Nitya Shraddha – tägliche Ahnenbewirtung für die verstorbene Mutter
Nitya Shraddha – tägliche Ahnenbewirtung für die verstorbene Mutter ist eine tägliche Form des Shraddha, in der ein Kind seine verstorbene Mutter wie einen willkommenen Gast ehrt: mit einem bereiteten Platz, Wasser, duftenden Gaben und einer Mahlzeit. Die Erinnerung bleibt dabei nicht stumm; das Kind nennt seine Mutter ausdrücklich, bittet um ihre Sättigung und stellt die Beziehung unter den Schutz Vishnus. Diese Anleitung führt die im Shraddha Prayoga Sangraha enthaltene Einzelverehrung der Mutter aus. Nach der Speisegabe weiten Purusha Sukta und Trisuparna den Blick auf das Leben als göttliches Ganzes; eine Gabe an einen Brahmanen und das Gebet um eigene Freigebigkeit beschließen die Feier. Sie kann zuhause von einem eingewiesenen Angehörigen geleitet werden, gegebenenfalls mit priesterlicher Unterstützung.

Einordnung und Vorbereitung
Anlass, Tradition und Rollen
Nitya Shraddha bedeutet tägliche Ahnenverehrung. Es ist nicht auf den Todestag oder Pitri Paksha beschränkt. Das hier verwendete Handbuch von Sri Rama Ramanuja Acharya enthält Smarta- und Vaishnava-Prayogas; die gewählte Folge beginnt und endet ausdrücklich bei Vishnu. Eine genaue Uhrzeit schreibt das Nitya-Kapitel nicht vor. Als praktische häusliche Einordnung bereite die Feier so vor, dass eine frische Mahlzeit tatsächlich dargebracht und anschließend angemessen verwendet werden kann.
Die ausführende Person ist der Karta, der verantwortliche Angehörige. Das Handbuch ermutigt zur kundigen eigenen Durchführung und nennt auch Tochter, Ehefrau und andere Angehörige als mögliche Ausführende; Familienregeln und persönliche Zuständigkeit sind vorab zu klären. Für die hier gewählte Mutterfassung ist der Tod der Mutter Voraussetzung; ein noch lebender Vater schließt nach der Einleitung des Handbuchs die Verehrung der Mutter nicht aus. Ein Brahmane empfängt die Dakshina am Schluss. Falls dieselbe Person als Priester anleitet und die Gabe empfängt, werden beide Rollen vor Beginn vereinbart. Eine bloße Spende ohne Empfänger wird nicht als bereits vollzogene Übergabe ausgegeben.
Eine bestimmte Hauptfassung
Das Kapitel bietet eigene Formeln für Vater, Mutter und zwei Ahnenlinien. Hier gilt durchgehend die Mutterfassung; die allgemeine Ahnenbetrachtung und die gemeinsamen Gastgaben bleiben erhalten. Sie wird nicht während der Durchführung in eine jährliche Feier oder ein Parvana Shraddha mit mehreren Reisbällchen umgewandelt. Die vedischen Texte können von einem geübten Rezitierenden gesprochen werden, während der Karta die Gaben darbringt. In der Anleitung und den Anhängen steht gut lesbares IAST ohne vedische Tonzeichen; die traditionelle Akzentrezitation setzt entsprechende Einweisung voraus.
Vor Beginn bereitlegen
- Reiner Sitz mit Blick nach Osten; rechts davon ein Ahnenplatz mit drei Palasha-Blättern. Wo die Blätter nicht erhältlich sind, sind drei saubere kleine Blatt- oder Keramikunterlagen eine heutige praktische Alternative.
- Ein größeres Wassergefäß auf einem kleinen Haufen Reis; vier kleine Gefäße und ein Löffel. Das Kapitel benennt die Funktion der vier Gefäße nicht einzeln. Als praktische Einteilung dienen sie hier für reines Trinkwasser, Handlungswasser, Sesamwasser und aufgefangenes Wasser; Speise und Ghee erhalten eigene kleine Schälchen.
- Frisches Trinkwasser, schwarzer Sesam, Darbha-Gras, ungebrochene Reiskörner (Akshata), Sandelpaste, Kumkum, ein milder Duftstoff, Blumen und Tulasi-Blätter.
- Eine standfeste Schutzlampe, eine bewegliche Lampe zum Zeigen, Räucherwerk samt Halter, Früchte, ein kleines reines Tuch und eine Betelgabe. Eine Betelblattgabe mit Kardamom statt Arekanuss ist eine heutige praktische Alternative; sie wird als Gastgabe niedergelegt.
- Eine frisch zubereitete vegetarische Mahlzeit mit Beigaben, ein eigener Becher Trinkwasser und Ghee (bzw. Pflanzenöl), angerichtet auf einem Teller; ein niedriger Hocker oder kleines Tischchen. Pflanzenöl ist eine heutige Alternative zur im Mantra genannten Opferbutter.
- Eine vorbereitete Dakshina für den benannten Brahmanen. Betrag oder konkrete Gabe legt dieses Kapitel nicht fest.
- Für eine ausführende Frau zusätzlich ein sauberes Baumwolltuch zum Umlegen in Schritt 7; dieses bleibt vom kleinen Tuch für die Gewandgabe getrennt.
Persönliche Angaben vorbereiten
Die Winkelklammern in den Formeln markieren ausschließlich Angaben, die vor dem Ritual eingesetzt werden: eigenes Gotra und eigener Name, Gotra der Mutter und ihr Name im Genitiv sowie Gotra und Name des Gabeempfängers im Dativ. Sie sind keine ausgelassenen Mantrateile. Lass diese Formen bei Bedarf vom Ritualkundigen vorbereiten. Beispiel für den Mutterbezug: „kaśyapa gotrasya sītādevyāḥ mama mātuḥ“ bezeichnet die eigene Mutter Sitadevi aus dem Kashyapa-Gotra. Dieses Beispiel benennt keine tatsächlich zu verehrende Person; sprich deine vorbereiteten persönlichen Angaben. Ist ein Familiengotra unbekannt, ist vorab eine Regel der eigenen Familientradition zu wählen. Die spezielle Ersatzregel aus Raos Samanya Tarpana wird nicht in dieses Handbuch übertragen.
Im Handbuch steht nach dem Namen der Mutter zusätzlich eine optionale Angabe des Jahres seit ihrem Tod. Sie ist für die hier gewählte tägliche Folge nicht eingesetzt. Ebenso wird die im Vorsatz abgekürzte Kalenderstelle durch das eigene Datum in der gesprochenen Sprache ergänzt. Beide Entscheidungen sind vor Beginn getroffen und ändern nicht den Empfänger der Verehrung.
Durchführung
1. Nach Osten sitzen und Achamana ausführen
Sitze vor den vorbereiteten Gaben nach Osten. Trage den heiligen Faden, sofern vorhanden, zunächst über der linken Schulter (Savya). Gib mit einem Löffel je eine kleine Menge Trinkwasser in die rechte Handfläche, sprich einen Namen und trinke die Gabe von der Daumenwurzel. Wiederhole dies für alle drei Namen. Diese Drei-Namen-Form des Achamana wird im selben Handbuch ausgeschrieben; reinige danach Hände und Mund.
acyutāya namaḥ |
anantāya namaḥ |
govindāya namaḥ |
Übersetzung: Verehrung Achyuta, dem Unwandelbaren. Verehrung Ananta, dem Unendlichen. Verehrung Govinda.
2. Vishnu als inneres Selbst erinnern
Vergegenwärtige dir Vishnu als die Gegenwart, die Lebende und Verstorbene umfasst.
eko viṣṇur mahad bhūtaṃ pṛthak bhūtāny anekaśaḥ |
trīn lokān vyāpya bhūtātmā bhuṅkte viśvabhug avyayaḥ ||
Übersetzung: Vishnu, der Eine, ist das große Sein und erscheint in den vielen einzelnen Wesen. Er durchdringt die drei Welten; als Selbst der Wesen erfährt der Unvergängliche, der das All erfährt, alles.
3. Die Schutzlampe entzünden – Raksha Dipa Sthapana
Entzünde die standfeste Lampe. Sie bleibt bis zum Ende der Verehrung brennen. Sprich zur Lampe und anschließend zu Govinda.
bho dīpa brahma rūpas tvaṃ karma-sākṣī hy avighna-kṛt |
yāvat karma samāptiḥ syāt tāvat tvaṃ susthiro bhava ||
Übersetzung: O Licht, du bist die Gestalt Brahmans, Zeuge der Handlung und Beseitiger ihrer Hindernisse. Bis die Handlung beendet ist, bleibe stetig.
namo brahmaṇya devāya go-brāhmaṇa hitāya ca |
jagad-hitāya kṛṣṇāya govindāya namo namaḥ ||
Übersetzung: Verehrung dem Gott, der dem heiligen Wissen zugewandt ist, der den Kühen und Brahmanen wohlgesinnt ist. Wiederholt Verehrung Krishna Govinda, dem Wohltäter der Welt.
namo namaste govinda purāṇa puruṣottama |
idaṃ śrāddhaṃ hṛṣīkeśa rakṣatāṃ sarvato diśaḥ ||
Übersetzung: Wieder und wieder Verehrung dir, Govinda, ursprünglicher höchster Purusha. Hrishikesha, möge dieses Shraddha aus allen Richtungen geschützt sein.
4. Das Handlungswasser bereiten – Karma Patra Sadhana
Stelle das mit reinem Wasser gefüllte Gefäß auf einen kleinen Reishaufen. Gib etwas Duftstoff und eine Blume hinein; zeichne außen an vier Seiten je ein Zeichen mit Sandelpaste und Kumkum. Bedecke die Öffnung mit der rechten Hand. Dies ist die im Handbuch ausdrücklich angebotene Handhaltung; eine zusätzliche Mudra ist dafür nicht erforderlich.
gaṅge ca yamune caiva godāvarī sarasvatī |
narmade sindhu kāveri jale'smin sannidhiṃ kuru ||
Übersetzung: Ganga, Yamuna, Godavari, Sarasvati, Narmada, Sindhu und Kaveri: Seid in diesem Wasser gegenwärtig.
puṣkarādyāni tīrthāni gaṅgādyāḥ saritas tathā |
āyantu loka śāntyarthaṃ durita kṣaya kārakāḥ ||
Übersetzung: Mögen die heiligen Badeorte, beginnend mit Pushkara, und die Flüsse, beginnend mit Ganga, herbeikommen: zum Frieden der Welt und zur Auflösung des Unheils.
5. Um Reinigung bitten
Sprich die drei zusammengehörigen vedischen Bitten über dem Gefäß. Agni, Vayu und Surya werden um Befreiung von Verfehlungen angerufen.
yad devā devaheḍanaṃ devāsaś cakṛmā vayam |
agnir mā tasmād enasaḥ viśvān muñcatv aṃhasaḥ ||
Übersetzung: Welche Kränkung der Götter wir, o Götter, begangen haben: Agni möge mich von dieser Schuld, von jeder Bedrängnis befreien.
yadi divā yadi naktaṃ enāṃsi cakṛmā vayam |
vāyur mā tasmād enasaḥ viśvān muñcatv aṃhasaḥ ||
Übersetzung: Ob bei Tag oder bei Nacht wir Verfehlungen begangen haben: Vayu möge mich von dieser Schuld, von jeder Bedrängnis befreien.
yadi jāgrad yadi svapne enāṃsi cakṛmā vayam |
sūryo mā tasmād enasaḥ viśvān muñcatv aṃhasaḥ ||
Übersetzung: Ob im Wachen oder im Traum wir Verfehlungen begangen haben: Surya möge mich von dieser Schuld, von jeder Bedrängnis befreien.
6. Platz, Gaben und sich selbst besprengen
Besprenge mit wenig Wasser die Materialien, den Platz und dich selbst. Rechts von deinem nach Osten gerichteten Sitz liegen drei Palasha-Blätter für die Ahnen; sie repräsentieren die nach Norden blickenden Gäste. Vor dir stehen die vier kleinen Gefäße und der Speiseteller. Für die hier gewählte Einzelverehrung widmest du den Ahnenplatz ausdrücklich der verstorbenen Mutter.
apavitraḥ pavitro vā sarvāvasthaṃ gato'pi vā |
yaḥ smaret puṇḍarīkākṣaṃ sa bāhyābhyantaraḥ śuciḥ ||
Übersetzung: Ob unrein oder rein, in welchem Zustand auch immer: Wer an den Lotusäugigen denkt, wird außen und innen rein.
7. Das tägliche Gedenken der Mutter widmen – Sankalpa
Sprich den vorbereiteten Vorsatz. Nach den Namen Govindas kannst du Datum und Ort in deiner Sprache nennen; dies löst die im Handbuch offengelassene Kalenderstelle praktisch auf. Bei „mama mātuḥ“ ist deine verstorbene Mutter gemeint. Lege für den Ahnenabschnitt den Faden über die rechte Schulter und unter den linken Arm (Apasavya). Eine ausführende Frau verwendet gemäß der Einleitung des Handbuchs ein reines Baumwolltuch für diesen Schulterwechsel. Die Winkelklammern sind vorab ausgefüllte persönliche Angaben und werden nicht als Wörter mitgesprochen.
hariḥ oṃ tat sat | govinda govinda govinda |
adya asyāṃ puṇya tithau ⟨eigenes Gotra⟩ gotrasya ⟨eigener Name⟩ nāmā ahaṃ śruti-smṛti purāṇokta phala prāptyarthaṃ śrī bhagavat prītyarthaṃ |
⟨Gotra der Mutter⟩ gotrasya ⟨Name der Mutter im Genitiv⟩ mama mātuḥ nitya śrāddhaṃ ahaṃ kariṣye ||
Übersetzung: Hari, Om, das ist die Wirklichkeit. Govinda, Govinda, Govinda. Heute, an diesem heiligen Mondtag, werde ich, ⟨eigener Name⟩ aus dem Gotra ⟨eigenes Gotra⟩, zur Erlangung der in Shruti, Smriti und Purana genannten Früchte und zur Freude des erhabenen Herrn das tägliche Shraddha für meine Mutter ⟨Name⟩ aus dem Gotra ⟨Gotra der Mutter⟩ ausführen.
