Padma Samhita Kriyapada Teil 2

Aus Yogawiki

Der Kriyāpāda der Padma Samhita – Teil 2 erklärt die Weihe des Heiligtums und seiner Bilder. In den Kapiteln 24–32 wird aus dem hergestellten Gegenstand ein Ort bewusster Verehrung: durch Vorbereitung, Mantra, Meditation, Herbeirufung und die Bitte um göttliche Gegenwart. Zugleich öffnet sich der Blick vom großen Tempel zur Pūjā im eigenen Haus.

Die stärksten Augenblicke dieser Kapitel liegen oft in schlichten Bitten: Bleibe gegenwärtig; nimm unsere Gabe an; führe uns zum Guten. So wird Weihe als Beziehung verständlich. Neben den Ritualbeschreibungen begegnen dir Gebete, die auch heutige Aspiranten daran erinnern können, sich mit aufrichtigem Herzen zu sammeln.

Eine geschmückte Ganesha-Mūrti nach einer Pūjā: ein heutiges Beispiel liebevoller Darbringung.

Orientierung

Kapitel 24 beschreibt den Ācārya und vorbereitende Keimungsriten; Kapitel 25 den Zeitpunkt, den Weiheraum und die Opfergeräte. Kapitel 26–28 entfalten den Wasser-Adhivāsa, die Augenöffnung, das Ruhelager, den kosmischen Nyāsa und die Installation. Kapitel 29 behandelt Besonderheiten der Avatāras und Göttinnen. Kapitel 30 führt zu Hochzeitsfesten, Hallen, Altären, Küchen und Wasseranlagen. Kapitel 31 weiht einzelne Geräte und die Gebetskette. Kapitel 32 beschließt den Werkbereich mit Hausverehrung, Schmuck, Waffen und Begleitgestalten.


Wichtige Begriffe: Pratiṣṭhā ist die rituelle Installation. Adhivāsa bezeichnet ein vorbereitendes Verweilen beziehungsweise Durchdringenlassen; im Text kann es etwa im Wasser oder auf einem Ruhelager erfolgen. Āvāhana ist die Herbeirufung. Nyāsa ist das rituelle Niederlegen von Lauten, Kräften oder Wirklichkeitsprinzipien. Homa bezeichnet die Feuerdarbringung. Kumbha ist der geweihte Krug, Bali eine Gabe insbesondere an Begleit- und Umgebungswesen. Diese Begriffe werden in ihrem rituellen Zusammenhang erklärt; die spätere spirituelle Einordnung unterscheidet davon heutige Anregungen.

Zur Textgrundlage: Dieser Teil enthält alle vorhandenen nummerierten Quelleinheiten der Kapitel 24–32. Sanskritvarianten und editorische Hinweise stehen weiterhin beim Text. Fehlende Verse werden nicht ergänzt; unvollständige Mantra-Anfänge werden nicht zu vollständigen Formeln ausgebaut. Gegensätzliche Lesarten, etwa bei der Herbeirufung in bewegliche Bilder oder der Richtung des Hausaltars, sind gekennzeichnet. Die hier vorliegenden Gebete sind deshalb von bloßen Mantrabezeichnungen zu unterscheiden.

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IAST und deutsche Übersetzung

Kapitel 24: Der Ācārya und die vorbereitende Keimung

Hinweis zur Quelle: Die Nummern 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 58, 59, 60, 61, 62, 68, 69, 70, 71, 72, 73, 79, 80 fehlen in der Vorlage. Erhaltene Fragmente bleiben stehen.

pādmasaṃhitāyām |
caturviṃśo'dyāyaḥ |
ācāryalakṣaṇāṅgurārpaṇādi |
śrībhāgavān |
ācāryalakṣaṇaṃ brahman kathayāmi yathātathām |
ādau tu brāhmaṇo vidvān pañcarātraparāyaṇaḥ || 1 ||

24.1 Der erhabene Herr sprach: Brahmā, ich beschreibe genau die Merkmale des Ācārya. Zunächst sei er ein gelehrter Brahmane, dem Pāñcarātra ergeben.

itamardhaṃkvacinna |
sarvadoṣavinirmuktamaśeṣaguṇabhājanam |
ācāryaṃ varayetpūrvaṃ tadadhīnā hisiddhayaḥ || 2 ||

24.2 Zuerst wähle man einen Ācārya, der frei von Fehlern und Träger aller guten Eigenschaften ist; denn von ihm hängen die Vollendungen ab.

nyūnātirekanirmuktakalyāṇāvayavaśśuciḥ |
kalyāṇahastaśśrutavān vṛttavān śīlavānapi || 3 ||

24.3 Er besitze wohlgeformte Glieder ohne Mangel oder Übermaß, sei rein, von glückverheißender Hand, gelehrt, von gutem Lebenswandel und Charakter.

āmnāyecandasi tathā brāhmaṇo dharmavatsalaḥ |
paṃca kālavidhānajñastakatkarmaniyataḥ kṣamīḥ || 4 ||

24.4 Er sei in heiliger Überlieferung und Verslehre bewandert, dem Dharma zugetan, kenne die fünf täglichen Kultzeiten, erfülle deren Pflichten und sei geduldig.

jitendriyaḥ praśśrīmānuhāpohavicakṣaṇaḥ |
ṣaṭkarmakṛt ṣaḍadhvajṣañṣaḍaṅgavidalolupaḥ || 5 ||

24.5 Er beherrsche die Sinne, besitze Würde und unterscheidendes Urteilsvermögen, vollziehe die sechs Aufgaben, kenne die sechs Wege und sechs Glieder und sei frei von Habgier.

prabhurdīmān |
ṣoḍaśanyācaturassaumyastiddhāntabhedavit |
ṛjurdayāvān brahmajñatsatyavāk śiṣṭasaṃmataḥ || 6 ||

24.6 Er sei in den sechzehn Nyāsas erfahren, mild, kenne die Unterschiede der Lehrsysteme, sei aufrichtig, mitfühlend, Brahman-kundig, wahrhaftig und von den Verständigen anerkannt. [Die Variante nennt Dharma-Kenntnis.]

dharmajñassatyavāgiṣṭa karmakṛt |
vyākhyātā dhṛtimānāryaḥ pūrvabhāṣī priyaṃvadaḥ |
smitapūrvābhibhāṣī ca sātviko nyāyavittamaḥ || 7 ||

24.7 Er könne erklären, besitze Standfestigkeit und edle Haltung, gehe freundlich auf andere zu, spreche angenehm und mit einem Lächeln, sei sattvig und kundig im rechten Urteil.

darśanīyo yuvā vādi vā deṣu ca vicakṣaṇaḥ |
kuśāgrīyamatiśśāntaḥ nītijñodeśakālavit || 8 ||

24.8 Er sei ansehnlich, jung, redegewandt und in Auseinandersetzungen erfahren, von scharfem Verstand, friedvoll und mit angemessenem Verhalten, Ort und Zeit vertraut. [Die Variante ergänzt Dankbarkeit.]

kṛtajñaḥ kāladeśavit |
anasūyo jitadvandvassamassarveṣu jantuṣu |
vyasanābhyudaye śaśvadekarūpassadavyayaḥ || 9 ||

24.9 Er sei ohne Missgunst, habe die Gegensatzpaare überwunden, begegne allen Wesen gleich und bleibe in Unglück wie Erfolg beständig derselbe.

mitabhāṣī dhyānaparo dvādaśākṣaracintakaḥ |
mānasārādhanaparaḥ paṃcarātraparāyaṇaḥ || 10 ||

24.10 Er spreche maßvoll, widme sich der Meditation und der Betrachtung des zwölfsilbigen Mantras, pflege innere Verehrung und sei dem Pāñcarātra ergeben.

svatantro vṛddhasevī ca rūpavānapi cāstikaḥ |
abrahmanindakassarvasmṛtimān kīrtimānapi || 11 ||

24.11 Er sei selbständig, diene den Älteren, von guter Erscheinung und gläubig, schmähe das Heilige nicht, besitze gutes Gedächtnis und guten Ruf. [Die Variante nennt Schamgefühl beziehungsweise sittliche Zurückhaltung.]

trapāvānapi |
sarvāpavādanirmaktassarvakalyāṇalakṣaṇaḥ |
sarvaśāstrārthavettā ca dīkṣitaścakramaṇḍale || 12 ||

24.12 Er sei frei von übler Nachrede, mit allen guten Merkmalen versehen, kenne die Bedeutung der Lehrwerke und sei im Cakra-Maṇḍala eingeweiht.

sarvavyādivinirmuktaḥ |
gṛhastho brahmacārī ca vānaprastho'thavā bhavet |
adhikārī bhavedeṣa yathoktaguṇabhājanam || 13 ||

24.13 Er kann Hausvater, Brahmacārin oder Waldeinsiedler sein. Wer die genannten Eigenschaften besitzt, ist befugt.

ācāryatve tathārtvihye tādṛśāneva bhūsurān |
guṇaissarvaissamuditān karmanirvahaṇakṣamān || 14 ||

24.14 Für das Lehreramt und die Opferpriesterschaft wähle man solche Brahmanen, die diese Eigenschaften vereinen und die Handlungen durchführen können.

varayedguruṇā sārdhaṃ yajamānaḥ prayatnavān |
vaṭuryuvā samovṛddhaścaturthāparikathyate || 15 ||

24.15 Der sorgfältige Stifter wähle sie gemeinsam mit dem Guru. Als vier Altersstufen werden Knabe, Junger, Mittlerer und Alter genannt. [Die anschließende Erläuterung fehlt.]

sarvaṃ yajamānassabhajayan pratiṣṭhādiṣu karmasu || 26 ||

24.26 [Nach einer großen Lücke:] Der Stifter ehre alle bei den Handlungen der Installation und den weiteren Riten.

karṣaṇādiṣu |
prāgeva vāpayedbījān aṅkurārthaṃ yathāvidhi |
dvādaśāhe navāhe vā sastāhe pañcame'hani || 27 ||

24.27 Schon vorher säe man vorschriftsgemäß Samen für die Keimung aus: zwölf, neun, sieben oder fünf Tage

tṛtīye'hani vā kuryātkarmārambhadinaṃ prati |
pālikasu śarāveṣu ghaṭikāsu ca vāpayet || 28 ||

24.28 oder drei Tage vor Beginn der Haupthandlung. Man säe in Pālikā-Gefäße, Śarāva-Schalen oder Ghaṭikā-Gefäße.

aṅgurāṇi praśastāni pātreṣu trividheṣvapi |
sāṅgulaṃ hastamutsedhaṃ pālikānāmathānanam || 29 ||

24.29 Die Keimung ist in allen drei Gefäßtypen geeignet. Für die Pālikā-Höhe nennt die Vorlage einen Hasta mit einem zusätzlichen Aṅgula; ihre Öffnung

ṣoḍaśāṅgulavistāraṃ bilaṃ saptāṃgulaṃ bhavet |
pādapīṭhasya vistāra madhaścaivāṃgulaṃ bhavet || 30 ||

24.30 ist sechzehn Aṅgulas breit, der Innenraum sieben. Für den unteren Standfuß wird eine beschädigte Aṅgula-Angabe genannt; die Variante bietet acht.

madhaścāṣṭāṅgulam |
unmattakusumākāraṃ vaktramambojasannibham |
dvāviṃśāṃgula māyāmo ghaṭikānāṃprakīrtitaḥ || 31 ||

24.31 Die Mündung gleiche einer Unmatta-Blüte beziehungsweise einem Lotus. Die Ghaṭikā ist zweiundzwanzig Aṅgulas hoch.

mutsedhaṃ |
ghaṭikāḥ pañcavaktrāssyustanmadhye tu ghuṭākṛtiḥ |
ṣaḍaṅgulaṃ ca vistirṇaṃ etānāṃ madhyamaṃ mukham || 32 ||

24.32 Sie besitzt fünf Öffnungen, die Mitte ist krugförmig. Die mittlere Öffnung ist sechs Aṅgulas breit,

catuṣṭayaṃ caturdikṣu caturaṃgulamānanam |
viṃśatyaṃgulamutsedhaṃ vistāraṃ dvādaśāṃgulam || 33 ||

24.33 die vier seitlichen in den vier Richtungen je vier. Zwanzig Aṅgulas Höhe und zwölf Breite

śarāveṣu vijānīyādyadvā mānaṃ yathāvasu |
hemādi lohajāssarvāḥ mṛṇmayā vā yathāvasu || 34 ||

24.34 gelten für die Śarāva-Schale; oder man bemesse sie nach den Mitteln. Alle Gefäße können aus Gold und weiteren Metallen oder aus Ton bestehen.

hemādiyathāvanu itvardhaṃkvacinna |
ṣaṭtriṃśatpālikāścaiva ṣaṭtriṃśadghaṭi kāstathā |
śarāvāścāpi ṣaṭtriṃśadevamaṣṭottaraṃ śatam || 35 ||

24.35 Sechsunddreißig Pālikās, ebenso viele Ghaṭikās und Śarāvas ergeben einhundertacht Gefäße.

uttamā kl ptiruditā jaghanyā kl ptirucyate |
pratyekaṃ ṣoḍaśa grāhyā bhaveyurdvādaśāpi vā || 36 ||

24.36 Dies ist die vorzügliche Ausstattung. Für geringere Ausführungen nehme man von jeder Art sechzehn, zwölf,

aṣṭau vā syuścatasro vā śarāvaghaṭapālikāḥ |
sarvārthe pālikā yadvāṣoḍaśāṣṭau yathābalam || 37 ||

24.37 acht oder vier. Oder man verwende für alle Zwecke allein Pālikās, sechzehn oder acht nach Vermögen,

catasro vā tatastāsu maṅgalāṅgulakalpanā |
ayugmā mānuṣe kāryā daiveyugmāstu pālikāḥ || 38 ||

24.38 auch vier, und lasse darin die glückverheißenden Keime wachsen. Für menschliche Riten sei ihre Zahl ungerade, für göttliche gerade.

aṅgulāvāpanastāne maṇḍapaṃ parikalpayet |
śubhe vivikte'bhimate deśe vai deśi kottamaḥ || 39 ||

24.39 Der vorzügliche Lehrer errichte für die Aussaat eine Halle an einem günstigen, abgeschiedenen, geeigneten Ort,

caturdikṣu caturdvāraṃ caturvadanamālikam |
darbhamālāparikṣiptaṃ muktādāmavirājitam || 40 ||

24.40 mit vier Eingängen in den vier Richtungen, vier Fronten, Darbhagirlanden und Perlenketten,

vitānakṣaumavistāraṃ gomayāliptabhūtalaṃ |
pradīpamālāvitatamakṣataiścāpinarvataḥ || 41 ||

24.41 mit einem ausgebreiteten Stoffbaldachin, mit Kuhdung bestrichenem Boden, Lampenreihen und ungebrochenen Reiskörnern ringsum,

vitata |
sudhācūrṇaiśca dhavalai ścitritābhyantarasthalam |
maṇḍapaṃ kalpayitvaivaṃ gṛhṇiyāttatramṛttikām || 42 ||

24.42 im Innern mit weißem Kalkpulver verziert. Nach der Einrichtung der Halle beschaffe man die Erde.

khanitraṃ kṣālayitvādbhirācchādya navavāsasā |
viṣvaksenamatho vāpi vainateyamathāpivā || 43 ||

24.43 Man wasche das Grabwerkzeug mit Wasser und umhülle es mit neuem Stoff; Viṣvaksena oder Vainateya

viṣvaksenamathāpivā ityardhaṃkvacinna dṛśyate |
sumanobhiralaṃkṛtya ṛtvigbhirvāhayedguruḥ |
gajaskandhaṃ rathaṃ vāśva mārūḍho vāhako nayet || 44 ||

24.44 schmücke man mit Blumen und lasse die Opferpriester die vorbereiteten Gegenstände tragen. Der Träger kann auf einem Elefanten, Wagen oder Pferd ausziehen,

chatradhvajapatākābhissārdha maṅgurabhājanaiḥ |
trividhairmaṅgalaistūryaiṃ rapicodghoṣyasarvataḥ || 45 ||

24.45 mit Schirmen, Bannern, Fahnen und den Keimgefäßen, während dreierlei glückverheißende Instrumente ringsum erklingen.

bhaktairbhāgavataissārdhaṃ yatibhirmunibhistathā |
niṣkramya śākunaṃ sūktaṃ pāṭhayan bhahvṛcānapi || 46 ||

24.46 Zusammen mit Bhāgavata-Verehrern, Entsagten und Weisen ziehe man aus; die Ṛgveda-Kundigen rezitieren das Śākuna-Sūkta.

prācīmudīcīṃ vā dūrāṃ diśaṃgatvā manohare |
śucau deśe mṛdaṃ śuddhāṃ khanitreṇa samuddharet || 47 ||

24.47 Man begebe sich weiter nach Osten oder Norden an einen schönen, reinen Ort und hebe dort mit dem Werkzeug reine Erde aus.

astramantreṇa dharaṇīṃ saṃprokṣya prathamaṃ guruḥ |
mahīsūktena saṃspṛśya dhāyanne kāgracetasā || 48 ||

24.48 Zuerst besprenge der Guru die Erde mit dem Astra-Mantra, berühre sie mit dem Mahī-Sūkta und meditiere mit gesammeltem Geist

mūrtiṃ devasya vārāhīṃ abhyarca kusumairbhuvam |
astrāmbunā praukṣitena puṣperabhyarcitena ca || 49 ||

24.49 über die Ebergestalt des Gottes. Er verehre die Erde mit Blumen; das Grabwerkzeug sei mit Astra-Wasser besprengt und mit Blumen verehrt.

khanitreṇa khanedbhūmiṃ prāṅmukhaḥ kroḍavidyayā |
astrārcitena ca idamapyardhaṃ kośāntarenāsti |
lohaje bhājane mṛtsnāṃ vetraje vātha bhājane || 50 ||

24.50 Nach Osten gewandt grabe er mit der Varāha-Formel. Die Erde gebe man in ein Metallgefäß oder einen geflochtenen Behälter,

gṛhītvā mulamantreṇa veṣṭayitvā ca vāsasā |
pratyagreṇa tathā nadyā vālukān gomayāṃ stathā || 51 ||

24.51 unter dem Mūlamantra, und hülle ihn in neuen Stoff. Ebenso beschaffe man Flusssand und Kuhdung

gokulātpūrvanatpātre gṛhītvā cchādya cāṃśukaiḥ |
yāne haye gaje vāpi samāropya guruspvayam || 52 ||

24.52 von einem Rinderplatz, gebe beides in Gefäße und decke es mit Stoff zu. Man lade alles auf Fahrzeug, Pferd oder Elefant; der Guru selbst

ṛtvigbhissahitaistūktamadhīyānaiśca śākulam |
gajerathe |
śrīsūktaṃ bhūmisūktaṃ ca tūryāṇyapi ca ghoṣayet || 53 ||

24.53 ziehe mit den Opferpriestern zurück, die Śākuna-, Śrī- und Bhūmi-Sūkta rezitieren, während Instrumente erklingen.

gatvā pradakṣiṇaṃ grāmaṃ praviśenmaṇṭapaṃ tataḥ |
ācāryāmūrtipāścaiva nūtanakṣaumavāsasaḥ || 54 ||

24.54 Nach rechtsläufiger Umschreitung der Siedlung betrete man die Halle. Ācārya und Mūrtipālas tragen neue feine Gewänder,

kṛtannānaḥ kṛtāhnikaḥ |
sottarīyāssvalaṃkārāssoṣṇīṣāssāṅgulīyakāḥ |
surabhīkṛtasarvāṅgāssragviṇo mṛṣṭakuṇṭalāḥ || 55 ||

24.55 Obergewänder, Schmuck, Turbane, Ringe, Duftsalben und Girlanden; ihr Haar ist gepflegt.

śvetayā mṛtsnayā samyakparikṣiptordhvapuṇḍrakāḥ |
pavitrapāṇayassnātāḥ prāṇāyāmaparāyaṇāḥ || 56 ||

24.56 Mit weißer Erde haben sie sorgfältig die aufrechten Stirnzeichen aufgetragen; sie tragen Pavitra-Grasringe, sind gebadet und widmen sich dem Prāṇāyāma.

śvetakāḥ idamardhaṃ kvacinna yathātatham |
tadarthamarthayitvā tu yajamānasamanvitāḥ || 57 ||

24.57 [Beschädigter Anschluss:] Nachdem sie um das für diesen Zweck Erforderliche gebeten haben, gemeinsam mit dem Stifter …

yathāyatham dvādaśaivetarāṇu syuśśarāvaghaṭapālikāḥ || 63 ||

24.63 [Nach einer Lücke:] jeweils zwölf der anderen Schalen, Krüge und Pālikās. [Die vorausgehende Grundrissanordnung fehlt.]

dvādaśaitetarāṇi |
aṣṭau ca catvāriṃśacca yadvā sūtrāṇi kalpayet |
navaiva dviprakārāṇi ṣaṭ triṃśatpālikādayaḥ || 64 ||

24.64 Oder man lege achtundvierzig Schnüre an; neun in jeder der beiden Richtungen werden für sechsunddreißig Pālikās und weitere Gefäße genannt. [Die Linien- und Gefäßzahlen sind in der erhaltenen Fassung nicht sicher aufeinander abzustimmen.]

prāgāyatāni nava vā udhīcīnāyatāni ṣaṭ |
caturviṃśatipātrāṇi yadvā prāgayatāni ca || 65 ||

24.65 Oder neun nach Osten und sechs nach Norden verlaufende Schnüre für vierundzwanzig Gefäße; für die Anordnung von zwölf

catvāri sūtrāṇyanyāni paṃca dvādaśa kalpane |
sarvārthapakṣe prathame paṃcaiva dpividhānyapi || 66 ||

24.66 vier Schnüre in der einen und fünf in der anderen Richtung. Bei der ersten, alle Zwecke umfassenden Variante jeweils fünf in beiden Richtungen.

yadvendukumbhaṃ paritaḥ pālikāṣṣoḍaśasthitāḥ |
dvādaśāpi tathaivāṣṭau catasro vā diśaṃ prati || 67 ||

24.67 Oder rings um den Mondkrug stehen sechzehn Pālikās, auch zwölf, acht oder vier, entsprechend den Richtungen.

pālikāpi ryathākramam |
sthāne yathokai ghaṭikāḥ pārameṣṭhyā tu vidyayā || 74 ||

24.74 [Nach einer Lücke:] An den vorgeschriebenen Orten setze man die Ghaṭikās mit der Parameṣṭhin-Formel ein,

yathātatham |
puruṣākhyena mantreṇa pālikāstadanantaram |
śarāvānviśvamantreṇa pāṅmukho vāpyumaṅmukhaḥ || 75 ||

24.75 die Pālikās mit dem Puruṣa-Mantra und die Śarāvas mit dem Viśva-Mantra, nach Osten oder Norden gewandt.

puruṣāhvaya |
brahmādīśānaparyantaṃ nyāsasaiṣāmanu kramāt |
vāsobhirveṣṭayetsarvān pratyekaṃ mūlavidyayā || 76 ||

24.76 Ihre Nyāsa-Zuordnung erfolgt der Reihe nach von Brahmā bis Īśāna. Jedes Gefäß umhülle man gesondert mit dem Mūlamantra mit Stoff.

prativyūhaṃ tu vā śaktau chādayedvāsasopari |
sthāne paścāttu sarveṣāṃ somakumbhaṃ niveśayet || 77 ||

24.77 Oder man bedecke nach Möglichkeit jede Gruppe mit einem Tuch. Danach setze man für alle gemeinsam den Soma-Krug an seinen Ort,

sodakuṃbhaṃ nivedayet |
dhānyarāśau yathāpūrvamāveṣṭya navāsasā |
gandhodakena saṃpūrṇetasmin ratnāni vinyatet || 78 ||

24.78 auf einen Getreidehaufen wie zuvor, mit neuem Stoff umwunden, mit Duftwasser gefüllt und mit Edelsteinen versehen.

vṛttāni pūrayetnikṣipet droṇārdhaśobhite |
pāgdeśe pālikādīnāṃ niveśya susamāhitaḥ || 81 ||

24.81 [Nach einer Lücke:] Auf einer Unterlage von einem halben Droṇa Reis stelle man [das betreffende Gefäß] östlich der Pālikās auf, vollkommen gesammelt.

droṇārdhataṇḍule |
payobhiḥ kṣālayeddhānyabhījāni vividhāni ca |
pracchādyanavavastreṇa purṇāhaṃ kāraye tpunaḥ || 82 ||

24.82 Die verschiedenen Getreidesamen wasche man mit Milch, bedecke sie mit neuem Stoff und lasse erneut den Tagessegen vollziehen.

ttataḥ |
śaṅkhabheryādinādena vādayitvā diśodaśa |
dhyātyā ca pālikādīnāmadhidevānanukramāt || 83 ||

24.83 Muschelhörner, Pauken und weitere Instrumente sollen in den zehn Richtungen erklingen. Man meditiere der Reihe nach über die Schutzgottheiten der Keimgefäße:

śaṅkhatūryādi |
ghaṭikānāṃ vidhātāraṃ pālikānāṃ janārdhanam |
īśānaṃ ca śarāvāṇāṃ dyātvābhyarcya yathāvidhi || 84 ||

24.84 Brahmā für die Ghaṭikās, Janārdana für die Pālikās und Īśāna für die Śarāvas; dann verehre man sie vorschriftsgemäß.

phṛtāropaṇamācaret |
toraṇāni dhvajāṃścaiva dvārakumbhāṃśca deśikaḥ |
kumudādi gaṇāṃścaiva samabhyarcayathāvidhi || 85 ||

24.85 Der Lehrer verehre auch Torbögen, Fahnen, Eingangskrüge sowie Kumuda und die übrigen Scharen.

rcayetpālikādīnāmadhi devānanukramāt |
somakumbhe tatassomaṃ yajedāvāhya ca svayam || 86 ||

24.86 Danach rufe er Soma selbst in den Soma-Krug und verehre ihn.

nivedya pāyasaṃ havyaṃ juhuyātsarpiṣāśatam |
catasrassamidhaścaina mūlamantreṇa mantravit || 87 ||

24.87 Er bringe Milchspeise dar und opfere hundertmal Ghee sowie vier Brennhölzer mit dem Mūlamantra. [Die ausführliche Variante nennt zur Weihe der Samen hundert Brennhölzer und lässt auch schlichten Reis als Speise zu.]

nivedyapāyasānnaṃ vā suddhānnaṃ vā yathāruci |jījānāṃ sādhanarthaṃ tu juhuyātsarpiṣā śatam. tatsaṅkhyāssamidhaśceti mūla |
caruṃ puruṣasūkaina pūrṇāhutyantamācaret |
ghṛtena somamantreṇa juhuyācchatamāhutīḥ || 88 ||

24.88 Mit dem Puruṣa-Sūkta opfere er gekochte Speise bis zur vollen Abschlussspende; mit dem Soma-Mantra hundert Ghee-Spenden.

saṃpātājyena saṃsparśya sparśamantreṇa pālikāḥ |
saṃpātājyāva śeṣaṃ ca bījapātre vinikṣipet || 89 ||

24.89 Mit Sampātājya und dem Berührungsmantra berühre er die Pālikās; den Rest des Sampātājya gebe er in das Samengefäß.

somamantraṃ śataṃ vārān japtvā viprābhyasujñayā |
muhūrteśobhane bhījān vāpayetpālikādiṣu || 90 ||

24.90 Nachdem er den Soma-Mantra hundertmal wiederholt hat, säe er mit Zustimmung der Brahmanen zu einem günstigen Zeitpunkt die Samen in die Keimgefäße,

brahmādīśānaparyantaṃ dvādaśākṣaravidyayā |
ācāryānumatā ścānyevaiṣṇavā dhyānamāsthātāḥ || 91 ||

24.91 in der Folge von Brahmā bis Īśāna mit der zwölfsilbigen Formel. Auch andere Vaiṣṇavas können dies mit Erlaubnis des Ācārya und in Meditation tun.

ssarve. pidhānaiścādayetsarvaṃ dadyāddikṣu baliṃtataḥ || 92 ||

24.92 Man verschließe alle Gefäße mit Deckeln und bringe anschließend Bali-Gaben in den Richtungen dar.

pidhāyacchādayedvastraiḥ yajeta somaṃ tatkumbhe pāyasena divāniśam || 93 ||

24.93 Man bedecke sie mit Stoff und verehre Soma in seinem Krug tags und nachts mit Milchspeise. [Dieser Vers fehlt laut Zusatz in manchen Vorlagen.]

idaṃ padyaṃ kvacinna |
dīpāṃścāropitānrakṣedanirvāṇāṃ yathā tathā |
dvijendrāṃstoṣayediṣṭaistāmbūlaissumanaḥ phalaiḥ || 94 ||

24.94 Die entzündeten Lampen bewache man so, dass sie nicht erlöschen. Die Brahmanen erfreue man mit Betel, Blumen und Früchten nach ihrem Wunsch.

guruṃ ca toṣayedvattairyajamānaḥ prayatnavān |
sadyo vā dhānyabhījāni yathoktavidhinā vapet || 95 ||

24.95 Der sorgfältige Stifter stelle auch den Guru durch Gaben zufrieden. Die Aussaat kann gegebenenfalls unmittelbar vor dem Ritus nach demselben Verfahren stattfinden.

haridrā vāribhissiñcedaṅkurāṇyabhi vṛddhaye |
somakuṃbhajalenāpi nityaṃ siñcetapālikāḥ || 96 ||

24.96 Zur Förderung der Keime begieße man sie mit Kurkumawasser; täglich auch mit Wasser aus dem Soma-Krug.

idamardhaṃ kvacidadhikamasti |
aṅgureṣu ca pīteṣu śukleṣu ca tathā śubham |
vidyādṛjuṃ prarūḍheṣu viparīteṣu cāśubham || 97 ||

24.97 Gelbe oder weiße, gerade aufgewachsene Keime gelten als günstig, die gegenteiligen Erscheinungen als ungünstig.

yajum vidyācchubham |
karmārthamaṅku rāṇyādau yassamāropayedguruḥ |
sa eva karmakārtsnyena kuryātprājño'pi netaraḥ || 98 ||

24.98 Der Guru, der zu Beginn die Keimung für die Handlung eingerichtet hat, soll auch das gesamte Ritual vollziehen, kein anderer, selbst wenn dieser kundig ist.

anujñayā vā tatputraśśiṣyo vā tatsamācaret |
ṛtvijo vāpitatkarma yadyaśaktogururbhavet || 99 ||

24.99 Ist der Guru verhindert, dürfen mit seiner Erlaubnis sein Sohn, sein Schüler oder die Opferpriester die Handlung durchführen.

Kapitel 25: Weihezeit, Feuergruben und Opfergeräte

Hinweis zur Quelle: Die Nummern 33, 34, 35, 42, 84, 86, 87, 99, 100, 101, 102, 103, 105, 106, 108 fehlen in der Vorlage. Erhaltene Fragmente bleiben stehen.

pādmasaṃhitāyām |
paṃcaviṃśo'dhyāyaḥ |
pratiṣṭhopakaraṇāni |
śrībhagavān |
athātassaṃpravakṣyāmi pratiṣṭhāvidhimuttamam |
mukhyakālanirūpaṇam |
ayanaṃ cottaraṃ mukhyaṃ jaghanyaṃ dakṣiṇāyanam || 1 ||

25.1 Der erhabene Herr sprach: Nun erkläre ich das vorzügliche Verfahren der Installation. Die nördliche Sonnenhälfte gilt als vorrangig, die südliche als nachrangig.

sthāpanaṃ druvaberasya mukhya eva sadeṣyate |
jaṅgamasthāpane mukhye jaghanye cāpi vā bhavet || 2 ||

25.2 Die Installation des festen Hauptbildes ist stets für die vorrangige Zeit vorgesehen; bewegliche Bilder können in beiden Jahreshälften installiert werden.

jaghanye vāyune |
māghamāse bhādrapade pratiṣṭhaṃ māsi varjayet |
gurāvastaṃ gate śukre vyatipāte ca varjayet || 3 ||

25.3 In Māgha und Bhādrapada meide man die Installation, ebenso beim Unsichtbarwerden Jupiters oder der Venus und bei Vyatīpāta.

saṅkrāntau durdinecaiva grahaṇe somasūryayoḥ |
pārastācca purastācca ṣoḍaśāhāni varjayet || 4 ||

25.4 Auch bei Sonnenübergängen, ungünstigen Tagen sowie Mond- und Sonnenfinsternissen; sechzehn Tage davor und danach seien zu meiden.

aticāre tathā māse parvayugmayute tathā |
apraśasteṣu yogeṣu kāṇasthūṇāndhabheṣu ca || 5 ||

25.5 Ferner bei Aticāra, in einem Monat mit der genannten doppelten Parvan-Konstellation, bei ungünstigen Yogas und den als einäugig, stützenartig oder blind bezeichneten Mondhäusern.

evamādiṣucānyeṣu garhiteṣu na talpayet |
rājño rāṣṭrasyacānyasya grāmasya ca gurostathā || 6 ||

25.6 In solchen und anderen als ungünstig geltenden Zeiten führe man die Installation nicht aus. Für König, Reich, Siedlung und Guru,

yajamānasya dhiṣṇyasya śubheṣvanuguṇeṣu ca |
tithinakṣatra vāreṣu muhūrteṣu śubheṣu ca || 7 ||

25.7 Stifter und Heiligtum sollen Mondtag, Mondhaus, Wochentag und Stunde günstig und passend sein.

prathamā ca dvitīyā ca pañcamī ca trayodaśi |
tṛtīyā saptamī ṣaṣṭhīdvādaśyaikādaśī tathā || 8 ||

25.8 Als geeignete Mondtage werden der erste, zweite, fünfte, dreizehnte, dritte, siebte, sechste, zwölfte und elfte genannt,

daśamīpūrṇimāsī ca śuklapakṣe śubhāstvimāḥ |
kṛṣṇe tu pañcimīyāvattithayapsaṃprakīrtitāḥ || 9 ||

25.9 ferner der zehnte und Vollmond, in der hellen Monatshälfte; in der dunklen gelten die Tage bis zum fünften als geeignet.

triṣūttareṣu revatyāmaśvinyāṃ rohiṇīṣu ca |
puṣyepunarvasau cāpi haste ca śravaṇe tathā || 10 ||

25.10 Bei den drei Uttara-Mondhäusern, Revatī, Aśvinī, Rohiṇī, Puṣya, Punarvasu, Hasta und Śravaṇa

devasya sthāpanaṃ kuryādviṣṇorabhyudayā vaham |
some bṛhaspatiścaiva bhārgavo'tha budhastathā || 11 ||

25.11 vollziehe man die Wohlergehen bringende Installation Viṣṇus. Mond, Jupiter, Venus und Merkur

ete saumyagrahāḥ proktāḥ praśastāḥ sthāpanaṃ prati |
saiṃhike yārka vārāścarikto vā sthāpane pare || 12 ||

25.12 gelten als milde, für die Installation günstige Grahas. Die folgende Gruppe nennt Rāhu, Sonne beziehungsweise nach der Variante Saturn und weitere ungünstige Faktoren;

nārkasaurāśca |
rāśau tṛtīye ṣaṣṭhe vā sthitāścet śubhaśaṃsinaḥ |
dvitīye ca tṛtīye ca tathā pañcamaṣaṣṭhayoḥ || 13 ||

25.13 stehen diese im dritten oder sechsten Bereich, können sie Günstiges anzeigen. Im zweiten, dritten, fünften, sechsten,

saptame navame caiva rāśau cai kādaśe punaḥ |
sthitassukhakaraścandraḥ ṣaṭsaptadaśamasthitaḥ || 14 ||

25.14 siebten, neunten oder elften Bereich gilt der Mond als glückbringend. Venus im sechsten, siebten oder zehnten

bhayakṛdbhārgavo jñeyaścandraḥ krūrairnirīkṣitaḥ |
atithau vānyakāleṣu na praśastaścaturmukha || 15 ||

25.15 gilt als furchtbringend; ebenso wird der von ungünstigen Grahas angesehene Mond missbilligt. [Die abschließende Zeitangabe ist beschädigt.]

na praśastāni padmaja |
bahunātra kimuktena saha mauhūrtikairguruḥ |
sthāpanaṃ devadevasya kuryātkāle'bhipūjite || 16 ||

25.16 Wozu weitere Ausführungen: Gemeinsam mit den Zeitkundigen soll der Guru die Installation des Gottes der Götter zu einer als günstig bestimmten Zeit vollziehen.

adhivāsamaṇḍapasthānam |
prāsādasyāgrataḥ kuryādadhivāsana maṇṭapam |
prathamāvaraṇe kuryāte dvitīyāvaraṇepi vā || 17 ||

25.17 Die Adhivāsa-Halle errichte man vor dem Tempel, innerhalb der ersten oder zweiten Umfriedung,

tṛtīyāvarṇe vāpi deśe yogyāvakāśake |
āśāsvaṣṭāsvabhimate deśe maṇṭapakalpanam || 18 ||

25.18 auch der dritten, an einem geeigneten freien Platz; jede der acht Richtungen kommt an einem passenden Ort infrage.

aṣṭāsvabhimate deśe diṣu maṇ‍ḍapakalpanaṃ |
vistīrṇaṃ daśabhirhastaistāvadbhiścāyataṃ karaiḥ |
caturdikṣucaturdvāraṃ maṇḍapaṃ parikalpayet || 19 ||

25.19 Der Maṇḍapa sei zehn Hastas breit und ebenso lang, mit vier Eingängen in den vier Richtungen.

kuṇḍakalpanam |
tanmadhye pañcahastā syādvedī hasta samucchṛtā |
caturaśreṣṭakacitā kuṇḍāni paritastataḥ || 20 ||

25.20 In seiner Mitte liege ein quadratischer Ziegelaltar von fünf Hastas und einem Hasta Höhe. Ringsum ordne man die Feuergruben an,

samucchrayā |
devikāyāstritāle samāni viṣamāṇi vā |
caturaśraṃ caturviṃśadaṅgulaṃ bhutalaṃ khanet || 21 ||

25.21 in drei Tālas Abstand vom Altar, in gerader oder ungerader Zahl. Man grabe eine quadratische Grube von vierundzwanzig Aṅgulas,

vistārāyāmasadṛśaṃ paritaḥ khātabhūtalam |
dvyaṃgulaṃ tadbahiḥ kalpyaṃ mekhalātrayamaiṣṭakam || 22 ||

25.22 mit entsprechender Länge und Breite. Zwei Aṅgulas außerhalb des ausgehobenen Bodens errichte man drei umlaufende Ziegelbänder.

kuṇḍasya prakṛterarvāk catvāro mekhalāstu vā |
kuṇḍavrakṛtirucchrāyamaṃgulānāṃ ca viṃśatiḥ || 23 ||

25.23 Oder vier Bänder unterhalb der betreffenden Grundebene; für die Grundhöhe der Feuergrube werden zwanzig Aṅgulas genannt. [Der ganze Vers fehlt laut Zusatz in manchen Vorlagen.]

kuṇḍasya iti padyaṃ kvacinna |
adhastādunnatā tasya ṣoḍaśāṃgulamekhalā |
tālotsedhamitāpūrvā madhyamāṣṭāṃgulonnatā || 24 ||

25.24 Das unterste Band erhebt sich sechzehn Aṅgulas, das folgende einen Tāla, das mittlere acht Aṅgulas,

tadandhenocchṛtā cānyā vistāraścaturaṃgulaḥ |
sarvāsāṃ sātvikī cādyā madhyamā rājasī matā || 25 ||

25.25 das nächste die Hälfte davon. Alle sind vier Aṅgulas breit. Das erste gilt als sattvig, das mittlere als rajasig,

anyā ca tāmasī jñeyā tadanyā triguṇātmikā |
paścime prakṛte rūrdhveyoniḥ pañcadaśāṃgulā || 26 ||

25.26 das weitere als tamasig, das zusätzliche als aus allen drei Guṇas bestehend. Im Westen oberhalb der Grundfläche liegt die fünfzehn Aṅgulas lange Yoni.

