.27: Kirātā, Yoginī, Vīrā, Vetālā, Yakṣiṇī, Harā, Ūrdhvakeśī, Mātaṅgī, Mohinī und Vaṃśavardhinī.

24.VR.28: Mālinī, Lalitā, Dūtī, Manojñā, Padminī, Dharā, Barbarī, Chatrahastā, Raktanetṛī und Vicarcikā.

24.VR.29: Mātṛkā, Durdaśī [Drucklesung unsicher], Netreśī, Raṅginī, Nadī, Śānti, Dīptā, Vajrahastā, Dhūmrā, Śvetā und Sumaṅgalā. Selbst bei Trennung von śāntidīptā in zwei Namen ergibt die überlieferte Reihe nur einunddreißig Namen. Ein fehlender zweiunddreißigster Name wird nicht ergänzt.

Die sechzehn Kräfte

24.VR.30: Nach Verehrung des dritten Umkreises zeige man die Bīja-Mudrā. Dann verehre man auf den sechzehn Blättern die sechzehn Kräfte.

24.VR.31: Mugdhā, Śrī, Kurukullā, Tripurā, Totalā, Kriyā, Rati, Prīti, Bālā, Sumukhī und Śyāmalāvilā [ungewöhnliche, zusammengeschriebene Drucklesung].

24.VR.32: Piśācī, Vidārī, Śītalā, Vajrayoginī und Sarveśvarī. Nach ihrer Verehrung zeige man die Yoni-Mudrā. Wird Śyāmalāvilā als ein Name verstanden, ergibt sich die angekündigte Sechzehnerzahl.

Unnummerierter Halbvers: Auf den acht Blättern verehre man die acht Sarasvatīs mit ihren jeweiligen Mantras. Die weitere Hälfte fehlt im Druck.

Acht Sarasvatīs: Beginn

Neue SW-Reihe für die erklärenden Verse; gesonderte SF-Reihe für die im Druck nummerierten ausgeschriebenen Formeln.

24.SW.1: Tāra, Herz, Lohita, Satya mit Vaikuṇṭha und Ananta, Bhṛgu und die Anrede śabdarūpe, Sprache, Māyā, Kāma und zweimal vada …

24.SW.2: … vāgvādini und die Geliebte des Feuers am Ende: Der Mantra hat die mit „Veden und Augen“ bezeichnete Zahl von Lauten [vierundzwanzig]. Mit ihm verehre man Vāgīśvarī auf dem östlichen Blatt.

24.SF.1: oṃ namaḥ padmāsane śabdarūpe aiṃ hrīṃ klīṃ vada vada vāgvādini svāhā – „Verehrung der auf dem Lotus Sitzenden, deren Gestalt Klang ist; sprich, sprich, Vāgvādinī; svāhā.“ Dies ist der Vāgīśvarī-Mantra.

Unnummerierte Beschreibung: Bhuvaneśvarī, verbunden mit Varāha, Haṃsa, Cakra und Indra; zweimal vada, citreśvari, Sprachbīja und Geliebte des Feuers. Mit dem zwölfsilbigen Mantra verehre man Citreśvarī im Feuerwinkel.

24.SF.2: hasakalahrīṃ vada vada citreśvari aiṃ svāhā – der Citreśvarī-Mantra.

24.SW.4: Sprachbīja, kulaje, Sprache, sarasvati und Gattin des Feuers: Mit dem elfsilbigen Mantra verehre man Kulajā im Süden. Die Beschreibung hat hier die Drucknummer 4; eine nummerierte 3 steht im vorausgehenden Text nicht.

Druckseite 275; Fortsetzung der Sarasvatī-Formeln.

24.SF.3: aiṃ kulaje aiṃ sarasvati svāhā – der Kulajā-Mantra: „O Kulajā, o Sarasvatī, svāhā.“

24.SW.5: Sprache, Māyā, Śrī, zweimal vada, kīrtīśvari und die Geliebte des Feuers. Mit dem dreizehnlautigen Mantra verehre man die Herrin des Ruhmes im Südwesten.

24.SF.4: aiṃ hrīṃ śrīṃ vada vada kīrtīśvari svāhā – der Kīrtīśvarī-Mantra.

24.SW.6: Sprache, Māyā, antarikṣa, sarasvati und das Paar ṭha. Mit dem zwölflautigen [„Sonnen“] Mantra verehre man Antarikṣasarasvatī im Westen.

24.SF.5: aiṃ hrīṃ antarikṣasarasvati svāhā – der Antarikṣasarasvatī-Mantra.

24.SW.7: [Es folgen die Chiffren] Varāha, Haṃsa, Caṇḍīśa, Janārdana und Feuer, verbunden mit Mond; Yoni, Nakulī, Bhṛgu und das Paar Bhadra und Mond.

24.SW.8: Śānti mit Aruṇa, Wolke, [einer undeutlichen weiteren Lautbezeichnung], Feuer und Mond; Sprache, Māyā, Śrī und die weiteren Bījas, ghrīṃ, danach ghaṭa und sarasvati.

24.SW.9: Ghaṭe, zweimal vadatara, rudrājñayā mama abhilāṣaṃ, zweimal kuru und die Geliebte des Feuers.

Unnummerierter Halbvers: Mit dem durch „Guṇas und Veden“ bezeichneten dreiundvierziglautigen Mantra verehre man Ghaṭasarasvatī im Nordwesten. Die weitere Hälfte fehlt im Druck.

24.SF.6: Die ausgeschriebene Ghaṭasarasvatī-Form beginnt mit drei schwer lesbaren zusammengesetzten Bījas, vorläufig hasakhphreṃ hasauṃ hasphreṃ, dann aiṃ hrīṃ śrīṃ drāṃ drīṃ klīṃ blūṃ saḥ ghrīṃ ghaṭasarasvati ghaṭe vadatara vadatara rudrājñayā mamābhilāṣaṃ kuru kuru svāhā. Auch blūṃ und ghrīṃ bleiben unsicher. Der verständliche Schluss lautet: „Ghaṭasarasvatī, sprich im Gefäß, sprich; erfülle auf Rudras Geheiß meinen Wunsch, erfülle [ihn].“

24.SW.10: Bhṛgu mit Indra und Adhīśa, versehen mit Bindu, veṃ, zweimal vada, śrīṃ hūṃ phaṭ: Mit dem neunlautigen Mantra verehre man Nīlā im Norden.

24.SF.7: blūṃ veṃ vada vada śrīṃ hūṃ phaṭ – der Nīlā-Mantra; das zusammengesetzte erste Bīja ist schwer lesbar.

24.SW.11: Sprachbīja, Nakulī mit Adharā und Bindu; nochmals Raum, versehen mit Śānti und Mond, zweimal kiṇi, Wasser mit Auge …

24.SW.12: … ein Paar Kūrma, von Bhaga besetzt: Mit diesem neunlautigen Mantra verehre man im Nordosten Sarasvatī mit dem Namen Kiṇi.

24.SF.8: Vorläufige Lesung: aiṃ haiṃ hauṃ kiṇi kiṇi vicce – der Kiṇisarasvatī-Mantra. Die beiden Bījas nach aiṃ sind nicht sicher lesbar; die Formel bleibt als unsichere Lesung gekennzeichnet.

Abschluss der Umkreise

24.SW.13: Nach Verehrung des fünften Umkreises zeige man die Kṣobha-Mudrā. In der sechsstrahligen Figur verehre man die sechs zuvor genannten, mit Ḍākinī beginnenden [Göttinnen].

24.SW.14: Bei der Verehrung des sechsten Umkreises zeige man die Drāviṇī-Mudrā. Im Dreieck verehre man Parā, Bālā und Bhairavī.

24.SW.15: Bei der Verehrung des siebten Umkreises vollziehe man die Karṣiṇī-Mudrā. Durch diese Verehrung Tāreśīs erlange man das im Herzen Ersehnte.

24.SW.16: Gaṇeśa, Kṣetrapāla, der Yoginī, Bhairava und auch Tārā bringe man täglich Bali an der Kreuzung dar.

24.SW.17: Fleisch, Māṣa-Bohnen, gekochte Speise, Gemüse, Ghee, Milchreis, Kuchen und weitere [Speisen] werden als Bali-Gaben genannt; dadurch gewähre sie das Erwünschte.

Drei Meditationen: Schöpfung, Erhaltung und Auflösung

24.SW.18: Ich lehre ihre Meditation dreifach, nach den Unterschieden von Sattva und den übrigen Guṇas. [Die erste Gestalt ist] weiß gekleidet, auf einem Schwan sitzend und mit Perlenschmuck geziert …

24.SW.19: … viergesichtig und achtarmig; sie trägt Wassergefäß und Lotus, zeigt Wunschgewährung und Furchtlosigkeit und hält Schlinge, Lanze, Gebetskette und Blumengirlande.

24.SW.20: Man meditiere sie im Ozean des Klanges: Dies heißt Schöpfungsmeditation. [Die nächste Gestalt ist] rot gekleidet, auf einem roten Thron sitzend und mit Gold geschmückt …

24.SW.21: … mit einem Gesicht und vier Armen, die der Reihe nach Gebetskette, Trinkgefäß, Furchtlosigkeit und höchste Wunschgewährung zeigen.

24.SW.22: Man meditiere sie auf der weißen Insel: Dies heißt Erhaltungsmeditation. [Die dritte Gestalt ist] schwarz gekleidet, in einem Boot sitzend und mit Knochenschmuck geziert …

24.SW.23: … neungesichtig und mit achtzehn Armen, die Wunschgewährung und Furchtlosigkeit zeigen sowie Axt, Schöpflöffel, Schwert, Pāśupata-Waffe und Pflug tragen …

24.SW.24: … Bhindī [eine nicht näher erläuterte Waffenbezeichnung], Spieß, Keule, Schneidmesser, Lanze, dreiköpfige [Waffe], Vernichtungswaffe, Vajra und Schlinge, Khaṭvāṅga und Streitkolben.

24.SW.25: Man meditiere sie im roten Ozean: So ist die Auflösungsmeditation. Bei schrecklichen und bei friedlichen Riten vergegenwärtige der Mantrakenner sie jeweils entsprechend.

24.SW.26: Ist der Mantra so vollendet, werde sein Kenner in seiner Rede zu Vācaspati. Mit einem aus Dūrvā gefertigten, mit Rocanā-Saft versehenen Schreibgerät … Die folgende Anwendung wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.

Druckseite 276; Fortsetzung der SW-Reihe. Die folgenden Verse beschreiben historische Anwendungen und deren behauptete Wirkungen.

24.SW.27: Mit dem zuvor genannten Schreibgerät solle der Mantra auf die Zunge eines Kindes geschrieben werden, dessen Nabelschnur noch nicht durchtrennt ist; mit dem achten Lebensjahr werde es zum Kenner aller Lehrschriften.

24.SW.28: Eine zehntausendmal mit dem Mantra besprochene Vacā werde dem Kind um den Hals gebunden; dazu sei das zuvor gelehrte Bali vorschriftsgemäß darzubringen.

24.SW.29: Mit dem zwölften Jahr gegessen, solle sie Dichtkunst verleihen. Ein Karṣa besprochenes Öl aus Jyotiṣmatī …

24.SW.30: … werde während einer Verfinsterung im Wasser stehend eingenommen und mache zu Vācaspati. An einer Kreuzung oder auf einem Verbrennungsplatz, Scham und Furcht ablegend …

24.SW.31: … wiederhole man auf einem Leichnam die Vidyā mit ganz darauf gerichtetem Geist. Wer sich um Mitternacht dem Japa widmet, höre diese Worte:

24.SW.32: „Werde ein Meister der Wissensgebiete, erlange alle Vollendung!“ [Eine weitere Anwendung nennt] zwei achtjährige Kinder aus einer gelehrten Familie …

24.SW.33: … die man sitzen lässt; mit den Händen auf ihren Köpfen werde der Mantra wiederholt. Beide sollen dann mit Argumenten aus Vedānta und Nyāya miteinander disputieren.

24.SW.34: Wer neugierig ist, möge dieses Wunder der Vidyā sehen, so der Text. Man bereite einen schönen Altar in einem menschenleeren Bananenhain …

24.SW.35: … und wiederhole dort sitzend die Vidyā vorschriftsgemäß hunderttausendmal. [Man meditiere die Göttin] auf einer von einer Dienerin bewegten Schaukel, mit freundlich lächelndem Gesicht …

24.SW.36: … Puṃnāga-, Campaka- und Aśoka-Blüten tragend, im Wald befindlich. So meditiere man die Erhabene und bringe am Ende des Japa Bali dar.

24.SW.37: Wer so verfährt, erlange bald alles Ersehnte. Wer unbekleidet und ohne Haarspitze auf dem Ort der Toten den Mantra wiederholt …

24.SW.38: … zehntausendmal am kṛṣṇabhūtāha [dem „Bhūta-Tag“ der dunklen Monatshälfte; die genaue Kalenderzuordnung wird hier nicht erläutert], erlange Vollendung der Sprache. Wer Wissen, Glück, Geld, Gedeihen, Lebensdauer, Ruhm, Kraft, Frauen …

Unnummerierter Halbvers: … und Schönheit begehrt, solle Tārā unablässig dienen. Die weitere Hälfte fehlt im Druck. Die genannten Wirkungen und Stoffanwendungen bleiben als Aussagen der historischen Quelle gekennzeichnet; botanische Gleichsetzungen werden hier nicht ergänzt.

Eine weitere Vidyā aus dem Ekavīrākalpa

Eigene EK-Reihe:

24.EK.1: Man schreibe kha, verbunden mit Kūrca, Raudra und Traiguṇya, dann der Reihe nach die eigenen Kräfte von Vidhi, Viṣṇu und Maheśa.

Unnummerierter Halbvers: Diese gilt als große Vidyā, die stets alle Vollendungen gewährt. Die weitere Hälfte fehlt im Druck.

Erläuterung: Kha steht in seiner eigenen Form; Raudra bezeichnet Prāsāda, Traiguṇya Praṇava. Vidhis Kraft ist Vāgbhava, Viṣṇus Kraft das Ramā-Bīja und Maheśas Kraft das Bhuvaneśvarī-Bīja. Die Prosa schreibt aus: khaṃ hūṃ hasauḥ oṃ aiṃ śrīṃ hrīṃ. Meditation, Verehrung und Anwendungen geschehen wie zuvor.

Tārā als Wunschbaum

Die Prosa nennt Praṇava, Bhuvaneśvarī, hāṃ, Kūrca-Bīja, namas tārāyai sakaladustaraṃ tāraya tāraya, zweimal Praṇava und die Gattin des Feuers.

Nīlatantra; eigene NL-Reihe:

24.NL.1: Zuerst bilde man Praṇava, dann Hṛllekhā-Bīja; Raum, mit Śeṣa verbunden und mit Bindu und Nāda geschmückt.

24.NL.2: Man bilde Kūrca-Bīja, Herz und tārāyai, dann sakaladustaraṃ tāraya tāraya …

24.NL.3: … ein Paar Tāra und die Gattin des Feuers. Dieser Mantra ist ein göttlicher Wunschbaum. Meditation, Verehrung und alles Weitere vollziehe man wie zuvor.

Ausgeschriebene Formel: oṃ hrīṃ hāṃ hūṃ namas tārāyai sakaladustaraṃ tāraya tāraya oṃ oṃ svāhā.

Die Vollübung umfasst vierhunderttausend Wiederholungen. Ein unnummeriertes Zitat verspricht dadurch die acht Siddhis.

Acht Tāriṇī-Formen nach dem Māyātantra

Eigene MA-Reihe:

24.MA.1: Tārā, Ugrā, Mahogrā, Vajrā, Nīlā, Sarasvatī, Kāmeśvarī und Bhadrakālī werden als die acht Tāriṇīs bezeichnet.

24.MA.2: Jīva, in einen Zischlaut eingesetzt, mit dem Vokal des Nigama verbunden und von Nāda und Bindu erfüllt; der letzte Anschluss zur Verbindung mit einem weiteren [Laut] ist im Druck undeutlich.

24.MA.3: Kapila am linken Ohr, mit Nāda und Bindu als Kopfschmuck; dann die als „Ende der Seite“, „Ende von ja“ und „Ende von śava“ bezeichneten Chiffren. Der Wortlaut ist teilweise unsicher und wird nicht zu einer eindeutigen Lautfolge ergänzt.

24.MA.4: Mit Māyā vom Anfang der Mitte und Kūrca am Ende wird der zweite Mantra gebildet. Die umgekehrte Folge sei als dritte zu erkennen, die mit Kūrca beginnende als vierte.

24.MA.5: Mit Māyā beginnend und Kūrca endend heißt sie die fünfte; mit Māyā in der Mitte die sechste, mit dem zweiten [Bīja] am Ende die siebte.

Unnummerierter Halbvers: Die achte habe Kūrca in der Mitte. So entstehen acht Unterschiede. Die weitere Hälfte fehlt im Druck; die Erklärung wird auf der Folgeseite fortgesetzt.

Druckseite 277; Erläuterung der MA-Reihe: „Zischlaut“ wird hier mit r erklärt, Jīva mit h, der Nigama-Vokal mit ī, die schwer lesbare folgende Chiffre mit dem Vadhū-Bīja und Kapila mit h. „Śava-Ende“ bezeichnet phaṭ am Schluss. So werde die fünfsilbige Grundform gebildet.

Die Prosa erklärt die weiteren Fassungen durch Umstellung von Vadhū, Māyā und Kūrca, stets mit phaṭ am Ende. Sie schreibt acht nummerierte Folgen aus; die Wiederholungen bleiben erhalten. Eigene AF-Reihe:

24.AF.1: hrīṃ strīṃ hūṃ phaṭ.

24.AF.2: strīṃ hrīṃ hūṃ phaṭ.

24.AF.3: hūṃ strīṃ hrīṃ phaṭ.

24.AF.4: hūṃ hrīṃ strīṃ phaṭ.

24.AF.5: hrīṃ strīṃ hūṃ phaṭ – wie Nr. 1.

24.AF.6: strīṃ hrīṃ hūṃ phaṭ – wie Nr. 2.

24.AF.7: hrīṃ hūṃ strīṃ phaṭ.

24.AF.8: strīṃ hūṃ hrīṃ phaṭ.

24.MA.6: Aṣṭaka ist der Seher, Anuṣṭubh das Versmaß, Śambhus Gattin die Gottheit. Man wende [die Vidyās] auf die vier Lebensziele an, Herrin des großen Gottes.

24.MA.7: Dies ist eine Abwandlung der dreisilbigen [Form], wo phaṭ nicht hinzutritt. Für den Japa sei sie als dreisilbig zu verstehen; in den Einsetzungen steht die vollständige [Form].

24.MA.8: Man wiederhole den Mantra nach der genannten Weise kāla-lakṣa [eine hier nicht eindeutig erklärte Zahlen- beziehungsweise Zeitangabe]. Meditation, Verehrung und alles Weitere vollziehe man wie zuvor.

Tāre, Tutāre

Die Prosa nennt Praṇava, tāre tutāre tattā svāhā. Die Lesung tattā wird auch im folgenden Vers beibehalten.

Gandharvatantra; eigene GT-Reihe:

24.GT.1: Zuerst Praṇava, dann tāre tutāre tattā svāhā: Dieser Mantra wird zehnsilbig genannt.

Svatantratantra zur Meditation; eigene TD-Reihe:

24.TD.1: Man vergegenwärtige sie dunkel, dreiäugig, zweiarmig und zwei rote Lotusse tragend, umgeben von vielgestaltigen und vielfarbigen …

24.TD.2: … Kräften; ihr Gesicht lächelt, ihr Perlenschmuck strahlt, und ihre beiden Lotusfüße ruhen auf juwelenbesetzten Sandalen.

Prosa: Verehrung und alles Weitere wie zuvor. Die Vollübung umfasst eine Million Wiederholungen.

Weiterer Vers; eigene TJ-Reihe:

24.TJ.1: Der Verständige wiederhole regelmäßig und vorschriftsgemäß hunderttausendmal je Laut. Ein Zehntel bringe der Mantrakenner mit ghee-bestrichenen roten Blumen ins Feuer dar.

Vidyā der Vedamutter

Die Prosa nennt Vāgbhava, Bhuvaneśvarī, Praṇava, Vāgbhava, Bhuvaneśvarī, phaṭ svāhā.

Mātṛkārṇava; eigene VM-Reihe:

24.VM.1: Vāgbhava, die Kula-Göttin, Tāraka, nochmals Vāgbhava, Hṛllekhā und der Waffenmantra; der Mantra reicht bis zur Gattin des Feuers.

24.VM.2: Dies wird als der unübertreffliche achtsilbige Mantra der Vedamutter gelehrt. Seine fünf Glieder bilde man mit den fünf Bījas …

24.VM.3: … die Waffe mit den übrigen Lauten. Dadurch werde der Mensch einer, der sein Werk vollbracht hat. Meditation, Verehrung und alles Weitere vollziehe man wie zuvor.

Padmāvatī und die von Haṃsa umschlossene Vidyā

Matsyasūkta; eigene PM-Reihe:

24.PM.1: Zuerst Praṇava, zweimal padme, dann mahāpadme, darauf padmāvati …

24.PM.2: … māye svāhā: Dieser Mantra wird siebzehnsilbig genannt. Die Verehrung wird wie zuvor gelehrt; um Mitternacht an der Kreuzung …

24.PM.3: … werde, wer den Japa vollzieht, zum schnell dichtenden Poeten. Haṃsa, Praṇava, Māyā, Vadhū, Kūrca und Haṃsa …

Unnummerierter Halbvers: … bilden die schwer erhältliche achtsilbige große Vidyā mit Haṃsa am Anfang und Ende. Die weitere Hälfte fehlt im Druck. Die Prosa wiederholt: Haṃsa, Praṇava, Māyā, Vadhū-Bīja, Kūrca, Haṃsa.

Svacchandasaṃgraha, unnummerierte Verse:

„Das Śiva-Bīja, Herrin des großen Gottes, danach das Śakti-Bīja, verbunden mit Bindu und Sarga, darunter der Anfang des Veda der Reihe nach; Māyā, Strī- und Schutzbīja, schließlich das Haṃsa-Bīja: Diese achtsilbige Vidyā wird als auf Erden schwer erhältlich gelehrt.

Die fünfsilbige Vidyā mit Haṃsa am Anfang und Ende, die große Erhebung gewährt, wurde allein aufgrund deiner Frage und aus Zuneigung zu dir verkündet. Für beide vollziehe man Japa, Verehrung und die weiteren Handlungen wie bei der fünfsilbigen.“ Die letzte Vershälfte fehlt im Druck.

Übergang: Nun wird die Bildung der in den kurzen Verehrungsfolgen für Śyāmā und Tārā bekannten Mantras dargestellt, zuerst für Śyāmā aus dem Uttara-Tantra.

Kurze Kālī-Verehrungsfolge: Mantra und Begleitformeln

Druckseite 278; Uttara-Tantra, eigene KB-Reihe:

24.KB.1: Der erste Laut der Konsonantengruppe mit Feuer, Rati und Bindu, dreifach; danach ein Paar Kūrca und ein Paar Lajjā …

24.KB.2: … dakṣiṇe kālike, dann wieder wie zuvor, verbunden mit dem Paar ṭha: So kennen die Weisen diesen Mantra.

Als Mantrakönig ausgeschrieben: krīṃ krīṃ krīṃ hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ dakṣiṇe kālike krīṃ krīṃ krīṃ hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ svāhā.

Kālī-Gāyatrī: kālikāyai vidmahe śmaśānavāsinyai dhīmahi tan no ghorā pracodayāt – „Mögen wir Kālikā erkennen; wir meditieren die Bewohnerin des Verbrennungsplatzes; möge die Furchterregende uns antreiben.“

Kullikā: krīṃ hūṃ strīṃ hrīṃ phaṭ.

Sitzmantra: aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ parāyai aparāyai parāparāyai virūpāyai hasauḥ sadāśivamahāpretapadmāsanāya namaḥ – Verehrung der Höchsten, der Nicht-Höchsten, der beides Umfassenden, der Vielgestaltigen und dem Lotussitz Sadāśivas als großem Preta. Das vierte Bīja ist dicht gesetzt und nicht völlig sicher lesbar.

Torhüterinnen: Löwen- und Tigergesichtige, Wildtier- und Widdergesichtige, Elefanten- und Pferdegesichtige, Katzengesichtige, Schakalgesichtige, Kurz- und Langgesichtige, Großbauchgesichtige, Kurzbeinige, Krähenbeinige, mit herabhängender Lippe und mit weit herabhängender Lippe. Die Quelle setzt einige dieser Benennungen zusammen; eine ausdrücklich genannte Gesamtzahl fehlt.

Mahākāla-Mantra: oṃ hūṃ mahākāla prasīda prasīda hrīṃ hrīṃ svāhā – „Sei gnädig, sei gnädig.“

Formeln für Wasser, Sitz, Blumen und Schutz

Verwendung Überlieferte Formel
Wasser aufnehmen oṃ vajrodake hūṃ phaṭ svāhā
Füße waschen, erste Formel oṃ hrīṃ svāhā
Füße waschen, zweite Formel oṃ hrīṃ suviśuddhadharmagātri sarvapāpāni śamayāśeṣavikalpān apanaya hūṃ svāhā
Haarspitze binden oṃ maṇidhari vajriṇi śikhari śikhari sarvavaśaṃkariṇi mahāpratisare hūṃ phaṭ svāhā
Boden besprengen oṃ rakṣa rakṣa hūṃ phaṭ svāhā
Hindernisse vertreiben oṃ sarvavighnān utsāraya hūṃ phaṭ svāhā
Boden besprechen oṃ pavitravajrabhūme hūṃ phaṭ svāhā
Sitz verehren āḥ surekhe vajrarekhe hūṃ phaṭ svāhā
Sitzmantra oṃ hrīṃ ādhāraśaktikamalāsanāya namaḥ
Blumen weihen oṃ śatābhiṣeke śatābhiṣeke hūṃ phaṭ svāhā
Körper, Sprache und Geist reinigen oṃ āṃ hūṃ phaṭ svāhā
Eigenschutz rakṣa rakṣa hūṃ phaṭ svāhā

Die lange Blumenformel lautet: oṃ puṣpaketurājārhate śatāya samyaksaṃbuddhāya, puṣpe puṣpe mahāpuṣpe supuṣpe puṣpasaṃbhave puṣpacayāvakīrṇe hūṃ phaṭ svāhā. Sie ruft die Blüte, große und schöne Blüte, die aus Blumen Entstandene und mit Blütenhaufen Bedeckte an. Der Anfang ist in der Worttrennung unsicher.

Gurus und Sitzkräfte

Kula-Gurus, unnummerierte Verse: Prahlādānandanātha, Sanakānanda, Kumārānandanātha, Vaśiṣṭhānanda, Krodhānanda, Śukānanda, Dhyānānanda und Bodhānanda.

Allgemeine Gurus: Śrīguru, Paramaguru, Parāparaguru und Parameṣṭhiguru.

Göttlicher Strom: Mahādevī, Mahādeva und Tripurabhairava.

Strom der Vollendeten: Brahmānanda, Pūrṇadeva, Calacitta, Calācala, Kumāra, Bodhana, Varada, Smaradīpana, Māyā und Māyāvatī. Einzelne Namen sind im Druck dicht gesetzt.

Menschlicher Strom: Vimala, Kuśala, Bhīmasena, Sudhākara, Mīna, Gorakṣaka, Bhomadeva [unsichere Drucklesung], Prajāpati, Mūladeva, Rantideva, Vighneśvara, Hutāśana, Santoṣa und Samayānanda. Dies sind die Gurus der Überlieferung.

Kālikās Sitzkräfte: Icchā, Jñānā, Kriyā, Kāminī, Kāmadāyinī, Rati, Ratipriyā und Ānandā; in der Mitte Manonmanī.

Gesammelte Mantraformen

Unnummerierte Prosafolge. Die Bezeichnungen der Silbenzahlen werden so wiedergegeben, wie sie hier stehen; gleiche Formeln und örtliche Zahlenabweichungen bleiben erhalten.

Bezeichnung im Druck Formel
Einsilbig krīṃ
Dreisilbig krīṃ krīṃ krīṃ
Ebenfalls dreisilbig krīṃ hūṃ hrīṃ
Sechssilbig krīṃ krīṃ hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ
Achtsilbig aiṃ hūṃ hrīṃ hūṃ phaṭ svāhā
Zehnsilbig krīṃ dakṣiṇe kālike krīṃ svāhā
Andere zehnsilbige Form hūṃ hūṃ krīṃ dakṣiṇe hūṃ hūṃ svāhā
Kālīs Herz oṃ hrīṃ krīṃ svāhā
Vierzehnsilbig krīṃ hūṃ hrīṃ dakṣiṇe kālike krīṃ hūṃ hrīṃ svāhā
Einundzwanzigsilbig oṃ hrīṃ hrīṃ hūṃ hūṃ krīṃ krīṃ dakṣiṇe kālike krīṃ krīṃ hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ svāhā
Dreiundzwanzigsilbig oṃ hrīṃ hrīṃ hūṃ hūṃ krīṃ krīṃ krīṃ dakṣiṇe kālike krīṃ krīṃ krīṃ hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ svāhā
Zwanzigsilbig hrīṃ hrīṃ hūṃ hūṃ krīṃ krīṃ krīṃ dakṣiṇe kālike krīṃ krīṃ krīṃ hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ
Sechssilbig oṃ hrīṃ krīṃ me svāhā
Dreisilbig, wiederholt krīṃ hūṃ hrīṃ
Fünfsilbig krīṃ krīṃ krīṃ svāhā
Achtsilbig krīṃ hūṃ hrīṃ krīṃ hūṃ hrīṃ svāhā
Elfsilbig aiṃ namaḥ krīṃ krīṃ kālikāyai svāhā
Ebenfalls elfsilbig krīṃ hūṃ hrīṃ dakṣiṇe kālike svāhā
Zehnsilbig krīṃ hūṃ hrīṃ dakṣiṇe kālike phaṭ
Als zwanzigsilbig bezeichnet; die ausgeschriebene Folge entspricht der früheren zweiundzwanzigsilbigen Form krīṃ krīṃ krīṃ hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ dakṣiṇe kālike krīṃ krīṃ krīṃ hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ svāhā

Es folgt krīṃ svāhā; die zugehörige Bezeichnung steht auf der nächsten Seite. Mehrere Gruppen sind sehr eng gesetzt. Ihre Wiedergabe bleibt an den Druck gebunden und ist keine aus anderen Sammlungen vereinheitlichte Mantraliste.

Druckseite 279; Fortsetzung der unnummerierten Sammlung: Die am Seitenende genannte Formel krīṃ svāhā wird als dreisilbig bezeichnet. Es folgen:

Bezeichnung im Druck Formel
Achtsilbig krīṃ krīṃ kālikāyai svāhā
Fünfsilbig krīṃ hūṃ hrīṃ svāhā
Neunsilbig krīṃ dakṣiṇe kālike svāhā
Sechzehnsilbig krīṃ krīṃ krīṃ hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ krīṃ krīṃ krīṃ hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ svāhā
Elfsilbig namaḥ aiṃ krīṃ krīṃ kālikāyai svāhā
Neunsilbig namaḥ āṃ āṃ kroṃ kroṃ phaṭ svāhā
Ebenfalls neunsilbig kālike kālike hūṃ hrīṃ hūṃ phaṭ
Sechssilbig krīṃ krīṃ krīṃ phaṭ svāhā
Achtsilbig krīṃ krīṃ krīṃ krīṃ krīṃ krīṃ svāhā
Vierzehnsilbig krīṃ krīṃ hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ krīṃ krīṃ hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ svāhā
Zehnsilbig krīṃ hūṃ hrīṃ dakṣiṇe kālike phaṭ
Achtsilbig krīṃ hūṃ hrīṃ krīṃ hūṃ hrīṃ svāhā
Als zwanzigsilbig bezeichnet; die dicht gesetzte Folge bleibt unsicher krīṃ krīṃ krīṃ hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ krīṃ krīṃ krīṃ hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ krīṃ hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ svāhā
Fünfzehnsilbig namaḥ āṃ kroṃ āṃ kroṃ phaṭ svāhā kāli kālike hūṃ
Dreisilbig hrīṃ hūṃ phaṭ

Nummerierte Erweiterungen und Guhyakālī

Die folgenden Ziffern stehen unmittelbar an den Formeln und bezeichnen offenbar deren Länge. Sie werden als nummerierte Einträge mit eigenen Kennungen erfasst.

24.KV.27: Für Anziehung füge man der zuvor genannten zweiundzwanziglautigen Form diese fünf Bījas an: hūṃ hūṃ hrīṃ krīṃ krīṃ.

24.KV.28: Für Herbeiziehung: hūṃ hūṃ hrīṃ krīṃ, Grundmantra, hūṃ hūṃ hrīṃ krīṃ. Der Druck setzt die Zahl 28; sie wird nicht rechnerisch korrigiert.

24.KV.14: Manche nennen für Herbeiziehung auch hūṃ hūṃ hrīṃ krīṃ dakṣiṇe kālike svāhā hūṃ hūṃ hrīṃ krīṃ; der Druck nennt 14.

24.KV.22: krīṃ krīṃ krīṃ hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ guhyakālike krīṃ krīṃ krīṃ hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ svāhā; die gedruckte Zahl ist 22.

Weitere unnummerierte Formen im Guhyakālī-Abschnitt:

Bezeichnung im Druck Formel
Sechzehnsilbig krīṃ hūṃ hrīṃ guhyakālike krīṃ krīṃ krīṃ hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ svāhā
Vierzehnsilbig krīṃ hūṃ hrīṃ guhyakālike hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ svāhā
Fünfzehnsilbig krīṃ krīṃ krīṃ hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ dakṣiṇe kālike svāhā
Neunsilbig krīṃ guhyakālike krīṃ svāhā
Zehnsilbig krīṃ dakṣiṇe kālike krīṃ svāhā
Sechzehnsilbig hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ dakṣiṇe kālike hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ svāhā

Damit schließt die Quelle den Guhyakālī-Block, obwohl darin auch die Anrede Dakṣiṇe Kālike vorkommt.

Bali und weitere Kālī-Formen

Der Bali-Mantra Dakṣiṇakālikās beginnt aiṃ hrīṃ ehy ehi parameśāni jaganmātar jagatāṃ janani: „Komm, komm, höchste Herrin, Weltmutter, Gebärerin der Welten; nimm, nimm mein Bali an; gib Vollendung, gib [sie]; bewirke den Untergang der Feinde, bewirke [ihn].“ Es folgen oṃ hūṃ hūṃ hūṃ phaṭ oṃ kālikāyai namaḥ phaṭ svāhā.

Guhyakālīs Bali-Mantra beginnt hūṃ namaḥ ehy ehi guhyakālyai: „Komm, komm; nimm, nimm [die Gabe]; vernichte meine Feinde, vernichte [sie]; verzehre, verzehre; [unklare doppelte Lautgruppe, vorläufig tuhu]; zerschneide, zerschneide; gib Vollendung, gib [sie]; hūṃ hūṃ svāhā.“

Ihr Sitzmantra lautet erneut oṃ hūṃ sadāśivamahāpretāya guhyakālyāsanāya namaḥ guhyakālyai hūṃ namaḥ.

24.BV.14: hrīṃ kāli mahākāli kiṇi kiṇi phaṭ svāhā – diese Form wird Bhadrakālī genannt; Druckzahl 14.

24.BV.20: krīṃ krīṃ krīṃ hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ bhadrakālyai krīṃ krīṃ krīṃ hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ svāhā – ebenfalls Bhadrakālī; Druckzahl 20.

24.CV.22: krīṃ krīṃ krīṃ hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ śmaśānakālike krīṃ krīṃ krīṃ hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ svāhā – Śmaśānakālikā; Druckzahl 22.

Mahākālī-Mantra, unnummeriert: krīṃ krīṃ krīṃ hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ mahākāli krīṃ krīṃ krīṃ hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ svāhā.

Ein weiterer Mahākālī-Mantra lautet vorläufig oṃ kreṃ kreṃ kreṃ paśuṃ gṛhāṇa hūṃ phaṭ svāhā – „Nimm das Paśu an“; die drei Anfangsbījas sind schwer lesbar. Ebenso: guhyakarṇi guhyakarṇi virūpākṣi virūpākṣi lambastani lambastani mahodari mahodari utpādaya utpādaya hūṃ phaṭ svāhā – eine Folge doppelter Göttinnenanreden und „Bringe hervor, bringe hervor“.

Śmaśānakālī-Mantra: aiṃ hrīṃ śrīṃ klīṃ kālike klīṃ śrīṃ hrīṃ aiṃ.

Tārā-Mantra und unterschiedliche Sitzkräfte

24.TV.5: oṃ hrīṃ strīṃ hūṃ phaṭ – Tārā-Mantra, mit der Druckzahl 5. Sitzmantra und Torhüter werden wie zuvor angesetzt.

Unnummerierte Reihe von acht Sitzkräften: Lakṣmī, Sarasvatī, Rati, Prīti, Kīrti, Śānti, Puṣṭi und Tuṣṭi.

Sārasaṃgraha, neun Kräfte: Rati, Prīti, Priyā, Kānti, Kāminī, Kāmamālinī, Kandarpadalanī, Durgā und Bhāvinī.

Eine weitere Quelle, neun Kräfte: Medhā, Prajñā, Prabhā, Vidyā, Dhī, Dhṛti, Smṛti, Buddhi und Vidyeśvarī.

Ein anderes Tantra, acht Kräfte: Mahākālī, Rudrāṇī, Ugrā, Bhīmā, Ghorā, Bhrāmarī, Mahārātri und Bhairavī. Die letzte Vershälfte fehlt im Druck.

Die zehn zuvor genannten Mantras und die Kula-Gurus gelten wie zuvor. Anschließend werden die Gurus der Überlieferung aufgeführt; diese Liste beginnt auf der nächsten Seite.

Tārās überlieferte Gurus

Druckseite 280; unnummerierte Verse.

Ūrdhvakeśa, Vyomakeśa, Nīlakaṇṭha und Vṛṣadhvaja, jeweils mit dem Wort „Ānandanātha“ am Ende, werden als göttlicher Strom genannt, Geliebte. Vasiṣṭha, Kūrmanātha, Mīnanātha, Maheśvara und Harinātha als Strom der Vollendeten, von Vīras Verehrte.

Tārāvatī, Bhānumatī, Jayā, Vidyā, Mahodarī, Sukha, Para, Pārijāta, Kuleśvara, Virūpākṣa und Pheravī werden als menschlicher Strom genannt. Die letzte Vershälfte fehlt im Druck. Die kurzen Namen Sukha und Para stehen hier anstelle der früheren Sukhānanda und Parānanda.

Weitere ausdrücklich bezifferte Tārā-Formeln

Jede Kennung bewahrt die bei der jeweiligen Formel gedruckte Zahl. Die wechselnden Buchstabenkennungen unterscheiden wiederholt vorkommende Zahlen; sie bezeichnen keine neue Versfolge.

24.FA.7: oṃ hrīṃ hūṃ hrīṃ hūṃ phaṭ.

24.FB.12: aiṃ hrīṃ śrīṃ klīṃ sauḥ hūṃ ugratāre hūṃ phaṭ.

24.FC.7: oṃ hūṃ hrīṃ klīṃ sauḥ hūṃ phaṭ.

24.FD.7: oṃ hūṃ hrīṃ klīṃ hsauḥ hūṃ phaṭ.

24.FE.6: oṃ hrīṃ hūṃ hrīṃ hūṃ phaṭ – dieselbe Folge wie die zuvor mit 7 bezeichnete.

24.FF.5: śrīṃ hūṃ hrīṃ hūṃ phaṭ.

24.FG.5: rīṃ hūṃ phaṭ klīṃ aiṃ.

24.FH.32: aiṃ hrīṃ śrīṃ klīṃ sauḥ klīṃ hrīṃ aiṃ blūṃ strīṃ nīlatāre sarasvati drāṃ drīṃ klīṃ blūṃ saḥ aiṃ hrīṃ śrīṃ klīṃ sauḥ sauḥ hrīṃ svāhā. Die zusammengesetzten Bījas bleiben wie bei der früheren Wiedergabe örtlich unsicher; die Zahl 32 ist die Druckangabe.

Erneut genannte Sarasvatī-Formeln

Gottheitsform Formel dieser Zusammenstellung
Vāgīśvarī oṃ namaḥ padmāsane śabdarūpe aiṃ hrīṃ klīṃ vada vada vāgvādini svāhā
Citreśvarī hasakalahrīṃ vada citreśvari aiṃ svāhā
Kulajā aiṃ kulaje aiṃ sarasvati svāhā
Kīrtīśvarī aiṃ hrīṃ śrīṃ vada vada kīrtīśvari svāhā
Antarikṣasarasvatī aiṃ hrīṃ antarikṣasarasvatyai svāhā
Ghaṭasarasvatī; Anfangsbījas unsicher hasakhphreṃ hasauṃ hasphreṃ aiṃ hrīṃ śrīṃ drāṃ drīṃ klīṃ blūṃ saḥ ghrīṃ ghaṭasarasvati ghaṭe vadatara vadatara rudrājñayā mamābhilāṣaṃ kuru kuru svāhā
Nīlā; erstes Bīja unsicher blūṃ veṃ vada vada śrīṃ hūṃ phaṭ
Kiṇisarasvatī; zweites und drittes Bīja unsicher aiṃ haiṃ hauṃ kiṇi kiṇi vicce
Mahāvidyā khaṃ hūṃ hasauḥ oṃ aiṃ śrīṃ hrīṃ

24.FI.25: oṃ hrīṃ hāṃ hūṃ namas tārāyai sakaladustaraṃ tāraya tāraya oṃ oṃ svāhā.

Acht Tāriṇīs und weitere Fassungen

Ein unnummerierter Vers wiederholt die acht Namen: Tārā, Ugrā, Mahogrā, Vajrā, Nīlā, Sarasvatī, Kāmeśvarī und Bhadrakālī. Tārā ist die zuvor zuerst genannte Form. Die weiteren werden folgendermaßen angegeben:

Form Formel
Ugrā strīṃ hrīṃ hūṃ phaṭ
Mahogrā hūṃ strīṃ hrīṃ phaṭ
Vajrā hūṃ hrīṃ strīṃ phaṭ
Nīlā hrīṃ strīṃ phaṭ hūṃ
Sarasvatī strīṃ hrīṃ phaṭ hūṃ
Kāmeśvarī hrīṃ hūṃ phaṭ strīṃ
Bhadrakālītārā hūṃ hrīṃ strīṃ phaṭ

24.FJ.10: oṃ tāre tutāre tattā svāhā.

24.FK.8: aiṃ hrīṃ oṃ aiṃ hrīṃ phaṭ svāhā.

24.FL.17: oṃ padme padme mahāpadme padmāvati hrīṃ svāhā.

24.FN.8: haṃsaḥ oṃ hrīṃ strīṃ hūṃ haṃsaḥ.

24.FO.6: krīṃ hrīṃ nīlasarasvati; die zwei Anfangsbījas sind eng gesetzt.

24.FP.9: haṃsaḥ oṃ hrīṃ strīṃ hūṃ phaṭ haṃsaḥ.

Bali-Mantra: oṃ hrīṃ ekajaṭe mahāyakṣādhipataye mamopanītaṃ baliṃ gṛhṇa gṛhṇa svāhā – Anrufung Ekajaṭās und des großen Yakṣa-Herrn zur Annahme der dargebrachten Gabe.

24.FQ.6: khaṃ hūṃ hasauḥ oṃ aiṃ śrīṃ hrīṃ – die hier gedruckte Zahl 6 wird trotz der längeren ausgeschriebenen Folge erhalten.

Ṣoḍaśī: zunächst die Pañcadaśī-Fassungen

Die folgende unnummerierte Sammlung gibt unterschiedliche Kūṭa-Folgen an. Die Namen bezeichnen nach der Quelle deren Verehrer. Zusammengesetzte Lautgruppen bleiben teilweise unsicher; insbesondere werden ungewöhnliche Druckformen nicht stillschweigend durch anderswo bekannte Standardfassungen ersetzt.

Bezeichnung Gedruckte Lautfolge, vorläufig in IAST wiedergegeben
Kāmarāja-Vidyā ka e ī la hrīṃ / ha sa ka ha la hrīṃ / sa ka la hrīṃ
Von Lopāmudrā verehrt; erste Gruppe unsicher ha sa ka hrīṃ / ha sa ka ha la hrīṃ / sa ka la hrīṃ
Von Manu verehrt ka ha e ī la hrīṃ / ha ka e ī la hrīṃ / sa ka ha e ī la hrīṃ
Von Candra verehrt sa ha ka e ī la hrīṃ / sa ha ka ha e ī la hrīṃ / ha sa ka ha e ī la hrīṃ
Von Kubera verehrt ha sa ka e ī la hrīṃ / ha sa ka ha e ī la hrīṃ / sa ha ka e ī la hrīṃ
Von Agastya verehrt ka e ī la hrīṃ / ha sa ka e ī la hrīṃ / sa ha sa ka la hrīṃ
Von Nandin verehrt sa e ī la hrīṃ / sa ha ka la hrīṃ / sa ka la hrīṃ
Von Sūrya verehrt ha sa ka la hrīṃ / sa ha ka la hrīṃ / sa ka la hrīṃ
Von Śiva verehrt; ungewöhnlich verlängerte Folge ha sa ka la hrīṃ / ha sa ka la hrīṃ / sa ka la hrīṃ / ha sa ka la sa ka la sa ka la hrīṃ
Von Viṣṇu verehrt ka e ī la hrīṃ / ha sa ka ha la hrīṃ / sa ha sa ka la hrīṃ / sa e ī la hrīṃ / sa ha ka ha la hrīṃ / sa ka la hrīṃ
Von Skanda verehrt; mittlere Gruppe unsicher ha sa ka la hrīṃ / sa ka ha sa ka la hrīṃ / sa ha ka ha la hrīṃ
Von Indra verehrt ka e ī la hrīṃ / ha sa ka ha la hrīṃ / sa ka la hrīṃ
Von Durvāsas verehrt; angefügte Bījas unsicher ka e ī la hrīṃ hsrīṃ / ha sa ka ha la hrīṃ hsrīṃ / sa ka la hrīṃ hsrīṃ
Unmanī ka e ī la hrīṃ / ha ka ha la hrīṃ / ha sa ka la hrīṃ
Von Varuṇa verehrt ka e ī la hrīṃ / ha ka ha la hrīṃ / sa ha ka la hrīṃ
Von Dharmarāja verehrt; mittlere Gruppe unsicher ka e ī la hrīṃ / ha ka ha hrīṃ / sa ha ka la hrīṃ
Von Vahni verehrt; ungewöhnliche Gruppen ka sa ka la hrīṃ / ha sa la ka la hrīṃ / sa ka la la hrīṃ

Eine weitere Folge beginnt ha sa ka la hrīṃ / ha sa ka ka la hrīṃ / sa … und wird auf der nächsten Seite fortgesetzt. Eine Fußnote bietet eine alternative Anfangsgruppe mit khaṃ hūṃ.

Weitere überlieferte Kūṭa-Folgen

Druckseite 281; Fortsetzung. Die auf der vorherigen Seite begonnene Folge endet mit sa ka la la hrīṃ und wird als von Nāgarāja verehrt bezeichnet.

Verehrer Vorläufige IAST-Wiedergabe der eng gesetzten Druckfolge
Vāyu ka ha sa la hrīṃ / ha ka la sa la hrīṃ / sa ka la hrīṃ
Budha ka e ī la hrīṃ / ha ka ha la hrīṃ / sa ha ka hrīṃ
Īśāna ka ha la hrīṃ / ha ka ha la hrīṃ / sa ka la hrīṃ
Rati ka e ī la hrīṃ / ha sa ka ha la hrīṃ / sa ka la hrīṃ
Nārāyaṇa ka e ī la hrīṃ / ha sa ka ha la hrīṃ / sa ka la hrīṃ / sa ka la hrīṃ / ha sa ka ha la hrīṃ / ka e ī la hrīṃ
Brahmā ka e ī la hrīṃ / ha ka ha sa hrīṃ / ha sa ka la hrīṃ
Jīva ha sa ka la hrīṃ / ha ka ha sa hrīṃ / ha sa ka la hrīṃ

Die Quelle nennt 24 reine, 25 unreine, 25 gemischt reine und unreine sowie 25 bunte Formen und erklärt anschließend: „So hundert Unterschiede.“ Die angegebenen Zahlen ergeben 99; sie werden nicht stillschweigend angepasst.

Die Pañcamī-Formen

Die eingeklammerten Nummern bilden die eigene PF-Reihe. Die Kūṭas werden als zusammengehörige Lautblöcke wiedergegeben. Besonders die Anfangsblöcke einiger Formen und seltene Konsonantenfolgen sind im Druck unsicher; die folgenden Lesungen sind keine vereinheitlichte Mantra-Rekonstruktion.

24.PF.1: kaeīlahrīṃ hasakalahrīṃ hakahalahrīṃ kahayalahrīṃ hasakalahrīṃ.

24.PF.2: kaeīlahrīṃ hasakalahrīṃ hakahalahrīṃ kahayalahrīṃ sahakalahrīṃ.

24.PF.3: sakahalahrīṃ kaeīlahrīṃ hasakahalahrīṃ sakalahrīṃ hakalasahrīṃ.

24.PF.4: sakahalahrīṃ kaeīlahrīṃ hasakahalahrīṃ sakalahrīṃ īekalahrīṃ.

24.PF.5: kaekalahrīṃ kaeīlahrīṃ hasakahalahrīṃ sakalahrīṃ sahakalahrīṃ.

24.PF.6: īekalahrīṃ kaeīlahrīṃ hasakahalahrīṃ sakalahrīṃ hakalasahrīṃ.

24.PF.7: eīkalahrīṃ kaeīlahrīṃ hasakahalahrīṃ sakalahrīṃ sahakalahrīṃ.

24.PF.8: eīkalahrīṃ kaeīlahrīṃ hasakahalahrīṃ sakalahrīṃ hakalasahrīṃ.

24.PF.9: kaeīlahrīṃ hasakalahrīṃ hasakahalahrīṃ hakahalahrīṃ sakalahrīṃ.

24.PF.10: kaeīlahrīṃ hasakalahrīṃ hasakahalahrīṃ sakalasahrīṃ sakalahrīṃ.

24.PF.11: kaeīlahrīṃ hasakalahrīṃ sahakahalahrīṃ sahakalahrīṃ sakalahrīṃ.

24.PF.12: kaeīlahrīṃ hasakalahrīṃ sahakahalahrīṃ sakalahrīṃ sahakalahrīṃ.

Weitere unnummerierte Gruppen:

kahalahrīṃ kaeīlahrīṃ hasakalahrīṃ hasakahalahrīṃ hakalasahrīṃ.

kahasalahrīṃ kaeīlahrīṃ hasakahalahrīṃ hasakalahrīṃ sakalahrīṃ.

Die erste sei wie zuvor achtfach, eine weitere vierfach – zusammen zwölf. Die zweite werde ebenfalls achtfach und eine weitere vierfach gebildet. So erklärt der Text insgesamt 36 Pañcamī-Formen. Bei diesen werden śrīṃ hrīṃ hūṃ als umschließende Folge am Anfang und Ende angefügt; vor die mittleren drei Kāmarāja-Kūṭas tritt das Kāmarāja-Bīja. So sei der Japa zu vollziehen.

Die Sundarī-Formen

Eigene SB-Reihe; die im Druck doppelte Nummer 16 erhält beim zweiten Vorkommen die Kennung SBX. Die ungewöhnlichen Lautfolgen und die Wiederholung bleiben erhalten.

24.SB.1: Erste Sundarī: īekalahrīṃ hasakahalahrīṃ sakalahrīṃ.

24.SB.2: Zweite Form: eīkalahrīṃ hasakahalahrīṃ sakalahrīṃ.

24.SB.3: Anantasundarī: kaīelahrīṃ hasakahalahrīṃ sakalahrīṃ.

24.SB.4: Sundarī der westlichen Überlieferung: sahakalahrīṃ hasakahalahrīṃ sakalahrīṃ.

24.SB.5: Sundarī der nördlichen Überlieferung: hasasakalahrīṃ hasakahalahrīṃ sakalahrīṃ.

24.SB.6: Rudrayoginī, Sundarī der östlichen Überlieferung: hasahrīṃ kahahrīṃ sahahrīṃ.

24.SB.7: Sundarī der südlichen Überlieferung: kalahrīṃ kahalahrīṃ sakalahrīṃ.

24.SB.8: Śivasundarī der oberen Überlieferung: kahakṣamalahrīṃ hasakahalahrīṃ sakalahrīṃ.

24.SB.9: Śaktisundarī der oberen Überlieferung: sahakṣamalahrīṃ sahakahalahrīṃ sakalahrīṃ.

24.SB.10: Sarvasundarī: hasakṣamalahrīṃ hasakahalahrīṃ sakalahrīṃ.

24.SB.11: Saubhāgyā: sahakalahrīṃ hakahalahrīṃ kahakalahrīṃ.

24.SB.12: Bhāṣā: hakalasahrīṃ kahalasahrīṃ kalasahrīṃ.

24.SB.13: Sṛṣṭi, Schöpfung: hasakalahrīṃ halakalasahrīṃ sakalahrīṃ.

24.SB.14: Sthiti, Erhaltung: halakasahrīṃ kasalakasahrīṃ kahasalahrīṃ.

24.SB.15: Saṃhāra, Auflösung: halakasahrīṃ hasakalahrīṃ hahasalahrīṃ.

24.SB.16: Nirākhyā: lakasahrīṃ sahakalahrīṃ hasasahakahrīṃ.

24.SBX.16: Nirākhyā, zweite Form mit derselben Drucknummer: kahakalasahrīṃ hasasahakahrīṃ sahakahahrīṃ.

24.SB.17: Svapnāvatī: hakalasahrīṃ hakahalahrīṃ hasakalahrīṃ.

24.SB.18: Madhumatī: kahalasahrīṃ kahayalahrīṃ kasasalahrīṃ.

Elf-Kūṭa-Form: Zuerst kaeīlahrīṃ hasakahalahrīṃ sakalahrīṃ sahakalahrīṃ hakahalahrīṃ kahakalahrīṃ, danach die fünf Kūṭas einer Pañcamī: Dies ergibt elf Kūṭas. Entsprechend werden die fünf Kūṭas jeder der 36 Pañcamīs angefügt.

Durch Kombinationen mit drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht und neun Kūṭas sowie den Unterschieden rein, unrein und den weiteren entstehen viele Sundarī-Formen. Für den Japa aller Sundarī-Vidyās wird die Umschließung am Anfang und Ende durch die zuvor genannte Dreiergruppe von Bījas als notwendig bezeichnet.

Beginn der kurzen Śrīvidyā-Paddhati

Nun folgt die kurze rituelle Ordnung der Śrīvidyā als einer der zehn Vidyās. Nach den Morgenhandlungen bis zum Prāṇāyāma vollziehe man die Einsetzung des Sehers und der übrigen Zuordnungen.

Für den Śrītripurasundarī-Mantra: Dakṣiṇāmūrti ist der Seher, Paṅkti das Versmaß, Tripurasundarī die Gottheit, Vāgbhava das Bīja, Kāmarāja der Verschluss und das dritte [Kūṭa] die Kraft. Die Anwendung dient der Verwirklichung der vier Lebensziele.

Druckvarianten: Vier Fußnoten bieten die Kūṭa-Lesungen hasakalahrīṃ, sahakalahrīṃ, hasakahalahrīṃ und hakalahrīṃ; ihre eindeutige Zuordnung ist nicht überall gesichert.

Einsetzung des Sehers und der weiteren Zuordnungen

Druckseite 282; Fortsetzung der Śrīvidyā-Paddhati.

Am Kopf: dakṣiṇāmūrtaye ṛṣaye namaḥ; am Mund: paṅkticchandase namaḥ; am Herzen: tripurasundarīdevatāyai namaḥ; im verborgenen Bereich: vāgbhavabījāya namaḥ; an den Füßen: tārtīyaśaktaye namaḥ; am ganzen Körper: kāmarājakīlakāya namaḥ.

Samayārka; eigene BR-Reihe:

24.BR.1: Für den Tripurasundarī-Mantra [spreche man] am Kopf „Verehrung dem Seher Dakṣiṇāmūrti“ und „Verehrung dem Versmaß Paṅkti“ …

Unnummerierter Halbvers: … am Mund; am Herzen „Verehrung der Gottheit Tripurasundarī“. Die weitere Hälfte fehlt im Druck.

Bīja, Verschluss und Kraft

Dakṣiṇāmūrti [Quellenkurztitel]; eigene JN-Reihe:

24.JN.1: Wie Funken aus einem großen Feuer gehen die großen Mantras hervor; ebenso sind die Mātṛkā-Laute aus Vāgbhava hervorgegangen, Geliebte.

24.JN.2: Deshalb wird gerade Vāgbhava das Bīja genannt. Die Mutter des Alls, die in weiblicher und männlicher Gestalt aufleuchtet …

24.JN.3: … bindet die drei Welten durch große Verblendung, Herrin der Götter. Deshalb ist jenes der Verschluss, o Göttin. Durch ihn ist sie stolz auf ihr Glück …

Unnummerierter Halbvers: … und erhält die ganze Welt; deshalb wird sie Kraft genannt. Die weitere Hälfte fehlt im Druck.

Jñānārṇava, unnummeriert: Vāgbhava ist das Bīja, das dritte [Kūṭa] die Kraft und Kāmarāja der Verschluss. Danach folgt die Bīja-Einsetzung.

Einsetzung der acht Sprachgöttinnen

Die Prosafassung verbindet die Lautgruppen mit besonderen Bījas und dem jeweiligen Namen, gefolgt von vāgdevatāyai namaḥ. Die seltenen zusammengesetzten Bījas sind teilweise unsicher; Namen und Körperorte sind erkennbar.

Lautgruppe Vorläufige Bīja-Lesung Sprachgöttin Körperstelle
16 mit a beginnende Vokale rlūṃ Vaśinī Brahmarandhra
5 mit ka beginnende Laute kalahrīṃ Kāmeśvarī Stirn
5 mit ca beginnende Laute navallīṃ Modinī Zwischen den Augenbrauen
5 mit ṭa beginnende Laute plūṃ Vimalā Beide Ohren
5 mit ta beginnende Laute jamrīṃ Aruṇā Herz
5 mit pa beginnende Laute hasalavyūṃ Jayinī Nabel
4 mit ya beginnende Laute jhamryūṃ Sarveśvarī Wurzelzentrum
Im Druck mit 5 bezeichnete śa-Gruppe kṣmaryūṃ Kaulinī Ganzer Körper

Jñānārṇava; eigene JG-Reihe:

24.JG.1: Nach der Vokalgruppe schreibe man das Bīja mit r und dem als Vakra bezeichneten [Laut], geschmückt mit linkem Ohr, Bindu und Nāda, Geliebte.

24.JG.2: Man verehre Vaśinī, die Göttin der Sprache, trefflich Gelobende. Nach der ka-Gruppe das höchste Bīja kalahrīṃ …

24.JG.3: … dann nenne man Kāmeśvarī und verehre die Sprachgöttin. Nach der ca-Gruppe [folge die Lautbildung] mit dem Ende von dha, dem Ende von la, Erde und Vokal …

24.JG.4: … und man verehre Modinī, die mit Nāda und Bindu geschmückte Sprache. Nach der ṭa-Gruppe das Windbīja, mit Erde davor …

24.JG.5: … versehen mit linkem Ohr, Mond und Bindu; [man verehre] Vimalā, die Herrin der Sprache. Nach der ta-Gruppe [ein Bīja] mit der gedrängten Bezeichnung jamayānta, geschmückt mit linkem Auge …

24.JG.6: … und mit Bindu und Nāda: Man verehre die Sprachgöttin Aruṇā. Nach der pa-Gruppe [die Verbindung aus] Raum, Mond, Erde, Wasser und Wind …

24.JG.7: … mit dem Vokal ū, Bindu, Nāda und Kalā. Man verehre Jayinī, die Göttin der Sprache, von Vīras Verehrte.

24.JG.8: Nach der ya-Gruppe [eine Lautbildung] mit jānta, Kāla, r und Wind, reich geschmückt mit linkem Ohr und Mond; man verehre Sarveśī.

24.JG.9: [Die im Druck gedrängte Gruppe] kṣma mit Feuer, umgeben vom vierten Vokal, erfüllt von Bindu, Nāda und Kalā: Man verehre Kaulinī als Sprache.

24.JG.10: Nach der śa-Gruppe setze man [sie] zur Verwirklichung aller Ziele ein, Herrin des großen Gottes: am Kopf, an der Stirn, zwischen den Augenbrauen, an Ohren, Herz und Nabel …

Unnummerierter Halbvers: … am Wurzelzentrum und in der Höhlung setze man die höchste Göttin ein, Geliebte. Die weitere Hälfte fehlt im Druck; eine Fußnote bietet eine abweichende allgemeine Nyāsa-Anweisung.

Beginn der Handeinsetzung

aiṃ madhyamābhyāṃ namaḥ, klīṃ anāmikābhyāṃ namaḥ, sauḥ kaniṣṭhikābhyāṃ namaḥ – an beiden Mittel-, Ring- und kleinen Fingern. Danach beginnt die nächste Formel mit aiṃ; sie wird auf der folgenden Seite fortgesetzt.

Weitere Druckvarianten: Die Fußnoten bieten unter anderem „heraussprühen“, „Geliebte des Feuers“ und „mit Mitgefühl“; die Zuordnung einzelner Varianten bleibt örtlich unsicher.

Druckseite 283; Fortsetzung der Handeinsetzung: aiṃ aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ, klīṃ tarjanībhyāṃ namaḥ, sauḥ karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ namaḥ – beide Daumen, beide Zeigefinger, Handflächen und Handrücken.

Die Gliedereinsetzung lautet: aiṃ hṛdayāya namaḥ, klīṃ śirase svāhā, sauḥ śikhāyai vaṣaṭ, aiṃ kavacāya huṃ, klīṃ netratrayāya vauṣaṭ, sauḥ astrāya phaṭ. Nach der umfassenden Einsetzung mit dem Grundmantra folge die Meditation.

Meditation auf Tripurasundarī

Unnummerierter Vers: „Ich verehre Śivā, leuchtend wie die Scheibe der jungen Sonne, vierarmig und dreiäugig, Schlinge, Stachel, Pfeile und Bogen tragend.“

Nach dieser Meditation verehre man sie mit geistigen Gaben und vergegenwärtige sich: „Ich bin Glückseligkeit.“

Bereitung der Muschel und Verehrung des Sitzes

Vor dem Śrīcakra, links von sich, zeichne man ein Dreieck in eine sechsstrahlige Figur, stelle die dreifüßige Unterlage darauf und verehre die Figur mit dem Grundmantra. Mit phaṭ wasche man die Muschel, füge Duft, Blumen und weitere Gaben hinzu, fülle sie mit Wasser unter dem Grundmantra und verehre die Maṇḍalas:

Ort Formel und Bedeutung
Dreifüßige Unterlage maṃ vahnimaṇḍalāya daśakalātmane namaḥ – Feuerkreis aus zehn Kalās
Muschel aṃ sūryamaṇḍalāya dvādaśakalātmane namaḥ – Sonnenkreis aus zwölf Kalās
Wasser uṃ somamaṇḍalāya ṣoḍaśakalātmane namaḥ – Mondkreis aus sechzehn Kalās

Mit dem durch „Gaṅge ca Yamune caiva …“ bezeichneten Gebet rufe man die heiligen Gewässer herbei, verhülle mit hūṃ, verehre mit den sechs Gliedern, zeige Dhenu-Mudrā und wiederhole den Grundmantra achtmal. Etwas von diesem Wasser gebe man ins Sprengwasser und besprenge sich und die Verehrungsgeräte. Rechts davon stelle man die Gefäße für Fußwasser und weitere Gaben auf.

Am Yantra verehre man der Reihe nach, jeweils mit oṃ und namaḥ: Ādhāraśakti, Prakṛti, Kūrma, Ananta, die Erde, den Ozean des Rasa, die Juweleninsel, den Nandana-Garten, den Juwelenpavillon, den Wunschbaum, den Edelsteinaltar und den Juwelenthron.

Im Bindu-Cakra über dem Sitz: hasauḥ sadāśivamahāpretapadmāsanāya namaḥ. Im Bindu stelle man die Gestalt mit hasraiṃ hasakalarīṃ hasrauḥ vor, binde die Trikhaṇḍā-Mudrā und meditiere wie zuvor. Das mittlere Bīja ist im Druck nicht eindeutig; es wird nicht durch eine bekannte andere Fassung ersetzt.

Anrufung und Gurureihe

Durch das atmende Nasenloch führe man die Lichtgestalt in die Handvoll Blumen und rufe:

„Oṃ, du im großen Lotuswald Weilende, Verkörperung ursächlicher Glückseligkeit, dem Wohl aller Wesen Zugewandte, Mutter, komm, komm, höchste Herrin!“

Man setze sie in der Gestalt ein, vollziehe Anrufung und die weiteren Handlungen und verehre mit den verfügbaren Gaben. In den Feuer-, Īśāna-, Asura- und Windrichtungen, in der Mitte und in den Richtungen folgen die sechs Glieder: Vāgbhava-Kūṭa für das Herz mit namaḥ, Kāmarāja für den Kopf mit svāhā, Śakti-Kūṭa für die Haarspitze mit vaṣaṭ; nochmals Vāgbhava für den Schutzpanzer mit huṃ, Kāmarāja für das Auge mit vauṣaṭ und Śakti für die Waffe mit phaṭ.

Die Gurureihe wird nach einer gedrängten Ortsangabe im mittleren und östlichen Dreiecksbereich verehrt: aiṃ hrīṃ śrīṃ gurupaṅktibhyo namaḥ, entsprechend für die Guru-Pādukās. Dann Paramaguru und seine Pādukās, Parāparaguru und seine Pādukās sowie Ācārya und seine Pādukās. Die gedruckte Kurzmarke „3“ steht im Folgenden für die Dreiergruppe aiṃ hrīṃ śrīṃ.

Erster Umkreis: das die drei Welten bezaubernde Cakra

Auf der ersten Linie des Quadrats verehre man die heiligen Pādukās der acht mit Aṇimā beginnenden Göttinnen; auf der mittleren die der acht mit Brāhmī beginnenden Göttinnen; auf der inneren die der mit Sarvasaṃkṣobhiṇī beginnenden Mudrās. Die Formulierung śrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ wird durchgehend bei der Umkreisverehrung verwendet.

Ein anderes Tantra; eigene PD-Reihe:

24.PD.1: Zuerst spreche man śrī, danach pādukā, dann pūjayāmi namaḥ und verehre die Gliedergottheiten.

An der Vorderseite des Cakra verehre man die Pādukās der Cakra-Herrin Tripurā. Mit Arghya-Wasser übergebe man der Hauptgöttin:

„In diesem quadratischen Trailokyamohana-Cakra, über dem die Cakra-Herrin Tripurā waltet, mögen diese mit Aṇimā beginnenden Prakaṭa-Yoginīs samt Mudrās, Waffen, Gefolge und Reittieren verehrt und gesättigt sein.“

Vārāhīya zur Erklärung des Namens Tripurā; eigene TR-Reihe:

24.TR.1: Einst wurdest du von den Göttern Brahmā, Viṣṇu, Maheśa und den weiteren verehrt; damals wurde dir von den Göttern der Name „Tripurā“ gegeben.

Svatantratantra zur Sättigung; eigene TN-Reihe:

24.TN.1: Mit der linken Hand, Daumen und Ringfinger verbunden, sättige man die göttliche Sundarī samt Mudrās und Reittier, Pārvatī.

Beginn des zweiten Umkreises

Auf dem sechzehnblättrigen Lotus: mit den sechzehn Vokalen und aiṃ hrīṃ śrīṃ „Ich verehre die heiligen Pādukās der sechzehn mit Kāmākarṣiṇī beginnenden Nityā-Kalās, namaḥ.“ An der Vorderseite verehre man die Pādukās der Cakra-Herrin Tripureśī. Die Übergabe beginnt: „In diesem sechzehnblättrigen Sarvāśāparipūraka-Cakra, [über dem] Tripureśī …“ und setzt sich auf der nächsten Seite fort.

Druckseite 284; Fortsetzung: „… als Cakra-Herrin waltet, mögen diese mit Kāmākarṣiṇī beginnenden Gupta-Yoginīs samt ihren Mudrās …“ Mit der zuvor angegebenen Schlussformel übergebe man sie der Hauptgöttin.

Die weiteren Umkreise bis zum Bindu

Die Kurzmarke „3“ bezeichnet weiterhin aiṃ hrīṃ śrīṃ. Bei jeder folgenden Verehrung lautet die Formel: „[Dreierbīja], ich verehre die heiligen Pādukās [der genannten Göttin oder Göttinnengruppe], namaḥ.“ Die Übergabe an die Hauptgöttin folgt jeweils dem zuvor ausgeführten Muster samt Mudrās und den weiteren Begleitmerkmalen.

Ort und Cakra Verehrte Göttinnen Herrin an der Vorderseite Yoginī-Gruppe
Achtblättriger Lotus: Sarvasaṃkṣobhakara, „alles erschütternd“ Die mit Anaṅgakusumā beginnenden Göttinnen Tripurasundarī Guptatara-Yoginīs, die noch verborgeneren
Vierzehnstrahliges Cakra: Sarvasaubhāgyadāyaka, „alles glückliche Gedeihen schenkend“ Die vierzehn mit Sarvasaṃkṣobhiṇī beginnenden Göttinnen Tripuravāsinī Saṃpradāya-Yoginīs, die der Überlieferung
Äußeres zehnstrahliges Cakra: Sarvārthasādhaka, „alle Zwecke verwirklichend“ Die zehn mit Sarvasiddhipradā beginnenden Göttinnen Tripurāśrī Kulakaulinī und die übrigen Yoginīs
Inneres zehnstrahliges Cakra: Sarvarakṣākara, „allseitigen Schutz bewirkend“ Die zehn mit Sarvajñā beginnenden Göttinnen Tripuramālinī Nigarbha-Yoginīs
Achtstrahliges Cakra: Sarvarogahara, „alle Krankheiten beseitigend“ Die acht mit Vaśinī beginnenden Göttinnen Tripurasiddhā Rahasya-Yoginīs, die geheimen

Die Übergaben benennen ausdrücklich das jeweilige Cakra, seine Herrin und die zugehörige Gruppe: „In diesem [Cakra], über dem [die genannte Herrin] waltet, [mögen] diese [genannten Yoginīs] samt ihren Mudrās …“ Die Bezeichnungen des Cakra geben den religiösen Sinn des Textes wieder.

Im inneren Dreiecksraum verehre man die sechs Glieder mit der Grundvidyā. An der vorderen Ecke verehre man die Pādukās der Nityā Kāmeśvarī, an der rechten die der Nityā Vajreśvarī und an der linken die der Nityā Bhagamālinī. An der Vorderseite verehre man die Pādukās der Cakra-Herrin Tripurāmbikā.

„In diesem dreieckigen Sarvasiddhiprada-Cakra, das alle Vollkommenheiten schenkt und dessen Innenraum mit Pfeilen, Schlinge und Stachel geschmückt ist, über dem die Cakra-Herrin Tripurāmbikā waltet, [mögen] diese mit Kāmeśvarī beginnenden Rahasyātirahasya-Yoginīs, die überaus geheimen, samt ihren Mudrās …“ So übergebe man sie der Hauptgöttin. Die Druckfußnote nennt cāpa, „Bogen“, als Lesart der mit „kha“ bezeichneten Handschrift innerhalb der Waffenaufzählung.

In der Mitte des Bindu: „Aiṃ hrīṃ śrīṃ, ich verehre die heiligen Pādukās der Nityā Śrīmahātripurasundarī, namaḥ.“ Diese Verehrung vollziehe man dreimal. Links verehre man entsprechend die Pādukās der Yoni-Mudrā, an der Vorderseite die der Tripurabhairavī.

Dann übergebe man der Hauptgöttin: „In diesem aus aller Glückseligkeit bestehenden Bindu-Cakra, dessen Wesen das höchste Brahman ist und über dem die Cakra-Herrin Tripurabhairavī waltet, mögen diese Yoginīs, die Herrinnen aller Cakras, samt Mudrās, Reittieren, Gefolge und Waffen verehrt und gesättigt sein.“

Darauf vollende man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Verabschiedung. Ihr Puraścaraṇa besteht aus hunderttausend Mantrawiederholungen.

Vāmakeśvaratantra; eigene VP-Reihe:

24.VP.1: Dort verweilend, unmittelbar die Gestalt der Göttin annehmend, wiederhole man [den Mantra] hunderttausendmal. Mit Kiṃśuka-Blüten vollziehe man das Feueropfer in einem Zehntel dieser Zahl, du Schönangesichtige.

Unnummerierte Fortsetzung: Oder mit Kusumbha-Blüten, vermischt mit den drei süßen Stoffen.

Beginn der besonderen Śrīvidyā-Paddhati

Nun die besondere Verfahrensweise für Śrīvidyā: Man stehe in der Brahma-Muhūrta auf, lege das Nachtgewand ab und meditiere auf den Guru in der bereits beschriebenen Gestalt. Mit einer Folge von Bījas spreche man: „Ich verehre die heiligen Pādukās des [jeweils einzusetzenden] Amukānandanātha, namaḥ“, danach diejenigen der zugehörigen Śakti-Mutter.

Die gedruckte Bīja-Folge lautet annähernd aiṃ hrīṃ śrīṃ hasakhaphreṃ hasakṣamalavarayūm̐ sahakṣamalavarayīṃ hasauṃḥ sahauṃḥ. Mehrere Zeichen dieser sehr eng gesetzten Folge sind unsicher; die Formel wird nicht anhand anderer Fassungen vervollständigt. Die Anrufung der Śakti-Mutter setzt sich auf der nächsten Seite fort.

Druckseite 285; Fortsetzung: „… ich verehre die Pādukās der [jeweils einzusetzenden] Śakti-Mutter, namaḥ.“ So vergegenwärtige man sich die Anrufung und verehre mit geistig dargebrachten Düften und weiteren Gaben.

Geistige Gaben der fünf Elemente

Jede Formel beginnt mit aiṃ hrīṃ śrīṃ und endet mit samarpayāmi namaḥ, „ich bringe dar, Verehrung“:

Bīja Geistige Gabe Handgeste
laṃ Duft, dessen Wesen Erde ist Mit beiden kleinen Fingern
haṃ Blume, deren Wesen Raum ist Mit beiden Daumen
yaṃ Räucherwerk, dessen Wesen Wind ist Mit beiden Zeigefingern
raṃ Licht, dessen Wesen Feuer ist Mit beiden Mittelfingern
vaṃ Speisegabe, deren Wesen Nektar ist Mit beiden Ringfingern
aiṃ Betelgabe Mit zusammengelegten Händen

Viśuddheśvara; eigene GG-Reihe:

24.GG.1: Nach solcher Meditation verehre man wiederum mit Gaben aus den fünf Elementen. Das Duftprinzip gehört zur Erde; [man bringe es dar] durch Verbindung der kleinen Finger.

24.GG.2: Die Blume besteht aus Raum; man bringe sie mit beiden Daumen dar. Das große Räucherwerk besteht aus Wind; man bringe es mit beiden Zeigefingern dar.

24.GG.3: Das große Licht besteht aus Feuer: [man bringe es dar] durch Verbindung beider Mittelfinger. Die Speisegabe besteht aus Nektar: [man bringe sie dar] mit beiden Ringfingern.

24.GG.4: Mit zur Verneigung zusammengelegten Händen bringe man Betel dar. Bei jeder Gabe ist das jeweils eigene Bīja vorgesehen; ganz am Ende steht der Ausdruck der Verehrung.

Druckvariante zu GG.2: Die mit „kha“ bezeichnete Handschrift liest: „Die große Blume besteht aus Klang; [man bringe sie dar] durch Verbindung der ersten Finger.“

Dann zeige man Yoni- und Añjali-Mudrā, verneige sich und spreche das mit „Akhaṇḍamaṇḍalākāra …“ beginnende Lob. Das Übrige vollziehe man nach der in der allgemeinen Paddhati beschriebenen Reihenfolge.

Das besondere Bad der Śrīvidyā

Nach dem vedischen Bad vollziehe man Ācamana und die Einsetzung der sechs Glieder. Mit kroṃ und der Aṅkuśa-Mudrā rufe man das heilige Wasser aus dem Sonnenkreis herbei. Man spreche die Śakti der Grundvidyā und setze sie mit der Yoni-Mudrā ins Wasser ein. Man zeige Dhenu- und Yoni-Mudrā, bespräche das Wasser zehnmal mit dem Vāgbhava-Bīja der Grundvidyā und stelle sich die Göttin mitten im Wasser des Glückseligkeitsnektars vor.

Man bespräche es siebenmal mit der Grundvidyā und begösse sich siebenmal unter dem Grundmantra, mit dem Gedanken, es sei der Nektarstrom aus ihrem Lotusmund. Danach spreche man die Grundvidyā einundzwanzigmal, tauche dreimal in jenes Wasser ein und steige wieder auf; dabei stelle man es als den unter den Lotusfüßen der Göttin herabrinnenden Nektarstrom vor. Anschließend begösse man den Kopf mit Yoni-Mudrā sieben- oder dreimal und vollziehe dort Ācamana.

Yāmala; eigene YA-Reihe:

24.YA.1: Mit den drei Bāla-Bījas trinke man; mit den beiden [folgenden Bījas] wische man die Lippen ab. Mit den beiden Durga-[Anrufungen] reinige man die Dreiergruppe; mit Māyā wasche man die Hand.

24.YA.2: Mit Śrī, Māyā, Vāk, Parā, Kāma, Tripuṭā, Yoni und Vartula sowie mit Kāmakalā und Aṅkuśa [berühre man] Mund, Nase, Augen und Ohren …

24.YA.3: … Nabel, Brust und beide Arme. Danach ist man zu Japa und Verehrung befähigt. Wer auf diese Weise Ācamana vollzieht und Durgā verehrt, wird noch zu Lebzeiten befreit.

Erklärende Prosa: [Die Stelle verweist] auf die zehnsilbige [Formel]. Mit aiṃ klīṃ sauḥ trinke man; mit hrīṃ śrīṃ wische man zweimal die Lippen. Mit durge durge rakṣiṇi svāhā vollziehe man die Reinigung, mit hrīṃ das Händewaschen. Es folgen die Berührungen: śrīṃ am Mund, hrīṃ an der Nase, sauḥ klīṃ an den Augen, hrīṃ śrīṃ klīṃ an den Ohren, aiṃ am Nabel, hrīṃ an der Brust, īṃ an der rechten Schulter und kroṃ an der linken. Einzelne eng gedruckte Bījas sind unsicher; die Beziehung der Bīja-Aufzählung im Vers zur Prosaausführung wird nicht durch Ergänzungen geglättet.

Man trete an den Badeplatz beziehungsweise ans Ufer, lege zwei unversehrte Gewänder an und bringe mit reiner Opferasche, die mit dem Grundmantra besprochen wurde, ein dreilinienförmiges, halbmondartig gebogenes Tripuṇḍra an. Man vollziehe die Handlungen bis einschließlich Aghamarṣaṇa und dann die Sättigungsgaben.

Weitere Versfassung des Bades; eigene SNB-Reihe:

24.SNB.1: Nachdem man die sechs Glieder eingesetzt hat, ziehe man das heilige Wasser mit der Aṅkuśa-Mudrā und dem Mantra kroṃ aus dem Sonnenkreis herbei.

24.SNB.2: Man spreche das Śakti-Bīja und setze [die Kraft] mit der Yoni-Mudrā ein. Danach zeige man dort Dhenu- und Yoni-Mudrā.

24.SNB.3: Mit dem Vāgbhava-Bīja der Grundvidyā meditiere man auf die Gottheit. Man stelle sie sich inmitten der Wasser des Glückseligkeitsnektars vor.

24.SNB.4: Mit dem aus dem Lotusmund der Göttin hervorgehenden Nektarstrom begieße man den eigenen Leib und wiederhole dabei die Vidyā siebenmal.

24.SNB.5: Danach wiederhole man die Vidyā einundzwanzigmal. Mit dem unter den Lotusfüßen der Göttin herabrinnenden Nektarstrom …

Der Satz setzt sich auf der nächsten Seite fort.

Druckseite 286; Fortsetzung der SNB-Reihe:

24.SNB.6: … tauche der Übende dreimal ein und steige wieder auf. Dann begieße er mit der Yoni-[Mudrā] den Kopf, Göttin.

24.SNB.7: Der hervorragende Übende begieße sich dreimal oder siebenmal. Dann begebe er sich ans Ufer und vollziehe die vorgesehenen Handlungen. Die knappe Form „trisapta“ wird hier im Licht der vorausgehenden Prosa als „drei oder sieben“ wiedergegeben; wörtlich ist sie mehrdeutig.

24.SNB.8: Danach lege er zwei geeignete Gewänder an. Er vollziehe Ācamana, wende sich nach Osten und [nehme die] mit dem Grundmantra besprochene …

24.SNB.9: … Asche, trage sie auf der Stirn und erinnere sich wie zuvor an den verehrten Guru. Danach [bringe er] der im Sonnenkreis weilenden Gottheit …

24.SNB.10: … Arghya in zusammengelegten Händen dar und werfe es dreimal unter dem Gāyatrī-Mantra empor. Nach Vermögen wiederhole er die göttliche Gāyatrī mit ihren höchsten Silben.

Sättigungsgaben für Gottheiten, Weise und Ahnen

24.SNB.11: Für die Sättigung vollziehe der Übende Ācamana und Atemzügelung. [Er sättige] die Vasus, Rudras, Ādityas und ebenso Aṅgiras …

24.SNB.12: … die Götter und Kühe, dann Brahmā, Viṣṇu und Rudra, auch die Planeten, Lopāmudrā, Ahalyā und Anasūyā … Die Schlussfügung „dvitīyike“ ist in dieser Aufzählung sprachlich unklar.

24.SNB.13: … die Mondhäuser, Tierkreiszeichen, Yogas und Karaṇas der Reihe nach. Mit den Namen im Dativ und dem Abschluss „dvijāyā“ [wohl eine verschlüsselte Schlussformel; Lesung und Bezug unsicher] sättige man sie über das Deva-Tīrtha [der Hand].

24.SNB.14: [Man sättige] Marīci, Atri, Pulaha, Pulastya, Kratu, Vasiṣṭha, Bharadvāja sowie die Gautama und Agastya Genannten …

24.SNB.15: … die Agniṣvāttas, Barhiṣads, die Ahnen und die eigene Ahnenfolge. Dreifach, mit dem auf huṃ und dem auf „Herz“ [dem üblichen Namaskāra-Abschluss] endenden [Ausdruck], sättige man sie über das Pitṛ-Tīrtha. Die gedruckte Schlussformel ist nicht eindeutig lesbar; der Text wird nicht nach einem anderen Ritualhandbuch ergänzt.

24.SNB.16: Man sättige Bhairavas, Feldhüter, Kumārīs, Yoginīs, die Wesen und alle Lebewesen, mit dem jeweiligen Abschluss: „Mögen sie gesättigt sein.“

Danach sättige man die Göttin. Die Dakṣiṇāmūrtisaṃhitā sagt: „Dann vollziehe man die Sättigung, wobei Götter, Weise und Ahnen vorausgehen.“

Im Wasser stelle man sich Dreieck, Kreis und Quadrat vor. Links und rechts vom Cakra sättige man Gaṇeśa und Vaṭuka. Im Zwischenraum von Dreieck, Kreis und Quadrat sättige man von Nordosten bis Nordwesten die später genannte Gurureihe. In der Dreiecksmitte [vollziehe man die Sättigung] mit den später angegebenen Sādhya-, Siddha- und Sitz-Mantras; die Zusammensetzung ist im Druck gedrängt.

Man rufe die erhabene Göttin ins Wasser und sättige sie dreimal nach der zuvor genannten Ordnung mit dem Strom höchsten Nektars. An den Dreieckspunkten sättige man die drei mit Kāmeśvarī beginnenden Göttinnen mit der später angegebenen Samayavidyā; an den Ecken des Quadrats die Gliedergottheiten. Es folgen die Umkreisgottheiten.

Der Sonne bringe man Arghya dar, trete mit haṃsaḥ sohaṃ vor sie hin und gebe das heilige Wasser in den Sonnenkreis zurück. Mit gezügelter Rede begebe man sich zum Verehrungsort. Eine Druckvariante liest stattdessen: „rein“.

Geeigneter Ort und vorausgehende Sonnenverehrung

Kālikulasadbhāva; eigene YO-Reihe:

24.YO.1: Für Menschen mit geringen Wünschen ist der Wald der Verehrung förderlich, wenn sie Vollkommenheit suchen. Für Wunschlose, die Befreiung erstreben, wird die beständige Verehrung im eigenen Haus gelobt.

24.YO.2: Auch für Ṛṣis, hervorragende Munis und eingeweihte Zweimalgeborene wird die Verehrung im Haus gelobt. Der letzte Halbvers ist im Druck verderbt beziehungsweise nicht sicher lesbar; er enthält eine Wendung über vier Säulen. Ein zusammenhängender weiterer Sinn wird nicht ergänzt.

Kulārṇava; eigene KO-Reihe:

24.KO.1: An einem abgeschiedenen, menschenleeren, angenehmen und von Störungen freien Ort sitze man bequem, nach Osten oder Norden gewandt.

Zuerst erfolgt dort die Sonnenverehrung. Dazu das Rudrayāmala; eigene SUY-Reihe:

24.SUY.1: Zuerst verehre man Āditya, den sichtbar gegenwärtigen Zeugen der Welt. Andernfalls wird keine Vollkommenheit erlangt, selbst in Hunderten von Millionen Weltaltern.

Bṛhatstavarāja; eigene BS-Reihe:

24.BS.1: Mit dem Grundmantra – [die Klammerfassung lautet:] beim Bad – [vollziehe man] ordnungsgemäß Sandhyā, Sättigung und Sonnenverehrung. Danach begebe man sich in das Verehrungshaus und vollziehe die Verehrung der Pañcamī.

Eintritt und Verehrung des Tores

Im Verehrungspavillon vollziehe man Ācamana mit oṃ ātmatattvāya svāhā, oṃ vidyātattvāya svāhā, oṃ śivatattvāya svāhā – für das Selbst-, Wissens- und Śiva-Prinzip. Nach Bereitung des gewöhnlichen Arghya verehre man das Tor.

Man besprenge das Tor mit dem Bālā-Mantra und verehre an den rechten, linken, oberen und unteren Bereichen: aiṃ hrīṃ śrīṃ gaṃ gaṇapataye namaḥ; entsprechend mit der Dreiergruppe duṃ durgāyai namaḥ, vāṃ vaṭukāya namaḥ, kṣāṃ kṣetrapālāya namaḥ, dvāraśriyai namaḥ und dehalyai namaḥ – Gaṇapati, Durgā, Vaṭuka, Feldhüter, Glücksglanz des Tores und Schwelle.

Mit dem linken Fuß zuerst betrete man das Haus. In den mit Südosten beginnenden Ecken verehre man wiederum Gaṇapati, Durgā, Vaṭuka und den Feldhüter mit den genannten Formeln. In der Mitte beginnt die Anrufung des Juwelenpavillons, die auf der nächsten Seite fortgesetzt wird.

Druckseite 287; Fortsetzung: „… Verehrung dem Juwelenpavillon.“ In den Richtungen verehre man mit der Dreiergruppe aiṃ hrīṃ śrīṃ jeweils Kāmadeva und Rati, Vasanta und Prīti, Gaṇapati mit gāṃ, Sarasvatī mit sāṃ sowie Śrī mit śrīṃ; jede Anrufung endet mit namaḥ.

Die Somabhujagāvalī nennt: „Sarasvatī, Śrī, Māyā und danach Durgā; dann Bhadrakālī, Svasti, Svāhā, Śubhaṅkarī, Gaurī, Lokadhātrī und auch Vāgīśvarī.“ Diese verehre man.

Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ raktavarṇadvādaśaśaktisahitāya dīpanāthāya namaḥ – Verehrung dem Herrn des Lichtes samt den zwölf rotfarbenen Kräften – bringe man dreimal eine Handvoll Blumen dar.

Viśvasāra; eigene ER-Reihe:

24.ER.1: Göttin, deren Gürtel das Meer und deren Brüste die Berge sind, Gemahlin Viṣṇus, ich verneige mich vor dir. Verzeihe mir die Berührung mit meinen Füßen.

Nach der Verneigung trage man „Pṛthvi tvayā dhṛtā lokāḥ …“, „Erde, von dir werden die Welten getragen …“, vor. Mit dem Waffenmantra und dreimaligem Aufstampfen der linken Ferse vertreibe man die irdischen Hindernisse; mit Waffenmantra und Wasser die im Luftraum; mit scharfem Blick, dem Śrībāla eingesetzt ist, die himmlischen.

Man nehme weißen Senf, ungebrochene Reiskörner und Blumen, werfe sie mit „Oṃ apasarpantu te bhūtāḥ …“, „Oṃ, mögen jene Wesen weichen …“, und vertreibe Hindernisse. Erneut nehme man diese Gaben und vollziehe den Schutz.

Im Südwesten verehre man mit der Dreiergruppe Brahmā, den Herrn des Baugrunds und den Lotussitz der tragenden Kraft. Nach dieser Sitzverehrung setze man sich und vollziehe die Handlungen von Elementereinigung und Mātṛkā-Nyāsa bis zur Atemzügelung, dann die Einsetzung von Seher und den weiteren Mantragliedern.

Das Kalpasūtra schreibt zwar vor: Elementereinigung als Austrocknen, Verbrennen und Überfluten durch die aus Wind, Feuer und Wasser bestehenden Atemübungen, danach dreimalige Atemzügelung und dann Mātṛkā-Nyāsa. Dennoch sei hier die Atemzügelung nach dem Mātṛkā-Nyāsa zu verstehen.

Ein anderes Tantra; eigene BN-Reihe:

24.BN.1: Nach solcher Elementereinigung vollziehe man Mātṛkā-Nyāsa. Nach drei Atemzügelungen vollziehe man die übrigen Nyāsas.

Seher- und Handeinsetzung

Die Einsetzung lautet, jeweils mit namaḥ: am Kopf dem Seher Dakṣiṇāmūrti; am Mund dem Versmaß Paṅkti; am Herzen der Gottheit Śrītripurasundarī; am verborgenen Körperbereich dem Vāgbhava-Bīja; an den Füßen der Kraft des Śakti-Kūṭa; am ganzen Körper dem Kāmarāja-Verschluss.

Ein anderes Tantra; eigene RN-Reihe:

24.RN.1: Den Seher setze man am Kopf ein, das Versmaß am Lotusmund, die Gottheit am Herzen und das Bīja im verborgenen Bereich.

Unnummerierter Halbvers: Die Kraft [setze man] an beiden Füßen und den Verschluss am ganzen Körper ein. Der übrige Halbvers ist im Druck durch Punkte als Lücke angezeigt.

Darauf die Handeinsetzung: aṃ an beiden Mittelfingern, āṃ an beiden Ringfingern, sauḥ an beiden kleinen Fingern; dann aṃ an beiden Daumen, āṃ an beiden Zeigefingern und sauḥ an Handflächen und Handrücken, jeweils mit namaḥ. Die beiden ersten Bīja-Zeichen sind im Druck unsicher; eine Gleichsetzung mit der andernorts genannten Bālā-Folge wird nicht stillschweigend vorgenommen.

Navaratneśvara; eigene NN-Reihe:

24.NN.1: Durch zweimalige Wiederholung dieser Bījas reinige man die Hand an den mit dem Mittelfinger beginnenden Fingern, auch an den Handflächen und Handrücken.

24.NN.2: Mit den einzelnen Namensmantras im Dativ und dem Ausdruck der Verehrung; zuvor [spreche man] die drei Bālā-Bījas, Tripurasundarī.

24.NN.3: „Schütze, schütze mein Selbst“, [spreche man] und berühre das Herz; die genaue Handlungsbezeichnung ist im Druck unklar. Ebenso vollziehe man danach mit dem Waffenmantra und der Mudrā die Bindung der Richtungen.

Druckvariante zu NN.1: „Nachdem man diese Vidyā zweimal wiederholt hat …“

Einsetzung der göttlichen Sitze

Nach dem Bālā-Mantra: „Verehrung dem Sitz des Nektar-Ozeans“, an beiden Füßen. Wieder nach Bālā: „Verehrung dem Boot-Lotussitz der Tripurasundarī“, an beiden Knien. Hrīṃ klīṃ sauḥ: „Verehrung dem Selbst-Sitz der Göttin Tripurasundarī“, an beiden Oberschenkeln.

Yāmalatantra; eigene ASN-Reihe:

24.ASN.1: Nach dem Wort „Amṛtārṇava“ spreche man „āsanāya“, dann „namaḥ“ und setze [die Formel] an den Füßen ein. Danach [spreche man] im Anschluss an Bālā, Tripureśvarī …

24.ASN.2: … „potāmbujāsanāya“, danach „namaḥ“, und setze [die Formel] an den Knien ein. Mit hrīṃ klīṃ sauḥ spreche man „Tripurā“, danach das Wort „Sundarī“ …

Unnummerierter Halbvers: … im Dativ, am Ende „devyāsana“ und „namaḥ“; man setze [die Formel] an beiden Oberschenkeln ein. Der übrige Halbvers ist im Druck durch Punkte als Lücke angezeigt. Die Fußnote bietet „mahā“ als Variante.

An beiden Gesäßhälften: haiṃ haklīṃ hasauḥ tripuravāsinīcakrāsanāya namaḥ. Im verborgenen Körperbereich: hasaiṃ hasaklīṃ hasauḥ tripurāśrīsarvamantrāsanāya namaḥ. Am Nabel: hrīṃ klīṃ bleṃ tripuramālinīsādhyasiddhāsanāya namaḥ. Einzelne Bījas dieser gedrängten Folgen sind nicht sicher lesbar.

Die nächste Anrufung beginnt hasraiṃ hasakalarīṃ hasrauḥ tripurāmbā… und setzt sich auf der folgenden Seite fort.

Druckseite 288; Fortsetzung: „… Verehrung dem Lager- und Kraftsitz der Tripurāmbā“, an der Brust. Nach der Grundvidyā: „Verehrung dem Lotussitz des großen Leichnams Sadāśiva der Śrīmahātripurabhairavī“, am Brahmarandhra.

Yāmala; eigene ASA-Reihe, im Druck neu bei 1 beginnend:

24.ASA.1: Nach haiṃ haklīṃ hasauḥ spreche man „Tripuravāsinī“ und „cakrāsanāya“; damit vollziehe man die Einsetzung an beiden Gesäßhälften.

24.ASA.2: Nach hasaiṃ hasaklīṃ hasauḥ folgt das Wort „Tripurāśrī“, dann „sarvamantrāsanāya“ und „namaḥ“; man setze [die Formel] im verborgenen Körperbereich ein.

24.ASA.3: Nach hrīṃ klīṃ bleṃ Tripuramālinī spreche man „sādhyasiddha“, „āsanāya namaḥ“ und setze [die Formel] am Nabel ein.

24.ASA.4: Nach hasraiṃ hasakalarīṃ hasrauḥ folgt „Tripurāmbā“, dann „paryaṅkapīṭhāsana“ im Dativ und „namaḥ“; man setze [die Formel] an der Brust ein.

24.ASA.5: Nach dem Bīja der aus drei Kūṭas bestehenden Vidyā [spreche man] „Mahātripurabhairavī“, nach „Sadāśivamahāpreta“ dann „padmāsanāya“ …

Unnummerierter Halbvers: … und „namaḥ“; man setze [die Formel] am Brahmarandhra ein. Der übrige Halbvers ist im Druck als Lücke angezeigt. Die zuvor gekennzeichneten Unsicherheiten einzelner Bījas bestehen auch in dieser Versfassung.

Sechs Kräfte als sechs Glieder

Es folgt der Ṣaḍaṅga-Nyāsa. Die Namen werden jeweils mit „Śrīmahātripurasundarī“ verbunden:

Bīja Kraft Einsetzung und Schluss
aiṃ Allwissenheit, Sarvajñatā hṛdayāya namaḥ – Herz
klīṃ Ewiges Genügen, Nityatṛpti śirase svāhā – Kopf
sauḥ Anfangsloses Erkennen, Anādibodha śikhāyai vaṣaṭ – Haarspitze
aiṃ Unabhängigkeit, Svatantraśakti kavacāya huṃ – Schutzpanzer
klīṃ Unvergängliche Kraft, Nityamaluptaśakti netratrayāya vauṣaṭ – drei Augen
sauḥ Unendliche Kraft, Anantaśakti astrāya phaṭ – Waffe

Navaratneśvara; eigene SKR-Reihe:

24.SKR.1: Allwissenheit und ewiges vollkommenes Genügen, anfangsloses Erkennen und Unabhängigkeit, unvergängliche Kraft und Unendlichkeit: Diese sechs nennen die Weisen die Glieder Śivās.

Weiter heißt es: „Nach dem Bīja füge man den Namen hinzu und bilde die sechs Glieder mit ihren jeweiligen Schlussausdrücken.“

Dann folgt die Einsetzung der mit Vaśinī beginnenden Göttinnen, wie im kurzen Verfahren beschrieben. Darauf folgt der aus neun Yonis bestehende Nyāsa: „Man setze die neun Yonis der Bālā, der Herrin Tripurā, ein.“ Das Verfahren wurde im Bhairavī-Abschnitt angegeben. Erneut spreche man Bālā und stelle [die Gestalt] kugelförmig vor; nochmals spreche man Bālā und stelle ein Quadrat vor.

Einsetzung der Pīṭhas und der Grundprinzipien

Jede Pīṭha-Formel endet mit der Verehrung der heiligen Pādukās der genannten Göttin, śrīpādukāyai namaḥ.

Körperort und Mantra Kreis und Pīṭha Guru-Gestalt Göttliche Kraft
Basis; Vāgbhava der Grundvidyā Feuerkreis, Kāmagiri Mitreśanātha Rudras Kraft: Śrīkāmeśvarī
Herz; zweites Kūṭa Sonnenkreis, Pūrṇagiri Ṣaṣṭhīśanātha Viṣṇus Kraft: Śrīvajreśvarī
Stirn; drittes Kūṭa Mondkreis, Jālandhara Uḍḍīśanātha Brahmās Kraft: Śrībhagamālinī
Brahmarandhra; alle drei Kūṭas Kreis des höchsten Brahman, Uḍḍiyāna Śrīcaryānātha Brahmās Kraft: Śrīmahātripurasundarī

Die Druckfußnoten bieten Jālandhara statt Pūrṇagiri in der zweiten Zuordnung und Pūrṇagiri statt Jālandhara in der dritten. Beide Zuordnungsfassungen bleiben damit sichtbar.

Der Tattva-Nyāsa verehrt Śrīmahātripurasundarī als die alles durchdringende Kraft: mit Vāgbhava an der Basis als Durchdringerin des Selbst-Prinzips; mit Kāmarāja am Herzen als Durchdringerin des Wissens-Prinzips; mit dem dritten Kūṭa an der Stirn als Durchdringerin des Śiva-Prinzips; mit allen drei Kūṭas am Brahmarandhra als Durchdringerin aller Prinzipien. Jede Formel endet mit namaḥ.

Einsetzung der fünfzehn und sechzehn Silben

Beim Pañcadaśī-Nyāsa setze man die einzelnen Silben des Grundmantra, jeweils mit namaḥ, an folgenden Orten ein: Wurzel, Herz, beide Augen, beide Ohren, beide Nasenseiten, Mund, beide Arme, Rücken, beide Knie und Nabel.

Ṣoḍaśī-Nyāsa; eigene SDN-Reihe:

24.SDN.1: Am Brahmarandhra stelle man die vollständige Vidyā rotfarben vor. Der Verständige vergegenwärtige die Saubhāgyadaṇḍinī-Mudrā an der linken Schulter.

24.SDN.2: Die Mudrā, die die Zunge des Feindes ergreift, setze man an der linken Fußsohle ein. Am Ende der umfassenden Einsetzung [zeige] man die Yoni-Mudrā am Gesicht und verneige sich. Das Verb vor „sich verneigen“ ist nicht eindeutig lesbar.

Erneut setze man die sechzehn Silben am Brahmarandhra, am Handgelenk, an der Stirn und an der Gebetskette ein. Dann:

24.SDN.3: An beiden Füßen, Unterschenkeln und Knien, an Hüfte, [einer als andhu bezeichneten Vertiefung; Lesung und Körperort unklar] und Rücken, am Nabel, an der Seite, an beiden Brüsten und beiden Schultern …

Fortsetzung auf der nächsten Seite.

Druckseite 289; Fortsetzung des Ṣoḍaśī-Nyāsa:

24.SDN.4: … an beiden Händen, am Brahmarandhra, am reinen Mund, Pārvatī, an den Ohren und ebenso der Reihe nach an beiden Handgelenken. Das letzte Körperwort ist im Druck unsicher; die Wiedergabe als Handgelenke ist vorläufig.

Dies ist die Einsetzung der Auflösung. Die Reihenfolge der Erhaltung lautet: fünf [Silben] an den Fingern beider Hände; drei an Brahmarandhra, Mund und Herz; eine vom Nabel bis zu den Füßen, eine weitere von der Kehle bis zum Nabel, eine vom Brahmarandhra bis zur Kehle; fünf an den fünf Zehen beider Füße.

Bei der Einsetzung der Schöpfung setze man die sechzehn Silben an Brahmarandhra, Stirn, Augen, Ohren, Nase, Lippen, unterer und oberer Zahnreihe, Zunge, Kinn, Rücken, ganzem Körper, Herz, beiden Brüsten, Bauchraum und Geschlechtsorgan ein.

Sechsfacher Nyāsa: Gaṇeśa-Formen und ihre Kräfte

Jede Formel beginnt mit aiṃ hrīṃ śrīṃ, danach folgt das angegebene Alphabet-Bīja. Beide Namen werden im Dativ der Zweizahl verbunden; die Formel endet mit namaḥ. Die Tabelle löst diese Namenspaare zur besseren Lesbarkeit auf. Einige im Druck ungewöhnliche Namen bleiben in ihrer überlieferten Form stehen.

Bīja Gaṇeśa-Form und Kraft Einsetzungsort
aṃ Vighneśvara / Śrī Kopf
āṃ Vighnarāja / Hrī Gesichtsumkreis
iṃ Vināyaka / Puṣṭi rechtes Auge
īṃ Śivottama / Śānti linkes Auge
uṃ Vighnahara / Tuṣṭi rechtes Ohr
ūṃ Vighnakartṛ / Sarasvatī linkes Ohr
ṛṃ Vighnarāja / Rati rechte Nasenseite
ṝṃ Gaṇanāyaka / Medhā linke Nasenseite
ḷṃ Ekadanta / Kānti rechte Wange
ḹṃ Dvidanta / Kāminī linke Wange
eṃ Gajavaktra / Mohinī Oberlippe
aiṃ Nirañjana / Jaṭā Unterlippe
oṃ Kapardin / Tīvrā obere Zahnreihe
auṃ Dīrghamukha / Jvālāmukhī untere Zahnreihe
aṃ Śaṅkukarṇa / Nandā Brahmarandhra
aḥ Vṛṣadhvaja / Surasā Mund
kaṃ Gaṇanātha / Kāmarūpiṇī rechte Schulter
khaṃ Gajendra / Śubhrā rechter Ellbogen
gaṃ Śūrpakarṇa / Jayinī rechtes Handgelenk
ghaṃ Trinetra / Satī rechte Fingerwurzeln
ṅaṃ Lambodara / Vighneśā rechte Fingerspitzen
caṃ Mahāmoda, im Druck auch Mahānāda / Svarūpiṇī linke Schulter
chaṃ Caturmukha / Kāmadā linker Ellbogen
jaṃ Sadāśiva / Madavihvalā linkes Handgelenk
jhaṃ Āmoda / Vikaṭā linke Fingerwurzeln
ñaṃ Durmukha / Dhūmrā linke Fingerspitzen
ṭaṃ Sumukha / Bhūti unterhalb der rechten Hüfte
ṭhaṃ Pramoda / Bhūti Knie
ḍaṃ Ekapāda / Satī Knöchel
ḍhaṃ Dvijihva / Ramā Zehenwurzeln
ṇaṃ Śūra / Mānuṣī Zehenspitzen
taṃ Vīra / Makaradhvajā unterhalb der linken Hüfte
thaṃ Ṣaṇmukha / Vikarṇā „Handgelenk“ – so der Druck innerhalb der Beinfolge
daṃ Varada / Bhrukuṭī Knöchel
dhaṃ Vāmadeva / Lajjā Zehenwurzeln
naṃ Vakratuṇḍa / Dīrghaghoṇā Zehenspitzen
paṃ Dvirada / Dhanurdharā rechte Seite
phaṃ Senānī / Yāminī linke Seite
baṃ Grāmaṇī / Rātri Rücken
bhaṃ Matta / Caṇḍikā Nabel
maṃ Vimala / Śaśiprabhā Bauch
yaṃ Mattavāhana / Lolākṣī Herz
raṃ Jaṭila / Capalākṣī rechte Schulter
laṃ Muṇḍin / Ṛddhi Nacken beziehungsweise oberer Rücken
vaṃ Khaḍgin / Durbhagā linke Schulter
śaṃ Vareṇya / Subhagā vom Herzen zur rechten Hand
ṣaṃ Vṛṣaketu / Śivā vom Herzen zur linken Hand
saṃ Bhakṣyapriya / Durgā vom Herzen zum rechten Fuß
haṃ Gaṇeśa / Guhapriyā vom Herzen zum linken Fuß
ḻaṃ Meghanāda / Kāminī vom Herzen zum Bauch
kṣaṃ Gaṇeśvara / Kālājihvā Mund

Druckvarianten: Jvālinī bei der Jvālāmukhī-Gruppe; Satyā statt Satī; Caturmūrti statt Caturmukha; Bhūmi statt Bhūti; Candrikā statt Caṇḍikā. Die nur teilweise deutlich gesetzten Namen, darunter Nirañjana–Jaṭā, Vṛṣadhvaja–Surasā und Bhakṣyapriya, bleiben vorläufige Lesungen. Die Folge enthält neben laṃ auch das besondere ḻaṃ.

Planeteneinsetzung

Auch hier geht aiṃ hrīṃ śrīṃ jeder Formel voraus; der Abschluss ist namaḥ. Die Zahlen im Druck bezeichnen die jeweilige Alphabetgruppe: sechzehn Vokale; vier mit ya beginnende Buchstaben; die Fünfergruppen von ka, ca, ṭa, ta und pa; vier mit śa beginnende Buchstaben; zuletzt ḻa und kṣa. Diese Zahlen sind keine Versnummern.

Alphabetgruppe und weiteres Bīja Planet und Kraft Körperort
aṃ, sechzehn Vokale; āṃ Āditya und Ruci Herz
yaṃ, vier Buchstaben; sāṃ Soma und Medhā Zwischen den Brauen
kaṃ, fünf Buchstaben; aṃ Aṅgāraka und Raktā Drei Augen
caṃ, fünf Buchstaben; buṃ Budha und Jñānarūpā Oberhalb des Herzens
ṭaṃ, fünf Buchstaben; bṛṃ Bṛhaspati und Yaśasvinī Kehle
taṃ, fünf Buchstaben; śuṃ Śukra und Āhlādinī Herz
paṃ, fünf Buchstaben; śaṃ Śanaiścara und Śakti Nabel
śaṃ, vier Buchstaben; rāṃ Rāhu und Kṛṣṇā Brust
ḻaṃ kṣaṃ; keṃ Ketu und Vāyavī Verborgener Körperbereich

Die eng gesetzten zusätzlichen Planeten-Bījas sind teilweise unsicher. Der erläuternde Vers folgt auf der nächsten Seite.

Druckseite 290; Fortsetzung: Das Jñānārṇava führt aus: „Mit den Vokalen setze man [die Sonne] am Herzen ein; danach mit der Ya-Gruppe den Mond zwischen beiden Brauen …“ Das erste gedruckte Wort lautet suraiḥ; die Wiedergabe als Vokale folgt dem Zusammenhang der vorausgehenden Einsetzung und bleibt eine Deutung.

Einsetzung der Mondhäuser

Alle Formeln beginnen weiterhin mit aiṃ hrīṃ śrīṃ und enden mit namaḥ. In den folgenden Tabellen sind die dazwischenstehenden Bījas, Namen und Einsetzungsorte wiedergegeben.

Bījas Mondhaus Körperort
aṃ āṃ Aśvinī Stirn
iṃ Bharaṇī Rechtes Auge
īṃ uṃ Kṛttikā Linkes Auge
ṛṃ ṝṃ ḷṃ ḹṃ Rohiṇī Rechtes Ohr
eṃ Mṛgaśīrṣa Linkes Ohr
aiṃ Ārdrā Rechte Nasenseite
oṃ auṃ Punarvasu Linke Nasenseite
kaṃ Puṣya Rechte Halsseite
khaṃ gaṃ Aśleṣā Rechte Schulter
ghaṃ ṅaṃ Maghā Linke Schulter
caṃ Pūrvāphālgunī Rechter Ellbogen
chaṃ jaṃ Uttarāphālgunī Linker Ellbogen
jhaṃ ñaṃ Hastā Rechtes Handgelenk
ṭaṃ ṭhaṃ Citrā Linkes Handgelenk
ḍaṃ Svātī Rechte Handfläche
ḍhaṃ ṇaṃ Viśākhā Linke Handfläche
taṃ thaṃ daṃ Anurādhā Nabel
dhaṃ Jyeṣṭhā Rechte Hüfte
naṃ paṃ phaṃ Mūlā Linke Hüfte
baṃ Pūrvāṣāḍhā Rechter Oberschenkel
bhaṃ Uttarāṣāḍhā Linker Oberschenkel
maṃ Śravaṇa Rechtes Knie
yaṃ raṃ Dhaniṣṭhā Linkes Knie
laṃ Śatabhiṣā Rechter Knöchel
vaṃ śaṃ Pūrvabhādrapadā Linker Knöchel
ṣaṃ saṃ haṃ Uttarabhādrapadā Rechte Fußsohle
ḻaṃ kṣaṃ Revatī Linke Fußsohle

Die Rohiṇī-Bīja-Folge ist im Druck besonders eng und bleibt eine vorläufige Lesung. Fehlende oder ungewöhnlich verteilte Vokale werden nicht stillschweigend ergänzt.

Einsetzung der sechs Yoginīs

Nach Alphabetgruppe und Bīja-Folge folgt jeweils die Anrufung der Yoginī im Dativ, māṃ rakṣa rakṣa, „schütze, schütze mich“, sowie die Verehrung des zugehörigen Körperstoff-Prinzips mit namaḥ.

Alphabetgruppe und Bīja-Folge Yoginī Körperstoff Einsetzungsort
Sechzehn Vokale; ḍamalavarayūṃ Ḍākinī Haut Kehle
Ka-Fünfergruppe, Ca-Fünfergruppe, ṭaṃ ṭhaṃ; rāṃ rīṃ rūṃ ramalavarayūṃ Rākinī Blut Herz
ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ, Ta-Fünfergruppe, paṃ phaṃ; lāṃ līṃ lūṃ lamalavarayūṃ Lākinī Fleisch Nabel
baṃ bhaṃ maṃ yaṃ raṃ laṃ; kāṃ kīṃ kūṃ kamalavarayūṃ Kākinī Fett Svādhiṣṭhāna
vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ; sāṃ siṃ sūṃ samalavarayūṃ Sākinī Mark Mūlādhāra
haṃ ḻaṃ kṣaṃ; hāṃ hīṃ hūṃ hamalavarayūṃ Hākinī Knochen Zwischen den Brauen

So sind Blut, Fleisch, Fett, Mark und Knochen den mit Rākinī beginnenden Göttinnen zuzuordnen. Mehrere Bīja-Zeichen sind unsicher; insbesondere die ungewöhnliche Sākinī-Folge wird nicht durch eine geläufigere Fassung ersetzt.

Einsetzung der Tierkreiszeichen

Bījas beziehungsweise Alphabetgruppe Zeichen Körperort
aṃ āṃ iṃ īṃ Meṣa, Widder Rechter Fuß
uṃ ūṃ Vṛṣa, Stier Rechter Hoden
ṛṃ ṝṃ ḷṃ ḹṃ Mithuna, Zwillinge Rechte Bauchseite
eṃ aiṃ Karkaṭa, Krebs Rechte Brustseite
oṃ auṃ Siṃha, Löwe Rechter Armansatz
aṃ aḥ, sechs mit śaṃ beginnende Buchstaben Kanyā, Jungfrau Rechte Kopfseite
Ka-Fünfergruppe Tulā, Waage Linke Kopfseite
Ca-Fünfergruppe Vṛścika, Skorpion Linker Armansatz
Ṭa-Fünfergruppe Dhanus, Schütze Linke Herzseite
Ta-Fünfergruppe Makara, Steinbock Linke Bauchseite
Pa-Fünfergruppe Kumbha, Wassermann Linker Hoden
Vier mit yaṃ beginnende Buchstaben Mīna, Fische Linker Fuß

Einsetzung der heiligen Sitze

Jeder Pīṭha-Name wird mit pīṭhāya namaḥ verbunden, nach der Dreiergruppe und dem jeweils vorangestellten Alphabet-Bīja. Die Reihenfolge lautet:

Bīja Pīṭha
aṃ Vārāṇasī
āṃ Kāmarūpa
iṃ Nepāla
īṃ Pauṇḍravardhana
uṃ Purasthira
ūṃ Kānyakubja
ṛṃ Pūrṇaśaila
ṝṃ Arbuda
ḷṃ Āmrātakeśvara
ḹṃ Ekāmra
eṃ Tisrotas
aiṃ Kāmakoṭi
oṃ Bhṛgunagara
auṃ Kedāra
aṃ Candrapura
aḥ Śrīpura
kaṃ Oṃkāra
khaṃ Jālandhara
gaṃ Mālava
ghaṃ Bhadra
ṅaṃ Devīkoṭa
caṃ Gokarṇa
chaṃ Māruteśvara
jaṃ Maṅgalakoṭa
jhaṃ Aṭṭahāsa
ñaṃ Savīraja, gedruckt „savīrajaṃ“
ṭaṃ Rājagṛha
ṭhaṃ Mahāpatha
ḍaṃ Kolāgiri
ḍhaṃ Ailāpura
ṇaṃ Vāgīśvara
taṃ Jayantī

Die Druckfußnoten nennen „Vijaya“ sowie „Kāmeśvara“ und „Kauliśvara“ als Varianten; ihre genaue Zuordnung ist im vorliegenden Druck nicht hinreichend deutlich. Einige seltene Pīṭha-Namen sind vorläufig gelesen. Der mit thaṃ beginnende nächste Name setzt sich auf der folgenden Seite fort.

Druckseite 291; Fortsetzung der Pīṭha-Einsetzung:

Bīja Pīṭha
thaṃ Ujjayinī
daṃ Caritrā
dhaṃ Kṣīrikā
naṃ Hastināpura
paṃ Uḍḍīśa
phaṃ Prayāga
baṃ Ṣaṣṭhīpura
bhaṃ Māyāpura
maṃ Jaleśvara
yaṃ Malayagiri
raṃ Śrīśaila
laṃ Mahāmeru
vaṃ Giri
śaṃ Mahendra
ṣaṃ Vāmana
saṃ Hiraṇya
haṃ Mahālakṣmīpura
ḻaṃ Uḍḍīyānapura
kṣaṃ Chāyācchatra

Diese mit namaḥ endenden Formeln sind an den Mātṛkā-Orten einzusetzen. Damit ist der sechsfach gegliederte Nyāsa abgeschlossen. Er soll nach dem Mātṛkā-Nyāsa vollzogen werden.

Einsetzung der Tripurā-Formen

Ein anderes Tantra; unnummerierter Vers: „Danach vollziehe man den Tripurā-Nyāsa zur Erfüllung aller Wünsche und Ziele. Allein durch die Einsetzung dieser [Göttinnen] wird der Mensch zu Sadāśiva.“

Jeder der folgenden Namen wird mit „Tripurā“ verbunden; die Formel beginnt mit aiṃ hrīṃ śrīṃ und dem Alphabet-Bīja und endet mit namaḥ. Man setze die Göttinnen an den Mātṛkā-Orten ein.

Bīja Tripurā-Form
aṃ Kāminī
āṃ Mālinī
iṃ Madanā
īṃ Unmādinī
uṃ Drāviṇī
ūṃ Khecarī
ṛṃ Ghaṭikā
ṝṃ Kalāvatī
ḷṃ Kledinī
ḹṃ Śivadūtī
eṃ Subhagā
aiṃ Bhagāvahā
oṃ Vidyeśvarī
auṃ Siddhīśvarī
aṃ Ugrā
aḥ Mahogrā
kaṃ Kapālinī
khaṃ Vyāpinī
gaṃ Subhagā
ghaṃ Vāgīśvarī
ṅaṃ Kālikā
caṃ Piṅgalā
chaṃ Bhagasarpiṇī
jaṃ Sundarī
jhaṃ Nīlapatākā
ñaṃ Mahāsiddheśvarī
ṭaṃ Amoghā
ṭhaṃ Ratnamālā
ḍaṃ Maṅgalā
ḍhaṃ Vijayā
ṇaṃ Bhagamālinī
taṃ Raudrī
thaṃ Yogeśvarī
daṃ Ambikā
dhaṃ Aṭṭahāsā
naṃ Vyomavyāpinī
paṃ Vajreśvarī
phaṃ Kṣobhiṇī
baṃ Śāmbhavī
bhaṃ Anaṅgā
maṃ Lokeśvarī
yaṃ Raktā
raṃ Susthā
laṃ Śuklā
vaṃ Aparājitā
śaṃ Saṃvartā
ṣaṃ Vimalā
saṃ Aghorā
haṃ Bhairavī
ḻaṃ Amoghā
kṣaṃ Sarvākarṣiṇī

Die doppelten Nennungen von Subhagā und Amoghā stehen so im Druck. Einige seltene Namen wie Ghaṭikā und Susthā sind vorläufige Lesungen. Die Fußnoten nennen Śākambharī und Anantagā als abweichende Namen; die Anker sind nicht hinreichend deutlich für eine sichere Zuordnung.

Beginn der Einsetzung von Kāma und Rati

Hier steht die Kurzmarke „4“ für aiṃ hrīṃ śrīṃ klīṃ. Darauf folgen das Alphabet-Bīja, beide Namen im Dativ der Zweizahl und namaḥ.

Bīja Götterpaar
aṃ Kāma und Rati
āṃ Kāmada und Prīti
iṃ Kānta und Kāminī
īṃ Kānti und Mohinī
uṃ Kāmamadhukara und Kalā
ūṃ Kāmācāra und Vilāsinī
ṛṃ Kāmin und Kalpalatā
ṝṃ Komala und Śyāmalā
ḷṃ Kāmabandhaka und Śucismitā
ḹṃ Kāma und Vijayā
eṃ Ramaṇa und Viśālākṣī
aiṃ Bhramaṇa und Lelihānā
oṃ Ratinātha und Digambarā
auṃ Ratipriya und Ramā
aṃ Ratinātha und Kubjikā
aḥ Smarasena und Kāntā
kaṃ Ramaṇa und Nityā
khaṃ Niśācara und Kalyāṇī
gaṃ Nandaka und Mohinī
ghaṃ Nandana und Kāmadā
ṅaṃ Madana und Sulocanā
caṃ Nandayitṛ und Sulāpinī
chaṃ Niśācara und Mardinī

Die Fußnote bietet Kāmadhuk und Kamalā statt Kāmamadhukara und Kalā, ferner „Nandi“ als Variante innerhalb der Nanda-Namensgruppe. Einige Zusammensetzungen sind im Druck nicht sicher voneinander abzugrenzen. Das mit jaṃ beginnende nächste Paar setzt sich auf der folgenden Seite fort.

Druckseite 292; Fortsetzung der Kāma-Rati-Paare:

Bīja Götterpaar
jaṃ Ratisakha und Kalahapriyā
jhaṃ Puṣpadhanvan und Varākṣī
ñaṃ Mahādhanus und Sumukhī
ṭaṃ Grāmaṇī und Nalinī
ṭhaṃ Bhramaṇa und Jaṭinī
ḍaṃ Bhramamāṇa und Pālinī
ḍhaṃ Bhrama und Śikhinī
ṇaṃ Bhrānta und Mugdhā
taṃ Bhrāmaka und Ramā
thaṃ Bhṛṅga und Bhramā
daṃ Bhrāntacara und Lolā
dhaṃ Bhramāvaha und Sucañcalā
naṃ Mohana und Dīrghajihvā
paṃ Mecaka und Madri
phaṃ Mugdha und Lolākṣī
baṃ Mohavardhana und Hlādinī
bhaṃ Mohaka und Pāṭalā
maṃ Manmatha und Madanā
yaṃ Mataṅga und Mālinī
raṃ Bhṛṅganāya und Kaṭṭesinī
laṃ Gāyaka und Viśvatomukhī
vaṃ Gītajña und Jagadānandinī
śaṃ Nartaka und Rañjinī
ṣaṃ Lola und Kānti
saṃ Unmatta und Kalakaṇṭhī
haṃ Matta und Kubjodarī
ḻaṃ Vilāsin und Meghaśyāmā
kṣaṃ Kāmavardhana und Sonmattā

Diese mit namaḥ endenden Formeln setze man an den Mātṛkā-Orten ein. Mehrere seltene Namen und Worttrennungen sind unsicher, besonders Mecaka–Madri und Bhṛṅganāya–Kaṭṭesinī. Die Fußnote bietet Mecaka–Mahāmati als Variante sowie „Uvācinī“ ohne sicher zuordenbaren Anker.

Die sechzehn Nityās

Jñānārṇava; eigene NLN-Reihe:

24.NLN.1: Die erste ist die schöne Nityā Mahātripurasundarī. [Danach] werden Kāmeśvarī und ebenso Bhagamālinī genannt …

24.NLN.2: … Nityaklinnā, Bheruṇḍā, ebenso Vahnivāsinī, Vajreśvarī, Dūtī, Tvaritā und Kulasundarī …

24.NLN.3: … Nityā, Nīlapatākā, Vijayā und Sarvamaṅgalā, schließlich Jvālāmālinī und Citrā. Diese fünfzehn sind verkündet. Die fünfzehn werden neben der zuerst genannten Mahātripurasundarī aufgeführt; so erklärt sich die Abschnittsüberschrift „sechzehn Nityās“.

Die Mantras der Nityās

Jñānārṇava; eigene NM-Reihe. Die in Klammern stehenden Zahlen zählen die Göttinnen, nicht zusätzliche Verse. Die folgenden Formeln sind historische Mantra-Verschlüsselungen; unklare Bījas werden nicht zu einer scheinbar gesicherten Rezitationsfassung ergänzt.

24.NM.1: Höre, Göttin, ich werde den erhabenen Nityā-Kreis verkünden. Für die erste [Kāmeśvarī] spreche man Bālā, Tāra und den Herz-Abschluss, danach das Wort „Kāmeśvari“.

24.NM.2: Nach „icchākāmaphala“ folge „prade“, danach „sarva“, dann „sattvavaśa“ und „kāri“, danach „sarvajagat“ …

24.NM.3: … nach „kṣobhaṇa“ spreche man „kari“. Man schreibe dreimal huṃ, die fünf Pfeile und Kumārikā in der Reihenfolge der Auflösung.

24.NM.4: Damit ist bei dieser Gelegenheit die Nityā Kāmeśvarī erklärt, Śivā. Für die zweite [Bhagamālinī] schreibe man Vāgbhava, nach „bhaga“ dann „bhuje“ und „bhagini“.

24.NM.5: „Bhagodari, bhagāṅge, bhagamāle, bhagāvahe, bhagaguhye“, nach „bhaga“ ebenso „yoni“, wiederum nach „bhaga“ …

24.NM.6: … „nipātini“, und nach „sva“ dann „bhagavaśaṅkari“. Dann ist „bhagarūpe, nīrajāyatalocane“ zu schreiben.

24.NM.7: „Nityaklinne“, nach „bhaga“ dann „svarūpe“, danach „sarva“. Nach „bhagāni me hyānaya“ schreibe man „varade“.

24.NM.8: „Rete, surete, bhagaklinne“, danach „klinnadrave, kledaya, drāvaya“ und „sarvasattvān bhageśvari“.

24.NM.9: Man spreche „amoghe, bhagavicce, kṣubha, kṣobhaya sarvasattvān bhageśvari“, dann Vāgbhava und die mit blūṃ und ja beginnende [Bīja-Folge].

24.NM.10: [Die eng gesetzte Folge lautet vorläufig:] bhaiṃ blūṃ mo blūṃ bheṃ blaiṃ hūṃ, danach „klinne“, dann „sarvāṇi“, nach „bhagāni“ weiter „me vaśamānaya“.

24.NM.11: Das Hrī-Bīja, danach [die mit] Hara [umschriebene Silbe] und ein durch das undeutliche Wort valbhemātmaka bezeichnetes Zeichen; man schreibe Bhuvaneśī. Diese Vidyā ist Bhagamālinī.

Zum Wortlaut NM.4–11: Die Anreden verbinden die Göttin mit bhaga, einem Ausdruck für Glück, göttliche Fülle und das weibliche Geschlechtsorgan. Die Bitten verlangen Erweichen, Erregen und Unterwerfung aller Wesen. Die verschlüsselten und teils schlecht lesbaren Bīja-Teile bleiben als solche ausgewiesen; eine sichere Gesamtformel lässt sich daraus hier nicht herstellen. Die Fußnote bietet „bhage“ als Variante.

24.NM.12: Für die dritte spreche man das Parā-Bīja, „nityaklinne maddrave“ und den Abschluss der Gattin des Feuers [Svāhā]. Dieser Mantra wird Nityaklinnā genannt.

24.NM.13: Für die vierte spreche man zuerst Praṇava, danach zweimal Aṅkuśa. Dazwischen schreibe man, Göttin, das durch haromātmaka bezeichnete Zeichen. Diese Umschreibung ist nicht sicher lesbar und wird nicht aufgelöst.

24.NM.14: Man schreibe die Ca-Gruppe ohne ihren letzten Buchstaben, auf Feuer stehend, jeweils mit dem vierzehnten Vokal versehen und durch Bindu und Nāda gekennzeichnet.

24.NM.15: Die Vidyā erhält den Abschluss der Gattin des Feuers; ihre Gottheit ist Bheruṇḍā. Für die fünfte schreibe man Parā, danach „vahni“, „vāsinyai“ und „namaḥ“.

24.NM.16: Diese ist achtsilbig, Maheśānī; ihre Gottheit ist Vahnivāsinī. Für die sechste schreibe man Nityaklinnā und setze Tāra an den Anfang.

Druckseite 293; Fortsetzung der NM-Reihe:

24.NM.17: Nach Hṛllekhā und der mit pharema bezeichneten [Silbe] folgt das Mond-Bīja mit Visarga. Die Vidyā ist vierzehnsilbig; ihre Göttin ist Vajreśvarī.

Druckfußnote: Ein anderer Name dieser Göttin ist Mahāvidyeśvarī. Die hier gegebene Mantra-Entschlüsselung sei gemäß eben dieser Überlieferung zu verstehen. Der Saubhāgyaratnākara gibt für Vajreśvarī dagegen: hrīṃ klinne aiṃ nityamaddrave hrīṃ.

24.NM.18: Für die siebte spreche man das Parā-Bīja, dann „Śivadūtī“ im Dativ. Dieser Mantra endet mit dem Herz-Abschluss, Göttin; [der Mantra] der Dūtī schenkt jedes Gedeihen.

24.NM.19: Für die achte spreche man das Oṃ-Bīja, schreibe Parā und den Schutzpanzer; dann „khe ca che kṣaḥ“ und das Strī-Bīja …

24.NM.20: … huṃ, „kṣe“, Parā und die Waffe. Diese Vidyā ist Tvaritā. Für die neunte ist Bālā selbst, die alles auflösende, Kulasundarī.

24.NM.21: Für die zehnte umschließe man Nityabhairavī und die fünf Pfeile mit Bālā, Herrin der Götter. Die Nityā wird Śakrācarī genannt. Diese Bezeichnung ist im Druck nicht sicher und wird nicht durch einen bekannteren Namen ersetzt.

24.NM.22: Eine andere Form dieser Nityā ist fünfsilbig, aus den Pfeil-Bījas. Für die elfte [schreibe man] Praṇava, Bhuvaneśānī und das durch pharema bezeichnete Zeichen …

24.NM.23: … als zweites blūṃ, dann Bhuvaneśī und Aṅkuśa. Man verbinde „nitya“ mit der Anrede „maddravā“ …

24.NM.24: … Schutzpanzer, Aṅkuśa und Māyā. Dies ist die Nityā Nīlapatākinī. Für die zwölfte [nehme man] das Ende von „va“, mit Kāla verbunden, Repha und den Śakra-Vokal …

Unnummerierter Halbvers: … versehen mit Bindu und Nāda, Göttin. Diese Vidyā ist Vijayā. Der Rest ist im Druck als Lücke angezeigt. Oder:

24.NM.25: Das Ende von „va“, Kāla, Feuer und Wind, geschmückt mit dem Śakra-Vokal und versehen mit Nāda, Bindu und Kalā: Diese Vidyā ist Vijayā.

24.NM.26: Für die dreizehnte schreibe man Mond, mit Varuṇa verbunden, und das Tāra-Bīja; dann, Göttin, „Sarvamaṅgalā“ im Dativ.

24.NM.27: Der Mantra endet mit dem Herz-Abschluss, Göttin; die Vidyā ist Sarvamaṅgalā. Für die vierzehnte [spreche man] Tāra, den Herz-Abschluss, „bhagavati“, dann „jvālāmālini devi“ …

24.NM.28: … zweimal ausgesprochen, und nach „sarva“ dann „bhūtasaṃhārakārike“. Man schreibe „jātavedasi“ und zweimal „jvalanti“ …

24.NM.29: … „jvala“, zweimal „prajvala“, dreimal huṃ, dreimal das Feuer-Bīja und huṃ. Der Mantra erhält den Waffen-Abschluss und svāhā.

24.NM.30: Diese höchste Nityā ist Jvālāmālinikā, große Göttin. Für die fünfzehnte [nehme man] das Ende der Ka-Gruppe und das Ende der Vokale, geschmückt mit dem Śakra-Vokal …

24.NM.31: … durchdrungen von Bindu, Nāda und Kalā: [dies ist] Vicitrā, höchste Herrin. Man verehre der Reihe nach an sämtlichen mit „a“ beginnenden Vokalen.

24.NM.32: Beim Vokal aḥ, höchste Herrin, [verehre man als sechzehnte] Śrīvidyā, deren Gestalt das All ist. Wie die Vokale setze man die Vidyā ein, du mit den weiten Lotusaugen.

Unnummerierter Halbvers: Auf diese Weise setze man sie an den sechzehn Vokalorten ein. Der Rest ist im Druck als Lücke angezeigt. Eine Fußnote bietet „Mātṛkā“ als Variante innerhalb der vorausgehenden Mantrabeschreibung.

Ausgeschriebene Formeln der ersten acht Nityās

Die Quelle druckt nun die Formeln aus. Die Kurzmarke „4“ bedeutet wie zuvor aiṃ hrīṃ śrīṃ klīṃ; anschließend folgt der jeweils zugeordnete Vokal. Die weiteren Zahlen in Klammern sind die im Druck angegebenen Mantralängen. Mehrere gedrängte Bīja-Folgen bleiben unsicher; die folgenden Wiedergaben sind daher an diesen Stellen ausdrücklich vorläufig. Eigene NMF-Reihe für die nummerierten Formeleinträge:

24.NMF.1: Kāmeśvarī, gedruckte Länge 46: oṃ aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ klīṃ sauḥ oṃ namaḥ kāmeśvari icchākāmaphalaprade sarvasattvavaśaṃkari sarvajagatkṣobhaṇakari huṃ huṃ huṃ drāṃ drīṃ klīṃ blūṃ saḥ sauḥ klīṃ aiṃ. Danach: kāmeśvarīnityākalāyai namaḥ. Die Bīja-Folge gegen Ende ist stellenweise unsicher; der erste Eintrag druckt die Anfangsgruppe aus.

24.NMF.2: Bhagamālinī, gedruckte Länge 155: nach der Vierergruppe āṃ aiṃ, dann bhagabhuje bhagini bhagodari bhagāṅge bhagamāle bhagāvahe bhagaguhye bhagayoni bhaganipātini sarvabhagavaśaṅkari bhagarūpe nityaklinne bhagasvarūpe sarvabhagāni me hyānaya varade rete surete bhagaklinne klinnadrave kledaya drāvaya sarvasattvān bhageśvari amoghe bhagavicce kṣubha kṣobhaya sarvasattvān bhageśvari; die folgende Bīja-Folge lautet vorläufig aiṃ blūṃ jaṃ blūṃ bhaiṃ blūṃ mo blūṃ bhaiṃ blūṃ haiṃ blūṃ haiṃ. Weiter: klinne sarvāṇi bhagāni me vaśamānaya, dann eine unsichere Schlussfolge klīṃ hra bleṃ hrīṃ. Abschluss: bhagamālinīnityākalāyai namaḥ. Die Fußnote bietet bhuge statt bhuje.

24.NMF.3: Nityaklinnā, Länge 11: nach der Vierergruppe iṃ hrīṃ nityaklinne maddrave svāhā; danach nityaklinnākalāyai namaḥ.

24.NMF.4: Bheruṇḍā, Länge 10: nach der Vierergruppe īṃ oṃ kroṃ hroṃ kroṃ crauṃ chrauṃ jrauṃ bhrauṃ svāhā; danach bheruṇḍānityākalāyai namaḥ. Die konsonantenreichen Bījas sind im Druck unsicher.

24.NMF.5: Vahnivāsinī, Länge 8: nach der Vierergruppe uṃ hrīṃ vahnivāsinyai namaḥ; danach vahnivāsinīnityākalāyai namaḥ.

24.NMF.6: Vajreśvarī, Länge 14: nach der Vierergruppe ūṃ oṃ hrīṃ phreṃ saḥ nityaklinne maddrave svāhā; danach vajreśvarīnityākalāyai namaḥ. Das als phreṃ wiedergegebene Bīja ist unsicher.

24.NMF.7: Śivadūtī, Länge 7: nach der Vierergruppe ṛṃ hrīṃ śivadūtyai namaḥ; danach śivadūtīnityākalāyai namaḥ.

24.NMF.8: Tvaritā, Länge 12: nach der Vierergruppe ṝṃ oṃ hrīṃ huṃ khe ca che kṣaḥ strīṃ huṃ kṣe hrīṃ phaṭ; danach tvaritānityākalāyai namaḥ. Die enge Verbindung der mittleren Silben ist unsicher. Der neunte Eintrag beginnt auf der nächsten Seite.

Druckseite 294; Fortsetzung der ausgeschriebenen Nityā-Formeln. Die Kurzmarke „4“ bezeichnet weiterhin aiṃ hrīṃ śrīṃ klīṃ:

24.NMF.9: Kulasundarī: nach der Vierergruppe ḷṃ aiṃ klīṃ sauḥ kulasundarīnityākalāyai namaḥ.

24.NMF.10: Nityā: nach der Vierergruppe ḹṃ aiṃ klīṃ sauḥ hasakalaraḍaiṃ hasakalaraḍīṃ hasakalaraḍauḥ drāṃ drīṃ klīṃ blūṃ saḥ sauḥ klīṃ aiṃ nityānityākalāyai namaḥ. Oder: aiṃ hrīṃ śrīṃ ḹṃ drāṃ drīṃ klīṃ blūṃ saḥ, dann der mit „nityā“ beginnende Abschluss. Die drei langen mittleren Bījas sind vorläufig gelesen.

24.NMF.11: Nīlapatākā: nach der Vierergruppe eṃ oṃ hrīṃ phreṃ blūṃ hrīṃ kroṃ nityamaddrave huṃ kroṃ hrīṃ nīlapatākānityākalāyai namaḥ. Das phreṃ-Zeichen ist unsicher.

24.NMF.12: Vijayā: nach der Vierergruppe aiṃ bhamrauṃ vijayānityākalāyai namaḥ. Oder: nach der Vierergruppe aiṃ bhamrayūṃ, dann der mit „vijayā“ beginnende Abschluss. Beide seltenen zusammengesetzten Bījas sind im Druck nicht völlig sicher.

24.NMF.13: Sarvamaṅgalā: nach der Vierergruppe oṃ svauṃ sarvamaṅgalāyai namaḥ sarvamaṅgalānityākalāyai namaḥ.

24.NMF.14: Jvālāmālinī: nach der Vierergruppe auṃ oṃ namo bhagavati jvālāmālini devi devi sarvabhūtasaṃhārakārike jātavedasi jvalanti jvalanti jvala jvala prajvala prajvala huṃ huṃ huṃ raṃ raṃ raṃ huṃ phaṭ svāhā jvālāmālinīnityākalāyai namaḥ. Die gedruckte „2“ zeigt jeweils die Wiederholung an.

24.NMF.15: Vicitrā: nach der Vierergruppe aṃ ckauṃ vicitrānityākalāyai namaḥ. Das Bīja ckauṃ ist eine unsichere Drucklesung.

24.NMF.16: Mahātripurasundarī: nach der Vierergruppe aḥ, dann die Grundvidyā und mahātripurasundarīnityākalāyai namaḥ. Oder: nach der Vierergruppe aḥ kāmeśvarīnityākalāyai namaḥ.

Damit endet der Nyāsa der sechzehn Vidyās. Zu diesem Zeitpunkt können auch der Schöpfungs- und Erhaltungs-Nyāsa vollzogen werden.

Einsetzung der Yoginī-Gruppen

Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ vor dem Namen und namaḥ am Ende verehre man:

Körperort Yoginī-Gruppe
Mūlādhāra Prakaṭa, die offenbaren
Svādhiṣṭhāna Gupta, die verborgenen
Nabel Guptatara, die noch verborgeneren
Herz Saṃpradāyarahasya, die Geheimen der Überlieferung
Kehle Kulakaulinī
Zwischen den Brauen Nigarbha
Nāda Rahasya, die geheimen
Nādānta Atirahasya, die überaus geheimen
Brahmarandhra Paramātirahasya, die im höchsten Maß geheimen

Einsetzung der Waffen Kāmeśvaras und Kāmeśvarīs

Die beiden Bīja-Fünfergruppen lauten: drāṃ drīṃ klīṃ blūṃ saḥ und yāṃ rāṃ lāṃ vāṃ śāṃ. Die Prosa kürzt sie nach der ersten Nennung mit der Anfangssilbe und „5“ ab. Für Kāmeśvara geht die Drā-Gruppe voraus, danach die Yā-Gruppe; für Kāmeśvarī ist die Reihenfolge umgekehrt. Anschließend folgt die jeweilige Waffenformel:

Waffe Kāmeśvara Kāmeśvarī Einsetzung
Bogen dhaṃ saṃmohanāya kāmeśvaradhanuṣe namaḥ thaṃ saṃmohanāya kāmeśvarīdhanuṣe namaḥ Untere linke Hand
Pfeile jaṃ jṛmbhaṇebhyaḥ kāmeśvarabāṇebhyo namaḥ jaṃ jṛmbhaṇebhyaḥ kāmeśvarībāṇebhyo namaḥ Untere rechte Hand
Schlinge āṃ vaśīkaraṇāya kāmeśvarapāśāya namaḥ hrīṃ vaśīkaraṇāya kāmeśvarīpāśāya namaḥ Obere linke Hand
Stachel kroṃ sarvastambhanāya kāmeśvarāṅkuśāya namaḥ kroṃ sarvastambhanāya kāmeśvaryaṅkuśāya namaḥ Obere rechte Hand

Die Formeln nennen Bezauberung, Entfaltung beziehungsweise Erregung, Unterwerfung und völlige Hemmung als Wirkweisen. Die Bogen-Zuordnung wird in der folgenden Versfassung deutlicher als in der gedrängten Prosa. Danach meditiere man nach der noch anzugebenden Reihenfolge auf Kāmakalā und vollziehe ihre Einsetzung.

Eigene WN-Reihe:

24.WN.1: Nachdem man den eigenen Leib so als Kāmakalā-Gestalt und von der Gottheit erfüllt vorgestellt hat, vollziehe man die Meditation auf die Waffen des göttlichen Paares.

24.WN.2: Drāṃ drīṃ klīṃ blūṃ saḥ werden Kāmas Pfeile genannt. Yāṃ rāṃ lāṃ vāṃ śāṃ sind die fünf Pfeile Kāmeśīs.

24.WN.3: Die mit drāṃ beginnende Gruppe, danach die mit yāṃ beginnende, dhaṃ, nach „saṃmohana“ der Dativ und „Kāmeśvaradhanuṣ“ im Dativ mit „namaḥ“ am Ende: So bilde man [die Formel].

24.WN.4: Damit halte man den Bogen in der eigenen unteren linken Hand. Die Yā-Gruppe, die Drā-Gruppe und thaṃ, danach „saṃmohana“ im Dativ …

24.WN.5: … und „Kāmeśvarīdhanuṣ“ im Dativ mit „namaḥ“ am Ende: So halte der Mantrakundige den Zuckerrohrbogen der Göttin in der unteren linken Hand.

24.WN.6: Drā-Gruppe, Yā-Gruppe, jaṃ, „jṛmbhaṇebhyaḥ“, das Wort „Kāmeśvara“ und „bāṇebhyo namaḥ“: So [vollziehe man die Einsetzung] in der eigenen unteren rechten Hand …

24.WN.7: … der zu Śiva gehörenden Blumenpfeile, als hervorragender Übender. Yā-Gruppe, Drā-Gruppe, jaṃ, „jṛmbhaṇebhyaḥ“ und das Wort „Kāmeśvarī“ …

24.WN.8: … „bāṇebhyo namaḥ“: So setze der Übende auch die Blumenpfeile der Göttin in der eigenen unteren rechten Hand ein.

24.WN.9: Wieder Drā-Gruppe und Yā-Gruppe, dann der Gesichtsumkreis mit Bindu, „vaśīkaraṇāya“ und das Wort „Kāmeśvara“ …

24.WN.10: … mit „pāśāya namaḥ“ am Ende: Man setze [die Schlinge] in der oberen linken Hand ein. Yā-Gruppe und Drā-Gruppe, dann Raum mit Feuer, linkem Auge und Bindu …

24.WN.11: … „vaśīkaraṇāya“, danach „Kāmeśvarī“ und „pāśāya namaḥ“: So setze man [die Schlinge] in der oberen linken Hand ein.

Druckseite 295; Fortsetzung der Waffen-Einsetzung:

24.WN.12: Drā-Gruppe, Yā-Gruppe, kroṃ, dann „sarvastambhanāya“; nach dem Wort „Kāmeśvara“ schreibe man „aṅkuśāya namaḥ“.

24.WN.13: So setze man den Stachel in der oberen rechten Hand ein. Danach Yā-Gruppe, Drā-Gruppe, kroṃ und „sarvastambhanāya“ …

24.WN.14: … nach „Kāmeśvarī“ schreibe man „aṅkuśāya namaḥ“. Dann setze man den Stachel der Göttin in der oberen rechten Hand ein.

Nach umfassender Einsetzung mit dem Grundmantra zeige man die neun Mudrās:

Bīja Mudrā
drāṃ Sarvasaṃkṣobhiṇī, alles erschütternd
drīṃ Sarvavidrāviṇī, alles vertreibend
klīṃ Ākarṣiṇī, anziehend
blūṃ Sarvāveśinī, alles durchdringend beziehungsweise in Besitz nehmend
saḥ Sarvonmādinī, alles berauschend
kroṃ Mahāṅkuśā, der große Stachel
hasakhaphreṃ Khecarī; das seltene Bīja ist vorläufig gelesen
hasauḥ Bīja-Mudrā
aiṃ Yoni-Mudrā

Yoginīhṛdaya zur Zeit der Einsetzungen; eigene NZ-Reihe:

24.NZ.1: Am Morgen, zur Verehrungszeit, beim Feueropfer oder zur Zeit des Japa werden sie jeweils gesondert angewandt.

Unnummerierter Halbvers: Oder der hervorragende Übende vollziehe zur Verehrungszeit alle zusammen. Der übrige Halbvers fehlt im Druck.

Ausführliche Meditation auf Mahātripurasundarī

Eigene TSD-Reihe:

24.TSD.1: Danach [meditiere man auf] die Göttin, einem Lotus gleich, strahlend wie die jungen Sonnenstrahlen, einer Hibiskusblüte und der Blüte des Granatapfels vergleichbar …

24.TSD.2: … leuchtend wie ein Rubin, rötlich wie Kuṅkuma, geschmückt mit funkelnder Krone, Rubinen und einem Netz kleiner Glöckchen …

24.TSD.3: … ihre gekräuselten Haarlocken wie ein Schwarm schwarzer Bienen, die Rundung ihres Lotusgesichts wie frisches Morgenrot …

24.TSD.4: … das zarte Stirnfeld leicht wie ein Halbmond gebogen, die Ranken ihrer Brauen wie der Bogen Śivas: die höchste Herrin …

24.TSD.5: … ihre Augen spielerisch bewegt vom freudigen Aufleuchten der Glückseligkeit, ihre goldenen Ohrringe glänzend wie flimmernde Lichtstrahlen …

24.TSD.6: … die Fülle ihrer schönen Wangen übertrifft die nektargleiche Mondscheibe; ihre Nase ist so wohlgeformt, als hätte Viśvakarman sie nach der Richtschnur gestaltet …

24.TSD.7: … ihre nektargleichen Lippen glänzen kupferrot wie Koralle und Bimba-Frucht; die Süße ihres Lächelns übertrifft den Ozean süßen Geschmacks …

24.TSD.8: … geschmückt mit einem Kinn von unvergleichlicher Anmut, mit muschelgleichem Hals, die große Göttin, deren Arme zart wie Lotusstängel sind …

24.TSD.9: … ihre zarten Lotushände gleichen roten Lotusblättern; der Glanz ihrer Fingernägel überzieht den Himmelsraum …

24.TSD.10: … ihre vollen Brüste sind von einer rankengleichen Perlenkette umgeben; ihre Leibesmitte ist von drei sanften Falten geschmückt …

24.TSD.11: … ihr Nabel gleicht einem Strudel im Fluss der Schönheit; um ihre Hüften liegt ein Gürtel aus unschätzbaren Edelsteinen …

24.TSD.12: … die Rundung ihrer Hüften gleicht einem Elefanten, die feine Haarlinie dem dazugehörigen edlen Stachel; ihre zarten Oberschenkel gleichen anmutigen Bananenstämmen: die Herrin …

24.TSD.13: … schön durch die Rundungen ihrer Knie, Blüten der Anmut gleich; geschmückt mit zwei Unterschenkeln, die anmutigen Bananenstämmen gleichen …

24.TSD.14: … ihre Fußknöchel liegen verborgen; die Wölbungen ihrer beiden Füße übertreffen die Form einer Schildkröte; ihre schlanken, langen Zehen glänzen mit Reihen klarer Nägel …

24.TSD.15: … ihre Lotusfüße werden von den Kopfjuwelen Brahmās und Viṣṇus berührt; sie lächelt mit einer Fülle von Glanz, hundert kühlen Monden gleich …

24.TSD.16: … ihre Röte übertrifft Zinnober, Hibiskus und Granatapfel; sie trägt rote Gewänder und hält Schlinge und Stachel in den erhobenen Händen …

24.TSD.17: … sie sitzt auf einem roten Lotus, ist mit roten Schmuckstücken geziert, vierarmig und dreiäugig und trägt die fünf Pfeile und den Bogen …

24.TSD.18: … ihr Mund ist mit Betel gefüllt, der mit Kampferstückchen vermischt ist; ihre Gestalt ist rot vom kräftigen Kuṅkuma, verbunden mit kostbarem Moschus …

24.TSD.19: … reich an allem Schmuck der Schönheit und mit sämtlichen Zierden versehen, die Erzeugerin der Freude der Welt, die die Welt erfreut …

24.TSD.20: … die die Welt anzieht, deren Gestalt der Ursprung der Welt ist, die Göttin aus allen Mantras, schön in allem glücklichen Gedeihen …

24.TSD.21: … die Ewige aus aller Fülle, Śivā aus sämtlichen Kräften: So meditiere man auf die höchste Herrin Mahātripurasundarī.

Druckvariante: Die Fußnote nennt „valana“, eine Biegung oder Bewegung, als abweichendes Wort innerhalb der Bildbeschreibung; der genaue Anker ist nicht klar erkennbar.

Druckseite 296: Nachdem man diese Gestalt in sich selbst meditiert hat, verehre man mit geistigen Gaben.

Die inneren Gaben

Man stelle sich die Göttin im Herzlotus vor und bringe ihren Füßen den im Kuṇḍalinī-Gefäß enthaltenen Nektar des Sahasrāra als Fußwasser dar. Den Geist gebe man als Arghya, das aus dem Honig des tausendblättrigen Lotus herabströmende höchste Nektarwasser als Wasser zum Mundspülen. [Die Prosa nennt dann] die vierundzwanzig Prinzipien und Duft; die genaue Verbindung ist gedrängt.

Als Blumen bringe man dar: Nichtverletzen, Erkenntnis, Verzeihen, Mitgefühl, Nichtgier, Freiheit von Verblendung, Freiheit von Missgunst, Unverstelltheit, Freiheit von Ichüberheblichkeit, Freiheit von Anhaften, Freiheit von Hass und die Sinne. Der Druck spricht danach von „diesen zehn“; die Zahl stimmt nicht ohne Weiteres mit der längeren Aufzählung überein.

Räucherwerk sei von der Natur des Windes, das Licht von der Natur des Feuers; der Raum sei der Wedel, die Sonne der Spiegel, der Mond der Schirm, der Lotus der Gürtel. [Man bringe] eine leuchtende, aus Glückseligkeit bestehende Halskette dar, und als Glocke den unangeschlagenen inneren Klang.

Dann gebe man einen Ozean von Nektarsaft, einen Berg von Fleisch und das gesamte Weltei füllenden Milchreis. Unnummerierter Vers, im ersten Halbvers nicht eindeutig lesbar: „Mit Geist und inneren Kräften, [bewegt von] den aus Liebe und den übrigen Empfindungsweisen hervorgehenden [Regungen], mit Tänzen, Gesängen und Instrumentalmusik erfreue man die höchste Herrin.“

Nach solcher Verehrung vollziehe man Japa im Bewusstsein des Nichtverschiedenseins. Danach beginne man die äußere Verehrung.

Gewöhnliches und besonderes Arghya

Zunächst werde das gewöhnliche Arghya bereitet. Links von sich zeichne man mit Wasser ein Quadrat, darin einen Kreis. Mit Blumen und oṃ maṇḍalāya namaḥ verehre man das Maṇḍala, stelle ein Gefäß samt Unterlage darauf und verehre es mit Bālā. Man fülle es mit reinem Wasser, verehre die sechs Glieder, beginnend mit aiṃ sarvajñāśaktiśrīmahātripurasundarīhṛdayāya namaḥ, und wiederhole darüber achtmal den Grundmantra.

Danach folgt die Aufstellung des besonderen Arghya. Über dessen Gefäß heißt es in einem anderen Tantra; eigene GP-Reihe:

24.GP.1: Ein Gefäß aus Gold, Glas, Silber, aus Perlenmaterial oder Schädel, auch aus Viśvāmitra[-Material]: Es erfüllt Wünsche. Gold und Kristall werden geschätzt; Kupfer schenkt Freude, Kokosnuss das Erreichen des Erwünschten. Ein Schädelgefäß bewirkt hier ersichtlich Vollkommenheit, eines aus Perlenmaterial gewährt Befreiung. Die Materialreihe ist im Druck stellenweise unklar; „Viśvāmitra“ wird nicht ohne weiteren Beleg botanisch bestimmt.

Navaratneśvara; eigene GPN-Reihe:

24.GPN.1: Ein menschliches [Schädel-]Gefäß gilt als das höchste unter den höchsten, Maheśānī. Ein aus Kokosnuss entstandenes Gefäß gilt als vorzüglich geeignet.

24.GPN.2: Ein Edelsteingefäß, du Schönhüftige, gilt als mittleres unter den höchsten. Bilva und das aus dem Brahmabaum Gewonnene gehören zu den besten der mittleren …

24.GPN.3: … als geeignet beziehungsweise mittel wird [Weiteres] bezeichnet; das irdene Gefäß als mittlere geeignete Form. Für Unterwerfungs- und Anziehungsriten [verwende man] Goldgefäße, Schöne.

24.GPN.4: Für befriedende und gedeihensfördernde Riten lasse man ein silbernes Gefäß anfertigen, Geliebte. Für Tötungs- und Vertreibungsriten sei ein eisernes Gefäß vorgesehen.

24.GPN.5: Für hemmende Riten ein steinernes, für das Erzeugen von Zwietracht Eisen oder Ton. Für alle Handlungen sei Viśvāmitra[-Material] zu verwenden, du mit guten Gelübden.

24.GPN.6: Für Riten zur Vernichtung einer Familie wird besonders ein Glasgefäß genannt. Ein Holzgefäß sei bei der Mantraverehrung vorgesehen.

24.GPN.7: Ein menschliches [Schädel-]Gefäß nehme man als Genuss und Befreiung gewährende Form. Beim Anblick des Arghya-Gefäßes, Herrin der Götter, [freuen sich] stets die mit Brahmā beginnenden Gottheiten …

Unnummerierter Halbvers: … alle Yoginīs tanzen freudig und verleihen Vollkommenheit. Der übrige Halbvers fehlt im Druck.

Diese Gefäßzuordnungen beschreiben die historische Rituallehre einschließlich ihrer schädigenden Zielsetzungen und sind keine Handlungsempfehlungen.

Warum zwei Gefäße vorgesehen sind

Zur Notwendigkeit sowohl des gewöhnlichen als auch des besonderen Arghya sagt dieselbe Quelle; eigene ZG-Reihe:

24.ZG.1: Man soll nicht nur ein Gefäß verwenden, selbst wenn man Mahādeva leibhaftig wäre. Die Mantras wenden sich ab, und bei jedem Schritt entstehen Widrigkeiten.

Unnummerierter Halbvers: „In dieser Welt würde man arm; nach dem Tod geriete man in den Zustand eines Tieres.“ Der übrige Halbvers fehlt. Die Drohung gehört zur religiösen Begründung der Ritualregel.

Maṇḍala des besonderen Arghya

So sind die Merkmale der Gefäße zu verstehen. Zwischen sich und dem Śrīcakra zeichne man mit dem Wasser des gewöhnlichen Arghya ein Maṇḍala aus Dreieck, Kreis, Sechseck und Quadrat. In der Dreiecksmitte verehre man die Mitte mit der Grundvidyā, an den Dreieckspunkten jeweils ein Kūṭa. Im Sechseck verehre man in der mit der Feuerrichtung beginnenden Ordnung die sechs Glieder durch zweimalige Wiederholung der Grundvidyā.

Dort stelle man die dreifüßige Unterlage auf. Die Formel beginnt: aiṃ hrīṃ śrīṃ maṃ agnimaṇḍalāya … – für den Feuerkreis – und setzt sich auf der nächsten Seite fort.

Druckseite 297; Fortsetzung der Unterlagenverehrung: „… dem aus zehn Kalās bestehenden [Feuerkreis], der Unterlage des Arghya-Gefäßes, namaḥ.“ Danach verehre man kreisförmig die zehn Feuer-Kalās. Jede Formel beginnt mit aiṃ hrīṃ śrīṃ und endet mit namaḥ.

Bīja Feuer-Kalā
yaṃ Dhūmrā
raṃ Nīlavarṇā
laṃ Kapilā
vaṃ Visphuliṅginī
śaṃ Jvālinī
ṣaṃ Hemavatī, im Druck auch Tejovatī
saṃ Havyavāhanā
haṃ Kavyavāhanā
ḻaṃ Raudrī
kṣaṃ Saṃkarṣiṇī

Darauf stelle man das Gefäß, schreibe wie zuvor den Mantra hinein und verehre es: aiṃ hrīṃ śrīṃ klīṃ aṃ sūryamaṇḍalāya dvādaśakalātmane ’rghyapātrāya namaḥ – Verehrung dem aus zwölf Kalās bestehenden Sonnenkreis als Arghya-Gefäß. Kreisförmig verehre man die zwölf Sonnen-Kalās, wiederum mit Dreierbīja und namaḥ:

Bījas Sonnen-Kalā
kaṃ bhaṃ Tapinī
khaṃ baṃ Tāpinī
gaṃ phaṃ Dhūmrā
ghaṃ paṃ Vibudhā
ṅaṃ naṃ Bodhinī
caṃ dhaṃ Kālinī
chaṃ daṃ Śoṣiṇī
jaṃ thaṃ Vareṇyā
jhaṃ taṃ Ākarṣiṇī
ñaṃ ṇaṃ Māyā; die Bīja-Verbindung ist unsicher
ṭaṃ ḍhaṃ Vivasvatī
ṭhaṃ ḍaṃ Hemaprabhā

Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ sauḥ somamaṇḍalāya ṣoḍaśakalātmane namaḥ und dem Grundmantra fülle man das Gefäß mit Wasser und den weiteren [Flüssigkeiten]. Wie zuvor schreibe man den Mantra und stelle sich im Dreieck die drei mit a, ka und tha beginnenden Linien sowie ha und kṣa in der Mitte vor.

Nach Verehrung wie zuvor: aiṃ hrīṃ śrīṃ uṃ somamaṇḍalāya ṣoḍaśakalāvyāptātmane ’rghyāmṛtāya namaḥ – dem Mondkreis, dessen Wesen von sechzehn Kalās durchdrungen ist, als Arghya-Nektar. Kreisförmig verehre man die Mond-Kalās:

Bīja Mond-Kalā
aṃ Amṛtā
āṃ Mānadā
iṃ Tuṣṭi
īṃ Puṣṭi
uṃ Prīti
ūṃ Rati
ṛṃ Śrī
ṝṃ Kriyā
ḷṃ Svadhā
ḹṃ Rātri
eṃ Jyotsnā
aiṃ Haimavatī
oṃ Chāyā
auṃ Pūrṇā
aṃ Vidhā
aḥ Amāvāsyā

Die Druckfußnote bietet „Śikhinī“ als Variante innerhalb der Kalā-Namen; der Anker ist nicht sicher zu erkennen. Einzelne ungewöhnliche Formen bleiben vorläufig gelesen.

In der Mitte: haṃsaḥ ātmane namaḥ. Danach verehre man Ānandabhairava mit hasakṣamalavarayūṃ ānandabhairavāya vaṣaṭ und Sudhādevī mit hasakṣamalavarayīṃ sudhādevyai vaṣaṭ. Die langen Bījas sind nicht völlig sicher lesbar. Man bedecke das Wasser mit Matsya-Mudrā und wiederhole die Grundvidyā achtmal.

Man bringe Räucherwerk, Licht und die weiteren Gaben dar, zeige die neun Mudrās und gebe etwas von dem als Brahman vergegenwärtigten Wasser in ein anderes Gefäß. Unter dem Grundmantra besprenge man sich und die Verehrungsgeräte und mache alles zu Brahman. Der Samayārka sagt: „Bis die Verehrung abgeschlossen ist, soll man das Arghya nicht bewegen.“

Die Verehrung der Gliedergottheiten mit der Sundarī-Vidyā erfolgt nach dem Aufstellen des Arghya. Dazu heißt es in unnummerierten Versen:

„Nachdem der hervorragende Mantrakundige sich selbst und die Verehrungsgegenstände der Reihe nach besprengt hat, stelle er sie sich stets mit Hingabe als Bewusstsein vor.“

„Dann gestalte er der Ordnung gemäß in den vier Richtungen des Cakra ein glückverheißendes Cakra. Auf die Sonne, den Elefantengesichtigen, den höchsten Zerstörer des Liebesgottes und ebenso Gopāla meditiere er, rufe sie herbei [und verehre sie] mit vielen Blumen, Fußwasser und den weiteren Gaben, mit verschiedenartigen Stoffen, Düften, Süßspeisen und Früchten. Danach entlasse er sie in sein eigenes Herz.“

Die heilige Umgebung des großen Cakra

Im großen Cakra verehre man jeweils mit oṃ und namaḥ: den Nektarozean, die Juweleninsel, den großen Garten mit mannigfaltigen Bäumen, den Wunschbaumgarten, den Santāna-Garten, den Haricandana-Garten, den Mandāra-Garten, den Pārijāta-Garten und den Kadamba-Waldgarten.

Dann die Umfassungsmauern: aus Gold, Puṣparāga, Padmarāga, Gomeda, Indranīla, Diamant, Vaiḍūrya, Perlen, Koralle und Māṇikya. Danach den Māṇikya-Pavillon und den tausendsäuligen Pavillon; die Becken des Nektars, der Glückseligkeit und der Selbstbesinnung; den Ausstrom jungen Sonnenlichts und den Ausstrom des Mondscheins; den Graben großer Schönheit beziehungsweise Liebeswonne, den großen Lotuswald und das königliche Cintāmaṇi-Haus.

Es folgen das Osttor der östlichen Überlieferung und das Südtor der südlichen Überlieferung. Die Anrufung des Westtors beginnt am Seitenende und setzt sich auf der nächsten Seite fort.

Druckseite 298; Fortsetzung der Umgebung: … dem Westtor der westlichen Überlieferung, dem Nordtor der nördlichen Überlieferung, dem Kreis der Juwelenlampen und dem großen Löwenthron.

Man verehre die einzelnen Lagerfüße als Brahmā, Viṣṇu, Rudra und Īśvara, die Lagerfläche als Sadāśiva, das große Kissen aus Schwanendaunen, die saflorfarbene Decke, den großen Baldachin und den großen Vorhang, jeweils mit namaḥ. Darüber: hasauḥ sadāśivamahāpretapadmāsanāya namaḥ.

Anrufung des höchsten Bewusstseins

Nach erneuter Meditation binde man die Trikhaṇḍā-Mudrā und führe [die Göttin] an die Spitze des darüberliegenden Mātṛkā-Yantra. Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ sauḥ tripurasundarīmūrtiṃ kalpayāmi – „Ich bilde die Gestalt der Tripurasundarī“ – rufe man sie in die im Bindu vorgestellte Gestalt. Nach hasraiṃ hasakalarīṃ hasrauṃ spreche man:

„Du im großen Lotuswald Weilende, Gestalt ursächlicher Glückseligkeit, dem Wohl aller Wesen zugewandte Mutter, komm, komm, höchste Herrin!“

Man rufe das höchste Bewusstsein in das Bindu-Cakra, vollende die Handlungen von der Anrufung bis zur Einsetzung der Lebenskraft und zeige die Mudrās der Pfeile, des Bogens, der Schlinge, des Stachels und der weiteren [Attribute]. Nach Verehrung mit den entsprechenden Gaben sättige man sie dreimal.

Mit den Nagelspitzen von Daumen und Ringfinger der linken Hand halte man einen Tropfen Arghya aus dem Śrī-Gefäß, während die andere Hand Blumen und ungebrochene Reiskörner darbringt. Dreimal: „Ich sättige Śrīmahātripurasundarī.“

Svatantratantra; unnummerierte Verse:

„Mit verbundenem Daumen und Ringfinger der linken Hand, Pārvatī, sättige man die Göttin Sundarī samt Mudrā und Reittier.

Dann vollziehe man dreimal die Sättigung der Göttin mit der Grundvidyā. Mit Daumen und Ringfinger, wie angegeben mit den Nägeln aufgenommen …

… [nehme man] einen Tropfen Wasser des Śrī-Gefäßes und sättige die Herrin des Kula. Der Daumen ist Bhairava, Göttin, der Ringfinger Caṇḍikā, Geliebte.

Mit dieser Verbindung der linken Hand sättige man [dich als] Kuleśvarī.“ Der letzte Halbvers fehlt im Druck; die dortige Form vāṃ ist nicht eindeutig.

Besondere Zuordnungen; unnummerierte Verse: „Mit Daumen und Ringfinger sättige man bei Unterwerfungsriten; mit Daumen und Mittelfinger bei befriedenden Riten. Mit Zeigefinger und Daumen bei schädigender Magie, mit kleinem Finger und Daumen bei hemmenden Riten, Geliebte.“

Sechs Glieder und Kāmakalā

Am Körper der Göttin verehre man die sechs Glieder. Jede Kraftbezeichnung wird mit „Śrīmahātripurasundarī“ verbunden:

Bīja Kraft Abschluss
aiṃ Sarvajñāśakti, allwissende Kraft hṛdayāya namaḥ
klīṃ Nityatṛptiśakti, Kraft ewigen Genügens śirase svāhā
sauḥ Anādibodhaśakti, Kraft anfangslosen Erkennens śikhāyai vaṣaṭ
aiṃ Svatantraśakti, unabhängige Kraft kavacāya huṃ
klīṃ Nityamaluptaśakti, stets unverminderte Kraft netratrayāya vauṣaṭ
sauḥ Anantaśakti, unendliche Kraft astrāya phaṭ

Danach vergegenwärtige man Kāmakalā im eigenen Leib. Unnummerierter Vers: „Man stelle einen Bindu als Gesicht vor, darunter die beiden Brüste; darunter denke man das nach unten Gerichtete, mit parārdha versehen.“ Die letzte verschlüsselte Formbeschreibung ist nicht eindeutig; daraus wird hier keine vermeintlich sichere Zeichnung rekonstruiert.

Verehrung der Nityās an den Mondtagen

Im großen Dreieck stelle man gegen den Uhrzeigersinn drei Gruppen zu je fünf Vokalen vor: die mit a, mit u und mit e beginnende Gruppe, in der Mitte Visarga. Die zweite Anfangsangabe steht so im Druck, obwohl sie bei jeweils fünf Vokalen zu einer Überschneidung führt.

In der hellen Monatshälfte verehre man gegen den Uhrzeigersinn von Kāmeśvarī bis Vicitrā, in der dunklen in umgekehrter Folge von Vicitrā bis Kāmeśvarī. Bei der hellen Hälfte lautet die Zuordnung:

Mondtag Vokal Nityā
1, Pratipad a Kāmeśvarī
2 ā Bhagamālinī
3 i Nityaklinnā
4 ī Bheruṇḍā
5 u Vahnivāsinī
6 ū Mahāvajreśvarī
7 ṛ Śivadūtī
8 ṝ Tvaritā
9 ḷ Kulasundarī
10 ḹ Nityā
11 e Nīlapatākā
12 ai Vijayā
13 o Sarvamaṅgalā
14 au Jvālāmālinī
Vollmond aṃ Vicitrā
Visarga in der Mitte aḥ Tripurasundarī

Am ersten Mondtag spreche man beim Vokal a zunächst aiṃ hrīṃ śrīṃ, den jeweiligen Mantra und dann: kāmeśvarīnityākalāśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ. Entsprechend verfahre man bei den weiteren Nityās. In der dunklen Monatshälfte kehrt sich die Reihenfolge wie genannt um.

Ein anderes Tantra; unnummerierter Vers zur Verehrungsformel: „Zuerst spreche man das Wort Śrī, danach Pādukā und dann ‚pūjayāmi namaḥ‘. So verehre man die Gliedergottheiten.“

Druckseite 299: In der Mitte beziehungsweise im Bereich des östlichen Dreiecks verehre man die Gurureihe; die Ortsangabe ist knapp gefasst.

Unnummerierter Vers: „Die Namen sind mit ‚Ānandanātha‘ am Ende zu verstehen, höchste Herrin. Bei weiblichen Gurus wird ‚Ambā‘ angefügt, du von den Helden Verehrte.“

Die Formel beginnt aiṃ hrīṃ śrīṃ paraprakāśānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ. Entsprechend folgen die übrigen Namen.

Gurus der Kāmarāja- und Lopāmudrā-Vidyā

Überlieferung Strom Im Text genannte Namen
Kāmarāja und daraus gebildete Vidyās Göttlicher Strom Paraprakāśa, Paraśiva, Parāśaktyambā, Kauleśvarī, Śukladevī, Kuleśvara, Kāmeśvaryambikā
Kāmarāja Siddha-Strom Bhoga, Klinna, Samaya, Veda, Sahaja
Kāmarāja Menschlicher Strom Gagana, Viśva, Vimala, Madana, Bhuvana, Nīla
Lopāmudrā und daraus gebildete Vidyās Göttlicher Strom, sieben Paramaśiva, Kāmeśvaryambikā, Divyaugha, Mahaugha, Sarvānanda, Prajñādevī, Prakāśa
Lopāmudrā Siddha-Strom, fünf Divya, Citra, Kaivalya, Divyāmbā, Mahodaya
Lopāmudrā Menschlicher Strom Ciddivyaśakti, Ramānanda, Kamala, Parānanda, Manohara, Svātmānanda, Pratibhā

Bei Kāmarāja folgen danach Guru, Paramaguru, Parāparaguru und Parameṣṭhiguru, oder nur der eigene Guru. Bei Lopāmudrā heißt es anschließend, man verehre wie zuvor die drei Gurus oder einen. Die unterschiedliche Anzahl wird nicht vereinheitlicht. Einige Namen, besonders Śukladevī, Klinna und Ciddivyaśakti, sind vorläufig gelesen.

Druckfußnoten: Die Kāmarāja-Lehrer werden als Einweihungsgurus gemäß dem Kālī-System bezeichnet; unter Verweis auf den Saubhāgyaratnākara wird auch die Dakṣiṇāmūrti-Überlieferung genannt. Die zweite Reihe sei von Angehörigen der Lopāmudrā-Agastya-Überlieferung zu verehren und nach dem Kālī-System zu verstehen.

Allgemeine Gurureihe

Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ und namaḥ verehre man jeweils die Gurus und ihre Pādukās: Guru, Paramaguru, Parāparaguru, Parameṣṭhiguru und Ācārya. Überall ist am Anfang die Drei- oder Zweiergruppe der Bījas hinzuzufügen.

Jñānārṇava; unnummerierter Vers: „Die aus Māyā und Lakṣmī bestehende Zweiergruppe der Bījas füge man in der genannten Reihenfolge hinzu, Göttin, oder jene Dreiergruppe, höchste Herrin.“

Das Kalpasūtra setzt vor alle Mantras die Dreiergruppe: „Vāk, Māyā und Kamalā“, also aiṃ hrīṃ śrīṃ.

Die vier Überlieferungsrichtungen und sechs Darśanas

Im mit Trailokyamohana beginnenden Schöpfungscakra verehre man die heiligen Pādukās der Unmanīdevī der östlichen Überlieferung. Nach der Vierergruppe gibt der Druck vorläufig hasraiṃ sahrīṃ śrīṃ kalahrīṃ.

Im Erhaltungscakra verehre man die Pādukās der Bhoginīdevī der südlichen Überlieferung mit der vorläufig gelesenen Folge aiṃ klīṃ bleṃ klīṃ maddrave kule hasauḥ.

In den drei mit Sarvasaubhāgya beginnenden Auflösungscakras verehre man die Pādukās der Kubjikādevī der westlichen Überlieferung. Die gedruckte Folge nach der Vierergruppe lautet annähernd hasakhaphreṃ hasauḥ oṃ namo bhagavati hasakhaphreṃ kubjike hasrāṃ hasvaṃ aghore ghore aghoramukhi krāṃ kiṇi kiṇi vicce, danach die vorausgehenden Bījas in umgekehrter Reihenfolge. Die Quelle selbst klammert einzelne Silben ein.

In allen Cakras verehre man die Pādukās der Kālikādevī der nördlichen Überlieferung: nach der Vierergruppe hasakhaphreṃ mahācaṇḍayogeśvari …. Die dicht gesetzten Bīja-Verbindungen dieses Abschnitts sind nicht hinreichend sicher für eine verlässliche Rezitationsfassung.

Dann verehre man mit namaḥ: im Bindu die śivaitische Sichtweise; darum herum die śāktische; im Erdbereich die Brahmā-Sichtweise; links von Śiva die vaiṣṇavische; im Schöpfungscakra die Sonnen-Sichtweise; im Erhaltungscakra die buddhistische.

In Feuer-, Īśāna-, Asura- und Windrichtung, in der Mitte und in den Richtungen verehre man die sechs Glieder mit dem Grundmantra. Jñānārṇava; unnummerierter Vers: „Dann vollziehe man den Gliederumkreis aus dem Śrīvidyā-Mantra: Gliederverehrung im Südosten, Nordosten, Südwesten, Nordwesten, in der Mitte und in den Richtungen.“

Der äußere quadratische Umkreis

An den vier Toren des äußeren Quadrats, beginnend im Westen, verehre man die mit Aṇimā beginnenden Siddhis. Zur Richtungsregel sagt das Guptārṇava in einem unnummerierten Vers:

„In welche Richtung auch immer der Mantrakundige Tripurā verehrt: Hinter der Göttin liegt dann Osten, vor Tripurā Westen.“

Mit der Dreiergruppe und der Pādukā-Verehrung folgen an den vier Toren Aṇimā, Laghimā, Mahimā und Īśitva. An den vier Ecken, beginnend im Nordwesten: Vaśitva, Prākāmya, Bhukti und Icchā. Unten: Prāpti. Oben: Sarvajñā. Hier werden somit zehn Siddhis genannt.

An den vier mit Westen beginnenden Toren des mittleren Quadrats beginnt die Mātṛkā-Verehrung: nach der Dreiergruppe āṃ für Brahmāṇī, īṃ für Māheśvarī, ūṃ für Kaumārī, dann ṝṃ für Vaiṣṇavī; der letzte Name setzt sich auf der folgenden Seite fort.

Druckseite 300; Fortsetzung: … die Pādukās der Vaiṣṇavī. An den vier mit der Windrichtung beginnenden Ecken verehre man nach der Dreiergruppe mit ḹṃ Vārāhī, mit aiṃ Indrāṇī, mit auṃ Cāmuṇḍā und mit aḥ Mahālakṣmī.

Mudrās und Abschluss des ersten Umkreises

An den vier mit Westen beginnenden Toren des inneren Quadrats verehre man jeweils die heiligen Pādukās der Mudrā: drāṃ Sarvasaṃkṣobhiṇī, drīṃ Sarvavidrāviṇī, klīṃ Sarvākarṣiṇī, blūṃ Sarvavaśaṅkarī. An den vier mit der Windrichtung beginnenden Ecken: saḥ Sarvonmādinī, kroṃ Mahāṅkuśā, hasakhaphreṃ Khecarī, hasauḥ Sarvabīja. Unten: aiṃ Yoni-Mudrā; oben: aiṃ klīṃ sauḥ Trikhaṇḍā-Mudrā. Jeder Formel geht die Dreiergruppe voraus.

An der Vorderseite verehre man den ganzen quadratischen Trailokyamohana-Kreis mit namaḥ, danach Tripurās Pādukās. Die hierfür gedruckten Bījas lauten vorläufig aṃ āṃ sauḥ. Zu ihrer Rechten verehre man mit drāṃ die Sarvasaṃkṣobhiṇī-Mudrā, zu ihrer Linken mit aṃ die Aṇimā-Siddhi. Dann: cārvākadarśanāya namaḥ – Verehrung der Cārvāka-Sichtweise.

Mit Arghya-Wasser übergebe man der Hauptgöttin:

„In diesem quadratischen Trailokyamohana-Cakra, über dem die Cakra-Herrin Tripurā waltet, mögen diese mit Aṇimā beginnenden Prakaṭa-Yoginīs samt Mudrās, Reittieren, Vollkommenheiten, Waffen und Gefolge mit allen Gaben verehrt und gesättigt sein.“

Mit drāṃ zeige man Sarvasaṃkṣobhiṇī-Mudrā. Dreimal vollziehe man die Sättigung mit Arghya-Wasser: aiṃ ātmatattvāya svāhā, klīṃ vidyātattvāya svāhā, sauḥ śivatattvāya svāhā.

Zweiter Umkreis: die sechzehn anziehenden Kräfte

Auf den sechzehn Blättern beginne man beim westlichen Blatt und gehe gegen den Uhrzeigersinn weiter. Jede Formel enthält nach Dreiergruppe und Vokal den Namen sowie nityākalāśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ. Das Wort kalā ist überall zu verwenden. Der Navaratneśvara sagt: „Man verehre diese Nityā-Kalās der Reihe nach in umgekehrter Richtung.“

Vokal-Bīja Nityā-Kalā
aṃ Kāmākarṣiṇī
āṃ Buddhyākarṣiṇī
iṃ Ahaṅkārākarṣiṇī
īṃ Śabdākarṣiṇī
uṃ Sparśākarṣiṇī
ūṃ Rūpākarṣiṇī
ṛṃ Rasākarṣiṇī
ṝṃ Gandhākarṣiṇī
ḷṃ Cittākarṣiṇī
ḹṃ Dhairyākarṣiṇī
eṃ Smṛtyākarṣiṇī
aiṃ Nāmākarṣiṇī
oṃ Bījākarṣiṇī
auṃ Ātmākarṣiṇī
aṃ Amṛtākarṣiṇī
aḥ Śarīrākarṣiṇī

An der Vorderseite verehre man das alle Wünsche erfüllende sechzehnteilige Cakra mit namaḥ und danach mit Dreiergruppe und aiṃ klīṃ sauḥ die Pādukās seiner Herrin Tripureśī. Rechts: drīṃ, Sarvavidrāviṇī-Mudrā; links: Laghimā-Siddhi. Dann verehre man mit namaḥ die buddhistische Sichtweise.

„In diesem sechzehnblättrigen Sarvāśāparipūraka-Cakra, über dem Tripureśī waltet, mögen diese mit Kāmākarṣiṇī beginnenden Gupta-Yoginīs samt Mudrās …“ Mit dem zuvor ausgeführten Schluss übergebe man sie der Hauptgöttin. Mit drīṃ zeige man Sarvavidrāviṇī-Mudrā und vollziehe die Sättigung beginnend mit aiṃ ātmatattvāya svāhā wie zuvor.

Dritter Umkreis: die acht Anaṅga-Göttinnen

An den vier mit Osten beginnenden Blättern des achtblättrigen Cakra gehe man gegen den Uhrzeigersinn vor; danach folgen die vier mit Südosten beginnenden Zwischenblätter. Nach der Dreiergruppe verehre man die Pādukās:

Alphabetgruppe Göttin
Ka-Fünfergruppe Anaṅgakusumā
Ca-Fünfergruppe Anaṅgamekhalā
Ṭa-Fünfergruppe Anaṅgamadanā
taṃ, ohne weitere Gruppenzahl gedruckt Anaṅgamadanāturā
Pa-Fünfergruppe Anaṅgarekhā
Vier mit yaṃ beginnende Buchstaben Anaṅgaveginī
śaṃ, ohne weitere Gruppenzahl gedruckt Anaṅgāṅkuśā
ḻaṃ kṣaṃ Anaṅgamālinī

An der Vorderseite verehre man das achtblättrige, alles erschütternde Sarvasaṃkṣobhaṇa-Cakra. Mit Dreiergruppe und aiṃ klīṃ sauḥ verehre man seine Herrin Tripurasundarī; rechts mit klīṃ die Sarvākarṣiṇī-Mudrā, links Mahimā-Siddhi. Dann: „Verehrung der Sichtweise des Jinendra.“

„In diesem achtblättrigen Sarvasaṃkṣobhaṇa-Cakra, über dem Tripurasundarī waltet, mögen diese mit Anaṅgakusumā beginnenden Guptatara-Yoginīs samt Mudrās …“ Mit dem früheren Schluss übergebe man sie der Hauptgöttin. Mit klīṃ zeige man Sarvākarṣiṇī-Mudrā und verfahre mit aiṃ ātmatattvāya svāhā wie zuvor.

Druckseite 301: In den folgenden Umkreisen beginne man jeweils an der Vorderseite und gehe von Westen bis Süden gegen den Uhrzeigersinn. Die Verehrung der genannten Göttinnen erfolgt mit aiṃ hrīṃ śrīṃ und der bereits erklärten Pādukā-Formel.

Vierter Umkreis: vierzehn Kräfte

Im vierzehnstrahligen Cakra verehre man der Reihe nach:

Reihenfolge Śakti
1 Sarvasaṃkṣobhiṇī
2 Sarvavidrāviṇī
3 Sarvākarṣiṇī
4 Sarvāhlādinī
5 Sarvasaṃmohinī
6 Sarvastambhinī
7 Sarvajṛmbhiṇī
8 Sarvasattvavaśaṅkarī
9 Sarvarañjanī
10 Sarvonmādinī
11 Sarvārthasādhanī
12 Sarvasaṃpattipūraṇī
13 Sarvamantramayī
14 Sarvadvandvakṣayaṅkarī

Die Ordnungszahlen der Tabelle dienen nur der Übersicht; im Quelltext stehen keine Versnummern.

An der Vorderseite verehre man das vierzehnstrahlige, alles glückliche Gedeihen schenkende Sarvasaubhāgyadāyaka-Cakra. Mit Dreiergruppe und haiṃ haklīṃ hasauḥ verehre man seine Herrin Tripuravāsinī. Rechts: blūṃ, Sarvavaśaṅkarī-Mudrā; links: Īśitva-Siddhi. Mit namaḥ verehre man die Sichtweisen von Sāṃkhya, Mīmāṃsā und Nyāya.

„In diesem vierzehnstrahligen Saubhāgyadāyaka-Cakra, über dem Tripuravāsinī waltet, mögen diese mit Sarvasaṃkṣobhiṇī beginnenden Kräfte, die Saṃpradāya-Yoginīs, samt Mudrās …“ So übergebe man sie mit dem bekannten Schluss der Hauptgöttin. Mit blūṃ zeige man Sarvavaśaṅkarī-Mudrā und verfahre mit aiṃ ātmatattvāya svāhā wie zuvor.

Fünfter Umkreis: äußeres zehnstrahliges Cakra

Verehrt werden Sarvasiddhipradā, Sarvasaṃpatpradā, Sarvapriyaṅkarī, Sarvamaṅgalakāriṇī, Sarvakāmapradā, Sarvaduḥkhavimocinī, Sarvamṛtyupraśamanī, Sarvavighnanivāriṇī, Sarvāṅgasundarī und Sarvasaubhāgyadāyinī.

An der Vorderseite verehre man das alle Ziele verwirklichende äußere Sarvārthasādhaka-Cakra. Mit Dreiergruppe und hasaiṃ hasaklīṃ hasauḥ verehre man seine Herrin Tripurāśrī. Rechts: saḥ, Sarvonmādinī-Mudrā; links: Vaśitva-Siddhi. Dann verehre man die brahmanisch-vedische Sichtweise.

„In diesem äußeren zehnstrahligen Sarvārthasādhaka-Cakra, über dem Tripurāśrī waltet, mögen diese mit Sarvasiddhipradā beginnenden Göttinnen, die Kulakaulinī-Yoginīs, samt Mudrās …“ So übergebe man sie der Hauptgöttin. Mit saḥ zeige man Sarvonmādinī-Mudrā und verfahre mit aiṃ ātmatattvāya svāhā wie zuvor.

Sechster Umkreis: inneres zehnstrahliges Cakra

Verehrt werden Sarvajñā, Sarvaśaktimayī, Sarvaiśvaryadāyinī, Sarvajñānamayī, Sarvavyādhivināśinī, Sarvādhārasvarūpiṇī, Sarvapāpaharā, Sarvānandamayī, Sarvarakṣāsvarūpiṇī und Sarvepsitaphalapradā.

An der Vorderseite verehre man das allseitigen Schutz bewirkende innere Sarvarakṣākara-Cakra. Mit hrīṃ klīṃ bleṃ verehre man seine Herrin Tripuramālinī. Rechts: kroṃ, Mahāṅkuśa-Mudrā; links: Prākāmya-Siddhi. Dann verehre man die solare Sichtweise.

„In diesem inneren zehnstrahligen Sarvarakṣākara-Cakra, über dem Tripuramālinī waltet, mögen diese mit Sarvajñā beginnenden Göttinnen, die Nigarbha-Yoginīs, samt Mudrās …“ So übergebe man sie der Hauptgöttin. Mit kroṃ zeige man Mahāṅkuśa-Mudrā und verfahre mit aiṃ ātmatattvāya svāhā wie zuvor.

Siebter Umkreis: die acht Sprachgöttinnen

Im achtstrahligen Cakra verehre man nach der Dreiergruppe:

Alphabetgruppe Besonderes Bīja, vorläufig gelesen Sprachgöttin
Sechzehn Vokale rlūṃ Vaśinī
Ka-Fünfergruppe kalahrīṃ Kāmeśvarī
Ca-Fünfergruppe navallīṃ Modinī
Ṭa-Fünfergruppe plūṃ Vimalā
Ta-Fünfergruppe jamrīṃ Aruṇā
Pa-Fünfergruppe hasalavyaṃ Jayinī
Vier mit yaṃ beginnende Buchstaben jhamrayūṃ Sarveśvarī
Vier mit śaṃ beginnende Buchstaben kṣmaryaṃ Kaulinī

Die besonderen Bījas sind sehr eng gedruckt und unsicher. Die letzte Gruppe wird hier mit vier Buchstaben bezeichnet; Unterschiede zur früheren Fassung auf Druckseite 282 werden nicht stillschweigend ausgeglichen.

An der Vorderseite verehre man das achtstrahlige Sarvarogahara-Cakra, dessen Name „alle Krankheiten beseitigend“ bedeutet. Mit haiṃ klīṃ sauḥ verehre man die Nityā Tripurasiddhā. Rechts: hasakhaphreṃ, Khecarī-Mudrā; links: Bhukti-Siddhi. Dann verehre man die vaiṣṇavische Sichtweise.

„In diesem achtstrahligen Sarvarogahara-Cakra, über dem Tripurasiddhā waltet, mögen diese mit Vaśinī beginnenden Yoginīs samt Mudrās …“ So übergebe man sie der Hauptgöttin. Mit hasakhaphreṃ zeige man Khecarī-Mudrā. Die folgende Sättigungsformel beginnt wie zuvor und wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.

Druckseite 302; Fortsetzung: … ātmatattvāya svāhā, wie zuvor.

Achter Umkreis: Waffen und inneres Dreieck

Außerhalb des Dreiecks, vorn beginnend und gegen den Uhrzeigersinn von Westen bis Süden, verehre man die Waffen des Paares Kāmeśvara und Kāmeśvarī. Nach aiṃ hrīṃ śrīṃ folgen jeweils die beiden Fünfergruppen drāṃ drīṃ klīṃ blūṃ saḥ und yāṃ rāṃ lāṃ vāṃ śāṃ.

Für die Pfeile: kāmeśvarakāmeśvarījṛmbhaṇabāṇebhyo namaḥ. Für den Bogen folgen zusätzlich dhaṃ thaṃ sarvasaṃmohanāya kāmeśvarakāmeśvarīdhanuṣe namaḥ. Für die Schlinge: āṃ hrīṃ vaśīkaraṇāya kāmeśvarakāmeśvarīpāśāya namaḥ. Für den Stachel: kroṃ sarvastambhanāya kāmeśvarakāmeśvaryaṅkuśāya namaḥ.

An der vorderen, südlichen und nördlichen Dreiecksecke verehre man:

Kūṭa Kreis und Sitz Guru-Gestalt Göttin
Vāgbhava der Grundvidyā Feuerkreis, Kāmagiri Mitreśanātha Kāmeśvarī als Rudras Kraft
Kāmarāja Sonnenkreis, Pūrṇagiri Ṣaṣṭhīśanātha Vajreśvarī als Viṣṇus Kraft
Śakti-Kūṭa Mondkreis, Jālandhara Uḍḍīśanātha Bhagamālinī als Brahmās Kraft

Die Druckfußnoten vertauschen wiederum die Namen Pūrṇagiri und Jālandhara als Handschriftenvarianten.

An der Vorderseite verehre man das dreieckige Sarvasiddhiprada-Cakra, das alle Vollkommenheiten schenkt. Mit der vorläufig gelesenen Folge hasraiṃ hasakalarīṃ hasakalarauṃ verehre man die Pādukās der Śakti-Nityā-Kalā Tripurāmbā. Rechts: hasauḥ, Bīja-Mudrā; links: Icchāśakti. Dann verehre man die śāktische Sichtweise.

„In diesem dreieckigen Sarvasiddhiprada-Cakra, dessen Innenraum mit Pfeilen, Bogen, Schlinge und Stachel geschmückt ist und über dem Tripurāmbā waltet, mögen diese mit Kāmeśvarī beginnenden Atirahasya-Yoginīs samt Mudrās …“ So übergebe man sie der Hauptgöttin. Mit hasauḥ zeige man Bīja-Mudrā und verfahre mit aiṃ ātmatattvāya svāhā wie zuvor.

Neunter Umkreis: das Bindu-Cakra

Im Bindu-Cakra verehre man dreimal die Nityā Śrīmahātripurasundarī nach dem Grundmantra. An der Vorderseite verehre man mit der Dreiergruppe das aus aller Glückseligkeit bestehende Bindu-Cakra, danach unter dem Grundmantra seine Herrin Śrīmahātripurasundarī.

Rechts verehre man mit aiṃ die Yoni-Mudrā; links die Prāpti-Siddhi und die Mokṣa-Siddhi. Dann verehre man die śivaitische Sichtweise.

Kuloḍḍīśa; unnummerierter Vers: „Danach spreche man den Grundmantra und verehre Mahātripurasundarī in ihrer göttlichen Gestalt, im Bindu wiederum als Herrin des Cakra.“

Navaratneśvara; unnummerierter Vers: „Buddhistische, brahmanische, solare, śivaitische und vaiṣṇavische [Sichtweise] sowie als sechste die śāktische: Das Cakra ist als aus sechs Sichtweisen bestehend zu erkennen.“

Rudrayāmala; unnummerierte Verse, in der Zuordnung teilweise unklar: „Das Quadrat ist buddhistisch, der sechzehnblättrige [Lotus] brahmanisch. [Es folgen] die vaiṣṇavische und eine śivaitische Form; das vierzehnstrahlige wird solar genannt. Das achtstrahlige und das doppelte zehnstrahlige [Cakra; syntaktische Zuordnung unklar]; die Mitte wird śāktisch genannt.“ Der übrige Halbvers fehlt im Druck. Die Zuordnung wird nicht anhand der zuvor beschriebenen Reihenfolge ergänzt.

So erfolgt an den genannten Orten die Verehrung der jeweiligen Sichtweise.

Übergabe der gesamten Śrīcakra-Verehrung

Mit Wasser des besonderen Arghya, ungebrochenen Reiskörnern und Blumen lege man die abschließende Übergabe in die linke Hand der Hauptgöttin:

„In diesem aus aller Glückseligkeit bestehenden Bindu-Cakra waltet als Herrin Mahātripurasundarī, die höhere und niedere Kraft, deren Wesen das höchste Brahman ist und deren Bewusstsein alle Cakra-Herrinnen umfasst.

Die neun Śrīcakras sind Trailokyamohana, Sarvāśāparipūraka, Sarvasaṃkṣobhakāraka, Sarvasaubhāgyadāyaka, Sarvārthasādhaka, Sarvarakṣākara, Sarvarogahara, Sarvasiddhiprada und Sarvānandamaya. In ihnen entfalten sich sämtliche Prakaṭa-, Gupta-, Guptatara-, Saṃpradāya-, Kulakaulinī-, Nigarbha-, Rahasya-, Atirahasya- und Parāpararahasya-Yoginīs.

Von ihnen allen umgeben, werden ihre Lotusfüße von Śrītripurā, Tripureśī, Tripurasundarī, Tripuravāsinī, Tripurāśrī, Tripuramālinī, Tripurasiddhā, Tripurāmbā und den jeweiligen Cakra-Herrinnen verehrt.

Möge Śrīmahātripurasundarī, die ewige Göttin, Herrin aller Cakras, aller Mantras, aller Vidyās, aller Pīṭhas, aller Wünsche und aller Helden, die die drei Welten bezaubert, die Mutter des Entstehens der Welt, die aus allen Cakras besteht, samt den jeweiligen Cakra-Herrinnen, Mudrās, Vollkommenheiten, Waffen, Reittieren und Gefolge, mit sämtlichen Gaben durch die höhere und niedere Verehrung verehrt und gesättigt sein.“

Druckseite 303: Nach dem Zeigen der neun Mudrās sättige man mit Wasser des besonderen Arghya: aiṃ ātmatattvāya svāhā, klīṃ vidyātattvāya svāhā, sauḥ śivatattvāya svāhā.

Räucherwerk, Licht und Speisegabe

Man bringe Duft, Blumen, Räucherwerk, ungebrochene Reiskörner, Kränze und weitere Gaben dar. Mit aiṃ läute man die Glocke, spreche den Grundmantra und gebe Räucherwerk mit dem unnummerierten Vers:

„Oṃ, entstanden aus dem Saft der Bäume, reich an Duft, ein vortrefflicher Wohlgeruch, von allen Göttern zu riechen: Möge dieses Räucherwerk angenommen werden.“

Nach dem Grundmantra bringe man das Licht dar:

„Das große Licht leuchtet aus sich selbst und vertreibt das Dunkel überall. Licht im Äußeren wie im Inneren: Möge diese Lampe angenommen werden.“

Nach dem Grundmantra gebe man die Speise: „Ich bereite für Śrīmahātripurasundarī die Speisegabe, namaḥ.“

Tägliches Feueropfer und Bali-Gaben

Nach Besprengen des Bodens vollziehe man das tägliche Feueropfer. Nach dem Grundmantra: prāṇāya svāhā, apānāya svāhā, samānāya svāhā, udānāya svāhā, vyānāya svāhā. Mit den sechs Gliedern folgen sechs Opfergaben.

Links von sich zeichne man Dreieck, Kreis und Quadrat und verehre mit aiṃ hrīṃ śrīṃ vyāpakamaṇḍalāya namaḥ. Unnummerierter Vers: „Dort stelle man ein Gefäß mit Speise zur Hälfte und mit Wasser gefüllt auf. Dreimal den [als kalāvarṇa bezeichneten; unsichere Lesung] Mantra sprechend, bringe man die Bali-Gabe dar.“

Mit oṃ hrīṃ sarvavighnakṛdbhyaḥ sarvabhūtebhyo huṃ svāhā gebe man Wasser des gewöhnlichen Arghya hinzu und zeige die Mudrā.

Für Vaṭuka und die weiteren Gottheiten zeichne man in Nordost-, Nordwest-, Südwest- und Südostecke Maṇḍalas aus Dreieck und Kreis. Man verehre mit Fußwasser und weiteren Gaben: vāṃ vaṭukāya namaḥ, yāṃ yoginībhyo namaḥ, gāṃ gaṇapataye namaḥ, kṣāṃ kṣetrapālāya namaḥ. Dort stelle man mit den Gaben gefüllte Gefäße auf.

Vaṭukas Formel lautet: „Komm, komm, Sohn der Göttin, Herr Vaṭuka, leuchtend durch deine Fülle gelbbrauner Haarflechten, Dreiäugiger, Flammenmund! Vernichte, vernichte alle Hindernisse; nimm, nimm die Bali-Gabe samt allen Ehrengaben, svāhā.“ Danach zeige man die Mudrā durch Verbindung von linkem Daumen und Ringfinger.

Unnummerierter Yoginī-Vers:

„Ob über dem Weltei, im Himmel, im Luftraum, auf der Erde oder in der Tiefe, in Pātāla oder im Windbereich, im Wasser oder Wind, wo immer sie wohnen; ob sie an heiligen Feldern, Haupt- oder Nebensitzen ihren Ort haben: Mögen die von den hervorragendsten Helden verehrten Göttinnen, erfreut durch Räucherwerk, Licht, Fleisch und weitere Gaben, uns durch die glückverheißende Bali-Handlung stets schützen.“

Die Druckfußnoten nennen „im Hain“ und „im Kreis der Richtungen“ als Varianten der Ortsbeschreibung.

Mit yāṃ yoginībhyaḥ svāhā sarvayoginībhyaḥ huṃ phaṭ svāhā bringe man die Gabe dar und zeige mit linkem Daumen, Zeige-, Mittel- und Ringfinger die Yoni-Form.

Für den Feldhüter: kṣāṃ kṣīṃ kṣūṃ kṣaiṃ kṣauṃ kṣaḥ sthānakṣetrapāla dhūpādisahitaṃ baliṃ gṛhṇa gṛhṇa svāhā. Man strecke den Zeigefinger aus der linken Faust und zeige die Mudrā.

Für Gaṇapati: gāṃ gīṃ gūṃ gaṇapataye varavarada sarvajanaṃ me vaśamānaya baliṃ gṛhṇa gṛhṇa svāhā. Man strecke den Mittelfinger stabförmig aus der linken Faust und zeige die Mudrā.

Auch mit der Bhairavī-Vidyā ist diese Vierergruppe von Bali-Gaben zu vollziehen. Ganz am Ende kann die Gabe an die Wesen erfolgen. Ein Tantra sagt in einem unnummerierten Vers:

„Wer Caṇḍikā verehrt, ohne Vaṭuka und den anderen ihre Gaben zu geben, dessen Verehrung ist fruchtlos und zieht den Fluch der Göttin nach sich.“ Dies ist die im Text verwendete religiöse Bekräftigung der Regel.

Beginn des Ārātrika

Der Hauptgöttin gebe man Wasser zum Mundspülen und die weiteren Gaben, danach duftenden Betel. Dann folgt das Lichtschwenken.

Auf einem Gefäß aus Gold, Bronze oder einem ähnlichen Material zeichne man mit Kuṅkuma das Cakra der Bālā. In seine acht Yonis stelle man acht mit Ghee gefüllte Lampen mit kampferhaltigen Dochten. In die Mitte setze man auf einen aus Teig oder Ähnlichem geformten Kopf die große Lampe.

Die anschließend gedruckte, sehr gedrängte Bīja-Folge lautet vorläufig śrīṃ hrīṃ glūṃ strūṃ mlūṃ trūṃ nlūṃ hrīṃ śrīṃ. Mehrere Konsonanten sind unsicher. Die zugehörige Anrufung setzt sich auf der nächsten Seite fort.

Druckseite 304; Fortsetzung: Nach Verehrung mit diesem Mantra und dem Grundmantra hebe man das Gefäß bis zum Kopf empor und schwenke es neunmal als Lichtgabe.

Jñānārṇava; unnummerierte Verse:

„Danach vollziehe man Ārātrika zur Erfüllung aller Wünsche und Ziele, höchste Herrin, auf einer goldenen, silbernen oder bronzenen Schale.

Mit Kuṅkuma zeichne man ein anmutiges, neuneckiges Yantra. Man gestalte einen mondförmigen Kreis und stelle in seiner Mitte auf dem Kopf, Śivā …

… eine Lampe auf; an den acht Ecken acht Lampen, aus Gerste, Weizen, Mungbohnen und weiteren [Teigstoffen] geformt und mit Zucker versehen …

… schön in ihren Schalen angeordnet und mit Ghee gefüllt. Man bespreche sie, Maheśānī, mit Ratneśvarī und danach …“

Die Fußnote bietet eine nur knapp lesbare „rakta“-Variante beim Namen Ratneśvarī.

Nach dem Grundmantra spreche man:

„Göttin, mit allen Cakras und ihren Herrinnen vereint, du von neunfachem Wesen, Glückverheißende: Nimm dieses Lichtschwenken an, damit ich Vollkommenheit erlange.“

Danach zeige man Cakra-Mudrā und vollende die Handlungen bis zur Verabschiedung. Hier endet die kurze Śrīvidyā-Paddhati.

Kolophon des vierundzwanzigsten Śvāsa

Hier endet der vierundzwanzigste Śvāsa des Tantra namens Śrīvidyārṇava, verfasst von Śrīvidyāraṇya Yati, Schüler Śrīpragalbhācāryas, in der im Kolophon genannten Lehrerfolge über Śrīviṣṇuśarmācārya und den verehrten Śrīśaṅkarācārya zum verehrten Śrīgovindācārya, dem großen Lehrer. Die abschließende Zahl 24 bezeichnet das Kapitel und ist keine zusätzliche Versnummer.

25. Śvāsa

Der fünfundzwanzigste Śvāsa beginnt auf Druckseite 305 mit Bhuvaneśvarīs Mantras. Die eigenen Zitatreihen werden wie zuvor durch redaktionelle Kürzel unterschieden; die gedruckten Versnummern bleiben erhalten.

Bhuvaneśvarīs Bīja

Dakṣiṇāmūrtisaṃhitā; die Quelle verweist auf Abschnitt 18. Eigene BD-Reihe:

25.BD.1: Höre, Göttin: Ich werde die Wohnstatt der Freude der Welten verkünden. Allein durch ihre Erkenntnis fliehen große Bedrängnisse.

25.BD.2: Śiva, auf Feuer stehend, geschmückt mit dem linken Auge und durchdrungen von Bindu, Nāda und Kalā: Diese Vidyā ist Bhuvaneśvarī.

Erklärung der Quelle: Śiva ist ha, Feuer ra, das linke Auge das lange ī, Bindu der Anusvāra und die Nāda-Kalā der Halbmond. Damit wird das Bīja hrīṃ beschrieben.

Bhuvaneśvarīpārijāta über die Größe dieses Bīja; eigene BP-Reihe:

25.BP.1: Kein Mann ist mir gleich, keine Frau dir gleich. Ein dem Māyā-Bīja gleicher Mantra ist weder gewesen noch wird er sein.

Śāradā, mit Verweis auf Abschnitt 6, Vers 1; eigene BS-Reihe:

25.BS.1: Nun werde ich Bhuvaneśvarī, die Erhalterin der Welt, verkünden. Nachdem selbst Brahmā und die übrigen sie erkannt hatten, erlangten sie mächtige Fülle.

25.BS.2: Nakulīśa, auf Feuer stehend, versehen mit linkem Auge und Halbmond: So wird ihr Bīja genannt, dem diejenigen dienen, die Vollkommenheit erstreben.

Erklärende Prosa: Nakulīśa ist ha, Feuer ra, das linke Auge ī, der Halbmond der Anusvāra.

Warum sie Herrin der Welten heißt

Dakṣiṇāmūrtisaṃhitā, mit Verweis auf Abschnitt 19, Vers 44; eigene BE-Reihe:

25.BE.1: Im Raum-Bīja sind Kailāsa und die weiteren [Welten beziehungsweise Berge] gegründet, Maheśānī. Aus dem Feuer-Bīja entstanden Gold und vieles Weitere, Geliebte.

25.BE.2: Dadurch besteht diese Welt, die im Erdkreis ruht. Mit dem vierten Vokal wird in Pātāla, in der Gestalt Śeṣas, [getragen] …

25.BE.3: … der große Erdkreis. Darum ist sie auch die Herrin Pātālas. Eben deshalb, Maheśānī, ist sie die Herrscherin über die Welten, Geliebte.

25.BE.4: Im Buchstaben ha [liegt] der Raum; durch den vierten Vokal entsteht der Wind. Wenn vi – im Druck alternativ ha – vorhanden ist, ist sie durch Repha [ra] unmittelbar von der Gestalt des Feuers.

25.BE.5: Das Feuer-Bīja ist diese Erde; daher [liegt] die Erdenträgerin in Repha. Eben deshalb, Maheśānī, besteht die Gleichheit … Der Schlussausdruck „sarvāyoḥ“ ist unklar; ein fehlender Bezug wird nicht ergänzt.

25.BE.6: Aus dem Nektar des Bindu-Kreises lässt sie die drei Welten [mit Nektar] durchströmen, Göttin. Daher hat sie flüssige Gestalt und strömt durch die halbe Mātrā.

Unnummerierter Halbvers: „Eben darum, Maheśānī, wird sie Bhuvaneśī genannt.“ Der übrige Halbvers ist im Druck als Lücke angezeigt.

Seher und Mantraglieder

Dieselbe Quelle, Abschnitt 18, Vers 3; eigene BR-Reihe:

25.BR.1: Der Seher ist Śakti, der Sohn Vasiṣṭhas. Als Versmaß wird Gāyatrī genannt; die Gottheit ist die höchste Kalā des Bewusstseins, die mit „Erkennen“ bezeichnet wird. Die grammatische Form der letzten Wendung ist im Druck unregelmäßig.

25.BR.2: Śiva und der vierte [Vokal] sind Bīja und Kraft; Repha wird als Verschluss bezeichnet. Bhuvaneśānī gewährt die vier Lebensziele.

Sārasaṃgraha; eigene BSG-Reihe:

25.BSG.1: Mit Raum, verbunden mit Bindu und Nāda, [sowie] den durch „Paar“, „Glieder“, „sechs“, „zwei“, „Manu“ und „Vikṛti“ bezeichneten Vokalen und Feuer [bilde man] die sechs Glieder mit ihren jeweiligen Schlussausdrücken. Die Zahlen- und Lautverschlüsselung des ersten Halbverses ist nicht sicher lesbar; eine eindeutige Silbenfolge wird daraus hier nicht konstruiert.

Druckseite 306; Fortsetzung der BSG-Reihe:

25.BSG.2: Danach setze man die Mātṛkā der Auflösung und die Mātṛkā der Schöpfung ein. Um die Einheit mit der Göttin herzustellen, vollziehe man die Einsetzung des Mantra.

25.BSG.3: Die mit Hṛllekhā beginnenden, den Elementen entsprechenden [Kräfte] werden vom Mantrakundigen am Leib eingesetzt; voran stehen die durch dreizehn, elf, Pfeil, Feuer und Mond bezeichneten Vokale.

Erklärung der Quelle: Dreizehn ist o, elf e, Pfeil u, Feuer i, Mond a. Diese fünf Vokale stehen vor den mit Hṛllekhā beginnenden Kräften.

Andere berufen sich auf die Daśapaṭalī; eigene DP-Reihe:

25.DP.1: Der kundige Mantra-Übende verbinde [die Kräfte] mit den durch „Sadya“, „acht“, „Śruti“ und „Augen“ bezeichneten Bījas und setze die mit Hṛllekhā beginnenden [Göttinnen] an ihren jeweiligen Orten ein. Die Lautverschlüsselung des ersten Halbverses ist nicht eindeutig.

Dementsprechend geben andere fünf Bījas an, vorläufig gelesen hauṃ hrīṃ hūṃ hāṃ haḥ. Die eng gesetzte Folge ist unsicher. Man solle hier nach der empfangenen Unterweisung verfahren.

Fortsetzung der BSG-Reihe:

25.BSG.4: Man setze sie der Reihe nach an Scheitel, Mund, Herz, verborgenem Körperbereich und Füßen sowie an den nach oben, Osten, Norden, Süden und Westen gerichteten Gesichtern ein.

25.BSG.5: Hṛllekhā, Gaganā, Raktā, als vierte Karālikā und als fünfte Mahocchuṣmā. Danach setze man erneut die Glieder ein.

25.BSG.6: An der Kehle setze man Gāyatrī ein, an der linken Brust Sāvitrī, an der rechten Sarasvatī und an der linken Schulter Brahmā.

25.BSG.7: Am Herzen setze man Viṣṇu ein, an der rechten Schulter Maheśa. Links, am Bereich des Ohres, setze man den Herrn des Reichtums mit Śrī ein.

25.BSG.8: Am Mund Smara mit Rati; [man setze] Gaṇa mit Puṣṭi ein. Am rechten Ohrbereich setze der Mantrakundige die beiden Schätze mit ihren Kräften ein. Die Zuordnung des mittleren Satzteils zum Ort ist nicht vollständig eindeutig.

25.BSG.9: Der Verständige setze Brahmā mit Gāyatrī an der Stirn, Viṣṇu mit Sāvitrī an der rechten Wange ein.

25.BSG.10: An der linken Wange setze man Maheśa mit Vāgīśvarī ein. Darunter, zwischen beziehungsweise innerhalb der Wangen, setze man den Grundmantra am Mund ein.

25.BSG.11: Am Halsansatz, an beiden Brüsten, an der linken Schulter, am Herzen, an der rechten Schulter und beiden Seiten setze der gesammelte Mantrakundige diese [Gottheiten] ein.

25.BSG.12: Die acht Mütter setze der Mantrakundige an Stirn, Schulter, Seite, Bauch, der anderen Seite, der anderen Schulter, dem hinteren Halsbereich und Herzen ein. Das als „hinterer Halsbereich“ wiedergegebene Ortswort ist nicht ganz sicher.

