Abtreibung

Aus Yogawiki

Abtreibung vom Yogastandpunkt aus: Was sagen die Yogis zum Thema Abtreibung und was würde man von einer yogischen Ethik aus sagen? Ist es in Ordnung, eine Abtreibung zu machen oder nicht? Was passiert mit der Seele, die bevor sie sich voll inkarniert hat, wieder ihr Leben verliert? Das sind einige Fragen, auf die ich eingehen möchte.

Im Yoga geht man davon aus, dass wir im Kern eine unsterbliche Seele sind.

Sukadev über Abtreibung vom Yogastandpunkt aus

Mein Name ist Sukadev von Yoga Vidya und ich vertrete eine aufgeklärte Yoga Ethik.

Im Yoga sprechen wir von Karma und Reinkarnation. Wir sagen, die Seele ist unsterblich. Auf der einen Ebene bist du reines Bewusstsein und eins mit der Weltenseele. Auf der anderen Ebene bist du eine individuelle Seele, die sich über viele Inkarnationen entwickelt. Leben ist in der physischen Welt. Nach dem physischen Tod geht die Selle in die Astralwelt ein.

Im Moment der Empfängnis wird die Seele mit dem Fötus verbunden und bleibt dann relativ lose mit ihm bis zum Moment der Geburt verbunden. Im Moment der Geburt ist dann die volle Inkarnation in der physischen Welt. Manche Kinder erinnern sich noch bis zum Alter von 4-5 Jahren an die Zeit vor der Geburt. Viele haben die Fähigkeit, Astralwesen zu sehen und manche erinnern sich sogar an frühere Leben. Aber die volle Inkarnation beginnt im Moment der Geburt.

Manche Seelen brauchen eine Zeit im Mutterleib und manche wiederholen auch die Zeit im Mutterleib bevor sie sich voll inkarnieren. In früheren Zeiten gab es mehr Fehlgeburten als heute und heute gibt es mehr Abtreibungen als früher. So könnte man sagen, im Karma von manchen Seelen ist es so, dass sie die behütete Erfahrung im Mutterleib mehrmals machen müssen, bevor sie sich voll inkarnieren.

Gemäß Yoga Theorie und wie von manchen Hellsichtigen beschrieben, ist für eine Seele die Erfahrung, wenn sie noch nicht voll inkarniert ist und der Körper sich im Mutterleib befindet, eine Erfahrung, wo sie zum einen diese Geborgenheit im Mutterleib spüren und zum anderen aber auch irgendwie fühlen, wie es ist, dieses Zwischenstadium zu haben.

Yogis würden sagen, sie sind in der Bhurloka (Erd-Nahe-Ebene). Sie sehen die Welt, sie sehen ihren Vater, ihre Mutter und die Familie, in die sie inkarniert werden. Sie sind ab und zu mal auch im Mutterleib drin und spüren diese Geborgenheit und pendeln so etwas hin und her.

Im Moment der Abtreibung würde also die Seele gezwungen sein, nie wieder in die Bhur-Loka hineinzugehen, für längere Zeit in dieser Bhur-Loka (in der zwischen Ebene) zu bleiben oder vielleicht nochmals zurückzukehren zur Bhuvarloka in die subtileren Astralwelten, bevor sie sich wieder inkarniert.

Vom Yoga Standpunkt aus bewirkt die Abtreibung, dass man einer Seele verwehrt sich letztlich voll zu inkarnieren. Daher sollte man normalerweise nicht abtreiben. Es ist zwar kein Mord, weil die physische Inkarnation noch nicht voll da ist, aber es ist doch eine Beeinflussung des Karmas einer anderen Person.

Yogis würden also sagen, normalerweise sollte man nicht abtreiben, weil es ein gewisses Karma schafft, wenn man in das Leben einer Seele eingreift, indem man Abtreibung begeht.

Aber Abtreibung ist auch kein Mord und es wird jetzt auch nicht der Seele, die verhindert wurde, sich zu inkarnieren, einen dauerhaften Schaden zugefügt. Die Seele geht wieder zurück in Bhur-loka oder sogar vielleicht in Bhuvarloka und wird eine andere Möglichkeit finden sich zu inkarnieren.

Also zusammengefasst vom Yoga Standpunkt aus, sollte man eine Abtreibung normalerweise vermeiden. Es ist schon Leben da. Eine Seele hat sich schon verbunden und will sich inkarnieren. Aber man schafft auch keinen bleibenden Schaden und man braucht nicht für den Rest seines Lebens ein schlechtes Gewissen zu haben. Wenn die Verbindung dieser Seele mit einem Selbst sehr stark war, wird sie sich vielleicht später in einem Selbst wieder inkarnieren oder sie wird sich in einem anderen Mutterleib inkarnieren. Man wird auf eine andere Weise mit dieser Seele in Kontakt treten, um das Karma auszuarbeiten. Oder in einem nächsten Leben wirst du zur Mutter dieser Seele werden.

Video Abtreibung vom Yogastandpunkt aus

Hier ein Vortragsvideo mit dem Thema Abtreibung vom Yogastandpunkt aus :

Autor/Sprecher: Sukadev Bretz, Seminarleiter zu den Themen Yoga und Meditation.

