Sukadevs Vision

Aus Yogawiki
Yogastunde im Sivanandasaal in Bad Meinberg mit Sukadev

Sukadevs Vision - Ein Yogazentrum in Deutschland, aus dem eine große Yogabewegung entsteht unter anderem mit einem Ashram für eintausend Yogaübende.

Sukadevs Vision

Swami Sivananda - Sukadevs Vision

Auszug aus dem Buch "Entstehung von Yoga Vidya, Lebensgemeinschaft und Lehrsystem

Einleitung

Swami Vishnudevananda wurde Mitte der 60er Jahre über seine Vision dazu inspiriert, sich besonders stark zu engagieren. Die Vision von Swami Vishnudevananda, die er Mitte der 60er Jahre hatte, war der Grund, warum er die Yogalehrerausbildungen begonnen hatte, weshalb er anfing, ein Yogazentrum nach dem anderen zu gründen und mit großem Elan daran ging, Yoga zu verbreiten. „Das Große illustrierte Yogabuch“ wurde zu einem Bestseller, mehrere Millionen Male in den USA verkauft und es kam zu einer Yoga-Erweckung in Amerika. Letztlich die Hippie-Bewegung, die in den 60er Jahren in Amerika war, wurde durch den Einfluss von Swami Vishnu stark fernöstlich geprägt, man fing an, Yoga zu praktizieren, Mantras zu singen, es gab andere Yogameister, die sich dort mit einklinkten. Jedenfalls diese eine Vision beflügelte Swami Vishnu und sorgte dafür, dass gerade in den USA und ab Mitte der 70er Jahre in Europa Yoga mit aller Kraft verbreitet wurde.

Heutzutage als spiritueller Aspirant zu leben sollte nicht nur heißen, für sich selbst zu üben, sondern weil man etwas unternehmen will für das Gute in dieser Welt, damit nicht die schrecklichen Visionen Wirklichkeit werden, sondern die Positiven. Heute haben wir eine große Verantwortung, wir können ein neues Goldenes Zeitalter schaffen, wir können aber schlimme Dinge bewirken.

Die dritte wichtige Vision

Und in diese Reihe der Visionen kommt meine eigene Vision, die ich 1987 hatte. 1987, während der Jahrhundertfeier von Swami Sivananda, war ich im Sivananda Ashram in Val Morin in Kanada bei Swami Vishnudevananda. Ich bin morgens um 3:00 Uhr aufgewacht und konnte nicht mehr einschlafen, habe eine besondere Energie gespürt, bin so in den großen Yoga-Raum gegangen, die Yoga-Hall, und setzte mich hin, um zu meditieren. Ich fiel schnell in eine tiefe Meditation, blieb dort lange und hatte eine Vision von Swami Sivananda, zunächst wie ein Lichtfeld und wurde empor gehoben. Nun sah ich ihn, es verschwand alles, was sichtbar war, ich war in einem Zustand von Verbundenheit, Einheit und Licht. Als ich aus diesem Zustand wieder herauskam, sah ich wieder Swami Sivananda und ich spürte, dass eine neue goldene Zeit ausbrechen könnte, dass es noch in meinem Leben sein könnte, dass bewaffnete Auseinandersetzungen auf der Erde undenkbar werden würde. Hunger könnte auf dieser Welt verschwinden, dass Streitigkeiten, zumindest Kriege zwischen Religionen, Völkern und Nationen unvorstellbar werden würden und dass Yoga eine wichtige Rolle spielen würde, dass Yoga ein Bestandteil werden würde der neu entstehenden Weltkultur. Die Spiritualität des Yoga würde so hilfreich sein.

Ich spürte, dass dabei das klassische, traditionelle Yoga von Bedeutung sein würde, aber die Verbindung mit modernem Gedankengut von Demokratie, von Menschenrechten, von Gemeinschaft, von religiöser und spiritueller Toleranz. Diese große Vision beflügelte mich und führte dazu, dass ich in den nächsten Jahren mich noch bei Swami Vishnu besonders engagierte. Ich wollte Yoga weitergeben und Yoga modernisieren, weiter formen, in Zusammenarbeit mit anderen spirituellen Traditionen, dass Yoga einer der Elemente der entstehenden Weltkultur werden konnte.

