Guru Puja nach Puja Sangraha
Guru Puja nach Puja Sangraha führt von der Betrachtung des Guru im weißen Scheitellotus über Wasser, Gewand und 108 Namensanrufungen bis zur Lichtgabe und ausdrücklichen Entlassung. Der Guru erscheint dabei zusammen mit seiner Shakti: Erkenntnis und die Kraft, nach ihr zu leben, werden in einem gemeinsamen Bild verehrt. Die äußeren Gaben erhalten ihren Sinn durch die Frage, welche Qualitäten des Lehrers – Mitgefühl, Wahrhaftigkeit, Gelassenheit und Freiheit von Eigennutz – im eigenen Handeln Gestalt annehmen sollen.

Quellenfassung und innere Ausrichtung
Diese Anleitung folgt dem Kapitel „Guru Pūjā“ in Pūjā Saṅgraha von Pandit Sri Ram Sivan, Fassung vom 18. Januar 2025, S. 25–28. Die allgemeinen Vorriten derselben Sammlung, S. 4–14, werden davor ausgeführt. Die Orts- und Kalenderangaben des Sankalpa werden ausdrücklich in eine deutsche praktische Form umgesetzt; ergänzende Beschreibungen der Handgesten werden als solche belegt. Die besonderen Kennzeichen der Guru-Puja sind das tantrische Guru-Shakti-Dhyana, der Bezug auf Kula Dharma, die vollständige Namavali und die Hamsa-Gayatri beim Nirajana. Die Fassung ist keine Sivananda-Paduka-Puja. Der Name ihres Herausgebers belegt keine Zugehörigkeit zur Sivananda-Tradition.
Die im Ritual verehrte Guru-Gestalt verkörpert Brahman und befreiende Erkenntnis. Die äußere Verehrung eines Lehrers und die Besinnung auf das innere Selbst gehören deshalb zusammen. Als redaktionelle Anregung für die Yoga-Praxis: Verbinde jede Gabe mit der Bereitschaft, etwas Gehörtes tatsächlich zu üben. Bhakti wird so zur Aufmerksamkeit, aus der verlässliche Praxis wächst.
Umfang und praktische Festlegung: Die Hauptfassung wird vor einer kleinen, wasserverträglichen Guru-Murti auf einem Untersetzer ausgeführt. Daneben steht eine Ganesha-Murti. Der Guru wird in der inneren Betrachtung in der beschriebenen tantrischen Gestalt verehrt; eine bestimmte menschliche Person muss nicht in diese Gestalt umgedeutet werden. Handhabung und Bereitstellung der Gaben werden hier praktisch erläutert. Die Quelle schreibt für die Guru-Gaben keine feste Anzahl von Löffeln oder Umkreisungen vor; eine solche Zahl wird daher nicht ergänzt. Alle Rezitationen werden einmal gesprochen, sofern bei einer Handlung ausdrücklich eine andere Wiederholung genannt ist. Der selbstständige Stotra-Anhang S. 29–30 wird nicht zusätzlich in den Ablauf eingefügt.
Vorbereitung, Materialien und Rollen
Reinige den Platz und die Gefäße; wasche dich und ziehe saubere Kleidung an. Richte einen ruhigen Sitz und eine erhöhte Unterlage für die beiden Bilder ein. Die Unterlage wird später als Pitha verehrt. Stelle die Gaben so auf, dass Speisen und trockene Gegenstände nicht mit dem verwendeten Wasser in Berührung kommen.
- Eine wasserverträgliche Guru-Murti und eine Ganesha-Murti, jede auf einem Auffangteller; sauberes Tuch zum Abtrocknen, kleines Gewand für die Guru-Murti, ein Schmuckstück oder eine Schmuckkette.
- Frisches Wasser in einem Vorratsgefäß, ein Löffel für die Darbringungen, gesondertes Trinkwasser mit eigenem Löffel für das persönliche Achamana, eine Auffangschale für dargebrachtes Wasser.
- Ein Wassergefäß auf einer Unterlage aus Reis, eine wasserhaltende Muschel, etwas Darbha für die Muschelverehrung; eine kleine Blüte und duftender Zusatz für das Kalasha-Wasser.
- Sandelpaste, Kumkuma, etwas Kurkuma, Akshata – ungebrochene Reiskörner –, Blumen und genügend einzelne Blütenblätter für die 18 Ganesha- und die 108 Guru-Namen sowie für die übrigen Darbringungen; eine Blumengirlande.
- Eine Standlampe, eine gesonderte darbringbare Lampe, Docht und Ghee, Räucherwerk mit sicherem Halter, Kampfer auf einem geeigneten Arati-Teller, Zündmittel und eine Glocke.
- Für Ganesha eine kleine Speisegabe, beispielsweise die in der Quelle genannten zwei Bananen, Kandiszucker oder Rosinen; für den Guru eine vorbereitete vegetarische Speisegabe und zusätzlich eine Frucht. Die Guru-Speiseformel spricht von vier Arten der Nahrung und sechs Geschmacksrichtungen; sie ist eine umfassende Gastlichkeitsformel, keine Vorschrift für sechs getrennte Schüsseln.
- Zwei getrennt bereitgelegte Tambula-Gaben aus Betelblatt und Arekanuss, für die Guru-Gabe nach Quellenwortlaut mit essbarem Kampfer; zwei getrennte Gaben für Dakshina und Upayana. Die Quelle preist dabei Gold. Eine Geldgabe ist eine ausdrücklich moderne praktische Umsetzung, kein stillschweigend unterstelltes Originalmaterial.
Die ausführende Person spricht die Mantras und reicht die Gaben. Eine zweite Person kann Wasser, Blumen und Lichter anreichen und gebrauchte Gegenstände abstellen. Bei einer Gruppe hören die übrigen Teilnehmenden zu oder rezitieren die vollständig ausgeschriebenen Texte gemeinsam; es ist kein zusätzliches Antwortschema vorgeschrieben. Kläre vor Beginn, wem Dakshina und Upayana nachher übergeben werden sollen: einem anwesenden Lehrer beziehungsweise demjenigen, der die Zeremonie für dich leitet; bei einer allein ausgeführten Verehrung legst du die Gabe zunächst am Altar nieder und übergibst sie anschließend dem vorgesehenen Empfänger.
Wasserführung: Persönliches Trinkwasser bleibt vom Wasser für Bilder, Muschel, Blumen und Auffangschale getrennt. Bei der Guru-Puja wird die jeweilige Gabe mit dem Löffel vor die passende Körperstelle gebracht und in die Auffangschale gegeben; zum Bad wird die wasserverträgliche Murti über ihrem Teller benetzt. Diese praktische Ausführung der benannten Upacharas ist redaktionell erläutert.
Durchführung: allgemeine Vorriten
Die Kennzeichen V, G und A erleichtern das Wiederfinden in den Rezitationsanhängen. Sie sind redaktionelle Orientierungshilfen und werden nicht mitgesprochen. Die deutsche Bedeutung kann vor Beginn gelesen werden; während der Durchführung folgt auf die Handlung das zugehörige Sanskrit.
V01: Das Anfangslicht entzünden
Entzünde die Standlampe und verneige dich vor ihrem Licht. Sie bleibt während der Puja am Altar stehen.
bhaktyā dīpaṁ prayacchāmi devāya paramātmane |
trāhi māṁ timirād ghorād divya-jyoti namo'stu te ||
jyotir-rūpam arūpaṁ ca vadanti muni-puṅgavāḥ |
jyotir-madhye sthito devo brahma-jyotir namo'stu te ||
Mit Hingabe bringe ich dem Göttlichen, dem höchsten Selbst, diese Lampe dar. Bewahre mich vor dem tiefen Dunkel; göttliches Licht, dir gilt mein Gruß. Die großen Weisen nennen die Wirklichkeit formlos und zugleich lichtgestaltig. Inmitten des Lichtes ist das Göttliche gegenwärtig: Licht Brahmans, dir gilt mein Gruß.
V02: Persönliches Achamana
Nimm mit dem eigenen Trinkwasserlöffel wenig Wasser in die rechte Handfläche und trinke es bei jeder der drei Anrufungen. Das ergibt drei kleine Schlucke; es wird kein Wasser aus der Auffangschale getrunken.
oṁ acyutāya namaḥ |
oṁ anantāya namaḥ |
oṁ govindāya namaḥ ||
Om, Verehrung dem Unwandelbaren. Om, Verehrung dem Unendlichen. Om, Verehrung Govinda.
V03: Guru-Vandana
Lege die Hände zum Namaste vor der Brust zusammen. Diese einleitende Erinnerung an den Guru steht in der Quelle auch vor der späteren eigentlichen Guru-Puja.
gurur brahmā gurur viṣṇur gurur devo maheśvaraḥ |
guruḥ sākṣāt paraṁ brahma tasmai śrī gurave namaḥ ||
akhaṇḍa-maṇḍalākāraṁ vyāptaṁ yena carācaram |
tat padaṁ darśitaṁ yena tasmai śrī gurave namaḥ ||
ajñāna-timirāndhasya jñānāñjana-śalākayā |
cakṣur unmīlitaṁ yena tasmai śrī gurave namaḥ ||
Der Guru ist Brahma, Vishnu und Maheshvara, unmittelbar das höchste Brahman. Ihm gilt mein Gruß. Verehrung dem Guru, der jene höchste Wirklichkeit gezeigt hat, welche als ungeteilte Ganzheit alles Bewegliche und Unbewegliche durchdringt. Verehrung dem Guru, der mir, im Dunkel der Unwissenheit blind geworden, mit der Erkenntnissalbe das Auge geöffnet hat.
V04: Wohlwollen und Shanti-Patha
Denke an dich selbst, an die dir nahestehenden Menschen und an alle Wesen. Sprich die vier Segensverse dieser Sammlung.
śṛṇuyāṁ sthirair aṅgair bhadraṁ karṇaiś ca dṛṣṭibhiḥ |
bhadraṁ paśyema yad deva hitam āyur vyaśemahi ||
indro vṛddhaśravās tārkṣyo'riṣṭanemir bṛhaspatiḥ |
dadhātu svasti naḥ pūṣā viśvadevāś ca svasti naḥ ||
viśvataḥ kratavo bhadrā āyantvāno vṛdhe yathā |
dive dive rakṣitāra āsan devā hi nityaśaḥ ||
viśvāni deva savitur duritāni parā suva |
subhaktyā praṇatānāṁ tu yad bhadraṁ tan na āsuva ||
Mögen wir bei festem Leib mit Ohren und Augen Heilsames wahrnehmen und das dem Göttlichen geweihte Leben erfüllen. Mögen Indra von großem Ruhm, Tarkshya mit unversehrtem Rad, Brihaspati, Pushan und alle göttlichen Kräfte uns Wohl schenken. Mögen von überall gute Eingebungen zu unserem Gedeihen kommen; mögen die göttlichen Kräfte uns Tag für Tag behüten. Göttlicher Savitri, führe alles Widrige hinweg und bringe den in Hingabe sich Verneigenden das Gute zu. Die Sanskritfassung ist die besondere Zusammenstellung der Quelle, keine vollständige Rezitation der vedischen Originalhymnen.
V05: Svasti-Anrufungen
Grüße die göttlichen Kräfte, Eltern, persönliche und familiäre Schutzgottheiten sowie die Kräfte des Ortes.
oṁ śrīman-mahā-gaṇādhipataye namaḥ |
oṁ lakṣmī-nārāyaṇābhyāṁ namaḥ |
oṁ umā-maheśvarābhyāṁ namaḥ |
oṁ vāṇī-hiraṇyagarbhābhyāṁ namaḥ |
oṁ śacī-purandarābhyāṁ namaḥ |
oṁ mātṛ-pitṛ-caraṇa-kamalebhyo namaḥ |
oṁ iṣṭa-devatābhyo namaḥ |
oṁ kula-devatābhyo namaḥ |
oṁ grāma-devatābhyo namaḥ |
oṁ sthāna-devatābhyo namaḥ |
oṁ vāstu-devatābhyo namaḥ |
oṁ sarvebhyo devatābhyo namaḥ |
oṁ sarvebhyo brāhmaṇebhyo namaḥ ||
Om, Verehrung dem großen Herrn der Scharen; Lakshmi und Narayana; Uma und Maheshvara; Vani und Hiranyagarbha; Shachi und Purandara; den Lotusfüßen von Mutter und Vater; den persönlichen Gottheiten, den Gottheiten der Familie, des Dorfes, des Ortes und des Wohnraums; allen Gottheiten und allen Brahmanen.
