Saraswati Puja – Festsegen für Lernen und Kreativität in der bengalischen Tradition

Aus Yogawiki

Saraswati Puja – Festsegen für Lernen und Kreativität in der bengalischen Tradition ist eine gemeinsame Verehrung, bei der Schülerinnen und Schüler, Studierende, Lehrende und künstlerisch Tätige um klares Verstehen, gute Ausdruckskraft und schöpferisches Gelingen bitten. An Vasant Panchami, dem fünften Tag der hellen Monatshälfte des Magha, werden Bücher, Schreibgerät und Musikinstrumente vor Saraswati gelegt: Was im Alltag zum Lernen und Gestalten dient, erhält am Festtag einen Ehrenplatz. Saraswati trägt selbst Buch und Vina; sie wird als göttliche Quelle von Sprache, Musik und Erkenntnis empfangen.

Saraswati mit der Vina: Die bengalische Sarasvati Puja verehrt die Göttin des Lernens, der Sprache und der Künste.

Die hier beschriebene Puja folgt der bengalischen Haus- und Gemeindetradition im New Age Purohit Darpan. Eine erfahrene Ritualleitung empfängt die Göttin mit Wasser, Kleidung, Duft, Licht und Speise. Die Versammlung bringt gemeinsam Blüten dar; ein Havan mit 28 Hauptgaben an Saraswati vertieft die Widmung. Zum Abschied erhält die Göttin eine süße Reisspeise. Friedensgebete, Segenswasser und die Verteilung der geweihten Speisen schließen die Feier.

Anlass, Vorbereitung und Materialien

Wann, wo und von wem
Das Fest liegt gewöhnlich im Januar oder Februar. Die Kalenderbestimmung folgt der örtlich maßgeblichen Panchanga-Tradition; eine feste Uhrzeit schreibt die benutzte Ausgabe nicht vor. Sie nennt ein Bad am Morgen als Vorbereitung. Die Feier kann am häuslichen Festaltar oder an einem gemeinsam eingerichteten Gemeindealtar stattfinden. Diese ausführliche Fassung umfasst ein echtes Feueropfer und wird von einer in den bengalischen Riten kundigen Person geleitet; Gastgebende und Versammlung wirken bei Gelübde, Antworten, Blütengaben und Schluss mit. Das Handbuch beschreibt sowohl Priester, die für Familien handeln, als auch selbst handelnde Verehrende. Seine persönliche Sandhya und gegebenenfalls tägliche Narayana Puja an einem eigenen Shaligrama hat ein Priester vor Beginn bereits abgeschlossen; sie sind eigenständige tägliche Aufgaben und werden hier nicht nochmals ausgeführt.

Die Aufnahme eines Kindes in das Schreiben und Lernen, Vidyarambha beziehungsweise das bengalische Hate Khari, kann mit dem Fest verbunden werden. Sie ist ein eigener Samskara und wird hier nicht zusätzlich in den Festablauf eingefügt.

Die gewählte Ausführung
Der Ablauf übernimmt die ausführlichen festbezogenen Vorriten, die Hauptverehrung und den Feuer- und Schlussabschnitt der vierten Ausgabe. Die dort einzeln beschriebenen Gaben sind vollständig enthalten; ihre tatsächliche Folge ist umfangreicher als die pauschale Ankündigung „zehn Gaben“. Pflanzenmilch, Pflanzenjoghurt, Pflanzenöl und Dattelsirup sind heutige praktische Alternativen. Die Übergabe des vollen Reisgefäßes und das Abkühlen der Feuerstelle werden als heutige, ausdrücklich angepasste Ausführung beschrieben; die traditionellen Gebete behalten ihre eigenen Materialnamen. Die verwendeten Sanskrittexte stehen ohne vedische Tonzeichen. Eine passende Rezitationsweise erlernt man bei einer kundigen Lehrperson.

Vor dem Beginn bereitlegen

  • Saraswati-Bild oder Festfigur auf einem erhöhten Altar; Bücher, Schreibfeder oder Stift, Tintenfass, Musikinstrument beziehungsweise Vina-Darstellung und Hamsa-Darstellung.
  • Saubere Sitze für Leitung, Gastgebende und Helfende; Bad beziehungsweise gründliche Reinigung zuvor. Die Quelle empfiehlt Fasten oder leichte Früchte und Milch (bzw. Pflanzenmilch) sowie vegetarisches Essen am Vorabend des Feueropfers; dies ist ihre Vorbereitungsempfehlung.
  • Kalasha, sauberes Wasser und Erdunterlage; fünf Getreide- beziehungsweise Saatarten oder nach ausdrücklicher Quellenalternative nur Reis; fünf Blätter eines Fruchtbaums, Kokosnuss oder andere geeignete Frucht, Girlande, Tuch und roter Faden. Für die Umfassung vier standsichere Stäbe mit Blattspitzen und kleine Erdgefäße.
  • Wassergefäß Kosha, Löffel Kushi, großer Auffangteller Tamrapatra, zwei Wassergläser, Wassermuschelhorn auf festem Dreifuß, zusätzliche Schalen, Handtuch und Glocke.
  • Viele kleine Blüten oder Blütenblätter, darunter weiße Blüten und eine gelbe Blüte für das Gelübde; Sandelholzpaste, Reis, Durva oder Kusha, Haritaki oder Betelnuss, weiße Senfkörner, Bilva-Blätter. Für Augenbezeichnung ein Bilva-Blattstiel und wenig Rußpaste; bei einem fertigen Bild genügt symbolisches Berühren.
  • Kleiner Silbersitz oder Silbermünze, alternativ eine Blüte; neues helles Tuch oder Gewand; Blumengirlande; Räucherwerk, sichere Lampen und passende Halterungen, Dochte, Ghee (bzw. Pflanzenöl), Kampfer, Fächer und ein kleines Tuch für die Lichtzeremonie.
  • Eigene Schale mit Reis, schwarzen Uradbohnen und Joghurt (bzw. Pflanzenjoghurt) für die Gabe an die Wesen des Ortes; sie wird nicht mit den Speisen für die Teilnehmenden vermischt.
  • Madhuparka aus Honig beziehungsweise Dattelsirup, Zucker, Ghee (bzw. Pflanzenöl), Joghurt (bzw. Pflanzenjoghurt) und Milch (bzw. Pflanzenmilch); Obst, Süßigkeiten und eingeweichter Reis. Reisbrei aus Milch (bzw. Pflanzenmilch), Ghee (bzw. Pflanzenöl) und Süße. Kleine gesonderte Gaben für Guru, Begleitgottheiten und Agni vorsehen.
  • Für Dadhikaramba zum Abschied Rohzucker, Joghurt (bzw. Pflanzenjoghurt), Reisflocken, süßen Puffreis, eine Süßigkeit und Banane.
  • Für das Feuer Homa Kunda auf feuerfester Unterlage, Sand, trockene unbehandelte Hölzer, 28 Bilva-Blätter für die Hauptgaben, Metallgefäß und Schöpflöffel, Ghee (bzw. Pflanzenöl), Kusha, Wassergefäß, Ascheschale und Werkzeug; nur an einem dafür geeigneten, ausreichend belüfteten Ort. Ein zusätzliches mit Reis überfülltes Glas samt Teller, Betelnuss, Banane und Münze für Purnapatra Dana; die Gabe für die Ritualleitung vorab vereinbaren.

Lege wiederholt benötigte Blüten, Wasser und Reis so bereit, dass niemand während der Rezitation suchen muss. Die Leitung bespricht persönliche Namens- und Datumsformen vor Beginn. Überlieferte Formularworte wie „amuka“ bedeuten „der beziehungsweise die zuvor Genannte“ und werden nicht als persönliche Namen gesprochen.

Empfangs- und Handgesten
Die fünf Empfangsgesten wiederholen sich an mehreren Stellen. Für Avahani Mudra lege die Hände zur Anjali-Geste aneinander und beuge beide Daumen an die Grundgelenke der Ringfinger. Für Sthapani Mudra wende diese Handhaltung nach unten. Bei Sannidhapani Mudra bilde nebeneinanderliegende Fäuste mit aufgerichteten Daumen. Für Sannirodhani Mudra schließe die Daumen in die Fäuste ein. Bei Sammukhikarani Mudra wende die nebeneinander gehaltenen Fäuste nach oben. Diese fünf Gesten begleiten Herbeirufen, Platznehmen, Gegenwart, Sammlung und unmittelbare Zuwendung.

Für Kurma Mudra berühre mit dem rechten kleinen Finger den linken Zeigefinger und mit dem linken Daumen den rechten Zeigefinger. Richte den rechten Daumen auf. Lege linken Mittel-, Ring- und kleinen Finger auf den Rücken der rechten Hand; führe rechten Mittel- und Ringfinger nach unten an die Stelle zwischen linkem Daumen und Zeigefinger. Wölbe die rechte Hand wie einen Schildkrötenrücken und trage darauf die Blüte.

Bei Avagunthana Mudra bleibt der linke Zeigefinger nach unten ausgestreckt, die übrigen Finger bilden eine Faust; umkreise damit das Muschelwasser. Bei Galini Mudra berühren sich kleiner Finger und Daumen der jeweils gegenüberliegenden Hand; halte Zeige-, Mittel- und Ringfinger beider Hände aneinander und gerade. Bewege diese Handhaltung über dem Muschelwasser. Bei Lelihana Mudra liegt der Daumen an der Wurzel des Ringfingers, Zeige-, Mittel- und Ringfinger zeigen zusammen abwärts, der kleine Finger bleibt gerade aufgerichtet. Damit wird die Herzstelle des Bildes berührt. Die Fingeranweisungen erläutern die im Festhandbuch benannten Gesten anhand des Handgestenanhangs im Tariniparijata; für Lelihana bestätigt eine Darstellung der Natha Tradition die Lage des Daumens.

Vollständiger Ablauf

1. Ankommen und Ganga Pranama
Die Ritualleitung und die Gastgebenden waschen Hände und Füße, nehmen ihre Sitze ein und richten sich auf Saraswati aus. Besprenge deinen Kopf mit wenigen Tropfen sauberen Wassers; Gangeswasser ist im Handbuch ausdrücklich durch anderes Wasser ersetzbar.

1.1 oṃ sadyaḥpātakasaṃhantrī sadyoduḥkhavināśinī |
sukhadā mokṣadā gaṅgā gaṅgaiva paramā gatiḥ ||

Om. Ganga nimmt Verfehlungen und Leid hinweg; sie schenkt Glück und Befreiung. Ganga ist die höchste Zuflucht.

2. Achamana und Vishnu Smarana
Gib jeweils wenig Trinkwasser in die rechte Handfläche und trinke bei jedem der drei Vishnu-Rufe einen kleinen Schluck. Streiche mit dem rechten Daumen von rechts nach links über die Lippen; wasche die Finger. Berühre mit den vier zusammengehaltenen Fingern nacheinander rechte und linke Nasenseite, rechtes und linkes Auge, rechtes und linkes Ohr sowie den Nabel. Wasche die Finger erneut; berühre Herz, rechte und linke Schulter. Sprich danach die folgenden Gebete.

2.1 oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ |

Om. Vishnu, Vishnu, Vishnu!

2.2 oṃ tad viṣṇoḥ paramaṃ padaṃ sadā paśyanti sūrayaḥ |
divīva cakṣur ātatam ||
oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ |

Om. Die Weisen schauen stets Vishnus höchsten Schritt, wie ein am Himmel weit geöffnetes Auge. Om. Vishnu, Vishnu, Vishnu!

2.3 oṃ apavitraḥ pavitro vā sarvāvasthāṃ gato’pi vā |
yaḥ smaret puṇḍarīkākṣaṃ sa bāhyābhyantaraḥ śuciḥ ||
namaḥ sarvamaṅgalamaṅgalyaṃ vareṇyaṃ varadaṃ śubham |
nārāyaṇaṃ namaskṛtya sarvakarmāṇi kārayet ||

Ob unrein oder rein, in welchem Zustand auch immer: Wer an den Lotusäugigen denkt, wird außen und innen rein. Nachdem man sich vor Narayana verneigt hat, dem Glück aller glückverheißenden Dinge, dem Erwählten, Gabenspendenden und Guten, beginne man seine Handlungen.

3. Gaben widmen und das Licht anrufen
Lege eine mit Sandelholz berührte Blüte auf den Gabenteller. Sprich die Gabenwidmung und gib etwas Wasser auf den Teller. Rezitiere das Gayatri Mantra; wer keine persönliche Sandhya vollzieht, wiederholt es entsprechend dem Handbuch zehnmal. Gib anschließend etwas Reis mit Wasser als Surya Arghya auf den Gabenteller.

3.1 oṃ viṣṇave namaḥ |
vaṃ etasmai gandhādibhyo namaḥ |
ete gandhapuṣpe etadadhipataye śrīviṣṇave namaḥ |
etat sampradānāya pūjanīyadevatāgaṇebhyo namaḥ ||

Om. Verehrung Vishnu. Vaṃ. Verehrung den Duftgaben und weiteren Gaben. Mit dieser duftenden Blüte verehre ich ihren Herrn Shri Vishnu. Die Übergabe gilt den zu verehrenden Gottheiten.

3.2 oṃ bhūr bhuvaḥ svaḥ |
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt | oṃ ||

Om. Erde, Luftraum, Himmel. Wir meditieren über das erwählenswerte Licht des göttlichen Savitar. Möge er unsere Einsicht anregen. Om.

3.3 oṃ ehi sūrya sahasrāṃśo tejorāśe jagatpate |
anukampaya māṃ bhaktaṃ gṛhāṇārghyaṃ divākara ||
eṣo’rghyaḥ namaḥ sūryāya namaḥ ||

Om. Komm, Sonne mit tausend Strahlen, Fülle des Lichtes, Herr der Welt! Erbarme dich meiner, deines Verehrers, und empfange die Ehrengabe, du Tagbereiter. Diese Ehrengabe gilt Surya; Verehrung!

4. Guru Puja – den Ursprung des Lernens ehren
Halte eine Blüte vor der Brust. Stelle dir den Guru in der folgenden Meditationsgestalt vor und lege die Blüte in die Schale vor dem Gefäß. Verneige dich mit den drei Guruversen.

4.1 dhyāyec chirasi śuklābje dvinetraṃ dvibhujaṃ gurum |
śvetāmbaraparīdhānaṃ śvetamālyānulepanam |
varābhayakaraṃ śāntaṃ karuṇāmayavigraham |
vāmenotpaladhāriṇyā śaktyāliṅgitavigraham |
smerānanaṃ suprasannaṃ sādhakābhīṣṭadāyakam ||

Man meditiere am Scheitel auf den Guru auf einem weißen Lotus: zwei Augen, zwei Arme, weiße Kleidung, weiße Girlanden und Salbung; friedvoll, eine Gestalt des Mitgefühls, die Hände in Geben und Furchtlosigkeit. Links wird er von Shakti umfangen, die einen Lotus trägt. Sein Gesicht lächelt, er ist voller Güte und gewährt dem Übenden das Ersehnte.

4.2 akhaṇḍamaṇḍalākāraṃ vyāptaṃ yena carācaram |
tatpadaṃ darśitaṃ yena tasmai śrīgurave namaḥ ||
ajñānatimirāndhasya jñānāñjanaśalākayā |
cakṣur unmīlitaṃ yena tasmai śrīgurave namaḥ ||
gurur brahmā gurur viṣṇur gurur devo maheśvaraḥ |
guruḥ sākṣāt paraṃ brahma tasmai śrīgurave namaḥ ||

Verehrung dem Guru, der jene Wirklichkeit zeigt, die als ungeteiltes Ganzes Bewegliches und Unbewegliches durchdringt. Verehrung dem Guru, der mit dem Stift der Erkenntnissalbe die durch Unwissenheit verdunkelten Augen öffnet. Der Guru ist Brahma, Vishnu und Maheshvara; der Guru ist unmittelbar das höchste Brahman. Ihm meine Verehrung.

5. Gaben und Dank an den Guru
Bringe die sieben Gaben in der ausgeschriebenen Reihenfolge dar: Blüte, Fußwasser, Reis mit Durva und Wasser, Räucherwerk, Licht, Speise, Trinkwasser. Wasser wird auf den Gabenteller beziehungsweise in das dafür vorgesehene Glas gegeben; die Gaben verbleiben am Altar. Wiederhole danach „Jaya Guru“ mehrfach; die Quelle bestimmt keine feste Zahl. Gib beim Schlussgebet etwas Wasser aus der rechten Hand auf den Teller.

5.1 ete gandhapuṣpe namaḥ śrīgurave namaḥ |
etat pādyam namaḥ śrīgurave namaḥ |
eṣo’rghyaḥ namaḥ śrīgurave namaḥ |
eṣa dhūpaḥ namaḥ śrīgurave namaḥ |
eṣa dīpaḥ namaḥ śrīgurave namaḥ |
etan naivedyam namaḥ śrīgurave namaḥ |
etat pānīyajalam namaḥ śrīgurave namaḥ |

Verehrung dem Guru mit duftender Blüte, Fußwasser, Ehrengabe, Räucherwerk, Licht, Speise und Trinkwasser, jeweils bei der betreffenden Darbringung.

5.2 jaya guru |

Sieg dem Guru!

5.3 guhyātiguhyagoptā tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhir bhavatu me deva tvatprasādāt sureśvara ||

Du Hüter des Geheimsten: Nimm die von uns ausgeführte Mantrawiederholung an. Durch deine Gnade, göttlicher Herr, möge mir Vollendung zuteilwerden.

6. Kalasha Sthapana – das heilige Gefäß einsetzen
Der Kalasha steht vorbereitet auf Erde und Körnern, mit Wasser, fünf Blättern eines Fruchtbaums und einer Kokosnuss beziehungsweise geeigneten Frucht. Halte den Gefäßhals mit beiden Händen und sprich den ersten Vers. Falte dann die Hände für das Gefäßgebet. Im Gefäß begegnen sich Erde, Wasser, Pflanzenleben, Luft und Raum.

6.1 hiraṇyagarbhaḥ samavartatāgre bhūtasya jātaḥ patir eka āsīt |
sa dādhāra pṛthivīṃ dyām utemāṃ kasmai devāya haviṣā vidhema ||

Im Anfang entstand der goldene Keim; geboren war er der eine Herr des Gewordenen. Er trug die Erde und diesen Himmel. Welchem Gott sollen wir mit Opfergabe dienen?

6.2 kalaśasya mukhe viṣṇuḥ kaṇṭhe rudraḥ samāśritaḥ |
mūle tatra sthito brahmā madhye mātṛgaṇāḥ smṛtāḥ ||
kukṣau tu sāgarāḥ sarve saptadvīpā vasundharā |
ṛgvedo’tha yajurvedaḥ sāmavedo’py atharvaṇaḥ ||
aṅgaiś ca sahitāḥ sarve kalaśāmbu samāśritāḥ |
āyāntu devapūjārthaṃ duritakṣayakārakāḥ ||
gaṅge ca yamune caiva godāvari sarasvati |
narmade sindhu kāveri jale’smin sannidhiṃ kuru ||

Am Mund des Gefäßes ist Vishnu, an seinem Hals Rudra, an seiner Wurzel Brahma, in seiner Mitte die Schar der göttlichen Mütter. In seinem Innern sind alle Meere und die Erde mit ihren sieben Inselgebieten. Rigveda, Yajurveda, Samaveda und Atharvaveda mit ihren Hilfswissenschaften ruhen im Gefäßwasser. Sie mögen zur Gottesverehrung kommen und Unheil tilgen. Ganga, Yamuna, Godavari, Sarasvati, Narmada, Sindhu und Kaveri: Seid in diesem Wasser gegenwärtig.

7. Sthirikarana – die Gegenwart festigen
Halte das Gefäß mit beiden Händen, sprich die Festigungsformel und falte danach die Hände zum Gebet.

7.1 oṃ tvāvataḥ purūvaso vayam indra praṇetaḥ |
smasi sthātar harīṇām ||
oṃ sthāṃ sthīṃ sthiro bhava yāvat pūjāṃ karomy aham ||

Om. Wir gehören zu dir, Indra, du an Gütern Reicher, Führer und Lenker der falben Rosse. Om sthāṃ sthīṃ: Bleibe fest gegenwärtig, solange ich die Puja vollziehe.

7.2 oṃ sarvatīrthodbhavaṃ vāri sarvadevasamanvitam |
imaṃ ghaṭaṃ samāruhya tiṣṭha devagaṇaiḥ saha ||

Om. Dieses Wasser stammt aus allen heiligen Stätten und ist mit allen Gottheiten verbunden. Besteige dieses Gefäß und bleibe hier mit den göttlichen Scharen.

8. Kandaropana und Sutraveshtana
Stelle vier Stäbe um das Gefäß auf, sicher in kleinen Erdgefäßen verankert. Ihre dreizackigen Blattspitzen erinnern an Durva-Gras. Berühre sie beim ersten Vers. Führe anschließend einen roten Faden fünfmal im Uhrzeigersinn um die Stäbe und umschlinge dabei jeden Stab. Sprich den zweiten Vers. Die zusammenhängende Umfassung vergegenwärtigt den Zusammenhalt der Feiernden.

8.1 oṃ kāṇḍāt kāṇḍāt prarohantī paruṣaḥ paruṣas pari |
evā no dūrve pratanu sahasreṇa śatena ca ||

Om. Durva, die du von Spross zu Spross, von Knoten zu Knoten weiterwächst: Breite ebenso uns aus, tausendfach und hundertfach.

8.2 oṃ sutrāmāṇaṃ pṛthivīṃ dyām anehasaṃ suśarmāṇam aditiṃ supraṇītim |
daivīṃ nāvaṃ svaritrām anāgasam asravantīm ā ruhemā svastaye ||

Om. Die gut behütende Erde, den unbedrängten Himmel und Aditi, die guten Schutz und gute Führung schenkt: Mögen wir das göttliche Schiff mit guten Rudern besteigen, unversehrt und ohne Leck, zu unserem Wohlergehen.

9. Vighnapasarana – Hindernisse abweisen
Lege beim Aiṃ eine Blüte auf den Teller. Kreise mit der rechten Hand dreimal um die linke und schlage anschließend mit rechtem Zeige- und Mittelfinger in die linke Handfläche; sprich dazu die Schutzformel.

9.1 aiṃ |

Aiṃ – die Keimsilbe Saraswatis, hier als Anrufung ihrer Erkenntnis- und Sprachkraft.

9.2 astrāya phaṭ |

Dem schützenden Mantrageschoss: phaṭ!

10. Mashabhakta Bali – eine eigene Gabe für die Wesen des Ortes
Rufe mit den fünf oben beschriebenen Empfangsgesten die Wesen des Ortes an. Stelle ein kleines Schälchen Joghurt (bzw. Pflanzenjoghurt) mit Reis und schwarzen Uradbohnen bereit; lege eine möglichst rote, mit Sandelholz berührte Blüte hinein. Sprich die Gabenformeln. Falte die Hände beim Friedensgebet, berühre danach das Schälchen und rücke es etwas vor. Es bleibt von den später verteilten Speisen getrennt.

10.1 oṃ bhūtādaya ihāgacchata ihāgacchata |
iha tiṣṭhata iha tiṣṭhata | iha sannidhatta | iha sannirudhyadhvam |
atrādhiṣṭhānaṃ kuruta mama pūjāṃ gṛhṇīta ||

Om. Ihr Wesen: Kommt hierher, kommt hierher! Bleibt hier, bleibt hier! Seid gegenwärtig, bleibt gesammelt! Nehmt hier euren Platz ein und empfangt meine Verehrung.

10.2 vaṃ etasmai māṣabhaktabalaye namaḥ |
ete gandhapuṣpe oṃ māṣabhaktabalaye namaḥ |
ete gandhapuṣpe etadadhipataye oṃ viṣṇave namaḥ |
eṣa māṣabhaktabaliḥ oṃ kṣetrapālādi-bhūtagaṇebhyo namaḥ ||
oṃ bhūtapretapiśācāś ca dānavā rākṣasāś ca ye |
śāntiṃ kurvantu te sarve imaṃ gṛhṇantu madbalim ||

Vaṃ. Verehrung der Speisegabe aus schwarzen Bohnen. Mit der duftenden Blüte wird die Gabe und ihr Herr Vishnu geehrt. Diese Gabe gilt Kshetrapala und den Scharen der Wesen. Alle Geister, ruhelosen Verstorbenen, Pishachas, Danavas und Rakshasas mögen Frieden halten und meine Gabe annehmen.

11. Bhutapasarana und Granthi Bandhana
Streue weiße Senfkörner um den Ritualplatz. Schnippe danach dreimal mit Daumen und Mittelfinger, während die Hand um den Kopf kreist; berühre dreimal mit der rechten Ferse den Boden. Knüpfe einen Knoten in einen Zipfel des getragenen Tuchs und halte ihn während der zweiten Formel. Mit dieser Geste bindest du die Aufmerksamkeit an die Verehrung.

11.1 oṃ vetālāś ca piśācāś ca rākṣasāś ca sarīsṛpāḥ |
oṃ apasarpantu te bhūtā ye bhūtā bhuvi saṃsthitāḥ |
ye bhūtā vighnakartāras te naśyantu śivājñayā ||
oṃ vetālāś ca piśācāś ca rākṣasāś ca sarīsṛpāḥ |
apasarpantu te sarve caṇḍikāstreṇa tāḍitāḥ ||

Om. Vetalas, Pishachas, Rakshasas und kriechende Wesen! Die hier auf der Erde weilenden störenden Wesen mögen weichen; die Hindernisse verursachenden Wesen mögen auf Shivas Geheiß verschwinden. Alle mögen weichen, von Chandikas Waffe zurückgedrängt.

11.2 oṃ maṇidharivajriṇi mahāpratisare rakṣa rakṣa hūṃ phaṭ svāhā ||

Om. Juwelentragende Vajrini, große Beschützerin: Schütze, schütze! Hūṃ phaṭ svāhā.

12. Dvaradevata Puja und Vastu Puja
Berühre zwei Blüten mit Sandelholz und bitte eine helfende Person, sie an den geschmückten Eingang zu bringen. Zeige während der Anrufung die fünf Empfangsgesten. Bringe für jede der sieben genannten Gottheiten eine kleine Blütengabe dar, danach je eine für Brahma und Vastupurusha.

12.1 ete gandhapuṣpe oṃ dvāradevatābhyo namaḥ |
oṃ dvāradevatā ihāgacchata ihāgacchata |
iha tiṣṭhata iha tiṣṭhata | iha sannidhatta | iha sannirudhyadhvam |
atrādhiṣṭhānaṃ kuruta mama pūjāṃ gṛhṇīta ||

Mit diesen duftenden Blüten verehre ich die Gottheiten der Tür. Kommt herbei, bleibt hier, seid gegenwärtig und gesammelt. Nehmt euren Platz ein und empfangt meine Verehrung.

12.2 ete gandhapuṣpe oṃ gāṃ gaṇeśāya namaḥ |
oṃ mahālakṣmyai namaḥ | oṃ sarasvatyai namaḥ |
oṃ vighnāya namaḥ | oṃ kṣetrapālāya namaḥ |
oṃ gāṃ gaṅgāyai namaḥ | oṃ yāṃ yamunāyai namaḥ ||

Mit duftenden Blüten verehre ich Ganesha, Mahalakshmi, Saraswati, Vighna, Kshetrapala, Ganga und Yamuna. Die Keimsilben begleiten die betreffenden Anrufungen.

12.3 ete gandhapuṣpe oṃ brahmaṇe namaḥ |
ete gandhapuṣpe oṃ vāstupuruṣāya namaḥ ||

Mit duftender Blüte verehre ich Brahma; mit duftender Blüte verehre ich Vastupurusha, die göttliche Gegenwart der Wohnstätte.

13. Boden, Altar und Überdachung weihen
Besprenge den Boden mit Wasser und berühre ihn bei der zweiten Schutzformel. Lege beim Vedi Shodhana eine Blüte auf den Altar. Schaue beim Vitana Shodhana zur Decke oder zum Baldachin und lege eine weitere Blüte auf den Teller. Für Kara Shuddhi zerreibe schließlich eine Blüte zwischen den Handflächen, lege sie links beiseite und kreise die rechte Hand über der linken; sprich phaṭ.

13.1 oṃ rakṣa rakṣa hūṃ phaṭ svāhā |
oṃ pavitravajrabhūme hūṃ hūṃ phaṭ svāhā ||

Om. Schütze, schütze! Hūṃ phaṭ svāhā. Om. Reiner, vajrafester Grund: hūṃ hūṃ phaṭ svāhā.

13.2 oṃ vedyā vediḥ samāpyate barhiṣā barhir indriyam |
yūpena yūpa āpyate praṇīto agnir agninā ||

Om. Durch den Opferplatz wird der Opferplatz vollendet, durch das Opfergras das Opfergras und die Kraft; durch den Opferpfosten wird der Opferpfosten erlangt, das herbeigeführte Feuer durch Feuer.

13.3 oṃ ūrdhva ū ṣu ṇa ūtaye tiṣṭhā devo na savitā |
ūrdhvo vājasya sanitā yad añjibhir vāghadbhir vihvayāmahe ||

Om. Richte dich zu unserer Hilfe auf wie der Gott Savitar; aufrecht gewinne die Nahrung, wenn wir dich mit Salbungen und Opferkundigen anrufen.

13.4 phaṭ |

Phaṭ – der abschließende Laut des Schutzes und der Abwehr.

14. Anga Nyasa und Kara Nyasa
Widme den Körper der Verehrung. Berühre bei den sechs Körperformeln Herz, Kopf und Scheitel; kreuze die Hände über der Brust, berühre die Augen einschließlich des Stirnpunktes und schließe mit dem Kreisen der rechten Hand um die linke sowie dem Klatschen mit Zeige- und Mittelfinger. Bei den Handformeln berühren die Zeigefinger zunächst die Daumen; anschließend berühren die Daumen der Reihe nach Zeige-, Mittel-, Ring- und kleine Finger beider Hände. Die letzte Formel begleitet wieder die Handflächen-/Handrückengeste. Das Handbuch verwendet hier ausdrücklich eine G-Reihe für den Körper und eine S-Reihe für die Hände.

14.1 oṃ gāṃ hṛdayāya namaḥ |
oṃ gīṃ śirase svāhā |
oṃ gūṃ śikhāyai vaṣaṭ |
oṃ gaiṃ kavacāya hūṃ |
oṃ gauṃ netratrayāya vauṣaṭ |
oṃ gaḥ karatalapṛṣṭhābhyām astrāya phaṭ ||

Om gāṃ: Verehrung dem Herzen. Om gīṃ: Dem Kopf, svāhā. Om gūṃ: Dem Scheitel, vaṣaṭ. Om gaiṃ: Dem Schutzpanzer, hūṃ. Om gauṃ: Den drei Augen, vauṣaṭ. Om gaḥ: Handflächen und Handrücken, der schützenden Waffe, phaṭ.

14.2 oṃ sāṃ aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ |
oṃ sīṃ tarjanībhyāṃ svāhā |
oṃ sūṃ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ |
oṃ saiṃ anāmikābhyāṃ hūṃ |
oṃ sauṃ kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ |
oṃ saḥ karatalapṛṣṭhābhyām astrāya phaṭ ||

Om sāṃ: Verehrung den Daumen. Om sīṃ: Den Zeigefingern, svāhā. Om sūṃ: Den Mittelfingern, vaṣaṭ. Om saiṃ: Den Ringfingern, hūṃ. Om sauṃ: Den kleinen Fingern, vauṣaṭ. Om saḥ: Handflächen und Handrücken, der schützenden Waffe, phaṭ.

15. Pushpa Shuddhi und Dik Bandhana
Berühre die bereitliegenden Blüten mit beiden Händen; sprich die Blütenweihe und besprenge sie leicht. Lege danach sieben kleine duftende Blütengaben auf das heilige Gefäß und wiederhole die sieben Gottheitsanrufungen. Für den inneren Schutzraum falte die Hände: Wende dich bei den ersten drei Guruformeln nach links, bei Ganesha nach rechts, bei Brahma nach oben und bei Saraswati zur Mitte des Altars.

15.1 aiṃ phaṭ |
oṃ puṣpaketu rājārhate śatāya samyak sambandhāya hraṃ |
oṃ puṣpe puṣpe mahāpuṣpe supuṣpe puṣpasambhave |
puṣpacayāvakīrṇe ca hūṃ phaṭ svāhā ||

Aiṃ phaṭ. Om. Pushpaketu, des Königs würdig, dem Hundertfachen, dem rechten Zusammenhang: hraṃ. Om. Blüte, Blüte, große Blüte, gute Blüte, aus Blüten Entstandene, mit einer Fülle von Blüten Bedeckte: hūṃ phaṭ svāhā. Die erste Namensformel ist sprachlich knapp und wird hier als überlieferte Weiheanrufung wiedergegeben.

15.2 ete gandhapuṣpe oṃ gāṃ gaṇeśāya namaḥ |
oṃ mahālakṣmyai namaḥ | oṃ sarasvatyai namaḥ |
oṃ vighnāya namaḥ | oṃ kṣetrapālāya namaḥ |
oṃ gāṃ gaṅgāyai namaḥ | oṃ yāṃ yamunāyai namaḥ ||

Mit duftenden Blüten verehre ich Ganesha, Mahalakshmi, Saraswati, Vighna, Kshetrapala, Ganga und Yamuna. Die Keimsilben begleiten die betreffenden Anrufungen.

15.3 oṃ gurubhyo namaḥ | oṃ paramagurubhyo namaḥ | oṃ parāparagurubhyo namaḥ |
oṃ gaṇeśāya namaḥ | oṃ brahmaṇe namaḥ | oṃ sarasvatyai namaḥ ||

Verehrung den Lehrern, den höchsten Lehrern und den Lehrern jenseits des Höchsten und Niederen; Verehrung Ganesha, Brahma und Saraswati.

16. Panchadevata Puja: Ganesha
Beginne die vorbereitende Fünfgottheitenverehrung mit Ganesha. Halte eine Blüte in Kurma Mudra und vergegenwärtige sein Bild beim Meditationsvers. Lege die Blüte auf das Gefäß. Gib eine weitere duftende Blüte dar und verneige dich. Die fünf hier verehrten Gottheiten sind Ganesha, Vishnu, Shiva, Surya und Durga.

16.1 oṃ kharvaṃ sthūlatanuṃ gajendravadanam lambodaraṃ sundaram |
prasyandanmadagandhalubdhamadhupavyālolagaṇḍasthalam |
dantāghātavidāritārirudhiraiḥ sindūraśobhākaraṃ |
vande śailasutāsutaṃ gaṇapatiṃ siddhipradaṃ kāmadam ||
eṣa sacandanapuṣpāñjaliḥ namaḥ gaṇeśāya namaḥ ||

Om. Ich verehre Ganapati, klein von Gestalt und von kräftigem Leib, mit Elefantenantlitz, großem Bauch und Schönheit. Bienen umschwirren seine Wangen, angelockt vom Duft des strömenden Elefantensaftes; das Blut des vom Stoßzahn besiegten Feindes gibt ihm den Glanz von Zinnober. Ich verehre den Sohn der Bergestochter, der Vollendung und Erfüllung gewährt. Diese Blütengabe mit Sandelholz gilt Ganesha.

16.2 ete gandhapuṣpe oṃ namaḥ gaṇeśāya namaḥ |
ekadantaṃ mahākāyaṃ lambodaraṃ gajānanam |
vighnanāśakaraṃ devaṃ herambaṃ praṇamāmy aham ||

Mit duftender Blüte verehre ich Ganesha. Ich verneige mich vor Heramba, dem Gott mit einem Stoßzahn, großem Leib, weitem Bauch und Elefantengesicht, der die Hindernisse vernichtet.

17. Vishnu
Halte eine Blüte und vergegenwärtige Vishnu als Narayana. Lege die duftende Blüte auf das Gefäß und verneige dich. In dieser Hauptfolge wird Vishnu innerhalb der fünf Gottheiten verehrt; die besondere tägliche Verehrung eines persönlichen Shaligrama gehört zu den zuvor abgeschlossenen Aufgaben eines entsprechenden Priesters.

17.1 oṃ dhyeyaḥ sadā savitṛmaṇḍalamadhyavartī nārāyaṇaḥ sarasijāsanasanniviṣṭaḥ |
keyūravān kanakakuṇḍalavān kirīṭī hārī hiraṇmayavapur dhṛtaśaṅkhacakraḥ ||

Om. Stets sei Narayana meditiert, inmitten des Sonnenkreises, auf dem Lotus sitzend: mit Armreifen, goldenen Ohrringen, Krone und Halskette, von goldenem Leib, Muschelhorn und Diskus tragend.

17.2 ete gandhapuṣpe oṃ namaḥ viṣṇave namaḥ |
oṃ namo brahmaṇyadevāya gobrāhmaṇahitāya ca |
jagaddhitāya śrīkṛṣṇāya govindāya namo namaḥ ||

Mit duftender Blüte verehre ich Vishnu. Verehrung dem Gott der heiligen Erkenntnis, dem Wohltäter der Kühe und Brahmanen, dem Wohltäter der Welt, Shri Krishna und Govinda: wieder und wieder Verehrung.

18. Shiva
Meditiere mit einer Blüte auf Shiva. Lege die Blüte und, falls vorhanden, ein Bilva-Blatt am Gefäß nieder und sprich das Hingabegebet.

18.1 oṃ dhyāyen nityaṃ maheśaṃ rajatagirinibhaṃ cārucandrāvataṃsaṃ |
ratnākalpojjvalāṅgaṃ paraśumṛgavarābhītihastaṃ prasannam |
padmāsīnaṃ samantāt stutam amaragaṇair vyāghrakṛttiṃ vasānaṃ |
viśvādyaṃ viśvabījaṃ nikhilabhayaharaṃ pañcavaktraṃ trinetram ||

Om. Meditiere stets auf Mahesha, gleich einem silbernen Berg, mit schönem Halbmond als Schmuck. Juwelen zieren seinen leuchtenden Körper; seine Hände halten Axt und Antilope und gewähren Gabe und Furchtlosigkeit. Heiter sitzt er auf einem Lotus, rings von Göttern gepriesen und mit Tigerfell bekleidet: Ursprung und Same der Welt, Beseitiger aller Furcht, fünfantlitzig und dreiäugig.