āntyā |
āyatā mūlamārabhya vistīrṇā kramaśo bhavet |
aṅgulairdaśabhiṣṣaḍbhiścaturbhirdvyaṅgulena ca || 27 ||

25.27 Ihre Breite nimmt vom Ansatz her der Reihe nach ab: zehn, sechs, vier, zwei Aṅgulas

aṅgulaiḥvadbhavet iti padyaṃ keṣu cinnāsti |
ekena cāgre kalpyai va mekhalopari śobhanā |
yonivatsanni veśena pippalacchadavadbhavet || 28 ||

25.28 und einer an der Spitze. Schön über dem Band angeordnet, gleicht sie einer Yoni beziehungsweise einem Pippala-Blatt.

kalpyaivam |
krameṇa nimnā pratyaksthā kuṇḍasyāgre niveśitā |
agreca yone rnālaṃsyāt caturaṃgulamāyatam || 29 ||

25.29 Sie ist allmählich abgesenkt, liegt westlich vor der Grube und besitzt an der Spitze einen vier Aṅgulas langen Ausguss.

tryaṅgulaṃ nahanaṃ mūle mukhe caiva ṣaḍaṅgulam |
kāhalākāravatkuryādyamasya diśi vā bhavet || 30 ||

25.30 Dieser hat am Ansatz drei, an der Mündung sechs Aṅgulas Umfang und gleicht einer Trompete. Die Yoni kann auch im Süden liegen,

yoni rhotā yadi bhavedudīcīna mukhassvayam |
vinā vā juhuyādyoni mokṣāya tvarate yadi || 31 ||

25.31 wenn der Opfernde nach Norden blickt. Wer nach Befreiung strebt und Eile hat, kann auch ohne Yoni opfern.

kuṇḍamāne dvihastādau mekhalādi ca tādṛśam |
yadvaikamekhalaṃ kuṇḍaṃ kartā satvarito yadi || 32 ||

25.32 Bei Feuergruben von zwei Hastas und mehr werden die Bänder entsprechend bemessen. Ist der Ausführende in Eile, kann die Grube nur ein Band besitzen.

mebalādyapi tatkuṇḍamadhye saṃsthāpya sthāpayeddiṣu sarvataḥ |
vṛttakuṇḍaṃ bhavettena sanniviṣṭaṃ sarojavat || 36 ||

25.36 [Nach einer Lücke:] Man setze die Schnur in der Mitte an und führe sie ringsum; so entsteht eine runde, lotusartig angelegte Feuergrube.

kuṇḍamadhye tu saṃsthāpyabhrāmayet |
dalāni mekhalāsthāne kalpayedvādaśāṣṭa vā |
vibhajya pañcadhā kuṇḍaṃ bahirbhāgaṃ dvayāyatam || 37 ||

25.37 Anstelle der Bänder gestalte man zwölf oder acht Blätter. Man teile die Grube in fünf; außerhalb wird eine Länge von zwei Teilen angesetzt.

sūtraṃ kuṇḍasya madhye tu sthāpayitvā thapārśvayoḥ |
gamayetsūtra pā tāntaṃ trikoṇaṃ tena kalpayet || 38 ||

25.38 Die Schnur werde in der Grubenmitte befestigt und zu den seitlichen Endpunkten geführt. Daraus konstruiere man ein Dreieck. [Die verkürzte Anweisung setzt nicht erhaltene beziehungsweise nicht erläuterte Hilfslinien voraus.]

pātaṃ tu |
saṃvibhajyāṣṭadhā kuṇḍaṃ bhāgenai kena vardhayet |
ubhābhyāmapi bhāgabhyāṃ tasmānmadhyaṃ pragṛhya ca || 39 ||

25.39 Man teile die Grube in acht und erweitere um einen Teil; von den beiden betreffenden Bereichen aus nehme man die Mitte,

lāñchayet ṣaṭsu koṇeṣu tatra ṣaṭsūtrapātalanam |
kṛtvā tatra bhavetkuṇḍaṃ ṣaṭkoṇaṃ kamalāsana || 25. || 40 ||

25.40 markiere sechs Ecken und lege dort sechs Schnurlinien an. So entsteht eine sechseckige Feuergrube, Lotusgeborener.

sarva |
caturviṃśati bhāgaṃ tu kṛtvā kṣetraṃ puroditam |
ekabhāgaṃ bahiḥ paścāt sarvatraiva niveśayet || 41 ||

25.41 Das zuvor genannte Feld teile man in vierundzwanzig und füge ringsum außen einen Teil hinzu …

bhāgāntam pañcādaśāṃgulaṃ sūtraṃ koṇe koṇe tu pātayet || 43 ||

25.43 [Nach einer Lücke:] In jeder Ecke lege man eine fünfzehn Aṅgulas lange Schnur an. [Die Variante nennt siebzehn.]

saptādaśā |
koṇāntarāṇi kurvīta aṣṭādaśabhiraṅgulaiḥ |
sūtrayetpūrvadiksūtraṃ paṃcakoṇetu pātayet || 25. || 44 ||

25.44 Die Abstände zwischen den Ecken betragen achtzehn Aṅgulas. Man richte die östliche beziehungsweise nach der Variante acht Richtungsschnüre aus und markiere die fünf Ecken. [Die Konstruktionsfolge ist beschädigt.]

sūtrayedaṣṭadiksūtraṃ |
daśāṅgulaṃ madhyamaṃ tu bhrāmayetsamasūtrakam |
daśāṃṅgulaṃ tathāyoniṃ kuryādaśvatthapatravat || 45 ||

25.45 Eine zehn Aṅgulas lange Mittelschnur schwenke man gleichmäßig. Die Yoni gestalte man zehn Aṅgulas groß, wie ein Aśvattha-Blatt.

yādṛgvidhaṃ bhavetkuṇḍaṃ tādṛgeva tu mekhalā |
yoniṃ kuṇḍeṣu sarveṣu kalpayetkamalāsana || 46 ||

25.46 Die Bänder entsprechen jeweils der Form der Feuergrube. An allen Gruben kann eine Yoni angelegt werden, Lotusgeborener.

yonikuṇḍena yonissyātpadmakuṇḍena paṅkajam |
padmaṃ kuṇḍeṣu sarveṣu khātamadhye prakalpayet || 47 ||

25.47 An einer Yoni-Grube braucht keine weitere Yoni, an einer Lotusgrube kein zusätzlicher Lotus zu liegen. In der vertieften Mitte aller Gruben kann man einen Lotus gestalten.

pūrvoktetudalasthāne arāṇi parikalpayet |
cakrakuṇṭaṃ bhavettena padmakuṇḍaṃ tadeva tu || 48 ||

25.48 Wo zuvor Lotusblätter beschrieben wurden, gestalte man Speichen; so wird die Lotusgrube zur Diskusgrube.

pūrvokaitadevatu idaṃ padyaṃ kvacinnasti |
tato'gulivaśādvadvā kuryātkuṇḍāni padmaja |
pūrvadikcāpakuṇḍaṃ ca paścime jyāṃ prakalpayet || 49 ||

25.49 Oder man fertige die Gruben nach den genannten Aṅgula-Maßen, Lotusgeborener. Bei der Bogengrube liegt der Bogen im Osten, die Sehne im Westen.

pūrvaprakalpayet idamardhaṃ keṣu cinnadṛśyate |
caturviṃśāṅgulaṃ sūtraṃ vistārāyāma saṃyutam |
caturaśrasamāyuktaṃ caturaśraṃ vidhīyate || 50 ||

25.50 Mit einer vierundzwanzig Aṅgulas langen Schnur messe man Länge und Breite des quadratischen Ausgangsfeldes.

tassamam |
ṣaṣṭyaṅgulaṃ bhaveccāpaṃ jyātu ṣaṭtriṃśadaṃgulā |
cāpakuṇḍaṃ bhavedevaṃ dvātriṃśatvaṅgulaṃ punaḥ || 51 ||

25.51 Der Bogen misst sechzig Aṅgulas, die Sehne sechsunddreißig. So entsteht die Bogengrube. Eine anschließende Angabe von zweiunddreißig Aṅgulas bleibt ohne sicheren Bezug.

sajyaṃṣaṭtriṃśadaṃgulaṃ vidyate sphuṭam |
pañcādaśāṃgulaṃ sūtraṃ madhyato bhrāmayettataḥ || 52 ||

25.52 Die Variante nennt stattdessen sechsunddreißig mit Sehne. Eine fünfzehn Aṅgulas lange Schnur lasse man von der Mitte aus kreisen.

vinyaset |
vṛttakuṇḍaṃ bhavedevaṃ padmakuṇḍaṃ tadeva tu |
padmaṃ padma samākāraṃ karṇakādalasaṃyutam || 53 ||

25.53 So entsteht die Rundgrube; entsprechend die Lotusgrube. Der Lotus erhält seine Gestalt mit Samenkapsel und Blättern.

samaṃ kāryam |
yathā vṛttapramāṇaṃ hi tathā padmasya lakṣaṇam |
catuṣkaṇḍādividhiḥ |
caturaśraṃ bhavetkuṇḍaṃ vedyāḥ prācinabhutale || 54 ||

25.54 Das Maß des Lotus entspricht dem der Rundform. Bei vier Feuergruben liege östlich des Altars die quadratische,

kuṇḍaṃ dakṣiṇato vidyādardhacandrasamākṛti |
vṛttaṃ tu paścime deśe uttare kamalākṛti || 55 ||

25.55 südlich die halbmondförmige, westlich die runde und nördlich die lotusförmige,

yadvā trikoṇaṃ tatra syā ccatuṣkuṃḍaṃ prakalpayet |
indreśānāstare padmaṃ yadvā ca caturaśrakam || 56 ||

25.56 oder dort eine dreieckige. So werden vier Gruben angeordnet. Zwischen Osten und Nordosten liege eine Lotus- oder Quadratgrube.

catuṣkuṃḍaprakalpane |
prākpratyakkamalaṃ kuṇḍaṃ pañcakuṃḍa vidhau bhavet |
diśyagneryonikuṃṇḍaṃ syātrikoṇaṃ tu tricakṣuṣaḥ || 57 ||

25.57 Bei fünf Gruben kommt die Lotusgrube im östlich-westlichen Bezug hinzu. [Die Richtung ist beschädigt.] Im Südosten liegt eine Yoni-Grube, im Nordosten eine dreieckige:

prāgbhavetkamalam |
saptakuṇḍavidhāno'yaṃ prakāraḥ kamalāsana |
caturaśraṃ bhavetprācyāmagnerdiśi bhagākṛti || 58 ||

25.58 dies ist die Anordnung mit sieben Gruben, Lotusgeborener. [Bei neun:] im Osten quadratisch, im Südosten yoniförmig,

cāpākṛti yamasya syāt ṣaḍaśraṃ nirṛterbhavet |
varuṇasya bhavedvṛttaṃ pañcāśaṃ mātariśvanaḥ || 59 ||

25.59 im Süden bogenförmig, im Südwesten sechseckig, im Westen rund, im Nordwesten fünfeckig,

maruto diśi |
trikoṇaṃ naravāhasya īśānasyāṣṭakoṇakam |
caturaśrasya kuṇḍasya prāgdeśe kamalākṛti || 60 ||

25.60 im Norden dreieckig, im Nordosten achteckig; vor der östlichen Quadratgrube liegt die Lotusgrube.

navakuṇḍavidau klptiriyaṃ viṣayama vahniṣu |
samavarhniṣu pūrvādi dikṣu kuṇḍaṃ kramādbhavet || 61 ||

25.61 Dies ist die Anordnung von neun, also einer ungeraden Feuerzahl. Bei gerader Zahl folgen die Gruben in den Richtungen von Osten an:

klaptistiryagniṣamavṛttiṣu |
caturaśraṃ tataścāpaṃ vṛttaṃ koṇatrayānvitam |
catuṣkuṇḍavidhāne syāt ṣaṭkuṇḍe tūcyate vidhiḥ || 62 ||

25.62 quadratisch, bogenförmig, rund und dreieckig bei vier. Für sechs lautet die Vorschrift:

ca tacchāpam |
catvāri pūrvavatkṛtvā diśyagneryonikalpanam |
ṣaḍaśraṃ diśi kuṇḍaṃ syātṣaḍardhanayanasya tu || 63 ||

25.63 Diese vier bleiben wie zuvor, dazu eine Yoni-Grube im Südosten und eine sechseckige in der Richtung des Dreiäugigen, im Nordosten.

yoni |
aṣṭakuṇḍe tvaṣṭadikṣu kuṇḍānyaṣṭau yathākramam |
caturaśraṃ bhagākāraṃ cāpākāraṃ ṣaḍaśrakam || 64 ||

25.64 Bei acht Gruben liegen in den acht Richtungen der Reihe nach Quadrat, Yoni, Bogen, Sechseck,

kuryādaṣṭau |
vṛttaṃ pañcāśramuditaṃ trikoṇaṃ cāṣṭakoṇakam |
trīṇi trīṇi ca kuṇḍāni yadvā diṣu prakalpayet || 65 ||

25.65 Kreis, Fünfeck, Dreieck und Achteck. Oder man ordne jeweils drei Gruben in jeder Hauptrichtung an,

kamalaṃ catrikoṇaṃ ca dikṣu kuṇḍasya pārśvayoḥ |
kalpayecca caturdikṣu dviṣaṭke'gnivibhirbhavet || 66 ||

25.66 mit Lotus und Dreieck seitlich der Hauptgrube. In vier Richtungen ergibt dies zwölf Feuerstellen.

mūrtisaṅkhyānuguṇamagnikalpanam |
pañcamūrti pratiṣṭhāyāṃ navāgniṃ parikalpayet |
paṃcavāsaptavā vahniṃ caturmūtau tu kalpayet || 67 ||

25.67 Bei der Installation von fünf Gestalten plane man neun Feuer, auch fünf oder sieben; bei vier Gestalten

aṣṭaṣaḍvātha caturaḥ kalpayejjātavedasaḥ |
athavā dvādaśāpyargnī kalpayetkamalāsana || 68 ||

25.68 acht, sechs oder vier Feuer, oder auch zwölf, Lotusgeborener.

catvāri |
ekamūrtau vītihotrāḥ yugmāsyuratha vetare |
prapānirmāṇam |
prapāyāṃ vedimathavā mahatyāṃ kamalāsana || 69 ||

25.69 Bei einer einzigen Gestalt kann die Feuerzahl gerade oder ungerade sein. Oder man richte den Altar in einer großen Halle ein, Lotusgeborener.

vā bhavet |
ṣoḍaśaptambha paramāṃ prapāṃ yadvā prakalpayet |
dvārāṇi dikṣu catvāri prapāyāḥ parikalpayet || 70 ||

25.70 Diese besitze sechzehn Säulen und vier Eingänge in den vier Richtungen.

maparaṃ |
tiraskariṇyā paritaśchādayenmaṇḍapā ntaram |
snānamaṇḍapamaiśānyāṃ diśi tasya prakalpayet || 71 ||

25.71 Mit Vorhängen umschließe man das Halleninnere. Im Nordosten plane man den Bademaṇḍapa.

dikam |
snānavedī ca tatra syātprāgbhāge hastasaṃmitā |
dvihastā vā trihastā vā ha stamātrasamucchrayā || 72 ||

25.72 Darin liege östlich ein Badealtar von einem, zwei oder drei Hastas Ausdehnung, einen Hasta hoch,

yadvā tālasamutsedhā caturśā manoharā |
digbhāge jalakulyā tu saumye nimnā manoharā || 73 ||

25.73 oder einen Tāla hoch, schön quadratisch. Die Abflussrinne liege im Norden, abgesenkt und gut gestaltet.

homasādhanāni |
sruksravau lakṣaṇopetau homārthaṃ parikalpayet |
pālāśīṃ khādirīṃ vāpi srucaṃ yadvā'vyavṛkṣajām || 74 ||

25.74 Für das Feueropfer fertige man Sruk und Sruva mit den vorgeschriebenen Merkmalen. Die Sruk-Kelle bestehe aus Palāśa, Khadira oder anderem geeigneten Opferholz,

yājñīyāṃ kalpayecchilpī bāhudaṇḍasamāyatām |
hemādilohajaṃ vāpi dārujāṃ vāpi bhūṣitām || 75 ||

25.75 etwa armlang; auch aus Gold oder anderem Metall beziehungsweise verziertem Holz ist sie möglich.

svarṇādi |
dvitālasaṃmitāṃ vāpi sāṃgulāṃ kamalāsana |
trithā vidhāyatāṃ bhūyastṛtīye'mśe dvidhā kṛte || 76 ||

25.76 Oder sie messe zwei Tālas mit einem zusätzlichen Aṅgula, Lotusgeborener. Man teile sie in drei und den dritten Teil nochmals in zwei.

uparyaṃśaṃ punaḥ kuryāt pañcadhā caturaṃśakaiḥ |
bhavetsruco'graṃ tanmūlaṃ vistāreṇa ṣaḍaṃgulaṃ || 77 ||

25.77 Den oberen Teil gliedere man in fünf; vier Anteile ergeben das Vorderstück der Sruk. Dessen Ansatz ist sechs Aṅgulas breit,

agramekāṃgulaṃ kroḍavaktra vatparikalpayet |
paṃcāṃ śenavaśiṣṭena bhāgena galakalpanam || 78 ||

25.78 das Ende einen, wie ein Ebergesicht gestaltet. Der verbleibende fünfte Teil bildet den Hals.

galaṃ dvyaṃgulaviptāramubhayostasya pārśvayoḥ |
ardhāṃgulaṃ bhavennimnaṃ vistārāyāmatatsamam || 79 ||

25.79 Der Hals ist zwei Aṅgulas breit; beiderseits befindet sich eine einen halben Aṅgula tiefe Vertiefung mit entsprechender Länge und Breite.

tyajedaṃśamaśeṣeṇa sūtrapātādbahiḥ sthitam |
galasyādho'vaśiṣṭāṃśo vṛttau vā caturaśrakaḥ || 80 ||

25.80 Alles außerhalb der Schnurlinie schneide man weg. Der unterhalb des Halses verbleibende Teil sei rund oder quadratisch,

tyajedanya |
vistārāyāmasadṛśaṃ syādgarthaṃ tasya madhyataḥ |
vṛttaṃ tṛtīyabhāgena saṃmitaṃ śobhanākṛti || 81 ||

25.81 mit gleicher Länge und Breite; in seiner Mitte eine schöne runde Vertiefung im Drittelmaß.

gadhāṃ vistārasadṛśaṃ gartasya parikīrtyate |
gartabhāhyaṃ tridhā kṛtvā prathame'ṣṭadalasthiti || 82 ||

25.82 Die Tiefe der Vertiefung entspricht ihrer Breite. Den äußeren Bereich teile man in drei; im ersten liegt ein achtblättriger Lotus.

madhyameṃśe caturdhā tu vibhajennābhimaṇḍalam |
prathame parikalpyaṃ syādambhoruha niketana || 83 ||

25.83 Den mittleren Anteil teile man wiederum in vier; im ersten gestalte man den Nabelkreis, Lotusbewohner. [Die Folge ist nur verkürzt erhalten.]

vihite. śaṅkhāṃścaturṣu koṇeṣu caturaśra prakalpane |
yavonnatā bahiḥ kāryā mekhalā ca caturya vā || 85 ||

25.85 [Nach einer Lücke:] Bei quadratischer Ausführung liegen Muscheln in den vier Ecken. Außen gestalte man ein Band, einen Yava hoch und vier Yavas breit.

śaṅkhāścaturṣu koṇeṣu. śiṣṭenopari paṃkajam || 88 ||

25.88 [Nach einer Lücke:] … mit dem Rest darüber einen Lotus.

iṣṭeno |
mūlaṃ prakalpayedevaṃ padme daṇḍaḥ pratiṣṭhitaḥ |
ādhāraṃ vā vinā daṇḍo valayaistribhiraṅkitaḥ || 89 ||

25.89 So gestalte man den Ansatz, der Stiel sitzt im Lotus. Oder der Stiel besitzt keine zusätzliche Basis und ist mit drei Ringen markiert,

vṛtto'thavā tadardhāśrastadagramapi paṅkajam |
tribhirvā valayairyuktaṃ nāhanaṃ cāṃgulaṃ bhavet || 90 ||

25.90 rund oder teilweise kantig; auch sein Ende trägt einen Lotus beziehungsweise drei Ringe. Für seinen Umfang wird ein Aṅgula genannt.

sruvaṃ ca hastamānaṃ syāttadagraṃ dvyaṃgulaṃ bhavet |
ca ṣadaṃgulaṃ |
vāsaṃkāpuṭavadgartadvayayuktaṃ suvṛttakam || 91 ||

25.91 Der Sruva-Löffel ist einen Hasta lang, sein Ende zwei Aṅgulas groß, gut gerundet und mit zwei nasenlochartigen Vertiefungen. [Die Variante nennt sechs Aṅgulas für das Endmaß.]

gartamardhāṃgulaṃ nimnaṃ vistīrṇaṃ cārdhamaṅgulaṃ |
aṃgulenāvaśiṣṭena parito golakalpanam || 92 ||

25.92 Jede Vertiefung ist einen halben Aṅgula tief und breit; mit dem verbleibenden Aṅgula gestalte man ringsum den gerundeten Bereich.

gala |
bilayoḥ pṛṣṭhabhāgetu madhyurekhā yavonnatā |
ayugmavalayaṃ kaṇṭhe yavamātronnataṃ śubham || 93 ||

25.93 Hinter den beiden Vertiefungen verläuft eine mittlere Leiste, einen Yava hoch. Am Hals liegt eine ungerade Zahl von Ringen, ebenfalls einen Yava hoch.

daṇḍaṃ ca pariśiṣṭena golāṅgūlākṛtirbhavet |
mūlaṃ dvyaṃgulavistrīrṇaṃ lohajo dārujopivā || 94 ||

25.94 Der übrige Teil bildet den Stiel in Form eines Kuhschwanzes; sein Ansatz ist zwei Aṅgulas breit. Er kann aus Metall oder Holz bestehen.

sruksuvādyarthe varjyaṃdāru |
sphūṭitaṃ saktimiṃ bhinnamūrdhvaśuṣkaṃ sakoṭaram |
svayaṃ nipatitaṃ vṛkṣaṃ sruksruvārthe parityajet || 95 ||

25.95 Für Sruk und Sruva meide man rissiges, wurmgeschädigtes, gespaltenes, oben vertrocknetes, hohles oder von selbst umgestürztes Holz.

krimabhirbhagnam |
svīkuryācce tpramādena bhūyān doṣaḥ prasajyate |
maṃṭapadvārādyalaṃkāraḥ |
dvāreṣu maṇ‍ḍapasya syāttoraṇānāṃ catuṣṭayam || 96 ||

25.96 Verwendet man es aus Nachlässigkeit, droht der Text mit schwerem Schaden. An den Eingängen des Maṇḍapa sollen vier Torbögen stehen,

aśvattho dumbharavaṭaklakṣaiḥ prāgādi toraṇāḥ |
e kenavā yathoktenaalābhecandanadrumaḥ || 97 ||

25.97 von Osten an aus Aśvattha, Udumbara, Vaṭa und Plakṣa. Auch eine einzige der genannten Holzarten ist möglich, ersatzweise Sandelholz.

yathoktānālābhe candanasrucaḥ |
saptahastāyatāḥ pādāḥ pañcahastāyatāpi vā |
ayugmairāyatāḥ pādāḥ hastenārdhena paṭṭikā || 98 ||

25.98 Die Stützen sind sieben oder fünf Hastas lang, stets in ungerader Hastazahl; die Querplatte wird mit einem halben Hasta bemessen.

saptapaṭṭikā idaṃ padyaṃ keṣu cinnāpti. phalake ṣu likhettatra śrīvatsādyaṣṭamaṅgulam |
śrīvatsaṃ pūrṇakumbhaṃ ca bherīṃ darpaṇamaṇḍalam || 104 ||

25.104 [Nach einer Lücke:] Auf die Tafeln zeichne man die acht Glückszeichen, beginnend mit Śrīvatsa: Śrīvatsa, Vollkrug, Pauke und Spiegelkreis … [Die übrigen Zeichen fehlen in diesem Abschnitt.]

pādenārdhena. dṛṅmokṣapīṭhaṃ ca tathā jalādhi vasanasya ca || 107 ||

25.107 [Nach einer Lücke:] … der Sockel für das Augenöffnen und derjenige für den Wasser-Adhivāsa …

vidhau tatra upakumbhaṃ ca kalaśaṃ karakaṃ maṇikaṃ tathā || 109 ||

25.109 [Nach einer weiteren Lücke:] … Nebenkrug, Kalaśa, Karaka-Kanne und Maṇika-Gefäß,

nudhākumbhaṃ |
dīpastambhān ghṛtādīni snāna dravyāṇyaśeṣataḥ |
candanāni sugandhāni vastrāṇi vividhāni ca || 110 ||

25.110 Lampenständer, Ghee und sämtliche Badestoffe, duftendes Sandelholz und verschiedene Gewänder,

candanādīni ca dyavyāṇyanyāni |
samitpuṣpakuśādīni dhyānyāni vividhāni ca |
suvarṇa ratnalohāni gāssavatsā manoharāḥ || 111 ||

25.111 Brennhölzer, Blumen, Kuśagras, verschiedene Getreidearten, Gold, Edelsteine, Metalle und schöne Kühe mit Kälbern:

sambhārānevamanyāṃśca sambhṛtyāvyagramānasaḥ |
ārabheta yathāśāstraṃ pratiṣṭhāṃ deśikottamaḥ || 112 ||

25.112 Diese und die übrigen erforderlichen Dinge trage der vorzügliche Lehrer mit unzerstreutem Geist zusammen und beginne dann nach der Lehre die Installation.

Kapitel 26: Wasser-Adhivāsa und Gegenwart im Bild

Hinweis zur Quelle: Die Nummern 26, 52, 59, 60, 61, 68, 69, 70, 71, 72, 73 fehlen in der Vorlage. Erhaltene Fragmente bleiben stehen.

ṣaḍviṃśo'dhyāyaḥ |
pratiṣṭhāvidhiḥ |
brahmāḥ |
vyāpivo devadevasya pratiṣṭhā kīdṛśī matā |
bhagavan saṃśayānasya mama niścayato vada || 1 ||

26.1 Brahmā sprach: Wie ist eine Installation des alldurchdringenden Gottes der Götter zu verstehen? Erhabener, beseitige meinen Zweifel durch eine bestimmte Antwort.

niścayado bhava |
śrībhagavān |
sarvasya bhūtajātasya harirātmāsthito'pi nan |
mantra vīryācca māhātmyāt sthāpakasya gurostathā || 2 ||

26.2 Der erhabene Herr sprach: Obwohl Hari als innerstes Selbst aller entstandenen Wesen gegenwärtig ist, wird er durch die Kraft des Mantras und die geistige Größe des installierenden Gurus

sarvabhūtasya jātasya |
pratimāyāṃ prakarṣeṇa sannidhatte harissvayam |
kāmānaśeṣāṃstatrai va harimarthayate janaḥ || 3 ||

26.3 im Bild auf besondere Weise selbst gegenwärtig. Dort bittet der Mensch Hari um die Erfüllung all seiner Wünsche.

tena pratiṣṭhā nā medamanvardhaṃ vartate bhuvi |
yathā ca vahnirdahano na dahanvyāpya tiṣṭhati || 4 ||

26.4 Daher ist der Name Pratiṣṭhā, „festes Gegenwärtigwerden“, in der Welt sinnvoll. Wie das Feuer verborgen gegenwärtig ist, ohne bereits zu brennen,

araṇīmathanādbhūyo jāyamānaḥ praduśyate |
dahanādīni karmāṇi karoti ca yathātatham || 5 ||

26.5 und durch das Reiben der Feuerhölzer sichtbar hervortritt und dann seine Wirkungen wie das Brennen entfaltet,

tathā sarvagato viṣṇuradṛśyaḥ prākṛtairjanaiḥ |
dṛśyate ca pratikṛtau mantriṇo mantragauravāt || 6 ||

26.6 so wird der allgegenwärtige Viṣṇu, den gewöhnliche Menschen nicht sehen, im Bild durch die Wirkkraft des Mantras des Mantrakundigen sichtbar.

tasmātsarvātmanā viṣṇuṃ pratiṣṭhāpyābhipūjayet |
śilpibhirnirmite bimbe śāstradṛṣṭena vartanā || 7 ||

26.7 Deshalb installiere und verehre man Viṣṇu mit seinem ganzen Wesen. Ist das Bild von den Handwerkern nach dem in der Lehre vorgesehenen Verfahren hergestellt,

karmārcā pīṭhikāyāṃ ca ratnādinyasane kṛte |
udghāṭite nayane yathārhaṃ sarvaśāntide || 8 ||

26.8 sind Edelsteine und weitere Gaben in den Sockel des Handlungsbildes gelegt und seine beiden Augen angemessen geöffnet,

sthūlasūkṣmeṣu cānyeṣu pratimāṅgeṣu sarvataḥ |
sarvadāsarvaśaḥ |
sukṛteṣu yathāśāstraṃ karmānte deśikottamaḥ || 9 ||

26.9 sind sämtliche groben und feinen Glieder des Bildes nach der Lehre gut ausgeführt, so soll der vorzügliche Lehrer am Ende der Arbeit

rathakāreṇa viduṣā sunirūpya nirūpakaḥ |
dhanaiśca karmānuguṇaṃ sthapatīn paritoṣyaca || 10 ||

26.10 alles gemeinsam mit dem kundigen Baumeister sorgfältig prüfen und die Handwerker ihrer Leistung entsprechend mit Gaben zufriedenstellen,

rathakāraṃ ca vividhairmanaḥ prītivivardhanaiḥ |
gateṣu śilpiṣu tathā rathakāre ca nirgate || 11 ||

26.11 ebenso den Baukundigen mit verschiedenen erfreulichen Geschenken. Nachdem Handwerker und Baumeister gegangen sind,

vibhavaiḥ |
antarbahiśca sadane śodhite mārjanādinā |
prajvālitairdarbhapuṃ jaiḥ paryagnikaraṇe kṛte || 12 ||

26.12 reinige man das Haus innen und außen durch Fegen und weitere Handlungen und führe brennende Darbhabündel ringsum,

prākāre maṇḍape dhāmni gopure mārjanādinā |
śuddhīkṛte tathā gavyaiḥ paṃcabhiḥ prokṣite sati || 13 ||

26.13 reinige Umfriedung, Maṇḍapa, Heiligtum und Gopura und besprenge sie mit den fünf Kuhprodukten.

puṇyāhaṃ vācayitvātha brahmaṇai rmantravittamaiḥ |
abliṃgā bhiśca bhūyopi garbhagehaṃ bahistathā || 14 ||

26.14 Man lasse mantraerfahrene Brahmanen den Tagessegen sprechen. Mit wasserbezogenen Ṛgversen besprenge der Ācārya erneut das Allerheiligste und den Außenbereich,

rvedavittamaiḥ |
ṛgbhistaṃprobhayetsarvamācāryassa rvabhūsuraiḥ |
pradīpitai rgoghṛtaiśca pradīpai rbajubhistathā || 15 ||

26.15 gemeinsam mit den Brahmanen. Zahlreiche mit Kuhghee gespeiste Lampen seien entzündet,

ssaha |
sarvato dīpite dhāmni kālāgurumukhai stathā |
gandadravyairdhūpayitvā sudhācūrṇai stathākṣataiḥ || 16 ||

26.16 sodass das Heiligtum ringsum erhellt ist. Mit dunklem Aguru und weiteren Duftstoffen räuchere man es aus und schmücke es mit Kalkpulver, ungebrochenem Reis,

puṣpairdūrvāṅkuraiścāpi sarvato dhāmnibhūṣite |
tato'parāhṇasamaye śāntihomaṃ samācaret || 17 ||

26.17 Blumen und Dūrvā-Sprossen. Am Nachmittag vollziehe man das Befriedungsfeueropfer.

mānonmānapramāṇāderhānirvā vṛddhireva vā |
durvajñeyaṃ tadakhalaṃ homācchāmyati niścayam || 18 ||

26.18 Ein Zuwenig oder Zuviel bei Höhe, Umfang und weiteren Maßen ist nicht immer sicher erkennbar; dies alles soll durch das Feueropfer befriedet werden.

śamīpallava saṃyuktā nakṣatān deśikassvayam |
saptavyāhṛtibhiścaivapratyekaṃ juhuyācchatam || 19 ||

26.19 Mit Śamī-Blättern vermischten ungebrochenen Reis opfere der Lehrer unter jeder der sieben Vyāhṛtis jeweils hundertmal.

saṃyuktānakṣatāni guruḥ |
caruṃ nṛsūktena tathā juhuyāt ṣoḍaśāhutīḥ |
pañcopaniṣadā caiva sarpiṣā juhuyācchatam || 20 ||

26.20 Mit dem Puruṣa-Sūkta opfere er sechzehn Spenden gekochter Speise; mit den fünf Upaniṣad-Mantras hundert Ghee-Spenden.

pratimāsannidhāvenaṃ hutvā pūrṇāvasānikam |
upatiṣṭheta tadanu mantreṇāneva deśikaḥ || 21 ||

26.21 Nach diesem Opfer vor dem Bild bis zur vollen Abschlussspende wende sich der Lehrer mit folgendem Mantra an den Gott:

namastubhyaṃ bhagavate jātavedassvarūpiṇe |
nārāyaṇāya havyasya kavyasya ca yathātatham || 22 ||

26.22 „Verehrung dir, dem Erhabenen in der Gestalt Jātavedas, dir, Nārāyaṇa, der du die Gaben für Götter und Ahnen

hartre yaṣṭavyadevānāmātmane paramātmane |
sannidhatsvaciraṃ deva pratimāyāṃ hitāyanaḥ || 23 ||

26.23 übermittelst, du Selbst der zu verehrenden Gottheiten, höchstes Selbst! Sei lange in diesem Bild gegenwärtig, Gott, du Weg zum Heil!“

hotre |
vijñāpyādhokṣajaṃ devamevaṃ prāṃjalirānataḥ |
sadarbhaṃ navavastreṇa pratimāṃ mūlavidyayā || 24 ||

26.24 So bitte man Adhokṣaja mit gefalteten Händen und geneigtem Körper. Dann umhülle der Guru das Bild mit neuem Stoff samt Darbhagras unter der Wurzelformel,

ācchādayeduttarīya mapidadhyāttathā guruḥ |
arghyaṃ pādyaṃ tathācāmaṃ gandhaṃ dhūpaṃ tathaiva ca || 25 ||

26.25 lege ihm ein Obergewand an und bringe Arghya, Fußwasser, Wasser zum Ācamana, Duft und Räucherwerk dar …

marghyaṃ dadyā. kautukaṃ dakṣiṇe haste badhnīyānmūlavidyayā || 27 ||

26.27 [Nach einer Nummernlücke:] An die rechte Hand binde man mit der Wurzelformel das Schutzband.

kautuka mityādisārdhaṃ padyaṃ kvacinna |
tayaiva vidyayā sapta vārān kṛtvābhimantraṇam |
badhvā samarcayeddevaṃ puṇṭarīkākṣavidyayā || 28 ||

26.28 Man weihe es zuvor siebenmal mit derselben Formel, binde es an und verehre den Gott mit der Puṇḍarīkākṣa-Formel.

sūtrābhimantratam |
chāyādhivāsasidhyarthaṃ devasya puratastataḥ |
jaladroṇīṃ kaṭāhāṃ vā sthāpayellohanirmitam || 29 ||

26.29 Für den stellvertretenden Chāyā-Adhivāsa stelle man vor dem Gott eine Wasserwanne oder ein Metallbecken auf,

mṛṇmayaṃ vā yathālābhaṃ bhājanaṃ dhānyasañcaye |
pūrayedgandhato yona śuddhasphaṭikavarcasā || 30 ||

26.30 oder nach Verfügbarkeit ein Tongefäß, auf einen Getreidehaufen. Man fülle es mit duftendem, kristallklarem Wasser.

jale ca nikṣipetkūrca maṣṭāviṃśatidarbhakam |
arcayecca hariṃ kūrce bhāvayenmūla vidyayā || 31 ||

26.31 Darin lege man ein Büschel aus achtundzwanzig Darbhahalmen, verehre Hari darin und vergegenwärtige ihn mit der Wurzelformel.

saṃhāraktamamācāryāḥ smṛtvā kurcaṃ jale svayam |
śāyayitvā prākchirasaṃ cakramudrāṃ pradarśayet || 32 ||

26.32 Der Ācārya meditiere über die Rücknahmefolge, lege das Büschel mit dem Kopfende nach Osten ins Wasser und zeige die Cakra-Mudrā.

kūrcaṃ śrīdharayorda rbhaistribhissyādrudravedhasoḥ |
paṃcaviṃśatibhiḥ kāryaṃ dvābhyāmanyāmṛtāśināṃ || 33 ||

26.33 Für Śrī und Dharā bestehe das Büschel aus drei Halmen, für Rudra und Brahmā aus fünfundzwanzig, für die übrigen Gottheiten aus zwei.

rakṣākumbhaṃ ca tatraiva yamasya diśī kalpayet |
saṃveṣṭya navavastrābhyāmekena karakaṃ tathā || 34 ||

26.34 Dort richte man im Süden einen Schutzkrug ein, umwunden mit zwei neuen Stoffen; die Karaka-Kanne mit einem.

brahmāṇaṃ pūjayetkumbhe karake ca sudarśanam |
paritaḥ kalaśānaṣṭau nidadhyādvastraveṣṭitān || 35 ||

26.35 Im Krug verehre man Brahmā, in der Kanne Sudarśana. Ringsum stelle man acht mit Stoff umwundene Kalaśas,

sāpidhānān savastrāṃśca saratnān kūrcasaṃ yatān |
indrādi dikpatīn teṣu pūjayedaṣṭa cāṣṭasu || 36 ||

26.36 mit Deckeln, Gewändern, Edelsteinen und Grasbüscheln. In ihnen verehre man die acht Richtungshüter, beginnend mit Indra.

saratnāṃśca tadā |
chādayitvā samantācca siddhārthān vikiretkṣitau || 37 ||

26.37 Man umschließe den Bereich ringsum und streue Senfsamen auf den Boden.

tataḥ |
rakṣohaṇeti mantreṇa rakṣāṃ muryātsamantataḥ |
āropayedanirvāṇān pradīpānbahuvarcanaḥ || 38 ||

26.38 Mit dem Mantra „rakṣohaṇa“ richte man den Schutz ringsum ein. Helle Lampen werden entzündet und sollen nicht erlöschen.

pravartayettra yīghoṣaṃ brahmaṇai rvedapāragaiḥ |
cakramantraṃ ca valaje vinyasyābhyarcayedguruḥ || 39 ||

26.39 Veda-erfahrene Brahmanen rezitieren die dreifache heilige Überlieferung. Der Guru lege den Cakra-Mantra in den betreffenden Schutzbereich und verehre ihn. [„valaje“ ist eine unsichere Ortsbezeichnung.]

prādakṣiṇyena sadanāt niṣkrametsahamūrtipaiḥ |
yasyāḥ pratikṛtessākṣānnādhivāso jale bhavet || 40 ||

26.40 Dann verlasse er das Heiligtum rechtsherum gemeinsam mit den Mūrtipālas. Für ein Bild, das nicht selbst im Wasser verweilen kann,

tasyāśchā yādhivāso yaṃ kathitaḥ kamalāsana |
dāruloha śilāmayyaḥ pratimā yāḥ pṛthagvidhāḥ || 41 ||

26.41 ist dieser Chāyā-Adhivāsa beschrieben, Lotusgeborener. Bei den unterschiedlichen Bildern aus Holz, Metall und Stein

tāsāṃ jalādhivasanaṃ sākṣādevaṃ vidhīyate |
lohajapratimānāṃ tu pūrvaṃ vāryadhivāsanāt || 42 ||

26.42 wird der Wasser-Adhivāsa unmittelbar am Bild ausgeführt. Bei Metallbildern vollziehe man vor dem Wasser-Adhivāsa

kṛtvā saro jalaṃ khāta madhivāsaṃ samācaret |
vṛttākāraṃ śālibhāraṃ nidhāyopari taṇḍulān || 43 ||

26.43 die folgende Vorbereitung. [Der einleitende Ausdruck ist beschädigt.] Man bilde einen runden Haufen aus einem Bhāra unenthülstem Reis; darüber enthülsten Reis

jasaṃghūtam |
tadardhamupariṣṭācca taṇḍulārdhaṃ tilān kṣipet |
tileṣu padmavinyāsaṃ kṛtvāstīrya kuśān punaḥ || 44 ||

26.44 im halben Maß und darüber Sesam in der Hälfte des Reismaßes. In den Sesam zeichne man einen Lotus und breite Kuśagras aus,

prāgagraṃ nūtanapaṭaṃ teṣāmupari nikṣipet |
sapadmaṃ kevalaṃ vāpi pīṭhaṃ vinyasya tatra tu || 45 ||

26.45 mit den Spitzen nach Osten; darüber neuen Stoff. Darauf setze man den Sockel mit Lotus oder ohne ihn.

teṣāmupari nikṣipet |saratnaṃ kevalaṃ vastraṃ pīṭhaṃ vinyasya tatra tu. iti ca |
ratnānyapi ca lohāni gāyatryā viṣṇupūrvayā |
vivyasya juhuyādagnau sarpiṣāṣṭotraṃ śatam || 46 ||

26.46 Edelsteine und Metalle deponiere man mit der Viṣṇu-Gāyatrī und opfere einhundertachtmal Ghee ins Feuer,

lohadīn |
nṛsūktena caruṃ caiva puṇyāhaṃ caiva vācayet |
devamāropayettasmin pīṭhe mantramudīrayet || 47 ||

26.47 gekochte Speise mit dem Puruṣa-Sūkta; man lasse den Tagessegen sprechen. Dann hebe man den Gott auf den Sockel und spreche den Mantra.

supratiṣṭhena manasā gururdhyāyejjagadgurum |
pratiṣṭhito'sīti sāma paṭhecca tadanantaram || 48 ||

26.48 Mit fest gesammeltem Geist meditiere der Guru über den Weltenlehrer; danach singe man das Sāman, das als „pratiṣṭhito'si“ bezeichnet wird.

pratiṣṭhāsītivaisāma |
dṛḍhabandhaṃ sthapatinā kārayetkamalāsana |
udghāṭayecca nayane pratimāyāḥ yathāvidhiḥ || 49 ||

26.49 Der Handwerker befestige das Bild dauerhaft, Lotusgeborener, und öffne seine Augen nach der Vorschrift.

toṣayedrathākārādīn dhanena mahatā punaḥ |
śamīpatrākṣatairhomaṃ kṛtvābhyajya ca parpipā || 50 ||

26.50 Den Baukundigen und die übrigen stelle man wiederum mit reichen Gaben zufrieden. Nach dem Opfer mit Śamī-Blättern und ungebrochenem Reis bestreiche man das Bild mit Ghee,

toṣitaṃ sthipatiṃ kṛtvā |
ghṛtasnāneti mantreṇa cūrṇai ścodvṛrtya sarvataḥ |
prakṣālyavāribhiścoṣṇaiḥ kuśairnutanavāsasā || 51 ||

26.51 unter der als „ghṛtasnāna“ beziehungsweise nach der Variante „ghṛtavatī“ bezeichneten Formel; reibe es ringsum mit Pulver ab und wasche es mit warmem Wasser. Kuśagras und neuer Stoff … [Der Anschluss fehlt.]

ghṛtavatyeti. ācamya ca pratisaraṃ bandhayitvā ca maṅgalam |
tato rathādike yāne samāropya ca mūrtipāḥ || 53 ||

26.53 [Nach einer Lücke:] Nach Ācamana und dem Anbinden des glückverheißenden Schutzfadens heben die Mūrtipālas das Bild auf einen Wagen oder ein anderes Fahrzeug.

abadhyaca pratisaraṃ badhvā siddhārdha maṅgulam. gānajñaissārdhamanyaiśca bhūsuraiḥ |
rathantarādikaṃ śreṣṭhaṃ pauruṣaṃ sūktamuktamam || 54 ||

26.54 Zusammen mit Sāman-Kundigen und weiteren Brahmanen rezitiere man Rathantara und die übrigen Gesänge, das vorzügliche Puruṣa-Sūkta,

sāmajñaiḥ |
nārāyaṇānuvākaṃ ca sūktaṃ śākunameva ca |
āmaneyaḥ pratidiśaṃ sūktaṃ rakṣoghnameva ca || 55 ||

26.55 den Nārāyaṇa-Anuvāka, das Śākuna-Sūkta und in jeder Richtung das Rakṣoghna-Sūkta.

pāṇḍareṇātapatreṇa cāmareṇa sitena ca |
cīnāṃśukamayai śchatrairdhvajairbarhamayaistathā || 56 ||

26.56 Mit weißem Schirm, weißem Haarwedel, Seidenschirmen und Pfauenfederbannern,

ścitraiśchatrairbarha |
vyajanairapi kalyāṇairdhvajairnānāvidhairapi |
tūryai rbahuvidhairnṛttairgeyaiścāpi samantataḥ || 57 ||

26.57 schönen Fächern, verschiedenen Fahnen, vielerlei Instrumenten, Tanz und Gesang ringsum,

mahatā janasaṅghena brāhmaṇānāmitastataḥ |
nṛpopacārairaparai rupacarya yathāvidhi || 58 ||

26.58 mit großer Menschen- und Brahmanenmenge sowie den übrigen königlichen Ehren begleite man den Gott vorschriftsgemäß. [Die folgende Beschreibung des Wasserortes ist lückenhaft.]

mahopacārai dakadūṣite |
kaṣāye kaṭuke caiva tikte phenaiśca duṣite || 62 ||

26.62 [Nach einer Lücke:] In verunreinigtem, herbem, scharfem, bitterem oder schaumigem Wasser,

dadhi |
caityavṛkṣasamīpe ca nīcairadhyāsite tathā |
ūṣare śaivalayute varṇāntarayute tathā || 63 ||

26.63 nahe einem heiligen Baum, an von den im Text ausgeschlossenen Gruppen genutzten Orten, in salzhaltigem, algenreichem oder verfärbtem Wasser,

evamādiṣu duṣṭeṣu pratimāṃ nādhivāsayet |
jalamadhye prapāṃ kuryādbahustambhasamanvitām || 64 ||

26.64 und an ähnlich ungeeigneten Stellen lasse man das Bild nicht verweilen. Im Wasser errichte man eine Halle mit zahlreichen Säulen,

caturdvārasamopetāṃ catustoraṇabhūṣitām |
vitānadhvajasaṃyuktāṃ darbhamālāpariṣkṛtām || 65 ||

26.65 vier Eingängen, vier Torbögen, Baldachin, Fahnen und Darbhagirlanden,

muktādāmasamāyuktāṃ sragviṇīṃ dīpadīpitām |
phalairnānādidhairyuktāṃ tatrādhivasanaṃ caret || 66 ||

26.66 mit Perlenketten und Kränzen geschmückt, von Lampen erhellt und mit verschiedenen Früchten versehen. Dort vollziehe man den Adhivāsa.

dhūpa |
puṇyāhava ca naṃ pūrvaṃ puvarnadvādiṣu sthitā |
āpaḥ puruṣamantreṇa saṃśoṣya gururātmavān || 67 ||

26.67 Nach dem Tagessegen nehme der gesammelte Guru mit dem Puruṣa-Mantra eine meditative Austrocknung des Fluss- oder anderen Wassers vor. [Der Schluss und das folgende „na“ sind beschädigt; die weitere Reinigungsfolge fehlt.]

na |
nātpūrvaṃ āpādatalamastakam |
sthāpitān pūrvavartīre kumbhādīvapi pūjitān || 74 ||

26.74 [Nach einer Lücke:] … von den Fußsohlen bis zum Scheitel. Die am Ufer wie zuvor aufgestellten und verehrten Krüge und weiteren Gefäße

mahatā pādamaptakam |
jale niveśayettadvardīre tadvadyathākramam |
darśayeccakramudrāṃ ca rakṣāmudrāṃ ca darśayet || 75 ||

26.75 ordne man im Wasser beziehungsweise am Ufer der Reihe nach an. Man zeige Cakra-Mudrā und Schutzmudrā.

tīre caturvidhaṃ vādyaṃ vādayetsarva toditam |
ṛco yajūṃṣi sāmāni purāṇāni ca bhūsurāḥ || 76 ||

26.76 Am Ufer erklingen die vier Instrumentenarten ringsum. Brahmanen rezitieren Ṛgverse, Yajusformeln, Sāmans und Purāṇas.

āmaneyuranirvāṇān pradīpānapi kārayet |
snāsapānādikaṃ sarvaṃ tataḥ prabhṛti nācaret || 77 ||

26.77 Lampen sollen brennen, ohne zu erlöschen. Von diesem Zeitpunkt an unterlasse man dort gewöhnliches Baden, Trinken und ähnliche Nutzungen.

pradīpān dhūpadīpākāḥ pradīpānapi dīpitān |
ekarātraṃ trirātraṃ vā jalamadhye'dhivāsayet |
yāmaṃ yāmārdhakaṃ vāpi jalavāsaṃ samācaret || 78 ||

26.78 Eine oder drei Nächte lasse man das Bild im Wasser verweilen, auch einen Yāma oder einen halben Yāma.

yāmaṃityādi padyaṃ svacinna |
gṛhārcāsthāpane kāle sadya eva samācaret |
jalādhivasane caiva tathā nayanamokṣaṇe || 79 ||

26.79 Bei der Installation eines Hausbildes kann dies unmittelbar erfolgen. Für Wasser-Adhivāsa, Augenöffnung

śayane vedikāyāṃ ca na kālaḥ kamalāsana |
pradoṣeṣvadhivāna syācchayanaṃ ca mahāniśi || 80 ||

26.80 und das Lagern auf dem Altar gilt keine entsprechende strenge Zeitbegrenzung, Lotusgeborener. Der Adhivāsa liege in der Abendzeit, das Lagern mitten in der Nacht.

pratiṣṭhāṃ ca divā kuryānmuhūrte śāstracodite |
nadyādyabhāve bimbasya jalādhivasanaṃ bhavet || 81 ||

26.81 Die eigentliche Installation vollziehe man tagsüber zu der vorgeschriebenen günstigen Stunde. Fehlt ein Fluss oder vergleichbares Gewässer,

jaladroṇyāṃ kaṭāhe vā samuddhṛtya mahajjalam |
yathāsambhavamanyasmin mṛṇyayādau vidhīyate || 82 ||

26.82 kann man den Wasser-Adhivāsa mit geschöpftem Wasser in einer Wasserwanne, einem Becken oder einem anderen verfügbaren Gefäß, auch aus Ton, vollziehen.

Mūrti: göttliche Gestalt und häuslicher Altar

Begleitendes Video aus dem Themenbereich Murti; keine Rezitation oder Einzelversauslegung der Padma Samhita.

Kapitel 27: Augenöffnung, Ruhelager und kosmischer Nyāsa

Hinweis zur Quelle: Die Nummern 9, 30, 32, 79, 86, 103, 104, 105, 106, 107, 108, 189, 190 fehlen in der Vorlage. Erhaltene Fragmente bleiben stehen.

pādmasaṃhitāyām |
saptaviṃśo'dhyāyaḥ |
śrībhagavān |
pratiṣṭhāvidhiśeṣaḥ |
pratimāmadhivāsyevamapsu pūrvokta vartmanā |
aparedyuḥ prabhātāyāṃ śarvaryāṃ maṇ‍ṭapādike || 1 ||

27.1 Der erhabene Herr sprach: Nachdem man das Bild auf dem zuvor beschriebenen Weg im Wasser hat verweilen lassen, soll am folgenden Morgen, wenn die Nacht vergangen ist, die Halle und das Übrige

śedhite rathakāreṇa śobhite ca yathātatham |
toṣite rathakāre tu manaḥ prahmādanairdhanaiḥ || 2 ||

27.2 vom Handwerker gereinigt und angemessen geschmückt sein. Den Handwerker befriedige man mit Gaben, die sein Herz erfreuen.

