Tiruvundiyar

Aus Yogawiki

Tiruvundiyar (Tamil: திருவுந்தியார், Tiruvuntiyār; auch Thiruvundiyar, Thiruvunthiyar oder Tiruvunthiyar) ist eine tamilische Schrift des Shaiva Siddhanta über Gnade, innere Erkenntnis und die befreiende Nähe Shivas. In 45 kurzen Versen führt Uyyavanta Devanayanar aus Tiruviyalur vom suchenden Denken zur wachen, hingebungsvollen Gotteserfahrung. Tiruvundiyar steht traditionell am Anfang der vierzehn Meykanda-Lehrschriften und wird ins 12. Jahrhundert eingeordnet.[1]

Bronzefigur Shivas als Nataraja im Flammenkreis
Nataraja, Shiva als kosmischer Tänzer. Vers 17 des Tiruvundiyar lädt ein, dem Klang seiner heiligen Fußglöckchen zu folgen und ihn zu verehren.

Tiruvundiyar lädt dazu ein, das Herz zu öffnen und im Suchen still zu werden. Der Gestaltlose kommt dem Menschen entgegen, Gnade löst eingeübte Bindungen, und mitten im gewöhnlichen Wachen kann eine tiefere Klarheit aufleuchten. Erkenntnis wächst aus dieser Begegnung: Sie berührt das Denken, das Fühlen und das Handeln. Immer wieder erklingt der Refrain untī paṟa – hier sinngemäß: „Schwing dich empor!“ Er verleiht der Lehre die Leichtigkeit eines freudigen Liedes.

Die vorliegende Ausgabe enthält den vollständigen Tiruvundiyar mit allen 45 Versen: zuerst eine eigene deutsche Übersetzung, anschließend den tamilischen Text in römischer Transliteration und danach in tamilischer Schrift. Grundlage ist die elektronische Ausgabe von Project Madurai.[2] Es folgen Hintergründe, Erläuterungen und Anregungen für Yoga und Meditation.

Welcher Tiruvundiyar ist gemeint? Hier geht es um die eigenständige philosophische Schrift von Uyyavanta Devanayanar aus Tiruviyalur. Sie ist vom gleichnamigen, zwanzigstrophigen Lied Manikkavacakars im Tiruvacakam zu unterscheiden. Auch Tirukalitrupadiyar, das eng verwandte Werk eines anderen Uyyavanta Devanayanar aus Tirukkadavur, ist eine eigene Schrift.[1]

Tiruvundiyar: vollständige deutsche Übersetzung

Der Refrain „Schwing dich empor!“ bewahrt die freudige Bewegung des tamilischen untī paṟa. Er wird in jedem Vers vollständig wiedergegeben. Die Übersetzung wurde unmittelbar aus dem Tamilischen erarbeitet; für schwierige Bilder wurden ausgewählte Erläuterungen des tamilischen Kommentators K. Vellaivaranar herangezogen. Eckige Klammern kennzeichnen ergänzte Wörter. Verlinkte Hinweise führen zu den jeweiligen Textfragen. In den Versen 9, 15 und 36 folgt die deutsche Wiedergabe einer belegten abweichenden Lesart; Tamiltext und Transliteration bewahren den Wortlaut der Grundfassung. Die Entscheidungen sind unter Textfragen und Erläuterungen offengelegt.

Die fett gesetzten Versüberschriften und die Einteilung in drei Leseabschnitte sind Orientierungshilfen dieser Ausgabe; sie gehören nicht zum überlieferten Text.

Verse 1–15: Gnade, Erkenntnis und inneres Erwachen

1. Das Gestaltlose kommt uns entgegen

Jene Wirklichkeit, die ohne Gestalt ist und die kaum jemand zu erkennen vermag, ist in sichtbarer Gestalt zu uns gekommen – schwing dich empor! Aus eigenem Antrieb hat sie sich uns geschenkt – schwing dich empor!

2. Eine neue Gewohnheit einüben

Übe dich so, dass die alten Gewohnheiten schwinden. Was nützt sonst dein mühevolles Ringen, o Mädchen? Schwing dich empor! Durch die eine Wirklichkeit geschieht es – schwing dich empor!

3. Das Werk der Bindung vollenden

Wer mithilfe des Erkannten sein karmisches Werk zu Ende gebracht hat, kehrt nicht mehr in einen Mutterleib zurück – schwing dich empor! Für ihn gibt es weder Geburt noch Tod – schwing dich empor!

4. Was Worte nicht fassen

Wie könnte ich sagen: „So und so war es“? Es war eben auf jene Weise – schwing dich empor! Dem Erkennen selbst wird es offenbar – schwing dich empor!

5. Der Eine in den Vielen

Er, der einer und zugleich viele ist, wurde unser Herr – schwing dich empor! Er hat uns als die Seinen angenommen – schwing dich empor!

6. Sein Wirken

Wenn unser eigenes Tun verstummt und dieses „Wir“ zurücktritt, bleibt allein das Wirken des Herrn – schwing dich empor! Sich selbst hat er uns geschenkt – schwing dich empor!

7. Wenn das Herz schmilzt

Wenn das Herz schmilzt, ist er uns unmittelbar nahe; anders lässt er sich schwer klar erkennen – schwing dich empor! Er ist der Herr des höchsten Bewusstseins – schwing dich empor!

8. Von der Stütze zur Freiheit

Gelange mithilfe einer Stütze zur Sammlung ohne Stütze und gehe weiter zum höchsten Bereich – schwing dich empor! Dort ist die Stätte des Makellosen – schwing dich empor!

9. Jenseits gemachter Vorstellungen

Was nur durch dein Hervorbringen da ist und sonst fehlt, ist bei genauer Betrachtung nicht das Höchste (Lesart) – schwing dich empor! Durch bloße Vorstellung ist es nicht zu erlangen – schwing dich empor!

10. Waches Erkennen

Erkenne in den fünf [Mantrasilben] die fünf Wirklichkeiten und lass dein Erkennen im höchsten Erkennen ruhen. Verweile wach, ohne einzuschlafen – schwing dich empor! Dies ist die reine Wirklichkeit – schwing dich empor!

11. Schauen, ohne festzuhalten

Der Höchste durchdringt alles und bleibt doch unberührt. Willst du ihn mit deinem eigenen Erkennen erfassen, entzieht er sich (Deutung) – schwing dich empor! Schaue, ohne zu schauen – schwing dich empor!

12. Aus dem Winkel in die Weite

Er hat die im verborgenen Winkel Lebenden in den offenen Hof geführt: Wahrhaft groß ist er – schwing dich empor! Er ist der Höchste in der Askese – schwing dich empor!

13. Wo das Suchen zur Ruhe kommt

Wo das Erkennen zur Ruhe kommt, den Herrn berührt und alles Suchen endet, ist Shiva – schwing dich empor! Diese Stätte lässt sich durch Suchen nicht erreichen – schwing dich empor!

14. Der Halt, der Bindungen löst

Ergreife den Halt, der alle Bindung durchtrennt. Dann löst der Herr auch dein Festhalten an diesem Halt – schwing dich empor! Durch bloßes gedankliches Vorstellen kommt er nicht – schwing dich empor!

15. Die verborgene Herrin erwacht

Wecke die ruhende Herrin auf (Lesart) und bleibe mit ihr verbunden – schwing dich empor! Er hat gerade dich erblickt – schwing dich empor!

Verse 16–30: Sammlung, Klang und Freiheit

16. Wie der ruhende Klöppel

Die Yogis, die ohne quälendes Mühen erkennen, hängen an nichts mehr – schwing dich empor! Wie der ruhende Klöppel einer Glocke sind sie – schwing dich empor!

17. Dem Klang des Tänzers folgen

Folge dem Klang der heiligen Fußglöckchen und verehre den Tänzer – schwing dich empor! Verweile dort, ihm unmittelbar zugewandt – schwing dich empor!