8. Dreimal Gayatri und die Ahnenanrufung
Nimm etwas Wasser und Sesam in die rechte Hand. Rezitiere die Gayatri dreimal, dann die beiden anschließenden Anrufungen. Lege Wasser und Sesam danach am Ahnenplatz ab; diese praktische Zusammenführung hält die Hand für den nächsten Schritt frei.
1
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ |
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
Übersetzung: Om, Erde, Zwischenraum und Himmel. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar; er möge unsere Einsicht anregen.
2
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ |
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
Übersetzung: Om, Erde, Zwischenraum und Himmel. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar; er möge unsere Einsicht anregen.
3
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ |
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
Übersetzung: Om, Erde, Zwischenraum und Himmel. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar; er möge unsere Einsicht anregen.
devatābhyaḥ pitṛbhyaś ca mahāyogibhya eva ca |
namaḥ svadhāyai svāhāyai nityam eva namo namaḥ ||
Übersetzung: Verehrung den Gottheiten, den Ahnen und den großen Yogis. Verehrung Svadha und Svaha; immerdar wiederholte Verehrung.
oṃ pitṛgaṇāya vidmahe jagat dhāriṇe dhīmahi tanno pitru pracodayāt ||
Übersetzung: Om. Wir erkennen die Schar der Ahnen; wir meditieren über den Träger der Welt. Möge die Ahnenkraft uns anregen.
9. Den Ahnenraum schützen – Rakshoghna-Mantras
Sprich die Schutzverse. Die genannten Ahnengruppen bewahren die Richtungen; Sesam und Darbha werden als Schutz der Verehrung gewürdigt.
agniṣvāttāḥ pitṛgaṇāḥ prācīṃ rakṣantu me diśām |
tathā barhiṣadaḥ pāntu yāṃyāṃ ye pitaras sthitāḥ ||
pratīcīm ājyapās tadvad udīcīṃ api somapāḥ |
vidiśaś ca gaṇāḥ sarve rakṣantu ūrdhvam adho'pi ||
rakṣo bhūta piśācebhyas tathaiva asura doṣataḥ |
sarvataś cādhipas teṣāṃ yamo rakṣāṃ karotu me ||
tilā rakṣantu ditijāt darbhā rakṣantu rākṣasāt |
paṅktiṃ vai śrotriyo rakṣed atithiḥ sarva rakṣakaḥ ||
Übersetzung: Mögen die Agnishvatta-Ahnen meine östliche Richtung schützen, ebenso die Barhishad-Ahnen die südliche, wo sie stehen; die Ajyapas den Westen, die Somapas den Norden. Alle Scharen mögen die Zwischenrichtungen, oben und unten beschützen. Vor Rakshaswesen, Bhutas, Pishachas und dem Unheil der Asuras möge ihr Gebieter Yama mich ringsum schützen. Sesam schütze vor den Nachkommen Ditis, Darbha vor den Rakshasas. Der Schriftkundige schütze die Reihe der Speisenden; der Gast ist ein Schützer aller.
Beim folgenden Vers etwas Sesam um den Platz streuen
apahatā asurā rakṣāṃsi piśācā ye kṣayanti pṛthivīm anu |
anyatreto gacchantu yatraiṣāṃ gataṃ manaḥ ||
Übersetzung: Abgewiesen seien die Asuras, Rakshaswesen und Pishachas, die sich auf der Erde aufhalten. Sie mögen von hier anderswohin gehen, wohin ihr Sinn gerichtet ist.
10. Die Ahnen in freundlicher Gestalt betrachten – Pitri Dhyana
Vergegenwärtige die Ahnen als würdevolle, friedliche Gäste. Die allgemeine Bildbeschreibung des Handbuchs spricht von alten Vätern; sie bleibt auch im Einzelritus erhalten. Erinnere daneben deine Mutter in einer friedlichen, dir vertrauten Gestalt. Diese persönliche Erinnerung ergänzt die allgemeine Darstellung.
pitaraḥ pīta-varṇābhāḥ vṛddhās te keśabandhitāḥ |
yajñasūtra samāyuktā dvibhujāḥ śveta vāsasaḥ ||
nānābharaṇa saṃyuktā bhasmoddhūlita vigrahāḥ |
sita danta samāyuktāḥ saumya dṛk pātanānvitāḥ ||
Übersetzung: Die Ahnen erscheinen in gelblichem Glanz, als Älteste mit gebundenem Haar. Sie tragen den Opferfaden, haben zwei Arme und weiße Gewänder. Mit vielerlei Schmuck versehen, ihre Gestalten mit Asche bestäubt, haben sie helle Zähne und lassen freundliche Blicke ruhen.
11. Einen Sitz darbringen – Asana Dana
Setze das linke Knie auf den Boden. Nimm Wasser, einen Darbha-Halm und Sesam. Sprich die Sitzformel und lege die Gabe auf die vorbereiteten Ahnenblätter. Die Einladung soll wie der Empfang eines willkommenen Gastes empfunden werden.
oṃ adya ⟨Gotra der Mutter⟩ gotrasya ⟨Name der Mutter im Genitiv⟩ mama mātuḥ nitya śrāddhe idam āsanaṃ svadhā ||
Übersetzung: Om. Heute, im täglichen Shraddha für meine Mutter ⟨Name⟩ aus dem Gotra ⟨Gotra⟩: Dieser Sitz sei ihr dargebracht. Svadha.
12. Die Verehrung eröffnen
Halte die Gastgaben bereit und sprich den vedischen Ruf zur Verehrung, der die Upacharas einleitet.
arcata prārcata priyamedhaso arcata |
arcantu putrakā uta puraṃ na dhṛṣṇav arcata ||
idaṃ vo'rcanaṃ |
Übersetzung: Preist, preist laut, ihr Priyamedhas, preist! Auch die Söhne mögen preisen. Wie eine feste Burg, ihr Kühnen, preist! Dies ist eure Verehrung.
13. Duft – Gandha
Lege etwas Sandelpaste oder Duftstoff am Ahnenplatz ab.
eṣa gandhaḥ |
Übersetzung: Dies ist der Duft.
14. Sesam und Reis – Tilakshata
Lege etwas Sesam und ungebrochenen Reis dar.
ime tilākṣatāḥ |
Übersetzung: Dies sind Sesam und ungebrochene Reiskörner.
15. Blüten und Tulasi – Pushpa
Lege Blüten und Tulasi-Blätter dar.
imāni puṣpāṇi śrī tulasī dalāni ca |
Übersetzung: Dies sind die Blumen und die heiligen Tulasi-Blätter.
16. Räucherduft – Dhupa
Zeige Räucherduft und stelle ihn sicher ab.
ghrāṇa tṛpti arthaṃ ayaṃ vo dhūpaḥ |
Übersetzung: Zu eurer Freude am Duft ist dies das Räucherwerk.
17. Licht – Dipa
Zeige die bewegliche Lampe vor dem Ahnenplatz.
avalokana arthaṃ ayaṃ vo dīpaḥ |
Übersetzung: Zu eurem Schauen ist dies das Licht.
18. Frucht – Phala
Lege eine reife Frucht bereit.
idaṃ phalaṃ nivedayāmi |
Übersetzung: Ich bringe diese Frucht dar.
19. Betelgabe – Tambula
Lege die vorbereitete Betelgabe dar.
idaṃ tāmbūlam |
Übersetzung: Dies ist die Betelgabe.
20. Gewand – Vastra
Lege das reine kleine Tuch als Gewandgabe dar.
ācchādana arthaṃ idaṃ vastram |
Übersetzung: Zum Bedecken dient dieses Gewand.
21. Die übrigen Gastgaben vertreten
Lege einige Akshata als Stellvertreter weiterer Gastdienste dar.
śeṣa upacāra artham ime akṣatāḥ |
Übersetzung: Diese ungebrochenen Körner stehen für die übrigen Gastdienste.
22. Die Gastgaben zusammen widmen
Nimm nochmals etwas Wasser und Sesam und lasse beides am Ahnenplatz nieder. Die Mehrzahl „euch“ bleibt aus der Formel der Quelle erhalten: Die einzelne Mutter wird im Kreis der Ahnen geehrt.
oṃ adya ⟨Gotra der Mutter⟩ gotrasya ⟨Name der Mutter im Genitiv⟩ mama mātuḥ nitya śrāddhe etāni gandha puṣpa dhūpa dīpa tāmbūlāni yuṣmabhyaṃ svadhā ||
Übersetzung: Om. Heute im täglichen Shraddha für meine Mutter ⟨Name⟩ aus dem Gotra ⟨Gotra⟩: Diese Gaben von Duft, Blumen, Räucherwerk, Licht und Betel seien euch dargebracht. Svadha.
23. Die Speise aufstellen – Speisedarbringung
Stelle den Teller mit der zubereiteten vegetarischen Mahlzeit auf das kleine Tischchen oder den niedrigen Hocker. Besprenge seine Umgebung mit Wasser und rezitiere die drei Madhu-Verse. Bereit stehen Speise, Trinkwasser und Ghee (bzw. Pflanzenöl). Pflanzenöl ist eine heutige Praxisalternative; die überlieferte Bezeichnung für Opferbutter bleibt im Mantra bestehen.
1
madhu vātā ṛtāyate madhu kṣaranti sindhavaḥ |
mādhvīr naḥ santv oṣadhīḥ ||
Übersetzung: Süß wehen die Winde dem, der der kosmischen Ordnung folgt; Süße lassen die Flüsse strömen. Süß seien uns die Pflanzen.
2
madhu naktam utoṣasi madhumat pārthivaṃ rajaḥ |
madhu dyaur astu naḥ pitā ||
Übersetzung: Süß seien Nacht und Morgen, süß der irdische Raum. Süß sei uns der Himmel als Vater.
3
madhumān no vanaspatir madhumān astu sūryaḥ |
mādhvīr gāvo bhavantu naḥ ||
Übersetzung: Süß sei uns der Baum, süß sei die Sonne. Süß seien uns die Kühe.
24. Erde und Himmel als Gefäß der Gabe erinnern
Berühre den Teller seitlich mit beiden Händen. Die Abbildung des Handbuchs zeigt Hände am Tellerrand; es ist kein zusätzliches Feueropfer vorgesehen. Sprich die drei folgenden Formeln.
pṛthivī te pātraṃ dyaur apidhānaṃ brahmaṇas tvā mukhe juhomi svāhā ||
Übersetzung: Die Erde ist dein Gefäß, der Himmel deine Bedeckung. In den Mund des Brahmanen bringe ich dich als Gabe dar. Svaha.
idaṃ viṣṇur vicakrame tredhā nidadhe padam |
samūḍham asya pāṃsure ||
Übersetzung: Vishnu durchschritt dieses All; dreifach setzte er seinen Fuß. Alles ist in seinem Fußstaub geborgen.
oṃ viṣṇo kavyam idaṃ rakṣa madīyam |
svadhā viṣṇo kavyaṃ rakṣasva |
Übersetzung: Om. Vishnu, schütze diese meine Ahnenspeise. Svadha. Vishnu, bewahre die Ahnengabe.
25. Speise, Wasser und Opfergabe bezeichnen
Berühre mit dem rechten Daumen nacheinander die Ränder der Speise- und Wassergefäße beziehungsweise die bereitgestellten Gaben. Die rituelle Berührung wird hygienisch am Gefäßrand ausgeführt; das ist eine praktische heutige Ausführung der Berührungsanweisung.
idam annaṃ imāḥ āpaḥ idam ājyaṃ idaṃ haviḥ |
Übersetzung: Dies ist die Speise, dies sind die Wasser, dies ist die Opferbutter, dies ist die Opfergabe.
26. Den Speiseteller mit Sesam umgeben
Streue etwas Sesam um den Teller.
apahatā asurā rakṣāṃsi vediṣadaḥ |
Übersetzung: Abgewiesen seien Asuras und Rakshaswesen, die an der Opferstätte sitzen.
27. Die Mahlzeit der Mutter darbringen
Nimm Wasser und Sesam; lasse beides am Ahnenplatz nieder und widme die vollständige Mahlzeit deiner Mutter.
oṃ adya ⟨Gotra der Mutter⟩ gotrasya ⟨Name der Mutter im Genitiv⟩ mama mātuḥ nitya śrāddhe idam annaṃ sopaskaraṃ svadhā ||
Übersetzung: Om. Heute im täglichen Shraddha für meine Mutter ⟨Name⟩ aus dem Gotra ⟨Gotra⟩: Diese Speise mit ihren Beigaben sei ihr dargebracht. Svadha.
anna-hīnaṃ kriyā-hīnaṃ vidhi-hīnaṃ ca yad bhavet |
acchidram astu tat sarvaṃ pitrādīnāṃ prasādataḥ ||
Übersetzung: Was an Speise, Handlung oder rechter Ausführung fehlen mag, möge durch die Gnade der Ahnen alles unversehrt und vollständig sein.
28. Das Weltganze im Purusha Sukta betrachten
Rezitiere den folgenden vollständigen Hymnus mit seinem sechsversigen Schlussabschnitt, wie er im Sukta Sangraha desselben Herausgebers überliefert ist. Die Bilder des kosmischen Opfers sind Inhalt der Rezitation; es werden dabei keine zusätzlichen Feuer- oder Tieropfer ausgeführt. Die Darbringung bleibt die bereitgestellte Mahlzeit.