ācāryo mūrti pāścaiva kṛtakṛtyā jitendriyāḥ |
savāmbaradharāssarve dhṛtaphañcāṅga bhūṣaṇāḥ || 3 ||

27.3 Der Ācārya und die Hüter der göttlichen Gestalten sollen ihre vorbereitenden Pflichten erfüllt haben, ihre Sinne beherrschen, frische Gewänder tragen und mit dem fünffachen Schmuck versehen sein. Das Wort für die Gewänder ist in der Vorlage beschädigt.

mūrtapālāśca |
gandhamālyadharā bhadrāssottarīya pariccadāḥ |
dhṛtordhvapūṇḍraracanāssoṣṇīṣā mṛṣṭakuṇ‍ḍalāḥ || 4 ||

27.4 Sie tragen Düfte und Kränze, sind wohlgeordnet, mit Obergewändern bekleidet, mit dem aufwärts gerichteten Stirnzeichen versehen, mit Kopfbinden und glänzenden Ohrringen geschmückt.

pariṣkṛtāḥ |
ādiṣṭā yajamānena jīvājīvātmakairdhanaiḥ |
vāstupuruṣanirūpaṇam |
vāstuhomaṃ prakurvīran karma daivaṃ yathābhavet || 5 ||

27.5 Vom Auftraggeber beauftragt und mit beweglichem und unbeweglichem Vermögen bedacht, sollen sie das Vāstu-Feueropfer vollziehen, damit das Unternehmen ein göttliches Werk werde. „Lebendes und nichtlebendes Vermögen“ ist die wörtliche Ausdrucksweise der Quelle.

vāstu rnāma caturvaktrabhārgava ssvedasambhavaḥ |
abhyadravatsurān haṃtumātmano baladarpitaḥ || 6 ||

27.6 Vāstu, Viergesichtiger, ist ein aus dem Schweiß des Bhārgava entstandenes Wesen. Stolz auf seine Kraft stürmte es gegen die Götter an, um sie zu erschlagen.

sadevaistāḍitastūrṇa mapitadbhūvi vihvālaḥ |
vistastāṅgassa ca prāṇān dhārayatyeva vāstukaḥ || 7 ||

27.7 Von den Göttern geschlagen, fiel es sogleich benommen zu Boden. Mit ausgestreckten Gliedern hält dieses Vāstu-Wesen dennoch sein Leben aufrecht.

adhomukhaṃ prākchirasaṃ vinyasedvāstupūruṣam |
prasārya pāṇipādau dvau koṇabhūmiprakalpitau || 8 ||

27.8 Man stelle den Vāstupuruṣa mit dem Gesicht nach unten und dem Kopf nach Osten dar. Beide Hände und Füße sind ausgestreckt und den Eckbereichen zugeordnet.

adho mukhaṃiti padyaṃ kvacinna. yutaṃ kūrcaṃ kṛtvā tatra vinikṣipet || 10 ||

27.10 [Fragment nach einer Lücke:] Man fertige ein entsprechend versehenes Darbha-Bündel und lege es dort nieder. Eine Quellennotiz erklärt, dass der mit „adhomukham“ beginnende Vers in manchen Textzeugen fehlt; die nähere Ausstattung des Bündels ist hier nicht erhalten.

kṛtam |
tatrārca yedvāstunāthaṃ gandhapuṣpādibhiḥ kramāt |
vāstudevasya śirasi pūjayedaṃśumālinam || 11 ||

27.11 Dort verehre man den Herrn des Bauplatzes der Reihe nach mit Duft, Blumen und weiteren Gaben. Am Kopf des Vāstu-Gottes verehre man die Sonne.

jhuṣadhvajaṃ bāhumūle kumāraṃ kūrpare tathā |
haste vināyakaṃ pādayugale cāśvidevate || 12 ||

27.12 Am Armansatz verehre man den Gott mit dem Fischbanner, am Ellenbogen Kumāra, an der Hand Vināyaka und an den beiden Füßen die beiden Aśvin-Gottheiten. Der Name des Fischbannerträgers ist beschädigt überliefert.

madhye candraṃ tathā vārṣṇyoḥ durgāṃ mātṝṃścarpare |
bāhumūle tathā sthāṇuṃ hṛdaye māmavasthitam || 13 ||

27.13 In der Mitte verehre man den Mond, an den Fersen Durgā, an der mit „carpara“ bezeichneten, unklaren Körperstelle die Mütter, an einem Armansatz Sthāṇu und im Herzen mich.

brahmāṇaṃ nābhideśe ca dikpālān svāsu dikṣu ca |
kṣetreśamuttare pārśve vāstu devasya pūjayet || 14 ||

27.14 In der Nabelgegend verehre man Brahmā, in den jeweiligen Richtungen die Richtungshüter und an der Nordseite des Vāstu-Gottes den Herrn des Feldes.

nāthasya |
paścime vāstunāthasya deśe ca juhuyādguruḥ |
pañcopaniṣadā sarpissahasraṃ śatameva vā || 15 ||

27.15 Westlich vom Vāstu-Herrn soll der Guru mit dem Pañcopaniṣad-Mantra tausend oder hundert Ghee-Spenden ins Feuer geben.

śamyapāmārgakhadirasamidbhirjuhuyāttataḥ |
mūlamantreṇa tasmantravarṇasaṅkhyābhirātmavān || 16 ||

27.16 Danach opfere er mit dem Grundmantra Scheite von Śamī, Apāmārga und Khadira, in einer Anzahl, die der Buchstabenzahl dieses Mantras entspricht, und bleibe dabei gesammelt.

caruṃ puruṣasū ktena juhuyāt ṣodaśāhutīḥ |
caruṇā vāstudevānāṃ juhuyācca sakṛtsakṛt || 17 ||

27.17 Mit dem Puruṣasūkta bringe er sechzehn Spenden gekochter Opferspeise dar. Für die Vāstu-Gottheiten opfere er jeweils einmal solche Speise.

baliṃ ca datvā devebhyo kṣetrādhipataye tathā |
karmārambhe pratiṣṭhāyāṃ maṇṭape sadane tathā || 18 ||

27.18 Auch den Göttern und dem Herrn des Feldes gebe er eine Bali-Gabe. Beim Beginn des Werkes, bei der Installation, in der Halle und im Gebäude

vāstuyāga kramaḥ proktassarvatra kamalāsana |
mārjanaṃ gomayālevaḥ prokṣaṇaṃ maṇṭape bhavet || 19 ||

27.19 gilt überall die hier erklärte Folge des Vāstu-Opfers, Lotusgeborener. Die Halle werde gefegt, mit Kuhdung bestrichen und besprengt.

sudhācūrṇairakṣataiśca maṇ‍ḍayitvā bhuvasthalam |
siddhārthān vikireddikṣu astramantrābhimantritān || 20 ||

27.20 Nachdem man den Boden mit Kalkpulver und ungebrochenen Reiskörnern geschmückt hat, streue man in die Richtungen weiße Senfkörner, die mit dem Waffenmantra besprochen wurden.

sannidhyanarhāḥ janāḥ |
nāstikān bhinnamaryādān devabrāhmaṇa nindakān |
pāparogayutān martyān ni nditān piśunāṃ stathā || 21 ||

27.21 [Historische Ausschlussregel der Quelle:] Ungläubige, Menschen, die die überlieferte Ordnung verletzen, Verächter der Götter und Brahmanen, Menschen mit als sündhaft bewerteten Krankheiten, Verrufene und Verleumder

dūṣakān |
pāṣaṇḍino hīnavṛttīn pratilomān samatsarān |
ludbhānmūrkhānaviduṣo bahirnirvāsaye ttadā || 22 ||

27.22 sowie als Irrlehrer, niedrig im Lebenswandel oder „pratiloma“ eingestufte Menschen, ferner Neidische, Habgierige, Toren und Unwissende sollen hinausgewiesen werden. Diese abwertende religiöse, soziale und krankheitsbezogene Einteilung gibt die Quelle wieder; sie ist keine heutige Zugangsempfehlung.

tataḥ |
sthūṇāṃśca maṇṭape tasmin vāsobhirveṣṭayennavaiḥ |
vitānayecchubhervastraiḥ patākābhiśca bhūṣayet || 23 ||

27.23 Dann umwickle man die Pfosten der Halle mit neuen Gewändern, spanne schöne Tücher als Baldachin und schmücke sie mit Fahnen.

muktādāmabhiranyaiśca phalaiḥ puṣpaiśca pallavaiḥ |
parito darbhamālābhirmaṇikāñcanabhūṣaṇaiḥ || 24 ||

27.24 Mit Perlenschnüren und anderen Gehängen, Früchten, Blumen, jungen Blättern, ringsum mit Darbha-Girlanden sowie mit Edelstein- und Goldschmuck

pullakaiḥ |
śobhayenmaṇṭapaṃ sarvaṃ yathāvittānusārataḥ |
khātyā dvitālamavaṭaṃ toraṇāni caturdiśaṃ || 25 ||

27.25 verschönere man die ganze Halle nach Maßgabe der verfügbaren Mittel. Man grabe zwei Tāla tiefe Vertiefungen für die Torbögen in den vier Richtungen

rdiśi |
sthāpayedvāradeśeṣu pūrvādiṣu yathākramam |
aśvatthatoraṇaṃ prācyāṃ audumbaramanantaram || 26 ||

27.26 und stelle sie der Reihe nach an den östlichen und weiteren Eingängen auf: im Osten einen Torbogen aus Aśvattha, anschließend einen aus Udumbara,

dharmā |
naiyyadrodhaṃ ca pāścātyaṃ plākṣaṃ ca tadanantaram |
sartakairgāyakaiścaiva vaiṇikai rvaṃśakaistathā || 27 ||

27.27 im Westen einen aus Nyagrodha und danach einen aus Plakṣa. Tänzer, Sänger, Vīṇā-Spieler und Flötenspieler

vāditrakuśalaiścānyaistathā vādavicakṣaṇaiḥ |
śobhitaṃ sarvatodikṣubrahmaghoṣaiśca nāditam || 28 ||

27.28 sowie andere Instrumentenkundige und Kenner gelehrter Rede sollen den Ort in allen Richtungen beleben; vedische Rezitation soll ihn erfüllen.

śodhitaṃ sarvato dikṣu śobhayenmaṇḍapaṃ dikṣu |
dīpaistathā pālikābhissāṅku rābhiśca sarvataḥ |
candanāgarurpūra dhūpaiḥ parimalīkṛtam || 29 ||

27.29 Ringsum schmücke man ihn mit Lampen und Schalen voller Keimlinge. Räucherwerk aus Sandel, Agaru und Kampfer erfülle die Halle mit Wohlgeruch.

mālikābhiḥ udvāsya devatā stasmāttadbimbaṃ tīraviṣṭare |
prāṅmukhaṃ samavasthāpya vāribhaḥ kṣālaye ttadā || 31 ||

27.31 [Nach einer Lücke:] Man entlasse die Gottheiten aus jenem Wasser, stelle das Bild am Ufer auf einen Sitz, nach Osten gewandt, und wasche es mit Wasser.

uddhāpya pūrvamaśeṣataḥ |
kṛtvā maṅgulaturyādi gamayedyāgamaṇṭapam || 33 ||

27.33 [Fragment:] Nachdem man es zuvor vollständig herausgehoben hat, geleite man es unter glückverheißender Instrumentalmusik und weiteren Festzeichen in die Opferhalle.

narva |
maṇṭapasyottarebhāge viṣṭare viniveśayet |
ācaryo mūrtipaissārdhaṃ praviśedgarbhamandriram || 34 ||

27.34 Im nördlichen Teil der Halle stelle man es auf einen Sitz. Der Ācārya betrete zusammen mit den Gestalthütern das innere Heiligtum.

sanni |
bahuberavidhānaṃ cedvidhireṣa vidhīyate |
prākcādhivāsitaṃ kūrcaṃ jalāttasmātsamuddharet || 35 ||

27.35 Bei einer Einrichtung mit mehreren Kultbildern gilt dieses Verfahren: Das zuvor im Wasser zum Adhivāsa niedergelegte Darbha-Bündel hebe man daraus heraus.

bimbāccavastrābharaṇamālyānyapanayedguruḥ |
nayanonmīlanaṃ kṛtvādhru vaberasya śāstrataḥ || 36 ||

27.36 Der Guru nehme Gewänder, Schmuck und Kränze vom Bild ab und vollziehe am feststehenden Hauptbild die Augenöffnung gemäß der Lehrvorschrift.

darśayedaṣṭadhānyāni gāścakanyāssalakṣaṇāḥ |
unmīlanaṃ śriyādīnāmeva śāstroktavartmanā || 37 ||

27.37 Er zeige ihm die acht Getreidearten, Kühe und junge Frauen mit den geforderten glückverheißenden Merkmalen. Auch die Augenöffnung bei Śrī und den anderen Göttinnen geschehe nach dem vorgeschriebenen Weg.

kalaśaissaptadaśabhirghṛtādi dravyasaṃyutaiḥ |
chāyāsnapanamādarśe sakūrce kalpayedguruḥ || 38 ||

27.38 Mit siebzehn Krügen, die Ghee und die weiteren Stoffe enthalten, vollziehe der Guru sorgfältig ein stellvertretendes Bad des Spiegelbildes, zusammen mit dem Darbha-Bündel.

pṛthakchriyādhi devīnāṃ snapanaṃ navabhirghaṭaiḥ |
brahmeśau saptakalaśaiḥ ṛṣīṇāmapi pañcabhiḥ || 39 ||

27.39 Śrī und die weiteren Göttinnen erhalten jeweils ein eigenes Bad mit neun Krügen, Brahmā und Īśa mit sieben, die Ṛṣis mit fünf.

tribhiśca devatānāṃ syādekena kalaśena vā |
nīrājanā ntairvastrādyairupacāraissamarcayet || 40 ||

27.40 Bei anderen Gottheiten dienen drei Krüge oder ein einziger. Man verehre sie mit Gewändern und den weiteren Diensten bis zum Schwenken des Lichtes.

dhruvaberasya hṛdaye tasya dīpamaṇi prabham |
vinyasya mantramācāryo dvādaśākṣarasaṃjñitam || 41 ||

27.41 Im Herzen des feststehenden Hauptbildes lege der Ācārya den Zwölfsilbenmantra nieder, leuchtend wie eine Lampe oder ein Edelstein.

biṃbamācchādayedvastraiḥ kambalairvā samantataḥ |
evaṃ kuryācchri yādīnāṃ tato nirgatya mandirāt || 42 ||

27.42 Er verhülle das Bild ringsum mit Tüchern oder Decken. Bei Śrī und den anderen verfahre er ebenso. Dann verlasse er das Heiligtum

maṇṭapasthāṃ pratikṛtiṃ chādayetkambalādibhiḥ |
raimayaṃ rājataṃ vāpi pātramāḍhakapūritam || 43 ||

27.43 und verhülle das in der Halle befindliche Bild mit Decken und dergleichen. Vor ihm stelle er goldene oder silberne Gefäße von Āḍhaka-Fassungsvermögen

dhānyarāśau nidhāyāgre pūrayettadyathākramam |
madhunā sarpiṣā caiva pūrayecchādayettataḥ || 44 ||

27.44 auf einen Getreidehaufen und fülle sie der Reihe nach mit Honig und Ghee. Danach bedecke er sie

vāsasā pariśuddhena prātrayoccha tayoḥ punaḥ |
arcayedbhāskaraṃ pūrve paścime śaśinaṃ tathā || 45 ||

27.45 mit sauberem Stoff. In den beiden Gefäßen verehre er die Sonne im östlichen und den Mond im westlichen.

pātrayocchādayet |
mantreṇa madhuvāteti sarpirādyabhimantrayet |
aṣṭāṅgulā śalākāsyādrai mayī cātha rājatī || 46 ||

27.46 Mit dem Mantra „madhu vātā“ bespreche er Ghee und die weiteren Stoffe. Die goldene beziehungsweise silberne Sonde soll acht Aṅgula lang sein.

aṣṭadhānyāni paritaḥ pātreṣu viniveśayet |
gāḥ kanyakāśca rucirāḥ bhūṣaṇaiścāpi bhūṣitāḥ || 47 ||

27.47 Ringsum stelle er die acht Getreidearten in Gefäßen auf. Schöne, geschmückte Kühe und junge Frauen

ānīya sthāpayetpārśve brahmaghoṣaiśca ghoṣayet |
madhvaktamukhayā netraṃ raimayyā ca śalākayā || 48 ||

27.48 lasse er herbeibringen und seitlich aufstellen; vedische Rezitation soll ertönen. Mit der goldenen Sonde, deren Spitze in Honig getaucht ist,

dakṣiṇaṃ prollikhedvāmaṃ sarpiṣāktaśalākayā |
rājatyā vilikhennetraṃ taccakṣuriti saṃpaṭhan || 49 ||

27.49 zeichne er das rechte Auge nach, mit der silbernen, in Ghee getauchten Sonde das linke Auge, während er „tac cakṣus“ rezitiert.

vyapohyācchādanapaṭaṃ darśayenmadhusarpiṣī |
aṣṭadhānyāni gāścaiva kanyakāḥ purata sthitāḥ || 50 ||

27.50 Er entferne den verhüllenden Stoff und zeige dem Bild Honig und Ghee, die acht Getreidearten, die Kühe und die davorstehenden jungen Frauen.

gurave gāḥ prayaccheta govindaḥ prīyatāmiti |
pātrayugmaṃ śalāke ca dadyāddhānyāṣṭakaṃ tathā || 51 ||

27.51 Dem Guru schenke man die Kühe mit den Worten: „Govinda möge zufrieden sein.“ Auch das Gefäßpaar, die beiden Sonden und die acht Getreidearten gebe man ihm.

netronmīlanavelāyāṃ vādyaghoṣeṇa ghoṣayet |
gurave dakṣiṇāṃ dadvājjīvājīvadhanātmikām || 52 ||

27.52 Während der Augenöffnung lasse man Instrumente erklingen. Dem Guru gebe man eine Ehrengabe aus dem als „lebend und nichtlebend“ bezeichneten Vermögen.

kautukaṃ bandhayedbimbe snapanārthaṃ yathāvidhi |
mūlamantreṇa tadbimbaṃ samutthāpya nayettataḥ || 53 ||

27.53 Für das Bad binde man dem Bild vorschriftsgemäß die Schutzschnur um. Mit dem Grundmantra hebe man es auf und geleite es weiter,

ṛtvigbhiḥ śśākunaṃ sūktamadhīyānaiśca bhūsuraiḥ |
snānamaṇṭapabhūbhāge tatrodumbaraviṣṭare || 54 ||

27.54 begleitet von Opferpriestern und Brahmanen, die das Śākuna-Sūkta rezitieren, zum Bereich der Badehalle. Dort stelle man es auf einen Sitz aus Udumbara-Holz,

kṣaumāstaraṇasaṃyukte sthāpayetpratya gānanam |
bhadrādi mantramācāryāssvayamuccārya mantravit || 55 ||

27.55 der mit Leinen bedeckt ist, mit dem Gesicht nach Westen. Der mantrakundige Ācārya spreche selbst die mit „bhadra“ beginnenden Mantras.

gāsanam |
viṃśatyekonamṛdbhistu puṇyakṣetrādi janmabhiḥ |
udaṅmukhaḥ sthito mṛdbhirālipya pratimāṃ tataḥ || 56 ||

27.56 Nach Norden gewandt bestreiche er das Bild mit neunzehn Erden aus heiligen Stätten und den weiteren zuvor genannten Herkunftsorten.

mūrdhānaṃ diva ityetāmṛcamuccārayecchubhaiḥ |
jalairimaṃ me varuṇa ityuccārya samūrtipaḥ || 57 ||

27.57 Dabei rezitiere er den Vers „mūrdhānaṃ divaḥ“. Mit reinem Wasser wasche er es zusammen mit den Gestalthütern unter Rezitation von „imaṃ me varuṇa“.

kṣālayetkautukaṃ sarvaṃ kalaśaisnāpayedguruḥ |
devasya purataḥ sthāpya sūtravastrādi veṣṭitān || 58 ||

27.58 Der Guru reinige das ganze Kultbild und bade es mit den Krügen. Diese stelle er vor dem Gott auf, mit Fäden, Stoffen und dergleichen umwunden,

sakūrcān pallavairyuktān kalaśān dhānyarāśiṣu |
pādyābhiṣecanaṃ kuryādidaṃ viṣṇuritīrayan || 59 ||

27.59 mit Darbha-Bündeln und jungen Blättern versehen, auf Getreidehaufen. Das Übergießen mit Fußwaschwasser vollziehe er zu „idaṃ viṣṇuḥ“.

sakūrcamallakai |
āpohiṣṭheti mantreti tathārghyeṇābhi ṣecanam |
imaṃme varuṇa ityeva tathā'camanavāriṇā || 60 ||

27.60 Zu „āpo hi ṣṭhā“ erfolge das Übergießen mit Arghya-Wasser, zu „imaṃ me varuṇa“ entsprechend mit dem Wasser zum Mundspülen.

āpovā itimantreṇaāpa itvetimantreṇa ghṛtasnāteti sāmnā ca ghṛtevai vābhiṣecayet || 61 ||

27.61 Mit dem in der Vorlage unterschiedlich angegebenen Wasser-Mantra „āpo vā“ beziehungsweise „āpa …“ und dem Sāman „ghṛtasnāt“ – als Variante steht „ghṛtavatī“ – übergieße man mit Ghee. Die Mantra-Anfänge sind hier nicht einheitlich überliefert.

ghṛtavatyeti |
dadhikrāvṇeti mantreṇa dadhisnapanamācaret |
prayovratena sāmnā ca payasā snapanaṃ bhavet || 62 ||

27.62 Mit „dadhikrāvṇaḥ“ vollziehe man das Bad mit Dickmilch, mit dem Payovrata-Sāman das Milchbad.

madhuvā teti mantreṇa madhunā snapayedguruḥ |
yajñāyajñeti mantreṇa kaṣāyāmbhobhi ṣecanam || 63 ||

27.63 Mit „madhu vātā“ bade der Guru das Bild in Honig, mit „yajñā yajñā“ übergieße er es mit adstringierendem Absud.

madhusna panamācaret toyairuṣṇaiścai vābhiṣecanam |
vaṣaṭ te viṣṇavityādimantreṇa maṇivāriṇā || 64 ||

27.64 [Unvollständig überlieferte Fortsetzung:] Es folgt ein Übergießen mit warmem Wasser; zum Mantra-Anfang „vaṣaṭ te viṣṇo“ erfolge das Bad mit Edelsteinwasser. Die eingefügte Lesart erwähnt nochmals das Honigbad.

nīrai. snāpayettu phalāṃbhasā |
hiraṇyagarbhamantreṇa snāpayellohavāriṇā || 65 ||

27.65 [Fragment:] Man bade es mit Fruchtwasser; mit dem Hiraṇyagarbha-Mantra bade man es mit Metallwasser.

snānaṃ yuttuphalābunā. śanno devīriti snānaṃ mantritairmārjanāmbhubhiḥ |
gandhadvāreti mantreṇa dandhāmbakalaśena tu || 66 ||

27.66 Zu „śaṃ no devīḥ“ erfolgt das Bad mit besprochenem Reinigungswasser, zu „gandhadvārām“ mit dem Krug voller Duftwasser.

śaṃnodevītimantreba mārjanaṃ cābhiṣecayet |
trātāramiti sāmnā ca bhavedakṣatavāriṇā |
yavāmbukala śena syādidaṃ viṣṇuriti tyṛcā || 67 ||

27.67 Mit dem Sāman „trātāram“ erfolgt das Bad mit Wasser aus ungebrochenen Reiskörnern; beim Krug mit Gerstenwasser dient der Vers „idaṃ viṣṇuḥ“.

vṛsūktena ca śuddhābhiradbhirante'bhiṣecayet |
upacāraiśca vastrādipradānādyaissamarcayet || 68 ||

27.68 Zum Abschluss übergieße man es mit reinem Wasser zum hier als „vṛsūkta“ beschädigt bezeichneten Sūkta und verehre es durch das Darbringen von Gewändern und die weiteren Dienste.

pūrve vā dakṣiṇebhāge śayyāṃ vedyāṃ prakalpayet |
prokṣayedvedikāṃ pūrvaṃ dvādaśākṣaravidyayā || 69 ||

27.69 Im Osten oder Süden bereite man auf einem Altar die Ruhestätte. Zuerst besprenge man den Altar mit dem Zwölfsilbenmantra.

prāgagrānudaga grānvā darbhān saṃptīryaṣuṣkalān |
śālīnāṃ pañcabhārāṇi taṇḍulānardhasaṃmitān || 70 ||

27.70 Man breite reichlich Darbha aus, dessen Spitzen nach Osten oder Norden weisen, und schütte fünf Bhāra unenthülsten Reis sowie halb so viel enthülsten Reis darauf. Die Quelle bietet auch die Lesart neun Bhāra.

navabhārāṇi. navabhārāṇāṃ iti ca |
upariṣṭāt kṣipetteṣāṃ tilānupari nikṣipet |
tadardhān caturaśrānvā vṛttānvā tānvikīrya ca || 71 ||

27.71 Darüber streue man Sesam, wiederum halb so viel, und forme die Schüttung viereckig oder rund.

upariṣṭāccateṣāṃ tu tilānāmapi nikṣipet |
tūlikāṃ nikṣīpettasmin mṛdvāstaraṇabhūṣitām || 72 ||

27.72 Darüber lege man eine weiche Matratze mit angenehmer Auflage. Die davorstehende Wendung zur Sesamschicht ist in der Vorlage wiederholend und beschädigt.

tilānupari |
kambalānupariṣṭācca kṣaumaṃ tadupari kṣipet |
citrāṇi vastrāṇi tathā śuklāni ca tathopari || 73 ||

27.73 Über diese kommen Decken, darüber Leinen, dann gemusterte Stoffe und darüber weiße Tücher.

kāṣṭhajaṃ sudṛḍhaṃ snigdhaṃ caturhastasamanvitam |
catuṣpādasamāyuktaṃ caturaśrāyataṃ tataḥ || 74 ||

27.74 Ein hölzernes, sehr festes und glatt gearbeitetes Bett von vier Hasta, mit vier Füßen und rechteckiger Gestalt,

kāṣṭha ityādi paricchadam ityantaṃ keṣu citko śeṣu nāsti |
khaṭvāsaṃjñitaparyaṅkaṃ tadūrdhpe sthāpayettataḥ |
dukūlaṃ mṛdutalpaṃ ca vinyasetsoparicchadam || 75 ||

27.75 stelle man darüber als Khaṭvā genanntes Lager; man lege feines Tuch, eine weiche Bettung und die vollständige Ausstattung hinein. Laut Quellennotiz fehlt dieser Abschnitt in manchen Textzeugen.

upadhānāni citrāṇi śayanāṅgāni kalpayet |
kastūrikādigandhaiśca sugandhairadhivāsitām || 76 ||

27.76 Man bereite bunte Kissen und die weiteren Bestandteile des Lagers; es sei mit Moschus und anderen wohlriechenden Düften versehen.

sopadhānāni |
sudandhapuṣpāstaraṇāṃ nānālahgāraśobhitām |
śayyāṃ kṛtvaivametasyāṃ devamānīya sāyayet || 77 ||

27.77 Mit duftenden Blumen bestreut und mannigfach geschmückt soll die Ruhestätte sein. Wenn sie so bereitet ist, bringe man den Gott und bette ihn darauf.

sūktāni pauruṣādīni praśastāni yathātatham |
adhīyānairvipra varyaissārdhamanyaiśca maṅgulaiḥ || 78 ||

27.78 Dabei begleiten ausgezeichnete Brahmanen, die das Puruṣasūkta und andere bewährte Hymnen ordnungsgemäß rezitieren, sowie weitere glückverheißende Zeichen den Vorgang.

adhīyānaiḥyathātatham idamapi ślokadvayaṃ kvacinna dṛśyate śanakai ścayyāyāṃ śāyayedguruḥ || 80 ||

27.80 [Fragment nach einer Lücke:] Der Guru lege das Bild behutsam auf das Lager. Die Quellennotiz erklärt, dass auch ein hier anschließendes Verspaar nicht überall bezeugt ist.

kalaśam |
idaṃ viṣṇuriti procya viśvataścakṣurityapi |
prākchiro dakṣiṇāvaktraṃ yadvā syānmandirānanam || 81 ||

27.81 Er spreche „idaṃ viṣṇuḥ“ und „viśvataś cakṣuḥ“. Der Kopf liege nach Osten, das Gesicht nach Süden oder zum Eingang des Heiligtums hin.

yadvaiṣṭapamiti |
śiro vā dakṣiṇāśāyāmitthaṃ śayana kalpanam |
kambalenāthavā vastraiścādayetpratimāmapi || 82 ||

27.82 Oder der Kopf liege nach Süden: So wird die Lage auf dem Ruhebett festgelegt. Das Bild verhülle man mit einer Decke oder mit Tüchern.

yuvāsuvāsā ityādi bruvanviṣvakcaturmukha |
aśvatthatoraṇaṃ prācyāṃ yajeta tadanantaram || 83 ||

27.83 Dabei spreche man „yuvā suvāsāḥ“ und die weiteren Worte, Viergesichtiger. Anschließend verehre man den östlichen Aśvattha-Torbogen.

ṛgrūpamindradaivatyaṃ suśobhanasamāhvayam |
yāmye tvaudumbaraṃ syāttu yājuṣaṃ yamadaivatam || 84 ||

27.84 Er entspricht dem Ṛgveda, hat Indra zur Gottheit und heißt Suśobhana. Der südliche Udumbara-Torbogen entspricht dem Yajurveda und hat Yama zur Gottheit.

ṛgvedaminda. somavāruṇam |
nudandhasaṃjñaṃkauberyāṃ plakṣaṃ nāmnā suhotrakam || 85 ||

27.85 [Beschädigte Fortsetzung:] Die Zuordnung zu Sāman und Varuṇa sowie ein Name „Nudandha“, mit Varianten „Subandhu“ und „Sugandha“, sind überliefert. Im Norden steht der Plakṣa-Torbogen namens Suhotraka. Die fehlenden Satzglieder erlauben hier keine vollständig sichere Zuordnung aller Namen.

subandhusaukhyam. sugandhasaṃjñam dauvārikānmahābhāgān yajeta kamalāsana |
kumudaḥ kumudākṣaśca dvārapālau puraḥ smṛtau || 87 ||

27.87 Man verehre die ehrwürdigen Torhüter, Lotusgeborener. Kumuda und Kumudākṣa gelten als die beiden Wächter am vorderen Eingang.

dauvārikātmanā dhyāyan |
dakṣiṇasyāṃ dhvajau pītau puṇḍharīkākṣavāmanau |
dvārsthau pratīcyāṃ nīlabhau dhvajau dauvārikau punaḥ || 88 ||

27.88 Im Süden stehen zwei gelbe Fahnen; die Torhüter sind Puṇḍarīkākṣa und Vāmana. Im Westen sind die beiden Fahnen dunkelblau und die Torhüter

puṇḍarīkākhya |
śaṅkukarṇassarvanetrastathodakpāṇḍārau dhvajau |
sumukhaṃ supratiṣṭhaṃ ca dvārsthau dhyāyoddhvajāṃśute || 89 ||

27.89 Śaṅkukarṇa und Sarvanetra. Im Norden stehen zwei weiße Fahnen; als Torhüter vergegenwärtige man Sumukha und Supratiṣṭha in den Fahnentüchern.

aṣṭau kumbhaṃśca pūrvādidvāreṣu viniveśayatet |
dvau dvau savastān sāśvatthapallavān sapidhānakān || 90 ||

27.90 An den Eingängen, beginnend im Osten, stelle man insgesamt acht Krüge auf, jeweils zwei, mit Gewändern, Aśvattha-Blättern und Deckeln versehen.

sākṣatodakān |
dhanyarāśiṣu mantreṇa idaṃviṣṇuriti svayam |
nāmāni teṣāṃ kramaśaḥ kathyaṃ te tāni saṃśṛṇu || 91 ||

27.91 Man stelle sie auf Getreidehaufen und spreche selbst „idaṃ viṣṇuḥ“. Ihre Namen werden nun der Reihe nach erklärt; höre sie.

pūrṇaśca puṣkaraścaiva syātāmānandanandanau |
rasenassu ṣeṇaśca sambhavaḥ prabhavastathā || 92 ||

27.92 Sie heißen Pūrṇa und Puṣkara, Ānanda und Nandana, der als „rasena“ überlieferte, möglicherweise beschädigte Name und Suṣeṇa sowie Sambhava und Prabhava.

ratnāni cāṣṭau kramaśaḥ kumbheṣu viniveśayet |
padmarāgaṃ pravālaṃ ca vajraṃ vaiḍūryameva ca || 93 ||

27.93 In die Krüge lege man der Reihe nach acht Edelsteine: Padmarāga, Koralle, Diamant und Vaiḍūrya,

vālavāyajameva ca |
puṣyarāgaṃ tathānīlamaṇiṃ maratakaṃ tathā |
muktāsphaṭikamuddiṣṭaṃ sarvaṃ mantreṇa nikṣipet || 94 ||

27.94 Puṣyarāga, blauen Edelstein, Smaragd sowie die als „muktāsphaṭika“ angegebene Perlen-Kristall-Gruppe. Alle lege man unter Mantra-Rezitation hinein. Bei der letzten Verbindung bleibt die Abgrenzung der ausdrücklich acht geforderten Steine unklar.

toraṇadhvaja kumbhādīn pūrvoktān vṛthagarcayet |
toraṇāni ca vāsobhiḥ navairācchādayetpṛthak || 95 ||

27.95 Die zuvor genannten Torbögen, Fahnen, Krüge und weiteren Gegenstände verehre man einzeln. Jeden Torbogen umhülle man mit neuen Gewändern.

pūrvoktāngandhapuṣpādyai pṛthagabhyarcayodguruḥ |
pūrvādau valaje viprān bahvṛcādhvaryu sāmagān |
atharvāṅgirasābhijñān aparānvedapāragān || 96 ||

27.96 Im Osten und den weiteren Richtungen bringe man Brahmanen unter: Kenner des Ṛgveda, Adhvaryus, Sāman-Sänger und Kenner des Atharvāṅgirasa sowie andere Vedagelehrte.

stryavarā |
tattadvedāradīyānān tattaddikṣu niveśayet |
ācāryo hṛdaye devamacyutaṃ susamāhitaḥ || 97 ||

27.97 Sie rezitieren in den ihnen zugeordneten Richtungen jeweils ihren Veda. Der Ācārya aber vergegenwärtige mit gesammeltem Geist im Herzen den unerschütterlichen Gott Acyuta.

niśāyāṃ vi |
dhyāyettūryādi ghoṣaiśaaca paritaḥ parighoṣayat |
mūrtikumbhāṃśca paritassapidhānān navastrakān || 98 ||

27.98 Instrumente und weitere Klänge sollen ringsum ertönen. Die Gestaltkrüge stelle man ringsum auf, mit Deckeln und neuen Gewändern versehen,

aṣṭau prāgādikāṣṭhāsu dhānyarāśiṣu pūritān |
adbhiśśuddhābhiraśvatthapatrayuktān saratnakān || 99 ||

27.99 acht an der Zahl, in den Richtungen vom Osten an, auf Getreidehaufen, mit reinem Wasser gefüllt, mit Aśvattha-Blättern und Edelsteinen ausgestattet.

savastrakān |
teṣu śaṅkhaṃ ca cakraṃ ca gadāṃ padmaṃ dhvajaṃ tathā |
śrīvatsaṃ garuḍaṃ kūrmaṃ jāmbunadamayaṃ kṣipet || 100 ||

27.100 In sie lege man aus Gold gefertigte Zeichen: Muschel, Diskus, Keule, Lotus, Banner, Śrīvatsa, Garuḍa und Schildkröte.

madhye madhye ca kumbhānāṃ śrivatsādyaṣṭamaṅgalam |
pālikāssāṅkurā vediṃ paritaḥ sthāpayettataḥ || 101 ||

27.101 Zwischen den Krügen ordne man die acht Glückszeichen, beginnend mit Śrīvatsa, an; Schalen mit Keimlingen stelle man rings um den Altar.

viṣṇvādimūrtīraṣṭau ca kumbhe ṣvāvāhya pūjayet |
mahākumbhaṃ ca devasya nikṣipetpaścimottare || 102 ||

27.102 Man rufe die acht Gestalten, beginnend mit Viṣṇu, in die Krüge und verehre sie. Den großen Krug des Gottes stelle man im Nordwesten auf.

ṣvaṣṭasu. mādāya dvādaśākṣaravidyayā |
prokṣya dhyātvā ca davyāgniṃ pratyakkuṇḍe samindhayet || 109 ||

27.109 [Fragment nach einer größeren Lücke:] Nachdem man das Betreffende mit dem Zwölfsilbenmantra aufgenommen, besprengt und das göttliche Feuer vergegenwärtigt hat, entzünde man es in der westlichen Feuergrube.

mānīya |
paryagnikaraṇaṃ kuryātkuṇḍānāṃ darbhamuṣṭibhiḥ |
kuṇḍeṣvanyeṣu dahanaṃ pratyakkuṇḍātsamuddharet || 110 ||

27.110 Mit Darbha-Büscheln vollziehe man die Umfeuerung der Gruben. Das Feuer für die anderen Gruben entnehme man der westlichen Grube.

kuṇḍeṣveteṣu |
agre saṃskṛtya dahanamanyakuṇḍe vihāyan ca |
agni madhyasthapadmasthaṃ taṃ taṃ devamanusma ret || 111 ||

27.111 Zuerst weihe man das Feuer und verteile es auf die anderen Gruben; die Formulierung hierzu ist beschädigt. Man vergegenwärtige jeweils die Gottheit auf einem Lotus mitten im Feuer.

vasudevaṃ catuṣkoṇe cāpe saṅkarṣaṇaṃ tathā |
vṛtau pradyumna nāmānamaniruddhaṃ trikoṇake || 112 ||

27.112 Im Viereck vergegenwärtige man Vāsudeva, in der Bogenform Saṅkarṣaṇa, im Kreis Pradyumna und im Dreieck Aniruddha.

ito'dhikeṣu kuṇḍeṣu kalpiteṣu yathātatham |
mugmeṣvayugmeṣu tathā devatāḥ pūrvamīritāḥ || 113 ||

27.113 Wenn darüber hinaus weitere Gruben in gerader oder ungerader Zahl angelegt sind, gelten die zuvor genannten Gottheiten entsprechend ihrer Anordnung.

prāgādiṣu ca kuṇḍeṣu krameṇa samidhaḥ smṛtāḥ |
pālāśadūrvakhadirabilvaudumbarabhūruhām || 114 ||

27.114 Für die im Osten beginnenden Gruben nennt die Quelle der Reihe nach Opferholz beziehungsweise Opferpflanzen von Palāśa, Dūrvā, Khadira, Bilva und Udumbara. Die Aufzählung geht über vier Namen hinaus und ist nicht eindeutig auf vier Gruben verteilbar.

āgneyādi vidhikṣu syuḥ pippalaplakṣasambhavāḥ |
nyagrodhaprabhavāścaiva kāśmaryaprabhavāntathā || 115 ||

27.115 Für die Zwischenrichtungen, beginnend im Südosten, dienen Pippala, Plakṣa, Nyagrodha und Kāśmarya.

pālāśasamidho'nyatra bhūyasāṃ palikpane |
uktābhāve tu sarvatra pālāśa samido matāḥ || 116 ||

27.116 Bei einer größeren Zahl weiterer Gruben verwende man Palāśa-Holz. Wenn die genannten Hölzer fehlen, ist überall Palāśa zugelassen.

parikalpayet |
catasro dhenavasthsāpyāḥ dakṣiṇadvāryudaṅmukhāḥ |
gaṅgā sarasvatī godā yamunā rūpadhāriṇī || 117 ||

27.117 Am Südeingang stelle man vier Kühe mit dem Gesicht nach Norden auf. Sie verkörpern Gaṅgā, Sarasvatī, Godā und Yamunā.

nāmaḥ |
dugdhaistadīyaiśśrapaṇaṃ carūṇāmahutīstathā |
śrapayetpayasā pūrvaṃ śālitaṇḍulamāḍhakam || 118 ||

27.118 Mit ihrer Milch koche man die Opferspeisen und bereite die Spenden. Zuerst koche man ein Āḍhaka enthülsten Reis mit Milch.

kṛsarairdākṣiṇātyāgnau pāścātye guḍamiśritam |
udīcyāgnau haridrannaṃ dugdhānna mitarāgniṣu || 119 ||

27.119 Im südlichen Feuer bereite man Kṛsara, im westlichen eine mit Rohzucker vermischte Speise, im nördlichen Kurkuma-Reis und in den übrigen Feuern Milchreis.

samidbhirājyaiśca rubhirbijairhomaḥ kramāt smṛtaḥ |
pratyekaṃ śatamaṣṭau ca homassyātsamidhādibhiḥ || 120 ||

27.120 Der Homa erfolgt der Reihe nach mit Scheiten, Ghee, gekochten Opferspeisen und Körnern. Von jedem dieser Opferstoffe sollen jeweils 108 Spenden dargebracht werden.

tilaśāliyavā veṇu homabījānyanukramāt |
tilairitarakuṇḍeṣu tairvā sarvatra padmajaḥ || 121 ||

27.121 Sesam, Reis, Gerste und Bambuskörner dienen der Reihe nach als Homa-Körner. In den übrigen Gruben dient Sesam; man kann ihn auch überall verwenden, Lotusgeborener.

hotāra ścasamāsīnāssottarīyāsvalaṃkṛtāḥ |
prāṅgukhā juhuyussarve gurvādiṣṭena vartmanā || 122 ||

27.122 Die Opferpriester sitzen mit Obergewändern bekleidet und geschmückt, alle nach Osten gewandt, und opfern nach der Anweisung des Gurus.

ścāsanā |
teṣu juhvatsu ṛtvikṣu yajeta gururātmavān |
mahākumbhe paraṃ jyotiścetasya ghanamakṣaram || 123 ||

27.123 Während diese Priester opfern, verehre der gesammelte Guru im großen Krug das höchste Licht, die unvergängliche Fülle des Bewusstseins. Die Verbindung „cetasya ghanam“ ist sprachlich beschädigt, weist aber auf diesen Bewusstseinsbezug.

kuṇḍeṣu |
sarvagaṃ mūlamantreṇa samāvāhyācyutaṃ harim |
sakalīkṛtya cārghyādyairarcayennigamādinā || 124 ||

27.124 Er rufe mit dem Grundmantra den allgegenwärtigen Acyuta Hari herbei, vergegenwärtige ihn in gegliederter Gestalt und verehre ihn mit Arghya und den weiteren Gaben unter den vorgeschriebenen heiligen Formeln.

sudarśanaṃ ca karake sahasrādityasannibham |
sahasrāraṃ sahasreṇa jvālābhirabhiveṣṭitam || 125 ||

27.125 Auch Sudarśana, strahlend wie tausend Sonnen, mit tausend Speichen und von tausend Flammen umgeben,

āvahya svena mantreṇa pūjayetkamalāsana |
svasti kāsanamābadhya śayānāṃ pratimāmanu || 126 ||

27.126 rufe er mit dessen eigenem Mantra in das Karaka-Gefäß und verehre ihn, Lotusgeborener. Im Svastika-Sitz nehme er bei dem ruhenden Bild Platz.

āsīta deśikassṛṣṭisaṃhārakramavittamaḥ |
ārcāṃ ca tāṃ bhūtamayāṃ maṃhārakramamāsthitaḥ || 127 ||

27.127 Der Lehrer, der die Folge von Schöpfung und Rücknahme bestens kennt, sitze dort. Das aus den Elementen bestehende Kultbild führe er in der Rücknahmefolge geistig zur Auflösung

saṃhatya |
punassṛṣṭikrameṇaiva sṛjettaddhyānamāsthitaḥ |
prācinakuṇḍe juhuyāttattvāni kapilāghṛtaiḥ || 128 ||

27.128 und erschaffe es dann, in entsprechender Meditation, in der Schöpfungsfolge neu. In der östlichen Grube opfere er für die Tattvas mit dem Ghee einer braunen Kuh.

pratyekamaṣṭottaraśataṃ tatveśvāhutayaḥ smṛtāḥ |
aṣṭottarā viṃśativān yadvāṣṭau śaktyapekṣayā || 129 ||

27.129 Für jedes Tattva sind 108 Spenden genannt; je nach Vermögen können es auch 28 oder acht sein.

jīvādikaḥ tatvahoma ssvāhāntaissvasvanāmabhiḥ |
makāraṃ sphaṭikābhāsaṃ jīvaṃ vyāpakaṃmāditaḥ || 130 ||

27.130 Der Tattva-Homa beginnt beim Jīva; die jeweiligen Namen enden auf „svāhā“. Zuerst vergegenwärtige man den alles durchdringenden Jīva als den kristallhellen Buchstaben ma.

āhutyante pratikṛtau vinyase tpraṇavaṃ tataḥ |
jīvo pādhiṃ bhakāraṃ tu sitaṃ nyasyedyadhāpuram || 131 ||

27.131 Nach der Spende lege man ihn in das Bild nieder und anschließend den Praṇava. Die Begrenzungsgrundlage des Jīva lege man wie zuvor als weißen Buchstaben bha nieder. Eine Variante bietet an der Übergangsstelle einen abweichenden Prāṇa-Bezug.

tprāṇamantataḥ |
bakāraṃ sphaṭikābhāsaṃ buddhitatvamanantaram |
ahaṅkāraṃ pāṭalābhaṃ phakāraṃ hṛdi vinyaset || 132 ||

27.132 Danach lege man das Buddhi-Tattva als kristallhelles ba nieder und den Ahaṃkāra als rosafarbenes pha im Herzen.

mati |
manassitā sitanibhaṃ pakāraṃ hṛdaye tathā |
nakāraṃ śabdatanmātraṃ śrotre śuklanibhaṃ tathā || 133 ||

27.133 Auch den Geist lege man als hell-dunkles pa ins Herz; das feine Klangprinzip als weißes na in das Gehör.

dhakāraṃ lohitaṃ sparśa tanmātraṃ pratimātvaci |
dakāraṃ rūpatanmātraṃ dṛśorjyotirmayaṃ tathā || 134 ||

27.134 Das feine Berührungsprinzip lege man als rotes dha in die Haut des Bildes, das feine Formprinzip als leuchtendes da in die beiden Augen.

thakāraṃ rasatanmātraṃ pāṇḍarābhaṃ ca tāluni |
takāraṃ gandhatanmātraṃ nāsikāyāṃ tathāsitam || 135 ||

27.135 Das feine Geschmacksprinzip lege man als helles tha in den Gaumen, das feine Geruchsprinzip als dunkles ta in die Nase.

ṇakāraṃ pālanibhaṃ śrotrātmānaṃ ca karṇayoḥ |
ḍhakāraṃ hematulyābhaṃ tvagātmānaṃ tathā tvaci || 136 ||

27.136 Das Hörvermögen lege man als ṇa in die beiden Ohren; seine Farbangabe „pāla“ ist beschädigt. Das Hautvermögen lege man als goldglänzendes ḍha in die Haut.

ḍakāraṃ netrayoḥ kṛṣṇaṃ netrātmānamanantaram |
gauraṃ ṭhakāraṃ jihvāyāṃ jihvātmānaṃ caturmukha || 137 ||

27.137 Das Sehvermögen lege man als schwarzes ḍa in beide Augen, das Zungenvermögen als helles ṭha in die Zunge, Viergesichtiger.