V06: Ganeshas zwölf Namen und Bitte um freien Beginn
Rezitiere die zwölf Namen Ganeshas im Vers und das anschließende Gebet.
sumukhaś caika-dantaś ca kapilo gaja-karṇakaḥ |
lambodaraś ca vikaṭo vighna-nāśo vināyakaḥ ||
dhūmra-ketur gaṇādhyakṣo bhāla-candro gajānanaḥ |
dvādaśaitāni nāmāni yaḥ paṭhec chṛṇuyād api ||
vidyārambhe vivāhe ca praveśe nirgame tathā |
saṅgrāme saṅkaṭe caiva vighnas tasya na jāyate ||
vakratuṇḍa mahākāya koṭi-sūrya-sama-prabha |
avighnaṁ kuru me deva sarva-kāryeṣu sarvadā ||
Ganesha ist der Schönangesichtige, Einzähnige, Goldbraune, Elefantenohrige, Hängebäuchige, Gewaltige, Hindernisvernichter, Führer, Rauchbannerträger, Herr der Scharen, Mondgeschmückte und Elefantengesichtige. Wer diese zwölf Namen spricht oder hört, dem verheißt das Gebet Freiheit von Hindernissen beim Lernen, bei der Hochzeit, beim Eintreten und Fortgehen, in Auseinandersetzung und Bedrängnis. O du mit gebogenem Rüssel und großer Gestalt, leuchtend wie Millionen Sonnen, mache all mein Tun frei von Hindernissen.
V07: Die Gegenwart Haris erinnern
Bleibe gesammelt und rezitiere die sechs Verse, die die Quelle hier zusammenstellt. Die beiden Bhagavad-Gita-Verse stehen in dieser Folge innerhalb des Svasti-Gebets.
sarvadā sarva-kāryeṣu nāsti teṣām amaṅgalam |
yeṣāṁ hṛdistho bhagavān maṅgalāyatanaṁ hariḥ ||
tad eva lagnaṁ sudinaṁ tad eva tārā-balaṁ candra-balaṁ tad eva |
vidyā-balaṁ daiva-balaṁ tad eva lakṣmīpate te'ṅghri-yugaṁ smarāmi ||
lābhas teṣāṁ jayas teṣāṁ kutas teṣāṁ parājayaḥ |
yeṣām indīvara-śyāmo hṛdayastho janārdanaḥ ||
yatra yogeśvaraḥ kṛṣṇo yatra pārtho dhanurdharaḥ |
tatra śrīr vijayo bhūtir dhruvā nītir matir mama ||
ananyāś cintayanto māṁ ye janāḥ paryupāsate |
teṣāṁ nityābhiyuktānāṁ yoga-kṣemaṁ vahāmy aham ||
smṛte sakala-kalyāṇa-bhājanaṁ yatra jāyate |
puruṣaṁ tam ajaṁ nityaṁ vrajāmi śaraṇaṁ harim ||
Denen, in deren Herzen Hari als Ursprung allen Segens wohnt, verheißt das Gebet glückverheißendes Tun. Herr der Lakshmi, ich erinnere mich deiner Füße: Darin erkenne ich den rechten Zeitpunkt, den guten Tag, die Kraft von Sternen und Mond, Wissen und göttliche Hilfe. Gewinn und Sieg seien bei denen, in deren Herzen der dunkelblaue Janardana wohnt. Wo Krishna, der Herr des Yoga, und Arjuna mit dem Bogen sind, dort sind Wohlergehen, Sieg, Entfaltung und beständige rechte Ordnung – davon bin ich überzeugt. Krishna spricht: Wer allein an mich denkt und mich verehrt, mit mir stets verbunden, dessen Erwerb und Bewahrung trage ich. Zu Hari, dem ewigen, ungeborenen höchsten Wesen, dessen Erinnerung das Gute erschließt, nehme ich Zuflucht.
V08: Den Ritualraum sammeln
Sprich die folgende Aufforderung zur Entfernung störender Kräfte. Die Quelle schreibt dabei kein bestimmtes Werfen von Reis oder Klatschen vor.
apasarpantu te bhūtā ye bhūtā bhuvi saṁsthitāḥ |
ye bhūtā vighna-kārās te gacchantv ājñayā hareḥ ||
Es mögen sich jene Wesen entfernen, die sich an diesem Ort aufhalten und Hindernisse verursachen. Auf Haris Geheiß mögen sie fortgehen.
V09: Den Sitz verehren
Berühre deinen Sitz mit dem kleinen Finger der rechten Hand.
pṛthvi tvayā dhṛtā lokā devi tvaṁ viṣṇunā dhṛtā |
tvaṁ ca dhāraya māṁ devi pavitraṁ kuru cāsanam ||
Erde, du trägst die Welten; göttliche Mutter, Vishnu trägt dich. Trage auch mich und mache diesen Sitz rein.
V10: Die Glocke verehren
Lege eine mit Sandelpaste versehene Blüte an die Glocke. Lasse die Glocke nach dem Vers erklingen.
āgamārthaṁ ca devānāṁ gamanārthaṁ tu rakṣasām |
sarva-bhūta-hitārthāya ghaṇṭā-nādaṁ karomy aham ||
Zur Ankunft der göttlichen Kräfte, zum Fortgehen der störenden Kräfte und zum Wohl aller Wesen lasse ich die Glocke erklingen.
V11: Atma-Puja
Lege eine Blüte auf den Scheitel und trage etwas Sandelpaste an der Stirn auf. Verehre das im eigenen Leib gegenwärtige Selbst.
oṁ ātmane namaḥ divya-gandhān dhārayāmi |
deho jīvālayaḥ prokto jīvo devaḥ sanātanaḥ |
tyajed ajñāna-nirmālyaṁ so'haṁ-bhāvena pūjayet ||
oṁ ātmane namaḥ |
oṁ antarātmane namaḥ |
oṁ jīvātmane namaḥ |
oṁ yogātmane namaḥ |
oṁ paramātmane namaḥ |
oṁ jñānātmane namaḥ |
samastopacārān samarpayāmi ||
Om, Verehrung dem Selbst; ich trage göttlichen Duft auf. Der Körper wird Wohnstätte des lebendigen Selbst genannt; dieses Selbst ist die ewige Gottheit. Man lege die verwelkten Gaben der Unwissenheit ab und verehre mit dem Bewusstsein „Ich bin Das“. Verehrung dem Selbst, dem inneren Selbst, dem individuellen Selbst, dem durch Yoga geeinten Selbst, dem höchsten Selbst und dem Selbst als Erkenntnis. Ich bringe sämtliche Ehrengaben dar.
V12: Hindernisse lösen und den Atem sammeln
Berühre die Schläfen behutsam mit den geschlossenen Händen. Die Quelle verbindet dies mit der Vorstellung, dass geistiger Nektar den Körper erfüllt. Sprich danach den ersten Vers. Für die symbolische Atemsammlung klappe Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand ein und berühre die Nasenflügel mit Daumen und Ringfinger; rezitiere die anschließende Gayatri innerlich. Hier ist keine lange Atemhaltezeit vorgeschrieben.
śuklāmbara-dharaṁ devaṁ śaśi-varṇaṁ caturbhujam |
prasanna-vadanaṁ dhyāyet sarva-vighnopaśāntaye ||
oṁ bhūḥ oṁ bhuvaḥ oṁ suvaḥ oṁ mahaḥ oṁ janaḥ oṁ tapaḥ oṁ satyam |
oṁ tat savitur vareṇyaṁ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
oṁ āpo jyotī raso'mṛtaṁ brahma bhūr bhuvaḥ suvar oṁ ||
Man meditiere zur Beruhigung aller Hindernisse auf den weißgekleideten, mondfarbenen, vierarmigen Göttlichen mit heiterem Gesicht. Om: Erde, Zwischenraum, Himmelslicht, Weite, schöpferische Welt, Glut und Wahrheit. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitri; er möge unser Erkennen anregen. Wasser, Licht, Essenz und Unsterblichkeit sind Brahman, das Erde, Zwischenraum und Himmel durchdringt. Die Umschrift gibt den Text ohne vedische Tonzeichen wieder.
V13: Sankalpa – die konkrete Absicht
Berühre mit der rechten Hand das rechte Ohr. Lege Akshata in die rechte Hand, schließe sie und lasse sie in der geöffneten linken Hand auf dem rechten Oberschenkel ruhen. Die Quelle nennt für ein gemeinsam teilnehmendes Ehepaar zusätzlich die Hände der Ehefrau auf den Händen des Ehemanns. Sage anschließend die folgende deutsche Absicht laut und setze deinen tatsächlichen Namen, heutigen Ort und Tag mit eigenen Worten ein: „Hari, Om Tat Sat. Govinda, Govinda, Govinda. Ich, mit meinem Namen, an diesem Ort und an diesem Tag, begehe die Verehrung des Guru, um Unwissenheit zu lösen und dem Höchsten meine Hingabe darzubringen. Für den ungehinderten Abschluss beginne ich mit der Verehrung Ganeshas.“ Lege den gehaltenen Reis auf den dafür bereitgelegten Teller. Dies ist die ausdrücklich redaktionelle deutsche Umsetzung des langen Orts- und Kalender-Sankalpa der Quelle; sie behauptet keine unbekannten Tithi-, Nakshatra- oder Kalenderdaten.
hariḥ oṁ tat sat |
śrī govinda śrī govinda śrī govinda ||
mama upātta-samasta-durita-kṣaya-dvārā śrī-parameśvara-prītyarthaṁ kariṣyamāṇa-guru-pūjā-karmāṅga-nirvighnena-parisamāptyartham ādau gaṇeśa-pūjanaṁ kariṣye ||
Hari, Om, Das ist die Wirklichkeit. Verehrung Govinda, Govinda, Govinda. Um angesammelte Verfehlungen aufzulösen, dem höchsten Herrn Freude zu bereiten und die bevorstehende Guru-Puja ungehindert abzuschließen, vollziehe ich zuerst Ganesha-Verehrung. Der im Quellentext offene Ritualname ist hier mit Guru-Puja ausgefüllt.
V14: Ganesha betrachten und einladen
Wende dich der Ganesha-Murti zu. Rezitiere die beiden Dhyana-Verse; bringe beim anschließenden Anrufungsmantra Sandelpaste, Akshata und Blumen dar.
gajānanaṁ bhūta-gaṇādi-sevitaṁ kapittha-jambu-phala-sāra-bhakṣaṇam |
umā-sutaṁ śoka-vināśa-kāraṇaṁ namāmi vighneśvara-pāda-paṅkajam ||
eka-dantaṁ śūrpa-karṇaṁ gaja-vaktraṁ mahodaram |
pāśāṅkuśa-dharaṁ devaṁ dhyāyet siddhi-vināyakam ||
oṁ bhūr bhuvaḥ suvaḥ śrī-mahā-gaṇapataye namaḥ |
dhyāyāmi āvāhayāmi sthāpayāmi gandhākṣata-puṣpāṇi samarpayāmi ||
Ich verneige mich vor den Lotusfüßen des elefantengesichtigen Herrn der Hindernisse, von den Scharen der Wesen verehrt, der Kapittha- und Jambu-Früchte genießt, Umas Sohn, der Kummer auflöst. Man meditiere auf Siddhi-Vinayaka, einzähnig, mit Ohren wie Worfelkörben, Elefantengesicht und großem Bauch, Schlinge und Treibstock tragend. Om, Erde, Zwischenraum, Himmel: Verehrung dem großen Ganapati. Ich betrachte ihn, lade ihn ein, gebe ihm seinen Platz und bringe Duft, Reis und Blumen dar.
V15: Ganesha: Sitz
Lege Akshata vor Ganesha.
oṁ gaṁ gaṇapataye namaḥ |
āsanaṁ samarpayāmi ||
Om, Gam, Verehrung Ganapati. Ich bringe einen Sitz dar.
V16: Ganesha: Fußwasser
Führe zwei Löffel Wasser an die Füße der Murti und gib sie in die Auffangschale.
oṁ gaṁ gaṇapataye namaḥ |
pādyaṁ samarpayāmi ||
Om, Gam, Verehrung Ganapati. Ich bringe Wasser für die Füße dar.