18. Die Gnade nicht vergessen

In seiner Gegenwart vergisst du Verwirrung und begriffliche Klarheit. Vergiss dabei seine Gnade nicht – schwing dich empor! Sie allein ist hier gegenwärtig – schwing dich empor!

19. Er kommt dem Denken zuvor

Noch ehe du ihn zu denken beginnst, bricht er herein und lässt das begrenzende Denken schwinden: der Gemahl der einzigartigen Göttin – schwing dich empor! Er lässt sich schwer in Gedanken fassen – schwing dich empor!

20. Die Weite ohne Nacht und Tag

Gehe ganz ein in die selige Weite, in der weder Nacht noch Tag ist, und verweile darin – schwing dich empor! Eile, eile dorthin und bleibe – schwing dich empor!

21. Mit Ambika untrennbar verbunden

Er ist alles, was sich aussprechen lässt, und auch das Unsagbare; zugleich ist er keines dieser Dinge – schwing dich empor! Ambika ist seine eine Hälfte – schwing dich empor!

22. Atem und Sammlung

Den Atem umzulenken und den Geist im inneren Bewusstsein zur Ruhe zu bringen: Darin liegt wahre Kraft – schwing dich empor! Was daran vorbeigeht, ist Mühsal – schwing dich empor!

23. Der Herr im Haus der Diebe

Wenn sich der Herr des Hauses mit den Dieben im Haus zusammenfindet, öffnet sich lichte Weite – schwing dich empor! Dann wird auch die Befreiung leicht – schwing dich empor!

24. Den achtgestaltigen Herrn berühren

Wer mit dem Herrn der acht Gestalten in beständiger Berührung bleibt, hat die Welt losgelassen – schwing dich empor! Die Befreiung wird ihm zur wahren Heimstatt – schwing dich empor!

25. Was sich mit Bewusstsein verbindet

Für den denkenden Geist und die unheilsamen Erkenntniswerkzeuge gilt: Was sich mit dem reinen Bewusstsein vereint, ist vereint – schwing dich empor! Was sich nicht vereint, bleibt unvereint – schwing dich empor!

26. Unerschöpflicher Nektar

Wenn das Denken an Innen und Außen zur Ruhe kommt, ist in dir Nektar, den niemand ausschöpfen kann – schwing dich empor! Neue Bindung keimt dann nicht auf – schwing dich empor!

27. Das befreiende Erkennen

Wer in dem Erkennen verweilt, das die Fesseln löst, für den fällt dieses Leid dahin – schwing dich empor! Anders löst es sich nicht – schwing dich empor!

28. Den Keim nicht wegwerfen

Wer nach dem Samen sucht und dafür den Spross wegwirft, ist von Verblendung ergriffen – schwing dich empor! Was wäre dabei zu gewinnen, o Mädchen? Schwing dich empor!

29. Die Grenze der Worte

Dies ist kein Bereich, den Worte erreichen. Wo die Rede eindringt, zieht sie Shiva eine Grenze – schwing dich empor! Was könnten wir dann noch sagen? Schwing dich empor!

30. Das Schwert in der Scheide

Was macht es aus, ob du zu Hause bleibst oder durch das Land ziehst? Lass das Schwert in seiner Scheide ruhen (Bilddeutung) – schwing dich empor! Was könnte dir dann unerreichbar sein? Schwing dich empor!

Verse 31–45: Vollendung, Seligkeit und Hingabe

31. Eine scharfe Warnung

Lass deine Seele nicht zugrunde gehen, indem du dich in andere Glaubenswege begibst, die leerem Korn gleichen – schwing dich empor! Höre nicht auf jene Lehren – schwing dich empor!

32. Turiya mitten im Wachen

Für diese Diener [Shivas], die selbst Turiya überschritten haben, ist der Wachzustand zu Turiya geworden – schwing dich empor! Sie haben wahrhaft losgelassen – schwing dich empor!

33. Die kleine Freude wird große Seligkeit

Die kleine Freude, die sie erfahren haben, wird dort zur großen Seligkeit und gelangt zur Vollendung – schwing dich empor! Maya keimt nicht mehr auf – schwing dich empor!

34. Eine einzige Seligkeit

Mit der Herrin des Höchsten, die selbst große Seligkeit ist, verweilt er in einer einzigen Freude – schwing dich empor! Gerade dich hat er als den Seinen angenommen – schwing dich empor!

35. Ergriffen sein

Die Frauen wie Ergriffene, die Männer wie die sie ergreifenden Geister (Bilddeutung): Wer so geschaut hat, hat wahrhaft geschaut – schwing dich empor! Wer nicht geschaut hat, hat nicht geschaut – schwing dich empor!

36. Atem und innerer Klang

Wenn das vierte Element und der innere Klang eins werden, ist der vierte Zustand erreicht (Lesart) – schwing dich empor! Dort ist die Stätte des Herrn – schwing dich empor!

37. Aus seiner Gegenwart handeln

Erkenne, wie er gegenwärtig ist, sodass jeder Weg, den du gehst, zum rechten Weg wird – schwing dich empor! Handle nicht aus dem Anspruch eigener Urheberschaft – schwing dich empor!

38. Die goldene Pflugschar

Warum mit einer goldenen Pflugschar ein Feld für gewöhnliche Hirse pflügen? Erkenne den Wert dieser Pflugschar – schwing dich empor! Erkenne so, dass das begrenzende Erkennen endet – schwing dich empor!

39. Erkenntnis ohne „dies“ und „das“

Ohne zwischen „dies“ und „das“ zu unterscheiden, ist er allumfassendes Erkennen. Erkenne: Jenes ist dieses hier (verdichtete Wendung) – schwing dich empor! Es ist der Herr mit den gelösten Haarflechten – schwing dich empor!

40. Allein durch seine Gnade

Nur durch die Gnade, durch die Shiva zu dieser Seele geworden ist, kann die Seele zu Shiva werden (Deutung) – schwing dich empor! Sie bleibt für immer diese Seele – schwing dich empor!

41. Die Frucht der Verblendung

Um die Wurzel der Befreiung hat sich die Ranke der Verblendung geschlungen; eine Feigenfrucht ist gereift – schwing dich empor! Iss diese Frucht nicht – schwing dich empor!

42. Der Reichtum ohne Mangel

Nimm alles, angefangen beim Weltall, in dich auf, doch halte das Aufgenommene nicht als Besitz fest (Deutung) – schwing dich empor! Das ist Reichtum ohne jeden Mangel – schwing dich empor!

43. Den Nektar der Erkenntnis kosten

Unfähig, im eigenen Leib den Rauschtrank wahrer Erkenntnis zu kosten, haben sie den Trank der Täuschung getrunken – schwing dich empor! Sie sind wie Kühe, die keine Milch geben – schwing dich empor!

44. Segen für den gegenwärtigen Herrn

Heil dem, der gekommen ist, um in meinem Herzen und auf meinem Haupt zu weilen – schwing dich empor! Heil ihm, gemeinsam mit seiner anmutigen Gefährtin – schwing dich empor!

45. Uyyavantans abschließendes Wort

Uyyavantans Lehre lässt die ganze Welt das Schwinden der Unreinheit erfahren – schwing dich empor! Wer ihre Wahrheit erkennt, [gelangt zur Befreiung] – schwing dich empor!

Schlussformel

Tiruchitrambalam – Ehre der heiligen Halle [Shivas].

Tiruvundiyar in römischer Transliteration

Die Umschrift folgt den tamilischen Buchstaben der unten wiedergegebenen Grundfassung. Lange Vokale tragen einen Strich: ā, ī, ū, ē, ō. Die Zeichen ṭ, ṇ, ḷ, ḻ, ṟ und ṉ unterscheiden tamilische Laute; c entspricht dem in geläufigen Namen oft als „ch“ geschriebenen Laut. Auch die Wortverbindungen des Versflusses bleiben erhalten. Die Versnummern entsprechen der deutschen Übersetzung.

1

akaḷamā yāru maṟivari tapporuḷ
cakaḷamāy vantateṉ ṟuntīpaṟa
tāṉākat tantateṉ ṟuntīpaṟa.