18.2 ete gandhapuṣpe oṃ namaḥ śivāya namaḥ |
namaḥ śivāya śāntāya kāraṇatrayahetave |
nivedayāmi cātmānaṃ tvaṃ gatiḥ parameśvara ||

Mit duftender Blüte verehre ich Shiva. Verehrung Shiva, dem Friedvollen, der Ursache der drei Ursachen. Ich bringe mich selbst dar; du bist meine Zuflucht, höchster Herr.

19. Surya
Vergegenwärtige Surya beim Meditationsvers. Bringe eine Blüte mit rotem Sandelholz dar, anschließend erneut Reis und Wasser mit der ausgeschriebenen Ehrengabeformel. Falte die Hände beim abschließenden Lobvers.

19.1 oṃ raktāmbujāsanam aśeṣaguṇaikasindhuṃ |
bhānuṃ samastajagatām adhipaṃ bhajāmi |
padmadvayābhayavarān dadhataṃ karābjair |
māṇikyamaulim aruṇāṅgaruciṃ trinetram ||

Om. Ich verehre Bhanu auf rotem Lotus, das eine Meer aller Tugenden, den Herrn sämtlicher Welten. Seine Lotushände tragen zwei Lotusse, gewähren Furchtlosigkeit und Gaben; eine Rubinkrone schmückt ihn, sein Körper leuchtet rötlich, und er besitzt drei Augen.

19.2 oṃ ehi sūrya sahasrāṃśo tejorāśe jagatpate |
anukampaya māṃ bhaktaṃ gṛhāṇārghyaṃ divākara ||
eṣo’rghyaḥ namaḥ sūryāya namaḥ ||

Om. Komm, Sonne mit tausend Strahlen, Fülle des Lichtes, Herr der Welt! Erbarme dich meiner, deines Verehrers, und empfange die Ehrengabe, du Tagbereiter. Diese Ehrengabe gilt Surya; Verehrung!

19.3 ete gandhapuṣpe namaḥ sūryāya namaḥ |
oṃ japākusumasaṃkāśaṃ kāśyapeyaṃ mahādyutim |
dhvāntāriṃ sarvapāpaghnaṃ praṇato’smi divākaram ||

Mit duftender Blüte verehre ich Surya. Om. Vor dem Tagbereiter verneige ich mich: Er gleicht der roten Hibiskusblüte, stammt von Kashyapa, strahlt mächtig, ist Feind der Dunkelheit und tilgt alles Übel.

20. Durga
Halte eine Blüte und betrachte Durga in der beschriebenen Gestalt. Lege die Blüte nieder und verneige dich. Damit ist die Fünfgottheitenverehrung abgeschlossen.

20.1 oṃ kālābhrābhāṃ kaṭākṣair arikulabhayadāṃ maulibaddhendurekhāṃ |
śaṅkhaṃ cakraṃ kṛpāṇaṃ triśikham api karair udvahantīṃ trinetrām |
siṃhaskandhādhirūḍhāṃ tribhuvanam akhilaṃ tejasā pūrayantīṃ |
dhyāyed durgāṃ jayākhyāṃ tridaśaparivṛtāṃ sevitāṃ siddhikāmaiḥ ||

Om. Meditiere auf Durga, genannt Jaya: dunkel wie eine Gewitterwolke, mit Blicken, die feindlichen Scharen Furcht bringen, mit der Mondsichel am Haupt. Dreiäugig trägt sie Muschelhorn, Diskus, Schwert und Dreizack; sie sitzt auf dem Rücken des Löwen und erfüllt die drei Welten mit Glanz. Götter umgeben sie; nach Vollendung Strebende dienen ihr.

20.2 ete gandhapuṣpe hrīṃ oṃ durgāyai namaḥ |
oṃ sarvamaṅgalamāṅgalye śive sarvārthasādhike |
śaraṇye tryambake gauri nārāyaṇi namo’stu te ||

Mit duftender Blüte: hrīṃ oṃ, Verehrung Durga! Om. Du Glück aller glückverheißenden Dinge, Gute, die alle Anliegen erfüllt, Zuflucht, Dreiäugige, Gauri, Narayani: Dir sei Verehrung.

21. Lakshmi Puja als Begleitverehrung
Die bengalische Festdarstellung verbindet Saraswati mit Lakshmi als Schwester. Meditiere auf Lakshmi, bringe dann Fußwasser, Ehrengabe, Räucherwerk, Licht und Speise dar und verneige dich. Die Quelle nennt in der Meditationsstrophe mehr als eine bildliche Beschreibung; sie schreibt damit keinen Wechsel des Bildes vor.

21.1 oṃ pāśākṣamālikāmbhojasṛṇibhir yāmyasaumyayoḥ |
padmāsanasthāṃ dhyāyec ca śriyaṃ trailokyamātaram ||
gauravarṇāṃ surūpāṃ ca sarvālaṅkārabhūṣitām |
raukmapadmavyagrakarāṃ varadāṃ dakṣiṇena tu ||

Om. Meditiere auf Shri, die Mutter der drei Welten auf dem Lotussitz, mit Schlinge, Gebetskette, Lotus und Haken in ihren Händen zu beiden Seiten. Sie ist von heller Farbe, schön gestaltet und mit allem Schmuck geziert; eine Hand hält den goldenen Lotus, mit der rechten gewährt sie Gaben.

21.2 oṃ etat pādyaṃ śrīṃ lakṣmyai namaḥ |
eṣo’rghyaḥ | eṣa dhūpaḥ | eṣa dīpaḥ | etan naivedyam ||
oṃ viśvarūpasya bhāryāsi padme padmālaye śubhe |
sarvataḥ pāhi māṃ devi mahālakṣmi namo’stu te ||

Om. Dieses Fußwasser gilt Lakshmi, begleitet von śrīṃ. Hier sind Ehrengabe, Räucherwerk, Licht und Speise. Om. Du bist die Gefährtin des Allgestaltigen, Lotusgöttin, Lotusbewohnerin, Glückverheißende. Beschütze mich von allen Seiten, Göttin Mahalakshmi; dir sei Verehrung.

22. Navagraha Puja, Richtungshüter und Vishnus Erscheinungen
Bringe den Navagraha gemeinsam Duft, Blüte, Räucherwerk, Licht und Speise mit jeweils einer Formel dar. Eine weitere Blüte gilt zusammenfassend den Richtungshütern, eine weitere den zehn Erscheinungen Vishnus.

22.1 eṣa gandhaḥ oṃ ādityādi-navagrahebhyo namaḥ |
etat puṣpaṃ oṃ ādityādi-navagrahebhyo namaḥ |
eṣa dhūpaḥ oṃ ādityādi-navagrahebhyo namaḥ |
eṣa dīpaḥ oṃ ādityādi-navagrahebhyo namaḥ |
etan naivedyaṃ oṃ ādityādi-navagrahebhyo namaḥ ||

Duft, Blüte, Räucherwerk, Licht und Speise gelten jeweils den neun Grahas, beginnend mit Aditya, der Sonne. Om, ihnen sei Verehrung.

22.2 ete gandhapuṣpe oṃ daśadikpālebhyo namaḥ |
ete gandhapuṣpe oṃ daśāvatārebhyo namaḥ ||

Mit duftender Blüte verehre ich die Hüter der zehn Richtungen. Mit duftender Blüte verehre ich Vishnus zehn Erscheinungsformen.

23. Pitha Puja – den heiligen Grund ehren
Lege bei jeder der vierzehn Anrufungen eine kleine Blütengabe nieder. Die Bilder von Erde, Meer, Insel, Halle und Thron führen von der weiten Welt zum Sitz der Göttin.

23.1 ete gandhapuṣpe |
oṃ pīṭhāsanāya namaḥ |
oṃ ādhāraśaktaye namaḥ |
oṃ prakṛtyai namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ pṛthivyai namaḥ |
oṃ kṣīrasamudrāya namaḥ |
oṃ śvetadvīpāya namaḥ |
oṃ maṇimaṇḍapāya namaḥ |
oṃ kalpavṛkṣāya namaḥ |
oṃ maṇivedikāyai namaḥ |
oṃ ratnasiṃhāsanāya namaḥ |
oṃ agnyādikoṇacatuṣṭayāya namaḥ |
oṃ dharmāya namaḥ |
oṃ śrīṃ kamalāsanāya namaḥ |

Mit duftenden Blüten verehre ich den Sitz; die tragende Kraft; die Urnatur; das Unendliche; die Erde; den Milchozean; die weiße Insel; die Edelsteinhalle; den Wunschbaum; den Edelsteinaltar; den Juwelenthron; die vier Ecken, beginnend mit Agni; Dharma; und den mit śrīṃ angerufenen Lotussitz.

Hauptverehrung Saraswatis

24. Die Hauptverehrung eröffnen
Falte die Hände zum Sakshya Mantra, das die Gegenwart der Zeugen anruft. Nimm dann Reis in die Hand, sprich die Segensverse und wirf bei den drei abschließenden Svasti-Rufen jeweils etwas Reis auf den Gabenteller.

24.1 oṃ sūryaḥ somo yamaḥ kālaḥ sandhye bhūtāny ahaḥ kṣapā |
pavano dikpatir bhūmir ākāśaṃ khacarāmarāḥ |
brāhmaṃ śāsanam āsthāya kalpadhvam iha sannidhim |
oṃ tat sat | oṃ ayam ārambhaḥ śubhāya bhavatu ||

Om. Sonne, Mond, Yama, Zeit, die beiden Dämmerungen, Wesen, Tag, Nacht, Wind, Hüter der Richtungen, Erde, Raum und die im Raum wandelnden Unsterblichen: Seid auf Brahmas Geheiß hier gegenwärtig. Om, das ist die Wirklichkeit. Dieser Anfang möge zum Guten dienen.

24.2 oṃ somaṃ rājānaṃ varuṇam agnim anvārabhāmahe |
ādityaṃ viṣṇuṃ sūryaṃ brahmāṇaṃ ca bṛhaspatim ||
oṃ svasti na indro vṛddhaśravāḥ svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |
svasti nas tārkṣyo ariṣṭanemiḥ svasti no bṛhaspatir dadhātu ||
oṃ svasti | oṃ svasti | oṃ svasti ||

Om. Wir wenden uns an König Soma, Varuna und Agni, an Aditya, Vishnu und Surya, Brahma und Brihaspati. Wohlergehen schenke uns Indra von großem Ruhm, Wohlergehen Pushan, der alles kennt; Wohlergehen Tarkshya mit unversehrtem Rad; Wohlergehen gewähre Brihaspati. Om, Wohlergehen, Wohlergehen, Wohlergehen.

25. Tirtha Avahana und Asana Shuddhi
Tauche den rechten Zeigefinger in das Wassergefäß und rufe die heiligen Flüsse an. Halte eine Blüte mit rechtem Daumen, Zeige- und Mittelfinger, berühre damit den Sitz und sprich die Sitzwidmung. Berühre anschließend den Boden beim Erdgebet.

25.1 oṃ gaṅge ca yamune caiva godāvari sarasvati |
narmade sindhu kāveri jale’smin sannidhiṃ kuru ||

Om. Ganga und Yamuna, Godavari und Sarasvati, Narmada, Sindhu und Kaveri: Seid in diesem Wasser gegenwärtig.

25.2 ete gandhapuṣpe hrīṃ ādhāraśaktaye kamalāsanāya namaḥ |
āsanamantrasya merupṛṣṭha ṛṣiḥ sutalaṃ chandaḥ kūrmo devatā āsanopaveśane viniyogaḥ |
oṃ pṛthvi tvayā dhṛtā lokā devi tvaṃ viṣṇunā dhṛtā |
tvaṃ ca dhāraya māṃ nityaṃ pavitraṃ kuru cāsanam ||

Mit duftender Blüte, hrīṃ: Verehrung der tragenden Kraft und dem Lotussitz. Für das Sitzmantra ist Meruprishtha der Seher, Sutala das Versmaß, Kurma die Gottheit; seine Anwendung gilt dem Einnehmen des Sitzes. Om. Erde, die Welten werden von dir getragen; Göttin, du wirst von Vishnu getragen. Trage auch mich beständig und mache den Sitz rein.

26. Samanya Arghya – die Wassergrundlage bereiten
Zeichne mit dem in Wasser getauchten Mittelfinger einen Kreis und darin ein Dreieck auf eine saubere Unterlage vor dir. Stelle das Wassergefäß darauf. Lege eine mit Sandelholz berührte Blüte, etwas Durva oder Kusha und Reis an seinen Rand und sprich die Anrufungen.

26.1 ete gandhapuṣpe oṃ ādhāraśaktaye namaḥ | oṃ kūrmāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ | oṃ pṛthivyai namaḥ |
ete gandhapuṣpe oṃ aṃ arkamaṇḍalāya dvādaśakalātmane namaḥ |
oṃ maṃ vahnimaṇḍalāya daśakalātmane namaḥ |
oṃ uṃ somamaṇḍalāya ṣoḍaśakalātmane namaḥ ||

Mit duftender Blüte verehre ich die tragende Kraft, Kurma, Ananta und die Erde. Om aṃ: Verehrung dem Sonnenkreis mit seinen zwölf Kräften. Om maṃ: Verehrung dem Feuerkreis mit seinen zehn Kräften. Om uṃ: Verehrung dem Mondkreis mit seinen sechzehn Kräften.

27. Svastivachana – die Gemeinschaft antwortet
Fülle den Ritual-Löffel mit wenig Wasser, Haritaki oder Betelnuss, Blüte, Sandelholz, Durva oder Kusha und Reis. Halte ihn zwischen beiden Händen. Die Ritualleitung spricht jeweils die Bitte dreimal; die Versammlung antwortet mit der jeweils letzten Zeile dreimal und wirft dabei Reis in Richtung des Gefäßes. Die ausgeschriebenen Dreierfolgen sind bereits die vollständigen Wiederholungen.

27.1 oṃ kartavye’smin gaṇeśādi-nānādevatāpūjāpūrvaka-lekhanī-masyādhārasahita-śrīsarasvatīpūjanakarmaṇi |
oṃ puṇyāhaṃ bhavanto bruvantu | oṃ puṇyāhaṃ bhavanto bruvantu | oṃ puṇyāhaṃ bhavanto bruvantu |
oṃ puṇyāham | oṃ puṇyāham | oṃ puṇyāham ||

Om. Für die bevorstehende Verehrung Saraswatis mit Schreibfeder und Tintenfass, der die Verehrung Ganeshas und weiterer Gottheiten vorausgeht: Sprecht diesen Tag als heilig aus! Dies wird dreimal erbeten. Antwort: Om, ein heiliger Tag! Om, ein heiliger Tag! Om, ein heiliger Tag!

27.2 oṃ kartavye’smin gaṇeśādi-nānādevatāpūjāpūrvaka-lekhanī-masyādhārasahita-śrīsarasvatīpūjanakarmaṇi |
oṃ svasti bhavanto bruvantu | oṃ svasti bhavanto bruvantu | oṃ svasti bhavanto bruvantu |
oṃ svasti | oṃ svasti | oṃ svasti ||

Für die genannte Verehrung: Sprecht Wohlergehen aus! Dies wird dreimal erbeten. Antwort: Om, Wohlergehen! Om, Wohlergehen! Om, Wohlergehen!

27.3 oṃ kartavye’smin gaṇeśādi-nānādevatāpūjāpūrvaka-lekhanī-masyādhārasahita-śrīsarasvatīpūjanakarmaṇi |
oṃ ṛddhiṃ bhavanto bruvantu | oṃ ṛddhiṃ bhavanto bruvantu | oṃ ṛddhiṃ bhavanto bruvantu |
oṃ ṛdhyatām | oṃ ṛdhyatām | oṃ ṛdhyatām ||

Für die genannte Verehrung: Sprecht Gedeihen aus! Dies wird dreimal erbeten. Antwort: Om, es gedeihe! Om, es gedeihe! Om, es gedeihe!

28. Sankalpa – das Anliegen aussprechen
Lege Wasser, eine gelbe Blüte, Sandelholz, Reis und Haritaki oder Betelnuss in den Löffel auf der linken Hand und decke ihn mit der rechten ab. Setze in der folgenden Formel anstelle von „amukagotraḥ“ und „śrīamukadevaśarmā“ die zuvor mit der Leitung geklärte eigene Herkunfts- und Namensform ein. Die Kalenderworte gelten für die eigentliche Magha-Panchami; bei einer verschobenen Gemeindefeier ist das tatsächliche Datum zu nennen. Wer als Priester für eine Familie handelt, nennt diese Familie und verwendet die im Handbuch dafür vorgesehene Schlussform „kariṣyāmi“. Eine deutsche Nennung von Person und Anliegen ist eine heutige verständliche Ergänzung. Sprich anschließend die Vishnuverse. Drehe den Löffel über dem Teller um, besprenge ihn und sprich den Segensvers.

28.1 oṃ namaḥ sarasvatyai namaḥ |
viṣṇur oṃ tat sat adya māghe māsi śuklapakṣe pañcamyāṃ tithau amukagotraḥ śrīamukadevaśarmā śrīsarasvatīprītikāmaḥ gaṇeśādi-nānādevatāpūjāpūrvakaṃ lekhanī-masyādhārasahita-śrīsarasvatīpūjākarma ahaṃ kariṣye ||

Verehrung Saraswati. Vishnu, Om, das ist die Wirklichkeit. Heute, im Monat Magha, in der hellen Monatshälfte, am fünften Mondtag, werde ich – mit dem vorab eingesetzten Namen und Gotra – aus dem Wunsch, Saraswati zu erfreuen, nach der Verehrung Ganeshas und weiterer Gottheiten Saraswati zusammen mit Schreibfeder und Tintenfass verehren.

28.2 oṃ tad viṣṇoḥ paramaṃ padaṃ sadā paśyanti sūrayaḥ |
divīva cakṣur ātatam ||
oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ |

Om. Die Weisen schauen stets Vishnus höchsten Schritt, wie ein am Himmel weit geöffnetes Auge. Om. Vishnu, Vishnu, Vishnu!

28.3 oṃ apavitraḥ pavitro vā sarvāvasthāṃ gato’pi vā |
yaḥ smaret puṇḍarīkākṣaṃ sa bāhyābhyantaraḥ śuciḥ ||
namaḥ sarvamaṅgalamaṅgalyaṃ vareṇyaṃ varadaṃ śubham |
nārāyaṇaṃ namaskṛtya sarvakarmāṇi kārayet ||

Ob unrein oder rein, in welchem Zustand auch immer: Wer an den Lotusäugigen denkt, wird außen und innen rein. Nachdem man sich vor Narayana verneigt hat, dem Glück aller glückverheißenden Dinge, dem Erwählten, Gabenspendenden und Guten, beginne man seine Handlungen.

28.4 oṃ devo vo draviṇodāḥ pūrṇāṃ vivaṣṭy āsicam |
ud vā siñcadhvam upa vā pṛṇadhvam ād id vo deva ohate ||
oṃ asya saṃkalpitārthasya siddhir astu |
oṃ ayam ārambhaḥ śubhāya bhavatu ||

Om. Der göttliche Gabenspender verlangt eure volle Darbringung. Gießt aus oder füllt ein: So wird der Gott euch gewogen sein. Möge das beabsichtigte Anliegen gelingen; möge dieser Anfang zum Guten dienen.

29. Pranayama mit Saraswatis Keimsilbe
Die Quelle empfiehlt vor der Hauptverehrung Atemsammlung: rechte Nasenöffnung mit dem Daumen schließen und links einatmen; beide schließen und den Atem halten; rechts öffnen und ausatmen. Dabei Aiṃ innerlich zählen. Genannt werden 16–64–32 und die kleinere Stufung 4–16–8. Übe die Atemhaltung nur, soweit sie dir vertraut und mühelos ist; als heutige einfache Praxis kannst du stattdessen ruhig ohne Halten atmen und Aiṃ wiederholen.

29.1 aiṃ |

Aiṃ – die Keimsilbe Saraswatis, hier als Anrufung ihrer Erkenntnis- und Sprachkraft.

30. Rishyadi Nyasa
Nimm eine Blüte, sprich die Zuordnung von Seher, Versmaß und Gottheit und lege die Blüte auf den Teller. Berühre bei den drei anschließenden Verehrungen mit den zusammengehaltenen rechten Fingern Kopf, Mund und Herz.

30.1 oṃ śrīsarasvatīmantrasya kaṇva ṛṣiḥ gāyatrīchandaḥ śrīvāgīśvarīdevatā mama sarvābhīṣṭasiddhaye śrīsarasvatīpūjane viniyogaḥ |
oṃ kaṇvāya ṛṣaye namaḥ |
oṃ gāyatryai chandase namaḥ |
oṃ vāgīśvaryai devatāyai namaḥ ||

Om. Für Saraswatis Mantra ist Kanva der Seher, Gayatri das Versmaß und Shri Vagishvari die Gottheit; die Anwendung erfolgt in Saraswatis Verehrung zur Erfüllung der Anliegen. Verehrung dem Seher Kanva, dem Gayatri-Versmaß und der Gottheit Vagishvari, der Herrin der Rede.

31. Die Kräfte des Sitzes anrufen
Zeige für die Pitha Devata die fünf Empfangsgesten. Lege danach bei jeder der 39 Anrufungen eine kleine Blüte oder etwas Reis nieder; alternativ gib jeweils wenig Wasser auf den Teller. Die Gegensätze von Erkenntnis und Nichtwissen gehören zur überlieferten Sitzordnung und sind keine Aufforderung, Nichtwissen zu kultivieren.

31.1 oṃ pīṭhadevatā ihāgacchata ihāgacchata |
iha tiṣṭhata iha tiṣṭhata | iha sannidhatta | iha sannirudhyadhvam |
atrādhiṣṭhānaṃ kuruta mama pūjāṃ gṛhṇīta ||

Om. Gottheiten des heiligen Sitzes, kommt herbei, bleibt hier, seid gegenwärtig und gesammelt. Nehmt hier euren Platz ein und empfangt meine Verehrung.

31.2 oṃ ādhāraśaktaye namaḥ |
oṃ prakṛtyai namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ pṛthivyai namaḥ |
oṃ kṣīrasamudrāya namaḥ |
oṃ śvetadvīpāya namaḥ |
oṃ maṇimaṇḍapāya namaḥ |
oṃ kalpavṛkṣāya namaḥ |
oṃ maṇivedikāyai namaḥ |
oṃ ratnasiṃhāsanāya namaḥ |
oṃ dharmāya namaḥ |
oṃ jñānāya namaḥ |
oṃ vairāgyāya namaḥ |
oṃ aiśvaryāya namaḥ |
oṃ adharmāya namaḥ |
oṃ ajñānāya namaḥ |
oṃ avairāgyāya namaḥ |
oṃ anaiśvaryāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ padmāya namaḥ |
oṃ aṃ arkamaṇḍalāya dvādaśakalātmane namaḥ |
oṃ uṃ somamaṇḍalāya ṣoḍaśakalātmane namaḥ |
oṃ maṃ vahnimaṇḍalāya daśakalātmane namaḥ |
oṃ saṃ sattvāya namaḥ |
oṃ raṃ rajase namaḥ |
oṃ taṃ tamase namaḥ |
oṃ āṃ ātmane namaḥ |
oṃ aṃ antarātmane namaḥ |
oṃ paṃ paramātmane namaḥ |
oṃ hrīṃ jñānātmane namaḥ |
oṃ medhāyai namaḥ |
oṃ prajñāyai namaḥ |
oṃ prabhāyai namaḥ |
oṃ śriyai namaḥ |
oṃ dhṛtyai namaḥ |
oṃ smṛtyai namaḥ |
oṃ buddhyai namaḥ |
oṃ vidyaiśvaryai namaḥ |
oṃ varṇakamalāsanāya namaḥ |

Verehrung gilt der Reihe nach: der tragenden Kraft; der Urnatur; dem Unendlichen; der Erde; dem Milchozean; der weißen Insel; der Edelsteinhalle; dem Wunschbaum; dem Edelsteinaltar; dem Juwelenthron; Dharma; Erkenntnis; Loslösung; Herrschaftskraft; Nicht-Dharma; Nichtwissen; fehlender Loslösung; fehlender Herrschaftskraft; Ananta; dem Lotus; dem Sonnenkreis mit zwölf Kräften; dem Mondkreis mit sechzehn Kräften; dem Feuerkreis mit zehn Kräften; Sattva; Rajas; Tamas; dem Selbst; dem inneren Selbst; dem höchsten Selbst; dem Erkenntnisselbst; Auffassungskraft; Einsicht; Leuchten; Fülle; Festigkeit; Erinnerung; Intelligenz; Wissensherrlichkeit; und dem Lotus der Laute als Sitz. Die Silben aṃ, uṃ, maṃ, saṃ, raṃ, taṃ, āṃ, paṃ und hrīṃ begleiten die bezeichneten Anrufungen.

32. Saraswati Dhyana – die Göttin innerlich schauen
Halte eine Blüte in Kurma Mudra und meditiere auf Saraswati mit Buch und Schreibfeder. Lege die Blüte nach dem Vers vor dem Gefäß nieder. Nimm eine weitere duftende Blüte, bringe sie gedanklich an Saraswatis Füße und lege sie auf das Gefäß.

32.1 oṃ taruṇaśakalam indor bibhratī śubhrakāntiḥ |
kucabharanamitāṅgī sanniṣaṇṇā sitābje |
nijakarakamalodyallekhanīpustakaśrīḥ |
sakalavibhavasiddhyai pātu vāgdevatā naḥ ||

Om. Die Göttin der Rede trage die junge Mondsichel und leuchte weiß; ihr Körper neige sich leicht unter der Fülle ihrer Brüste, und sie sitze auf weißem Lotus. Schreibfeder und Buch leuchten in ihren eigenen Lotushänden. Möge sie uns zur Entfaltung aller Fülle beschützen.

32.2 ete gandhapuṣpe oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ |
svāgata oṃ bhūr bhuvaḥ svaḥ bhagavati sarasvati devi svāgataṃ kuśalaṃ te ||

Mit duftender Blüte: Om aiṃ, Verehrung Saraswati. Willkommen, verehrte Göttin Saraswati; Om, Erde, Luftraum, Himmel. Willkommen, dir sei Wohlergehen.

33. Avahana – Saraswati empfangen
Zeige die fünf Empfangsgesten jeweils bei Herbeikommen, Bleiben, Gegenwart, Sammlung und Platznehmen. Falte dann die Hände zu den beiden Willkommensgebeten. Du empfängst Saraswati als ehrwürdigen Gast, dessen Gegenwart Aufmerksamkeit und Sorgfalt verdient.

33.1 oṃ bhūr bhuvaḥ svaḥ bhagavati śrīśrīsarasvati devi svakīyagaṇasahite |
ihāgaccha ihāgaccha | iha tiṣṭha iha tiṣṭha | iha sannidhehi |
iha sannirudhyasva | atrādhiṣṭhānaṃ kuru mama pūjāṃ gṛhāṇa |
oṃ sthāṃ sthīṃ sthiro bhava yāvat pūjāṃ karomy aham ||
āgaccha madgṛhe devi aṣṭābhiḥ śaktibhiḥ saha |
pūjāṃ gṛhāṇa vidhivat sarvakalyāṇakāriṇi ||

Om. Erde, Luftraum, Himmel. Verehrte Saraswati, mit deinem Gefolge: Komm herbei, bleibe hier, sei gegenwärtig, bleibe gesammelt. Nimm hier deinen Platz ein und empfange meine Verehrung. Sthāṃ sthīṃ: Bleibe fest gegenwärtig, solange ich verehre. Göttin, komm in mein Haus mit deinen acht Kräften; nimm die ordnungsgemäße Verehrung an, du Schöpferin allen Wohles.

33.2 svāgata oṃ bhūr bhuvaḥ svaḥ bhagavati sarasvati devi susvāgataṃ kuśalaṃ te |
oṃ kṛtārtho’nugṛhīto’smi saphalaṃ jīvitaṃ mama |
āgatāsi yato devi vāgīśvari madāśramam |
oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

Willkommen, Saraswati, Göttin, herzlich willkommen; dir sei Wohlergehen. Om. Mein Anliegen ist erfüllt, mir ist Gnade zuteilgeworden, mein Leben trägt Frucht, weil du, Göttin und Herrin der Rede, in meine Stätte gekommen bist. Om aiṃ, Verehrung Saraswati.

34. Chakshur Dana – die Augen öffnen
Bei einem für das Fest vorbereiteten Bild wird mit dem Stiel eines Bilva-Blattes und etwas schwarzer Rußpaste zuerst das linke, dann das rechte Auge bezeichnet; der erste Vers gilt links, der zweite rechts. Für ein fertiges, empfindliches Bild berühre als heutige materialschonende Anpassung die Augenstellen nur symbolisch, ohne es zu bemalen.

34.1 oṃ ā pyāyasva sam etu te viśvataḥ soma vṛṣṇyam |
bhavā vājasya saṃgathe ||
oṃ citraṃ devānām ud agād anīkaṃ cakṣur mitrasya varuṇasyāgneḥ |
āprā dyāvāpṛthivī antarikṣaṃ sūrya ātmā jagatas tasthuṣaś ca ||

Om. Wachse an, Soma; von überall möge dir Kraft zufließen. Sei da beim Zusammenkommen der Nahrung. Om. Das leuchtende Antlitz der Götter ist aufgegangen, das Auge Mitras, Varunas und Agnis. Es erfüllt Himmel, Erde und Luftraum: Die Sonne ist das Selbst des Beweglichen und des Stillstehenden.

35. Prana Pratishtha – lebendige Gegenwart verehren
Halte Kusha oder Durva in der rechten Hand und wiederhole Aiṃ zehnmal. Berühre dann die Herzstelle des Bildes mit Lelihana Mudra und sprich die Einsetzungsformel sowie das Maha Mrityunjaya Mantra. Diese zeitweilige Festgegenwart wird später ausdrücklich verabschiedet.

35.1 aiṃ |

Aiṃ – die Keimsilbe Saraswatis, hier als Anrufung ihrer Erkenntnis- und Sprachkraft.

35.2 oṃ asyai prāṇāḥ pratiṣṭhantu asyai prāṇāḥ kṣarantu ca |
asyai devatvasaṃkhyāyai svāhā ||
oṃ tryambakaṃ yajāmahe sugandhiṃ puṣṭivardhanam |
urvārukam iva bandhanān mṛtyor mukṣīya māmṛtāt svāhā ||

Om. Mögen ihre Lebenskräfte fest eingesetzt sein, mögen ihre Lebenskräfte strömen. Für ihre Zugehörigkeit zum Göttlichen: svāhā. Om. Wir verehren den Dreiäugigen, der duftet und Gedeihen mehrt. Wie eine reife Gurke von ihrer Bindung werde ich vom Tod befreit, nicht von der Unsterblichkeit. Svāhā.

36. Padya – Wasser für die Füße
Gib mit dem Löffel etwas Wasser aus dem Wassergefäß auf den Gabenteller vor dem Kalasha.

36.1 oṃ pādyaṃ gṛhṇa mahādevi sarvaduḥkhāpahārakam |
trāyasva varade devi namas te viṣṇuvallabhe |
etat pādyaṃ namo sarasvatyai namaḥ ||

Om. Große Göttin, empfange dieses Fußwasser, das alle Leiden hinwegnimmt. Beschütze mich, gabenspendende Göttin; Verehrung dir, Vishnus Geliebte. Dieses Fußwasser gilt Saraswati. Die Anrede Vishnuvallabha gehört zur hier verwendeten Fassung.

37. Asana – den Ehrensitz anbieten
Berühre den kleinen silbernen Sitz oder die Silbermünze mit einer Blüte und lege die Gabe vor Saraswati. Wenn kein Silber vorhanden ist, erlaubt das Handbuch eine Blüte als stellvertretenden Sitz; die traditionelle Rezitation benennt weiterhin den Silbersitz.

37.1 etasmai rajatāsanāya namaḥ |
ete gandhapuṣpe etadadhipataye śrīviṣṇave namaḥ |
etat sampradānāya oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||
oṃ āsanaṃ gṛhṇa deveśi yat kṛtaṃ śobhanaṃ mayā |
sarvakāmaphalaṃ devi vāgīśvari namo’stu te |
idaṃ rajatāsanam oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

Verehrung diesem silbernen Sitz. Mit duftender Blüte verehre ich seinen Herrn Vishnu; die Gabe gilt Saraswati. Göttin, empfange den schönen Sitz, den ich bereitet habe und der die Erfüllung der Anliegen verheißt. Herrin der Rede, dir sei Verehrung. Dieser silberne Sitz gilt Saraswati.

38. Vishesha Arghya – das besondere Muschelwasser
Spüle das Wassermuschelhorn über einer Schale aus und sprich phaṭ. Stelle es links auf einen festen Dreifuß und fülle es mit Wasser; gib eine duftende Blüte, Durva, Reis und ein Bilva-Blatt hinzu. Sprich die Ehrengabe und berühre Blüte und Gras bei den drei Kreisanrufungen. Meditiere erneut auf Saraswati. Verhülle das Gefäß mit Avagunthana Mudra bei hūṃ, zeige Galini Mudra bei vauṣaṭ und bringe eine Blüte dar. Wiederhole Aiṃ achtmal über dem Wasser; besprenge anschließend die Ritualgegenstände damit.

38.1 phaṭ |

Phaṭ – der abschließende Laut des Schutzes und der Abwehr.

38.2 oṃ dūrvākṣatasamāyuktaṃ bilvapatraṃ tathāparam |
śobhanaṃ śaṅkhapātrasthaṃ gṛhāṇārghyaṃ devi śārade |
eṣo’rghyaḥ namo sarasvatyai namaḥ ||

Om. Empfange die schöne Ehrengabe im Muschelgefäß, mit Durva, ungebrochenen Reiskörnern und Bilva-Blatt, Göttin Sharada. Diese Ehrengabe gilt Saraswati.

38.3 ete gandhapuṣpe oṃ aṃ arkamaṇḍalāya dvādaśakalātmane namaḥ |
oṃ maṃ vahnimaṇḍalāya daśakalātmane namaḥ |
oṃ uṃ somamaṇḍalāya ṣoḍaśakalātmane namaḥ ||

Mit duftender Blüte: Om aṃ, Verehrung dem Sonnenkreis mit zwölf Kräften. Om maṃ, Verehrung dem Feuerkreis mit zehn Kräften. Om uṃ, Verehrung dem Mondkreis mit sechzehn Kräften.

38.4 oṃ taruṇaśakalam indor bibhratī śubhrakāntiḥ |
kucabharanamitāṅgī sanniṣaṇṇā sitābje |
nijakarakamalodyallekhanīpustakaśrīḥ |
sakalavibhavasiddhyai pātu vāgdevatā naḥ ||

Om. Die Göttin der Rede trage die junge Mondsichel und leuchte weiß; ihr Körper neige sich leicht unter der Fülle ihrer Brüste, und sie sitze auf weißem Lotus. Schreibfeder und Buch leuchten in ihren eigenen Lotushänden. Möge sie uns zur Entfaltung aller Fülle beschützen.

38.5 hūṃ | vauṣaṭ |
ete gandhapuṣpe oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

Hūṃ: schützende Verhüllung. Vauṣaṭ: Darbringung und Belebung der Gabe. Mit duftender Blüte: Om aiṃ, Verehrung Saraswati.

38.6 aiṃ |

Aiṃ – die Keimsilbe Saraswatis, hier als Anrufung ihrer Erkenntnis- und Sprachkraft.

39. Madhuparka – die süße Gastgabe
Lege eine Blüte auf das Schälchen mit Honig, Zucker, Ghee (bzw. Pflanzenöl), Joghurt (bzw. Pflanzenjoghurt) und Milch (bzw. Pflanzenmilch). In der rein pflanzlichen Alternative ersetzt Dattelsirup den Honig. Das Handbuch lässt statt der ganzen Mischung auch einen Tropfen Honig auf dem Teller zu; die hier gewählte Hauptfolge verwendet das vorbereitete Schälchen.

39.1 namaḥ madhuparkaṃ mahādevi brahmādyaiḥ parikalpitam |
mayā niveditaṃ bhaktyā gṛhāṇa parameśvari |
etan madhuparkaṃ sarasvatyai namaḥ ||

Verehrung! Große Göttin, empfange den Madhuparka, wie er von Brahma und den anderen bereitet wurde, von mir mit Hingabe dargebracht. Höchste Herrin, nimm ihn an. Dieser Madhuparka gilt Saraswati.

40. Snana – das Bad anbieten
Schaue zur Göttin und gib einen Löffel Wasser auf den Teller. Die Festfassung bietet das Bad symbolisch an; ein Papierbild oder eine bemalte Festfigur wird dabei nicht übergossen.

40.1 oṃ jalaṃ ca śītalaṃ svacchaṃ nityaṃ śuddhaṃ manoharam |
snānārthaṃ te prayacchāmi vāgīśvari gṛhāṇa me |
idaṃ snānīyajalam oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

Om. Kühles, klares, reines und erfreuliches Wasser gebe ich dir zum Bad. Herrin der Rede, nimm es von mir an. Dieses Badewasser gilt Saraswati.

41. Vastra – Kleidung darbringen
Halte das vorbereitete Gewand oder Tuch, lege eine Blüte darauf und sprich die Verse. Berühre damit das Gefäß und lege es dann an die Füße der Göttin beziehungsweise neben ihr Bild.

41.1 oṃ bahutantusamāyuktaṃ paṭṭasūtrādinirmitam |
vāso devi suśuklaṃ ca gṛhāṇa parameśvari ||
oṃ bahusantānasamṛddhaṃ rañjitaṃ rāgavastunā |
vāgdevi bhaja prītiṃ vāsas te paridhīyatām |
etad vastraṃ namo sarasvatyai namaḥ ||

Om. Göttin, empfange dieses sehr weiße Gewand aus vielen Fäden, aus Seiden- und weiteren Garnen. Om. Reich an Fäden und mit Farbe gefärbt ist es: Göttin der Rede, freue dich; dieses Gewand werde dir angelegt. Diese Kleidung gilt Saraswati. Die beiden Verse beschreiben weiße und gefärbte Textilien als überlieferte Gabensprache.