V17: Ganesha: Ehrenwasser
Führe einen Löffel Wasser an die rechte Hand der Murti und gib ihn in die Auffangschale.
oṁ gaṁ gaṇapataye namaḥ |
arghyaṁ samarpayāmi ||
Om, Gam, Verehrung Ganapati. Ich bringe Ehrenwasser dar.
V18: Ganesha: Mundspülwasser
Biete drei Löffel Wasser vor dem Mund der Murti an; gib sie jeweils in die Auffangschale.
oṁ gaṁ gaṇapataye namaḥ |
ācamanīyaṁ samarpayāmi ||
Om, Gam, Verehrung Ganapati. Ich bringe Wasser zum Mundspülen dar.
V19: Ganesha: Bad
Tauche eine Blüte in Wasser und besprenge die Ganesha-Murti. Biete danach drei Löffel Mundspülwasser an.
oṁ gaṁ gaṇapataye namaḥ |
snānaṁ samarpayāmi |
snānānantaraṁ punar ācamanīyaṁ samarpayāmi ||
Om, Gam, Verehrung Ganapati. Ich bringe ein Bad dar; nach dem Bad bringe ich erneut Mundspülwasser dar.
V20: Ganesha: Gewand
Biete Akshata als Gewandgabe dar. Diese Stellvertretung ist in der Quelle ausdrücklich vorgesehen.
oṁ gaṁ gaṇapataye namaḥ |
vastrārtham akṣatān samarpayāmi ||
Om, Gam, Verehrung Ganapati. Ich bringe ungebrochene Reiskörner als Gewand dar.
V21: Ganesha: Heilige Schnur
Biete weitere Akshata als heilige Schnur dar.
oṁ gaṁ gaṇapataye namaḥ |
upavītārtham akṣatān samarpayāmi ||
Om, Gam, Verehrung Ganapati. Ich bringe ungebrochene Reiskörner als heilige Schnur dar.
V22: Ganesha: Schmuck
Biete Akshata als Schmuck dar.
oṁ gaṁ gaṇapataye namaḥ |
ābharaṇārtham akṣatān samarpayāmi ||
Om, Gam, Verehrung Ganapati. Ich bringe ungebrochene Reiskörner als Schmuck dar.
V23: Ganesha: Duft und Farbe
Trage Sandelpaste an der Stirn der Murti auf und darüber Kurkuma und Kumkuma.
oṁ gaṁ gaṇapataye namaḥ |
divya-gandhān samarpayāmi |
gandhasyopari haridrā-kumkumaṁ samarpayāmi ||
Om, Gam, Verehrung Ganapati. Ich bringe göttliche Düfte dar; über der Duftpaste bringe ich Kurkuma und Kumkuma dar.
V24: Ganesha: Blumenschmuck
Bringe eine kleine Girlande oder eine Blüte dar.
oṁ gaṁ gaṇapataye namaḥ |
puṣpa-mālikāṁ samarpayāmi |
puṣpaiḥ pūjayāmi ||
Om, Gam, Verehrung Ganapati. Ich bringe eine Blumengirlande dar und verehre mit Blumen.
V25: Ganeshas 18 Namen
Bringe zu jeder der 18 vollständig ausgeschriebenen Anrufungen ein Blütenblatt dar.
- oṁ sumukhāya namaḥ |
Verehrung dem Schönangesichtigen. - oṁ ekadantāya namaḥ |
Verehrung dem Einzähnigen. - oṁ kapilāya namaḥ |
Verehrung dem Goldbraunen. - oṁ gaja-karṇakāya namaḥ |
Verehrung dem Elefantenohrigen. - oṁ lambodarāya namaḥ |
Verehrung dem Hängebäuchigen. - oṁ vikaṭāya namaḥ |
Verehrung dem Gewaltigen. - oṁ vighna-rājāya namaḥ |
Verehrung dem Herrn der Hindernisse. - oṁ vināyakāya namaḥ |
Verehrung dem Führer. - oṁ dhūma-ketave namaḥ |
Verehrung dem mit dem Rauchbanner. - oṁ gaṇādhyakṣāya namaḥ |
Verehrung dem Herrn der Scharen. - oṁ bāla-candrāya namaḥ |
Verehrung dem mit dem jungen Mond. - oṁ gajānanāya namaḥ |
Verehrung dem Elefantengesichtigen. - oṁ vakra-tuṇḍāya namaḥ |
Verehrung dem mit gebogenem Rüssel. - oṁ śūrpa-karṇāya namaḥ |
Verehrung dem mit Ohren wie Worfelkörben. - oṁ herambāya namaḥ |
Verehrung Heramba. - oṁ skanda-pūrvajāya namaḥ |
Verehrung dem älteren Bruder Skandas. - oṁ siddhi-vināyakāya namaḥ |
Verehrung dem Vollendung gewährenden Führer. - oṁ vighneśvarāya namaḥ |
Verehrung dem Herrn der Hindernisse.
V26: Ganesha: Räucherwerk und Lampe
Schwenke das Räucherwerk dreimal im Uhrzeigersinn vor Ganesha. Zeige anschließend die Lampe. Biete nach beiden Gaben drei Löffel Wasser zum Mundspülen an.
oṁ gaṁ gaṇapataye namaḥ dhūpam āghrāpayāmi |
oṁ gaṁ gaṇapataye namaḥ pratyakṣa-dīpaṁ darśayāmi |
dhūpa-dīpānantaraṁ punar ācamanīyaṁ samarpayāmi ||
Om, Gam, Verehrung Ganapati; ich lasse dich den Duft des Räucherwerks wahrnehmen. Om, Gam, Verehrung Ganapati; ich zeige die leuchtende Lampe. Nach Räucherwerk und Licht bringe ich erneut Mundspülwasser dar.
V27: Ganesha: Speise und Tambula
Stelle die kleine Speisegabe vor Ganesha. Biete danach drei Löffel Mundspülwasser an und lege die erste Tambula-Gabe nieder. Es wird hier die in der Quelle unmittelbar für diese Vor-Puja angegebene Speiseform verwendet.
oṁ gaṁ gaṇapataye namaḥ naivedyaṁ nivedayāmi |
naivedyānantaraṁ punar ācamanīyaṁ samarpayāmi |
oṁ gaṁ gaṇapataye namaḥ tāmbūlaṁ samarpayāmi ||
Om, Gam, Verehrung Ganapati; ich biete die Speise dar. Nach der Speise bringe ich erneut Mundspülwasser dar. Om, Gam, Verehrung Ganapati; ich bringe Tambula dar.
V28: Ganesha: Kampferlicht
Schwenke das entzündete Kampferlicht dreimal im Uhrzeigersinn und sprich die Ganapati-Gayatri. Sprich die Darbringungsformel, setze den Teller ab und biete drei Löffel Mundspülwasser an.
oṁ ekadantāya vidmahe vakra-tuṇḍāya dhīmahi |
tanno danti pracodayāt ||
oṁ gaṁ gaṇapataye namaḥ ānanda-karpūra-nīrājanaṁ sandarśayāmi |
karpūra-nīrājanānantaraṁ punar ācamanīyaṁ samarpayāmi ||
Om. Wir erkennen den Einzähnigen; wir meditieren über den mit gebogenem Rüssel. Möge der Stoßzahntragende unser Erkennen anregen. Om, Gam, Verehrung Ganapati; ich zeige das freudvolle Kampferlicht. Nach dem Licht bringe ich erneut Mundspülwasser dar.
V29: Ganesha: Pushpanjali
Nimm Blumen in die rechte Hand. Für die in der Quelle abgebildete Naracha-Geste berühren sich Daumen- und Zeigefingerspitze, die übrigen Finger sind gestreckt; halte die Blumen zwischen Daumen und Zeigefinger. Lege sie nach dem Vers zu Füßen Ganeshas nieder.
vighneśvarāya varadāya sura-priyāya
lambodarāya sakalāya jagad-hitāya |
nāgānanāya śruti-yajña-vibhūṣitāya
gaurī-sutāya gaṇanātha namo namaste ||
Wieder und wieder Verehrung dir, Herr der Scharen: Herr der Hindernisse, Segenspender, den göttlichen Kräften lieb, mit großem Bauch, umfassend und dem Wohl der Welt zugewandt, elefantengesichtig, durch Shruti und Opfer verehrt, Sohn Gauris.
V30: Ganesha: Schlussgebet
Lege die Hände zusammen. Bitte um Begleitung des folgenden Hauptrituals und um Annahme der unvollkommen ausgeführten Verehrung. Ganesha bleibt für die Hauptzeremonie angerufen; die ausdrückliche Entlassung wird am Ende ergänzt.
vakra-tuṇḍa mahākāya koṭi-sūrya-sama-prabha |
nirvighnaṁ kuru me deva sarva-kāryeṣu sarvadā ||
anyathā śaraṇaṁ nāsti tvam eva śaraṇaṁ mama |
tasmāt kāruṇya-bhāvena rakṣa rakṣa gaṇādhipa ||
āvāhanaṁ na jānāmi naiva jānāmi pūjanam |
visarjanaṁ na jānāmi kṣamasva puruṣottama ||
mantra-hīnaṁ kriyā-hīnaṁ bhakti-hīnaṁ vināyaka |
yat kṛtaṁ tu mayā deva paripūrṇaṁ tad astu te ||
O du mit gebogenem Rüssel und großer Gestalt, strahlend wie Millionen Sonnen, mache all mein Tun frei von Hindernissen. Keine andere Zuflucht habe ich; du bist meine Zuflucht. Darum behüte mich in deinem Mitgefühl, Herr der Scharen. Ich weiß nicht angemessen einzuladen, zu verehren oder zu verabschieden: Vergib mir, höchstes Wesen. Was mir an Mantra, Handlung und Hingabe fehlt, Vinayaka – möge das von mir Getane von dir als vollständig angenommen werden.
V31: Kalasha-Puja
Stelle das gefüllte Kalasha-Gefäß auf den Reis. Gib den Duftzusatz und eine Blüte hinein; verziere es an vier Seiten mit Sandelpaste und Kumkuma. Bedecke seine Öffnung mit der rechten Hand, wie es die Quelle als eine der Möglichkeiten angibt. Sprich die folgenden Verse. Führe nach den Versen die unten erläuterten sieben Mudras in der angegebenen Reihenfolge aus. Danach folgt unmittelbar die Besprengung V32. Die Gesten werden ohne zusätzliche erfundene Mantras gezeigt.
Sieben Handgesten über dem Wasser: Die Reihenfolge und sechs Zeichnungen stammen aus Puja Sangraha, S. 12. Kumbha, Dhenu und die dort nicht gezeichnete Matsya-Geste werden nach dem Gestenabschnitt des Tariniparijata erläutert; Garuda, Chakra und Meru anhand der Puja-Handreichung bei Sanskrit Documents. Diese ergänzenden Beschreibungen klären die Handformen; sie übertragen keinen weiteren Ritualablauf in die Guru-Puja.
- Kumbha: Lege den linken Daumen auf den rechten. Schließe beide Hände zu einer gemeinsamen lockeren Faust, sodass im Inneren ein kleiner Hohlraum bleibt – die Form eines Gefäßes.
- Tarkshya beziehungsweise Garuda: Verhake die kleinen Finger miteinander, führe die Handrücken an den Fingergrundgelenken zusammen und verbinde die Daumenspitzen wie einen Schnabel. Die übrigen drei Finger jeder Hand bilden die beiden Flügel.
- Dhenu: Verbinde die Spitze des rechten kleinen Fingers mit der Spitze des linken Ringfingers, den rechten Ringfinger mit dem linken kleinen Finger, den rechten Zeigefinger mit dem linken Mittelfinger und den rechten Mittelfinger mit dem linken Zeigefinger. Halte die vier Fingerpaare nach unten; sie bilden das Euter der Kuh. Die Daumen bleiben frei.
- Shankha: Umfasse den linken Daumen mit den Fingern der rechten Hand. Lege die übrigen linken Finger außen an die rechte Hand; verbinde den rechten Daumen mit dem linken Mittelfinger. Die verschränkten Hände bilden die Muschel.
- Chakra: Spreize die Finger beider Hände. Führe die Handflächen gegeneinander und drehe sie so, dass der rechte kleine Finger den linken Daumen und der linke kleine Finger den rechten Daumen berührt. Die ausgespannten Finger bilden ein Rad.
- Meru: Verschränke die Finger beider Hände miteinander. Löse nur die beiden Mittelfinger aus der Verschränkung und strecke sie nebeneinander nach unten.
