Sarasvati Prajna Puja mit acht Blütengaben

Aus Yogawiki

Sarasvati Prajna Puja mit acht Blütengaben ehrt Sarasvati und acht im Brihat Tantrasara genannte Kräfte des Erkennens, Erinnerns und Sprechens. Die Blütengaben geben jeder dieser Kräfte einen eigenen Augenblick der Aufmerksamkeit. Den Mittelpunkt bildet die elfsilbige Sarasvati-Mantraform.

Saraswati mit den Zeichen geistiger und schöpferischer Tätigkeit.

Umfang: Vollständiger Dhyana, acht benannte Blütengaben und 108 Mantra-Wiederholungen.

Anlass, Voraussetzungen und Material

Für Praktizierende, die in die hier verwendete Mantraform unterwiesen sind. Benötigt werden acht Blüten, ein Teller, eine Mala und ein sauberer Sitz; ein Sarasvati-Bild oder eine entsprechende innere Vorstellung dient als Bezugspunkt. Ein Studienbuch kann hinzukommen. Plane etwa 20 bis 25 Minuten ein.

Zur Vertiefung passen Saraswati Puja, Devi Archanam, Guru Stotra. Alle für die hier beschriebene Sitzung erforderlichen Schritte sind unten ausgeschrieben.

1. Einen Platz für die Verehrung bereiten

Stelle ein Sarasvati-Bild auf oder vergegenwärtige Sarasvati innerlich am vorbereiteten Altarplatz. Lege acht Blüten auf einen Teller. Ein Buch, mit dem du arbeiten möchtest, kann geschlossen danebenliegen. Setze dich und widme die Andacht dem aufmerksamen Empfangen, Verstehen und Weitergeben von Wissen.

2. Die Göttin betrachten

Rezitiere den folgenden Dhyana einmal. Vergegenwärtige anschließend die beschriebene Gestalt und ihre vier Attribute.

vāṇīṃ pūrṇaniśākarojjvalamukhīṃ karpūrakundaprabhāṃ
candrārdhāṅkitamastakāṃ nijakaraiḥ saṃvibhratīm ādarāt |
vīṇām akṣaguṇaṃ sudhāḍhyakalaśaṃ vidyāñ ca tuṅgastanīṃ
divyair ābharaṇair vibhūṣitatanuṃ haṃsādhirūḍhāṃ bhaje ||

Ich verehre Vani, die Göttin der Rede: Ihr Gesicht leuchtet wie der Vollmond; sie glänzt wie Kampfer und Jasmin. Ihr Haupt ist mit dem Halbmond bezeichnet. In ihren Händen trägt sie sorgsam Vina, Gebetskette, einen nektargefüllten Krug und Wissen, hier als Buch vergegenwärtigt. Ihre Brüste sind voll, ihr Körper ist mit göttlichem Schmuck geziert, und sie reitet auf einem Hamsa, dem schwan- oder gänseartigen heiligen Vogel.

3. Acht Kräfte mit Blüten ehren

Lege bei jeder vollständigen Anrufung eine Blüte vor die Göttin. Die Reihenfolge folgt den acht im Abschnitt genannten Shaktis. Die Erläuterungen übersetzen die Namen; sie sind keine zusätzlichen Mantras.

Gabe Vollständige Anrufung Bedeutung
1. Blüte oṃ prajñāyai namaḥ Om. Verehrung Prajna, der unterscheidenden Einsicht.
2. Blüte oṃ medhāyai namaḥ Om. Verehrung Medha, der geistigen Auffassungskraft.
3. Blüte oṃ śrutyai namaḥ Om. Verehrung Shruti, dem Hören und der empfangenen Überlieferung.
4. Blüte oṃ śaktyai namaḥ Om. Verehrung Shakti, der Kraft.
5. Blüte oṃ smṛtyai namaḥ Om. Verehrung Smriti, der Erinnerung.
6. Blüte oṃ vāgīśvaryai namaḥ Om. Verehrung Vagishvari, der Herrin der Rede.
7. Blüte oṃ matyai namaḥ Om. Verehrung Mati, dem Denken und Verstehen.
8. Blüte oṃ svastyai namaḥ Om. Verehrung Svasti, dem Wohlergehen.

4. Sarasvatis Mantra rezitieren

Rezitiere die folgende vollständige Formel 108-mal leise oder im Geist:

oṃ hrīṃ aiṃ hrīṃ oṃ sarasvatyai namaḥ

Om. Hrīṃ, Aiṃ, Hrīṃ, Om. Verehrung Sarasvati. Hrīṃ ist der Shakti-Keimlaut, Aiṃ der Keimlaut der Rede und Erkenntnis.

Eine ganze Formel zählt als eine Wiederholung. Bewege danach eine Perle der Mala weiter; die Meru-Perle zählt nicht mit. Atme während der Rezitation natürlich und bleibe bei der Bedeutung der Anrufung.

5. Die Rezitation darbringen

Stelle dir die Frucht deiner Rezitation als Gabe in der linken Hand der Göttin vor. Sprich einmal:

guhyātiguhyagoptrī tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhir bhavatu me devi tvatprasādāt tvayi sthitiḥ ||

Du bist die Hüterin des Geheimsten. Nimm unsere Rezitation an. Durch deine Gnade möge mir Vollendung zuteilwerden: das Ruhen in dir.

Falte die Hände vor dem Herzen, neige den Kopf und bleibe einen Augenblick still. Lass die bildhafte Betrachtung im Herzen zur Ruhe kommen. Damit ist diese Sitzung abgeschlossen.

Wenn ein Buch bereitliegt, schlage es anschließend auf und lies einen kurzen Abschnitt mit voller Aufmerksamkeit. Dieses bewusste Studium ist eine mögliche Fortsetzung im Alltag; die Puja selbst ist bereits abgeschlossen.

Vertiefung

Yoga-Vidya-Vortrag über Saraswati und schöpferische Erkenntnis. Das Video ist eine thematische Ergänzung; der konkrete Ablauf richtet sich nach dieser Anleitung.

Siehe auch

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Quellen und redaktionelle Hinweise

Brihat Tantrasara von Kṛṣṇānanda Āgamavāgīśa, Sanskrit-IAST-Projektfassung, Teil 1, nach dem elektronischen Text M00013 auf Grundlage des Drucks Calcutta 1896. Die Versnummern gelten innerhalb des jeweils genannten Abschnitts. Vagishvari-/Sarasvati-Abschnitt, Verse 38–44. Die elfsilbige Mantraform aus 38 wird durch die einzeln aufgeführten Mantraglieder in 40 gesichert. Dhyana: 42. Die acht Shaktis und ihre Anrufung mit Om und Namah: 43. In der Sanskritwiedergabe des Dhyana sind ardha und kalaśa orthografisch vereinheitlicht; vidyā wird in der Betrachtung als das getragene Buch erklärt. Die hier ausgewählte Folge aus Dhyana, acht Blütengaben und Japa ersetzt nicht die gesamte äußere Avarana-Puja des Textes. Der anschließende Studienimpuls ist eine heutige Anwendung.

Die Sitzung mit 108 Wiederholungen ist eine redaktionell begrenzte Praxisform. Ihr allgemeiner Japa-Rahmen folgt Mantramahodadhi 21.166–170, besonders 21.169; das Darbringungsgebet folgt 22.151–152. Die weibliche Form des Gebets ist auch im Brihat Tantrasara, allgemeine Puja-Paddhati, Vers 6, belegt. Die größere Purashcharana und die äußeren Avarana-Pujas des jeweiligen Gottheitenkapitels sind nicht Bestandteil dieser Sitzung.