1
sahasraśīrṣā puruṣaḥ sahasrākṣaḥ sahasrapāt |
sa bhūmiṃ viśvato vṛtvā atyatiṣṭhad daśāṅgulam ||
Übersetzung: Tausend Häupter, tausend Augen, tausend Füße hat der Purusha. Er umfasst die Erde von allen Seiten und reicht noch zehn Fingerbreiten darüber hinaus.
2
puruṣa evedaṃ sarvaṃ yad bhūtaṃ yac ca bhavyam |
utāmṛtatvasyeśānaḥ yad annenātirohati ||
Übersetzung: Der Purusha ist dieses All: was geworden ist und was werden wird. Er ist Herr der Unsterblichkeit und dessen, was durch Nahrung heranwächst.
3
etāvān asya mahimā ato jyāyāṃś ca pūruṣaḥ |
pādo'sya viśvā bhūtāni tripād asyāmṛtaṃ divi ||
Übersetzung: So groß ist seine Herrlichkeit, doch größer noch ist der Purusha. Ein Viertel von ihm sind alle Wesen; drei Viertel sind das Unsterbliche im Himmel.
4
tripād ūrdhva udait puruṣaḥ pādo'syehābhavat punaḥ |
tato viśvaṅ vyakrāmat sāśanānaśane abhi ||
Übersetzung: Mit drei Vierteln erhob sich der Purusha; ein Viertel wurde wiederum hier. Von dort durchdrang er alles, was Nahrung aufnimmt und was keine Nahrung aufnimmt.
5
tasmād virāḍ ajāyata virājo adhi pūruṣaḥ |
sa jāto atyaricyata paścād bhūmim atho puraḥ ||
Übersetzung: Aus ihm wurde Viraj geboren, aus Viraj wiederum der Purusha. Geboren überragte er die Erde nach hinten und nach vorn.
6
yat puruṣeṇa haviṣā devā yajñam atanvata |
vasanto asyāsīd ājyaṃ grīṣma idhmaḥ śarad dhaviḥ ||
Übersetzung: Als die Götter mit dem Purusha als Opfergabe das Opfer entfalteten, war der Frühling seine Opferbutter, der Sommer das Brennholz und der Herbst die Opfergabe.
7
saptāsyāsan paridhayaḥ triḥ sapta samidhaḥ kṛtāḥ |
devā yad yajñaṃ tanvānāḥ abadhnan puruṣaṃ paśum ||
Übersetzung: Sieben waren seine Umfriedungen, dreimal sieben die bereiteten Holzscheite. Als die Götter das Opfer entfalteten, banden sie den Purusha als Opferwesen.
8
taṃ yajñaṃ barhiṣi praukṣan puruṣaṃ jātam agrataḥ |
tena devā ayajanta sādhyā ṛṣayaś ca ye ||
Übersetzung: Dieses Opfer, den zuerst geborenen Purusha, besprengten sie auf dem Opfergras. Mit ihm opferten die Götter, die Sadhyas und die Rishis.
9
tasmād yajñāt sarvahutaḥ sambhṛtaṃ pṛṣadājyam |
paśūṃs tāṃś cakre vāyavyān āraṇyān grāmyāś ca ye ||
Übersetzung: Aus jenem allumfassenden Opfer wurde die Mischung von Dickmilch und Opferbutter gewonnen. Es brachte Tiere der Luft, der Wildnis und des Dorfes hervor.
10
tasmād yajñāt sarvahutaḥ ṛcaḥ sāmāni jajñire |
chandāṃsi jajñire tasmāt yajus tasmād ajāyata ||
Übersetzung: Aus jenem allumfassenden Opfer wurden die Verse und Gesänge geboren, aus ihm die Versmaße und die Opferformeln.
11
tasmād aśvā ajāyanta ye ke cobhayādataḥ |
gāvo ha jajñire tasmāt tasmāj jātā ajāvayaḥ ||
Übersetzung: Aus ihm wurden die Pferde geboren und alle Tiere mit Zähnen in beiden Kiefern. Aus ihm entstanden die Rinder, aus ihm die Ziegen und Schafe.
12
yat puruṣaṃ vyadadhuḥ katidhā vyakalpayan |
mukhaṃ kim asya kau bāhū kā vūrū pādāv ucyete ||
Übersetzung: Als sie den Purusha aufteilten: In wie viele Teile gliederten sie ihn? Was war sein Mund, was seine Arme, was nannte man seine Schenkel und Füße?
13
brāhmaṇo'sya mukham āsīt bāhū rājanyaḥ kṛtaḥ |
ūrū tad asya yad vaiśyaḥ padbhyāṃ śūdro ajāyata ||
Übersetzung: Der Brahmane war sein Mund; zum Krieger wurden seine Arme. Der Vaishya war seine Schenkel; aus seinen Füßen ging der Shudra hervor.
14
candramā manaso jātaḥ cakṣoḥ sūryo ajāyata |
mukhād indraś cāgniś ca prāṇād vāyur ajāyata ||
Übersetzung: Aus seinem Geist wurde der Mond geboren, aus seinem Auge entstand die Sonne. Aus seinem Mund gingen Indra und Agni hervor, aus seinem Atem Vayu.
15
nābhyā āsīd antarikṣaṃ śīrṣṇo dyauḥ samavartata |
padbhyāṃ bhūmir diśaḥ śrotrāt tathā lokāṃ akalpayan ||
Übersetzung: Aus seinem Nabel entstand der Zwischenraum, aus seinem Haupt der Himmel. Aus seinen Füßen wurde die Erde, aus seinem Gehör die Richtungen: So gestalteten sie die Welten.
16
vedāham etaṃ puruṣaṃ mahāntam ādityavarṇaṃ tamasas tu pāre |
sarvāṇi rūpāṇi vicitya dhīraḥ nāmāni kṛtvābhivadan yadāste ||
Übersetzung: Ich kenne diesen großen Purusha, sonnenfarben jenseits der Dunkelheit. Der Weise gestaltet alle Formen, gibt ihnen Namen und ist gegenwärtig, indem er sie ausspricht.
17
dhātā purastād yam udājahāra śakraḥ pravidvān pradiśaś catasraḥ |
tam evaṃ vidvān amṛta iha bhavati nānyaḥ panthā ayanāya vidyate ||
Übersetzung: Ihn verkündete Dhata zuerst; Shakra, der Wissende, verkündete ihn in den vier Richtungen. Wer ihn so erkennt, wird hier unsterblich; kein anderer Weg führt zu diesem Ziel.
18
yajñena yajñam ayajanta devāḥ tāni dharmāṇi prathamāny āsan |
te ha nākaṃ mahimānaḥ sacante yatra pūrve sādhyāḥ santi devāḥ ||
Übersetzung: Durch das Opfer verehrten die Götter das Opfer; dies waren die ersten Ordnungen. Diese Mächtigen erreichen den Himmel, wo die ursprünglichen göttlichen Sadhyas sind.
19
adbhyaḥ sambhūtaḥ pṛthivyai rasāc ca viśvakarmaṇaḥ samavartatādhi |
tasya tvaṣṭā vidadhad rūpam eti tat puruṣasya viśvam ājānam agre ||
Übersetzung: Aus den Wassern und aus dem Saft der Erde entstanden, ging er aus Vishvakarman hervor. Tvashta tritt hervor und gestaltet seine Form. So entstand am Anfang das All des Purusha.
20
vedāham etaṃ puruṣaṃ mahāntam ādityavarṇaṃ tamasaḥ parastāt |
tam evaṃ vidvān amṛta iha bhavati nānyaḥ panthā vidyate'yanāya ||
Übersetzung: Ich kenne diesen großen Purusha, sonnenfarben jenseits der Dunkelheit. Wer ihn so erkennt, wird hier unsterblich. Kein anderer Weg führt zu diesem Ziel.
21
prajāpatiś carati garbhe antaḥ ajāyamāno bahudhā vijāyate |
tasya dhīrāḥ parijānanti yoniṃ marīcīnāṃ padam icchanti vedhasaḥ ||
Übersetzung: Prajapati bewegt sich im Inneren des Mutterschoßes. Ungeboren wird er auf vielerlei Weise geboren. Die Weisen erkennen seinen Ursprung; die Seher suchen den Stand der Marichis.
22
yo devebhya ātapati yo devānāṃ purohitaḥ |
pūrvo yo devebhyo jātaḥ namo rucāya brāhmaye ||
Übersetzung: Der den Göttern leuchtet, der ihr Priester ist, der vor den Göttern geboren wurde: Verehrung dem Glanz des Brahman.
23
rucaṃ brāhmaṃ janayantaḥ devā agre tad abruvan |
yas tvaivaṃ brāhmaṇo vidyāt tasya devā asan vaśe ||
Übersetzung: Als die Götter am Anfang den Glanz des Brahman hervorbrachten, sprachen sie: Dem Brahmanen, der dich so erkennt, stehen die Götter zur Verfügung.
24
hrīś ca te lakṣmīś ca patnyau ahorātre pārśve nakṣatrāṇi rūpam |
aśvinau vyāttam iṣṭaṃ maniṣāṇa amuṃ maniṣāṇa sarvaṃ maniṣāṇa ||
Übersetzung: Hri und Lakshmi sind deine Gefährtinnen, Tag und Nacht deine Seiten, die Sterne deine Gestalt, die Ashvins dein geöffneter Mund. Gewähre das Erwünschte, gewähre jene Welt, gewähre alles.
29. Die drei Flügel des Gebets – Trisuparna
Rezitiere die vollständige Mantragruppe aus der Mahanarayana Upanishad. Ihr wiederkehrendes Wort „madhu“ – Süße oder Honig – verbindet die Speise mit dem Geschmack göttlicher Fülle. Die Aussagen über die Tilgung schwerer Schuld sind die überlieferten Verheißungen des Hymnus; die Mahlzeit wird während dieser Rezitation als Gabe gegenwärtig gehalten.
1
brahmam etu mām | madhum etu mām | brahmam eva madhum etu mām |
yās te soma prajā vatso'bhi so aham | duḥṣvapnahan duruṣṣaha | yās te soma prāṇāṃs tāñ juhomi ||
Übersetzung: Möge Brahman mich erreichen. Möge die Süße mich erreichen. Möge Brahman selbst als Süße mich erreichen. Soma, unter deinen Geschöpfen bin ich wie ein Kalb. Du vernichtest böse Träume, du schwer Bezwingbarer. Die Lebenskräfte, die dir gehören, Soma, bringe ich dar.
2
trisuparṇam ayācitaṃ brāhmaṇāya dadyāt | brahmahatyāṃ vā ete ghnanti |
ye brāhmaṇās trisuparṇaṃ paṭhanti | te somaṃ prāpnuvanti | ā sahasrāt paṅktiṃ punanti | oṃ ||
Übersetzung: Man gebe einem Brahmanen das Trisuparna, auch ohne darum gebeten zu sein. Die Brahmanen, die das Trisuparna rezitieren, tilgen sogar die Schuld der Tötung eines Brahmanen. Sie erlangen Soma und reinigen die Reihe der Speisenden bis zu tausend. Om.
3
brahma medhayā | madhu medhayā | brahmam eva madhu medhayā ||
Übersetzung: Brahman durch Einsicht; Süße durch Einsicht; Brahman selbst, die Süße, durch Einsicht.
4
adyā no deva savitaḥ prajāvat sāvīḥ saubhagam |
parā duḥṣvapniyaṃ suva ||
Übersetzung: Göttlicher Savitar, bringe uns heute Glück mit Nachkommenschaft. Treibe den bösen Traum hinweg.
5
viśvāni deva savitar duritāni parā suva |
yad bhadraṃ tan na ā suva ||
Übersetzung: Göttlicher Savitar, treibe alles Unheil hinweg. Was gut und heilvoll ist, das führe uns zu.
6
madhu vātā ṛtāyate madhu kṣaranti sindhavaḥ |
mādhvīr naḥ santv oṣadhīḥ ||
Übersetzung: Süß wehen die Winde dem, der der kosmischen Ordnung folgt; Süße lassen die Flüsse strömen. Süß seien uns die Pflanzen.
7
madhu naktam utoṣasi madhumat pārthivaṃ rajaḥ |
madhu dyaur astu naḥ pitā ||
Übersetzung: Süß seien Nacht und Morgen, süß der irdische Raum. Süß sei uns der Himmel als Vater.
8
madhumān no vanaspatir madhumān astu sūryaḥ |
mādhvīr gāvo bhavantu naḥ ||
Übersetzung: Süß sei uns der Baum, süß sei die Sonne. Süß seien uns die Kühe.
9
ya imaṃ trisuparṇam ayācitaṃ brāhmaṇāya dadyāt |
bhrūṇahatyāṃ vā ete ghnanti ||
Übersetzung: Wer einem Brahmanen dieses Trisuparna ungebeten weitergibt – diese Rezitierenden tilgen sogar die Schuld der Tötung einer Leibesfrucht.
10
ye brāhmaṇās trisuparṇaṃ paṭhanti | te somaṃ prāpnuvanti |
ā sahasrāt paṅktiṃ punanti | oṃ ||
Übersetzung: Die Brahmanen, die das Trisuparna rezitieren, erlangen Soma und reinigen die Reihe der Speisenden bis zu tausend. Om.
11
brahma medhavā | madhu medhavā | brahmam eva madhu medhavā ||
Übersetzung: Brahman durch den Opferkundigen; Süße durch den Opferkundigen; Brahman selbst, die Süße, durch den Opferkundigen.