- Matsya: Lege die linke Handfläche auf den rechten Handrücken. Halte die Finger zusammen und bewege die seitlich abstehenden Daumen sanft wie die Flossen eines Fisches. Diese Handfolge entspricht der hier ausdrücklich gewählten Tariniparijata-Beschreibung.
Löse die Hände nach der letzten Geste.
kalaśasya mukhe viṣṇuḥ kaṇṭhe rudraḥ samāśritaḥ |
mūle tatra sthito brahmā madhye mātṛ-gaṇāḥ smṛtāḥ ||
kukṣau tu sāgarāḥ sarve sapta-dvīpā vasundharā |
ṛgvedo'tha yajurvedaḥ sāmavedo hyatharvaṇaḥ |
aṅgaiś ca sahitāḥ sarve kalaśāmbu-samāśritāḥ ||
gaṅge ca yamune caiva godāvari sarasvati |
narmade sindhu kāveri jale'smin sannidhiṁ kuru ||
puṣkarādyāni tīrthāni gaṅgādyāḥ saritas tathā |
āyantu loka-śāntyarthaṁ durita-kṣaya-kārakāḥ ||
An der Öffnung des Gefäßes ist Vishnu, an seinem Hals Rudra, an seinem Grund Brahma, in seiner Mitte die Schar der Mütter. In seinem Inneren sind alle Meere und die Erde mit ihren sieben Kontinenten. Rigveda, Yajurveda, Samaveda und Atharvaveda mit ihren Gliedern sind im Kalasha-Wasser gegenwärtig. Ganga, Yamuna, Godavari, Sarasvati, Narmada, Sindhu und Kaveri, seid in diesem Wasser zugegen. Mögen die heiligen Stätten wie Pushkara und die Flüsse wie Ganga kommen, zum Frieden der Welt und zur Auflösung des Widrigen.
V32: Besprengung
Nimm die Blüte aus dem Kalasha und besprenge dich selbst, den Platz und die Ritualgegenstände mit wenigen Wassertropfen.
apavitraḥ pavitro vā sarvāvasthāṁ gato'pi vā |
yaḥ smaret puṇḍarīkākṣaṁ sa bāhyābhyantaraḥ śuciḥ ||
Unrein oder rein, in welchem Zustand auch immer: Wer des Lotusäugigen gedenkt, ist innerlich und äußerlich rein. Die Reinigung verbindet hier äußere Handlung mit der Erinnerung an Vishnu.
V33: Shankha-Puja: Duft und Berührung
Fülle die Muschel mit frischem Wasser, gib Blumen und etwas Sandelpaste hinzu. Sprich zuerst die Duftformel. Berühre dann bei den folgenden drei Anrufungen nacheinander die Basis, den Körper und die Spitze der Muschel.
oṁ pāñcajanyāya namaḥ divya-gandhān dhārayāmi |
oṁ brahmaṇe namaḥ |
oṁ janārdanāya namaḥ |
oṁ candra-śekharāya namaḥ ||
Om, Verehrung Panchajanya; ich trage göttlichen Duft auf. Om, Verehrung Brahma. Om, Verehrung Janardana. Om, Verehrung dem Mondtragenden, Shiva.
V34: Shankha-Puja: Gebet
Berühre die Muschel mit dem Darbha-Gras und sprich die Gebete. Für die Shankha-Mudra umfasst die rechte Hand den linken Daumen; die Finger der linken Hand legen sich um die rechte Faust, der rechte Daumen berührt den linken Mittelfinger. Löse die Geste, nimm die Blüte aus der Muschel und besprenge dich und die Gegenstände; dazu wird die letzte Zeile gesprochen.
śaṅkhaṁ candrārka-daivatyaṁ madhye varuṇa-saṁyutam |
pṛṣṭhe prajāpatiś caiva agre gaṅgā sarasvatī ||
trailokye yāni tīrthāni vāsudevasya cājñayā |
śaṅkhe tiṣṭhanti viprendrās tasmāc chaṅkhaṁ prapūjayet ||
tvaṁ purā sāgarotpanno viṣṇunā vidhṛtaḥ kare |
pūjitaḥ sarva-devaiś ca pāñcajanya namo'stu te ||
oṁ pāñcajanyāya vidmahe pāvamānāya dhīmahi |
tannaḥ śaṅkhaḥ pracodayāt ||
oṁ bhūr bhuvaḥ suvar oṁ bhūr bhuvaḥ suvaḥ ||
Mond und Sonne sind die göttlichen Kräfte der Muschel, in ihrer Mitte ist Varuna, hinten Prajapati, vorne Ganga und Sarasvati. Auf Vasudevas Geheiß sind die heiligen Wasser der drei Welten in der Muschel versammelt; darum soll man sie verehren. Einst aus dem Meer entstanden, von Vishnu in der Hand gehalten, von allen göttlichen Kräften verehrt: Panchajanya, dir gilt mein Gruß. Om. Wir erkennen Panchajanya, meditieren über die reinigende Kraft; möge die Muschel unser Erkennen anregen. Om: Erde, Zwischenraum und Himmel; Om: Erde, Zwischenraum und Himmel.
V35: Pitha-Puja – die tragende Unterlage
Bringe Sandelpaste und Blumen an der Unterlage der Guru-Murti dar. Rezitiere alle elf Anrufungen. Damit enden die allgemeinen Vorriten dieser Quellenfassung; nun beginnt die eigentliche Guru-Puja.
- oṁ sakala-guṇātma-śakti-yuktāya yoga-pīṭhātmane namaḥ |
Verehrung dem Yoga-Sitz, der die Kräfte aller Qualitäten in sich trägt. - oṁ ādhāra-śaktyai namaḥ |
Verehrung der tragenden Kraft. - oṁ mūla-prakṛtyai namaḥ |
Verehrung der ursprünglichen Natur. - oṁ ādi-kūrmāya namaḥ |
Verehrung der ursprünglichen Schildkröte. - oṁ ādi-varāhāya namaḥ |
Verehrung dem ursprünglichen Eber. - oṁ anantāya namaḥ |
Verehrung Ananta, dem Unendlichen. - oṁ pṛthivyai namaḥ |
Verehrung der Erde. - oṁ ratna-maṇḍapāya namaḥ |
Verehrung dem juwelengeschmückten Pavillon. - oṁ yoga-pīṭhāsanāya namaḥ |
Verehrung dem Yoga-Sitz. - oṁ nava-graha-devatābhyo namaḥ |
Verehrung den neun Graha-Gottheiten. - oṁ daśa-dikpālebhyo namaḥ |
Verehrung den zehn Hütern der Richtungen.
Durchführung: die eigentliche Guru-Puja
G01: Guru-Dhyana
Sitze still. Stelle dir über dem Scheitel einen weißen Lotus vor. Darin erscheint der Guru, zweiarmig und zweiäugig, in weißem Gewand, mit weißen Blumen und Sandelpaste geschmückt. Eine Hand schenkt Segen, die andere Furchtlosigkeit. Seine Shakti umfasst ihn von links und hält einen Lotus. Lasse dieses Bild während der Rezitation entstehen. Das ist eine innere Meditation über die Guru-Gestalt, keine Handlung mit einer Ritualpartnerperson.
dhyāyec chirasi śuklābje dvinetraṁ dvibhujaṁ gurum |
śvetāmbara-parīdhānaṁ śveta-mālyānulepanam ||
varābhaya-karaṁ śāntaṁ karuṇāmaya-vigraham |
vāmenotpala-dhāriṇyā śaktyāliṅgita-vigraham ||
smerānanaṁ suprasannaṁ sādhakābhīṣṭa-dāyakam ||
bhavapāśa-vināśāya jñāna-dṛṣṭi-pradarśine |
namaḥ sadgurave tubhyaṁ bhukti-mukti-pradāyine ||
narākṛti-parabrahma-rūpāyājñāna-hāriṇe |
kula-dharma-prakāśāya tasmai śrī gurave namaḥ ||
Man meditiere im weißen Lotus am Scheitel auf den zweiäugigen, zweiarmigen Guru: weiß gekleidet, mit weißen Blüten und Salbung geschmückt, segnend und Furchtlosigkeit verleihend, friedvoll, von Mitgefühl erfüllt. Seine Shakti, die links einen Lotus trägt, umfasst ihn. Er lächelt, ist vollkommen gütig und gewährt den Übenden das Ersehnte. Dir, wahrer Guru, der die Fesseln des Daseins löst, die Sicht der Erkenntnis eröffnet und erfülltes Leben wie Befreiung gewährt, gilt mein Gruß. Dem Guru, dem höchsten Brahman in menschlicher Gestalt, der Unwissenheit beseitigt und den Kula Dharma offenbart, gilt meine Verehrung.
G02: Anrufung – Avahana
Nimm eine Blüte in die Hände, richte die Aufmerksamkeit auf die Guru-Murti und lege die Blüte davor. Mit der folgenden Anrufung trittst du in die bewusste Gegenwart des Sadguru.
satyānanda-svarūpāya bodhaika-sukha-kāriṇe |
namo vedānta-vedyāya gurave buddhi-sākṣiṇe ||
Verehrung dem Guru, dessen Wesen Wahrheit und Wonne ist, der die Freude reiner Erkenntnis schenkt, der durch den Vedanta erkannt wird und Zeuge des Denkens ist.
G03: Sitz – Asana
Lege einige Akshata auf den Sitz vor der Guru-Murti. Das Angebot eines Sitzes heißt den Lehrer als verehrten Gast willkommen.
ajñāna-timirāndhasya jñānāñjana-śalākayā |
cakṣur unmīlitaṁ yena tasmai śrī gurave namaḥ ||
Verehrung dem Guru, der mir, durch das Dunkel der Unwissenheit blind geworden, mit dem Stäbchen der Erkenntnissalbe das Auge geöffnet hat.
G04: Ehrenwasser – Arghya
Bringe Wasser als ehrenden Empfang dar. Die Reihenfolge dieser Quelle lautet ausdrücklich Arghya vor Padya; sie wird hier beibehalten.
akhaṇḍa-maṇḍalākāraṁ vyāptaṁ yena carācaram |
tat padaṁ darśitaṁ yena tasmai śrī gurave namaḥ ||
Verehrung dem Guru, der jene höchste Wirklichkeit gezeigt hat, die als ungeteilte Ganzheit alles Bewegliche und Unbewegliche durchdringt.
G05: Fußwasser – Padya
Bringe Wasser an den Füßen der Guru-Murti dar und lasse es in die Auffangschale fließen.
caitanyaḥ śāśvataḥ śānto vyomātīto nirañjanaḥ |
bindu-nāda-kalātītas tasmai śrī gurave namaḥ ||
Verehrung dem Guru: Bewusstsein, ewig, friedvoll, jenseits des Raumes, unbefleckt und jenseits von Bindu, Nada und Kala.
G06: Wasser zum Mundspülen – Achamaniya
Biete frisches Wasser zum rituellen Mundspülen vor dem Mund der Murti an und gib es anschließend in die Auffangschale.
yat satyena jagat satyaṁ yat prakāśena bhāti yat |
yad ānandena nandanti tasmai śrī gurave namaḥ ||
Verehrung dem Guru, durch dessen Wirklichkeit die Welt besteht, durch dessen Licht sie leuchtet und durch dessen Wonne die Wesen Freude erfahren.
G07: Bad – Snana
Bade die Guru-Murti mit frischem Wasser über ihrem Auffangteller. Trockne sie behutsam ab, bevor du das Gewand darbringst. Die Guru-Fassung nennt hier ein Bad, kein zwingendes Panchamrita-Bad.
nityaṁ śuddhaṁ nirābhāsaṁ nirākāraṁ nirañjanam |
nitya-bodhaṁ cidānandaṁ guruṁ brahma namāmy aham ||
Ich verneige mich vor dem Guru als Brahman: ewig, rein, frei von trügerischem Schein, formlos und unbefleckt, ewige Erkenntnis, Bewusstsein und Wonne.
G08: Gewand – Vastra
Lege das bereitgelegte saubere Gewand um die Guru-Murti.
niratas sarva-sandeham ekīkṛtya sudarśanam |
rahasyaṁ yo darśayati bhajāmi gurum īśvaram ||
Ich verehre den Guru als Ishvara, der das Geheimnis erschließt und die Beschäftigung mit allen Zweifeln zu einer einheitlichen, klaren Sicht führt. Die deutsche Wiedergabe folgt hier dem Sinn des in der Quelle sprachlich ungewöhnlich gedruckten Verses.