2

paḻakkan tavirap paḻakuva taṉṟi
uḻappuva teṉpeṇē yuntīpaṟa
oruporu ḷālēyeṉ ṟuntīpaṟa,

3

kaṇṭattaik koṇṭu karuma muṭittavar
piṇṭattil vārāreṉ ṟuntīpaṟa
piṟappiṟap pillaiyeṉ ṟuntīpaṟa.

4

iṅṅa ṉiruntateṉ ṟevvaṇṇañ collukēṉ
aṅṅa ṉiruntateṉ ṟuntīpaṟa
aṟivu maṟivateṉ ṟuntīpaṟa.

5

ēkaṉu māki yanēkaṉu māṉavaṉ
nātaṉu māṉāṉeṉ ṟuntīpaṟa
nammaiyē yāṇṭaṉeṉ ṟuntīpaṟa.

6

nañceya laṟṟinta nāmaṟṟa piṉnātaṉ
taṉceya ṟāṉēyeṉ ṟuntīpaṟa
taṉṉaiyē tantāṉeṉ ṟuntīpaṟa.

7

uḷḷa muruki luṭaṉāva rallatu
teḷḷa variyareṉ ṟuntīpaṟa.
ciṟparac celvareṉ ṟuntīpaṟa.

8

ātārat tālē nirātārat tēceṉṟu
mītāṉat tēcelka vuntīpaṟa
vimalaṟ kiṭamateṉ ṟuntīpaṟa.

9

ākkilaṅ kēyuṇṭā yallataṅ killaiyāyp
pārkkiṟ paramateṉ ṟuntīpaṟa
pāvaṉaik keytāteṉ ṟuntīpaṟa.

10

añcē yañcāka vaṟivē yaṟivākat
tuñcā tuṇarntirun tuntīpaṟa
tuyya poruḷīteṉ ṟuntīpaṟa.

11

tākkiyē tākkātu niṉṟatōr taṟparaṉ
nōkkiṟ kuḻaiyumeṉ ṟuntīpaṟa
nōkkāmal nōkkaveṉ ṟuntīpaṟa.

12

mūlai yiruntārai muṟṟattē viṭṭavar
cālap periyareṉ ṟuntīpaṟa
tavattiṟ ṟalaivareṉ ṟuntīpaṟa.

13

ōṭṭaṟṟu niṉṟa vuṇarvu patimuṭṭit
tēṭṭaṟ ṟiṭañciva muntīpaṟa
tēṭu miṭamataṉ ṟuntīpaṟa.

14

paṟṟai yaṟuppatōr paṟṟiṉaip paṟṟilap
paṟṟai yaṟuppareṉ ṟuntīpaṟa
pāvikka vārāreṉ ṟuntīpaṟa.

15

kiṭanta kiḷaviyaik kiḷḷi yeḻuppi
uṭantai yuṭaṉēniṉ ṟuntīpaṟa
uṉṉaiyē kaṇṭateṉ ṟuntīpaṟa.

16

uḻavā tuṇarkiṉṟa yōkika ḷoṉṟōṭun
taḻuvāmal niṟpareṉ ṟuntīpaṟa
tāḻmaṇi nāvēpō luntīpaṟa.

17

tiruccilam pōcai yolivaḻi yēceṉṟu
niruttaṉaik kumpiṭeṉ ṟuntīpaṟa
nērpaṭa vaṅkēniṉ ṟuntīpaṟa.

18

maruḷun teruḷu maṟakku mavaṉkaṇ
aruḷai maṟavātē yuntīpaṟa
atuvēyiṅ kuḷḷateṉ ṟuntīpaṟa.

19

karutu vataṉmuṉ karuttaḻiyap pāyum
orumakaḷ kēḷvaṉeṉ ṟuntīpaṟa
uṉṉa variyaṉeṉ ṟuntīpaṟa.

20

iravu pakalillā viṉpa veḷiyūṭē
viravi viraviniṉ ṟuntīpaṟa
viraiya viraiyaniṉ ṟuntīpaṟa.

21

collum poruḷkaḷuñ collā taṉavumaṅ
kallaṉā yāṉāṉeṉ ṟuntīpaṟa
ampikai pākaṉeṉ ṟuntīpaṟa.

22

kāṟṟiṉai māṟṟik karuttaik karuttiṉuḷ
āṟṟuva tāṟṟaleṉ ṟuntīpaṟa
allāta tallaleṉ ṟuntīpaṟa.

23

kaḷḷarō ṭilla muṭaiyār kalantiṭil
veḷḷa veḷiyāmeṉ ṟuntīpaṟa
vīṭu meḷitāmeṉ ṟuntīpaṟa.

24

eṭṭukkoṇ ṭārtamait toṭṭukkoṇ ṭēniṉṟār
viṭṭā rulakameṉ ṟuntīpaṟa
vīṭēvī ṭākumeṉ ṟuntīpaṟa.

25

cittamun tīya karaṇamuñ cittilē
ottatē yottateṉ ṟuntīpaṟa
ovvāta tovvāteṉ ṟuntīpaṟa.

26

uḷḷum puṟampum niṉaippaṟi ṉuṉṉuḷḷē
moḷḷā vamutāmeṉ ṟuntīpaṟa
muḷaiyātu pantameṉ ṟuntīpaṟa.

27

aviḻa virukku maṟivuṭa ṉiṉṟavark
kaviḻumiv vallaleṉ ṟuntīpaṟa.
aṉṟi yaviḻāteṉ ṟuntīpaṟa.

28

vittiṉait tēṭi muḷaiyaikkai viṭṭavar
pittēṟi ṉārkaḷeṉ ṟuntīpaṟa
peṟuvataṅ keṉpeṇē yuntīpaṟa.

29

collu miṭamaṉṟu collap pukumiṭam
ellai civaṉukkeṉ ṟuntīpaṟa
eṉṟāṉā meṉ colkō muntīpaṟa.

30

vīṭṭi lirukkileṉ ṉāṭṭilē pōkileṉ
kūṭṭilvāṭ cāttiniṉ ṟuntīpaṟa
kūṭappa ṭātateṉ ṟuntīpaṟa.

31

cāvipō maṟṟac camayaṅkaḷ pukkuniṉ
ṟāvi yaṟātēyeṉ ṟuntīpaṟa
avvurai kēḷātē yuntīpaṟa.

32

turiyaṅ kaṭantavit toṇṭarkkuc cākkiran
turiyamāy niṉṟateṉ ṟuntīpaṟa
tuṟantā ravarkaḷeṉ ṟuntīpaṟa.

33

peṟṟaciṟ ṟiṉpamē pēriṉpa māyaṅkē
muṟṟa varumpari cuntīpaṟa
muḷaiyātu māyaiyeṉ ṟuntīpaṟa.

34

pēriṉpa māṉa piramak kiḻattiyō
ṭō riṉpat tuḷḷāṉeṉ ṟuntīpaṟa
uṉṉaiyē yāṇṭāṉeṉ runtīpaṟa.

35

peṇṭir piṭipōla āṇmakkaḷ pēypōlak
kaṇṭārē kaṇṭāreṉ ṟuntīpaṟa
kāṇātār kāṇāreṉ ṟuntīpaṟa.

36

nālāya pūtamu nātamu moṉṟiṭiṉ
nālā nilaiyāmeṉ ṟuntīpaṟa
nātaṟ kiṭamateṉ ṟuntīpaṟa.

37

ceṉṟa neṟiyellāñ cenneṟi yāmpaṭi
niṉṟa paricaṟin tuntīpaṟa
nīceyal ceyyātē yuntīpaṟa.

38

poṟkoḻuk koṇṭu varakuk kuḻuvateṉ
akkoḻu nīyaṟin tuntīpaṟa
aṟintaṟi yāvaṇṇa muntīpaṟa.

39

atuvitu veṉṉā taṉaittaṟi vākum
atuvitu veṉṟaṟin tuntīpaṟa
aviḻnta caṭaiyāreṉ ṟuntīpaṟa.