42. Gandha – duftende Salbung
Berühre die Sandelholzpaste mit dem Mittelfinger und trage einen kleinen Punkt auf das Gefäß auf.

42.1 oṃ śarīraṃ te na jānāmi ceṣṭāṃ naiva ca naiva ca |
mayā niveditān gandhān pratigṛhya vilipyatām |
eṣa gandhaḥ oṃ sarasvatyai namaḥ ||

Om. Deinen Körper kenne ich nicht, noch kenne ich dein Wirken. Nimm die von mir dargebrachten Düfte an und lasse dich damit salben. Dieser Duft gilt Saraswati.

43. Pushpa – eine weiße Blüte schenken
Lege eine weiße Blüte an Saraswatis Füße beziehungsweise vor ihr Bild.

43.1 oṃ puṣpaṃ manoharaṃ divyaṃ sugandhi devanirmitam |
hṛdyam adbhutam āghreyaṃ devi dattaṃ pragṛhyatām |
etāni puṣpāṇi oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

Om. Diese erfreuliche, göttliche, duftende, von Gott geschaffene Blüte, herzerfreuend, wunderbar und zum Riechen bestimmt: Göttin, nimm die dargebrachte Gabe an. Diese Blüten gelten Saraswati.

44. Dhupa – Räucherwerk anbieten
Entzünde frisches Räucherwerk, schwenke es während der Formel vor der Göttin und stelle es auf die feuerfeste Halterung.

44.1 oṃ vanaspatiraso divyo gandhāḍhyaḥ sumanoharaḥ |
mayā nivedito bhaktyā dhūpo’yaṃ pratigṛhyatām |
eṣa dhūpaḥ oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

Om. Dieser göttliche Saft der Pflanzen, reich an Duft und sehr erfreulich, wird von mir mit Hingabe als Räucherwerk dargebracht. Nimm ihn an. Dieses Räucherwerk gilt Saraswati.

45. Dipa – das Licht verehren
Halte eine Blüte in der rechten Hand, schaue zur brennenden Lampe und lege die Blüte nach dem Vers vor die Lampe, nicht in ihre Flamme.

45.1 oṃ agnijyotī ravijyotiś candrajyotis tathaiva ca |
jyotiṣām uttamo devi dīpo’yaṃ pratigṛhyatām |
eṣa dīpaḥ oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

Om. Feuerlicht, Sonnenlicht und ebenso Mondlicht: Göttin, nimm diese Lampe als das beste der Lichter an. Dieses Licht gilt Saraswati.

46. Pushpa Malya – die Girlande darbringen
Schaue auf die Girlande des Bildes oder berühre die am Gefäß liegende Girlande, während du das Gebet sprichst.

46.1 oṃ sūtreṇa grathitaṃ mālyaṃ nānāpuṣpasamanvitam |
śrīyuktaṃ lambamānaṃ ca gṛhāṇa parameśvari |
eṣa puṣpamālyaṃ oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

Om. Nimm diese an einem Faden gereihte Girlande aus vielerlei Blüten an, schön und herabhängend, höchste Herrin. Diese Blumengirlande gilt Saraswati.

47. Naivedya – den Speisenteller anbieten
Lege eine Blüte auf den Teller mit eingeweichtem Reis, Süßigkeiten und Obst. Die Speise kann mit Ghee (bzw. Pflanzenöl) bereitet sein; die überlieferte Formel nennt ausdrücklich Ghee.

47.1 oṃ naivedyaṃ ghṛtasaṃyuktaṃ nānādravyasamanvitam |
mayā niveditaṃ bhaktyā gṛhāṇa tvaṃ vāgīśvari |
idaṃ sopakaraṇāmānna-naivedyam oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

Om. Diese Speise mit Ghee und vielerlei Zutaten bringe ich mit Hingabe dar. Nimm sie an, Herrin der Rede. Dieses Speiseangebot aus ungekochtem Reis mit seinen Beigaben gilt Saraswati.

48. Phalamula – Früchte und Wurzeln darbringen
Lege Blüten auf die Obstteller oder besprenge die Gaben mit wenigen Tropfen Wasser.

48.1 oṃ phalamūlāni sarvāṇi grāmyāraṇyāni yāni ca |
nānāvidhasugandhīni gṛhṇa devi yathāsukham |
etāni phalamūlāni oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

Om. Alle diese Früchte und Wurzeln aus Dorf und Wald, verschieden und wohlduftend: Nimm sie nach deinem Gefallen an, Göttin. Diese Früchte und Wurzeln gelten Saraswati.

49. Modaka – die Süßigkeit darbringen
Berühre die bereitgestellten Süßigkeiten mit Blüten oder etwas Wasser und sprich die Gabeformel.

49.1 oṃ modakaṃ svādasaṃyuktaṃ śarkarādivinirmitam |
suramyaṃ madhuraṃ bhojyaṃ devi dattaṃ pratigṛhyatām |
eṣa modakaṃ oṃ sarasvatyai namaḥ ||

Om. Diese wohlschmeckende, aus Zucker und weiteren Zutaten bereitete runde Süßigkeit, schön und süß als Speise: Göttin, nimm sie als Gabe an. Dieser Modaka gilt Saraswati.

50. Paramanna und Panchagrasa – die Göttin speisen
Stelle den Reisbrei aus Milch (bzw. Pflanzenmilch) und Ghee (bzw. Pflanzenöl) bereit. Falte die Hände zum Speisegebet. Halte dann die linke Hand leicht hohl mit etwas Wasser darin. Führe die rechte Hand für jede der fünf Atemgaben von der Speise zur Göttin: Berühre mit dem Daumen nacheinander kleinen Finger, Ringfinger, Mittelfinger und Zeigefinger; für die fünfte Gabe kommen alle Fingerspitzen zusammen. So wird die Göttin innerlich gespeist. Die Zuordnung folgt dem klärenden Handgestenanhang des Handbuchs.

50.1 oṃ gavyasarpiḥpayoyukto nānāmadhurasaṃyutaḥ |
mayā niveditaṃ bhaktyā paramānnaṃ pragṛhyatām ||

Om. Mit Kuhbutterfett und Milch, mit vielerlei Süßem bereitet: Diese feine Reisspeise bringe ich mit Hingabe dar; möge sie angenommen werden.

50.2 oṃ prāṇāya svāhā |
oṃ apānāya svāhā |
oṃ samānāya svāhā |
oṃ udānāya svāhā |
oṃ vyānāya svāhā ||

Om. Darbringung an Prana, die einströmende Lebenskraft; an Apana, die ausscheidende Kraft; an Samana, die ausgleichende und verdauende Kraft; an Udana, die aufsteigende Kraft; an Vyana, die im Körper verteilende Kraft.

51. Achamaniya und Punarachamaniya – Wasser nach der Speise
Gib bei der ersten Formel wenig Wasser mit dem Löffel in das erste bereitstehende Glas und bei der zweiten in das zweite Glas.

51.1 oṃ mandākinyās tu yad vāri sarvapāpaharaṃ śubham |
gṛhāṇācamanīyaṃ tvaṃ mayā bhaktyā niveditam |
idam ācamanīyam oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

Om. Empfange dieses glückverheißende Wasser der Mandakini, das alles Übel fortnimmt, als Wasser zum Mundspülen, von mir mit Hingabe dargebracht. Dieses Wasser gilt Saraswati.

51.2 oṃ ucchiṣṭo’py aśucir vāpi yasyāḥ smaraṇamātrataḥ |
śuddhim āpnoti tasyai te punarācamanīyakam |
idaṃ punarācamanīyam oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

Om. Durch die bloße Erinnerung an dich wird selbst jemand, der Speisereste an sich trägt oder unrein ist, wieder rein. Dir gilt dieses erneute Mundspülwasser. Dieses Wasser gilt Saraswati.

52. Bücher, Schreibgerät und Musik ehren
Lege je eine Blüte auf die fünf Darstellungen oder Gegenstände: Bücher, Tintenfass, Schreibfeder, Musikinstrument und Hamsa. Diese Gaben machen das Anliegen der Puja greifbar: Lernen, Ausdruck und schöpferische Tätigkeit werden bewusst geehrt.

52.1 oṃ pustakebhyo namaḥ |
oṃ masyādhārāya namaḥ |
oṃ lekhanyai namaḥ |
oṃ vādyayantrādibhyo namaḥ |
oṃ haṃsāya namaḥ ||

Om. Verehrung den Büchern; dem Tintenfass; der Schreibfeder; den Musikinstrumenten; dem Hamsa, Saraswatis heiligem Vogel.

53. Pushpanjali – gemeinsame Blütengaben
Alle, die teilnehmen möchten, stehen oder sitzen aufrecht und halten Blüten zwischen den gefalteten Händen. Die Leitung spricht vor, die Versammlung spricht nach. Nach der Vishnu-Erinnerung folgt je eine Blütengabe bei jedem der drei Saraswati-Verse. Die Blüten werden vor der Göttin gesammelt.

53.1 oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ |

Om. Vishnu, Vishnu, Vishnu!

53.2 oṃ tad viṣṇoḥ paramaṃ padaṃ sadā paśyanti sūrayaḥ |
divīva cakṣur ātatam ||
oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ |

Om. Die Weisen schauen stets Vishnus höchsten Schritt, wie ein am Himmel weit geöffnetes Auge. Om. Vishnu, Vishnu, Vishnu!

53.3 oṃ sarasvatyai namo nityaṃ bhadrakālyai namo namaḥ |
vedavedāṅgavedāntavidyāsthānebhya eva ca |
eṣa puṣpāñjaliḥ oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

Om. Stete Verehrung Saraswati, wiederholte Verehrung Bhadrakali und den Stätten des Wissens: Veda, Vedanga und Vedanta. Diese mit gefalteten Händen dargebrachten Blüten gelten Saraswati.

53.4 oṃ sā me vasatu jihvāyāṃ vīṇāpustakadhāriṇī |
murārivallabhā devī sarvaśuklā sarasvatī |
eṣa puṣpāñjaliḥ oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

Om. Möge Saraswati auf meiner Zunge wohnen: die Göttin, die Vina und Buch trägt, Muraris Geliebte, ganz in Weiß. Diese Blütengabe gilt Saraswati.

53.5 sarasvati mahābhāge vidye kamalalocane |
vidyārūpe viśālākṣi vidyāṃ dehi namo’stu te |
eṣa puṣpāñjaliḥ oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

Saraswati, Hochbegnadete, Wissen selbst, Lotusäugige, Verkörperung des Wissens, Weitäugige: Gib mir Wissen; dir sei Verehrung. Diese Blütengabe gilt Saraswati.

54. Gemeinsam grüßen und preisen
Verneige dich mit den folgenden drei Gebetsgruppen. Sie verbinden Saraswatis weiße Erscheinung mit dem konkreten Gebet um Erkenntnis. Das im Handbuch zusätzlich abgedruckte bengalische Lied „Eso go janani“ kann als regionales Begleitlied gesungen werden; es ist keine weitere Sanskritrezitation und gehört nicht zum hier ausgeschriebenen Rezitationsgang.

54.1 jaya jaya devi carācarasāre kucayugaśobhitamuktāhāre |
vīṇārañjitapustakahaste bhagavati bhārati devi namas te ||

Sieg, Sieg dir, Göttin, Wesen des Beweglichen und Unbeweglichen, deren Brust eine Perlenkette schmückt, deren Hände mit Vina und Buch geschmückt sind: Verehrte Bharati, Göttin, dir sei Verehrung.

54.2 śvetapadmāsanā devī śvetapuṣpasuśobhitā |
śvetāmbaradharā nityā śvetagandhānulepanā ||
śvetākṣasūtrahastā ca śvetacandanacarcitā |
śvetavīṇādharā śubhrā śvetālaṅkārabhūṣitā ||

Die Göttin sitzt auf weißem Lotus und ist mit weißen Blüten schön geschmückt. Ewig ist sie, trägt weiße Kleidung und ist mit weißer Duftsalbe gesalbt. In ihrer Hand trägt sie eine weiße Gebetskette; weißes Sandelholz schmückt sie. Hell ist sie, trägt eine weiße Vina und ist mit weißem Schmuck geziert.

54.3 yā kundendutuṣārahāradhavalā yā śubhravastrāvṛtā |
yā vīṇāvaradaṇḍamaṇḍitakarā yā śvetapadmāsanā |
yā brahmācyutaśaṅkaraprabhṛtibhir devaiḥ sadā vanditā |
sā māṃ pātu sarasvatī bhagavatī niḥśeṣajāḍyāpahā ||
oṃ sarasvati mahābhāge vedānāṃ jananī parā |
pūjāṃ gṛhāṇa vidhivat kalyāṇaṃ kuru me sadā ||

Sie ist weiß wie Jasmin, Mond, Schnee und eine Perlenkette, in helle Gewänder gehüllt; die schöne Vina schmückt ihre Hände, und sie sitzt auf weißem Lotus. Brahma, Achyuta, Shankara und die weiteren Götter verehren sie stets. Möge Saraswati, die Göttin, mich beschützen und alle geistige Trägheit fortnehmen. Om. Saraswati, Hochbegnadete, höchste Mutter der Veden: Nimm die ordnungsgemäße Verehrung an und schenke mir stets Wohlergehen.

Feueropfer als Bestandteil der Festpuja

55. Den Havan vorbereiten und widmen
Die geübte Leitung richtet den Homa Kunda mit Sand aus, legt Brennholz, die vorbereiteten Gaben sowie Metallgefäß und Schöpflöffel für Ghee (bzw. Pflanzenöl) bereit. Stelle ein übervoll mit Reis gefülltes Glas auf einen Teller; darauf kommen Betelnuss und Münze, daneben eine Banane. Dieses Purnapatra bleibt für die abschließende Gabe an die Ritualleitung bestimmt. Trage nach dem Handbuch Kopfbedeckung und Tilaka. Erinnere dich an Vishnu mit den folgenden Formeln. Nimm dann Wasser, Blüte, Durva, Reis und Haritaki in den Löffel, halte ihn links und decke ihn rechts ab. Sprich den Feuer-Sankalpa mit den bereits geklärten persönlichen Angaben; gieße den Löffel auf den Teller aus und läute die Glocke. Der Sanskrit-Sankalpa nennt Bilva-Blätter; die englische Handlungszeile nennt Stäbchen. Hier werden für die 28 Hauptgaben Bilva-Blätter verwendet, kleine Hölzchen für die übrigen Feuergaben.

55.1 oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ |

Om. Vishnu, Vishnu, Vishnu!

55.2 oṃ tad viṣṇoḥ paramaṃ padaṃ sadā paśyanti sūrayaḥ |
divīva cakṣur ātatam ||
oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ |

Om. Die Weisen schauen stets Vishnus höchsten Schritt, wie ein am Himmel weit geöffnetes Auge. Om. Vishnu, Vishnu, Vishnu!

55.3 oṃ apavitraḥ pavitro vā sarvāvasthāṃ gato’pi vā |
yaḥ smaret puṇḍarīkākṣaṃ sa bāhyābhyantaraḥ śuciḥ ||
namaḥ sarvamaṅgalamaṅgalyaṃ vareṇyaṃ varadaṃ śubham |
nārāyaṇaṃ namaskṛtya sarvakarmāṇi kārayet ||

Ob unrein oder rein, in welchem Zustand auch immer: Wer an den Lotusäugigen denkt, wird außen und innen rein. Nachdem man sich vor Narayana verneigt hat, dem Glück aller glückverheißenden Dinge, dem Erwählten, Gabenspendenden und Guten, beginne man seine Handlungen.

55.4 oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ |

Om. Vishnu, Vishnu, Vishnu!

55.5 oṃ ayam ārambhaḥ śubhāya bhavatu ||

Om. Dieser Anfang möge zum Guten dienen.

55.6 viṣṇur oṃ tat sat adya māghe māsi śuklapakṣe pañcamyāṃ tithau amukagotraḥ śrīamukadevaśarmā śrīśrīsarasvatīdevīprītikāmaḥ lekhanī-masyādhārasahita-śrīśrīsarasvatīpūjā-karmāṅgībhūta-homakarmaṇi oṃ aiṃ sarasvatyai svāheti mantreṇetyādinā aṣṭāviṃśatisaṃkhyaka-sājya-bilvapatra-homam ahaṃ kariṣye ||

Vishnu, Om, das ist die Wirklichkeit. Heute, im Monat Magha, in der hellen Monatshälfte, am fünften Mondtag, werde ich – mit zuvor eingesetztem Namen und Gotra – zur Freude Saraswatis das zu ihrer Verehrung mit Schreibfeder und Tintenfass gehörige Feueropfer vollziehen: mit dem Mantra „Om aiṃ sarasvatyai svāhā“ und den weiteren Formeln, insbesondere mit achtundzwanzig mit Ghee versehenen Bilva-Blättern.

56. Rekha – das Feuerfeld markieren
Zeichne mit Ringfinger und Daumen beziehungsweise einem damit gehaltenen Kusha-Halm fünf Linien in den Sand: vier am Rand und eine in der Mitte, entsprechend der vereinfachten Beschreibung des Handbuchs. Ordne sie beim Zeichnen in der genannten Reihenfolge den fünf Gottheiten zu und stelle dir ihre Farben vor. Hebe danach mit Kusha eine Prise Sand heraus, lege sie außerhalb der Feuerstelle ab und sprich die Reinigungsformel.

56.1 oṃ rekheyaṃ pṛthivīdevatākā pītavarṇā |
oṃ rekheyaṃ agnidevatākā lohitavarṇā |
oṃ rekheyaṃ prajāpatidevatākā kṛṣṇavarṇā |
oṃ rekheyaṃ indradevatākā nīlavarṇā |
oṃ rekheyaṃ somadevatākā śuklavarṇā ||

Om. Diese Linie gehört der Erde und ist gelb; diese Agni und ist rot; diese Prajapati und ist schwarz; diese Indra und ist blau; diese Soma und ist weiß.

56.2 oṃ prajāpatir ṛṣir agnir devatā utkaranirasane viniyogaḥ |
oṃ nirastaḥ parāvasuḥ ||

Om. Prajapati ist der Seher, Agni die Gottheit; die Anwendung gilt dem Entfernen des herausgehobenen Sandes. Om. Das Störende ist entfernt.

57. Agni Samskara und Agni Sthapana
Entzünde drei kleine Hölzer an der Lampe. Die erste Formel weist die zerstörende Feuerform rituell ab. Führe die brennenden Hölzer kontrolliert einmal gegen den Uhrzeigersinn über der Feuerstelle und lege sie zum Entzünden hinein. Sprich die Einsetzungsformel und grüße das nun brennende Opferfeuer mit gefalteten Händen.

57.1 oṃ prajāpatir ṛṣis triṣṭup chando’gnir devatā agnisaṃskāre viniyogaḥ |
oṃ kravyādam agniṃ prahiṇomi dūraṃ yamarājyaṃ gacchatu ripravāhaḥ ||

Om. Prajapati ist der Seher, Trishtubh das Versmaß, Agni die Gottheit; die Anwendung gilt der Feuerweihe. Om. Das fleischverzehrende Feuer sende ich weit fort; der Unreinheitenträger gehe in Yamas Reich.

57.2 oṃ prajāpatir ṛṣir bṛhatīchandaḥ prajāpatir devatā agnisthāpane viniyogaḥ |
oṃ bhūr bhuvaḥ svar oṃ ||
oṃ ihaivāyam itaro jātavedā devebhyo havyaṃ vahatu prajānan |
oṃ sarvataḥ pāṇipādāntaḥ sarvato’kṣiśiromukhaḥ |
viśvarūpo mahān agniḥ praṇītaḥ sarvakarmasu ||

Om. Prajapati ist Seher und Gottheit, Brihati das Versmaß; die Anwendung gilt dem Einsetzen des Feuers. Om, Erde, Luftraum, Himmel, Om. Dieses andere, kundige Feuer, Jatavedas, soll hier den Göttern die Opfergabe tragen. Hände und Füße, Augen, Häupter und Antlitze sind überall sein: Das große, allgestaltige Feuer ist in allen Ritualhandlungen herbeigeführt.

58. Agni Namakarana – Balada verehren
Gib bei der Namensgebung ein Hölzchen in das Feuer. Wiederhole das Feuergebet, meditiere auf die beschriebene Agni-Gestalt und rufe ihn mit den fünf Empfangsgesten herbei. Verehre ihn mit den sieben genannten Gaben; stelle die stofflichen Gaben am Rand bereit und besprenge sie zur Widmung leicht. Gieße das Fuß- und Trinkwasser auf den Gabenteller, nicht in die Flamme.

58.1 oṃ agne tvaṃ baladanāmāsi ||

Om. Agni, du trägst den Namen Balada, der Kraft spendet.

58.2 oṃ ihaivāyam itaro jātavedā devebhyo havyaṃ vahatu prajānan |
oṃ sarvataḥ pāṇipādāntaḥ sarvato’kṣiśiromukhaḥ |
viśvarūpo mahān agniḥ praṇītaḥ sarvakarmasu ||

Om. Dieses andere, kundige Feuer, Jatavedas, trage hier die Opfergaben zu den Göttern. Überall hat es Hände und Füße, Augen, Häupter und Antlitze: Das große allgestaltige Feuer ist zu den Ritualhandlungen herbeigeführt.

58.3 oṃ piṅgabhruśmaśrukeśākṣaḥ pīnāṅgajaṭharo’ruṇaḥ |
chāgasthaḥ sākṣasūtro’gniḥ saptārciḥ śaktidhārakaḥ ||

Om. Agni hat rötlichbraune Brauen, Bart, Haare und Augen, kräftige Glieder und einen vollen Bauch; er ist rötlich, sitzt auf einem Ziegenbock, trägt eine Gebetskette, hat sieben Flammen und hält eine Lanze.

58.4 oṃ baladanāmāgne ihāgaccha ihāgaccha | iha tiṣṭha iha tiṣṭha |
iha sannidhehi | iha sannirudhyasva | atrādhiṣṭhānaṃ kuru mama pūjāṃ gṛhāṇa ||

Om. Agni namens Balada, komm hierher, bleibe hier, sei gegenwärtig, bleibe gesammelt. Nimm hier deinen Platz ein und empfange meine Verehrung.

58.5 oṃ baladanāmne’gnaye namaḥ |
etat pādyaṃ oṃ baladanāmne’gnaye namaḥ |
eṣo’rghyaḥ oṃ baladanāmne’gnaye namaḥ |
etat puṣpaṃ oṃ baladanāmne’gnaye namaḥ |
eṣa dhūpaḥ oṃ baladanāmne’gnaye namaḥ |
eṣa dīpaḥ oṃ baladanāmne’gnaye namaḥ |
etan naivedyaṃ oṃ baladanāmne’gnaye namaḥ |
etat pānīyajalaṃ oṃ baladanāmne’gnaye namaḥ ||

Om. Verehrung Agni mit dem Namen Balada. Ihm gelten der Reihe nach Fußwasser, Ehrengabe, Blüte, Räucherwerk, Licht, Speise und Trinkwasser.

59. Udakanjali Seka – den Feuerplatz mit Wasser umgeben
Knie am Feuerplatz und gieße eine dünne Wasserspur auf die feuerfeste Unterlage. Beim Savitar-Gebet umkreise den Platz im Uhrzeigersinn; bei Aditi gieße an der Südseite von Westen nach Osten, bei Anumati an der Westseite von Süden nach Norden, bei Sarasvati an der Nordseite von Westen nach Osten. Die Richtungsangaben und das Savitar-Gebet erläutern den verkürzten Handbuchverweis anhand der bengalischen Kushandika-Überlieferung.

59.1 oṃ prajāpatir ṛṣir anuṣṭup chandaḥ savitā devatā agniparyukṣaṇe viniyogaḥ |
oṃ deva savitaḥ prasuva yajñaṃ prasuva yajñapatiṃ bhagāya |
divyo gandharvaḥ ketapūḥ ketaṃ naḥ punātu vācaspatir vācaṃ naḥ svadatu ||
prajāpatir ṛṣir aditir devatā udakāñjaliseke viniyogaḥ |
oṃ adite anumanyasva |
prajāpatir ṛṣir anumatir devatā udakāñjaliseke viniyogaḥ |
oṃ anumate anumanyasva |
prajāpatir ṛṣiḥ sarasvatī devatā udakāñjaliseke viniyogaḥ |
oṃ sarasvaty anumanyasva ||

Om. Prajapati ist der Seher, Anushtubh das Versmaß, Savitar die Gottheit; die Anwendung gilt dem Umgießen des Feuers. Göttlicher Savitar, setze das Opfer und seinen Träger zum glücklichen Anteil in Bewegung. Der himmlische Gandharva, der Gedankenreiniger, reinige unsere Gedanken; der Herr der Rede mache unsere Rede wohlschmeckend. Für die Wassergaben ist Prajapati der Seher; die Gottheiten sind jeweils Aditi, Anumati und Sarasvati. Aditi, stimme zu! Anumati, stimme zu! Sarasvati, stimme zu!

60. Ghrita Samskara – die flüssige Gabe weihen
Lege einen Kusha-Halm in das Metallgefäß mit Ghee (bzw. Pflanzenöl) und bewege ihn darin. Sprich die Zuordnung; gib dann mit dem Halm bei svāhā eine geringe Menge der geweihten Flüssigkeit ins Feuer.

60.1 oṃ prajāpatir ṛṣir gāyatrīchanda ājyaṃ devatā ājyotpavane viniyogaḥ |
oṃ devas tvā savitotpunātv acchidreṇa pavitreṇa |
vasoḥ sūryasya raśmibhiḥ svāhā ||

Om. Prajapati ist der Seher, Gayatri das Versmaß, das geklärte Butterfett die Gottheit; die Anwendung gilt seiner Reinigung. Om. Der göttliche Savitar reinige dich mit dem unversehrten Filter und den Strahlen des leuchtenden Sonnengottes. Svāhā.

61. Brahma Sthapana – den Hüter des Rituals einsetzen
Lege einige Kusha-Halme neben der Feuerstelle aus. Entferne bei der ersten Formel einen Halm und lege ihn beiseite. Stelle dann ein Wassergefäß mit Blüte auf das Gras; alternativ sind ein Wasserglas mit Kusha und Blüte vorgesehen. Das Gefäß vertritt den Brahman als wachsamen Hüter der Feuerhandlung.

61.1 prajāpatir ṛṣir agnir devatā tṛṇanirasane viniyogaḥ |
oṃ nirastaḥ parāvasuḥ |
prajāpatir ṛṣir anuṣṭup chando’gnir devatā brahmopaveśane viniyogaḥ |
oṃ āvasoḥ sadane sīda ||

Prajapati ist der Seher, Agni die Gottheit; die Anwendung gilt dem Entfernen eines Grashalms. Om. Das Störende ist entfernt. Prajapati ist der Seher, Anushtubh das Versmaß, Agni die Gottheit; die Anwendung gilt dem Platznehmen des Brahman. Om. Nimm im Sitz des Guten Platz.

62. Navagraha Homa – neun Feuergaben
Gib für jeden der neun Grahas ein kleines, mit Ghee (bzw. Pflanzenöl) berührtes Hölzchen bei svāhā ins Feuer. Die Reihenfolge lautet Surya, Soma, Mangala, Budha, Brihaspati, Shukra, Shani, Rahu und Ketu. Das Festhandbuch nennt hier nur die jeweiligen Versschlüsse; unten stehen die zugehörigen vollständigen Rigveda-Verse. Die rituelle Zuordnung zu einem Graha unterscheidet sich teilweise von der im Vers angesprochenen vedischen Gottheit.

62.1 oṃ ā kṛṣṇena rajasā vartamāno niveśayann amṛtam martyaṃ ca |
hiraṇyayena savitā rathenā devo yāti bhuvanāni paśyan svāhā ||

Om. Durch den dunklen Raum geht Savitar und lässt Unsterbliche wie Sterbliche zur Ruhe kommen. Der Gott fährt im goldenen Wagen und schaut die Welten. Svāhā – Darbringung in der Surya zugeordneten Feuerverehrung.

62.2 oṃ ā pyāyasva sam etu te viśvataḥ soma vṛṣṇyam |
bhavā vājasya saṃgathe svāhā ||

Om. Wachse an, Soma; von überall möge Kraft dir zuströmen. Sei da beim Zusammenkommen der Nahrung. Svāhā – Darbringung in der Soma zugeordneten Feuerverehrung.

62.3 oṃ agnir mūrdhā divaḥ kakut patiḥ pṛthivyā ayam |
apāṃ retāṃsi jinvati svāhā ||

Om. Agni ist das Haupt des Himmels, der Gipfel, der Herr dieser Erde. Er belebt die Keime der Wasser. Svāhā – Darbringung in der Mangala zugeordneten Feuerverehrung.

62.4 oṃ agne vivasvad uṣasaś citraṃ rādho amartya |
ā dāśuṣe jātavedo vahā tvam adyā devāṃ uṣarbudhaḥ svāhā ||

Om. Unsterblicher Agni, bringe dem Gebenden den wunderbaren Reichtum der Morgenröte. Jatavedas, bringe heute die mit der Morgenröte erwachenden Götter. Svāhā – Darbringung in der Budha zugeordneten Feuerverehrung.

62.5 oṃ bṛhaspate pari dīyā rathena rakṣohāmitrāṃ apabādhamānaḥ |
prabhañjan senāḥ pramṛṇo yudhā jayann asmākam edhy avitā rathānām svāhā ||

Om. Brihaspati, umfahre uns mit deinem Wagen, wehre als Dämonenvernichter die Feinde ab. Zerschmettere die Heere und siege im Kampf; sei der Beschützer unserer Wagen. Svāhā – Darbringung in der Brihaspati zugeordneten Feuerverehrung.

62.6 oṃ śukraṃ te anyad yajataṃ te anyad viṣurūpe ahanī dyaur ivāsi |
viśvā hi māyā avasi svadhāvo bhadrā te pūṣann iha rātir astu svāhā ||

Om. Hell ist deine eine Gestalt, verehrungswürdig die andere; wie Tag und Nacht sind sie verschieden, und du bist wie der Himmel. Alle Gestaltungskräfte beschützt du, Selbstmächtiger. Pushan, deine Gabe sei uns hier zum Guten. Svāhā – Darbringung in der Shukra zugeordneten Feuerverehrung.

62.7 oṃ śaṃ no devīr abhiṣṭaya āpo bhavantu pītaye |
śaṃ yor abhi sravantu naḥ svāhā ||

Om. Die göttlichen Wasser mögen uns zum Wohlergehen helfen und zum Trinken gereichen. Sie mögen uns Glück und Heil zuströmen lassen. Svāhā – Darbringung in der Shani zugeordneten Feuerverehrung.

62.8 oṃ kayā naś citra ā bhuvad ūtī sadāvṛdhaḥ sakhā |
kayā śaciṣṭhayā vṛtā svāhā ||

Om. Mit welcher Hilfe wird uns der wunderbare, stets stärkende Freund nah sein? Mit welcher mächtigen Unterstützung wird er kommen? Svāhā – Darbringung in der Rahu zugeordneten Feuerverehrung.

62.9 oṃ ketuṃ kṛṇvann aketave peśo maryā apeśase |
sam uṣadbhir ajāyathāḥ svāhā ||

Om. Du schufst ein Zeichen für den Zeichenlosen und Gestalt für den Gestaltlosen; zusammen mit den Morgenröten wurdest du geboren. Svāhā – Darbringung in der Ketu zugeordneten Feuerverehrung.

63. Dikpala Homa – zehn Richtungsgaben
Gib bei jeder der zehn Formeln ein mit Ghee (bzw. Pflanzenöl) berührtes Hölzchen in das Feuer. Die Reihenfolge beginnt mit Osten und führt über die Zwischenrichtungen im Uhrzeigersinn; Brahma und Ananta stehen für oben und unten.

63.1 oṃ indrāya svāhā |
oṃ agnaye svāhā |
oṃ yamāya svāhā |
oṃ nairṛtāya svāhā |
oṃ varuṇāya svāhā |
oṃ vāyave svāhā |
oṃ kuberāya svāhā |
oṃ īśānāya svāhā |
oṃ brahmaṇe svāhā |
oṃ anantāya svāhā ||

Om. Darbringung an Indra, Agni, Yama, Nairrita, Varuna, Vayu, Kubera, Ishana, Brahma und Ananta – die zehn Richtungshüter.

64. Die 28 Hauptgaben an Saraswati
Bringe genau 28 vorbereitete Bilva-Blätter dar, jeweils leicht mit Ghee (bzw. Pflanzenöl) benetzt. Sprich für jede einzelne Gabe das vollständige Saraswati-Mantra und gib das Blatt bei svāhā ins Feuer. Falte danach die Hände zum Lobgebet. In der letzten Strophe werden die acht dort genannten Gestalten der Göttin gegrüßt.

64.1 oṃ aiṃ sarasvatyai svāhā ||

Om aiṃ. Saraswati sei diese Gabe dargebracht. Svāhā.

64.2 oṃ yathā na devo bhagavān brahmā lokapitāmahaḥ |
tvāṃ parityajya saṃtiṣṭhet tathā bhava varapradā ||
vedāḥ sarvāṇi śāstrāṇi nṛtyagītādikaṃ ca yat |
na vihīnaṃ tvayā devi tathā me santu siddhayaḥ ||
oṃ lakṣmīr medhā dharā tuṣṭiḥ puṣṭir gaurī prabhā dhṛtiḥ |
etābhiḥ pāhi tanubhir aṣṭābhir māṃ sarasvati ||

Om. Wie der verehrte Gott Brahma, der Urvater der Welt, ohne dich nicht bestehen könnte, so sei du die Gabenspenderin. Wie Veden, alle Lehrwerke, Tanz und Gesang nicht ohne dich sind, so mögen auch mir Vollendungen zuteilwerden. Om. Lakshmi, Medha, Dhara, Tushti, Pushti, Gauri, Prabha und Dhriti: In diesen acht Gestalten – Fülle, Auffassungskraft, tragende Erde, Zufriedenheit, Gedeihen, helle Schönheit, Leuchten und Festigkeit – beschütze mich, Saraswati.

65. Pratyaksha Devata Homa – die anwesenden Gottheiten und Zeichen ehren
Bringe für jede der zwölf Formeln eine kleine Gabe Ghee (bzw. Pflanzenöl) oder ein damit berührtes Hölzchen dar. Für Hamsa, Feder, Tintenfass, Buch und Vina nennt das Handbuch die Empfänger; die Gabeformeln sind hier in derselben Namensform wie bei ihrer vorausgehenden Verehrung ausgeschrieben.

65.1 oṃ śrīgaṇeśāya svāhā |
oṃ nārāyaṇāya svāhā |
oṃ lakṣmyai svāhā |
oṃ durgāyai svāhā |
oṃ vāstudevāya svāhā |
oṃ śivāyai svāhā |
oṃ gaṅgāyai svāhā |
oṃ haṃsāya svāhā |
oṃ lekhanyai svāhā |
oṃ masyādhārāya svāhā |
oṃ pustakebhyaḥ svāhā |
oṃ vīṇāyai svāhā ||

Om. Darbringung an Shri Ganesha, Narayana, Lakshmi, Durga, Vastudeva, Shiva in der weiblichen Namensform Shivā, Ganga, Hamsa, Schreibfeder, Tintenfass, Bücher und Vina. Die weibliche Form Shivā folgt der ausgeschriebenen Formel des Handbuchs.

66. Virupaksha Japa
Halte die Hände zum Gebet und sprich die im Festhandbuch ausgewählte Anrufung an Virupaksha. Sie wendet sich an die alles überblickende, schützende Gegenwart. Die hier übernommene Auswahl ist kürzer als die vollständige Virupaksha-Passage anderer Kushandika-Handbücher; sie endet jedoch mit ihrer eigenen vollständigen Verehrungsformel.

66.1 parameṣṭhī ṛṣir rudrarūpo’gnir devatā virūpākṣajape viniyogaḥ |
oṃ bhūr bhuvaḥ svar oṃ mahāntam ātmānaṃ prapadye |
virūpākṣo’si dantāñjis tasya te śayyā parṇe gṛhāntarikṣe vimitaṃ hiraṇmayam |
tad devānāṃ hṛdayāny ayasmaye kumbhe’ntaḥ sannihitāni |
tāni balabhṛc ca balasāc ca rakṣato’pramaṇī animiṣataḥ |
samudro mā viśvavyacā brahmānujānātu |
tutho mā viśvavedā brahmaṇaḥ putro’nujānātu |
śvātro mā pracetā maitrāvaruṇo’nujānātu |
tasmai virūpākṣāya dantāñjaye samudrāya viśvavyacase |
tuthāya viśvavedase śvātrāya pracetase sahasrākṣāya brahmaṇaḥ putrāya namaḥ ||

Parameshthin ist der Seher, Agni in Rudras Gestalt die Gottheit; die Anwendung gilt der Anrufung Virupakshas. Om, Erde, Luftraum, Himmel, Om. Ich nehme Zuflucht zum großen Selbst. Du bist Virupaksha, Dantanjin; dein Lager ist im Laub, deine Wohnung im Zwischenraum, golden bemessen. Die Herzen der Götter sind im Innern des eisernen Gefäßes geborgen. Krafttragend und kraftgewährend behütest du sie ohne Nachlassen, ohne Blinzeln. Samudra, der alles umspannende Brahma, erlaube mir die Handlung; Tutha, der Allwissende, Brahmas Sohn, erlaube sie; Shvatra, der weise Sohn Mitras und Varunas, erlaube sie. Verehrung Virupaksha, Dantanjin, Samudra, dem Allumfassenden, Tutha, dem Allwissenden, Shvatra, dem Einsichtigen, dem Tausendäugigen, Brahmas Sohn.

67. Mahavyahriti Homa – die Welten einbeziehen
Bringe bei jeder der vier Svaha-Formeln eine kleine Gabe Ghee (bzw. Pflanzenöl) dar.