Meditation auf die Göttin

25.BSG.13: Nachdem man den Körper mit dem Grundmantra durchdrungen hat, vergegenwärtige man die Göttin, strahlend wie die aufgehende Sonne, mit dem kühlen Mond als Kopfschmuck …

25.BSG.14: … auf einem Lotus sitzend, dreiäugig, mit vier Armen, die durch Schlinge, Stachel, Gewährung und Schutz geschmückt sind, ihr Gesicht von einem sanften Lächeln erhellt.

Unnummerierter Halbvers: Man vergegenwärtige im Herzen die Göttin, deren rankengleicher Leib sich unter der Fülle ihrer Brüste leicht neigt. Der übrige Halbvers fehlt im Druck.

Prosa zur Handzuordnung: Die Meditation auf die Attribute beginnt an der oberen linken Hand und endet an der unteren linken. Die Daśapaṭalī nennt dagegen rechts Stachel und Schutz, links Schlinge und „Gewährung–Schutz“; die letzte Zusammensetzung ist so gedruckt und unstimmig. Man meditiere nach Unterweisung oder nach der gewählten Fassung.

Yantra und neun Sitzkräfte

25.BSG.15: Zuerst bilde man ein Sechseck, darum einen achtblättrigen Lotus, darum einen sechzehnblättrigen und außen drei Quadrate.

25.BSG.16: Dieses mit vier Toren versehene Maṇḍala wird vorzüglich genannt. Zuerst verehre man darin den Sitz samt seinen neun Kräften.

25.BSG.17: Jayā, Vijayā, die Ajitā Genannte, Aparājitā, Nityā, Vilāsinī, Dogdhrī, Aghorā und Maṅgalā.

25.BSG.18: Diese Kräfte sind an den Staubfäden und in der Mitte zu verehren. Mit dem Grundmantra gebe man den Sitz und bilde damit auch die Gestalt.

25.BSG.19: In sie rufe man die Göttin samt Gliederumkreis herbei. Jene [Kräfte] tragen Schlinge, Stachel, Gewährung und Schutz und entsprechen den Elementen …

25.BSG.20: … die mit Hṛllekhā beginnenden, durch vielfältigen Schmuck leuchtenden. Man verehre sie der Reihe nach in Mitte, Vorderseite, Süden, Norden und Westen.

25.BSG.21: In den Ecken der Feuer-, Īśāna-, Asura- und Windrichtung und vorn verehre man Herz und die weiteren Glieder, die Waffe in den Richtungen und die göttlichen Paare an den Ecken.

Die göttlichen Paare

25.BSG.22: Gāyatrī ist rötlich leuchtend, mit rotem Schmuck versehen, viergesichtig, in ihren Händen Stab, Wassergefäß, Gebetskette …

25.BSG.23: … und Schutzgeste tragend; ebenso verehre man Brahmā davor. Sāvitrī [trägt] in ihren Lotushänden Diskus und Muschel, Keule und Lotus …

Fortsetzung auf der nächsten Seite.

Druckseite 307; Fortsetzung der BSG-Reihe:

25.BSG.24: … tragend, in gelbe Gewänder gekleidet, mit Oberarmreifen und Armspangen geschmückt, geziert mit Krone, Halskette, Gürtel und Fußringen.

25.BSG.25: Mahāviṣṇu von gleicher Gestalt verehre man an der vorderen Stelle der Südwestecke. [Danach] die weiße, dreiäugige [Göttin], strahlend in ganz weißen Gewändern …

25.BSG.26: … deren vier Hände Beil, Gebetskette, Schutz und Gewährung tragen: Sarasvatī verehre man in der Nordwestecke, ebenso Īśa von entsprechender Gestalt.

25.BSG.27: Lakṣmī sitzt auf dem Schoß ihres Geliebten, umschlingt ihren Gatten mit dem rechten Arm und [trägt] links einen Lotus; [daneben] den Herrn des Reichtums mit großem Bauch …

25.BSG.28: … gelbfarben, [mit] Juwelenkrug und Juwelentruhe verehre man [das Paar]. Die Verteilung der Attribute ist in diesen beiden Versen grammatisch gedrängt. Im Südosten [verehre man Lakṣmī und den Reichtumsherrn; danach] Rati auf dem Schoß ihres Geliebten, mit der linken Hand …

25.BSG.29: … den Geliebten umschlingend, mit der anderen einen Lotus haltend. [Ihren Geliebten meditiere man] wie eine Bandhūka-Blüte gefärbt, Pfeil, Schnur beziehungsweise Schlinge, Stachel und Bogen tragend, in der Wasserrichtung.

Erklärung der Quelle: Die Wasserrichtung ist Westen. Die Satzanbindung von „im Südosten“ zwischen BSG.28 und BSG.29 ist knapp; der später genannte Westen bezeichnet das Rati-Paar.

25.BSG.30: Im Nordosten verehre man Vighnarāja mit seiner Geliebten, Stachel und Schlinge tragend, mit den Fingern den intimen Körperbereich seiner Geliebten berührend …

25.BSG.31: … den nackten Vighnarāja mit einer von Mādhvī[-Getränk] gefüllten Schädelschale, im Rüssel einen funkelnden, mit Juwelen besetzten Becher haltend.

25.BSG.32: [Seine Gefährtin] ist zinnoberfarben, von leidenschaftlichem Überschwang bewegt, hält einen roten Lotus und berührt mit der anderen Hand sein Geschlechtsglied …

25.BSG.33: … ihren Geliebten umarmend: die rötliche, nackte Puṣṭi verehre man. Im Fruchtboden, an beiden Seiten des Sechsecks, sind die beiden Schätze zu verehren.

Acht und sechzehn Kräfte

25.BSG.34: Die erste ist Anaṅgakusumā, dann Anaṅgakusumāturā; danach Anaṅgamadanā und Anaṅgamadanāturā.

25.BSG.35: Dann „Pālinī“ mit „Bhuvana“ davor, ebenso „Vegā“ mit „Gagana“ davor; eine weitere ist Śaśirekhā, danach „Rekhā“ mit „Gagana“ davor.

25.BSG.36: Diese acht Kräfte stehen ringsum auf den Blättern und sind dort zu verehren. Sie sind rot, schön geschmückt und tragen Schlinge, Stachel, Gewährung und Schutz.

25.BSG.37: Auf den sechzehn Blättern: Karālī, Vikarālī, Umā, Sarasvatī, Śrī, Durgā, Uṣā, Lakṣmī, Śruti, Smṛti und Dhṛti …

25.BSG.38: … Śraddhā, Medhā, Mati, Kānti und Āryā: sechzehn Kräfte. Dunkelfarben und Schwert und Schild tragend sind sie im Uhrzeigersinn zu verehren.

25.BSG.39: Außerhalb davon verehre man die mit Brāhmī beginnenden [Mütter] an den Blattzwischenräumen in der Reihenfolge der Richtungen. Außerhalb des Lotus verehre man die dienenden Kräfte.

25.BSG.40: Die erste ist Anaṅgarūpā, danach Anaṅgamadanā, Madanāturā, Bhuvanavegā und Bhuvanapālikā …

25.BSG.41: … Sarvaśiśirā, Anaṅgamadanā und Anaṅgamekhalā. [Sie tragen] Becher, Palmblattfächer, Betel, leuchtenden Schirm …

Unnummerierter Halbvers: … zwei Wedel, Tuch und Blume in ihren Lotushänden. Der übrige Halbvers fehlt. Anaṅgamadanā wird in der Dienerinnenreihe zweimal genannt; die Wiederholung wird nicht entfernt.

Prosa: Man meditiere diese als zweiarmig, links einen roten Lotus und rechts jeweils einen der Gegenstände, beginnend mit dem Becher, tragend.

Prayogasāra; unnummerierter Vers: „Rot, von der Gestalt roter Lotusblüten, mit roten Gewändern und Salbungen, rote Lotusblüten in den Händen: So sind Sundarīs Dienerinnen zu meditieren.“

Weitere unnummerierte Verse: „Außen verehre man die durch allen Schmuck leuchtenden Weltenhüter und noch außerhalb davon Donnerkeil und die weiteren [Waffen]. So verehre man die Göttin. [Wer so handelt,] wird von allen Göttern verehrt – wie viel mehr von hervorragenden Menschen.“

Ausgeführtes Verfahren der Einsetzungen

Nach dem Pīṭha-Nyāsa vollziehe man dreimal Atemzügelung mit dem Grundmantra. Dann, jeweils mit namaḥ: am Kopf dem Seher Śakti; am Mund dem Versmaß Gāyatrī; am Herzen der Gottheit Śrībhuvaneśvarī; im verborgenen Bereich haṃ als Bīja; an den Füßen īṃ als Kraft; am Nabel raṃ als Verschluss.

Mit zusammengelegten Händen spreche man: „Die Anwendung dient dem Erlangen meiner vier Lebensziele.“ Mit hāṃ hīṃ und den folgenden [Silben] vollziehe man Handeinsetzung und Einsetzung der sechs mit dem Herzen beginnenden Glieder.

Am Scheitel: oṃ hṛllekhāyai namaḥ; am Mund eṃ gaganāyai namaḥ; am Herzen uṃ raktāyai namaḥ; im verborgenen Bereich āṃ karālikāyai namaḥ; an den Füßen aṃ mahocchuṣmāyai namaḥ. Einzelne Vokale sind im Druck undeutlich und stimmen nicht durchgehend mit der vorherigen Erklärung überein.

Druckseite 308; Fortsetzung der Einsetzungen: An der Kehle verehre man Gāyatrī, an der linken Brust Sāvitrī, an der rechten Sarasvatī, an der linken Schulter Brahmā, am Herzen Viṣṇu und an der rechten Schulter Maheśa.

Am linken Ohr: Śrī und Dhanapati; am Mund: Rati und Kāma; am rechten Ohr: Puṣṭi und Gaṇapati. Zwischen rechtem Ohr und rechter Wange: Vasudhārā und Śaṅkhanidhi; links: Vasumatī und Padmanidhi. An der Stirn: Gāyatrī und Brahmā; an der rechten Wange: Sāvitrī und Viṣṇu; links: Vāgīśvarī und Maheśa. Jede Anrufung endet mit namaḥ; am Mund folgt hrīṃ namaḥ.

Die zuvor genannten acht Paare setze man an Halsansatz, linker und rechter Brust, linker Schulter, Herz, rechter Schulter sowie rechter und linker Seite ein. An der Stirn: āṃ brāhmyai namaḥ, an der linken Schulter īṃ māheśvaryai namaḥ. In dieser Reihenfolge setze man Kaumārī bis Mahālakṣmī an linker Seite, Bauch, rechter Seite, rechter Schulter und Nacken ein. Die knappe Ortsreihe benennt nicht alle acht Plätze eindeutig.

Aufstellung des Verehrungscakra

Nach umfassender Einsetzung mit dem Grundmantra, Meditation und geistiger Verehrung zeichne man auf einer goldenen oder ähnlichen Platte mit Kuṅkuma einen achtblättrigen Lotus und in dessen Fruchtboden ein Sechseck. Darum zeichne man einen weiteren achtblättrigen Lotus, darum einen sechzehnblättrigen und außen drei Quadrate mit vier Toren. Diese Prosa nennt einen zusätzlichen inneren achtblättrigen Lotus gegenüber der vorherigen Versbeschreibung.

Man stelle das Cakra vor sich auf, vollziehe Arghya und die Handlungen bis zur Selbstverehrung und verehre den Sitz von Maṇḍūka bis Jñānātman. An den Staubfäden, vor sich beginnend und im Uhrzeigersinn, verehre man mit namaḥ Jayā, Vijayā, Ajitā, Aparājitā, Nityā, Vilāsinī, Dogdhrī, Aghorā und zuletzt Maṅgalā in der Mitte.

Im Fruchtboden verehre man den ganzen Sitz mit hrīṃ sarvaśaktikamalāsanāya namaḥ. Man vollziehe die Handlungen von der Bildung der Gestalt bis zur Blumengabe und verehre das als layāṅga bezeichnete Glied. Im Inneren des Sechsecks, in Mitte, vor der Göttin, rechts, nördlich und hinter ihr verehre man die fünf mit Hṛllekhā beginnenden Kräfte; danach wie zuvor die sechs Glieder.

Paare und umgebende Kräfte in der Prosafassung

Die sechs Paare werden jeweils mit namaḥ verehrt:

Ort Gottheit und Gefährtin
Ecke beziehungsweise Blatt vor der Göttin Brahmā mit Gāyatrī
Südwesten Viṣṇu mit Sāvitrī
Nordwesten Rudra mit Sarasvatī
Südosten Dhanada mit Lakṣmī
Westen Kandarpa mit Rati
Nordosten Gaṇapati mit Puṣṭi

Rechts vom Sechseck: śaṃ śaṅkhanidhivasudhārābhyāṃ namaḥ; links: paṃ padmanidhivasumatībhyāṃ namaḥ.

Auf den acht Blättern, vor der Göttin beginnend und im Uhrzeigersinn, verehre man Anaṅgakusumā, Anaṅgakusumāturā, Anaṅgamadanā, Anaṅgamadanāturā, Bhuvanapālinī, Gaganavegā, Śaśirekhā und Gaganarekhā.

Auf den sechzehn Blättern folgen im Uhrzeigersinn Karālī, Vikarālī, Umā, Sarasvatī, Śrī, Durgā, Uṣā, Lakṣmī, Śruti, Smṛti, Dhṛti, Śraddhā, Medhā, Mati, Kānti und Āryā. Außerhalb verehre man in den Blattzwischenräumen, in den acht Richtungen, die acht mit Brāhmī beginnenden [Mütter].

Zwischen dem sechzehnblättrigen Lotus und dem Quadrat verehre man in acht Richtungen, vor der Göttin beginnend: Anaṅgarūpā, Anaṅgamadanā, Anaṅgamadanāturā, Bhuvanavegā, Bhuvanapālikā, Sarvaśiśirā, Anaṅgavedanā und Anaṅgamekhalā. Die Prosa nennt an vorletzter Stelle Anaṅgavedanā; die Fußnote gibt „Madanā“ als Variante. Danach vollende man wie zuvor die Verehrung der Weltenhüter, Waffen und der weiteren [Gottheiten].

Vier Verkürzungen der Verehrung

Für den Fall, dass die ausführliche Verehrung nicht möglich ist, nennt das Mahāsaṃmohanatantra eine Verkürzung; eigene BVK-Reihe:

25.BVK.1: Mit vier, mit drei, mit zwei oder nur einem [Umkreis], oder auch mit sämtlichen Umkreisen [verehre man]. Wer Genuss erstrebt, lasse die Ausführlichkeit weg.

Erklärung der Quelle: Vier sind Hṛllekhā und die weiteren Kräfte, die sechs Glieder, die Weltenhüter und deren Waffen. Drei sind Glieder, Weltenhüter und deren Waffen. Zwei sind Glieder und Weltenhüter. Einer ist allein die Gliederverehrung [der Ausdruck ist im Druck ungewöhnlich]. Dies sind die vier Formen der Verkürzung.

Puraścaraṇa

Weitere Zitatreihe; eigene BPU-Reihe:

25.BPU.1: Gesammelt wiederhole man den Mantra zweiunddreißig Lakh, also 3.200.000-mal. Ein Zehntel davon opfere man mit acht Stoffen, verbunden mit den drei süßen Substanzen.

25.BPU.2: Danach vollziehe der Mantrakundige Sättigung und die weiteren Handlungen nach der im Lehrtext genannten Weise. [Die Opferstoffe sind] Brennhölzer von Aśvattha, Udumbara, Plakṣa und Nyagrodha …

Unnummerierter Halbvers: … Sesam, Senf, Milch und Ghee: Diese gelten als die acht Stoffe. Der übrige Halbvers fehlt im Druck.

Mit jedem Stoff sind jeweils vier Ayuta, also 40.000 Opfergaben, darzubringen. Achtmal 40.000 ergibt den zuvor genannten zehnten Teil von 3.200.000.

Druckseite 309; neue BAP-Reihe:

25.BAP.1: Oder es wird ein Puraścaraṇa anderer Art gelehrt: In einem Śiva-Heiligtum mit einem einzelnen Liṅga, bei Dakṣiṇāmūrti …

25.BAP.2: … im gebundenen Lotussitz, auf Asche lagernd und mit einem Kula-Sitz [versehen], beginne man am achten Tag der dunklen Monatshälfte und fahre bis zu deren vierzehntem Tag fort.

25.BAP.3: Täglich [unter Bezug auf] Viṣṇu, Śiva und Śakti wiederhole man den Mantra tausendmal. Man opfere Vyāghāta-Holz, mit Dickmilch, Honig und Ghee bestrichen.

25.BAP.4: Danach [vollziehe man] mehr als tausend [Opfergaben; die Zahl ist knapp angeschlossen] und meditiere auf Umā, die Herrin aller. Dann wird der Mantra vollkommen wirksam; darüber sei hier kein Zweifel anzustellen.

Erklärung der Quelle: Vyāghāta ist Āragvadha. Die Pflanzenbezeichnung wird hier nicht zusätzlich modern botanisch bestimmt.

Überlieferte Anwendungen

Der folgende Abschnitt beschreibt historische Ritualversprechen, darunter gesundheitliche und auf Unterwerfung gerichtete Ziele. Die Wiedergabe bestätigt diese Wirkungen nicht und ist keine Anleitung für eine heutige Anwendung.

25.BAP.5: Wer seinen Mantra so vervollkommnet hat, verwirklicht alle Wünsche. Ein tägliches Begießen nach fünfundzwanzig Wiederholungen verleiht glückliches Gedeihen.

25.BAP.6: Durch Trinken von Wasser, das ebenso oft besprochen wurde, werde man verständig und redegewandt. [Den Mantra] auf der Zungenspitze einsetzend und wiederholend erlange man Vollkommenheit der Rede und dichterische Kraft.

25.BAP.7: Eine damit besprochene Augensalbe, mit Kampfer und Agaru vermischt, diene der Unterwerfung. Ebenso die Herstellung eines Stirnzeichens mit Asche und roter Salbung; die Zusammensetzung der gedruckten Wendung ist gedrängt.

25.BAP.8: Bis zu den Knien im Wasser stehend, unbewegt und mit offenen Augen, wiederhole man [den Mantra] tausendmal; in jener Nacht ziehe man damit die gewünschte Frau an.

25.BAP.9: Mit Puffreis erlange man eine Braut, mit Sesam Gesundheit; durch ein Feueropfer mit Dickmilch werde man kräftig, ebenso durch Reiskörner.

25.BAP.10: Mit Brāhmī-Saft verbundenen Puffreis und Vacā bespreche man dreitausendmal und esse ihn einen Monat lang …

25.BAP.11: … dann werde der Mantrakundige Bṛhaspati gleich und Herr aller Wissensgebiete. Durch ein Feueropfer mit Aśvattha-Holz, das mit Süßem bestrichen ist, [gewinne er] Zweimalgeborene …

25.BAP.12: … unter seinen Einfluss; durch Lotusopfer Könige und ihre Minister, durch Kumuda [die entsprechenden Ziele] und mit Rinde des Brahmabaums Königsgemahlinnen. Die genaue Verbindung des letzten Halbverses ist nicht eindeutig; die einzelnen Stoffe werden nicht nach einem anderen Handbuch umgeordnet.

25.BAP.13: Eine aus Reismehl geformte Gestalt, mit Süßem getränkt, mit eingesetzter Lebenskraft versehen und mit diesem Mantra besprochen …

25.BAP.14: … esse man am Sonntag. Dadurch bringe man einen Menschen, einen König oder eine Frau unter seinen Einfluss, wen immer man besonders begehrt.

25.BAP.15: Der Verständige zeichne mit Asche auf einer Tafel die Śakti samt dem einzubeziehenden [Namen beziehungsweise Zeichen] und zeige dies einer Schwangeren; sie werde dann leicht gebären. Dies ist ein überliefertes Ritualversprechen, keine Aussage über wirksame Geburtshilfe.

Einleitung des Begießungsrituals

25.BAP.16: Nun wird die Abhiṣeka-Ordnung gelehrt, die das Erwünschte gewähren soll. In einem Pavillon gestalte man ein glückverheißendes Maṇḍala mit dem Sitz der Göttin.

25.BAP.17: Nach ordnungsgemäßer Sitzverehrung stelle der Verständige Krüge im Fruchtboden und an den Blattspitzen auf, aus Gold, Silber oder gutem Kupfer …

25.BAP.18: … oder aus Ton. Der Mantrakundige kann auch fünf Krüge oder einen aufstellen. Unter lautem Instrumentenspiel fülle man den [mittleren] Krug mit Honig.

25.BAP.19: Man rufe die Kalās hinein und umhülle [den Krug] ringsum mit zwei Tüchern. Den östlichen [fülle man] mit Ghee, den südlichen mit Dickmilch …

25.BAP.20: … den westlichen mit Milch, den nördlichen mit Öl. Mit glückverheißenden, aus den zehn Wurzeln [und weiteren Pflanzenteilen] gewonnenen … Der übrige Pflanzenausdruck dieses Halbverses ist beschädigt und wird nicht ergänzt.

Erklärung der Quelle: Die zehn Wurzeln sind nach der medizinischen Fachliteratur zu verstehen.

25.BAP.21: … Abkochungen fülle der hervorragende Mantrakundige die in den [Zwischen-]Richtungen stehenden Krüge. Wenn es fünf Krüge sind, fülle man sie der Reihe nach:

25.BAP.22: Den östlichen mit Kuhurin, den südlichen mit Kuhdung[-Wasser], den westlichen mit Milch und den nördlichen mit Dickmilch.

Erklärung der Quelle: Mit Kuhdung ist Kuhdungwasser gemeint, wie die angeführte Lehrerformel „Anteile von Kuhurin, Kuhdungwasser, Milch, Dickmilch und Ghee“ sagt.

25.BAP.23: Den mittleren Krug fülle der Verständige mit Ghee. Mit den aus Praṇava hervorgehenden Ṛc-Versen verbinde man die fünf Kuhprodukte.

Erklärung der Quelle: Die fünf Ṛc-Verse des Praṇava wurden bereits im Einweihungsabschnitt angegeben.

25.BAP.24: Oder man verbinde sie mit den fünf eigenen achtsilbigen Mantras. [Die Anteile werden als] eins, halb, sieben, drei und Erde [eins] angegeben, oder als gleich.

Erklärung der Quelle: Die fünf Anteilsangaben beginnend mit „eins, halb“ beziehen sich auf das folgende Füllen mit den fünf Kuhprodukten bei Verwendung nur eines Kruges. Die gedrängte Zahlenfügung wird hier nicht ohne sicheren Bezug auf die fünf einzelnen Stoffe verteilt.

Druckseite 310; Fortsetzung der BAP-Reihe:

25.BAP.25: Wenn es nur einen Krug gibt, fülle ihn der Mantrakundige mit einer Abkochung aus fünfzig Heilpflanzen oder mit den fünf Kuhprodukten.

25.BAP.26: Im Norden stelle man einen Krug auf einen Lotus. Dieser hervorragende [Krug] soll mit dem Wasser einer Brahmadru-Abkochung gefüllt werden. Die gedruckte Pflanzenfügung ist nicht ganz deutlich.

Erklärung der Quelle: Der in diesem Vers genannte Krug soll außerhalb des Maṇḍala auf einem achtblättrigen Lotus stehen.

25.BAP.27: Als rein gilt dieser Krug, wenn er Gold, Diamant und anderes enthält. An den Eingängen des Pavillons [stelle man] zwei mit Wasser gefüllte Krüge …

25.BAP.28: … auf, umhülle sie mit guten Tüchern und anderem und verehre sie. Wie zuvor rufe man die Gottheit herbei und verehre sie dort …

Unnummerierter Halbvers: … mit den zuvor genannten Darbringungen, der Mantrakundige auch im eigenen Iṣṭārghya [der besonderen Ehrenwassergabe]. Die zweite Vershälfte ist im Druck durch Punkte vertreten.

Erklärung der Quelle: Mit „die Gottheit wie zuvor“ ist ihre Herbeirufung und Verehrung in dem in der Mitte des Maṇḍala aufgestellten Krug gemeint.

25.BAP.29: In den übrigen Krügen verehren die Verständigen die Mütter in der Reihenfolge der Richtungen. Sind es fünf Krüge, verehre man der Reihe nach, beginnend in der Mitte …

25.BAP.30: … die fünf [Göttinnen] Hṛllekhā und die übrigen. Danach vollziehe der Verständige die Begießung: zuerst mit dem Ghee-Krug, dann mit der Abkochung.

Unnummerierter Halbvers: Danach mit Dickmilch und mit Milch, anschließend mit Abkochung. Die zweite Vershälfte ist im Druck punktiert.

Erklärung der Quelle: Das „und“ bei Dickmilch besagt, dass nach [ihr zunächst] mit der Abkochung und erst danach mit Milch begossen wird.

25.BAP.31: Mit Öl, Abkochung und danach Honig; dann begieße der Verständige mit Abkochungen [unter Worten der Zweimalgeborenen; die Wendung ist im Druck unsicher].

25.BAP.32: Anschließend vollziehe man die Zwischenbegießung mit dem Wasser der Türkrüge. Der Mantrakundige lasse auch Gesicht, Hände und Füße waschen und das rituelle Wasserschlürfen …

Erklärung der Quelle: Nach dem Begießen mit jedem einzelnen Krug sind mit dem Wasser der Türkrüge Gesicht, Hände und Füße zu waschen und Ācamana zu vollziehen.

25.BAP.33: … mit diesem Wasser durchführen. Der auf diese Weise begossene vortreffliche Mensch speise Brahmanen und erfreue sie mit vielerlei Speisen.

25.BAP.34: Er erlange großes Glück und Wohlstand und sei stets siegreich. Von Vaikṣa, Brahmadru und Bilva nehme man ein Pala [beziehungsweise] ein halbes Pala. Die Verteilung der Maßangaben auf die Pflanzen ist in der knappen Druckfassung nicht eindeutig.

Erklärung der Quelle: Vaikṣadru ist Aśvattha; Brahmadru ist Palāśa.

25.BAP.35: Von Agnimantha, Kṣudra und Sevyaka [beziehungsweise dem so zusammengesetzten Pflanzenausdruck] ein Karṣa, ebenso Bindu; von Prasāriṇī, Kāśmarikā und Rohiṇī die Hälfte davon. Auch hier bleiben die Worttrennung und der Bezug einzelner Maße unsicher.

Unnummerierter Halbvers: Anteile von Udumbarī, Pāṭalī und Ṭuṇḍuka sind angegeben. Die zweite Vershälfte fehlt bereits im Druck und ist punktiert.

Erklärung der Quelle: Agnimantha heißt in der Sprache des mittleren Landes Agatha; Prasāriṇī ist als Gandhaprasāriṇī bekannt. Rohiṇī ist eine an den Hängen des Vindhya bekannte Baumart. Kāśmarī ist als Khambhārī bekannt; Ṭuṇḍuka ist eine Baumart. Die Edition übernimmt diese historischen Benennungen ohne zusätzliche botanische Gleichsetzung.

25.BAP.36: Mit dem Wasser dieser Abkochung fülle er den Krug. Durch jährliches Begießen damit werde der vortreffliche [Mensch] langlebig …

25.BAP.37: … reich an Glück, frei von Krankheiten und an Glanz wie die Sonne. Kamalā werde seine Dienerin; beim Anblick seiner Person vergehen vielerlei Krankheiten …

25.BAP.38: … und großer Reichtum an Geld, Getreide und anderem nimmt bei ihm zu. Alle Götter erweisen ihm Verehrung, und Schlangen …

25.BAP.39: … beißen ihn nicht. Seine Söhne seien wohlhabend und mit Enkeln gesegnet. Am Ende des Körpers erlange der Mantrakundige die höchste Befreiung; daran sei kein Zweifel. Diese Aussagen gehören zu den Heils- und Wirkungsversprechen des überlieferten Ritualtextes.

Beginn einer Yantra-Anweisung aus dem Śāradātilaka

Angeführt wird Śāradā, Abschnitt 6, Vers 42. Der Vers läuft über die Seitengrenze: In der Śakti befindet sich das einzubeziehende [Zielzeichen]; [die Anordnung ist] mit Feuer umgeben und von Śaktis umschlossen. Außen stehen [Zeichen] in den Ecken, mit den Lauten von Hari und Hara an den seitlichen Stellen. Mehrere gedrängte Einzelheiten der Yantra-Beschreibung sind im Druck unsicher; die Fortsetzung folgt auf der nächsten Druckseite.

Druckseite 311; Fortsetzung des begonnenen Verses:

25.BAP.40: Danach [sei das Yantra] erneut mit jenen, mit ī verbundenen [Zeichen] und auch mit den Schriftlauten umgeben. Dieses dreifach gestaltete Yantra innerhalb der Erdburg gewährt das gewünschte Ziel, glückliches Gedeihen und Wohlstand.

Unnummerierter Halbvers: Es gewährt langes Leben, bewirkt Unterwerfung und erfüllt sämtliche Ziele. Die zweite Vershälfte ist im Druck punktiert.

Ausführliche Erklärung der Quelle: „Mit den in den Ecken befindlichen [Zeichen] verbunden“ bedeutet: mit dem dort stehenden i-Laut verbunden; nach der Überlieferung ist er mit Bindu versehen. Man zeichnet ein dreieckiges Feuermaṇḍala, dessen Ecken nach Osten, Südwesten und Nordwesten weisen. In seine Mitte schreibt man Bhuvaneśvarīs Bīja. An die Stelle seines r-Zeichens setzt man den Namen der Zielperson, an die des i-Zeichens den Namen des Ausführenden und zwischen beide die beabsichtigte Handlung. Man umgibt dies mit Bhuvaneśvarī-Bījas. Innerhalb der drei Ecken schreibt man ī mit Bindu, an jede Dreiecksspitze ein Bhuvaneśvarī-Bīja. Mit dem r-Zeichen jedes dieser drei Bījas umzieht man das betreffende Bīja nach rechts und verbindet sie miteinander an den Spitzen ihrer i-Zeichen. Seitlich an den drei Ecken schreibt man die vier Laute ha-ri-ha-ra. Außen zieht man drei Kreise. Von den zwei dadurch entstehenden Ringbahnen füllt man die erste, vor sich beginnend und rechtsläufig, mit wiederholten Harihara-Lauten; die zweite entsprechend mit den Mātr̥kā-Lauten von a bis kṣa, jeweils mit Bindu. Ganz außen zeichnet man ein Quadrat. Dieses Yantra soll die genannten Früchte gewähren.

25.BAP.41: Wenn der Übende auch hier die Göttin als Wohlstand [beziehungsweise als Wohlstand Gewährende] verehren will, füge der Verständige außen einen achtblättrigen Lotus hinzu.

25.BAP.42: Darüber [zeichne er] auch ein Maṇḍala, das nach den Tierkreiszeichen und anderem gestaltet ist. Dort rufe er die Göttin herbei und verehre sie gesammelt nach der Vorschrift.

25.BAP.43: Nachdem der Übende selbst Hṛllekhā und die übrigen wie zuvor verehrt hat, verehre er die Aṅgas und danach Gāyatrī und die übrigen.

25.BAP.44: Gāyatrī am Bīja der östlichen Spitze, Sāvitrī an der südlichen Spitze, Sarasvatī am nordwestlichen Ort und Brahmā im Südosten …

25.BAP.45: … Viṣṇu im Westen und Īśa im Nordosten. Außen [folgen] Brāhmaṇī und die übrigen [Mütter], die Richtungswächter und wiederum außerhalb von ihnen Donnerkeil und die übrigen [Waffen].

Unnummerierter Halbvers: So verehre der vortreffliche Übende die Göttin im dreifach gestalteten [Yantra].

Das sechsfach gestaltete Yantra

Śāradātilaka, Abschnitt 6, Vers 53:

25.BAP.46: Der Name der Zielperson befindet sich im Bīja; [dieses ist] fünffach von Māyā, Ramā und Manmatha umgeben. In den sechs Feldern der beiden Feuerburgen schreibe man die drei Bījas, mit dem eigenen [Namen beziehungsweise Selbstzeichen] verbunden, an der Spitze īṃ, seitlich durch Harihara gebunden. Außen [sei es] von Schriftlauten umgeben, deren Verbindungen an sechs Bījas angeschlossen sind, und mit zwei Umfassungen versehen. Die komprimierten Zeichen- und Stellungsangaben sind teilweise unsicher; die Quelle erläutert sie anschließend in Prosa.

25.BAP.47: Man zeichne dies mit Ecken, die durch Cintāmaṇi und Nṛsiṃha erstrahlen, außen mit sechzehn Śūlas [Spießen beziehungsweise Dreizackzeichen] versehen und überaus schön.

Unnummerierter Halbvers: Dieses sechsfach gestaltete Yantra bewirkt in höchstem Maße alle Vollendungen. Der übrige Halbvers ist im Druck punktiert.

Beginn der ausführlichen Konstruktionserklärung: Man zeichnet einen Kreis nach dem gewünschten Maß und spannt darin die Brahmaschnur von Osten nach Westen. An deren beiden Endpunkten ansetzend, zieht man mit einer Schnur von der Länge des halben Kreises [beziehungsweise des zugehörigen Halbmaßes] im Süden und Norden zwei den Kreis schneidende Fischfiguren. So entstehen vier Fischfiguren. Durch das östliche und das westliche Figurenpaar spannt man je zwei quer verlaufende Schnüre in Nord-Süd-Richtung. Vom östlichen Ende der Brahmaschnur aus werden Linien durch die Innenräume der beiden westlichen Fischfiguren gezogen; vom westlichen Ende aus entsprechend zwei Linien durch die östlichen Figuren. So entstehen zwei Feuermaṇḍalas [Dreiecke]. Dann entfernt man den Kreis und die Ost-West-Hilfslinie. Nach dieser Herstellung des Sechsecks schreibt man das Śakti-Bīja in die Mitte. In dessen r-Teil trägt man den Namen der Zielperson ein, in den Vokalteil i den Namen des Ausführenden. Zwischen r und i schreibt man beim Anteil des Ausführenden die beabsichtigte Handlung. Nachdem man so das Gewünschte eingetragen hat … Die Erklärung wird auf der folgenden Druckseite fortgesetzt.

Druckseite 312; Fortsetzung der Konstruktionserklärung:

… um das mittlere Bīja schreibt man fünfmal das Śakti-Bīja, darum fünfmal das Śrī-Bīja und wiederum außen fünfmal das Kāma-Bīja. In die drei oberen Dreiecksfelder des Sechsecks schreibt man dieselben Bījas mit Visarga und dem Namen der Zielperson, in der Reihenfolge Süden, Mitte, Norden. In die Innenräume aller sechs Dreiecke schreibt man den vierten Vokal mit Bindu. An die Seiten jeder Ecke des Sechsecks schreibt man insgesamt zwölfmal harihara. An jede der sechs Dreiecksspitzen setzt man ein Śakti-Bīja und verbindet sie wie zuvor unter Überspringen jeweils eines Zeichens. Der Lehrer sagt dazu: „Man verbinde sie miteinander, jeweils eines dazwischen auslassend“ [Abschnitt 10, Vers 53].

Dann zieht man außen drei Kreise und schafft dadurch zwei Ringbahnen. In die innere schreibt man, vor sich beginnend und rechtsläufig, die Mātr̥kā-Laute von a bis kṣa mit Bindu; in die äußere dieselben in umgekehrter Lautfolge von kṣa bis a, wiederum rechtsläufig. Dazu heißt es beim Lehrer: „Zwischen den äußeren Linien stehen die glückverheißenden Laute in ihrer Reihenfolge; außerhalb davon stehen sie rückläufig, von der Seite des Schreibenden aus“ [10.56]. Außen zeichnet man ein Achteck. An den sechzehn Enden der acht nach den Richtungen verlaufenden Ecklinien zeichnet man sechzehn Dreizackzeichen. Der Lehrer beschreibt dies als „außen mit sechzehn Śūlas versehen, schön, mit deutlich ausgeführten Lautzeichen“. Dieses sechsfach gestaltete Yantra soll die genannten Früchte gewähren.

Neue BYS-Reihe zur Verehrung in dieser Form:

25.BYS.1: Hier verehre der Mantrakundige die Göttin. Über dem Lotus [zeichne er] einen schönen zwölfblättrigen Lotus mit sechsunddreißig Staubfäden …

25.BYS.2: … außen ansprechend mit Tierkreiszeichen und anderem versehen. Nachdem er den Sitz samt den neun Śaktis verehrt und die Gottheit herbeigerufen hat …

25.BYS.3: … verehre er sie wie zuvor mit Sandel und den übrigen Darbringungen. Ebenso verehre er die sechs Aṅgas und die göttlichen Paare.

25.BYS.4: Außen verehre man nacheinander die zwölf Śaktis, beginnend mit Raktā: Raktā, Anaṅgakusumā, Nityā und Kusumāturā …

25.BYS.5: … Anaṅgamadanā und entsprechend [Anaṅga]madanāturā, Gaurī und Gaganā sowie das Wort Gagana mit Rekhā am Ende …

25.BYS.6: … danach Bhavapramathinī; die zwölfte ist Śaśiśekharā. Außen [verehre man] die Mütter und die Weltenwächter, wiederum außerhalb von ihnen Donnerkeil und die übrigen [Waffen].

Erklärung der Quelle: Die verkürzte Wendung mit Madanāturā bedeutet Anaṅgamadanāturā; „Gagana mit Rekhā am Ende“ bedeutet Gaganarekhā. Redaktioneller Befund: Nach diesen Erläuterungen lassen sich im erhaltenen Wortlaut nur elf Namen sicher abgrenzen, obwohl zwölf angekündigt werden. Ein fehlender Name wird nicht aus einer anderen Fassung eingesetzt.

25.BYS.7: Wer als Mantrakundiger Bhuvaneśvarī nach dieser Ordnung verehrt, wird zu einer Wohnstätte des Glücks und von den Götterherren verehrt …

Unnummerierter Halbvers: … und erlangt am Ende des Körpers gewiss die Vereinigung mit Śiva. Die zweite Vershälfte ist im Druck punktiert.

Das zwölffach gestaltete Yantra

Śāradā, Abschnitt 6, Vers 55; neue BYZ-Reihe:

25.BYZ.1: Man schreibe das von den Vyāhṛtis umgebene Bīja, das Paar der doppelten Umfassungen, in den Ecken das Durgā-Bīja; danach seien die seitlichen Stellen durch Lautpaare gebunden. Mit Gāyatrī [versehen], mit durch zwölf Śaktis verbundenen Zwischenräumen, von drei Kreisen und danach von der Mātr̥kā umgeben, [stehe es] in der doppelten Erdburg mit [Nṛ]siṃha und Cintāmaṇi. Die sehr verdichtete Versbeschreibung ist in Einzelheiten unsicher; die anschließende Prosa entfaltet das Verfahren.

25.BYZ.2: Dieses nach der Zahl des Sonnenherrn [zwölf] gestaltete Yantra gewährt Schutz und Gedeihen, bringt alles glückliche Geschick hervor und wehrt sämtliche Feinde ab.

Beginn der Erklärung: Man zeichnet zunächst wie zuvor ein Sechseck. Nach der vom Guru mitgeteilten Methode zeichnet man ein weiteres Sechseck so, dass an den sechs Verbindungsstellen sechs Dreiecke sichtbar werden. In die Mitte schreibt man wie zuvor das Śakti-Bīja mit dem Namen der Zielperson, dem des Ausführenden und der beabsichtigten Handlung. Es wird mit den Vyāhṛtis in umgekehrter Reihenfolge umgeben. Dazu sagt der Lehrer: „Man umgebe die innen befindliche Śakti mit den rückläufigen Vyāhṛtis.“ In die zwölf Dreiecksfelder schreibt man das Durgā-Bīja duṃ und darüber den vierten Vokal mit Anusvāra. Ferner heißt es beim Lehrer [11.8]: „Man schreibe die Gāyatrī rückläufig, mit den Lauten [an] die seitlichen Stellen.“ Danach [werden] wie zuvor die zwölf Dreieck[sfelder weiter ausgestaltet] … Fortsetzung auf der nächsten Druckseite.

Druckseite 313; Fortsetzung:

… an die Dreiecksspitzen setzt man Śakti-Bījas und verbindet sie wie zuvor, jeweils eines überspringend. Außen zieht man zwei Kreise. Die dazwischenliegende Ringbahn umgibt man mit den Lauten des Triṣṭubh-Mantras, jeweils mit Bindu, in umgekehrter Reihenfolge:

jātavedase sunavāma somam arātīyato nidahāti vedaḥ | sa naḥ parṣad ati durgāṇi viśvā nāveva sindhuṃ duritāty agniḥ ||

„Dem Jātavedas wollen wir Soma pressen. Er möge das Wissen beziehungsweise den Besitz des feindlich Gesinnten verbrennen. Er, Agni, führe uns über alle Bedrängnisse hinweg, wie ein Boot über den Strom, über das Unheil hinaus.“ Der knappe Ausdruck vedaḥ lässt unterschiedliche Deutungen zu; die Übersetzung hält dies offen.

Der Lehrer sagt: „Auch außen zeichne man wiederum in derselben Weise den Triṣṭubh“ [11.8]. Śrī Padmapādācārya erklärt „in derselben Weise“ als „in umgekehrter Reihenfolge“. Danach umgibt man [die Anordnung] wie zuvor mit der Mātr̥kā in vorwärts und rückwärts laufender Lautfolge. Außen gestaltet man ein Achteck und schreibt wie zuvor Nṛsiṃhas Bīja und das Cintāmaṇi-Bīja in seine Ecken. Ebenso versieht man es mit sechzehn Śūlas. Dieses Yantra soll die angegebenen Früchte gewähren.

Neue BZG-Reihe zur Verehrung und den zugehörigen Göttinnengruppen:

25.BZG.1: Will der vortreffliche Übende Bhuvaneśī in diesem Yantra verehren, zeichne er außen einen sechzehnblättrigen Lotus.

25.BZG.2: Außen [versehe er] das schöne Yantra mit einer Tierkreisbahn und anderem. In der Mitte verehre er die Göttin, anschließend die Aṅgas …

25.BZG.3: … auch die vier Hṛllekhā und die übrigen, danach Brāhmī und die übrigen. Dann verehre er außen die sechzehn, beginnend mit Karālā …

25.BZG.4: … die zweiunddreißig, beginnend mit Vidyā, und weiter außen die vierundsechzig, beginnend mit Piṅgalākṣī; außen die Richtungswächter samt ihren Waffen.

25.BZG.5: Wer so mit Hingabe verehrt, erlangt als Übender rasch das Doppelte der zuvor genannten Frucht, die selbst für Götter schwer erreichbar ist.

25.BZG.6: Vidyā, Hrī, Puṣṭi, Prajñā, Sinīvālī, Kuhū, Rudravīryā, Paramānandā, Poṣiṇī, Siddhidā, Śubhā …

25.BZG.7: … Kālarātrī, Bhadrakālī, Mahārātrī, Kapālinī, Vikṛti, Daṇḍinī, Muṇḍinī, Indukhaṇḍā und Śikhaṇḍinī …

25.BZG.8: … Niśumbhamathanī und Śumbhamathanī, Mahiṣāsuramardinī, Indrāṇī, Rudrāṇī und Śaṅkarārdhaśarīriṇī …

25.BZG.9: … Nārī, Nārāyaṇī, Triśūlinī, Pālinī, Ambikā und Hlādinī gelten als die zweiunddreißig Śaktis. Die Zählung setzt voraus, dass die zusammengezogene Wendung Niśumbha-Śumbha-mathanī zwei Namen ausdrückt; die Vorlage schreibt sie ohne Trennung.

25.BZG.10: Piṅgalākṣī, Viśālākṣī, Samṛddhi, Vṛddhi, Śraddhā, Svāhā, Svadhā, Māyā und Vasundharā …

25.BZG.11: … Trilokadhātrī, Gāyatrī, Sāvitrī, Tridaśeśvarī, Surūpā, Bahurūpā, Skandamātā und Acyutapriyā …

25.BZG.12: … Vimalā, Sāmalā [so der Druck], Aruṇā, Āruṇī, Prakṛti, Vikṛti, Sṛṣṭi, Sthiti und Saṃhati …

25.BZG.13: … Saṃdhyā, Mātā, Satī, Haṃsī, Mardikā, Vajrikā, Parā, Devamātā, Bhagavatī, Devakī und Kamalāsanā …

25.BZG.14: … Trimukhī, Saptamukhī, Surāsuravimardinī, Lamboṣṭhī, Ūrdhvakeśī, Bahuśiśnā und Vṛkodarī …

25.BZG.15: … Ratharekhā, ferner Śaśirekhā, dann Gaganavegā, Vegā und Pavanā …

25.BZG.16: … weiter Bhuvanapālā, Madanāturā, Anaṅgā, Anaṅgamadanā und Anaṅgamekhalā …

25.BZG.17: … Anaṅgakusumā, Viśvarūpā, Asurabhayaṅkarī, Akṣobhyā, Satyavādinī, Vajrarūpā und Śucivratā …

Unnummerierter Halbvers: … Varadā und Vāgīśī werden als die vierundsechzig verkündet. Im erhaltenen Wortlaut lassen sich weniger als vierundsechzig Namen sicher abgrenzen. Die angekündigte Gruppenzahl bleibt stehen; fehlende Namen werden nicht ergänzt. Der übrige Halbvers ist im Druck punktiert.

Ein sechsblättriges Yantra

Śāradātilaka, Abschnitt 6, Vers 57; neue BKL-Reihe:

25.BKL.1: Man zeichne einen sechsblättrigen Lotus und schreibe Māyā in die Mitte und auf die Blätter. Von den Vokalen umgeben und innerhalb der Erdburg stehend, soll dieses Yantra Frauen einen Sohn gewähren.

Beginn der Erklärung: Auf Birkenrinde oder anderem [Schreibmaterial] zeichne man einen sechsblättrigen Lotus. In die Mitte schreibt man das Śakti-Bīja mit dem [Namen der] Zielperson und auf jedes der sechs Blätter ebenfalls das Śakti-Bīja. Außen zieht man zwei Kreise und umgibt [die Anordnung] in ihrem Zwischenraum mit den sechzehn Vokalen, jeweils mit Bindu. Außen stellt man ein Quadrat her … Fortsetzung auf der folgenden Druckseite.

Druckseite 314; Abschluss der vorherigen Erklärung:

… und so entsteht das Yantra, dem die genannte Frucht zugeschrieben wird.

Weitere, eingeklammerte Anweisung: Man schreibe Śakti in die Mitte eines Sechsecks und wiederum in dessen Ecken. Das Yantra enthält den [Namen der] Zielperson und steht innerhalb der Erdburg; es soll Menschen unter Einfluss bringen. Dazu erklärt die Quelle: Man gestaltet wie zuvor ein Sechseck, schreibt das Śakti-Bīja mit dem Zielnamen in die Mitte und in seine Ecken und zeichnet außen ein Quadrat. Diesem Yantra werden die genannten Wirkungen zugeschrieben.

Die dreisilbige Form aiṃ hrīṃ śrīṃ

Sārasaṃgraha; neue BDT-Reihe:

25.BDT.1: Jñānāmṛtā mit Daṇḍin, der achte [Laut] von ya an mit Feuer und Puṣṭi, versehen mit Bindu; Mṛtyu mit Ūṣman, geschmückt mit Śānti und Bindu …

Unnummerierter Halbvers: … so wird der dreisilbige Mantra gelehrt, der die Frucht der vier Lebensziele gewährt.

Auflösung der Lautchiffren in der Quelle: Jñānāmṛtā ist ai; Daṇḍin ist Anusvāra, also aiṃ. Der achte Laut ab ya ist ha; Feuer und Puṣṭi bezeichnen r und den vierten Vokal, also hrīṃ. Mṛtyu ist śa, Ūṣman steht hier für das hinzugefügte r, Śānti für ī; daraus entsteht śrīṃ. Die Form lautet damit aiṃ hrīṃ śrīṃ.

25.BDT.2: Die zuvor genannten Ṛṣis und weiteren [Zuordnungen] gelten nach den Mantrakundigen auch hier. Die Aṅgas werden mit dem ersten [Bīja] am Anfang und dem mittleren [Bīja], dessen Vokal verlängert wird, gebildet.

Erläuterung: Die sechs Aṅga-Mantras beginnen demnach mit aiṃ hāṃ hṛdayāya namaḥ, aiṃ hīṃ śirase … und so weiter. Auch die übrigen Nyāsas sollen hier nach dem zuvor gelehrten Mantra ausgeführt werden.

25.BDD.1: Man meditiere auf die Göttin, leuchtend wie die Bandhūka-Blüte, mit drei Augen und dem halben Mond im Haar. In ihren beiden Händen trägt sie eine mit vielfältigen Edelsteinen gefüllte Schale und einen Lotus. Sie ist sanft, hat volle Brüste und ein lächelndes, mondgleiches Gesicht; ihr linker Fuß erstrahlt auf einem Edelsteinkrug.

Erläuterung zur Meditation: Links hält sie die Edelsteinschale, rechts den Lotus. Auf dem bereits beschriebenen Sitz verehrt man die Göttin nach dem zuvor genannten Verfahren. Nach dem Yogapīṭha-Nyāsa vollzieht man die Ṛṣi- und übrigen Nyāsas wie beim einsilbigen Mantra, sodann Hand- und Sechs-Aṅga-Nyāsa mit aiṃ hāṃ hṛdayāya …, aiṃ hīṃ śirase … und so fort, ebenso dessen weitere Nyāsas. Nach der hier angegebenen Meditation und inneren Verehrung verfährt man in allem wie bei der einsilbigen Form.

25.BDT.3: Man wiederhole [den Mantra] zwölf Lakh [1.200.000] und opfere ein Zehntel davon [120.000] als mit den drei süßen Stoffen verbundene Opfergabe. Danach vollziehe man Tarpaṇa und die weiteren [Abschlusshandlungen].

25.BDT.4: Anschließend vollziehe der Mantrakundige die Anwendungen zum Erlangen der gewünschten Frucht. Ein Feueropfer mit Blüten des Brahmabaums gilt als Wohlstand gewährend.

25.BDT.5: Durch ein Jahr langes Trinken von besprochenem Brāhmī-Ghee soll dichterische Kraft entstehen. Durch ein Feueropfer mit [im Druck unsicher bezeichneten Stoffen] bringe man eine Frau unter Einfluss …

25.BDT.6: … ebenso Männer, einen König oder andere; daran sei kein Zweifel. Mit Blüten von Āragvadha, die mit Sandelwasser benetzt sind …

25.BDT.7: … gilt dieses Feueropfer dem Mantrakundigen als Mittel, die drei Welten unter Einfluss zu bringen. Mit roten Lotusblüten, verbunden mit den drei süßen Stoffen, erlange man königlichen Wohlstand.

25.BDT.8: Durch ein Feueropfer mit Öl, vermischt mit Reiskörnern, [erlange man] die zuvor genannte Frucht. Der Übende kann auch hier die bereits gelehrten Anwendungen vollziehen.

Die dreisilbige Form aiṃ hrīṃ aiṃ

Neue BDA-Reihe:

25.BDA.1: Der erste [Lautbestandteil] des zuvor [genannten Mantras] steht am Anfang und Ende, der mittlere in der Mitte. Dieser dreisilbige Mantra wird als Geber aller Vollendungen gelehrt.

Erklärung der Quelle: Gemeint ist Vāgbhava am Anfang und Ende, Bhuvaneśvarīs Bīja in der Mitte: aiṃ hrīṃ aiṃ.

25.BDA.2: Für diesen Mantra gelten dieselben zuvor genannten Ṛṣi- und anderen Zuordnungen. Mit dem mittleren [Bīja], von Anfangs- und Schluss[bīja] umschlossen und mit langem Vokal versehen …

25.BDA.3: … samt den jeweiligen Abschlussformeln bilde der hervorragende Mantrakundige die sechs Aṅgas. Gesammelt vollziehe er die beim einsilbigen Mantra gelehrten Nyāsas.

Druckseite 315; Fortsetzung der BDA-Reihe:

25.BDA.4: In meinem Herzen vergegenwärtige ich mir jene strahlende Ambikā: Ihre Gestalt leuchtet wie eine Wolke, drei Augen erstrahlen, und sie ist unter ihren vollen Brüsten leicht geneigt. In ihren Lotushänden zeigt sie Wunschgewährung, Lotus, Edelsteinschale und Furchtlosigkeit. Beständig steht sie auf einem roten Lotus; der Mondsichel geschmückte Scheitel leuchtet, eine Halskette ziert sie. Die Herren des Alls verehren ihre Füße.

Erklärung der Quelle: Die Handattribute werden beginnend mit der unteren rechten Hand bis zur unteren linken meditiert.

25.BDA.5: Auf dem bei der einsilbigen Form gelehrten Sitz verehre man Bhuvaneśvarī. Hṛllekhā und die übrigen zuvor Genannten verehrt der Mantrakundige wie zuvor.

25.BDA.6: In den sechs Ecken verehre man wie zuvor die göttlichen Paare, in den Staubfäden die sechs Aṅgas und auf den Blättern jene …

25.BDA.7: … Brāhmī und die übrigen, auf dem Schoß ihres jeweiligen Herrn sitzend, mit liebesbewegten, sanften Gesichtern. Asitāṅga, Ruru, Caṇḍa, Krodha, Unmatta und Kapālin …

25.BDA.8: … Bhīṣaṇa und Saṃhāra werden als ihre Gatten genannt. Dreizack, Schädelschale, einen Toten und eine kleine Trommel …

25.BDA.9: … tragen sie in ihren Händen; Elefantenhaut ist ihr Gewand, ihre Gestalten sind furchterregend. [Mit Schlangen geschmückt; die Wendung ist unklar] und mit gekrümmten Haaren [werden sie] zur Verehrungszeit vom Mantrakundigen [verehrt].

25.BDA.10: Die Mütter erhalten einen langen Anfangs[vokal], die Bhairavas einen kurzen. Auf den sechzehn Blättern verehrt man die zuvor genannten Karālā und die übrigen.

Unnummerierter Halbvers: Außen Anaṅgarūpā und die übrigen, wiederum außen die Weltenwächter und ihre Waffen.

Ausführliche Durchführung: Nach den Morgenhandlungen bis einschließlich Yogapīṭha-Nyāsa vollzieht man dreimal Prāṇāyāma mit dem Grundmantra. Man setzt die beim einsilbigen Mantra angegebenen Ṛṣi- und übrigen Zuordnungen ein, dann Hand- und Sechs-Aṅga-Nyāsa mit aiṃ hāṃ aiṃ am Herzen, aiṃ hīṃ aiṃ am Kopf, aiṃ hūṃ aiṃ am Haarschopf und so weiter. Es folgen die weiteren dort gelehrten Nyāsas und die Meditation auf die hier beschriebene Gestalt der Göttin. Nach innerer Verehrung bis zur Blumengabe verehrt man wie bei der einsilbigen Form Hṛllekhā und die übrigen sowie die göttlichen Paare, dann die sechs Aṅgas in den Staubfäden des achtblättrigen Lotus. Auf den acht Blättern werden rechtsläufig die folgenden Paare verehrt:

  • āṃ brāhmyai namaḥ — aṃ asitāṅgabhairavāya namaḥ;
  • īṃ māheśvaryai [namaḥ] — iṃ rurubhairavāya [namaḥ];
  • ūṃ kaumāryai [namaḥ] — uṃ caṇḍabhairavāya [namaḥ];
  • ṝṃ vaiṣṇavyai [namaḥ] — ṛṃ krodharājabhairavāya [namaḥ];
  • ḹṃ vārāhyai [namaḥ] — ḷṃ unmattabhairavāya [namaḥ];
  • aiṃ indrāṇyai [namaḥ] — eṃ kapālibhairavāya [namaḥ];
  • auṃ cāmuṇḍāyai [namaḥ] — oṃ bhīṣaṇabhairavāya [namaḥ];
  • aḥ mahālakṣmyai [namaḥ] — aṃ saṃhārabhairavāya [namaḥ].

Brāhmī und die übrigen sitzen jeweils auf dem Schoß des Bhairava. Außen folgen auf den sechzehn Blättern Karālā und die übrigen, danach Anaṅgarūpā und die übrigen, dann Indra und die weiteren Richtungswächter sowie Donnerkeil und die anderen Waffen. Den Rest vollendet man wie zuvor. Die teilweise sehr klein gedruckten Vokale sind nach der unmittelbar erläuterten Lang-/Kurzvokal-Paarung wiedergegeben; die Quelle kürzt wiederholte Endungen ab.

25.BDA.11: Den Mantra wiederhole man tattva-lakṣa [Lakh in der durch „Tattva“ bezeichneten Zahl]. Mit Blüten des Brahmabaums, bestrichen mit den drei süßen Stoffen, oder mit Blüten des Königsbaums [opfere man] ein Zehntel davon …

25.BDA.12: … im Feuer und vollziehe Tarpaṇa und die übrigen Handlungen zur Vervollkommnung des Mantras. Wer Bhuvaneśvarī nach diesem Verfahren verehrt …

25.BDA.13: … bringe als Verständiger leidenschaftlich bewegte Frauen und Könige unter seinen Einfluss. Auch hier vollziehe er sämtliche beim einsilbigen Mantra genannten Anwendungen.

Unnummerierter Halbvers: Dadurch gelingen alle im Tantra gelehrten Handlungen. Die zweite Vershälfte ist im Druck punktiert. Die Aussagen über Unterwerfung gehören zur historischen Wirkungslehre der Quelle.

Die Form āṃ hrīṃ kroṃ

Sārasaṃgraha; neue BPK-Reihe:

25.BPK.1: Mukhavṛtta sei mit Daṇḍin versehen; als zweites [steht] Bhuvaneśvarī. Dann die rechte Armwurzel mit Feuer, mit Sadya und Halbmond verbunden: [so lautet] der Mantra.

25.BPK.2: Als dreisilbig, mit Pāśa beginnend, wird er gelehrt; er soll die drei Welten unter Einfluss bringen. Ṛṣi und die übrigen [Zuordnungen] entsprechen der einsilbigen Form; die Aṅgas bildet man mit Māyā.

Auflösung der Quelle: Mukhavṛtta mit Daṇḍin ist āṃ, Bhuvaneśvarī ist hrīṃ, die rechte Armwurzel ist ka. „Mit Feuer“ bedeutet mit r; Sadya steht für o, der Halbmond für Anusvāra. Daraus entsteht kroṃ, insgesamt also āṃ hrīṃ kroṃ.

Beginn der Meditation: [Man meditiere auf] die Höchste, auf einem Lotus stehend, die in ihren Händen Haken, Wunschgewährung, Schlinge und Furchtlosigkeit trägt … Fortsetzung auf der nächsten Druckseite.

Druckseite 316; Abschluss der begonnenen Meditation:

25.BPD.1: … deren herrliche Gestalt mit dem Glanz einer Schar aufgehender Sonnen leuchtet. Man vergegenwärtige sich Bhuvaneśvarī im Herzen.

Erläuterung: Die ersten beiden Handattribute [Haken und Wunschgewährung] gehören zur oberen und unteren rechten Hand, die anderen beiden [Schlinge und Furchtlosigkeit] entsprechend zur linken Seite.

Die Hauptzählung der BPK-Reihe setzt im Druck mit 4 ein:

25.BPK.4: Nachdem man so meditiert hat, verehre man Bhuvaneśvarī auf dem zuvor beschriebenen Sitz nach dem folgenden Verfahren; Hṛllekhā und die übrigen wie zuvor …

25.BPK.5: … in den Staubfäden die sechs Aṅgas, in der Mitte der Blätter Brāhmī und die übrigen. Außen folgen Śakra und die anderen [Richtungswächter], wiederum außen ihre Waffen.

25.BPK.6: Wer so mit Hingabe verehrt, wird Kubera gleich. Alle Welten seien diesem Mantrakundigen zugetan.

Durchführung: Nach den Handlungen vom morgendlichen Aufstehen bis zum Yogapīṭha-Nyāsa setzt man die beim einsilbigen Mantra gelehrten Ṛṣi- und weiteren Zuordnungen ein. Die sechs Aṅgas werden mit dem Māyā-Bīja in Verbindung mit den sechs langen Vokalen eingesetzt. Nach Meditation und Verehrung bis zur Blumengabe verehrt man Hṛllekhā und die übrigen wie zuvor im Fruchtboden des achtblättrigen Lotus, die sechs Aṅgas in den Staubfäden, Brāhmī und die übrigen auf den Blättern und die Richtungswächter samt ihren Waffen im äußeren Quadrat. Den Rest vollendet man wie zuvor.

25.BPK.7: Man wiederhole den Mantra tattva-lakṣa und opfere dessen Tausenderzahl mit Holzstücken von Milchsaftbäumen, verbunden mit den drei süßen Stoffen, in der genannten Zahl …

Unnummerierter Halbvers: … und mit reinem Sesam, verbunden mit Milch. Danach vollziehe man Tarpaṇa und die übrigen Handlungen.

Die Quelle erläutert die Zahlen ausdrücklich: Tattva-lakṣa bedeutet vierundzwanzig Lakh [2.400.000 Wiederholungen]; die entsprechende Tausenderzahl beträgt 24.000. Die Milchsaftbäume sind Aśvattha, Udumbara, Plakṣa und Vaṭa; von jedem [Holz] werden 6.000 [Gaben] dargebracht. „In der genannten Zahl“ bezieht sich auch auf den Sesam: Von ihm opfere man ebenfalls 24.000 [Gaben]. Belegt wird dies mit Prapañcasāra 11.43: „Ebenso viel Sesam opfere man, mit Milch benetzt.“

25.BPK.8: An Glanz werde er der Sonne gleich. Das von ihm bewohnte Haus erscheint nachts, selbst ohne Lampen, wie von hundert Lampen erfüllt …

25.BPK.9: … allen Menschen, durch die Gnade dieses Mantras. Mit Senfkörnern, die mit Salz vermischt und in Ghee getränkt sind, [opfere man] nachts …

25.BPK.10: … im Feuer und bringe damit einen König oder eine Königsgemahlin unter Einfluss. Durch ein Feueropfer mit Speise werde das Haus des Mantrakundigen reichlich mit Nahrung versehen.

25.BPK.11: Durch das Opfer aufblühender Lotusblüten verlasse ihn Lakṣmī nicht. Ein Feueropfer mit Caturaṅgula-Blüten soll dichterische Kraft gewähren.

25.BPK.12: Durch ein Sesamopfer sollen Krankheiten des Mantrakundigen vergehen. Wer langes Leben wünscht, opfere Ghee.

Unnummerierter Halbvers: Der Mantrakundige vollziehe auch hier die zuvor genannten Anwendungen. Diese Verse überliefern historische Wirkungsversprechen; insbesondere die gesundheitlichen Angaben sind keine bestätigten Behandlungsaussagen.

Das Ghaṭārgala-Yantra

Prapañcasāra, Abschnitt 11, Vers 28; neue BGA-Reihe:

25.BGA.1: [Man gestalte] einen achtblättrigen Lotus mit Riegeln in den acht Richtungen, verbunden mit ha, la, ya, va und ra, mit der östlichen und westlichen Sechser[ordnung]. An den Ecken erheben sich die eigenen Aṅga[-Zeichen], mit achtsilbigen Paaren und einer weiteren achtsilbigen [Anordnung] außen. Die Staubfäden erstrahlen mit Māyā, dem eigenen [Zeichen] und den verbundenen Vokalpaaren; in drei Zeilen seiner Mitte leuchten die Laute von Pāśa, Śakti und Aṅkuśa. Die dichten Zeichenkomposita sind teilweise unsicher; sie werden nicht zu einer vermeintlich eindeutigen Zeichenvorlage ergänzt.

25.BGA.2: Von Pāśa und Aṅkuśa umgeben, ebenso von den Lauten in vorwärts und rückwärts laufender Folge und von einem durch den Lotus umschlossenen Krug: Dieses vortreffliche, wunderbare Yantra gewährt die gewünschte Frucht und trägt den Namen Ghaṭārgala [„Krugriegel“].

25.BGA.3: In den östlichen und westlichen Riegel schreibe man ha-la, in den südöstlichen und nordwestlichen ha-ya. Im Süden und Norden [steht] die mit ha-ra bezeichnete [Folge], im Südwesten und Nordosten ha-ra, jeweils in zwei Reihen. Die letzte Lautverteilung ist im Druck nicht eindeutig; die ähnlich erscheinenden Gruppen bleiben bis zur anschließenden Erläuterung als unsichere Lesung gekennzeichnet.

Druckseite 317; Fortsetzung der BGA-Reihe:

25.BGA.4: In den Fruchtboden schreibe man Śakti, verbunden mit Pāśa, Aṅkuśa und dem Ziel[namen]. In die acht inneren Felder [setze man] die Aṅgas, in die übrigen die beiden achtsilbigen [Formeln].

25.BGA.5: In die sechzehn Felder schreibe der Mantrakundige den sechzehnsilbigen Mantra; in die Staubfäden des Lotus Māyā, verbunden mit Vokalpaaren und dem eigenen [Selbstzeichen].

25.BGA.6: Auf jedes einzelne Blatt [schreibe er] dreimal die im Fruchtboden befindlichen Mantras. Außen umgebe man den Lotus mit den Bījas von Pāśa und Aṅkuśa.

25.BGA.7: Wiederum außen umgebe man ihn mit den Lauten in vorwärts und rückwärts laufender Folge, danach mit einem auf einem Lotus befindlichen Krug; auch an dessen Mündung zeichne man einen Lotus.

Sārasaṃgraha: „Das Ghaṭārgala genannte Yantra bewirkt in höchstem Maße sämtliches Gedeihen.“

Ausführliche Konstruktionserklärung: Aus zwei ineinandergelegten gleichen Quadraten bildet man ein Achteck. Die an seinen Eckspitzen verlaufenden Linienenden werden geradlinig im gewünschten Maß verlängert. Man zieht einen Kreis, der die sechzehn Linienenden berührt. Außerhalb des Lotus zieht man im Abstand einer Fingerbreite und dann im Abstand von drei Fingerbreiten zwei weitere Kreise. In der inneren Ringbahn werden durch sechzehn gleichmäßig verteilte Linien die Staubfäden gestaltet, in der äußeren acht gleich große Blätter. Außerhalb des Lotus zieht man drei Kreise und zeichnet außen einen Krug. An dessen Rückseite beziehungsweise Boden gestaltet man einen aufwärts gerichteten Lotus, an der Mündung einen abwärts gerichteten. Zwei Kreise, ein innerer und ein äußerer, schneiden die Verbindungsstellen der aus den beiden Quadraten hervorgehenden Linien. Damit ist der Grundkörper des Yantras ausgeführt.

In die Mitte schreibt man den mit Pāśa beginnenden dreisilbigen Mantra. In sein mittleres Śakti-Bīja trägt man wie zuvor Zielperson, Ausführenden und beabsichtigte Handlung ein. In den inneren Feldern des die ersten Schnittpunkte durchlaufenden Kreises werden die sechs Aṅga-Mantras verteilt: Herz bis Augen auf die fünf Positionen Südosten, Nordosten, Südwesten, Nordwesten und unmittelbar vor dem Ausführenden; der Waffenmantra auf die vier Hauptrichtungen, jeweils in ein Feld. Der Druck nennt zunächst acht Felder, beschreibt dann aber fünf plus vier Positionen. Dieser Unterschied bleibt vermerkt.

Außerhalb des ersten Kreises schreibt man in die acht Ecken der beiden Quadrate, vor sich beginnend und rechtsläufig, jeweils ein Glied der als achtsilbig bezeichneten Folge: āṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ klāṃ hāṃ hrīṃ śrīṃ kroṃ. Die gedruckte Folge ist eng gesetzt und scheint mehr als acht unterscheidbare Gruppen zu enthalten; sie wird nicht zu einer Achtzahl umgeordnet. In die acht kreisförmig angeordneten Felder innerhalb der Ecken verteilt man entsprechend die acht Silben von kāmini rañjini svāhā. In die äußeren sechzehn Felder schreibt man je eine Silbe von hrīṃ gauri rudradayite yogeśvari huṃ phaṭ svāhā [„Hrīṃ, o Gaurī, Geliebte Rudras, Herrin des Yoga, huṃ phaṭ svāhā“].

In die Riegel werden entlang beider verlängerten Linien Lautpaare geschrieben. Im östlichen Riegel beginnt man am äußeren Kreis entlang der nördlichen Linie mit haṃ laṃ hāṃ lāṃ hiṃ liṃ; entlang der anderen Linie, vom inneren Kreis aus, folgt hīṃ līṃ huṃ luṃ hūṃ lūṃ. Im Westen folgt in entsprechender Ein- und Auswärtsbewegung eine Reihe aus ha und la mit den ṛ-/ṝ-/ḷ-/ḹ-Vokalen sowie Anusvāra und Visarga. Im Südosten steht entsprechend die Paarung ha/ya mit a, ā, i, ī, u, ū; im Nordwesten folgt deren weitere im Druck gedrängte Sechserreihe. Im Süden und Norden steht eine Folge aus ha und va mit Vokal- und Punktzeichen; im Nordosten und Südwesten eine weitere ha-Folge. Mehrere dieser Lautgruppen sind im Druck nicht zuverlässig zeichenweise lesbar. Sie werden in der Sanskritfassung als unsichere Lesungen beziehungsweise als lokale Lücke gekennzeichnet; die vorliegende Erklärung ist keine gesicherte Rezitations- oder Zeichenvorlage.

In die Staubfäden an den Wurzeln der acht Blätter schreibt man sodann:

  • aṃ haṃ haṃsaḥ āṃ;
  • iṃ haṃ haṃsaḥ īṃ;
  • uṃ haṃ haṃsaḥ ūṃ;
  • ṛṃ haṃ haṃsaḥ ṝṃ;
  • ḷṃ haṃ haṃsaḥ ḹṃ;
  • eṃ haṃ haṃsaḥ aiṃ;
  • oṃ haṃ haṃsaḥ auṃ;
  • aṃ haṃ haṃsaḥ aḥ.

Abweichende Erklärung innerhalb der Quelle: Einige berufen sich auf die Dakṣiṇāmūrtisaṃhitā: „Nun lehre ich die äußere Umfassung hiervon: das Wort haṃsaḥ, das linke Auge, geschmückt mit Punkt und Halbmond, und danach nochmals das Wort haṃsaḥ; so schreibe man den fünfsilbigen Mantra.“ Daher [verwenden sie] etwa aṃ haṃsaḥ haṃ haṃsaḥ āṃ und entsprechende [siebensilbige Folgen] in jedem Staubfaden … Die Erläuterung wird auf der folgenden Druckseite fortgesetzt.

Druckseite 318; Fortsetzung der abweichenden Erklärung:

… so sagen sie, dass in jedes [Staubfadenfeld] sieben Silben zu schreiben seien. Andere berufen sich auf Śrī Padmapādācāryas Auslegung der Worte Śaṅkarācāryas „die mit Māyā, dem Selbst und den Vokalpaaren verbundenen, strahlenden Staubfäden“ [11.28]: Māyā ist der Laut ī, das Selbst ist haṃsaḥ. Die Vokalpaare werden an die Knoten der Blattwurzeln geschrieben; zwischen den Knoten, zwischen ha und sa, steht Māyā. Aufgrund dieser Auslegung sagen sie, es seien nur fünf Silben. Man schreibe hier nach der erhaltenen Unterweisung.

In die Innenräume der acht Blätter schreibt man den mit Pāśa beginnenden dreisilbigen Mantra je dreimal in quer verlaufenden Reihen, von außen nach innen. In der innersten der drei äußeren Ringbahnen beginnt man vor sich und umgibt [den Lotus] rechtsläufig mit den ohne Unterbrechung wiederholten Bījas Pāśa und Aṅkuśa, āṃ kroṃ. In der nächsten Ringbahn folgen rechtsläufig die Mātr̥kā-Laute von a bis kṣa mit Bindu, in der äußersten dieselben in umgekehrter Lautfolge von kṣa bis a. Dieses Yantra soll die genannte Frucht gewähren.

Sārasaṃgraha; neue BGP-Reihe:

25.BGP.1: Bindu und Ananta, Ramā, Māyā, die beiden Māra[-Formen] samt Śakti, Ramā und Aṅkuśa: Dies ist die achtsilbige [Form]. Nun wird die zweite achtsilbige genannt …

25.BGP.2: … nach kāmini [steht] rañjini, mit Svāhā als Abschluss. Man spreche Māyā, dann „Gaurī, Geliebte Rudras“, sodann das Wort yo …

Unnummerierter Halbvers: … mit geśvari als Fortsetzung, Panzer, Waffe und der Geliebten des Feuers [huṃ, phaṭ, svāhā] am Ende: [dies ist] der sechzehnsilbige [Mantra].

Bemerkung der Quelle: Diese Mantras werden nicht erneut erklärt, da sie bereits zuvor erläutert wurden.

25.BGP.3: Dieses mit Rocanā und anderem auf Birkenrinde geschriebene Yantra trage man am rechten Oberarm, am Hals oder auf dem eigenen Kopf.

25.BGP.4: Alle Könige und auch die Menschen seien ihm untertan. Mit Rocanā, [weiterem gelbem Farbstoff; Wortlaut unsicher], Safran und Moschus …

25.BGP.5: … sowie mit Lacksaft schreibe der Mantrakundige die Yantras. Nachdem er das Yantra nach der Vorschrift auf blaues Tuch geschrieben hat …

25.BGP.6: … forme er daraus ein Kügelchen, fertige ein Wachsbild der Zielperson, lege [das Kügelchen] an dessen Brust und stelle [das Bild] in ein Gefäß …

25.BGP.7: … das mit den drei süßen Stoffen gefüllt ist. Der Verfahrenskundige verehre es mit Duftstoffen, Blumen und anderem und bringe nachts eine Bali-Gabe dar.

25.BGP.8: Während er es berührt, wiederhole der Mantrakundige täglich 108-mal [den Mantra]. Nach sieben Tagen soll er so die gewünschte Frau anziehen. Die Stelle beschreibt das historische Ziel der Beeinflussung einer anderen Person.

25.BGP.9: Wiederum schreibe man dieses [Yantra] auf Birkenrinde und forme es wie beschrieben zu einem Kügelchen. Der Mantrakundige umhülle es mit Harz, reinem Kupfer, Silber …

25.BGP.10: … und Gold, lege es in einen Krug und verehre dort Bhuvaneśī wie angegeben mit Sandel und den übrigen Darbringungen.

25.BGP.11: Während er es berührt, wiederhole er den Mantra zwölftausendmal. Mit diesem Wasser begieße er einen Schüler, eine ihm liebe Zielperson, einen Sohn …

25.BGP.12: … oder einen König. Anschließend binde der Mantrakundige selbst das vortreffliche Yantra an dessen Oberarm, begleitet von vedischen Segensworten.

25.BGP.13: [Eine Wirkung hinsichtlich Schwangerschaft beziehungsweise Geburt; die Wendung ist unsicher], Gesundheit, Reichtum, Schönheit, Ruhm und Gedeihen erlange man sogleich; darüber solle kein Zweifel bestehen. Der unklare erste Ausdruck wird nicht zu einem bestimmten medizinischen Versprechen ergänzt.

25.BGP.14: Man zeichne das Yantra auf eine Wand und verehre es wie zuvor. Bhūtas, Pretas und Piśācas seien dann nicht imstande, es [beziehungsweise den Geschützten] anzusehen.

25.BGP.15: Das gezeichnete und durch ordnungsgemäße Verehrung und weitere Handlungen wirksam gemachte Yantra verursacht, von einem Krieger in seiner Kopfbedeckung getragen, Bedrängnis für die Feinde.

Unnummerierter Halbvers: Nachdem er mächtige feindliche Krieger getötet hat, sei er mit dem Glück des Sieges verbunden. Dies ist die historische kriegerische Zweckbestimmung des Textes, keine heutige Handlungsempfehlung.

Beginn eines weiteren Yantras

Neue BVA-Reihe:

25.BVA.1: [Man zeichne] ein Paar Feuerhäuser, mit Vajra-Zeichen versehen, und schreibe den Grundmantra zusammen mit dem [Namen der] Zielperson. Denselben Mantra schreibe man in dessen acht Richtungen und umgebe [die Anordnung] außen im Kreis wiederum damit.

Druckseite 319; unnummerierter Abschluss der vorherigen Yantra-Anweisung: Auf Birkenrinde oder anderem [Material] mit [den hier genannten Stoffen, darunter] Kuṅkuma, Kampfer und Rocanā geschrieben, soll es Unterwerfung, Sieg und Gesundheit gewähren. Die erste Stoffbezeichnung ist im Druck undeutlich.

Erklärung der Quelle: Man zeichnet ein Sechseck, setzt Vajra-Zeichen in seine Ecken und schreibt in die Mitte den Grundmantra mit dem [Namen der] Zielperson. In jede der sechs Ecken schreibt man denselben Mantra. Außen zieht man drei Kreise und umgibt [die Anordnung] in den beiden Ringbahnen mit dem Grundmantra. Diesem Yantra wird die genannte Frucht zugeschrieben. Die vorangehende Versfassung nennt acht Richtungen, die Prosa hier sechs Ecken; beides bleibt erhalten.

25.BVA.2: Mit den Vokalen als Staubfäden, acht Blättern, die durch die acht Lautgruppen geschmückt sind, und innerhalb der Erdburg [gestalte man den Lotus]. Dreimal schreibe man Śakti, mit dem Ziel[namen] verbunden und von Schlinge und leuchtendem Haken gebunden.

25.BVA.3: Es ist unter allen vortrefflich, gewährt rasch das Gewünschte und Sieg in den Gefahren des Kampfes. Es soll unverzüglich sämtliche Krankheiten vernichten und den Menschen beständig glückliches Gedeihen verleihen.

Erklärung der Quelle: Man zeichnet einen achtblättrigen Lotus, schreibt in dessen Mitte dreimal Śakti, von Pāśa und Aṅkuśa gebunden, in die Staubfäden die Vokale und auf die Blätter die acht Lautgruppen. Außen zeichnet man ein Quadrat. Dieses Yantra soll die genannte Frucht gewähren.

Bhuvaneśvarīs Gāyatrī

Daśapaṭalī; neue BGY-Reihe:

25.BGY.1: Nach sarva folgt modinī mit Dativendung, danach vidmahe. Dann spreche man viśva und jananyai, darauf dhīmahi.

25.BGY.2: Man spreche tan naḥ śaktiḥ und nach pra das Wort codayāt. Dies wird als Bhuvaneśīs Gāyatrī gelehrt, die Gedeihen gewährt.

Nach dieser ausdrücklichen Bildungsanweisung zusammengesetzt: sarvamodinyai vidmahe viśvajananyai dhīmahi | tan naḥ śaktiḥ pracodayāt || — „Wir wollen die Alles-Erfreuende erkennen; wir meditieren auf die Mutter des Alls. Möge jene Śakti uns anregen und erleuchten.“

Hymnus an Bhuvaneśvarī

Prapañcasāra, Abschnitt 11, Vers 47; neue BST-Reihe:

25.BST.1: Nachdem der Mantrakundige Bhuvaneśvarī mit diesen Verfahren verehrt hat, vollziehe er Japa. Mit diesem Lobpreis [preise er] die Vernichterin allen Leidens, um [ihr Wohlwollen beziehungsweise die umfassende Erfüllung] zu erlangen. Die Satzfügung des Einleitungsverses ist im Druck beeinträchtigt.

25.BST.2: Sei gnädig, du Gestalt der entfalteten Welt, du Urgrund, deren Wesen die Natur ist und die das Leben der Lebewesen genannt wird! Mit gefalteten Händen beginne ich, dich zu preisen, o Herrin, deren Wirken von Natur aus unermesslich und dem Denken nicht zugänglich ist.

25.BST.3: Lobpreis besteht aus Sätzen; Sätze bestehen aus Wörtern, Wörter aus Lauten — und die Laute bist du, große Herrin. Gewiss bist du es selbst, die sich mit den aus dir bestehenden Lauten preist, denn jede Regung der Sprache besteht aus dir.

25.BST.4: Selbst Aja [Brahmā], [der hier undeutlich bezeichnete Viṣṇu] und der Dreiäugige erkennen deine höchste, aus Māyā bestehende Gestalt nicht. Auch sie preisen dich, o Herrin, in deiner sichtbaren Form. So ist es, Mutter, auch für mich angemessen, mich darauf zu beschränken.

25.BST.5: Verehrung dir, Herrin aller, deren Wesen Bindu ist! Verehrung dir, die als höchste Wirklichkeit bezeichnet wird! Verehrung dir, Urgrund, die zur großen [kosmischen Intelligenz, Mahat] geworden ist! Verehrung dir, deren Gestalt das Ich-Prinzip ist!

25.BST.6: Verehrung dir als Klang, Verehrung dir als Raum! Verehrung dir als Berührung, Verehrung dir als Luft! Verehrung dir als sichtbare Form und Feuer, als Geschmack und Wasser! Verehrung dir als Duft und Erde!

25.BST.7: Verehrung dir als Gehör, Haut, Auge, Zunge und Nase, als Mund und Rede, Hand, Fuß, Ausscheidungs- und Zeugungsorgan; als Denken, Unterscheidung, Ichbewusstsein und inneres Bewusstseinsfeld! Verehrung dir, Formlose, Allgegenwärtige, deren Gestalt das All ist!

Beginn des folgenden Verses: Als Sonne trägst du, inneres Selbst der Welt, die Geschöpfe; als Mond nährst du sie wiederum … Fortsetzung auf der nächsten Druckseite.

Druckseite 320; Fortsetzung des Hymnus:

25.BST.8: … als Feuer verbrennst du die Opfergabe. Große Göttin, diese drei Lichtgestalten [Sonne, Mond und Feuer] bist du selbst.

25.BST.9: Mit vier Gesichtern, auf dem strahlenden Schwan reitend, auf Rajas gestützt und den Namen Brahmā tragend, vollbringst du die Erschaffung der Welt. Du selbst, Herrin in der Gestalt der Weltenmutter, meditierst auf jenes höchste Ziel.

25.BST.10: Mit leuchtender Krone, strahlendem Muschelhorn und Diskus trägst du in den Welten den Namen Nārāyaṇa. Derjenige, der auf Sattva gestützt hier die Welt erhält — auch dieser Anteil bist du selbst, Göttin.

25.BST.11: Mond, Schlange und Gaṅgā sind in dein verfilztes Haar gebunden; drei Augen hast du. Am Ende eines Weltzeitalters löst du die Welt auf. Auf Tamas gestützt, den Namen Rudra tragend, erstrahlst du mit Axt und Gebetskette.

25.BST.12: Auch Sarasvatī, die Herrin der Sprache, besteht aus dir: Sie trägt [Zeichen des] Nachsinnens, Gebetskette, Nektarkrug und Schrift; drei Augen und der Halbmond schmücken ihren Haarknoten, und rein weiß sind Gewand, Schmuck und Gestalt.

25.BST.13: Mit leuchtendem Muschelhorn und Diskus, furchtbar durch das geschwungene Schwert, auf einem brüllenden Löwen reitend, mit strahlend hoher Krone: Vor dir fliehen die Daityas, die Siddhas preisen dich. Auch Durgā bist du, Mutter und Herrin, die selbst keinen Anfang durch Erschaffung hat.

25.BST.14: Als Bhavānī, Hälfte des Körpers des Städtezerstörers [Śiva], erstrahlst du als Tochter des Bergkönigs. Von großen Yogis verehrt, mit Maheśa als gutem Herrn, ist auch Maheśī Ambikā ihrem wahren Wesen nach ganz du.

25.BST.15: Jene Śrī, die auf der himmelblauen, vom leuchtenden Kaustubha-Juwel erhellten Brust des Feindes Kaiṭabhas [Viṣṇu] wohnt, das Glück der Welt und die einzige Herrin aller Welten — in ihr erkenne ich dich, große Göttin.

25.BST.16: Die sieben Mütter tragen die Zeichen Brahmās, Śivas, Guhas [Skandas], des Lotusäugigen [Viṣṇu], des Ebers, Indras und Mahābhairavas und erscheinen in deren Gestalten. Auch sie, Allgegenwärtige, erstrahlen als deine Anteile, große Göttin.

25.BST.17: Dein Licht gleicht tausend aufgehenden Sonnen; beständig erfüllst du den Raum des ganzen Alls. Eine leuchtende Mondsichel ist in deine Krone gebunden. Mit Schlinge und Haken in den Händen, Furchtlosigkeit und Wunscherfüllung gewährend — dir sei Verehrung!

25.BST.18: Glanz, Ruhm und Schönheit, Tag, Nacht und Dämmerungen, Handlung, Hoffnung, Dunkelheit, Hunger, Einsicht und Gedächtniskraft; Standhaftigkeit, [Wünschen beziehungsweise Wunschkraft; das Wort ist unsicher], rechte Gesinnung, Glück und Schönheit: Du selbst bist dies, Herrin, und alle weiteren Erscheinungsweisen der Śakti.

25.BST.19: Verehrung dir in [Hara beziehungsweise der entsprechenden Lautgestalt], Bindu, Nāda, Śakti und Śānta, in den Unterscheidungen, die ungetrennt sind — du selbst bist ungeteilt. Du bist stets die Gestalt der sieben Unterwelten, der Welten, Berge, Meere, Planeten, Inselkontinente, Grundstoffe, Laute und alles Übrigen. Die Benennungen des ersten Halbverses sind gedrängt und teilweise unsicher gegliedert.

25.BST.20: Verehrung dir, Verehrung dir, deren Gestalt alles ist, die alle Dinge durchdringt! Als das überaus Grobe und das Feine wirst du erkannt, große Herrin, als Erkennen und auch als Nichterkennen.

25.BST.21: Möge jede Regung meines Geistes Erinnerung an dich sein; möge jede Regung meiner Sprache dein Lobpreis sein, große Herrin. Möge jede Bewegung meines Körpers zur Verneigung werden. Sei mir gnädig, vergib mir immerfort, o Herrin!

Druckseite 321; Abschluss des Bhuvaneśvarī-Hymnus:

25.BST.22: Wer die Japa-Ordnung der Hṛllekhā, diese besonderen Verehrungsweisen und diesen Hymnus täglich mit Achtung übt, erlangt höchstes Glück und erreicht jene reine Stätte des höchsten Lichtes.

Tripurabhairavī: Einführung und Mantra

Nun beginnt der Bhairavī-Abschnitt; Śāradā 12.1. Neue TBM-Reihe:

25.TBM.1: Nun werde ich die höchst geheim gehaltene Mahāvidyā Tripurā lehren. Wer sie erkennt, wird zum Herrn der Scharen der Vollendeten.

25.TBM.2: [Das erste Bīja besteht aus] Raum, Bhṛgu und Feuer mit dem „elementhaften“ [Laut], von Bindu gekrönt. [Das zweite enthält] Raum und die daran anschließenden [chiffrierten Laute], mit dem linken Auge und Bindu versehen …

25.TBM.3: … [das dritte] Raum, Bhṛgu und Feuer mit dem Mantra[-Laut], Visarga und Mondsichel. Als aus fünf Kūṭas bestehende Vidyā ist Tripurabhairavī zu erkennen. Die gedruckte Fünferbezeichnung bleibt erhalten; anschließend werden drei Bījas erläutert.

25.TBM.4: Das erste heißt Vāgbhava-Bīja, das zweite Kāma-Bīja, das dritte Śakti-Bīja. [Die Vidyā] wird durch diese drei Bījas ausgesprochen.

Erklärung der Quelle: [Das erste besteht aus] Śiva, Mond, Feuer und Vāgbhava; [das zweite aus] Śiva, Mond, Kāma, Erde, Feuer, dem vierten Vokal und Bindu; [das dritte aus] Śiva, Mond, r, dem vierzehnten Vokal, Bindu und Visarga. Die folgende Nyāsa-Prosa schreibt die Formen ausdrücklich als hasraiṃ, hasakalarīṃ und hasrauḥ.

Sitz- und Ṛṣi-Nyāsa

Nach den Morgenhandlungen bis zum Prāṇāyāma folgt der Pīṭha-Nyāsa. In der bereits gelehrten Reihenfolge setzt man Ādhāraśakti und die übrigen bis hrīṃ jñānātmane namaḥ ein. In die östlichen und dann die folgenden Staubfäden des Herzlotus setzt man mit oṃ … namaḥ Icchā, Jñānā, Kriyā, Kāminī, Kāmadāyinī, Rati, Ratipriyā und Nandā; in die Mitte Manonmanī. Darüber [steht]: aiṃ parāyai aparāyai parāparāyai hasauḥ sadāśivamahāpretapadmāsanāya namaḥ — „Verehrung der Höchsten, der Nicht-Höchsten und der zugleich Höchsten und Nicht-Höchsten, dem Lotussitz auf Sadāśiva als großem Preta“.

Es folgt der Ṛṣi-Nyāsa: Dakṣiṇāmūrti als Ṛṣi am Kopf, Paṅkti als Versmaß am Mund, Tripurabhairavī als Gottheit im Herzen, Vāgbhava als Bīja im verborgenen Körperbereich, das dritte [Bīja] als Śakti an den Füßen und Kāmarāja als Kīlaka am ganzen Körper.

Dakṣiṇāmūrtisaṃhitā; neue TBR-Reihe:

25.TBR.1: Der Ṛṣi ist Dakṣiṇāmūrti; [ihn] setze man am Kopf ein. Als Versmaß erkenne man Paṅkti und setze es am Mund ein, die Gottheit …

25.TBR.2: … Tripureśānī im Herzen. Vāgbhava wird als Bīja bezeichnet, das Śakti-Bīja selbst als Śakti, Kāmarājaka als Kīlaka.

Einsetzung der drei Bījas

Vom Nabel bis zu den Füßen: hasraiṃ namaḥ. Vom Herzen bis zum Nabel: hasakalarīṃ namaḥ. Vom Kopf bis zum Herzen: hasrauḥ namaḥ. Ebenso das erste Bīja in die rechte Hand, das zweite in die linke, das dritte in beide Hände. Danach setzt man die drei Bījas der Reihe nach am Scheitel, im Mūlādhāra und im Herzen ein.

Nibandha; neue TBN-Reihe:

25.TBN.1: Der hervorragende Mantrakundige setze Vāgbhava vom Nabel bis zu den Füßen ein, das Kāma-Bīja vom Herzen bis zum Nabel.

25.TBN.2: Danach setze man das dritte [Bīja] vom Kopf bis zum Herzen ein. Das erste und zweite [kommen] in die beiden Hände, das dritte in beide zugleich.

Unnummerierter Halbvers: Wiederum setze man die drei Bījas der Reihe nach am Scheitel, in der Wurzel und im Herzen ein.

Navayoni-Nyāsa

Das erste Bīja setzt man in das rechte Ohr, das zweite in das linke, das dritte in das Kinn. Ebenso werden die drei Bījas in die beiden Schläfen und den Mund, die Augen und die Nase, die Schultern und den Bauch, die Ellbogen und die Bauchseite, die Knie und das Geschlechtsorgan, die Füße und den verborgenen Bereich, die Körperseiten und das Herz sowie die Brüste und die Kehle eingesetzt.

25.TBN.3: Den aus neun Yoni[-Dreiecken] bestehenden Nyāsa vollziehe man der Reihe nach mit den drei Bījas: an den Ohren und am Kinn, danach an den Schläfen und am Mund …

25.TBN.4: … an den Augen und der Nase, den Schultern und dem Bauch, den Ellbogen und der Bauchseite, den Knien und der Spitze des Geschlechtsorgans …

25.TBN.5: … an den Füßen und im verborgenen Bereich, den Seiten und dem Herzlotus, den Brüsten und der Kehle. Danach setze man Rati und die übrigen ein.

Druckseite 322; Fortsetzung:

Rati und die weiteren Kräfte

Im Mūlādhāra: aiṃ ratyai namaḥ; im Herzen: klīṃ prītyai namaḥ; zwischen den Brauen: sauḥ manobhavāyai namaḥ. Dann rückläufig zwischen den Brauen: sauḥ amṛteśyai namaḥ; im Herzen: klīṃ yogeśyai namaḥ; im Mūlādhāra: aiṃ viśvayonaye namaḥ.

25.TBN.6: In der Wurzel setze man Rati, im Herzen Prīti und zwischen den Brauen Manobhavā ein, mit den drei Bālā-Bījas. An denselben Stellen in umgekehrter Reihenfolge …

25.TBN.7: … Amṛteśī, Yogeśī und Viśvayoni, mit rückläufig angeordneten Bījas. Danach vollziehe man den Mūrti-Nyāsa.

Die fünf Gestalten

Am Scheitel setzt man Īśāna-Manobhava ein, am Mund Tatpuruṣa-Makaradhvaja, im Herzen Aghora-Kandarpa-Kumāra, im verborgenen Bereich Vāmadeva-Manmatha und an den Füßen Sadyojāta-Kāmadeva, jeweils mit dem zugehörigen Bīja und namaḥ. Ebenso setzt man diese fünf Gestalten in die nach oben, Osten, Süden, Norden und Westen gerichteten Gesichter ein. Die fünf eng gedruckten Bījas sind nicht zuverlässig zeichenweise lesbar und werden hier nicht als gesicherte Rezitationsformeln ausgeschrieben.

25.TBN.8: Mit dem jeweiligen Bīja am Anfang setze der Selbstkundige zuerst Īśāna-Manobhava am Scheitel ein, am Mund Tatpuruṣa-Makaradhvaja …

25.TBN.9: … im Herzen den Aghora-Kumāra genannten Kandarpa, danach im verborgenen Bereich Manmatha mit Vāmadeva am Anfang …

25.TBN.10: … sodann Sadyojāta-Kāmadeva an den Füßen. In die nach oben, Osten, Süden, Norden und Westen gerichteten Gesichter …

25.TBN.11: … setze man sie wie zuvor ein. Ihr Bīja wird aus Bhṛgu, Raum und Feuer gebildet, mit den fünf kurzen [Lauten], beginnend mit Sadya. Die Lautchiffren bleiben entsprechend der Quelle stehen; sie ersetzen keine sichere Lesung der zuvor gedruckten Bījas.

Die fünf Pfeile und die fünf Kāmas

Der Bāṇa-Nyāsa wird so angegeben: drāṃ drāviṇyai namaḥ an den Daumen, drīṃ kṣobhiṇyai namaḥ an den Zeigefingern, klīṃ vaśīkariṇyai namaḥ an den Mittelfingern, blūṃ ākarṣiṇyai namaḥ an den Ringfingern und saḥ unmādinyai namaḥ an den kleinen Fingern. Es folgen: hrīṃ kāmāya namaḥ, klīṃ manmathāya namaḥ, aiṃ kandarpāya namaḥ, blūṃ makaradhvajāya namaḥ, strīṃ mīnaketave namaḥ.

Jñānārṇava; neue TBP-Reihe:

25.TBP.1: Die fünf Pfeile setze man der Reihe nach in die Finger ein, vom Daumen bis zum kleinen Finger, höchste Herrin.

25.TBP.2: Man schreibe die beiden auf tha folgenden [Laute beziehungsweise Formen], mit Feuer verbunden, nacheinander mit Mukhavṛtta und dem linken Auge geschmückt …

25.TBP.3: … so werden die ersten beiden Pfeile gelehrt. [Dann] Madana, auf Erde stehend, mit dem vierten Vokal, Bindu und der Gestalt des Nāda versehen, Schönangesichtige …

25.TBP.4: … [dann] der auf pha folgende [Laut], mit Śakra verbunden, vom linken Ohr geschmückt und mit Bindu und Nāda versehen; [schließlich] der Mond mit Visarga, Geliebte.

25.TBP.5: Höre die Namen der fünf Pfeile, große Herrin, Pārvatī: Drāvaṇa [Schmelzenlassen], Kṣobhaṇa [Aufwühlen], Vaśya [Unter-Einfluss-Bringen], Ākarṣaṇa [Anziehen] …

Unnummerierter Halbvers: … und Unmāda [Berauschen beziehungsweise Verwirren], in dieser Reihenfolge, höchste Herrin.

Bemerkung der Quelle: Beim Nyāsa werden überall die weiblichen Namensformen verwendet.

Nibandha; neue TBK-Reihe:

25.TBK.1: Drāviṇī mit drāṃ am Anfang [setze man] am Scheitel ein, Kṣobhiṇī mit drīṃ an den Füßen, Vaśīkariṇī mit klīṃ am Mund und im verborgenen Bereich, mit blūṃ vorangestellt …

25.TBK.2: … Ākarṣiṇī; im Herzen dann Saṃmohinī mit Bhṛgu und abschließendem Visarga [saḥ]. So wird dieser Bāṇa-Nyāsa in seiner Reihenfolge gelehrt.

Bemerkung der Quelle: Unmādana und Saṃmohana werden hier als gleichbedeutende Bezeichnungen gebraucht.

25.TBK.3: Auch die Kāmas sind an eben diesen Stellen zu verstehen. Höre ihre Bījas: das Parā-Bīja, der mittlere Pfeil, Vāgbhava, höchste Herrin …

25.TBK.4: … danach der vierte Pfeil und das Strī-Bīja, in dieser Reihenfolge, Geliebte. Dies sind die fünf Kāmas, Göttin; höre ihre Namen, die ich dir nenne …

25.TBK.5: … Kāma, Manmatha, Kandarpa und Makaradhvaja; als fünfter wird Mīnaketu genannt, große Herrin.

Redaktionelle Anmerkung: Der Vers nennt für Kāma das Parā-Bīja; die vorausgehende ausgeschriebene Prosafolge bietet hrīṃ. Beide Angaben bleiben erkennbar und werden nicht stillschweigend vereinheitlicht.

Beginn des Hand- und Aṅga-Nyāsa

hasrāṃ aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ — Verehrung an beiden Daumen; hasrīṃ tarjanībhyāṃ namaḥ — an beiden Zeigefingern; hasrūṃ madhyamābhyāṃ namaḥ — an beiden Mittelfingern … Fortsetzung auf der folgenden Druckseite.

Druckseite 323; Fortsetzung des Hand-Nyāsa:

hasraiṃ anāmikābhyāṃ namaḥ — Verehrung an beiden Ringfingern; hasrauṃ kaniṣṭhikābhyāṃ namaḥ — an beiden kleinen Fingern; hasraḥ karatalapṛṣṭhābhyāṃ namaḥ — an Handflächen und Handrücken. Entsprechend verfährt man am Herzen und den übrigen Aṅga-Stellen. Der Nibandha sagt: „Mit dem ersten Bīja, verbunden mit den sechs langen [Vokalen], wird der Aṅga-Vollzug dieses Mantras ausgeführt.“

Danach folgt erneut der Bāṇa-Nyāsa: am Scheitel drāṃ drāviṇyai namaḥ, an den Füßen drīṃ kṣobhiṇyai namaḥ, am Mund klīṃ vaśīkariṇyai namaḥ, im verborgenen Bereich blūṃ ākarṣiṇyai namaḥ, im Herzen saḥ saṃmohinyai namaḥ. An diesen Stellen setzt man auch die Kāmas ein.

Śrīkrama; TBŚ-Reihe, hier als TBS bezeichnet:

25.TBS.1: An Stirn, Mund, Herz, Nabel und im verborgenen Bereich, Göttin, setzt man die Kāmas ein; [danach] Subhagā und die übrigen mit den Tārās am Anfang. Die Quelle ergänzt das in der zweiten Satzhälfte ausgesparte „man setze ein“.

Subhagā und die sieben weiteren Göttinnen

An der Stirn: aiṃ klīṃ blūṃ strīṃ saḥ subhagāyai namaḥ. Dieselben fünf Bījas stehen vor den weiteren Namen: Bhagā zwischen den Brauen, Bhagasarpiṇī am Mund, Bhagamālinī am Zäpfchen, Anaṅgā an der Kehle, Anaṅgakusumā im Herzen, Anaṅgamekhalā am Nabel und Anaṅgamadanā an der Wurzel des Geschlechtsorgans, jeweils mit namaḥ. Die Quelle kürzt die wiederholten fünf Bījas mit der Ziffer 5 ab.

Nibandha; neue TSN-Reihe:

25.TSN.1: An Stirn, Brauenmitte, Mund, Zäpfchen, Kehle und Herz sowie an Nabel und Unterleib werden Subhagā und die übrigen mit den fünf Tārās am Anfang …

25.TSN.2: … vom Mantrakundigen nach der Vorschrift eingesetzt: Subhagā, Bhagā, Bhagasarpiṇī, danach Bhagamālinī …

25.TSN.3: … Anaṅgā, Anaṅgakusumā, Anaṅgamekhalā und Anaṅgamadanā; alle sind von berauschender Leidenschaft bewegt und sanft in ihren Bewegungen.

25.TSN.4: Sie tragen Farbe, Schmuck und die übrigen Kennzeichen der Hauptgottheit. Ihre Lotushände halten Gebetskette und Buch und zeigen Furchtlosigkeit und Wunschgewährung.

25.TSN.5: Vāgbhava- und Kāma-Bīja, blūṃ, strīṃ und saḥ werden als diese fünf Tārās gelehrt. Danach vollziehe der vortreffliche Übende den „Schmuck“ genannten Nyāsa.

Bhūṣaṇa-Nyāsa: die Laute als Schmuck des Körpers

Jeder der folgenden Laute wird mit namaḥ abgeschlossen. Bei paarigen Körperstellen werden die zwei angegebenen Laute der Reihe nach eingesetzt:

  • Kopf: aṃ; Stirn: āṃ; Brauen: iṃ, īṃ; Ohren: uṃ, ūṃ; Augen: ṛṃ, ṝṃ; Nase: ḷṃ.
  • Wangen: ḹṃ, eṃ; Lippen: aiṃ, oṃ; Zahnreihen: auṃ, aṃ; Mund: aḥ.
  • Kinn: kaṃ; Hals [gala]: khaṃ; Kehle [kaṇṭha]: gaṃ; Seiten: ghaṃ, ṅaṃ; Brüste: caṃ, chaṃ.
  • Armwurzeln: jaṃ, jhaṃ; Ellbogen: ñaṃ, ṭaṃ; Hände: ṭhaṃ, ḍaṃ; Handrücken: ḍhaṃ, ṇaṃ.
  • Nabel: taṃ; verborgener Bereich: thaṃ; Oberschenkel: daṃ, dhaṃ; Knie: naṃ, paṃ; Unterschenkel: phaṃ, baṃ; Gesäßhälften: bhaṃ, maṃ.
  • Beide Fußsohlen: yaṃ; beide großen Zehen: raṃ.
  • Gürtel: vaṃ; Halsschmuck: laṃ; Armspange: ḻaṃ; Herz: ṣaṃ; verborgener Bereich: kṣaṃ; die beiden Ohrringe: saṃ, śaṃ; Scheitel: haṃ.

Gala und Kaṇṭha werden im Original getrennt aufgeführt. Der ungewöhnliche ḻ-Laut an der Armspange wird beibehalten.

Nibandha; neue TBNY-Reihe:

25.TBNY.1: Die Vokale setze man am Kopf, der Stirn, den Brauen-, Ohren- und Augenpaaren, der Nase, den Wangen, Lippen, Zahnreihen und am Mund ein.

25.TBNY.2: Am Kinn, Hals und der Kehle, an den Seiten und dem Brustpaar, an den Armwurzeln, Ellbogen, Händen und Handrücken …

25.TBNY.3: … am Nabel, im verborgenen Bereich, an Oberschenkeln, Knien, Unterschenkeln, Gesäßhälften, Fußsohlen und schließlich an beiden großen Zehen …

25.TBNY.4: … setze man gesammelt die Laute von ka bis ra ein. Danach am Gürtel, Halsschmuck, an der Armspange, im Herzen und im verborgenen Bereich …

25.TBNY.5: … an den Ohrringen und am Scheitel: va, la, ḻa, ṣa, kṣa, sa, śa und ha. So setzt der vortreffliche Lehrer diese acht [Laute] an den acht Stellen ein.

Beginn der Meditation auf Tripurabhairavī

Danach forme man die Trikhaṇḍā-Mudrā und meditiere:

„Mit dem Glanz tausend aufgehender Sonnen, in rotes Leinen gekleidet, eine Girlande aus Köpfen tragend …“ Der Vers wird auf der folgenden Druckseite fortgesetzt.

Druckseite 324; Abschluss des auf der vorhergehenden Seite begonnenen Dhyāna-Verses:

25.TBD.1: … mit blutbestrichenen Brüsten, Gebetskette, Wissensbuch, Furchtlosigkeit und Wunschgewährung in ihren Lotushänden. Ihr Lotusgesicht erstrahlt mit drei Augen; Mondsichel und Edelsteinkrone schmücken sie. Ich verehre die Göttin mit dem sanften Lächeln.

Nach dieser Meditation verehrt man sie mit inneren Darbringungen und stellt das Muschelgefäß auf. Man verehrt Ādhāraśakti und die übrigen bis hrīṃ jñānātmane namaḥ. In den östlichen und folgenden Staubfäden sowie in der Mitte verehrt man die in der Śāradā genannten neun Kräfte: Icchā, Jñānā, Kriyā, Kāminī, Kāmadāyinī, Rati, Ratipriyā, Nandā und als neunte Manonmanī, jeweils mit Praṇava am Anfang und namaḥ am Ende. Danach folgt wieder die Sitzformel aiṃ parāyai aparāyai parāparāyai hasauḥ sadāśivamahāpretapadmāsanāya namaḥ.

Zwischen dem östlichen Yoni[-Dreieck] und dem mittleren verehrt man die in der Śrīvidyā gelehrte Guru-Reihe.

Nibandha; neue TBA-Reihe:

25.TBA.1: [Die Sitzformel beginnt mit] Vāgbhava, [darauf folgen die durch] Lohita und Śrīkaṇṭha [sowie weitere Lautchiffren gebildeten Wörter], dann Parā, Aparā und wiederum hasauḥ …

25.TBA.2: … Sadāśiva als großer Preta und Padmāsana in der Dativform, abschließend namaḥ. Mit diesem Mantra bringe man den Sitz dar. Die Folge der heiligen Gurus …

Unnummerierter Halbvers: … verehre man zwischen dem vorderen und dem mittleren Yoni[-Dreieck]; sodann gestalte man [das Folgende]. Der chiffrierte Wortlaut des ersten Verses ist gedrängt; die unmittelbar vorausgehende ausgeschriebene Formel ist vollständig wiedergegeben.

Vereinfachte Guru-Verehrung: Wenn man dazu nicht imstande ist, [spreche man] śrīṃ gurubhyo namaḥ, śrīṃ gurupādukābhyo namaḥ — Verehrung den Gurus und ihren Fußsymbolen. Ebenso verehrt man Paramagurus und ihre Pādukās, Parāparagurus und ihre Pādukās, Parameṣṭhigurus und ihre Pādukās sowie Ācāryas und ihre Pādukās. Eine Fußnote erklärt das Unvermögen als Unvermögen zum im Āgama beschriebenen Verfahren.

Yantra und Herbeirufung

25.TBY.1: Man zeichne einen Lotus mit acht Blättern und einem Fruchtboden, der neun Yonis [Dreiecke] enthält; danach eine Erdburg mit vier Toren.

Mit der Formel oṃ aiṃ hrīṃ śrīṃ hasakhaphreṃ hasauḥ vergegenwärtigt man die Gestalt im Bindu-Cakra. Der zusammengesetzte Lautblock vor hasauḥ ist eng gedruckt und als unsichere Lesung zu verstehen. Mit der Trikhaṇḍā-Mudrā meditiert man wie zuvor auf die Göttin und ruft sie herbei:

„Herrin der Götter, durch Hingabe leicht erreichbar, von deinem Gefolge umgeben: Solange ich dich verehren werde, solange bleibe hier fest gegenwärtig.“

Nibandha:

25.TBV.1: Mit den fünf Praṇavas [gestalte man] die Erscheinungsform, rufe die Gottheit hinein und verehre sie gesammelt nach der im Āgama gelehrten Ordnung.

Unnummerierter Halbvers: Tārā, Vāc, Śakti, Kamalā, hasakhaphreṃ und wiederum hasauḥ. Die Zahl „fünf“ und die ausführliche Formel bleiben beide wie überliefert stehen.

Beginn der Āvaraṇa-Verehrung

Nach der Herbeirufung und den Handlungen bis zur Darbringung von fünf Blumenhandvoll beginnt man die Verehrung der Umkreise: links von der Göttin oṃ ratyai namaḥ, rechts klīṃ prītyai namaḥ, vor ihr manobhavāyai namaḥ. Dann verehrt man mit den bereits genannten Aṅga-Mantras in den Staubfäden: Südosten, Nordosten, Südwesten, Nordwesten, Mitte und Richtungen. Der Jñānārṇava bestätigt diese Anordnung.

Im Norden [verehre man] drāṃ drāviṇyai namaḥ und drīṃ kṣobhiṇyai [namaḥ], im Süden klīṃ vaśīkariṇyai [namaḥ] und blūṃ ākarṣiṇyai [namaḥ], vorn saḥ saṃmohinyai [namaḥ]. Ebenso stehen im Norden hrīṃ kāmāya [namaḥ] und klīṃ manmathāya [namaḥ], im Süden aiṃ kandarpāya [namaḥ] und blūṃ makaradhvajāya [namaḥ], vorn strīṃ mīnaketave namaḥ.

Jñānārṇava:

25.TBPV.1: Zwei [Pfeile] im Norden, Göttin, zwei im Süden und einen vorn: So verehre man die fünf Pfeile in ihrer Reihenfolge.

Unnummerierter Halbvers: Ebenso verehre man die fünf Kāmas wie die Pfeile.

Danach verehrt man in den acht Yoni[-Dreiecken], beginnend im Osten, Subhagā, Bhagā, Bhagasarpiṇī, Bhagamālinī, Anaṅgā, Anaṅgakusumā, Anaṅgamekhalā und Anaṅgamadanā, jeweils mit aiṃ klīṃ blūṃ strīṃ saḥ vor dem Namen und namaḥ am Ende. Anschließend [folgt die Verehrung] auf den acht Blättern, beginnend im Osten … Fortsetzung auf der nächsten Druckseite.

Druckseite 325; Fortsetzung der Verehrung auf den acht Blättern:

asitāṅgabrāhmībhyāṃ namaḥ — Verehrung Asitāṅga und Brāhmī; ebenso Ruru und Māheśvarī, Caṇḍa und Kaumārī, Krodha und Vaiṣṇavī, Unmatta und Vārāhī, Kapālin und Indrāṇī, Bhīṣaṇa und Cāmuṇḍā sowie Saṃhāra und Mahālakṣmī.

Nibandha:

25.TBG.1: In den acht Yonis verehre man die acht Kräfte, Subhagā und die übrigen. Die Mütter, auf dem Schoß der Bhairavas, von leidenschaftlicher Bewegung erfüllt …

Unnummerierter Halbvers: … verehre man auf den acht Blättern ordnungsgemäß mit Blumen und anderem.

Danach verehrt man außen wie zuvor Indra und die übrigen [Richtungswächter] sowie Donnerkeil und die weiteren [Waffen] und vollendet die Handlungen von der Räuchergabe bis zur Entlassung. Nach der Speisedarbringung sind hier jedoch die vier in der Śrīvidyā genannten Bali-Gaben zu geben. Als Puraścaraṇa nennt die Prosa zehn Lakh [1.000.000] Japa-Wiederholungen und 12.000 Feueropfergaben mit Palāśa-Blüten.

25.TBPU.1: Nach Empfang der Einweihung wiederhole man, mit beherrschten Sinnen, den Mantra tattva-lakṣa [Lakh nach der Tattva-Zahl] und opfere mit Blüten des Brahmabaums zwölf Tausender [12.000 Gaben].

Die Japa-Angaben der Prosa und des Verses stimmen nicht überein: Die Prosa nennt zehn Lakh, der Vers Tattva-Lakh. Auf Druckseite 316 wurde diese Chiffre ausdrücklich als vierundzwanzig Lakh erklärt. Die Abweichung wird nicht vereinheitlicht. Hier endet die Beschreibung dieser Tripurabhairavī-Form.

Saṃpatpradābhairavī

Jñānārṇava 6.3; neue TSP-Reihe:

25.TSP.1: Wie jene Tripurā Bālā, so [ist auch] Tripurabhairavī. Höre nun von ihrer Saṃpatpradā genannten [Form], du mit reinem Geist.

25.TSP.2: Śiva und Mond, auf Feuer stehend, danach Vāgbhava; ebenso Kāmarāja, Göttin, verbunden mit Śiva und Mond, dann …

25.TSP.3: … Feuer nach dem Erdbīja. Höre das dritte, Geliebte: Im Śakti-Bīja setze man Śiva und Feuer ein, große Herrin …

25.TSP.4: … [im Bīja] der Kumārī, höchste Herrin, unter Weglassung von Visarga und [der hier genannten] Bindu[-Form]. Die Göttin Tripurabhairavī gewährt großes Gedeihen, Geliebte.

Die Prosa fasst die Regel so zusammen: Wenn Tripurabhairavī ohne Visarga [gebildet wird], ist sie Saṃpatpradā. Die knappe Prosaregel und die ausführlicher chiffrierte Versform bleiben nebeneinander stehen.

25.TSP.5: [Man meditiere sie] mit dem Glanz tausend kupferroter Sonnen, einer leuchtenden Mondsichel im Haarknoten, mit strahlenden Kronjuwelen und vielfältigen Perlen geschmückt …

25.TSP.6: … erstrahlend mit einer Girlande aus Köpfen, von rinnendem Blut benetzt, geschmückt durch die Schönheit dreier Augen, mit einem Gesicht wie der volle Mond …

25.TSP.7: … ihre vollen, erhobenen Brüste werden von Perlenketten geschmückt. Sie trägt rote Gewänder und erscheint in überschäumender Jugendkraft …

25.TSP.8: … links mit Buch und Furchtlosigkeitsgeste, rechts mit Gebetskette und beständiger Gewährung von Wünschen. So vergegenwärtige man sich die ewige Gewährerin großen Gedeihens.

Nyāsa, Verehrung und die übrigen Handlungen entsprechen dem bisherigen Verfahren. Beim Aṅga-Mantra gibt es eine Besonderheit: „Hand- und Aṅga-Nyāsa werden mit den dreimal zwei [also jeweils doppelt gesprochenen] Bījas gestaltet.“ Als Puraścaraṇa werden drei Lakh [300.000] Wiederholungen genannt. Der Jñānārṇava sagt: „Ihre Verehrung und die weiteren Handlungen vollziehe der vortreffliche Übende wie bei Bālā. Man wiederhole den Mantra drei Lakh und opfere ein Zehntel davon [30.000 Gaben].“

Andere nehmen ein Lakh [100.000] als Puraścaraṇa an, weil sie eine bereits vollendete Vidyā ist. Sie berufen sich auf die Aussage: „Nyāsa, Verehrung und alles Weitere [geschehen] wie bei Kumārī, du mit gutem Gelübde. Zur Vollendung wiederhole der vortreffliche Übende den Mantra ein Lakh.“

Kauleśabhairavī

Jñānārṇava; neue TKA-Reihe:

25.TKA.1: Verstehe Kauleśabhairavī wie Saṃpatpradābhairavī. Jene beginnt in ihren drei Bījas mit ha-sa, Herrin der Götter, Pārvatī …

Unnummerierter Halbvers: … diese dagegen soll mit sa-ha-ra beginnen; Meditation und Verehrung sind entsprechend.

Erklärung der Quelle: Wenn die drei Kūṭas mit sa beginnen, entsteht Kauleśabhairavī; so ist es in der Dakṣiṇāmūrti[-Überlieferung] zu sehen. Ihre Verehrung entspricht Saṃpatpradābhairavī. Die unterschiedlichen Anlautangaben des Verses und seiner Erklärung bleiben sichtbar.

Bhayavidhvaṃsinī und Sakalasiddhidā

Wenn Saṃpatpradābhairavī am Anfang und Ende ohne r gebildet wird, entsteht Bhayavidhvaṃsinī [„Vernichterin der Furcht“], wie in der Dakṣiṇāmūrti[-Überlieferung] angegeben. Die Verehrung entspricht Saṃpatpradābhairavī.

Jñānārṇava, unnummerierter Vers: „Wenn bei eben dieser Vidyā Anfang und Ende ohne r sind, heißt sie Sakalasiddhidā [„Geberin aller Vollendungen“], höchste Herrin.“ Eine Fußnote bezieht „diese Vidyā“ auf Kauleśabhairavī. Meditation, Verehrung und die weiteren Handlungen entsprechen wiederum Saṃpatpradā.

Übergang zu Caitanyabhairavī

Es folgt Caitanyabhairavī nach Jñānārṇava 6.18. Der Text setzt auf der folgenden Druckseite ein.

Druckseite 326; Caitanyabhairavī, neue TCB-Reihe:

25.TCB.1: Man spreche das Vāgbhava-Bīja, verbunden mit Jīva und Prāṇa. Als zweites Bīja bilde man die mit sakala verbundene Bhuvaneśānī.

25.TCB.2: Jīva und Prāṇa auf Feuer, geschmückt mit dem Śakra-Vokal und mit Visarga versehen: [So entsteht] die Vidyā, Mutter der drei Welten, große Herrin.

Erklärung der Quelle: [Das erste Bīja besteht aus] Mond, Śiva und dem zwölften Vokal, mit Bindu, Nāda und Kalā; [das zweite aus] Mond, Kāma, Erde und Māyā; [das dritte aus] Mond, Śiva und Feuer, verbunden mit dem vierzehnten Vokal und Visarga.

25.TCY.1: Ein Dreieck, ein Sechseck, acht Blätter und ein Quadrat mit vier Toren: So zeichne man das Maṇḍala, Schönangesichtige.

Sitz- und Hand-Nyāsa der Caitanyabhairavī

Nach den Morgenhandlungen setzt man Ādhāraśakti und die übrigen bis hrīṃ jñānātmane namaḥ ein. In den Staubfäden des Herzlotus, beginnend im Osten, folgen mit oṃ … namaḥ: Vāmā, Jyeṣṭhā, Raudrī, Ambikā, Icchā, Jñānā, Kriyā, Kubjikā, Citrā, Viṣaghnikā [Name im Druck nicht ganz deutlich], Dūtī und Nandā. In der Mitte steht hasauḥ sadāśivamahāpretapadmāsanāya namaḥ. Dieselben Pīṭha-Kräfte gelten nach dem Jñānārṇava auch für Saṃpatpradā, Bālā, Kauleśī und die alle Wünsche gewährende Vidyā.

Der Ṛṣi Dakṣiṇāmūrti wird am Kopf eingesetzt, das Versmaß Paṅkti am Mund und Caitanyabhairavī als Gottheit im Herzen. Beim Hand-Nyāsa wird das erste Bīja mit aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ an den Daumen, das zweite an den Zeigefingern, das dritte an den Mittelfingern eingesetzt; erneut das erste an den Ringfingern, das zweite an den kleinen Fingern und das dritte an Handflächen und Handrücken. Ebenso verfährt man am Herzen und den übrigen Aṅga-Stellen. Der Text sagt dazu: „Durch zweimaligen Umlauf [entstehen] die sechs Aṅgas und der den ganzen Körper schützende Nyāsa.“

Meditation und Umkreise

25.TCD.1: [Man meditiere sie] mit dem Glanz tausend aufgehender Sonnen, mit vielfältigem Schmuck geziert, einer leuchtenden Mondsichel an der Kronenspitze und roten Gewändern …

25.TCD.2: … als Ewige, Schlinge und Haken tragend, mit einer Schädelschale in der linken Hand, durch Wunschgewährung und Furchtlosigkeit erstrahlend, mit vollen, erhobenen Brüsten. Die Anzahl der Hände wird hier nicht angegeben; die genannten Attribute werden nicht zu einer eigenständig ergänzten Ikonografie umgeordnet.

Nach der Meditation und inneren Verehrung stellt man das Muschelgefäß auf und verehrt den Sitz von Ādhāraśakti an, die Pīṭha-Kräfte Vāmā, Jyeṣṭhā und die übrigen sowie den Pīṭha-Mantra. Dann verehrt man die bei Bhairavī genannte Guru-Reihe. Nach erneuter Meditation, Herbeirufung und den Handlungen bis zu den fünf Blumenhandvoll beginnt die Āvaraṇa-Verehrung.

Zuerst die sechs Aṅgas: im Südosten das erste Bīja mit hṛdayāya namaḥ, im Nordosten das zweite mit śirase svāhā, im Südwesten das dritte mit śikhāyai vaṣaṭ, im Nordwesten das erste mit kavacāya huṃ, in der Mitte das zweite mit netratrayāya vauṣaṭ, in den vier Richtungen das dritte mit astrāya phaṭ.

Nach Rati und den übrigen, wie zuvor, verehrt man vorn oṃ vasantāya namaḥ [den Frühling], links oṃ kāmadevāya namaḥ und rechts oṃ cāpāya namaḥ [den Bogen]. Danach folgen die Pfeile wie zuvor. In den sechs Ecken verehrt man, beginnend im Osten, Ḍākinī, Rākiṇī, Lākinī, Kākinī, Śākinī und Hākinī, jeweils mit Praṇava am Anfang und namaḥ am Ende.

Auf den acht Blättern stehen, beginnend im Osten, die zuvor genannten Anaṅgakusumā und die übrigen. An den Blattspitzen verehrt man entsprechend mit oṃ … namaḥ: Parabhṛta [Kuckuck], Sārasa, Śuka [Papagei], Meghacchāyā [oder Megha, so die angeführte Variante], Apāṅga [Seitenblick], Bhrūvilāsa [Spiel der Brauen], Hāva [anmutige Gebärde] und Bhāva [Empfindung]. Eine Fußnote nennt bei Sārasa die in Prapañcasāra und anderen Texten überlieferte Lesart Śārikā.

Nach der Verehrung Indras und der weiteren Richtungswächter sowie Donnerkeil und der übrigen Waffen vollendet man Räuchergabe bis Entlassung. Das Puraścaraṇa umfasst ein Lakh [100.000] Japa-Wiederholungen, entsprechend der angeführten Jñānārṇava-Aussage.

Kāmeśvarībhairavī

Jñānārṇava 6.22; neue TKM-Reihe:

25.TKM.1: Kāmeśvarī, auch Rudrāṇī, sitzt auf dem östlichen Thron. Für sie werden die ersten beiden Bījas eben dieser Vidyā [Caitanyabhairavī] gelehrt.

25.TKM.2: Danach, höchste Herrin, [folgt] nityaklinne madadrave, sodann deren drittes Bīja: [So ist] Rudrāṇī, die höchste Herrin.

25.TKM.3: Meditation, Verehrung und die übrigen Handlungen entsprechen wie zuvor Caitanyā. Im Dreieck besteht jedoch eine Besonderheit, die ich dir nun erkläre, Schönangesichtige.

Druckseite 327; Abschluss der TKM-Reihe:

25.TKM.4: In der vorderen Ecke [verehre man] der Reihe nach Nityaklinnā und Madadravā, danach den Umkreis der sechs Aṅgas, um alle Vollendungen zu erlangen.

Ṣaṭkūṭābhairavī

Jñānārṇava 8.1; neue TSK-Reihe:

25.TSK.1: Man nehme die Bījas von Ḍākinī und Rākiṇī, das Paar Lākinī und Kākinī sowie die Bījas von Sākinī und Hākinī, göttliche Schöne …

25.TSK.2: … das erste mit e verbunden, das andere mit ī; das dritte Bīja schreibe man mit dem Śakra-Vokal, Göttin.

Unnummerierter Halbvers: Das zweite ist von Bindu, Nāda und Kalā durchdrungen, Tochter des Berges.

Die Prosa ergänzt: Das dritte Bīja hat Visarga.

Ein anderes Tantra; neue TSDY-Reihe:

25.TSDY.1: [Die als] ḍaro, Kṣamā, Mādana, „Ende von va“ und Śiva [bezeichneten Laute] schreibe man hier dreifach. Schmücke sie der Reihe nach mit Arka, Māyā und Śakra. Die Lautchiffren, besonders die erste gedruckte Fügung, sind unsicher und bleiben ohne ergänzte Gesamtformel.

25.TSDY.2: Die ersten beiden [Formen] seien mit Bindu und Nāda versehen, die letzte mit Visarga. Nun lehre ich ihre Meditation, die alle [störenden] Wesen vernichten soll.

25.TSDY.3: [Man meditiere auf] die Göttin mit dem Glanz der jungen Sonne, einer Hibiskusblüte gleich, schön mit einer Girlande aus Köpfen, mit einem Gewand wie das Licht der jungen Sonne …

25.TSDY.4: … ihre vollen, erhobenen Brüste gleichen goldenen Krügen. Schlinge und Haken, Buch und Gebetskette [trägt sie]. Die Quelle ergänzt ausdrücklich das ausgesparte „tragend“.

25.TSDY.5: Nachdem man so meditiert hat, verehre man die Göttin mit inneren Darbringungen und bilde durch zweimaligen Umlauf die sechs Aṅgas, höchste Herrin.

25.TSDY.6: Für ihr Yantra zeichne man ein Dreieck und dessen Umfassung, du Anmutige; außen einen achtblättrigen Lotus, danach einen zwölfblättrigen.

25.TSDY.7: [Es folgt] ein Quadrat mit vier Toren: So zeichne man das Maṇḍala. Den Umkreis der sechs Aṅgas verehre man wie zuvor, Göttin, Glückverheißende.

25.TSDY.8: Im Dreieck verehre man die Dreiheit Rati und die übrigen; im Sechseck Ḍākinī und die übrigen. Danach auf den acht Blättern …

25.TSDY.9: … die Paare beginnend mit Brāhmī. Auf den zwölf Blättern verehre man dann der Reihe nach Bālās Pīṭha-Kräfte, Vāmā und die übrigen.

25.TSDY.10: Im Quadrat [verehre man] die Richtungswächter samt ihren Waffen, höchste Herrin. Nach dieser Ordnung verehre man die Nityā genannte Bhairavī. Die Überschrift nennt Ṣaṭkūṭā; der Vers verwendet hier Nityā. Beide Benennungen bleiben erhalten.

Nityābhairavī, die Erfahrung und Befreiung gewährt

Jñānārṇava 8.17; neue TNI-Reihe:

25.TNI.1: Die sechs Laute eben dieser Vidyā, die in ihrer Reihenfolge stehen, spreche man umgekehrt, Erhabene. Diese Vidyā gewährt weltliche Erfahrung und Befreiung.

25.TNI.2: Sie ist die Nityā genannte Bhairavī, Göttin, die feindliche Vernichtungsmacht zerschneidet. Nyāsa, Verehrung und alle weiteren Handlungen vollziehe man wie zuvor.

Rudrabhairavī

Jñānārṇava 7.5; neue TRU-Reihe:

25.TRU.1: Śiva und Mond, das Ende von Mādana, das Ende von pa, verbunden mit Feuer, durch Śakti [gegliedert], reich an Bindu, Nāda und Kalā: [Dies ist] Vāgbhava, Geliebte.

25.TRU.2: Ebenso [verwendet man] Kāmarāja von Saṃpatpradābhairavī, ferner das Bīja Sadāśivas und des großen Thrones.

Unnummerierter Halbvers: Diese Vidyā, große Herrin, lässt sich wahrlich nicht beschreiben.

Erklärung der Quelle: Das Vāgbhava-Bīja besteht aus Śiva, Mond, dem Ende von ka, dem Ende von pa und Feuer, versehen mit dem elften Vokal und von Bindu, Nāda und Kalā durchdrungen. Das Kāmarāja-Bīja enthält Śiva, Mond, Kāma, Erde und Feuer, den vierten Vokal sowie Nāda, Bindu und Kalā. Als drittes, als Śakti-Kūṭa, dient das Preta-Bīja. Die Unterschiede zwischen den gedrängten Chiffren im Vers und ihrer Prosaerklärung werden nicht stillschweigend geglättet.

Das Verehrungs-Yantra wird beschrieben als „Dreieck, Kreis, Kreis und achtblättriger Lotus, Kreis und Erdmaṇḍala“. Nach den Morgenhandlungen bis zum Prāṇāyāma vollzieht man den Pīṭha-Nyāsa wie bei Caitanyabhairavī: Ādhāraśakti und die übrigen bis hrīṃ jñānātmane namaḥ, dann im Osten beginnend mit oṃ … namaḥ Vāmā, Jyeṣṭhā, Raudrī, Kālī, Kalavikaraṇī, Balavikaraṇī, Balapramathinī und Sarvabhūtadamanī; in der Mitte Manonmanī. In der Mitte [setzt man danach] den Pīṭha-Mantra [ein] … Fortsetzung auf der nächsten Druckseite.

Druckseite 328; Fortsetzung der Rudrabhairavī-Verehrung:

… [man setzt den Sitzmantra ein]: aghore aiṃ aghore hrīṃ ghoraghoratare klīṃ sarvataḥ sarvaśarvebhyo namaste rudrarūpebhyaḥ aiṃ hrīṃ — „O Nicht-Schreckliche, aiṃ; o Nicht-Schreckliche, hrīṃ; o Schreckliche und noch Schrecklichere, klīṃ; allseits Verehrung allen Śarva-Gestalten, den Gestalten Rudras.“ Der abschließende Bīja-Block ist eng gedruckt; die Quelle führt außerdem eine abweichende Formel in der Fußnote an.

Beim Ṛṣi-Nyāsa setzt man Dakṣiṇāmūrti am Kopf, Paṅkti als Versmaß am Mund und Rudrabhairavī als Gottheit im Herzen ein. Dann folgt der Hand-Nyāsa: erstes Bīja an den Daumen mit namaḥ, zweites an den Zeigefingern mit svāhā, drittes an den Mittelfingern mit vaṣaṭ, erstes an den Ringfingern mit huṃ, zweites an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ, drittes an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Entsprechend verfährt man am Herzen und den übrigen Aṅga-Stellen.

25.TRD.1: [Man meditiere sie] mit dem Glanz tausend aufgehender Sonnen, dem Mond als Scheitelschmuck, drei Augen, schön mit vielerlei Schmuck versehen, alle Feinde zerschneidend …

25.TRD.2: … mit einer Girlande blutender Köpfe geschmückt, in rote Gewänder gekleidet, mit Dreizack, Ḍamaru-Trommel, Schwert und Schild …

25.TRD.3: … Pināka-Bogen und Pfeilen, Schlinge und Haken, Buch und Gebetskette, Göttin, auf dem Śiva-Thron sitzend.

Nach dieser Meditation und inneren Verehrung stellt man das Muschelgefäß auf und vollzieht die bei Caitanyabhairavī gelehrte Sitzverehrung gemäß der Nyāsa-Reihenfolge. Mit dem hier angegebenen Pīṭha-Mantra verehrt man den Sitz. Nach erneuter Meditation, Herbeirufung und den Handlungen bis zu fünf Blumenhandvoll beginnt man die Umkreisverehrung:

Im Südosten erstes Bīja und hṛdayāya namaḥ; im Nordosten zweites und śirase svāhā; im Südwesten drittes und śikhāyai vaṣaṭ; im Nordwesten erstes und kavacāya huṃ; in der Mitte zweites und netratrayāya vauṣaṭ; in den Richtungen drittes und astrāya phaṭ. Im Dreieck folgen Rati und die übrigen, an den Blattwurzeln Anaṅgakusumā und die übrigen; auf den Blättern, im Osten beginnend, die Paare Asitāṅga-Brāhmī und die weiteren. In der Erdburg verehrt man Indra und die anderen Richtungswächter sowie Donnerkeil und die weiteren Waffen. Räuchergabe, Licht und die übrigen Handlungen bis zur Entlassung schließen den Vollzug ab. Als Puraścaraṇa gilt ein Lakh [100.000] Japa-Wiederholungen.

Bhuvaneśvarībhairavī

Jñānārṇava 6.2; neue TBB-Reihe:

25.TBB.1: Das erste [Bīja] ist Vāgbhava mit ha-sa am Anfang. Nach ha-sa-ka, Herrin der Götter, stehen das Erdbīja und Bhuvaneśānī; so wird das zweite Bīja gebildet.

Unnummerierter Halbvers: Śiva und Mond, große Herrin, [bilden die entsprechende Form]; Bhuvaneśī ist Bhairavī. Die stark verkürzte Fügung wird anschließend genauer erklärt.

Tripurārṇava:

25.TBT.1: Drei Haṃsas, mit dentalem sa verbunden und durch die [als] Vasu, Meer und Reihe [bezeichneten] Vokale unterschieden: der erste mit Bindu, der letzte mit Visarga, der mittlere verbunden mit Giriśa, Indra, Hara und Feuer. Die Vokalchiffre ist im Druck gedrängt; ihre Zahlen werden nicht gegen die anschließende Erklärung vereinheitlicht.

Erklärung der Quelle: Das erste Bīja besteht aus Śiva, Mond und Vāgbhava; das zweite aus Śiva, Mond, Kāma, Erde und Mahāmāyā; das dritte aus Śiva, Mond, dem vierzehnten Vokal und Visarga. Das Verehrungs-Yantra entspricht Caitanyabhairavī.

Nach den Morgenhandlungen bis zum Prāṇāyāma und dem bei Caitanyabhairavī genannten Pīṭha-Nyāsa setzt man als Ṛṣi Dakṣiṇāmūrti am Kopf, Paṅkti als Versmaß am Mund und Bhuvaneśvarībhairavī als Gottheit im Herzen ein. Hand- und Aṅga-Nyāsa erfolgen mit dem mittleren Bīja und den sechs langen Vokalvarianten, entsprechend der angeführten Regel: „Mit dem mittleren Bīja, durch sechs lange Vokale unterschieden, setze man die sechs Aṅgas ein.“ Die Formeln beginnen hasakalahāṃ aṅguṣṭhakābhyāṃ namaḥ, hasakalahīṃ tarjanībhyāṃ svāhā und so weiter; ebenso am Herzen und den übrigen Stellen.

25.TBBD.1: [Sie leuchtet] wie eine Hibiskusblüte, einer Granatapfelblüte gleich; die Mondsichel sitzt im Haarknoten. Sie hat drei Augen und trägt rote Gewänder …

25.TBBD.2: … vielerlei Schmuck macht sie schön, ihre Brüste sind voll und erhoben. Bei der Glückverheißenden nehme ich Zuflucht, die Schlinge und Haken hält und Wunschgewährung und Furchtlosigkeit zeigt.

Druckseite 329; Abschluss zur Bhuvaneśvarībhairavī:

Alles Übrige ist wie bei Caitanyabhairavī auszuführen.

25.TSE.1: Nun wird eine weitere Form der Bhuvaneśī-Bhairavī gelehrt: Beginnt dieselbe mit sa-ha, Herrin der Götter, dann ist sie Sakaleśvarī.

Unnummerierter Halbvers und anschließende Erklärung: Meditation, Verehrung und alle weiteren Handlungen entsprechen ihrer zuvor gelehrten Form. Die Prosa bestätigt: Mit sa-ha am Anfang heißt sie Sakaleśvarī.

Bālātripurā

Śāradā; neue BLM-Reihe:

25.BLM.1: Der erste [Laut] ist Adhara mit Bindu. Der zweite steht auf Brahmā und Indra, mit dem Mond verbunden. Bhṛgu, mit Visarga versehen, wird als dritter Mantra[-Laut] gelehrt.

Unnummerierter Halbvers: Diese ist als Bālā bekannt, die die drei Welten unter Einfluss bringt.

Erklärung der Quelle: [Gemeint sind] Vāgbhava, das Kāma-Bīja und das Mond-Bīja, verbunden mit dem vierzehnten Vokal und Visarga. Verehrung und die weiteren Handlungen entsprechen Tripurabhairavī, wie die Śāradā angibt. Der Jñānārṇava lehrt eine Besonderheit: Nyāsa und die übrigen Handlungen werden mit diesen Bījas vollzogen; Hand- und Aṅga-Nyāsa durch zweimalige Wiederholung der Dreierfolge. Dazu heißt es: „Die sechs Aṅgas vollziehe man, Göttin, der Reihe nach durch zweimaligen Umlauf.“ Das Puraścaraṇa umfasst drei Lakh [300.000] Japa-Wiederholungen.

25.BLP.1: Man wiederhole den Mantra je ein Lakh pro Silbe; das Feueropfer umfasst ein Zehntel davon. Ebenso vollziehe man Tarpaṇa und werde so Anteilhaber allen glücklichen Gedeihens.

Für die anderen [hier gemeinten Formen] wird ein Lakh [100.000] genannt, entsprechend der Angabe in der Śrīvidyā[-Überlieferung].

Eine andere Bālā-Form und die überlieferte Entfluchung

Śrīkrama; neue BLV-Reihe:

25.BLV.1: Man spreche den [hier chiffriert bezeichneten] Vokal, versehen mit Bindu, Nāda und Kalā. [Darauf folgt] das Ende der Vokale, auf Erde stehend und mit dem vierten Vokal verbunden …

25.BLV.2: … von Bindu, Nāda und Kalā durchdrungen; [danach] Bhṛgu mit Visarga und dem „Unvergänglichen“, verbunden mit dem Śakra-Vokal. Diese Vidyā gilt als dreisilbig.

Erläuterung der Quelle: Das „Unvergängliche“ ist Bindu. Ebenso [wird die Form] in der Dakṣiṇāmūrtisaṃhitā angegeben. Die mit Visarga und Bindu endende Form wird jedoch als verflucht bezeichnet, da der Sārasamuccaya und andere Texte gerade diese Vidyā anführen und ihren Fluch erklären. Diese Begriffe bezeichnen unterschiedliche rituelle Bewertungen innerhalb der Überlieferung.

Tripurāsāra 2.18:

25.BLF.1: So habe ich den ursprünglichen Ursprung der Vidyā gelehrt; wer Vollendung wünscht, soll ihn in jeder Hinsicht kennen. Weil diese ursprüngliche Vidyā einst von der Göttin verflucht wurde, ist sie deshalb ohne Lebenskraft.

Auch im Muṇḍamālātantra:

25.BLFU.1: Diese Kumārī-Vidyā wurde von dir verflucht, du dem Gatten Treue: Mit dem ersten [Glied; Wortlaut beeinträchtigt] ist sie verflucht, mit dem mittleren verriegelt …

Unnummerierter Halbvers: … und mit dem letzten zerspalten; deshalb gelangt die Vidyā nicht zur Vollendung.

Erörterung der Quelle: Man soll daraus nicht schließen, dass auch die in der Śāradā und anderen Texten genannte Vidyā verflucht sei, denn sie enthält den im Jñānārṇava gelehrten Bindu. Zur Aufhebung des Fluchs sagt das Muṇḍamālātantra: „Allein durch Śivas Gestalt und allein durch Śaktis Gestalt wurde die Vidyā von mir eingesetzt.“ Das bedeutet ha und sa bei Vāgbhava und Kāmarāja, beim dritten Bīja dagegen ha, wie der später angeführte Sārasamuccaya zeigt.

Tripurāsāra 2.20, unnummeriert angeführt: Deshalb setzte Śambhu das Śiva- und Śakti-Bīja über die beiden ersten Bījas; in Akula, über Kula und am unteren Teil des mittleren [Gliedes] das Feuer. Von da an wurde sie kraftvoll. Die genaue Lautanordnung ist in diesem Zitat stark verkürzt.

Rudrayāmala; neue BLR-Reihe:

25.BLR.1: Das erste ist Vāgbhava, Göttin, das zweite Kāmarāja, das dritte das Śakti-Bīja; es sei stets mit Śiva verbunden.

25.BLR.2: Diese wird als Bālā bezeichnet, frei von allen Fehlern. Das erste Bīja setze man in die Mitte, das mittlere an den Anfang.

25.BLR.3: Wer den Mantra so wiederholt, werde Anteilhaber der Herrschaft über die drei Welten. [In einer weiteren Anordnung] setze man das erste ans Ende, das letzte in die Mitte und das mittlere an den Anfang.

Unnummerierter Halbvers: Wer den Mantra in dieser Weise wiederholt, soll alle Vollendungen erlangen.

Es folgt eine weitere Mantraform aus dem Śrīkrama; Fortsetzung auf der nächsten Druckseite.

Druckseite 330; weitere Mantraform aus dem Śrīkrama, neue BLPF-Reihe:

25.BLPF.1: Man spreche Vāgbhava, danach das Kledinī-Bīja mit ī am Ende, dann Śakti mit au verbunden und darunter Visarga.

25.BLPF.2: Das überaus schwer zu erlangende Bīja ist von Bindu, Nāda und Kalā durchdrungen. Auf diese drei Bījas, Göttin, folgen hasauḥ und klīṃ.

Unnummerierter Halbvers: Dies wird als fünfsilbige, auf Erden schwer zu erlangende Vidyā gelehrt.

Eine weitere Form, neue BLH-Reihe:

25.BLH.1: Der Verständige wiederhole die drei Bālā-Bījas mit Haṃsa am Anfang oder mit Haṃsa am Ende, große Göttin, zur Beruhigung von Fluch und anderen Mängeln.

Weitere Form an derselben Stelle; neue BLVI-Reihe:

25.BLVI.1: [Man nehme] das Pāśa-Bīja, große Herrin, Śakti und Śiva mit Bindu, verbunden mit dem zwölften Vokal und geschmückt mit Nāda und Bindu.

25.BLVI.2: Nun lehre ich Kāmarāja: drīṃ, Śakti und Śiva, Mādana und Indras Bīja, Feuer, das linke Auge und Bindu.

25.BLVI.3: Das Śakti-Kūṭa, große Göttin: kroṃ, Śakti und Śiva, das Feuer-Bīja mit Manu[-Vokal], Nāda, Bindu und Visarga.

25.BLVI.4: Dies wird als vierzehnsilbige, auf Erden schwer zu erlangende Vidyā gelehrt. Folgt darauf das Haṃsa-Bīja, so habe ich sie als sechzehnsilbig gelehrt.

Neunfache Formen

Navakūṭā an derselben Stelle:

25.BLN.1: Die drei Bālā-Bījas, Göttin, [bilden] drei Kūṭas, die Neunsilbige; drei Raum-Kūṭas [bilden] Bhairavīs Navakūṭa. Die gedrängte Zählung wird nicht durch eine eigenständig ergänzte Gesamtformel erklärt.

Eine weitere Form; neue BLNV-Reihe:

25.BLNV.1: Śiva, Śakti und das Sprach-Bīja, mit Nāda und Bindu verbunden: Dies wird als Vāgbhava bezeichnet, Göttin. Höre Kāmarāja, Geliebte …

25.BLNV.2: … verbunden mit Śiva, Śakti, Mādana, Indra, Feuer und Māyā; von Nāda, Bindu und Kalā durchdrungen ist dieses höchst seltene Kūṭa.

25.BLNV.3: Śiva und Mond, mit dem [chiffriert bezeichneten] Schlusslaut, mit Visarga und Bindu verbunden: Dies ist die neunsilbige Bālā, frei von allen Mängeln.

Erklärung der Quelle: Das erste [Bīja besteht aus] Śiva, Mond und Vāgbhava; das zweite aus Śiva, Mond, Kāma, Erde, Feuer, dem vierten Vokal und Bindu; das dritte aus Śiva, Mond, dem vierzehnten Vokal und Visarga. Es gibt außerdem eine andere Mantraform mit sa am Anfang.

Tripurāsāra 2.20; neue BLTS-Reihe:

25.BLTS.1: Deshalb setzte Śambhu das Śiva- und Śakti-Bīja über die beiden ersten Bījas, Akula über Kula und Feuer unter das mittlere. Seitdem ist sie kraftvoll.

Fußnotenerklärung: Akula ist ha, das über das erste Bīja des Kula gesetzt wird; unter dem mittleren Bīja steht r.

25.BLTS.2: Mit Akula am Anfang wird sie von den Lehrern Bhairavī genannt; steht Kula am Anfang, so heißt dieselbe auf Erden die rasch Frucht gewährende Vidyā, vor den [als] Paśus [bezeichneten Uneingeweihten] streng geheim zu halten.

Eine chiffrierte dreisilbige Vidyā

25.BLS.1: Das erste Bīja ist allein das achte von Śiva an; das andere ist das achte vor Bhaga. Das letzte endet mit „Kopf“. So wird die dreisilbige Zeichen-Vidyā gelehrt, die aus dem Mund des Gurus zu verstehen ist.

Fußnote der Quelle: Śiva ist u; der achte von dort ist ai. Bhaga ist e; der achte davor ist ī. „Kopf“ bedeutet Bindu; damit endet das letzte [Bīja]. Die in der Fußnote gedruckte Ergebnisform des letzten Gliedes ist undeutlich; sie wird nicht als sichere Rezitationssilbe ergänzt.

Weitere Form im Śrīkrama; neue BLSK-Reihe:

25.BLSK.1: Śakti, Śiva und das Feuer-Bīja, der zwölfte Vokal und Bindu; [danach] Śakti, Maheśa, Kāma und Indra, mit Feuer, Mond und Māyā …

25.BLSK.2: … [schließlich] Śakti, Śiva und Feuer, mit Manu-Vokal und Visarga. Mit Nāda, Bindu und Kalā versehen wird dieses Bīja gelehrt.

Druckseite 331; Abschluss zu den Bālā-Varianten:

Ihre Verehrungs-Yantras, Meditation und Verehrung entsprechen Bhairavī. Das Puraścaraṇa umfasst ein Lakh [100.000] Japa-Wiederholungen nach dem Śrīkrama.

Die Dīpinī-Vidyā

Śrīkrama; neue BLD-Reihe:

25.BLD.1: Zweimal vada, große Herrin, danach vāgvādini: Diese achtsilbige Vidyā setze man zu Beginn von Vāgbhava ein.

25.BLD.2: [Dann] klinne kledini, Herrin der Götter, danach mahākṣobhaṃ kuru. Man spreche das Kāma-Bīja und darauf Praṇava …

25.BLD.3: … danach mahāmohaṃ kuru und ebenso das Śakti-Kūṭa. Zu Beginn des Japa und danach wiederhole man [dies] jeweils siebenmal in der angegebenen Reihenfolge.

Die angeführten Wortgruppen rufen die Macht der Rede an und sprechen vom Erweichen, Aufwühlen und Verblenden. Die genaue Mantraanordnung wird als Quellenaussage wiedergegeben, ohne eine zusätzliche vollständige Rezitationsfassung zu konstruieren.

Annapūrṇeśvarībhairavī

Jñānārṇava; neue ANM-Reihe:

25.ANM.1: Man schreibe Tārā, Bhuvaneśānī, das Śrī-Bīja und das Kāma-Bīja, am Ende Hṛd [namaḥ], dann die Laute von bhagavati und das Wort māheśvari …

Unnummerierter Halbvers: … annapūrṇe und das Paar ṭha [Svāhā]. Diese Vidyā ist zwanzigsilbig.

Im Kalpa:

25.ANK.1: Wenn sie ohne Kāma-Bīja und mit Śrī-Bīja am Anfang [gebildet wird], ist sie die neunzehnsilbige Göttin, die Reichtum und Getreide in Fülle gewährt.

Sitzkräfte und Ṛṣi-Nyāsa

Nach den Morgenhandlungen und der allgemeinen Verehrungsordnung bis zum Pīṭha-Nyāsa verehrt man in den Staubfäden, beginnend im Osten, mit oṃ … namaḥ: Vāmā, Jyeṣṭhā, Raudrī, Kālī, Kalavikariṇī, Balavikaraṇī, Balapramathinī und Sarvabhūtadaminī; in der Mitte Manonmanī. In ihrer Nähe folgen Jayā, Vijayā, Ajitā, Aparājitā, Nityā, Vilāsinī, Dogdhrī und Aghorā, in der Mitte Maṅgalā. Darüber steht hasauḥ sadāśivamahāpretapadmāsanāya namaḥ.

Als Ṛṣi wird Brahmā am Kopf eingesetzt, als Versmaß Paṅkti am Mund, als Gottheit Annapūrṇeśvarībhairavī im Herzen. Im verborgenen Bereich steht hrīṃ als Bīja, an den Füßen śrīṃ als Śakti und am ganzen Körper klīṃ als Kīlaka. Der Jñānārṇava bestätigt diese drei Zuordnungen ausdrücklich. Hand- und Aṅga-Nyāsa beginnen mit hāṃ aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ beziehungsweise hāṃ hṛdayāya namaḥ und werden mit den sechs langen Vokalvarianten des Bhuvaneśī-Bījas fortgeführt.

Padanyāsa: die neun Mantraglieder

Am Scheitel oṃ namaḥ; an den beiden Augen hrīṃ namaḥ, śrīṃ namaḥ; an den Ohren klīṃ namaḥ, namo namaḥ; an den beiden Nasen[seiten] bhagavati namaḥ, māheśvari namaḥ; am Mund annapūrṇe namaḥ; im verborgenen Bereich svāhā namaḥ. Dann setzt man dieselben Glieder in umgekehrter Richtung vom verborgenen Bereich bis zum Scheitel ein.

25.ANP.1: Eins, eins, wiederum eins, nochmals eins, zwei, vier, vier, vier und zwei: [So lang sind] diese Wortglieder, Pārvatī.

25.ANP.2: Die Wortglieder setze man in die neun Öffnungen ein, Herrin der Göttergötter, vom Scheitel bis zum verborgenen Bereich und wiederum dort …

Unnummerierter Halbvers: … vom verborgenen Bereich bis zur Brahmanöffnung setze man die neun Wortglieder ein.

Danach setzt man die vier Bījas an Brahmarandhra, Mund, Herz und Mūlādhāra ein. Der übrige Teil wird wie folgt verteilt:

25.AND.1: An Brauenmitte, Nase, Kehle, Nabel und Geschlechtsorgan — diesen fünf Stellen — setze man wie zuvor der Reihe nach die mit namaḥ beginnenden [Mantraglieder] ein, Göttin.

Dann vollzieht man mit dem Grundmantra die den ganzen Körper umfassende Einsetzung und meditiert:

25.AND.2: [Auf sie,] deren Farbe wie glühendes Gold leuchtet, deren Scheitel die junge Mondsichel schmückt, deren Krone vom Glanz der neun Edelsteine erfüllt ist, rot wie Kuṅkuma …

25.AND.3: … in bunte Gewänder gekleidet, mit fischförmig schönen Augen und drei Augen, ihre vollen, erhobenen Brüste goldenen Krügen gleich …

25.AND.4: … [auf sie, die] Śarva erblickt, weiß wie Kuhmilch, fünfgesichtig und dreiäugig, mit freundlichem Gesicht und leuchtender blauer Kehle …

25.AND.5: … mit verfilztem Haar, strahlenden Schlangen als Schmuck, weiß wie die Kunda-Blüte, beständig und freudig tanzend. Bei seinem Anblick ist die Höchste von Glückseligkeit erfüllt … Fortsetzung auf der nächsten Druckseite.

Druckseite 332; Abschluss der Meditation:

25.AND.6: … mit freudigen, lieblich bewegten Augen, reich mit einem Gürtel geschmückt, mit vollen Hüften, beständig der Nahrungsspende hingegeben, von Bhūmi und Śrī geschmückt beziehungsweise begleitet.

Nach dieser Meditation und inneren Verehrung wird das Muschelgefäß aufgestellt.

25.AND.7: [Für ihr Yantra] zeichne man ein Dreieck, einen vierblättrigen, dann einen achtblättrigen und einen sechzehnblättrigen [Lotus] sowie die Erdfigur mit vier Toren.

Nach der Sitzverehrung, erneuter Meditation, Herbeirufung und den Handlungen bis zu den fünf Blumenhandvoll beginnt die Āvaraṇa-Verehrung. Im Fruchtboden werden die sechs Aṅgas, beginnend im Südosten, ferner in der Mitte und den Richtungen, mit hāṃ hṛdayāya namaḥ und den weiteren Formeln verehrt. An der Dreiecksspitze verehrt man Śiva mit oṃ hauṃ namaḥ śivāya [namaḥ]. In der linken Ecke Varāha mit:

oṃ namo bhagavate varāharūpāya bhūr bhuvaḥ svaḥ pataye bhūmipatitvaṃ me dehi dadāpaya svāhā — „Verehrung dem Erhabenen in Ebergestalt, dem Herrn von Erde, Luftraum und Himmel. Gib mir Herrschaft über die Erde, lasse sie mir zukommen, svāhā.“

In der rechten Ecke verehrt man Nārāyaṇa mit namo nārāyaṇāya. Links und rechts verehrt man Bhūmi und Śrī mit glauṃ śrīṃ annaṃ dehi annādhipataye mamānnaṃ dadāpaya svāhā śrīṃ glauṃ — „Gib Nahrung; [Verehrung] dem Herrn der Nahrung; lasse mir Nahrung zukommen, svāhā.“

Auf den vier Blättern, vorn beginnend, stehen oṃ paravidyāyai namaḥ, hrīṃ bhuvaneśānyai namaḥ, śrīṃ kamalāyai namaḥ und klīṃ subhagāyai namaḥ. Der angeführte Jñānārṇava-Vers bestätigt die Paarung Paravidyā–Tārā, Bhuvaneśī–ihr eigenes Bīja, Kamalā–Ramā und Subhagā–Kāma.

Auf den acht Blättern verehrt man, im Westen beginnend, die Mütter Brāhmī und die übrigen. Auf den sechzehn Blättern folgen im Osten beginnend die nachstehenden Formen. An jeden Göttinnennamen wird annapūrṇāyai namaḥ angeschlossen:

  • naṃ Amṛtā; māṃ Mānadā; bhaṃ Tuṣṭi; gaṃ Puṣṭi;
  • vaṃ Prīti; tiṃ Rati; māṃ Hrī; heṃ Śrī;
  • śvaṃ Sudhā; riṃ Rātrī; aṃ Jyotsnā; nnaṃ Haimavatī;
  • pūṃ Chāyā; rṇeṃ Pūrṇimā; svāṃ Nityā; hāṃ Amāvāsyā.

Der erste vollständige Ausdruck lautet naṃ amṛtāyai annapūrṇāyai namaḥ. Entsprechend wird mit den übrigen verfahren. Der Jñānārṇava erklärt, dass sie mit den verbleibenden Mantralauteinheiten zu verehren sind und ihre Bezeichnungen mit Annapūrṇā enden. Im Quadrat folgen die Richtungswächter in ihrer Reihenfolge. Räuchergabe bis Entlassung vollenden die Verehrung.

25.ANPU.1: Nach dieser Meditation wiederhole man den Mantra ein Lakh [100.000], ohne den Geist auf anderes zu richten. Mit Ghee verbundene Speise opfere man ein Zehntel davon [10.000 Gaben], ebenfalls gesammelt.

Hier endet der Bhairavī-Abschnitt.

Pracaṇḍacaṇḍikā

25.PCI.1: Nun lehre ich Pracaṇḍacaṇḍikā, die die Früchte aller Wünsche gewährt. Allein durch ihre Gnade kann ein Mensch Sadāśiva werden.

25.PCI.2: Wer keinen Sohn hat, erlangt einen Sohn; ein Armer erlangt Reichtum. Dichterische Kraft und große Gelehrsamkeit werden erlangt; daran sei kein Zweifel. Dies sind die einleitenden Verheißungen der Quelle.

Viśvasāra und Yāmala; neue PCM-Reihe:

25.PCM.1: [Man nehme] Lakṣmī, Lajjā, danach Māyā und auch den zwölften [Vokal], dann vajravairocanīye, zweimal Māyā, phaṭ und svāhā.

25.PCM.2: Steht das Lakṣmī-Bīja am Anfang, [entsteht] allseitiges Gedeihen. Durch das Lajjā-Bīja am Anfang sollen Frauen unter Einfluss geraten.

25.PCM.3: Mit dem Māyā-Bīja am Anfang [wird] die Vernichtung großer Verfehlungen [verbunden]; steht das Bīja des zwölften Vokals am Anfang, soll es Befreiung gewähren.

Erklärung der Quelle: Mit Lajjā ist hier das Kāma-Bīja gemeint.

25.PCL.1: An dieser Stelle wird mit dem Wort Lajjā, Göttin, das Kāma-Bīja entfaltet. So wird nach Mahākālas Auffassung die glückverheißende Gewinnung des Mantras gelehrt.

Weitere Erklärung: Die Lesart „am früheren Māyā-Wort, Göttin“ meint das vor Māyā stehende Lajjā-Bīja. Durch die Bezeichnung „früheres Māyā-Wort“ wird also Lajjā bezeichnet; andernfalls entstünde ein Widerspruch zu Tāpinī und anderen [Quellen].

25.PCV.1: Der Verständige wiederhole die Vidyā mit Kāma, Vāgbhava, Māyā oder Lakṣmī am Anfang; sie gewährt die Frucht der vier Lebensziele.

Nach Auffassung anderer Seher bedeutet das Wort Māyā hier überall Kūrca. Die dazugehörige Erklärung folgt auf der nächsten Druckseite.

Druckseite 333; neue PCB-Reihe zur Auslegung der Bījas:

25.PCB.1: Das Ende von va, auf Feuer stehend, verbunden mit Rati und Bindu: Dies wird als Lakṣmī-Bīja gelehrt, das alle gewünschten Ziele erfüllen soll.

25.PCB.2: Das Śiva-Bīja, verbunden mit dem linken Auge und Feuer, geschmückt mit Nāda und Bindu, wird als Lajjā-Bīja bezeichnet, große Herrin.

25.PCB.3: Man entnehme Īśāna, das Bīja des Städtefeindes [Śiva], mit Bindu und Nāda versehen, und gestalte es mit dem linken Ohr. Dies nennen die Verständigen hier Māyā.

25.PCB.4: Der zwölfte Vokal, geschmückt mit Nāda und Bindu, wird als Vāgbhava-Bīja bezeichnet, zur Reinigung allen Sprechens.

Urteil der Quelle: Aus dieser Erklärung der vier Bījas des Mantras folgt, dass das Wort Māyā hier überall Kūrca bezeichnet. Diese Auffassung gilt dem Text als die zutreffende. Die zuvor angeführte abweichende Auslegung bleibt davon als überlieferte Alternative unterscheidbar.

Mantra-Ācamana und Ṣoḍhā-Nyāsa

Nach den Morgenhandlungen vollzieht man das Mantra-Ācamana.

25.PCA.1: Der Übende trinkt Wasser mit den drei Bījas Lakṣmī, Māyā und Kūrca. Mit Vāgbhava reinigt er die Lippen und wischt sie mit [den beiden] Māyā[-Anwendungen] zweimal ab.

25.PCA.2: Mit Kūrca wäscht er die Hände und vollzieht mit folgenden Mantras die Einsetzungen: Śrī, Māyā, Kūrca, Vāc, Kāma, Tripuṭā und Bhaga …

25.PCA.3: … ferner Kāmakalā und Aṅkuśa. Damit berührt er Mund, Nase, Augen und Ohren, Nabel, Herz und Kopf und werde augenblicklich Śambhu.

Unnummerierter Halbvers: Wer so Ācamana vollzieht, schaue Chinnamastā am Ende eines Jahres.

Nach den weiteren Handlungen bis zum Prāṇāyāma folgt der Ṣoḍhā-Nyāsa.

25.PCA.4: Dann vollziehe man die Mantra-Ṣoḍhā, die die drei Welten unter Einfluss bringen soll, mit Śrī, Bālā, Tripuṭā, Yoni, Prāsāda und Praṇava …

25.PCA.5: … Kālī, Vadhū, Aṅkuśa, Kāmakalā und Kūrca in der Reihenfolge, ferner mit [Formen], die der Sechzehnsilbigen an Lautzahl entsprechen, und gesondert mit Achtzehnsilbigen …

25.PCA.6: … mit diesen Bījas setzt man die Mātr̥kā-Laute an ihren jeweiligen Stellen ein. Diese Bīja-Ṣoḍhā wird als Gestalt Brahmans gelehrt. Die genaue Verbindung der Sechzehner- und Achtzehnerangabe ist im Druck stark verdichtet; eine zusätzliche Kombinationsregel wird nicht ergänzt.

25.PCA.7: Durch ihre Einsetzung sollen alle einen diamantfesten Körper erlangen, mit sämtlicher Herrschaftsmacht ausgestattet sein und nach zehn Jahren schon zu Lebzeiten Befreite werden. Dies sind die Verheißungen der Quelle.

Ṛṣi- und Hand-Nyāsa

Am Kopf verehrt man Krodhabhūpati-Bhairava als Ṛṣi, am Mund Samrāṭ als Versmaß, im Herzen Pracaṇḍacaṇḍikā beziehungsweise Chinnamastā als Gottheit, im verborgenen Bereich hrīṃ als Bīja und an den Füßen Svāhā als Śakti. Das hier ausgeschriebene hrīṃ wird trotz der vorangehenden Diskussion über Māyā und Kūrca unverändert wiedergegeben.

25.PCR.1: Ihr Ṛṣi ist Bhairava, mit Namen Krodhabhūpati; ihr Versmaß Samrāṭ, ihre Gottheit wird Chinnamastā genannt.

Unnummerierter Halbvers: Māyā als Bīja und Svāhā als Śakti wurden von Brahmayoni gelehrt.

Es folgen Hand- und Aṅga-Nyāsa, hier von den kleinen Fingern ausgehend:

  • Kleine Finger: āṃ khaḍgāya hṛdayāya svāhā.
  • Ringfinger: īṃ sukhaḍgāya śirase svāhā.
  • Mittelfinger: ūṃ suvajrāya śikhāyai svāhā.
  • Zeigefinger: aiṃ pāśāya kavacāya svāhā.
  • Daumen: auṃ aṅkuśāya netratrayāya svāhā.
  • Handflächen und Handrücken: aḥ surakṣāsurakṣāya astrāya phaṭ.

Ebenso setzt man sie am Herzen und den übrigen Aṅga-Stellen ein.

Bhairavītantra; neue PCK-Reihe:

25.PCK.1: Zuerst spreche man ā, dessen Spitze Bindu trägt, dann khaḍgāya hṛdayāya, mit svāhā verbunden, am kleinen Finger.

25.PCK.2: Danach ī, Göttin, leuchtend wie zehn Millionen Monde, dann sukhaḍgāya, anschließend śirase …

25.PCK.3: … verbunden mit svāhā, am heiligen Finger [Ringfinger]. Danach spreche man ū, dessen Spitze Bindu trägt …

25.PCK.4: … dann suvajrāya, anschließend śikhāyai, mit svāhā am Ende, und setze es am Mittelfinger ein.

25.PCK.5: Danach setze man den zwölften Vokal ein, spreche pāśāya und danach kavacāya …

25.PCK.6: … mit svāhā am Ende setze man diesen Mantra am Zeigefinger ein. Danach auṃ, Göttin, und dann Aṅkuśa … Fortsetzung auf der nächsten Druckseite.

Druckseite 334; Fortsetzung des Hand-Nyāsa:

25.PCK.7: … [danach] netratrayāya, mit svāhā am Ende, an den Daumen beider Hände. [Dann] a mit Visarga, verbunden mit den Silben surakṣa …

25.PCK.8: … verbunden mit asurakṣāya, danach astrāya und phaṭ; dies setze man an beiden Händen ein. Die Worttrennung weicht hier von der vorausgehenden Prosafassung ab.

25.PCK.9: [Entsprechend] am Herzen, Kopf, Haarschopf, beim Schutzpanzer und am Augenbereich; den abschließenden [Waffenmantra] der Reihe nach in die vier Haupt- und die Zwischenrichtungen.

Mit dem Grundmantra vollzieht man dreimal die den ganzen Körper umfassende Einsetzung vom Kopf bis zu den Füßen und von den Füßen bis zum Kopf. Danach meditiert man:

Meditation auf Chinnamastā

25.PCD.1: Am eigenen Nabel meditiere man auf einen halb entfalteten weißen Lotus; in seinem Inneren auf die Scheibe der strahlenden Sonne …

25.PCD.2: … leuchtend wie Hibiskus und rote Bandhūka-Blüten, geschmückt mit dem Yoni-Maṇḍala und den Linien von Rajas, Sattva und Tamas.

Redaktioneller Hinweis zu 25.PCD.3–15: Die folgende zusammenhängende Bildbeschreibung enthält sexualisierte Körperdarstellungen mit Altersangaben unter 18 Jahren. Sie wird hier ausschließlich als nichtgrafische Inhaltsangabe wiedergegeben. Die entsprechenden Sanskritverse werden in beiden Schriftfassungen durch eine sichtbare Auslassungsmarkierung ersetzt.

25.PCD.3: Nichtgrafische Inhaltsangabe: In der Mitte erscheint Chinnamastā als überwältigend leuchtende Göttin mit dem für sie charakteristischen abgetrennten Kopf als Attribut.

25.PCD.4: Nichtgrafische Inhaltsangabe: Die Quelle beschreibt die erschreckende Gestalt und das charakteristische Blutmotiv dieser Ikonografie.

25.PCD.5: Nichtgrafische Inhaltsangabe: Offenes, mit Blumen geschmücktes Haar, ein Schneidewerkzeug und eine Kopfgirlande gehören zu ihren Kennzeichen.

25.PCD.6: Nichtgrafische Inhaltsangabe: Ihre kraftvolle Standhaltung, Knochenschmuck und eine Schlange als heilige Schnur werden genannt.

25.PCD.7: Nichtgrafische Inhaltsangabe: Die Göttin wird in jugendlicher Gestalt und in Verbindung mit Rati und Kāma dargestellt. Die sexualisierte Körperbeschreibung wird nicht übernommen.

25.PCD.8: Nichtgrafische Inhaltsangabe: Rati und Kāma erscheinen als göttliches Paar; rechts und links begleiten Ḍākinī und Varṇinī die Hauptgöttin. Die sexuelle Darstellung wird nicht ausgeführt.

25.PCD.9: Nichtgrafische Inhaltsangabe: Die erste Begleiterin wird mit roter Farbe, sanftem Ausdruck und offenem Haar beschrieben; sie ist in das Blutmotiv der Hauptgöttin einbezogen.

25.PCD.10: Nichtgrafische Inhaltsangabe: Schädelschale, Schneidewerkzeug, Schlangenschnur und feuriger Glanz gehören zu ihren Attributen.

25.PCD.11: Nichtgrafische Inhaltsangabe: Die Quelle schildert Standhaltung, Schmuck und jugendliche Erscheinung der Begleiterin.

25.PCD.12: Nichtgrafische Inhaltsangabe: Links erscheint Ḍākinī mit dem Glanz des Feuers am Ende eines Weltzeitalters, blitzendem Haar und drei Augen.

25.PCD.13: Nichtgrafische Inhaltsangabe: Ihre furchterregende Erscheinung und das offene Haar werden hervorgehoben; die sexualisierte Körperbeschreibung wird ausgelassen.

25.PCD.14: Nichtgrafische Inhaltsangabe: Zunge, Kopfgirlande, Schädelschale und Schneidewerkzeug kennzeichnen diese Begleiterin.

25.PCD.15: Nichtgrafische Inhaltsangabe: Auch sie ist in das Blutmotiv der Göttin einbezogen; die Quelle betont ihre furchterregende Gestalt.

Unnummerierter Halbvers: Der Verständige meditiere auf die Göttin, die von diesen beiden begleitet und verehrt wird.

Erläuterung der Quelle: Bei „trinkend“ ist „mit jenem Mund“ zu ergänzen. Als Beleg wird ein Vers des Bhairavatantra angeführt:

25.PCDF.1: Sie hält ihren eigenen, von Blutströmen erfüllten Kopf mit herausgestreckter Zunge, überaus furchterregend, mit dem linken Arm. Dies gehört zur überlieferten religiösen Ikonografie, nicht zu einer körperlich auszuführenden Handlung.

Nach der Meditation verehrt man sie mit inneren Darbringungen und stellt das Muschelgefäß wie bei Tāriṇī auf.

Yantra und Beginn der Sitzverehrung

25.PCY.1: Zuerst zeichne man ein Dreieck, darin drei Kreise und in deren Mitte eine Yoni[-Figur] mit drei Toren.

25.PCY.2: Außen [folgen] ein achtblättriger Lotus und danach drei Erdumfassungen. In die Mitte, in das Dreieck, schreibe man das Kūrca-Bīja zusammen mit phaṭ.

Oder man verwendet das in der Meditation beschriebene Yantra. Danach folgt die Sitzverehrung, jeweils mit oṃ … namaḥ: Ādhāraśakti, Prakṛti, Kūrma, Ananta, Erde, Milchozean, Juweleninsel, Wunschbaum, darunter der goldene Thron, die Wurzel der Glückseligkeit, der Stängel des Bewusstseins und der aus allen Tattvas bestehende Lotus. Ferner saṃ sattvāya, raṃ rajase, taṃ tamase, āṃ ātmane, jeweils mit namaḥ … Fortsetzung auf der nächsten Druckseite.

Druckseite 335; Fortsetzung der Sitzverehrung:

aṃ antarātmane [namaḥ], paṃ paramātmane [namaḥ], hrīṃ jñānātmane [namaḥ]; in der Lotusmitte ratikāmābhyāṃ namaḥ. Über Rati und Kāma steht die Sitzformel:

vajravairocanīye dehi dehi ehi ehi gṛha gṛha mama siddhiṃ dehi dehi mama śatrūn māraya karālike huṃ phaṭ svāhā — „O Vajravairocanī, gib, gib; komm, komm; nimm an, nimm an; gewähre mir Vollendung; vernichte meine Feinde, Schreckliche, huṃ phaṭ svāhā.“ Die feindvernichtende Bitte ist Bestandteil der historischen Formel. Der Druck bietet gṛha; dies wird nicht stillschweigend zu einer anderen Sanskritform geändert.

Nach erneuter Meditation ruft man sie herbei mit oṃ sarvasiddhivarṇinīye sarvasiddhiḍākinīye vajravairocanīye ihāvaha ihāvaha, danach „Bleibe hier, sei hier gegenwärtig, bleibe hier fest gebunden“, wobei die letzte Wendung wiederholt wird. Mit āṃ hrīṃ kroṃ haṃsaḥ vollzieht man die Einsetzung der Lebenskraft. Es folgen die sechs Aṅgas mit āṃ khaḍgāya svāhā hṛdayāya namaḥ und den übrigen Formeln. Man verehrt nach seinen Möglichkeiten und bringt Bali dar. Dessen Formel entspricht der Sitzformel, erweitert um imaṃ baliṃ gṛha gṛha — „Nimm diese Bali-Gabe an.“

Rechts von der Göttin verehrt man Varṇinī, links Ḍākinī, jeweils mit oṃ … namaḥ. Nach den sechs Aṅgas an der Göttin folgen rechts Śaṅkhanidhi und links Padmanidhi. In den Hauptrichtungen, im Osten beginnend, stehen Lakṣmī, Lajjā, Māyā und Vāṇī; in den Zwischenrichtungen Brahmā, Viṣṇu, Rudra und Īśvara. In der Mitte verehrt man den Lotussitz auf Sadāśiva als großem Preta.

Nach der Blumenhandvoll beginnt die Āvaraṇa-Verehrung. Die sechs Aṅgas werden im Südosten, Nordosten, Südwesten, Nordwesten, in der Mitte und in den Richtungen eingesetzt; hier lautet die Anfangsformel āṃ khaḍgāya namaḥ hṛdayāya svāhā. Die gegenüber der vorigen Formel geänderte Reihenfolge von namaḥ und svāhā steht so in der Quelle.

Auf den acht Blättern, im Osten beginnend, verehrt man mit Praṇava am Anfang und svāhā am Ende Kālī, Varṇinī, Ḍākinī, Bhairavī, Mahābhairavī, Indrākṣī, Piṅgākṣī und Saṃhāriṇī.

25.PCG.1: Die Kālī genannte [Kraft], Yoginī [eingeklammert: Varṇinī], ferner Ḍākinī, Bhairavī und danach Bhairavī mit Mahā am Anfang …

25.PCG.2: … Indrākṣī, Piṅgākṣī und Saṃhārakāriṇī: Diese Kräfte sind der Reihe nach auf den Blättern, beginnend im Osten, zu verehren.

Nach Aussprechen des Lajjā-Bījas [steht] in der Lotusmitte huṃ huṃ phaṭ namaḥ. Rechts von der Göttin verehrt man Samrāṭ als Versmaß, nördlich von ihr alle Laute, wiederum rechts Bīja und Śakti. An den Blattspitzen folgen, im Osten beginnend, Brāhmī, Māheśvarī, Kaumārī, Vaiṣṇavī, Vārāhī, Indrāṇī, Cāmuṇḍā und Mahālakṣmī, jeweils mit Praṇava und namaḥ.

In den vier Richtungen werden Karāla, Vikarāla, Atikarāla und Mahākarāla mit huṃ … namaḥ verehrt.

25.PCT.1: Am Osttor Karāla, im Süden Vikarāla, im Westen Atikarāla und im Norden Mahākarāla.

Entlassung und Rücknahme

Danach vollendet man Räuchergabe bis Entlassung. Bei der Entlassung besteht diese Besonderheit: Nach der Saṃhāra-Mudrā nimmt man [die göttliche Gegenwart] in die gefalteten Hände auf. Über das linke Nasenloch [wird sie] in Verbindung mit der Yoni-Mudrā, wie eine kleine Flamme leuchtend und wie der Mond der dunklen Monatshälfte immer feiner werdend, in die strahlende Sonne zurückgeführt. Die genaue körperlich-innere Zuordnung ist knapp ausgedrückt.

Die Formel lautet: „Göttin auf dem nördlichen Gipfel, auf der Erde, auf der Bergspitze, aus Brahmā hervorgegangen: Gehe, Göttin, in mein Inneres.“

25.PCVS.1: Auf der Yoni-Mudrā gegenwärtig, hell wie eine kleine Lampenflamme, wie der Mond in der dunklen Monatshälfte nach und nach abnehmend …

Unnummerierter Halbvers: … bringe man sie unter Aussprechen dieses Mantras der strahlenden Sonne dar. Mit „diesem Mantra“ ist die Formel „Auf dem nördlichen Gipfel“ gemeint.

Das Puraścaraṇa umfasst ein Lakh [100.000] Japa-Wiederholungen, da es sich um eine Siddha-Vidyā handelt.

Weitere Mantraformen

25.PCVM.1: Bhuvaneśī, Kāma-Bīja, Kūrca-Bīja und Vāgbhava; danach Bhuvaneśī, Kūrca-Bīja und Vāgbhava …

Unnummerierter Halbvers: … anschließend vajravairocanīye huṃ phaṭ svāhā.

Aṅga-Nyāsa, Verehrung und alles Weitere sind wie bei der sechzehnsilbigen Form zu verstehen.

25.PCKM.1: Hṛllekhā, Mādana, Kūrca, Vāgbhava und nochmals Kūrca, mit Astra [phaṭ] am Ende: So wird Chinnamastās Mahāvidyā gelehrt.

Druckseite 336; Fortsetzung der PCKM-Reihe:

25.PCKM.2: Eine ihr gleiche Vidyā gibt es selbst in den Welten nicht. Dieser sechssilbige Mantra gewährt unmittelbar Befreiung; daran sei kein Zweifel.

Unnummerierter Halbvers: Nun werde ich ihre Meditation lehren; höre, Lotusgesichtige.

25.PCKM.3: Nichtgrafische Inhaltsangabe: Die Göttin wird in kraftvoller Standhaltung mit ihren charakteristischen Kopf- und Schneidewerkzeug-Attributen, drei Augen und Schlangenschmuck vorgestellt, verbunden mit Rati und Kāma und rot wie eine Hibiskusblüte. Die hier wiederaufgenommene sexualisierte Bildbeschreibung wird entsprechend dem Hinweis zu 25.PCD.3–15 nicht wörtlich reproduziert; der Sanskritvers ist sichtbar ausgelassen.

25.PCKM.4: Rechts erscheint die sehr weiße Varṇinī mit offenem Haar, Schneidewerkzeug und Schädelschale in den Händen. Sie ist aus dem Rajas-Guṇa hervorgegangen und trinkt freudig den vom Rumpf der Göttin herabfallenden Blutstrom. Eine Schlange schmückt ihren Kopf. So wird sie vom Mantrakundigen und von den Göttern meditiert. Hier wird Varṇinī weiß beschrieben, im früheren Dhyāna rot; die Variante bleibt bestehen.

25.PCKM.5: Links erscheint die schwarzgestaltige [Ḍākinī], ebenso mit Schwert und Schädelschale, im Pratyālīḍha-Stand, freudig vom Blutstrom des Rumpfes trinkend. Sie ist die tamasische Śakti, die bei der Weltauflösung das gesamte All verschlingen kann; auch sie ist die höchste Erhabene, genannt die höchste Ḍākinī.

Hier endet die Meditation. Verehrung und alle weiteren Handlungen werden wie bei der sechzehnsilbigen Form ausgeführt.

25.PCKM.6: Tārā, zweimal Lajjā, vajravairocanīye huṃ phaṭ svāhā: Meditation, Verehrung und alle übrigen Handlungen erfolgen wie bei der sechzehnsilbigen Form.

25.PCKM.7: Raum, verbunden mit Sūtra, Bindu und Nāda, Geliebte: [Dies ist] die einsilbige Mahāvidyā, die die drei Welten erschüttern soll.

Erklärung der Quelle: Sūtra ist der lange Vokal ū.

25.PCKM.8: Mit dem ṭha-Paar [Svāhā] am Ende soll diese Mahāvidyā die drei Welten verblenden; mit Tārā am Anfang und Ende gewährt sie die Frucht der vier Lebensziele.

25.PCKM.9: vajravairocanīye, zweimal Kūrca, phaṭ und das ṭha-Paar: Diese Mahāvidyā mit Tārā am Anfang soll alle Strahlkraft an sich nehmen.

25.PCKM.10: Wenn die Vidyā mit Vāgbhava beginnt, gewährt sie Herrschaft über die Sprache. Sie soll die drei Welten anziehen und die Frucht der vier Lebensziele geben.

Unnummerierter Halbvers: Meditation, Verehrung und alles Weitere vollziehe man wie bei der sechzehnsilbigen Form.

Lob der sechzehnsilbigen Vidyā

Neue PCP-Reihe:

25.PCP.1: Mit aller Bemühung ist die Sechzehnsilbige von allen zu verehren. Beginnt sie mit dem Lakṣmī-Bīja, soll sie alle Herrschaftsmacht gewähren.

25.PCP.2: Mit Lajjā am Anfang soll sie Frauen der Himmels-, Menschen- und Nāga-Welt anziehen; mit Kūrca am Anfang große Verfehlungen aller Wesen vernichten.

25.PCP.3: Mit Vāgbhava am Anfang gewährt die Göttin Herrschaft über die Sprache. Diese Ṣoḍaśī-Vidyā ist als siebzehnsilbig zu verstehen. Der Name „Sechzehnsilbige“ und die durch Erweiterung entstehende Siebzehnzahl stehen beide so im Text.

25.PCP.4: Mit dem Śrī-Bīja umschlossen, vermehrt sie beständig Glück und Wohlstand; mit Lajjā umschlossen, soll die höchste Vidyā die drei Welten anziehen.

25.PCP.5: Mit Kūrca umschlossen, nimmt sie die Verfehlungen aller Fehlenden hinweg; mit dem Sprach-Bīja umschlossen, gewährt sie dichterische Kraft und weitere Fähigkeiten.

25.PCP.6: So ist diese siebzehnsilbige Vidyā vierfach, Geliebte. Eine weitere siebzehnsilbige Form entsteht, wenn Ṣoḍaśī mit Tārā beginnt.

Druckseite 337; Fortsetzung der PCP-Reihe:

25.PCP.7: Diese Mahāvidyā gewährt weltliche Erfahrung und Befreiung. [Für die folgende Form nimmt man] Kamalā, Bhuvaneśānī, Kūrca-Bīja und Sarasvatī …

25.PCP.8: … dann vajravairocanīye, erneut die vorherigen Bījas, phaṭ und svāhā. Diese höchste Mahāvidyā hat achtzehn Silben.

25.PCP.9: Mit Tārā am Anfang hat sie neunzehn Silben und ist die Gestalt der Brahmavidyā. Diese beiden vortrefflichen Vidyās, Göttin, gewähren Erfahrung und Befreiung, Glückverheißende.

25.PCP.10: Die frühere [Form], mit Lakṣmī und den übrigen umschlossen, wird neunzehnsilbig. Vierfach ist diese Mahāvidyā und gewährt die Frucht der vier Lebensziele.

25.PCP.11: Mit Praṇava am Anfang gewährt sie stets Erfahrung und Befreiung. Nun werde ich eine andere Vidyā lehren; vernimm sie aufmerksam.

25.PCP.12: Hṛllekhā, Kūrca- und Sprach-Bīja, vajravairocanīye hum, Astra und svāhā: Diese Mahāvidyā gilt als vierzehnsilbig.

25.PCP.13: Sie soll sämtliche Herrschaftsmacht gewähren und alle verblenden. [Eine weitere Form enthält] Bhuvaneśī, tritvac [Lautchiffre beziehungsweise Drucklesung unsicher], das Sprach-Bīja und danach Praṇava …

25.PCP.14: … vajravairocanīye, dann phaṭ svāhā. Auch diese höchste [Form] ist vierzehnsilbig und gewährt die Frucht der vier Lebensziele.

25.PCP.15: Diese Vidyā, große Göttin, vernichtet Geburt und Tod. [Eine weitere Form besteht aus] Ramā, Kāma, Lajjā, Vāgbhava und dem Wort vajravai- …

25.PCP.16: … rocanīye, zweimal Lajjā, Astra und svāhā. Diese wird als Ṣoḍaśī gelehrt, die sämtliche gewünschten Früchte gewährt.

25.PCP.17: Alle höchsten Vidyās sind nun gelehrt, wesentlicher als das Wesentliche. Ihr Ṛṣi bin ich, Bhairava, mit dem Namen Krodhabhūpati.

25.PCP.18: Samrāṭ ist das Versmaß; Chinnamastā wird als Gottheit genannt. Mit den sechs langen Vokalen [die nähere Fügung ist unsicher] und Praṇava am Anfang, Schöne …

25.PCP.19: … gestalte man die sechs Aṅgas, mit Khaḍga und den übrigen beginnend und dem ṭha-Paar [Svāhā] am Ende. Für diese [Vidyās] gibt es keinen Ari[-Feindlichkeits]-Mangel und dergleichen; sie sind durch Götter und Asuras vollkommen wirksam gemacht.

25.PCP.20: In allen Varṇas und allen Lebensstadien, auch unter den zuletzt genannten [niedrig eingestuften] Varṇas, gewährt sie Erfahrung und Befreiung.

25.PCP.21: Die mit Praṇava beginnende Vidyā wird jedoch für Śūdras und andere [so bezeichnete Gruppen] nicht gelehrt. Ferner besteht diese Besonderheit: Wenn eine Frau sie verehrt …

25.PCP.22: … wird sie zur Ḍākinī und [den Ḍākinīs verbunden beziehungsweise aus ihnen hervorgehend; die Fügung ist knapp]. Ohne Gatten und ohne Sohn wird sie zu einer vollendeten Yoginī. Diese Aussagen spiegeln die sozialen und geschlechtlichen Vorstellungen der Quelle; sie werden nicht als heutige Voraussetzung spiritueller Praxis übernommen.

25.PCP.23: So habe ich dir die ganze Wirklichkeit und ihr Geheimnis gelehrt, Geliebte. Von einer Woge übergroßer Zuneigung getragen, bin ich dir in Hingabe ergeben, Geliebte.

Meditation, Verehrung und alle weiteren Handlungen dieser Formen entsprechen der sechzehnsilbigen Vidyā. Hier endet der Chinnamastā-Abschnitt.

Dhūmāvatī

Phetkāriṇītantra; neue DH-Reihe:

25.DH.1: Nun lehre ich dieses Verfahren der Dhūmāvatī: zwei auf da folgende [Laute], jeweils mit Ardhīśa und Bindu am Ende als Bījas, Dhūmāvatī und zweimal ṭha.

25.DH.2: So wird der Dhūmāvatī-Mantra gelehrt, der Feinde niederhalten soll. Pippalāda ist der Seher, Nicṛt das Versmaß und Jyeṣṭhā die Gottheit.

25.DH.3: Mit dem vierten Laut [der entsprechenden Lautklasse], mit Bindu und Nāda, den sechs langen Vokalen und den jeweiligen Abschlussformeln bildet der Mantrakundige die Aṅgas.

Auflösung der Quelle: Die beiden auf da folgenden Laute sind zweimal dha, jeweils mit ū und Bindu verbunden; Dhūmāvatī steht für ihre eigene Namensform, das ṭha-Paar für Svāhā. Der Hand- und Sechs-Aṅga-Nyāsa beginnt dhāṃ hṛdayāya namaḥ, dhīṃ śirase svāhā und so weiter.

25.DH.4: [Man meditiere sie] blass beziehungsweise verfärbt, unruhig, dunkel, hochgewachsen, in schmutzigen Gewändern, mit offenem Haar, rau, als Witwe mit wenigen Zähnen …

25.DH.5: … auf einem Wagen mit Krähenbanner, mit herabhängenden Brüsten, einer Getreideschwinge in der Hand, von ungewöhnlicher Gestalt, mit Banner und Wunschgewährung …

25.DH.6: … mit stark gewachsenem Haar, gebeugt und mit unruhigem Blick, stets von Hunger und Durst bedrängt, immer zum Streit geneigt. Dies ist die überlieferte symbolische Gestalt der Göttin.

25.DH.7: Auf diese Weise meditiere man stets und vollziehe danach die Handlung. Man verehre sie auf dem zuvor beschriebenen Sitz mit den neun Kräften, Jayā und den übrigen.

25.DH.8: In den Staubfäden verehre man die sechs Aṅgas nach der gelehrten Ordnung; auf den acht Blättern sind der Reihe nach die acht Kräfte zu verehren … Fortsetzung auf der folgenden Druckseite.

Druckseite 338; Fortsetzung der DH-Reihe:

25.DH.9: … Kṣudhā, Tṛṣṇā, Rati, Nidrā, Nirṛti, Durgati, Ruṣā und Akṣamā. Im Erdkreis [verehrt man] Indra und die übrigen, außerhalb ihre Waffen.

Ritualerläuterung: Nach den Morgenhandlungen bis zum Nyāsa des Yogasitzes vollzieht man dreimal Prāṇāyāma mit dem Grundmantra. Am Kopf: „Verehrung dem Seher Pippalāda“; am Mund: „Verehrung dem Versmaß Nicṛt“; am Herzen: „Verehrung der Gottheit Dhūmāvatī“. Nach der vorgeschriebenen Zweckbestimmung setzt man die Aṅgas ein:

dhāṃ hṛdayāya namaḥ | dhīṃ śirase svāhā | dhūṃ śikhāyai vaṣaṭ | dhaiṃ kavacāya huṃ | dhauṃ netratrayāya vauṣaṭ | dhaḥ astrāya phaṭ — Verehrung am Herzen, Svāhā am Kopf, Vaṣaṭ am Haarschopf, Huṃ für den Schutzpanzer, Vauṣaṭ für die drei Augen und Phaṭ für die Waffe.

Nach Meditation und geistiger Verehrung zeichnet man mit Kuṅkuma und dergleichen einen achtblättrigen Lotus, außen einen Kreis und darum ein Quadrat mit vier Toren. Dieses Verehrungsdiagramm stellt man vor sich auf und verehrt es. Nach dem Aufstellen des Arghya und den weiteren Handlungen bis zur Selbstverehrung verehrt man den Bhuvaneśvarī-Sitz von Maṇḍūka bis zum höchsten Tattva. Nach den Gaben vom Sitz bis zu den Blumen verehrt man die sechs Aṅgas in den Staubfäden, im Südosten, Nordosten, Südwesten, Nordwesten, in der Mitte und in den Richtungen [die räumliche Kurzangabe wird nicht erweitert]. Auf den acht Blättern verehrt man, vor der Göttin beginnend und rechtsherum: „Verehrung Kṣudhā, dem Hunger; Tṛṣṇā, dem Durst; Arati, dem Missvergnügen; Nidrā, dem Schlaf; Nirṛti, dem Verfall; Durgati, dem schlechten Geschick; Ruṣā, dem Zorn; Akṣamā, der Ungeduld.“ Der Vers nennt Rati, die Prosa dagegen Arati. Im Quadrat folgen die Welthüter, außerhalb Vajra und die übrigen Waffen; Räucherwerk, Licht und alles Weitere schließen wie zuvor ab.

25.DH.10: Zur Vollendung der vorbereitenden Mantrapraxis wiederhole der Mantrin am vierzehnten Tag der dunklen Monatshälfte, ganz dem Fasten hingegeben, in einem leeren Haus bei Tag und Nacht den Mantra.

Erklärung: Dieser Japa dient der vorausgehenden Verehrung. Das eigentliche Puraścaraṇa besteht aus hunderttausend Wiederholungen.

25.DH.11: Bei diesem Puraścaraṇa wiederhole man ihn hunderttausendmal auf einer Verbrennungsstätte oder im Wald, schweigend, mit Kopftuch beziehungsweise Turban und feuchtem Gewand.

Auch die Feueropfergabe besteht hier aus Ghee; Tarpaṇa und die weiteren Handlungen entsprechen dem früheren Verfahren.

Quellenkontext der folgenden Verse: Der Text geht zu historischen Schadens- und Beschwichtigungsritualen über. Die behaupteten Wirkungen gehören zur Darstellung der Quelle; die Übersetzung gibt keine Empfehlung zu ihrer Ausführung oder zur Behandlung von Krankheiten.

25.DH.12: Nachdem man bis zum Namen [die genaue Anfangsfügung ist unsicher] geschrieben hat, stellt man darauf Śiva [in einer rituellen Darstellung] auf und rezitiert. Śiva niederdrückend beziehungsweise festhaltend, wiederholt man dann den Mantra mit dem Namen des Feindes.

25.DH.13: Nach fünfhundert [Wiederholungen; der Druckausdruck ist undeutlich] werde der Feind von Fieber ergriffen. Durch Pañcagavya oder auch Milch solle das Fieber beschwichtigt werden.

25.DH.14: Man schreibt die Anfangssilbe des Mantras und danach den Namen des Feindes im Akkusativ; so schreibt man dessen Namen mit dem Mantra [die Anordnung ist im Vers stark verkürzt].

25.DH.15: Zehntausend Wiederholungen im Kampf sollen den sicheren Tod des Feindes bewirken. Schreibt man den Namen des Gegners in das Yantra und [rezitiert] im Wald zur Mitternacht …

25.DH.16: … so werde durch zehntausend Wiederholungen des Mantras der Feind zugrunde gerichtet. Man verbrennt eine Krähe im Feuer der Verbrennungsstätte und nimmt ihre mit Mantra besprochene Asche …

25.DH.17: … [streut sie] mit dem Namen des Gegners in die acht Richtungen; dies solle den Feind sogleich vertreiben. Aus Asche der Verbrennungsstätte bildet man Śiva und setzt darauf …

25.DH.18: … [die entsprechende Darstellung], vom Namen des Gegners umschlossen; in der dunklen Monatshälfte verehrt man sie. Dazu gibt man einen Rauch aus Büffelmilch, der dem Feind Unglück bringen soll.

25.DH.19: In Büffelgestalt erscheinend, solle [die Göttin] den Feind im Traum zu Fall bringen. Mit diesem Mantra vergräbt man die Asche im Haus des Gegners.

25.DH.20: Sie solle den Feind schnell vertreiben; daran sei nicht zu zweifeln. Nachdem man auf der Handfläche mit Scheiterhaufenasche das Selbst beziehungsweise die Gestalt des Feindes angebracht hat …

25.DH.21: … stellt man Rudra mit dem Gesicht nach unten ins Feuer. Zehntausendmal den Dhūmāvatī-Mantra wiederholend, solle der Mantrin den Feind in Yamas Stadt führen.

25.DH.22: Wie zuvor setzt man auf die Handfläche [die Darstellung] des Feindes oberhalb der beiden Namenssilben [die Zuordnung bleibt unklar]. Im Wasser stehend verehrt der Mantrin; durch den Huṃ-Laut solle er die Gegner vernichten.

25.DH.23: Aus Asche der Verbrennungsstätte formt man ein Liṅga und verehrt es mit Blumen und weiteren Gaben. Man spricht es mit „Erhabener!“ an und denkt im Geist an die beabsichtigte Handlung.

25.DH.24: Man verbindet Nimba-Blätter mit Krähenfedern und rezitiert hundertachtmal. Mit dem Namen der Zielperson gibt man den Rauch dar; dies solle sofort Feindschaft unter den Gegnern hervorrufen.

25.DH.25: Ein Milchopfer im Feuer aus Scheiterhaufenholz solle Beschwichtigung bewirken. Durch Darbringen von Rajas-Rauch [rajas, Staub beziehungsweise eine hier nicht näher bestimmte Ritualsubstanz] werde Kālikā in Geiergestalt … Fortsetzung auf der nächsten Druckseite.

Lesarten: Zu Vers 11 steht alternativ „oder auch“. Zu Vers 12 bietet eine Handschrift ungefähr „den Mantra über den Namen schreibend“ und „man verehre“ statt „man rezitiere“. Die Herausgeber ergänzen bei Vers 17 sinngemäß „man streue“. Weitere Varianten lauten „man gebe“, „von hinten herankommend“, „in [dieser] Gestalt herankommend“ und „erzürnt“.

Druckseite 339; Fortsetzung der historischen Ritualbeschreibung. Die folgenden Wirkungsversprechen werden als Quellenaussagen wiedergegeben.

25.DH.26: … herankommen und den Feind töten. Beschwichtigung solle durch Rauch aus Nirmālya, bereits dargebrachten Kultgaben, erfolgen. Durch Rauch aus Wildschweinborsten solle sie in Schweinegestalt töten.

25.DH.27: Durch Rauch aus Aśvattha-Blättern solle Beschwichtigung eintreten, anders nicht. Jede Form des Abhicāra, des Schadenzaubers, solle durch Pañcagavya beschwichtigt werden …

25.DH.28: … oder durch Milch, Herrin der Götter, oder durch die drei süßen Stoffe. Auf einen Pflock aus Kṣveḍa-Holz [Giftbaum; hier nicht botanisch festgelegt] schreibe man, Göttin, den Namen des Feindes.

25.DH.29: Man verschränkt die Buchstaben des Namens der Zielperson mit dem Grundmantra. Nach der Rezitation vergräbt der Mantrin [den Pflock] in der Vertiefung des Fußabdrucks [padahrada, Lesung unsicher]; dies solle den Feind vertreiben.

Eingeschobene, unnummerierte Versfassung: Auf einen Pflock aus Milchsaft führendem Holz schreibt man den Namen, mit dem Mantra verschränkt; nach Rezitation und Beschriftung vergräbt man ihn beim Fußabdruck, zur Vertreibung der Gegner. Man gibt den Zweimalgeborenen [hier möglicherweise Vögeln; der Ausdruck dvija ist mehrdeutig] eine Bali-Gabe aus Opferspeise, die mit Staub von beiden Füßen bestreut ist; nach Rezitation wird diese mit Scheiterhaufenasche im Haus des Feindes ausgestreut, zu dessen Vertreibung.

25.DH.30: Aus Jyeṣṭhās Haus, einer Verbrennungsstätte, einem Ort abgelegter Kultgaben oder betretenen Bodens, von einem Aufenthaltsplatz der Esel, einem Totenplatz oder einer Wegkreuzung …

25.DH.31: … aus unfruchtbarem Boden, von einer Stelle des Wasserlassens oder einem Aufenthaltsort einer Menstruierenden [puṣpitā; die beiden Ortsbezeichnungen sind drucksprachlich unsicher] holt der Mantrin selbst Steinchen beziehungsweise Erdkrümel; unbekleidet und nach Süden gewandt …

25.DH.32: … legt er sie in einen Erdklumpen der Verbrennungsstätte und röstet sie im Scheiterhaufenfeuer. Über dem daraus gewonnenen Pulver rezitiert er hunderttausendmal und streut es in das Haus des Feindes.

25.DH.33: Inmitten eines Heeres solle dies augenblicklich alle vertreiben. In ein Ameisenloch [gibt man] Körner, mit dem Staub der Füße vermischt …

25.DH.34: … und mit Ghee versehen, als siebenmalige nächtliche Opfergabe des Mantrakundigen. [Der Feind] solle wie eine Krähe über die ganze Erde irren; die Schlussfügung ist unsicher, eine Lesart besagt „bis zum Tod“.

25.DH.35: Der Mantrakundige fertigt aus dem Geburtsbaum des Feindes [Variante: dem seinem Geburtsgestirn zugeordneten Holz] dessen Abbild. Nachdem er darin Leben eingesetzt hat, durchbohrt er seine empfindlichen Stellen mit eisernen Spitzen …

25.DH.36: … wiederholt den Mantra und umwickelt es mit einem Gewandstück [die nähere Fügung vastrayāmyāṃśaḥ bleibt unsicher]. Mit den zuvor genannten Steinchen beziehungsweise Erdkrümeln erhitzt er es täglich unter Rezitation.

25.DH.37: Innerhalb von sieben Nächten solle der Feind rasch vertrieben werden. Ferner sind an den Gesichtern eines Hundes und eines Schweines kunstgerecht [die folgenden Namen beziehungsweise Darstellungen] anzubringen …

25.DH.38: … nämlich die beiden Zielpersonen, deren Namen mit dem Mantra verschränkt sind, an einem Dienstag [die anschließende Zeitangabe ist unklar], durch den Mantrin mit Scheiterhaufenkohle, vermischt mit Dhattūra-Saft.

25.DH.39: Mit einer Haarsträhne bindet man dies am Rücken eines Stieres fest und rezitiert darüber. Nachts vergräbt man es auf einer Verbrennungsstätte, auf dem Weg des Feindes oder in dessen Haus.

25.DH.40: Sogleich solle dies sogar zwischen Gaurī und Śaṅkara Feindschaft hervorrufen. Auf Aśvattha-Rinde schreibt man die Zielperson [ihren Namen], mit den Buchstaben des Mantras verschränkt.

25.DH.41: Ebenso [schreibt man den Namen] der anderen [Person] auf Giftbaumrinde, rezitiert und legt [beide] aufeinander beziehungsweise entsprechend aus [die Fügung ist unsicher]. Man durchbohrt sie mit den zuvor genannten Spitzen und rezitiert, sie berührend, jeweils hundertmal.

Unnummerierter Halbvers: Die beiden sollen einander augenblicklich feind werden, sogar [beim Hören] ihrer Namen. Die zweite Vershälfte ist im Druck durch eine Punktlücke ersetzt; sie wird nicht ergänzt.

25.DH.42: Man schreibt jene Buchstaben ringsum an die Ecken, mit Mantrabuchstaben verschränkt und umschlossen, in das Haus des Windes; in die Mitte setzt man die Zielperson gesondert. Mit Kohlen, kanakottara [Stoffbezeichnung beziehungsweise Fügung unklar], und den Worten [der Formel] rezitierend, schlägt man mit Baumwolle [beziehungsweise einem daraus bestehenden Gegenstand] im Kampf, an einem Dienstag oder Sonntag, um [die Zielperson] in der Menschenwelt verhasst zu machen. Der Vers ist in seiner Stoff- und Handlungszuordnung unsicher; fehlende Einzelheiten werden nicht ergänzt.

25.DH.43: Man stellt die gereinigte beziehungsweise rituell zubereitete Gestalt des Feindes dar und lässt sie trocknen. Nachts erhitzt man sie unter Rezitation und kocht eine Bali-Gabe in einer Feuerform [die genaue Fügung bleibt offen].

25.DH.44: So rezitiert man sieben Nächte lang, bestreicht [die Darstellung] und lässt sie trocknen: mit Vyoṣa, Agni, Knoblauch, Unmatta, Hiṅgu, Siddhārtha und Dhattūra. Die überlieferten Stoffnamen bleiben erhalten; der Satz setzt sich auf der nächsten Seite fort.

Druckseite 340; Abschluss der DH-Reihe:

25.DH.45: [Die genannten Stoffe] zerreibt man mit aus Salz gebildeten Klumpen und Unmatta-Flüssigkeit. Damit beschriftet der Mantrin [die Darstellung] sorgfältig und wiederholt den Mantra.

25.DH.46: In der Mitte der Bali-Gabe gräbt man den Pflock ein, darüber eine Śukra-Form [Bedeutung und Konstruktion unsicher]. Man entzündet Feuer und rezitiert bei der aus zwei Hölzern gebildeten Anordnung [die Schlussfügung ist nicht sicher lesbar].

25.DH.47: Man legt das Abbild hinein und rezitiert den Mantra täglich bei [dem beabsichtigten] Fieber, sieben Nächte lang; danach opfert man in einer Feuergrube oder im Rati-Haus [Ritualbezeichnung ungeklärt].

25.DH.48: [Es folgt eine Beschreibung mit] Dreieck, Dreizack, dīkṣāgra und merakāyatana [die zusammengesetzte Fügung lässt keine sichere Gesamtübersetzung zu]. Auch dort gräbt man den Pflock ein und entzündet das Feuer wie zuvor.

25.DH.49: Dann hängt der Mantrin das mit den genannten Stoffen bestrichene Abbild über das Feuer, mit den Füßen nach oben und dem Gesicht nach unten.

25.DH.50: Nach Verehrung mit roten Stoffen entzündet er Brennholz von einem Giftbaum und opfert so lange, bis das Abbild einem Bündel Brennholz gleicht [der genaue Endzustand ist sprachlich unsicher].

Unnummerierter Schluss-Halbvers: Durch Wind und die übrigen [Einwirkungen] gelange [die Zielperson] bis zum Tod in diesen Zustand, ohne Zweifel [unsichere Druckfügung]. Die folgende Halbversstelle ist im Druck leer beziehungsweise punktiert; sie wird nicht ergänzt.

Bhadrakālī und Mahākālī

Nun die Bhadrakālī-Mantras; aus dem Phetkāriṇītantra, neue BK-Reihe:

25.BK.1: Man entnimmt das Prāsāda-Bīja, spricht das Wort „Kālī“, dann „Mahākālī“ und danach zweimal „kiṇi“.

25.BK.2: Mit Astra und Agnipriyā am Ende entsteht dieser große Bhadrakālī-Mantra. Aus seinen sechs Wortgruppen bildet man die sechs Aṅgas mit ihren jeweiligen Abschlussformeln.

Auflösung der Quelle: Prāsāda ist hauṃ. Die drei weiteren Wörter stehen für sich; „Paar“ bedeutet zweimalige Aussprache. Astra ist phaṭ, Agnipriyā svāhā. Die Einsetzung lautet: hauṃ am Herzen, kāli am Kopf, mahākāli am Haarschopf, kiṇi kiṇi als Schutzpanzer, phaṭ an den Augen, svāhā als Waffe. Daraus ergibt sich die belegte Folge hauṃ kāli mahākāli kiṇi kiṇi phaṭ svāhā.

25.BK.3: Auf diese große Göttin Bhadrakālī, welche Furcht nimmt, soll man meditieren. Nach ihrer Verehrung wiederholt man [den Mantra] täglich hundertachtmal.

25.BK.4: Vom Hunger ausgemergelt, mit tief liegenden Augen, rußgeschwärztem Gesicht und offenem Haar, lachend [Variante: weinend], spricht sie: „Ich bin nicht satt; diese ganze Welt mache ich zu einem einzigen Bissen.“ In beiden Händen hält sie eine schreckliche Schlinge, einer lodernden Feuerflamme gleich [Variante: zwei Schlingen]; ihre Zähne gleichen Jambū-Früchten. Möge Bhadrakālī meine Furcht nehmen und mich schützen.

25.BK.5: Nach der Verehrung wiederhole man den Mantra täglich hundertachtmal. Eine Riṣṭa-Mālā [Gebetskette aus dem so bezeichneten Material] ist mit hundertacht [Gliedern] anzufertigen.

25.BK.6: Das hier anzuwendende Verfahren wird im allgemeinen Kapitel gelehrt; vollständig ist es im Kālikātantra zur Erreichung der beabsichtigten Wirkungen beschrieben.

Erläuterung: „Im allgemeinen Kapitel“ meint den allgemeinen Abschnitt des Phetkāriṇītantra; „im Kālikātantra“ verweist hier auf das Śmaśānakālikātantra.

25.BK.7: Diese große Göttin soll Feinde niederhalten. Man stelle sie sich mit den jeweils gewünschten Handlungen vor; sie gewährt die Verwirklichung von Dharma, Kāma und Artha.

Weiter im Phetkāriṇītantra; neue MK-Reihe:

25.MK.1: Nun will ich den großen Mahākālī-Mantra lehren. Allein durch seine Kenntnis, heißt es, gebe es auf Erden nichts Unerreichbares.

25.MK.2: Zweimal Pralayāgni, mit Rakta und Ūrdhvakeśī verbunden, mit Nāda und Bindu versehen; ebenso anschließend zweimal Krodhin …

25.MK.3: … danach die Worte „paśuṃ gṛhāṇa“, Varman, Astra und Analavallabhā. So wird die vierzehnsilbige Mahākālī mit Dhruva am Anfang gelehrt.

Auflösung der Quelle: Pralayāgni bedeutet zweimal ṭha; Rakta ist ra, Ūrdhvakeśī e; Nāda und Bindu wie zuvor. Daraus ergibt sich nach der gegenwärtigen Lesung ṭhreṃ ṭhreṃ [die kleinen Druckzeichen bleiben überprüfungsbedürftig]. Krodhin steht zweimal für ka, ebenfalls mit ra, e, Nāda und Bindu: kreṃ kreṃ. Varman ist huṃ, Astra phaṭ, Analavallabhā svāhā. „Paśuṃ gṛhāṇa“ bedeutet im Opferzusammenhang „Nimm das Opfertier an“. Die Chiffren und die angegebene Silbenzahl werden bewahrt; aus den unsicheren Zeichen wird keine ungekennzeichnete Rezitationsform hergestellt.

25.MK.4: Bei der Reinigung durch Nyāsa gibt es hier keine [Festlegung von] Ṛṣi und den übrigen [Zuordnungen], auch keine weitere diesbezügliche Prüfung. Nachdem man den Krug mit dunklem Wasser gefüllt hat [Variante: „in einem schwarzen Krug“], [verehrt man] Kālikā … Fortsetzung folgt.

Druckseite 341; Fortsetzung der MK-Reihe:

25.MK.5: … zusammen mit den Botinnen Brāhmī und den übrigen, voller Hingabe. [Man meditiert sie] mit fünf Gesichtern, sehr furchterregend, an jedem Gesicht mit drei Augen …

25.MK.6: … in den rechten und linken Armen Speer, Dreizack, Bogen, Pfeil, Schild, Schwert sowie die Gesten des Gewährens und der Furchtlosigkeit tragend, mit Schlangen als Schmuck.

25.MK.7: So meditierend solle der Sādhaka das im Geist Beabsichtigte erreichen. Brāhmī, Māheśvarī, Kaumārī, Vaiṣṇavī …

25.MK.8: … Vārāhī, Māhendrī, Cāmuṇḍā und als achte Caṇḍikā sind von Osten bis Nordosten beim Krug angeordnet [die Fügung kumbhāṅkuśa ist unsicher; Varianten beziehen sich auf den Raum beziehungsweise den Platz des Kruges].

25.MK.9: Dann [verehrt man] auf dem Fruchtboden Mahākālī, die Furcht nimmt. Den Feind, von der Aussprache seines Namens umschlossen [also seine rituelle Stellvertretung], [bringt man] im entzündeten Feuer [die Schlussangabe svare bleibt ungeklärt] …

25.MK.10: … als Opfer dar, erzürnt [Variante: gereinigt], und wiederholt dabei den Göttinnenmantra. Als Brennhölzer dienen Picumanda, Bibhīta und Scheiterhaufenholz …

25.MK.11: … ferner Hara, Gift und Rājikā, mit Kaṇṭajāla-Saft versehen. Durch ein Feueropfer mit Hausruß, Knochen von der Verbrennungsstätte und Bibhīta-Kohle …

25.MK.12: … solle die Anwendung des Kālī-Mantras den Feind binnen einer Woche töten. Vertreibungsrituale erfolgen am Nachmittag, Tötungsrituale in der Abenddämmerung.

Unnummerierter Halbvers: Man steht südlich des Dorfes oder eines entsprechenden Ortes, das Gesicht nach Süden gewandt. Der restliche Vers fehlt bereits im Druck; eine Punktlücke zeigt dies an. Diese Ritualbeschreibungen bleiben historische Quellenaussagen.

Ein weiterer Mantra aus dem Phetkāriṇītantra; neue BKV-Reihe:

25.BKV.1: Man spricht „gṛdhrakarṇi“, dann „virūpākṣi“, darauf „lambastani“ und anschließend „mahodari“.

25.BKV.2: Danach das Wort „utpāṭaya“, ebenso „māraya“ [bereits im Druck mit Fragezeichen]. Diese Wörter wiederholt man je zweimal; dann spricht man Varman und Astra.