40

avaṉiva ṉāṉa tavaṉaru ḷālalla
tivaṉava ṉākaṉeṉ ṟuntīpaṟa
eṉṟu mivaṉēyeṉ ṟuntīpaṟa,

41

mutti mutalukkē mōkak koṭipaṭarn
tatti paḻuttateṉ ṟuntīpaṟa
appaḻa muṇṇātē yuntīpaṟa.

42

aṇṭa mutalā maṉaittaiyu muṭkoṇṭu
koṇṭattaik koḷḷātē yuntīpaṟa
kuṟaivaṟṟa celvameṉ ṟuntīpaṟa.

43

kāyattuḷ meyññāṉak kaḷḷuṇṇa māṭṭātē
māyakkaḷ ḷuṇṭāreṉ ṟuntīpaṟa
vaṟaṭṭup pacukkaḷeṉ ṟuntīpaṟa.

44

cintaiyi ṉuḷḷumeṉ ceṉṉiyi ṉuñcēra
vantavar vāḻkaveṉ ṟuntīpaṟa
maṭavā ḷuṭaṉēyeṉ ṟuntīpaṟa.

45

vaiya muḻutu malakkayaṅ kaṇṭiṭum
uyyavan tāṉurai yuntīpaṟa
uṇmai yuṇarntāreṉ ṟuntīpaṟa.

Schlussformel

tirucciṟṟampalam

Tiruvundiyar in tamilischer Schrift

Vollständiger Grundtext nach Project Madurai, Verse 1–45. Fußnotenziffern sind entfernt; die Lesarten, auf denen einzelne deutsche Übersetzungsentscheidungen beruhen, stehen unter Textfragen und Erläuterungen.

1

அகளமா யாரு மறிவரி தப்பொருள்
சகளமாய் வந்ததென் றுந்தீபற
தானாகத் தந்ததென் றுந்தீபற.

2

பழக்கந் தவிரப் பழகுவ தன்றி
உழப்புவ தென்பெணே யுந்தீபற
ஒருபொரு ளாலேயென் றுந்தீபற,

3

கண்டத்தைக் கொண்டு கரும முடித்தவர்
பிண்டத்தில் வாராரென் றுந்தீபற
பிறப்பிறப் பில்லையென் றுந்தீபற.

4

இங்ங னிருந்ததென் றெவ்வண்ணஞ் சொல்லுகேன்
அங்ங னிருந்ததென் றுந்தீபற
அறிவு மறிவதென் றுந்தீபற.

5

ஏகனு மாகி யநேகனு மானவன்
நாதனு மானானென் றுந்தீபற
நம்மையே யாண்டனென் றுந்தீபற.

6

நஞ்செய லற்றிந்த நாமற்ற பின்நாதன்
தன்செய றானேயென் றுந்தீபற
தன்னையே தந்தானென் றுந்தீபற.

7

உள்ள முருகி லுடனாவ ரல்லது
தெள்ள வரியரென் றுந்தீபற.
சிற்பரச் செல்வரென் றுந்தீபற.

8

ஆதாரத் தாலே நிராதாரத் தேசென்று
மீதானத் தேசெல்க வுந்தீபற
விமலற் கிடமதென் றுந்தீபற.

9

ஆக்கிலங் கேயுண்டா யல்லதங் கில்லையாய்ப்
பார்க்கிற் பரமதென் றுந்தீபற
பாவனைக் கெய்தாதென் றுந்தீபற.

10

அஞ்சே யஞ்சாக வறிவே யறிவாகத்
துஞ்சா துணர்ந்திருந் துந்தீபற
துய்ய பொருளீதென் றுந்தீபற.

11

தாக்கியே தாக்காது நின்றதோர் தற்பரன்
நோக்கிற் குழையுமென் றுந்தீபற
நோக்காமல் நோக்கவென் றுந்தீபற.

12

மூலை யிருந்தாரை முற்றத்தே விட்டவர்
சாலப் பெரியரென் றுந்தீபற
தவத்திற் றலைவரென் றுந்தீபற.

13

ஓட்டற்று நின்ற வுணர்வு பதிமுட்டித்
தேட்டற் றிடஞ்சிவ முந்தீபற
தேடு மிடமதன் றுந்தீபற.

14

பற்றை யறுப்பதோர் பற்றினைப் பற்றிலப்
பற்றை யறுப்பரென் றுந்தீபற
பாவிக்க வாராரென் றுந்தீபற.

15

கிடந்த கிளவியைக் கிள்ளி யெழுப்பி
உடந்தை யுடனேநின் றுந்தீபற
உன்னையே கண்டதென் றுந்தீபற.

16

உழவா துணர்கின்ற யோகிக ளொன்றோடுந்
தழுவாமல் நிற்பரென் றுந்தீபற
தாழ்மணி நாவேபோ லுந்தீபற.

17

திருச்சிலம் போசை யொலிவழி யேசென்று
நிருத்தனைக் கும்பிடென் றுந்தீபற
நேர்பட வங்கேநின் றுந்தீபற.

18

மருளுந் தெருளு மறக்கு மவன்கண்
அருளை மறவாதே யுந்தீபற
அதுவேயிங் குள்ளதென் றுந்தீபற.

19

கருது வதன்முன் கருத்தழியப் பாயும்
ஒருமகள் கேள்வனென் றுந்தீபற
உன்ன வரியனென் றுந்தீபற.

20

இரவு பகலில்லா வின்ப வெளியூடே
விரவி விரவிநின் றுந்தீபற
விரைய விரையநின் றுந்தீபற.

21

சொல்லும் பொருள்களுஞ் சொல்லா தனவுமங்
கல்லனா யானானென் றுந்தீபற
அம்பிகை பாகனென் றுந்தீபற.

22

காற்றினை மாற்றிக் கருத்தைக் கருத்தினுள்
ஆற்றுவ தாற்றலென் றுந்தீபற
அல்லாத தல்லலென் றுந்தீபற.

23

கள்ளரோ டில்ல முடையார் கலந்திடில்
வெள்ள வெளியாமென் றுந்தீபற
வீடு மெளிதாமென் றுந்தீபற.

24

எட்டுக்கொண் டார்தமைத் தொட்டுக்கொண் டேநின்றார்
விட்டா ருலகமென் றுந்தீபற
வீடேவீ டாகுமென் றுந்தீபற.

25

சித்தமுந் தீய கரணமுஞ் சித்திலே
ஒத்ததே யொத்ததென் றுந்தீபற
ஒவ்வாத தொவ்வாதென் றுந்தீபற.

26

உள்ளும் புறம்பும் நினைப்பறி னுன்னுள்ளே
மொள்ளா வமுதாமென் றுந்தீபற
முளையாது பந்தமென் றுந்தீபற.

27

அவிழ விருக்கு மறிவுட னின்றவர்க்
கவிழுமிவ் வல்லலென் றுந்தீபற.
அன்றி யவிழாதென் றுந்தீபற.

28

வித்தினைத் தேடி முளையைக்கை விட்டவர்
பித்தேறி னார்களென் றுந்தீபற
பெறுவதங் கென்பெணே யுந்தீபற.

29

சொல்லு மிடமன்று சொல்லப் புகுமிடம்
எல்லை சிவனுக்கென் றுந்தீபற
என்றானா மென் சொல்கோ முந்தீபற.

30

வீட்டி லிருக்கிலென் னாட்டிலே போகிலென்
கூட்டில்வாட் சாத்திநின் றுந்தீபற
கூடப்ப டாததென் றுந்தீபற.

31

சாவிபோ மற்றச் சமயங்கள் புக்குநின்
றாவி யறாதேயென் றுந்தீபற
அவ்வுரை கேளாதே யுந்தீபற.

32

துரியங் கடந்தவித் தொண்டர்க்குச் சாக்கிரந்
துரியமாய் நின்றதென் றுந்தீபற
துறந்தா ரவர்களென் றுந்தீபற.