ṭa kāramasitaṃ ghrūṇa rūpaṃ ghrāṇendri yaṃ tadhā |
sitaṃ ñakāraṃ vāgrūpaṃ nāgādhāre niveśayet || 138 ||

27.138 Das Riechvermögen lege man als dunkles ṭa in das Geruchsorgan. Die Rede lege man als weißes ña an ihrem Trägerort nieder; die Vorlage hat hier das wohl beschädigte „nāgādhāra“.

ye nyaset |
raktaṃ jhakāraṃ karayoḥ karmātmānaṃ niveśayet |
raktaṃ jakāraṃ padayoḥ padātmānaṃ niveśayet || 139 ||

27.139 Das Handlungsvermögen der Hände lege man als rotes jha in die Hände, das Gehvermögen als rotes ja in die Füße.

caturmukha |
chakārasya caraktasya nyāsaḥ pāyau tadātmanaḥ |
cakāraṃ mehane hemavarṇaṃ mohanarūpiṇam || 140 ||

27.140 Das entsprechende Ausscheidungsvermögen lege man als rotes cha in den After, das dem Geschlechtsorgan zugehörige Vermögen als goldfarbenes ca in dieses Organ. Die letzte Funktionsbezeichnung ist beschädigt.

nyāso'pāse |
ṅakāraṃ pṛdhivītatvaṃ pītābhāṃ caturaśrakam |
pādeca jānuparyante hutvānte viniveśayet || 141 ||

27.141 Das Erd-Tattva, gelb und viereckig, lege man nach der Feuerdarbringung als ṅa vom Fuß bis zum Knie nieder.

ghakāra mardha śītāṃśuṃ tulyākāraṃ jalātmakam |
sphaṭikābhaṃ tadūrdhvetu guhyānte viniveśayet || 142 ||

27.142 Das Wasserprinzip, kristallhell und halbmondförmig, lege man als gha darüber bis zum Schambereich nieder.

śītāṃśusāmyā |
gakāraṃ lohitaṃ koṇaistribhiryuktamuṣarbudham |
guhyātprabhṛtinābhyantaṃ vinyaseddeśikottamaḥ || 143 ||

27.143 Das rote, dreieckige Feuerprinzip lege der beste Lehrer als ga vom Schambereich bis zum Nabel nieder. Die Bezeichnung für Feuer ist beschädigt, Form und Folge machen den Bezug jedoch deutlich.

khakāraṃ vedikākāraṃ dhūmrābhaṃ śvasanātmakam |
nabheruparighoṇāntaṃ hutvānte viniveśayet || 144 ||

27.144 Das Luftprinzip, rauchfarben und altarartig geformt, lege er nach der Spende als kha vom Nabel aufwärts bis zur Nase nieder.

nirākāraṃ kakāraṃ ca nabhoñjanaśīlā mayam |
nāsikopari mūrdhāntamāhutyante niveśayet || 145 ||

27.145 Den gestaltlosen Raum, dunkel wie Augenschminke, lege er nach der Spende als ka von oberhalb der Nase bis zum Scheitel nieder.

kakāramañcananibhaṃ nirākāraṃ nabhātmakam nyasanaṃ syādiḍādiṣu || 146 ||

27.146 [Fragment:] Die Niederlegung soll in Iḍā und den weiteren Kanälen erfolgen. Die vorangestellte Lesart wiederholt die Kennzeichnung von ka als gestaltlosem, dunklem Raumprinzip.

suṣumnādiṣvathanyaset | brahmādi parivāreṣu devīṣu kamalādiṣu |
akṣaranyāsa vidhānānastaraṃ niviṣṭaṃ dṛśyate. |
tatvanyāso yathoktena mārgeṇa syāccaturmukha || 147 ||

27.147 Auch bei den Begleitgestalten, beginnend mit Brahmā, und bei den Göttinnen, beginnend mit Kamalā, erfolgt der Tattva-Nyāsa auf dem erklärten Weg. Die Quellennotiz vermerkt eine andere Stellung dieses Abschnitts nach dem Buchstaben-Nyāsa; eine Variante nennt Suṣumnā und weitere Kanäle.

sudarśanādyāyudhāni vanamālādi kānyapi |
nyasyedyathāyathaṃ mantreḥ pratikāryeṣu śārṅgiṇaḥ || 148 ||

27.148 Sudarśana und die weiteren Waffen sowie die Waldblumengirlande und den übrigen Schmuck lege man mit den entsprechenden Mantras an den Bildern des Bogen tragenden Gottes an die jeweiligen Stellen.

mantrī |
na jaṅgameṣu bimbeṣu ṣodaśanyāsamācaret |
praṇavasya vyāhṛtīnāmakārādyakṣarasyaca || 149 ||

27.149 An beweglichen Kultbildern soll man den sechzehnfachen Nyāsa nicht vollziehen. [Die folgende Aufzählung nennt:] den Praṇava, die Vyāhṛtis und die mit a beginnenden Buchstaben,

ṛkṣāṇāmapi kālasya vāsarādyayanasya ca |
brahmaṇā deścavarṇasya toyasya nigamasya ca || 150 ||

27.150 die Sternbilder, die Zeit mit Tagen und Halbjahresläufen, die mit den Brahmanen beginnenden sozialen Gruppen, die Gewässer und die Veden,

vatsarādyātmana stathā |
devatānāṃ virājaśca kratūnāṃ ca guṇasya ca |
satvādeścaiva mūrtīnāṃ śaktīnāṃ ṣuḍguṇasya ca || 151 ||

27.151 die Gottheiten, Virāj, die Opfer, die Eigenschaften, insbesondere Sattva und die übrigen Guṇas, die göttlichen Gestalten, die Kräfte und die sechs göttlichen Eigenschaften,

matsyādeścaiva śaktīnāṃtatvādeḥ ścaivamūrtīnāṃ |
lokānāṃ nyasanaṃ kuryāt ṣoḍaśānāmiti kramāt |
akārādyātmakaṃ hutvāpravaṃ tadanantaraṃ || 152 ||

27.152 sowie die Welten: Diese sechzehn Gruppen soll man der Reihe nach niederlegen. Die Aufzählung ist durch Varianten teilweise überlagert. Nachdem man für die mit a beginnende Lautgestalt geopfert hat, folgt der Praṇava.

kakārāṇyātmanāṃ |
akāraṃ hṛdaye viṣṇo rnyasyedbhāge tu dakṣiṇe |
ukāraṃ brahmaṇo rūpaṃ vāme ntyaṃ śaṃkarātmakam || 153 ||

27.153 Im Herzen lege man a als Viṣṇu nieder, auf der rechten Seite u als Gestalt Brahmās und links den letzten Laut, m, als Śaṅkara.

rnyāso ca tisṛṇāṃ pādehṛdi śirasyapi || 154 ||

27.154 [Fragment:] Die drei lege man in Füße, Herz und Kopf nieder. Gemeint sind im Zusammenhang wahrscheinlich die drei Vyāhṛtis; die Vorlage bietet auch „vier“ als Variante.

catasṝṇāṃ |
nyāsaṃ kuryā dakārādisvarānnyasyetkramādguruḥ |
rasanāyāṃ mukhe dṛṣṭyośśrotrayo rnāsikāpuṭe || 155 ||

27.155 Der Guru vollziehe den Nyāsa und lege die mit a beginnenden Vokale der Reihe nach in Zunge, Mund, Augen, Ohren und Nasenöffnungen nieder,

rnāsikādvaye |
dantapaṅtkau tathācoṣṭhadvaye cāsye lalāṭake |
tālunyatha yakārā dernyāsaṃ kuryādatandritaḥ || 156 ||

27.156 ferner in Zahnreihen, beide Lippen, Mund, Stirn und Gaumen. Anschließend vollziehe er aufmerksam den Nyāsa der mit ya beginnenden Laute

tvaci dṛṣṭyornāsikāyāṃ daśanāgre tathā śrutau |
udare catathā kaṭyāṃ hṛdaye nābhimaṇḍale || 157 ||

27.157 in Haut, Augen, Nase, Zahnspitzen, Gehör, Bauch, Hüfte, Herz und Nabelbereich

mehane tarpayitvānte homena syāsa iṣyate |
pañca vārān kakārādīn aṅgulīṣu ca jaṅghayoḥ || 158 ||

27.158 sowie Geschlechtsorgan. Nach der Sättigung durch den Homa erfolgt die Niederlegung. Die fünf mit ka beginnenden Lautgruppen lege man an den Fingern und Unterschenkeln

vargān kakārādeḥ |
bhujayornyasanaṃ kuryādakṣaranyāsa īdṛśaḥ |
suṣumnā piṅgulā pūṣā hasti jihvā yaśasvinī || 159 ||

27.159 und an den Armen nieder: So geschieht der Buchstaben-Nyāsa. [Es folgt eine Liste feiner Kanäle:] Suṣumnā, Piṅgalā, Pūṣā, Hastijihvā, Yaśasvinī,

suṣumnā ityādi dvijottamaiḥ ityantasārdhasaptapadyāni kevalaṃ kvacitkosedṛśyanai |
alambhusaiva gāndhārī kāśinī ca kuhūrapi |
prāṇāpānasamānāśca vyānodanau ca pāyavaḥ || 160 ||

27.160 Alambusā, Gāndhārī, Kāśinī und Kuhū. [Dann die Lebenswinde:] Prāṇa, Apāna, Samāna, Vyāna und Udāna,

nāgaḥ kūrmaśca kṛkaro devadatto dhanaṃjayaḥ |
athanā mātṛkā nyāsameva meva samācaret || 161 ||

27.161 Nāga, Kūrma, Kṛkara, Devadatta und Dhanaṃjaya. Oder man vollziehe auf folgende Weise den Mātṛkā-Nyāsa. Laut Quellennotiz ist der vorangehende und folgende Abschnitt nur in manchen Textzeugen vorhanden.

akāraṃ tāluni nyasya mukhe cākārameva ca |
i ī locanayornsyasya u ū śravaṇa yostathā || 162 ||

27.162 Man lege a in den Gaumen, ā in den Mund, i und ī in die Augen, u und ū in die Ohren.

e o daśanapaṅtkau ca oau oṣṭhagatau smaret |
a mityeva lalāṭe tu aḥ kāraṃ rasane tathā || 163 ||

27.163 In die Zahnreihen lege man die hier als „e o“ angegebenen Vokale, in die Lippen o und au, in die Stirn aṃ und in die Zunge aḥ. Die Vokalfolge der Vorlage ist nicht vollständig beziehungsweise nicht regelmäßig; sie wird hier nicht stillschweigend ergänzt.

yakāraṃ tvaggataṃ nyasya rephaṃ cakṣuṣi vinyaset |
lakāraṃ nāsikāyāṃ tu vakāraṃ daśanāgrataḥ || 164 ||

27.164 Man lege ya in die Haut, ra in das Auge, la in die Nase und va in die Zahnspitzen.

śrotre śakāraṃ vinyasya ṣakāramudare tathā |
sakāraṃ kaṭideśetu hakāraṃ hṛdaye tathā || 165 ||

27.165 Śa lege man in das Gehör, ṣa in den Bauch, sa in den Hüftbereich und ha in das Herz.

kṣakāraṃ nābhideśe tu vinyaseddhvijasattamaḥ |
pavargo bāhurekastu tavargastu dvitīyakaḥ || 166 ||

27.166 Kṣa lege der beste Brahmane in den Nabelbereich. Die pa-Gruppe bildet den einen Arm, die ta-Gruppe den anderen.

ṭargaśca ṭavargaśca jaṅghaudvayamudāhṛtam |
kanargo'ṅgulayassarvā vijñātavyā dvijottama || 167 ||

27.167 Die beiden als „ṭarga“ und „ṭavarga“ beschädigt bezeichneten Gruppen bilden die beiden Unterschenkel; die ka-Gruppe entspricht allen Fingern, bester Brahmane. Eine sichere Berichtigung der beiden Schenkelgruppen wird hier nicht eingesetzt.

ṛkṣāṇi rohiṇyādīni nyasedeṣu yathākramam |
hṛdaye mūndhnikeṣeṣu lalāṭe vadane tathā || 168 ||

27.168 Die Mondstationen, beginnend mit Rohiṇī, lege man der Reihe nach in diese Stellen nieder: Herz, Kopf, Haare, Stirn und Gesicht,

nāsikāyāṃ ca danteṣu śrotre bāhvoḥ karadvaye |
stanayorudare kaṭyāṃ mohane vṛṣaṇe tathā || 169 ||

27.169 Nase, Zähne, Ohren, Arme, Hände, Brüste, Bauch, Hüften, Geschlechtsorgan und Hoden,

pāyāpūrvo rjaṅghayośca pādayoragrapādayoḥ |
sūryādayo grahāścānye tathā saptarṣayodhruvaḥ || 170 ||

27.170 After, Oberschenkel, Unterschenkel, Füße und Fußspitzen. Auch die Planeten, beginnend mit der Sonne, die sieben Ṛṣis und Dhruva

etāśca vyomani yathā tathā deve niveśayet |
truṭyādi kalphaparyantāḥ kālabhedāścaturmukha || 171 ||

27.171 lege man so in den Gott nieder, wie sie am Himmel angeordnet sind. Die Zeiteinteilungen vom winzigen Truṭi bis zum Kalpa, Viergesichtiger,

sthūlasūkṣmā yathāyogaṃ nyasanīyāssumedhasā |
mukha bāhuru pādeṣu devasya brāhmaṇādayaḥ || 172 ||

27.172 soll der Verständige als grobe und feine Maße angemessen zuordnen. Die mit den Brahmanen beginnenden vier sozialen Gruppen lege er in Mund, Arme, Schenkel und Füße des Gottes.

nyasanīyāssaritkūpavāpīto yādi nirgharāḥ |
niveśanīyā devasya dehe vedā ṛgādayaḥ || 173 ||

27.173 Flüsse, Brunnen, Teiche, andere Gewässer und Wasserfälle sollen in den Körper des Gottes niedergelegt werden; ebenso die Veden, beginnend mit dem Ṛgveda,

aṅgāni ca tadarthāni śāstrāṇi vividhāni ca |
drevatāni tathā nyāni caturmukha mukhāni ca || 174 ||

27.174 ihre Hilfswissenschaften, ihre Bedeutungsinhalte und die verschiedenen Lehrwerke, ferner die übrigen Gottheiten, beginnend mit Brahmā.

ṛṣīnapi tathā mukhyānanyaccāpi vibhūtimat |
deve vineśayetsarvaṃ trailokya sacarācaram || 175 ||

27.175 Auch die bedeutenden Ṛṣis und alles sonst Erhabene lege man in den Gott: die gesamte Dreiwelt mit ihren beweglichen und unbeweglichen Wesen.

dehe |
nvarlokaṃ śirasi nyasyenyetrayoścandrabhāskarau |
nāsikāyāṃ tathāvāyuṃ diśo bhāhuṣu hṛdgatān || 176 ||

27.176 Den Himmel lege man in den Kopf, Mond und Sonne in die Augen, den Wind in die Nase, die Himmelsrichtungen in die Arme und die Ṛṣis in das Herz.

ṛṣīṃśca vyomaca vapuṣyantarātmani devatāḥ |
meghāśca keśā vijñeyāḥ nakṣatrāṇi ca bhūṣaṇam || 177 ||

27.177 Den Raum ordne man dem Leib zu, die Gottheiten dem inneren Selbst. Die Wolken sind als Haare und die Sterne als Schmuck zu verstehen.

vyomni carataḥ puruhūtādidevatāḥ |mukhamagnistathā vāṇī śuddhavarṇā sarasvatī |
vairājanyā sa ityeṣaḥ kathitaḥ kamalāsana || 178 ||

27.178 Das Gesicht ist Feuer, die Sprache die reine Sarasvatī. Dies heißt Vairāja-Nyāsa, Lotusgeborener. Eine beigefügte Lesart erwähnt die am Himmel wandelnden Gottheiten, beginnend mit Indra.

aśvamedhādayassarve kratavaśca yathātatham |
sarvāṅgeṣu nidhātvyāstasmin kratumaye'cyute || 179 ||

27.179 Alle Opfer, angefangen beim Aśvamedha, lege man entsprechend in sämtliche Glieder Acyutas nieder, der selbst aus Opfer besteht.

sattvaṃ rajastamaśceti nyasanīyaṃ guṇatrayam |
matsyādi daśamūrtīnāṃ nyasanaṃ tadanantaram || 180 ||

27.180 Die drei Guṇas Sattva, Rajas und Tamas sind niederzulegen; anschließend die zehn göttlichen Gestalten, beginnend mit Matsya.

devīnāṃ ca śriyādīnāṃ nyāsaḥ kāryo yathākramam |
vijñānādi guṇāṣṣaṭca viniveśyāssamādhinā || 181 ||

27.181 Danach erfolgt der Nyāsa der Göttinnen, beginnend mit Śrī. Die sechs Eigenschaften, beginnend mit Erkenntnis, lege man in tiefer Sammlung nieder.

lokāścaturdaśa tathā pādādiṣu yathākramam |
mūrdha paryantamaṅgeṣu devadehe yathāvidhi || 182 ||

27.182 Auch die vierzehn Welten lege man nach Vorschrift in die Glieder des göttlichen Körpers, von den Füßen der Reihe nach aufwärts bis zum Scheitel.

yathākramam |
nyasanīyāścaturvaktraguruṇā śāstracakṣuṣā |
kṛtvaivaṃ ṣoḍaśanyāsaṃ śāntihomaṃ samācaret || 183 ||

27.183 So soll der Guru, dessen Auge die Lehre ist, sie niederlegen, Viergesichtiger. Nach diesem sechzehnfachen Nyāsa vollziehe er den befriedenden Homa.

madhunā bhūriti prācye kuṇḍe hutvā śatāhutīḥ |
saṃpātenaspṛśetpādau devasya bhuva ityataḥ || 184 ||

27.184 Im östlichen Feuer bringe er zu „bhūḥ“ hundert Honigspenden dar und berühre mit dem Spendenrest die Füße des Gottes; danach folgt „bhuvaḥ“.

dakṣiṇāgnau tathā hūtvā payasā jaṭharaṃ spṛśet |
dadhnātu paścime kuṇḍe hutvā svariti saṃsphṛśet || 185 ||

27.185 Im südlichen Feuer opfere er entsprechend Milch und berühre den Bauch. Im westlichen Feuer opfere er Dickmilch zu „svaḥ“ und berühre

vaktraṃ samasainājyena hutvodīcīnapāvake |
śīrasphṛśecca saṃpātairaṅgaṃ ca sakalaṃ hareḥ || 186 ||

27.186 das Gesicht. Im nördlichen Feuer opfere er Ghee mit der zusammengefassten Formel und berühre mit den Spendenresten den Kopf und den ganzen Leib Haris.

guḍevāhyena madhuvā kuṇḍe tasmin gurussvayam |
hutvā ca viṣṇugāyatryā saṃpātena mukhaṃ sphṛśet || 187 ||

27.187 Der Guru selbst opfere in jener Grube Rohzucker, Ghee oder Honig mit der Viṣṇu-Gāyatrī und berühre mit dem Spendenrest das Gesicht.

pālāśa khādirāśvatthabilvaśākhābhiraṃbubhiḥ |
siñcheyurmūrtapā ssamyagvedīdikkalaśasthitaiḥ || 188 ||

27.188 Die Gestalthüter besprengen sorgfältig mit Zweigen von Palāśa, Khadira, Aśvattha und Bilva und mit dem Wasser aus den Krügen in den Richtungen des Altars.

ssarvevedikā kalaśasthitaiḥvedikāṃ |
abhiṃgaiḥ pāvanai |
kuryādyadhākramaṃ mantrairbrāhmaṇāḥ prayatavratāḥ |
trātāramityayāścāgne yatulūka iti kramāt || 191 ||

27.191 [Nach einer Lücke und beschädigten Wortresten:] Die Brahmanen mit gereinigter Lebensführung sollen der Reihe nach die heiligenden Mantras anwenden: „trātāram“, dann das hier als „agne yatulūka“ beschädigt angegebene Stück.

juhuyuryathā |
āsanasteti ca tathā imaṃ me tyādivāruṇaiḥ |
anoniyudbhiriti ca mantrassanai payāgeṃsi ca || 192 ||

27.192 Es folgen „āsanas te“, die mit „imaṃ me“ beginnenden Varuṇa-Formeln und weitere, als „ano niyudbhiḥ“ und „… payāṃsi“ beschädigt überlieferte Anfänge. Die Vorlage erlaubt keine sichere vollständige Mantra-Wiederherstellung.

anūnyaneti asūn pacetica. asunvaṃtetica. taistairmantrai rindrādi daivatāḥ |
juhuyaḥ parivārārthāṃ brahmaṇāṃścāpi toṣayot || 193 ||

27.193 Mit den jeweils zugehörigen Mantras opfere man für Indra und die übrigen Gottheiten des Gefolges; auch die Brahmanen stelle man zufrieden.

svessvai |
piṇḍhikāmadhivāsthātha veṣṭayennavavāsasā |
nikṣipya bhājane lohān saratnān dhātubījakān || 194 ||

27.194 Nach dem Adhivāsa des Sockels umhülle man ihn mit einem neuen Gewand. In ein Gefäß lege man Metalle, Edelsteine, mineralische Stoffe und Samen.

bhājanaṃ vāsasā veṣṭya dhānyarāśiṣu nikṣiṣet |
bimbāni garuḍādīnāṃ snāpayenna vavāsasā || 195 ||

27.195 Das Gefäß umhülle man mit Stoff und stelle es auf Getreidehaufen. Die Bilder Garuḍas und der anderen Begleiter bade man und bedecke sie mit frischem Stoff.

sthāpaye |
ācchādayeddhānyarāśau śāyayecca yathāpuram |
digdevatānāṃ pīṭhāni balyarthānyadhivāsayet || 196 ||

27.196 Man lasse sie wie zuvor auf Getreidehaufen ruhen. Auch die für Bali bestimmten Sitze der Richtungsgottheiten sollen den Adhivāsa erhalten.

balyakṣā |
śayanāṃ pratimāṃ vedyāmutthāpyādhini ketanam |
arcayetpāyanadyannaṃ sanni vedya caturvidham || 197 ||

27.197 Man hebe das auf dem Altar ruhende Bild auf, bringe es in das Heiligtum und verehre es. Man bringe ihm die vier Arten von Speise dar, beginnend mit Milchreis. Die Bezeichnung der Speisen ist beschädigt.

śayanātpratimāṃ |
nivedya ca mahākumbhe dikṣu dadyādbhaliṃ tataḥ |
palalaṃ rajanīcūrṇaṃ salājaṃ dadhi saktukam || 198 ||

27.198 Auch im großen Krug bringe man die Gabe dar und gebe dann Bali in die Himmelsrichtungen. Sesampaste, Kurkumapulver, gepufftes Getreide, Dickmilch und geröstetes Mehl

balyanna metaissaṃyojya baligādhā imāḥ paṭhet |
ādyāśca karmajāścaiva ye bhūtāḥ prāgdiśi sthitāḥ || 199 ||

27.199 mische man unter die Bali-Speise und rezitiere diese Bali-Strophen: „Die ursprünglichen und die durch Taten entstandenen Wesen, die sich im Osten aufhalten,

pūjyāśca |
prasannāḥ parituṣṭāste guhṇaṃ tu bali kāṅkṣiṇaḥ |
vṛkṣeṣu parvatāgreṣu ye vidikṣu ca saṃsthitāḥ || 200 ||

27.200 mögen freundlich und ganz zufrieden diese von ihnen begehrte Bali-Gabe empfangen. Die in Bäumen, auf Berggipfeln und in den Zwischenrichtungen wohnen,

bhūmau vyomni sthitā ye ca baliṃ gṛhṇaṃtu te'pi ca |
vaināyakāḥ kṣetrapālāḥ ye cānye balikāṅkṣiṇaḥ || 201 ||

27.201 die auf der Erde und im Luftraum weilen, auch sie mögen die Gabe annehmen; ebenso die Vaināyakas, die Feldhüter und alle anderen, die Bali wünschen.

pūṣādyāḥ pārṣadāścaiva pratigṛhṇa ntvimaṃ balim |
caṇḍādyāḥ kumudādyāśca ye bhūtā ssarvadik sthatāḥ || 202 ||

27.202 Pūṣan und die anderen, die Begleiter, mögen diese Bali-Gabe annehmen; auch die mit Caṇḍa und mit Kumuda beginnenden Scharen und alle Wesen in sämtlichen Richtungen

ssarvataḥ |
āgacchantu pade gṛhṇantu ta ime balim |
svapnādhipati mantreṇa hutvā cāṣṭottaraṃ śatam || 203 ||

27.203 mögen herkommen und diese Gabe empfangen.“ Danach opfere man 108-mal mit dem Mantra des Herrn der Träume.

mimaṃ balim |
hemasūtraṃ pratisaraṃ pratiṣṭhāvidhi sdhiye |
puṇyāhapūrvaṃ badhnī yāddhaste devasya dakṣiṇe |
bālabimbaṃ tu saṃpūjya tacchaktimapi deśikaḥ || 204 ||

27.204 Zum Gelingen des Installationsritus binde man nach der Puṇyāha-Reinigung einen goldenen Schutzfaden an die rechte Hand des Gottes. Der Lehrer verehre das vorläufige Kultbild und rufe auch dessen Kraft

samāvāhya mahākumbhe dhānyarāśiṣu nikṣipet |
pūrṇāhutiṃ ca juhuyuḥ kuṇḍe kuṇḍe ca mūrtipāḥ || 205 ||

27.205 in den großen Krug, den er auf Getreidehaufen stellt. Die Gestalthüter bringen in jeder Feuergrube eine abschließende Vollspende dar.

padmotpalavadāmedo dūmo hutabhujo yadi |
raktaśvetastathā pīto dhumassyā cchubhado bhavet || 206 ||

27.206 Duftet der Rauch des Feuers nach Lotus und Wasserlilie, und ist er rot, weiß oder gelb, gilt das als glückverheißend. Die Quelle bietet zusätzlich „blau“ als Lesart; diese Zeichen sind überlieferte Omenvorstellungen.

nīlo |
jvālāśca dakṣiṇāvarvāśśubhaṃ śaṃsanti niścitam |
turyamaṅgalasannādairbrahmaghoṣaiśca ghoṣitaiḥ || 207 ||

27.207 Nach rechts sich wendende Flammen verkünden nach der Quelle sicher Heil. Unter glückverheißender Instrumentalmusik und vedischer Rezitation

maṅgalaiḥ |
svāpayettāṃ niśāṃ sarvāṃ yajamāno guruśca tau |
svapnārdhaṃ darbhaśayyāyāṃ śayīranmūrtipāścate || 208 ||

27.208 sollen Auftraggeber und Guru die ganze Nacht verbringen; die Gestalthüter schlafen auf Darbha-Lagern, um einen Traum zu empfangen.

Rituelle Darbringung: Mantra, Gabe und Aufmerksamkeit wirken im Gottesdienst zusammen.

Kapitel 28: Installation und Hingabe

Hinweis zur Quelle: Die Nummern 10, 11, 28, 29, 50, 51, 64, 65, 66, 67, 68, 70, 71, 90, 93, 94, 99, 100, 101, 103, 104, 105, 106, 107, 108, 124 fehlen in der Vorlage. Erhaltene Fragmente bleiben stehen.

pādmasaṃhitāyām |
aṣṭāviṃśo'dhyāyaḥ |
pratiṣṭhāvidhiḥ |
śrībhagavān |
tataḥ prabhāte vimale dṛṣṭe ca ravimaṇḍhale |
puṇye mumūrte puṇyarkṣe puṇyavāre tathā tidhau || 1 ||

28.1 Der erhabene Herr sprach: Am klaren Morgen, wenn die Sonnenscheibe sichtbar ist, zu einer günstigen Stunde, unter günstigem Stern, an günstigem Wochentag und Mondtag,

kalyāṇadarśane rātrāvārabhetāvicārayan |
pratiṣṭhāṃ deva devasya dussvapne śāntimācaret || 2 ||

28.2 beginne man ohne Zögern die Installation des Gottes der Götter, wenn in der Nacht ein glückverheißender Traum erschien. Bei einem schlechten Traum vollziehe man einen befriedenden Ritus.

eka bere vāstuhomaṃ kuryāddvārasya dakṣiṇe |
pārśve ca sthaṇḍilaṃ kṛtvā praviśedgarbhamandiram || 3 ||

28.3 Bei einem einzigen Kultbild vollziehe man den Vāstu-Homa auf einem eigens bereiteten Bodenaltar rechts vom Eingang und betrete das innere Heiligtum.

tanmadhye caturaśrāṃ vā vṛttāṃ vā tacchilāṃ kṣipet |
hastamātrāyatāṃ śuddhāṃ tāvadvastārasaṃyutām || 4 ||

28.4 In dessen Mitte lege man den reinen, viereckigen oder runden Stein, einen Hasta lang und ebenso breit,

vātha śalāṃ |
caturāvaraṇāṃ nimnāṃ gāyatryā viṣṇupūrvayā |
tayaiva vāstuhomāgnau carusarpissamicchataiḥ || 5 ||

28.5 mit vier vertieften Bereichen versehen, unter Rezitation der Viṣṇu-Gāyatrī nieder. Mit derselben Formel opfere man im Feuer des Vāstu-Homa jeweils hundert Spenden von gekochter Speise, Ghee und Scheiten.

juhuyādratna vinyāsasidhyarthaṃ deśikottamaḥ |
pradhamāvarṇe bījanaṣṭau garteṣu nikṣipet || 6 ||

28.6 Dies tue der beste Lehrer zum Gelingen der Edelsteinniederlegung. In die Vertiefungen des ersten Bereichs lege er die acht Samenarten.

yavāśca vrīhayaścaiva niṣpāvāśca priyaṅgavaḥ |
tilāśca māṣāśca tathā nīvārāśśālayattathā || 7 ||

28.7 Es sind Gerste, Vrīhi-Reis, Niṣpāva-Bohnen, Priyaṅgu, Sesam, Māṣa-Bohnen, Nīvāra-Wildreis und Śāli-Reis.

vajrādīni ca ratnāni dvitīyavarṇe tathā |
vajraṃ ca mauktikaṃ caiva vaiḍūryaṃ jalajaṃ tathā || 8 ||

28.8 In den zweiten Bereich lege man die Edelsteine, beginnend mit Diamant: Diamant, Perle, Vaiḍūrya und den „wassergeborenen“ Stein,

sphaṭikaṃ puṣyakaṃ caiva candrakāntaṃ tathā param |
indranīlaṃ ca pūrvādi ṣvāśāsu viniveṣayet || 9 ||

28.9 Kristall, Puṣyaka beziehungsweise Puṣyarāga, Mondstein und Indranīla. Man verteile sie in den Richtungen, beginnend im Osten.

puṣyarāgaṃ ca garteṣu nikṣipetsvarṇaṃ rūpyaṃ tāmraṃ tathaiva ca |
ayaśca trapukaṃ caiva mūrmaṃ kanakanirmitaṃ || 12 ||

28.12 [Fragment nach einer Lücke:] In die Vertiefungen lege man Gold, Silber, Kupfer, Eisen und Zinn sowie eine goldene Schildkröte. Das Wort für Schildkröte ist beschädigt überliefert.

nighneṣu |
śaṅkhaṃ cakraṃ ca sauvarṇaṃ lohanyāso'yamīritaḥ |
śālibhījaṃ pāradaṃ ca brahmarāgaṃ ca kāñcanam || 13 ||

28.13 Auch eine goldene Muschel und einen goldenen Diskus lege man nieder: Dies heißt Metall-Nyāsa. Śāli-Samen, Quecksilber, den als „brahmarāga“ bezeichneten Stein und Gold

madhye nyasye dgartabhāge tatastriśilayā dṛḍham |
śrīsūkaina pithātavyaṃ sudhayā dārḍhyamācaret || 14 ||

28.14 lege man in die mittlere Vertiefung. Danach verschließe man sie fest mit dem weiblichen Stein unter Rezitation des Śrīsūkta und befestige ihn mit Mörtel.

puṇyāhaṃ vācayetpaścādvaiṣṇavairmantravittamaiḥ |
strīśilā padmamadhyetu praṇavasyasanaṃ bhavet || 15 ||

28.15 Anschließend lasse man die besten vaiṣṇavischen Mantrakenner das Puṇyāha sprechen. In der Mitte des Lotus auf dem weiblichen Stein erfolge der Nyāsa des Praṇava.

karṇikāyāṃ svarannyāsaṃ vyaṃjananyasanaṃ dale |
daleṣu śaktayaścāṣṭau navamī karṇikā bhuvi || 16 ||

28.16 In die Mitte lege man die Vokale, in die Blütenblätter die Konsonanten; in die Blätter lege man acht Kräfte, die neunte in die Mitte.

mapi |
vimalādi śaktayaḥ |
vimalotkarṣiṇī jñānā kriyā yogeti śaktayaḥ |
prahvī satyā tatheśānā'nugrahā navamīsmṛtā || 17 ||

28.17 Diese Kräfte heißen Vimalā, Utkarṣiṇī, Jñānā, Kriyā, Yogā, Prahvī, Satyā und Īśānā; als neunte gilt Anugrahā.

piṃḍikāpūjanam |
piṇḍikāṃ pūjayetpaśchādgandhapuṣpādibhiḥ kramāt |
ahataiścaiva vāsobhirlakṣmīrūpāṃ ca piṇḍikām || 18 ||

28.18 Danach verehre man den Sockel der Reihe nach mit Duft, Blumen und weiteren Gaben. Den Sockel, der Lakṣmī verkörpert, bedecke man mit unbenutzten Gewändern.

pūrayet |
pracchādya dvāri cāstrasya nyāsaṃ kṛtvā bahirguruḥ |
nirgatyaśayyā vedyarthaṃ pūjayedratnavāriṇā || 19 ||

28.19 Nachdem der Guru am Eingang den Waffen-Nyāsa vollzogen hat, gehe er hinaus und verehre das auf dem Ruhealtar befindliche Bild mit Edelsteinwasser. Eine Lesart formuliert ausdrücklich die sorgfältige Verehrung Haris auf dem Altar.

vedisthaṃ pūjayedyatnavān harim || dvārarṣa |
dhvajatoraṇakumbhasthā devatā visṛjettataḥ |
āropya cāgniṃ hṛdaye mahākumbhaṃ samuddharet || 20 ||

28.20 Dann entlasse er die Gottheiten aus den Fahnen, Torbögen und Krügen. Er nehme das Feuer in sein Herz zurück und hebe den großen Krug auf.

dvāratoraṇa |
mūrtikumbhāṃstathā cāṣṭau maṅgalānyastrakarkarīm |
gṛhītvā mūrtipāssarve gaccheyurmandiraṃ prati || 21 ||

28.21 Alle Gestalthüter sollen die Gestaltkrüge, die acht Glückszeichen und das Waffengefäß aufnehmen und sich zum Heiligtum begeben.

ganantīnirgala dvāri dhārayā saṃtatotthayā |
agratassecayenmārgaṃ brāhmaṇānāmanujñayā || 22 ||

28.22 Mit einem ununterbrochen ausfließenden Wasserstrahl besprenge man auf Erlaubnis der Brahmanen den vorausliegenden Weg. Die Bezeichnung des Gießgefäßes ist beschädigt.

devamutthāpya hastyādau prādakṣiṇyena mandiram |
ācāryapramukhāssarve viśeyurmūrtipā stathā || 23 ||

28.23 Man hebe den Gott auf einen Elefanten oder ein anderes Tragemittel, umschreite das Heiligtum nach rechts und trete mit dem Ācārya an der Spitze zusammen mit allen Gestalthütern ein.

hastādau rakhilaissaha |
tūryavāditranirghoṣairbrahmaghoṣaiścaca ghoṣitaiḥ || 24 ||

28.24 Dabei ertönen Instrumente, Festmusik und vedische Rezitation.

rvivithaissaha |
brāhmaṇaiścāpyanūcānairadhīyānaiśca mūrtapaiḥ |
sārdhaṃ gurusspṛśanyāsaṃ praviśenmūlamandriram || 25 ||

28.25 Mit gelehrten Brahmanen und rezitierenden Gestalthütern betrete der Guru das Hauptheiligtum; die Wendung „spṛśan nyāsam“ bezeichnet eine Berührung im Zusammenhang mit dem Nyāsa, bleibt hier aber unklar.

praviśedgarbha maṃdiram |
arghyapādyādibhirdevamarca yeddvāri deśikaḥ |
antaḥ praveśayeddevaṃ pīṭhikāṃ ca pradakṣiṇam || 26 ||

28.26 Am Eingang verehre der Lehrer den Gott mit Arghya, Fußwaschwasser und den weiteren Gaben. Er bringe ihn hinein und umschreite den Sockel nach rechts.

piṇ‍ḍikāṃ |
gatvā mūhurte saṃprāpte sthāpaye dviṣṇu mavyayam |
pratiṣṭhāsīti vaisāmnā deśiko brahmaṇtessaha || 27 ||

28.27 Wenn die günstige Stunde gekommen ist, stelle der Lehrer gemeinsam mit den Brahmanen den unvergänglichen Viṣṇu auf, zum Sāman „pratiṣṭhāsi“.

ddevamavyayam pīṭhikā nālarandraṃ ca aṣṭabandena pūrayet || 30 ||

28.30 [Fragment nach einer Lücke:] Die Öffnung für den Zapfen im Sockel fülle man mit Aṣṭabandha, der achtteiligen Befestigungsmasse.

piṇṭikā |
aṣṭabaṃdhana dravyāṇi |
lākṣā sajjarasaṃ caiva guggulaṃ ca guḷaṃ tathā |
sarveṣāmardhatastailaṃ pācayenmṛduvahninā || 31 ||

28.31 Lackharz, Sarja-Harz, Guggulu und Rohzucker koche man auf milder Flamme mit einer Ölmenge, die der Hälfte aller dieser Stoffe entspricht.

| ghanacūrṇaṃ madhūcchiṣṭaṃ kuruvindaṃ ca gairikam |
ekaikaṃ ca samāṃ śena grahyaṃ sajjarasaṃ tathā || 32 ||

28.32 Außerdem sind das als „ghana“ bezeichnete Pulver, Bienenwachs, Kuruvinda und roter Ocker sowie Sarja-Harz jeweils in gleichem Anteil zu nehmen. Die überlieferte Stoffliste überschneidet sich mit der vorigen und ergibt kein eindeutig abgegrenztes Achtstoffrezept.

tailena pācitaṃ sārdhamaṣṭabandhana miṣyate |
sthāpayitvādṛḍhaṃ tena puṇyāhamapi vācayet || 33 ||

28.33 Mit Öl zusammen gekocht heißt dies Aṣṭabandhana. Nachdem man das Bild damit fest aufgestellt hat, lasse man das Puṇyāha sprechen.

pācayitvāpṛthak |
avāhanam |
āvahayettato devaṃ tamasaḥ paramavyayam |
ānandaṃ sarvagaṃ nityaṃ vyomātītaṃ parātparam || 34 ||

28.34 Dann rufe man den Gott herbei: den Unvergänglichen jenseits der Finsternis, die Seligkeit, den Allgegenwärtigen, Ewigen, jenseits des Raumes und höher als das Höchste,

parīci cakramadhyasthaṃ vāsu devamajaṃ vibhum |
mūlamandreṇa viśveśamāvāhya gururātmavān || 35 ||

28.35 Vāsudeva, den Ungeborenen, Allmächtigen, inmitten eines Strahlenkreises. Der gesammelte Guru rufe den Herrn des Alls mit dem Grundmantra herbei.

brahmaranddheṇa bimbāntaḥ praviṣṭaṃ paricintayet |
kumbhasthaṃ paramātmānaṃ pratimāyāṃ niveśayet || 36 ||

28.36 Er stelle sich vor, wie er durch die Scheitelöffnung in das Bild eintritt. Das im Krug gegenwärtige höchste Selbst führe er in das Bild.

mantrannyāsaṃ tataḥ kuryānmūlamantreṇa deśikaḥ |
yā ceta devaṃ sānnidhyaṃ parivārān prakalpayet || 37 ||

28.37 Dann vollziehe der Lehrer den Mantra-Nyāsa mit dem Grundmantra, bitte den Gott um seine Gegenwart und ordne die Begleitgottheiten an.

samārādhya tato devaṃ pāyasānnaṃ nivedayet |
tryahaṃ kavāṭabandhana kāramam. |
pracchādya nūtanairvastraiḥ pratimāṃ kambaḷena vā || 38 ||

28.38 Nach der Verehrung bringe er dem Gott Milchreis dar. Das Bild bedecke er mit neuen Gewändern oder einer Decke.

triyahaṃ bandhayeddvāraṃ kavāṭena susaṃvṛtam |
devarṣipitarassiddhā stadhānye devayonayaḥ || 39 ||

28.39 Drei Tage lang halte man den Eingang mit dem Türflügel gut verschlossen. Götter, Ṛṣis, Ahnen, Siddhas und andere Wesen göttlicher Herkunft

stuvānā |
arcanti devaṃ triyahaṃ trirātrānte tu mānavāḥ |
brāhmaṇāṃ stoyedvittairbhojanaiśca gavādibhiḥ || 40 ||

28.40 verehren den Gott während dieser drei Tage; nach Ablauf dreier Nächte folgen die Menschen. Die Brahmanen stelle man durch Geld, Mahlzeiten, Kühe und weitere Gaben zufrieden.

caturthe'hani saṃprāpte snapanaṃ prātariṣyate |
taddine dhvajamutthāpya prarabheta mahotsavam || 41 ||

28.41 Am Morgen des vierten Tages ist ein Bad vorgesehen. An diesem Tag hisse man die Fahne und beginne das große Fest.

ekabere vidhiriyaṃ kathitaḥ kamālasana |
bahuberavidhiḥ |
bahuberavidhānaṃ cetkarmādyarcāṃ samuddharet || 42 ||

28.42 Dies ist das erklärte Verfahren bei einem einzigen Kultbild, Lotusgeborener. Bei einer Einrichtung mit mehreren Bildern hebe man das Bild für den regelmäßigen Kult und die weiteren Bilder auf.

mahākumbhaṃ ca tattāle maṅgalānyaṣṭa deśikaḥ |
ṛtvigbhissaha vidvadbhirbhaktairbhāgavatairapi || 43 ||

28.43 Der Lehrer nehme zu dieser Zeit den großen Krug und die acht Glückszeichen zusammen mit gelehrten Opferpriestern und hingebungsvollen Bhāgavatas auf.

uddhṛtya cāstrakarakamagre gacchedgurussvayam |
anudhārāpadenaiva devāgāraṃ praveśayet || 44 ||

28.44 Der Guru selbst gehe mit dem Waffengefäß voraus. Entlang der fortlaufenden Wasserspur bringe man den Gott in das Heiligtum.

pratimā'cāryayoḥ kaścinnagacchedantarā pathi |
dvāradeśe tu saṃprāpai dadyātpādyaṃ ca kautuke || 45 ||

28.45 Niemand soll auf dem Weg zwischen Bild und Ācārya hindurchgehen. Am Eingang angekommen, reiche man dem Kultbild das Fußwaschwasser.

pāduke || karmārcanādipīṭheṣu |
karmārcādīnāṃ sthānanirdeśaḥ |
karmārcāmarcanāpīṭhe nṛsūktena niveśayet |
utsavādyarthabimbhāni pārśvayorviniveśayet || 46 ||

28.46 Das Bild für den regelmäßigen Kult stelle man mit dem Puruṣasūkta auf den Verehrungssitz; die Bilder für Festzüge und andere Aufgaben stelle man an die Seiten.

utsavasyāṅga |
karmārcāṃ sthāpayedbrāhme vāme tu mukhakautukam |
tīrdhaṃ snapanabimbaṃ vā uttare sthāpayedguruḥ || 47 ||

28.47 Das regelmäßige Kultbild stelle man in den Brahma-Bereich, links das Haupt-Kautuka. Das Bild für das heilige Wasser beziehungsweise das Bad stelle der Guru im Norden auf.

karmārcāṃ iti ślokadvayaṃ keṣu cinnadṛśyate |
śayanotthānabimbaṃ ca balibimbaṃ ca dakṣiṇe |
lauhikīṃ lohajaṃ bimbaṃ sthāpayediṣṭabhumiṣu || 48 ||

28.48 Das Bild für Niederlegen und Aufwecken sowie das Bali-Bild stelle man im Süden auf; weitere Metallbilder an den gewünschten Stellen. Laut Quellennotiz fehlen diese beiden Verse in manchen Textzeugen.

dhārāvaśiṣṭaṃ yattoyaṃ taccharāve vinikṣipet |
śalākāmātrayā caiva dhārayā' chchidrayā punaḥ || 49 ||

28.49 Das vom Wasserstrahl übrig gebliebene Wasser gieße man in eine Schale. Erneut lasse man einen ununterbrochenen Strahl von der Dicke eines Stäbchens fließen; die Fortsetzung fehlt.

taccharāveṣu sthitaḥ |
prāṇānāyamya śuddhātmā dhyāyedbrahma sanātanam || 52 ||

28.52 [Fragment nach einer Lücke:] Mit gereinigtem Selbst reguliere man den Atem und meditiere über das ewige Brahman.

sthiraḥ |
dhyānaprakāraḥ |
vāsudevamajaṃ śāntamujvalaṃ santatoditam |
anādimadhyanidhana mekaṃ calaṃ sthiram || 53 ||

28.53 Man meditiere über Vāsudeva: ungeboren, friedvoll, strahlend, immer gegenwärtig, ohne Anfang, Mitte und Ende, einzig und fest. Die Vorlage hat zugleich „cala“, beweglich, neben „sthira“, fest; die Spannung der Lesung bleibt bestehen.

cidghanaṃ paramānandaṃ tamasaḥ paramavyayam |
jñānaśaktibalaiśvarya vīryatejassamanvitam || 54 ||

28.54 Er ist verdichtetes Bewusstsein und höchste Seligkeit, unvergänglich jenseits der Finsternis, ausgestattet mit Wissen, Kraft, Stärke, Herrschaft, Wirkmacht und Glanz.

apādapāṇimaspṛśyama cakṣu śśravaṇādikam |
narvatra karavākpādaṃ sarvatokṣiśiromukham || 55 ||

28.55 Er hat keine begrenzten Füße und Hände, ist unberührbar, ohne auf einzelne Organe beschränktes Sehen und Hören; dennoch hat er überall Hände, Rede und Füße, überall Augen, Köpfe und Gesichter.

gatāgatavinirmuktaṃ ravikoṭisamaprabham |
caitanyaṃ sarvagaṃ nityaṃ vyomātītaṃ tadadbhutam || 56 ||

28.56 Frei von Kommen und Gehen, strahlend wie Millionen Sonnen, ist er das wunderbare, allgegenwärtige, ewige Bewusstsein jenseits des Raumes.

vyomātīṃ parātparam |
tatsāmānyaṃ jagatyasmimmāla mantrātmakaṃ param |
evaṃ vidhaṃ sadāviṣṇumāhlādaṃ praṇavātmakam || 57 ||

28.57 Dieses Höchste ist in der ganzen Welt gemeinsam gegenwärtig und hat den Grundmantra zum Wesen. So vergegenwärtige man Sadāviṣṇu als Freude und als Praṇava. Die Varianten nennen an der Mantrastelle auch acht Silben beziehungsweise Mantrabuchstaben.

maṣṭākṣaram. mantrākṣaram |
taṃ niyujya mahāviṣṇuṃ mataṃ viṣṇau niveśayet |
viṣṇuṃ ca hṛdaye padme samāvāhyārcayetkramāt || 58 ||

28.58 Man verbinde ihn mit Mahāviṣṇu und führe ihn in Viṣṇu; dann rufe man Viṣṇu in den Herzlotus und verehre ihn der Reihe nach. Die mehrfach überlieferte Zuordnungsfolge von Viṣṇu und Mahāviṣṇu ist nicht eindeutig.

mahāviṣṇau taṃ viṣṇumtadviṣṇau viniyojayet iti ca pāṭhaḥ |
samāvāhya śriyā paścānmantreṇa puruṣātmanā |
añjalisthe tataḥ pīṭhe dhyāyedvāśvātmanā guruḥ || 59 ||

28.59 Danach rufe der Guru ihn geistig mit dem Mantra herbei, dessen Wesen der Puruṣa ist, und meditiere über ihn in den zusammengelegten Händen und auf dem Sitz als das Selbst des Alls. Die Vorlage schwankt hier zwischen „śriyā“ und „dhiyā“.

dhiyā |
tejonidānamadhyeyaṃ nārāyaṇamajaṃ vibhum |
nivṛttamantra mucchārya pratimāyāṃ niveśayet || 60 ||

28.60 Nārāyaṇa, den Ursprung des Glanzes, den Ungeborenen und Allmächtigen, meditiere er und führe ihn unter Rezitation des Nivṛtta-Mantras in das Bild.

brahmarandhreṇa mārgeṇa praviṣṭaṃ pratimākṛtau |
vyāpya sthātaṃ sma retsarvaṃ mantreṇa kamalāsana || 61 ||

28.61 Er vergegenwärtige, dass dieser auf dem Weg durch die Scheitelöffnung in die Bildgestalt eingetreten ist und sie ganz durchdringend erfüllt, Lotusgeborener.

kuṃbhagataśaktīnāṃ deve yojanam |
mahākumbhagatāṃ śakti devena sahayojayet |
mūrtikuṃbhagatāṃścāpi tathā bāle ca kautuke || 62 ||

28.62 Die im großen Krug gegenwärtige Kraft verbinde er mit dem Gott; ebenso die Kräfte in den Gestaltkrügen und im vorläufigen Kultbild.

yā śaktistāṃ ca devena yojaye tphratimātmanā |
brahmarandhraṃ ca tā reṇa pidadhyā tphatimātmanaḥ || 63 ||

28.63 Die dortige Kraft verbinde er mit dem Gott in Bildgestalt. Die Scheitelöffnung des Bildes verschließe er mit dem Tāra, dem Praṇava.

tparamātmanāḥ prokṣayetsvasvavidyayā |
sṛṣṭiśca sarganyasanaṃ nyāso rudrasya saṃhṛtiḥ || 69 ||

28.69 [Fragment nach einer größeren Lücke:] Mit der jeweils eigenen Formel besprenge man. Die Schöpfung wird als Sarga-Nyāsa bezeichnet, der Nyāsa Rudras als Rücknahme. Der Zusammenhang ist nur bruchstückhaft erhalten.

prokṣaṇam tathādhiśrapaṇeṣu ca |
tathā ca gārjapatyāgniṃ sthāpayecchāstravartmanā || 72 ||

28.72 [Fragment:] Auch bei den Kochvorrichtungen stelle man das Gārhapatya-Feuer nach dem Weg der Lehre auf.

tathādhiśrayaṇeṣu |
sānnidhya prārthanā |
devapārśvaṃ samāsādya daṇḍavatpraṇamet kṣitau |
gādhāyudīraye denāṃ raci tāñjali saṃpuṭaḥ || 73 ||

28.73 Man trete an die Seite des Gottes, werfe sich lang ausgestreckt auf die Erde und spreche mit aneinandergelegten Händen diese Strophe.

yajamānena sahitaḥ prahvastiṣṭhan gurussvayam |
bhaktavatsala bhaktānāmabhipretārthasādhaka || 74 ||

28.74 Der Guru selbst stehe demütig zusammen mit dem Auftraggeber und spreche: „Du liebst deine Verehrer und erfüllst die von ihnen ersehnten Anliegen.

prārthaye tvāmahaṃ deva madanugraha kāmyayā |
sannidhassva ciraṃ sthāne kalpite śraddhayā mayā || 75 ||

28.75 Ich bitte dich, Gott, im Verlangen nach deiner Gnade: Sei lange gegenwärtig an diesem Ort, den ich mit Vertrauen bereitet habe.

prasīda deva deveśa pūjāmapi gṛhāṇa me |
grāmasya rājño rāṣṭrasya prajānāmindirā vara || 76 ||

28.76 Sei gnädig, Gott, Herr der Götter, und nimm meine Verehrung an. Dem Dorf, dem König, dem Land und seinen Menschen, Gemahl der Indirā,

vaha |
dehi puṣṭiṃ ca tuṣṭiṃ ca gatiṃ ca paramāṃ tathā |
iti nijñāpya devāya deśikastantrapāragaḥ || 77 ||

28.77 gib Gedeihen, Zufriedenheit und den höchsten Weg.“ So trage der in den Tantras bewanderte Lehrer dem Gott die Bitte vor.

vāsu devāya deśikaḥ |
yajamānena bhagavate sarvasya samarpaṇam |
madhuparkopacārānce gurvanujñāpurassaram |
dadyādgobhūsurarṇādi yathāvittānu sārataḥ || 78 ||

28.78 Nach den Diensten mit Madhuparka gebe der Auftraggeber mit vorheriger Erlaubnis des Gurus Kühe, Land, Gold und weitere Gaben nach seinem Vermögen.

devasya dakṣiṇe haste to yapūrvaṃ yathāvidhi |
bhaktinamreṇa śirasā pūjopakaraṇāni ca || 79 ||

28.79 Mit in Hingabe gesenktem Haupt übergebe er sie vorschriftsgemäß, mit vorausgehender Wassergabe, in die rechte Hand des Gottes; ebenso die Geräte der Verehrung.

