Dattatreya Upanishad: Unterschied zwischen den Versionen

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'''[[Dattatreya]] [[Upanishad]]:''' Die [[Dattatreya]] Upanishad ist eine kleinere Upanishad, die mit dem [[Atharvaveda]] verbunden ist. Der Autor des Textes ist unbekannt.  Die [[Upanishad]] scheint eine Synthese aus Vaishnava-, Shaiva- und Tantra-Traditionen zu sein. Die Dattatreya Upanishad gibt im Grunde eine Reihe von [[Mantra]]s für die Verehrung von Dattatreya.
'''[[Dattatreya]] [[Upanishad]]:''' Die [[Dattatreya]] Upanishad (Sanskrit: श्रीदत्तात्रेयोपनिषत्, ''śrīdattātreyopaniṣat'' f.) ist eine kleinere Upanishad, die mit dem [[Atharvaveda]] verbunden ist. Der Autor des Textes ist unbekannt.  Die [[Upanishad]] scheint eine Synthese aus Vaishnava-, Shaiva- und [[Tantra]]-Traditionen zu sein. Die Dattatreya Upanishad gibt im Grunde eine Reihe von [[Mantra]]s für die Verehrung von Dattatreya.


[[Dattatreya]] wird beschrieben, dass er in der Lage ist, in der Form eines Kindes, eines Verrückten oder eines Dämons zu erscheinen, um seinen Anhängern zu helfen, [[Moksha]] zu erlangen (''Dattatreya Hare Krishna Unmatananda-dayaka, Digambara, Mune, Bala, Pishacha, Jnana Sagara)'', was nach Ansicht der Gelehrten ein [[Vaishnava]]-[[Mantra]] ist. Die [[Bija Mantras]] wie [[Shrim]], [[Hrim]] usw. in der Upanishad  stammen aus der [[Tantra]]-Tradition, und im dritten Teil der Upanishad wird Dattatreya mit [[Shiva]] durch das Mantra/die Salutation [[Om Namah Shivaya]] identifiziert, was auf eine Synthese von [[Vaishnavismus]], [[Shaivismus]] und [[Tantrismus]] hindeutet. Dattatreya wird auch als der oberste [[Guru]] oder der Guru der Gurus betrachtet, wie in ''dattabījasthaṃ sarvaṃ jagat'', was bedeutet, dass Dattatreya das gesamte Universum repräsentiert.
[[Dattatreya]] wird beschrieben, dass er in der Lage ist, in der Form eines Kindes, eines Verrückten oder eines Dämons zu erscheinen, um seinen Anhängern zu helfen, [[Moksha]] zu erlangen (''Dattatreya Hare Krishna Unmatananda-dayaka, Digambara, Mune, Bala, Pishacha, Jnana Sagara)'', was nach Ansicht der Gelehrten ein [[Vaishnava]]-[[Mantra]] ist. Die [[Bija Mantras]] wie [[Shrim]], [[Hrim]] usw. in der Upanishad  stammen aus der [[Tantra]]-Tradition, und im dritten Teil der Upanishad wird Dattatreya mit [[Shiva]] durch das Mantra/die Salutation [[Om Namah Shivaya]] identifiziert, was auf eine Synthese von [[Vaishnavismus]], [[Shaivismus]] und [[Tantrismus]] hindeutet. Dattatreya wird auch als der oberste [[Guru]] oder der Guru der Gurus betrachtet, wie in ''dattabījasthaṃ sarvaṃ jagat'', was bedeutet, dass Dattatreya das gesamte Universum repräsentiert.
Die '''Dattatreya Upanishad''' gehört zur Gruppe der [[Vaishnava Upanishad]] und wird in der [[Muktika Upanishad|Muktika-Liste]] dem [[Atharvaveda]] zugeordnet. Im Mittelpunkt steht Dattatreya als nichtduale Gottheit und die Kraft seiner Mantras. Ihr Sanskrittext ist in unterschiedlichen Handschriften und Druckausgaben nicht immer gleich gegliedert; die folgende Ausgabe folgt der vollständig überlieferten Sanskrit-Documents-Fassung und nennt die verwendete Textgrundlage.
Inhaltlich behandelt die Schrift vor allem ein-, sechs-, acht- und sechzehnsilbige Formeln; Dattatreya-Gayatri; Schutz, Erkenntnis und [[Moksha|Befreiung]]. Sie verbindet die Autorität der [[Upanishaden]] mit dem jeweiligen geistigen Milieu ihrer Überlieferung. Darum sollte sie zugleich aufmerksam, traditionssensibel und mit philosophischem Unterscheidungsvermögen gelesen werden.
[[Datei:Meditation_Lotus_Ayurveda.jpg|thumb|Die Dattatreya Upanishad lädt dazu ein, ihre Symbole in eine lebendige Praxis von Erkenntnis, Hingabe und innerer Sammlung zu verwandeln.]]
Hier ist der Text der [[Dattatreya]] [[Upanishad]] in [[IAST]], dann in [[IAST]] mit Übersetzung und schließlich in der [[Devanagari]]-Schrift dargestellt.  
Hier ist der Text der [[Dattatreya]] [[Upanishad]] in [[IAST]], dann in [[IAST]] mit Übersetzung und schließlich in der [[Devanagari]]-Schrift dargestellt.  


==Dattatreya Upanishad in [[IAST]]==
==Dattatreya Upanishad in [[IAST]]==
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Om! Es möge Frieden in mir sein!
Om! Es möge Frieden in mir sein!
Lass Frieden in meiner Umgebung sein!
Lass Frieden in meiner Umgebung sein!
Lass Frieden in den Kräften sein, die auf mich einwirken!
Lass [[Frieden]] in den Kräften sein, die auf mich einwirken!


:hariḥ om || satyakṣetre brahmā nārāyaṇaṃ mahāsāmrājyaṃ kiṃ
:hariḥ om || satyakṣetre brahmā nārāyaṇaṃ mahāsāmrājyaṃ kiṃ
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Die ein-, sechs-, acht-, zwölf- und sechzehnsilbigen [[Mantra]]s von [[Dattatreya]]:
Die ein-, sechs-, acht-, zwölf- und sechzehnsilbigen [[Mantra]]s von [[Dattatreya]]:
Die einsilbige Taraka ist 'Daam'. Er ist der in allen Wesen verankerte [[Hamsa]]. Daam' in der verlängerten Form ist der Paramatman. Die sechssilbige Form ist '[[Om]], [[Shrim]], [[Hrim]], [[Klim]], [[Glaum]], [[Draam]]'.
Die einsilbige [[Taraka]] ist '[[Daam]]'. Er ist der in allen Wesen verankerte [[Hamsa]]. Daam' in der verlängerten Form ist der Paramatman. Die sechssilbige Form ist '[[Om]], [[Shrim]], [[Hrim]], [[Klim]], [[Glaum]], [[Dram]](drām)'.


:dramityuktvā drāmityuktvā vā dattātreyāya nama ityaṣṭākṣaraḥ |
:dramityuktvā drāmityuktvā vā dattātreyāya nama ityaṣṭākṣaraḥ |
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:iti prathamaḥ khaṇḍaḥ || 1||
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'''Übersetzung:''' Das Anushtubh-Mantra von Dattaatreya
'''Übersetzung:''' Das Anushtubh-Mantra von Dattatreya


Alle Teile des Mantras sollen in den Vokativformen 'Dattatreya Hare Krishna Unmatananda-dayaka, Digambara, Mune, Bala, Pishacha, Jnana Sagara' durchgehend sein.
Alle Teile des Mantras sollen in den Vokativformen 'Dattatreya Hare Krishna Unmatananda-dayaka, Digambara, Mune, Bala, Pishacha, Jnana Sagara' durchgehend sein.
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:iti dvitīyaḥ khaṇḍaḥ || 2||
:iti dvitīyaḥ khaṇḍaḥ || 2||


'''Übersetzung:'''  ''Sakala-Vibhuti-Daya Sadhyakarshanaya Sarva-Manah-Kshobhanaya, Chiram-Jivane Vashi-Kuru, Vashi-Kuru, Akarshaya-Akarshaya, Vidveshaya, Vidveshaya, Uchataya-Uchataya, Stambhaya-Stambhaya, Maraya-Maraya Namah, Sampannaya, Namah Sampannaya, Svaha Poshaya, Poshaya, Para-Mantra Para-Yantra Para-Tantramsh Chindhi, Chindhi!'' Dieser Teil bildet das [[Mala Mantra]] von Dattatreya. Dieser Teil besagt, dass Dattatreya durch einfaches Erinnern besänftigt werden kann. Er ist der "Zerstreuer großer Ängste", der Geber großen Wissens und derjenige, der im Bewusstsein und in der Glückseligkeit verweilt. Er wird "verrückt" (unmatta), Kind und Dämon genannt (wie in Teil I). Dattatreya wird als großer Yogi, Avadhuta und Sohn des Weisen Atri und seiner Frau Anusuya gepriesen. Er wird als die Manifestation aller Mantras (Beschwörungen), Tantras (esoterische Schriften oder Wissen) und Kräfte beschrieben. Es heißt, er erfülle die Wünsche im Herzen eines Anhängers und  zerstöre weltliche Bindungen.
'''Übersetzung:'''  ''Sakala-Vibhuti-Daya Sadhyakarshanaya Sarva-Manah-Kshobhanaya, Chiram-Jivane Vashi-Kuru, Vashi-Kuru, Akarshaya-Akarshaya, Vidveshaya, Vidveshaya, Uchataya-Uchataya, Stambhaya-Stambhaya, Maraya-Maraya Namah, Sampannaya, Namah Sampannaya, Svaha Poshaya, Poshaya, Para-Mantra Para-Yantra Para-Tantramsh Chindhi, Chindhi!'' Dieser Teil bildet das [[Mala Mantra]] von Dattatreya. Dieser Teil besagt, dass Dattatreya durch einfaches Erinnern besänftigt werden kann. Er ist der "Zerstreuer großer Ängste", der Geber großen Wissens und derjenige, der im [[Bewusstsein]] und in der [[Glückseligkeit]] verweilt. Er wird "verrückt" (unmatta), Kind und Dämon genannt (wie in Teil I). Dattatreya wird als großer [[Yogi]], [[Avadhuta]] und Sohn des Weisen [[Atri]] und seiner Frau [[Anusuya]] gepriesen. Er wird als die Manifestation aller [[Mantra]]s (Beschwörungen), [[Tantra]]s (esoterische Schriften oder Wissen) und Kräfte beschrieben. Es heißt, er erfülle die Wünsche im Herzen eines Anhängers und  zerstöre weltliche Bindungen.


Grahan Nivaraya; ''Nivaraya; Vyadhiin Nivaraya, Nivaraya; Dukham Haraya, Haraya; Daridriyam Vidravaya, Deham Poshaya, Poshaya; Citttam Toshhaya, Toshhaya!'' Dieseer Teil besagt wirke den bösartigen Einflüssen der Planeten entgegen, heile die Leiden, vertreibe die Ängste, schmelze alle Not weg, erfülle den [[Geist]] mit Freude.
Grahan Nivaraya; ''Nivaraya; Vyadhiin Nivaraya, Nivaraya; Dukham Haraya, Haraya; Daridriyam Vidravaya, Deham Poshaya, Poshaya; Citttam Toshhaya, Toshhaya!'' Dieseer Teil besagt wirke den bösartigen Einflüssen der Planeten entgegen, heile die Leiden, vertreibe die Ängste, schmelze alle Not weg, erfülle den [[Geist]] mit Freude.
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==Video Link zu einem Dattatreya-Mantra, das sowohl das Vishnu-Mantra als auch die Bija-Mantras enthält, wie in der Einleitung erklärt==
==Video Link zu einem Dattatreya-Mantra, das sowohl das Vishnu-Mantra als auch die Bija-Mantras enthält, wie in der Einleitung erklärt==
{{#ev:youtube|https://www.youtube.com/watch?v=y8qTlh4aALc}}
{{#ev:youtube|https://www.youtube.com/watch?v=y8qTlh4aALc}}