33

பெற்றசிற் றின்பமே பேரின்ப மாயங்கே
முற்ற வரும்பரி சுந்தீபற
முளையாது மாயையென் றுந்தீபற.

34

பேரின்ப மான பிரமக் கிழத்தியோ
டோ ரின்பத் துள்ளானென் றுந்தீபற
உன்னையே யாண்டானென் ருந்தீபற.

35

பெண்டிர் பிடிபோல ஆண்மக்கள் பேய்போலக்
கண்டாரே கண்டாரென் றுந்தீபற
காணாதார் காணாரென் றுந்தீபற.

36

நாலாய பூதமு நாதமு மொன்றிடின்
நாலா நிலையாமென் றுந்தீபற
நாதற் கிடமதென் றுந்தீபற.

37

சென்ற நெறியெல்லாஞ் செந்நெறி யாம்படி
நின்ற பரிசறிந் துந்தீபற
நீசெயல் செய்யாதே யுந்தீபற.

38

பொற்கொழுக் கொண்டு வரகுக் குழுவதென்
அக்கொழு நீயறிந் துந்தீபற
அறிந்தறி யாவண்ண முந்தீபற.

39

அதுவிது வென்னா தனைத்தறி வாகும்
அதுவிது வென்றறிந் துந்தீபற
அவிழ்ந்த சடையாரென் றுந்தீபற.

40

அவனிவ னான தவனரு ளாலல்ல
திவனவ னாகனென் றுந்தீபற
என்று மிவனேயென் றுந்தீபற,

41

முத்தி முதலுக்கே மோகக் கொடிபடர்ந்
தத்தி பழுத்ததென் றுந்தீபற
அப்பழ முண்ணாதே யுந்தீபற.

42

அண்ட முதலா மனைத்தையு முட்கொண்டு
கொண்டத்தைக் கொள்ளாதே யுந்தீபற
குறைவற்ற செல்வமென் றுந்தீபற.

43

காயத்துள் மெய்ஞ்ஞானக் கள்ளுண்ண மாட்டாதே
மாயக்கள் ளுண்டாரென் றுந்தீபற
வறட்டுப் பசுக்களென் றுந்தீபற.

44

சிந்தையி னுள்ளுமென் சென்னியி னுஞ்சேர
வந்தவர் வாழ்கவென் றுந்தீபற
மடவா ளுடனேயென் றுந்தீபற.

45

வைய முழுது மலக்கயங் கண்டிடும்
உய்யவந் தானுரை யுந்தீபற
உண்மை யுணர்ந்தாரென் றுந்தீபற.

Schlussformel

திருச்சிற்றம்பலம்

Werk, Autor und Lehren des Tiruvundiyar

Uyyavanta Devanayanar und die Überlieferung

Als Verfasser gilt Uyyavanta Devanayanar aus Tiruviyalur; sein Name begegnet auch als Uyyavanta Tēva Nāyaṉār und Uyyavantha Devanayanar. Die herkömmliche Datierung nennt das Jahr 1147. Sie wird hier als überlieferte zeitliche Einordnung wiedergegeben; eine unabhängig gesicherte Lebensbeschreibung des Autors lässt sich aus den herangezogenen Quellen nicht gewinnen. Der Schlussvers nennt Uyyavantan selbst.[3][2]

In der späteren Überlieferung der vierzehn Meykanda-Schriften bildet Tiruvundiyar zusammen mit Tirukalitrupadiyar einen frühen Zugang zur Lehre des Shaiva Siddhanta. Beide Werke gehen der systematischen Darstellungsweise des Sivajnana Bodham voraus. Das eng verwandte Tirukalitrupadiyar entfaltet zahlreiche Gedanken und Bilder des Tiruvundiyar weiter; es wird Uyyavanta Devanayanar aus Tirukkadavur zugeschrieben. Die gleichlautenden Autorennamen sollten nicht zu einer Gleichsetzung der Personen führen.[3][2]

Titel, Versform und Refrain

Tiru ist eine ehrende Bezeichnung des Heiligen. Unti verweist auf eine traditionelle Spielform mit hüpfender Bewegung; der Ruf untī paṟa begleitet das Sich-Erheben. In Tiruvundiyar verbindet sich diese Liedform mit spiritueller Unterweisung. Die drei Zeilen einer Strophe tragen jeweils einen Gedanken, der durch den zweimaligen Refrain in Bewegung kommt. Die Form wird als kalittāḻicai bezeichnet.[4]

„Schwing dich empor!“ ist eine deutsche sinngemäße Wiedergabe dieses Spiel- und Liedrufes. Sie lädt zur inneren Teilnahme ein. Der Ruf enthält für sich genommen keine technische Anweisung zum Atem, zu einem Chakra oder zum Aufsteigen der Kundalini.

Gnade: Die Wahrheit kommt dem Menschen entgegen

Tiruvundiyar beginnt mit einer Bewegung vom Göttlichen zum Menschen. Die schwer erkennbare, gestaltlose Wirklichkeit erscheint in Gestalt und schenkt sich selbst. Der Kommentar bezieht dies auf das Wirken des Guru.[4] Die Erkenntnis beginnt damit, dass der Mensch sich ansprechen und verwandeln lässt. Vers 6 beschreibt die Vollendung dieser Bewegung: Der Anspruch auf ein ausschließlich eigenes Wirken tritt zurück, und das Handeln wird als Wirken des Herrn erfahren.

Das tamilische aruḷ, Gnade, trägt diesen Weg. In Vers 18 bleibt sie gegenwärtig, während Verwirrung und begriffliche Klarheit überschritten werden. Gnade ist hier keine Belohnung für geistige Anstrengung. Sie ermöglicht eine Erkenntnis, die sich der Mensch durch angestrengtes Vorstellen allein nicht verschaffen kann.

Pati, Pashu und Pasha: Gott, Seele und Bindung

Für das Verständnis des Shaiva Siddhanta sind Pati, der göttliche Herr, Pashu, die gebundene Seele, und Pasha, die Bindung, grundlegend. Tiruvundiyar entfaltet diese Beziehung vor allem in Bildern: Fesseln lösen sich, ein verborgenes Wesen tritt in die Weite, der Geist findet Ruhe, eine Ranke droht den Weg zur Befreiung zu überwuchern.

Die Nähe zu Shiva beruht auf seiner Gnade. Besonders Vers 40 hält fest, dass die Seele das Göttliche allein durch diese Gnade verwirklicht. Zugleich bleibt die Seele auch in der Befreiung auf Shiva bezogen. Vellaivaranar betont, dass ihre Verbindung mit ihm die Beziehung zwischen göttlichem Herrn und Seele bewahrt. Diese Verbindung von innigster Nähe und bleibender Bezogenheit prägt die Eigenart des Shaiva Siddhanta.[5]

Shiva und Shakti: eine untrennbare Gegenwart

Ardhanarishvara mit einer männlichen Shiva-Hälfte und einer weiblichen Parvati-Hälfte, begleitet von Stier und Löwe
Ardhanarishvara veranschaulicht die Untrennbarkeit von Shiva und Shakti. Tiruvundiyar spricht von Ambika als Shivas Hälfte und von der gemeinsamen Seligkeit des göttlichen Paares.

In Vers 21 ist Ambika Shivas eine Hälfte; in Vers 34 verweilt er mit der göttlichen Herrin in einer einzigen Seligkeit. Die abschließende Segensstrophe schließt seine Gefährtin ausdrücklich ein. Diese Stellen bewahren die persönliche, hingebungsvolle Sprache des Werkes: Das höchste Bewusstsein wird zugleich als Herr und als lebendige Beziehung zu seiner Shakti erfahren.

Yoga, innerer Klang und Turiya

Tiruvundiyar kennt einen Weg von gestützter Sammlung zum Stützenlosen (Vers 8), Atemlenkung (Vers 22) und die Ausrichtung auf den inneren Klang (Vers 17). Der Text stellt die innere Reifung dieser Übungen in den Zusammenhang von Gnade und Erkenntnis. Seine knappen Bilder ersetzen keine ausführliche Lehranweisung.