ātmānaṃ putrapautrādi dārān hastyādi vāhanam |
dāsīdāsaṃ ca sarvasvaṃ dadyāddevasya pādayoḥ || 80 ||

28.80 Sich selbst, Söhne, Enkel, Ehefrau, Elefanten und andere Fahrzeuge, Dienerinnen, Diener und allen Besitz bringe er zu den Füßen des Gottes dar. Die Aufzählung spiegelt die historische Verfügungsordnung der Quelle und ist keine heutige Übertragung von Eigentumsrechten an Menschen.

jīvājīvadhanairdevo dattairārādhyate yathā |
yajamānena sarvasvairbagavān puruṣottamaḥ || 81 ||

28.81 Wie der Auftraggeber mit seinem gesamten „lebenden und nichtlebenden“ Vermögen den erhabenen Puruṣottama verehrt,

jīvayandarśarya devo |tathā bhāgavataṃ sarvairdhanairārādhayetsadā |
sthāpako devadevasya yaḥ pūrvo deśikottamaḥ || 82 ||

28.82 so ehre er stets auch den Bhāgavata mit allen Arten von Gaben. Der vorzügliche Lehrer, der den Gott der Götter ursprünglich installiert hat,

tenaivārādhanaṃ kāryaṃ tadvaṃśairapi nirguṇaiḥ |
pūjāprītikarī saiva devasya kamalāsana || 83 ||

28.83 soll selbst den Kult vollziehen, ebenso seine Nachkommen, sogar wenn ihnen die entsprechenden Vorzüge fehlen. Gerade dieser Kult erfreue den Gott, Lotusgeborener. Dies ist eine erbliche Zuständigkeitsregel der Quelle.

vittānusārato vidyānkalpayoddhāma saṃpadam |
athavā vibhavenaiva yajamānaḥ prakalpayet || 84 ||

28.84 Nach Maßgabe der Mittel richte man die Ausstattung des Heiligtums ein; der Auftraggeber kann sie auch entsprechend seinem besonderen Wohlstand gestalten.

ādau vibhūtivistāro yādṛśaḥ pariklapitaḥ |
saṅkocamantareṇaiva kuryāttādṛśasampadam || 85 ||

28.85 Den Umfang der Ausstattung, den man am Anfang festgelegt hat, erhalte man ohne Einschränkung.

ya ādaubhūti vistāraḥ |
deva bhūtyanusā reṇa rakṣeddevopajīvinaḥ |
na kleśayedbhāgavartān tathaiva paricārakān || 86 ||

28.86 Entsprechend dem Vermögen des Gottes sorge man für die Menschen, die vom Heiligtum leben. Die Bhāgavatas und die Dienenden soll man nicht bedrängen.

bhūmyanu |
pratiṣṭhānte ca devasya tūryairnānāvidhairapi |
ghoṣayetsarvato dikṣu brahmaghoṣaiśca ghoṣayet || 87 ||

28.87 Nach Abschluss der Installation lasse man ringsum verschiedenartige Instrumente und vedische Rezitation erklingen.

nānāvidharavairapi |
nṛttairgeyaiśca vivirdhaistautrairnānāvidhairapi |
toṣayeddeva deveśamupacāraiḥ vṛthagvidhaiḥ || 88 ||

28.88 Mit Tänzen, Liedern, verschiedenen Lobgesängen und mannigfachen Diensten erfreue man den Herrn der Götter.

caturvidhaṃ tathā vānnaṃ nivedya vidhipūrvakam |
nityāgniṃ ca pratiṣṭhāpya kuṇḍe ca caturaśrake || 89 ||

28.89 Man bringe vorschriftsgemäß die vier Arten von Speise dar und richte in einer viereckigen Grube das dauerhafte Kultfeuer ein.

nivedyānnaṃ teṣu nityaṃ baliṃ dadyādbhūtānāṃ ca yathākramam || 91 ||

28.91 [Fragment:] Dort bringe man täglich Speise dar und gebe den Wesen der Reihe nach Bali.

hutvācānaiḥ |
bahubera vidhāne kavāṭabaṃdhana niṣedhaḥ |
bahuberavidhāne tu kavāṭaṃ na ca bandhayet |
devarṣipitarassiddhāntuvānā devayonayaḥ || 92 ||

28.92 Bei einer Anlage mit mehreren Kultbildern verschließe man die Tür nicht. Götter, Ṛṣis, Ahnen, Siddhas und Wesen göttlicher Herkunft werden anschließend genannt; die Fortsetzung fehlt.

vimocayet catusthānārcanaṃ bhavet |
utsavaṃ kārayedante dhvajārohaṇapūrvakam || 95 ||

28.95 [Fragment:] Es erfolge die Verehrung an den vier Stätten. Zum Abschluss veranstalte man ein Fest, dem das Hissen der Fahne vorausgeht.

catusthsānagataṃ yajet |
ācāryaṃ pūjayettasnin pratiṣṭhādivase prabhuḥ |
suvarṇakusumairvastrernūtanairaṅgalīyakaiḥ || 96 ||

28.96 An diesem Installationstag ehre der Auftraggeber den Ācārya mit goldenen Blumen, neuen Gewändern und Fingerringen. Eine Variante vertauscht die Rollen und nennt den Ācārya als Verehrer des Herrn.

ācāryaḥ pūjayettasmin pratiṣṭhādivase prabhum || keyūrahāravalayairupavīto ttarīyakaiḥ |
kṣetrārāmagṛhairvittairjīvājīva dhanaistathā || 97 ||

28.97 Mit Oberarmreifen, Halsketten, Armreifen, heiligen Schnüren, Obergewändern, Feldern, Gärten, Häusern, Geld und „lebendem und nichtlebendem“ Vermögen,

kṣetragrāma |
dāsīdāsena catathā hastyaśvaśibhikādibhiḥ |
evaṃ prakārairanyaiśca toṣayedgurumātmavān || 98 ||

28.98 mit Dienerinnen und Dienern, Elefanten, Pferden, Sänften und anderen derartigen Gaben stelle der gesammelte Auftraggeber den Guru zufrieden. Auch dies gehört zur historischen Gabenordnung der Quelle.

dāsīdāsādibhiścaiva athavā dakṣiṇā deyā śataṃ hemnāmanuttamam |
daśaniṣkamaśaktarstu tadardhaṃ pādameva vā || 102 ||

28.102 [Fragment nach einer Lücke:] Als vorzügliche Ehrengabe gelten hundert Goldeinheiten; wer dies nicht vermag, gebe zehn Niṣka, deren Hälfte oder ein Viertel.

athavā ityārdhaṃ kvacinnasti guruḥ pātraṃ samānīya hemādidravyanirmitam || 109 ||

28.109 [Fragment nach einer weiteren Lücke:] Der Guru bringe ein Gefäß aus Gold oder einem anderen geeigneten Material. Eine Quellennotiz erklärt, dass der folgende Abschnitt bis zur Wendung vom erfüllten Herzen nicht überall vorhanden ist.

guruḥ ityādi kṛtyena cetasā ityantaṃ kvacinna |
prakṣāḷya viṣṇugāyatryā dhānyarāśau svamantrataḥ |
devasya purataḥ sthāpya pūrayedgandhavāriṇā || 110 ||

28.110 Er wasche es mit der Viṣṇu-Gāyatrī, stelle es mit dem eigenen Mantra vor dem Gott auf einen Getreidehaufen und fülle es mit Duftwasser.

aṣṭhākṣa reṇābhimantrya ṣaḍarṇena dviraṣṭakam |
pa़ñcopaniṣadairmantrairāvāhyātmagataṃ vibhum || 111 ||

28.111 Er bespreche es mit dem Achtsilbenmantra und, nach der Hauptlesart, sechzehnmal mit dem Sechssilbenmantra; eine Variante nennt den Zwölfsilbenmantra. Mit den Pañcopaniṣad-Mantras rufe er den in ihm selbst gegenwärtigen Allmächtigen herbei.

dviṣaḍarṇena mantrakam |
praṇavena samabhyarcya gandhapuṣpākṣatādibhiḥ |
tataḥ kartāramāhūya viśuddhaṃ devasanni dhau || 112 ||

28.112 Mit dem Praṇava verehre er ihn durch Duft, Blumen, ungebrochene Reiskörner und weitere Gaben. Dann rufe er den gereinigten Auftraggeber vor den Gott.

taṃ devābhimukhaṃ sthāpya praṇataṃ vinayānvitam |
sādhitārghyajalāttasmātsārghyato yaṃprasūnakam || 113 ||

28.113 Er stelle ihn dem Gott zugewandt auf, verneigt und voll Bescheidenheit, und nehme von dem bereiteten Arghya-Wasser eine Blume samt Wasser.

tasya haste prapūryātha imāṃ gādhāmūdīrayet |
tvayā vinā na mekiñcinmāṃ vinātavakastathā || 114 ||

28.114 Damit fülle er dessen Hände und spreche diese Strophe: „Ohne dich habe ich nichts; und wer wäre ohne mich der Deine?

tasmānmā mātmasātkartuṃ prasīda parameśvara |
bhūmau skhalitapādānāṃ bhūmi revāvalambanam || 115 ||

28.115 Darum sei gnädig, höchster Herr, und nimm mich ganz zu dir. Für Menschen, deren Fuß auf der Erde ausgleitet, ist eben die Erde der Halt.

tvayyeva pratipannānāṃ tvameva śaraṇaṃ vibho |
iti vijñāpya deveśamācārya ssvasthamānasaḥ || 116 ||

28.116 Für die, die sich dir zugewandt haben, bist allein du die Zuflucht, Allmächtiger.“ Eine Variante spricht von denen, die sich gegen ihn verfehlt haben; sie verstärkt das Bild vom Halt nach dem Straucheln. So bitte der Ācārya den Herrn mit gesammeltem Geist.

tvayivipratipannānāṃ |
dvādaśākṣaramuccārya bhagavatpādapaṅkaje |
nivedya karturātmānaṃ sārghya puṣpa purassaram || 117 ||

28.117 Er rezitiere den Zwölfsilbenmantra und bringe das Selbst des Auftraggebers, mit Arghya und Blume voran, am Lotusfuß des Erhabenen dar.

trikṛtvaḥ praṇa meddevaṃ nivedyātmānamavyaye |
sa tenānugṛhītassan saṃyāyādguruṇā bahiḥ || 118 ||

28.118 Nachdem der Auftraggeber sich dem Unvergänglichen dargebracht hat, verneige er sich dreimal vor dem Gott. Von ihm begnadet gehe er mit dem Guru hinaus.

gurupūjā |
namaskṛtvā guruṃ devaṃ kṛtakṛtyena cetasā |
taṃ guruṃ yānamāropya turya ghoṣapurassaram || 119 ||

28.119 Mit dem Bewusstsein erfüllter Pflicht verneige er sich vor Guru und Gott. Er lasse den Guru ein Fahrzeug besteigen, während Festmusik vorausgeht,

nītvā pradakṣiṇaṃ gramaṃ svagṛhe sanniveśayet |
devapratiṣṭhāyāḥ phalam |
ya itthaṃ sthāpanaṃ kuryāddheva devasya śārṅgiṇaḥ || 120 ||

28.120 führe ihn in einer Rechtsumrundung durch das Dorf und geleite ihn in das eigene Haus. Wer auf diese Weise den Bogen tragenden Gott der Götter installiert,

sa yāti paramaṃ sthānamakṣayaṃ kamalāsana |
punāti vaṃśajāṃścaiva puruṣānekaviṃśatim || 121 ||

28.121 gelangt nach der Verheißung der Quelle zum höchsten unvergänglichen Ort, Lotusgeborener, und läutert einundzwanzig Generationen seiner Linie.

brahmaṇaḥ |
niṣkāmā ye tu sadane puruṣāḥ puruṣottamam |
sthāpayanni phalaṃ teṣāmapunarbha valakṣaṇam || 122 ||

28.122 Wer Puruṣottama ohne eigennützigen Wunsch im Heiligtum aufstellt, erhält als Frucht die Freiheit von Wiedergeburt.

sakāmānāṃ tu martyānāṃ punarāvṛttilakṣaṇam |
svargādi tattadbhoktavyamārambhe tattadiṣyate || 123 ||

28.123 Wer es mit bestimmten Wünschen tut, erhält eine Frucht, die mit Wiederkehr verbunden ist: Himmel und andere Genüsse, jeweils entsprechend dem beim Beginn erstrebten Ziel.

phalamāvṛttilakṣaṇam śriyādīnāṃ ca devīnāṃ devena saha kalpane || 125 ||

28.125 [Fragment:] Wenn die Göttinnen, beginnend mit Śrī, gemeinsam mit dem Gott aufgestellt werden …

śriyādiṣu ca devīṣu devī ca parikalpyate |udvāhakarma śāstroktaṃ kuryādaṃkurapūrvakam|| bhakti |
nodvāhakarma kartavyaṃ pṛthak cet sthāpanaṃ tayoḥ |
udvāhakarma śāstroktaṃ kuryādaṅgurapūrvakam || 126 ||

28.126 … vollziehe man den in der Lehre beschriebenen Hochzeitsritus mit vorausgehender Keimung. Werden beide getrennt installiert, ist kein Hochzeitsritus zu vollziehen. Die Vorlage stellt die Hochzeitsanweisung nochmals hinten an; diese Wiederholung wird nicht als neue, widersprechende Vorschrift verstanden.

bhaktiśaktivaśāddevaṃ yathāvittānusārataḥ |
yathā ca sthāpanā bhaktaissāsmṛtā nugrahā iti || 127 ||

28.127 Die Installation des Gottes, die Verehrer nach ihrer Hingabe, ihren Kräften und ihren Mitteln vollziehen, wird als Ausdruck der Gnade bezeichnet. Die letzte Formulierung ist sprachlich unregelmäßig.

Kapitel 29: Avatāras und selbstständige Göttinnenheiligtümer

Hinweis zur Quelle: Die Nummern 20, 21, 28, 29, 30, 31, 32, 38, 55 fehlen in der Vorlage. Erhaltene Fragmente bleiben stehen.

pādmasaṃhitāyām |
ekonatriṃśo'dhyāyaḥ |
mīnādi daśamūrti pratiṣṭhā vidhiḥ |
śrībhagavān |
mīnādidaśamūrtīnāmadhunā sthāpanaṃ prati |
viśeṣaḥ kathyate brahman upasthānādilakṣaṇaḥ || 1 ||

29.1 Der erhabene Herr sprach: Nun werden, Brahmā, die Besonderheiten der Installation der zehn Gestalten, beginnend mit dem Fisch, erklärt, insbesondere ihre Anrufungsgebete.

mīnamūrtiḥ |
sāmnā ca vāruṇenaiva sūktena puruṣātmanā |
sthāpayenmīnavapuṣaṃ vāsudevamanāmayam || 2 ||

29.2 Mit dem Varuṇa-Sāman und dem Puruṣasūkta stelle man den makellosen Vāsudeva in Fischgestalt auf.

āvahya tasmin deveśamupatiṣṭheta mantravit |
mīnātmane namastubhyaṃ vedarakṣāvidhāyine || 3 ||

29.3 Der Mantrakenner rufe den Herrn der Götter darin herbei und bete: „Verehrung dir, dessen Wesen der Fisch ist und der die Veden schützt,

pralayāryava durvāra vāripūravihāriṇe |
vāruṇenteva suktena tathāṣṭhākṣaravidyayā || 4 ||

29.4 der in den unwiderstehlichen Wasserfluten des Auflösungsmeeres spielt.“ [Übergang zur Schildkrötengestalt:] Mit dem Varuṇa-Sūkta und dem Achtsilbenmantra

sthāpayitvā mahākumbhaṃ tasminna vāhayeddharim |
upatiṣṭheta karmānte gādhayā vakṣyamāṇayā || 5 ||

29.5 stelle man den großen Krug auf und rufe Hari darin herbei. Am Ende des Ritus bete man mit der folgenden Strophe.

upatiṣṭheti |
tubhyaṃ namaskriyāṃ kurmaḥ kūrmarūpāya vedhase |
dhāraṇā nmandarasyā drervibudhānandadāyine || 6 ||

29.6 „Wir bringen dir Verehrung dar, Schöpfer in Schildkrötengestalt, der den Berg Mandara trägt und dadurch die Götter erfreut.“

dhāriṇe manda |
varāhamūrtiḥ |
vāpayitvā ca vāhārīṃ mūrtimāvahayeddharim |
kroḍātmane namastubhyaṃ yajñarūpāya vedhase || 7 ||

29.7 Man stelle die Ebergestalt auf, rufe Hari herbei und spreche: „Verehrung dir, Schöpfer in Ebergestalt, dessen Gestalt das Opfer ist,

yajñadehāya |
daṃṣṭrāgra vidhṛtā śeṣa dhāriṇī dharaṇīdhara |
nṛsiṃhaḥ |
nṛsiṃharūpiṇaṃ devaṃ sthāpayeddeśikottamaḥ || 8 ||

29.8 Träger der Erde, der die ganze Erde auf der Spitze des Hauers hält.“ [Dann:] Der beste Lehrer stelle den Gott in der Gestalt Nṛsiṃhas auf.

śeṣādharaṇī śeṣadharaṇeḥ |
yuñjītetyanuvā kena samāvāhya janāndanam |
gadhāmudīraye denāṃ karmānte deśikottamaḥ || 9 ||

29.9 Mit dem als „yuñjīta“, in der Variante „yuñjanti“, angegebenen Anuvāka rufe er Janārdana herbei. Am Ende des Ritus spreche der beste Lehrer diese Strophe:

yuñjantītya |
niśātanakhadambholi dalitāsuravakṣase |
darśitāśritavātsalya nṛsiṃhavapuṣe namaḥ || 10 ||

29.10 „Verehrung der Menschlöwengestalt, deren scharfe, donnerkeilgleichen Krallen die Brust des Asura zerrissen und die ihre liebevolle Zuwendung zu den Schutzsuchenden offenbarte.“

vāmanaḥ |
yuñjantītyanuvā kena sthāpayitvā ca vāmanam |
tasminnā vāhya deveśamupatiṣṭheta deśikaḥ || 11 ||

29.11 Man stelle Vāmana mit dem Anuvāka „yuñjanti“ auf. Nachdem der Lehrer den Herrn der Götter darin herbeigerufen hat, bete er:

balidviṣe namastubhyaṃ yajñarūpāya vedhase |
vāmanāya mahāmāyā vañcitāśeṣa mānava || 12 ||

29.12 „Verehrung dir, Gegner Balis, Schöpfer in Opfergestalt, Vāmana, der mit großer Māyā alle Menschen überlistet.“ Die Anrede am Schluss ist grammatisch unregelmäßig überliefert.

balidveṣin praṇataḥ sthitaḥ || 13 ||

29.13 [Fragment:] Er stehe verneigt da. Die Zwischenworte wiederholen eine Anrede an Balis Gegner; der Übergang zum nächsten Avatāra ist lückenhaft.

praṇaman |
trissaptakṛtvaḥ kṣatrāṇāṃ nihantre tigmatejase |
namastubhyaṃ bhavavate paraśvathavidhāriṇe || 14 ||

29.14 „Verehrung dir, dem Erhabenen, der die Axt trägt, von scharfem Glanz, der einundzwanzigmal die Krieger erschlug.“ Dies ist die Anrufung der Paraśurāma-Gestalt mit Bezug auf die überlieferte Erzählung.

śrī rāmaḥ |
rāmaṃ ca saha vaidehyā sahitaṃ lakṣmaṇādibhiḥ |
sthāpayetkālabhedena yadvā sthāpanamācaret || 15 ||

29.15 Rāma stelle man zusammen mit Vaidehī, Lakṣmaṇa und den weiteren Begleitern auf; oder man vollziehe ihre Installation zu verschiedenen Zeiten.

rāṃ puruṣasūktena sthāpayitvā yathāvidhi |
gadhayā copatiṣṭheta rāmaṃ raghukulodbhanam || 16 ||

29.16 Nachdem man Rāma vorschriftsgemäß mit dem Puruṣasūkta aufgestellt hat, bete man zu dem aus dem Raghu-Geschlecht stammenden Rāma mit dieser Strophe:

namastubhyaṃ bhagavate rāghuvāya mahātmane |
rāvaṇādi jagadvairi nibarhaṇa mahojase || 17 ||

29.17 „Verehrung dir, dem erhabenen, großherzigen Rāghava, dessen gewaltige Kraft Rāvaṇa und die anderen Feinde der Welt vernichtete.“

rāmamūrtaṃ pratiṣṭhāpya parivārātmanā tataḥ |
vāyvādi devatanayān hanūmatpramukhān punaḥ || 18 ||

29.18 Nach der Installation Rāmas stelle man als sein Gefolge die Söhne des Windgottes und der übrigen Gottheiten auf, beginnend mit Hanumān.

yadvādideva |
tattaddevaṃ samabhyarcya sthāpayettadvadeva tān |
vibhīṣaṇaṃ guhaṃ caiva pṛthageva hi devatāḥ || 19 ||

29.19 Man verehre jeweils die zugehörige Gottheit und stelle die Begleiter entsprechend auf. Vibhīṣaṇa und Guha werden gesondert als Gottheiten genannt.

samāvāhya vasiṣṭhādyṛṣimukhyānāṃ dvitīyāvaraṇe sthitiḥ || 22 ||

29.22 [Fragment nach einer Lücke:] Die bedeutenden Ṛṣis, beginnend mit Vasiṣṭha, haben ihren Platz in der zweiten Umfassung.

vasiṣṭha pramukhāssarve dvitīyāvaraṇe sthitāḥ vasiṣṭhamṛṣi mukhyānāṃ |
tṛtīyāvaraṇe paścāllokapālān prakalpayet |
sthāne khagādi rājasya hanūmantaṃ prakalpayet || 23 ||

29.23 In der dritten Umfassung ordne man anschließend die Welthüter an. An die Stelle des Königs der Vögel setze man Hanumān.

viṣvaksenapade nīlaṃ guhaṃ vā tatra kalpayet |
rāghavasyārcanāyāṃ tu viśeṣo'yaṃ prakīrtataḥ || 24 ||

29.24 An Viṣvaksenas Stelle setze man Nīla oder Guha. Dies sind die genannten Besonderheiten bei Rāghavas Verehrung.

khageśaṃ mārutiṃ vā'pi likhitvā dhvajamuddharet |
utsave tu viśeṣo'yamīritaḥ kamalāsana || 25 ||

29.25 Man zeichne den Vogelkönig oder den Sohn des Windes auf die Fahne und hisse sie. Dies ist die Besonderheit des Festes, Lotusgeborener.

balarāmaḥ |
rāmasya rauhiṇeyasya pratiṣṭhā ca yathāpuram |
upasthāne viśeṣo'sti śrūyatāṃ sa ca kathyate || 26 ||

29.26 Die Installation Rāmas, des Sohnes Rohiṇīs, also Balarāmas, erfolgt wie zuvor. Beim Anrufungsgebet gibt es eine Besonderheit; höre, wie sie erklärt wird.

baline balabhadrāya halasphurita bāhave |
tubhyaṃ māleva mahatī bhūmiryena siroddhṛtā || 27 ||

29.27 „Dir, dem Starken, Balabhadra, dessen Arm mit dem Pflug glänzt, der die große Erde mit dem Pflug wie eine Girlande emporhob,

namaśśeṣamahāmate varṇaiścitravidhiryadi |
jalādhivāsanādyuktaṃ kṛtvā sarvamaśeṣataḥ || 33 ||

29.33 sei Verehrung, weiser Śeṣa.“ [Nach einer Lücke folgt ein anderes Thema:] Wird ein farbiges Bild angefertigt, vollziehe man vollständig die Vorschriften vom Wasser-Adhivāsa an.

lāvaṇyaiśca |
nirmite citra karaṇe kuryādāvāhanādikam |
dhruvabimbasthiteḥ paścātkarmādyarcāsthitiryadi || 34 ||

29.34 Wenn das Bild fertiggestellt ist, vollziehe man Herbeirufung und weitere Riten. Werden nach der Installation des feststehenden Hauptbildes die Bilder für den regelmäßigen Kult und andere Zwecke aufgestellt,

karaṇe kuryādāvāhanamathoditam |
siddhāntabhedabimbhānāṃ pṛthakchayanamiṣyate |
abhede vedikāśayyā sahaiva syāccaturmukha || 35 ||

29.35 so ist bei Bildern verschiedener Lehrsysteme ein getrenntes Ruhelager vorgesehen. Bei gleichem Lehrsystem dürfen sie gemeinsam auf dem Altar ruhen, Viergesichtiger.

neṣyate ṣoḍaśanyāso lohaje jaṅgame punaḥ |
āvāhanaṃ mūlaberā tkarmādyarcāsu kalpayet || 36 ||

29.36 An einem beweglichen Metallbild ist der sechzehnfache Nyāsa nicht vorgesehen. Die Herbeirufung in die weiteren Kultbilder erfolge vom Hauptbild aus. Eine ausdrücklich überlieferte Variante verneint diese letzte Anweisung; die gegensätzlichen Lesarten bleiben kenntlich.

tkarmārcāsu nakalpayet |
tīrthasnānādi bimbaṃ nā uttare sthāpayedguruḥ || 37 ||

29.37 Die Bilder für heiliges Wasser, Bad und ähnliche Aufgaben stelle der Guru im Norden auf.

karmārcāṃ sthāpayedbāhme yātme tu mukha dvahanabimbāni sthāpayeddvārapārśayoḥ |
maṇṭape vā'bhiṣekārthe dakṣiṇābhimukhāni ca || 39 ||

29.39 [Fragment nach einer Lücke:] Die Fahrzeugbilder stelle man beiderseits des Eingangs auf oder in der für das Übergießen bestimmten Halle, nach Süden gewandt. Vorangestellte Textreste nennen nochmals die Anordnung des regelmäßigen Kultbildes.

tsarvārthaṃ |
jalādhivāsane sākṣādayogyānāṃ caturmukha |
citrābhāsārdha citrādi pratimānāṃ yathāyatham || 40 ||

29.40 Bei Bildern, die sich nicht unmittelbar für den Wasser-Adhivāsa eignen, Viergesichtiger, etwa gemalten Bildern und Halbreliefs,

chāyādhivāsanaṃ kuryāt snānaṃ cādarśamaṇḍale |
vedyāṃ śayana manyeṣāṃ kūrcadvāreṇa kalpayet || 41 ||

29.41 vollziehe man entsprechend den Adhivāsa und das Bad stellvertretend im Spiegelbild. Das Ruhen auf dem Altar vermittle man durch ein Darbha-Bündel.

mapyeṣām |
avaśiṣṭaṃ yathāpūrvaṃ sakalaṃ parikalpayet |
neṣyate ṣoḍaśanyāsaścaturthasnapanaṃ tathā || 42 ||

29.42 Alles Übrige richte man vollständig wie zuvor ein. Der sechzehnfache Nyāsa und das Bad am vierten Tag sind hier nicht vorgesehen.

vaṭapatraśāyī |
māyāmaya mahāvṛkṣanyagrodha dalaśāyinaḥ |
devasya sthāpanavidhau viśeṣaḥ kathyate'dhunā || 43 ||

29.43 Nun wird die Besonderheit bei der Installation des Gottes erklärt, der auf einem Blatt des großen, durch Māyā bestehenden Nyagrodha-Baumes ruht.

garbhodavasitadvāri likhitvopari vāridhim |
tatra nyagrodhavṛkṣasya dale komalarūpiṇam || 44 ||

29.44 Am Eingang des inneren Heiligtums male man oben das Meer und darin auf einem Blatt des Nyagrodha-Baumes die zarte Gestalt

garbhadeśasya tadvāri |
śayānaṃ bālavapuṣaṃ śyāmalaṃ kamalekṣaṇam |
mārkaṇḍeyaṃ mahīṃ devīṃ kārayetpādapārśayoḥ || 45 ||

29.45 des ruhenden Kindes, dunkel und lotusäugig. Mārkaṇḍeya und die Erdgöttin stelle man zu beiden Seiten seiner Füße dar.

evaṃ vilikhite bāle bālaparyaṅmaśāyini |
citrābhāsoktavidhinā sthāpayedgururātmavān || 46 ||

29.46 Ist das Kind auf seinem kindlichen Ruhelager so gemalt, installiere der gesammelte Guru es nach dem für gemalte Bilder erklärten Verfahren.

devena devyau yugapa tpratiṣṭāyāṃ yathāpuram |
sahaiva śayanaṃ vedyāṃ kālabhede tu tatpṛthak || 47 ||

29.47 Werden die beiden Göttinnen gleichzeitig mit dem Gott installiert, ruhen sie wie zuvor gemeinsam auf dem Altar; bei zeitlich getrennter Installation ruhen sie getrennt.

vidhivat |
kuṇḍabhedāḥ |
kuṇ‍ḍaṃ sarasijākāraṃ prācyāṃ cāpaṃ tu dakṣiṇe |
vṛttāṃ tu paścime bhāge yo'nyākāra mudaktathā || 48 ||

29.48 Die östliche Feuergrube sei lotusförmig, die südliche bogenförmig, die westliche rund und die nördliche yoni-förmig.

mudagdiśi |
kuṇ‍ḍe viśeṣaḥ kathitassnapanaṃ ca tayoḥ punaḥ |
śrī yādayaḥ |
śrīsūktena śriyaṃ devīṃ bhūsūktena bhuvaṃ tathā || 49 ||

29.49 Damit ist die Besonderheit der Feuergruben erklärt. Für das Bad der beiden Göttinnen gilt: Śrī bade man mit dem Śrīsūkta, Bhū mit dem Bhūsūkta.

snāpayedarcanaṃ cāpi tayostābhyāṃ ca śāyayet |
prāgādi toraṇe pūjyā balāki nyadhidevatā || 50 ||

29.50 Mit denselben beiden Hymnen vollziehe man auch ihre Verehrung und ihr Niederlegen. Am östlichen und den weiteren Torbögen sind die zugehörigen Gottheiten zu verehren, beginnend mit Balākinī.

navamālālinyatho tatra samārādhya vibhīṣikām |
śāṅkarī devatā paścāddvārakumbheṣvanukramāt || 51 ||

29.51 Es folgen Vanamālinī, Vibhīṣikā und Śāṅkarī. Anschließend werden die Torkrüge der Reihe nach behandelt. Die Lesung des Namens Vanamālinī ist beschädigt.

vanamālādi devān tān samārādhyā bhiṣekikān |
devatādvandvayajanaṃ pratiṣṭhādīn samarcayet |
prathamaṃ tadanu śraddhāṃ kāntiṃ ca tadanantaram || 52 ||

29.52 In den Krügen verehre man Gottheiten paarweise, zuerst die mit Pratiṣṭhā beginnende Gruppe, dann Śraddhā und Kānti. Die Abgrenzung des ersten Paares ist in der Vorlage unvollständig.

jyeṣṭhādevyoḥ |
kriyāṃ sṛṣṭiṃ ca paścāttu kṣamāṃ vṛddhiṃ ca devatām |
prācyādiṣu patākāsu devātādvandvamarcayet || 53 ||

29.53 Danach folgen Kriyā und Sṛṣṭi sowie Kṣamā und Vṛddhi. In den Fahnen, beginnend im Osten, verehre man ebenfalls Gottheitenpaare.

kriyāṃ śaktiṃ ca paścāttu kṣamāmūrti jayāṃ tathā |
dhṛtiṃ ca lajjāṃ ca puro jayāṃ māyādvayaṃ tataḥ |
sāvitrīṃ ca kṣamāṃ ca dve śuddhāṃ śriddhāmanantaram || 54 ||

29.54 Vorne Dhṛti und Lajjā, dann Jayā und Māyā, ferner Sāvitrī und Kṣamā, danach Śuddhā und Śraddhā. Die beigefügte Variante nennt teilweise andere Namen, darunter Śakti und Kṣamāmūrti.

sṛṣṭiṃ kriyā kīrtarlakṣmīḥ sṛṣṭistathaiva ca |
prahvī satyā tathā brāhmī yaṣṭavyāḥ kalaśeṣvimāḥ || 56 ||

29.56 [Nach einer Lücke:] Kīrti, Lakṣmī, Sṛṣṭi, Prahvī, Satyā und Brāhmī sind in den Krügen zu verehren. Die vorangestellten Namensreste nennen zusätzlich Kriyā und Sṛṣṭi; die vollständige Achtzahl ist hier nicht sicher rekonstruierbar.

kriyāśaktiḥ |
mahākumbhe śriyāṃ devīṃ yajeta kamalāsana |
ṣoḍaśanyāsarahitaṃ śeṣaṃ prāgvatsamācaret || 57 ||

29.57 Im großen Krug verehre man die Göttin Śrī, Lotusgeborener. Alles Übrige vollziehe man wie zuvor, ohne den sechzehnfachen Nyāsa.

asvātatantye vidhirhyeṣa sātantye tvabhidhīyate |
grāme vā vagare vāpi paṭṭaṇe vā'laye'pi vā || 58 ||

29.58 Dies ist das Verfahren, wenn die Göttin gemeinsam mit dem Gott verehrt wird. Nun folgt ihre selbstständige Verehrung: In einem Dorf, einer Stadt, einem Handelsort oder einem Heiligtum

śriyaḥ sthānaṃ vidhātavyaṃ grāmādyabhimukhaṃ yathā |
puṣṭhiṃ puṣṭhiṃ ca sāvitrīṃ vāgdevīṃ ca caturmukha || 59 ||

29.59 richte man Śrīs Stätte so ein, dass sie dem Dorf beziehungsweise dem Ort zugewandt ist. Puṣṭi, den in der Vorlage nochmals als „Puṣṭi“ wiederholten Namen, Sāvitrī und Vāgdevī, Viergesichtiger,

vimānasya caturdiṣu diṅgūrtīḥ parikalpayet |
koṇeṣu vainateyaṃ vā siṃhaṃ vā'pi yathāruci || 60 ||

29.60 stelle man als Richtungsgestalten an den vier Seiten des Tempelaufbaus dar. In den Ecken stelle man nach Wunsch Garuḍa oder einen Löwen dar.

divye bhāge'tha vā brahme ' praticchāyāṃ śilādibhiḥ |
sthāpayetparivārāṃśca dvārapārve yathākramam || 61 ||

29.61 Im göttlichen oder im Brahma-Bereich stelle man ein Bild aus Stein oder einem anderen geeigneten Material auf und ordne die Begleiter der Reihe nach an den Eingangsseiten an.

pratiṣṭhāyāṃ |
caṇḍīṃ caiva pracaṇḍīṃ ca prathamadvārapārśvayāḥ |
tato'rdhamaṇ‍ḍapadvāre dakṣiṇe ca balākinīm || 62 ||

29.62 Caṇḍī und Pracaṇḍī stehen zu beiden Seiten des ersten Eingangs. Am Eingang der Vorhalle steht im Süden Balākinī,

vanamālāmudīcīne gopure prathame punaḥ |
vibhīṣikāṃ śāṅkarīṃ ca dakṣiṇottarapārśvayoḥ || 63 ||

29.63 im Norden Vanamālā. Am ersten Gopura stehen Vibhīṣikā und Śāṅkarī an der Süd- beziehungsweise Nordseite.

dvitīye gopuradvāre śaṅkhapadmanidhī ubhe |
śṛtīye gopuradvāre nalakūbalajṛmbhalau || 64 ||

29.64 Am zweiten Gopura-Eingang stehen die beiden Schätze Śaṅkha und Padma, am dritten Nalakūbara und Jṛmbhala; ihre Namen sind leicht beschädigt geschrieben.

caturthe gopuradvāre dakṣiṇe śibikuṇ‍ḍalau |
uttare māṇibhadraṃ ca kalpayetkamalāsana || 65 ||

29.65 Am vierten Gopura-Eingang ordne man im Süden die als „śibikuṇḍalau“ überlieferte Gestaltengruppe an und im Norden Māṇibhadra, Lotusgeborener. Die südliche Namensgruppe ist nicht eindeutig aufzulösen.

jayā ca vijayā caiva paścimadvārapālike |
sumukhīṃ sthāpayedviṣvaksenasthāne caturbhujām || 66 ||

29.66 Jayā und Vijayā sind die Wächterinnen des westlichen Eingangs. An Viṣvaksenas Stelle stelle man die vierarmige Sumukhī auf.

vetrahastāṃ dakṣiṇena tarjanīṃ cā'pi kurvatīm |
aparābhyāṃ dhārayantīṃ padmaṃ pītanibhaṃ tathā || 67 ||

29.67 Sie hält rechts einen Stab und zeigt mit einer weiteren Hand die drohende Zeigefingergeste; mit den beiden übrigen hält sie Lotusse. Die Farbangabe „gelblich“ schließt an diese Darstellung an.

sthāpayedvainateyaṃ ca prāsādamukhamaṇḍape |
ādimūrteriva bhavetpharivā prakalpanam || 68 ||

29.68 Garuḍa stelle man in der vorderen Halle des Tempels auf. Die Anordnung des Gefolges entspricht derjenigen der ursprünglichen Gottesgestalt.

anyāsāmapi devīnāṃ svātantrye vidhirīdṛśaḥ |
caturdhasnapanaṃ kuryādutsavaṃ cā'pi devavat || 69 ||

29.69 Auch für andere Göttinnen gilt bei selbstständiger Verehrung dieses Verfahren. Das Bad am vierten Tag und das Fest vollziehe man wie beim Gott.

devīnāṃ ca śriyādīnāmitthaṃ yaḥ sthāpako naraḥ |
sarvān kāmānavāpnoti paratre ha ca modate || 70 ||

29.70 Wer die Göttinnen, beginnend mit Śrī, auf diese Weise installiert, erlangt nach der Verheißung der Quelle alle Wünsche und erfreut sich hier wie jenseits.

Homa: Sinn der Feuerdarbringung

Begleitendes Video aus dem Themenbereich Homa; keine Rezitation oder Einzelversauslegung der Padma Samhita.

Kapitel 30: Hochzeit, Hallen und weitere Einrichtungen

Hinweis zur Quelle: Die Nummern 5, 8, 50, 52, 58, 59, 60, 61, 62, 63, 64, 69, 70, 71, 78, 79, 80, 173, 174, 175, 180, 181, 183 fehlen in der Vorlage. Erhaltene Fragmente bleiben stehen.

pādmasaṃhitāyām |
triṃśo'dhyāyaḥ |
śriyādīnāṃ pāṇigrahaṇa vidhiḥ |
śrībhagavān |
atha śriyā'di devīnāṃ pāṇigrahaṇamucyate |
sarvakalyāṇajananaṃ sarvaduḥkha vināśanam || 1 ||

30.1 Der erhabene Herr sprach: Nun wird die Hochzeit, das Ergreifen der Hand, für Śrī und die weiteren Göttinnen erklärt; sie soll alles Heil hervorbringen und alles Leid vernichten.

vimocanam |
āyurvṛddhakaraṃ nṝṇāṃ abhipretārtha sāthakam |
yathoktadivase kuryādaṅkurāṇāṃ samarpaṇam || 2 ||

30.2 Sie soll das Leben der Menschen mehren und die ersehnten Anliegen erfüllen. Am vorgeschriebenen Tag bringe man die Keimlinge dar.

udvāhadivase prāpte muhūrte deśikottamaḥ |
pṛthagdevasya devyośca badhnīyā tkarmakautukam || 3 ||

30.3 Wenn am Hochzeitstag die günstige Stunde gekommen ist, binde der beste Lehrer dem Gott und den Göttinnen jeweils eine eigene rituelle Schutzschnur um.

tkarakautukam |
ācchādyānāhatakṣaumaṃ sottarīyaṃ prasādhitam |
āropya śibikāṃ grāmaṃ prādakṣiṇyena tāṃ nayet || 4 ||

30.4 Man bekleide die geschmückte Gestalt mit unbenutztem Leinen und Obergewand, setze sie auf eine Sänfte und führe sie rechtsherum durch das Dorf.