67.1 oṃ prajāpatir ṛṣir gāyatrīchando agnir devatā vyastasamasta-mahāvyāhṛtihome viniyogaḥ |
oṃ bhūḥ svāhā ||
oṃ prajāpatir ṛṣir uṣṇikchando vāyur devatā vyastasamasta-mahāvyāhṛtihome viniyogaḥ |
oṃ bhuvaḥ svāhā ||
oṃ prajāpatir ṛṣir anuṣṭupchando sūryo devatā vyastasamasta-mahāvyāhṛtihome viniyogaḥ |
oṃ svaḥ svāhā ||
oṃ prajāpatir ṛṣir bṛhatīchando prajāpatir devatā vyastasamasta-mahāvyāhṛtihome viniyogaḥ |
oṃ bhūr bhuvaḥ svaḥ svāhā ||

Prajapati ist jeweils der Seher. Die Zuordnungen lauten: Gayatri-Versmaß und Agni für die Erde; Ushnih und Vayu für den Zwischenraum; Anushtubh und Surya für den Himmel; Brihati und Prajapati für die drei Welten gemeinsam. Jeweils: Om, Darbringung an die genannte Welt beziehungsweise die Welten; svāhā.

68. Udichya Karma und Verehrung des gnädigen Feuers
Sprenge Wasser um die Feuerstelle und sprich Aditis Zustimmungsformel. Rufe das Feuer nun unter dem Namen Mrida an; zeige wieder die fünf Empfangsgesten. Bringe Duft, Blüte, Räucherwerk und Licht am Rand dar, abschließend wenig Ghee (bzw. Pflanzenöl) bei svāhā ins Feuer.

68.1 prajāpatir ṛṣir aditir devatā udakāñjaliseke viniyogaḥ |
oṃ adite’nvamaṃsthāḥ ||

Prajapati ist der Seher, Aditi die Gottheit; die Anwendung gilt dem Ausgießen des Wassers. Om. Aditi, du hast deine Zustimmung gegeben.

68.2 oṃ mṛḍanāmāgne ihāgaccha ihāgaccha | iha tiṣṭha iha tiṣṭha |
iha sannidhehi | iha sannirudhyasva | atrādhiṣṭhānaṃ kuru mama pūjāṃ gṛhāṇa ||

Om. Agni mit dem Namen Mrida, der Gnädige: Komm herbei, bleibe hier, sei gegenwärtig, bleibe gesammelt. Nimm hier deinen Platz ein und empfange meine Verehrung.

68.3 eṣa gandhaḥ oṃ mṛḍanāmne’gnaye namaḥ |
etat puṣpaṃ oṃ mṛḍanāmne’gnaye namaḥ |
eṣa dhūpaḥ oṃ mṛḍanāmne’gnaye namaḥ |
eṣa dīpaḥ oṃ mṛḍanāmne’gnaye namaḥ |
etad havirnaivedyam oṃ mṛḍanāmne’gnaye svāhā ||

Duft, Blüte, Räucherwerk und Licht gelten Agni mit dem Namen Mrida. Die flüssige Opfergabe wird ihm als Speise dargebracht: svāhā.

69. Purnahuti – die volle Schlussgabe
Die Gastgebenden erheben sich gemeinsam mit der Leitung. Die Leitung oder eine angeleitete erwachsene Person gibt mit sicherem Abstand einen kleinen Löffel Ghee (bzw. Pflanzenöl) in das Feuer. Die Anwesenden begleiten die Formel und verneigen sich.

69.1 prajāpatir ṛṣir virāḍgāyatrīchanda indro devatā yaśaskāmasya yajanīyaprayoge viniyogaḥ |
oṃ pūrṇahomaṃ yaśase juhomi yo’smai juhoti varam asmai dadāti |
varaṃ vṛṇe yaśasā bhāmi loke svāhā ||

Prajapati ist der Seher, Virad-Gayatri das Versmaß, Indra die Gottheit; die Anwendung betrifft das Opfer für guten Ruf. Om. Ich opfere die volle Gabe zum Ansehen. Wer ihm opfert, dem gibt er eine Gabe. Ich wähle diese Gabe; mit gutem Ruf leuchte ich in der Welt. Svāhā.

70. Purnapatra Dana und Dakshina
Setze dich. Halte das volle Reisgefäß auf der linken Hand, lege eine Blüte darauf und besprenge es leicht; sprich die drei Widmungen. Sprich anschließend die vollständige Datierungs- und Übergabeformel. Die erste Zeile mit „amukagotraḥ amukadevaśarmā“ bezeichnet Gotra und Namen der gebenden Person, die zweite jene des empfangenden Priesters. Beide Zeilen erhalten vor Beginn getrennt die tatsächlichen Angaben in der von der Leitung vorbereiteten Form; die Monats-, Monatshälften- und Tithi-Angabe wird dem tatsächlichen Festtag angepasst. Das Handbuch führt diese beiden Identitätszeilen nacheinander auf. Übergib das Gefäß samt Nuss, Banane und Münze mit der Dakshina-Formel an die Ritualleitung. Diese durch die Gabeformeln selbst gestützte Übergabe wird hier beibehalten; Reisgefäß und Münze werden nicht zusätzlich in die Glut entleert.

70.1 ete gandhapuṣpe etasmai pūrṇapātrānukalpabhojyāya namaḥ |
ete gandhapuṣpe etadadhipataye śrīviṣṇave namaḥ |
ete gandhapuṣpe etat sampradānāya brahmaṇe namaḥ ||

Mit duftender Blüte wird diese Speisegabe in Gestalt des vollen Gefäßes geehrt; ebenso ihr Herr Shri Vishnu. Die Gabe ist dem Brahman beziehungsweise dem Priester zugedacht.

70.2 viṣṇur oṃ tat sad adya māghe māsi śuklapakṣe pañcamyāṃ tithau |
amukagotraḥ amukadevaśarmā |
amukagotraḥ amukadevaśarmā |
etat sampradānāya oṃ brahmaṇe namaḥ ||

Vishnu, Om, das ist die Wirklichkeit. Heute, im Monat Magha, in der hellen Monatshälfte, am fünften Mondtag. Es folgen zunächst Gotra und Name der gebenden Person, dann Gotra und Name des empfangenden Priesters. Diese Gabe wird dem Brahman übergeben; Om, Verehrung!

70.3 kṛtaitat śrīśrīsarasvatīpūjā-homakarmaṇaḥ sāṅgatārthaṃ dakṣiṇām idaṃ pūrṇapātrānukalpabhojyaṃ śrīviṣṇudaivatam |
amukagotrāya śrīamukadevaśarmaṇe brāhmaṇāyāhaṃ sampradade ||

Zur Vollendung der ausgeführten Saraswati-Puja mit Feueropfer übergebe ich diese Dakshina, die Speisegabe in Gestalt des vollen Gefäßes, unter Vishnus göttlicher Schirmherrschaft an den vorab namentlich genannten Brahmanen.

71. Agni Visarjana – das Feuer verabschieden
Nimm das als Brahman eingesetzte Wassergefäß, besprenge den Rand der Feuerstelle und bitte um Vergebung. Beende jede Brennstoffzufuhr. Entnimm mit geeignetem Werkzeug etwas Asche für den späteren Segen und lasse sie in einer Metallschale vollständig abkühlen. Sprich die Entlassung Agnis und dreimal das Erdgebet. In dieser heutigen praktischen Ausführung lässt die Leitung das kleine Feuer beaufsichtigt abbrennen und kühlt die erloschene Stelle; ein wenig Joghurt (bzw. Pflanzenjoghurt) kann erst auf die abgekühlte Erde beziehungsweise Asche gegeben werden. Das rituelle Kühlen ersetzt nicht die Kontrolle, dass keine Glut zurückbleibt.

71.1 oṃ brahman kṣamasva ||

Om. Brahman, verzeihe!

71.2 oṃ agne tvaṃ samudraṃ gaccha |
oṃ pṛthvi tvaṃ śītalā bhava ||

Om. Agni, gehe in das Meer zurück. Om. Erde, werde kühl.

72. Bhasma Tilaka – mit der Asche segnen
Die Leitung mischt wenig vollständig kalte Asche mit einem Tropfen Ghee (bzw. Pflanzenöl). Sie bringt die vier Segenszeichen an der zu segnenden Person der Reihe nach an Stirn, Hals, Schultern und Herz an. Der letzte Vers spricht diese Person unmittelbar an.

72.1 oṃ kaśyapasya tryāyuṣam |
oṃ jamadagnes tryāyuṣam |
oṃ yad devānāṃ tryāyuṣam |
oṃ tat te’stu tryāyuṣam ||

Om. Die dreifache Lebensspanne Kashyapas; die dreifache Lebensspanne Jamadagnis; die dreifache Lebensspanne der Götter – diese dreifache Lebensspanne möge dir zuteilwerden.

Verabschiedung und Abschluss

73. Pranama und Mula Mantra Japa
Verneige dich vor Saraswati. Wiederhole danach Aiṃ leise oder innerlich; die Quelle legt hier keine Anzahl fest. Widme der Göttin zum Schluss die Wiederholung mit gefalteten Händen.

73.1 oṃ sarasvatyai namo nityaṃ bhadrakālyai namo namaḥ |
vedavedāṅgavedāntavidyāsthānebhya eva ca ||

Om. Stete Verehrung Saraswati, wiederholte Verehrung Bhadrakali und den Stätten des Wissens: Veda, Vedanga und Vedanta.

73.2 aiṃ |

Aiṃ – die Keimsilbe Saraswatis, hier als Anrufung ihrer Erkenntnis- und Sprachkraft.

73.3 oṃ guhyātiguhyagoptrī tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhir bhavatu me devi tvatprasādāt sureśvari ||

Om. Du Hüterin des Geheimsten, nimm unsere Mantrawiederholung an. Durch deine Gnade, Göttin und Herrin der Götter, möge mir Vollendung zuteilwerden.

74. Arati – Licht und Aufmerksamkeit schenken
Schwenke in dieser Reihenfolge die vorbereiteten Gegenstände vor der Göttin: Lampe mit fünf Dochten, Wassermuschelhorn, Tuch, Blüte, Räucherwerk, Kampferlicht und Fächer. Kreise jedes Stück mindestens dreimal vor Saraswati; ehre danach auch das heilige Gefäß, Hamsa, Schreibfeder und Tintenfass sowie die vorhandenen weiteren Gottheitsbilder. Verwende Ghee (bzw. Pflanzenöl) für die Dochte. Die Quelle schreibt hier keinen bestimmten Gesang vor. Beim Schwenken der Muschel bleibt das Wasser darin; stelle alles nach dem jeweiligen Schwenken wieder sicher ab.

75. Nirmalya Puja und Dadhikaramba – die Abschiedsspeise
Lege eine Blüte auf die Altarplattform und ehre die göttliche Gegenwart in den verbliebenen Gaben. Stelle die Abschiedsspeise aus Rohzucker, Joghurt (bzw. Pflanzenjoghurt), Reisflocken, süßem Puffreis, einer Süßigkeit und Banane bereit. Sprich die erste Dadhikaramba-Formel dreimal und besprenge die Schale jedes Mal. Lege bei der zweiten Formel eine Blüte darauf und sprich die eigentliche Darbringung. Speise Saraswati noch einmal mit den fünf Panchagrasa-Gesten: Daumen zu kleinem Finger, Ringfinger, Mittelfinger, Zeigefinger und schließlich allen Fingerspitzen.

75.1 oṃ nirmālyavāsinyai namaḥ ||

Om. Verehrung der in den verbleibenden Opfergaben wohnenden Göttin.

75.2 vaṃ etasmai sopakaraṇamiṣṭānna-dadhikaramba-naivedyāya namaḥ |
ete gandhapuṣpe etadadhipataye śrīviṣṇave namaḥ |
etat sampradānāya etat sopakaraṇamiṣṭānna-dadhikaramba-naivedyam oṃ aiṃ sarasvatyai nivedayāmi svāhā ||

Vaṃ. Verehrung dieser süßen Dadhikaramba-Speise mit ihren Beigaben. Mit duftender Blüte verehre ich ihren Herrn Shri Vishnu. Diese süße Dadhikaramba-Speise mit ihren Beigaben bringe ich Saraswati dar: Om aiṃ, svāhā.

75.3 oṃ prāṇāya svāhā |
oṃ apānāya svāhā |
oṃ samānāya svāhā |
oṃ udānāya svāhā |
oṃ vyānāya svāhā ||

Om. Darbringung an Prana, die einströmende Lebenskraft; an Apana, die ausscheidende Kraft; an Samana, die ausgleichende und verdauende Kraft; an Udana, die aufsteigende Kraft; an Vyana, die im Körper verteilende Kraft.

76. Visarjana – die Festgegenwart verabschieden
Gib mit dem Löffel bei der Trinkwasserformel etwas Wasser in das erste Glas, bei der Reinigungswasserformel in das zweite. Halte danach das heilige Gefäß mit beiden Händen und bewege es behutsam ein wenig. Sprich das Entlassungsgebet: Die zeitweilig angerufene Gegenwart wird verabschiedet und zugleich zur nächsten Verehrung eingeladen. Das Handbuch nennt diesen Abschnitt auch Bildimmersion; seine ausgeschriebene Schlussbewegung gilt dem Gefäß. Eine dauerhafte Haus-Murti oder ein Bild bleibt am Altar. Für eine eigens angefertigte Festfigur kann die Gemeinschaft einen eigenen späteren Abschied vorsehen.

76.1 etat pānārthodakam oṃ aiṃ sarasvatyai nivedayāmi |
etat prakṣālanīyodakam oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

Dieses Wasser zum Trinken bringe ich Saraswati dar, Om aiṃ. Dieses Wasser zum Reinigen gilt Saraswati, Om aiṃ.

76.2 oṃ gaccha gaccha paraṃ sthānaṃ svasthānaṃ parameśvari |
pūjādhāraṇakāle ca punarāgamanāya ca ||

Om. Gehe, gehe an den höchsten Ort, an deine eigene Stätte, höchste Herrin – und komme wieder, wenn erneut die Verehrung gehalten wird.

77. Shanti Patha – Segenswasser und Frieden
Halte das Gefäß in der linken Hand. Nimm die Blätter heraus, tauche sie ins geweihte Wasser und besprenge damit behutsam die Köpfe der Teilnehmenden. Sprich währenddessen die folgenden Friedensgebete. Die Segenshandlung verbindet den Abschied der Göttin mit dem Wunsch, dass Erkenntnis und Frieden in der Gemeinschaft weiterleben.

77.1 kayā naś citra ity ṛktrayasya mahāvāmadevya ṛṣir virāḍgāyatrīchanda indro devatā śāntikarmaṇi jape viniyogaḥ ||

Für die drei Verse, die mit „kayā naś citra“ beginnen, ist Mahavamadevya der Seher, Virad-Gayatri das Versmaß und Indra die Gottheit; ihre Anwendung gilt der Rezitation für Frieden.

77.2 oṃ kayā naś citra ā bhuvad ūtī sadāvṛdhaḥ sakhā |
kayā śaciṣṭhayā vṛtā ||
oṃ kas tvā satyo madānām maṃhiṣṭho matsad andhasaḥ |
dṛḷhā cid āruje vasu ||
oṃ abhī ṣu ṇaḥ sakhīnām avitā jaritṝṇām |
śatam bhavāsy ūtibhiḥ ||

Om. Mit welcher Hilfe wird uns der wunderbare, stets stärkende Freund nah sein, mit welcher wirksamsten Unterstützung? Welcher wahrhaftige, stärkste der berauschenden Tränke erfreut dich, sodass du selbst das feste Gut aufbrichst? Sei der Helfer deiner Freunde und der Sänger; sei mit hundert Hilfen bei uns.

77.3 oṃ svasti na indro vṛddhaśravāḥ svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |
svasti nas tārkṣyo ariṣṭanemiḥ svasti no bṛhaspatir dadhātu ||
oṃ svasti | oṃ svasti | oṃ svasti ||

Om. Wohlergehen gewähre Indra von großem Ruhm; Wohlergehen Pushan, der alles kennt; Wohlergehen Tarkshya mit unversehrtem Rad; Wohlergehen gewähre Brihaspati. Om, Wohlergehen, Wohlergehen, Wohlergehen.

77.4 oṃ dyauḥ śāntir antarikṣaṃ śāntiḥ pṛthivī śāntir āpaḥ śāntir oṣadhayaḥ śāntiḥ |
vanaspatayaḥ śāntir viśve devāḥ śāntir brahma śāntiḥ sarvaṃ śāntiḥ |
śāntir eva śāntiḥ sā mā śāntir edhi ||
oṃ śāntir astu śivaṃ cāstu vinaśyatv aśubhaṃ ca yat |
yata evāgataṃ pāpaṃ tatraiva pratigacchatu svāhā ||

Om. Frieden sei im Himmel, im Luftraum und auf der Erde; Frieden in den Wassern und Kräutern, Frieden in den Bäumen; Frieden bei allen Göttern, Frieden im Brahman, Frieden in allem. Friede selbst sei Frieden; dieser Friede komme zu mir. Om. Frieden und Heil mögen sein; alles Ungute vergehe. Woher das Übel kam, dorthin kehre es zurück. Svāhā.

77.5 oṃ pūrṇam adaḥ pūrṇam idaṃ pūrṇāt pūrṇam udacyate |
pūrṇasya pūrṇam ādāya pūrṇam evāvaśiṣyate ||
oṃ śāntiḥ | oṃ śāntiḥ | oṃ śāntiḥ ||

Om. Jenes ist ganz, dieses ist ganz; aus dem Ganzen geht Ganzes hervor. Nimmt man Ganzes vom Ganzen, bleibt Ganzes. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

78. Kshama Bhiksha – Vergebung erbitten
Falte die Hände vor der Brust. Grüße Krishna und Vishnu als barmherzige göttliche Zuflucht und sprich anschließend das Gebet aus der Brihadaranyaka Upanishad.

78.1 oṃ namo brahmaṇyadevāya gobrāhmaṇahitāya ca |
jagaddhitāya śrīkṛṣṇāya govindāya namo namaḥ |
he kṛṣṇa karuṇāsindho dīnabandho jagatpate |
gopeśa gopikākānta rādhākānta namo’stu te ||

Om. Verehrung dem Gott der heiligen Erkenntnis, dem Wohltäter der Kühe und Brahmanen, dem Wohltäter der Welt, Shri Krishna, Govinda. Krishna, Meer des Mitgefühls, Freund der Bedrängten, Herr der Welt, Herr der Hirten, Geliebter der Gopis und Radhas: Dir sei Verehrung.

78.2 oṃ ajñānād yadi vā mohāt pracyavetādhvareṣu yat |
smaraṇād eva tad viṣṇoḥ sampūrṇaṃ syād iti śrutiḥ ||

Om. Was bei Opferhandlungen aus Unwissenheit oder Verblendung verfehlt wird, werde durch die bloße Erinnerung an Vishnu vollständig: So lautet die Überlieferung.

78.3 oṃ asato mā sad gamaya |
tamaso mā jyotir gamaya |
mṛtyor māmṛtaṃ gamaya ||

Om. Führe mich vom Unwirklichen zum Wirklichen; von der Dunkelheit zum Licht; vom Tod zur Unsterblichkeit.

79. Die Leitung ehren
Wenn ein Priester die Festverehrung für die Gastgebenden geleitet hat, überreichen diese nun die vereinbarte Gabe mit der Formel. Namen, Gotra und tatsächlicher Festtag werden wie beim Sankalpa vorab passend eingesetzt. Die hier genannte Gabe für die gesamte Puja wird mit der bereits vollzogenen Feuer-Dakshina abgestimmt; die Übergabe des Reisgefäßes wird nicht ein zweites Mal gespielt.

79.1 viṣṇur oṃ tat sat adya māghe māsi śuklapakṣe śrīpañcamyāṃ tithau amukagotraḥ śrīamukadevaśarmā kṛte’smin lekhanī-masyādhārasahita-śrīśrīsarasvatīpūjā-tadaṅgībhūta-pūjakarmaṇaḥ sāṅgatārthaṃ amukagotrāya śrīamukadevaśarmaṇe dakṣiṇām idaṃ kāñcanaṃ tanmūlyaṃ tubhyam ahaṃ sampradade ||

Vishnu, Om, das ist die Wirklichkeit. Heute, im Monat Magha, in der hellen Monatshälfte, am fünften Mondtag, übergebe ich, die zuvor genannte Person, zur Vollendung dieser Saraswati-Verehrung mit Schreibfeder, Tintenfass und ihren zugehörigen Handlungen dem zuvor genannten Priester dieses Gold beziehungsweise seinen Wert als Dakshina.

80. Vaigunya Samadhana und Achchidra Avadharana
Nimm etwas Wasser in die rechte Hand, sprich die Bitte um Ausgleich der Fehler und gieße das Wasser auf den Teller. Wiederhole „Om Vishnu“ zehnmal. Die gastgebende Person spricht danach den Vollständigkeitswunsch; der Priester antwortet „Om astu“.

80.1 viṣṇur oṃ tat sat adya māghe māsi śuklapakṣe pañcamyāṃ tithau amukagotraḥ śrīamukadevaśarmā kṛte’smin lekhanī-masyādhārasahita-śrīśrīsarasvatīdevīpūjā-tadaṅgībhūtaṃ yad vaiguṇyaṃ jātaṃ taddoṣapraśamanāya śrīviṣṇunāmasmaraṇam ahaṃ kariṣye ||

Vishnu, Om, das ist die Wirklichkeit. Heute, im Monat Magha, in der hellen Monatshälfte, am fünften Mondtag, werde ich – mit zuvor eingesetztem Namen und Gotra – zur Befriedung der Fehler, die bei dieser Saraswati-Verehrung mit Schreibfeder, Tintenfass und ihren zugehörigen Handlungen entstanden sind, an den Namen Shri Vishnus denken.

80.2 oṃ viṣṇuḥ |

Om. Vishnu!

80.3 oṃ kṛtaital lekhanī-masyādhārasahita-śrīśrīsarasvatīdevīpūjākarma acchidram astu |
oṃ astu ||

Om. Möge diese ausgeführte Verehrung der Göttin Saraswati mit Schreibfeder und Tintenfass ohne Lücke sein. Antwort: Om. So sei es.

81. Samarpana – die Früchte der Verehrung übergeben
Nimm zuletzt etwas Wasser in die rechte Hand. Sprich die Schlussgebete, gib das Wasser auf den Teller und verneige dich. Verweile danach einen Augenblick in stiller Meditation. Verteile die dafür bestimmten Speisen als Prasad. Eine passende persönliche Anregung ist, am selben Tag etwas aufmerksam zu lernen, ein Musikstück zu üben oder jemandem geduldig Wissen weiterzugeben: So erhält der Segen Saraswatis eine konkrete Gestalt im Alltag.

81.1 oṃ yad akṣaraṃ paribhraṣṭaṃ mātrāhīnaṃ ca yad bhavet |
pūrṇaṃ bhavatu tat sarvaṃ tvatprasādāt sureśvari ||
mantrahīnaṃ kriyāhīnaṃ bhaktihīnaṃ sureśvari |
yat pūjitaṃ mayā devi paripūrṇaṃ tad astu me ||
oṃ kāyena manasā vācā karmaṇā yat kṛtaṃ mayā |
tat sarvaṃ paripūrṇaṃ tvatprasādāt sureśvari ||
etat sarvaṃ karmaphalaṃ śrīsarasvatīcaraṇe samarpayāmi ||

Om. Welche Silbe falsch erklang, welche Länge zu kurz geriet: Alles werde durch deine Gnade vollständig, Herrin der Götter. Wo Mantra, Handlung oder Hingabe unvollkommen waren, möge das, was ich dir darbrachte, Göttin, vollendet werden. Was ich mit Körper, Geist, Rede und Handlung getan habe, werde durch deine Gnade ganz. Alle Früchte dieser Handlung lege ich zu Shri Saraswatis Füßen nieder.

Nach der Feier bleiben Bücher und Musikinstrumente geachtet am Altar oder werden wieder ihrer Arbeit zugeführt. Entferne Blütenreste sorgfältig, entsorge nicht essbare Gaben getrennt und verwende die genießbaren Speisen zeitnah. Die separate Gabe an die Wesen des Ortes wird nicht als Prasad ausgegeben. Diese Hinweise zum Aufräumen sind praktische Ergänzungen.

Zusammenhängende Rezitationen

Die Nummern entsprechen den Handlungsschritten. Erforderliche Wiederholungen stehen im Ablauf; die Mantratexte selbst werden hier in derselben Reihenfolge vollständig wiedergegeben. Ein bloßes Aiṃ bleibt in den Anhängen ebenfalls ausdrücklich stehen. Die Namens- und Datumsangaben in den Formularen werden wie im Ablauf vor Beginn passend eingesetzt.

IAST

1. Ankommen und Ganga Pranama

1.1
oṃ sadyaḥpātakasaṃhantrī sadyoduḥkhavināśinī |
sukhadā mokṣadā gaṅgā gaṅgaiva paramā gatiḥ ||

2. Achamana und Vishnu Smarana

2.1
oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ |

2.2
oṃ tad viṣṇoḥ paramaṃ padaṃ sadā paśyanti sūrayaḥ |
divīva cakṣur ātatam ||
oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ |

2.3
oṃ apavitraḥ pavitro vā sarvāvasthāṃ gato’pi vā |
yaḥ smaret puṇḍarīkākṣaṃ sa bāhyābhyantaraḥ śuciḥ ||
namaḥ sarvamaṅgalamaṅgalyaṃ vareṇyaṃ varadaṃ śubham |
nārāyaṇaṃ namaskṛtya sarvakarmāṇi kārayet ||

3. Gaben widmen und das Licht anrufen

3.1
oṃ viṣṇave namaḥ |
vaṃ etasmai gandhādibhyo namaḥ |
ete gandhapuṣpe etadadhipataye śrīviṣṇave namaḥ |
etat sampradānāya pūjanīyadevatāgaṇebhyo namaḥ ||

3.2
oṃ bhūr bhuvaḥ svaḥ |
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt | oṃ ||

3.3
oṃ ehi sūrya sahasrāṃśo tejorāśe jagatpate |
anukampaya māṃ bhaktaṃ gṛhāṇārghyaṃ divākara ||
eṣo’rghyaḥ namaḥ sūryāya namaḥ ||

4. Guru Puja – den Ursprung des Lernens ehren

4.1
dhyāyec chirasi śuklābje dvinetraṃ dvibhujaṃ gurum |
śvetāmbaraparīdhānaṃ śvetamālyānulepanam |
varābhayakaraṃ śāntaṃ karuṇāmayavigraham |
vāmenotpaladhāriṇyā śaktyāliṅgitavigraham |
smerānanaṃ suprasannaṃ sādhakābhīṣṭadāyakam ||

4.2
akhaṇḍamaṇḍalākāraṃ vyāptaṃ yena carācaram |
tatpadaṃ darśitaṃ yena tasmai śrīgurave namaḥ ||
ajñānatimirāndhasya jñānāñjanaśalākayā |
cakṣur unmīlitaṃ yena tasmai śrīgurave namaḥ ||
gurur brahmā gurur viṣṇur gurur devo maheśvaraḥ |
guruḥ sākṣāt paraṃ brahma tasmai śrīgurave namaḥ ||

5. Gaben und Dank an den Guru

5.1
ete gandhapuṣpe namaḥ śrīgurave namaḥ |
etat pādyam namaḥ śrīgurave namaḥ |
eṣo’rghyaḥ namaḥ śrīgurave namaḥ |
eṣa dhūpaḥ namaḥ śrīgurave namaḥ |
eṣa dīpaḥ namaḥ śrīgurave namaḥ |
etan naivedyam namaḥ śrīgurave namaḥ |
etat pānīyajalam namaḥ śrīgurave namaḥ |

5.2
jaya guru |

5.3
guhyātiguhyagoptā tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhir bhavatu me deva tvatprasādāt sureśvara ||

6. Kalasha Sthapana – das heilige Gefäß einsetzen

6.1
hiraṇyagarbhaḥ samavartatāgre bhūtasya jātaḥ patir eka āsīt |
sa dādhāra pṛthivīṃ dyām utemāṃ kasmai devāya haviṣā vidhema ||

6.2
kalaśasya mukhe viṣṇuḥ kaṇṭhe rudraḥ samāśritaḥ |
mūle tatra sthito brahmā madhye mātṛgaṇāḥ smṛtāḥ ||
kukṣau tu sāgarāḥ sarve saptadvīpā vasundharā |
ṛgvedo’tha yajurvedaḥ sāmavedo’py atharvaṇaḥ ||
aṅgaiś ca sahitāḥ sarve kalaśāmbu samāśritāḥ |
āyāntu devapūjārthaṃ duritakṣayakārakāḥ ||
gaṅge ca yamune caiva godāvari sarasvati |
narmade sindhu kāveri jale’smin sannidhiṃ kuru ||

7. Sthirikarana – die Gegenwart festigen

7.1
oṃ tvāvataḥ purūvaso vayam indra praṇetaḥ |
smasi sthātar harīṇām ||
oṃ sthāṃ sthīṃ sthiro bhava yāvat pūjāṃ karomy aham ||

7.2
oṃ sarvatīrthodbhavaṃ vāri sarvadevasamanvitam |
imaṃ ghaṭaṃ samāruhya tiṣṭha devagaṇaiḥ saha ||

8. Kandaropana und Sutraveshtana

8.1
oṃ kāṇḍāt kāṇḍāt prarohantī paruṣaḥ paruṣas pari |
evā no dūrve pratanu sahasreṇa śatena ca ||

8.2
oṃ sutrāmāṇaṃ pṛthivīṃ dyām anehasaṃ suśarmāṇam aditiṃ supraṇītim |
daivīṃ nāvaṃ svaritrām anāgasam asravantīm ā ruhemā svastaye ||

9. Vighnapasarana – Hindernisse abweisen

9.1
aiṃ |

9.2
astrāya phaṭ |

10. Mashabhakta Bali – eine eigene Gabe für die Wesen des Ortes

10.1
oṃ bhūtādaya ihāgacchata ihāgacchata |
iha tiṣṭhata iha tiṣṭhata | iha sannidhatta | iha sannirudhyadhvam |
atrādhiṣṭhānaṃ kuruta mama pūjāṃ gṛhṇīta ||

10.2
vaṃ etasmai māṣabhaktabalaye namaḥ |
ete gandhapuṣpe oṃ māṣabhaktabalaye namaḥ |
ete gandhapuṣpe etadadhipataye oṃ viṣṇave namaḥ |
eṣa māṣabhaktabaliḥ oṃ kṣetrapālādi-bhūtagaṇebhyo namaḥ ||
oṃ bhūtapretapiśācāś ca dānavā rākṣasāś ca ye |
śāntiṃ kurvantu te sarve imaṃ gṛhṇantu madbalim ||

11. Bhutapasarana und Granthi Bandhana

11.1
oṃ vetālāś ca piśācāś ca rākṣasāś ca sarīsṛpāḥ |
oṃ apasarpantu te bhūtā ye bhūtā bhuvi saṃsthitāḥ |
ye bhūtā vighnakartāras te naśyantu śivājñayā ||
oṃ vetālāś ca piśācāś ca rākṣasāś ca sarīsṛpāḥ |
apasarpantu te sarve caṇḍikāstreṇa tāḍitāḥ ||

11.2
oṃ maṇidharivajriṇi mahāpratisare rakṣa rakṣa hūṃ phaṭ svāhā ||

12. Dvaradevata Puja und Vastu Puja

12.1
ete gandhapuṣpe oṃ dvāradevatābhyo namaḥ |
oṃ dvāradevatā ihāgacchata ihāgacchata |
iha tiṣṭhata iha tiṣṭhata | iha sannidhatta | iha sannirudhyadhvam |
atrādhiṣṭhānaṃ kuruta mama pūjāṃ gṛhṇīta ||

12.2
ete gandhapuṣpe oṃ gāṃ gaṇeśāya namaḥ |
oṃ mahālakṣmyai namaḥ | oṃ sarasvatyai namaḥ |
oṃ vighnāya namaḥ | oṃ kṣetrapālāya namaḥ |
oṃ gāṃ gaṅgāyai namaḥ | oṃ yāṃ yamunāyai namaḥ ||

12.3
ete gandhapuṣpe oṃ brahmaṇe namaḥ |
ete gandhapuṣpe oṃ vāstupuruṣāya namaḥ ||

13. Boden, Altar und Überdachung weihen

13.1
oṃ rakṣa rakṣa hūṃ phaṭ svāhā |
oṃ pavitravajrabhūme hūṃ hūṃ phaṭ svāhā ||

13.2
oṃ vedyā vediḥ samāpyate barhiṣā barhir indriyam |
yūpena yūpa āpyate praṇīto agnir agninā ||

13.3
oṃ ūrdhva ū ṣu ṇa ūtaye tiṣṭhā devo na savitā |
ūrdhvo vājasya sanitā yad añjibhir vāghadbhir vihvayāmahe ||

13.4
phaṭ |

14. Anga Nyasa und Kara Nyasa

14.1
oṃ gāṃ hṛdayāya namaḥ |
oṃ gīṃ śirase svāhā |
oṃ gūṃ śikhāyai vaṣaṭ |
oṃ gaiṃ kavacāya hūṃ |
oṃ gauṃ netratrayāya vauṣaṭ |
oṃ gaḥ karatalapṛṣṭhābhyām astrāya phaṭ ||

14.2
oṃ sāṃ aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ |
oṃ sīṃ tarjanībhyāṃ svāhā |
oṃ sūṃ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ |
oṃ saiṃ anāmikābhyāṃ hūṃ |
oṃ sauṃ kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ |
oṃ saḥ karatalapṛṣṭhābhyām astrāya phaṭ ||

15. Pushpa Shuddhi und Dik Bandhana

15.1
aiṃ phaṭ |
oṃ puṣpaketu rājārhate śatāya samyak sambandhāya hraṃ |
oṃ puṣpe puṣpe mahāpuṣpe supuṣpe puṣpasambhave |
puṣpacayāvakīrṇe ca hūṃ phaṭ svāhā ||

15.2
ete gandhapuṣpe oṃ gāṃ gaṇeśāya namaḥ |
oṃ mahālakṣmyai namaḥ | oṃ sarasvatyai namaḥ |
oṃ vighnāya namaḥ | oṃ kṣetrapālāya namaḥ |
oṃ gāṃ gaṅgāyai namaḥ | oṃ yāṃ yamunāyai namaḥ ||

15.3
oṃ gurubhyo namaḥ | oṃ paramagurubhyo namaḥ | oṃ parāparagurubhyo namaḥ |
oṃ gaṇeśāya namaḥ | oṃ brahmaṇe namaḥ | oṃ sarasvatyai namaḥ ||

16. Panchadevata Puja: Ganesha

16.1
oṃ kharvaṃ sthūlatanuṃ gajendravadanam lambodaraṃ sundaram |
prasyandanmadagandhalubdhamadhupavyālolagaṇḍasthalam |
dantāghātavidāritārirudhiraiḥ sindūraśobhākaraṃ |
vande śailasutāsutaṃ gaṇapatiṃ siddhipradaṃ kāmadam ||
eṣa sacandanapuṣpāñjaliḥ namaḥ gaṇeśāya namaḥ ||

16.2
ete gandhapuṣpe oṃ namaḥ gaṇeśāya namaḥ |
ekadantaṃ mahākāyaṃ lambodaraṃ gajānanam |
vighnanāśakaraṃ devaṃ herambaṃ praṇamāmy aham ||

17. Vishnu

17.1
oṃ dhyeyaḥ sadā savitṛmaṇḍalamadhyavartī nārāyaṇaḥ sarasijāsanasanniviṣṭaḥ |
keyūravān kanakakuṇḍalavān kirīṭī hārī hiraṇmayavapur dhṛtaśaṅkhacakraḥ ||

17.2
ete gandhapuṣpe oṃ namaḥ viṣṇave namaḥ |
oṃ namo brahmaṇyadevāya gobrāhmaṇahitāya ca |
jagaddhitāya śrīkṛṣṇāya govindāya namo namaḥ ||

18. Shiva

18.1
oṃ dhyāyen nityaṃ maheśaṃ rajatagirinibhaṃ cārucandrāvataṃsaṃ |
ratnākalpojjvalāṅgaṃ paraśumṛgavarābhītihastaṃ prasannam |
padmāsīnaṃ samantāt stutam amaragaṇair vyāghrakṛttiṃ vasānaṃ |
viśvādyaṃ viśvabījaṃ nikhilabhayaharaṃ pañcavaktraṃ trinetram ||

18.2
ete gandhapuṣpe oṃ namaḥ śivāya namaḥ |
namaḥ śivāya śāntāya kāraṇatrayahetave |
nivedayāmi cātmānaṃ tvaṃ gatiḥ parameśvara ||

19. Surya

19.1
oṃ raktāmbujāsanam aśeṣaguṇaikasindhuṃ |
bhānuṃ samastajagatām adhipaṃ bhajāmi |
padmadvayābhayavarān dadhataṃ karābjair |
māṇikyamaulim aruṇāṅgaruciṃ trinetram ||

19.2
oṃ ehi sūrya sahasrāṃśo tejorāśe jagatpate |
anukampaya māṃ bhaktaṃ gṛhāṇārghyaṃ divākara ||
eṣo’rghyaḥ namaḥ sūryāya namaḥ ||

19.3
ete gandhapuṣpe namaḥ sūryāya namaḥ |
oṃ japākusumasaṃkāśaṃ kāśyapeyaṃ mahādyutim |
dhvāntāriṃ sarvapāpaghnaṃ praṇato’smi divākaram ||

20. Durga

20.1
oṃ kālābhrābhāṃ kaṭākṣair arikulabhayadāṃ maulibaddhendurekhāṃ |
śaṅkhaṃ cakraṃ kṛpāṇaṃ triśikham api karair udvahantīṃ trinetrām |
siṃhaskandhādhirūḍhāṃ tribhuvanam akhilaṃ tejasā pūrayantīṃ |
dhyāyed durgāṃ jayākhyāṃ tridaśaparivṛtāṃ sevitāṃ siddhikāmaiḥ ||

20.2
ete gandhapuṣpe hrīṃ oṃ durgāyai namaḥ |
oṃ sarvamaṅgalamāṅgalye śive sarvārthasādhike |
śaraṇye tryambake gauri nārāyaṇi namo’stu te ||