Anschließend spricht man Vahnijāyā. Erläuterung: „Wiederholen“ bedeutet zweimal aussprechen; Varman ist huṃ, Astra phaṭ, Vahnijāyā svāhā. Die Anrufungen bedeuten „Geierohrige“, „Ungewöhnlichäugige“, „mit herabhängenden Brüsten“, „Großbäuchige“; die Befehlswörter heißen „Entwurzele!“ und „Töte!“.

25.BKV.3: Pippalāda wird als Seher genannt, Nicṛt als Versmaß; Bhadrakālī ist die Gottheit. Der Fünf-Aṅga-Nyāsa erfolgt mit [dem Mantra] selbst.

Erläuterung: Gemeint ist der Grundmantra. Mit den ersten beiden, jeweils wiederholten Wörtern setzt man das Herz ein; mit den nächsten beiden den Kopf; mit den danach folgenden beiden den Haarschopf; mit Varman und Astra den Schutzpanzer und mit Svāhā die Waffe.

25.BKV.4: Überaus schrecklich, mit gewaltigen Fangzähnen, sehr hochgewachsen und schmalem Bauch, mit stark geröteten Augen [die nähere Wortfügung ist unsicher], langer Nase und berauscht …

25.BKV.5: … mit vollem, tiefem Laut, einer dunklen Regenwolke gleich, von Stirnrunzeln und lautem Gelächter erglühend, durch mächtige Zähne furchterregend …

25.BKV.6: … mit Fangzähnen und vor heftigem Zorn kupferroten Augen, mit langem rotem Haar, die Arme mit dem Dreizack beschäftigt, das Fleisch von Menschen und niedrigen Lebewesen verzehrend …

25.BKV.7: … ist die Göttin in tiefrote Gewänder gekleidet, Blut, Fleisch und berauschendem Trank zugetan; eine Kopfgirlande schmückt ihre Gestalt, sie trinkt Blut wie Wein …

25.BKV.8: … tanzt und lacht, von Piśāca-Scharen umgeben. Auf die Schultern eines Piśāca gestiegen, zieht sie über die Erde …

25.BKV.9: … aus Śaṅkaras Mund hervorgegangen, eine Yoginī, den Yogis lieb. Auf diese Bhadrakālī, von den Müttern umgeben, meditiert man …

25.BKV.10: … und verehrt sie sorgfältig. Danach wiederholt der Kundige den Mantra zehntausendmal zur Vollendung des Japa, ganz dem Mātṛkā-Nyāsa hingegeben.

Danach sind auch Homa und die weiteren Handlungen zu vollziehen. Die Feueropfergabe besteht nach der zuvor zitierten Aussage aus Ghee.

25.BKV.11: Was für Dhūmāvatī gelehrt wurde, wird auch mit dieser [Göttin] vollzogen. Das allgemeine Verfahren ist bereits genannt; nun folgt die besondere Vorschrift.

25.BKV.12: Man holt aus dem Wald eine gerade, lange, fehlerfreie Arka-Wurzel und Giftbaumholz; dann führt man das Feueropfer aus.

25.BKV.13: In einem leeren Haus legt man eine dreieckige Feuergrube an, entzündet darin Feuer mit Giftbaumholz und nimmt [das erwähnte Holzstück] …

25.BKV.14: … nämlich den Stab beziehungsweise Stängel des Giftgewächses. Der kundige Sādhaka und Mantrin rezitiert hundertachtmal und legt ihn ins Feuer. Fortsetzung folgt.

Druckseite 342; Fortsetzung der BKV-Reihe:

25.BKV.15: Man bestimmt einen wohlerzogenen, heldenhaften Zweimalgeborenen zum unterstützenden Sādhaka und stellt in allen Richtungen eigene Bewaffnete mit Schwertern in den Händen auf.

25.BKV.16: Rot gemacht beziehungsweise mit Blut versehen [die Fügung ist unsicher], verehrt man das Feuer voller Zorn. Nach hundertacht Wiederholungen setzt man die Spitze des Stabes in Jātavedas, das Feuer …

Unnummerierter Halbvers: … und der Mantrin opfert Siddhārthaka bei zwei Opferhandlungen beziehungsweise zu zwei Opferzeiten. Der zweite Halbvers ist im Druck ausgelassen.

25.BKV.17: Nachdem man die Stabspitze ins Feuer gelegt hat, bringt der Kundige zweitausend Opfer mit Siddhārthaka und Öl dar. Nach einer Bali-Gabe entlässt er das Feuer.

25.BKV.18: Man meditiert die Gestalt der Göttin wie eine Wolke des Weltuntergangs, mit schrecklichen roten Augen, einem auf der Spitze des Dreizacks aufgespießten Löwen und einer Girlande aus den Köpfen junger Männer, mit scharfen Fangzähnen. In der erhobenen Hand trägt sie einen Feuerbrand; vom Rausch des Bluttranks ist ihr Geist bewegt. Überaus schrecklich, versetzt sie die Feinde in Schrecken [eine Wortfügung ist unsicher]; furchtbar sind die Schläge des steinernen Stabes in ihrer Hand.

25.BKV.19: Man stellt sich vor, dass sie mit dem Feuerbrand in der rechten Hand zum Haus des Feindes geht und ihn aus der Ferne schleudert, erzürnt, im Luftraum stehend.

25.BKV.20: Danach geht man mit dem Helfer schweigend zu einem heiligen Badeplatz. Man badet, reinigt sich und steht bis zum Hals im Wasser …

25.BKV.21: … um gesammelt Sudarśana, Durgā und Sāvitrī zu rezitieren: eintausendacht [Wiederholungen der ersten Formel], die anderen jeweils hundertmal. Eine Fußnote bietet „tausend“; die Zahl wird nicht stillschweigend vereinheitlicht.

25.BKV.22: Mit Kopftuch und Gewand bekleidet, geht man mit dem Helfer zum Tempel und vollzieht dort eine große Verehrung des Gottes, der das Diskusrad trägt [Viṣṇu].

25.BKV.23: Seine beiden Füße ergreifend [beziehungsweise sich ihnen anvertrauend], wiederholt der Kundige den Mantra hunderttausendmal je Silbe. Nachdem ebenso viele Wiederholungen über dem Krug vollzogen sind, lässt er den eigenen Körper begießen [die genaue Fügung zu den Vollziehenden ist unsicher].

25.BKV.24: Man gibt die vorgeschriebene Dakṣiṇā und lässt ein Beschwichtigungsfeueropfer ausführen. Oder man wiederholt Durgā hunderttausendmal und ebenso Sāvitrī.

25.BKV.25: Nach der rituellen Begießung mit diesen beiden [Mantras] speist man nach seinen Möglichkeiten Zweimalgeborene. Nachdem man nach seinen Möglichkeiten Dakṣiṇā gegeben hat, gilt der Sādhaka als vollendet.

25.BKV.26: Dieses Verfahren des Rudra-Stabes ist furchtbar und soll im Kampf vernichten. Einst, heißt es, wurde es von Hara im Krieg zwischen Göttern und Asuras geschaffen.

25.BKV.27: Seine Anwendung kann ich nicht [vollständig] lehren; dennoch werde ich das bloße Verfahren für Feindschaft, Vertreibung und die weiteren [Zwecke] beschreiben.

25.BKV.28: Auf eine Bibhīta-Tafel schreibt der Kundige den Mantra, mit dem Namen des Feindes verschränkt, rezitiert zornig und vergräbt die Tafel im „Wald der Ahnen“, der Verbrennungsstätte.

25.BKV.29: Dies solle sogar Unbewegliches schnell vertreiben — wie viel mehr Menschen, Beste unter den Zweimalgeborenen. Von Einsichtigen soll es nicht ausgeführt werden. Die Quelle setzt hier selbst eine ausdrückliche Einschränkung.

25.BKV.30: Ebenso vergräbt man es in dessen Dreieck mit der Vorderseite nach unten. Nach Rezitation bestreicht man es mit Pulver von Dhattūra-Samen und legt es weg.

Unnummerierter Halbvers: Man vergräbt es; es solle die Feinde vertreiben wie vom Wind getriebenen Staub. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

Śmaśānakālī

Neue SMK-Reihe:

25.SMK.1: Man schreibt das Sprach-Bīja, Māyā, danach Lakṣmī und anschließend Kāmarāja: diese vier Bījas als Umschließung von „kālike“.

Unnummerierter Halbvers: Diese [Vidyā] hat elf Silben, Herrin der Götter, und gewährt die vier Lebensziele. Die zweite Hälfte fehlt im Druck. Die Quelle gibt die Bījas hier durch ihre Namen an.

Ihr Verehrungsdiagramm:

25.SMK.2: Ein achtblättriger Lotus, ein Kreis und außen das Erdfeld mit vier Toren; in die Mitte schreibt man den Grundmantra.

25.SMK.3: Auf die acht Blätter schreibt man die acht Lautgruppen, beginnend mit der ka-Gruppe; auf das Erdfeld schreibt man das erste [Bīja], in die vier [Bereiche] … Der Rest dieser Angabe fehlt bereits im Druck.

Druckseite 343; Fortsetzung der Śmaśānakālī-Beschreibung:

Unnummerierter Halbvers: Von Osten aus an den vier Enden und in der Mitte verehre man die Göttin. Der übrige Halbvers fehlt im Druck.

Verehrungsverfahren: Nach den Morgenhandlungen bis zum Prāṇāyāma erfolgt der Nyāsa des Sehers und der weiteren Zuordnungen: „Verehrung dem Seher Bhṛgu“ am Kopf; „dem Versmaß Nicṛt“ am Mund; „der Gottheit Śmaśānakālikā“ am Herzen; „dem Sprach-Bīja“ im verborgenen Körperbereich; „der Māyā-Śakti“ an den Füßen; „dem Kāmarāja-Kīlaka“ am ganzen Körper. Danach:

aiṃ hṛdayāya namaḥ | hrīṃ śirase svāhā | śrīṃ śikhāyai vaṣaṭ | klīṃ kavacāya hum | kālike netratrayāya vauṣaṭ | aiṃ hrīṃ śrīṃ klīṃ astrāya phaṭ — Herz, Kopf, Haarschopf, Schutzpanzer, drei Augen und Waffe mit ihren Abschlussformeln.

Meditation; neue SMD-Reihe:

25.SMD.1: [Man meditiere] die Göttin, dunkel wie ein Berg aus Augenschminke, in der Verbrennungsstätte wohnend, rotäugig, mit offenem Haar, durch ihr ausgemergeltes Fleisch überaus furchterregend …

25.SMD.2: … mit gelbbraunen Augen; in der linken Hand [trägt sie ein Gefäß] voller Wein und mit Fleisch, in der rechten einen frisch abgetrennten Kopf, die Glückverheißende …

25.SMD.3: … mit lächelndem Gesicht, stets damit beschäftigt, rohes Fleisch zu kauen, mit vielerlei Schmuck geschmückt, unbekleidet und immer von berauschenden Getränken trunken.

25.SMD.4: So meditiert man die Göttin und vollzieht Japa, besonders auf der Verbrennungsstätte, oder auch zu Hause tausendmal, mit Fisch, Fleisch und guten Speisen [als Gaben].

Unnummerierter Halbvers: Unbekleidet vollziehe man nachts gesammelt die große Verehrung. Der Rest fehlt im Druck. Es handelt sich um die historische Ritualdarstellung.

Am Ende der Verehrung meditiert man, bringt geistige Gaben dar und richtet das Arghya her. Nach erneuter Meditation und Verehrung mit den fünf Gaben verehrt man Brāhmī und die übrigen auf den Blättern, außerhalb Asitāṅga und die weiteren [Bhairavas]. Das Puraścaraṇa besteht aus 1.100.000 Wiederholungen. Als Beleg wird zitiert: „Hunderttausendmal je Silbe wiederhole man den Mantra; ein Zehntel davon bringe man als Feueropfer dar.“

Ein anderer Mantra; neue SMV-Reihe:

25.SMV.1: Man schreibt das Kāma-Bīja, dann „kālikāyai“ und am Ende „namaḥ“. Dies ist, Herrin der Götter, ein vortrefflicher siebensilbiger Mantra. Aus den ausdrücklich genannten Bestandteilen: klīṃ kālikāyai namaḥ — Verehrung Kālikā, mit dem Kāma-Bīja.

Unnummerierter Halbvers: Der Sechs-Aṅga-Nyāsa gehört Kālikā; alles Weitere entspricht dem vorigen Verfahren. Der Rest fehlt im Druck.

Ārdrapaṭī: Die Quelle gibt die Formel durch eine Mischung aus Chiffren und Wörtern an: Praṇava, Hṛdaya [Namaḥ], dann bhagavati cāmuṇḍe raktavāsasī apratihatarūpaparākrame ’mukavadhāya vicetase, Vahnivallabhā [Svāhā]. Sinngemäß: „Erhabene Cāmuṇḍā, rot Gewandete, von unaufhaltsamer Gestalt und Macht, zur Tötung der bezeichneten Person …“; vicetase bleibt in dieser Anrede grammatisch unsicher. In ein feuchtes, mit Alaktaka gefärbtes Tuch gehüllt, soll man am Ufer eines zum Meer fließenden Flusses oder auf unfruchtbarem Boden, nach Süden gewandt und mit erhobenen Armen, rezitieren. Der Text behauptet, während das Tuch trockne, würden die Lebenskräfte des Feindes austrocknen.

Gharmaṭikā; neue GHM-Reihe:

25.GHM.1: Zuerst zweimal „gharmaṭike“, dann zweimal „markīrike“, [darauf] „ghore vidveṣakāriṇi vidveṣo dveṣakāriṇi“ …

25.GHM.2: … danach „ghorāghorayoḥ“, dann „amukāmukayoḥ“, zweimal „vidveṣaya“, Huṃ und Phaṭ: So wird die Gharmaṭikā-Vidyā gelehrt.

Erläuterung: Auch hier gilt das vorige Verfahren; als Wirkung wird das Hervorrufen von Feindschaft genannt. Die ungewohnten Namensformen und die grammatisch unsichere Fügung werden nicht stillschweigend geändert. „Amuka“ bezeichnet die einzusetzenden Namen, „vidveṣaya“ heißt „Mache einander feind“.

Śmaśānabhairavī: śmaśānabhairavi nararudhirāntravasābhakṣiṇi siddhiṃ me dehi mama manorathān pūraya huṃ phaṭ svāhā — „Bhairavī der Verbrennungsstätte, die Menschenblut, Eingeweide und Fett verzehrt, gib mir Vollendung; erfülle meine Wünsche. Huṃ phaṭ svāhā.“

Jvālāmālinī: oṃ namo bhagavati jvālāmālini gṛdhragaṇaparivṛte huṃ phaṭ svāhā — „Oṃ, Verehrung, erhabene Jvālāmālinī, von Geierscharen umgeben. Huṃ phaṭ svāhā.“ Mit diesen Mantras, so die Quelle, sollen sämtliche grausamen Ritualhandlungen ausgeführt werden. Beim Mahākālī-Mantra wird dagegen kein Nyāsa und dergleichen vollzogen, entsprechend der zitierten Aussage, dass hier keine Prüfung von Nyāsa, Reinigung und Weiterem nötig sei. Das Verfahren wurde schon beschrieben.

Jvālāmālinīs Verfahren; neue JVM-Reihe:

25.JVM.1: „Oṃ namo“ gilt als Herz, „bhagavati“ als Kopf; „jvālāmālini“ als Haarschopf, danach „gṛdhragaṇaparivṛte“ …

Unnummerierter Halbvers: … als Schutzpanzer, Svāhā als Waffe: Mit den jeweiligen Abschlussformeln setzt man dies in den Körper ein. Der restliche Halbvers fehlt. Die Prosa gibt als Anfang nur „oṃ hṛdayāya namaḥ“ und so weiter, während der Vers „oṃ namo“ nennt.

25.JVM.2: So soll der im Japa Bewährte den Mantra mit Sammlung wiederholen: achttausendmal, dreiundzwanzig Tage lang.

25.JVM.3: Die tägliche Übung, heißt es, gewährt unzweifelhaft Vollendung. Durch bloßes Erinnern solle der Mantrin alle Feinde vernichten.

Weiter aus dem Phetkārīya: Mit einer hier dicht und nicht sicher lesbaren Formel, die mit Oṃ beginnt und eine Folge von ṭha-Lauten mit Vokalen enthält, [bearbeitet man] einen fünf Fingerbreiten langen Pflock aus Schakalknochen … Die Handlung setzt sich auf der nächsten Seite fort. Die unentzifferte Lautfolge ist in beiden Sanskritfassungen lokal markiert.

Druckseite 344; Fortsetzung der unnummerierten Phetkārīya-Passage. Historische Schadens- und Beeinflussungsrituale:

Den fünf Fingerbreiten langen Schakalknochen-Pflock bespricht man tausendmal. Vergräbt man ihn im Haus einer Person oder unter Nennung ihres Namens auf der Verbrennungsstätte, so solle sie wahnsinnig werden.

Eine weitere Formel besteht aus Oṃ, einer Folge von ḍa mit den Vokalen a, ā, i, ī, u, ū, e, ai, o, au und den Nasal- beziehungsweise Visarga-Abschlüssen, dann „Ergreife die bezeichnete Person“ zweimal und den Schlusslauten Huṃ, ṭhaḥ, ṭhaḥ. Die eng gedruckten Zeichen sind in der Sanskritfassung mit einem Prüfvermerk erfasst. Damit wird ein eine Handspanne langer Pflock aus Menschenknochen tausendmal besprochen und im Haus der Zielperson oder auf der Verbrennungsstätte vergraben; dies solle deren gesamten Haushalt vernichten. Das Herausnehmen des Pflocks solle Beschwichtigung bewirken.

Als Beschwichtigungsformel folgt oṃ haṃsaḥ saṃ saṃ haḥ amukasya śāntir bhavatu svāhā — „Oṃ [Bījas], möge für die bezeichnete Person Friede eintreten, Svāhā.“ Mit dieser Formel wird ein Milchopfer mit Ghee und Honig dargebracht; so, heißt es, trete Beschwichtigung ein.

Eine entsprechende Folge mit ḍha-Lauten, danach zweimal „Töte die bezeichnete Person“ und Schluss-Bījas, begleitet einen dreizehn Fingerbreiten langen Pflock aus Eselsknochen. Nach tausend Wiederholungen wird er mitten im Scheiterhaufen vergraben; die Zielperson solle an Fieber zugrunde gehen.

Eine weitere, nach dem vergrößerten Druckbild mit ṇa gelesene Vokalfolge begleitet einen sechs Fingerbreiten langen Pflock aus Khadira-Holz. Nach tausend Wiederholungen wird er im Haus der Zielperson oder unter ihrem Namen auf der Verbrennungsstätte vergraben; dies solle alles Ihrige vernichten. Die Lautfolgen bleiben mit ihren örtlichen Leseunsicherheiten erhalten und werden nicht als gesicherte Rezitationsanweisung ausgewiesen.

Befreiung aus Fesseln: Es folgt ein teilweise verderbter Mantra an Nirṛti, beginnend mit oṃ namo nirṛte tigmatejo. Er spricht von einer durch Yama gegebenen Fessel und dem Aufstieg zum Himmelsraum; die mittleren Wortfügungen und der Schluss lassen sich aus dem Druck nicht zuverlässig vollständig übersetzen. Die beschädigten Stellen werden lokal kenntlich gemacht. Für diesen Nigadabhañjana-Mantra ist Prajāpati der Seher, Nirṛti die Gottheit, Triṣṭubh das Versmaß; seine Zweckbestimmung ist die Beseitigung von Fesselung und ähnlicher Bedrängnis. Nach dem Nyāsa dieser Zuordnungen sollen zehntausend Wiederholungen aus der Not der Gefangenschaft befreien.

Ciṭi-Mantra; neue CIT-Reihe:

25.CIT.1: Tārā [Oṃ], zweimal „ciṭi“, danach „caṇḍāli“; sie mit Hṛt [Namaḥ] am Anfang aussprechend, dann „amukaṃ me“ …

25.CIT.2: … „vaśam ānaya“ und das ṭha-Paar [Svāhā]: So wird der Ciṭi-Mantra gelehrt. Durch dieses Verfahren solle man Herrscher in sieben Tagen unter seinen Einfluss bringen. „Amukaṃ me vaśam ānaya“ bedeutet „Bringe die bezeichnete Person unter meinen Einfluss“. Die Namens- und Wortvarianten bleiben im Sanskritapparat erhalten.

25.CIT.3: Man schreibt ihn auf ein Palmblatt, mit dem Namen der Zielperson verschränkt, legt es in mit Milch vermischtes Wasser und lässt es nachts sieden.

25.CIT.4: Die Zielperson solle dadurch gefügig werden; daran sei nicht zu zweifeln. Man schreibt ihn auf ein Palmblatt und vergräbt dieses im Haus beziehungsweise Heiligtum der Bhadrakālī.

Unnummerierter Halbvers: Dieses Verfahren wird zur Beeinflussung aller Lebewesen gelehrt. Der restliche Halbvers fehlt im Druck.

Ākarṣaṇa: historische Anziehungsrituale

Neue AK-Reihe:

25.AK.1: Nun beschreibe ich kurz die Verfahren der Anziehung, wie sie im Tripurā-Tantra und im Bhūtaḍāmara zu finden sind.

25.AK.2: Man entnimmt das Śrī-Bīja, das Manmatha-Bīja und das Lajjā-Bīja, setzt Praṇava an den Anfang und danach „tripurādevi“ …

25.AK.3: … zweimal „amukī“ und zweimal „ākarṣaya“. Diesen mit Svāhā endenden Mantra stellt man zusammen und rezitiert ihn zehntausendmal. „Amukī“ bezeichnet die einzusetzende weibliche Zielperson; „ākarṣaya“ heißt „Ziehe herbei“.

25.AK.4: Man zeichnet mit rotem Sandel und Kuṅkuma ein Sechseck. Der Mantrin vollzieht den Sechs-Aṅga-Nyāsa mit dem Lajjā-Bīja …

25.AK.5: … mit den sechs langen Vokalen sowie Nāda und Bindu, und verehrt sie mit roten Blumen, ungebrochenen Reiskörnern, Räucherwerk und Speisegaben.

25.AK.6: Im Geist stellt man sich die Göttin dreiäugig vor, mit dem Mond als Kopfschmuck, wie die Strahlen der aufgehenden Sonne leuchtend, ihre Gestalt zinnoberrot …

25.AK.7: … mit einem Lotus in der rechten Hand und einer Gebetskette in der linken. Durch die Kraft dieses Mantras solle man sogar Rambhā und Urvaśī …

25.AK.8: … unzweifelhaft herbeiziehen können, wie viel mehr eine menschliche Frau. Man schreibt auf Birkenrinde mit einer Flüssigkeit aus Kuṅkuma und Alaktaka …

25.AK.9: … vermischt mit Kāśmīra, Agaru, Kastūrī und Rocanā sowie Blut vom Ringfinger, und rezitiert den Kamalākṣī-Mantra:

oṃ śrīṃ kamalākṣi amukīṃ ākarṣaya ākarṣaya huṃ phaṭ — „Oṃ śrīṃ, Lotusäugige, ziehe die bezeichnete Frau herbei, ziehe sie herbei, huṃ phaṭ.“ Das Wiederholungszeichen der Quelle ist hier ausgeschrieben. Es handelt sich um die historische Absicht der Formel, nicht um eine heutige Praxisempfehlung.

25.AK.10: Diesen Mantra wiederholt man zunächst tausendmal; dann bringt der Kundige [die Schrift] auf Birkenrinde an und formt daraus ein Kügelchen beziehungsweise eine kleine Kapsel. Fortsetzung folgt.

Druckseite 345; Fortsetzung der AK-Reihe:

25.AK.11: [Das Kügelchen] umhüllt man mit einem Brei aus Erde vom Fußabdruck der Zielperson. In der Sonnenwärme getrocknet, wird es nochmals dreifach umwickelt.

25.AK.12: Man fertigt ein weibliches Abbild, legt das Kügelchen in dessen Bauch und setzt die Darstellung der Zielperson in ein Gefäß.

25.AK.13: Nachts an einem einsamen Ort, der Richtung jener [Person] zugewandt, wiederholt der Sādhaka den Mantra, soweit sein Geist [zu ihr] geht, ihre Gestalt vergegenwärtigend [die Fügung ist mehrdeutig] …

Unnummerierter Halbvers: … bis sie aufgewühlt herbeikomme, ihre Gestalt von Liebesverlangen ermattet. Der restliche Halbvers fehlt im Druck. Hier endet die historische Anziehungsbeschreibung.

Vidveṣaṇa: Entzweiung

Neue VID-Reihe:

25.VID.1: Von zweien, die einander feindlich zum Kampf antreten und miteinander kämpfen, nimmt der Sādhaka den von ihren Krallen beziehungsweise Nägeln aufgewirbelten Staub.

25.VID.2: Durch Treffen [der Zielpersonen] mit diesem Staub solle Feindschaft entstehen, gewiss auch zwischen dem Gegner und seinem Freund.

25.VID.3: Mit Büffel- und Pferdemist sowie Kuhurin schreibt man die Namen zweier Personen; zwischen diesen solle rasch gegenseitige Feindschaft entstehen.

25.VID.4: Mit Büffel- und Pferdeblut schreibt man die Namen auf ein Tuch von der Verbrennungsstätte; zwischen den so Bezeichneten solle gegenseitige Feindschaft entstehen.

25.VID.5: In die Mitte eines sechseckigen Diagramms [schreibt man] den Namen des Feindes samt dem Mantra, den ich nun als Mahābhairava-Mantra lehre:

oṃ namo mahābhairavāya śmaśānavāsine amukāmukayor vidveṣaṃ kuru kuru muru muru svāhā — „Oṃ, Verehrung Mahābhairava, der auf der Verbrennungsstätte wohnt. Erzeuge Feindschaft zwischen den beiden bezeichneten Personen, erzeuge sie; muru muru, svāhā.“ „Muru muru“ steht so im Druck und bleibt unübersetzt; eine Variante bietet „kuru kuru huṃ phaṭ“.

25.VID.6: Diesen Mantra schreibt man dort hinein; Feindschaft solle sicher entstehen. Nun will ich ein anderes, auf Erden schwer zugängliches Verfahren lehren.

Unnummerierter Halbvers: Allein durch seine Kenntnis solle sicher Feindschaft unter den Gegnern entstehen. Der übrige Halbvers fehlt.

oṃ namo bhagavati śmaśānakālike amukaṃ vidveṣaya vidveṣaya hana hana paca paca matha matha huṃ phaṭ svāhā — „Oṃ, Verehrung, erhabene Śmaśānakālikā; mache die bezeichnete Person feind, mache sie feind; schlage, schlage; verbrenne, verbrenne; zermalme, zermalme; huṃ phaṭ svāhā.“

25.VID.7: Mit diesem Mantrakönig vollzieht der Kundige gesammelt die Handlung, in der Feuergrube mit Nimba-Blättern, die mit scharfem Öl versehen sind …

25.VID.8: … nachdem er mit Khadira-Holz ein von der Verbrennungsstätte stammendes Feuer entzündet hat. Zehntausend [Opfergaben] folgen, mit Sesam, Gerste und ungebrochenen Reiskörnern.

25.VID.9: Dabei stellt er sich die Göttin zornig vor, wie ein Saphir leuchtend, himmelsdunkelblau, überaus wild, Götter und Asuras niederwerfend …

25.VID.10: … dreiäugig, sehr schrecklich, mit allem Schmuck versehen, Schädelschale und gebogenes Messer in den Händen, über Sonne und Mond stehend …

25.VID.11: … auf einem Leichengefährt, von Totengeistern und Bhairavas umgeben, im „Wald der Ahnen“ wohnend und alle Vollendungen gewährend.

25.VID.12: Mit verschiedenen Blumen, Bali-Gaben und Ziegenopfern vollzieht man das Feueropfer, nachdem man Maheśānī mit hingebungsvollem Geist verehrt hat.

25.VID.13: Man nimmt die Asche, bespricht sie und bewahrt sie auf. Wen man damit trifft, unter solchen Menschen solle Feindschaft entstehen.

25.VID.14: Wenn das Feuer kalt würde, die Sonne auf die Erde fiele, das Meer austrocknete und der Mond herabstürzte …

25.VID.15: … erst dann, Göttin, wäre dieser schwer zugängliche König der Verfahren unwirksam. [Man zeichnet] ein sechseckiges großes Diagramm, mit den Namen der Feinde beschriftet …

Unnummerierter Halbvers: … und der Sādhaka soll mit den zuvor genannten Stoffen Feindschaft hervorrufen. Der übrige Halbvers fehlt.

oṃ drāṃ vidveṣiṇi amukāmukayor vidveṣaṃ kuru kuru svāhā — „Oṃ drāṃ, Feindschaft Bewirkende, erzeuge Feindschaft zwischen den beiden bezeichneten Personen, erzeuge sie, svāhā.“

25.VID.16: Diesen Mantra schreibt man mit den zuvor genannten Stoffen außen um das Yantra. So solle gegenseitige Feindschaft entstehen; dieses Verfahren gehört zum Kubjikāmata.

Uccāṭana: Vertreibung

Die Druckzählung wird fortgeführt:

25.VID.17: Nun will ich das Vertreibungsverfahren lehren, wie es im Śrīmatottara beschrieben wird. Auf eine Nimba-Tafel schreibt man den Namen mit Büffel- und Pferdemist.

Unnummerierter Halbvers: Dafür ist anschließend ein Schreibgerät aus einer Krähenfeder zu verwenden. Die zweite Hälfte fehlt im Druck; die Beschreibung setzt sich fort.

Druckseite 346; Fortsetzung der VID-Reihe:

oṃ namaḥ kākatuṇḍi dhavalāmukhi amukam uccāṭaya uccāṭaya huṃ phaṭ — „Oṃ, Verehrung, Krähenschnäblige, Weißgesichtige; vertreibe die bezeichnete Person, vertreibe sie, huṃ phaṭ.“

25.VID.18: Man verehrt diesen Mantra und schreibt ihn mit den zuvor genannten Stoffen; dann opfert man ein vollständiges Krähennest von einem Nimba-Baum im Feuer.

25.VID.19: Man holt Feuer von der Verbrennungsstätte, entzündet es mit Dhattūra-Holz und unterhält es mit Mahātaila [einem so bezeichneten Öl] oder scharfen Stoffen.

25.VID.20: Mit dem zuvor genannten Mantra [opfert man] das Blatt, mit Rājikā getränkt beziehungsweise versehen [die Druckfügung ist unsicher], nachdem man Dhavalāmukhī mit den fünf Gaben verehrt hat.

25.VID.21: Der Mantrakundige streut die Asche über das Haus des Feindes, seinen Geist auf die Meditation gerichtet; dies solle den Feind vertreiben.

25.VID.22: [Die Meditation zeigt] die große Göttin rauchfarben, dreiäugig, mit dem Mond als Kopfschmuck, mit aufgetürmtem Flechthaar und einem Tigerfell als Gewand …

25.VID.23: … mit mageren Gliedern, einer Knochengirlande, einem gebogenen Messer in ihren Lotushänden, tief liegenden Augen, großen Fangzähnen und einem Bauch wie die Unterwelt.

25.VID.24: Mit dieser geistigen Vorstellung wird die Vertreibung des Feindes vollzogen. Dieses Verfahren wird im Vīratantra gelehrt, Maheśvarī.

Unnummerierter Halbvers: Man soll es sorgfältig geheim halten und niemals offenbaren. Der übrige Halbvers fehlt im Druck.

25.VID.25: An einem Tag mit der Verbindung von Saturn und Mars [die astrologische Fügung saurārayoga ist unsicher] nimmt man einen vier Fingerbreiten langen Menschenknochen, bestreicht ihn mit Niśā-Paste [traditionelle Stoffbezeichnung] und legt ihn in eine Grube [die nähere Ortsangabe ist unklar].

Unnummerierter Halbvers: Innerhalb einer Woche solle dies den Feind vertreiben. Der Rest fehlt.

Die Formeln lauten huṃ amukasya uccāṭanaṃ kuru kuru svāhā — „Huṃ, bewirke die Vertreibung der bezeichneten Person, bewirke sie, svāhā“ — und (huṃ amukaṃ) hana hana svāhā — „[Huṃ, die bezeichnete Person] schlage, schlage, svāhā“. Die Klammer steht bereits im Druck.

Mantras für eine leichte Geburt: oṃ manmatha manmatha vāhi vāhi lambodara muñca muñca svāhā — „Oṃ, Manmatha, Manmatha, führe beziehungsweise trage, führe; Großbäuchiger, löse, löse, svāhā.“ Ferner: oṃ muktāḥ pāśā vipāśāś ca muktāḥ sūryeṇa raśmayaḥ | muktaḥ sarvabhayād garbha ehy ehi mā vira (cira) svāhā — „Oṃ, gelöst sind die Fesseln und Bande, freigesetzt die Strahlen durch die Sonne. Von aller Furcht befreit, Kind im Mutterleib, komm, komm; zögere nicht [Druckkorrektur zu cira], svāhā.“ Die Quelle schreibt vor, Wasser achtmal mit beiden Formeln zu besprechen und zu trinken, und verspricht dadurch eine leichte Geburt. Dies ist ein historisches Heilungsversprechen, keine medizinische Anleitung.

Unsichtbarkeitsverfahren; neue ADR-Reihe:

25.ADR.1: Mit fünf Dochten aus Arka-, Śālmalī-, Baumwoll-, Seiden- und Lotusfasern [richtet man Lampen] in fünf Menschenschädeln ein …

25.ADR.2: … mit Menschenfett als Brennstoff. Den Ruß lässt man sorgfältig von fünf [Personen] in einem Menschenschädel sammeln, wie zuvor, in einem Śiva-Heiligtum.

25.ADR.3: Den an fünf Stellen entstandenen [Ruß] vereinigt man und trägt ihn als Augenschminke auf. Dadurch, behauptet der Text, werde man sogar für Götter unsichtbar.

Der Mantra lautet: oṃ huṃ phaṭ kāli kāli mahākāli māṃsaśoṇitaṃ khādaya khādaya devi mā paśyatu mānuṣeti huṃ phaṭ svāhā — „Oṃ huṃ phaṭ, Kālī, Kālī, Mahākālī, verzehre Fleisch und Blut, verzehre sie; Göttin, kein Mensch möge [mich] sehen, huṃ phaṭ svāhā.“ Der Ruß wird nach der Quelle 1.008-mal besprochen und an die Augen gegeben; dies solle Unsichtbarkeit in den drei Welten bewirken. Auch diese Aussage wird als historische Ritualvorstellung wiedergegeben.

Yoginī-Sādhana

Aus dem Bhūtaḍāmara; neue YOS-Reihe:

25.YOS.1: Nun will ich das vortreffliche Yoginī-Sādhana lehren, „Verwirklichung aller Ziele“ genannt, das den verkörperten Wesen sämtliche Vollendungen gewähren soll.

25.YOS.2: Überaus geheim ist diese Mahāvidyā, selbst den Göttern schwer zugänglich. Durch die Verehrung dieser [Yoginīs] wurde der Herr der Yakṣas zum Herrn des Reichtums.

25.YOS.3: Als Erste unter ihnen will ich dir, Geliebte, die Schöne der Götter lehren. Allein durch ihre Verehrung, heißt es, erlange ein Mensch Königsherrschaft.

25.YOS.4: Morgens steht man auf und vollzieht das heilsame Bad und die weiteren Handlungen. Dann begibt man sich zum Heiligtum und vollzieht Ācamana.

25.YOS.5: Mit Praṇava, danach „sahasrāra huṃ phaṭ“, vollzieht man die Bindung der Richtungen. Anschließend führt der Mantrakundige Prāṇāyāma mit dem Grundmantra aus.

25.YOS.6: Mit Māyā [Hrīṃ] vollzieht man den Sechs-Aṅga-Nyāsa. Man zeichnet einen achtblättrigen Lotus, [schreibt] darauf den Mantra und setzt Leben ein.

25.YOS.7: Nachdem man die Göttin auf dem Sitz verehrt hat [Variante: sie auf den Sitz eingeladen hat], meditiert man die der Welt liebe Göttin: mit einem Gesicht wie der Vollmond, hell und in verschiedenartige Gewänder gekleidet … Fortsetzung folgt.

Druckseite 347; Fortsetzung der YOS-Reihe. Die folgenden Beziehungen und Wirkungsversprechen gehören zur überlieferten Yoginī-Sādhana-Darstellung.

25.YOS.8: … mit vollen, hohen Brüsten, anmutig, allwissend und Furchtlosigkeit gewährend. Nach dieser Meditation bringt man mit dem Grundmantra die glückverheißenden Gaben dar, beginnend mit Fußwaschwasser.

25.YOS.9: Danach bietet man mit dem Grundmantra Räucherwerk und Speisen an, Duftstoff, Sandel, Betel und schönen Kampfer.

25.YOS.10: Nach Praṇava [Oṃ] folgt Bhuvaneśī [Hrīṃ], „āgaccha surasundari“ und Vahnijāyā [Svāhā]. Diesen Mantra rezitiert man jeden Tag zu den drei Tagesübergängen …

25.YOS.11: … jeweils tausendmal, dabei stets die Göttin meditierend. Am Monatsende bringt der Kundige den ganzen Tag hindurch Bali und schöne Verehrung dar …

25.YOS.12: … und wiederholt den Mantra; zur Mitternacht soll Sundarī kommen. Wenn sie die Festigkeit des Sādhaka erkennt, kommt sie in seine Wohnstätte.

25.YOS.13: Wohlgestimmt und stets lächelnd steht sie vor ihm. Wenn der vortreffliche Sādhaka die Göttin sieht, soll er Fußwaschwasser und die weiteren glückverheißenden Gaben darbringen …

25.YOS.14: … guten Sandel und Blumen; seinen Wunsch kennend, spricht er sie hingebungsvoll als Mutter, Schwester oder Gattin an.

25.YOS.15: Wird sie als Mutter angesprochen, gibt sie täglich Vermögen, schöne Güter und die erbetene Herrschaft.

25.YOS.16: Sie beschützt ihn in der Welt wie einen Sohn — wahrlich, wahrlich, ganz gewiss. Was in der Gegenwart geschieht, was vergangen ist und was künftig sein wird …

25.YOS.17: … all dies, heißt es, teilt sie dem Sādhaka mit. Als Schwester gibt sie Güter und himmlische Gewänder.

25.YOS.18: Sie bringt täglich eine himmlische Frau beziehungsweise eine Nāga-Frau herbei und gibt Tag für Tag alles, worum er bittet.

25.YOS.19: Sie beschützt ihn wie einen Bruder und erfüllt seine inneren Wünsche. Wenn die anmutige Göttin jedoch die Gattin des Sādhaka wird …

25.YOS.20: … so gilt der vortreffliche Sādhaka als König über alle Könige der Welt; im Himmel, unter den Sterblichen und in der Unterwelt soll er sich überall frei bewegen können.

25.YOS.21: Was die Göttin ihm alles gibt, lässt sich nicht vollständig sagen. Der vortreffliche Sādhaka vereinigt sich mit ihr.

25.YOS.22: Er muss den Verkehr mit anderen Frauen aufgeben, andernfalls, so die Quelle, gehe er zugrunde. [Zweite Form:] Nun will ich ein anderes, einst von Brahmā geschaffenes Sādhana lehren.

25.YOS.23: Man begibt sich an ein Flussufer und vollzieht Bad und die weiteren Handlungen. Alles erfolgt wie zuvor; mit Sandel zeichnet man ein Maṇḍala.

Unnummerierter Halbvers: Man schreibt ihren Mantra hinein, lädt Manoharā ein und meditiert sie. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

25.YOS.24: Mit Augen wie eine Antilope, dem Gesicht wie der Herbstmond, Lippen wie Bimba-Früchte, mit Sandelduft gesalbt, in chinesische Seide gekleidet, mit vollen Brüsten, anmutig und dunkel: die Vielgestaltige, die stets Wünsche erfüllt.

25.YOS.25: Nach dieser Meditation verehrt man die Göttin mit Agaru-Räucherwerk, Duftstoff, Blumensaft sowie Betel und weiteren Gaben.

25.YOS.26: Tārā [Oṃ], Māyā [Hrīṃ], „āgaccha manohare“ und Pāvakavallabhā [Svāhā]: Diesen Mantra wiederhole man täglich zehntausendmal mit heiterem Geist.

25.YOS.27: Am Monatsende widmet man den ganzen Tag dem Japa und rezitiert bis Mitternacht. Wenn sie erkennt, dass der Sādhaka standhaft ist …

25.YOS.28: … kommt Manoharā wohlgestimmt zu ihm und spricht: „Wähle rasch den Segen, den du im Herzen trägst.“

25.YOS.29: Der vortreffliche Sādhaka verehrt Manoharā freudig und hingebungsvoll mit Fußwaschwasser und den übrigen Gaben, mit Sandel, Wasser und Blumen, mit eigener Hand [die genaue Zuordnung von hastena ist offen].

25.YOS.30: So verehrt und erfreut, lässt sie das Erbetene gedeihen und gibt dem Sādhaka täglich hundert [Einheiten] Gold.

25.YOS.31: Er soll alles ohne Rest ausgeben; bleibt etwas zurück, wird sie nichts mehr geben. Er darf keine andere Frau aufsuchen — dies, heißt es, sei wahrhaftig gelehrt.

25.YOS.32: Ungehinderte Bewegung soll ihm zuteilwerden, ohne Zweifel. Diese Vidyā habe ich dir gelehrt; selbst Götter und Asuras sollen sie gut geheim halten.

25.YOS.33: Durch Zuneigung und Hingabe an dich bin ich gebunden, höchste Herrin. [Dritte Form:] Nun will ich die Mahāvidyā lehren; höre mit ungeteilter Aufmerksamkeit, Geliebte.

Druckseite 348; Fortsetzung der YOS-Reihe:

25.YOS.34: Der vortreffliche Sādhaka geht unter einen Vaṭa-Baum und verehrt die Göttin. Mit Māyā [Hrīṃ] vollzieht er Prāṇāyāma und den Sechs-Aṅga-Nyāsa.

25.YOS.35: Er bringt sogleich eine Fleisch-Bali dar und verehrt sie gesammelt. Täglich gibt er ihr Arghya mit übrig gebliebenem Blut [ucchiṣṭarakta, die Stofffügung ist unsicher].

25.YOS.36: [Man meditiert sie] mit wildem Gesicht, hell, mit lang gezogenen Augen wie Lotusblätter, Lippen wie reife Bimba-Früchte, jugendlich erscheinend, glückverheißend und alle Wünsche gewährend. Eine Variante bietet statt der Jugendbezeichnung ein rotes Gewand; eine bestimmte Alterszahl nennt diese Stelle nicht.

25.YOS.37: So meditierend wiederholt der vortreffliche Sādhaka den Mantra zehntausendmal. Sieben Tage verehrt er sie; am achten vollzieht er das vorgeschriebene Verfahren.

25.YOS.38: Täglich verehrt er sie mit Körper, Geist und Rede. Tārā [Oṃ], Māyā [Hrīṃ], Kūrca [Huṃ], danach „raktaṃ karmaṇi“ [die Mantrafügung ist nicht sicher] …

25.YOS.39: … „āgaccha kanakānte“, „vati“ und „svāhā“ ergeben den großen Mantra. Man rezitiert bis Mitternacht und bringt eine schöne Bali-Gabe dar. Die Namensfügung und das isolierte „vati“ werden nicht durch eine rekonstruierte Form ersetzt.

25.YOS.40: Wenn sie die Standhaftigkeit des Sādhaka erkannt hat, kommt sie zu seiner Wohnstätte. Erblickt er sie, bringt er Arghya und die weiteren Gaben dar.

25.YOS.41: Darauf wird sie mit ihrem Gefolge seine Gattin, verbunden mit gewünschten Genüssen und Speisen. Gewänder, Schmuck und Weiteres zurücklassend, geht sie in ihre eigene Wohnstätte.

25.YOS.42: So bleibt sie gemäß den Anweisungen des Sādhaka seine Gattin. Der Kundige soll seine eigene Gattin verlassen und sich ihr zuwenden. Dies ist eine Forderung der historischen Sādhana-Erzählung, keine heutige Beziehungsempfehlung.

25.YOS.43: [Vierte Form:] Nun lehre ich Kāmeśvarī, die alle gewünschten Früchte gewährt. Praṇava [Oṃ], Bhuvaneśī [Hrīṃ], dann „āgaccha kāmeśvari“ …

25.YOS.44: … und Vahnibhāryā [Svāhā] ergeben den großen Mantra, der den Sādhakas Freude bringen soll. Nachdem man alles wie zuvor vollzogen hat, [zeichnet man] auf schöne Birkenrinde …

25.YOS.45: … mit Gorocanā ein wohlgeschmücktes Abbild. Man besteigt das Lager und wiederholt den Mantra mit ungeteilter Aufmerksamkeit.

25.YOS.46: Einen Monat lang rezitiert der Kundige jeweils tausendmal. Gesammelt bringt er eine Lampe mit Ghee und Honig dar.

25.YOS.47: [Man meditiert] Kāmeśvarī mit mondgleichem Gesicht und Augen, die wie Bachstelzen spielen, stets beweglich, schön, mit Blumenwaffen und Pfeilen [die genaue Zusammensetzung lässt auch „Pfeile des blumenbewaffneten Kāma“ zu].

25.YOS.48: So meditiert man und wiederholt den Mantra; zur Mitternacht soll sie kommen. Zum vortrefflichen Sādhaka tretend, sagt sie: „Gib mir deine Weisung.“

25.YOS.49: Er bringt ihr freudig Fußwaschwasser und die übrigen Gaben dar, sie als Gattin betrachtend. Wohlgestimmt soll die Göttin den Sādhaka stets erfreuen.

25.YOS.50: Mit Speisen und Liebesgenuss umsorgt sie ihn stets wie ihren Gatten. Nachdem sie die Nacht in Freude und Fülle verbracht und reichen Besitz gegeben hat …

25.YOS.51: … Gewänder, Schmuck, Güter und Weiteres, geht sie am Morgen. So soll ihm täglich die gewünschte Vollendung zuteilwerden.

25.YOS.52: [Fünfte Form:] Man gestaltet auf einem Tuch ein Bild entsprechend der Meditation: goldfarben, mit hellen Gliedern, mit allem Schmuck versehen …

25.YOS.53: … mit Fußreifen, Armreifen und Halsketten, schön und lotusäugig. So meditiert man, wiederholt den Mantra und bringt vorzügliches Fußwaschwasser dar.

25.YOS.54: Mit Śrīcandana, Blumen, Jasminblüten und einem Trank [die Fügung pānataḥ bleibt unsicher] verehrt der Sādhaka sie; mit dem Grundmantra gibt er Guggulu, Räucherwerk und Licht.

25.YOS.55: Tārā [Oṃ], Māyā [Hrīṃ], dann „āgaccha ratisundari“ und Vahnijāyā [Svāhā]: Diesen Mantra wiederholt man täglich achttausendmal.

25.YOS.56: Am Monatsende vollzieht man den ganzen Tag die glückverheißende Verehrung mit Ghee-Lampe, Duftstoff, Blumen und Betel.

25.YOS.57: Der Kundige rezitiert so lange, bis Sundarī kommt. Nachdem sie den standhaften Sādhaka erkannt hat, soll sie gewiss zur Mitternacht erscheinen.

25.YOS.58: Dann verehrt er sie hingebungsvoll mit einer Jasmingirlande. Vollkommen erfreut, soll sie den Sādhaka durch liebevolle Bewirtung erfreuen.

25.YOS.59: Sie wird seine Gattin und gibt ihm den gewünschten Segen. Schmuck und Weiteres zurücklassend, geht sie am Morgen. Fortsetzung folgt.

Druckseite 349; Fortsetzung der YOS-Reihe:

25.YOS.60: Nach den Anweisungen des Sādhaka kommt beziehungsweise geht sie täglich. Auch an einem einsamen Ort oder in der Wildnis soll diese Vollendung eintreten, ohne Zweifel.

Unnummerierter Übergangsvers zwischen 60 und 62: Er soll seine Gattin verlassen und sich ihr zuwenden, andernfalls, heißt es, gehe er zugrunde. [Sechste Form:] Nun lehre ich ein weiteres Sādhana im eigenen Haus, in Śivas Nähe. Die Abschlussnummer 61 ist im Druck nicht gesetzt; der Text bleibt hier vollständig erhalten.

25.YOS.62: Vedādya [Oṃ], Bhuvaneśī [Hrīṃ], „āgaccha padmini“ und die Geliebte des Feuers [Svāhā] ergeben den großen Mantra. Alles Weitere erfolgt wie zuvor.

25.YOS.63: Mit Sandel zeichnet man ein Maṇḍala und schreibt den Grundmantra hinein. [Man meditiert sie] mit Lotusgesicht, dunkler Hautfarbe und vollen, hohen Brüsten …

25.YOS.64: … mit zarten Gliedern, lächelndem Gesicht und Augen wie rote Lotusblätter. So meditierend wiederholt man den Mantra täglich tausendmal.

25.YOS.65: Am Monatsende, zum Vollmond, verehrt man sie freudig nach der Vorschrift. Der Sādhaka setzt die Rezitation bis Mitternacht fort.

25.YOS.66: Wenn sie sieht, dass er in allem geübt ist, kommt sie zu seiner Wohnstätte. Sie wird seine Gattin und erfreut den Sādhaka auf verschiedene Weise …

25.YOS.67: … täglich durch Genussmittel, Schmuck und Weiteres. Padminī beschützt ihn in der Welt wie ihren Gatten und [gibt] stets Gold.

Unnummerierter Übergangsvers zwischen 67 und 69: Seine Gattin verlassend, soll der Sādhaka sich stets ihr zuwenden, Geliebte. [Siebte Form:] Nun lehre ich die Mahāvidyā, durch deren Erkenntnis der weise Viśvāmitra … Die Abschlussnummer 68 ist im Druck nicht gesetzt.

25.YOS.69: … die Vidyās Balā und Atibalā verwirklichte, Geliebte. Auf Praṇava [Oṃ] folgen Mahāmāyā [Hrīṃ], „naṭini“ und Pāvakapriyā [Svāhā].

25.YOS.70: So ist die Mahāvidyā gelehrt; sie soll sorgfältig geheim gehalten werden. Man begibt sich zu einem Aśoka-Baum und vollzieht das Bad wie zuvor.

25.YOS.71: Mit dem Grundmantra führt man alles gesammelt aus. [Man meditiert die Göttin] als Betörerin der drei Welten, hell und in verschiedenartige Gewänder gekleidet …

25.YOS.72: … vielfältig geschmückt, schön und im Gewand einer Tänzerin. So meditiert man und wiederholt den Mantra täglich tausendmal.

25.YOS.73: Man verehrt sie mit Fleischgaben und bietet Räucherwerk und Licht dar. Der Kundige gibt ihr stets Duftstoff, Sandel und Betel.

25.YOS.74: Einen Monat lang verehrt der vortreffliche Sādhaka sie hingebungsvoll. Am letzten Tag des Monats vollzieht er eine große Verehrung.

25.YOS.75: Zur Mitternacht versetzt sie den Sādhaka in Schrecken und steht bei ihm. Erkennt sie ihn als standhaft, kommt sie in seine Wohnstätte.

25.YOS.76: Mit allen Vidyās und einem leichten Lächeln [spricht sie]: „Wähle rasch den Segen, den du im Herzen trägst.“

25.YOS.77: Dies hörend, soll der vortreffliche Sādhaka sie innerlich liebevoll als Mutter, Schwester oder Gattin betrachten …

25.YOS.78: … und sie durch Hingabe erfreuen. Naṭinī erfüllt dies. Ist die Göttin seine Mutter, beschützt sie ihn freudig wie einen Sohn.

25.YOS.79: Sie gibt täglich hundert [Einheiten] Gold und vollendete beziehungsweise mit Siddhi verbundene Güter. Ist sie seine Schwester, [bringt sie] eine himmlische Frau, eine Nāga-Frau …

25.YOS.80: … oder eine Königstochter herbei und gibt sie ihm täglich. Der Sādhaka soll alle Nachrichten aus Vergangenheit und Zukunft kennen.

25.YOS.81: Wird die Göttin seine Gattin, gibt sie reichen Besitz und versorgt ihn mit Speisen, Gaben und gewünschtem Genuss.

25.YOS.82: Sie gibt ihm stets hundert [Einheiten] Gold, Geliebte. Was immer er wünscht, all dies gibt sie ihm, so die ausdrückliche Behauptung des Textes.

25.YOS.83: [Achte Form:] Ich werde die Mahāvidyā lehren; vernimm sie aufmerksam. Man zeichnet freudig mit Kuṅkuma eine Frauengestalt auf Birkenrinde …

25.YOS.84: … zeichnet danach einen achtblättrigen Lotus und vollzieht Nyāsa und die weiteren Handlungen, Geliebte. Nach der Einsetzung des Lebens meditiert man mit heiterem Geist …

25.YOS.85: … [die Göttin] wie reinen Bergkristall leuchtend, mit vielen Edelsteinen geschmückt, mit Fußschellen, Halsketten, Armreifen und edelsteinbesetzten Ohrringen.

25.YOS.86: So meditierend wiederholt man den Mantra täglich tausendmal. Am ersten Tag der Monatshälfte beginnend, verehrt man sie mit Blumen und den weiteren Gaben.

25.YOS.87: Mit Räucherwerk und Lampen verehrt man sie freudig zu den drei Tagesübergängen. Am Vollmond verehrt der vortreffliche Sādhaka sie mit Duftstoffen und Weiterem. Fortsetzung folgt.

Druckseite 350; Abschluss der YOS-Reihe:

25.YOS.88: [Man bringt] eine Ghee-Lampe, Räucherwerk und schöne Speisen dar und rezitiert bei Tag und Nacht mit großer Sammlung.

25.YOS.89: Zur Morgendämmerung soll sie zum Sādhaka kommen, freundlich lächelnd, und ihn mit Liebesfreuden und Speisen erfreuen …

25.YOS.90: … immer wieder auch mit Frauen aus den Scharen der Götter, Dānavas, Gandharvas, Vidyādharas, Guhyas [Yakṣas] und Rākṣasas sowie mit Edelsteinschmuck.

25.YOS.91: Sie gibt alle Arten von Speisen, die gekaut, gesogen und auf andere Weise genossen werden, sowie Güter. Was es im Himmel, in der Menschenwelt und in der Unterwelt gibt, Geliebte …

25.YOS.92: … das bringt sie nach der Weisung des Sādhaka herbei und gibt es ihm. Täglich gibt sie ihm hundert [Einheiten] Gold.

25.YOS.93: Nachdem sie dem Sādhaka einen Segen gegeben hat, geht sie in ihre eigene Wohnstätte. Durch ihren Segen, heißt es, soll er langlebig und frei von Krankheit werden …

25.YOS.94: … allwissend, schön, wohlhabend und überallhin gelangend. Der vortreffliche Sādhaka soll sich täglich mit ihr erfreuen, Göttin.

25.YOS.95: Tārā [Oṃ], Māyā [Hrīṃ], „āgacchānurāgiṇi maithunapriye“ und Vahnibhāryā [Svāhā] ergeben den Mantra, der alle Vollendungen gewähren soll. Die Anrede bedeutet „Komm, Liebende, der Vereinigung Zugewandte“.

25.YOS.96: Dies ist Madhumatī, die alle Vollendungen gewährt, Geliebte. Diese Vidyā, geheimer als das Geheime, wurde aus Zuneigung zu dir gelehrt.

Die erhabene Göttin sprach:

25.YOS.97: Ich habe das heilige, Freude gewährende Sādhana der Yakṣiṇīs gehört. Zu welcher Zeit soll es ausgeführt werden, Herr, und nach welchem Verfahren?

Unnummerierter Halbvers: Wer ist dazu berechtigt? Sage es mir kurz. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

Īśvara sprach:

25.YOS.98: Im Frühling soll der Kundige es vollziehen, von Opferspeise lebend und mit beherrschten Sinnen, stets der Meditation zugewandt und voller Verlangen nach ihrer Schau.

25.YOS.99: An einem abgelegenen Ort oder in der Wildnis, besonders in Kāmarūpa: Einen dieser Plätze aufsuchend, soll man gesammelt praktizieren.

25.YOS.100: Durch dieses Verfahren sollen sie unmittelbar erscheinen, ohne Zweifel. Alle Diener der Göttin sind hier vor allem zur Ausübung berechtigt.

Sechsunddreißig Yakṣiṇīs: weitere Überlieferung

Aus einer anderen Schrift; neue YAK-Reihe:

25.YAK.1: Aus dem Lotusmund dessen, der Tripura, Andha [Andhaka] und den Elefantendämon meisterhaft vernichtet hat [Śiva], [stammt die Lehre] im Karankinī-Tantra und in diesem Siddhaśāvara-Tantra …

25.YAK.2: … daraus will ich im gegebenen Zusammenhang einiges darlegen. Vicitrā, Vibhramā, Haṃsī, Bhīṣaṇī und Janarañjinī …

25.YAK.3: … Viśālā, Madanā, Ghaṇṭā, Kālakarṇī, Mahābhayā, Māhendrī, Śaṅkhinī, Cāndrī, Śmaśānī und Vaṭayakṣiṇī …

25.YAK.4: … Mekhalā, Vikalā, Lakṣmī, Mālinī, Śatapatrikā, Sulocanā, Suśobhā und die weiteren [oder: Suśobhādyā; Worttrennung unklar], Kapālī und Suvāsinī …

25.YAK.5: … Naṭī, Kāmeśvarī, Svarṇarekhā, Surasundarī, Manoharā, Pramodā, Anurāgiṇī [die letzten beiden Namen stehen im Druck zusammen] und Nakhakeśikā …

25.YAK.6: … Bhāminī, Padminī, Sudatī und Ratipriyā: So werden sechsunddreißig Yakṣiṇīs genannt, die Segen und Vollendungen gewähren. Die Zahl ist die Angabe der Quelle; unsichere Namenstrennungen werden nicht durch erfundene Zusatznamen ausgeglichen.

25.YAK.7: Im Karankinī-Tantra wurden sie von Śambhudeva gelehrt. [Erste Form:] Man spricht das Wort „vicitre“, danach nochmals „vicitre“ …

25.YAK.8: … „rūpe siddhiṃ“, zweimal „kuru“, am Ende Svāhā: Dies ist der große Mantra. Man wiederholt ihn zweihunderttausendmal; mit Honig und Ghee, mit Milch vermischt …

25.YAK.9: … opfert man ein Zehntel [dieser Anzahl] in einer dreieckigen Feuergrube, mit der vollständigen [Gabe; pūrṇayāyutam ist unsicher]. Dann soll die Göttin Vicitrā verwirklicht sein und das Gewünschte gewähren.

25.YAK.10: [Zweite Form:] Tārā [Oṃ], Māyā [Hrīṃ], „vibhramāṅgarūpe“, dann „vibhrame“, zweimal „kuru“, „ehy ehi bhagavati“ und Agnivallabhā [Svāhā] …

25.YAK.11: … ergeben den großen Vibhramā-Mantra, den vortrefflichsten unter den vortrefflichen Mantras. Furchtlos soll man ihn auf einer Verbrennungsstätte zweihunderttausendmal wiederholen. Fortsetzung folgt.

Druckseite 351; Fortsetzung der YAK-Reihe:

25.YAK.12: Nach einem Feueropfer mit Ghee-getränktem Guggulu im Umfang eines Zehntels [der Rezitation] wird Vibhramā erfreut. [Sie gibt Speise] entsprechend „fünf mal fünf Menschen“; die genaue Fügung ist unsicher …

25.YAK.13: … täglich himmlische Nahrung, wohlgestimmt. [Dritte Form:] Praṇava [Oṃ], „haṃsi“, „haṃsajāte“, Kāma [Klīṃ] und Agnivallabhā [Svāhā] …

25.YAK.14: … ergeben diesen großen Haṃsī-Mantra, den vortrefflichsten der Mantras. Gereinigt rezitiert man ihn hunderttausendmal in einem Stadtbereich [die genaue Ortsfügung ist unsicher].

25.YAK.15: Nach einem Feueropfer mit Ghee-getränkten Lotusblättern im Umfang eines Zehntels gibt Haṃsī eine Augenschminke, durch die man verborgene Erdschätze sehen soll.

25.YAK.16: Man soll sie mühelos bergen können, ohne von Hindernissen überwältigt zu werden. [Vierte Form:] Praṇava [Oṃ], „mahānāde bhīṣaṇi“, dann „drāṃ“ …

25.YAK.17: … nochmals „drāṃ“ und Svāhā ergeben den Bhīṣaṇī-Mantra, den vortrefflichsten der Mantras. An einer Dreiwegekreuzung rezitiert man hunderttausendmal; mit einem Zehntel …

25.YAK.18: … als Feueropfer mit Ghee-getränktem Guggulu soll Bhīṣaṇī das Erwünschte gewähren. [Fünfte Form:] Praṇava [Oṃ], „rañjana“, dann „rañjike“ und Agnivadhū [Svāhā] …

25.YAK.19: … ergeben den Janarañjinī-Mantra, der alles Glück gewähren soll. Unter einem Kadamba-Baum wiederholt man ihn zweihunderttausendmal mit ungeteilter Aufmerksamkeit.

25.YAK.20: Durch ein Feueropfer mit Ghee-getränktem Guggulu wird sie zur Geberin des Glücks. [Sechste Form:] Tārā [Oṃ], Bhiṇṭīśa mit Bindu [Lautchiffre hier nicht aufgelöst], „viśāle“, danach „drāṃ“ …

25.YAK.21: … „drīṃ klīṃ svāhā“: Dieser Viśālā-Mantra soll volle Verwirklichung bewirken. Gereinigt wiederholt man ihn unter einem Ciñcā-Baum hunderttausendmal.

25.YAK.22: Mit Lotusblüten und Ghee führt man das Feueropfer aus. Dann soll die durch den Himmelsraum ziehende Göttin Viśālā verwirklicht sein …

25.YAK.23: … und dem Mantrin, erfreut, einen himmlischen Lebenssaft beziehungsweise ein Rasāyana geben. [Siebte Form:] Praṇava [Oṃ], „madane“, dann „madanaviḍambini“ …

25.YAK.24: … „mūlīyasaṅgamaṃ dehi dehi śrīm“ [die erste Wortgruppe ist unklar] und Agnivallabhā [Svāhā]. Gereinigt steht man am Königstor und wiederholt den Mantra hunderttausendmal.

25.YAK.25: Nach einem Feueropfer mit Mālatī-Blüten [deren nähere Zubereitung im Druck unklar ist] im Umfang eines Zehntels soll die verwirklichte Yakṣiṇī Madanā eine Pille geben.

25.YAK.26: Im Mund gehalten, solle diese unsichtbar und langlebig machen. [Achte Form:] Praṇava [Oṃ], Vāgbhava [Aiṃ], dann „jagat“ und „prajās“ …

25.YAK.27: … „kṣobhaya“, „bhagavati“, „gambhīrasvare“, „reṃ“ und schließlich Svāhā ergeben ebenfalls einen großen Mantra. Die Worte rufen die Göttin mit tiefer Stimme an und fordern die Erschütterung der Geschöpfe der Welt.

25.YAK.28: Eine Glocke läutend, wiederholt der Mantrin den Mantra zwanzigtausendmal. Dann soll Ghāṇṭikā die Welten erschüttern und Vollendung gewähren.

25.YAK.29: Oder der Kundige rezitiert am Fuß eines Nirguṇḍī-Baumes zwölftausendmal; dies soll die zuvor genannte Frucht gewähren.

25.YAK.30: [Neunte Form:] Tārā [Oṃ], Bhiṇṭīśa mit Bindu, „kālakarṇi“ und das ṭha-Paar; dieser mit Svāhā endende große Mantra wird hunderttausendmal mit beherrschten Sinnen wiederholt. Das ṭha-Paar und Svāhā werden im Vers nebeneinander genannt; daraus wird nicht stillschweigend eine doppelte oder einfache Endung festgelegt.

25.YAK.31: Durch ein Feueropfer mit Ghee und süßen Stoffen wird Kālakaṇṭhī erfreut [der Name wechselt gegenüber Kālakarṇī im vorigen Vers]. Sie soll Heere, Stützen beziehungsweise Grundlagen, Münder, Feuer, Wasser und Bewegungen zum Stillstand bringen [die Aufzählung ist stark zusammengesetzt].

25.YAK.32: Der Mantrin erinnert sich stets an sie, die vielerlei Wunder bewirkt. [Zehnte Form:] Praṇava [Oṃ], „madane“ sowie zweimal „mekhale“ …

25.YAK.33: … „mahābhaye“ und Svāhā ergeben einen schwer zugänglichen Mantrakönig. Knochen und Schädel tragend, wiederholt man ihn auf der Verbrennungsstätte hunderttausendmal.

25.YAK.34: Dann soll die verwirklichte Mahābhayā ein Rasāyana geben. [Elfte Form:] Vāc [Aiṃ], „māhendri“, zweimal „kuru“ und danach zweimal „puru“ …

25.YAK.35: … „haṃsaḥ svāhā“: Dieser Māhendrī-Mantra soll alle Vollendungen gewähren. In einem Śataputra-Wäldchen [überlieferte Pflanzenbezeichnung] wiederholt der Mantrin ihn hunderttausendmal.

25.YAK.36: Durch ein Feueropfer mit Milch und Ghee soll sie die Vollendung des Rasa und Erdschätze gewähren. [Zwölfte Form:] Tārā [Oṃ], Bhuvaneśānī [Hrīṃ], „śaṅkhini ehy ehi“ und das ṭha-Paar [Svāhā].

Unnummerierter Halbvers: [Dreizehnte Form:] Ebenso wird Cāndrī gelehrt; das Sādhana wurde zuvor beschrieben. Der übrige Halbvers fehlt.

Die ausgeschriebenen Formeln lauten oṃ hrīṃ śaṅkhini ehi ehi svāhā und oṃ hrīṃ cāndri ehi ehi svāhā — jeweils „Oṃ hrīṃ, Śaṅkhinī beziehungsweise Cāndrī, komm, komm, svāhā“. Die Erläuterung erklärt ausdrücklich, dass für beide Mantras das zu Māhendrī genannte Puraścaraṇa und dessen Früchte gelten.

25.YAK.37: [Vierzehnte Form:] „Drāṃ drīṃ drūṃ“, dann „śmaśānavāsini“ und Svāhā: So wird der Mantra der Bewohnerin der Verbrennungsstätte gelehrt.

25.YAK.38: Unbekleidet auf der Verbrennungsstätte wiederholt man ihn hunderttausendmal. Die erfreute Śmaśānavāsinī soll ihm ein Tuch geben … Fortsetzung folgt.

Druckseite 352; Fortsetzung der YAK-Reihe:

25.YAK.39: In dieses Tuch gehüllt, soll man augenblicklich unsichtbar werden und wie ein Gott die drei Welten mit allem Beweglichen und Unbeweglichen rasch erblicken.

25.YAK.40: Man soll Schätze sehen und bergen, ohne von Hindernissen überwältigt zu werden. [Fünfzehnte Form:] Praṇava [Oṃ], „vaṭayakṣi“, danach „śilāsini“ [Lesung unsicher] und zweimal „sara“ …

25.YAK.41: … „priyā me bhava“, danach „hriyā me bhava“ [zweites Anfangswort unsicher] und das ṭha-Paar [Svāhā]: Dies ist der Vaṭayakṣiṇī-Mantra, der alle Vollendungen gewähren soll.

25.YAK.42: Am Ufer eines Sees wiederholt der Sādhaka den Mantra fünfzigtausendmal. Durch ein Feueropfer mit Ghee-getränktem Guggulu soll die Göttin Glück verleihen.

25.YAK.43: [Sechzehnte Form:] Tārā [Oṃ], „drāṃ“, „madanamekhale“, danach das ṭha-Paar und Svāhā ergeben den Mekhalā-Mantra, der alle Ziele verwirklichen soll. Auch hier nennt der Druck das ṭha-Paar neben Svāhā; die Endung wird nicht eigenmächtig vereinheitlicht.

25.YAK.44: Unter einem Madhu-Baum wiederholt man den Mantra vierzehn Tage lang. Die erfreute Mekhalā soll eine vorzügliche Augenschminke geben.

25.YAK.45: [Siebzehnte Form:] Praṇava [Oṃ], „vikale“, Vāṇī [Aiṃ], Māyā [Hrīṃ], Śrī [Śrīṃ], Kāmarāja [Klīṃ] und Svāhā: So wird der Vikalā-Mantra von den Kundigen gelehrt.

25.YAK.46: In einer Höhle auf einem Berg wiederholt man ihn drei Monate lang. Dann soll Vikalā verwirklicht sein und das Gewünschte gewähren, Göttin. Die Prosa erklärt ausdrücklich: „dhara“ bedeutet hier Berg.

25.YAK.47: [Achtzehnte Form:] Praṇava [Oṃ], Vāgbhava [Aiṃ], „lakṣmi kamaladhāriṇi“, „hrāṃ haṃsaḥ“ [kleine Bīja-Zeichen unsicher] und Svāhā: Dieser Mantra der Lakṣmī-Yakṣiṇī soll volle Verwirklichung gewähren.

25.YAK.48: Im eigenen Haus verehrt man sie mit roten Karavīra-Blüten. Man wiederholt den Mantra hunderttausendmal und [opfert] ein Zehntel mit Dūrvā-Gras und Ghee.

25.YAK.49: Nach diesem Feueropfer soll die Yakṣiṇī namens Lakṣmī verwirklicht sein. Sie gibt Rasa, ein himmlisches Rasāyana und einen Schatz.

25.YAK.50: [Neunzehnte Form:] Tārā [Oṃ], Vāc [Aiṃ], „mānini drāṃ“, zweimal „ehi“, „sundari“, zweimal „hasa“, dann „samīhaṃ me“ und „saṅgama“ mit ya am Ende [die Anweisung zur Wortbildung bleibt unklar] …

25.YAK.51: … und Svāhā ergeben diesen großen Māninī-Mantra, der alle Vollendungen gewähren soll. An einer Dreiwegekreuzung rezitiert man ihn hunderttausendmal mit beherrschten Sinnen. Hier steht Māninī, während die Namensliste Mālinī bietet.

25.YAK.52: Nach einem Feueropfer mit Bilva-Blüten, Zucker und einem Kuhprodukt [im Kontext wohl Ghee, im Wortlaut allgemein gavya] wird Māninī erfreut und gibt ein himmlisches Schwert.

25.YAK.53: Durch dessen Kraft solle man ungeteilte Herrschaft in dieser Welt erlangen. [Zwanzigste Form:] Praṇava [Oṃ], „drāṃ“, „śatapatrikā“, danach „drāṃ“ …

25.YAK.54: … „drīṃ hrīṃ svāhā“ ergeben einen Mantra, der alle Vollendungen gewähren soll. Der Mantrin hält das große Gelübde ein und isst gekochten Reis aus einer Schädelschale.

25.YAK.55: Nach zweihunderttausend Wiederholungen erhält [der Mantrin; im Druck manuḥ] eine Schädelschale. Diese soll das Gehen durch den Luftraum, Fernhören, Wirken beziehungsweise Aufenthalt in der Ferne …

25.YAK.56: … Fernschauen und weitere Fähigkeiten verleihen. [Einundzwanzigste Form:] Praṇava [Oṃ], „blūṃ“, „sulocane siddhiṃ dehi“ und das ṭha-Paar [Svāhā].

25.YAK.57: Dieser Sulocanā-Mantra soll, verwirklicht, den Menschen Vollendung gewähren. Am Flussufer wiederholt der Mantrin ihn dreihunderttausendmal.

25.YAK.58: Nach einem Ghee-Feueropfer im Umfang eines Zehntels ist die Göttin erfreut und gibt ein Paar Sandalen. Wenn der Yogakundige sie anlegt, soll er auf Erden …

25.YAK.59: … mit der Geschwindigkeit des Geistes und des Windes gehen und zurückkehren. [Zweiundzwanzigste Form:] Praṇava [Oṃ], dann „aśoka“ und „pallavākārake“ …

25.YAK.60: … „kuru me śobhanaṃ śrīśaṃ“ [das letzte Wort ist unsicher] und Svāhā: So wird der Mantra gelehrt. Man begibt sich unter einen heiligen Aśoka-Baum und zeichnet mit Sandel ein schönes Maṇḍala …

25.YAK.61: … verehrt darin die Göttin und gibt Räucherwerk dar. Einen Monat lang rezitiert man täglich tausendmal und isst nur nachts.

25.YAK.62: Nachts vollzieht man eine schöne Verehrung und rezitiert ab Mitternacht. Oder der Mantrin rezitiert vierzehn Tage lang an einem Flussufer.

25.YAK.63: Dann soll die glückverheißende Göttin Śobhanā verwirklicht sein. [Dreiundzwanzigste Form:] Praṇava [Oṃ], Vāgbhava [Aiṃ], dann „kapālini“ …

25.YAK.64: … die fünf Pfeile [Bīja-Gruppe], das Śakti-Kūṭa, Astra [Phaṭ] und Svāhā: So wird der Kapālinī-Mantra gelehrt. Die beiden Gruppen werden hier durch ihre traditionellen Bezeichnungen angegeben, nicht als ausgeschriebene Lautfolge.

25.YAK.65: Man zeichnet die Göttin mit ihren Kennzeichen in Kuṅkuma auf Birkenrinde. Am ersten Tag der Monatshälfte beginnt man die Verehrung mit Blumen, Licht und weiteren Gaben.

25.YAK.66: Gesammelt wiederholt man den Mantra einen Monat lang zu den drei Tagesübergängen. Danach vollzieht man die Verehrung und rezitiert erneut. Fortsetzung folgt.

Druckseite 353; Fortsetzung der YAK-Reihe:

Unnummerierter Halbvers: Zur Mitternacht soll die Göttin das Gewünschte gewähren. Der zweite Halbvers fehlt.

Suvāsinī, Naṭī, Kāmeśvarī und Svarṇarekhā [Formen 24–27] seien bereits zuvor beschrieben. Der Rückverweis steht so in der Quelle; an dieser Stelle werden keine neuen Einzelverfahren ausgeschrieben.

25.YAK.67: [Achtundzwanzigste Form:] Praṇava [Oṃ], Bhuvaneśī [Hrīṃ], zweimal „kuru“, zweimal „āgaccha“ und dann „surasundari“ …

25.YAK.68: … mit Svāhā am Ende ergeben diesen großen Mantra, der alle Vollendungen gewähren soll. An einer Vierwegekreuzung wiederholt man ihn hundertfünfundzwanzigtausendmal.

25.YAK.69: Nach einem Feueropfer mit gerösteten Reiskörnern, Blumen und Weiterem ist die Göttin erfreut. [Neunundzwanzigste Form:] Praṇava [Oṃ], Bhuvaneśī [Hrīṃ], „sarvakāmade“ …

25.YAK.70: … „manohare“ und Svāhā ergeben den Mantrakönig — Verehrung, Verehrung. An einem schönen Platz am Flussufer zeichnet man mit Sandel ein schönes Maṇḍala …

25.YAK.71: … und verehrt darin die Göttin Manoharā. Der Mantrin wiederholt den Mantra täglich zehntausendmal, sieben Tage lang.

25.YAK.72: Die Göttin soll täglich mit erfreutem Gesicht jeweils hundert Dīnāras bringen und geben. Man soll sie täglich ausgeben.

25.YAK.73: Gibt man sie nicht aus, gibt die Göttin nichts mehr und wird sehr zornig. [Dreißigste Form:] Praṇava [Oṃ], Bhuvaneśī [Hrīṃ], „pramodāyai“ und das ṭha-Paar [Svāhā] …

25.YAK.74: … ergeben den großen Pramodā-Mantra, der alle Vollendungen gewähren soll. Man steht um Mitternacht auf und wiederholt ihn tausendmal …

25.YAK.75: … einen Monat lang; dann soll die Göttin einen Schatz zeigen. [Einunddreißigste Form:] Praṇava [Oṃ], Bhuvaneśī [Hrīṃ], Kāma [Klīṃ], danach „blūṃ“ …

25.YAK.76: … „candrarekhe“, zweimal „āgaccha“ und das ṭha-Paar [Svāhā]: So wird der Mantra der Anurāgiṇī gelehrt, der alle Ziele verwirklichen soll. Die Anrede Candrarekhā steht hier innerhalb des als Anurāgiṇī bezeichneten Mantras.

25.YAK.77: Am achten Tag der dunklen Monatshälfte geht man gesammelt zum Fuß eines Vaṭa-Baumes und legt dort ein schön geschmücktes achtblättriges Maṇḍala an.

25.YAK.78: Danach verehrt man die Göttin mit Duftstoffen, Blumen, ungebrochenen Reiskörnern und weiteren Gaben. Dann bringt man Bali in den Haupt- und Zwischenrichtungen dar, sich umherbewegend [die Fügung bhramarataḥ ist unsicher].

25.YAK.79: Zur Mitternacht erscheint sie vor einem; augenblicklich soll Vollendung eintreten. [Sie spricht:] „Ich gebe einen Segen. Wähle, was ich tun soll, vortrefflicher Sādhaka.“

25.YAK.80: Der Sādhaka soll antworten: „Unsere Dienerin auf Erden, gib Rasa, himmlisches Rasāyana und Freiheit von Alter und Tod …

25.YAK.81: … stets ungehinderte Bewegung durch die Welten, Göttin; gib mir die Verwirklichung des Gewünschten und ein Leben zusammen mit Brahmā.“

25.YAK.82: Nachdem sie dem Sādhaka dies gegeben hat, geht sie in ihre Wohnstätte. [Zweiunddreißigste Form:] Praṇava [Oṃ], Bhuvaneśī [Hrīṃ], „āgaccha nakhakeśini“ …

25.YAK.83: … und Svāhā ergeben diesen großen, vortrefflichsten Mantra. [Formen 33–35:] Setzt man in denselben großen Mantra die Anreden „bhāmini“, „payasvini“ …

25.YAK.84: … oder „sudati“ ein, sind damit drei Mantras gelehrt. Ihre sämtlichen Sādhanas sind wie bei Padminī auszuführen. Payasvinī in dieser Einzelbeschreibung steht neben Padminī in der Namensübersicht; beides bleibt erhalten.

25.YAK.85: [Sechsunddreißigste Form:] Ich will das auf Erden schwer zugängliche Ratipriyā-Sādhana lehren. Allein durch seine Kenntnis, heißt es, werde man nicht mehr von Armut überwältigt.

Ratipriyā im Karaṅkiṇītantra

Neue RTP-Reihe:

25.RTP.1: Die Göttin verneigte sich mit dem Kopf und sprach: „Allwissender Herr, lehre das Verfahren, durch das Armut vergeht.“

25.RTP.2: Als Śambhu Gaurīs Worte gehört hatte, sprach er lächelnd mit freundlichem Blick: „Höre, höchste Herrin der Götter, von der Beseitigung der Armut.

25.RTP.3: Einst wurde vom Weltschöpfer dem großherzigen Kubera die armutsvernichtende Vidyā gelehrt, die Yakṣiṇī, welche Unheil beziehungsweise Schuld zerschneidet.

25.RTP.4: Er nahm sie an und verehrte die Göttin einen Monat lang. Dadurch wurde er sicher zum Herrn der vortrefflichen Schätze.

25.RTP.5: Ein mittelloser König hörte diese Vidyā, [ursprünglich] aus Brahmās Mund, durch Kuberas Mund und wurde zum höchsten Herrscher.“ Der Satzbau ist unregelmäßig; die Vermittlung Brahmā–Kubera–König ist die naheliegende Lesart.

25.RTP.6: Dies hörend, sprach die Göttin Girijā erneut zu Śaṅkara: „Wenn Mitgefühl in deinem Herzen ist, dann lehre mich diese [Vidyā].“

Druckseite 354; Fortsetzung der RTP-Reihe:

25.RTP.7: Als Śambhu Pārvatīs Worte erneut gehört hatte, lächelte er und sprach: „Weißt du es nicht? Sie ist deine eigene Gestalt.

25.RTP.8: Wer sich ihrer erinnert, soll selbst aus Armut zur Königsherrschaft gelangen, ohne Zweifel, und die Stellung eines Vidyādhara erreichen. Wozu viele Worte?

25.RTP.9: Wer sie schaut, Göttin, soll gewiss zum Herrn von hunderttausend [Vermögenseinheiten] werden. Wenn der Verehrer dieser Vidyā in der Welt zu einem Armen sagt …

25.RTP.10: … ‚Werde wohlhabend‘, so soll auch dieser zum Herrn von hunderttausend werden. Selbst wer den Mantra nur im Jahresabstand erinnert, soll sehr reich werden.

25.RTP.11: Armut soll sich ihm nicht nähern, wie sich die Schlangenschar Garuḍa nicht nähert. Nun will ich die Bildung dieses Mantras lehren; höre, Pārvatī …

25.RTP.12: … durch dessen bloße Kenntnis große Armut verschwinden soll. [Man nimmt] maturīya mit Bindu [nicht erläuterte Lautchiffre] und danach das Lajjā-Bīja …

25.RTP.13: … anschließend das Lakṣmī-Bīja, die Anrede Ratipriyā und Vahnijāyā. Dies ist der vortrefflichste Mantra.“

Erklärung der Quelle: Lajjā-Bīja ist hrīṃ, Lakṣmī-Bīja śrīṃ, die Anrede Ratipriyā lautet ratipriye, Vahnijāyā ist svāhā. Die erste Lautchiffre wird hier nicht erklärt und daher nicht durch eine vermutete Silbe ersetzt.

25.RTP.14: Es gibt [für diesen Mantra] keinen Aṅga- oder Hand-Nyāsa, kein [gesondert festgelegtes] Versmaß und keine [entsprechende Mantra-Zuordnung der] Gottheit. Nun lehre ich ihre Meditation; höre, Berggeborene.

25.RTP.15: In einer goldenen Umfriedung, unter einem himmlischen Baum, sitzt die jugendlich erscheinende Yakṣiṇī auf einem goldenen Sitz. Ihr voller Haarknoten leuchtet und verbreitet starken Duft. Sie hat volle, hohe Brüste, Augen wie blaue Wasserlilien, eine rote Gestalt und einen roten Lotus in der Hand; sie trägt strahlende Gewänder [Druckfügung unsicher], roten Schmuck und rote Körperfarbe.

25.RTP.16: So ist die Meditation auszuführen. Auf einem mit Sandel bestrichenen Kupfergefäß gestaltet man ein schönes Maṇḍala.

25.RTP.17: Dort führt der Kundige die Verehrung der Göttin aus. Nach Kuberas Auffassung wird stets eben ihre Verehrung vollzogen.

Ritualerläuterung: Nach den Handlungen bis zum Mātṛkā-Nyāsa, wie zuvor, vollzieht man Prāṇāyāma mit dem Grundmantra, meditiert die Göttin und verehrt sie geistig. Es folgen das Aufstellen des Arghya und die übrigen Handlungen bis zur Selbstverehrung. In einem mit Sandel bestrichenen Kupfergefäß oder entsprechenden Gefäß zeichnet man einen Kreis, von einem Quadrat umschlossen. Man lädt die Göttin hinein und vollzieht die jeweiligen Mudrās von der Einladung bis zur vollkommenen Vergegenwärtigung. Mit den sechzehn Gaben, beginnend mit dem Sitz, verehrt man sie. Als Speisegaben bringt man Milch, Joghurt, Zuckerbrocken, Milchreis und Zucker dar, danach Betel. Nach Kräften wiederholt man den Grundmantra und übergibt den Japa in die linke Hand der Göttin. Man erfreut sie durch Umrundung und Verneigung und entlässt sie.

25.RTP.18: Siebzigtausend Wiederholungen gelten als Puraścaraṇa. Mit Ghee, Zuckerbrocken und Honig ist ein Zehntel davon …

25.RTP.19: … als Feueropfer darzubringen, zur Befreiung von Armut. Oder man wiederholt [den Mantra] sieben Nächte lang jeweils achttausendmal …

25.RTP.20: … in der dunklen oder hellen Monatshälfte und bringt Milchreis dar. Auch dadurch soll Vollendung eintreten; dieses Puraścaraṇa gilt als besonders wirksam.

25.RTP.21: Wozu viele Worte, Göttin? Wer stets nachts rezitiert, hundertmal, zehnmal oder auch nur einmal …

25.RTP.22: … soll keine Armut erfahren; wisse dies, Pārvatī. Auch bei einer Mond- oder Sonnenfinsternis rezitiert man zur Befreiung von Armut.

25.RTP.23: Wenn man die Vermögenslage eines anderen Menschen sieht, wiederholt man den Mantra hundertachtmal; sie soll dessen Wunsch erfüllen und einem solchen [bedürftigen Menschen] geben.

Prosaerklärung: Aṣṭaśata bedeutet hier ausdrücklich hundertacht. „Einem solchen“ meint einen derart armen Menschen. Diese Erklärung bestimmt die Übersetzung des für sich genommen mehrdeutigen Verses.

25.RTP.24: Wird dieser Mantra rezitiert und [die Göttin] mit weißen Blumen verehrt, soll sie dem Armen selbst Gold ins Haus bringen und geben.

25.RTP.25: Wer diesen Mantra stets mit Hingabe wiederholt: dessen Sohn, Enkel, Urenkel und dessen Sohn …

25.RTP.26: … sollen niemals von Armut überwältigt werden, ohne Zweifel. Die Yakṣiṇī selbst spricht: „Wer sich meiner täglich erinnert …“ Fortsetzung auf der nächsten Druckseite. Die Reichtumsversprechen sind Aussagen der Quelle.

Druckseite 355; Abschluss des Ratipriyā-Zitats:

Unnummerierter Halbvers: „… dessen Armut werde ich wie eine Dienerin beseitigen.“ Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

Dhanadā-Yakṣiṇī im Siddhaśāvaratantra

Neue DNA-Reihe:

25.DNA.1: [Man nimmt] das vor la Stehende mit Bindu [knappe Lautchiffre], den Lakṣmī-Praṇava, dann das Māyā-Bīja und spricht Ratipriyā an …

Unnummerierter Halbvers: … bis zu Vahnijāyā [Svāhā] als Abschluss: So wird der vortrefflichste Mantrakönig gelehrt. Der Rest fehlt.

Erläuterung: Lakṣmī-Praṇava ist das Śrī-Bīja. Dieser Mantra wird von Kubera anerkannt. Nach den Morgenhandlungen bis zum Yogasitz-Nyāsa und dreimaligem Prāṇāyāma mit dem Grundmantra setzt man ein: „Verehrung dem Seher Kubera“ am Kopf, „dem Versmaß Paṅkti“ am Mund, „der Gottheit Dhanadā“ am Herzen. Mit gefalteten Händen erklärt man als Zweck „zur Erfüllung meines erwünschten Ziels“. Dann erfolgen Hand- und Sechs-Aṅga-Nyāsa, beginnend mit hrāṃ hṛdayāya namaḥ, und die Meditation.

25.DNA.2: [Man meditiert sie] mit dem Leuchten des Innersten einer Kuṅkuma-Blüte, von jugendlicher Erscheinung, mit Armen zart wie Lotusstängel, geschmückt mit Oberarm- und Armreifen …

25.DNA.3: … mit einem leuchtenden Kahlāra-Lotus in beiden Händen [das Partizip ist unsicher], roten Gewändern und roter Körperfarbe, innerhalb einer goldenen Umfriedung, auf einem edelsteinbesetzten Löwenthron …

Unnummerierter Halbvers: … am Fuß des Wunschbaumes: So meditiere man diese Reichtum spendende Göttin. Die zweite Hälfte fehlt.

Nach dieser Meditation verehrt man sie mit geistigen Gaben. Ihr Yantra wird so beschrieben:

25.DNA.4: Auf dem Fruchtboden zeichnet man ein Diagramm aus neun Yonis [Dreiecksformen], darum einen Lotus mit Blättern entsprechend den Richtungen und außen ein Quadrat.

Unnummerierter Halbvers: An die Ecken zeichnet man Vajras und setzt in die Mitte das Bīja. Die zweite Hälfte fehlt. Die nachfolgende Blattverehrung nennt zehn Göttinnennamen.

Aufstellung des Arghya: Mit phaṭ spült man das Gefäß, mit namaḥ füllt man es. Mit Praṇava [Oṃ] legt man Duftstoff und Blumen hinein, lädt die heiligen Gewässer ein, zeigt die Dhenu-Mudrā und besprengt sich selbst und die Kultgeräte. Man verehrt den Sitz von Ādhāraśakti bis Jñānātman und mit „Verehrung dem Lotus“ das Ganze. Nach erneuter Meditation verehrt man mit den fünf äußeren Gaben. Es folgen Yoni-Mudrā und Verehrung der sechs Aṅgas in den Staubfäden, der Mitte und den Richtungen, beginnend mit hrāṃ hṛdayāya namaḥ.

Auf den Blättern: „Oṃ, Verehrung Śrī“, ebenso Lakṣmī, Paramā, Padmanetrā, Padmālayā, Ramā, Haripriyā, Tārā, Kamalā und Abjā. Danach verehrt man erneut die Göttin in der Mitte, bringt Räucherwerk, Licht und alles Weitere wie zuvor dar, rezitiert nach Kräften, übergibt den Japa und entlässt sie mit „Vergib“. Das Puraścaraṇa besteht nach der Prosa aus hunderttausend Wiederholungen.

25.DNA.5: Man rezitiert mit einer Gebetskette aus Edelsteinen oder ähnlichem Material [die genaue Fügung ist unsicher]. Nach hunderttausend Wiederholungen soll Mantra-Vollendung eintreten; so führt man das Puraścaraṇa aus.

25.DNA.6: Der Sādhaka richtet die Zweckbestimmungen nach seinen eigenen Wünschen aus. Nachts wird sieben Tage lang sāṣṭasahasra rezitiert [die Zahlform ist nicht eindeutig; im vorherigen Parallelabschnitt stehen achttausend].

25.DNA.7: Schon dadurch soll das Verfahren des Puraścaraṇa und der weiteren Handlungen vollkommen wirksam werden. Was wäre hier schwer zu erlangen, Göttin, wenn ein Mensch es verwirklicht?

25.DNA.8: Ob man gegessen hat oder nicht, man bringt Milchreis dar. [Selbst] zehnmal, auch ohne Reinigung und in abgetragenem Gewand [die Kasusfügung ist unregelmäßig] …

25.DNA.9: … wer diese Vidyā erinnert, Göttin, soll nicht von Armut überwältigt werden. Täglich soll man ehrerbietig Kāmadeva an der Seite der Göttin verehren.

25.DNA.10: Dadurch erfreut, soll die große Göttin das Gewünschte geben. Nach Abschluss der Verehrung kommt die Göttin Dhaneśvarī nachts …

25.DNA.11: … legt ihren ganzen Schmuck ab, gibt ihn hin und geht in ihre Wohnstätte. Nachdem sie reichen Besitz gegeben und die Wünsche des Sādhaka …

25.DNA.12: … erfüllt hat, Maheśānī, soll die Glückverheißende ihm zugetan beziehungsweise gefügig werden. Oder man bietet ihr hingebungsvoll stets eine Sandelsalbung dar, große Göttin …

25.DNA.13: … täglich zur Beschwichtigung der Armut. Die Yakṣiṇī selbst sagt: „Welcher Mensch sich meiner erinnert …

25.DNA.14: … dessen Armut werde ich wie eine Dienerin vernichten.“ Siebzigtausend Wiederholungen gelten als Puraścaraṇa. Diese Zahl steht neben den zuvor genannten hunderttausend; beide Angaben werden bewahrt.

Druckseite 356; Abschluss der DNA-Reihe:

25.DNA.15: Danach ist ein Zehntel [der Rezitationszahl] als Feueropfer mit Ghee, Zuckerbrocken und Honig zur Beschwichtigung der Armut darzubringen.

25.DNA.16: Die Verehrung der großen Göttin erfolgt in einem mit Sandel bestrichenen Kupfergefäß, in dem ein schönes Maṇḍala angelegt wird.

25.DNA.17: Dort führt der Kundige auf diese Weise die Verehrung aus. Wie könnte er noch Armut fürchten? Er soll zum Herrn von zehn Millionen [Vermögenseinheiten] werden.

25.DNA.18: Es gibt keinen Aṅga- oder Hand-Nyāsa, kein Aṅga und keine [entsprechend zugeordnete] Gottheit [Variante: „kein Versmaß und keine Gottheit“]. Nach Kuberas Auffassung wird auch ihre Verehrung so ausgeführt. Dies steht neben den zuvor ausgeschriebenen Nyāsa-Zuordnungen; der Unterschied innerhalb der Zusammenstellung wird nicht beseitigt.

Hier endet der Dhanadā-Abschnitt.

Weitere Yakṣiṇī-Formen

Zunächst Madhumatī; neue YBH-Reihe:

25.YBH.1: Pāśa, Māyā, Aṅkuśa, Kāmarāja und Kūrca, mit Tārā und Agnipriyā am Ende: Dieser [Mantra] wird als achtsilbig gelehrt.

Die Quelle schreibt die Folge aus: āṃ hrīṃ kroṃ klīṃ huṃ oṃ svāhā. Oṃ steht in dieser Fassung ausdrücklich gegen Ende.

25.YBH.2: Madhu(ch)chandas ist der Seher, Triṣṭubh das Versmaß und Madhumatī [die Gottheit]. Aus den ersten fünf Bījas des Mantras bildet man fünf Aṅgas.

25.YBH.3: „Oṃ svāhā“ bildet den Waffenmantra. Gesammelt meditiert man die Göttin auf einem Sitz aus Edelsteinen und Gold, von Götterscharen verehrt …

25.YBH.4: … zwei blaue Lotusse in den Händen, von klarem Leuchten, ihr Lotusgesicht schön lächelnd: So erinnert man Madhumatī.

25.YBH.5: Nach achthunderttausend Wiederholungen bringt man ein Zehntel als Feueropfer mit Ghee-getränkten Bilva-Blättern dar; danach ehrt man die Brahmanen.

25.YBH.6: Man verehrt sie auf dem Sitz mit den neun Kräften, Jayā und den übrigen; in den Staubfäden die sechs Aṅgas, auf den acht Blättern die Kräfte …

25.YBH.7: … Nidrā, Chāyā, Kṣamā, Tṛṣṇā, Kānti, Āryā, Śruti und Smṛti. Im Erdfeld verehrt man die Welthüter, außerhalb ihre Waffen.

25.YBH.8: Wer die Göttin so verehrt, soll Glück und Wohlstand in jeder Richtung erfahren. Durch Feueropfer mit roten Lotussen solle er Könige, mit Betel Frauen …

25.YBH.9: … unter seinen Einfluss bringen; durch Milchreis soll er reichen Genuss erlangen. Ein anderer Madhumatī-Mantra ist Bhautikā mit Bindu.

Prosaauflösung: Bhautikā mit Bindu ist aiṃ.

25.YBH.10: Man meditiert die Göttin als Kumārikā [jugendliche beziehungsweise jungfräuliche Gestalt]; Verehrung und Weiteres erfolgen wie zuvor. Durch fünf Millionen Wiederholungen soll man zu einem Hort vieler Wissensgebiete werden.

25.YBH.11: Māyā [Hrīṃ], „pramade svāhā“ ergeben den sechssilbigen Mantra. Śakti gilt als Seher, Gāyatrī als Versmaß, Pramadā als …

25.YBH.12: … Gottheit. Die Aṅgas entstehen aus dem Lajjā-Bīja mit den sechs langen Vokalen. [Man meditiert sie] mit Goldschmuck versehen, mit den Händen die Gesten des Gewährens und der Furchtlosigkeit …

25.YBH.13: … zeigend, von Indra und den übrigen, Siddhas und Kinnaras verehrt. So vergegenwärtigt der vortreffliche Sādhaka die goldfarbene Pramadā.

25.YBH.14: Man wiederholt den Mantra sechshunderttausendmal und opfert ein Zehntel mit Ghee. Man verehrt drei Umkreise: Aṅgas, Welthüter und Vajra samt den übrigen Waffen.

25.YBH.15: Danach opfert man gesammelt zehntausendmal in einem einsamen Wald; mit Milchreis opfert man ein Zehntel davon und schläft anschließend. Der Druck verwendet bereits bei den zehntausend Handlungen das Verb „opfern“; eine vermutete ursprüngliche Japa-Anweisung wird nicht eingesetzt.

25.YBH.16: Wer dies bis zum einundzwanzigsten Tag ausführt, zu dem soll die Göttin nachts kommen und ihm das Erwünschte geben.

25.YBH.17: Ersetzt man das Wort „pramade“ durch „pramode“, entsteht der große Pramodā-Mantra, der das Gewünschte gewähren soll.

25.YBH.18: Seherverehrung und die weiteren Zuordnungen sowie die vorbereitende Praxis entsprechen dem Vorigen. Der Kundige zeichnet an einem Flussufer ein Maṇḍala mit Sandel …

25.YBH.19: … und vollzieht Japa und Homa; dann soll er Pramodā schauen. Tārā [Oṃ], zweimal „hili“, „bandīdevyai“ und Hṛt [Namaḥ] ergeben [einen weiteren] elfsilbigen Mantra.

25.YBH.20: Bhairava wird als Seher genannt, Triṣṭubh als Versmaß, Bandīdevī als Gottheit. Das Herz wird durch „zwei und eines“ bestimmt [die Silbenzuordnung ist nicht eindeutig] …

25.YBH.21: … danach bildet man die übrigen Aṅgas jeweils aus zweien. Man meditiert die höchste Glückverheißende, wie eine dunkle Regenwolke, auf einem edelsteinbesetzten Löwenthron … Fortsetzung folgt.

Druckseite 357; Abschluss der YBH-Reihe:

25.YBH.22: … mit den Gesten der Wunschgewährung und Furchtlosigkeit und einem Trinkgefäß in den Händen, von himmlischen Frauen verehrt: Ich verehre Bandī, um das Werden zu durchschneiden.

25.YBH.23: Nach zweihunderttausend Wiederholungen opfert man ein Zehntel mit Milchreis und Ghee. Auf dem zuvor genannten Sitz verehrt man die Glückverheißende [der Druck verwendet die Form śivam].

25.YBH.24: Auf dem Fruchtboden verehrt man die sechs Aṅgas, auf den Blättern die Kräfte: Karālī, Tārā, Bhagavatī, Kubjā und Śītalā …

25.YBH.25: … Tripurā, Mātṛkā und Lakṣmī; [außen] die Welthüter samt ihren Waffen. So verehrt, soll Bandī dem Sādhaka das Erwünschte …

25.YBH.26: … geben. Einundzwanzig Tage lang wiederholt man täglich zehntausendmal, nachdem man zunächst Gaṇeśa verehrt hat, die Regeln einhaltend.

25.YBH.27: Danach soll der Kundige auf folgende Weise Befreiung aus dem Gefängnis bewirken: Auf einen Kuchen schreibt man in ein Quadrat und das darin stehende ṭa-Zeichen [die Druckfügung ist unsicher] den Namen der Zielperson …

25.YBH.28: … mit Ghee, danach Māyā [Hrīṃ] in die Richtungen. Mit dem achtzehnsilbigen Mantra umschließt man das Quadrat.

25.YBH.29: Dreimal Tārā [Oṃ], „bandy amuṣya bandhān mocaṃ“ [knappe und unsichere Wortfügung], zweimal „kuru“, mit Svāhā am Ende: [Damit bereitet man] den Kuchen für den Gefangenen …

Unnummerierter Schluss-Halbvers: … und gibt ihn ihm; nach dem Essen, so die Quelle, solle dieser Mensch aus der Haft befreit werden. Die Formel zielt sinngemäß auf das Lösen der Fesseln der bezeichneten Person; ihre beschädigte Fügung wird nicht als vollständige gesicherte Rezitationsform ausgegeben.

Kolophon: Hier endet der fünfundzwanzigste Śvāsa des Tantra namens Śrīvidyārṇava, verfasst von Śrī Vidyāraṇya Yati, dem Schüler Śrī Pragalbhācāryas, in der Schülerfolge von Śrī Viṣṇuśarmācārya, Śrī Bhagavat Śaṅkarācārya und dem hochverehrten großen Lehrer Śrī Govindācārya. Die Zuschreibung und Schülerfolge werden als Angaben des Werkes wiedergegeben.

26. Śvāsa

Der sechsundzwanzigste Śvāsa beginnt auf Druckseite 358 mit weiteren Yakṣiṇī-Mantras aus dem Siddhaśāvaratantra. Die neu beginnende Verszählung wird als YKM-Reihe bezeichnet. Die beschriebenen Begegnungen und Wirkungen gehören zur historischen Sādhana-Überlieferung.

Vaṭayakṣiṇī und weitere Yakṣiṇī-Mantras

26.YKM.1: Nun will ich dir voller Zuneigung, große Göttin, die überaus geheime Mahāvidyā Vaṭayakṣiṇī lehren, die alle gewünschten Vollendungen gewähren soll.

26.YKM.2: „Ehy ehi“, zweimal „yakṣi“, danach „mahāyakṣi“, „vaṭavṛkṣanivāsini“, „śīghraṃ me“ und „sarvaṃ“ …

26.YKM.3: … „saukhyaṃ“, zweimal „kuru“ und Svāhā ergeben einen zweiunddreißigsilbigen Mantra. Viśravas ist der Seher, Anuṣṭubh das Versmaß; die Gottheit …

26.YKM.4: … heißt Yakṣiṇī mit Vaṭa am Anfang. Die sechs Aṅgas bildet man aus den Silben des Grundmantras in den durch Feuer, Meer und weitere Zahlchiffren angegebenen Gruppen [die Druckfügung ist nicht sicher auflösbar].

26.YKM.5: Auf dem Scheitel, an beiden Augen, Mund, Nase, Ohren und Schultern, an den Brüsten, beiden Seiten, am Herzen, Nabel und Bauch …

26.YKM.6: … an Hüfte, Oberschenkeln, Nabel, Unterschenkeln, Knien, Handgelenken, Händen und Kopf setzt der Verständige die Mantrasilben ein. Der Nabel erscheint auch schon im vorigen Vers; die Wiederholung bleibt erhalten.

26.YKM.7: [Man meditiert sie] mit roten Girlanden und Gewändern, mit rotem Duftstoff gesalbt, mit rotem Schmuck versehen, einer dunklen Regenwolke gleich …

26.YKM.8: … eine Ranke und eine Kramuka-Blütenrispe mit Nāgavallī-Blättern tragend, mit Augen wie ein Reh: So vergegenwärtigt man Vaṭayakṣiṇī.

26.YKM.9: Unter einem Vaṭa-Baum wiederholt man den Mantra zweihunderttausendmal. Ein Zehntel davon opfert man mit Bandhūka-Blüten zur Mantra-Vollendung.

26.YKM.10: Auf dem Śākta-Sitz verehrt man die Göttin. Die Kräfte dieses Sitzes werden genannt: Kāmadā, Mānadā, Raktā, Madhurā, Madhurānanā …

26.YKM.11: … Narmadā, Bhogadā, Mandā [Variante: Nandā] und Prāṇadā. Der Sitzmantra lautet sinngemäß „Verehrung dem schönen Yogasitz der Yakṣiṇī“, mit Hṛt [Namaḥ] am Ende.

26.YKM.12: Auf dem Fruchtboden verehrt man die sechs Aṅgas; auf den acht Blättern die Kräfte: Sunandā, Caṇḍikā [Variante: Cāndrikā], Hāsā, Sulāpā, Madavihvalā …

26.YKM.13: … Āmodā, Pramodā und Saṃvṛddhi [achter Name unsicher; Variante: Vasudā], die acht Vollendungen. Im Quadrat verehrt man die Welthüter mit Vajra und ihren übrigen Waffen.

26.YKM.14: Man geht in einen einsamen Wald und rezitiert unter einem Nyagrodha-Baum täglich tausendmal. Am siebten Tag …

26.YKM.15: … zeichnet man ein Maṇḍala mit Sandel und entzündet eine Ghee-Lampe. In diesem Maṇḍala verehrt man Vaṭayakṣiṇī mit Sammlung.

26.YKM.16: Bis Mitternacht rezitiert man vor ihr den Mantrakönig. Wenn man Fußschellen und Gesang hört, soll man furchtlos weiterrezitieren.

26.YKM.17: Die Göttin soll sichtbar erscheinen und nach Liebesvereinigung verlangen. Wird ihr Wunsch erfüllt, soll sie ihm das vorzüglich Erwünschte geben.

26.YKM.18: Von da an unterstützt sie den Sādhaka wie eine Gattin. [Ein weiterer Mantra:] zweimal Ramā [Śrīṃ], „yakṣiṇi“, dreimal „haṃ“ und Svāhā ergeben einen großen Mantra.

Die Quelle schreibt aus: śrīṃ śrīṃ yakṣiṇi haṃ haṃ haṃ svāhā.

26.YKM.19: Er hat zehn Silben; der Seher ist wie zuvor, Paṅkti wird als Versmaß genannt, Yakṣiṇī als Gottheit. Aus den Gruppen „zwei, eines, eines, drei, drei, zwei“ [gedrängte Druckfügung, Zuordnung unsicher] …

26.YKM.20: … wird die Aṅga-Einsetzung gelehrt. Man meditiert sie in einem Campaka-Hain, auf einem Löwenthron sitzend, mit Gold und Edelsteinen geschmückt …

26.YKM.21: … rot, in roten Gewändern, von Apsaras-Scharen verehrt. So meditierend wiederholt man den Mantra hunderttausendmal und [opfert] ein Zehntel mit Japā-Blüten … Fortsetzung folgt.

Druckseite 359; Abschluss der YKM-Reihe:

26.YKM.22: … im Feuer. Man verehrt sie auf dem zuvor genannten Sitz; sie soll alles Erwünschte gewähren. [Ein weiterer Mantra:] Praṇava, Anugraha mit Krodhin und dem Mondpunkt [Bindu] …

26.YKM.23: … „madanamekhale“, mit Namaḥ und Svāhā am Ende, ergeben ihren zwölfsilbigen Mantra. Verehrung und die übrigen Handlungen entsprechen dem zuvor genannten Verfahren.

Die Quelle schreibt aus: oṃ kauṃ madanamekhale namaḥ svāhā. Eine Fußnote bietet „krauṃ“ statt „kauṃ“; beide Lesungen werden unterschieden.

26.YKM.24: Am Fuß eines Madhūka-Baumes wiederholt man vierzehn Tage lang täglich zehntausendmal und opfert tausendmal …

26.YKM.25: … mit Madhūka-Blüten, die mit süßen Stoffen versehen sind, in einem Feuer aus dem Holz dieses Baumes. Erfreut soll sie eine Augenschminke geben, durch die man Erdschätze sieht.

26.YKM.26: Tārā [Oṃ], Vāgbhava [Aiṃ], „viśāle“, Bhuvaneśvarī [Hrīṃ], Śrī [Śrīṃ], Kāma [Klīṃ] und Svāhā: So wird der zehnsilbige Mantra gelehrt.

26.YKM.27: Seher und die weiteren Zuordnungen gelten wie zuvor. Gereinigt wiederholt man ihn unter einem Ciñcā-Baum hunderttausendmal und opfert danach ein Zehntel mit Lotusblättern.

26.YKM.28: Erfreut soll die Yakṣiṇī Viśālā dem Sādhaka ein Rasāyana geben, durch das er ein langes Leben erlangt.

Hier endet der Yakṣiṇī-Abschnitt.

Mātaṅgī: Rājamātaṅginī im Uttara-Tantra

Neue RMG-Reihe:

26.RMG.1: Nun will ich den Rājamātaṅginī-Mantra nach der Vorschrift lehren. Durch die Erinnerung an ihre beiden Lotusfüße erlangt ein Mensch …

26.RMG.2: … unvergleichliche Befreiung, die selbst durch eine Ansammlung von Siddhis schwer zu erreichen ist. Durch [den Mantra] sollen auch Anziehung und Beeinflussung einer Zielperson möglich werden.

26.RMG.3: Durch ihn soll man das Gewünschte erreichen und beständig Ansehen gewinnen; die Menge des Unheils soll vergehen und Glück sicher zunehmen.

26.RMG.4: Seine Verehrung soll Nachkommenschaft gewähren; Fesselung soll nicht eintreten [die Verneinung steht bereits als Klammerergänzung im Druck]. In allen Lehrgebieten soll große Gelehrsamkeit entstehen.

26.RMG.5: In kunstvoller Dichtung, deren besondere, geschliffene und tiefgründige Wortanordnung zugleich sanft und anmutig ist, soll man überaus gewandt werden.

26.RMG.6: In Musik und allen Wissensgebieten soll man höchstes Können erreichen. Kamalā soll in seinem Haus mit beständiger Schönheit …

26.RMG.7: … ununterbrochen wohnen; daran sei nicht zu zweifeln. Wozu viele Worte? Er soll selbst zum Herrn der Rede werden.

26.RMG.8: An Schönheit soll er dem Herrn Ratis [Kāma], an Wohlstand dem Herrn Kamalās [Viṣṇu] gleichen. [Es folgt die chiffrierte Mantrabildung:] der zwölfte [Laut], mit Daṇḍin verbunden; Vyoman, mit Vahni, Daṇḍin und Trimūrti verbunden …

26.RMG.9: … in entsprechender Gestalt; Sadya mit Bindu und Hṛt. Zwischen bha und ti stehen die beiden Laute ga und va [die Druckfügung ist unsicher]; Vi mit Bindu, Kamalā und Viṣa …

26.RMG.10: … mit Kānti verbunden; Kāmikā mit Bindu, ka und der dritte [Laut]; mit Śiva verbunden, nach „śvari“ Bhṛgu und Agni allein …

26.RMG.11: … Ambu, der mittlere Laut der zweiten Lautklasse, der fünfte der ta-Gruppe, Viṣa, na, Vyoman mit Vahni und Dṛk; nach „sarva“ mu und der auf ka folgende Laut …

26.RMG.12: … „rāji“, „sarvamukha“, dann Vahni mit Bindu; nach „jini“ spricht man „sarva“, und zwischen „vaśaṃ“ und „kari“ …

26.RMG.13: … [setzt man] an vier Stellen „rāja“, „strīpuruṣa“, „duṣṭamṛga“ und „sattva“. Nach „sarvaloka“ Viṣa mit seinem Karṇa und ka …

26.RMG.14: … Āditya mit Śiva, Nīra, danach Ravi mit Kānti; langes Marut und „mṛgvambā“ [unsichere Fügung], Vyoman mit Kānti ergeben den Mantra. Die Verse 8–14 sind eine stark chiffrierte Lautanweisung mit beschädigten Stellen. Die Chiffren bleiben als solche erhalten; sie werden hier nicht durch eine frei ergänzte Rezitationsform ersetzt.

26.RMG.15: Er wird als achtundachtzigsilbig gelehrt und soll alle Wünsche zur Erfüllung bringen, dem Schutz aller Welten dienen sowie Leben und Gesundheit fördern.

26.RMG.16: Bei Beschwichtigungs- und Stärkungsritualen soll er Wachstum und Vollendung bringen, Geliebte; vor vorzeitigem Tod schützen, Wohlstand geben und Apasmāra [eine traditionelle Krankheitsbezeichnung] beseitigen.

26.RMG.17: Er soll alle Fieber und stechenden Schmerzen augenblicklich beseitigen können; besonders am Königstor, im Kampf und in Bedrängnis durch Feinde …

26.RMG.18: … bei Feuer, Überfällen durch Diebe, zur Abwehr aller ergreifenden Mächte, gegenüber Rākṣasas, Piśācas, Gandharvas und Schlangen …

26.RMG.19: … beim Überqueren eines Flusses, in schwer zugänglichem Gelände, im Kampf und in Lebensgefahr angewandt, soll dieser Mantra all dies abwenden. Die Schutz- und Heilungsversprechen gehören zur historischen Quelle, nicht zu einer medizinischen Beurteilung.

Druckseite 360; Fortsetzung der RMG-Reihe:

26.RMG.20: Besonders für Frauen ohne Glück und ohne Söhne, ohne Monatsblutung, ohne Nachkommen oder mit fortwährender Blutung …

26.RMG.21: … für eine vom Gatten gehasste Frau oder eine, die sich gegen die Schwiegerfamilie stellt, für eine Unfruchtbare oder eine, deren Sohn gestorben ist, [für Frauen, die] unter Schlaf, Trägheit und großer Furcht …

26.RMG.22: … und ähnlichen, vom Text als Mängel bezeichneten Zuständen leiden, solle dieser [Mantra] schon durch Erinnerung jene Mängel beseitigen. Die medizinischen und geschlechtsspezifischen Wertungen stammen aus der historischen Quelle; sie werden nicht als heutige Beurteilung der betroffenen Menschen übernommen.

26.RMG.23: Er soll Erfolg bei der Beeinflussung von Frauen, Männern und allen weiteren [Zielgruppen] gewähren und Frauen wie besonders auch Männer betören können.

26.RMG.24: Einst wurde er vom Weisen Mataṅga gesungen und praktiziert, ebenso von Vāsudeva, Tumburu und den übrigen.

Unnummerierter Halbvers: Der große Mantra wurde stets von Vasiṣṭha und anderen großen Sehern wiederholt. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

Ausführliche Auflösung der Lautchiffren: Der zwölfte [Vokal] ist ai; Daṇḍin ist Anusvāra: daraus aiṃ. Vyoman ist ha, Vahni ra, Daṇḍin Anusvāra, Trimūrti ī: daraus hrīṃ. Asthi ist śa, entsprechend mit ra, ī und Anusvāra verbunden: śrīṃ. Sadya ist o, Bindu Anusvāra: oṃ. Hṛt ist namaḥ. Zwischen bha und ti stehen ga und va: bhagavati. Kamalā ohne Bindu ist śrī. Viṣa ist ma, Kānti ā: mā. Kāmikā ist ta, mit Bindu taṃ. Der dritte Laut nach ka ist ga, Śiva e: ge. „Śvari“ bleibt unverändert.

Bhṛgu steht für sa, Agni für vokalloses ra, Ambu für va; daraus ergibt sich die Verbindung „rve“ [die Prosa ist hier knapp]. Der mittlere Laut der zweiten Klasse ist ja, der fünfte der ta-Gruppe na, Viṣa ma; no steht für sich. Vyoman ist ha, ā steht für sich: hā; Vahni ra und Dṛk i: ri. „Sarva“ und „mu“ bleiben unverändert; auf ka folgt kha; „rāji“ und „sarvamukha“ bleiben unverändert. Vahni mit Bindu ergibt raṃ, „jini“ steht für sich.

Zwischen „sarva“ und „vaśaṃkari“ werden an vier Stellen jeweils „rāja“, „strīpuruṣa“, „duṣṭamṛga“ und „sattva“ eingesetzt. „Sarvaloka“ bleibt unverändert; Viṣa ma mit der entsprechenden Vokalzuordnung ergibt mu, ka steht für sich. Āditya ma mit Śiva e ergibt me. Nīra ist va, danach folgt śa; Ravi mit Kānti ergibt mā, dann langes na [Druckanweisung], Marut ya. Bhṛgu sa, Ambu va und ā ergeben svā; Vyoman ha und Kānti ā ergeben hā.

Ausgeschriebene Formel der Quelle, als 88-silbig bezeichnet:

aiṃ hrīṃ śrīṃ oṃ namo bhagavati śrīmātaṅgeśvari sarvajanamanohāri sarvamukharāji sarvamukharañjini sarvarājavaśaṃkari sarvastrīpuruṣavaśaṃkari sarvaduṣṭamṛgavaśaṃkari sarvasattvavaśaṃkari sarvalokamamukaṃ me vaśam ānaya svāhā.

Sinngemäß: „[Bījas], Oṃ, Verehrung, erhabene Śrīmātaṅgeśvarī, die den Geist aller Menschen gewinnt, in allen Gesichtern leuchtet und alle Gesichter erfreut, die alle Könige, alle Frauen und Männer, alle gefährlichen Tiere und alle Wesen unter Einfluss bringt: Bringe die ganze Welt und die bezeichnete Person unter meinen Einfluss, Svāhā.“ Die Fügung „sarvalokamamukam“ ist so gedruckt und nicht grammatisch vereinheitlicht. Dies ist die historische Zielrichtung des Mantras.

26.RMG.25: Dakṣiṇāmūrti ist sein Seher, Gāyatrī wird als Versmaß genannt, Mātaṅgī als Gottheit, die alle Vollendungen gewährt.

26.RMG.26: Mit einundzwanzig Silben wird das Herz bestimmt, mit dreizehn der Kopf, mit achtzehn …

26.RMG.27: … der Haarschopf und mit ebenso vielen der Schutzpanzer; mit dreizehn die Augen und mit zweien die Waffe: So teilt man die Mantrasilben auf.

Unnummerierter Halbvers: Mit Vāc, Māyā und Kamalā am Anfang vollzieht man den Nyāsa an Händen und Aṅgas. Der Rest fehlt.

Erklärung: „Mit den ersten“ meint die zuerst genannten einundzwanzig Silben. Mit den drei vorangestellten Bījas besteht der Herzmantra daher aus vierundzwanzig Silben, entsprechend dem Śāradātilaka-Zitat: „Mit vierundzwanzig Silben [setzt man] das Herz [ein].“

26.RMG.28: An Kopf, Stirn, Brauenmitte, Gaumen, Kehlkopf, Hals, Brust, Anāhata, beiden Oberarmen, Bauch und Nabelkreis …

26.RMG.29: … Svādhiṣṭhāna, verborgenem Körperbereich, rechtem und linkem Fuß, Mūlādhāra und After setzt man der Reihe nach die achtzehn Wortgruppen ein.

Prosaerklärung: Kaṇṭha meint den Kehlkopf, Gala den Bereich darunter.

26.RMG.30: [Die Silbenzahlen lauten:] drei, eines, zwei, vier, sechs, acht, sechs, sieben, acht, zehn, zehn, acht, vier, drei, eines, zwei, drei und zwei … Die zusammengesetzte Zahlenfolge wird durch die nachfolgende Erläuterung der Chiffren gestützt; die Zuordnung zu den Körperstellen bleibt ohne zusätzliche Rekonstruktion.

Erklärung: Guṇa bedeutet drei, Vasu acht, Parvata sieben, Paṅkti zehn, Veda vier, Agni drei, Candra eines und Akṣi zwei.

26.RMG.31: So wird die Folge der Wortgruppen nach der Reihenfolge der Mantrasilben gelehrt. [Eingeklammerter Zusatz:] Der Kundige setzt Rati und die übrigen an der Wurzel, am Herzen und in der Brauenmitte ein …

26.RMG.32: … mit Sprach-, Śakti- und Lakṣmī-Bīja am Anfang und Mātaṅgī am Ende. [Ende der Druckklammer.] An Kopf, Mund, Herz, verborgenem Bereich und Füßen setzt man ferner ein … Fortsetzung folgt.

Druckseite 361; Fortsetzung der RMG-Reihe:

26.RMG.33: … Hṛllekhā, Gaganā, Raktā, ferner Mahī [Lesung unsicher], Karālikā und Mahocchuṣmā, jeweils mit dem Bīja aus dem Anfangslaut ihres eigenen Namens …

26.RMG.34: … und Mātaṅgī am Ende. Nach dieser Einsetzung vollzieht man den Pfeil-Nyāsa: am Scheitel, an Füßen, Mund, verborgenem Bereich und im Lotus des Herzens …

26.RMG.35: … Drāviṇī, Śoṣiṇī, Bandhinī, Mohinī und Ākarṣiṇī, die Glückverheißenden, jeweils mit ihrem eigenen Anfangs-Bīja.

Erklärung der Quelle: Die Anfangslaute ihrer Namen sind ihre Bījas und stehen ihnen voran. Einige erklären dagegen, den Namen seien die früher genannten Bījas voranzustellen. Dann sei jedoch schwer zu vermeiden, dass das Wort „Anfangs-“ überflüssig werde. Die beiden Auslegungen und die Einwendung der Quelle bleiben unterscheidbar.

26.RMG.36: Mit Mātaṅgī am Ende setzt man danach die Manmatha-Formen ein: an Mund, Schulter, Seite, Hüfte und Nabel, dann wieder an Hüfte, Seite und Schulter …

26.RMG.37: … mit den drei Bījas am Anfang: Manmatha, Makaradhvaja, Madana, Puṣpadhanvan, als fünften Kusumāyudha …

26.RMG.38: … als sechsten Kandarpa, ferner Manobhava und Ratipriya. Der Mantrakundige setzt sie an diesen Stellen mit Mātaṅgī am Ende ein.

Erklärung: Die drei Bījas sind die drei Anfangssilben des Grundmantras.

26.RMG.39: Als Erste folgt Anaṅgakusumā, danach Anaṅgamekhalā, Anaṅgamadanā und Anaṅgamadanāturā …

26.RMG.40: … Anaṅgamadanodvegā, ferner Anaṅgasambhavā, als siebte Anaṅgabhuvanapālinī und als achte …

26.RMG.41: … Anaṅgaśaśirekhā; jeweils mit Mātaṅgī am Ende. Sie sind einzusetzen an der Wurzel, im Adhiṣṭhāna, im Maṇipūraka …

26.RMG.42: … an Herz, Kehle, Mund, Brauenmitte und Scheitel. Danach [folgen, beginnend] im Ādhāra Lakṣmī, Sarasvatī, Rati, Prīti und Kīrtikā …

26.RMG.43: … Śānti, Puṣṭi [Variante: Buddhi] und Tuṣṭi, jeweils mit dem Wort Mātaṅgī als Abschluss. Der Mantrakundige setzt den Grundmantra auf seinem Scheitel ein.

26.RMG.44: [Beginn einer Druckklammer:] Im Ādhāra, Adhiṣṭhāna, Nabel, danach im Anāhata, an Kehle, Mund, Brauenmitte und Scheitel setzt man der Reihe nach …

26.RMG.45: … die zuvor genannten Brāhmī und die übrigen ein, mit Mātaṅgī am Ende. An denselben Stellen setzt man Asitāṅga und die übrigen Bhairavas ein.

26.RMG.46: Asitāṅga, Ruru, Caṇḍa, Krodha, Unmatta, Kapālin, Bhīṣaṇa und Saṃhāra gelten als die acht Bhairavas. [Ende der Druckklammer.]

26.RMG.47: Im Ādhāra, Adhiṣṭhāna, Nabel, danach im Anāhata, an Kehle und Brauenmitte, im Bindu, ferner in der Kalā-Stelle …

26.RMG.48: … in Nirodhikā, Ardhendu, Nāda und Nādānta, Unmanī, Viṣuvat und dem Dhruva-Maṇḍala, Glückverheißende …

Erklärung: Die Stellen von der Brauenmitte bis Śiva sind jeweils höher und höher liegend zu verstehen. Die Quelle nennt hier die Orte, ohne im anschließenden Satz eine vollständig eindeutige Einzelzuordnung zu geben.

26.RMG.49: [Die folgenden Namen lauten:] Pramathā, Bhāvinī, Vidyunmālā, Cicchakti, dann Sundarā, Ānandā und Nāgavallī der Reihe nach …

26.RMG.50: … diese setzt der vortreffliche Lehrer mit den drei Bījas am Anfang und Mātaṅgī am Ende an Kopf, Stirn, Herz und Ādhāra ein. Mehr Namen als Körperorte sind genannt; eine zusätzliche Verteilung wird nicht erfunden.

26.RMG.51: Mātaṅgī mit „Mahā“ am Anfang beziehungsweise Ende, mit „Mahālakṣmī“ am Anfang, mit „Siddhalakṣmī“ am Anfang beziehungsweise Ende [die Wortbildungsanweisung bleibt gedrängt], und den Grundmantra im Ādhāra-Maṇḍala …

26.RMG.52: … setzt der vortreffliche Lehrer ein und vollzieht damit die den ganzen Körper durchdringende Einsetzung. Nachdem so sein Körper mit Nyāsa versehen ist, meditiert er die Mantragottheit.

26.RMG.53: Inmitten des Nektarmeeres, auf einer schönen Edelsteininsel, in einem von goldener Umfriedung umgebenen, aus Edelsteinen gebildeten Pavillon …

26.RMG.54: … geschmückt mit Kadamba, Bilva, Kahlāra und Wunschbäumen; [Beginn einer Druckklammer:] in der Mitte der Altarterrasse, auf einem bequem bereiteten, glückverheißenden Edelstein-Löwenthron …

26.RMG.55: … ist ein großer achtblättriger Lotus mit Staubfäden und Fruchtboden. In seiner Mitte liegt ein Dreieck, außen ein weiterer achtblättriger Lotus …

26.RMG.56: … danach ein sechzehnblättriger, außen ein vierblättriger; mit einem viereckigen Feld und vier Toren wird dieses vortreffliche Maṇḍala gelehrt. [Ende der Druckklammer.]

26.RMG.57: In seiner Mitte sitzt sie bequem, dunkel von Farbe, mit reinem Lächeln, mit Kadamba-Girlanden geschmückt, von Göttern und Asuras verehrt … Fortsetzung folgt.

Druckseite 362; Fortsetzung der RMG-Reihe:

26.RMG.58: … mit langen Haarlocken und der Mondsichel als Kopfschmuck, mit einem Tilaka auf der Stirn und einem leicht lächelnden Gesicht …

26.RMG.59: … deren Stirn durch ein wenig Schweiß angenehm glänzt, mit wellenförmigen Falten an der Körpermitte und einer feinen Haarlinie geschmückt …

26.RMG.60: … mit allem Schmuck, einer Perlenkette und Hüftbändern, die mit vielerlei Edelsteinen besetzt sind …

26.RMG.61: … mit edelsteinbesetzten Armreifen und geschmückten Oberarmreifen; zweiarmig, jugendlich erscheinend, ihre Augen vom Wein bewegt …

26.RMG.62: … mit vollen, runden, hohen Brüsten, langen Ohrgehängen und prächtigem Ohrschmuck …

26.RMG.63: … dunkel wie Tamāla, als junge Frau, vom Wein berauscht: Mataṅginī, an deren Seiten Papagei und Sārikā stehen, als Gestalten der vierundsechzig Künste.

26.RMG.64: Wie zehn Millionen aufgehende Sonnen oder wie eine Japā-Blüte [rot] leuchtend — auch so oder gelb soll man die höchste Mātaṅginī meditieren. Die alternativen Farben stehen ausdrücklich neben der vorherigen dunklen Gestalt.

26.RMG.65: Nach dieser Meditation und Verehrung mit geistigen Gaben stellt man die Arghya-Gefäße und die weiteren Gefäße auf und verehrt die höchste Herrin.

Aus dem Mātaṅgamayakośa: „In der Mitte die Śakti leuchtend vergegenwärtigend, [mit] Sechs-, Acht- und Viereck: den Träger des Feuers, das Gefäß der Sonne und das reine Wasser-Maṇḍala des Mondes …“ Das gedrängte Zitat beschreibt die Grundlage des Arghya. Die Erklärung sagt: Śakti bedeutet das Bhuvaneśvarī-Bīja; außerhalb liegt ein Dreieck. Rasa meint das Sechseck, Vasu das Achteck. Das Wort „Maṇḍala“ bezieht sich auf alle drei Stellen, Feuer, Sonne und Mond.

Aus dem Sārasaṅgraha; neue MSG-Reihe:

26.MSG.1: Auf dem zuvor beschriebenen, aus Dharma und den übrigen [Bestandteilen] gebildeten Sitz verehrt man neun Kräfte, jeweils mit Mātaṅgī am Ende: Vibhūti, Unnati, Kānti …

26.MSG.2: … Sṛṣṭi, Kīrti, Sannati, Vyuṣṭi, Utkṛṣṭi und als neunte Ṛddhi: So werden Mātaṅgīs Sitzkräfte gelehrt.

26.MSG.3: Vāc, Māyā und Kamalā, danach [eine Fügung mit] Śakti, „kamala“ und „sanāya namaḥ“: Damit verehrt man Mātaṅgīs Sitz. Die genaue Wortbildungsanweisung im Druck ist unsicher; eine vermeintlich vollständige Formel wird nicht ergänzt.

26.MSG.4: Mit dem Grundmantra gestaltet man nach der Vorschrift die Gestalt der Göttin. Danach [spricht man] erneut den Grundmantra und „śrīmātaṅgīmūrtaye namaḥ“ — „Verehrung der Gestalt Śrīmātaṅgīs“.

26.MSG.5: Der vortreffliche Sādhaka verehrt diese Gestalt mit Duftstoffen, Blumen und Weiterem, lädt die Göttin in sie ein und verehrt sie in Kenntnis der Vorschrift.

26.MSG.6: In den drei Ecken verehrt der Mantrin der Reihe nach Rati, Prīti und Manobhavā, vorn, rechts und links. Manobhavā ist im Druck in Klammern ergänzt.

26.MSG.7: Zwei sind weiß und dunkel und tragen Schlinge und Stachel; die andere ist rot, mit Zuckerrohrbogen und fünf Pfeilen in den Händen. [Die Quelle erwähnt zudem gefaltete Hände; ihre genaue Zuordnung ist nicht eindeutig.]

26.MSG.8: In der Mitte und den Richtungen verehrt man Hṛllekhā und die übrigen der Reihe nach. Sie tragen Schlinge, Stachel sowie die Gesten von Furchtlosigkeit und Wunschgewährung und leuchten wie die Elemente.

26.MSG.9: Im Südosten, Nordosten, Südwesten, Nordwesten, vorn und in den Richtungen verehrt der Mantrakundige die Aṅgas; danach verehrt er die fünf Pfeile.

26.MSG.10: In den Richtungen und vorn [stehen sie] der Reihe nach, mit dem Glanz von Perlen, gelber Farbe, Korallen, Diamanten und klarem Rot [die Farbfolge ist im Druck undeutlich], Bogen und Pfeile tragend.

26.MSG.11: Auf den Blättern verehrt man, vorn beginnend, Anaṅgakusumā und die übrigen: rot leuchtend, mit Schlinge, Stachel und den Gesten von Furchtlosigkeit und Wunschgewährung.

26.MSG.12: Vor den Blättern verehrt man Rati und die übrigen mit schönem Schmuck. Lakṣmī leuchtet golden und trägt einen Lotus; eine andere [Sarasvatī] ist muschelweiß …

26.MSG.13: … mit Cinmudrā und Buch in den Händen. Zwei weitere, weiß und dunkel, tragen Bogen und Pfeile. Eine andere ist weiß wie Kunda und trägt Cinmudrā und Lotus.

26.MSG.14: Śānti zeigt Cinmudrā und Furchtlosigkeit; die übrigen sind rot und gewähren Furchtlosigkeit und Wünsche [Druckfügung undeutlich]. Auf dem zweiten achtblättrigen Lotus verehrt man Manmatha und die übrigen, vom Rausch erhoben …

26.MSG.15: … mit nach vorn gespannten Bogensehnen und Köchern auf dem Rücken. Auf den Blättern stehen die Mütter, vor ihnen die acht Bhairavas …

26.MSG.16: … mit Schädelschale, Dreizack, Ḍamaru und Vetāla in den Händen. Brāhmī und die übrigen erhalten lange Vokale am Anfang, die Bhairavas kurze.

26.MSG.17: Danach [folgen] Vāmā und die übrigen auf dem sechzehnblättrigen Lotus, mit dunklen Gestalten. Spiegel, Edelsteinlampe und Fächer, danach … Fortsetzung folgt.

Druckseite 363; Fortsetzung der MSG-Reihe:

26.MSG.18: … ein Nāgavallī-Blatt, einen Fliegenwedel, ein Wissensbuch, Gewänder, Girlanden, Sonnenschirm, Schmuck, Papagei und Sārikā …

26.MSG.19: … Fliegenwedel, Edelsteinbecher, Palmfächer und Lampe tragen sie in den linken Händen; vor der Göttin halten sie die [anderen] Hände zur Verehrung geneigt.

26.MSG.20: Man vergegenwärtigt und verehrt sie rein und rot von Farbe, stets die Vīṇā spielend. Danach verehrt man auf dem vierblättrigen Lotus …

26.MSG.21: … Mātaṅgī und die übrigen. Die Erste ist rot, ihre Arme sind mit Schlinge, Stachel, Wunschgewährung und Furchtlosigkeit versehen; die Zweite leuchtet wie der Mond …

26.MSG.22: … mit Schwert, Schild, Dreizack, Schlange und Kopf in den Händen. Eine weitere trägt Schlinge, Stachel, Lotus und ein Bündel Reisähren …

26.MSG.23: … und ist rot. Die Letzte trägt ein Gold- und ein Edelsteingefäß sowie Wunschgewährung und Furchtlosigkeit und ist dunkel. So sollen die vortrefflichen Mantrins sie meditieren. Die zweite Gestalt erhält fünf genannte Attribute; eine nicht genannte Armzahl wird nicht ergänzt.

26.MSG.24: Im Südosten, Südwesten, Nordwesten und Nordosten verehrt man Gaṇeśa, Durgā, Vaṭuka und Kṣetrapa. Außerhalb verehrt man …

Unnummerierter Halbvers: … im Quadrat die Welthüter, außerhalb ihre Waffen. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

Ausführliches Ritualverfahren: Nach den Morgenhandlungen bis zum Yogasitz-Nyāsa vollzieht man dreimal Prāṇāyāma mit dem Grundmantra. Am Kopf setzt man „Oṃ, Verehrung dem Seher Dakṣiṇāmūrti“ ein, am Mund „Verehrung dem Versmaß Gāyatrī“, am Herzen „Verehrung der Gottheit Śrīmātaṅgīśvarī“. Mit gefalteten Händen erklärt man die Zweckbestimmung: „zur Erfüllung all meiner gewünschten Ziele“.

Der Hand- und Sechs-Aṅga-Nyāsa teilt den Mantra in sechs Abschnitte. Das Zeichen 3 im Druck vertritt dabei die drei Anfangs-Bījas aiṃ hrīṃ śrīṃ; unten sind sie als gemeinsamer Vorsatz beschrieben.

Stelle beziehungsweise Aṅga Mantraabschnitt nach dem Bīja-Vorsatz Abschluss
Herz oṃ namo bhagavati śrīmātaṅgīśvari sarvajanamanohāri hṛdayāya namaḥ
Kopf sarvamukharāji sarvamukharañjini śirase svāhā
Haarschopf sarvarājavaśaṃkari sarvastrīpuruṣavaśaṃkari śikhāyai vaṣaṭ
Schutzpanzer sarvaduṣṭamṛgavaśaṃkari sarvasattvavaśaṃkari kavacāya huṃ
Drei Augen sarvalokamamukaṃ me vaśam ānaya netratrayāya vauṣaṭ
Waffe svāhā astrāya phaṭ

Der Name lautet hier im Druck Mātaṅgīśvarī, gegenüber Mātaṅgeśvarī in der ausgeschriebenen Formel auf Seite 360. Danach erfolgt der Wortgruppen-Nyāsa; jeder Abschnitt endet mit Namaḥ, im Druck nach der ersten Stelle meist abgekürzt:

Körperstelle Einzusetzende Wortgruppe
Kopf aiṃ hrīṃ śrīṃ
Stirn oṃ
Brauenmitte namo
Gaumen bhagavati
Kehlkopf śrīmātaṅgīśvari
Hals sarvajanamanohāri
Brust sarvamukharāji
Anāhata sarvamukharañjini
Rechter Oberarm sarvarājavaśaṃkari
Linker Oberarm sarvastrīpuruṣavaśaṃkari
Bauch sarvaduṣṭamṛgavaśaṃkari
Nabel sarvasattvavaśaṃkari
Svādhiṣṭhāna sarvalokaṃ
Liṅga beziehungsweise männliches Geschlechtsorgan amukaṃ
Rechter Fuß me
Linker Fuß vaśaṃ
Mūlādhāra ānaya
After svāhā

Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ am Anfang und Mātaṅgī sowie Namaḥ als Namens- und Verehrungsabschluss folgen die weiteren Einsetzungen. Die Quelle kürzt den gemeinsamen Vorsatz und Abschluss ab; die folgende Übersicht bewahrt jede genannte Zuordnung:

Reihe Körperstellen und Einsetzungen
Rati und Begleiter Mūlādhāra: raṃ, Rati; Herz: prīṃ, Prīti; Brauenmitte: maṃ, Manobhava.
Hṛllekhā und Begleiterinnen Kopf: haṃ, Hṛllekhā; Mund: gaṃ, Gaganā; Herz: raṃ, Raktā; verborgener Bereich: kaṃ, Karālikā; Füße: maṃ, Mahocchuṣmā.
Fünf Pfeilkräfte Kopf: drāṃ, Drāviṇī; Füße: śoṃ, Śoṣiṇī; Mund: baṃ, Bandhinī; verborgener Bereich: moṃ, Mohinī; Herz: āṃ, Ākarṣiṇī.
Acht Manmatha-Formen Mund: Manmatha; linke Schulter: Makaradhvaja; linke Seite: Madana; linke Hüfte: Puṣpadhanvan; Nabel: Kusumāyudha; rechte Hüfte: Kandarpa; rechte Seite: Manobhava; rechte Schulter: Ratipriya.
Acht Anaṅga-Kräfte Mund: Anaṅgakusumā; linke Schulter: Anaṅgamekhalā; linke Seite: Anaṅgamadanā; linke Hüfte: Anaṅgamadanāturā; Nabel: Anaṅgamadanodvegā; rechte Hüfte: Anaṅgasambhavā; rechte Seite: Anaṅgabhuvanapālinī; rechte Schulter: Anaṅgaśaśirekhā.
Acht weitere Göttinnen Mūlādhāra: Lakṣmī; Wurzel des Liṅga: Sarasvatī; Maṇipūra: Rati; Herz: Prīti; Kehle: Kīrti; Mund: Kānti; Brauenmitte: Puṣṭi; Kopf: Tuṣṭi.

Die Anaṅga-Zuordnungen unterscheiden sich von der Versfassung 26.RMG.41–42. Kānti steht hier an der Stelle, an der die Versfassung Śānti nennt. Die Prosa nennt fünf Hṛllekhā-Kräfte und präzisiert damit ihre eigene Anordnung; die unklare frühere Versfügung wird nicht rückwirkend geändert.

Auf dem Scheitel setzt man den Grundmantra ein. Dann beginnen die Mütter: an der Wurzel Brāhmī, im Svādhiṣṭhāna Māheśvarī, am Nabel Kaumārī … Die Liste setzt sich auf der nächsten Druckseite fort, wiederum mit dem gemeinsamen Bīja-Vorsatz und Mātaṅgī-Abschluss.

Druckseite 364; unnummerierte Ritualprosa. Fortsetzung der Mütter-Einsetzung, jeweils mit dem bereits erläuterten Bīja-Vorsatz und Mātaṅgī-Namensabschluss:

Auf Kaumārī am Nabel folgen Vaiṣṇavī am Herzen, Vārāhī an der Kehle, Indrāṇī am Mund, Cāmuṇḍā in der Brauenmitte und Mahālakṣmī am Kopf.

Die acht Bhairavas werden eingesetzt: Asitāṅga an der Wurzel, Ruru im Svādhiṣṭhāna, Caṇḍa am Nabel, Krodha am Herzen, Unmatta an der Kehle, Kapālin am Mund, Bhīṣaṇa in der Brauenmitte und Saṃhāra am Kopf.

Ort Kraft, jeweils mit Mātaṅgī-Abschluss
Ādhāra Vāmā
Liṅga Jyeṣṭhā
Nabel Raudrī
Herz Śānti
Kehle Śraddhā
Brauenmitte Vāgīśvarī
Bindu Kriyāśakti
Kalā-Stelle Lakṣmī
Nirodhikā Sṛṣṭi
Ardhendu Mohinī
Nāda Pramathā
Nādānta Bhāvinī
Unmanī Vidyunmālā
Viṣuvat Cicchakti
Dhruva-Maṇḍala Sundarānandā
Śiva Nāgavallī

Sundarānandā ist hier eine einzige Namensform; dadurch wird die Sechzehnerreihe deutlich. Danach setzt man Mātaṅgī am Kopf, Mahāmātaṅgī an der Stirn, Mahālakṣmī am Herzen und Siddhalakṣmī an der Wurzel ein. Im Mūlādhāra setzt man den Grundmantra ein und vollzieht damit die den ganzen Körper durchdringende Einsetzung.

Nach Meditation und geistiger Verehrung zeichnet man das nach der Textautorität beschriebene Maṇḍala. Nach der Überlieferung verehrt man seine Mitte mit dem Grundmantra, das Sechseck mit zweimaliger Wiederholung der drei Anfangs-Bījas, das äußere Achteck mit denselben zweimal wiederholten Bījas, die am Anfang und Ende Oṃ erhalten, und das Quadrat mit den sechs Aṅgas. Danach stellt man das Arghya-Gefäß nach der genannten Vorschrift und die weiteren Gefäße wie zuvor auf.

Auf einer Goldplatte oder entsprechenden Unterlage zeichnet man mit Kuṅkuma einen achtblättrigen Lotus mit Staubfäden. Auf seinem Fruchtboden zeichnet man ein Dreieck, dessen Spitze einem selbst zugewandt ist. Außen folgen ein weiterer achtblättriger Lotus, ein sechzehnblättriger, ein vierblättriger und drei viereckige Begrenzungen mit vier Toren. Dieses Verehrungsdiagramm stellt man vor sich auf einen Sitz und verehrt es mit dem Grundmantra. Es folgen Arghya-Aufstellung und die übrigen Handlungen bis zur Selbstverehrung sowie die Sitzfolge von Maṇḍūka bis Jñānātman.

In den Staubfäden des achtblättrigen Lotus verehrt man mit oṃ aiṃ hrīṃ śrīṃ beziehungsweise dem danach abgekürzten Vorsatz und Mātaṅgī-Abschluss Vibhūti, Unnati, Kānti, Sṛṣṭi, Kīrti, Sannati, Vyuṣṭi und Utkṛṣṭi, in der Mitte Ṛddhi. Den gesamten Sitz verehrt man mit aiṃ hrīṃ śrīṃ sarvaśaktikamalāsanāya namaḥ — „Verehrung dem Lotussitz aller Kräfte“, mit den drei Bījas.

Nach Aussprache des Grundmantras erklärt man: śrīmātaṅgīśvarīmūrtiṃ kalpayāmi — „Ich gestalte die Erscheinungsform Śrīmātaṅgīśvarīs.“ Erneut mit dem Grundmantra verehrt man sie durch parasyai śrīmātaṅgīśvarīmūrtaye namaḥ — „Verehrung der höchsten Erscheinungsform Śrīmātaṅgīśvarīs“. Man lädt die Göttin hinein und vollzieht die Handlungen von der Einladung bis zur Lebenseinsetzung. Danach zeigt man die als zwölf bezeichneten Mudrās: Schlinge, Stachel, Wunschgewährung, Furchtlosigkeit, Schwert, Schild, Bogen, Pfeil, Mausali, Daurga, Vāṇa und Yoni. Die zusammengezogene Schlussgruppe ist in ihrer Lesung und Abgrenzung unsicher.

Nach den Gaben vom Sitz bis zu den Blumen verehrt man die sechs Aṅgas als zur göttlichen Gestalt gehörig. Im Dreieck verehrt man rechtsherum Rati, Prīti und Manobhavā, jeweils mit den drei Anfangs-Bījas und Mātaṅgī-Abschluss.

Zwischen Dreieck und achtblättrigem Lotus, in der Mitte und den vier Richtungen, folgen haṃ hṛllekhāyai, gaṃ gaganāyai, kaṃ karālikāyai und maṃ mahocchuṣmāyai, jeweils mit dem gleichen Namensabschluss. Obwohl fünf Orte genannt werden, enthält diese Liste nur vier Formeln; Raktā aus der früheren Reihe fehlt hier im Druck und wird nicht ergänzt. In Südosten, Nordosten, Südwesten, Nordwesten, Mitte und Richtungen verehrt man dann die sechs Aṅgas nach der angegebenen Ordnung.

Im Zwischenraum von Dreieck und achtblättrigem Lotus verehrt man, vor der Göttin beginnend, in den vier Richtungen und wieder vor ihr, rechtsherum: drāṃ drāviṇyai, śoṃ śoṣiṇyai, baṃ bandhinyai, moṃ mohinyai und āṃ ākarṣiṇyai, jeweils mit Mātaṅgī-Abschluss.

Auf den acht Blättern, vor der Göttin beginnend und rechtsherum, folgen Anaṅgakusumā, Anaṅgamekhalā, Anaṅgamadanā, Anaṅgamadanāturā, Anaṅgamadanodvegā, Anaṅgasambhavā, Anaṅgabhuvanapālinī und Anaṅgaśaśirekhā. Vor ihnen stehen Lakṣmī, Sarasvatī, Rati, Prīti, Kīrti, Kānti, Puṣṭi und Tuṣṭi. Alle Formeln erhalten den abgekürzten Mātaṅgī-Abschluss.

An den Ansätzen des zweiten achtblättrigen Lotus verehrt man, wieder vor der Göttin beginnend und rechtsherum, mit aiṃ hrīṃ śrīṃ und dem gleichen Abschluss: Manmatha, Makaradhvaja, Madana, Puṣpadhanvan, Kusumāyudha, Kandarpa, Manobhava und Ratipriya. In den Blattmitten folgen die Mütter, beginnend mit āṃ brāhmyai und īṃ māheśvaryai, danach die übrigen wie zuvor. An den Blattspitzen folgen die acht Bhairavas, beginnend mit aṃ asitāṅgabhairavāya namaḥ.

Auf den sechzehn Blättern beginnt die Reihe Vāmā, Jyeṣṭhā, Raudrī, Śānti, Śraddhā, Vāgīśvarī und Kriyāśakti … Fortsetzung auf der nächsten Druckseite.

Druckseite 365; Abschluss der unnummerierten Umkreisverehrung:

Auf den sechzehn Blättern folgen auf Kriyāśakti: Lakṣmī, Sṛṣṭi, Mohinī, Pramathā, Bhāvinī, Vidyullatā, Cicchakti, Sundarānandā und Nāgavallī, jeweils mit dem Mātaṅgī-Abschluss. Hier heißt die betreffende Kraft Vidyullatā, während im Körper-Nyāsa Vidyunmālā steht. Auf den vier Blättern verehrt man Mātaṅgī, Mahāmātaṅgī, Mahālakṣmī und Siddhalakṣmī mit den drei Anfangs-Bījas und dem gleichen Abschluss.

Innerhalb des Quadrates, im Südosten beginnend und rechtsherum durch die vier Ecken, folgen oṃ gaṇeśāya namaḥ, oṃ durgāyai namaḥ, oṃ vaṭukāya namaḥ und oṃ kṣetrapālāya namaḥ. Außerhalb schließt man die Welthüterverehrung und alles Weitere wie zuvor ab.

Fortsetzung der MSG-Reihe:

26.MSG.25: Der Mantrin wiederholt den Mantra zehntausendmal; danach opfert er, die Sinne beherrschend, ein Zehntel mit Madhūka-Blüten und den drei süßen Stoffen.

26.MSG.26: Nach Tarpaṇa, rituellem Besprengen und Ehrung der Brahmanen soll der Mantrin mit so verwirklichtem Mantra seine eigenen Wünsche verfolgen.

26.MSG.27: Wer Glück wünscht, opfert Jātī-, Mallikā- und Nāgakesara-Blüten sowie Śrī-Früchte. Durch ein Opfer ihrer Blätter solle er königlichen Wohlstand erlangen.

26.MSG.28: Ein Königssohn soll durch Lotusse seinen eigenen untadeligen Wohlstand erreichen. Mit Lakṣmī-Blüten und Wasserlilien solle man die ganze Welt unter seinen Einfluss bringen.

26.MSG.29: Der Mantrakundige opfert Japā-, Bandhūka-, Bakula- und Brahmavṛkṣa-Blüten zur Beeinflussung.

26.MSG.30: Durch ein Honigopfer soll er alle Vollendungen erlangen. Mit vorzüglichen Vetasa-Brennhölzern, sorgfältig mit den drei süßen Stoffen versehen …

26.MSG.31: … opfert, wer Regen wünscht. Mit Guḍūcī solle er Fieber beseitigen; mit Kadamba-Blüten Frauen unter seinen Einfluss bringen.

26.MSG.32: Wer langes Leben wünscht, opfert Dūrvā-Gras. Durch ein Speiseopfer solle der Mantrin bald reichlich Nahrung besitzen.

26.MSG.33: Durch ein Opfer von Śāli-Reiskörnern solle sein Haus voller Besitz werden. Alle genannten Opferstoffe sind mit den drei süßen Stoffen zu versehen.

26.MSG.34: Ein Feueropfer mit Nandyāvarta-Blüten soll höchste Vollendung der Rede verleihen; mit Nimba-Blüten soll man den gewünschten Wohlstand erreichen.

26.MSG.35: Wer Kiṃśuka-Blüten opfert, solle zu einem Hort von Glanz werden. Auch mit Sandel, Agaru, Kampfer, Rocanā und Kuṅkuma …

26.MSG.36: … als Feueropfer solle man die ganze Welt beeinflussen. Ein Tilaka aus [diesen Stoffen], achtmal besprochen [die Zahlfügung ist knapp], solle Menschen betören.

26.MSG.37: Sinduvāra-Wurzeln werden zur Befreiung aus Fesseln geopfert. Mit Salz, das mit Ugragandha-Öl getränkt ist, opfert man …

26.MSG.38: … um, so der Text, bald die Feindesschar zu vernichten. Mit Salz und pulverisierter Niśā solle man Feinde lähmen.

26.MSG.39: Durch ein Feueropfer mit vollreifen, saftreichen Früchten und duftenden Blumen soll man das Gewünschte erreichen, ohne Zweifel. Die Wirkungsbehauptungen dieser Stoffliste bleiben historische Quellenaussagen.

Eine achtundneunzigsilbige Mātaṅgī-Fassung

Aus dem Sārasaṅgraha; neue MNV-Reihe:

26.MNV.1: Man spricht die drei Bālā-Bījas, das Sprach-Bīja, Māyā und Kamalā; dann Tārā, Hṛt, „bhaga“, Pānīya, „ti“ und „śrīmātaṃ“ …

26.MNV.2: … „gīśvari“, danach „sarvajana“, [eine Längenanweisung], Kāla, „no“, Vyoman, „ri sarvamukharaṃ“, den auf ka bezogenen [Laut], „ni“, Saras, Śakti und Indirā …

26.MNV.3: … zwischen „sarva“ und „vaśaṃkari“ spricht man an fünf Stellen der Reihe nach „rāja“, „strīpuruṣa“, „duṣṭamṛga“, „sattva“ …

26.MNV.4: … und „loka“. Dann „amukaṃ me vaśam ānaya“ und das ṭha-Paar; die sechs am Anfang genannten Bījas stehen in umgekehrter Reihenfolge am Ende.

26.MNV.5: Mit achtundneunzig Silben wird [diese Formel] ehrerbietig gelehrt. Der höchste Mantra soll die drei Welten unter Einfluss bringen.

26.MNV.6: Durch die Gnade eines Lehrers soll er von besonders verdienstvollen Menschen erlangt werden. Wer kein Verdienst erworben hat, könne ihn schwer erlangen; große Seher und andere verehren ihn.

Unnummerierter Halbvers: Als Wunschbaum wird er gepriesen, der die Wünsche erfüllt. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

Beginn der Prosaauflösung: Die drei Bālā-Bījas wurden zuvor genannt. Das Sprach-Bīja ist aiṃ, Māyā hrīṃ, Kamalā śrīṃ, Tārā oṃ, Hṛt namaḥ; „bhaga“ steht für sich. Die Auflösung von Pānīya und der weiteren Silben setzt sich auf der nächsten Druckseite fort.

Druckseite 366; Fortsetzung der Prosaauflösung:

Pānīya bezeichnet va; „ti“ und „śrīmātaṃ“ stehen für sich. Es folgen „gīśvari“, „sarvaj“, ein langes na, Kāla als ma, „no“, Vyoman als ha, „ri“, „sarvamukharaṃ“, der mit ka bezeichnete Anfangslaut als ja und „ni“. Smara ist klīṃ, Śakti hrīṃ, Indirā śrīṃ. Danach stehen „sarvarājavaśaṃkari“, „sarvastrīpuruṣavaśaṃkari“, „sarvaduṣṭamṛgavaśaṃkari“, „sarvasattvavaśaṃkari“, „sarvalokavaśaṃkari“ und „amukaṃ“. Vor „amukaṃ“ soll ausdrücklich keine lautliche Verschmelzung durch Sandhi erfolgen, damit die genannte Zahl von achtundneunzig Silben zustande kommt. Es folgen „me vaśam ānaya“, das ṭha-Paar als svāhā und in umgekehrter Reihenfolge śrīṃ hrīṃ aiṃ sauḥ klīṃ aiṃ.

Ausgeschriebene Formel des Drucks:
aiṃ klīṃ sauḥ aiṃ hrīṃ śrīṃ oṃ namo bhagavati śrīmātaṅgīśvari sarvajanamanohāri sarvamukharañjani klīṃ hrīṃ śrīṃ sarvarājavaśaṃkari sarvastrīpuruṣavaśaṃkari sarvaduṣṭamṛgavaśaṃkari sarvasattvavaśaṃkari sarvalokavaśaṃkari amukaṃ me vaśam ānaya svāhā śrīṃ hrīṃ aiṃ sauḥ klīṃ aiṃ.

Die Form „sarvamukharañjani“ folgt hier der ausgeschriebenen Druckfassung; die verschlüsselte Herleitung und andere Fassungen weichen in einzelnen Vokalen ab. Die Silbenzahl 98 ist die Angabe des Werkes. „Amukaṃ“ bezeichnet die einzusetzende Person. Die Formel ruft Mātaṅgī als die Herzen und Gesichter erfreuende Göttin an und erbittet Einfluss auf Herrscher, Frauen und Männer, wilde Tiere, Wesen und Welten sowie auf eine benannte Person; dieser Zweck gehört zur historischen Ritualbeschreibung.

Im Mataṅgamanukośa heißt es: „Ist der achtundneunziglautige Mantra verwirklicht, bringen alle [genannten Verfahren] die jeweils beschriebenen Früchte hervor. Darum soll man diesen Mantra stets wiederholen.“

26.MNV.7: Ṛṣi und die weiteren Zuordnungen dieses Mantras sind die zuvor genannten. Anschließend vollzieht man den Mātṛkā-Nyāsa, um das Bewusstsein der Gottheit zu verwirklichen.

26.MNV.8: Der ausgezeichnete Sādhaka legt die fünf Pfeile auf die Finger. Der Besonnene legt den Makaradhvaja-Mantra auf beide Handflächen.

26.MNV.9: Dieser höchste Makaradhvaja-Mantra beginnt mit dem Sprach-Bīja; es folgen „makaradhvaja“ im Dativ, Māyā und am Ende Hṛt. Er soll alles unter Einfluss bringen. Nach diesen Chiffren: aiṃ makaradhvajāya hrīṃ namaḥ.

26.MNV.10: Die Mantraglieder legt man der Reihe nach auf Haarknoten, Kopf und Stirn, zwischen die Augenbrauen, auf beide Augen, beide Ohren, beide Nasenöffnungen, den Mund, beide Wangen und den Nacken …

26.MNV.11: … auf beide Schultern, die Brust, beide Brüste, den Herzlotus, den Nabelkreis, das Geschlecht und den Mūlādhāra.

26.MNV.12: Die dreiundzwanzig [Mantraglieder] haben folgende Lautzahlen: drei, drei, eins, zwei, vier, sechs, acht, sieben, eins, „Mond“, achtzehn und „Reihe“ …

Unnummerierte Fortsetzung: … „Vasu“, acht, „Feuer“, „Mond“, „Augen“, zwei, zwei, drei und drei; so legt man sie der Reihe nach auf. Die beigefügte Erklärung löst Mond als 1, Reihe als 10, Vasu als 8, Feuer als 3 und Augen als 2 auf. Die gedruckte Zahlenfolge lässt sich nicht widerspruchsfrei auf die ausdrücklich genannten dreiundzwanzig Glieder verteilen; es wird keine passende Reihe hinzuerfunden.

26.MNV.13: Man lässt die ersten neunzehn Laute des Mantras beiseite. Mit den sechs [folgenden] Gliedern, denen jeweils die drei Tārās vorangehen, bildet man die sechs Körperglieder des Nyāsa.

Abweichende Reihenfolge im Mataṅgamanukośa: Nach dem Ṛṣi-Nyāsa werden zuerst auf Finger und Handflächen die fünf Pfeile und Makaradhvaja gelegt; danach folgen die sechs Körperglieder, die Reihe der Mātṛkās und der in Abschnitte geteilte Grundmantra. Man soll entsprechend der empfangenen Unterweisung vorgehen.

26.MNV.14: Wieder legt man die fünf [Pfeilkräfte], beginnend mit Drāviṇī, auf die beiden Brüste, beide Seiten und das Herz. Im Maṇipūraka soll [der folgende Bezug liegen]; danach legt man die mit Brāhmī beginnenden [Muttergöttinnen] auf … Die Verbindung der zusätzlichen Maṇipūraka-Angabe mit der vorausgehenden Fünfergruppe bleibt im knappen Wortlaut unklar.

26.MNV.15: … die Gelenke beider Beine. Anschließend legt der Besonnene die acht mit Lakṣmī beginnenden Kräfte, links beginnend, der Reihe nach auf die Gelenke beider Arme.

26.MNV.16: Man legt die zuvor genannten acht Kräfte, beginnend mit Lakṣmī, auf. An „kānta“ [unsichere Ortslesung, möglicherweise die Kehle], zwischen den Augenbrauen, auf Augen, Ohren und den After …

26.MNV.17: … auf beide Nasenöffnungen, Mund, beide Wangen, Zungenspitze, Mūla, Adhiṣṭhāna und Gaumen legt man die sechzehn mit Vāmā beginnenden [Kräfte]. Die Ortszählung bleibt in dieser Fassung uneindeutig.

26.MNV.18: Die Bhairavas legt man, beim rechten Fuß beginnend, auf die Gelenke beider Beine. Die Vierergruppe, beginnend mit Mātaṅgī, legt man auf Herz, Nabel, Kopf und After.

26.MNV.19: Anschließend legt man Ganesha, Durga, Vaṭuka und Kṣetrapāla auf „ka“ [hier die Kopfstelle], die Brauenmitte, den Mund und die Kehle. Mit dem Grundmantra vollzieht man den den ganzen Körper durchdringenden Nyāsa.

26.MNV.20: Sarasvati, Lakshmi und die beiden Schatzgestalten legt man auf Mund, Brauenmitte und beide Füße.

Unnummerierter Halbvers: Hat der Mantrin seinen Körper so durch Nyāsa geweiht, meditiert er mit ungeteilter Aufmerksamkeit über die Göttin. Die zweite Vershälfte ist im Druck durch Punkte ersetzt.

26.MNV.21: Inmitten des großen Nektarmeeres liegt eine Juweleninsel mit einem Wald von Wunschbäumen. In einer Halle aus Edelsteinen, auf einem edelsteinbesetzten Löwenthron …

26.MNV.22: … [meditiert man über] Mātaṅgī, erfreut vom Trinken eines Bechers voller berauschenden Trankes, mit sich bewegendem Blick und leicht schweißbedecktem Gesicht. Kadamba-Blüten schmücken ihren schönen Zopf. Ihre Hand ist durch die Vīṇā geschmückt; ihr Gewand ist leuchtend rot, ihre Unterlippe gleicht einer vollreifen Bimba-Frucht. Sie trägt einen Moschus-Tilaka, den Mond als Krone und an den Ohren schönen Muschelschmuck. Die genaue Gestalt des zuletzt genannten Muschelornaments bleibt mit „śaṅkhapātra“ unsicher; die Meditation setzt sich auf der folgenden Seite fort.

Druckvarianten: Die Fußnoten nennen „gīśvari“ und „mataṅge“ als Lesarten der mit „ka“ bezeichneten Vorlage.

Druckseite 367; Fortsetzung der Meditation:

26.MNV.23: Ihre Mitte neigt sich unter der Fülle ihrer schönen, hochgewölbten Brüste; ihre Farbe ist das dunkle Grün eines Papageis. Halsschmuck, Armreifen, schöne Halsketten, Gürtel und Fußspangen schmücken sie. Freudig erfreut sie die Schar ihrer Verehrer durch ihr edles Lächeln und ihren lächelnden Blick. So meditiert man über sie und über den Papagei und die Śārikā an ihrer Seite, die alle Künste verkörpern.

26.MNV.24: Auf dem zuvor beschriebenen glückverheißenden Sitz gestaltet man dieses Yantra: ein Dreieck, ein Fünfeck, einen achtblättrigen [Lotus], einen sechzehnblättrigen …

26.MNV.25: … einen weiteren achtblättrigen, einen vierblättrigen und ein schönes Quadrat mit vier Toren, erfreulich für jeden Blick.

26.MNV.26: Hier ruft der Mantrin, festlich geschmückt, die Göttin herbei und verehrt sie. Zuerst verehrt er das Laya-Aṅga, dann das Bhoga-Aṅga wie zuvor. Gemeint sind die beiden zuvor erläuterten Gruppen der Verehrung; der Text entfaltet die Begriffe hier nicht neu.

26.MNV.27: Wie bei der vorausgehenden Aṅga-Verehrung verehrt der Mantrin vorschriftsgemäß Rati und die weiteren [Kräfte]. Die fünf mit Drāviṇī beginnenden [Pfeilkräfte] verehrt er in den fünf Ecken.

26.MNV.28: Auf den acht Blättern verehrt er die Muttergöttinnen, vor ihnen Lakṣmī und die weiteren [Kräfte]. Auf den sechzehn Blättern folgen Vāmā und die weiteren, auf dem äußeren Achtblatt wiederum …

26.MNV.29: … die acht Bhairavas. Auf dem weiter außen liegenden Vierblatt verehrt der Mantrin Mātaṅgī und die weiteren [drei Göttinnen], außerhalb davon Gaṇapati und die anderen [Wächter].

26.MNV.30: Anschließend verehrt er Sarasvatī und die weiteren [Gestalten]. Außen verehrt er die Welthüter, noch weiter außen deren Waffen.

26.MNV.31: Nachdem er Mātaṅgī so vollständig verehrt hat, wiederholt er den Mantra nach seinen Kräften. Er verehrt nochmals die sechs Aṅgas und bringt wohlschmeckende Speisen und Getränke …

26.MNV.32: … sowie gute Milch dar. Dann verneigt sich der Mantrakundige vor der Göttin und bringt eine Bali-Gabe aus gekochtem Reis dar; dadurch, so der Text, erlangt er bald das Gewünschte.

26.MNV.33: Man spricht „namo bhagavati“, danach „mātaṅgīśvari“, dann „imaṃ baliṃ“, zweimal „gṛhṇa“ und schließlich „svāhā“.

Unnummerierter Halbvers: Dieser Bali-Mantra wird als Erfüller aller Wünsche gelehrt. Die zweite Hälfte fehlt im Druck. Die Formel lautet: namo bhagavati mātaṅgīśvari imaṃ baliṃ gṛhṇa gṛhṇa svāhā – „Verehrung dir, erhabene Mātaṅgīśvarī; nimm diese Gabe an, nimm sie an, svāhā.“

Die ausführliche Nyāsa-Anordnung dieser Mātaṅgī-Fassung

Unnummerierte Ausführung: Nach den morgendlichen Verrichtungen bis einschließlich Yoga-Pīṭha-Nyāsa vollzieht man mit dem Grundmantra dreimal Prāṇāyāma. Auf den Kopf legt man dakṣiṇāmūrtiṛṣaye namaḥ, auf den Mund gāyatrīchandase namaḥ und auf das Herz mātaṅgīśvarīdevatāyai namaḥ. Mit gefalteten Händen erklärt man: „Die Anwendung dient der Verwirklichung alles von mir Ersehnten.“ Danach legt man wie zuvor die Mātṛkās auf.

Auf beide Daumen: drāṃ drāviṇyai mātaṅgīśvarīdevatāyai namaḥ; auf beide Zeigefinger: śoṃ śoṣiṇyai mit demselben Mātaṅgīśvarī-Abschluss; auf beide Mittelfinger: baṃ bāndhinyai; auf beide Ringfinger: moṃ mohinyai; auf beide kleinen Finger: āṃ ākarṣiṇyai, jeweils mit dem gleichen Abschluss. Auf beide Handflächen legt man aiṃ makaradhvajāya hrīṃ namaḥ.

Danach folgen die einzelnen Glieder des Grundmantras, jeweils mit namaḥ. Die ausgeschriebene Prosa nennt hier tatsächlich dreiundzwanzig Stellen; sie unterscheidet sich in der Körperaufzählung von den vorausgehenden Versen:

Körperstelle Aufzulegendes Mantraglied
Haarknoten aiṃ klīṃ sauḥ
Kopf aiṃ hrīṃ śrīṃ
Stirn oṃ
Brauenmitte namo
Rechtes Auge bhagavati
Linkes Auge śrīmātaṅgīśvari
Rechtes Ohr sarvajanamanohāri
Linkes Ohr sarvamukharañjani
Rechte Nasenöffnung klīṃ
Linke Nasenöffnung hrīṃ
Mund śrīṃ
Rechte Wange sarvarājavaśaṃkari
Linke Wange sarvastrīpuruṣavaśaṃkari
Nacken sarvaduṣṭamṛgavaśaṃkari
Rechte Schulter sarvasattvavaśaṃkari
Linke Schulter sarvalokavaśaṃkari
Brust amukaṃ
Rechte Brust me
Linke Brust vaśaṃ
Herz ānaya
Nabel svāhā
Geschlecht śrīṃ hrīṃ aiṃ
Mūlādhāra sauḥ klīṃ aiṃ

Hierauf vollzieht man Hand- und Sechsglieder-Nyāsa mit folgenden Formeln. Das im Druck wiederholte Kürzel „3“ bezeichnet die drei Bījas aiṃ hrīṃ śrīṃ; sie sind hier ausgeschrieben:

Zuordnung Formel
Herz aiṃ hrīṃ śrīṃ sarvajanamanohāri hṛdayāya namaḥ
Kopf aiṃ hrīṃ śrīṃ sarvamukharañjani śirase svāhā
Haarknoten aiṃ hrīṃ śrīṃ klīṃ hrīṃ śrīṃ sarvarājavaśaṃkari śikhāyai vaṣaṭ
Schutzpanzer aiṃ hrīṃ śrīṃ sarvastrīpuruṣavaśaṃkari kavacāya huṃ
Beide Augen aiṃ hrīṃ śrīṃ sarvaduṣṭamṛgavaśaṃkari netrābhyāṃ vauṣaṭ
Waffe aiṃ hrīṃ śrīṃ sarvasattvavaśaṃkari astrāya phaṭ

Wieder legt man die fünf mit Drāviṇī beginnenden Kräfte auf Bauch, rechte Seite, linke Seite, Herz und Nabel. Diese Ortsreihe weicht von der knappen Versfassung ab. Auf den Ansatz der rechten Zehen legt man āṃ brāhmyai mātaṅgīśvarīdevatāyai namaḥ. Entsprechend folgen Māheśvarī bis Mahālakṣmī auf rechtes Fußgelenk, rechtes Knie, rechten Oberschenkelansatz, linken Oberschenkelansatz, linkes Knie, linkes Fußgelenk und linken Zehenansatz.

Auf den linken Armansatz legt man lakṣmyai mit dem Mātaṅgīśvarī-Abschluss; auf sein mittleres Gelenk sarasvatyai, auf das Handgelenk ratyai, auf die Fingeransätze prītyai. Auf die rechten Fingeransätze folgt kīrtyai; die Reihe setzt sich auf der nächsten Druckseite fort.

Druckseite 368; Fortsetzung der unnummerierten Nyāsa-Reihe:

Die Formel für Kīrti erhält denselben Mātaṅgīśvarī-Abschluss. Auf das rechte Handgelenk folgt Kānti, auf das mittlere Gelenk Puṣṭi, auf den Armansatz Tuṣṭi.

Die sechzehn Kräfte werden, jeweils mit dem gleichen Abschluss, so aufgelegt: Vāmā auf den Kopf; Jyeṣṭhā auf die Brauenmitte; Raudrī auf das rechte Auge; Śānti auf das linke; Śraddhā auf das rechte Ohr; Vāgīśvarī auf das linke; Kriyāśakti auf den After; Lakṣmī auf die rechte Nasenöffnung; Sṛṣṭi auf die linke; Mohinī auf den Mund; Pramathā auf die rechte Wange; Bhāvinī auf die linke; Vidyullatā auf die Zungenspitze; Cicchakti auf den Mūlādhāra; Sundarānandā auf den Svādhiṣṭhāna und Nāgavallī auf den Gaumen. Auch hier lautet der Name Vidyullatā; die frühere Fassung mit Vidyunmālā wird nicht stillschweigend ersetzt.

Es folgt die Bhairava-Reihe: auf den Ansatz der rechten Zehen āṃ asitāṅgabhairavāya namaḥ; auf das Fußgelenk īṃ rurubhairavāya namaḥ; auf das Knie uṃ caṇḍabhairavāya namaḥ; auf den rechten Oberschenkelansatz ṛṃ krodhabhairavāya namaḥ; auf den linken ḷṃ unmattabhairavāya namaḥ; auf das linke Knie aiṃ kapālibhairavāya namaḥ; auf das linke Fußgelenk oṃ bhīṣaṇabhairavāya namaḥ; auf die linken Zehenansätze aṃ saṃhārabhairavāya namaḥ. Die Vokallängen der klein gedruckten Bījas sind teilweise unsicher; die Reihe ist nach dem sichtbaren Druck wiedergegeben.

Auf das Herz legt man Mātaṅgī, auf den Nabel Mahāmātaṅgī, auf den Kopf Siddhalakṣmī und auf den After Lakṣmī, jeweils mit dem Mātaṅgīśvarī-Abschluss. Diese letzte Vierergruppe und ihre Reihenfolge weichen von der früheren Fassung ab. Danach folgen auf den Kopf Gaṇeśa, auf die Brauenmitte Durgā, auf den Mund Vaṭuka und auf die Kehle Kṣetrapāla, wiederum mit demselben Abschluss. Mit dem Grundmantra vollzieht man den Ganzkörper-Nyāsa. Auf den Mund folgt Sarasvatī, auf die Brauenmitte Lakṣmī und auf den rechten Fuß Śaṅkhanidhi. Die zuvor angekündigte zweite Schatzgestalt am anderen Fuß ist an dieser Stelle nicht ausgeschrieben.

Nach Meditation und geistiger Verehrung zeichnet man mit Kuṅkuma oder entsprechenden Stoffen auf eine goldene oder andere Tafel ein Dreieck. Außen folgen Fünfeck, Achtblatt, Sechzehnblatt, nochmals Achtblatt, Vierblatt und drei Quadrate mit vier Toren. Diesen Verehrungskreis stellt man vor sich auf einen Sitz oder eine entsprechende Unterlage und verehrt ihn mit dem Grundmantra.

Nach dem Aufstellen des Arghya und den weiteren Handlungen bis zur Selbstverehrung verehrt man wie zuvor den Mātaṅgī-Sitz. Man vollzieht die bereits erklärte Vorstellung der göttlichen Gestalt und die Darbringungen, dann die Verehrung des Laya-Aṅga. Innerhalb des Dreiecks verehrt man die sechs Aṅgas; im Dreieck selbst die Dreiheit Rati und die anderen. In den fünf Ecken verehrt man die fünf mit Drāviṇī beginnenden Kräfte, vor der Göttin beginnend und rechtsherum fortschreitend.

Auf den acht Blättern verehrt man die acht Muttergöttinnen von Brāhmī an, an ihren Spitzen die acht Kräfte von Lakṣmī an, auf den sechzehn Blättern die sechzehn Kräfte von Vāmā an, auf dem äußeren Achtblatt die acht Bhairavas und auf dem Vierblatt die vier Göttinnen von Mātaṅgī an. In den Ecken des inneren Quadrats, im Südosten beginnend, stehen die vier von Gaṇeśa an. An den vier Toren, vor der Göttin beginnend, verehrt man die im Nyāsa genannte Vierergruppe von Sarasvatī an. Außerhalb folgen die Welthüter und noch weiter außen ihre Waffen.

Nach Ṛṣi-Nyāsa und den zugehörigen Handlungen wiederholt man den Grundmantra nach Kräften, bringt den Japa dar und opfert Räucherwerk und Licht. Die Speisegabe wird wie zuvor geweiht und mit oṃ namo bhagavati mātaṅgīśvari imaṃ baliṃ gṛhṇa gṛhṇa svāhā dargebracht. Diese Prosa setzt im Unterschied zum vorausgehenden Formelauszug ausdrücklich oṃ an den Anfang.

Nördlich der Göttin verehrt man in einer Reihe vom Nordwesten bis zum Nordosten die Lehrer: aiṃ hrīṃ śrīṃ gurubhyo namaḥ; entsprechend die Parama-Gurus, Parameṣṭhi-Gurus, Paramācārya-Gurus, Ādisiddha-Gurus und die eigenen Gurus, jeweils mit den drei Bījas und namaḥ. Damit wird die Verehrung abgeschlossen.

26.MNV.34: Zur Vollendung der Puraścaraṇa wiederholt man zunächst einhunderttausendmal. Am Ende vollzieht man zehntausend Feueropfer mit Palāśa-Blüten und den drei süßen Stoffen.

26.MNV.35: Man vollzieht Tarpaṇa und rituelles Besprengen und bewirtet auch die Brahmanen. [Der verwirklichte Mantra] solle zudem Seuchen brechen, die Welt unter Einfluss bringen und sie erschüttern. Dies sind traditionelle Wirkungsbehauptungen des Textes.

26.MNV.36: Indem man sich als Verkörperung Mātaṅgīs vergegenwärtigt, vollzieht man alle Handlungen. Wunschbezogene Rituale führt man in einer Feuergrube oder auf einer dafür eingerichteten Bodenfläche aus.

26.MNV.37: In rote Gewänder gehüllt, mit roten Girlanden und roter Salbung, soll der Besonnene durch ein Opfer von mit Ghee getränktem Guggulu Könige unter Einfluss bringen.

26.MNV.38: Durch Opfer mit Mallikā, Jāti und Puṃnāga soll man vom Glück begünstigt werden. Wer Herrschaft wünscht, opfert Bilva-Blätter, besonders [diese] Blätter. Der gedruckte Nachsatz wiederholt „Blätter“; er wird nicht durch eine vermutete andere Opfergabe ersetzt.

26.MNV.39: Wer Wohlergehen wünscht, opfert Kheta-Blüten [Pflanzenbezeichnung unsicher] oder gelbe [Blüten]. Wer Reichtum wünscht, opfert Utpala- und Lakṣmī-Blüten.

26.MNV.40: Wer Redegabe wünscht, opfert rote [Blüten], Kiṃśuka und Bakula. Wer Einfluss wünscht, opfert mit Honig vermischte Madhūka-Blüten.

26.MNV.41: Zur Anziehung [nennt der Text] Salz und mit Süßem vermischten Sesam. Mit Vañjula solle man Regen erreichen, mit Guḍūcī Fieber beseitigen.

26.MNV.42: Wer Nahrung wünscht, opfert Speisen; wer Reichtum wünscht, Śāli-Reiskörner. Ein Feueropfer mit Duftstoffen soll jegliches Wohlergehen bringen. Die medizinischen und magischen Wirkungen werden als Aussagen der historischen Quelle wiedergegeben.

Druckvarianten: Die Fußnoten nennen die Lesarten „vale“ und „buddhyai“ sowie nochmals „patraiḥ“; ihre Zuordnung ist in der knappen Druckanordnung nicht durchgehend eindeutig.

Druckseite 369; Fortsetzung der Wunschrituale:

26.MNV.43: Für diejenigen, die Einfluss wünschen, ist ein Feueropfer mit Kuṅkuma, vermischt mit Rocanā, vorgesehen. Wer Redegabe wünscht, [opfert] Nandyāvarta; wer Ruhm wünscht, Nimba-Blüten.

26.MNV.44: Wer Ausstrahlung wünscht, opfert Palāśa-Blüten oder Ghee von einer Kapilā-Kuh. Ein Feueropfer mit Unmāda-Blüten solle einen Feind dem Wahnsinn verfallen lassen.

26.MNV.45: Mit [Stoffen] vom Viṣavṛkṣa, mit Nimba, Śleṣmāntaka und Vibhītaka sowie mit in Öl getränkten Federn von Eulen, Krähen und Geiern …

Eingeschobene Worterklärung: Viṣavṛkṣa sei als „Kocila“, Śleṣmāntaka in der Sprache von Kānyakubja als „Lasodī“ bekannt. Der Manukośa nennt dazu Picumanda-Öl, Ghee sowie die Federn von Krähen, Eulen und Geiern. Die botanischen Namen werden hier nicht durch unbelegte moderne Artenbestimmungen ersetzt.

26.MNV.46: … vollziehe man nachts in der Feuergrube ein Opfer zur Vernichtung eines Feindes. Mit Milchreis, vermischt mit Rohzucker, mit Zuckerstücken und Zuckerrohrsaft …

26.MNV.47: … [gilt] das Feueropfer als Mittel zur Beseitigung von Wahnsinn; [genannt wird auch] mit Ghee getränkter Milchreis. Pfeffer, mit Sesamöl versehen, solle Husten, Atembeschwerden und Fieber beheben.

Unnummerierter Halbvers: Ein Opfer mit Nirguṇḍī-Wurzeln solle Fesseln lösen. Diese magischen und medizinischen Aussagen sind historische Überlieferung, keine bestätigten Wirkungsangaben.

Ein Verfahren der Anziehung im historischen Ritualtext

Neue JAK-Reihe. Der Abschnitt beschreibt eine magisch behauptete Beeinflussung anderer Menschen; er wird als Quellentext wiedergegeben.

26.JAK.1: Nun erkläre ich die höchste Anziehung eines Lebewesens. Der ausgezeichnete Mantrakundige fertigt vier Nachbildungen der betreffenden Person …

26.JAK.2: … eine aus dem Baum ihres Geburtsgestirns, eine weitere aus Bienenwachs, die dritte aus Teig und die nächste aus Erde.

26.JAK.3: Auf ihren Herzen steht der Name der betreffenden Person; sie sind wohlgestaltet und mit rituell eingesetzter Lebenskraft versehen. Er berührt jede einzeln und wiederholt den Mantra jeweils einhundertachtmal.

26.JAK.4: Die hölzerne Figur vergräbt er unter der Feuergrube, auf dem Rücken liegend, [mit einer Angula-Maßangabe, deren genaue Beziehung unklar bleibt]. Die Teigfigur vergräbt er unter seinem eigenen Sitz; die Erdfigur danach …

26.JAK.5: … unter der Stelle, an der er die Füße aufsetzt. Die Wachsfigur hängt er darüber in die Luft, mit den Füßen nach oben und dem Gesicht nach unten.

26.JAK.6: Dann zerreibt er Pota-Salz, Ghee und Staub von den Füßen des Feindes, zusammen mit Rohzucker und Honig, in der Menge eines Kuḍava. Die Zuordnung des Maßes zu Mischung oder Einzelstoffen bleibt knapp.

26.JAK.7: Daraus fertigt er eine sehr schön gestaltete Nachbildung mit deutlich geformten Gliedern. Selbst mit roten Girlanden, Gewändern und Salbungen versehen, vollzieht er den Nyāsa …

26.JAK.8: … und legt den Mantra in der Reihenfolge der Auflösung auf die Figur. Nachdem der Mantrin durch den Namen ihre Lebenskraft wie zuvor eingesetzt hat …

26.JAK.9: … zerteilt er diese [Figur] mit einem Schwert in sieben Teile. Zu Beginn der Nacht opfert er sie in einem Feuer aus dem Baum des Geburtsgestirns der betreffenden Person, während er an diese denkt.

26.JAK.10: Ein Teil ist der Fuß beziehungsweise das Bein vom Oberschenkelansatz an; der zweite [gehört] zur Körperhälfte, der dritte beginnt am Armansatz, der vierte ist der Kopf …

26.JAK.11: … der fünfte Teil ist der [andere] Arm, der sechste die andere Körperhälfte; [der siebte beginnt] am Oberschenkelansatz. Bei Frauen beginnt man links …

26.JAK.12: … bei Männern rechts. Oder man teilt jeweils [die Figur] gesondert in sieben Teile; alternativ in elf Abschnitte, indem man an Fußgelenk, Knie und Oberschenkel unterteilt. Die Teilung ist im Verswortlaut nicht überall eindeutig; sie bezieht sich weiterhin auf die Nachbildung.

26.JAK.13: So herbeigezogene Frauen seien erregt und von Verlangen gequält, mit schweißbedecktem Körper, zitternd und ganz auf den Sādhaka ausgerichtet …

26.JAK.14: … wobei das Gewand an ihren breiten, gewölbten Hüften sich löse. Die Schönen [sprächen]: „Rette mich, rette mich; verzeihe! Sieh mich an, verlasse mich nicht!“

26.JAK.15: Während sie alle so sprächen, von flehendem Empfinden erfüllt, fielen sie vor dem Sādhaka nieder, vom Feuer des Begehrens entzündet.

26.JAK.16: Die Frauen blieben stets wie Dienerinnen bei diesem Mantrin. [Anschließend heißt es:] Mit Sesamöl getränktes Salz werde zur Vernichtung eines Feindes geopfert. Die behauptete Unterwerfung von Frauen ist ein Zweck dieses historischen Rituals und kein Ideal einer heutigen respektvollen Beziehung.

Unnummerierter Halbvers: Mit Kurkumapulver vermischtes Salz ist zur Lähmung vorgesehen. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

Prosaübergang: Die Bäume der Geburtsgestirne wurden bereits zuvor genannt; der Druck verweist auf Seite 207.

Menschen als Trägerinnen und Träger der göttlichen Künste ehren

Aus dem Sārasaṅgraha; neue MPV-Reihe:

26.MPV.1: Um Mātaṅgī zu erfreuen, verehrt der Mantrin am Dienstag ein Mädchen oder drei, fünf oder sieben.

26.MPV.2: Die Lehrer sollen sie mit wohlschmeckenden festen und weichen Speisen, erfreulichen Speisen und Getränken, Blumen, Räucherwerk und Lampen ehren und preisen.

26.MPV.3: Ebenso sollen alle Vīṇā-Spieler und Sänger sorgfältig geehrt werden, auch Frauen aller gesellschaftlichen Stände, mit erfreulichen Speisen und Getränken.

Druckvariante zu den Nachbildungen: Die mit „kha“ bezeichnete Vorlage nennt eine vom Töpfer stammende Figur und eine weitere aus Śāli-Reisteig.

Druckseite 370; Fortsetzung der MPV-Reihe:

26.MPV.4: Die Mantrakundigen sollen sie stets mit ganzem Herzen ehren. Alle Frauen soll der Mantrin hier als Śyāmā selbst vergegenwärtigen. Śyāmā, die Dunkle, bezeichnet in diesem Zusammenhang Mātaṅgī.

26.MPV.5: Ebenso lässt der Verständige am Dienstag Lampen aus Teig leuchten; um Mātaṅgī zu erfreuen, entzündet er sie mit Ghee.

26.MPV.6: Zur Freude Mātaṅgīs verehrt der Mantrin achtmal acht Yoginis. Ihre Verehrungsformeln beginnen mit dem Sprach-Bīja; sie werden nun der Reihe nach genannt.

26.MPV.7: Zuerst Divyayoginī, danach Mahāyoginī, Siddhayoginī, Gaṇeśvarī und Pratāsinī … Die ersten drei Namen entstehen nach dem Wortlaut durch die Zusätze divya, mahat und siddha zu Yoginī; zu Pratāsinī nennt der Druck die Variante Pretāśinī.

26.MPV.8: … Ḍākinī, Kālī, Kālarātrī, Niśācarī, Ūrdhvakeśī, Virūpākṣī, Śuṣkāṅgī und Bhoginī …

26.MPV.9: … Jaṭādhāriṇī, Vīrabhadrī und Dhūmrākṣī. Diese sechzehn verehrt man, im Nordosten beginnend. Zu Śuṣkāṅgī verzeichnet die Fußnote Śuklāṅgī; eine weitere Namensvariante ist im Druck undeutlich.

26.MPV.10: Kalaha, Priyā, Rākṣasī, Ghoraraktākṣī, Viśvarūpā und Bhayaṅkarī …

26.MPV.11: … Vārāhī, Kumārī, Muṇḍadhāriṇī, Bhayāsurā, Rudrakāyī und Bhīṣaṇā …

26.MPV.12: … Tripurāntaka, Bhairavī, Dhvaṃsinī, Krodhinī und Durmadā. Man verehrt sie, im Südosten beginnend. Diese gedruckte Aufzählung ergibt bei getrennter Lesung von Kalaha und Priyā siebzehn statt sechzehn Namen. Die Stelle wird nicht durch Streichung eines Namens angepasst; einzelne Namensformen bleiben unsicher.

26.MPV.13: Haṃsā, Dvityā [unsichere Lesung], Khaḍgī, Dīrghā, Lamboṣṭhī, Tāpinī, Mantrayoginī und Kālāgnigrāhiṇī …

26.MPV.14: … Cakriṇī, Kaṅkālī, Bhuvaneśvarī, Huṃkārī, Kaumārī, Yamadūtī und Karālinī.

26.MPV.15: Diese sechzehn Yoginīs verehrt man der Reihe nach, im Südwesten beginnend. [Die nächste Gruppe beginnt mit] Keśinī, Madirā und Lomajaṅghā … Die vorausgehende Namensreihe ergibt in dieser Lesung fünfzehn; möglicherweise liegt eine weitere Namenstrennung oder eine Textlücke vor.

26.MPV.16: … Asthadhāriṇī, Bhrāmarī, Kāmukī, Lomakā, Adhomukhī, Kuṇḍā und Ugrarūpiṇī …

26.MPV.17: … Vyāghrī, Sarvajaṭī, Vikaṭā, Ghorā, Kapālinī und als sechzehnte Aritināśinī. Auch in dieser Gruppe bleiben einzelne Namen im Druck unsicher; die Namensliste wird nicht aus einer anderen Yoginī-Tradition ersetzt.

26.MPV.18: Diese sechzehn Yoginīs verehrt man der Reihe nach, im Nordwesten beginnend. Fünfzigtausend Mantrawiederholungen sollen alle Frauen erregen.

26.MPV.19: Mit der Hälfte davon solle man Herrscher unter Einfluss bringen, ohne Zweifel. Mit wiederum der Hälfte sollen die Wesen gefügig werden.

26.MPV.20: Durch zehntausend Wiederholungen sollen alle fern befindlichen Frauen herbeikommen, durch die Hälfte davon die näher befindlichen, gewiss.

26.MPV.21: Durch dreitausend [Wiederholungen] soll sicher die Erfüllung alles Ersehnten eintreten. Der große Mantra Mātaṅgīśīs ist in den drei Welten berühmt …

26.MPV.22: … schon durch einmaliges Aussprechen solle man allen Menschen lieb werden. [Die Vidyā] ist sorgfältig geheim zu halten; sie gewährt Genuss und Befreiung. Die Behauptungen über Beeinflussung sind Teil der historischen Quelle; die Verehrung von Menschen in Vers 4 wird dadurch nicht mit ihrer Unterwerfung gleichgesetzt.

26.MPV.23: Zuerst schreibt man in die Feuerburg [das Dreieck] die leuchtenden Bījas von Sprache, Śakti und Kāma. In ihre Ecken schreibt man die Mantras von Manobhava, der Bergestochter und Lakṣmī. Außen in die sechs Ecken kommen die sechs Bījas; auf die fünf Blätter die weiteren Mantralaute, in Gruppen nach den Zahlen Feuer, Meer, Rasa, acht und sieben. Die Zahlchiffren ergeben 3, 4, 6, 8 und 7; welche Fassung der zuvor genannten Bījas hier genau vorausgesetzt ist, wird nicht vollständig ausgeschrieben.

26.MPV.24: Außen auf die acht Blätter schreibt man die Mantralaute in Gruppen nach Rudra, Himmelsrichtungen, Yuga, Vasu, Paar, Planeten und drei, zuletzt nach Tarka; anschließend umschließt man [das Ganze] mit dem Mantra. Außen folgen die Mātṛkā-Laute in vorwärts und rückwärts laufender Ordnung; [die Verbindung mit] der Zielperson im Innern und dem Bhūpura ist im Druck undeutlich. In die Feuerstellen des Erdquadrats schreibt der Mantrakundige Kāma zusammen mit dem Namen der Zielperson. Die acht Zahlchiffren lassen sich als 11, 10, 4, 8, 2, 9, 3 und 6 lesen. Die genaue geometrische Zuordnung bleibt teilweise offen; die folgende Prosa wird zum Abgleich herangezogen.

Weitere Druckvarianten: Zu einer Japa-Stelle steht „japataḥ“, zum Übergang in Vers 24 „tataś ca“ als Lesart der mit „kha“ bezeichneten Vorlage.

Druckseite 371; Fortsetzung der MPV-Reihe:

26.MPV.25: Auf eine goldene Tafel, mit einem Schreibgerät aus Gold oder Silber, oder auf eine silberne Platte oder ein sehr schönes Stück Birkenrinde …

26.MPV.26: … schreibt der selbst gereinigte [Sādhaka] das gute Yantra, zur Verwirklichung des Wohlergehens der übenden Menschen, mit Rocanā, Kuṅkuma, Sandel, Moschus, Lack und roten beziehungsweise hellen Stoffen. Die letzten Stoffbezeichnungen „rakta-sīta“ sind nicht sicher aufzulösen.

26.MPV.27: Hat der Sādhaka das Yantra so geschrieben, das Besprengen mit Ghee vorangestellt, das Feueropfer, die Mantrawiederholung und die Verehrung vollzogen und es zu einem kleinen Amulett zusammengelegt …

26.MPV.28: … trägt er selbst, nach empfangener ritueller Besprengung, dieses am rechten Arm. Er werde von den Göttern und anderen verehrt – wie viel mehr von ausgezeichneten Menschen!

26.MPV.29: Er erlange Lebensdauer, Gesundheit, Herrschaft, alles andere von ihm Ersehnte sowie Söhne, Enkel und weitere Nachkommen; daran sei kein Zweifel. Dies ist die traditionelle Fruchtverheißung des Yantras.

Ausführliche Prosaerklärung des Yantras: Auf Birkenrinde oder einer entsprechenden Unterlage zeichnet man mit den genannten Stoffen und dem genannten Schreibgerät ein Dreieck. In dessen Mitte schreibt man den Namen des Sādhaka sowie das Sprach-, Śakti- und Māra-Bīja: aiṃ, hrīṃ, klīṃ. In seine Ecken schreibt man Kāma-, Śakti- und Śrī-Bīja: klīṃ, hrīṃ, śrīṃ. Außen zeichnet man ein Sechseck und schreibt in dessen Ecken, vor sich beginnend und rechtsherum fortschreitend, die sechs Bījas vom Anfang des Mantras.

Außen folgt ein fünfblättriger Lotus. In derselben Richtung schreibt man auf das erste Blatt oṃ namo, auf das zweite bhagavati, auf das dritte mātaṅgīśvari, auf das vierte sarvajanamanohāri, auf das fünfte sarvamukharañjini. Diese Prosa verwendet beim letzten Glied „rañjini“; die vorausgehende ausgeschriebene Mantrafassung hat „rañjani“. Auch „śrī“ vor dem Göttinnennamen ist hier nicht ausgeschrieben.

Außen folgt ein achtblättriger Lotus. Auf sein erstes Blatt kommen die Kāma-, Śakti- und Śrī-Bījas und sarvarājavaśaṃkari; auf das zweite sarvastrīpuruṣavaśaṃkari; auf das dritte sarvaduṣṭamṛgavaśaṃkari; auf das vierte sarvasattvavaśaṃkari; auf das fünfte sarvalokavaśaṃkari; auf das sechste amukaṃ me vaśam ānaya; auf das siebte svāhā und auf das achte die sechs Schluss-Bījas. Die konkrete Prosaaufteilung erklärt damit die gemeinten Mantragruppen, stimmt aber nicht in allen Lautzahlen mit dem vorausgehenden Vers überein.

Außen zeichnet man zwei Kreise. Den Zwischenraum umschließt man, vor sich beginnend und rechtsherum, mit dem Grundmantra. Ein weiterer äußerer Kreis bildet einen Streifen, in den man in gleicher Richtung die Mātṛkā-Laute mit Bindu und am Ende den Namen der Zielperson schreibt. In den Streifen eines weiteren Kreises schreibt man zunächst die Buchstaben dieses Namens rückwärts, dann die ebenfalls mit Bindu versehenen Mātṛkā-Laute von kṣa bis a. Außen folgt ein Quadrat; in seine Ecken schreibt man das Kāma-Bīja mit dem Namen der Zielperson. Dieses Yantra soll die bereits genannten Früchte gewähren.

Prosaerklärung zum historischen Anziehungsritual: Aus dem Baum des Geburtsgestirns der Zielperson, aus Bienenwachs, aus Śāli-Reisteig und aus Ton aus der Hand eines Töpfers fertigt man je eine Figur. In ihre Herzstellen schreibt man den Namen der Zielperson in der Formel amukaṃ me vaśam ānaya. Man setzt rituell deren Lebenskraft in die Figuren ein und berührt sie; für jede einzelne wiederholt man den Grundmantra einhundertachtmal. Dabei ersetzt man das Wort amuka durch den Namen der betreffenden Person.

Unnummeriertes Zitat aus dem Nārāyaṇīya: „In welcher Form das Wort amuka im Mantra erscheint, in eben dieser Form setze man an jener Stelle den Namen der Zielperson ein.“ Gemeint ist die entsprechende grammatische Form.

Die hölzerne Figur wird in der Mitte unter der Feuergrube, sechs Aṅgulas tief, auf dem Rücken liegend eingegraben; die Teigfigur unter dem eigenen Sitz und die Tonfigur unter der Stelle, an der man die Füße aufsetzt. Der überlieferte Brauch verlangt, sie zusammen mit Salz einzugraben. Die Wachsfigur hängt man mit dem Gesicht nach unten und den Füßen nach oben an einer Schnur aus Arka-Fasern auf, die an ihren Füßen befestigt ist; sie hängt über der Grube im Rauch.

Eine Kuḍava-Menge Salz wird mit Ghee, Honig und Rohzucker fein zerrieben und zu einer weiteren Figur geformt. Selbst in der beschriebenen Kleidung und nach dem Nyāsa legt man auf diese Salzfigur die genannten Glieder der Grund-Vidyā in der Reihenfolge der Auflösung. Auch die übrigen am eigenen Körper vollzogenen Nyāsas überträgt man in dieser umgekehrten Ordnung auf sie und setzt rituell die Lebenskraft ein.

Die Figur wird mit einem scharfen Werkzeug in sieben Teile geteilt: je ein Bein vom Oberschenkelansatz bis zu den Zehen, zwei durch Längsteilung des Rumpfes von der Hüfte bis zur Kehle gebildete Hälften, die beiden Arme und der Teil oberhalb der Kehle. Jeder Teil wird mit Ghee getränkt und zu Beginn der Nacht mit dem Grundmantra in ein geweihtes Feuer aus dem Baum des Geburtsgestirns der Zielperson geopfert, während man an sie denkt. Bei einer männlichen Zielperson beginnt man mit dem rechten Fuß, bei einer weiblichen mit dem linken. Alternativ teilt man jeden Abschnitt nochmals in sieben oder gelangt durch zusätzliche Teilungen an beiden Fußgelenken und Knien zu elf Teilen.

Der gesamte Vorgang bezieht sich auf rituelle Nachbildungen. Die behauptete Wirkung ist magische Beeinflussung; sie wird hier weder als nachgewiesen noch als heutige Praxisanregung dargestellt.

Anschluss: Das Maß der Figuren wird nun nach der Mātsyendrasaṃhitā angegeben; das Zitat beginnt auf der folgenden Druckseite.

Druckvariante: Statt „mānuṣottamaiḥ“ nennt die Fußnote „mānavottamaiḥ“; beide bezeichnen ausgezeichnete Menschen.

Druckseite 372; Maße der Ritualfiguren nach der Mātsyendrasaṃhitā, neue PTM-Reihe:

26.PTM.1: Die Länge ihrer Beine bis zur Hüfte beträgt vier Aṅgulas. Der Bauch [beziehungsweise Rumpfabschnitt] misst drei Aṅgulas weniger ein Viertel; ebenso lang ist ein Arm.

26.PTM.2: Für die Halsregion wird ein Maß von zwei Aṅgulas angegeben [die verbindende Wortfügung ist beschädigt]. Das Maß von Gesicht und Kopf zusammen beträgt dreieinhalb Aṅgulas.

Unnummerierter Halbvers: Die wohlgestalteten Figuren sind insgesamt zwölf Aṅgulas groß. Die angegebenen Einzelmaße ergeben bei einfacher Addition nicht genau zwölf; die Messpunkte und die beschädigte Halsangabe erlauben keine sichere Auflösung. Die zweite Hälfte ist im Druck ausgelassen.

Weitere Mātaṅgī- und Gaurī-Mantrafassungen

Aus dem Mataṅgamanukośa: Nach dem genannten „sarva“-Glied [folgen] das dritte [Bīja], „rājyalakṣmī“ und am Ende „prade“; so entsteht ein fünfundneunzigsilbiger Mantra.

Die Prosa erklärt: Im zuvor dargestellten achtundachtzigsilbigen Rājamātaṅginī-Mantra setzt man nach sarvasattvavaśaṃkari die sieben Silben sauḥ rājyalakṣmīprade ein. Anschließend folgt sarvalokamamukaṃ und der weitere Text wie zuvor. So erhält man einen Mantra von fünfundneunzig Silben. „Rājyalakṣmīprade“ bedeutet „du, die königlichen Wohlstand gewährt“. Die gedruckte Grundfassung wird hier nur durch Verweis vorausgesetzt; sie wird nicht mit der achtundneunzigsilbigen Variante vermischt.

Neue MPN-Reihe:

26.MPN.1: Ṛṣi und die weiteren Zuordnungen sind bereits genannt. Der Aṅga-Ritus geschieht mit den sechs langen Vokalen. Nachdem man die Körperglieder so geweiht hat, meditiert man in dieser Weise über die Gottheit des Mantras.

Erläuterung: Mit den langen Vokalen sind die sechs Aṅga-Mantras von āṃ, īṃ, ūṃ an gemeint. „In dieser Weise“ bedeutet: nach dem zuvor beschriebenen Verfahren. Somit sind Meditation, Verehrung und alles Weitere wie bei Rājamātaṅginī zu verstehen.

Eine weitere Fassung; neue MGR-Reihe:

26.MGR.1: Nach Māyā und Hṛt spricht man „brahmaśrīrājite“, danach das Wort „rājapūjite“ und anschließend „jaye vijaye“ …

26.MGR.2: … dann „gauri“, „gāndhāri“, darauf „tribhuvanavaśaṃkari“, „sarvastrīpuruṣavaśaṃkari“, „su su du du ghe“ und nochmals „ghe“ …

Unnummerierte Fortsetzung: … am Ende „va va“, Māyā und svāhā; dieser Mantra beginnt mit Praṇava. Die Druckzeichen der kurzen Lautfolge „su su du du ghe ghe va va“ sind nicht überall völlig deutlich; sie wird nicht nach einer anderen Überlieferung normalisiert.

Prosaauflösung: Māyā ist hrīṃ, Hṛt ist namaḥ; alles Weitere steht für sich. Daraus ergibt sich, so der Text, ein vierundfünfzigsilbiger Mantra:

oṃ hrīṃ namo brahmaśrīrājite rājapūjite jaye vijaye gauri gāndhāri tribhuvanavaśaṃkari sarvastrīpuruṣavaśaṃkari su su du du ghe ghe va va hrīṃ svāhā.

Er beginnt mit Praṇava. Im Prapañcasāra dagegen wird nach tribhuvanavaśaṃkari zusätzlich sarvalokavaśaṃkari und [danach] sarvastrīpuruṣavaśaṃkari genannt. Praṇava ist dort nicht ausgezogen; dadurch ergibt sich ein Mantra von einundsechzig Silben. Dort ist Gaurī die Gottheit und Nicṛt das Versmaß. Zur hiesigen vierundfünfzigsilbigen Fassung heißt es dagegen:

26.MGR.3: Ihr Ṛṣi ist Aja [Brahmā]; die Weisen nennen Nicṛd-Gāyatrī als Versmaß. Als Göttin wird Śrī Rājamātaṅgī genannt, die das ersehnte Ergebnis gewährt.

Unnummerierter Halbvers: Die Aṅgas werden mit Māyā gebildet; die Meditation ist wie zuvor zu verstehen. Auch hier ist die zweite Hälfte im Druck nicht ausgeführt.

Erläuterung: „Meditation“ steht stellvertretend auch für Verehrung, Japa und die übrigen Handlungen. Für die Fassung mit Gaurī als Gottheit heißt es dagegen im Prapañcasāra, Kapitel 32, Vers 27:

Unnummeriertes Zitat: „Mit vierzehn, zehn, acht, acht, zehn und elf Mantralauten der Reihe nach wird der Sechsglieder-Ritus gelehrt.“

Die Glieder werden im Druck so angegeben:

Glied Überlieferte Formel
Herz hrīṃ namo brahmaśrīrājite rājapūjite hṛdayāya namaḥ
Kopf jaye vijaye gauri gāndhāri śirase svāhā
Haarknoten tribhuvanavaśaṃkari śikhā…
Schutzpanzer sarvalokavaśaṃkari kavacāya…
Drei Augen sarvastrīpuruṣavaśaṃkari netratrayāya…
Waffe su su du du ghe ghe va va hrīṃ svāhā; der Druck bezeichnet hier nur den Waffenabschluss.

Die verkürzten Endungen sind als solche belassen. Die nachfolgende Meditation wird ebenfalls dieser Gaurī-Fassung zugeordnet.

26.MGR.4: Möge Pārvatī uns Wohlergehen schenken: Der unvollständige Mond [die Mondsichel] strahlt auf ihrem Haupt; ihre schönen Lotushände halten Schlinge und Stachelstock. Ihr Leib leuchtet rot wie die Bandhujīva-Blüte. Die Scharen der Götter verehren sie. Dreiäugig trägt sie rote Salbung, rote Gewänder und rote Blumen.

Weitere Anweisung: „Man verehre sie mit ihren Aṅgas, den Muttergöttinnen, den Herren der Himmelsrichtungen und ihren Waffen.“ Mit den Muttergöttinnen sind Brāhmī und die weiteren gemeint. In der Fassung mit Gaurī als Gottheit ist der Bhuvaneśvarī-Sitz zu verehren; dies wird später erklärt.

26.MGR.5: Der Mantrin wiederholt zehntausendmal und opfert ein Zehntel davon mit in Ghee getränktem Milchreis. Entsprechend vollzieht er Tarpaṇa und die weiteren Handlungen, um das ersehnte Ziel zu verwirklichen.

Anschluss: Es folgt ein weiteres Zitat aus dem Mataṅgamanukośa.

Druckseite 373; Fortsetzung des Mataṅgamanukośa-Zitats:

Unnummerierte Verse zur Vaśyamātaṅgī: Nach „rājamukhi“ spricht man „rājābhimukhi“ und „vaśyamukhi“, dann die Bījas von Bhuvaneśī, Śrī und Kāma, darauf „devadevi“, „mahādevi“, „devādhidevi“, „sarvajanasya mukhaṃ mama vaśyaṃ“, zweimal „kuru“ und am Ende svāhā. Dieser mit Praṇava beginnende Mantra wird Śrī Vaśyamātaṅgī zugeordnet. Japa, Verehrung und alles Weitere werden wie bei Śrī Rājamātaṅgī ausgeführt.

Nach der folgenden ausgeschriebenen Gliederung ergibt sich:
oṃ rājamukhi rājābhimukhi vaśyamukhi hrīṃ śrīṃ klīṃ devadevi mahādevi devādhidevi sarvajanasya mukhaṃ mama vaśyaṃ kuru kuru svāhā.

Der Mantra spricht die Göttin unter anderem als „den Herrschern zugewandt“, „Göttin der Götter“ und „große Göttin“ an und erbittet Einfluss auf die Rede beziehungsweise den Mund aller Menschen. Aus dem Prapañcasāra 32.46; neue VMY-Reihe:

26.VMY.1: Der Aṅga-Ritus des Mantras geschieht mit Gruppen von zehn, sieben, vier, „Karaṇa“, fünf und siebzehn Lauten.

Die Prosa löst Karaṇa als vier auf und gibt die Gruppen an:
Herz: oṃ rājamukhi rājābhimukhi hṛdayāya…;
Kopf: vaśyamukhi hrīṃ śrīṃ klīṃ śirase…;
Haarknoten: devadevi śikhā…;
Schutzpanzer: mahādevi kavacāya…;
Augen: devādhidevi netra…;
Waffe: sarvajanasya mukhaṃ mama vaśyaṃ kuru kuru svāhā astrāya….
Die im Druck abgekürzten Abschlussworte bleiben als Abkürzungen sichtbar.

Aus dem Mataṅgamanukośa; neue CMG-Reihe:

26.CMG.1: Nach Māyā und Hṛt spricht man „hili hili“, darauf „caṇḍa“, „mātaṅgi“ und die Gattin des Feuers. Dies ist der Mantra. Aufgelöst: hrīṃ namo hili hili caṇḍamātaṅgi svāhā. Die Fußnote nennt „mātaṅgini“ als Variante.

26.CMG.2: Verehrung, Japa und alles Weitere sind wie bei Rājamātaṅgī beschrieben. Durch zehntausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Ghee und Milchreis soll der Mantra verwirklicht werden.

Neue KMG-Reihe, zur im Ohr vernommenen Antwort:

26.KMG.1: Man spricht das Sprach-Bīja, Hṛt und „śrīrājamātaṅgi“, dann „amoghe satyavādini“ und darauf „mama karṇaṃ“ …

26.KMG.2: … zweimal „avatare“, „satyaṃ katha katha“, „ehy ehi“ und danach „śrīmātaṅgyai namaḥ“.

Die Prosa erklärt „vīpsya“ ausdrücklich als zweimaliges Aussprechen. Nach dieser Anweisung lautet die Formel:
aiṃ namaḥ śrīrājamātaṅgi amoghe satyavādini mama karṇam avatare avatare satyaṃ katha katha ehy ehi śrīmātaṅgyai namaḥ.
Sinngemäß: „Verehrung dir, Śrī Rājamātaṅgī, Unfehlbare, Wahrhaftige; tritt in mein Ohr ein, sprich die Wahrheit, komm her; Verehrung Śrī Mātaṅgī.“ Die Formen „avatare“ und die ungewöhnliche Schlussfügung folgen dem Druck. Eine Fußnote bietet eine abweichende, hier nicht eingesetzte Fortsetzung mit „vauṣaṭ“ und „hili“.

26.KMG.3: Dieser Mantra soll durch einhunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit einem Zehntel davon, mit Milchreis, Ghee und weiteren Gaben, verwirklicht werden. Verwirklicht, teile er dem Fragenden Günstiges und Ungünstiges unverzüglich ins Ohr mit.

Unnummerierter Beginn einer weiteren Fassung: Nun werde ich den Grundmantra der Göttin lehren, der hundertfach mehr Frucht als jener gewährt. Ist er verwirklicht, gelangen durch sein Rezitieren viele [andere] Mantras zur Vollendung.

Neue MMM-Reihe; die erste gedruckte Versnummer dieser Reihe ist 2:

26.MMM.2: Man spricht das Sprach-, Māyā- und Śrī-Bīja, dann die drei Bālā-Bījas, darauf Kāma, Māyā und Śrī und danach das Wort „śrīmātaṅgīśvari“ …

26.MMM.3: … dann „sarvavaśaṃkari“ und schließlich svāhā. Dieser Grundmantra Śrī Mātaṅgīs ist als unmittelbar fruchtbringend zu verstehen.

Prosaerklärung: „Als jener“ bezieht sich auf den achtundneunzigsilbigen Mantra. Die Herauslösung der Formel ist einfach. Nach den bereits erklärten Bījas ergibt sich:
aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ klīṃ sauḥ klīṃ hrīṃ śrīṃ śrīmātaṅgīśvari sarvavaśaṃkari svāhā.

Zwei im Druck unnummerierte Verse: Ihr Ṛṣi ist Dakṣiṇāmūrti, das Versmaß Nicṛd-Gāyatrī; die Göttin ist Śrī Mātaṅgīśvarī, die das ersehnte Ergebnis gewährt. Mit den drei Bālā-Bījas, zweimal gesprochen, vollzieht man den Hand- und Sechsglieder-Ritus. Man meditiert wie zuvor über die Göttin und verehrt sie mit Hingabe durch Duftstoffe und die weiteren Gaben.