==Dattatreya Upanishad in [[Devanagari]]Schrift==
==Dattatreya Upanishad in [[Devanagari]]Schrift==
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:Für den Sanskrit-Text: sanskritdocuments.org
:Für den Sanskrit-Text: sanskritdocuments.org
:Für die Übersetzung: Aus dem englischen Original, gefunden in der Vedanta Shastras Library (Link: www.shastras.com) und teilweise www.vyasaonline.com
:Für die Übersetzung: Aus dem englischen Original, gefunden in der Vedanta Shastras Library (Link: www.shastras.com) und teilweise www.vyasaonline.com
== Dattatreya Upanishad – Sanskrit (IAST), Übersetzung und Wort-für-Wort-Erläuterung ==
Die folgende Studienfassung gliedert jeden nummerierten Vers und längere Prosapassagen in klare Sinneinheiten. Die deutsche Übersetzung steht unmittelbar unter dem jeweiligen Sanskrittext; danach folgt die Wort-für-Wort-Erläuterung. Redaktionelle Unterteilungen wie 1a oder 1b dienen nur der Orientierung und geben keine zusätzlichen überlieferten Verszahlen vor.
'''Eröffnungsvers'''<br>
dattātreyībrahmavidyāsaṃvedyānandavigraham |<br>
tripānnārāyaṇākaraṃ dattātreyamupāsmahe ||<br>
'''Wir verehren Dattatreya, dessen Gestalt Glückseligkeit ist und durch die Brahmavidya der Dattatreya-Tradition erkannt wird, in dem die Gestalt Narayanas erscheint.'''
'''Wort-für-Wort-Erläuterung''': ''brahma-vidyā'' – Erkenntnis Brahmans; ''saṃvedya'' – zu erkennen; ''ānanda-vigraham'' – Gestalt der Glückseligkeit; ''dattātreyam upāsmahe'' – wir verehren Dattatreya; ''nārāyaṇa'' – Narayana.
'''Shanti Mantra'''<br>
oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śruṇuyāma devā bhadraṃ paśyemākṣabhiryajatrāḥ |<br>
sthirairaṅgaistuṣṭuvām̐sastanūbhirvyaśema devahitaṃ yadāyuḥ ||<br>
svasti na indro vṛddhaśravāḥ svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |<br>
svasti nastārkṣyo ariṣṭanemiḥ svasti no bṛhaspatirdadhātu ||<br>
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||<br>
'''Om. Mögen wir mit unseren Ohren Gutes hören und mit unseren Augen Gutes sehen. Mögen wir mit festen Gliedern die Götter preisen und unsere von den Göttern gegebene Lebensspanne erfüllen. Mögen Indra, Pushan, Tarkshya und Brihaspati uns Wohlergehen schenken. Om. Frieden, Frieden, Frieden.'''
'''Wort-für-Wort-Erläuterung''': ''bhadram'' – Gutes, Heilsames; ''karṇebhiḥ śruṇuyāma'' – mögen wir mit den Ohren hören; ''akṣabhiḥ paśyema'' – mögen wir mit den Augen sehen; ''sthiraiḥ aṅgaiḥ'' – mit festen Gliedern; ''svasti'' – Wohlergehen; ''śāntiḥ'' – Frieden.
'''1. Prosatexteinheit – Brahma fragt Narayana nach dem Taraka'''<br>
hariḥ oṃ || satyakṣetre brahmā nārāyaṇaṃ mahāsāmrājyaṃ kiṃ<br>
tārakaṃ tanno brūhi bhagavannityuktaḥ satyānanda sāttvikaṃ māmakaṃ<br>
dhāmopāsvetyāha | sadā datto'hamasmīti pratyetatsaṃvadanti yena te<br>
saṃsāriṇo bhavanti nārāyaṇenaivaṃ vivakṣito brahmā viśvarūpadharaṃ<br>
viṣṇuṃ nārāyaṇaṃ dattātreayaṃ dhyātvā sadvadati |<br>
'''Im heiligen Bereich fragt Brahma Narayana nach dem Taraka, dem rettenden Mantra beziehungsweise Wissen. Narayana weist auf seine sattvige, wahrheits- und glückseligkeitsvolle Wohnstatt und auf die Erkenntnis „ich bin stets gegeben/Datta“ hin. Brahma meditiert daraufhin Narayana in der universalen Gestalt Dattatreyas.'''
'''Wort-für-Wort-Erläuterung''': ''satyakṣetre'' – im Feld der Wahrheit/heiligen Bereich; ''brahmā'' – Brahma; ''nārāyaṇam'' – Narayana; ''tārakam'' – rettendes Mantra/Wissen; ''upāsva'' – verehre/meditiere; ''sadā dattaḥ aham asmi'' – ich bin stets „Datta“, gegeben; ''dhyātvā'' – meditiert habend; ''dattātreyam'' – Dattatreya.
'''2. Prosatexteinheit – Das einsilbige Dattatreya-Bija'''<br>
damiti haṃsaḥ | dāmiti dīrghaṃ tadbījaṃ nāma bījastham | dāmityekākṣaraṃ bhavati |<br>
tadetattārakaṃ bhavati | tadevopāsitavyaṃ vijñeyaṃ garbhāditāraṇam |<br>
gāyatrī chandaḥ | sadāśiva ṛṣiḥ | dattātreyo devatā | vaṭabījasthamiva<br>
dattabījasthaṃ sarvaṃ jagat | etadaivākṣaraṃ vyākhyātam |<br>
'''Die Upanishad erklärt ein einsilbiges Dattatreya-Bija und bezeichnet es als Taraka, als rettende Formel. Wie ein ganzer Banyanbaum im Samen verborgen ist, so wird symbolisch die ganze Welt im Bija Dattatreyas gesehen. Gayatri gilt als Metrum, Sadashiva als Rishi und Dattatreya als Devata.'''
'''Wort-für-Wort-Erläuterung''': ''bījam'' – Keimsilbe; ''ekākṣaram'' – einsilbig; ''tārakam'' – rettend; ''upāsitavyam'' – zu verehren/meditieren; ''garbha-ādi-tāraṇam'' – aus Geburt/Verkörperung hinüberführend; ''gāyatrī chandaḥ'' – Gayatri als Metrum; ''sadāśiva ṛṣiḥ'' – Sadashiva als Seher; ''dattātreyaḥ devatā'' – Dattatreya als Gottheit; ''vaṭa-bīja'' – Banyansamen.
'''3. Prosatexteinheit – Das sechssilbige Mantra'''<br>
dattātreyaṣaḍakṣaramantraḥ<br>
vyākhyāsye ṣaḍakṣaram | omiti prathamam | śrīmiti dvitīyam |<br>
hrīmiti tṛtīyam | klīmiti caturtham | glaumiti pañcamam |<br>
drāmiti ṣaṭkam | ṣaḍakṣaro'yaṃ bhavati | sarvasampadvṛddhikarī bhavati |<br>
yogānubhavo bhavati | gāyatrī chandaḥ | sadāśiva ṛṣiḥ | dattātreyo<br>
devatā | oṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ glauṃ drāṃ iti ṣaḍakṣaro'yaṃ bhavati |<br>
'''Nun wird das sechssilbige Dattatreya-Mantra aus Om und fünf Bija-Silben erklärt. Die Tradition schreibt ihm Förderung von innerer und äußerer Fülle sowie Yoga-Erfahrung zu. Gayatri, Sadashiva und Dattatreya werden wiederum als Metrum, Rishi und Devata genannt.'''
'''Wort-für-Wort-Erläuterung''': ''ṣaḍ-akṣaram'' – sechssilbig; ''prathamam'' – erstes; ''dvitīyam'' – zweites; ''sarva-sampad-vṛddhi-karī'' – Fülle mehrend, traditionelle Fruchtangabe; ''yoga-anubhavaḥ'' – Yoga-Erfahrung; ''devatā'' – Gottheit.
'''4. Prosatexteinheit – Acht- und zwölfsilbige Mantraformen'''<br>
dramityuktvā drāmityuktvā vā dattātreyāya nama ityaṣṭākṣaraḥ |<br>
dattātreyāyeti satyānandacidātmakam | nama iti pūrṇānandakavigraham |<br>
gāyatrī chandaḥ | sadāśiva ṛṣiḥ | dattātreyo devatā | dattātreyāyeti<br>
kīlakam | tadeva bījam | namaḥ śaktirbhavati | omiti prathamam | āmiti<br>
dvitīyam | hrīmiti tṛtīyam | kromiti caturtham | ehīti tadeva vadet |<br>
dattātreyeti svāheti mantrarājo'yaṃ dvādaśākṣaraḥ | jagatī chandaḥ |<br>
sadāśiva ṛṣiḥ | dattātreyo devatā |<br>
'''Es folgen eine acht- und eine zwölfsilbige Mantraform. Der Name Dattatreya wird als auf Wahrheit, Glückseligkeit und Bewusstsein weisend gedeutet; ''namaḥ'' als Hingabe an die Fülle der Glückseligkeit. Die zwölfsilbige Formel wird als „König der Mantras“ bezeichnet und dem Jagati-Metrum zugeordnet.'''
'''Wort-für-Wort-Erläuterung''': ''aṣṭa-akṣaraḥ'' – achtsilbig; ''dattātreyāya namaḥ'' – Verehrung Dattatreyas; ''satya-ānanda-cit-ātmakam'' – von der Natur Wahrheit-Glückseligkeit-Bewusstsein; ''kīlakam'' – Keil/Schlüssel des Mantras; ''śaktiḥ'' – Kraft; ''dvādaśa-akṣaraḥ'' – zwölfsilbig; ''mantra-rājaḥ'' – König der Mantras; ''jagatī chandaḥ'' – Jagati-Metrum.
'''5. Prosatexteinheit – Nyasa und Übergang zum sechzehnsilbigen Mantra'''<br>
omiti bījam | svāheti śaktiḥ | sambuddhiriti kīlakam | dramiti hṛdaye |<br>
hrīṃ klīmiti śīrṣe | ehīti śikhāyām | datteti kavace |<br>
ātreyeti cakṣuṣi | svāhetyastre | tanmayo bhavati |<br>
ya evaṃ veda | ṣoḍaśākṣaraṃ vyākhyāsye |<br>
'''Der Text beschreibt eine traditionelle Nyasa-Zuordnung der Mantra-Bestandteile zu Herz, Kopf, Scheitel, Schutz, Augen und „Waffe“. Ziel der symbolischen Verinnerlichung ist, von der Gottheit ganz durchdrungen zu werden. Danach kündigt die Upanishad das sechzehnsilbige Mantra an.'''
'''Wort-für-Wort-Erläuterung''': ''bījam'' – Keimsilbe; ''śaktiḥ'' – Kraft; ''kīlakam'' – Schlüssel; ''hṛdaye'' – am Herzen; ''śīrṣe'' – am Kopf; ''śikhāyām'' – am Scheitel; ''kavace'' – im Schutz; ''cakṣuṣi'' – am Auge; ''astre'' – an der „Waffe“; ''tan-mayaḥ'' – davon erfüllt; ''ṣoḍaśa-akṣaram'' – sechzehnsilbig.
'''6. Prosatexteinheit – Das sechzehnsilbige Mantra und seine Weitergabe'''<br>
prāṇaṃ deyam | mānaṃ deyam | cakṣurdeyam | śrotraṃ deyam |<br>
ṣaḍdaśaśiraśchinatti ṣoḍaśākṣaramantre na deyo bhavati |<br>
atisevāparabhaktaguṇavacchiṣyāya vadet | omiti prathamaṃ bhavati |<br>
aimiti dvitīyam | kromiti tṛtīyam | klīmiti caturtham |<br>
klūmiti pañcamam | hrāmiti ṣaṣṭham | hrīmiti saptamam | hrūmityaṣṭamam |<br>
sauriti navamam | dattātreyāyeti caturdaśam | svāheti ṣoḍaśam |<br>
'''Die Upanishad behandelt das sechzehnsilbige Mantra als besonders geheim und fordert seine Weitergabe nur an einen hingebungsvollen, charakterlich geeigneten Schüler. Es folgt die traditionelle Aufzählung der Bija-Silben bis zur Anrufung Dattatreyas und Svaha.'''
'''Wort-für-Wort-Erläuterung''': ''ṣoḍaśa-akṣara-mantra'' – sechzehnsilbiges Mantra; ''na deyaḥ'' – nicht beliebig weiterzugeben; ''ati-sevā'' – großer Dienst; ''para-bhakti'' – höchste Hingabe; ''guṇavat-śiṣyāya'' – einem tugendhaften Schüler; ''vadet'' – soll lehren; ''svāhā'' – Opfer-/Abschlussformel.
'''7. Prosatexteinheit – Traditionelle Frucht des sechzehnsilbigen Mantras'''<br>
gāyatrī chandaḥ | sadāśiva ṛṣiḥ | dattātreyo devatā |<br>
oṃ bījam | svāhā śaktiḥ | caturthyantaṃ kīlakam |<br>
omiti hṛdaye | klāṃ klīṃ klūmiti śikhāyām | sauriti<br>
kavace | caturthyantaṃ cakṣuṣi | svāhetyastre | yo<br>
nityamadhīyānaḥ saccidānanda sukhī mokṣī bhavati |<br>
saurityante śrīvaiṣṇava ityucyate | tajjāpī viṣṇurūpī bhavati |<br>
'''Auch hier werden Rishi, Metrum, Devata und Nyasa angegeben. Wer die Formel beständig studiert beziehungsweise wiederholt, wird in der traditionellen Fruchtverheißung als in Sat-Chit-Ananda gegründet und auf Befreiung ausgerichtet beschrieben; zugleich wird eine vaishnavische Deutung gegeben.'''
'''Wort-für-Wort-Erläuterung''': ''nityam adhīyānaḥ'' – beständig studierend; ''sat-cit-ānanda'' – Sein-Bewusstsein-Glückseligkeit; ''sukhī'' – glückselig; ''mokṣī'' – auf Befreiung gelangend; ''jāpī'' – Wiederholender; ''viṣṇu-rūpī'' – Vishnu-gestaltig, Vishnu ähnlich.
'''1. Vers – Dattatreya als Hara, Krishna, Digambara und Jnanasagara'''<br>
dattātreya hare kṛṣṇa unmattānandadāyaka |<br>
digambara mune bālapiśāca jñānasāgara || 1 ||<br>
'''O Dattatreya, Hara und Krishna, du Schenkender ekstatischer Glückseligkeit, Digambara, Weiser, in kindlich-ungebundener Gestalt, O Ozean der Erkenntnis – dir gilt die Anrufung.'''
'''Wort-für-Wort-Erläuterung''': ''dattātreya'' – Dattatreya; ''hare'' – Hara/Hari, Anrufung des Göttlichen; ''kṛṣṇa'' – Krishna; ''unmatta-ānanda-dāyaka'' – ekstatische Glückseligkeit schenkend; ''digambara'' – „mit den Himmelsrichtungen bekleidet“; ''mune'' – o Weiser; ''jñāna-sāgara'' – Ozean der Erkenntnis.
'''8. Prosatexteinheit – Nyasa und Frucht des Anushtubh-Mantras'''<br>
ityupaniṣat | anuṣṭup chandaḥ | sadāśiva ṛṣiḥ | dattātreyo devatā dattātreyeti hṛdaye |<br>
hare kṛṣṇeti śīrṣe | unmattānandeti śikhāyām | dāyakamuna iti kavace |<br>
digambareti cakṣuṣi | piśācajñānasāgaretyastre | ānuṣṭubho'yaṃ mayādhītaḥ |<br>
abrahmajanmadoṣāśca praṇaśyanti | sarvopakārī mokṣī bhavati | ya evaṃ vedetyupaniṣat || 1 ||<br>
iti prathamaḥ khaṇḍaḥ || 1 ||<br>
'''Der Vers wird dem Anushtubh-Metrum zugeordnet und erneut in einer Nyasa-Sequenz verinnerlicht. Die Schlussworte des ersten Abschnitts preisen das Studium traditionell als reinigend und befreiungsfördernd.'''
'''Wort-für-Wort-Erläuterung''': ''anuṣṭup chandaḥ'' – Anushtubh-Metrum; ''hṛdaye'' – am Herzen; ''śīrṣe'' – am Kopf; ''kavace'' – als Schutz; ''praṇaśyanti'' – vergehen; ''sarva-upakārī'' – allen hilfreich; ''mokṣī'' – befreit/befreiungsorientiert; ''prathamaḥ khaṇḍaḥ'' – erster Abschnitt.
'''2. Abschnitt – Das lange Dattatreya-Mantra'''<br>
omiti vyāharet | oṃ namo bhagavate dattātreyāya<br>
smaraṇamātrasantuṣṭāya mahābhayanivāraṇāya<br>
mahājñānapradāya cidānandātmane bālonmatta-<br>
piśācaveṣāyeti mahāyogine'vadhūtāyeti<br>
anasūyānandavardhanāyātriputrāyeti sarvakāmaphala-<br>
pradāya omiti vyāharet | bhavabandhamocanāyeti<br>
hrīmiti vyāharet | sakalavibhūti dāyeti kromiti vyāharet |<br>