Turiya, der „vierte“ Bewusstseinszustand, wird in Vers 32 mitten in den Wachzustand hineingenommen. Geistige Sammlung soll das Leben durchdringen. Die Unruhe des Suchens weicht einer Aufmerksamkeit, die auch im Handeln gegenwärtig bleiben kann. Deshalb ergänzt das Werk das Studium von Tirumantiram, Unmai Neri Vilakkam, Tiruvarutpayan und Sivaprakasam auf besonders anschauliche Weise.

Einführung in Tiruvundiyar auf Tamil

Der Vortrag „திருவுந்தியார் பகுதி -1“ mit Madhusudhanan Kalaichelvan führt auf Tamil in das Werk ein. Er ist als ergänzende Darlegung aufgeführt; die deutsche Übersetzung dieses Artikels wurde am geschriebenen Tamiltext erarbeitet.

Tiruvundiyar für Meditation und Alltag

Eine Frau in weißer Kleidung meditiert im Grünen unter Bäumen
Stilles Verweilen und wache Hingabe: Die folgenden Übungen sind heutige Anregungen zu ausgewählten Versen des Tiruvundiyar.

Die folgenden fünf Anregungen übertragen Gedanken des Tiruvundiyar in eine heutige, einfache Übung. Sie sind von der Übersetzung und den traditionellen Deutungen zu unterscheiden. Weitere Grundlagen findest du in den Einführungen zu Yoga und Meditation.

1. Mit einem weichen Herzen beginnen – Vers 7

Setze dich für einige Minuten ruhig hin. Erinnere dich an einen Menschen, dem du dankbar bist, oder an eine Erfahrung von Güte. Lasse die Erinnerung dein Herz berühren. Wende dich dann mit dieser Offenheit an Shiva oder an die von dir verehrte Gestalt des Göttlichen. Du musst keine besondere Erfahrung herstellen; beginne mit aufrichtiger Hingabe.

2. Eine Gewohnheit durch eine gute Gewohnheit verwandeln – Vers 2

Wähle eine kleine, wiederkehrende Regung, etwa eine ungeduldige Antwort. Verbinde sie mit einer neuen Handlung: innehalten, einmal ruhig ausatmen, dann bewusst sprechen. Die Beständigkeit einer freundlichen Übung kann mehr verändern als ein großer Vorsatz, den du bald wieder vergisst.

3. Hören und still werden – Verse 16 und 17

Höre zunächst die Geräusche deiner Umgebung. Lass sie kommen und gehen. Richte dich anschließend auf die Stille zwischen den Geräuschen aus. Wenn du ein vertrautes Mantra rezitierst, bleibe danach einige Augenblicke still. Die Übung nimmt das Bild vom ruhenden Klöppel auf; sie setzt kein besonderes inneres Klangphänomen voraus.

4. Das eigene Tun darbringen – Verse 6 und 37

Widme eine Aufgabe bewusst dem Göttlichen: eine Mahlzeit zubereiten, einen Raum ordnen oder jemandem aufmerksam zuhören. Arbeite sorgfältig und lasse den Wunsch nach persönlicher Anerkennung für einen Augenblick zurücktreten. So lässt sich Karma Yoga mit dem Gedanken verbinden, sich als Werkzeug der Gnade zu verstehen.

5. Klarheit in den Alltag mitnehmen – Vers 32

Beende deine Meditation ohne Hast. Spüre, wie du sitzt, wie du aufstehst und wie du die ersten Schritte gehst. Nimm die gewonnene Ruhe in die nächste Begegnung mit. Die praktische Frage lautet: Kann ich auch während des Sprechens, Zuhörens und Handelns innerlich wach bleiben?

Video: Meditation in der beobachtenden Haltung

Die Yoga-Vidya-Anleitung „Meditation Sakshi Bhav mit Shivakami“ unterstützt die Übung wacher Selbstbeobachtung. Sie ergänzt die heutige Praxisbetrachtung; sie ist keine traditionelle Auslegung des Tiruvundiyar.

Ein Herz, das sich der Gnade öffnet

Tiruvundiyar führt das Suchen immer wieder zum einfachen, wachen Verweilen zurück. Ein Herz, das weich wird; ein Geist, der nicht alles festhalten muss; ein Tun, das sich dem Göttlichen darbringt: In solchen Augenblicken kann die Lehre Gestalt annehmen. Du brauchst die Tiefe der Verse nicht auf einmal auszuschöpfen. Nimm einen Gedanken mit, der dich berührt, und lasse ihn im Leben reifen.

„Schwing dich empor!“ darf dann zum freudigen Erinnerungsruf werden: an die Weite jenseits enger Gewohnheiten, an die stille Kraft der Hingabe und an die Gnade, die dir schon entgegenkommt. Mögen Erkenntnis und Liebe zusammenwachsen, und möge die innere Freiheit, die du erfährst, anderen als Geduld, Freundlichkeit und hilfreiches Handeln begegnen.

Siehe auch

Verwandte tamilische Schriften

Tantra- und Agama-Schriften zum Vergleich

Die folgenden Werke eröffnen weitere Perspektiven auf Shiva, Shakti, Erkenntnis und spirituelle Praxis. Ihre Verlinkung behauptet keine unmittelbare Abhängigkeit des Tiruvundiyar von diesen Schriften.

Personen und Grundbegriffe

Uyyavanta Devanayanar aus Tiruviyalur, Uyyavanta Devanayanar aus Tirukkadavur, Meykandar, Arulnandi Shivacharya, Umapati Shivacharya, Manikkavacakar, Tirumular, Shaiva Siddhanta, Guru, Gnade, Bhakti Yoga, Jnana Yoga, Turiya, Nada, Moksha und Shivoham.

Quellen, Textfragen und Literatur

Textgrundlage und Umfang

Die Ausgabe folgt dem zweiten Werkabschnitt des Project-Madurai-E-Textes Nr. 120: 45 nummerierte Tiruvundiyar-Verse und die anschließende Verehrungsformel Tirucciṟṟampalam. Der davor stehende Tirukalitrupadiyar gehört nicht zum hier übersetzten Werk. Eine gesonderte Eingangsanrufung ist in diesem Tiruvundiyar-Abschnitt nicht enthalten.[2]

Tamil-Schrift und römische Transliteration geben denselben Grundtext wieder. Fußnotenziffern der Vorlage wurden aus den Verszeilen entfernt, Wortabstände vereinheitlicht; die Wortformen und die Reihenfolge bleiben erhalten. Die Wortabstände der Grundfassung folgen teilweise dem Versfluss und trennen daher nicht immer vollständige Wörter. Die Transliteration bewahrt auch diese Besonderheit. Sie ist schriftgetreu und keine phonetische Ausspracheanleitung.

Zum Vergleich wurden die unkommentierte Wikisource-Fassung und die Textfassung auf Shaivam.org herangezogen. Die Verse mit den Anfängen paṟṟai yaṟuppatōr und kiṭanta kiḷaviyaik stehen bei Project Madurai und in der unkommentierten Wikisource-Fassung als 14 und 15, auf Shaivam.org in umgekehrter Reihenfolge. Die Nummerierung dieser Ausgabe bleibt durchgehend diejenige von Project Madurai.[6][7]

Textfragen und Erläuterungen

Die folgenden Hinweise erläutern schwierige Bilder und abweichende Lesarten. Ein Klick auf die Versnummer führt zurück zur deutschen Übersetzung. Bei den Seitenangaben zu Vellaivaranars Kommentar ist die PDF-Seitenzählung der verlinkten Wikisource-Ausgabe gemeint.