Abtreibung vom Yogastandpunkt aus Audio Vortrag

Hier die Audiospur des oberen Videos zu Abtreibung vom Yogastandpunkt aus :

Abtreibung und Fehlgeburt

Das Geschenk der Geburt

- Abschnitt aus Karma und Reinkarnation von Sukadev Bretz -

Der erste Schritt der neuen Reinkarnation ist die Empfängnis. Der Moment der vollen Inkarnation nach dieser Theorie ist die Geburt. Es kann eine wichtige Frage sein, die Frauen sich stellen: Abtreibung ja oder nein? Vom yogischen Standpunkt aus ist ab dem Moment der Empfängnis tatsächlich schon ein Wesen da, die Seele ist mit dem Embryo verbunden. Deshalb ist Abtreibung normalerweise nicht richtig, sondern widerspricht dem Yogaprinzip von Ahimsa, Nichtverletzen. Aber bis zur Geburt ist es auch noch keine Vollinkarnation. Abtreibung ist nicht gleichzustellen mit Mord, wie es manche Fundamentalisten behaupten. Abtreibung ist nicht dasselbe, als wenn man ein Neugeborenes erdrosseln würde. Leben im Mutterleib ist zwar schon Leben, aber noch eine Zwischenstufe bis zur Vollinkarnation. Hier hilft die yogische Reinkarnationstheorie zu einer differenzierten Betrachtungsweise. Abtreibung ist in gewisser Weise schon Himsa.. Allerdings wird der Seele, die sich inkarnieren wollte, kein dauerhafter Schaden zugefügt. Die Seele wird sich einen anderen Mutterleib suchen, durch den sie sich inkarnieren kann. Wenn also eine Leserin abgetrieben hat, kann sie daraus Trost schöpfen: Vermutlich hat die Seele inzwischen schon einen neuen Fötus gefunden, über den sie sich inkarnieren konnte. Manche Frauen haben nach einer Abtreibung lange Zeit ein schlechtes Gewissen. Ich hatte schon Frauen in einer Beratung, die vor 30 Jahren eine Abtreibung vornehmen ließen und bis zu der Beratung nicht mehr glücklich sein konnten, weil sie dachten, sie hätten ihr Kind umgebracht und einem Wesen das Leben genommen. Ein gewisses Karma ist damit vielleicht erzeugt worden. Die Mutter selbst wird eine karmische Reaktion erfahren. Aber der Seele, die sich inkarnieren wollte, ist kein bleibender Schaden zugefügt worden. Sie wird einen anderen Weg gefunden haben und vermutlich längst inkarniert sein. Vielleicht ist es das Nachbarkind, das so gerne zu einem kommt, vielleicht der Lausbub, der immer den Fußball in den Garten schießt.

Manche Frauen haben nach einer Abtreibung noch viele Jahre das Gefühl, dass die Seele ihnen immer noch nahe ist. Wenn das der Fall ist, empfehle ich, all das zutun, was ich beschrieben habe in den Kapiteln: „Wie kann man im Moment das Todes helfen?“ und „Wie hilft man Pretas?“ Insbesondere würde ich empfehlen, das MantraOm Tryambakam“ zu wiederholen und Licht und Kraft schicken. Wenn man das ein paar Wochen lang täglich macht, hat man seinen Fehler mehr als gut gemacht. Falls die Seele tatsächlich noch im Energiefeld der Mutter war, hat sie die Energie bekommen, sich einen neuen Körper zu suchen. Falls die Seele sich schon längst wieder inkarniert hat, erhält sie so einen Schub von Lichtenergie und Liebe, welcher ihr auf dem weiteren Lebensweg helfen kann.

Manchmal inkarniert sich eine Seele im Embryo des Mutterleibs und verlässt diesen Embryokörper nach ein paar Wochen oder Monaten wieder. Das kann dann zu einer Fehlgeburt führen. Manche Seelen brauchen ein paar Mal das Gefühl der Geborgenheit im Mutterleib, bevor sie sich voll inkarnieren. Daher ist es gerade nach einer Fehlgeburt besonders wichtig, ein kleines Totenritual zu zelebrieren und der Seele Lichtenergie zu schicken.

Wenn eine Seele den Embryokörper verlässt, muss das nicht immer zu einer Fehlgeburt führen. Es gibt nämlich Seelen auf Bhuvar Loka, die es besonders eilig haben, sich zu reinkarnieren. Diese können dann den Embryokörper übernehmen, den die andere Seele gerade verlassen hat. In diesen Fällen kann die Zeit der Seele zwischen Tod und Geburt sehr kurz sein. Es kann sogar sein, dass eine Seele sich direkt aus Bhur Loka inkarniert, ohne zwischendurch in Bhuvar Loka verweilt zu haben. Das ist zwar selten, kann aber vorkommen. In diesen Fällen kann sich das Kind manchmal an seine frühere Inkarnation erinnern. Bei den meisten der von Ian Stevenson untersuchten Reinkarnationsfällen war die Zeit zwischen Tod und Geburt sehr kurz, häufig nur wenige Tage oder Wochen.

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Siehe auch

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