G09: Schmuck – Alankara
Bringe den vorbereiteten Schmuck dar. Die Verse lenken den Blick zugleich auf das Formlose: Die äußere Schönheit dient der Sammlung und beansprucht nicht, Brahman auf eine Form festzulegen.
vandehaṁ saccidānandaṁ bhāvātītaṁ jagadgurum |
nityaṁ pūrṇa-nirākāraṁ nirguṇaṁ tvāṁ saṁsthitam ||
Ich verehre dich als Weltlehrer, als Sein, Bewusstsein und Wonne, jenseits begrenzter Zustände, ewig, vollkommen, formlos und frei von Eigenschaften.
G10: Duft – Gandha
Trage etwas Sandelpaste an der Guru-Murti auf.
namaḥ śāntātmane tubhyaṁ namo guhyatamāya ca |
acintyāyāprameyāya anādi-nidhanāya ca ||
Dir, dessen Wesen Friede ist, gilt mein Gruß; dem tiefsten Geheimnis, dem Unvorstellbaren und Unermesslichen, dem ohne Anfang und Ende.
G11: Blumen – Pushpa
Bringe eine Blüte oder die Blumengirlande dar.
gurur brahmā gurur viṣṇur gurur devo maheśvaraḥ |
guruḥ sākṣāt paraṁ brahma tasmai śrī gurave namaḥ ||
Der Guru ist Brahma, der Guru ist Vishnu, der Guru ist Maheshvara. Der Guru ist unmittelbar das höchste Brahman. Diesem Guru gilt meine Verehrung.
G12: Die 108 Guru-Namen
Bringe zu jeder vollständigen Namensanrufung ein Blütenblatt dar. Sprich jeweils die ganze Zeile einschließlich Om und Namah. Die Bedeutung steht unmittelbar daneben. Die Liste enthält genau die 108 Namen dieser Quellenfassung; Nr. 4 lautet hier Vedanta-prakashaka. Die fehlerhaften Zwischenzählungen des Drucks sind berichtigt.
- oṁ sadgurave namaḥ |
Verehrung dem wahren Guru. - oṁ ajñāna-nāśakāya namaḥ |
Verehrung dem, der Unwissenheit auflöst. - oṁ adambhine namaḥ |
Verehrung dem, der frei von Heuchelei ist. - oṁ vedānta-prakāśakāya namaḥ |
Verehrung dem, der den Vedanta erhellt. - oṁ anapekṣāya namaḥ |
Verehrung dem, der nichts für sich erwartet. - oṁ anasūyave namaḥ |
Verehrung dem, der anderen nichts missgönnt. - oṁ anupamāya namaḥ |
Verehrung dem Unvergleichlichen. - oṁ abhaya-pradātre namaḥ |
Verehrung dem, der Furchtlosigkeit schenkt. - oṁ amānine namaḥ |
Verehrung dem, der keine Ehre für sich verlangt. - oṁ ahiṁsā-mūrtaye namaḥ |
Verehrung dem, der Gewaltlosigkeit verkörpert. - oṁ ahaituka-dayā-sindhave namaḥ |
Verehrung dem Meer uneigennützigen Mitgefühls. - oṁ ahaṅkāra-nāśakāya namaḥ |
Verehrung dem, der Ichverhaftung auflöst. - oṁ ahaṅkāra-varjitāya namaḥ |
Verehrung dem, der von Ichverhaftung frei ist. - oṁ ācāryendrāya namaḥ |
Verehrung dem hervorragenden Lehrer. - oṁ ātma-santuṣṭāya namaḥ |
Verehrung dem, der im Selbst zufrieden ist. - oṁ ānanda-mūrtaye namaḥ |
Verehrung dem, der Wonne verkörpert. - oṁ ārjava-yuktāya namaḥ |
Verehrung dem, der aufrichtig ist. - oṁ ucita-vāce namaḥ |
Verehrung dem, der angemessen spricht. - oṁ utsāhine namaḥ |
Verehrung dem, der voller Tatkraft ist. - oṁ udāsīnāya namaḥ |
Verehrung dem, der unbeteiligt bleibt. - oṁ uparatāya namaḥ |
Verehrung dem, der zur Ruhe gekommen ist. - oṁ aiśvarya-yuktāya namaḥ |
Verehrung dem, der innere Souveränität besitzt. - oṁ kṛta-kṛtyāya namaḥ |
Verehrung dem, der das zu Tuende vollbracht hat. - oṁ kṣamāvate namaḥ |
Verehrung dem Geduldigen und Vergebenden. - oṁ guṇātītāya namaḥ |
Verehrung dem, der die Gunas überschritten hat. - oṁ cāru-vāg-vilāsāya namaḥ |
Verehrung dem, dessen Rede Schönheit entfaltet. - oṁ cāru-hāsāya namaḥ |
Verehrung dem, dessen Lächeln lieblich ist. - oṁ chinna-saṁśayāya namaḥ |
Verehrung dem, dessen Zweifel zerschnitten sind. - oṁ jñāna-dātre namaḥ |
Verehrung dem, der Erkenntnis schenkt. - oṁ jñāna-yajña-tatparāya namaḥ |
Verehrung dem, der dem Opfer der Erkenntnis hingegeben ist. - oṁ tattva-darśine namaḥ |
Verehrung dem, der die Wirklichkeit schaut. - oṁ tapasvine namaḥ |
Verehrung dem, der in geistiger Disziplin lebt. - oṁ tāpa-harāya namaḥ |
Verehrung dem, der Bedrängnis lindert. - oṁ tulya-nindā-stutaye namaḥ |
Verehrung dem Tadel und Lob gleich gelten. - oṁ tulya-priyāpriyāya namaḥ |
Verehrung dem Angenehmes und Unangenehmes gleich gelten. - oṁ tulya-mānāpamānāya namaḥ |
Verehrung dem Ehre und Missachtung gleich gelten. - oṁ tejasvine namaḥ |
Verehrung dem Strahlenden. - oṁ tyakta-sarva-parigrahāya namaḥ |
Verehrung dem, der alles Besitzergreifen aufgegeben hat. - oṁ tyāgine namaḥ |
Verehrung dem Entsagenden. - oṁ dakṣāya namaḥ |
Verehrung dem Umsichtigen. - oṁ dāntāya namaḥ |
Verehrung dem, der seine Sinne gemeistert hat. - oṁ dṛḍha-vratāya namaḥ |
Verehrung dem, der fest zu seinem Gelübde steht. - oṁ doṣa-varjitāya namaḥ |
Verehrung dem, der frei von Fehlern ist. - oṁ dvandvātītāya namaḥ |
Verehrung dem, der die Gegensatzpaare überschritten hat. - oṁ dhīmate namaḥ |
Verehrung dem Einsichtigen. - oṁ dhīrāya namaḥ |
Verehrung dem Standhaften. - oṁ nitya-santuṣṭāya namaḥ |
Verehrung dem stets Zufriedenen. - oṁ nirahaṅkārāya namaḥ |
Verehrung dem Ichlosen. - oṁ nirāśrayāya namaḥ |
Verehrung dem, der keine äußere Stütze benötigt. - oṁ nirbhayāya namaḥ |
Verehrung dem Furchtlosen. - oṁ nirmadāya namaḥ |
Verehrung dem frei von Hochmut Lebenden. - oṁ nirmamāya namaḥ |
Verehrung dem, der nichts als sein Eigentum beansprucht. - oṁ nirmalāya namaḥ |
Verehrung dem Reinen. - oṁ nirmohāya namaḥ |
Verehrung dem Unverblendeten. - oṁ niryoga-kṣemāya namaḥ |
Verehrung dem, der nicht an Erwerb und Besitzsicherung hängt. - oṁ nirlobhāya namaḥ |
Verehrung dem Begierdelosen. - oṁ niṣkāmāya namaḥ |
Verehrung dem Wunschlosen. - oṁ niṣkrodhāya namaḥ |
Verehrung dem Zornlosen. - oṁ niḥsaṅgāya namaḥ |
Verehrung dem Ungebundenen. - oṁ parama-sukha-dāya namaḥ |
Verehrung dem, der höchstes Glück schenkt. - oṁ paṇḍitāya namaḥ |
Verehrung dem Weisen. - oṁ pūrṇāya namaḥ |
Verehrung dem Vollkommenen. - oṁ pramāṇa-pravartakāya namaḥ |
Verehrung dem, der gültige Erkenntnis vermittelt. - oṁ priya-bhāṣiṇe namaḥ |
Verehrung dem, der freundlich spricht. - oṁ brahma-karma-samādhaye namaḥ |
Verehrung dem, dessen Tun in Brahman gesammelt ist. - oṁ brahmātma-niṣṭhāya namaḥ |
Verehrung dem, der fest im Selbst als Brahman ruht. - oṁ brahmātma-vide namaḥ |
Verehrung dem, der das Selbst als Brahman erkennt. - oṁ bhaktāya namaḥ |
Verehrung dem Hingebungsvollen. - oṁ bhava-roga-harāya namaḥ |
Verehrung dem, der das Leiden des gebundenen Daseins heilt. - oṁ bhukti-mukti-pradātre namaḥ |
Verehrung dem, der erfülltes Leben und Befreiung schenkt. - oṁ maṅgala-kartre namaḥ |
Verehrung dem, der Segen bewirkt. - oṁ madhura-bhāṣiṇe namaḥ |
Verehrung dem, der lieblich spricht. - oṁ mahātmane namaḥ |
Verehrung dem großen Selbst. - oṁ mahāvākyopadeśa-kartre namaḥ |
Verehrung dem, der die großen Erkenntnissätze lehrt. - oṁ mita-bhāṣiṇe namaḥ |
Verehrung dem, der maßvoll spricht. - oṁ muktāya namaḥ |
Verehrung dem Befreiten. - oṁ maunine namaḥ |
Verehrung dem in innerer Stille Lebenden. - oṁ yata-cittāya namaḥ |
Verehrung dem, dessen Geist beherrscht ist. - oṁ yataye namaḥ |
Verehrung dem Entsagenden. - oṁ yadṛcchālābha-santuṣṭāya namaḥ |
Verehrung dem, der mit dem ohne Verlangen Empfangenen zufrieden ist. - oṁ yuktāya namaḥ |
Verehrung dem innerlich Geeinten. - oṁ rāga-dveṣa-varjitāya namaḥ |
Verehrung dem, der von Zuneigung und Abneigung frei ist. - oṁ viditākhila-śāstrāya namaḥ |
Verehrung dem, der die Schriften umfassend kennt. - oṁ vidyā-vinaya-sampannāya namaḥ |
Verehrung dem, der Wissen und Bescheidenheit verbindet. - oṁ vimatsarāya namaḥ |
Verehrung dem Neidlosen. - oṁ vivekine namaḥ |
Verehrung dem Unterscheidungsfähigen. - oṁ viśāla-hṛdayāya namaḥ |
Verehrung dem Weitherzigen. - oṁ vyavasāyine namaḥ |
Verehrung dem Entschlossenen. - oṁ śaraṇāgata-vatsalāya namaḥ |
Verehrung dem, der den Zufluchtsuchenden liebevoll zugewandt ist. - oṁ śāntāya namaḥ |
Verehrung dem Friedvollen. - oṁ śuddha-mānasāya namaḥ |
Verehrung dem, dessen Geist rein ist. - oṁ śiṣya-priyāya namaḥ |
Verehrung dem, der seine Schüler liebt. - oṁ śraddhāvate namaḥ |
Verehrung dem Vertrauensvollen. - oṁ śrotriyāya namaḥ |
Verehrung dem in der Offenbarung Kundigen. - oṁ satya-vāce namaḥ |
Verehrung dem, der wahr spricht. - oṁ sadā-mudita-vadanāya namaḥ |
Verehrung dem, dessen Antlitz stets froh ist. - oṁ sama-cittāya namaḥ |
Verehrung dem Gleichmütigen. - oṁ samādhika-varjitāya namaḥ |
Verehrung dem ohne Gleichen oder Höheren. - oṁ samāhita-cittāya namaḥ |
Verehrung dem, dessen Geist gesammelt ist. - oṁ sarva-bhūta-hitāya namaḥ |
Verehrung dem, der dem Wohl aller Wesen dient. - oṁ siddhāya namaḥ |
Verehrung dem Vollendeten. - oṁ sulabhāya namaḥ |
Verehrung dem leicht Zugänglichen. - oṁ suśīlāya namaḥ |
Verehrung dem von edlem Verhalten. - oṁ suhṛde namaḥ |
Verehrung dem Wohlwollenden. - oṁ sūkṣma-buddhaye namaḥ |
Verehrung dem Guru mit feiner Einsicht. - oṁ saṅkalpa-varjitāya namaḥ |
Verehrung dem, der von eigennützigem Wollen frei ist. - oṁ sampradāya-vide namaḥ |
Verehrung dem, der die Überlieferung kennt. - oṁ svatantrāya namaḥ |
Verehrung dem innerlich Freien.