Erläuterung: „Wie zuvor“ bedeutet: wie bei dem achtundneunzigsilbigen Mantra. Auch die Verehrung entspricht der dort beschriebenen.

26.MMM.6: Der Mantra der Göttin Śrī Mātaṅgī soll durch dreihunderttausend Wiederholungen verwirklicht werden. Das Feueropfer geschieht mit Madhūka-Blüten, die mit den drei süßen Stoffen getränkt sind …

Unnummerierte Fortsetzung: … auch mit Milchreis samt Ghee und mit Bananenfrüchten; [dies] soll die Frucht gewähren. Der Druck schließt mit einer punktierten Lücke.

Die Göttin, deren Gesang die Welt bezaubert

Aus dem Prapañcasāra: Eine weitere Formel lautet „kāmini rañjini“ mit dem ṭha-Paar. Das ṭha-Paar bedeutet svāhā: kāmini rañjini svāhā. Sinngemäß werden die liebende beziehungsweise begehrende und die erfreuende Göttin angerufen. Neue SMH-Reihe:

26.SMH.1: Der Ṛṣi heißt Saṃmohana, das Versmaß ist Nicṛt und die Gottheit Sarvasaṃmohinī. Der Aṅga-Ritus wird mit den zweimal durchlaufenen Mantragliedern gebildet.

26.SMH.2: Dunkel ist ihr Leib, schön ihr Schmuck. Mit beiden Händen spielt sie die Vallakī [ein Saiteninstrument]. Den Mond trägt sie als Kopfschmuck; durch vielfältigen Gesang bezaubert sie die Welt.

26.SMH.3: Die Verehrung geschieht auf dem Mātaṅginī-Sitz. Rati und die weiteren [beiden Kräfte] stehen im Dreieck; danach werden die fünf Pfeile verehrt. In den Staubfäden [des Lotus] erfolgt die Aṅga-Verehrung.

26.SMH.4: Auf den Blättern stehen Anaṅgakusumā und die weiteren, an ihren Spitzen die Muttergöttinnen. Zusammen mit den Welthütern und Vajra und den anderen [Waffen] gilt dies als siebenfacher Verehrungsumkreis.

Druckseite 374; Abschluss der SMH-Reihe:

26.SMH.5: Man wiederholt zehntausendmal und bringt anschließend ein Zehntel als Feueropfer dar, mit Madhūka-Blüten, die mit den drei süßen Stoffen getränkt sind. Dadurch solle man die ganze Welt bezaubern. Der Druck enthält neben der abschließenden Opferanweisung ein zusätzliches „hutvā“ („nachdem geopfert wurde“); die Wiederholung wird nicht als eigenes zweites Opfer quantifiziert.

Prosaübergang: Die Durchführung ist leicht zu verstehen.

Ucchiṣṭa-Mātaṅgī und ihre Mantravarianten

Aus dem Mataṅgamanukośa; neue UCM-Reihe:

26.UCM.1: Man setzt zuerst das Wort „ucchiṣṭa“, dann „caṇḍāli“, „mātaṅgi“ und darauf „sarvavaśaṃkari“. Dieser Mantra steht zwischen „namo“ und der Gattin des Feuers.

Prosaauflösung: Der Mantra beginnt mit namaḥ, endet mit svāhā und hat neunzehn Silben: namo ucchiṣṭacaṇḍāli mātaṅgi sarvavaśaṃkari svāhā. Ucchiṣṭa bezeichnet den nach dem Essen verbleibenden, rituell als unrein geltenden Rest; Caṇḍālī verweist auf eine außerhalb der gesellschaftlichen Reinheitsordnung stehende Frau. Die Namen gehören hier zur Gestalt der Göttin.

Einige sprechen „caṇḍālī“ mit langem [Schlussvokal]; das wird hier zurückgewiesen. Zur Begründung zitiert der Text eine verschlüsselte Lautableitung aus dem Sārasaṅgraha, die nach seiner Erklärung die Kürze belegen soll. Die Chiffren des eingeschobenen Zitats sind teilweise beschädigt; zudem bezeichnet die gedruckte Erläuterung den fraglichen Laut als „cakāra“. Eine widerspruchsfreie Rekonstruktion wird nicht behauptet.

Dort werden auch Varianten genannt: „Dieser Mantra, mit den drei Tārās beginnend, bewirkt gewiss sogleich die Erfüllung aller Ziele.“ Die drei Tārās sind Sprach-, Māyā- und Śrī-Bīja, also aiṃ hrīṃ śrīṃ.

Neue UCV-Reihe:

26.UCV.1: Mit den Bījas von Kāmarāja, Bhuvaneśvarī und Ramā versehen soll dieser Mantra sogleich die Welt unter Einfluss bringen. Beginnt er dagegen mit Smara, soll er alle Menschen erfreuen können. Die erste Präfixfolge ist klīṃ hrīṃ śrīṃ, die zweite klīṃ. Es handelt sich um unterschiedliche Varianten derselben genannten Grundformel.

Zuordnung der Varianten: Für die zuerst genannte, mit den drei Tārās beginnende Fassung werden Nārada zusammen mit Tumburu als Ṛṣis angegeben. Für die beiden anderen heißt es in einem unnummerierten Vers: „Madana ist ihr Ṛṣi, Nicṛd-Gāyatrī ihr Versmaß und Mātaṅgīśvarī, die Ursache des Einflusses auf die Welt, ihre Gottheit.“

Unnummerierter Vers zum Nyāsa: „Mit Lautgruppen nach Auge, Feuer, Welt, Feuer, sechs und zwei ist der Aṅga-Ritus dieses Mantras angegeben. Hat man die Glieder so mit den Mantralauten geweiht, meditiere man über die Gottheit.“ Die Prosa erklärt Auge als zwei, Feuer als drei und Welten als drei; die Gruppen haben somit 2, 3, 3, 3, 6 und 2 Laute. Die Druckzählung fährt nach den unnummerierten Versen mit 4 fort.

26.UCV.4: Man meditiert über Mātaṅgī mit Füßen, die von frischem rotem Lack feucht sind, in einem leuchtenden dunklen Gewand. Eine Vīṇā schmückt ihre Hand; ihre Brüste sind hochgewölbt. Perlen- und Korallenketten schmücken ihren anmutigen Leib. Sie trägt Ohrringe aus weißen Muscheln, hat Lippen wie Bimba-Früchte und lächelt. Umherfallende Locken schmücken ihre schönen Augen; ihre Farbe gleicht dem dunklen Grün eines Papageis.

26.UCV.5: Ihr Sitz besteht aus Dreieck, zwei achtblättrigen [Lotussen] und Quadrat. Im Dreieck verehrt man Rati und die anderen; auf den Blättern werden dann Brāhmī und die weiteren verehrt …

26.UCV.6: … alle mit dem Mātaṅgī-Abschluss, außerdem Anaṅgakusumā und die weiteren auf den Blättern. Alle diese Sprachgottheiten verehrt man vor den Fußsohlen der Göttin.

Unnummerierter Halbvers: An ihrer Seite verehrt man die Aṅgas und in der Mitte nochmals die Göttin. Die zweite Hälfte ist im Druck durch Punkte ersetzt.

Ausführliche Durchführung: Nach den zuvor beschriebenen Handlungen bis zum Yoga-Pīṭha-Nyāsa vollzieht man mit dem Grundmantra dreimal Prāṇāyāma. Für die einfache Vidyā beziehungsweise die mit den drei Tārās beginnende Vidyā lautet die Ṛṣi-Verehrung satumburave nāradāya ca ṛṣaye namaḥ; für die beiden anderen madanāya ṛṣaye namaḥ. Es folgen nicṛdgāyatrīchandase namaḥ und śrīmātaṅgīśvarīdevatāyai namaḥ. Man legt diese an die entsprechenden Stellen und erklärt: „Die Anwendung dient der Verwirklichung alles von mir Ersehnten.“

Der Hand- und Sechsglieder-Nyāsa verwendet: namo für das Herz, ucchiṣṭa für den Kopf, caṇḍāli für den Haarknoten, mātaṅgi für den Schutzpanzer, sarvavaśaṃkari für die drei Augen und svāhā für die Waffe. Der Druck nennt die Zuordnungsworte, kürzt die abschließenden Rituallaute aber ab.

Nach Meditation und geistiger Verehrung zeichnet man wie zuvor mit Kuṅkuma auf eine goldene oder andere Tafel zwei achtblättrige Lotusse, einen innen und einen außen. Auf die Mitte des inneren Lotus zeichnet man ein Dreieck, dessen Spitze dem Übenden zugewandt ist. Außerhalb folgen drei Quadrate mit vier Toren. Diesen Verehrungskreis stellt man vor sich auf und verehrt ihn.

Nach dem Aufstellen der Arghya- und anderen Gefäße bis zur Selbstverehrung verehrt man wie zuvor den Mātaṅgīśvarī-Sitz. Nach Herbeirufung und den Darbringungen bis zu den Blumen verehrt man in den drei Ecken Rati und die weiteren [beiden Kräfte]. Außerhalb des Dreiecks, noch innerhalb der Lotusmitte, verehrt man wie zuvor die fünf Pfeile und die sechs Aṅgas. Auf den inneren acht Blättern stehen Brāhmī und die weiteren, auf den äußeren acht Anaṅgakusumā und die weiteren. Im Quadrat verehrt man die Welthüter und ihre Waffen; danach schließt man mit Räucherwerk, Lampen und den übrigen Handlungen ab.

Druckseite 375; Fortsetzung der UCV-Reihe:

26.UCV.7: Wird dieser [Mantra] zwischen die vorwärts und rückwärts angeordneten Bālā-Bījas gesetzt und wiederholt, soll er Redegabe, Dichtkunst und auch die Fähigkeit zum Gesang verleihen.

26.UCV.8: Alles Weitere ist wie zuvor. Sein Ṛṣi ist Dakṣiṇāmūrti; der Aṅga-Ritus geschieht wie zuvor durch Wiederholung der drei Bālā-Bījas.

26.UCV.9: Immer wieder vergegenwärtige ich mir Mātaṅgī, die alle Früchte gewährt: Ihr Zopf fällt auf die Schulter, Blumen schmücken ihr Haar, und ihr Haarknoten ist dunkel. Sie trägt Perlenschmuck und hat eine breite, volle Brust. Sie spielt die Vallakī; vom süßen berauschenden Trank erfüllt, spricht sie liebliche Worte. Dunkel ist ihre Farbe, zart ihr Leib.

26.UCV.10: Auf diesem Sitz aus Dreieck, Fünfergruppe, zwei Achtergruppen, einer Sechzehnergruppe, einer weiteren Achtergruppe und einem Viererabschluss soll die erhabene Göttin mit Hingabe verehrt werden.

Prosaerklärung: Die Dreiergruppe ist das Dreieck; mit Fünfergruppe und den weiteren Zahlen sind fünfblättrige und entsprechend größere Lotusse gemeint.

26.UCV.11: Im Dreieck verehrt man Rati und die weiteren sowie die Kräfte des Wollens, Erkennens und Handelns. Auf den fünf Blättern verehrt man wie zuvor die jungfräulichen Pfeilgottheiten.

Unnummerierter Vers zwischen 11 und 13: Auf den acht Blättern verehrt man der Reihe nach mit den langen Vokalen die mit Brāhmī beginnenden Kanyās. Auf dem äußeren Achtblatt verehrt man ebenso die mit Anaṅgakusumā beginnenden Kanyās. Kanyā bezeichnet hier weibliche göttliche Gestalten; die im Druck fehlende Versnummer 12 wird nicht ergänzt.

26.UCV.13: Auf dem Sechzehnblatt verehrt man sechzehn Kanyās mit Duftstoffen und den weiteren Gaben: zuerst Urvaśī, danach Menakā …

26.UCV.14: … Rambhā, Ghṛtācī, Mañjukeśī, ebenso Kāśyapī und Sukeśī …

26.UCV.15: … sowie Mañjughoṣā, die man mit Hingabe verehrt; ferner weibliche Gestalten der Nāgas, Yakṣas, Gandharvas, Siddhas und Kinnaras …

26.UCV.16: … der Vidyādharas, Kiṃpuruṣas und Piśācas. Man verehrt sie mit Duftstoffen, Blumen und den weiteren Gaben, jeweils verbunden mit dem Anfangslaut ihres eigenen Namens.

26.UCV.17: Auf dem folgenden Achtblatt verehrt man die Kanyās der Siddhis Aṇimā, Mahimā und Laghimā …

26.UCV.18: … danach die Gestalt der Fähigkeit, in einen anderen Körper einzutreten, die des Fernsehens und die der Guṭikā-Siddhi …

26.UCV.19: … ferner die Gestalten der Añjana-Siddhi und der Pādukā-Siddhi. Danach verehrt man an den vier Toren die Torgottheiten. Aṇimā, Mahimā und Laghimā bezeichnen Kleinwerden, Großwerden und Leichtwerden; Guṭikā, Añjana und Pādukā beziehen sich auf überlieferte magische Mittel wie Kügelchen beziehungsweise Amulette, Augensalbe und Sandalen.

26.UCV.20: [Die vier heißen] Tata, Vitata, Ghana und Suṣira. In der Feuerecke [Südosten] verehrt man Vaṭuka, im Südwesten Gaṇeśa … Die vier Namen beziehen sich auf die traditionellen Gruppen von Saiten-, Trommel-, Schlag- und Blasinstrumenten.

26.UCV.21: … im Nordwesten Kṣetrapāla und im Nordosten die Yoginīs. Vor „pādukāṃ pūjayāmi“ setzt man das Wort „ucchiṣṭa“.

26.UCV.22: Man bildet das Bīja aus dem Anfangslaut des jeweiligen Namens und verehrt mit Duftstoffen und den weiteren Gaben. Danach verehrt man nochmals in der Mitte die Göttin mit sämtlichen Darbringungen.

26.UCV.23: Auf ihrer linken Seite [verehrt man] sämtliche Töne zusammen mit den Śrutis; auf der rechten Seite die Rāgas zusammen mit ihren Rāgiṇīs. Hier bezeichnet Śruti die feinen Tonabstufungen der Musik, Rāga und Rāgiṇī die melodischen Gestalten.

26.UCV.24: Nachdem man an beiden Seiten der höchsten Göttin Papagei und Śārikā verehrt hat, verehrt man vor ihr die Lehrerreihe und danach den eigenen Guru. Die zweite Hälfte von Vers 23 und Vers 24 stehen im Druck in Klammern.

Ausführliche Durchführung: Nach den zuvor erklärten Handlungen bis zum Yoga-Pīṭha-Nyāsa vollzieht man mit dem Grundmantra dreimal Prāṇāyāma. Auf den Kopf legt man dakṣiṇāmūrtiṛṣaye namaḥ, auf den Mund nicṛdgāyatrīchandase namaḥ und auf das Herz śrīmātaṅgīśvaryai devatāyai namaḥ. Mit gefalteten Händen erklärt man: „Die Anwendung dient der Verwirklichung alles von mir Ersehnten.“

Der Sechsglieder-Nyāsa lautet in der verkürzten Schreibweise der Quelle: aiṃ namo hṛdayāya…, klīṃ ucchiṣṭa śirase…, sauḥ caṇḍāli śikhā…, aiṃ mātaṅgi kavacā…, klīṃ sarvavaśaṃkari netra…, sauḥ svāhā astrā…. Danach meditiert man nach dem zuvor zitierten Vers, der mit „aṃse veṇīṃ“ beginnt.

Nach Meditation und geistiger Verehrung bildet man einen Verehrungskreis aus einem fünfblättrigen Lotus mit einem Dreieck im Innern, zwei äußeren Achtblättern, einem Sechzehnblatt, einem weiteren Achtblatt und drei Quadraten mit vier Toren. Nach der Verehrung und dem Aufstellen des Arghya und der weiteren Gefäße bis zur Selbstverehrung verehrt man wie zuvor den Mātaṅgī-Sitz. Nach Herbeirufung und Blumendarbringung verehrt man das Laya-Aṅga.

Im Dreieck verehrt man, vor sich beginnend und rechtsherum fortschreitend: raṃ ratyucchiṣṭapādukāṃ pūjayāmi – „Ich verehre Ratis Ucchiṣṭa-Pādukā“; danach prīṃ prītyucchiṣṭapādukāṃ pūjayāmi. Die nächste Formel beginnt mit maṃ und setzt sich auf der folgenden Seite fort. Pādukā bedeutet hier die rituell verehrten Sandalen beziehungsweise den symbolischen Fußsitz; die Quellenbezeichnung Ucchiṣṭa wird beibehalten.

Druckseite 376; Fortsetzung der Pādukā-Formeln:

Die auf der vorigen Seite begonnene Formel lautet vollständig maṃ manobhavocchiṣṭapādukāṃ pūjayāmi. Wiederum in den Dreiecksecken folgen īṃ icchāśaktyucchiṣṭapādukāṃ pūjayāmi, jñāṃ jñānaśaktyucchiṣṭapādukāṃ pūjayāmi und kriṃ kriyāśaktyucchiṣṭapādukāṃ pūjayāmi: Verehrung der symbolischen Fußsitze der Kräfte des Wollens, Erkennens und Handelns.

Nach der Aṅga-Verehrung wie zuvor folgen auf den fünf Blättern drāṃ drāviṇīkanyocchiṣṭapādukāṃ pūjayāmi, śoṃ śoṣiṇīkanyocchiṣṭapādukāṃ pūjayāmi, baṃ bandhinīkanyocchiṣṭapādukāṃ pūjayāmi, moṃ mohinīkanyocchiṣṭapādukāṃ pūjayāmi und āṃ ākarṣiṇīkanyocchiṣṭapādukāṃ pūjayāmi.

Auf dem nächsten Achtblatt verehrt man die acht Kräfte, beginnend mit āṃ brāhmīkanyocchiṣṭapādukāṃ pūjayāmi und īṃ māheśvarīkanyocchiṣṭapādukāṃ pūjayāmi. Auf dem zweiten Achtblatt folgt die zuvor genannte Gruppe, beginnend mit aṃ anaṅgakusumākanyocchiṣṭapādukāṃ pūjayāmi. Die weiteren Namen dieser beiden Achtergruppen sind hier nur durch Rückverweis angegeben.

Auf dem Sechzehnblatt folgen die nachstehenden Bījas und Namen. Jede Formel endet auf kanyocchiṣṭapādukāṃ pūjayāmi; die ausgeschriebenen Namen werden entsprechend damit verbunden:

Bīja Name beziehungsweise Gruppe
uṃ Urvaśī
meṃ Menakā
raṃ Rambhā
ghaṃ Ghṛtācī
maṃ Mañjukeśī
kāṃ Kāśyapī
suṃ Sukeśī
maṃ Mañjusthalī
nāṃ Nāga
yaṃ Yakṣa
gaṃ Gandharva
siṃ Siddha
kiṃ Kinnara
viṃ Vidyādhara
kiṃ Kiṃpuruṣa
piṃ Piśāca

Die Prosa nennt hier Mañjusthalī statt des vorausgehenden Mañjughoṣā. Nicht alle Bījas haben dieselbe Vokallänge; die gedruckten Formen werden beibehalten.

Auf dem äußeren Achtblatt folgen, mit dem Abschluss siddhikanyocchiṣṭapādukāṃ pūjayāmi: aṃ Aṇimā, maṃ Mahimā, laṃ Laghimā, paṃ Parakāyapraveśinī, dūṃ Dūradarśinī, guṃ Guṭikā, aṃ Añjana und pāṃ Pādukā.

An den vier Toren verehrt man taṃ tatocchiṣṭapādukāṃ pūjayāmi, viṃ vitatocchiṣṭapādukāṃ pūjayāmi, ghaṃ ghanocchiṣṭapādukāṃ pūjayāmi und suṃ suṣirocchiṣṭapādukāṃ pūjayāmi. In den Ecken, im Südosten beginnend, folgen vaṃ vaṭukocchiṣṭapādukāṃ pūjayāmi, gaṃ gaṇeśocchiṣṭapādukāṃ pūjayāmi, kṣaṃ kṣetrapālocchiṣṭapādukāṃ pūjayāmi und yoṃ yoginyucchiṣṭapādukāṃ pūjayāmi.

Nach der Verehrung der Welthüter und den weiteren Handlungen bis zum Licht bringt man die Speise mit dem Bali-Mantra dar, der im Abschnitt über die achtundneunzigsilbige Fassung genannt wurde. Man verehrt die dort aufgeführte Lehrerreihe vor der Göttin und schließt alles wie zuvor ab.

Erläuterung zum Verhältnis der Fassungen: Zwar wurden unterschiedliche Verehrungsformen bei unterschiedlichen Mantras genannt. Nach dem Vergleich mit anderen Tantras scheint diese Zweiteilung jedoch für alle vier Mantravarianten eine kürzere und eine ausführlichere Darstellung zu bieten; sie ist nicht als starre Beschränkung auf jeweils einen bestimmten Mantra zu verstehen.

Aus dem Sārasaṅgraha; neue MBH-Reihe:

26.MBH.1: [Der Mantra] kann mit den drei Bālā-Bījas beginnen, mit Māyā oder mit Madana, mit den drei Tārās oder mit Māra, Śakti und Kamalā …

Unnummerierte Fortsetzung: … oder der Mantra beginnt mit dem Sprach-Bīja. Die Prosa erläutert: Nach dieser Nennung der Mantravarianten wird am Ende nur die ausführliche Verehrung beschrieben. Ebenso verhält es sich in der Mātsyendrasaṃhitā.

Aus dem Mataṅgamanukośa; neue MJP-Reihe:

26.MJP.1: Mit Girlanden und guten Gewändern, rein, aufmerksam und innerlich ruhig, wiederholt der Mantrin ein Niyuta und bringt nachts mit übrig gebliebenem gekochtem Reis eine Bali-Gabe dar; dadurch soll er den Mantra verwirklichen.

Ausführliche Erläuterung: Bali bedeutet hier Speisedarbringung. In der beschriebenen Kleidung verehrt man nachts die Göttin auf die genannte Weise und bringt ihr übrig gebliebenen Reis und entsprechende Speisen dar. Mit dem nach dem Essen noch als Ucchiṣṭa geltenden Mund vollzieht man den täglichen Japa, den Puraścaraṇa-Japa und alle weiteren wunschbezogenen Handlungen.

Niyuta wird hier mit einem Lakṣa [einhunderttausend] gleichgesetzt. Dafür wird eine Śruti-Zahlenreihe zitiert: „eins, zehn, hundert, tausend, zehntausend, ein Lakṣa und ein Niyuta“. Das zitierte Aufsteigen der Zahlen erklärt die ausdrücklich behauptete Gleichsetzung nicht eindeutig; die Zahl wird nicht stillschweigend korrigiert.

Der Stoff für das zur Puraścaraṇa gehörende Feueropfer wird an dieser Stelle nicht genannt; man soll deshalb die zuvor genannten Palāśa-Blüten nehmen. Der Sārasaṅgraha sagt: „Der Mantrin [opfert] vorschriftsgemäß mit Palāśa-Blüten, die mit Süßem verbunden sind.“ Dort heißt es aber auch, der Mantra sei ein Varṇa-Lakṣa zu wiederholen: entweder neunzehn Lakṣas oder so viele Lakṣas, wie die jeweils verehrte Mantrafassung Laute besitzt. Nach den Angehörigen der Überlieferung gilt die Variante mit nur einem Lakṣa für einen Mantra, den bereits der eigene Guru wiederholt hat.

Aus dem Sārasaṅgraha; neue MKP-Reihe:

26.MKP.1: Auch hier soll der Sādhaka die zuvor beschriebene Kumārī-Verehrung vollziehen. Der Mantrin soll hier auch die achtmal acht Yoginīs verehren.

26.MKP.2: Nachts bringt er ihr aus den verbliebenen Speiseresten eine Bali-Gabe mit dem zuvor genannten Mantra dar; dadurch soll dieser Mantra verwirklicht werden. Die zweite Hälfte von Vers 1 und Vers 2 stehen im Druck in Klammern.

Erläuterung: „Mit dem zuvor genannten“ bedeutet: mit dem Bali-Mantra aus dem Abschnitt über die achtundneunzigsilbige Fassung.

26.MKP.3: Nach dem Essen wiederholt man den Mantra vierzehnmal. [Der Übende] werde von Herrschern geehrt, besonders auch von Frauen.

26.MKP.4: Welche Frau Betel isst, der mit diesem Mantra eintausendachtmal besprochen wurde, und die um Liebesvereinigung gebeten wird …

26.MKP.5: … bleibe, so die Behauptung, ihr Leben lang unter dem Einfluss des Mantrin, ohne Zweifel. [Die folgende Stoffliste beginnt:] Sahadevī, Dūrvā, Musalī und Madhuyaṣṭikā … Die Behauptung einer lebenslangen Unterwerfung gehört zur historischen Ritualquelle; sie ist kein heutiges Beziehungsideal. Die Pflanzenliste setzt sich auf der nächsten Seite fort.

Druckseite 377; Fortsetzung der Stoffliste. Die erste Nummer lautet im Druck erneut 5; sie wird hier zur Unterscheidung als MKD.5 geführt. Danach setzt die MKP-Reihe mit 7 fort; eine Nummer 6 wird nicht ergänzt.

26.MKD.5: … ferner Bhadrā, Viṣṇudayitā, Lakṣmīvallī, Indravallī und Añjalinī. Man berührt jede dieser [Pflanzen] einzeln und wiederholt …

26.MKP.7: … den Mantra einhundertachtmal; danach trägt man sie auf dem Kopf. Männer, Frauen und Herrscher [sollen dadurch erfreut werden]. Der zweite Halbvers ist grammatisch gestört; bereits der Druck setzt ein Fragezeichen. Eine sichere vollständige Satzauflösung ist nicht möglich.

26.MKP.8: [Die Mengen] entsprechen Indra, Feuer, Viśva, Yuga, Bhūta, Manu, acht, Vasu und den Himmelsrichtungen. Nachdem man über jede einzeln hundertmal wiederholt hat, vermischt und zerreibt man sie. Die Zahlen sind chiffriert; eine Gewichtseinheit wird hier nicht genannt. Die Liste ist deshalb keine eindeutig rekonstruierbare Rezeptur.

26.MKP.9: Die daraus bereiteten Kügelchen werden getrocknet und tausendmal mit dem Mantra besprochen. Auf der Stirn getragen, sollen sie alle Frauen erfreuen …

26.MKP.10: … und geeignet sein, alle Menschen zu gewinnen. Mit dem Pulver dieser Kügelchen bereitet der ausgezeichnete Mantrakundige …

26.MKP.11: … mittels eines Baumwoll­dochtes, verbunden mit Ghee von einer schwarzen [Kuh], Ruß als Kajal. Dieser wird tausendmal mit dem Mantra besprochen und gilt als günstige Augensalbe …

26.MKP.12: … die bei täglicher Anwendung die Welt unter Einfluss bringen und Frauen erregen solle. Auch Scharen von Preta-Geistern, besetzenden Mächten und weitere [Störungen] solle sie bald beseitigen.

26.MKP.13: Die zuvor genannten zehn Stoffe werden mit den fünf Kuhprodukten einer Kapilā-Kuh verbunden; die Asche wird tausendmal mit diesem Mantra besprochen … Die zuvor erhaltene Pflanzenliste lässt sich nicht eindeutig auf zehn Bestandteile aufteilen.

26.MKP.14: … und soll, auf der Stirn getragen, die Welt unter Einfluss bringen, gewiss. Auf einem Leinentuch angeordnet, bildet [die folgende Mischung] einen geeigneten Docht …

26.MKP.15: … gefüllt mit Pulver von Bilva, Lotus, Kumuda und dunklem Lotus. Mit Ghee einer schwarzen Kuh entzündet, erzeugt er Ruß …

26.MKP.16: … der mit dem Mātaṅgī-Mantra besprochen und auf die Augen aufgetragen zum Gewinnen von Menschen [dienen soll]. Oder es wird dafür Namaskāriṇī genannt, ohne Zweifel.

26.MKP.17: Lakṣmī, Viṣṇudayitā und Pulver von Bhṛṅgarāja: Mit diesen wird der Docht behandelt und mit Ghee einer Kapilā-Kuh entzündet.

26.MKP.18: Der dabei entstehende Ruß soll die zuvor genannte Frucht gewähren, ohne Zweifel. Kampfer, Sandel, die beiden Lotusarten, Bakula und Rocanā …

26.MKP.19: … ergeben einen Ruß, der die drei Welten stark unter Einfluss bringen solle. Ferner füllt man die Absonderungen der eigenen fünf Sinnesorgane in eine von Krakaca stammende …

26.MKP.20: … Frucht, umwickelt diese mit dunklen Fäden und setzt sie am Tag des Erdensohnes [Dienstag] in die Erde …

26.MKP.21: … bis zum nächsten Dienstag, während [der Mantra] wiederholt wird. Danach nimmt man die gleiche Menge Kampfer, zerreibt [alles] mit dem eigenen „Wasser“ [wahrscheinlich Urin], bespricht es und formt Kügelchen.

26.MKP.22: Auf dem Kopf angebracht sollen diese vor allem Herrscher und andere gefügig machen. Die fünf Teile von Hema [Pflanzenbezeichnung hier nicht eindeutig] werden mit den fünf eigenen Absonderungen verbunden …

26.MKP.23: … tausendmal besprochen und Speisen oder Getränken zugesetzt. Welchem Herrscher dies gegeben werde, der solle dadurch gefügig werden, ohne Zweifel. Der entsprechende Teil von Vers 21 bis zum Ende von Vers 22 steht im Druck in Klammern. Diese unhygienischen Stoffrituale und die behauptete Beeinflussung anderer werden ausschließlich als historische Quellenaussagen wiedergegeben, nicht als Praxisempfehlung.

Unnummerierter Halbvers: Auch hier soll man alle bereits zuvor genannten Anwendungen ausführen. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

Prosaerklärung: „Zuvor“ bedeutet: die im Abschnitt über Rājamātaṅgī beschriebenen.

Unnummerierter Abschlussvers: Wer Mātaṅginī durch Japa und die weiteren [Formen der Verehrung] dient und hier die ganze Welt unter Einfluss gebracht hat, genießt als hervorragender Sādhaka alle Freuden und gelangt auch jenseits zur Befreiung.

Ucchiṣṭa-Mantras im Phetkāriṇītantra

Neue UCP-Reihe. Die erhabene Göttin spricht:

26.UCP.1: O Śambhu, früher hast du mir vielerlei Mantras angedeutet. Nun möchte ich von der Göttin hören, deren Name mit Ucchiṣṭa beginnt.

Īśvara spricht:

26.UCP.2: Höre, o Göttin von schöner Gestalt: Ich werde dir von jener Göttin erzählen. Wenn sie erkannt ist, o Göttin, gehen die Bedrängnisse zugrunde.

26.UCP.3: O Schöne, die höchste Göttin überwindet Gift pflanzlichen, tierischen und künstlichen Ursprungs, das sich im eigenen oder im Körper eines anderen befindet. Dies ist eine Heilsbehauptung der Quelle.

26.UCP.4: Diese Vidyā ist die höchste Vidyā, die alles Unheilsame hinwegnimmt. Sie gewährt Himmel und Befreiung sowie die Frucht von Herrschaft und Glück.

Druckvarianten: Zur Stoffliste ist „kuṅkuma“ als Variante vermerkt, zu einer früheren Verweisformulierung „ukta“.

Druckseite 378; Fortsetzung der UCP-Reihe. Īśvara spricht:

26.UCP.5: O Göttin, diese [Vidyā] habe ich früher zur Überwindung von Gift verwirklicht. Ein einziges Mal ausgesprochen, reinigt sie, so heißt es, von der Tötung eines Brahmanen.

26.UCP.6: Sie nimmt alles Unheilsame hinweg und gewährt Einfluss und Wohlergehen. Wenn jemand sich mit einem nach dem Essen noch als Ucchiṣṭa geltenden Mund irgendwann an die Göttin erinnert …

26.UCP.7: … dann gilt er als durch Ācamana gereinigt, o Göttin, selbst ohne die rituelle Wasserschluckung vollzogen zu haben. Eine vom Unglück Betroffene werde glücklich, eine Leidende froh.

26.UCP.8: Selbst eine unfruchtbare Frau erlange einen Sohn, der hundert Jahre lebt; ein Armer gelange zu Wohlstand und erwerbe sämtliche Wissensformen. Dies sind Fruchtverheißungen der historischen Quelle.

Unnummerierter Halbvers: Welche Vollendung man auch ersehnt, man solle sie kraftvoll erlangen.

Die erhabene Göttin spricht:

26.UCP.9: Was ist das Verfahren, was seine Frucht und welches die eigentliche Gestalt der Vidyā? Sage es mir, Herr der Götter: Dieses Geheimnis ist noch nicht mitgeteilt worden.

Īśvara spricht:

26.UCP.10: Ich werde dir das Verfahren erklären. Höre, liebliche Göttin: Nach dem Essen, o Göttin, ohne Ācamana vollzogen zu haben …

26.UCP.11: … bringt der Sādhaka zuerst mit dem Grundmantra eine Bali-Gabe dar. Danach meditiert er über jene Göttin und wiederholt den Mantra, um sein ersehntes Ziel zu verwirklichen.

26.UCP.12: Höre den Mantra, große Göttin; ich werde ihn dir genau sagen. Man setzt das Wort „ucchiṣṭa“ und dann „caṇḍālinī“ …

26.UCP.13: … danach spricht man „sumukhi“, o Göttin; anschließend „mahāpiśācinī“ und darauf das Lajjā-Bīja …

26.UCP.14: … versehen mit Nāda und Bindu; danach dreimal den Laut ṭha, jeweils mit Visarga. Dies gewährt, o große Göttin, alle Vollendungen.

Philologische Erläuterung der Quelle: Im ersten Wort sei der mit „ca“ bezeichnete Laut kurz, wie bei der Herauslösung des Laghumātaṅginī-Mantras im Sārasaṅgraha. Einige sprechen in den drei Worten, beginnend mit „caṇḍālinī“, ein langes i. Das wird zurückgewiesen: Hier stehen Anredeformen. Da auch im zuvor genannten Sārasaṅgraha-Mantra „caṇḍāli“ und die weiteren Wörter als Anredeformen erscheinen und die beiden Mantras entsprechend aufgebaut seien, sei es auch hier so zu entscheiden. Lajjā-Bīja ist das Bhuvaneśvarī-Bīja hrīṃ; die dreifache ṭha-Folge lautet ṭhaḥ ṭhaḥ ṭhaḥ. Die kurzen Anredeformen sind somit nach der eigenen Erklärung der Quelle zu lesen; die Formulierungen des verschlüsselten Verses werden nicht als davon unabhängige lange Namensformen ausgegeben.

Aus einem anderen, hier nicht benannten Werk; neue SUM-Reihe:

26.SUM.1: Nun werde ich die höchste, streng geheim gehaltene Sumukhī-Vidyā lehren. Hat der kundige Lehrer sie erlangt, so grämt er sich nicht über Getanes und Ungetanes.

26.SUM.2: Karṇa, Dyuti mit Nayana, Śveteśa und Jarāsana; Lakṣmī, lang und mit Indu verbunden; Nandin, lang, und Kriyā mit Dṛk …

26.SUM.3: … Meṣa mit Mādhava, Karṇa und Bhṛgu, Tandrī mit Indhikā; „khi devi ma“, Vyoman mit Länge, „piśācini“ und Dvimādrijā …

Unnummerierte Fortsetzung: … dreimal Nandaja mit Visarga: Dies ist der zweiundzwanziglautige Mantra. Die zweite Hälfte ist im Druck ausgelassen.

Vollständige Prosaauflösung der Chiffren: Karṇa ist u; Dyuti ist ccha, mit Nayana, dem i-Laut, entsteht cchi. Śveteśa ist ṣa; mit dem zu Jarāsana gehörenden ṭa entsteht ṣṭa. Lakṣmī bezeichnet ca, verlängert zu cā; mit Indu, dem Bindu, entsteht cāṃ. Nandin ist ḍa, mit Länge ḍā. Kriyā ist la, mit Dṛk, dem i-Laut, li. Meṣa ist na, mit Mādhava, dem i-Laut, ni. Bhṛgu ist sa, zusammen mit Karṇa, dem u-Laut, su. Tandrī ist ma, mit Indhikā, dem u-Laut, mu. „Khi devi ma“ steht für sich. Vyoman ist ha, mit langem ā also hā. „Piśācini“ steht für sich. Dvimādrijā ist das Bhuvaneśvarī-Bīja hrīṃ. Die drei Nandaja-Laute sind ṭha ṭha ṭha; mit Visarga ergibt sich ṭhaḥ ṭhaḥ ṭhaḥ.

Ausgeschriebene Formel:
ucchiṣṭacāṇḍālini sumukhi devi mahāpiśācini hrīṃ ṭhaḥ ṭhaḥ ṭhaḥ.
Sie ruft die Göttin als Ucchiṣṭa-Cāṇḍālinī, als Sumukhī („die mit dem schönen Antlitz“) und als große Piśāca-Göttin an. Die mit cāṃ erklärte Lautverbindung erscheint in der ausgeschriebenen Formel als cāṇ vor ḍa. Diese Fassung enthält ausdrücklich „devi“; die vorausgehende Herleitung ist nicht wortgleich. Die Zahl 22 ist die Angabe des Drucks.

Unnummerierter Vers: Bhairava und Gāyatrī werden [als Ṛṣi und Versmaß] genannt; Sumukhī ist die [als Göttin] vorausgesetzte Gestalt. Die Aṅga-Gruppen werden durch Muni, Rāma, zwei, sechs, Mond und Feuer angegeben. Die Zahlchiffren ergeben 7, 3, 2, 6, 1 und 3, zusammen die zuvor genannten 22 Laute.

Unnummerierter Halbvers: Nach dem Nyāsa meditiert man über Sumukhī, die im Herzlotus des Verehrers wohnt. Die zweite Hälfte ist im Druck durch Punkte ersetzt.

26.SUM.6: Nichtgrafische Inhaltsangabe: Der Vers meditiert über Sumukhī mit Guñjā-Schmuck, roten Gewändern und roter Salbung, Schädelschale und Schwert, auf einem Leichnam sitzend. Er verheißt den Meditierenden Wohlergehen. Die sexualisierte Körperbeschreibung wird nicht wörtlich wiedergegeben, da die anschließende Darstellung derselben Göttin ein Alter unter 18 Jahren nennt. Der entsprechende Sanskritvers ist sichtbar ausgelassen.

Druckseite 379; Fortsetzung der SUM-Reihe:

26.SUM.7: Zur Mantravollendung wiederholt man einhunderttausendmal und vollzieht ein Zehntel davon als Feueropfer mit Kiṃśuka-Blüten oder entsprechendem Brennholz.

26.SUM.8: Man verehrt die Göttin auf dem Kālī-Sitz: Die Mitte hat die Gestalt eines Fünfecks; darum liegen ein Achtblatt und ein Sechzehnerkreis, umschlossen vom Erdquadrat.

26.SUM.9: Mit dem Grundmantra stellt man die göttliche Gestalt vor und bringt Fußwasser und die weiteren Gaben dar. [Man verehrt] Candrā, Candrānanā, Cārumukhī und Cāmīkaraprabhā …

26.SUM.10: … sowie Caturā in den fünf Ecken; in den Staubfäden die Aṅga-Gottheiten. Auf den acht Blättern stehen Brāhmī und die weiteren, auf dem Sechzehnblatt die mit Kalā beginnenden:

26.SUM.11: Kalā, Kalānidhi, Kālī, Kamalā, Kriyā, Kṛpā, Kulā, Kulīnā, Kalyāṇī, Kumārī, Kalabhāṣiṇī …

26.SUM.12: … Karālā, Kiśorī, Komalā, Kulabhūṣaṇā und Kalpadā. Im Erdquadrat verehrt man Indra und die weiteren [Welthüter] sowie ihre Waffen.

26.SUM.13: Ist der Mantra so durch Japa und die weiteren Handlungen verwirklicht, vollzieht man die wunschbezogenen Anwendungen. Nach dem Essen, ohne Ācamana zu vollziehen, wiederholt man den Mantra mit ungeteilter Aufmerksamkeit.

26.SUM.14: Wer im Ucchiṣṭa-Zustand zehntausendmal wiederholt, soll zu einem Sitz des Wohlergehens werden. Stets bringt man eine Bali-Gabe aus den verbliebenen Speisen dar.

26.SUM.15: Mit in Dickmilch getränkten Siddhārtha-Körnern vollzieht man einhunderttausend Feueropfer. Dadurch sollen Könige augenblicklich unter den Einfluss dieses Mantrin geraten.

26.SUM.16: Durch ein Opfer mit Katzenfleisch sollen Waffen beherrschbar werden; Ziegenfleisch solle Reichtum vermehren, Milchreis den Erwerb von Wissen bewirken.

26.SUM.17: Wer ein Feueropfer mit einem von Menstruationsblut benetzten Tuch, verbunden mit Honig und Milchreis, ausführt, dessen Einfluss sollen die Menschen folgen.

26.SUM.18: Mit Nāgavallī-Blättern, Honig und Ghee [solle] großer Wohlstand [erlangt werden]. Mit dem Fleisch einer frisch getöteten Katze, verbunden mit Honig und Ghee …

26.SUM.19: … und Haaren eines Antyaja [eines im damaligen Kastensystem als außerhalb stehend betrachteten Menschen] solle man durch das Opfer Frauen anziehen. Mit in Honig getränktem Hasenfleisch werde dieselbe Frucht zusammen mit Wissen erlangt.

26.SUM.20: In einem durch Unmatta-Holz entfachten Scheiterhaufenfeuer opfert der Mantrin Federn von Kokila und Krähe; dadurch solle er bald Feinde töten.

26.SUM.21: Ein Feueropfer mit Krähen- und Eulenfedern solle Feinde gegeneinander aufbringen. Eulenfedern sollen bei Schwangeren eine Fehlgeburt bewirken. Dies sind historische Schadenszauberbehauptungen; sie werden nicht als wirksame oder anzuwendende Verfahren dargestellt.

26.SUM.22: Wer einen Monat lang täglich eintausendmal mit in Ghee getränkten Bilva-Blättern opfert, soll dadurch selbst einer unfruchtbaren Frau zu einem Sohn verhelfen.

26.SUM.23: Für das Wohlergehen einer vom Unglück betroffenen Frau opfert man frische, mit Süßem getränkte Bandhūka-Blüten; mit ihnen [laut Text] auch zur Anziehung von Frauen.

26.SUM.24: Wer an einem einsamen Ort, im dichten Wald, an einer Stätte der Toten oder an einer Kreuzung eine Bali-Gabe darbringt und eintausendachtmal wiederholt …

26.SUM.25: … dem soll die Göttin bald unmittelbar erscheinen, während er im Ucchiṣṭa-Zustand bleibt. Wo keine Opferzahl genannt ist, soll zehntausend angesetzt werden.

26.SUM.26: Auf dem Vāma-Weg soll Sumukhī Wünsche rasch erfüllen. Nach dem Essen ist ihr Mantra im Ucchiṣṭa-Zustand zu wiederholen, um alles Ersehnte zu verwirklichen.

26.SUM.27: Keine andere Göttin gewähre so rasch die Frucht wie Sumukhī, o Göttin; durch die Wiederholung ihres Mantras sollen Wünsche in Erfüllung gehen. Die Frucht-, Heilungs- und Schadensbehauptungen dieses Abschnitts gehören zur historischen Quelle.

Aus dem Sārasaṅgraha; neue USP-Reihe:

26.USP.1: [Hier sind] weder ein bestimmter Mondtag noch ein bestimmtes Mondhaus, auch kein Aṅga-Nyāsa [vorausgesetzt]; es gibt keinen Ari-Fehler, kein Hindernis, keine rituelle Unreinheit und keine [entsprechende] Beschränkung. Ari bezeichnet hier eine ungünstige Mantrazuordnung in der traditionellen Eignungsprüfung.

26.USP.2: In wem dieser Mantra gefestigt ist, der werde durch Hindernisse nicht bedrängt. Ich werde seine Meditation genau erklären, o Herrin der Welt.

26.USP.3: [Man meditiert über die Göttin,] die auf einem Leichnam sitzt, in rote Gewänder gehüllt, mit roten Ornamenten und einer strahlenden Guñjā-Kette.

26.USP.4: Nichtgrafische Inhaltsangabe: Der Vers beschreibt die Göttin mit roter Erscheinung, rituellen Handattributen und als Gestalt des höchsten Lichtes. Er nennt ein Alter unter 18 Jahren und verbindet dies mit einer sexualisierten Körperbeschreibung. Deshalb wird er hier nicht wörtlich wiedergegeben; die Sanskritfassungen enthalten eine sichtbare Auslassung.

26.USP.5: Der ausgezeichnete Mantrakundige meditiert [über die genannte Anordnung der Attribute] links und rechts. Nach einer Bali-Gabe aus Speiseresten wiederholt er den Mantra, innerlich ganz auf sie ausgerichtet.

26.USP.6: Wer ihre Vollendung wünscht, vollzieht ihren Japa im Ucchiṣṭa-Zustand. Dem, der so wiederholt, sollen alle Vollendungen zuteilwerden.

Druckvariante: Für die Ortsangabe im vorausgehenden Anwendungsteil ist „sadane“ („im Haus“) als Lesart verzeichnet.

Druckseite 380; Fortsetzung der USP-Reihe:

26.USP.7: Ich werde noch Weiteres erklären, das Frucht gewährt. Höre, o Göttin, von ihrem Feueropfer und ihrer befriedigenden Darbringung, um ein Vorhaben rasch zu verwirklichen.

26.USP.8: Der gesammelte Mantrakundige bildet auf einer geweihten Bodenfläche ein quadratisches Maṇḍala und verehrt dieses Maṇḍala der Göttin mit dem Grundmantra.

26.USP.9: Dort richtet er das Feuer ein, meditiert über die Göttin in Gestalt des Feuers und vollzieht das Feueropfer mit Dickmilch und Siddhārtha-Körnern …

26.USP.10: … eintausendmal, dem Verfahren entsprechend; dadurch solle ein König gefügig werden. Wer für die Göttin ein Feueropfer mit Katzenfleisch vollzieht …

26.USP.11: … erlange höchstes Wissen und die Beherrschung von Waffen und Lehrschriften. Man vollzieht ein Feueropfer mit Ziegenfleisch, verbunden mit süßem Saft …

26.USP.12: … eintausendmal nach dem Verfahren; daraus sollen Erfolge hinsichtlich des Reichtums entstehen. Wer Wissen wünscht, vollzieht ein Feueropfer mit Zucker, Ghee und Milchreis.

26.USP.13: Innerhalb eines Monats sollen ihm die vierzehn Wissensgebiete erschlossen sein. Mit dem Tuch einer menstruierenden Frau, Honig und Milchreis …

26.USP.14: … opfert man, große Göttin, um die drei Welten unter Einfluss zu bringen. Mit Nāgavallī, Honig und Ghee vollzieht man ein Feueropfer …

26.USP.15: … zehntausendmal nach dem Verfahren; daraus solle sicher die ersehnte Vollendung entstehen. Mit frischem Katzenfleisch, Ghee und Honig …

26.USP.16: … verbunden mit Haaren eines Caṇḍāla, solle sicher Anziehung entstehen. Mit in Honig getränktem Hasenfleisch …

26.USP.17: … vollzieht man ein Feueropfer und soll dadurch Wissen, Vermögen und ausgezeichnetes Gedeihen erlangen. Durch ein Opfer mit Dhattūra und Arka in einem Scheiterhaufenfeuer …

26.USP.18: … sowie mit Federn von Kokila und Krähe solle der Mantrakundige Feinde vernichten. Auch zur Vertreibung von Feinden vollzieht er ein Feueropfer …

26.USP.19: … nach dem zuvor genannten Verfahren, in einem Feuer aus Scheiterhaufenholz. Indem er fortgesetzt Eulen- und Krähenfedern opfert …

26.USP.20: … solle er Feinde gegeneinander aufbringen, sodass sie in Streit geraten. Ein Opfer mit Eulenfedern solle bei einer Frau eine Fehlgeburt auslösen.

26.USP.21: Eintausend Opfer vollzieht man gesammelt nach dem Verfahren, einen Monat lang ununterbrochen mit [in Ghee] bestrichenen Bilva-Blättern …

26.USP.22: … dadurch solle auch eine unfruchtbare Frau einen ausgezeichneten, langlebigen Sohn erhalten. Ein Opfer mit roten Bandhūka-Blüten und Honig …

26.USP.23: … solle, o Göttin, einer vom Unglück betroffenen Frau kraftvoll Wohlergehen und Glück schenken. Wer morgens aufsteht und Tag für Tag ein Feueropfer vollzieht …

26.USP.24: … einhundertachtmal mit in Ghee getränkten Japā-Blüten, o Geliebte, soll durch sechs Monate dieser Anwendung sicher Anziehung bewirken.

26.USP.25: Göttliche und Gandharva-Frauen sowie Scharen von Nāga-Frauen sollen unvermittelt und von Verlangen erfüllt herbeikommen und ihn heftig umarmen.

26.USP.26: Für Wissen vollzieht man ein Feueropfer mit Sesam, vermischt mit Milchreis. Man erlange großes Wissen, reich an den Aussagen vieler Lehrschriften.

26.USP.27: Mit Honig und Ruru-Fleisch vollzieht man sorgfältig ein Feueropfer. Wisse: [Der Übende werde] wissend, wohlhabend und ein Beherrscher von Waffen und Lehrschriften. Die stoffbezogenen Wirkungsbehauptungen, einschließlich der Schadenszauber, werden hier als historische Quellenaussagen überliefert.

26.USP.28: Diese Göttin gewährt, o große Göttin, die Frucht des Vāmācāra. Durch das Verfahren des Dakṣiṇācāra gewährt sie [nach dieser Quelle] keine Frucht.

26.USP.29: Nach dem Essen bringt man ihr täglich eine Bali-Gabe dar und wiederholt im Ucchiṣṭa-Zustand den Mantra einhundertachtmal, o Geliebte.

26.USP.30: In einer Hütte, auf einem Verbrennungsplatz, in einem leeren Haus oder an einer Kreuzung soll die Göttin durch die Darbringung der Bali-Gabe gewiss unmittelbar erscheinen.

26.USP.31: Diese Göttin habe ich durch Japa verehrt, als ich die Gestalt Bhairavas erlangen wollte. So ist jene Göttin erklärt, die alles Unheilsame hinwegnimmt.

26.USP.32: Durch das Aussprechen des Mantras, o Göttin, werde man frei von allem Unheilsamen. Man lasse die Verunreinigung durch Ucchiṣṭa hinter sich und werde gewiss rein.

26.USP.33: Dies ist die in den Welten berühmte Göttin Ucchiṣṭa-Cāṇḍālinī. Sie ist sorgfältig geheim zu halten; man soll sie nicht beliebig anderen mitteilen.

Unnummerierter Halbvers: Dem Guru ist Hingabe zu erweisen, durch den eigenen körperlichen Einsatz und durch materielle Mittel. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

Zur Druckgestalt: Teile der Verse 9–12 sowie die Verse 20–21 stehen in Klammern. Mehrere Fußnoten bieten kurze Varianten, darunter „devi“ und „javāt“ („rasch“); andere sind beschädigt und werden nicht zu sicheren Stoff- oder Verfahrensangaben ergänzt.

Druckseite 381; unnummerierter Abschluss des vorigen Zitats:

Bei öffentlicher Verleumdung besteht, o Göttin, keine Schuld [die Verbindung dieses Satzes mit dem Folgenden bleibt undeutlich]. Keine andere [Vidyā] steht ihr in der Menschenwelt gleich: Höre von der verwirklichten Vidyā, deren Wesen Befreiung, deren Wesen das Gewähren von Wohlstand und deren Wesen Wissen ist.

Mahākṛtyā im Phetkāriṇītantra

Neue MKR-Reihe:

26.MKR.1: Nun werde ich einen Mantra erklären, dessen Wesen Duft ist [parimala; die genaue Beziehung zur folgenden Göttin wird nicht erläutert]. Schon durch seine Erkenntnis soll in den drei Welten nichts unerreichbar bleiben.

26.MKR.2: Man spricht Rudrajāyā, dann „mahāyogini“, „gauri“ und „bhuvanabhayaṃkari“ und beschließt den Mantra mit Varman.

Prosaauflösung: Rudrajāyā ist das Māyā-Bīja hrīṃ. „Mahāyogini“, „gauri“ und „bhuvanabhayaṃkari“ stehen für sich; Varman bezeichnet huṃ. Die Formel lautet somit hrīṃ mahāyogini gauri bhuvanabhayaṃkari huṃ – eine Anrufung der großen Yoginī Gaurī als Furchterregende der Welten.

26.MKR.3: Aṅgiras ist der Ṛṣi, Devī-Gāyatrī das genannte Versmaß; [die Göttin ist] löwengesichtig und versetzt die Wesen in Furcht …

26.MKR.4: … Mahākṛtyā ist die Gottheit. Nachdem man dies ausgesprochen hat, vollzieht man den Nyāsa mit dem Bīja, versehen mit den sechs langen Vokalen, und einer Hälfte des Mantras, verbunden mit dem Waffenlaut …

26.MKR.5: … für das Herz, danach mit der anderen Hälfte für den Kopf; entsprechend folgen Haarknoten, Schutzpanzer, Augen und Waffe. So ist die Reihenfolge des Nyāsa.

26.MKR.6: [Man meditiert über sie] auf einem Löwenthron, mit dunklem Gesicht und herabhängenden Brüsten, mit einem von Hauern schrecklichen Antlitz, drei Augen und ringsum lodernder Erscheinung …

26.MKR.7: … in ein dunkles Obergewand gehüllt, leuchtend wie Koralle und Feuer; ihre Lotushände halten Dreizack, Wurfscheibe, Trinkgefäß und Khaṭvāṅga-Stab …

26.MKR.8: … mit einer großen, leckenden Zunge, im Augenblick des Blitzes furchterregend. So meditiert der ausgezeichnete Mantrakundige über Kṛtyā und verehrt sie nach dem Verfahren.

26.MKR.9: Für Beeinflussungsrituale meditiert man über Kṛtyā und verehrt sie mit roten Blumen; für Tötungsrituale [stellt man sie] dunkel [vor] und [verehrt sie] mit Fleisch, Blut und berauschenden Getränken. Es handelt sich um historische Ritualzuordnungen.

26.MKR.10: Kṛtyā, Madanā, Sarvakṛtyā, Utsādinī, Bhīṣiṇī, Śrīmatī und danach Pratiṣṭhā …

26.MKR.11: … sowie Vidyā verehrt der Besonnene der Reihe nach auf den acht Blättern. Im Osten [verehrt er] Śāṅkarī, von heller Farbe, mit Segensgewährung …

26.MKR.12: … zweiarmig, mit friedlichem Gesicht, Schlinge und Stachelstock tragend, glückverheißend. Im Süden [verehrt er] Bhayaṅkarī, mit herabhängender Zunge und abwärts gewandtem Gesicht …

26.MKR.13: … dunkel, rothaarig, mit roten Girlanden und roter Salbung, vierarmig, mit Löwengebrüll, flammendem Dreizack und Schädelschale …

26.MKR.14: … mit Schwert in der Hand und einer Kette aus Köpfen, mit sämtlichen Ornamenten geschmückt. Im Westen [verehrt er] Vāruṇī, goldfarben und lächelnd …

26.MKR.15: … mit goldener Kette, weißen Hauern und stets Schutz gewährender Geste. Im Norden [verehrt er] Bhīṣikā, viergesichtig und furchterregend.

Unnummerierter Halbvers: Nach der Verehrung wiederholt man den Mantra täglich einhundertachtmal. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

Ausführliche Durchführung: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum Yoga-Pīṭha-Nyāsa vollzieht man mit dem Grundmantra dreimal Prāṇāyāma. Auf den Kopf legt man aṅgirase ṛṣaye namaḥ, auf den Mund devīgāyatrīchandase namaḥ, auf das Herz mahākṛtyāyai devatāyai namaḥ. Mit gefalteten Händen erklärt man: „Die Anwendung dient der Verwirklichung alles von mir Ersehnten.“

Der Hand- und Sechsglieder-Nyāsa wird mit folgenden Formeln angegeben:

Glied Formel
Herz hāṃ hrīṃ mahāyogini gauri phaṭ hṛdayāya namaḥ
Kopf hīṃ hrīṃ bhuvanabhayaṃkari huṃ phaṭ śirase svāhā
Haarknoten hūṃ hrīṃ mahāyogini gauri phaṭ śikhāyai vaṣaṭ
Schutzpanzer haiṃ hrīṃ bhuvanabhayaṃkari huṃ phaṭ kavacāya huṃ
Drei Augen hauṃ hrīṃ mahāyogini gauri phaṭ netratrayāya vauṣaṭ
Waffe haḥ hrīṃ bhuvanabhayaṃkari phaṭ astrāya phaṭ

Die kleine Druckgestalt der Anfangs-Bījas ist stellenweise schwer lesbar; die sechs Vokalformen entsprechen zugleich der vorausgehenden ausdrücklichen Anweisung. In der letzten Formel ist huṃ vor phaṭ nicht ausgeschrieben.

Nach Meditation und Selbstverehrung verehrt man den Bhuvaneśī-Sitz, ruft die Göttin herbei und vollzieht die Handlungen bis zur Aṅga-Verehrung wie zuvor. Vor ihr verehrt man oṃ śāṅkaryai namaḥ, im Süden bhayaṃkaryai namaḥ, im Westen vāruṇyai namaḥ und im Norden bhīṣikāyai namaḥ.

Auf den acht Blättern, vor der Göttin beginnend, verehrt man kṛtyāyai namaḥ, madanāyai namaḥ, sarvakṛtyāyai namaḥ, utsādinyai namaḥ, bhīṣiṇyai namaḥ, śrīmatyai namaḥ, pratiṣṭhāyai namaḥ und vidyāyai namaḥ. Alternativ verehrt man nach den sechs Aṅgas zuerst diese acht Kräfte auf den Blättern und dann die vier zuvor genannten Kräfte im Innern. Welthüterverehrung und alles Weitere folgen wie zuvor.

26.MKR.16: Nun ist ihre Anwendung durch den Mantrin auszuführen. Nachdem er den geeigneten Zeitpunkt erkannt hat, lässt er eine Nachbildung aus Bienenwachs herstellen.

Druckseite 382; Fortsetzung der MKR-Reihe. Die folgenden Verse geben historische Schadens- und Schutzrituale wieder; ihre behaupteten Wirkungen werden nicht als gesichert dargestellt.

26.MKR.17: [Die Nachbildung] ist zwölf Aṅgulas groß und mit Nägeln und Haaren des Feindes versehen. An der Herzstelle [steht] sein Name; der Laut phaṭ [wird] an der entsprechenden empfindlichen Stelle [eingesetzt]. Die letzte Ortsfügung ist undeutlich.

26.MKR.18: „Die Lebenskräfte dieses Menschen sind hier; seine individuelle Lebenskraft befindet sich hier. Alle seine Sinne, seine Rede, sein Denken, sein Sehen …“

26.MKR.19: „… sein Hören, seine Zunge, sein Riechen und seine Lebenskräfte [sollen] hierher kommen …“ Der Formelschluss ist beschädigt. Nachdem man so die Lebenskräfte eingesetzt hat, befriedigt man [die Gestalt] mit Pfeffer.

26.MKR.20: Mit Haaren eines verstorbenen Brahmanen und eines Caṇḍāla bindet man die Füße getrennt fest und hängt [die Figur] mit dem Gesicht nach unten an einen Bogen aus Kāraskara-Holz.

26.MKR.21: Darunter richtet man eine dreieckige, mit Randstufen versehene Feuergrube ein, bereitet „Candra-Kohle“ [Stoffbezeichnung unsicher] und umlegt sie mit Śara-Gräsern …

26.MKR.22: … sowie mit einer Einfassung aus Vibhītaka. So bereitet man das Tötungsritual gegen ihn vor. Man opfert mit in Nimba-Öl getränkten Knochen und Federn von Krähen und Eulen.

26.MKR.23: Dabei spricht man: „Zerreiße ihn, trockne ihn aus, töte ihn!“ Mit dieser [Formel] vollzieht der Kundige einhundertacht Darbringungen.

26.MKR.24: Am Ende des Feueropfers verehrt man Kṛtyā vorschriftsgemäß und erlangt [ihre Gegenwart]. „Wer mir ein Dorn ist, sei er sehr fern oder nahe …“

26.MKR.25: „… dessen Fleisch und Blut trinke!“ So spricht man und bringt [die Gabe] dar. Man verehrt nach dem Verfahren und führt es neun Nächte lang aus.

26.MKR.26: [Der erste Halbvers behauptet den Tod des Feindes, ist aber im Satzbau beschädigt.] Man zerreibt Pfeffer und Siddhārtha mit dem Milchsaft von Arka …

26.MKR.27: … vermischt es mit Wasser und [spricht] den Mantra, während man mit geschlossenem Blick den Feind vorstellt. In dunklem Gewand und Obergewand tritt man in der Vorstellung mit dem Vorderfuß auf den Feind …

26.MKR.28: … stellt [das Wasser] als Vajra und Dreizack vor und wirft es über ihn. Innerhalb von neun Nächten solle der Feind sterben, ohne Zweifel.

26.MKR.29: Wer in einem [entsprechend] entfachten Scheiterhaufenfeuer mit in Öl getränktem Vibhītaka opfert, dessen Feind solle sterben; dies sei wahr und im Auśanasa gelehrt. Der Ausdruck für das Entfachen ist im Druck durch eine Klammerlesung unterbrochen.

26.MKR.30: Man zeichnet eine Nachbildung des Feindes auf eine reine Tafel aus dem Baum seines Geburtsgestirns, zerreibt Pfeffer mit Arka-Milchsaft und bestreicht sie damit.

26.MKR.31: Man setzt phaṭ an die Herzstelle, gestaltet Śiva [die genaue Beziehung zur Figur bleibt offen] und legt [das Ganze] am vierzehnten Tag der dunklen Monatshälfte in eine kleine Grube beziehungsweise einen Brunnen, nachdem der Mantra tausendfach wiederholt wurde.

26.MKR.32: Man vollzieht unmittelbar ein Untertauchen und dort auch den Schutz [die Ortsbezüge sind unklar]; nach vorschriftsgemäßer Mantrawiederholung durchbricht man [den betreffenden Gegenstand] mit der Siṃha-Mudrā.

26.MKR.33: Nach sechs Monaten solle der Feind sterben. [Es folgt eine knappe Angabe zu] beiden Dämmerungszeiten. Danach nimmt man ein trockenes Vibhītaka-Blatt, das der Wind emporgehoben hat …

26.MKR.34: … und schreibt darauf den Mantra mit Blut einer schwarzen Schlange. Am Ende [steht] der Name des Feindes; man umschließt ihn mit dem Wind-Bīja.

26.MKR.35: Man vergräbt es in seinem Haus; er solle dann gewiss wie eine Krähe umherirren. Mit vom Wind aufgewirbelten trockenen Blättern, die vom Kāraskara gefallen sind …

26.MKR.36: … mit Kamelknochen und „Hunde-Kohlen“ [śvāṅgāra, unsichere Stofflesung] solle die Vertreibung des Feindes geschehen. Mit Dūrvā, Guḍūcī, Kuh-Ghee, Sesam und Reiskörnern …

26.MKR.37: … mit Speisen und Palāśa-Brennholz soll der Verständige Befriedung bewirken. Für Wohlstand [verwendet er] Bilva-Früchte und -Blätter, ebenso Nandyāvarta.

26.MKR.38: Mit roten Blumen, Apāmārga, Kohlen und Subhadraka, alles mit den drei süßen Stoffen getränkt, vollzieht man ein Beeinflussungsritual. Einzelne Stoffnamen bleiben mehrdeutig.

26.MKR.39: Die genannte Reihenfolge wird im Auśanasa-Tantra auch in Verbindung mit Cyavana gelehrt. Nach vorschriftsgemäßer Befriedung wiederholt der Kundige [den Mantra namens] Parimala …

26.MKR.40: … der schwere Krankheiten beschwichtigen solle, täglich einhundertachtmal mit einspitziger Aufmerksamkeit; er gelte als höchstes Mittel zur Beeinflussung der Menschen.

26.MKR.41: Im Geist stellt man Kṛtyā auf einem Elefanten reitend und durch den Luftraum ziehend vor. Sie solle dem Übenden rasch gefügig werden; entsprechend [auch] auf einem Pferd reitend.

26.MKR.42: [Der Mantra] soll Furcht vor Räubern, Tigern und anderen Tieren sowie vor Wasser und Ähnlichem beseitigen. Schon einmaliges Hören soll alles Unheilsame aufheben.

26.MKR.43: Trinkt der gesammelte Mantrin Wasser, das siebenmal besprochen wurde, und wird er mit ebenso besprochenem Wasser übergossen, so solle er einsichtsvoll und beredt werden.

26.MKR.44: Durch siebenmaliges Besprechen solle selbst Gift zu Nektar werden. Einen Monat, zwei Monate, sechs Monate oder ein Jahr … Die Aussage setzt sich auf der folgenden Seite fort. Auch diese Gift- und Heilungsbehauptungen bleiben ausdrücklich Aussagen der historischen Quelle.

Druckseite 383; Fortsetzung der MKR-Reihe:

26.MKR.45: … wer als Mensch so verfährt, solle einen heilsamen Zustand erreichen. Nun werde ich im Einzelnen die Reihenfolge des großen Befriedungsrituals erklären …

26.MKR.46: … das alle Vollendungen bewirke, heilsam sei, alles Unheilsame und alle Gefahren beseitige und alle Kämpfe abwehre.

26.MKR.47: Es soll vorzeitigem Tod entgegenwirken, stets den Sieg mehren, Leben verlängern und reinigen sowie Gedeihen, Wohlstand, Glück und Einfluss gewähren …

26.MKR.48: … Söhne und Enkel schenken, Unglück und Verunreinigung beseitigen, schwere Krankheiten beschwichtigen und Apasmāra [Anfallsleiden beziehungsweise die so bezeichnete Störung] aufheben.

26.MKR.49: Yoginīs, Bhūtas, Vetālas, Pretas, Kūṣmāṇḍas und Schlangenwesen sowie besonders Ḍākinīs und andere sollen sich an jenem Ort nicht halten können.

26.MKR.50: Mein Lieber, man verehrt Kṛtyā unter Beachtung des vorgeschriebenen Verfahrens. Man zeichnet einen sechzehnblättrigen Lotus mit Yoni-Zeichen und Bindu.

26.MKR.51: In dessen Mitte zeichnet man einen achtblättrigen Lotus und setzt die mit ma beginnenden [Laute beziehungsweise Gruppen] der Reihe nach ein. Innen zeichnet man ein Sechseck, während man sich an den Grundmantra erinnert. Die Fußnote bietet „mit va beginnend“; eine vollständige Lautreihe ist hier nicht ausgeschrieben.

26.MKR.52: In die Mitte zeichnet man eine Mondscheibe, darüber einen Leichnam. Darauf stellt man einen mit Gewand und Girlande geschmückten Krug.

26.MKR.53: In den Krug setzt man Kṛtyā mit sämtlichen Merkmalen ein, verehrt sie auf angemessene Weise und bringt Milchreis dar.

26.MKR.54: Ringsum setzt man die acht Bhairavas von Asitāṅga an in Krüge ein. Nach ihrer Verehrung mit Duftstoffen, Blumen und weiteren Gaben [verehrt man] außen die Kṣetrapālas …

26.MKR.55: … und verehrt die Göttin bis einschließlich der Welthüterverehrung. Vor ihr vollzieht man ein Feueropfer mit in Ghee getränktem Apāmārga, Sesam und Senf …

26.MKR.56: … außerdem mit Dūrvā-Spitzen, Khadira und Aśvattha, jeweils achthundertmal. Das Feueropfer führt man in einer Grube oder auf einer geweihten Bodenfläche aus. Śatāṣṭaka bedeutet hier eine Gruppe von acht Hunderten, nicht einhundertacht.

26.MKR.57: Auf der rechten Seite meditiert man vorschriftsgemäß über Lakṣmī. Man setzt die Göttin in den Krug ein und vergegenwärtigt Śrī auf der rechten Seite.

26.MKR.58: Links verehrt man die höchste Göttin Hṛllekhā; auf deren linker Seite verehrt man Gaṇanāyaka [Ganeśa].

26.MKR.59: Zur Abwendung des Todes wiederholt man den Grundmantra zehntausendmal. Bei der Tötung eines ungeborenen Kindes [als rituelle Sühne] wiederholt der Kundige Parimala ein Niyuta. Die Zahlbezeichnung Niyuta ist in diesem Werk nicht widerspruchsfrei erklärt und wird hier beibehalten.

26.MKR.60: Zur Beschwichtigung schwerer Krankheit [erfolgt] eine rituelle Übergießung mit ebenso oft besprochenem [Wasser]. Wer als Mensch so verfährt, soll einen heilsamen Zustand erlangen.

26.MKR.61: Wer Parimala erkannt hat und ihn stets im Mund trägt, für den soll nichts unerreichbar sein; er habe keine Furcht vor Krankheiten und Feinden.

Die folgende Nummer 61 ist im Druck wiederholt; zur Unterscheidung neue Kurzbezeichnung MKS:

26.MKS.61: So und in weiteren Aussagen wird im Vātula-Tantra der Parimala-Mantra gerühmt: Er bewirke große Befriedung für die Menschen und beseitige Leid und Armut. Die vorher genannte Zuordnung zum Phetkāriṇītantra und die hier genannte zum Vātula-Tantra werden beide bewahrt; ein unabhängiger Quellenvergleich dieser Zuschreibungen wird nicht behauptet.

Eine zweiunddreißigsilbige Mātaṅgī-Formel

Aus einem anderen, hier unbenannten Tantra; neue MTD-Reihe:

26.MTD.1: Man spricht Praṇava, Bhuvaneśī, Vāgbhava, Kamalā und Hṛt; anschließend „bhagavati“ und danach „ucchiṣṭa“ …

26.MTD.2: … „caṇḍāli“, „śrī“, „mātaṅgīśvari“, dann „sarva“, „jana“, „vaśaṃkari“ und die Geliebte des Feuers.

Unnummerierter Halbvers: Der zweiunddreißigsilbige Mantra soll alle Welten unter Einfluss bringen. Die zweite Hälfte ist im Druck nicht ausgeführt.

Ausgeschriebene Formel:
oṃ hrīṃ aiṃ śrīṃ namo bhagavati ucchiṣṭacaṇḍāli śrīmātaṅgīśvari sarvajanavaśaṃkari svāhā.
Sie verehrt die erhabene Ucchiṣṭa-Caṇḍālī und Śrī Mātaṅgīśvarī als diejenige, die alle Menschen unter Einfluss bringt. Die Anfangsreihenfolge hrīṃ aiṃ śrīṃ wird nicht in die häufigere Folge aiṃ hrīṃ śrīṃ umgestellt.

26.MTD.3: Mataṅga wird als Seher genannt, Anuṣṭubh als Versmaß. Die Gottheit ist die Göttin Śrī Mātaṅgīśvarī, die alle Welten unter Einfluss bringt.

26.MTD.4: Mit aus dem Mantra genommenen Lautgruppen nach Veda, Aṅga, Aṅga, Rasa, acht und Augen bildet man die sechs Aṅgas; dann meditiert man über die Göttin. Die Chiffren ergeben 4, 6, 6, 6, 8 und 2, zusammen 32.

26.MTD.5: Sie gleicht einer dunklen Regenwolke und sitzt auf einem Juwelen-Löwenthron. Sie hört den Worten des Papageis zu, der auf ihrer Hand sitzt …

26.MTD.6: … trägt rote Gewänder und ist ganz in das Spielen der Vīṇā vertieft. Ihre beiden Füße ruhen auf einem Lotus; der süße berauschende Trank erfüllt Mātaṅginī mit Wonne.

26.MTD.7: Nachdem man so meditiert hat, verehrt man sie auf dem bei Rājamātaṅgī beschriebenen Sitz: einem Dreieck, zwei achtblättrigen Lotussen und einem Sechzehnblatt … Die Beschreibung wird auf der folgenden Seite fortgesetzt.

Druckseite 384; Fortsetzung der MTD-Reihe:

26.MTD.8: … und einem Quadrat. Dort vollzieht man die Verehrung des Sitzes. [Sein Mantra beginnt mit] Tārā, Māyā, Vāc und Ramā; danach folgt „sarvaśakti“ …

26.MTD.9: … dann „kamalāsana“ und am Ende Hṛt. Dies ist der Sitz-Mantra; mit ihm verehrt man den Sitz der Göttin auf rechte Weise.

26.MTD.10: Mit dem Grundmantra vergegenwärtigt man die göttliche Gestalt, ruft sie darin herbei und verehrt sie. In den Dreiecksecken stehen Rati und die weiteren, in den Staubfäden die Aṅga-Gottheiten.

26.MTD.11: Auf den acht Blättern stehen Brāhmī und die weiteren, auf dem zweiten [Achtblatt] die Bhairavas. Auf dem Sechzehnblatt verehrt man, im Osten beginnend, sechzehn Kräfte:

26.MTD.12: Vāmā, Jyeṣṭhā, Raudrī, Śānti, Śraddhā, Maheśvarī, Kriyā, Lakṣmī, Sṛṣṭi, Mohinī, Pramathā und Asinī …

26.MTD.13: … Vidyullatā, Cicchakti und Surāpānandā; als sechzehnte ist insbesondere Nandabuddhi zu verehren. Die nachfolgende Prosa trennt Pramathā und Asinī ausdrücklich. Die Namensreihe unterscheidet sich von den früheren sechzehn Kräften und wird nicht an jene angepasst.

26.MTD.14: Im Quadrat verehrt man die bei der Mātaṅgī-Verehrung genannten [Gestalten], außerdem die Welthüter und ihre Waffen, um Wohlergehen zu erlangen.

Ausführliche Durchführung: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum Yoga-Pīṭha-Nyāsa vollzieht man mit dem Grundmantra dreimal Prāṇāyāma. Auf den Kopf legt man mataṅgaṛṣaye namaḥ, auf den Mund anuṣṭupchandase namaḥ, auf das Herz śrīmātaṅgīśvarīdevatāyai namaḥ. Mit gefalteten Händen erklärt man: „Die Anwendung dient der Verwirklichung alles von mir Ersehnten.“

Die sechs Formeln für Hand- und Körper-Nyāsa lauten:

Glied Formel
Herz oṃ hrīṃ aiṃ śrīṃ hṛdayāya namaḥ
Kopf namo bhagavati śirase svāhā
Haarknoten ucchiṣṭacaṇḍāli śikhāyai vaṣaṭ
Schutzpanzer śrīmātaṅgīśvari kavacāya huṃ
Drei Augen sarvajanavaśaṃkari netratrayāya vauṣaṭ
Waffe svāhā astrāya phaṭ

Nach Meditation, geistiger Verehrung, Aufstellen des Arghya und den weiteren Handlungen bis zur Selbstverehrung gestaltet man mit Kuṅkuma auf einer goldenen oder anderen Tafel den Verehrungskreis: Dreieck, zwei achtblättrige Lotusse, Sechzehnblatt und außen ein Quadrat mit vier Toren.

Darin verehrt man den Mātaṅgī-Sitz; den gesamten Sitz verehrt man mit oṃ hrīṃ aiṃ śrīṃ sarvaśaktikamalāsanāya namaḥ – „Verehrung dem Lotussitz aller Kräfte“. Nach Vorstellung der Gestalt und den Darbringungen bis zu den Blumen verehrt man in den Dreiecksecken ratyai namaḥ, prītyai namaḥ und manobhavāyai namaḥ. In den Staubfäden verehrt man wie zuvor die sechs Aṅgas; auf dem ersten Achtblatt die Muttergöttinnen von Brāhmī an, auf dem zweiten die Bhairavas von Asitāṅga an.

Auf dem Sechzehnblatt lauten die Formeln: vāmāyai namaḥ, jyeṣṭhāyai namaḥ, raudryai namaḥ, śāntyai namaḥ, śraddhāyai namaḥ, māheśvaryai namaḥ, kriyāyai namaḥ, lakṣmyai namaḥ, sṛṣṭyai namaḥ, mohinyai namaḥ, pramathāyai namaḥ, asinyai namaḥ, vidyullatāyai namaḥ, cicchaktyai namaḥ, surāpānandāyai namaḥ und nandabuddhyai namaḥ.

Im Quadrat verehrt man die vier Kräfte von Mātaṅgī an, in den Ecken die Vierergruppe von Vighneśa an, jeweils wie zuvor. Welthüterverehrung und die übrigen Handlungen werden wie zuvor abgeschlossen.

26.MTD.15: Zur Mantravollendung wiederholt man zehntausendmal und opfert ein Zehntel davon mit Madhūka-Blüten, verbunden mit den drei süßen Stoffen.

Unnummerierter Halbvers: Auch hier vollzieht man die bei Rājamātaṅginī beschriebenen Anwendungen. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

Laghu-Mātaṅgī

26.MTD.16: Man setzt das Sprach-Bīja und das Wort „ucchiṣṭa“, danach „cāṇḍāli“, Kāmarāja, „mātaṅgi“, das dritte [Bālā-Bīja] und „sarva“ …

26.MTD.17: … und schließt mit „vaśaṃkari“ und der Gattin des Feuers. Dieser große, zwanziglautige Mantra heißt Laghu-Mātaṅgī und soll alle Welten unter Einfluss bringen.

Ausgeschriebene Formel:
aiṃ ucchiṣṭacāṇḍāli klīṃ mātaṅgi sauḥ sarvavaśaṃkari svāhā.
Die daneben gedruckte Zahl 20 bezeichnet die Lautzahl der Formel, keinen zusätzlichen Vers.

26.MTD.18: Mataṅga wird als Ṛṣi genannt, Anuṣṭubh als Versmaß; die Göttin wird als Laghumātaṅginī bezeichnet.

26.MTD.19: Vāgbhava wird als Bīja, svāhā als Śakti und Kāmarāja als Kīlaka genannt. Die Anwendung ist wie zuvor.

Unnummerierter Halbvers: Mit der dreimaligen Wiederholung der Bālā-Bījas vollzieht man den Sechsglieder-Nyāsa. Die zweite Hälfte fehlt im Druck; die genaue Verteilung der hier genannten dreimaligen Wiederholung wird nicht erläutert.

Redaktioneller Hinweis zum Seitenübergang: Die auf dieser Seite beginnende Meditation endet als Vers 20 auf der folgenden Seite. Wegen einer sexualisierten Darstellung in Verbindung mit einer Pubertätsangabe wird sie dort nur nichtgrafisch zusammengefasst; der entsprechende Sanskritvers ist sichtbar ausgelassen.

Druckseite 385; Abschluss der Laghu-Mātaṅgī-Meditation:

26.MTD.20: Nichtgrafische Inhaltsangabe: Die Meditation beschreibt die Göttin mit dunklem Gewand, einem Trinkgefäß, einem Saiteninstrument und Muschelschmuck. Sie verbindet eine Pubertätsangabe mit einer sexualisierten Körperdarstellung. Daher wird sie hier nicht wörtlich übersetzt; der Sanskritvers ist sichtbar ausgelassen.

Prosaübergang: Nach dieser Meditation führt man Japa, Verehrung, Anwendungen und alles Weitere wie zuvor aus.

26.MTD.21: Man spricht Vāṇī, „śukapriyā“ mit ṭha-Abschluss, „vidmahe“, Kāmarāja, „kāmeśvarī“, „dhīmahi“ und das dritte [Bālā-Bīja] …

26.MTD.22: … danach „tan naḥ“ und das Wort „śyāmī“, dann „śyāmā pracodayāt“. Dies wird als die Mātaṅgī-Gāyatrī gelehrt, die alle Vollendungen gewährt. Die Formulierung enthält eine unklare Kasus- beziehungsweise Lautanweisung und eine Wiederaufnahme von Śyāmā. Die sicher erkennbaren Bestandteile aiṃ, klīṃ, sauḥ und das Gāyatrī-Schema werden deshalb nicht zu einer vermeintlich eindeutigen vollständigen Rezitationsformel ergänzt.

Vārāhī – die Kraft, die zum Stillstand bringt

Aus der Dakṣiṇāmūrtisaṃhitā; neue VRH-Reihe. Īśvara spricht:

26.VRH.1: Höre, Geliebte: Ich erkläre Pañcamī, die Herrin der göttlichen Kräfte. Schon durch die Erinnerung an sie soll dieser Wind stillstehen.

26.VRH.2: Man spricht das Sprach-Bīja und danach das Erd-Bīja, versehen mit Gala, Anugraha, Bindu und Nāda …

26.VRH.3: … dann erneut [das vorausgehende Bīja], „namo bhagavati“, zweimal „vātāli“ und ebenso zweimal „vārāhi“.

26.VRH.4: Danach zweimal „varāhamukhi“, ohne Lautverschmelzung; dann „andhe andhini“ mit Hṛt am Ende, zusammen sieben Laute, o Geliebte.

26.VRH.5: Es folgen „rundhe rundhini“ und Hṛt, „jambhe jambhini“ und Hṛt, „mohe mohini“ und Hṛt, „stambhe stambhini“ und Hṛt.

26.VRH.6: Nachdem man dies gesprochen hat, o große Herrin, [folgen] „sarvaduṣṭapraduṣṭa“ mit der Endung „ānām“, „sarveṣāṃ“, „sarvavāk“ und „citta“ …

26.VRH.7: … „cakṣur“, „mukha“, „gati“, „jihvāstambhaṃ“, zweimal „kuru“, „śīghraṃ vaśyaṃ“, nochmals zweimal „kuru“ und erneut Sprach- und Erd-Bīja.

26.VRH.8: Nach vier ṭha-Lauten [jeweils mit Visarga] folgen Schutzpanzer, Waffe und die Geliebte des Feuers. Damit sind es einhundertvierzehn Mantralaute.

Ausgeschriebene Formel; die Wiederholungsziffern des Drucks sind ausgeschrieben:
aiṃ glauṃ aiṃ namo bhagavati vātāli vātāli vārāhi vārāhi varāhamukhi varāhamukhi andhe andhini namaḥ rundhe rundhini namaḥ jambhe jambhini namaḥ mohe mohini namaḥ stambhe stambhini namaḥ sarvaduṣṭapraduṣṭānāṃ sarveṣāṃ sarvavākcittacakṣurmukhagatijihvāstambhaṃ kuru kuru śīghraṃ vaśyaṃ kuru kuru aiṃ glauṃ ṭhaḥ ṭhaḥ ṭhaḥ ṭhaḥ huṃ phaṭ svāhā.

Die Formel verehrt Vārāhī, die Ebergesichtige, und erbittet das Stillstellen von Rede, Denken, Sehen, Gesicht beziehungsweise Mund, Bewegung und Zunge der als schädlich bezeichneten Gegner sowie deren rasche Unterwerfung. Dies ist ihr historischer Ritualzweck. Der Druck gibt für „vātāli“ die Variante „vārtāli“ an. Die Gesamtzahl 114 ist die Quellenangabe.

26.VRH.9: Der Nyāsa wird mit vierundvierzig Gliedern gelehrt. Der Mantrakundige legt wie beim Mātṛkā-Nyāsa zehn Glieder auf das Gesicht.

26.VRH.10: Auf die Gelenke und Enden der Arme und Beine legt man zwanzig Glieder beziehungsweise Lautgruppen, danach jeweils eines auf die beiden Seiten.

26.VRH.11: Auf diese Weise legt der Besonnene [die Glieder] wie beim Mātṛkā-Nyāsa auf. Danach vollzieht er den Sechsglieder-Nyāsa zur Reinigung des Körpers.

26.VRH.12: Das zweimalige „vātāli“ bildet den Herz-Mantra; das zweimalige „vārāhi“, o Göttin, gilt als Kopf-Mantra.

26.VRH.13: Das zweimalige „varāhamukhi“ ist [der Mantra für] den Haarknoten. Die nächsten sieben Laute bilden den Schutzpanzer, die folgenden sieben werden den Augen zugeordnet …

26.VRH.14: … die nächsten sieben der Waffe. So legt man die sechs Aṅgas der Reihe nach auf. Ich werde nun die Gestaltung des Yantras erklären, durch das [die drei Welten erreicht werden; die Schlussfügung ist knapp]. Ein Teil der Aṅga-Erklärung in Vers 13–14 steht im Druck in Klammern.

26.VRH.15: Auf Kupfer, Silber, Gold oder Birkenrinde zeichnet man es mit Rocanā oder mit Kuṅkuma, Agaru und Sandel …

26.VRH.16: … mit Haridrā und Vāruṇī [deren genaue Stoffbedeutung hier offenbleibt] zeichnet man den schönen Kreis: Dreieck, Fünfeck, Sechseck und Achtblatt …

26.VRH.17: … Hundertblatt und Tausendspeichiges; danach zeichnet man das Erdquadrat, schön mit vier Toren versehen. In der Mitte verehrt man den Löwenthron.

26.VRH.18: Mit dem Bīja-Paar von Vāṇī und Erde verehrt man sämtliche Mātṛkās. Man stellt diesen Sitz inmitten eines Kristallberges vor …

26.VRH.19: … ruft dort die Göttin herbei und vollzieht verständig die Meditation: Sie gleicht frischem Morgenrot und wohnt im Innern der Fünfheit … Eine Druckvariante lautet: „auf einem Leichnam im Innern des Lotus sitzend“.

26.VRH.20: … die Mutter der Welt strahlt im großen Glanz eines Saphirs. Sie trägt Schädel- beziehungsweise Kopfketten und ist mit neun Edelsteinen geschmückt. Die Meditation verbindet verschiedene Farbangaben; diese werden nicht vereinheitlicht. Sie setzt sich auf der folgenden Seite fort.

Druckseite 386; Fortsetzung der VRH-Reihe:

26.VRH.21: Eine aus unbezahlbaren Edelsteinen gefügte Krone lässt sie erstrahlen. Sie trägt ein seidenes Untergewand und schönen Korallen- und Edelsteinschmuck.

26.VRH.22: Ihre vier Arme sind durch Pflug und Keule sowie die Gesten der Segensgewährung und Furchtlosigkeit ausgezeichnet. Ihr Leib ist gelbbraun; schön ist ihre Mitte.

26.VRH.23: Mit vollen Hüften, lotosgleichem Glanz und festen, vollen Brüsten, mit dem Gesicht eines Ebers – so verehrt man die Göttin mit den zugehörigen Darbringungen …

26.VRH.24: … mit Duftstoffen, Blumen und den weiteren Gaben, um alle Vorhaben zu verwirklichen. Zur Vollendung der Puraścaraṇa [wiederholt man] siebzehntausendmal.

26.VRH.25: Das Feueropfer beträgt ein Zehntel davon: Man opfert Sesam, Bandhūka-Blüten, mit den drei süßen Stoffen getränkte Tumbī-Früchte sowie Holz und Sandel …

26.VRH.26: … Lack, Agaru und weitere zerriebene Stoffe, auch zu zweit oder zu dritt verbunden. Dadurch soll der Mantrin Vollendung erreichen, o Herrin der Götter, ohne Zweifel. Die Stofffügung ist teilweise undeutlich; es wird keine zusätzliche Rezeptur ergänzt.

26.VRH.27: Zuerst [verehrt man] den Aṅga-Umkreis: in Feuer-, Īśa-, Asura- und Windrichtung [Südosten, Nordosten, Südwesten, Nordwesten], in der Mitte und in den Richtungen. Höre nun von den drei Ecken im Innern des Dreiecks …

26.VRH.28: … links, rechts und vorn verehrt man der Reihe nach Jambhinī, Stambhinī und Mohinī, um alle Vollendungen zu erlangen.

26.VRH.29: Auf dem Fünfeck verehrt man, o große Göttin, die mit Andhinī beginnenden und mit Stambhinī endenden [Kräfte], vorn beginnend und der Reihe nach …

26.VRH.30: … mit den [entsprechenden] Mantras. Außen folgt die Verehrung der Muttergöttinnen. Auf dem Sechseck verehrt man, vorn beginnend und rechtsherum …

26.VRH.31: … Brāhmī, Māheśvarī, Kaumārī, Vaiṣṇavī, Māhendrī und Cāmuṇḍā, o Geliebte. Höre danach die mit Ḍākinī beginnende Gruppe:

26.VRH.32: Ḍākinī, Rākiṇī, Lākinī, Kākinī, Śākinī und Hākinī, o Göttin, verehrt man anschließend auf dem Sechseck.

26.VRH.33: An beiden Seiten des Sechsecks sind zwei Göttinnen zu verehren, um alle Ziele zu verwirklichen. Links verehrt man Krodhinī, die Pflug und Schädelschale hält …

26.VRH.34: … rechts Stambhinī, deren Hände eine Keule und die erwünschte Gabe [beziehungsweise eine entsprechende Geste] zeigen. Vor dem Sechseck verehrt man Caṇḍoccaṇḍa, o große Herrin …

26.VRH.35: … der Schlange, Schädelschale, Trommel und Dreizack hält, o Geliebte; nackt und dunkel, mit einem von Haarflechten strahlenden Haupt und mit Pañcamī verbunden.

26.VRH.36: Auf den acht Lotusblättern verehrt man die Achtgruppe von Vātālī an. Höre: Vor ihr verehrt man entsprechend acht Büffel …

26.VRH.37: … die mit ihren Hörnern die Leiber der Feinde aufreißen [die genaue Zusammensetzung ist beschädigt], dunkel wie Regenwolken und im Gebiet der Feinde über Erde und durch den Luftraum ziehend.

26.VRH.38: Auf dem Hundertblatt verehrt man der Reihe nach Rudras, Sonnen, Vasus und die beiden Aśvins: auf dreiunddreißig Blättern, mit je dreifacher Wiederholung. Die Gruppen umfassen 11, 12, 8 und 2, zusammen 33; die dreifache Anordnung belegt 99 Blätter.

26.VRH.39: Auf dem verbleibenden Blatt verehrt man Stambhinī zusammen mit Jambhinī. Vor dem Hundertblatt verehrt man den großen Löwen, o große Herrin.

26.VRH.40: Auf dem Tausendblatt verehrt man eintausend Vārāhīs. Nach dem Stachelstock-Bīja schreibt man, o große Herrin, „vārāhyai namaḥ“.

26.VRH.41: Mit diesem Mantra verehrt man, o Göttin, tausendfach. Im Erdquadrat verehrt man Vaṭuka, Kṣetrapāla, die Yoginīs und Gaṇapati.

26.VRH.42: Nochmals verehrt man die Göttin mit befriedigenden Darbringungen von Duftstoffen, Blumen und den weiteren Gaben. Eine Gebetskette aus Haridrā gilt als besonders geeignet zum Stillstellen.

Unnummerierter Halbvers: [Alternativ eine Kette] aus Kristall, Lotussamen, Rudrākṣa oder entsprechenden Stoffen. Die zweite Hälfte ist im Druck durch Punkte ersetzt.

Ausführliche Durchführung: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum Yoga-Pīṭha-Nyāsa vollzieht man mit dem Grundmantra dreimal Prāṇāyāma. Auf den Kopf legt man dakṣiṇāmūrtiṛṣaye namaḥ, auf den Mund gāyatrīchandase namaḥ und auf das Herz śrīvārāhīdevatāyai namaḥ. Mit gefalteten Händen erklärt man: „Die Anwendung dient der Verwirklichung meines Ersehnten.“

Danach legt man auf: aiṃ auf den Kopf; glauṃ auf den Gesichtskreis; aiṃ auf beide Augen; namaḥ auf beide Ohren; bhagavati auf beide Nasenöffnungen; vātāli auf beide Wangen; nochmals vātāli auf beide Lippen; vārāhi auf die beiden Zahnreihen; nochmals vārāhi auf den Scheitel; varāhamukhi auf den Mund und nochmals varāhamukhi auf den rechten Armansatz.

Es folgen andhe auf das rechte Handgelenk, andhini auf die rechten Fingeransätze, namaḥ auf die rechten Fingerspitzen, rundhe auf den linken Armansatz, rundhini auf den linken Ellenbogen, namaḥ auf das linke Handgelenk und jambhe auf die linken Fingeransätze. Die Reihe geht auf der nächsten Druckseite weiter. Ein eigener Eintrag für den rechten Ellenbogen ist in dieser Prosa nicht ausgeschrieben; er wird nicht hinzuerfunden.

Druckseite 387; Fortsetzung des Körper-Nyāsa:

Auf die linken Fingerspitzen legt man jambhini; auf den rechten Oberschenkelansatz namaḥ; auf das rechte Knie mohe; auf das rechte Fußgelenk mohini; auf die rechten Zehenansätze namaḥ; auf die rechten Zehenspitzen stambhe; auf den linken Oberschenkelansatz stambhini; auf das linke Knie namaḥ; auf das linke Fußgelenk sarvaduṣṭapraduṣṭānāṃ; auf die linken Zehenansätze sarveṣāṃ; auf die linken Zehenspitzen sarvavākcittacakṣurmukhagatijihvāstambhaṃ.

Auf beide Seiten legt man kuru, auf den Rücken nochmals kuru, auf den Nabel śīghraṃ, auf den Bauch vaśyaṃ, vorn auf die Herzstelle kuru, auf die rechte Schulter nochmals kuru, auf den hinteren Hals aiṃ und auf die linke Schulter glauṃ.

Vom Herzen bis zu den rechten Fingerspitzen legt man ṭhaḥ, vom Herzen zu den linken Fingerspitzen nochmals ṭhaḥ, vom Herzen zu den rechten Zehenspitzen ṭhaḥ und vom Herzen zu den linken Zehenspitzen ṭhaḥ. Vom Herzen bis zum Nabel folgt huṃ, vom Herzen bis zum Mund phaṭ und auf den Kopf svāhā.

Danach vollzieht man den Sechsglieder-Nyāsa:

Glied Formel
Herz vātāli vātāli hṛdayāya namaḥ
Kopf vārāhi vārāhi śirase svāhā
Haarknoten varāhamukhi varāhamukhi śikhāyai vaṣaṭ
Schutzpanzer andhe andhini namaḥ kavacāya huṃ
Beide Augen rundhe rundhini namaḥ netrābhyāṃ vauṣaṭ
Waffe jambhe jambhini namaḥ astrāya phaṭ

Nach Meditation und geistiger Verehrung zeichnet man vor sich mit Kuṅkuma auf eine goldene oder andere Tafel ein Dreieck, außen ein Fünfeck, ein Sechseck, einen achtblättrigen Lotus, einen hundertblättrigen Lotus, einen tausendblättrigen Lotus und schließlich ein Quadrat mit vier Toren. Man stellt das Verehrungs-Yantra vor sich auf, verehrt es und vollzieht das Aufstellen des Arghya und die weiteren Handlungen bis zur Selbstverehrung.

Nach der Verehrung des Bhuvaneśvarī-Sitzes und den Handlungen von der Herbeirufung bis zur Blumendarbringung verehrt man wie zuvor die sechs Aṅgas im Dreieck, in den Zwischenrichtungen von Feuer, Īśa, Asura und Wind, in der Mitte und den Richtungen. An den Dreiecksspitzen verehrt man jambhinyai namaḥ, stambhinyai namaḥ und mohinyai namaḥ.

In den fünf Ecken folgen andhinyai namaḥ, rundhinyai namaḥ, jambhinyai namaḥ, mohinyai namaḥ und stambhinyai namaḥ. In den sechs Ecken folgen ḍākinyai namaḥ, rākinyai namaḥ, lākinyai namaḥ, kākinyai namaḥ, sākinyai namaḥ und hākinyai namaḥ. Die Prosa schreibt hier Sākinī statt der zuvor genannten Śākinī.

Auf den acht Blättern verehrt man die Muttergöttinnen von Brāhmī an. Diese Anordnung weicht von der vorausgehenden Versfassung ab, die für die sechs dort genannten Mütter das Sechseck vorsieht. An beiden Seiten des Sechsecks verehrt man halakapāladhāriṇyai krodhinyai namaḥ – Krodhinī, die Pflug und Schädelschale trägt – und musaleṣṭakarāyai stambhinyai namaḥ. Vor dem Sechseck folgt caṇḍoccaṇḍāya namaḥ.

Auf den acht Blättern folgen vātālyai namaḥ zweimal, vārāhyai namaḥ zweimal, varāhamukhyai namaḥ zweimal, andhinyai namaḥ und rundhinyai namaḥ. Diese Achtgruppe enthält ausdrücklich die wiederholten Namen; sie wird nicht zu acht verschiedenen Namen umgeschrieben. An den Blattspitzen verehrt man aṣṭamahiṣebhyo namaḥ, die acht Büffel.

Auf den hundert Blättern verehrt man die dreiunddreißig Gottheiten – elf Rudras, zwölf Ādityas, acht Vasus und die beiden Aśvinī-Kumāras – dreimal. Auf dem verbleibenden Blatt folgt stambhinyai jambhinīyutāyai namaḥ, Stambhinī zusammen mit Jambhinī. An den Blattspitzen folgt mahāsiṃhāsanāya namaḥ, die Verehrung des großen Löwenthrons. Die Versfassung hatte an dieser Stelle den großen Löwen genannt.

Auf dem Tausendblatt verehrt man eintausend Vārāhīs mit kroṃ vārāhyai namaḥ. In den Ecken des Erdquadrats folgen Vaṭuka, Kṣetrapāla, die Yoginīs und Gaṇapati. Welthüterverehrung und alle übrigen Handlungen werden wie zuvor abgeschlossen.

26.VRH.43: Nun werde ich die auf Erden seltene Tarpaṇa-Darbringung erklären: Mit Sesam, Maireya [einem berauschenden Getränk] und Bandhūka-Blüten befriedigt man die glückverheißende Göttin …

26.VRH.44: … nachdem man sie wie zuvor in einem schönen goldenen oder anderen Gefäß verehrt hat. Durch dieses Verfahren werde man der Göttin gewiss lieb.

26.VRH.45: Für diese Vidyā gibt es, o höchste Herrin, eine Besonderheit der Feuergrube. Sie wird hier erklärt und soll alle Feinde vernichten.

26.VRH.46: Die schöne Grube misst einen Hasta, ist unten einen Hasta weit und einen Hasta tief ausgehoben; dort wird das Feueropfer gelehrt. Die Richtungsbezüge der wiederholten Maßangaben sind knapp.

26.VRH.47: Zum Stillstellen liegt sie in Śivas Richtung [Nordosten], zum Niederhalten in Yamas Richtung [Süden]. In dieser Grube verehrt man, o große Herrin, das Bhairava-Feuer …

26.VRH.48: … oder ein gewöhnliches Feuer mit den nun folgenden Mantras, o höchste Herrin. Man schreibt das Herz-Bīja Bhuvaneśānīs, Bhuvaneśī …

26.VRH.49: … und ihr Haarknoten-Bīja. Nachdem man diese drei Bījas gesprochen hat, o Śivā, folgt „bhairava“ im Dativ und namaḥ.

Die Prosa schreibt aus: hāṃ hīṃ hūṃ bhairavāya namaḥ.

26.VRH.50: Nachdem man das Feuer so verehrt hat, bringt man eine Opfergabe in das Feuer dar. [Man spricht] die drei zuvor genannten Bījas, „bhairavāgnaye“ und „Dvimā“ [Chiffre des Abschlusses].

Die Prosa schreibt aus: hāṃ hīṃ hūṃ bhairavāgnaye svāhā.

26.VRH.51: Mit dieser Formel bringt man eine Gabe in das Feuer dar, das wie ein blauer Lotus leuchtet. Mit blauen Lotussen oder auch mit Tāpiccha verehrt man das Bhairava-Feuer.

26.VRH.52: Das Feueropfer mit Tāpiccha zum Stillstellen soll vierhundert Gaben umfassen. Ebenso [geschieht es] mit Devadāru, Sesam und behandelter Haridrā; die gedruckte Verbindung mit Öl beziehungsweise einem weiteren Stoff ist nicht eindeutig.

Druckseite 388; Fortsetzung der VRH-Reihe:

26.VRH.53: An einundzwanzig Mitternächten vollzieht man jeweils einhundertacht Feueropfer mit der Hariṇī-Mudrā, o Schöne.

26.VRH.54: Rechts von der Feuergrube breitet man, Geliebte, Sesam über eine einen Hasta messende Fläche aus. [Darauf steht] ein rundes Gefäß aus Gold oder einem anderen Metall …

26.VRH.55: … mit dunklem Tuch umhüllt und mit Utpala- und Tāpiccha-Blüten versehen. Der ausgezeichnete Mantrakundige füllt es mit Wasser, dem Sesam beigemischt ist.

26.VRH.56: Man spricht Vāgbhava, „dharaṇī“, „karṣaṇa“ und „halāya“; diese neun Laute werden mit Hṛt abgeschlossen und als Mantra geschrieben.

Die Prosa schreibt aus: aiṃ dharaṇīkarṣaṇahalāya namaḥ – „Verehrung dem Pflug, der die Erde durchfurcht“. Danach: kroṃ huṃ musalāya namaḥ – „Verehrung der Keule“, mit den vorangestellten Bījas. Die im Vers genannte Neunergruppe bezieht sich auf die Formel vor dem Abschluss namaḥ.

26.VRH.57: Man schreibt das Stachelstock-Bīja und den Zornlaut, o Göttin, danach „musalāya namaḥ“. Den Göttinnen-Mantra spricht man siebenundzwanzigmal …

26.VRH.58: … berührt den Krug und meditiert im Herzen über Pañcamī, die höchste Herrin. Mit dem Wasser aus diesem Krug übergießt der Kundige [rituell] den Feind.

26.VRH.59: Der Feind solle dadurch an einem von Kapha begleiteten Schwundleiden erkranken und gefügig werden. Nun werde ich das Verfahren des Niederhaltungs-Feueropfers erklären; höre, Geliebte.

26.VRH.60: Mit Blut von Esel und Schaf vermischt man Pulver aus geröstetem Getreide und Sesam. Die daraus geformte Masse verbindet man mit einer weiteren Masse durch das [entsprechende] Mittel, Geliebte. Der Bezug der beiden Piṇḍas bleibt im knappen Text unklar.

26.VRH.61: Mit Fleisch, Duftstoffen, Blumen, Räucherwerk und Lampen befriedigt der Sādhaka den Yoginī-Piṇḍa, der als durch höchste Wonne schön beschrieben wird.

26.VRH.62: Er stellt das Haus des Feindes aus Ton oder Metall dar und setzt es in die Grube beziehungsweise den Mund [der rituellen Gestalt]. Es folgen kurze, beschädigte Ausrufe mit huṃ und weiteren Lauten; eine vollständige Rezitationsformel lässt sich hier nicht sicher herstellen.

26.VRH.63: Während er zehntausendmal wiederholt, opfert er, o Göttin, einundzwanzig Nächte lang. Haut, Blut, Fleisch, Fett, Knochen, Mark und Samen des Feindes …

26.VRH.64: … sollen dabei, o Göttin, in die Münder der Yoginīs fallen, ohne Zweifel. Nun werde ich erklären, was dem Sādhaka Freude gewährt. Die Passage schildert die behauptete Wirkung des magischen Schadensrituals.

26.VRH.65: Man umschließt Praṇava mit Praṇava und verbindet [sie]. Den Namen der Zielperson umschließt man jeweils mit oṃ und anschließend mit dem ṭha-Laut.

26.VRH.66: [Außen folgen] acht Vajras; dazwischen steht „glauṃ glauṃ“. An den Vajra-Spitzen steht das Tārā-Bīja; danach folgt das Erd-Maṇḍala.

26.VRH.67: Am Ende der Vajras schreibt man den Namen, danach die Vidyā. Außen wird das Ganze durch Stachelstöcke eingeschlossen, o Schönangesichtige.

26.VRH.68: Man setzt es auf „Rudrasvara“ [unsichere Chiffre beziehungsweise Unterlage] und verehrt es mit gelben Blumen. Das Pañcamīśakaṭa-Yantra ist in den drei Welten selten.

26.VRH.69: Der Kundige [wiederholt] tausendmal und legt es in ein Haridrā-Gefäß [„niśābhāṇḍa“, die genaue Fügung bleibt unklar]. Er vergräbt es nachts; der Besonnene schreibt es auf Birkenrinde und setzt es ein.

26.VRH.70: Der Mantrakundige verehrt [die dunkle beziehungsweise rot-dunkle Fassung] mit roten Blumen. Er legt sie in Rauch beziehungsweise Feuer eines Scheiterhaufens und verehrt nach der Unterweisung des Gurus. Die Farbbezeichnung und der genaue Bezug der Feuerangabe sind im Druck knapp.

26.VRH.71: Entsprechend verehrt man ein goldenes, silbernes oder kupfernes [Yantra]. Wer eine Heeresmacht [kaṭaka, auch anders deutbar] wünscht, verehrt die Glückverheißende mit Haridrā-getränkten Blumen.

26.VRH.72: Abends legt man es in einen Getreidehaufen; dann solle das [Gewünschte] eintreten. Auf eine neue Scherbe aus der Werkstatt eines Töpfers zeichnet man das Yantra …

26.VRH.73: … und verehrt es mit dunklen, kajalgleichen Blumen auf einem Weg. So solle der Lehrer einen Feind rasch vertreiben, selbst wenn dieser seit zehn Millionen Jahren fest verankert wäre.

26.VRH.74: Auf jenem Gefäß [zeichnet man] mit verschiedenen ruß- beziehungsweise tintenartigen Stoffen von Kajalfarbe; man nimmt es auf, verehrt es und legt es in eine Schmiede.

26.VRH.75: Von einer Vielzahl von Krankheiten bedrängt, solle der Feind den Tod finden. Der ausgezeichnete Mantrakundige zeichnet [das Yantra] auf eine Niḥsāna- oder Paṭaha-Trommel …

26.VRH.76: … und beim Hören ihres Klanges im Kampf sollen selbst sehr Mächtige fliehen. Auf einen rauchenden Scheiterhaufen [beziehungsweise dessen Unterlage] zeichnet man es und verehrt es mit rauchfarbenen [Blumen], Geliebte …

26.VRH.77: … dadurch solle das Sehvermögen jener Feinde zugrunde gehen, gewiss. Mit Haridrā zeichnet der Besonnene [das Yantra] auf einen Stein und verehrt es.

26.VRH.78: Auf gelben Blumen legt man dieses Yantra mit der Vorderseite nach unten ab. Die Rede der Streitenden solle dadurch rasch stillgestellt werden, höchste Herrin.

26.VRH.79: Oder man zeichnet es auf Blei und verehrt es mit bleifarbenen Blumen. Unter einen Stein gelegt, solle es Sieg im Rechtsstreit bewirken. Alle diese Wirkungsangaben sind Behauptungen des historischen Ritualtextes.

Druckseite 389; Abschluss der VRH-Reihe:

26.VRH.80: Man verehrt [das Yantra] auf einem eisernen Gefäß mit weißen Blumen; der Mantrakundige solle dadurch zum Herrn der Rede werden. Dann zeichnet man es auf den Kern beziehungsweise die Grundlage des Yantras … Das erste Wort, möglicherweise sārdhe, ist nicht sicher deutbar; auch yantrasāra bleibt hier knapp.

26.VRH.81: … und verehrt es mit fünffarbigen Blüten; so solle es alle Verrichtungen erfüllen. Danach zeichnet der Kundige es auf zwei mit dunklem Stoff beziehungsweise Ruß vermischte Bleiplatten …

26.VRH.82: … verehrt es mit schönen Blumen und erhitzt es auf dem Verbrennungsplatz. Dadurch solle rasch eine Anziehung von Männern wie von Frauen entstehen.

26.VRH.83: Man legt das Cakra in einem schön gefärbten Bleigefäß in die Höhlung eines Baumes. [Die außerhalb Befindlichen] sollen dadurch in Dorf und Wege eintreten. Das Wort vor grāmamārgebhyaḥ und damit die genaue Aussage des zweiten Halbverses sind unsicher.

26.VRH.84: Man legt das Cakra in den Stamm des Baumes, der dem Geburtsgestirn der Zielperson entspricht. Was dem Baum angetan wird, o Göttin, solle offensichtlich auch dieser Person geschehen.

26.VRH.85: Ins Wasser geworfen, solle es Schaden bringen; ins Feuer geworfen, Hitze erzeugen. In Asche gelegt, gewähre es Verbindung beziehungsweise Yoga; in die Erde gelegt, bringe es Gutes, Geliebte.

26.VRH.86: In Nahrung beziehungsweise Getreide gelegt, solle es eine Geliebte bringen; in einen Krug gelegt, einen Sohn gewähren. Im Osten niedergelegt, solle es den Feinden Furcht bereiten.

26.VRH.87: Im Südosten und im Süden solle es den Gegnern den Tod bringen; im Südwesten werde es zur Ursache ihrer Verwirrung beziehungsweise ihres Wahnsinns.

26.VRH.88: Im Westen solle es ihnen Krankheit bringen, im Nordwesten Furcht. Im Norden bringe es dem Sādhaka Reichtum, ohne Zweifel.

26.VRH.89: Im Nordosten solle es die Feinde in Verwirrung bringen, höchste Herrin. In der Mitte [bewirke es] alle Unternehmungen und gewiss die Vernichtung der Feinde. Die Verbindung der beiden Aussagen des letzten Halbverses bleibt knapp.

26.VRH.90: Die Verehrung gerade dieser Vidyā soll um Mitternacht geschehen. Andernfalls entstehe ein überaus schwer zu überwindender Fluch der Gottheit.

Prosa – Zeichnung des Yantras: Auf Birkenrinde oder einer entsprechenden Unterlage zeichnet man mit den genannten Stoffen ein Achteck und versieht seine Spitzen mit Vajras. In die Mitte schreibt man Praṇava, eingeschlossen von zwei Vajras – der Druck erläutert hier in Klammern „Praṇava“. Darüber und darunter schreibt man den Namen der Zielperson jeweils zwischen zwei oṃ-Lauten. Alles wird mit dem Laut ṭha umschlossen. Außen schreibt man an jede der acht Ecken und an jeden Vajra die beiden Bījas glauṃ glauṃ. In die Vajras setzt man den Namen der Zielperson. Das Ganze umgibt man mit dem Grundmantra und schreibt Praṇava an die Vajra-Spitzen. Außen zeichnet man das Bhūpura, umschließt alles mit dem Stachelstock-Bīja und zeichnet das gesamte Yantra so, dass es innerhalb des Lautes ma liegt. Dieses Yantra solle die genannten Ergebnisse gewähren. Damit endet der Abschnitt über Vārāhī als Mittel zur Stillstellung und zu allen gewünschten Zielen. Die Prosa nennt ausdrücklich ma als äußere Umschließung; die zuvor gebrauchte Chiffre Rudrasvara wird hier nicht erläutert.

Nigraha-Vārāhī: eine achtgliedrige Mantraform

Nun Nigraha-Vārāhī, die Vārāhī des Niederhaltens. Im Uttaratantra; neue Nummernreihe NVR:

26.NVR.1: Vāgbhava, das Erd-Bīja, sodann dreimal der Laut ṭha mit Bindu, danach das Kūrca-Bīja und die Geliebte des Feuers.

Ausgeschriebene Formel: aiṃ glauṃ ṭhaṃ ṭhaṃ ṭhaṃ hūṃ svāhā. Hier stehen drei ṭhaṃ mit Bindu; dies ist von den vorherigen ṭhaḥ-Formeln zu unterscheiden.

26.NVR.2: Diese achtgliedrige Mahāvidyā soll Feinde niederhalten. Als ihr Ṛṣi wird Kapila und als Versmaß Anuṣṭubh genannt.

26.NVR.3: Die Gottheit heißt Vārāhī mit dem vorangestellten Wort Vātālī. Die Gliedereinsetzung des Mantras geschieht mit Gruppen von zwei, eins, eins, eins, eins und zwei Lauten.

26.NVR.4: Man vergegenwärtigt sie sich mit einem Körper wie eine Kette von Blitzen, mit Schlinge, Speer, Hammer und Stachelstock in den Händen, geschmückt mit drei Augen …

26.NVR.5: … und am Leib mit vielfältigem Schmuck versehen: So meditiere man über Vārāhī. Man verehrt sie auf dem zuvor beschriebenen Sitz zusammen mit ihren Gliedern, den Richtungshütern und deren Waffen.

Prosa – Durchführung: Nach den morgendlichen Verrichtungen bis einschließlich Yogapīṭha-Nyāsa vollzieht man dreimal Prāṇāyāma mit dem Grundmantra. Auf dem Kopf setzt man kapilaṛṣaye namaḥ, „Verehrung dem Ṛṣi Kapila“, ein; am Mund anuṣṭupchandase namaḥ, „Verehrung dem Versmaß Anuṣṭubh“; am Herzen śrīvātālīvārāhīdevatāyai namaḥ, „Verehrung der Gottheit Śrī Vātālī-Vārāhī“. Mit zusammengelegten Händen bestimmt man die Anwendung: „Zur Erfüllung aller meiner erwünschten Ziele.“

Es folgen Hand- und sechsgliedriger Nyāsa: aiṃ glauṃ hṛdayāya namaḥ am Herzen; ṭhaṃ śirase … am Kopf; ṭhaṃ śikhāyai … am Haarschopf; ṭhaṃ kavacāya … als Panzer; hūṃ netratrayāya … an den drei Augen; svāhā astrāya … für die Waffe. Die Abschlüsse nach dem ersten Glied sind im Druck abgekürzt und werden hier nicht zusätzlich rekonstruiert. Nach Meditation und innerer Verehrung zeichnet man vor sich auf einer goldenen oder entsprechenden Platte mit Kuṅkuma und dergleichen ein Yantra aus Sechseck, Kreis und Bhūpura. Man stellt es auf und verehrt es. Nach dem Bereitstellen von Arghya und den weiteren Schritten bis zur Selbstverehrung verehrt man den Sitz der Bhuvaneśvarī, vollzieht die Anrufung und die anschließenden Darbringungen bis zu den Blumen, verehrt in den sechs Ecken die sechs Glieder und außerhalb die Welthüter. Alles Übrige beendet man wie zuvor.

26.NVR.6: Man wiederholt den Mantra acht Lakṣa, also achthunderttausendmal. Ein Zehntel davon wird als Feueropfer mit Bilva-Blättern, Hayāri-Blüten, Dhātrī-Früchten und Bhṛṅgarāja-Blättern dargebracht.

Druckseite 390; Fortsetzung der NVR-Reihe:

26.NVR.7: Für die Vollendung des Mantras bringt man das Feueropfer dar und vollzieht danach die rituellen Anwendungen. Man stellt sich vor, wie sie den Feind mit dem Stachelstock ergreift und mit einer Schlinge fest bindet …

26.NVR.8: … und ihm mit dem Hammer auf den Kopf schlägt; mit dieser Vorstellung wiederholt man [den Mantra] zehntausendmal. Man vollzieht zehntausend Feueropfer mit reinem, im Freien gesammeltem Kuhdung.

26.NVR.9: Die dabei entstandene Asche wird nach dem Text in Wasserbecken, Brunnen und Teiche gestreut. Er behauptet, Feinde würden durch das Trinken dieses Wassers sterben. Dies ist eine historische Schadenszauberbehauptung, keine Empfehlung zur Anwendung.

Unnummerierter Halbvers: Und die Gegner sollen gewiss in die zehn Richtungen fliehen. Die zweite Hälfte ist im Druck durch Punkte als fehlend bezeichnet. Damit endet Nigraha-Vārāhī.

Dhūmra-Vārāhī, die rauchfarbene Göttin

Nun Dhūmra-Vārāhī. Im Kālamṛtyutantra spricht die Göttin; neue Nummernreihe DVR:

26.DVR.1: Kālarudra, Verehrung sei dir! Träger der Zeit, immer wieder Verehrung! Erkläre nun, Herr, die Mantrapraxis der Dhūmra-Vārāhī.

Īśvara spricht:

26.DVR.2: Dieses aus Zeit und Tod bestehende [Mittel] wird als eines beschrieben, das Lebewesen die Lebenskraft entreißt. Diese Waffe des Tötungszaubers, Göttin, wird in allen Tantras geheim gehalten.

26.DVR.3: Ich werde die Gewinnung des Mantras, Nyāsa, Meditation und Weiteres sowie Yantra und Anwendung der Dhūmra-Vārāhī erklären, Girijā, Geliebte.

26.DVR.4: Zuerst schreibt man den Anfang der Veden und zweimal dhūṃ. Nach dem Aussprechen von „mṛtyudhūme“ äußert man wiederum dhūṃ …

26.DVR.5: … [und] dhūṃ, dann „kāladhūme“, wiederum dhūṃ; vor das Wort „dhūmra“ setzt man dhūṃ und spricht das Wort „vārāhi“.

26.DVR.6: Mit „hūṃ phaṭ svāhā“ verbunden ist dies der Mantra der Dhūmra-Vārāhī. Er hat fünfundzwanzig Laute und wird Herr der Herren der Mantrakönige genannt.

Ausgeschriebene Formel im Druck: oṃ dhūṃ dhūṃ mṛtyudhūme dhūṃ dhūṃ kāladhūme dhūṃ dhūṃ dhūmravārāhi hūṃ phaṭ svāhā. Die ausgeschriebene Zeile enthält jeweils zwei dhūṃ vor mṛtyudhūme, kāladhūme und dhūmravārāhi.

26.DVR.7: Kālamṛtyu wird als Ṛṣi, Bṛhatī als Versmaß und Dhūmra-Vārāhī als Gottheit genannt; als Anwendungszweck nennt der Text die Tötung von Feinden.

26.DVR.8: Dhūṃ ist das Bīja, hūṃ die Śakti und Praṇava das Kīlaka. Ich werde dir die Folge der Einsetzungen erklären, Tochter des Berges.

26.DVR.9: Mit sieben [Lauten], dann sechs, zwei, vier und den weiteren im Druck nicht eindeutig getrennten Zweier- und Dreiergruppen vollzieht man den Nyāsa in gewöhnlicher Reihenfolge und setzt ihn danach in umgekehrter Reihenfolge ein. Die gedruckte Klammerlesart „dvābhyāṃ trikā“ weicht von „dvikā“ ab; eine sichere sechsgliedrige Aufteilung lässt sich aus dieser Zeile nicht ohne Eingriff gewinnen.

26.DVR.10: Wer auf diese Weise den Nyāsa vollzieht, werde unmittelbar von der Göttin erfüllt. Nun werde ich die Meditation erklären; höre aufmerksam zu.

26.DVR.11: Vārāhī ist rauchfarben und verschlingt beständig die in Tiergestalt gedachten Feinde; sie hat Rauchgestalt und wird von Weisen und Göttern verehrt.

26.DVR.12: Nach dieser Meditation wiederholt man den Mantrakönig zehntausendmal. Man vollzieht Tarpaṇa mit reinem Wasser und verehrt mit Sandel und den weiteren Darbringungen.

Unnummerierter Halbvers: Das Feueropfer beträgt ein Zehntel; ebenso gilt diese Ordnung für Tarpaṇa. Die zweite Hälfte fehlt im Druck. Die anschließende Erläuterung sagt ausdrücklich: Homa ein Zehntel des Japa, Tarpaṇa ebenfalls ein Zehntel des Japa.

26.DVR.13: Man opfert ein Zehntel der Japa-Zahl mit in die drei süßen Stoffe getauchtem, mit Rohzucker bereitetem Reis. Oder man opfert, Göttin, mit Madhūka-Blüten.

26.DVR.14: Tarpaṇa geschieht mit einem Zehntel davon; man speist Brahmanen, Geliebte. In dieser Weise ausgeführt, solle der Mantra für den Mantrakundigen Vollendung erlangen. „Davon“ lässt offen, ob die Homa-Zahl oder die Japa-Zahl gemeint ist; die unmittelbar vorausgehende Prosaglosse nennt ausdrücklich die Japa-Zahl.

26.DVR.15: Danach vollzieht man die unvergleichliche Anwendung, um Feinde abzuwehren, und meditiert nach dem zuvor beschriebenen Verfahren über Vārāhī in Rauchgestalt.

26.DVR.16: Dreitausendmal wiederholt man den Mantra mit den eingefügten Namen der Feinde. Sie komme in Rauchgestalt und verschlinge jene Feinde, so die Behauptung.

26.DVR.17: Man stellt sich die Feinde und das feindliche Heer bedrängt inmitten von Rauch vor und wiederholt mit dieser Vorstellung den Mantra zehntausendmal.

26.DVR.18: Vom Tod ergriffen sollen ihre Körper sterben; daran bestehe kein Zweifel. [Für eine weitere Anwendung nennt der Text] Hausrauch beziehungsweise Hausruß, verbunden mit einem als cālanāla gelesenen Stoff … Die Stoffbezeichnung ist nicht sicher bestimmt.

26.DVR.19: … der in einem eisernen Gefäß hundertmal besprochen werde; eine tropfengroße Menge davon [werde] in Speise und Trank des Feindes gegeben … Der Satz wird auf der nächsten Seite fortgeführt. Eine gedruckte Lesart zum Wort khāne lautet offenbar cāke; sie ist sprachlich nicht sicher aufzulösen.

Druckseite 391; Fortsetzung der DVR-Reihe. Quellenhinweis: An der zugehörigen Stelle enthalten sowohl das hauptsächlich verwendete PDF als auch das ergänzend geprüfte Digitalisat dieselbe Wiederholung von Seite 389. Der folgende Abschnitt beruht deshalb auf der bereitgestellten elektronischen Textgrundlage. Deren beschädigte Lesungen sind gekennzeichnet; die dort fehlenden Verse 33–34 werden nicht erfunden. Ein vollständiger Bildabgleich dieser Seite bleibt offen.

26.DVR.20: … soll nach dem Text sorgsam verabreicht werden, Göttin; der Gegner solle gewiss sterben. Als andere Anwendung nennt er, den als cāranāla gelesenen Stoff in Kuhdung zu legen, Geliebte. Die Stoffbezeichnung ist auch hier unsicher; die Passage setzt den historischen Schadenszauber von Seite 390 fort.

26.DVR.21: Durch heftiges, brennendes Fieber solle jener Feind sterben. Nach dreitausend Wiederholungen meditiert man mit ungeteilter Aufmerksamkeit über die Göttin.

26.DVR.22: Ein hundert Yojana entfernter Feind solle binnen eines Halbmonats sterben. Hausruß und Gift, verbunden mit Gandhārī-Saft …

26.DVR.23: … werden nach dem Text zu einer feinen Paste verrieben und sorgfältig zu einem Liṅga geformt. Man verehrt es mit den Darbringungen und weiht [symbolisch] die Lebenskräfte des Gegners als Opfergabe.

26.DVR.24: Schon durch zweitausend [Wiederholungen] solle der Feind zugrunde gehen. Man denkt sich Vārāhī in Rauchgestalt in dessen Mitte.

26.DVR.25: Man stellt sich den Gegner als stillgestellt vor und wiederholt täglich einhundertachtmal. Die Gruppe der Gegner samt Familie, Ehefrauen und Verwandten … „Stillgestellt“ und „samt Familie“ beruhen auf wahrscheinlichen, nicht am Bild gesicherten Lesungen.

26.DVR.26: … solle einschließlich Vieh, Freunden und Weiterem rasch zugrunde gerichtet werden. Man nimmt Yakṣa-Räucherwerk und bespricht es mit dem Grundmantra.

26.DVR.27: Zuvor wiederholt man einhundertachtmal; danach räuchert man allmählich und wiederholt abermals einhundertachtmal.

26.DVR.28: Nach drei, fünf oder vier Tagen solle [der Gegner] gewiss sterben. Bei den Verrichtungen des Tötungszaubers führe die Wiederholung in der genannten Zahl, Geliebte … Die auffällige Reihenfolge drei, fünf, vier steht so im elektronischen Text.

26.DVR.29: … zu einer wunderlich erscheinenden Raucherscheinung von Anfang bis Ende. Dann gelte jener Feind als gestorben. Das letzte Prädikat ist beschädigt; der hier wiedergegebene Sinn ist aus dem Zusammenhang erschlossen.

26.DVR.30: So sei der Mantra vollendet, Göttin; selten sei er auf Erden, Pārvatī. Niemals soll er mitgeteilt werden – nicht mitgeteilt, nicht mitgeteilt!

26.DVR.31: Für die Verrichtungen des Tötungszaubers meditiert man über die Göttin mit Ebergesicht, rauchgrau gefärbt, o Śivā, die Flüssigkeit beziehungsweise Lebenssaft und Fleisch liebt.

Die Göttin spricht:

26.DVR.32: Verehrung dem Herrn des Kailāsa, dem Erbarmensspender Śaṅkara! Erkläre nun, Herr, die Yantrapraxis der Dhūmra-Vārāhī.

Īśvara spricht. Die Verse 33–34 fehlen in der verfügbaren elektronischen Textgrundlage; das entsprechende Seitenbild konnte nicht gewonnen werden. Hier bleibt eine ausdrücklich ausgewiesene Textlücke.

26.DVR.35: In das Dreieck schreibt man die drei Laute von „vārāhi“; in das Sechseck schreibt man die sechs Laute [der verdoppelten Bezeichnung] „vārāhi“. Der erste Halbvers ist stark beschädigt; die Drei- und Sechseranordnung ist nur vorläufig übersetzt, die Verdoppelung im zweiten Halbvers ist erklärende Ergänzung.

26.DVR.36: In die Zwischenräume der Ecken setzt man der Reihe nach den Laut dhū, Girijā. In die acht Blätter schreibt man, Göttin, den achtgliedrigen Vārāhī-Mantra.

26.DVR.37: In die Staubfäden setzt man, im Osten beginnend, die sechzehn Vokale paarweise. In den ersten Kreis schreibt man den für Dhūmra-Vārāhī genannten Mantra.

26.DVR.38: In den zweiten Kreis schreibt man den Mantra der Astra-Vārāhī, in den dritten den Mantra zur Einsetzung der Lebenskraft.

26.DVR.39: In die acht Vajras schreibt man die acht Lautgruppen, beginnend mit ka, ca und den weiteren [Gruppenanfängen]. So zeichnet man das ausgezeichnete Yantra gemäß dem jeweiligen Zweck. Die Folge der Gruppenanfänge ist im elektronischen Text beschädigt; fehlende Laute werden nicht ergänzt.

26.DVR.40: Für Befriedung und Gefügigmachen zeichnet man es auf Gold oder Silber; für Stillstellung auf Stein, für Vertreibung auf ein Blatt. Die Prosaglosse erläutert: auf ein Vibhīta-Blatt.

26.DVR.41: Für Entzweiung [auf Kupfer], für Tötungszauber auf ein Leichentuch. Dieses ausgezeichnete Yantra zeichnet man genau nach dem im Text angegebenen Verfahren. Die Lesung „Kupfer“ ist vorläufig.

26.DVR.42: Alle Anwendungen sollen rasch gelingen, ohne Zweifel. Besonders für das Gefügigmachen zeichnet man das Yantra auf Gold.

26.DVR.43: Man verehrt es mit roten Blumen und bringt süßen Milchreis dar. Gereinigt wiederholt man täglich dreitausendmal den Mantra.

26.DVR.44: Den Namen der Zielperson setzt man zwischen die Mātṛkā-Laute, nach dem bei Vārāhī beschriebenen Verfahren. Ein Maṇḍala [einen Ritualzeitraum] hindurch vollzieht man dies hingebungsvoll, Girijā. Die genaue Verbindung mit maṇḍala bleibt in der beschädigten Zeile unsicher. Zwei am Seitenende angezeigte Lesartnoten sind nicht zuverlässig entzifferbar.

Druckseite 392; Fortsetzung der DVR-Reihe:

26.DVR.45: [Der Übende] werde reich wie Kubera, daran bestehe kein Zweifel. Auf Stein oder einer anderen Unterlage beziehungsweise auf einem Blatt zeichnet man das Yantra; die Göttin ist rauchgestaltig, Geliebte …

26.DVR.46: … und trägt den Namen Vārāhī. Man verehrt es nach der Vorschrift. Ob Entzweiung, Vertreibung oder was immer man im Sinn hat …

26.DVR.47: … all dies solle man innerhalb eines Halbmonats erlangen, wenn man täglich einhundertachtmal wiederholt. Der Kundige zeichnet das Yantra mit Kohle eines Scheiterhaufens auf ein Leichentuch …

26.DVR.48: … bei einer Yama-Kaṇṭaka-Konstellation, nach Süden gewandt. An einem Dienstag gräbt er sorgsam und ohne Nachlässigkeit im Wald eine Grube …

26.DVR.49: … verbirgt darin das Yantra und bringt Bali aus mit Rohzucker gekochtem Reis dar. Der Mantrakundige wiederholt nachts unbekleidet achttausendmal.

Prosaglosse: „Achttausend“ bedeutet hier „eintausendacht“. Die Glosse weicht ausdrücklich von der wörtlichen Zahl im Vers ab; beide Angaben bleiben erhalten.

26.DVR.50: Der hundert Yojana entfernte Feind solle in Yamas Haus eingehen. Nach der zuvor beschriebenen Vorschrift, Göttin, zeichnet man das Yantra auf ein Leichentuch …

26.DVR.51: … und legt es in das Haus des Feindes; dieser solle nicht übrig bleiben. Man umhüllt es außerdem mit Krähen- und Eulenfedern sowie mit einer Schnur …

26.DVR.52: … umschließt es einundzwanzigmal mit dem Grundmantra, legt es an einem Dienstag in das Haus des Feindes und wiederholt achttausendmal.

26.DVR.53: Der Feind solle wie eine Krähe umherirren und Verachtung erfahren. Im zuvor genannten Mantra der Dhūmra-Vārāhī lässt man „dhūṃ dhūṃ“ fort …

26.DVR.54: … setzt stattdessen zweimal „phaṭ“ ein und schreibt [anstelle der Dhūma-Bezeichnungen] „rūpe“. Die beiden Laute von „dhūmra“ lässt man fort und setzt „astra“ ein. Die mittlere Anweisung ist im Vers beschädigt beziehungsweise stark verkürzt; die ausgeschriebene Formel verdeutlicht die Änderung zu mṛtyurūpe und kālarūpe.

Unnummerierter Halbvers: Dieser Mantra der Astra-Vārāhī hat vierundzwanzig Laute. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

Ausgeschriebene Formel: oṃ phaṭ phaṭ mṛtyurūpe phaṭ phaṭ kālarūpe phaṭ phaṭ astravārāhi hūṃ phaṭ svāhā.

26.DVR.55: Ṛṣi und die weiteren Zuordnungen bleiben die zuvor genannten; man vollzieht die Übung wie zuvor. Hier gilt die bei Nigraha-Vārāhī beschriebene Verehrung, besonders für Vertreibung.

26.DVR.56: Verehrung dir, Astra-Vārāhī, die du den Gegnern das Leben entreißt! Wie ein Tiger [die Kehle] eines Rindes und wie ein Löwe die Kehle eines Elefanten [packt] …

26.DVR.57: … so töte die als Tiere vorgestellten Feinde und verzehre rasch ihr Fleisch. Vārāhī, stets verehre ich dich; ich verehre dich, deren Gestalt eine Waffe ist.

Damit endet die besondere Meditation.

26.DVR.58: Mit der Fünfergruppe, die mit Andhinī beginnt, wird sie Pañcamī genannt. Mit der Fünfergruppe, die mit Andhinī beginnt, wird Vārāhī von den Kundigen gepriesen. Der Druck wiederholt dieselbe Gruppenbezeichnung in beiden Halbversen; eine möglicherweise beabsichtigte Unterscheidung wird nicht ergänzt.

26.DVR.59: Pañcamī wird für Stillstellung gerühmt, Vārāhī für das Gefügigmachen. Lässt man sowohl das zweimalige „vārāhi“ als auch das zweimalige „varāhamukhi“ …

26.DVR.60: … fort, heißt [die Vidyā] Vātālī und gewährt Sprachkraft. Lässt man [allein] das zweimalige „vārāhi“ fort, trägt sie den Namen Viśvavijayā, „Sieg über alles“ …

26.DVR.61: … und soll im Kampf, am Königshof, beim Spiel und überall Sieg gewähren. Lässt man das zweimalige „varāhamukhi“ fort, wird sie Vaiśyakautukī genannt … Der zusammengesetzte Name ist im Druck nicht ganz sicher lesbar.

26.DVR.62: … eine Reichtum verleihende Vidyā, die Vaiśravaṇa verehrt. Lässt man von „vārtāli“ und den folgenden verdoppelten Wörtern jeweils eines fort, entsteht Sarvatomukhī, „die nach allen Seiten Gewandte“ …

26.DVR.63: … gerühmt für Anziehung, Verblendung und Gefügigmachen. Nun werde ich Śrī Svapna-Vārāhī erklären, die rasch Vollendung gewähren soll.

Svapna-Vārāhī und Traumerkenntnis

26.DVR.64: Man spricht Praṇava, Bhuvaneśī und „namo vārāhi“. Nach dem Wort „aghoreśvari“ setzt man „svapnaṃ“ und zweimal ṭha.

Ausgeschriebene Formel im Druck: oṃ hrīṃ namo vārāhi aghoreśvari svapnaṃ ṭha ṭha svāhā (18). Die Prosa auf der folgenden Seite hat svapne; die Variante wird dort beibehalten.

26.DVR.65: Dieser mit svāhā endende große Mantra hat achtzehn Laute. Als Ṛṣi gilt Īśvara, als Versmaß Gāyatrī.

26.DVR.66: Als Gottheit wird die Göttin Śrī Svapna-Vārāhī genannt. Praṇava ist das Bīja, svāhā wird als Śakti bezeichnet.

26.DVR.67: Das Māyā-Bīja ist das Kīlaka. Die Gliedereinsetzung des Mantras geschieht mit Gruppen von zwei, zwei, drei, fünf, vier und zwei Lauten.

26.DVR.68: An Füßen, Knien, Hüften, Hals, Wangen, Augen, Ohren, Nase und auf dem Kopf setzt man die fünfzehngliedrige Vidyā ein.

Prosaglosse: Die Fünfzehnzahl entsteht dadurch, dass Praṇava und Māyā ausgelassen und die Laute durch Sandhi verbunden werden.

Druckseite 393; Fortsetzung der DVR-Reihe:

26.DVR.69: [Man meditiert über] Vārāhī, dunkel wie ein Berg aus schwarzem Augenschminkstein, geschmückt mit Gold und Edelsteinen, auf einem Pferd reitend, die Glückverheißende mit Schlinge und Stachelstock …

26.DVR.70: … die große Göttin von furchtbarer Gestalt, mit Schwert und Schild, vierarmig, mit scharfen Hauern, auf deren Spitze die Erde ruht.

Unnummerierter Halbvers: Sie ist zur Vernichtung der Bösen bereit und gewährt dem Sādhaka Segen. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

26.DVR.71: Täglich meditiere man über Śrī Svapna-Vārāhī: glänzend wie ein Berg aus schwarzem Augenschminkstein, auf einem Pferd reitend, am Körper mit Edelsteinen und Gold geschmückt; Bhairavī trägt Schlinge, Stachelstock, Schwert und Schild in den Händen. Die Erde erglänzt an der Spitze ihres Hauers; sie vernichtet die Feinde, die Göttin mit hochgewölbten Brüsten.

Unnummerierter Halbvers: Nach dieser Meditation verehrt der Besonnene die Göttin nach dem zuvor beschriebenen Verfahren. Die zweite Hälfte fehlt. Die Prosa erläutert: Auch hier soll man die zuvor erklärte Verehrung der Stambhana-Vārāhī vollziehen.

Prosa – Durchführung: Nach den morgendlichen Verrichtungen bis zum Yogapīṭha-Nyāsa führt man dreimal Prāṇāyāma mit dem Grundmantra aus. Es folgen die Einsetzungen: auf dem Kopf īśvaraṛṣaye namaḥ, „Verehrung dem Ṛṣi Īśvara“; am Mund gāyatrīchandase namaḥ, „Verehrung dem Versmaß Gāyatrī“; am Herzen śrīsvapnavārāhīdevatāyai namaḥ, „Verehrung der Gottheit Śrī Svapna-Vārāhī“; im verborgenen Bereich oṃbījāya namaḥ, „Verehrung dem Bīja oṃ“; an den Füßen svāhāśaktaye namaḥ, „Verehrung der Śakti svāhā“; am Nabel hrīṃkīlakāya namaḥ, „Verehrung dem Kīlaka hrīṃ“. Mit zusammengelegten Händen erklärt man: „Die Anwendung dient der Erfüllung meines erwünschten Zieles.“

Für Hand- und sechsgliedrigen Nyāsa: oṃ hrīṃ hṛdayāya namaḥ am Herzen; namo śirase … am Kopf; vārāhi śikhāyai … am Haarschopf; aghoreśvari kavacāya … als Panzer; svapne ṭha ṭha netratrayāya … an den drei Augen; svāhā astrāya phaṭ für die Waffe. Die mittleren Abschlüsse sind im Druck abgekürzt. Anders als die ausgeschriebene Formel auf Seite 392 steht hier svapne.

Die fünfzehn Laute setzt man an beiden Füßen, beiden Knien, beiden Hüften, am Hals, an beiden Wangen, beiden Augen, beiden Ohren, beiden Nasenöffnungen und auf dem Kopf ein. Die Aufzählung nennt diese Körperstellen, erläutert aber nicht, wie die paarigen Orte auf genau fünfzehn Lautpositionen verteilt werden; sie wird deshalb nicht durch eine erfundene Zuordnung geglättet. Mit dem Grundmantra einschließlich Praṇava und Māyā vollzieht man anschließend die den ganzen Körper durchdringende Einsetzung. Nach Meditation und innerer Verehrung verehrt man den Sitz der Bhuvaneśvarī und vollzieht die für Stambhana-Vārāhī angegebene Pūjā.

26.DVR.72: Zur Vollendung des Puraścaraṇa wiederholt man tausendmal je Mantralaut. Ein Zehntel opfert man, Göttin, mit schönen Tāpiccha- und Utpala-Blüten.

26.DVR.73: Oder man erfreut die Göttin durch Tarpaṇa mit Kokoswasser in einem Zehntel [der Zahl]. Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges solle sie gewiss im Traum mitteilen.

Damit endet der Abschnitt über Vārāhī.

Śabarī: anziehende und vertreibende Vidyās

Nun der Śabarī-Mantra; neue Nummernreihe SBR:

26.SBR.1: Ich erkläre die anziehende Vidyā, die rasch Vollendung gewährt. Vakreśa, verbunden mit Ananta und am Haupt mit Bindu geschmückt …

26.SBR.2: … und ebenso Adrīśa; danach „Śabarī“ und „Śakti“, beide im Dativ, abgeschlossen mit Hṛt: Dieser Mantra wird als neungliedrig bezeichnet.

Ausgeschriebene Formel: śāṃ dāṃ śabaryai śaktyai namaḥ – „Verehrung der Śabarī, der Śakti“, mit den beiden Bījas.

26.SBR.3: Jābāli gilt als Ṛṣi, Anuṣṭubh als Versmaß und Śabarī als Gottheit; śāṃ ist das Bīja und dāṃ die Śakti.

26.SBR.4: Als Kīlaka wird „ākarṣaya ākarṣaya“, „ziehe heran, ziehe heran“, genannt. Man setzt „śāṃ dāṃ, śīṃ dīṃ“ und die weiteren mit den sechs langen Vokalen gebildeten Paare ein.

26.SBR.5: Ich nehme Zuflucht zu Śabarī, der großen Durgā, von roter Farbe, die die Zielperson mit einer Schlinge bindet und augenblicklich heranführt, der Segensspenderin.

26.SBR.6: Nach achthunderttausend Wiederholungen bringt man zum Abschluss Feueropfer mit Palāśa-Blüten dar. Danach speist man Brahmanen zusammen mit Notleidenden, Blinden und Bedürftigen.

26.SBR.7: Dann solle der Mantra vollendet und jederzeit für Anwendungen wirksam sein. Auch bei einer Anwendung wiederholt der Besonnene zehntausendmal mit einer Kristall-Mālā.

26.SBR.8: Am Ende der neun Laute setzt man zweimal „tam ākarṣaya“, „ziehe ihn heran“. Dadurch solle selbst eine hundert Yojana entfernte Zielperson rasch herangezogen werden.

26.SBR.9: Man spricht „kāṃ māṃ“, schreibt „śabara“ gefolgt von „devatā“ im Dativ, danach „śaktyai“ und zweimal „tam uccāṭaya“, „vertreibe ihn“.

Unnummerierter Halbvers: Mit der Geliebten des Feuers verbunden ist dies ein einundzwanziggliedriger Mantra. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

Ausgeschriebene Formel: kāṃ māṃ śabaradevatāyai śaktyai tam uccāṭayoccāṭaya svāhā (21).

Druckseite 394; Fortsetzung der SBR-Reihe:

26.SBR.10: Jābāli wird als Ṛṣi, Bṛhatī als Versmaß und Kādambaryādi-Durgā [Kādambarī-Ādidurgā; die Zusammensetzung ist nicht eindeutig] als Gottheit genannt.

26.SBR.11: Kāṃ ist das Bīja, māṃ die Śakti; zweimal „uccāṭaya“ wird als Kīlaka bezeichnet. Die Gliedereinsetzung erfolgt mit „kāṃ māṃ“ und den entsprechenden weiteren [Vokalpaaren].

26.SBR.12: Man verehrt die Glückverheißende, die durch gewaltige, ihrem Atem entspringende Winde die Feinde in andere Länder schleudert: tanzend, mit gelöstem Haar und von Rauchfarbe.

Unnummerierter Halbvers: Zwei Monate hindurch wiederholt man sechshunderttausendmal und [opfert] am Ende mit Arka-Blüten. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

Prosa: Nach dem Feueropfer in einem Zehntel [der Japa-Zahl] sollen achtzehn Paare gespeist werden. Man zeichnet eine Darstellung der Zielperson und schreibt in deren Herz den Laut ka. Vom Kopf bis zu den Füßen trägt man die Laute des Grundmantras zusammen mit dem Wind-Bīja und dem Namen der Zielperson ein. [Die Darstellung wird] mit einer als „Dreiergruppe, beginnend mit Saurem“ gelesenen Zubereitung umhüllt und mit Snuhī-Milchsaft bestrichen; mit Straßenstaub und einem Snuhī-Stab werden die Oberschenkel gebunden. Danach wird Japa vollzogen. Die genaue Fügung dieser knappen Material- und Bindungsanweisung sowie das Wort unmittelbar vor japet sind unsicher. Anschließend verbrennt man die Darstellung und opfert ihre Asche; dadurch solle Siddhi entstehen.

Karṇapiśācinī, die ins Ohr sprechende Gestalt

Nun der Mantra der Karṇapiśācinī. Dazu heißt es in einem anderen Tantra; neue Nummernreihe KPS:

26.KPS.1: Tārā und Bhuvaneśānī, danach „karṇapiśācini, karṇe me kathaya svāhā“: Dieser Mantra hat sechzehn Laute.

Ausgeschriebene Formel: oṃ hrīṃ karṇapiśācini karṇe me kathaya svāhā (16) – „O Karṇapiśācinī, sprich in mein Ohr; svāhā“, mit den vorangestellten Bījas.

26.KPS.2: Als Ṛṣi gilt Pippalāda, als Versmaß Nicṛd-Gāyatrī; als Gottheit wird von den Kundigen die Göttin Karṇapiśācinī genannt.

26.KPS.3: Mit Gruppen von einem, einem, sechs, drei, drei und zwei Lauten des Mantras vollzieht man die sechsgliedrige Einsetzung und meditiert über Karṇapiśācinī.

26.KPS.4: Sie sitzt auf einem Scheiterhaufen, ist mit einer Schädelgirlande geschmückt und trägt aufgereihte menschliche Eingeweide, Knochen und Perlen; ihre Kleidung ist ärmlich beziehungsweise zerrissen.

26.KPS.5: Nach dieser Meditation wiederholt man auf dem Verbrennungsplatz oder auf einem Leichnam den Mantra einhunderttausendmal; ein Zehntel davon [wird als Feueropfer] mit ausgewählten Vibhītaka-Holzstücken …

26.KPS.6: … dargebracht. Man verehrt sie auf dem zuvor beschriebenen Sitz zusammen mit den Gliedern, Richtungshütern und Waffen. Ist der Mantra vollendet, wiederholt man gesammelt nochmals einhunderttausendmal …

26.KPS.7: … im Zustand ritueller Unreinheit unter einem Badarī-Baum. Die zufriedengestellte Piśācinī solle dann Nachrichten über die Gedanken anderer und über die drei Zeiten ins Ohr sprechen.

Ein anderer Mantra in einem anderen Tantra; neue Nummernreihe KPV:

26.KPV.1: Nach „karṇa“ [folgen verschlüsselte Lautbezeichnungen für die anschließende Anrede], dann „vada“, verbunden mit „atīta“ und „anāgata“, Bhuvaneśī und die Geliebte des Feuers; am Anfang steht Tārā. Dieser Mantra wurde von Vyāsa verehrt. Durch einhunderttausend Wiederholungen und Hingabe an die Piśācī solle man bald umfassendes Wissen erlangen. Die Lautchiffren im ersten Versviertel sind nicht sicher auflösbar; maßgeblich für die ausgeschriebene Form ist die unmittelbar folgende Zeile.

Ausgeschriebene Formel: oṃ karṇapiśāci vadātītānāgataṃ hrīṃ svāhā (16) – „O Karṇapiśācī, sage Vergangenes und Zukünftiges“, mit oṃ, hrīṃ und svāhā.

26.KPV.2: Wir verehren jene Piśācī: klein von Gestalt, rotäugig, dunkel wie eine Wolke, mit hängendem Bauch, einer Zunge rot wie die Bandhūka-Blüte und erhobenen, segenspendenden Lotushänden [die Handgeste ist im Kompositum nicht eindeutig]; ihr Gesicht ist nach oben gewandt. Ihr verfilztes Haar gleicht rauchigen Flammen; in ihren beiden Händen glänzen Schädel. Sie ist unstet, allwissend und hat ihren Sitz auf dem Herzen eines Leichnams.

Unnummerierte Verse zur Verehrung: Nachts, um Mitternacht, setzt man die Piśācī im Herzen ein. Man bringt ein Bali aus gebratenem beziehungsweise verbranntem Fisch dar, verehrt sie nachts und wiederholt [den Mantra].

Bali-Formel: oṃ karṇapiśācini dagdhamīnabaliṃ gṛhṇa gṛhṇa mama siddhiṃ kuru kuru svāhā – „O Karṇapiśācinī, nimm das Fischopfer an, nimm es an; bewirke meine Vollendung, bewirke sie; svāhā.“ Mit dieser Formel wird das Fisch-Bali dargebracht.

Roter Sandel, Bandhūka- und Japā-Blüten und die weiteren [Darbringungen] werden mit Wasser besprengt, während man spricht: amṛtaṃ kuru deveśi svāhā – „Mache [dies] zu Nektar, Herrin der Götter; svāhā.“

Druckseite 395; Fortsetzung der Karṇapiśācinī-Prosa: Am Vormittag vollzieht man eine gewisse Zahl von Wiederholungen, nimmt mittags eine einzige fleischlose Mahlzeit zu sich und wiederholt nachts dieselbe Zahl. Tarpaṇa beträgt ein Zehntel des Japa. Die Formel lautet: oṃ karṇapiśācīṃ tarpayāmi hrīṃ svāhā – „Ich erfreue Karṇapiśācī [durch Tarpaṇa]“, mit oṃ, hrīṃ und svāhā. Nachdem auf diese Weise ein Puraścaraṇa von einhunderttausend Wiederholungen vollzogen ist, opfert man ein Zehntel im Feuer. Ist dies nicht möglich, vollzieht man Tarpaṇa in einem Zehntel und bittet um den Segen. Man schreibt den Grundmantra mit rotem Sandel und verehrt die erwählte Gottheit auf dem Yantra.

Anzeichen der Vollendung: Wenn im Himmelsraum hūṃ-Laute und Ähnliches gehört werden und eine lange Flammenerscheinung gesehen wird, gilt dies dem Text als Vorzeichen der bevorstehenden Vollendung; dementsprechend soll die Übung fortgeführt werden.

Ein anderer Mantra: Praṇava, Māyā und karṇapiśāci me karṇe kathaya hūṃ phaṭ svāhā – „O Karṇapiśācī, sprich in mein Ohr“, mit den genannten Lauten. Man bestreicht die Füße mit Lampenöl und wiederholt nachts einhunderttausendmal; dadurch solle umfassendes Wissen entstehen. Hierfür werden keine gesonderte Pūjā und Meditation angegeben.

Eine weitere Formel: Tārā, das Kāma-Bīja und jayādevi svāhā. Auch hier entfallen Nyāsa und die entsprechenden Vorriten. Nach einhunderttausend Wiederholungen beschreibt der Text einen Vorgang, bei dem eine Hauseidechse niedergestreckt, Jayādevī über ihr nach Kräften verehrt und Japa bis zum Tod des Tieres fortgesetzt wird. Die behauptete Siddhi bestehe darin, dass sie bei einer innerlich gestellten Frage erscheine und auf ihrem Rücken alles Vergangene, Zukünftige und Weitere sichtbar werde. Dies ist die Beschreibung des überlieferten Tieropfer- beziehungsweise Orakelrituals; der Bezug von „sie“ bleibt zwischen Tier und Gottheitserscheinung offen.

Sechs nummerierte Mantra-Varianten aus dem Ḍāmara; editorielle Reihe DMS:

26.DMS.1: oṃ cākcaṇḍāli cirucaṇḍāli svāhā. Die erste Anrede, besonders cāk, ist unsicher gelesen. Man zeichnet die Gestalt der Cāṇḍālī auf eine Tafel oder auf die Erde, verehrt sie mit sechzehn Darbringungen und wiederholt zu den drei Dämmerungszeiten je einhundertachtmal. Innerhalb von acht Tagen solle Anziehung eintreten.

26.DMS.2: oṃ cirucaṇḍāli rucicaṇḍāli svāhā. Man zeichnet das Bild der begehrten Frau zusammen mit ihrem Namen, verehrt es mit den Darbringungen und wiederholt wie zuvor einhundertachtmal; so solle Anziehung entstehen.

26.DMS.3: oṃ namo bhagavati lalitāṅgabhūṣiṇi tribhuvanatilaki sarvajanavaśyakari hīṃ hāṃ hūṃ svāhā – „Verehrung, Erhabene, mit anmutigen Gliedern Geschmückte, Zierde der drei Welten, die alle Menschen gefügig macht“, mit den abschließenden Bījas. Einhundertacht Wiederholungen sollen eine Frau gefügig machen.

26.DMS.4: oṃ namo bhagavati śucicaṇḍālini śmaśānavāsini svāhā – „Verehrung, Erhabene Śucicaṇḍālinī, Bewohnerin des Verbrennungsplatzes; svāhā.“ Vor dem Schlafen, nach Westen gewandt, wiederholt man einhundertachtmal; dadurch solle Anziehung entstehen. Komme die Frau nicht, sollen sich an ihrem Körper Blasen bilden, behauptet der Text.

26.DMS.5: Die Formel beginnt mit oṃ hāṃ hāṃ hīṃ hīṃ und endet mit svāhā; die dazwischenstehenden kurzen Laute sind nicht sicher lesbar und ergeben hier keine gesicherte Rezitationsfassung. Sieben Tage lang wiederholt man täglich einhundertachtmal; eine Frau solle dann herbeikommen.

26.DMS.6: Eine im Druck schwer lesbare Formel beginnt oṃ hirahañci oṃ namo bhagavati bhūteśvari und fährt ungefähr madralayya madralayya harepuradupurakollā bhagavati rudrāya svāhā fort. Insbesondere hira­hañci, madralayya und harepuradupurakollā sind unsicher; die Folge wird nicht sprachlich normalisiert. Man schreibt den Namen einer Frau auf ein Betelblatt und erhitzt es an einer Lampenflamme; dadurch solle sie angezogen werden. Damit enden die sechs besonderen Mantraformen des Ḍāmara.

Svapneśvarī, die Herrin des Traums

Im Bhūtaḍāmara; neue Nummernreihe SVE:

26.SVE.1: Praṇava, das Kamalā-Bīja, danach das Wort „svapneśvari“, anschließend „kāryaṃ me vada“ und am Ende die Geliebte des Feuers: So lautet der Mantra.

Ausgeschriebene Formel: oṃ śrīṃ svapneśvari kāryaṃ me vada svāhā (13) – „O Herrin des Traums, sage mir, was zu tun ist; svāhā“, mit oṃ und śrīṃ.

26.SVE.2: Dieser dreizehngliedrige Mantra der Svapneśvarī soll Früchte gewähren. Upamanyu wird als Ṛṣi und Bṛhatī als Versmaß genannt.

26.SVE.3: Svapneśvarī ist die Gottheit. Nachdem man die sechs Glieder mit drei, vier, zwei, einem, zwei und zwei Lauten eingesetzt hat, meditiert man über die Gottheit. Diese aus den Zahlchiffren gelesene Reihe ergibt vierzehn, während der Mantra dreizehngliedrig genannt wird; der Widerspruch wird nicht durch eine neue Aufteilung behoben.

26.SVE.4: Sie trägt die Gesten der Segensgewährung und Furchtlosigkeit sowie zwei Lotusse, ist weiß gekleidet, sitzt auf einem goldenen Thron und leuchtet wie zehntausend Herbstmonde.

26.SVE.5: Man vergegenwärtigt die Herrin des Traums, reich mit Edelsteinschmuck geschmückt, im Herzen. Nach einhunderttausend Wiederholungen bringt man zum Abschluss ein Zehntel mit Bilva-Blättern …

26.SVE.6: … als Feueropfer dar. Auf dem Sitz der Bhuvaneśvarī verehrt man die Göttin, umgeben von drei Kreisen: den Gliedern, Richtungshütern und Waffen wie dem Vajra.

26.SVE.7: Nachts verehrt man die Göttin und wiederholt vor ihr zehntausendmal. Danach schläft der Mantrakundige in Brahmacarya auf dem Boden …

26.SVE.8: … auf einer Darbha-Unterlage und legt der Göttin sein jeweiliges Anliegen vor. Im Traum solle die Göttin das günstige oder ungünstige Ergebnis sicher mitteilen.

Śītalā, die kühlende Göttin

Nun der Śītalā-Mantra; neue Nummernreihe STL:

26.STL.1: Tārā, Bhuvaneśānī, das Śrī-Bīja, das Wort „śītalā“ mit „yai“ und am Schluss „namaḥ“: Dies ist der große neungliedrige Mantra, o Śivā.

Ausgeschriebene Formel: oṃ hrīṃ śrīṃ śītalāyai namaḥ (9) – „Verehrung der Śītalā“, mit oṃ, hrīṃ und śrīṃ.

26.STL.2: Ṛṣi und die weiteren Zuordnungen sind die zuvor genannten. Die sechsgliedrige Einsetzung wird mit den beiden Bījas der Śakti und Lakṣmī, jeweils verbunden mit den sechs langen Vokalen, gebildet.

26.STL.3: Man stellt sie sich rot gekleidet vor, mit Getreideschwinge und Besen in den Händen, auf einem Esel sitzend und dunkel wie eine Regenwolke …

26.STL.4: … mit rotem Körperanstrich, roten Gewändern und roten Girlanden geschmückt. So soll man stets über Śītalā meditieren, um Krankheit zu beseitigen. Die Heilwirkung ist eine Zuschreibung des historischen Textes.

Druckseite 396; Fortsetzung der STL-Reihe:

26.STL.5: Man wiederholt zehntausendmal und opfert ein Zehntel mit Milchreis. Wie zuvor verehrt man die Göttin, um Blasen beziehungsweise Pusteln zu beseitigen.

26.STL.6: Bis zum Nabel im Wasser stehend, wiederholt man den Mantra tausendmal. Dadurch sollen selbst sehr schwere Erkrankungen mit Blasenbildung rasch verschwinden. Diese Aussage wird als historisches Heilversprechen wiedergegeben.

Kālarātrī als Māyārājñī und Gaṇeśvarī

Nun der Abschnitt über Kālarātrī. Die Göttin spricht; neue Nummernreihe KLR:

26.KLR.1: Gott der Götter, Herr der Welt, der den Verehrern das Erwünschte gewährt! Durch deine Gnade habe ich die ganze Sammlung der Mantras gehört.

26.KLR.2: Nun wünsche ich die Vorschrift für Kālarātrī zu hören: Mantra, Yantra, Anwendungen und Weiteres. Erkläre mir aus Gnade dies alles.

Īśvara spricht:

26.KLR.3: Höre das höchst Geheime, Göttin, das ich noch niemandem gesagt habe. Jetzt werde ich es erklären; höre mit gesammeltem Geist.

26.KLR.4: Praṇava, Vāgbhava, Śakti, Kāmarāja und Ramā; danach „kānteśvari, sarvajanamanohāri“ und „sarva“ …

26.KLR.5: … „mukhastambhini“, dann „sarva“, „rāja“ und „vaśaṃkari“; „sarvaduṣṭanidar­lini“ [unsichere Form im Druck] und „sarvastrīpuruṣa“ …

26.KLR.6: … „ākarṣiṇi“; danach zweimal „bandīśṛṅkhalāsphoṭaya“, zweimal „sarvaśatrūn bhañjaya“ und „dveṣiṇo dalaya“ mit wiederholtem „dalaya“ …

26.KLR.7: … „sarvaṃ stambhaya“ mit wiederholtem „stambhaya“, danach „mohanāstreṇa“, nach dem Wort „dveṣiṇaḥ“ zweimal „uccāṭaya“ …

26.KLR.8: … „sarvaṃ vaśaṃ kuru“ mit wiederholtem „kuru“; nach „svāhā“ zweimal „dehi“, sodann „sarvaṃ, kālarātri, kāmini, gaṇeśvari“.

Unnummerierter Halbvers: Diese mit namaḥ endende Mahāvidyā hat die durch Feuer–Feuer–Mond bezeichneten 133 Laute. Die zweite Hälfte fehlt im Druck. Die Zahl 133 steht auch hinter der ausgeschriebenen Formel.

Die Mantraformel, mit aufgelösten Wiederholungszeichen:
oṃ aiṃ hrīṃ klīṃ śrīṃ kānteśvari sarvajanamanohāri sarvamukhastambhini sarvarājavaśaṃkari sarvaduṣṭanidarlini sarvastrīpuruṣākarṣiṇi bandīśṛṅkhalāsphoṭaya sphoṭaya sarvaśatrūn bhañjaya bhañjaya dveṣiṇo dalaya dalaya sarvaṃ stambhaya stambhaya mohanāstreṇa dveṣiṇa uccāṭayoccāṭaya sarvaṃ vaśaṃ kuru kuru svāhā dehi dehi sarvaṃ kālarātri kāmini gaṇeśvari namaḥ.

Bedeutung der Anrufung: „O Herrin der Anmut beziehungsweise der Geliebten, die die Herzen aller Menschen gewinnt, alle Münder stillstellt, alle Könige gefügig macht, alle Bösen niederwirft [unsicheres Wort], alle Frauen und Männer anzieht: Sprenge die Fesseln der Gefangenschaft, sprenge sie; zerbrich alle Feinde, zerbrich sie; zerschlage die Hassenden, zerschlage sie; stelle alles still, stelle es still; vertreibe mit der Waffe der Verblendung die Hassenden, vertreibe sie; mache alles gefügig, mache es gefügig; svāhā. Gib, gib alles, Kālarātrī, Kāminī, Gaṇeśvarī; Verehrung!“ Die auffällige gedruckte Form nidarlini beziehungsweise nidalini wird nicht stillschweigend zu einer anderen Mantralesung verbessert.

26.KLR.9: Dakṣa wird als Ṛṣi genannt, Atijagatī als Versmaß. Die Gottheit ist Kālarātrī, die Bewohnerin der Stadt Alarka.

26.KLR.10: Das Māyā-Bīja ist das Bīja. „Alarkapuravāsinī Māyārājñī“, „die in Alarka wohnende Königin der Māyā“, ist die Śakti; namaḥ wird als Kīlaka bezeichnet.

26.KLR.11: An den fünf Fingern setzt man die fünf mit Tārā beginnenden Bījas ein. Am Herzen [verwendet man] vierundzwanzig Laute, am Kopf fünfundzwanzig …

26.KLR.12: … am Kopf [im Zusammenhang wohl am Haarschopf] einundzwanzig, als Panzer achtzehn, an den Augen sechsundzwanzig und danach mit neunzehn Lauten …

26.KLR.13: … die Waffe. Man setzt jeweils Tārā an den Anfang und die sechs folgenden Wendungen an das Ende: „jagattrayavimohayanti“; danach spricht man „caturdaśa“ …

26.KLR.14: … „bhuvanavyāpini“, sodann „daṇḍadhāriṇi“, „durgā durgatihantri“ und „nānāsiddhividhāyini“ …

26.KLR.15: … und schließlich „sarvaṃ vaśaṃ kuru kuru svāhā“. Nach dieser sechsgliedrigen Einsetzung meditiert man über die Göttin Gaṇeśvarī.

Die sechs Zusatzanrufungen bedeuten: „die die drei Welten verblendet“; „die die vierzehn Welten durchdringt“; „die den Stab trägt“; „Durgā, die Missgeschick vernichtet“; „die vielfältige Siddhis gewährt“; „mache alles gefügig, mache es gefügig; svāhā“. Die sechs Lautzahlen der Gliedereinsetzung ergeben zusammen 133.

26.KLR.16: Sie gleicht der rötlichen Sonne, ist eine anmutige, von Liebesverlangen erfüllte Frau, vierarmig, dreiäugig, mit hochgebundenem Haar. Eine gedruckte Lesart hat madanārhā, „der Liebe würdig“, anstelle von madanāturā.

26.KLR.17: In der rechten Hand trägt sie Mohana, darüber zeigt sie die Segensgeste; in der linken Hand trägt sie Bhuvana und darunter einen schön geschmückten Stab. Die Druckanmerkung erklärt Mohana als Glöckchen und Bhuvana als Weltenei, Brahmāṇḍa.

26.KLR.18: Ein schöner Haarknoten schmückt sie; sie ist von den Mātṛkās umgeben. Die Göttin trägt ein schwarzes Gewand und ein schwarzes Oberkleid.

26.KLR.19: Sie ist mit Ohrgehängen, vielfältigen Edelsteinen und schönen Perlen versehen; in ihre schönen geflochtenen Haare sind mannigfaltige Campaka-Blüten gebunden.

26.KLR.20: An ihrer schönen Nase trägt sie eine Perle; ihr anmutiger Mund ist mit Betel gefüllt. Halsgeschmeide, Ketten, Anhänger und Brustschmuck zieren sie.

26.KLR.21: Von Ṛṣis, Siddhas und Gandharvas gepriesen, in berauschter Anmut ruhend, von Scharen junger Dienerinnen betreut: So [meditiere man über] Māyārājñī, die Königin der Māyā, Gaṇeśvarī.

Druckseite 397; Fortsetzung der KLR-Reihe:

26.KLR.22: Nach dieser Meditation wiederholt man den Mantra und verehrt sie, um alle Vollendungen zu erlangen. Wenn die erste Nachtwache vergangen ist, vollzieht man die große Pūjā.

26.KLR.23: Man verehrt sie auf dem Sitz der Kālikā. Höre nun das Verehrungs-Yantra: Bindu, Dreieck, Sechseck, Kreis und acht Blätter …

26.KLR.24: … ein weiterer Kreis, sechzehn Blätter, drei Kreise und drei Bhūpura-Linien. Der Kundige zeichnet dies auf Birkenrinde oder auf eine Tafel aus dem Holz eines milchsaftführenden Baumes. Die Baumbezeichnung ist als kṣīravṛkṣa gelesen; der Druck ist hier nicht völlig deutlich.

Unnummerierter Halbvers: Für Befriedung [zeichnet man] mit den acht Duftstoffen und einem Stift aus Campaka-Holz. Die zweite Hälfte fehlt im Druck. Die Prosa verweist auf die schon genannten acht Duftstoffe für Befriedung. Eine Druckanmerkung zählt auf: Kacura, Aguru, Kampfer, Rocanā, roter Sandel, Kuṅkuma, Sandel und Moschus; die Verbindung vāpi bei Sandel lässt eine Alternativlesung offen.

26.KLR.25: Für Gefügigmachen zeichnet man mit Sindūra und Darada [Zinnober] und einem Stift aus Mango-Holz; für Stillstellung [mit einem Stift] aus Kokila-Holz …

26.KLR.26: … für Tötungszauber auf einem Eisenblatt mit Haritāla und Haridrā, mit den Säften von Nirguṇḍī und Unmattaka sowie mit dem Blut von Esel, Pferd und Büffel.

26.KLR.27: Man zeichnet den König der Yantras und verehrt darin die Göttin. Saṃmohinī, Mohinī und Vimohinī …

26.KLR.28: … verehrt man in den drei Ecken, die sechs Glieder im Sechseck. Im Kreis verehrt man die Vokale, in den acht Blättern die Mātṛkās, beginnend mit Brāhmī.

26.KLR.29: Im folgenden Kreis [stehen] die Konsonanten; im Sechzehner-Lotus die mit Urvaśī beginnenden [Gestalten]: Urvaśī, Menakā, Rambhā und danach Ghṛtācī …

26.KLR.30: … Mañjughoṣā, Sahajā, Sukeśā und Tilottamā; ein Gandharva-Mädchen, ein Siddha-Mädchen, eine Kinnarī und ein Nāga-Mädchen …

26.KLR.31: … eine Vidyādharī, eine Kiṃpuruṣī, ein Yakṣa-Mädchen und eine Piśācikā. Im nächsten Kreis verehrt man die Herrschaften der fünf Bījas, jeweils mit vorangestelltem Bīja.

26.KLR.32: Auch die Göttinnen der fünf Pfeile sind sorgsam zu verehren. Innerhalb des Erdgehäuses befinden sich die Siddhis; auf den drei Linien folgen neun [weitere Gottheiten].

26.KLR.33: Auf der ersten Linie verehrt man die drei Kräfte Icchā, Jñāna und Kriyā: Wille, Erkenntnis und Handlung. Auf der zweiten verehrt man der Reihe nach Śiva, Brahmā und Viṣṇu …

26.KLR.34: … auf der dritten die drei Guṇas; an den Toren Gaṇapati und die weiteren [Torhüter]. Im Inneren stehen in den vier Himmelsrichtungen um die Göttin jeweils drei Gottheiten.

26.KLR.35: Māyā, Kālarātrī und danach Vaḍavāgni; Gaṇeśvarī, Kānteśī, Vyāpikā, Alarkavāsinī …

26.KLR.36: … Māyārājñī, Madanapriyā, Rati, Lakṣmī und Kānteśvarī: Diese zwölf Śaktis werden verehrt. Kānteśī und Kānteśvarī sind im Text gesonderte Listeneinträge.

Prosa – Durchführung: Nach den morgendlichen Verrichtungen bis zum Yogapīṭha-Nyāsa vollzieht man dreimal Prāṇāyāma mit dem Grundmantra. Dann folgen die Einsetzungen: auf dem Kopf dakṣāya ṛṣaye namaḥ, „Verehrung dem Ṛṣi Dakṣa“; am Mund atijagatīchandase namaḥ, „Verehrung dem Versmaß Atijagatī“; am Herzen alarkavāsinyai kālarātryai devatāyai namaḥ, „Verehrung der Gottheit Kālarātrī, die in Alarka wohnt“; im verborgenen Bereich hrīṃbījāya namaḥ, „Verehrung dem Bīja hrīṃ“; an den Füßen māyārājñīśaktyai namaḥ, „Verehrung der Śakti Māyārājñī“; am Nabel namaḥkīlakāya namaḥ, „Verehrung dem Kīlaka namaḥ“. Mit zusammengelegten Händen bestimmt man die Anwendung: „Zur Erfüllung meines erwünschten Zieles.“

Die sechs Gliederformeln lauten, mit aufgelösten Wiederholungszeichen:

Glied Formel
Herz oṃ hūṃ oṃ aiṃ hrīṃ klīṃ śrīṃ kānteśvari sarvajanamanohāri sarvamukhastambhini jagattrayavimohini hṛdayāya namaḥ
Kopf oṃ hūṃ sarvarājavaśaṃkari sarvaduṣṭanidarlini sarvastrīpuruṣākarṣiṇi caturdaśabhuvanavyāpini śirase svāhā
Haarschopf oṃ hūṃ bandīśṛṅkhalāsphoṭaya sphoṭaya sarvaśatrūn bhañjaya bhañjaya daṇḍadhāriṇi śikhāyai vaṣaṭ
Panzer oṃ hūṃ dveṣiṇo dalaya dalaya sarvaṃ stambhaya stambhaya (durgādurgatihantri) kavacāya huṃ
Drei Augen oṃ hūṃ mohanāstreṇa dveṣiṇa uccāṭayoccāṭaya sarvaṃ vaśaṃ kuru kuru svāhā (nānāsiddhidāyini) netratrayāya vauṣaṭ
Waffe oṃ hūṃ dehi dehi sarvaṃ kālarātri kāmini gaṇeśvari namaḥ (sarvaṃ vaśaṃ kuru kuru svāhā) astrāya phaṭ

Die Klammern stehen bereits im Druck. In der Prosa lauten die Zusatznamen jagattrayavimohini und nānāsiddhidāyini; die abweichenden Versformen auf Seite 396 werden nicht rückwirkend ersetzt.

Zuerst setzt man die fünf Anfangs-Bījas der Vidyā an den Fingern vom Daumen bis zum kleinen Finger ein; danach folgt der sechsgliedrige Nyāsa. Nach Hand- und Gliedereinsetzung vollzieht man mit dem Grundmantra die den ganzen Körper durchdringende Einsetzung. Nach Meditation und innerer Verehrung zeichnet man vor sich auf einer Unterlage aus Sandelholz oder Ähnlichem mit Kuṅkuma ein Dreieck mit Bindu in der Mitte. Außen folgen Sechseck, Kreis, acht Blätter, Kreis, sechzehn Blätter, drei Kreise und drei Quadrate mit vier Toren. So wird das Verehrungs-Yantra hergestellt, vor einem aufgestellt und verehrt … Die Prosa wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.

Druckseite 398; Fortsetzung der Prosa: … nach dem Bereitstellen von Arghya und den weiteren Schritten bis zur Selbstverehrung verehrt man den Sitz der Kālī. Nach Anrufung und Darbringungen bis zu den Blumen verehrt man in den drei Ecken: saṃmohinyai namaḥ, mohinyai namaḥ, vimohinyai namaḥ. In den sechs Ecken werden wie zuvor die sechs Glieder verehrt. Im äußeren Kreis folgen die sechzehn Vokale mit aṃ namaḥ, āṃ namaḥ und den weiteren Vokalen. In den acht Blättern verehrt man wie zuvor die Mātṛkās, beginnend mit Brāhmī; im nächsten Kreis die Konsonanten von kaṃ namaḥ, khaṃ namaḥ bis kṣaṃ namaḥ.

In den sechzehn Blättern beginnt man vor der Göttin und schreitet rechtsherum fort. Die einzelnen Anrufungen enden jeweils mit namaḥ: urvaśyai, menakāyai, rambhāyai, ghṛtācyai, mañjughoṣāyai, sahajāyai, sukeśyai, tilottamāyai, gandharvakanyāyai, siddhakanyāyai, kinnarakanyāyai, nāgakanyakāyai, vidyādharakanyāyai, kiṃpuruṣakanyāyai, yakṣakanyāyai, piśācakanyāyai – Verehrung der jeweiligen Apsaras beziehungsweise Tochter der genannten Wesenklasse.

Im folgenden Kreis beginnt man vor sich und verehrt rechtsherum: oṃ paravidyāyai namaḥ, „Verehrung der höchsten Vidyā“; aiṃ sarasvatyai namaḥ; hrīṃ bhuvaneśvaryai namaḥ; klīṃ manobhavāya namaḥ; śrīṃ lakṣmyai namaḥ. Man verehrt die Bījas der fünf Pfeile und deren Göttinnen wie im Mātaṅgī-Abschnitt. Innerhalb des Bhūpura verehrt man rechtsherum die Siddhis, beginnend mit Aṇimā.

Auf der ersten Linie: icchāśaktyai namaḥ, jñānaśaktyai namaḥ, kriyāśaktyai namaḥ – Verehrung der Willens-, Erkenntnis- und Handlungskraft. Auf der zweiten Linie: Śiva, Brahmā und der Gemahl der Ramā, Viṣṇu. Auf der dritten Linie: die Guṇas Sattva, Rajas und Tamas. An den vier Toren, im Osten beginnend: Gaṇeśa, Kṣetrapāla, Baṭuka und die Yoginīs. Außerhalb verehrt man die Welthüter und ihre Waffen.

Im Inneren um die Göttin folgen, jeweils mit namaḥ, diese Dreiergruppen:

Richtung Anrufungen
Osten māyāyai; kālarātryai; vaḍavāgnyai
Rechte Seite / Süden gaṇeśvaryai; kānteśvaryai; vyāpikāyai
Westen alarkavāsinyai; māyārājñyai; madanapriyāyai
Norden ratyai; lakṣmyai; kānteśvaryai

Die Prosa verwendet Kānteśvarī zweimal; die vorherige Versliste unterscheidet Kānteśī und Kānteśvarī. Danach beendet man Räucherung, Lichter und alle weiteren Darbringungen wie zuvor.

26.KLR.37: Man wiederholt den Mantra zehntausendmal und opfert ein Zehntel mit Sesam oder mit Zweigen milchsaftführender Bäume. Danach vollzieht man Tarpaṇa und die weiteren Schritte.

26.KLR.38: Mārjana geschieht mit einem Zehntel davon; der Besonnene speist Brahmanen. Ist der Mantra auf diese Weise vollendet, vollzieht der Kundige die Anwendungen.

26.KLR.39: An einem Samstag geht man zur Abenddämmerung an einen schönen See und verehrt [dort] mit diesem Mantra, mit Haridrā, ungebrochenen Reiskörnern und Blumen.

26.KLR.40: Tārā, „namo“, zweimal „jalokāyai“, „sarvajanaṃ vaśaṃ“, zweimal „kuru“ und am Ende huṃ: Mit diesem Mantra wird verehrt.

Ausgeschriebene Formel: oṃ namo jalokāyai jalokāyai sarvajanaṃ vaśaṃ kuru kuru huṃ (22) – „Verehrung der Jalokā, der Jalokā; mache alle Menschen gefügig, mache sie gefügig; huṃ.“ Jalokā bezeichnet hier, wie der anschließende Vorgang zeigt, einen Blutegel.

26.KLR.41: Dann kehrt man nach Hause zurück und schläft auf dem Boden, während man über die Göttin meditiert. Morgens geht man wieder dorthin, nimmt zwei Blutegel …

26.KLR.42: … kehrt zurück und trocknet sie im Schatten. Ihr Pulver verbindet man mit schwarzem Baumwollfaden, Śivā …

26.KLR.43: … und stellt daraus einen sehr festen Docht her. Man holt sorgsam Ton von der Töpferscheibe und lässt daraus ein Gefäß anfertigen.

26.KLR.44: In dieses Gefäß gibt man reines, mit einer Drehpresse gewonnenes Öl. Mit Kokila-Holz als Brennstoff holt man Feuer aus dem Haus einer Kurtisane.

26.KLR.45: Man zeichnet zwei Dreiecke und außen ein Bhūpura auf ein mit Haridrā-Saft hergestelltes, mit Puffreis und ungebrochenen Reiskörnern versehenes [Maṇḍala]. Die Prosaglosse ergänzt ausdrücklich das im Vers ausgelassene Wort maṇḍala.

26.KLR.46: Man entzündet die Lampe und verehrt vor ihr Kālarātrī mit allen Umkreisen, um Kajal beziehungsweise Lampenruß zu gewinnen.

26.KLR.47: Der ausgezeichnete Sādhaka stellt ein neues Gefäß darüber. Den entstandenen Kajal nimmt er auf, nach Westen gewandt …

26.KLR.48: … und bespricht die schwarze Substanz dreihundertmal mit dem folgenden Mantra: Praṇava, Vāgbhava, Māra, Māyā, Ramā, Bhūmi und eine hier nicht sicher lesbare weitere Bīja-Folge …

26.KLR.49: … „namaḥ kānteśvari, sarvān mohaya mohaya, kṛṣṇe, kṛṣṇavarṇe, kṛṣṇāmbarasamanvite“ …

26.KLR.50: … „sarvān ākarṣaya“ mit wiederholtem ākarṣaya, „śīghraṃ vaśyaṃ kuru“ mit wiederholtem kuru; danach Varma, Vāgbhava, Bhuvaneśī, Kāmarāja und Ramā.

Unnummerierter Halbvers: Diese achtundfünfziggliedrige [Formel] dient der Besprechung des Kajals. Die zweite Hälfte fehlt im Druck. Die ausgeschriebene Formel folgt auf der nächsten Seite; die hier unklaren Bījas werden nicht vorweg ergänzt.

Druckseite 399; die zuvor angekündigte Kajal-Formel:
oṃ aiṃ hrīṃ klīṃ śrīṃ glauṃ hlūṃ hsauḥ namaḥ kānteśvari sarvān mohaya mohaya kṛṣṇe kṛṣṇavarṇe kṛṣṇāmbarasamanvite sarvān ākarṣayākarṣaya śīghraṃ vaśyaṃ kuru kuru hūṃ aiṃ hrīṃ klīṃ śrīṃ (58).

„Verehrung, Kānteśvarī! Verblende alle, verblende sie, du Dunkle, Dunkelfarbene, mit schwarzem Gewand Bekleidete. Ziehe alle heran, ziehe sie heran; mache sie rasch gefügig, mache sie gefügig“, mit den angegebenen Bījas. Die dicht gesetzte Folge glauṃ hlūṃ hsauḥ ist eine vorläufige Lesung. Zudem steht in der ausgeschriebenen Zeile hrīṃ vor klīṃ, während die vorausgehende Versbeschreibung Māra vor Māyā nennt; dieser Unterschied bleibt sichtbar.

26.KLR.51: Man verreibt den günstigen Kajal mit frischer Butter einer braunen Kuh und bespricht ihn mit einhundertacht Wiederholungen des Grundmantras.

26.KLR.52: Einhundertachtmal opfert man mit Madhūka-Blüten, Geliebte, und speist freudig eine verheiratete Frau, ein Mädchen und einen Baṭuka [einen Knaben beziehungsweise jungen Ritualteilnehmer].

26.KLR.53: Mit dieser Augenschminke zeichnet sich der ausgezeichnete Sādhaka ein Stirnzeichen. Dadurch solle er alle Menschen, Männer, Frauen und Herrscher gefügig machen.

26.KLR.54: Auch in Speise und Trank gegeben, solle die Substanz gefügig machen. Nun werde ich dir die Stillstellung erklären: Auf ein mit Haridrā gefärbtes Tuch zeichnet man …

26.KLR.55: … mit Haridrā, Rocanā, Kuṣṭha und Añjana, in Kuhurin verrieben, einen achtblättrigen Lotus mit deutlich ausgeführtem Zentrum und Staubfäden.

26.KLR.56: Im Zentrum steht der Name der Zielperson, in den Blättern zweimal Praṇava, zweimal das Erd-Bīja und zweimal ṭha. Man umwickelt [das Ganze] mit gelbem Faden.

26.KLR.57: Man befestigt es mit sieben Dornen beziehungsweise spitzen Stiften aus Kokila-Holz, umhüllt es sorgfältig mit Arka-Blättern und legt es in die Öffnung eines Termitenhügels.

26.KLR.58: Man füllt [die Öffnung] mit Schafurin und verschließt sie fest mit Steinen. Nach Südwesten gewandt, wiederholt man den Grundmantra tausendmal.

26.KLR.59: Man verwendet eine Haridrā-Mālā und hält die Hände in der vorgeschriebenen Mudrā. Ich werde den Mantra nennen: Dhruva, „hāṃ hīṃ hlūṃ“, danach „kāmākṣi“ …

26.KLR.60: … „māyārūpiṇi“, nach „sarva“ das Wort „manohāriṇi“, zweimal „stambhaya“, zweimal „rodhaya“ und zweimal „mohaya“ …

26.KLR.61: … das Kāma-Bīja dreifach mit langen Vokalen, danach „kāmākṣi, kānteśvari“ und dreimal Varma: Der Mantra hat fünfzig Laute.

Ausgeschriebene Formel: oṃ hāṃ hīṃ hlūṃ kāmākṣi māyārūpiṇi sarvamanohāriṇi stambhaya stambhaya rodhaya rodhaya mohaya mohaya klāṃ klīṃ klūṃ kāmākṣi kānteśvari hūṃ hūṃ hūṃ (50). „O Kāmākṣī, Gestalt der Māyā, die alle Herzen gewinnt: Stelle still, halte zurück, verblende“, jeweils wiederholt, mit den genannten Bījas. Die ungewöhnliche Anfangsfolge wird entsprechend der ausgeschriebenen Zeile bewahrt.

26.KLR.62: Die Wiederholung dieses Mantras solle die Feinde stillstellen. An einem Sonntag verreibt man Haridrā mit Frauenmilch.

26.KLR.63: Mit dieser Paste schreibt man das anziehende Kāmarāja-Bīja auf Birkenrinde; außen umgibt man es mit einem Kreis, der zehn Kāmarāja-Bījas enthält.

26.KLR.64: Außen zeichnet man einen weiteren Kreis und umgibt ihn mit zwölf Kāmarāja-Bījas. Außen folgt ein Kreis mit den sechzehn Vokalen.

26.KLR.65: Außen zeichnet man ein Sechseck und setzt Kāma in seine Ecken. Alles wird innerhalb von Vāgbhava eingeschlossen. Dieses Yantra solle Verblendung bewirken.

26.KLR.66: Darüber sitzend, wiederholt man den zehngliedrigen Mantra: Dhruva, das Wort Kāma im Dativ und danach Kāmarāja …

Unnummerierter Halbvers: … „kāminyai“, Kāmarāja und ein zweites Kāmarāja. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

Ausgeschriebene Formel: oṃ kāmāya klīṃ kāminyai klīṃ klīṃ (10) – „Verehrung beziehungsweise Anrufung des Kāma und der Kāminī“ mit oṃ und den drei klīṃ-Bījas. Ein namaḥ steht in dieser Formel nicht; die deutsche Erläuterung bezeichnet nur ihre anrufende Funktion.

26.KLR.67: Fünf Tage lang wiederholt man in zorniger Haltung täglich sorgsam tausendmal. Danach bringt man ein Zehntel als Feueropfer mit guten Sesamkörnern dar …

26.KLR.68: … die mit Ghee bestrichen sind. Ein Stirnzeichen aus deren Asche solle die ganze Welt verblenden. Höre nun die Vorschrift der Anziehung; ich werde sie entsprechend der Regel erklären.

26.KLR.69: Am achten Tag der dunklen Monatshälfte, unter Mūla, wenn er auf einen Dienstag oder Sonntag fällt, steht man zur Morgendämmerung bis zum Nabel im Wasser und wiederholt tausend …

26.KLR.70: … und weitere hundertmal den Grundmantra. Nach Hause zurückgekehrt und mit Öl eingerieben, zeichnet man auf einer Tafel oder entsprechenden Unterlage das Bild einer Frau …

26.KLR.71: … oder eines Mannes mit Tinte, verehrt es mit Blättern einer als Raktanālu gelesenen Pflanze und besprengt es mit dem Saft ihrer Wurzel. Davor wiederholt man den Mantra. Die Pflanzenbezeichnung ist nicht sicher identifiziert.

26.KLR.72: Ich werde ihn mit der Lautzahl „zweimal Nägel“, also vierzig, erklären: Tārā, Hṛt, das Wort „kālikāyai“, „sarvākarṣiṇyai“ und danach „amukīṃ“ …

26.KLR.73: … zweimal „ākarṣaya“, „śīghram ānaya“ mit wiederholtem „ānaya“, Pāśa, Māyā, Aṅkuśa, „bhadrakālyai“ und zum Schluss Hṛt.

Ausgeschriebene Formel: oṃ namaḥ kālikāyai sarvākarṣiṇyai amukīṃ ākarṣaya ākarṣaya śīghram ānaya ānaya āṃ hrīṃ kroṃ bhadrakālyai namaḥ (40). „Verehrung der Kālikā, die alles heranzieht. Ziehe die Genannte heran, ziehe sie heran; bringe sie rasch herbei, bringe sie herbei. Verehrung der Bhadrakālī“, mit den Bījas. Amukīm ist ein Platzhalter für die im Ritual gemeinte Person.

Druckseite 400; Fortsetzung der KLR-Reihe:

26.KLR.74: Nach einhundertacht Wiederholungen verehrt man gesammelt die Figur mit fünfzig roten Hayāri-Blüten.

26.KLR.75: Man spricht jeweils einen Mātṛkā-Laut, den Namen der Person, zweimal „ākarṣaya“ und „namaḥ“ und bringt dabei jeweils eine Blüte dar.

Prosabeispiel: aṃ amukam ākarṣaya ākarṣaya namaḥ – „aṃ, ziehe den Genannten heran, ziehe ihn heran; Verehrung.“ Gemeint ist die Verehrung mit Karavīra-Blüten, erläutert die Prosa.

26.KLR.76: Nach Räucherwerk und den weiteren Darbringungen opfert man mit Ghee getränkte Kichererbsen und verwendet dabei den zuvor genannten ausgezeichneten Anziehungsmantra.

26.KLR.77: Aus schwarzem Baumwollfaden, den ein Mädchen hergestellt hat, [bereitet man] eine sechzig Aṅgula lange Schnur aus achtundzwanzig Fäden …

26.KLR.78: … zieht sie straff und knüpft unter dem Mantra einhundertacht Knoten hinein. In der Hand gehalten, solle sie als Mittel eine Frau heranziehen … Die Fügung taddvārakam bezeichnet offenbar das Mittel beziehungsweise den Durchgang der Wirkung; die genaue Handhabung bleibt knapp.

26.KLR.79: … oder einen Mann. Eine im selben Dorf befindliche Person solle in drei Nächten herbeigebracht werden, eine in einem anderen Land befindliche innerhalb einer Woche, gewaltsam herangezogen. Eine gedruckte Lesartnote ist als rāhṛta beziehungsweise ähnlich lesbar, lässt sich aber nicht zuverlässig zuordnen.

26.KLR.80: Nun werde ich das Verfahren der Vertreibung erklären. Höre gesammelt, Göttin. Am vierzehnten Tag der dunklen Monatshälfte, wenn er auf einen Dienstag fällt, vollzieht man die Anwendung in einem leeren Haus …

26.KLR.81: … nach Süden gewandt, im Kukkuṭāsana, mit dunklem Gewand und gelöstem Gewandzipfel. Man wiederholt diesen Mantra … Eine Druckvariante liest kaca, „Haar“, statt kaccha, „Gewandzipfel“.

26.KLR.82: … mit einer aus geknoteter Muñja-Grasschnur hergestellten Mālā und mit gelöstem Haar: „blūṃ slūṃ mlūṃ clūṃ, kālarātri, mahādhvāṃkṣi“ und den Namen der Zielperson …

26.KLR.83: … „āśu uccāṭaya“ mit wiederholtem „uccāṭaya“, „chindhi bhindhi“, die Geliebte des Feuers, das Prāsāda-Bīja, „kāmākṣi“ und am Schluss Aṅkuśa; Praṇava steht am Anfang.

Ausgeschriebene Formel: oṃ blūṃ slūṃ mlūṃ clūṃ kālarātri mahādhvāṃkṣi amukam āśu uccāṭaya uccāṭaya chindhi bhindhi svāhā hauṃ kāmākṣi kroṃ (36). „Kālarātrī, große Krähenartige: Vertreibe den Genannten rasch, vertreibe ihn, schneide ab, zerbrich“, mit den weiteren Anreden und Bījas. Die Konsonantenverbindungen der ersten vier Bījas sind im Druck nicht vollständig sicher; diese Lesung ist deshalb keine abschließend gesicherte Rezitationsfassung.

26.KLR.84: Um Mitternacht wiederholt man den Mantra zweitausendmal und vollzieht täglich ein Feueropfer mit Senfsamen in einem Zehntel [dieser Zahl].

26.KLR.85: Danach bringt man sorgfältig ein mit Öl und Wasser versehenes Bali dar sowie Senfpresskuchen, zerriebenes Gemüse und Rettich …

26.KLR.86: … unter Verwendung der Mudrā und desselben Mantras. Wer dies täglich vollzieht, solle innerhalb einer Woche gewiss vertreiben können …

26.KLR.87: … sogar ein Götterbild – um wie viel mehr Menschen und andere. Nun höre, Göttin, das Verfahren der Entzweiung, das dem geheimen Āgama zugeordnet wird.

26.KLR.88: Der Sādhaka nimmt zwei Tafeln aus Palmenholz und bestreicht sie mit den acht Giften und Snuhī-Milchsaft.

26.KLR.89: Er schreibt die Namen der beiden Zielpersonen darauf oder fertigt ihre Gestalten an. Danach verehrt er beide Tafeln mit Dhattūra-Blüten.

26.KLR.90: Er besprengt sie achtundzwanzigmal mit jenem Saft, berührt sie und wiederholt nachts den Mantra tausendmal.

26.KLR.91: „Hrīṃ glauṃ hsauṃ“, danach „śrauṃ“, „bhagavati“, „daṇḍadhāriṇi“, die beiden Namen und „śīghraṃ vidveṣaya“ mit wiederholtem „vidveṣaya“ …

26.KLR.92: … zweimal „rodhaya“, zweimal „bhañjaya“, Ramā, „māyārājñyai“, danach Tārā und dreimal Kavaca.

Unnummerierter Halbvers: Der fünfziggliedrige, mit Tārā beginnende Mantra soll Feindschaft bewirken. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

Ausgeschriebene Formel: oṃ hrīṃ glauṃ hsauṃ śrauṃ bhagavati daṇḍadhāriṇi amukam amukaṃ śīghraṃ vidveṣaya vidveṣaya rodhaya rodhaya bhañjaya bhañjaya śrīṃ māyārājñyai oṃ hūṃ hūṃ hūṃ (50). „Erhabene, Trägerin des Stabes: Entzweie rasch den einen und den anderen, entzweie sie; halte sie zurück, halte sie zurück; zerbrich, zerbrich“, mit den Bījas und der Anrufung der Māyārājñī. Das zusammengesetzte Bīja hsauṃ ist vorsichtig gelesen.

26.KLR.93: Nach dem Japa bindet man die beiden Tafeln aneinander, mit einer Schnur aus Schweifhaaren von Esel, Büffel und Pferd …

26.KLR.94: … legt sie in die Öffnung eines Termitenhügels und wiederholt den Mantra in derselben Zahl. Innerhalb einer Woche solle Feindschaft entstehen, selbst zwischen Rāma und Lakṣmaṇa.

26.KLR.95: Nun werde ich das Tötungsritual ausführlich erklären. Man soll diese Anwendung nicht gegen einen Brahmanen richten, Geliebte.

26.KLR.96: Außer dem Brahmanen soll die ganze Welt als einem Feind gleich betrachtet werden. Wer viele bedrängt und jegliche Unruhe verursacht … Die Aussage und ihre kastengebundene Einschränkung gehören zur historischen Ritualnorm des Textes; der Satz wird auf der nächsten Seite fortgeführt.

Druckseite 401; Fortsetzung der KLR-Reihe:

26.KLR.97: … gegen einen solchen soll nach dem Text der Kenner des Kula-Dharma Tötungszauber vollziehen. Zur eigenen Reinigung wiederholt er den Grundmantra tausendmal.

26.KLR.98: Am vierzehnten Tag der dunklen Monatshälfte, besonders an einem Dienstag, [nimmt man Erde] vom Torbau, vom Verbrennungsplatz, vom Śiva-Heiligtum und von einer Wegkreuzung …

26.KLR.99: … trägt sie sorgsam zusammen und legt sie am Verbrennungsplatz oder einem entsprechenden Ort nieder. Der Lehrer beschafft Blüten von Viḍaṅga, Arka und Nāgāri … Die Zusammensetzung der Pflanzennamen ist gedrängt; eine botanische Gleichsetzung wird nicht ergänzt.

26.KLR.100: … und fertigt nachts am Verbrennungsplatz oder in einem menschenleeren Haus eine Figur an, mit gelöstem Haar, unbekleidet [beziehungsweise] dunkel gekleidet. Der Vers nennt digambara und nīlāmbaradhara nebeneinander, ohne ihr Verhältnis zu erklären.

26.KLR.101: Auf ihren Kopf schreibt der Besonnene sorgsam den Namen der Zielperson und setzt nach der zuvor genannten Vorschrift das Prāṇa-Yantra in ihr Herz ein.

26.KLR.102: Nach der Einsetzung der Lebenskraft und der weiteren [Kräfte] bedeckt er sie mit einem Leichentuch und stellt sie in Blut von Esel, Pferd und Büffel.

26.KLR.103: Mit Öl bestrichen, wird sie anschließend mit rotem Sandel oder mit Dhattūra-Blüten und dem sogenannten Tötungsmantra verehrt.

26.KLR.104: Japa, Homa und Pūjā werden nach der genannten Vorschrift vollzogen. [Der Mantra beginnt] „oṃ āṃ śrīṃ“, gefolgt von einer im Druck nicht sicher lesbaren Bīja- beziehungsweise Gottheitsanrede, dann „amukaṃ śīghram“ …

26.KLR.105: … zweimal „māraya“ und dreimal das Stachelstock-Bīja. Mit der dreiundzwanziggliedrigen Formel soll die Verehrung samt Feueropfer vollzogen werden.

Die ausgeschriebene Zeile bestätigt den Anfang oṃ āṃ śrīṃ und den Schluss amukaṃ śīghraṃ māraya māraya kroṃ kroṃ kroṃ (23). Dazwischen ist eine Anrede wie smṛtikeśvari beziehungsweise mṛtikeśvari erkennbar, aber nicht sicher zu entziffern. Deshalb wird hier keine vermeintlich vollständige Rezitationsformel hergestellt. Der klare Wortlaut fordert die rasche Tötung der genannten Zielperson.

26.KLR.106: Nach einhundertacht Feueropfern mit Vacā, Senf-, Bhallāta- und Unmattaka-Samen auf dem Verbrennungsplatz oder einem entsprechenden Ort …

26.KLR.107: … trennt der Ritualkundige der Figur den Kopf ab und bringt die volle Schlussopfergabe dar. Danach verbrennt der Besonnene die Figur unter dem sogenannten Tötungsmantra. Gemeint ist durchgehend die zuvor angefertigte Ritualfigur.

26.KLR.108: Nach diesem Vollzug solle der Gegner innerhalb von einundzwanzig Tagen in Yamas Haus eingehen. Der Besonnene bringt Bhairava täglich nach der Vorschrift Bali dar …

26.KLR.109: … mit Māṣa-Speise, Fleisch, Alkohol und Weiterem; dadurch solle die Siddhi entstehen. Danach soll er täglich Mṛtyuñjaya- und andere Mantras wiederholen.

Unnummerierter Halbvers: Dadurch soll Selbstschutz entstehen; andernfalls drohe dem Sādhaka der Tod. Die zweite Hälfte fehlt im Druck. Damit endet der Abschnitt über Kālarātrī.

Śāradā und die Belebung des Mantras

Nun Śāradā; neue Nummernreihe SRD:

26.SRD.1: Praṇava, Bhuvaneśī, danach Kāmarāja; Bhṛgu mit Visarga, Hṛt und das Wort „bhagavatī“ im Dativ …

Unnummerierte Fortsetzung: … „śāradāyai“, Japā und die Geliebte des Feuers: [Dies ist] die siebzehngliedrige [Formel].

Ausgeschriebene Formel: oṃ hrīṃ klīṃ saḥ namo bhagavatyai śāradāyai hrīṃ svāhā (17) – „Verehrung der erhabenen Śāradā“, mit den genannten Bījas und svāhā.

26.SRD.2: Hier gebe es weder Hindernis noch [besondere] Reinheitsvorschrift, weder Umkehrung beziehungsweise Störung des Mantras noch Mühsal, Schwäche, Feueropfer oder lange Verzögerung.

26.SRD.3: Dieser Mantra sei unmittelbar von der Gestalt des Nektars und gewähre die Erfüllung aller Ziele. Als Puraścaraṇa gelten einhunderttausend Wiederholungen je Laut oder die Hälfte davon, große Herrin.

26.SRD.4: Auch die Hälfte dieser Hälfte wird genannt; weniger soll nicht vollzogen werden. Wie ein Körper ohne Lebenskraft zu keiner Tätigkeit fähig ist …

26.SRD.5: … so wird auch ein Mantra ohne Puraścaraṇa beschrieben. Zu Hause, im Wald, auf dem Verbrennungsplatz, in einem leeren Haus oder an einer Wegkreuzung …

26.SRD.6: … soll der Sādhaka zur Vollendung das vorbereitende Puraścaraṇa ausführen: Homa in einem Zehntel der Japa-Zahl, Tarpaṇa in einem Zehntel davon …

26.SRD.7: … Mārjana wiederum in einem Zehntel davon und Speisung in einem weiteren Zehntel. Nach der Vorbereitung des Mantras vollzieht man seine Entsperrung, Utkīlana.

Textbeobachtung: Vers 2 nennt ausdrücklich „kein Homa“, während Verse 6–7 Homa und weitere Abschlussriten vorschreiben. Diese Spannung wird bewahrt; keine der Aussagen wird ausgelassen.

26.SRD.8: Danach belebt man den Mantra, wiederholt anschließend den vollendeten Grundmantra und fügt erneut die Umschließung hinzu; dann solle auch der Mantra vollendet werden.

26.SRD.9: Den Anfangslaut setzt man an das Ende des Mantras, große Göttin, Śivā. An den Anfang setzt man Nīra [„Wasser“, hier eine Lautchiffre]; dies ist Utkīlana, die Entsperrung.

26.SRD.10: Ebenso setzt man den Namen an den Anfang und Tārā ans Ende. Dies heißt der belebende Mantra des Mantras, o Strahlende.

26.SRD.11: Danach wiederholt der Sādhaka den vollendeten Mantra, um alle Vollendungen zu erlangen. Vor den Namen wird Nīra gesetzt; diese Mantraform heißt Saṃpuṭa, „Umschließung“.

26.SRD.12: Man spricht sie einmal, Göttin, und vollzieht danach Japa nach seinen Kräften. Der Sādhaka solle Herr der acht Siddhis werden, beginnend mit Aṇimā. Die knappen Chiffren Nīra und „Name“ werden im vorliegenden Abschnitt nicht zu einer vollständig ausgeschriebenen Sonderformel aufgelöst.

Druckseite 402; Fortsetzung der SRD-Reihe:

26.SRD.13: Ich werde die Herstellung des in allen Tantras geheim gehaltenen Yantras erklären: Es solle alles bezaubern und alle Hoffnungen erfüllen.

26.SRD.14: Man zeichnet ein Dreieck mit Bindu in der Mitte, darum ein Sechseck, einen achtblättrigen und einen sechzehnblättrigen Lotus sowie ein Bhūpura, Geliebte.

26.SRD.15: Aus Zuneigung zu dir werde ich nun das Laya-Aṅga erklären, Schönangesichtige. Wer das Yantra nach der Vorschrift verehrt, solle Befreiung erlangen.

26.SRD.16: Gaṇeśa, Dharmarāja, Varuṇa und Kubera werden als Torhüter genannt; man verehrt sie rechtsherum.

26.SRD.17: Jayā, Vijayā, Durgā, Śāmbarī, Raktadantikā, Śākambharī, Cāmuṇḍā, Śivā und Śivadūtikā …

26.SRD.18: … Śītalā, Suprabhā, Śāntā, Rati, Prīti, Sthiti und Mati: Diese sechzehn Gottheiten verehrt man in den sechzehn Blättern.

26.SRD.19: Karāla, Vikarāla, Saṃhāra, Rurubhairava, Mahākāla, Kālāgni, Unmatta und Suptabhairava [der letzte Name ist unsicher gelesen] …

26.SRD.20: … diese acht Bhairavas verehrt man, Göttin, mit ihren eigenen Mantras in den acht Blättern. Śārikā, Rājñīdevī, Jvālāmukhī …

26.SRD.21: … Kālikā, Tripurā und Sumukhī, höchste Herrin: Diese sechs, im Sechseck befindlich, sind von den ausgezeichneten Sādhakas zu verehren.

26.SRD.22: Bhavānī, Bagalā und Tārā werden im Dreieck verehrt. Im Bindu meditiert man mit dem Grundmantra über die Göttin Śāradā als Sarasvatī …

26.SRD.23: … und verehrt sie hingebungsvoll mit Duftstoffen, Blumen, ungebrochenen Reiskörnern und Weiterem. Dreizack, Speer, Parva [unsichere Gegenstandsbezeichnung], Schlinge, Krug …

26.SRD.24: … und Vyūha [„Anordnung, Heeresaufstellung“, hier nicht eindeutig] als die genannten Waffen beziehungsweise Insignien verehrt der ausgezeichnete Sādhaka im Bindu. Zu seiner Linken verehrt er ehrerbietig die Fünfergruppe der Gurus, Göttin.

26.SRD.25: Zu seiner Rechten verehrt er der Reihe nach Dharma und Vairāgya, rechte Lebensführung und Loslösung. Darüber [folgen] die Herren der heiligen Bezirke; ich beschreibe sie ordnungsgemäß.

26.SRD.26: Den Schakalköpfigen, den Pferdeköpfigen, danach den Ziegenköpfigen und den Löwenköpfigen verehrt man im Quadrat, Śivā, große Göttin.

26.SRD.27: Śiva, Rudra, Mṛḍa, Bhīma und Bhairava verehrt der Mantrakundige im Bindu, höchste Herrin. Dies heißt Laya-Aṅga, „Glied der Auflösung“.

26.SRD.28: Für diesen Mantra, große Göttin, wird Bhairava als Ṛṣi genannt, Triṣṭubh als Versmaß und Śāradā als Gottheit.

26.SRD.29: Māyā ist das Bīja, Śara die Śakti und Stambha das Kīlaka. Als Anwendungszweck gelten Dharma, Artha, Kāma und Mokṣa: rechte Lebensführung, Wohlergehen, erfülltes Verlangen und Befreiung.

26.SRD.30: Mit den Lauten, beginnend mit Tārā, Māyā und Smara, jeweils mit den sechs langen Vokalen versehen, vollzieht man den Hand-Nyāsa und den sechsgliedrigen Nyāsa, beginnend mit dem Herzen.

Unnummerierter Halbvers: Mit der Form des als astramarī gelesenen Bīja vollzieht der Besonnene die Versiegelung der Richtungen. Die Bezeichnung ist nicht sicher lesbar; die zweite Hälfte fehlt im Druck.

Prosa – Durchführung: Nach den morgendlichen Verrichtungen und der Reinigung putzt man die Zähne mit dem Śakti-Bīja saḥ und spült den Mund unter Praṇava. Mit der Formel oṃ maṇidharavajriṇi hūṃ śikhāparisara rakṣa rakṣa ṭhaḥ ṭhaḥ ṭhaḥ phaṭ svāhā bindet man den Haarschopf: „O Juwelenträgerin, Vajra-Trägerin, schütze, schütze den Bereich des Haarschopfes“, mit den angegebenen Bījas. Die Verbindung śikhāparisara ist im Druck knapp; die deutsche Fassung erschließt ihren Schutzbezug. Nach dem reinigenden Bad stellt man für das Mantrabad vor sich ein Tīrtha-Maṇḍala vor und ruft wie zuvor die heiligen Badeorte an.

Anrufungsvers: „Śāradā, Segensspenderin, Mutter, mit den Mātṛkā-Lauten geschmückt, Göttin mitsamt deinem Gefolge: Sei in diesem Yantra gegenwärtig!“ Danach vollzieht man alles Weitere wie zuvor.

Śāradā-Gāyatrī: oṃ śāradāyai vidmahe saptadaśākṣaryai dhīmahi tannaḥ sarasvatī pracodayāt – „Wir wollen Śāradā erkennen; über die Siebzehngliedrige meditieren wir. Sarasvatī möge uns anregen.“ Mit dieser Gāyatrī beendet man die Verrichtungen von der Dämmerungsverehrung bis zum Tarpaṇa und betritt den Opferraum. Nach dem Yāgapīṭha-Nyāsa führt man mit dem Grundmantra dreimal Prāṇāyāma aus.

Es folgen die Einsetzungen: auf dem Kopf bhairavāya ṛṣaye namaḥ; am Mund triṣṭupchandase namaḥ; am Herzen śrīśāradāyai devatāyai namaḥ; im verborgenen Bereich hrīṃbījāya namaḥ; an den Füßen sauḥśaktaye namaḥ; am Nabel naḥ kīlakāya namaḥ. Sie verehren der Reihe nach Ṛṣi, Versmaß, Gottheit, Bīja, Śakti und Kīlaka. Die Prosa hat hier ausdrücklich sauḥ als Śakti, während für die Zahnreinigung saḥ steht; diese unterschiedlichen Schreibungen bleiben erhalten. Mit zusammengelegten Händen bestimmt man die Anwendung: „Zur Erlangung der Früchte meiner vier Lebensziele.“

Danach vollzieht man Hand- und sechsgliedrigen Nyāsa mit den sechs langen Vokalen; der gedruckte Beginn ist als oṃ hāṃ klāṃ lesbar, aber nicht vollständig gesichert. Es folgt oṃ hrīṃ śrīṃ kāmarūpapīṭhāya namaḥ hṛdayāya namaḥ – „Verehrung dem Sitz Kāmarūpa, Verehrung dem Herzen.“ Entsprechend werden die Sitze Jālandhara, Pūrṇagiri, Uḍḍyāṇa, Vārāṇasī und Śāradā in den weiteren fünf Gliedern eingesetzt. Nach diesem sechsgliedrigen Pīṭha-Nyāsa setzt man die Śāradā-Mātṛkā auf die zuvor beschriebene Weise ein und verteilt die sechs Tattvas Ātman, Vidyā, Śiva, Guru, Śiva und Śakti auf die sechs Glieder. Śiva wird in der gedruckten Folge zweimal genannt.

Nach dieser sechsgliedrigen Tattva-Einsetzung: oṃ namaḥ auf dem Kopf, hrīṃ namaḥ am Mund, klīṃ namaḥ am Herzen … Die Folge setzt sich auf der nächsten Seite fort.

Druckseite 403; Fortsetzung des Laut-Nyāsa: saḥ namaḥ am Nabel; naṃ am Rücken; moṃ an einer als mada gelesenen, hier nicht sicher bestimmbaren Körperstelle; bhaṃ im verborgenen Bereich; gaṃ an der Achsel beziehungsweise Flanke; vaṃ am Knie; tyaiṃ am Unterschenkel; śāṃ an beiden Knöcheln; raṃ an beiden Füßen; dāṃ vom Kopf bis zu den Füßen; yai von den Füßen bis zum Scheitel; hrīṃ am Scheitel; svāṃ am Mund und hāṃ namaḥ an allen Gliedern. Nach dieser Einsetzung meditiert man über den ehrwürdigen Guru und dann über die Göttin.

Zwei eingeschobene Meditationsverse, editorielle Reihe SDD:

26.SDD.1: Ich verehre Śāradā, die sechsarmige Göttin auf dem Löwenthron, mit lächelndem Gesicht: Ihr Glanz gleicht der Scheibe der jungen aufgehenden Sonne, ihre Leuchtkraft einer Feuerflamme. Ihre Augen strahlen wie der Mond; ihre Krone glänzt von den Strahlen vielfältiger Edelsteine. Ihr Leib ist [vom] Tārā-Laut [geprägt]; Māyā und Madana entfalten sich in ihr, und ihre eine Gestalt besteht aus dem Śakti-Laut. Die Fügung zum Tārā-Laut ist im Druck nicht völlig sicher; die Lautgestalten beziehen sich auf die vorher genannten Mantra-Bījas.

26.SDD.2: Unablässig verehren wir im Herzen die Göttin, rot wie die aufgehende Sonne, dreiäugig und sechsarmig, mit Lotus, Speer, Dreizack, Krug, Vyūha [nicht eindeutig bestimmte Insignie] und Schlinge.

Prosa – Verehrung in acht Umkreisen: Nach dieser Meditation verehrt man sie mit inneren Darbringungen. Vor sich zeichnet man auf einer Sandelholz-Unterlage oder Ähnlichem mit Kuṅkuma ein Dreieck mit Bindu in der Mitte, darum ein Sechseck, einen achtblättrigen und einen sechzehnblättrigen Lotus sowie ein Quadrat mit vier Toren. Man stellt das Verehrungs-Yantra vor sich auf und verehrt es. Nach Arghya und den weiteren Schritten bis zur Selbstverehrung verehrt man den Sitz der Bhuvaneśvarī, bildet mit dem Grundmantra die Gestalt und vollzieht Anrufung und Darbringungen bis zu den Blumen.