sādhyākarṣaṇāyeti sauriti vyāharet | sarvamanaḥ-<br>
kṣobhaṇāyeti śrīmiti vyāharet | mahomiti vyāharet |<br>
cirañjīvine vaṣaḍiti vyāharet | vaśīkuruvaśīkuru<br>
vauṣaḍiti vyāharet | ākarṣayākarṣaya humiti vyāharet |<br>
vidveṣayavidveṣaya phaḍiti vyāharet | uccāṭayoccāṭaya ṭhaṭheti vyāharet |<br>
stambhayastambhaya khakheti vyāharet | mārayamāraya namaḥ<br>
sampannāya namaḥ sampannāya svāhā poṣayapoṣaya<br>
paramantraparayantraparatantrāṃśchindhicchindhi<br>
grahānnivārayanivāraya vyādhīnnivārayanivāraya duḥkhaṃ<br>
harayaharaya dāridryaṃ vidrāvayavidrāvaya dehaṃ<br>
poṣayapoṣaya cittaṃ toṣayatoṣayeti sarvamantra-<br>
sarvayantrasarvatantrasarvapallavasvarūpāyeti oṃ namaḥ<br>
śivāyetyupaniṣat || 2 ||<br>
'''Der zweite Abschnitt überliefert ein langes tantrisches Dattatreya-Mantra. Es preist Dattatreya als durch bloße Erinnerung erfreut, als Geber großer Erkenntnis, Chidananda-Atman, Mahayogi, Avadhuta und Sohn Atris und Anasuyas. Danach folgen traditionelle Bija- und Befehlsformeln, darunter Wörter für Anziehen, Beherrschen, Trennen, Vertreiben, Hemmen und sogar Vernichten sowie Bitten um Schutz vor Krankheit, Leid und Armut. Diese Passage wird hier als historischer Mantra-Text dokumentiert; sie ist keine Aufforderung, andere Menschen zu manipulieren oder zu schädigen.'''
'''Wort-für-Wort-Erläuterung''': ''smaraṇa-mātra-santuṣṭāya'' – durch bloße Erinnerung erfreut; ''mahā-jñāna-pradāya'' – große Erkenntnis gebend; ''cid-ānanda-ātmane'' – Atman als Bewusstsein und Glückseligkeit; ''avadhūtāya'' – dem Avadhuta; ''bhava-bandha-mocanāya'' – aus der Bindung des Werdens befreiend; ''vaśīkuru'' – beherrsche, traditionelle Befehlsform; ''ākarṣaya'' – ziehe an; ''vidveṣaya'' – trenne/entzweie; ''uccāṭaya'' – vertreibe; ''stambhaya'' – hemme; ''māraya'' – vernichte/töte, historische Mantraform; ''vyādhīn nivāraya'' – wehre Krankheiten ab; ''duḥkhaṃ haraya'' – nimm Leid fort; ''cittaṃ toṣaya'' – erfreue den Geist.
'''Schlussabschnitt – Traditionelle Phalashruti'''<br>
iti dvitīyaḥ khaṇḍaḥ || 2 ||<br>
ya evaṃ veda | anuṣṭup chandaḥ | sadāśiva ṛṣiḥ |<br>
dattātreyo devatā | omiti bījam | svāheti śaktiḥ |<br>
drāmiti kīlakam | aṣṭamūrtyaṣṭamantrā bhavanti |<br>
yo nityamadhīte vāyvagnisomādityabrahmaviṣṇurudraiḥ<br>
pūto bhavati | gāyatryā śatasahasraṃ japtaṃ bhavati |<br>
mahārudraśatasahasrajāpī bhavati | praṇavāyutakoṭijapto bhavati |<br>
śatapūrvāñchatāparānpunāti | sa paṅktipāvano bhavati |<br>
brahmahatyādipātakairmukto bhavati | gohatyādipātakairmukto bhavati |<br>
tulāpuruṣādidānaiḥ prapāpānataḥ pūto bhavati |<br>
aśeṣapāpānmukto bhavati | bhakṣyābhakṣyapāpairmukto bhavati |<br>
sarvamantrayogapārīṇo bhavati | sa eva brāhmaṇo bhavati |<br>
tasmācchiṣyaṃ bhaktaṃ pratigṛhṇīyāt | so'nantaphalamaśnute |<br>
sa jīvanmukto bhavatītyāha bhagavānnārāyaṇo brahmāṇamityupaniṣat ||<br>
'''Der Schlussteil enthält eine ausführliche traditionelle Phalashruti: regelmäßiges Studium wird mit ritueller Reinigung, dem Verdienst sehr vieler Japas, Befreiung von schweren Verfehlungen, Meisterschaft in Mantra-Yoga und schließlich Jivanmukti verglichen. Solche Aussagen gehören zur religiösen Lob- und Wirkungssprache des Textes und sind nicht als empirisch messbare Garantien zu verstehen. Die wichtigste Vedanta-Aussage ist die Ausrichtung auf Befreiung zu Lebzeiten.'''
'''Wort-für-Wort-Erläuterung''': ''nityam adhīte'' – studiert regelmäßig; ''pūtaḥ bhavati'' – wird gereinigt; ''japtaṃ bhavati'' – gilt als wiederholt; ''pātakaiḥ muktaḥ'' – von Verfehlungen frei; ''sarva-mantra-yoga-pārīṇaḥ'' – im Mantra-Yoga bewandert; ''śiṣyam bhaktam'' – hingebungsvoller Schüler; ''ananta-phalam'' – unendliche Frucht; ''jīvanmuktaḥ'' – zu Lebzeiten befreit.
'''Abschließendes Shanti Mantra und Kolophon'''<br>
oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śruṇuyāma devā bhadraṃ paśyemākṣabhiryajatrāḥ ||<br>
sthirairaṅgaistuṣṭuvām̐sastanūbhirvyaśema devahitaṃ yadāyuḥ ||<br>
oṃ svasti na indro vṛddhaśravāḥ svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |<br>
svasti nastārkṣyo ariṣṭanemiḥ svasti no bṛhaspatirdadhātu ||<br>
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ || hariḥ oṃ tatsat ||<br>
iti dattātreyopaniṣatsamāptā ||<br>
'''Das Shanti Mantra wird wiederholt. Damit endet die Dattatreya Upanishad.'''
'''Wort-für-Wort-Erläuterung''': ''bhadram'' – Gutes; ''svasti'' – Wohlergehen; ''śāntiḥ'' – Frieden; ''hariḥ oṃ tat sat'' – Hari Om, Das ist Wahrheit; ''dattātreya-upaniṣat'' – Dattatreya Upanishad; ''samāptā'' – beendet.
== Dattatreya Upanishad: Datierung, Inhalt und Bedeutung ==
=== Name, Einordnung und Überlieferung ===
Der Name bezeichnet die Lehre über Dattatreya als nichtduale Gottheit und die Kraft seiner Mantras. Als [[Vaishnava Upanishad]] verbindet die Schrift upanishadische Befreiungssprache mit Begriffen, Bildern und Praktiken ihrer besonderen Tradition. Die Zuordnung zum [[Atharvaveda]] beruht vor allem auf dem Muktika-Kanon und den Kolophonen der späteren Sammlungen; sie bedeutet nicht zwingend, dass der gesamte Text schon zur ältesten Schicht dieses Veda gehörte.
Die Überlieferung ist handschriftlich. Abschnitts- und Verszahlen können deshalb zwischen Ausgaben abweichen, besonders bei Prosateilen, Schlussformeln und eingeschobenen Mantras. Diese Ausgabe gibt den benutzten Text vollständig wieder und gliedert lange Prosa für Übersetzung und Worterklärung in redaktionelle Sinnabschnitte. Solche Zwischenüberschriften sind keine vorgetäuschten alten Verszahlen.
=== Datierung ===
Die Schrift gehört zu den jüngeren sektarischen Upanishaden. Ihre genaue Datierung ist unsicher; meist ist mit einer Entstehung oder längeren Redaktion im ersten bis frühen zweiten Jahrtausend n. Chr. zu rechnen. Datierungen von Neben-Upanishaden sind grundsätzlich Näherungen: Ein alter Lehrgedanke, die erhaltene sprachliche Fassung und der Zeitpunkt der Aufnahme in eine Sammlung können verschiedenen Epochen angehören.
=== Aufbau und Inhalt ===
Der Text entfaltet ein-, sechs-, acht- und sechzehnsilbige Formeln; Dattatreya-Gayatri; Schutz, [[Jnana|Erkenntnis]] und [[Moksha|Befreiung]]. Seine Bewegung führt von sichtbaren Formen, kosmologischen Zuordnungen oder Regeln immer wieder zur Frage nach dem tragenden [[Bewusstsein]]. Selbst dort, wo Ritual, Gottheit oder [[Mantra]] im Vordergrund stehen, zielt die upanishadische Deutung auf eine Umwandlung des Erkennenden.
Für die Lektüre ist es hilfreich, drei Ebenen auseinanderzuhalten: Erstens die wörtliche historische Vorschrift oder Erzählung, zweitens ihre symbolische und meditative Bedeutung und drittens die philosophische Aussage über [[Atman]], [[Brahman]] und Befreiung. Nicht jede Passage beansprucht auf allen drei Ebenen dieselbe Art von Wahrheit.
=== Philosophische Kernlehre ===
Die zentrale Perspektive lautet: Dattatreya als nichtduale Gottheit und die Kraft seiner Mantras. Die wechselnden Erfahrungen, Namen und Formen sind nicht das letzte Maß des Menschen. Freiheit entsteht, wenn Identifikation, Unwissenheit und zwanghafte Anhaftung durch klare Erkenntnis, Sammlung und eine gereifte Lebensführung durchschaut werden.
Diese Lehre darf nicht als bloße Behauptung „Alles ist eins“ missverstanden werden. Die Upanishaden verbinden Einsicht mit Disziplin: Der Geist soll wahrhaftig, ruhig und fein werden. Erst dann wird [[Advaita Vedanta|Nichtdualität]] zu gelebter Freiheit statt zu einem abstrakten Gedanken.
[[Datei:Meditation-sonnenaufgang-berge.jpg|thumb|Studium wird in der upanishadischen Tradition durch Kontemplation, Meditation und verantwortliches Handeln vertieft.]]
=== Beziehungen zu anderen Schriften ===
Thematisch steht die Dattatreya Upanishad besonders neben [[Hayagriva Upanishad]], [[Garuda Upanishad]], [[Kali Santarana Upanishad]], [[Krishna Upanishad]], [[Gopala Tapani Upanishad]], [[Tarasara Upanishad]], [[Avyakta Upanishad]]. Gemeinsame Motive können wörtliche Übernahmen, geteilte mündliche Traditionen oder spätere Neuinterpretationen älterer Verse anzeigen. Ähnlichkeit allein beweist jedoch keine eindeutige chronologische Abhängigkeit.
Die [[Bhagavad Gita]] verbindet ebenfalls Erkenntnis, Hingabe und Handeln; das [[Yoga Sutra]] beschreibt die Sammlung des Geistes mit einer anderen systematischen Sprache. Ein Vergleich macht sichtbar, was allen Wegen gemeinsam ist und wo die Dattatreya Upanishad einen eigenen Akzent setzt.
=== Bedeutung für die Tradition ===
Für die zugehörige Tradition legitimiert die Schrift Praxis nicht nur durch Vorschrift, sondern durch eine Sicht des Menschen und des Kosmos. Die im Text behandelten Themen – ein-, sechs-, acht- und sechzehnsilbige Formeln; Dattatreya-Gayatri; Schutz, Erkenntnis und Befreiung – erhalten dabei einen gemeinsamen inneren Bezug. Ritual und Symbol gewinnen ihren tiefsten Sinn, wenn sie Erinnerung, Sammlung, Selbsthingabe und Erkenntnis fördern.
Historisch war die Unterweisung häufig in eine [[Guru]]-Schüler-Beziehung eingebettet. Das gilt besonders für Bija-Mantras, Nyasa, Gelübde, intensive Atemmethoden oder weitreichende Formen der [[Sannyasa|Entsagung]]. Die schriftliche Überlieferung bewahrt die Lehre; sie ersetzt nicht in jedem Fall die persönliche Anleitung.
=== Bedeutung für heutige Yoga Aspiranten ===
Der moderne [[Yoga Aspirant]] kann die Schrift fruchtbar lesen, ohne jedes vormoderne Weltbild wörtlich übernehmen zu müssen. Er kann fragen: Welche Form von Unwissenheit wird hier beschrieben? Welche Haltung reinigt den Geist? Wie werden Körper, Atem, Gefühl, Denken und Bewusstsein miteinander verbunden? Und woran zeigt sich Befreiung im Umgang mit anderen Menschen?
Praktisch bedeutet dies: kurze Passagen regelmäßig studieren, zentrale Begriffe nachschlagen, die Lehre in stiller [[Meditation]] prüfen und ihre ethische Wirkung beobachten. Wachsende Geduld, Wahrhaftigkeit, Mitgefühl und Freiheit von zwanghaftem Begehren sind verlässlichere Zeichen als Visionen, Titel oder außergewöhnliche Erlebnisse.
=== Bedeutung für Yogalehrer und spirituelle Begleiter ===
Für [[Yogalehrer]] ist die Dattatreya Upanishad eine Erinnerung an sorgfältige Kontextualisierung. Ein Lehrer sollte zwischen Textaussage, traditioneller Kommentierung, persönlicher Erfahrung und überprüfbaren körperlichen Wirkungen unterscheiden. Er sollte schwierige soziale, medizinische oder sektarische Aussagen weder verschweigen noch unkritisch bestätigen.
Ein verantwortlicher Lehrer führt nicht in Abhängigkeit. Er hilft Lernenden, Schrift, Vernunft, Gewissen und eigene Erfahrung miteinander ins Gespräch zu bringen. Wo Übungen Risiken bergen oder eine Einweihung voraussetzen, gehören klare Grenzen zur spirituellen Redlichkeit.
=== Bleibende Botschaft ===
Die bleibende Einladung der Dattatreya Upanishad besteht in der vertieften Auseinandersetzung mit ihrem Kernanliegen: Dattatreya als nichtduale Gottheit und die Kraft seiner Mantras. Formen können verschieden sein; das Ziel ist eine Freiheit, die den ganzen Menschen verwandelt. Erkenntnis wird dann lebendig, wenn sie das Herz weitet, den Geist klärt und das tägliche Handeln wahrhaftiger macht.
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==Siehe auch==
==Siehe auch==
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*[[Dattatreya Gayatri Mantras]]
*[[Dattatreya Gayatri Mantras]]
*[[Avadhuta Gita]]
*[[Avadhuta Gita]]
*[[Dattatreya Upanishad]]
*[[Shandilya Upanishad]]
*[[Shandilya Upanishad]]
*[[Bhagavata Purana]]
*[[Bhagavata Purana]]
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*[[Mahabharata]]
*[[Mahabharata]]
*[[Dattamala Mantra]]
*[[Dattamala Mantra]]
[[Kategorie:Upanishaden]]
[[Kategorie:Dattatreya]]
[[Kategorie:Upanishaden]]
[[Kategorie:Schriften]]
[[Kategorie:Hinduismus]]
[[Kategorie:Glossar]]
[[Kategorie:Sanskrit]]
[[Kategorie:Indische Philosophie]]
[[Kategorie:Yoga Upanishaden]]
[[Kategorie:Vaishnava Upanishad]]