21. Lakshmi Puja als Begleitverehrung

21.1
oṃ pāśākṣamālikāmbhojasṛṇibhir yāmyasaumyayoḥ |
padmāsanasthāṃ dhyāyec ca śriyaṃ trailokyamātaram ||
gauravarṇāṃ surūpāṃ ca sarvālaṅkārabhūṣitām |
raukmapadmavyagrakarāṃ varadāṃ dakṣiṇena tu ||

21.2
oṃ etat pādyaṃ śrīṃ lakṣmyai namaḥ |
eṣo’rghyaḥ | eṣa dhūpaḥ | eṣa dīpaḥ | etan naivedyam ||
oṃ viśvarūpasya bhāryāsi padme padmālaye śubhe |
sarvataḥ pāhi māṃ devi mahālakṣmi namo’stu te ||

22. Navagraha Puja, Richtungshüter und Vishnus Erscheinungen

22.1
eṣa gandhaḥ oṃ ādityādi-navagrahebhyo namaḥ |
etat puṣpaṃ oṃ ādityādi-navagrahebhyo namaḥ |
eṣa dhūpaḥ oṃ ādityādi-navagrahebhyo namaḥ |
eṣa dīpaḥ oṃ ādityādi-navagrahebhyo namaḥ |
etan naivedyaṃ oṃ ādityādi-navagrahebhyo namaḥ ||

22.2
ete gandhapuṣpe oṃ daśadikpālebhyo namaḥ |
ete gandhapuṣpe oṃ daśāvatārebhyo namaḥ ||

23. Pitha Puja – den heiligen Grund ehren

23.1
ete gandhapuṣpe |
oṃ pīṭhāsanāya namaḥ |
oṃ ādhāraśaktaye namaḥ |
oṃ prakṛtyai namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ pṛthivyai namaḥ |
oṃ kṣīrasamudrāya namaḥ |
oṃ śvetadvīpāya namaḥ |
oṃ maṇimaṇḍapāya namaḥ |
oṃ kalpavṛkṣāya namaḥ |
oṃ maṇivedikāyai namaḥ |
oṃ ratnasiṃhāsanāya namaḥ |
oṃ agnyādikoṇacatuṣṭayāya namaḥ |
oṃ dharmāya namaḥ |
oṃ śrīṃ kamalāsanāya namaḥ |

24. Die Hauptverehrung eröffnen

24.1
oṃ sūryaḥ somo yamaḥ kālaḥ sandhye bhūtāny ahaḥ kṣapā |
pavano dikpatir bhūmir ākāśaṃ khacarāmarāḥ |
brāhmaṃ śāsanam āsthāya kalpadhvam iha sannidhim |
oṃ tat sat | oṃ ayam ārambhaḥ śubhāya bhavatu ||

24.2
oṃ somaṃ rājānaṃ varuṇam agnim anvārabhāmahe |
ādityaṃ viṣṇuṃ sūryaṃ brahmāṇaṃ ca bṛhaspatim ||
oṃ svasti na indro vṛddhaśravāḥ svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |
svasti nas tārkṣyo ariṣṭanemiḥ svasti no bṛhaspatir dadhātu ||
oṃ svasti | oṃ svasti | oṃ svasti ||

25. Tirtha Avahana und Asana Shuddhi

25.1
oṃ gaṅge ca yamune caiva godāvari sarasvati |
narmade sindhu kāveri jale’smin sannidhiṃ kuru ||

25.2
ete gandhapuṣpe hrīṃ ādhāraśaktaye kamalāsanāya namaḥ |
āsanamantrasya merupṛṣṭha ṛṣiḥ sutalaṃ chandaḥ kūrmo devatā āsanopaveśane viniyogaḥ |
oṃ pṛthvi tvayā dhṛtā lokā devi tvaṃ viṣṇunā dhṛtā |
tvaṃ ca dhāraya māṃ nityaṃ pavitraṃ kuru cāsanam ||

26. Samanya Arghya – die Wassergrundlage bereiten

26.1
ete gandhapuṣpe oṃ ādhāraśaktaye namaḥ | oṃ kūrmāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ | oṃ pṛthivyai namaḥ |
ete gandhapuṣpe oṃ aṃ arkamaṇḍalāya dvādaśakalātmane namaḥ |
oṃ maṃ vahnimaṇḍalāya daśakalātmane namaḥ |
oṃ uṃ somamaṇḍalāya ṣoḍaśakalātmane namaḥ ||

27. Svastivachana – die Gemeinschaft antwortet

27.1
oṃ kartavye’smin gaṇeśādi-nānādevatāpūjāpūrvaka-lekhanī-masyādhārasahita-śrīsarasvatīpūjanakarmaṇi |
oṃ puṇyāhaṃ bhavanto bruvantu | oṃ puṇyāhaṃ bhavanto bruvantu | oṃ puṇyāhaṃ bhavanto bruvantu |
oṃ puṇyāham | oṃ puṇyāham | oṃ puṇyāham ||

27.2
oṃ kartavye’smin gaṇeśādi-nānādevatāpūjāpūrvaka-lekhanī-masyādhārasahita-śrīsarasvatīpūjanakarmaṇi |
oṃ svasti bhavanto bruvantu | oṃ svasti bhavanto bruvantu | oṃ svasti bhavanto bruvantu |
oṃ svasti | oṃ svasti | oṃ svasti ||

27.3
oṃ kartavye’smin gaṇeśādi-nānādevatāpūjāpūrvaka-lekhanī-masyādhārasahita-śrīsarasvatīpūjanakarmaṇi |
oṃ ṛddhiṃ bhavanto bruvantu | oṃ ṛddhiṃ bhavanto bruvantu | oṃ ṛddhiṃ bhavanto bruvantu |
oṃ ṛdhyatām | oṃ ṛdhyatām | oṃ ṛdhyatām ||

28. Sankalpa – das Anliegen aussprechen

28.1
oṃ namaḥ sarasvatyai namaḥ |
viṣṇur oṃ tat sat adya māghe māsi śuklapakṣe pañcamyāṃ tithau amukagotraḥ śrīamukadevaśarmā śrīsarasvatīprītikāmaḥ gaṇeśādi-nānādevatāpūjāpūrvakaṃ lekhanī-masyādhārasahita-śrīsarasvatīpūjākarma ahaṃ kariṣye ||

28.2
oṃ tad viṣṇoḥ paramaṃ padaṃ sadā paśyanti sūrayaḥ |
divīva cakṣur ātatam ||
oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ |

28.3
oṃ apavitraḥ pavitro vā sarvāvasthāṃ gato’pi vā |
yaḥ smaret puṇḍarīkākṣaṃ sa bāhyābhyantaraḥ śuciḥ ||
namaḥ sarvamaṅgalamaṅgalyaṃ vareṇyaṃ varadaṃ śubham |
nārāyaṇaṃ namaskṛtya sarvakarmāṇi kārayet ||

28.4
oṃ devo vo draviṇodāḥ pūrṇāṃ vivaṣṭy āsicam |
ud vā siñcadhvam upa vā pṛṇadhvam ād id vo deva ohate ||
oṃ asya saṃkalpitārthasya siddhir astu |
oṃ ayam ārambhaḥ śubhāya bhavatu ||

29. Pranayama mit Saraswatis Keimsilbe

29.1
aiṃ |

30. Rishyadi Nyasa

30.1
oṃ śrīsarasvatīmantrasya kaṇva ṛṣiḥ gāyatrīchandaḥ śrīvāgīśvarīdevatā mama sarvābhīṣṭasiddhaye śrīsarasvatīpūjane viniyogaḥ |
oṃ kaṇvāya ṛṣaye namaḥ |
oṃ gāyatryai chandase namaḥ |
oṃ vāgīśvaryai devatāyai namaḥ ||

31. Die Kräfte des Sitzes anrufen

31.1
oṃ pīṭhadevatā ihāgacchata ihāgacchata |
iha tiṣṭhata iha tiṣṭhata | iha sannidhatta | iha sannirudhyadhvam |
atrādhiṣṭhānaṃ kuruta mama pūjāṃ gṛhṇīta ||

31.2
oṃ ādhāraśaktaye namaḥ |
oṃ prakṛtyai namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ pṛthivyai namaḥ |
oṃ kṣīrasamudrāya namaḥ |
oṃ śvetadvīpāya namaḥ |
oṃ maṇimaṇḍapāya namaḥ |
oṃ kalpavṛkṣāya namaḥ |
oṃ maṇivedikāyai namaḥ |
oṃ ratnasiṃhāsanāya namaḥ |
oṃ dharmāya namaḥ |
oṃ jñānāya namaḥ |
oṃ vairāgyāya namaḥ |
oṃ aiśvaryāya namaḥ |
oṃ adharmāya namaḥ |
oṃ ajñānāya namaḥ |
oṃ avairāgyāya namaḥ |
oṃ anaiśvaryāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ padmāya namaḥ |
oṃ aṃ arkamaṇḍalāya dvādaśakalātmane namaḥ |
oṃ uṃ somamaṇḍalāya ṣoḍaśakalātmane namaḥ |
oṃ maṃ vahnimaṇḍalāya daśakalātmane namaḥ |
oṃ saṃ sattvāya namaḥ |
oṃ raṃ rajase namaḥ |
oṃ taṃ tamase namaḥ |
oṃ āṃ ātmane namaḥ |
oṃ aṃ antarātmane namaḥ |
oṃ paṃ paramātmane namaḥ |
oṃ hrīṃ jñānātmane namaḥ |
oṃ medhāyai namaḥ |
oṃ prajñāyai namaḥ |
oṃ prabhāyai namaḥ |
oṃ śriyai namaḥ |
oṃ dhṛtyai namaḥ |
oṃ smṛtyai namaḥ |
oṃ buddhyai namaḥ |
oṃ vidyaiśvaryai namaḥ |
oṃ varṇakamalāsanāya namaḥ |

32. Saraswati Dhyana – die Göttin innerlich schauen

32.1
oṃ taruṇaśakalam indor bibhratī śubhrakāntiḥ |
kucabharanamitāṅgī sanniṣaṇṇā sitābje |
nijakarakamalodyallekhanīpustakaśrīḥ |
sakalavibhavasiddhyai pātu vāgdevatā naḥ ||

32.2
ete gandhapuṣpe oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ |
svāgata oṃ bhūr bhuvaḥ svaḥ bhagavati sarasvati devi svāgataṃ kuśalaṃ te ||

33. Avahana – Saraswati empfangen

33.1
oṃ bhūr bhuvaḥ svaḥ bhagavati śrīśrīsarasvati devi svakīyagaṇasahite |
ihāgaccha ihāgaccha | iha tiṣṭha iha tiṣṭha | iha sannidhehi |
iha sannirudhyasva | atrādhiṣṭhānaṃ kuru mama pūjāṃ gṛhāṇa |
oṃ sthāṃ sthīṃ sthiro bhava yāvat pūjāṃ karomy aham ||
āgaccha madgṛhe devi aṣṭābhiḥ śaktibhiḥ saha |
pūjāṃ gṛhāṇa vidhivat sarvakalyāṇakāriṇi ||

33.2
svāgata oṃ bhūr bhuvaḥ svaḥ bhagavati sarasvati devi susvāgataṃ kuśalaṃ te |
oṃ kṛtārtho’nugṛhīto’smi saphalaṃ jīvitaṃ mama |
āgatāsi yato devi vāgīśvari madāśramam |
oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

34. Chakshur Dana – die Augen öffnen

34.1
oṃ ā pyāyasva sam etu te viśvataḥ soma vṛṣṇyam |
bhavā vājasya saṃgathe ||
oṃ citraṃ devānām ud agād anīkaṃ cakṣur mitrasya varuṇasyāgneḥ |
āprā dyāvāpṛthivī antarikṣaṃ sūrya ātmā jagatas tasthuṣaś ca ||

35. Prana Pratishtha – lebendige Gegenwart verehren

35.1
aiṃ |

35.2
oṃ asyai prāṇāḥ pratiṣṭhantu asyai prāṇāḥ kṣarantu ca |
asyai devatvasaṃkhyāyai svāhā ||
oṃ tryambakaṃ yajāmahe sugandhiṃ puṣṭivardhanam |
urvārukam iva bandhanān mṛtyor mukṣīya māmṛtāt svāhā ||

36. Padya – Wasser für die Füße

36.1
oṃ pādyaṃ gṛhṇa mahādevi sarvaduḥkhāpahārakam |
trāyasva varade devi namas te viṣṇuvallabhe |
etat pādyaṃ namo sarasvatyai namaḥ ||

37. Asana – den Ehrensitz anbieten

37.1
etasmai rajatāsanāya namaḥ |
ete gandhapuṣpe etadadhipataye śrīviṣṇave namaḥ |
etat sampradānāya oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||
oṃ āsanaṃ gṛhṇa deveśi yat kṛtaṃ śobhanaṃ mayā |
sarvakāmaphalaṃ devi vāgīśvari namo’stu te |
idaṃ rajatāsanam oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

38. Vishesha Arghya – das besondere Muschelwasser

38.1
phaṭ |

38.2
oṃ dūrvākṣatasamāyuktaṃ bilvapatraṃ tathāparam |
śobhanaṃ śaṅkhapātrasthaṃ gṛhāṇārghyaṃ devi śārade |
eṣo’rghyaḥ namo sarasvatyai namaḥ ||

38.3
ete gandhapuṣpe oṃ aṃ arkamaṇḍalāya dvādaśakalātmane namaḥ |
oṃ maṃ vahnimaṇḍalāya daśakalātmane namaḥ |
oṃ uṃ somamaṇḍalāya ṣoḍaśakalātmane namaḥ ||

38.4
oṃ taruṇaśakalam indor bibhratī śubhrakāntiḥ |
kucabharanamitāṅgī sanniṣaṇṇā sitābje |
nijakarakamalodyallekhanīpustakaśrīḥ |
sakalavibhavasiddhyai pātu vāgdevatā naḥ ||

38.5
hūṃ | vauṣaṭ |
ete gandhapuṣpe oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

38.6
aiṃ |

39. Madhuparka – die süße Gastgabe

39.1
namaḥ madhuparkaṃ mahādevi brahmādyaiḥ parikalpitam |
mayā niveditaṃ bhaktyā gṛhāṇa parameśvari |
etan madhuparkaṃ sarasvatyai namaḥ ||

40. Snana – das Bad anbieten

40.1
oṃ jalaṃ ca śītalaṃ svacchaṃ nityaṃ śuddhaṃ manoharam |
snānārthaṃ te prayacchāmi vāgīśvari gṛhāṇa me |
idaṃ snānīyajalam oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

41. Vastra – Kleidung darbringen

41.1
oṃ bahutantusamāyuktaṃ paṭṭasūtrādinirmitam |
vāso devi suśuklaṃ ca gṛhāṇa parameśvari ||
oṃ bahusantānasamṛddhaṃ rañjitaṃ rāgavastunā |
vāgdevi bhaja prītiṃ vāsas te paridhīyatām |
etad vastraṃ namo sarasvatyai namaḥ ||

42. Gandha – duftende Salbung

42.1
oṃ śarīraṃ te na jānāmi ceṣṭāṃ naiva ca naiva ca |
mayā niveditān gandhān pratigṛhya vilipyatām |
eṣa gandhaḥ oṃ sarasvatyai namaḥ ||

43. Pushpa – eine weiße Blüte schenken

43.1
oṃ puṣpaṃ manoharaṃ divyaṃ sugandhi devanirmitam |
hṛdyam adbhutam āghreyaṃ devi dattaṃ pragṛhyatām |
etāni puṣpāṇi oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

44. Dhupa – Räucherwerk anbieten

44.1
oṃ vanaspatiraso divyo gandhāḍhyaḥ sumanoharaḥ |
mayā nivedito bhaktyā dhūpo’yaṃ pratigṛhyatām |
eṣa dhūpaḥ oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

45. Dipa – das Licht verehren

45.1
oṃ agnijyotī ravijyotiś candrajyotis tathaiva ca |
jyotiṣām uttamo devi dīpo’yaṃ pratigṛhyatām |
eṣa dīpaḥ oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

46. Pushpa Malya – die Girlande darbringen

46.1
oṃ sūtreṇa grathitaṃ mālyaṃ nānāpuṣpasamanvitam |
śrīyuktaṃ lambamānaṃ ca gṛhāṇa parameśvari |
eṣa puṣpamālyaṃ oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

47. Naivedya – den Speisenteller anbieten

47.1
oṃ naivedyaṃ ghṛtasaṃyuktaṃ nānādravyasamanvitam |
mayā niveditaṃ bhaktyā gṛhāṇa tvaṃ vāgīśvari |
idaṃ sopakaraṇāmānna-naivedyam oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

48. Phalamula – Früchte und Wurzeln darbringen

48.1
oṃ phalamūlāni sarvāṇi grāmyāraṇyāni yāni ca |
nānāvidhasugandhīni gṛhṇa devi yathāsukham |
etāni phalamūlāni oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

49. Modaka – die Süßigkeit darbringen

49.1
oṃ modakaṃ svādasaṃyuktaṃ śarkarādivinirmitam |
suramyaṃ madhuraṃ bhojyaṃ devi dattaṃ pratigṛhyatām |
eṣa modakaṃ oṃ sarasvatyai namaḥ ||

50. Paramanna und Panchagrasa – die Göttin speisen

50.1
oṃ gavyasarpiḥpayoyukto nānāmadhurasaṃyutaḥ |
mayā niveditaṃ bhaktyā paramānnaṃ pragṛhyatām ||

50.2
oṃ prāṇāya svāhā |
oṃ apānāya svāhā |
oṃ samānāya svāhā |
oṃ udānāya svāhā |
oṃ vyānāya svāhā ||

51. Achamaniya und Punarachamaniya – Wasser nach der Speise

51.1
oṃ mandākinyās tu yad vāri sarvapāpaharaṃ śubham |
gṛhāṇācamanīyaṃ tvaṃ mayā bhaktyā niveditam |
idam ācamanīyam oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

51.2
oṃ ucchiṣṭo’py aśucir vāpi yasyāḥ smaraṇamātrataḥ |
śuddhim āpnoti tasyai te punarācamanīyakam |
idaṃ punarācamanīyam oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

52. Bücher, Schreibgerät und Musik ehren

52.1
oṃ pustakebhyo namaḥ |
oṃ masyādhārāya namaḥ |
oṃ lekhanyai namaḥ |
oṃ vādyayantrādibhyo namaḥ |
oṃ haṃsāya namaḥ ||

53. Pushpanjali – gemeinsame Blütengaben

53.1
oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ |

53.2
oṃ tad viṣṇoḥ paramaṃ padaṃ sadā paśyanti sūrayaḥ |
divīva cakṣur ātatam ||
oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ |

53.3
oṃ sarasvatyai namo nityaṃ bhadrakālyai namo namaḥ |
vedavedāṅgavedāntavidyāsthānebhya eva ca |
eṣa puṣpāñjaliḥ oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

53.4
oṃ sā me vasatu jihvāyāṃ vīṇāpustakadhāriṇī |
murārivallabhā devī sarvaśuklā sarasvatī |
eṣa puṣpāñjaliḥ oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

53.5
sarasvati mahābhāge vidye kamalalocane |
vidyārūpe viśālākṣi vidyāṃ dehi namo’stu te |
eṣa puṣpāñjaliḥ oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

54. Gemeinsam grüßen und preisen

54.1
jaya jaya devi carācarasāre kucayugaśobhitamuktāhāre |
vīṇārañjitapustakahaste bhagavati bhārati devi namas te ||

54.2
śvetapadmāsanā devī śvetapuṣpasuśobhitā |
śvetāmbaradharā nityā śvetagandhānulepanā ||
śvetākṣasūtrahastā ca śvetacandanacarcitā |
śvetavīṇādharā śubhrā śvetālaṅkārabhūṣitā ||

54.3
yā kundendutuṣārahāradhavalā yā śubhravastrāvṛtā |
yā vīṇāvaradaṇḍamaṇḍitakarā yā śvetapadmāsanā |
yā brahmācyutaśaṅkaraprabhṛtibhir devaiḥ sadā vanditā |
sā māṃ pātu sarasvatī bhagavatī niḥśeṣajāḍyāpahā ||
oṃ sarasvati mahābhāge vedānāṃ jananī parā |
pūjāṃ gṛhāṇa vidhivat kalyāṇaṃ kuru me sadā ||

55. Den Havan vorbereiten und widmen

55.1
oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ |

55.2
oṃ tad viṣṇoḥ paramaṃ padaṃ sadā paśyanti sūrayaḥ |
divīva cakṣur ātatam ||
oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ |

55.3
oṃ apavitraḥ pavitro vā sarvāvasthāṃ gato’pi vā |
yaḥ smaret puṇḍarīkākṣaṃ sa bāhyābhyantaraḥ śuciḥ ||
namaḥ sarvamaṅgalamaṅgalyaṃ vareṇyaṃ varadaṃ śubham |
nārāyaṇaṃ namaskṛtya sarvakarmāṇi kārayet ||

55.4
oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ | oṃ viṣṇuḥ |

55.5
oṃ ayam ārambhaḥ śubhāya bhavatu ||

55.6
viṣṇur oṃ tat sat adya māghe māsi śuklapakṣe pañcamyāṃ tithau amukagotraḥ śrīamukadevaśarmā śrīśrīsarasvatīdevīprītikāmaḥ lekhanī-masyādhārasahita-śrīśrīsarasvatīpūjā-karmāṅgībhūta-homakarmaṇi oṃ aiṃ sarasvatyai svāheti mantreṇetyādinā aṣṭāviṃśatisaṃkhyaka-sājya-bilvapatra-homam ahaṃ kariṣye ||

56. Rekha – das Feuerfeld markieren

56.1
oṃ rekheyaṃ pṛthivīdevatākā pītavarṇā |
oṃ rekheyaṃ agnidevatākā lohitavarṇā |
oṃ rekheyaṃ prajāpatidevatākā kṛṣṇavarṇā |
oṃ rekheyaṃ indradevatākā nīlavarṇā |
oṃ rekheyaṃ somadevatākā śuklavarṇā ||

56.2
oṃ prajāpatir ṛṣir agnir devatā utkaranirasane viniyogaḥ |
oṃ nirastaḥ parāvasuḥ ||

57. Agni Samskara und Agni Sthapana

57.1
oṃ prajāpatir ṛṣis triṣṭup chando’gnir devatā agnisaṃskāre viniyogaḥ |
oṃ kravyādam agniṃ prahiṇomi dūraṃ yamarājyaṃ gacchatu ripravāhaḥ ||

57.2
oṃ prajāpatir ṛṣir bṛhatīchandaḥ prajāpatir devatā agnisthāpane viniyogaḥ |
oṃ bhūr bhuvaḥ svar oṃ ||
oṃ ihaivāyam itaro jātavedā devebhyo havyaṃ vahatu prajānan |
oṃ sarvataḥ pāṇipādāntaḥ sarvato’kṣiśiromukhaḥ |
viśvarūpo mahān agniḥ praṇītaḥ sarvakarmasu ||

58. Agni Namakarana – Balada verehren

58.1
oṃ agne tvaṃ baladanāmāsi ||

58.2
oṃ ihaivāyam itaro jātavedā devebhyo havyaṃ vahatu prajānan |
oṃ sarvataḥ pāṇipādāntaḥ sarvato’kṣiśiromukhaḥ |
viśvarūpo mahān agniḥ praṇītaḥ sarvakarmasu ||

58.3
oṃ piṅgabhruśmaśrukeśākṣaḥ pīnāṅgajaṭharo’ruṇaḥ |
chāgasthaḥ sākṣasūtro’gniḥ saptārciḥ śaktidhārakaḥ ||

58.4
oṃ baladanāmāgne ihāgaccha ihāgaccha | iha tiṣṭha iha tiṣṭha |
iha sannidhehi | iha sannirudhyasva | atrādhiṣṭhānaṃ kuru mama pūjāṃ gṛhāṇa ||

58.5
oṃ baladanāmne’gnaye namaḥ |
etat pādyaṃ oṃ baladanāmne’gnaye namaḥ |
eṣo’rghyaḥ oṃ baladanāmne’gnaye namaḥ |
etat puṣpaṃ oṃ baladanāmne’gnaye namaḥ |
eṣa dhūpaḥ oṃ baladanāmne’gnaye namaḥ |
eṣa dīpaḥ oṃ baladanāmne’gnaye namaḥ |
etan naivedyaṃ oṃ baladanāmne’gnaye namaḥ |
etat pānīyajalaṃ oṃ baladanāmne’gnaye namaḥ ||

59. Udakanjali Seka – den Feuerplatz mit Wasser umgeben

59.1
oṃ prajāpatir ṛṣir anuṣṭup chandaḥ savitā devatā agniparyukṣaṇe viniyogaḥ |
oṃ deva savitaḥ prasuva yajñaṃ prasuva yajñapatiṃ bhagāya |
divyo gandharvaḥ ketapūḥ ketaṃ naḥ punātu vācaspatir vācaṃ naḥ svadatu ||
prajāpatir ṛṣir aditir devatā udakāñjaliseke viniyogaḥ |
oṃ adite anumanyasva |
prajāpatir ṛṣir anumatir devatā udakāñjaliseke viniyogaḥ |
oṃ anumate anumanyasva |
prajāpatir ṛṣiḥ sarasvatī devatā udakāñjaliseke viniyogaḥ |
oṃ sarasvaty anumanyasva ||

60. Ghrita Samskara – die flüssige Gabe weihen

60.1
oṃ prajāpatir ṛṣir gāyatrīchanda ājyaṃ devatā ājyotpavane viniyogaḥ |
oṃ devas tvā savitotpunātv acchidreṇa pavitreṇa |
vasoḥ sūryasya raśmibhiḥ svāhā ||

61. Brahma Sthapana – den Hüter des Rituals einsetzen

61.1
prajāpatir ṛṣir agnir devatā tṛṇanirasane viniyogaḥ |
oṃ nirastaḥ parāvasuḥ |
prajāpatir ṛṣir anuṣṭup chando’gnir devatā brahmopaveśane viniyogaḥ |
oṃ āvasoḥ sadane sīda ||

62. Navagraha Homa – neun Feuergaben

62.1
oṃ ā kṛṣṇena rajasā vartamāno niveśayann amṛtam martyaṃ ca |
hiraṇyayena savitā rathenā devo yāti bhuvanāni paśyan svāhā ||

62.2
oṃ ā pyāyasva sam etu te viśvataḥ soma vṛṣṇyam |
bhavā vājasya saṃgathe svāhā ||

62.3
oṃ agnir mūrdhā divaḥ kakut patiḥ pṛthivyā ayam |
apāṃ retāṃsi jinvati svāhā ||

62.4
oṃ agne vivasvad uṣasaś citraṃ rādho amartya |
ā dāśuṣe jātavedo vahā tvam adyā devāṃ uṣarbudhaḥ svāhā ||

62.5
oṃ bṛhaspate pari dīyā rathena rakṣohāmitrāṃ apabādhamānaḥ |
prabhañjan senāḥ pramṛṇo yudhā jayann asmākam edhy avitā rathānām svāhā ||

62.6
oṃ śukraṃ te anyad yajataṃ te anyad viṣurūpe ahanī dyaur ivāsi |
viśvā hi māyā avasi svadhāvo bhadrā te pūṣann iha rātir astu svāhā ||

62.7
oṃ śaṃ no devīr abhiṣṭaya āpo bhavantu pītaye |
śaṃ yor abhi sravantu naḥ svāhā ||

62.8
oṃ kayā naś citra ā bhuvad ūtī sadāvṛdhaḥ sakhā |
kayā śaciṣṭhayā vṛtā svāhā ||

62.9
oṃ ketuṃ kṛṇvann aketave peśo maryā apeśase |
sam uṣadbhir ajāyathāḥ svāhā ||

63. Dikpala Homa – zehn Richtungsgaben

63.1
oṃ indrāya svāhā |
oṃ agnaye svāhā |
oṃ yamāya svāhā |
oṃ nairṛtāya svāhā |
oṃ varuṇāya svāhā |
oṃ vāyave svāhā |
oṃ kuberāya svāhā |
oṃ īśānāya svāhā |
oṃ brahmaṇe svāhā |
oṃ anantāya svāhā ||

64. Die 28 Hauptgaben an Saraswati

64.1
oṃ aiṃ sarasvatyai svāhā ||

64.2
oṃ yathā na devo bhagavān brahmā lokapitāmahaḥ |
tvāṃ parityajya saṃtiṣṭhet tathā bhava varapradā ||
vedāḥ sarvāṇi śāstrāṇi nṛtyagītādikaṃ ca yat |
na vihīnaṃ tvayā devi tathā me santu siddhayaḥ ||
oṃ lakṣmīr medhā dharā tuṣṭiḥ puṣṭir gaurī prabhā dhṛtiḥ |
etābhiḥ pāhi tanubhir aṣṭābhir māṃ sarasvati ||

65. Pratyaksha Devata Homa – die anwesenden Gottheiten und Zeichen ehren

65.1
oṃ śrīgaṇeśāya svāhā |
oṃ nārāyaṇāya svāhā |
oṃ lakṣmyai svāhā |
oṃ durgāyai svāhā |
oṃ vāstudevāya svāhā |
oṃ śivāyai svāhā |
oṃ gaṅgāyai svāhā |
oṃ haṃsāya svāhā |
oṃ lekhanyai svāhā |
oṃ masyādhārāya svāhā |
oṃ pustakebhyaḥ svāhā |
oṃ vīṇāyai svāhā ||

66. Virupaksha Japa

66.1
parameṣṭhī ṛṣir rudrarūpo’gnir devatā virūpākṣajape viniyogaḥ |
oṃ bhūr bhuvaḥ svar oṃ mahāntam ātmānaṃ prapadye |
virūpākṣo’si dantāñjis tasya te śayyā parṇe gṛhāntarikṣe vimitaṃ hiraṇmayam |
tad devānāṃ hṛdayāny ayasmaye kumbhe’ntaḥ sannihitāni |
tāni balabhṛc ca balasāc ca rakṣato’pramaṇī animiṣataḥ |
samudro mā viśvavyacā brahmānujānātu |
tutho mā viśvavedā brahmaṇaḥ putro’nujānātu |
śvātro mā pracetā maitrāvaruṇo’nujānātu |
tasmai virūpākṣāya dantāñjaye samudrāya viśvavyacase |
tuthāya viśvavedase śvātrāya pracetase sahasrākṣāya brahmaṇaḥ putrāya namaḥ ||

67. Mahavyahriti Homa – die Welten einbeziehen

67.1
oṃ prajāpatir ṛṣir gāyatrīchando agnir devatā vyastasamasta-mahāvyāhṛtihome viniyogaḥ |
oṃ bhūḥ svāhā ||
oṃ prajāpatir ṛṣir uṣṇikchando vāyur devatā vyastasamasta-mahāvyāhṛtihome viniyogaḥ |
oṃ bhuvaḥ svāhā ||
oṃ prajāpatir ṛṣir anuṣṭupchando sūryo devatā vyastasamasta-mahāvyāhṛtihome viniyogaḥ |
oṃ svaḥ svāhā ||
oṃ prajāpatir ṛṣir bṛhatīchando prajāpatir devatā vyastasamasta-mahāvyāhṛtihome viniyogaḥ |
oṃ bhūr bhuvaḥ svaḥ svāhā ||

68. Udichya Karma und Verehrung des gnädigen Feuers

68.1
prajāpatir ṛṣir aditir devatā udakāñjaliseke viniyogaḥ |
oṃ adite’nvamaṃsthāḥ ||

68.2
oṃ mṛḍanāmāgne ihāgaccha ihāgaccha | iha tiṣṭha iha tiṣṭha |
iha sannidhehi | iha sannirudhyasva | atrādhiṣṭhānaṃ kuru mama pūjāṃ gṛhāṇa ||

68.3
eṣa gandhaḥ oṃ mṛḍanāmne’gnaye namaḥ |
etat puṣpaṃ oṃ mṛḍanāmne’gnaye namaḥ |
eṣa dhūpaḥ oṃ mṛḍanāmne’gnaye namaḥ |
eṣa dīpaḥ oṃ mṛḍanāmne’gnaye namaḥ |
etad havirnaivedyam oṃ mṛḍanāmne’gnaye svāhā ||

69. Purnahuti – die volle Schlussgabe

69.1
prajāpatir ṛṣir virāḍgāyatrīchanda indro devatā yaśaskāmasya yajanīyaprayoge viniyogaḥ |
oṃ pūrṇahomaṃ yaśase juhomi yo’smai juhoti varam asmai dadāti |
varaṃ vṛṇe yaśasā bhāmi loke svāhā ||

70. Purnapatra Dana und Dakshina

70.1
ete gandhapuṣpe etasmai pūrṇapātrānukalpabhojyāya namaḥ |
ete gandhapuṣpe etadadhipataye śrīviṣṇave namaḥ |
ete gandhapuṣpe etat sampradānāya brahmaṇe namaḥ ||

70.2
viṣṇur oṃ tat sad adya māghe māsi śuklapakṣe pañcamyāṃ tithau |
amukagotraḥ amukadevaśarmā |
amukagotraḥ amukadevaśarmā |
etat sampradānāya oṃ brahmaṇe namaḥ ||

70.3
kṛtaitat śrīśrīsarasvatīpūjā-homakarmaṇaḥ sāṅgatārthaṃ dakṣiṇām idaṃ pūrṇapātrānukalpabhojyaṃ śrīviṣṇudaivatam |
amukagotrāya śrīamukadevaśarmaṇe brāhmaṇāyāhaṃ sampradade ||

71. Agni Visarjana – das Feuer verabschieden

71.1
oṃ brahman kṣamasva ||

71.2
oṃ agne tvaṃ samudraṃ gaccha |
oṃ pṛthvi tvaṃ śītalā bhava ||

72. Bhasma Tilaka – mit der Asche segnen

72.1
oṃ kaśyapasya tryāyuṣam |
oṃ jamadagnes tryāyuṣam |
oṃ yad devānāṃ tryāyuṣam |
oṃ tat te’stu tryāyuṣam ||

73. Pranama und Mula Mantra Japa

73.1
oṃ sarasvatyai namo nityaṃ bhadrakālyai namo namaḥ |
vedavedāṅgavedāntavidyāsthānebhya eva ca ||

73.2
aiṃ |

73.3
oṃ guhyātiguhyagoptrī tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhir bhavatu me devi tvatprasādāt sureśvari ||

75. Nirmalya Puja und Dadhikaramba – die Abschiedsspeise

75.1
oṃ nirmālyavāsinyai namaḥ ||

75.2
vaṃ etasmai sopakaraṇamiṣṭānna-dadhikaramba-naivedyāya namaḥ |
ete gandhapuṣpe etadadhipataye śrīviṣṇave namaḥ |
etat sampradānāya etat sopakaraṇamiṣṭānna-dadhikaramba-naivedyam oṃ aiṃ sarasvatyai nivedayāmi svāhā ||

75.3
oṃ prāṇāya svāhā |
oṃ apānāya svāhā |
oṃ samānāya svāhā |
oṃ udānāya svāhā |
oṃ vyānāya svāhā ||

76. Visarjana – die Festgegenwart verabschieden

76.1
etat pānārthodakam oṃ aiṃ sarasvatyai nivedayāmi |
etat prakṣālanīyodakam oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ ||

76.2
oṃ gaccha gaccha paraṃ sthānaṃ svasthānaṃ parameśvari |
pūjādhāraṇakāle ca punarāgamanāya ca ||

77. Shanti Patha – Segenswasser und Frieden

77.1
kayā naś citra ity ṛktrayasya mahāvāmadevya ṛṣir virāḍgāyatrīchanda indro devatā śāntikarmaṇi jape viniyogaḥ ||

77.2
oṃ kayā naś citra ā bhuvad ūtī sadāvṛdhaḥ sakhā |
kayā śaciṣṭhayā vṛtā ||
oṃ kas tvā satyo madānām maṃhiṣṭho matsad andhasaḥ |
dṛḷhā cid āruje vasu ||
oṃ abhī ṣu ṇaḥ sakhīnām avitā jaritṝṇām |
śatam bhavāsy ūtibhiḥ ||

77.3
oṃ svasti na indro vṛddhaśravāḥ svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |
svasti nas tārkṣyo ariṣṭanemiḥ svasti no bṛhaspatir dadhātu ||
oṃ svasti | oṃ svasti | oṃ svasti ||

77.4
oṃ dyauḥ śāntir antarikṣaṃ śāntiḥ pṛthivī śāntir āpaḥ śāntir oṣadhayaḥ śāntiḥ |
vanaspatayaḥ śāntir viśve devāḥ śāntir brahma śāntiḥ sarvaṃ śāntiḥ |
śāntir eva śāntiḥ sā mā śāntir edhi ||
oṃ śāntir astu śivaṃ cāstu vinaśyatv aśubhaṃ ca yat |
yata evāgataṃ pāpaṃ tatraiva pratigacchatu svāhā ||

77.5
oṃ pūrṇam adaḥ pūrṇam idaṃ pūrṇāt pūrṇam udacyate |
pūrṇasya pūrṇam ādāya pūrṇam evāvaśiṣyate ||
oṃ śāntiḥ | oṃ śāntiḥ | oṃ śāntiḥ ||

78. Kshama Bhiksha – Vergebung erbitten

78.1
oṃ namo brahmaṇyadevāya gobrāhmaṇahitāya ca |
jagaddhitāya śrīkṛṣṇāya govindāya namo namaḥ |
he kṛṣṇa karuṇāsindho dīnabandho jagatpate |
gopeśa gopikākānta rādhākānta namo’stu te ||

78.2
oṃ ajñānād yadi vā mohāt pracyavetādhvareṣu yat |
smaraṇād eva tad viṣṇoḥ sampūrṇaṃ syād iti śrutiḥ ||

78.3
oṃ asato mā sad gamaya |
tamaso mā jyotir gamaya |
mṛtyor māmṛtaṃ gamaya ||

79. Die Leitung ehren

79.1
viṣṇur oṃ tat sat adya māghe māsi śuklapakṣe śrīpañcamyāṃ tithau amukagotraḥ śrīamukadevaśarmā kṛte’smin lekhanī-masyādhārasahita-śrīśrīsarasvatīpūjā-tadaṅgībhūta-pūjakarmaṇaḥ sāṅgatārthaṃ amukagotrāya śrīamukadevaśarmaṇe dakṣiṇām idaṃ kāñcanaṃ tanmūlyaṃ tubhyam ahaṃ sampradade ||

