Abnorm

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Abnorm - Bedeutung, Wortursprung, Synonyme, Antonyme. Abnorm steht für all das, was nicht normal ist. Abnorm gilt dabei oft als krankhaft, kriminell oder egoistisch. Wer anormal ist, kann aber auch im positiven Sinn innovativ, originell oder begnadet sein.

Im Yoga weiß man: Je nachdem, wie die Norm definiert wird, kann es auch gut sein, von ihr abzuweichen.

Abnorm ist ein Adjektiv zu Abnormität. Mehr zu dieser Eigenschaft, auch mit Tipps im Umgang mit Abnormität in dir selbst oder anderen, auch mit Video-Vortrag, findest du unter dem Hauptstichwort Abnormität.

Sukadev antwortet: Was ist abnrom?

Was ist eigentlich „abnorm“? Ist es schlimm, wenn etwas „abnorm“ ist?

Norm ist etwas, was normal ist, was die Mehrheit macht. Norm ist auch das, was vorgeschrieben ist.

Abnorm ist das Gegenteil, also etwas, was von der Norm abweicht. Zum einen weicht es ab von dem, was andere machen, und es weicht auch ab von dem, was als Norm vorgeschrieben ist.

Abnorm muss aber nicht schlecht sein. Der Mensch hat einerseits das Bedürfnis, normal zu sein und dazu zu gehören, er hat aber auch das Bedürfnis, anders zu sein. Der Mensch ist eben eine komplexe Kreatur, und das ist es, was das Menschsein manchmal etwas schwer macht. Es gilt zu unterscheiden: Bin ich gerade normal oder abnormal? Ist das, was ich tue, gut oder nicht so gut?

Menschen wollen dazu gehören, wollen das Normale. Warum ist das so? Beispielsweise war es in der Steinzeit wichtig, dass Menschen in der Gruppe lebten. Ein Mensch als Einzelwesen hatte in der Steinzeit ausgesprochene Schwierigkeiten, zu überleben – er brauchte die Gruppe, denn er ist schwach und verletzbar. Es war mit das Schlimmste, aus der Gruppe ausgestoßen zu werden, vermutlich war es die schlimmste Strafe. Dies galt es zu vermeiden, Mensch wollte dazu gehören, also hatte er Angst davor, anders zu sein.

Mensch hat aber auch eine Neigung zum Nicht-Normalen, zum Abnormen. Der Mensch hat auch einen Intellekt und Kreativität. Er hat sich eben entwickelt. Während die meisten Tierarten (die es schon zig-Millionen Jahre gibt) seit zig-Millionen Jahren ähnlich leben, lebt der Mensch heute ganz anders als vor 1000 Jahren, und vor 1000 Jahren ganz anders als vor 2000 Jahren. Menschen haben in den unterschiedlichsten Regionen der Welt immer unterschiedlich gelebt. Dies kommt daher, weil der Mensch eine Neigung hat, abnorm zu leben. Er will anders sein.

Yogis würden sagen: Das hängt auch damit zusammen, dass der Mensch letztlich eine innere Unruhe hat. Er will zu Gott kommen, er will aus dem normalen Alltag aussteigen. Er will eben nicht in der Norm sein. Er will herauskommen aus dem Menschlichen und hat das Bedürfnis, zu etwas anderem zu kommen. Der Mensch ist eine Brücke.

Das Leben ist wie ein Boot, um den Ozean von Samsara (den Kreislauf von Geburt und Tod) zu überwinden. In diesem Sinne hat der Mensch die Neigung, aus der Normalität herauszusteigen, und so ist es durchaus auch gut, abnorm zu sein.

Die Aufgabe eines jeden Menschenleben ist, zwischen diesen beiden Polen gut zu harmonieren: In bestimmten Dingen dazu zu gehören (der Norm zu entsprechen), und in Teilen den Mut zu haben, anders zu sein (abnorm zu sein).