Aktuelle Version vom 1. September 2026, 19:29 Uhr

Dattatreya Upanishad: Die Dattatreya Upanishad (Sanskrit: श्रीदत्तात्रेयोपनिषत्, śrīdattātreyopaniṣat f.) ist eine kleinere Upanishad, die mit dem Atharvaveda verbunden ist. Der Autor des Textes ist unbekannt. Die Upanishad scheint eine Synthese aus Vaishnava-, Shaiva- und Tantra-Traditionen zu sein. Die Dattatreya Upanishad gibt im Grunde eine Reihe von Mantras für die Verehrung von Dattatreya.

Dattatreya wird beschrieben, dass er in der Lage ist, in der Form eines Kindes, eines Verrückten oder eines Dämons zu erscheinen, um seinen Anhängern zu helfen, Moksha zu erlangen (Dattatreya Hare Krishna Unmatananda-dayaka, Digambara, Mune, Bala, Pishacha, Jnana Sagara), was nach Ansicht der Gelehrten ein Vaishnava-Mantra ist. Die Bija Mantras wie Shrim, Hrim usw. in der Upanishad stammen aus der Tantra-Tradition, und im dritten Teil der Upanishad wird Dattatreya mit Shiva durch das Mantra/die Salutation Om Namah Shivaya identifiziert, was auf eine Synthese von Vaishnavismus, Shaivismus und Tantrismus hindeutet. Dattatreya wird auch als der oberste Guru oder der Guru der Gurus betrachtet, wie in dattabījasthaṃ sarvaṃ jagat, was bedeutet, dass Dattatreya das gesamte Universum repräsentiert.

Die Dattatreya Upanishad gehört zur Gruppe der Vaishnava Upanishad und wird in der Muktika-Liste dem Atharvaveda zugeordnet. Im Mittelpunkt steht Dattatreya als nichtduale Gottheit und die Kraft seiner Mantras. Ihr Sanskrittext ist in unterschiedlichen Handschriften und Druckausgaben nicht immer gleich gegliedert; die folgende Ausgabe folgt der vollständig überlieferten Sanskrit-Documents-Fassung und nennt die verwendete Textgrundlage.

Inhaltlich behandelt die Schrift vor allem ein-, sechs-, acht- und sechzehnsilbige Formeln; Dattatreya-Gayatri; Schutz, Erkenntnis und Befreiung. Sie verbindet die Autorität der Upanishaden mit dem jeweiligen geistigen Milieu ihrer Überlieferung. Darum sollte sie zugleich aufmerksam, traditionssensibel und mit philosophischem Unterscheidungsvermögen gelesen werden.

Die Dattatreya Upanishad lädt dazu ein, ihre Symbole in eine lebendige Praxis von Erkenntnis, Hingabe und innerer Sammlung zu verwandeln.

Hier ist der Text der Dattatreya Upanishad in IAST, dann in IAST mit Übersetzung und schließlich in der Devanagari-Schrift dargestellt.

Dattatreya Upanishad in IAST

śrīdattātreyopaniṣat

dattātreyībrahmavidyāsaṃvedyānandavigraham |
tripānnārāyaṇākaraṃ dattātreyamupāsmahe ||
oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śruṇuyāma devā bhadraṃ paśyemākṣabhiryajatrāḥ |
sthirairaṅgaistuṣṭuvāguṃsastanūbhirvyaśema devahitaṃ yadāyuḥ ||
svasti na indro vṛddhaśravāḥ svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |
svasti nastārkṣyo ariṣṭanemiḥ svasti no bṛhaspatirdadhātu ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||
hariḥ oṃ || satyakṣetre brahmā nārāyaṇaṃ mahāsāmrājyaṃ kiṃ
tārakaṃ tanno brūhi bhagavannityuktaḥ satyānanda sāttvikaṃ māmakaṃ
dhāmopāsvetyāha | sadā datto'hamasmīti pratyetatsaṃvadanti yena te
saṃsāriṇo bhavanti nārāyaṇenaivaṃ vivakṣito brahmā viśvarūpadharaṃ
viṣṇuṃ nārāyaṇaṃ dattātreayaṃ dhyātvā sadvadati | damiti haṃsaḥ |
dāmiti dīrghaṃ tadbījaṃ nāma bījastham | dāmityekākṣaraṃ bhavati |
tadetattārakaṃ bhavati | tadevopāsitavyaṃ vijñeyaṃ garbhāditāraṇam |
gāyatrī chandaḥ | sadāśiva ṛṣiḥ | dattātreyo devatā | vaṭabījasthamiva
dattabījasthaṃ sarvaṃ jagat | etadaivākṣaraṃ vyākhyātam |
dattātreyaṣaḍakṣaramantraḥ
vyākhyāsye ṣaḍakṣaram | omiti prathamam | śrīmiti dvitīyam |
hrīmiti tṛtīyam | klīmiti caturtham | glaumiti pañcamam |
drāmiti ṣaṭkam | ṣaḍakṣaro'yaṃ bhavati | sarvasampadvṛddhikarī bhavati |
yogānubhavo bhavati | gāyatrī chandaḥ | sadāśiva ṛṣiḥ | dattātreyo
devatā | oṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ glauṃ drāṃ iti ṣaḍakṣaro'yaṃ bhavati |
dramityuktvā drāmityuktvā vā dattātreyāya nama ityaṣṭākṣaraḥ |
dattātreyāyeti satyānandacidātmakam | nama iti pūrṇānandakavigraham |
gāyatrī chandaḥ | sadāśiva ṛṣiḥ | dattātreyo devatā | dattātreyāyeti
kīlakam | tadeva bījam | namaḥ śaktirbhavati | omiti prathamam | āmiti
dvitīyam | hrīmiti tṛtīyam | kromiti caturtham | ehīti tadeva vadet |
dattātreyeti svāheti mantrarājo'yaṃ dvādaśākṣaraḥ | jagatī chandaḥ |
sadāśiva ṛṣiḥ | dattātreyo devatā | omiti bījam |
svāheti śaktiḥ | sambuddhiriti kīlakam | dramiti hṛdaye |
hrīṃ klīmiti śīrṣe | ehīti śikhāyām | datteti kavace |
ātreyeti cakṣuṣi | svāhetyastre | tanmayo bhavati |
ya evaṃ veda | ṣoḍaśākṣaraṃ vyākhyāsye |
prāṇaṃ deyam | mānaṃ deyam | cakṣurdeyam | śrotraṃ deyam |
ṣaḍdaśaśiraśchinatti ṣoḍaśākṣaramantre na deyo bhavati |
atisevāparabhaktaguṇavacchiṣyāya vadet | omiti prathamaṃ bhavati |
aimiti dvitīyam | kromiti tṛtīyam | klīmiti caturtham |
klūmiti pañcamam | hrāmiti ṣaṣṭham | hrīmiti
saptamam | hrūmityaṣṭamam | sauriti navamam |
dattātreyāyeti caturdaśam | svāheti ṣoḍaśam |
gāyatrī chandaḥ | sadāśiva ṛṣiḥ | dattātreyo devatā |
oṃ bījam | svāhā śaktiḥ | caturthyantaṃ kīlakam |
omiti hṛdaye | klāṃ klīṃ klūmiti śikhāyām | sauriti
kavace | caturthyantaṃ cakṣuṣi | svāhetyastre | yo
nityamadhīyānaḥ saccidānanda sukhī mokṣī bhavati |
saurityante śrīvaiṣṇava ityucyate | tajjāpī viṣṇurūpī
bhavati | anuṣṭup chando vyākhyāsye | sarvatra
sambuddhirimānītyucyante | dattātreya hare kṛṣṇa
unmattānandadāyaka | digambara mune bālapiśāca
jñānasāgara || 1|| ityupaniṣat | anuṣṭup chandaḥ |
sadāśiva ṛṣiḥ | dattātreyo devatā dattātreyeti hṛdaye |
hare kṛṣṇeti śīrṣe | unmattānandeti śikhāyām |
dāyakamuna iti kavace | digambareti cakṣuṣi |
piśācajñānasāgaretyastre | ānuṣṭubho'yaṃ
mayādhītaḥ | abrahmajanmadoṣāśca praṇaśyanti |
sarvopakārī mokṣī bhavati | ya evaṃ vedetyupaniṣat || 1||
iti prathamaḥ khaṇḍaḥ || 1||
omiti vyāharet | oṃ namo bhagavate dattātreyāya
smaraṇamātrasantuṣṭāya mahābhayanivāraṇāya
mahājñānapradāya cidānandātmane bālonmatta-
piśācaveṣāyeti mahāyogine'vadhūtāyeti
anasūyānandavardhanāyātriputrāyeti sarvakāmaphalapradāya omiti vyāharet |
bhavabandhamocanāyetihrīmiti vyāharet | sakalavibhūti dāyeti kromiti vyāharet |
sādhyākarṣaṇāyeti sauriti vyāharet | sarvamanaḥ-
kṣobhaṇāyeti śrīmiti vyāharet | mahomiti vyāharet |
cirañjīvine vaṣaḍiti vyāharet | vaśīkuruvaśīkuru
vauṣaḍiti vyāharet | ākarṣayākarṣaya humiti
vyāharet | vidveṣayavidveṣaya phaḍiti vyāharet |
uccāṭayoccāṭaya ṭhaṭheti vyāharet | stambhaya-
stambhaya khakheti vyāharet | mārayamāraya namaḥ
sampannāya namaḥ sampannāya svāhā poṣayapoṣaya
paramantraparayantraparatantrāṃśchindhicchindhi
grahānnivārayanivāraya vyādhīnnivārayanivāraya duḥkhaṃ
harayaharaya dāridryaṃ vidrāvayavidrāvaya dehaṃ
poṣayapoṣaya cittaṃ toṣayatoṣayeti sarvamantra-
sarvayantrasarvatantrasarvapallavasvarūpāyeti ॐ namaḥ
śivāyetyupaniṣat || 2||
iti dvitīyaḥ khaṇḍaḥ || 2||
ya evaṃ veda | anuṣṭup chandaḥ | sadāśiva ṛṣiḥ |
dattātreyo devatā | omiti bījam | svāheti śaktiḥ |
drāmiti kīlakam | aṣṭamūrtyaṣṭamantrā bhavanti |
yo nityamadhīte vāyvagnisomādityabrahmaviṣṇurudraiḥ
pūto bhavati | gāyatryā śatasahasraṃ japtaṃ bhavati |
mahārudraśatasahasrajāpī bhavati | praṇavāyutakoṭijapto bhavati |
śatapūrvāñchatāparānpunāti | sa paṅktipāvano bhavati |
brahmahatyādipātakairmukto bhavati | gohatyādipātakairmukto bhavati |
tulāpuruṣādidānaiḥ prapāpānataḥ pūto bhavati |
aśeṣapāpānmukto bhavati | bhakṣyābhakṣyapāpairmukto bhavati |
sarvamantrayogapārīṇo bhavati | sa eva brāhmaṇo bhavati |
tasmācchiṣyaṃ bhaktaṃ pratigṛhṇīyāt | so'nantaphalamaśnute |
sa jīvanmukto bhavatītyāha bhagavānnārāyaṇo brahmāṇamityupaniṣat ||
oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śruṇuyāma devā bhadraṃ paśyemākṣabhiryajatrāḥ ||
sthirairaṅgaistuṣṭuvāguṃsastanūbhirvyaśema devahitaṃ yadāyuḥ ||
oṃ svasti na indro vṛddhaśravāḥ svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |
svasti nastārkṣyo ariṣṭanemiḥ svasti no bṛhaspatirdadhātu ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ || hariḥ oṃ tatsat ||
iti dattātreyopaniṣatsamāptā ||