80. Vaigunya Samadhana und Achchidra Avadharana

80.1
viṣṇur oṃ tat sat adya māghe māsi śuklapakṣe pañcamyāṃ tithau amukagotraḥ śrīamukadevaśarmā kṛte’smin lekhanī-masyādhārasahita-śrīśrīsarasvatīdevīpūjā-tadaṅgībhūtaṃ yad vaiguṇyaṃ jātaṃ taddoṣapraśamanāya śrīviṣṇunāmasmaraṇam ahaṃ kariṣye ||

80.2
oṃ viṣṇuḥ |

80.3
oṃ kṛtaital lekhanī-masyādhārasahita-śrīśrīsarasvatīdevīpūjākarma acchidram astu |
oṃ astu ||

81. Samarpana – die Früchte der Verehrung übergeben

81.1
oṃ yad akṣaraṃ paribhraṣṭaṃ mātrāhīnaṃ ca yad bhavet |
pūrṇaṃ bhavatu tat sarvaṃ tvatprasādāt sureśvari ||
mantrahīnaṃ kriyāhīnaṃ bhaktihīnaṃ sureśvari |
yat pūjitaṃ mayā devi paripūrṇaṃ tad astu me ||
oṃ kāyena manasā vācā karmaṇā yat kṛtaṃ mayā |
tat sarvaṃ paripūrṇaṃ tvatprasādāt sureśvari ||
etat sarvaṃ karmaphalaṃ śrīsarasvatīcaraṇe samarpayāmi ||

Devanagari

1. Ankommen und Ganga Pranama

1.1
ॐ सद्यःपातकसंहन्त्री सद्योदुःखविनाशिनी ।
सुखदा मोक्षदा गङ्गा गङ्गैव परमा गतिः ॥

2. Achamana und Vishnu Smarana

2.1
ॐ विष्णुः । ॐ विष्णुः । ॐ विष्णुः ।

2.2
ॐ तद् विष्णोः परमं पदं सदा पश्यन्ति सूरयः ।
दिवीव चक्षुर् आततम् ॥
ॐ विष्णुः । ॐ विष्णुः । ॐ विष्णुः ।

2.3
ॐ अपवित्रः पवित्रो वा सर्वावस्थां गतोऽपि वा ।
यः स्मरेत् पुण्डरीकाक्षं स बाह्याभ्यन्तरः शुचिः ॥
नमः सर्वमङ्गलमङ्गल्यं वरेण्यं वरदं शुभम् ।
नारायणं नमस्कृत्य सर्वकर्माणि कारयेत् ॥

3. Gaben widmen und das Licht anrufen

3.1
ॐ विष्णवे नमः ।
वं एतस्मै गन्धादिभ्यो नमः ।
एते गन्धपुष्पे एतदधिपतये श्रीविष्णवे नमः ।
एतत् सम्प्रदानाय पूजनीयदेवतागणेभ्यो नमः ॥

3.2
ॐ भूर् भुवः स्वः ।
तत् सवितुर् वरेण्यं भर्गो देवस्य धीमहि ।
धियो यो नः प्रचोदयात् । ॐ ॥

3.3
ॐ एहि सूर्य सहस्रांशो तेजोराशे जगत्पते ।
अनुकम्पय मां भक्तं गृहाणार्घ्यं दिवाकर ॥
एषोऽर्घ्यः नमः सूर्याय नमः ॥

4. Guru Puja – den Ursprung des Lernens ehren

4.1
ध्यायेच् छिरसि शुक्लाब्जे द्विनेत्रं द्विभुजं गुरुम् ।
श्वेताम्बरपरीधानं श्वेतमाल्यानुलेपनम् ।
वराभयकरं शान्तं करुणामयविग्रहम् ।
वामेनोत्पलधारिण्या शक्त्यालिङ्गितविग्रहम् ।
स्मेराननं सुप्रसन्नं साधकाभीष्टदायकम् ॥

4.2
अखण्डमण्डलाकारं व्याप्तं येन चराचरम् ।
तत्पदं दर्शितं येन तस्मै श्रीगुरवे नमः ॥
अज्ञानतिमिरान्धस्य ज्ञानाञ्जनशलाकया ।
चक्षुर् उन्मीलितं येन तस्मै श्रीगुरवे नमः ॥
गुरुर् ब्रह्मा गुरुर् विष्णुर् गुरुर् देवो महेश्वरः ।
गुरुः साक्षात् परं ब्रह्म तस्मै श्रीगुरवे नमः ॥

5. Gaben und Dank an den Guru

5.1
एते गन्धपुष्पे नमः श्रीगुरवे नमः ।
एतत् पाद्यम् नमः श्रीगुरवे नमः ।
एषोऽर्घ्यः नमः श्रीगुरवे नमः ।
एष धूपः नमः श्रीगुरवे नमः ।
एष दीपः नमः श्रीगुरवे नमः ।
एतन् नैवेद्यम् नमः श्रीगुरवे नमः ।
एतत् पानीयजलम् नमः श्रीगुरवे नमः ।

5.2
जय गुरु ।

5.3
गुह्यातिगुह्यगोप्ता त्वं गृहाणास्मत्कृतं जपम् ।
सिद्धिर् भवतु मे देव त्वत्प्रसादात् सुरेश्वर ॥

6. Kalasha Sthapana – das heilige Gefäß einsetzen

6.1
हिरण्यगर्भः समवर्तताग्रे भूतस्य जातः पतिर् एक आसीत् ।
स दाधार पृथिवीं द्याम् उतेमां कस्मै देवाय हविषा विधेम ॥

6.2
कलशस्य मुखे विष्णुः कण्ठे रुद्रः समाश्रितः ।
मूले तत्र स्थितो ब्रह्मा मध्ये मातृगणाः स्मृताः ॥
कुक्षौ तु सागराः सर्वे सप्तद्वीपा वसुन्धरा ।
ऋग्वेदोऽथ यजुर्वेदः सामवेदोऽप्य् अथर्वणः ॥
अङ्गैश् च सहिताः सर्वे कलशाम्बु समाश्रिताः ।
आयान्तु देवपूजार्थं दुरितक्षयकारकाः ॥
गङ्गे च यमुने चैव गोदावरि सरस्वति ।
नर्मदे सिन्धु कावेरि जलेऽस्मिन् सन्निधिं कुरु ॥

7. Sthirikarana – die Gegenwart festigen

7.1
ॐ त्वावतः पुरूवसो वयम् इन्द्र प्रणेतः ।
स्मसि स्थातर् हरीणाम् ॥
ॐ स्थां स्थीं स्थिरो भव यावत् पूजां करोम्य् अहम् ॥

7.2
ॐ सर्वतीर्थोद्भवं वारि सर्वदेवसमन्वितम् ।
इमं घटं समारुह्य तिष्ठ देवगणैः सह ॥

8. Kandaropana und Sutraveshtana

8.1
ॐ काण्डात् काण्डात् प्ररोहन्ती परुषः परुषस् परि ।
एवा नो दूर्वे प्रतनु सहस्रेण शतेन च ॥

8.2
ॐ सुत्रामाणं पृथिवीं द्याम् अनेहसं सुशर्माणम् अदितिं सुप्रणीतिम् ।
दैवीं नावं स्वरित्राम् अनागसम् अस्रवन्तीम् आ रुहेमा स्वस्तये ॥

9. Vighnapasarana – Hindernisse abweisen

9.1
ऐं ।

9.2
अस्त्राय फट् ।

10. Mashabhakta Bali – eine eigene Gabe für die Wesen des Ortes

10.1
ॐ भूतादय इहागच्छत इहागच्छत ।
इह तिष्ठत इह तिष्ठत । इह सन्निधत्त । इह सन्निरुध्यध्वम् ।
अत्राधिष्ठानं कुरुत मम पूजां गृह्णीत ॥

10.2
वं एतस्मै माषभक्तबलये नमः ।
एते गन्धपुष्पे ॐ माषभक्तबलये नमः ।
एते गन्धपुष्पे एतदधिपतये ॐ विष्णवे नमः ।
एष माषभक्तबलिः ॐ क्षेत्रपालादि-भूतगणेभ्यो नमः ॥
ॐ भूतप्रेतपिशाचाश् च दानवा राक्षसाश् च ये ।
शान्तिं कुर्वन्तु ते सर्वे इमं गृह्णन्तु मद्बलिम् ॥

11. Bhutapasarana und Granthi Bandhana

11.1
ॐ वेतालाश् च पिशाचाश् च राक्षसाश् च सरीसृपाः ।
ॐ अपसर्पन्तु ते भूता ये भूता भुवि संस्थिताः ।
ये भूता विघ्नकर्तारस् ते नश्यन्तु शिवाज्ञया ॥
ॐ वेतालाश् च पिशाचाश् च राक्षसाश् च सरीसृपाः ।
अपसर्पन्तु ते सर्वे चण्डिकास्त्रेण ताडिताः ॥

11.2
ॐ मणिधरिवज्रिणि महाप्रतिसरे रक्ष रक्ष हूं फट् स्वाहा ॥

12. Dvaradevata Puja und Vastu Puja

12.1
एते गन्धपुष्पे ॐ द्वारदेवताभ्यो नमः ।
ॐ द्वारदेवता इहागच्छत इहागच्छत ।
इह तिष्ठत इह तिष्ठत । इह सन्निधत्त । इह सन्निरुध्यध्वम् ।
अत्राधिष्ठानं कुरुत मम पूजां गृह्णीत ॥

12.2
एते गन्धपुष्पे ॐ गां गणेशाय नमः ।
ॐ महालक्ष्म्यै नमः । ॐ सरस्वत्यै नमः ।
ॐ विघ्नाय नमः । ॐ क्षेत्रपालाय नमः ।
ॐ गां गङ्गायै नमः । ॐ यां यमुनायै नमः ॥

12.3
एते गन्धपुष्पे ॐ ब्रह्मणे नमः ।
एते गन्धपुष्पे ॐ वास्तुपुरुषाय नमः ॥

13. Boden, Altar und Überdachung weihen

13.1
ॐ रक्ष रक्ष हूं फट् स्वाहा ।
ॐ पवित्रवज्रभूमे हूं हूं फट् स्वाहा ॥

13.2
ॐ वेद्या वेदिः समाप्यते बर्हिषा बर्हिर् इन्द्रियम् ।
यूपेन यूप आप्यते प्रणीतो अग्निर् अग्निना ॥

13.3
ॐ ऊर्ध्व ऊ षु ण ऊतये तिष्ठा देवो न सविता ।
ऊर्ध्वो वाजस्य सनिता यद् अञ्जिभिर् वाघद्भिर् विह्वयामहे ॥

13.4
फट् ।

14. Anga Nyasa und Kara Nyasa

14.1
ॐ गां हृदयाय नमः ।
ॐ गीं शिरसे स्वाहा ।
ॐ गूं शिखायै वषट् ।
ॐ गैं कवचाय हूं ।
ॐ गौं नेत्रत्रयाय वौषट् ।
ॐ गः करतलपृष्ठाभ्याम् अस्त्राय फट् ॥

14.2
ॐ सां अङ्गुष्ठाभ्यां नमः ।
ॐ सीं तर्जनीभ्यां स्वाहा ।
ॐ सूं मध्यमाभ्यां वषट् ।
ॐ सैं अनामिकाभ्यां हूं ।
ॐ सौं कनिष्ठाभ्यां वौषट् ।
ॐ सः करतलपृष्ठाभ्याम् अस्त्राय फट् ॥

15. Pushpa Shuddhi und Dik Bandhana

15.1
ऐं फट् ।
ॐ पुष्पकेतु राजार्हते शताय सम्यक् सम्बन्धाय ह्रं ।
ॐ पुष्पे पुष्पे महापुष्पे सुपुष्पे पुष्पसम्भवे ।
पुष्पचयावकीर्णे च हूं फट् स्वाहा ॥

15.2
एते गन्धपुष्पे ॐ गां गणेशाय नमः ।
ॐ महालक्ष्म्यै नमः । ॐ सरस्वत्यै नमः ।
ॐ विघ्नाय नमः । ॐ क्षेत्रपालाय नमः ।
ॐ गां गङ्गायै नमः । ॐ यां यमुनायै नमः ॥

15.3
ॐ गुरुभ्यो नमः । ॐ परमगुरुभ्यो नमः । ॐ परापरगुरुभ्यो नमः ।
ॐ गणेशाय नमः । ॐ ब्रह्मणे नमः । ॐ सरस्वत्यै नमः ॥

16. Panchadevata Puja: Ganesha

16.1
ॐ खर्वं स्थूलतनुं गजेन्द्रवदनम् लम्बोदरं सुन्दरम् ।
प्रस्यन्दन्मदगन्धलुब्धमधुपव्यालोलगण्डस्थलम् ।
दन्ताघातविदारितारिरुधिरैः सिन्दूरशोभाकरं ।
वन्दे शैलसुतासुतं गणपतिं सिद्धिप्रदं कामदम् ॥
एष सचन्दनपुष्पाञ्जलिः नमः गणेशाय नमः ॥

16.2
एते गन्धपुष्पे ॐ नमः गणेशाय नमः ।
एकदन्तं महाकायं लम्बोदरं गजाननम् ।
विघ्ननाशकरं देवं हेरम्बं प्रणमाम्य् अहम् ॥

17. Vishnu

17.1
ॐ ध्येयः सदा सवितृमण्डलमध्यवर्ती नारायणः सरसिजासनसन्निविष्टः ।
केयूरवान् कनककुण्डलवान् किरीटी हारी हिरण्मयवपुर् धृतशङ्खचक्रः ॥

17.2
एते गन्धपुष्पे ॐ नमः विष्णवे नमः ।
ॐ नमो ब्रह्मण्यदेवाय गोब्राह्मणहिताय च ।
जगद्धिताय श्रीकृष्णाय गोविन्दाय नमो नमः ॥

18. Shiva

18.1
ॐ ध्यायेन् नित्यं महेशं रजतगिरिनिभं चारुचन्द्रावतंसं ।
रत्नाकल्पोज्ज्वलाङ्गं परशुमृगवराभीतिहस्तं प्रसन्नम् ।
पद्मासीनं समन्तात् स्तुतम् अमरगणैर् व्याघ्रकृत्तिं वसानं ।
विश्वाद्यं विश्वबीजं निखिलभयहरं पञ्चवक्त्रं त्रिनेत्रम् ॥

18.2
एते गन्धपुष्पे ॐ नमः शिवाय नमः ।
नमः शिवाय शान्ताय कारणत्रयहेतवे ।
निवेदयामि चात्मानं त्वं गतिः परमेश्वर ॥

19. Surya

19.1
ॐ रक्ताम्बुजासनम् अशेषगुणैकसिन्धुं ।
भानुं समस्तजगताम् अधिपं भजामि ।
पद्मद्वयाभयवरान् दधतं कराब्जैर् ।
माणिक्यमौलिम् अरुणाङ्गरुचिं त्रिनेत्रम् ॥

19.2
ॐ एहि सूर्य सहस्रांशो तेजोराशे जगत्पते ।
अनुकम्पय मां भक्तं गृहाणार्घ्यं दिवाकर ॥
एषोऽर्घ्यः नमः सूर्याय नमः ॥

19.3
एते गन्धपुष्पे नमः सूर्याय नमः ।
ॐ जपाकुसुमसंकाशं काश्यपेयं महाद्युतिम् ।
ध्वान्तारिं सर्वपापघ्नं प्रणतोऽस्मि दिवाकरम् ॥

20. Durga

20.1
ॐ कालाभ्राभां कटाक्षैर् अरिकुलभयदां मौलिबद्धेन्दुरेखां ।
शङ्खं चक्रं कृपाणं त्रिशिखम् अपि करैर् उद्वहन्तीं त्रिनेत्राम् ।
सिंहस्कन्धाधिरूढां त्रिभुवनम् अखिलं तेजसा पूरयन्तीं ।
ध्यायेद् दुर्गां जयाख्यां त्रिदशपरिवृतां सेवितां सिद्धिकामैः ॥

20.2
एते गन्धपुष्पे ह्रीं ॐ दुर्गायै नमः ।
ॐ सर्वमङ्गलमाङ्गल्ये शिवे सर्वार्थसाधिके ।
शरण्ये त्र्यम्बके गौरि नारायणि नमोऽस्तु ते ॥

21. Lakshmi Puja als Begleitverehrung

21.1
ॐ पाशाक्षमालिकाम्भोजसृणिभिर् याम्यसौम्ययोः ।
पद्मासनस्थां ध्यायेच् च श्रियं त्रैलोक्यमातरम् ॥
गौरवर्णां सुरूपां च सर्वालङ्कारभूषिताम् ।
रौक्मपद्मव्यग्रकरां वरदां दक्षिणेन तु ॥

21.2
ॐ एतत् पाद्यं श्रीं लक्ष्म्यै नमः ।
एषोऽर्घ्यः । एष धूपः । एष दीपः । एतन् नैवेद्यम् ॥
ॐ विश्वरूपस्य भार्यासि पद्मे पद्मालये शुभे ।
सर्वतः पाहि मां देवि महालक्ष्मि नमोऽस्तु ते ॥

22. Navagraha Puja, Richtungshüter und Vishnus Erscheinungen

22.1
एष गन्धः ॐ आदित्यादि-नवग्रहेभ्यो नमः ।
एतत् पुष्पं ॐ आदित्यादि-नवग्रहेभ्यो नमः ।
एष धूपः ॐ आदित्यादि-नवग्रहेभ्यो नमः ।
एष दीपः ॐ आदित्यादि-नवग्रहेभ्यो नमः ।
एतन् नैवेद्यं ॐ आदित्यादि-नवग्रहेभ्यो नमः ॥

22.2
एते गन्धपुष्पे ॐ दशदिक्पालेभ्यो नमः ।
एते गन्धपुष्पे ॐ दशावतारेभ्यो नमः ॥

23. Pitha Puja – den heiligen Grund ehren

23.1
एते गन्धपुष्पे ।
ॐ पीठासनाय नमः ।
ॐ आधारशक्तये नमः ।
ॐ प्रकृत्यै नमः ।
ॐ अनन्ताय नमः ।
ॐ पृथिव्यै नमः ।
ॐ क्षीरसमुद्राय नमः ।
ॐ श्वेतद्वीपाय नमः ।
ॐ मणिमण्डपाय नमः ।
ॐ कल्पवृक्षाय नमः ।
ॐ मणिवेदिकायै नमः ।
ॐ रत्नसिंहासनाय नमः ।
ॐ अग्न्यादिकोणचतुष्टयाय नमः ।
ॐ धर्माय नमः ।
ॐ श्रीं कमलासनाय नमः ।

24. Die Hauptverehrung eröffnen

24.1
ॐ सूर्यः सोमो यमः कालः सन्ध्ये भूतान्य् अहः क्षपा ।
पवनो दिक्पतिर् भूमिर् आकाशं खचरामराः ।
ब्राह्मं शासनम् आस्थाय कल्पध्वम् इह सन्निधिम् ।
ॐ तत् सत् । ॐ अयम् आरम्भः शुभाय भवतु ॥

24.2
ॐ सोमं राजानं वरुणम् अग्निम् अन्वारभामहे ।
आदित्यं विष्णुं सूर्यं ब्रह्माणं च बृहस्पतिम् ॥
ॐ स्वस्ति न इन्द्रो वृद्धश्रवाः स्वस्ति नः पूषा विश्ववेदाः ।
स्वस्ति नस् तार्क्ष्यो अरिष्टनेमिः स्वस्ति नो बृहस्पतिर् दधातु ॥
ॐ स्वस्ति । ॐ स्वस्ति । ॐ स्वस्ति ॥

25. Tirtha Avahana und Asana Shuddhi

25.1
ॐ गङ्गे च यमुने चैव गोदावरि सरस्वति ।
नर्मदे सिन्धु कावेरि जलेऽस्मिन् सन्निधिं कुरु ॥

25.2
एते गन्धपुष्पे ह्रीं आधारशक्तये कमलासनाय नमः ।
आसनमन्त्रस्य मेरुपृष्ठ ऋषिः सुतलं छन्दः कूर्मो देवता आसनोपवेशने विनियोगः ।
ॐ पृथ्वि त्वया धृता लोका देवि त्वं विष्णुना धृता ।
त्वं च धारय मां नित्यं पवित्रं कुरु चासनम् ॥

26. Samanya Arghya – die Wassergrundlage bereiten

26.1
एते गन्धपुष्पे ॐ आधारशक्तये नमः । ॐ कूर्माय नमः ।
ॐ अनन्ताय नमः । ॐ पृथिव्यै नमः ।
एते गन्धपुष्पे ॐ अं अर्कमण्डलाय द्वादशकलात्मने नमः ।
ॐ मं वह्निमण्डलाय दशकलात्मने नमः ।
ॐ उं सोममण्डलाय षोडशकलात्मने नमः ॥

27. Svastivachana – die Gemeinschaft antwortet

27.1
ॐ कर्तव्येऽस्मिन् गणेशादि-नानादेवतापूजापूर्वक-लेखनी-मस्याधारसहित-श्रीसरस्वतीपूजनकर्मणि ।
ॐ पुण्याहं भवन्तो ब्रुवन्तु । ॐ पुण्याहं भवन्तो ब्रुवन्तु । ॐ पुण्याहं भवन्तो ब्रुवन्तु ।
ॐ पुण्याहम् । ॐ पुण्याहम् । ॐ पुण्याहम् ॥

27.2
ॐ कर्तव्येऽस्मिन् गणेशादि-नानादेवतापूजापूर्वक-लेखनी-मस्याधारसहित-श्रीसरस्वतीपूजनकर्मणि ।
ॐ स्वस्ति भवन्तो ब्रुवन्तु । ॐ स्वस्ति भवन्तो ब्रुवन्तु । ॐ स्वस्ति भवन्तो ब्रुवन्तु ।
ॐ स्वस्ति । ॐ स्वस्ति । ॐ स्वस्ति ॥

27.3
ॐ कर्तव्येऽस्मिन् गणेशादि-नानादेवतापूजापूर्वक-लेखनी-मस्याधारसहित-श्रीसरस्वतीपूजनकर्मणि ।
ॐ ऋद्धिं भवन्तो ब्रुवन्तु । ॐ ऋद्धिं भवन्तो ब्रुवन्तु । ॐ ऋद्धिं भवन्तो ब्रुवन्तु ।
ॐ ऋध्यताम् । ॐ ऋध्यताम् । ॐ ऋध्यताम् ॥

28. Sankalpa – das Anliegen aussprechen

28.1
ॐ नमः सरस्वत्यै नमः ।
विष्णुर् ॐ तत् सत् अद्य माघे मासि शुक्लपक्षे पञ्चम्यां तिथौ अमुकगोत्रः श्रीअमुकदेवशर्मा श्रीसरस्वतीप्रीतिकामः गणेशादि-नानादेवतापूजापूर्वकं लेखनी-मस्याधारसहित-श्रीसरस्वतीपूजाकर्म अहं करिष्ये ॥

28.2
ॐ तद् विष्णोः परमं पदं सदा पश्यन्ति सूरयः ।
दिवीव चक्षुर् आततम् ॥
ॐ विष्णुः । ॐ विष्णुः । ॐ विष्णुः ।

28.3
ॐ अपवित्रः पवित्रो वा सर्वावस्थां गतोऽपि वा ।
यः स्मरेत् पुण्डरीकाक्षं स बाह्याभ्यन्तरः शुचिः ॥
नमः सर्वमङ्गलमङ्गल्यं वरेण्यं वरदं शुभम् ।
नारायणं नमस्कृत्य सर्वकर्माणि कारयेत् ॥

28.4
ॐ देवो वो द्रविणोदाः पूर्णां विवष्ट्य् आसिचम् ।
उद् वा सिञ्चध्वम् उप वा पृणध्वम् आद् इद् वो देव ओहते ॥
ॐ अस्य संकल्पितार्थस्य सिद्धिर् अस्तु ।
ॐ अयम् आरम्भः शुभाय भवतु ॥

29. Pranayama mit Saraswatis Keimsilbe

29.1
ऐं ।

30. Rishyadi Nyasa

30.1
ॐ श्रीसरस्वतीमन्त्रस्य कण्व ऋषिः गायत्रीछन्दः श्रीवागीश्वरीदेवता मम सर्वाभीष्टसिद्धये श्रीसरस्वतीपूजने विनियोगः ।
ॐ कण्वाय ऋषये नमः ।
ॐ गायत्र्यै छन्दसे नमः ।
ॐ वागीश्वर्यै देवतायै नमः ॥

31. Die Kräfte des Sitzes anrufen

31.1
ॐ पीठदेवता इहागच्छत इहागच्छत ।
इह तिष्ठत इह तिष्ठत । इह सन्निधत्त । इह सन्निरुध्यध्वम् ।
अत्राधिष्ठानं कुरुत मम पूजां गृह्णीत ॥

31.2
ॐ आधारशक्तये नमः ।
ॐ प्रकृत्यै नमः ।
ॐ अनन्ताय नमः ।
ॐ पृथिव्यै नमः ।
ॐ क्षीरसमुद्राय नमः ।
ॐ श्वेतद्वीपाय नमः ।
ॐ मणिमण्डपाय नमः ।
ॐ कल्पवृक्षाय नमः ।
ॐ मणिवेदिकायै नमः ।
ॐ रत्नसिंहासनाय नमः ।
ॐ धर्माय नमः ।
ॐ ज्ञानाय नमः ।
ॐ वैराग्याय नमः ।
ॐ ऐश्वर्याय नमः ।
ॐ अधर्माय नमः ।
ॐ अज्ञानाय नमः ।
ॐ अवैराग्याय नमः ।
ॐ अनैश्वर्याय नमः ।
ॐ अनन्ताय नमः ।
ॐ पद्माय नमः ।
ॐ अं अर्कमण्डलाय द्वादशकलात्मने नमः ।
ॐ उं सोममण्डलाय षोडशकलात्मने नमः ।
ॐ मं वह्निमण्डलाय दशकलात्मने नमः ।
ॐ सं सत्त्वाय नमः ।
ॐ रं रजसे नमः ।
ॐ तं तमसे नमः ।
ॐ आं आत्मने नमः ।
ॐ अं अन्तरात्मने नमः ।
ॐ पं परमात्मने नमः ।
ॐ ह्रीं ज्ञानात्मने नमः ।
ॐ मेधायै नमः ।
ॐ प्रज्ञायै नमः ।
ॐ प्रभायै नमः ।
ॐ श्रियै नमः ।
ॐ धृत्यै नमः ।
ॐ स्मृत्यै नमः ।
ॐ बुद्ध्यै नमः ।
ॐ विद्यैश्वर्यै नमः ।
ॐ वर्णकमलासनाय नमः ।

32. Saraswati Dhyana – die Göttin innerlich schauen

32.1
ॐ तरुणशकलम् इन्दोर् बिभ्रती शुभ्रकान्तिः ।
कुचभरनमिताङ्गी सन्निषण्णा सिताब्जे ।
निजकरकमलोद्यल्लेखनीपुस्तकश्रीः ।
सकलविभवसिद्ध्यै पातु वाग्देवता नः ॥

32.2
एते गन्धपुष्पे ॐ ऐं सरस्वत्यै नमः ।
स्वागत ॐ भूर् भुवः स्वः भगवति सरस्वति देवि स्वागतं कुशलं ते ॥

33. Avahana – Saraswati empfangen

33.1
ॐ भूर् भुवः स्वः भगवति श्रीश्रीसरस्वति देवि स्वकीयगणसहिते ।
इहागच्छ इहागच्छ । इह तिष्ठ इह तिष्ठ । इह सन्निधेहि ।
इह सन्निरुध्यस्व । अत्राधिष्ठानं कुरु मम पूजां गृहाण ।
ॐ स्थां स्थीं स्थिरो भव यावत् पूजां करोम्य् अहम् ॥
आगच्छ मद्गृहे देवि अष्टाभिः शक्तिभिः सह ।
पूजां गृहाण विधिवत् सर्वकल्याणकारिणि ॥

33.2
स्वागत ॐ भूर् भुवः स्वः भगवति सरस्वति देवि सुस्वागतं कुशलं ते ।
ॐ कृतार्थोऽनुगृहीतोऽस्मि सफलं जीवितं मम ।
आगतासि यतो देवि वागीश्वरि मदाश्रमम् ।
ॐ ऐं सरस्वत्यै नमः ॥

34. Chakshur Dana – die Augen öffnen

34.1
ॐ आ प्यायस्व सम् एतु ते विश्वतः सोम वृष्ण्यम् ।
भवा वाजस्य संगथे ॥
ॐ चित्रं देवानाम् उद् अगाद् अनीकं चक्षुर् मित्रस्य वरुणस्याग्नेः ।
आप्रा द्यावापृथिवी अन्तरिक्षं सूर्य आत्मा जगतस् तस्थुषश् च ॥

35. Prana Pratishtha – lebendige Gegenwart verehren

35.1
ऐं ।

35.2
ॐ अस्यै प्राणाः प्रतिष्ठन्तु अस्यै प्राणाः क्षरन्तु च ।
अस्यै देवत्वसंख्यायै स्वाहा ॥
ॐ त्र्यम्बकं यजामहे सुगन्धिं पुष्टिवर्धनम् ।
उर्वारुकम् इव बन्धनान् मृत्योर् मुक्षीय मामृतात् स्वाहा ॥

36. Padya – Wasser für die Füße

36.1
ॐ पाद्यं गृह्ण महादेवि सर्वदुःखापहारकम् ।
त्रायस्व वरदे देवि नमस् ते विष्णुवल्लभे ।
एतत् पाद्यं नमो सरस्वत्यै नमः ॥

37. Asana – den Ehrensitz anbieten

37.1
एतस्मै रजतासनाय नमः ।
एते गन्धपुष्पे एतदधिपतये श्रीविष्णवे नमः ।
एतत् सम्प्रदानाय ॐ ऐं सरस्वत्यै नमः ॥
ॐ आसनं गृह्ण देवेशि यत् कृतं शोभनं मया ।
सर्वकामफलं देवि वागीश्वरि नमोऽस्तु ते ।
इदं रजतासनम् ॐ ऐं सरस्वत्यै नमः ॥

38. Vishesha Arghya – das besondere Muschelwasser

38.1
फट् ।

38.2
ॐ दूर्वाक्षतसमायुक्तं बिल्वपत्रं तथापरम् ।
शोभनं शङ्खपात्रस्थं गृहाणार्घ्यं देवि शारदे ।
एषोऽर्घ्यः नमो सरस्वत्यै नमः ॥

38.3
एते गन्धपुष्पे ॐ अं अर्कमण्डलाय द्वादशकलात्मने नमः ।
ॐ मं वह्निमण्डलाय दशकलात्मने नमः ।
ॐ उं सोममण्डलाय षोडशकलात्मने नमः ॥

38.4
ॐ तरुणशकलम् इन्दोर् बिभ्रती शुभ्रकान्तिः ।
कुचभरनमिताङ्गी सन्निषण्णा सिताब्जे ।
निजकरकमलोद्यल्लेखनीपुस्तकश्रीः ।
सकलविभवसिद्ध्यै पातु वाग्देवता नः ॥

38.5
हूं । वौषट् ।
एते गन्धपुष्पे ॐ ऐं सरस्वत्यै नमः ॥

38.6
ऐं ।

39. Madhuparka – die süße Gastgabe

39.1
नमः मधुपर्कं महादेवि ब्रह्माद्यैः परिकल्पितम् ।
मया निवेदितं भक्त्या गृहाण परमेश्वरि ।
एतन् मधुपर्कं सरस्वत्यै नमः ॥

40. Snana – das Bad anbieten

40.1
ॐ जलं च शीतलं स्वच्छं नित्यं शुद्धं मनोहरम् ।
स्नानार्थं ते प्रयच्छामि वागीश्वरि गृहाण मे ।
इदं स्नानीयजलम् ॐ ऐं सरस्वत्यै नमः ॥

41. Vastra – Kleidung darbringen

41.1
ॐ बहुतन्तुसमायुक्तं पट्टसूत्रादिनिर्मितम् ।
वासो देवि सुशुक्लं च गृहाण परमेश्वरि ॥
ॐ बहुसन्तानसमृद्धं रञ्जितं रागवस्तुना ।
वाग्देवि भज प्रीतिं वासस् ते परिधीयताम् ।
एतद् वस्त्रं नमो सरस्वत्यै नमः ॥

42. Gandha – duftende Salbung

42.1
ॐ शरीरं ते न जानामि चेष्टां नैव च नैव च ।
मया निवेदितान् गन्धान् प्रतिगृह्य विलिप्यताम् ।
एष गन्धः ॐ सरस्वत्यै नमः ॥

43. Pushpa – eine weiße Blüte schenken

43.1
ॐ पुष्पं मनोहरं दिव्यं सुगन्धि देवनिर्मितम् ।
हृद्यम् अद्भुतम् आघ्रेयं देवि दत्तं प्रगृह्यताम् ।
एतानि पुष्पाणि ॐ ऐं सरस्वत्यै नमः ॥

44. Dhupa – Räucherwerk anbieten

44.1
ॐ वनस्पतिरसो दिव्यो गन्धाढ्यः सुमनोहरः ।
मया निवेदितो भक्त्या धूपोऽयं प्रतिगृह्यताम् ।
एष धूपः ॐ ऐं सरस्वत्यै नमः ॥

45. Dipa – das Licht verehren

45.1
ॐ अग्निज्योती रविज्योतिश् चन्द्रज्योतिस् तथैव च ।
ज्योतिषाम् उत्तमो देवि दीपोऽयं प्रतिगृह्यताम् ।
एष दीपः ॐ ऐं सरस्वत्यै नमः ॥

46. Pushpa Malya – die Girlande darbringen

46.1
ॐ सूत्रेण ग्रथितं माल्यं नानापुष्पसमन्वितम् ।
श्रीयुक्तं लम्बमानं च गृहाण परमेश्वरि ।
एष पुष्पमाल्यं ॐ ऐं सरस्वत्यै नमः ॥

47. Naivedya – den Speisenteller anbieten

47.1
ॐ नैवेद्यं घृतसंयुक्तं नानाद्रव्यसमन्वितम् ।
मया निवेदितं भक्त्या गृहाण त्वं वागीश्वरि ।
इदं सोपकरणामान्न-नैवेद्यम् ॐ ऐं सरस्वत्यै नमः ॥

48. Phalamula – Früchte und Wurzeln darbringen

48.1
ॐ फलमूलानि सर्वाणि ग्राम्यारण्यानि यानि च ।
नानाविधसुगन्धीनि गृह्ण देवि यथासुखम् ।
एतानि फलमूलानि ॐ ऐं सरस्वत्यै नमः ॥

49. Modaka – die Süßigkeit darbringen

49.1
ॐ मोदकं स्वादसंयुक्तं शर्करादिविनिर्मितम् ।
सुरम्यं मधुरं भोज्यं देवि दत्तं प्रतिगृह्यताम् ।
एष मोदकं ॐ सरस्वत्यै नमः ॥

50. Paramanna und Panchagrasa – die Göttin speisen

50.1
ॐ गव्यसर्पिःपयोयुक्तो नानामधुरसंयुतः ।
मया निवेदितं भक्त्या परमान्नं प्रगृह्यताम् ॥

50.2
ॐ प्राणाय स्वाहा ।
ॐ अपानाय स्वाहा ।
ॐ समानाय स्वाहा ।
ॐ उदानाय स्वाहा ।
ॐ व्यानाय स्वाहा ॥

51. Achamaniya und Punarachamaniya – Wasser nach der Speise

51.1
ॐ मन्दाकिन्यास् तु यद् वारि सर्वपापहरं शुभम् ।
गृहाणाचमनीयं त्वं मया भक्त्या निवेदितम् ।
इदम् आचमनीयम् ॐ ऐं सरस्वत्यै नमः ॥

51.2
ॐ उच्छिष्टोऽप्य् अशुचिर् वापि यस्याः स्मरणमात्रतः ।
शुद्धिम् आप्नोति तस्यै ते पुनराचमनीयकम् ।
इदं पुनराचमनीयम् ॐ ऐं सरस्वत्यै नमः ॥

52. Bücher, Schreibgerät und Musik ehren

52.1
ॐ पुस्तकेभ्यो नमः ।
ॐ मस्याधाराय नमः ।
ॐ लेखन्यै नमः ।
ॐ वाद्ययन्त्रादिभ्यो नमः ।
ॐ हंसाय नमः ॥

53. Pushpanjali – gemeinsame Blütengaben

53.1
ॐ विष्णुः । ॐ विष्णुः । ॐ विष्णुः ।

53.2
ॐ तद् विष्णोः परमं पदं सदा पश्यन्ति सूरयः ।
दिवीव चक्षुर् आततम् ॥
ॐ विष्णुः । ॐ विष्णुः । ॐ विष्णुः ।

53.3
ॐ सरस्वत्यै नमो नित्यं भद्रकाल्यै नमो नमः ।
वेदवेदाङ्गवेदान्तविद्यास्थानेभ्य एव च ।
एष पुष्पाञ्जलिः ॐ ऐं सरस्वत्यै नमः ॥

53.4
ॐ सा मे वसतु जिह्वायां वीणापुस्तकधारिणी ।
मुरारिवल्लभा देवी सर्वशुक्ला सरस्वती ।
एष पुष्पाञ्जलिः ॐ ऐं सरस्वत्यै नमः ॥

53.5
सरस्वति महाभागे विद्ये कमललोचने ।
विद्यारूपे विशालाक्षि विद्यां देहि नमोऽस्तु ते ।
एष पुष्पाञ्जलिः ॐ ऐं सरस्वत्यै नमः ॥

54. Gemeinsam grüßen und preisen

54.1
जय जय देवि चराचरसारे कुचयुगशोभितमुक्ताहारे ।
वीणारञ्जितपुस्तकहस्ते भगवति भारति देवि नमस् ते ॥