Im Bereich des Bindu verehrt man die sechs Glieder: in Südost, Nordost, Südwest, Nordwest, in der Mitte und in den Richtungen. Im Quadrat verehrt man die drei Guru-Reihen von Nordwest nach Nordost. In den vier Richtungen, im Osten beginnend, verehrt man Gaṇeśa, Dharmarāja, Varuṇa und Kubera. Dies ist der erste Umkreis.

Im zweiten Umkreis, in den sechzehn Blättern, beginnt man vor der Göttin und schreitet rechtsherum fort. Die im Druck abgekürzten Anrufungen verbinden die folgenden Namen jeweils mit der Verehrungsendung namaḥ: Jayā, Vijayā, Durgā, Śāmbarī, Raktadantikā, Śākambharī, Cāmuṇḍā, Śivā, Śivadūtī, Śītalā, Suprabhā, Śānti, Rati, Prīti, Sthiti und Mati. Die Prosa hat Śānti, während die Versliste Śāntā nennt.

Im dritten Umkreis, in den acht Blättern, verehrt man ebenso rechtsherum: Karālabhairava, Vikarālabhairava, Saṃhārabhairava, Rurubhairava, Mahākālabhairava, Kālāgnibhairava, Unmattabhairava und Suptabhairava. Die erste Anrufung ist ausgeschrieben: karālabhairavāya namaḥ; die übrigen stehen abgekürzt.

Im vierten Umkreis, im Sechseck: śārikāyai namaḥ und entsprechend Rājñī, Jvālāmukhī, Kālikā, Tripurā und Sumukhī. Im fünften Umkreis, im Dreieck: bhavānyai namaḥ, entsprechend Bagalā und Tārā.

Im Bindu verehrt man siebenmal mit śrīṃ ānandabhairavasahitāyai śāradāyai namaḥ – „Verehrung der mit Ānandabhairava verbundenen Śāradā“, mit śrīṃ. Danach verehrt man im Dreieck erneut Bhavānī, Bagalā und Tārā; dies ist der sechste Umkreis. Die Wiederholung des Dreiecks steht ausdrücklich im Text.

Im siebten Umkreis verehrt man Dreizack, Speer, Lotus, Krug und Vyūha. Hier steht ausdrücklich padma, „Lotus“; die Prosa zählt fünf Gegenstände auf und lässt die im Meditationsvers genannte Schlinge aus.

Im achten Umkreis verehrt man zu seiner Linken nochmals die drei Guru-Reihen und zu seiner Rechten Dharma, Jñāna und Vairāgya. Darüber im Quadrat verehrt man die Bezirksgottheiten mit Pferde-, Schakal-, Ziegen- und Löwengesicht; danach erneut Śiva, Rudra, Mṛḍa, Bhīma und Bhairava. Die Prosa ergänzt Jñāna gegenüber der vorherigen Versliste und nennt bei den Gurus drei Reihen statt der Fünfergruppe; beides wird beibehalten.

Nach dieser Verehrung bringt man Räucherwerk, Lichter und die weiteren Gaben bis zur Speise dar, vollzieht Japa und übergibt dessen Verdienst. Wie zuvor bringt man Baṭuka und den weiteren [Wesen] Bali dar, vollzieht Ārātrika und schließt alles ab. Das Puraścaraṇa ist bereits erklärt worden.

Fortsetzung der SRD-Reihe:

26.SRD.31: Ich werde zum Nutzen der Sādhakas acht Anwendungen erklären: Stillstellung, Verblendung, Tötungszauber und Anziehung …

26.SRD.32: … Vertreibung, Gefügigmachen, Befriedung und Stärkung. Höre nun auch ihre jeweiligen Darbringungen; ich werde sie erklären, Pārvatī.

26.SRD.33: Am Sonntagmorgen geht der ausgezeichnete Sādhaka an den Ort der Toten und vollzieht mit Asche ein Bad seiner Glieder, Śivā.

26.SRD.34: Nach zehntausend Wiederholungen des Grundmantras bringt der Mantrakundige ein Zehntel als Feueropfer im Scheiterhaufenfeuer dar, mit Ghee, Lotussamen, Gerste, Māṣa-Bohnen und Ziegenfett.

26.SRD.35: Dadurch solle rasch die Bewegung von Räubern, Wind, Sonne und Wasser stillstehen, ebenso die Rede von Streitenden und der Samen von Liebenden.

26.SRD.36: Am Montag badet man zur Mittagszeit und begibt sich an einen verlassenen Ort. Den Grundmantra wiederholt man zehntausendmal, große Göttin.

26.SRD.37: Das Feueropfer geschieht mit Ghee, Madhu, Kṣaudra, Mālatī- und Kanaka-Blüten und Weiterem. Mit der Asche zeichnet der ausgezeichnete Sādhaka ein Stirnzeichen. Madhu und Kṣaudra werden beide genannt; ihre genaue stoffliche Unterscheidung wird hier nicht erläutert.

Druckseite 404; Abschluss der SRD-Reihe:

26.SRD.38: Allein sein Anblick solle die drei Welten verblenden. Am Dienstag geht man um Mitternacht auf den Verbrennungsplatz …

26.SRD.39: … und verehrt dort ein Opfertier, einen Ziegenbock, mit dem Grundmantra. Davor wiederholt der Sādhaka den Mantra mit der Mālā zehntausendmal.

26.SRD.40: Nach der Darbringung des Opfers bringt man Ghee zusammen mit dem Fett, dem Herz-Lotus und den Eingeweiden des Tieres als Feueropfer in einem Zehntel [der Japa-Zahl] dar.

26.SRD.41: Den Rest lässt man die Śakti verzehren, bis Sättigung eingetreten ist. Durch Tat, Geist und Rede – wahrlich, wahrlich, Herrin des Kula … Die Verbindung des als śakti gelesenen Wortes mit dem männlichen tṛptaḥ ist im Druck unstimmig; die genaue Personenzuordnung bleibt offen.

26.SRD.42: … solle der Feind den Tod finden, selbst wenn er dem Tod selbst gleich wäre; anders könne es nicht sein. Am Mittwochabend begibt sich der Sādhaka ans Flussufer …

26.SRD.43: … badet und wiederholt an einem abgeschiedenen Ort zehntausendmal mit einer heiligen Mālā. Das Feueropfer erfolgt mit Ghee, Guḍūcī und weiteren Stoffen sowie den als śukra und Ähnliches bezeichneten reinen [Substanzen]. Die letzte Materialfügung ist nicht sicher lesbar; sie wird nicht zu einer eindeutigen Rezeptur ergänzt.

26.SRD.44: Dort solle sogleich eine Anziehung von Frauen eintreten. Am Donnerstag geht man um Mitternacht an den Ort der Toten …

26.SRD.45: … richtet auf dem Scheiterhaufen einen Sitz ein und wiederholt zehntausendmal. Das Feueropfer wird mit Ghee und Fischen, verbunden mit Taubeneingeweiden …

26.SRD.46: … mit scharfem Öl und Krähenfedern nach der Vorschrift vollzogen. Durch Tat, Geist und Rede solle dadurch gewiss der Feind vertrieben werden.

26.SRD.47: Am Freitag begibt sich der Mantraübende in der Brahma-Muhūrta unter einen Vaṭa-Baum und wiederholt den Grundmantra zehntausendmal.

26.SRD.48: Das Feueropfer vollzieht er mit Ghee, Honig und Weizenmehl, mit einem rot gefärbten Menstruationstuch und gelben Blumen, große Herrin.

26.SRD.49: Dann sollen dem Sādhaka die drei Welten gefügig werden, Göttin. Am Samstag, zu Beginn der Nacht, zu Hause oder im Wald …

26.SRD.50: … wiederholt man den Mantra zehntausendmal und opfert mit Ghee Zucker, Kokosnuss und einen als pāpakhaṇḍa gelesenen Stoff, verbunden mit Fischgräten. Die Bezeichnung pāpakhaṇḍa ist nicht zuverlässig bestimmt.

26.SRD.51: Belastungen durch Feuer, Grahas und dergleichen, Furcht vor übermäßigem Regen sowie Schrecken vor Seuchen und Hungersnot sollen dadurch sogleich befriedet werden.

26.SRD.52: Stärkende Anwendungen kann der Sādhaka an allen Wochentagen und überall vollziehen. An einem günstigen Tag unter einem günstigen Nakṣatra wiederholt er zu Hause den Mantra zehntausendmal.

26.SRD.53: Das alles zustande bringende Feueropfer soll mit Ghee, Dickmilch, Honig, Milchreis und Weiterem sowie Śrī-Früchten, verbunden mit Vogeleiern und Augen, vollzogen werden. Die knappe Zusammensetzung khagāṇḍākṣi wird wörtlich wiedergegeben; eine andere Stoffdeutung ist im Text nicht erläutert.

26.SRD.54: Den Göttinnen und Gottheiten solle dadurch große Stärkung zuteilwerden. Mit Ghee, Gerste, Weizen, Reis und weiteren Stoffen, Śivā …

26.SRD.55: … soll der Sādhaka ein Feueropfer in einem Zehntel [der Japa-Zahl] vollziehen, um alle Vollendungen zu erlangen. So habe ich, Göttin, diese Sādhana der Śāradā erklärt.

26.SRD.56: Sie ist verborgen und geheim zu halten; einem Menschen ohne Hingabe soll sie nicht gegeben werden, Pārvatī. Einem Menschen des Kula, der friedvoll und der Verehrung des Gurus zugewandt ist …

26.SRD.57: … soll man sie geben; dann solle sogleich Vollendung entstehen. Andernfalls gehe die Siddhi verloren. Die Śāradā-Sādhana und ihre Mittel sollen besonders geheim gehalten werden.

26.SRD.58: Man soll dies stets bewahren – so lautet die Anordnung der höchsten Herrin. Ein Verehrer der Śāradā, Göttin, werde niemals arm …

Unnummerierter Schlusshalbvers: … und verfalle nicht der Torheit. Wahrlich, wahrlich, daran bestehe kein Zweifel. Diese Abschlussworte geben die Verheißung des Textes wieder.

Kolophon: So endet der sechsundzwanzigste Śvāsa des Tantra mit dem Namen Śrīvidyārṇava, verfasst von Śrī Vidyāraṇya Yati. Die angegebene Lehrerfolge führt über Śrī Pragalbhācārya, Śrī Viṣṇuśarmācārya und den verehrten Śrī Bhagavat Śaṅkarācārya zu Śrī Govindācārya, dem hochverehrten großen Lehrer. Dies ist die Selbstaussage des Werk-Kolophons; sie wird nicht mit einer unabhängig nachgewiesenen historischen Autorschaft gleichgesetzt.

27. Śvāsa

Der siebenundzwanzigste Śvāsa beginnt auf Druckseite 405 mit den Viṣṇu zugeordneten Mantras. Die neu beginnende Versreihe aus dem Uttaratantra trägt das redaktionelle Kürzel VAI. Quellenwechsel und unnummerierte Erklärungen werden gesondert kenntlich gemacht.

Der achtgliedrige Mantra des Nārāyaṇa

Nun die Vaiṣṇava-Mantras. Im Uttaratantra:

27.VAI.1: Nun wird die Vorschrift für die Vaiṣṇava-Mantras erklärt: in den drei Welten berühmt und von Scharen hervorragender Weiser verehrt.

27.VAI.2: Sie gilt als allgemein anerkannte Grundlage zur Erlangung von Dharma, Artha, Kāma und Mokṣa und als ausgezeichnetes Mittel zur Ausführung der sechs rituellen Tätigkeiten. Die Kundigen sollen sie stets geheim halten.

27.VAI.3: Denen, die durch die Finsternis des Nichtwissens blind sind, soll sie den Blick der Erkenntnis geben. Sie soll Reichtum und Herrschaft gewähren und alle Verfehlungen vernichten.

27.VAI.4: Sie soll vor vorzeitigem Tod bewahren, Krankheit und Armut beseitigen, niedere Grahas vertreiben, Gift vernichten und Glück sowie Sieg verleihen.

27.VAI.5: Auf schwer zugänglichen Waldwegen und an ähnlichen Orten soll sie höchste Befreiung von Furcht gewähren; bei Schiffbruch auf Flüssen, Strömen und Meeren Rettung.

27.VAI.6: Sie soll Menschen [als Gefolge], Pferde, Wagen, Rinder, weitere Tragtiere, Elefanten, Söhne, [Gefährten] und Ehepartner geben, Felder und Dörfer verleihen und Kraft, Tapferkeit, Standhaftigkeit und Ausstrahlung hervorbringen. Die gedrängte Aufzählung ist an zwei Stellen unsicher; insbesondere das als amitra gedruckte Glied passt nicht eindeutig zum Zusammenhang der Gaben.

27.VAI.7: Sie soll geistige Lebendigkeit, Glanz, dichterisches Vermögen und Ähnliches hervorbringen, Glück gewähren und die Eigenschaften der acht Siddhis verleihen, die unzählige Welteneier erschüttern können.

27.VAI.8: Wozu hier viele Worte? Sie gewährt alles, daran bestehe kein Zweifel. Unter diesen [Mantras] wird nun der achtgliedrige Mantra ordnungsgemäß erklärt.

27.VAI.9: Er vernichtet die Menge der Verfehlungen, gewährt Wohlergehen, Genuss und Befreiung: Dhruva, Dīrghī, Viṣa und Svarga; dann Dīrghī, verbunden mit Ānanavṛtta …

27.VAI.10: … Agni und Ananta, Samīra sowie Tāda mit dem langen Vokal, verbunden mit Īra. So wird der achtgliedrige Mantra genannt, der den Namen Nārāyaṇa trägt.

Prosa – Auflösung der Lautchiffren: Dhruva bedeutet Praṇava, oṃ. Dīrghī bezeichnet na, Viṣa ma und Svarga o; die letzten beiden ergeben mo. Dīrghī ist na, Ānanavṛtta ist ā; daraus entsteht nā. Agni ist ra, Ananta ist ā; daraus entsteht rā. Samīra ist ya. Tāda mit dem langen Vokal bedeutet ṇa mit ā, also ṇā. Īra ist ya. Damit ist die Formel deutlich: oṃ namo nārāyaṇāya – „Verehrung dem Nārāyaṇa.“ Die Prosa erläutert die verschlüsselte Lautfolge, keine gewöhnliche grammatische Wortableitung.

Die Deutung des Mantras steht in derselben Quelle:

27.VAI.11: Praṇava bezeichnet den Laut beziehungsweise das Wesen des höchsten Selbst; daher wird es verehrt. Na hat die Bedeutung der Verneinung, während dem Glied mo die Bedeutung „alles“ zugeschrieben wird.

27.VAI.12: Nā ist Wasser, rā wird Feuer genannt, ya ist Wind und ṇā gilt als Erde. Das letzte ya trägt die Bedeutung des Dativs; so wird die Auslegung gegeben. Dies ist die traditionelle symbolische Lautdeutung des Textes.

27.VAI.13: Als Ṛṣi des Mantras wird Nārāyaṇa selbst genannt; das Versmaß ist die als göttlich bezeichnete Gāyatrī. Als Gottheit des Mantras …

27.VAI.14: … gilt das höchste Selbst. Danach setzt man die fünf Glieder ein: Kruddholka, Maholka, Vīrolka, die als Dyulka bezeichnete [Gestalt] …

27.VAI.15: … und Sahasrolka. Mit diesen Namen im Dativ setzt man [die Kräfte] an den Fingern ein. Es wird die Reihenfolge vom Daumen an genannt; manche beginnen mit dem Zeigefinger …

Unnummerierter Halbvers: … bis zum kleinen Finger; so werden die fünf Glieder eingesetzt. Der zweite Halbvers fehlt im Druck. Die genaue Fünferfolge der abweichenden Fingerordnung wird hier nicht vollständig erklärt.

Prosaglosse: Die Namen stehen im Dativ und enden mit svāhā. Denn im Trailokyamohanatantra heißt es: „Mit den Wörtern, beginnend mit Krudholka, verbunden mit Jyotis und abgeschlossen mit der Geliebten des Feuers.“ Die Glosse schreibt Krudholka, während die Verszeile Kruddholka hat. Drei gedruckte Lesartnoten zu den Versen 10–12 lauten ungefähr yānta, paramātmāṇu und yamartha; ihre sprachliche Zuordnung bleibt teilweise unsicher.

Druckseite 406; Fortsetzung der Prosa: Auch der Tattvaprakāśa sagt: „Am Ende dieser mit Kasusendungen versehenen [Namen] steht die Geliebte des Feuers.“ Im Nārāyaṇīya heißt es: „An den drei Gelenken der Finger, beim kleinen Finger beginnend und wieder bei ihm endend, setzt man mit der Daumenspitze den achtgliedrigen [Mantra] ein, verbunden mit namaḥ und Tārā.“ Die genaue Verbindung der beiden Abschlussbestandteile ist in der knappen gedruckten Fügung nicht eindeutig.

Im Prapañcasāra, Kapitel 20, Vers 6: „Mit dem in seine acht Laute aufgeteilten [Mantra] soll der Besonnene die achtgliedrige Einsetzung vollziehen: an Herz, Kopf, Haarschopf, Panzer, Augen, Waffe, Bauch und Rücken.“ Ferner: „Die Mantralaute setzt man an den sechs Gliedern, danach an Bauch und Rücken ein; die Richtungen versiegelt der ausgezeichnete Mantrakundige mit dem Waffenmantra.“

Erläuterung: Am Herzen oṃ namaḥ und so weiter; am Bauch ṇāṃ namaḥ, am Rücken yaṃ namaḥ. Einige lehren dagegen eine Folge wie oṃ hṛdayāya namaḥ, naṃ śirase …; die Prosa verwirft dies mit dem Hinweis, dass bei den beiden letzten Lauten die betreffende Zuordnung beziehungsweise Abschlussklasse fehle. Andere formulieren oṃ hṛdayāya namaḥ und yaṃ pṛṣṭhāya namaḥ. Auch dies wird zurückgewiesen: Die Körperstellen seien die Orte der Einsetzung, an denen die Laute eingesetzt werden. Andernfalls müsste man entsprechend auch aṃ śirase namaḥ und āṃ mukhavṛttāya namaḥ und Ähnliches bilden. Die Prosa unterscheidet hier die Angabe des Ortes von einem zusätzlich in den Mantra hineingesprochenen Körperteilnamen; ihre erste grammatische Begründung bleibt knapp.

„Mit dem achtgliedrigen [Mantra]“ bedeutet mit Bindu versehen. Dazu der Īśānārṇava: „Die Laute sind mit Bindu verbunden.“ Im Prapañcasāra: „Nachdem er mit dem Waffenmantra die Richtungen versiegelt hat, setzt er die Mantralaute am Körper ein.“ Mit „Waffe“ ist das Cakra gemeint, denn im Śāradātilaka heißt es: „Die Richtungen mit dem Cakra-Mantra versiegelt.“ Der Cakra-Mantra werde weiter unten, nach der Richtungsversiegelung, genannt.

Im Hayaśīrṣapañcarātra: „Am Scheitel, an Augen, Mund, Herz, Nabel, verborgenem Bereich, Knien und Füßen – dies heißt Schöpfungs-Nyāsa. Die Auflösung beginnt an den Füßen und endet am Scheitel. Als Erhaltung wird die beim Nabel beginnende und am Herzen endende [Einsetzung] bezeichnet.“

Im Uttaratantra; neue Nummernreihe VNY:

27.VNY.1: An den nun zu nennenden Stellen setzt der Besonnene die Mantralaute ein. Durch die im Körper eingesetzten Mantras werde er selbst Nārāyaṇa.

27.VNY.2: Die erste [Folge] gilt der Grundlage, dem Herzen, dem Gesicht, den Armen, den Füßen beziehungsweise deren Ansätzen und dem Nabel; eine weitere dem Hals, Nabel, Herzen, beiden Brustseiten, beiden Flanken und dem Rücken.

27.VNY.3: Eine weitere gilt Kopf, Gesicht, beiden Augen, beiden Ohren und beiden Nasenöffnungen; [eine weitere] den je drei Gelenken und fünf Fingern beziehungsweise Zehen der beiden Arme und beiden Beine.

27.VNY.4: [Weitere Einsetzungen erfolgen] am Herzen, in den sieben Körpergeweben und den Lebenswinden; an Hals, Mund, Herz, Brust, Oberschenkeln, Unterschenkeln und beiden Füßen. Eine andere [Folge] setzt man an Wangen, Schultern, Oberschenkeln und Füßen ein. Die gedrängte Aufzählung verteilt mehrere Nyāsa-Folgen auf einen Vers; die genauen Grenzen werden nicht überall ausdrücklich angegeben.

27.VNY.5: An den Stellen von Cakra, einer nicht sicher lesbaren weiteren Insignie, Muschelhorn, Keule und Lotus setzt man die Laute mit den jeweils vorausgehenden Mudrās ein. So werden zehn Nyāsas genannt. Die Zahl zehn wird bewahrt, ohne die knappen vorangehenden Gruppen durch erfundene Zuordnungen aufzufüllen.

Im Prapañcasāra: „Durch ihre Einsetzung werde der Mantrakundige Hari, dessen Wesen die Mantralaute sind.“ Padmapādācārya erläutert hierzu: Mit „der Mantrakundige [wird] aus Mantralauten bestehend“ sei gesagt, dass die Mantralaute bei der Einsetzung von Praṇava umschlossen werden und bei jedem Durchgang ein den ganzen Körper durchdringender Nyāsa erfolgt. Im Mantratantraprakāśa heißt es: „Jeden einzelnen Laut setzt man mit Bindu am Ende ein, von Dhruva umschlossen.“

Im Uttaratantra; neue Nummernreihe VTT:

27.VTT.1: Mit den der Reihe nach genannten [Tattvas] Erde, Wasser, Feuer, Wind, Raum, Ahaṃkṛti, Mahat und Prakṛti, verbunden mit den der Reihe nach folgenden Mantralauten, setzt der Mantrakundige …

27.VTT.2: … [diese] an Füßen und den weiteren genannten Stellen, darunter Herz, Mund und der den ganzen Körper durchdringenden Position, ein. Dies heißt Auflösung; die umgekehrte Folge wird als Schöpfung bezeichnet. Die dazwischenstehende Körperstellenfolge ist im Druck nicht sicher zu entziffern und wird deshalb nicht zu einer vollständigen Acht-Punkte-Zuordnung ergänzt.

Prosaglosse: „Umgekehrt“ bedeutet mit Prakṛti beginnend. In derselben Quelle wird für diesen Nyāsa die Verwendung der Finger geregelt; neue Nummernreihe VFN:

27.VFN.1: Bei der Einsetzung mit den Fingern berührt allein der Mittelfinger den Kopf. Für die Einsetzung an den Augen werden Zeige- und Mittelfinger genannt.

27.VFN.2: Am Mund verwendet man Daumen und Ringfinger; am Herzen die Jñāna-Mudrā. Daumen und kleiner Finger …

27.VFN.3: … werden für den Nabel genannt. Im verborgenen Bereich verwendet man die Finger ohne den Daumen; an Knien und Füßen werden alle fünf genannt.

Ferner; editorielle Reihe VAT:

27.VAT.1: Das vierfache Selbst in Gestalt von Bindu, Nāda, Śakti und Śānti setzt der Mantrakundige im ganzen Körper ein, um den Zustand der Gottheit zu verwirklichen.

Im Nāradīya; editorielle Reihe NKD:

27.NKD.1: Den mit Keśava beginnenden [Gottheitsnamen] steht der zwölfgliedrige Mantra voran; ihre Bījas enthalten die nicht als geschlechtslos bezeichneten Vokale. Mit vorangestellten Dhātu-[Bezeichnungen] sind sie nach oben hin einzusetzen und mit namaḥ abzuschließen. Die genaue Bedeutung der knappen Verbindung dhātupūrvam ūrdhvam wird in dieser Zeile nicht weiter ausgeführt.

Es folgt ein Zitat aus dem Sārasaṃgraha.

Druckseite 407; aus dem Sārasaṃgraha, neue Nummernreihe MPJ:

27.MPJ.1: Man vollzieht einen weiteren glückverheißenden Nyāsa mit dem Namen Mūrtipañjara, „Gehäuse der göttlichen Gestalten“. Er soll Grahas und niedere Schadenseinflüsse beseitigen und Glück, Ruhm, Stärkung und Wohlbefinden bringen.

27.MPJ.2: Zur Ergänzung dieses achtgliedrigen Mantras sollen die Kenner der Mantralehre den zwölfgliedrigen Mantra sorgfältig vergegenwärtigen.

27.MPJ.3: Der achtgliedrige Mantra gilt als Gestalt der acht Prakṛtis. Indem die Kundigen sie nach der Vorschrift mit dem vierfachen Selbst verbinden …

27.MPJ.4: … ergibt sich der ausgezeichnete Mantra mit zwölf Lauten. Daher setzt man mit ihm, seinen Lauten und den vorangestellten, nicht als geschlechtslos geltenden Vokalen …

Unnummerierter Halbvers: … die genannten zwölf mit Keśava beginnenden Gestalten ein, verbunden mit den zwölf Ādityas. Die zweite Hälfte fehlt im Druck. Die Prosa erläutert: Gemeint sind die im Keśava-Mātṛkā-Nyāsa genannten Gestalten und die zwölf Vokale, beginnend mit a.

27.MPJ.5: Der Reihe nach an Stirn, Bauch, Herz, Hals, rechter Flanke, rechter Schulter und rechter Halsseite, an den entsprechenden linken Stellen, am Rücken und am Nacken beziehungsweise oberen Rücken.

Prosa: Mit „Bauch“ ist hier aufgrund des Zusammenhangs die Nabelgegend gemeint. Denn Agastya sagt: „An Stirn, Nabel, Herz, Hals, Flanke, Schulter und Halsseite, an der anderen Flanke, Schulter und Halsseite, am Rücken und am Nacken, der Reihe nach.“

Im Svāyambhuva und im Nārasiṃha; neue Nummernreihe SKD:

27.SKD.1: Keśava setzt man, Tārkṣya, am Kopf ein, verbunden mit dem als Viṣṇu bezeichneten Laut. Am Nabel setzt man den Gott Nārāyaṇa ein, verbunden mit Viṣṇvanta.

27.SKD.2: Mādhava wird am Herzen eingesetzt, verbunden mit Manmatha; die Govinda genannte Gestalt am Hals, verbunden mit Manmathānta.

27.SKD.3: Viṣṇu setzt man mit dem Bhūta-Vokal an der rechten Flanke ein; an der rechten Schulter den „Vernichter des Madhu“, verbunden mit dem dritten [Laut nach] Mā.

27.SKD.4: Trivikrama setzt man mit Śiva und Bindu am rechten Ohr ein. Danach Vāmana, Śrīdhara und Hṛṣīkeśa …

27.SKD.5: … an den linken [entsprechenden Stellen], mit ai, o und au samt Bindu. Padmanābha wird am Rücken mit dem darauf folgenden [Laut] samt Bindu eingesetzt.

27.SKD.6: Der letzte [Laut] wird mit Dāmodara am Nacken beziehungsweise oberen Rücken eingesetzt. Dies gilt als zwölfgliedriger Nyāsa. Diese zwölf Bījas sind mit Nāda und Bindu verbunden.

Unnummerierter Halbvers: Ebenso [werden] die zwölf Ādityas [damit verbunden]. Der letzte Ausdruck ist beschädigt beziehungsweise nicht eindeutig lesbar; die zweite Hälfte fehlt im Druck.

Auflösung der Chiffren in der Prosa: Viṣṇu ist a, Viṣṇvanta ā, Manmatha i, Manmathānta ī, Bhūta-Vokal u. Mā bedeutet Lakṣmī und damit ī; der dritte [von diesem aus gezählte Vokal] ist ū. Śiva bedeutet e. Nach au folgt aṃ; der letzte [Vokaleintrag] ist aḥ. Die zuvor genannten ai, o und au ergänzen die Folge zu zwölf. Der Vers nennt rechts das Ohr, während die vorausgehende allgemeine Stellenliste die Halsseite nennt.

Die zwölf Ādityas nach Kumbhasaṃbhava, Agastya: Dhātṛ, Aryaman, Mitra, Varuṇa, Aṃśu, Bhaga, Vivasvat, Indra, Pūṣan, als Zehnter Parjanya, danach Tvaṣṭṛ und Viṣṇu. Aṃśu heißt so, weil er Strahlen besitzt. Dazu heißt es im Viṣṇudharmottara: „Du bist Aṃśu aufgrund des Tragens von Strahlen.“

Im Prapañcasāra 20.20: „Den zwölfgliedrigen Mantra setzt der Mantrakundige am Scheitel ein. Vāsudeva, am Scheitel gegenwärtig, durchdringt den ganzen Körper.“ Padmapādācārya erklärt, gemeint sei die Einsetzung am Scheitel zusammen mit dem achtgliedrigen Mantra. Im Mantratantraprakāśa: „Zusammen mit dem achtgliedrigen setzt man den zwölfgliedrigen ein.“

Die Art der Einsetzung erläutert Kumbhasaṃbhava: „Praṇava, der Vokal und der jeweilige Vāsudeva-Mantralaut; ferner die Laute des Śrī-Rāma-Mantras; danach die mit Keśava beginnenden [Namen]. Mit Dhruva beginnend und mit namaḥ endend sind sie im Nyāsa einzusetzen.“ Der letzte Halbvers fehlt im Druck. Die Prosa stellt klar: Die Rāma-Mantralaute gehören in den entsprechenden Rāma-Abschnitt.

Im Prapañcasāra, Verweis auf 20.21; neue Nummernreihe KRT:

27.KRT.1: Um dies erneut zu vergegenwärtigen, wiederholt man den mit Kirīṭa beginnenden Mantra. Der Mantrakundige spricht die Wörter „kirīṭa, keyūra, hāra“ …

27.KRT.2: … „makara“ gefolgt von „kuṇḍala“, „śaṅkha, cakra, gadā“ und die weiteren [Insignien], dann „abjahasta“ und „pītāmbaradhara“ …

27.KRT.3: … „śrīvatsāṅkita“ und danach „vakṣaḥsthala“, „śrībhūmisahita“ und die beiden Wörter „svātma“ und „jyotis“ …

27.KRT.4: … „dīpti“ gefolgt von „karāya“ und „sahasrādityatejase“. Mit Hṛt am Schluss und Praṇava am Anfang ergibt sich dieser mit Kirīṭa beginnende Mantra. Die ausgeschriebene Formel und ihre Anrufung der geschmückten Viṣṇu-Gestalt folgen im weiteren Text.

Druckseite 408; Fortsetzung der Erläuterung zum Kirīṭa-Mantra: Man wiederholt ihn, während man den ganzen Körper berührt. Denn Saṃkarṣaṇa sagt: „Danach setzt man den Kirīṭa-Mantra durchdringend in allen Gliedern ein.“ Alle Wörter der Formel sollen als Anrede verstanden werden. Padmapādācārya erklärt, der Ausdruck „Mantrakundiger“ deute darauf hin, nach makara-kuṇḍala auch alaṅkṛta, „geschmückt“, zu ergänzen. Die entsprechende Zusammensetzung ist im Druck sprachlich beschädigt; die Ergänzungsabsicht ist erkennbar.

Auch im Mantratantraprakāśa; neue Nummernreihe KRA:

27.KRA.1: Nach Tāra, „kirīṭa, keyūra, hāra“ folgt das Wort makara; nach „kuṇḍala, alaṅkṛta“ folgen die Wörter „śaṅkha, cakra, gadā“.

Im Sārasaṃgraha; neue Nummernreihe VTS:

27.VTS.1: Nun werde ich den unübertrefflichen Tattva-Nyāsa lehren. Schon allein durch diesen Nyāsa wird man zum Selbst der Wirklichkeitsprinzipien.

27.VTS.2: Nach Dhruva spricht man die mit ma beginnenden und mit ka endenden Laute, mit Hṛt am Schluss. Hinzu kommen „parāya“, der jeweils betreffende Name und das Wort tattva …

27.VTS.3: … sowie „ātmane“ verbunden mit namaḥ: So bildet man die Tattva-Mantras. Jīva und Prāṇa setzt man im ganzen Körper ein, danach Buddhi …

27.VTS.4: … Ahaṃkāra und Manas: Diese setzt man im Herzen ein. Danach an Kopf, Gesicht, Herz, verborgener Körperstelle und Füßen …

27.VTS.5: … der Reihe nach Klang, Berührung, Gestalt beziehungsweise Farbe, Geschmack und Geruch. In Ohren, Haut, Augen, Zungenspitze und Nase setzt man die mit dem Gehör beginnende [Reihe der Sinnesvermögen] ein.

27.VTS.6: Die mit der Sprache beginnenden Handlungsorgane setzt man jeweils an ihrem eigenen Ort ein; die mit dem Raum beginnenden [Elemente] am Scheitel, im Gesicht, im Herzen und an den Füßen, o Śivā. Die gedruckte Stellenreihe nennt hier nur vier eindeutige Orte für fünf Elemente; śive steht als Anrede. Ein fehlender fünfter Ort wird nicht ergänzt.

27.VTS.7: Den sogenannten Herzlotus setzt man im Herzen ein, ebenso die Maṇḍalas, die der Reihe nach mit zwölf, sechzehn und zehn Kalās verbunden sind …

27.VTS.8: … diejenigen des Mondes, der Sonne und des Feuers, mittels „Weiß“, Ākāra, Mond und Feuer. Danach setzt man an den Einsetzungsstellen der mit dem Raum beginnenden Elemente … Die Lautchiffren des ersten Halbverses lassen sich nicht sicher zu einer Formel auflösen. Die Zahlenfolge 12–16–10 des vorigen Verses steht in dieser Reihenfolge neben Mond–Sonne–Feuer; sie wird nicht stillschweigend umgestellt.

27.VTS.9: … Parameṣṭhin, Pumān, die als Viśva bezeichnete [Gestalt] und Nivṛtti ein, jeweils am Ende ihrer Namen mit den als „pau–ya–rā–va–la“ gedruckten Lauten … Der Beginn beschreibt parādyam meṣṭhinam, „meṣṭhin mit para davor“, also Parameṣṭhin. Die anschließende Lautreihe ist nicht eindeutig in Einzelbījas aufzulösen.

27.VTS.10: … und verbindet damit die mit Vāsudeva beginnenden und mit Nārāyaṇa endenden [Gestalten], zusammen mit Parameṣṭhin und den folgenden. Danach lässt man, mit dem Nṛsiṃha-Bīja vorangestellt …

27.VTS.11: … das Prinzip des Zornes den Körper vom Scheitel bis zu den Füßen durchdringen. Wer den Nyāsa so vorschriftsgemäß vollzieht, wird unmittelbar zu Nārāyaṇa.

27.VTS.12: Fieber, Krankheiten, Schadenszauber und dergleichen gehen dann zugrunde, nicht anders; ebenso Bhūtas, Pretas, Piśācas und Brahmarākṣasas …

27.VTS.13: … und auch Kūṣmāṇḍas und Ḍākinīs vermögen ihn nicht einmal anzusehen. Mit einem so durch den Nyāsa geweihten Körper soll er Viṣṇu mit ungeteilter Aufmerksamkeit vergegenwärtigen. Die Heilungs- und Schutzwirkungen sind Verheißungen des Quellentextes.

27.VTS.14: Im Herzen verehre ich den Träger des Śārṅga-Bogens in gelbem Gewand: In seinen Händen hält er Diskus, Muschelhorn, Keule und Lotus. Sein Glanz leuchtet wie die Sonne; Śrī und die Erdgöttin schmücken seine strahlenden Seiten. Er trägt eine Krone; auf seiner Brust prangen Śrīvatsa, Kaustubha und ein großes Schmuckstück. Armreifen und Halsketten lassen ihn erstrahlen, und glänzende Ohrringe schmücken ihn.

Prosa zur Vergegenwärtigung der Waffen: Das erste Paar befindet sich in den unteren Händen, von links beginnend, das andere in den oberen Händen, ebenfalls von dort beginnend. Die anschließenden Zitate erläutern unterschiedliche Gestaltanordnungen; sie werden nicht zu einer einzigen vereinheitlicht.

Neue Nummernreihe KNA:

27.KNA.1: In seiner rechten [unteren Hand] befindet sich der Lotus, darüber Pāñcajanya, das Muschelhorn; links unten die Keule und darüber der Diskus.

Nachdem so Keśavas Kennzeichen genannt worden sind, heißt es:

27.KNA.2: Wo diese [Anordnung] in umgekehrter Beziehung von unten und oben ausgeführt ist, soll man die Gestalt als Nārāyaṇa erkennen. Aufgestellt gewährt sie Genuss und Befreiung.

So im Hayaśīrṣa-Pañcarātra. Ferner im Mantratantraprakāśa, unnummeriert: In der ersten rechten Hand hält er den Lotus, in der nächsten das Wassergeborene; in der ersten linken die Keule und dann den Diskus. Mit seinem Glanz lässt er die Welten erstrahlen. Die Prosa erläutert: savyānyapāṇau bedeutet „in der rechten Hand“; abja, „wassergeboren“, bezeichnet hier das Muschelhorn. Es folgt ein Zitat aus Prapañcasāra 20.25.

Druckseite 409; Zitat aus dem Prapañcasāra, neue Nummernreihe PPS:

27.PPS.1: Man bereitet einen Opferplatz, legt darauf den eigenen Sitz und setzt sich nieder. Mit ganz reinem Geist verehrt man den Pīṭha und das Weitere sowie die eigenen Glieder mit Duftstoffen und den übrigen Gaben.

Unnummerierte Fortsetzung: Nachdem man vorschriftsgemäß bis einschließlich des zwölfgliedrigen Mantras verehrt hat, bringt man mit dem Kirīṭa-Mantra am eigenen Körper fünfmal oder dreimal eine Blumenhandvoll dar.

Im Sārasaṃgraha; neue Nummernreihe VPT:

27.VPT.1: Danach verehrt man den Gott auf dem mit neun Śaktis verbundenen Pīṭha. Sie heißen Vimalā, Utkarṣiṇī, Jñānā zusammen mit Kriyā …

27.VPT.2: … Yogā, Prahvī, Satyā, Īśānā und Anugrahā. [Für den Sitz-Mantra spricht man] Tāra, Hṛt, das Wort Bhagavat im Dativ und Viṣṇu ebenfalls im Dativ …

27.VPT.3: … „sarvabhūtātmane“, danach „vāsu“ und „deva“ im Dativ, ferner den Ausdruck „sarvātmasaṃyoga“ …

27.VPT.4: … „yogapadma“, Pīṭhātman im Dativ und namaḥ. Dies ist der Sitz-Mantra; mit ihm bietet man den Sitz dar.

Prosa, Auflösung der Wörter: Tāra ist Praṇava, Hṛt ist namaḥ. Bhagavat im Dativ ergibt bhagavate, Viṣṇu im Dativ viṣṇave. Der mit sarva beginnende Ausdruck bleibt unverändert, ebenso vāsu. Deva im Dativ lautet devāya. Sarvātmasaṃyoga und yogapadma bleiben in ihrer angegebenen Form; Pīṭhātman im Dativ ergibt pīṭhātmane. Namaḥ bleibt unverändert. „Mit dem Wurzelmantra stellt man die Gestalt vor und verehrt den Gott.“

Im Nārada-Pañcarātra; neue Nummernreihe NAV:

27.NAV.1: Nachdem man die Pīṭha-Verehrung mit Duftstoffen, Blumen und den übrigen Gaben in ihrer Reihenfolge vollzogen hat, ruft man den Gott Keśava mit folgendem Mantra herbei:

27.NAV.2: „Komm, komm, erhabener Gott, der den Welten Gnade erweist! Nimm deinen Anteil am Opfer an. Vāsudeva, dir sei Verehrung!“

Im Sārasaṃgraha; neue Nummernreihe NAR:

27.NAR.1: Nachdem man ihn dort vorschriftsgemäß angerufen hat, verehrt man mit den angegebenen Darbringungen die Glieder auf dem Lotuszentrum, jedes am entsprechenden Ort, wie zuvor.

27.NAR.2: Danach verehrt man gesammelt auf den Staubfäden die Mantralaute. Die vier mit Vāsudeva beginnenden Gestalten …

27.NAR.3: … werden vorschriftsgemäß auf den Blättern der Hauptrichtungen verehrt. Ihre Namen sind Vāsudeva und der als Saṃkarṣaṇa Bezeichnete …

27.NAR.4: … Pradyumna und Aniruddha, geschmückt mit gelben Gewändern. Ihre Farben sind der Reihe nach hell, kurkumagelb, blau und saphirblau.

27.NAR.5: Sie sind vierarmig und tragen Muschelhorn, Diskus, Keule und Lotus. Auf den Blättern der Zwischenrichtungen befinden sich Śānti, Śrī und Sarasvatī …

27.NAR.6: … und als weitere die Rati genannte [Göttin]. Sie sind der Reihe nach zu verehren, schön geschmückt und in den angegebenen Farben. Die gedruckte Farbfolge lautet śukra–kuraṅga–payaḥ–śyāma; insbesondere kuraṅga ist nicht sicher als beabsichtigte Farbbezeichnung zu deuten. Die Lesart wird nicht zu einer vertrauteren Farbreihe umgeschrieben.

27.NAR.7: Danach verehrt man auf den Blattspitzen vorschriftsgemäß Schmuck und Waffen: den roten Diskus, das klare beziehungsweise weiße Muschelhorn, die gelbe Keule und den Lotus …

27.NAR.8: … von goldener Farbe, den dunklen Kaustubha, den schwarzglänzenden Mörserstößel, das goldene Schwert und die weißstrahlende Waldblumengirlande, der Reihe nach. Der Druck verzeichnet bei kṛṣṇābham, „schwarzglänzend“, eine Lesart aus Textzeuge kha.

27.NAR.9: Danach werden außen, in den Richtungen, der Reihe nach verehrt: die schwarze Standarte, der rotstrahlende Vainateya, Garuḍa, und der Muschelschatz …

27.NAR.10: … in Weiß, der rote Lotusschatz, Vighna mit roter Haut, der dunkle Arka, die dunkle Durgā und Viṣvaksena, der der Nacht gleicht. Die Worttrennung um Vighna und Arka ist im Druck zusammengedrängt; die Farbzuordnung folgt der naheliegenden syntaktischen Teilung.

27.NAR.11: Diese werden vorschriftsgemäß, beginnend mit dem südöstlichen Blatt, der Reihe nach verehrt; weiter außen die Weltenhüter und ihre mit dem Vajra beginnenden Waffen.

Unnummerierter Abschluss: Für die Verehrung Viṣṇus sind somit sechs Umhüllungen angegeben.

Im Mahākapila-Pañcarātra; neue Nummernreihe VGY:

27.VGY.1: „nārāyaṇāya vidmahe, vāsudevāya dhīmahi“, dann „tan no viṣṇuḥ“ und am Schluss „pracodayāt“: „Wir wollen Nārāyaṇa erkennen; über Vāsudeva meditieren wir. Möge Viṣṇu uns anregen.“

27.VGY.2: Dies wird die Vaiṣṇavī-Gāyatrī genannt; sie nimmt alle Verfehlungen hinweg. Zuerst verehrt man die Glieder, ihre Śaktis und die mit Keśava beginnenden [Gestalten] …

27.VGY.3: … die Weltenhüter und ihre Waffen, um alles Erstrebte zu verwirklichen. Die mit Vāsudeva beginnenden [Gestalten] zuerst, Diskus, Muschelhorn, Standarte und die weiteren [Insignien] … Der Gedankengang wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.

Druckseite 410; Fortsetzung aus dem Mahākapila-Pañcarātra:

27.VGY.4: … die zwölf mit Keśava beginnenden [Gestalten] und dann Diskus, Vajra und die übrigen [Waffen] soll man verehren; [oder] die Vāsudeva-Gestalten, Standarte und die weiteren [Insignien], die Weltenhüter und ihre Waffen.

Unnummerierter Halbvers: Von den hier gelehrten vier Verfahren wählt man eines, um Hari zu verehren. Die zweite Hälfte fehlt im Druck. Prosa: Auch beim dritten und vierten Verfahren müssen die Glieder verehrt werden.

Ausgeführter Nyāsa des achtgliedrigen Nārāyaṇa-Mantras

Unnummerierte Ritualprosa: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum Yoga-Pīṭha-Nyāsa vollzieht man mit dem Wurzelmantra dreimal Prāṇāyāma. Man setzt ein: am Kopf „sādhyanārāyaṇāya ṛṣaye namaḥ“, im Mund „devīgāyatryai chandase namaḥ“, im Herzen „śrīparamātmane devatāyai namaḥ“. Mit gefalteten Händen spricht man: „Die Anwendung dient meinem erwünschten Ziel.“ Die Rishi-Bezeichnung enthält hier sādhya; die Versdarstellung zuvor nannte Nārāyaṇa. Auch devīgāyatrī steht hier gegenüber dem früheren daivīgāyatrī.

Man lässt den Wurzelmantra die beiden Hände durchdringen. Dann setzt man die fünf Gliedermantras an den fünf Fingern, beginnend mit dem Daumen, ein: „krudholkāya svāhā hṛdayāya namaḥ“, sodann die entsprechend abgekürzten Formeln für Maholkā am Kopf, Vīrolkā an der Śikhā, Dyulkā an der Rüstung und Sahasrolkā an der Waffe. Die gedruckten Kürzel werden sinngemäß aufgelöst; die Schreibform krudholka ist hier gegenüber kruddholka der früheren Darstellung beibehalten.

Lesehilfe für die nun vielfach wiederholten Formeln: Die acht vollständigen Formeln lauten der Reihe nach: „oṃ oṃ oṃ namaḥ“, „oṃ naṃ oṃ namaḥ“, „oṃ māṃ oṃ namaḥ“, „oṃ nāṃ oṃ namaḥ“, „oṃ rāṃ oṃ namaḥ“, „oṃ yaṃ oṃ namaḥ“, „oṃ ṇāṃ oṃ namaḥ“, „oṃ yaṃ oṃ namaḥ“. Wenn nachfolgend von der achtgliedrigen Formelfolge die Rede ist, wird jeweils diese ganze Folge in dieser Reihenfolge auf die genannten Stellen verteilt. Dies gibt die Wiederholungen und Abkürzungen der Vorlage ohne Änderung ihrer Zuordnung wieder.

An den zwölf Stellen der rechten Hand, vom Grundglied des kleinen Fingers bis zum Endglied des Zeigefingers, nennt der Druck zunächst die gesamte achtgliedrige Formelfolge und wiederholt danach nochmals alle acht Formeln. An den zwölf Stellen der linken Hand, beginnend mit dem Grundglied des Zeigefingers bis zum Endglied des kleinen Fingers, nennt er zuerst die vier Formeln mit rāṃ, yaṃ, ṇāṃ und yaṃ, danach erneut die ganze achtgliedrige Formelfolge. Dazu heißt es: „So setzt man durch dreimalige Wiederholung die Laute des Wurzelmantras ein.“ Die ausgeschriebene rechte Reihe enthält sechzehn Formeln für zwölf angegebene Stellen; zusammen mit der linken ergeben sich 28 statt der durch dreifache Wiederholung erwarteten 24. Die überzählige Wiederholung wird als Widerspruch der Vorlage erhalten.

Die zuvor genannten fünf Glieder werden an Herz, Kopf, Śikhā, Rüstung und Waffe eingesetzt. Danach folgen die ungerahmten Einzelformeln: am Herzen „oṃ namaḥ“, am Kopf „naṃ namaḥ“, an der Śikhā „māṃ namaḥ“, an der Rüstung „nāṃ namaḥ“, an der Waffenstelle „rāṃ namaḥ“, an den Augen „yaṃ namaḥ“. So setzt man mit sechs Lauten die sechs Glieder ein. Hinzu kommen am Bauch „ṇāṃ namaḥ“ und am Rücken „yaṃ namaḥ“.

Man bindet die zehn Richtungen, indem jeweils die betreffende Richtung genannt wird: „Ich binde den Osten mit dem Diskus. Verehrung dem Diskus, svāhā!“ – „Ich binde den Südosten mit dem Diskus, svāhā!“ Entsprechend setzt man mit den weiteren Richtungen fort.

Für die Einsetzung in der Reihenfolge der Schöpfung verteilt man die achtgliedrige Formelfolge auf Scheitel, beide Augen, Mund, Herz, Nabel, verborgene Körperstelle, beide Knie und beide Füße. Für die Auflösung verteilt man dieselbe Folge auf Füße, Knie, verborgene Körperstelle, Nabel, Herz, Mund, Augen und Scheitel. Für die Erhaltung sind die Stellen Nabel, verborgene Körperstelle, Knie, Füße, Scheitel, Augen, Mund und Herz.

Eine weitere Einsetzung verteilt dieselbe achtgliedrige Folge auf Mūlādhāra, Herz, Mund, rechte Schulterwurzel, linke Schulterwurzel, rechte Oberschenkelwurzel, linke Oberschenkelwurzel und Nabel. Danach lässt man den Wurzelmantra den ganzen Körper durchdringen.

Es folgt die Einsetzung derselben acht Formeln an Hals, Nabel, Herz, rechter Brust, linker Brust, rechter Flanke, linker Flanke und Rücken. Danach nennt der Druck nochmals am Rücken „oṃ yaṃ oṃ namaḥ“ und bezeichnet dies als Durchdringung. So soll man bei jeder Wiederholung verfahren. Die ausdrücklich wiederholte Rückenformel ist nicht ausgelassen.

Danach verteilt man dieselbe Folge auf Scheitel, Mund, rechtes Auge, linkes Auge, rechtes Ohr, linkes Ohr, rechte Nasenseite und linke Nasenseite. Anschließend erfolgt die Durchdringung.

An der rechten Schulterwurzel setzt man „oṃ oṃ oṃ namaḥ“ ein, in der Mitte des Arms „oṃ naṃ oṃ namaḥ“, am Handgelenk „oṃ māṃ oṃ namaḥ“. Die fünf übrigen Formeln verteilt man auf die Finger der rechten Hand, beginnend mit dem Daumen. Entsprechend verfährt man links: Schulterwurzel, Armmitte und Handgelenk erhalten die ersten drei Formeln; die mit dem Daumen beginnenden Finger die restlichen fünf. Ebenso vollzieht man die Einsetzung rechts an Oberschenkelwurzel, Knie, Fußknöchel und den mit der großen Zehe beginnenden Zehen; auf gleiche Weise auch links.

Im Herzen setzt man entsprechend die ersten sieben Laute in die sieben Körperbestandteile ein: Haut, Blut, Fleisch, Fett, Knochen, Mark und Fortpflanzungssubstanz; den achten in Vāyu, die Lebensluft.

Für eine weitere achtgliedrige Reihe lauten die Stellen: Scheitel, Augen, Mund, Herz, Bauch, Oberschenkel, Unterschenkel und Füße. Anschließend folgt dieselbe achtgliedrige Formelfolge an Hals, Schultern, Oberschenkeln, Füßen, unterer linker Hand, unterer rechter Hand, oberer linker Hand und oberer rechter Hand. Dies ist der Vibhūtipañjara-Nyāsa, die Einsetzung des „Gehäuses göttlicher Herrlichkeit“. Die folgende Anweisung beginnt im Druck noch mit „an den Füßen“ und wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.

Druckseite 411; Fortsetzung der unnummerierten Ritualprosa: An den Füßen setzt man „oṃ namaḥ parāya pṛthvītattvātmane namaḥ“ ein: „Verehrung dem höchsten Selbst des Erdprinzips.“ Es folgen am Geschlechtsorgan „oṃ naṃ … jalatattvātmane“, für das Wasserprinzip; am Herzen „oṃ māṃ … tejastattvātmane“, für das Feuer beziehungsweise Licht; im Mund „oṃ nāṃ … vāyutattvātmane“, für die Luft; am Scheitel „oṃ rāṃ … ākāśatattvātmane“, für den Raum; im Herzen „oṃ yaṃ … ahaṅkāratattvātmane“, für das Ich-Prinzip; im ganzen Körper „oṃ ṇāṃ … mahattattvātmane“, für Mahat; ebenso „oṃ yaṃ … prakṛtitattvātmane“, für Prakṛti. Bei jeder verkürzt wiedergegebenen Formel stehen nach dem Bīja namaḥ parāya und am Ende namaḥ wie in der ausgeschriebenen ersten Formel. Die Zusammensetzungen mit Vokalbeginn werden im Sanskrit gemäß dem Sandhi verbunden. Dies ist die Einsetzung in der Auflösungsfolge.

Für die Schöpfungsfolge kehrt sich die Zuordnung um: im ganzen Körper yaṃ für Prakṛti und ṇāṃ für Mahat, am Herzen yaṃ für Ahaṃkāra, am Scheitel rāṃ für den Raum, im Mund nāṃ für die Luft, im Herzen māṃ für das Feuer, am Geschlechtsorgan naṃ für das Wasser und an den Füßen oṃ für die Erde. In dieser rückläufigen Reihe druckt die Vorlage vor den einzelnen Bījas kein zusätzliches oṃ; der Formelrahmen mit namaḥ parāya und tattvātmane namaḥ bleibt bestehen.

Danach setzt man im ganzen Körper ein: „oṃ śrāṃ bindurūpāyātmane namaḥ“, Verehrung dem Selbst in Gestalt des Bindu; „oṃ śrīṃ nādarūpāyāntarātmane namaḥ“, Verehrung dem inneren Selbst in Gestalt des Nāda; „oṃ ṣaṃ śaktirūpāya paramātmane namaḥ“, Verehrung dem höchsten Selbst in Gestalt der Śakti; „oṃ hrīṃ śāntirūpāya jñānātmane namaḥ“, Verehrung dem Erkenntnis-Selbst in Gestalt des Friedens. Beim dritten Bīja ist die Lesung ṣaṃ nicht ganz sicher; es wird nicht durch eine geläufigere Formel ersetzt.

Mūrtipañjara-Nyāsa: Die folgende Tabelle gibt die ausdrücklich angegebenen Lautpaare, Gottheiten und Ādityas wieder; jeder Anrufung folgt namaḥ. Die Lautpaare verbinden die zwölfgliedrige Vāsudeva-Formel mit der zuvor gelehrten Vokalreihe.

Körperstelle Lautpaar Anrufung
Stirn oṃ aṃ keśavāya dhātre namaḥ
Bauch naṃ āṃ nārāyaṇāyāryamṇe namaḥ
Herz moṃ iṃ mādhavāya mitrāya namaḥ
Hals bhaṃ īṃ govindāya varuṇāya namaḥ
Rechte Flanke gaṃ uṃ viṣṇave aṃśave namaḥ
Rechte Schulter vaṃ ūṃ madhusūdanāya bhagāya namaḥ
Rechte Halsseite teṃ eṃ trivikramāya vivasvate namaḥ
Linke Flanke vāṃ aiṃ vāmanāyendrāya namaḥ
Linke Schulter suṃ oṃ śrīdharāya pūṣṇe namaḥ
Linke Halsseite deṃ auṃ hṛṣīkeśāya parjanyāya namaḥ
Rücken vāṃ aṃ padmanābhāya tvaṣṭre namaḥ
Nacken beziehungsweise oberer Rücken yaṃ aḥ dāmodarāya viṣṇave namaḥ

Am Kopf setzt man „oṃ namo nārāyaṇāya“ und „oṃ namo bhagavate vāsudevāya namaḥ“ ein. Das zusätzliche namaḥ am Schluss der zweiten Formel steht so im Druck. Dies ist der Mūrtipañjara-Nyāsa.

Kirīṭa-Mantra in der hier ausgeschriebenen Fassung: „kirīṭakeyūrahāramakarakuṇḍalālaṅkṛtaśaṅkhacakragadābjahastapītāmbaradharaśrīvatsālaṅkṛtavakṣaḥsthalaśrībhūmisahitātmajyotirdvayadīptikarāya sahasrādityatejase namaḥ“.

Sinngemäß: „Verehrung dem mit Krone, Armreifen, Halskette und Makara-Ohrringen Geschmückten, der Muschelhorn, Diskus, Keule und Lotus in den Händen hält, gelbes Gewand trägt, dessen Brust Śrīvatsa schmückt, der mit Śrī und Bhūmi verbunden ist, der den zweifachen Glanz des Selbst aufleuchten lässt und die Strahlkraft von tausend Sonnen besitzt.“ Man setzt ihn durchdringend im ganzen Körper ein. Diese Prosafassung hat ātmajyotirdvaya und wiederholt das zuvor gelehrte einleitende Praṇava nicht ausdrücklich; sie wird nicht stillschweigend mit der vorausgehenden Versfassung vereinheitlicht.

Ausgeführter Tattva-Nyāsa mit der rückläufigen Konsonantenfolge: Für jede folgende Zuordnung lautet der Rahmen „oṃ [Bīja] namaḥ parāya [Prinzip im Dativ] namaḥ“. Der Druck kürzt tattva beziehungsweise tattvātmane vielfach ab. Im ganzen Körper werden maṃ dem Jīva, dem individuellen Lebensselbst, und bhaṃ dem Prāṇa zugeordnet. Im Herzen folgen baṃ für Buddhi, phaṃ für Ahaṃkāra und paṃ für Manas. Das Zeichen für baṃ ist im Druck von vaṃ schwer zu unterscheiden; baṃ folgt hier der ausdrücklich gelehrten rückläufigen Konsonantenreihe.

Am Scheitel folgt naṃ für das Klangprinzip, im Mund dhaṃ für Berührung, im Herzen daṃ für Gestalt beziehungsweise Farbe, an der verborgenen Körperstelle thaṃ für Geschmack, an den Füßen taṃ für Geruch. An den Ohren folgt ṇaṃ für das Gehör, im ganzen Körper ḍhaṃ für die Haut, an den Augen ḍaṃ für das Auge, an der Zunge ṭhaṃ für die Zunge und an der Nase ṭaṃ für den Geruchssinn.

Im Mund folgt ñaṃ für das Sprachvermögen, an den Händen jhaṃ für das Handvermögen, an den Füßen jaṃ für das Fußvermögen, am Ausscheidungsorgan chaṃ für dessen Prinzip und an der verborgenen Körperstelle caṃ für das Fortpflanzungsorgan. Beim letzten lautet der ausgeschriebene Schluss in der Vorlage upasthatattvāya, ohne ātmane.

Am Scheitel folgt ṅaṃ für den Raum, im Mund ghaṃ für die Luft, im Herzen gaṃ für das Feuer, am Geschlechtsorgan khaṃ für das Wasser, an den Füßen kaṃ für die Erde. Im Herzen folgt yaṃ für den Herzlotus; ebendort haṃ für das Sonnenmaṇḍala, saṃ für das Mondmaṇḍala und raṃ für das Feuermaṇḍala.

Die weiteren Zuordnungen lauten: am Scheitel pauṃ für Parameṣṭhin und das Vāsudeva-Prinzip; im Mund yaṃ für Puruṣa und das Saṃkarṣaṇa-Prinzip; im Herzen raṃ für Viśva und das Pradyumna-Prinzip; an der verborgenen Körperstelle vaṃ für Nivṛtti und das Aniruddha-Prinzip; an den Füßen laṃ für Sarva und das Nārāyaṇa-Prinzip. Die Namen stehen in den Formeln jeweils im Dativ. Mit dem Nṛsiṃha-Bīja folgt „namaḥ parāya nṛsiṃhāya kopatattvātmane namaḥ“, Verehrung dem höchsten Nṛsiṃha, dem Selbst des Zornprinzips. Die genaue Schreibung dieses zusammengesetzten Bījas ist im Scan nicht sicher lesbar und wird hier nicht als gesicherte Mantraformel ergänzt. Dies setzt man vom Scheitel bis zu den Füßen durchdringend ein.

Nachdem man das eigene Selbst als von Śrī Nārāyaṇa erfüllt vergegenwärtigt hat, meditiert man nach der früher genannten Beschreibung „strahlend wie Millionen aufgehender Sonnen“ und den folgenden Worten; der Druck verweist auf 8.170.

Besondere Meditationsformen; neue Nummernreihe NMD:

27.NMD.1: Wer göttliche Fülle erstrebt, vergegenwärtige zur Linken die Göttin Kamalā mit großen Lotusaugen, von der Farbe eines goldenen Lotus und mit kostbaren Edelsteinketten. Liebevoll richtet sie ihre Augen auf Hari.

27.NMD.2: Den Gott stelle man sich goldglänzend und mit Edelsteinen geschmückt vor. Wer Land, Getreide und Gold erlangen möchte, vergegenwärtige die Erdgöttin Dharaṇī.

Druckseite 412; Fortsetzung der besonderen Meditationsformen:

27.NMD.3: [Dharaṇī erscheint als] Göttin, dunkelgrün wie ein Dūrvā-Blatt, die eine Reisrispe hält. Die Göttin Bhāratī vergegenwärtige man mit Vīṇā und Buch …

27.NMD.4: … zur Rechten des Gottes der Götter, mit einem Gesicht wie der Vollmond. Sie trägt zwei weiße Gewänder, die einer Ansammlung von Schaum auf dem Milchozean gleichen.

27.NMD.5: Man meditiere über Viṣṇu, den Gott jenseits des Höchsten, zusammen mit Bhāratī. Dann wird man zum Kenner des Veda und seiner Bedeutung, zum hervorragend Wissenden.

Im Nārāyaṇīya, unnummeriert: „Zwischen zwei Praṇavas stehend und mit namaḥ endend gilt [der Mantra] als mit Bīja versehen. Ohne Bīja verleiht der Mantra Befreiung; er beginnt, wie angegeben, mit Praṇava.“ Gemeint ist die Unterscheidung zwischen den zusätzlichen Bīja-Rahmungen und der Grundform; der Vers nennt beide Fassungen, ohne hier nochmals alle Laute auszuschreiben.

Fortsetzung des Verehrungsablaufs: Nach der Meditation zeigt man die Mudrās von Śrīvatsa, Kaustubha und Vanamālā. Dann vollzieht man die Handlungen von der Meditation bis zur Verehrung des eigenen Selbst. Die Besonderheit der Selbstverehrung besteht darin, dass man sich zunächst als die eigene erwählte Gottheit vergegenwärtigt. Darauf verehrt man gemäß der Reihenfolge des Vibhūtipañjara-Nyāsa die jeweiligen Körperstellen mit dem entsprechenden Nyāsa-Mantra, Duftstoffen, Blumen und den übrigen Gaben. Mit dem Kirīṭa-Mantra bringt man am eigenen Körper fünf oder drei Blumenhandvoll dar. Danach folgen die Verehrung der Gottheiten des Yoga-Pīṭha und alle weiteren Handlungen nach der angegebenen Vorschrift.

Man verehrt die mit Maṇḍūka beginnende und mit der Erde endende Reihe, den Milchozean und Śvetadvīpa. Nach der mit dem Nandana-Garten beginnenden und bis zum höchsten Prinzip reichenden Verehrung verehrt man auf den Staubfäden des achtblättrigen Lotus, von der eigenen Vorderseite im Uhrzeigersinn bis zur Mitte: „vimalāyai namaḥ“, „utkarṣiṇyai namaḥ“, „jñānāyai namaḥ“, „kriyāyai namaḥ“, „yogāyai namaḥ“, „prahvyai namaḥ“, „satyāyai namaḥ“, „īśānāyai namaḥ“, „anugrahāyai namaḥ“.

Mit „oṃ namo bhagavate viṣṇave sarvabhūtātmane vāsudevāya sarvātmasaṃyogayogapīṭhātmane namaḥ“ verehrt man den gesamten Pīṭha: „Verehrung dem erhabenen Viṣṇu, dem Selbst aller Wesen, Vāsudeva, dem Selbst des Yoga-Sitzes der Vereinigung aller Selbste.“ Diese ausgeschriebene Fassung hat yogapīṭha; die frühere Lautableitung auf Druckseite 409 nannte yogapadma-pīṭha. Beide Quellfassungen bleiben unterscheidbar.

Man spricht den Wurzelmantra und „śrīviṣṇumūrtiṃ kalpayāmi“, „Ich stelle die Gestalt Śrī Viṣṇus vor“, und bildet sie in der Mitte. Nochmals spricht man den Wurzelmantra und verehrt sie mit „śrīviṣṇumūrtaye namaḥ“. Man verehrt die mit Gaṇeśa beginnenden Gottheiten der vier Heiligtümer, ruft [Viṣṇu] mit dem zuvor beziehungsweise in der maßgeblichen Quelle genannten Anrufungsmantra herbei und vollzieht die Einsetzungen bis zur Prāṇa-Einsetzung. Das Bezugswort vor „Anrufungsmantra“ ist im Druck mit einer eingeklammerten Silbe unsicher überliefert.

Man zeigt die Vaiṣṇava-Mudrās und vollzieht die Darbringungen vom Sitz bis zu den Blumen. Im Lotuszentrum verehrt man wie zuvor die fünf Glieder. Auf den Staubfäden des achtblättrigen Lotus, von der eigenen Vorderseite im Uhrzeigersinn, stehen die Formeln „oṃ naṃ namaḥ“, „māṃ namaḥ“, „nāṃ namaḥ“, „rāṃ namaḥ“, „yaṃ namaḥ“, „ṇāṃ namaḥ“, „yaṃ namaḥ“. Der Druck zieht am Anfang oṃ und naṃ zu einer Anrufung zusammen und bietet dadurch sieben ausdrücklich mit namaḥ geschlossene Formeln; eine zusätzliche Trennung wird nicht stillschweigend ergänzt.

Auf den vier Blättern der Hauptrichtungen, beginnend vor einem selbst, verehrt man „oṃ vāsudevāya namaḥ“, „saṃkarṣaṇāya namaḥ“, „pradyumnāya namaḥ“, „aniruddhāya namaḥ“. Auf den Blättern der Zwischenrichtungen folgen „śāntyai namaḥ“, „śriyai namaḥ“, „sarasvatyai namaḥ“, „ratyai namaḥ“.

An den Blattspitzen, wieder von vorn im Uhrzeigersinn, verehrt man Diskus, Muschelhorn, Keule, Lotus, Kaustubha, Mörserstößel, Schwert und Waldblumengirlande: „cakrāya namaḥ“, „śaṅkhāya namaḥ“, „gadāyai namaḥ“, „padmāya namaḥ“, „kaustubhāya namaḥ“, „musalāya namaḥ“, „khaḍgāya namaḥ“, „vanamālāyai namaḥ“.

Auf der ersten Linie des äußeren Quadrats, ausgehend von der Vorderseite der Gottheit im Uhrzeigersinn, stehen in den vier Hauptrichtungen „dhvajāya namaḥ“, „garuḍāya namaḥ“, „śaṅkhanidhaye namaḥ“, „padmanidhaye namaḥ“. In den Zwischenrichtungen stehen „vighnāya namaḥ“, „ādityāya namaḥ“, „durgāyai namaḥ“, „viṣvaksenāya namaḥ“. Auf der zweiten Linie verehrt man Indra und die übrigen [Weltenhüter], auf der dritten Vajra und die übrigen [Waffen]. Danach bringt man Räucherwerk und alles Weitere dar und schließt die Verehrung ab.

Im Sārasaṃgraha; neue Nummernreihe NPR:

27.NPR.1: Mit ungeteilter Aufmerksamkeit wiederholt der Mantrakundige den Mantra 32 Lakṣas, oder um ein Viertel vermindert, oder zur Hälfte, oder wiederum die Hälfte davon.

27.NPR.2: Ein Zehntel dieser Zahl bringt man als Feueropfer mit Lotusblüten dar, die mit den drei süßen Stoffen bestrichen sind. Die Sättigungsdarbringung vollzieht man mit Wasser, das mit Kampfer, Safran und Moschus wohlriechend gemacht ist …

27.NPR.3: … und nach der eigenen Besprengung sättigt man auch Brahmanen aus guten Familien, von gutem Wandel und Viṣṇu ergeben, ohne nachlässig zu werden.

Prosa: Diese Wiederholungszahlen sind auf die Weltalter vom Kali- bis zum Kṛta-Yuga zu beziehen. Die Reihenfolge ergibt somit 3.200.000, 2.400.000, 1.600.000 und 800.000 Wiederholungen. Anderswo heißt es: „Gesammelt wiederhole man diesen Mantra in einer Zahl von vikāra Lakṣas. Ein Zehntel davon opfere man mit Lotusblüten, die mit süßen Stoffen getränkt sind. Man verehre den Gott auf dem mit Vimalā und den weiteren [Śaktis] verbundenen Pīṭha.“ Vikāra steht als Zahlchiffre im Text; ihre hier beabsichtigte Zahl wird an dieser Stelle nicht erläutert und daher nicht als sichere Ziffer ergänzt.

Ferner; neue Nummernreihe NAP:

27.NAP.1: Nachdem der verständige Mantrakundige den Mantra auf diese Weise verwirklicht hat, vollzieht er die besonderen Anwendungen. [Er meditiert über Viṣṇu] freundlich, achtarmig, mit Waffen versehen und an allen Gliedern weißstrahlend …

27.NAP.2: … auf Garuḍa reitend, bei der Beseitigung von Gift. Auf ebendiese Weise vergegenwärtigt er Hari bei der Handlung zur Beseitigung von Krankheit.

27.NAP.3: Durch ein Feueropfer mit vier Fingerbreiten langen Guḍūcī-Stücken, verbunden mit Dickmilch, Honig und Ghee sowie Milch, überschreitet man sogar den Tod. Dies ist eine rituelle Heilsverheißung der Quelle. Die Fußnote nennt als Lesart des Textzeugen ga: „Der Tod selbst weicht zurück.“ Die weitere knappe Lesart parika aus Textzeuge kha ist im Druck ohne eindeutig zuordenbares Bezugswort verzeichnet.

Druckseite 413; Fortsetzung der Anwendungen. Die folgenden Schutz-, Heilungs- und Erfolgszusagen werden als Aussagen des historischen Ritualtextes wiedergegeben.

27.NAP.4: Wer am Samstag, gereinigt, den Aśvattha-Baum mit der Hand berührt und achthundert Wiederholungen vollzieht, stirbt nicht eines vorzeitigen Todes. Der Druck nennt als Lesart des Textzeugen kha labhya gegenüber der hier gelesenen Form ālabhya.

27.NAP.5: Der Mantrakundige wiederholt [den Mantra] fünfundzwanzigmal und trinkt reines Wasser. Von Verfehlungen befreit, wird er gesund und erkenntnisreich.

27.NAP.6: Eine Besprengung mit Krugwasser nach zehntausend Wiederholungen beseitigt alle Krankheiten. Wer Speise isst, über der sieben Wiederholungen vollzogen wurden, gewinnt Wohlstand, Einsicht und Gesundheit. Eine Lesart aus kha hat dhī, „Einsicht“, an der entsprechenden Stelle der Ergebnisformel.

27.NAP.7: Bei einer Mond- oder Sonnenfinsternis fastet man drei Tage oder auch nur einen Tag. Dann berührt man Brāhmī-Ghṛta und vollzieht achttausend Wiederholungen.

27.NAP.8: Wer davon trinkt, erlangt Auffassungskraft, dichterische Gabe und Gewandtheit im Streitgespräch. Durch zehntausend Feuerdarbringungen mit Bilva wird man sogleich zum Herrn des Reichtums. Die Prosa erklärt Bilva hier als dessen Früchte oder Blätter.

27.NAP.9: Einen Faden aus Lotusfasern, über dem zehntausend Mantrawiederholungen vollzogen wurden, trägt man an der rechten Hand; damit ist man überall gut geschützt.

Die Meditation über die Mantralaute nach dem Mahākapila-Pañcarātra; neue Nummernreihe NVD:

27.NVD.1: Den Oṃ-Laut vergegenwärtigt man stets von einem Kranz von Licht umgeben. Na erscheint in Wolkenfarbe; den Mo-Laut stelle man sich stets …

27.NVD.2: … wie aufgebrochenes beziehungsweise zerteiltes schwarzes Augenschminkmittel vor, als das dritte, ausgezeichnete Bīja. Nā erscheint dunkel, freundlich gestaltet und sehr schön.

27.NVD.3: Rā erscheint in Wasserfarbe, mit voll aufleuchtender Strahlkraft. Den höchsten Ya-Laut vergegenwärtigt man stets rauchfarben.

27.NVD.4: Den Ṇā-Laut vergegenwärtigt man als Gestalt unvergleichlicher Eigenschaften. Danach erscheint Ya mit dem Glanz eines Rubins.

Prosa: Für materiellen Gewinn wiederholt man [den Mantra] mit dem Śrī-Bīja am Anfang. Denn es heißt: „Wer dies erstrebt, wiederhole den mit dem Śrī-Bīja verbundenen Mantra mit darauf gerichtetem Geist.“ Auch hinsichtlich besonderer Wünsche gibt es Unterscheidungen.

Neue Nummernreihe NBJ:

27.NBJ.1: Man vergegenwärtigt das eigene Selbst als den überaus schrecklichen Gott Nṛsiṃha und berührt die Waffe mit dem Mantra. Man kehrt nicht zurück, ohne gesiegt zu haben.

27.NBJ.2: Man verbindet den Mantra mit dem Nṛsiṃha-Bīja und wiederholt ihn beständig. Nach 108 Wiederholungen, mit durch Mantra geweihter linker Hand …

27.NBJ.3: … besprengt man wieder und wieder; selbst ein von einer Schlange Gebissener bleibt am Leben. [Für eine weitere Anwendung] wiederholt man beständig [den Mantra], verbunden mit dem Garuḍa-[Bīja]; die Wendung mit dem „Vogelgefährt“ ist dabei im Druck sprachlich unklar.

27.NBJ.4: Zur Beseitigung von Gift meditiert man über Viṣṇu auf Garuḍa. In einem Aśoka-Hain zeichnet man den König der Vögel auf eine Aśoka-Holztafel …

27.NBJ.5: … verehrt den Erhabenen mit Aśoka-Blüten und bringt vor ihm diese Blüten sieben Tage lang zu den drei Tagesübergängen ins Feuer dar.

27.NBJ.6: Der Vogel wird unmittelbar sichtbar und gewährt den gewünschten Segen. Verbunden mit dem Gaṇapati-[Bīja] wiederholt man [den Mantra] hunderttausendmal, während man ein Milchgelübde einhält.

27.NBJ.7: So sieht man den Gott Mahāgaṇapati gleichsam unmittelbar vor sich. Verbindet man [den Mantra] mit dem Bhāratī-Bīja, so sieht man nach sechs Monaten seiner Wiederholung und Verehrung …

27.NBJ.8: … hier die Göttin Sarasvatī unmittelbar vor sich. Ein Mann aus den drei [oberen] Varṇas soll den Mantra mit vorangestelltem Praṇava wiederholen …

27.NBJ.9: … Frauen und Śūdras hingegen ohne Praṇava. Am Anfang des achtgliedrigen Mantras erfüllt Praṇava alle Wünsche. Die Unterscheidung des Rezitationsrechts ist die historische soziale Vorschrift dieser Quelle.

27.NBJ.10: Wenn er sowohl am Anfang als auch am Ende steht, nimmt die Erkenntnis zu. Am Anfang soll man die Lautverbindung vollziehen, am Ende dagegen nicht.

Nun das im Kalpa gelehrte Yantra; neue Nummernreihe NYA:

27.NYA.1: [Man zeichnet] einen achtblättrigen Lotus, ein Sechseck, einen Lotus mit zwölf Blättern und einen mit zweiunddreißig Blättern; außen darum einen Kreis und das glückverheißende Bhūpura.

27.NYA.2: Der Verständige schreibt im Zentrum den ersten Vokal zusammen mit dem [Namen des] Zieles. Auf die acht Blätter schreibt er die Laute des Wurzelmantras, an die Blattspitzen den Śrī-Laut.

27.NYA.3: Im Sechseck stehen die Laute des Cakra-Mantras, auf den zwölf Blättern der zwölfgliedrige [Mantra], auf den zweiunddreißig Blättern der Mantrakönig und im Kreis das Bīja des Nṛhari. Der Gottesname ist im Druck als nṛhiri verzeichnet; gemeint ist hier die Nṛsiṃha-Gestalt.

27.NYA.4: Auch mit den Prāṇa-Lauten verbunden, ist es unmittelbar Viṣṇus Wohnstätte. Wer ihn darin anruft, mit Mantras verehrt, durch Mantras bindet und [das Yantra] fest bei sich trägt … Fortsetzung auf der nächsten Seite.

Druckseite 414; Fortsetzung der Yantra-Beschreibung:

27.NYA.5: … dessen Reichtum, Gesundheit und günstige Lebensumstände nehmen beständig zu. Er gewinnt die erwünschte Vereinigung mit dem Gott, Teilhabe an seiner Herrlichkeit, Aufenthalt in seiner Welt oder Nähe zu ihm.

Auch im Sārasaṃgraha; neue Nummernreihe NYS:

27.NYS.1: In die Mitte des Sechsecks schreibt man das Ziel innerhalb eines Praṇava, der seinerseits in einem Praṇava steht. In die sechs Ecken schreibt man den Sudarśana-Mantra. Danach schreibt man auf den achtblättrigen Lotus den achtgliedrigen [Mantra], an die Blattspitzen den achtgliedrigen Śrīkara. Außen folgt ein zwölfblättriger Lotus, versehen mit dem zwölfgliedrigen Mantra.

27.NYS.2: Auf den zweiunddreißigblättrigen Lotus schreibt man die Laute des Anuṣṭubh-Mantras des Narahari und umgibt dies außen mit seinem Bīja. Dies ist Viṣṇus höchstes Yantra. Durch Verehrung und Feueropfer vollkommen bereitet und an der Hand getragen, schützt es vor Bhūtas und anderen [Einflüssen], vermehrt Wohlstand und Ruhm und gewährt den nach Befreiung Strebenden Erlösung.

Ausführliche Erklärung: Man zeichnet ein Sechseck und in dessen Mitte einen Praṇava im Inneren eines Praṇava; darin schreibt man den Namen des Zieles. In die sechs Ecken trägt man, von der eigenen Vorderseite im Uhrzeigersinn, je einen Laut des im Folgenden zu lehrenden sechsgliedrigen Sudarśana-Mantras ein. Außen darum zeichnet man einen achtblättrigen Lotus; auf seine Blätter kommen die Laute des achtgliedrigen Nārāyaṇa-Mantras. An die Blattspitzen schreibt man die zuvor genannten acht Śrīkara-Laute.

Außen folgt ein zwölfblättriger Lotus mit den Lauten des im Folgenden zu lehrenden zwölfgliedrigen Vāsudeva-Mantras. Darum zeichnet man einen zweiunddreißigblättrigen Lotus und trägt auf jedes Blatt einen der zweiunddreißig Laute des noch zu lehrenden Nṛsiṃha-Mantras ein. Außen zieht man zwei Kreise. Den Zwischenraum füllt man, von der eigenen Vorderseite im Uhrzeigersinn, fortlaufend mit dem Nṛsiṃha-Bīja, so ausgerichtet, dass es den im Zentrum stehenden Schriftzeichen zugewandt ist. Dieses Yantra gewährt die genannten Früchte.

Im Śrīyantrasāra; neue Nummernreihe PYA:

27.PYA.1: In das Zentrum des Sechsecks [schreibt man] Tāra zusammen mit dem Ziel. Die sechs Laute des Sudarśana-Mantras stehen in den sechs Ecken, an den Verbindungspunkten …

27.PYA.2: … die sechs Glieder. Auf den Staubfäden des vierblättrigen Lotus steht der Reihe nach je ein Laut des viergliedrigen Gopālaka-Mantras.

27.PYA.3: Auf die Blätter kommen je drei Laute des zwölfgliedrigen [Mantras]. Auf den Staubfäden des achtblättrigen Lotus steht je ein Laut des achtgliedrigen [Mantras] …

27.PYA.4: … danach jeweils vier Laute des Nṛsiṃha-Anuṣṭubh. Auf den Staubfäden des achtblättrigen Lotus [verfährt man] wie bei Sudarśana; auf dem sechzehnblättrigen [Lotus] … Die knappe Sudarśana-Zuordnung dieses Verses ist syntaktisch unklar und wird durch die folgende Prosa näher erläutert.

27.PYA.5: … stehen außen der Reihe nach die sechzehn Strophen des Puruṣasūkta. Ein Kreis erstrahlt mit den Mātṛkā-Lauten; das Bhūpura [ist mit Tāra verbunden]. Die entsprechende Wortverbindung ist im Vers undeutlich gedruckt; die Prosa setzt die Erläuterung fort.

27.PYA.6: Dieses Puruṣasūkta-Yantra gewährt Nachkommen, Lebensdauer, Ruhm und Ausstrahlung. Es beseitigt alle Verfehlungen, schenkt Wohlstand, Dharma, materiellen Gewinn, Glück und Befreiung.

27.PYA.7: Man zeichnet das Yantra auf frische Butter und rezitiert dreimal dieses Sūkta. Eine Frau verzehrt [die Butter] am Morgen, o Verständige; sie gebiert einen Sohn, der alle Āgamas kennt.

27.PYA.8: Bei schwerer Vergiftung, besonders schwerem Schadenszauber, heftigem Fieber oder besonders heftigen Schmerzen lässt man [die Butter] nach der Rezitation zur Linderung verzehren. Der letzte Versfuß fehlt im Druck. Diese Wirkungen sind rituelle Verheißungen der Quelle.

Ausführliche Erklärung: Man zeichnet ein Sechseck, in dessen Mitte der Praṇava zusammen mit dem Ziel steht. In seine Ecken schreibt man, von der eigenen Vorderseite im Uhrzeigersinn, je einen Laut des sechsgliedrigen Sudarśana-Mantras; an seine Verbindungspunkte die sechs Gliedermantras dieses Sudarśana-Mantras. Außen darum zeichnet man einen vierblättrigen Lotus und schreibt auf dessen Staubfäden je einen Laut des viergliedrigen Gopāla-Mantras. Auf seine Blätter kommen vom zwölfgliedrigen Vāsudeva-Mantra … Fortsetzung auf der nächsten Seite. Die Fußnote nennt zu ṣaḍaṅgāni, „die sechs Glieder“, die Lesart tadaṅgāni, „dessen Glieder“, aus Textzeuge kha.

Druckseite 415; Fortsetzung der Yantra-Erläuterung: … jeweils drei Laute auf jedes Blatt. Außen darum zeichnet man einen achtblättrigen Lotus und schreibt auf seine Staubfäden je einen Laut des achtgliedrigen Nārāyaṇa-Mantras. Auf jedes Blatt kommen vier Laute des zweiunddreißiggliedrigen Nṛsiṃha-Mantras. Darum zeichnet man einen sechzehnblättrigen Lotus: Auf jeden Staubfaden kommt ein Laut des im Folgenden zu lehrenden sechzehngliedrigen Sudarśana-Mantras, auf jedes Blatt eine Strophe des Puruṣasūkta. Außen zieht man zwei Kreise und schreibt in den Zwischenraum die Mātṛkā-Laute mit Bindu. Darum zeichnet man ein Quadrat und trägt in seine Ecken Praṇava ein. Dieses Yantra gewährt die genannten Früchte.

Hier sollen alle die Ṛgveda-Fassung des Puruṣasūkta verwenden, da diese den übrigen Fassungen zugrunde liegt und in den anderen Veden abweichende Lesarten vorkommen. Für das mit „sahasraśīrṣa“ beginnende Sūkta aus sechzehn Strophen ist Nārāyaṇa der Rishi, Puruṣa die Gottheit; fünfzehn Strophen stehen im Anuṣṭubh- und eine im Triṣṭubh-Metrum. Dies sind die textinternen Angaben zur hier verwendeten Fassung.

Im Sārasaṃgraha; neue Nummernreihe NMG:

27.NMG.1: Die acht Laute des achtgliedrigen Mantras haben jeweils eigene Rishis. Nach den Unterschieden der Gestalten wird er in verschiedenen Formen gelehrt, die dem Übenden das Erwünschte gewähren.

27.NMG.2: Gautama, Bharadvāja, der als Viśvāmitra Bekannte, Jamadagni, Vasiṣṭha, Kaśyapa und Atri …

27.NMG.3: … sowie Agastya sind der Reihe nach die acht Rishis. Gāyatrī, Uṣṇih, Anuṣṭubh, Bṛhatī und Paṅkti …

27.NMG.4: … Triṣṭubh, Jagatī und Virāj sind der Reihe nach die Metren. Dhara, Dhruva, Soma, Āpas, Agni und Vāyu …

27.NMG.5: … Pratyūṣa und Prabhāsa sind der Reihe nach die Gottheiten. Feuer, Erde, Luft, Raum, Sonne, Himmel, Blitz und Gestirn …

27.NMG.6: … sind die Prinzipien; als Bereiche gelten die sieben Welten zusammen mit dem höchsten [Bereich]. Weiß, golden, schwarz, rot, safranfarben …

27.NMG.7: … lotusfarben beziehungsweise lotusstaubfadenfarben, blauglänzend und rot gelten als die acht Farben. Der sechste und der erste [Laut] haben Udātta-Akzent, der letzte und der zweite Svarita. Die Verbindung von padma und kiñjalka in der Farbzeile ist sprachlich nicht eindeutig; für acht Farben sind sie als eine Lotusfarbangabe zusammenzulesen.

27.NMG.8: Der dritte und vierte Laut haben Pracaya, der fünfte ist tief akzentuiert; das siebte Bīja hat Udātta. Daran soll man denken und rezitieren.

27.NMG.9: Die beiden Gestalten der Laute na und mo tragen Muschelhorn, Diskus, Keule und Lotus in den Händen. Die übrigen tragen der Reihe nach Diskus, Muschelhorn, Keule und Lotus. Vers 8 und die erste Hälfte von Vers 9 stehen in der Vorlage in Klammern.

27.NMG.10: Welche Gestalt zuerst verehrt wird, zu deren Gliedern werden die anderen. Bei der jeweils übrigen [Verehrung] wird sie selbst wiederum zum Glied. Die mittlere Wortverbindung ist im Druck undeutlich; der Wechsel zwischen Hauptgestalt und Begleitgestalten ist erkennbar.

27.NMG.11: Gegenüber dem noch zu lehrenden Verfahren für Tāra ist dies die zusätzliche Umhüllung. Alles Übrige entspricht der im Folgenden zu beschreibenden Art.

27.NMG.12: Daher kennt man bei jeder Verehrung zunächst die Glieder und die acht Gestalten. Die Weltenhüter und alles Weitere sind bei sämtlichen Verehrungsformen gleich.

27.NMG.13: Bei der aus dem Na-Laut hervorgehenden [Gestalt] verehrt man die Śaktis der mit Vāsudeva beginnenden [Götter] und die mit der Standarte beginnende [Reihe]. Bei der dritten [Gestalt] Rati, Dhṛti, Kānti, Tuṣṭi und Puṣṭi …

27.NMG.14: … Sphūrti, Dīpti und Kīrti; danach die mit der Standarte beginnenden [Insignien]. Bei der vierten [Gestalt] wird ebenfalls die mit Rati beginnende Reihe verehrt; der Rest ist wie zuvor.

27.NMG.15: Bei der aus dem fünften Laut hervorgehenden [Gestalt] sind es Śrī, Bhū, Māyā, Manonmanī, Hrī, Rati, Puṣṭi und Mohinī; ferner Māyā und die mit Mahat beginnende [Reihe] … Der Druck nennt als Lesart aus ka śrībhū. Die zusätzliche Māyā-Nennung bleibt erhalten.

27.NMG.16: … ebenso wird die mit Yogā beginnende [Reihe] verehrt. Bei der aus dem sechsten Laut hervorgehenden [Gestalt] sind es Diskus, Muschelhorn, Keule, Pflug, Śārṅga-Bogen, Mörserstößel, Schwert und Dreizack.

27.NMG.17: Bei der aus dem siebten Laut hervorgehenden [Gestalt] sind es Ananta, Vāsuki und Takṣaka, danach Kārkoṭaka, Padma und Mahāpadma …

27.NMG.18: … sowie Śaṅkhapāla und Kulika: Diese verehrt man ordnungsgemäß auf den Blättern. Die fünfte [Umhüllung] besteht aus den mit Matsya beginnenden [Gestalten], die sechste aus den mit Ananta beginnenden. Die zweite Hälfte von Vers 17 und die erste Hälfte von Vers 18 stehen im Druck in Klammern.

27.NMG.19: Alles Übrige ist wie zuvor. [Die Gestalten heißen] Matsya, Kūrma, Varāha, Nṛsiṃha, der Zwerg und die drei Rāmas …

27.NMG.20: … Kṛṣṇa, Kalkin, Anantātman und Buddha. Was zuvor beim Verehrungsverfahren und beim Yantra gelehrt wurde, ist hierbei entsprechend zu verstehen. Die alternative Schlusslesart aus kha lautet sinngemäß: „und die mit Matsya beginnenden, ihren Namen nach“.

27.NME.20: Die Vorschrift für die Mantras der Laute des achtgliedrigen Mantras ist nun vollständig dargelegt. Wer als Mantrakundiger Hari auf diese Weise mit höchster Hingabe verehrt … Die Vorlage wiederholt die Nummer 20; dieser zweite Eintrag erhält zur eindeutigen Zuordnung das Präfix NME.

Unnummerierter abschließender Halbvers: … dieser Übende erlangt die ersehnten Ziele mühelos. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

Druckseite 416; Erläuterung zur Verehrung der acht Gestalten: Mit „des achtgliedrigen [Mantras]“ beginnt die Vorschrift für die acht Gestalten, die nach seinen acht Lauten benannt sind. Dara bedeutet Muschelhorn. Für die Gestalten der Laute na und mo gilt die zuvor beschriebene Waffenanordnung. Bei den anderen vergegenwärtigt man, von der unteren rechten Hand im Uhrzeigersinn bis zur oberen rechten Hand, Diskus, Muschelhorn, Keule und Lotus.

Die Worte „welche Gestalt“ besagen: Die vom Verehrer als Hauptgestalt gewählte Form wird in der Mitte verehrt. Die sieben übrigen Gestalten stehen in den Richtungen von Osten bis Norden. Im Nordosten wird nochmals die Hauptgestalt verehrt; darauf bezieht sich „wird sie selbst wiederum zum Glied“. Bei der Verehrung der zweiten Gestalt verehrt man zunächst die dritte und die folgenden, danach die erste und die zweite. Entsprechend ist bei der dritten und den übrigen vorzugehen.

Bei der ersten Verehrungsform besteht die erste Umhüllung aus den Gliedern, die zweite aus den acht Gestalten, die dritte aus den mit Vāsudeva beginnenden [Göttern] mit ihren Śaktis und den mit Ātman beginnenden [Prinzipien], die vierte aus Śānti und den folgenden, die fünfte aus Diskus und den übrigen [Waffen], die sechste aus Standarte und den übrigen [Insignien], Śakra und den übrigen [Weltenhütern] sowie deren Waffen.

Bei der Na-Gestalt enthält die dritte Umhüllung Vāsudeva und die folgenden; die vierte Standarte und die weiteren [Insignien] zusammen mit Śānti und den folgenden; die fünfte Śakra und die übrigen [Weltenhüter], die sechste deren Waffen. Bei der Mo-Gestalt besteht die dritte aus Rati und den folgenden, die vierte aus Standarte und den weiteren [Insignien] zusammen mit Śānti und den folgenden. Auch bei der Nā-Gestalt enthält die dritte Umhüllung Rati und die folgenden.

Bei Rā besteht die dritte Umhüllung aus den mit Ātman beginnenden [Prinzipien]; die drei Śaktis heißen hier Māyā, Mahāmāyā und Yogamāyā. Beim ersten Ya besteht die dritte aus Muschelhorn und den folgenden [Waffen], bei Ṇā aus Ananta und den folgenden [Schlangen]. Bei der letzten Ya-Gestalt besteht die erste Umhüllung aus den Gliedern, die zweite aus Vāsudeva und den folgenden zusammen mit Śānti und den folgenden, die dritte aus Keśava und den folgenden, die vierte aus Standarte und den weiteren [Insignien], die fünfte aus Matsya und den folgenden [Gestalten], die sechste aus den Weltenhütern und die siebte aus deren Waffen.

Lakṣmī-Nārāyaṇa

Im Rudrayāmala spricht Mahādeva; neue Nummernreihe LNR:

27.LNR.1: Ich werde dir die Bildung des Lakṣmī-Nārāyaṇa-Mantras lehren. Er schenkt sogleich die acht Siddhis und bringt den Übenden Glück.

27.LNR.2: Tāra, Parā, Harita, nochmals Parā, Lakṣmī und dann der Name „lakṣmīnārāyaṇāya“; am Ende Viśva: So wird der Mantra gelehrt.

Die Prosa löst auf: Tāra ist Praṇava, Parā hrīṃ, Harita ein mit hsa beginnendes Bīja, dessen Vokalzeichen und möglicher Bindu nicht völlig eindeutig gedruckt sind; danach nochmals hrīṃ und für Lakṣmī śrīṃ. Lakṣmīnārāyaṇāya bleibt in dieser Form. Die ausgeschriebene Reihenfolge lautet „oṃ hrīṃ [Harita-Bīja] hrīṃ śrīṃ namo lakṣmīnārāyaṇāya“, „Verehrung Lakṣmī-Nārāyaṇa“. Das Harita-Bīja ist annähernd hsauḥ beziehungsweise mit zusätzlichem Bindu zu lesen; es wird nicht als abschließend gesicherte Lautform ausgegeben. Die Stellung von namo in der Prosafassung weicht von der knappen Anweisung „am Ende“ im Vers ab.

27.LNR.3: Für ihn gibt es kein Hindernis, keinen Fehler, keine Furcht und keinen verkehrten Ausgang. Der Mantra schenkt unmittelbar Befreiung und die Frucht aller Ziele.

27.LNR.4: Ohne die vorbereitende Übung von hunderttausend Wiederholungen je Laut ist er jedoch mit einem Mangel behaftet. Wie ein Körper ohne Leben zu keiner Handlung fähig ist …

27.LNR.5: … so bringt auch ein Mantra ohne Puraścaraṇa keine Frucht. Unter einem Vaṭa-Baum, im Wald, auf einem Verbrennungsplatz, in einem verlassenen Haus oder an einer Kreuzung …

27.LNR.6: … um Mitternacht oder mittags soll man Puraścaraṇa vollziehen: hunderttausend Wiederholungen je Laut oder die Hälfte davon, o Maheśvarī.

27.LNR.7: Man soll bis zu mindestens hunderttausend gehen und niemals darunter bleiben. Zuerst durch die Hand des Gurus oder durch die Hand des Übenden …

27.LNR.8: … danach selbst gemäß der Puraścaraṇa-Vorschrift. Die Wendung caredd eham ist im Druck sprachlich nicht eindeutig; eine zusätzliche Handlung wird nicht ergänzt. Das Feueropfer beträgt ein Zehntel der Rezitation, die Sättigungsdarbringung wiederum ein Zehntel davon.

27.LNR.9: Die Besprengung beträgt ein Zehntel davon und die Speisung nochmals ein Zehntel. Ohne das Feueropfer im Umfang eines Zehntels erlangt man die Frucht nicht.

27.LNR.10: Die Pañcaratneśvarī-Vidyā des Lakṣmī-Nārāyaṇa soll man zusammen mit den fünf wiederholen; dann erlangt man die Frucht des Puraścaraṇa. Worauf „die fünf“ hier genau verweist, wird in diesem Vers nicht erklärt.

27.LNR.11: O große Göttin, als Rishi dieses Mantras wird hier Śiva genannt. Ein Wort vor der Rishi-Angabe ist undeutlich überliefert. Das Metrum ist Triṣṭubh; auch die Gottheit wird genannt:

27.LNR.12: Lakṣmī und Nārāyaṇa, o Göttin. Als Bīja wird Lakṣmī angegeben, als Śakti Parā und als Kīlaka Tāra.

27.LNR.13: Die Anwendung dient der Erlangung von Lebensgenuss und Befreiung. Ich werde dir nun die Meditation über Lakṣmī-Nārāyaṇa lehren …

27.LNR.14: … durch deren bloßen Vollzug man Lakṣmīs Erfüllung erlangt: [Man vergegenwärtigt ihn] mit einem Gesicht wie der Vollmond, in gelbem Gewand, auf einem Lotus sitzend.

27.LNR.15: Ich verehre Lakṣmī-Nārāyaṇa, vierarmig und von Lakṣmī begleitet. Mit Tāra und dem anfänglichen Bīja, versehen mit den sechs langen Vokalen, o Maheśvarī …

27.LNR.16: … vollzieht man die Einsetzung der sechs Glieder, nachdem man die Reinigung der Hände und die übrigen Vorhandlungen ausgeführt hat. Ich werde das höchste Yantra lehren, das alle Wünsche zur Erfüllung bringt.

Textkritische Randangabe: Die Fußnote nennt aus Textzeuge kha die Lesart hi; ihre genaue Bezugsstelle ist in der vorliegenden Seite nicht eindeutig markiert.

Druckseite 417; Fortsetzung aus dem Rudrayāmala:

27.LNR.17: Das Yantra bezaubert alle und gewährt das Ersehnte. Es besteht aus Bindu, Dreieck, Achteck beziehungsweise acht Dreiecken, Kreis und einem achtblättrigen Lotus …

27.LNR.18: … ferner einem sechzehnblättrigen [Lotus], einem Kreis und einem schmückenden Bhūpura. Dies ist das überaus wunderbare Śrīcakra des Lakṣmī-Nārāyaṇa.

27.LNR.19: Ich werde dir, o Göttin, die Glieder der Auflösung beziehungsweise Eingliederung lehren. Sie schenken Genuss und Befreiung, bergen die Geheimnisse von Veda und Āgama und gewähren die Frucht von zehn Millionen Verehrungen. Layāṅga ist die Bezeichnung der Vorlage für den folgenden Aufbau.

27.LNR.20: Vajra, Speer, Stab, Schwert, Schlinge, Stock, Standarte und Dreizack sind stets an den äußeren Toren zu verehren, o Śivā.

27.LNR.21: Indra, Agni, Yama, der Fleischesser [Nirṛti], Varuṇa, Anila, der Herr des Reichtums [Kubera] und Īśvara sind von den Übenden zu verehren; ebenso Brahmā, Ananta und die weiteren [Gottheiten].

27.LNR.22: Keśava, Mādhava, Kṛṣṇa, Govinda, Madhusūdana, Gadādhara, Śaṅkhadhara, Cakrapāṇi und Caturbhuja …

27.LNR.23: … Padmāyudha, Kaiṭabhāri, Ghoradaṃṣṭra, Janārdana, Vaikuṇṭha, Vāmana und Garuḍadhvaja soll man verehren …

27.LNR.24: … auf den sechzehn Blättern, o Herrin der Götter, gegen den Uhrzeigersinn. Dort verehrt der Mantrakundige auch die vier Gurus, o große Göttin.

27.LNR.25: Amṛtāṅga, Haṃsaketu, Vaṃśapāṇi und [Śrīpati] verehrt der Übende auf den drei Kreisen mit Duftstoffen und Blumen. Śrīpati ist im Druck eingeklammert ergänzt; die Zuordnung von vier Gurus zu drei Kreisen wird nicht weiter aufgeteilt.

27.LNR.26: Saṃhāra, Ruruka, Caṇḍa, Bhūteśa, Kālabhairava, Kapāla, Bhīṣaṇa und Śmaśānabhairava …

27.LNR.27: … verehrt der Übende zur Verwirklichung auf den acht Blättern, o Maheśvarī. Viṣṇu, Vāsudeva und Dāmodara …

27.LNR.28: … Narasiṃha, Saṃkarṣaṇa, Trivikrama, Aniruddha und Viṣvaksena …

27.LNR.29: … verehrt er auf den acht Ecken, jeweils mit dem Wort Lakṣmī verbunden. Im Dreieck verehrt er Gaṅgā, Yamunā und Sarasvatī …

27.LNR.30: … beginnend vorn, in der als Īśa-Folge bezeichneten Ordnung, o Pārvatī. Im Bindu-Maṇḍala verehrt man den Gott Lakṣmī-Nārāyaṇa …

Unnummerierter Halbvers: … mit Duftstoffen, ungebrochenen Reiskörnern, Blumen, Aguru, Girlanden und Schmuck. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

Ausgeführter Ritualablauf: Nach den morgendlichen Handlungen bis einschließlich des Bades vollzieht man die Verehrung der Tagesübergänge mit folgender Gāyatrī: „oṃ hrīṃ lakṣmīnārāyaṇāya vidmahe, hsauḥ parabrahmaṇe dhīmahi, hrīṃ śrīṃ tan naḥ paramātmā pracodayāt“ – „Wir wollen Lakṣmī-Nārāyaṇa erkennen; über das höchste Brahman meditieren wir. Möge das höchste Selbst uns anregen.“ Hier und in der folgenden Pīṭha-Liste ist das zuvor undeutliche Harita-Bīja deutlicher als hsauḥ gedruckt. Ein möglicher zusätzlicher Bindu der Stelle auf Seite 416 bleibt damit als dortige Lesefrage dokumentiert.

Nach dem Betreten des Verehrungsraums und den weiteren Handlungen bis zum Yoga-Pīṭha-Nyāsa vollzieht man mit dem Wurzelmantra dreimal Prāṇāyāma. Man setzt ein: am Kopf „sadāśivāya ṛṣaye namaḥ“, im Mund „triṣṭupchandase namaḥ“, am Herzen „śrīlakṣmīnārāyaṇāya devatāyai namaḥ“, an der verborgenen Körperstelle „śrīṃ bījāya namaḥ“, an den Füßen „hrīṃ śaktaye namaḥ“, im ganzen Körper „śrīṃ kīlakāya namaḥ“. Hier steht für Kīlaka śrīṃ, während Vers LNR.12 Tāra nannte. Mit gefalteten Händen spricht man: „Die Anwendung dient mir zur Erlangung der Früchte der vier Lebensziele.“

Die sechs Gliederformeln lauten: „śrāṃ hrāṃ hṛdayāya namaḥ“, „śrīṃ hrīṃ śirase svāhā“, „śrūṃ hrūṃ śikhāyai vaṣaṭ“, „śraiṃ hraiṃ kavacāya huṃ“, „śrauṃ hrauṃ netratrayāya vauṣaṭ“, „śraḥ hraḥ astrāya phaṭ“. Man setzt sie an den Händen, vom Daumen bis zu den Handflächen, und ebenso an den sechs mit dem Herzen beginnenden Körpergliedern ein. Die eng zusammengezogenen Doppelbījas sind nach ihrer erkennbaren Sechsvokalfolge getrennt wiedergegeben; besonders die Konsonantenverbindung der dritten Formel ist im Druck undeutlich.

Danach folgt die als Händereinigung dienende Einsetzung: „oṃ kāmarūpapīṭhāya namaḥ“ an Daumen und Herz; „hrīṃ jālandharapīṭhāya namaḥ“ an Zeigefinger und Kopf; „hsauḥ pūrṇāgiripīṭhāya namaḥ“ an Mittelfinger und Śikhā; „śrīṃ vārāṇasīpīṭhāya namaḥ“ an Ringfinger und Rüstung; „hrīṃ avantīpīṭhāya namaḥ“ an Handflächen, Handrücken und Waffenstelle. Obwohl die Prosa dies sechs Glieder nennt, sind nur fünf Pīṭha-Formeln ausgeschrieben; eine Kleinfinger-/Augenformel fehlt hier.

Es folgt die Einsetzung von Lautgruppen mit den im Druck angegebenen Anfängen und Zahlen: aṃ, acht [Laute], vom linken Fuß bis zum Knöchel; laṃ, acht, vom rechten Fuß bis zum Knöchel; kaṃ, fünf, vom Knöchel bis zur Wurzel des linken Beins; caṃ, fünf, entsprechend rechts; ṭaṃ, fünf, vom Nabel bis zur linken Schulterwurzel; taṃ, fünf, vom Nabel bis zur rechten Schulterwurzel; paṃ, fünf, von der Hüfte bis zu den Schultern; yaṃ, fünf, von den Schultern bis zu den Ohren; śaṃ, sechs, vom Kopf bis zu den Füßen. Der Beginn der zweiten Achtergruppe ist als laṃ gedruckt; die Reihe wird hier nicht nach einer üblichen Alphabetverteilung korrigiert. So erfolgt dreimal die Durchdringung.

Danach setzt man die sechs Mātṛkā-Glieder und an den Mātṛkā-Stellen das mit Bindu versehene Alphabet ein. Es folgen weitere Einsetzungen bis kṣa, mit den im Druck erkennbaren Rahmungen „śraṃ aṃ śraṃ“, danach „oṃ aṃ oṃ“, sowie weitere Kombinationen mit śraṃ und hrīṃ. Die letzte Zeile ist durch dunkle Flecken teilweise unleserlich; ihre restlichen Lautfolgen und Zahlen werden nicht als vollständige Formeln rekonstruiert. Der Satz über die Mātṛkā-Stellen setzt sich auf der nächsten Seite fort.

Druckseite 418; Fortsetzung der Ritualprosa: … vollzieht man den sechsfachen Nyāsa. Mit dem Wurzelmantra führt man dreimal die durchdringende Einsetzung aus. Nach Meditation und innerer Verehrung folgen das Aufstellen des Arghya und die Selbstverehrung. Man verehrt den Vaiṣṇava-Pīṭha wie zuvor, von Maṇḍūka bis zum Pīṭha-Mantra, stellt mit dem Wurzelmantra die Gestalt vor und vollzieht die Handlungen von der Anrufung bis zur Blumendarbringung. Nachdem man die Erlaubnis der Gottheit erbeten hat, verehrt man ihre Begleitgottheiten.

Erste Umhüllung: In den Ecken des mittleren Dreiecks verehrt man, von der eigenen Vorderseite im Uhrzeigersinn, nach dem Wurzelmantra die heiligen Füße beziehungsweise Pādukās von Śrī Mahālakṣmī, Mahārājalakṣmī und Mahāsiddhalakṣmī. Die erste Formel ist ausgeschrieben: „śrīmahālakṣmīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“, „Ich verehre die Pādukās Śrī Mahālakṣmīs; Verehrung!“ Die folgenden Formeln sind entsprechend abgekürzt.

Zweite Umhüllung: An den Dreiecksspitzen folgen „oṃ hrīṃ hsauḥ gaṃ“ für Gaṅgā, mit yaṃ für Yamunā und mit saṃ für Sarasvatī, jeweils verbunden mit der Verehrung ihrer heiligen Pādukās. Die Vorlage kürzt die gemeinsame Drei-Bīja-Einleitung im weiteren Verlauf mit dem Zeichen 3 ab; Namen und Formelenden sind ebenfalls vielfach abgekürzt.

Dritte Umhüllung: Im Zwischenkreis werden Muschelhorn, Diskus, Keule und Lotus auf dieselbe Weise verehrt.

Vierte Umhüllung: In den acht Ecken folgen Lakṣmī-Viṣṇu, Lakṣmī-Vāsudeva, Lakṣmī-Dāmodara, Lakṣmī-Narasiṃha, Lakṣmī-Saṃkarṣaṇa, Lakṣmī-Trivikrama, Lakṣmī-Aniruddha und Lakṣmī-Viṣvaksena.

Fünfte Umhüllung: Auf den acht Blättern folgen Saṃhārabhairava, Rurubhairava, Caṇḍabhairava, Bhūteśabhairava, Kālabhairava, Kapālabhairava, Bhīṣaṇabhairava und Śmaśānabhairava. Die Prosa verwendet Ruru gegenüber Ruruka in der Versfassung.

Sechste Umhüllung: An den Blattspitzen verehrt man Amṛtāṅga, Haṃsaketu, Vaṃśapāṇi, Śrīpati, Śrīguru, Paramaguru, Parāparaguru und Parameṣṭhiguru. Hier werden die vier zuvor genannten Gestalten und vier weitere Guru-Bezeichnungen ausdrücklich zu einer Achtzahl zusammengeführt.

Siebte Umhüllung: Auf den sechzehn Blättern verehrt man Keśava, Mādhava, Kṛṣṇa, Govinda, Madhusūdana, Gadādhara, Śaṅkhadhara, Cakrapāṇi, Caturbhuja, Padmāyudha, Kaiṭabhāri, Ghoradaṃṣṭra, Janārdana, Vaikuṇṭha, Vāmana und Garuḍadhvaja.

Achte und neunte Umhüllung: Im Quadrat stehen die Weltenhüter; außen darum ihre Waffen. Nachdem man diese Verehrung der neun Umhüllungen vollzogen hat, bringt man mit dem Wurzelmantra und den mit „sāṅgāya“, „mit seinen Gliedern“, beginnenden Worten drei Blumenhandvoll dar. Mit Räucherwerk, Licht und den übrigen Gaben vollendet man alles wie zuvor. Das Puraścaraṇa wurde bereits gelehrt.

Besondere Anwendungen; neue Nummernreihe LNP. Die folgenden Verse beschreiben die historische Ritualmagie einschließlich ihrer schädigenden Zielsetzungen und ihrer Schutzverheißungen.

27.LNP.1: … nun werde ich, Pārvatī, die Anwendungen lehren, durch die insbesondere die Verwirklichung dieses Mantras erfolgt. Der Anfang des ersten Versfußes fehlt im Druck.

27.LNP.2: Stillstellung, Bezauberung, Tötung und Heranziehung, Unterwerfung, Vertreibung, Befriedung und Stärkung …

27.LNP.3: … die Verwirklichung dieser Anwendungen werde ich lehren, o Maheśvarī. Schon durch ihre Ausführung entsteht Mantrasiddhi.

27.LNP.4: Am Sonntag badet man, o große Göttin, [begibt sich] unter einen Gajāśvattha-Baum, rezitiert zehntausendmal und opfert dort ein Zehntel dieser Zahl ins Feuer.

27.LNP.5: Mit Ghee, Zuckerzubereitung, Rohzucker und Blumen, vermischt mit Ānanda, erfolgt sogleich Stillstellung von Streitrednern, Wind und den weiteren im Vers genannten Kräften. Die abschließende Zusammensetzung vādi-vāta-ka-pāthas ist undeutlich; pāthas bezeichnet Wasser. Ānanda bleibt als nicht näher erklärter Stoffname der Vorlage stehen.

27.LNP.6: Am Montag geht der Verständige um Mitternacht zu einer Kreuzung, bindet die Richtungen, reinigt den Sitz und vollzieht die Prāṇāyāma-Vorschrift.

27.LNP.7: Er wiederholt den Wurzelmantra, während er Hari vergegenwärtigt, und bringt ein Zehntel als Feueropfer mit Ghee, Nāgara, Punnāga und Karañja-Blüten dar.

27.LNP.8: Nach der Sättigungsdarbringung mit einem Zehntel und der Besprengung zeichnet der hervorragende Übende mit der Asche ein Tilaka auf seine Stirn, o Maheśvarī.

27.LNP.9: Die drei Welten werden, sobald sie ihn sehen, gewiss bezaubert. Am Dienstag geht man zum Verbrennungsplatz und rezitiert zehntausendmal.

27.LNP.10: Ein Zehntel bringt man mit Ghee und Weizenmilchspeise, verbunden mit Dūrvā-Blättern, ins Feuer dar; „der Tod selbst stirbt in einem Augenblick“. Der Druck hat hier mṛtyuś ca mriyate. Die eigentümliche Formulierung wird nicht stillschweigend in „der Feind stirbt“ umgeschrieben.

27.LNP.11: Am Mittwoch geht man weit in den Wald und rezitiert am im Text unklar bezeichneten Ufer zehntausendmal den Wurzelmantra. Als Feuerdarbringung nennt der Vers Ghee, Japā und Kaṇā … Das Ortswort vor taṭa ist nicht sicher lesbar.

27.LNP.12: … sowie Dūrvā, Pūtā, Saptaparṇa, Akṣa-Blätter und Blumen. Selbst Rambhā wird sogleich vor ihm erscheinen. Die Pflanzenfolge ist eng zusammengeschrieben; unsichere botanische Gleichsetzungen werden nicht ergänzt.

27.LNP.13: Am Donnerstag geht man an ein Flussufer, rezitiert dort und bringt ein Zehntel als Feueropfer mit Ghee, Honig, Śaṭī, Candra und Karīra dar. Die Mengenangabe daśāṃśataḥ steht im Vers unmittelbar bei der Rezitation; ihre Beziehung zum anschließenden Feueropfer ist hier sinngemäß wiedergegeben.

Druckseite 419; Abschluss der Lakṣmī-Nārāyaṇa-Anwendungen:

27.LNP.14: Mit der so bereiteten Asche geraten die drei Welten unter die eigene Gewalt. Am Freitag geht man zu einem Aśoka-Baum und rezitiert zehntausendmal.

27.LNP.15: Man opfert Ghee, Nāgapuṭa und Reismehl mit Hülsen; nach dem Feueropfer bringt man ein Zehntel als Sättigungsdarbringung mit Āsava, Ghee und Zuckerrohrsaft dar. Nāgapuṭa ist die gedruckte Stoffbezeichnung und bleibt ohne unsichere Gleichsetzung stehen.

27.LNP.16: Selbst ein Feind, der Śaṃbhu gleicht, wird dadurch gewiss vertrieben. Am Samstag geht man an ein Flussufer und rezitiert zehntausendmal.

27.LNP.17: Ein Zehntel wird als Feueropfer mit Ghee, Milchspeise, Safran, Sāranāla und Jambū-Früchten dargebracht. Befriedung erfolgt in einem Augenblick.

27.LNP.18: Unter einem günstigen Mondhaus oder an einem günstigen Wochentag geht man in einen Garten, rezitiert zehntausendmal und opfert Ghee und Lotusblüten, o Īśānī.

27.LNP.19: Zusammen mit Utpala, dem gesamten [Genannten] und etwas Saurem entsteht große Stärkung. Dieses höchste Geheimnis habe ich dir aus Hingabe mitgeteilt. Sakala und sāmla stehen im Vers ohne weitere stoffliche Erläuterung.

27.LNP.20: Dies ist der ganze Schatz Lakṣmī-Nārāyaṇas, der das höchste Ziel schenkt. Er darf Menschen ohne Hingabe und Böswilligen nicht gegeben werden, o von den Vīras Verehrte.

27.LNP.21: Den auf dem Mahācīna-Pfad Stehenden schenkt er Genuss und Befreiung, o Śivā. Im Kali-Zeitalter ist dies zu hüten, höchst geheim, geheimer als das Geheime, o Geliebte.

Unnummerierter Halbvers: Es bringt Freude und ist zu hüten, so verborgen zu halten wie der eigene intime Bereich. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

Der zwölfgliedrige Vāsudeva-Mantra

Im Sārasaṃgraha; neue Nummernreihe DVM:

27.DVM.1: Nun werde ich den zwölfgliedrigen Mantra lehren, der alle Ziele verwirklicht, die Menschen aus allen Nöten rettet und Genuss sowie Befreiung schenkt.

27.DVM.2: Man spricht Dhruva, das Wort namaḥ, Bhagavat im Dativ und ebenso Vāsudeva: Dies gilt als der zwölfgliedrige Mantra.

Auflösung in der Prosa: Dhruva ist Praṇava; namaḥ bleibt in seiner Form. Bhagavat im Dativ ergibt bhagavate, Vāsudeva entsprechend vāsudevāya. Somit lautet die Formel ausdrücklich: oṃ namo bhagavate vāsudevāya – „Verehrung dem erhabenen Vāsudeva“.

27.DVM.3: Als Seher gilt Prajāpati, als Metrum Gāyatrī, als Gottheit Vāsudeva. Mit einem, zwei, vier und fünf Lauten … Die Prosa erklärt die Zahlchiffren: „Ozeane“ bedeutet vier, „Pfeile“ fünf.

27.DVM.4: … sowie mit dem ganzen [Mantra] setzt man die fünf Glieder ein. Danach vollzieht man den zwölfgliedrigen Nyāsa an den mit dem Herzen beginnenden Stellen, an Augen, Bauch, Rücken, Armen, Oberschenkeln und Knien …

Unnummerierter Halbvers: … und Füßen, mit den Lauten des Mantras, jeweils mit namaḥ am Ende, als hervorragender Übender. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

Prosa: Hier folgt die Augeneinsetzung auf die Waffen-Einsetzung. Padmapādācārya lehrt für die zwölf Glieder die Verbindung mit Puruṣa, Satya, Acyuta, Vāsudeva, Saṃkarṣaṇa, Pradyumna, Aniruddha, Nārāyaṇa, Brahmā, Viṣṇu, Nṛsiṃha und Varāha. Dazu heißt es im Viṣṇuyāmala: „Zuerst Puruṣa, danach Satya und Acyuta, o Maheśvarī; Vāsudeva und die folgenden, Nārāyaṇa, danach Brahmā, Nṛsiṃha und Varāha: Diese setzt man in die zwölf Glieder ein.“ Das abgekürzte Verszitat nennt Viṣṇu nicht nochmals ausdrücklich, die vorherige Zwölferliste hingegen schon.

27.DVM.5: Danach setzt man die vom Mantra eingerahmten Alphabetlaute an ihren jeweiligen Stellen ein. Dreimal vollzieht man die durchdringende Einsetzung mit dem von Tāra eingerahmten Wurzelmantra.

27.DVM.6: Gesammelt vollzieht der Mantrakundige mit den Mantralauten den dreifachen Nyāsa: an Stirn, Augen, Gesicht, Hals, Armen, Herz, Bauch und Nabel …

27.DVM.7: … Geschlechtsorgan, Knien und Füßen: Dies nennen die Mantrakundigen Schöpfungs-Nyāsa. Vom Herzen an bis zum entsprechenden Ende heißt er Erhaltungs-Nyāsa. Die Verbindung hṛdādikāntāvadhika ist knapp und wird hier nicht durch eine ungenannte Stellenliste erweitert.

27.DVM.8: Von den Füßen beginnend bis zum Kopf nennen sie ihn Auflösungs-Nyāsa. Diese Reihenfolge gilt für Entsagende; die umgekehrte wird gelehrt …

27.DVM.9: … für Menschen in den vorhergehenden Lebensstadien. Für Hausleute geben die Kenner der Mantralehre eine mit der Auflösung beginnende und mit der Erhaltung endende Reihenfolge an.

27.DVM.10: Durch Auflösung werden Mängel aufgelöst, durch Schöpfung entsteht Günstiges, durch Erhaltung wird Frieden eingesetzt. Daher sollen die Verständigen alle drei vollziehen.

27.DVM.11: Nach der Durchdringung setzt der Verständige die Mantralaute nochmals im Körper ein: an Stirn, Augen, Gesicht, Hals, beiden Armen, Herzen …

27.DVM.12: … Bauch, Geschlechtsorgan und beiden Füßen. Mit dem Wurzelmantra vollzieht man die Durchdringung; nach dem Tattva-Nyāsa den Mūrtipañjara-Nyāsa.

Textkritische Randangabe: Der Druck verzeichnet die Lesart eṣa aus Textzeuge kha; ihre Bezugsstelle ist in der vorliegenden Seite nicht eindeutig markiert.

Druckseite 420; die zwölf Prinzipien: Im Hayaśīrṣa-Pañcarātra werden genannt: „Jīva, Prāṇa, Buddhi, Citta, der Herzlotus, das Sonnenmaṇḍala, das Mondmaṇḍala, das Feuermaṇḍala mit seinen jeweiligen Kalās und die mit Vāsudeva beginnenden [vier Gestalten]: Dies sind die zwölf Prinzipien.“ Man setzt jedes Prinzip an der Stelle ein, die im früheren Abschnitt über den Tattva-Nyāsa für es angegeben wurde. Da diese zwölf Prinzipien bereits dort enthalten sind, werden ihre Einsetzungsstellen hier nicht nochmals gesondert genannt.

Im Sārasaṃgraha; neue Nummernreihe VDH:

27.VDH.1: Danach sammelt man sich und vergegenwärtigt Vāsudeva im Herzen: inmitten des Milchozeans, auf einer Insel, die von himmlischen Frauen besucht wird.

27.VDH.2: Dort stellt man sich einen Wald vor, in dem alle Jahreszeiten gegenwärtig sind; in seiner Mitte einen himmlischen Wunschbaum von wunderbarem Anblick.

27.VDH.3: Darunter, auf einem Edelsteinpodest, einen Lotus von makellosem Glanz, leuchtend im strahlenden Licht des herbstlichen Vollmonds.

27.VDH.4: Dort vergegenwärtigt man den Gott Vāsudeva mit hellem Gesicht, strahlend wie Jasmin und Mond, mit Keule, Diskus, Lotus und Muschelhorn in den leuchtenden Händen.

27.VDH.5: Mit dem Glanz von zehntausend Monden bezaubert er die drei Welten. Seine kräftigen Arme erstrahlen mit Oberarmreifen und Armspangen; Edelsteine schmücken ihn.

27.VDH.6: Er trägt das Śrīvatsa-Zeichen, eine strahlende Edelsteinkrone und den Kaustubha. Seine großen, überaus schönen Augen sind leicht rötlich wie Lotusblätter.

27.VDH.7: Ohrringe lassen seine Wangen erstrahlen. Er trägt gelbes Gewand; Halsgeschmeide und Ketten schmücken seinen muschelförmigen Hals, schöne Reifen seine Handgelenke.

27.VDH.8: Seine Brust ist weit; eine voll erblühte Waldblumengirlande leuchtet an ihm. Sanaka und die übrigen großen Weisen, die nach Gewissheit über die Wahrheit verlangen …

27.VDH.9: … dienen ihm, ebenso Scharen der Nachkommen Ditis und Aditis, der Gandharvas, Siddhas, Vidyādharas und großen Schlangen.

Prosa zur Waffenanordnung: Die Vergegenwärtigung beginnt bei der oberen linken Hand und endet bei der unteren linken. Denn das Hayaśīrṣa-Pañcarātra sagt: „Vāsudeva, den Herrn der Götter, stelle man vierarmig dar: rechts oben den Diskus, rechts unten den Lotus, links oben die Keule und links unten das sehr schöne Muschelhorn.“

27.VDH.10: Nachdem der Mantrakundige so über Vāsudeva, den Herrn der Welt, als vom eigenen Selbst nicht verschieden meditiert hat, ruft er den Gott herbei und verehrt ihn auf dem zuvor genannten Pīṭha.

27.VDH.11: Mit dem Wurzelmantra stellt er die Gestalt vor und verehrt sie dort mit Duftstoffen und den übrigen Gaben. Zuerst werden die Glieder verehrt, danach die mit Vāsudeva beginnenden [Gestalten] und ihre Śaktis …

27.VDH.12: … in den Haupt- und Zwischenrichtungen. Danach werden die zwölf mit Keśava beginnenden Gestalten und die Weltenhüter mit ihren jeweiligen Waffen verehrt.

Ausgeführter Ablauf: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum Yoga-Pīṭha-Nyāsa vollzieht man mit dem Wurzelmantra dreimal Prāṇāyāma. Am Kopf setzt man „prajāpataye ṛṣaye namaḥ“, im Mund „gāyatrīchandase namaḥ“, am Herzen „śrīvāsudevāya devatāyai namaḥ“ ein. Mit gefalteten Händen spricht man: „Die Anwendung dient der Verwirklichung meines ersehnten Zieles.“ Danach lässt man den Wurzelmantra beide Hände durchdringen.

Die fünf Gliederformeln werden wie folgt angegeben: „oṃ hṛdayāya namaḥ“, „namaḥ śirase svāhā“, „bhagavate“ für die Śikhā, „vāsudevāya“ für die Rüstung und „namo bhagavate vāsudevāya“ für die Waffe. Die letzten drei Gliederabschlüsse sind in der Vorlage abgekürzt; bei der Waffenformel fehlt das einleitende oṃ, obwohl der vorausgehende Vers den ganzen Mantra nennt. Man setzt diese Formeln an den Fingern beider Hände vom Daumen bis zum kleinen Finger sowie an den mit dem Herzen beginnenden und mit der Waffe endenden Körperstellen ein, unter Auslassung der Augen.

Es folgt der zwölfgliedrige Nyāsa, jeweils mit namaḥ:

Stelle Laut und Anrufung
Herz oṃ puruṣāya namaḥ
Kopf naṃ satyāya namaḥ
Śikhā moṃ acyutāya namaḥ
Rüstung bhaṃ vāsudevāya namaḥ
Waffenstelle gaṃ saṅkarṣaṇāya namaḥ
Augen vaṃ pradyumnāya namaḥ
Bauch teṃ aniruddhāya namaḥ
Rücken vāṃ nārāyaṇāya namaḥ
Arme suṃ brahmaṇe namaḥ
Oberschenkel deṃ viṣṇave namaḥ
Knie vāṃ nṛsiṃhāya namaḥ
Füße yaṃ varāhāya namaḥ

Danach am Kopf: „oṃ namo bhagavate vāsudevāya“, aṃ, der Mantra in umgekehrter Folge und namaḥ. Ebenso mit āṃ und den übrigen Alphabetlauten. So setzt man die vom Wurzelmantra eingerahmten Mātṛkā-Laute an ihren jeweiligen Nyāsa-Stellen ein. Mit dem von Praṇava eingerahmten Wurzelmantra vollzieht man dreimal die Durchdringung des eigenen Körpers.

Für die Auflösung werden die zwölf Mantralaute, jeweils mit namaḥ, zugeordnet: oṃ den Füßen, naṃ den Knien, moṃ dem Geschlechtsorgan, bhaṃ dem Nabel, gaṃ dem Bauch, vaṃ dem Herzen, teṃ den Armen, vāṃ dem Hals, suṃ dem Mund, deṃ den Augen, vāṃ der Stirn und yaṃ dem Kopf.

Danach folgt die Gegenfolge: oṃ am Kopf, naṃ an der Stirn, moṃ an den Augen, bhaṃ im Mund, gaṃ am Hals, vaṃ an den Armen, teṃ am Herzen und vāṃ am Bauch, jeweils mit namaḥ. Die Reihe setzt sich auf der nächsten Seite fort.

Druckseite 421; Fortsetzung der Einsetzungsfolge: Am Nabel „suṃ namaḥ“, am Geschlechtsorgan „deṃ namaḥ“, an den Knien „vāṃ namaḥ“, an den Füßen „yaṃ namaḥ“: Dies ist der Schöpfungs-Nyāsa.

Danach der Erhaltungs-Nyāsa, jeweils mit namaḥ: oṃ am Herzen, naṃ am Bauch, moṃ am Nabel, bhaṃ am Geschlechtsorgan, gaṃ an den Knien, vaṃ an den Füßen, teṃ an den Armen, vāṃ am Hals, suṃ im Mund, deṃ an den Augen, vāṃ an der Stirn und yaṃ am Kopf. So sollen Hausleute verfahren. Entsagende halten die Reihenfolge Schöpfung–Erhaltung–Auflösung ein; Brahmacārins die Reihenfolge Erhaltung–Auflösung–Schöpfung. Einige lehren, dass diese Laute jeweils von Praṇava eingerahmt einzusetzen sind.

Danach setzt man die Mantralaute nochmals wie zuvor an den zwölf Stellen ein: Scheitel, Stirn, Augen, Mund, Hals, beide Arme, Herz, Bauch, Geschlechtsorgan und beide Füße. Die beiden Arme und die beiden Füße zählen hier jeweils einzeln. Wiederum erfolgt die Durchdringung mit dem Wurzelmantra.

Für die zwölf Prinzipien folgen, jeweils mit Verehrungsformel und dem entsprechenden Tattva-Namen: im ganzen Körper oṃ für Jīva und naṃ für Prāṇa; im Herzen moṃ für Buddhi, bhaṃ für Manas, gaṃ für den Herzlotus, vaṃ für das Sonnenmaṇḍala mit zwölf Kalās, teṃ für das Mondmaṇḍala mit sechzehn Kalās und vāṃ für das Feuermaṇḍala mit zehn Kalās; am Kopf suṃ für Vāsudeva, im Mund deṃ für Saṃkarṣaṇa, im Herzen vāṃ für Pradyumna und an der verborgenen Körperstelle yaṃ für Aniruddha. Die erste Formel lautet vollständig „oṃ namaḥ parāya jīvatattvātmane namaḥ“; die folgenden sind im Druck zunehmend abgekürzt. Hier steht Manas an der Stelle des zuvor als Citta bezeichneten Prinzips.

Nach der Einsetzung dieser zwölf Prinzipien vollzieht man den Mūrtipañjara-Nyāsa wie zuvor. Nach den Handlungen von der Meditation bis zur Blumendarbringung verehrt man die Glieder, auf den acht Blättern wie zuvor die mit Vāsudeva beginnenden Gestalten und ihre Śaktis. Auf den zwölf äußeren Blättern verehrt man von der Vorderseite der Gottheit im Uhrzeigersinn: „oṃ keśavāya namaḥ“, danach jeweils mit namaḥ Nārāyaṇa, Mādhava, Govinda, Viṣṇu, Madhusūdana, Trivikrama, Vāmana, Śrīdhara, Hṛṣīkeśa, Padmanābha und Dāmodara. Mit der Verehrung Indras und der übrigen [Weltenhüter] vollendet man alles wie zuvor.

Fortsetzung der Versreihe VDH:

27.VDH.13: Nach dieser vorschriftsgemäßen Verehrung wiederholt man den Mantra hunderttausendmal je Laut und bringt die entsprechende Tausenderzahl mit in süße Stoffe getauchten Lotusblüten ins Feuer dar. Die Prosa erklärt die Rezitationszahl ausdrücklich als zwölf Lakṣas, also 1.200.000. Die gedruckte Homa-Zahl ist sprachlich als tattasahasra unklar; eine bestimmte Zahl wird daraus hier nicht als gesichert ergänzt.

27.VDH.14: Einige bevorzugen reinen Sesam, der mit Ghee getränkt ist. Danach vollzieht der Verständige die Sättigungsdarbringung und die weiteren Handlungen nach der angegebenen Vorschrift.

27.VDH.15: Nachdem der Mantrakundige den Mantra so verwirklicht hat, erreicht er die ersehnten Ziele. Für Wohlstand und Stärkung bringt er Brennhölzchen von milchsaftführenden Bäumen … Die Prosa erläutert stanaja-druma als kṣīravṛkṣa, milchsaftführender Baum.

27.VDH.16: … mit Milch bestrichen zwölftausendmal ins Feuer dar. Zur Reinigung des Geistes opfert er mit Ghee versehene Opferspeise.

27.VDH.17: Wer täglich Milchspeise, reinen Sesam, Brennhölzchen, Ghee und Reis ins Feuer darbringt, erhält die gewünschte Frucht.

27.VDH.18: Der Kinderlose erlangt, wenn er sich beherrscht, Befreiung; daran besteht kein Zweifel. Die Vorschrift für den zwölfgliedrigen Mantra ist dargelegt …

Unnummerierter Halbvers: … vollständig, als den Übenden Genuss und Befreiung schenkend. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

Der vierzehngliedrige Lakṣmī-Vāsudeva-Mantra

Ebenfalls im Sārasaṃgraha; neue Nummernreihe LVM:

27.LVM.1: Man spricht zweimal Māyā, zweimal Ramā, dann das Wort Lakṣmī und Vāsudeva im Dativ. Er endet mit namaḥ und beginnt mit Dhruva.

Unnummerierter Halbvers: Dieser Mantra hat so viele Laute wie es Manus gibt und schenkt allen Wohlstand. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

Die Prosa löst auf: Zweimal Māyā bedeutet zweimal Bhuvaneśī, also hrīṃ hrīṃ; zweimal Ramā bedeutet śrīṃ śrīṃ. Lakṣmī bleibt in seiner Form; Vāsudeva im Dativ lautet vāsudevāya. Dhruva am Anfang heißt Praṇava am Anfang. Die Zahl der Manus bezeichnet vierzehn Laute. Die Formel lautet: oṃ hrīṃ hrīṃ śrīṃ śrīṃ lakṣmīvāsudevāya namaḥ – „Verehrung Lakṣmī-Vāsudeva“.

27.LVM.2: Der Rishi ist Prajāpati, das Metrum Gāyatrī. Die Gottheit des Mantras ist Lakṣmī-Vāsudeva, von Göttern und Dānavas verehrt.

27.LVM.3: Mit zweimal zwei und nochmals zwei, dann fünf und zwei Mantralauten bildet man die fünf Glieder, jeweils mit Praṇava vorangestellt. Der Vers gibt die Teilungszahlen 2–2–2–5–2; zusammen mit dem anfänglichen Praṇava ergibt sich die zuvor genannte Vierzehnzahl. Die Anwendung der vorangestellten Praṇavas in den Gliederformeln wird nicht mit der Silbenzahl des Grundmantras verwechselt.

Textkritische Randangabe: Die Fußnote nennt die Lesart vinayā aus Textzeuge kha ohne hier sicher erkennbare Bezugsstelle.

Druckseite 422; unnummerierter Halbvers zur Lakṣmī-Vāsudeva-Verehrung: Man verehrt auf dem zuvor genannten Pīṭha nach dem Verfahren des zwölfgliedrigen Mantras. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

27.LVM.4: Möge uns die zur Einheit gewordene Gestalt von Śrī und dem Lotusäugigen stets Glück und Fülle schenken: Aus dem Verlangen nach inniger Umarmung sind beide eins geworden. Sie leuchtet wie aufblitzender Blitz und Mondlicht, ihre Glieder sind mit Schmuck versehen. In ihren Lotushänden trägt sie Schriftstück, Lotus, Spiegel und Edelsteinkrug sowie Lotus, Keule, Muschelhorn und Diskus.

Prosa: Die Hände der linken Seite, von oben beginnend, tragen das Schriftstück und die folgenden Gegenstände, die rechten Lotus und die übrigen [Viṣṇu-Insignien].

Ausgeführter Ablauf: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum Yoga-Pīṭha-Nyāsa vollzieht man mit dem Wurzelmantra dreimal Prāṇāyāma. Man setzt Prajāpati als Rishi am Kopf, Gāyatrī als Metrum im Mund und Śrī Lakṣmī-Vāsudeva als Gottheit im Herzen ein, jeweils mit namaḥ. Mit gefalteten Händen spricht man die Anwendung zur Verwirklichung des eigenen ersehnten Zieles aus.

Die fünf Gliederformeln lauten: „oṃ hrīṃ hrīṃ hṛdayāya namaḥ“, „oṃ śrīṃ śrīṃ śirase svāhā“, „oṃ lakṣmī śikhāyai vaṣaṭ“, „oṃ vāsudevāya kavacāya huṃ“, „oṃ namaḥ astrāya phaṭ“. Nachdem die Hände mit dem Wurzelmantra berührt worden sind, setzt man die Formeln an ihren Fingern sowie an den mit dem Herzen beginnenden Körpergliedern unter Auslassung der Augen ein. Man meditiert über die angegebene Gestalt und vollzieht innere Verehrung und alles Weitere wie beim zwölfgliedrigen Mantra.

Harihara: Śaṅkara und Nārāyaṇa in einer Gestalt

Ebenfalls im Sārasaṃgraha; neue Nummernreihe HHR:

27.HHR.1: Man spricht das Bīja hauṃ, verbunden mit Vedādi und Māyā, dann Śaṅkara und Nārāyaṇa im Dativ, mit Hṛt am Schluss; danach wiederum hauṃ.

27.HHR.2: Er endet mit Hṛllekhā und Praṇava. Dieser Mantra hat Harihara als sein Wesen, schenkt stets alle Güter und wird als sechzehngliedrig gelehrt.

Die Prosa erklärt: Vedādi ist Praṇava, Māyā das Bhuvaneśvarī-Bīja. Hauṃ und Śaṅkara bleiben in ihrer angegebenen Form. Nārāyaṇa im Dativ ergibt nārāyaṇāya. Hṛt ist namaḥ, Hṛllekhā hrīṃ. Die Formel lautet: oṃ hrīṃ hauṃ śaṅkaranārāyaṇāya namaḥ hauṃ hrīṃ oṃ – „Verehrung Śaṅkara-Nārāyaṇa“.

27.HHR.3: Als Rishi gilt Nārāyaṇa, als Metrum Anuṣṭubh, als Gottheit Harihara, der alles Erwünschte schenkt.

27.HHR.4: Mit Māyā, verbunden mit den sechs langen Vokalen, bildet man die sechs Glieder. [Ich verehre ihn,] der Dreizack, Diskus und Pāñcajanya in den Händen trägt und Furchtlosigkeit gewährt …

Unnummerierter Halbvers: … Harihara, dessen Körper den eigenen beiden Gestalten entspricht und zur Hälfte blau ist. Die erste Zusammensetzung ist sprachlich unklar gedruckt; die blaue Körperhälfte ist eindeutig genannt. Die zweite Vershälfte fehlt. Prosa: Die Waffenanordnung beginnt rechts oben und endet rechts unten.

27.HHR.5: Man verehrt den Gott auf dem zuvor genannten Pīṭha mit seinen neun Śaktis. Nachdem zuerst die Glieder verehrt sind, folgen diese Śaktis:

27.HHR.6: Lakṣmī, Nārāyaṇī, Bhū, Dharā, Ambikā, Traiyambakā, Gaurī, Gaṅgā und als „achte“ Dharmā. Der Druck zählt neun Namen auf, bezeichnet die letzte jedoch als achte; dieser Widerspruch wird beibehalten.

27.HHR.7: Außen werden die Weltenhüter und die mit dem Vajra beginnenden Waffen verehrt. Wenn so auf richtige Weise verehrt wird, erlangt man das Erwünschte.

Ausgeführter Ablauf: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum Yoga-Pīṭha-Nyāsa und dreimaligem Prāṇāyāma mit dem Wurzelmantra setzt man Nārāyaṇa als Rishi am Kopf, Anuṣṭubh als Metrum im Mund und Śrī Harihara als Gottheit im Herzen ein. Mit gefalteten Händen spricht man die Anwendung zur Erfüllung aller eigenen Wünsche aus.

Die sechs Gliederformeln sind: „hāṃ hṛdayāya namaḥ“, „hīṃ śirase svāhā“, „hūṃ śikhāyai vaṣaṭ“, „haiṃ kavacāya huṃ“, „hauṃ netratrayāya vauṣaṭ“, „haḥ astrāya phaṭ“. Diese Prosafassung verwendet die h-Reihe; der Vers hatte Māyā als Ausgangspunkt bezeichnet. Die beiden Angaben werden nicht stillschweigend vereinheitlicht. Man setzt die Formeln an den Händen vom Daumen bis zu den Handflächen und an den mit dem Herzen beginnenden Körperstellen ein.

Nach Meditation und Gliederverehrung werden auf den acht Blättern, von der Vorderseite der Gottheit im Uhrzeigersinn, Lakṣmī, Nārāyaṇī, Bhūmi, Dharā, Ambikā, Traiyambakā, Gaurī, Gaṅgā und Dharmā jeweils mit namaḥ verehrt. Auch diese Prosafassung nennt neun Gottheiten für acht Blätter. Mit Indra und den übrigen [Weltenhütern] wird alles wie zuvor abgeschlossen.

Dadhivāmana

Im Sārasaṃgraha; neue Nummernreihe DVA:

27.DVA.1: Nun wird der ausgezeichnete, Dadhivāmana genannte Mantra gelehrt. Schon durch seine bloße Wiederholung erfüllen sich die Herzenswünsche.

27.DVA.2: Man spricht „oṃ namo viṣṇave“, nach sura „pataye“, dann „mahābalāya“ und Agnivadhū. Dieser Mantra wird als achtzehngliedrig gelehrt.

Die Prosa schreibt aus: oṃ namo viṣṇave surapataye mahābalāya svāhā – „Verehrung Viṣṇu, dem Herrn der Götter, dem überaus Mächtigen; svāhā.“

Druckseite 423; Fortsetzung des Dadhivāmana-Mantras:

27.DVA.3: Als Seher gilt Indu, der Mond; das Metrum ist Virāj. Die Gottheit ist Viṣṇu in der Dadhivāmana genannten Gestalt.

27.DVA.4: Praṇava dient dem Herzen, namaḥ dem Kopf, viṣṇave der Śikhā und surapataye der Rüstung.

27.DVA.5: Mahābalāya dient den Augen, svāhā der Waffe: So werden die Glieder gebildet. An Augenbrauenmitte, Hals, Herz, Nabel, Füßen und Basis …

27.DVA.6: … setzt der Verständige die sechs Wörter des Mantras ein. Danach setzt er seine einzelnen Laute ein: am Scheitel, an beiden Augen und Ohren, an der Nase, in der Mundmitte …

27.DVA.7: … am Hals, Herzen, beiden Armen, Nabel, Rücken, an der verborgenen Körperstelle, den Knien und Füßen, an diesen Stellen der Reihe nach.

Abweichende Stellenliste im Śāradātilaka 15.58: „Am Scheitel, an der Stirn, den beiden Augen, Ohren, Nase, Lippen, Gaumen, Hals, beiden Armen, danach an Herz, Bauch und Nabel, an der verborgenen Körperstelle, den Oberschenkeln, beiden Knien, Unterschenkeln und Füßen, zuletzt am Rücken.“ Der Nyāsa soll hier entsprechend der empfangenen Unterweisung vollzogen werden. Die Vorlage selbst stellt die unterschiedlichen Reihen nebeneinander.

Meditation:

27.DVA.8: Möge Viṣṇu, der Śrī Vāmana genannt wird und die gewünschten Ziele schenkt, euch stets beschützen: Er strahlt wie der Vollmond und wie Kristall, sitzt auf einem weißen Lotus unter einem Edelsteinschirm, von dem Nektar herabfließt. Śrī und Bhū umfassen seine Seiten; aller erlesene Schmuck ziert ihn. Links hält er einen goldenen Becher voll Reis mit Dickmilch, [rechts] einen goldenen Krug mit Unsterblichkeitsnektar.

Prosa: Weil ausdrücklich „das Speisegefäß links“ genannt wird, ist der volle Krug in der rechten Hand zu verstehen.

27.DVA.9: Hervorragende Übende vollziehen die Verehrung auf dem Vaiṣṇava-Pīṭha. Zuerst verehren sie die Glieder, danach die Śaktis …

27.DVA.10: … von weißer Farbe, schön geschmückt, glückverheißend, mit den Gesten des Segens und der Furchtlosigkeit: Pūṣā, Sumanas, Prīti, Tuṣṭi und Puṣṭi …

27.DVA.11: … Ṛddhi, Dhṛti, Saumyā, Marīcinī, Aṃśumālinī, Śaśinī, Dharmā, Lakṣmī und Chāyā …

27.DVA.12: … Saṃpūrṇamaṇḍalā und als sechzehnte Kalā Amṛtā. In der dritten Umhüllung verehrt man Vāsudeva und die folgenden zusammen mit ihren Śaktis.

27.DVA.13: Die vierte besteht aus Keśava und den folgenden, die fünfte aus Kumuda und den folgenden, weißfarben und mit Muschelhorn, Diskus, Keule und Lotus in den Händen.

27.DVA.14: Kumuda, Kumudākṣa, Puṇḍarīka, Vāmana, Śaṅkukarṇa, Sarvanetra, Sumukha und Supratiṣṭhita.

Unnummerierter Halbvers: In der sechsten [Umhüllung] verehrt man die Weltenhüter, in der siebten auch die Richtungselefanten. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

Prosa: Das Wort „auch“ bedeutet, dass die Richtungselefanten nach Vajra und den übrigen [Waffen] verehrt werden. Denn das Śāradātilaka sagt: „Vajra und die übrigen [Waffen], die acht Richtungselefanten: So werden sieben Umhüllungen gelehrt.“ Weiter heißt es dort, mit Verweis auf 15.62: „Auf dem zuvor genannten Vaiṣṇava-Pīṭha, bei dem das Mondmaṇḍala zuletzt steht; auf dem zuvor genannten, bis zum Mond hin gebildeten Pīṭha soll man ihn verehren.“

Das bedeutet: Nachdem Sonnen- und Feuermaṇḍala verehrt sind, folgt das Mondmaṇḍala. Manche verstehen wegen der Vorschrift, dass dieses der Sitz sei, den Sitz als darin liegend. Im Mantratantraprakāśa heißt es: „Auf dem aus Dharma und Erkenntnis bestehenden Pīṭha, im Mondmaṇḍala, verehre man [mit den Worten] viṣṇave sahasomāya trailokyāpyāyanāya, mit svāhā am Schluss und Tāra sowie Hṛt am Anfang.“ Sinngemäß: „Verehrung Viṣṇu mit Soma, der die drei Welten erquickt; svāhā.“

Mit „dieses“ ist das Mondmaṇḍala gemeint. Somit verehrt man den Yoga-Pīṭha bis einschließlich des Pīṭha-Mantras, vergegenwärtigt eben diesen als Mondmaṇḍala, verehrt ihn mit dem genannten Mantra und darin den Gott. „Auf dem Pīṭha“ bedeutet auf dem zuvor genannten Yoga-Pīṭha. Die mit Maṇḍūka beginnende Reihe bis zum Pīṭha muss dazu verehrt werden; ohne diese Grundlage wäre seine Eigenschaft als Pīṭha auch bei Auslassung der Verehrung der neun Śaktis nicht begründet. Der letzte Begründungssatz ist in der Vorlage syntaktisch knapp; die Erwähnung der neun Śaktis bleibt erhalten.

Ausgeführter Ablauf: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum Yoga-Pīṭha-Nyāsa vollzieht man dreimal Prāṇāyāma mit dem Wurzelmantra. Am Kopf setzt man „indave ṛṣaye namaḥ“, im Mund „virāṭchandase namaḥ“, am Herzen „śrīdadhivāmanāya devatāyai namaḥ“ ein. Nach dem Anwendungssatz wie zuvor folgen „oṃ hṛdayāya namaḥ“, „namaḥ śirase svāhā“, viṣṇave für die Śikhā und surapataye für die Rüstung … Fortsetzung auf der nächsten Seite.

Lesarten der Fußnoten: Für Sumanas bietet Textzeuge kha Sumanasā; für Sarvanetra, „alläugig“, bietet er Sarvamitra, „Freund aller“.

Druckseite 424; Fortsetzung der Gliederformeln: … surapataye für die Rüstung, mahābalāya für die drei Augen und svāhā für die Waffe.

Danach setzt man die sechs Wörter ein: an der Augenbrauenmitte „oṃ namaḥ“, am Hals „namo namaḥ“, am Herzen „viṣṇave namaḥ“, am Nabel „surapataye namaḥ“, am Geschlechtsorgan „mahābalāya namaḥ“, am Mūlādhāra „svāhā namaḥ“. Der vorherige Vers nannte an fünfter Stelle die Füße; die ausgeführte Prosa nennt hier das Geschlechtsorgan.

Die einzelnen Laute folgen, jeweils mit namaḥ: oṃ am Scheitel, naṃ am rechten Auge, moṃ am linken, viṃ am rechten Ohr, ṣṇaṃ am linken, veṃ an der Nase, suṃ im Mund, raṃ am Hals, paṃ am Herzen, teṃ am rechten Arm, yaṃ am linken, maṃ am Nabel, hāṃ am Rücken, baṃ an der verborgenen Körperstelle, lāṃ am rechten Knie, yaṃ am linken, svāṃ am rechten Fuß und hāṃ am Nabel. Die letzte Stelle ist tatsächlich nochmals als Nabel gedruckt; ein zu erwartender linker Fuß wird nicht eingesetzt.

Nach Meditation und Selbstverehrung verehrt man den Yoga-Pīṭha. In seiner Mitte verehrt man das Mondmaṇḍala mit „oṃ namo viṣṇave sahasomāya trailokyāpyāyanāya svāhā candramaṇḍalāya namaḥ“: „Verehrung Viṣṇu mit Soma, der die drei Welten erquickt; svāhā. Verehrung dem Mondmaṇḍala.“

Nach den Handlungen von der Anrufung bis zur Gliederverehrung werden auf den sechzehn Blättern, von der Vorderseite der Gottheit im Uhrzeigersinn, jeweils mit namaḥ verehrt: Pūṣā, Sumanā, Prīti, Tuṣṭi, Puṣṭi, Ṛddhi, Dhṛti, Saumyā, Marīcinī, Aṃśumālinī, Śaśinī, Durbhagā, Lakṣmī, Chāyā, Saṃpūrṇamaṇḍalā und Amṛtā. Die zwölfte heißt in dieser Prosafassung Durbhagā; der zuvor gedruckte Versname wurde als Dharmā gelesen. Die Abweichung bleibt ausgewiesen.

Auf den acht Blättern der Haupt- und Zwischenrichtungen verehrt man wie zuvor die mit Vāsudeva beginnenden Gestalten und die mit Śānti beginnenden Śaktis. Auf den zwölf äußeren Blättern folgen die mit Keśava beginnenden zwölf Gestalten. Auf einem achtblättrigen Lotus verehrt man Kumuda, Kumudākṣa, Puṇḍarīka, Vāmana, Śaṅkukarṇa, Sarvanetra, Sumukha und Supratiṣṭhita, jeweils mit namaḥ. Im ersten Quadrat werden Indra und die übrigen [Weltenhüter], im zweiten Vajra und die übrigen [Waffen], im dritten die im Lakṣmī-Abschnitt genannten acht Richtungselefanten verehrt. Räucherwerk, Licht und die übrigen Gaben schließen alles wie zuvor ab.

27.DVA.15: Nachdem man die Einweihung empfangen hat und rein geworden ist, wiederholt man den Mantra mit ungeteilter Aufmerksamkeit zwölf Lakṣas, oder die Hälfte davon, oder wiederum deren Hälfte. Das entspricht 1.200.000, 600.000 oder 300.000 Wiederholungen.

27.DVA.16: Danach bringt der Kundige ein Zehntel mit Milchspeise ins Feuer dar. Zur Verwirklichung des Mantras vollzieht er anschließend die Sättigungsdarbringung und die weiteren Handlungen.

Unnummerierter Halbvers: Wenn der Mantra so verwirklicht ist, führt der Mantrakundige die gewünschten Ziele herbei. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

27.DVA.17: Nachdem man im glückverheißenden Heiligtum, in der Mitte des Maṇḍalas, Vāmana als den Māyā-Jüngling verehrt hat, bietet man ihm stets Reis mit Dickmilch und reichlich reinem Zucker dar, um Fülle zu erlangen.

27.DVA.18: Wer Nahrung erstrebt, bringt täglich achtundzwanzigmal weißen, mit Ghee vermischten Reis ins Feuer dar und erhält unerschöpfliche Nahrung.

27.DVA.19: Man opfert mit den sechs Geschmacksrichtungen versehene Kuchen in der Zahl aṣṭasahasra. Unglück geht zugrunde, und man erlangt großes Glück. Wörtlich bedeutet die Zahl achttausend; die abschließende Glosse dieses Abschnitts deutet sie ausdrücklich als 1008. Beide Angaben sind unten dokumentiert.

27.DVA.20: Wer als Mantrakundiger zehntausendmal Reis mit Dickmilch und Zucker ins Feuer darbringt, erhält einen Berg von Nahrung, wohin er auch geht.

27.DVA.21: In der Nähe eines Bilva-Baums opfert man zehntausendmal Lotus und die weiteren [Gaben]. Dort lässt Vasudhārā-Mahālakṣmī Reichtum regnen.

27.DVA.22: Wer Wissen erstrebt, rezitiert nachts, meditiert über den Gott Janārdana und bringt Milchspeise ins Feuer dar. Er wird unmittelbar zum Herrn der Rede.

27.DVA.23: Wer einen Sohn wünscht, rezitiert hunderttausendmal und opfert Putrajīva-Früchte in einem mit Holz desselben Baums entzündeten Feuer. Er erhält einen ausgezeichneten Sohn.

27.DVA.24: Man meditiert über den Gott Trivikrama von rotem Glanz und bringt zehntausend Karavīra-Blüten ins Feuer dar. So wird man überall siegreich.

27.DVA.25: Wer ein Reich erstrebt, opfert zehntausend Lotusblüten. Indem er Candrapada vergegenwärtigt, erhält er rasch ein Reich ohne Hindernisse. Candrapada, wörtlich etwa „Mondstätte“ beziehungsweise ein entsprechender Name, wird an dieser Stelle nicht näher erklärt.

27.DVA.26: Mit zehntausend Darbringungen von Apāmārga-Blättern oder honiggetränkten Gewürznelken, bei denen der Name des Zielmenschen vorangestellt wird, gerät dieser gewiss unter Einfluss.

27.DVA.27: Wer Gesundheit erstrebt, opfert mit Apāmārga jeweils hundertmal und rezitiert ebenso oft. Nach sieben Tagen wird der Kranke befreit, so die Verheißung.

27.DVA.28: Wer Lebensdauer erstrebt, opfert zehntausendmal Sesam, Dūrvā-Sprossen und ungebrochene Reiskörner, bestrichen mit den drei süßen Stoffen, und rezitiert ebenso oft. Er erhält ein langes Leben.

27.DVA.29: Man vergegenwärtigt die Gestalt Trivikramas und rezitiert aṣṭasahasra. Sogleich wird man von Fesseln frei; darüber soll kein Zweifel bestehen.

Ausdrückliche Zahlenerklärung der Prosa: „Aṣṭasahasra bedeutet aṣṭottarasahasra“, also 1008, und „so ist es überall zu verstehen“. Der Versausdruck lässt sich gewöhnlich als 8000 lesen; die Quelle gibt hier jedoch ihre eigene Deutung als 1008 an. Diese Deutung gilt innerhalb des so erläuterten Abschnitts auch für die entsprechende Angabe in Vers DVA.19. Die Erfolgs- und Heilungszusagen bleiben Aussagen des Ritualtextes.

Druckseite 425; weitere Dadhivāmana-Yantras:

27.DVA.30: In das Zentrum eines siebzehnblättrigen Lotus schreibt man Dhruva, umgeben von den Vokalen; auf die Staubfäden die mit ka beginnenden …

27.DVA.31: … und mit kṣa endenden [Konsonanten], jeweils zwei, unter Auslassung des [zweiten] la. Auf die Blätter schreibt man die übrigen Mantralaute. Außen umschließt man [das Yantra] mit zwei Praṇavas und darum …

Unnummerierter Halbvers: … mit zwei Śrī-Bījas. Dieses Yantra gewährt Wohlstand, Söhne und Freunde. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

Ausführliche Erklärung: Man zeichnet einen siebzehnblättrigen Lotus. In seiner Mitte schreibt man Praṇava zusammen mit dem Ziel, umgeben von den sechzehn Vokalen. Auf den Staubfäden stehen die Laute von ka bis kṣa unter Auslassung des zweiten la. Auf die siebzehn Blätter kommt jeweils einer der siebzehn übrigen Mantralaute. Zwei Praṇavas bilden eine Einfassung, so dass das Yantra in ihrer Mitte liegt; außen darum legt man in derselben Weise zwei Śrī-Bījas. Dieses Yantra gewährt die genannten Früchte.

Weitere Form; neue Nummernreihe DVY:

27.DVY.1: In der Lotusmitte steht Praṇava zusammen mit dem Namen des Zieles; die Blattwurzeln leuchten mit den acht Lauten. Auf die Blätter schreibt man je zwei Mantralaute, auf das letzte Blatt die beiden übrigen.

27.DVY.2: Außen ist es vom zwölfgliedrigen [Mantra], darüber hinaus von der Mātṛkā umschlossen. Mit Sandel und erlesenen Blumen verehrt, schafft dieses Yantra Wohlstand und erfüllt das Ersehnte.

Ausführliche Erklärung: Man zeichnet einen achtblättrigen Lotus und setzt in seine Mitte Praṇava zusammen mit dem Ziel. Auf die Staubfäden kommt jeweils ein Laut des achtgliedrigen Nārāyaṇa-Mantras. Auf die Blätter schreibt man die Laute des Wurzelmantras paarweise, die beiden verbleibenden Laute auf das letzte Blatt. Bei acht Blättern und achtzehn Lauten kommen somit zum letzten Paar noch die zwei übrigen hinzu; die Vorlage beschreibt dies als zusätzliche Restgruppe. Außen zieht man drei Kreise. Der innere Zwischenraum wird fortlaufend mit den Lauten des zwölfgliedrigen Vāsudeva-Mantras gefüllt, der äußere ebenso mit den Mātṛkā-Lauten. Dieses Yantra gewährt die genannten Früchte.

Yajñeśvara-Vāmana und Bhoga-Vāmana

Unnummerierte Mantraableitung: „Mit den Bījas Tāra, Kāma und Ramā verbunden gilt der Mantra.“ Die Prosa erklärt: Dem zuvor gelehrten Mantra stellt man Praṇava, das Kāma-Bīja und das Śrī-Bīja voran. Die zusätzliche, im Vers undeutliche Verbindung mit saudha wird von der Prosa nicht gesondert aufgelöst; hier werden die ausdrücklich erläuterten drei Bījas wiedergegeben.

Neue Nummernreihe YJV:

27.YJV.1: Als Seher wird Cyavana genannt, als Metrum Gāyatrī, als Gottheit Yajñeśvara-Vāmana.

27.YJV.2: Mit dem Kāma-Bīja in seinen sechs langen Vokalformen setzt man die sechs Glieder ein. Den Gott vergegenwärtigt man weiß wie Kampfer, auf einem Lotus sitzend …

27.YJV.3: … überaus freundlich, mit schönen Augen und einem bezaubernden, lieblichen Lächeln. Er trägt Stab und Nektarkrug und strahlt wie der Herbstmond …

27.YJV.4: … hält Reis mit Dickmilch und Beilagen sowie ein Schatzgefäß. Man meditiert über den höchsten Ursprung der Welten, der das Leid der Welt wegnimmt.

Unnummerierter Halbvers: Seine Verehrung und alles Weitere folgen dem zuvor gelehrten Verfahren. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

Ausgeführter Ablauf: Nach dem Yoga-Pīṭha-Nyāsa und dreimaligem Prāṇāyāma mit dem Wurzelmantra setzt man Cyavana als Rishi am Kopf, Gāyatrī als Metrum im Mund und Śrī Yajñeśvara-Vāmana als Gottheit im Herzen ein, jeweils mit namaḥ. Mit klāṃ, klīṃ und den folgenden [langen Vokalformen des Kāma-Bījas] vollzieht man die Hand- und Sechsglieder-Nyāsas. Meditation, innere Verehrung und alles Weitere geschehen wie zuvor.

27.YJV.5: Nachdem der Mantra verwirklicht ist, führt man die gewünschten Anwendungen aus. Durch tausend Feuerdarbringungen mit Opferspeise erlangt man Reichtum und Getreide.

27.YJV.6: Mit Getreide und den Samen des hundertblättrigen Lotus als Feuerdarbringung werden durch tausend Opfer gewiss Ängste vernichtet.

27.YJV.7: Wer mit Dickmilch bestrichene Speise ins Feuer darbringt, wird von Armut frei. Man rezitiert den Mantra und meditiert über Trivikrama, die Gestalt Vāmanas …

27.YJV.8: … so wird man von schrecklicher Furcht befreit. Man zeichnet den Herrn der Götter auf ein Tuch oder auf eine Wand und [verehrt ihn] mit Duftstoffen und den übrigen Gaben; dadurch erlangt man großen Wohlstand.

27.YJV.9: Man spricht „oṃ namaḥ“, danach das Wort bhagavate und sodann den zuvor gelehrten Mantra, beginnend mit viṣṇave. Dies leitet die folgende Bhoga-Vāmana-Form ein.

27.YJV.10: Als Rishi wird Kapila genannt, als Metrum Gāyatrī und als Gottheit der von allen verehrte Bhoga-Vāmana.

Textkritische Randangabe: Der Druck nennt die Lesart harim aus Textzeuge kha; ihre genaue Bezugsstelle ist hier nicht eindeutig markiert.

Druckseite 426; Fortsetzung zu Bhoga-Vāmana:

27.YJV.11: Mit den sechs Wörtern des Mantras wird die ausgezeichnete Vorschrift der sechs Glieder vollzogen. [Bhoga-Vāmana erscheint] blau, vierarmig, mit Muschelhorn, Diskus, Keule und Lotus.

27.YJV.12: Dieser Bhoga-Vāmana schenkt seinen Verehrern alle Genüsse. Seine Verehrung und alles Weitere vollzieht der Mantrakundige wie zuvor.

Gliederzuordnung in der Prosa: „oṃ namo hṛdayāya namaḥ“; bhagavate für den Kopf, viṣṇave für die Śikhā, surapataye für die Rüstung, mahābalāya für die beiden Augen und svāhā für die Waffe. Alles Weitere ist wie zuvor.

Māyābālaka-Vāmana; neue Nummernreihe MBV:

27.MBV.1: Tāra, Hṛdaya und Māyābālaka, danach der zuvor gelehrte Mantra, beginnend mit viṣṇave: Sein Rishi ist Brahmā, und als Gāyatrī wird …

27.MBV.2: … das Metrum bezeichnet. Die Gottheit heißt Māyābālaka-Vāmana. Die sechs Glieder werden mit den sechs Wörtern des Mantras gebildet. Die Namenfügung māyābālaka steht hier ohne ausformulierte Kasusendung; eine vollständige Formel wird daraus nicht stillschweigend ergänzt.

27.MBV.3: Hari trägt gelbes Unter- und Obergewand, einen Muñja-Gürtel und einen Lendenschurz. In seinen Händen hält er Wassergefäß, Reis mit Dickmilch, Stab und Schirm.

27.MBV.4: Mit heiliger Schnur und blauem Glanz soll man ihn als den verkleideten Vāmana vergegenwärtigen. Der Mantrakundige vollzieht Verehrung und alles Weitere vorschriftsgemäß wie zuvor.

Unnummerierter Halbvers: Er schenkt Nahrung, Wissen und Wohlergehen sowie seinen Verehrern Furchtlosigkeit und das Erwünschte. Die letzte Verbindung ist sprachlich gedrängt; die zweite Vershälfte fehlt im Druck.

Verhaltensregeln für die Verehrer dieses Mantras nach dem Kapila-Pañcarātra; neue Nummernreihe VNR:

27.VNR.1: Man soll weder Kuṇḍalī-Gemüse noch Udumbara-Früchte essen, niemals Karaka oder Lotussamen verzehren. Die Prosa erläutert Karaka als Hagelkorn.

27.VNR.2: Man soll weder von Lotus- noch von Arka-Blättern essen und Fäden beziehungsweise Baumwollsamen niemals berühren. Die Zusammensetzung tantu-kārpāsa-bījāni bleibt in ihrer knappen Form wiedergegeben.

27.VNR.3: Man soll weder über einen Ameisenhügel noch über Kuhdung noch über den Schatten eines Brahmanen hinwegsteigen. Gottheit, Feuer und Guru soll man mit Hingabe verehren.

Hayagrīva

Im Sārasaṃgraha; neue Nummernreihe HYG:

27.HYG.1: Nun wird der Hayagrīva-Mantra gelehrt, der allen Wohlstand schenkt: Gagana auf Candra stehend, verbunden mit dem linken Ohr und Bindu.

Unnummerierter Halbvers: Die Mantrakundigen nennen dies den einsilbigen Mantra Hayagrīvas. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

Lautauflösung: Candra bedeutet sa, Gagana ha, das linke Ohr ū und Bindu Anusvāra. Daraus wird das Bīja hsūṃ gebildet.

Im Śaṅkarakalpa; eigener nummerierter Vers HYC:

27.HYC.1: Śūnya, mit Śūnya verbunden und über Jīva stehend, wird mit Anugraha vereinigt: [So entsteht] Vāgīśa, der alle Wünsche erfüllt.

Die Prosa erläutert: Śūnya ist ha; „mit Śūnya verbunden“ bedeutet mit Bindu versehen. Jīva ist sa, über dem [ha] steht. Anugraha ist au. So wird das Bīja hsauṃ gebildet. Einige lesen in demselben Vers Rudra statt Anugraha. Rudra bedeutet e; daraus ergibt sich das Bīja hseṃ. Somit gibt es hier drei Formen des Bījas. Die Varianten bleiben getrennt; sie werden nicht zu einer einzigen vermeintlich einheitlichen Formel zusammengezogen.

Weiter im Sārasaṃgraha:

27.HYG.2: Der Rishi ist Brahmā, das Metrum Triṣṭubh, die Gottheit Hayagrīva, der Genuss und Befreiung schenkt.

Unnummerierter Halbvers: Die sechs Glieder werden mit dem Wurzelbīja, verbunden mit den sechs langen Vokalen, gebildet. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

27.HYG.3: Ich verehre Viṣṇu mit Pferdeantlitz, den Sieger über die Feinde der Götter: Er sitzt auf einem weißen Lotus, ist milchweiß und anmutig durch reine Gewänder und reichen Schmuck. In seinen Lotushänden hält er Gebetskette, Lotus und Buch und gewährt Furchtlosigkeit.

Prosa: Die Anordnung der Gegenstände beginnt rechts oben und endet rechts unten.

27.HYG.4: Auf dem zuvor genannten Pīṭha verehrt der Mantrakundige ihn, nachdem er ihn mit der Gāyatrī angerufen hat. Man spricht Vāgīśvara im Dativ und das Wort vidmahe …

27.HYG.5: … Hayagrīva ebenfalls im Dativ und dann dhīmahi; danach spricht der Mantrakundige „tan no haṃsaḥ pracodayāt“. Die abgeleitete Gāyatrī lautet somit vāgīśvarāya vidmahe hayagrīvāya dhīmahi tan no haṃsaḥ pracodayāt: „Wir wollen den Herrn der Rede erkennen; über Hayagrīva meditieren wir. Möge Haṃsa uns anregen.“ Ein in dieser Ableitung nicht genanntes Praṇava wird hier nicht als Bestandteil ergänzt.

27.HYG.6: Die erste Umhüllung besteht aus den Gliedern, die zweite aus acht Pferdegestalten: Prajñāhaya, Medhāhaya, Smṛtihaya … Die Reihe wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.

Druckseite 427; Fortsetzung der acht Hayagrīva-Gestalten:

27.HYG.7: … Vidyāhaya, Śrīhaya, Vāgīśīhaya, Vidyāvilāsahaya und Nādamardana, mit haya am Ende.

27.HYG.8: Die dritte [Umhüllung] besteht aus Lakṣmī und den folgenden: Lakṣmī, Sarasvatī, Rati, Prīti, Kīrti, Kānti, Tuṣṭi und als achte Puṣṭi.

27.HYG.9: Die vierte besteht aus Kumuda und den folgenden, die fünfte aus den Weltenhütern, die sechste aus deren Waffen. So wird die Verehrung gelehrt.

Ausgeführter Ablauf: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum Yoga-Pīṭha-Nyāsa und dreimaligem Prāṇāyāma mit dem Wurzelmantra setzt man Brahmā als Rishi am Kopf, Triṣṭubh als Metrum im Mund und Śrī Hayagrīva als Gottheit im Herzen ein, jeweils mit namaḥ. Nach dem Anwendungssatz wie zuvor folgen Hand- und Sechsglieder-Nyāsa mit hsāṃ, hsīṃ und den weiteren [langen Vokalformen].

Nach Meditation und Pīṭha-Verehrung ruft man ihn mit „oṃ vāgīśvarāya vidmahe hayagrīvāya dhīmahi tan no haṃsaḥ pracodayāt“ herbei. Die ausgeschriebene Prosafassung enthält ausdrücklich das einleitende oṃ, das die vorausgehende Versableitung nicht genannt hatte. Nach den mit dem Wurzelmantra vollzogenen Handlungen von der Einsetzung bis zur Gliederverehrung verehrt man auf den acht Blättern, beginnend vor der Gottheit: „oṃ prajñāhayāya namaḥ“, danach Medhāhaya, Smṛtihaya, Vidyāhaya, Śrīhaya, Vāgīśīhaya, Vidyāvilāsahaya und Nādamardanahaya, jeweils mit namaḥ.

An den Blattspitzen folgen Lakṣmī, Sarasvatī, Rati, Prīti, Kīrti, Kānti, Tuṣṭi und Puṣṭi. Auf dem zweiten achtblättrigen Lotus verehrt man die in der Dadhivāmana-Verehrung genannten acht mit Kumuda beginnenden Gestalten. Mit Indra und den übrigen [Weltenhütern] wird die Verehrung wie zuvor fortgesetzt.

27.HYG.10: Nach vier Lakṣas, also 400.000 Wiederholungen, bringt man ein Zehntel mit Ghee ins Feuer dar. Danach vollzieht man die Sättigungsdarbringung mit sehr reinem, wohlriechendem Wasser.

27.HYG.11: Man besprengt sich selbst und sättigt auch die „Götter der Erde“, die Brahmanen. Nachdem der Mantra so verwirklicht ist, vollzieht der Mantrakundige die Anwendungen.

27.HYG.12: Man vergegenwärtigt den Mantra inmitten des Mondmaṇḍalas, weiß wie Schnee und Jasmin, in der Hand und setzt ihn am Mund ein. Dadurch wird man in Versammlungen geehrt.

27.HYG.13: Oder man setzt ihn in Hand und Krug ein; durch morgendliche Besprengung mit dessen Wasser beseitigt man Spinnen und ähnliche [Schädigungen], Unglück und die fünf Arten von Gift, so der Text.

27.HYG.14: Wer nach der Verehrung jeden Morgen Wasser trinkt, über dem dreimal sieben Wiederholungen vollzogen wurden, dessen Rede wird himmlisch und bezaubernd.

27.HYG.15: Man setzt den Mantra in der Mitte des Mondmaṇḍalas in den La-Laut ein und vergegenwärtigt ihn gelb im Mund des Streitgegners; dadurch stellt man dessen Rede still.

27.HYG.16: Auf Birkenrinde schreibt man mit Kurkuma den Namen des Streitgegners ins Innere, zwischen zwei Ha-Lauten, die ihrerseits zwischen zwei Praṇavas stehen. Die Fußnote bietet aus kha die Lesart a statt ha.

27.HYG.17: Auf die acht Blätter [schreibt man] den achtgliedrigen Hayagrīva-[Mantra], auf die Staubfäden die Vokale. Außen umgibt man es mit den Lauten von ka bis kṣa, darüber hinaus zeichnet man das Bhūpura. Der ganze Vers steht im Druck in Klammern; die achtgliedrige Formel wird hier nicht ausgeschrieben.

27.HYG.18: Das mit Leben eingesetzte Yantra, zwischen zwei Schalen eingeschlossen und mit gelbem Faden umwickelt, bewirkt bald Stummheit.

27.HYG.19: Das von Repha überlagerte Bīja vergegenwärtigt man inmitten einer dreieckigen Einfassung, von Flammenkränzen umgeben. Dies gilt als höchste Stillstellung. Die Prosa erklärt śṛṅgāṭa ausdrücklich als Dreieck.

27.HYG.20: Inmitten des Luftmaṇḍalas, verbunden mit dem Luft-Bīja, gilt diese Meditation als Vernichtung von Gift und Ähnlichem, ohne Zweifel.

27.HYG.21: Vergegenwärtigt man es inmitten des Wassermaṇḍalas, rein wie Mondstrahlen, so wirkt es erquickend und vernichtet alle Krankheiten, so die Verheißung.

27.HYG.22: Das Yantra im Inneren des Raumes, weiß wie Schnee und Kuhmilch, meditiert man in der Mitte des Herzlotus: Dies gilt als höchstes Mittel zur Beseitigung von Gift.

27.HYG.23: Man schreibt den Mantra mit Rocanā auf Birkenrinde und trägt ihn am Arm. Dies wird zu einem großen Schutz, der alle schädlichen Einflüsse vernichtet.

27.HYG.24: Das mit Repha verbundene Bīja steht zwischen zwei hūṃ. Wessen Namen man bei der Mantrarezitation verwendet, den tötet man, so die ausdrückliche Behauptung des Textes.

27.HYG.25: Das mit Repha verbundene Bīja, unter sa und ha und zwischen zwei hūṃ stehend, ist das unübertreffliche Mantrabīja.

Unnummerierte Fortsetzung: Indem man wiederholt mit dem als „māraṃ māraṃ“ gedruckten Ausdruck rezitiert, entzweit man die ganze Welt, ohne Zweifel. Die Schlusszeile ist metrisch und sprachlich unregelmäßig; der fehlende weitere Halbvers wird nicht ergänzt. Die Aussagen über Schädigung, Heilung und Schutz gehören zur historischen Ritualmagie der Quelle.

Druckseite 428; eine längere Hayagrīva-Formel:

27.HYG.26: Zuerst spricht man die mit udgirat beginnende Verbindung mit Praṇava und Uddītha, dann „sarvavāgīśvareśvara“ … Die Anfangsverbindung ist im Druck nicht ganz eindeutig; die Fußnote nennt udgiraya als Lesart aus kha.

27.HYG.27: … danach „sarvaveda“, „mayācintya“, „sarvaṃ“ und zweimal „bodhaya“. Einige lehren svāhā am Schluss.

27.HYG.28: Die Einfassung besteht aus dem eigenen Bīja und Praṇava. Dieser glückverheißende Mantra des Hayagrīva-Hari hat sechsunddreißig Laute.

Prosa: Mit dem eigenen Bīja ist das zuvor gebildete Hayagrīva-Bīja gemeint; das Übrige sei verständlich. Die Sechsunddreißigzahl gilt ohne svāhā; mit svāhā sind es achtunddreißig Laute. Die Anrufung bezeichnet den Herrn aller Herren der Rede, dessen Wesen alle Veden umfasst und unbegreiflich ist, und bittet: „Lass alles erkennen, lass erkennen!“ Wegen der unsicheren Anfangslesung wird hier keine vermeintlich gesicherte Gesamtformel ergänzt.

27.HYG.29: Der Rishi ist Brahmā, das Metrum Anuṣṭubh, die Gottheit Hayagrīva-Hari selbst, der stets Herrschaft über die Rede verleiht.

27.HYG.30: Die fünf Glieder werden mit Tāra und den Abschnitten des Mantras gebildet. [Ich verehre] den vierarmigen Hayagrīva, der wie ein Herbstlotus erstrahlt …

27.HYG.31: … pferdegesichtig, mit Muschelhorn und Diskus in den Händen und [den übrigen] auf die Knie gelegten Händen. Der Mantrakundige ruft den Gott herbei und verehrt ihn auf dem zuvor gelehrten Pīṭha.

Prosa: Muschelhorn und Diskus befinden sich in der oberen linken beziehungsweise oberen rechten Hand.

27.HYG.32: Nachdem man mit dem einsilbigen [Mantra] vorschriftsgemäß die Gestalt vorgestellt hat, verehrt man die vier Veden auf den Staubfäden in den Richtungen. Im Vers ist die Richtungsangabe als diggajān gedruckt, wörtlich „Richtungselefanten“; die folgende Prosa erläutert hier die vier Veden in den vier Hauptrichtungen.

27.HYG.33: Der Ṛgveda ist weißfarben, ein Zweimalgeborener mit Eselsantlitz, Gebetskette und Furchtlosigkeitsgeste, freundlich und zum Lehren bereit. Er wird auch als gelb bezeichnet. Weiß und gelb stehen beide im Vers; eine nicht genannte Zuordnung zu Körper oder Gewand wird nicht ergänzt.

27.HYG.34: Der Yajurveda hat ein Ziegenantlitz, ist gelbfarben und trägt eine Gebetsschnur. In der linken Hand hält er den Vajra; er schenkt Gedeihen und Glück.

27.HYG.35: Der Sāmaveda strahlt wie das Blatt einer blauen Wasserlilie und hat ein Pferdeantlitz. Rechts trägt er eine Gebetskette, links einen Krug.

27.HYG.36: Der Atharvaṇa genannte Gott ist weiß und hat ein Affenantlitz. Rechts trägt er eine Gebetskette, links einen Krug.

27.HYG.37: Auf den Staubfäden der Zwischenrichtungen verehrt man die Aṅgas, Smṛtis, Nyāya-Lehren und sämtliche Śāstras; auf den Blättern verehrt man die sechs Glieder.

27.HYG.38: Außen setzt man die Weltenhüter ein, noch weiter außen ihre Waffen. Wer den Gott nach diesem Verfahren verehrt, wird zum Herrn der Rede.

Ausgeführter Ablauf: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum Yoga-Pīṭha-Nyāsa und dreimaligem Prāṇāyāma mit dem Wurzelmantra setzt man Brahmā als Rishi am Kopf, Anuṣṭubh als Metrum im Mund und Śrī Hayagrīva als Gottheit im Herzen ein. Nach dem Anwendungssatz wie zuvor werden die fünf Glieder gebildet: „oṃ hṛdayāya namaḥ“, die mit „udgirat-praṇavoddītha“ gedruckte Verbindung für den Kopf, „sarvavāgīśvareśvara“ für die Śikhā, „sarvavedamayācintya“ für die Rüstung und „sarvaṃ bodhaya“ für die Waffe. Die Prosazuordnung druckt bodhaya nur einmal, der Vers zweimal; die Gliederabschlüsse sind abgekürzt.

Man setzt diese Formeln an den mit dem Wurzelmantra berührten Fingern und an den mit dem Herzen beginnenden Körperstellen, außer den Augen, ein. Nach Meditation und Yoga-Pīṭha-Verehrung stellt man mit dem einsilbigen Mantra die Gestalt vor. Nach Anrufung und den übrigen Handlungen bis zur Blumendarbringung verehrt man auf den Staubfäden des achtblättrigen Lotus, beginnend vor der Gottheit, in den vier Hauptrichtungen: „oṃ ṛgvedāya namaḥ“, „yajurvedāya namaḥ“, „sāmavedāya namaḥ“, „atharvavedāya namaḥ“.

Auf den Staubfäden der Zwischenrichtungen, beginnend im Südosten, folgen „ṣaḍaṅgebhyo namaḥ“, „smṛtibhyo namaḥ“, „nyāyaśāstrebhyo namaḥ“, „sarvaśāstrebhyo namaḥ“. Auf den acht Blättern werden wie zuvor die Glieder verehrt; Weltenhüter und alles Weitere folgen entsprechend. Der Text nennt hier sechs Glieder gegenüber den zuvor ausgeschriebenen fünf; diese Abweichung wird erhalten.

Die Vorlage setzt erneut bei Nummer 38 an; zur Unterscheidung folgt das Präfix HYJ:

27.HYJ.38: Nach sechsunddreißig Lakṣas, also 3.600.000 Wiederholungen, bringt der Verständige Kunda-Blüten, verbunden mit den drei süßen Stoffen, ins Feuer dar. Danach folgen die Sättigungsdarbringung und die weiteren Handlungen.

27.HYJ.39: Wer Wohlstand erstrebt, opfert schöne Bilva-Blätter. Wer Redegabe erstrebt, opfert beständig Kunda-Blüten, getränkt mit den drei süßen Stoffen.

27.HYJ.40: Ghee, in dem als jāṭhara bezeichneten Feuer gekocht und mit diesem Mantra bereitet, verleiht bei vorschriftsgemäßem morgendlichem Verzehr ungehinderte dichterische Gabe. Die Bezeichnung des Feuers ist in dieser Zubereitungsanweisung ungewöhnlich und bleibt als Quellbegriff kenntlich.

27.HYJ.41: Der Verständige verzehrt täglich Vacā, die mit dem ausgezeichneten Mantra bereitet wurde. Dadurch wird er gewiss zum Ausleger aller Śāstras, so die Verheißung.

27.HYJ.42: [Für eine weitere Formel spricht man] „ṛgyajuḥsāmarūpa“, dann „vedāharaṇakarma“, „praṇavodgīthavapuṣe“ und „mahāśvaśirase“ … Die Bildung der Formel setzt sich auf der nächsten Seite fort.

Druckseite 429; Fortsetzung der weiteren Hayagrīva-Formel:

27.HYJ.43: Die beiden zuerst genannten Abschnitte stehen im Dativ. Am Ende steht namaḥ, davor sohaṃ; der Anfang ist haṃsa. Dieser Mantra des Pferdegesichtigen wird als sechsunddreißiggliedrig gelehrt.

Prosa: Die ersten beiden Abschnitte im Dativ lauten „ṛgyajuḥsāmarūpāya vedābharaṇakarmaṇe“. Das Übrige sei verständlich. Die Prosa hat vedābharaṇa gegenüber vedāharaṇa in der vorherigen Verszeile. Die Fügungen bezeichnen den, dessen Gestalt Ṛg-, Yajur- und Sāma-Veda ist, und eine mit den Veden verbundene Handlung; die abweichende Lesung wird nicht verdeckt.

27.HYJ.44: Man spricht „viśvottīrṇa“, danach „svarūpāya“, dann cinmaya mit nāda, gefolgt von „rūpiṇe“, „tubhyaṃ“ und namaḥ …

27.HYJ.45: … danach „hayagrīva“, „vidyārājāya viṣṇave“, svāhā und sohaṃ; haṃsa steht am Anfang. Dieser Mantra hat achtunddreißig Laute. Die Anrufung richtet sich an die weltübersteigende Gestalt, die Gestalt des Bewusstseinsklangs, Hayagrīva als König des Wissens und Viṣṇu. Die Quelle bietet hier eine Wortableitung, keine nochmals eindeutig ausgeschriebene Gesamtformel.

27.HYJ.46: Rishi-Angaben, Gliedervorschrift, Meditation, Verehrung und Wunschanwendungen vollzieht der kundige Mantrakundige nach dem beim Anuṣṭubh-Mantra gelehrten Verfahren.

Prosa: Die fünf Glieder werden aus den Abschnitten des ersten Mantras gebildet. Das Puraścaraṇa beträgt sechsunddreißig Lakṣas, also 3.600.000 Wiederholungen.

27.HYJ.47: Zuerst bildet man das eigene Bīja, dann spricht man Hayaśiras im Dativ. Mit Hṛt am Ende wird der achtgliedrige Mantra Hayagrīvas gelehrt.

Prosa: Hayaśiras im Dativ lautet hayaśirase; Hṛt ist namaḥ. Die Struktur ist somit [Hayagrīva-Bīja] hayaśirase namaḥ. Die zuvor ausdrücklich unterschiedenen Bīja-Varianten werden hier nicht ohne Quellenentscheidung auf eine einzige festgelegt.

27.HYJ.48: Rishi-Angaben, Gliedervorschrift, Nyāsa, Rezitation und Verehrung folgen dem beim einsilbigen Mantra angegebenen Weg. Das Metrum wird als Anuṣṭubh bezeichnet.

Unnummerierter Halbvers: Er schenkt stets die Pracht dichterischer Rede; kein anderer [kommt ihm gleich]. Der letzte Ausdruck ist im Druck sprachlich beschädigt, die zweite Hälfte fehlt.

27.HYJ.49: Ich vergegenwärtige den freundlichen Pferdegesichtigen, auf einem Lotus sitzend, mit einem Weißglanz, der gebrochenen Kampfer noch übertrifft. Er trägt Lotus, Gebetskette und Schriftstück und gewährt das Erwünschte.

Prosa: Die Anordnung beginnt bei der unteren rechten Hand und endet bei der unteren linken.

Varāha

Im Sārasaṃgraha; neue Nummernreihe VRM:

27.VRM.1: Nun wird der Reihe nach die Verehrungsvorschrift des Varāha-Mantras gelehrt, mit Gliedern, Feueropfer und Besprengung, Anwendungen und Rezitation.

27.VRM.2: Man spricht Bhagavat im Dativ, danach „varā“ und „harūpa“ im Dativ; darauf die Vyāhṛtis …

27.VRM.3: … pati im Dativ, „bhūpatitvaṃ me dehi“, das Wort da, „dāpaya“, „svā“ und abschließend hā. Er beginnt mit Tāra und Hṛt.

Unnummerierter Halbvers: Der Varāha-Mantra wird mit dreiunddreißig Lauten gelehrt. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

Prosa, Auflösung: Bhagavat im Dativ ergibt bhagavate. Varā bleibt in seiner Form; harūpa im Dativ wird harūpāya, zusammen also varāharūpāya. Die Vyāhṛtis sind bhūr bhuvaḥ svaḥ. Pati im Dativ ergibt pataye. Es folgt „bhūpatitvaṃ me dehi“, „Gib mir Herrschaft über die Erde“, dann da, danach dāpaya und svāhā. Tāra ist Praṇava, Hṛt namaḥ; durch Lautverbindung entsteht am Anfang „oṃ namo“. Der zusätzliche Laut da wird sowohl im Vers als auch in der Prosa ausdrücklich genannt und nicht weggelassen.

27.VRM.4: Als Rishi, Metrum und Gottheit gelten Bhārgava, Anuṣṭubh und Varāha. Für das Herz steht Ekaśṛṅga im Dativ, für den Kopf entsprechend Vyomolka.

27.VRM.5: Für die Śikhā steht „tejo’dhipataye“, für die Rüstung „viśvarūpāya“, für die Waffe „mahādaṃṣṭrāya“. So wird die Vorschrift der fünf Glieder gelehrt.

Im Prapañcasāra 23.17: „Mit sieben, dann sechs, sieben, fünf und acht Lauten des Wurzelmantras bildet man die Glieder.“

27.VRM.6: Oder der hervorragende Mantrakundige bildet die fünf Glieder aus sieben, sechs, [so vielen wie] Sehern, Pfeilen und Vasus entsprechenden Mantralauten. Die Prosa erklärt: Seher sind sieben, Pfeile fünf, Vasus acht. Somit ist dieselbe Teilung 7–6–7–5–8 gemeint.

27.VRM.7: Von den Knien bis zu den Füßen [erscheint er] golden; vom Nabel bis zu den Knien mondweiß, vom Hals bis zum Herzen feuerstrahlend, vom Kopf bis zum Hals dem Mond gleich, vom Scheitel zum Raum hin schön und mondartig. Die Körperabschnitte sind genau so in der Vorlage angeordnet; die ungenannte Strecke zwischen Herz und Nabel wird nicht ergänzt.

Beginn des folgenden Verses, noch ohne eigene Nummer auf dieser Seite: In den Händen trägt er Diskus, Muschelhorn, Schwert, Schild, Keule, Speer sowie die Gesten des Segens und der Furchtlosigkeit …

Lesarten der Fußnoten: Kha bietet manvakam und saṃpuṭastham an auf dieser Seite nicht eindeutig markierten Stellen. Einige lesen Ekadaṃṣṭra, „Einzähniger“, statt Ekaśṛṅga, „Einhörniger“.

Druckseite 430; Abschluss des auf der vorigen Seite begonnenen Meditationsverses:

27.VRM.8: … verehre im Geist ohne Unterlass den ursprünglichen Varāha, dessen einzelner Hauer durch die Erde erstrahlt. Die einleitende Zusammensetzung vor „Erde“ ist im Druck beschädigt; die auf dem Hauer getragene Erde ist sicher erkennbar. Die acht Attribute wurden am Ende der vorherigen Seite genannt.

Prosa zur Waffenanordnung: Das erste Paar befindet sich in den oberen Händen, rechts beginnend; das nächste in den darunterliegenden, das dritte in den wiederum darunterliegenden und das vierte in den untersten.

27.VRM.9: Oder man vergegenwärtigt ihn mit einem Körper wie ein Berg, einer dunklen Regenwolke gleich, über dem Ozean, mit weißen, berggleichen Hauern. Die Schlussverbindung mit acala lässt auch eine Betonung der Unbeweglichkeit zu; sie wird nicht zu einer zusätzlichen Gestaltbeschreibung ausgebaut.

27.VRM.10: Im Erdmaṇḍala erscheint er golden, im Wassermaṇḍala wie Schnee, im Feuermaṇḍala feuerstrahlend; im Luftmaṇḍala …

27.VRM.11: … schwarz, im Raum von gewaltigem Glanz. So meditiert man über den Eber. Auf seinem Hauer vergegenwärtigt man die Erde mit Bergen, Wäldern und Wildnissen.

27.VRM.12: In seinem Huṃ-Ruf vergegenwärtigt man Vāgīśī, in seinem Atem den Wind; im linken und rechten Arm Mond und Sonne, in seinem Bauch die Vasus.

27.VRM.13: An seinen Füßen vergegenwärtigt man Brahmā, in seinem Herzen Hari und in seinem Mund Śaṅkara. Der letzte Versfuß fehlt im Druck.

27.VRM.14: Man errichtet ein glückverheißendes Maṇḍala mit achtblättrigem Lotus und gelb leuchtendem Zentrum, strahlend wie zehn Millionen Sonnen.

27.VRM.15: Dort verehrt man Kola, den Eber, nach der im Folgenden genannten Vorschrift. Mit dem Wurzelmantra stellt man die Gestalt vor und ruft Kola herbei.

27.VRM.16: Dort verehrt man den Ebergott sorgfältig mit Duftstoffen und den übrigen Gaben, danach Vasudhā und die anderen, die sich auf seinem Hauer und in seinen Gliedern befinden.

27.VRM.17: In den Zwischenrichtungen sowie oben und unten verehrt man die höchste Waffe. Außen darum Diskus, Muschelhorn, Schwert und Schild …

27.VRM.18: … Keule, Speer, Segen und Furchtlosigkeit. Danach verehrt man die Weltenhüter und außen deren Waffen. So wird die Kola-Verehrung gelehrt.

Ausgeführter Ablauf: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum Yoga-Pīṭha-Nyāsa und dreimaligem Prāṇāyāma mit dem Wurzelmantra setzt man Bhārgava als Rishi am Kopf, Anuṣṭubh als Metrum im Mund und Śrī Varāha als Gottheit im Herzen ein. Mit gefalteten Händen spricht man die Anwendung zur Erfüllung aller eigenen Wünsche aus.

Es folgen „ekaśṛṅgāya hṛdayāya namaḥ“, „vyomolkāya śirase svāhā“, tejo’dhipataye für die Śikhā, viśvarūpāya für die Rüstung und mahādaṃṣṭrāya für die Waffe. Diese fünf Gliederformeln werden an den mit dem Wurzelmantra berührten Fingern beider Hände vom Daumen bis zum kleinen Finger sowie an den fünf Körpergliedern unter Auslassung der Augen eingesetzt.

Nach Meditation und den übrigen Handlungen bis zur Blumendarbringung verehrt man auf dem Hauer des Gottes „vasudhāyai namaḥ“. Auf den Staubfäden des achtblättrigen Lotus, von der Vorderseite der Gottheit in den vier Hauptrichtungen, verehrt man Herz bis Rüstung. In den Zwischenrichtungen, beginnend im Südosten, sowie zwischen Indra und Īśāna und zwischen Nirṛti und Varuṇa verehrt man die Waffe.

Auf den acht Blättern, von vorn im Uhrzeigersinn, folgen „cakrāya namaḥ“, „śaṅkhāya namaḥ“, „khaḍgāya namaḥ“, „kheṭāya namaḥ“, „gadāyai namaḥ“, „śaktyai namaḥ“, „varāya namaḥ“, „abhayāya namaḥ“. Die Verehrung der Weltenhüter und alles Weitere erfolgen wie zuvor.

27.VRM.19: Der in den Regeln gefestigte, seine Sinne beherrschende Übende rezitiert den Mantra hunderttausendmal. Ein Zehntel bringt er mit in süße Stoffe getauchten Lotusblüten ins Feuer dar.

27.VRM.20: Danach folgen Sättigungsdarbringung und die weiteren Handlungen bis zur Bewirtung der Brahmanen. Einen Monat lang rezitiert man täglich tausendmal, während man einen Bilva-Baum berührt.

27.VRM.21: Ein Zehntel bringt man ins Feuer dar; so hat man Puraścaraṇa vollzogen. Durch Meditation erhält man Wohlstand, durch Rezitation Land; durch Rezitation, Verehrung und Feueropfer der Reihe nach … Die Textstrecke ab der Lotusdarbringung in Vers 19 bis zum ersten Halbvers hier steht in der Vorlage in Klammern.

27.VRM.22: … Reichtum, Getreide, Erde und Glück, ohne Zweifel. Wird er beständig im Erdmaṇḍala vergegenwärtigt, schenkt er gutes Land. Die Aufzählung der Ergebnisse ist gegenüber den genannten Handlungen nicht zahlenmäßig eindeutig aufgeteilt.

27.VRM.23: Im Wassermaṇḍala schenkt er Sättigung und Frieden, im Feuermaṇḍala Beherrschung von Fieber und Ähnlichem; im Luftmaṇḍala erfolgt Vertreibung, so der Text.

27.VRM.24: Im Raummaṇḍala schützt er vor Feinden, Bhūtas, Grahas, Verstümmelung und ähnlichen Gefahren. Wenn [die Sonne] im Löwen steht, nimmt man an einem Sonntag der hellen Monatshälfte einen glückverheißenden weißen Stein …

27.VRM.25: … legt ihn in Pañcagavya und bespricht ihn zehntausendmal mit dem Mantra, nach Norden gewandt. Danach vergräbt man ihn auf dem Feld.

27.VRM.26: Die von Feinden verursachte Behinderung dieses Feldes wird dadurch vernichtet. Am Dienstag bei Sonnenaufgang rezitiert man gesammelt den Mantra … Die Anwendung wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.

Textkritische Randangabe: Kha bietet „und die auf dem Hauer befindliche Erde“ als alternative Formulierung.

Druckseite 431; Fortsetzung der Varāha-Anwendungen. Die Angaben beschreiben historische Rituale und ihre behaupteten Wirkungen.

27.VRM.27: … und holt sorgfältig Erde von einem Feld, selbst wenn es von einem Feind blockiert ist. Man teilt sie in drei Teile und bestreicht mit dem ersten den Herd …

27.VRM.28: … mit dem zweiten das Kochgefäß und gibt den dritten in Milch. Auf dem geweihten Feuer kocht man mit Reis eine Caru-Opferspeise.

27.VRM.29: Dort verehrt man den Gott ordnungsgemäß mit Räucherwerk, Licht und den übrigen Gaben. Von dieser mit Ghee versehenen Opferspeise bringt man 108 Darbringungen ins Feuer.

27.VRM.30: So verfährt man mit gesammeltem Geist an acht Dienstagen nacheinander. Dann erlangt man das vom Feind besetzte Feld bald zurück.

27.VRM.31: Ferner sammelt man an einem im Text als mṛta bezeichneten Dienstag Erde wie zuvor, bereitet ebenso die Caru-Speise und bringt sie nach dem gelehrten Verfahren ins Feuer dar. Die Bedeutung der Zeitangabe mṛta ist hier nicht erläutert.

Unnummerierter Halbvers: Man gibt auch eine Bali-Darbringung; der Widerstand gegen [die Nutzung] des Feldes vergeht gewiss. Die zweite Hälfte fehlt im Druck. Prosa: Die Bali-Darbringung gilt dem Gott; gemeint ist, ihm vom Rest des Feueropfers eine Speisegabe anzubieten.

27.VRM.32: Mit den hier undeutlich genannten Brennhölzchen beseitigt man auch von Ḍākinīs bewirkte Störungen. Dieselbe Erde bringt man in Milch, verbunden mit dem im Zusammenhang mit Bilva genannten Ghee, ins Feuer dar. Beide Stofffügungen des Verses sind sprachlich beschädigt; sie werden nicht zu einer eindeutigen Rezeptur ergänzt.

27.VRM.33: [Man vollzieht] 1008 [Darbringungen] über zwei Maṇḍala-Zeiträume. Dann wird sein Land ohne Rivalen, ertragreich und sehr wertvoll. Die Dauer eines solchen Zeitraums wird hier nicht bestimmt. Die Fußnote bietet mahārghām als alternative Kasusform.

27.VRM.34: Der Verständige opfert zehntausendmal Āragvadha-Brennhölzchen. Dadurch wird ihm umfassendes Gedeihen zuteil; er erhält viel Land und andere Güter.

27.VRM.35: Der Mantrakundige opfert täglich 108-mal Reis. Nach einem Jahr ist sein Haus ganz mit Reis gefüllt.

27.VRM.36: Der Verständige opfert mit diesem [Mantra] täglich tausendmal Ghee. Dadurch entsteht Überfluss an Gold. Mit den Blüten der Añjalinī …

27.VRM.37: … tausendmal, vermischt mit süßen Stoffen, wird eine Zunahme an Kleidung verheißen. Durch gerösteten Reis als Feuergabe erhält man eine Braut; durch Utpala reichlichen Wohlstand. Añjalinī bleibt als nicht sicher identifizierter Pflanzenname stehen.

27.VRM.38: Man begibt sich zum umstrittenen Feld am günstigen Geburtstag des Betreffenden, setzt sich dort nieder und rezitiert den Mantra 1008-mal.

Unnummerierter Halbvers: Wer so verfahren ist, dessen Streit um das Land löst sich auf. Die zweite Hälfte fehlt im Druck. Prosa: „des Betreffenden“ bedeutet des Streitgegners; „Geburtstag“ meint den Tag seines Geburts-Mondhauses.

27.VRM.39: Der Verständige vergegenwärtigt sich selbst als Varāha, dem Meru gleich. Auf dem betreffenden Feld vollzieht er am Dienstag, während er rezitiert, dreimal sieben Schritte …

27.VRM.40: … und nimmt Erde auf; das Feld wird ihm gehören. Wer täglich die Erde berührt und als Mantrakundiger aṣṭasahasra rezitiert …

27.VRM.41: … erlangt viel Land und befriedet alle Hindernisse. Am Freitag, wie angegeben, besonders aber am Dienstag …

27.VRM.42: … rezitiert, wer Festigung erstrebt; er erhält viel Land. Wer täglich aṣṭasahasra rezitiert und verehrt …

27.VRM.43: … gewinnt großen Wohlstand und wird ein mächtiger König. Nach hunderttausend [Vollzügen von] Feueropfer und Rezitation mit Kuhprodukten und Milchspeise …

27.VRM.44: … erlangt man die sieben Kontinente; daran soll kein Zweifel bestehen. Mit Dickmilch, Honig und Ghee getränkte, vier Fingerbreiten lange …

27.VRM.45: … Guḍūcī-Stücke opfert man in der Zahl aṣṭasāhasra; Krankheit geht zugrunde. Bei täglichen Feuerdarbringungen von Mangoblättern wird Fieber gestillt, so der Text. Die Wörter aṣṭasahasra beziehungsweise aṣṭasāhasra in den Versen 40, 42 und 45 bedeuten wörtlich achttausend. Die frühere Glosse auf Druckseite 424 erklärte aṣṭasahasra als 1008 und fügte „überall“ hinzu; hier wird die Zahl nicht nochmals erklärt. Die beiden möglichen Lesarten bleiben deshalb sichtbar.

27.VRM.46: Man nimmt Wasser in beide Hände und rezitiert so oft wie die Zahl der Laute. Täglich besprengt man damit das Gesicht; dessen Schönheit nimmt zu. Die Prosa erläutert die Zahl ausdrücklich als Anzahl der Laute des Wurzelmantras. Ein Wort vor kṣipet ist im Druck unklar; die Gesichtssprengung ist aus dem Satz erkennbar.

27.VRM.47: [Man zeichnet] ein Sechseck mit dem Ziel, einem im Praṇava befindlichen Bīja und dem als tari bezeichneten Mantra. Der Verständige schreibt die Glieder an die sechs [Stellen] beziehungsweise Verbindungen; an die Wurzeln des vierblättrigen Lotus den zwölfgliedrigen [Mantra], nach dem Verswort „paarweise“; auf die Blätter je acht Mantralaute und auf das letzte einen zusätzlichen. Außen folgt … Die Versbeschreibung ist in der Zuordnung der Zwölferreihe und ihrer Stellen nicht eindeutig; die anschließende Prosa erläutert das Yantra weiter. Die Wortchiffre tari wird hier nicht spekulativ aufgelöst.

Druckseite 432; Fortsetzung des Varāha-Yantras:

27.VRM.48: Auf den Staubfäden des achtblättrigen [Lotus] schreibt man die Vokale paarweise, auf jedes Blatt vier Mantralaute und auf das letzte einen zusätzlichen. Bei dem mit der Zahl vikṛti bezeichneten [sechzehnblättrigen Lotus] schreibt man auf die Staubfäden die Alphabetlaute paarweise, auf die Blätter die Mantralaute, auf das letzte den letzten; außen wird es umschlossen …

27.VRM.49: … mit den Mantras beziehungsweise Bījas von Vedādi, Erde und Kola, eingerahmt vom Namen des Zieles, ferner mit dem Zielnamen, der zwischen den Mantralauten aufleuchtet. Ein Erdfeld umgibt es; in den inneren Bereichen leuchtet das Erdbīja mit dem Zielnamen. Auf den Dreizacken stehen Erd- und Kola-Bīja. Dies ist Varāhas Yantra. Die Versfügung ist gedrängt; die genaue Anordnung wird in der anschließenden Prosa erläutert.

27.VRM.50: An einem besonders günstigen Tag schreibt man es mit einem schönen goldenen Schreibgerät, mit Lack, Kampfer, schwarzem Aguru, Sandel, guter Rocanā, Safran, Ghee und Kuhdungwasser. Auf Goldplatte [schenkt es] ein Reich, auf Silbertafel Dörfer, auf Kupfer Gold; auf einem Blatt des Picu-Baums das eigene Ersehnte, auf Leinen Landgewinn. Die Zuordnung der dicht zusammengedruckten Ergebnisreihe ist teilweise unsicher; sie folgt hier ihrer nächstliegenden Satzgliederung.

27.VRM.51: Auf Birkenrinde begünstigt es den Lebensunterhalt. Gut mit Mantra besprochen, mit dem Ghee des Sampāta besprengt und zwölf Jahre getragen, schenkt das Yantra heilsame Früchte. Man vergegenwärtigt sich selbst in Kola-Gestalt, vergräbt es am Zielort, ruft Varāha herbei und verehrt seine Glieder in den Richtungen. Dadurch wird man von den als kṣudra bezeichneten Krankheiten frei, so die Quelle.

Ausführliche Erklärung: Zuerst zeichnet man ein Sechseck und schreibt Praṇava in seine Mitte. In dessen Inneres setzt man das Varāha-Bīja hūṃ und den Namen des Zieles. In die sechs Ecken schreibt man, von der eigenen Vorderseite im Uhrzeigersinn, jeweils einen Laut des noch zu lehrenden sechsgliedrigen Sudarśana-Mantras. An die Verbindungen des Sechsecks kommen dessen sechs Gliedermantras.

Außen darum zeichnet man einen vierblättrigen Lotus. Auf seine Staubfäden kommen jeweils zwei Laute des achtgliedrigen Nārāyaṇa-Mantras. Auf die vier Blätter schreibt man je acht Laute des Varāha-Anuṣṭubh-Mantras, auf das letzte zusätzlich dessen letzten Laut. Die Prosa nennt ausdrücklich den achtgliedrigen Nārāyaṇa-Mantra; die Verszeile auf der vorigen Seite war als Zwölferreihe gedruckt. Hier wird die klarere Prosa wiedergegeben, ohne die Abweichung zu verdecken.

Außen folgt ein achtblättriger Lotus. Auf seine Staubfäden schreibt man die Vokale paarweise; auf jedes Blatt vier Laute des Varāha-Mantras und auf das letzte zusätzlich den letzten Laut. Dann folgt außen ein sechzehnblättriger Lotus. Auf dessen Staubfäden schreibt man die Laute von ka bis kṣa paarweise; in die Blattmitten je zwei Laute des Wurzelmantras, auf das letzte den letzten zusätzlich. Der Satz über diesen sechzehnblättrigen Lotus steht in der Vorlage in Klammern.

Außen zieht man vier Kreise, wodurch drei Zwischenräume entstehen. Den innersten füllt man mit Praṇava, der vom Laut beziehungsweise Namen des Zieles eingerahmt wird; den zweiten ebenso mit dem Erdbīja glauṃ; den dritten mit dem vom Zielnamen eingerahmten Varāha-Bīja hūṃ. Darum zieht man einen weiteren Kreis. Dessen Zwischenraum füllt man mit dem Zielnamen, der zwischen die Laute des Wurzelmantras eingefügt ist.

Außen zeichnet man ein Quadrat. In seine Ecken setzt man glauṃ, das Erdbīja, mit dem Zielnamen in seinem Inneren. An den acht Enden der vier Linien des Quadrats zeichnet man Dreizackzeichen; auf diese schreibt man Varāha-Bīja und Erdbīja. Dieses Yantra gewährt die angegebenen Früchte.

Im Śrīkeralīya-Yantrasāra; neue Nummernreihe KVY:

27.KVY.1: Im Lotuszentrum steht Tāra mit Kola in seinem Inneren, verbunden mit dem Ziel. In den sechs Ecken steht der Cakra-Mantra, an den Verbindungen seine sechs Glieder.

27.KVY.2: Auf dem achtblättrigen [Lotus] stehen auf den Staubfäden je zwei Laute des achtgliedrigen [Mantras]; die Kola-Mantralaute werden jeweils zu viert [auf die Blätter verteilt], auf das achte …

27.KVY.3: … schreibt man fünf. Auf die sechzehn äußeren Blätter schreibt man jeweils eine Hälfte der mit „kṣetrasya“ beginnenden Ṛc-Strophen. Die Erläuterung wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.

Druckseite 433; Abschluss der Yantra-Anordnung:

27.KVY.4: Man umgibt es mit dem Erdmantra und außen mit der Mātṛkā. An den Ecken des Bhūpura schreibt man das Erdbīja, in den Richtungen das Bīja hūṃ.

27.KVY.5: Dieses Yantra des mit „kṣetrasya“ beginnenden Sūkta schreibt man an einem günstigen Tag vorschriftsgemäß mit einer goldenen Nadel auf eine Kupferplatte.

27.KVY.6: Wird es in einem Haus, auf einem Feld, in einer Stadt oder einem Land aufgestellt, nimmt dort täglich aller Wohlstand zu …

27.KVY.7: … durch Elefanten, Pferde, Kühe, Büffelkühe, Stiere, Schafe, Esel und andere [Tiere], durch Geld, Getreide, Land, kostbare Stoffe, Gewänder, Edelsteine und Schmuck …

Unnummerierter Halbvers: … und durch weitere Güter erfreuend, ist Ramā stets gegenwärtig. Die zweite Hälfte fehlt im Druck.

Ausführliche Erklärung: Man zeichnet einen achtblättrigen Lotus. In seinem Zentrum liegt ein Sechseck; in dessen Mitte schreibt man das Varāha-Bīja innerhalb von Praṇava, zusammen mit dem Ziel. In die sechs Ecken kommt der sechsgliedrige Sudarśana-Mantra, an seine Verbindungen dessen sechs Gliedermantras. Auf die acht Staubfäden schreibt man jeweils einen Laut des achtgliedrigen Nārāyaṇa-Mantras und des im Folgenden zu lehrenden achtgliedrigen Varāha-Mantras.

Auf die Blätter kommen jeweils vier Laute des Varāha-Mantras, auf das letzte fünf. Auf die sechzehn äußeren Blätter schreibt man jeweils eine Hälfte der Strophen des mit „kṣetrasya patinā“ beginnenden Sūkta. Außen bilden drei Kreise zwei Zwischenräume: In den inneren schreibt man als Einfassung den Erdmantra, in den äußeren die Mātṛkā. In den Quadratecken steht das Erdbīja, in den Richtungen das Varāha-Bīja. Dieses Yantra gewährt die genannten Früchte.

Der Hymnus an den Herrn des Feldes: Ṛgveda 4.57

Die Quelle zitiert alle acht Strophen; neue Nummernreihe KSU. Die Sanskrit-Lesefassung gibt den Wortlaut ohne die vedischen Akzentzeichen wieder.

27.KSU.1: Mit dem Herrn des Feldes, wie mit einem wohlgesinnten Freund, wollen wir gewinnen; mit ihm, der Rind und Pferd gedeihen lässt. Er sei uns in solcher Lage gnädig.

27.KSU.2: Herr des Feldes, melke uns eine honigsüße Woge aus, wie eine Kuh ihre Milch: von Süße fließend, wie gut gereinigtes Ghee. Mögen die Herren der Wahrheit und Weltordnung uns gnädig sein.

27.KSU.3: Süß seien die Pflanzen, die Himmel und die Wasser; süß werde uns der Luftraum. Süß sei uns der Herr des Feldes. Unversehrt wollen wir ihm folgen.

27.KSU.4: Wohl mögen die Zugtiere arbeiten, wohl die Menschen, wohl möge der Pflug die Erde pflügen. Wohl seien die Riemen gebunden; zum Guten schwinge die Treibgerte.

27.KSU.5: Śunāsīra, ihr beiden, nehmt dieses Wort an. Mit dem Wasser, das ihr am Himmel geschaffen habt, besprengt diese Erde.

27.KSU.6: Wende dich uns zu, glückverheißende Sītā, Ackerfurche; wir verehren dich. Sei uns glückbringend, sei uns reich an guter Frucht.

27.KSU.7: Indra möge die Furche festhalten, Pūṣan sie weiterführen. Sie schenke uns reichlich Nahrung, Jahr um Jahr.