Dattatreya Upanishad in IAST mit Übersetzung in der Zusammenfassung

śrīdattātreyopaniṣat

dattātreyībrahmavidyāsaṃvedyānandavigraham |
tripānnārāyaṇākaraṃ dattātreyamupāsmahe ||
oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śruṇuyāma devā bhadraṃ paśyemākṣabhiryajatrāḥ |
sthirairaṅgaistuṣṭuvāguṃsastanūbhirvyaśema devahitaṃ yadāyuḥ ||
svasti na indro vṛddhaśravāḥ svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |
svasti nastārkṣyo ariṣṭanemiḥ svasti no bṛhaspatirdadhātu ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

Übersetzung: Om! O Devas, mögen wir mit unseren Ohren hören, was verheißungsvoll ist; Mögen wir mit unseren Augen sehen, was verheißungsvoll ist, oh ihr, die ihr verehrungswürdig seid! Mögen wir die Lebenszeit genießen, die von den Devas zugewiesen wurde, indem wir sie mit unserem Körper und unseren Gliedern stetig preisen! Möge der glorreiche Indra uns segnen! Möge die allwissende Sonne uns segnen! Möge Garuda, der Donnerkeil für das Böse, uns segnen! Möge Brihaspati uns Wohlergehen schenken! Om! Es möge Frieden in mir sein! Lass Frieden in meiner Umgebung sein! Lass Frieden in den Kräften sein, die auf mich einwirken!

hariḥ om || satyakṣetre brahmā nārāyaṇaṃ mahāsāmrājyaṃ kiṃ
tārakaṃ tanno brūhi bhagavannityuktaḥ satyānanda sāttvikaṃ māmakaṃ
dhāmopāsvetyāha | sadā datto'hamasmīti pratyetatsaṃvadanti yena te
saṃsāriṇo bhavanti nārāyaṇenaivaṃ vivakṣito brahmā viśvarūpadharaṃ
viṣṇuṃ nārāyaṇaṃ dattātreayaṃ dhyātvā sadvadati | damiti haṃsaḥ |
dāmiti dīrghaṃ tadbījaṃ nāma bījastham | dāmityekākṣaraṃ bhavati |
tadetattārakaṃ bhavati | tadevopāsitavyaṃ vijñeyaṃ garbhāditāraṇam |
gāyatrī chandaḥ | sadāśiva ṛṣiḥ | dattātreyo devatā | vaṭabījasthamiva
dattabījasthaṃ sarvaṃ jagat | etadaivākṣaraṃ vyākhyātam |
dattātreyaṣaḍakṣaramantraḥ
vyākhyāsye ṣaḍakṣaram | omiti prathamam | śrīmiti dvitīyam |
hrīmiti tṛtīyam | klīmiti caturtham | glaumiti pañcamam |
drāmiti ṣaṭkam | ṣaḍakṣaro'yaṃ bhavati | sarvasampadvṛddhikarī bhavati |
yogānubhavo bhavati | gāyatrī chandaḥ | sadāśiva ṛṣiḥ | dattātreyo
devatā | oṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ glauṃ drāṃ iti ṣaḍakṣaro'yaṃ bhavati |

Übersetzung: Einst fragte Brahma, der Schöpfer, Lord Narayana nach der Wirksamkeit des Taraka-Mantras, worauf dieser antwortete: "Denke immer an Mich und Meine Herrlichkeit und sei mit Mir in Verbindung in der Haltung 'Ich bin Datta, der große Herr'. Wer so meditiert, gerät nicht in den wiederkehrenden Lauf des weltlichen Daseins."

Nachdem er also über Lord Vishnu (Dattatreya) meditiert hatte, sagte Brahma: "Ja. Das Brahman, das das Unendliche und Unvergleichliche ist, verbleibt allein als das Residuum nach der Negation von allem anderen."

Die ein-, sechs-, acht-, zwölf- und sechzehnsilbigen Mantras von Dattatreya: Die einsilbige Taraka ist 'Daam'. Er ist der in allen Wesen verankerte Hamsa. Daam' in der verlängerten Form ist der Paramatman. Die sechssilbige Form ist 'Om, Shrim, Hrim, Klim, Glaum, Dram(drām)'.

dramityuktvā drāmityuktvā vā dattātreyāya nama ityaṣṭākṣaraḥ |
dattātreyāyeti satyānandacidātmakam | nama iti pūrṇānandakavigraham |
gāyatrī chandaḥ | sadāśiva ṛṣiḥ | dattātreyo devatā | dattātreyāyeti
kīlakam | tadeva bījam | namaḥ śaktirbhavati | omiti prathamam | āmiti
dvitīyam | hrīmiti tṛtīyam | kromiti caturtham | ehīti tadeva vadet |
dattātreyeti svāheti mantrarājo'yaṃ dvādaśākṣaraḥ | jagatī chandaḥ |
sadāśiva ṛṣiḥ | dattātreyo devatā | omiti bījam |
svāheti śaktiḥ | sambuddhiriti kīlakam | dramiti hṛdaye |
hrīṃ klīmiti śīrṣe | ehīti śikhāyām | datteti kavace |
ātreyeti cakṣuṣi | svāhetyastre | tanmayo bhavati |
ya evaṃ veda | ṣoḍaśākṣaraṃ vyākhyāsye |
prāṇaṃ deyam | mānaṃ deyam | cakṣurdeyam | śrotraṃ deyam |
ṣaḍdaśaśiraśchinatti ṣoḍaśākṣaramantre na deyo bhavati |
atisevāparabhaktaguṇavacchiṣyāya vadet | omiti prathamaṃ bhavati |
aimiti dvitīyam | kromiti tṛtīyam | klīmiti caturtham |
klūmiti pañcamam | hrāmiti ṣaṣṭham | hrīmiti
saptamam | hrūmityaṣṭamam | sauriti navamam |
dattātreyāyeti caturdaśam | svāheti ṣoḍaśam |
gāyatrī chandaḥ | sadāśiva ṛṣiḥ | dattātreyo devatā |
oṃ bījam | svāhā śaktiḥ | caturthyantaṃ kīlakam |
omiti hṛdaye | klāṃ klīṃ klūmiti śikhāyām | sauriti
kavace | caturthyantaṃ cakṣuṣi | svāhetyastre | yo
nityamadhīyānaḥ saccidānanda sukhī mokṣī bhavati |
saurityante śrīvaiṣṇava ityucyate | tajjāpī viṣṇurūpī
bhavati | anuṣṭup chando vyākhyāsye | sarvatra
sambuddhirimānītyucyante | dattātreya hare kṛṣṇa
unmattānandadāyaka | digambara mune bālapiśāca
jñānasāgara || 1|| ityupaniṣat | anuṣṭup chandaḥ |
sadāśiva ṛṣiḥ | dattātreyo devatā dattātreyeti hṛdaye |
hare kṛṣṇeti śīrṣe | unmattānandeti śikhāyām |
dāyakamuna iti kavace | digambareti cakṣuṣi |
piśācajñānasāgaretyastre | ānuṣṭubho'yaṃ
mayādhītaḥ | abrahmajanmadoṣāśca praṇaśyanti |
sarvopakārī mokṣī bhavati | ya evaṃ vedetyupaniṣat || 1||
iti prathamaḥ khaṇḍaḥ || 1||

Übersetzung: Das Anushtubh-Mantra von Dattatreya

Alle Teile des Mantras sollen in den Vokativformen 'Dattatreya Hare Krishna Unmatananda-dayaka, Digambara, Mune, Bala, Pishacha, Jnana Sagara' durchgehend sein.

Ende des ersten Teils

omiti vyāharet | oṃ namo bhagavate dattātreyāya
smaraṇamātrasantuṣṭāya mahābhayanivāraṇāya
mahājñānapradāya cidānandātmane bālonmatta-
piśācaveṣāyeti mahāyogine'vadhūtāyeti
anasūyānandavardhanāyātriputrāyeti sarvakāmaphalapradāya omiti vyāharet |
bhavabandhamocanāyetihrīmiti vyāharet |

Übersetzung: Das Mula Mantra von Dattatreya. Dieses wird dann wiedergegeben als: 'Om Namo Bhagavate Dattatreyaya, Smarana-Matra-Samtushtaya! 'OM Grüße an Lord Dattatreya, der durch Erinnerung (Hingabe) besänftigt wird, Maha-Bhaya-Nirvanaya, Maha-Jnana-Pradaya, Chidanandatmane - Das ist der Zerstreuer großer Ängste, der den höchsten Charakter von Empfindsamkeit und Glückseligkeit schenkt. Balonmatta-Pishacha-Veshaya - Der in der Gestalt eines Kindes, eines Verrückten, eines Teufels ist. So: Maha Yogine Avadhutaya, Anasuyananda-Vardhanayatri-Putraya - Ein großer Yogin, ist der Verstärker der Glückseligkeit von Anasuya (seiner Mutter), ist der Sohn des Weisen Atri. Sarva-Kama-Phala-Pradaya, Bhava-Bandha-Mochanaya - Der die Früchte aller Wünsche des Herzens des Gottgeweihten schenkt, der Erlöser der Fesseln der weltlichen Existenz.

sakalavibhūti dāyeti kromiti vyāharet |
sādhyākarṣaṇāyeti sauriti vyāharet | sarvamanaḥ-
kṣobhaṇāyeti śrīmiti vyāharet | mahomiti vyāharet |
cirañjīvine vaṣaḍiti vyāharet | vaśīkuruvaśīkuru
vauṣaḍiti vyāharet | ākarṣayākarṣaya humiti
vyāharet | vidveṣayavidveṣaya phaḍiti vyāharet |
uccāṭayoccāṭaya ṭhaṭheti vyāharet | stambhaya-
stambhaya khakheti vyāharet | mārayamāraya namaḥ
sampannāya namaḥ sampannāya svāhā poṣayapoṣaya
paramantraparayantraparatantrāṃśchindhicchindhi
grahānnivārayanivāraya vyādhīnnivārayanivāraya duḥkhaṃ
harayaharaya dāridryaṃ vidrāvayavidrāvaya dehaṃ
poṣayapoṣaya cittaṃ toṣayatoṣayeti sarvamantra-
sarvayantrasarvatantrasarvapallavasvarūpāyeti oṃ namaḥ
śivāyetyupaniṣat || 2||
iti dvitīyaḥ khaṇḍaḥ || 2||

Übersetzung: Sakala-Vibhuti-Daya Sadhyakarshanaya Sarva-Manah-Kshobhanaya, Chiram-Jivane Vashi-Kuru, Vashi-Kuru, Akarshaya-Akarshaya, Vidveshaya, Vidveshaya, Uchataya-Uchataya, Stambhaya-Stambhaya, Maraya-Maraya Namah, Sampannaya, Namah Sampannaya, Svaha Poshaya, Poshaya, Para-Mantra Para-Yantra Para-Tantramsh Chindhi, Chindhi! Dieser Teil bildet das Mala Mantra von Dattatreya. Dieser Teil besagt, dass Dattatreya durch einfaches Erinnern besänftigt werden kann. Er ist der "Zerstreuer großer Ängste", der Geber großen Wissens und derjenige, der im Bewusstsein und in der Glückseligkeit verweilt. Er wird "verrückt" (unmatta), Kind und Dämon genannt (wie in Teil I). Dattatreya wird als großer Yogi, Avadhuta und Sohn des Weisen Atri und seiner Frau Anusuya gepriesen. Er wird als die Manifestation aller Mantras (Beschwörungen), Tantras (esoterische Schriften oder Wissen) und Kräfte beschrieben. Es heißt, er erfülle die Wünsche im Herzen eines Anhängers und zerstöre weltliche Bindungen.

Grahan Nivaraya; Nivaraya; Vyadhiin Nivaraya, Nivaraya; Dukham Haraya, Haraya; Daridriyam Vidravaya, Deham Poshaya, Poshaya; Citttam Toshhaya, Toshhaya! Dieseer Teil besagt wirke den bösartigen Einflüssen der Planeten entgegen, heile die Leiden, vertreibe die Ängste, schmelze alle Not weg, erfülle den Geist mit Freude. Sarva Mantra Sarva Yantra Sarva Tantra Sarva Pallava Svaruupaya Iti Om Namah Shivaya Om! Zu Dir, der Du die wahre Form der Beschwörungen, alle mystischen Symbole und Kräfte, etc. Om Grüsse!