54.2
श्वेतपद्मासना देवी श्वेतपुष्पसुशोभिता ।
श्वेताम्बरधरा नित्या श्वेतगन्धानुलेपना ॥
श्वेताक्षसूत्रहस्ता च श्वेतचन्दनचर्चिता ।
श्वेतवीणाधरा शुभ्रा श्वेतालङ्कारभूषिता ॥

54.3
या कुन्देन्दुतुषारहारधवला या शुभ्रवस्त्रावृता ।
या वीणावरदण्डमण्डितकरा या श्वेतपद्मासना ।
या ब्रह्माच्युतशङ्करप्रभृतिभिर् देवैः सदा वन्दिता ।
सा मां पातु सरस्वती भगवती निःशेषजाड्यापहा ॥
ॐ सरस्वति महाभागे वेदानां जननी परा ।
पूजां गृहाण विधिवत् कल्याणं कुरु मे सदा ॥

55. Den Havan vorbereiten und widmen

55.1
ॐ विष्णुः । ॐ विष्णुः । ॐ विष्णुः ।

55.2
ॐ तद् विष्णोः परमं पदं सदा पश्यन्ति सूरयः ।
दिवीव चक्षुर् आततम् ॥
ॐ विष्णुः । ॐ विष्णुः । ॐ विष्णुः ।

55.3
ॐ अपवित्रः पवित्रो वा सर्वावस्थां गतोऽपि वा ।
यः स्मरेत् पुण्डरीकाक्षं स बाह्याभ्यन्तरः शुचिः ॥
नमः सर्वमङ्गलमङ्गल्यं वरेण्यं वरदं शुभम् ।
नारायणं नमस्कृत्य सर्वकर्माणि कारयेत् ॥

55.4
ॐ विष्णुः । ॐ विष्णुः । ॐ विष्णुः ।

55.5
ॐ अयम् आरम्भः शुभाय भवतु ॥

55.6
विष्णुर् ॐ तत् सत् अद्य माघे मासि शुक्लपक्षे पञ्चम्यां तिथौ अमुकगोत्रः श्रीअमुकदेवशर्मा श्रीश्रीसरस्वतीदेवीप्रीतिकामः लेखनी-मस्याधारसहित-श्रीश्रीसरस्वतीपूजा-कर्माङ्गीभूत-होमकर्मणि ॐ ऐं सरस्वत्यै स्वाहेति मन्त्रेणेत्यादिना अष्टाविंशतिसंख्यक-साज्य-बिल्वपत्र-होमम् अहं करिष्ये ॥

56. Rekha – das Feuerfeld markieren

56.1
ॐ रेखेयं पृथिवीदेवताका पीतवर्णा ।
ॐ रेखेयं अग्निदेवताका लोहितवर्णा ।
ॐ रेखेयं प्रजापतिदेवताका कृष्णवर्णा ।
ॐ रेखेयं इन्द्रदेवताका नीलवर्णा ।
ॐ रेखेयं सोमदेवताका शुक्लवर्णा ॥

56.2
ॐ प्रजापतिर् ऋषिर् अग्निर् देवता उत्करनिरसने विनियोगः ।
ॐ निरस्तः परावसुः ॥

57. Agni Samskara und Agni Sthapana

57.1
ॐ प्रजापतिर् ऋषिस् त्रिष्टुप् छन्दोऽग्निर् देवता अग्निसंस्कारे विनियोगः ।
ॐ क्रव्यादम् अग्निं प्रहिणोमि दूरं यमराज्यं गच्छतु रिप्रवाहः ॥

57.2
ॐ प्रजापतिर् ऋषिर् बृहतीछन्दः प्रजापतिर् देवता अग्निस्थापने विनियोगः ।
ॐ भूर् भुवः स्वर् ॐ ॥
ॐ इहैवायम् इतरो जातवेदा देवेभ्यो हव्यं वहतु प्रजानन् ।
ॐ सर्वतः पाणिपादान्तः सर्वतोऽक्षिशिरोमुखः ।
विश्वरूपो महान् अग्निः प्रणीतः सर्वकर्मसु ॥

58. Agni Namakarana – Balada verehren

58.1
ॐ अग्ने त्वं बलदनामासि ॥

58.2
ॐ इहैवायम् इतरो जातवेदा देवेभ्यो हव्यं वहतु प्रजानन् ।
ॐ सर्वतः पाणिपादान्तः सर्वतोऽक्षिशिरोमुखः ।
विश्वरूपो महान् अग्निः प्रणीतः सर्वकर्मसु ॥

58.3
ॐ पिङ्गभ्रुश्मश्रुकेशाक्षः पीनाङ्गजठरोऽरुणः ।
छागस्थः साक्षसूत्रोऽग्निः सप्तार्चिः शक्तिधारकः ॥

58.4
ॐ बलदनामाग्ने इहागच्छ इहागच्छ । इह तिष्ठ इह तिष्ठ ।
इह सन्निधेहि । इह सन्निरुध्यस्व । अत्राधिष्ठानं कुरु मम पूजां गृहाण ॥

58.5
ॐ बलदनाम्नेऽग्नये नमः ।
एतत् पाद्यं ॐ बलदनाम्नेऽग्नये नमः ।
एषोऽर्घ्यः ॐ बलदनाम्नेऽग्नये नमः ।
एतत् पुष्पं ॐ बलदनाम्नेऽग्नये नमः ।
एष धूपः ॐ बलदनाम्नेऽग्नये नमः ।
एष दीपः ॐ बलदनाम्नेऽग्नये नमः ।
एतन् नैवेद्यं ॐ बलदनाम्नेऽग्नये नमः ।
एतत् पानीयजलं ॐ बलदनाम्नेऽग्नये नमः ॥

59. Udakanjali Seka – den Feuerplatz mit Wasser umgeben

59.1
ॐ प्रजापतिर् ऋषिर् अनुष्टुप् छन्दः सविता देवता अग्निपर्युक्षणे विनियोगः ।
ॐ देव सवितः प्रसुव यज्ञं प्रसुव यज्ञपतिं भगाय ।
दिव्यो गन्धर्वः केतपूः केतं नः पुनातु वाचस्पतिर् वाचं नः स्वदतु ॥
प्रजापतिर् ऋषिर् अदितिर् देवता उदकाञ्जलिसेके विनियोगः ।
ॐ अदिते अनुमन्यस्व ।
प्रजापतिर् ऋषिर् अनुमतिर् देवता उदकाञ्जलिसेके विनियोगः ।
ॐ अनुमते अनुमन्यस्व ।
प्रजापतिर् ऋषिः सरस्वती देवता उदकाञ्जलिसेके विनियोगः ।
ॐ सरस्वत्य् अनुमन्यस्व ॥

60. Ghrita Samskara – die flüssige Gabe weihen

60.1
ॐ प्रजापतिर् ऋषिर् गायत्रीछन्द आज्यं देवता आज्योत्पवने विनियोगः ।
ॐ देवस् त्वा सवितोत्पुनात्व् अच्छिद्रेण पवित्रेण ।
वसोः सूर्यस्य रश्मिभिः स्वाहा ॥

61. Brahma Sthapana – den Hüter des Rituals einsetzen

61.1
प्रजापतिर् ऋषिर् अग्निर् देवता तृणनिरसने विनियोगः ।
ॐ निरस्तः परावसुः ।
प्रजापतिर् ऋषिर् अनुष्टुप् छन्दोऽग्निर् देवता ब्रह्मोपवेशने विनियोगः ।
ॐ आवसोः सदने सीद ॥

62. Navagraha Homa – neun Feuergaben

62.1
ॐ आ कृष्णेन रजसा वर्तमानो निवेशयन्न् अमृतम् मर्त्यं च ।
हिरण्ययेन सविता रथेना देवो याति भुवनानि पश्यन् स्वाहा ॥

62.2
ॐ आ प्यायस्व सम् एतु ते विश्वतः सोम वृष्ण्यम् ।
भवा वाजस्य संगथे स्वाहा ॥

62.3
ॐ अग्निर् मूर्धा दिवः ककुत् पतिः पृथिव्या अयम् ।
अपां रेतांसि जिन्वति स्वाहा ॥

62.4
ॐ अग्ने विवस्वद् उषसश् चित्रं राधो अमर्त्य ।
आ दाशुषे जातवेदो वहा त्वम् अद्या देवां उषर्बुधः स्वाहा ॥

62.5
ॐ बृहस्पते परि दीया रथेन रक्षोहामित्रां अपबाधमानः ।
प्रभञ्जन् सेनाः प्रमृणो युधा जयन्न् अस्माकम् एध्य् अविता रथानाम् स्वाहा ॥

62.6
ॐ शुक्रं ते अन्यद् यजतं ते अन्यद् विषुरूपे अहनी द्यौर् इवासि ।
विश्वा हि माया अवसि स्वधावो भद्रा ते पूषन्न् इह रातिर् अस्तु स्वाहा ॥

62.7
ॐ शं नो देवीर् अभिष्टय आपो भवन्तु पीतये ।
शं योर् अभि स्रवन्तु नः स्वाहा ॥

62.8
ॐ कया नश् चित्र आ भुवद् ऊती सदावृधः सखा ।
कया शचिष्ठया वृता स्वाहा ॥

62.9
ॐ केतुं कृण्वन्न् अकेतवे पेशो मर्या अपेशसे ।
सम् उषद्भिर् अजायथाः स्वाहा ॥

63. Dikpala Homa – zehn Richtungsgaben

63.1
ॐ इन्द्राय स्वाहा ।
ॐ अग्नये स्वाहा ।
ॐ यमाय स्वाहा ।
ॐ नैरृताय स्वाहा ।
ॐ वरुणाय स्वाहा ।
ॐ वायवे स्वाहा ।
ॐ कुबेराय स्वाहा ।
ॐ ईशानाय स्वाहा ।
ॐ ब्रह्मणे स्वाहा ।
ॐ अनन्ताय स्वाहा ॥

64. Die 28 Hauptgaben an Saraswati

64.1
ॐ ऐं सरस्वत्यै स्वाहा ॥

64.2
ॐ यथा न देवो भगवान् ब्रह्मा लोकपितामहः ।
त्वां परित्यज्य संतिष्ठेत् तथा भव वरप्रदा ॥
वेदाः सर्वाणि शास्त्राणि नृत्यगीतादिकं च यत् ।
न विहीनं त्वया देवि तथा मे सन्तु सिद्धयः ॥
ॐ लक्ष्मीर् मेधा धरा तुष्टिः पुष्टिर् गौरी प्रभा धृतिः ।
एताभिः पाहि तनुभिर् अष्टाभिर् मां सरस्वति ॥

65. Pratyaksha Devata Homa – die anwesenden Gottheiten und Zeichen ehren

65.1
ॐ श्रीगणेशाय स्वाहा ।
ॐ नारायणाय स्वाहा ।
ॐ लक्ष्म्यै स्वाहा ।
ॐ दुर्गायै स्वाहा ।
ॐ वास्तुदेवाय स्वाहा ।
ॐ शिवायै स्वाहा ।
ॐ गङ्गायै स्वाहा ।
ॐ हंसाय स्वाहा ।
ॐ लेखन्यै स्वाहा ।
ॐ मस्याधाराय स्वाहा ।
ॐ पुस्तकेभ्यः स्वाहा ।
ॐ वीणायै स्वाहा ॥

66. Virupaksha Japa

66.1
परमेष्ठी ऋषिर् रुद्ररूपोऽग्निर् देवता विरूपाक्षजपे विनियोगः ।
ॐ भूर् भुवः स्वर् ॐ महान्तम् आत्मानं प्रपद्ये ।
विरूपाक्षोऽसि दन्ताञ्जिस् तस्य ते शय्या पर्णे गृहान्तरिक्षे विमितं हिरण्मयम् ।
तद् देवानां हृदयान्य् अयस्मये कुम्भेऽन्तः सन्निहितानि ।
तानि बलभृच् च बलसाच् च रक्षतोऽप्रमणी अनिमिषतः ।
समुद्रो मा विश्वव्यचा ब्रह्मानुजानातु ।
तुथो मा विश्ववेदा ब्रह्मणः पुत्रोऽनुजानातु ।
श्वात्रो मा प्रचेता मैत्रावरुणोऽनुजानातु ।
तस्मै विरूपाक्षाय दन्ताञ्जये समुद्राय विश्वव्यचसे ।
तुथाय विश्ववेदसे श्वात्राय प्रचेतसे सहस्राक्षाय ब्रह्मणः पुत्राय नमः ॥

67. Mahavyahriti Homa – die Welten einbeziehen

67.1
ॐ प्रजापतिर् ऋषिर् गायत्रीछन्दो अग्निर् देवता व्यस्तसमस्त-महाव्याहृतिहोमे विनियोगः ।
ॐ भूः स्वाहा ॥
ॐ प्रजापतिर् ऋषिर् उष्णिक्छन्दो वायुर् देवता व्यस्तसमस्त-महाव्याहृतिहोमे विनियोगः ।
ॐ भुवः स्वाहा ॥
ॐ प्रजापतिर् ऋषिर् अनुष्टुप्छन्दो सूर्यो देवता व्यस्तसमस्त-महाव्याहृतिहोमे विनियोगः ।
ॐ स्वः स्वाहा ॥
ॐ प्रजापतिर् ऋषिर् बृहतीछन्दो प्रजापतिर् देवता व्यस्तसमस्त-महाव्याहृतिहोमे विनियोगः ।
ॐ भूर् भुवः स्वः स्वाहा ॥

68. Udichya Karma und Verehrung des gnädigen Feuers

68.1
प्रजापतिर् ऋषिर् अदितिर् देवता उदकाञ्जलिसेके विनियोगः ।
ॐ अदितेऽन्वमंस्थाः ॥

68.2
ॐ मृडनामाग्ने इहागच्छ इहागच्छ । इह तिष्ठ इह तिष्ठ ।
इह सन्निधेहि । इह सन्निरुध्यस्व । अत्राधिष्ठानं कुरु मम पूजां गृहाण ॥

68.3
एष गन्धः ॐ मृडनाम्नेऽग्नये नमः ।
एतत् पुष्पं ॐ मृडनाम्नेऽग्नये नमः ।
एष धूपः ॐ मृडनाम्नेऽग्नये नमः ।
एष दीपः ॐ मृडनाम्नेऽग्नये नमः ।
एतद् हविर्नैवेद्यम् ॐ मृडनाम्नेऽग्नये स्वाहा ॥

69. Purnahuti – die volle Schlussgabe

69.1
प्रजापतिर् ऋषिर् विराड्गायत्रीछन्द इन्द्रो देवता यशस्कामस्य यजनीयप्रयोगे विनियोगः ।
ॐ पूर्णहोमं यशसे जुहोमि योऽस्मै जुहोति वरम् अस्मै ददाति ।
वरं वृणे यशसा भामि लोके स्वाहा ॥

70. Purnapatra Dana und Dakshina

70.1
एते गन्धपुष्पे एतस्मै पूर्णपात्रानुकल्पभोज्याय नमः ।
एते गन्धपुष्पे एतदधिपतये श्रीविष्णवे नमः ।
एते गन्धपुष्पे एतत् सम्प्रदानाय ब्रह्मणे नमः ॥

70.2
विष्णुर् ॐ तत् सद् अद्य माघे मासि शुक्लपक्षे पञ्चम्यां तिथौ ।
अमुकगोत्रः अमुकदेवशर्मा ।
अमुकगोत्रः अमुकदेवशर्मा ।
एतत् सम्प्रदानाय ॐ ब्रह्मणे नमः ॥

70.3
कृतैतत् श्रीश्रीसरस्वतीपूजा-होमकर्मणः साङ्गतार्थं दक्षिणाम् इदं पूर्णपात्रानुकल्पभोज्यं श्रीविष्णुदैवतम् ।
अमुकगोत्राय श्रीअमुकदेवशर्मणे ब्राह्मणायाहं सम्प्रददे ॥

71. Agni Visarjana – das Feuer verabschieden

71.1
ॐ ब्रह्मन् क्षमस्व ॥

71.2
ॐ अग्ने त्वं समुद्रं गच्छ ।
ॐ पृथ्वि त्वं शीतला भव ॥

72. Bhasma Tilaka – mit der Asche segnen

72.1
ॐ कश्यपस्य त्र्यायुषम् ।
ॐ जमदग्नेस् त्र्यायुषम् ।
ॐ यद् देवानां त्र्यायुषम् ।
ॐ तत् तेऽस्तु त्र्यायुषम् ॥

73. Pranama und Mula Mantra Japa

73.1
ॐ सरस्वत्यै नमो नित्यं भद्रकाल्यै नमो नमः ।
वेदवेदाङ्गवेदान्तविद्यास्थानेभ्य एव च ॥

73.2
ऐं ।

73.3
ॐ गुह्यातिगुह्यगोप्त्री त्वं गृहाणास्मत्कृतं जपम् ।
सिद्धिर् भवतु मे देवि त्वत्प्रसादात् सुरेश्वरि ॥

75. Nirmalya Puja und Dadhikaramba – die Abschiedsspeise

75.1
ॐ निर्माल्यवासिन्यै नमः ॥

75.2
वं एतस्मै सोपकरणमिष्टान्न-दधिकरम्ब-नैवेद्याय नमः ।
एते गन्धपुष्पे एतदधिपतये श्रीविष्णवे नमः ।
एतत् सम्प्रदानाय एतत् सोपकरणमिष्टान्न-दधिकरम्ब-नैवेद्यम् ॐ ऐं सरस्वत्यै निवेदयामि स्वाहा ॥

75.3
ॐ प्राणाय स्वाहा ।
ॐ अपानाय स्वाहा ।
ॐ समानाय स्वाहा ।
ॐ उदानाय स्वाहा ।
ॐ व्यानाय स्वाहा ॥

76. Visarjana – die Festgegenwart verabschieden

76.1
एतत् पानार्थोदकम् ॐ ऐं सरस्वत्यै निवेदयामि ।
एतत् प्रक्षालनीयोदकम् ॐ ऐं सरस्वत्यै नमः ॥

76.2
ॐ गच्छ गच्छ परं स्थानं स्वस्थानं परमेश्वरि ।
पूजाधारणकाले च पुनरागमनाय च ॥

77. Shanti Patha – Segenswasser und Frieden

77.1
कया नश् चित्र इत्य् ऋक्त्रयस्य महावामदेव्य ऋषिर् विराड्गायत्रीछन्द इन्द्रो देवता शान्तिकर्मणि जपे विनियोगः ॥

77.2
ॐ कया नश् चित्र आ भुवद् ऊती सदावृधः सखा ।
कया शचिष्ठया वृता ॥
ॐ कस् त्वा सत्यो मदानाम् मंहिष्ठो मत्सद् अन्धसः ।
दृऌहा चिद् आरुजे वसु ॥
ॐ अभी षु णः सखीनाम् अविता जरितॄणाम् ।
शतम् भवास्य् ऊतिभिः ॥

77.3
ॐ स्वस्ति न इन्द्रो वृद्धश्रवाः स्वस्ति नः पूषा विश्ववेदाः ।
स्वस्ति नस् तार्क्ष्यो अरिष्टनेमिः स्वस्ति नो बृहस्पतिर् दधातु ॥
ॐ स्वस्ति । ॐ स्वस्ति । ॐ स्वस्ति ॥

77.4
ॐ द्यौः शान्तिर् अन्तरिक्षं शान्तिः पृथिवी शान्तिर् आपः शान्तिर् ओषधयः शान्तिः ।
वनस्पतयः शान्तिर् विश्वे देवाः शान्तिर् ब्रह्म शान्तिः सर्वं शान्तिः ।
शान्तिर् एव शान्तिः सा मा शान्तिर् एधि ॥
ॐ शान्तिर् अस्तु शिवं चास्तु विनश्यत्व् अशुभं च यत् ।
यत एवागतं पापं तत्रैव प्रतिगच्छतु स्वाहा ॥

77.5
ॐ पूर्णम् अदः पूर्णम् इदं पूर्णात् पूर्णम् उदच्यते ।
पूर्णस्य पूर्णम् आदाय पूर्णम् एवावशिष्यते ॥
ॐ शान्तिः । ॐ शान्तिः । ॐ शान्तिः ॥

78. Kshama Bhiksha – Vergebung erbitten

78.1
ॐ नमो ब्रह्मण्यदेवाय गोब्राह्मणहिताय च ।
जगद्धिताय श्रीकृष्णाय गोविन्दाय नमो नमः ।
हे कृष्ण करुणासिन्धो दीनबन्धो जगत्पते ।
गोपेश गोपिकाकान्त राधाकान्त नमोऽस्तु ते ॥

78.2
ॐ अज्ञानाद् यदि वा मोहात् प्रच्यवेताध्वरेषु यत् ।
स्मरणाद् एव तद् विष्णोः सम्पूर्णं स्याद् इति श्रुतिः ॥

78.3
ॐ असतो मा सद् गमय ।
तमसो मा ज्योतिर् गमय ।
मृत्योर् मामृतं गमय ॥

79. Die Leitung ehren

79.1
विष्णुर् ॐ तत् सत् अद्य माघे मासि शुक्लपक्षे श्रीपञ्चम्यां तिथौ अमुकगोत्रः श्रीअमुकदेवशर्मा कृतेऽस्मिन् लेखनी-मस्याधारसहित-श्रीश्रीसरस्वतीपूजा-तदङ्गीभूत-पूजकर्मणः साङ्गतार्थं अमुकगोत्राय श्रीअमुकदेवशर्मणे दक्षिणाम् इदं काञ्चनं तन्मूल्यं तुभ्यम् अहं सम्प्रददे ॥

80. Vaigunya Samadhana und Achchidra Avadharana

80.1
विष्णुर् ॐ तत् सत् अद्य माघे मासि शुक्लपक्षे पञ्चम्यां तिथौ अमुकगोत्रः श्रीअमुकदेवशर्मा कृतेऽस्मिन् लेखनी-मस्याधारसहित-श्रीश्रीसरस्वतीदेवीपूजा-तदङ्गीभूतं यद् वैगुण्यं जातं तद्दोषप्रशमनाय श्रीविष्णुनामस्मरणम् अहं करिष्ये ॥

80.2
ॐ विष्णुः ।

80.3
ॐ कृतैतल् लेखनी-मस्याधारसहित-श्रीश्रीसरस्वतीदेवीपूजाकर्म अच्छिद्रम् अस्तु ।
ॐ अस्तु ॥

81. Samarpana – die Früchte der Verehrung übergeben

81.1
ॐ यद् अक्षरं परिभ्रष्टं मात्राहीनं च यद् भवेत् ।
पूर्णं भवतु तत् सर्वं त्वत्प्रसादात् सुरेश्वरि ॥
मन्त्रहीनं क्रियाहीनं भक्तिहीनं सुरेश्वरि ।
यत् पूजितं मया देवि परिपूर्णं तद् अस्तु मे ॥
ॐ कायेन मनसा वाचा कर्मणा यत् कृतं मया ।
तत् सर्वं परिपूर्णं त्वत्प्रसादात् सुरेश्वरि ॥
एतत् सर्वं कर्मफलं श्रीसरस्वतीचरणे समर्पयामि ॥

Deutsche Bedeutung

1. Ankommen und Ganga Pranama

1.1
Om. Ganga nimmt Verfehlungen und Leid hinweg; sie schenkt Glück und Befreiung. Ganga ist die höchste Zuflucht.

2. Achamana und Vishnu Smarana

2.1
Om. Vishnu, Vishnu, Vishnu!

2.2
Om. Die Weisen schauen stets Vishnus höchsten Schritt, wie ein am Himmel weit geöffnetes Auge. Om. Vishnu, Vishnu, Vishnu!

2.3
Ob unrein oder rein, in welchem Zustand auch immer: Wer an den Lotusäugigen denkt, wird außen und innen rein. Nachdem man sich vor Narayana verneigt hat, dem Glück aller glückverheißenden Dinge, dem Erwählten, Gabenspendenden und Guten, beginne man seine Handlungen.

3. Gaben widmen und das Licht anrufen

3.1
Om. Verehrung Vishnu. Vaṃ. Verehrung den Duftgaben und weiteren Gaben. Mit dieser duftenden Blüte verehre ich ihren Herrn Shri Vishnu. Die Übergabe gilt den zu verehrenden Gottheiten.

3.2
Om. Erde, Luftraum, Himmel. Wir meditieren über das erwählenswerte Licht des göttlichen Savitar. Möge er unsere Einsicht anregen. Om.

3.3
Om. Komm, Sonne mit tausend Strahlen, Fülle des Lichtes, Herr der Welt! Erbarme dich meiner, deines Verehrers, und empfange die Ehrengabe, du Tagbereiter. Diese Ehrengabe gilt Surya; Verehrung!

4. Guru Puja – den Ursprung des Lernens ehren

4.1
Man meditiere am Scheitel auf den Guru auf einem weißen Lotus: zwei Augen, zwei Arme, weiße Kleidung, weiße Girlanden und Salbung; friedvoll, eine Gestalt des Mitgefühls, die Hände in Geben und Furchtlosigkeit. Links wird er von Shakti umfangen, die einen Lotus trägt. Sein Gesicht lächelt, er ist voller Güte und gewährt dem Übenden das Ersehnte.

4.2
Verehrung dem Guru, der jene Wirklichkeit zeigt, die als ungeteiltes Ganzes Bewegliches und Unbewegliches durchdringt. Verehrung dem Guru, der mit dem Stift der Erkenntnissalbe die durch Unwissenheit verdunkelten Augen öffnet. Der Guru ist Brahma, Vishnu und Maheshvara; der Guru ist unmittelbar das höchste Brahman. Ihm meine Verehrung.

5. Gaben und Dank an den Guru

5.1
Verehrung dem Guru mit duftender Blüte, Fußwasser, Ehrengabe, Räucherwerk, Licht, Speise und Trinkwasser, jeweils bei der betreffenden Darbringung.

5.2
Sieg dem Guru!

5.3
Du Hüter des Geheimsten: Nimm die von uns ausgeführte Mantrawiederholung an. Durch deine Gnade, göttlicher Herr, möge mir Vollendung zuteilwerden.

6. Kalasha Sthapana – das heilige Gefäß einsetzen

6.1
Im Anfang entstand der goldene Keim; geboren war er der eine Herr des Gewordenen. Er trug die Erde und diesen Himmel. Welchem Gott sollen wir mit Opfergabe dienen?

6.2
Am Mund des Gefäßes ist Vishnu, an seinem Hals Rudra, an seiner Wurzel Brahma, in seiner Mitte die Schar der göttlichen Mütter. In seinem Innern sind alle Meere und die Erde mit ihren sieben Inselgebieten. Rigveda, Yajurveda, Samaveda und Atharvaveda mit ihren Hilfswissenschaften ruhen im Gefäßwasser. Sie mögen zur Gottesverehrung kommen und Unheil tilgen. Ganga, Yamuna, Godavari, Sarasvati, Narmada, Sindhu und Kaveri: Seid in diesem Wasser gegenwärtig.

7. Sthirikarana – die Gegenwart festigen

7.1
Om. Wir gehören zu dir, Indra, du an Gütern Reicher, Führer und Lenker der falben Rosse. Om sthāṃ sthīṃ: Bleibe fest gegenwärtig, solange ich die Puja vollziehe.

7.2
Om. Dieses Wasser stammt aus allen heiligen Stätten und ist mit allen Gottheiten verbunden. Besteige dieses Gefäß und bleibe hier mit den göttlichen Scharen.

8. Kandaropana und Sutraveshtana

8.1
Om. Durva, die du von Spross zu Spross, von Knoten zu Knoten weiterwächst: Breite ebenso uns aus, tausendfach und hundertfach.

8.2
Om. Die gut behütende Erde, den unbedrängten Himmel und Aditi, die guten Schutz und gute Führung schenkt: Mögen wir das göttliche Schiff mit guten Rudern besteigen, unversehrt und ohne Leck, zu unserem Wohlergehen.

9. Vighnapasarana – Hindernisse abweisen

9.1
Aiṃ – die Keimsilbe Saraswatis, hier als Anrufung ihrer Erkenntnis- und Sprachkraft.

9.2
Dem schützenden Mantrageschoss: phaṭ!

10. Mashabhakta Bali – eine eigene Gabe für die Wesen des Ortes

10.1
Om. Ihr Wesen: Kommt hierher, kommt hierher! Bleibt hier, bleibt hier! Seid gegenwärtig, bleibt gesammelt! Nehmt hier euren Platz ein und empfangt meine Verehrung.

10.2
Vaṃ. Verehrung der Speisegabe aus schwarzen Bohnen. Mit der duftenden Blüte wird die Gabe und ihr Herr Vishnu geehrt. Diese Gabe gilt Kshetrapala und den Scharen der Wesen. Alle Geister, ruhelosen Verstorbenen, Pishachas, Danavas und Rakshasas mögen Frieden halten und meine Gabe annehmen.

11. Bhutapasarana und Granthi Bandhana

11.1
Om. Vetalas, Pishachas, Rakshasas und kriechende Wesen! Die hier auf der Erde weilenden störenden Wesen mögen weichen; die Hindernisse verursachenden Wesen mögen auf Shivas Geheiß verschwinden. Alle mögen weichen, von Chandikas Waffe zurückgedrängt.

11.2
Om. Juwelentragende Vajrini, große Beschützerin: Schütze, schütze! Hūṃ phaṭ svāhā.

12. Dvaradevata Puja und Vastu Puja

12.1
Mit diesen duftenden Blüten verehre ich die Gottheiten der Tür. Kommt herbei, bleibt hier, seid gegenwärtig und gesammelt. Nehmt euren Platz ein und empfangt meine Verehrung.

12.2
Mit duftenden Blüten verehre ich Ganesha, Mahalakshmi, Saraswati, Vighna, Kshetrapala, Ganga und Yamuna. Die Keimsilben begleiten die betreffenden Anrufungen.

12.3
Mit duftender Blüte verehre ich Brahma; mit duftender Blüte verehre ich Vastupurusha, die göttliche Gegenwart der Wohnstätte.

13. Boden, Altar und Überdachung weihen

13.1
Om. Schütze, schütze! Hūṃ phaṭ svāhā. Om. Reiner, vajrafester Grund: hūṃ hūṃ phaṭ svāhā.

13.2
Om. Durch den Opferplatz wird der Opferplatz vollendet, durch das Opfergras das Opfergras und die Kraft; durch den Opferpfosten wird der Opferpfosten erlangt, das herbeigeführte Feuer durch Feuer.

13.3
Om. Richte dich zu unserer Hilfe auf wie der Gott Savitar; aufrecht gewinne die Nahrung, wenn wir dich mit Salbungen und Opferkundigen anrufen.

13.4
Phaṭ – der abschließende Laut des Schutzes und der Abwehr.

14. Anga Nyasa und Kara Nyasa

14.1
Om gāṃ: Verehrung dem Herzen. Om gīṃ: Dem Kopf, svāhā. Om gūṃ: Dem Scheitel, vaṣaṭ. Om gaiṃ: Dem Schutzpanzer, hūṃ. Om gauṃ: Den drei Augen, vauṣaṭ. Om gaḥ: Handflächen und Handrücken, der schützenden Waffe, phaṭ.

14.2
Om sāṃ: Verehrung den Daumen. Om sīṃ: Den Zeigefingern, svāhā. Om sūṃ: Den Mittelfingern, vaṣaṭ. Om saiṃ: Den Ringfingern, hūṃ. Om sauṃ: Den kleinen Fingern, vauṣaṭ. Om saḥ: Handflächen und Handrücken, der schützenden Waffe, phaṭ.

15. Pushpa Shuddhi und Dik Bandhana

15.1
Aiṃ phaṭ. Om. Pushpaketu, des Königs würdig, dem Hundertfachen, dem rechten Zusammenhang: hraṃ. Om. Blüte, Blüte, große Blüte, gute Blüte, aus Blüten Entstandene, mit einer Fülle von Blüten Bedeckte: hūṃ phaṭ svāhā. Die erste Namensformel ist sprachlich knapp und wird hier als überlieferte Weiheanrufung wiedergegeben.

15.2
Mit duftenden Blüten verehre ich Ganesha, Mahalakshmi, Saraswati, Vighna, Kshetrapala, Ganga und Yamuna. Die Keimsilben begleiten die betreffenden Anrufungen.

15.3
Verehrung den Lehrern, den höchsten Lehrern und den Lehrern jenseits des Höchsten und Niederen; Verehrung Ganesha, Brahma und Saraswati.

16. Panchadevata Puja: Ganesha

16.1
Om. Ich verehre Ganapati, klein von Gestalt und von kräftigem Leib, mit Elefantenantlitz, großem Bauch und Schönheit. Bienen umschwirren seine Wangen, angelockt vom Duft des strömenden Elefantensaftes; das Blut des vom Stoßzahn besiegten Feindes gibt ihm den Glanz von Zinnober. Ich verehre den Sohn der Bergestochter, der Vollendung und Erfüllung gewährt. Diese Blütengabe mit Sandelholz gilt Ganesha.

16.2
Mit duftender Blüte verehre ich Ganesha. Ich verneige mich vor Heramba, dem Gott mit einem Stoßzahn, großem Leib, weitem Bauch und Elefantengesicht, der die Hindernisse vernichtet.

17. Vishnu

17.1
Om. Stets sei Narayana meditiert, inmitten des Sonnenkreises, auf dem Lotus sitzend: mit Armreifen, goldenen Ohrringen, Krone und Halskette, von goldenem Leib, Muschelhorn und Diskus tragend.

17.2
Mit duftender Blüte verehre ich Vishnu. Verehrung dem Gott der heiligen Erkenntnis, dem Wohltäter der Kühe und Brahmanen, dem Wohltäter der Welt, Shri Krishna und Govinda: wieder und wieder Verehrung.

18. Shiva

18.1
Om. Meditiere stets auf Mahesha, gleich einem silbernen Berg, mit schönem Halbmond als Schmuck. Juwelen zieren seinen leuchtenden Körper; seine Hände halten Axt und Antilope und gewähren Gabe und Furchtlosigkeit. Heiter sitzt er auf einem Lotus, rings von Göttern gepriesen und mit Tigerfell bekleidet: Ursprung und Same der Welt, Beseitiger aller Furcht, fünfantlitzig und dreiäugig.

18.2
Mit duftender Blüte verehre ich Shiva. Verehrung Shiva, dem Friedvollen, der Ursache der drei Ursachen. Ich bringe mich selbst dar; du bist meine Zuflucht, höchster Herr.

19. Surya

19.1
Om. Ich verehre Bhanu auf rotem Lotus, das eine Meer aller Tugenden, den Herrn sämtlicher Welten. Seine Lotushände tragen zwei Lotusse, gewähren Furchtlosigkeit und Gaben; eine Rubinkrone schmückt ihn, sein Körper leuchtet rötlich, und er besitzt drei Augen.

19.2
Om. Komm, Sonne mit tausend Strahlen, Fülle des Lichtes, Herr der Welt! Erbarme dich meiner, deines Verehrers, und empfange die Ehrengabe, du Tagbereiter. Diese Ehrengabe gilt Surya; Verehrung!

19.3
Mit duftender Blüte verehre ich Surya. Om. Vor dem Tagbereiter verneige ich mich: Er gleicht der roten Hibiskusblüte, stammt von Kashyapa, strahlt mächtig, ist Feind der Dunkelheit und tilgt alles Übel.

20. Durga

20.1
Om. Meditiere auf Durga, genannt Jaya: dunkel wie eine Gewitterwolke, mit Blicken, die feindlichen Scharen Furcht bringen, mit der Mondsichel am Haupt. Dreiäugig trägt sie Muschelhorn, Diskus, Schwert und Dreizack; sie sitzt auf dem Rücken des Löwen und erfüllt die drei Welten mit Glanz. Götter umgeben sie; nach Vollendung Strebende dienen ihr.

20.2
Mit duftender Blüte: hrīṃ oṃ, Verehrung Durga! Om. Du Glück aller glückverheißenden Dinge, Gute, die alle Anliegen erfüllt, Zuflucht, Dreiäugige, Gauri, Narayani: Dir sei Verehrung.

21. Lakshmi Puja als Begleitverehrung

21.1
Om. Meditiere auf Shri, die Mutter der drei Welten auf dem Lotussitz, mit Schlinge, Gebetskette, Lotus und Haken in ihren Händen zu beiden Seiten. Sie ist von heller Farbe, schön gestaltet und mit allem Schmuck geziert; eine Hand hält den goldenen Lotus, mit der rechten gewährt sie Gaben.

21.2
Om. Dieses Fußwasser gilt Lakshmi, begleitet von śrīṃ. Hier sind Ehrengabe, Räucherwerk, Licht und Speise. Om. Du bist die Gefährtin des Allgestaltigen, Lotusgöttin, Lotusbewohnerin, Glückverheißende. Beschütze mich von allen Seiten, Göttin Mahalakshmi; dir sei Verehrung.

22. Navagraha Puja, Richtungshüter und Vishnus Erscheinungen

22.1
Duft, Blüte, Räucherwerk, Licht und Speise gelten jeweils den neun Grahas, beginnend mit Aditya, der Sonne. Om, ihnen sei Verehrung.

22.2
Mit duftender Blüte verehre ich die Hüter der zehn Richtungen. Mit duftender Blüte verehre ich Vishnus zehn Erscheinungsformen.

23. Pitha Puja – den heiligen Grund ehren

23.1
Mit duftenden Blüten verehre ich den Sitz; die tragende Kraft; die Urnatur; das Unendliche; die Erde; den Milchozean; die weiße Insel; die Edelsteinhalle; den Wunschbaum; den Edelsteinaltar; den Juwelenthron; die vier Ecken, beginnend mit Agni; Dharma; und den mit śrīṃ angerufenen Lotussitz.

24. Die Hauptverehrung eröffnen

24.1
Om. Sonne, Mond, Yama, Zeit, die beiden Dämmerungen, Wesen, Tag, Nacht, Wind, Hüter der Richtungen, Erde, Raum und die im Raum wandelnden Unsterblichen: Seid auf Brahmas Geheiß hier gegenwärtig. Om, das ist die Wirklichkeit. Dieser Anfang möge zum Guten dienen.