12
brahmā devānāṃ padavīḥ kavīnām ṛṣir viprāṇāṃ mahiṣo mṛgāṇām |
śyeno gṛdhrāṇāṃ svadhitir vanānāṃ somaḥ pavitram atyeti rebhan ||
Übersetzung: Brahmanpriester unter den Göttern, Wegweiser der Dichter, Rishi unter den Inspirierten, Büffel unter den Wildtieren, Falke unter den Greifvögeln, Axt unter den Bäumen: Soma überschreitet tönend das Seihgerät.
13
haṃsaḥ śuciṣad vasur antarikṣasad hotā vediṣad atithir duroṇasat |
nṛṣad varasad ṛtasad vyomasad abjā gojā ṛtajā adrijā ṛtaṃ bṛhat ||
Übersetzung: Der Schwan im reinen Licht, der Vasu im Zwischenraum, der Opferpriester am Altar, der Gast im Haus; bei Menschen, im Besten, in der Ordnung und im Himmelsraum wohnend; aus Wasser, aus Licht, aus Ordnung, aus dem Fels geboren: die große Wahrheit.
14
ṛce tvā ruce tvā samit sravanti sarito na dhenāḥ |
antar hṛdā manasā pūyamānāḥ | ghṛtasya dhārā abhicākaśīmi ||
Übersetzung: Dem Vers, dem Glanz gelte diese Darbringung. Wie Flüsse strömen die nährenden Ströme zusammen, innerlich durch Herz und Geist gereinigt. Ich schaue die Ströme der Opferbutter.
15
hiraṇyayo vetaso madhya āsām | tasmin suparṇo madhukṛt kulāyī bhajann āste madhu devatābhyaḥ |
tasyāsate harayaḥ sapta tīre svadhāṃ duhānā amṛtasya dhārām ||
Übersetzung: In ihrer Mitte steht der goldene Schilfhalm. Dort sitzt der schöngeflügelte, Honig schaffende Vogel in seinem Nest und teilt den Gottheiten Süße zu. An seinem Ufer sitzen sieben Goldene und melken Svadha, den Strom der Unsterblichkeit.
16
ya idaṃ trisuparṇam ayācitaṃ brāhmaṇāya dadyāt | vīrahatyāṃ vā ete ghnanti |
ye brāhmaṇās trisuparṇaṃ paṭhanti | te somaṃ prāpnuvanti | ā sahasrāt paṅktiṃ punanti | oṃ ||
Übersetzung: Wer einem Brahmanen dieses Trisuparna ungebeten weitergibt – die Brahmanen, die es rezitieren, tilgen sogar die Schuld der Tötung eines Helden. Sie erlangen Soma und reinigen die Reihe der Speisenden bis zu tausend. Om.
30. Eine Gabe an den Brahmanen überreichen – Dakshina Dana
Überreiche dem zuvor benannten Brahmanen die vorbereitete Dakshina. Der Sanskrittext benötigt hier den Namen und das Gotra des tatsächlichen Empfängers. Das betreffende Personalwort steht im Dativ; die Angaben werden vor Beginn vorbereitet. Beim Wort „daivataṃ“ nennt die Druckfassung keine Gottheit; hier bleibt deshalb dieser Ausdruck ohne frei ergänzten Gottheitsnamen stehen.
oṃ adya ⟨Gotra der Mutter⟩ gotrasya ⟨Name der Mutter im Genitiv⟩ mama mātuḥ kṛtaitan nitya śrāddha pratiṣṭhārtham idaṃ daivataṃ dakṣiṇā dravyaṃ ⟨Gotra des Empfängers⟩ gotrāya ⟨Name des Empfängers im Dativ⟩ śarmaṇe brahmaṇāya datum aham utsṛje ||
Übersetzung: Om. Heute überlasse ich zur Festigung dieses ausgeführten täglichen Shraddha für meine Mutter ⟨Name⟩ aus dem Gotra ⟨Gotra⟩ diese göttlich zugeordnete Dakshina-Gabe dem Brahmanen ⟨Name des Empfängers⟩ aus dem Gotra ⟨Gotra des Empfängers⟩.
31. Um Glauben, Nahrung und Gastfreundschaft bitten – Prarthana
Falte die Hände. Das Schlussgebet wendet den Dank an die Verstorbenen in die Bereitschaft, den Lebenden zu geben.
dātāro no'bhivardhantāṃ vedāḥ santatir eva naḥ |
śraddhā ca no mā vyagamad bahu deyaṃ ca no astu ||
annaṃ ca no bahu bhaved atithīṃś ca labhemahi |
yācitāraś ca naḥ santu mā ca yāciṣma kañcana ||
Übersetzung: Mögen die Gebenden unter uns wachsen, ebenso unser vedisches Wissen und unsere Nachkommenschaft. Möge unser Vertrauen nicht schwinden, und mögen wir viel haben, das wir geben können. Möge uns reichlich Nahrung zuteilwerden, und mögen Gäste zu uns kommen. Mögen Menschen bei uns Hilfe suchen; mögen wir selbst niemanden anbetteln müssen.
32. Das Unvollkommene Vishnu anvertrauen
Vergegenwärtige dir Achyuta, den Unwandelbaren. Vertraue der göttlichen Gegenwart auch das an, was unvollkommen geblieben ist.
pramādāt kurvatāṃ karma pracyavetādhvareṣu yat |
smaraṇād eva tad viṣṇoḥ saṃpūraṇaṃ syād iti śrutiḥ ||
Übersetzung: Was bei der Ausführung heiliger Handlungen durch Unachtsamkeit fehlgehen mag, wird schon durch das Erinnern Vishnus vervollständigt: So lautet die heilige Überlieferung.
yasya smṛtyā ca nāmoktyā tapo yajña kriyādiṣu |
nyūnaṃ saṃpūrṇatāṃ yāti sadyo vande tam acyutam ||
Übersetzung: Durch dessen Erinnerung und das Aussprechen seines Namens in Askese, Opfer und anderen Handlungen das Unvollständige sogleich vollständig wird: Diesen Achyuta verehre ich.
33. Die Ahnenverehrung abschließen
Sprich die Widmung an Gadadhara, Vishnu als Träger der Keule, und verneige dich. Damit endet die Rezitationsfolge des Nitya-Shraddha-Kapitels.
anena kṛtena nitya śrāddha karmaṇā bhagavān gadādharaḥ prīyatāṃ na mama |
oṃ tat sad brahmārpaṇam astu ||
Übersetzung: Möge durch diese ausgeführte tägliche Shraddha-Handlung der erhabene Gadadhara erfreut sein. Nicht mein ist es. Om, das ist die Wirklichkeit. Es sei Brahman dargebracht.
Abschluss und Einordnung der Fassung
Lass einen Augenblick der Stille folgen. Wenn du den Faden oder das Baumwolltuch für die Ahnengaben umgelegt hast, bringe es vor der Rückkehr zu den übrigen Tätigkeiten in die gewöhnliche Lage zurück. Verabschiede den anwesenden Gabeempfänger respektvoll. Räume die Gaben erst nach dem Ende der Rezitation ab. Lösche die Schutzlampe und die übrigen Lampen, sobald die gemeinsame Andacht beendet ist und niemand mehr am Altar bleibt.
Das Nitya-Kapitel enthält keine eigene Visarjana-Formel und keine gesonderte Anweisung für das Verzehren oder Weitergeben der Speise. Die konkrete Speiseverwendung wird deshalb vor Beginn mit der Familie beziehungsweise dem Ritualkundigen vereinbart: Die frische Mahlzeit soll als Gabe einen tatsächlichen Empfänger haben, nicht unnötig weggeworfen werden. Blumen und Gras können anschließend der Erde zurückgegeben werden; Gefäße werden gereinigt. Dies sind praktische Hinweise für den häuslichen Abschluss, keine zusätzlichen Sanskritriten.
Eine passende persönliche Nachbesinnung lautet: Welche Nahrung, Fürsorge oder Orientierung habe ich von meiner Mutter empfangen, und was davon kann heute durch mich weiterwirken? Die Schlussbitte „Mögen Gäste zu uns kommen“ gibt dieser Erinnerung eine konkrete Richtung: aus empfangenem Leben selbst freigebig werden.
Zur Rezitationsfassung
Die Handbuchausgabe verbindet traditionelle Verse mit knappen Handlungsrubriken. Das hier nur mit Namen verlangte Achamana ist aus der im selben Buch ausgeschriebenen Drei-Namen-Fassung ergänzt. Die nach der Speisegabe verlangten Hymnen sind vollständig wiedergegeben: das Purusha Sukta mit 24 Versen gemäß Sukta Sangraha und die 16 Einheiten des Trisuparna aus dem Anhang des Shraddha Prayoga Sangraha. Ihre Aussagen von Opferfeuer, Soma oder kosmischer Opfergabe begründen keine zusätzlichen Handlungen während dieser Ahnenbewirtung.
Zusammenhängende Rezitationsanhänge
Die Gliederung folgt den Schritten der Anleitung. Handlungen und vorbereitete persönliche Angaben werden wie dort erklärt ausgeführt; wiederholte Formeln sind vollständig ausgeschrieben.
IAST
1 – Nach Osten sitzen und Achamana ausführen
acyutāya namaḥ |
anantāya namaḥ |
govindāya namaḥ |
2 – Vishnu als inneres Selbst erinnern
eko viṣṇur mahad bhūtaṃ pṛthak bhūtāny anekaśaḥ |
trīn lokān vyāpya bhūtātmā bhuṅkte viśvabhug avyayaḥ ||
3 – Die Schutzlampe entzünden – Raksha Dipa Sthapana
bho dīpa brahma rūpas tvaṃ karma-sākṣī hy avighna-kṛt |
yāvat karma samāptiḥ syāt tāvat tvaṃ susthiro bhava ||
3 – Die Schutzlampe entzünden – Raksha Dipa Sthapana
namo brahmaṇya devāya go-brāhmaṇa hitāya ca |
jagad-hitāya kṛṣṇāya govindāya namo namaḥ ||
3 – Die Schutzlampe entzünden – Raksha Dipa Sthapana
namo namaste govinda purāṇa puruṣottama |
idaṃ śrāddhaṃ hṛṣīkeśa rakṣatāṃ sarvato diśaḥ ||
4 – Das Handlungswasser bereiten – Karma Patra Sadhana
gaṅge ca yamune caiva godāvarī sarasvatī |
narmade sindhu kāveri jale'smin sannidhiṃ kuru ||
4 – Das Handlungswasser bereiten – Karma Patra Sadhana
puṣkarādyāni tīrthāni gaṅgādyāḥ saritas tathā |
āyantu loka śāntyarthaṃ durita kṣaya kārakāḥ ||
5 – Um Reinigung bitten
yad devā devaheḍanaṃ devāsaś cakṛmā vayam |
agnir mā tasmād enasaḥ viśvān muñcatv aṃhasaḥ ||
5 – Um Reinigung bitten
yadi divā yadi naktaṃ enāṃsi cakṛmā vayam |
vāyur mā tasmād enasaḥ viśvān muñcatv aṃhasaḥ ||
5 – Um Reinigung bitten
yadi jāgrad yadi svapne enāṃsi cakṛmā vayam |
sūryo mā tasmād enasaḥ viśvān muñcatv aṃhasaḥ ||
6 – Platz, Gaben und sich selbst besprengen
apavitraḥ pavitro vā sarvāvasthaṃ gato'pi vā |
yaḥ smaret puṇḍarīkākṣaṃ sa bāhyābhyantaraḥ śuciḥ ||
7 – Das tägliche Gedenken der Mutter widmen – Sankalpa
hariḥ oṃ tat sat | govinda govinda govinda |