Ende des zweiten Teils

ya evaṃ veda | anuṣṭup chandaḥ | sadāśiva ṛṣiḥ |
dattātreyo devatā | omiti bījam | svāheti śaktiḥ |
drāmiti kīlakam | aṣṭamūrtyaṣṭamantrā bhavanti |
yo nityamadhīte vāyvagnisomādityabrahmaviṣṇurudraiḥ
pūto bhavati | gāyatryā śatasahasraṃ japtaṃ bhavati |
mahārudraśatasahasrajāpī bhavati | praṇavāyutakoṭijapto bhavati |
śatapūrvāñchatāparānpunāti | sa paṅktipāvano bhavati |
brahmahatyādipātakairmukto bhavati | gohatyādipātakairmukto bhavati |
tulāpuruṣādidānaiḥ prapāpānataḥ pūto bhavati |
aśeṣapāpānmukto bhavati | bhakṣyābhakṣyapāpairmukto bhavati |
sarvamantrayogapārīṇo bhavati | sa eva brāhmaṇo bhavati |
tasmācchiṣyaṃ bhaktaṃ pratigṛhṇīyāt | so'nantaphalamaśnute |
sa jīvanmukto bhavatītyāha bhagavānnārāyaṇo brahmāṇamityupaniṣat ||

Übersetzung: Om grüßt Lord Dattatreya, der durch Erinnerung (Hingabe) besänftigt wird, der große Ängste zerstreut, der den höchsten Charakter von Empfindsamkeit und Glückseligkeit verleiht und der in der Gestalt eines Kindes, eines Verrückten der in der Gestalt eines Kindes, eines Verrückten, eines großen Yogis auftritt, der die Glückseligkeit von Anasuya (seiner Mutter) verstärkt, der Sohn des Weisen Atri ist, der die Früchte aller Wünsche des Herzens des Verehrers schenkt, der Erlöser der Fesseln der weltlichen Existenz. Ernähre meinen Körper, wirke den bösartigen Einflüssen der Planeten entgegen, heile die Leiden, vertreibe die Qualen, schmelze alle Not weg, erfülle den Geist mit Freude ... zu Dir der wahren Form der Beschwörungen, aller mystischen Symbole und Kräfte, usw. Om Salutations!

Wer alles über dieses Vidya weiß und es praktiziert, wird heilig, und er erlangt die Früchte, wenn er das Gayatri, das Maha Rudra und das Pranava unzählige Male gemurmelt hat, und er wird von all seinen Sünden befreit.

oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śruṇuyāma devā bhadraṃ paśyemākṣabhiryajatrāḥ ||
sthirairaṅgaistuṣṭuvāguṃsastanūbhirvyaśema devahitaṃ yadāyuḥ ||
oṃ svasti na indro vṛddhaśravāḥ svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |
svasti nastārkṣyo ariṣṭanemiḥ svasti no bṛhaspatirdadhātu ||

Übersetzung: Om! O Devas, mögen wir mit unseren Ohren hören, was verheißungsvoll ist; Mögen wir mit unseren Augen sehen, was verheißungsvoll ist, oh ihr, die ihr verehrungswürdig seid! Mögen wir die Lebenszeit genießen, die uns die Devas gewähren, indem wir sie mit unserem Körper und unseren Gliedern stetig preisen! Möge der glorreiche Indra uns segnen! Möge die allwissende Sonne uns segnen! Möge Garuda, der Donnerkeil für das Böse, uns segnen! Möge Brihaspati uns gut gewähren.

oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ || hariḥ oṃ tatsat ||
iti dattātreyopaniṣatsamāptā ||

Übersetzung: Es möge Frieden in meiner Umgebung herrschen! Lass Frieden in den Kräften sein, die auf mich wirken! Hier endet die Dattatreyopanishad, wie sie im Atharva-Veda enthalten ist.

Video Link zu einem Dattatreya-Mantra, das sowohl das Vishnu-Mantra als auch die Bija-Mantras enthält, wie in der Einleitung erklärt

Dattatreya Upanishad in DevanagariSchrift

श्रीदत्तात्रेयोपनिषत्

दत्तात्रेयीब्रह्मविद्यासंवेद्यानन्दविग्रहम् ।
त्रिपान्नारायणाकरं दत्तात्रेयमुपास्महे ॥
ॐ भद्रं कर्णेभिः श्रुणुयाम देवा भद्रं पश्येमाक्षभिर्यजत्राः ।
स्थिरैरङ्गैस्तुष्टुवागुंसस्तनूभिर्व्यशेम देवहितं यदायुः ॥
स्वस्ति न इन्द्रो वृद्धश्रवाः स्वस्ति नः पूषा विश्ववेदाः ।
स्वस्ति नस्तार्क्ष्यो अरिष्टनेमिः स्वस्ति नो बृहस्पतिर्दधातु ॥
ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥
हरिः ॐ ॥ सत्यक्षेत्रे ब्रह्मा नारायणं महासाम्राज्यं किं
तारकं तन्नो ब्रूहि भगवन्नित्युक्तः सत्यानन्द सात्त्विकं मामकं
धामोपास्वेत्याह । सदा दत्तोऽहमस्मीति प्रत्येतत्संवदन्ति येन ते
संसारिणो भवन्ति नारायणेनैवं विवक्षितो ब्रह्मा विश्वरूपधरं
विष्णुं नारायणं दत्तात्रेअयं ध्यात्वा सद्वदति । दमिति हंसः ।
दामिति दीर्घं तद्बीजं नाम बीजस्थम् । दामित्येकाक्षरं भवति ।
तदेतत्तारकं भवति । तदेवोपासितव्यं विज्ञेयं गर्भादितारणम् ।
गायत्री छन्दः । सदाशिव ऋषिः । दत्तात्रेयो देवता । वटबीजस्थमिव
दत्तबीजस्थं सर्वं जगत् । एतदैवाक्षरं व्याख्यातम् ।
दत्तात्रेयषडक्षरमन्त्रः
व्याख्यास्ये षडक्षरम् । ओमिति प्रथमम् । श्रीमिति द्वितीयम् ।
ह्रीमिति तृतीयम् । क्लीमिति चतुर्थम् । ग्लौमिति पञ्चमम् ।
द्रामिति षट्कम् । षडक्षरोऽयं भवति । सर्वसम्पद्वृद्धिकरी भवति ।
योगानुभवो भवति । गायत्री छन्दः । सदाशिव ऋषिः । दत्तात्रेयो
देवता । ॐ श्रीं ह्रीं क्लीं ग्लौं द्रां इति षडक्षरोऽयं भवति ।
द्रमित्युक्त्वा द्रामित्युक्त्वा वा दत्तात्रेयाय नम इत्यष्टाक्षरः ।
दत्तात्रेयायेति सत्यानन्दचिदात्मकम् । नम इति पूर्णानन्दकविग्रहम् ।
गायत्री छन्दः । सदाशिव ऋषिः । दत्तात्रेयो देवता । दत्तात्रेयायेति
कीलकम् । तदेव बीजम् । नमः शक्तिर्भवति । ओमिति प्रथमम् । आमिति
द्वितीयम् । ह्रीमिति तृतीयम् । क्रोमिति चतुर्थम् । एहीति तदेव वदेत् ।
दत्तात्रेयेति स्वाहेति मन्त्रराजोऽयं द्वादशाक्षरः । जगती छन्दः ।
सदाशिव ऋषिः । दत्तात्रेयो देवता । ओमिति बीजम् ।
स्वाहेति शक्तिः । सम्बुद्धिरिति कीलकम् । द्रमिति हृदये ।
ह्रीं क्लीमिति शीर्षे । एहीति शिखायाम् । दत्तेति कवचे ।
आत्रेयेति चक्षुषि । स्वाहेत्यस्त्रे । तन्मयो भवति ।
य एवं वेद । षोडशाक्षरं व्याख्यास्ये ।
प्राणं देयम् । मानं देयम् । चक्षुर्देयम् । श्रोत्रं देयम् ।
षड्दशशिरश्छिनत्ति षोडशाक्षरमन्त्रे न देयो भवति ।
अतिसेवापरभक्तगुणवच्छिष्याय वदेत् । ओमिति प्रथमं भवति ।
ऐमिति द्वितीयम् । क्रोमिति तृतीयम् । क्लीमिति चतुर्थम् ।
क्लूमिति पञ्चमम् । ह्रामिति षष्ठम् । ह्रीमिति
सप्तमम् । ह्रूमित्यष्टमम् । सौरिति नवमम् ।
दत्तात्रेयायेति चतुर्दशम् । स्वाहेति षोडशम् ।
गायत्री छन्दः । सदाशिव ऋषिः । दत्तात्रेयो देवता ।
ॐ बीजम् । स्वाहा शक्तिः । चतुर्थ्यन्तं कीलकम् ।
ओमिति हृदये । क्लां क्लीं क्लूमिति शिखायाम् । सौरिति
कवचे । चतुर्थ्यन्तं चक्षुषि । स्वाहेत्यस्त्रे । यो
नित्यमधीयानः सच्चिदानन्द सुखी मोक्षी भवति ।
सौरित्यन्ते श्रीवैष्णव इत्युच्यते । तज्जापी विष्णुरूपी
भवति । अनुष्टुप् छन्दो व्याख्यास्ये । सर्वत्र
सम्बुद्धिरिमानीत्युच्यन्ते । दत्तात्रेय हरे कृष्ण
उन्मत्तानन्ददायक । दिगम्बर मुने बालपिशाच
ज्ञानसागर ॥ १॥ इत्युपनिषत् । अनुष्टुप् छन्दः ।
सदाशिव ऋषिः । दत्तात्रेयो देवता दत्तात्रेयेति हृदये ।
हरे कृष्णेति शीर्षे । उन्मत्तानन्देति शिखायाम् ।
दायकमुन इति कवचे । दिगम्बरेति चक्षुषि ।
पिशाचज्ञानसागरेत्यस्त्रे । आनुष्टुभोऽयं
मयाधीतः । अब्रह्मजन्मदोषाश्च प्रणश्यन्ति ।
सर्वोपकारी मोक्षी भवति । य एवं वेदेत्युपनिषत् ॥ १॥
इति प्रथमः खण्डः ॥ १॥
ओमिति व्याहरेत् । ॐ नमो भगवते दत्तात्रेयाय
स्मरणमात्रसन्तुष्टाय महाभयनिवारणाय
महाज्ञानप्रदाय चिदानन्दात्मने बालोन्मत्त-
पिशाचवेषायेति महायोगिनेऽवधूतायेति
अनसूयानन्दवर्धनायात्रिपुत्रायेति सर्वकामफलप्रदाय ओमिति व्याहरेत् ।
भवबन्धमोचनायेतिह्रीमिति व्याहरेत् । सकलविभूति दायेति क्रोमिति व्याहरेत् ।
साध्याकर्षणायेति सौरिति व्याहरेत् । सर्वमनः-
क्षोभणायेति श्रीमिति व्याहरेत् । महोमिति व्याहरेत् ।
चिरञ्जीविने वषडिति व्याहरेत् । वशीकुरुवशीकुरु
वौषडिति व्याहरेत् । आकर्षयाकर्षय हुमिति
व्याहरेत् । विद्वेषयविद्वेषय फडिति व्याहरेत् ।
उच्चाटयोच्चाटय ठठेति व्याहरेत् । स्तम्भय-
स्तम्भय खखेति व्याहरेत् । मारयमारय नमः
सम्पन्नाय नमः सम्पन्नाय स्वाहा पोषयपोषय
परमन्त्रपरयन्त्रपरतन्त्रांश्छिन्धिच्छिन्धि
ग्रहान्निवारयनिवारय व्याधीन्निवारयनिवारय दुःखं
हरयहरय दारिद्र्यं विद्रावयविद्रावय देहं
पोषयपोषय चित्तं तोषयतोषयेति सर्वमन्त्र-
सर्वयन्त्रसर्वतन्त्रसर्वपल्लवस्वरूपायेति ॐ नमः
शिवायेत्युपनिषत् ॥ २॥
इति द्वितीयः खण्डः ॥ २॥
य एवं वेद । अनुष्टुप् छन्दः । सदाशिव ऋषिः ।
दत्तात्रेयो देवता । ओमिति बीजम् । स्वाहेति शक्तिः ।
द्रामिति कीलकम् । अष्टमूर्त्यष्टमन्त्रा भवन्ति ।
यो नित्यमधीते वाय्वग्निसोमादित्यब्रह्मविष्णुरुद्रैः
पूतो भवति । गायत्र्या शतसहस्रं जप्तं भवति ।
महारुद्रशतसहस्रजापी भवति । प्रणवायुतकोटिजप्तो भवति ।
शतपूर्वाञ्छतापरान्पुनाति । स पङ्क्तिपावनो भवति ।
ब्रह्महत्यादिपातकैर्मुक्तो भवति । गोहत्यादिपातकैर्मुक्तो भवति ।
तुलापुरुषादिदानैः प्रपापानतः पूतो भवति ।
अशेषपापान्मुक्तो भवति । भक्ष्याभक्ष्यपापैर्मुक्तो भवति ।
सर्वमन्त्रयोगपारीणो भवति । स एव ब्राह्मणो भवति ।
तस्माच्छिष्यं भक्तं प्रतिगृह्णीयात् । सोऽनन्तफलमश्नुते ।
स जीवन्मुक्तो भवतीत्याह भगवान्नारायणो ब्रह्माणमित्युपनिषत् ॥
ॐ भद्रं कर्णेभिः श्रुणुयाम देवा भद्रं पश्येमाक्षभिर्यजत्राः ॥
स्थिरैरङ्गैस्तुष्टुवागुंसस्तनूभिर्व्यशेम देवहितं यदायुः ॥
ॐ स्वस्ति न इन्द्रो वृद्धश्रवाः स्वस्ति नः पूषा विश्ववेदाः ।
स्वस्ति नस्तार्क्ष्यो अरिष्टनेमिः स्वस्ति नो बृहस्पतिर्दधातु ॥
ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥ हरिः ॐ तत्सत् ॥
इति दत्तात्रेयोपनिषत्समाप्ता ॥

Quelle

Für den Sanskrit-Text: sanskritdocuments.org
Für die Übersetzung: Aus dem englischen Original, gefunden in der Vedanta Shastras Library (Link: www.shastras.com) und teilweise www.vyasaonline.com

Dattatreya Upanishad – Sanskrit (IAST), Übersetzung und Wort-für-Wort-Erläuterung

Die folgende Studienfassung gliedert jeden nummerierten Vers und längere Prosapassagen in klare Sinneinheiten. Die deutsche Übersetzung steht unmittelbar unter dem jeweiligen Sanskrittext; danach folgt die Wort-für-Wort-Erläuterung. Redaktionelle Unterteilungen wie 1a oder 1b dienen nur der Orientierung und geben keine zusätzlichen überlieferten Verszahlen vor.