G13: Räucherwerk – Dhupa
Entzünde das Räucherwerk und führe es vor die Guru-Murti. Stelle es anschließend in seinen Halter.
vanaspati-rasodbhūto gandhāḍhyo gandha uttamaḥ |
āghreyaḥ sarva-devānāṁ dhūpo'yaṁ pratigṛhyatām ||
Dieses Räucherwerk entsteht aus dem Saft der Pflanzen, ist reich an Duft und von vorzüglichem Wohlgeruch. Möge es von allen göttlichen Kräften angenommen werden.
G14: Lampe – Dipa
Zeige die brennende Ghee-Lampe vor der Guru-Murti und stelle sie sicher ab.
sājyaṁ ca varti-saṁyuktaṁ vahninā yojitaṁ mayā |
dīpaṁ gṛhāṇa deveśa trailokya-timirāpaham ||
O Herr der göttlichen Kräfte, nimm diese von mir mit Ghee und Docht vorbereitete und entzündete Lampe an; möge ihr Licht die Dunkelheit der drei Welten vertreiben.
G15: Speise – Naivedya
Stelle die vorbereitete Speise vor den Guru. Verweile danach einen Augenblick still in der Darbringung. Die Speise wird erst nach Abschluss als Prasad verteilt.
annaṁ caturvidhaṁ svādu rasaiḥ ṣaḍbhiḥ samanvitam |
bhakṣya-bhojya-samāyuktaṁ naivedyaṁ pratigṛhyatām ||
Nimm die wohlschmeckende Nahrung in ihren vier Arten an, versehen mit den sechs Geschmacksrichtungen, mit Speisen zum Kauen und Essen.
G16: Frucht – Phala
Lege die zusätzliche Frucht vor die Guru-Murti.
idaṁ phalaṁ mayā deva sthāpitaṁ puratas tava |
tena me saphalāvāptir bhavej janmani janmani ||
Diese Frucht habe ich, o Göttlicher, vor dich gelegt. Möge mir dadurch von Leben zu Leben fruchtbare Erfüllung zuteilwerden.
G17: Tambula
Lege die vorbereitete zweite Tambula-Gabe auf einer eigenen kleinen Schale nieder. Sie gehört zur traditionellen Gastlichkeit nach dem Essen.
pūgi-phalaṁ mahā-divyaṁ nāgavalli-dalair yutam |
karpūra-cūrṇa-saṁyuktaṁ tāmbūlaṁ pratigṛhyatām ||
Nimm dieses ehrwürdige Tambula an: Arekanuss mit Betelblättern, verbunden mit Kampferpulver.
G18: Dakshina
Lege die erste vorbereitete Gabe vor dem Guru nieder. Verbinde das Geben mit Dankbarkeit für empfangene Unterweisung.
hiraṇya-garbha-garbhasthaṁ hema-bījaṁ vibhāvasoḥ |
ananta-puṇya-phaladaṁ ataḥ śāntiṁ prayaccha me ||
Gold, im goldenen Urgrund geborgen, goldener Same des Feuers, unermessliche gute Frucht gewährend: Schenke mir dadurch Frieden. Der Vers begleitet die Gabe; er formuliert eine religiöse Bitte, keine Zusicherung materiellen Ertrags.
G19: Lichtschwenken mit Hamsa-Gayatri
Entzünde den Kampfer auf dem Arati-Teller und zeige das Licht vor dem Guru, während du die Hamsa-Gayatri sprichst. Setze den Teller ab. Bei der zweiten Formel bringst du frisches Wasser zum Mundspülen dar.
oṁ haṁsa-haṁsāya vidmahe parama-haṁsāya dhīmahi |
tanno haṁsa pracodayāt ||
karpūra-nīrājanaṁ pradarśayāmi |
nīrājanānantaram ācamanīyaṁ samarpayāmi ||
Om. Wir erkennen den Hamsa der Hamsas; wir meditieren über den höchsten Hamsa. Möge dieser Hamsa unser Erkennen anregen. Ich zeige das Kampferlicht; nach dem Lichtschwenken bringe ich Wasser zum Mundspülen dar. Hamsa bezeichnet hier den geistigen Schwan und verweist auf die höchste, frei gewordene Erkenntnis.
G20: Abschließende Blumen – Pushpanjali
Halte Blüten in den aneinandergelegten Händen. Sprich den Vers und lege die Blüten zu Füßen des Guru nieder.
brahmānandaṁ parama-sukhadaṁ kevalaṁ jñāna-mūrtiṁ
dvandvātītaṁ gagana-sadṛśaṁ tattvamasyādi-lakṣyam |
ekaṁ nityaṁ vimalam acalaṁ sarva-dhī-sākṣi-bhūtaṁ
bhāvātītaṁ triguṇa-rahitaṁ sadguruṁ taṁ namāmi ||
Ich verneige mich vor jenem wahren Guru: Wonne Brahmans, höchstes Glück schenkend, reine Gestalt der Erkenntnis, jenseits der Gegensatzpaare, weit wie der Himmel, das Ziel von Lehren wie „Das bist du“. Er ist eins, ewig, rein, unbewegt, Zeuge allen Erkennens, jenseits begrenzter Zustände und frei von den drei Gunas.
G21: Entlassung und Widmung – Visarjana
Verneige dich. Richte die folgende Entlassungsformel an den Sadguru. Die in der Quelle freigelassene Guru-Anrede wird hier ausdrücklich mit „sadgurave“ besetzt. Die Murti bleibt am Altar; beendet wird die besondere rituelle Einladung. Sprich anschließend die Widmung.
oṁ sadgurave namaḥ |
yathāsthānaṁ pratiṣṭhāpayāmi śobhanārthāya kṣemāya punarāgamanāya ca ||
anayā pūjayā sarvātmakaḥ śrī guruḥ prīyatām ||
Om, Verehrung dem wahren Guru. Ich stelle dich wieder an deinen eigenen Ort, zum Guten, zum Wohlergehen und zur Wiederkehr. Möge diese Puja dem Guru, dem Selbst aller, wohlgefallen.
G22: Upayana – die abschließende Gabe
Übergib jetzt die zweite vorbereitete Gabe an den vorgesehenen Empfänger beziehungsweise lege sie zur späteren Übergabe gesondert bereit. Die Quelle nennt Upayana zusätzlich zur vorangegangenen Dakshina. Sprich beide Verse; der zweite verbindet Verbindlichkeit, Weihe, Gabe, Vertrauen und Wahrheit.
hiraṇya-garbha-garbhasthaṁ hema-bījaṁ vibhāvasoḥ |
ananta-puṇya-phaladaṁ ataḥ śāntiṁ prayaccha me ||
oṁ vratena dīkṣām āpnoti dīkṣayāpnoti dakṣiṇām |
dakṣiṇā śraddhām āpnoti śraddhayā satyam āpyate ||
Gold, im goldenen Urgrund geborgen, goldener Same des Feuers, unermessliche gute Frucht gewährend: Schenke mir dadurch Frieden. Om. Durch die verbindliche Übung gelangt man zur Weihe, durch die Weihe zur Gabe. Durch die Gabe wächst Vertrauen; durch Vertrauen wird Wahrheit erreicht.
Gemeinsamer Abschluss
A01: Die begleitende Anrufung abschließen
Wende dich zum Abschluss noch einmal Ganesha zu und verneige dich. Die allgemeinen Vorriten enthalten seine Einladung, aber keine eigene Entlassungsformel. Damit die begonnene Anrufung klar abgeschlossen ist, wird hier ausdrücklich als redaktionelle Ergänzung die im selben Kompendium verwendete allgemeine Entlassungsformel mit Ganeshas Namen gesprochen. Danke anschließend still auch den im Wasser, in der Muschel und im Sitz verehrten Kräften.
oṁ śrī-mahā-gaṇapataye namaḥ |
yathāsthānaṁ pratiṣṭhāpayāmi śobhanārthāya kṣemāya punarāgamanāya ca ||
Om, Verehrung dem großen Ganapati. Ich stelle dich wieder an deinen eigenen Ort, zum Guten, zum Wohlergehen und zur Wiederkehr.
A02: Das Gute allen Wesen widmen
Sprich als abschließende Auswahl aus den allgemeinen Schlussgebeten des Kompendiums, S. 157–158, diese vollständigen Gebete. Die übrigen dort angebotenen Segensverse sind nicht Bestandteil dieser Hauptfassung.
sarve bhavantu sukhinaḥ sarve santu nirāmayāḥ |
sarve bhadrāṇi paśyantu mā kaścid duḥkha-bhāg bhavet ||
oṁ asato mā sad gamaya |
tamaso mā jyotir gamaya |
mṛtyor mā amṛtaṁ gamaya |
oṁ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||
Mögen alle glücklich sein; mögen alle frei von Krankheit sein. Mögen alle Gutes erfahren; möge niemand Leid erleiden. Om. Führe mich vom Unwirklichen zur Wirklichkeit, vom Dunkel zum Licht, vom Tod zur Unsterblichkeit. Om, Frieden, Frieden, Frieden.
Nach der Puja: Prasad, Wasser und Gegenstände
Verweile noch einen Augenblick mit ruhigem Atem. Nimm eine Qualität aus den 108 Namen in deinen Tag mit: Sprich bei einer schwierigen Begegnung wahr und freundlich, höre einer lernenden Person aufmerksam zu oder handle ohne Anspruch auf Anerkennung. Dies ist eine redaktionelle Yoga-Vidya-Anregung, keine zusätzliche Vorschrift des Kompendiums.
Die folgende Handhabung ist eine praktische redaktionelle Ergänzung: Verteile die saubere Speise und Frucht als Prasad. Die Betel- und Arekagaben müssen nicht verzehrt werden. Trenne sie von den essbaren Prasad-Gaben. Gib reines Blumenwasser an eine geeignete Pflanze; Wasser mit Kampfer, Farbpulver oder anderen Zusätzen wird nicht zum Trinken verwendet und entsprechend seiner Bestandteile entsorgt. Verwelkte Blüten können kompostiert werden, soweit sie frei von unverträglichen Zusätzen sind. Reinige und trockne Muschel, Gefäße, Untersetzer und Murtis. Überreiche die beiseitegelegten Gaben an den vorgesehenen Empfänger. Beende die Betreuung der brennenden Lichter erst, wenn sie sicher erloschen sind.
Die Rezitationen in zusammenhängender Folge
Die folgenden drei Fassungen entsprechen derselben Schrittfolge. Sie sind alternative Lesehilfen; sie werden nach der Puja nicht noch einmal zusätzlich rezitiert. Handlungshinweise und Erläuterungen stehen im Ablauf. Die Devanagari-Fassung ist eine kontrollierte Umschrift der hier verwendeten Sanskritlesung ohne vedische Tonzeichen.