adya asyāṃ puṇya tithau ⟨eigenes Gotra⟩ gotrasya ⟨eigener Name⟩ nāmā ahaṃ śruti-smṛti purāṇokta phala prāptyarthaṃ śrī bhagavat prītyarthaṃ |
⟨Gotra der Mutter⟩ gotrasya ⟨Name der Mutter im Genitiv⟩ mama mātuḥ nitya śrāddhaṃ ahaṃ kariṣye ||
8 – 1
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ |
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
8 – 2
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ |
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
8 – 3
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ |
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
8 – Dreimal Gayatri und die Ahnenanrufung
devatābhyaḥ pitṛbhyaś ca mahāyogibhya eva ca |
namaḥ svadhāyai svāhāyai nityam eva namo namaḥ ||
8 – Dreimal Gayatri und die Ahnenanrufung
oṃ pitṛgaṇāya vidmahe jagat dhāriṇe dhīmahi tanno pitru pracodayāt ||
9 – Den Ahnenraum schützen – Rakshoghna-Mantras
agniṣvāttāḥ pitṛgaṇāḥ prācīṃ rakṣantu me diśām |
tathā barhiṣadaḥ pāntu yāṃyāṃ ye pitaras sthitāḥ ||
pratīcīm ājyapās tadvad udīcīṃ api somapāḥ |
vidiśaś ca gaṇāḥ sarve rakṣantu ūrdhvam adho'pi ||
rakṣo bhūta piśācebhyas tathaiva asura doṣataḥ |
sarvataś cādhipas teṣāṃ yamo rakṣāṃ karotu me ||
tilā rakṣantu ditijāt darbhā rakṣantu rākṣasāt |
paṅktiṃ vai śrotriyo rakṣed atithiḥ sarva rakṣakaḥ ||
9 – Beim folgenden Vers etwas Sesam um den Platz streuen
apahatā asurā rakṣāṃsi piśācā ye kṣayanti pṛthivīm anu |
anyatreto gacchantu yatraiṣāṃ gataṃ manaḥ ||
10 – Die Ahnen in freundlicher Gestalt betrachten – Pitri Dhyana
pitaraḥ pīta-varṇābhāḥ vṛddhās te keśabandhitāḥ |
yajñasūtra samāyuktā dvibhujāḥ śveta vāsasaḥ ||
nānābharaṇa saṃyuktā bhasmoddhūlita vigrahāḥ |
sita danta samāyuktāḥ saumya dṛk pātanānvitāḥ ||
11 – Einen Sitz darbringen – Asana Dana
oṃ adya ⟨Gotra der Mutter⟩ gotrasya ⟨Name der Mutter im Genitiv⟩ mama mātuḥ nitya śrāddhe idam āsanaṃ svadhā ||
12 – Die Verehrung eröffnen
arcata prārcata priyamedhaso arcata |
arcantu putrakā uta puraṃ na dhṛṣṇav arcata ||
idaṃ vo'rcanaṃ |
13 – Duft – Gandha
eṣa gandhaḥ |
14 – Sesam und Reis – Tilakshata
ime tilākṣatāḥ |
15 – Blüten und Tulasi – Pushpa
imāni puṣpāṇi śrī tulasī dalāni ca |
16 – Räucherduft – Dhupa
ghrāṇa tṛpti arthaṃ ayaṃ vo dhūpaḥ |
17 – Licht – Dipa
avalokana arthaṃ ayaṃ vo dīpaḥ |
18 – Frucht – Phala
idaṃ phalaṃ nivedayāmi |
19 – Betelgabe – Tambula
idaṃ tāmbūlam |
20 – Gewand – Vastra
ācchādana arthaṃ idaṃ vastram |
21 – Die übrigen Gastgaben vertreten
śeṣa upacāra artham ime akṣatāḥ |
22 – Die Gastgaben zusammen widmen
oṃ adya ⟨Gotra der Mutter⟩ gotrasya ⟨Name der Mutter im Genitiv⟩ mama mātuḥ nitya śrāddhe etāni gandha puṣpa dhūpa dīpa tāmbūlāni yuṣmabhyaṃ svadhā ||
23 – 1
madhu vātā ṛtāyate madhu kṣaranti sindhavaḥ |
mādhvīr naḥ santv oṣadhīḥ ||
23 – 2
madhu naktam utoṣasi madhumat pārthivaṃ rajaḥ |
madhu dyaur astu naḥ pitā ||
23 – 3
madhumān no vanaspatir madhumān astu sūryaḥ |
mādhvīr gāvo bhavantu naḥ ||
24 – Erde und Himmel als Gefäß der Gabe erinnern
pṛthivī te pātraṃ dyaur apidhānaṃ brahmaṇas tvā mukhe juhomi svāhā ||
24 – Erde und Himmel als Gefäß der Gabe erinnern
idaṃ viṣṇur vicakrame tredhā nidadhe padam |
samūḍham asya pāṃsure ||
24 – Erde und Himmel als Gefäß der Gabe erinnern
oṃ viṣṇo kavyam idaṃ rakṣa madīyam |
svadhā viṣṇo kavyaṃ rakṣasva |
25 – Speise, Wasser und Opfergabe bezeichnen
idam annaṃ imāḥ āpaḥ idam ājyaṃ idaṃ haviḥ |
26 – Den Speiseteller mit Sesam umgeben
apahatā asurā rakṣāṃsi vediṣadaḥ |
27 – Die Mahlzeit der Mutter darbringen
oṃ adya ⟨Gotra der Mutter⟩ gotrasya ⟨Name der Mutter im Genitiv⟩ mama mātuḥ nitya śrāddhe idam annaṃ sopaskaraṃ svadhā ||
27 – Die Mahlzeit der Mutter darbringen
anna-hīnaṃ kriyā-hīnaṃ vidhi-hīnaṃ ca yad bhavet |
acchidram astu tat sarvaṃ pitrādīnāṃ prasādataḥ ||
28 – 1
sahasraśīrṣā puruṣaḥ sahasrākṣaḥ sahasrapāt |
sa bhūmiṃ viśvato vṛtvā atyatiṣṭhad daśāṅgulam ||
28 – 2
puruṣa evedaṃ sarvaṃ yad bhūtaṃ yac ca bhavyam |
utāmṛtatvasyeśānaḥ yad annenātirohati ||
28 – 3
etāvān asya mahimā ato jyāyāṃś ca pūruṣaḥ |
pādo'sya viśvā bhūtāni tripād asyāmṛtaṃ divi ||
28 – 4
tripād ūrdhva udait puruṣaḥ pādo'syehābhavat punaḥ |
tato viśvaṅ vyakrāmat sāśanānaśane abhi ||
28 – 5
tasmād virāḍ ajāyata virājo adhi pūruṣaḥ |
sa jāto atyaricyata paścād bhūmim atho puraḥ ||
28 – 6
yat puruṣeṇa haviṣā devā yajñam atanvata |
vasanto asyāsīd ājyaṃ grīṣma idhmaḥ śarad dhaviḥ ||
28 – 7
saptāsyāsan paridhayaḥ triḥ sapta samidhaḥ kṛtāḥ |
devā yad yajñaṃ tanvānāḥ abadhnan puruṣaṃ paśum ||
28 – 8
taṃ yajñaṃ barhiṣi praukṣan puruṣaṃ jātam agrataḥ |
tena devā ayajanta sādhyā ṛṣayaś ca ye ||
28 – 9
tasmād yajñāt sarvahutaḥ sambhṛtaṃ pṛṣadājyam |
paśūṃs tāṃś cakre vāyavyān āraṇyān grāmyāś ca ye ||
28 – 10
tasmād yajñāt sarvahutaḥ ṛcaḥ sāmāni jajñire |
chandāṃsi jajñire tasmāt yajus tasmād ajāyata ||
28 – 11
tasmād aśvā ajāyanta ye ke cobhayādataḥ |
gāvo ha jajñire tasmāt tasmāj jātā ajāvayaḥ ||
28 – 12
yat puruṣaṃ vyadadhuḥ katidhā vyakalpayan |
mukhaṃ kim asya kau bāhū kā vūrū pādāv ucyete ||
28 – 13
brāhmaṇo'sya mukham āsīt bāhū rājanyaḥ kṛtaḥ |
ūrū tad asya yad vaiśyaḥ padbhyāṃ śūdro ajāyata ||
28 – 14
candramā manaso jātaḥ cakṣoḥ sūryo ajāyata |
mukhād indraś cāgniś ca prāṇād vāyur ajāyata ||
28 – 15
nābhyā āsīd antarikṣaṃ śīrṣṇo dyauḥ samavartata |
padbhyāṃ bhūmir diśaḥ śrotrāt tathā lokāṃ akalpayan ||
28 – 16
vedāham etaṃ puruṣaṃ mahāntam ādityavarṇaṃ tamasas tu pāre |
sarvāṇi rūpāṇi vicitya dhīraḥ nāmāni kṛtvābhivadan yadāste ||
28 – 17
dhātā purastād yam udājahāra śakraḥ pravidvān pradiśaś catasraḥ |
tam evaṃ vidvān amṛta iha bhavati nānyaḥ panthā ayanāya vidyate ||
28 – 18
yajñena yajñam ayajanta devāḥ tāni dharmāṇi prathamāny āsan |
te ha nākaṃ mahimānaḥ sacante yatra pūrve sādhyāḥ santi devāḥ ||
28 – 19
adbhyaḥ sambhūtaḥ pṛthivyai rasāc ca viśvakarmaṇaḥ samavartatādhi |
tasya tvaṣṭā vidadhad rūpam eti tat puruṣasya viśvam ājānam agre ||
28 – 20
vedāham etaṃ puruṣaṃ mahāntam ādityavarṇaṃ tamasaḥ parastāt |
tam evaṃ vidvān amṛta iha bhavati nānyaḥ panthā vidyate'yanāya ||
28 – 21
prajāpatiś carati garbhe antaḥ ajāyamāno bahudhā vijāyate |
tasya dhīrāḥ parijānanti yoniṃ marīcīnāṃ padam icchanti vedhasaḥ ||
28 – 22
yo devebhya ātapati yo devānāṃ purohitaḥ |
pūrvo yo devebhyo jātaḥ namo rucāya brāhmaye ||
28 – 23
rucaṃ brāhmaṃ janayantaḥ devā agre tad abruvan |
yas tvaivaṃ brāhmaṇo vidyāt tasya devā asan vaśe ||
28 – 24
hrīś ca te lakṣmīś ca patnyau ahorātre pārśve nakṣatrāṇi rūpam |
aśvinau vyāttam iṣṭaṃ maniṣāṇa amuṃ maniṣāṇa sarvaṃ maniṣāṇa ||
29 – 1
brahmam etu mām | madhum etu mām | brahmam eva madhum etu mām |
yās te soma prajā vatso'bhi so aham | duḥṣvapnahan duruṣṣaha | yās te soma prāṇāṃs tāñ juhomi ||
29 – 2
trisuparṇam ayācitaṃ brāhmaṇāya dadyāt | brahmahatyāṃ vā ete ghnanti |
ye brāhmaṇās trisuparṇaṃ paṭhanti | te somaṃ prāpnuvanti | ā sahasrāt paṅktiṃ punanti | oṃ ||
29 – 3
brahma medhayā | madhu medhayā | brahmam eva madhu medhayā ||
29 – 4
adyā no deva savitaḥ prajāvat sāvīḥ saubhagam |
parā duḥṣvapniyaṃ suva ||
29 – 5
viśvāni deva savitar duritāni parā suva |
yad bhadraṃ tan na ā suva ||
29 – 6
madhu vātā ṛtāyate madhu kṣaranti sindhavaḥ |
mādhvīr naḥ santv oṣadhīḥ ||
29 – 7
madhu naktam utoṣasi madhumat pārthivaṃ rajaḥ |
madhu dyaur astu naḥ pitā ||
29 – 8
madhumān no vanaspatir madhumān astu sūryaḥ |
mādhvīr gāvo bhavantu naḥ ||
29 – 9
ya imaṃ trisuparṇam ayācitaṃ brāhmaṇāya dadyāt |
bhrūṇahatyāṃ vā ete ghnanti ||
29 – 10
ye brāhmaṇās trisuparṇaṃ paṭhanti | te somaṃ prāpnuvanti |
ā sahasrāt paṅktiṃ punanti | oṃ ||
29 – 11
brahma medhavā | madhu medhavā | brahmam eva madhu medhavā ||
29 – 12
brahmā devānāṃ padavīḥ kavīnām ṛṣir viprāṇāṃ mahiṣo mṛgāṇām |
śyeno gṛdhrāṇāṃ svadhitir vanānāṃ somaḥ pavitram atyeti rebhan ||
29 – 13
haṃsaḥ śuciṣad vasur antarikṣasad hotā vediṣad atithir duroṇasat |
nṛṣad varasad ṛtasad vyomasad abjā gojā ṛtajā adrijā ṛtaṃ bṛhat ||
29 – 14
ṛce tvā ruce tvā samit sravanti sarito na dhenāḥ |
antar hṛdā manasā pūyamānāḥ | ghṛtasya dhārā abhicākaśīmi ||
29 – 15
hiraṇyayo vetaso madhya āsām | tasmin suparṇo madhukṛt kulāyī bhajann āste madhu devatābhyaḥ |
tasyāsate harayaḥ sapta tīre svadhāṃ duhānā amṛtasya dhārām ||
29 – 16
ya idaṃ trisuparṇam ayācitaṃ brāhmaṇāya dadyāt | vīrahatyāṃ vā ete ghnanti |
ye brāhmaṇās trisuparṇaṃ paṭhanti | te somaṃ prāpnuvanti | ā sahasrāt paṅktiṃ punanti | oṃ ||
30 – Eine Gabe an den Brahmanen überreichen – Dakshina Dana
oṃ adya ⟨Gotra der Mutter⟩ gotrasya ⟨Name der Mutter im Genitiv⟩ mama mātuḥ kṛtaitan nitya śrāddha pratiṣṭhārtham idaṃ daivataṃ dakṣiṇā dravyaṃ ⟨Gotra des Empfängers⟩ gotrāya ⟨Name des Empfängers im Dativ⟩ śarmaṇe brahmaṇāya datum aham utsṛje ||