Drei Visionen – ein Ziel

Und in dieser Tradition steht Yoga Vidya bis heute. Zunächst Swami Sivananda als der große Meister, Satguru, der die Vision hatte, Yoga zu vermitteln, das ist heute eine große Aufgabe. Gottes Segen steht dahinter und wer Yoga weitergibt, wird genügend Energie haben, wenn er sich für diese Kraft öffnet. Swami Vishnus Vision war: Es könnte sein, dass die Welt in eine Katastrophe hinein mündet und die Aufgabe der Aspiranten heute ist nicht nur, für ihre eigene Erleuchtung zu sorgen, sondern dafür zu sorgen, dass stattdessen etwas Positives geschieht. Und meine kleine Vision war dort, Swami Sivananda will mir sagen, in Übereinstimmung mit dem, was schon viele andere Meister gesehen haben, verkündet haben, hier waren Sri Aurobindo und Paramahamsa Yogananda, Vivekananda der gleichen Meinung. Es ist möglich, dass ein Goldenes Zeitalter ausbricht und Yoga hilft als eine „Religion“, eine kulturübergreifende Spiritualität und eine Technik, um Menschen zur Harmonie zu führen und sich zu entspannen.

Und daher wiederum, meine feste Überzeugung, in der heutigen Zeit sollten spirituelle Aspiranten nicht nur für ihre Erlösung, für ihr eigenes Wohlbefinden wirken, sondern um etwas zu bewirken in der ganzen Welt. Es kommt auf das Weitergeben spirituellen Wissens an, Yoga weiterzuentwickeln, dass Menschen es annehmen können. Durch das Praktizieren von Yoga kommen Menschen zu spirituellen Erfahrungen. So entsteht Mitgefühl zu allen und die Kraft, sich sonst für das Gute auf dieser Welt einzusetzen. So gibt es eine gewisse innere, man kann sagen, Triebfeder, in mir: Wir wollen dazu beitragen, dass diese Erde ein besserer Ort wird.

Was braucht die Welt?

Man sollte nicht nur überlegen, „Wie geht es mir gut?“, sondern: „Wie könnte ich meine Fähigkeiten und Kräfte am besten einsetzen für das Wohl aller in dieser Welt?“ Dazu gehört nicht nur, sich zu engagieren gegen den Hunger der Welt und die Ökologie, obgleich das auch wichtig ist, sondern zur Erweckung von spirituellem Wissen. Es ist die Frage zu klären: „Warum will Yoga Vidya immer weiter lehren? Wird nicht irgendwann eine Sättigung erreicht?“ Wir wollen Yoga weiter verbreiten und wir sind der Meinung, dass es nicht nur darum geht, Yoga als Selbstzweck, sondern Yoga als Friedensarbeit. Wenn mehr Menschen Yoga üben und vor allen Dingen Yoga auf eine Weise, dass es zu Mitgefühl führt, umso wahrscheinlicher ist es, dass die Welt ein besserer Ort wird. Vor diesem Hintergrund kannst du überlegen, willst du nicht dazu beitragen, dass die Welt ein besserer Ort wird? Vielleicht kann das sein, indem du in einer Yoga Vidya Lebensgemeinschaft lebst. Und wenn du in einer Lebensgemeinschaft zu Hause bist, sei dir bewusst, du lebst nicht nur für dich, du arbeitest für die ganze Welt.

Sukadevs Vision 1992

Im Februar 1992 war ich auf einer Reise durch Indien. Mehrere Monate hatte ich mir eine Auszeit genommen und wollte überlegen, was ich weiter arbeiten würde. Während ich in Rishikesh war oder am Ende meines Aufenthaltes in Rishikesh hatte ich wieder diese Vision von Swami Sivananda. Plötzlich spürte ich eine ganz besondere Energie in der Luft, wie diese Energie mich völlig durchströmte, wie es warm wurde, wie meine Wirbelsäule warm wurde. Ich nahm ein Brummen wahr, ein Sausen, Brausen im Kopf, ich merkte plötzlich, wie ich das Körperbewusstsein verloren habe, wie ich den physischen Leib verließ, wie ich in eine Lichtebene hinein ging, wie ich weiter, leichter wurde.