ācchāditāhata praveśyāntargṛhe devamāsane viniveśayet |
ābhyarcya ca hariṃ tatra devīṃ nūtanapāsasā || 6 ||

30.6 [Nach einer Lücke:] Man bringe den Gott in das Haus, setze ihn auf einen Sitz und verehre Hari dort. Die Göttin bekleide man mit einem neuen Gewand.

praveśya tadgṛham |
yuvā su itimantreṇa paridhāya pradakṣiṇam |
bhūṣayecca śriyaṃ devīṃ puṣpairābharaṇaistathā || 7 ||

30.7 Zum Mantra „yuvā suvāsāḥ“ lege man ihr das Gewand rechtsherum an. Śrī schmücke man mit Blumen und Schmuckstücken.

yavāsuvāsāntreṇa mimāṃ śriyamanuttamām || 9 ||

30.9 [Fragment:] … diese unvergleichliche Śrī. Der übrige Satz zur Handergreifung ist nicht erhalten.

mapsu |
tataḥ pāṇigṛhītāṃ tāṃ devīṃ devaṃ ca mandirāt |
nītvā vaivāhikaṃ sthānamuttarāśāmukho guruḥ || 10 ||

30.10 Dann führe man die Göttin, deren Hand ergriffen wurde, und den Gott aus dem Heiligtum an den Hochzeitsort. Der Guru wende sich nach Norden.

krameṇāghārahomārdīn kuryādvidhyuktavartmanā |
samidhaṃ ca nṛsūktena jūhuyāt ṣoḍaśāhutīḥ || 11 ||

30.11 Er vollziehe der Reihe nach die Āghāra-Spenden und die übrigen Feuerhandlungen auf dem vorgeschriebenen Weg. Mit dem Puruṣasūkta bringe er sechzehn Holzspenden dar.

samidbhiśca |
catuṇā viṣṇugāyatryā caturviṃ śāhutirbhavet |
śrīnūktena ghṛtaṃ hutvā bhūmyāśca yugapadyadi || 12 ||

30.12 Mit der Viṣṇu-Gāyatrī erfolgen vierundzwanzig Spenden gekochter Opferspeise; mit dem Śrīsūkta opfere er Ghee. Wird zugleich auch die Hochzeit mit Bhū vollzogen,

ubhayośca vidhātavyaṃ pṛthagevāṅkurādikam |
ubhayo rekakartṛtve prāpte paṅkajasambhava || 13 ||

30.13 so sind für beide die Keimung und die übrigen Vorbereitungen getrennt auszuführen, auch wenn ein und derselbe Auftraggeber für beide auftritt, Lotusgeborener.

ubhabhyāmeka |
tatrā'pi pṛthagevā'bhyāṃ vaivāhikamathā'caret |
ekakāle kriyāṃ tiṣṭhetparyā yādbhinnamācaret || 14 ||

30.14 Auch dann vollziehe man die Hochzeit für jede getrennt. Fallen die Handlungen auf dieselbe Zeit, führe man sie abwechselnd gesondert aus.

ānupūrvyavaśenaiva vibhaktaṃ syādyathā tathā |
yadvā muhūrtabhinne tu bhinnaṃ vaivāhikaṃ bhavet || 15 ||

30.15 Durch ihre feste Reihenfolge bleiben sie voneinander unterschieden. Oder man vollziehe die Hochzeiten getrennt zu verschiedenen günstigen Stunden.

muhūrte yaugapadye cedānupūrvyātkriyāṃ nayet |
śrībhūmyorbhanna kartṛtve yaugapadyodvaho yadi || 16 ||

30.16 Wenn dieselbe günstige Stunde vorgesehen ist, führe man die Handlungen nacheinander aus. Haben Śrī und Bhū verschiedene Auftraggeber und werden sie gleichzeitig vermählt,

tatrā'pi vidhi revaṃ syādubhābhyāṃ vidhireva hi |
yaugapadyodvahe deve sakṛtpratisaraṃ bhavet || 17 ||

30.17 gilt ebenfalls dieses Verfahren für beide. Bei gleichzeitiger Hochzeit erhält der Gott die Schutzschnur nur einmal; eine Variante betont die getrennte Ausführung.

pṛthageva |
ekā'gnau vā prakartavyaṃ bhinnā'gnau vā yathāruci |
ullekhanā'diprāktantraṃ prāklṛptamakṛtaṃ na ca || 18 ||

30.18 Man kann nach Wunsch ein gemeinsames Feuer oder getrennte Feuer verwenden. Die vorausgehenden Handlungen vom Einzeichnen der Linien an gelten, wenn schon ausgeführt, als vollzogen; die Varianten schwanken bei der Frage der Wiederholung.

praklṛptamasakṛt |
prativyakti kriyāṃ sarvāṃ pṛthageva samācaret |
pūrvaṃ śriyaitato bhūmyai paryāyeṇa kriyāṃ nayet || 19 ||

30.19 Alle personenbezogenen Handlungen führe man jeweils gesondert aus: zuerst für Śrī, dann für Bhū, abwechselnd in dieser Reihenfolge.

samidho mūlamantreṇa juhuyāt ṣoḍaśāhutīḥ |
caruṇā viṣṇugāyatryā caturviṃ śāhutirbhavet || 20 ||

30.20 Mit dem Grundmantra bringe man sechzehn Holzspenden dar, mit der Viṣṇu-Gāyatrī vierundzwanzig Spenden gekochter Opferspeise.

ghṛtaṃ puruṣanuktena bhumisūktena vā punaḥ |
lājahomaṃ tathā vahneḥ pradakṣiṇamanukramāt || 21 ||

30.21 Ghee opfere man mit dem Puruṣasūkta oder dem Bhūsūkta. Danach folgen das Opfer gepuffter Körner und die Rechtsumrundung des Feuers.

viṣṇu sakṛddhutvā pañcavāruṇikte stataḥ || 22 ||

30.22 [Fragment:] Nach einer einmaligen, auf Viṣṇu bezogenen Spende folgen die fünf Varuṇa-Formeln. Der Wortlaut des Übergangs ist beschädigt.

samuddhṛtya |
pañcopaniṣadairmantrairdvādaśākṣaravidyayā |
pūrṇāhutyaṃtamakhilaṃ kṛtvā viprāṃśca toṣayet || 23 ||

30.23 Mit den Pañcopaniṣad-Mantras und dem Zwölfsilbenmantra vollziehe man alles bis zur abschließenden Vollspende und stelle die Brahmanen zufrieden.

arghyādyairarcayeddevaṃ ghṛtāropaṇamāca ret |
ghṛtaṃ dūrvāṅkuraṃ pātre candanaṃ śālitaṇḍulam || 24 ||

30.24 Man verehre den Gott mit Arghya und den weiteren Gaben und vollziehe das Auftragen von Ghee. In einem Gefäß bereite man Ghee, Dūrvā-Sprossen, Sandel und enthülsten Reis.

karābhyāṃ sarvamādāya sarvecaiva sabhasadaḥ |
devasya devyoścā'ṅgeṣu kṣipeyuriti maṅgalam || 25 ||

30.25 Alle Versammelten nehmen davon mit beiden Händen und geben es als Glückszeichen an die Glieder des Gottes und der Göttinnen.

ghṛtaṃ suśobhana miti siñcoyuḥ pādayostataḥ |
kaṭyāṃ subhadramityuktvā mūrdhni caiva sumaṅgalam || 26 ||

30.26 Mit „suśobhanam“, „sehr schön“, gebe man Ghee auf die Füße, mit „subhadram“, „sehr heilvoll“, an die Hüften und mit „sumaṅgalam“, „sehr glückverheißend“, auf den Kopf.

evaṃ dūrvādi sakalaṃ kṣipeyuranupūrvaśaḥ |
madhuparkaṃ pradadyācca rasenā'smīti coccaret || 27 ||

30.27 Ebenso bringe man Dūrvā und die weiteren Stoffe nacheinander an. Man reiche Madhuparka und spreche „rasenāsmi“.

lakṣmīpatiṃ ca hārādyairalaṅkāraiḥ prasādhayet |
mālyānulepanaiścā'pi yathā rhairapi pūjayet || 28 ||

30.28 Den Gemahl Lakṣmīs schmücke man mit Halsketten und weiteren Zierden und verehre ihn mit passenden Kränzen und duftenden Salben.

dhenuṃ ca dadyāddharaye yajamānaḥ praṇāmavān |
ācāryāya yathāvittaṃ pradadyādātmanaḥ priyam || 29 ||

30.29 Der verneigte Auftraggeber schenke Hari eine Kuh. Dem Ācārya gebe er nach seinem Vermögen etwas, das ihm selbst lieb ist.

nī rājanavidhānānte nikṣipeddikṣu piṇḍikāḥ |
anyacca maṅgalaṃ sarvaṃ kuryāllaukikavartmanā || 30 ||

30.30 Nach dem Lichtschwenken lege man Speisekugeln in die Richtungen. Auch alle anderen Glücksbräuche vollziehe man nach örtlicher weltlicher Sitte.

śrībhūmisahitaṃ devaṃ kuryādgrāma pradakṣiṇam |
āropya maṇṭape devyau devaṃ rājavadācaret || 31 ||

30.31 Man führe den Gott gemeinsam mit Śrī und Bhū rechtsherum durch das Dorf. In der Halle stelle man die beiden Göttinnen und den Gott auf und behandle ihn wie einen König.

nītvāgrāmaṃ |
mahāhavirvivedyānai brahmāṇānapi bhojayet |
divase divase kuryā tsnānapūrvakamutsavam || 32 ||

30.32 Nach der Darbringung einer großen Speisegabe bewirte man auch die Brahmanen. An jedem Tag veranstalte man ein Fest mit vorausgehendem Bad.

snapanaṃpūrva |
caturthāpararātre tu śeṣahomaṃ samācaret |
samidhājya caruprāyairaṣṭottara śatāhutīḥ || 33 ||

30.33 Im letzten Teil der vierten Nacht vollziehe man den abschließenden Homa: 108 Spenden, vor allem Scheite, Ghee und gekochte Opferspeise,

juhuyānmūlamandrābhyāṃ pañcopaniṣadairapi |
dine tu pañcame devaṃ tailena'bhyañjayeddharim || 34 ||

30.34 opfere man mit den beiden Grundmantras und den Pañcopaniṣad-Formeln. Am fünften Tag salbe man Hari mit Öl.

śrībhūmisahitaṃ devaṃ snāpayedvidhipūrvakam |
mahāhavirnivedyā'nte grāme kuryānmahotsavam || 35 ||

30.35 Man bade den Gott gemeinsam mit Śrī und Bhū vorschriftsgemäß. Nach einer großen Speisegabe veranstalte man im Dorf ein großes Fest.

tatra śrībhūmisahitaṃ pratyahaṃ mandire'rcayet |
devīnāmitarāsāṃ ca vivāhavidhirīdṛśaḥ || 36 ||

30.36 Danach verehre man ihn täglich im Heiligtum zusammen mit Śrī und Bhū. Ebenso ist das Hochzeitsverfahren für die weiteren Göttinnen.

pratyekaṃ maṇṭape |
jāmadagnyā'di devīnāṃ vivāhaḥ smārtavartmanā |
maṇḍapādi pratiṣṭhāvidhiḥ |
vivahāmaṇṭapādīnāṃ pratiṣṭhāvidhirucyate || 37 ||

30.37 Die Hochzeit der Göttinnen im Zusammenhang mit Jāmadagnya und den weiteren Gestalten erfolgt nach dem Smārta-Verfahren; diese Zuordnung ist in der knappen Formulierung nicht weiter erläutert. Nun wird die Installation von Hochzeitshallen und weiteren Bauten erklärt.

vimāna |
prāsādasyāgrataḥ vṛṣṭhe pārśvayorvā yathāruci |
vediṃ kuryāccaturhastāṃ hastocchrāyāṃ manoharām || 38 ||

30.38 Vor, hinter oder nach Wunsch seitlich vom Tempel errichte man einen ansprechenden Altar von vier Hasta Seitenmaß und einem Hasta Höhe.

kuṇḍhāni parito vedyā aṣṭau catvāri vā punaḥ |
toraṇadvārakalaśadhvajādīni yathāpuram || 39 ||

30.39 Rings um den Altar lege man acht oder vier Feuergruben an. Torbögen, Torkrüge, Fahnen und weitere Ausstattungen fertige man wie zuvor.

kṛtvādiṅmūrtinayanānyunmīlya ca yathāvidhi |
āśāmūrtiṃ vimānaṃ ca darpaṇe snāpayedguruḥ || 40 ||

30.40 Man öffne vorschriftsgemäß die Augen der Richtungsgestalten. Der Guru vollziehe das Bad der Richtungsgestalten und des Tempelaufbaus stellvertretend im Spiegel.

rājā cedyajamānassyātpātrāṇi kalaśāni ca |
haimarājatatāmrāṇi yadvā kāryāṇi nā'nyathā || 41 ||

30.41 Ist ein König der Auftraggeber, müssen Gefäße und Krüge aus Gold, Silber oder Kupfer bestehen; andere Materialien sind für diesen Fall nicht vorgesehen.

brāhmaṇādiṣu varṇeṣu yajamāneṣu padmaja |
mṛṇmayānyapi pātrāṇi yathā vibhavavistaraṃ || 42 ||

30.42 Bei Auftraggebern aus den mit den Brahmanen beginnenden Gruppen dürfen die Gefäße nach dem verfügbaren Vermögen auch aus Ton sein, Lotusgeborener.

vāsobhiśśobhanairdhāma ccādayedahetaistataḥ |
vedimadhye vinikṣipya śālibhārānyathoditān || 43 ||

30.43 Man bedecke das Heiligtum mit schönen, unbenutzten Tüchern. In der Mitte des Altars schütte man die vorgeschriebene Menge Reis auf,

taṇḍulāṃśca tilān sarvān pūrvoktapariṇāmakān |
upariṣṭācca vinyasya mahākumbhaṃ hiraṇmayam || 44 ||

30.44 dazu enthülsten Reis und Sesam in den zuvor genannten Mengen. Darauf stelle man einen großen goldenen Krug.

mūrtikumbhāṃśca paritastanmayānaṣṭa nikṣipet |
hema niṣkapramāṇaṃ ca pratimumbhaṃ vinikṣipet || 45 ||

30.45 Ringsum stelle man acht Gestaltkrüge aus demselben Material auf. In jeden Krug lege man Gold im Gewicht eines Niṣka

niṣkaṃ ca kartavyam |
navaratnaṃ ca sūtrāti veṣṭi teṣu yatāyatham |
arcayitvā ca tānaṣṭamaṅgalāni vinikṣipet || 46 ||

30.46 und die neun Edelsteine. Die Krüge seien mit Fäden und dergleichen umwunden. Nach ihrer Verehrung stelle man die acht Glückszeichen auf.

vastrādīn |
mūrtiḥ homaṃ ca juhuyānmahākumbhe nivedanam |
caturvidhasya haviṣastathā'nyadapi pūrvavat || 47 ||

30.47 Man vollziehe den Gestalt-Homa und bringe im großen Krug die vier Arten von Speise dar. Auch alles andere geschehe wie zuvor.

maṃdirāṃgānāṃ dhyāna prakāraḥ |
śodhite sadane tasmin śoṣaṇā'lepanādibhiḥ |
dhyāyedratnasthalaṃ dhāma taptahemavinirmitam || 48 ||

30.48 Wenn das Heiligtum durch Trocknen, Bestreichen und weitere Reinigungen bereitet ist, meditiere man über es als einen Ort aus Edelsteinen und geläutertem Gold.

tatra jīvamapi dhyāyedvyāpakaṃ tadu pādhikam |
buddhaṃ ca piṇḍakāṃ pādān ahaṅkāraṃ tathaiva ca || 49 ||

30.49 Darin meditiere man auch über den alles durchdringenden Jīva, seine begrenzende Grundlage, Buddhi, Sockel, Füße und Ahaṃkāra. Die Zuordnung dieser Begriffe zu einzelnen Bauteilen ist in der Vorlage beschädigt.

jīva mahīṃ pradītidvārśsa mehanam |
apānaṃ jalaniryāṇaṃ nāsikā nāsikā matā || 51 ||

30.51 [Fragment:] Der Eingang wird dem Geschlechtsorgan zugeordnet, der Wasserabfluss dem Apāna, die Nāsikā genannte Dachgaube der Nase. Der vorangehende Jīva-Bezug ist nur als beschädigter Rest erhalten.

pratīpadvāśca sthasthāḥ snāyurdāruśikhādhvajān |
keśaromāṇi kūrcaṃ ca dhyāyeddhāma pumākṛtim || 53 ||

30.53 [Fragment:] Bauhölzer beziehungsweise Steinbauteile, Dachspitzen, Fahnen und Bündel werden Sehnen, Haaren und Körperhärchen zugeordnet. So meditiere man über das Heiligtum als Menschengestalt; die Einzelzuordnung ist nicht vollständig erhalten.

stasthān snāyuṃdāruśilādhvajān |
hutvā hutvā ca śaktīnāṃ nyasanaṃ sadane hareḥ |
pūrṇaśaktiṃ prakṛtyākhyāmupānahi vinikṣipet || 54 ||

30.54 Nach jeder Feuerdarbringung lege man die Kräfte im Heiligtum Haris nieder. Die vollständige, Prakṛti genannte Kraft lege man in die unterste Sockelleiste, Upānah.

śāntiṃ jagatyāṃ kumude pṛthivīṃ tadanantaram |
vāgīśvarīṃ gale caiva paṭṭikāyāṃ matiṃ tathā || 55 ||

30.55 Śānti lege man in die Jagatī, dann Pṛthivī in den Kumuda-Wulst, Vāgīśvarī in den Hals und Mati in die Paṭṭikā-Leiste.

pañcāṅgakalpane śakti nyasanaṃ samudāhṛtam |
dvādaśā'ṅge tu sadane śaktiṃ kīrtbhasaṃjñitām || 56 ||

30.56 Damit ist der Kräfte-Nyāsa bei einer fünfgliedrigen Anlage erklärt. Bei einem zwölfgliedrigen Bau lege man die Kīrti genannte Kraft

mahatyāṃ paṭṭikāyāṃ ca gale puṣṭimanantaram |
mahīṃ ca vājane vedyāṃ tuṣṭiṃ sṛṣṭiṃ tathā'ṅghriṣu || 57 ||

30.57 in die große Leiste, Puṣṭi in den Hals, Mahī in das Vājana-Glied, Tuṣṭi in die Vedī und Sṛṣṭi in die tragenden Füße. Der Rest der Zwölferfolge fehlt.

dale nītvā dakṣiṇataḥ kumbhaṃ sthāpayitvā samāhitaḥ || 65 ||

30.65 [Fragment nach einer größeren Lücke:] Man bringe den Krug nach Süden, stelle ihn dort auf und sammle sich.

gatvā |
udaṅmukho gururbhūtvā śaktiṃ kumbhajale sthitām |
vimāne mūlamantraiṇa viniveśya caturmukhaḥ || 66 ||

30.66 Der Guru wende sich nach Norden und lege mit dem Grundmantra die im Krugwasser gegenwärtige Kraft in den Tempelaufbau, Viergesichtiger.

diṅmūrtīḥ svasvamantraiśca praukṣayetkumbhavāribhiḥ |
anyeṣāmapi devānāṃ dhāma sthānaṃ yathāvidhi || 67 ||

30.67 Die Richtungsgestalten besprenge er mit ihren jeweiligen Mantras und dem Krugwasser; ebenso vorschriftsgemäß die Stätten der übrigen Gottheiten.

sthānāni sarvataḥ |
prokṣayetkumbha toyaiśca vidyayā ca svayā svayā |
prāsādaṃ pūjayetpūrvaṃ diṅmūrtīśca yathātatham || 68 ||

30.68 Er besprenge sie mit dem Wasser der Krüge und den jeweils eigenen Formeln. Zuerst verehre er den Tempelbau, dann die Richtungsgestalten entsprechend ihrer Ordnung.

pāthobhairvidyayā'cāryakastayā prahlāda kāraṇaiḥ |
bhūsurānitarāṃścāpi toṣayedbhojanādibhiḥ || 72 ||

30.72 [Fragment nach einer Lücke:] Man erfreue den Ācārya mit geeigneten Gaben; Brahmanen und andere Menschen stelle man durch Mahlzeiten und weitere Zuwendungen zufrieden. Der Beginn des Verses ist beschädigt.

prahlādanairapi |
evaṃ yaḥ sthāpayedviṣṇorvimānaṃ phalanispṛhaḥ |
tasya muktiḥ karatale sthitā naivā'tra saṃśayaḥ || 73 ||

30.73 Wer Viṣṇus Tempel auf diese Weise ohne Verlangen nach einer Belohnung installiert, dem liegt Befreiung gleichsam in der Hand; daran besteht nach der Quelle kein Zweifel.

phalakāmanayā yastu sthāpayeddhāma vaiṣṇavam |
tasya sampattiratulā manorathapathā'tikā || 74 ||

30.74 Wer ein vaiṣṇavisches Heiligtum aus Verlangen nach einer bestimmten Frucht installiert, dem wird unvergleichlicher Wohlstand verheißen, der die Reichweite seiner Wünsche übertrifft.

maṇḍapasthāpanāyāṃ tu vedinirmāṇapūrvakam |
kriyāviśodhanādyantaṃ kṛtvā niravaśeṣataḥ || 75 ||

30.75 Bei der Installation einer Halle vollziehe man vom Bau des Altars an alle Handlungen bis zur rituellen Reinigung vollständig.

prāsādasthāpanoktena vartmanā deśikottamaḥ |
maṇṭapaṃ viśvakarmīyaṃ sarvaratnapariṣkṛtam || 76 ||

30.76 Nach dem für die Tempelinstallation beschriebenen Weg vergegenwärtige sich der beste Lehrer die Halle als ein Werk Viśvakarmans, mit allen Edelsteinen geschmückt,

sauvarṇairbahubhistambhai rnānāratnapariṣkṛtaiḥ |
uttambhitaṃ gururdhyātvā śaktinyasanamācaret || 77 ||

30.77 getragen von zahlreichen goldenen, mit verschiedensten Edelsteinen verzierten Säulen. Nach dieser Meditation vollziehe der Guru den Kräfte-Nyāsa.

rnavaratnairvirājitam kīrtirmatā varṇapaṭṭistathā kaṃpaśca mohinī |
tulā padmā tathā śāntiśśaktissopānapaṅtkayaḥ || 81 ||

30.81 [Nach einer Lücke:] Die schmückende Leiste entspricht Kīrti, die Kampa-Leiste Mohinī, der Querbalken Padmā, die Treppenreihen der Kraft Śānti.

kīrtirmāyā sarvaṃ kathitaṃ kamalāsana || 82 ||

30.82 [Fragment:] Alles ist erklärt, Lotusgeborener; nach einer Variante ist alles Übrige wie zuvor auszuführen.

sarvamitaratpūrvavattathā |
tataḥ prabhāte kumbhapthāśśaktīstanmaṇṭape guruḥ |
nyasya vyāpakarūpeṇa maṇṭapaṃ cintayettataḥ || 83 ||

30.83 Am folgenden Morgen lege der Guru die in den Krügen gegenwärtigen Kräfte in die Halle und meditiere dann über die Halle als ganz von ihnen durchdrungen.

citrāṇi citrābhāsāni tatsthāni ghaṭavāriṇā |
prokṣaye tsvena mantreṇa sarvaṃ nyasya yathāpuram || 84 ||

30.84 Die dortigen plastischen und gemalten Darstellungen besprenge er mit Krugwasser und dem jeweiligen Mantra, nachdem er alles wie zuvor niedergelegt hat.

nmūlamātreṇa yastu karoti madhuvidviṣaḥ || 85 ||

30.85 [Fragment:] Wer dies für den Feind Madhus, Viṣṇu, vollzieht,

sarmak yaḥ karoti madhudviṣaḥ |
sa bhuktvā vipulānbhogā niha loke paratra ca |
modate deva devasya prāsāda maṇi maṇṭape || 86 ||

30.86 genießt nach der Quelle reiche Freuden in dieser und der anderen Welt und erfreut sich in der Edelsteinhalle des Tempels des Gottes der Götter.

āsthānamaṃḍapādi pratiṣṭhā vidhiḥ |
āsthānamaṇṭapādīnāṃ pratiṣṭhāvidhirucyate |
vāstu yogo baliścaiva gavyaiḥ pañcabhirukṣaṇam || 87 ||

30.87 Nun wird die Installation der Versammlungshalle und weiterer Hallen erklärt: Vāstu-Ritus, Bali-Gabe und Besprengen mit den fünf Kuhprodukten,

paryagnikaraṇaṃ caiva tathā puṇyāvahacanam |
sthāpanaṃ caiva kumbhasya agnau caikatra cāhutiḥ || 88 ||

30.88 Umfeuerung, Puṇyāha-Ausruf, Aufstellung des Kruges und Spenden in einem einzigen Feuer gehören dazu.

caivatyṛcā |
muhūrte prokṣaye tpaścātsadyo vā sakalaṃ caret |
śataniṣkaṃ tadardhaṃ vā dakṣiṇā parikīrtitā || 89 ||

30.89 Danach besprenge man zur günstigen Stunde; oder man vollziehe alles unmittelbar an einem Tag. Als Ehrengabe sind hundert Niṣka oder deren Hälfte genannt.

tprāpaisadyo |
phalaṃ ca pūrvavatkartuḥ kiñcīnyūnaṃ caturmukha |
pratiṣṭhā gopurasyā'pi mandirasyeva nā'nyāthā || 90 ||

30.90 Die Frucht für den Auftraggeber entspricht der zuvor genannten, fällt aber etwas geringer aus, Viergesichtiger. Die Installation eines Gopura erfolgt wie die eines Tempels.

prākārasya pratiṣṭhāyāṃ kṛtvā sarvaṃ yathāpuram |
gharmamantreṇa kumbhasthavāriṇā prokṣayedguruḥ || 91 ||

30.91 Bei der Installation einer Umfassungsmauer vollziehe der Guru alles wie zuvor und besprenge sie mit Krugwasser zum hier als „gharma“, in der Variante „varma“, bezeichneten Mantra.

varma |
śataṃ tadardhaṃ pādaṃ vā svarṇaniṣkāṇi dakṣiṇā |
balipīṭhasya nirmāṇaṃ sthāpanaṃ cā'dhunocyate || 92 ||

30.92 Die Ehrengabe beträgt hundert Gold-Niṣka, deren Hälfte oder ein Viertel. Nun werden Bau und Installation des Bali-Sockels erklärt.

garbhagehasamāyāmavistārā balipīṭhikā |
tadardhā tatturīyā vā pañca saṅkhyaṃ śakā'pi vā || 93 ||

30.93 Der Bali-Sockel kann in Länge und Breite dem inneren Heiligtum entsprechen, der Hälfte, einem Viertel oder einem Fünftel davon. Die letzte Größenangabe ist beschädigt überliefert.

nūcyadhikāpi |
yadvā navasvekabhāgā yadvā hastavaśādbhavet |
ekahastā varā pañca paramā vā yathābalam || 94 ||

30.94 Oder er erhält ein Neuntel dieses Maßes; auch eine Bemessung in Hasta ist möglich. Je nach Vermögen reicht sie vom kleinsten Maß eines Hasta bis zum größten von fünf Hasta.

vistāradviguṇotsedhā triguṇā'rdhā'dhikāpi vā |
vistāratulyocchrāyā vā pañcāṅgaparikalpanā || 95 ||

30.95 Die Höhe kann der doppelten oder dreifachen Breite entsprechen, um eine Hälfte vermehrt sein oder der Breite gleichen. Die Konstruktion hat fünf Glieder; die genaue Bezugsgröße der halben Zugabe bleibt unklar.

dviguṇābhyadhikā |
kapotabhūtahaṃsādi mālikā bhiralaṃkṛtā |
tridhā kṛtvā'gravistāraṃ bhāgābhyāṃ paṅkajaṃ bhavet || 96 ||

30.96 Sie sei mit Kapota-Gesimsen sowie Friesen von Bhūtas, Gänsen und weiteren Motiven geschmückt. Man teile die obere Breite in drei Teile; zwei davon entfallen auf den Lotus.

bhyadikā bhavet |
pīṭhakoṇeṣu garuḍān siṃhānvā parikalpayet |
vighna rāṭ tasya janakaḥ pakṣirāṭ kanyakā'pi ca || 97 ||

30.97 In den Sockelecken stelle man Garuḍas oder Löwen dar. Der Herr der Hindernisse, dessen Vater, der Vogelkönig und die Jungfrau

yathākrameṇa prāgādi dikṣu tanmūrtayaḥ smṛtāḥ |
sopānapaṅtayaḥ pārśve kalpanīyā yathonnatiḥ || 98 ||

30.98 bilden der Reihe nach die Gestalten in den Richtungen vom Osten an. Seitlich lege man Treppenreihen entsprechend der Höhe an.

gopuradvāravistārastriguṇā vā caturguṇā |
bahiḥ purastāddvārasya balipīṭhasya kalpanam || 99 ||

30.99 Vor dem äußeren Tor wird der Bali-Sockel angeordnet; als Maß nennt die Quelle das Drei- oder Vierfache der Gopura-Torbreite. Ob hier Abstand oder Sockelausdehnung gemeint ist, bleibt in der knappen Formulierung offen.

vāstu homādikaṃ sarvaṃ śāntihomāvasānikam |
kriyākalāpamācāryaḥ kuryānmandiravat kramāt || 100 ||

30.100 Der Ācārya vollziehe die ganze Handlungsfolge vom Vāstu-Homa bis zum befriedenden Homa der Reihe nach wie beim Tempel.

prabhātasamaye prāpte muhūrte śobhane guruḥ |
kumbhasthavāribhiḥ pīṭhaṃ prokṣayenmūlavidyayā || 101 ||

30.101 Am Morgen, zur günstigen Stunde, besprenge der Guru den Sockel mit Krugwasser und dem Grundmantra.

devatāścaiva tatrasthāḥ prokṣayedātmavidyayā |
prokṣayotkarṇikāṃ cāpi namastetyādi vidyayā || 102 ||

30.102 Die dortigen Gottheiten besprenge er mit ihren eigenen Formeln, die Lotusmitte mit der mit „namas te“ beginnenden Formel.

aṣṭānāṃ kumudādīnāṃ svaisvairanucaraissaha |
prārthayeta tadā tatra sannidhi mantrapūrvakam || 103 ||

30.103 Mit den entsprechenden Mantras bitte man die acht Begleiter, beginnend mit Kumuda, samt ihren jeweiligen Gefolgschaften um Gegenwart an diesem Ort.

prārthayetsarvadā |
pīṭhameva pratiṣṭhāpya kuryānnityotsavaṃ punaḥ |
guruve dakṣiṇā deyā śataniṣkāvarātmikā || 104 ||

30.104 Nach der Installation des Sockels beginne man den täglichen Festdienst. Dem Guru gebe man eine Ehrengabe, deren Untergrenze hier mit hundert Niṣka angegeben ist.

evaṃ yaḥ sthāpayetpīṭhaṃ viṣṇubhūtā'layaṃ varam |
sarvaduḥ khavinirmuktaḥ prāpnoti paramaṃ padam || 105 ||

30.105 Wer so den vorzüglichen Sockel als Stätte von Viṣṇus Begleitwesen installiert, erlangt nach der Quelle, von allem Leid befreit, den höchsten Ort.

balipīṭhapratiṣṭhā |
balipīṭhapratiṣṭhāṃ ca vakṣyāmi kamalāsana |
tasyotsedhaṃ samuddiṣṭaṃ garbhāgāraṃ samantataḥ || 106 ||

30.106 Nun will ich die Installation des Bali-Sockels erklären, Lotusgeborener. Sein Höhenmaß wird auf das innere Heiligtum bezogen; die Maßrelation ist beschädigt. Eine Quellennotiz erklärt, dass der folgende lange Abschnitt bis zur Kücheninstallation in manchen Textzeugen fehlt.

balipiṭha pratiṣṭhāṃ ityārabhyauttaratra adhyāyānai mahāsana pratiṣṭhāyāṃ ityantaṃ keṣu citko śeṣu na dṛśyate |
āyataṃ vistṛtaṃ vā'pi garbhāgārasya madhyame |
utsedhe daśabhāge tu saptāṃśaṃ samudāhṛtam || 107 ||

30.107 Länge oder Breite werden mit dem inneren Heiligtum beziehungsweise dessen Mitte in Verbindung gebracht. Von einer in zehn Teile geteilten Höhe werden sieben Teile genannt; die vollständige Konstruktionsanweisung fehlt.

saptaviṃśatibhāge tu vibhaktetu samucchraye |
dviyaṃśaṃ pādukaṃ jñeyaṃ jagatī caturaṃśikā || 108 ||

30.108 Teilt man die Höhe in siebenundzwanzig Teile, erhält der Fuß zwei und die Jagatī vier Teile.

triyaṃśaṃ yumudaṃ jñeyamekāṃśaṃ paṭṭikā bhavet |
ṣaḍbhāgaṃ karṇamityuktaṃ dvyaṃśakaṃ gaḷakampayoḥ || 109 ||

30.109 Der Kumuda-Wulst erhält drei Teile, die Paṭṭikā-Leiste einen, das Karṇa-Glied sechs; für Hals und Kampa-Leiste werden zwei Teile genannt.

caturaṃśairvibhāgaśca vaṃśaiścaivātra vartikā |
dvyaṃśārdhaṃ padmapuṣpaṃ tu ekārdhaṃ pdapakarṇikā |
evaṃ samyagviditvātu bhāge bhāge vinirdiśet || 110 ||

30.110 Es folgt eine beschädigte Angabe von vier Teilen und einer Vartikā-Leiste. Die Lotusblüte erhält zweieinhalb Teile, die Lotusmitte eineinhalb. So solle jedes Glied bemessen werden; die überlieferte Folge lässt sich jedoch nicht widerspruchsfrei zur genannten Gesamthöhe addieren.

tryaṃśahastapramāṇena trihastā cā'dhikā'pi vā |
pa़ñcahastā'dhikaṃ vā'pi gopurātprāgvidhīyate || 111 ||

30.111 Vor dem Gopura werden Maße von drei Hasta oder mehr beziehungsweise fünf Hasta oder mehr genannt. Die einleitende Maßformel ist beschädigt; die Bezugsrichtung bleibt unklar.

madhye bhūtaṃ ca kartavyaṃ catustālapramāṇataḥ |
sukhāsīnamidaṃ śreṣṭhaṃ parāvṛttaṃ ca kārayet || 112 ||

30.112 In der Mitte fertige man eine Bhūta-Gestalt von vier Tāla an, vorzugsweise bequem sitzend und umgewandt.

aniruddhāya dṛṣade vatsarāyeti hūyātām |
tathāvaklṛptahastāya cāmuṇḍhāya tathaiva ca || 113 ||

30.113 Man opfere mit den Anreden „aniruddhāya“, „dṛṣade“, „vatsarāya“, „avakḷptahastāya“ und „cāmuṇḍāya“. Diese lange Litanei verbindet Namen und Körperbezüge; mehrere Wörter sind verderbt und werden deshalb nicht zu einer scheinbar sicheren Namensliste berichtigt.

nainyāyeti varāyeti codarāya tataḥ param |
tataivodarabandhāya nāḍibhyāmiti vai punaḥ || 114 ||

30.114 Es folgen die überlieferten Anreden „nainyāya“, „varāya“, dann „udarāya“ für den Bauch, „udarabandhāya“ für dessen Bindung und „nāḍibhyām“ für die beiden Leitbahnen.

vasuścaiva ca vāstubhyo vāstumuṣkāya vai punaḥ |
prajanāya jiritrebhya śśroṇībhyāmiti vai punaḥ || 115 ||

30.115 Weiter genannt werden Vasu, die Vāstus, „vāstumuṣka“, das Zeugungsorgan, das unklare „jiritrebhyaḥ“ und die beiden Hüften, „śroṇībhyām“.

taṭākāya ca vaṃśāya vaṃśadhāribhya eva ca |
prajāpataya ityuktvā dhṛṣṇaveti ca bhutayaḥ || 116 ||

30.116 Man opfere zu „taṭākāya“, „vaṃśāya“, „vaṃśadhāribhyaḥ“, „prajāpataye“ und „dhṛṣṇave“. Die Begriffe bezeichnen unter anderem Becken, tragende Achse und deren Träger sowie Prajāpati; die genaue Körperzuordnung ist nicht überall sicher.

śukāya śukavāsibhya ūrubhyāmiti coccaran |
sirābhyaścāsthibandhebhyo mukhebhyaśceti hūyatām || 117 ||

30.117 Es folgen „śukāya“, „śukavāsibhyaḥ“ und „ūrubhyām“, den beiden Schenkeln; danach Spenden für die Adern, die Knochenverbindungen und die Münder.

sākṣibhyo jānu mūlebhyo jānumūlebhya ityapi |
gulphebhyaścaiva pārṣṇibhyaścaraṇebhyastale'pivā || 118 ||

30.118 Man opfere für die Zeugen, die Knieansätze – in der Vorlage zweimal genannt –, die Knöchel, die Fersen, die Füße und die Sohlen.

pādāṅgulibhyaḥ pādebhyaścaraṇā'gratalāya ca |
talāyordhvatalāyeti tvagbhyassvāheti hūyatām || 119 ||

30.119 Es folgen Zehen, Füße, vordere Fußflächen, Unter- und Oberseite der Fußfläche; für die Haut opfere man mit dem Abschluss „svāhā“.

tvarāsibhyaśca hutvā tu juhuyācca tataḥ param |
romakupebhya ityuktvā prasebhyo rasadāya ca || 120 ||

30.120 Nach einer Spende für die als „tvarāsi“ bezeichnete Gruppe opfere man für die Haarporen, dann zu dem unklaren „prasebhyaḥ“ und für den Spender der Säfte.

ratnāya ratna vāsibhyo medase ca tathā punaḥ |
jīvāya vāstune caiva asthimajjāya vai punaḥ || 121 ||

30.121 Es folgen das Juwel und die in ihm Wohnenden, das Fett, der Jīva, Vāstu und das Knochenmark.

juhuyānmajjavāsibhyo ttamāṅgāya vai punaḥ |
dhātā vai caiva dātubhyo dhāturūpebhya ityapi || 122 ||

30.122 Man opfere für die im Mark Wohnenden, für das höchste Glied, den Kopf, dann für Dhātṛ beziehungsweise die Dhātus und ihre Gestalten. Die Wortfolge schwankt zwischen Schöpfername und Körperbestandteilen.

juhuyādupadhātubhyaḥ paśvātvaca iti bruvan |
sarvarūpāya grīvāya dhanadāya tathā'tmane || 123 ||

30.123 Man opfere für die Nebengewebe, danach für die Haut, für die Allgestalt, den Hals, den Reichtumspender und das Selbst.

sarveśvarāya yajñāya puraṣāya ca hūyatām |
upapīṭhaṃ vinā pīṭhaṃ kartavyaṃ dvijasattama || 124 ||

30.124 Man opfere für den Herrn aller, das Opfer und den Puruṣa. Der Sockel soll ohne Untersockel hergestellt werden, bester Brahmane.

āmodaṃ prākpṛdhagyaṣṭvā tadbhūtaṃ bhuvanātmakam |
pramomo yāmyadikpadme tadbhūtamanalātma ke || 125 ||

30.125 Im Osten verehre man gesondert Āmoda und das ihm zugehörige, weltartige beziehungsweise erdbezogene Wesen. Auf dem südlichen Lotus steht Pramoda mit dem feuerartigen Wesen; der Name ist leicht beschädigt.

pramukhaṃ paścime padme tadbhūtaṃ syājjalātmake |
unmukhaṃ somadigbhāge vāyubhūtaṃ tadeva hi || 126 ||

30.126 Auf dem westlichen Lotus steht Pramukha mit dem wasserartigen Wesen; im nördlichen Bereich Unmukha mit dem luftartigen Wesen.

avighnaṃ karaṇordhvaṃ tu vyomātmakamudāhṛtam |
bhūmyantarikṣasvargaṃ ca sarvabhūtaguṇātmakam || 127 ||

30.127 Avighna wird oben, wohl über der Lotusmitte, als raumartig genannt. Erde, Zwischenraum und Himmel sowie die Eigenschaften aller Wesen

mahāpīṭhaḥ |
tatsamātmakamityuktaṃ mahāpīṭhaṃ dvijottama |
prāsādasya tu vistāraṃ yastu daṇḍa mivocyate || 128 ||

30.128 sind in ihm gleichermaßen enthalten: So wird der große Sockel beschrieben, bester Brahmane. Die Breite des Tempels wird hierbei als ein Daṇḍa bezeichnet.

mūlaharmyaṃ samārabhya ṣaṣṭhadaṇḍasamānataḥ |
daśa dvādaśa daṇḍhairvā manudaṇḍāvasānakam || 129 ||

30.129 Vom Hauptheiligtum ausgehend nennt die Quelle sechs, zehn oder zwölf solcher Daṇḍa, bis zu dem mit „manu“ bezeichneten Maß von vierzehn Daṇḍa,

ṣoḍaśairdvādaśairvā'pi mahāpīṭhaṃ prakalpayet |
athavā'nyaprakāreṇa pīṭhasthānaṃ vidhīyate || 130 ||

30.130 oder sechzehn beziehungsweise zwölf Daṇḍa für die Anordnung des großen Sockels. Alternativ wird dessen Standort auf andere Weise festgelegt.

tṛtisāle catussāle pañcasāle'śramadhyame |
mahāpīṭhaṃ prakartavyaṃ tasya lakṣaṇamucyate || 131 ||

30.131 Bei einer Anlage mit drei, vier oder fünf Umfassungen soll der große Sockel in der Mitte des bezeichneten Bereichs errichtet werden. Nun werden seine Merkmale erklärt; das Wort für diesen Bereich ist beschädigt.

athavā vyomahastaṃ tu adhamaṃ piṭhavistṛtam |
dvihastaṃ madhyamaṃ proktaṃ trihastaṃ śroṣṭamucyate || 132 ||

30.132 Als kleinste Breite wird ein als „vyomahasta“ überliefertes, unklar beziffertes Hasta-Maß genannt; zwei Hasta gelten als mittleres, drei als bestes Maß.

tadvistarasamaṃ tuṅgaṃ tuṅgaṃ saptā'ṣṭaviṃśatiḥ |
upānoccaṃ dvibhāgaṃ syātṣaḍaṃśaṃ jagatī bhavet || 133 ||

30.133 Die Höhe entspricht der Breite. Sie wird offenbar in siebenundzwanzig oder achtundzwanzig Teile gegliedert; die Zahlenverbindung ist beschädigt. Die unterste Leiste erhält zwei, die Jagatī sechs Teile.

kumudoccaṃ tu bhūtāṃśaṃ kampamekāṃśamucyate |
vedāṃśaṃ kaṇṭhamānaṃ tu ūrdhvakampaṃ śivāṃśakam || 134 ||

30.134 Der Kumuda-Wulst erhält fünf Teile, die Kampa-Leiste einen, der Hals vier und die obere Kampa-Leiste einen Teil.

mahāpaṭṭī guṇāṃśaṃ tu dvibhāgaṃ vā vi śeṣataḥ |
vedāṃśaṃ padmabhāgaṃ tu dvibhāgaṃ karṇikodayam || 135 ||

30.135 Die große Platte erhält drei oder besonders zwei Teile, der Lotusabschnitt vier und die Lotusmitte zwei Teile Höhe.

athavā karṇikotsedhaṃ guṇāṃśaṃ dvijasattama |
padmoccaṃ padmabhāgaṃ tu mahāpaṭṭī dvibhāgikā || 136 ||

30.136 Oder die Lotusmitte erhält drei Teile, bester Brahmane. Die Angabe zur Höhe des Lotus wiederholt nur „Lotusanteil“ und ist unvollständig; die große Platte erhält zwei Teile.

upānoccaṃ śivāṃ śena śeṣaṃ pūrvavadeva hi |
adhvā pīṭhoyaṃ vipra dharātālaṃ yathākuru || 137 ||

30.137 Die unterste Leiste erhält einen Teil, das Übrige bleibt wie zuvor. Die anschließende Alternative bezieht den Sockel auf die Bodenebene, ist jedoch beschädigt.

tadurdhvo parimānaṃ tu pīṭhoccānyaṃśamucyate |
adhiṣṭhānoktamārgeṇa veśaniṣkrāntamācaret || 138 ||

30.138 Die darüberliegende Bemessung wird als Anteil der Sockelhöhe bezeichnet. Rücksprünge und Vorsprünge gestalte man nach dem beim Adhiṣṭhāna erklärten Verfahren.

padmatāre yugāṃśaṃ vā bhūtāṃśaṃ karṇikāyatam |
pīṭhākāraṃ yugāgraṃ vā kartavyaṃ maṅgalāmbujam || 139 ||

30.139 Die Lotusbreite wird mit vier beziehungsweise fünf Teilen und der Ausdehnung der Mitte verbunden. Der glückverheißende Lotus soll sockelartig oder viereckig angelegt werden; die genaue Teilungsrelation bleibt unklar.

lohajaṃ śailajaṃ vā'pi iṣṭikāmaya meva vā |
aṃśasyopari pīṭhocca mupapīṭhopanātkuru || 140 ||

30.140 Er kann aus Metall, Stein oder Ziegeln bestehen. Die Höhe des Sockels wird anschließend auf den Untersockel und dessen unterste Leiste bezogen; der Satz ist beschädigt.

tadūrdhve tu mahāpīṭhaṃ uktavyaṃ sodayānvitam |
upapīṭhe vinā pīṭhaṃ kartavyaṃ syāddvijottama || 141 ||

30.141 Darüber wird der große Sockel mit seiner eigenen Höhe angeordnet. Man kann den Sockel auch ohne Untersockel herstellen, bester Brahmane.

netraṃ rasaṃ ca bhūtaṃ ca ekaṃ vedaṃ ca bhāgikam |
guṇaṃ vedaṃ ca netraṃ ca upanādi pramāṇavat || 142 ||

30.142 Für die mit Upāna beginnenden Glieder folgt die Zahlenreihe zwei, sechs, fünf, eins, vier, drei, vier, zwei. Die Gliederzuordnung ist nicht vollständig angegeben.

eka vedaguṇaṃ caiva karṇaṃ caikaṃ ca netravat |
ekaṃ guṇagaṇaṃ caiva balipīṭhapramāṇataḥ || 143 ||

30.143 Eine weitere beschädigte Folge nennt eins, vier, drei, ein Karṇa-Glied, eins, zwei, eins und drei im Zusammenhang mit den Maßen des Bali-Sockels. Eine belastbare Maßtabelle lässt sich daraus nicht ableiten.

prabhabhasyā'grataḥ kuryātprāsādātmā pramāṇavat |
dvārasthānaṃ tadagre tu tanni pātraśivālayam || 144 ||

30.144 Man soll ihn vorne entsprechend den Tempelmaßen anlegen. Die nachfolgenden Wörter zu Eingang, Gefäß und Śiva-Heiligtum sind so beschädigt, dass ihre räumliche Zuordnung offenbleibt.

ete vṛṣācalaṃ sarvaśāntaṃ vāme tu gopurāt |
balipīṭhaṃ |
atha vakṣye viśeṣeṇa balipīṭhasya lakṣaṇam || 145 ||

30.145 Ein weiterer schwer verständlicher Rest nennt Vṛṣācala, „ganz befriedet“ und die linke Seite des Gopura. Danach setzt die Erklärung neu an: Nun werde ich die Merkmale des Bali-Sockels im Besonderen darlegen.

liṅgodayasamaṃ śreṣṭhaṃ tadardhaṃ kanyasaṃbhavet |
tayormadhye'ṣṭadhā kṛtvā navamānaṃ prakīrtitam || 146 ||

30.146 Als bestes Höhenmaß gilt die Höhe des Liṅga, als kleinstes deren Hälfte. Teilt man den Zwischenraum in acht Abschnitte, ergeben sich neun Maße. Der Śaiva-Bezug „Liṅga“ steht tatsächlich in dieser Passage der Vorlage.

tathavā piṇḍikotsedhaṃ kanyasaṃ pīchavistṛtam |
tattāramadhyamaṃ jñeyaṃ tannāsraṃcottamaṃ stṛtam || 147 ||

30.147 Oder die kleinste Sockelbreite entspricht der Höhe der Piṇḍikā, die mittlere ihrer Breite; die beste wird mit dem beschädigten Wort „tannāsra“ angegeben.

tadardhamadhamaṃ jñeyaṃ tayormadhye'ṣṭabhājite |
navadhā pīṭhavistāraḥ utsedhastatsame bhavet || 148 ||

30.148 Als kleinster Wert gilt die Hälfte des betreffenden Maßes. Durch achtfache Teilung zwischen den Grenzen entstehen neun Sockelbreiten; die Höhe entspreche jeweils der Breite.

aṣṭa vā dvāravistāramadhamaṃ piṭhavistṛtam |
dviguṇaṃ madhyamaṃ proktaṃ triguṇaṃ cottamaṃ bhavet || 149 ||

30.149 Oder die kleinste Sockelbreite entspricht der Torbreite, die mittlere dem Doppelten und die beste dem Dreifachen.

athavā dvāratuṅgārdhaṃ kanyasaṃ pīṭhavistṛtam |
tripādaṃ madhyamaṃ proktaṃ tatsamaṃ cottamaṃ bhavet || 150 ||

30.150 Oder die kleinste Breite entspricht der halben Torhöhe, die mittlere drei Vierteln und die beste der ganzen Torhöhe.

adhamottamayormadhye navamānaṃ prakīrtitam |
dharātalasamotsedhamadhamaṃ pīṭhavistṛtam || 151 ||

30.151 Zwischen dem kleinsten und dem größten Wert werden neun Maße genannt. Eine weitere kleinste Sockelbreite wird mit einer auf die Bodenebene bezogenen Höhe gleichgesetzt; diese Angabe ist nicht eindeutig.

triguṇaṃ madhyamaṃ proktaṃ tayormardhye'ṣṭabhājite |
navadhā pīṭhatuṅgaṃ tu vistāraṃ tatsamaṃ bhavet || 152 ||

30.152 Das Dreifache gilt hier als mittlerer Wert. Durch achtfache Teilung zwischen den Grenzen erhält man neun Sockelhöhen; die Breite ist jeweils gleich. Die Benennung des oberen Grenzwerts als „mittel“ ist auffällig und wird nicht berichtigt.

trihantamuttamavyāsamekahastaṃ tu kanyasam |
dvikaraṃ madhyamaṃ jñeyaṃ pīṭhavyāsaṃ prakīrtatam || 153 ||

30.153 Drei Hasta bilden die größte, ein Hasta die kleinste, zwei Hasta die mittlere Sockelbreite.

pañcaviṃśāṅgulārabhya dvidvyaṅgula vivardhanāt |
e kāśītyaṅgulāntaṃ yatpīṭhavyāsaḥ prakīrtataḥ || 154 ||

30.154 Als weitere Sockelbreiten gelten Maße von fünfundzwanzig bis einundachtzig Aṅgula, jeweils in Schritten von zwei Aṅgula.

upāna bāhye vistāraḥ uttamassaṃprakīrtataḥ |
jagatībavyavistāraḥ madhyamassaṃ prakīrtataḥ || 155 ||

30.155 Die äußere Breite der untersten Sockelleiste gilt als größtes Maß, die äußere Breite der Jagatī als mittleres.

kumudānte prakartavyaṃ vistāramadhamaṃ smṛtam |
prāsādoktakrameṇaiva mahāphīṭhodayaṃ tu vā || 156 ||

30.156 Die bis zum Ende des Kumuda-Wulstes gemessene Breite gilt als kleinstes Maß. Oder man bemisst die Höhe des großen Sockels nach der für den Tempel beschriebenen Folge.

mahāpīṭhodayaṃ sapta catvāriṃśadvibhājite |
parvatāṃśaṃ jagatyuccaṃ saptaṃśaṃ kumudoccayam || 157 ||

30.157 Man teile die Höhe des großen Sockels in siebenundvierzig Teile. Die Jagatī erhält sieben, der Kumuda-Wulst ebenfalls sieben Teile Höhe.