Eröffnungsvers
dattātreyībrahmavidyāsaṃvedyānandavigraham |
tripānnārāyaṇākaraṃ dattātreyamupāsmahe ||

Wir verehren Dattatreya, dessen Gestalt Glückseligkeit ist und durch die Brahmavidya der Dattatreya-Tradition erkannt wird, in dem die Gestalt Narayanas erscheint.

Wort-für-Wort-Erläuterung: brahma-vidyā – Erkenntnis Brahmans; saṃvedya – zu erkennen; ānanda-vigraham – Gestalt der Glückseligkeit; dattātreyam upāsmahe – wir verehren Dattatreya; nārāyaṇa – Narayana.

Shanti Mantra
oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śruṇuyāma devā bhadraṃ paśyemākṣabhiryajatrāḥ |
sthirairaṅgaistuṣṭuvām̐sastanūbhirvyaśema devahitaṃ yadāyuḥ ||
svasti na indro vṛddhaśravāḥ svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |
svasti nastārkṣyo ariṣṭanemiḥ svasti no bṛhaspatirdadhātu ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

Om. Mögen wir mit unseren Ohren Gutes hören und mit unseren Augen Gutes sehen. Mögen wir mit festen Gliedern die Götter preisen und unsere von den Göttern gegebene Lebensspanne erfüllen. Mögen Indra, Pushan, Tarkshya und Brihaspati uns Wohlergehen schenken. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: bhadram – Gutes, Heilsames; karṇebhiḥ śruṇuyāma – mögen wir mit den Ohren hören; akṣabhiḥ paśyema – mögen wir mit den Augen sehen; sthiraiḥ aṅgaiḥ – mit festen Gliedern; svasti – Wohlergehen; śāntiḥ – Frieden.

1. Prosatexteinheit – Brahma fragt Narayana nach dem Taraka
hariḥ oṃ || satyakṣetre brahmā nārāyaṇaṃ mahāsāmrājyaṃ kiṃ
tārakaṃ tanno brūhi bhagavannityuktaḥ satyānanda sāttvikaṃ māmakaṃ
dhāmopāsvetyāha | sadā datto'hamasmīti pratyetatsaṃvadanti yena te
saṃsāriṇo bhavanti nārāyaṇenaivaṃ vivakṣito brahmā viśvarūpadharaṃ
viṣṇuṃ nārāyaṇaṃ dattātreayaṃ dhyātvā sadvadati |

Im heiligen Bereich fragt Brahma Narayana nach dem Taraka, dem rettenden Mantra beziehungsweise Wissen. Narayana weist auf seine sattvige, wahrheits- und glückseligkeitsvolle Wohnstatt und auf die Erkenntnis „ich bin stets gegeben/Datta“ hin. Brahma meditiert daraufhin Narayana in der universalen Gestalt Dattatreyas.

Wort-für-Wort-Erläuterung: satyakṣetre – im Feld der Wahrheit/heiligen Bereich; brahmā – Brahma; nārāyaṇam – Narayana; tārakam – rettendes Mantra/Wissen; upāsva – verehre/meditiere; sadā dattaḥ aham asmi – ich bin stets „Datta“, gegeben; dhyātvā – meditiert habend; dattātreyam – Dattatreya.

2. Prosatexteinheit – Das einsilbige Dattatreya-Bija
damiti haṃsaḥ | dāmiti dīrghaṃ tadbījaṃ nāma bījastham | dāmityekākṣaraṃ bhavati |
tadetattārakaṃ bhavati | tadevopāsitavyaṃ vijñeyaṃ garbhāditāraṇam |
gāyatrī chandaḥ | sadāśiva ṛṣiḥ | dattātreyo devatā | vaṭabījasthamiva
dattabījasthaṃ sarvaṃ jagat | etadaivākṣaraṃ vyākhyātam |

Die Upanishad erklärt ein einsilbiges Dattatreya-Bija und bezeichnet es als Taraka, als rettende Formel. Wie ein ganzer Banyanbaum im Samen verborgen ist, so wird symbolisch die ganze Welt im Bija Dattatreyas gesehen. Gayatri gilt als Metrum, Sadashiva als Rishi und Dattatreya als Devata.

Wort-für-Wort-Erläuterung: bījam – Keimsilbe; ekākṣaram – einsilbig; tārakam – rettend; upāsitavyam – zu verehren/meditieren; garbha-ādi-tāraṇam – aus Geburt/Verkörperung hinüberführend; gāyatrī chandaḥ – Gayatri als Metrum; sadāśiva ṛṣiḥ – Sadashiva als Seher; dattātreyaḥ devatā – Dattatreya als Gottheit; vaṭa-bīja – Banyansamen.

3. Prosatexteinheit – Das sechssilbige Mantra
dattātreyaṣaḍakṣaramantraḥ
vyākhyāsye ṣaḍakṣaram | omiti prathamam | śrīmiti dvitīyam |
hrīmiti tṛtīyam | klīmiti caturtham | glaumiti pañcamam |
drāmiti ṣaṭkam | ṣaḍakṣaro'yaṃ bhavati | sarvasampadvṛddhikarī bhavati |
yogānubhavo bhavati | gāyatrī chandaḥ | sadāśiva ṛṣiḥ | dattātreyo
devatā | oṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ glauṃ drāṃ iti ṣaḍakṣaro'yaṃ bhavati |

Nun wird das sechssilbige Dattatreya-Mantra aus Om und fünf Bija-Silben erklärt. Die Tradition schreibt ihm Förderung von innerer und äußerer Fülle sowie Yoga-Erfahrung zu. Gayatri, Sadashiva und Dattatreya werden wiederum als Metrum, Rishi und Devata genannt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ṣaḍ-akṣaram – sechssilbig; prathamam – erstes; dvitīyam – zweites; sarva-sampad-vṛddhi-karī – Fülle mehrend, traditionelle Fruchtangabe; yoga-anubhavaḥ – Yoga-Erfahrung; devatā – Gottheit.

4. Prosatexteinheit – Acht- und zwölfsilbige Mantraformen
dramityuktvā drāmityuktvā vā dattātreyāya nama ityaṣṭākṣaraḥ |
dattātreyāyeti satyānandacidātmakam | nama iti pūrṇānandakavigraham |
gāyatrī chandaḥ | sadāśiva ṛṣiḥ | dattātreyo devatā | dattātreyāyeti
kīlakam | tadeva bījam | namaḥ śaktirbhavati | omiti prathamam | āmiti
dvitīyam | hrīmiti tṛtīyam | kromiti caturtham | ehīti tadeva vadet |
dattātreyeti svāheti mantrarājo'yaṃ dvādaśākṣaraḥ | jagatī chandaḥ |
sadāśiva ṛṣiḥ | dattātreyo devatā |

Es folgen eine acht- und eine zwölfsilbige Mantraform. Der Name Dattatreya wird als auf Wahrheit, Glückseligkeit und Bewusstsein weisend gedeutet; namaḥ als Hingabe an die Fülle der Glückseligkeit. Die zwölfsilbige Formel wird als „König der Mantras“ bezeichnet und dem Jagati-Metrum zugeordnet.

Wort-für-Wort-Erläuterung: aṣṭa-akṣaraḥ – achtsilbig; dattātreyāya namaḥ – Verehrung Dattatreyas; satya-ānanda-cit-ātmakam – von der Natur Wahrheit-Glückseligkeit-Bewusstsein; kīlakam – Keil/Schlüssel des Mantras; śaktiḥ – Kraft; dvādaśa-akṣaraḥ – zwölfsilbig; mantra-rājaḥ – König der Mantras; jagatī chandaḥ – Jagati-Metrum.

5. Prosatexteinheit – Nyasa und Übergang zum sechzehnsilbigen Mantra
omiti bījam | svāheti śaktiḥ | sambuddhiriti kīlakam | dramiti hṛdaye |
hrīṃ klīmiti śīrṣe | ehīti śikhāyām | datteti kavace |
ātreyeti cakṣuṣi | svāhetyastre | tanmayo bhavati |
ya evaṃ veda | ṣoḍaśākṣaraṃ vyākhyāsye |

Der Text beschreibt eine traditionelle Nyasa-Zuordnung der Mantra-Bestandteile zu Herz, Kopf, Scheitel, Schutz, Augen und „Waffe“. Ziel der symbolischen Verinnerlichung ist, von der Gottheit ganz durchdrungen zu werden. Danach kündigt die Upanishad das sechzehnsilbige Mantra an.

Wort-für-Wort-Erläuterung: bījam – Keimsilbe; śaktiḥ – Kraft; kīlakam – Schlüssel; hṛdaye – am Herzen; śīrṣe – am Kopf; śikhāyām – am Scheitel; kavace – im Schutz; cakṣuṣi – am Auge; astre – an der „Waffe“; tan-mayaḥ – davon erfüllt; ṣoḍaśa-akṣaram – sechzehnsilbig.

6. Prosatexteinheit – Das sechzehnsilbige Mantra und seine Weitergabe
prāṇaṃ deyam | mānaṃ deyam | cakṣurdeyam | śrotraṃ deyam |
ṣaḍdaśaśiraśchinatti ṣoḍaśākṣaramantre na deyo bhavati |
atisevāparabhaktaguṇavacchiṣyāya vadet | omiti prathamaṃ bhavati |
aimiti dvitīyam | kromiti tṛtīyam | klīmiti caturtham |
klūmiti pañcamam | hrāmiti ṣaṣṭham | hrīmiti saptamam | hrūmityaṣṭamam |
sauriti navamam | dattātreyāyeti caturdaśam | svāheti ṣoḍaśam |

Die Upanishad behandelt das sechzehnsilbige Mantra als besonders geheim und fordert seine Weitergabe nur an einen hingebungsvollen, charakterlich geeigneten Schüler. Es folgt die traditionelle Aufzählung der Bija-Silben bis zur Anrufung Dattatreyas und Svaha.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ṣoḍaśa-akṣara-mantra – sechzehnsilbiges Mantra; na deyaḥ – nicht beliebig weiterzugeben; ati-sevā – großer Dienst; para-bhakti – höchste Hingabe; guṇavat-śiṣyāya – einem tugendhaften Schüler; vadet – soll lehren; svāhā – Opfer-/Abschlussformel.

7. Prosatexteinheit – Traditionelle Frucht des sechzehnsilbigen Mantras
gāyatrī chandaḥ | sadāśiva ṛṣiḥ | dattātreyo devatā |
oṃ bījam | svāhā śaktiḥ | caturthyantaṃ kīlakam |
omiti hṛdaye | klāṃ klīṃ klūmiti śikhāyām | sauriti
kavace | caturthyantaṃ cakṣuṣi | svāhetyastre | yo
nityamadhīyānaḥ saccidānanda sukhī mokṣī bhavati |
saurityante śrīvaiṣṇava ityucyate | tajjāpī viṣṇurūpī bhavati |

Auch hier werden Rishi, Metrum, Devata und Nyasa angegeben. Wer die Formel beständig studiert beziehungsweise wiederholt, wird in der traditionellen Fruchtverheißung als in Sat-Chit-Ananda gegründet und auf Befreiung ausgerichtet beschrieben; zugleich wird eine vaishnavische Deutung gegeben.

Wort-für-Wort-Erläuterung: nityam adhīyānaḥ – beständig studierend; sat-cit-ānanda – Sein-Bewusstsein-Glückseligkeit; sukhī – glückselig; mokṣī – auf Befreiung gelangend; jāpī – Wiederholender; viṣṇu-rūpī – Vishnu-gestaltig, Vishnu ähnlich.

1. Vers – Dattatreya als Hara, Krishna, Digambara und Jnanasagara
dattātreya hare kṛṣṇa unmattānandadāyaka |
digambara mune bālapiśāca jñānasāgara || 1 ||

O Dattatreya, Hara und Krishna, du Schenkender ekstatischer Glückseligkeit, Digambara, Weiser, in kindlich-ungebundener Gestalt, O Ozean der Erkenntnis – dir gilt die Anrufung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: dattātreya – Dattatreya; hare – Hara/Hari, Anrufung des Göttlichen; kṛṣṇa – Krishna; unmatta-ānanda-dāyaka – ekstatische Glückseligkeit schenkend; digambara – „mit den Himmelsrichtungen bekleidet“; mune – o Weiser; jñāna-sāgara – Ozean der Erkenntnis.

8. Prosatexteinheit – Nyasa und Frucht des Anushtubh-Mantras
ityupaniṣat | anuṣṭup chandaḥ | sadāśiva ṛṣiḥ | dattātreyo devatā dattātreyeti hṛdaye |
hare kṛṣṇeti śīrṣe | unmattānandeti śikhāyām | dāyakamuna iti kavace |
digambareti cakṣuṣi | piśācajñānasāgaretyastre | ānuṣṭubho'yaṃ mayādhītaḥ |
abrahmajanmadoṣāśca praṇaśyanti | sarvopakārī mokṣī bhavati | ya evaṃ vedetyupaniṣat || 1 ||
iti prathamaḥ khaṇḍaḥ || 1 ||

Der Vers wird dem Anushtubh-Metrum zugeordnet und erneut in einer Nyasa-Sequenz verinnerlicht. Die Schlussworte des ersten Abschnitts preisen das Studium traditionell als reinigend und befreiungsfördernd.

Wort-für-Wort-Erläuterung: anuṣṭup chandaḥ – Anushtubh-Metrum; hṛdaye – am Herzen; śīrṣe – am Kopf; kavace – als Schutz; praṇaśyanti – vergehen; sarva-upakārī – allen hilfreich; mokṣī – befreit/befreiungsorientiert; prathamaḥ khaṇḍaḥ – erster Abschnitt.