31 – Um Glauben, Nahrung und Gastfreundschaft bitten – Prarthana
dātāro no'bhivardhantāṃ vedāḥ santatir eva naḥ |
śraddhā ca no mā vyagamad bahu deyaṃ ca no astu ||
annaṃ ca no bahu bhaved atithīṃś ca labhemahi |
yācitāraś ca naḥ santu mā ca yāciṣma kañcana ||
32 – Das Unvollkommene Vishnu anvertrauen
pramādāt kurvatāṃ karma pracyavetādhvareṣu yat |
smaraṇād eva tad viṣṇoḥ saṃpūraṇaṃ syād iti śrutiḥ ||
32 – Das Unvollkommene Vishnu anvertrauen
yasya smṛtyā ca nāmoktyā tapo yajña kriyādiṣu |
nyūnaṃ saṃpūrṇatāṃ yāti sadyo vande tam acyutam ||
33 – Die Ahnenverehrung abschließen
anena kṛtena nitya śrāddha karmaṇā bhagavān gadādharaḥ prīyatāṃ na mama |
oṃ tat sad brahmārpaṇam astu ||
Devanagari
1 – Nach Osten sitzen und Achamana ausführen
अच्युताय नमः ।
अनन्ताय नमः ।
गोविन्दाय नमः ।
2 – Vishnu als inneres Selbst erinnern
एको विष्णुर् महद् भूतं पृथक् भूतान्य् अनेकशः ।
त्रीन् लोकान् व्याप्य भूतात्मा भुङ्क्ते विश्वभुग् अव्ययः ॥
3 – Die Schutzlampe entzünden – Raksha Dipa Sthapana
भो दीप ब्रह्म रूपस् त्वं कर्म-साक्षी ह्य् अविघ्न-कृत् ।
यावत् कर्म समाप्तिः स्यात् तावत् त्वं सुस्थिरो भव ॥
3 – Die Schutzlampe entzünden – Raksha Dipa Sthapana
नमो ब्रह्मण्य देवाय गो-ब्राह्मण हिताय च ।
जगद्-हिताय कृष्णाय गोविन्दाय नमो नमः ॥
3 – Die Schutzlampe entzünden – Raksha Dipa Sthapana
नमो नमस्ते गोविन्द पुराण पुरुषोत्तम ।
इदं श्राद्धं हृषीकेश रक्षतां सर्वतो दिशः ॥
4 – Das Handlungswasser bereiten – Karma Patra Sadhana
गङ्गे च यमुने चैव गोदावरी सरस्वती ।
नर्मदे सिन्धु कावेरि जलेऽस्मिन् सन्निधिं कुरु ॥
4 – Das Handlungswasser bereiten – Karma Patra Sadhana
पुष्कराद्यानि तीर्थानि गङ्गाद्याः सरितस् तथा ।
आयन्तु लोक शान्त्यर्थं दुरित क्षय कारकाः ॥
5 – Um Reinigung bitten
यद् देवा देवहेडनं देवासश् चकृमा वयम् ।
अग्निर् मा तस्माद् एनसः विश्वान् मुञ्चत्व् अंहसः ॥
5 – Um Reinigung bitten
यदि दिवा यदि नक्तं एनांसि चकृमा वयम् ।
वायुर् मा तस्माद् एनसः विश्वान् मुञ्चत्व् अंहसः ॥
5 – Um Reinigung bitten
यदि जाग्रद् यदि स्वप्ने एनांसि चकृमा वयम् ।
सूर्यो मा तस्माद् एनसः विश्वान् मुञ्चत्व् अंहसः ॥
6 – Platz, Gaben und sich selbst besprengen
अपवित्रः पवित्रो वा सर्वावस्थं गतोऽपि वा ।
यः स्मरेत् पुण्डरीकाक्षं स बाह्याभ्यन्तरः शुचिः ॥
7 – Das tägliche Gedenken der Mutter widmen – Sankalpa
हरिः ॐ तत् सत् । गोविन्द गोविन्द गोविन्द ।
अद्य अस्यां पुण्य तिथौ ⟨eigenes Gotra⟩ गोत्रस्य ⟨eigener Name⟩ नामा अहं श्रुति-स्मृति पुराणोक्त फल प्राप्त्यर्थं श्री भगवत् प्रीत्यर्थं ।
⟨Gotra der Mutter⟩ गोत्रस्य ⟨Name der Mutter im Genitiv⟩ मम मातुः नित्य श्राद्धं अहं करिष्ये ॥
8 – 1
ॐ भूर् भुवः सुवः ।
तत् सवितुर् वरेण्यं भर्गो देवस्य धीमहि ।
धियो यो नः प्रचोदयात् ॥
8 – 2
ॐ भूर् भुवः सुवः ।
तत् सवितुर् वरेण्यं भर्गो देवस्य धीमहि ।
धियो यो नः प्रचोदयात् ॥
8 – 3
ॐ भूर् भुवः सुवः ।
तत् सवितुर् वरेण्यं भर्गो देवस्य धीमहि ।
धियो यो नः प्रचोदयात् ॥
8 – Dreimal Gayatri und die Ahnenanrufung
देवताभ्यः पितृभ्यश् च महायोगिभ्य एव च ।
नमः स्वधायै स्वाहायै नित्यम् एव नमो नमः ॥
8 – Dreimal Gayatri und die Ahnenanrufung
ॐ पितृगणाय विद्महे जगत् धारिणे धीमहि तन्नो पित्रु प्रचोदयात् ॥
9 – Den Ahnenraum schützen – Rakshoghna-Mantras
अग्निष्वात्ताः पितृगणाः प्राचीं रक्षन्तु मे दिशाम् ।
तथा बर्हिषदः पान्तु यांयां ये पितरस् स्थिताः ॥
प्रतीचीम् आज्यपास् तद्वद् उदीचीं अपि सोमपाः ।
विदिशश् च गणाः सर्वे रक्षन्तु ऊर्ध्वम् अधोऽपि ॥
रक्षो भूत पिशाचेभ्यस् तथैव असुर दोषतः ।
सर्वतश् चाधिपस् तेषां यमो रक्षां करोतु मे ॥
तिला रक्षन्तु दितिजात् दर्भा रक्षन्तु राक्षसात् ।
पङ्क्तिं वै श्रोत्रियो रक्षेद् अतिथिः सर्व रक्षकः ॥
9 – Beim folgenden Vers etwas Sesam um den Platz streuen
अपहता असुरा रक्षांसि पिशाचा ये क्षयन्ति पृथिवीम् अनु ।
अन्यत्रेतो गच्छन्तु यत्रैषां गतं मनः ॥
10 – Die Ahnen in freundlicher Gestalt betrachten – Pitri Dhyana
पितरः पीत-वर्णाभाः वृद्धास् ते केशबन्धिताः ।
यज्ञसूत्र समायुक्ता द्विभुजाः श्वेत वाससः ॥
नानाभरण संयुक्ता भस्मोद्धूलित विग्रहाः ।
सित दन्त समायुक्ताः सौम्य दृक् पातनान्विताः ॥
11 – Einen Sitz darbringen – Asana Dana
ॐ अद्य ⟨Gotra der Mutter⟩ गोत्रस्य ⟨Name der Mutter im Genitiv⟩ मम मातुः नित्य श्राद्धे इदम् आसनं स्वधा ॥
12 – Die Verehrung eröffnen
अर्चत प्रार्चत प्रियमेधसो अर्चत ।
अर्चन्तु पुत्रका उत पुरं न धृष्णव् अर्चत ॥
इदं वोऽर्चनं ।
13 – Duft – Gandha
एष गन्धः ।
14 – Sesam und Reis – Tilakshata
इमे तिलाक्षताः ।
15 – Blüten und Tulasi – Pushpa
इमानि पुष्पाणि श्री तुलसी दलानि च ।
16 – Räucherduft – Dhupa
घ्राण तृप्ति अर्थं अयं वो धूपः ।
17 – Licht – Dipa
अवलोकन अर्थं अयं वो दीपः ।
18 – Frucht – Phala
इदं फलं निवेदयामि ।
19 – Betelgabe – Tambula
इदं ताम्बूलम् ।
20 – Gewand – Vastra
आच्छादन अर्थं इदं वस्त्रम् ।
21 – Die übrigen Gastgaben vertreten
शेष उपचार अर्थम् इमे अक्षताः ।
22 – Die Gastgaben zusammen widmen
ॐ अद्य ⟨Gotra der Mutter⟩ गोत्रस्य ⟨Name der Mutter im Genitiv⟩ मम मातुः नित्य श्राद्धे एतानि गन्ध पुष्प धूप दीप ताम्बूलानि युष्मभ्यं स्वधा ॥
23 – 1
मधु वाता ऋतायते मधु क्षरन्ति सिन्धवः ।
माध्वीर् नः सन्त्व् ओषधीः ॥
23 – 2
मधु नक्तम् उतोषसि मधुमत् पार्थिवं रजः ।
मधु द्यौर् अस्तु नः पिता ॥
23 – 3
मधुमान् नो वनस्पतिर् मधुमान् अस्तु सूर्यः ।
माध्वीर् गावो भवन्तु नः ॥
24 – Erde und Himmel als Gefäß der Gabe erinnern
पृथिवी ते पात्रं द्यौर् अपिधानं ब्रह्मणस् त्वा मुखे जुहोमि स्वाहा ॥
24 – Erde und Himmel als Gefäß der Gabe erinnern
इदं विष्णुर् विचक्रमे त्रेधा निदधे पदम् ।
समूढम् अस्य पांसुरे ॥
24 – Erde und Himmel als Gefäß der Gabe erinnern
ॐ विष्णो कव्यम् इदं रक्ष मदीयम् ।
स्वधा विष्णो कव्यं रक्षस्व ।
25 – Speise, Wasser und Opfergabe bezeichnen
इदम् अन्नं इमाः आपः इदम् आज्यं इदं हविः ।
26 – Den Speiseteller mit Sesam umgeben
अपहता असुरा रक्षांसि वेदिषदः ।
27 – Die Mahlzeit der Mutter darbringen
ॐ अद्य ⟨Gotra der Mutter⟩ गोत्रस्य ⟨Name der Mutter im Genitiv⟩ मम मातुः नित्य श्राद्धे इदम् अन्नं सोपस्करं स्वधा ॥
27 – Die Mahlzeit der Mutter darbringen
अन्न-हीनं क्रिया-हीनं विधि-हीनं च यद् भवेत् ।
अच्छिद्रम् अस्तु तत् सर्वं पित्रादीनां प्रसादतः ॥
28 – 1
सहस्रशीर्षा पुरुषः सहस्राक्षः सहस्रपात् ।
स भूमिं विश्वतो वृत्वा अत्यतिष्ठद् दशाङ्गुलम् ॥
28 – 2
पुरुष एवेदं सर्वं यद् भूतं यच् च भव्यम् ।
उतामृतत्वस्येशानः यद् अन्नेनातिरोहति ॥
28 – 3
एतावान् अस्य महिमा अतो ज्यायांश् च पूरुषः ।
पादोऽस्य विश्वा भूतानि त्रिपाद् अस्यामृतं दिवि ॥
28 – 4
त्रिपाद् ऊर्ध्व उदैत् पुरुषः पादोऽस्येहाभवत् पुनः ।
ततो विश्वङ् व्यक्रामत् साशनानशने अभि ॥
28 – 5
तस्माद् विराड् अजायत विराजो अधि पूरुषः ।
स जातो अत्यरिच्यत पश्चाद् भूमिम् अथो पुरः ॥
28 – 6
यत् पुरुषेण हविषा देवा यज्ञम् अतन्वत ।
वसन्तो अस्यासीद् आज्यं ग्रीष्म इध्मः शरद् धविः ॥
28 – 7
सप्तास्यासन् परिधयः त्रिः सप्त समिधः कृताः ।
देवा यद् यज्ञं तन्वानाः अबध्नन् पुरुषं पशुम् ॥
28 – 8
तं यज्ञं बर्हिषि प्रौक्षन् पुरुषं जातम् अग्रतः ।
तेन देवा अयजन्त साध्या ऋषयश् च ये ॥
28 – 9
तस्माद् यज्ञात् सर्वहुतः सम्भृतं पृषदाज्यम् ।
पशूंस् तांश् चक्रे वायव्यान् आरण्यान् ग्राम्याश् च ये ॥
28 – 10
तस्माद् यज्ञात् सर्वहुतः ऋचः सामानि जज्ञिरे ।
छन्दांसि जज्ञिरे तस्मात् यजुस् तस्माद् अजायत ॥
28 – 11
तस्माद् अश्वा अजायन्त ये के चोभयादतः ।
गावो ह जज्ञिरे तस्मात् तस्माज् जाता अजावयः ॥
28 – 12
यत् पुरुषं व्यदधुः कतिधा व्यकल्पयन् ।
मुखं किम् अस्य कौ बाहू का वूरू पादाव् उच्येते ॥
28 – 13
ब्राह्मणोऽस्य मुखम् आसीत् बाहू राजन्यः कृतः ।
ऊरू तद् अस्य यद् वैश्यः पद्भ्यां शूद्रो अजायत ॥
28 – 14
चन्द्रमा मनसो जातः चक्षोः सूर्यो अजायत ।
मुखाद् इन्द्रश् चाग्निश् च प्राणाद् वायुर् अजायत ॥
28 – 15
नाभ्या आसीद् अन्तरिक्षं शीर्ष्णो द्यौः समवर्तत ।
पद्भ्यां भूमिर् दिशः श्रोत्रात् तथा लोकां अकल्पयन् ॥
28 – 16
वेदाहम् एतं पुरुषं महान्तम् आदित्यवर्णं तमसस् तु पारे ।
सर्वाणि रूपाणि विचित्य धीरः नामानि कृत्वाभिवदन् यदास्ते ॥
28 – 17
धाता पुरस्ताद् यम् उदाजहार शक्रः प्रविद्वान् प्रदिशश् चतस्रः ।
तम् एवं विद्वान् अमृत इह भवति नान्यः पन्था अयनाय विद्यते ॥
28 – 18
यज्ञेन यज्ञम् अयजन्त देवाः तानि धर्माणि प्रथमान्य् आसन् ।
ते ह नाकं महिमानः सचन्ते यत्र पूर्वे साध्याः सन्ति देवाः ॥
28 – 19
अद्भ्यः सम्भूतः पृथिव्यै रसाच् च विश्वकर्मणः समवर्तताधि ।
तस्य त्वष्टा विदधद् रूपम् एति तत् पुरुषस्य विश्वम् आजानम् अग्रे ॥
28 – 20
वेदाहम् एतं पुरुषं महान्तम् आदित्यवर्णं तमसः परस्तात् ।
तम् एवं विद्वान् अमृत इह भवति नान्यः पन्था विद्यतेऽयनाय ॥
28 – 21
प्रजापतिश् चरति गर्भे अन्तः अजायमानो बहुधा विजायते ।
तस्य धीराः परिजानन्ति योनिं मरीचीनां पदम् इच्छन्ति वेधसः ॥
28 – 22
यो देवेभ्य आतपति यो देवानां पुरोहितः ।
पूर्वो यो देवेभ्यो जातः नमो रुचाय ब्राह्मये ॥
28 – 23
रुचं ब्राह्मं जनयन्तः देवा अग्रे तद् अब्रुवन् ।
यस् त्वैवं ब्राह्मणो विद्यात् तस्य देवा असन् वशे ॥
28 – 24
ह्रीश् च ते लक्ष्मीश् च पत्न्यौ अहोरात्रे पार्श्वे नक्षत्राणि रूपम् ।
अश्विनौ व्यात्तम् इष्टं मनिषाण अमुं मनिषाण सर्वं मनिषाण ॥
29 – 1
ब्रह्मम् एतु माम् । मधुम् एतु माम् । ब्रह्मम् एव मधुम् एतु माम् ।
यास् ते सोम प्रजा वत्सोऽभि सो अहम् । दुःष्वप्नहन् दुरुष्षह । यास् ते सोम प्राणांस् ताञ् जुहोमि ॥
29 – 2
त्रिसुपर्णम् अयाचितं ब्राह्मणाय दद्यात् । ब्रह्महत्यां वा एते घ्नन्ति ।
ये ब्राह्मणास् त्रिसुपर्णं पठन्ति । ते सोमं प्राप्नुवन्ति । आ सहस्रात् पङ्क्तिं पुनन्ति । ॐ ॥