27.KSU.8: Wohl mögen unsere Pflugscharen die Erde durchfurchen, wohl mögen die Pflüger mit den Zugtieren vorangehen. Wohl gieße Parjanya süßes Wasser aus. Śunāsīra, schenkt uns Wohlergehen.

Angaben der Vorlage: Für das mit „kṣetrasya patinā“ beginnende Sūkta ist Vāmadeva der Rishi. Als Metren werden Purauṣṇih, Anuṣṭubh und Triṣṭubh genannt; die Gottheit ist Kṣetrasya Pati, der Herr des Feldes. Die Quellenangabe lautet Ṛgveda 4.57.

Weitere Varāha-Bījas

Im Vaikhānasa-Pañcarātra; eigener nummerierter Vers VBI:

27.VBI.1: Vyoman, verbunden mit Tithisvara und geschmückt mit dem linken Ohr, wird als Varāha-Bīja gelehrt, das allen Wohlstand schenkt.

Prosa: Tithisvara ist Bindu, Vyoman ha, das linke Ohr ū; daraus ergibt sich hūṃ. Im Sārasaṃgraha heißt es: „Als Rishi wird Hayagrīva genannt, als Metrum Anuṣṭubh, als Gottheit Varāha. Mit dem Bīja in seinen langen Vokalformen werden die Glieder gebildet. Meditation, Verehrung und alles Weitere vollzieht man wie zuvor.“

Im Mahāsaṃmohana-Tantra: „Nabel, linkes Ohr und Sarga: Daraus wird hier sein Bīja gebildet.“ Die Prosa erklärt: Nabel ist bha, das linke Ohr ū, Sarga Visarga. So ergibt sich bhūḥ. Hand- und Sechsglieder-Nyāsa, Meditation, Verehrung und alles Weitere sind wie zuvor zu verstehen. Die Rezitation erfolgt nach der jeweiligen Überlieferung.

Der achtgliedrige große Mantra; neue Nummernreihe VAM:

27.VAM.1: Im achtgliedrigen großen Mantra ist Vedādi der erste Laut, die Vyāhṛti der zweite; danach folgt „varāhāya“, mit Hṛt am Ende. Die Erläuterung folgt auf der nächsten Seite.

Druckseite 434; Auflösung des achtgliedrigen Varāha-Mantras: Vedādi ist Praṇava, die Vyāhṛti ist bhūḥ, Hṛt ist namaḥ. Daraus ergibt sich oṃ bhūr varāhāya namaḥ – „Verehrung Varāha“, mit oṃ und der Erd-Vyāhṛti bhūḥ; vor varāhāya lautet sie nach der Lautverbindung bhūr.

27.VAM.2: Der Rishi ist Brahmā, das Metrum Jagatī, die Gottheit Varāha. Die Glieder werden mit den einzelnen Wörtern und mit dem ganzen Mantra gebildet.

27.VAM.3: Ich verehre beständig den Gott Varāha von gewaltigem Glanz: dunkel am Körper, mit tiefblauem Lotusantlitz, auf einem Lotus stehend, die Erd-Śakti auf seinem Schoß beziehungsweise an seiner Seite. Mit kräftigen Armen hält er Muschelhorn, Keule, Lotus und Diskus. Bhū, Lakṣmī, Rati und Kānti umgeben ihn, strahlend mit Schild und Schwert. Die Kombination von padmasthita, „auf dem Lotus befindlich“, und svāṅka, „eigener Schoß“, ist hier eng gefügt; die Körperhaltung wird nicht weiter ausgemalt.

Prosa: Die Anordnung der Waffen beginnt links oben und endet rechts oben. Rezitation, Verehrung und alles Weitere entsprechen dem Varāha-Mantra.

Ausgeführter Ablauf: Nach dreimaligem Prāṇāyāma mit dem Wurzelmantra setzt man Brahmā als Rishi am Kopf, Jagatī als Metrum im Mund und Śrī Varāha als Gottheit im Herzen ein. Es folgen „oṃ hṛdayāya namaḥ“, bhūḥ für den Kopf, varāhāya für die Śikhā, namaḥ für die Rüstung und der ganze Mantra „oṃ bhūr varāhāya namaḥ“ für die Waffe. Nach diesem fünfgliedrigen Nyāsa vollzieht man Meditation und alles Weitere nach dem zuvor gelehrten Varāha-Anuṣṭubh-Verfahren.

27.VAM.4: Wer den Mantra auf diese Weise wiederholt, wird zum Herrn der Erde. Am Ende erreicht er zweifellos Viṣṇus höchste, ewige Stätte.

Dharāhṛdaya: das Herz der Erde

Im Sārasaṃgraha; neue Nummernreihe DHR:

27.DHR.1: Man spricht Dhruva, namaḥ, danach bhagavatyai, dann dharaṇyai, dharaṇi und dharādhare.

27.DHR.2: Dieser Mantra hat neunzehn Laute und endet mit svāhā. Er heißt Dharāhṛdaya, „Herz der Erde“, und schenkt Herrschaft über Land.

Prosa: Dhruva ist Praṇava; die übrigen Wörter bleiben in ihrer angegebenen Form. Durch Lautverbindung entsteht am Anfang „oṃ namo bhagavatyai“. Die aus der gedruckten Wortfolge abgeleitete Formel lautet oṃ namo bhagavatyai dharaṇyai dharaṇi dharādhare svāhā, sinngemäß: „Verehrung der erhabenen Erdgöttin; o Tragende, o Trägerin der Erde, svāhā.“ Die Fußnote empfiehlt jedoch ausdrücklich die Lesart dhare dhare unter Berufung auf das Śāradātilaka. Diese alternative Lesung wird als solche erhalten; sie wird nicht unbemerkt in die Hauptfassung eingesetzt.

27.DHR.3: Der Rishi ist Varāha, das Metrum Nicṛt; die Gottheit ist Pṛthivī, die Mutter aller, die sichtbare und unsichtbare Früchte schenkt.

27.DHR.4: Mit drei, vier, drei, fünf, zwei und zwei Lauten des Wurzelmantras bildet man die sechs Glieder samt ihren jeweiligen Abschlüssen.

27.DHR.5: Dharā ist auf einem Lotus sitzend zu vergegenwärtigen, dunkel, schlank und schön geschmückt. Sie hält zwei blaue Wasserlilien, eine Reisrispe und einen Papagei.

Prosa: Die Anordnung beginnt links oben und endet links unten.

27.DHR.6: Die Verehrung findet auf dem Vaiṣṇava-Pīṭha statt; ihre Vorschrift wird nun gelehrt. Nachdem zuerst die Glieder verehrt sind, verehrt man auf den Blättern der Hauptrichtungen …

27.DHR.7: … Erde, Feuer, Wasser und Luft; ihre Kalās befinden sich auf den Blättern der Zwischenrichtungen. Außen verehrt man Indra und die weiteren [Weltenhüter], danach Vajra und die übrigen [Waffen].

Ausgeführter Ablauf: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum Yoga-Pīṭha-Nyāsa und dreimaligem Prāṇāyāma mit dem Wurzelmantra setzt man Varāha als Rishi am Kopf, Nicṛt als Metrum im Mund und Śrī Dharaṇī als Gottheit im Herzen ein. Mit gefalteten Händen spricht man die Anwendung zur Erfüllung aller eigenen Wünsche aus.

Für den Hand- und Sechsglieder-Nyāsa werden die Abschnitte folgendermaßen zugeordnet: oṃ namaḥ dem Herzen, bhagavatyai dem Kopf, dharaṇyai der Śikhā, dharaṇi der Rüstung, dharādhare den Augen und svāhā der Waffe. Diese ausgeführte Wortteilung ergibt 3–4–3–3–4–2 Laute und weicht damit in den letzten drei Gruppen von der Versangabe 3–4–3–5–2–2 ab; beide ergeben neunzehn.

Nach Meditation und Verehrung des Yoga-Pīṭha mit seinen neun Śaktis verwendet man anstelle des Vaiṣṇava-Pīṭha-Mantras „sauṃ vasundharāya yogapīṭhāya namaḥ“. Vasundharāya steht hier in dieser grammatischen Form im Druck. Nach Anrufung und Gliederverehrung folgen auf den Blättern der Hauptrichtungen „bhuve namaḥ“, „vahnaye namaḥ“, „jalāya namaḥ“, „vāyave namaḥ“; auf den Zwischenrichtungsblättern „nivṛttyai namaḥ“, „vidyāyai namaḥ“, „pratiṣṭhāyai namaḥ“, „śāntyai namaḥ“. Indra und die weiteren [Weltenhüter] werden wie zuvor verehrt.

27.DHR.8: Man rezitiert den Mantra zehn Ayutas, also hunderttausendmal, und opfert ein Zehntel mit von Ghee getränkter Opferspeise. Danach folgen Sättigungsdarbringung und Besprengung.

Dharaṇī: Anwendungen und Yantra; Beginn der Sudarśana-Lehre (Druckseite 435)

27.DHR.9: Anschließend soll der Mantrakenner Brahmanen bewirten, um den Mantra zur Vollendung zu bringen. Ist er nach dieser Vorschrift verwirklicht, soll er die auf bestimmte Wünsche gerichteten Anwendungen ausführen.

27.DHR.10: Tausend rote, mit Süßem bestrichene Wasserlilien soll er ins Feuer geben. Dadurch erlange er das gewünschte Land; ebenso durch eine Opferung blauer Wasserlilien.

27.DHR.11: Durch ein Feueropfer mit gesüßten Priyaṅgu-Blüten werde der Mantrakenner zum Empfänger von Vermögen, Getreide, Land und Wohlstand. Der Druck gibt beim letzten Glied zusätzlich die Lesart „Frauen“ statt „Wohlstand“ an.

27.DHR.12: Opfert er frische Reisrispen, reichlich mit Süßem befeuchtet, werde er innerhalb eines Maṇḍala zum Herrn über Land; daran bestehe kein Zweifel. Die Dauer dieses hier nicht näher bestimmten Ritualzyklus wird nicht ergänzt.

27.DHR.13: Am Freitagmorgen soll er Erde aus dem betreffenden Feld nehmen, sie mit reinem Wasser vermischen und darin den Opferbrei kochen.

27.DHR.14: Den mit Milch und Ghee versehenen Opferbrei soll er nach Vorschrift darbringen. Tut er dies sechs Monate lang freitags, so erlange er Land. Ein Ausdruck der zweiten Vershälfte ist im Druck undeutlich; die wiederkehrende Freitagsvorschrift ist klar.

27.DHR.15: Wer den Varāha-Mantra gemeinsam mit dem Mantra der Erde durch Rezitation, Feueropfer, Verehrung und entsprechende Handlungen verehrt, dem werden rasch die Herrschaft über die ganze Erde, große Macht sowie Wachstum an Getreide und Lebenskraft zugesprochen.

Unnummeriertes Yantra-Zitat und Erklärung: In die Mitte gehört der Tāra, also Oṃ; an die acht Winkel gehört das Eber-Bīja. In die acht Blütenblätter sollen der Reihe nach jeweils drei Mantra-Laute geschrieben werden. Der Kreis wird mit den Lauten des Varāha-Mantra und der Mātṛkā umgeben. Dieses Yantra innerhalb der viereckigen Einfassung soll Land, Gold und Getreide gewähren.

Die Prosa erklärt: Man zeichnet einen achtblättrigen Lotus mit einem Achteck im Inneren. In dessen Mitte stehen Oṃ und der Name des Zieles; an den acht Ecken steht das Varāha-Bīja. Auf die Blätter sollen jeweils drei Laute des Dharaṇī-Mantra ohne den Praṇava geschrieben werden. Darum folgen drei Kreise; in der inneren Bahn steht der zuvor gelehrte Varāha-Mantra, in der äußeren das Mātṛkā-Alphabet. Außen folgt das Quadrat. Die Anweisung „dreimal acht“ ergibt 24 Laute und passt nicht unmittelbar zum zuvor erklärten neunzehnsilbigen Mantra nach Abzug von Oṃ. Diese Abweichung wird nicht durch erfundene Zusatzsilben ausgeglichen.

Eine Variante aus dem Śrīyantrasāra: Der zitierte Vers nennt die Mantrateile namaḥ, bhagavatyai, dharaṇyai, einen anschließenden Dhara-Ausdruck, die Wiederholung „dharaṃ dharaṃ“ und Svāhā. Die genaue Worttrennung in dieser Passage bleibt unsicher. Der Mantra soll mit Tāra, Māyā und Dhara-Bīja umhüllt werden. Die Prosa bestimmt ausdrücklich Māyā als hrīṃ und Dhara als glauṃ: zuerst Oṃ und die beiden Bījas, dann der Grundmantra, danach die beiden Bījas in umgekehrter Reihenfolge und am Ende Oṃ. Die so gebildete Fassung wird vierundzwanzigsilbig genannt. Wegen der undeutlichen Grundform wird daraus keine scheinbar gesicherte Gesamtformel hergestellt. Eine Fußnote nennt eine zusätzliche Lesart zu „Herz“.

27.SUD.1: Nun werde ich den vorzüglichen Sudarśana-Mantra genau erklären, durch den sich alle Wünsche der Übenden erfüllen sollen.

27.SUD.2: Der siebte Laut von Ya aus und der letzte jener Reihe, sodann Bhṛgu und Agni mit dem langen Vokal; der letzte von Ya aus, der Raumlaut mit dem rechten Ohr, der letzte von Pa aus und das alleinstehende Ṭa: so wird die Formel verschlüsselt beschrieben.

Unnummerierte Fortsetzung und Entschlüsselung: Mit dem Veda-Anfang, Oṃ, versehen heißt dieser Cakra-Mantra siebensilbig. Die übrige Vershälfte fehlt bereits im Druck. Die Prosa erklärt die Zeichen als sa, ha, srā, ra, huṃ und phaṭ; für huṃ nennt sie ausdrücklich den kurzen U-Vokal. Mit dem vorausgesetzten Oṃ ergibt sich die Lesefassung oṃ sahasrāra huṃ phaṭ. Die zusätzliche Angabe „Visarga“ in der Druckprosa ist im Verhältnis zum abschließenden phaṭ nicht eindeutig und wird nicht stillschweigend zu einer weiteren Silbe gemacht.

27.SUD.3: Als Seher wird Ahirbudhnya genannt, als Versmaß Anuṣṭubh und als Gottheit Mahāviṣṇu in seiner Gestalt als Sudarśana.

27.SUD.4: Aus dem Wort cakra mit den jeweils vorangestellten Bestandteilen ā, vi, su, dhī, saṃ und jvālā entstehen die sechs Gliedermantras, versehen mit den entsprechenden rituellen Endungen und dem durch zweimal ṭha bezeichneten Svāhā. Die Verszeile ist stellenweise beschädigt; die nachfolgende Ausführungsprosa auf Seite 436 liefert die ausgeschriebenen Formen.

27.SUD.5: Der Reihe nach nennt man die Richtungen, beginnend mit Osten, ferner unten und oben; darauf spricht man „mit dem Cakra binde ich“, dann die durch „Herz“ und „Haupt“ bezeichneten Mantrateile mit dem gebeugten Wort cakra.

27.SUD.6: Durch diesen Mantra werden alle zehn Richtungen gebunden. Für die folgende Schutzformel werden „die drei Welten“, der Praṇava, die zweimalige Aufforderung „schütze“ und das Schutz-Bīja genannt. Die Formel setzt sich auf der folgenden Druckseite fort.

Einordnung: Die Landgewinnung und die genannten Wirkungen sind Aussagen des historischen Ritualtextes. Die hier beschriebenen geometrischen und lautlichen Abweichungen bleiben als Quellenbefund sichtbar.

Sudarśana: Schutzkreis, Meditation und Verehrung (Druckseite 436)

27.SUD.7: Mit den Endungen „Waffe“ und „Haupt“ versehen heißt dieser Mantra „Feuereinfassung“. Mit ihm soll der Kundige rings um sich einen aus Feuer bestehenden Schutzwall vorstellen.

27.SUD.8: Nachdem er diesen Wall vorgestellt hat, soll er die weiteren Nyāsas ausführen. Den Praṇava, weiß, rot und dunkel leuchtend, soll er auf dem Kopf einsetzen.

27.SUD.9: Die übrigen Laute, dem Feuer gleich leuchtend, soll der Mantrakenner zwischen den Augenbrauen, am Gesicht, am Herzen, im verborgenen Körperbereich, an den Knien und an den Gelenken beider Füße einsetzen.

Erläuterung: Die Mantras der Richtungsbindung werden erst in der Ausführungsanweisung ausdrücklich genannt. Mit den Gelenken beider Füße sind die Knöchel gemeint; dafür wird Kapilas Wendung „an Knien und Knöcheln einsetzen“ angeführt.

27.SUD.10: Man vergegenwärtige sich Hari, der nach dem Rad benannt ist: In seinen Lotushänden hält er Cakra, Muschelhorn, mächtige Keule, Lotus, Stampfer, Bogen, Schlinge und Stachelhaken. Sein Glanz gleicht der Sonne. Durch das Leuchten seines Körpers erhellt er in der inneren Schau die Welt; sein Gesicht trägt gewaltige, furchterregende Fangzähne.

Erläuterung zur Waffenanordnung: Rathāṅga bezeichnet das Cakra, dara das Muschelhorn und sṛṇi den Haken. Von rechts aus beginnend liegen die ersten beiden Waffen im obersten Händepaar, die folgenden im Paar darunter, die nächsten im wiederum darunterliegenden und die letzten im untersten Paar.

27.SUD.11: Auf dem Viṣṇu-Pīṭha soll man ihn mit Duftstoffen, Blüten und den übrigen Gaben verehren. Mit dem Grundmantra stellt man seine Gestalt vor und ruft ihn dort wie zuvor an.

27.SUD.12: Der vortreffliche Lehrer verehre der Reihe nach die Glieder, die acht Waffen beginnend mit dem Cakra, die bei Lakṣmī beginnenden Kräfte, die Weltenhüter und deren Waffen.

27.SUD.13: Genannt werden Rad und Muschelhorn, Keule und Lotus, Stampfer und Bogen sowie Schlinge und Haken. Die folgenden Farben lauten Gelb, Rot, Dunkel und Weiß.

27.SUD.14: Je zwei dieser Kräfte sollen verehrt werden; sie bringen Viṣṇus Ehre zur Geltung. Darauf zeige der Mantrakenner unter der Cakra-Gāyatrī die Mudrā. Der Druck ist im Ausdruck zur Wirkung der Kräfte undeutlich; die Folge „je zwei“ verbindet die acht genannten Waffen mit den vier Farben. Die Prosa erklärt die Mudrā ausdrücklich als Cakra-Mudrā.

27.SUD.15: Die Gāyatrī wird aus den Teilen „Sudarśana“, „wir erkennen“, „große Flamme“, „wir meditieren“ und „das Cakra möge uns anregen“ gebildet. Die anschließende Prosa schreibt sie vollständig aus: oṃ sudarśanāya vidmahe mahājvālāya dhīmahi tannaś cakraṃ pracodayāt. Sinn: „Oṃ. Wir erkennen Sudarśana; wir meditieren über die große Flamme. Das Cakra möge unser Erkennen anregen.“

Unnummerierte Ausführung: Nach den Morgenhandlungen bis einschließlich des Yoga-Pīṭha-Nyāsa führt man mit dem Grundmantra dreimal Prāṇāyāma aus. Auf den Kopf setzt man ahirbudhnyāya ṛṣaye namaḥ, auf den Mund anuṣṭupchandase namaḥ und auf das Herz śrīsudarśanāya mahāviṣṇave devatāyai namaḥ. Die Rezitation wird dem eigenen erwünschten Ziel gewidmet.

Für den Hand- und sechsfachen Glieder-Nyāsa folgen ācakrāya svāhā, vicakrāya svāhā, sucakrāya svāhā, dhīcakrāya svāhā, saṃcakrāya svāhā und jvālācakrāya svāhā. Ihre Gliederzuordnung lautet Herz, Kopf, Scheitelhaar, Schutzpanzer, Augen und Waffe; die Gliederendungen stehen im Druck teilweise abgekürzt.

Die Richtungsbindung beginnt mit aindrīṃ cakreṇa badhnāmi namaś cakrāya svāhā für Osten und āgneyīṃ cakreṇa badhnāmi namaś cakrāya svāhā für Südosten; entsprechend werden alle zehn Richtungen genannt. Dazu erfolgt das beschriebene Schnippen der Finger gegen die Handfläche. Die Feuereinfassung wird mit oṃ trailokyaṃ rakṣa rakṣa huṃ phaṭ svāhā vollzogen: „Oṃ. Schütze, schütze die drei Welten.“

Der Laut-Nyāsa lautet: oṃ namaḥ auf den Kopf, saṃ namaḥ zwischen die Brauen, haṃ namaḥ auf den Mund, srāṃ namaḥ auf das Herz, raṃ namaḥ auf den verborgenen Körperbereich, huṃ namaḥ auf die Knie und phaṭ namaḥ auf die Knöchel. Nach Meditation und Belebung der Gestalt zeigt man die Viṣṇu-Mudrās, spricht die oben ausgeschriebene Gāyatrī und zeigt erneut die Cakra-Mudrā.

Nach Sitz- und Gliederverehrung werden auf den acht Lotusblättern verehrt: cakrāya namaḥ, śaṅkhāya namaḥ, gadāyai namaḥ, padmāya namaḥ, musalāya namaḥ, dhanuṣe namaḥ, pāśāya namaḥ und aṅkuśāya namaḥ. An den Blattspitzen verehrt man die acht bereits bei Hayagrīva genannten Kräfte, beginnend mit Lakṣmī. Die Weltenhüter und die weiteren Teile folgen dem früher erklärten Ablauf.

27.SUD.16: Der Mantra soll zwölf Lakh, also 1.200.000-mal, rezitiert werden. Als Opferstoffe nennt der Vers Sesam, Senfkörner, Bilva und Milchreis. Die Opferzahl steht im Vers als tatsahasram und lässt sich daraus nicht eindeutig bestimmen.

Kommentar zur Opferzahl: Die anschließende Prosa versteht Bilva ausdrücklich als Bilva-Blätter und beruft sich dafür auf den Prayogasāra. Sie nennt 1.400 Darbringungen je Stoff und verlangt, die vier Stoffe mit den „drei süßen Substanzen“ zu verbinden; auch dafür zitiert sie den Prayogasāra. Diese ausdrücklich gedruckte Zahl bleibt erhalten und wird nicht nach einer üblichen Zehntelregel abgeändert.

Sudarśana: Befriedungsrituale (Druckseite 437)

27.SUD.17: Nach den Wasserspenden und den übrigen Handlungen soll man Brahmanen bewirten. Ist der Mantra vollendet, führt man die auf gewünschte Ergebnisse gerichteten Anwendungen aus.

27.SUD.18: Der Mantrakenner zeichne zwei Cakras, eines im Norden und eines im Süden. In die Mitte schreibt er Oṃ, in die sechs Ecken die Mantra-Laute. Die Prosa erklärt die beiden Cakras als zwei sechseckige Figuren.

27.SUD.19: Die Mitte soll gelb sein, die Speichen rot, die Zwischenräume dunkel und der Rand weiß. Flammenspitzen umgeben die Figur, außen folgt die Erdfassung.

27.SUD.20: In der nördlichen Figur stellt man einen mit rotem Wasser gefüllten Krug auf. Dort ruft man Hari unter seinem Cakra-Namen an und verehrt ihn sorgfältig.

27.SUD.21: In der südlichen Figur führt man das Feueropfer aus. Genannt werden Ghee, Apāmārga-Brennholz, gekochte Nahrung, Rājikā-Senfkörner und Sesam. Die Versform ṣaṭtriṃśacchata lässt zunächst „sechsunddreißig Hundert“ lesen; die Prosa erklärt dagegen ausdrücklich 136 je Stoff. Die Abweichung bleibt sichtbar.

27.SUD.22: Hinzu kommen Opferkost und die fünf Kuhprodukte. Die mit Ghee versehenen Stoffe werden nacheinander geopfert; den am Opferlöffel verbleibenden Rest jedes Stoffes lässt man in das Krugwasser fallen.

27.SUD.23: Ein aus einem halben Prastha gekochter Nahrung geformter Klumpen wird in das Krugwasser gegeben. Die Person, für die das Ritual geschieht, erhält einen Platz im Süden und wird dort durch das rituelle Umschwenken behandelt.

27.SUD.24: Den Krug mitsamt seinem Inhalt soll man in einiger Entfernung an der bezeichneten achten Stelle niederlegen; auch die übrigen Materialien gelangen in den roten Teil der Figur. Die Ortsbezeichnung des Verses bleibt undeutlich; die spätere Erklärung nennt lediglich den zuvor bestimmten entfernten Ort. Die Verse 23–24 sind teilweise bereits im Druck eingeklammert.

27.SUD.25: Danach bringt der Kundige mit dem nach dem Feueropfer verbliebenen Essen eine Bali-Gabe dar. Die Formel beginnt mit dem durch „Herz“ bezeichneten namaḥ und nennt dann die Scharen Viṣṇus.

27.SUD.26: Es folgen die Dativendung, „denen, die allen Frieden bringen“, die Aufforderung, die Bali-Gabe anzunehmen, und „zum Frieden“, danach wieder namaḥ.

27.SUD.27: Man bewirtet Brahmanen und gibt dem Lehrer den Opferlohn. Dieser Anwendung schreibt der Text die Beseitigung von Fieber und weiteren Krankheiten zu.

27.SUD.28: Auch Apasmāra, Störungen durch Piśācas und Grahas sowie Bedrängnisse durch Rākṣasas, Geister und ähnliche Wesen sollen durch dieses Verfahren mit den beiden Maṇḍalas beseitigt werden. Apasmāra ist hier die historische Krankheitsbezeichnung für anfallsartige Bewusstseinsstörungen; die anderen Ausdrücke gehören zur überlieferten Dämonologie.

Unnummerierte ausführliche Erklärung: Auf einem als günstig geltenden, mit Kuhdung bestrichenen Platz zeichnet man im Abstand einer Handspanne zwei sechseckige Figuren, eine südlich und eine nördlich, jeweils von einem Kreis und außen einem Quadrat umgeben. Die Mitte wird mit dem bei der Einweihung beschriebenen gelben Pulver gefüllt, das Innere der Sechsecke rot, die sechs Zwischenräume dunkel; auch die Linien werden mit dem dunklen Pulver ausgefüllt. In die Mitte schreibt man Oṃ, an die sechs Ecken, von der dem Ausführenden zugewandten Spitze aus, die sechs Laute des Grundmantra ab dem zweiten Laut.

In die nördliche Figur kommt ein nach der Einweihungsvorschrift aufgestellter Krug mit durch Safran und ähnliche Stoffe gerötetem Wasser. Nach der Pīṭha-Verehrung ruft man Sudarśana an und verehrt ihn mit fünf Gaben samt Gliedern und Umkreisgottheiten. In der südlichen Figur wird nach der Einweihungs- oder täglichen Homa-Vorschrift das Viṣṇu-Feuer eingerichtet. Die Erklärung setzt für jeden Opferstoff 136 Darbringungen an; der am Löffel haftende Opferrest gelangt jeweils in den Krug.

Nach dem Feueropfer gibt man den aus einem halben Prastha Essen geformten Klumpen in den Krug. Die betreffende Person sitzt rechts vom Ausführenden. Dieser hebt den Krug, führt ihn dreimal um ihren oberen Körperbereich und stellt ihn am bezeichneten entfernten Ort ab; alle weiteren Materialien kommen in den roten Bereich. Mit den Speiseresten wird folgende Bali-Formel gesprochen: namo viṣṇugaṇebhyaḥ sarvaśāntikarebhyo baliṃ pratigṛhṇantu śāntyai namaḥ: „Verehrung den Scharen Viṣṇus, die allen Frieden bringen. Mögen sie die Bali-Gabe annehmen; Verehrung zum Frieden.“ Danach kehrt man nach Hause zurück. Der Auftraggeber bewirtet die Brahmanen und beschenkt den Lehrer, der das Ritual vollzogen hat, mit Kühen, Land, Gold, Kleidung und entsprechenden Gaben.

27.SUD.29: Aus Brettern milchsaftführender Bäume wird eine geeignete Einfassung hergestellt und mit den fünf Kuhprodukten gefüllt; dort soll die betreffende Person Platz nehmen.

27.SUD.30: Sie trägt reine Kleidung und hat den Körper gereinigt. Während der Mantrakenner sie berührt, rezitiert er den Mantra. In den mit der Feuerrichtung beginnenden Richtungen werden Feuergruben angelegt. Eine Fußnote bietet stattdessen die Lesart „beginnend mit Osten“.

27.SUD.31: Vorzügliche Brahmanen führen darin mit den zuvor genannten Stoffen der Reihe nach das Feueropfer aus. Danach soll der Auftraggeber diese Brahmanen und den Lehrer zufriedenstellen.

27.SUD.32: Er beschenkt sie mit Vermögen, Getreide und weiteren Gaben. Dieser Verbindung von Handlungen schreibt der Text die Beseitigung sämtlicher Krankheiten, vorzeitigen Todes und feindlicher Einwirkung zu.

27.SUD.33: Mit allen Kuhprodukten sowie mit Abkochungen aus der Rinde milchsaftführender Bäume gefüllte Krüge, denen die Opferreste beigegeben sind … Der Satz setzt sich auf der folgenden Druckseite fort.

Diese Passage dokumentiert historische Ritual- und Krankheitsvorstellungen; ihre Wirkungsbehauptungen sind keine medizinischen Feststellungen.

Weitere Sudarśana-Anwendungen (Druckseite 438)

27.SUD.34: Mit den zuvor genannten, sorgfältig vorbereiteten Flüssigkeiten soll an einem Sonntag die Person besprengt werden, die nach der Vorstellung des Textes von einem Graha ergriffen, durch heftigen Schadenszauber betroffen oder schwer bedrängt ist. Ihr werde dadurch rasche Wiederherstellung zugesprochen.

27.SUD.35: Wird eine Frau damit rituell gebadet, soll sie leicht gebären. Außerdem wird in den fünf Kuhprodukten gekochtes und mit diesem Mantra besprochenes Ghee genannt …

27.SUD.36: … dem der Text eine günstige Wirkung auf Schwangere zuschreibt, die unter Graha-Bedrängnis leiden. Der Kundige berührt die fünf Kuhprodukte und rezitiert den Mantra tausendmal.

27.SUD.37: Man legt die so behandelte Substanz auf ein Lotusblatt, ein Blatt des Brahma-Baumes oder in eine Bilva-Frucht und vergräbt sie im eigenen Haus oder im Haus eines anderen.

27.SUD.38: Dem betreffenden Haus werden dadurch Schutz und wachsender Wohlstand zugesprochen. Es beginnt eine neue Stoffliste: Palāśa, milchsaftführende Bäume, Lakuca, Sandelholz und Guggulu.

27.SUD.39: Hinzu kommen Kuṣṭha, Kurkuma, Rocanā, Bilva, Rājikā, Apāmārga, Sesam, Dūrvā, Viṣṇukrāntā und Tulasī.

27.SUD.40: Ferner werden schwarze Tulasī, Gerste, der Arka-Baum, Sahadevī, Lakṣmī, Kuśa und Kuhdung genannt. Die zusammengezogenen letzten Ausdrücke lassen die genaue Abgrenzung eines weiteren Saftbestandteils nicht sicher erkennen; eine botanische Gleichsetzung der traditionellen Namen wird nicht ergänzt.

27.SUD.41: Lotus und nochmals Rocanā schließen die Aufzählung. Diese Stoffe sollen wiederholt in den fünf Kuhprodukten eingekocht und in einem geweihten Feuer bis zur Aschebildung verarbeitet werden. Dieser Asche schreibt der Text die Gewährung aller erwünschten Ergebnisse zu. Die Prosa erläutert siddha hier als „rituell geweiht“.

27.SUD.42: Nach gehöriger Rezitation dieses Mantra soll die Asche auf dem Kopf getragen werden. Ihr wird die Abwehr von Geistern, Grahas, Krankheiten, Schadenszauber, Leid und ähnlichen Bedrängnissen zugeschrieben.

27.SUD.43: Sie soll Feindschaft, Unmada, Furcht vor Gegnern und alle Verfehlungen beseitigen, Unglück abwenden, Einfluss verschaffen und höchstes Wohlergehen bringen. Unmada bezeichnet hier eine traditionelle Kategorie geistiger Verwirrung.

27.SUD.44: Ein Prastha Ghee soll mit den fünf Kuhprodukten und einer Paste gekocht werden, die unter anderem die „drei Früchte“ enthält. Als Pastenbestandteile beginnen die Namen Ghana, Śuṇṭhī und Niśā. Die Prosa setzt Ghana ausdrücklich mit Mustā gleich.

27.SUD.45: Die Liste setzt sich mit Citraka und Elā fort; die folgende Buchstabenfolge ist im Druck nicht zuverlässig auf einzelne Stoffnamen aufzuteilen. Klarer folgen Pāṭhā, Vṛṣā, Mārdīkā, Viḍaṅga, Mañjiṣṭhā und ein Dāruharidrā-Ausdruck. Die beschädigte Namensgruppe wird nicht durch eine vermutete Arzneirezeptur ersetzt.

27.SUD.46: Nach Besprechung mit diesem Mantra soll die Zubereitung einer kinderlosen Frau einen Sohn gewähren und die Furcht vor Bhūtas, Pretas, Piśācas und anderen Wesen beseitigen; der Quellentext versichert dies ausdrücklich.

27.SUD.47: Dieses Pañcagavya-Ghee gilt dem Text als besonderer Schutz der Schwangerschaft. Sodann werden Kügelchen aus pura, von der Prosa als Guggulu erklärt, für ein Feueropfer genannt. Sahasrāṣṭam lautet wörtlich „achttausend“; die bereits auf Seite 424 dokumentierte abweichende Zahlenkonvention bleibt bei der Bewertung zu berücksichtigen.

27.SUD.48: Wird diese Handlung drei oder vier Tage ausgeführt, sollen sämtliche Störungen und die Krankheit rasch verschwinden.

27.SUD.49: Ein Feueropfer mit zehntausend Apāmārga-Holzstücken soll Geisterbedrängnis, Fieber, Furcht, Krankheiten, Schadenszauber und Apasmāra beseitigen.

27.SUD.50: Mit Ghee bestrichene Lotusblüten werden mit wachsendem Wohlstand verbunden; ein Feueropfer mit Ghee bestrichener Dūrvā soll langes Leben bewirken.

27.SUD.51: Palāśa-Brennholz soll die geistige Auffassungskraft vermehren. Wer Einflussnahme begehrt, soll mit Ghee bestrichene weiße Wasserlilien opfern.

27.SUD.52: Wer einen wachsenden Viehbestand wünscht, opfert ausschließlich Ghee. Ein Opfer mit Udumbara-Brennholz soll den Gewinn eines Sohnes bewirken.

27.SUD.53: Ein Jahr lang sollen jeweils 1.008 Aśvattha-Holzstücke geopfert werden. Dieses Verfahren wird als auf Befreiung gerichtet überliefert.

27.SUD.54: Während man den Mantra rezitiert, stellt man sich selbst in der Mitte des Cakra vor. Dadurch werde der Mantrakenner, selbst wenn er allein ist, im Kampf schwer zu besiegen.

27.SUD.55: Der Text beschreibt anschließend eine feindschädigende Vorstellung: Das Cakra erscheint über dem Kopf eines Gegners wie das Feuer am Ende eines Weltzeitalters. Nach sieben Tagen soll dieser von einem feurigen Fieber befallen werden.

27.SUD.56: Für dreißig Tage wird der Tod des Gegners behauptet. Darauf folgt eine weitere Lautvorschrift mit einem von Vokalen umgebenen Sa-Laut; der zusätzliche verschlüsselte Ausdruck ist nicht eindeutig lesbar.

27.SUD.57: Die Vorstellung dieses Zeichens über dem Kopf eines Gegners soll nach zehn Tagen dessen Vertreibung und nach einem Maṇḍala-Zyklus seinen Tod bewirken. Danach beginnt eine weitere Vorstellung eines stillen, rabenschwarzen Cakra.

27.SUD.58: Wird dieses über dem Kopf des Gegners vorgestellt, werden innerhalb einer Woche Vertreibung oder Tod behauptet. Die nächste, auf Befriedung gerichtete Vorstellung beginnt dagegen mit einem Cakra, das dem Herbstmond gleicht und Nektarströme herabregnen lässt; sie wird auf der folgenden Seite fortgesetzt. Die Druckfußnoten bieten einzelne abweichende, ebenfalls nicht vollständig klare Lesarten.

Die Anwendungen einschließlich der Krankheits-, Geburts- und Schadensbehauptungen werden hier als historische Textaussagen übersetzt. Die beschädigten Stoffnamen und Lautchiffren bleiben ausdrücklich offen.

Sudarśana-Yantras und der sechzehnsilbige Mantra (Druckseite 439)

27.SUD.59: Setzt man die auf der vorigen Seite begonnene Vorstellung mit dem Sa-Laut über dem Kopf fort, so soll die betreffende Person hundert Herbste leben. Danach beginnt eine neue Yantra-Anweisung: In zwei Feuerhäusern, also den einander durchdringenden Dreiecken, werden sieben Zeichen auf Mitte und sechs Ecken verteilt. Der Ausdruck für diese Zeichen ist im Vers mit einer alternativen Lesart versehen; die Prosa bestimmt sie als ṭha.

27.SUD.60: In diese Zeichen schreibt man jeweils die Mantra-Laute. Dieses günstige Yantra soll Unglück abwenden und die Furcht vor Bhūtas und Pretas beseitigen.

Prosaerklärung: Man zeichnet ein Sechseck, setzt in seine Mitte sowie in seine sechs Ecken jeweils ṭha und schreibt in diese ṭha-Zeichen je einen Mantra-Laut. In der Mitte steht nach der überlieferten Praxis außerdem der Name der Person, für die das Yantra bestimmt ist.

27.SUD.61: In die Mitte der beiden Feuerhäuser schreibt man den Namen des Zieles zusammen mit dem Tāra; die genaue Wortfolge des Verses ist durch eine Klammerlesart ergänzt. In die sechs Ecken gehören die Mantra-Laute, an die Übergangsstellen die sechs Gliedermantras.

27.SUD.62: Darum folgt ein sechzehnblättriger Lotus mit den Lauten des sechzehnsilbigen Mantra. Eine Bhūpura-Einfassung umschließt ihn; das Yantra wird durch die Opferreste rituell behandelt.

27.SUD.63: Es gilt dem Text als besonders seltenes, günstiges Mittel zum Schutz der Schwangerschaft und soll Unmada, Grahas, Bhūtas und Schadenszauber beseitigen.

Prosaerklärung: In der Mitte des Sechsecks steht ṭha; darin setzt man Oṃ und den Zielnamen. In die sechs Ecken kommen die übrigen Laute, an die Übergänge die Gliedermantras. Die sechzehn äußeren Lotusblätter tragen je einen Laut des sechzehnsilbigen Mantra. Außen steht das Quadrat.

27.SUD.64: In die Mitte des Sechsecks schreibt man die Absicht, von Oṃ umfasst; in die Ecken der beiden Feuerdreiecke die Mantra-Laute und an die Übergänge der Reihe nach die Gliedermantras. Dieses Yantra soll Furcht vor Dieben, Grahas und weiteren Bedrohungen beseitigen.

Prosaerklärung: Das Ziel beziehungsweise sein Name steht mit Oṃ in der Mitte, die übrigen Laute stehen an den Ecken und die Gliedermantras an den Übergängen.

27.SUD.65: In die beiden Feuerhäuser schreibt man Tāra und Zielnamen, in die sechs Ecken den Mantra, an die Übergänge seine Glieder. Es folgen acht Blütenblätter mit dem achtsilbigen Mantra und jeweils zwei Vokalen an den Staubfäden. Darum liegt ein weiterer Lotus mit je zwei Alphabetlauten an den Staubfäden und dem sechzehnsilbigen Mantra auf seinen Blättern.

27.SUD.66: Der eigene Name wird von Ha und Kṣa umfasst; dreifach folgen die Bījas von Schlinge und Haken. Dieses Cakra-Yantra gilt als Mittel zur Abwehr sämtlicher Krankheiten.

Unnummerierte Versfortsetzung: Es soll alle Furcht beschwichtigen und böswillige Feinde vernichten. Die zweite Vershälfte fehlt im Druck.

Ausführliche Erklärung: Man zeichnet das Sechseck mit Oṃ und Zielnamen in der Mitte, Mantra-Lauten in den sechs Ecken und Gliedermantras an den Übergängen. Im darum gezeichneten achtblättrigen Lotus stehen die sechzehn Vokale mit Bindu an den Staubfäden und je ein mit Bindu versehener Laut des achtsilbigen Nārāyaṇa-Mantra auf jedem Blatt. Der nächste Lotus hat sechzehn Blätter. An seinen Staubfäden stehen paarweise die mit Bindu versehenen Konsonanten von ka bis sa, auf seinen Blättern je ein Laut des nachfolgend erklärten sechzehnsilbigen Sudarśana-Mantra.

Sieben äußere Kreise bilden sechs Ringbahnen. In den drei inneren Bahnen werden die Buchstaben des Zielnamens zwischen Ha und Kṣa eingefasst. Die drei äußeren Bahnen werden mit den Bījas von Schlinge und Haken umschlossen. Der Text verweist erneut auf die genannten Wirkungen.

27.SUD.67: Tāra, „Herz“, bhagavate, mahā und su, sodann darśanāya, huṃ und die Waffenendung bilden den vorzüglichen sechzehnsilbigen Mantra.

Entschlüsselung der Prosa: Tāra ist Oṃ, „Herz“ bedeutet namaḥ und „Waffe“ phaṭ; die anderen Wörter werden unmittelbar verwendet. Der Sandhi wird ausdrücklich als oṃ namo bhagavate erklärt. Daraus ergibt sich: oṃ namo bhagavate mahāsudarśanāya huṃ phaṭ. Der Druck verwendet bei huṃ auch hier den kurzen U-Vokal.

27.SUD.68: In Yantras geschrieben, soll dieser Mantra alle erwünschten Ergebnisse gewähren. Für ein weiteres Yantra werden acht Linien gezeichnet und paarweise verlängert.

27.SUD.69: Die Abschnitte des Hṛṣīkeśa-Mantra werden, durch jeweils acht Laute gegliedert, eingetragen. Darauf nennt der Vers vier Felder und drei mittlere Felder mit dem Zielnamen. Die genaue Zuordnung dieser verkürzten Linien- und Feldangaben wird hier nicht durch ein frei rekonstruiertes Diagramm ersetzt.

27.SUD.70: In die mittleren Felder wird der Cakra-Mantra geschrieben; so entsteht die als siebenfältig bezeichnete Anordnung. Als Träger werden Birkenrinde, Leinen oder weicher Stoff genannt. Die Anleitung setzt sich auf der nächsten Druckseite fort.

Gītā-Yantra, Schutzmantra und Śrīkara (Druckseite 440)

27.SUD.71: Das zuvor beschriebene Yantra wird zu einem kleinen Röllchen beziehungsweise Kügelchen zusammengelegt, sorgfältig mit Lack umhüllt und mit Opferresten rituell behandelt. Es gilt als Mittel zur Abwehr sämtlicher Bedrängnisse.

Ausführliche Erklärung der sieben Felder: Acht Linien werden von Osten nach Westen gezogen. Ihre Enden werden unter Auslassung der jeweils bezeichneten drei Linien verbunden, sodass sieben Felder entstehen. In die vier seitlichen Felder, also unter Aussparung der drei inneren, schreibt man von der eigenen linken zur rechten Seite die vier Versviertel von „sthāne hṛṣīkeśa tava“, jedes zwischen einem Lautpaar des achtsilbigen Nārāyaṇa-Mantra. In den drei Mittelfeldern steht der Zielname mit der Handlungsabsicht, jeweils zwischen Lautpaaren des Sudarśana-Mantra. Als Beispiel nennt der Text eine Formel, nach der Devadatta dem Yajñadatta gefügig werden soll; kuru wird wiederholt, darauf folgt huṃ. Die Linienangabe bleibt ohne die Rekonstruktion eines im Druck nicht vorhandenen Diagramms wiedergegeben.

27.SUD.72: Der Hṛṣīkeśa-Mantra beginnt mit sthāne hṛṣīkeśa tava; es folgen die Ausdrücke jagat, hṛṣyati und anurajyate.

27.SUD.73: Danach kommen „die erschrockenen Rākṣasas fliehen in die Richtungen“ und „alle Scharen der Vollendeten verneigen sich“.

Unnummerierte Erklärung: Dieser günstige Hṛṣīkeśa-Mantra soll umfassenden Schutz gewähren. Die weitere Vershälfte fehlt im Druck. Gemeint ist der Gītā-Vers 11.36: „Mit Recht, Hṛṣīkeśa, freut sich die Welt an deinem Lob und wird von Liebe erfüllt. Erschrocken fliehen die Rākṣasas in alle Richtungen; sämtliche Scharen der Vollendeten verneigen sich.“ Der vorliegende Text gibt dessen Wortfolge als Mantra-Ableitung wieder.

27.GTY.1: Der Śrīyantrasāra lehrt: In die Mitte des sechseckigen Lotusinneren kommt Tāra, in die sechs Ecken der Cakra-Mantra und an ihre Verbindungsstellen die sechs Gliedermantras.

27.GTY.2: Auf die acht Blätter verteilt man die Laute des mit sthāne hṛṣīkeśa beginnenden Mantra in den Gruppen sechs, fünf, sechs, fünf, sechs, fünf, sechs und fünf.

27.GTY.3: An die Staubfäden schreibt man je einen Laut des achtsilbigen Mantra. Darum folgen die Mātṛkā-Laute und die Bhūpura-Einfassung.

Unnummerierte Benennung und Prosa: Dies heißt das Gītā-Triṣṭubh-Yantra und gilt als umfassend schützend; die zweite Vershälfte fehlt. Die Prosa bestätigt Oṃ samt Zielnamen in der Mitte, die sechs Sudarśana-Laute in den Ecken und die sechs bei Ācakra beginnenden Gliedermantras an den Übergängen. Die Staubfäden des äußeren achtblättrigen Lotus tragen die acht Nārāyaṇa-Laute. Auf den Blättern stehen die insgesamt 44 Silben des Gītā-Verses in den genannten wechselnden Sechser- und Fünfergruppen. Zwischen zwei äußeren Kreisen steht das Mātṛkā-Alphabet, außen folgt das Quadrat.

27.SCM.1: Ein weiterer Cakra-Mantra beginnt mit Tāra, „Herz“, bhagavate und mahā; es folgen Sudarśana in der Dativform und mahācakrāya.

27.SCM.2: Darauf kommen mahājvālāya, mahādīptarūpāya, sarvataḥ und nach dem Wort mām die doppelte Aufforderung rakṣa; es folgt mahābalāya.

27.SCM.3: Der Abschluss ist Svāhā. Dieser Cakra-Mantra gilt als Schutzformel für sämtliche rituellen Handlungen.

Unnummerierte Fortsetzung und Entschlüsselung: Verehrung und weitere Handlungen sollen wie zuvor ausgeführt werden; die zweite Vershälfte fehlt. Die Prosa erklärt Tāra als Oṃ, „Herz“ als namaḥ und dessen Verbindung mit bhagavate als namo bhagavate. Sudarśana erhält die Dativendung; mām geht der doppelten Schutzaufforderung voraus. Die so erklärte Formel lautet: oṃ namo bhagavate mahāsudarśanāya mahācakrāya mahājvālāya mahādīptarūpāya sarvato māṃ rakṣa rakṣa mahābalāya svāhā. Sinn: „Oṃ. Verehrung dem erhabenen großen Sudarśana, dem großen Rad, der großen Flamme, der gewaltig leuchtenden Gestalt. Schütze, schütze mich von allen Seiten, du von großer Kraft. Svāhā.“

27.SHR.1: Der Sārasaṃgraha fährt fort: Nun werde ich den Śrīkara-Mantra erklären, dessen Name „Wohlstand hervorbringend“ seinen Sinn erfüllt. Schon durch seine Rezitation soll Śakra höchsten Wohlstand erlangt haben.

27.SHR.2: Die verschlüsselte Lautfolge nennt Dhṛti, zweimal Śuddhi mit Tuṣṭi, Prajñā mit dem Endlaut der Ṭa-Reihe, Ramā ohne Bindu, Jayā und Agni sowie Bhṛgu und den Endlaut der La-Reihe.

27.SHR.3: Es folgen die lange Vokalverbindung und der mit Kānti verbundene Raumlaut. So entsteht der achtsilbige Śrīkara-Mantra. Manche Gelehrte setzen Oṃ oder Ramā an seinen Anfang.

Prosaentschlüsselung: Dhṛti steht für u, die zwei Ta-Laute mit i ergeben tti; ṣa und ṭha ergeben ṣṭha. Ramā ohne Bindu ist śrī, Jayā ist ka und Agni ra. Sa und va mit langem ā ergeben svā; der Raumlaut ha erhält ebenfalls ā und ergibt hā. Daraus ergibt sich uttiṣṭha śrīkara svāhā: „Erhebe dich, du, der Wohlstand hervorbringt! Svāhā.“ Die erste Lautbenennung ist im Druck schwach, die anschließende Folge bestätigt die Wortbildung. Die fakultativen Vorsilben werden als Varianten behandelt.

27.SHR.4: Vāmadeva ist der Seher, Paṅkti das Versmaß und Viṣṇu die Gottheit. Die anschließende Gliedermantra-Ableitung beginnt mit dem Herzen, zweimal dīpaya und huṃ; danach folgt zweimal trāsaya mit huṃ als Abschluss. Die Aufzählung setzt sich auf der nächsten Druckseite fort.

Śrīkara: Glieder-, Hand- und Körper-Nyāsas (Druckseite 441)

27.SHR.5: Die auf der vorigen Seite begonnene Folge ordnet dem Kopf die zweite Formel und dem Scheitel zweimal pramardaya mit der Schutzendung zu. Für den Schutzpanzer wird zweimal pradhvaṃsaya mit derselben Endung genannt; darauf folgt zweimal rakṣaya.

27.SHR.6: Die letzte Formel endet mit huṃ und gehört zu den Augen. Damit sind die fünf Gliedermantras der Reihe nach bezeichnet. Zusätzlich werden die acht Mantra-Laute nach Vorschrift auf acht Körperstellen eingesetzt.

27.SHR.7: Genannt werden die fünf Glieder, die Augen, der Bauch und der Rücken. Der Kundige soll außerdem mit den acht Mantra-Lauten den Hand-Nyāsa ausführen. Die beiden unterschiedlichen Gliederzählungen werden so übernommen, wie der Text sie nebeneinander stellt.

27.SHR.8: Der Schöpfungs-Nyāsa beginnt am rechten Zeigefinger und reicht bis zum entsprechenden linken Zeigefinger. Die umgekehrte Folge heißt Auflösung.

27.SHR.9: Die Erhaltung beginnt mit den beiden Zeigefingern, dem rechten und dem anderen, und endet beim Paar der kleinen Finger. Danach setzt man die Kāma-Pfeile auf die Finger und die bei Anaṅga beginnenden Gestalten auf die mit dem Daumen beginnende Reihe.

27.SHR.10: Der Kundige setzt die Mātṛkā ein, umhüllt von den Lauten der Pfeile. Der vortreffliche Lehrer setzt ferner die acht Tattvas auf den Körper.

27.SHR.11: Diese heißen Prakṛti, Mahat, Ahaṃkāra, Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde. Sie werden mit den Mantra-Lauten verbunden. Die gedruckte Stellenfolge nennt Fuß beziehungsweise Schritte, den verborgenen Körperbereich, Nabel, Augen, Herz und den ganzen Körper; ihr Wortlaut lässt die vollständige Zuordnung der acht Namen zu acht Stellen nicht zuverlässig erkennen.

27.SHR.12: Dies wird als Auflösungsfolge bezeichnet, die Schöpfung ist ihre Umkehrung. Mit dem von Oṃ umhüllten Grundmantra soll der Kundige den Körper dreifach mit Nyāsa versehen.

27.SHR.13: Die Stellenliste nennt nach einer gedrängten, nicht eindeutig aufzulösenden Anfangsgruppe Herz, Nabel, verborgenen Körperbereich, Knie und Füße. Dies ist die Schöpfung; die Erhaltung beginnt beim Nabel und endet beim Herzen.

27.SHR.14: Die Mantrakenner verstehen die Auflösung als Umkehrung der Schöpfung. Für die Fingerverwendung gilt: Am Scheitel werden Mittel- und Zeigefinger eingesetzt; im Augenbereich Daumen und Ringfinger. Der verdichtete Ausdruck vor „Augen“ ist im Druck nicht völlig klar.

27.SHR.15: Am Mund werden Daumen und Zeigefinger verwendet, am Herzen Daumen und kleiner Finger; am Nabel die Finger außer dem Daumen. Im verborgenen Körperbereich und an den Knien …

Unnummerierte Fortsetzung und Kommentar: … sowie an beiden Füßen werden die Finger einschließlich des Daumens verwendet. Mit ihnen setzt man die Mantra-Laute auf den Körper. Diese Fingerregel gilt für die Viṣṇu-Mantras überall dort, wo Schöpfungs-, Erhaltungs- und Auflösungs-Nyāsa gelehrt werden. Die zweite Hälfte des fortsetzenden Verses fehlt im Druck.

27.SHR.16: Mit gesammeltem Geist soll der Lehrer die Folge achtmal durchführen. Die erste Körperreihe beginnt mit Mūlādhāra, Sahasrāra, den Ansätzen von Händen und Füßen sowie dem Nabel.

27.SHR.17: Es folgen Kehle, Bauch, Herz, beide Brustseiten und Flanken samt Rücken. Eine weitere Reihe umfasst Mund, Augen, Ohren, Nase, Fingerspitzen und Handgelenke …

27.SHR.18: … sowie Ellbogen und Schultern; dies wird als dritte Folge bezeichnet. Die vierte führt über Zehenspitzen, Knöchel, Knie und beide Hüften.

27.SHR.19: Für die Gelenke und Glieder von Armen und Beinen werden vier Durchgänge genannt. Zwei weitere Nyāsas betreffen die Zwischenräume zwischen den Finger- und Zehenpaaren.

27.SHR.20: Genannt werden Kopf, Augen, Kehle, Herz, Bauch, Oberschenkel und beide Füße; im Herzen setzt der Kundige der Reihe nach die mit den Lebenswinden verbundenen Körperbestandteile ein. Eine Fußnote schlägt für die Stelle bei Oberschenkeln und Füßen eine abweichende Lesart vor.

27.SHR.21: Zwei Durchgänge folgen über Wangen, Schultern, Brust, Flanken, Gesäß, Oberschenkel, Unterschenkel und Füße. Der erste Mantra-Abschnitt wird am Fußansatz, der nächste an Zehenspitzen und Knien eingesetzt.

27.SHR.22: Ein weiterer Abschnitt wird am After, am Daumen und am verborgenen Wurzelbereich eingesetzt; der vierte an Flanke und Nabel. Es folgen Mund, Rücken und Herz sowie Kehle, Mund und der Raum zwischen den Brüsten.

27.SHR.23: Ein weiterer Abschnitt gehört zu Ohren, Augen und dem Bereich des Sehens, der achte zur Stirn. An den genannten Stellen, beginnend mit Kopf und Augen, setzt man jeweils das entsprechende Namenswort ein. Die knappe Aufzählung enthält sich überschneidende Augenbezeichnungen, die nicht zu einer neu erfundenen Körperkarte vereinheitlicht werden.

27.SHR.24: Mit dem jeweiligen Tattva soll der Grundmantra den Mūrti-Pañjara durchdringen. Die vier Varṇas, beginnend mit den Brahmanen, werden auf Mund, Arme beziehungsweise Hände, Oberschenkel und Füße bezogen.

27.STN.1: Der Śāradātilaka wird mit Kapitel 17, Vers 66 zitiert: Auf den Mund setzt man „Der Brahmane war sein Mund“; auf beide Arme „Zum Rājanya wurden seine Arme“.

27.STN.2: Auf die beiden Oberschenkel setzt man „Was seine Oberschenkel waren, das war der Vaiśya“; auf die beiden Füße „Aus seinen Füßen entstand der Śūdra“. Dies sind die Körperzuordnungen des Puruṣasūkta innerhalb des hier überlieferten Nyāsa.

27.SHR.25: Der Lehrer setzt sodann die Schmuckstücke und Waffen ein. Darauf vergegenwärtigt er sich Viṣṇu als Śrīkara im Lotus des Herzens.

Prosa zur Meditation: Die längere Meditation mit dem Anfang lolatkallola wurde bereits gelehrt; der Druck verweist auf den elften Śvāsa des Pūrvārdha, dort Druckseite 298. Für die Waffenverteilung nennt er, von links aus beginnend, im unteren Händepaar Keule und Lotus, im oberen Muschelhorn und Cakra. Die weiteren Druckfußnoten bieten die Lesarten yogo’yam, nyaset und tattve zu einzelnen Wörtern.

Redaktioneller Hinweis: Die stark verdichteten Körper- und Lautlisten dieser Seite werden in ihrer gedruckten Reihenfolge bewahrt. Wo die Zuordnung beschädigt oder mehrdeutig ist, steht diese Einschränkung unmittelbar bei der betreffenden Stelle.

Śrīkara: Verehrung und ausgeschriebene Nyāsa-Folgen (Druckseite 442)

27.SHR.26: Nachdem der Mantrakenner Mukunda so vergegenwärtigt hat, verehrt er ihn auf dem zuvor beschriebenen Pīṭha. Mit dem Grundmantra stellt er seine Gestalt vor und ruft ihn in ihr an.

27.SHR.27: Der kundige Mantrakenner verehrt die Glieder in der Lotusmitte. Auf den Blättern der Hauptrichtungen werden Śrī, Rati, Dhṛti …

27.SHR.28: … und Kānti verehrt, unterschieden durch Rot, Weiß, Dunkel und die weiteren genannten Farben. Auf den Blättern der Zwischenrichtungen verehrt man die Gestalten, außerhalb der Reihe nach Indra und die übrigen Weltenhüter.

Unnummerierte Fortsetzung: Danach folgen Vajra und die übrigen Waffen. Damit ist die Śrīkara-Verehrung erklärt. Die zweite Vershälfte fehlt im Druck.

Vorbereitung und fünf Gliedermantras: Nach Morgenhandlungen und Yoga-Pīṭha-Nyāsa erfolgen mit dem Grundmantra drei Prāṇāyāmas. Es werden eingesetzt: am Kopf vāmadevāya ṛṣaye namaḥ, am Mund paṅkticchandase namaḥ, am Herzen śrīkarāya devatāyai namaḥ. Die Anwendung wird der Erfüllung des eigenen Zieles gewidmet.

Die fünf Formeln beginnen hier mit bhīṣaya bhīṣaya huṃ für das Herz, trāsaya trāsaya huṃ für den Kopf, pramardaya pramardaya huṃ für den Scheitel, pradhvaṃsaya pradhvaṃsaya huṃ für den Schutzpanzer und rakṣaya rakṣaya huṃ für die Waffe. Die erste Gliederendung ist hṛdayāya namaḥ; die weiteren stehen abgekürzt. Die Prosa bietet also bhīṣaya statt des in Vers 4 gedruckten dīpaya und weist die letzte Formel der Waffe zu, während die Versfassung den Augenbezug nahelegt. Diese Unterschiede werden beibehalten.

Achtgliedriger Laut-Nyāsa: Die acht Laute lauten in dieser Anwendung uṃ, ttiṃ, ṣṭhaṃ, śrīṃ, kaṃ, raṃ, svāṃ, hāṃ, jeweils mit namaḥ. Sie gehören der Reihe nach zu Herz, Kopf, Scheitel, Schutzpanzer, Waffe, Augen, Bauch und Rücken. Das komplexe Schriftzeichen für ṣṭhaṃ ist im Druck stellenweise verschliffen; seine Lesung folgt der ausdrücklichen Lautableitung auf Seite 440.

Hand-Nyāsas: Beim Schöpfungs-Nyāsa verteilt man dieselben acht Laute in dieser Reihenfolge auf rechten Zeige-, Mittel-, Ring- und kleinen Finger, dann auf linken kleinen, Ring-, Mittel- und Zeigefinger. Die Auflösung verläuft vom linken Zeigefinger rückwärts bis zum rechten Zeigefinger. Bei der Erhaltung folgen zunächst die vier rechten Finger vom Zeige- zum kleinen Finger, danach die vier linken ebenfalls vom Zeige- zum kleinen Finger. Ausgeführt werden soll zuerst die Auflösung, dann Schöpfung und Erhaltung.

Pfeilkräfte auf den Fingerpaaren: Auf beide Daumen kommt drāṃ drāviṇyai namaḥ, auf die Zeigefinger drīṃ kṣobhiṇyai namaḥ, auf die Mittelfinger klīṃ vaśīkariṇyai namaḥ, auf die Ringfinger blūṃ ākarṣiṇyai namaḥ und auf die kleinen Finger saḥ mohinyai namaḥ.

Kāma-Gestalten auf den Fingerpaaren: Die Daumen erhalten hrīṃ kāmāya namaḥ, die Zeigefinger klīṃ manmathāya namaḥ, die Mittelfinger aiṃ kandarpāya namaḥ, die Ringfinger blūṃ makaradhvajāya namaḥ und die kleinen Finger strīṃ mīnaketave namaḥ. Die Bījas sind im Druck eng gesetzt; insbesondere das letzte Konsonantenzeichen ist schwach.

Mātṛkā-Umhüllung: Als Beispiel steht drāṃ drīṃ klīṃ blūṃ saḥ aṃ saḥ blūṃ klīṃ drīṃ drāṃ namaḥ. Entsprechend werden die weiteren Mātṛkā-Laute zwischen die vorwärts und rückwärts angeordneten Pfeil-Bījas gesetzt.

Auflösungs-Nyāsa der Tattvas: Die Prosa gibt die zuvor stark verkürzte Körperzuordnung hier ausdrücklich:

Körperstelle Laut und Tattva
Beide Füße hāṃ – Erde; pṛthivītattvāya namaḥ
Geschlechtsorgan svāṃ – Wasser; jalatattvātmane namaḥ
Herz raṃ – Feuer; agnitattvātmane namaḥ
Mund kaṃ – Luft; vāyutattvātmane namaḥ
Kopf śrīṃ – Raum; ākāśatattvātmane namaḥ
Herz ṣṭhaṃ – Ahaṃkāra; ahaṃkāratattvātmane namaḥ
Herz ttiṃ – Mahat; mahattattvātmane namaḥ
Ganzer Körper uṃ – Prakṛti; prakṛtitattvātmane namaḥ

Schöpfungs-Nyāsa der Tattvas: Dieselben acht Zuordnungen werden ausdrücklich in umgekehrter Reihenfolge aufgezählt: Prakṛti am ganzen Körper, Mahat und Ahaṃkāra im Herzen, Raum am Kopf, Luft am Mund, Feuer im Herzen, Wasser am Geschlechtsorgan und Erde an den Füßen. Die zuvor gelehrte Erweiterung mit uṃ namaḥ parāya und den anschließenden Bestandteilen soll auch hier entsprechend angewandt werden.

Dreifache Körperdurchdringung und drei Körperfolgen: Zunächst wird mit dem von Oṃ umhüllten Grundmantra der dreifache durchdringende Nyāsa ausgeführt. Danach werden die acht Laute uṃ, ttiṃ, ṣṭhaṃ, śrīṃ, kaṃ, raṃ, svāṃ, hāṃ jeweils mit namaḥ auf folgende Stellen gesetzt:

Folge Körperstellen in der Lautreihenfolge
Von unten nach oben Füße, Knie, verborgener Körperbereich, Nabel, Herz, Mund, Augen, Kopf
Von oben nach unten Kopf, Augen, Mund, Herz, Nabel, verborgener Körperbereich, Knie, Füße
Beim Nabel beginnend Nabel, verborgener Körperbereich, Knie, Füße, Kopf, Augen, Mund, Herz

Dabei gelten die zuvor anhand der Quellen genannten Fingerregeln; eine Fußnote liest hierfür „zu verstehen“ statt „zu verwenden“.

Weitere achtfache Körperreihen: Auch in den folgenden Reihen stehen jeweils dieselben acht Laute mit namaḥ in derselben Reihenfolge:

Nummer im Druck Körperstellen
1 Mūlādhāra, Herz, Mund, rechter Armansatz, linker Armansatz, rechter Oberschenkelansatz, linker Oberschenkelansatz, Nabel
2 Kehle, Bauch, Herz, rechte Brust, linke Brust, rechte Flanke, linke Flanke, Rücken
3 Mund, Augen, Ohren, Nase, Fingerspitzen, Handgelenke, Ellbogen, Schultern
4 Rechte Zehenspitzen, linke Zehenspitzen, rechter Knöchel, linker Knöchel, rechtes Knie, linkes Knie, rechte Hüfte, linke Hüfte
5, Beginn Rechter Armansatz: uṃ; Armmitte: ttiṃ; Handgelenk: ṣṭhaṃ. Fortsetzung auf der nächsten Seite.

Die erste dieser Prosa-Reihen nennt Herz und Mund, wo die gedrängte Versfassung zuvor Sahasrāra und andere zusammengezogene Stellenangaben bot; die ausgeschriebene Reihe wird hier ohne Angleichung bewahrt.

Abschluss der Śrīkara-Nyāsas und Anwendungen (Druckseite 443)

Fortsetzung der Körperreihen: Die auf der vorigen Seite begonnenen Reihen verwenden weiterhin die acht Laute uṃ, ttiṃ, ṣṭhaṃ, śrīṃ, kaṃ, raṃ, svāṃ, hāṃ, jeweils mit namaḥ.

Nummer im Druck Fortsetzung beziehungsweise Körperstellen
5, Abschluss Nach rechtem Armansatz, Armmitte und Handgelenk folgen die fünf Finger vom Daumen bis zum kleinen Finger mit den verbleibenden fünf Lauten.
6 Dieselbe Folge am linken Arm vom Armansatz bis zum kleinen Finger.
7 Rechter Oberschenkelansatz, Knie, Knöchel und fünf Zehen, beginnend mit der großen Zehe.
8 Entsprechend am linken Bein.
9 Die acht Fingerzwischenräume beider Hände, beginnend zwischen rechtem Daumen und Zeigefinger. Die gedruckte Schlussbezeichnung ist gedrängt und nennt nochmals die entsprechenden linken Finger.
10 Entsprechend die acht Zehenzwischenräume beider Füße.
11 Kopf, Augen, Kehle, Herz, Bauch, beide Oberschenkel, Knie, Füße.
12 Im Herzen: Haut, Blut, Fleisch, Fett, Knochen, Mark, Zeugungssubstanz und Prāṇa.
13 Rechte Wange, rechte Schulter, rechte Brust, rechte Flanke, rechte Gesäßhälfte, rechter Oberschenkel, rechter Unterschenkel, rechter Fuß.
14 Entsprechend auf der linken Körperseite, beginnend mit der Wange.
15 Fußsohlen; Zehenspitzen und Knie; After, Hoden und verborgener Wurzelbereich; beide Flanken und Nabel; Mund, Rücken und Herz; Kehle, Mund und Nase; Ohren und Augen; Stirn.
16 Kopf, Augen, Mund, Herz, Nabel, verborgener Körperbereich, Knie, Füße.

Nach diesen sechzehn Verteilungen der Grundmantra-Laute folgen die Ganzkörperdurchdringung mit dem Grundmantra und der bereits erklärte Mūrti-Pañjara-Nyāsa. Danach setzt man mit namaḥ die Puruṣasūkta-Sätze ein: „Der Brahmane war sein Mund“ am Mund; „Die Arme wurden zum Rājanya“ an den Armen; „Seine Oberschenkel waren der Vaiśya“ an den Oberschenkeln; „Aus seinen Füßen entstand der Śūdra“ an den Füßen.

Schmuck- und Waffen-Nyāsa: Die Krone wird mit kirīṭāya namaḥ auf den Kopf gesetzt; die Makara-Ohrringe mit makarakuṇḍalāya namaḥ auf die Ohren. Am Hals folgen Kaustubha und Halsschmuck: kaustubhāya namaḥ, graiveyāya namaḥ. Auf der Brust stehen śrīvatsāya namaḥ und hārāya namaḥ; an den Armen die Armreifen und Oberarmreifen mit aṅgadebhyo namaḥ und keyūrebhyo namaḥ; an der Hüfte Edelsteingürtel und gelbes Gewand mit maṇimekhalāyai namaḥ und pītāmbarāya namaḥ.

In die obere linke und rechte Hand kommen Muschelhorn und Cakra: śaṅkhāya namaḥ, cakrāya namaḥ. In die untere linke und rechte Hand kommen Keule und Lotus: gadāyai namaḥ, padmāya namaḥ. Nach Meditation und fünf Gaben werden die Glieder in der Lotusmitte verehrt. Auf den Blättern der Hauptrichtungen stehen śriyai namaḥ, ratyai namaḥ, dhṛtyai namaḥ und kāntyai namaḥ. Auf den Blättern der Zwischenrichtungen werden die vier früher genannten Gestalten, beginnend mit Vāsudeva, verehrt. Weltenhüter und weitere Verehrung folgen dem bekannten Ablauf.

27.SHR.29: In geregelter Lebensführung und mit beherrschten Sinnen rezitiert man den Mantra acht Lakh, also 800.000-mal. Ein Zehntel davon wird als Feueropfer mit Bilva- und milchsaftführendem Holz dargebracht. Die Prosa erläutert das hier gebrauchte Wort tarpaṇa als Brennholz.

27.SHR.30: Die Stoffreihe setzt sich mit Lotus, Milchreis und gutem Ghee fort; danach folgen Tarpaṇa und die weiteren Abschlussriten. Der Lehrer wird mit Vermögen und weiteren Gaben zufriedengestellt; so gilt der Mantra als sicher vollendet.

27.SHR.31: Danach soll der Mantrakenner Anwendungen zur Erfüllung bestimmter Wünsche ausführen. Mit in Milch getauchten Lotusblüten wird ein Opfer für Wohlstand beschrieben. Die beschädigte Zahlform des Verses erläutert die Prosa ausdrücklich als zweimal zehntausend, also 20.000.

27.SHR.32: Mit den drei süßen Substanzen versehene Palāśa-Blüten sollen rasch geistige Auffassungskraft verleihen; Sesam wird für Ruhm geopfert.

27.SHR.33: Für strahlende Erscheinung soll der Kundige reines Ghee opfern. Außerdem werden in Milch getauchte Guḍūcī-Stücke genannt.

27.SHR.34: Dieser Anwendung wird ein langes, von Krankheit freies Leben zugeschrieben. Danach beginnt eine Einflussnahme-Anwendung mit nächtlichen Salzopfern, verbunden mit den drei süßen Substanzen.

27.SHR.35: Die Opferzahl beträgt tausend und acht. Nach einem Monat sollen sogar Himmelsfrauen beeinflusst werden können; bei sterblichen Frauen, so die Behauptung des Textes, genüge dann schon das Wort. Dies ist eine historische Beherrschungsbehauptung des Ritualtextes.

27.SHR.36: Asche aus dem als daśapuṣpadāru bezeichneten Material soll mit dreitausend Mantra-Rezitationen versehen und auf dem Kopf getragen werden. Ihr wird die Beseitigung von Verfehlungen und Krankheiten zugeschrieben. Der Materialname wird wegen seiner nicht sicher auflösbaren Bedeutung nicht botanisch ergänzt.

27.SHR.37: Dieselbe Asche soll Einfluss auf Menschen verschaffen und Wünsche erfüllen. Eine weitere Anwendung nennt zehntausend Opfer mit Ghee versehener Dūrvā und Opferbrei.

27.SHR.38: Der nach dem Feueropfer verbleibende Brei wird gegessen. Dem Lehrer gibt man den Opferlohn, die Brahmanen werden mit schönen Kleidern und Schmuck zufriedengestellt.

27.SHR.39: Dadurch sollen Fluch, vorzeitiger Tod, Krankheit und Ähnliches verschwinden und Lebensdauer gewonnen werden. Als nächste Anwendung wird ein Mensch beschrieben, der täglich die Arme hebt und sich zur Sonnenscheibe richtet.

27.SHR.40: Mit darauf gerichtetem Blick und ohne Nachlässigkeit soll er achthundertmal rezitieren. Ihm werden bald großer Reichtum, Nahrung und Vieh zugesprochen. Die Quelle beschreibt hier einen Sonnenblick-Ritus; daraus wird keine heutige Übungsanweisung abgeleitet.

27.SHR.41: Am Morgen soll der Kundige Rameśa mittels Milch Tarpaṇa darbringen, tausendundachtmal. Dadurch soll er rasch Vermögen erlangen.

Śrīkara-Abschluss, Zufluchtsmantra und Puruṣottama (Druckseite 444)

27.SHR.42: Selbst im Wald soll der Übende zusammen mit seinem Gefolge wohlschmeckendes Essen erhalten. Anschließend zählt der Text die rituellen Ziele Einflussnahme, Anziehung, Verwirrung, Erstarrung, Vertreibung und Tötung auf.

27.SHR.43: Mit diesem Mantra und den jeweils geeigneten Stoffen sollen diese Handlungen ausgeführt werden. „Was bedarf es vieler Worte?“ heißt es: Der Kundige könne mit dem Mantra alles verwirklichen.

27.SHR.44: Wer Viṣṇu als Śrīkara auf diese Weise mit Hingabe verehrt, genießt hier die Freuden des Lebens und gelangt danach zu Viṣṇus höchstem Ort.

27.SHR.45: Eine weitere Formel verbindet „des erhabenen Nārāyaṇa“, „beide Füße“, „als Zuflucht nehme ich“ und die Verehrung des erhabenen Fußes. Sie wird als vierundzwanzigsilbig bezeichnet.

Ausgeschriebene Druckfassung: śrīmannārāyaṇasya caraṇau śaraṇaṃ prapadye śrīmaccaraṇāya namaḥ. Sinn: „Zu den beiden Füßen des erhabenen Nārāyaṇa nehme ich Zuflucht. Verehrung dem erhabenen Fuß.“ Die ungewöhnliche Schlussform śrīmaccaraṇāya steht so im Druck; sie wird nicht durch eine geläufigere Zufluchtsformel ersetzt.

27.SHR.46: Seher und die übrigen Angaben sind bereits genannt. Mit dem Mantra des Gottes mit den ungeraden Pfeilen, also mit Kāmas Bīja, werden die fünf Glieder versehen. Verehrung, Feueropfer und alles Weitere geschehen nach der erläuterten Vorschrift. Dieser Mantra gilt als Befreiung gewährend.

Prosa: Der Ausdruck für Kāmas Mantra wird ausdrücklich als Kāma-Bīja erklärt. Es folgen klāṃ, klīṃ, klūṃ, klaiṃ, klauṃ, klaḥ. Die Prosa nennt damit sechs Vokalformen, obwohl der Vers von fünf Gliedern spricht.

27.PUM.1: Im Saṃmohana-Tantra heißt es: Nun werde ich dir, große Göttin, den Śrī-Puruṣottama-Mantra erklären, der Frauen und Männern Dharma, Wohlstand, Glück und Befreiung gewähren soll.

27.PUM.2: Dieses vorzügliche Mantra-Juwel wird in allen Tantras verborgen gehalten. Es gilt als äußerst geheim, Göttin, und soll Unglück und Krankheit beseitigen.

27.PUM.3: Es soll Armut, Altern und Tod zerstören, Kummer und Furcht nehmen und die drei Welten in seinen Bann ziehen.

27.PUM.4: Ihm werden Einflussnahme, Anziehung, Entzweiung, Tötung, Vertreibung und Erstarrung sowie die Gewährung sämtlicher Siddhis zugeschrieben.

27.PUM.5: Es soll Menschen dienen, die von Feinden überwältigt und von Hindernissen bedrängt sind, deren Mittel verloren gingen und die unter dem schwierigen Leben im Saṃsāra leiden …

27.PUM.6: … ferner Menschen, die unter einem Herrn, Ehemann oder König leiden, Verwirrten, Kinderwünschenden, nach Dienern oder Unterhalt Suchenden und Menschen, die im Kampf Sieg erhoffen …

27.PUM.7: … ebenso Frauen. Dieser Mantra soll Wohlstand, Glück und Befreiung geben. „Höre nun seine kurze, genaue Erklärung, die allen Welten Glück bringen soll.“

27.PUM.8: Die Ableitung beginnt mit den Bījas Māyā, Ramā, Tāra und Māra sowie „Herz“. Danach werden Lohita mit dem Ohrvokal und Agni mit dem U-Vokal verbunden.

27.PUM.9: Es folgen die Wortteile ṣottamāpratirūpa, lakṣmī, nivāsa, sakala und jagatkṣobhaṇa.

27.PUM.10: Danach kommen sarvastrīhṛdaya, vidāraṇa, tribhuvana, madonmādakara und die Aufforderung kṣobhaya; anschließend wird sura genannt. Die stark gedrängte Verszeile wird durch die folgende Prosa weiter erläutert.

27.PUM.11: Es folgen manuja, sundarī, jana und manāṃsi. Zweimal spricht man tāpaya, danach dīpaya und śoṣaya.

27.PUM.12: Māraya, stambhaya, drāvaya und ākarṣaya werden jeweils zweimal genannt; hinzu kommen āveśaya, parama, subhaga und sarva.

27.PUM.13: Auf saubhāgya folgt kara, dann sarvakāmaprada. Anschließend werden alakṣmī, zweimal hana, cakreṇa und gadayā genannt.

27.PUM.14: Es folgen khaḍgena, sarvabāṇaiḥ, zweimal bhinda, pāśena, zweimal bandha, aṅkuśena und zweimal tāḍaya.

27.PUM.15: Darauf kommen zweimal turu, die Frage kiṃ tiṣṭhasi und die Aussage samīhitaṃ me siddhaṃ bhavati. Danach steht hrīṃ zusammen mit dem Schutz-Bīja.

27.PUM.16: Zum Abschluss werden Waffen-Bīja, „Herz“, Śakti, Māyā beziehungsweise die folgenden verschlüsselten Bīja-Bezeichnungen, Māra und Praṇava genannt. Dieser Puruṣottama-Mantra soll umfassenden Wohlstand gewähren. Die genaue Schlussfolge wird anhand der nachfolgenden ausgeschriebenen Prosa weiter bestimmt, statt aus der gedrängten Verszeile allein erschlossen zu werden.

27.PUM.17: Manche Lehrer nennen eine Variante, in der die Anfangs- und Schluss-Bījas anders aufeinander bezogen werden. Sie fügen außerdem zweimal āveśaya ein.

27.PUM.18: Nach zweimal stambhaya setzen sie zweimal mohaya. Andere wollen huṃ beziehungsweise das am Anfang genannte klīṃ nicht übernehmen; auch nach parama besteht eine Textvariante. Die Syntax dieser Variantenbeschreibung ist im Druck gedrängt und wird im Anschluss erläutert.

Unnummerierte Fortsetzung: Es wird das Wort samasta genannt; an die Stelle von alakṣmī soll amuka, also der Platzhalter für eine bestimmte Person, treten. Die zweite Vershälfte fehlt im Druck.

Beginn der ausführlichen Prosaentschlüsselung: Māyā ist hrīṃ, Ramā śrīṃ, Tāra oṃ, Māra klīṃ und „Herz“ namaḥ. Lohita ist pa; mit dem als „Ohr“ bezeichneten u ergibt sich pu. Agni ist ra; mit u ergibt sich ru. Die folgenden Ausdrücke ṣottamāpratirūpa, lakṣmī, nivāsa, sakala und jagatkṣobhaṇa werden unmittelbar als Wörter übernommen. Die Erklärung setzt sich auf der nächsten Druckseite fort.

Die Beherrschungs- und Schadenswendungen gehören zum Wortlaut dieses historischen Mantra-Abschnitts. Die vollständige Formel wird erst dort wiedergegeben, wo die Quelle ihre Bestandteile und Varianten hinreichend ausschreibt.

Puruṣottama: Mantra-Erklärung, Nyāsa und Waffenmantras (Druckseite 445)

Fortsetzung der Prosaentschlüsselung: Die Ausdrücke sarvastrīhṛdaya, vidāraṇa und tribhuvanamanonmādakara werden als unmittelbare Wörter behandelt. Danach erklärt der Text su sowie ra mit langem ā, also rā, und sodann sura, manujasundarījana und manāṃsi. Diese Stelle weicht von der gedrängten Versableitung ab; ihre Verbindung zu einer durchgehend sicheren Wortfolge bleibt offen.

Die Befehlswörter werden ausdrücklich verdoppelt: tāpaya tāpaya, dīpaya dīpaya, śoṣaya śoṣaya, māraya māraya, stambhaya stambhaya, drāvaya drāvaya, ākarṣaya ākarṣaya; auch āveśaya āveśaya ist laut Kommentar zweimal zu sprechen. Es folgen die unmittelbar verwendeten Wörter paramasubhaga, sarva, saubhāgyakara, sarvakāmaprada und alakṣmī.

Danach stehen hana hana, cakreṇa gadayā khaḍgena sarvabāṇaiś ca, bhinda bhinda, pāśena, bandha bandha, aṅkuśena, tāḍaya tāḍaya, turu turu, kiṃ tiṣṭhasi tāvad yāvat und samīhitaṃ me siddhaṃ bhavati. Sinngemäß werden hier Erhitzen, Entzünden, Austrocknen, Töten, Erstarrenlassen, Erweichen beziehungsweise Auflösen, Heranziehen und Ergreifen verlangt; die Waffen werden zum Zerschneiden und Binden angerufen. „Warum verweilst du noch, bis mein Wunsch erfüllt ist?“ bildet den anschließenden Dringlichkeitsausdruck.

Die Prosa erklärt den Schluss ausdrücklich als klīṃ huṃ phaṭ namaḥ hrīṃ śrīṃ klīṃ oṃ: Schutz-Bīja ist huṃ, Waffen-Bīja phaṭ, „Herz“ namaḥ, Śakti hrīṃ, Mā śrīṃ, Māra klīṃ und Praṇava Oṃ. Das hier vor huṃ stehende klīṃ weicht von der Lesung hrīṃ in Vers 15 ab. Wegen solcher Abweichungen und der offenen Wortverbindung im Mittelteil werden die gesicherten Abschnitte getrennt dokumentiert.

27.PUM.19: Als Seher wird der Weise Jaimini genannt; das Versmaß heißt Amita, „unbegrenzt“. Die Gottheit ist Puruṣottama in der Gestalt, welche die drei Welten in ihren Bann zieht.

27.PUM.20: Die sechs Gliedermantras enden mit den Augen als letztem Glied. Sie beginnen mit Tāra und Māra, also Oṃ und Klīṃ, und schließen mit huṃ phaṭ.

27.PUM.21: Für das Herz werden puruṣottama und tribhuvanamanonmādakara genannt. Danach beginnt die Kopfformel mit sakala und jagat.

27.PUM.22: Es folgen kṣobhaṇa und lakṣmīdayita für den Kopf. Die nächste Formel nennt Manmatha und einen im Druck gedrängten Ausdruck mit Kāma und dīpana, „Entfacher“.

27.PUM.23: Dies ist die Scheitelformel. Für die nächste folgen parama, subhaga, sarvasaubhāgyakara und apratirūpaka.

27.PUM.24: Mit Keśava und einem zusätzlichen, im Vers nicht sicher auflösbaren Ausdruck wird die Schutzpanzer-Formel abgeschlossen. Danach folgen surāsura, manuja, sundarī, hṛdaya und vidāraṇa.

27.PUM.25: Es schließen sich sarvapraharaṇadhara, sarvakāmika, zweimal hana sowie hṛdayabandhanāni an; das letzte Wort wird über die Versgrenze hinweg gebildet.

27.PUM.26: Dann kommen ākarṣaya ākarṣaya und mahābala; damit ist der Waffenmantra bezeichnet. Der Augenmantra beginnt mit tribhuvaneśvara und sarvajana.

27.PUM.27: Es folgen manāṃsi, zweimal hana, zweimal dāraya, me und zweimal vaśam ānaya. Diese Folge heißt Augenmantra.

27.PUM.28: Nach diesen sechs Gliedern werden zwölf Körperglieder mit Nyāsa versehen: die bei Herz beginnenden Stellen, Bauch und Rücken, Handrücken, Oberschenkel und Knie …

27.PUM.29: … sowie die Füße. Dazu werden zwölf Abschnitte des Mantra verwendet. Die Bījas von Śakti, Śrī und Māra sowie die Anredeformen des Mantra werden eingesetzt.

27.PUM.30: Die Formeln beginnen mit Tāra und „Herz“; außerdem wird die Verbindung mit parāya genannt. Danach folgen die zwölf Gestalten, beginnend mit Puruṣa.

27.PUM.31: Ihre Namen werden mit ātman in der Dativform und mit namaḥ verbunden: Puruṣa, Satya, Acyuta, die vier Gestalten beginnend mit Vāsudeva und sodann Nārāyaṇa …

27.PUM.32: … Brahmā, Viṣṇu, Nṛsiṃha und als zwölfter Varāha. Anschließend soll mit dem durchdringenden Mantra der ganze Körper versehen werden. Die Vierergruppe Vāsudevas ist die bereits erklärte Gruppe Vāsudeva, Saṅkarṣaṇa, Pradyumna und Aniruddha.

27.PUM.33: Für den durchdringenden Mantra werden trailokyamohana, hṛṣīkeśa, apratirūpa, manmatha und sarvastrīhṛdayākarṣaṇa genannt.

27.PUM.34: Darauf folgen āgaccha und „Herz“, also namaḥ. Damit ist der durchdringende Mantra bezeichnet. Nun werden der Reihe nach die Waffenmantras gelehrt.

27.PUM.35: Alle diese Formeln beginnen mit Oṃ und dem Māra-Bīja Klīṃ. Nach sudarśanamahācakrarāja steht zweimal daha.

27.PUM.36: Es folgen sarvaduṣṭabhayam, kuru, chinda, zweimal bhinda, dann zweimal vidāraya, paramantrān und zweimal grasa.

27.PUM.37: Danach nennt der Druck zweimal ācaya, bhūtāni, zweimal trāsaya, huṃ, das Waffen-Bīja, svāhā und cakrāya mit „Herz“. So wird der Cakra-Mantra erklärt. Die Prosa entschlüsselt erneut „Waffe“ als phaṭ und „Herz“ als namaḥ; das seltene ācaya wird nicht ungekennzeichnet zu einem geläufigeren Befehl verbessert.

27.PUM.38: Für das Muschelhorn wird jalacarāya mit der durch zweimal ṭha bezeichneten Svāhā-Endung genannt. Mit dem allgemeinen Anfang ergibt sich oṃ klīṃ jalacarāya svāhā. Die anschließende Schwertformel nennt khaḍga, tīkṣṇa und zweimal bhinda und endet mit huṃ phaṭ. Ihre weitere Erklärung folgt auf der nächsten Seite.

Puruṣottama: Waffen, Gāyatrī und Kāma-Kräfte (Druckseite 446)

27.PUM.39: Die vorherige Folge bildet den Schwertmantra. Der Bogenmantra lautet nach seinem allgemeinen Anfang śārṅgāya saśarāya und endet mit huṃ phaṭ: „Dem Śārṅga-Bogen samt Pfeilen.“ Danach beginnt die Keulenformel.

27.PUM.40: Sie ruft Kaumodakī als „die von großer Kraft, die alle Asuras beendet“ an und bittet prasīda, „sei huldvoll“; sie endet mit huṃ phaṭ svāhā. Die folgende Stampferformel beginnt mit saṃvartaka.

27.PUM.41: Auf musala folgt zweimal pothaya, danach huṃ phaṭ svāhā. Der Hakenmantra nennt aṅkuśa und zweimal das im Druck als kaca erscheinende Wort. Diese ungewöhnliche Lesung wird nicht ungekennzeichnet verändert.

27.PUM.42: Auch dieser Mantra endet mit huṃ phaṭ svāhā. Der Schlingenmantra nennt pāśa, zweimal bandha, zweimal ākarṣaya und wiederum huṃ phaṭ svāhā. „Binde, binde; ziehe heran, ziehe heran“ ist der Sinn der beiden Befehle.

27.PUM.43: Damit sind die Waffenmantras erklärt. Der Mantra des Vogelkönigs lautet nach dem gemeinsamen Anfang pakṣirājāya svāhā. Das durch „Feuerbraut“ bezeichnete Ende ist Svāhā.

Lesehilfe zu den Waffenmantras: Der auf Seite 445 ausdrücklich genannte allgemeine Anfang ist oṃ klīṃ. Gesicherte kurze Formen sind daher oṃ klīṃ śārṅgāya saśarāya huṃ phaṭ und oṃ klīṃ pakṣirājāya svāhā. Die unklaren Wörter längerer Formeln bleiben lokal gekennzeichnet.

27.PUM.44: Die Gāyatrī verbindet trailokyamohanāya vidmahe, smarāya dhīmahi und tanno viṣṇuḥ pracodayāt.

27.PUM.45: Diese Puruṣottama-Gāyatrī wird für Rezitation und Verehrung besonders hervorgehoben. Danach werden die Pfeilkräfte und Kāma-Gestalten auf die Finger gesetzt. Die im Vers ausgeschriebene Gāyatrī lautet: trailokyamohanāya vidmahe smarāya dhīmahi tanno viṣṇuḥ pracodayāt. Sinn: „Wir erkennen den, der die drei Welten in seinen Bann zieht; wir meditieren über Smara. Viṣṇu möge unser Erkennen anregen.“ Ein Praṇava wird in dieser Versableitung nicht ausdrücklich genannt.

27.PUM.46: Drāviṇī erhält drāṃ, Kṣobhiṇī drīṃ, Vaśīkariṇī klīṃ; Ākarṣiṇī beginnt mit dem Bīja blūṃ …

27.PUM.47: … und Saṃmohinī mit dem durch Bhṛgu und die Visarga-Endung bezeichneten saḥ. So wird die Reihe des Pfeil-Nyāsa gelehrt.

27.PUM.48: Die fünf Kāma-Namen lauten Kāma, Manmatha, Kandarpa, Makaradhvaja und Mīnaketu.

27.PUM.49: Ihnen werden der Reihe nach das Parā-Bīja, das Bīja des mittleren Pfeiles, Vāgbhava, das Bīja des vierten Pfeiles und das Strī-Bīja zugeordnet. Die Quelle benennt das erste hier symbolisch als Parā; seine Lautform wird an dieser Stelle nicht nochmals ausgeschrieben.

27.PUM.50: Die Mātṛkā wird, von Kāmas Bīja umhüllt, eingesetzt. Dann setzt der Mantrakenner die Māra-Girlande der Laute bis zum Nabel ein.

27.PUM.51: Genannt werden zunächst vierzig Mātṛkā-Laute. Fünf weitere werden auf Bauch, Herz, Kehle, Mund und Nase verteilt.

27.PUM.52: Drei weitere Laute durchdringen den Körper; einmal erfolgt dieselbe Durchdringung mit der gesamten Folge. Danach werden die Kāma-Gestalten samt ihren Śaktis auf den Körper gesetzt.

27.PUM.53: Mit Kandarpa- und Mātṛkā-Bezügen versehen werden sie wie im Mātṛkā-Nyāsa eingesetzt. Ihre Farbe gleicht der Granatapfelblüte; auf ihrer linken Seite beziehungsweise ihrem linken Schoß befindet sich jeweils die zugehörige Śakti.

27.PUM.54: Der Mantrakenner vergegenwärtigt sich alle diese Kāma-Gestalten freundlich, in roten Gewändern, mit Blumenpfeilen und Zuckerrohrbogen, reich mit sämtlichen Schmuckstücken geziert.

27.PUM.55: Die Śaktis leuchten wie Kuṅkuma, tragen alle Schmuckstücke und halten blaue Wasserlilien. Ihnen wird die Fähigkeit zugeschrieben, die drei Welten anzuziehen.

27.PUM.56: Die Paare beginnen mit Kāma und Rati, Kāmadā beziehungsweise Kāmada und Prīti, Kāminī und Kānta sowie Kāntimān und Mohinī. Die grammatische Form des zweiten männlichen Namens wird als Kāmada gelesen; der Druck nennt ihn im Akkusativ kāmadaṃ.

27.PUM.57: Es folgen Kāmaga und Kamalā, Kāmabāṇa und Vilāsinī, Kāma und Kalpalatā sowie Kāmuka und Śyāmalā.

27.PUM.58: Śucismitā gehört zu Kāmavardhana; dann folgen Rāma und Vismitākṣī sowie Rama und Viśālākṣī. Die Länge des Vokals unterscheidet hier die beiden Namen Rāma und Rama.

27.PUM.59: Es folgen Ramaṇa und Lelihānā, Ratinātha und Digambarā, Ratipriya und Rāmā sowie Rātrinātha und Kubjikā.

27.PUM.60: Die nächste Reihe lautet Ramākānta und Kāntā, Ramamāṇa und Nityā, Niśācara und Kalyāṇī sowie Nandaka und Bhoginī.

27.PUM.61: Es folgen Nandana und Kāmadā, Nandī und Sulocanā sowie Nandayitā und Sulopinī. Der letzte Śakti-Name wird nach der Drucklesung bewahrt.

27.PUM.62: Pañcabāṇa gehört zu Mardinī, Vijvara zu Kalahapriyā. Danach nennt der Text einen Namen mit dem vorangestellten Wort Rati und sakhā, „Gefährte“. Seine Verbindung mit dem folgenden Vers ist nicht eindeutig; kein zusätzliches Paar wird erfunden.

27.PUM.63: Es folgen Puṣpadhanvan und Varācī, Mahādhanu und Sumukhī, Bhrāmaṇa und Nalinī sowie Bhramaṇa und Jaṭinī. Die Druckformen der ähnlich lautenden Namen werden unterschieden.

27.PUM.64: Die im Druck eingeklammerte Strophe nennt Bhramamāṇa und Pālinī, Bhrama und Śivā, Bhrānta und Mugdhā sowie Bhrāmaka und Ramā.

27.PUM.65: Es folgen Bhṛṅga und Bhramā, Bhrāntacāra und Lolā, Bhramāvaha und Cañcalā sowie Mohana und Dīrghajihvā.

27.PUM.66: Ratipriyā gehört zu Mohaka, Lolā zu Moha, Bhaṅginī zu Mohavardhana und Pāṭalā zu Madana. Eine Druckfußnote bietet bei einer früheren Mātṛkā-Stelle die Lesart kāmān.

Puruṣottama: abschließende Nyāsas und Gartenmeditation (Druckseite 447)

27.PUM.67: Die Paare setzen sich fort mit Manmatha und Madanā, Mātaṅga und Mālā, Bhṛṅganāyaka und Haṃsinī sowie Gāyana und Viśvatomukhī.

27.PUM.68: Es folgen Gītijña und Jagadānandinī, Nartaka und Ramaṇī sowie Khelaka und Kānti.

27.PUM.69: Danach kommen Unmatta und Kalakaṇṭhī, Mattaka und Vṛkodarī sowie Vilāsin und Meghaśyāmā. Zum Schluss nennt die Druckzeile Unmatta und Lobhavardhana in einer grammatisch nicht eindeutigen Verbindung; daraus wird kein zusätzliches, scheinbar gesichertes Götterpaar gebildet.

27.PUM.70: Anschließend soll der Tattva-Nyāsa an beiden Flanken, Nabel, verborgenem Körperbereich, After sowie an den Gelenken und Zehen der Füße ausgeführt werden.

27.PUM.71: Der Nyāsa des Kṣobha- und Māra-Bīja soll umfassenden Wohlstand gewähren. Danach führt der Kundige die drei Nyāsas des zwölfsilbigen Mantra aus.

27.PUM.72: Diese heißen Auflösung, Schöpfung und Erhaltung. Mit gesammeltem Geist soll der Mantrakenner ferner den Mūrti-Pañjara-Nyāsa ausführen.

27.PUM.73: Die Laute der zuvor genannten Gāyatrī werden auf den Körper gesetzt. Die verdichtete Stellenliste nennt den Kopf beziehungsweise Scheitelbereich, beide Augen sowie Gelenke und Enden von Armen und Beinen und den Körper insgesamt; die ersten zusammengezogenen Silben sind im Druck nicht eindeutig aufzulösen.

27.PUM.74: Es folgen der sechsfache und der zwölffache Glieder-Nyāsa sowie die Pfeilkräfte und Anaṅga-Gestalten. Der Śrī-Mantra wird hier als śrīṃ svāṃ śriyai namaḥ genannt. Das zweite Bīja ist in der Druckzeile schwach, aber als svāṃ lesbar; es wird nicht an eine geläufigere Formel angeglichen.

27.PUM.75: Der Mantrakenner soll diese Formel am linken Oberschenkel einsetzen. Eine Fußnote liest stattdessen „an der linken Schulter“. Danach folgen die Namen von Lakṣmī bis Puṣṭi, jeweils im Dativ und mit namaḥ als Ende.

27.PUM.76: Für die zugehörigen Bījas wird der Bhṛgu-Laut mit dem Endlaut der La-Reihe und dem Mondsichelzeichen verbunden; die Vokale werden unter Ausschluss der drei kurzen, der „geschlechtslosen“ und der Bindu-Form gewählt. Der Vers setzt die früher erklärte Lautsymbolik voraus und schreibt die gesamte Reihe hier nicht aus.

27.PUM.77: Die so gebildeten Bījas werden den Namen vorangestellt. Als Stellen erscheinen Kopf, Mund, Kehle, verborgener Körperbereich, Rückenwölbung beziehungsweise Schulterbereich, Nabel und der ganze Körper. Darauf folgt das den Körper durchdringende Bīja.

27.PUM.78: Nach Seher-Nyāsa und den übrigen Zuordnungen setzt man den Schmuck ein. Die Waffenlaute werden mit den jeweils zugehörigen Mudrās an ihre Stellen gesetzt.

27.PUM.79: Śrīvatsa, Kaustubha und die Waldblumengirlande werden mit den Māra-Bījas an die entsprechenden Stellen gesetzt.

27.PUM.80: Beide Fäuste berühren einander, die Daumen weisen nach oben; so hält man sie am Scheitel. Diese Mudrā heißt „Die drei Welten in den Bann ziehend“ und wird auf dem Kopf eingesetzt.

27.PUM.81: Nachdem der Körper auf diese Weise mit Nyāsa versehen ist, meditiert man über Śrī Puruṣottama. Zuerst vergegenwärtigt man sich einen Garten, geschmückt mit Blumen jeder Art.

27.PUM.82: Reihen von Blütenbüscheln zahlloser Wunschbäume lassen ihn erstrahlen. Der überreiche Duft der Blüten erfüllt die Öffnungen aller Himmelsrichtungen.

27.PUM.83: Unablässig ziehen Bienenschwärme darin umher. Er gleicht einem reichen Sammelplatz der Wohlgerüche und schenkt den Sinnen Freude.

27.PUM.84: Er erscheint wie die liebliche Geburtsstätte des aus sich selbst entstandenen Liebesgottes, wie ein schönes Haus des Spieles für die verkörperte Pracht der Liebe.

27.PUM.85: Für Rati ist er von Liebesfreude erfüllt; er gleicht der Geburtsstätte der Jahreszeiten, ist ein Maßstab für alles Liebliche und lässt das Sehen seine Erfüllung finden.

27.PUM.86: Er ist ein einzigartiges Beispiel aller wunderbaren Dinge. Darin soll der Mantrakenner mit gesammeltem Geist einen Wunschbaum vergegenwärtigen.

27.PUM.87: Seine Wurzeln sind aus strahlenden Edelsteinen gebildet; der genaue erste Edelsteinname ist im Druck unsicher. Sein gewaltiger Stamm leuchtet wie aus frischem Diamantgestein.

27.PUM.88: Seine langen, natürlich gewachsenen Zweige glänzen wie Jāmbūnada-Gold. Seine kräftigen Blätter bestehen aus grünen Edelsteinen, seine jungen Triebe leuchten wie Koralle.

27.PUM.89: Seine Blüten sind unbezahlbare Juwelen, ihre Staubfäden schön wie Perlen. Aus dem Inneren der Blüten trinken die Bienen Honig, der Nektar gleicht …

27.PUM.90: … und besingen den Baum in Schwärmen, gemeinsam mit ihren Gefährtinnen und voller Spielfreude. Ein gedrängtes Wort der ersten Vershälfte ist nicht sicher lesbar; der Zusammenhang bezeichnet ihre vom Genuss erfüllte Bewegung und Stimmung.

27.PUM.91: Mit seinen Zweigen wie mit Armen gibt der Baum den Scharen der Bittenden rasch Schätze. Aus seinen Blüten fließen Ströme von Saft …

27.PUM.92: … wie Wasserströme einer Schenkung, zugleich an den Schläfensaft eines mächtigen Elefanten erinnernd. Kreise schöner, umherschwirrender Bienen schmücken ihn wie leuchtende Girlanden.

27.PUM.93: Sein Haupt ist der heftigen Sonnenglut ausgesetzt, während Blütenwasser ihn badet. So erscheint er wie ein Asket, der sich strenger Übung unterzieht, um den Erhabenen sichtbar werden zu lassen …

27.PUM.94: … den glückverheißenden Lotusäugigen. Am herrlichen Fuß dieses Baumes, auf einem Boden aus rubinbesetztem Mosaik, steht ein vorzüglicher Sitz. Die Beschreibung dieses Sitzes und der göttlichen Gestalt folgt auf der nächsten Seite.

Meditation über Puruṣottama, Lakṣmī und Bhāratī (Druckseite 448)

27.PUM.95: Auf diesem Sitz, inmitten eines roten Lotus, vergegenwärtige man sich Garuḍa, den König der Vögel, strahlend wie die Sonne. Auf seinen Schultern thront der Herr.

27.PUM.96: Man meditiere über den Träger des Cakra, dessen Glanz dem von zehn Millionen Sonnen gleicht. Seine Gestalt ist ganz von Anmut erfüllt und besitzt die Zartheit frischer Jugend.

27.PUM.97: Mit dem Reiz seiner Schönheit übertrifft er selbst den Stolz des Liebesgottes. Seine rotgesäumten Augen bewegen sich sanft; von Kāmas Pfeilen berührt ist er voller Liebesempfindung. Der gedruckte Ausdruck für die Augen ist verkürzt und nennt wörtlich ihre „roten Ränder“.

27.PUM.98: Edelsteinschmuck lässt seine Glieder leuchten. Göttlicher Duft und Gewänder umhüllen ihn; mit seinem roten Glanz färbt er die ganze Welt.

27.PUM.99: Hunderte Gefährtinnen aus den Scharen der Yakṣas, Gandharvas und Götter dienen ihm. Blüten schmücken seine dichten, dunklen Locken.

27.PUM.100: Das Summen der nach Blütenhonig verlangenden Bienen macht die Erscheinung noch lieblicher. Seine Brauen gleichen dem Bogen Kandarpas und einer bewegten Bienenreihe.

27.PUM.101: Seine großen Augen gleichen Lotusblättern. Mit seinen Blicken zieht er die Frauen in seinen Bann; eine Krone mit mächtigen Edelsteinen erstrahlt über ihm.

27.PUM.102: Seine Lippen leuchten rot wie ein Stück Korallengestein und wie eine reife Bimba-Frucht. Schön ist die Linie seiner Nase.

27.PUM.103: Das Licht der schwingenden Ohrringe erhellt seine Wangen. Eine prächtige Girlande aus Wunschbaumblüten schmückt seinen Hals.

27.PUM.104: Seine acht Arme soll man sich mit klingenden Armreifen geschmückt vorstellen. Die Finger erscheinen wie junge Aśoka-Triebe und wie glänzende Koralle …

27.PUM.105: … und tragen Ringe mit vielerlei Edelsteinen. In der untersten rechten Hand stelle man sich das Cakra vor, strahlend wie die Sonne.

27.PUM.106: In der Hand darüber befindet sich das Schwert, in der nächsthöheren der Stampfer und in der obersten rechten Hand der schöne Stachelhaken.

27.PUM.107: In der obersten linken Hand befindet sich die Schlinge, darunter das Muschelhorn, dann der Bogen samt Pfeilen und in der untersten linken Hand die Keule.

27.PUM.108: Man meditiere über Haris breite, schöne Brust, an die sich Lakṣmīs Brust schmiegt. Śrīvatsa und Kaustubha lassen sie erstrahlen.

27.PUM.109: Eine liebliche, glänzende Waldblumengirlande schmückt seinen Leib; seine tiefe, nach rechts gewundene Nabelvertiefung bildet einen weiteren Schmuck.

27.PUM.110: Seine Hüften umgibt ein gelbes Gewand, das wie Gold leuchtet. Rötliche Nägel wie Edelsteine und schöne Zehenringe zieren seine beiden Füße …

27.PUM.111: … die roten Wasserlilien gleichen und mit Fahnen- und Lotuszeichen versehen sind. Mit schönen Fußringen geschmückt, gelten diese Füße Haris als Wissen und göttliche Macht gewährend.

27.PUM.112: Auf seinem linken Oberschenkel sitzt Lakṣmī, leuchtend wie Gold. Ihre Lotusfüße tragen klingende Fußringe; ihre Hüften sind voll und gerundet.

27.PUM.113: Ihre Taille ist schlank, ihre Brust voll und erhoben. Klingende Armreifen schmücken ihre Arme und Edelsteinringe ihre Finger.

27.PUM.114: Ihre Lippen sind rot wie Koralle und Bimba-Früchte, ihre Augen gleichen blauen Wasserlilien. Über der breiten, leuchtenden Stirn liegen glänzende dunkle Locken.

27.PUM.115: Sie trägt eine vom Kopf herabfallende Blumengirlande und schwingende Ohrringe. Vom Hals bis zur Brust reicht eine glänzende Perlenkette.

27.PUM.116: Ihre beiden weißen Gewänder sind schön wie der Schaum des Milchozeans. Mit dem rechten Arm hält sie den Gott fest umschlungen.

27.PUM.117: Die Berührung mit dem Geliebten lässt ihren Körper wohlig erschauern. Sie blickt in das Gesicht des Gottes, von Smaras Pfeilen bezaubert.

27.PUM.118: Zur Rechten des Gottes der Götter vergegenwärtige man sich Bhāratī, die Worte in Prosa und Versen spricht. Sie hält Vīṇā und Buch.

27.PUM.119: Ihr Körper ist mit weißem Sandelholz bestrichen; ihre Brust ist voll und erhoben. Die großäugige Göttin trägt eine Perlenkette.

27.PUM.120: Mit ihren Blicken bringt die rein lächelnde Göttin ihre Empfindungen gegenüber Viṣṇu zum Ausdruck. So meditiere man über die höchste Sprache, um Wissen und Glück zu erlangen. Eine Fußnote bietet „mit den Blicken besprengend“ anstelle von „hervorbringend“.

27.PUM.121: Ringsum werden Haris Gestalten, beginnend mit Vāsudeva, meditiert. Der Reihe nach sind sie dunkel, weiß, rot und gelb und tragen sämtlichen Schmuck.

27.PUM.122: Auch die bei Lakṣmī beginnenden Śaktis werden vergegenwärtigt: mit klingenden Armreifen, weißen Yakhaarwedeln und Perlenketten, von schöner Gestalt. Die Beschreibung setzt sich auf der nächsten Seite fort.

Puruṣottamas Umkreis und Verehrung (Druckseite 449)

27.PUM.123: Die Śaktis tragen klingende Fußringe an ihren Lotusfüßen und haben eine volle, erhobene Brust. Von Liebesempfindung bewegt blicken sie auf den Gott, der die drei Welten in seinen Bann zieht.

27.PUM.124: Lakṣmī und Sarasvatī sind hell, Rati und Prīti rot. Kānti und Kīrti, die Hari lieb sind, erscheinen mondweiß.

27.PUM.125: Tuṣṭi und Puṣṭi, ebenfalls Haris geliebte Kräfte, werden dunkel meditiert. Die Frauen von Königen, Göttern und Daityas sind von Smara bewegt …

27.PUM.126: … und kommen ringsum herbei, mit Sandelholz, goldenen und edelsteinbesetzten Girlanden und weiteren Gaben. Sie sehnen sich nach dem Anblick des Gottes.

27.PUM.127: Unablässig verehren sie den die drei Welten bezaubernden Gott mit goldenen Blumengirlanden und verschiedenen glückverheißenden Sandelholzgaben.

27.PUM.128: Ringsum vergegenwärtige man sich auch Ṛṣis, Siddhas, Gandharvas, Menschen und Könige, die Hari, den allen Lieben, preisen.

27.PUM.129: Indra und die übrigen Weltenhüter umgeben ihn von allen Seiten. Alle Welten bis hinauf zur Brahmā-Welt verehren ihn.

27.PUM.130: Der Sitz erstreckt sich über zehn Millionen Yojanas und besteht aus Gold und Edelsteinen. Er erfreut den Geist und gilt als die Wünsche der Übenden erfüllend.

27.PUM.131: Dharma und die übrigen Träger bilden ihn; drei Maṇḍalas gehören dazu. Vimalā und die weiteren glückverheißenden Śaktis befinden sich auf diesem mächtig strahlenden Yoga-Pīṭha.

27.PUM.132: Darauf sitzt der Gott, der alle Wesen in seinen Bann zieht. Mit seinem eigenen Licht erhellt er die Welten.

27.PUM.133: Kinnaras, Schlangenwesen, Gandharvas, Cāraṇas und Scharen der Himmelswanderer besingen seine Fülle an Eigenschaften. Er gilt als Geber aller ersehnten Vollendungen.

27.PUM.134: Die folgende Gāyatrī beginnt mit suparṇāya vidmahe; darauf folgen pakṣirājāya dhīmahi und tanno.

27.PUM.135: Mit garuḍaḥ pracodayāt wird sie abgeschlossen. Diese Gāyatrī gilt als Siddhi gewährend. Die ausgeschriebene Versform lautet suparṇāya vidmahe pakṣirājāya dhīmahi tanno garuḍaḥ pracodayāt: „Wir erkennen Suparṇa; wir meditieren über den König der Vögel. Garuḍa möge unser Erkennen anregen.“ Der folgende Handlungssatz beginnt bereits mit dem Grundmantra.

27.PUM.136: Mit dem Grundmantra stellt man die Gestalt des Götterherrn vor und verehrt ihn mit Sandelholz und weiteren Gaben. Nachdem die gesamte Verehrung bis hin zum Schmuck ausgeführt wurde, folgt Ramā.

27.PUM.137: Sie wird auf dem linken Oberschenkel verehrt. Danach folgen die Glieder bis einschließlich des Schutzpanzers an den Richtungsstellen und die Waffe an den entsprechenden Zwischenstellen beziehungsweise vor den Richtungen. Die knappe Richtungsformulierung wird in der anschließenden Ausführung näher entfaltet.

27.PUM.138: Auf den Lotusblättern verehrt man Lakṣmī und die übrigen Kräfte. Von Osten aus folgen in den Hauptrichtungen Muschelhorn, Cakra, Keule und der schöne Stampfer.

27.PUM.139: In den Zwischenrichtungen stehen Śārṅga-Bogen, Schwert, Haken und strahlende Schlinge. Danach folgen die Weltenhüter, außen Vajra und die übrigen Waffen und noch weiter außen Kumuda und die weiteren Gestalten.

27.PUM.140: Nach Räucherwerk und Licht verehrt man mit zwölf Blüten und den zwölf Mantra-Abschnitten. Dabei wird dem Māra-Bīja …

27.PUM.141: … trailokyamohanāya angefügt, mit namaḥ als Abschluss. Danach verehrt man der Reihe nach die fünf bei Puruṣottama beginnenden Gestalten.

27.PUM.142: Ihre Namen erhalten die Bījas von Śakti, Śrī und Māra als Anfang, werden in den Dativ gesetzt und enden mit namaḥ. Die ersten Namen sind Puruṣottama und Hṛṣīkeśa.

27.PUM.143: Es folgen Viṣṇu, Śrīdhara und Rāma. Die Puruṣottama-Verehrung umfasst sechs Umkreise.

Unnummerierte Fortsetzung: Wer sie so ausführt, soll zum Empfänger sämtlicher Güter werden. Die zweite Vershälfte fehlt im Druck.

Beginn der ausführlichen Ausführung: Nach Morgenhandlungen und Yoga-Pīṭha-Nyāsa erfolgen mit dem Grundmantra drei Prāṇāyāmas. Man setzt jaiminaye ṛṣaye namaḥ auf den Kopf, amitāya chandase namaḥ auf den Mund und śrīpuruṣottamāya devatāyai namaḥ auf das Herz. Nach der Widmung der Anwendung werden die Gliedermantras ausdrücklich genannt:

Glied Ausgeschriebene Formel nach der Prosa
Herz oṃ klīṃ puruṣottama tribhuvanamanonmādakara huṃ phaṭ hṛdayāya namaḥ
Kopf oṃ klīṃ sakalajagatkṣobhaṇa lakṣmīdayita huṃ phaṭ śirase svāhā
Scheitel oṃ klīṃ manmathottamāṅgaja kāmadīpana huṃ phaṭ śikhāyai vaṣaṭ
Schutzpanzer oṃ klīṃ paramasubhaga sarvasaubhāgyakarāpratirūpaka keśava smara huṃ phaṭ kavacāya huṃ
Waffe oṃ klīṃ surāsuramanujasundarīhṛdayavidāraṇa sarvapraharaṇadhara sarvakāmika hana hana hṛdayabandhanāny ākarṣaya ākarṣaya mahābala huṃ phaṭ astrāya phaṭ

Die Wiederholungszeichen der Prosa sind hier ausgeschrieben. Insbesondere manmathottamāṅgaja und keśava smara werden nach dieser ausdrücklichen Fassung wiedergegeben und nicht aus der abweichend gedrängten Versableitung ergänzt. Die sechste Formel folgt auf der nächsten Druckseite.

Puruṣottama: zwölf Gestalten und die vollständige Kāma-Mātṛkā (Druckseite 450)

Sechste Gliederformel: Die Fortsetzung lautet oṃ klīṃ tribhuvaneśvara sarvajanamanāṃsi hana hana dāraya dāraya me vaśam ānaya vaśam ānaya huṃ phaṭ netratrayāya vauṣaṭ. Die sechs Formeln werden an den Händen vom Daumen bis zur Handfläche eingesetzt; die Augenformel gehört zu den kleinen Fingern. Am Körper folgen Herz bis Waffe, danach die Augen. Die Prosa bewahrt diese besondere Reihenfolge ausdrücklich.

Zwölf Gestalten auf zwölf Körperstellen: Die ausgeschriebenen Formeln lauten:

Körperstelle Formel
Herz oṃ namaḥ hrīṃ parāya puruṣātmane namaḥ
Kopf oṃ namaḥ śrīṃ parāya satyātmane namaḥ
Scheitel oṃ namaḥ klīṃ parāyācyutātmane namaḥ
Schutzpanzer oṃ namaḥ puruṣottama parāya vāsudevātmane namaḥ
Waffe oṃ namo’pratirūpa parāya saṅkarṣaṇātmane namaḥ
Augen oṃ lakṣmīnivāsa parāya pradyumnātmane namaḥ
Bauch oṃ namaḥ sakalajagatkṣobhaṇa parāyāniruddhātmane namaḥ
Rücken oṃ namaḥ sarvastrīhṛdayavidāraṇa parāya nārāyaṇātmane namaḥ
Hände oṃ namaḥ tribhuvanamanonmādakara parāya brahmaṇe namaḥ
Oberschenkel oṃ namaḥ paramasubhaga parāya viṣṇvātmane namaḥ
Knie oṃ namaḥ sarvasaubhāgyakara parāya nṛsiṃhātmane namaḥ
Füße oṃ namaḥ sarvakāmaprada parāya varāhātmane namaḥ

Bei der Augenformel steht im Druck vor Lakṣmīnivāsa kein namaḥ; bei Brahmā steht brahmaṇe, nicht eine ergänzte Ātman-Form. Eine ungleich geschlossene Klammer umfasst im Druck einen Teil der Reihe von Aniruddha bis Brahmā. Die Wörter werden vollständig übernommen.

Ganzkörperdurchdringung: trailokyamohana hṛṣīkeśāpratirūpa manmatha sarvastrīhṛdayākarṣaṇāgaccha namaḥ. Die Zusammenschreibung der Druckfassung wird hier durch Wortabstände lesbar gemacht. Danach werden die fünf Pfeile und fünf Kāma-Gestalten wie im Śrīkara-Abschnitt eingesetzt. Die Mātṛkā wird nach dem Muster klīṃ aṃ klīṃ namaḥ umhüllt.

Verteilung der Kāma-Girlande: Die ersten vierzig Laute des noch folgenden Kāma-Mālā-Mantra werden an den bekannten Mātṛkā-Stellen vom Kopf und Gesichtskreis bis zum Nabel eingesetzt. Die nächsten fünf gehören zu Bauch, Herz, Kehle, Mund und Nase. Die verbleibenden drei durchdringen einzeln den ganzen Körper; anschließend durchdringt die vollständige Mantra-Girlande den Körper einmal.

Vollständige Paarfolge: Die Formeln beginnen nach dem ausgeschriebenen Muster mit klīṃ, danach folgt der jeweilige Mātṛkā-Laut. Die beiden Namen stehen im Dativ; namaḥ schließt die Formel. Die Tabelle bewahrt die auf dieser Seite genannten Formen, einschließlich ihrer Unterschiede gegenüber den vorausgehenden Versen.

Mātṛkā-Laut Kāma und Śakti in der Mantraform
aṃ kāmāya ratyai
āṃ kāmadāya prītyai
iṃ kāntāya kāminyai
īṃ kāntimate mohinyai
uṃ kāmagāya kamalāyai
ūṃ kāmacārāya vilāsinyai
ṛṃ kāmine kalpalatāyai
ṝṃ kāmukāya śyāmalāyai
ḷṃ kāmavardhanāya śucismitāyai
ḹṃ kāmāya vismitākṣyai
eṃ ramāya viśālākṣyai
aiṃ ramaṇāya lelihānāyai
oṃ ratināthāya digambarāyai
auṃ ratipriyāya rāmāyai
aṃ rātrināthāya kubjikāyai
aḥ ramākāntāya kāntāyai
kaṃ ramamāṇāya nityāyai
khaṃ niśācarāya kalyāṇyai
gaṃ nandakāya bhoginyai
ghaṃ nandanāya kāmadāyai
ṅaṃ nandine sulocanāyai
caṃ nandayitre sulopinyai
chaṃ pañcabāṇāya mardinyai
jaṃ ratisakhāya kalahapriyāyai
jhaṃ puṣpadhanvane varācyai
ñaṃ mahādhanuṣe sumukhyai
ṭaṃ bhrāmaṇāya nalinyai
ṭhaṃ bhramaṇāya jaṭinyai
ḍaṃ bhramamāṇāya pālinyai
ḍhaṃ bhramāya śivāyai
ṇaṃ bhrāntāya mugdhāyai
taṃ bhrāmakāya ramāyai
thaṃ bhṛṅgāya bhramāyai
daṃ bhrāntacārāya lolāyai
dhaṃ bhramāvahāya cañcalāyai
naṃ mohanāya dīrghajihvāyai
paṃ mohakāya ratipriyāyai
phaṃ mohāya lolākṣyai
baṃ mohavardhakāya bhṛṅginyai
bhaṃ madanāya pāṭalāyai
maṃ manmathāya madanāyai
yaṃ mātaṅgāya mālāyai
raṃ bhṛṅganāyakāya haṃsinyai
laṃ gāyanāya viśvatomukhyai
vaṃ gītijñāya jagadānandinyai
śaṃ nartakāya ramaṇyai
ṣaṃ khelakāya kāntyai
saṃ unmattakāya kalakaṇṭhyai
haṃ mattakāya vṛkodaryai
ḷaṃ vilāsine meghaśyāmāyai
kṣaṃ lobhavardhanāyonmattāyai

Beispielsweise lautet die erste Formel klīṃ aṃ kāmāya ratyai namaḥ. Die zwei Zeilen mit aṃ gehören zu den zwei entsprechenden Stellen der Vokalreihe und werden nicht zusammengezogen. Die Prosa nennt unter anderem Kāmacāra statt des früheren Kāmabāṇa, Kāma statt Rāma, Ratisakha ohne ein zusätzliches Vijvara-Paar und Bhṛṅginī statt Bhaṅginī. Das letzte Paar ist nun ausdrücklich Lobhavardhana und Unmattā. Eine Fußnote bietet bei Kāma die Lesart rāmāya.

Weitere Nyāsas: An den Mātṛkā-Stellen wird die Paarfolge eingesetzt. Danach folgen die im Śrīkara-Abschnitt genannten Tattvas in Auflösungsreihenfolge. Die Prosa spricht hier von zwölf Tattvas, während der frühere Abschnitt acht ausdrücklich aufzählt; die Zahl wird nicht stillschweigend angeglichen.

Das Kāma-Bīja klīṃ namaḥ wird auf beide Flanken, Nabel, verborgenen Körperbereich, After, beide Oberschenkelansätze, Knie, Knöchel und Zehen gesetzt. Anschließend werden die im Vāsudeva-Abschnitt erklärten Mantra-Laut-Nyāsas in der Reihenfolge Auflösung, Schöpfung und Erhaltung ausgeführt, danach der Mūrti-Pañjara-Nyāsa des achtsilbigen Mantra.

Gāyatrī-Laut-Nyāsa, Beginn: Jeweils mit namaḥ setzt man: traiṃ auf den Kopf, loṃ auf die Stirn, kyaṃ auf das rechte Auge, moṃ auf das linke Auge; haṃ auf den rechten Armansatz, nāṃ auf die Armmitte, yaṃ auf das Handgelenk, viṃ auf die Fingeransätze, dmaṃ auf die Fingerspitzen; heṃ auf den linken Armansatz, smaṃ auf die Armmitte, rāṃ auf das Handgelenk, yaṃ auf die Fingeransätze, dhīṃ auf die Fingerspitzen; maṃ auf den rechten Oberschenkelansatz, hiṃ auf das Knie, taṃ auf den Knöchel, nnoṃ auf die Zehenansätze und viṃ auf die Zehenspitzen. Die ungewöhnlichen Konsonantengruppen folgen der Silbenzerlegung des Drucks; die Reihe setzt sich auf der nächsten Seite fort.

Puruṣottama: Fortsetzung der Ritualprosa und Puraścaraṇa (Druckseite 451)

Abschluss des Gāyatrī-Laut-Nyāsa: Am linken Oberschenkelansatz steht ṣṇuṃ namaḥ, am Knie praṃ namaḥ, am Knöchel coṃ namaḥ, an den Zehenansätzen daṃ namaḥ und an den Zehenspitzen yāt namaḥ. Das Pra-Zeichen ist im Druck verkürzt; die Zuordnung setzt die auf der vorigen Seite begonnene Silbenreihe fort.

Weitere Śakti-Nyāsas: Nach dem sechsfachen und zwölffachen Glieder-Nyāsa sowie Pfeil- und Kāma-Nyāsa steht links śrīṃ svāṃ śriyai namaḥ. Die acht Kräfte werden danach mit ihren Bījas verteilt: svāṃ lakṣmyai namaḥ auf den Kopf, svīṃ sarasvatyai namaḥ auf den Mund, svūṃ ratyai namaḥ auf die Kehle, svaiṃ prītyai namaḥ auf den verborgenen Körperbereich, svaiṃ kāntyai namaḥ auf den Rücken- beziehungsweise Schulterhöcker, svoṃ kīrtyai namaḥ auf das Herz, svauṃ tuṣṭyai namaḥ auf den Nabel und svaḥ puṣṭyai namaḥ auf den ganzen Körper. Die Druckformen der beiden mittleren Vokale sind eng gesetzt und erscheinen beide als svaiṃ; sie werden nicht zu einer vermuteten regelmäßigen Vokalreihe umgeformt. Die Fußnote bietet für die Stelle des Rückenbereichs karakūṭe.

Es folgen die Ganzkörperdurchdringung und erneut der Seher-Nyāsa. Auf der Brust steht klīṃ śrīvatsāya namaḥ, am Hals klīṃ kaustubhāya namaḥ; von den Schultern bis zu den Füßen klīṃ vanamālāyai namaḥ.

Acht Waffenformeln der Ausführungsprosa: Die Wiederholungszeichen sind ausgeschrieben. Diese Fassung enthält gegenüber den vorangegangenen Versen zusätzliche oder abweichende Wörter.

Hand Formel
Rechte unterste oṃ klīṃ sudarśanamahācakrarāja daha daha sarvaduṣṭabhayaṃ kuru kuru chinda chinda bhinda bhinda vidāraya vidāraya paramantrān grasa grasa bhakṣaya bhakṣaya bhūtāni trāsaya trāsaya huṃ phaṭ svāhā cakrāya namaḥ
Rechte zweite von unten oṃ klīṃ khaḍga tīkṣṇa bhinda bhinda huṃ phaṭ svāhā khaḍgāya namaḥ
Rechte dritte von unten oṃ klīṃ saṃvartakamusala pothaya pothaya huṃ phaṭ svāhā musalāya namaḥ
Rechte oberste oṃ klīṃ kroṃ kaca kaca huṃ phaṭ svāhā aṅkuśāya namaḥ
Linke oberste oṃ klīṃ pāśa bandha bandha huṃ phaṭ svāhā pāśāya namaḥ
Linke zweite von oben oṃ klīṃ jalacarāya svāhā śaṅkhāya namaḥ
Linke dritte von oben oṃ klīṃ śārṅgāya saśarāya huṃ phaṭ dhanuṣe namaḥ
Linke unterste oṃ klīṃ kaumodaki mahābale sarvāsurāntaki prasīda prasīda mardaya mardaya huṃ phaṭ gadāyai namaḥ

Beim Cakra steht hier eindeutig bhakṣaya statt des zuvor unsicher gedruckten ācaya. Der Hakenmantra enthält ausdrücklich kroṃ und das ungewöhnliche kaca kaca. Die Schlingenformel lässt das früher genannte ākarṣaya weg; die Keulenformel enthält zusätzlich mardaya mardaya. Auch die Svāhā-Endungen sind nicht überall gleich.

Meditation und Umkreisverehrung: Unter Rezitation des Kāma-Bīja wird die Trailokyamohinī-Mudrā am Scheitel eingesetzt. Nach Meditation, innerer Verehrung und Yoga-Pīṭha-Verehrung wird Garuḍa mit pakṣirājāya svāhā verehrt. Nach Anrufung und den fünf Gaben verehrt man Lakṣmī am linken Oberschenkel des Gottes mit śrīṃ śriyai namaḥ.

An den Staubfäden des achtblättrigen Lotus werden von der Vorderseite der Gottheit aus in den vier Richtungen die vier Glieder von Herz bis Schutzpanzer verehrt; die Waffenformel gehört zu den Ecken und die Augenformel nach vorn. Auf den acht Blättern stehen die acht Kräfte von Lakṣmī an. An den Spitzen der Hauptrichtungsblätter folgen śaṅkhāya namaḥ, cakrāya namaḥ, gadāyai namaḥ, musalāya namaḥ; an den Zwischenrichtungsblättern śārṅgāya namaḥ, khaḍgāya namaḥ, aṅkuśāya namaḥ, pāśāya namaḥ. Weltenhüter und ihre Waffen folgen; außen werden die zuvor genannten Kumuda-Gestalten verehrt. Danach bringt man Räucherwerk und Licht dar.

Zwölf Blütenformeln: Jede beginnt mit klīṃ trailokyamohanāya. Die anschließenden Teile lauten vollständig:

Gestalt Fortsetzung nach dem gemeinsamen Anfang
Puruṣa hrīṃ parāya puruṣātmane namaḥ
Satya śrīṃ parāya satyātmane namaḥ
Acyuta klīṃ parāyācyutātmane namaḥ
Vāsudeva puruṣottamāya parāya vāsudevātmane namaḥ
Saṅkarṣaṇa apratirūpāya klīṃ parāya saṅkarṣaṇātmane namaḥ
Pradyumna lakṣmīnivāsāya parāya pradyumnātmane namaḥ
Aniruddha sakalajagatkṣobhaṇāya parāyāniruddhātmane namaḥ
Nārāyaṇa sarvastrīhṛdayavidāraṇāya parāya nārāyaṇātmane namaḥ
Brahmā tribhuvanamanonmādakarāya parāya brahmātmane namaḥ
Viṣṇu paramasubhagāya parāya viṣṇvātmane namaḥ
Nṛsiṃha sarvasaubhāgyakarāya parāya nṛsiṃhātmane namaḥ
Varāha sarvakāmapradāya parāya varāhātmane namaḥ

Bei Saṅkarṣaṇa ist das zusätzliche klīṃ ausdrücklich gedruckt. Anders als im Körper-Nyāsa steht bei Brahmā hier die Ātman-Form.

Die abschließenden fünf Formeln: hrīṃ śrīṃ klīṃ puruṣottamāya namaḥ; hrīṃ śrīṃ klīṃ hṛṣīkeśāya namaḥ; hrīṃ śrīṃ klīṃ viṣṇave namaḥ; hrīṃ śrīṃ klīṃ śrīdharāya namaḥ; hrīṃ śrīṃ klīṃ rāmāya namaḥ. Nach dieser Verehrung wird die Speisegabe dargebracht und der restliche Abschluss vollzogen.

27.PUM.144: Nach solcher vorschriftsmäßiger Verehrung soll man den Mantra hunderttausendmal rezitieren. Ein Zehntel davon wird in einer Feuergrube geopfert. Der Vergleich für deren Gestalt ist im Druck als adharakeśasaṃnibhe überliefert und nicht sicher erklärbar; er wird nicht durch eine geläufige Formbezeichnung ersetzt.

27.PUM.145: Das Opfer geschieht mit Palāśa-Blüten und dem Mantra oder seiner Gāyatrī. Nach Tarpaṇa und ritueller Besprengung werden Brahmanen bewirtet.

Unnummerierte Fortsetzung und Zeitrechnung: Wer so den Mantra vollendet hat, soll die auf bestimmte Wünsche gerichteten Anwendungen ausführen. Die zweite Vershälfte fehlt im Druck. Die Prosa erklärt, dass die hunderttausend Rezitationen sich auf das Kṛta-Yuga beziehen. Sie zitiert den Sārasaṃgraha: „Nachdem er so meditiert hat, soll der Mantrakenner mit gesammeltem Geist vier Lakh rezitieren“, also 400.000. Ein weiteres Zitat aus demselben Werk folgt auf der nächsten Seite.

Puruṣottama-Anwendungen nach dem Sārasaṃgraha (Druckseite 452)

27.PSA.1: Mit Śrīfrüchten oder Lotusblüten werden zwölftausend Darbringungen genannt; die Zahl ist durch arka, „Sonne“, verschlüsselt. Selbst ein Mittelloser soll dadurch dem Herrn des Reichtums gleichen.

27.PSA.2: Wer am Morgen zehntausendmal rezitiert, dessen seelische Bedrängnis soll vergehen. Zur Befreiung von Krankheit wird ein Feueropfer mit gutem Jyotiṣmatī-Öl genannt. Die Prosa setzt Jyotiṣmatī ausdrücklich mit Tejovatī gleich.

27.PSA.3: Die Zahl dafür beträgt 1.008. Dem Verfahren werden wachsende Einsicht, unvergleichliches Glück und Liebenswürdigkeit zugeschrieben.

27.PSA.4: Die als Añjalinī bezeichnete Pflanze soll nach 108 Rezitationen samt Wurzel und Stängel auf dem Kopf getragen werden. Der traditionelle Pflanzenname wird nicht durch eine ungesicherte botanische Bestimmung ersetzt.

27.PSA.5: Dadurch soll der Übende rasch allen Menschen besonders lieb werden. Sodann wird Puruṣottama mit Aśvamāra-Blüten verehrt.

27.PSA.6: Mit diesen Blüten werden 1.008 Feueropfer genannt. Die Quelle behauptet, dadurch würden sämtliche Könige gefügig.

27.PSA.7: Nach dreizehn Tagen, so der Text, würden sie sogar zu Dienern. Ein Feueropfer mit Mālatī-Blüten wird mit Einfluss auf Vaiśyas verbunden.

27.PSA.8: Palāśa-Blüten sollen Einfluss auf Brahmanen bewirken. Die nächste Anwendung verbindet den Mantra mit dem Namen einer begehrten Frau.

27.PSA.9: Genannt werden hunderttausend Rezitationen und täglich 1.008 Wiederholungen. Die eingeklammerte Fortsetzung behauptet, die Frau werde gefügig und komme herbei. Die genaue Tagesangabe ist im Druck nicht eindeutig.

27.PSA.10: Einem Menschen, dessen Vermögen gestohlen wurde, wird ein nächtliches Feueropfer mit Aśvattha-Holzstücken genannt: 1.008 Darbringungen während dreier Mondhälften. Der Satzanfang gehört noch zur bereits im Druck vorhandenen Klammer.

27.PSA.11: Alternativ wird während derselben drei Mondhälften scharfes Öl geopfert oder der Mantra täglich tausendmal rezitiert.

27.PSA.12: Daraufhin, so die Behauptung, komme der Dieb, gebe das Vermögen zurück, verneige sich und gehe wieder. Die nächste Anwendung nennt einen menschlichen Knochen, der mit tausend Mantra-Rezitationen versehen wird …

27.PSA.13: … und dessen Vergraben im Haus eines Feindes dessen Vertreibung bewirken soll. Eine weitere Variante nennt Rājikā-Senfkörner mit achthundert Rezitationen und demselben rituellen Ort.

27.PSA.14: Eine weitere Variante verwendet Hayāri-Blüten und erwähnt beide Mondhälften sowie die Farben Weiß und Rot zusammen mit Haaren. Die Zuordnung der Farben und Zeitangaben ist in der Druckzeile nicht eindeutig. Auch dieser Handlung wird die Vertreibung eines Gegners zugeschrieben.

27.PSA.15: Für sechs Monate nächtlicher Opfer mit Kalidruma-Brennholz, jeweils 1.008, behauptet der Text den Tod eines Feindes.

27.PSA.16: Eine weitere Vorschrift nennt sechs Monate und jeweils tausend Opfer mit Vetra-Holz. Die eingeklammerte Ergänzung nennt Tejovatī-Öl und achttausend Opfer. Die Prosa erklärt Tejovatī erneut als Jyotiṣmatī.

27.PSA.17: Hier wird dem Gegner der Tod nach vier Monaten zugeschrieben; diese Zeitangabe steht neben den zuvor genannten sechs Monaten und wird nicht vereinheitlicht. Ein anschließender Ausdruck ist beschädigt. Danach beginnt eine neue Vorschrift für einen Mantrakenner, der an einem abgeschiedenen Ort Rezitation, Feueropfer und Verehrung ausführt.

27.PSA.18: Drei Monate lang werden tausend Opfer mit Aṅkola-Ghee beschrieben. Aus der Mitte der Feuergrube soll danach ein Kügelchen erscheinen, das wie Feuer und Mond leuchtet.

27.PSA.19: Dieses soll durch Rezitation und Verehrung behandelt und am beziehungsweise im Mund oder auf dem Kopf getragen werden. Dadurch werde der Übende zum Himmelswanderer.

27.PSA.20: Der vortreffliche Übende soll sogar für die Scharen der Siddhas unsichtbar werden. Ein weiteres Feueropfer mit Ghee bestrichener Dūrvā wird als Furcht beseitigend bezeichnet; das gedruckte Kompositum enthält einen unklaren Zusatzlaut.

27.PSA.21: Verbindet man den Mantra mit dem Namen einer bestimmten Person und rezitiert ihn in der früher genannten Zahl, sollen ihre Bedrängnisse gestillt werden; die Quelle verlangt, daran nicht zu zweifeln.

Unnummerierte Fortsetzung: Wer diesen Mantra rezitiert, soll mit umfassender Macht und Fülle versehen sein. Die zweite Vershälfte fehlt im Druck.

27.PMT.1: Im Mahāsaṃmohana-Tantra wird der Mantra als Beseitiger von Armut, Kummer, großer Furcht, Krankheit, vorzeitigem Tod, Unglück, Fluch und Erniedrigung gepriesen.

27.PMT.2: Er soll Wohlstand, Ruhm, Ausstrahlung, Vermögen sowie Dharma, Begehren, materielles Gelingen und Befreiung geben. „Was bedarf es vieler Worte?“ heißt es: Dieser vorzügliche Mantra gleiche der wunscherfüllenden Kuh Kāmadhenu.

27.PMT.3: So wird er von Scharen der Götter und Asuras, Menschen, Schlangenwesen und Cāraṇas, von Siddhas, Gandharvas, Yakṣas und allen großen Ṛṣis … Der Satz setzt sich auf der nächsten Druckseite fort.

Die hier übersetzten Krankheits-, Einflussnahme-, Schadens- und Wunderbehauptungen sind Aussagen des historischen Ritualtextes. Unklare Pflanzenbezeichnungen und Zahlenabweichungen bleiben sichtbar; sie werden nicht zu heutigen Handlungsanweisungen ausgearbeitet.

Der dreizehnsilbige Puruṣottama-Mantra und Kapitelabschluss (Druckseite 453)

27.PMT.4: … verehrt: So habe ich dir, Geliebte, in Kürze die Vorschrift für diesen vorzüglichen Mantra des Gottes Puruṣottama erklärt.

Unnummerierte Fortsetzung: Sie soll sorgfältig geheim gehalten werden und gewährt nach Aussage des Textes weltlichen Genuss und Befreiung. Die zweite Vershälfte fehlt im Druck.

27.PTH.1: Der Sārasaṃgraha lehrt eine weitere Form: Tāra, Māra, Ramā, der Endlaut der Na-Reihe mit dem Ohrvokal, Agni mit u, danach ṣottama mit Dativendung, Schutz-Bīja, Waffen-Bīja und Feuerbraut.

Unnummerierte Benennung und Entschlüsselung: Dies heißt der dreizehnsilbige Puruṣottama-Mantra. Die zweite Vershälfte fehlt. Tāra ist Oṃ, Māra klīṃ und Ramā śrīṃ. Pa mit u ergibt pu; ra mit u ergibt ru; der anschließende Wortteil lautet ṣottamāya. Schutz ist huṃ, Waffe phaṭ und Feuerbraut svāhā. Die vollständige Formel lautet daher oṃ klīṃ śrīṃ puruṣottamāya huṃ phaṭ svāhā.

27.PTH.2: Brahmā ist der Seher, Gāyatrī das Versmaß. Die Gottheit ist Viṣṇu unter dem Namen Puruṣottama, der die drei Welten in seinen Bann zieht.

Unnummerierte Gliederverteilung: Die ersten drei Bījas bilden die ersten drei Glieder; die folgenden Gruppen umfassen sechs, zwei und zwei Silben. Die Prosa erläutert ausdrücklich: Oṃ am Herzen, klīṃ am Kopf, śrīṃ am Scheitel, puruṣottamāya am Schutzpanzer, huṃ phaṭ an den Augen und svāhā als Waffe. Die fehlende zweite Vershälfte wird nicht ergänzt.

27.PTH.3: Man vergegenwärtige sich den roten, vierarmigen Viṣṇu als Puruṣottama gemeinsam mit Ramā. Er trägt Muschelhorn, Cakra, Keule und Lotus.

Prosa zur Handzuordnung: Von links aus beginnend befinden sich Muschelhorn und Cakra in den beiden oberen Händen, Keule und Lotus in den beiden unteren. Die Formulierung wird so ausdrücklich erläutert.

27.PTH.4: Auf dem zuvor beschriebenen Pīṭha ruft der Mantrakenner den Gott an, verehrt seine Glieder und setzt Vāsudeva und die weiteren Gestalten in die Richtungen.

27.PTH.5: In den Ecken werden die Śaktis verehrt, danach Muschelhorn und die übrigen Waffen. Die im Druck eingeklammerte zweite Hälfte nennt Kumuda und die weiteren Gestalten, die Weltenhüter sowie Vajra und die übrigen Waffen. Die Prosa nennt diese Ausführung leicht verständlich.

27.PTH.6: Man soll den Mantra hunderttausendmal je Silbe rezitieren, also bei dreizehn Silben 1.300.000-mal. Das anschließende Feueropfer geschieht mit voll erblühten Lotusblüten; die Zahlenwendung lautet tatsahasram und wird hier nicht zu einer vermeintlich sicheren Zehntelzahl umgedeutet. Danach folgen Tarpaṇa und die weiteren Abschlussriten.

Unnummerierte Fortsetzung: Nach der Vollendung dieses Mantra sollen die Anwendungen wie beim zuvor gelehrten Mantra ausgeführt werden. Die zweite Vershälfte fehlt im Druck. Eine Fußnote nennt eine zusätzliche Lesart tathottamam.

Kolophon des siebenundzwanzigsten Śvāsa: Damit endet der siebenundzwanzigste Śvāsa im Tantra namens Śrīvidyārṇava, verfasst von Śrī Vidyāraṇya Yati, Schüler des Śrī Pragalbhācārya, in der über Śrī Viṣṇuśarmācārya, Śrī Bhagavat Śaṅkarācārya und den verehrungswürdigen Śrī Govindācārya genannten Lehrerfolge.

28. Śvāsa

Der achtundzwanzigste Śvāsa beginnt auf Druckseite 454 mit Hṛṣīkeśa, einer Form Viṣṇus. Die voneinander unabhängig gezählten Zitate erhalten weiterhin eigene redaktionelle Kennungen. Unnummerierte Prosa und Formeln gehören zum vollständigen Textbestand.

Der Hṛṣīkeśa-Mantra

Mantra, Meditation und Verehrung (Druckseite 454)

28.HRS.1: Im Sārasaṃgraha heißt es: Nun wird der Hṛṣīkeśa-Mantra gelehrt, der alle Ziele verwirklichen soll. Er beginnt mit Kāma; darauf folgen Hṛṣīkeśa, der Luftlaut und die Verehrungsendung.

28.HRS.2: Dieser glückverheißende Mantra Hṛṣīkeśas wird als achtsilbig bezeichnet. Brahmā ist der Seher und Anuṣṭubh das Versmaß.

28.HRS.3: Die Gottheit ist Hṛṣīkeśa, den Götter und Asuras verehren. Mit dem Māra-Bīja, verbunden mit den sechs langen Vokalformen, werden die sechs Glieder versehen.

Prosaentschlüsselung: Kāma bedeutet das Kāma-Bīja Klīṃ. Hṛṣīkeśa wird unmittelbar als Wort verwendet; der Luftlaut ist ya, die Verehrungsendung namaḥ. Daraus ergibt sich klīṃ hṛṣīkeśāya namaḥ.

28.HRS.4: Man vergegenwärtige sich den Herrn mit Muschelhorn, Cakra, Keule und Lotus, auf Garuḍa sitzend, von weißer Farbe und mit schönem Schmuck versehen. Die Prosa verweist für die Verteilung der Waffen auf die vorhergehende Beschreibung.

28.HRS.5: Mit gesammeltem Geist ruft der Mantrakenner Hṛṣīkeśa in die Lotusmitte des zuvor beschriebenen Pīṭha und verehrt ihn dort.

28.HRS.6: Danach werden seine Glieder nach der genannten Methode verehrt. Auf der rechten Seite der Brust wird Śrīvatsa verehrt.

28.HRS.7: Links folgt Kaustubha, am Hals die Waldblumengirlande, jeweils mit namaḥ. Danach wird Mukunda verehrt …

28.HRS.8: … in der göttlichen Gestalt selbst. In der Lotusmitte wird der Vogelkönig mit pakṣirājāya namaḥ verehrt; oberhalb Garuḍas Pankajanābha, der Lotusnabelige.

28.HRS.9: Auf dem achtblättrigen Lotus werden die folgenden Gestalten verehrt: Puruṣottama und danach Lakṣmīnivāsa …

28.HRS.10: … Sakalajagannātha, Jagatkṣobhaṇa und derjenige, der die Herzen aller Frauen in Liebesverwirrung versetzt …

28.HRS.11: … ferner derjenige, der die drei Welten in solche Bewegung versetzt, der Geber allen Glücks und der Geber aller Wünsche. Die Namen stehen im Dativ und enden mit namaḥ. Die Prosa schreibt die acht Namensformen anschließend aus.

28.HRS.12: Danach verehrt man die auf seinem Schoß sitzende Göttin mit śrīṃ śriyai namaḥ. Der Mantrakenner verehrt auch die Gottheiten ringsum.

Unnummerierte Fortsetzung: Außen folgen die Weltenhüter und jenseits von ihnen Vajra und die übrigen Waffen. Die zweite Vershälfte fehlt im Druck.

Ausführung in Prosa: Nach Morgenhandlungen und Yoga-Pīṭha-Nyāsa werden mit dem Grundmantra drei Prāṇāyāmas ausgeführt. Auf den Kopf setzt man brahmaṇe ṛṣaye namaḥ, auf den Mund anuṣṭupchandase namaḥ und auf das Herz śrīhṛṣīkeśāya devatāyai namaḥ. Nach der Widmung der Anwendung folgt der sechsfache Glieder-Nyāsa, beginnend mit klāṃ hṛdayāya namaḥ; die übrigen Formen werden durch den vorherigen Verweis erschlossen und hier nicht als neu ausgeschriebener Quellentext ausgegeben.

Nach Meditation und Gliederverehrung steht auf der rechten Brustseite śrīvatsāya namaḥ, links kaustubhāya namaḥ, am Hals vanamālāyai namaḥ, an der göttlichen Gestalt mukundāya namaḥ, in der Lotusmitte pakṣirājāya namaḥ und darüber paṅkajanābhāya namaḥ.

Die acht Blätter werden von der Vorderseite der Gottheit aus im Uhrzeigersinn mit folgenden Formeln verehrt: puruṣottamāya namaḥ, lakṣmīnivāsāya namaḥ, sakalajagannāthāya namaḥ, jagatkṣobhaṇāya namaḥ, sarvastrīhṛdayamanonmādāya namaḥ, tribhuvanamanonmādakāya namaḥ, sarvasaubhāgyadāya namaḥ und sarvakāmapradāya namaḥ. Die fünfte Namensform steht so in der Prosa; sie wird nicht mit der leicht abweichenden sechsten gleichgeformt.

Am linken Schoß des Gottes verehrt man Śrī mit śrīṃ śriyai namaḥ. Ringsum folgt sarvadevatābhyo namaḥ, „Verehrung allen Gottheiten“. Weltenhüter und die weiteren Gaben werden wie zuvor dargebracht. Die Druckfußnoten nennen die abweichenden Lesarten udāhṛtam und kuryāt zu einzelnen Wörtern.

Hṛṣīkeśa, Śrīdhara und drei Namen Haris (Druckseite 455)

28.HRS.13: Der kundige Mantrakenner rezitiert hunderttausendmal je Silbe und bringt ein Zehntel dieser Zahl als Feueropfer dar, mit schönen, geöffneten Lotusblüten, die mit Ghee bestrichen sind.

28.HRS.14: Es folgen Tarpaṇa, die eigene rituelle Besprengung und die Bewirtung von Brahmanen. Nach solcher Vollendung des Mantra soll er seine gewünschten Ziele verwirklichen.

28.HRS.15: Ein Tarpaṇa mit Saṃmohanī-Blüten soll alle Wünsche gewähren. Auch der zuvor gelehrte Hṛṣīkeśa-Mantra gilt als Siddhi gewährend. Die Prosa erklärt Saṃmohanī als Vijayā, ohne hier eine weitere botanische Bestimmung zu geben.

28.HRS.16: Für den mit sthāne hṛṣīkeśa beginnenden Mantra wird Arjuna als Seher genannt, Anuṣṭubh als Versmaß und Hṛṣīkeśa als Gottheit. Die Versmaßangabe steht hier ausdrücklich so, obwohl der betreffende Gītā-Vers im vorausgehenden Kapitel als Triṣṭubh bezeichnet wurde.

Unnummerierte Fortsetzung: Die Glieder werden mit dem Māra-Bīja versehen; Meditation, Verehrung und weitere Handlungen erfolgen wie zuvor. Die zweite Vershälfte fehlt im Druck.

Śrīdhara

28.SRD.1: Im Sārasaṃgraha heißt es: Das Māra-Bīja wird von Ramā umhüllt; darauf folgen śrīdharāya, trailokyamohanāya und die Verehrungsendung. Dies ist eine sechzehnsilbige Formel.

Prosaentschlüsselung: Māra bezeichnet das Kāma-Bīja. Es wird vom Ramā-Bīja umgeben, also śrīṃ klīṃ śrīṃ. Die Endung ist namaḥ. Die vollständige Lesefassung lautet śrīṃ klīṃ śrīṃ śrīdharāya trailokyamohanāya namaḥ.

28.SRD.2: Brahmā ist der Seher, Gāyatrī das Versmaß und Śrīdhara die Gottheit, verehrt von allen Götterscharen.

Unnummerierte Gliedervorschrift: Mit dem Śrī-Bīja und den langen Vokalformen werden die sechs Glieder versehen. Die zweite Vershälfte fehlt.

28.SRD.3: Im Milchozean liegt eine Insel mit einem Wald, dem alle Jahreszeiten dienen. Unter ihrem Wunschbaum steht auf einem großen Lotus-Pīṭha der schöne Sitz des Vogelkönigs. Dort verehre ich Śrīdhara: goldfarben, durch das Licht der Edelsteine seiner Krone erstrahlend, in seinen Lotushänden Cakra, Muschelhorn, Keule und Lotus tragend.

Prosa: Rezitation, Verehrung und die übrigen Handlungen erfolgen wie zuvor, ausdrücklich wie bei Hṛṣīkeśa.

28.SRD.4: Hunderttausend Rezitationen werden genannt und ein Feueropfer mit Ghee im Umfang eines Zehntels. Danach führt der vortreffliche Übende Tarpaṇa und die weiteren Riten wie zuvor aus.

28.SRD.5: Nach Vollendung des Mantra folgen wunschorientierte Anwendungen. Ein Feueropfer mit duftenden weißen Blüten gilt als glückverheißend und Wohlstand bringend.

28.SRD.6: Der Übende soll auch die bei Śrīkara und in den entsprechenden Abschnitten genannten Verfahren verwenden. Wer Śrīdhara mit Meditation, Verehrung, Rezitation und weiteren Handlungen verehrt …

28.SRD.7: … soll Einsicht, Gelehrsamkeit, Macht, Ruhm und sämtliche Güter erlangen. Der Druck sagt anschließend: „Der Kinderlose geht in Viṣṇus höchste Stätte ein.“ Das Wort aputraḥ wird nicht zu einer Behauptung über einen künftig geborenen Sohn umgedeutet.

Acyuta, Ananta und Govinda

28.AAG.1: Die verbundenen Namen Acyuta, Ananda und Govinda werden in die Dativform gesetzt und mit der durch „Herz“ bezeichneten namaḥ-Endung versehen. Der Mantra wird als elfsilbig bezeichnet. Die Druckzeile liest hier Ananda, während Vers 2 ausdrücklich Ananta nennt; diese Abweichung bleibt sichtbar.

28.AAG.2: Alternativ werden drei einzelne Mantras gelehrt, die alle Wünsche gewähren sollen: acyutāya namaḥ und anantāya namaḥ …

28.AAG.3: … sowie als dritter govindāya namaḥ. Für die zusammengefasste Einzelformel wird Śaunaka als Seher genannt.

28.AAG.4: Virāṭ ist das Versmaß und Hari als höchstes Selbst die Gottheit. Die sechs Glieder werden durch Wiederholung der Mantra-Namen gebildet.

28.AAG.5: Bei den drei getrennten Mantras bleiben Gottheit und Versmaß wie zuvor genannt. Als Seher werden der Reihe nach Parāśara …

28.AAG.6: … Vyāsa und Nārada genannt. Die sechs Glieder werden mit den Mantra-Lauten versehen. Man meditiert über den vierarmigen, gekrönten Gott mit Muschelhorn und Cakra …

28.AAG.7: … mit sämtlichen Waffen versehen, auf Garuḍa thronend und von Sanaka, den übrigen großen Weisen und allen Göttern verehrt.

28.AAG.8: Śrī und Bhūmi begleiten ihn. Er gleicht der aufgehenden Sonne; seine Ohrringe sind wie die Scheibe des am Morgen aufsteigenden tausendstrahligen Gestirns. Die Meditation setzt sich auf der nächsten Druckseite fort.

Abschluss der Drei-Namen-Verehrung (Druckseite 456)

28.AAG.9: Zum beständigen Schutz aller Welten vergegenwärtige man sich den unbegrenzten Gott, freudig und mit den Gesten der Furchtlosigkeit und des Gewährens.

28.AAG.10: Auf dem zuvor beschriebenen Viṣṇu-Pīṭha wird der Gott nach der entsprechenden Methode angerufen. Die Mantraglieder bilden den ersten Umkreis.

28.AAG.11: Der zweite besteht aus Cakra und den übrigen Waffen, der dritte aus Sanaka und den weiteren Weisen: Sanaka, Sanandana und Sanātana …

28.AAG.12: … Sanatkumāra, Parāśara, Vyāsa, Nārada und als achter Śaunaka. Den vierten Umkreis bilden die Weltenhüter.

Unnummerierte Fortsetzung: Deren Waffen bilden den fünften Umkreis. So ist die Verehrung erklärt. Die zweite Vershälfte fehlt im Druck.

Ausführliche Prosa: Nach Morgenhandlungen, Yoga-Pīṭha-Nyāsa und drei Prāṇāyāmas mit dem Grundmantra setzt man śaunakāya ṛṣaye namaḥ auf den Kopf, virāje chandase namaḥ auf den Mund und haraye paramātmane devatāyai namaḥ auf das Herz. Nach der Widmung folgen die sechs Gliederformeln: oṃ acyutāya am Herzen, oṃ anantāya am Kopf, oṃ govindāya am Scheitel; dann dieselben drei Namen am Schutzpanzer, den Augen und der Waffe. Die erste Endung ist ausgeschrieben als hṛdayāya namaḥ, die übrigen Gliederendungen sind im Druck abgekürzt.

Nach Hand-Nyāsa, Meditation und Gliederverehrung werden auf einem achtblättrigen Lotus die acht zuvor genannten Waffen verehrt. Auf einem zweiten achtblättrigen Lotus folgen sanakāya namaḥ, sanandanāya namaḥ, sanātanāya namaḥ, sanatkumārāya namaḥ, parāśarāya namaḥ, vyāsāya namaḥ, nāradāya namaḥ und śaunakāya namaḥ. Die Weltenhüterverehrung und der weitere Abschluss geschehen wie zuvor.

28.AAG.13: Genannt werden hunderttausend Rezitationen und ein Zehntel davon als Feueropfer mit Ghee. Es folgen Tarpaṇa, die eigene rituelle Besprengung und die Bewirtung von Brahmanen.

28.AAG.14: Diesem Vollzug schreibt der Text die Beseitigung von Krankheit zu. Ein Opfer mit geröstetem Getreide wird mit dem Wunsch nach einer Braut verbunden, ein Bilva-Opfer mit dem Wunsch nach Wohlstand.

28.AAG.15: Blütenopfer sollen Einflussnahme ermöglichen, Sesamopfer Gesundheit gewähren. Der Text versichert, der Mantrakenner erlange jeweils das entsprechende Ergebnis.

28.AAG.16: Eine weitere Anwendung beschreibt 1.008 Rezitationen an einem Sonntag, während der Übende bis zum Nabel im Wasser steht. Ihr wird die Beseitigung von Fieber zugeschrieben. Eine Fußnote bietet für Fieber die Lesart „Hitze beziehungsweise Leiden“.

28.AAG.17: Wer heiraten möchte, soll einen Monat lang rezitieren und den Gott als Schmuck der Mondscheibe meditieren. Dadurch soll er eine schöne, einem Haushalt verbundene Braut finden.

28.AAG.18: Wer den Mantra mit gesammeltem Geist durch Rezitation, Feueropfer und Verehrung pflegt, genießt nach Aussage der Quelle die Freuden dieses Lebens und gelangt danach zu Viṣṇus höchstem Ort.

Der Nṛsiṃha-Mantra

28.NRS.1: Im Sārasaṃgraha heißt es: Nun werde ich in Kürze die glückverheißende Vorschrift für den Narasiṃha-Mantra erklären, mit Rezitation, Meditation, Verehrung, Feueropfer und ihren verschiedenen Formen.

28.NRS.2: Sie soll das Leiden im Saṃsāra beruhigen, Kummer und Armut beseitigen, Krankheiten nehmen, den Tod überwinden und Befreiung gewähren.

28.NRS.3: Die Lautableitung beginnt mit „Viṣṇu“, „Śārṅgin“ verbunden mit Feuer und Bindu, „Wasser“ mit Trimūrti, „Kāla“ mit Feuer und Bindu, „Raum“ mit langem Vokal und erneut „Wasser“.

28.NRS.4: „Wasser“ wird mit dem Augenzeichen verbunden; darauf folgen der Endlaut jener Gruppe mit Ohrvokal und Bindu, der als „Śānta“ bezeichnete Laut mit dem Ende der Ḍha-Gruppe sowie ein weiterer, in der gedrängten Druckform nicht eindeutig bezeichneter Gruppenlaut mit Wasserlaut.

28.NRS.5: Danach werden „Fleisch“ mit Bindu, erneut „Śānta“ beziehungsweise die im Druck beigegebene Lesart sarva, „Pūtanā“ mit dem Herzzeichen sowie „Kāla“ mit Ohr- und Bindu-Zeichen genannt. Die genaue Verbindung dieser Symbolwörter wird in der folgenden Prosa erläutert.

28.NRS.6: Es folgen eine Verbindung mit Trivikrama und Länge, Bhṛgu mit Auge und Mond, Raum mit Bindu, Nabel, Trimūrti und Śveta.

28.NRS.7: Darauf kommen der Endlaut der Ṭha-Gruppe mit Bindu, Nabel, der dritte Laut der entsprechenden Gruppe mit Sonne und Bindu, Kāla mit Trivikrama und Pūtanā mit den genannten Vokalzeichen.

28.NRS.8: Es folgen Sonne mit Trivikrama, Śuddhi mit Ohrzeichen und Bindu sowie Kāla mit Länge und Ananta, verbunden mit Sonne und Luft.

28.NRS.9: Raum mit Bindu schließt die Ableitung. Der Mantra wird als zweiunddreißigsilbig bezeichnet. Manche Gelehrte lehren ihn, von Oṃ und Māyā umhüllt.

Beginn der Entschlüsselung: Die Prosa erklärt „Viṣṇu“ als u, „Śārṅgin“ als ga, „Feuer“ als ra und Bindu als Anusvāra; zusammen ergibt dies den Anfang ugraṃ. „Wasser“ ist va, Trimūrti bezeichnet ī. Die vollständige Entschlüsselung setzt sich auf der nächsten Druckseite fort. Die Symbolreihen werden deshalb nicht schon hier aus einer geläufigen Mantrafassung ergänzt.

Nṛsiṃha: ausgeschriebener Mantra und Nyāsa-Formen (Druckseite 457)

Fortsetzung der Lautentschlüsselung: Die auf Seite 456 begonnene Verbindung ergibt vī; Feuer und Bindu ergänzen raṃ. Kāla bezeichnet ma, Raum mit langem ā ergibt hā. Wasser mit dem Augenzeichen ergibt vi. Ṣa, ṇa, u und Bindu ergeben ṣṇuṃ. Ja mit va bildet jva; la und Bindu ergeben laṃ, ta mit Bindu taṃ. Sarva wird unmittelbar übernommen. Ta mit o bildet to; ma mit u ergibt mu; kha mit Bindu khaṃ.

Na mit dem als Trivikrama bezeichneten ṛ ergibt nṛ. Sa mit i und Anusvāra ergibt siṃ, ha mit Bindu haṃ. Bha mit ī ergibt bhī, darauf folgen ṣa und ṇa mit Bindu. Bha und die aus da, ra und Bindu gebildete Gruppe ergeben bhadraṃ. Ma mit ṛ ergibt mṛ; ta, ya und u ergeben tyu. Dieselbe Verbindung folgt nochmals mit abschließendem Bindu. Den Schluss bilden na, mā, mya und haṃ. Die Prosa erklärt dabei Kāla und an anderer Stelle Sūrya beziehungsweise Ravi als Bezeichnungen für ma; die Symbolnamen werden nicht nachträglich vereinheitlicht.

Vollständig ausgeschriebene Druckfassung:
ugraṃ vīraṃ mahāviṣṇuṃ jvalantaṃ sarvatomukham |
nṛsiṃhaṃ bhīṣaṇaṃ bhadraṃ mṛtyumṛtyuṃ namāmy aham ||

„Ich verneige mich vor dem Mächtigen, dem Helden, dem großen Viṣṇu, dem Flammenden, dessen Antlitz nach allen Seiten gewandt ist; vor Nṛsiṃha, dem Furchterregenden und Glückverheißenden, dem Tod des Todes.“ Die ausdrücklich ausgeschriebene Formel bietet einen verlässlicheren Wortzusammenhang als die teilweise beschädigten Lautchiffren ihrer Ableitung. Oṃ oder hrīṃ gehören nicht zu dieser gedruckten Grundfassung; die mögliche Umhüllung wurde zuvor als Variante genannt.

28.NRS.10: Brahmā ist der Seher, Anuṣṭubh das Versmaß. Die Gottheit ist Narasiṃha, verehrt von Göttern und Asuras.

28.NRS.11: Die sechs Glieder werden mit Mantra-Lautgruppen von vier, vier, acht, sechs, sechs und vier Silben gebildet. Manche verbinden diese mit Māyā in ihren sechs langen Vokalformen.

28.NRS.12: Andere lehren stattdessen fünf Glieder: die vier Versviertel und den vollständigen Mantra. Danach folgt der Laut-Nyāsa.

Begründung aus der Śruti: Die Prosa erklärt die fünfgliedrige Form als von der Śruti anerkannt und zitiert die zum Atharvaveda gehörige Narasiṃha-Tāpanīya: „Er hat fünf Glieder. Die vier Versviertel bilden vier Glieder; mit dem Praṇava bildet der ganze Mantra das weitere.“ Die Zitierformulierung wird entsprechend ihrem Sinn übersetzt; die Quelle nennt hier ausdrücklich den Praṇava beim vollständigen Mantra.

28.NRS.13: Die Mantra-Laute werden der Reihe nach auf Kopf, Stirn, beide Augen, Mund, Gelenke und Enden der Arme und Beine, Kehle, Herz, Nabel und Flanke gesetzt …

28.NRS.14: … sowie auf Rücken und Rückenwölbung. Danach werden zehn Nyāsa-Arten gelehrt, welche die Gegenwart Nṛsiṃhas herbeiführen sollen.

28.NRS.15: Die erste ist der Finger-Nyāsa. An jedem der zehn Finger werden die drei Glieder beziehungsweise Gelenkabschnitte verwendet.

28.NRS.16: Dreißig Laute werden auf diese Stellen verteilt, die beiden übrigen auf die Handflächen. Danach führt der Kundige einen zweiten Laut-Nyāsa am Körper aus.

28.NRS.17: Dieser nennt Brahmarandhra, Kopf, Stirn, Brauenmitte, Augen, den Bereich unter den Augen, Wangen und Ohrenansätze …

28.NRS.18: … Zahnreihen, Kinn, Ober- und Unterlippe, Kehle, Nabel, rechten und linken Arm, Herz und Körper.

28.NRS.19: Eine weitere Folge beginnt an der rechten und linken Handfläche und führt über Hüfte, Geschlechtsorgan, beide Oberschenkel, Knie, Unterschenkel und Knöchel …

28.NRS.20: … zu den Zehen, dann zu Armen und Fingern, den Gelenken und den Haarporen.

28.NRS.21: Auch Blut, Knochen und Mark werden der Reihe nach mit den Lauten versehen. Danach wird ein dritter Laut-Nyāsa gelehrt, dem die Gewährung aller Wünsche zugeschrieben wird. Die gedrängte Aufzählung wird in ihrer Reihenfolge bewahrt; wo mehrere Stellenpaare genannt werden, erfindet die Übersetzung keine zusätzliche Nummerierung.

28.NRS.22: Die nächste Reihe führt über Fuß, Knöchel, Unterschenkel, Knie, Oberschenkel, Hüfte, Nabel, Herz, Arme, Kehle und Kinn …

28.NRS.23: … Zähne, Lippen, Wangen, Ohr- und Mundbereich, Nase, Augen und Scheitel. Mit gesammeltem Geist werden dort die Laute eingesetzt.

28.NRS.24: Der vierte Nyāsa verwendet Wörter und soll Genuss und Befreiung gewähren. Als Stellen werden Scheitelhaar, Kopf, Nase, Augen, Ohren und Mund genannt …

28.NRS.25: … Herz, Nabel, Hüfte, Knie und Füße. Danach wird der fünfte Nyāsa namens „Vier-Silben-Nyāsa“ angekündigt.

28.NRS.26: Der Kundige verteilt der Reihe nach Vierergruppen auf Nasenspitze, Augen, Ohren, Nabel, Herz, Kopf, Arme und Füße.

28.NRS.27: Der sechste Nyāsa verwendet die Versviertel. Sie werden der Reihe nach auf Scheitel, Brust, Nabel und den ganzen Körper gesetzt. Die weiteren Formen folgen auf der nächsten Druckseite.

Nṛsiṃha: weitere Nyāsas und acht Umkreisgestalten (Druckseite 458)

28.NRS.28: Der siebte Nyāsa verteilt die beiden Mantrahälften vom Scheitel bis zum Herzen und von den Füßen bis zum Herzen.

28.NRS.29: Der achte, glückverheißende Nyāsa heißt Ugrādi. Die mit ugra beginnenden Wörter bis zum Schluss namāmy aham werden verwendet …

28.NRS.30: … und der Reihe nach auf neun Stellen gesetzt. Genannt werden Mund, Kopf, Nase, Augen und Ohren. Die vorangehenden Verse bis zum ersten Halbvers dieser Strophe stehen im Druck in Klammern.

28.NRS.31: Es folgen die Scheitelhaarstelle, Herz und Nabel sowie der Bereich von der Hüfte bis zu den Füßen. Ein zusätzliches kurzes Wort am Versanfang ist nicht eindeutig; die ausdrücklich genannte Neunerzahl wird nicht durch ergänzte Körperstellen verändert.

28.NRS.32: Der neunte Nyāsa heißt Vīra und soll alle Wünsche gewähren. Die neun zuvor genannten Wörter werden mit Vīra beginnend eingesetzt.

28.NRS.33: Sie enden mit namāmy aham und gehören auf dieselben Körperstellen. Der zehnte vorzügliche Nyāsa heißt Nṛsiṃha.

28.NRS.34: Hier wird den mit Ugra beginnenden Wörtern jeweils Nṛsiṃha vorangestellt. Der Kundige setzt sie der Reihe nach auf die neun genannten Stellen.

28.NRS.35: Die sechs Glieder werden im Mūlādhāra eingesetzt. Vom Mūlādhāra bis zum Nabel setzt man drei Laute …

28.NRS.36: … vom Nabel bis zum Herzen vier und vom Herzen bis zur Brauenmitte weitere vier.

28.NRS.37: Zwei Laute werden auf beide Füße gesetzt, zwei verbleibende ebenfalls eingesetzt. Die zweite Ortsangabe bleibt in der Druckfassung unbestimmt. Von Kopf bis Fuß vergegenwärtigt man sich Nṛhari, den allgegenwärtigen Herrn. Diese zusätzliche Zählung wird nicht ohne Erklärung mit den 32 Lauten des Grundmantra gleichgesetzt.

28.NRS.38: „Ich verehre Nṛsiṃha, dessen Arme auf den Knien ruhen, den Dreiäugigen, dessen Arme von Cakra und Muschelhorn glänzen; dessen feuerähnlicher Lichtglanz den Daitya verschlungen hat, dessen Fangzähne wie Waffen den Kopf schmücken und dessen Zunge leuchtet.“ Die Prosa weist Cakra und Muschelhorn der rechten und linken Seite zu.

28.NRS.39: Auf dem zuvor beschriebenen Viṣṇu-Pīṭha stellt der Mantrakenner mit dem Grundmantra die Gestalt vor, ruft den Gott an und verehrt ihn nach der genannten Methode.

28.NRS.40: In dieser Gestalt wird Nṛsiṃha verehrt. Auf seiner linken Seite beziehungsweise seinem linken Schoß befindet sich Lakṣmī, reich mit Schmuck versehen.

28.NRS.41: Sie hält links einen Lotus und umschlingt mit dem rechten Arm Nṛhari. Ihre Erscheinung ist friedvoll. Danach werden die Glieder verehrt.

28.NRS.42: In den Richtungen nennt der Text den Vogelkönig, Śarva, Ananta, Bhava und den gedrängten Ausdruck kamalapadma. In den Zwischenrichtungen wird Śrī verehrt …

28.NRS.43: … gemeinsam mit Dhṛti, Tuṣṭi und Puṣṭi. Dies heißt der zweite Umkreis. Der dritte besteht aus acht Nṛsiṃha-Gestalten. Die mehrgliedrige Richtungsaufzählung der vorausgehenden Strophe ist im Druck nicht eindeutig auf vier Namen zu verteilen; sie bleibt deshalb ohne eine erfundene Einzelzuordnung.

28.NRS.44: Auf dem östlichen Blatt wird Nṛsiṃha goldfarben und in dunklem Gewand vorgestellt, mit Muschelhorn und Cakra. Er wird mit dem Ziel der Erstarrung verehrt.

28.NRS.45: Im Südosten ist er zinnoberrot, trägt Lotus, Keule, Muschelhorn und Cakra und gilt als zur Einflussnahme befähigt. Danach folgt der Süden.

28.NRS.46: Dort ist er dunkel und dreiäugig, trägt Gebetskette, Muschelhorn, Cakra, Keule und Schwert und wird als das Herz des Daitya aufreißend beschrieben. Diese Gestalt wird mit schädigender Ritualwirkung verbunden.

28.NRS.47: Im Südwesten leuchtet er wie eine blaue Wasserlilie, mit Muschelhorn, Cakra, Keule und Eisenstab. Ihm werden Entzweiung und Vertreibung zugeschrieben.

28.NRS.48: Im Westen ist er rot wie eine Japā-Blüte, mit einer Śakti verbunden; seine Lotushände tragen Muschelhorn, Cakra, Schwert und Schlinge. Er gilt als Anziehung bewirkend.

28.NRS.49: Im Nordwesten ist er bunt beziehungsweise gescheckt, dreiäugig und Wachstum gewährend. Er trägt Muschelhorn, Cakra und Keule und zeigt die Furchtlosigkeitsgeste.

28.NRS.50: Auf dem nördlichen Blatt trägt Nṛsiṃha Pāñcajanya, Sudarśana, Keule und Schatz. Gemeinsam mit Lakṣmī soll er Schätze gewähren. Vers 49 und der erste Halbvers von Vers 50 sind im Druck eingeklammert.

28.NRS.51: Im Nordosten erscheint seine Wissensgestalt milchweiß und in gelbem Gewand. In den erhobenen Händen trägt er Schlinge und Haken, ferner Muschelhorn und Cakra.

28.NRS.52: Im Lotus des Herzens befindet sich Narasiṃha, klar wie eine Fülle von Mondlicht und mit Lakṣmī vereint. So soll ihn der Übende beständig verehren.

28.NRS.53: Rechts vom Gott werden Cakra, Schwert, große Schlinge und Stampfer verehrt, links Muschelhorn, Schild, Keule und Śārṅga-Bogen. Die folgende Seite setzt die Umkreisverehrung fort.

Nṛsiṃha: acht Umkreise und ausgeschriebene Körperfolgen (Druckseite 459)

28.NRS.54: Die zuvor genannten Waffen bilden den vierten Umkreis. Danach folgen Lakṣmī und die weiteren Elemente: Lakṣmī rechts, Tuṣṭi links und dort auch Kaustubha.

28.NRS.55: Śrīvatsa wird rechts, die Waldblumengirlande in der Mitte verehrt. Es folgen gelbes Gewand, heilige Schnur, Nabellotus und Krone.

28.NRS.56: Sämtlicher Schmuck wird im vorderen Bereich verehrt. Der sechste Umkreis beginnt mit Śraddhā, Medhā und Kāmikā.

28.NRS.57: Es folgen Bhīmā, Mā, Sabhayā und ein bereits im Druck mit Fragezeichen versehener Name Cakāndrī; Dīpti ist die achte. Die Weltenhüter bilden den siebten Umkreis, Vajra und die übrigen Waffen den achten.

Unnummerierte Fortsetzung: Wer so vorschriftsmäßig verehrt, soll sein gewünschtes Ziel erreichen. Die zweite Vershälfte fehlt im Druck.

Vorbereitung: Nach Morgenhandlungen, Yoga-Pīṭha-Nyāsa und drei Prāṇāyāmas mit dem Grundmantra setzt man brahmaṇe ṛṣaye namaḥ auf den Kopf, anuṣṭupchandase namaḥ auf den Mund und śrīnṛsiṃhāya devatāyai namaḥ auf das Herz. Nach der Widmung werden die sechs Glieder mit folgenden Abschnitten versehen: ugraṃ vīraṃ am Herzen, mahāviṣṇuṃ am Kopf, jvalantaṃ sarvatomukhaṃ am Scheitel, nṛsiṃhaṃ bhīṣaṇaṃ am Schutzpanzer, bhadraṃ mṛtyumṛtyuṃ an den drei Augen und namāmy ahaṃ als Waffe. Die erste Endung lautet hṛdayāya namaḥ, die anderen sind im Druck abgekürzt.

Drei ausdrücklich ausgeschriebene Körperfolgen: Jeder unten genannte Laut erhält namaḥ. Die erste Spalte der Körperstellen gehört zum einleitenden Laut-Nyāsa; die beiden anderen zu den im Druck mit 2 und 3 bezeichneten Reihen. Die erste Formel des einleitenden Nyāsa erscheint als uṃ uṃ namaḥ mit doppeltem uṃ; die übrigen Zeilen folgen dem einfachen Muster.

Laut Einleitende Reihe Reihe 2 Reihe 3
uṃ Kopf Brahmarandhra Rechter Fuß
graṃ Stirn Kopf Linker Fuß
vīṃ Rechtes Auge Stirn Rechter Knöchel
raṃ Linkes Auge Brauenmitte Linker Knöchel
maṃ Mund Augen Rechter Unterschenkel
hāṃ Rechter Armansatz Unter den Augen Linker Unterschenkel
viṃ Rechter Ellbogen Wangen Rechtes Knie
ṣṇuṃ Rechtes Handgelenk Ohrenansätze Linkes Knie
jvaṃ Rechte Fingeransätze Zahnreihen Rechter Oberschenkel
laṃ Rechte Fingerspitzen Kinn Linker Oberschenkel
taṃ Linker Armansatz Oberlippe Rechte Hüfte
saṃ Linker Ellbogen Unterlippe Linke Hüfte
vaṃ Linkes Handgelenk Kehle Nabel
toṃ Linke Fingeransätze Nabel Herz
muṃ Linke Fingerspitzen Rechter Arm Rechte Hand
khaṃ Rechter Oberschenkelansatz Linker Arm Linke Hand
nṛṃ Rechtes Knie Herz Kehle
siṃ Rechter Knöchel Ganzer Körper Kinn
haṃ Rechte Zehenansätze Rechte Handfläche Obere Zähne
bhīṃ Rechte Zehenspitzen Linke Handfläche Untere Zähne
ṣaṃ Linker Oberschenkelansatz Hüfte Oberlippe
ṇaṃ Linkes Knie Geschlechtsorgan Unterlippe
bhaṃ Linker Knöchel Oberschenkel Rechte Wange
draṃ Linke Zehenansätze Knie Linke Wange
mṛṃ Linke Zehenspitzen Unterschenkel Rechtes Ohr
tyuṃ Kehle Knöchel Linkes Ohr
mṛṃ Herz Zehen Mund
tyuṃ Nabel Finger Rechte Nasenseite
naṃ Rechte Flanke Haarporen des ganzen Körpers Linke Nasenseite
māṃ Linke Flanke Blut Rechtes Auge
myaṃ Rücken Knochen Linkes Auge
haṃ Rückenwölbung Mark Scheitel

Reihe 1, Finger-Nyāsa: Dieselben 32 Laute werden in ihrer Reihenfolge auf die jeweils drei Glieder der folgenden Finger verteilt: rechter Daumen, rechter Zeigefinger, rechter Mittelfinger, rechter Ringfinger, rechter kleiner Finger, linker kleiner Finger, linker Ringfinger, linker Mittelfinger, linker Zeigefinger und linker Daumen. Die beiden letzten Laute, myaṃ und haṃ, gehören auf rechte und linke Handfläche. Die Quelle schreibt diese Zehnerfolge mit je drei Lauten ausdrücklich aus.

Reihe 4, Wort-Nyāsa: Jeweils mit namaḥ setzt man ugraṃ auf das Scheitelhaar, vīraṃ auf den Scheitel, mahāviṣṇuṃ auf die Nase, jvalantaṃ auf die Augen, sarvatomukhaṃ auf die Ohren, nṛsiṃhaṃ auf den Mund, bhīṣaṇaṃ auf das Herz, bhadraṃ auf den Nabel, mṛtyumṛtyuṃ auf die Hüfte, namāmi auf die Knie und ahaṃ auf die Füße.

Reihe 5, Vier-Silben-Gruppen: Auf die Nasenspitze gehört ugraṃ vīraṃ, auf die Augen mahāviṣṇuṃ, auf die Ohren jvalantaṃ sa, auf den Nabel rvatomukhaṃ, auf das Herz nṛsiṃhaṃ bhī, auf den Scheitel ṣaṇaṃ bhadraṃ, auf die Arme mṛtyumṛtyuṃ und auf die Füße namāmy ahaṃ, jeweils mit namaḥ. Die Trennung innerhalb von sarvatomukham und bhīṣaṇam folgt der Vier-Silben-Gliederung der Quelle.

Reihe 6, Versviertel: Auf den Scheitel kommt oṃ ugraṃ vīraṃ mahāviṣṇuṃ namaḥ, auf die Brust jvalantaṃ sarvatomukhaṃ namaḥ, auf den Nabel nṛsiṃhaṃ bhīṣaṇaṃ bhadraṃ namaḥ und auf den ganzen Körper mṛtyumṛtyuṃ namāmy ahaṃ namaḥ. Der Praṇava ist in der ersten Formel ausdrücklich gedruckt.

Reihe 7, Mantrahälften: Die erste Hälfte, beginnend mit ugraṃ vīram, wird vom Scheitel bis zum Nabel eingesetzt; die zweite, beginnend mit nṛsiṃham, vom Nabel bis zu den Füßen. Diese Prosafassung unterscheidet sich von Vers 28, der beide Hälften von Kopf beziehungsweise Füßen zum Herzen führt.

Reihe 8, Ugrādi, Beginn: Auf den Mund kommt ugram ugraṃ namāmy ahaṃ namaḥ, auf den Kopf ugraṃ vīraṃ namāmy ahaṃ namaḥ, auf die Nase ugraṃ mahāviṣṇuṃ namāmy ahaṃ namaḥ, auf die Augen ugraṃ jvalantaṃ namāmy ahaṃ namaḥ. Die nächste Formel beginnt mit ugraṃ sarvatomukhaṃ namāmy ahaṃ namaḥ; ihre Körperzuordnung steht erst auf der folgenden Druckseite.

Nṛsiṃha: Abschluss der Nyāsas und weitere Meditationsformen (Druckseite 460)

Abschluss der Ugrādi-Reihe: Die auf der vorigen Seite begonnene Formel ugraṃ sarvatomukhaṃ namāmy ahaṃ namaḥ gehört zu den Ohren. Danach folgen ugraṃ nṛsiṃhaṃ namāmy ahaṃ namaḥ am Brahmarandhra, ugraṃ bhīṣaṇaṃ namāmy ahaṃ namaḥ am Herzen, ugraṃ bhadraṃ namāmy ahaṃ namaḥ am Nabel und ugraṃ mṛtyumṛtyuṃ namāmy ahaṃ namaḥ im Bereich von der Hüfte bis zu den Zehenspitzen.

Reihen 9 und 10: Die Körperstellen bleiben gleich. In Reihe 9 wird Vīra, in Reihe 10 Nṛsiṃha jeweils vorangestellt. Die beiden Reihen lauten nach dem ausgeschriebenen Druck:

Körperstelle Reihe 9 Reihe 10
Mund vīram ugraṃ namāmy ahaṃ namaḥ nṛsiṃham ugraṃ namāmy ahaṃ namaḥ
Kopf vīraṃ vīraṃ namāmy ahaṃ namaḥ nṛsiṃhaṃ vīraṃ namāmy ahaṃ namaḥ
Nase vīraṃ mahāviṣṇuṃ namaḥ nṛsiṃhaṃ mahāviṣṇuṃ namaḥ
Augen vīraṃ jvalantaṃ namāmy ahaṃ namaḥ nṛsiṃhaṃ jvalantaṃ namāmy ahaṃ namaḥ
Ohren vīraṃ sarvatomukhaṃ namāmy ahaṃ namaḥ nṛsiṃhaṃ sarvatomukhaṃ namāmy ahaṃ namaḥ
Brahmarandhra vīraṃ nṛsiṃhaṃ namāmy ahaṃ namaḥ nṛsiṃhaṃ nṛsiṃhaṃ namāmy ahaṃ namaḥ
Herz vīraṃ bhīṣaṇaṃ namāmy ahaṃ namaḥ nṛsiṃhaṃ bhīṣaṇaṃ namāmy ahaṃ namaḥ
Nabel vīraṃ bhadraṃ namāmy ahaṃ namaḥ nṛsiṃhaṃ bhadraṃ namāmy ahaṃ namaḥ
Hüfte bis Füße vīraṃ mṛtyumṛtyuṃ namāmy ahaṃ namaḥ nṛsiṃhaṃ mṛtyumṛtyuṃ namāmy ahaṃ namaḥ

Bei beiden Nasenformeln fehlt im Druck namāmy aham. Die Tabelle ergänzt es nicht.

Ausgeschriebene Umkreisverehrung: Nach den sechs Grundmantragliedern, Meditation und fünf Gaben wird Lakṣmī am linken Schoß des Gottes mit śrīlakṣmyai namaḥ verehrt. Nach erneuter Gliederverehrung folgen auf den Hauptrichtungsblättern, von der Vorderseite des Gottes aus: pakṣīndrāya namaḥ, śarvāya namaḥ, anantāya namaḥ und kamalabhavāya namaḥ. Die Prosa klärt damit die zuvor undeutlich getrennte Namensgruppe als Kamalabhava.

Auf den Zwischenrichtungsblättern stehen śriyai namaḥ, dhṛtyai namaḥ, tuṣṭyai namaḥ und puṣṭyai namaḥ. Auf dem zweiten achtblättrigen Lotus folgen stambhananṛsiṃhāya namaḥ, vaśyanṛsiṃhāya namaḥ, māraṇanṛsiṃhāya namaḥ, vidveṣoccāṭananṛsiṃhāya namaḥ, ākarṣaṇanṛsiṃhāya namaḥ, tuṣṭidanṛsiṃhāya namaḥ, nidhipradanṛsiṃhāya namaḥ und vidyāmūrtinṛsiṃhāya namaḥ. Die sechste Form heißt hier Tuṣṭida, während die Versbeschreibung Wachstum, Puṣṭi, nannte.

An den rechten Blattspitzen werden Cakra, Schwert, Lotus und Stampfer mit ihren Dativnamen und namaḥ verehrt: cakrāya, khaḍgāya, padmāya, musalāya. Links folgen śaṅkhāya, kheṭāya, gadāyai, śārṅgāya. Der Lotus der Prosa steht an der Stelle, an der Vers 53 die große Schlinge nennt.

Rechts vom Gott folgt Lakṣmī, links Tuṣṭi und Kaustubha, rechts Śrīvatsa, in der Mitte die Waldblumengirlande. Vor ihm werden heilige Schnur, gelbes Gewand, Nabellotus, Krone und sämtlicher Schmuck verehrt, jeweils mit namaḥ: brahmasūtrāya, pītāmbarāya, nābhipadmāya, kirīṭāya, sarvabhūṣaṇebhyaḥ. Die übrigen Namen entsprechen den zuvor ausgeschriebenen Formen.

Auf dem dritten achtblättrigen Lotus folgen śraddhāyai namaḥ, medhāyai namaḥ, kāmikāyai namaḥ, bhīmāyai namaḥ, māyai namaḥ, bhavāyai namaḥ, cakrāsyai namaḥ und dīptyai namaḥ. Der siebte Name trägt bereits im Druck ein Fragezeichen; die Verse boten eine andere undeutliche Form. Eine Fußnote nennt samayāyai als Variante zu Bhavā. Danach werden die Weltenhüter und der übrige Abschluss vollzogen.

28.NVK.1: Im Vaikhānasa-Pañcarātra heißt es: Der Eingeweihte mit beherrschten Sinnen soll den Mantra acht Lakh, also 800.000-mal, rezitieren. Ein Zehntel davon wird mit Ghee versehener Opferkost ins Feuer gegeben. Der Kommentar bezieht diese Zahl auf das Kṛta-Yuga.

28.NSP.1: Der Sārasaṃgraha nennt dagegen 32 Lakh, also 3.200.000 Rezitationen, ebenfalls bei beherrschten Sinnen. Danach folgt das Feueropfer mit Ghee versehener Opferkost; die Versform der Zahl lautet erneut tatsahasram.

Kommentar zur Opferzahl: Hier erklärt die Prosa ausdrücklich, dass ein Hundertstel als Feueropfer gemeint sei, also 32.000 bei der genannten Rezitationszahl. Sie bezeichnet dies als Variante oder als Regel für jemanden, der wegen des großen Umfangs nicht mehr leisten kann. Die Erklärung wird für diese Stelle übernommen, ohne die gleichlautende schwierige Wendung in früheren Abschnitten pauschal rückwirkend zu ändern.

28.NVD.1: Nach Tarpaṇa, ritueller Besprengung und der Ehrung der Brahmanen soll derjenige, dessen Mantra vollendet ist, die besonderen Anwendungen ausführen.

Unnummerierte Überleitung: Für die Erfüllung bestimmter Wünsche werden nun unterschiedliche Meditationsformen erklärt. Die zweite Vershälfte fehlt im Druck.

28.NVD.2: „Ich verehre ihn, der wie tausend aufgehende Sonnen leuchtet, dreiäugig, durch seinen Glanz furchterregend und dem Donnerkeil gleich; der Feuer ausströmt, dessen viele Arme erschrecken und der den Daitya mit den Spitzen seiner Hände aufgerissen hat.“ Dies ist eine mythologische Darstellung der Gewalt Nṛsiṃhas gegen den Dämon.

28.NVD.3: Bei grausamen rituellen Handlungen soll die Gottheit in furchterregender Gestalt meditiert werden. Danach wird die allgestaltige Meditation Nṛharis angekündigt.

28.NVD.4: Man vergegenwärtigt sich Nṛsiṃha außerordentlich furchtbar, leuchtend wie das Feuer am Ende der Zeit, wild, mit einer Eingeweidegirlande und einer Halskette geschmückt.

28.NVD.5: Eine Schlange bildet seine heilige Schnur. Er hat fünf Gesichter, trägt den Mond auf dem Haupt, besitzt einen blauen Hals und drei Augen in jedem Gesicht.

28.NVD.6: Zehn Arme, mächtig wie eiserne Schlagbalken, schmücken ihn. Genannt werden Cakra, Keule, Lotus und ein Muschelhorn, weiß wie Kuhmilch. Die Waffenliste und Meditation setzen sich auf der nächsten Druckseite fort.

Nṛsiṃha: mehrarmige Gestalten und Anwendungen (Druckseite 461)

28.NVD.7: Die Waffenliste setzt sich mit Bogen, Stampfer, einem weiteren Cakra, Schwert, Dreizack und Pfeil fort. So erscheint Nṛhari in Rudras Gestalt. Das Cakra wird innerhalb der über zwei Seiten reichenden Aufzählung zweimal genannt; dies wird nicht stillschweigend durch eine andere Waffe ersetzt.

28.NVD.8: Die Gesichter sind von Osten bis Norden rot wie ein Indragopa-Käfer, dunkelblau, golden und mondhell. Das nach oben gerichtete Gesicht umfasst alle Farben.

28.NVD.9: In dieser Gestalt soll Hari zur Abwendung sämtlicher Krankheiten meditiert werden. Die Quelle nennt ihn göttlich, jeden Tod beseitigend und schon durch das Erinnern sämtliche Siddhis gewährend.

28.NVD.10: Für ein großes Vorhaben soll Nṛsiṃha, der Herr aller Welten, mit sechzehn Händen und sämtlichem Schmuck vergegenwärtigt werden.

28.NVD.11: Zwei Hände vollziehen das Aufreißen des Dämons, zwei sind zum Herausheben der Eingeweide erhoben; zwei weitere tragen Muschelhorn und Cakra, ein weiteres Paar Pfeil und Bogen.

28.NVD.12: Weitere Paare tragen Schwert und Schild, Keule und Lotus sowie Schlinge und Haken. Die letzten beiden Hände liegen an der Krone des Feindes.

28.NVD.13: So meditiert man Nṛhari mit sechzehn mächtigen Armen, dunkel wie eine Regenwolke, bei den als heftig bezeichneten Ritualhandlungen mit ungeteilter Aufmerksamkeit.

28.NVD.14: Für ein besonders großes Vorhaben wird Nṛhari mit sechsunddreißig Händen beschrieben, reich geschmückt und als Geber sämtlicher Siddhis.

28.NVD.15: Rechts halten seine Lotushände Cakra, Schwert, Axt, Schlinge, Pflug, Stampfer und Haken; eine Hand zeigt Furchtlosigkeit.

28.NVD.16: Hinzu kommen Paṭṭiśa, Bhindipāla, Schild, Tomara und Mudgara, also weitere historische Stangen-, Wurf- und Schlagwaffen. Auf der linken Seite werden Muschelhorn, Schwert, Schlinge und Dreizack genannt …

28.NVD.17: … ferner Feuer, die Gewährungsgeste, Śakti-Speer, Wassergefäß, Bogen, die drohende Zeigefingergeste, Keule, Ḍamaru und Schlange.

28.NVD.18: Weitere Händepaare halten der Reihe nach Knie, Kopf und Fußsohle des Feindes. Zwei erhobene Hände tragen die Eingeweidegirlande.

28.NVD.19: Zwei unten befindliche Hände reißen Hiraṇyaka auf. Für die Verehrer ist die Gestalt beglückend, für die Daityas furchterregend. Die verkürzte Namensform des Dämons wird nach dem Druck bewahrt.

Unnummerierte Fortsetzung: Man soll sich diesen göttlichen Nṛsiṃha als Beseitiger großer Todesfurcht vergegenwärtigen. Die zweite Vershälfte fehlt im Druck.

28.NVD.20: Nun folgt eine andere, vorzügliche Meditation, der die Beseitigung von Krankheit, Vergiftungsleiden, Tod und Feindesfurcht zugeschrieben wird. Das erste Kompositum steht im Druck als sukharogahara und ist in dieser Verbindung nicht sicher erklärbar.

28.NVD.21: Beständig soll man sich Śrī Nṛsiṃha vorstellen: auf dem goldglänzenden Suparṇa thronend, mit überaus freundlichem Gesicht und in der Farbe unzähliger Sonnen und Monde. Seine drei Augen sind schön wie eine Girlande von Blitzen; er trägt gelbe Gewänder und prächtigen Schmuck. Seine Lotushände halten Cakra und Muschelhorn und zeigen Furchtlosigkeit und Gewährung. Von den Göttern gepriesen, vernichtet er nach der Bildaussage mit seinem mächtigen Laut alle Bedrängnisse, Krankheiten und vorzeitigen Tod.

28.NVD.22: Wer Wohlstand begehrt, soll zehntausend Darbringungen mit duftenden Blüten, den drei süßen Substanzen, Honig und Ghee ausführen. Dadurch solle in seiner Familie niemand arm bleiben.

28.NVD.23: Ein Feueropfer mit Udumbara-Holz soll Getreide sichern; hunderttausend Opfer mit Apūpa-Gebäck sollen den Übenden dem Herrn des Reichtums gleichmachen.

28.NVD.24: In Gegenwart eines zornigen Königs werden 108 Rezitationen genannt. Ihnen werden rasche Klärung beziehungsweise Beruhigung und die Erlangung von Gunst zugeschrieben.

28.NVD.25: Kunda-Blüten sollen Wohlbefinden hervorbringen, Madhūka-Blüten das Gelingen des Gewünschten.

28.NVD.26: Tulasī-Blätter werden mit Ruhm verbunden; geröstetes Reismehl mit Einflussnahme.

28.NVD.27: Kurkuma-Stücke sollen Erstarrung bewirken, Bananenfrüchte sämtliche Hindernisse beseitigen.

28.NVD.28: Zehntausend Darbringungen vier Fingerbreiten langer Guḍūcī-Stücke, befeuchtet mit Dickmilch, Honig und Ghee, sollen ein Leben von hundert Jahren gewähren.

28.NVD.29: Wer an einem Samstag einen Aśvattha-Baum berührt und 108-mal rezitiert, soll vorzeitigen Tod überwinden und hundert Jahre leben.

28.NVD.30: Ein Feueropfer mit Śrī-Blüten in einem mit dem Holz desselben Gewächses entzündeten Feuer wird genannt. Schon tausend Darbringungen sollen Wohlstand gewähren. Der traditionelle Pflanzenname bleibt ohne eine hier nicht ausdrücklich belegte botanische Bestimmung.

Die mehrarmigen Gestalten gehören zur religiösen Bildsprache des Textes. Die anschließenden Heilungs-, Lebensdauer- und Einflussbehauptungen werden als historische Aussagen wiedergegeben.

Nṛsiṃha: Schutzbehauptungen und Mahācakra (Druckseite 462)

28.NVD.31: Ein Dūrvā-Feueropfer soll Gesundheit, eines mit Śrīfrüchten Wohlstand gewähren. Danach nennt der Text weiße Vacā, die täglich mit diesem Mantra besprochen wird …

28.NVD.32: … und nach dem morgendlichen Aufstehen gegessen werden soll, um Sprachvollkommenheit zu erlangen. Es folgt eine Verehrung Nṛsiṃhas im Wasser mit Sandelholz.

28.NVD.33: Dazu werden täglich 108 Darbringungen mit Dūrvā genannt. Der Text schreibt ihnen die Beseitigung von Störungen durch kleinere Geisterwesen, Fieber und andere Bedrängnisse zu.

28.NVD.34: Nach einem nächtlichen schlechten Traum soll der Mantrakenner baden und den Mantra rezitieren. Die Druckfassung verbindet die Aussage eines guten Traumes mit der Bedingung, nicht wieder einzuschlafen. Dieser widersprüchliche Zusammenhang wird nicht durch eine frei ergänzte Traumerklärung geglättet.

28.NVD.35: In einer Wildnis voller Tiger, Räuber und anderer Gefahren soll der Mantra rezitiert werden. Er gilt als Schutz vor Geisterwesen und weiteren Bedrohungen. Eine Fußnote liest anstelle der Geisterwesen „Böswillige“.

28.NVD.36: Das mit diesem Mantra Besprochene soll augenblicklich schwere Graha-Störungen, Krankheiten und heftigen Schadenszauber beseitigen. Das Bezugswort des Besprochenen ist im Vers nicht ausdrücklich genannt; es wird kein Stoff ergänzt.

28.NVD.37: Bei Furcht vor Krankheit, Unmada oder großen Unheilszeichen soll man sich des Mantra erinnern. Das daraus entstandene schwere Leid solle für den guten Mantrakenner vergehen.

28.NVD.38: Für eine feindschädigende Vorstellung erscheint Nṛsiṃha grausam und der Gegner wie ein junges Wildtier. Man soll sich vorstellen, wie der Gott ihn am Hals fasst und in die Richtungen schleudert.

28.NVD.39: Dadurch werde der Gegner samt seinen Angehörigen rasch vertrieben. Die nächste Vorstellung zeigt ihn von Hari niedergeworfen …

28.NVD.40: … und von scharfen Klauen beziehungsweise den ebenfalls genannten Pfeilen zerrissen. Dazu werden 108 mit dem Namen verbundene Mantra-Rezitationen und ungeteilte Aufmerksamkeit genannt.

28.NVD.41: Innerhalb eines Maṇḍala-Zyklus, so die Behauptung, werde der Gegner zum „Gast Vaivasvatas“, also zum Toten. Danach beginnt eine neue Feueropferbeschreibung mit Kalidruma-Holz.

28.NVD.42: Nṛsiṃha wird mit Sandelholz und weiteren Gaben als Vernichter einer Gegnerschar verehrt. Als Opferstoff stehen śara samt Spitze und Wurzel, hier offenbar ganze Halme beziehungsweise Rohrpflanzen; das Wort kann auch Pfeile bezeichnen.

28.NVD.43: Genannt werden tausend Darbringungen und Mantra-Rezitationen unter der Vorstellung, dass der Gott die Gegner verzehre. Dem Ritual wird die Vernichtung eines feindlichen Heeres zugeschrieben. Eine Fußnote bietet eine abweichende Lesart zum Tätigkeitswort.

28.NVD.44: Das Feueropfer dauert sieben Tage. Danach soll der König an einem günstigen Tag und unter günstigem Aszendenten sein Heer aussenden, um das feindliche Heer zu besiegen.

28.NVD.45: Es wird als gut gefestigt, gerüstet und mit kräftigen Kämpfern versehen beschrieben. Vor ihm soll der Mantrakenner Nṛsiṃha meditieren …

28.NVD.46: … als denjenigen, der die feindliche Schar verzehrt, und bis zur Rückkehr des Heeres rezitieren. Dem König wird die Überwindung sämtlicher Gegner und die Rückkehr mit königlichem Glanz zugesprochen.

28.NVD.47: Der tapfere Herrscher soll danach den Mantrakenner ehren und mit Land, Vermögen, schönen Kleidern und Schmuck zufriedenstellen.

28.NVD.48: Geschieht dies nicht, drohe dem König sehr großes, kaum erträgliches Unglück.

Unnummerierte Fortsetzung: Deshalb soll der Lehrer verehrt und zufriedengestellt, nicht herabgesetzt werden. Die zweite Vershälfte fehlt im Druck. Diese Aussagen dokumentieren auch den Anspruch des historischen Ritualspezialisten auf Anerkennung und Entlohnung.

28.NVD.49: Ein Mahācakra wird beschrieben: In zwei Feuerhäuser, also ineinandergelegte Dreiecke, schreibt man das Nṛsiṃha-Zeichen innerhalb von Tāra. In die Ecken kommt der Sudarśana-Mantra.

28.NVD.50: Außen wird die Figur von ihrer Śakti umgeben. Ein achtblättriger Lotus mit der als achtzahlig bezeichneten Lautfolge folgt; Māyā umschließt ihn. Die gedrängte Zahlen- und Lautform wird in der folgenden Prosa genauer erläutert.

28.NVD.51: Im nächsten, durch die Sonnenzahl bezeichneten zwölfblättrigen Lotus steht der Vāsudeva-Mantra. Māyā bildet seine Umhüllung. Im sechzehnblättrigen Lotus folgen die Vokale.

28.NVD.52: Eine weitere Śakti-Umhüllung folgt. Danach wird der Anuṣṭubh-Mantra auf einen seiner Lautzahl entsprechenden Lotus verteilt und wiederum außen von Śakti umschlossen. Der Druck fügt in Klammern den Hinweis auf den äußeren Kreiszwischenraum hinzu.

28.NVD.53: Für die Außenseiten werden im Osten eine bei ka beginnende Achtergruppe, im Süden elf bei bha beginnende Laute und im Westen zwölf bei na beginnende Laute genannt; anschließend ist von zwei seitlichen Gruppen die Rede. Die Versform ist in dieser Anordnung nicht hinreichend klar. Die anschließende ausführliche Erklärung wird deshalb mitbewahrt, statt eine ungesicherte Zeichnung daraus zu erstellen.

28.NVD.54: Durch Feueropferreste, Verehrung und Rezitation soll dieses vorzügliche Yantra vollendet und getragen werden. Es soll dem eigenen Selbst Befriedigung geben und die gewünschten Ergebnisse der vier Lebensziele gewähren. Dies ist das glückverheißende große Nṛsiṃha-Cakra.

Beginn der Prosaerklärung: Zuerst wird ein Sechseck gezeichnet. In seine Mitte schreibt man das Nṛsiṃha-Bīja mit dem Zielnamen innerhalb des Praṇava. Die sechs Ecken erhalten den Sudarśana-Mantra. Der Satz setzt sich auf der nächsten Seite fort.

Die Krankheits-, Schadens- und Kriegserfolgsbehauptungen werden als Bestandteil der historischen Quelle wiedergegeben; sie sind keine bestätigten Wirkungen.

Nṛsiṃha-Yantras: ausführliche Erklärung (Druckseite 463)

Fortsetzung der Mahācakra-Prosa: In jede der sechs Ecken kommt ein Laut des sechssilbigen Sudarśana-Mantra. Zwei Kreise bilden darum eine Ringbahn, die fortlaufend mit dem Māyā-Bīja gefüllt wird. Die acht äußeren Lotusblätter tragen die acht Nārāyaṇa-Laute. Wieder folgt eine Māyā-Umhüllung. Die zwölf Blätter der nächsten Lage tragen die zwölf Vāsudeva-Laute, erneut umgeben von Māyā. Auf sechzehn Blätter werden die sechzehn Vokale mit Bindu geschrieben, wiederum mit einer Māyā-Umhüllung. Schließlich stehen die 32 Laute des Grundmantra auf 32 Blättern; Śakti umgibt sie.

Ein weiterer Kreis bildet den Raum für die Konsonantenverteilung: Im Osten stehen kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ caṃ chaṃ jaṃ; im Süden jhaṃ ñaṃ ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ; im Westen naṃ paṃ phaṃ baṃ bhaṃ maṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ; im Norden saṃ haṃ. Seitlich werden noch zwei einzelne Zeichen genannt, rechts offenbar ḷaṃ, links kṣaṃ. Diese beiden eng gesetzten Zeichen sind nicht völlig sicher lesbar. Die ausgeschriebenen Gruppen klären die stärker beschädigte Versfassung der vorigen Seite.

28.NVD.55: Ein weiteres Yantra besteht aus neun Linien von Osten nach Westen und fünf von Süden nach Norden. Dadurch entstehen 32 Felder.

28.NVD.56: Die vorderen Linien werden zu Schlangenhauben geformt. Dort steht das Nṛsiṃha-Bīja; in die 32 Felder …

28.NVD.57: … schreibt man den Mantrakönig. Die unteren Linien werden verlängert und zu Schwänzen geformt; dort schreibt der Kundige den Zielnamen.

Unnummerierte Fortsetzung: Das Yantra wird mit Feueropferresten besprengt und soll sämtliche Krankheiten und weitere Bedrängnisse beseitigen. Die zweite Vershälfte fehlt im Druck.

Prosaerklärung: Aus den neun und fünf Linien entsteht ein Raster mit 32 Feldern. Die neun vorderen Linienenden werden zu fünf Schlangenhauben verbunden; diese erhalten das Nṛsiṃha-Bīja. Beginnend beim nordöstlichen Feld werden die 32 Mantra-Laute reihenweise eingetragen. Die neun unteren Linienenden werden zu fünf Schwanzformen verlängert; dort steht jeweils der Zielname. Die Quelle gibt diese Linienverbindung sprachlich vor, ohne an dieser Stelle eine Zeichnung zu zeigen.

28.NVD.58: In die Mitte eines achtblättrigen Lotus schreibt man das Nṛsiṃha-Bīja gemeinsam mit Zielnamen und Handlungsabsicht. Auf den acht Blättern …

28.NVD.59: … steht der Mantrakönig in Gruppen von jeweils vier Lauten. Dieses vollendete Yantra soll kleinere Krankheiten beseitigen und umfassenden Schutz gewähren.

Prosaerklärung: Die Mitte enthält Zielnamen und Nṛsiṃha-Bīja; auf jedes der acht Blätter kommen vier Mantra-Laute. Danach wird das Yantra für seinen Zweck verwendet.

28.NVD.60: Eine weitere Form verbindet denselben achtblättrigen Lotus mit einer äußeren Alphabetumhüllung und zwei Erdeinfassungen. Seine Ecken erhalten das eigene Bīja. Es soll Gegner, Grahas, Gift und Krankheiten abwehren und Wohlstand gewähren.

Prosaerklärung: In der Mitte stehen Zielname und Nṛsiṃha-Bīja, auf den acht Blättern je vier Laute des Grundmantra. Zwei Kreise bilden eine Ringbahn für die mit Bindu versehenen Mātṛkā-Laute. Außen wird ein Achteck gezeichnet, dessen Ecken das Nṛsiṃha-Bīja erhalten. Der Vers nennt zwei Erdeinfassungen, die Prosa erläutert an dieser Stelle stattdessen das äußere Achteck; beide Angaben bleiben erhalten.

28.NVD.61: Mit diesem Yantra wird ein regelgerecht gezeichnetes, schönes Maṇḍala aus neun Feldern hergestellt. Darauf stellt der Kundige Krüge auf.

28.NVD.62: Es sind neun geschmückte Krüge, mit Kräuterabkochungswasser gefüllt und jeweils mit einem Gewänderpaar versehen. Nṛhari wird darin angerufen.

28.NVD.63: In seiner friedlichen, lieblichen Gestalt wird er mit Sandelholz und weiteren Gaben verehrt. Von Osten aus folgen die mit Stambhana beginnenden Gestalten.

28.NVD.64: Der Mantra wird 1.008-mal rezitiert. Mit dem so rituell behandelten Wasser besprengt man die betreffende Person, während der Mantra dreimal gesprochen wird.

28.NVD.65: Der Text behauptet, sie werde dadurch sicher aus dem Rachen des Todes zurückkehren und die Furcht vor Grahas, Schadenszauber, Geistern und ähnlichen Einwirkungen werde augenblicklich verschwinden.

28.NVD.66: Die Brahmanen, als „Götter auf Erden“ bezeichnet, sollen in der Haltung göttlicher Verehrung bewirtet und zufriedengestellt werden. Dem Lehrer als dem Geber des Lebens soll ohne Unredlichkeit in Vermögensfragen …

28.NVD.67: … ein den eigenen Mitteln entsprechender Opferlohn gegeben werden. Der Übende soll dadurch vedische Vollendung erlangen und sich auch in der jenseitigen Welt freuen.

Übergang: Danach beginnt ein anderer Mantra.

Das einsilbige Nṛsiṃha-Bīja

28.NEK.1: Der letzte Buchstabe, zusammen mit dem Feuerlaut und dem als „Welt“ bezeichneten Vokal, trägt Bindu und Nāda als Haupt. So wird das Nṛsiṃha-Bīja gelehrt, dem der Text die Gewährung aller Vollendungen zuschreibt.

Unnummerierter Halbvers: Manche lehren diesen Mantra von Hṛllekhā umschlossen. [Die zweite Hälfte ist im Druck durch Punkte ersetzt.]

Erklärung: Der letzte Buchstabe ist kṣa; „Feuer“ bedeutet r; „Welt“ bedeutet au; Bindu ist Anusvāra, Nāda der Halbmond. Daraus ergibt sich kṣrauṃ. Das genannte Umschließen bedeutet die Einfassung durch das Hṛllekhā-Bīja hrīṃ; die Prosa schreibt diese Variante nicht als vollständige Formel aus.

28.NEK.2: Seher ist Atri, Versmaß Gāyatrī und Gottheit der segensreiche Śrī Nṛhari. Die Gliederzuordnungen erfolgen mit dem Bīja in Verbindung mit langen Vokalen.

Prosa: „kṣrāṃ, kṣrīṃ“ und so fort bilden die sechs Gliederformeln. Der Druck führt die restlichen Formen hier nicht einzeln auf.

28.NEK.3: Meditation, Verehrung, Feueropfer und alles Weitere erfolgen wie zuvor. Bei Beherrschung der Sinne und Ernährung durch Havishya-Speise wird der Mantra einhunderttausendmal wiederholt.

28.NEK.4: Ein Zehntel dieser Zahl wird als Feueropfer mit geeignetem, von Ghee benetztem Milchreis dargebracht. Es folgen Sättigungsopfer mit reinem Wasser und die eigene rituelle Besprengung.

28.NEK.5: Nach angemessener Ehrung der Brahmanen vollzieht der Übende, dessen Mantra wirksam geworden ist, auch hier die sämtlichen Anwendungen, die beim „König der Mantras“ gelehrt wurden.