śivāṃśaṃ kampamānaṃ syādindrabhāgaṃ gaḷodayam |
kampatuṅgaṃ śīvāṃśaṃ syāttatsamaṃ tvambujodayam || 158 ||

30.158 Die Kampa-Leiste erhält einen Teil; für den Hals wird ein „Indra-Anteil“ genannt, dessen Zahlenwert hier nicht eindeutig ist. Die nächste Kampa-Leiste erhält einen Teil, ebenso der Lotus.

kapotoccaṃ tu vedāṃśaṃ dvibhāgaṃ prastarodaram |
sārdhāṃśaṃ kampatuṅgaṃ syātsārdhaṣaṭkamalodayam || 159 ||

30.159 Das Kapota-Gesims erhält vier Teile, der Prastara-Körper zwei, die Kampa-Leiste eineinhalb und der Lotus sechseinhalb Teile Höhe.

vedāśaṃ karṇikotsedhaṃ dviguṇaṃ tasya vistaram |
athavā pīṭhatuṅgaṃ tu pañcabhāgavibhājite || 160 ||

30.160 Die Lotusmitte erhält vier Teile Höhe und die doppelte Breite. Alternativ teile man die Sockelhöhe in fünf Teile.

e kāṃśaṃ vedikotsedhamekāṃśaṃ kumudodayam |
śivāṃśaṃ karṇatuṅgassyādardhāṃśaṃ paṭṭikodayam || 161 ||

30.161 Davon erhalten Vedikā und Kumuda je einen Teil, das Karṇa-Glied einen und die Paṭṭikā-Leiste einen halben.

e kāṃśaṃ kamalotsedhamardhāṃśaṃ karṇikodayam |
dviguṇaṃ tasya vistāraṃ sapādādhikameva vā || 162 ||

30.162 Der Lotus erhält einen Teil Höhe, die Mitte einen halben. Ihre Breite sei doppelt so groß oder um ein Viertel größer; der Bezug der letzten Alternative bleibt offen.

mahānasa pratiṣṭhāyāṃ vāstuhomādike kṛte |
kumbhamekaṃ pratiṣṭhāpya dhānyarāśiṣu pūrvavate || 163 ||

30.163 Bei der Installation der Küche vollziehe man Vāstu-Homa und die weiteren Riten und stelle wie zuvor einen Krug auf Getreidehaufen auf.

samidhājya caruṃ prāgvajjuhuyānmūlavidyayā |
tatrasthadevatānāṃ tu tattvanyāsaṃ samācaret || 164 ||

30.164 Mit dem Grundmantra opfere man Scheite, Ghee und gekochte Speise wie zuvor. Bei den dortigen Gottheiten vollziehe man den Tattva-Nyāsa.

carrū hutvā pāyasairmūlavidyayā |
brāhmaṇān bhojayecchaktyā dadyāccaiva tu dakṣiṇām |
peṣaṇādyaṅgajātāni kṣāḷayitvā'dhivāsayet || 165 ||

30.165 Man bewirte Brahmanen nach Kräften und gebe Ehrengaben. Mahlgeräte und die übrigen Küchengeräte reinige man und unterziehe sie dem Adhivāsa.

tataḥ prabhātasamaye muhūrte śobhane guruḥ |
agnimīḍeti mantreṇa cullīṣvagniṃ nidhāpayet || 166 ||

30.166 Am Morgen, zur günstigen Stunde, lasse der Guru mit dem Mantra „agnim īḍe“ Feuer in die Herde legen.

paceyaḥ pācanādīni havīṃṣi paricārakāḥ |
kuṇḍe ca nityahomārdhaṃ sthāpayedagnimagni mān || 167 ||

30.167 Die Dienenden sollen Milchreis und die weiteren Opferspeisen kochen. In der Grube richte der Feuerkundige das Feuer für den täglichen Homa ein.

pāyasādīni |
prāguktenaiva mantreṇa purastānmantra pūrvakam |
nyasetkumbhajalenaiva kramāccaṇ‍ḍādi devatāḥ || 168 ||

30.168 Mit dem zuvor genannten Mantra und dem Krugwasser ordne man vorne der Reihe nach Caṇḍa und die weiteren Gottheiten an.

dvāre caṇḍhaṃ pracaṇḍhaṃ ca kṣetrapālaṃ khageśvaram |
dvārasya dakṣiṇe pārśve gaṇānāmapi nāyakaṃ || 169 ||

30.169 Am Eingang stehen Caṇḍa, Pracaṇḍa, Kṣetrapāla und der Vogelkönig; rechts vom Eingang auch der Herr der Scharen.

jṛmbhalaṃ māṇibhadraṃ ca śibiṃ kuṇḍala meva ca |
dvārasya cottare pārśve pārśveṣvanyeṣu cakramāt || 170 ||

30.170 Jṛmbhala, Māṇibhadra, Śibi und Kuṇḍala stehen links vom Eingang beziehungsweise der Reihe nach an den weiteren Seiten.

prāsādadvāravaddvare lakṣmyādi parikalpanam |
culyāśca vāmetarayordharmādharyau ca pṛṣṭhataḥ || 171 ||

30.171 Am Eingang ordne man Lakṣmī und die übrigen Gestalten wie am Tempeleingang an. Links und rechts des Herdes stehen Dharma und Adharma, dahinter

vidhātāraṃ tathā dīrghaculyā ubhaya pārśvayoḥ |
dharmādharmadvayaṃ nyasyetphātrāṇi samalānyapi || 172 ||

30.172 Vidhātṛ. Auch beiderseits eines langen Herdes lege man Dharma und Adharma nieder; anschließend werden die Gefäße genannt, doch ihre nähere Bestimmung fehlt.

vighātāraṃ vādyasthānaṃ caturmakha |
sthanaṃ ca yacca dhāmāṅgaṃ kalpitaṃ śilpavittamaiḥ || 176 ||

30.176 [Nach einer Lücke:] Auch der Ort für die Instrumente, Viergesichtiger, und jede andere von den kundigen Handwerkern angelegte Einrichtung des Heiligtums

celāsthānaṃ kuryātpūrvoktayā diśā || 177 ||

30.177 – im Fragment wird besonders der Raum für Gewänder genannt – sollen nach dem zuvor erklärten Weg beziehungsweise nach der Lehrvorschrift geweiht werden.

kuryācchāstrokta vartmanā |
ācārya dakṣiṇācaiva deyā vittānusārataḥ |
vāpīkūpataṭākānāṃ pratiṣṭhāne cikīrṣite || 178 ||

30.178 Dem Ācārya gebe man eine Ehrengabe nach Maßgabe des Vermögens. Soll ein Stufenbecken, Brunnen oder Teich geweiht werden,

teṣāṃ paścimadigbhāge vediṃ kuryā cca pūrvavat |
jalādhidaivataṃ hṛdyamalpakāyavinirmitam || 179 ||

30.179 errichte man westlich davon wie zuvor einen Altar und fertige eine ansprechende kleine Gestalt der Wassergottheit an.

ccatuṣkarām śobhite pūrva vajjalaiḥ || 182 ||

30.182 [Fragment nach einer Lücke:] … vierarmig, mit Wasser wie zuvor geschmückt beziehungsweise gereinigt. Die grammatische Verbindung des Restes ist nicht erhalten.

śodhite vāruṇaṃ ca vinikṣipet |
mīnādi jalayonīṃśca lohajaṃ tatra nikṣipet || 184 ||

30.184 [Fragment:] Man lege die auf Varuṇa bezogene Darstellung und aus Metall gefertigte Wassertiere, beginnend mit Fischen, hinein.

vārīṇāṃ |
gaṅgādisaritastatra mantrairāvāhayejjale |
bhukteṣu brāhmaṇeṣvarthai starpiteṣu yathāvasu || 185 ||

30.185 Gaṅgā und die anderen Flüsse rufe man mit Mantras in das Wasser. Nachdem die Brahmanen gegessen haben und nach Maßgabe der Mittel mit Gaben zufriedengestellt wurden,

dakṣiṇā gurave deyā daśaniṣkāvarā tataḥ |
karoti yastaṭākādi pratiṣṭhānaṃ jalāśaye |
pratiṣṭhāṃ tajjalā |
sa nitya tṛtpassuciraṃ loke vasati vāruṇe || 186 ||

30.186 gebe man dem Guru eine Ehrengabe von mindestens zehn Niṣka. Wer einen Teich oder eine andere Wasseranlage so weiht, lebt nach der Verheißung der Quelle lange, stets gesättigt, in Varuṇas Welt.

Kapitel 31: Strahlenkranz, Glocke und Gebetskette

Hinweis zur Quelle: Die Nummern 14, 19, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 36 fehlen in der Vorlage. Erhaltene Fragmente bleiben stehen.

pādmasaṃhitāyām |
ekatriṃśo'dhyayaḥ |
prabhādīnāṃ pratiṣṭhā vidhiḥ |
śrībhagavān |
kālāntare prabhādīnāṃ pratiṣṭhāvidhirucyate |
jalādhivāsādyakhilaṃ karma kṛtvāyathāpuram || 1 ||

31.1 Der erhabene Herr sprach: Nun wird die spätere Installation von Strahlenkranz und weiteren Ausstattungsstücken erklärt. Man vollziehe alle Handlungen vom Wasser-Adhivāsa an wie zuvor.

dhyānakāle tu saṃprāpte dhyāye devaṃ gurussvayam |
jvālāmālāsahaprāḍhyāṃ vidyutsaṅghātasannibhām || 2 ||

31.2 Wenn die Zeit der Meditation gekommen ist, vergegenwärtige der Guru den Strahlenkranz als von tausend Flammengirlanden erfüllt und einer Ansammlung von Blitzen gleich.

ddevam |
prabhāṃ dhyātvāspṛśet śānti homānterahomasarpiṣā |
prabhāte mūlamantreṇa prokṣayotkumbhavāriṇā || 3 ||

31.3 Nach dieser Meditation berühre er den Strahlenkranz am Ende des befriedenden Homa mit Opfer-Ghee. Am Morgen besprenge er ihn mit dem Grundmantra und dem Krugwasser.

muhūrte yojayeccāpi kārayecca mahotsavam |
dakṣiṇā gurave deyā yathāvibhava mānataḥ || 4 ||

31.4 Zur günstigen Stunde befestige man ihn und veranstalte ein großes Fest. Dem Guru gebe man eine Ehrengabe nach Maßgabe des verfügbaren Vermögens.

manvitaḥ |
prabhāyāṃ devadevyādīn yojayeduktavartma nā |
sa tu sāyujyamāpnoti kāmānapi yathepsitān || 5 ||

31.5 Wer Gott und Göttinnen nach dem erklärten Weg mit dem Strahlenkranz verbindet, erlangt nach der Quelle Vereinigung mit ihnen und die gewünschten Güter.

tatsāyujyamavā |
pīṭhaṃ saṃsthāpya tatraiva nyasyedyogāsanaṃ guruḥ |
hutvāmantraiḥ kramātphadmasthāpane vidhirīdṛśaḥ || 6 ||

31.6 Nach Aufstellung des Sockels lege der Guru darin den Yoga-Sitz nieder. Er opfere der Reihe nach mit den Mantras. Ebenso verfährt man bei der Installation eines Lotus-Sitzes.

pīṭhesthāpyetu |
yojaye ccāpi pīṭhādīn tatrasthāṃ samaye guruḥ |
evaṃ pīṭhādi devārdaṃ yaḥ kalpayati mānavaḥ || 7 ||

31.7 Zur vorgesehenen Zeit verbinde der Guru die Sockel und weiteren Teile mit den zugehörigen Gestalten. Wer so Sockel und andere Ausstattung für den Gott bereitet,

dyoga |
sa pratiṣṭhāmavāpnoti paratreha ca śāśvatīm |
ghaṃṭā pratiṣṭhādi |
maṇṭāṃ ca pañcagavyena snāpayitvā yathoditaiḥ || 8 ||

31.8 erlangt nach der Quelle bleibenden Bestand in dieser und der anderen Welt. [Zur Glocke:] Man bade die Glocke in den fünf Kuhprodukten mit den vorgeschriebenen

pañcavāruṇikairmantrairnava vavastreṇa veṣṭayet |
sthaṇḍile śālibhāraṃ ca nikṣipya tilataṇḍulān || 9 ||

31.9 fünf Varuṇa-Mantras und umhülle sie mit einem neuen Gewand. Auf einem Bodenaltar schütte man ein Bhāra Reis zusammen mit Sesam und enthülstem Reis auf.

tadūrdhve navavastraṃ ca sadarbhaṃ nyasya tatra vaiḥ |
śāyayitvā ca tāṃ ghaṇṭāṃ chādayennavāvāsasā || 10 ||

31.10 Darüber lege man frischen Stoff und Darbha, lasse die Glocke darauf ruhen und bedecke sie mit neuem Stoff.

kumbhamekaṃ samabhyarcya kumbhe vā sthaṇḍhile'pivā |
ghaṇṭāmantreṇa juhuyādācāryassamidhādibhiḥ || 11 ||

31.11 Man verehre einen Krug. Mit dem Glockenmantra opfere der Ācārya Scheite und die weiteren Stoffe in der Feuergrube oder auf dem Bodenaltar. Die Hauptlesart hat an dieser Stelle „Krug“, die Variante „Feuergrube“.

guṇḍevā |
śoṣaṇādīni kāryāṇi tāṃ yathoktaṃ vicintayet |
śāntihomāvasāne ca spṛśettāṃ homasarpiṣā || 12 ||

31.12 Die geistigen Handlungen des Austrocknens und die weiteren Reinigungen sind zu vollziehen; man meditiere über die Glocke wie vorgeschrieben. Am Ende des befriedenden Homa berühre man sie mit Opfer-Ghee.

prabhāte mantratoyena tāmukṣenmantra pūrvakam |
evaṃ susaṃskṛtāṃ ghaṇṭāṃ cālayetsarva karmasu || 13 ||

31.13 Am Morgen besprenge man sie mit besprochenem Wasser und Mantra. Die so vollständig geweihte Glocke lasse man bei allen rituellen Handlungen erklingen.

kumbha calanaṃ maṇeḥ || 15 ||

31.15 [Fragment:] … das Bewegen beziehungsweise Erklingen der Glocke. Der Zusammenhang mit dem vorangestellten Wort „kumbha“ ist nicht erhalten.

cāpikarmaṇi |
utsādanaṃ piśācādeḥ prīṇanaṃ ca hareḥ param |
sannidhanamamartyānāṃ ghaṇṭāyāścalanādbhavet || 16 ||

31.16 Das Läuten der Glocke soll Piśācas und ähnliche Wesen vertreiben, Hari besonders erfreuen und die Gegenwart der Götter herbeiführen.

uccāṭanaṃ |
asaṃskṛtāyāśaacalane grāmādeścalanaṃ bhavet |
niṣphalā cāpi pūjā svātparasya paramātmanaḥ || 17 ||

31.17 Das Läuten einer ungeweihten Glocke soll nach der Quelle Unruhe im Dorf und seiner Umgebung bewirken; auch die Verehrung des höchsten Selbst werde dadurch fruchtlos.

| ghaṇṭā saṃskāravaddhūpadīpa pātrasya saṃskṛtiḥ || 18 ||

31.18 Räucher- und Lampengefäße werden ebenso wie die Glocke geweiht. Laut Quellennotiz fehlt dieser Halbvers in manchen Textzeugen.

idamardhaṃ kvacinna dviprān puṇyāhaṃcāpi kārayet || 20 ||

31.20 [Fragment nach einer Lücke:] Man lasse durch Brahmanen auch das Puṇyāha vollziehen.

dvidvān rjapyaṃ yakṣāṃścāpi vaśaṃ nayet || 27 ||

31.27 [Fragment nach einer größeren Lücke, nun zu Gebetsketten:] Durch Japa soll man auch Yakṣas gefügig machen können. Der zugehörige Stoff der Kette ist nicht erhalten.

ryakṣānyakṣī |
sīsākṣamālayā rakṣo vaśe kuryāccaturmukha |
pīḍayecca tathā śatrūn kāṃsyaissarvān vaśaṃ nayet || 28 ||

31.28 Eine Gebetskette aus Blei soll Rākṣasas unterwerfen und Feinde bedrängen; mit einer aus Bronze soll man alle gefügig machen, Viergesichtiger. Dies sind magische Wirkungsbehauptungen der Quelle.

piṇḍayeccāpi |
|
sphaṭikaṃ mokṣadaṃ japtussarvado dyumaṇermaṇiḥ || 29 ||

31.29 Kristall soll dem Rezitierenden Befreiung gewähren, Sonnenstein alles Gewünschte.

idamardhaṃ kvacinna |
indormaṇistathaiva syādakṣāssyu rjalajāḥ punaḥ |
putradaḥ putradīpassyādindrākṣassarvakāmadaḥ || 30 ||

31.30 Ebenso wird Mondstein bewertet. Es folgen wassergeborene, nach einer Variante landgeborene Perlen beziehungsweise Samen. Putradīpa soll Söhne verleihen, Indrākṣa alle Wünsche erfüllen; die Stoffbezeichnungen sind nicht näher erklärt.

sthalajā |
vibhītakākṣarudrākṣa nimbākṣāścābhicārakāḥ |
brahmavarcasakāmasya kuśagrandiḥ praśasyate || 31 ||

31.31 Vibhītaka-, Rudrākṣa- und Nimba-Perlen werden hier schädigenden Riten zugeordnet. Wer brahmanischen Glanz erstrebt, dem wird ein Knoten aus Kuśa-Gras empfohlen.

rāhya kāmasya padmākṣairjaptussidhyati taddhruvam |
sitāmbho jākṣamālā tu japturnaśreyasapradāḥ || 32 ||

31.32 Wer Königsherrschaft erstrebt, soll sie nach der Quelle durch Japa mit Lotussamen sicher erlangen. Eine Kette aus weißen Lotussamen verleihe dem Rezitierenden das höchste Heil.

sūtreni |
bhuktimuktipradā śaṅkhā muktāmuktiphalapradā |
jalajairmaṇibhirmālā japturisthaṃ phalapradā || 33 ||

31.33 Muschelperlen sollen Genuss und Befreiung schenken, Perlen die Frucht der Befreiung. So werden die Wirkungen von Ketten aus wassergeborenen Perlen für den Japa beschrieben.

akṣānyathoktān saṃgṛhya vṛttān doṣavivarjitān |
prakṣālya pañcabhirgavyaiḥ pañca vedāntavidyayā || 34 ||

31.34 Man sammle die genannten Perlen beziehungsweise Samen, rund und fehlerfrei, und reinige sie mit den fünf Kuhprodukten unter den fünf Vedānta-Formeln.

viśuddhāndoṣavarjitān |
āropayeddhemasūtre triguṇaistriguṇīkṛte |
sūtre vā rājate kṣaume śaṇa keśādivarjite || 35 ||

31.35 Man ziehe sie auf einen Goldfaden, der dreifach und nochmals dreifach gelegt ist, oder auf Silberfaden beziehungsweise Leinen. Hanf, Haare und vergleichbare Stoffe sind ausgeschlossen.

dviguṇe triguṇī baddhe tathāntaram || 37 ||

31.37 [Fragment nach einer Lücke:] … doppelt, dreifach gebunden und mit Zwischenräumen. Die genaue Fädelungsanweisung ist nicht vollständig erhalten.

madhye tu sāntaraḥ || protā ssūtreṇa tāṃ |
protanūtreṣu taiḥ kalphyā mālikā kaṭakākṛtiḥ |
maṇimanyaṃ tu badhnī yā nmālāgranthau mahattaram || 38 ||

31.38 Aus den aufgefädelten Perlen bilde man eine ringförmige Kette. Am Knoten der Kette befestige man eine andere, größere Perle.

badhnīyānmahāntaṃ ma...ttaram |
merusaṃjñā maṇestasya bha veddakṣiṇato gatiḥ |
puṇyāhaṃ vācayitvā'nte mālāṃ sthāpyāmbhujodare || 39 ||

31.39 Diese Perle heißt Meru; die Bewegung erfolgt nach rechts. Nach dem Puṇyāha lege man die Kette in das Innere eines Lotus.

jape |
vilipya kuṅkumādyaistāmakṣamālāṃ caturmukha |
śālibhāraṃ ca nikṣipya tilataṇḍhulasaṃyutam || 40 ||

31.40 Man bestreiche die Gebetskette mit Safran und weiteren Duftstoffen, Viergesichtiger. Man schütte ein Bhāra Reis zusammen mit Sesam und enthülstem Reis auf.

likhitvā tatra cakrājbamā stīrya kuśavastrakam |
tatrā'kṣamālāṃ vinyasya chādayennavavāsasā || 41 ||

31.41 Darauf zeichne man einen Diskus-Lotus, breite Kuśa und Stoff aus, lege die Gebetskette darauf und bedecke sie mit neuem Stoff.

yajeta kumbhe tanmantraṃ hemavastrādi saṃyute |
homamekatra kurvīta kuṇḍe vā sthaṇḍile'pi vā || 42 ||

31.42 In einem mit Gold, Stoff und weiteren Gaben versehenen Krug verehre man den zugehörigen Mantra. Den Homa vollziehe man an einer Stelle, in einer Grube oder auf einem Bodenaltar.

samiccatughṛtairaṣṭau śataṃ ca svasva vidyayā |
dhyānena śoṣaṇādīni kṛtvā nyacca yathāpuram || 43 ||

31.43 Mit den jeweiligen Formeln opfere man 108-mal Scheite, gekochte Speise und Ghee. Durch Meditation vollziehe man Austrocknen und die weiteren Reinigungen; alles Übrige wie zuvor.

kuṇḍeḥ |
tanmadhye puruṣaṃ dyāyedbaddhāñjalimavasthitam |
caturbhujaṃ vaḷarkṣābhaṃ varadābhayahantakam || 44 ||

31.44 In ihrer Mitte vergegenwärtige man eine vierarmige, helle Puruṣa-Gestalt, mit zusammengelegten Händen und den Gesten des Gewährens und der Furchtlosigkeit. Die Beschreibung nennt mehr Handhaltungen, als sich ohne weitere Erklärung eindeutig verteilen lassen.

akṣamālāṃ ca bibhrāṇaṃ śikhāgre kaṭakākṛtim |
śāntihomāvasāne ca saṃspṛśe dakṣaṇālikām || 45 ||

31.45 Sie trägt eine ringförmige Gebetskette an der Spitze des Haarschopfes. Am Ende des befriedenden Homa berühre man die Gebetskette.

prāpte mūhūrte tattvāni nyasyetsṛṣṭikramādguruḥ |
yā parā vaiṣṇavī śaktirabhinnā paramātmanaḥ || 46 ||

31.46 Zur günstigen Stunde lege der Guru die Tattvas in der Schöpfungsfolge nieder. Die höchste vaiṣṇavische Kraft, die vom höchsten Selbst ungetrennt ist,

tejasā'dityasaṅgāśāṃ prāgvat smṛtvā hṛdambhuje |
dhyāyettato brahmarandhrā dudgacchantīṃ śanaiśśanaiḥ || 47 ||

31.47 vergegenwärtige er wie zuvor im Herzlotus, sonnengleich an Glanz. Dann meditiere er darüber, wie sie allmählich durch die Scheitelöffnung aufsteigt.

āvahya cā'kṣamālāyā mantreṇa svenamantravit |
mūlamantreṇa kumbhasthavāriṇā prokṣayedguruḥ || 48 ||

31.48 Der Mantrakenner rufe sie mit ihrem eigenen Mantra in die Gebetskette. Der Guru besprenge diese mit dem Grundmantra und dem Wasser aus dem Krug.

makṣamantreṇa |
sannidhaṃ cā'kṣamālāyāṃ yāceta paramātmanaḥ |
sannidhattāṃ bhavānasmin bhaktānugrahakāmyayā || 49 ||

31.49 Er bitte das höchste Selbst um Gegenwart in der Kette: „Sei du gegenwärtig in diesem

japā'kṣamālāvalaye gādhāmenāṃ samuccaran |
tatrā'kṣamālāṃ bibhraṇaṃ dhyātvā devaṃ janārdhanam || 50 ||

31.50 Ring der Japa-Gebetskette, um deinen Verehrern Gnade zu erweisen.“ Während er diese Strophe spricht, meditiere er dort über Janārdana, der eine Gebetskette trägt.

caturbhujam |
śiṣyasya yajamānasya haste dadyādgurussvayam |
praṇamya pratigṛhṇīyāt śirasā tāṃ samāhitaḥ || 51 ||

31.51 Der Guru selbst gebe sie dem Schüler beziehungsweise Auftraggeber in die Hand. Dieser verneige sich und nehme sie gesammelt entgegen, indem er sie ehrerbietig an den Kopf führt.

iṣṭvā ca |
vidyāmiva yathāvittaṃ dadyācca gurudakṣiṇām |
tasmin muhūrte tāṃ vidyāṃ sañjapedakṣamālayā || 52 ||

31.52 Wie beim Empfang einer heiligen Lehre gebe er dem Guru eine Ehrengabe nach seinem Vermögen. Noch in dieser günstigen Stunde rezitiere er die betreffende Formel mit der Gebetskette.

ādau yamakṣamālāyāṃ mantraṃ sthāpitavān guruḥ |
tameva mantraṃ gaṇayenna yaṃ kañcana mālayā || 53 ||

31.53 Nur den Mantra, den der Guru zu Beginn in der Gebetskette eingesetzt hat, soll man damit zählen, nicht beliebige andere Mantras.

ādāvevākṣa 31.kathaṃcana |
apratiṣṭhāpitā yā ca tayā naivā'kṣamālayā |
japaṃ kurvannaro mohātkurvannaivā'śnu te phalam || 54 ||

31.54 Wer aus Verblendung Japa mit einer nicht installierten Gebetskette vollzieht, erlangt nach der Quelle keine Frucht.

Kapitel 32: Hausverehrung, Schmuck und Begleitgestalten

Hinweis zur Quelle: Die Nummern 43, 44, 45, 46, 48, 49, 90, 91, 92, 93, 97, 101, 102, 103 fehlen in der Vorlage. Erhaltene Fragmente bleiben stehen.

pādmasaṃhitāyām |
dvātriṃśo'dhyāyaḥ |
gṛhārcāvidhiḥ |
tatralohadārvādibhedena phalam |
śrībhagavān |
gṛhārcāsthāpanaṃ vakṣye yathāvatkamalāsana |
sauvarṇī rājatī vā'pi pratimā syāddvijanmanām || 1 ||

32.1 Der erhabene Herr sprach: Ich werde die Installation eines Kultbildes für die Hausverehrung erklären, Lotusgeborener. Für die Zweimalgeborenen ist ein Bild aus Gold oder Silber vorgesehen,

pratimā |
ārakūṭamayī yadvā yadvā tāmramayī bhavet |
lohajāḥ pratimāssarvāssarva kāmaphalapradāḥ || 2 ||

32.2 oder aus Messing beziehungsweise Kupfer. Allen Metallbildern wird die Erfüllung sämtlicher Wünsche zugeschrieben.

śilābimbaṃ dārubimbaṃ svagṛhe nārcayedbudhaḥ |
piśācādi vaśīkāre pratimā cāyasī matā || 3 ||

32.3 Ein Verständiger soll im eigenen Haus kein Stein- oder Holzbild verehren. Ein Eisenbild wird für die Unterwerfung von Piśācas und ähnlichen Wesen genannt. Die erste Hälfte fehlt laut Quellennotiz in manchen Textzeugen und steht in Spannung zu den folgenden Holzbildvorschriften.

śilābiṃbaṃ ityekaṃ ardhaṃ kvacinna |
uccāṭanakarī kāṃsyapratimā kamalāsana |
trilohajā śatrujayā sīsakosthā'mayapradā || 4 ||

32.4 Ein Bronzebild soll Vertreibung bewirken, Lotusgeborener; ein Bild aus drei Metallen den Sieg über Feinde, eines aus Blei Krankheit. Die Quelle beschreibt hier magische Stoffwirkungen.

lohajā śatruvijayā |
ratna japratimāssarvāssarvakāma phalapradāḥ |
candrakāntasphaṭikajā saumyā pratikṛtirmatā || 5 ||

32.5 Alle Edelsteinbilder sollen sämtliche Wünsche erfüllen. Ein Bild aus Mondstein oder Kristall gilt als sanft; die Variante nennt Silber.

rājata |
āgneyī mitramaṇijā anyā sphaṭikajā dvidhā |
pālagrāmaśilā śvetā saumyā saumyaphalapradā || 6 ||

32.6 Ein Bild aus Sonnenstein gilt als feurig, andere Kristallbilder werden zweifach eingeteilt. Ein weißer Śālagrāma-Stein gilt als sanft und soll sanfte Wirkungen bringen.

sarva |
śrīkarī pītavarṇā ca raktā kāmapradā matā |
kṛṣṇā puṣṭipradā nityaṃ piṅgalā rogadā sadā || 7 ||

32.7 Ein gelber soll Glück und Wohlstand, ein roter Wünsche, ein schwarzer stets Gedeihen, ein gelbbrauner dagegen stets Krankheit bringen. Die Variante verändert die letzte Wirkungsangabe; es handelt sich um überlieferte Zuschreibungen, nicht medizinische Aussagen.

rogyadā |
śilāśca krasarijjātāssarvā mokṣaphalapradāḥ |
mūrtabhirgarbhitāssarvā śśilāścakra saridbhavāḥ || 8 ||

32.8 Alle Steine aus dem Cakra-Fluss sollen Befreiung gewähren. Sie bergen die göttlichen Gestalten in sich,

prādurbhāvaiśca mīnādyaistathā divyāyudhairapi |
lāñcitāḥ kaustubhādyaiśca bhūṣaṇaiḥ kamalāsana || 9 ||

32.9 sind mit den Erscheinungen vom Fisch an, mit göttlichen Waffen und mit Schmuckzeichen wie Kaustubha versehen, Lotusgeborener.

aṅkitāḥ pūjanīyāśca bhuktimuktiphalārthibhiḥ |
sarvāssvāyambhuvā jñeyāśśilāśca krasaridbhavāḥ || 10 ||

32.10 Solche gezeichneten Steine sollen Menschen verehren, die Genuss und Befreiung erstreben. Alle Steine aus dem Cakra-Fluss gelten als von selbst entstanden.

nityaṃ sannidhi retāsu parasya paramātmanaḥ |
na pratiṣṭhā vidhātavyā na caivā'vāhanādikam || 11 ||

32.11 In ihnen ist das höchste Selbst stets gegenwärtig. Eine Installation ist nicht auszuführen, ebenso wenig eine Herbeirufung und die entsprechenden Anfangsriten.

sālagrāmaśilā yatra pūjyate bhagavanmayaiḥ |
taddeśe yojanādarvāṅmṛto nirvāṇamaśnu te || 12 ||

32.12 Wo von Gott erfüllte Verehrer einen Śālagrāma-Stein verehren, soll nach der Quelle ein Mensch, der innerhalb eines Yojana von diesem Ort stirbt, Nirvāṇa erlangen.

dvāravatyāścilāścāpi sālagrāmaśilāsamāḥ |
drumajātipratikṛtissabhājyā kāmanavaśāt || 13 ||

32.13 Auch die Steine aus Dvāravatī sind den Śālagrāma-Steinen gleichgestellt. Eine Holzgestalt ist entsprechend dem jeweiligen Wunsch zu verehren.

pratimā candanamayī pūjitā śriyamāvahet |
pratimā cā'garumayī bhuktimukti phalapradā || 14 ||

32.14 Ein verehrtes Sandelholzbild soll Wohlstand herbeibringen, ein Agaru-Bild Genuss und Befreiung gewähren.

pradā śubhā |
devadārumayaṃ bimbaṃ sarvadaṃ bhavane'rcitam |
bilvajā pratimā lakṣmīmatulāmānahetsadā || 15 ||

32.15 Ein im Haus verehrtes Devadāru-Bild soll alles gewähren; ein Bild aus Bilva soll stets unvergleichlichen Wohlstand bringen.

brahmavarcasakāmena brahmavṛkṣasamudbhavā |
śamīpratikṛtissvargyā namerussukhadābhavet || 16 ||

32.16 Wer brahmanischen Glanz erstrebt, verehre ein Bild aus dem Brahma-Baum. Eine Śamī-Gestalt soll zum Himmel führen, eine aus Nameru Glück bringen.

annādikāmaiḥ pratimā pūjyodumbaradārujā |
aśvatthanirmitā pūjyā rājyakāmena dhāmani || 17 ||

32.17 Wer Nahrung und ähnliche Güter erstrebt, verehre ein Bild aus Udumbara-Holz; wer Königsherrschaft erstrebt, im Heiligtum eines aus Aśvattha.

nyagrodhanirmitaṃ bimbaṃ sarvatra bhavane'rcitam |
plakṣajaṃ jīvadhanadaṃ sarvopakaraṇāvaham || 18 ||

32.18 Ein Nyagrodha-Bild wird für die Hausverehrung genannt, ohne klar erhaltene Wirkungsangabe. Ein Bild aus Plakṣa soll lebenden Besitz und alle erforderlichen Mittel bringen. Die beigegebene Lesart erwähnt dagegen ein Abreißen der Nachkommenschaft; ihr genauer Bezug ist unsicher.

vaṃśavicchedakārakaṃ sarvadābhavane'rcitam |
piyaṅgu nirmitaṃ bimbaṃ śrīvaśyaṃ bhavanercitam |
putradīpamayaṃ pratrakārakaṃ muktidaṃ tathā || 19 ||

32.19 Ein im Haus verehrtes Priyaṅgu-Bild soll Śrī geneigt machen. Ein Bild aus Putradīpa soll Söhne hervorbringen und Befreiung gewähren; die Sohn-Angabe ist beschädigt geschrieben.

mantrādi sādhane yuktāṃ saralārcāṃ samarcayet |
tamālajātipratimā sarvaloka sukhāvahā || 20 ||

32.20 Für die Vollendung von Mantras und ähnlichen Übungen verehre man ein geeignetes Sarala-Bild. Eine Tamāla-Gestalt soll allen Welten Glück bringen.

cūtajā'rogyadā putra vittajā badarīkṛtā |
vasapratimā brahman bahuputrā samarcitā || 21 ||

32.21 Ein Mango-Bild soll Gesundheit bringen, eines aus Badarī Söhne und Vermögen. Ein als „vasa“ bezeichnetes Bild soll, verehrt, viele Söhne gewähren; die Holzbezeichnung ist unklar.

vṛddhatā sphandajaṃ sukhakāraṇam || 22 ||

32.22 [Fragment:] Das als „sphanda“ beziehungsweise „sparśana“ überlieferte Holzbild soll Glück bewirken.

sparśanaṃ |
timidaṃ dhanajaṃ brahman kadambaṃ jñānakāraṇam |
kuravaḥ puṣṭhiphaladastilakassarvakāmadaḥ || 23 ||

32.23 Timida beziehungsweise Trimiśa soll Vermögen bringen, Kadamba Erkenntnis, Kurava Gedeihen und Tilaka sämtliche Wünsche.

trimiśaṃ dhanadam |
madhūkassiddhidaścāhurasanaśśrīkarassadā |
puṣṭido jambuvṛkṣastu punnāgaḥ puṣṭivardhanaḥ || 24 ||

32.24 Madhūka gilt als Spender von Vollendung, Asana stets als glückbringend, Jambū als Spender von Gedeihen und Punnāga als dessen Mehrer.

rogado rājavṛkṣaśca kādiraścākṣināśanaḥ |
nimbhavṛkṣapratikṛtirvidyeṣaṇa karī matā || 25 ||

32.25 Rājavṛkṣa wird Krankheit, Khadira die Zerstörung des Augenlichts zugeschrieben; ein Nimba-Bild soll Zwietracht bewirken. Diese negativen Wirkungsbehauptungen gehören zur magischen Stofflehre der Quelle.

aratojāti karajojāti vṛkṣaśca |
vibhītikā śalmalī ca kalpyate kamalāsana |
gajotpāṭikāgaurārka mūlakalpitakautukam || 26 ||

32.26 Vibhītaka und Śālmalī werden ebenfalls genannt; eine Lesart verbindet sie mit Streit. Es folgt ein Bild aus der Wurzel des weißen Arka, der durch einen Elefanten herausgerissen wurde; die Wortverbindung ist beschädigt.

kalahāya sā |
vaināyakamabhipretasakalārtha prasādakam |
mātrāṅgulivaśenaiva gṛhārcāmānakalpanam || 27 ||

32.27 Dieses Vināyaka-Bild soll alle gewünschten Ziele gewähren. Die Maße eines Hauskultbildes werden mit dem Mātrāṅgula festgelegt.

nādhikaṃ hastamānācca na nyūnaṃ dvādaśāṅgulāt |
kautukaṃ bhavane'bhyarcaṃ śilādārvādijaṃ dhruvam || 28 ||

32.28 Ein im Haus zu verehrendes feststehendes Bild aus Stein, Holz oder anderem Material soll nicht größer als ein Hasta und nicht kleiner als zwölf Aṅgula sein. Diese Erlaubnis widerspricht der pauschalen Ablehnung in 32.3; beide Aussagen bleiben sichtbar.

aṅgulaiḥ pratimāmānaṃ varṇānāmucyate kramāt |
hastamānamitārcā syādbhavane pūrvajanmanaḥ || 29 ||

32.29 Nun werden die Bildmaße in Aṅgula der Reihe nach für die sozialen Gruppen genannt: Im Haus eines Brahmanen beträgt das Bildmaß einen Hasta.

aṅgulai rekaviṃśatyā pratimā vasudhāpate |
viśāmekonaviṃśatyā dvābhyāṃ sūdrasya hīnayā || 30 ||

32.30 Für einen König beträgt es einundzwanzig Aṅgula, für einen Vaiśya neunzehn und für einen Śūdra zwei weniger, also siebzehn. Dies ist die historische Gruppenordnung der Quelle.

pratimā kamalāsana |
ardhacitraṃ tadabhāsaṃ bhavane bhuktivardhanam |
dvādaśāṅgulamānārcā lohajā pūrvajanmanaḥ || 31 ||

32.31 Halbrelief und gemaltes Bild sollen im Haus den Genuss mehren. Ein Metallbild im Haus eines Brahmanen misst zwölf Aṅgula.

navāṅgulā kṣatriyasya viśassaptāṅgulā matā |
pañcāṅgulā caturthasya pratimā bhavane bhavet || 32 ||

32.32 Für einen Kṣatriya werden neun, für einen Vaiśya sieben und für einen Angehörigen der vierten Gruppe fünf Aṅgula genannt.

pratimā yanmayī klṛptā prabhāpīṭhādi tanmayam |
yadvā sovarṇabimbasya rājataṃ tāmrameva vā || 33 ||

32.33 Strahlenkranz, Sockel und weitere Teile sollen aus demselben Material wie das Bild bestehen. Bei einem Goldbild dürfen sie auch aus Silber oder Kupfer sein.

lo hena ceduttamena pratimā nirmitā bhavet |
tadanantaralohena prabhāpīṭhādī kalpayet || 34 ||

32.34 Besteht das Bild aus einem höher bewerteten Metall, kann man Strahlenkranz und Sockel aus dem nächstfolgenden Metall herstellen.

trilohajāyāmarcāyāṃ suvarṇaṃ vā prabhādikam |
ratnasphaṭikajānāṃ tu pratimānāṃ prabhādikam |
lojahaṃ smaryate brahman rahasyamidamīritam || 35 ||

32.35 Bei einem Dreimetallbild können Strahlenkranz und andere Teile aus Gold bestehen. Für Edelstein- und Kristallbilder sind metallene Ausstattungsteile vorgesehen, Brahmā. Dies wird als vertrauliche Lehre bezeichnet.

gṛhe saṃhāraśayanamarcayennakadācana |
bhagavanmūrtayastvanyā ssarvāḥ pūjyā tathātatham || 36 ||

32.36 Die Gestalt, die während der Weltauflösung auf dem Lager ruht, soll man niemals im Haus verehren. Alle anderen Gestalten des Erhabenen dürfen entsprechend ihren Vorschriften verehrt werden.

śrī bhūmi sahitaṃ devaṃ śriyā kevalayā'pi vā |
sahitāṃ pūjaye nnityaṃ bhaktyā padmani ketana || 37 ||

32.37 Man verehre den Gott täglich mit Hingabe, entweder zusammen mit Śrī und Bhū oder allein mit Śrī, Lotusbewohner.

śriyāṃ bhūmiṃ samabhyarcya gṛhasyoktaṃ mārutyāṃ diśi nā'nyathā |
arcayedbhavaneṣvarcāṃ yajamāno yathoditām || 38 ||

32.38 Der Auftraggeber verehre das vorgeschriebene Hausbild im Nordwesten des Hauses; die ausdrücklich überlieferte Variante nennt dagegen den Südwesten. Śrī und Bhū werden in einem vorangestellten Lesartenrest nochmals erwähnt.

gṛhe coktaṃ nirṛtyāṃ |
tatpratiṣṭhārthamācāryamabhyarthyā'gamayodgṛham |
aṅkaṇe vā nadītī re kṣetre yadvā supūjite || 39 ||

32.39 Für die Installation bitte man einen Ācārya und lade ihn ins Haus. Im Hof, an einem Flussufer oder an einer hochverehrten heiligen Stätte

vedikāṃ paritaḥ klṛpte homakuṇḍacatuṣṭaye |
ekarsmi vā guruḥ kuryātphratiṣṭhā karmāpūrvavat || 40 ||

32.40 vollziehe der Guru die Installation wie zuvor, mit vier Feuergruben rings um den Altar oder mit einer einzigen.

aṅkurānarpayitvāgre jale caivādhivāsanam |
nayanonmīlanaṃ cā'pi kuryā'tpūrvoktavartmavā || 41 ||

32.41 Zuerst bringe man Keimlinge dar; Wasser-Adhivāsa und Augenöffnung vollziehe man auf dem zuvor erklärten Weg.

pādyamarghyaṃ tathācāmaṃ pañcagavyaṃ tathā dathi |
payomadhukaṣāyaṃ ca uṣṇāmbhaḥ phalavāri ca || 42 ||

32.42 [Für das Bad werden aufgezählt:] Fußwaschwasser, Arghya, Mundspülwasser, die fünf Kuhprodukte, Dickmilch, Milch, Honig, Absud, warmes Wasser und Fruchtwasser.

ghṛtam dhāvāhanādikam |
jaṅgamā cedabhimatā vedyā māvahanādikam || 47 ||

32.47 [Nach einer Lücke mit dem Rest „Ghee“:] Ist ein bewegliches Bild beabsichtigt, vollziehe man Herbeirufung und weitere Riten auf dem Altar.

daudaha prārthayettamabhīpsitam śeṣataḥ || 50 ||

32.50 [Fragment nach einer Lücke:] Man bitte ihn um das Ersehnte; die einleitenden Worte sind beschädigt.

dāso'smi tava deveśa saputragaṇabhāndavaḥ |
sannidhassvagṛho yāvadanvavāyo mamā'cyuta || 51 ||

32.51 „Ich bin dein Diener, Herr der Götter, zusammen mit meinen Kindern, Angehörigen und Verwandten. Bleibe in meinem Haus gegenwärtig, Acyuta, solange meine Nachkommenschaft besteht.

prārthayīta manīṣī |
phūjāṃ mayā yathāśakti vihitāṃ vikalāmapi |
gṛhṇīṣva bhagavan bhaktajanānugraha kāmyayā || 52 ||

32.52 Nimm die Verehrung an, die ich nach meinen Kräften ausführe, auch wenn sie unvollkommen ist, Erhabener, aus dem Wunsch, deinen Verehrern Gnade zu erweisen.“

bhagavan gṛhāṇa bhagavan madanu |
yācitvā devadeveśa mitthamācārya sannidau |
gurave dakṣiṇāṃ dadyādyathāvibhavistaram || 53 ||

32.53 Nachdem man den Herrn der Götter in Gegenwart des Ācārya so gebeten hat, gebe man dem Guru eine Ehrengabe nach Maßgabe seines Vermögens,

yathā ca tṛptirasya syāt ṛtvijāmapi pūrvavat |
bhrāhmaṇān bhojayecchaktyā tobhyo dadvācca dakṣiṇām || 54 ||

32.54 so dass er zufrieden ist, und ebenso den Opferpriestern wie zuvor. Man bewirte Brahmanen nach Kräften und gebe ihnen Ehrengaben.

sthāpayitvā'rcayeddevaṃ bhaktimān bhaktavatsalam |
bhuktvā bhogān suvistīrṇān pretya nehā'bhijāyite || 55 ||

32.55 Der Hingebungsvolle installiere und verehre den Gott, der seine Verehrer liebt. Nach reichen Genüssen werde er nach dem Tod hier nicht wiedergeboren, verheißt die Quelle.

bhavane sthāpito viṣṇuḥ puṣṇāti kulamātmanaḥ |
mandire tu gajatsarvaṃ puṣṇāti sthāpito hariḥ || 56 ||

32.56 Der im Haus installierte Viṣṇu nährt die eigene Familie; der im Tempel installierte Hari nährt die ganze Welt.

śrī vatsakaustubhoṣṇīṣavanamālā catuṣṭayam |
pradhāna bhuṣaṇaṃ viṣṇoḥ pratiṣṭhāpya yathāvidhi || 57 ||

32.57 Śrīvatsa, Kaustubha, Kopfschmuck und Waldblumengirlande bilden Viṣṇus vier Hauptschmuckstücke. Sie sind vorschriftsgemäß zu installieren.

