Schuldig

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Schuldig: Was genau ist schuldig? Was bedeutet es, schuldig zu sein? Was ist ursprüngliche Bedeutung dieses Wortes? Hier bekommst du einige Erläuterungen zum Adjektiv schuldig, wie es gebraucht wird und wie es verwendet werden kann. Du bekommst auch viele Infos zu verwandten Wörtern, die mit schuldig in Verbindung stehen, gleichen Wortstamm haben, Synonyme zu schuldig. Interessant sind auch Gegenteile, Antonyme, von schuldig. Das Wort schuldig hat viele Aspekte, manche davon sind hilfreich in vielen Lebenssituationen. Um diese Eigenschaft zu kultivieren, findest du in diesem Yoga Wiki Artikel Affirmationen und Autosuggestionen zu schuldig. Denke darüber nach, was diese Eigenschaft für dich bedeutet. Schuldig ist ein Eigenschaftswort, also ein Adjektiv, zu Schuldigkeit.

Vergebung kann auch denjenigen heilen, der schuldig ist oder so erscheint.


Schuldig

Schuldig ist ein Adjektiv, das etwas mit Schuld zu tun hat. Wie kann man sich schuldig machen? Wie kann man es vermeiden, sich schuldig zu machen? Und wenn man sich schuldig fühlt, wie soll man damit umgehen?

Schuld

„Ich stehe in deiner Schuld“ ‒ das ist erst mal nicht so schwierig. Angenommen der andere hat etwas für einen getan, dann gibt es das Gesetz der Reziprozität: Wenn der andere einem etwas gibt, dann will man ihm auch etwas geben. In diesem Sinne ist vieles im Leben eine Frage des Gebens und des Nehmens. Zwar wird im Yoga gerne gesagt, tue das, was du tust, ohne etwas zu erwarten. Gib den Menschen alles, was du kannst, um ihnen zu helfen und zu dienen. Aber sorge auch dafür, dass du bekommst, was du brauchst, um dienen zu können. Du musst nicht vom gleichen Menschen etwas bekommen, dem du etwas gegeben hast. Aber du kannst darauf bauen, Gott wird dir das geben, was du brauchst, wenn du Gott dienst. Aber die meisten Menschen werden, wenn ein konkreter Mensch ihnen hilft, sich irgendwo in dessen Schuld fühlen, um ihm dann irgendetwas zu geben. Wenn du das Gefühl hast, dass du anderen Menschen etwas schuldig bist, gut, dann gib es ihnen halt, wenn sie das brauchen. Im Allgemeinen spricht man aber heutzutage weniger von Schuld in diesem Sinne, auch wenn es Schuldbriefe gibt und man kann Schulden haben (Das wäre in diesem Sinne).

Schuld und Sünde

Von schuldig spricht man mehr, wenn man sich versündigt hat, wenn man also etwas getan hat, was falsch war. Angenommen du hast jemanden übers Ohr gehauen, dann hast du dich schuldig gemacht. Angenommen, um selbst einen Vorteil zu bekommen, hast du jemand anderen belogen, dann hast du dich schuldig gemacht. Angenommen du hast über jemand anderen so negativ gesprochen, dass du nachher die Beförderung oder den Auftrag bekommen hast und der andere nicht, dann hast du Schuld auf dich geladen.

Yamas

Die fünf Yamas in der Yoga Philosophie Im Yoga sagen wir: Bemühe dich, dich so zu verhalten, dass du keine Schuld auf dich lädst. Es gibt diese Ethik: Ahimsa, Satya, Asteya, Aparigraha und Brahmacharya.