Historischer Kontext der folgenden Verse: Die behaupteten Wirkungen gegen Vergiftungen und Krankheiten sowie die feindschädigenden Rituale geben vormoderne Überzeugungen des Textes wieder. Sie sind keine medizinische Behandlung oder Aufforderung zur Schädigung anderer.

28.NEK.6: Wasser aus einem Ritualgefäß wird durch 1.008 Wiederholungen geheiligt und über einen Vergifteten gegossen; der Text behauptet, dieser werde vom Gift befreit.

28.NEK.7: Dies soll auch für Vergiftungen durch Schlangen, Spinnen, Mäuse, vielbeinige Tiere und Skorpione gelten; dem Betroffenen wird sichere Befreiung vom Gift zugesprochen.

28.NEK.8: Asche, über der dieser Mantra 108-mal gesprochen wurde, soll Leiden von Kopf, Augen, Ohren, Herz, Bauch und Kehle beseitigen.

28.NEK.9: Ihr werden auch Wirkungen gegen die als Visarpiṇī bezeichnete Erkrankung, Erbrechen, Schluckauf und Fieber sowie gegen Störungen zugeschrieben, die vermeintlich durch Mantras, Mittel oder Schadenszauber entstanden seien.

28.NEK.10: Die besprochene Asche soll dies beruhigen; daran dürfe, so der Text, kein Zweifel bestehen. Darauf folgt ein Schädigungsritus: An einer „Stätte des Todes“ wird der Mantra zusammen mit der Bezeichnung der Zielperson geschrieben, verbunden mit der Vorstellung des Verbrennens.

28.NEK.11: Hand und Blick begleiten die Wiederholung des Mantras; acht Tage lang werden 1.008 Wiederholungen genannt. Als angebliche Folge behauptet der Vers den Tod des Feindes. [Die Verknüpfung von Hand, Blick und der vorher genannten Schrift bleibt im knappen Wortlaut offen.]

28.NEK.12: Für Unterwerfung, Anziehung, Erzeugung von Feindschaft, Verwirrung, Vertreibung und ähnliche Zwecke werden zehntausend Wiederholungen und die jeweils zugehörigen Feueropferriten genannt.

Unnummerierter Abschluss: So ist der einsilbige Mantra gelehrt, dem umfassendes Gedeihen zugeschrieben wird. [Der zweite Halbvers fehlt im Druck.]

Der sechssilbige Nṛhari-Mantra nach dem Sārasaṅgraha

28.NSX.1: Nun wird das Verfahren des sechssilbigen Mantras dargelegt: das Schlingen-Bīja, das Śakti-Bīja, sein eigenes Bīja und das des Elefantenhakens.

Unnummerierte Fortsetzung: Er endet mit Panzer und Waffe; so wird der aus sechs Lautgliedern bestehende Nṛhari-Mantra gelehrt. [Der Druck ergänzt die Zeile durch Punkte.]

Ausdrücklich ausgeschriebene Bījas: Schlinge: āṃ; Śakti: hrīṃ; das eigene Nṛsiṃha-Bīja: kṣrauṃ; Elefantenhaken: kroṃ; Panzer: huṃ; Waffe: phaṭ. Damit lautet die angegebene Folge: āṃ hrīṃ kṣrauṃ kroṃ huṃ phaṭ.

28.NSX.2: Seher, Versmaß und Gottheit sind Brahmā, Paṅkti und Śrī Nṛsiṃha. Die sechs Glieder werden durch die sechs Mantraglieder zugeordnet; danach wird die Gottheit meditiert.

28.NSX.3: Möge Nṛsiṃha euch beschützen: vor Zorn entflammt, mit furchtbar verzogenem Antlitz, von roter Farbe und oberhalb des Nabels mondweiß; Sonne, Mond und Feuer sind seine Augen, seine Fangzähne schrecklich und feucht. In seinen Lotushänden trägt er Diskus und Muschel, Schlinge, Haken, Donnerkeil und Keule; hinzu kommt die „Zerreißen“ genannte Handgeste. Seine Gestalt ist gewaltig und mit vielerlei Edelsteinen geschmückt. [Die gedruckte Aufzählung der mittleren Gegenstände ist sprachlich beschädigt; insbesondere die Lautfolge bei sṛṇi/śakuliśa bleibt unsicher.]

Erklärung der Hände: Die ersten Hände halten Diskus und Muschel; die unmittelbar darunter befindlichen Hände das nächste Paar, die wiederum darunter liegenden das weitere. Die beiden untersten Hände bilden die Dāraṇa-Mudrā. Als Kennzeichnung zitiert der Text das Vaikhānasa-Pañcarātra: Die Finger sind einander zugewandt, berühren sich, bleiben gerade und weisen nach unten; die Daumen bleiben an ihrem Platz gerade ausgestreckt. Diese Geste heißt Dāraṇa, „Zerreißen“.

28.NSX.4: Auf dem zuvor beschriebenen glückverheißenden Sitz wird mit dem Grundmantra die Gestalt gebildet. In diese Gestalt wird die Gottheit herbeigerufen und mit sämtlichen Verehrungsgaben … [Satzfortsetzung auf der nächsten Seite.]

28.NSX.5: … verehrt. Darauf werden die Umfassungen der Reihe nach verehrt: zunächst die Glieder, anschließend die Waffen.

28.NSX.6: Diskus, Muschel, Schlinge, Haken, Donnerkeil, Keule, Schwert und Schild werden verehrt; außerhalb folgen die Hüter der Weltrichtungen.

Unnummerierter Halbvers: Noch weiter außen werden deren Donnerkeil und übrige Waffen mit Duftstoffen und Blüten verehrt. [Die zweite Hälfte fehlt im Druck.]

Ausführung in Prosa: Nach den Morgenhandlungen bis einschließlich der Zuordnung des Yoga-Sitzes folgen drei Atemregelungen mit dem Grundmantra. Am Kopf: brahmaṇe ṛṣaye namaḥ; am Mund: paṅkticchandase namaḥ; am Herzen: śrīnṛsiṃhāya devatāyai namaḥ. Nach der bereits gelehrten Zweckbestimmung werden die sechs Glieder durch die sechs Laute des Grundmantras zugeordnet. Auf Meditation und Verehrung der Glieder folgen auf den acht Blättern die Formeln: cakrāya namaḥ; śaṅkhāya namaḥ; pāśāya namaḥ; aṅkuśāya namaḥ; vajrāya namaḥ; gadāyai namaḥ; khaḍgāya namaḥ; kheṭāya namaḥ. Die Verehrung der Welthüter und alle weiteren Handlungen werden wie zuvor abgeschlossen. [Die folgenden Waffenlisten ergänzen das auf Seite 464 sprachlich undeutliche Dhyāna, ohne dessen Wortlaut stillschweigend zu ändern.]

28.NSX.7: Je Mantraglied werden einhunderttausend Wiederholungen vollzogen, hier also sechshunderttausend. Ein Zehntel dieser Zahl wird mit reinem Ghee geopfert; anschließend folgen Tarpana und die weiteren Handlungen.

28.NSX.8: Wer auf diese Weise den Mantra vollendet hat und die Mantralaute gut kennt, vollzieht die in den jeweiligen Ritualabschnitten gelehrten Anwendungen für sich oder andere.

28.NSX.9: Mit Apāmārga-Holz, das von den fünf Kuhprodukten durchtränkt ist, werden während einer Woche jeweils eintausend Opfer genannt, um störende Wesen zu besänftigen.

28.NSX.10: Für vier Tage wird ein Feueropfer mit dreitausend in Milch getauchten Guḍūcī-Hölzchen gelehrt; ihm schreibt der Text die Beruhigung von Fieber zu.

28.NSX.11: Wer täglich eintausend rote Wasserlilien, benetzt mit den drei süßen Stoffen, opfert, soll innerhalb eines Monats das Erwünschte erlangen.

28.NSX.12: Bei Wiederholung des Mantras wird innerhalb eines Jahres Reichtum an Geld und Getreide verheißen. Sodann nennt der Text aufgeblühte rote Lotusblumen, ebenfalls mit den drei süßen Stoffen benetzt … [Die Druckklammer erstreckt sich ungewöhnlich von Vers 11 bis hier; die Sätze laufen über die Versgrenze weiter.]

28.NSX.13: … in einer Zahl von zwölftausend. Als Wirkung werden Wohlstand und Beliebtheit bei allen Menschen zugesprochen; daran bestehe, so die Quelle, kein Zweifel.

28.NSX.14: Wer eine Braut wünscht, soll während einer Monatshälfte morgens eintausend Opfer mit gerösteten Körnern und den drei süßen Stoffen darbringen; der Text verheißt rasche Erfüllung.

28.NSX.15: Einer Frau, die einen Bräutigam wünscht, wird entsprechend ein anziehender Gatte verheißen. Danach werden Sesam, Senfsaat, Apāmārga, Milchreis und Ghee als Opferstoffe genannt. [Bei rājī setzt der Druck ein fragliches Zeichen in Klammern.]

28.NSX.16: Damit verbindet die Quelle das Versprechen langen Lebens, der Befreiung von allen Erkrankungen sowie von Familie, Söhnen, Geld und Getreide. Diese historischen Wirkungsbehauptungen sind keine medizinischen Zusicherungen.

28.NSX.17: In das Innere der beiden Feuerhäuser, also der beiden Dreiecke, wird Bhuvaneśī zusammen mit der Zielbezeichnung geschrieben; in die Ecken kommt der Grundmantra. Ein achtblättriger Lotus trägt die Vokale an seinen Staubfäden und jeweils vier …

28.NSX.18: … Laute des „Königs der Mantras“ auf seinen Blättern. Außen umgibt ihn das Alphabet, danach die Erdburg; ihre Ecken sind mit dem Cintāmaṇi-Bīja geschmückt.

28.NSX.19: Diesem vorzüglichen Nṛhari-Yantra, auf Birkenrinde geschrieben und am Kopf getragen, schreibt der Text rasche Abwehr von Gift, Krankheit, Feinden, besetzenden Mächten, Furcht, Geistern und Fieber zu.

Ausdrückliche Erklärung des Yantras: In die Mitte des Sechsecks kommt Hṛllekhā, hrīṃ, zusammen mit dem Namen der Zielperson. Seine sechs Ecken tragen die sechs Glieder des Grundmantras. Außen werden an die Ansätze der acht Lotusblätter die Vokale paarweise geschrieben; jedes Blatt erhält vier Laute des zweiunddreißiggliedrigen Mantrarāja. Zwischen zwei äußeren Kreisen stehen die Buchstaben von ka bis kṣa, jeweils mit Bindu. Außen folgt ein Quadrat. In dessen Ecken wird das später noch zu lehrende Śaiva-Cintāmaṇi-Bīja eingetragen. Der Text schreibt dieser Anordnung die genannten Ergebnisse zu; das erst später erläuterte Bīja wird hier nicht ergänzt.

Ein weiterer Nṛsiṃha-Mantra: Beginn der Lautentschlüsselung

28.NJL.1: Zunächst stehen Tārā, das Nṛsiṃha-Bīja und „Herz“, danach bhagavat in der durch ḍe bezeichneten Dativform; ebenso folgen Narasiṃha und Jvālāmālin im Dativ.

28.NJL.2: Darauf folgen Dīrghadaṃṣṭra und Agninetra, gleichfalls im Dativ, sowie der Ausdruck „dem Vernichter aller Rakṣas“ und „dem Vernichter aller Bhūtas …“. [Die Entschlüsselung setzt sich auf der nächsten Seite fort; hier wird noch keine vermeintlich vollständige Mantraformel zusammengesetzt.]

28.NJL.3: …“ folgt mit der Dativendung; anschließend „dem Vernichter aller Fieber“. Danach stehen zweimal daha, je zweimal paca und rakṣa sowie huṃ phaṭ; der Mantra endet mit „Feuers Gemahlin“, svāhā.

Unnummerierte Angabe: Er ist als Jvālāmālin-Mantra bekannt. Der Druck nennt zunächst siebenundsechzig, setzt aber „acht“ als Korrektur in Klammern, also achtundsechzig Lautglieder. [Der folgende Halbvers fehlt.]

Erklärung: Tārā ist der Praṇava oṃ; das Nṛsiṃha-Bīja lautet kṣrauṃ; „Herz“ bedeutet namaḥ und „Feuers Gemahlin“ svāhā. Alles Übrige gilt dem Verfasser als leicht verständlich. Aus den Erklärungen und der folgenden Gliederverteilung ergibt sich die Lesefolge: oṃ kṣrauṃ namo bhagavate narasiṃhāya jvālāmāline dīrghadaṃṣṭrāya agninetrāya sarvarakṣoghnāya sarvabhūtavināśanāya sarvajvaravināśanāya daha daha paca paca rakṣa rakṣa huṃ phaṭ svāhā. [Zusammenstellung der ausdrücklich gegebenen Glieder; die Silbenzählung des Druckes wird nicht stillschweigend vereinheitlicht.]

28.NJL.4: Seher ist Prajāpati, Versmaß Gāyatrī und Gottheit Hari in Nṛsiṃha-Gestalt. Die sechs Glieder werden mit den Lauten des Mantras zugeordnet.

28.NJL.5: Der Mantrakundige bildet die sechs Glieder nacheinander aus dreizehn, zehn, elf, achtzehn, zwölf und vier Lautgliedern und verbindet sie mit den jeweiligen Abschlussformeln. Erklärung: Sthāṇu steht für elf, Arka für zwölf und die Ozeane für vier. Diese Zahlen ergeben zusammen achtundsechzig.

28.NJL.6: Ich verehre Śrī Nṛsiṃha, den Vernichter der Daityas, den Scharen von Weisen und Göttern stets preisen: Er gleicht dem aufsteigenden Feuer am Ende der Zeit, sein Rachen ist furchtbar durch die vom Weltenbrand entzündeten Fangzähne. Seine mächtige, dichte Mähne strahlt wie ein Kranz von Blitzen; er besitzt drei Augen. In seinen Lotushänden trägt er Muschel, Diskus, das vorzügliche Schwert und den Schild.

Erklärung: Die Betrachtung der Waffen beginnt oben links und läuft bis zur darunter befindlichen Hand. „Vorzügliches Schwert“ bedeutet hier das beste Schwert.

28.NJL.7: Auf dem zuvor beschriebenen Sitz wird Nṛhari, der alle Wünsche gewährt und den alle Götterscharen verehren, nach dem beim sechssilbigen Mantra gelehrten Verfahren der Gliederverehrung verehrt.

Vollständig aufgeführte Zuordnung von Händen und sechs Körpergliedern:

Mantraabschnitt Zuordnung und angegebener Abschluss
oṃ kṣrauṃ namo bhagavate narasiṃhāya hṛdayāya namaḥ – dem Herzen
jvālāmāline dīrghadaṃṣṭrāya dem Kopf; der Druck kürzt den Abschluss ab
agninetrāya sarvarakṣoghnāya der Scheitelhaarlocke; Abschluss abgekürzt
sarvabhūtavināśanāya sarvajvaravināśanāya dem Panzer; Abschluss abgekürzt
daha daha paca paca rakṣa rakṣa den drei Augen; Abschluss abgekürzt
huṃ phaṭ svāhā der Waffe; Abschluss abgekürzt

Die praktische Durchführung wird als aus dem Vorherigen verständlich bezeichnet.

28.NJL.8: Der Mantra wird einhunderttausendmal wiederholt; anschließend wird ein Zehntel davon mit dem Ghee einer rötlichbraunen Kuh im Feuer geopfert. Es folgen Tarpana und die übrigen Handlungen.

28.NJL.9: Die Anwendungen entsprechen denen des Mantrarāja. Besonders hebt der Text die angebliche Beseitigung niederer störender Wesen und von Fieber hervor.

28.NJL.10: Wozu hier viele Worte? Wer als vorzüglicher Mensch diesen Mantra mit großer Hingabe wiederholt, soll Macht zum Zügeln und Begünstigen erlangen und jenseits dieser Welt die ewige Stätte Viṣṇus erreichen.

Lakṣmī-Nṛsiṃha nach dem Sārasaṅgraha

28.LNR.1: Nun wird das Verfahren für Lakṣmī-Nṛsiṃha gelehrt: göttlich, über alle Bedrängnisse hinwegführend und alle erwünschten Früchte gewährend.

28.LNR.2: Zuerst stehen Praṇava sowie die Bījas von Śrī, Śakti und Lakṣmī. Danach folgen jaya, Lakṣmīpriya im Dativ und nityapramudita …

28.LNR.3: … zusammen mit cetase. Darauf folgen lakṣmīśritārdha und deha im Dativ, anschließend die Bījas von Ramā, Śakti und Ramā und schließlich „Herz“. Die Quelle bezeichnet ihn als Mantra von dreiunddreißig Lautgliedern.

Unnummerierter Halbvers: Dieser Lakṣmī-Nṛsiṃha-Mantra soll den Wiederholenden sämtliche Wünsche gewähren. [Die zweite Vershälfte fehlt im Druck.]

Prosaauflösung: Praṇava ist oṃ; das Śrī-Bīja ist śrīṃ; Śakti bedeutet das Bhuvaneśvarī-Bīja, also hrīṃ; Lakṣmī ist śrīṃ. Jaya bleibt unverändert. Der Dativ von Lakṣmīpriya lautet lakṣmīpriyāya; nityapramuditacetase und lakṣmīśritārdha bleiben in der angegebenen Form, deha erhält die Form dehāya. Dann kehren die drei Bījas ohne Praṇava wieder. „Herz“ bedeutet namaḥ. Die so erläuterte Folge lautet: oṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ jaya lakṣmīpriyāya nityapramuditacetase lakṣmīśritārdhadehāya śrīṃ hrīṃ śrīṃ namaḥ. Inhaltlich: „Oṃ … Sieg! Verehrung dem von Lakṣmī Geliebten, dessen Bewusstsein immer freudig ist und dessen eine Körperhälfte Lakṣmī einnimmt …“

28.LNR.4: Seher ist Prajāpati, Versmaß Anuṣṭubh und Gottheit Lakṣmī-Nṛsiṃha. Die sechs Glieder werden mit seinem eigenen Bīja gebildet. Erklärung: Gemeint ist das Nṛsiṃha-Bīja.

28.LNR.5: Vorn möge Keśava schützen, der Diskusträger, im Glanz des Jāmbūnada-Goldes; hinten Nārāyaṇa, der Muschelträger, einer dunkelblauen Gewitterwolke gleich.

28.LNR.6: An der linken Seite schütze der Keulenträger, dunkel wie ein Blatt der blauen Wasserlilie; an der rechten Seite der große Govinda, mit Bogen und im Glanz des Mondes. [Die Reihe wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.]

28.LNR.7: Im Norden schütze Viṣṇu, der Pflugträger, von der Farbe der Lotusstaubfäden; im Südosten Madhusūdana, mit einer Stampfkeule und im Glanz des Lotus.

28.LNR.8: Im Südwesten Trivikrama mit dem Schwert, wie Feuer leuchtend; im Nordwesten Vāmana mit dem Donnerkeil, im Glanz der jungen Sonne.

28.LNR.9: Im Nordosten der lotusäugige Śrīdhara, mit dem Paṭṭiśa als Waffe; im Süden Hṛṣīkeśa, blitzend, mit der schweren Keule.

28.LNR.10: In meinem Herzlotus Padmanābha, tausend Sonnen gleich, mit allen Waffen und allen Kräften, allwissend und mit Gesichtern in alle Richtungen.

28.LNR.11: Dāmodara, rot wie das Indragopa-Insekt, mit der Schlinge in der Hand und unbesiegbar, durchdringt den Körper innen und außen.

28.LNR.12: So bin ich in den überall lückenlosen Schutzraum der zwölf Namen eingetreten; zu keiner Zeit besteht für mich irgendeine Furcht.

Unnummerierter Übergang: Nachdem diese Zuordnung zuerst vollzogen wurde, wird Lakṣmī-Narahari meditiert. [Der zweite Halbvers fehlt.]

28.LNR.13: Möge der höchste Nṛsiṃha schützen: Auf den Windungen des Schlangenkönigs ruht er, dessen schöne Hauben sein Schirm sind. Er strahlt wie Blitz und Mond, trägt göttlichen Schmuck und wird von Ramā umarmt. Seine Hände halten Muschel, Diskus und Lotus und zeigen die furchtnehmende Geste.

Erklärung: Die Betrachtung der Handattribute beginnt unten rechts und reicht bis unten links.

28.LNR.14: Die Gottheit wird auf den bereits gelehrten Sitz herbeigerufen und sorgfältig verehrt. Die erste Umfassung besteht aus den Gliedern, die zweite aus den Śaktis.

28.LNR.15: Die acht Śaktis des Gemahls der Ramā sind Bhāsvatī, Bhāskarī, Citrā, Dyuti, Unmīlanī, Ramā, Kānti und Dhṛti. [Fußnoten: Die Handschrift ga liest Cintā statt Citrā und Ruci statt Dyuti.]

Unnummerierte Fortsetzung: Die dritte Umfassung bilden Indra und die übrigen Welthüter, die vierte deren Waffen. [Der zweite Halbvers fehlt.]

Ausführungsprosa: Nach den Morgenhandlungen bis zur Zuordnung des Yoga-Sitzes folgen drei Atemregelungen mit dem Grundmantra. Am Kopf wird prajāpataye ṛṣaye namaḥ, am Mund anuṣṭupchandase namaḥ, am Herzen śrīlakṣmīnṛsiṃhāya devatāyai namaḥ zugeordnet. Auf die bereits erläuterte Zweckbestimmung folgen die Zuordnungen an Händen und sechs Körpergliedern mit kṣrāṃ, kṣrīṃ und den weiteren Bījaformen. Dann wird der mit den vorstehenden Versen gelehrte Schutzraum der zwölf Namen zugeordnet. Nach Meditation und Gliederverehrung werden auf den acht Blättern verehrt: bhāsvatyai namaḥ; bhāskaryai namaḥ; citrāyai namaḥ; dyutyai namaḥ; unmīlanyai namaḥ; ramāyai namaḥ; kāntyai namaḥ; dhṛtyai namaḥ. Welthüterverehrung und alles Weitere erfolgen wie zuvor.

28.LNR.16: Die gedruckte Hauptlesart nennt „dreihunderttausend, um sechzig vermehrt“ Wiederholungen. Danach soll der Mantrakundige mit honigbenetzten Mallikā-Blüten ein Feueropfer in der als tatsahasrakam bezeichneten Zahl darbringen. [Die Fußnote der Handschrift kha lautet dagegen „um sechzigtausend vermehrt“, also 360.000 statt wörtlich 300.060. Tatsahasrakam ist hier nicht näher erklärt; die Ausgabe setzt dafür keine erfundene feste Opferzahl ein.]

28.LNR.17: Nach Verehrung der Gottheit im Wasser wird sie mit dem Mantra durch Wasserspenden gesättigt. Danach werden der eigene Kopf besprengt und Brahmanen gespeist.

28.LNR.18: Sodann kann der Übende die gewünschten Anwendungen vollziehen. Ein Feueropfer mit Mallikā-Blüten wird als glückverheißend und alle Wünsche erfüllend bezeichnet.

Der achtgliedrige Lakṣmī-Nṛsiṃha-Mantra

28.LNA.1: Auf Tārā folgt Lakṣmī-Nṛsiṃha im Dativ mit vorangestelltem śrī. So wird dieser achtgliedrige Lakṣmī-Nṛsiṃha-Mantra gelehrt.

Erklärung: Der Ausdruck lautet śrīlakṣmīnṛsiṃhāya. Zusammen mit dem genannten Tārā ergibt dies oṃ śrīlakṣmīnṛsiṃhāya. Ein namaḥ wird in diesem Abschnitt nicht angefügt.

28.LNA.2: Seher ist Prajāpati, Versmaß Anuṣṭubh und Gottheit der kundige Nṛsiṃha. Mit seinem eigenen Bīja, verbunden mit langen Vokalen, bildet der Mantrakundige …

28.LNA.3: … die sechs Glieder nach dem bereits beschriebenen Verfahren. Meditation, Verehrung und alles Weitere werden wie beim sechssilbigen Mantra durchgeführt.

28.LNA.4: Einhunderttausend Wiederholungen pro Lautglied, hier achthunderttausend, werden genannt. Ein Zehntel davon wird mit von Ghee durchtränktem Milchreis geopfert; anschließend folgen Tarpana und die übrigen Handlungen.

Ein weiterer kurzer Nṛsiṃha-Mantra

28.NJA.1: Zweimal wird jaya gesprochen, anschließend śrīnṛsiṃha. So wird der achtgliedrige Mantra gelehrt: jaya jaya śrīnṛsiṃha. Seher und die übrigen Zuordnungen werden wie zuvor vollzogen.

Ergänzung zum kurzen jaya-Mantra: „Wie zuvor“ bedeutet wie bei dem vorstehenden achtgliedrigen Mantra; die Gliederverehrung und übrige Pūjā erfolgen wie beim sechsgliedrigen.

Nṛsiṃha-Mantra mit den Avatāras

28.NDA.1: Das Bīja wird jeweils mit dem Dativ von Matsya, Kūrma, Varāha und Nṛsiṃha verbunden.

28.NDA.2: Danach folgen Bīja und Vāmana im Dativ, dreimal Bīja und Rāma im Dativ, Bīja und kṛṣṇāya, Bīja und kalkine sowie zweimal jaya.

28.NDA.3: Darauf folgen śālagrāmābhivāsine, „dem im Śālagrāma Wohnenden“, ferner Divyasiṃha, Svayambhū und Puruṣa in der bezeichneten Dativverbindung. Den Abschluss bilden „Herz“, namaḥ, und das eigene Bīja.

Prosaauflösung: Zunächst Nṛsiṃha-Bīja und matsyāya, wiederum Nṛsiṃha-Bīja und kūrmāya, entsprechend die weiteren Namen. „Dreimal“ bedeutet ausdrücklich: Bīja und rāmāya, erneut Bīja und rāmāya und ein drittes Mal Bīja und rāmāya. Der Kommentar löst diese drei Rāma-Anrufungen nicht in drei verschiedene Namen auf. „Herz“ heißt namaḥ. [Die genaue Verbindung der abschließenden Epitheta Divyasiṃha–Svayambhū–Puruṣa wird nicht weiter aufgeschlüsselt; eine normalisierte Gesamtformel wird deshalb nicht vorgetäuscht.]

28.NDA.4: Als Seher, Versmaß und Gottheit werden Atri, Aticchandas und Nṛsiṃha genannt. Die sechs Glieder werden mit seinem Bīja in Verbindung mit den sechs langen Vokalen gebildet.

28.NDA.5: Meditation, Verehrung und alles Weitere entsprechen dem Mantrarāja. Nach der Gliederverehrung werden Matsya und die übrigen Avatāras verehrt.

Ausführungsprosa: Nach den Morgenhandlungen und den drei Atemregelungen werden am Kopf atriṛṣaye namaḥ, am Mund aticchandase chandase namaḥ und am Herzen śrīnṛsiṃhāya devatāyai namaḥ zugeordnet. Auf die bereits gelehrte Zweckbestimmung folgen die sechs Glieder mit kṣrāṃ, kṣrīṃ und so weiter. Nach der Gliederverehrung werden die Avatāras mit oṃ matsyāya namaḥ, entsprechend kūrmāya namaḥ und den weiteren Namen verehrt; der Druck kürzt die Fortsetzungen ab.

28.NDA.6: Zehntausend Wiederholungen werden genannt; anschließend ein Feueropfer von einem Zehntel dieser Zahl mit Havishya-Speise und Ghee sowie Tarpana und die übrigen Handlungen.

28.NDA.7: Auch die sonstigen wunscherfüllenden Rituale entsprechen dem Mantrarāja. Nun wird der Mantra des Vīra-Nṛsiṃha gelehrt. [Die Quelle setzt mitten in diesem Vers eine öffnende Klammer und die Variantenkennzahl 1.]

Drei Vīra-Nṛsiṃha-Mantras

28.NVF.8: Praṇava, „Herz“, bhagavate und vīranṛsiṃhāya stehen am Anfang; darauf folgen jvālāmālāpinaddhāṅgāya, „dessen Körper von einem Flammenkranz umwunden ist“, agninetrāya, „dem Feueräugigen“, und sarvabhū …

28.NVF.9: … tavināśanāya, „dem Vernichter aller Bhūtas“. Danach stehen je zweimal daha, paca und rakṣa, zweimal das Śakti-Bīja sowie „Waffe“ und „Feuers Gemahlin“.

Erklärung und Lesefolge der ersten Variante: Zwischen vīra und siṃhāya wird nṛ eingefügt, sodass vīranṛsiṃhāya entsteht; ebenso wird im Folgenden verfahren. Die beiden Śakti-Laute sind zwei Māyā-Bījas. Aus den angegebenen Gliedern ergibt sich: oṃ namo bhagavate vīranṛsiṃhāya jvālāmālāpinaddhāṅgāya agninetrāya sarvabhūtavināśanāya daha daha paca paca rakṣa rakṣa hrīṃ hrīṃ phaṭ svāhā.

28.NVV.1: „Nun lehre ich einen weiteren, ebenso rasch Früchte gewährenden Mantra“: Praṇava, „Herz“, bhagavate und wiederum vīranṛsiṃhāya.

28.NVV.2: Darauf folgen jvālāmālin und dīptadaṃṣṭra in der Dativform, agninetrāya und sarvarakṣoghnāya.

28.NVV.3: Es folgt sarvabhūtavināśanāya. Danach werden „alles“, „Fieber“ und „vernichte!“ verbunden; es schließen sich zweimal hana und zweimal daha an. [Die gedruckte Erklärung bietet hier vināśaya als Aufforderung, nicht das an anderen Stellen vorkommende vināśanāya.]

28.NVV.4: Anschließend stehen je zweimal paca, bandha und rakṣa sowie Panzer, Waffe und Feuers Gemahlin. So wird der Vīra-Nṛsiṃha-Mantra gelehrt.

Zweite Variante nach dieser Aufschlüsselung: oṃ namo bhagavate vīranṛsiṃhāya jvālāmāline dīptadaṃṣṭrāya agninetrāya sarvarakṣoghnāya sarvabhūtavināśanāya sarvajvaraṃ vināśaya hana hana daha daha paca paca bandha bandha rakṣa rakṣa huṃ phaṭ svāhā. [Die Quelle buchstabiert diese Teile in Versen; die hier zusammengeführte Lesefolge wahrt insbesondere vināśaya und bandha.]

28.NVV.5: Nun wird dessen weiterer, alle Wünsche erfüllender Mantra gelehrt. Bis einschließlich agninetrāya lautet er wie der vorherige.

28.NVV.6: Danach folgen sarvabhūtavināśāya, anschließend sarvajvaravināśanāya und der Beginn sarvadaṃṣṭri …

28.NVV.7: … nāśanāya, „dem Vernichter aller Beißenden/Fangzahnträger“. Darauf stehen je zweimal hana, daha, paca, bandha und rakṣa; den Abschluss bilden Māyā, huṃ phaṭ und dviṭha, hier svāhā.

Dritte Variante nach der Aufschlüsselung: oṃ namo bhagavate vīranṛsiṃhāya jvālāmāline dīptadaṃṣṭrāya agninetrāya sarvabhūtavināśāya sarvajvaravināśanāya sarvadaṃṣṭrināśanāya hana hana daha daha paca paca bandha bandha rakṣa rakṣa hrīṃ huṃ phaṭ svāhā. [Die abweichende Form bhūtavināśāya bleibt erhalten.]

Unnummerierter Abschluss: Für alle drei Mantras gilt das bereits gelehrte Verfahren. Erklärung: Gemeint ist das beim Mantrarāja beschriebene Verfahren. [Der Druck zeigt eine fehlende Halbzeile an.]

Der zehngliedrige Mahā-Nṛsiṃha-Mantra

28.NMD.1: Tārā, das Nṛsiṃha-Bīja, mahānṛsiṃhāya und abschließend „Herz“ bilden den vorzüglichen zehngliedrigen Mantra: oṃ kṣrauṃ mahānṛsiṃhāya namaḥ. Die Quelle erläutert nṛ wiederum als Einfügung zwischen mahā und siṃhāya.

28.NMD.2: Seher ist Vāmadeva, das Versmaß Virāṭ und die Gottheit Nṛsiṃha, den sämtliche Götterscharen verehren.

28.NMD.3: Die sechs Glieder werden mit seinem Bīja in Verbindung mit den sechs langen Vokalen zugeordnet. Meditation, Verehrung und alles Weitere erfolgen wie zuvor.

Erklärung: „Wie zuvor“ bedeutet wie beim achtgliedrigen Lakṣmī-Nṛsiṃha-Mantra. „Alles Weitere“ schließt Puraścaraṇa, die Opferstoffe und die übrigen zugehörigen Handlungen ein. Weil dort einhunderttausend Wiederholungen pro Lautglied genannt wurden, ergeben sich hier ausdrücklich zehnmal einhunderttausend, also eine Million.

Der dreizehngliedrige Narasiṃha-Mantra

28.NTR.1: Tārā, das Nṛsiṃha-Bīja, „Herz“, bhagavat im Dativ und narasiṃhāya bilden diesen Mantra von dreizehn Lautgliedern: oṃ kṣrauṃ namo bhagavate narasiṃhāya.

28.NTR.2: Seher ist Vāmadeva, Versmaß Jagatī und Gottheit Narasiṃha. Die Glieder werden mit seinem eigenen Bīja gebildet.

28.NTR.3: Meditation, Verehrung, Wiederholung und die weiteren Handlungen entsprechen dem sechsgliedrigen Mantra. Sodann beginnt bereits die nächste Formel: Tārā, sahasrāra, jvālā und anschließend vartine.

Sudarśana-Nṛsiṃha

28.NCS.4: Darauf folgen das Nṛsiṃha-Bīja, zweimal hana, huṃ phaṭ und abschließend svāhā. Dieser neunzehngliedrige Nṛhari-Mantra trägt den Namen „Cakra“.

Erklärung: Tārā ist Praṇava, das Nṛsiṃha-Bīja wurde zuvor gelehrt, und hanayuk bedeutet hana hana. Die angegebene Lesefolge lautet oṃ sahasrārajvālāvartine kṣrauṃ hana hana huṃ phaṭ svāhā.

28.NCS.5: Seher ist Jayanta, Versmaß Gāyatrī und Gottheit Sudarśana-Nṛsiṃha.

28.NCS.6: Cakrarāja wird dem Herzen, Jvālācakra dem Kopf und Jagaccakra der Scheitelhaarlocke zugeordnet. Es folgt der Panzer …

28.NCS.7: … mit asurāntakacakrāya; die Waffenformel lautet mahāsudarśanāya. So werden die fünf Glieder gelehrt.

28.NCS.8: Hari wird in der Mitte eines Cakra-Sitzes betrachtet, im Glanz des endzeitlichen Feuers, vierarmig, mit weit geöffnetem Rachen und vier Disken tragend.

28.NCS.9: Seine gewaltige Gestalt strahlt wie zehn Millionen Sonnen; er hat drei Augen und eine furchterregende Erscheinung. Die Meditation beschreibt ihn als Vernichter sämtlicher Leidensmassen, Fieber und störender Wesen.

28.NCS.10: Auf dem zuvor gelehrten Vaiṣṇava-Sitz wird er nach dem genannten Verfahren verehrt. Nach den Gliedern folgen in den Hauptrichtungen der Reihe nach Jayā und die anderen.

28.NCS.11: Dies sind Jayā, Vijayā, Ajitā und Aparājitā. In den Zwischenrichtungen werden anschließend Madanā und Modinī …

28.NCS.12: … sowie Sahā und Siddhi verehrt. Danach ist von zwei vorn zu verehrenden, dunkelfarbigen Gestalten mit weißen Fangzähnen die Rede; dies wird als zweite Umfassung bezeichnet. [Die Passage ist grammatisch und inhaltlich unklar; der Druck setzt selbst ein Fragezeichen. Namen dieser beiden Gestalten werden hier nicht angegeben.]

Unnummerierte Fortsetzung: Die dritte Umfassung besteht aus Indra und den übrigen Welthütern, danach folgen Donnerkeil und die weiteren Waffen. [Der Druck gibt zunächst aṅga, korrigiert es in Klammern zu indra; die zweite Vershälfte fehlt.]

Ausführungsprosa: Nach den Morgenhandlungen bis zur Zuordnung des Yoga-Sitzes werden drei Atemregelungen mit dem Grundmantra vollzogen. Am Kopf steht jayantāya ṛṣaye namaḥ, am Mund gāyatrīchandase namaḥ, am Herzen śrīsudarśananṛsiṃhāya devatāyai namaḥ. Die fünf Gliederformeln lauten:

Anrufung Körperglied
cakrarājāya hṛdayāya namaḥ Herz
jvālācakrāya Kopf; Abschluss im Druck abgekürzt
jagaccakrāya Scheitelhaarlocke; Abschluss abgekürzt
asurāntakacakrāya Panzer; Abschluss abgekürzt
mahāsudarśanāya Waffe; Abschluss abgekürzt

Diese fünf Formeln werden den durch den Grundmantra geheiligten Fingern und anschließend den fünf Körpergliedern zugeordnet; die Augen bleiben hierbei ausdrücklich ausgenommen. Nach Meditation, Blumengaben und Gliederverehrung werden auf den Blättern der Hauptrichtungen jayāyai namaḥ; vijayāyai namaḥ; ajitāyai namaḥ; aparājitāyai namaḥ gesprochen. Auf denen der Zwischenrichtungen folgen madanāyai namaḥ; modinyai namaḥ; sahāyai namaḥ; siddhyai namaḥ. Die Verehrung der Welthüter und alles Weitere erfolgen wie zuvor. Die unklaren zwei Gestalten aus Vers 12 werden in dieser Prosa nicht näher erläutert.

28.NCS.13: Der Mantra wird zwölfmal einhunderttausend, also 1.200.000-mal wiederholt. Ein Zehntel davon wird als Opferzahl genannt, mit geeignetem Sesam und Blüten; dazu erscheint die Teilzahl vierzigtausend.

28.NCS.14: Auch mit Ghee wird geopfert, und eintausend Verneigungen werden vollzogen. Danach folgen Tarpana und die übrigen Handlungen nach dem zuvor beschriebenen Verfahren.

Unnummerierter Übergang und ausdrückliche Rechenerklärung: Hat der Übende den Mantra vollendet, kann er die wunscherfüllenden Anwendungen vollziehen. Die Prosa verteilt das Feueropfer auf je 40.000 Darbringungen von Sesam, Blüten und Ghee, zusammen 120.000. Ravilaḳṣa bedeutet zwölf Lakh, also 1.200.000. [Im Halbvers des Übergangs fehlt die zweite Hälfte. Eine kurze Fußnotenlesart in Handschrift kha ist im Scan nicht sicher lesbar und wird nicht zur Änderung der Opferstoffe verwendet.]

28.NCS.15: Ein Brahmane, der die Wiederholung vollziehen möchte, breitet Kuśa-Gras auf der Erde aus und verehrt dort Sudarśana-Nṛsiṃha.

28.NCS.16: Nach eintausend Wiederholungen des Mantras folgen in Gegenwart der Gottheit eintausend Darbringungen geeigneter Apāmārga-Hölzchen mit dem Grundmantra.

28.NCS.17: Aus der dabei entstandenen Asche wird ein Tilaka aufgetragen; danach begibt sich der Übende laut Text in die Nähe seiner Feinde. Als angebliche Wirkung behauptet die Quelle deren Unterordnung „wie Diener“.

28.NCS.18: Ferner wird ein Wasserspenderitus unter Vergegenwärtigung des Feindes genannt. Nach zehntausend Wiederholungen wird Sieg behauptet. Diese Aussagen geben historische Vorstellungen ritueller Macht wieder.

28.NCS.19: Sodann wird der Gott der Götter auf einem Sitz aus Udumbara-Holz aufgestellt. In einer runden Feuergrube vor ihm werden Khadira-Hölzchen geopfert.

28.NCS.20: Wer bei beherrschten Sinnen zehntausend solcher, mit Ghee oder Honig benetzter Gaben darbringt, dem verheißt der Text beständigen Sieg im Streitgespräch, wie Paraśurāma ihn erlangt habe.

28.NCS.21: Ein Plättchen aus geläutertem Gold wird mit dem Cakra versehen; daraus wird ein Fingerring gefertigt, der durch Wiederholung, Feueropfer und die weiteren Handlungen geheiligt wird.

28.NCS.22: Er wird an der rechten Hand getragen. Der Quelle zufolge soll er Tod, Krankheiten und Feinde überwinden und dem beständigen Träger Ehrung durch den König verschaffen.

Historischer Kontext: Die folgenden Krankheits- und Giftbehandlungen sind Aussagen der vormodernen Ritualquelle, keine erprobten Heilverfahren. Sanskritische Krankheitsnamen werden bewahrt, wo ihre Gleichsetzung mit modernen Diagnosen nicht gesichert ist.

28.NCS.23: Einundzwanzigmal besprochenem Wasser wird die Beseitigung aller Bauchleiden zugeschrieben. Anschließend nennt der Text drei Niṣka frischer Wurzeln mit Salz …

28.NCS.24: … deren Berührung und Besprechung in jenem Wasser binnen eines Monats Gulma, Koliken und Ähnliches beseitigen soll. [Die knappe Vorlage benennt die Wurzelpflanze nicht eindeutig; sie wird hier nicht ergänzt.] Sodann wird während eines Monats täglich ein Feueropfer von eintausend Dūrvā-Gaben genannt …

28.NCS.25: … mit anschließender Verehrung der Gottheit; ihm wird die Beseitigung von Rājayakṣman zugeschrieben. Ein gleichartiges Opfer mit Sesam oder Honig soll Prameha beseitigen.

28.NCS.26: Eintausend Lotusopfer sollen Augenleiden beseitigen; ebenso eine Waschung mit einundzwanzigmal besprochenem Wasser.

28.NCS.27: Zehnmal besprochenes Wasser wird laut Quelle mit der Hand aufgesprengt; ebenso oft besprochene frische Butter wird zum Bestreichen verwendet …

28.NCS.28: … für eine oder eine halbe Woche; dadurch sollen Visarpaka-Leiden verschwinden. Danach werden täglich 108 Apāmārga-Opfer genannt …

28.NCS.29: … samt ebenso vielen Wiederholungen und Verneigungen während eines Monats, ohne Nachlässigkeit. Dies soll Apasmāra und weitere den Grahas zugeschriebene Störungen beseitigen.

28.NCS.30: Ein Gefäß wird mit reinem Wasser gefüllt. In der Mitte einer Mondscheibe wird Sudarśana-Nṛsiṃha in einer aus Nektar bestehenden Gestalt …

28.NCS.31: … richtig vorgestellt und mit den Verehrungsgaben verehrt. Nach einhundert oder eintausend Wiederholungen wird ein Gebissener mit dem Wasser besprengt.

Unnummerierter Halbvers: Das nektargleiche Wasser soll bereits durch Berührung des Körpers das Gift beseitigen. [Die mittlere Wortfolge ist undeutlich; die zweite Vershälfte fehlt im Druck.]

28.NCS.32: Ein zehnblättriger Lotus wird gezeichnet; in der Mitte stehen beim Praṇava die Zielbezeichnung und zweimal hana. Die Mantralaute werden paarweise auf die Blätter verteilt, der letzte Laut auf das letzte Blatt. Außen folgen das Sechseck mit dem eigenen Bīja und das von Flammen umgebene Feuerhaus. Durch Einweihung, Wiederholung und Feueropfer soll das Yantra zum Schutz und zur Feindüberwindung dienen.

Prosaerklärung: Innerhalb eines Dreiecks liegt ein Sechseck und darin der zehnblättrige Lotus. In dessen Mitte wird beim Praṇava der Name des Feindes in der Form amukaṃ hana hana eingetragen: „Triff den so Benannten, triff ihn.“ Auf neun Blätter kommen je zwei der achtzehn ersten Mantralaute; das zehnte Blatt erhält den letzten Laut. Die sechs Ecken tragen das Nṛsiṃha-Bīja. Außen folgen drei Bhūpuras. Dem durch Japa, Feueropfer und Verehrung geheiligten Yantra schreibt der Text Schutz und Feindvernichtung zu. [Die Übersetzung dokumentiert den historischen Ritus und seinen Wortlaut. Eine Fußnote gibt an einer Stelle die kurze Variante taṃ ca.]

Śrī Rāma: Einleitung zu den Mantras nach dem Sārasaṅgraha

28.RAM.1: Nun will ich die vorzüglichen Rāma-Mantras des Vaiṣṇava-Tantras lehren. Zuerst wird der sechsgliedrige „König der Mantras“ dargelegt.

28.RAM.2: Unter den Mantras der Gāṇapatyas, der Sonnenverehrer, der Śāktas, der Śaivas und sämtlicher Vaiṣṇavas wird der Rāma-Mantra als wunscherfüllend und an Früchten überlegen gepriesen.

28.RAM.3: Unter den gaṇapatyischen und anderen Mantras gibt es solche, die millionenfach überlegen sind; selbst unter diesen wird der sechsgliedrige als ohne Mühe Früchte gebend gepriesen.

28.RAM.4: Dieser sechsgliedrige Mantra soll sämtliche Mengen von Verfehlungen vernichten. Er heißt „König der Mantras“ und wird als der vorzüglichste unter allen bezeichnet.

28.RAM.5: Verfehlungen eines Tages, einer Monatshälfte, eines Monats, einer Jahreszeit oder eines Jahres verbrennt er, so der Text, restlos wie Feuer einen Berg aus trockenem Gras.

28.RAM.6: Tausendfacher Brahmanentötung, wissentlich oder unwissentlich begangen, sowie zehntausendfachem Goldraub, Alkoholgenuss und Ehebruch mit der Frau des Lehrers …

28.RAM.7: … wird durch die wiederholte Anrufung des Mantrarāja Beruhigung zugesprochen. Auch die Schuld, die ein Mensch durch die Tötung eines Brahmanen, Kṣatriya, Vaiśya oder Śūdra …

28.RAM.8: … aus Verblendung auf sich lädt, sowie eine knapp erwähnte Tötung ungeborenen Lebens sollen beseitigt werden. Ebenso die angesammelte Verfehlung aus dem Töten zahmer und wilder Tiere … [Der Satz setzt sich auf der nächsten Seite fort. Diese Verse sind religiöse Lobpreisung der reinigenden Kraft des Mantras; sie heben Verantwortung für schädigendes Handeln nicht auf.]

28.RAM.9: … vernichtet der Mantrarāja, dessen Wesen Rāma ist, vollständig. Auch durch Alkoholgenuss entstandene Verfehlung soll er rasch beseitigen.

28.RAM.10: Alles, was aus dem Essen verbotener Speisen oder aus falscher Erkenntnis hervorgeht, soll durch das Singen dieses Rāma-Mantras vergehen.

28.RAM.11: Ebenso die Schuld aus dem Raub des Goldes eines vedakundigen Brahmanen und aus dem Entwenden von Edelsteinen und anderen Wertsachen.

28.RAM.12: Auch Verfehlungen durch inzestuösen Verkehr mit der eigenen Mutter oder durch eine andere verbotene sexuelle Verbindung werden genannt; durch Verehrung Rāmas mit diesem Mantra soll auch dies getilgt werden.

28.RAM.13: Ferner das nach den damaligen Reinheitsvorstellungen durch Umgang mit schwer Schuldiggewordenen Angesammelte: durch Gespräche, gemeinsames Schlafen, Sitzen oder Essen.

28.RAM.14: Die Quelle nennt auch Schuld aus der Tötung von Vater oder Mutter und vorsätzlich begangenes Unrecht aus allen drei Zeiten; alles werde restlos beseitigt.

28.RAM.15: Durch die Ausführung allein vergehe all dies. Selbst solche Verfehlung, die an heiligen Orten wie Prayāga durch Sühnehandlungen …

28.RAM.16: … nicht getilgt wird, soll rasch verschwinden. Ebenso jene, die durch Kṛcchra-, Tapta-, Parāka- und die verschiedenen Cāndrāyaṇa-Gelübde …

28.RAM.17: … nicht beseitigt werden kann. Auch durch vielerlei Gaben von Gold im Gewicht des eigenen Körpers und ähnlichen Spenden …

28.RAM.18: … überhaupt nicht verringerte Verfehlung soll getilgt werden. Bhūtas, Pretas, Piśācas, Kūṣmāṇḍas, Grahas und Rākṣasas …

28.RAM.19: … fliehen durch die Kraft des Mantrarāja schon aus der Ferne. Unreinheit, Vermischung im Sinne der damaligen Reinheitsordnung und jede Art von Befleckung …

28.RAM.20: … sollen durch seine Anrufung vergehen; ebenso Verfehlungen gegen Brahmacarya und gegen die übernommenen Regeln …

28.RAM.21: … bei Frauen und Männern. Er ist friedvoll, heiter, Wünsche gewährend, frei von Zorn und liebevoll zu seinen Verehrern.

28.RAM.22: In den Welten gibt es keinen Mantra, der dem Mantrarāja gleichkommt: Den von Wünschen Bewegten gewährt er Genuss, den Wunschlosen Befreiung.

28.RAM.23: Menschen, die beides wünschen, gewährt er Genuss und Befreiung. Der auf Erden Gegenwärtige „gibt das Erwünschte“ oder „strahlt auf Erden“. [Der letzte Halbvers beginnt Wortdeutungen des Namens Rāma über rā, „geben“, beziehungsweise rāj, „strahlen“.]

Unnummerierte Fortsetzung: Oder der Name wird damit erklärt, dass durch ihn die Rākṣasas überall dem Tod entgegengehen. [Die zweite Vershälfte fehlt im Druck; der Verfasser bricht die Reihe mit „und so weiter“ ab.]

Überleitung: Diese Beschreibung der Wirkkraft des sechsgliedrigen Mantras gilt nach ausdrücklicher Bemerkung des Verfassers allgemein für sämtliche Rāma-Mantras. Nun werden, beginnend mit dem einsilbigen, alle Mantras der Reihe nach entschlüsselt.

Das einsilbige Rāma-Bīja im Śrī-Skandayāmala

28.RSK.1: Auf dem Feuerlaut liegt die Ruhestatt Viṣṇus, geschmückt mit dem Halbmond. Dies wird als der einsilbige, vorzügliche Mantra gelehrt, der den Mantrarāja erfreut. [Das letzte Kompositum ist im Druck ungewöhnlich.]

Prosaauflösung: Feuer ist r. Viṣṇus Ruhestatt ist Ananta und bezeichnet ā. Der Halbmond ist Anusvāra. Daraus ergibt sich rāṃ.

28.RSK.2: „Der Laut r ist das Feuer und bin ich selbst; Viṣṇu ist der Mond und wird m genannt. Zwischen uns beiden steht Brahmā, die Sonne, bezeichnet durch den Laut ā.“

28.RSK.3: Indem alle diese Lichter vereint werden, trägt der alldurchdringende Raum selbst, als Nāda, den höchsten Herrn als reines Sein. [Die Wortfolge śroṇyākāśa sowie der Abschluss vāmevaṃ sind in der Vorlage sprachlich unklar; die Übersetzung gibt den erkennbaren Sinn, ohne eine sichere Rekonstruktion des beschädigten Satzes zu behaupten.]

Verfahren des einsilbigen Mantras nach dem Sārasaṅgraha

28.REK.1: Es wird die „Mūrti-Pañjara“ genannte Zuordnung der göttlichen Gestalten vollzogen. Seher ist Brahmā, Versmaß Gāyatrī und Gottheit Rāma.

Unnummerierter Halbvers mit Glosse: Die Glieder werden durch das Feuerwesen des Mantras, verbunden mit langen Vokalen und Halbmond, gebildet. „Feuerwesen“ bedeutet den Laut r.

28.REK.2: Am Ufer der Sarayū, auf einem Lotussitz auf einer Plattform beim Mandāra-Baum, sitzt der dunkel schimmernde Rāma im Vīrāsana, geschmückt mit der Geste der Erkenntnis.

28.REK.3: Seine linke Hand liegt auf dem linken Oberschenkel. Sītā und Lakṣmaṇa begleiten ihn. Von unermesslichem Glanz, schaut er das Selbst im Selbst.

28.REK.4: Wer allein Befreiung ersehnt, betrachtet den höchsten Ātman dagegen wie reinen Kristall. Der Mantra wird zwölfmal einhunderttausend wiederholt. Glosse: Bhānulakṣa bedeutet ausdrücklich zwölf Lakh, also 1.200.000. [Die Fußnote bietet für kevalaṃ die Lesart kavalī.]

28.RKU.1: „Der Feuerlaut, versehen mit Nārāyaṇa, und auch das für sich stehende Bauchfeuer; Seher und die übrigen Zuordnungen entsprechen dem einsilbigen Mantra, und mit dem ersten werden die sechs Glieder gebildet.“ Glosse: „Für sich stehend“ bedeutet das Fehlen des langen Vokals, nicht einen bloßen Konsonanten. [Die Stelle führt eine kurze Lautvariante ein, schreibt sie aber in der Prosa nicht als eindeutige vollständige Formel aus; insbesondere jāṭhara bleibt eine verschlüsselte Lautbezeichnung.]

Rāma-Mantras mit zwei, vier, fünf und sechs Lautgliedern

28.RDV.1: Der zweigliedrige Mantrarāja erhält durch die Voranstellung von Tārā, Māyā, Ramā, Anaṅga, Vāc oder dem eigenen Bīja sechs Formen; sie werden als alle erwünschten Früchte gebend gepriesen.

Glosse: Tārā bedeutet Praṇava, Māyā das Bhuvaneśvarī-Bīja, Ramā das Śrī-Bīja, Anaṅga das Kāma-Bīja, Vāc das Vāṇī-Bīja und „das eigene“ das bereits erklärte Rāma-Bīja. Die hier erläuterten Bījas sind somit oṃ, hrīṃ, śrīṃ, klīṃ, aiṃ und rāṃ. Der folgende Vers nimmt den zweigliedrigen Namen rāma selbst als Ausgangsform.

28.RDV.2: Durch die Endungen candra und bhadra wird der zweigliedrige Name zu zwei viergliedrigen Formen: rāmacandra und rāmabhadra. Die Kundigen entnehmen Seher und die übrigen Zuordnungen dem zuvor Gesagten.

Unnummerierte Lautableitung: „R und m, beide mit Pratiṣṭhā, dazu Vāyu und Herz“ bilden den fünfgliedrigen Mantra. Pratiṣṭhā bezeichnet ā, r und m sind die beiden Konsonanten, Vāyu bezeichnet y und „Herz“ namaḥ. Daraus ergibt sich rāmāya namaḥ.

28.RDV.3: Seher ist Viśvāmitra, Versmaß Paṅkti und Gottheit Rāmabhadra. Bīja und Śakti sind der Reihe nach der erste Laut und die Verneigungsformel.

28.RDV.4: Der Mantra wird zwischen den Brauen, im Herzen, am Nabel, an der Geschlechtsregion und an den Füßen zugeordnet. Die sechs Glieder werden wie zuvor oder mit den Mantralauten gebildet; der ganze Mantra dient zur Gliederzuordnung. [Die genaue Verbindung der beiden letzten Möglichkeiten bleibt in der knappen Verssyntax offen.]

28.RDV.5: Inmitten eines Waldes, am Fuß des Wunschbaumes, sitzt er auf einem Sitz aus Blütenranken. Lakṣmaṇa ordnet den Köcher und die Pfeile an seiner linken Schulter.

28.RDV.6: Der Herr schaut zu Jānakī, die ihm Luft zufächelt; sein Kopf glänzt unter dem aufgetürmten Flechtenhaar. Dunkel schimmernd, ist er von Scharen der Weisen umgeben.

28.RDV.7: Oder er wird auf dem Puṣpaka-Fahrzeug betrachtet, während Lakṣmaṇa den Schirm hält: der friedvolle Bezwinger des zehnköpfigen Rāvaṇa, begleitet von Sugrīva und Vibhīṣaṇa.

Unnummerierter Halbvers: Besonders wer Sieg wünscht, soll einhunderttausend Wiederholungen pro Mantraglied vollziehen. [Die zweite Hälfte fehlt im Druck.]

28.RDV.8: Der fünfgliedrige Mantra wird durch Voranstellung des eigenen Bījas, von Kāma, Śakti, Vāc, Lakṣmī oder Tārā zu sechs verschiedenen sechsgliedrigen Formen, denen die Gewährung der vier Lebensziele zugeschrieben wird.

28.RDV.9: Weitere Formen entstehen durch die Voranstellung jedes einzelnen der fünfzig Mātṛkā-Laute und außerdem durch Lakṣmī-, Vāc-, Manmatha-Bīja oder Tārā.

28.RDV.10: Der genannte viergliedrige Mantra wird auch dann sechsgliedrig, wenn er jeweils am Anfang und Ende von einem der Bījas der Śrī, Māyā oder Manmatha umschlossen wird; er soll das Gewünschte gewähren.

Unnummerierte Ergänzung: Er kann mit svāhā, huṃ phaṭ oder der Verneigungsformel enden. [Die zweite Vershälfte fehlt.]

Die ausdrückliche Variantenrechnung des Kommentars: Ausgangspunkt sind die beiden viergliedrigen Formen Rāmabhadra und Rāmacandra. Je ein Mātṛkā-Laut und ein Bīja werden vorangestellt. Die Quelle beginnt mit śrīṃ aṃ rāmacandra, śrīṃ āṃ rāmacandra und so fort: fünfzig Formen. Ebenso gibt es fünfzig mit dem Vāṇī-Bīja, fünfzig mit Kāma-Bīja und fünfzig mit Tārā, zusammen zweihundert. Dieselben Reihen werden mit Rāmabhadra gebildet, beginnend śrīṃ aṃ rāmabhadra; damit werden vierhundert Formen gezählt.

Bestätigendes Zitat des Agastya

28.RAG.1: Rā ist der einsilbige Mantra; Rāma ein weiterer. Durch candra beziehungsweise bhadra am Ende wird dieser wiederum unterteilt. [Der zitierte Halbvers druckt rā; die oben erläuterte Bindu-Form rāṃ wird hier nicht stillschweigend eingesetzt. Die Quellenklammer verweist abgekürzt auf „Adhyātma“.]

28.RAG.2: Die fünfzig Mātṛkā-Mantralaute werden jeweils einzeln vorangestellt; dazu kommen Lakṣmī-, Vāc- und Manmatha-Bīja, und überall auch der Praṇava am Anfang. [Die zitierte Formulierung und die vorhergehende Rechnung sind nicht völlig deckungsgleich; beide bleiben erhalten.]

Weitere Rechnung in der Prosa: Die zuvor genannten sechs, auf namaḥ endenden Formen können auch sechsmal auf svāhā und sechsmal auf huṃ phaṭ enden. Das ergibt achtzehn Varianten. Zusammen mit vierhundert nennt die Quelle 418 sechsgliedrige Formen, die aus den vier- und fünfgliedrigen Ausgangsformen entstehen. Diese Zahl wird als Quellenangabe übernommen; die unterschiedlichen Bildungsschritte werden nicht ohne Beleg zu einem neuen System korrigiert.

28.RAG.3: Als Seher werden in der entsprechenden Reihenfolge Brahmā, Saṃmohana, Śakti, Dakṣiṇāmūrti, Agastya und Śrī Śiva genannt.

28.RAG.4: Das Versmaß heißt Gāyatrī, Gottheit ist Śrī Rāma. Wahlweise gilt bei den mit dem Kāma-Bīja beginnenden Formen Viśvāmitra als Seher.

28.RAG.5: Dann wird das Versmaß als Devī-Gāyatrī und die Gottheit als Rāmabhadra bezeichnet. Bīja und Śakti sind wie zuvor; die sechs Laute werden zugeordnet.

Ausführliche Seherzuordnung des Kommentars:

Gruppe nach der Druckangabe Seher
102 mit Śrī-Bīja verbundene Formen Agastya oder Viśvāmitra
102 mit Kāma-Bīja verbundene Formen Saṃmohana oder Viśvāmitra
Mit Vāṇī-Bīja verbundene Formen, entsprechend dem Vorigen Dakṣiṇāmūrti oder Viśvāmitra
Mit Tārā beginnende Formen; im Druck eingeklammert Śiva oder Viśvāmitra
Mit dem eigenen Rāma-Bīja verbundene Formen ausschließlich Brahmā
Mit Māyā verbundene zweihundert Formen, so der gedruckte Wortlaut ausschließlich Śakti
Sechs auf svāhā und sechs auf huṃ phaṭ endende Formen ausschließlich Viśvāmitra

Am Ende nennt der Kommentar insgesamt „einhundertzwölf Mantras“ für Viśvāmitra. Die Angaben 200, 102, 112 und zuvor 418 stehen in einem nicht durchgehend erklärten Verhältnis; sie werden hier quellentreu nebeneinander dokumentiert und nicht rechnerisch zurechtgesetzt.

Weitere Fußnoten des Druckes: Zum Dhyāna wird eine schwer verständliche Lesart mit praguṇitalakṣmaṇaḥ koṣeṇa aus ka und ga überliefert. Statt vibhidyate in Agastya 1 liest kha vibhajyate. Zu Agastya 2 bietet kha „die Mātṛkā-Laute, jeder mit vorangestelltem Rāma“; diese abweichende Reihenfolge bleibt als Variante sichtbar.

28.RAG.6: Die Zuordnung erfolgt am Brahmarandhra, zwischen den Brauen, im Herzen, am Nabel, an der Geschlechtsregion und an den Füßen. Die sechs Glieder werden mit Bījas in Verbindung mit sechs langen Vokalen oder mit den Mantralauten gebildet.

28.RAG.7: Am Fuß des Wunschbaumes, in einem goldenen Pavillon, im Puṣpaka genannten himmlischen Fahrzeug mit seinem Löwenthron …

28.RAG.8: … wird die Gottheit auf einem achtblättrigen Lotus betrachtet, wie ein Saphir leuchtend, im Vīrāsana sitzend und mit der Geste der erklärenden Unterweisung geschmückt.

28.RAG.9: Die linke Hand liegt auf dem linken Oberschenkel; Sītā und Lakṣmaṇa begleiten ihn. Er trägt allen Schmuck. Der Mantra wird einhunderttausendmal pro Lautglied wiederholt. Glosse: Hier sind sechshunderttausend gemeint.

28.RAG.10: Rāma mit den Endungen candra oder bhadra, jeweils im Dativ und mit namaḥ, ergibt zwei Formen; durch Voranstellung von Tārā und den übrigen Bījas werden sie zu achtgliedrigen Mantras.

Ausführliche Erklärung: Die beiden Ausgangsformen sind rāmacandrāya namaḥ und rāmabhadrāya namaḥ, jeweils siebengliedrig. Durch jedes der sechs bereits genannten Bījas entstehen insgesamt zwölf achtgliedrige Formen. Ein weiterer Halbvers erklärt, dass derselbe Mantra auch neungliedrig wird, wenn Tārā und die übrigen Bījas am Anfang und Ende stehen. Die Prosa präzisiert: Jede der beiden siebengliedrigen Formen wird jeweils von einem der sechs Bījas beidseitig umschlossen; so entstehen zwölf neungliedrige Varianten.

28.RAG.11: Tārā, Rāma im Dativ, Zorn, Waffe und Feuers Gemahlin bilden einen weiteren achtgliedrigen Mantra. Seher und die übrigen Zuordnungen entsprechen dem sechsgliedrigen. Glosse: Zorn ist huṃ, Waffe phaṭ und Feuers Gemahlin svāhā. Somit lautet die Folge oṃ rāmāya huṃ phaṭ svāhā.

Śivomā-Rāma: Rāma in Einheit mit Śiva und Umā

28.RAG.12: Guṇa-Bīja, Māyā, „Herz“, rāmāya und erneut Māyā bilden den achtgliedrigen Śivomā-Rāma-Mantra, der das eigene Gut gewährt.

Glosse: Guṇa-Bīja ist Praṇava, Māyā das Bhuvaneśī-Bīja und „Herz“ namaḥ. „Das eigene Gut gewährend“ wird als „Genuss und Befreiung gewährend“ erklärt. Die Folge lautet oṃ hrīṃ namo rāmāya hrīṃ.

28.RAG.13: Seher ist Sadāśiva, Versmaß Gāyatrī und Gottheit Śivomā-Rāmacandra.

Unnummerierter Halbvers und Ausführungsprosa: Die Glieder werden mit Māyā in langen Vokalformen gebildet, verbunden mit Tārā und dem fünfgliedrigen Mantra. Die Prosa schreibt oṃ namo rāmāya hāṃ hṛdayāya namaḥ sowie oṃ namo rāmāya hīṃ śirase … und so weiter. [In diesen Beispielen ist die Konsonantenverbindung hr nicht gedruckt; die Formen hāṃ und hīṃ werden deshalb nicht stillschweigend zu hrāṃ und hrīṃ geändert.]

28.RAG.14: Wir verehren Rāma mit drei Augen, mit dem Halbmond geschmückt und dem Dreizack versehen, den Erhabenen mit verfilzten Haaren, dessen ganzer Körper mit Asche bestäubt ist.

28.RAG.15: Die von Rāma geliebte, entzückende Göttin, Vollendung aller Schönheit, wird mit dem Mond als Schmuck und drei Augen betrachtet; sie trägt Schlinge, Haken, Bogen und Pfeile.

28.RAG.16: Bei dieser Meditation wird der Mantra einhunderttausendmal pro Lautglied wiederholt. Das Feueropfer besteht aus Bilva-Blättern, Früchten, Blüten, Sesam oder Lotusblumen, jeweils mit den drei süßen Stoffen benetzt. Glosse: Als ergänzend mitzulesende Opferzahl wird ein Zehntel der Wiederholungen genannt; beim achtgliedrigen Mantra sind dies 80.000 nach 800.000 Wiederholungen.

Der zehngliedrige Jānakīvallabha-Mantra

28.RAG.17: Jānakīvallabha im Dativ, mit huṃ am Anfang und svāhā am Ende, bildet den zehngliedrigen Mantra: huṃ jānakīvallabhāya svāhā. Seher ist Vasiṣṭha, das Versmaß Svarāṭ.

28.RAG.18: Gottheit ist Rāma, der Sītās Hand in der Vermählung ergriffen hat. Als Bīja wird āṃ, als Śakti dviṭha genannt; die Glieder werden mit Kāma gebildet. Glosse: Dviṭha bedeutet svāhā; beim Kāma-Bīja werden die sechs langen Vokale verwendet. [Das als Bīja bezeichnete āṃ wird vom einleitenden huṃ des Mantras unterschieden.]

28.RAG.19: Die zehn Mantralaute werden auf Kopf, Stirn, Brauenzwischenraum, Gaumen, Kehle, Herz, Nabel, Geschlechtsregion, Knie und Füße verteilt.

28.RAG.20: In Ayodhyā, in einem mit Edelsteinen geschmückten goldenen Pavillon, dessen Baldachin mit Mandāra-Blüten glänzt und den Festbögen schmücken …

28.RAG.21: … sitzt Rāghava auf einem Löwenthron auf dem Puṣpaka. Glückverheißende Rākṣasas, Affen und Götter in himmlischen Fahrzeugen …

28.RAG.22: … sowie Weise preisen ihn; die Planetengottheiten dienen ihm. Sītā schmückt seine linke Seite, Lakṣmaṇa verschönt seine Gegenwart.

28.RAG.23: Dunkel schimmernd, mit heiterem Antlitz und allem Schmuck versehen, wird er betrachtet. Bei ungeteilter Aufmerksamkeit folgt einhunderttausendmalige Wiederholung pro Lautglied. Glosse: Dies ergibt eine Million.

Der Mantra des bogentragenden Rāma

28.RAG.24: Rāma im Dativ, danach dhanuṣpāṇaye und abschließend dviṭha bilden den zehngliedrigen Mantra: rāmāya dhanuṣpāṇaye svāhā. Seher ist Brahmā, als Versmaß wird Virāṭ genannt. [Die Erläuterung setzt sich auf der nächsten Seite fort.]

Fußnoten der Seite: Die Handschrift kha bietet die kurzen Varianten samaṃ, samārūḍhaḥ und sad; sie betreffen lokale Formen im Dhyāna und dessen Versanschlüssen, ohne eine zusätzliche Mantraformel zu bilden.

28.RAG.25: … lautet das Versmaß. Gottheit ist Rāma, der Bezwinger der Rākṣasas. Der erste Laut ist Bīja, dviṭha ist Śakti; die Glieder werden damit wie zuvor gebildet. Glosse: Mit „erster Laut“ ist rāṃ gemeint, mit der Gliederbildung das zuvor verwendete Kāma-Bīja.

28.RAG.26: Lautzuordnung, Meditation und Puraścaraṇa erfolgen wie beim vorigen zehngliedrigen Mantra. Die Gottheit wird mit Bogen und Pfeilen betrachtet.

28.RAG.27: Oṃ, „Herz“, bhagavate und Rāmacandra beziehungsweise Rāmabhadra im Dativ bilden zwei zwölfgliedrige Mantras. Seher, Meditation und alles Weitere sind wie zuvor. Glosse: „Wie zuvor“ bezieht sich auf den zehngliedrigen Mantra. Die beiden Formeln lauten oṃ namo bhagavate rāmacandrāya und oṃ namo bhagavate rāmabhadrāya.

Der dreizehngliedrige Rāma-Jaya-Mantra

28.RAG.28: Dreimal der Name Rāma, mit śrī am Anfang und jaya dazwischen, bildet den dreizehngliedrigen, alle Wünsche gewährenden Mantra. Seher und die übrigen Zuordnungen bleiben wie zuvor.

Ausdrückliche Druckformel: śrīrāma jaya rāma jaya rāma jaya. Der Druck fügt die Zahl 13 an. Die Reihenfolge wird genau beibehalten; sie wird nicht durch eine verbreitete, anders angeordnete Jaya-Rāma-Formel ersetzt.

28.RAG.29: Die drei Wortgruppen werden zweimal für die Gliederzuordnung verwendet; die Meditation entspricht der beim zehngliedrigen Mantra. Sodann beginnt der nächste Mantra: Tārā, „Herz“, bhagavate, Rāma im Dativ und mahā …

Der achtzehngliedrige Mahāpuruṣa-Mantra

28.RAG.30: … gefolgt von puruṣāya und abschließend „Herz“ ergeben achtzehn Lautglieder. Seher ist Viśvāmitra, Versmaß Gāyatrī …

28.RAG.31: … und Gottheit Rāmabhadra, der Bezwinger des zehnköpfigen Rāvaṇa. Tārā ist Bīja, namaḥ ist Śakti. Danach werden die sechs Glieder gebildet.

Aus den Versen erläuterte Formel: oṃ namo bhagavate rāmāya mahāpuruṣāya namaḥ.

28.RAG.32: Zuerst steht der Grundmantra, danach folgen Kosalendra, Satyasandha, Rāvaṇāntaka und Sarvalokahita …

Unnummerierte Fortsetzung: … sowie Svāduprasannavadana, jeweils im Dativ und mit namaḥ. Die anschließende Prosa ordnet sie ausdrücklich zu:

Formel Körperglied und Bedeutung
Grundmantra Herz
kosalendrāya namaḥ Kopf; dem Herrn von Kosala
satyasandhāya namaḥ Scheitelhaarlocke; dem seinem Wahrheitsversprechen Treuen
rāvaṇāntakāya namaḥ Panzer; dem Bezwinger Rāvaṇas
sarvalokahitāya namaḥ Augen; dem Wohl aller Welten Dienenden
svāduprasannavadanāya namaḥ Waffe; dem mit lieblichem, heiterem Antlitz

28.RAG.33: Im lieblichen Hain bei Nandigrāma, den Bharatas Wohnstätte auszeichnet, geschmückt mit duftenden Blumen und Scharen von Verehrern …

28.RAG.34: … erklingen Niśāna-, Bherī- und Paṭaha-Trommeln, Muschelhörner und weitere Instrumente; ringsum wird getanzt, und Sieges- und Segensrufe ertönen.

28.RAG.35: Der Ort duftet nach Sandelholz, weiteren im Druck undeutlich verbundenen Duftstoffen, Uśīra, Kampfer und Agaru; ein Wind trägt die Wohlgerüche vielerlei Blüten herbei.

28.RAG.36: Singende Frauen der Götter und Gandharvas schmücken ihn. Rāghava sitzt dort auf dem Löwenthron auf dem Puṣpaka …

28.RAG.37: … mit Saumitri, also Lakṣmaṇa, und Sītā, geschmückt mit einer Krone aus Flechtenhaar. Dunkel schimmernd, trägt er Bogen und Pfeile; Sugrīva und Vibhīṣaṇa begleiten ihn.

28.RAG.38: Er kehrt nach der Tötung Rāvaṇas zurück und hat die drei Welten beschützt. Während Rāmacandra so im Herzen meditiert wird, werden eine Million Wiederholungen vollzogen.

Eingeklammerter Hinweis: Feueropfer, Verehrung, Anwendungen und alles Weitere werden wie beim sechsgliedrigen Mantra verstanden.

Der zweiunddreißiggliedrige Rāmabhadra-Mantra in Versform

28.RAG.39: Rāmabhadra, Maheṣvāsa, Raghuvīra, Nṛpottama, Daśāsyāntaka und danach māṃ …

Unnummerierte Fortsetzung: … rakṣa, dehi, dāpaya me priyam. Die verschlüsselte Zwischenform wird in der Prosa durch „Feuer bedeutet r“ erklärt. Es handelt sich ausdrücklich um einen Mantra in Śloka-Form:

rāmabhadra maheṣvāsa raghuvīra nṛpottama |
daśāsyāntaka māṃ rakṣa dehi dāpaya me priyam ||

„Rāmabhadra, großer Bogenschütze, Held des Raghu-Geschlechts, bester König! Bezwinger des Zehnköpfigen, beschütze mich; gib und lass mir das Erwünschte zukommen!“ [Die spätere Gliederprosa liest am Schluss dhiyam, „Erkenntnis“, statt priyam, „das Erwünschte“. Beide Lesarten bleiben kenntlich.]

28.RAG.40: Der Mantra hat zweiunddreißig Lautglieder. Seher ist Viśvāmitra, Versmaß Anuṣṭubh und Gottheit Rāmabhadra.

Unnummerierte Gliederlehre mit Erläuterung: Die sechs Gruppen umfassen vier, vier, vier, vier, acht und acht Laute. Die Prosa erklärt die Zahlwörter Karaṇa, Veda und Ozean jeweils als vier, Vasu als acht, und ordnet zu:

Mantraabschnitt Glied
rāmabhadra Herz
maheṣvāsa Kopf
raghuvīra Scheitelhaarlocke
nṛpottama Panzer
daśāsyāntaka māṃ rakṣa Augen
dehi dāpaya me dhiyam Waffe; hier die erwähnte Lesart dhiyam

28.RAG.41: Die Mantralaute werden auf Scheitel, Stirn, beide Augen, beide Ohren und Wangen samt Nase sowie auf Mund, die beiderseitigen Armgelenke, Brust, Herz und Nabelbereich …

28.RAG.42: … ferner auf Hüfte, Geschlechtsorgan, Seiten und Beingelenke verteilt. Auch hier gilt die zuvor gelehrte Meditation; gesammelt werden dreihunderttausend Wiederholungen vollzogen.

Ergänzende Glosse zur Körperzuordnung: Für beide Augen und beide Wangen werden jeweils zwei Laute angesetzt, entsprechend der Zweizahl und den Paarbezeichnungen. Die Gelenke von Armen und Beinen werden als sechzehn gezählt.

28.RAG.43: Wer den Mantra um materiellen Wohlstand wiederholt, kann Rāma auch gelbfarben betrachten. Sodann beginnt ein weiterer Mantra: Tārā, „Herz“, bhagavate und Raghunandana im Dativ …

Der siebenundvierziggliedrige Rāma-Mālā-Mantra

28.RAG.44: … ebenso Rakṣoghnaviśada; danach madhuraprasannavadana im Dativ und amit atejase in zusammengehöriger Wortform, „dem von unermesslichem Glanz“.

28.RAG.45: Bala und Rāma im Dativ, Viṣṇu im Dativ und die Verneigung schließen sich an. So wird der Mālā-Mantra mit siebenundvierzig Lautgliedern gelehrt.

Glosse und Lesefolge: Vor amit atejase, geschrieben amitatejase, darf ausdrücklich keine Verschmelzung mit dem vorausgehenden Wort erfolgen, weil sonst die Silbenzahl nicht stimmt. Die angegebene Folge lautet: oṃ namo bhagavate raghunandanāya rakṣoghnaviśadāya madhuraprasannavadanāya amitatejase balāya rāmāya viṣṇave namaḥ. [Das seltene Epitheton rakṣoghnaviśada ist im Druck eng und undeutlich gesetzt; seine Lesung wird beibehalten, ohne es durch ein vertrauteres Wort zu ersetzen.]

28.RAG.46: Seher ist Pitāmaha, also Brahmā, Versmaß Anuṣṭubh und Gottheit der zum König gesalbte Rāma. Bīja und Śakti sind wie zuvor. Glosse: Gemeint sind Tārā und die Verneigungsformel.

Unnummerierte Gliederlehre: Die sechs Lautgruppen umfassen sieben, sechs, sieben, zehn, sechs und elf Glieder, insgesamt siebenundvierzig. Die Prosa ordnet zu:

Mantraabschnitt Körperglied
oṃ namo bhagavate Herz
raghunandanāya Kopf
rakṣoghnaviśadāya Scheitelhaarlocke
madhuraprasannavadanāya Panzer
amitatejase Augen
balāya rāmāya viṣṇave namaḥ Waffe

28.RAG.47: Die Laute werden auf Kopf, Gesichtsumkreis, Brauenzwischenraum, beide Augen, beide Ohren, beide Nasenöffnungen, Wangen und Lippen …

28.RAG.48: … die beiden Zahnreihen und den Mundbereich, auf Gelenke und Enden der Arme und Beine, auf Kehle, Herz, beide Brustseiten, Körperseiten und Rücken …

28.RAG.49: … Bauch, Nabelbereich und Geschlechtsregion verteilt. Die Meditation entspricht der beim zehngliedrigen Mantra; einhunderttausend Wiederholungen werden vollzogen.

28.RAG.50: Als Opferstoffe werden Bilva-Blüten, -Blätter oder -Früchte mit den drei süßen Stoffen, entsprechend gesüßter Milchreis oder Lotusblumen genannt …

28.RAG.51: … für ein Feueropfer von einem Zehntel der Wiederholungen; ebenso wird überall Tarpana vollzogen. Anschließend wird ein sechsgliedriger Sītā-Mantra gebildet: Ramā, Sītā im Dativ und svāhā, also śrīṃ sītāyai svāhā.

Sītā, Lakṣmaṇa und Rāmas weitere Brüder

28.RAG.52: Dieser Sītā-Mantra kann selbständig oder als ergänzendes Glied dienen. Seher ist Janaka, Versmaß Gāyatrī …

28.RAG.53: … und Gottheit die erhabene Sītā. Das Śrī-Bīja ist Bīja, der Abschluss svāhā ist Śakti. Die sechs Glieder werden mit ihrem Bīja in Verbindung mit langen Vokalen gebildet.

28.RAG.54: Sie wird auf dem Vaiṣṇava-Sitz verehrt: goldglänzend, mit einem Lotus in der Hand, an Rāghavas Seite und ganz in den Anblick Rāmas versunken.

28.RAG.55: Einhunderttausend Wiederholungen pro Lautglied werden genannt; danach wird das Erwünschte angestrebt. Es folgt der Lakṣmaṇa-Mantra: Der vor r stehende Alphabetlaut, mit Bindu versehen, wird mit Lakṣmaṇa verbunden …

28.RAG.56: … im Dativ und mit namaḥ. Seher ist Agastya, Versmaß Gāyatrī.

28.RAG.57: Gottheit ist Lakṣmaṇa; laṃ ist Bīja, namaḥ ist Śakti. Die Zweckbestimmung gilt den vier menschlichen Lebenszielen. Glosse: „Der vor r stehende Laut“ wird ausdrücklich als l erklärt. Die Formel lautet damit laṃ lakṣmaṇāya namaḥ. [Diese quelleninterne Erklärung der Lautfolge wird unverändert wiedergegeben.]

28.RAG.58: Er ist zweiarmig, sein schöner Körper glänzt wie Gold, seine Augen gleichen Lotusblüten. Bogen und Pfeile trägt er in den Händen; sein Geist ist ganz dem Dienst an Rāma hingegeben.

28.RAG.59: Die Verehrung erfolgt auf dem Vaiṣṇava-Sitz, ohne die gesonderten Glieder- und Umfassungsverehrungen. Als Puraścaraṇa werden siebenhunderttausend Wiederholungen genannt; danach werden die Vollendungen angestrebt.

28.RAG.60: Dasselbe Verfahren gilt für Bharata und Śatrughna. Ihre Verehrung kann am Anfang oder am Ende der Rāghava-Pūjā stehen …

28.RAG.61: … und soll auch von denen vollzogen werden, die Genuss und Befreiung wünschen. „O Schöne“, sagt der Text, „sie wurden als ergänzende Glieder, aber auch als selbständige Hauptgottheiten gelehrt.“

Die Rāma-Gāyatrī

28.RAG.62: Zuerst werden dāśarathāya und vidmahe gesprochen; danach sītā und vallabhāya …

28.RAG.63: … gefolgt von dhīmahi, tan no, rāmaḥ und pracodayāt. Dies ist die Rāma-Gāyatrī, die den Verehrern Genuss und Befreiung gewährt:

dāśarathāya vidmahe sītāvallabhāya dhīmahi tan no rāmaḥ pracodayāt.
„Mögen wir den Sohn Daśarathas erkennen; über den Geliebten Sītās meditieren wir. Möge Rāma unseren Geist anregen.“ [Der Grundvers nennt kein vorangestelltes oṃ; entsprechende Vorsilben werden erst in Vers 66 behandelt.]

28.RAG.64: Zehn Wiederholungen sollen die seit der Geburt angesammelte Verfehlung tilgen; einhundert oder eintausend werden für früher begangenes Unrecht genannt.

28.RAG.65: Ihr Puraścaraṇa umfasst vierhunderttausend Wiederholungen. Alle Verrichtungen der Verehrung und die weiteren Handlungen erfolgen wie zuvor.

28.RAG.66: Mit Tārā am Anfang soll diese Gāyatrī Befreiung gewähren; mit Māyā Gelehrsamkeit und mit Ramā höchsten Wohlstand …

28.RAG.67: … mit Madana dagegen soll sie die Welt bezaubern. Rāma, mit ihr verehrt, gewährt nach Aussage des Textes alles Erwünschte. [Die Druckklammer beginnt innerhalb von Vers 66 und endet hier.]

Die zehn Umfassungen der Rāma-Verehrung

28.RAG.68: Auf dem Vaiṣṇava-Sitz wird mit dem Grundmantra die Gestalt gebildet und verehrt. Sītā an seiner Seite wird mit śrīṃ sītāyai svāhā verehrt. Glosse: Die Seite ist links, entsprechend der Aussage „an der linken Seite sitzend“.

28.RAG.69: Vor der rechten Ecke wird Lakṣmaṇa als Gefährte verehrt; links vom Dreieck der Śārṅga-Bogen, rechts die Pfeile. Glosse: Links und rechts bedeutet jeweils etwas nach vorn versetzt. Der Sārasaṅgraha wird zitiert: „An den beiden vorderen Seiten Bogen und Pfeile, außerhalb davon die Glieder.“

28.RAG.70: Die sechs Glieder werden an den Staubfäden verehrt: im Südosten, Nordosten, Südwesten und Nordwesten, in der Mitte und im Richtungsbereich. Dies heißt die erste Umfassung. [Die knappe Schlussangabe dikṣu wird in der folgenden Ausführungsprosa weiter entfaltet.]

28.RAG.71: Die zweite besteht aus vier Ātman-Gestalten samt ihren Śaktis: Ātman, Antarātman, als dritter Paramātman …

28.RAG.72: … und Jñānātman auf den Blättern der Hauptrichtungen. Auf den Blättern der Zwischenrichtungen, beginnend im Südosten, folgen Nivṛtti, Pratiṣṭhā, Vidyā und Śānti.

28.RAG.73: Die dritte Umfassung befindet sich in den Blattmitten und besteht aus Vāsudeva, Saṃkarṣaṇa, Pradyumna und Aniruddha …

28.RAG.74: … sowie Śrī, Śānti, Prīti und Rati. „O Geliebte“, sie werden in der Reihenfolge von Haupt- und Zwischenrichtungen mit Duftstoffen, Blüten und den weiteren Gaben verehrt.

28.RAG.75: Die vierte Umfassung liegt an den Blattspitzen, beginnend im Osten: Hanumān, Sugrīva, Bharata, Vibhīṣaṇa …

28.RAG.76: … Lakṣmaṇa, Aṅgada, Śatrughna und Jāmbavān. Vor der Gottheit wird außerdem Āñjaneya, also Hanumān, beim Vorlesen aus einem Buch dargestellt.

28.RAG.77: Rechts und links stehen Bharata und Śatrughna mit Yakschweifwedeln; hinter der Gottheit hält Lakṣmaṇa mit beiden Händen den Schirm.

28.RAG.78: Die Minister werden, im Osten beginnend, mit gefalteten Händen verehrt: Sṛṣṭi, Jayanta, Vijaya, Surāṣṭra, Rāṣṭravardhana …

28.RAG.79: … Akopa, Dharmapāla und Sumantra. Danach beginnt die Reihe der Weisen: Vasiṣṭha, Vāmadeva, Jābāli, Gautama …

28.RAG.80: … Bharadvāja, Kaśyapa, Kauśika, Vālmīki, Nārada, Sanaka, Sanātana …

28.RAG.81: … und Sanatkumāra auf dem zwölfgeteilten Kreis. Auf der nächsten Reihe folgen Nīla, Nala, Suṣeṇa, Mainda, Śarabha …

28.RAG.82: … Dvivida, Candana, Gavākṣa, Krone, Ohrring, Śrīvatsa, Kaustubha, Muschel, Diskus, Keule und Lotus.

28.RAG.83: Diese werden auf dem sechzehnblättrigen Lotus im Osten beginnend verehrt; die personhaften Gestalten haben gefaltete Hände. Anschließend beginnt die Reihe der Vasus: Dhruva, Dhara, Soma, Āpas, Anila, Anala …

28.RAG.84: … Pratyūṣa und Prabhāsa, insgesamt acht. Die Rudras beginnen mit Vīrabhadra, Śambhu und dem hochberühmten Girīśa …

28.RAG.85: … Ajaikapād, Ahirbudhnya, dem unbesiegbaren Pinākin, Bhuvanādhīśvara, Kapālin, Diśāṃpati …

28.RAG.86: … Sthāṇu und dem erhabenen Bhaga: Das sind die elf Rudras. Danach folgen die Ādityas Varuṇa, Sūrya, Vedāṅga, Bhānu, Indra und Ravi …

28.RAG.87: … Gabhasti, Yama, Svarṇaretas, Divākara, Mitra und Viṣṇu, insgesamt zwölf in dieser Reihenfolge.

28.RAG.88: Abschließend kommt Dhātṛ hinzu; so sind zweiunddreißig genannt. Diese achte Umfassung mit Dhruva und den folgenden Gottheiten liegt auf dem zweiunddreißigblättrigen Lotus. [Acht Vasus, elf Rudras, zwölf Ādityas und Dhātṛ ergeben 32. Eine Fußnote erklärt ausdrücklich, dass mahāyaśas, aparājita und bhagavān lediglich Beinamen sind, keine zusätzlichen Rudras.]

28.RAG.89: Auf dem äußeren Bhūpura wird die neunte Umfassung mit Indra und den weiteren Welthütern verehrt. Die zehnte besteht aus deren Waffen, Donnerkeil, Speer und den übrigen.

28.RAG.90: Wahlweise wird der Höchste in einer kürzeren Reihenfolge verehrt: Glieder, Ātman-Gestalten, Vāsudeva-Gestalten, Hanumān und die übrigen Gefährten, Sṛṣṭi und die Minister, Welthüter sowie deren Waffen.

28.RAG.91: Oder noch kürzer: Glieder, Hanumān und die Gefährten, Sṛṣṭi und die Minister, Richtungshüter und deren Waffen. Dies wird als verkürzte Verehrung gelehrt.

Beginn der ausführlichen Anwendung: Nach den Morgenhandlungen bis zur Zuordnung des Yoga-Sitzes erfolgen drei Atemregelungen mit dem Grundmantra und die weiteren Vorbereitungen bis einschließlich der Wiederholung des Gaṅgā-Mantras. Sodann beginnt die ausgeschriebene Formel: oṃ namo bhagavate raghunandanāya rakṣoghnaviśadāya madhuraprasannavadanāya amitatejase balāya rāmāya … [Fortsetzung auf der nächsten Seite. Die Fußnote zu einer früheren Ortsangabe bietet dalāgrataḥ, „von der Blattspitze aus“.]

Ausführungsprosa: Reinigung, Nyāsa und sämtliche Kreisformeln

Die auf der vorigen Seite begonnene Formel endet mit viṣṇave namaḥ. Mit dem vollständigen Mantra wird achtmal geheiligt; darauf folgen das bereits gelehrte Bad und die weiteren Handlungen. Auch bei der Sandhyā-Verehrung wird nach Aghamarṣaṇa erneut Wasser genommen und mit huṃ jānakīvallabhāya svāhā besprochen. Nach dessen rituellem Trinken folgen Ācamana und die Handlungen bis Tarpana. Nach Atemregelung und weiteren Vorbereitungen wird die Rāma-Gāyatrī nach Vermögen wiederholt: dāśarathāya vidmahe sītāvallabhāya dhīmahi tan no rāmaḥ pracodayāt.

Auf die Wiederholung des Grundmantras folgt die Zuordnung des Yoga-Sitzes bis zum höchsten Tattva, danach drei Atemregelungen mit dem Grundmantra. Am Kopf steht brahmaṇe ṛṣaye namaḥ, am Mund gāyatrīchandase namaḥ, am Herzen śrīrāmadevatāyai namaḥ. Die Zweckbestimmung wird wie zuvor gesprochen.

Hände und sechs Körperglieder nach den ausgeschriebenen Formen:

Formel Körperglied
rāṃ hṛdayāya namaḥ Herz
rāṃ śirase svāhā Kopf
rūṃ śikhāyai vaṣaṭ Scheitelhaarlocke
raiṃ kavacāya huṃ Panzer
rauṃ netratrayāya vauṣaṭ drei Augen
raḥ astrāya phaṭ Waffe

[Die zweite Form erscheint im Druck erneut als rāṃ; sie wird nicht stillschweigend in rīṃ geändert. Bei den eng gesetzten Diphthongen bleibt die Lesung mit dem üblichen Vokalschema abzugleichen.]

Anschließende Lautzuordnung: Kopf rāṃ namaḥ; Brauenzwischenraum rāṃ namaḥ; Herz māṃ namaḥ; Nabel yaṃ namaḥ; Geschlechtsregion naṃ namaḥ; Füße maṃ namaḥ. Danach werden der zuvor gelehrte Mūrti-Pañjara-Nyāsa und der Tattva-Nyāsa vollzogen.

Nach Meditation und innerer Verehrung wird auf einer Goldplatte oder einem anderen geeigneten Träger mit Kuṅkuma oder entsprechendem Material der Verehrungskreis gezeichnet: ein achtblättriger Lotus mit einem Dreieck im Inneren, außen ein weiterer achtblättriger, danach ein zwölf-, ein sechzehn- und ein zweiunddreißigblättriger Lotus; außen drei Quadrate mit vier Toren. Das Diagramm wird vor dem Übenden aufgestellt und mit Arghya und den weiteren Gaben bis zu den Blumen verehrt.

Links von der Gottheit wird Sītā mit śrīṃ sītāyai svāhā, sītāyai namaḥ verehrt, rechts Lakṣmaṇa mit laṃ lakṣmaṇāya namaḥ. Etwas nach vorn links steht śārṅgāya namaḥ für den Bogen, nach vorn rechts oṃ śarebhyo namaḥ für die Pfeile. Nach dieser Hauptverehrung folgen die Glieder wie zuvor.

Alle folgenden Gruppen sind innerhalb ihrer Reihe in der genannten Reihenfolge zu lesen. Die im Druck mit einem Wiederholungszeichen abgekürzten namaḥ-Endungen werden hier zur Lesbarkeit ausgeschrieben.

Ort Formeln
Ansätze der acht Blätter, Hauptrichtungen oṃ āṃ ātmane namaḥ; oṃ aṃ antarātmane namaḥ; oṃ paṃ paramātmane namaḥ; oṃ hāṃ jñānātmane namaḥ. [Die Bījas der ersten, zweiten und vierten Formel sind im Scan undeutlich; dies ist eine vorläufige Lesung, keine gesicherte Standardisierung.]
Ecken beziehungsweise Zwischenrichtungen oṃ nivṛttyai namaḥ; pratiṣṭhāyai namaḥ; vidyāyai namaḥ; śāntyai namaḥ
Blattmitten, Hauptrichtungen oṃ vāsudevāya namaḥ; saṅkarṣaṇāya namaḥ; pradyumnāya namaḥ; aniruddhāya namaḥ
Blattmitten, Zwischenrichtungen śriyai namaḥ; śāntyai namaḥ; prītyai namaḥ; ratyai namaḥ
Spitzen des zweiten achtblättrigen Lotus hanumate namaḥ; sugrīvāya namaḥ; bharatāya namaḥ; vibhīṣaṇāya namaḥ; lakṣmaṇāya namaḥ; aṅgadāya namaḥ; śatrughnāya namaḥ; jāmbavate namaḥ
Ebendort, Ministergruppe sṛṣṭaye namaḥ; jayantāya namaḥ; vijayāya namaḥ; surāṣṭrāya namaḥ; rāṣṭravardhanāya namaḥ; akopāya namaḥ; dharmapālāya namaḥ; sumantrāya namaḥ
Zwölfblättriger Lotus vasiṣṭhāya namaḥ; vāmadevāya namaḥ; jābālaye namaḥ; gautamāya namaḥ; bharadvājāya namaḥ; kaśyapāya namaḥ; kauśikāya namaḥ; vālmīkaye namaḥ; nāradāya namaḥ; sanakāya namaḥ; sanātanāya namaḥ; sanatkumārāya namaḥ
Sechzehnblättriger Lotus, erste Hälfte nīlāya namaḥ; nalāya namaḥ; suṣeṇāya namaḥ; maindāya namaḥ; śarabhāya namaḥ; dvividāya namaḥ; candanāya namaḥ; gavākṣāya namaḥ
Sechzehnblättriger Lotus, zweite Hälfte kirīṭāya namaḥ; kuṇḍalāya namaḥ; śrīvatsāya namaḥ; kaustubhāya namaḥ; śaṅkhāya namaḥ; cakrāya namaḥ; gadāyai namaḥ; padmāya namaḥ
Zweiunddreißigblättriger Lotus: Vasus dhruvāya namaḥ; dharāya namaḥ; somāya namaḥ; āpāya namaḥ; anilāya namaḥ; analāya namaḥ; pratyūṣāya namaḥ; prabhāsāya namaḥ
Derselbe Lotus: Rudras vīrabhadrāya namaḥ; śambhave namaḥ; girīśāya namaḥ; ajaikapade namaḥ; ahirbudhnyāya namaḥ; pinākine namaḥ; bhuvanādhīśvarāya namaḥ; kapāline namaḥ; dikpataye namaḥ; sthāṇave namaḥ; bhagāya namaḥ
Derselbe Lotus: Ādityas varuṇāya namaḥ; sūryāya namaḥ; vedāṅgāya namaḥ; bhānave namaḥ; indrāya namaḥ; ravaye namaḥ; gabhastaye namaḥ; yamāya namaḥ; svarṇaretase namaḥ; divākarāya namaḥ; mitrāya namaḥ; viṣṇave namaḥ
Derselbe Lotus: Abschluss dhātre namaḥ

Danach werden die Verehrung der Welthüter und die weiteren Handlungen wie zuvor vollzogen. Bei anderen Mantras bestehen besondere Unterschiede in Nyāsa, Meditation und Ähnlichem; die Grundform der Verehrung bleibt gleich.

Zusätzliche Umfassung nach dem Sārasaṅgraha

28.RAV.1: Nach den zweiunddreißig Gottheiten wird vorn Vaṣaṭkāra zusammen mit den drei Guṇas verehrt. Danach folgen die Tierkreiszeichen, beginnend mit Widder, und anschließend die acht Nāgas.

28.RAV.2: Diese sind Ananta, Vāsuki, Sthāṇu, Karkoṭa, Padma, Mahāpadma, Śaṅkha und als achter Kulika.

Prosaerklärung: Dies ist eine weitere Umfassung. Ihre vierundzwanzig Gestalten werden außerhalb des zweiunddreißigblättrigen auf einem vierundzwanzigblättrigen Lotus verehrt: Vaṣaṭkāra, drei Guṇas, zwölf Tierkreiszeichen und acht Nāgas. Die Quelle schließt: „Dem Mehr entspricht eine größere Frucht.“ Eine Fußnote liest pūjayet statt prayajet, jeweils „er möge verehren“.

Tägliche Wiederholung und Puraścaraṇa

28.RNT.1: Der Mantraübende soll täglich sechstausend, eintausend, dreihundert oder einhundert Wiederholungen vollziehen. Andernfalls drohe ihm, so die strenge Mahnung der Quelle, ein Abstieg.

Darauf folgt im Sārasaṅgraha eine neue Verszählung:

28.RPR.1: Der Mantra wird sechshunderttausendmal wiederholt. Ein Zehntel davon wird mit von süßen Stoffen benetzten Lotusblumen in einem entzündeten und sorgfältig verehrten Feuer geopfert.

28.RPR.2: Das Sättigungsopfer erfolgt mit reinem, kühlem, durch Candra duftendem Wasser. Nach der rituellen Besprengung werden Brahmanen durch Speisung und weitere Gaben geehrt. Glosse: Candra bedeutet Kampfer.

28.RPR.3: Der Lehrer wird verehrt und durch materielle Gaben mit Hingabe zufriedengestellt. Mit seiner Zustimmung können anschließend die gewünschten Anwendungen vollzogen werden.

28.RPR.4: Für Wohlstand werden Lotus- und Jātī-Blüten, mit Sandelstoff benetzt, geopfert; der Text verheißt Reichtum wie dem Herrn des Reichtums. Opfer mit blauen Wasserlilien …

28.RPR.5: … sollen die ganze Welt geneigt machen. Bilva-Blüten dienen dem Erlangen von Wohlstand. In Klammern nennt die Quelle Dūrvā für langes Leben und rote Lotusblumen für Reichtum.

28.RPR.6: Das Feuer wird nach dem bereits gelehrten Verfahren in der Opfergrube eingerichtet. Darin wird die Gottheit herbeigerufen und mit Verehrungsgaben geehrt …

28.RPR.7: … einzeln mit fünf oder sechzehn solchen Gaben. Als Brennstoff werden Palāśa, Aśvattha, Khadira, Udumbara und Mango genannt …

28.RPR.8: … oder, in einem eingeklammerten Halbvers, Kampfer und andere Brennstoffe zum richtigen Entzünden. Darin wird Rāghava nach dem gelehrten Verfahren sorgfältig verehrt.

28.RPR.9: Nach einhunderttausend oder fünfzigtausend Wiederholungen folgt ein Feueropfer von einem Zehntel der Zahl mit Sesam oder Lotusblumen. Damit wird die Erfüllung des jeweiligen Wunsches verbunden.

28.RPR.10: Opfer mit Bilva-Blüten sollen Herrlichkeit und Wohlstand gewähren; solche mit Palāśa-Blüten geistige Begabung und Kenntnis des Veda.

28.RPR.11: Mit Dūrvā und Guḍūcī, auch jeweils einzeln, verbindet der Text Gesundheit und langes Leben. Dies ist eine historische Wirkungsbehauptung.

28.RPR.12: Für die auf Anziehung gerichteten Anwendungen, bei Japa, Feueropfer und den weiteren Handlungen, wird Rāma als Manmatha und Sītā als Rati betrachtet.

28.RPR.13: Wer Rāma mit seiner frisch angetrauten Gemahlin betrachtet und hingebungsvoll verehrt, soll durch Opfer gerösteter Körner eine passende Braut gewinnen.

28.RPR.14: Der Kundige verehrt Rāma nach der Vorschrift und opfert im brennenden Feuer Milchreis, der mit den drei süßen Stoffen vermischt ist …

28.RPR.15: … für umfassende Herrschaft und Gelehrsamkeit. Durch Opfer von Sesam, Reis und Ghee wird die Ehrung durch die Menschen verheißen.

28.RPR.16: Ein Jahr lang wird täglich verehrt und sechstausendmal wiederholt; ein Zehntel wird als Feueropfer mit in Ghee zubereiteter Speise dargebracht.

28.RPR.17: So soll der Übende zu einem Nahrungsspender für alle in der Welt werden. Opfer mit Bilva-Blüten, Kumuda-Wasserlilien und Bilva-Blättern …

28.RPR.18: … sollen dem Mantraübenden rasch Wohlstand verschaffen. Sodann wird die Verehrung Rāmas in der Sonnenscheibe über ein Jahr genannt …

28.RPR.19: … mit ungeteilter Wiederholung des Mantras von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Der Text verheißt rasch eine Frucht, die selbst Göttern schwer erreichbar sei.

28.RPR.20: Durch Gelehrsamkeit und Herrschaft soll der Übende zu den Besten unter den Menschen werden. Danach wird das Vollmondnachtsritual genannt, vom Aufgang bis zum Untergang des Mondes …

28.RPR.21: … mit Japa, Feueropfer und den weiteren Handlungen, über ein Jahr. Nachts wird wiederholt, am folgenden Tag das Feueropfer vollzogen.

28.RPR.22: Nach Speisung von Brahmanen wird dieses Gelübde abgeschlossen. Wer derartige Mond- und Sonnen-Gelübde vollzieht …

28.RPR.23: … soll Genuss und Befreiung in dieser und der jenseitigen Welt erlangen. Rote Lotusblumen, Bandhūka-Blüten und rote Wasserlilien werden als Opferstoffe genannt …

28.RPR.24: … um die gewünschten Menschen geneigt zu machen. Für Königsherrschaft und den Genuss von Wohlstand wird der Mantra mit ungeteilter Aufmerksamkeit wiederholt …

28.RPR.25: … und ein Zehntel mit Lotus- oder Bilva-Blüten geopfert. Anschließend beginnt ein weiteres Verfahren: am Meeresufer oder an einer Stätte der Kühe, mit einhunderttausend Wiederholungen und einem Milchgelübde … [Fortsetzung auf der nächsten Seite.]

Fußnoten: Die Handschrift kha liest an einer Stelle sabhyānām, „der Versammelten“, und an einer weiteren tu. Die Quelle bindet diese kurzen Varianten an ihre jeweiligen lokalen Versstellen; sie ändern die aufgeführten Mantragruppen nicht.

28.RPR.26: … mit einem Feueropfer aus Milchreis und Ghee; dadurch soll der Übende zu einem Hort des Wissens werden. Wer seine Herrschaft zurückgewinnen möchte, nimmt pflanzliche Nahrung zu sich und befindet sich im Wasser …

28.RPR.27: … wiederholt einhunderttausendmal und opfert ein Zehntel mit Bilva-Blättern. Der Text verheißt die Wiederkehr der eigenen Herrschaft.

28.RPR.28: Nach dem Fasten und in den Wassern der Gaṅgā oder eines anderen heiligen Flusses wird Rāma verehrt und einhunderttausendmal wiederholt; ein Zehntel wird mit Lotusblumen, Sesam oder Japā-Blüten geopfert, jeweils mit den drei süßen Stoffen benetzt.

28.RPR.29: Selbst dem Unglücklichen wird dadurch königlicher Wohlstand und dauerhafte Herrschaft verheißen. Ein weiterer Halbvers nennt nach der Rāma-Verehrung Opfer mit „Mondstückchen“, im hier verwendeten Ritualwortschatz Kampferstückchen, wiederum für königlichen Wohlstand.

28.RPR.30: Für den Monat Vaiśākha beschreibt die Quelle eine strenge Askese: Rāghava wird in der Sonne mit unbewegtem Blick betrachtet; schweigend, fastend und zwischen fünf Feuern werden einhunderttausend Wiederholungen genannt.

28.RPR.31: Nach einem Zehntel Lotusopfer werden alle Genüsse verheißen. Danach folgt eine Übung im Monat Māgha: im Wasser stehend, mit Knollen, Wurzeln und Früchten als Nahrung …

28.RPR.32: … einhunderttausend Wiederholungen und ein Zehntel Milchreisopfer im verehrten Feuer. Als Frucht nennt die Quelle Wohlstand zusammen mit Söhnen und Enkeln.

28.RPR.33: Ein Sohn und auch ein Enkel sollen entstehen, die Śrī Rāma gleichen. Anschließend wird der Fall eines Mantraübenden genannt, der durch mächtige Feinde bedrängt ist …

Zur Einordnung der Verse 34–50: Es folgen historische Vorstellungen von Kriegs- und Schadenszauber. Die beschriebenen Rāma-Szenen und behaupteten Wirkungen werden als Inhalt der Quelle übersetzt, nicht als Empfehlung, andere zu schädigen.

28.RPR.34: … dann wird hana hana, „triff, triff“, genannt, gegebenenfalls nach Māyā; die Verehrung gilt der Schlacht. Raghupati wird zornig wie ein zweites Feuer des Weltenendes betrachtet …

28.RPR.35: … mit dem pfeilbestückten Bogen, den seine Arme bis zum Ohr spannen. Auf dem Schlachtfeld richtet er scharfe Pfeilregen gegen die feindliche Streitmacht …

28.RPR.36: … der gewaltige Held, furchtbar auf Indras Wagen, begleitet von großen Kämpfern wie Lakṣmaṇa und Hanumān …

28.RPR.37: … von Abermillionen Helden, die Felsen und Bäume erhoben in den Händen halten und gewaltige, donnerartige huṃ- und bhoṃ-Rufe ausstoßen …

28.RPR.38: … brüllend und im Kampf gegen die Feindesschar anstürmend. Nach dieser Betrachtung nennt die Quelle Fasten und ein auf die Tötung des Feindes gerichtetes Ritual …

28.RPR.39: … mit Śālmalī-Blüten als Feueropfer im Verhältnis von einem Zehntel. Sie behauptet, selbst ein sehr mächtiger Feind werde nicht übrigbleiben.

28.RPR.40: Der Feind wird als Rāvaṇa, der Übende selbst als der Held des Raghu-Geschlechts vorgestellt. Bei Vollzug des zuvor genannten Verfahrens wird mühelose Feindvernichtung behauptet.

28.RPR.41: Eine andere Vorstellung zeigt Raghupati, durch den Schmerz über Sītās Entführung wie geblendet, erstarrt und ohne Besinnung. Dabei werden Fasten, Aufenthalt im Wasser und Mantrawiederholung genannt …

28.RPR.42: … anschließend Sesamopfer von einem Zehntel; dies soll die Feindesschar erstarren lassen. Sodann folgt ein Verwirrungsritus, bei dem der Name der Zielperson hinter das Wind-Bīja gesetzt und bhrāmaya, „lass umherirren“, angefügt wird …

28.RPR.43: … mit einhunderttausend Wiederholungen bei Fasten und Sesamopfer. Rāma wird betrübt und bei der Suche nach Sītā verzagt betrachtet …

28.RPR.44: … wodurch selbst ein „goldbergmächtiger“ Feind rasch zum Irren gebracht werden soll. Danach folgt eine neue Szene: an der Meeresküste bei Laṅkā, nahe ihrer goldenen Umwallung …

28.RPR.45: … sitzt die Gottheit mit Lakṣmaṇa in der Versammlung, verehrt von Sugrīva und weiteren Gefährten sowie von göttlichen Wesen wie Nārada …

28.RPR.46: … und gewährt dem herangekommenen, Zuflucht suchenden Vibhīṣaṇa eine Gabe. Nach dieser Betrachtung werden einhunderttausend Wiederholungen und Lotusopfer genannt …

28.RPR.47: … wodurch ein König oder Herr rasch an den eigenen Ort gebracht werden soll. Es beginnt eine weitere Szene: Er schließt aus Erschöpfung die Augen und gewinnt wiederholt seine Wahrnehmung zurück …

28.RPR.48: … und verwirrt plötzlich die Widersacher. Bei dieser Betrachtung des von Māruti, also Hanumān, geliebten Rāma werden einhunderttausend Wiederholungen und rote Lotusopfer genannt. [Die Verbindung der Augenbewegung mit dem gedruckten virādhān bleibt sprachlich unklar; es wird keine zusätzliche Episode hinzugefügt.]

28.RPR.49: Die Quelle behauptet dadurch rasche Bezauberung selbst eines Königs oder Herrn. Sodann folgt eine allgemeine Mantraregel: Tārā am Anfang dient der Befreiung, Ramā dem weltlichen Genuss.

28.RPR.50: Für Vollendung der Rede wird das Vāc-Bīja nach Praṇava eingesetzt; für allgemeine Anziehung das Manmatha-Bīja. Danach sollen jene drei noch einmal genannt werden … [Fortsetzung der Bīja-Regel auf der nächsten Seite.]

Fußnoten des Druckes: Kha bietet jñātī, sarvān, die Lesung vajrīkaraṇajhaṅkāra für den Kampfeslaut und dhyātvā taṃ statt dhyātvainaṃ. Die Hauptlesarten und die ausdrücklich markierten Unsicherheiten bleiben davon unterscheidbar.

Unnummerierter Abschluss der Bīja-Regel: Die drei genannten Bījas werden nach Tārā eingesetzt, und der Mantrakundige verwendet dies für sämtliche Zwecke. [Der zweite Halbvers fehlt.]

Das große Śrī-Rāma-Yantra nach dem Skandayāmala

28.RYN.1: Zuerst wird ein Sechseck gezeichnet und in seine Mitte das Bīja geschrieben. Unterhalb innerhalb des Bījas steht die Zielbezeichnung, darüber der Name des Übenden.

28.RYN.2: Sodann werden Zielperson, Übender, Zweck und Tätigkeit in einer knapp und abweichend überlieferten Anordnung genannt; in der Mitte steht das angestrebte Werk, zu seinen Seiten die entsprechende Handlung. Dazu kommt das Ramā-Bīja im Inneren. Alles wird umschlossen … [Der Druck bietet ṣaṣṭhyām, „im Genitiv“, und die Klammerkorrektur sādhyādhaḥ, „unter der Zielbezeichnung“. Eine Fußnote formuliert: „Das Werk in die Mitte schreiben, o Göttin, zu seinen Seiten die Handlung.“ Die Lesarten werden nicht zu einer erfundenen einheitlichen Anweisung verschmolzen.]

28.RYN.3: … von zwei einander zugewandten Tārā-Zeichen. In den Ecken stehen die Gliedermantras, an den Seiten des Sechsecks Māyā- und Śrī-Bīja, an den Spitzen Manmatha.

28.RYN.4: In die sechs Verbindungen kommt huṃ. Das Ganze wird von Vāgbhava umgeben; außen folgt ein achtblättriger Lotus mit Staubfäden.

28.RYN.5: Auf die Staubfäden kommen die Vokale, auf die Blätter die Buchstaben in Reihenfolge. Die Blattspitzen erhalten jeweils sechs Laute des Mālā-Mantras …

28.RYN.6: … auf dem letzten Blatt jedoch fünf. Außen folgt ein weiterer achtblättriger Lotus, dessen Staubfäden das Śrī-Bīja tragen und dessen Blätter die acht Laute …

28.RYN.7: … des Nārāyaṇa-Mantras aufnehmen. Außen wird ein zwölfblättriger Lotus angelegt; auf seine Staubfäden werden jeweils vier …

28.RYN.8: … Mātṛkā-Laute von a bis kṣa, jeweils mit Bindu, geschrieben, die übrigen am Schluss. „O höchste Göttin“, auf die Blätter kommen …

28.RYN.9: … die zwölf Laute des Vāsudeva-Mantras einzeln der Reihe nach. Außen folgt ein sechzehnblättriger Lotus, dessen Staubfäden Māyā-Bīja tragen.

28.RYN.10: Seine Blätter tragen die zwölf Laute, ergänzt um Panzer, Waffe und Herz am Ende. In die Blattzwischenräume kommen die Bījas von Hanumān und den übrigen Gestalten.

28.RYN.11: Außen folgt ein zweiunddreißigblättriger Lotus; an seinen Blattansätzen stehen die Bījas von Śakti, Śrī und Māra.

28.RYN.12: „O Göttin“, auf die Blätter werden jeweils die Laute des Rāma-Anuṣṭubh-Mantras und die des Nṛsiṃha-Anuṣṭubh-Mantras geschrieben.

28.RYN.13: Auf die Blattspitzen kommen die beiden Laute va-ṣaṭ. Außen wird ein Bhūpura gezeichnet, das acht Donnerkeile schmücken.

28.RYN.14: In den Hauptrichtungen steht das Nṛsiṃha-Bīja, in den Ecken das Varāha-Bīja. „O Geliebte“, so ist das Śrī-Rāma-Yantra, gepriesen als das vorzüglichste unter den Yantras.

28.RYN.15: Durch Japa, Feueropfer und Besprengen mit dem Homa-Saṃpāta geheiligt, wird es am Kopf oder Arm getragen. Der Text schreibt ihm die Gewährung von Lebensdauer und Gesundheit zu.

28.RYN.16: „O Maheśānī“, es soll schützen, große Herrlichkeit vermehren, auch bislang kinderlosen Frauen einen Sohn und höchstes Glück gewähren.

28.RYN.17: Es soll Genuss und Befreiung gewähren und geheim gehalten werden: „O Herrin der Götter, es darf nicht unterschiedslos jedem gegeben werden; in den drei Welten ist es schwer zu erlangen.“

Unnummerierter Abschluss: „Wozu viele Worte, o Herrin der Götter? Es gewährt alles Erwünschte; daran besteht kein Zweifel.“ [Der zweite Halbvers fehlt. Die Wirkungszusagen werden als Aussagen der Quelle wiedergegeben.]

Ausführliche Prosaerklärung der Yantra-Anordnung

Ein Sechseck wird angelegt; in seiner Mitte steht das Śrī-Rāma-Bīja, darin – nach einer eingeklammerten Ergänzung – der Name der Zielperson. Zwei einander zugewandte Praṇavas umschließen das Ganze. In die sechs Ecken kommen die sechs Gliedermantras. An die linke Seite des Sechsecks wird Māyā, an die rechte das Śrī-Bīja geschrieben; die Eckspitzen tragen Kāma-Bīja, die sechs Verbindungen huṃ.

Außen folgen zwei Kreise. In den Zwischenraum werden fortlaufend Vāgbhava-Bījas in Kreisform geschrieben. Darum liegt der erste achtblättrige Lotus. Seine Staubfäden erhalten paarweise die sechzehn Vokale; seine Blätter die durch ka, ca, ṭa, ta, pa, ya, śa und ḷa bezeichneten Lautgruppen. [Das letzte Zeichen der gedruckten Gruppenfolge ist eng gesetzt; es wird als ḷa gelesen. Der Kommentar schreibt nicht sämtliche Gruppen noch einmal einzeln aus.] Die Spitzen tragen je sechs Laute des zuvor erklärten Mālā-Mantras; auf das letzte Blatt kommen fünf, sodass die Zahl 47 erhalten bleibt.

Der zweite äußere achtblättrige Lotus trägt das Śrī-Bīja auf den Staubfäden und die acht Nārāyaṇa-Mantralaute auf den Blättern. Darum folgt der zwölfblättrige Lotus mit jeweils vier Mātṛkā-Lauten an den Staubfäden und jeweils einem der zwölf Vāsudeva-Mantralaute auf den Blättern.

Der folgende sechzehnblättrige Lotus trägt auf jedem Staubfaden Māyā-Bīja. Auf zwölf Blätter kommen die zuvor genannten zwölf Mantralaute; auf die verbleibenden vier je ein Laut aus huṃ phaṭ namaḥ, hier also huṃ, phaṭ, na und maḥ. In den Blattzwischenräumen stehen die Anfangslaute der Namen aus den zuvor genannten Achtergruppen um Hanumān sowie um Sṛṣṭi … [Der Satz wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.]

Weitere Fußnote: Die Handschrift kha bietet vāhanaṃ, „Fahrzeug“, als lokale Lesart; die Hauptanordnung bleibt nach dem laufenden Text wiedergegeben.

Fortsetzung der Prosa zum großen Yantra: … die Namensanfangslaute werden jeweils mit Bindu geschrieben. Außen werden auf die zweiunddreißig Blätter je ein Laut des zuvor gelehrten zweiunddreißiggliedrigen Rāma-Śloka-Mantras und des ebenfalls zweiunddreißiggliedrigen Nṛsiṃha-Mantras gesetzt. Jeder Staubfaden trägt Śakti-, Śrī- und Kāma-Bīja, jede Blattspitze vaṣaṭ. Außen folgt ein Quadrat mit acht Donnerkeilen; in den Hauptrichtungen steht das Nṛsiṃha-Bīja, in den Zwischenrichtungen das Varāha-Bīja. Dem Yantra werden die bereits genannten Früchte zugeschrieben.

Zwei weitere Rāma-Yantras nach dem Sārasaṅgraha

28.RYS.1: In den beiden Feuerhäusern, also im aus zwei Dreiecken gebildeten Sechseck, wird im Kāma-Bīja das Bīja zusammen mit der Zielbezeichnung geschrieben. Die übrigen Mantralaute umgeben es; außen folgen die Laute des zehngliedrigen Mantras.

28.RYS.2: In den Hauptecken werden die sechs Glieder, beginnend mit dem Herzen, eingetragen. An die beiden Seiten kommen Śakti und Ramā, an die Spitzen die Panzerformel. Die Staubfäden des achtblättrigen Lotus tragen jeweils zwei Vokale.

28.RYS.3: Die Blätter erhalten je sechs Laute des Mālā-Mantras, das letzte die verbleibenden letzten Laute. Das Ganze wird vom mit ka beginnenden Alphabet umgeben und liegt innerhalb der Erdburg. Die Hauptrichtungen tragen das Nṛhari-Bīja, die Ecken das Varāha-Bīja.

28.RYS.4: Dem durch Wiederholung, Feueropfer und weitere Handlungen richtig geheiligten, vorzüglichen Yantra schreibt die Quelle alle gewünschten Früchte, Befreiung und höchsten Wohlstand zu.

Erklärung der ersten Variante: In der Mitte eines Sechsecks steht innerhalb des Kāma-Bījas das Śrī-Rāma-Bīja samt Zielbezeichnung. Die übrigen Laute des Grundmantras umschließen es; außen folgt huṃ jānakīvallabhāya svāhā. In den sechs Ecken stehen die sechs Gliedermantras wie zuvor. An den Seiten nennt die Prosa links und rechts „Śakti-Bīja“ und „Māyā-Bīja“. [Dies weicht von Śakti und Ramā in Vers 2 ab; die Ausgabe ersetzt Māyā nicht stillschweigend durch Śrī.]

Die Eckspitzen tragen huṃ. Der äußere achtblättrige Lotus erhält an den Staubfäden paarweise die Vokale, auf den Blättern die Mālā-Mantralaute wie zuvor. Zwischen zwei weiteren äußeren Kreisen wird das Alphabet von ka bis kṣa mit Bindu eingetragen. Im äußeren Quadrat stehen in den Hauptrichtungen Nṛsiṃha-Bīja und in den Ecken Varāha-Bīja. Diesem Yantra werden die genannten Früchte zugesprochen.

28.RYS.5: In der Mitte eines Sechsecks steht beim Praṇava die Zielbezeichnung; in den Ecken der Grundmantra, in den Verbindungen die Gliedermantras. An den Seiten stehen Śakti und Madana. Die Staubfäden erhalten paarweise die Vokale, die Blätter je sechs Mālā-Mantralaute, das letzte den Rest. Der zehngliedrige Mantra und das mit ka beginnende Alphabet umgeben alles.

28.RYS.6: Nṛsiṃha- und Varāha-Bīja werden in Haupt- und Zwischenrichtungen geschrieben. Als Träger nennt der Text Birkenrinde, Gold oder Silber. Das richtig geheiligte Yantra soll Macht, Ruhm, Wohlstand und Sieg gewähren.

Erklärung der zweiten Variante: Im Sechseck steht in der Mitte Praṇava samt Zielbezeichnung. Die sechs Ecken tragen die sechs Laute des Grundmantras, die Verbindungen die sechs Gliedermantras. An der eigenen linken Seite steht Śakti-Bīja, rechts Kāma-Bīja. Außen folgt der achtblättrige Lotus mit den Vokalen paarweise an den Staubfäden und den Mālā-Mantralauten auf den Blättern wie zuvor. Drei äußere Kreise bilden zwei Ringräume: Der innere trägt den zuvor genannten zehngliedrigen Mantra, der äußere das Alphabet von ka bis kṣa. Im anschließenden Quadrat stehen in den Hauptrichtungen Nṛsiṃha-Bīja und in den Zwischenrichtungen Varāha-Bīja. Die Quelle bekräftigt die oben genannten Früchte.

Fußnote: Die Handschriften ka und kha lesen an der ersten Stelle koṇe vilikhatu, „in die Ecke schreiben“.

Rāma-Anusmṛti: betrachtendes Erinnern an Rāma

Śrī Brahmā sprach:

28.RAS.1: Ich verehre Rāma, den die Welt verehrt: mit schönem Antlitz und reinem Lächeln, von der Anmut von zehn Millionen Liebesgöttern, der das Ersehnte gewährt.

28.RAS.2: Ihn schmücken leuchtende Krone, Armreifen und Hüftband. Seine Augen sind weit; seine Ohrringe strahlen wie die junge Morgenröte.

28.RAS.3: Er gleicht einer dunkelblauen Gewitterwolke; dunkle Locken umrahmen sein Antlitz. Seine rechte Hand leuchtet in der Geste der Erkenntnis: der Allgegenwärtige, dessen Wesen Erkenntnis ist.

28.RAS.4: Seine linke Lotushand liegt auf dem linken Knie. Hari sitzt im Vīrāsana und trägt ein Gewand wie ein Bündel von Blitzen.

28.RAS.5: Er strahlt wie zehn Millionen Sonnen; seine zarten Glieder leuchten. Jānakī und Lakṣmaṇa schmücken seine linke und rechte Seite.

28.RAS.6: Hanumān, der Sohn der Sonne, also Sugrīva, und die anderen Affenfürsten dienen ihm. Der Herr sitzt auf einem mit göttlichen Edelsteinen besetzten Löwenthron.

28.RAS.7: Jeden Morgen nach dem Aufstehen soll Rāghava so im Herzen betrachtet werden. Mit diesen sechzehn Namen wird Hari gepriesen und ihm Verehrung erwiesen.

28.RAS.8: Verehrung Rāma, dem Reinen, dem Erwachten, dem höchsten Selbst! Verehrung dir, dessen Leib reine Erkenntnis ist, dem Herrn des Raghu-Geschlechts!

28.RAS.9: Verehrung dir, dem Bezwinger Rāvaṇas, dem Überwinder Vālins! Verehrung dem Herrn Vaikuṇṭhas, dem, dessen Wesen Viṣṇu ist!

28.RAS.10: Verehrung dem, dessen Wesen das Opfer ist, dem Empfänger des Opfers! Dem, über den die Yogis meditieren, dem Yoga selbst, dem, dessen Wesen höchste Glückseligkeit ist!

28.RAS.11: Verehrung dem geliebten Freund Śaṅkaras und dem Gemahl Jānakīs! Wer morgens nach dem Aufstehen mit Hingabe und Vertrauen …

28.RAS.12: … diese sechzehn Namen Rāmacandras täglich liest und sich ihrer erinnert, wird als ein besonders gefestigter Mensch gepriesen. [Die gedruckte Schlussform dhṛtottama ist ungewöhnlich; die Fußnote bietet prasannaḥ, „heiter/klar“.]

28.RAS.13: Ihm erwächst stets unvergleichliche Hingabe an Śrī Rāma. Von der Welt geachtet, lebt er glücklich durch Rāmabhadras Gnade.

28.RAS.14: Wenn der Tod naht, erscheint Śrī Rāma selbst in seinem Herzen, zusammen mit Sītā und Saumitri, Lakṣmaṇa.

28.RAS.15: Wer gesammelt in den späten Nachtstunden diese Rāma-Anusmṛti wiederholt, dem verheißt der Text Befreiung von Tod, Armut und Verfehlungen.

Kolophon der eingefügten Hymne: Hier endet die Rāma-Anusmṛti im Gespräch zwischen Brahmā und Nārada, nach der Quellenangabe des Śrī-Brahmāṇḍa-Purāṇa.

Hanumān-Mantras nach dem Sārasaṅgraha

28.HAN.1: Śaṅkara offenbarte aus dem Wunsch nach dem Wohl der Welten den Āñjaneya-Mantra als ein vorzügliches Mittel zu Genuss und Befreiung.

28.HAN.2: Bhūtas, Pretas, Piśācas, Ḍākinīs und Brahmarākṣasas sollen unwillkürlich fliehen, sobald sie Menschen erblicken, die sich ganz der Mantrapraxis widmen.

28.HAN.3: Vierundsechzig Arten von Apasmāra, sechsundachtzig als Matigraha bezeichnete Mächte, einhundert Kindergrahas und dreiundsechzig Brahmarākṣasas …

28.HAN.4: … zwölf Gandharvas, vielerlei Bhūtas und Grahas, sieben Formen von Rājayakṣman und vier Arten von Fieber …

28.HAN.5: … ferner vierundzwanzig schreckliche Erscheinungsformen, unzählige Bissleiden sowie Ḍākinīs und Ähnliches sollen schon durch das Erinnern an ihn verschwinden. [Die syntaktische Zuordnung der vierundzwanzig Formen bleibt offen; die Aufzählung ist eine vormoderne Krankheits- und Geisterlehre, keine medizinische Klassifikation.]

28.HAN.6: Als weitere Siddhi-Bereiche nennt die Quelle Guṭikā, Fußsalbe, Rasa und Rasāyana, das Schwert, die besondere Augensalbe, Luftwandeln und wunderwirkende Sandalen …

28.HAN.7: … ferner Erzeugung von Feindschaft, Tötungszauber, Unterwerfung, Anziehung, Vertreibung, Bezauberung und Herrschaft über die sieben Kontinente.

28.HAN.8: Sogar Universalherrschaft über sämtliche Vidyādharas wird verheißen. Dieser unübertreffliche Mantrarāja kann als Hauptmantra oder als ergänzendes Glied dienen.

Der achtzehngliedrige Āñjaneya-Mantra

28.HAN.9: Zuerst wird namaḥ gesprochen, darauf bhagavate, dann Āñjaneya im Dativ und mahābala …

28.HAN.10: … mit „Feuers Gemahlin“, svāhā, am Ende. Dieser höchste Hanumān-Mantra wird als achtzehngliedrig und alle Siddhis gewährend bezeichnet. [Eine vollständige Lautfolge wird erst bei der folgenden Prosaauflösung festgelegt; der Vers nennt mahābala ohne ausdrücklich angegebene Endung.]

Beginn des Hanumān-Mālā-Mantras

28.HAN.11: Auch ein anderer, Mālā genannter Māruti-Mantra soll sämtliche Siddhis gewähren. Zuerst steht Praṇava, danach namo bhagavate.

28.HAN.12: Es folgt prasphuṭaparākrama im Dativ, „dem von offenbarer gewaltiger Tapferkeit“, dann das mit ākrānta verbundene diṅmaṇḍala, der „durchschrittene Kreis der Himmelsrichtungen“ …

28.HAN.13: … und yaśovitānadhavalīkṛtajagattritayāya, „dem, dessen ausgebreiteter Ruhm die drei Welten weiß erstrahlen lässt“. Darauf folgen Vajradeha, „diamantenleibiger“, und Rudrāvatāra …

28.HAN.14: … in der Anredeform, „o Verkörperung Rudras“, ferner „Verbrenner der Stadt Laṅkā“, „Überschreiter des Ozeans“ und „Tod des Zehnköpfigen“. [Die Entschlüsselung des langen Mantras setzt sich auf der nächsten Seite fort.]

28.HAN.15: Es folgen „Tröster Sītās“, „aus Añjanās Leib Geborener“ und „Freudebringer für Rāma und Lakṣmaṇa“.

28.HAN.16: Danach „Schutzwall des Affenheeres“, „Stütze Sugrīvas“ und „Entwurzler des Berges“.

28.HAN.17: Es folgen bālabrahmacāriṇe, „dem seit früher Jugend Keuschen“, „von tiefer Stimme“ und „Vernichter aller Grahas“.

28.HAN.18: Danach „Beseitiger aller Fieber“ und „Zerstörer der Ḍākinīs“. Sodann werden Tārā und dreimal Mahāmāyā gesprochen, also oṃ hrīṃ hrīṃ hrīṃ.

28.HAN.19: Es folgt ehi, „komm“; danach sarvaviṣaṃ hara, „nimm alles Gift hinweg“, sarvabalaṃ kṣobhaya, „erschüttere alle Macht“, und me sarvakāryāṇi sādhaya sādhaya, „vollbringe, vollbringe alle meine Angelegenheiten“.

28.HAN.20: Der Hanumān-Mantra endet mit Panzer, Waffe und Feuers Gemahlin, also huṃ phaṭ svāhā. Seher ist Īśvara, Versmaß Anuṣṭubh.

28.HAN.21: Gottheit ist Hanumān, dem die Gewährung aller erwünschten Früchte zugeschrieben wird. Die Herzformel wird mit namo bhagavate āñjaneyāya gebildet.

28.HAN.22: rudramūrtaye, „der Gestalt Rudras“, ist die Kopfformel; vāyusutāya, „dem Sohn des Windes“, die der Scheitelhaarlocke.

28.HAN.23: agnigarbhāya, „dem das Feuer Innewohnenden“, ist die Panzerformel; rāmadūtāya, „dem Boten Rāmas“, die Augenformel.

28.HAN.24: brahmāstranivāraṇāya, „dem Abwehrer der Brahmā-Waffe“, ist die Waffenformel. Nach diesen sechs Gliedern wird mit ungeteilter Aufmerksamkeit meditiert.

28.HAN.25: Der Kundige betrachtet ihn kristallhell und goldglänzend, zweiarmig und mit gefalteten Händen. Zwei Ohrringe schmücken sein Lotusantlitz.

28.HAN.26: Die Verehrung erfolgt auf einem Vaiṣṇava- oder Śaiva-Sitz, ohne gesonderte Umfassungen, stets mit vorzüglichem Sandelstoff und den übrigen Gaben.

Unnummerierter Halbvers: Als Puraścaraṇa werden zehntausend Wiederholungen genannt, an einem Rāma- oder Śiva-Yantra. [Die zweite Vershälfte fehlt.]

Prosa und Bestätigung der sechs Formeln: Unter Berufung auf Kapila – „Ist kein Stoff genannt, dient Ghee beim Feueropfer“ – wird ein Feueropfer mit Ghee von einem Zehntel der Wiederholungen bestimmt. Tarpana, rituelles Besprengen und die weiteren Handlungen folgen. Die Prosa wiederholt vollständig: namo bhagavate āñjaneyāya – Herz; rudramūrtaye – Kopf; vāyusutāya – Scheitelhaarlocke; agnigarbhāya – Panzer; rāmadūtāya – Augen; brahmāstranivāraṇāya – Waffe. Dies ist die Zuordnung an Händen und sechs Körpergliedern.

Hanumān-Anwendungen nach der Ritualquelle

28.HAN.27: Bei beherrschten Sinnen, Ernährung am Abend und Hingabe an die Hanumān-Meditation werden 108 Wiederholungen für die Beseitigung geringerer Erkrankungen genannt …

28.HAN.28: … an drei Tagen in Abgeschiedenheit. Die Quelle verheißt unmittelbare Befreiung davon. Weitere 108 Wiederholungen dienen laut Text der Besänftigung niederer störender Wesen …

28.HAN.29: … ebenfalls über drei Tage, wodurch die Furcht vor ihnen enden soll. Zur Besänftigung von Bhūtas, Pretas und Piśācas werden wiederum 108 genannt …

28.HAN.30: … denen sofortige Befreiung zugeschrieben wird. Für schwere Erkrankungen und Ähnliches nennt die Quelle 1.008 Wiederholungen …

28.HAN.31: … um Mitternacht bei geregelter Ernährung; auch hier wird Befreiung behauptet. Für Könige, die Sieg wünschen, wird diese Gottheit als unvergleichlich gepriesen. [Die Krankheitsangaben und Wirkungsversprechen gehören zur historischen Rituallehre.]

28.HAN.32: Als Bezwinger Akṣas wird Hanumān meditiert; bei geregelter Ernährung werden zehntausend Wiederholungen genannt, denen Sieg auch über einen schwer bezwingbaren Gegner zugeschrieben wird. [Das Wort nach niyatam ist im Druck undeutlich; die Zahl zehntausend ist klar.]

28.HAN.33: Als Vermittler des Bündnisses zwischen Rāma und Sugrīva wird er betrachtet. Zehntausend Wiederholungen sollen eine zerbrochene Verbindung wiederherstellen.

28.HAN.34: Als Verbrenner Laṅkās wird er betrachtet; zehntausend Wiederholungen sollen, so die kriegerische Bildsprache der Quelle, das feindliche Reich verbrennen, selbst wenn es im Milchozean läge.

28.HAN.35: Für den Sieg über Feindesscharen wird er als unvergleichlich gepriesen. Wer dagegen Hanumān stets zu Hause verehrt …

28.HAN.36: … dem werden beständiger Wohlstand im Haus, langes Leben und Erfolg überall zugesprochen.

Quellenwechsel: Es folgt ein Abschnitt aus dem Śrī-Yantrasāra. Die Fußnoten dieser Seite bieten die kurzen Varianten vadet, „er möge sprechen“, und vidyate, „es gibt“.

Hanumān-Yantra nach dem Śrī-Yantrasāra

28.HYN.1: In der Mitte steht Tārā. Der achtblättrige Lotus trägt Vokalpaare auf seinen Staubfäden und jeweils vier Mantralaute auf den Blättern. Das mit ka beginnende Alphabet und der vorzügliche Mālā-Mantra umgeben ihn; außen liegt der Bhūpura. Dieses Hanumān-Yantra soll vor Dieben, Grahas, schädlichem Getier und Krankheiten schützen.

Prosaerklärung: In der Mitte des achtblättrigen Lotus wird Praṇava samt Zielbezeichnung geschrieben. Die Staubfäden erhalten die Vokale paarweise, die Blätter jeweils vier Laute des nachfolgend genannten Hanumān-Mantras. Zwischen zwei äußeren Kreisen steht das Alphabet von ka bis kṣa. Ein weiterer äußerer Ringraum trägt den nachfolgend genannten Hanumān-Mālā-Mantra; außen folgt das Quadrat.

Ausdrücklich ausgeschriebener Mantra:
oṃ namo bhagavate pavanātmajāya rāghavaprāṇasamāya lakṣmaṇaprāṇadāya sītāduḥkhavināśanāya rāvaṇadarpaghnāya sarvaduṣṭavināśanāya ripucoravyāghravarāhakṛmipataṅgādiduṣṭasattvavināśanāya huṃ phaṭ svāhā.

„Oṃ, Verehrung dem Erhabenen, dem Sohn des Windes, der Rāghava so lieb ist wie sein eigenes Leben, dem Lebensspender Lakṣmaṇas, dem Beseitiger von Sītās Leid, dem Bezwinger von Rāvaṇas Stolz, dem Vernichter alles Bösen und der feindlichen oder schädlichen Wesen wie Gegner, Diebe, Tiger, Eber, Würmer und fliegendes Getier; huṃ phaṭ svāhā.“

Die Prosa bezeichnet diese lange Formel ausdrücklich als den auf die Blätter zu schreibenden Mantra. [Dies passt nicht ohne Weiteres zur zuvor angegebenen Verteilung von vier Lauten auf acht Blätter; die Formel ist deutlich länger als 32 Silben. Die Ausgabe dokumentiert beide Angaben und erfindet keine verkürzte Ersatzformel.]

Hanumat-Stuti: Lobpreisung Hanumāns

28.HST.1: Verehrung dir, Hanumān, dem Sohn des Windes! Verehrung dem Verehrer Śrī Rāmas, dir, dem dunkel Schimmernden! [Der Druck bietet das ungewöhnliche śyāmaśyāma.]

28.HST.2: Verehrung dem Urgrund der Affenhelden, dem Stifter von Sugrīvas Freundschaft, dem zum Verbrennen Laṅkās Entschlossenen, der den Ozean spielend überquert!

28.HST.3: Dem Beseitiger von Sītās Kummer, dem Träger von Rāmas Siegelring, dem Vernichter des Geschlechts Rāvaṇas und der Seinen: wieder und wieder Verehrung!

28.HST.4: Dem an Meghanādas Sturz und Tod Wirkenden, dem Vertreiber der Furcht, dem heldenhaften Sohn des Windes, der den weiten Himmelsraum durchzieht!

28.HST.5: Dem Enthaupter der Gartenwächter, dem Zerbrecher der Paläste Laṅkās, dessen Farbe wie loderndes Feuer ist und der einen langen Schweif trägt!

28.HST.6: Dem Spender von Saumitris Sieg, dem Verehrer Rāmas: Verehrung dir! Dem Töter Akṣas, dem Abwehrer der Brahmā-Kraft!

28.HST.7: Dem, der im Kampf die geschleuderte große Śakti-Waffe zunichtemacht, dem Bezwinger der Rākṣasas, Feinde und störenden Wesen: wieder und wieder Verehrung! [Die Verbindung mit vāta, „Wind“, ist im Kompositum der ersten Hälfte undeutlich.]

28.HST.8: Dem einzigen Lebensspender der Bären- und Affenhelden, dem Vernichter der Kraft des gegnerischen Heeres, dem Abwehrer der Waffenflut: Verehrung dir!

28.HST.9: Dem Überwinder von Gift, Feinden und Feindschaft, der die Furcht vor mächtigen Gegnern vernichtet und einzig dem Schutz seiner Verehrer dient: wieder und wieder Verehrung!

28.HST.10: Dem Stillsteller fremdgerichteter Mantras und Yantras, dem Bewirker des Schwimmens von Steinen auf dem Wasser: wieder und wieder Verehrung!

28.HST.11: Dem, der die junge Sonnenscheibe verschlingen wollte, der über die Furcht hinwegführt, mit Nägeln als Waffen, gewaltig und zehn Waffen tragend!

28.HST.12: Dem Vernichter feindlichen Hochmuts, der Rāmas Befehl in der Welt trägt, der in jedem Dorf gegenwärtig ist und die Rākṣasa-Heeresmacht bezwingen will!

28.HST.13: Dem, dessen Waffen schreckliche Felsen und Bäume sind, dem seit Kindheit im Brahmacarya Gefestigten, der Rudras Gestalt trägt: Verehrung dir!

28.HST.14: Dem gelblichbraun Gliedernden, dem Allumfassenden mit diamantenem Leib, der den Lendenschurz trägt und an der Hingabe an Rāma Freude hat: Verehrung dir!

28.HST.15: Der für die südliche Richtung wie die Sonne und für die Guten wie der aufsteigende Mond ist, Schadenszauber und Gift abwehrt und alle Bedrängnisse hinwegnimmt!

28.HST.16: Der dem Befehl seines Herrn folgt, als Gefährte im Kampf Pārthas erscheint und guten Sieg verleiht; der seinen Verehrern bei göttlichen Rechtsproben und im Kampf Sieg gewährt! [Das erste Kompositum verbindet Herrnauftrag, Pārtha und Kampfgefährtenschaft sehr knapp; der Zusammenhang wird nicht durch eine zusätzliche Erzählung ergänzt.]

28.HST.17: Der die Rufe kilkilā, bubukā und schreckliche, schreckliche Laute ausstößt, alle heftigen Leiden stillstellen soll und durch die Wälder zieht!

28.HST.18: Der stets besonders durch Waldfrüchte gesättigt ist, der die steingefügte Brücke über den großen Ozean miterrichtet: Verehrung dir!

28.HST.19: In Streitgespräch, Auseinandersetzung, Kampf, großer Furcht oder im weiten Wald, bei Löwen, Tigern und Räubern soll, wer dieses Stotra liest, keine Furcht haben.

Fußnote: Kha bietet cara, „ziehend/wandelnd“, als lokale Lesart. Die Wirkungszusagen der Hymne sind religiöse Aussagen der Quelle.

28.HST.20: Bei Furcht vor überirdischen Wesen, bei Krankheit, bei pflanzlichem oder tierischem Gift, bei großer Bedrohung durch König oder Feinde und bei Furcht vor Grahas …

28.HST.21: … bei Wassergefahr, Schlangen, heftigem Regen, Hungersnot oder anderen erschreckenden Ereignissen soll der Mensch durch Lesen des Stotras von allen Ängsten frei werden.

28.HST.22: Durch das Lesen der Hanumān-Lobpreisung soll ihm nirgends Furcht bleiben. Wer diese Hymne täglich einmal oder zu den drei Tageszeiten liest …

28.HST.23: … soll sämtliche Wünsche erfüllt sehen. Die Hymne wird Vibhīṣaṇa zugeschrieben und als von Tārkṣya, Garuḍa, verkündet bezeichnet.

Unnummerierter Schlussvers: Wer sie mit Hingabe liest, dem sollen die Vollendungen gleichsam in der Hand liegen. [Die zweite Hälfte fehlt.] Hier endet die Hanumat-Stuti.

Der zehngliedrige Gopāla-Mantra nach dem Śrī-Sārasaṅgraha

28.GOP.1: Nun wird der Śrī-Gopāla-Mantra gelehrt, der alle Güter gewähren und Grahas, Krankheiten, Gift, Feinde und Armut beseitigen soll.

28.GOP.2: Ihm werden Söhne, Freunde, Ehegemeinschaft und weitere Freuden, Befreiung, Wissen, Wohlstand und besondere dichterische Begabung zugeschrieben.

28.GOP.3: Er soll die Herzen aller Frauen und auch Könige geneigt machen. Seine Lautentschlüsselung beginnt mit Pañcāntaka und dem ihm folgenden Adharānta; darauf Lohita, verbunden mit Trimūrti.

28.GOP.4: Danach folgen Caturānana und Meṣa, Khaḍgīśa, zweimal Pinākīśa und Dviraṇḍeśa mit dem langen Vokal.

28.GOP.5: Vālin, Candra, Sudhā mit Länge und Nakulīśa mit Kānti schließen an. So wird der große Gopāla-Mantra mit zehn Lautgliedern gelehrt.

Unnummerierter Halbvers: Dieser vorzügliche Mantra soll die Hingabe an Viṣṇus beide Lotusfüße vermehren. [Die zweite Hälfte fehlt.]

Vollständige Entschlüsselung in der Prosa:

Bezeichnungen der Quelle Ergebnis
Pañcāntaka = g; Adharānta = o go
Lohita = p; Trimūrti = ī pī
Caturānana ja
Meṣa na
Khaḍgīśa va
zweimal Pinākīśa lla
Dviraṇḍeśa = bh; langer Vokal ā bhā
Vālin ya
Candra = s; Sudhā = v; langer Vokal ā svā
Nakulīśa = h; Kānti = ā hā

Die Formel lautet damit gopījanavallabhāya svāhā, „Dem Geliebten der Gopīs: svāhā.“ In dieser Grundform steht kein zusätzliches Anfangs-Bīja.

Innere Bedeutungen des Gopāla-Mantras

28.GOP.6: Weil sie die ganze Welt behütet und den höchsten Puruṣa verbirgt, heißt die Urnatur, die Grundursache, „Gopī“.

28.GOP.7: Weil aus ihr die Welt geboren wird, wird sie mit dem Wort jana bezeichnet. Als Grund und Antreiber von Gopī und Jana …

28.GOP.8: … wird jenes wunderbare Licht ewiger Glückseligkeit von den Wissenden Vallabha genannt. Mit dem Wort svāhā sage ich: „Ich übergebe mich selbst diesem Licht.“

28.GOP.9: Herr des Hervorgebrachten und des Hervorbringenden ist Viṣṇu selbst als höchster Ātman. Die Bedeutung des Mantras ist Viṣṇu; dies soll dem Übenden sicher zuteilwerden.

28.GOP.10: Oder gopījana bezeichnet die Gesamtheit der Kräfte, die Welt zu beschützen. Vallabha ist der Herr dieser Kräfte, der vom eigenen Selbst nicht verschieden ist …

28.GOP.11: … und bedeutet „Herr“ beziehungsweise „Geliebter“. Svāhā wird wie zuvor verstanden: „Dem Geliebten der Hirtenfrauen übergebe ich mich selbst und alles, was mir gehört …

28.GOP.12: … als Opfer in Brahman mit Eigenschaften.“ So werden die inneren Wortdeutungen des Mantras gelehrt. Seher ist Nārada, Versmaß Virāṭ.

28.GOP.13: Gottheit ist Kṛṣṇa, Nandas Sohn, der Bezwinger der Daityas. Das Bīja wird aus ka, la, Māyā und dem Kopfzeichen gebildet. [Die verschlüsselte Angabe bezeichnet das hier zugehörige Kāma-Bīja klīṃ; die Einzelauflösung wird an dieser Stelle nicht nochmals ausbuchstabiert.]

28.GOP.14: Als Śakti dieses vorzüglichen Mantras nennen die Lehrer svāhā. Die Zweckbestimmung gilt dem Erlangen von Dharma, Artha, Kāma und Mokṣa, den vier Lebenszielen.

28.GOP.15: Kṛṣṇa wird als Prakṛti bezeichnet, Durgā als zugehörige vorstehende Gottheit. [Diese ungewöhnliche Formulierung bleibt wie gedruckt stehen.] Sodann beginnt die Gliederbildung mit Ācakra, Vicakra und Sucakra …

28.GOP.16: … gefolgt von Trailokyarakṣaṇacakra und Asurāntakacakra, den fünf Namen jeweils im Dativ …

28.GOP.17: … mit svāhā sowie den jeweiligen Abschlussformeln. Damit werden fünf Glieder gebildet: Herz, Kopf, Scheitelhaarlocke, Panzer …

28.GOP.18: … und Waffe. Danach werden die Mantralaute, jeweils mit Bindu und namaḥ, den beiden Körperseiten, Hüfte, Rücken und Scheitel der Reihe nach zugeordnet. [Die folgende Prosa präzisiert diese knappe Verteilung.]

Fußnoten: Kha bietet yataḥ statt der entsprechenden kausalen Wendung und vijāyate, „wird geboren“, als Variante in der Wortdeutung.

28.GOP.19: Der zehngliedrige Mantra, am Anfang und Ende von Praṇava umschlossen, durchdringt die Handflächen, Handrücken und Seiten der Hände. Glosse: „Zehngliedrig“ bedeutet den gesamten Grundmantra.

28.GOP.20: Die zehn einzelnen Laute, von Dhruva, oṃ, umschlossen und mit namaḥ versehen, werden den zehn Fingern zugeordnet und erstrecken sich jeweils über deren drei Glieder.

28.GOP.21: Vom rechten Daumen bis zum linken Daumen verläuft die „Schöpfung“ genannte Handzuordnung. Die „Erhaltung“ beginnt mit beiden Daumen als Paar.

28.GOP.22: Vom linken Daumen bis zum rechten verläuft die von den Weisen „Auflösung“ genannte Zuordnung. So bestehen drei Hand-Nyāsas.

28.GOP.23: An beiden Händen werden die zehn Glieder und die fünf Glieder wie zuvor zugeordnet. Darauf folgt die Mātṛkā-Zuordnung mit den vom Mantra umschlossenen Alphabetlauten.

28.GOP.24: Die zehn Tattvas werden der Reihe nach mit den Mantralauten verbunden. Bei der Auflösung werden die Mantralaute in vorwärtiger Reihenfolge eingesetzt …

28.GOP.25: … bei der Schöpfung dagegen rückwärts. Ihre Entschlüsselung gilt wie zuvor; nun werden die Zuordnungen gelehrt. [Diese ausdrückliche Regel der Tattva-Zuordnung wird nicht mit der anders gerichteten Körperfolge weiter unten gleichgesetzt.]

28.GOP.26: Erde, Wasser, Feuer, Wind, Raum, Ich-Prinzip, Mahat, Urnatur, Puruṣa und das Höchste …

28.GOP.27: … sind die Namen der zehn Tattvas. Sie werden an den folgenden Stellen zugeordnet: an beiden Füßen, am als Śiva bezeichneten Ort, an Brust und Mund und auf dem Kopf …

28.GOP.28: … danach zwei Tattvas in der Mitte und die letzten drei dem ganzen Körper. Auch die umgekehrte Zuordnung dieser zehn Tattvas gilt als geheim. [Der zweite Körperort wird hier verschlüsselt als śiva bezeichnet; er wird nicht ohne weitere Prosaauflösung umbenannt.]

28.GOP.29: Dies wird für sämtliche Gopāla-Mantras zur raschen Vollendung gelehrt. Mit beiden Händen wird vom Kopf bis zu den Füßen eine umfassende Zuordnung vollzogen …

28.GOP.30: … dreimal mit dem durch Praṇava eingefassten Mantra. Sodann werden die Laute der Reihe nach Kopf, Augen, Ohren, Nase, Mund und Herz …

28.GOP.31: … Bauch, Geschlechtsregion, Knien und Füßen zugeordnet. Dies heißt Schöpfungs-Nyāsa; danach folgt der Erhaltungs-Nyāsa.

28.GOP.32: Dieser beginnt am Herzen und endet bei den Augen. Die Auflösung ist die Umkehr der Schöpfungsfolge. So bestehen drei Zuordnungen. [Die gedruckte Endbezeichnung akha ist knapp; die spätere ausgeschriebene Prosa bleibt für die genaue Endstelle maßgeblich.]

Vibhūti-Pañjara: zehn Folgen der Mantraverteilung

28.GOP.33: Die erste Folge berührt Mūlādhāra, Geschlechtsorgan, Nabel, Herz, Kehle, Mund, beide Schultern und beide Oberschenkel.

28.GOP.34: Die zweite umfasst Schulterbereich, Nabel, Bauch, Herz, beide Seiten, Rücken und beide Hüftseiten. [Die knappe Aufzählung fasst einzelne Körperbereiche zusammen; die zehn Einzellautpositionen werden hier nicht frei ergänzt.]

28.GOP.35: Die dritte umfasst Kopf, Gesicht, beide Augen, beide Ohren, beide Nasenöffnungen und beide Wangen. Die vierte beginnt an den Gelenken der rechten Hand …

28.GOP.36: … und reicht zu ihren Fingerenden. Entsprechend folgen drei weitere Zuordnungen an linker Hand, rechtem Fuß und linkem Fuß …

28.GOP.37: … also die fünfte, sechste und siebte Folge. Danach werden der Kopf und seine Richtungsbereiche, beginnend im Osten, sowie der ganze Kopf …

28.GOP.38: … beide Arme und beide Oberschenkel als achte Folge genannt. Die neunte beginnt an Kopf, Augen, Mund, Kehle, Herz und Bauch …

28.GOP.39: … und setzt sich über Mūlādhāra, Geschlechtsorgan, Knie und Vorderfüße fort. Die zehnte beginnt bei den Ohren und Wangen …

28.GOP.40: … und umfasst außerdem Schultern, Brustseiten, Körperseiten, Gesäßhälften, Oberschenkel, Knie, Unterschenkel und Füße.

28.GOP.41: An diesen Stellen werden die Mantralaute wiederholt zugeordnet. Dies ist der Vibhūti-Pañjara-Nyāsa, der zehn Umläufe des Mantras umfasst.

28.GOP.42: Ihm werden Lebensdauer, Gesundheit, Rechtschaffenheit, Wohlstand, Ruhm und Schönheit zugeschrieben; die Quelle lobt ihn auch für die Gewinnung des Wohlwollens von Männern, Frauen und Königen.

28.GOP.43: Er soll Genuss, Befreiung und Hingabe an Viṣṇus Lotusfüße gewähren. Danach wird wie zuvor der Mūrti-Pañjara-Nyāsa vollzogen.

28.GOP.44: Wiederum folgen Schöpfungs- und Erhaltungszuordnung, die zehn und die fünf Glieder sowie die Zuordnungen des Mantras und der weiteren Bestandteile.

28.GOP.45: Die anschließend zu lehrenden Mudrās werden mit innerer Sammlung gezeigt. Hat der Übende so den aus Mantra bestehenden Körper gebildet …

28.GOP.46: … meditiert er den ewigen Kṛṣṇa, Herrn der Welt, Grund von Entstehung, Erhaltung und Auflösung des Alls, wie er am Ende der Veden, in den Upaniṣaden, erkannt wird, ohne die begrenzenden Unterscheidungen von Eigenem und Ähnlichem. [Die knappe Wendung svādivarjita ist im Druck nicht näher erklärt.]

Vṛndāvana und der Wunschbaum

28.GOP.47: Zuerst betrachtet der gut gesammelte Mantraübende das liebliche Vṛndāvana, in dem vielerlei Blüten leuchten, rings von blütenreichen Bäumen …

28.GOP.48: … mit frischen Trieben, einer Fülle verschiedenster Früchte und schönen, glänzenden Zweigen umgeben.

28.GOP.49: Scharen von Ranken mit hervortretenden Blütenrispen schmücken es; Schwärme summender Bienen erfüllen es mit Klang.

28.GOP.50: Summende Honigbienen und Vögel verbreiten Freude. Stimmen von Papageienschwärmen durchziehen den Hain, vermischt mit dem Gurren der Tauben.

28.GOP.51: Die schönen Rufe der Kuckucke und anderer Vögel erfüllen alle Richtungen; Scharen tanzender Pfauen beleben den Ort bei Tag und Nacht.

28.GOP.52: Lüfte berühren die Staubfäden im Inneren geöffneter Lotusblumen und sind vom Blütenstaub verschiedenster Blüten duftend …

28.GOP.53: … gekühlt durch die Tropfen der Wellen der Sonnentochter Yamunā. Sie bewegen die Gewänder der Hirtinnen, die vom Feuer der Liebe ergriffen sind.

28.GOP.54: In diesem stets von solchen Lüften erfüllten Hain wird der Wunschbaum betrachtet. Seine jungen Triebe bestehen aus Koralle …

28.GOP.55: … sein Blätterdach aus Smaragd; die Blüten und Knospen gleichen Diamanten und Perlen, die Früchte strahlen als Rubine.

28.GOP.56: Alle Jahreszeiten dienen ihm zugleich, und er erfüllt das Erwünschte. Goldene Zweigspitzen und hochragende Wipfel schmücken ihn.

28.GOP.57: Durch einen Regen göttlichen Nektars badet er die Welt. Unter ihm liegt ein herrlicher Boden, der wie die aufgehende Sonne leuchtet …

28.GOP.58: … mit funkelnden Edelsteinen gefügt und mit Blütenstaub geschmückt, frei von den sechs Wogen des bedingten Daseins. So wird er zur Erlangung des Erwünschten betrachtet.

28.GOP.59: Darauf liegt der mit Rubinen gepflasterte Yoga-Sitz; auf ihm der bereits gelehrte rote, achtblättrige Lotus.

Kṛṣṇas Gestalt in der Meditation

28.GOP.60: In seiner Mitte sitzt Kṛṣṇa bequem. Mit ungeteilter Aufmerksamkeit wird er betrachtet: wie die aufgehende Sonne strahlend, mit heiterem Gesicht, der Alldurchdringende.

28.GOP.61: Sein langes, glänzendes Haar schimmert wie Saphir; eine schöne Pfauenfeder schmückt sein Haupt.

28.GOP.62: Blüten des Wunschbaumes, umschwärmt von Bienen, schmücken seinen Kopf. Frisch aufgeblühte Wasserlilien trägt er als Ohrschmuck.

28.GOP.63: Lockige Haarsträhnen glänzen auf der zarten Stirnfläche. Ein Tilaka aus Gorocanā und hochgeschwungene Brauen zieren sie.

28.GOP.64: Sein wunderbares Antlitz gleicht dem makellosen Vollmond einer Herbstnacht; seine schönen, langen Augen haben die Form von Lotusblättern.

28.GOP.65: Makara-förmige Ohrringe leuchten mit unbezahlbaren Edelsteinen. Die Schönheit seiner Wangen übertrifft einen klaren Spiegel.

28.GOP.66: Seine wunderbar feine, erhabene Nase gleicht einer Agastya-Blüte; seine Lippen gleichen reifen Bimba-Früchten und übertreffen die Schönheit der Koralle.

28.GOP.67: Seine Zahnreihen werden mit Granatapfelkernen verglichen; ihr Licht lässt bei seinem leisen Lächeln die Richtungen weiß erstrahlen. [Die auffällige Farbkombination steht so in der Quelle und wird nicht in einen anderen Vergleich umgeschrieben.]

28.GOP.68: Junge Waldtriebe und Blüten bilden reichen Halsschmuck. Sein schöner Hals gleicht einer Muschel und trägt drei besonders liebliche Linien.

28.GOP.69: Duftende, nie welkende Blüten des Wunschbaumes, von honiggierigen Bienen umschwärmt …

28.GOP.70: … bilden eine Girlande, die auf seinen Schultern leuchtet. Perlenketten schmücken ihn; der Kaustubha lässt seine breite, erhobene Brust erstrahlen.

28.GOP.71: Die Brust trägt das Śrīvatsa-Zeichen, seine Schultern sind hoch. Seine mächtigen Arme gleichen starken Riegeln und reichen bis zu den Knien.

28.GOP.72: Drei Falten schmücken den leicht gewölbten Bauch; der Nabel gleicht einem kleinen Teich mit einem rechtsläufigen Wirbel.

28.GOP.73: Die feine Haarlinie gleicht einer Reihe schwirrender Bienen. Armreifen, Oberarmspangen und Ringe sind mit vielen Edelsteinen besetzt.

28.GOP.74: Halsketten, weiterer im Druck undeutlich benannter Körperschmuck und Fußspangen zieren ihn. Kleine Glöckchen schmücken den Gürtel um seine Hüften. [Das Kompositum zwischen graiveya und tulākoṭi ist beschädigt; es wird nicht durch einen sicher klingenden Schmucknamen ersetzt.]

Fußnoten der Seite: Kha bietet puṣpavirājitam, „mit Blüten geschmückt“, pārśve, „an der Seite“, eine Gold-Lesart svarṇai und yutam, „versehen mit“, als lokale Varianten des Dhyānas.

28.GOP.75: Göttliche Salben schmücken seinen ganzen Körper. Er trägt ein gelbes Gewand; Oberschenkel und Knie sind wohlgestaltet.

28.GOP.76: Seine Unterschenkel schimmern wie der Hals eines Pfaues; die Schönheit der gewölbten Füße übertrifft die eines Schildkrötenpanzers.

28.GOP.77: Seine Nägel glänzen wie kleine Rubinspiegel; die rötlichen Zehen entfalten sich wie Blütenblätter seiner Lotusfüße.

28.GOP.78: Die roten Fußsohlen tragen glückverheißende Zeichen: Diskus, Muschel, Lotus, Pflug, Haken, Keule, Donnerkeil und weitere.

28.GOP.79: Seine Gestalt erscheint aus dem ganzen Schatz der Schönheit gebildet; ihr Glanz übertrifft selbst die Schönheit Kandar­pas.

28.GOP.80: Die Flöte liegt an seinem Lotusmund, seine Finger auf ihren Löchern. Sein Geist ist vom Hören der daraus entstehenden göttlichen Melodie eingenommen.

28.GOP.81: Mit seinen Seitenblicken bezaubert er unablässig die Lebewesen; sein Inneres ist ganz von höchster Glückseligkeit erfüllt.

28.GOP.82: Kühe umgeben ihn, deren Augen und Herzen seinem Lotusantlitz zugewandt sind. Unter der Last ihrer vollen Euter bewegen sie sich langsam …

28.GOP.83: … mit angekauten, dann fallengelassenen Grashalmen und kräftigen Schweifen, die die Erde berühren.

28.GOP.84: Kälber haben beim Trinken der fließenden Milch volle Mäuler; herauslaufende, schaumige Milch bietet einen lieblichen Anblick …

28.GOP.85: … während sie begierig die Musik der Flöte hören und beide Ohren aufrichten.

28.GOP.86: Die kleinen, gerade sprießenden Hörner lassen ihre Köpfe jucken; im spielerischen Aneinanderreiben scharren ihre Hufe über den Boden.

28.GOP.87: Wohlgenährte, kräftige Tiere mit erhobenen Schweifen und schönen Kehlwammen sowie Herden männlicher und weiblicher Kälber umgeben ihn.

28.GOP.88: Ihr tiefes Muhen erfüllt den Raum; kräftige, hohe Schulterbuckel zeichnen sie aus. Mit aufgerichteten Ohren trinken sie gleichsam den Nektar des Flötenklangs …

28.GOP.89: … mit weit geöffneten Nüstern und freudiger Erregung. Danach erscheinen die Hirten, die ihm in Kenntnissen, Wesen, Aussehen, Spiel und Kleidung …

28.GOP.90: … und auch im Alter gleichen. Sie spielen Flöte und haben sich in schönen Melodien geübt.

28.GOP.91: Mit Vallakī, metallenen Zimbeln und weiteren Instrumenten erzeugen sie harmonische Klänge; sie tanzen ausdrucksvoll und schwingen dabei die Arme.

28.GOP.92: An Beinen und Hüften tragen sie kleine Glöckchen. Sie bewegen sich hierhin und dorthin und sprechen lieblich miteinander.

28.GOP.93: Auch Kinder von liebenswürdigem Aussehen umgeben ihn, die noch undeutlich und auf entzückende Weise sprechen; an ihren Halsketten tragen sie Tigerkrallen als Schmuck.

Unnummerierter Übergang: Danach wird gesammelt die Schar der Hirtinnen betrachtet. [Die zweite Vershälfte fehlt.]

Redaktioneller Hinweis zu 28.GOP.94–101, Druckseiten 488–489: Auf den eben geschilderten kindlichen Rahmen folgt eine sexualisierende Beschreibung der Reaktion der Hirtinnen auf Kṛṣṇa. Diese Verse werden deshalb nur als nichtgrafische Inhaltsangaben wiedergegeben. In beiden Sanskritfassungen stehen sichtbare Auslassungsvermerke; eine wörtlich vollständige Wiedergabe wird für diese Stellen nicht behauptet.

28.GOP.94: Nichtgrafische Inhaltsangabe: Der Klang seiner Flöte weckt in den Hirtinnen starke Zuneigung.

28.GOP.95: Nichtgrafische Inhaltsangabe: Sein Lächeln bewegt sie; der Vers beschreibt ihre wachsende emotionale Ergriffenheit.

28.GOP.96: Nichtgrafische Inhaltsangabe: Die intensive Wirkung der Begegnung wird durch körperliche Reaktionen veranschaulicht.

28.GOP.97: Nichtgrafische Inhaltsangabe: Die Hirtinnen sind überwältigt und ganz auf Kṛṣṇas Anblick ausgerichtet.

Nicht betroffene Fußnoten der Seite: Kha bietet vyāptam, yat und eine undeutliche dhṛtāṃśu-Lesart; ka und kha bieten garvitam, „stolz“, als lokale Varianten im vorausgehenden Abschnitt über Kühe und Gefährten.

28.GOP.98: Nichtgrafische Inhaltsangabe: Die Hirtinnen blicken ergriffen zu Kṛṣṇa; ihr Blumenschmuck löst sich.

28.GOP.99: Nichtgrafische Inhaltsangabe: Bienen umschwärmen die Blumen; die Frauen sind emotional überwältigt.

28.GOP.100: Nichtgrafische Inhaltsangabe: Ihre Bewegung wird langsam und unsicher, während ihr Fußschmuck erklingt.

28.GOP.101: Nichtgrafische Inhaltsangabe: Die Szene schließt mit einer Beschreibung tiefer Ergriffenheit. [Hier endet die auf Seite 488 erklärte redaktionelle Ausnahme; ab Vers 102 wird der nichtgrafische Originaltext wieder übersetzt.]

28.GOP.102: Ihre Lotushände halten vielerlei Geschenke. In Reihen umgeben sie ihn, beginnend im Osten und dann weiter außen.

28.GOP.103: Die Kränze ihrer Lotusblicke schmücken seine Gestalt: den Herrn, der ganz große Glückseligkeit ausstrahlt und die Heimstatt allen göttlichen Spiels ist.

28.GOP.104: Außerhalb der Hirtinnen, Hirten und Kühe wird die Schar der Götter betrachtet, dem Gott der Götter zugewandt und Wohlstand ersehnend …

28.GOP.105: … an ihrer Spitze Brahmā, Īśa und Indra, ihn ehrfürchtig preisend. Rechts steht die Schar der Ṛṣis, ganz dem Studium des Veda hingegeben …

28.GOP.106: … und Dharma suchend. Hinter ihm stehen die großen Yogis um Sanaka, in Meditation gefestigt und nach dem höchsten Heil strebend.

28.GOP.107: Links befinden sich Yakṣas, Gandharvas, Kinnaras, Siddhas, Vidyādharas, Cāraṇas und Apsarās, mit ihren Gefährtinnen …

28.GOP.108: … singend, tanzend und musizierend, dem freudvollen Erleben zugewandt. Danach wird ein Weiser betrachtet, hell wie Mond, Kampfer, Kunda- und Kāśa-Blüten …

28.GOP.109: … der Mantra und Tantra verkündet, mit Flechtenhaar wie ein Blitzband, einzig nach Hingabe an Viṣṇus beide Lotusfüße verlangend …

28.GOP.110: … von allen anderen Bindungen frei, Meister des Veda und seiner Bedeutung. Mit sieben Rāgas und den vielfachen Śrutis, den feinen Tonstufen …

28.GOP.111: … in den ordnungsgemäß aus drei Grāmas hervorgehenden Mūrchanās, den melodischen Tonfolgen, besingt er voller Liebe Kṛṣṇas Flötenspiel.

28.GOP.112: Diesen vorzüglichen, von Hochmut freien Weisen Nārada betrachtet man im Himmelsraum. Hat der weitblickende Übende so Nandas Sohn, den höchsten Ātman, meditiert …

Von der inneren zur äußeren Gopāla-Verehrung

28.GOP.113: … verehrt er ihn auf dem zuvor gelehrten Vaiṣṇava-Sitz mit seinen neun Śaktis. Zuerst dienen Arghya und die weiteren innerlich vorgestellten Gaben …

28.GOP.114: … der Verehrung Kṛṣṇas, des von allen höchst Verehrungswürdigen, auf dem Sitz des eigenen Körpers, mit ganzer Hingabe wie zuvor gelehrt.

28.GOP.115: Danach vollzieht der vorzügliche Übende die Verehrung mit äußeren Materialien. Das zur Mantravollendung führende Verfahren wird nun genau gelehrt.

28.GOP.116: Mit dem Grundmantra bildet der Mantrakundige die Gestalt. In sie ruft er die Gottheit herbei und verehrt sie zusammen mit sämtlichen Umfassungen.

28.GOP.117: Die Gaben vom Sitz bis zum Schmuck werden bereitgestellt; danach wird die Gottheit mit Duftstoffen und Weiterem in der beim Nyāsa genannten Reihenfolge verehrt.

28.GOP.118: Nach der Schöpfungs- und Erhaltungsverehrung sowie den fünf und zehn Gliedern werden die Flöte und anschließend die Waldblumengirlande verehrt.

28.GOP.119: Am Körper Kṛṣṇas werden Śrīvatsa und Kaustubha verehrt. Nach der Verehrung seiner selbst mit dem Grundmantra folgen die Umfassungen.

28.GOP.120: Auf dem Lotusinneren, in den vier Hauptrichtungen rings um die Gottheit, werden Dāma, Sudāma, Vasudāma und Kiṅkiṇī verehrt.

Prosaerklärung: Auch der vierte Name endet auf dāma. Dafür zitiert die Quelle das Trailokyasaṃmohana-Tantra: „Nach der Verehrung Vasudāmas wird Kiṅkiṇīdāma verehrt.“ Der vollständige vierte Name lautet also Kiṅkiṇīdāma.

Fußnote: Die Handschriften ka und ga bieten die schwer verständliche Lesart khavasuḥ als lokale Variante in der Szene Nāradas.

28.GOP.121: Diese vier Gefährten besitzen Lichtgestalten. Auf den Staubfäden erfolgt die Gliederverehrung; auf den acht Blättern werden die Königinnen, beginnend mit Rukmiṇī, verehrt.

28.GOP.122: Rechts halten sie einen Lotus, links ein Arghya-Gefäß. Göttliche weiße Gewänder, duftende Salben und weiterer Schmuck zieren sie.

28.GOP.123: Genannt werden Rukmiṇī, Satyabhāmā, Nāgnijiti, Sunandā, Mitravindā und Sulakṣaṇā …

28.GOP.124: … ferner Suśīlā und Jāmbavatī. Ihre Farben sind Gold und Smaragd, jeweils paarweise der Reihe nach.

28.GOP.125: Der Text beschreibt die Königinnen mit von der Brustlast geneigter Haltung und vielerlei Edelsteinschmuck. Danach werden an den Blattspitzen Vasudeva und Devakī …

28.GOP.126: … Nandagopa, Yaśodā, Balabhadra, Subhadrikā sowie Hirten und Hirtinnen verehrt, deren Herzen und Augen Kṛṣṇas Antlitz zugewandt sind.

28.GOP.127: Vasudeva ist goldfarben, Nanda weiß. Beide zeigen rechts die Geste der Erkenntnis und links die furchtnehmende Geste.

28.GOP.128: Die beiden Mütter sind entsprechend mit göttlichen Gewändern, Salben, Blumen und Schmuck versehen, die eine rot, die andere dunkel. Rechts zeigen sie …

28.GOP.129: … die Geste der Gewährung; links tragen sie ein Gefäß mit nektargleichem Milchreis. Perlenketten, Edelsteinohrringe und weitere Kostbarkeiten schmücken sie.

28.GOP.130: Balabhadra ist weiß wie Kunda-Blüten, trägt Stampfkeule und Pflug sowie ein blaues Gewand. Er wird als berauscht beschrieben; ein einzelner Ohrring schwingt an ihm.

28.GOP.131: Subhadrā ist dunkel, schlank und jugendlich, mit schönem Schmuck und gelbem Gewand. Sie zeigt die gewährende und die furchtnehmende Geste.

28.GOP.132: Die Hände der Hirten tragen Flöten, Vīṇās, Blätterinstrumente, Hörner und Ähnliches. Die schön geschmückten Hirtenfrauen halten vielerlei Geschenke in ihren Lotushänden.

28.GOP.133: Außen werden fünf Wunschbäume verehrt: zuerst Mandāra, danach Santāna …

28.GOP.134: … Pārijāta, Kalpavṛkṣa und Haricandana, angeordnet in der Mitte und den vier Richtungen.

28.GOP.135: Ihre mächtigen, langen Zweige neigen sich herab; sie gewähren dem Übenden die gewünschten Früchte. Außen folgen die Welthüter und danach Donnerkeil und die übrigen Waffen.

28.GOP.136: Sind so die Umfassungen verehrt und Duftstoffe sowie Blumen dargebracht, folgen Räucherwerk, Licht und Speiseopfer.

28.GOP.137: Die Speisen werden mit Hingabe nach dem zuvor genannten Verfahren richtig bereitet: eine Milchspeise mit Zucker, Dickmilch und Ghee …

28.GOP.138: … Kokosnuss, Rohrzucker, Kuchen, frische Butter, Kandiszucker und Bananen, dazu passende Beilagen, alles wohlschmeckend und rein.

28.GOP.139: Nach der Widmung der Speise wird die Grāsa-Mudrā gezeigt. Mit der rechten Hand werden die Mudrās der fünf Lebenswinde, beginnend mit Prāṇa, gebildet.

28.GOP.140: Die beiden Daumen berühren die Ringfinger an den Handflächen; damit wird die Naivedya-Mudrā gezeigt, begleitet vom Mantra.

28.GOP.141: Der Speiseopfer-Mantra beginnt mit den Lautbezeichnungen Lāṅgalin, Wasser, Sadyānta und Kopfzeichen, gefolgt von der Verneigung. Danach werden parāya und brahmātma …

28.GOP.142: … mit der Endung ne und Aniruddha im Dativ sowie naivedyaṃ kalpayāmi verbunden. Der Text bezeichnet dies als Mantra von achtundzwanzig Lautgliedern.

Prosaauflösung: Lāṅgalin ist ṭh, Wasser v, Sadyānta au und das Kopfzeichen Bindu. Daraus wird das eng gesetzte Bīja ṭhvauṃ gebildet. Nati bedeutet namaḥ. Parāya bleibt unverändert. Brahmātma erhält im Versanschluss ne, also brahmātmane; darauf folgt aniruddhāya. Naivedyaṃ und kalpayā bleiben zunächst unverändert; mi als Schlusslaut ergibt kalpayāmi. Der Sinn ist: „Verehrung dem höchsten Brahman-Selbst, Aniruddha; ich bereite die Speisegabe.“ [Die gedruckte Glosse bei ne/aniruddha ist undeutlich, und die genannte Zahl 28 lässt sich aus den hier sicher lesbaren Teilen nicht ohne Ergänzung bestätigen. Deshalb wird keine normalisierte Gesamtformel als zweifelsfrei ausgegeben.]

28.GOP.143: Nach der so vollzogenen Speisedarbringung erfolgen die weiteren Handlungen wie zuvor. Anschließend wird der eigene Körper mit Sandelpaste geschmückt.

28.GOP.144: Mit dem Grundmantra und den Mūrti-Pañjara-Formeln werden mit dem Ringfinger Tilakas auf Stirn und die weiteren Stellen aufgetragen.

28.GOP.145: Der Kundige bringt fünf Blütenañjalis mit Tulasī und Blumen dar. Unter Wiederholung des Grundmantras werden die beiden Lotusfüße des Herrn …

28.GOP.146: … bedacht; für die Körpermitte werden zwei Karavīra-Blüten, danach für das Haupt zwei Lotusblumen genannt. [Die Darbringungsfolge setzt sich auf der nächsten Seite fort.]

Fußnoten: Kha bietet eine abweichende Wendung mit pātraṃ supayasā sṛtam zur Milchspeise; ga bietet yugmataḥ, „paarweise“, bei der Blütengabe.

28.GOP.147: Mit den genannten Blumen werden entsprechend weitere Blütenañjalis am ganzen Körper dargebracht. Rechts von der Gottheit gibt der Mantrakundige weiße Blumen …

28.GOP.148: … links rote, entsprechend den weißen und roten Gestalten. So wird Kṛṣṇa mit sieben Umfassungen verehrt.

28.GOP.149: Dies soll alle Güter sowie Genuss und Befreiung gewähren. Als verkürzte Form dienen drei Umfassungen: Glieder, Indra und die anderen Welthüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen …

28.GOP.150: … mit denen der vorzügliche Übende die Gottheit verehrt. Nach der richtigen Verehrung mit Duftstoffen und den weiteren Gaben …

28.GOP.151: … werden acht Kṛṣṇa-Gestalten mit duftenden Blüten verehrt: Kṛṣṇa, Vāsudeva, Nārāyaṇa …

28.GOP.152: … Devakīnandana, Yaduśreṣṭha, Vārṣṇeya, Asurākrāntabhārahārin …

28.GOP.153: … und Dharmasaṃsthāpaka. Jeder Name wird im Dativ, mit oṃ am Anfang und namaḥ am Ende, verwendet. Wahlweise kann die Kṛṣṇa-Verehrung allein mit diesen acht Formeln erfolgen.

28.GOP.154: Wer über den Ozean des Werdens hinausgelangen und alle Güter verwirklichen möchte, wiederholt den Grundmantra nach Vermögen und bringt diese Wiederholung …

28.GOP.155: … zusammen mit Arghya-Wasser, Duftstoffen, Blumen und ungebrochenen Reiskörnern dar. Danach preist der weitblickende Übende die Gottheit mit vielerlei Hymnen.

Unnummerierter Abschluss: Nach der Verneigung wird die Gottheit in den inneren Herzlotus entlassen; danach wird weiter wiederholt. [Die zweite Vershälfte fehlt.]

Ausführungsprosa: erste Körper-, Hand- und Tattva-Zuordnungen

Nach den Morgenhandlungen bis zur Zuordnung des Yoga-Sitzes werden drei Atemregelungen mit dem Grundmantra vollzogen. Die Einleitungsformeln lauten: am Kopf nāradāya ṛṣaye namaḥ; am Mund virāṭchandase namaḥ; im Herzen śrīkṛṣṇāya devatāyai namaḥ. In Klammern ergänzt der Druck: an der Geschlechtsregion klīṃbījāya namaḥ; an den Füßen svāhāśaktaye namaḥ; am ganzen Körper kṛṣṇāya prakṛtaye namaḥ; im Herzen śrīdurgāyai adhiṣṭhātryai devatāyai namaḥ. Damit bestätigt die Prosa die ungewöhnliche Kṛṣṇa-Prakṛti-/Durgā-Zuordnung des Verses 15.

Mit gefalteten Händen wird die Zweckbestimmung gesprochen: mama caturvidhapuruṣārthasiddhaye viniyogaḥ, „Die Anwendung dient der Verwirklichung meiner vier Lebensziele.“ Nach der umfassenden Handzuordnung mit dem Grundmantra folgen fünf Formeln:

Vollständige Formel Glied
ācakrāya svāhā hṛdayāya namaḥ Herz
vicakrāya svāhā śirase svāhā Kopf
sucakrāya svāhā śikhāyai vaṣaṭ Scheitelhaarlocke
trailokyarakṣaṇacakrāya svāhā kavacāya huṃ Panzer
asurāntakacakrāya svāhā astrāya phaṭ Waffe

Sie werden an beiden Händen vom Daumen bis zum kleinen Finger zugeordnet. Am Körper folgen die vier Glieder vom Herzen bis zum Panzer; mit der Waffenformel werden dreimal die Hände zusammengeschlagen und die zehn Richtungen gebunden.

Zehn Mantralaute am Körper: Herz goṃ namaḥ; Kopf pīṃ namaḥ; Scheitelhaarlocke jaṃ namaḥ; Panzerstelle naṃ namaḥ; Waffenstelle vaṃ namaḥ; rechte Seite llaṃ namaḥ; linke Seite bhāṃ namaḥ; Hüfte yaṃ namaḥ; Rücken svāṃ namaḥ; Scheitel hāṃ namaḥ. Danach wird gopījanavallabhāya svāhā jeweils über Handflächen, Handrücken und Handseiten umfassend gesprochen.

Zuerst ausdrücklich ausgeschriebener Auflösungs-Nyāsa der Finger:

Finger Formel
linker Daumen oṃ goṃ oṃ namaḥ
linker Zeigefinger oṃ pīṃ oṃ namaḥ
linker Mittelfinger oṃ jaṃ oṃ namaḥ
linker Ringfinger oṃ naṃ oṃ namaḥ
linker kleiner Finger oṃ vaṃ oṃ namaḥ
rechter kleiner Finger oṃ llaṃ oṃ namaḥ
rechter Ringfinger oṃ bhāṃ oṃ namaḥ
rechter Mittelfinger oṃ yaṃ oṃ namaḥ
rechter Zeigefinger oṃ svāṃ oṃ namaḥ
rechter Daumen oṃ hāṃ oṃ namaḥ

Danach werden dieselben zehn Laute im Schöpfungsverfahren vom rechten bis zum linken Daumen zugeordnet. Die Erhaltung beginnt mit beiden Daumen und läuft paarweise, rechts vor links, bis zu beiden kleinen Fingern. Die Auflösung verläuft wiederum vom linken bis zum rechten Daumen; Bindu und Visarga werden berücksichtigt. Zehn- und Fünfgliedzuordnung an den Fingern folgen wie zuvor.

Mātṛkā-Zuordnung: Grundmantra – aṃ – Grundmantra in umgekehrter Reihenfolge – namaḥ; danach Grundmantra – āṃ – umgekehrter Grundmantra – namaḥ, entsprechend mit den weiteren Alphabetlauten. Die Quelle schreibt hier ausdrücklich die Umkehrung des Grundmantras vor.

Erste Tattva-Folge; jeder Tabellenabschluss folgt auf die jeweilige Lautformel:

Körperort Lautformel anschließende Tattva-Formel
Füße goṃ namaḥ parāya pṛthivītattvātmane namaḥ – dem höchsten Selbst als Erdelement
Geschlechtsorgan pīṃ namaḥ parāya abtattvātmane namaḥ – als Wasserelement
Brust jaṃ namaḥ parāya tejastattvātmane namaḥ – als Feuerelement
Mund naṃ namaḥ parāya vāyutattvātmane namaḥ – als Windelement
Kopf vaṃ namaḥ parāyākāśatattvātmane namaḥ – als Raumelement
Herz llaṃ namaḥ parāyāhaṃkāratattvātmane namaḥ – als Ich-Prinzip
Herz bhāṃ namaḥ parāya mahattattvātmane namaḥ – als Mahat
ganzer Körper yaṃ namaḥ parāya prakṛtitattvātmane namaḥ – als Urnatur
ganzer Körper svāṃ namaḥ parāya puruṣatattvātmane namaḥ – als Puruṣa
ganzer Körper hāṃ namaḥ parāya paratattvātmane namaḥ – als höchstes Prinzip

Zweite Tattva-Folge, ausdrücklich in Umkehrung ausgeschrieben: Am ganzen Körper hāṃ namaḥ parāya paratattvātmane namaḥ, svāṃ namaḥ parāya puruṣatattvātmane namaḥ, yaṃ namaḥ parāya prakṛtitattvātmane namaḥ; im Herzen bhāṃ namaḥ parāya mahattattvātmane namaḥ, llaṃ namaḥ parāyāhaṃkāratattvātmane namaḥ; am Kopf vaṃ namaḥ parāyākāśatattvātmane namaḥ; am Mund naṃ namaḥ parāya vāyutattvātmane namaḥ; an der Brust jaṃ namaḥ parāya tejastattvātmane … [Fortsetzung auf der nächsten Seite.]

Fortsetzung der umgekehrten Tattva-Folge: Die Brustformel endet mit namaḥ. Es folgen am Geschlechtsorgan pīṃ namaḥ parāya jalatattvātmane namaḥ und an den Füßen goṃ namaḥ parāya pṛthivītattvātmane namaḥ. Für Wasser verwendet diese Rückfolge jalatattva statt des vorherigen abtattva. Danach wird der von Praṇava umschlossene Grundmantra dreimal umfassend vom Kopf bis zu den Füßen zugeordnet.

Drei vollständig ausgeführte Körperfolgen

Die zehn Lautformeln lauten stets, in dieser Reihenfolge: goṃ namaḥ; pīṃ namaḥ; jaṃ namaḥ; naṃ namaḥ; vaṃ namaḥ; llaṃ namaḥ; bhāṃ namaḥ; yaṃ namaḥ; svāṃ namaḥ; hāṃ namaḥ. Jede Zeile der folgenden Tabellen nennt ihre zehn zugehörigen Körperstellen in genau derselben Reihenfolge. Damit bleiben auch die im Sanskrit durch Wiederholungszeichen abgekürzten Formeln vollständig rekonstruierbar.

Reihenfolge im Druck Körperstellen für die zehn Lautformeln
Folge 3: aufsteigend Füße; Knie; Geschlechtsorgan; Bauch; Herz; Mund; Nase; Ohren; Augen; Kopf
Folge 4: absteigend Kopf; Augen; Ohren; Nase; Mund; Herz; Bauch; Geschlechtsorgan; Knie; Füße
Folge 5: am Herzen beginnend Herz; Bauch; Geschlechtsorgan; Knie; Füße; Kopf; Augen; Ohren; Nase; Mund

Die zehn Vibhūti-Pañjara-Folgen in der Ausführungsprosa

Auch hier gilt in jeder Zeile die oben vollständig genannte Folge von goṃ namaḥ bis hāṃ namaḥ. Die Nummerierung beginnt im Druck erneut mit 1; es handelt sich um die zehn zuvor in Versen beschriebenen Umläufe.

Umlauf Körperstellen in Lautreihenfolge
1 Mūlādhāra; Geschlechtsorgan; Nabel; Herz; Kehle; Mund; rechte Schulter; linke Schulter; rechter Oberschenkel; linker Oberschenkel
2 beide Schultern; Nabel; Bauch; Herz; beide Brustseiten; rechte Körperseite; linke Körperseite; Rücken; rechte Hüfte; linke Hüfte
3 Kopf; Mund; rechtes Auge; linkes Auge; rechtes Ohr; linkes Ohr; rechte Nasenöffnung; linke Nasenöffnung; rechte Wange; linke Wange
4 Ansatz des rechten Arms; dessen Mitte; Handgelenk; Fingeransätze; Fingerspitzen; Daumen; Zeigefinger; Mittelfinger; Ringfinger; kleiner Finger
5 entsprechend am linken Arm: Armansatz; Armmitte; Handgelenk; Fingeransätze; Fingerspitzen; Daumen; Zeigefinger; Mittelfinger; Ringfinger; kleiner Finger
6 Ansatz des rechten Oberschenkels; Knie; Fußknöchel; Zehenansätze; Zehenspitzen; große Zehe; zweite Zehe; mittlere Zehe; vierte Zehe; kleine Zehe
7 entsprechend links: Oberschenkelansatz; Knie; Fußknöchel; Zehenansätze; Zehenspitzen; große Zehe; zweite Zehe; mittlere Zehe; vierte Zehe; kleine Zehe
8 Kopf; östlicher Kopfbereich; rechter Kopfbereich; hinterer Kopfbereich; linker Kopfbereich; ganzer Kopf; rechter Arm; linker Arm; rechter Oberschenkel; linker Oberschenkel
9 Kopf; Augen; Mund; Kehle; Herz; Bauch; Mūlādhāra; Geschlechtsorgan; Knie; Vorderfüße
10 Ohren; Wangen; Schultern; Brustseiten; Körperseiten; Gesäßhälften; Oberschenkel; Knie; Unterschenkel; Füße

Die fünfte und siebte Folge werden im Sanskrit mit „entsprechend links und so weiter“ abgekürzt; die Tabelle macht ausschließlich diese ausdrücklich geforderte Spiegelung sichtbar.

Es folgen erneut Mūrti-Pañjara-, Schöpfungs- und Erhaltungs-Nyāsa, Zehn- und Fünfgliedzuordnung, Seherzuordnung und die Bildung der Mudrās. Eine Klammer ergänzt: Nach dem Aufstellen der Gefäße für Pādya und die übrigen Gaben wird der eigene Körper mit Duftstoffen geschmückt; mit dem Ringfinger werden entsprechend dem Mūrti-Pañjara zwölf Tilakas von der Stirn an aufgetragen. Die übrigen Handlungen und die Sitzverehrung erfolgen wie zuvor.

Nach den Blumengaben werden am Körper der Gottheit die zehn und fünf Glieder an den genannten Stellen nach Schöpfungs- und Erhaltungsfolge verehrt. Am Mund steht veṇave namaḥ, der Flöte; an den Schultern vanamālāyai namaḥ, der Waldblumengirlande; an der Brust śrīvatsāya namaḥ; am Hals kaustubhāya namaḥ. Danach wird der Körper der Gottheit entsprechend dem Vibhūti-Pañjara verehrt.

Vollständige Formeln der Gopāla-Umfassungen

Ort Formeln in der angegebenen Reihenfolge
Lotusinneres, vorn beginnend rechtsläufig oṃ dāmāya namaḥ; oṃ sudāmāya namaḥ; oṃ vasudāmāya namaḥ; oṃ kiṅkiṇīdāmāya namaḥ
Staubfäden die fünf bereits ausgeschriebenen Gliederformeln
Acht Lotusblätter, vorn beginnend rukmiṇyai namaḥ; satyabhāmāyai namaḥ; nāgnijityai namaḥ; sunandāyai namaḥ; mitravindāyai namaḥ; sulakṣaṇāyai namaḥ; suśīlāyai namaḥ; jāmbavatyai namaḥ
Blattspitzen vasudevāya namaḥ; devakyai namaḥ; nandagopāya namaḥ; yaśodāyai namaḥ; balabhadrāya namaḥ; subhadrāyai namaḥ; gopālebhyo namaḥ; gopikābhyo namaḥ
Lotusmitte mandārāya namaḥ
Außerhalb des Lotus, vor der Gottheit beginnend rechtsläufig in vier Richtungen santānāya namaḥ; pārijātāya namaḥ; kalpavṛkṣāya namaḥ; haricandanāya namaḥ

Danach werden die Welthüter und Donnerkeil sowie weitere Waffen verehrt, Räucherwerk und Licht dargebracht.

Ausgeschriebene Speiseformel und Blumengaben

Vor der Gottheit wird das Speiseopfer wie zuvor aufgestellt und geheiligt. Fußwaschwasser, Ācamana-Wasser und Duftstoffe werden dargebracht, danach Wasser zum rituellen Trinken. Nach Grāsa-Mudrā und den fünf Prāṇa-Mudrās mit ihren jeweiligen Formeln wird mit beiden Händen die Naivedya-Mudrā gebildet. Hier schreibt der Druck ausdrücklich:

oṃ namaḥ parāya brahmātmane’niruddhāya naivedyaṃ kalpayāmi.
„Oṃ, Verehrung dem höchsten Brahman-Selbst, Aniruddha. Ich bereite die Speisegabe.“

[Die vollständig ausgeschriebene Formel beginnt hier mit oṃ; auf Seite 490 wurde zuvor ein anders verschlüsseltes Anfangs-Bīja erläutert. Beide Angaben werden als Quellenvarianten bewahrt.]

Nach der Darbringung, der entsprechenden Meditation und Verehrung wird der Grundmantra mit śrīkṛṣṇāya namaḥ gesprochen. An den Füßen der Gottheit werden fünfmal helle und dunkle Tulasī-Blätter dargebracht; am Herzen fünfmal weiße und rote Karavīra-Blüten; am Haupt fünfmal … [Fortsetzung auf der nächsten Seite.]

[Fortsetzung der unnummerierten Erläuterung:] Auf dem Haupt opfert man weiße und rote Lotusblumen; am ganzen Körper weiße und dunkle Tulasī, weiße und rote Lotusblumen, weiße und rote Karavīra und weitere Blumen. So werden die fünf Blumenhandvoll dargebracht. Wieder spricht man den Grundmantra, dann: śrīkṛṣṇāya namaḥ, ebenso śrīvāsudevāya namaḥ, śrīnārāyaṇāya namaḥ, śrīdevakīnandanāya namaḥ, śrīyaduśreṣṭhāya namaḥ, śrīvārṣṇeyāya namaḥ, śrīasurākrāntabhūbhārahāriṇe namaḥ und śrīdharmasaṃsthāpakāya namaḥ. Nach der Verehrung dieser acht Kṛṣṇa-Gestalten verrichtet man die königlichen Ehrendienste und alles Weitere wie zuvor. [Die Prosa ergänzt im siebenten Namen bhū, „Erde“.]

28.GOP.156: Der verständige Verehrer meditiert so über den höchsten Ātman als Nandas Sohn. Nach ordnungsgemäßer Einweihung gemäß dem zuvor beschriebenen Verfahren wiederholt er den Mantra.

28.GOP.157: An die Regeln gebunden und mit beherrschten Sinnen bedenkt der Mantrakenner dessen Bedeutung; vierzigtausend Wiederholungen vollzieht er mit einer Gebetskette aus weißen Lotussamen.

28.GOP.158: Danach wiederholt der Einsichtige zur Vollendung des Mantras eine Million Mal. Hunderttausend Feueropfer bringt er mit Karañja-Blüten dar, die mit Zucker, geklärter Butter und Honig getränkt sind. [Die Blütenbezeichnung ist im Druck eng gesetzt; gelesen karañjapuṣpaiḥ.]

28.GOP.159: Oder er opfert eine mit Zucker und Honig vermischte Opferspeise. Mit reinem, durch Kampfer und Sandel duftendem Wasser vollzieht er die Labung. [Die Variante ersetzt die entsprechende Zutatengruppe durch „mit geklärter Butter vermischt“. Candra wird hier als Duftstoffbezeichnung für Kampfer verstanden.]

28.GOP.160: Nach der eigenen rituellen Besprengung speist er die „Götter auf Erden“, die Brahmanen, mit allerlei fester und weiterer Speise, reicht Betel und angemessene Gaben.

28.GOP.161: Darauf verneigt er sich vorschriftsgemäß vor seinem eigenen Guru und ehrt ihn mit Geld, Getreide, Gewändern und anderem, ohne hinsichtlich seines Vermögens zu täuschen oder zu geizen. [Variante: tataḥ statt tato.]

28.GOP.162: Mit höchster Hingabe soll er ihn zur Erfüllung seines Vorhabens zufriedenstellen. Nachdem der Mantra so vollendet ist, führt der Mantrakenner die von ihm gewünschten Anwendungen aus …

[Unnummerierte Fortsetzung:] … mit Hingabe und ordnungsgemäß, den täglichen und anlassbezogenen Pflichten zugetan. [Der Druck setzt für die verbleibende Vershälfte Punkte; kein fehlender Wortlaut ergänzt.] Die Anwendungen werden weiter unten erläutert.

Der achtzehnsilbige Śrī-Kṛṣṇa-Mantra

Nun der Śrī-Kṛṣṇa-Mantra. Im Sārasaṅgraha heißt es:

28.KRS.1: Nun verkünde ich das sorgsam geheim gehaltene Mantrajuwel Kṛṣṇas, dessen Kraft in den drei Welten bekannt ist und das Nārada und andere verehren.

28.KRS.2: Es verwirkliche Dharma, Wohlstand, Liebesverlangen und Befreiung, diene der Anziehung und weiteren Anwendungen, sei das endzeitliche Feuer für den Brennstoff Unwissenheit und verleihe die Frucht yogischer Herrschaft.

28.KRS.3: Es beseitige vorzeitigen Tod und üblen Blick, vernichte Halsleiden, schwere Krankheit sowie Bhūtas und Rākṣasas. [Historische Wirkungszuschreibungen des Textes.]

28.KRS.4: Den Menschen verleihe es Sieg im Kampf und Furchtlosigkeit im Wald; es verschaffe Diener und Dienerinnen, Elefanten, Pferde und anderes, Wagen, Milchkühe und Vermögen.

28.KRS.5: Es verschaffe Land, Söhne, Ehegefährtin und Weiteres, Glanz, Schönheit und Ruhm sowie Standhaftigkeit, Tiefe, Tapferkeit, würdiges Verhalten und Geistesgegenwart.

28.KRS.6: Es vermöge das Weltenei zu erschüttern und verleihe den Reichtum der acht Siddhis. Wozu viele Worte: Alles gewähre es, daran bestehe kein Zweifel.

28.KRS.7: Cakrin, auf Purandara gesetzt und mit Trimūrti und dem Mond versehen, bildet das erste Bīja. Darauf folgt Trivikrama mit Krodhīśa am Anfang.

28.KRS.8: Es folgen Śveta, Narakajit, Kānti und Vāyu, sodann Śārṅgin mit Sadya; danach Amṛta, Atri und der Mond, anschließend Atri mit Dīrgha.

28.KRS.9: Vāyu und der zehnsilbige Mantra schließen an: So entsteht dieser vortreffliche achtzehnsilbige Mantra. Das Wort kṛṣ wird als Bezeichnung des Seins erklärt. [Variante im ersten Halbvers: „dieser gilt als Mantra“.]

28.KRS.10: Auch der Laut ṇa bedeutet Wonne; darum trägt Kṛṣṇa diesen Sinn: Sein und Wonne. Weil er die Sünden seiner Verehrer hinwegzieht, heißt er Kṛṣṇa.

28.KRS.11: Der Lehrer erläutert die Bedeutung dessen, dessen Leib aus Mantra besteht. Weil das Wort go Erkenntnis bezeichnet, wird durch ihn diese Erkenntnis erlangt. [Die mittleren Wörter des ersten Halbverses sind im Satz beschädigt; ihr genauer Wortlaut bleibt unsicher.]

28.KRS.12: Oder: Er kennt das Wort in seiner Ganzheit. Govinda heißt er wegen seines Umherziehens mit den Kühen. Den vierten Abschnitt bildet der zehnsilbige Mantra, dessen Bedeutung wie zuvor zu verstehen ist. [Die abweichende Randlesung des ersten Wortes im zweiten Halbvers ist beschädigt; der Haupttext und die folgende Prosa sprechen vom zuvor behandelten Gopāla-Mantra.]

[Unnummerierte Auflösung der Lautchiffre:] Cakrin ist k, Purandara l, Trimūrti ī und Indu der Bindu: Daraus entsteht das Kāma-Bīja klīṃ. Krodhīśa ist k, Trivikrama ṛ: kṛ. Śveta ist ṣ, Narakajit ṇ, Kānti ā: ṣṇā. Vāyu ist y. Śārṅgin ist g, Sadya o: go. Amṛta ist v, Atri i, Indu der Bindu: viṃ. Atri ist hier d, Dīrgha ā: dā. Vāyu ist y. Mit den zehn Silben ist der zuvor erläuterte zehnsilbige Gopāla-Mantra gemeint.

Damit lautet die aus dem Kommentar erschlossene Gesamtform: klīṃ kṛṣṇāya govindāya gopījanavallabhāya svāhā. [Die Zerlegung schreibt den Nasal vor d als Bindu; in der zusammenhängenden Wortform steht govindāya mit n.]

28.KRS.13: Als Seher wird Nārada genannt, als Versmaß Gāyatrī und als Gottheit Śrī Kṛṣṇa. Bīja, Śakti und Weiteres sind wie zuvor.

28.KRS.14: Mit den abgeteilten Lautgruppen des Grundmantras bildet man die fünf Glieder: vier, vier, vier, vier und zwei Silben. [Die ersten drei Vierergruppen werden durch „inneres Organ“, „Veden“ und „Füße“ umschrieben; die folgende Prosa zeigt die Aufteilung.]

Der Sanatkumārakalpa dagegen sagt:

28.KSK.1: Der Seher dieses Mantras ist Brahmā, das Versmaß heißt Gāyatrī, als Gottheit wird Viṣṇu in Hirtengestalt genannt.

28.KSK.2: Eine Silbe gehört zum Herzen, drei zum Haupt; vier werden dem Scheitelbüschel und ebenso viele dem Panzer zugewiesen.

[Unnummerierte Fortsetzung:] Ebenso vier Silben den Augen und zwei der Waffe, o Weiser. Hier gilt die Unterweisung des eigenen Gurus als maßgeblich. [Diese sechsfach gegliederte Überlieferung bleibt neben der fünffachen bestehen.]

28.KRS.15: Danach setzt man die fünf Glieder auf die Finger beider Hände. Mit dem Grundmantra vollzieht man dreimal den den ganzen Körper umfassenden Nyāsa.

28.KRS.16: Nachdem zuletzt auch der Dhruva, das Oṃ, den Körper durchdrungen hat, vollzieht man den Nyāsa der einzelnen Mantralaute: auf dem Haupt, der Stirn, zwischen den Brauen, an beiden Ohren, Augen und Nasenöffnungen …

28.KRS.17: … im Mund, am Hals, am Herzen, am Nabel, an beiden Hüftseiten und dann am Geschlechtsorgan, an beiden Knien und beiden Füßen – jeweils eine Silbe.

28.KRS.18: Nachdem der Mantrakenner den Anfang der Veden, Oṃ, auf das Haupt gesetzt hat, ordnet er die fünf Wortgruppen dem Haupt, Mund, Herzen, verborgenen Bereich und den Füßen zu.

28.KRS.19: Er setzt erneut die fünf Glieder und vollzieht den Schöpfungsnyāsa und die übrigen. Alle weiteren Nyāsas geschehen, wie es beim zehnsilbigen Mantra beschrieben wurde.

[Unnummerierte Fortsetzung:] Auch Meditation und Verehrung erfolgen in der dort erläuterten Weise. [Die zweite Vershälfte ist im Druck durch Punkte vertreten.]

[Unnummerierte praktische Erläuterung:] Nach den morgendlichen Pflichten bis einschließlich Yogapīṭha-Nyāsa vollzieht man dreimal Atemregelung mit dem Grundmantra. Auf das Haupt setzt man nāradāya ṛṣaye namaḥ, auf den Mund gāyatrīchandase namaḥ, auf das Herz śrīkṛṣṇāya devatāyai namaḥ. Bīja, Śakti und Weiteres setzt man wie zuvor.

Die fünf Gliedformeln werden hier folgendermaßen angegeben; die Wiederholungszeichen des Drucks werden als namaḥ ausgeschrieben:

Körperglied Formel
Herz klīṃ kṛṣṇāya hṛdayāya namaḥ
Haupt govindāya śirase namaḥ
Scheitelbüschel gopījana śikhāyai namaḥ
Panzer vallabhāya kavacāya namaḥ
Waffe svāhā astrāya namaḥ

[Die Prosa verweist zugleich auf die frühere Ausführung. Ihre verkürzten Schlusszeichen werden hier nicht stillschweigend in die üblichen unterschiedlichen Glied-Endungen verändert.]

Dreimal folgt der umfassende Nyāsa mit dem Grundmantra, einmal mit dem Praṇava. Anschließend setzt man die folgenden Silben; jede erhält namaḥ:

Stelle Silbe
Haupt klīṃ
Stirn kṛṃ
Zwischen den Brauen ṣṇāṃ
Rechtes Ohr yaṃ
Linkes Ohr goṃ
Rechtes Auge viṃ
Linkes Auge dāṃ
Rechte Nasenöffnung yaṃ
Linke Nasenöffnung goṃ
Mund pīṃ
Hals jaṃ
Herz naṃ
Nabel vaṃ
Rechte Hüftseite llaṃ
Linke Hüftseite bhāṃ
Geschlechtsorgan yaṃ
Beide Knie svāṃ
Beide Füße hāṃ

Auf das Haupt setzt man oṃ namaḥ. Dann folgen die fünf Wortgruppen: Haupt klīṃ namaḥ; Mund kṛṣṇāya namaḥ; Herz govindāya namaḥ; verborgener Bereich gopījanavallabhāya namaḥ; Füße svāhā namaḥ. Nach dem fünfgliedrigen Nyāsa vollzieht man die beim zehnsilbigen Mantra beschriebenen Nyāsas sowie Meditation und alles Weitere nach dessen Verfahren.

28.KRS.20: Zur Erlangung der Befähigung wiederholt man zunächst hingebungsvoll zwanzigtausend Mal, danach fünfhunderttausend Mal; ein Zehntel davon bringt man wie zuvor als Feueropfer dar.

28.KRS.21: Dann vollzieht man Labung und alles Übrige nach dem früher erläuterten Verfahren. Nun werde ich dem Übenden, dessen Mantra vollendet ist, zur Erlangung der Frucht …

28.KRS.22: … die Verehrung Govindas, des Herrn der Welt, zu den drei Tageszeiten erklären. Im bereits beschriebenen schönen Vṛndāvana, auf goldenem Boden, stellt man sich eine Halle vor …

28.KRS.23: … schön, aus Juwelen bestehend und göttlich, unter dem Wunschbaum. Inmitten des mit vielerlei Edelsteinen versehenen Platzes befindet sich ein herrlicher Juwelenthron.

28.KRS.24: Inmitten des schon beschriebenen Lotus meditiert man über Vāsudeva: wie Saphir strahlend, schön, ein Kind von überaus lieblicher Gestalt.

28.KRS.25: Glänzende, gelockte Haarbüschel spielen am Rand seiner Stirn; sein schönes Antlitz gleicht einem Lotus, an dem sich ein Schwarm Bienen niedergelassen hat.

28.KRS.26: Seine beiden schönen Augen gleichen Blütenblättern des blauen Lotus; schwingende Ohrringe zieren seine vollen Wangen. [Die Variante valat beschreibt ebenfalls deren Bewegung.]

28.KRS.27: Mit roten Lippen, schöner Nase, lachend und frohen Herzens ist er mit Halsschmuck geschmückt, der mit mannigfachen Juwelen besetzt ist.

28.KRS.28: Seine Brust ist vom Staub der Kühe bedeckt; er trägt eine Tigerkralle. Sein besonders wohlgenährter, schöner Körper strahlt in goldener Ausstattung.

28.KRS.29: An Hüften und beiden Schenkeln glänzt eine reizende Bindung; ihn schmückt eine Kette von Glöckchen, mit Juwelen und Gold versehen. [Die genaue Bezeichnung der Bindung ist im Druck undeutlich.]

28.KRS.30: Mit der Schönheit seiner lotushaften Hände und Füße und ihrer tiefroten Finger und Zehen übertrifft er bei Weitem den Glanz der Bandhūka-Blüte.

28.KRS.31: In rechter und linker Hand trägt er voller Appetit süße, eingedickte Milch und einen Klumpen frischer, schöner Butter. [Die genaue Verteilung der Speisen auf die Hände bleibt im zusammengesetzten Ausdruck unsicher.]

28.KRS.32: Er ist entschlossen, die bösartigen Daityas zu vernichten, welche die Erde bedrängen: Pūtanā, Śakaṭa und andere.

28.KRS.33: Stets umgibt ihn die Schar der Hirtinnen, Hirten und Kühe; die Götter mit Indra an der Spitze dienen ihm, auf die Erfüllung ihrer Wünsche bedacht.

28.KRS.34: Nachdem man am Morgen mit ganz gefestigtem Geist so über Kṛṣṇa meditiert hat, verehrt man den Herrn Hari auf dem bereits beschriebenen Sitz.

28.KRS.35: Die erste Umhüllung besteht aus den Gliedern, die zweite aus den Weltenhütern, die dritte aus Vajra und den anderen Waffen. Mit heiterem Geist verehrt man sie.

28.KRS.36: Reife Bananenfrucht, Zucker, frische Butter, Opferspeise und Dickmilch werden vermischt; mit diesem Speiseopfer erfreut man den allgegenwärtigen Herrn.

28.KRS.37: Wer bei Tagesanbruch Śrī Kṛṣṇa auf diese Weise mit Vertrauen und Hingabe und mit guten Gegenständen der Verehrung anbetet …

28.KRS.38: … erlangt nach der Verheißung zunächst allen irdischen Wohlstand. Am Ende seines körperlichen Lebens geht der erfolgreiche Verehrer gewiss in die Vereinigung mit Viṣṇu ein. [Variante: „danach“ anstelle der entsprechenden Partikel.]

28.KRS.39: Nachdem der Mensch Hari täglich so am Morgen verehrt hat, bietet er ihm Dickmilch von der Kuh dar, gegebenenfalls mit Rohzucker vermischt.

28.KRS.40: Mit reinem Wasser, das er sich als diese Speise vorstellt, vollzieht er die Labung an Haris Mund. Danach wiederholt er den Grundmantra eintausendundacht Mal. [Variante bhajet: „verehre“.]

[Unnummerierte Glosse:] „Mit dieser Vorstellung“ bedeutet: mit der Vorstellung von Kuh-Dickmilch.

28.KRS.41: Am Mittag verehrt man ihn in wunderbar schöner Gestalt, bedient von Scharen göttlicher Seher, Götter und Siddhas sowie von Himmelswandlern.

28.KRS.42: Rings umgeben ihn Gruppen von Kühen, Hirten und Hirtinnen. Die Schönheit seiner Glieder zeichnet sich durch den herrlichen Glanz einer dunkelblauen Regenwolke aus.

28.KRS.43: Sein reiches Haar ist mit schönen Pfauenfedern geschmückt; die Brauenranken des Gottes sind erhoben, seine Augen gleichen Lotusblättern.

28.KRS.44: Sein Gesicht strahlt wie der Vollmond und ist mit Juwelenohrringen geschmückt. Seine schöne Nase ziert das Rund der Wangen; sein Antlitz lächelt.

28.KRS.45: Er trägt ein gelbes Gewand und eine schöne Perlenkette sowie Gürtel, Armreifen, Oberarmspangen, Ringe, Fußreifen und weiteren Schmuck …

28.KRS.46: … an seinem Körper, der durch duftende Salbe goldbraun getönt ist. Seine Schultern glänzen unter einer Waldblumengirlande, die mit Perlen und Rubinen besetzt ist.

28.KRS.47: Von den Pfeilen der Liebe berührt, ist er dem Flötenspiel zugewandt. In einer Hand trägt er die Flöte, in der linken Muschelhorn und schönen Hirtenstab. [Die Zuordnung mehrerer Gegenstände zur linken Hand wird unverändert wiedergegeben.]

28.KRS.48: Überaus lieblich, mit strahlendem Antlitz, gewährt er das Gewünschte. So meditiert man vorschriftsgemäß über den Gott und verehrt ihn zur Erfüllung seines Anliegens. [Das zusammengesetzte Attribut des Antlitzes ist im Druck nicht sicher zu trennen.]