Vollständiger Rezitationstext in IAST
V01 – Das Anfangslicht entzünden
bhaktyā dīpaṁ prayacchāmi devāya paramātmane |
trāhi māṁ timirād ghorād divya-jyoti namo'stu te ||
jyotir-rūpam arūpaṁ ca vadanti muni-puṅgavāḥ |
jyotir-madhye sthito devo brahma-jyotir namo'stu te ||
V02 – Persönliches Achamana
oṁ acyutāya namaḥ |
oṁ anantāya namaḥ |
oṁ govindāya namaḥ ||
V03 – Guru-Vandana
gurur brahmā gurur viṣṇur gurur devo maheśvaraḥ |
guruḥ sākṣāt paraṁ brahma tasmai śrī gurave namaḥ ||
akhaṇḍa-maṇḍalākāraṁ vyāptaṁ yena carācaram |
tat padaṁ darśitaṁ yena tasmai śrī gurave namaḥ ||
ajñāna-timirāndhasya jñānāñjana-śalākayā |
cakṣur unmīlitaṁ yena tasmai śrī gurave namaḥ ||
V04 – Wohlwollen und Shanti-Patha
śṛṇuyāṁ sthirair aṅgair bhadraṁ karṇaiś ca dṛṣṭibhiḥ |
bhadraṁ paśyema yad deva hitam āyur vyaśemahi ||
indro vṛddhaśravās tārkṣyo'riṣṭanemir bṛhaspatiḥ |
dadhātu svasti naḥ pūṣā viśvadevāś ca svasti naḥ ||
viśvataḥ kratavo bhadrā āyantvāno vṛdhe yathā |
dive dive rakṣitāra āsan devā hi nityaśaḥ ||
viśvāni deva savitur duritāni parā suva |
subhaktyā praṇatānāṁ tu yad bhadraṁ tan na āsuva ||
V05 – Svasti-Anrufungen
oṁ śrīman-mahā-gaṇādhipataye namaḥ |
oṁ lakṣmī-nārāyaṇābhyāṁ namaḥ |
oṁ umā-maheśvarābhyāṁ namaḥ |
oṁ vāṇī-hiraṇyagarbhābhyāṁ namaḥ |
oṁ śacī-purandarābhyāṁ namaḥ |
oṁ mātṛ-pitṛ-caraṇa-kamalebhyo namaḥ |
oṁ iṣṭa-devatābhyo namaḥ |
oṁ kula-devatābhyo namaḥ |
oṁ grāma-devatābhyo namaḥ |
oṁ sthāna-devatābhyo namaḥ |
oṁ vāstu-devatābhyo namaḥ |
oṁ sarvebhyo devatābhyo namaḥ |
oṁ sarvebhyo brāhmaṇebhyo namaḥ ||
V06 – Ganeshas zwölf Namen und Bitte um freien Beginn
sumukhaś caika-dantaś ca kapilo gaja-karṇakaḥ |
lambodaraś ca vikaṭo vighna-nāśo vināyakaḥ ||
dhūmra-ketur gaṇādhyakṣo bhāla-candro gajānanaḥ |
dvādaśaitāni nāmāni yaḥ paṭhec chṛṇuyād api ||
vidyārambhe vivāhe ca praveśe nirgame tathā |
saṅgrāme saṅkaṭe caiva vighnas tasya na jāyate ||
vakratuṇḍa mahākāya koṭi-sūrya-sama-prabha |
avighnaṁ kuru me deva sarva-kāryeṣu sarvadā ||
V07 – Die Gegenwart Haris erinnern
sarvadā sarva-kāryeṣu nāsti teṣām amaṅgalam |
yeṣāṁ hṛdistho bhagavān maṅgalāyatanaṁ hariḥ ||
tad eva lagnaṁ sudinaṁ tad eva tārā-balaṁ candra-balaṁ tad eva |
vidyā-balaṁ daiva-balaṁ tad eva lakṣmīpate te'ṅghri-yugaṁ smarāmi ||
lābhas teṣāṁ jayas teṣāṁ kutas teṣāṁ parājayaḥ |
yeṣām indīvara-śyāmo hṛdayastho janārdanaḥ ||
yatra yogeśvaraḥ kṛṣṇo yatra pārtho dhanurdharaḥ |
tatra śrīr vijayo bhūtir dhruvā nītir matir mama ||
ananyāś cintayanto māṁ ye janāḥ paryupāsate |
teṣāṁ nityābhiyuktānāṁ yoga-kṣemaṁ vahāmy aham ||
smṛte sakala-kalyāṇa-bhājanaṁ yatra jāyate |
puruṣaṁ tam ajaṁ nityaṁ vrajāmi śaraṇaṁ harim ||
V08 – Den Ritualraum sammeln
apasarpantu te bhūtā ye bhūtā bhuvi saṁsthitāḥ |
ye bhūtā vighna-kārās te gacchantv ājñayā hareḥ ||
V09 – Den Sitz verehren
pṛthvi tvayā dhṛtā lokā devi tvaṁ viṣṇunā dhṛtā |
tvaṁ ca dhāraya māṁ devi pavitraṁ kuru cāsanam ||
V10 – Die Glocke verehren
āgamārthaṁ ca devānāṁ gamanārthaṁ tu rakṣasām |
sarva-bhūta-hitārthāya ghaṇṭā-nādaṁ karomy aham ||
V11 – Atma-Puja
oṁ ātmane namaḥ divya-gandhān dhārayāmi |
deho jīvālayaḥ prokto jīvo devaḥ sanātanaḥ |
tyajed ajñāna-nirmālyaṁ so'haṁ-bhāvena pūjayet ||
oṁ ātmane namaḥ |
oṁ antarātmane namaḥ |
oṁ jīvātmane namaḥ |
oṁ yogātmane namaḥ |
oṁ paramātmane namaḥ |
oṁ jñānātmane namaḥ |
samastopacārān samarpayāmi ||
V12 – Hindernisse lösen und den Atem sammeln
śuklāmbara-dharaṁ devaṁ śaśi-varṇaṁ caturbhujam |
prasanna-vadanaṁ dhyāyet sarva-vighnopaśāntaye ||
oṁ bhūḥ oṁ bhuvaḥ oṁ suvaḥ oṁ mahaḥ oṁ janaḥ oṁ tapaḥ oṁ satyam |
oṁ tat savitur vareṇyaṁ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
oṁ āpo jyotī raso'mṛtaṁ brahma bhūr bhuvaḥ suvar oṁ ||
V13 – Sankalpa – die konkrete Absicht
hariḥ oṁ tat sat |
śrī govinda śrī govinda śrī govinda ||
mama upātta-samasta-durita-kṣaya-dvārā śrī-parameśvara-prītyarthaṁ kariṣyamāṇa-guru-pūjā-karmāṅga-nirvighnena-parisamāptyartham ādau gaṇeśa-pūjanaṁ kariṣye ||
V14 – Ganesha betrachten und einladen
gajānanaṁ bhūta-gaṇādi-sevitaṁ kapittha-jambu-phala-sāra-bhakṣaṇam |
umā-sutaṁ śoka-vināśa-kāraṇaṁ namāmi vighneśvara-pāda-paṅkajam ||
eka-dantaṁ śūrpa-karṇaṁ gaja-vaktraṁ mahodaram |
pāśāṅkuśa-dharaṁ devaṁ dhyāyet siddhi-vināyakam ||
oṁ bhūr bhuvaḥ suvaḥ śrī-mahā-gaṇapataye namaḥ |
dhyāyāmi āvāhayāmi sthāpayāmi gandhākṣata-puṣpāṇi samarpayāmi ||
V15 – Ganesha: Sitz
oṁ gaṁ gaṇapataye namaḥ |
āsanaṁ samarpayāmi ||
V16 – Ganesha: Fußwasser
oṁ gaṁ gaṇapataye namaḥ |
pādyaṁ samarpayāmi ||
V17 – Ganesha: Ehrenwasser
oṁ gaṁ gaṇapataye namaḥ |
arghyaṁ samarpayāmi ||
V18 – Ganesha: Mundspülwasser
oṁ gaṁ gaṇapataye namaḥ |
ācamanīyaṁ samarpayāmi ||
V19 – Ganesha: Bad
oṁ gaṁ gaṇapataye namaḥ |
snānaṁ samarpayāmi |
snānānantaraṁ punar ācamanīyaṁ samarpayāmi ||
V20 – Ganesha: Gewand
oṁ gaṁ gaṇapataye namaḥ |
vastrārtham akṣatān samarpayāmi ||
V21 – Ganesha: Heilige Schnur
oṁ gaṁ gaṇapataye namaḥ |
upavītārtham akṣatān samarpayāmi ||
V22 – Ganesha: Schmuck
oṁ gaṁ gaṇapataye namaḥ |
ābharaṇārtham akṣatān samarpayāmi ||
V23 – Ganesha: Duft und Farbe
oṁ gaṁ gaṇapataye namaḥ |
divya-gandhān samarpayāmi |
gandhasyopari haridrā-kumkumaṁ samarpayāmi ||
V24 – Ganesha: Blumenschmuck
oṁ gaṁ gaṇapataye namaḥ |
puṣpa-mālikāṁ samarpayāmi |
puṣpaiḥ pūjayāmi ||
V25 – Ganeshas 18 Namen
oṁ sumukhāya namaḥ |
oṁ ekadantāya namaḥ |
oṁ kapilāya namaḥ |
oṁ gaja-karṇakāya namaḥ |
oṁ lambodarāya namaḥ |
oṁ vikaṭāya namaḥ |
oṁ vighna-rājāya namaḥ |
oṁ vināyakāya namaḥ |
oṁ dhūma-ketave namaḥ |
oṁ gaṇādhyakṣāya namaḥ |
oṁ bāla-candrāya namaḥ |
oṁ gajānanāya namaḥ |
oṁ vakra-tuṇḍāya namaḥ |
oṁ śūrpa-karṇāya namaḥ |
oṁ herambāya namaḥ |
oṁ skanda-pūrvajāya namaḥ |
oṁ siddhi-vināyakāya namaḥ |
oṁ vighneśvarāya namaḥ |
V26 – Ganesha: Räucherwerk und Lampe
oṁ gaṁ gaṇapataye namaḥ dhūpam āghrāpayāmi |
oṁ gaṁ gaṇapataye namaḥ pratyakṣa-dīpaṁ darśayāmi |
dhūpa-dīpānantaraṁ punar ācamanīyaṁ samarpayāmi ||
V27 – Ganesha: Speise und Tambula
oṁ gaṁ gaṇapataye namaḥ naivedyaṁ nivedayāmi |
naivedyānantaraṁ punar ācamanīyaṁ samarpayāmi |
oṁ gaṁ gaṇapataye namaḥ tāmbūlaṁ samarpayāmi ||
V28 – Ganesha: Kampferlicht
oṁ ekadantāya vidmahe vakra-tuṇḍāya dhīmahi |
tanno danti pracodayāt ||
oṁ gaṁ gaṇapataye namaḥ ānanda-karpūra-nīrājanaṁ sandarśayāmi |
karpūra-nīrājanānantaraṁ punar ācamanīyaṁ samarpayāmi ||
V29 – Ganesha: Pushpanjali
vighneśvarāya varadāya sura-priyāya
lambodarāya sakalāya jagad-hitāya |
nāgānanāya śruti-yajña-vibhūṣitāya
gaurī-sutāya gaṇanātha namo namaste ||
V30 – Ganesha: Schlussgebet
vakra-tuṇḍa mahākāya koṭi-sūrya-sama-prabha |
nirvighnaṁ kuru me deva sarva-kāryeṣu sarvadā ||
anyathā śaraṇaṁ nāsti tvam eva śaraṇaṁ mama |
tasmāt kāruṇya-bhāvena rakṣa rakṣa gaṇādhipa ||
āvāhanaṁ na jānāmi naiva jānāmi pūjanam |
visarjanaṁ na jānāmi kṣamasva puruṣottama ||
mantra-hīnaṁ kriyā-hīnaṁ bhakti-hīnaṁ vināyaka |
yat kṛtaṁ tu mayā deva paripūrṇaṁ tad astu te ||
V31 – Kalasha-Puja
kalaśasya mukhe viṣṇuḥ kaṇṭhe rudraḥ samāśritaḥ |
mūle tatra sthito brahmā madhye mātṛ-gaṇāḥ smṛtāḥ ||
kukṣau tu sāgarāḥ sarve sapta-dvīpā vasundharā |
ṛgvedo'tha yajurvedaḥ sāmavedo hyatharvaṇaḥ |
aṅgaiś ca sahitāḥ sarve kalaśāmbu-samāśritāḥ ||
gaṅge ca yamune caiva godāvari sarasvati |