  • Vers 3: Die Wendung kaṇṭattaik koṇṭu ist stark verkürzt. „Mithilfe des Erkannten“ nimmt sie als Bezug auf erschlossene Wahrheit. Vellaivaranar bespricht daneben die sichtbare Gestalt des lehrenden Guru als Hilfe zur Lösung der karmischen Bindung. Eine eindeutige Wort-für-Wort-Zuordnung ist damit nicht behauptet.[8]
  • Vers 8: Ātāram und nirātāram bezeichnen Stütze und Stützenlosigkeit. Der verwandte Tirukalitrupadiyar entfaltet die entsprechende Unterscheidung von gestütztem und stützenlosem Yoga. Sie kann auf Meditationsstützen und deren Überschreiten bezogen werden; eine bestimmte Chakra-Abfolge wird in diesem Vers nicht ausgeführt.[2]
  • Vers 9: Project Madurai druckt paramateṉ und nennt als Variante paramataṉṟu, „nicht das Höchste“. Die deutsche Übersetzung folgt ausdrücklich der verneinenden Variante; Tamiltext und Transliteration bewahren die Hauptlesart. Die folgende Aussage über die Unerreichbarkeit durch bloße Vorstellung stützt diese Entscheidung. Ohne die Variante ist die Satzverknüpfung schwer eindeutig wiederzugeben.[2]
  • Vers 10: „Die Fünf“ werden in Vellaivaranars Kommentar als die fünf Silben des Shiva-Mantras verstanden. Er bezieht ihre Bedeutung auf Shiva, seine Kraft, die Seele und die sie bindenden beziehungsweise verhüllenden Mächte. Der Vers selbst schreibt die Mantraformel nicht aus. „Ohne einzuschlafen“ bezeichnet hier geistige Wachheit und nicht den Verzicht auf nötigen Schlaf.[9]
  • Vers 11: Die Wendung nōkkiṟ kuḻaiyum ist bildhaft und auslegungsbedürftig. Vellaivaranar versteht sie so: Wer das Höchste durch das eigene, sich behauptende Erkennen erfassen will, dem entzieht es sich. „Schauen, ohne zu schauen“ heißt in dieser Auslegung, den Anspruch eigener Erkenntnismacht aufzugeben und durch die Gnade zu sehen. Die Übersetzung „entzieht er sich“ folgt diesem Kommentar.[10]
  • Vers 12: Winkel und offener Hof bilden ein Befreiungsbild. Der Kommentar versteht die darin gepriesene Gestalt als Gnaden-Guru, der die begrenzte Seele in die Freiheit göttlicher Erfahrung führt.[11]
  • Vers 14: Der „Halt, der Bindungen löst“, lässt sich im Zusammenhang des Textes als Gnade verstehen. Selbst das Festhalten an der eigenen Leistung des Loslassens soll sich lösen. Das verwandte Tirukalitrupadiyar führt dieses Bild ausdrücklich weiter.[2][12]
  • Vers 15: Project Madurai hat kiḷavi, „Wort, Rede“. Vellaivaranars Ausgabe liest kiḻavi, „Herrin“, und deutet sie auf die zunächst verborgene Gnadenkraft Shivas. Die deutsche Übersetzung folgt dieser Lesart; die Grundfassung in den beiden tamilischen Blöcken bleibt unverändert. Der Wortlaut von Project Madurai ließe sich zunächst als „das ruhende Wort aufwecken“ lesen. Die beiden Lesungen sind deshalb nicht stillschweigend gleichzusetzen.[13]
  • Vers 16: Das Glockenbild zielt auf Ruhe und Nichtanhaften. Vellaivaranar erklärt es mit einer abgestellten Glocke, deren Klöppel keinen Klang erzeugt. „Ohne quälendes Mühen“ beschreibt die gereifte Erkenntnis aus Gnade; damit wird nicht jede vorbereitende Übung verworfen.[14]
  • Vers 23: „Herr des Hauses“ und „Diebe“ werden als Bildworte beibehalten. Im Zusammenhang mit den Versen über Sammlung bietet sich eine Beziehung auf göttliche Gegenwart und ablenkende Sinneskräfte an. Diese Zuordnung ist eine Deutung; der Vers benennt die gemeinten Größen nicht ausdrücklich.
  • Vers 24: „Herr der acht Gestalten“ gibt eṭṭukkoṇṭār wieder, eine Bezeichnung Shivas als Ashtamurti. Die Verbindung zum achtgestaltigen Shiva wird auch im verwandten Tirukalitrupadiyar angesprochen.[2]
  • Vers 25: Die wiederholte Wendung „vereint/unvereint“ ist im Tamilischen bewusst knapp. Die Übersetzung bewahrt diese Gegenüberstellung, ohne eine vollständige Lehre über die Umwandlung der Erkenntniswerkzeuge in die Zeile hineinzuschreiben. Cit, reines Bewusstsein, und cittam, der denkende Geist, sind hier zu unterscheiden.
  • Vers 30: Das Schwert in der Scheide ist ein Bild für das Zurücknehmen einer nach außen greifenden Kraft. Im Zusammenhang wird es auf das eigenmächtige Erkennen bezogen. Die Übersetzung des letzten Satzes als Frage – „Was könnte dir dann unerreichbar sein?“ – folgt dieser Lesart des Gesamtverses; die knappe tamilische Fügung bleibt auslegungsbedürftig.
  • Vers 31: Die Abwertung anderer Glaubenswege gehört zur konfessionellen Rede des historischen Textes. Sie wird vollständig übersetzt. Sie ist kein redaktionelles Urteil über heutige Religionen oder deren Angehörige. Die praktische Anregung, dem gewählten Weg mit Ernsthaftigkeit zu folgen, ist von dieser polemischen Form zu unterscheiden.
  • Vers 35: Das befremdliche Bild verwendet Vorstellungen von Besessenheit. Vellaivaranar bezieht die „Frauen“ auf die Seelen und die „Männer“ auf ihren göttlichen Herrn: Wie ein ergreifender Geist im ergriffenen Menschen wirksam erscheint, soll Shivas Wirken in den Hingebungsvollen gegenwärtig werden. Gemeint ist eine religiöse Analogie, keine allgemeine Aussage über Frauen und Männer.[15]
  • Vers 36: Nālāya pūtam wird mit Vellaivaranar auf Luft beziehungsweise Atem als viertes Element bezogen; nātam auf den subtilen Klang. Seine Fassung hat nālām nilai, „vierter Zustand“, wo Project Madurai nālā nilai bietet. Die deutsche Übersetzung folgt der ausdrücklich als Lesart gekennzeichneten Deutung als Turiya.[16]
  • Vers 38: Die goldene Pflugschar mahnt bildhaft, kostbare Erkenntnis nicht auf geringe Ziele zu beschränken. Das endende „Erkennen“ in der Schlusszeile lässt sich im Zusammenhang als begrenzendes, an Einzelgegenständen haftendes Erkennen verstehen.
  • Vers 39: „Jenes ist dieses hier“ bewahrt die knappe Folge atu itu. Die Zuordnung der hinweisenden Wörter bleibt ohne Kommentar mehrdeutig. Vellaivaranar erläutert sie mithilfe des verwandten Tirukalitrupadiyar: Das allumfassende göttliche Erkennen begegnet dem Menschen in der Gestalt des lehrenden Guru. Diese Deutung knüpft an den ersten Vers des Tiruvundiyar an.[17]
  • Vers 40: Das tamilische avaṉ, „jener/er“, bezeichnet nach Vellaivaranar Shiva; ivaṉ, „dieser“, bezeichnet die Seele. Die Übersetzung setzt diese Bezugswörter zur besseren Verständlichkeit ein. Die Wendung „Shiva ist zu dieser Seele geworden“ beschreibt im Kommentar sein gnadenhaftes Gegenwärtigwerden in ihr; das „Zu-Shiva-Werden“ der Seele ihr Teilhaben an seiner Seligkeit. Die Aussage, dass sie für immer diese Seele bleibt, wahrt ihre bleibende Bezogenheit auf Shiva, auch nach dem Ende der Bindungen.[5]
  • Vers 41: Die Ranke der Verblendung droht selbst den Wunsch nach Befreiung zu überwuchern. Die Feigenfrucht bleibt als Bild erhalten. Das verwandte Tirukalitrupadiyar erweitert es um das Durchtrennen der Ranke durch die Gnade und das Reifen der Befreiungsfrucht.[2]
  • Vers 42: Die doppelte Verwendung von koḷ, „nehmen, erfassen“, lässt sich als Erkennen ohne Aneignung verstehen. „Nicht als Besitz festhalten“ ist diese hier gewählte Deutung, keine zusätzliche Besitzregel des Werkes.
  • Vers 43: „Rauschtrank“ übersetzt das Bildwort kaḷ. Wahre Erkenntnis und Täuschung werden als gegensätzliche Formen des Berauschtseins gegenübergestellt. Die Stelle gibt keine Anweisung zum Konsum berauschender Substanzen.
  • Vers 45: Malakkayam wird mit Vellaivaranar als „Schwinden der Unreinheit“ verstanden. Er nennt auch eine ältere Deutung als „Meer der Unwissenheit“. Die Schlusszeile ist elliptisch: „die die Wahrheit erkannt haben“. Die deutsche Ergänzung in eckigen Klammern folgt dem im Kommentar erläuterten Heilsziel; sie steht nicht als eigenes Verb im Tamiltext. „Unreinheit“ meint spirituelle Bindung und Verhüllung im Sinn von Mala, keine Herabsetzung menschlicher Würde.[18]