28.KRS.49: Mit Dāma und den anderen, mit den Gliedern, sodann mit den königlichen Gemahlinnen, danach mit Vāsudeva und den anderen und anschließend mit den Wunschbäumen …

28.KRS.50: … mit Indra und den übrigen sowie mit ihren Waffen: So verehrt der vorzügliche Übende Govinda, umgeben von sieben Kreisen, nach der Vorschrift. [Die Variante verkürzt indrādyaiḥ zu indrādi.]

28.KRS.51: In einer goldenen Schale bringt er die zuvor beschriebene Speise dar. Danach opfert er einhundertundacht Mal süßen Milchreis ins Feuer.

[Unnummerierte Glosse:] Gemeint ist gekochte Speise, Reis, der mit Milch verbunden ist.

28.KRS.52: Danach bereitet er ehrerbietig eine mit Zucker und geklärter Butter versehene Bali-Gabe für die Scharen der Götter, Seher und Asketen sowie für die nachgeordneten Gottheiten.

[Unnummerierte Fortsetzung:] Der Kundige handelt dabei hingebungsvoll und heiteren Sinnes in der Reihenfolge ihrer jeweiligen Himmelsrichtungen. [Die restliche Vershälfte ist durch Punkte vertreten.]

Mit den nachgeordneten Gottheiten sind Gandharvas, Yakṣas und andere gemeint. Nach der bereits in der Meditation genannten Richtungsfolge – „Man stelle sich draußen die Götter nach ihren jeweiligen Himmelsrichtungen vor; vor dem Gott der Götter …“ – bietet man die Bali-Gabe aus Milchreis und Weiterem an. Die Darbringung geschieht so: Vor der Gottheit beginnend stellt man in den vier Richtungen Milchreis und andere Speisen in Schalen auf Unterlagen auf … [Fortsetzung auf der folgenden Druckseite.]

[Fortsetzung der unnummerierten Erläuterung:] Mit devebhya eṣa gandho namaḥ, „Den Göttern dieser Duftstoff, Verehrung“, und den weiteren Formeln verehrt man sie mit den fünf Darbringungen von Duftstoff an. Man nimmt Wasser in die eigene Hand und gibt die Bali-Gabe frei mit devebhya eṣa balir namaḥ, „Den Göttern diese Bali-Gabe, Verehrung“. Nach einer Blumenhandvoll verneigt man sich. Ebenso verehrt und beschenkt man die Seher, Asketen, Gandharvas und anderen.

28.KRS.53: Man labt seinen Mund mit Wasser, das man sich als frische Butter und Opferspeise vorstellt. Nach der Verehrung wiederholt man tausend oder auch nur hundert Mal, jeweils um acht vermehrt.

[Unnummerierte Glosse:] „Um acht vermehrt“ bezieht sich sowohl auf die Hundert als auch auf die Tausend: also 108 oder 1008.

28.KRS.54: Wer Kṛṣṇa am Mittag so mit ganzer Hingabe verehrt, wird nach der Verheißung von den Götterscharen verehrt und von allen Wesen geachtet.

28.KRS.55: Er besitzt langes Leben, Einsicht, Wohlstand, Schönheit, Liebenswürdigkeit und Weiteres; gute Nachkommen, einen Freundeskreis, Vieh, Land und Vermögen …

28.KRS.56: … und alle Herrlichkeit. Nachdem er hier Glück genossen hat, geht er zu Hari. Für die Verehrung am späteren Tag erkennen die Kundigen unterschiedliche Verfahren an.

28.KRS.57: Manche setzen sie in die Abenddämmerung, andere in die Nacht. In der Dämmerung erfolgt die Verehrung mit dem achtzehnsilbigen Mantra …

28.KRS.58: … in der Nacht dagegen mit dem zehnsilbigen, der alle Fülle gewährt. Einige billigen auch an beiden Zeitpunkten die Verehrung mit beiden Mantras.

28.KRS.59: Am Abend, inmitten Dvārakās, an einem schönen Ort bei lieblichen Gärten, rings umgeben von sechzehntausend Häusern …

28.KRS.60: … und schönen Wasserbecken voller Lotus, blauer Seerosen und weißer Wasserblumen, belebt von Schwänen und anderen Vögeln, in einem wundervollen Tempel … [Die Varianten lauten saṃbhṛtaiḥ beziehungsweise saṃbhṛte anstelle der entsprechenden Formen des Haupttextes.]

28.KRS.61: … in einer wunderbaren, bemalten Halle, strahlend wie die aufgehende Sonne, auf einer weichen Unterlage, die mit einem göttlichen goldenen Lotus geschmückt ist … [Der Druck setzt den zweiten Halbvers in Klammern.]

28.KRS.62: … sitzt Kṛṣṇa, der höchste Ātman. Über ihn meditiert man gesammelt; ihn umgeben Nārada und andere vorzügliche Seher, die Befreiung erstreben.

28.KRS.63: Durch die Betrachtung des Sinnes der Nichtzweiheit zeigt er den vorzüglichen Sehern das höchste Licht als Wesen des eigenen Selbst, kraft der Erhabenheit des Mantras.

28.KRS.64: Er besitzt den herrlichen Glanz eines blauen Lotus, ist die Verkörperung des Friedens und die Stätte guter Eigenschaften; seine Augen gleichen Lotusblättern, seine Ohrringe haben Makara-Gestalt.

28.KRS.65: Seine glänzenden Lockenspitzen verbinden sich mit der Krone, die sein Haupt wunderbar erscheinen lässt. Seine Gestalt ist überaus lieblich, sein Lotusantlitz heiter.

28.KRS.66: Seine Brust trägt das Śrīvatsa-Zeichen; eine Waldblumengirlande schmückt ihn. Die kuṅkuma-rote Brust strahlt im Glanz des Kaustubha-Juwels.

28.KRS.67: Die Waldblumengirlande schmückt seine Schultern; ein gelbes Gewand umhüllt den Herrn. Fußreifen, Armspangen, Halsketten, Hüftschnüre und Weiteres zieren ihn.

28.KRS.68: Der Allgegenwärtige hat die Last der Erde beseitigt und ist frohen Herzens. In seinen vier schönen Armen trägt er Muschelhorn, Diskus, Keule und Lotus.

28.KRS.69: Nachdem man sich den Herrn der Götter so vorgestellt hat, verehrt man Govinda ordnungsgemäß. Die Glieder und die acht geliebten Gemahlinnen bilden die ersten beiden Kreise.

28.KRS.70: Darauf verehrt man Nārada, Parvata, Jiṣṇu, Niśaṭha, Uddhava und danach Dāruka …

28.KRS.71: … anschließend Viṣvaksena und Śaineya. Diese von Osten an verehrten Gestalten bilden den dritten Kreis.

28.KRS.72: Vorn verehrt man Garuḍa, danach die Weltenhüter und außerhalb von ihnen deren Waffen. So besteht die Verehrung aus fünf Kreisen.

28.KRS.73: Am Ende der Verehrung bringt man Milchreis als Speiseopfer dar. Mit Wasser, das man sich als mit Zucker angereicherte Milch vorstellt, labt man Kṛṣṇa.

28.KRS.74: Danach wiederholt man einhundertundacht Mal und denkt dabei an Kṛṣṇa. Der Mantrakenner vollzieht vorschriftsgemäß das Feueropfer bei den drei Verehrungen oder am Mittag. [Die Formulierung des dritten Versviertels ist undeutlich; die Deutung auf drei Verehrungszeiten folgt dem Zusammenhang.]

[Unnummerierte Glosse:] Die Zahl 108 bezieht sich sowohl auf die Labung als auch auf den Japa.

28.KRS.76: Nachdem man die Handlungen bis zur abschließenden Ehrengabe vollzogen hat, beginnt man den Lobpreis. Man verneigt sich, bringt sich selbst dar und entlässt den Herrn in das eigene Herz. [Der Druck nummeriert diesen unmittelbar auf 74 folgenden Vers als 76; ein gesonderter Vers 75 ist auf dieser Seite nicht vorhanden. Die Variante des Anfangs nennt Sitz und Ehrengabe.]

28.KRS.77: Durch Nyāsa wird man von der Gottheit erfüllt und verehrt dann das eigene Selbst. Der Verständige, der Hari täglich auf diese Weise in der Abenddämmerung verehrt …

28.KRS.78: … genießt hier vielerlei Freuden und erlangt am Ende einen guten Ausgang. Nachts verehrt man Nandas Sohn mit einem von Liebe bewegten Herzen.

28.KRS.79: Ihn umgibt der Kreis der Hirtinnen, die dem Rāsa-Tanz hingegeben sind. Eine Spanne hoch, wohlgerundet, kräftig, glatt und wunderbar … [Die letzte Beschreibung gehört zu dem im nächsten Vers genannten Pflock; die gedruckte Variante śatoddhṛte ist an dieser Stelle nicht sicher zu deuten.]

28.KRS.80: … ist der in den Boden gesetzte Pflock. Mit beiden Füßen tritt man darauf; aneinander an den Händen gefasst dreht man sich: Dies wird als Rāsa-Tanzversammlung beschrieben. [Der genaue Aufbau dieser ungewöhnlichen Tanzanordnung bleibt im gedrängten Satz unklar.]

28.KRS.81: Ein Wind trägt den Blütenstaub aus dem Inneren der Landlotusblüten und ist feucht von den Scharen der Tropfen bewegter Wellen.

28.KRS.82: Am hellen Sandufer der Kālindī, kühl und Hitze lindernd, befinden sich zahllose göttliche Frauen, von Liebessehnsucht bewegt …

28.KRS.83: … an einem Ort, dessen Richtungen durch die Strahlen des Mondes erhellt sind; das Summen der umherfliegenden Bienenweibchen erfüllt den Umkreis mit Klang.

28.KRS.84: Siddhas, Gandharvas, Götterscharen, Yakṣas, Kinnaras, Schlangenwesen und Vidyādharas haben mit ihren Gemahlinnen in Himmelswagen Platz genommen …

28.KRS.85: … ziehen durch den Himmel und lassen von oben Blumen regnen. Ein Netz schöner Frauen, die einander an den Händen halten, bildet …

28.KRS.86: … die Anordnung des Rāsa-Tanzes. Darin steht der höchste Herr beim Juwelenpflock; aus seinem Leib sind viele göttliche Leiber hervorgegangen.

28.KRS.87: Zwischen je zwei Frauen tritt eine Gestalt des Gottes; beide Arme ruhen jeweils um ihre Schultern und ihren Hals.

28.KRS.88: Die Verbindung mit ihm entfacht die Liebe; die Hirtinnen sind davon tief bewegt. Immer wieder …

28.KRS.89: … dreht er sich mit ihnen und erfreut die Hirtinnen. Sein mit großen Juwelen besetzter Schmuck klingt lieblich und erfreut das Herz. [Die dicht gesetzte Verbindung am Versanfang ist nicht sicher zu trennen.]

28.KRS.90: So erscheint er in jeweils gesonderten Leibern unter ihnen – wie Smaragd, verbunden mit kunstvoll in Gold gefassten Edelsteinen. [Das Bild des Fadens beziehungsweise der Reihung ist syntaktisch gedrängt; die Variante saṃyutaḥ verändert die grammatische Form.]

28.KRS.91: Auf dem sehr breiten Juwelenpflock, auf einem roten Lotus, befindet sich der Herr, wie eine Flachsblüte leuchtend und mit der Schönheit der Jugend ausgestattet. [Die Blütenbezeichnung hat eine im Druck undeutliche Variante.]

28.KRS.92: Seine Augen gleichen Blütenblättern eines soeben erblühten roten Lotus. Frische, verschiedenartige schöne Triebe und neue Blütenbüschel …

28.KRS.93: … sowie Pfauenfedern sind in sein reiches Haar gebunden. Sein schönes Lotusantlitz gleicht dem Mond. [Variante: „damit versehen“.]

28.KRS.94: Juwelenohrringe lassen das Rund seiner Wangen erstrahlen; seine roten Lippen gleichen reifen Bimba-Früchten. [Der erste Halbvers steht im Druck in Klammern.]

28.KRS.95: Ihn schmückt aller Schmuck, aus mannigfachen Juwelen gearbeitet. Er ist die höchste Stätte anmutiger Schönheit, mit goldfarben glänzendem Gewand.

28.KRS.96: Die Innenflächen seiner Hände und die Fußsohlen sind schön wie frische Koralle. Eine Waldblumengirlande, an der Bienenschwärme glänzen, schmückt seine beiden Arme.

28.KRS.97: Seine Brust trägt Kuṅkuma-Spuren von den Umarmungen der Frauen. Schön wie ein mächtiger Stier schreitet er dahin und widmet sich liebevoll dem Flötenspiel.

28.KRS.98: Von den Pfeilen der Liebe berührt, ist er die einzige gute Zuflucht aller Welten. Nachdem man so meditiert hat, verehrt man Lakṣmīs Geliebten auf dem zuvor beschriebenen guten Sitz.

28.KRS.99: Den ersten Kreis bilden die Glieder, den folgenden die Paare. Die zuvor genannten sechzehn Gestalten, angefangen mit Keśava, verkörpern die Vokale.

28.KRS.100: Mit ihren Śaktis von Kīrti an verbunden bilden sie die Paare. Vor jedes Paar setzt man Lakṣmīs und Manmathas Bīja sowie jeweils den zugehörigen Vokal.

[Unnummeriertes Formelbeispiel:] śrīṃ klīṃ aṃ keśavāya kīrtyai namaḥ; entsprechend folgen die übrigen Paare.

28.KRS.101: Auf den sechzehn Blütenblättern verehrt man sie, dem Rāsa-Spiel hingegeben. Außerhalb verehrt man Indra und die anderen, noch weiter außen Vajra und die übrigen Waffen.

28.KRS.102: So verehrt man den Herrn mit vier Kreisen. Darauf nimmt man gut aufgekochte Milch, die mit weißem Zucker vermischt ist … [Variante: „darauf aber“.]

28.KRS.103: … bereitet sie sorgfältig in einer silbernen Schale und bringt sie dar. In so vielen Bronzeschalen, wie es Vokale gibt, also sechzehn, richtet man die Speisegaben an.

28.KRS.104: Auch jedem Paar bietet man nach seinen Möglichkeiten solche Milch dar. Alles Weitere vollzieht man wie zuvor und beendet die Verehrung.

28.KRS.105: Wer nachts nach diesem Verfahren handelt, vermag nach der Verheißung Menschen für sich zu gewinnen, wird zur Wohnstätte Lakṣmīs, von allen geehrt und der Befreiung teilhaftig.

28.KRS.106: Wer täglich nachts oder am Ende des Tages verehrt, erhält die gleiche Frucht und gelangt über den Ozean des Werdens hinaus.

28.KRS.107: Wer hier den Gemahl der Lotusgeborenen, dessen Leib aus Mantra besteht, zu den drei Tageszeiten hingebungsvoll verehrt, werde gewiss zum Herrn der Erde. Stets auf Dharma bedacht und mit großer Herrlichkeit versehen genieße er die gewünschten Freuden; schließlich gehe er in Viṣṇus höchste Stadt ein, der die Siddhascharen dienen. [Die Verbindung bei „großer Herrlichkeit“ ist im Druck beschädigt.]

Labung nach der Verehrung und wunschbezogene Labungen

28.KRS.108: Nun erkläre ich die Vorschrift der Tarpana-Labungen am Ende der Verehrung des Gottes der Götter sowie der zuvor genannten wunschbezogenen Labungen, welche dem Übenden die gewünschte Frucht verleihen sollen.

28.KRS.109: Auch unabhängig von der Verehrung können Kundige deren Frucht erlangen. Zu Beginn der Labung verwendet man die Sitz-Mantras und jeweils einmal den Grundmantra …

28.KRS.110: … ruft dort die Gottheit herbei und verehrt sie mit Wasser allein als Darbringung. Dann zeigt man die Dhenu-Mudrā und stellt sich den jeweiligen Stoff der Labung vor.

28.KRS.111: Mit dieser Vorstellung nimmt man Wasser in die zum goldenen Gefäß gedachte, richtig geformte Handhöhlung und labt die Gottheit unter Aussprache des Grundmantras.

28.KRS.112: Täglich labt man sie zu den drei Tageszeiten je achtundzwanzig Mal; anschließend labt man das der jeweiligen Zeit entsprechende Gefolge.

28.KRS.113: Der Mantrakenner labt jede Gestalt einmal mit dem Grundmantra. Am Morgen ist die gedachte Gabe Dickmilch mit Honig; mit frischer Butter versehene Opferspeise … [Variante: Dickmilch „mit Rohzucker“.]

28.KRS.114: … ist für die Tagesmitte genannt; in der Abenddämmerung gilt beste Milch mit Kristallzucker als Stoff der Labung.

28.KRS.115: Der Wortlaut der Darbringung und alles Weitere entsprechen dem früheren Verfahren. Danach besprengt sich der Selbstkundige mit dem durch seine Gnade gesegneten Wasser.

28.KRS.116: Der Mantrakenner trinkt darauf Wasser, das durch den Grundmantra besprochen ist. Nachdem er Hari entlassen hat, wiederholt er den Mantra, ganz von ihm erfüllt.

28.KRS.117: Nun werde ich die Stoffe der wunschbezogenen Labung nennen. Unter den Verfahrensweisen nimmt man eine an und hält hingebungsvoll an ihr fest. [Der Wortlaut der zweiten Vershälfte ist gedrängt; keine zusätzlichen Varianten erfunden.]

28.KRS.118: Einmal labt man mit Wasser, viermal mit Milch; anschließend mit den sechzehn Stoffen, der Reihe nach mit jedem einzeln viermal …

28.KRS.119: … jeweils unter Verwendung des Grundmantras. Wieder folgen vier Labungen mit Milch und eine mit Wasser.

28.KRS.120: Die übrigen Gaben kann man durch Milch-Wasser darbringen, die Milch mit Kristallzucker. Wer so morgens mit vierundsiebzig Darbringungen labt … [Die Zahl ergibt sich aus 1 + 4 + 16 × 4 + 4 + 1 = 74; der erste Halbvers ist sprachlich knapp und bleibt als ergänzende Stoffangabe wiedergegeben.]

28.KRS.121: … und Kṛṣṇa täglich kundig, vertrauensvoll und hingebungsvoll zugewandt ist, dem werde innerhalb eines Maṇḍala-Zeitraums sein Wunsch gewiss erfüllt. [Variante: „mit reiner Hingabe“. Eine Tageszahl für maṇḍala wird hier nicht genannt.]

28.KRS.122: Milchreis, Reis mit Dickmilch, Sesam und Reiskörner, Reis mit Rohzucker, Milch, Dickmilch und frische Butter …

28.KRS.123: … geklärte Butter, Kadalī, Mocā, Rajasvalā und Moca, Modaka-Süßspeisen, Pūpa-Kuchen, flachgedrückte Reiskörner und Puffreis …

[Unnummerierte Fortsetzung:] … dies nennen die Einsichtigen die sechzehn Stoffe. [Die übrige Vershälfte ist im Druck durch Punkte ersetzt. Die Zahl sechzehn setzt die Lesung tilataṇḍula als eine kombinierte Stoffposition voraus.]

[Unnummerierte Glosse:] Mocā, Rajasvalā und Moca sind Bananenarten; mit Kadalī sind hier also insgesamt vier Bananenarten zu verstehen. [Keine modernen botanischen Artbestimmungen ergänzt.]

28.KRS.124: Eine weitere Labung will ich erklären, deren Frucht der vorherigen gleichkommt: frisch gemolkene, noch warme Milch und aufgekochte Milch, Dickmilch und das aus Dickmilch Gewonnene …

28.KRS.125: … geklärte Butter, Milchreis, Matsyaṇḍī-Zucker, Honig und Pañcāmṛta: Mit diesen neun Stoffen labt man jeweils zwölfmal. [Dadhyutthaka, „aus Dickmilch gewonnen“, bezeichnet hier dem Zusammenhang nach Butter; die Variante dadhyudaka dagegen das Wasser der Dickmilch.]

[Unnummerierte Glosse:] Dhāroṣṇa ist die unmittelbar nach dem Melken herbeigebrachte Milch; matsyaṇḍī eine besondere Art von Stückzucker.

28.KRS.126: Mit diesen Stoffen zusammen kennt man einhundertundacht Labungen. Vorschriftsgemäß vollzogen dienen sie dem Ruhm … [Neun Stoffe mal zwölf ergeben 108; pratyekaṃ dravyataḥ bezieht sich auf die zuvor erklärte Einzelzuordnung.]

28.KRS.127: … und nach den Einsichtigen auch dazu, Menschen zusammenzuführen beziehungsweise für sich zu gewinnen. Mit reinem Wasser in der Vorstellung frisch gemolkener, mit Stückzucker vermischter Milch …

28.KRS.128: … labt man Kṛṣṇa, bevor man in ein Dorf oder eine Stadt geht. Dann erhalte man feste und weitere Speisen mit vielerlei Geschmack …

28.KRS.129: … Kleidung, Nahrung, Gewänder, Getreide und das sonst Gewünschte. Die Zahl der Japa-Wiederholungen entspricht hier der vorgeschriebenen Zahl der Labungen. [Der Druck klammert die Passage von der zweiten Hälfte von 128 bis hier ein. Die Wiederholung „Kleidung/Gewänder“ bleibt erhalten; eine Variante nennt stattdessen Schmuck.]

28.KRS.130: Hier erlange man schon durch die Labung die gewünschte Frucht. Ein bettelnder Brahmane nimmt täglich selbst Govindas Gestalt an …

28.KRS.131: … in diesen und immer wieder anderen vielfältigen inneren Vorstellungen: Er nimmt den Hirtinnen Dickmilch, Milch, Butter und andere Dinge zusammen mit ihren Herzen …

28.KRS.132: … kraftvoll weg; so erhalte er rasch reichliche Almosen. In das Innere eines Sechsecks schreibt man das Kāma-Bīja zusammen mit dem Namen der Zielperson und der beabsichtigten Handlung. [Der erste Halbvers schildert eine innere Govinda-Vorstellung; mit dem zweiten beginnt die Yantra-Beschreibung.]

28.KRS.133: Die Silben des sechssilbigen Mantras schreibt man in die sechs Ecken. Außen zeichnet man einen ordnungsgemäßen zehnbättrigen Lotus.

28.KRS.134: In seine Staubfäden schreibt man je zwei Silben des zwanzigsilbigen Mantras. Dann zeichnet man die äußere Erdeinfassung, deren Ecken vom Madana-Bīja besetzt sind.

28.KRS.135: Dies wird vorschriftsgemäß mit einer goldenen Nadel und Rocanā-Farbstoff auf ein Goldplättchen geschrieben, zu einem Amulettpäckchen geformt und verehrt.

28.KRS.136: Nach ordnungsgemäßer Besprengung mit dem Sampāta-Opferrest und Besprechung mit dem Grundmantra wird dieses Gopāla-Yantra von Verdienstvollen am Arm getragen.

28.KRS.137: Es gelte als wirksam bei Anziehung und anderen Handlungen in den drei Welten und sei streng geheim zu halten; es mehre Ruhm und verleihe Königsherrschaft, Söhne, Enkel und Vermögen.

28.KRS.138: Es mache Menschen ihren Geliebten lieb und gewähre alles Wohlergehen. Bei Fallsucht, Verlust der Geistesklarheit, Verwirrung, Ohnmacht, Fieber und anderen Leiden …

28.KRS.139: … sowie bei Bedrängnis durch Rākṣasas, Wahnsinn, Bhūtas und Ähnliches stellt man sich dieses Yantra auf dem Haupt des Betroffenen vor und wiederholt den Mantra: Dann, so behauptet der Text, schwinde das Leiden augenblicklich.

[Unnummerierte Erläuterung:] Man zeichnet ein Sechseck und schreibt in seine Mitte das Kāma-Bīja mit dem Zielnamen. In die Ecken schreibt man einzeln die Silben des gleich zu erklärenden sechssilbigen Gopāla-Mantras. Außen zeichnet man einen Lotus mit zehn Blütenblättern; in seine Staubfäden schreibt man jeweils zwei Silben des gleich zu erläuternden zwanzigsilbigen Gopāla-Mantras. In die Blütenblätter kommen einzeln die Silben des zuvor behandelten zehnsilbigen Mantras. Außen folgt ein Quadrat, in dessen Ecken man das Kāma-Bīja setzt. Dieses Yantra bringe die genannten Früchte. [Der Druck klammert die Erklärung der paarweisen Silben und der Blütenblätter ein.]

28.KRS.140: Kāma, Brahmā, Bhārabhūti, ṣṇā, Vāyu und namaḥ bilden den genannten sechssilbigen Mantra, der alle Fülle verleiht.

[Unnummerierte Auflösung:] Kāma ist sein Bīja klīṃ; Brahmā ist k, Bhārabhūti ṛ, zusammen kṛ. Ṣṇā steht für sich; Vāyu ist y, namas das Wort namaḥ. Daraus ergibt sich klīṃ kṛṣṇāya namaḥ.

Weiter heißt es: „Der achtzehnsilbige Mantra, mit Māyā und Lakṣmī versehen, wird zum zwanzigsilbigen.“ Māyā ist das Bhuvaneśvarī-Bīja hrīṃ, Lakṣmī das Śrī-Bīja śrīṃ. Der bereits erläuterte Achtzehnsilbler mit diesen beiden Bījas am Anfang ergibt den Zwanzigsilbler: hrīṃ śrīṃ klīṃ kṛṣṇāya govindāya gopījanavallabhāya svāhā. [Der Versausdruck puṭa wird durch die Prosa ausdrücklich als Voranstellung beider Bījas erläutert.]

Wunschbezogene Anwendungen der beiden Mantras

Im Sārasaṅgraha heißt es:

28.KAP.1: Nun werden die wunschbezogenen Handlungen mit den beiden Mantras erklärt. Man betrachtet Kṛṣṇa, Devakīs Sohn, soeben wunderbar geboren …

28.KAP.2: … Muschelhorn, Diskus, Keule und Lotus tragend, von himmelartigem Glanz; sein gelbes Gewand lässt den an allen Gliedern schönen Körper erstrahlen.

28.KAP.3: Mit dieser Vorstellung wiederholt man im letzten Teil der Nacht hunderttausend Mal. Ein Zehntel davon opfert man mit Kiṃśuka-Blüten, die mit den drei süßen Stoffen getränkt sind.

28.KAP.4: Wer als Mantrakenner dieses Verfahren hingebungsvoll mit einem der beiden Mantras vollzieht, erlange Kraft, Einsicht und Erinnerung und werde zum Ersten unter den Dichtern.

28.KAP.5: Man stellt sich vor, wie er seine wunderbare göttliche Gestalt abgelegt hat und als Säugling im Schoß der Mutter Hände und Füße bewegt; dabei wiederholt man zehntausend Mal.

28.KAP.6: Der gute Übende opfert dieselbe Anzahl mit geklärter Butter ins Feuer. Gläubig und ruhigen Geistes erlange er höchsten Genuss. [Der Druck liest bhukti, Genuss; nicht stillschweigend zu bhakti, Hingabe, geändert.]

28.KAP.7: Man meditiert über das weinende Kind auf seinem Kinderlager, das von Hirtinnen gewiegt wird. Durch Labung mit Wasser, als Milch vorgestellt, erlange man Nahrung.

[Die folgenden Strophen geben historische rituelle Heilungs- und Schutzbehauptungen wieder; sie sind keine medizinischen Wirksamkeitsnachweise.]

28.KAP.8: Bei Furcht vor niederen oder Kinder heimsuchenden Grahas, Schrecken, Gedächtnisverlust und Ähnlichem stellt man sich auf dem Haupt des Befallenen Kṛṣṇa vor, wie er Pūtanās Milch trinkt …

28.KAP.9: … und wiederholt den Mantra mehr als hundert Mal. Ebenso stellt man sich die weinende Pūtanā vor, deren Lebenskraft ausgesogen und deren lebenswichtige Körperstellen sämtlich zerstört werden.

28.KAP.10: Dann, so heißt es, werden die genannten Rākṣasas sichtbar und vergehen. Im verehrten Feuer opfert man Brennhölzer von sukha und ramañjarī … [Die Pflanzenbezeichnungen sind im engen Druck nicht sicher zu lesen; keine botanische Gleichsetzung ergänzt.]

28.KAP.11: … die mit Pañcagavya benetzt sind, in den Mund des Feindes der Pūtanā. Der Opferrest wird dem Betroffenen zum Trinken gegeben; danach …

28.KAP.12: … besprengt man ihn mit dem Wasser eines Kruges, über das der Mantra tausendmal gesprochen wurde, zur Beseitigung der Graha-Bedrängnis und der Fülle des Leidens.

28.KAP.13: Man stellt sich vor, wie Kṛṣṇa den Wagen mit seinem eigenen Fuß hochgeschleudert hat, und wiederholt den Mantra zehntausend Mal. Damit solle jede Art von Bedrängnis zur Ruhe kommen. [Der Druck hat hier das knappe sarvavidhasaṅghaḥ; der genaue ergänzte Bezug bleibt unsicher.]

28.KAP.14: Man stellt sich ihn mit dunkelblauem Körper vor, in beiden Händen frische Butter und frische Opferspeise tragend, geschmückt mit Glöckchen und einer Kralle. [Die Attribute des Schmucks sind im Druck nicht vollständig klar.]

28.KAP.15: Mit dieser Meditation opfert der Mantrakenner hunderttausend gute Dreierstücke von Dūrvā-Halmen, die in Milch und geklärter Butter gewälzt sind; ebenso oft wiederholt der Kundige den Mantra.

28.KAP.16: Er erfreut den Guru mit Gütern und bewirtet die vorzüglichen Brahmanen. So werde er von seelischem Leid und körperlicher Krankheit frei und langlebig.

28.KAP.17: Bei Furcht von Kindern meditiert man über Kṛṣṇa, wie er Baka mit beiden Armen ergreift und an den beiden Schnabelhälften auseinanderreißt. Man berührt das Kind und wiederholt den Mantra.

28.KAP.18: Zur Beruhigung wird es mit besprochenem Öl gesalbt. Oder man betrachtet ihn, wie er die Kuhherde gut beschützt und hierhin und dorthin weiden führt …

28.KAP.19: … Govinda, der die Flöte bläst: Die Frucht sei dieselbe wie zuvor. Bei einem Angriff einer großen Schlange stellt man sich auf dem Haupt des Gebissenen …

28.KAP.20: … Kṛṣṇa vor, wie er auf Kāliyas Haube tanzt und mit nektargleichem Blick schaut beziehungsweise Nektar regnen lässt. In jener Nacht wiederholt man den Mantra. [Die alternative Lesung „regnen lassen“ steht im Druck unmittelbar in Klammern.]

28.KAP.21: Mit dem Zeigefinger der linken Hand droht der vorzügliche Mantrakenner. Nach der Behauptung mache er dadurch selbst einen tödlich Gebissenen augenblicklich wieder wohl.

28.KAP.22: Man meditiert über Kṛṣṇa als Bezwinger Kāliyas und verehrt ihn in einem Krug. Nach 108 Wiederholungen badet man den Betroffenen mit diesem Wasser …

28.KAP.23: … und selbst ein von Kālakūṭa-Gift Befallener werde durch die Besprengung wohl. Dann eine andere Meditation: Er trägt mit dem linken Arm den Berg Govardhana …

28.KAP.24: … während die schönen Finger der rechten Hand die Flöte an seinen Mund führen. So denkt man an Kṛṣṇa, während man ohne Schirm unterwegs ist und den Mantra wiederholt.

28.KAP.25: Furchterregende Blitze, Regengüsse und Winde sollen einen dann nicht bedrängen. Man denkt an Indra, dessen heranziehende Wolkenmassen wirkungslos werden, und opfert …

28.KAP.26: … zehntausend Mal reines Salz: Dann bleibe der Regen gewiss aus. Für die andere Anwendung stellt man sich Kṛṣṇa vor, wie er froh im Wasser der Kālindī spielt …

28.KAP.27: … durch Untertauchen, Auftauchen und bewegtes Wasserspritzen, während ihn die Schar der Hirtinnen immer wieder mit Wasser bespritzt.

28.KAP.28: Wer als Mantrakenner mit dieser Vorstellung zehntausend gute Vetasa-Brennhölzer, mit Milch bestrichen, vorschriftsgemäß opfert …

28.KAP.29: … könne den gewünschten reichlichen Regen selbst außerhalb seiner Jahreszeit bewirken. Ebenso stelle man sich Kṛṣṇa auf dem Haupt eines Betroffenen vor …

28.KAP.30: … bei Verwirrung, Schmerzen, Gift, Blasen beziehungsweise Hautausschlag, Bhūtas, Rākṣasas oder Schlangen. Unter Mantrawiederholung werde er, so die Verheißung, wieder wohl.

28.KAP.31: Man sieht Kṛṣṇa auf Garuḍa, begleitet von Pradyumna und Bala, ehrerbietig gepriesen von jenem Fieberwesen, das durch sein eigenes Fieber besiegt wurde.

28.KAP.32: Mit dieser Vorstellung wiederholt man den Mantra über dem Haupt eines Fieberkranken. Das sehr schreckliche, bösartige Fieber solle dann zugrunde gehen.

28.KAP.33: So meditiert man, verehrt Kṛṣṇa mit seinen Gliedern und dem weiteren Gefolge im Feuer und opfert zehntausend mit Milch bestrichene Guḍūcī-Stückchen.

28.KAP.34: Damit vernichte der Kundige selbst heftiges, schwer zu behandelndes Fieber – so die ausdrückliche Gewissheitsbehauptung des Textes. Eine weitere Meditation gilt Hari, der die Schmerzen Bhīṣmas lindert, dessen Leib von scharfen Pfeilen durchbohrt ist.

28.KAP.35: Mit dieser Vorstellung wiederholt man den Mantra und berührt den Leidenden mit beiden Händen; er werde wohl. Oder man meditiert über Kṛṣṇa, der Sāṃdīpani den Sohn zurückgibt, und opfert zehntausend Mal …

28.KAP.36: … Guḍūcī-Stückchen, die mit Milch getränkt sind, im verehrten Feuer. Dadurch sollen vorzeitiger Tod und auch grausame Kṛtyā-Schadensmächte augenblicklich vergehen.

28.KAP.37: Zur Erlangung von Söhnen meditiert man über Kṛṣṇa an Arjunas Seite, wie er einem Brahmanen dessen verstorbene Söhne zurückgibt, und wiederholt hunderttausend Mal.

28.KAP.38: In einem mit Putrajīva-Holz entzündeten Feuer opfert man zehntausend Früchte dieses Baumes, mit süßen Stoffen getränkt.

28.KAP.39: Dadurch erhalte man viele gesunde, langlebige Söhne. Eine weitere Vorschrift lautet: Nachts wird ein Krug mit einem Absud der Rinden milchsaftführender Bäume gefüllt …

28.KAP.40: … die Verehrung vollzogen und zehntausend Mal rezitiert. Morgens besprengt der Verfahrenskundige eine ihrem Gatten treue Frau und gibt ihr besprochene geklärte Butter zu trinken. [Der Druck klammert dieses Verfahren von 39b bis 40 ein.]

28.KAP.41: So erhalte man nach dem bei den täglichen Handlungen erläuterten Verfahren verständige Söhne; selbst eine unfruchtbare Frau erlange gesunde, langlebige Kinder. [Dies ist eine historische Fruchtbarkeitsverheißung; der grammatische Wechsel zwischen „er“ und „sie“ steht bereits im Text.]

28.KAP.42: Eine Frau trinkt schweigend Wasser aus einem gefalteten Bodhi-Blatt, über das 108 Mal rezitiert wurde; noch vor Ablauf eines Jahres solle sie einen Sohn erhalten.

28.KAP.43: Man betrachtet Kṛṣṇa, wie er die grausame, sehr schreckliche Kṛtyā-Schadensmacht, die der König von Kāśī eingesetzt hatte, mit seinem eigenen Diskus besiegt und Kāśī mit dem daraus hervorgegangenen Feuer …

28.KAP.44: … restlos zu Asche macht. Dazu nennt der Text nächtliche Feueropfer mit weißen Senfkörnern, die in ihrem eigenen Öl gewälzt sind.

28.KAP.45: Nach sieben Tagen einer solchen Ausführung kehre die vom Feind geschaffene Kṛtyā zurück und vernichte rasch ihren Urheber, so die ausdrückliche Behauptung.

28.KAP.46: In einer lieblichen göttlichen Einsiedelei, die Badarī-Bäume schmücken, sitzt Govinda und berührt mit seinen beiden Lotushänden …

28.KAP.47: … den ganzen Körper Ghaṇṭākarṇas. In ehrfürchtiger Erinnerung daran opfert man hunderttausend Mal mit süßen Stoffen bestrichenen Sesam in das entfachte Feuer.

28.KAP.48: Danach wiederholt man den Mantra, um alle Sünden zu beseitigen oder Gedeihen zu erlangen. Eine weitere Vorstellung gilt Rukmin und Balabhadra beim Würfelspiel …

28.KAP.49: … und Kṛṣṇa, der Feindschaft hervorruft. Dazu werden kleine Kugeln aus Kuhdung geopfert. Der Schluss behauptet, Hass werde augenblicklich zur Zuneigung. [Diese Spannung zwischen der einleitenden Feindschaft und dem als Zuneigung bezeichneten Ergebnis wird nicht geglättet.]

28.KAP.50: Man meditiert über Kṛṣṇa, wie er auf dem König der Vögel reitet, einen Pfeilregen niedergehen lässt und der fliehenden Feindesschar rasch nacheilt.

28.KAP.51: Dazu werden siebentausend Mantrawiederholungen genannt. Nach sieben Tagen solle der Feind aus dem Land vertrieben sein.

28.KAP.52: Eine weitere Vertreibungsvorstellung zeigt Kṛṣṇa, wie er den Kalbdämon im Wald schleudert und dadurch Kapittha-Früchte herabfallen lässt; damit verbindet der Text zehntausend Wiederholungen.

28.KAP.53: Man stellt sich selbst als Bezwinger Kaṃsas und den Feind als Kaṃsa vor: von seiner Tribüne hinabgestoßen und leblos fortgeschleift.

28.KAP.54: Der Text verbindet diese Vorstellung mit zehntausend Mantrawiederholungen oder ebenso vielen Feueropfern aus dem Holz der dem Geburtsstern des Feindes zugeordneten Bäume.

28.KAP.55: Dadurch solle der Feind sterben, selbst wenn er Nektar genossen hätte. Als weitere rituelle Variante werden Brennhölzer des Kali-Baums mit Nimba-Öl genannt …

28.KAP.56: … zehntausend nächtliche Opfer, während der Ausführende unbehelligt bleibe und der Feind in Yamas Stadt gehe. Der nächste Verszusammenhang nennt pulverisierte Baumwollsamen, Niśā und Nimba-Blätter …

28.KAP.57: … mit Eraṇḍa-Öl benetzt, sowie die drei scharfen Gewürze; sie erscheinen als Opferstoffe eines nächtlichen, auf die Vernichtung des Feindes gerichteten Friedhofsrituals. [Niśā ist hier eine Stoffbezeichnung, dem Zusammenhang nach Gelbwurz.]

28.KAP.58: Falls ein Übender das ausdrücklich als verwerflich bezeichnete Töten vollzogen hat, soll er zehntausend Mal den Mantra wiederholen oder ebenso oft Opferspeise darbringen …

28.KAP.59: … als Mantrakenner von ruhigem Geist und festem Gelübde, um diese Sünde zu beseitigen. Es folgt eine andere Vorstellung: Kṛṣṇa besiegt die Götter mit Indra an der Spitze und entführt den Götterbaum.

28.KAP.60: Wer darüber meditiert und hunderttausend Mal rezitiert, erlange allseitigen Sieg. Eine weitere Meditation gilt Kṛṣṇa, wie er in der erklärenden Handgeste Arjuna den Sinn der Gītā …

28.KAP.61: … auf dem Wagen sitzend erläutert. Wer sich dies vorstellt und den Mantra wiederholt, bei dem wachse Dharma und entstehe Vollendung im Yoga.

28.KAP.62: Wer hunderttausend Feueropfer mit Kiṃśuka-Blüten, verbunden mit den drei süßen Stoffen, vollzieht, werde ein großer Dichter, ein Meister der Rede und ein Kenner der Veden und ihrer Hilfswissenschaften.

28.KAP.63: Kṛṣṇa strahlt wie zehn Millionen Sonnen; die ganze Welt ist seine Gestalt. Er glänzt wie glühendes Gold, Feuer und Soma bilden seinen Leib.

28.KAP.64: Sonne und Feuer lassen sein Antlitz und seine Lotusfüße erstrahlen. Er trägt zahlreiche verschiedenartige schöne Waffen und göttliche Gewänder.

28.KAP.65: Man betrachtet Kṛṣṇa, wie er die Zwischenräume aller Weltenbereiche durchdringt. Dazu wiederholt der Kundige diesen vorzüglichen Mantra eintausendundacht Mal.

28.KAP.66: Schutz für Land, Haus, Stadt, Dorf, Wohnplatz und die eigene Person entstehe durch den zehnsilbigen Mantra und ebenso durch den achtzehnsilbigen.

28.KAP.67: Die genannten Anwendungen vollzieht man entsprechend dem jeweils Erstrebten. Nun werden die Anziehungs- und Unterwerfungsrituale mit den beiden Mantras erklärt. [Die Variante verändert die grammatische Form des Ausdrucks „entsprechend dem Wunsch“.]

28.KAP.68: Durch ordnungsgemäße Ausführung werde der Mantrakenner allen Menschen lieb. Mit guten, voll erblühten roten Waldblumen …

28.KAP.69: … verehrt man Hari zu Hause nach dem für den Mittag beschriebenen Verfahren und wiederholt täglich 1008 Mal den zehnsilbigen Mantra.

28.KAP.70: Nach einem Maṇḍala-Zeitraum solle einem der Kreis der führenden Brahmanen zugetan sein. Mit ausgezeichneten Mālatī-Blumen verehrt man Kṛṣṇa in der zuvor beschriebenen Hirtengestalt …

28.KAP.71: … um Könige nach der Vorstellung des Textes wie Diener gefügig zu machen. Den spielenden Kṛṣṇa verehrt man mit roten Aśvamāra-Blumen …

28.KAP.72: … zur Gewinnung der Vaiśyas; mit blauen Lotusblumen verehrt man den singenden Acyuta zur Gewinnung der Śūdras. Tausend Opfer aus Reiskörnern und weißen Blumen, mit geklärter Butter bestrichen …

28.KAP.73: … werden täglich über sieben Nächte dargebracht; die Asche wird danach getragen. Trägt eine Frau sie auf der Stirn, solle sie ihren Mann für sich gewinnen.

28.KAP.74: Ebenso könne ein Mann eine Frau zur Dienerin machen, behauptet der Text. Blumen, Betel, Gewänder, Augenschminke, Salben und andere Gegenstände …

28.KAP.75: … werden mit einem der beiden Mantras tausendmal besprochen. Die Empfänger solcher Gaben blieben dem Geber nach dieser Vorstellung bis zum Tod dienstbar.

28.KAP.76: Wer auf dem Markt, bei Geschäften, im Streit, in Königshäusern oder beim Reden in Versammlungen den Mantra mehr als hundertmal wiederholt …

28.KAP.77: … solle dort allein durch seine Worte siegreich sein. Man betrachtet Acyuta, wie er mit den Hirtinnen unter einem Kadamba sitzt …

28.KAP.78: … und lieblichem Gesang zugewandt ist. Mit dieser Vorstellung werden gute Apāmārga-Brennhölzer, von den drei süßen Stoffen durchtränkt, geopfert; die behauptete Wirkung ist die Anziehung der drei Welten.

28.KAP.79: Wer über Kṛṣṇa beim Rāsa-Tanz meditiert und täglich tausendmal den zehnsilbigen Mantra wiederholt, erlange bereits binnen eines Monats …

28.KAP.80: … die gewünschte Braut, selbst wenn sie schwer zu gewinnen wäre. Umgekehrt meditiert die Braut auf Kṛṣṇa, der einen sehr hohen kunda/kuñja bestiegen hat, und wiederholt tausendmal … [Der Druck setzt ñja als eingeklammerte Alternative; ob ein hoher Blütenstrauch oder eine Laube gemeint ist, bleibt unklar.]

28.KAP.81: … jeden Abend. Nach einem Maṇḍala-Zeitraum könne sie kraft dieses Mantras den gewünschten Bräutigam wählen.

28.KAP.82: Man betrachtet Kṛṣṇa beim Tanz, die Lotushände der Hirtinnen haltend, und wiederholt den achtzehnsilbigen Mantra …

28.KAP.83: … hunderttausendmal. Als Alternative werden zehntausend Opfer aus honiggetränktem Puffreismehl mit ebenso vielen Wiederholungen genannt. So solle man die gewünschte Braut gewinnen.

28.KAP.84: Mit dem achtzehnsilbigen Mantra werden zehntausend Palāśa-Brennhölzer geopfert, alternativ honiggetränktes Kuśa-Gras oder Sesam mit Reis.

28.KAP.85: Dadurch, so die Behauptung, werden Brahmanen geneigt und geben ehrerbietig ihr gesamtes Eigentum hin. Mit Kṛtamāla- und Kuraṇṭa-Blumen …

28.KAP.86: … als Feueropfer mache man entsprechend Könige samt Gefolge gefügig. Mit guten Bakula-Blumen sowie mit Pāṭala-Blüten …

28.KAP.87: … gewinne man augenblicklich die beiden weiteren Gruppen für sich. [Die Bezeichnung der Gruppen im ersten Halbvers ist beschädigt; dem vorangehenden Viererschema nach sind wahrscheinlich Vaiśyas und Śūdras gemeint.] Frische, schön aufgeblühte Lotusse, duftende rote Wasserblumen …

28.KAP.88: … honigbestrichene Campaka- oder Pāṭala-Blumen werden jeweils zehntausendmal geopfert, der Reihe nach zur Anziehung der Frauen der entsprechenden sozialen Gruppen. [Haupttext varṇayoṣitaḥ; Variante vārayōṣitaḥ, öffentliche Frauen beziehungsweise Kurtisanen.]

28.KAP.89: Wer über sieben Nächte unermüdlich jede Nacht tausend honigbestrichene Aśvamāra-Blumen opfert …

28.KAP.90: … könne nach der Übertreibung des Textes tausend ihrer Jugend und Schönheit bewusste Kurtisanen durch Liebesverlangen zu Dienerinnen machen.

28.KAP.91: Achttausend nächtliche Opfer mit weißen Senfkörnern, Salz und Honig sollen selbst Indra rasch geneigt machen. [Der Stoffbezug ist verkürzt formuliert; kein im Druck nicht genannter zusätzlicher Stoff ergänzt.]

28.KAP.92: Mit Früchten des Śrī-Baums, Lotusblumen, deren Früchten – jeweils gesondert –, verbunden mit den drei süßen Stoffen, sowie mit Blättern und Reis als Opfer …

28.KAP.93: … gewinne man durch jeden einzelnen Stoff Lakṣmī für das eigene Haus. Der nächste Zusammenhang beginnt mit Keśava, der die Kleider der Hirtinnen zusammen mit ihren Herzen … [Fortsetzung auf der folgenden Druckseite.]

28.KAP.94: … an sich genommen hat und auf einen Kadamba gestiegen ist. Wer sich dies vorstellt und nachts tausendmal rezitiert, könne innerhalb von zehn Tagen …

28.KAP.95: … selbst Śacī rasch herbeiziehen, behauptet der Text. Wozu viele Worte: Keinem anderen Mantra komme die gleiche Wirkung zu wie diesen beiden …

28.KAP.96: … bei Anziehung und Unterwerfung der Frauen der Götter und Dānavas. Eine andere Meditation beginnt: Sein Körper ist schön hell wie Mond und Kunda-Blüten, seine Augen gleichen roten Lotusblättern.

28.KAP.97: In seinen Armen trägt er Diskus, Muschelhorn, Keule und Lotus. Göttlicher Schmuck, Salben und eine Lotuskette zieren ihn. [Die Randglosse erklärt ari als Diskus und kambu als Muschelhorn.]

28.KAP.98: Sein gelbes Gewand lässt den Körper erstrahlen; er ist jugendlich, von Sehern verehrt und befindet sich inmitten eines aufgeblühten Lotus. So meditiert man über Nandas Sohn, den Herrn …

28.KAP.99: … die Gottheit im eigenen Herzenslotus, den uralten und doch immer neuen Puruṣa; alternativ dunkel wie eine Regenwolke oder glänzend wie geschmolzenes Gold.

28.KAP.100: Der erfolgreiche Mantrakenner wiederholt einen der beiden Mantras, von zwei Dhruvas umschlossen, ordnungsgemäß zwölfhunderttausend Mal. Danach folgen Feueropfer in der als tatsahasra bezeichneten Anzahl … [Die Randglosse erklärt die beiden Dhruvas als zwei Praṇavas, also Oṃ am Anfang und am Ende. Die Zahlenrelation tatsahasra bleibt hier unaufgelöst; keine eindeutige Opferzahl hinzuerfunden.]

28.KAP.101: … mit milchgetränkten Brennhölzern milchsaftführender Bäume oder mit Opferspeise, die in Honig und geklärter Butter gewälzt ist; der Ausführende beherrscht seine Sinne. [Die Glosse nennt als solche Bäume Pippala und andere.]

28.KAP.102: Danach meditiert man im eigenen Herzenslotus über den Herrn des Alls, dessen Leib ewiges Bewusstsein und Wonne ist, die Sonne gegen das Dunkel des Werdens …

28.KAP.103: … als höchsten Herrn, der vom eigenen Selbst nicht verschieden ist. Täglich wiederholt der Mantrakenner dreitausend Mal und verehrt nach dem für die Abenddämmerung erläuterten Weg.

28.KAP.104: Wer dieses Verfahren mit Vertrauen und Hingabe ausübt, überquert den sehr furchtbaren Ozean des Saṃsāra, in dem Alter und Tod große Schlangen sind …

28.KAP.105: … der von sehr hohen Wellen und den Krokodilen der Sinnesgegenstände erfüllt ist. Noch lebend erreicht er Viṣṇus höchstes, fleckenloses Licht …

28.KAP.106: … indem er dessen Namen ausspricht, den Nektar seiner Geschichten trinkt, über seine Gestalten meditiert und sich vor seinen Lotusfüßen verneigt.

[Unnummerierte Fortsetzung:] Er erreicht die höchste Yogavollendung und wird „zu Lebzeiten befreit“ genannt. [Der Druck markiert die verbleibende Vershälfte durch Punkte.]

Der König der Yantras

28.KAP.107: In den wohlgerundeten Innenraum der Feuerumhüllung schreibt man das Piṇḍa-Bīja. In deren Ecken kommen die sechs Silben, in die Zwischenräume die fünf Glieder. Auf acht Blütenblätter setzt man die acht Silben; den guten sechzehnsilbigen Mantra auf entsprechend sechzehn Blätter. Außen folgen die achtzehn Silben auf einem Lotus von achtzehn Blütenblättern. [Die „Feuerumhüllung“ wird in der folgenden Prosa als Sechseck erläutert; die gedrängte Passage zu den Gliedern wird durch diese Prosa präzisiert.]

28.KAP.108: Darauf zeichnet man einen Lotus mit vierundzwanzig Blättern, je mit einer Gāyatrī-Silbe, und umschließt ihn mit dem Smara-Bīja. Dann folgt ein zweiunddreißigblättriger Lotus, Blatt für Blatt mit den Anuṣṭubh-Silben versehen, wiederum vom Piṇḍa umgeben. Der Reihe nach folgen die fünfzig Schriftlaute; außen umschließen Pāśa und Aṅkuśa das Ganze.

28.KAP.109: Alles wird von einem Kreis umschlossen. Dieses so gestaltete Yantra heißt „König der Yantras“ und soll die ganze Welt bezaubern.

28.KAP.110: Es gewähre die Früchte von Verlangen, Dharma und Wohlstand, wehre Feinde und Räuber ab und verleihe Ruhm, Schönheit, Reichtum, Gesundheit, Schutz, Glück und Sieg. [Die abweichende Randlesung am Schluss ist im Druck nicht eindeutig zuzuordnen.]

28.KAP.111: Es verleihe Söhne und Enkel und vernichte Bhūtas und Vetālas. Auf Birkenrinde oder anderem Material geschrieben, verehrt und mit Mantra besprochen …

[Unnummerierte Fortsetzung:] … und getragen, lasse es alle Wünsche gedeihen, so die Gewissheitsbehauptung. [Die restliche Vershälfte ist durch Punkte vertreten.]

[Unnummerierte Erläuterung:] Man zeichnet ein Sechseck, in dessen Mitte einen Kreis und in diesen das Piṇḍa, das einsilbige Gopāla-Bīja. In dessen Mitte setzt man deutlich den Namen des Zieles. In die sechs Ecken schreibt man einzeln die zuvor genannten Silben des sechssilbigen Mantras. In die Zwischenräume setzt man „ācakrāya …“ [Fortsetzung auf der folgenden Druckseite.]

[Fortsetzung der unnummerierten Erläuterung:] … svāhā“ und die übrigen zuvor genannten fünf Gliedmantras. Außen zeichnet man einen achtblättrigen Lotus und schreibt in seine Blütenblätter die Silben des gleich zu erläuternden achtsilbigen Kṛṣṇa-Mantras. Es folgt ein sechzehnblättriger Lotus mit den Silben des gleich zu erklärenden Sechzehnsilblers, dann ein achtzehnblättriger mit den Silben des zuvor genannten Achtzehnsilblers. [Diese beiden Lotusreihen stehen in der Prosa in Klammern.]

Außen folgt ein vierundzwanzigblättriger Lotus mit den Silben der gleich zu erläuternden Kṛṣṇa-Gāyatrī. Zwei Kreise bilden außen einen Ringgang, der mit dem Kāma-Bīja umschlossen wird. Dann folgt ein zweiunddreißigblättriger Lotus mit den Silben des gleich zu erläuternden Gopāla-Anuṣṭubh-Mantras. Vier äußere Kreise erzeugen drei Ringgänge: den innersten umschließt man mit dem Piṇḍa-Gopāla-Mantra, den zweiten mit den Mātṛkā-Lauten, den dritten lückenlos mit den Bījas von Schlinge und Haken. Das nach der beschriebenen Vorschrift vollendete und getragene Yantra soll die genannten Früchte bringen.

[Unnummeriertes Zitat:] „Kāma, kṛṣṇāya und Govinda im Dativ bilden den achtsilbigen Mantra.“ Kāma bedeutet klīṃ; kṛṣṇāya steht ausdrücklich so da; Govinda im Dativ lautet govindāya. Die „Vasu-Zahl“ ist acht. Gesamtform: klīṃ kṛṣṇāya govindāya.

Ein weiteres unnummeriertes Zitat lautet: „Man spreche Tāra, das Wort namaḥ, dann Kṛṣṇa im Dativ und Devakīputra im Dativ, mit Panzer und Waffe am Ende, abgeschlossen durch den doppelten ṭha. Dieser sechzehnsilbige Mantra gehört in den sechzehnblättrigen Lotus.“ Der Kommentar löst auf: Tāra ist Praṇava, oṃ; namaḥ steht für sich; die Dative sind kṛṣṇāya und devakīputrāya; Panzer bedeutet huṃ, Waffe phaṭ, der doppelte ṭha svāhā. Gesamtform: oṃ namaḥ kṛṣṇāya devakīputrāya huṃ phaṭ svāhā.

28.KAP.112: Man spreche Dāmodara im Dativ, danach vidmahe, dann vāsudevāya und am Ende das Wort dhīmahi.

28.KAP.113: Nach tan naḥ kṛṣṇaḥ sage man pracodayāt. Dies wird als Gāyatrī Gopālas, des Herrn der Welt, erklärt.

[Unnummerierte Glosse:] Dāmodara im Dativ lautet dāmodarāya; das Übrige ist leicht verständlich. Die vollständige Formel ergibt sich damit als dāmodarāya vidmahe vāsudevāya dhīmahi tan naḥ kṛṣṇaḥ pracodayāt. [Ein einleitendes Oṃ steht hier nicht im Grundtext und wird nicht ergänzt.]

28.KAP.114: Nach Piṇḍa, Māra und Hṛd steht das Wort Bhagavat im Dativ, dann Nandaputra ebenfalls im Dativ, danach bāla und vapuṣe.

28.KAP.115: Nach dem Wort śyāmalāya spreche man den zehnsilbigen Mantra. Dieser zweiunddreißigsilbige Mantra wird auf dem Lotus mit der entsprechenden Blattzahl angeordnet.

[Unnummerierte Auflösung:] Piṇḍa ist das Bīja glauṃ, Māra das Kāma-Bīja klīṃ, Hṛd bedeutet namaḥ. Bhagavat im Dativ ist bhagavate, Nandaputra im Dativ nandaputrāya. Bālavapuṣe und śyāmalāya stehen ausdrücklich so da. Der Zehnsilbler ist der schon genannte Gopāla-Mantra. Die erschlossene Formel lautet: glauṃ klīṃ namaḥ bhagavate nandaputrāya bālavapuṣe śyāmalāya gopījanavallabhāya svāhā. [Die Wortgrenzen des Kommentars bleiben hier erhalten, ohne zusätzliche Sandhi-Angleichung.] Diese vier Mantras sind in das Yantra einzuschreiben.

28.KAP.116: In das Sechseck kommt das Piṇḍa-Bīja, umgeben von achtzehn Silben; in die sechs Ecken der Sechssilbler, in den zehnbättrigen Lotus der Zehnsilbler, danach eine Umfassung aus Māra-Bījas. Es folgt ein sechzehnblättriger Lotus: in seinen Staubfäden die Vokale, auf seinen Blättern die sechzehn Mantrasilben. Der folgende Lotus mit zweiunddreißig Blättern trägt in den Staubfäden die Konsonanten von ka an und auf den Blättern die Anuṣṭubh-Silben.

28.KAP.117: Außen umgeben ihn Schlinge und Haken; die Ecken der doppelten Erdeinfassung sind mit dem achtsilbigen Mantra versehen. Dies kennt man als Kṛṣṇa-Yantra.

[Unnummerierte Fortsetzung:] Es schütze, vernichte schreckliche Seuchen und verleihe die Früchte der vier Lebensziele. [Die restliche Vershälfte ist im Druck durch Punkte vertreten.]

[Unnummerierte Erläuterung:] In die Mitte des Sechsecks schreibt man das Piṇḍa-Bīja mit dem Zielnamen; dieses wird mit dem achtzehnsilbigen Mantra umschlossen. In die sechs Ecken schreibt man die Silben des genannten Sechssilblers. Außen folgt der zehnbättrige Lotus mit den zehn Silben des zuvor genannten Gopāla-Mantras. Zwei äußere Kreise bilden einen Ringgang, den Kāma-Bījas lückenlos umschließen.

Danach zeichnet man den sechzehnblättrigen Lotus: in die Staubfäden die sechzehn Vokale, in die Blätter die sechzehn Silben des genannten Mantras. Außen folgt der zweiunddreißigblättrige Lotus: in seine Staubfäden die Laute von ka bis sa, in die Blätter die Silben des Zweiunddreißigsilblers. [Die Prosa setzt den Übergang vom sechzehn- zum zweiunddreißigblättrigen Lotus in Klammern.]

Außen werden im Zwischenraum zweier Kreise die Bījas von Pāśa und Aṅkuśa eingetragen. Dann bildet man aus zwei ineinandergesetzten Quadraten eine achtspitzige Einfassung; in ihre Ecken schreibt man einzeln die Silben des zuvor genannten Achtsilblers. Dieses Yantra soll die genannten Früchte bringen.

28.KAP.118: Der Mantrakenner bildet ein neunfeldriges Maṇḍala mit Speerspitzen an den Enden. Im Mittelfeld schreibt er den Śloka, versehen mit zwei Kreisen.

28.KAP.119: Kreisförmig ordnet er dessen Anfangs- und Schlussteil um die Mitte an. In die übrigen Felder setzt er den Achtsilbler; außen umschließt ihn der Zwölfsilbler. [Die folgende Prosa erläutert die Schreibrichtung ausdrücklich als rückläufig.]

28.KAP.120: Dieses sogenannte Kṛṣṇa-Yantra wird als höchster allseitiger Schutz gepriesen. Auf Birkenrinde geschrieben, verehrt und durch Einsetzung des Lebenshauchs belebt …

28.KAP.121: … wird es täglich am Arm getragen und soll alle gewünschten Freuden mehren. Auf ein Plättchen aus dvijadru-Holz ordentlich geschrieben und verehrt … [Die Baumbezeichnung wird hier nicht näher erklärt.]

[Unnummerierte Fortsetzung:] … und im Stall oder an einem entsprechenden Ort niedergelegt, solle das Yantra stets den Rinderbestand gedeihen lassen. [Die weitere Vershälfte fehlt im Druck und ist durch Punkte vertreten.]

[Unnummerierte Erläuterung:] Vier Linien von Osten nach Westen und vier von Süden nach Norden erzeugen neun Felder. An den vier Ecken werden vier Speerspitzen angebracht. In der Mitte des Mittelfeldes zeichnet man zwei Kreise und trägt darin die Silben des folgenden Śloka-Mantras ein: in den ersten Kreis die erste Hälfte in umgekehrter Reihenfolge, in den zweiten Kreis ebenso die zweite Hälfte. In die acht übrigen Felder schreibt man je eine Silbe des bereits genannten achtsilbigen Gopāla-Mantras. Außen folgt im Zwischenraum zweier Kreise der zuvor genannte zwölfsilbige Mantra. [Der Druck klammert einen Teil dieser Erläuterung ein.]

28.KAP.122: Man spreche tasukī, dann devadevena, tave, devarato, rataṃ und tarato.

28.KAP.123: Es folgen rūḍhato, khyāta, takhyāto und am Schluss devakīsutaḥ. So wird dieser Śloka-Mantra erklärt.

[Unnummeriert ausgeschriebene Formel:] tasukī devadevena tavedevarato ratam | tarato rūḍhato khyātatakhyāto devakīsutaḥ ||

[Redaktioneller Hinweis: Die Formel arbeitet mit rückläufigen Lautfolgen. Ihre künstlichen Wortformen werden nicht als gewöhnlicher Satz übersetzt und nicht anhand eines vermuteten symmetrischen Musters korrigiert. Die hier wiedergegebene Setzung folgt dem sichtbaren Druck; ungewöhnliche Lautgruppen bleiben als solche erhalten.]

28.KAP.124: O Maheśānī, man schreibe den Śloka-Mantra in vierundsechzig Felder. Dieses wiederum Rākṣasas und andere Bedrängnisse abwehrende Yantra heißt Sarvatobhadra, „allseits günstig“. [Der verkürzte Ausdruck in der zweiten Hälfte ist grammatisch unsicher.]

28.KAP.125: Das Yantra verleihe Gedeihen, Kraft, Gesundheit, Ruhm, Wohlstand und Sieg. Auf eine Kernholztafel gezeichnet und mitten im Rindergehege eingegraben …

28.KAP.126: … schütze es die Kühe stets vor Räubern, Seuchen, Grahas und Ähnlichem. Eine zweite Formel beginnt mit kṣīragopa, dann folgt pagorakṣī.

28.KAP.127: Danach werden rakṣamākṣa und kṣamākṣara genannt, anschließend gomāno und gaganomā.

28.KAP.128: Es folgen gopakṣaga und tyatyagakṣapa. Dieser zweite Śloka-Mantra wird als Gewährer aller Vollendungen bezeichnet.

[Unnummeriert ausgeschriebene Formel:] kṣīragopa pagorakṣī rakṣamākṣa kṣamākṣara | gomānoga ganomāgo pakṣagatya tyagakṣapa ||

[Die Zerlegung in 127–128 und die danach ausgeschriebene Form haben unterschiedliche Wortgrenzen und teilweise abweichende Lautfolgen. Beide Druckangaben bleiben nebeneinander erhalten; die Formel wird nicht stillschweigend vereinheitlicht.]

Das Gopāla-Yantra im keralesischen Yantrasāra

Im keralesischen Yantrasāra heißt es:

28.KYN.1: In das Innere der beiden Feuerhäuser schreibt man das Kāma-Bīja, in dessen Mitte der Zielname steht. In die sechs Ecken kommen die sechs Silben; danach folgt ein vierblättriger Lotus.

28.KYN.2: Seine Staubfäden tragen die vier Silben; auf jedes Blatt schreibt man je drei Silben des zwölfsilbigen Mantras. Außen folgt …

28.KYN.3: … ein zehnbättriger Lotus mit dem zehnsilbigen Mantra in den Staubfäden. Auf jedes Blatt schreibt man je zwei Silben des zwanzigsilbigen Mantras.

28.KYN.4: Außen folgen sechzehn Blütenblätter, deren Staubfäden die Vokale tragen. Auf jedes Blatt schreibt man eine halbe Ṛc des mit ā gāvo beginnenden Hymnus.

28.KYN.5: Außen umschließt man das Ganze mit den Lauten von ka an und zeichnet die Erdeinfassung. In deren Hauptrichtungen schreibt man das Varāha-Bīja, in die Ecken das Erd-Bīja.

28.KYN.6: Ist dieses Gopāla-Yantra vorschriftsgemäß im Haus aufgestellt, sollen dort die Kühe milchreich, mit Kälbern gesegnet und frei von Krankheit sein …

28.KYN.8: … mit prallen Eutern, von vielerlei Gestalt und sanftem Wesen. In seinem Haus werde Lakṣmī, reich an Geld, Getreide, Land und Juwelen … [Der Druck springt unmittelbar von 6 zu 8; ein eigens nummerierter Vers 7 steht hier nicht.]

[Unnummerierte Fortsetzung:] … überaus beständig und bleibe bis zur Auflösung der Welt. [Die restliche Vershälfte wird im Druck durch Punkte ersetzt.]

[Unnummerierte Erläuterung:] Man zeichnet ein Sechseck und in dessen Mitte das Kāma-Bīja mit dem Zielnamen. In die sechs Ecken kommen die Silben des zuvor erläuterten sechssilbigen Kṛṣṇa-Mantras. Außen zeichnet man einen vierblättrigen Lotus und schreibt in dessen Staubfäden einzeln die Silben von klīṃ kṛṣṇa klīṃ … [Fortsetzung auf der folgenden Druckseite.]

[Fortsetzung der unnummerierten Erläuterung:] … und in die vier Blütenblätter je drei Silben des zuvor genannten Zwölfsilblers. Außen zeichnet man den zehnbättrigen Lotus und schreibt in seine Staubfäden die Silben des genannten Zehnsilblers. [Dieser Abschnitt steht im Druck in Klammern.] In die Blütenblätter kommen jeweils zwei der zwanzig Silben des Zwanzigsilblers.

Dann folgt der sechzehnblättrige Lotus mit den sechzehn Vokalen in den Staubfäden. Auf seine Blätter schreibt man jeweils die Hälfte einer Ṛc des im Ṛgveda enthaltenen Hymnus ā gāvo agmann uta. Außen folgt zwischen zwei Kreisen die Umfassung aus den Lauten von ka bis kṣa. In die vier Hauptrichtungen der äußeren quadratischen Einfassung kommt das Varāha-Bīja, in ihre Ecken das Erd-Bīja. Dieses Yantra soll die beschriebenen Früchte bringen.

28.KYNB.8: In die Mitte schreibt man Tāra mit dem Zielnamen, in die acht Blätter der Reihe nach je eine Ṛc des Rinderhymnus. Außen umschließen Mātṛkā-Laute das Ganze. Dieses Ā-gāvo-Hymnus-Yantra, innerhalb der Erdeinfassung im Haus aufgestellt, verleihe rasch Wohlstand mit Milchkühen, Kälbern, Stieren und Büffeln. [Die gedrängte Aufzählung ist im Druck stellenweise undeutlich. Die Zahl 8 folgt hier erneut auf die bereits als 8 gedruckte Strophe auf Seite 505; zur eindeutigen Kennzeichnung wird diese Stelle als KYNB.8 geführt.]

[Unnummerierte Erläuterung:] In die Mitte eines achtblättrigen Lotus schreibt man den Praṇava mit dem Zielnamen. Auf jedes Blatt kommt eine Ṛc des nun folgenden Ā-gāvo-Hymnus. Zwischen zwei äußeren Kreisen umschließt man ihn mit der Mātṛkā; außen zeichnet man ein Quadrat. Es soll die genannten Früchte bringen.

Der Ā-gāvo-Hymnus

[Der Druck gibt den folgenden vedischen Text mit Akzentzeichen wieder. Diese Arbeitsausgabe transkribiert die Wörter ohne die vedischen Tonzeichen; deren vollständige Wiedergabe wird nicht behauptet.]

28.GAV.1: Die Kühe sind gekommen und haben Segen gebracht. Mögen sie im Gehege ruhen und uns mit ihrem Laut erfreuen! Mögen sie hier Nachwuchs haben und vielerlei Gestalt, an vielen Morgen Milch für Indra gebend.

28.GAV.2: Indra unterstützt den Opfernden und den freigebig Schenkenden. Er gibt ihm hinzu und entzieht ihm nicht sein Eigentum. Wieder und wieder mehrt er seinen Besitz und setzt den Götterverehrer auf unversehrten Grund.

28.GAV.3: Sie gehen nicht verloren, kein Dieb schädigt sie; kein feindlicher Angriff überwältigt sie. Mit ihnen opfert und schenkt ihr Besitzer den Göttern; lange bleibt der Rinderherr mit ihnen verbunden.

28.GAV.4: Kein Pferd mit staubaufwerfendem Kopf erreicht sie; sie gehen nicht zur Schlachtstätte. Weit und ungefährdet ziehen die Kühe über den Raum des opfernden Menschen. [Die alte Bezeichnung saṃskṛtatra wird hier als Ort der Zurichtung beziehungsweise Schlachtung verstanden.]

28.GAV.5: Die Kühe sind Glück, die Kühe sind Indra; mögen sie mir zukommen! Die Kühe gewähren den Genuss des ersten Soma. Diese Kühe hier, ihr Menschen, sind Indra. Mit Herz und mit Geist begehre ich Indra.

28.GAV.6: Ihr Kühe lasst selbst den Mageren kräftig werden und macht selbst den Unansehnlichen schön anzusehen. Ihr macht das Haus glücklich, ihr mit den glückverheißenden Stimmen; in den Versammlungen wird eure große Lebenskraft gerühmt.

28.GAV.7: Reich an Nachkommen, gutes Gras weidend und reines Wasser an einer guten Tränke trinkend: Kein Dieb und kein Übelwollender soll über euch Gewalt haben! Rudras Geschoss möge an euch vorübergehen.

28.GAV.8: Diese Vermehrung möge sich unter diesen Kühen vollziehen – im Samen des Stieres, in deiner Kraft, Indra. [Der Vers spielt wiederholt mit upa und Formen der Wurzel pṛc, verbinden beziehungsweise mehren.]

28.KYN.9: In die Mitte des Sechsecks schreibt man Smara, in die sechs Ecken die sechs Silben. In die zehn Blütenblätter kommt je eine Silbe des Zehnsilblers. Mit Smara-Lauten und außerdem mit Mātṛkā-Lauten umschlossen und in die Erdeinfassung gesetzt, heißt dies das treffliche Gopāla-Yantra. Es soll reiches Glück aus Dharma, Wohlstand und Verlangen schaffen, Glück verleihen und Anziehung bewirken.

[Fortsetzung der unnummerierten Erläuterung:] Man zeichnet das Sechseck, in seine Mitte das Kāma-Bīja mit dem Zielnamen, in die Ecken den Sechssilbler. Außen folgt ein zehnbättriger Lotus mit den Silben des Zehnsilblers. Im äußeren Ringgang umschließt man ihn mit den Pfeil-Bījas drāṃ drīṃ klīṃ blūṃ saḥ und den Mātṛkā-Lauten; außen folgt das Quadrat. Dies soll die genannten Früchte bringen. Der Ausdruck „reiches Glück“ schließt die Befreiung ein.

28.KYN.10: In die Mitte setzt man Māra; auf die acht Blätter schreibt man die übrigen Silben, mit kṛṣṇa beginnend, je zwei, auf das letzte Blatt drei. In die Staubfäden kommen jeweils zwei Vokale. Außen mit Mātṛkā-Lauten umschlossen und in die Erdeinfassung gesetzt, ist dies das achtzehnsilbige Yantra, das alles Glück gewähren soll.

[Unnummerierte Erläuterung:] In die Mitte des achtblättrigen Lotus kommt das Kāma-Bīja mit dem Zielnamen. Von den verbleibenden Silben des zuvor genannten achtzehnsilbigen Mantras, beginnend mit kṛṣṇāya, schreibt man vierzehn paarweise auf sieben Blätter; die letzten drei kommen auf das achte Blatt. In die Staubfäden trägt man die sechzehn Vokale paarweise ein. Im äußeren Ringgang folgt die Umschließung mit den Lauten von ka bis kṣa, danach das Quadrat. Es soll die genannten Früchte bringen.

Der Mukunda-Mantra

Im Sārasaṅgraha heißt es:

28.MUK.1: Nun erkläre ich den vorzüglichen Mantra Mukundas, des Herrn der Welt, der alle Vollendungen bewirke, Menschen geneigt mache und Ruhm und Gedeihen verleihe.

28.MUK.2: Śrī ohne Bindu, Viṣa, Dīrghā allein ohne Vokal, Ravi mit Karṇa; Cakrin mit Candrā und Viṣṇu, Satya, Kūrma und Hutāśana …

28.MUK.3: … Samṛddhi mit dem Ende von Sadya, Bhṛgu und Satya mit langem Vokal; Sandhyā, Agni, der auf ḍha folgende Laut, Vaikuṇṭha und Gagana mit dem Mond als Krone …

28.MUK.4: … Śūra mit Agni, Śūra und Satya mit Rudra und Irā: So wird der achtzehnsilbige Mantra Mukundas erklärt.

[Unnummerierte Auflösung:] Śrī ohne Bindu lautet śrī. Viṣa ist ma, Dīrghā na, hier vokallos: n. Karṇa ist u, Ravi ma, zusammen mu. Candrā ist Bindu, Viṣṇu u, Cakrin ka: kuṃ. Satya ist da, Kūrma ca, Hutāśana ra, das Ende von Sadya au, Samṛddhi ṇa: caraṇau. Bhṛgu ist sa, Satya da, Dīrghā ā: sadā. Sandhyā ist śa, Agni ra, der auf ḍha folgende Laut ṇa, Vaikuṇṭha ma, Gagana ha mit dem Bindu des Mondes: śaraṇamahaṃ. Śūra ist pa, Agni ra: pra. Wieder Śūra pa; Satya da, Rudra e, Irā ya: dye.

Die aus dieser Erläuterung erschlossene Gesamtform lautet: śrīmanmukundacaraṇau sadā śaraṇam ahaṃ prapadye, „Bei den Füßen des herrlichen Mukunda suche ich stets Zuflucht.“ [In der Zerlegung steht kuṃ mit Bindu; die zusammenhängende Namensform wird mit n als mukunda geschrieben.]

28.MUK.5: Nārada ist der Seher, Gāyatrī das Versmaß; Mukunda, von Göttern und Asuras verehrt, ist die Gottheit.

28.MUK.6: Der Kundige bildet die fünf Glieder mit den Formeln von ācakra an. Die Verehrung erfolgt auf dem Viṣṇu-Sitz mit den Gliedern von Herz an, Indra und den übrigen sowie deren Waffen. [Der knappe Wortlaut und zwei undeutliche Varianten in den Druckfußnoten werden nicht zu einer neuen Gliedformel rekonstruiert.]

28.MUK.7: Man wiederholt den Mantra fünfzigtausendmal und opfert ein Zehntel mit Palāśa-Blumen, die mit süßen Stoffen bestrichen sind. Danach vollzieht man Labung und Weiteres.

28.MUK.8: Wer sechs Monate lang täglich zu Tagesbeginn mit heiterem Geist Wasser trinkt, über das dieser Mantra 108 Mal gesprochen wurde …

[Unnummerierte Fortsetzung:] … werde ein Mantrakenner, der Gehörtes vollkommen behält und die Veden durchdringt. Das praktische Verfahren sei leicht verständlich.

Ein weiterer achtzehnsilbiger Bāla-Kṛṣṇa-Mantra

28.MUK.9: Nach samasta spricht man marunnamita, dann bālalīlā, ātmane und huṃ.

[Unnummerierte Fortsetzung:] Mit Waffe und Herz ergänzt wird dieser Mantra erklärt. [Die restliche Vershälfte ist durch Punkte vertreten.]

[Unnummerierte Erläuterung:] Samasta, marunnamita, bālalīlā, ātmane und huṃ stehen ausdrücklich so da. Dabei ist die Lautverbindung zu beachten: līlā und ātmane werden als līlātmane ausgesprochen. Waffe bedeutet phaṭ, Herz namaḥ. Auch dieser Mantra hat achtzehn Silben. Somit: samastamarunnamitabālalīlātmane huṃ phaṭ namaḥ.

28.MUK.10: Nalakūbara wird als Seher genannt, Gāyatrī als Versmaß; die Gottheit dieses Mantras ist Bāla-Kṛṣṇa.

28.MUK.11: Die fünf Glieder und die Meditation entsprechen den zuvor erläuterten. Verehrt wird mit den Gliedern, Indra und den anderen sowie Vajra und den übrigen Waffen; Puraścaraṇa und Weiteres geschehen wie zuvor.

[Unnummerierte Fortsetzung:] Mit Japa und den übrigen Diensten gepflegt, gewähre der Mantra alle Vollendungen. [Der Druck setzt die restliche Vershälfte als Punkte.]

[Unnummerierte Glosse:] In der Meditation ist seine Gestalt im Schoß der Mutter vorzustellen.

Der Nahrung gewährende Mantra

28.MUK.12: Man spricht annarūpa, rasarūpa, tuṣṭirūpa, zweimal Hṛd und danach annādhipataye.

28.MUK.13: Dann folgen mama annaṃ, prayaccha und die Gattin des Feuers. Dieser vorzügliche Mantra wird als Nahrung gewährender Dreißigsilbler bezeichnet.

[Unnummerierte Erläuterung:] Die ersten drei Worte stehen unverändert. Das doppelte Hṛd bedeutet zweimal namaḥ. Auch die letzten vier Worte stehen unverändert; die Gattin des Feuers ist svāhā. Zwischen namaḥ und anna bleibt die Lautverschmelzung aus, weil dreißig Silben angegeben werden. Die erschlossene Formel lautet: annarūpa rasarūpa tuṣṭirūpa namo namaḥ annādhipataye mama annaṃ prayaccha svāhā. [Auch mama annaṃ wird zur angegebenen Silbenzahl getrennt belassen; der Druck erläutert die Vermeidung von Sandhi ausdrücklich nur bei namaḥ/anna.]

28.MUK.14: Brahmā ist der genannte Seher, Anuṣṭubh das Versmaß. Als Gottheit erklären die Kundigen Kṛṣṇa, den Herrn der Nahrung. [Die Variante nennt stattdessen Nārada als Seher.]

28.MUK.15: Wer diesen Mantra stets verehrt, werde selbst zum Geber von Nahrung. Ein weiterer Mantra entsteht durch den Zwölfsilbler, an dessen Ende Panzer, Waffe und Feuergattin treten.

[Unnummerierte Erläuterung:] Gemeint ist der bereits genannte bekannte zwölfsilbige Vāsudeva-Mantra. Mit huṃ, phaṭ und svāhā am Ende wird er sechzehnsilbig: oṃ namo bhagavate vāsudevāya huṃ phaṭ svāhā.

28.MUK.16: Dieser Mantra wird als Sechzehnsilbler erklärt; Brahmā ist der Seher, Gāyatrī das Versmaß. Als Gottheit wird genannt …

28.MUK.17: … der Sohn Devakīs, der Grahas vernichtet und bösartige Besessenheitsmächte beseitigt. Bei schrecklicher Furcht vor Grahas soll dieser vorzügliche Mantra wiederholt werden.

28.MUK.18: Bei diesen drei Mantras werden die fünf Glieder wie beim Zehnsilbler eingesetzt. Die Verehrung erfolgt mit den Gliedern, Weltenhütern, Vajra und den übrigen Waffen.

28.MUK.19: Diese Mantras sollen jeweils ihre besonderen Früchte gewähren. Eine weitere Formel beginnt mit dem zwölfsilbigen Mantra, danach folgt das Wort puruṣottama …

28.MUK.20: … dann āyur me dehi, Viṣṇu im Dativ, ebenso Prabhaviṣṇu und Hṛd. Der Mantra umfasst zweiunddreißig Silben.

[Unnummerierte Erläuterung:] Der Zwölfsilbler ist der Vāsudeva-Mantra. Puruṣottama und āyur me dehi stehen ausdrücklich so da; Sandhi wird hier nicht gebildet. Die Dative lauten viṣṇave und prabhaviṣṇave; Hṛd ist namaḥ. Daraus ergibt sich: oṃ namo bhagavate vāsudevāya puruṣottama āyur me dehi viṣṇave prabhaviṣṇave namaḥ, mit der Bitte „Höchster Puruṣa, gib mir Lebensdauer“.

28.MUK.21: Nārada ist der Seher, Anuṣṭubh das Versmaß; Śrī Kṛṣṇa wird als Gottheit genannt. Nun folgt die Vorschrift der fünf Glieder.

28.MUK.22: Nach den zwölf Silben spricht man für das Herz ānandātmane. Nach den fünf Silben folgt prītyātmane als Hauptmantra.

28.MUK.23: Für den Scheitelbüschel stehen fünf Silben vor jyotirātmane. Vier Silben mit māyātmane werden als Panzer erklärt. [Die folgende Prosa hat für diesen vierten Abschnitt viṣṇave prabhaviṣṇave, zusammen acht Silben; die abweichende Viererangabe des Verses bleibt sichtbar.]

[Unnummerierte Fortsetzung:] Vor cidānandātmane stehen die zwei Silben der Waffe. [Die übrige Vershälfte ist durch Punkte ersetzt. Die anschließende Prosa hat hier cidātmane statt cidānandātmane.]

[Unnummeriert ausgeschriebene Gliedformeln:]

Glied Wortlaut nach der Prosa
Herz oṃ namo bhagavate vāsudevāyānandātmane hṛdayāya namaḥ
Haupt puruṣottamaprītyātmane śirase …
Scheitelbüschel āyur me dehi jyotirātmane śikhā …
Panzer viṣṇave prabhaviṣṇave māyātmane kavacāya huṃ
Waffe namaḥ cidātmane astrāya phaṭ

[Die Wiederholungszeichen bei Haupt und Scheitelbüschel werden hier als Auslassungszeichen dargestellt; der Druck verweist insgesamt auf die frühere Ausführung. Die konkrete Endung wird nicht neu rekonstruiert.] So setzt man die fünf Glieder wie zuvor.

28.MUK.24: Die Verehrung wird mit den Gliedern, Weltenhütern und Waffen wie Vajra vollzogen. Man wiederholt den Mantra hunderttausendmal und bringt ein Zehntel als Feueropfer mit gutem Milchreis dar.

28.MUK.25: Mit Milch und geklärter Butter getränkte Dreierbündel Dūrvā werden im entfachten Feuer geopfert; dadurch werde langes Leben erlangt, so die Verheißung.

28.MUK.26: Bālavapus im Dativ, gefolgt von Śiras, bildet einen siebensilbigen Mantra. Er wird zur Beruhigung der Furcht von Kindern und zu ihrem Schutz wiederholt.

[Unnummerierte Auflösung:] Der Dativ lautet bālavapuṣe; Śiras ist svāhā. Somit: bālavapuṣe svāhā.

28.MUK.27: Nach gopālaka sagt man veṣadharāya, darauf Vāsudeva im Dativ und als Abschluss Panzer, Waffe und den doppelten ṭha.

[Unnummerierte Auflösung:] Gopālakaveṣadharāya steht unverändert. Vāsudeva im Dativ lautet vāsudevāya; Panzer ist huṃ, Waffe phaṭ, der doppelte ṭha svāhā. Daraus ergibt sich: gopālakaveṣadharāya vāsudevāya huṃ phaṭ svāhā.

28.MUK.28: Dieser Mantra hat achtzehn Silben. Nārada gilt als sein Seher, Gāyatrī als Versmaß und Kṛṣṇa als Gottheit.

28.MUK.29: Die Glieder werden mit den Formeln von ācakra an gebildet; die Verehrung erfolgt auf dem bereits genannten Weg. Der Mantra wird für den Schutz von Haus und Hirten sowie für befriedende Riten gepriesen.

[Unnummerierte Glosse:] „Auf dem bereits genannten Weg“ bedeutet: mit den Gliedern, Indra und den anderen sowie Vajra und den übrigen Waffen.

28.MUK.30: Man sagt kālīyasya, dann phaṇāmadhye, anschließend divyanṛtyaṃ karoti tam.

28.MUK.31: Danach spricht man namāmi devakīputraṃ nṛtyarājānam und am Ende acyutam.

[Unnummerierte Fortsetzung:] Der zweiunddreißigsilbige Mantra solle jedes Gift abwehren. [Die weitere Vershälfte ist im Druck durch Punkte ersetzt.]

Der Mantra wird als Śloka ausgeschrieben: kālīyasya phaṇāmadhye divyanṛtyaṃ karoti tam |
namāmi devakīputraṃ nṛtyarājānam acyutam ||
„Ich verneige mich vor ihm, der auf Kāliyas Haube den göttlichen Tanz vollzieht: vor Devakīs Sohn, dem König des Tanzes, dem Unerschütterlichen.“

28.MUK.32: Nārada ist der Seher, Anuṣṭubh das Versmaß; der von allen verehrte Kṛṣṇa als Bezwinger Kāliyas ist die Gottheit.

28.MUK.33: Die Gliedzuordnung erfolgt mit den vier Versvierteln und dem ganzen Mantra. Die Verehrung geschieht mit den Gliedern, Indra und den übrigen sowie anschließend Vajra und den anderen Waffen.

28.MUK.34: Nach hunderttausend Wiederholungen werden zehntausend Gaben geklärter Butter ins Feuer geopfert. Mit diesem Mantra sollen Verfahren gegen Gift ausgeführt werden.

28.MUK.35: Durch seine Wirkung würden sogar große Schlangen vernichtet; kein anderer giftabwehrender Mantra sei diesem gleich, behauptet der Text.

28.MUK.36: Aus den fünf Teilen einer im Druck als śukadrava bezeichneten Pflanze, mit Kuhurin fein zerrieben, werde eine kleine Kugel bereitet und mit diesem Mantra besprochen. [Die Pflanzenbezeichnung ist unsicher; keine botanische Bestimmung ergänzt.]

28.MUK.37: Der Text schreibt dieser Zubereitung bei Anwendung in der Nase, als Salbe, Augensalbe oder Getränk giftbeseitigende Wirkung zu. Für die Mantras von Mukunda bis zu diesem letzten heißt es anschließend … [Die genannten historischen Anwendungen werden nicht als wirksame oder sichere Behandlung übernommen.]

[Unnummerierte Fortsetzung:] … der Kundige solle die Anwendungen des zehnsilbigen Mantras wegen der unterschiedlichen Meditation nicht einfach übertragen. [Hauptlesung dhyānabhedān na kalpayet, „wegen des Unterschieds der Meditation nicht anordnen“; die Fußnote bietet dagegen bhedāt prakalpayet, also „entsprechend dem Unterschied anordnen“. Beide gegensätzlichen Lesungen bleiben sichtbar. Die restliche Vershälfte fehlt im Druck.]

Damit endet der achtundzwanzigste Śvāsa des Śrīvidyārṇava-Tantra, verfasst vom Asketen Śrī Vidyāraṇya, Schüler Śrī Pragalbhācāryas, in der im Kolophon genannten Lehrerfolge Śrī Govindācārya – Śrī Bhagavacchaṅkarācārya – Śrī Viṣṇuśarmācārya – Śrī Pragalbhācārya. Die einleitenden Ehrentitel würdigen den Lehrer als großen Gelehrten und verehrungswürdigen Bhagavat.

Dieser Teil des Shri Vidyarnava Tantra in einfachen Worten

24. Śvāsa in einfachen Worten: Kālī, Tārā und die Welt des Śrīcakra

Der vierundzwanzigste Śvāsa führt durch drei große Bereiche der Göttinnenverehrung: Kālī, Tārā und Tripurasundarī. Er sammelt dazu viele Stimmen aus anderen Tantras. Das erklärt, warum manche Anweisung mehrfach erscheint, warum Namen wechseln und warum nicht überall dieselbe Reihenfolge gilt. Das Kapitel ist eine umfangreiche Überlieferungssammlung. Wer sie liest, begegnet unterschiedlichen Fassungen, die der Verfasser nebeneinander stehen lässt.

Eine vollständige Verehrungsordnung verbindet dabei mehrere Ebenen. Der Mantra gibt eine Lautgestalt; die Meditation gibt eine anschauliche Gestalt. Das Yantra ordnet die Gottheit räumlich, der Nyāsa ordnet die Laute am Körper. Die Gaben bringen Hingabe zum Ausdruck. Japa wiederholt den Mantra, das Feueropfer schließt sich mit eigenen Zahlen und Stoffen an. Die Einweihung und die Beziehung zum Guru bilden den überlieferten Rahmen. Einzelne Silben sind deshalb nicht ohne Weiteres aus ihrem jeweiligen Zusammenhang herauszulösen.

Kālī und die Frage nach Befreiung

Der Anfang nennt Kālikās Vidyās einen Zugang zur Befreiung schon während des Lebens. Mehrere Aussagen betonen ihre besondere Zugänglichkeit und lösen diese Verehrung von bestimmten Prüfungen, Zeiten oder äußeren Voraussetzungen, die sonst in Ritualordnungen wichtig sind. Diese Öffnung steht neben sehr ausführlichen Vorschriften. Die Spannung gehört zum Kapitel: Eine machtvolle Göttin gilt als unmittelbar erreichbar, und zugleich wird ihre Verehrung mit großer Genauigkeit beschrieben.

Die Mantras werden häufig verschlüsselt erklärt. Eine Silbe heißt dann beispielsweise „Māyā“, „Vāgbhava“ oder „Feuer“, statt unmittelbar ausgeschrieben zu werden. Solche Bezeichnungen setzen das Wissen einer Überlieferung voraus. Derselbe Mantra kann mit einem zusätzlichen Anfang, einem anderen Abschluss oder einer geänderten Anrede erscheinen. Der Text benennt auch unterschiedliche Silbenzahlen. Nicht jede gedruckte Zahl lässt sich zweifelsfrei mit der unmittelbar folgenden Formel vereinbaren. Die Ausgabe lässt solche Unterschiede erkennbar, anstatt eine einzige vermeintlich richtige Fassung daraus zu bilden.

Kālīs Erscheinung ist eindringlich. Dunkle Farbe, gelöstes Haar, Schwert, abgetrennter Kopf, Totenschmuck und der Verbrennungsplatz stehen neben Gesten des Schutzes und der Gewährung. Andere Fassungen nennen Schlangen, Tigerfell, den Löwen und Mahākāla. In diesen Bildern begegnen Tod, Vergänglichkeit und göttliche Macht. Der Text beschreibt die Bilder als Gegenstände religiöser Meditation. Aus ihnen lässt sich ohne weitere Begründung keine einzelne psychologische Erklärung ableiten.

Verschiedene Formen werden eigens behandelt: Siddhikālī, Mahākālī, Guhyakālī, Bhadrakālī und Śmaśānakālī. Sie unterscheiden sich durch Mantra, Gestalt oder Ritualzusammenhang. Die Namen sind daher keine bloßen austauschbaren Etiketten. Besonders Guhyakālīs Schlangenbilder und die Reihen der umgebenden Göttinnen zeigen, wie sorgfältig die einzelnen Formen entfaltet werden. Wiederholte Formeln gehören zum überlieferten Textbestand und werden nicht entfernt, nur weil sie bereits an anderer Stelle vorkamen.

Der Körper als Ort der Verehrung

Der Nyāsa spielt durch das ganze Kapitel hindurch eine große Rolle. Das Wort bezeichnet hier die rituelle Einsetzung von Lauten, Namen oder Kräften am Körper. Hände, Herz, Kopf, Augen, Füße und weitere Körperorte erhalten eine bestimmte Zuordnung. Auch die Alphabetgruppen werden eingesetzt. Der Körper wird dadurch als Träger einer göttlichen Ordnung vorgestellt.

Die sechs Glieder eines Mantra umfassen in den wiederkehrenden Formeln Herz, Kopf, Haarspitze, Schutzpanzer, Augen und Waffe. Die dazugehörigen Schlusswörter sind verschieden. Daneben gibt es Einsetzungen des Sehers, des Versmaßes, der Gottheit, des Bīja, der Kraft und des Verschlusses. Der Text versteht einen Mantra also als gegliedertes Ganzes mit Herkunft, Form und Wirkung, nicht lediglich als Folge beliebiger Laute.

Die Zahl der Alphabetzeichen ist nicht überall gleich. Manche Reihen enthalten ein besonderes ḻa, andere nicht. Auch die Zahl der Augen oder die Reihenfolge der Finger kann zwischen zwei Quellen wechseln. Tabellen machen solche Zuordnungen lesbar; sie ersetzen den Wortlaut nicht durch ein nachträglich vereinheitlichtes System. Eine abweichende Stelle kann aus einer anderen Überlieferung stammen oder durch die Textüberlieferung beeinträchtigt sein. Wo das nicht entschieden werden kann, bleibt es offen.

Für das heutige Schriftstudium kann die wiederkehrende Verbindung von Körper, Sprache und Aufmerksamkeit zum Nachdenken anregen. Das verlangt nicht, die gesamten historischen Nyāsa-Verfahren ohne ihre Voraussetzungen praktisch nachzuvollziehen. Schon das Lesen zeigt, dass Aufmerksamkeit im Werk nicht als rein gedankliche Tätigkeit verstanden wird. Sie bezieht Haltung, Berührung, Klang und Vorstellung ein.

Tārā, Sprache und Rettung

Der Tārā-Abschnitt stellt die Göttin ebenfalls als Befreiungswissen vor. Ihre Namen werden mit Sprache und Rettung verbunden: Nīlasarasvatī steht in Beziehung zur Rede, Tārā zum Hinüberführen, Ugratārā zur Hilfe in schwerer Bedrängnis. Zugleich finden sich zahlreiche konkrete Wünsche nach Beredsamkeit, dichterischer Kraft und Erfolg im gelehrten Streit. Erkenntnis und sprachliche Macht liegen in diesem Abschnitt nahe beieinander.

Die Überlieferung erzählt von einem Fluch Vasiṣṭhas und seiner Aufhebung. Solche Erzählungen begründen im Text, warum bestimmte Mantraformen verändert oder ergänzt werden. Der Leser sollte daraus nicht den Schluss ziehen, jede an anderer Stelle gefundene Tārā-Formel müsse nach derselben Regel korrigiert werden. Die Quelle selbst kennt mehrere Benennungen und Fassungen. Ekajaṭā, Ugratārā und Nīlasarasvatī stehen in wechselnden Zusammenhängen.

Das Kapitel beschreibt Orte wie den Verbrennungsplatz, ein leeres Haus, eine Kreuzung oder eine Stelle mit einem einzelnen Liṅga. Auch ungewöhnliche und teilweise verstörende Sitze werden genannt. Diese Angaben gehören zur historischen Ritualwelt des Textes. Die Übersetzung dokumentiert sie, ohne sie zu alltäglichen Yogaübungen umzudeuten. Besonders bei Leichen, Schädeln und anderen körperlichen Materialien ist die Grenze zwischen Beschreibung und heutiger Empfehlung deutlich zu halten.

Tārās Meditationen verbinden blaue oder dunkle Farbe, Messer, Schwert, Schädelschale, Lotus, Haarflechten und Akṣobhya. Sie erscheinen nach einer inneren Reinigung und einer gedanklichen Auflösung und Neubildung des Leibes. Feuer, Wind, Wasser und Nektar bilden dabei die Sprache einer inneren Verwandlung. Der Übende stellt sich nicht bloß eine außerhalb stehende Gottheit vor. Wiederholt wird die eigene Gestalt als göttlich betrachtet und die Gottheit aus dem Herzen in die äußere Verehrung geführt.

Verschiedene Tārā-Formen und Sarasvatīs

Die Sammlung enthält kurze und lange Tārā-Mantras, acht besondere Vidyās und unterschiedliche Reihenfolgen ihrer Bījas. Bemerkenswert ist, dass acht gedruckte Folgen teilweise identisch sind: Die Zahl acht bedeutet hier nicht automatisch acht voneinander verschiedene Silbenanordnungen. Auch ein als fünfsilbig bezeichneter Mantra ist nicht durch eine ungeprüfte Zählhilfe an diese Zahl anzugleichen. Die genaue Lesung hat Vorrang vor einem nachträglich geschlossenen Schema.

Die Nīlasarasvatī- und Vidyārājñī-Abschnitte entfalten große Umkreise. Sie nennen Siddhis, Bhairavas, Mātṛkās und zahlreiche weitere Kräfte. Manche Gruppen stimmen mit der angekündigten Anzahl überein, andere nicht. Bei einer als zweiunddreißig angekündigten Reihe bleiben nur einunddreißig Namen erkennbar. Ein fehlender Name wird nicht erfunden. Bei einer anderen Reihe hängt die Gesamtzahl von der Trennung zweier aneinandergerückter Namen ab; diese Entscheidung wird kenntlich gemacht.

Acht Sarasvatī-Formen erhalten eigene Mantras. Die Vielfalt reicht von kurzen Bīja-Verbindungen bis zu langen Folgen. Dazu treten drei Meditationen für Schöpfung, Erhaltung und Auflösung. Die Göttin erscheint entsprechend in verschiedener Farbe, mit unterschiedlich vielen Gesichtern und Armen und in jeweils anderer Umgebung. Die gleiche Grundidee wird somit in mehreren kosmischen Funktionen entfaltet.

Neben den befreiungsbezogenen Aussagen nennt der Text konkrete magische und körperbezogene Anwendungen. Dazu gehören Eingriffe rund um Geburt, Kindheit, Nahrung oder angeblich sprachfördernde Stoffe. Solche Angaben werden als historische Aussagen wiedergegeben. Unsichere Pflanzennamen werden nicht ohne Beleg mit heutigen Arten oder Präparaten gleichgesetzt. Das bewahrt sowohl die Genauigkeit des Textes als auch die Unterscheidung zwischen Quellenstudium und gegenwärtigem Handeln.

Von der Formelsammlung zur Śrīvidyā

Nach den ausführlichen Kālī- und Tārā-Abschnitten folgt eine gedrängte Sammlung von Kurzformen. Sie wiederholt Mantras und Gurureihen, bringt aber auch Abweichungen. Ein anderes Wort, ein anderer Bīja-Platz oder eine zusätzliche Anrede kann für die jeweilige Überlieferung bedeutsam sein. Deshalb werden die späteren Kurzfassungen nicht einfach durch Verweise auf den früheren Text ersetzt.

Die folgenden Listen führen zur Ṣoḍaśī und zu Varianten der Pañcadaśī. Namen wie Kāmarāja, Lopāmudrā, Manu, Candra oder Agastya bezeichnen verschiedene überlieferte Formen. Die einzelnen Kūṭas sind sehr eng gedruckt. Wo ein Zeichen unsicher ist, wird nicht stillschweigend eine heute bekanntere Mantrafassung eingesetzt. Gerade bei Bījas würde eine solche Verbesserung mehr behaupten, als das vorliegende Druckbild hergibt.

Die Sammlung zählt unterschiedliche Gruppen von Sundarī-Formen auf. Einmal ergeben die genannten Teilzahlen neunundneunzig statt der angekündigten hundert. Auch eine Nummer erscheint doppelt. Das sind keine Gründe, eine Form hinzuzufügen oder die originale Nummerierung unsichtbar zu ändern. Die redaktionellen Kennungen ermöglichen, beide Stellen eindeutig zu zitieren, während die gedruckten Zahlen erhalten bleiben.

Anschließend beginnt die kurze Śrīvidyā-Paddhati. „Paddhati“ meint eine geordnete Verfahrensbeschreibung. Sie fasst viele bereits bekannte Elemente zu einer zusammenhängenden Verehrung zusammen. Später folgt innerhalb desselben Kapitels eine besondere, ausführlichere Fassung. Die beiden Anordnungen ergänzen einander, stimmen aber nicht in jeder Einzelheit überein.

Śrīvidyā als Bewusstseins- und Lautordnung

Dakṣiṇāmūrti wird als Seher, Paṅkti als Versmaß und Tripurasundarī als Gottheit genannt. Die Teile des Grundmantra werden als Bīja, Kraft und Verschluss erklärt. Einige Verse verbinden das Vāgbhava-Kūṭa mit dem Hervorgehen der Mantras und der Buchstaben. Welt, Erkenntnis und Laut erscheinen dadurch als zusammengehörig. Die Einsetzung der acht Sprachgöttinnen führt diese Verbindung weiter.

Die sechs göttlichen Glieder werden ausdrücklich mit Allwissenheit, ewigem Genügen, anfangslosem Erkennen, Unabhängigkeit, unverminderter Kraft und Unendlichkeit verbunden. Die Namen sagen, welche Eigenschaften die Meditation vergegenwärtigen soll. Sie werden in den Ritualformeln mit verschiedenen Körperorten verbunden. Das Werk führt damit von einer allgemeinen Aussage über göttliches Bewusstsein zu einer sorgfältig gegliederten Handlung.

Bei der geistigen Verehrung heißt es: „Ich bin Glückseligkeit.“ Die spätere Anweisung spricht vom Japa im Bewusstsein des Nichtverschiedenseins. Diese Sätze stehen innerhalb einer Verehrung, die den Unterschied zwischen Verehrendem und Verehrter zunächst ausführlich ausgestaltet und dann innerlich zurücknimmt. Daraus ergibt sich eine Bewegung von Anrufung und Beziehung zur Betrachtung einer gemeinsamen Wirklichkeit.

Auch die vorbereitenden Gaben werden verinnerlicht. Erde wird als Duft, Raum als Blume, Wind als Räucherwerk, Feuer als Licht und Nektar als Speisegabe gedacht. Im weiteren Verlauf werden Nichtverletzen, Erkenntnis, Verzeihen, Mitgefühl und andere innere Haltungen zu Blumen. Die gedruckte Zahl „zehn“ passt dort nicht eindeutig zur längeren Reihe. Der zentrale Gedanke bleibt dennoch verständlich: Die Qualität des eigenen Herzens gehört zur Verehrung.

Bad, Raum und Gurureihe

Die ausführliche Paddhati beginnt am Morgen mit Guruverehrung und geistigen Gaben. Es folgen Bad, Mundspülung, Einsetzungen und Sättigungsgaben. Beim Bad wird Wasser als Nektar aus dem Mund und von den Füßen der Göttin vorgestellt. Die Sättigung richtet sich an Götter, Weise, Ahnen und schließlich die Göttin selbst. Auf diese Weise wird der Übende in eine größere religiöse Gemeinschaft und Überlieferung gestellt.

Der Verehrungsraum hat Tore, Schwelle, Ecken und Mitte. Diese Orte werden mit Gottheiten verbunden. Der Text bittet die Erde um Verzeihung für die Berührung durch die Füße. Danach folgen Schutzhandlungen und die Vorbereitung des Sitzes. Ein Zitat lobt den Wald für bestimmte Suchende, ein anderes die Verehrung im eigenen Haus für Menschen, die ohne persönliche Wünsche Befreiung erstreben. Abgeschiedenheit ist damit nicht ausschließlich an einen entfernten Ort gebunden.

Die Gurulisten unterscheiden einen göttlichen, einen Siddha- und einen menschlichen Strom. Für Kāmarāja und Lopāmudrā werden unterschiedliche Namen genannt. Hinzu kommen der eigene Guru und weitere Stufen der Lehrerfolge. Die Verehrung der Pādukās, der heiligen Fußbekleidung oder Fußsymbole, drückt die Bindung an diese Überlieferung aus. Der Text erklärt ausdrücklich, wie die Pādukā-Formel sprachlich gebildet wird.

Die körperlichen Einsetzungen beziehen nun Gaṇeśa-Formen, Planeten, Mondhäuser, Tierkreiszeichen, Yoginīs, Pīṭhas und viele Tripurā-Formen ein. Aus dem Körper wird ein umfassendes Bild der Welt. Jede Zuordnung gehört an ihren bezeichneten Ort. Die langen Namensreihen sind deshalb nicht bloß dekorative Aufzählungen, sondern Teil dieses Welt- und Körperbildes. Auch an dieser Stelle bleiben ungewöhnliche Namen und unsichere Druckzeichen sichtbar.

Die Nityās und die Bewegung der Zeit

Die Nityās verbinden die Göttinnenverehrung mit den Mondtagen. Mahātripurasundarī wird zusammen mit fünfzehn weiteren Formen genannt. Diese fünfzehn erhalten ihre Mantras und ihre Stellung im Dreieck. In der hellen Monatshälfte beginnt die Reihe mit Kāmeśvarī und endet mit Vicitrā; in der dunklen läuft sie umgekehrt. Die Zeit wird damit als eine Folge göttlicher Gestalten verstanden.

Die Quelle gibt zuerst verschlüsselte Beschreibungen der Nityā-Mantras und danach ausgeschriebene Fassungen. Das ermöglicht einen Vergleich, beseitigt aber nicht alle Unsicherheiten. Einige Silbenfolgen sind im Druck schwer erkennbar; manche Namen oder Zahlen unterscheiden sich. Der Hinweis auf Vajreśvarī und Mahāvidyeśvarī zeigt zudem, dass eine Überlieferung selbst verschiedene Zuordnungen kennen kann. Eine einzelne Formel steht nicht außerhalb dieser Textgeschichte.

Die Waffen des göttlichen Paares werden ebenfalls als Bīja-Gruppen behandelt. Bogen, fünf Blumenpfeile, Schlinge und Stachel erscheinen bei Kāmeśvara und Kāmeśvarī. Die Reihenfolge ihrer beiden Fünfergruppen wird vertauscht. Bezauberung, Anziehung, Unterwerfung und Hemmung gehören zur Sprache dieser Waffen. Die Ausgabe verschweigt diesen Machtbezug nicht und ersetzt ihn nicht pauschal durch eine friedliche moderne Deutung.

Die ausführliche Meditation auf Tripurasundarī beschreibt dann ihre rote Farbe, ihre Schönheit, ihren Schmuck und ihre Attribute. Am Ende wird sie als Freude der Welt, Ursprung der Welt, Gestalt aller Mantras und Fülle sämtlicher Kräfte besungen. Die körperliche Bildsprache und die Aussage über eine umfassende göttliche Wirklichkeit gehören in diesem Hymnus zusammen.

Vom äußeren Quadrat zum innersten Bindu

Das Śrīcakra wird in neun Umkreisen verehrt. Außen beginnt die Ordnung mit den quadratischen Linien, Siddhis, Mātṛkās und Mudrās. Es folgen der sechzehnblättrige Lotus und der achtblättrige Lotus, danach vierzehn, zehn, nochmals zehn und acht Dreiecksfelder, das innere Dreieck und der Bindu. Jede Ebene hat eigene Gottheiten, eine Herrin, begleitende Kräfte und eine Übergabeformel.

Die Namen der Umkreise nennen ihre religiöse Bedeutung: die drei Welten bezaubern, alle Wünsche erfüllen, alles erschüttern, glückliches Gedeihen schenken, Ziele verwirklichen, schützen, Krankheiten beseitigen, Vollkommenheiten verleihen und schließlich aus aller Glückseligkeit bestehen. Solche Bezeichnungen sind Aussagen der Verehrungslehre. Ihre Wiedergabe bedeutet nicht, dass entsprechende Wirkungen als Tatsachen bestätigt wären.

Die Göttinnen heißen je nach Ebene offenbare, verborgene, noch noch stärker verborgene oder besonders geheime Yoginīs. Nach jeder Gruppe werden die Gaben der Hauptgöttin übergeben. So hält das Ritual Vielfalt und Einheit zusammen: Viele Namen und Kräfte werden einzeln gewürdigt und anschließend auf die eine Göttin bezogen. Die abschließende Übergabe nennt noch einmal sämtliche Kreise, Herrinnen und Yoginī-Gruppen.

Auffällig ist die Einbeziehung verschiedener philosophischer und religiöser Sichtweisen. Neben śivaitischen, śāktischen, vaiṣṇavischen, solaren und brahmanischen Zuordnungen erscheinen Buddhismus, Jinendra, Cārvāka sowie Sāṃkhya, Mīmāṃsā und Nyāya. Die zitierten Fassungen ordnen sie nicht immer gleich zu. Der Text baut sie in seine Verehrungswelt ein; daraus folgt nicht automatisch, dass alle Lehraussagen dieser Richtungen für identisch erklärt würden.

Im Bindu wird Mahātripurasundarī als höchste und niedere Kraft, als Gestalt des höchsten Brahman und als Bewusstsein aller Cakra-Herrinnen angerufen. Die ausführliche äußere Ordnung findet dort ihre Mitte. Die Wiederholung der Übergabe lässt erkennen, dass der Abschluss nicht nur das Ende einer Liste ist: Alles zuvor Entfaltete wird gesammelt und der zentralen Gottheit dargebracht.

Gaben, Licht und Abschluss

Die Bereitung des Arghya verbindet Feuer, Sonne und Mond. Zehn Feuer-Kalās gehören zur Unterlage, zwölf Sonnen-Kalās zum Gefäß, sechzehn Mond-Kalās zum Inhalt. Danach wird das Wasser als von Brahman erfüllt vorgestellt. Mit ihm besprengt man sich und die Verehrungsgeräte und betrachtet alles als Bewusstsein. Die äußere Handlung und ihre innere Deutung bleiben eng aufeinander bezogen.

Der Text behandelt auch die Materialien der Gefäße und ordnet sie unterschiedlichen Zwecken zu. Hier stehen friedliche Ziele neben Zwangs- und Schadensriten. Auch Drohungen über die Folgen einer fehlerhaften Ausführung kommen vor. Sie werden als religiöse Aussagen der Quelle kenntlich gemacht. Sie sind weder heutige Prognosen noch ein Anlass, die gesamte Praxis aus Furcht vor vermeintlich zwangsläufigem Unglück nachzuahmen.

Räucherwerk, Licht, Speise und Bali-Gaben schließen sich an. Das Lichtgebet nennt die Lampe ein selbstleuchtendes Licht, das Dunkel außen und innen vertreibt. Die Anrufung aus dem großen Lotuswald bittet die dem Wohl aller Wesen zugewandte Mutter, gegenwärtig zu sein. Solche Stellen zeigen eine Sprache der Hingabe und des gemeinsamen Wohls innerhalb des großen Ritualzusammenhangs.

Am Ende werden neun Lampen angeordnet und geschwenkt. Die Göttin wird als mit allen Cakras und ihren Herrinnen vereinte, neunfache Gestalt angerufen. Die Bitte lautet, die Lichtgabe anzunehmen. Danach folgen Cakra-Mudrā und Verabschiedung. Der Kolophon schließt den vierundzwanzigsten Śvāsa und nennt die Lehrerfolge des Verfassers.

Für heutige Yoga-Aspiranten bietet das Kapitel besonders Stoff für aufmerksames Schriftstudium, Hingabe und die Prüfung der eigenen Haltung. Man kann eine kurze, verständliche Gebetsstelle lesen, einen Moment still werden und fragen, wie Mitgefühl, Wahrhaftigkeit oder Verzeihen im Alltag Gestalt annehmen. Die komplexen Spezialrituale müssen dafür nicht übernommen werden. Ebenso darf eine philologische Frage offenbleiben. Sorgfalt bedeutet hier, die Kraft eines Textes wahrzunehmen und zugleich die Grenzen dessen zu achten, was aus seinem erhaltenen Wortlaut sicher verstanden werden kann.

25. Śvāsa: Göttinnenverehrung, innere Sammlung und die Wünsche des Menschen

Der fünfundzwanzigste Śvāsa setzt die umfassende Sammlung tantrischer Göttinnenverehrung fort. Seine 53 Druckseiten führen von Bhuvaneśvarī über die Formen der Bhairavī, Bālā und Annapūrṇā zu Chinnamastā und Dhūmāvatī. Verschiedene Kālī-Formen, historische Wirkungsrituale und lange Reihen von Yoginīs und Yakṣiṇīs schließen sich an. Zum Ende stehen Ratipriyā, Dhanadā, Madhumatī und Bandīdevī im Vordergrund. Es handelt sich um eine Zusammenstellung mehrerer Überlieferungen. Die einzelnen Abschnitte beginnen ihre Verszählung wiederholt neu; zwischen ihnen stehen ausführliche Ritualerklärungen in Prosa. Die Ausgabe hält diese Übergänge sichtbar, damit eine einzelne Vorschrift nicht unbemerkt auf alle Formen übertragen wird.

Bhuvaneśvarī: die Welt in einer göttlichen Gegenwart sehen

Ein großer Teil des Kapitelanfangs gilt Bhuvaneśvarī, der Herrin der Welten. Ihre Verehrung verbindet die Gottheit in der Mitte mit einem gegliederten Umkreis von Kräften, Lauten, Richtungen und göttlichen Begleitern. Der Mantra erscheint dabei nicht als isoliertes Wort. Er gehört zu einem Zusammenhang aus Meditation, Körperzuordnung, Diagramm, Gaben und wiederholter Erinnerung. Die rituelle Aufmerksamkeit geht vom eigenen Körper zum Verehrungsplatz und von dort wieder zur inneren Gegenwart der Göttin. Wer den Abschnitt liest, kann diese wiederkehrende Bewegung erkennen, auch wenn die vielen Namen und Einzelheiten zunächst ungewohnt sind.

Die Quelle beschreibt unter anderem rituelle Begießungen, unterschiedliche Diagramme und Anwendungen mit Pflanzenzubereitungen. Solche Einzelheiten werden in der Übersetzung als historische Vorschriften erhalten. Die damit verbundenen Versprechen von Gesundheit, Schutz, Fruchtbarkeit oder Herrschaft sind keine nachgewiesenen Wirkungen. Zugleich zeigt die Sorgfalt, mit der Sitz, Gefäß, Wasser, Blüten und Lautfolge behandelt werden, ein Grundmotiv der Puja: Gewöhnliche Dinge werden in einen bewussten Zusammenhang der Verehrung gestellt. Eine heutige Anregung kann darin liegen, alltägliche Handlungen mit größerer Aufmerksamkeit auszuführen. Das ersetzt jedoch nicht die historische Bedeutung der beschriebenen Rituale.

Mehrere Yantraformen arbeiten mit ineinandergreifenden Dreiecken, Lotusblättern, Buchstabenringen und äußeren Begrenzungen. Die Figuren ordnen eine große Vielfalt um eine Mitte. In den sechs- und zwölffachen Anordnungen ist diese Beziehung zwischen Zentrum und Ausfaltung besonders deutlich. Der Text erklärt nicht jede geometrische Einzelheit gleich ausführlich. Auch die Anzahl aufgezählter Kräfte stimmt nicht immer ohne Weiteres mit der vorangestellten Zahl überein. Solche Unterschiede gehören zum überlieferten Befund. Sie werden weder durch zusätzliche Namen noch durch eine nachträglich vereinfachte Zeichnung ausgeglichen.

Bei den verschiedenen Bhuvaneśvarī-Mantras begegnen kurze Bīja-Folgen und längere Formeln. Die Silben besitzen im Ritual bestimmte Funktionen; eine gewöhnliche wörtliche Übersetzung würde ihnen nicht gerecht. So werden Sprachkraft, göttliche Energie, Schönheit, Anziehung oder Umfassung durch traditionelle Lautbezeichnungen ausgedrückt. Wo die Quelle eine solche Bezeichnung selbst auflöst, kann die Formel angegeben werden. Wo sie nur einen chiffrierten Namen nennt oder der Druck nicht eindeutig ist, bleibt diese Grenze sichtbar. Für das Studium ist diese Zurückhaltung hilfreich: Sie unterscheidet ein überliefertes Wort von einer späteren Vermutung.

Besonders zugänglich ist der Hymnus an Bhuvaneśvarī. Er beschreibt die Göttin als Gegenwart in den Elementen, in den großen göttlichen Gestalten und in der Sprache selbst. Nicht allein eine außergewöhnliche Vision, sondern das Sprechen, Erinnern und Wahrnehmen wird zum Ort ihrer Gegenwart. Der Gedanke, dass jede Sprache von ihrer Kraft getragen ist, eröffnet eine Verbindung zwischen Hingabe und verantwortlichem Sprechen. Die heutige Anwendung wäre, Worte bewusster zu wählen und die Würde des Gegenübers zu achten. Diese Anregung folgt aus dem Thema des Hymnus, ist aber von seinem eigentlichen Wortlaut zu unterscheiden.

Am Ende des Hymnus richtet sich die Bitte auf das ganze Leben: Der Geist möge der Göttin gedenken, die Rede sie preisen und der Körper sich vor ihr verneigen. Dazu kommt die Bitte um Vergebung. Hier geht es nicht nur um die richtige Ausführung einer einzelnen Zeremonie. Denken, Sprechen und Handeln sollen zusammenfinden. Für Yoga-Aspiranten ist dies ein verständlicher Zugang zu Schriftstudium und täglicher Selbstprüfung: Welche Absicht prägt mein Denken? Was bewirken meine Worte? Entspricht mein Handeln dem, was ich als wertvoll erkannt habe?

Bhairavī und ihre Formen: Genauigkeit als Teil der Verehrung

Der nächste große Zusammenhang entfaltet Tripurābhairavī und mehrere verwandte Formen. Die Mantras unterscheiden sich durch Lautfolgen, Zusätze, Umstellungen oder Auslassungen. Dazu treten umfangreiche Nyāsas. Beim Nyāsa werden Silben, Kräfte und göttliche Gestalten bestimmten Körperstellen zugeordnet. Der Körper wird dadurch in der rituellen Vorstellung als Ort göttlicher Gegenwart betrachtet. Die Quelle beschreibt nicht einfach eine moderne Entspannungsübung. Ihre Verfahren gehören zu einer bestimmten Mantra- und Initiationstradition, deren Einzelheiten im Text sorgfältig unterschieden werden.

Die wiederholte Zuordnung von Lauten, Händen, Herz, Kopf, Augen und Schutzgesten macht deutlich, dass die Verehrung die gesamte Person einschließen soll. Gleichzeitig zeigen die verschiedenen Reihen, dass es keine einzige, in jedem Abschnitt identische Anordnung gibt. So wechseln Begleiterinnen, Bīja-Folgen und Zahlen der vorbereitenden Rezitation. Auch bei den Angaben zum Puraścaraṇa stehen teilweise unterschiedliche Zahlen nebeneinander. Puraścaraṇa meint hier eine geregelte vorbereitende Mantrapraxis mit weiteren rituellen Handlungen. Die Ausgabe bewahrt die Unterschiede, statt eine vermeintlich einheitliche Vorschrift daraus zu machen.

Zu den beschriebenen Formen gehören unter anderem Saṃpatpradā, Caitanya-Bhairavī, Kāmeśvarī-Bhairavī, Rudra-Bhairavī und Bhuvaneśvarī-Bhairavī. Manche Namen heben eine Gabe oder Eigenschaft hervor, etwa Wohlergehen, Bewusstsein oder die Beseitigung von Furcht. Die Einzelbeschreibungen zeigen zugleich, wie eng diese Formen miteinander verbunden sind: Ein Mantra wird aus einer früheren Form abgeleitet, während bestimmte Verehrungsschritte ausdrücklich unverändert bleiben. Solche Rückverweise sind ein wesentlicher Teil des Kapitels. Sie müssen gelesen werden, bevor man eine kurze Einzelstelle als vollständiges Verfahren versteht.

Die Abschnitte über Bālā behandeln zahlreiche Mantravarianten und Fragen ihrer überlieferten Wirksamkeit. Dazu gehören auch traditionelle Aussagen über Hemmnisse, Flüche und deren Aufhebung. Für das historische Verständnis zeigen diese Diskussionen, dass Mantras innerhalb ihrer Überlieferung nicht beliebig austauschbar gedacht werden. Die genaue Gestalt und der jeweilige Zusammenhang sind wichtig. Eine zeitgemäße Lesehaltung kann diese Genauigkeit würdigen, ohne die metaphysischen Wirkungsbehauptungen vorschnell als überprüfte Tatsachen zu behandeln. Aufmerksames Studium und respektvolle Distanz schließen einander nicht aus.

Annapūrṇā bringt einen deutlich anderen Ton in die Sammlung. Ihr Name und ihre Bildbeschreibung stellen Nahrung, Fülle und das Geben in den Mittelpunkt. Die Göttin erscheint in einer freudigen Verbindung mit Śiva, und ihre Verehrung wird mit weiteren göttlichen Gestalten und Mondkräften entfaltet. Besonders die Vorstellung der stets Nahrung spendenden Mutter bietet einen verständlichen Bezug zum Alltag. Dankbarkeit für eine Mahlzeit und das Teilen mit anderen sind sinnvolle heutige Anregungen. Sie werden hier als Anwendung des Themas genannt, nicht als Ersatz für die ausführliche historische Puja.

Chinnamastā und Dhūmāvatī: schwierige Bilder verantwortungsvoll lesen

Chinnamastā führt in eine besonders eindringliche Bildwelt. Die abgetrennte eigene Hauptgestalt und die Blutströme gehören zur überlieferten Ikonographie. Das Kapitel verbindet sie mit mehreren Mantraformen, der Verehrung ihrer Begleiterinnen und einem ausgearbeiteten Abschlussritual. Eine Deutung kann hier die Unterbrechung gewohnter Selbstbilder oder die Abhängigkeit des Lebens von Hingabe bedenken. Solche Deutungen dürfen jedoch nicht so formuliert werden, als stünden sie sämtlich ausdrücklich in jedem einzelnen Vers. Die Übersetzung bewahrt zunächst die konkrete Textaussage und unterscheidet sie von einer heutigen Betrachtung.

In zwei Passagen dieses Abschnitts verbindet der Druck sexualisierte Körperbeschreibungen mit Altersangaben unter achtzehn Jahren. Diese Stellen werden in der deutschen Ausgabe als gekennzeichnete, nichtgrafische Inhaltsangaben wiedergegeben; in den Sanskritfassungen stehen sichtbare Auslassungsvermerke. Die übrigen Verse, die Ritualprosa, Mantras und Schlussangaben sind davon getrennt behandelt. Diese Ausnahme betrifft die Bildbeschreibung auf Druckseite 334 und ihre Wiederaufnahme auf Druckseite 336. Sie wird ausdrücklich benannt, damit die Ausgabe nicht den unzutreffenden Eindruck einer an jeder Stelle wörtlichen Vollübersetzung erweckt.

Der Abschluss der Chinnamastā-Verehrung beschreibt die Rücknahme der äußeren göttlichen Gegenwart ins Innere. Die Einladung und die Entlassung bilden dadurch einen Zusammenhang: Was zu Beginn vor dem Verehrenden vergegenwärtigt wurde, wird am Ende nicht bloß vergessen. Die Göttin wird gebeten, ins eigene Innere zurückzukehren. Diese Bewegung ist für das Verständnis tantrischer Puja bedeutsam. Äußere Form und innere Erinnerung stehen miteinander in Beziehung. Für die persönliche Betrachtung kann daraus die Frage entstehen, wie die Sammlung einer Meditation im späteren Handeln gegenwärtig bleibt.

Dhūmāvatī erscheint dagegen mit Zeichen von Alter, Mangel, Hunger, Durst und sozialer Randständigkeit. Ihre Gestalt ist keine Aussage über den Wert realer alter Frauen oder Witwen. Sie ist eine bestimmte religiöse Bildgestalt innerhalb der Sammlung. Der Text ordnet ihr Kräfte wie Hunger, Schlaf, Ungeduld, Zorn und Missgeschick zu. Diese Namen machen Erfahrungen sichtbar, die in einem idealisierten Bild des spirituellen Lebens leicht ausgeblendet werden. Eine heutige Betrachtung kann fragen, ob auch schwierige Zustände wahrgenommen werden können, ohne Menschen deshalb abzuwerten. Das ist eine verantwortliche Anwendung des Themas, keine Umdeutung der folgenden Schadensrituale.

Denn der Dhūmāvatī-Abschnitt enthält anschließend ausdrücklich Verfahren, die Krankheit, Vertreibung, Feindschaft oder Tod eines Gegners bewirken sollen. Ähnliche Abschnitte folgen bei Bhadrakālī und anderen Formen. Die Ausgabe verschweigt diese Inhalte nicht und macht daraus auch keine harmlosen Yogaübungen. Sie gibt sie als historische Quellenaussagen wieder. Zugleich enthält der Text Verfahren zur Beschwichtigung und stellenweise eigene Einschränkungen. Beim Rudra-Stab heißt es ausdrücklich, Einsichtige sollten das beschriebene Verfahren nicht ausführen. Auch diese Aussage gehört zum Gesamtbild und wird vollständig erhalten.

Kālī-Formen und Wirkungsrituale: Quelleninhalt und heutige Praxis unterscheiden

Bhadrakālī, Mahākālī und Śmaśānakālī erscheinen mit unterschiedlichen Mantras, Gestalten und Ritualvoraussetzungen. Die Furcht erregende Form steht dabei neben der Bitte um Schutz vor Furcht. So kann ein Bild zugleich erschrecken und als schützende göttliche Gegenwart angerufen werden. Diese Spannung ist Teil der religiösen Bildsprache. Sie wird verständlicher, wenn man die Meditationen zusammen mit den Gebeten und nicht nur als isolierte Beschreibung ungewöhnlicher Attribute liest. Dennoch bleiben die jeweiligen Texte eigenständig; nicht jede Aussage über eine Kālī-Form gilt automatisch für alle anderen.

Es folgen kurze Formeln zu weiteren Göttinnen und Verfahren für Anziehung, Entzweiung und Vertreibung. Manche Texte enthalten ausdrückliche Befehlswörter, andere Bīja-Folgen oder Platzhalter für einzusetzende Namen. Wiederholungszeichen werden, wo die Lesung sicher ist, erklärt. Beschädigte Formeln bleiben lokal unvollständig oder als unsicher gekennzeichnet. Das ist besonders wichtig, weil eine flüssig wirkende, aber erfundene Ergänzung den Quellenbefund verfälschen würde. Die Ausgabe ist eine Lese- und Studienhilfe; sie gibt keine Gewähr für die rituelle Wirksamkeit einer Formel.

Auch ein Mantra für leichte Geburt und ein behauptetes Unsichtbarkeitsverfahren stehen in dieser Sammlung. Ihre Nähe zueinander zeigt die große Spannweite der erhofften Wirkungen. Der Text sammelt Wünsche nach Schutz, Gesundheit, Einfluss, Besitz und außergewöhnlichen Fähigkeiten. Diese Vielfalt lässt sich historisch beschreiben, ohne daraus medizinische oder praktische Empfehlungen abzuleiten. Für den Leser lohnt sich die Unterscheidung: Was möchte eine Person erreichen? Welche göttliche Kraft wird dafür angerufen? Welche Aussage ist ein Gebet, welche eine Ritualvorschrift und welche ein Versprechen der Quelle?

Yoginīs und Yakṣiṇīs: Beziehung, Fülle und die Macht des Wünschens

Die Yoginī-Sādhanas bilden einen langen eigenen Zusammenhang. Die Göttinnen werden in unterschiedlichen Beziehungen angerufen: als Mutter, Schwester oder Gattin. Mit diesen Beziehungen verbindet der Text unterschiedliche Gaben und Bedingungen. Die Muttergestalt schützt wie einen Sohn; die Schwester gewährt Güter und Hilfe; die Gattinnenbeziehung wird mit Gemeinschaft, Genuss und besonderen Verpflichtungen beschrieben. Manche Vorschriften verlangen den Verzicht auf andere Beziehungen oder sogar das Verlassen der eigenen Gattin. Solche Forderungen bleiben historische Textaussagen und werden nicht als heutige Beziehungsethik übernommen.

Surasundarī, Manoharā, Kanakāntā beziehungsweise die unsicher überlieferte entsprechende Namensform, Kāmeśvarī, Ratisundarī, Padminī, Naṭinī und Madhumatī erscheinen in dieser Reihe mit eigenen Meditationen und Rezitationsabschnitten. Wiederkehrend sind ein geeigneter Ort, eine bestimmte Dauer, tägliche Verehrung und eine abschließende Begegnung mit der Göttin. Die Erzählung hebt dabei die Standhaftigkeit des Sādhaka hervor. Besonders deutlich wird dies, wenn eine Göttin ihn zunächst erschreckt und erst anschließend als beständig erkennt. Der Text verbindet also den Wunsch nach einer Gabe mit der Vorstellung einer Bewährung.

Viele der versprochenen Gaben sind materiell: Gold, Gewänder, Schmuck, Speisen und Schätze. Andere betreffen Bewegung durch die Welten, Wissen über Vergangenheit und Zukunft oder Freiheit von Krankheit und Tod. Mehrfach heißt es, täglich empfangenen Reichtum müsse man vollständig ausgeben; beim Zurückhalten ende die Gabe. Diese Aussagen sollten zunächst in ihrem jeweiligen rituellen Zusammenhang gelesen werden. Eine allgemeine Finanzregel lässt sich daraus nicht ableiten. Als Betrachtungsthema kann jedoch die Frage dienen, ob Besitz nur festgehalten wird oder auch dem Leben und anderen Menschen zugutekommt.

Eine weitere Überlieferung zählt sechsunddreißig Yakṣiṇīs auf. Die anschließenden Einzelbeschreibungen arbeiten oft mit verkürzten Rückverweisen. Nicht jede Form erhält ein vollständig neues Ritual; einige werden durch Austausch eines Namens in einer bereits genannten Formel gebildet. Zwischen Übersicht und Einzeltext wechseln einzelne Namen, etwa Mālinī und Māninī oder Padminī und Payasvinī. Solche Abweichungen werden nicht stillschweigend korrigiert. Gerade beim Vergleich der Listen ist es wichtig, den tatsächlich gedruckten Namen von einer naheliegenden Gleichsetzung zu unterscheiden.

Ratipriyā und Dhanadā rücken die Befreiung von Armut ausdrücklich in den Mittelpunkt. Die Göttin wird als eigene Gestalt Pārvatīs bezeichnet. Ihre Verehrung soll nicht nur den Praktizierenden selbst, sondern auch einen bedürftigen anderen Menschen unterstützen können. Der Text enthält dazu eine Prosaerklärung, die eine verkürzte Versformel auf einen Armen bezieht. Dieser soziale Bezug verdient Beachtung. Eine heutige, sichere Anwendung liegt im mitfühlenden Wahrnehmen von Not und in konkreter Hilfe. Das ist von der historischen Behauptung zu unterscheiden, eine bestimmte Rezitation bringe von selbst Gold ins Haus.

Der Kapitelabschluss: Fesseln lösen und gesammelt weiterlesen

Die letzten Abschnitte bringen weitere Madhumatī-, Pramadā- und Pramodā-Formen. Ein ausgeschriebener Madhumatī-Mantra setzt Oṃ gegen Ende der Formel; die ungewöhnliche Stellung wird beibehalten. Bei Dhanadā stehen unterschiedliche Angaben zu Nyāsa und Rezitationszahl nebeneinander. Die Sammlung lässt damit ihre verschiedenen Überlieferungsschichten erkennen. Genaues Lesen bedeutet hier, Unterschiede auszuhalten. Nicht jede Unebenheit muss sofort durch eine einheitliche Erklärung geglättet werden, und nicht jede unsichere Silbe muss zu einer scheinbar vollständigen Formel ergänzt werden.

Bandīdevī schließt das Kapitel ab. Sie wird in einer Meditation um das Durchschneiden des Werdens angerufen; die anschließenden Anwendungen sprechen konkret von Befreiung aus Gefangenschaft. So begegnen eine weit gefasste religiöse Bitte und ein bestimmter weltlicher Wunsch im selben Abschnitt. Die Übersetzung hält beides fest. Eine heutige Betrachtung kann nach inneren Bindungen fragen, etwa nach Gewohnheiten, Furcht oder zwanghaften Reaktionen. Dies darf aber nicht verdecken, dass die letzten Verse tatsächlich von einem Gefangenen und einem historischen Ritual zu seiner Freilassung sprechen.

Für das weitere Studium bietet sich eine ruhige, unterscheidende Haltung an. Man kann einen verständlichen Gebetsvers auswählen, seinen Zusammenhang lesen und die eigene Reaktion darauf wahrnehmen. Die Kapitelthemen Sprache, Nahrung, Vergebung, Fürsorge und innere Rückkehr eignen sich besonders für eine solche Betrachtung. Schwierige oder befremdliche Passagen müssen weder unkritisch übernommen noch aus dem Werk herausgelesen werden. Eine genaue Ausgabe ermöglicht es, Hingabe und Urteilskraft miteinander zu verbinden. So kann Svadhyaya die Aufmerksamkeit vertiefen und zugleich die Verantwortung für das eigene Handeln stärken.

26. Śvāsa in einfachen Worten: Sprache, Göttinnenverehrung und die Verantwortung der Praxis

Der sechsundzwanzigste Śvāsa verbindet mehrere große Themen. Er setzt zunächst die Yakṣiṇī-Reihe fort, widmet dann der Göttin Mātaṅgī sehr viel Raum und führt über Ucchiṣṭa-Formen und Mahākṛtyā zur Vārāhī. Danach folgen Śabarī, Karṇapiśācinī, Svapneśvarī, Śītalā, Kālarātrī und schließlich Śāradā. Der gemeinsame Rahmen ist die Frage, wie Mantra, Vorstellung, Körper, Raum und Darbringung zu einer bestimmten Form von Verehrung verbunden werden. Die Ziele reichen von Sprachfähigkeit und musikalischem Ausdruck bis zu Wohlstand, Schutz, Traumerkenntnis und Befreiung. Daneben stehen ausdrücklich Verfahren der Beeinflussung und Schädigung anderer.

Es wäre deshalb irreführend, das Kapitel ausschließlich als Anleitung zu friedlicher Meditation zu lesen. Ebenso wenig erschöpft es sich in einer Sammlung ungewöhnlicher Rituale. Besonders die Mātaṅgī- und Śāradā-Passagen verbinden die Göttin mit Sprache, Erkenntnis und der Hoffnung auf innere Vollendung. Ihre Stellung zwischen sehr weltlichen Wünschen zeigt eine Spannung, die der Text selbst nicht vollständig auflöst. Für heutige Leser kann gerade das sorgfältige Unterscheiden fruchtbar sein: Was ist eine Aussage über die Göttin? Was ist eine historische Wirkungsbehauptung? Was lässt sich als persönliche Betrachtung aufnehmen, ohne daraus eine praktische Nachahmung der beschriebenen Eingriffe zu machen?

Die vielen neu beginnenden Versnummern gehören zu den verschiedenen zitierten Quellen und Ritualreihen. Die Kürzel der Übersetzung helfen, diese Stellen auseinanderzuhalten. Ein späterer Vers mit derselben Nummer ist nicht automatisch eine Wiederholung. Auch ausführliche Prosa kann eine zuvor genannte Reihe verändern, ergänzen oder anders erklären. Die Übersetzung bewahrt solche Unterschiede. Sie sollen dem Leser zeigen, wie vielstimmig diese Sammlung ist, anstatt eine Einheitlichkeit vorzutäuschen, die der überlieferte Text nicht überall besitzt.

Vom Wunsch nach außergewöhnlichen Fähigkeiten zur Verehrung Mātaṅgīs

Am Anfang stehen weitere Yakṣiṇīs, darunter die mit einem Vaṭa-Baum verbundene Gestalt, Madanamekhalā und Viśālā. Wie im vorhergehenden Kapitel verknüpfen die Texte bestimmte Namen und Formeln mit besonderen Orten, Wiederholungszahlen und erhofften Gaben. Diese Welt ist von der Erwartung geprägt, dass ein Wesen auf wiederholte Anrufung antwortet und dem Übenden etwas gewährt. Die Rituale sind damit auch Ausdruck menschlicher Wünsche nach Sicherheit, Hilfe, Anerkennung und Verfügung über das eigene Leben.

Mit Rājamātaṅginī erhält das Kapitel eine deutlich andere Farbe. Ihre Verehrung verspricht zwar ebenfalls Fähigkeiten, doch die frühen Verse heben die Zuflucht zu ihren Lotusfüßen und die Befreiung hervor. Sprachgewandtheit, Dichtung, Gesang und Musik werden als Früchte genannt. Mātaṅgī erscheint mit Saiteninstrument und Vogel, umgeben von Gestalten, die Liebe, Schönheit, Erkenntnis und künstlerischen Ausdruck verkörpern. Solche Bilder lassen die Macht der Sprache nicht nur als Mittel des Befehls erscheinen. Sprache kann auch preisen, ausdrücken, verbinden und das Denken verfeinern.

Eine heutige Betrachtung darf daran anknüpfen, sollte aber als heutige Anregung kenntlich bleiben. Beim eigenen Sprechen könnte man etwa beobachten, ob ein Satz aufmerksam und wahrhaftig ist, ob man anderen zuhört und ob eine Formulierung etwas Wesentliches verständlich macht. Das ist keine im Kapitel vorgeschriebene Ersatzhandlung für einen Nyāsa. Es ist eine Möglichkeit, das dort hervorgehobene Thema der Sprache im Alltag ernst zu nehmen. Wer singt, rezitiert oder still einen überlieferten Mantra betrachtet, kann dabei die Qualität der Aufmerksamkeit wahrnehmen, ohne sich die im Text versprochenen außergewöhnlichen Fähigkeiten zuschreiben zu müssen.

Warum so viele Mātaṅgī-Mantras nebeneinander stehen

Der Mātaṅgī-Abschnitt enthält zahlreiche Mantraformen. Besonders ausführlich behandelt er eine als achtundachtziggliedrig bezeichnete Fassung und eine achtundneunziggliedrige Fassung. Weitere Varianten werden mit anderen Lautzahlen, zusätzlichen Anreden oder veränderten Bīja-Folgen vorgestellt. Dazu kommen Rāja-Mātaṅgī-Gaurī, Vaśya-Mātaṅgī, Caṇḍa-Mātaṅgī, Karṇa-Mātaṅgī, Mūla-Mātaṅgī und Sarvasaṃmohinī. Diese Namen und Formeln stehen in jeweils eigenen Zusammenhängen. Eine kurze Formel ist deshalb nicht einfach ein bequemer Ersatz für jede längere Form.

Manche Mantras werden zunächst durch Chiffren beschrieben: Ein Gottesname, ein Element, eine Zahl oder ein traditioneller Ausdruck steht für einen Laut. Anschließend folgt häufig eine ausgeschriebene Zeile. Nicht immer stimmen diese beiden Darstellungsweisen glatt überein. Auch Anredeformen wie rañjani und rañjini oder mātaṅgeśvari und mātaṅgīśvari unterscheiden sich. Die Ausgabe verändert solche Formen nicht nur deshalb, weil eine andere Schreibweise vertrauter erscheint. Besonders bei einer Mantraformel kann eine scheinbar kleine redaktionelle Änderung die tatsächlich bezeugte Gestalt verdecken.

Die Lautzahlen dienen zugleich der Gliederung. Ein Mantra wird etwa in Gruppen aufgeteilt, die auf Herz, Kopf, Haarschopf, Schutzpanzer, Augen und Waffe bezogen werden. Andere Einsetzungen verteilen Namen und Laute auf zahlreiche Körperstellen. Der Körper wird dadurch als Ort der Verehrung vorgestellt. Die Reihen sind jedoch keine anatomische Beschreibung und nicht immer rechnerisch eindeutig. Wo eine Körperstelle fehlt oder eine angegebene Zahl nicht zur Aufzählung passt, bleibt dieser Befund sichtbar. Eine erfundene zusätzliche Position würde zwar eine schöne Tabelle ergeben, aber keine verlässliche Textausgabe.

Mātaṅgīs Gefolge, Musik und die Ordnung des Yantras

Die geometrischen Figuren bilden ein gegliedertes Feld der Verehrung. Dreieck, Lotusblätter, Kreise und das äußere Erdgehäuse tragen unterschiedliche Gottheiten und Kräfte. Der Übende ruft nicht nur eine isolierte Hauptgestalt an, sondern begegnet ihr in einem Gefüge von Begleitgestalten, Lehrerlinien, Siddhis und Richtungshütern. Die Reihen unterscheiden unter anderem Willens-, Erkenntnis- und Handlungskraft. Andere Gruppen enthalten Muttergöttinnen, Lakṣmī-Formen, Bhairavas, Apsaras und Töchter verschiedener Wesenklassen.

Besonders auffällig ist die Verbindung mit Musik. Im Mātaṅgī-Maṇḍala erscheinen Instrumentengruppen, Töne, Śrutis, Rāgas und Rāgiṇīs. Die Verehrung bindet Klang damit an Ordnung und Beziehung. Ein Ton steht nicht allein; er gehört zu einer Folge, einem Instrument, einer Melodie und einem hörenden Bewusstsein. Der Text selbst formuliert dies in der Sprache ritueller Gottheiten. Für das Verständnis hilft es, die musikalischen Begriffe ernst zu nehmen und sie nicht sämtlich in abstrakte „Energien“ zu übersetzen.

Ein Vers fordert dazu auf, in Frauen die Gegenwart Śyāmās zu achten. Ein weiterer Zusammenhang erinnert an den Guru und die Weitergabe der Praxis. Solche Stellen lassen sich für die spätere Auswahl tragender Verse berücksichtigen, weil sie über das Verlangen nach einer einzelnen Wirkung hinausweisen. Auch hier ist Genauigkeit nötig: Die Achtung vor Menschen wird nicht dadurch glaubwürdig, dass man die benachbarten Beeinflussungsrituale übersieht. Beides steht im Kapitel. Eine verantwortliche heutige Aneignung entscheidet bewusst, welche Haltung sie daraus für den Umgang mit anderen gewinnt.

Die Reihe der vierundsechzig Yoginīs zeigt außerdem, warum Namen nicht einfach aus einer anderen bekannten Liste ergänzt werden dürfen. Einzelne Teilgruppen lassen sich im vorliegenden Druck nicht ohne Weiteres zu sechzehn Namen ordnen. Ein zusammengesetzter Name kann unterschiedlich getrennt werden; eine andere Gruppe hat scheinbar zu wenige Einträge. Die Ausgabe weist darauf hin und bewahrt die gedruckte Reihenfolge. Ein Vergleich mit anderen Überlieferungen könnte später eine Erklärung liefern, würde aber eine eigenständige Untersuchung voraussetzen.

Ucchiṣṭa-Mātaṅgī und Sumukhī: die Grenze des Gewohnten

Mit Ucchiṣṭa-Mātaṅgī und Sumukhī treten Essensreste und rituelle Unreinheit ausdrücklich in den Vordergrund. Ucchiṣṭa bezeichnet das, was nach dem Essen zurückbleibt beziehungsweise durch den Essensvollzug als unrein gilt. Der Text stellt solche Zustände nicht bloß zufällig neben die Verehrung, sondern macht sie zum Bestandteil bestimmter Vorschriften. Dadurch wird die Frage berührt, wo das Göttliche gesucht wird und welche gesellschaftlich oder rituell gesetzten Grenzen dabei überschritten werden.

Der Abschnitt erklärt jedoch nicht, dass nun jede Regel für jeden Menschen aufgehoben sei. Er ordnet einzelne Verfahren einem bestimmten Weg zu und unterscheidet ausdrücklich zwischen Vāma- und Dakṣiṇa-Zusammenhängen. Auch Wiederholungszahlen, Berechtigungen und die Rolle des Gurus bleiben wichtig. Die Passage ist daher weder eine allgemeine Aufforderung zur Regelverletzung noch eine moderne Hygieneempfehlung. Sie beschreibt eine bestimmte historische Ritualwelt mit eigenen Voraussetzungen und Wertungen.

Die verschiedenen Kurzformeln werden sorgfältig getrennt. Eine neunzehngliedrige Ucchiṣṭa-Formel ist nicht dieselbe wie die zweiundzwanziggliedrige Sumukhī-Formel; die spätere zweiunddreißiggliedrige Mātaṅgī-Vidyā und die Laghu-Form bilden weitere Fassungen. Wo ein Textteil „devi“ enthält und eine andere Beschreibung dieses Wort nicht nennt, wird die Differenz beibehalten. Auch die Bīja-Reihenfolge kann wechseln. Für Leser bedeutet dies, dass die Mantra-Sammlung nicht nur bekannte Namen sammeln, sondern genaue Fundstellen und den jeweiligen Grad der Lesungssicherheit nennen muss.

Einige Körperbeschreibungen dieses Abschnitts enthalten sexualisierte Darstellungen mit ausdrücklich minderjähriger Altersangabe. Diese Ausgabe gibt 26.SUM.6, 26.USP.4 und 26.MTD.20 deshalb nur als nichtgrafische Inhaltsangaben wieder; in den Sanskritfassungen stehen sichtbare Auslassungsvermerke. Die übrigen Verse und die angrenzende Ritualprosa bleiben an ihrer Stelle. Diese begrenzten Ausnahmen dürfen weder verschwiegen noch mit der Behauptung einer uneingeschränkt wörtlichen Vollständigkeit übergangen werden.

Mahākṛtyā und Vārāhī: Schutz, Eingriff und Macht

Mahākṛtyā wird mit kräftigen, furchterregenden Bildern beschrieben. Die zugehörigen Anwendungen umfassen sowohl erhoffte Hilfe als auch ausgesprochene Schadenswirkungen. Ein späterer Abschnitt behandelt eine große Befriedung, Mahāśānti. Das Nebeneinander ist für die Sammlung kennzeichnend: Dieselbe Ritualwelt stellt Mittel zur Störung und Mittel zu deren Aufhebung vor. Sie begründet ihre Wirksamkeit durch Mantra, Gottheitsgestalt und festgelegte Handlungen; sie liefert damit keine überprüfte Bestätigung der behaupteten Ergebnisse.

Vārāhī nimmt anschließend einen großen Raum ein. Ihr Ebergesicht, Pflug und Keule sowie die mit ihr verbundenen Śaktis verleihen ihr ein unverwechselbares Profil. Die ausführliche Grundform wird durch Nyāsa, Meditation, mehrfache Umkreise und lange Prosa erschlossen. Andhinī, Rundhinī, Jambhinī, Mohinī und Stambhinī gehören zu den hervorgehobenen Kräften. Spätere Formen heißen unter anderem Nigraha-Vārāhī, Dhūmra-Vārāhī, Astra-Vārāhī und Svapna-Vārāhī. Schon die Namen zeigen, dass nicht jede Gestalt dieselbe Funktion hat.

In den Anwendungen werden Figuren, Tafeln, Stoffe und geometrische Zeichen als Stellvertreter einer Zielperson behandelt. Wenn einer Figur ein Körperteil abgetrennt oder wenn sie verbrannt wird, muss die Übersetzung deutlich machen, dass hier zunächst eine Ritualfigur gemeint ist. Zugleich darf sie die beabsichtigte Schädigung des dargestellten Menschen nicht zu einer harmlosen inneren Symbolik umdeuten. Der Text erwartet ausdrücklich Wirkungen auf andere. Eine sachgerechte Wiedergabe benennt sowohl den materiellen Vorgang als auch seinen behaupteten Zweck.

Die ausführlichen Vārāhī-Verse und ihre Prosa stimmen nicht überall überein. Die Zahl oder Platzierung von Muttergöttinnen kann wechseln; einmal ist vom großen Löwen, ein anderes Mal vom großen Löwenthron die Rede. Auch eine als vierundvierziggliedrig beschriebene Körperfolge lässt nicht jede Stelle eindeutig erkennen. Solche Abweichungen sind Bestandteil der überlieferten Fassung. Die vorliegende Ausgabe macht sie lesbar, ohne für jede Schwierigkeit eine neue, unbelegte Ritualordnung zu entwerfen.

Traum, Ohrorakel und der Wunsch, Verborgenes zu wissen

Bei Svapna-Vārāhī und Svapneśvarī rückt der Traum als erhoffter Ort einer Antwort in den Mittelpunkt. Der Übende soll sein Anliegen vorlegen, eine bestimmte Verehrung vollziehen und anschließend schlafen. Der Text verheißt eine Mitteilung über günstige oder ungünstige Entwicklungen oder über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Karṇapiśācinī dagegen soll ins Ohr sprechen und Gedanken anderer offenbaren. Die vorangehende Karṇa-Mātaṅgī gehört ebenfalls zu den Formen, bei denen eine besondere Mitteilung erwartet wird.

Diese Abschnitte geben Einblick in ein menschliches Bedürfnis nach Orientierung, gerade wenn gewöhnliches Wissen nicht ausreicht. Als historische Texte sind sie dafür aufschlussreich. Sie belegen jedoch nicht, dass Traumgestalten zuverlässig zukünftige Ereignisse vorhersagen oder dass ein innerlich gehörtes Wort die Gedanken eines anderen Menschen wiedergibt. Für heutige Betrachtung kann ein Traum Anlass zum Nachdenken über eigene Hoffnungen, Sorgen und Fragen sein. Eine solche Selbstbeobachtung bleibt von dem im Werk beschriebenen Orakelanspruch zu unterscheiden.

Auch hier enthalten die Quellen sehr unterschiedliche Voraussetzungen: bestimmte Orte und Tageszeiten, einmal einfache Darbringungen, an anderer Stelle Tieropfer oder Verfahren mit der Absicht, eine andere Person gefügig zu machen. Eine einzelne freundliche Göttinnenanrede darf deshalb nicht aus ihrem Kontext heraus als vollständige Beschreibung des Verfahrens erscheinen. Die Ausgabe gibt die Zusammenhänge wieder und kennzeichnet schwer lesbare Lautfolgen. Für eine Mantra-Auswahl sind gerade diese Hinweise entscheidend: Eine unsichere Formel bleibt unsicher, auch wenn ihr Name bekannt ist.

Śītalā und Kālarātrī: Krankheit, Furcht und die Kraft der Nacht

Śītalā erscheint mit Besen und Getreideschwinge, auf einem Esel sitzend. Ihre Verehrung wird mit der Beseitigung von Blasen- beziehungsweise Pustelerkrankungen verbunden. Diese Bilder gehören zur historischen Beziehung zwischen Göttinnenverehrung, Krankheit und Schutz. Die Übersetzung benennt die Erkrankungsbilder so weit, wie der Wortlaut es zulässt, ohne daraus eine moderne Diagnose oder eine bestätigte Behandlung abzuleiten.

Kālarātrī wird danach mit einer langen, als 133-lautig bezeichneten Formel vorgestellt. Die sechs im Text angegebenen Nyāsa-Gruppen ergeben ebenfalls 133. Das ist ein Beispiel dafür, wie Wortlaut und Zahlenangaben sich gegenseitig stützen können. Die Göttin erscheint hier als Māyārājñī und Gaṇeśvarī, mit rotem Sonnenglanz, schwarzem Gewand und mehreren Insignien. Der Text stellt ihre Lehrer- und Göttinnenkreise dar und führt anschließend zahlreiche Anwendungen aus.

Der Kālarātrī-Abschnitt enthält besonders deutlich den Wunsch, die Handlungen anderer zu beeinflussen: Anziehung, Stillstellung, Entzweiung, Vertreibung und Tötungszauber werden jeweils eigens beschrieben. Auch soziale Beschränkungen, etwa die Sonderstellung des Brahmanen in einer Vorschrift, gehören zur Quelle und werden nicht als heutige Wertordnung übernommen. Eine redaktionelle Umdeutung solcher Abschnitte in bloße „Überwindung innerer Feinde“ wäre sachlich unzutreffend, solange der Wortlaut konkrete Zielpersonen und ihre Schädigung nennt.

Zugleich kennt der Text Furcht vor Rückwirkungen. Am Ende des Kālarātrī-Abschnitts werden Mṛtyuñjaya-Mantras und Selbstschutz genannt. Dadurch wird sichtbar, dass die Sammlung Macht nicht als folgenloses Spiel versteht. Für heutige Leser kann dies die Frage nach Verantwortung schärfen: Welche Wünsche treiben die eigene Praxis an? Werden andere als freie Menschen wahrgenommen oder nur als Objekte eines gewünschten Ergebnisses? Diese Fragen sind gegenwärtige ethische Betrachtungen; sie ersetzen nicht den historischen Wortlaut und werden ihm nicht als ursprüngliche Lehre untergeschoben.

Śāradā: Erkenntnis, Lehrerfolge und die Belebung der Sprache

Mit Śāradā endet das Kapitel bei einer Göttin, die im Bindu ausdrücklich als Sarasvatī betrachtet wird. Ihre Gestalt verbindet roten Sonnenglanz, mehrere Arme und verschiedene Insignien. Das Yantra trägt sechzehn Göttinnen, acht Bhairavas und weitere Gruppen. Śārikā, Rājñīdevī und Jvālāmukhī stehen neben Kālikā, Tripurā und Sumukhī; im inneren Dreieck werden Bhavānī, Bagalā und Tārā verehrt. Die Prosa stellt Śāradā außerdem zusammen mit Ānandabhairava dar.

Die Vorstellung, einen Mantra zu entsperren, zu beleben und zu umschließen, wird in kurzen Anweisungen erläutert. Ein Mantra ohne Puraścaraṇa wird mit einem Körper ohne Lebenskraft verglichen. Der Gedanke betont, dass eine Formel in der Sicht des Textes nicht allein durch ihr Vorhandensein auf einer Seite wirksam sei. Wiederholung, Vorbereitung und Einbindung in die Überlieferung gehören dazu. Die einzelnen Lautchiffren dieser Verfahren sind allerdings nicht überall vollständig aufgelöst. Wo Nīra oder „Name“ steht, wird deshalb nicht eigenmächtig eine neue Sonderformel ausgeschrieben.

Auch Śāradās Abschnitt bleibt vielgestaltig. Zu Beginn heißt es, es gebe kein Homa; wenig später werden Homa, Tarpaṇa, Mārjana und Speisung in aufeinander bezogenen Zahlen vorgeschrieben. Die Ausgabe hält beide Aussagen fest. Acht Anwendungen werden über die Wochentage verteilt: Manche betreffen Schutz und Stärkung, andere wiederum die Beeinflussung oder Schädigung. Die Schlussverse verbinden die Weitergabe mit Ruhe, Zugehörigkeit zum Kula und Hingabe an den Guru. Ihre Verheißung von Wohlstand und dem Ende der Torheit ist die Verheißung des Textes, keine Garantie der Ausgabe.

Für eine heutige, friedliche Annäherung können das achtsame Lesen, das Verständnis der Lautgestalten, die Wertschätzung von Sprache und die Erinnerung an Lehrende im Vordergrund stehen. Man kann eine klar verstandene Anrufung betrachten, die eigenen Motive prüfen und das Gelernte in verständlichen Worten wiedergeben. Wenn dabei ein Wunsch nach außergewöhnlicher Macht auftaucht, kann man ihn zunächst wahrnehmen, statt ihn sofort zum Maßstab der Praxis zu machen. Solche Anregungen stehen neben dem historischen Ritualtext und beanspruchen nicht, dessen komplizierte Vorschriften zu ersetzen.

Was an dieser Ausgabe offen bleibt

Der sechsundzwanzigste Śvāsa reicht im verwendeten Druck von Seite 358 bis Seite 404. Die vorliegende Bearbeitung enthält 829 nummerierte Einträge und die zugehörige unnummerierte Prosa, Formeln und den Kolophon. Eine konkrete Quellenstörung betrifft Seite 391: Sowohl der Hauptscan als auch ein zweites geprüftes Digitalisat zeigen dort nochmals Seite 389. Die vorhandene elektronische Textgrundlage enthält einen Teil der tatsächlich zu Seite 391 gehörenden Fortsetzung. Auf dieser Grundlage ist die Seite übersetzt, mit gekennzeichneten Unsicherheiten; die dort fehlenden Verse 26.DVR.33–34 bleiben als Lücke ausgewiesen. Für diese Seite wird kein vollständiger Bildabgleich behauptet.

Daneben stehen die begrenzten nichtgrafischen Wiedergaben von 26.SUM.6, 26.USP.4 und 26.MTD.20 sowie örtlich unsichere Bījas, Pflanzenbezeichnungen und Zahlenangaben. Das Kapitel ist bis zum Kolophon bearbeitet, aber deshalb nicht als lückenlose kritische Edition zu verstehen. Gerade bei einem Werk, das so viele Quellen und Verfahrensweisen zusammenführt, gehört die sichtbare Grenze des Wissens zum sorgfältigen Lesen. Die Göttinnenbilder, die Sprachverehrung und die Frage nach Befreiung können dennoch in ihrer eigenen Tiefe betrachtet werden, ohne die offenen Stellen zu verbergen.

27. Śvāsa in einfachen Worten: Viṣṇu-Verehrung, Zuflucht und die Ordnung der Mantras

Der siebenundzwanzigste Śvāsa führt durch einen großen Bereich der Viṣṇu-Verehrung. Er beginnt mit Nārāyaṇa und dem achtsilbigen Mantra, behandelt mehrere mit Lakṣmī verbundene Formen und wendet sich dann Vāsudeva, Harihara, verschiedenen Vāmana-Gestalten, Hayagrīva, Varāha, Dharaṇī, Sudarśana, Śrīkara und Puruṣottama zu. Diese Gestalten stehen in einem gemeinsamen religiösen Zusammenhang, erhalten aber unterschiedliche Mantras, Körperzuordnungen, Meditationsbilder und Verehrungsordnungen. Das Kapitel endet mit einer kurzen Puruṣottama-Formel und einem eigenen Kolophon. Seine 49 Druckseiten enthalten 732 nummerierte Einträge sowie umfangreiche unnummerierte Prosa.

Für das Verständnis ist die Form des Kapitels ebenso wichtig wie seine Themen. Oft steht zuerst eine knappe Versanweisung. Sie benennt Laute durch Symbolwörter oder zählt Körperstellen nur in gedrängten Zusammensetzungen auf. Danach folgt Prosa, die Formeln ausschreibt und Handlungen erläutert. Diese Prosa ist kein entbehrlicher Zusatz: Erst durch sie werden viele Versstellen verständlich. Sie stimmt jedoch nicht immer vollständig mit ihnen überein. Die Ausgabe bewahrt deshalb beide Fassungen und benennt Unterschiede unmittelbar an der betreffenden Stelle. Die Zusammenfassung erklärt die großen Zusammenhänge; sie ersetzt nicht die Einzelübersetzung der Formeln und Listen.

Nārāyaṇa: der Mantra als Bezugspunkt der Verehrung

Am Anfang steht die Überzeugung, dass die Hinwendung zu Nārāyaṇa geistlichen Nutzen und Befreiung eröffnen kann. Der bekannte achtsilbige Mantra lautet oṃ namo nārāyaṇāya. Der Text betrachtet seine Laute nicht nur als Bestandteile eines Satzes, sondern als Träger religiöser Bedeutungen. Wenn einzelne Silben etwa mit Verneinung, Ganzheit oder göttlicher Gegenwart verbunden werden, handelt es sich um eine tantrische Deutung des Mantra. Sie ist nicht mit einer gewöhnlichen sprachwissenschaftlichen Wortableitung gleichzusetzen.

Rund um diesen Mantra entfaltet sich ein umfangreiches System von Nyāsas. Nyāsa bedeutet hier, Laute, Namen oder Kräfte in einer festgelegten Weise auf Körperstellen zu beziehen. Kopf, Herz, Augen, Hände, Füße und der ganze Körper werden zu Orten der Vergegenwärtigung. Der Körper erscheint dadurch als ein geordnetes Feld der Verehrung. Für heutige Leser kann daran die Frage anknüpfen, wie bewusst man den eigenen Körper wahrnimmt. Die historischen Nyāsa-Folgen selbst gehören jedoch in ihren überlieferten rituellen Zusammenhang und werden nicht durch diese allgemeine Anregung ersetzt.

Viele Ebenen eines einzigen Rituals

Das Kapitel unterscheidet unter anderem Glieder-Nyāsa, Hand-Nyāsa, Tattva-Nyāsa und Mūrti-Pañjara. Bei den Gliedern geht es um Herz, Kopf, Scheitel, Schutzpanzer, Augen und Waffe. Beim Tattva-Nyāsa werden Grundbestandteile der Wirklichkeit wie Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum sowie innere Prinzipien mit dem Körper verbunden. Der Mūrti-Pañjara ordnet göttliche Gestalten zu einem umgebenden oder durchdringenden Gefüge. Auch Schmuckstücke, Waffen, Vokale, Konsonanten und Sonnenformen können ihre eigenen Stellen erhalten.

Diese Vielfalt soll nicht vorschnell zu einem einzigen vereinfachten Schema zusammengezogen werden. Mehrere Quellen nennen andere Stellen oder verbinden dieselben Namen mit unterschiedlichen Abläufen. Auch die Reihenfolge von Schöpfung, Erhaltung und Auflösung wechselt je nach Anwendung. Die Übersetzung macht solche Unterschiede lesbar. Dadurch lässt sich erkennen, dass das Werk Überlieferungen sammelt und miteinander ins Gespräch bringt, ohne jede Abweichung durchgehend zu beseitigen. Die wiederkehrenden Grundformen vermitteln Zusammenhang; die Einzelheiten bewahren die Eigenart der jeweils zitierten Tradition.

Pīṭha, Umkreis und innere Sammlung

Die Gottheit wird nicht isoliert vorgestellt. Zunächst entsteht ihr Pīṭha, der rituelle Sitz. Dazu können Grundkräfte, Träger, Lotusblätter, Richtungen und verschiedene Ebenen gehören. Danach folgen die Hauptgestalt, ihre Glieder, Begleitkräfte, Waffen, Weltenhüter und weitere Umkreise. Das innere Bild wächst somit von einer Mitte nach außen. In vielen Abschnitten lässt sich dieselbe Bewegung erkennen, obwohl die Namen, Farben und Zahlen wechseln.

Der Text verbindet diese äußere Ordnung mit innerer Sammlung. Die Gestalt wird meditiert, angerufen und durch die entsprechenden Gaben verehrt. Duft, Blüten, Licht und Speise sind Teile eines überlieferten Zusammenhangs. Für eine heutige Betrachtung kann die geordnete Aufmerksamkeit wichtiger sein als die Vorstellung, möglichst viele Einzelheiten nachzuahmen: Zuerst verstehen, worauf die Aufmerksamkeit gerichtet wird, dann die Bedeutung der Handlung erfassen. Diese Lesart ist eine gegenwärtige Anregung. Die Quelle beschreibt konkrete tantrische Rituale und beansprucht für sie bestimmte Wirkungen.

Lakṣmī-Nārāyaṇa und Vāsudeva

Die Verbindung von Lakṣmī und Nārāyaṇa führt die Themen göttlicher Gegenwart und glückverheißender Fülle zusammen. Mantras, Gāyatrī-Formeln und mehrschichtige Yantras werden mit beiden Gottheiten verbunden. Die Darstellung enthält genaue Angaben zu Blütenblättern, Umkreisen und Lauten. Zugleich zeigen sich Stellen, an denen eine als fünffach oder sechsfach bezeichnete Reihe im ausgeschriebenen Text nicht vollständig zur Zahl passt. Solche Befunde sind für die Edition wichtig und bleiben ausdrücklich sichtbar.

Vāsudeva wird in einer weiteren Meditationsfolge lichtvoll und in großer Ausstrahlung vorgestellt. Ein Vers verbindet die Gottheit mit dem nichtdualen Selbst. Hier öffnet sich innerhalb der detailreichen Ritualbeschreibung ein weiter gedanklicher Horizont: Die verehrte Gegenwart wird nicht nur außerhalb des Menschen gesucht. Die Verehrung kann auch auf die Erkenntnis des eigenen tiefsten Grundes bezogen werden. Das Kapitel entfaltet diesen Gedanken jedoch nicht als eigenständige philosophische Abhandlung. Er steht neben Mantra-Ableitungen, Körperzuordnungen und Anwendungen, die ebenso zum Textbestand gehören.

Harihara und die Vāmana-Gestalten

Harihara verbindet die Namen und Erscheinungsweisen Śivas und Viṣṇus. Die zugehörige Formel ruft Śaṅkara-Nārāyaṇa an. Damit zeigt das Kapitel, dass seine Viṣṇu-Verehrung keine durchgehend starre Abgrenzung gegenüber anderen göttlichen Gestalten voraussetzt. Eine gemeinsame Form kann Aspekte verschiedener Traditionen zusammenführen. Dennoch bleibt die jeweilige Mantra-Gestalt genau bestimmt; aus der Verbindung folgt keine beliebige Austauschbarkeit der Laute.

Mehrere Vāmana-Formen schließen sich an. Dadhivāmana erscheint mit Bildern von Milch, geronnener Milch, Reis und Nektar. Weitere Abschnitte nennen Yajñeśvara, Bhogavāmana und Māyābālaka-Vāmana. Unterschiedliche Farben, Geräte, Begleiter und Seherangaben kennzeichnen sie. Diese Vielfalt macht deutlich, dass ein göttlicher Name im Werk zahlreiche rituelle Gestalten umfasst. Der Leser muss deshalb jeweils beachten, welche Formel und welche Erscheinung gerade behandelt werden. Eine Vorschrift für eine bestimmte Vāmana-Form wird nicht automatisch für jede andere Form behauptet.

Zahlen und ihre Grenzen

Rezitations- und Opferzahlen nehmen viel Raum ein. Das Werk nennt Hunderttausende oder Millionen von Wiederholungen, Opferanteile, Zeiträume und wiederkehrende Wochentage. Solche Angaben gehören zu den historischen Vollendungsverfahren, den Puraścaraṇas. Manche Zahlen werden unmittelbar genannt, andere durch Symbolwörter verschlüsselt. Wieder andere erscheinen im Vers und in der zugehörigen Prosa verschieden. Eine besondere Schwierigkeit bildet die im Kapitel ausdrücklich erläuterte abweichende Behandlung einer Zahlform, die wörtlich achttausend bezeichnet, im Kommentar aber als tausendundacht verstanden wird.

Die Übersetzung versucht nicht, überall eine vermeintlich normale Zahl herzustellen. Wo die Quelle selbst eine Erklärung bietet, wird sie genannt; wo eine Abweichung bestehen bleibt, bleibt sie auch in der Ausgabe bestehen. Das gilt ebenfalls für die wiederholt vorkommende, nicht sicher erklärbare Opferzahl tatsahasram. Die übliche Vorstellung, ein Feueropfer müsse stets genau ein Zehntel der Rezitationen betragen, darf nicht als Ersatz für einen beschädigten oder anderslautenden Text dienen. Genaues Lesen setzt hier der scheinbaren Eindeutigkeit Grenzen.

Hayagrīva und die Kraft der Sprache

Hayagrīva, die pferdeköpfige Form Viṣṇus, wird mit Wissen, Sprache und den Veden verbunden. Die Meditationsbilder nennen unter anderem Buch, Gebetskette und Lotus. Verschiedene kurze Bījas und längere Formeln werden erklärt. Mehrere Stellen greifen die Hoffnung auf, durch die Verehrung Verständnis, sprachliche Fähigkeit und geistige Sicherheit zu gewinnen. Die Veden erscheinen dabei auch in eigenen personifizierten Formen, deren Darstellungen nicht immer widerspruchsfrei überliefert sind.

Für heutige Yoga-Aspiranten kann dieser Abschnitt eine Erinnerung daran sein, dass Lernen mehr verlangt als das Ansammeln von Wörtern. Aufmerksamkeit, Geduld und die Bereitschaft, Unverstandenes erneut zu prüfen, gehören dazu. Gerade die beschädigten Mantra-Stellen machen diese Haltung praktisch bedeutsam: Es ist ehrlicher, eine ungesicherte Lautfolge offen zu lassen, als sie aus Erinnerung oder Erwartung zu ergänzen. Der Text selbst bleibt dabei ein Ritualtext mit weitreichenden Wirkungsbehauptungen. Die gegenwärtige Lernanregung ist eine Deutung, keine Übersetzung dieser Behauptungen in gesicherte Fähigkeiten.

Varāha, Dharaṇī und die Erde

Der Varāha-Abschnitt verbindet die Ebergestalt Viṣṇus mit der Erde. In den Meditationsbildern trägt oder erhebt der Gott die Erde; in den Anwendungen geht es häufig um Land, Felder, Besitz und Ertrag. Dharaṇī beziehungsweise Dharā erscheint als Göttin der Erde mit eigenen Mantras und einer eigenen Verehrungsordnung. Die Quelle denkt spirituelle Praxis hier in einem Lebensumfeld, in dem Ackerland, Nahrung und die Sicherheit des eigenen Ortes von großer Bedeutung sind.

Besonders bemerkenswert ist der vollständige vedische Hymnus an den Herrn des Feldes und die Ackerfurche Sītā. Seine acht Strophen werden als Ṛgveda 4.57 kenntlich gemacht. Sītā bezeichnet an dieser Stelle die Furche und wird nicht mit der späteren epischen Gestalt gleichgesetzt. Der Hymnus bringt den Wunsch nach günstigen Bedingungen für Feldarbeit, Wasser, Wachstum und Ernährung zum Ausdruck. Er bildet einen anderen Ton innerhalb des Kapitels: Die Aufmerksamkeit gilt dem gemeinsamen Gedeihen von Menschen, Arbeitstieren, Boden und Ernte. Die Sanskrit-Arbeitsfassung kennzeichnet, dass sie die vedischen Akzente nicht wiedergibt.

Yantras als schriftlich geordnete Bilder

Zahlreiche Yantras verbinden geometrische Formen und Schrift. In der Mitte stehen Oṃ, ein Bīja oder der Name des Zieles. Ecken, Blütenblätter und Ringbahnen tragen Mantra-Laute, Mātṛkā-Zeichen, Namen oder weitere Formeln. Die Anweisungen legen Wert auf Reihenfolge und Anzahl. Ein Mantra kann mit anderen Lauten umhüllt werden; mehrere Kreise bilden Bahnen, und ein äußeres Quadrat begrenzt das Feld.

Nicht jede überlieferte Zeichenvorschrift geht rechnerisch auf. Manchmal ergeben die genannten Blätter und Silben mehr oder weniger Zeichen als die gleichzeitig angegebene Mantralänge. Die Edition ergänzt in solchen Fällen keine erfundenen Buchstaben und zeichnet kein vermeintlich gesichertes Diagramm. Sie erklärt den Widerspruch. Das ist gerade bei Yantras wichtig, weil eine schön wirkende Abbildung leicht größere Gewissheit vortäuschen könnte als der Text tatsächlich erlaubt. Die schriftliche Beschreibung bewahrt dagegen sowohl die Absicht der Quelle als auch die Grenzen ihrer Lesbarkeit.

Sudarśana: Schutz und die Sprache der Macht

Sudarśana ist das göttliche Cakra, das Rad beziehungsweise die Wurfscheibe Viṣṇus. Seine Gestalt kann selbst als Gottheit mit mehreren Armen, Waffen und großer Leuchtkraft erscheinen. Das Kapitel lehrt kurze und längere Mantras, eine Gāyatrī, Richtungsbindungen und eine vorgestellte Feuereinfassung. In diesen Bildern wird Schutz räumlich und körperlich erfahrbar gemacht: Die verehrte Mitte, der eigene Körper und die umgebenden Richtungen werden aufeinander bezogen.

Daneben stehen ausführliche Anwendungen gegen Krankheiten, zugeschriebene Besessenheit und feindliche Einwirkung. Die Quelle verbindet medizinisch klingende Anliegen mit Ritualstoffen, Dämonologie und Wundererwartungen. Ihre Aussagen werden historisch wiedergegeben und nicht als nachgewiesene Heilwirkungen ausgegeben. Dasselbe gilt für Schadensrituale, denen Krankheit oder Tod eines Gegners zugeschrieben werden. Sie sind ein Teil des überlieferten Textes, aber kein geeigneter Maßstab für einen verantwortlichen heutigen Umgang mit anderen Menschen.

Ein Gītā-Vers im tantrischen Ritual

Im Sudarśana-Abschnitt wird der mit sthāne hṛṣīkeśa tava beginnende Vers aus der Bhagavadgītā als Hṛṣīkeśa-Mantra verwendet. Die Welt freut sich am Lob des Herrn, feindliche Wesen fliehen und die Vollendeten verneigen sich. Das Kapitel verteilt die 44 Silben dieses Verses in wechselnden Sechser- und Fünfergruppen auf acht Lotusblätter. So wird ein bekannter religiöser Vers zugleich zu einem Element einer geometrisch geordneten Verehrung.

Dieser Befund zeigt, wie das Werk unterschiedliche Textformen zusammenführt. Vedischer Hymnus, Gītā-Vers, tantrisches Bīja und ausführliche Ritualprosa können innerhalb desselben Kapitels auftreten. Sie werden dadurch nicht zu derselben literarischen Gattung, erhalten aber innerhalb der Verehrung miteinander verbundene Aufgaben. Für die Ausgabe ist deshalb die Herkunftsangabe wichtig: Ein Zitat soll als Zitat erkennbar bleiben. Seine Verwendung im Śrīvidyārṇava ist ein zusätzlicher Zusammenhang, nicht die Behauptung, es sei ursprünglich hier entstanden.

Śrīkara und die bewahrte Zufluchtsformel

Śrīkara bedeutet sinngemäß „der Wohlstand beziehungsweise Glück hervorbringt“. Seine Formel wird durch eine ausführliche Lautableitung erklärt. Im zugehörigen Nyāsa-Abschnitt finden sich besonders lange Listen von Körperstellen, Fingerfolgen und Tattvas. Die Prosa unterscheidet sechzehn Körperreihen. Die Übersetzung gibt sie in geordneten Tabellen wieder, damit die vielen Einzelangaben nachvollziehbar bleiben. Tabellen dienen hier der Lesbarkeit, nicht einer nachträglichen Veränderung des Rituals.

Am Ende steht eine klare Verbindung von Hingabe und höchstem Ziel: Wer Viṣṇu als Śrīkara verehrt, soll nach den Freuden dieses Lebens zu Viṣṇus höchstem Ort gelangen. Eine anschließende Zufluchtsformel nimmt die Füße Nārāyaṇas als Zuflucht. Ihr Schluss lautet im Druck ungewöhnlich śrīmaccaraṇāya namaḥ. Die Ausgabe bewahrt diese Form und ersetzt sie nicht durch eine bekanntere Formel. Gerade bei vertraut klingenden Gebetstexten ist diese Zurückhaltung wichtig: Wiedererkennen darf die tatsächliche Quelle nicht überdecken.

Puruṣottama: Fülle des Bildes und Genauigkeit des Wortes

Puruṣottama, der höchste Puruṣa, erhält den umfangreichsten Schlussabschnitt. Eine lange Mantraform wird zunächst verschlüsselt abgeleitet und dann in Prosa erläutert. Die Formel verbindet Anrufungen und Bījas mit starken Befehlswörtern. Sie enthält auch Ausdrücke von Einflussnahme, Zerstörung und Beherrschung. Mehrere Lehrerfassungen werden genannt. Die Ausgabe dokumentiert die gesicherten Bestandteile und Varianten, statt daraus unbemerkt eine einzige glatte Fassung zu bilden.

Zu Puruṣottama gehören sechs Gliedermantras, zwölf göttliche Gestalten, verschiedene Waffenmantras und eine große Kāma-Mātṛkā. In dieser werden Alphabetlaute mit Paaren aus Kāma-Gestalten und Śaktis verbunden. Die Prosa nennt zum Teil andere Namen als die vorausgehenden Verse. Auch diese Unterschiede bleiben sichtbar. Die vollständige Paarliste ist ein wesentlicher Bestandteil des Kapitels und wird nicht durch den pauschalen Hinweis auf „weitere Gottheiten“ ersetzt. Gerade solche Listen zeigen die sorgfältig gegliederte Vorstellung einer von Lauten und Kräften erfüllten Welt.

Der Garten, der Wunschbaum und die göttliche Gegenwart

Die Meditation beginnt mit einem Garten voller Blüten und Duft. Bienen umkreisen die Blumen; der Ort wird als Bild des Schönen und Erfreulichen beschrieben. In seiner Mitte steht ein Wunschbaum mit Edelsteinwurzeln, diamantnem Stamm, goldenen Zweigen, grünen Edelsteinblättern und korallenfarbenen Trieben. Seine Zweige gleichen Armen, die den Bittenden Schätze geben. Diese Bilder sprechen nicht in der Sprache eines nüchternen Naturberichts, sondern entfalten eine religiöse Vorstellung von Fülle und Großzügigkeit.

Unter dem Baum erscheint der Sitz der Gottheit. Puruṣottama thront auf Garuḍa, leuchtet wie zahllose Sonnen und trägt acht Waffen in genau bezeichneten Händen. Lakṣmī befindet sich auf seiner linken Seite, Bhāratī zur Rechten mit Vīṇā und Buch. Die Darstellung verbindet Liebe, Schönheit, Wissen und Macht. Die göttlichen Gefährtinnen und die Śaktis werden in sinnlicher Bildsprache beschrieben. Diese Sprache gehört zur überlieferten Meditation; sie wird weder verschwiegen noch mit einer modernen psychologischen Erklärung verwechselt.

Die Welt als Umkreis der Verehrung

Um die Hauptgestalt versammeln sich verschiedene Formen Haris, Śaktis, Weltenhüter, Ṛṣis, Siddhas, Gandharvas, Menschen und weitere Wesen. Die Quelle stellt die Gottheit als eine Gegenwart dar, die mit ihrem Licht die Welten erhellt. Die umgebenden Wesen loben und verehren sie. Das Bild reicht damit weit über eine private Bitte um einen einzelnen Vorteil hinaus: Es entwirft eine ganze Welt in Beziehung zu einer göttlichen Mitte.

Gleichzeitig bleiben die praktischen Wünsche der Übenden präsent. Wohlstand, Kinder, Nahrung, Schutz und Sieg werden ebenso genannt wie Befreiung. Das Kapitel trennt diese Ziele nicht in der Weise, wie heutige Leser es vielleicht erwarten würden. Die Edition lässt diese Spannung bestehen. Eine heutige Betrachtung kann fragen, welche Wünsche tatsächlich dem eigenen und fremden Wohlergehen dienen und welche aus Angst oder dem Bedürfnis nach Kontrolle entstehen. Diese ethische Prüfung ist eine mögliche Antwort heutiger Leser auf den Text, keine nachträgliche Behauptung über seinen gesamten Inhalt.

Der kurze Schlussmantra und der weitere Weg

Am Ende kehrt die Darstellung zu einer kürzeren Form zurück: oṃ klīṃ śrīṃ puruṣottamāya huṃ phaṭ svāhā. Sie wird ausdrücklich als dreizehnsilbig erklärt. Brahmā ist ihr Seher, Gāyatrī ihr Versmaß; die Gottheit ist der rote, vierarmige Puruṣottama gemeinsam mit Ramā. Muschelhorn und Cakra befinden sich in den oberen Händen, Keule und Lotus in den unteren. Die Zuordnung ist klar und unterscheidet sich von der zuvor beschriebenen achtarmigen Gestalt.

Mit Rezitation, Feueropfer, Tarpaṇa und Abschlussgaben endet die Vorschrift, anschließend folgt das Kolophon. Der Kapitelabschluss bedeutet nicht, dass jede beschädigte Einzelstelle zweifelsfrei erklärt werden konnte. Die Übersetzung, Devanagari-Fassung und IAST-Fassung bewahren die gekennzeichneten Unsicherheiten. Für das weitere Studium sind deshalb drei Haltungen hilfreich: die Vielfalt der Überlieferung ernst nehmen, zwischen historischem Wirkungsanspruch und eigener Erfahrung unterscheiden und auch dort sorgfältig bleiben, wo ein vertrauter Name zu schnellen Ergänzungen verleiten könnte.

Die für die spätere Auswahl von genau 108 Stellen vorgemerkten Verse sind noch keine endgültige Auswahl. Sie werden zusammen mit den übrigen Kapiteln geprüft. Besonders geeignet erscheinen Aussagen zu Zuflucht, Hingabe, göttlichem Licht und dem Gedeihen der Erde. Die umfangreichen Schadens- und Beherrschungsformeln sind für eine inspirierende Auswahl nicht maßgeblich. Die Textausgabe dokumentiert sie als Teil der Quelle; die spätere Auswahl verfolgt einen anderen, ausdrücklich benannten Zweck und darf dafür den ursprünglichen Zusammenhang nicht verfälschen.

Kapitel 28 in einfachen Worten: Viṣṇus Namen, Rāma und Kṛṣṇa

Der achtundzwanzigste Śvāsa führt die Verehrung Viṣṇus weiter. Er beginnt mit Hṛṣīkeśa und Śrīdhara, behandelt ausführlich Nṛsiṃha, entfaltet danach die Verehrung Rāmas und Hanumans und wendet sich schließlich Kṛṣṇa als Gopāla, Mukunda und göttlichem Kind zu. Die Vielfalt der Gestalten ist mit einer gemeinsamen Frage verbunden: Wie richtet ein Mensch Körper, Sprache, Vorstellung und Handeln auf das Göttliche aus? Der Text beantwortet diese Frage durch Mantras, Körperzuordnungen, Meditationsbilder, Verehrungskreise und Diagramme. Neben materiellen Wünschen erscheinen immer wieder Erkenntnis, Hingabe, Furchtlosigkeit und Befreiung.

Die Übersetzung des Kapitels umfasst die 56 Druckseiten 454–509 mit 1.051 nummerierten Einträgen und umfangreicher unnummerierter Prosa. Die Nummern beginnen in zitierten Werken mehrfach neu. Deshalb dienen zusätzliche Abschnittskürzel der Orientierung. Der eigentliche Inhalt ist größer als eine bloße Verszählung vermuten lässt: Zwischen den Versen stehen ganze Formellisten, Erläuterungen verschlüsselter Silben, Ausführungsvarianten und Erklärungen von Bildern. Bei wenigen ausdrücklich bezeichneten Stellen bleiben nichtgrafische Inhaltsangaben anstelle der wörtlichen Darstellung. Beschädigte Lesungen, fehlende Vershälften und widersprüchliche Zahlen werden sichtbar gehalten.

Hṛṣīkeśa, Śrīdhara und drei schützende Namen

Hṛṣīkeśa erscheint als helle Viṣṇu-Gestalt auf Garuḍa mit den bekannten göttlichen Waffen. Der Mantra und die ihn begleitenden Namen führen durch mehrere Kreise der Verehrung. Bei Śrīdhara tritt die Verbindung von göttlicher Herrlichkeit, Fülle und Bewahrung hervor. Das Kapitel beschreibt die Gottheit nicht als isolierte Figur: Begleiter, Kräfte und Richtungen bilden jeweils einen geordneten Raum. Verehrung bedeutet, diesen Raum im Geist und im Ritual zu entfalten.

Es folgen die Namen Acyuta, Ananta und Govinda. Sie werden sowohl gemeinsam als auch einzeln verwendet. Der Text nennt dabei unterschiedliche Seher und Versmaße. Das zeigt eine Eigenart dieses Werkes: Es sammelt mehrere Überlieferungen und ordnet sie nebeneinander an. Eine Form ist nicht allein deshalb fehlerhaft, weil an anderer Stelle eine andere steht. Zugleich muss ein Leser zwischen einer bewussten Variante und einem beschädigten Druck unterscheiden. Beides ist im vorliegenden Kapitel wichtig.

Nṛsiṃha: Furcht, Kraft und Sammlung

Der Nṛsiṃha-Abschnitt beginnt mit dem bekannten zweiunddreißigsilbigen Mantrarāja. Er nennt die Gottheit gewaltig, heldenhaft, allgegenwärtig, schreckenerregend und zugleich glückverheißend. Am Ende steht der Gedanke des „Todes des Todes“. Die eindringlichen Bilder sollen im Zusammenhang des Textes eine Macht ausdrücken, die selbst überwältigende Furcht übersteigt. Diese Bedeutung erschöpft sich nicht in einer einzelnen körperlichen Darstellung: Der Abschnitt kennt friedvolle und zornige Erscheinungen, mit Lakṣmī verbundene Formen und vielarmige Schutzgestalten.

Die Silben werden auf Finger, Körperstellen und größere Körperbereiche verteilt. Eine andere Ordnung stellt einzelne Wörter des Mantras auf den Körper, wieder eine andere verbindet ihn mit den Richtungen. Solche Nyāsas beschreiben die Vorstellung, dass der Körper von göttlicher Gegenwart erfüllt wird. Der Text legt Wert auf die genaue Reihenfolge. Wo Vers und Prosa verschiedene Reihen bieten, muss dieser Unterschied erhalten bleiben. Wer das Kapitel nur als allgemeine Symbolsprache liest, übersieht seine Aufmerksamkeit für Laut, Zahl und Ort.

Mehrere Abschnitte schreiben Nṛsiṃha-Mantras Schutz vor Krankheiten, schlechten Träumen, feindlichen Einwirkungen und anderen Gefahren zu. Daneben stehen aggressive Rituale. Diese Aussagen gehören zur historischen Ritualwelt des Werkes. Ihre Überlieferung belegt zunächst, dass solche Vorstellungen im Text vorhanden sind. Sie beweist keine medizinische Wirkung und begründet keine heutige Empfehlung, Menschen zu schädigen. Für die religiöse Deutung lässt sich dennoch erkennen, wie eng Schutz, Überwindung von Furcht und die Gegenwart einer als stärker erfahrenen Gottheit miteinander verbunden werden.

Mehrere Nṛsiṃha-Mantras und die Rolle genauer Unterschiede

Neben dem langen Mantrarāja erläutert das Kapitel ein einsilbiges Nṛsiṃha-Bīja, eine sechssilbige Form und mehrere lange Formeln. Die Namen Jvālāmālin und Vīra betonen Flammenglanz und heldenhafte Kraft. Einige Formeln gleichen sich stark, unterscheiden sich aber in einzelnen Bezeichnungen, Verben oder Schlusssilben. Solche Unterschiede werden nicht durch eine vermeintlich bekanntere Standardfassung ersetzt. Gerade bei Mantras kann ein kleiner Lautunterschied für die jeweilige Überlieferung entscheidend sein.

Die Verbindung Lakṣmī-Nṛsiṃhas bringt einen anderen Ton ein. Hier erscheinen Freude, Segen und eine friedvolle göttliche Gegenwart. Zwölf Namen werden als Schutzraum beschrieben. Ein Vers verbindet diesen Namensschutz ausdrücklich mit Furchtlosigkeit. Der kurze Ruf „Sieg, Sieg, Śrī Nṛsiṃha“ stellt wiederum eine schlichte Namensform neben komplizierte Silbenordnungen. Die Sammlung enthält daher sowohl sehr knappe als auch umfangreiche Wege sprachlicher Ausrichtung.

Ein weiterer Abschnitt verbindet Nṛsiṃha mit Sudarśana, dem göttlichen Rad. Hier werden Kraft, Bewegung und schützende Ordnung miteinander verknüpft. Auch die Zahlen der Wiederholungen und Opfer sind nicht überall einheitlich. Wo eine Zahl im Vers von einer Fußnote abweicht, stehen beide Lesungen in der Übersetzung. Das Werk wird dadurch als gewachsene Sammlung erkennbar, deren Überlieferung unterschiedliche Verfahren bewahrt.

Rāma als Gegenstand von Hingabe und innerer Betrachtung

Der lange Rāma-Abschnitt beginnt mit dem Lob des Mantras. Ihm werden Reinigung und die Überwindung schwerer Verfehlungen zugeschrieben. Besonders deutlich ist jedoch die Beschreibung einer friedvollen Haltung: Der Verehrer soll ruhig, heiter, zornlos und den Wesen wohlgesinnt sein. Diese innere Ausrichtung gehört zum Kapitel ebenso wie die äußeren Ritualhandlungen. Sie ist für einen heutigen Leser leichter unmittelbar verständlich als viele technische Zuordnungen.

Eine wichtige Unterscheidung betrifft die Absicht des Übenden. Wer Wünsche hegt, suche die entsprechenden Freuden; wer frei von solchen Wünschen verehrt, richte sich auf Befreiung. Das Kapitel behauptet also nicht, jede Verehrung habe für jeden Menschen dieselbe Bedeutung. Die innere Zielrichtung verändert, wie eine Handlung verstanden wird. Reichtum, gesellschaftliche Anerkennung und Schutz stehen im Text neben der Freiheit von Bindung.

In einer besonders knappen Meditationsanweisung schaut das Selbst das Selbst. Hier tritt hinter dem Bild Rāmas ein Gedanke der Nichtzweiheit hervor. Die Gottheit ist nicht nur ein Gegenüber, von dem etwas erbeten wird. Die Betrachtung kann auch zur Erkenntnis der eigenen tiefsten Wirklichkeit führen. Der Text hält beide Sichtweisen nebeneinander: persönliche Hingabe und die Betrachtung einer Wirklichkeit, die vom eigenen Selbst nicht verschieden ist.

Rāmas Mantravarianten und seine Verbindung mit anderen Gestalten

Das Kapitel ordnet zahlreiche Rāma-Mantras nach Silbenzahl und Aufbau. Einzelne Bījas werden vorangestellt, Namen verändert oder Schlussworte ergänzt. Dabei erscheinen Rāmacandra und Rāmabhadra ebenso wie eine Formel mit dem Bogen tragenden Rāma. Der Text nennt eine sehr große Zahl von Varianten, doch seine rechnerischen Angaben passen nicht an jeder Stelle glatt zusammen. Diese Spannungen werden in der Übersetzung sichtbar, statt nachträglich eine geschlossene Systematik zu erfinden.

Eine Form verbindet Rāma ausdrücklich mit Śiva und Umā. Das Meditationsbild trägt deshalb Merkmale, die Leser vielleicht zunächst von Śiva erwarten würden. Solche Verbindungen zeigen, dass die religiöse Welt des Kapitels durchlässiger ist als eine starre Trennung zwischen einzelnen Gottheiten. Zugleich besitzt jede Form ihre eigenen Namen, Lautfolgen und Angaben. Verbindung bedeutet hier nicht, dass alle Einzelheiten austauschbar wären.

Andere Bilder stellen Rāma zusammen mit Sītā oder in der Situation einer Hochzeit dar. Eine weitere Betrachtung erinnert an seine Rückkehr nach dem Sieg über Rāvaṇa. Die Erzählwelt des Rāmāyaṇa bildet damit eine Grundlage der Meditation. Die Verehrenden betrachten nicht nur eine abstrakte Eigenschaft, sondern eine vertraute Szene, eine Beziehung oder einen Wendepunkt der Geschichte.

Sītā, Lakṣmaṇa und die Kreise der Rāma-Verehrung

Sītā und Lakṣmaṇa erhalten eigene Mantraformen. Bharata und Śatrughna werden ebenfalls berücksichtigt. Die Verehrung Rāmas umfasst also eine größere Gemeinschaft. Verwandte, Gefährten, Helfer, Minister, Seher, göttliche Gruppen und Richtungswächter bilden eine geordnete Folge von Kreisen. Der Text zählt dabei Namen mit großer Genauigkeit auf. Für das Verständnis ist wichtig, diese Kreise als Entfaltung des jeweiligen göttlichen Hofes zu sehen.

Hanuman erscheint vorn bei Rāma; andere Gestalten übernehmen bestimmte Dienste. Das Meditationsbild zeigt dadurch auch Beziehungen von Treue, Hilfe und Hingabe. Es verbindet königliche Würde mit persönlicher Verbundenheit. Die genaue Anordnung ist Teil der überlieferten Form und wird in der Übersetzung vollständig wiedergegeben, ohne aus ihr eine frei gestaltete moderne Meditation zu machen.

Neben langen Verehrungsfolgen kennt der Text kürzere Möglichkeiten. Manche Abschnitte ordnen tägliche Wiederholungszahlen in Abstufungen an. Andere behandeln eine größere vorbereitende Mantrapraxis und ihre abschließenden Opferhandlungen. Diese Unterschiede zeigen, dass der Text zwischen einem ausgedehnten Ritualzusammenhang und einfacheren regelmäßigen Formen unterscheidet. Er setzt dabei allerdings eine überlieferte Unterweisung voraus.

Rāmas Namen, Erinnerung und der Hanuman-Abschnitt

Die Rāmānusmṛti, die Erinnerung an Rāma, führt den Leser von technischen Einzelheiten wieder stärker zum Lob und zur inneren Bedeutung. Rāma wird mit reinem Bewusstsein, dem höchsten Selbst und Glückseligkeit verbunden. Die Erinnerung an ihn soll das Leben bis zu seinem Ende begleiten. Die Namen sind deshalb nicht nur Bausteine eines Diagramms, sondern Träger einer Beziehung, in der Vertrauen und Sammlung wachsen sollen.

Der folgende Hanuman-Abschnitt stellt kurze und lange Mantraformen, einen Lobpreis und ein Yantra zusammen. Hanuman wird als kraftvoller Helfer Rāmas, Überwinder von Hindernissen und Träger von Treue beschrieben. Der Text erinnert an die Reise über das Meer, an Laṅkā, an Sītās Trost und an die Freude Rāmas und Lakṣmaṇas. Eine Vielzahl erzählerischer Bezüge verdichtet sich in Namen und Epitheta.

Auch hier stehen heilsame und schädigende Anwendungen nebeneinander. Die Übersetzung macht die Aussagen des Textes nachvollziehbar, ohne sie in Empfehlungen umzuwandeln. Ein Diagrammabschnitt nennt eine Silbenzahl, die nicht zur danach ausgeschriebenen langen Formel passt. Diese Abweichung bleibt vermerkt. Eine Ausgabe kann einen solchen Befund sichtbar machen; sie sollte ihn nicht durch eine unbemerkte Kürzung beseitigen.

Gopāla: Die Welt als Ausdruck göttlicher Wirklichkeit

Mit dem zehnsilbigen Gopāla-Mantra beginnt ein besonders umfangreicher Kṛṣṇa-Teil. Der Text erläutert die Worte nicht nur grammatisch, sondern deutet sie auf die Welt und ihren Grund. Die Gopīs, das Entstehen der Wesen und der Geliebte werden mit kosmischen und inneren Bedeutungen verbunden. Das Licht des Göttlichen, die Hingabe des eigenen Selbst und die Nichtverschiedenheit der Wirklichkeit stehen im Mittelpunkt mehrerer Verse.

Diese Deutung verändert den Blick auf das danach folgende Bild. Vṛndāvana mit seinen Bäumen, Blumen, Kühen, Hirten und Hirtinnen erscheint als eine Welt, die von göttlicher Gegenwart durchdrungen ist. Das Flötenspiel, die Farben, die Girlanden und die Bewegungen der Tiere schaffen einen anschaulichen Raum. Der Text entfaltet dieses Bild ungewöhnlich ausführlich. Die Schönheit der Darstellung dient der gesammelten Betrachtung.

Die Ausgabe hält an einer bereits im Arbeitsstand markierten Grenze fest: Eine durch kindliche Altersmerkmale gerahmte Gruppe sexualisierender Verse wird nur nichtgrafisch zusammengefasst. In den beiden Sanskritfassungen stehen sichtbare Auslassungsvermerke. Diese redaktionelle Ausnahme gehört zur Dokumentation des Textbestands; eine wörtlich lückenlose Wiedergabe wird für diese Stellen ausdrücklich nicht beansprucht.

Der Körper als geordneter Raum der Verehrung

Im Gopāla-Abschnitt nehmen die Nyāsas besonders viel Raum ein. Die zehn Silben des Mantras werden in verschiedenen Folgen auf Finger und Körperstellen gesetzt. Es gibt aufsteigende und absteigende Ordnungen, Zuordnungen zu kosmischen Prinzipien und mehrere umfangreiche Körperreihen. Der Text unterscheidet Schöpfung, Erhaltung und Auflösung. Dadurch wird der Körper in eine größere Vorstellung vom Entstehen und Vergehen der Welt eingebunden.

Die Prosa schreibt viele Formeln ausdrücklich aus. Sie wird deshalb nicht als unwichtige Wiederholung übersprungen. Häufig klärt sie, welche Silbe an welche Stelle gehört. In anderen Fällen weicht sie von einem vorausgehenden Vers ab. Die Tabellen der Übersetzung machen beide Sachverhalte sichtbar: Sie erleichtern das Lesen, ohne die Quellendifferenzen zu beseitigen.

Auch Schmuckstücke, Stirnzeichen und Speisegaben werden in die sprachliche Ordnung aufgenommen. Eine Speiseopferformel enthält im Kommentar eine andere Anfangsform als in der vorausgehenden verschlüsselten Erklärung. Solche Unterschiede zeigen, weshalb eine Mantraausgabe nicht allein aus einer Sammlung vermeintlich bekannter Formeln bestehen kann. Der genaue Ort im Text und die Art seiner Erklärung gehören immer dazu.

Kṛṣṇa am Morgen, am Mittag und am Abend

Nach dem achtzehnsilbigen Kṛṣṇa-Mantra entfaltet das Kapitel die Verehrung zu den Tageszeiten. Am Morgen erscheint Kṛṣṇa als Kind mit Butter und Milch, umgeben von Kühen und Hirten. Geschichten von der Überwindung bedrohlicher Gestalten werden in das Bild eingebunden. Das Kind ist zugleich der Gegenstand zärtlicher Betrachtung und eine übermenschliche Schutzmacht.

Am Mittag tritt eine schöne, geschmückte Gestalt mit Flöte hervor. Götter, Seher und himmlische Wesen bilden den Umkreis. Die Verehrung ist ausführlicher und nimmt mehrere Kreise auf. Am Abend befindet sich Kṛṣṇa in Dvārakā, umgeben von Sehern, die Befreiung suchen. Hier lehrt er den Sinn der Nichtzweiheit und zeigt das höchste Licht als das Wesen des eigenen Selbst.

Diese drei Bilder sind keine bloße Wiederholung derselben Szene. Sie zeigen verschiedene Zugänge zur Gottheit: Nähe und Fürsorge, Schönheit und Gemeinschaft, Erkenntnis und Befreiung. Der Text verbindet sie durch regelmäßige Wiederkehr. Zugleich berichtet er von verschiedenen Auffassungen, ob die dritte Verehrung in der Dämmerung oder erst in der Nacht stattfinden soll und welcher Mantra dabei verwendet wird.

Nachtbild, Kreis der Gestalten und Darbringung

Die nächtliche Betrachtung führt zum Rāsa-Tanz. Der Text beschreibt einen Kreis, in dem die göttliche Gestalt mehrfach erscheint. Zwischen den Tanzenden ist Kṛṣṇa jeweils gegenwärtig. Die Darstellung verbindet Bewegung, Musik, Mondlicht und eine Vielzahl göttlicher Begleiter. In der Verehrungsordnung werden einzelne Viṣṇu-Gestalten mit ihren Śaktis zu Paaren verbunden und den Vokalen zugeordnet.

Danach folgen ausführliche Angaben zur Tarpana-Labung. Wasser kann dabei mit der Vorstellung einer anderen Gabe verwendet werden. Für Morgen, Mittag und Abend werden unterschiedliche gedachte Speisen genannt. Der Text erläutert außerdem mehrere Zahlenfolgen. Eine Reihe mit sechzehn Stoffen ergibt durch ihre Anfangs- und Schlussgaben insgesamt vierundsiebzig Darbringungen; eine andere mit neun Stoffen und zwölf Wiederholungen ergibt einhundertundacht.

Die Stofflisten enthalten Milchprodukte, Reiszubereitungen, Früchte und mehrere Bananenbezeichnungen. Der Kommentar erklärt ausdrücklich, dass manche ähnlich klingenden Namen unterschiedliche Bananenarten bezeichnen sollen. Die Übersetzung übernimmt diese Unterscheidung, ohne moderne botanische Namen zu erfinden. Solche Einzelheiten zeigen, wie stark die Ritualsprache mit einer konkreten Lebens- und Ernährungskultur verbunden ist.

Erzählungen als Grundlage einzelner Anwendungen

Viele spätere Anwendungen knüpfen an Episoden aus Kṛṣṇas Geschichte an. Das Zurückbringen eines verstorbenen Sohnes wird mit dem Wunsch nach Nachkommen verbunden. Das Tragen Govardhanas steht mit Schutz vor Unwetter in Beziehung. Der Tanz auf Kāliyas Haube wird in Rituale gegen Gift aufgenommen. Die Unterweisung Arjunas auf dem Wagen wird mit wachsendem Dharma und yogischer Vollendung verbunden.

Der Zusammenhang zwischen Erzählung und erhoffter Wirkung ist jeweils nachvollziehbar. Er macht jedoch die behauptete Wirkung nicht zu einer festgestellten Tatsache. Besonders bei Krankheit, Schlangenbiss, Kinderwunsch oder Lebensdauer bleibt diese Unterscheidung wesentlich. Die historische Übersetzung gibt wieder, was die Quelle verspricht. Sie ergänzt keine medizinische Bestätigung und erweitert die Verfahren nicht durch heutige praktische Ratschläge.

Der Text enthält außerdem Vertreibungs- und Tötungsrituale. Bemerkenswert ist, dass er das Töten selbst ausdrücklich als verwerfliche Handlung bezeichnet und eine Sühne dafür nennt. Dadurch wird innerhalb des Kapitels eine ethische Spannung sichtbar. Eine sorgfältige Lektüre darf weder die aggressiven Stellen verschweigen noch das gesamte Werk auf sie reduzieren. Hingabe, Schutz, Machtwünsche, Reinigung und Befreiung stehen in dieser Sammlung nebeneinander.

Nichtzweiheit und Befreiung zu Lebzeiten

Eine zusammenhängende Passage gegen Ende der Anwendungen führt besonders deutlich nach innen. Kṛṣṇa wird im eigenen Herzenslotus betrachtet: als uralter und immer neuer Puruṣa, als ewiges Bewusstsein und Wonne, als Sonne gegen das Dunkel des Werdens. Der Verehrer soll ihn als vom eigenen Selbst nicht verschieden erkennen. Damit wird die äußere Bildsprache auf die Selbsterkenntnis bezogen.

Der Saṃsāra erscheint als gefährlicher Ozean. Alter und Tod sind seine großen Schlangen, Sinnesgegenstände seine Krokodile. Die Überquerung bedeutet, noch während des Lebens das fleckenlose Licht Viṣṇus zu erreichen. Dazu gehören das Aussprechen seiner Namen, das Hören und Erinnern seiner Geschichten, die Betrachtung seiner Gestalten und die Verneigung vor seinen Füßen. Erkenntnis und Hingabe bilden hier keine getrennten Wege, sondern erscheinen in einer gemeinsamen Bewegung.

Die Passage endet mit der Bezeichnung „zu Lebzeiten befreit“. Dieser Gedanke verbindet das Kapitel mit früheren Teilen des Werkes. Die vielen Formen können als Hilfen zur Sammlung verstanden werden, deren tiefstes Ziel nicht allein eine Veränderung äußerer Umstände ist. Das Kapitel lässt ausdrücklich Raum für eine Freiheit, die den Blick auf das Selbst und auf die Welt verändert.

Yantras, der Rinderhymnus und die abschließenden Mantras

Die letzten Seiten versammeln mehrere Gopāla- und Kṛṣṇa-Yantras. Sechsecke, Lotusblätter, Kreise und Quadrate erhalten genau bezeichnete Silben. Die verschiedenen Schichten können kurze Bījas, längere Namensmantras, eine Gāyatrī, den zweiunddreißigsilbigen Gopāla-Mantra und die Mātṛkā aufnehmen. Ein Diagramm wird als „König der Yantras“ bezeichnet. Die geometrische Ordnung macht die gestufte Entfaltung der Mantras sichtbar.

Ein anderer Abschnitt verbindet den Schutz der Rinder mit dem vollständig zitierten vedischen Ā-gāvo-Hymnus. Seine Verse begrüßen die Kühe, wünschen ihnen Nachwuchs, gute Weide, sauberes Wasser und Schutz vor Diebstahl und Gewalt. Die Tiere bringen Nahrung, Wohlstand und Freude ins Haus. Der Hymnus verleiht diesem Abschnitt einen deutlich anderen Ton als den zuvor genannten Macht- und Anziehungsritualen. In der vorliegenden Arbeitsfassung sind die Wörter übertragen; die vedischen Tonzeichen sind nicht vollständig wiedergegeben.

Schließlich folgen Mukunda- und Bāla-Kṛṣṇa-Mantras sowie Formeln für Nahrung, Lebensdauer und Schutz. Die Mukunda-Formel spricht die Zuflucht zu seinen Füßen aus. Der Nahrung-Mantra nennt Nahrung, Geschmack und Zufriedenheit und enthält eine ausdrückliche Bitte um Speise. Den Abschluss bildet ein Vers über Kṛṣṇa als König des Tanzes auf Kāliyas Haube. Mit dem Kolophon endet damit ein Kapitel, das die Verehrung Viṣṇus in zahlreichen Gestalten ausbreitet und immer wieder zur Verbindung von genauer Sprache, anschaulicher Erinnerung und innerer Ausrichtung zurückkehrt.

Bedeutung für heutige Yoga-Aspiranten

Mantra und Meditation verbinden Wort, Aufmerksamkeit und innere Haltung. Für die heutige Betrachtung kann es hilfreich sein, eine kurze Gebetsstelle sorgfältig zu lesen und zu prüfen, welche Haltung sie im eigenen Alltag anregt. Die historischen Spezialrituale werden damit nicht zu allgemeinen heutigen Empfehlungen erklärt.

Gesammelte Aufmerksamkeit unterstützt das Schriftstudium.

Moderne Begleitung zum Studium

Die folgenden zeitgenössischen Videos begleiten Themen des Yoga. Sie sind keine Rezitation des hier übersetzten Sanskrittextes.

Swami Sivananda als Inspiration für die Verbindung von Studium, Hingabe und verantwortlichem Handeln.

Textgrundlage und Hinweise zur Übersetzung

In Kapitel 25 werden 25.PCD.3–15 (Druckseite 334) und 25.PCKM.3 (Druckseite 336) wegen sexualisierter Körperbeschreibungen mit Altersangaben unter 18 Jahren nur als nichtgrafische Inhaltsangaben wiedergegeben; in den Sanskritfassungen stehen sichtbare Auslassungsvermerke. Es besteht für diese Stellen kein Anspruch einer wörtlich vollständigen Wiedergabe.

In Kapitel 26 sind 26.SUM.6 (Druckseite 378), 26.USP.4 (Druckseite 379) und 26.MTD.20 (Druckseiten 384–385) wegen sexualisierter Körperdarstellungen mit minderjähriger Altersangabe nur nichtgrafisch zusammengefasst; die Sanskritfassungen enthalten sichtbare Auslassungsvermerke.

In Kapitel 28 werden 28.GOP.94–101 (Druckseiten 488–489) wegen sexualisierender Beschreibungen im kindlich gerahmten Kṛṣṇa-Dhyāna nichtgrafisch zusammengefasst; die Sanskritfassungen enthalten Auslassungsvermerke. Auch hier besteht kein Anspruch auf wörtliche Vollständigkeit.

Druckseite 391 fehlt im Hauptscan: PDF-Index 419 wiederholt Seite 389. Auch der ergänzend geprüfte zweite Scan derselben Ausgabe zeigt an der betreffenden Stelle (Leaf 429) diese Wiederholung. Die Seite ist aus der vorhandenen elektronischen Textgrundlage mit gekennzeichneten Unsicherheiten erschlossen; 26.DVR.33–34 fehlen. Ein Bildabgleich dieser Seite und eine lückenlose Wiedergabe werden nicht behauptet.


Grundlage ist der elektronische Devanagari-Text des Uttarārdha, geprüft am Druckscan von 1937, herausgegeben von Ram Chandra Kak und Harabhatta Shastri. Das Druckbild entscheidet über Erkennungsfehler; nicht sicher lesbare Stellen werden örtlich gekennzeichnet. Prosa, Formeln, wiederholte Versnummern und Kolophone bleiben berücksichtigt. Die zugehörigen Sanskrittexte stehen in den verlinkten Devanagari- und IAST-Teilen dieser Ausgabe. Die Wiedergabe ist keine neue kritische Edition.

Siehe auch

Seminare

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Mit Sammlung weiterstudieren

Die vielen Gestalten dieses Teils zeigen, wie unterschiedlich Menschen das Göttliche ansprechen. Ihre Namen, Bilder und Mantras besitzen jeweils einen eigenen Zusammenhang. Wähle für eine vertiefte Lektüre eine Gestalt, die dich berührt, und verfolge ihre Darstellung über mehrere Abschnitte. So kann aus der ersten Faszination ein vertrauteres, genaueres Verstehen wachsen.