Ahimsa ‒ Verletze andere nicht. Vermeide es andere zu verletzen, in Gedanken, Worten und Tat. So machst du dich nicht schuldig. Asteya ‒ das heißt betrüge andere nicht, stiehl nicht, sei offen und ehrlich. Du kannst auch im beruflichen Alltag in einen Wettbewerb mit anderen treten, aber mache es offen und mache es ehrlich. So vermeidest du Asteya. Das heißt, nimm nicht das, was dir nicht rechtmäßig zusteht und was dir nicht auch aus Fairness zusteht. Satya heißt Wahrhaftigkeit. Belüge andere nicht, sage nicht die Unwahrheit. Natürlich, manchmal ist das ethisch nicht ganz so einfach, dann gilt es zu überlegen. Um wahrhaftig zu sein, müsste man vielleicht andere stark verletzen. Im Yoga gilt "ahimsa paramo dharma", das heißt "Nicht-Verletzen ist die höchste Pflicht".

Wenn also Satya und Ahimsa in Konflikt stehen, dann wirst du manchmal schweigen oder manchmal notfalls auch eine Ausrede finden. Wenn dich also jemand fragt, kommst du auf meine Geburtstagsfeier, dann sagst du vielleicht, nein, leider nicht. Und dann fragt er, warum nicht. Du könntest jetzt sagen, es langweilt mich und auf deine Geburtstagsfeier will ich nicht gehen. Das wäre jetzt Himsa. Du könntest sagen, ich hab einiges zu tun (was ja auch stimmt, ich hoffe, du hast immer irgendetwas zu tun) und so kann ich jetzt dafür keine Zeit frei machen ‒ irgendwo eine kleine Ausrede. Das wäre okay. Schuldig würdest du dich machen, wenn du eine Ausrede wählst, die offensichtlich falsch ist. Aparigraha übersetze ich gerne als Unbestechlichkeit. Wenn du Bestechungsgelder entgegennimmst, um dann für eine Institution anderen Vorteile einzuräumen, dann machst du dich schuldig. Du solltest also nicht korrumpierbar sein, du solltest dich nicht bestechen lassen und du solltest auch niemand anderes bestechen. Schließlich Bramacharya ‒ Vermeidung sexuellen Fehlverhaltens. Auch damit würdest du dich schuldig machen. Ich übersetze Bramacharya gerne mit „Vermeidung sexuellen Fehlverhaltens“, denn was sexuelles Fehlverhalten ist, das ist je nach Gesellschaft unterschiedlich und heutzutage ist es je nach Lebenskontext unterschiedlich. Angenommen jemand führt eine offene Beziehung, dann ist Vermeidung sexuellen Fehlverhaltens etwas anderes als bei Menschen, die sich gegenseitig eine Treue versprochen haben.

Es gibt also viele Möglichkeiten, sich schuldig zu machen. Patanjali spricht vom sogenannten Mahavrata, dem großen Vorsatz nicht gegen ethische Prinzipien zu verstoßen. Und so vermeidest du es, dich schuldig zu machen.

Schuldgefühle

Was kannst du machen, wenn du dich schuldig gemacht hast?

Wenn du Schuld auf dich geladen hast, dann könntest du das wie eine Geldschuld sehen. Du könntest den Schaden wieder gut machen. Angenommen du hast jemanden betrogen, du könntest ihm das offen sagen und könntest sagen, ich mache den Schaden wieder gut. Das ist eine Möglichkeit. Die zweite Möglichkeit: Wenn es nicht möglich ist, den Schaden an dem Menschen wieder gut zu machen, gegenüber dem du das gemacht hast, dann könntest du einen anderen Menschen finden, der vielleicht von einem anderen Menschen schlecht behandelt worden ist, und könntest an ihm den Schaden gut machen, den du an dem vorigen Menschen getan hast. Und falls es tatsächlich ein Verbrechen ist, ist es gut dich zu stellen und der Staatsanwaltschaft oder der Polizei zu melden. Das ist besser als mit einem schlechten Gewissen herumzulaufen und immer die Angst zu haben, es fliegst irgendwann auf. Eine nächste Möglichkeit ist natürlich, du weißt, du hast Schuld auf dich geladen, es ist aber jetzt nicht mehr zu ändern, dann gestehe es Gott. Bereue es innerlich und sei dir bewusst, es wird ein Karma kommen. Darauf kannst du vertrauen.