2. Abschnitt – Das lange Dattatreya-Mantra
omiti vyāharet | oṃ namo bhagavate dattātreyāya
smaraṇamātrasantuṣṭāya mahābhayanivāraṇāya
mahājñānapradāya cidānandātmane bālonmatta-
piśācaveṣāyeti mahāyogine'vadhūtāyeti
anasūyānandavardhanāyātriputrāyeti sarvakāmaphala-
pradāya omiti vyāharet | bhavabandhamocanāyeti
hrīmiti vyāharet | sakalavibhūti dāyeti kromiti vyāharet |
sādhyākarṣaṇāyeti sauriti vyāharet | sarvamanaḥ-
kṣobhaṇāyeti śrīmiti vyāharet | mahomiti vyāharet |
cirañjīvine vaṣaḍiti vyāharet | vaśīkuruvaśīkuru
vauṣaḍiti vyāharet | ākarṣayākarṣaya humiti vyāharet |
vidveṣayavidveṣaya phaḍiti vyāharet | uccāṭayoccāṭaya ṭhaṭheti vyāharet |
stambhayastambhaya khakheti vyāharet | mārayamāraya namaḥ
sampannāya namaḥ sampannāya svāhā poṣayapoṣaya
paramantraparayantraparatantrāṃśchindhicchindhi
grahānnivārayanivāraya vyādhīnnivārayanivāraya duḥkhaṃ
harayaharaya dāridryaṃ vidrāvayavidrāvaya dehaṃ
poṣayapoṣaya cittaṃ toṣayatoṣayeti sarvamantra-
sarvayantrasarvatantrasarvapallavasvarūpāyeti oṃ namaḥ
śivāyetyupaniṣat || 2 ||

Der zweite Abschnitt überliefert ein langes tantrisches Dattatreya-Mantra. Es preist Dattatreya als durch bloße Erinnerung erfreut, als Geber großer Erkenntnis, Chidananda-Atman, Mahayogi, Avadhuta und Sohn Atris und Anasuyas. Danach folgen traditionelle Bija- und Befehlsformeln, darunter Wörter für Anziehen, Beherrschen, Trennen, Vertreiben, Hemmen und sogar Vernichten sowie Bitten um Schutz vor Krankheit, Leid und Armut. Diese Passage wird hier als historischer Mantra-Text dokumentiert; sie ist keine Aufforderung, andere Menschen zu manipulieren oder zu schädigen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: smaraṇa-mātra-santuṣṭāya – durch bloße Erinnerung erfreut; mahā-jñāna-pradāya – große Erkenntnis gebend; cid-ānanda-ātmane – Atman als Bewusstsein und Glückseligkeit; avadhūtāya – dem Avadhuta; bhava-bandha-mocanāya – aus der Bindung des Werdens befreiend; vaśīkuru – beherrsche, traditionelle Befehlsform; ākarṣaya – ziehe an; vidveṣaya – trenne/entzweie; uccāṭaya – vertreibe; stambhaya – hemme; māraya – vernichte/töte, historische Mantraform; vyādhīn nivāraya – wehre Krankheiten ab; duḥkhaṃ haraya – nimm Leid fort; cittaṃ toṣaya – erfreue den Geist.

Schlussabschnitt – Traditionelle Phalashruti
iti dvitīyaḥ khaṇḍaḥ || 2 ||
ya evaṃ veda | anuṣṭup chandaḥ | sadāśiva ṛṣiḥ |
dattātreyo devatā | omiti bījam | svāheti śaktiḥ |
drāmiti kīlakam | aṣṭamūrtyaṣṭamantrā bhavanti |
yo nityamadhīte vāyvagnisomādityabrahmaviṣṇurudraiḥ
pūto bhavati | gāyatryā śatasahasraṃ japtaṃ bhavati |
mahārudraśatasahasrajāpī bhavati | praṇavāyutakoṭijapto bhavati |
śatapūrvāñchatāparānpunāti | sa paṅktipāvano bhavati |
brahmahatyādipātakairmukto bhavati | gohatyādipātakairmukto bhavati |
tulāpuruṣādidānaiḥ prapāpānataḥ pūto bhavati |
aśeṣapāpānmukto bhavati | bhakṣyābhakṣyapāpairmukto bhavati |
sarvamantrayogapārīṇo bhavati | sa eva brāhmaṇo bhavati |
tasmācchiṣyaṃ bhaktaṃ pratigṛhṇīyāt | so'nantaphalamaśnute |
sa jīvanmukto bhavatītyāha bhagavānnārāyaṇo brahmāṇamityupaniṣat ||

Der Schlussteil enthält eine ausführliche traditionelle Phalashruti: regelmäßiges Studium wird mit ritueller Reinigung, dem Verdienst sehr vieler Japas, Befreiung von schweren Verfehlungen, Meisterschaft in Mantra-Yoga und schließlich Jivanmukti verglichen. Solche Aussagen gehören zur religiösen Lob- und Wirkungssprache des Textes und sind nicht als empirisch messbare Garantien zu verstehen. Die wichtigste Vedanta-Aussage ist die Ausrichtung auf Befreiung zu Lebzeiten.

Wort-für-Wort-Erläuterung: nityam adhīte – studiert regelmäßig; pūtaḥ bhavati – wird gereinigt; japtaṃ bhavati – gilt als wiederholt; pātakaiḥ muktaḥ – von Verfehlungen frei; sarva-mantra-yoga-pārīṇaḥ – im Mantra-Yoga bewandert; śiṣyam bhaktam – hingebungsvoller Schüler; ananta-phalam – unendliche Frucht; jīvanmuktaḥ – zu Lebzeiten befreit.

Abschließendes Shanti Mantra und Kolophon
oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śruṇuyāma devā bhadraṃ paśyemākṣabhiryajatrāḥ ||
sthirairaṅgaistuṣṭuvām̐sastanūbhirvyaśema devahitaṃ yadāyuḥ ||
oṃ svasti na indro vṛddhaśravāḥ svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |
svasti nastārkṣyo ariṣṭanemiḥ svasti no bṛhaspatirdadhātu ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ || hariḥ oṃ tatsat ||
iti dattātreyopaniṣatsamāptā ||

Das Shanti Mantra wird wiederholt. Damit endet die Dattatreya Upanishad.

Wort-für-Wort-Erläuterung: bhadram – Gutes; svasti – Wohlergehen; śāntiḥ – Frieden; hariḥ oṃ tat sat – Hari Om, Das ist Wahrheit; dattātreya-upaniṣat – Dattatreya Upanishad; samāptā – beendet.

Dattatreya Upanishad: Datierung, Inhalt und Bedeutung

Name, Einordnung und Überlieferung

Der Name bezeichnet die Lehre über Dattatreya als nichtduale Gottheit und die Kraft seiner Mantras. Als Vaishnava Upanishad verbindet die Schrift upanishadische Befreiungssprache mit Begriffen, Bildern und Praktiken ihrer besonderen Tradition. Die Zuordnung zum Atharvaveda beruht vor allem auf dem Muktika-Kanon und den Kolophonen der späteren Sammlungen; sie bedeutet nicht zwingend, dass der gesamte Text schon zur ältesten Schicht dieses Veda gehörte.

Die Überlieferung ist handschriftlich. Abschnitts- und Verszahlen können deshalb zwischen Ausgaben abweichen, besonders bei Prosateilen, Schlussformeln und eingeschobenen Mantras. Diese Ausgabe gibt den benutzten Text vollständig wieder und gliedert lange Prosa für Übersetzung und Worterklärung in redaktionelle Sinnabschnitte. Solche Zwischenüberschriften sind keine vorgetäuschten alten Verszahlen.

Datierung

Die Schrift gehört zu den jüngeren sektarischen Upanishaden. Ihre genaue Datierung ist unsicher; meist ist mit einer Entstehung oder längeren Redaktion im ersten bis frühen zweiten Jahrtausend n. Chr. zu rechnen. Datierungen von Neben-Upanishaden sind grundsätzlich Näherungen: Ein alter Lehrgedanke, die erhaltene sprachliche Fassung und der Zeitpunkt der Aufnahme in eine Sammlung können verschiedenen Epochen angehören.

Aufbau und Inhalt

Der Text entfaltet ein-, sechs-, acht- und sechzehnsilbige Formeln; Dattatreya-Gayatri; Schutz, Erkenntnis und Befreiung. Seine Bewegung führt von sichtbaren Formen, kosmologischen Zuordnungen oder Regeln immer wieder zur Frage nach dem tragenden Bewusstsein. Selbst dort, wo Ritual, Gottheit oder Mantra im Vordergrund stehen, zielt die upanishadische Deutung auf eine Umwandlung des Erkennenden.

Für die Lektüre ist es hilfreich, drei Ebenen auseinanderzuhalten: Erstens die wörtliche historische Vorschrift oder Erzählung, zweitens ihre symbolische und meditative Bedeutung und drittens die philosophische Aussage über Atman, Brahman und Befreiung. Nicht jede Passage beansprucht auf allen drei Ebenen dieselbe Art von Wahrheit.

Philosophische Kernlehre

Die zentrale Perspektive lautet: Dattatreya als nichtduale Gottheit und die Kraft seiner Mantras. Die wechselnden Erfahrungen, Namen und Formen sind nicht das letzte Maß des Menschen. Freiheit entsteht, wenn Identifikation, Unwissenheit und zwanghafte Anhaftung durch klare Erkenntnis, Sammlung und eine gereifte Lebensführung durchschaut werden.

Diese Lehre darf nicht als bloße Behauptung „Alles ist eins“ missverstanden werden. Die Upanishaden verbinden Einsicht mit Disziplin: Der Geist soll wahrhaftig, ruhig und fein werden. Erst dann wird Nichtdualität zu gelebter Freiheit statt zu einem abstrakten Gedanken.

Studium wird in der upanishadischen Tradition durch Kontemplation, Meditation und verantwortliches Handeln vertieft.

Beziehungen zu anderen Schriften

Thematisch steht die Dattatreya Upanishad besonders neben Hayagriva Upanishad, Garuda Upanishad, Kali Santarana Upanishad, Krishna Upanishad, Gopala Tapani Upanishad, Tarasara Upanishad, Avyakta Upanishad. Gemeinsame Motive können wörtliche Übernahmen, geteilte mündliche Traditionen oder spätere Neuinterpretationen älterer Verse anzeigen. Ähnlichkeit allein beweist jedoch keine eindeutige chronologische Abhängigkeit.

Die Bhagavad Gita verbindet ebenfalls Erkenntnis, Hingabe und Handeln; das Yoga Sutra beschreibt die Sammlung des Geistes mit einer anderen systematischen Sprache. Ein Vergleich macht sichtbar, was allen Wegen gemeinsam ist und wo die Dattatreya Upanishad einen eigenen Akzent setzt.

Bedeutung für die Tradition

Für die zugehörige Tradition legitimiert die Schrift Praxis nicht nur durch Vorschrift, sondern durch eine Sicht des Menschen und des Kosmos. Die im Text behandelten Themen – ein-, sechs-, acht- und sechzehnsilbige Formeln; Dattatreya-Gayatri; Schutz, Erkenntnis und Befreiung – erhalten dabei einen gemeinsamen inneren Bezug. Ritual und Symbol gewinnen ihren tiefsten Sinn, wenn sie Erinnerung, Sammlung, Selbsthingabe und Erkenntnis fördern.

Historisch war die Unterweisung häufig in eine Guru-Schüler-Beziehung eingebettet. Das gilt besonders für Bija-Mantras, Nyasa, Gelübde, intensive Atemmethoden oder weitreichende Formen der Entsagung. Die schriftliche Überlieferung bewahrt die Lehre; sie ersetzt nicht in jedem Fall die persönliche Anleitung.

Bedeutung für heutige Yoga Aspiranten

Der moderne Yoga Aspirant kann die Schrift fruchtbar lesen, ohne jedes vormoderne Weltbild wörtlich übernehmen zu müssen. Er kann fragen: Welche Form von Unwissenheit wird hier beschrieben? Welche Haltung reinigt den Geist? Wie werden Körper, Atem, Gefühl, Denken und Bewusstsein miteinander verbunden? Und woran zeigt sich Befreiung im Umgang mit anderen Menschen?

Praktisch bedeutet dies: kurze Passagen regelmäßig studieren, zentrale Begriffe nachschlagen, die Lehre in stiller Meditation prüfen und ihre ethische Wirkung beobachten. Wachsende Geduld, Wahrhaftigkeit, Mitgefühl und Freiheit von zwanghaftem Begehren sind verlässlichere Zeichen als Visionen, Titel oder außergewöhnliche Erlebnisse.

Bedeutung für Yogalehrer und spirituelle Begleiter

Für Yogalehrer ist die Dattatreya Upanishad eine Erinnerung an sorgfältige Kontextualisierung. Ein Lehrer sollte zwischen Textaussage, traditioneller Kommentierung, persönlicher Erfahrung und überprüfbaren körperlichen Wirkungen unterscheiden. Er sollte schwierige soziale, medizinische oder sektarische Aussagen weder verschweigen noch unkritisch bestätigen.

Ein verantwortlicher Lehrer führt nicht in Abhängigkeit. Er hilft Lernenden, Schrift, Vernunft, Gewissen und eigene Erfahrung miteinander ins Gespräch zu bringen. Wo Übungen Risiken bergen oder eine Einweihung voraussetzen, gehören klare Grenzen zur spirituellen Redlichkeit.

Bleibende Botschaft

Die bleibende Einladung der Dattatreya Upanishad besteht in der vertieften Auseinandersetzung mit ihrem Kernanliegen: Dattatreya als nichtduale Gottheit und die Kraft seiner Mantras. Formen können verschieden sein; das Ziel ist eine Freiheit, die den ganzen Menschen verwandelt. Erkenntnis wird dann lebendig, wenn sie das Herz weitet, den Geist klärt und das tägliche Handeln wahrhaftiger macht.

Siehe auch