Und es war eine Befindlichkeit von Wonne, Verbundenheit, Einheit, die ich nicht beschreiben kann. Nach einer ganzen Weile kam ich aus diesem Zustand wieder zurück und sah Swami Sivananda, wie er da stand, strahlte, wie er mich anlächelte, wie eine Hand in meine Richtung zeigte und er mich segnete. Und er bedeutete mir auf diese Weise: „Ich werde durch dich tätig sein, ich habe Energie und meine Leidenschaft wird dich beflügeln und durch dich hindurch wirken.“

Yoga Vidya in Deutschland

Und so kam die innere Gewissheit, ich solle nach Deutschland zurückkehren, ich solle nach Frankfurt gehen, dort ein Yogazentrum aufmachen. Innerhalb von fünf Jahren würde der erste größere Ashram entstehen, daraus würde sich eine Yogabewegung bilden und auch ein großer Ashram für tausend Menschen würde gefunden werden. Und Yoga Vidya hätte eine wichtige Aufgabe im Entstehen der neuen Weltkultur, zu der Yoga dazugehören würde. Damals war der Name „Yoga Vidya“ noch nicht klar, aber diese Yogabewegung, die so entstehen würde, wäre etwas Wichtiges. Sie wäre in Harmonie mit vielen anderen Yogabewegungen und anderen spirituellen Bewegungen und all diese würden sich verbinden zu einem starken Kraftfeld, sodass ein neues Goldenes Zeitalter in dieser Welt in Erscheinung treten könnte. Diese Kraft von Swami Sivananda beflügelte mich, innerhalb von wenigen Wochen war ich zurück in Deutschland, schnell wurde ein erster Mietvertrag unterzeichnet und innerhalb von fünf Jahren kam der erste Ashram, Yoga Vidya Westerwald, und heute ist in Bad Meinberg ein Ashram entstanden, der knapp tausend Menschen tatsächlich Raum bietet.

Und wir fühlen uns in Verbindung mit anderen spirituellen Traditionen. Wir sind der Überzeugung, dass wir mit beitragen an der positiven Energie der Welt, wir sehen unsere Arbeit auch als Friedensenergie und wir spüren, dass Swami Sivanandas Segen und Kraft durch uns hindurch wirkt. Wenn wir vor wichtigen Entscheidungen stehen, fragen wir: „Was will Swami Sivananda von uns? Wie sollen wir es angehen? Entspricht das dem Auftrag, den Swami Sivananda uns gegeben hat? Erfüllt das den Auftrag, wie wir positives in der Welt bewirken können?“

Ist Yoga Vidya eine NGO?

Wobei wir nicht alles bewirken können. Es gibt so viele spirituelle Gemeinschaften und so viele andere großartige Bewegungen, auf ökologischem Gebiet, auf Menschenrechtsgebiet, so viele NGOs, also Non-Goverment-Organizations, und auch viele Menschen, die sich in den Regierungen dafür engagieren. Aber wir haben unseren kleinen Teil dafür zu geben und dort steckt die Energie von Swami Sivananda und des Göttlichen hinter uns. Und so ist es, wenn wir Yoga verbreiten, nicht etwas, wo wir selbst sagen, „wir sind die Größten“ oder „wir sind die Großartigsten, die Besten“, wir wollen uns sehen als Instrumente, als Diener von Swami Sivananda und als Diener für den Frieden. Nicht im Sinne, „wir retten die Erde“, sondern es gibt eine göttliche Kraft, die diese Welt beflügeln will. Wir wollen Instrumente dieser göttlichen Energie sein, wir wissen, es gibt auch andere Kräfte hier und es ist auch möglich, dass die Menschen das Leben auf dieser Welt auslöschen, zumindest für eine gewisse Zeit.

Und so wiederum der Appell an alle, die das lesen: Heutzutage geht es nicht mehr nur darum, beim Yoga zu überlegen: „Was kann ich für mich selbst üben? Wie kann ich mich selbst entwickeln? Und wie geht es mir am besten?“ Sondern: „Wie kann ich meine Kräfte nutzen, um Positives zu bewirken? Wie kann ich zum Kanal werden, dass aus dieser Welt ein besserer Ort wird? Wie kann ich dazu beitragen, dass ein Äon des Friedens, ein Zeitalter des Mitgefühls, eine Ära der Liebe und des Verständnisses in Erscheinung tritt auf dieser Welt?“ Es ist möglich, dass diese Periode entsteht. Jeder einzelne hat es in der Hand, mit dazu beizutragen.

Göttliche Energie will in diese Welt hineinströmen, es liegt am einzelnen, ob er sich zum Kanal öffnet, denn die göttliche Dynamik braucht die Menschen als Kanäle dafür. Und ich glaube, wir alle haben eine große Verantwortung. Überlege, ob du auf diese Weise tätig und hilfreich werden kannst.

Siehe auch

Literatur

Seminare

Yogalehrer Ausbildung

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