Verwendete Quellen und weiterführende Literatur

  1. ↑ 1,0 1,1 Tamil Wiki: திருவுந்தியார், zu Autor, überlieferter Datierung, 45 Versen, Stellung unter den vierzehn Lehrschriften und Beziehung zum gleichnamigen Lied im Tiruvacakam. Abruf: 26. September 2026.
  2. ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7 2,8 Project Madurai: Saiva Siddhantha Sastras – VI: tirukkaLiRRuppaTiyAr and tiruvuntiyAr, E-Text Nr. 120, zweiter Werkabschnitt „திருவுந்தியார்“, Verse 1–45 und Schlussformel. Texterfassung und Korrektur: Vasan Pillai; Webfassung: Kumar Mallikarjunan. Erste Veröffentlichung am 13. Dezember 2001; Unicode-Fassung vom 14. März 2002; Seitenrevision vom 29. August 2021. Abruf: 26. September 2026.
  3. ↑ 3,0 3,1 K. Vellaivaranar: திருவுந்தியார் திருக்களிற்றுப்படியார், PDF-S. 9, Überlieferung zur Lehrerfolge und Datierung des Tiruvundiyar auf 1147. Abruf: 26. September 2026.
  4. ↑ 4,0 4,1 K. Vellaivaranar: திருவுந்தியார் திருக்களிற்றுப்படியார், PDF-S. 23, zu Vers 1, Guru, Liedform, Spiel und Refrain. Abruf: 26. September 2026.
  5. ↑ 5,0 5,1 K. Vellaivaranar: திருவுந்தியார் திருக்களிற்றுப்படியார், PDF-S. 164 und 165, Zuordnung von avaṉ/ivaṉ, Wirken der Gnade und bleibende Beziehung zwischen Shiva und Seele. Abruf: 26. September 2026.
  6. ↑ Tamil Wikisource: திருவுந்தியார், unkommentierter Text mit 45 Versen und Varianten; Seitenstand vom 14. Juli 2010. Zur Kontrolle der Textfolge und ausgewählter Lesarten. Abruf: 26. September 2026.
  7. ↑ Shaivam.org: திருவுந்தியார், 45 Verse unter dem Namen Tiruviyalur Uyyavanta Deva Nayanar. Vergleichsfassung mit abweichender Reihenfolge der Verse 14 und 15. Abruf: 26. September 2026.
  8. ↑ K. Vellaivaranar: திருவுந்தியார் திருக்களிற்றுப்படியார், PDF-S. 29, Deutungen zu kaṇṭattaik koṇṭu. Abruf: 26. September 2026.
  9. ↑ K. Vellaivaranar: திருவுந்தியார் திருக்களிற்றுப்படியார், PDF-S. 59 und 60, Erläuterung zu Vers 10 und zum fünfsilbigen Mantra. Abruf: 26. September 2026.
  10. ↑ K. Vellaivaranar: திருவுந்தியார் திருக்களிற்றுப்படியார், PDF-S. 62, zu nōkkiṟ kuḻaiyum, „Schauen, ohne zu schauen“ und stützenlosem Yoga. Abruf: 26. September 2026.
  11. ↑ K. Vellaivaranar: திருவுந்தியார் திருக்களிற்றுப்படியார், PDF-S. 64, zu Winkel, Hof und Gnaden-Guru. Abruf: 26. September 2026.
  12. ↑ K. Vellaivaranar: திருவுந்தியார் திருக்களிற்றுப்படியார், PDF-S. 71, zur Bindung an die Gnade und zum Zurücktreten des eigenen Erkenntnisanspruchs. Abruf: 26. September 2026.
  13. ↑ K. Vellaivaranar: திருவுந்தியார் திருக்களிற்றுப்படியார், PDF-S. 68 und 69, Lesart kiḻavi und Erläuterung als Shiva-Shakti; dort als Vers 14 gezählt. Abruf: 26. September 2026.
  14. ↑ K. Vellaivaranar: திருவுந்தியார் திருக்களிற்றுப்படியார், PDF-S. 72, zum ruhenden Glockenklöppel und zur mühelosen Erkenntnis. Abruf: 26. September 2026.
  15. ↑ K. Vellaivaranar: திருவுந்தியார் திருக்களிற்றுப்படியார், PDF-S. 136, zur Bildsprache von Vers 35. Abruf: 26. September 2026.
  16. ↑ K. Vellaivaranar: திருவுந்தியார் திருக்களிற்றுப்படியார், PDF-S. 139, Lesart und Erläuterung zu Vers 36. Abruf: 26. September 2026.
  17. ↑ K. Vellaivaranar: திருவுந்தியார் திருக்களிற்றுப்படியார், PDF-S. 163 und 164, Erläuterung der Wendung aṉaittaṟivākum atu itu anhand des Tirukalitrupadiyar und Shivas Erscheinung als Guru. Abruf: 26. September 2026.
  18. ↑ K. Vellaivaranar: திருவுந்தியார் திருக்களிற்றுப்படியார், PDF-S. 183, alternative Deutungen von malakkayam und Ergänzung der elliptischen Schlussaussage. Abruf: 26. September 2026.
  • K. Vellaivaranar (க. வெள்ளைவாரணனார்): திருவுந்தியார் திருக்களிற்றுப்படியார் – tamilischer Kommentar zu beiden Werken. Für diese Ausgabe wurden die jeweils oben verlinkten Seiten der digitalisierten Ausgabe auf Wikisource herangezogen. Sie unterscheiden die überlieferten Bilder und ihre Auslegung ausführlich. Die dortige Rechteinformation weist die digitale Vorlage als CC0 aus.
  • Eine bibliographisch nachgewiesene weitere Ausgabe: K. Vellaivaranar, திருவுந்தியார் திருக்களிற்றுப்படியார்: விளக்கவுரை, Maanavar Pathippagam, Chennai 2014, Band 9 der Werkausgabe. Katalogeintrag der Tamil Digital Library. Diese Ausgabe wird als weiterführende Literatur genannt; sie wurde nicht vollständig mit der Textgrundlage kollationiert.

Die deutsche Übersetzung, Zwischenüberschriften, zusammenfassenden Erläuterungen und heutigen Praxisanregungen wurden für diesen Artikel formuliert. Eine kritische Ausgabe auf Grundlage sämtlicher Handschriften wird damit nicht beansprucht. Die Bilder sind vorhandene Dateien des Yoga-Vidya-Wikis; Angaben zu Urheberschaft und Lizenz stehen auf ihren Dateiseiten. Beide Video-IDs und die vier Seminarfeeds wurden am 26. September 2026 auf Erreichbarkeit geprüft.

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