29 – 3
ब्रह्म मेधया । मधु मेधया । ब्रह्मम् एव मधु मेधया ॥
29 – 4
अद्या नो देव सवितः प्रजावत् सावीः सौभगम् ।
परा दुःष्वप्नियं सुव ॥
29 – 5
विश्वानि देव सवितर् दुरितानि परा सुव ।
यद् भद्रं तन् न आ सुव ॥
29 – 6
मधु वाता ऋतायते मधु क्षरन्ति सिन्धवः ।
माध्वीर् नः सन्त्व् ओषधीः ॥
29 – 7
मधु नक्तम् उतोषसि मधुमत् पार्थिवं रजः ।
मधु द्यौर् अस्तु नः पिता ॥
29 – 8
मधुमान् नो वनस्पतिर् मधुमान् अस्तु सूर्यः ।
माध्वीर् गावो भवन्तु नः ॥
29 – 9
य इमं त्रिसुपर्णम् अयाचितं ब्राह्मणाय दद्यात् ।
भ्रूणहत्यां वा एते घ्नन्ति ॥
29 – 10
ये ब्राह्मणास् त्रिसुपर्णं पठन्ति । ते सोमं प्राप्नुवन्ति ।
आ सहस्रात् पङ्क्तिं पुनन्ति । ॐ ॥
29 – 11
ब्रह्म मेधवा । मधु मेधवा । ब्रह्मम् एव मधु मेधवा ॥
29 – 12
ब्रह्मा देवानां पदवीः कवीनाम् ऋषिर् विप्राणां महिषो मृगाणाम् ।
श्येनो गृध्राणां स्वधितिर् वनानां सोमः पवित्रम् अत्येति रेभन् ॥
29 – 13
हंसः शुचिषद् वसुर् अन्तरिक्षसद् होता वेदिषद् अतिथिर् दुरोणसत् ।
नृषद् वरसद् ऋतसद् व्योमसद् अब्जा गोजा ऋतजा अद्रिजा ऋतं बृहत् ॥
29 – 14
ऋचे त्वा रुचे त्वा समित् स्रवन्ति सरितो न धेनाः ।
अन्तर् हृदा मनसा पूयमानाः । घृतस्य धारा अभिचाकशीमि ॥
29 – 15
हिरण्ययो वेतसो मध्य आसाम् । तस्मिन् सुपर्णो मधुकृत् कुलायी भजन्न् आस्ते मधु देवताभ्यः ।
तस्यासते हरयः सप्त तीरे स्वधां दुहाना अमृतस्य धाराम् ॥
29 – 16
य इदं त्रिसुपर्णम् अयाचितं ब्राह्मणाय दद्यात् । वीरहत्यां वा एते घ्नन्ति ।
ये ब्राह्मणास् त्रिसुपर्णं पठन्ति । ते सोमं प्राप्नुवन्ति । आ सहस्रात् पङ्क्तिं पुनन्ति । ॐ ॥
30 – Eine Gabe an den Brahmanen überreichen – Dakshina Dana
ॐ अद्य ⟨Gotra der Mutter⟩ गोत्रस्य ⟨Name der Mutter im Genitiv⟩ मम मातुः कृतैतन् नित्य श्राद्ध प्रतिष्ठार्थम् इदं दैवतं दक्षिणा द्रव्यं ⟨Gotra des Empfängers⟩ गोत्राय ⟨Name des Empfängers im Dativ⟩ शर्मणे ब्रह्मणाय दतुम् अहम् उत्सृजे ॥
31 – Um Glauben, Nahrung und Gastfreundschaft bitten – Prarthana
दातारो नोऽभिवर्धन्तां वेदाः सन्ततिर् एव नः ।
श्रद्धा च नो मा व्यगमद् बहु देयं च नो अस्तु ॥
अन्नं च नो बहु भवेद् अतिथींश् च लभेमहि ।
याचितारश् च नः सन्तु मा च याचिष्म कञ्चन ॥
32 – Das Unvollkommene Vishnu anvertrauen
प्रमादात् कुर्वतां कर्म प्रच्यवेताध्वरेषु यत् ।
स्मरणाद् एव तद् विष्णोः संपूरणं स्याद् इति श्रुतिः ॥
32 – Das Unvollkommene Vishnu anvertrauen
यस्य स्मृत्या च नामोक्त्या तपो यज्ञ क्रियादिषु ।
न्यूनं संपूर्णतां याति सद्यो वन्दे तम् अच्युतम् ॥
33 – Die Ahnenverehrung abschließen
अनेन कृतेन नित्य श्राद्ध कर्मणा भगवान् गदाधरः प्रीयतां न मम ।
ॐ तत् सद् ब्रह्मार्पणम् अस्तु ॥
Deutsch
1 – Nach Osten sitzen und Achamana ausführen
Verehrung Achyuta, dem Unwandelbaren. Verehrung Ananta, dem Unendlichen. Verehrung Govinda.
2 – Vishnu als inneres Selbst erinnern
Vishnu, der Eine, ist das große Sein und erscheint in den vielen einzelnen Wesen. Er durchdringt die drei Welten; als Selbst der Wesen erfährt der Unvergängliche, der das All erfährt, alles.
3 – Die Schutzlampe entzünden – Raksha Dipa Sthapana
O Licht, du bist die Gestalt Brahmans, Zeuge der Handlung und Beseitiger ihrer Hindernisse. Bis die Handlung beendet ist, bleibe stetig.
3 – Die Schutzlampe entzünden – Raksha Dipa Sthapana
Verehrung dem Gott, der dem heiligen Wissen zugewandt ist, der den Kühen und Brahmanen wohlgesinnt ist. Wiederholt Verehrung Krishna Govinda, dem Wohltäter der Welt.
3 – Die Schutzlampe entzünden – Raksha Dipa Sthapana
Wieder und wieder Verehrung dir, Govinda, ursprünglicher höchster Purusha. Hrishikesha, möge dieses Shraddha aus allen Richtungen geschützt sein.
4 – Das Handlungswasser bereiten – Karma Patra Sadhana
Ganga, Yamuna, Godavari, Sarasvati, Narmada, Sindhu und Kaveri: Seid in diesem Wasser gegenwärtig.
4 – Das Handlungswasser bereiten – Karma Patra Sadhana
Mögen die heiligen Badeorte, beginnend mit Pushkara, und die Flüsse, beginnend mit Ganga, herbeikommen: zum Frieden der Welt und zur Auflösung des Unheils.
5 – Um Reinigung bitten
Welche Kränkung der Götter wir, o Götter, begangen haben: Agni möge mich von dieser Schuld, von jeder Bedrängnis befreien.
5 – Um Reinigung bitten
Ob bei Tag oder bei Nacht wir Verfehlungen begangen haben: Vayu möge mich von dieser Schuld, von jeder Bedrängnis befreien.
5 – Um Reinigung bitten
Ob im Wachen oder im Traum wir Verfehlungen begangen haben: Surya möge mich von dieser Schuld, von jeder Bedrängnis befreien.
6 – Platz, Gaben und sich selbst besprengen
Ob unrein oder rein, in welchem Zustand auch immer: Wer an den Lotusäugigen denkt, wird außen und innen rein.
7 – Das tägliche Gedenken der Mutter widmen – Sankalpa
Hari, Om, das ist die Wirklichkeit. Govinda, Govinda, Govinda. Heute, an diesem heiligen Mondtag, werde ich, ⟨eigener Name⟩ aus dem Gotra ⟨eigenes Gotra⟩, zur Erlangung der in Shruti, Smriti und Purana genannten Früchte und zur Freude des erhabenen Herrn das tägliche Shraddha für meine Mutter ⟨Name⟩ aus dem Gotra ⟨Gotra der Mutter⟩ ausführen.
8 – 1
Om, Erde, Zwischenraum und Himmel. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar; er möge unsere Einsicht anregen.
8 – 2
Om, Erde, Zwischenraum und Himmel. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar; er möge unsere Einsicht anregen.
8 – 3
Om, Erde, Zwischenraum und Himmel. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar; er möge unsere Einsicht anregen.
8 – Dreimal Gayatri und die Ahnenanrufung
Verehrung den Gottheiten, den Ahnen und den großen Yogis. Verehrung Svadha und Svaha; immerdar wiederholte Verehrung.
8 – Dreimal Gayatri und die Ahnenanrufung
Om. Wir erkennen die Schar der Ahnen; wir meditieren über den Träger der Welt. Möge die Ahnenkraft uns anregen.
9 – Den Ahnenraum schützen – Rakshoghna-Mantras
Mögen die Agnishvatta-Ahnen meine östliche Richtung schützen, ebenso die Barhishad-Ahnen die südliche, wo sie stehen; die Ajyapas den Westen, die Somapas den Norden. Alle Scharen mögen die Zwischenrichtungen, oben und unten beschützen. Vor Rakshaswesen, Bhutas, Pishachas und dem Unheil der Asuras möge ihr Gebieter Yama mich ringsum schützen. Sesam schütze vor den Nachkommen Ditis, Darbha vor den Rakshasas. Der Schriftkundige schütze die Reihe der Speisenden; der Gast ist ein Schützer aller.
9 – Beim folgenden Vers etwas Sesam um den Platz streuen
Abgewiesen seien die Asuras, Rakshaswesen und Pishachas, die sich auf der Erde aufhalten. Sie mögen von hier anderswohin gehen, wohin ihr Sinn gerichtet ist.
10 – Die Ahnen in freundlicher Gestalt betrachten – Pitri Dhyana
Die Ahnen erscheinen in gelblichem Glanz, als Älteste mit gebundenem Haar. Sie tragen den Opferfaden, haben zwei Arme und weiße Gewänder. Mit vielerlei Schmuck versehen, ihre Gestalten mit Asche bestäubt, haben sie helle Zähne und lassen freundliche Blicke ruhen.
11 – Einen Sitz darbringen – Asana Dana
Om. Heute, im täglichen Shraddha für meine Mutter ⟨Name⟩ aus dem Gotra ⟨Gotra⟩: Dieser Sitz sei ihr dargebracht. Svadha.
12 – Die Verehrung eröffnen
Preist, preist laut, ihr Priyamedhas, preist! Auch die Söhne mögen preisen. Wie eine feste Burg, ihr Kühnen, preist! Dies ist eure Verehrung.
13 – Duft – Gandha
Dies ist der Duft.
14 – Sesam und Reis – Tilakshata
Dies sind Sesam und ungebrochene Reiskörner.
15 – Blüten und Tulasi – Pushpa
Dies sind die Blumen und die heiligen Tulasi-Blätter.
16 – Räucherduft – Dhupa
Zu eurer Freude am Duft ist dies das Räucherwerk.
17 – Licht – Dipa
Zu eurem Schauen ist dies das Licht.
18 – Frucht – Phala
Ich bringe diese Frucht dar.
19 – Betelgabe – Tambula
Dies ist die Betelgabe.
20 – Gewand – Vastra
Zum Bedecken dient dieses Gewand.
21 – Die übrigen Gastgaben vertreten
Diese ungebrochenen Körner stehen für die übrigen Gastdienste.
22 – Die Gastgaben zusammen widmen
Om. Heute im täglichen Shraddha für meine Mutter ⟨Name⟩ aus dem Gotra ⟨Gotra⟩: Diese Gaben von Duft, Blumen, Räucherwerk, Licht und Betel seien euch dargebracht. Svadha.
23 – 1
Süß wehen die Winde dem, der der kosmischen Ordnung folgt; Süße lassen die Flüsse strömen. Süß seien uns die Pflanzen.
23 – 2
Süß seien Nacht und Morgen, süß der irdische Raum. Süß sei uns der Himmel als Vater.
23 – 3
Süß sei uns der Baum, süß sei die Sonne. Süß seien uns die Kühe.
24 – Erde und Himmel als Gefäß der Gabe erinnern
Die Erde ist dein Gefäß, der Himmel deine Bedeckung. In den Mund des Brahmanen bringe ich dich als Gabe dar. Svaha.
24 – Erde und Himmel als Gefäß der Gabe erinnern
Vishnu durchschritt dieses All; dreifach setzte er seinen Fuß. Alles ist in seinem Fußstaub geborgen.
24 – Erde und Himmel als Gefäß der Gabe erinnern
Om. Vishnu, schütze diese meine Ahnenspeise. Svadha. Vishnu, bewahre die Ahnengabe.
25 – Speise, Wasser und Opfergabe bezeichnen
Dies ist die Speise, dies sind die Wasser, dies ist die Opferbutter, dies ist die Opfergabe.