śrīvatsaṃ sthāpayitvāgre śālibharāre saśāṭake |
niveśya praḷayaṃ sargaṃ mahākumbhaṃ yajedguruḥ || 58 ||

32.58 Zuerst lege man Śrīvatsa auf ein Bhāra Reis mit Stoffauflage. Nach der geistigen Rücknahme und Neuschöpfung verehre der Guru den großen Krug.

śāli taṇḍula śāṭake ghāracatubhiśśatamaṣṭa ca || 59 ||

32.59 [Fragment:] Mit Ghee und gekochter Opferspeise erfolgen 108 Spenden. Die Stoffwörter sind beschädigt beziehungsweise als Varianten überliefert.

dhājyena |
vārānnyaseśca tattvāni śāntiṃ hutvāspṛśeccatam |
saṃprokṣya kumbhatoyena muhūrtme harivakṣasi || 60 ||

32.60 Man lege die Tattvas nieder und berühre das Schmuckstück nach dem befriedenden Homa. Nach dem Besprengen mit Krugwasser bringe man es zur günstigen Stunde an Haris Brust an.

catvāri |
niveśayeddakṣiṇā ca deyā niṣkatrayā'varā |
gurave yajamāne manaḥ prītivivardhanī || 61 ||

32.61 Der Auftraggeber gebe dem Guru eine herzerfreuende Ehrengabe von mindestens drei Niṣka.

yo bhūṣayati deveśaṃ śrīvatsapratikarmaṇā |
sa lakṣmīṃ labhate nityāmuttamāṃ nā'tra saṃśayaḥ || 62 ||

32.62 Wer den Herrn der Götter mit dem Śrīvatsa-Zeichen schmückt, erlangt nach der Quelle bestes, beständiges Glück; daran wird kein Zweifel gelassen.

kaustubhaṃ svena mantreṇa sthāpayitvā yathāpuram |
harimā kalpayettena muhūrte deśikottamaḥ || 63 ||

32.63 Kaustubha installiere man mit dessen eigenem Mantra wie zuvor. Der beste Lehrer schmücke Hari damit zur günstigen Stunde.

yajamānaśca gurave prayaccheddakṣiṇāṃ śubhām |
yaḥ kaustubhena deveśaṃ maṇḍaye daśnute śriyam || 64 ||

32.64 Der Auftraggeber gebe dem Guru eine gute Ehrengabe. Wer den Herrn der Götter mit Kaustubha schmückt, erlangt Wohlstand.

tsaviśet |
vanamālāṃ ca sauvarṇīṃ nānāratna pariṣkṛtām |
sthāpayitvoktamārgeṇa muhūrte śabhane guruḥ || 65 ||

32.65 Auch die goldene, mit verschiedensten Edelsteinen verzierte Waldblumengirlande installiere der Guru auf dem erklärten Weg und zur günstigen Stunde.

samanvitām |
karṇe pralambayodviṣṇossarvasambatkarīṃ nṛṇām |
dakṣiṇāṃ kurave dadvādyajamāno'pi puṣkalām || 66 ||

32.66 Er lasse sie an Viṣṇu herabhängen; die Hauptlesart nennt hier auffällig das Ohr, „karṇa“. Die Girlande soll den Menschen alles Gedeihen bringen. Der Auftraggeber gebe dem Guru eine reichliche Ehrengabe.

yaśca cabhuṣayati śriśaṃ manujo vanamālāyā |
po'śnu te durlabhān kāmān sarvānevana śaṃśayaḥ || 67 ||

32.67 Wer den Herrn Śrīs mit einer Waldblumengirlande schmückt, erlangt nach der Quelle alle schwer erreichbaren Wünsche.

pretya lokān suvipulān svargādīn so'śnute'kṣayān |
śuddhajāmbūnadamayaṃ kirīṭaṃ maṇibhiścitam || 68 ||

32.68 Nach dem Tod genießt er die weiten, unvergänglichen Welten des Himmels und darüber hinaus. [Zur Krone:] Eine Krone aus reinem Gold und mit Edelsteinen besetzt

maṇinirmitam |
cetasā bhaktiyuktena yathārhaṃ madhuvidviṣaḥ |
kalaśaissaptadaśabhissnāpayitvā svavidyayā || 69 ||

32.69 bereite man für den Feind Madhus mit hingebungsvollem Herzen entsprechend seinen Möglichkeiten und bade sie mit siebzehn Krügen unter ihrer eigenen Formel.

bahuneha kimuktena |
śālibhāreṣu vinyasya veṣṭayitvā ca vāsasā |
ahatena punaḥ pumbho yajedāvāhya vidyayā || 70 ||

32.70 Man lege sie auf Reishaufen, umhülle sie mit unbenutztem Stoff und verehre sie nach der Herbeirufung mit der Formel im Krug.

juhuyācca caturthakṣu vidyayā ca svayā guruḥ |
spṛṣṭā ca śāntihomānte prabhāte kumbhavāriṇā || 71 ||

32.71 Der Guru opfere mit ihrer eigenen Formel in den vier Richtungen. Nach der Berührung am Ende des befriedenden Homa besprenge man sie am Morgen mit dem Krugwasser.

saṃprokṣya svena mantreṇa datvā ca gurudakṣiṇām |
prāpte muhūrte deveśamāsīnaṃ bhūpaviṣṭare || 72 ||

32.72 Man spreche dabei den eigenen Mantra und gebe die Guru-Ehrengabe. Zur günstigen Stunde setze man den Herrn der Götter auf einen königlichen beziehungsweise glückverheißenden Sitz.

bhadra |
snāpayedrājanaddevamārādyā kalpabhūṣaṇaiḥ |
brāhmaṇeṣu caturvedā nadhīyāneṣu sarvataḥ || 73 ||

32.73 Man bade den Gott wie einen König, verehre und schmücke ihn. Ringsum rezitieren Brahmanen die vier Veden,

nānāvidheṣu vādyeṣu caturdikṣu nadatsu ca |
vandāruṣu ca deveśaṃ stotrairuccāvacairbhṛśam || 74 ||

32.74 verschiedene Instrumente erklingen in den vier Richtungen, und Verehrer loben den Herrn der Götter mit mannigfaltigen Hymnen.

stuvastu bhaktinamreṣu śrībhūmisahitaṃ harim |
prastūyamāneṣvanyeṣu maṅgaleṣu samantataḥ || 75 ||

32.75 Sie preisen demütig und hingebungsvoll Hari gemeinsam mit Śrī und Bhū; ringsum werden weitere glückverheißende Handlungen vollzogen.

kuṇḍheṣu purato hutvā pūrvavatsamidādībhiḥ |
caturdikṣu ca turdvāri e kāgneḥ koṇataḥ sthite || 76 ||

32.76 In den vorderen Gruben opfere man wie zuvor Scheite und weitere Stoffe. Vier Feuer an den vier Richtungen beziehungsweise Eingängen und ein einzelnes Eckfeuer werden genannt; die Anordnung ist sprachlich beschädigt.

catvāra ekogniḥ koṇatasthitaḥ |
pañcopaniṣadairmantraiḥ kirīṭaṃ devamūrdhani |
āropayeyurācāryyāḥ mūrtipāśca vicakṣaṇāḥ || 77 ||

32.77 Mit den Pañcopaniṣad-Mantras setzen die Ācāryas und kundigen Gestalthüter die Krone auf das Haupt des Gottes.

muñceyuḥ puṣpavṛṣṭiṃ ca tūryaghoṣapurassaram |
mahadbhirucāraiśca guruṇā'bhyarcitaṃ harim || 78 ||

32.78 Unter Festmusik lasse man einen Blumenregen niedergehen. Hari wird vom Guru mit großen Verehrungsdiensten geehrt.

brāhmaṇebhyo dhanaṃ datvā sukhāsīnāṃ mahāsane |
yānamāropya hastyādi śvetacchatra virājitam || 79 ||

32.79 Nachdem man den Brahmanen Vermögen gegeben hat, lasse man ihn bequem auf dem großen Sitz Platz nehmen und auf ein Fahrzeug, etwa einen Elefanten, steigen, mit einem weißen Schirm geschmückt.

vījyamānaṃ ca gaureṇa cāmareṇa samantataḥ |
grāmaṃ pradakṣiṇaṃ nītvā mandire viniveśayet || 80 ||

32.80 Ringsum fächert man ihm mit weißen Yakschweifwedeln Luft zu. Nach einer Rechtsumrundung des Dorfes bringe man ihn ins Heiligtum zurück.

yaḥ kirīṭena deveśamākalphena prasādhayet |
trayāṇāmapi lokānāmādhipatyaṃ sa vindati || 81 ||

32.81 Wer den Herrn der Götter mit einer Krone schmückt, erlangt nach der Quelle Herrschaft über alle drei Welten.

lakṣmīśaṃ |
hārādibhirnūpurāntrairbhūṣaṇaistapanīyajaiḥ |
kṣāḷitairgandhato yena dvādaśākṣaravidyayā || 82 ||

32.82 Weitere goldene Schmuckstücke von Halsketten bis Fußreifen reinige man mit Duftwasser und dem Zwölfsilbenmantra.

dhānyarāśiṣu saṃsthāpya homaṃ ca samidādibhiḥ |
spṛṣṭvā kalpaṃ japenmantraṃ deśiko dvādaśākṣaram || 83 ||

32.83 Man lege sie auf Getreidehaufen und vollziehe den Homa mit Scheiten und den weiteren Stoffen. Der Lehrer berühre den Schmuck und rezitiere den Zwölfsilbenmantra.

smṛtvā mantram |
mūhūrte bhūṣayettena deveśaṃ vidyāyā tayā |
ye bhūṣayati deveśaṃ so'pi kāryān samaśnute || 84 ||

32.84 Zur günstigen Stunde schmücke er damit unter derselben Formel den Herrn der Götter. Wer ihn schmückt, erlangt nach der Quelle seine gewünschten Ziele.

paṃcāyudhamāna pratiṣṭhādi |
pañcāyudhānāṃ divyānāṃ pratiṣṭhā vakṣyate'dhunā |
cakrasya tāvatsarveṣu mukhyasya kamalāsana || 85 ||

32.85 Nun wird die Installation der fünf göttlichen Waffen erklärt. Zuerst die des Diskus, der unter allen den Vorrang hat, Lotusgeborener.

madhyeṣu |
vakṣyate sthāpanaṃ tasya yānaṃ rūpaṃ ca yādṛśam |
vistṛtaṃ hastamānena yadvā saptadaśāṅgulam || 86 ||

32.86 Seine Installation, sein Träger und seine Gestalt sollen beschrieben werden. Seine Breite kann einen Hasta oder siebzehn Aṅgula betragen,

tādṛśam |
aṣṭādaśāṅgulaṃ yadvā viṃśatyaṅgulameva vā |
caturdhaśāṅgulaṃ yadvā ṣoḍaśadvādaśāṅgulam || 87 ||

32.87 oder achtzehn, zwanzig, vierzehn, sechzehn beziehungsweise zwölf Aṅgula.

mūlabimbānanasamaṃ sahasrāraṃ samujvalam |
yadvā śatāramathavā caturviṃśatyarānvitam || 88 ||

32.88 Oder er entspricht dem Gesicht des Hauptbildes. Er strahlt mit tausend Speichen, oder er hat hundert beziehungsweise vierundzwanzig Speichen,

dvādaśāramathāṣṭhāramathavā ṣaḍaraṃ param |
sahasrajvālamathavā ṣaḍjvālaṃ nābhimaṇṭitam || 89 ||

32.89 zwölf, acht oder mindestens sechs. Er besitzt tausend Flammen oder sechs und eine geschmückte Nabe.

ṣaḍarāvaram |
saṃsthitaṃ gururīdṛśam || 94 ||

32.94 [Fragment nach einer Lücke:] Der Guru vergegenwärtige ihn so aufgestellt; die nähere Beschreibung ist nicht erhalten.

susthitaṃ guru |
caturdikṣu ca kuṇḍeṣu cakramantreṇa mūrtipāḥ |
juhuyussamidhāghāraṃ carubiḥ kamalāsana || 95 ||

32.95 In den Feuergruben der vier Richtungen sollen die Gestalthüter mit dem Diskus-Mantra Scheite, Ghee und gekochte Speise opfern, Lotusgeborener.

kuṇḍheṣvekatra puratastoraṇādīni pūrvavat |
arcayitvā tataścakraṃ śoṣayecchoṣaṇādibhiḥ || 96 ||

32.96 Oder man opfere in einer einzigen vorderen Grube. Nach der Verehrung von Torbögen und weiteren Ausstattungen wie zuvor unterziehe man den Diskus dem geistigen Austrocknen und den weiteren Reinigungen.

kuṇḍhe vai tatra purataḥ pratiṣṭhāpanamācāryaḥ svairmantrairanupūrvaśaḥ || 98 ||

32.98 [Fragment:] Der Ācārya vollziehe die Installation der Reihe nach mit den jeweils eigenen Mantras.

pratiṣṭhā sthāna |
gurave dakṣiṇā deyā daśaniṣkāvarā tataḥ |
paṃcāyudhāni nirmāya yaḥ sthāpayati mānavaḥ || 99 ||

32.99 Dem Guru gebe man eine Ehrengabe von mindestens zehn Niṣka. Wer die fünf Waffen anfertigt und installiert,

devāya |
sa viṣṭapatraye dīmān na bhibheti kutaścana |
bhuṅkai ca bhogān vistīrṇān yodate ca triviṣṭape || 100 ||

32.100 braucht als Verständiger nach der Quelle in den drei Welten nichts zu fürchten, genießt reiche Freuden und erfreut sich im Himmel.

bhūktvā ca bhogan vipulān ścaitatsārūpyamaśnute || 104 ||

32.104 [Fragment nach einer Lücke:] Nach reichen Genüssen erlangt er Gleichgestaltigkeit mit ihnen; eine Variante verheißt Vereinigung.

staissāyujya mavāpnuyāt |
vaina teyādi pratiṣṭhā |
vainateyapratiṣṭhāyāṃ viśeṣo vakṣyate'dhunā |
prācyāṃ juhvan bṛhatsāmnā tasyaṃ dhyāyedgurustataḥ || 105 ||

32.105 Nun wird die Besonderheit von Garuḍas Installation erklärt. Im Osten opfere der Guru mit dem Bṛhat-Sāman und meditiere über ihn.

huvet |
pratīcyāṃ garuḍaṃ kuṇḍhe dhyāyeddhomo rathantaraiḥ || 106 ||

32.106 In der westlichen Grube meditiere er über Garuḍa; der Homa erfolgt mit den Rathantara-Gesängen.

guruḥ |
tārkṣyadhyānamudīcīne gāyatryā ca svayā hutiḥ |
purastādupariṣṭā cca śubhaṃ karmayathāpuram || 107 ||

32.107 Im Norden meditiere er über Tārkṣya und opfere mit dessen eigener Gāyatrī. Die vorhergehenden und anschließenden heiligen Handlungen erfolgen wie zuvor.

siṣṭhaṃ |
sthāpako vainateyasya labhate tatsamīpatām |
ādityasya pratiṣṭhā ca vidhātavyā yathāpuram || 108 ||

32.108 Wer Garuḍa installiert, erlangt nach der Quelle seine Nähe. Auch die Installation Ādityas, der Sonne, soll wie zuvor geschehen.

viśeṣastūcyate kaścidyathāvadavadhāraya |
āvahanaṃ svagāyatryātayā kuṇḍheṣu cāhutiḥ || 109 ||

32.109 Einige Besonderheiten werden nun erklärt; höre aufmerksam: Die Herbeirufung geschieht mit seiner eigenen Gāyatrī, ebenso die Spenden in den Feuergruben.

ārādhanaṃ |
bibhrāḍityanuvā kena sāvitryā sthāpanaṃ tathā |
māryasya mūlamantreṇa kuṇbhatoyena secanam || 110 ||

32.110 Die Installation erfolgt mit dem Anuvāka „bibhrāṭ“ und der Sāvitrī, das Besprengen mit Krugwasser unter dem Grundmantra der Sonne.

sthāpakastasya talloke rājate muktakilbiṣaḥ |
brahmādīnāṃ ca sarvāsāṃ devatānāṃ yathāpuram || 111 ||

32.111 Wer ihn installiert, glänzt nach der Quelle frei von Verfehlungen in seiner Welt. Auch für Brahmā und alle anderen Gottheiten gilt das zuvor erklärte Verfahren.

svātantrye pāratantrye ca svairmantraiḥ sthāpanaṃ bhavet |
durgā ca mātarassapta yāḥ kāściddevatāstriyaḥ || 112 ||

32.112 Ob selbstständig oder als Begleiter verehrt, werden sie mit ihren eigenen Mantras installiert. Durgā, die sieben Mütter und alle sonstigen weiblichen Gottheiten

pratiṣṭhā tāsulakṣmīvanmantraissvaisvairviṃṣyate |
viṣvaksenotpatti sthāpanādi |
brahmā |
viṣvaksevasya bhagavan utphattiḥ kāraṇātkṛtaḥ |
sthāpanaṃ ca kathaṃ tasya kathyatāṃ yadyanugrahaḥ || 113 ||

32.113 werden wie Lakṣmī, jedoch mit ihren eigenen Mantras installiert. Brahmā fragte: Erhabener, wodurch entstand Viṣvaksena und wie wird er installiert? Erkläre dies, wenn du mir Gnade erweisen willst.

kāraṇaṃ tathā |
śrī bhāgavān |
dauvārikeṣu sarveṣu yaścaṇḍhaḥ prathamo bhavet |
sa devāsurayoryuddhe balī daṇḍhadharassvayam || 114 ||

32.114 Der erhabene Herr sprach: Caṇḍa, der erste unter allen Torhütern, kämpfte im Krieg zwischen Göttern und Asuras als starker Stabträger.

jaghāna daityān devārthamātmanā'bhi pracoditaḥ |
tasya tuṣṭoha madadāṃ matsvarūpasarūpatām || 115 ||

32.115 Von sich aus angetrieben erschlug er die Daityas zum Wohl der Götter. Zufrieden mit ihm verlieh ich ihm Gleichgestaltigkeit mit meiner eigenen Gestalt,

aiśvaryaṃ kumudādīnāṃ balaṃ cā'prativāritam |
viṣvassenasamākhyāṃ ca sarvasenādhipocitām || 116 ||

32.116 Herrschaft über Kumuda und die übrigen Begleiter, ungehinderte Stärke und den Namen Viṣvaksena, der dem Befehlshaber aller Heere entspricht.

naivedyasya caturthāṃśaṃ sarvasyopahṛtasya me |
caṇḍhasya ca padetyugramanyaṃ sthāpita vānaham || 117 ||

32.117 Auch ein Viertel aller mir dargebrachten Speisen gab ich ihm. An Caṇḍas Stelle setzte ich einen anderen, Ugra genannten Wächter.

vānpunaḥ |
itthaṃ brahman tadutphattiḥ stāpyaśca mama sannidhau |
sthāpanaṃ ca svamantreṇa tasyeṣṭaṃ yadvadātmanaḥ || 118 ||

32.118 So ist seine Entstehung, Brahmā. Er soll in meiner Nähe aufgestellt werden. Seine Installation erfolgt mit seinem eigenen Mantra entsprechend meiner eigenen.

dakṣiṇā gurave deyā sthāpakasya phalaṃ tathā |
pratikāyaṃ ca bhaktānāṃ kṛtvā sthāpanamācaret || 119 ||

32.119 Dem Guru ist eine Ehrengabe zu geben; ebenso entspricht die Frucht für den Stifter der zuvor genannten. Auch von Verehrern fertige man Darstellungen an und installiere sie.

svatantraṃ vā'nyatantraṃ vā yathālābhaṃ śilādibhiḥ |
kṛtāñjalipuṭaṃ saumyaṃ sthitamāsīnameva vā || 120 ||

32.120 Selbstständig oder einem Heiligtum zugeordnet, aus verfügbarem Stein oder anderem Material, seien sie freundlich dargestellt, stehend oder sitzend, mit zusammengelegten Händen.

svāmitantraṃ vā |
yathāvarṇaṃ yathārūpaṃ yathācāśramadharmiṇām |
yathāpayorūpadharaṃ padmapiṭhe pratiṣṭhitam || 121 ||

32.121 Die Darstellung entspreche der sozialen Zugehörigkeit, dem Aussehen, dem Lebensstand und dem Alter der Person; sie steht auf einem Lotussockel.

kṛtalakṣaṇasampannaṃ śilpibhissuparīkṣitam |
yadvā karmānurūpeṇa pratikāyaṃ prakalphayet || 122 ||

32.122 Sie soll die geforderten Merkmale besitzen und von Handwerkern sorgfältig geprüft sein. Oder man gestalte sie entsprechend der Tätigkeit der dargestellten Person.

sthāpayedaṅgu rānādāvarpayitvā śubhe dine |
ayugmāḥ pālikāḥ kāryāśśarāvaghaṭavarjitāḥ || 123 ||

32.123 An einem günstigen Tag installiere man sie nach vorausgehender Keimlingsgabe. Die Keimschalen seien ungerade an Zahl; die Śarāva- und Ghaṭa-Gefäßformen werden hierfür ausgeschlossen.

adhivāsanamārabhya pūrvavatkarmapaddatiḥ |
upacārastathā homaḥ kumbhayāgaśca secanam || 124 ||

32.124 Vom Adhivāsa an gilt die Handlungsfolge wie zuvor: Verehrungsdienste, Homa, Krugverehrung und Besprengen.

pareṇa brahmaṇā kāryaṃ mantraiścānyainsupūjitaiḥ |
toraṇādīnyajotpūrvaṃ na vedikalasānapi || 125 ||

32.125 Man vollziehe sie mit der höchsten Brahman-Formel und anderen bewährten Mantras. Die Torbögen und weiteren Teile verehre man zuvor, nicht aber die Altarkrüge; die Verneinung steht ausdrücklich in der Vorlage.

muhūrte prokṣayetkumbhavāriṇā deśikottamaḥ |
svatantre mandiraṃ kalpyaṃ siṃhadiṅgūrtivarjitam || 126 ||

32.126 Zur günstigen Stunde besprenge der beste Lehrer mit Krugwasser. Bei einem selbstständigen Heiligtum errichte man den Bau ohne Löwen und Richtungsgestalten.

dakṣigurośca pratimāṃ sthāpayenmantra siddhaye |
dīkṣiṇā gurave deyā tarpaṇīyāśca bhūsurāḥ || 127 ||

32.127 Zur Vollendung des Mantras stelle man auch ein Bild des Gurus auf; das vorangestellte „dakṣi“ ist beschädigt. Dem Guru gebe man eine Ehrengabe und stelle die Brahmanen zufrieden.

āvarjanīyaṃ sarvatra dhanairbrāhmaṇatoṣaṇam |
ghaṇyāhavācanaṃ vipraissvādhyāyādhyāyanaṃ tathā || 128 ||

32.128 Überall sind das Zufriedenstellen der Brahmanen durch Gaben, der Puṇyāha-Ausruf durch Brahmanen sowie die eigene Rezitation und das Studium zu beachten. Das einleitende Wort ist beschädigt, der Zusammenhang behandelt die erforderlichen Bestandteile.

dakṣiṇā ca guro rgurvī yajamānadhanocitā |
etairyathoditairyuktaṃ hīnamanyena dūṣyati || 129 ||

32.129 Auch eine angemessene große Guru-Ehrengabe entsprechend dem Vermögen des Auftraggebers gehört dazu. Die anschließende Aussage über das Fehlen anderer Bestandteile ist beschädigt; eine sichere Regel über die Zulässigkeit solcher Auslassungen wird daraus nicht abgeleitet.

toraṇādyairyajetpūrvaṃ na vedikalaśāṣṭakaṃ cārcanaṃ teṣāṃ upacāraiḥ pṛthagvidhaiḥ || 130 ||

32.130 [Fragment mit Variantenrest zu Torbögen und den acht Altarkrügen:] Auch ihre Verehrung durch verschiedenartige Dienste ist auszuführen.

cārcayeddhamān |
kartavyamutsavaṃ cā'pi dhvajārohaṇavarjitam |
naparomo na bali stīrdhaṃ svātantryai vidhirīdṛśaḥ || 131 ||

32.131 Man veranstalte ein Fest ohne Fahnenhissen. Pāra-Homa, Bali und Tīrtha-Bad werden ausgeschlossen; der erste Ritualname ist beschädigt geschrieben. So gilt das Verfahren beim selbstständigen Verehrerheiligtum.

pāratantryetu bhaktāvā mutsavaḥ kamalāsana |
devasyotsavamadhye ca prakrānā vā'tha nirmite || 132 ||

32.132 Bei einem dem Gottesheiligtum zugeordneten Verehrerbild vollziehe man dessen Fest während des Gottesfestes oder zu einem eigens festgelegten Zeitpunkt, Lotusgeborener.

niścite |
tasmin kāryokṛte tasmin prīyate hi janārdhanaḥ |
rājño rāṣṭrasya sarvasya brāhmaṇānāṃ gavāmapi || 133 ||

32.133 Wenn dieses Werk dort vollzogen wird, freut sich Janārdana. Für den König, das ganze Land, die Brahmanen und auch die Kühe

jāyite bhuyasi sampadutsave vihite sati |
iti brahman kriyāssarvāḥ kathitāḥ pṛcchatastava || 134 ||

32.134 entsteht durch das Fest reiches Gedeihen. So habe ich dir, Brahmā, auf deine Fragen alle rituellen Handlungen erklärt.

dayayā parayā bhūyaḥ kimanyacchrotumicchasi |
saṃvartaḥ |
mahopaniṣadaṃ śāstraṃ caturveda samanvitam |
saṃkṣipya ca śatādhyāyātpadmena kapilācchrutaṃ || 135 ||

32.135 Aus höchstem Mitgefühl geschah dies. Was möchtest du noch hören? Saṃvarta sprach: Dieses Lehrwerk der großen Upaniṣad, mit den vier Veden verbunden, wurde aus hundert Kapiteln zusammengefasst; Padma hörte es von Kapila.

tadeva kaṇvassaṃkṣipya śriddadhānasya te mayā |
dvātriṃśadadhyāyayutaṃ śubhaṃ vai sāravattaram || 136 ||

32.136 Kaṇva fasste es wiederum zusammen. Ich habe es dir, der du Vertrauen besitzt, in dieser heilsamen, besonders gehaltvollen Gestalt von zweiunddreißig Kapiteln erklärt.

padmāt śrutamidaṃ śāstraṃ tathā padmāhvayaṃ matam |
kathitam 61. padmoditatayā śāstramidaṃ pādmudāhṛtaṃ |
idaṃ ca deyaṃ paramaṃ rahasyamanasūyave || 137 ||

32.137 Weil diese Lehre von Padma gehört wurde, heißt sie Pādma; die Variante begründet den Namen damit, dass Padma sie ausgesprochen hat. Dieses höchste Geheimnis soll einem Menschen ohne Missgunst gegeben werden,

śraddadhānāya bhaktāya śucaye dīkṣitāya ca |
brahmaṇāya prapannāya śrotriyāya ca dhīmate || 138 ||

32.138 einem vertrauenden, hingebungsvollen, reinen und eingeweihten Menschen, einem schutzsuchenden, vedagelehrten und verständigen Brahmanen,

yadvā jyeṣṭhāya putrāya na vidyamaraye vadet |
namo brahmaṇya devāya śridharāyāvyayātmane |
ṛgyajussāmarupāya śatarūpāya viṣṇave || 139 ||

32.139 oder dem ältesten Sohn. Man soll die Lehre keinem Gegner mitteilen. „Verehrung dem Gott, der die Brahmanen schützt, Śrīdhara, dessen Selbst unvergänglich ist, Viṣṇu, der Ṛg-, Yajur- und Sāmaveda verkörpert und hundert Gestalten besitzt.“

Eine Gebetskette begleitet die regelmäßige Mantrawiederholung; ihrer Weihe gilt Kriyāpāda 31.

Der Kriyāpāda in einfachen Worten

Die Weihe beginnt beim Menschen

Der zweite Teil setzt bei dem Menschen ein, der die Weihe leitet. Der Ācārya soll die Lehre und ihre Handlungen kennen und sich selbst vorbereiten. Die Installation wird nicht als beliebig austauschbare Zeremonie behandelt. Sie verlangt Aufmerksamkeit, Übung und die Fähigkeit, äußere Handlungen mit innerer Vergegenwärtigung zu verbinden.

Auch die Keimung gehört zur Vorbereitung. Samen werden in Gefäßen zum Wachsen gebracht; der bevorstehende Ritus steht damit in einem sichtbaren Zusammenhang mit Entstehen und Gedeihen. Die Quelle ordnet Gefäße, Zeiten und Handlungen genau. Eine heutige Leserin kann darin die Aufmerksamkeit für einen Anfang erkennen, sollte aber diese Deutung von den konkreten Vorschriften unterscheiden.

Die Halle, die Feuergruben und die Geräte werden eingerichtet. Menschen arbeiten zusammen, und der Auftraggeber stellt die erforderlichen Mittel bereit. Schon diese Vorbereitung zeigt, dass die Weihe mehrere Ebenen hat: materielle Voraussetzungen, rituelle Kenntnisse, die Beteiligung einer Gemeinschaft und die innere Sammlung der Ausführenden.

Wie kann der Allgegenwärtige in einem Bild wohnen?

Kapitel 26 stellt eine grundlegende Frage: Wenn Hari überall gegenwärtig ist, was bedeutet dann seine besondere Gegenwart im Kultbild? Die Antwort benutzt das Bild des Feuers. Feuer ist im Holz verborgen und tritt durch ein bestimmtes Verfahren hervor. Entsprechend wird die besondere Gegenwart des Gottes durch Mantra und die Tätigkeit des kundigen Lehrers erschlossen.

Das Bild will nicht sagen, dass Gott zuvor abwesend gewesen sei. Es unterscheidet vielmehr die allgemeine Gegenwart von ihrer besonderen kultischen Erscheinung. Ein Ort wird zum Ort bewusster Begegnung. Die Weihe schafft nach dieser Sicht nicht den Gott; sie ordnet die Bedingungen seiner Verehrung im Bild.

Dieser Gedanke hilft, die nachfolgenden Handlungen zu lesen. Reinigung, Wasser-Adhivāsa, Augenöffnung und Herbeirufung sind Schritte eines zusammenhängenden Vorgangs. Sie sollen den Gegenstand aus der bloßen Verwendung heraus in die besondere Beziehung der Verehrung führen. Die Quelle behandelt diesen Übergang mit großer Sorgfalt.

Wasser, Augenöffnung und Ruhe

Der Adhivāsa im Wasser bereitet das Bild auf die Installation vor. Die Wahl des Wassers, die Begleitung und die Dauer werden geregelt. Nicht jedes Bild kann unmittelbar in Wasser gelegt werden. Für solche Fälle kennt der Text stellvertretende Verfahren mit Spiegelbild und Darbha-Bündel. Das bewahrt die rituelle Verbindung, ohne die Eigenart des Materials zu übergehen.

Die Augenöffnung macht den Übergang besonders anschaulich. Das Bild wird enthüllt; Honig, Ghee, Getreide und weitere glückverheißende Erscheinungen werden ihm gezeigt. Der Ritus behandelt das Bild als Gegenüber. Das ist mehr als ein dekorativer Abschluss des Handwerks. Die Gestalt wird in eine Beziehung des Sehens und Gesehenwerdens aufgenommen.

Danach erhält sie ein bereitetes Ruhelager. Stoffe, Kissen, Blumen und Düfte bilden einen sorgfältigen Empfang. Musik und Rezitation begleiten ihn. In solchen Einzelheiten zeigt sich eine gastliche Seite des Kultes: Der Gott wird willkommen geheißen, gebadet, bekleidet und gebettet.

Für heutige Leser kann die Sprache dieser Handlungen eine Hilfe sein, Hingabe konkreter zu verstehen. Sie richtet sich auf ein Gegenüber und drückt sich in Aufmerksamkeit aus. Das bedeutet nicht, dass die beschriebenen Weihehandlungen ohne Ausbildung als persönliche Übungen nachgestellt werden sollen. Ihre innere Qualität lässt sich betrachten, während ihre historische Form als solche bestehen bleibt.

Die Welt im göttlichen Körper

Kapitel 27 weitet die Perspektive durch den Nyāsa. Der Lehrer nimmt die zusammengesetzte Gestalt geistig zurück und entfaltet sie in der Schöpfungsfolge neu. Wirklichkeitsprinzipien, Sinnesvermögen, Elemente und Laute werden bestimmten Bereichen zugeordnet. Das Bild erscheint als geordneter Ausdruck der Wirklichkeit.

Dann treten Sterne, Zeit, Veden, Gottheiten, Opfer und Welten hinzu. Die gesamte bewegliche und unbewegliche Welt wird in den göttlichen Körper hineingenommen. Sonne und Mond werden seinen Augen zugeordnet, die Wolken seinen Haaren und die Sterne seinem Schmuck. Die Mitte der Verehrung öffnet sich auf den Kosmos.

Diese Bildsprache verbindet die körperliche Gestalt mit einer umfassenden Sicht. Der Verehrer soll nicht bei der materiellen Oberfläche stehen bleiben. Zugleich bleibt der materielle Körper des Bildes wichtig, denn gerade in ihm wird die größere Ordnung vergegenwärtigt. Form und Bedeutung werden miteinander verbunden.

Die überlieferten Buchstabenfolgen sind stellenweise beschädigt. Darum bietet die Übersetzung dort keine scheinbar vollständige Anleitung, die fehlende Laute eigenmächtig ergänzt. Der lesbare Grundgedanke ist dennoch deutlich: Die Weihe sammelt die Vielheit in einer Gestalt und richtet die Aufmerksamkeit auf ihre göttliche Einheit.

Die Bitte um Gegenwart

Bei der Installation in Kapitel 28 meditiert der Lehrer über den ungeborenen, friedvollen, strahlenden Vāsudeva, über Bewusstsein und höchste Seligkeit. Der Gott wird als jenseits begrenzter Sinnesorgane beschrieben und zugleich als überall sehend und wirkend. Der kultische Vorgang steht so im Zusammenhang einer umfassenden Gottesvorstellung.

Die Kraft des großen Kruges und der weiteren vorbereitenden Träger wird mit dem Bild verbunden. Anschließend bittet der Guru gemeinsam mit dem Auftraggeber: Der Gott möge an dem mit Vertrauen bereiteten Ort lange gegenwärtig sein und die Verehrung annehmen. Dorf, Land und Menschen werden ausdrücklich in die Bitte um Gedeihen, Zufriedenheit und den höchsten Weg eingeschlossen.

Die Hingabe wird auch als Selbstübergabe ausgesprochen. Ein besonders einprägsames Bild vergleicht den Schutz Gottes mit der Erde: Wer auf ihr ausgleitet, findet gerade auf ihr wieder Halt. Eine Variante bezieht dies auf Menschen, die sich gegen Gott verfehlt haben. Die Bitte trägt damit nicht nur Zuversicht, sondern auch das Wissen um menschliches Scheitern.

Der Text verbindet solche Gebete mit konkreten Verpflichtungen. Die einmal eingerichtete Ausstattung soll erhalten werden. Die Menschen, die vom Heiligtum leben, sollen versorgt und nicht bedrängt werden. Die Gegenwart des Gottes wird also nicht allein im Augenblick einer großen Feier gesucht; sie verlangt auch einen tragfähigen fortdauernden Dienst.

Gestaltvielfalt und Fest

Die Besonderheiten der Avatāras werden durch eigene Anrufungen sichtbar. Der Fisch schützt die Veden, die Schildkröte trägt den Berg, der Eber hebt die Erde, Nṛsiṃha offenbart Schutz für die Zufluchtsuchenden. Die Gebete verbinden Gestalt und Erzählung. Sie sprechen den Gott in einer bestimmten Weise seines Wirkens an.

Die Göttinnen erhalten ebenfalls eigene Verfahren. Das Werk unterscheidet ihre gemeinsame Verehrung mit dem Gott von selbstständigen Heiligtümern. Eine solche Unterscheidung lässt sich nicht durch ein einziges allgemeines Ritual ersetzen. Die Quelle entfaltet verschiedene kultische Beziehungen und ordnet sie jeweils eigens.

Die Hochzeit von Gott und Göttinnen macht die festliche Seite dieser Beziehungen sichtbar. Keimung, Gewänder, Gaben, Feuerhandlungen, Umzüge und Bewirtung bilden eine mehrtägige Feier. Die Gemeinschaft nimmt daran teil. Die genaue Reihenfolge sorgt dafür, dass auch bei mehreren Göttinnen jede Handlung ihren bestimmten Bezug behält.

Das ganze Umfeld wird einbezogen

Kapitel 30 weitet die Weihe auf Hallen, Umfassungen, Bali-Sockel, Küchen und Wasseranlagen aus. Der Tempel besteht nicht nur aus dem innersten Raum. Er braucht Orte der Versammlung, der Speisezubereitung, der Versorgung und der Übergabe von Gaben. Diese Einrichtungen erhalten ebenfalls eine religiöse Bedeutung.

Die Küche zeigt besonders anschaulich, wie eng Gottesdienst und wiederkehrende Arbeit zusammengehören. Feuer wird eingerichtet, Geräte werden gereinigt, Speisen werden gekocht. Der Dienst an der göttlichen Mitte braucht eine verlässliche praktische Grundlage. Auch Wasseranlagen werden in den Zusammenhang der Weihe aufgenommen.

Die komplizierten Sockelmaße dieses Kapitels sind nicht überall sicher überliefert. Einige Passagen nennen sogar Begriffe aus einem Śaiva-Zusammenhang. Die Ausgabe bewahrt diese Besonderheiten, ohne daraus eine neue Entstehungsgeschichte des Textes zu behaupten. Für die verständliche Gesamtlektüre genügt hier zunächst die Einsicht, dass verschiedene Bau- und Ritualtraditionen im erhaltenen Wortlaut Spuren hinterlassen haben können; eine genauere historische Erklärung wäre gesondert zu belegen.

Glocke und Gebetskette

Kapitel 31 behandelt Gegenstände, die vielen heutigen Verehrern vertraut sind. Die Glocke begleitet die Handlungen und soll die göttliche Gegenwart unterstützen. Ihre Weihe macht deutlich, dass auch ein kleines Gerät nicht gleichgültig behandelt wird. Es erhält seinen Ort im geordneten Vollzug.

Die Gebetskette wird gereinigt, gefädelt, geweiht und vom Guru übergeben. Der Lehrer vergegenwärtigt die höchste vaiṣṇavische Kraft im Herzen und ruft sie in die Kette. Das Gebet bittet ausdrücklich um Gegenwart zum Wohl der Verehrer. Die Kette wird dadurch zum Träger einer bestimmten anvertrauten Praxis.

Die Quelle schreibt vor, mit ihr den vom Guru eingesetzten Mantra zu zählen. Sie versteht die Kette also nicht als beliebiges Zählgerät für wechselnde Zwecke. Auch die verschiedenen Stoffwirkungen werden beschrieben, darunter magische und schädigende Verwendungen. Diese Behauptungen gehören zur historischen Quelle und werden nicht als heutige Wirkungsgarantien übernommen.

Für eine heutige Japa-Praxis kann die Passage die Sorgfalt im Umgang mit dem eigenen Übungsgegenstand anregen. Ein bewusst gewählter Platz, regelmäßige Übung und Respekt vor der erhaltenen Unterweisung können die Sammlung unterstützen. Diese Anregung bleibt von der vollständigen historischen Kettenweihe unterschieden.

Der Tempel im Haus

Das Schlusskapitel führt zur Hausverehrung. Die verschiedenen Materialien, Bildgrößen und Formen werden beschrieben. Dabei enthält die Vorlage widersprüchliche Aussagen: Stein- und Holzbilder werden zunächst abgelehnt und später ausdrücklich zugelassen. Die Übersetzung lässt diesen Befund stehen. Sie macht daraus keine künstlich einheitliche Regel.

Besonders klar ist die Bitte des Hausverehrers: Der Gott möge die nach Kräften dargebrachte Verehrung annehmen, auch wenn sie unvollkommen ist. Die Familie und ihre Fortdauer werden in die Bitte eingeschlossen. Die Haltung verbindet Verbindlichkeit mit dem Eingeständnis begrenzter Möglichkeiten.

Auch der Unterschied zwischen Haus und Tempel wird ausgesprochen: Viṣṇu im Haus nährt die Familie, Hari im Tempel die ganze Welt. Diese Gegenüberstellung gibt der häuslichen Praxis einen eigenen Wert und öffnet zugleich den Blick für die öffentliche, gemeinschaftliche Verehrung.

Schmuck, göttliche Waffen und Begleiter beschließen den Kriyāpāda. Der Dienst gilt schließlich auch den Bildern von Verehrern und Lehrenden. Das Heiligtum bewahrt damit die Erinnerung an Menschen, die zur Tradition gehören. Die letzte Belehrung führt zurück zur Weitergabe des Wissens an geeignete, vertrauende Empfänger.

Spirituelle Bedeutung für Yoga-Aspiranten

Der zweite Teil verbindet äußeren Vollzug und innere Sammlung besonders eng. Er zeigt, wie dieselbe Handlung mit einer materiellen Gabe, einem Mantra, einer Meditation und einer Bitte verbunden werden kann. Für heutige Yoga-Aspiranten liegt darin eine Anregung, die eigene Praxis mit bewusster Absicht auszuführen.

Vor einer Meditation kann man sich sammeln und die Übung einem heilsamen Anliegen widmen. Nach der Übung kann man die Begrenztheit des eigenen Bemühens anerkennen, ohne es geringzuschätzen. Das Gebet der Hausverehrung, die unvollkommene Gabe möge angenommen werden, bietet dafür einen besonders zugänglichen Bezugspunkt.

Ebenso wichtig ist die Verantwortung für den Alltag. Die Quelle fordert, die Menschen im Tempeldienst nicht zu bedrängen. Eine heutige Übertragung fragt daher auch, wie eine spirituelle Gemeinschaft mit Arbeit, Versorgung und Anerkennung umgeht. Hingabe gewinnt Tiefe, wenn die Feier und der fortdauernde Dienst zusammenstimmen.


Weiterlesen und Praxis

Bau, Bilder und Ausstattung · Caryāpāda: fortdauernde Lebens- und Kultpraxis · Ausgewählte Gebete und Lehren

Bhakti Yoga

27.10.2026 - 27.10.2026 Mantra-Konzert mit Shamana OM

Konzert mit Shamana OM
Shamana OM
31.10.2026 - 31.10.2026 Mantra-Konzert mit Gruppe Mudita

Konzert mit der Gruppe Mudita
Gruppe Mudita

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Im Gespräch mit anderen Tantra-Schriften

Für Einweihung, innere Vorbereitung und Verehrung bietet die Jayakhya Samhita einen verwandten Pāñcarātra-Zusammenhang. Kamika Agama und Ajita Agama erschließen Weihe und fortdauernden Tempeldienst aus der Verehrung Śivas. Das Mahanirvana Tantra regt zum Vergleich von äußerer und innerer Darbringung an. Besonders fruchtbar ist die Frage, welche Haltung eine Handlung trägt: Kenntnis, Sorgfalt, Hingabe und das Bewusstsein der eigenen Begrenztheit erhalten je nach Werk unterschiedliche Akzente.

Siehe auch

Die Padma Samhita lesen: Werküberblick · Yogapāda · Jñānapāda · Kriyāpāda 1–23 · Kriyāpāda 24–32 · Caryāpāda 1–28 · Caryāpāda 29–33 · Kriyāpāda in Devanagari · Caryāpāda in Devanagari · 108 Lesestellen und Mantras.

Veröffentlichte Tantra- und Āgama-Artikel zum Weiterstudieren:

Die Bezüge erläutern gemeinsame Fragen und unterschiedliche Antworten. Sie setzen weder dieselbe Ritualordnung noch eine nachgewiesene historische Abhängigkeit voraus.


Mit aufrichtigem Herzen darbringen

Die Bitte der Hausverehrung hat Raum für das Unvollkommene: Möge die Gabe angenommen werden, die nach Kräften bereitet wurde. Du darfst sorgfältig üben und zugleich deine Grenzen anerkennen. Widme eine Handlung bewusst, verweile nach der Verehrung einen Moment in Stille und trage die gewonnene Freundlichkeit in den Alltag. So verbindet sich die Hingabe am Altar mit dem Dienst am Leben.

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