24.2
Om. Wir wenden uns an König Soma, Varuna und Agni, an Aditya, Vishnu und Surya, Brahma und Brihaspati. Wohlergehen schenke uns Indra von großem Ruhm, Wohlergehen Pushan, der alles kennt; Wohlergehen Tarkshya mit unversehrtem Rad; Wohlergehen gewähre Brihaspati. Om, Wohlergehen, Wohlergehen, Wohlergehen.

25. Tirtha Avahana und Asana Shuddhi

25.1
Om. Ganga und Yamuna, Godavari und Sarasvati, Narmada, Sindhu und Kaveri: Seid in diesem Wasser gegenwärtig.

25.2
Mit duftender Blüte, hrīṃ: Verehrung der tragenden Kraft und dem Lotussitz. Für das Sitzmantra ist Meruprishtha der Seher, Sutala das Versmaß, Kurma die Gottheit; seine Anwendung gilt dem Einnehmen des Sitzes. Om. Erde, die Welten werden von dir getragen; Göttin, du wirst von Vishnu getragen. Trage auch mich beständig und mache den Sitz rein.

26. Samanya Arghya – die Wassergrundlage bereiten

26.1
Mit duftender Blüte verehre ich die tragende Kraft, Kurma, Ananta und die Erde. Om aṃ: Verehrung dem Sonnenkreis mit seinen zwölf Kräften. Om maṃ: Verehrung dem Feuerkreis mit seinen zehn Kräften. Om uṃ: Verehrung dem Mondkreis mit seinen sechzehn Kräften.

27. Svastivachana – die Gemeinschaft antwortet

27.1
Om. Für die bevorstehende Verehrung Saraswatis mit Schreibfeder und Tintenfass, der die Verehrung Ganeshas und weiterer Gottheiten vorausgeht: Sprecht diesen Tag als heilig aus! Dies wird dreimal erbeten. Antwort: Om, ein heiliger Tag! Om, ein heiliger Tag! Om, ein heiliger Tag!

27.2
Für die genannte Verehrung: Sprecht Wohlergehen aus! Dies wird dreimal erbeten. Antwort: Om, Wohlergehen! Om, Wohlergehen! Om, Wohlergehen!

27.3
Für die genannte Verehrung: Sprecht Gedeihen aus! Dies wird dreimal erbeten. Antwort: Om, es gedeihe! Om, es gedeihe! Om, es gedeihe!

28. Sankalpa – das Anliegen aussprechen

28.1
Verehrung Saraswati. Vishnu, Om, das ist die Wirklichkeit. Heute, im Monat Magha, in der hellen Monatshälfte, am fünften Mondtag, werde ich – mit dem vorab eingesetzten Namen und Gotra – aus dem Wunsch, Saraswati zu erfreuen, nach der Verehrung Ganeshas und weiterer Gottheiten Saraswati zusammen mit Schreibfeder und Tintenfass verehren.

28.2
Om. Die Weisen schauen stets Vishnus höchsten Schritt, wie ein am Himmel weit geöffnetes Auge. Om. Vishnu, Vishnu, Vishnu!

28.3
Ob unrein oder rein, in welchem Zustand auch immer: Wer an den Lotusäugigen denkt, wird außen und innen rein. Nachdem man sich vor Narayana verneigt hat, dem Glück aller glückverheißenden Dinge, dem Erwählten, Gabenspendenden und Guten, beginne man seine Handlungen.

28.4
Om. Der göttliche Gabenspender verlangt eure volle Darbringung. Gießt aus oder füllt ein: So wird der Gott euch gewogen sein. Möge das beabsichtigte Anliegen gelingen; möge dieser Anfang zum Guten dienen.

29. Pranayama mit Saraswatis Keimsilbe

29.1
Aiṃ – die Keimsilbe Saraswatis, hier als Anrufung ihrer Erkenntnis- und Sprachkraft.

30. Rishyadi Nyasa

30.1
Om. Für Saraswatis Mantra ist Kanva der Seher, Gayatri das Versmaß und Shri Vagishvari die Gottheit; die Anwendung erfolgt in Saraswatis Verehrung zur Erfüllung der Anliegen. Verehrung dem Seher Kanva, dem Gayatri-Versmaß und der Gottheit Vagishvari, der Herrin der Rede.

31. Die Kräfte des Sitzes anrufen

31.1
Om. Gottheiten des heiligen Sitzes, kommt herbei, bleibt hier, seid gegenwärtig und gesammelt. Nehmt hier euren Platz ein und empfangt meine Verehrung.

31.2
Verehrung gilt der Reihe nach: der tragenden Kraft; der Urnatur; dem Unendlichen; der Erde; dem Milchozean; der weißen Insel; der Edelsteinhalle; dem Wunschbaum; dem Edelsteinaltar; dem Juwelenthron; Dharma; Erkenntnis; Loslösung; Herrschaftskraft; Nicht-Dharma; Nichtwissen; fehlender Loslösung; fehlender Herrschaftskraft; Ananta; dem Lotus; dem Sonnenkreis mit zwölf Kräften; dem Mondkreis mit sechzehn Kräften; dem Feuerkreis mit zehn Kräften; Sattva; Rajas; Tamas; dem Selbst; dem inneren Selbst; dem höchsten Selbst; dem Erkenntnisselbst; Auffassungskraft; Einsicht; Leuchten; Fülle; Festigkeit; Erinnerung; Intelligenz; Wissensherrlichkeit; und dem Lotus der Laute als Sitz. Die Silben aṃ, uṃ, maṃ, saṃ, raṃ, taṃ, āṃ, paṃ und hrīṃ begleiten die bezeichneten Anrufungen.

32. Saraswati Dhyana – die Göttin innerlich schauen

32.1
Om. Die Göttin der Rede trage die junge Mondsichel und leuchte weiß; ihr Körper neige sich leicht unter der Fülle ihrer Brüste, und sie sitze auf weißem Lotus. Schreibfeder und Buch leuchten in ihren eigenen Lotushänden. Möge sie uns zur Entfaltung aller Fülle beschützen.

32.2
Mit duftender Blüte: Om aiṃ, Verehrung Saraswati. Willkommen, verehrte Göttin Saraswati; Om, Erde, Luftraum, Himmel. Willkommen, dir sei Wohlergehen.

33. Avahana – Saraswati empfangen

33.1
Om. Erde, Luftraum, Himmel. Verehrte Saraswati, mit deinem Gefolge: Komm herbei, bleibe hier, sei gegenwärtig, bleibe gesammelt. Nimm hier deinen Platz ein und empfange meine Verehrung. Sthāṃ sthīṃ: Bleibe fest gegenwärtig, solange ich verehre. Göttin, komm in mein Haus mit deinen acht Kräften; nimm die ordnungsgemäße Verehrung an, du Schöpferin allen Wohles.

33.2
Willkommen, Saraswati, Göttin, herzlich willkommen; dir sei Wohlergehen. Om. Mein Anliegen ist erfüllt, mir ist Gnade zuteilgeworden, mein Leben trägt Frucht, weil du, Göttin und Herrin der Rede, in meine Stätte gekommen bist. Om aiṃ, Verehrung Saraswati.

34. Chakshur Dana – die Augen öffnen

34.1
Om. Wachse an, Soma; von überall möge dir Kraft zufließen. Sei da beim Zusammenkommen der Nahrung. Om. Das leuchtende Antlitz der Götter ist aufgegangen, das Auge Mitras, Varunas und Agnis. Es erfüllt Himmel, Erde und Luftraum: Die Sonne ist das Selbst des Beweglichen und des Stillstehenden.

35. Prana Pratishtha – lebendige Gegenwart verehren

35.1
Aiṃ – die Keimsilbe Saraswatis, hier als Anrufung ihrer Erkenntnis- und Sprachkraft.

35.2
Om. Mögen ihre Lebenskräfte fest eingesetzt sein, mögen ihre Lebenskräfte strömen. Für ihre Zugehörigkeit zum Göttlichen: svāhā. Om. Wir verehren den Dreiäugigen, der duftet und Gedeihen mehrt. Wie eine reife Gurke von ihrer Bindung werde ich vom Tod befreit, nicht von der Unsterblichkeit. Svāhā.

36. Padya – Wasser für die Füße

36.1
Om. Große Göttin, empfange dieses Fußwasser, das alle Leiden hinwegnimmt. Beschütze mich, gabenspendende Göttin; Verehrung dir, Vishnus Geliebte. Dieses Fußwasser gilt Saraswati. Die Anrede Vishnuvallabha gehört zur hier verwendeten Fassung.

37. Asana – den Ehrensitz anbieten

37.1
Verehrung diesem silbernen Sitz. Mit duftender Blüte verehre ich seinen Herrn Vishnu; die Gabe gilt Saraswati. Göttin, empfange den schönen Sitz, den ich bereitet habe und der die Erfüllung der Anliegen verheißt. Herrin der Rede, dir sei Verehrung. Dieser silberne Sitz gilt Saraswati.

38. Vishesha Arghya – das besondere Muschelwasser

38.1
Phaṭ – der abschließende Laut des Schutzes und der Abwehr.

38.2
Om. Empfange die schöne Ehrengabe im Muschelgefäß, mit Durva, ungebrochenen Reiskörnern und Bilva-Blatt, Göttin Sharada. Diese Ehrengabe gilt Saraswati.

38.3
Mit duftender Blüte: Om aṃ, Verehrung dem Sonnenkreis mit zwölf Kräften. Om maṃ, Verehrung dem Feuerkreis mit zehn Kräften. Om uṃ, Verehrung dem Mondkreis mit sechzehn Kräften.

38.4
Om. Die Göttin der Rede trage die junge Mondsichel und leuchte weiß; ihr Körper neige sich leicht unter der Fülle ihrer Brüste, und sie sitze auf weißem Lotus. Schreibfeder und Buch leuchten in ihren eigenen Lotushänden. Möge sie uns zur Entfaltung aller Fülle beschützen.

38.5
Hūṃ: schützende Verhüllung. Vauṣaṭ: Darbringung und Belebung der Gabe. Mit duftender Blüte: Om aiṃ, Verehrung Saraswati.

38.6
Aiṃ – die Keimsilbe Saraswatis, hier als Anrufung ihrer Erkenntnis- und Sprachkraft.

39. Madhuparka – die süße Gastgabe

39.1
Verehrung! Große Göttin, empfange den Madhuparka, wie er von Brahma und den anderen bereitet wurde, von mir mit Hingabe dargebracht. Höchste Herrin, nimm ihn an. Dieser Madhuparka gilt Saraswati.

40. Snana – das Bad anbieten

40.1
Om. Kühles, klares, reines und erfreuliches Wasser gebe ich dir zum Bad. Herrin der Rede, nimm es von mir an. Dieses Badewasser gilt Saraswati.

41. Vastra – Kleidung darbringen

41.1
Om. Göttin, empfange dieses sehr weiße Gewand aus vielen Fäden, aus Seiden- und weiteren Garnen. Om. Reich an Fäden und mit Farbe gefärbt ist es: Göttin der Rede, freue dich; dieses Gewand werde dir angelegt. Diese Kleidung gilt Saraswati. Die beiden Verse beschreiben weiße und gefärbte Textilien als überlieferte Gabensprache.

42. Gandha – duftende Salbung

42.1
Om. Deinen Körper kenne ich nicht, noch kenne ich dein Wirken. Nimm die von mir dargebrachten Düfte an und lasse dich damit salben. Dieser Duft gilt Saraswati.

43. Pushpa – eine weiße Blüte schenken

43.1
Om. Diese erfreuliche, göttliche, duftende, von Gott geschaffene Blüte, herzerfreuend, wunderbar und zum Riechen bestimmt: Göttin, nimm die dargebrachte Gabe an. Diese Blüten gelten Saraswati.

44. Dhupa – Räucherwerk anbieten

44.1
Om. Dieser göttliche Saft der Pflanzen, reich an Duft und sehr erfreulich, wird von mir mit Hingabe als Räucherwerk dargebracht. Nimm ihn an. Dieses Räucherwerk gilt Saraswati.

45. Dipa – das Licht verehren

45.1
Om. Feuerlicht, Sonnenlicht und ebenso Mondlicht: Göttin, nimm diese Lampe als das beste der Lichter an. Dieses Licht gilt Saraswati.

46. Pushpa Malya – die Girlande darbringen

46.1
Om. Nimm diese an einem Faden gereihte Girlande aus vielerlei Blüten an, schön und herabhängend, höchste Herrin. Diese Blumengirlande gilt Saraswati.

47. Naivedya – den Speisenteller anbieten

47.1
Om. Diese Speise mit Ghee und vielerlei Zutaten bringe ich mit Hingabe dar. Nimm sie an, Herrin der Rede. Dieses Speiseangebot aus ungekochtem Reis mit seinen Beigaben gilt Saraswati.

48. Phalamula – Früchte und Wurzeln darbringen

48.1
Om. Alle diese Früchte und Wurzeln aus Dorf und Wald, verschieden und wohlduftend: Nimm sie nach deinem Gefallen an, Göttin. Diese Früchte und Wurzeln gelten Saraswati.

49. Modaka – die Süßigkeit darbringen

49.1
Om. Diese wohlschmeckende, aus Zucker und weiteren Zutaten bereitete runde Süßigkeit, schön und süß als Speise: Göttin, nimm sie als Gabe an. Dieser Modaka gilt Saraswati.

50. Paramanna und Panchagrasa – die Göttin speisen

50.1
Om. Mit Kuhbutterfett und Milch, mit vielerlei Süßem bereitet: Diese feine Reisspeise bringe ich mit Hingabe dar; möge sie angenommen werden.

50.2
Om. Darbringung an Prana, die einströmende Lebenskraft; an Apana, die ausscheidende Kraft; an Samana, die ausgleichende und verdauende Kraft; an Udana, die aufsteigende Kraft; an Vyana, die im Körper verteilende Kraft.

51. Achamaniya und Punarachamaniya – Wasser nach der Speise

51.1
Om. Empfange dieses glückverheißende Wasser der Mandakini, das alles Übel fortnimmt, als Wasser zum Mundspülen, von mir mit Hingabe dargebracht. Dieses Wasser gilt Saraswati.

51.2
Om. Durch die bloße Erinnerung an dich wird selbst jemand, der Speisereste an sich trägt oder unrein ist, wieder rein. Dir gilt dieses erneute Mundspülwasser. Dieses Wasser gilt Saraswati.

52. Bücher, Schreibgerät und Musik ehren

52.1
Om. Verehrung den Büchern; dem Tintenfass; der Schreibfeder; den Musikinstrumenten; dem Hamsa, Saraswatis heiligem Vogel.

53. Pushpanjali – gemeinsame Blütengaben

53.1
Om. Vishnu, Vishnu, Vishnu!

53.2
Om. Die Weisen schauen stets Vishnus höchsten Schritt, wie ein am Himmel weit geöffnetes Auge. Om. Vishnu, Vishnu, Vishnu!

53.3
Om. Stete Verehrung Saraswati, wiederholte Verehrung Bhadrakali und den Stätten des Wissens: Veda, Vedanga und Vedanta. Diese mit gefalteten Händen dargebrachten Blüten gelten Saraswati.

53.4
Om. Möge Saraswati auf meiner Zunge wohnen: die Göttin, die Vina und Buch trägt, Muraris Geliebte, ganz in Weiß. Diese Blütengabe gilt Saraswati.

53.5
Saraswati, Hochbegnadete, Wissen selbst, Lotusäugige, Verkörperung des Wissens, Weitäugige: Gib mir Wissen; dir sei Verehrung. Diese Blütengabe gilt Saraswati.

54. Gemeinsam grüßen und preisen

54.1
Sieg, Sieg dir, Göttin, Wesen des Beweglichen und Unbeweglichen, deren Brust eine Perlenkette schmückt, deren Hände mit Vina und Buch geschmückt sind: Verehrte Bharati, Göttin, dir sei Verehrung.

54.2
Die Göttin sitzt auf weißem Lotus und ist mit weißen Blüten schön geschmückt. Ewig ist sie, trägt weiße Kleidung und ist mit weißer Duftsalbe gesalbt. In ihrer Hand trägt sie eine weiße Gebetskette; weißes Sandelholz schmückt sie. Hell ist sie, trägt eine weiße Vina und ist mit weißem Schmuck geziert.

54.3
Sie ist weiß wie Jasmin, Mond, Schnee und eine Perlenkette, in helle Gewänder gehüllt; die schöne Vina schmückt ihre Hände, und sie sitzt auf weißem Lotus. Brahma, Achyuta, Shankara und die weiteren Götter verehren sie stets. Möge Saraswati, die Göttin, mich beschützen und alle geistige Trägheit fortnehmen. Om. Saraswati, Hochbegnadete, höchste Mutter der Veden: Nimm die ordnungsgemäße Verehrung an und schenke mir stets Wohlergehen.

55. Den Havan vorbereiten und widmen

55.1
Om. Vishnu, Vishnu, Vishnu!

55.2
Om. Die Weisen schauen stets Vishnus höchsten Schritt, wie ein am Himmel weit geöffnetes Auge. Om. Vishnu, Vishnu, Vishnu!

55.3
Ob unrein oder rein, in welchem Zustand auch immer: Wer an den Lotusäugigen denkt, wird außen und innen rein. Nachdem man sich vor Narayana verneigt hat, dem Glück aller glückverheißenden Dinge, dem Erwählten, Gabenspendenden und Guten, beginne man seine Handlungen.

55.4
Om. Vishnu, Vishnu, Vishnu!

55.5
Om. Dieser Anfang möge zum Guten dienen.

55.6
Vishnu, Om, das ist die Wirklichkeit. Heute, im Monat Magha, in der hellen Monatshälfte, am fünften Mondtag, werde ich – mit zuvor eingesetztem Namen und Gotra – zur Freude Saraswatis das zu ihrer Verehrung mit Schreibfeder und Tintenfass gehörige Feueropfer vollziehen: mit dem Mantra „Om aiṃ sarasvatyai svāhā“ und den weiteren Formeln, insbesondere mit achtundzwanzig mit Ghee versehenen Bilva-Blättern.

56. Rekha – das Feuerfeld markieren

56.1
Om. Diese Linie gehört der Erde und ist gelb; diese Agni und ist rot; diese Prajapati und ist schwarz; diese Indra und ist blau; diese Soma und ist weiß.

56.2
Om. Prajapati ist der Seher, Agni die Gottheit; die Anwendung gilt dem Entfernen des herausgehobenen Sandes. Om. Das Störende ist entfernt.

57. Agni Samskara und Agni Sthapana

57.1
Om. Prajapati ist der Seher, Trishtubh das Versmaß, Agni die Gottheit; die Anwendung gilt der Feuerweihe. Om. Das fleischverzehrende Feuer sende ich weit fort; der Unreinheitenträger gehe in Yamas Reich.

57.2
Om. Prajapati ist Seher und Gottheit, Brihati das Versmaß; die Anwendung gilt dem Einsetzen des Feuers. Om, Erde, Luftraum, Himmel, Om. Dieses andere, kundige Feuer, Jatavedas, soll hier den Göttern die Opfergabe tragen. Hände und Füße, Augen, Häupter und Antlitze sind überall sein: Das große, allgestaltige Feuer ist in allen Ritualhandlungen herbeigeführt.

58. Agni Namakarana – Balada verehren

58.1
Om. Agni, du trägst den Namen Balada, der Kraft spendet.

58.2
Om. Dieses andere, kundige Feuer, Jatavedas, trage hier die Opfergaben zu den Göttern. Überall hat es Hände und Füße, Augen, Häupter und Antlitze: Das große allgestaltige Feuer ist zu den Ritualhandlungen herbeigeführt.

58.3
Om. Agni hat rötlichbraune Brauen, Bart, Haare und Augen, kräftige Glieder und einen vollen Bauch; er ist rötlich, sitzt auf einem Ziegenbock, trägt eine Gebetskette, hat sieben Flammen und hält eine Lanze.

58.4
Om. Agni namens Balada, komm hierher, bleibe hier, sei gegenwärtig, bleibe gesammelt. Nimm hier deinen Platz ein und empfange meine Verehrung.

58.5
Om. Verehrung Agni mit dem Namen Balada. Ihm gelten der Reihe nach Fußwasser, Ehrengabe, Blüte, Räucherwerk, Licht, Speise und Trinkwasser.

59. Udakanjali Seka – den Feuerplatz mit Wasser umgeben

59.1
Om. Prajapati ist der Seher, Anushtubh das Versmaß, Savitar die Gottheit; die Anwendung gilt dem Umgießen des Feuers. Göttlicher Savitar, setze das Opfer und seinen Träger zum glücklichen Anteil in Bewegung. Der himmlische Gandharva, der Gedankenreiniger, reinige unsere Gedanken; der Herr der Rede mache unsere Rede wohlschmeckend. Für die Wassergaben ist Prajapati der Seher; die Gottheiten sind jeweils Aditi, Anumati und Sarasvati. Aditi, stimme zu! Anumati, stimme zu! Sarasvati, stimme zu!

60. Ghrita Samskara – die flüssige Gabe weihen

60.1
Om. Prajapati ist der Seher, Gayatri das Versmaß, das geklärte Butterfett die Gottheit; die Anwendung gilt seiner Reinigung. Om. Der göttliche Savitar reinige dich mit dem unversehrten Filter und den Strahlen des leuchtenden Sonnengottes. Svāhā.

61. Brahma Sthapana – den Hüter des Rituals einsetzen

61.1
Prajapati ist der Seher, Agni die Gottheit; die Anwendung gilt dem Entfernen eines Grashalms. Om. Das Störende ist entfernt. Prajapati ist der Seher, Anushtubh das Versmaß, Agni die Gottheit; die Anwendung gilt dem Platznehmen des Brahman. Om. Nimm im Sitz des Guten Platz.

62. Navagraha Homa – neun Feuergaben

62.1
Om. Durch den dunklen Raum geht Savitar und lässt Unsterbliche wie Sterbliche zur Ruhe kommen. Der Gott fährt im goldenen Wagen und schaut die Welten. Svāhā – Darbringung in der Surya zugeordneten Feuerverehrung.

62.2
Om. Wachse an, Soma; von überall möge Kraft dir zuströmen. Sei da beim Zusammenkommen der Nahrung. Svāhā – Darbringung in der Soma zugeordneten Feuerverehrung.

62.3
Om. Agni ist das Haupt des Himmels, der Gipfel, der Herr dieser Erde. Er belebt die Keime der Wasser. Svāhā – Darbringung in der Mangala zugeordneten Feuerverehrung.

62.4
Om. Unsterblicher Agni, bringe dem Gebenden den wunderbaren Reichtum der Morgenröte. Jatavedas, bringe heute die mit der Morgenröte erwachenden Götter. Svāhā – Darbringung in der Budha zugeordneten Feuerverehrung.

62.5
Om. Brihaspati, umfahre uns mit deinem Wagen, wehre als Dämonenvernichter die Feinde ab. Zerschmettere die Heere und siege im Kampf; sei der Beschützer unserer Wagen. Svāhā – Darbringung in der Brihaspati zugeordneten Feuerverehrung.

62.6
Om. Hell ist deine eine Gestalt, verehrungswürdig die andere; wie Tag und Nacht sind sie verschieden, und du bist wie der Himmel. Alle Gestaltungskräfte beschützt du, Selbstmächtiger. Pushan, deine Gabe sei uns hier zum Guten. Svāhā – Darbringung in der Shukra zugeordneten Feuerverehrung.

62.7
Om. Die göttlichen Wasser mögen uns zum Wohlergehen helfen und zum Trinken gereichen. Sie mögen uns Glück und Heil zuströmen lassen. Svāhā – Darbringung in der Shani zugeordneten Feuerverehrung.

62.8
Om. Mit welcher Hilfe wird uns der wunderbare, stets stärkende Freund nah sein? Mit welcher mächtigen Unterstützung wird er kommen? Svāhā – Darbringung in der Rahu zugeordneten Feuerverehrung.

62.9
Om. Du schufst ein Zeichen für den Zeichenlosen und Gestalt für den Gestaltlosen; zusammen mit den Morgenröten wurdest du geboren. Svāhā – Darbringung in der Ketu zugeordneten Feuerverehrung.

63. Dikpala Homa – zehn Richtungsgaben

63.1
Om. Darbringung an Indra, Agni, Yama, Nairrita, Varuna, Vayu, Kubera, Ishana, Brahma und Ananta – die zehn Richtungshüter.

64. Die 28 Hauptgaben an Saraswati

64.1
Om aiṃ. Saraswati sei diese Gabe dargebracht. Svāhā.

64.2
Om. Wie der verehrte Gott Brahma, der Urvater der Welt, ohne dich nicht bestehen könnte, so sei du die Gabenspenderin. Wie Veden, alle Lehrwerke, Tanz und Gesang nicht ohne dich sind, so mögen auch mir Vollendungen zuteilwerden. Om. Lakshmi, Medha, Dhara, Tushti, Pushti, Gauri, Prabha und Dhriti: In diesen acht Gestalten – Fülle, Auffassungskraft, tragende Erde, Zufriedenheit, Gedeihen, helle Schönheit, Leuchten und Festigkeit – beschütze mich, Saraswati.

65. Pratyaksha Devata Homa – die anwesenden Gottheiten und Zeichen ehren

65.1
Om. Darbringung an Shri Ganesha, Narayana, Lakshmi, Durga, Vastudeva, Shiva in der weiblichen Namensform Shivā, Ganga, Hamsa, Schreibfeder, Tintenfass, Bücher und Vina. Die weibliche Form Shivā folgt der ausgeschriebenen Formel des Handbuchs.

66. Virupaksha Japa

66.1
Parameshthin ist der Seher, Agni in Rudras Gestalt die Gottheit; die Anwendung gilt der Anrufung Virupakshas. Om, Erde, Luftraum, Himmel, Om. Ich nehme Zuflucht zum großen Selbst. Du bist Virupaksha, Dantanjin; dein Lager ist im Laub, deine Wohnung im Zwischenraum, golden bemessen. Die Herzen der Götter sind im Innern des eisernen Gefäßes geborgen. Krafttragend und kraftgewährend behütest du sie ohne Nachlassen, ohne Blinzeln. Samudra, der alles umspannende Brahma, erlaube mir die Handlung; Tutha, der Allwissende, Brahmas Sohn, erlaube sie; Shvatra, der weise Sohn Mitras und Varunas, erlaube sie. Verehrung Virupaksha, Dantanjin, Samudra, dem Allumfassenden, Tutha, dem Allwissenden, Shvatra, dem Einsichtigen, dem Tausendäugigen, Brahmas Sohn.

67. Mahavyahriti Homa – die Welten einbeziehen

67.1
Prajapati ist jeweils der Seher. Die Zuordnungen lauten: Gayatri-Versmaß und Agni für die Erde; Ushnih und Vayu für den Zwischenraum; Anushtubh und Surya für den Himmel; Brihati und Prajapati für die drei Welten gemeinsam. Jeweils: Om, Darbringung an die genannte Welt beziehungsweise die Welten; svāhā.

68. Udichya Karma und Verehrung des gnädigen Feuers

68.1
Prajapati ist der Seher, Aditi die Gottheit; die Anwendung gilt dem Ausgießen des Wassers. Om. Aditi, du hast deine Zustimmung gegeben.

68.2
Om. Agni mit dem Namen Mrida, der Gnädige: Komm herbei, bleibe hier, sei gegenwärtig, bleibe gesammelt. Nimm hier deinen Platz ein und empfange meine Verehrung.

68.3
Duft, Blüte, Räucherwerk und Licht gelten Agni mit dem Namen Mrida. Die flüssige Opfergabe wird ihm als Speise dargebracht: svāhā.

69. Purnahuti – die volle Schlussgabe

69.1
Prajapati ist der Seher, Virad-Gayatri das Versmaß, Indra die Gottheit; die Anwendung betrifft das Opfer für guten Ruf. Om. Ich opfere die volle Gabe zum Ansehen. Wer ihm opfert, dem gibt er eine Gabe. Ich wähle diese Gabe; mit gutem Ruf leuchte ich in der Welt. Svāhā.

70. Purnapatra Dana und Dakshina

70.1
Mit duftender Blüte wird diese Speisegabe in Gestalt des vollen Gefäßes geehrt; ebenso ihr Herr Shri Vishnu. Die Gabe ist dem Brahman beziehungsweise dem Priester zugedacht.

70.2
Vishnu, Om, das ist die Wirklichkeit. Heute, im Monat Magha, in der hellen Monatshälfte, am fünften Mondtag. Es folgen zunächst Gotra und Name der gebenden Person, dann Gotra und Name des empfangenden Priesters. Diese Gabe wird dem Brahman übergeben; Om, Verehrung!

70.3
Zur Vollendung der ausgeführten Saraswati-Puja mit Feueropfer übergebe ich diese Dakshina, die Speisegabe in Gestalt des vollen Gefäßes, unter Vishnus göttlicher Schirmherrschaft an den vorab namentlich genannten Brahmanen.

71. Agni Visarjana – das Feuer verabschieden

71.1
Om. Brahman, verzeihe!

71.2
Om. Agni, gehe in das Meer zurück. Om. Erde, werde kühl.

72. Bhasma Tilaka – mit der Asche segnen

72.1
Om. Die dreifache Lebensspanne Kashyapas; die dreifache Lebensspanne Jamadagnis; die dreifache Lebensspanne der Götter – diese dreifache Lebensspanne möge dir zuteilwerden.

73. Pranama und Mula Mantra Japa

73.1
Om. Stete Verehrung Saraswati, wiederholte Verehrung Bhadrakali und den Stätten des Wissens: Veda, Vedanga und Vedanta.

73.2
Aiṃ – die Keimsilbe Saraswatis, hier als Anrufung ihrer Erkenntnis- und Sprachkraft.

73.3
Om. Du Hüterin des Geheimsten, nimm unsere Mantrawiederholung an. Durch deine Gnade, Göttin und Herrin der Götter, möge mir Vollendung zuteilwerden.

75. Nirmalya Puja und Dadhikaramba – die Abschiedsspeise

75.1
Om. Verehrung der in den verbleibenden Opfergaben wohnenden Göttin.

75.2
Vaṃ. Verehrung dieser süßen Dadhikaramba-Speise mit ihren Beigaben. Mit duftender Blüte verehre ich ihren Herrn Shri Vishnu. Diese süße Dadhikaramba-Speise mit ihren Beigaben bringe ich Saraswati dar: Om aiṃ, svāhā.

75.3
Om. Darbringung an Prana, die einströmende Lebenskraft; an Apana, die ausscheidende Kraft; an Samana, die ausgleichende und verdauende Kraft; an Udana, die aufsteigende Kraft; an Vyana, die im Körper verteilende Kraft.

76. Visarjana – die Festgegenwart verabschieden

76.1
Dieses Wasser zum Trinken bringe ich Saraswati dar, Om aiṃ. Dieses Wasser zum Reinigen gilt Saraswati, Om aiṃ.

76.2
Om. Gehe, gehe an den höchsten Ort, an deine eigene Stätte, höchste Herrin – und komme wieder, wenn erneut die Verehrung gehalten wird.

77. Shanti Patha – Segenswasser und Frieden

77.1
Für die drei Verse, die mit „kayā naś citra“ beginnen, ist Mahavamadevya der Seher, Virad-Gayatri das Versmaß und Indra die Gottheit; ihre Anwendung gilt der Rezitation für Frieden.

77.2
Om. Mit welcher Hilfe wird uns der wunderbare, stets stärkende Freund nah sein, mit welcher wirksamsten Unterstützung? Welcher wahrhaftige, stärkste der berauschenden Tränke erfreut dich, sodass du selbst das feste Gut aufbrichst? Sei der Helfer deiner Freunde und der Sänger; sei mit hundert Hilfen bei uns.

77.3
Om. Wohlergehen gewähre Indra von großem Ruhm; Wohlergehen Pushan, der alles kennt; Wohlergehen Tarkshya mit unversehrtem Rad; Wohlergehen gewähre Brihaspati. Om, Wohlergehen, Wohlergehen, Wohlergehen.

77.4
Om. Frieden sei im Himmel, im Luftraum und auf der Erde; Frieden in den Wassern und Kräutern, Frieden in den Bäumen; Frieden bei allen Göttern, Frieden im Brahman, Frieden in allem. Friede selbst sei Frieden; dieser Friede komme zu mir. Om. Frieden und Heil mögen sein; alles Ungute vergehe. Woher das Übel kam, dorthin kehre es zurück. Svāhā.

77.5
Om. Jenes ist ganz, dieses ist ganz; aus dem Ganzen geht Ganzes hervor. Nimmt man Ganzes vom Ganzen, bleibt Ganzes. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

78. Kshama Bhiksha – Vergebung erbitten

78.1
Om. Verehrung dem Gott der heiligen Erkenntnis, dem Wohltäter der Kühe und Brahmanen, dem Wohltäter der Welt, Shri Krishna, Govinda. Krishna, Meer des Mitgefühls, Freund der Bedrängten, Herr der Welt, Herr der Hirten, Geliebter der Gopis und Radhas: Dir sei Verehrung.

78.2
Om. Was bei Opferhandlungen aus Unwissenheit oder Verblendung verfehlt wird, werde durch die bloße Erinnerung an Vishnu vollständig: So lautet die Überlieferung.

78.3
Om. Führe mich vom Unwirklichen zum Wirklichen; von der Dunkelheit zum Licht; vom Tod zur Unsterblichkeit.

79. Die Leitung ehren

79.1
Vishnu, Om, das ist die Wirklichkeit. Heute, im Monat Magha, in der hellen Monatshälfte, am fünften Mondtag, übergebe ich, die zuvor genannte Person, zur Vollendung dieser Saraswati-Verehrung mit Schreibfeder, Tintenfass und ihren zugehörigen Handlungen dem zuvor genannten Priester dieses Gold beziehungsweise seinen Wert als Dakshina.

80. Vaigunya Samadhana und Achchidra Avadharana

80.1
Vishnu, Om, das ist die Wirklichkeit. Heute, im Monat Magha, in der hellen Monatshälfte, am fünften Mondtag, werde ich – mit zuvor eingesetztem Namen und Gotra – zur Befriedung der Fehler, die bei dieser Saraswati-Verehrung mit Schreibfeder, Tintenfass und ihren zugehörigen Handlungen entstanden sind, an den Namen Shri Vishnus denken.

80.2
Om. Vishnu!

80.3
Om. Möge diese ausgeführte Verehrung der Göttin Saraswati mit Schreibfeder und Tintenfass ohne Lücke sein. Antwort: Om. So sei es.

81. Samarpana – die Früchte der Verehrung übergeben

81.1
Om. Welche Silbe falsch erklang, welche Länge zu kurz geriet: Alles werde durch deine Gnade vollständig, Herrin der Götter. Wo Mantra, Handlung oder Hingabe unvollkommen waren, möge das, was ich dir darbrachte, Göttin, vollendet werden. Was ich mit Körper, Geist, Rede und Handlung getan habe, werde durch deine Gnade ganz. Alle Früchte dieser Handlung lege ich zu Shri Saraswatis Füßen nieder.

Quellen und verwandte Praxis

  • Kanai L. Mukherjee und Bibhas Bandyopadhyay, herausgegeben von Aloka Chakravarty: New Age Purohit Darpan, Book 1: Saraswati Puja, vierte Ausgabe, Association of Grandparents of Indian Immigrants, USA. Verwendet: Einordnung und Materialien S.1, 5–10; gemeinsame Anfangsgebete S.11–14; Guruverehrung S.25–27; Gefäß und weitere Vorriten S.35–59; vollständige Hauptfolge einschließlich Blütengaben, Havan und Schluss S.62–109; Handgestenanhang S.ix–x und xvii. Originalausgabe. Die persönliche Sandhya und Shaligrama-Verehrung des Priesters sowie die selbstständigen Familien- und Schreiblernmodule sind nicht Bestandteil des hier gewählten Festgangs.
  • Rigveda, Text nach Theodor Aufrecht, digitale Fassung bei GRETIL: Kontrolle der vedischen Rezitationen, insbesondere 1.22.20, 1.36.13, 1.89.6, 1.91.16, 1.115.1, 4.31.1–3, 7.16.11, 7.59.12, 8.46.1, 10.16.9, 10.63.10 und 10.121.1. Die im Handbuch allein mit Schlussworten angegebenen Navagraha-Verse werden vollständig nach 1.35.2; 1.91.16; 8.44.16; 1.44.1; 10.103.4; 6.58.1; 10.9.4; 4.31.1 und 1.6.3 ausgeschrieben.
  • Shabdakalpadruma, Lemma Kushandika: Kontrolle des bengalischen Feuerrahmens und Erklärung der im Handbuch nur verkürzt angegebenen Wasserumgießung. Die dort umfangreichere Virupaksha-Passage wird nicht in die kürzere Auswahl des Festhandbuchs hineinkopiert. Die Hauptfolge bleibt die des New Age Purohit Darpan.
  • Vajasaneyi Samhita 19.17, Text bei TITUS: Altarweihevers; Brihadaranyaka Upanishad 1.3.28: „Asato ma sad gamaya“.
  • Vidvadupadhyaya: Tariniparijata, Anhang Atha Mudrah: Fingerstellungen der fünf Empfangsgesten, Kurma, Avagunthana, Galini und der zur Prana Pratishtha verwendeten Lelihana. Sanskrittext.
  • Natha Tradition: Lelihana, Darstellung der in Puja und Nyasa verwendeten Handgeste, ergänzend zur im Festhandbuch benannten, aber nicht ausformulierten Fingerhaltung.

Die heutige Praxisfassung verwendet die durch die Gabeformeln belegte Übergabe des Purnapatra an den Priester. Sie folgt nicht der widersprechenden Handbuchanweisung, dasselbe Gefäß anschließend samt Münze in das Feuer zu entleeren. An der sprachlich beschädigt überlieferten längeren Erdanrufung verwendet diese praktische Ausarbeitung die im selben Ablauf bezeugte Kurzform „pṛthvi tvaṃ śītalā bhava“. Dies ist eine offengelegte redaktionelle Anpassung. Materialschonendes symbolisches Augenberühren, pflanzliche Gabenalternativen und beaufsichtigtes Abkühlen sind ausdrücklich heutige Anpassungen.

Siehe auch

Video und Seminare

Ergänzende kleine Yoga-Vidya-Puja für Saraswati; eine häusliche Praxisform neben der oben ausgearbeiteten bengalischen Festzeremonie.

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