Wenn du dich ganz Gott hingibst und ganz Gott um Verzeihung, um Vergebung bittest, wird Gott dir vielleicht Eingebungen geben, was du machen könntest, um es gut zu tun. Oder du kannst darauf vertrauen, das Karma wird es letztlich richten.


Schuld und Sühne vom Yogastandpunkt aus

Vom Yogastandpunkt aus gibt es keinen Grund, dauerhaft mit schlechtem Gewissen herumzulaufen. Letztlich heißt es, du kannst nicht irgendeinem Menschen etwas antun, was nicht auch in seinem Karma drin ist. Aber wenn du natürlich aus freiem Willen und dem Bewusstsein, dass du dich schuldig machst, etwas getan hast des eigenen Vorteils willens, dann wird es ein Karma haben. Dieses lädst du auf dich und das gilt es wieder auszugleichen. Daher ist es durchaus gut, es zu bereuen und irgendwo Sühne zu leisten.

Aber angenommen du hast etwas getan, was du damals nach bestem Wissen und Gewissen getan hast, und dabei ist etwas Schlimmes passiert, dann brauchst du dich nicht schuldig zu fühlen. Wenn du dich zum Beispiel an die Verkehrsregeln gehalten hast und achtsam warst und es ist ein Kind vor deinen Wagen gelaufen und hat sich dabei verletzt oder ist gar gestorben ‒ vom Yogastandpunkt aus hast du dort keine Schuld auf dich geladen. Du musst dich nicht schuldig fühlen, aber natürlich musst du mit der Situation umgehen lernen. Du hast dich nicht schuldig gemacht, aber du hast eine Erfahrung gemacht, die schwer sein wird für dein Leben, weil sie doch irgendwo dich beschäftigen wird.

In diesem Sinne kannst du überlegen. Tatsächlich sprechen wir im Yoga heutzutage weniger von Schuld, Sünde und Sühne. Das sind Ausdrücke, die weniger vorkommen. Aber nach inzwischen 35 Jahren Begleitung von Menschen auf dem spirituellen Weg scheint es mir so, als ob die Begriffe Schuld, schuldig sein, Sühne doch bei mehr Menschen eine Rolle spielen als das vielleicht oberflächlich sichtbar ist. (Von daher spreche ich in letzter Zeit auch öfter über solche Themen wie Schuld, Sühne und so weiter.)

Erklärung schuldig

Schuldig zu sein bedeutet, jemandem gegenüber in der Pflicht zu stehen oder auch etwas auf sich geladen zu haben. Besonders in der Rechtssprechung geht es darum, in einer bestimmten Sache schuldig oder unschuldig zu sein. Man kann etwas schuldig bleiben, man kann sich schuldig gemacht haben. Man kann um Vergebung der Schuld bitten - und anderen ihre Schuld vergeben. Der Schuldbegriff spielt in der Ethik, in der Philosophie, in der Psychologie, in der Religion und der Rechtsprechung eine große Rolle. Um sich schuldig zu machen, braucht man nach modernem Verständnis einen freien Willen, muss die Wahl gehabt haben. Wann man sich schuldig gemacht hat und wann nicht - das ist nicht immer einfach zu beantworten.

Einige mehr Anregungen zu schuldig gibt es im Hauptartikel zu dem entsprechende Substantiv, also unter Schuldigkeit.

Video Schuldig

Hier findest du ein Vortragsvideo zum Thema Schuldig :

Autor/Sprecher: Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, Seminarleiter zu den Themen Yoga und Meditation.