Ich könnte noch vieles mehr über „abnorm“ sagen:

Manchmal wird „abnorm“ ja auch als „negativ“ gebraucht. Man kann auch etwas irgendwie „krankhaftes“ als abnorm bezeichnen. Es gibt psychische Erkrankungen, die abnorm sind. Es gibt Veränderungen, die im Normalbereich (und auch ok) sind, zum Beispiel wenn man irgendwelche Haltungsanomalitäten hat. Also anomal ist ganz ok, abnorm ist das, was ungesund ist. Wenn es abnorme Veränderungen in Zellen gibt, dann werden sie zu Krebszellen usw. Es gibt Verhalten, was individualistisch ist und kreativ, und es gibt Verhalten, was ungesund ist (dieses wird dann manchmal auch als abnorm bezeichnet). Aber ob man jetzt wirklich alles, was krankhaft ist, als abnorm bezeichnet, oder ob man allgemein sagt, dass „abnorm“ all dies ist, was von der Norm abweicht – das ist eine Interpretationssache.

Überlege also selbst: Inwieweit bist du „normal“ in deinem Leben, entsprichst du der Norm deiner Mitmenschen, der Gruppe in der du bist, und inwieweit bist du individuell, anders, „abnormal“? Hast du eine gute Balance gefunden, die dir entspricht?

Video Abnorm

Hier ein Vortragsvideo zum Thema Abnorm :

Autor/Sprecher/Kamera: Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, Seminarleiter zu Yoga und Meditation.

Abnorm Audio Vortrag

Hier die Audiospur des oberen Videos zu Abnorm :


Abnorm in Beziehung zu anderen Eigenschaften

Abnorm ist ein Adjektiv, das ein Persönlichkeitsmerkmal, eine Eigenschaft beschreibt, die oft zu den Schattenseiten oder gar zu den Lastern gezählt wird. Am besten versteht man eine Eigenschaft, wenn man sie in Beziehung setzt zu anderen Eigenschaften, zu ähnlichen Eigenschaften (Synonymen) und Gegenteilen (Antonymen).

Synonyme abnorm - ähnliche Eigenschaften

Synonyme zum Adjektiv abnorm sind zum Beispiel abartig, masochistisch, pervers, innovativ, originell, begnadet. Und es gibt Synonyme dieser Eigenschaft, die als positiv gelten, also zum Beispiel innovativ, originell, begnadet.

Gegenteile von abnorm - Antonyme

Gegenteile, also Antonyme, von abnorm sind zum Beispiel normal, geistig gesund, stabil, natürlich, überheblich, überschätzend, unehrlich.

Auch die Antonyme kann man unterteilen in solche mit positiver Bedeutung, die für Tugenden stehen, und solche mit negativer Bedeutung. Gegenteile zu abnorm mit positiver Bedeutung sind z.B. normal, geistig gesund, stabil, natürlich. Man kann auch sagen: Ein wichtiger Gegenpol beziehungsweise wichtige Gegenpole zu Abnormität sind Abweichung, Modifikation, Änderung.

Gegenteile, Antonyme, die selbst auch wieder negative Konnotation haben oder haben können, sind unter anderem überheblich, überschätzend, unehrlich.

Eigenschaften im Alphabet davor oder danach

Hier einige Eigenschaften, die im Alphabet vor oder nach abnorm kommen:

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Siehe auch

Wörter, die in Beziehung stehen zu Abnormität und abnorm

Hier findest du einige Wörter, die in Beziehung stehen zu abnorm und Abnormität.

  • Positive Synonyme zu Abnormität sind zum Beispiel Normalität, Vernunft, Stabilität, Natürlichkeit.
  • Positive Antonyme sind Abweichung, Modifikation, Änderung.
  • Negative Antonyme sind Irrgang, Abschweifung, Regelverstoß
  • Ein verwandtes Verb ist , ein Substantivus Agens ist

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