26 – Den Speiseteller mit Sesam umgeben
Abgewiesen seien Asuras und Rakshaswesen, die an der Opferstätte sitzen.
27 – Die Mahlzeit der Mutter darbringen
Om. Heute im täglichen Shraddha für meine Mutter ⟨Name⟩ aus dem Gotra ⟨Gotra⟩: Diese Speise mit ihren Beigaben sei ihr dargebracht. Svadha.
27 – Die Mahlzeit der Mutter darbringen
Was an Speise, Handlung oder rechter Ausführung fehlen mag, möge durch die Gnade der Ahnen alles unversehrt und vollständig sein.
28 – 1
Tausend Häupter, tausend Augen, tausend Füße hat der Purusha. Er umfasst die Erde von allen Seiten und reicht noch zehn Fingerbreiten darüber hinaus.
28 – 2
Der Purusha ist dieses All: was geworden ist und was werden wird. Er ist Herr der Unsterblichkeit und dessen, was durch Nahrung heranwächst.
28 – 3
So groß ist seine Herrlichkeit, doch größer noch ist der Purusha. Ein Viertel von ihm sind alle Wesen; drei Viertel sind das Unsterbliche im Himmel.
28 – 4
Mit drei Vierteln erhob sich der Purusha; ein Viertel wurde wiederum hier. Von dort durchdrang er alles, was Nahrung aufnimmt und was keine Nahrung aufnimmt.
28 – 5
Aus ihm wurde Viraj geboren, aus Viraj wiederum der Purusha. Geboren überragte er die Erde nach hinten und nach vorn.
28 – 6
Als die Götter mit dem Purusha als Opfergabe das Opfer entfalteten, war der Frühling seine Opferbutter, der Sommer das Brennholz und der Herbst die Opfergabe.
28 – 7
Sieben waren seine Umfriedungen, dreimal sieben die bereiteten Holzscheite. Als die Götter das Opfer entfalteten, banden sie den Purusha als Opferwesen.
28 – 8
Dieses Opfer, den zuerst geborenen Purusha, besprengten sie auf dem Opfergras. Mit ihm opferten die Götter, die Sadhyas und die Rishis.
28 – 9
Aus jenem allumfassenden Opfer wurde die Mischung von Dickmilch und Opferbutter gewonnen. Es brachte Tiere der Luft, der Wildnis und des Dorfes hervor.
28 – 10
Aus jenem allumfassenden Opfer wurden die Verse und Gesänge geboren, aus ihm die Versmaße und die Opferformeln.
28 – 11
Aus ihm wurden die Pferde geboren und alle Tiere mit Zähnen in beiden Kiefern. Aus ihm entstanden die Rinder, aus ihm die Ziegen und Schafe.
28 – 12
Als sie den Purusha aufteilten: In wie viele Teile gliederten sie ihn? Was war sein Mund, was seine Arme, was nannte man seine Schenkel und Füße?
28 – 13
Der Brahmane war sein Mund; zum Krieger wurden seine Arme. Der Vaishya war seine Schenkel; aus seinen Füßen ging der Shudra hervor.
28 – 14
Aus seinem Geist wurde der Mond geboren, aus seinem Auge entstand die Sonne. Aus seinem Mund gingen Indra und Agni hervor, aus seinem Atem Vayu.
28 – 15
Aus seinem Nabel entstand der Zwischenraum, aus seinem Haupt der Himmel. Aus seinen Füßen wurde die Erde, aus seinem Gehör die Richtungen: So gestalteten sie die Welten.
28 – 16
Ich kenne diesen großen Purusha, sonnenfarben jenseits der Dunkelheit. Der Weise gestaltet alle Formen, gibt ihnen Namen und ist gegenwärtig, indem er sie ausspricht.
28 – 17
Ihn verkündete Dhata zuerst; Shakra, der Wissende, verkündete ihn in den vier Richtungen. Wer ihn so erkennt, wird hier unsterblich; kein anderer Weg führt zu diesem Ziel.
28 – 18
Durch das Opfer verehrten die Götter das Opfer; dies waren die ersten Ordnungen. Diese Mächtigen erreichen den Himmel, wo die ursprünglichen göttlichen Sadhyas sind.
28 – 19
Aus den Wassern und aus dem Saft der Erde entstanden, ging er aus Vishvakarman hervor. Tvashta tritt hervor und gestaltet seine Form. So entstand am Anfang das All des Purusha.
28 – 20
Ich kenne diesen großen Purusha, sonnenfarben jenseits der Dunkelheit. Wer ihn so erkennt, wird hier unsterblich. Kein anderer Weg führt zu diesem Ziel.
28 – 21
Prajapati bewegt sich im Inneren des Mutterschoßes. Ungeboren wird er auf vielerlei Weise geboren. Die Weisen erkennen seinen Ursprung; die Seher suchen den Stand der Marichis.
28 – 22
Der den Göttern leuchtet, der ihr Priester ist, der vor den Göttern geboren wurde: Verehrung dem Glanz des Brahman.
28 – 23
Als die Götter am Anfang den Glanz des Brahman hervorbrachten, sprachen sie: Dem Brahmanen, der dich so erkennt, stehen die Götter zur Verfügung.
28 – 24
Hri und Lakshmi sind deine Gefährtinnen, Tag und Nacht deine Seiten, die Sterne deine Gestalt, die Ashvins dein geöffneter Mund. Gewähre das Erwünschte, gewähre jene Welt, gewähre alles.
29 – 1
Möge Brahman mich erreichen. Möge die Süße mich erreichen. Möge Brahman selbst als Süße mich erreichen. Soma, unter deinen Geschöpfen bin ich wie ein Kalb. Du vernichtest böse Träume, du schwer Bezwingbarer. Die Lebenskräfte, die dir gehören, Soma, bringe ich dar.
29 – 2
Man gebe einem Brahmanen das Trisuparna, auch ohne darum gebeten zu sein. Die Brahmanen, die das Trisuparna rezitieren, tilgen sogar die Schuld der Tötung eines Brahmanen. Sie erlangen Soma und reinigen die Reihe der Speisenden bis zu tausend. Om.
29 – 3
Brahman durch Einsicht; Süße durch Einsicht; Brahman selbst, die Süße, durch Einsicht.
29 – 4
Göttlicher Savitar, bringe uns heute Glück mit Nachkommenschaft. Treibe den bösen Traum hinweg.
29 – 5
Göttlicher Savitar, treibe alles Unheil hinweg. Was gut und heilvoll ist, das führe uns zu.
29 – 6
Süß wehen die Winde dem, der der kosmischen Ordnung folgt; Süße lassen die Flüsse strömen. Süß seien uns die Pflanzen.
29 – 7
Süß seien Nacht und Morgen, süß der irdische Raum. Süß sei uns der Himmel als Vater.
29 – 8
Süß sei uns der Baum, süß sei die Sonne. Süß seien uns die Kühe.
29 – 9
Wer einem Brahmanen dieses Trisuparna ungebeten weitergibt – diese Rezitierenden tilgen sogar die Schuld der Tötung einer Leibesfrucht.
29 – 10
Die Brahmanen, die das Trisuparna rezitieren, erlangen Soma und reinigen die Reihe der Speisenden bis zu tausend. Om.
29 – 11
Brahman durch den Opferkundigen; Süße durch den Opferkundigen; Brahman selbst, die Süße, durch den Opferkundigen.
29 – 12
Brahmanpriester unter den Göttern, Wegweiser der Dichter, Rishi unter den Inspirierten, Büffel unter den Wildtieren, Falke unter den Greifvögeln, Axt unter den Bäumen: Soma überschreitet tönend das Seihgerät.
29 – 13
Der Schwan im reinen Licht, der Vasu im Zwischenraum, der Opferpriester am Altar, der Gast im Haus; bei Menschen, im Besten, in der Ordnung und im Himmelsraum wohnend; aus Wasser, aus Licht, aus Ordnung, aus dem Fels geboren: die große Wahrheit.
29 – 14
Dem Vers, dem Glanz gelte diese Darbringung. Wie Flüsse strömen die nährenden Ströme zusammen, innerlich durch Herz und Geist gereinigt. Ich schaue die Ströme der Opferbutter.
29 – 15
In ihrer Mitte steht der goldene Schilfhalm. Dort sitzt der schöngeflügelte, Honig schaffende Vogel in seinem Nest und teilt den Gottheiten Süße zu. An seinem Ufer sitzen sieben Goldene und melken Svadha, den Strom der Unsterblichkeit.
29 – 16
Wer einem Brahmanen dieses Trisuparna ungebeten weitergibt – die Brahmanen, die es rezitieren, tilgen sogar die Schuld der Tötung eines Helden. Sie erlangen Soma und reinigen die Reihe der Speisenden bis zu tausend. Om.
30 – Eine Gabe an den Brahmanen überreichen – Dakshina Dana
Om. Heute überlasse ich zur Festigung dieses ausgeführten täglichen Shraddha für meine Mutter ⟨Name⟩ aus dem Gotra ⟨Gotra⟩ diese göttlich zugeordnete Dakshina-Gabe dem Brahmanen ⟨Name des Empfängers⟩ aus dem Gotra ⟨Gotra des Empfängers⟩.
31 – Um Glauben, Nahrung und Gastfreundschaft bitten – Prarthana
Mögen die Gebenden unter uns wachsen, ebenso unser vedisches Wissen und unsere Nachkommenschaft. Möge unser Vertrauen nicht schwinden, und mögen wir viel haben, das wir geben können. Möge uns reichlich Nahrung zuteilwerden, und mögen Gäste zu uns kommen. Mögen Menschen bei uns Hilfe suchen; mögen wir selbst niemanden anbetteln müssen.
32 – Das Unvollkommene Vishnu anvertrauen
Was bei der Ausführung heiliger Handlungen durch Unachtsamkeit fehlgehen mag, wird schon durch das Erinnern Vishnus vervollständigt: So lautet die heilige Überlieferung.
32 – Das Unvollkommene Vishnu anvertrauen
Durch dessen Erinnerung und das Aussprechen seines Namens in Askese, Opfer und anderen Handlungen das Unvollständige sogleich vollständig wird: Diesen Achyuta verehre ich.
33 – Die Ahnenverehrung abschließen
Möge durch diese ausgeführte tägliche Shraddha-Handlung der erhabene Gadadhara erfreut sein. Nicht mein ist es. Om, das ist die Wirklichkeit. Es sei Brahman dargebracht.
Quellen und weiterführende Artikel
- Sri Rama Ramanuja Acharya: Shraddha Prayoga Sangraha, Simha Publications, Ausgabe 27. August 2024, Kapitel 2 „Nitya Shraddha“, gedruckte S. 19–26; Drei-Namen-Achamana S. 54; Rollen und Fadenhaltungen S. 4 und 10; „Trisuparna Mantrani“ S. 140–143. Volltext.
- Derselbe: Sukta Sangraha, Kapitel 2 „Purusha Suktam“, S. 7–10, 24 Verse. Volltext. Die vedischen Sonderzeichen für nasale Rezitation werden durch die entsprechende unakzentuierte Sanskrit-Schreibung wiedergegeben. Vers 4 liest abhavat wie der entsprechende Vers des Rigveda 10.90.4; die Umschrift des Sammelbandes druckt an dieser Stelle abhavāt. In Vers 17 gilt tam evaṃ nach dem Devanagari; die Umschrift verliert dort den Nasal. In Vers 23 bleibt die Lesung yas tvaivaṃ erhalten.
- Taittiriya Brahmana 2.6.6.1–2: Textvergleich der drei Reinigungsbitten. Die Druckungen „yad deva“ und „svapna“ werden nach dem vedischen Text als yad devā und svapne gelesen; die deutsche Übersetzung folgt dem Sanskrit, nicht der freien englischen Erläuterung des Handbuchs.
- Skanda Purana, Nagara Khanda 224.47, als Parallelbeleg für vedāḥ santatir eva naḥ im Schlussgebet; im Handbuch fehlt der Visarga. Für mā vyagamad gilt die IAST-Zeile des Handbuchs; dessen Devanagari weicht an dieser Stelle ab. sadyo vande folgt für die Druckform sado vande dem Parallelgebet im Apastamba Purva Prayoga desselben Herausgebers, S. 30; sadyaḥ bedeutet hier „sogleich“ und bezieht sich auf das Vollständigwerden der Handlung. Die Lesungen bhagavān und prīyatām werden durch den Satzsinn und die Schlussformeln derselben Ritualsammlung gestützt; der Druck hat an dieser Stelle bhagavan und priyatām. Bei der Lampenformel folgt avighna-kṛt dem Devanagari, nicht dem angehängten -kṛta der Umschrift.
- Sri Rama Ramanuja Acharya: Apastamba Purva Prayoga, Ausgabe 24. Januar 2025, S. 30, Prarthana: Parallelbeleg zu sadyo vande tam acyutam. Volltext.
- Die überlieferte Ahnen-Gayatri wird mit dem im Handbuch gedruckten pitru wiedergegeben. Die Form ist in diesem Druck nicht klassisch flektiert; eine abweichende Formel anderer Handbücher wird hier nicht stillschweigend eingesetzt. In der Schutzstrophe steht yāṃyāṃ im Sinn der südlichen, Yama zugeordneten Richtung; auch diese Druckform bleibt erkennbar.
- Zum Trisuparna siehe auch Maha Narayana Upanishad mit Sanskrit und Erläuterungen; die hier ausgewählte Reihenfolge bleibt die des Handbuchanhangs.
Siehe auch
Nityashraddha · Shraddha · Ahnenverehrung · Pitri Tarpana · Parvana Shraddha mit zwölf Ahnenpindas · Purusha Sukta · Trisuparna
Video und Seminare
Sukadev erläutert die Bedeutung der Pitris und der Ahnenverehrung.
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