Schuldig Audio Vortrag

Hier die Audiospur des oberen Videos zu Schuldig :

Schuldig - Verwandte Begriffe

Schuldig kann jemand sein, der Schuld auf sich geladen hat, zum Beispiel bei einem selbstverursachten Unfall mit Verletzten. Wenn jemand ein Verbrechen begangen und willentlich anderen Menschen Schaden zugefügt hat, so ist dieser Mensch schuldig. Er trägt dafür die Verantwortung und muss die sich daraus ergebenden Konsequenzen tragen. Schuldig kann sich ebenso auf eine materielle Gegenleistung beziehen, bei der man zum Geben verpflichtet ist, um eine Schuld zu begleichen. Wenn man aus Gründen des Anstandes handelt, bedeutet dies auch, man ist es einer Sache oder Person schuldig. Wenn der Chef Geburtstag hat, ist man es ihm in der Regel schuldig, zu gratulieren, auch weil es die Höflichkeit gebietet.

Hier ein paar Wörter, die mit schuldig im Zusammenhang stehen. Zunächst ein paar Wörter, die den gleichen Wortstamm haben:

  • Das Substantiv zu schuldig ist Schuldigkeit.
  • Das Substantivus Agens, also das Wort, das den Handelnden bezeichnet, ist Schuldiger.
  • Ein Verb dazu ist etwas schulden.

Gegenteil von schuldig - Antonyme

Ein Antonym ist ein Gegenteil. Manchmal versteht man Tugenden am besten, indem man sie in Verbindung setzt mit ihrem Gegenteil. Manchmal ist das Gegenteil einer Tugend auch eine Tugend, manchmal auch ein Laster beziehungsweise eine Untugend. Hier also einige Gegenteile von schuldig, also Antonyme:

Ausgleichende Tugenden

Vieles, was ins Extrem geführt wird, wird zur Untugend. So braucht auch schuldig einen Gegenpol. Hier einige Gegenpole, also positive Antonyme zu schuldig:

Antonyme, negative Eigenschaften

Hier einige Beispiele von Gegenteilen, Antonymen, von schuldig, die man als Laster, beziehungsweise negative Eigenschaften ansehen kann:

Ähnliche Wörter wie schuldig - Synonyme

Synonyme sind Wörter mit ähnlicher Bedeutung. Hier einige Synonyme zu schuldig. Manche der Synonyme haben positive Bedeutung. Allerdings gilt auch: Eine Tugend in einem anderen Kontext, oder auch eine Tugend, die übertrieben wird, kann auch negative Bedeutung haben.

Positive Synonyme zu schuldig

Hier also einige Beispiele von positiven Synonymen zu schuldig:

Negative Synonyme zu schuldig

Eine eigentlich positive Eigenschaft übertrieben oder in einem anderen Kontext kann negativ sein. Man kann auch die gleiche Eigenschaft sowohl positiv als auch negativ sehen. Hier einige Beispiele von negativen Synonymen zu schuldig:

Schuldigkeit Affirmationen

Willst du die Eigenschaft Schuldigkeit in dir entwickeln, stärker werden lassen, kultivieren? Hier findest du ein paar Tipps dazu:

  • Klassische Autosuggestion: Ich bin schuldig.
  • Entwicklungsbezogene Affirmation: Ich entwickle Schuldigkeit.
  • Wunder-Affirmation: Angenommen, ich wäre schuldig, wie würde sich das anfühlen, was würde sich ändern, wie würde ich reagieren?

Hilfreich ist natürlich auch eine Meditation, in welcher du diese Eigenschaft in dir stärker werden lassen kannst. Mehr Infos findest du dazu unter dem Stichwort Eigenschaftsmeditation. Schaue auch nach unter dem Stichwort Kultivierung positiver Eigenschaften.

Hier ein Video mit Tipps zur Kultivierung von Tugenden, Eigenschaften:

Siehe auch

Eigenschaften im Alphabet vor und nach schuldig

Hier einige Eigenschaften, die im Alphabet vor oder nach schuldig kommen:

Hier einige Eigenschaften als Substantive mit ähnlichem Anfangsbuchstaben:

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