narmade sindhu kāveri jale'smin sannidhiṁ kuru ||
puṣkarādyāni tīrthāni gaṅgādyāḥ saritas tathā |
āyantu loka-śāntyarthaṁ durita-kṣaya-kārakāḥ ||
V32 – Besprengung
apavitraḥ pavitro vā sarvāvasthāṁ gato'pi vā |
yaḥ smaret puṇḍarīkākṣaṁ sa bāhyābhyantaraḥ śuciḥ ||
V33 – Shankha-Puja: Duft und Berührung
oṁ pāñcajanyāya namaḥ divya-gandhān dhārayāmi |
oṁ brahmaṇe namaḥ |
oṁ janārdanāya namaḥ |
oṁ candra-śekharāya namaḥ ||
V34 – Shankha-Puja: Gebet
śaṅkhaṁ candrārka-daivatyaṁ madhye varuṇa-saṁyutam |
pṛṣṭhe prajāpatiś caiva agre gaṅgā sarasvatī ||
trailokye yāni tīrthāni vāsudevasya cājñayā |
śaṅkhe tiṣṭhanti viprendrās tasmāc chaṅkhaṁ prapūjayet ||
tvaṁ purā sāgarotpanno viṣṇunā vidhṛtaḥ kare |
pūjitaḥ sarva-devaiś ca pāñcajanya namo'stu te ||
oṁ pāñcajanyāya vidmahe pāvamānāya dhīmahi |
tannaḥ śaṅkhaḥ pracodayāt ||
oṁ bhūr bhuvaḥ suvar oṁ bhūr bhuvaḥ suvaḥ ||
V35 – Pitha-Puja – die tragende Unterlage
oṁ sakala-guṇātma-śakti-yuktāya yoga-pīṭhātmane namaḥ |
oṁ ādhāra-śaktyai namaḥ |
oṁ mūla-prakṛtyai namaḥ |
oṁ ādi-kūrmāya namaḥ |
oṁ ādi-varāhāya namaḥ |
oṁ anantāya namaḥ |
oṁ pṛthivyai namaḥ |
oṁ ratna-maṇḍapāya namaḥ |
oṁ yoga-pīṭhāsanāya namaḥ |
oṁ nava-graha-devatābhyo namaḥ |
oṁ daśa-dikpālebhyo namaḥ |
G01 – Guru-Dhyana
dhyāyec chirasi śuklābje dvinetraṁ dvibhujaṁ gurum |
śvetāmbara-parīdhānaṁ śveta-mālyānulepanam ||
varābhaya-karaṁ śāntaṁ karuṇāmaya-vigraham |
vāmenotpala-dhāriṇyā śaktyāliṅgita-vigraham ||
smerānanaṁ suprasannaṁ sādhakābhīṣṭa-dāyakam ||
bhavapāśa-vināśāya jñāna-dṛṣṭi-pradarśine |
namaḥ sadgurave tubhyaṁ bhukti-mukti-pradāyine ||
narākṛti-parabrahma-rūpāyājñāna-hāriṇe |
kula-dharma-prakāśāya tasmai śrī gurave namaḥ ||
G02 – Anrufung – Avahana
satyānanda-svarūpāya bodhaika-sukha-kāriṇe |
namo vedānta-vedyāya gurave buddhi-sākṣiṇe ||
G03 – Sitz – Asana
ajñāna-timirāndhasya jñānāñjana-śalākayā |
cakṣur unmīlitaṁ yena tasmai śrī gurave namaḥ ||
G04 – Ehrenwasser – Arghya
akhaṇḍa-maṇḍalākāraṁ vyāptaṁ yena carācaram |
tat padaṁ darśitaṁ yena tasmai śrī gurave namaḥ ||
G05 – Fußwasser – Padya
caitanyaḥ śāśvataḥ śānto vyomātīto nirañjanaḥ |
bindu-nāda-kalātītas tasmai śrī gurave namaḥ ||
G06 – Wasser zum Mundspülen – Achamaniya
yat satyena jagat satyaṁ yat prakāśena bhāti yat |
yad ānandena nandanti tasmai śrī gurave namaḥ ||
G07 – Bad – Snana
nityaṁ śuddhaṁ nirābhāsaṁ nirākāraṁ nirañjanam |
nitya-bodhaṁ cidānandaṁ guruṁ brahma namāmy aham ||
G08 – Gewand – Vastra
niratas sarva-sandeham ekīkṛtya sudarśanam |
rahasyaṁ yo darśayati bhajāmi gurum īśvaram ||
G09 – Schmuck – Alankara
vandehaṁ saccidānandaṁ bhāvātītaṁ jagadgurum |
nityaṁ pūrṇa-nirākāraṁ nirguṇaṁ tvāṁ saṁsthitam ||
G10 – Duft – Gandha
namaḥ śāntātmane tubhyaṁ namo guhyatamāya ca |
acintyāyāprameyāya anādi-nidhanāya ca ||
G11 – Blumen – Pushpa
gurur brahmā gurur viṣṇur gurur devo maheśvaraḥ |
guruḥ sākṣāt paraṁ brahma tasmai śrī gurave namaḥ ||
G12 – Die 108 Guru-Namen
oṁ sadgurave namaḥ |
oṁ ajñāna-nāśakāya namaḥ |
oṁ adambhine namaḥ |
oṁ vedānta-prakāśakāya namaḥ |
oṁ anapekṣāya namaḥ |
oṁ anasūyave namaḥ |
oṁ anupamāya namaḥ |
oṁ abhaya-pradātre namaḥ |
oṁ amānine namaḥ |
oṁ ahiṁsā-mūrtaye namaḥ |
oṁ ahaituka-dayā-sindhave namaḥ |
oṁ ahaṅkāra-nāśakāya namaḥ |
oṁ ahaṅkāra-varjitāya namaḥ |
oṁ ācāryendrāya namaḥ |
oṁ ātma-santuṣṭāya namaḥ |
oṁ ānanda-mūrtaye namaḥ |
oṁ ārjava-yuktāya namaḥ |
oṁ ucita-vāce namaḥ |
oṁ utsāhine namaḥ |
oṁ udāsīnāya namaḥ |
oṁ uparatāya namaḥ |
oṁ aiśvarya-yuktāya namaḥ |
oṁ kṛta-kṛtyāya namaḥ |
oṁ kṣamāvate namaḥ |
oṁ guṇātītāya namaḥ |
oṁ cāru-vāg-vilāsāya namaḥ |
oṁ cāru-hāsāya namaḥ |
oṁ chinna-saṁśayāya namaḥ |
oṁ jñāna-dātre namaḥ |
oṁ jñāna-yajña-tatparāya namaḥ |
oṁ tattva-darśine namaḥ |
oṁ tapasvine namaḥ |
oṁ tāpa-harāya namaḥ |
oṁ tulya-nindā-stutaye namaḥ |
oṁ tulya-priyāpriyāya namaḥ |
oṁ tulya-mānāpamānāya namaḥ |
oṁ tejasvine namaḥ |
oṁ tyakta-sarva-parigrahāya namaḥ |
oṁ tyāgine namaḥ |
oṁ dakṣāya namaḥ |
oṁ dāntāya namaḥ |
oṁ dṛḍha-vratāya namaḥ |
oṁ doṣa-varjitāya namaḥ |
oṁ dvandvātītāya namaḥ |
oṁ dhīmate namaḥ |
oṁ dhīrāya namaḥ |
oṁ nitya-santuṣṭāya namaḥ |
oṁ nirahaṅkārāya namaḥ |
oṁ nirāśrayāya namaḥ |
oṁ nirbhayāya namaḥ |
oṁ nirmadāya namaḥ |
oṁ nirmamāya namaḥ |
oṁ nirmalāya namaḥ |
oṁ nirmohāya namaḥ |
oṁ niryoga-kṣemāya namaḥ |
oṁ nirlobhāya namaḥ |
oṁ niṣkāmāya namaḥ |
oṁ niṣkrodhāya namaḥ |
oṁ niḥsaṅgāya namaḥ |
oṁ parama-sukha-dāya namaḥ |
oṁ paṇḍitāya namaḥ |
oṁ pūrṇāya namaḥ |
oṁ pramāṇa-pravartakāya namaḥ |
oṁ priya-bhāṣiṇe namaḥ |
oṁ brahma-karma-samādhaye namaḥ |
oṁ brahmātma-niṣṭhāya namaḥ |
oṁ brahmātma-vide namaḥ |
oṁ bhaktāya namaḥ |
oṁ bhava-roga-harāya namaḥ |
oṁ bhukti-mukti-pradātre namaḥ |
oṁ maṅgala-kartre namaḥ |
oṁ madhura-bhāṣiṇe namaḥ |
oṁ mahātmane namaḥ |
oṁ mahāvākyopadeśa-kartre namaḥ |
oṁ mita-bhāṣiṇe namaḥ |
oṁ muktāya namaḥ |
oṁ maunine namaḥ |
oṁ yata-cittāya namaḥ |
oṁ yataye namaḥ |
oṁ yadṛcchālābha-santuṣṭāya namaḥ |
oṁ yuktāya namaḥ |
oṁ rāga-dveṣa-varjitāya namaḥ |
oṁ viditākhila-śāstrāya namaḥ |
oṁ vidyā-vinaya-sampannāya namaḥ |
oṁ vimatsarāya namaḥ |
oṁ vivekine namaḥ |
oṁ viśāla-hṛdayāya namaḥ |
oṁ vyavasāyine namaḥ |
oṁ śaraṇāgata-vatsalāya namaḥ |
oṁ śāntāya namaḥ |
oṁ śuddha-mānasāya namaḥ |
oṁ śiṣya-priyāya namaḥ |
oṁ śraddhāvate namaḥ |
oṁ śrotriyāya namaḥ |
oṁ satya-vāce namaḥ |
oṁ sadā-mudita-vadanāya namaḥ |
oṁ sama-cittāya namaḥ |
oṁ samādhika-varjitāya namaḥ |
oṁ samāhita-cittāya namaḥ |
oṁ sarva-bhūta-hitāya namaḥ |
oṁ siddhāya namaḥ |
oṁ sulabhāya namaḥ |
oṁ suśīlāya namaḥ |
oṁ suhṛde namaḥ |
oṁ sūkṣma-buddhaye namaḥ |
oṁ saṅkalpa-varjitāya namaḥ |
oṁ sampradāya-vide namaḥ |
oṁ svatantrāya namaḥ |
G13 – Räucherwerk – Dhupa
vanaspati-rasodbhūto gandhāḍhyo gandha uttamaḥ |
āghreyaḥ sarva-devānāṁ dhūpo'yaṁ pratigṛhyatām ||
G14 – Lampe – Dipa
sājyaṁ ca varti-saṁyuktaṁ vahninā yojitaṁ mayā |
dīpaṁ gṛhāṇa deveśa trailokya-timirāpaham ||
G15 – Speise – Naivedya
annaṁ caturvidhaṁ svādu rasaiḥ ṣaḍbhiḥ samanvitam |
bhakṣya-bhojya-samāyuktaṁ naivedyaṁ pratigṛhyatām ||
G16 – Frucht – Phala
idaṁ phalaṁ mayā deva sthāpitaṁ puratas tava |
tena me saphalāvāptir bhavej janmani janmani ||
G17 – Tambula
pūgi-phalaṁ mahā-divyaṁ nāgavalli-dalair yutam |
karpūra-cūrṇa-saṁyuktaṁ tāmbūlaṁ pratigṛhyatām ||
G18 – Dakshina
hiraṇya-garbha-garbhasthaṁ hema-bījaṁ vibhāvasoḥ |
ananta-puṇya-phaladaṁ ataḥ śāntiṁ prayaccha me ||
G19 – Lichtschwenken mit Hamsa-Gayatri
oṁ haṁsa-haṁsāya vidmahe parama-haṁsāya dhīmahi |
tanno haṁsa pracodayāt ||
karpūra-nīrājanaṁ pradarśayāmi |
nīrājanānantaram ācamanīyaṁ samarpayāmi ||
G20 – Abschließende Blumen – Pushpanjali
brahmānandaṁ parama-sukhadaṁ kevalaṁ jñāna-mūrtiṁ
dvandvātītaṁ gagana-sadṛśaṁ tattvamasyādi-lakṣyam |
ekaṁ nityaṁ vimalam acalaṁ sarva-dhī-sākṣi-bhūtaṁ
bhāvātītaṁ triguṇa-rahitaṁ sadguruṁ taṁ namāmi ||
G21 – Entlassung und Widmung – Visarjana
oṁ sadgurave namaḥ |
yathāsthānaṁ pratiṣṭhāpayāmi śobhanārthāya kṣemāya punarāgamanāya ca ||
anayā pūjayā sarvātmakaḥ śrī guruḥ prīyatām ||
G22 – Upayana – die abschließende Gabe
hiraṇya-garbha-garbhasthaṁ hema-bījaṁ vibhāvasoḥ |
ananta-puṇya-phaladaṁ ataḥ śāntiṁ prayaccha me ||
oṁ vratena dīkṣām āpnoti dīkṣayāpnoti dakṣiṇām |
dakṣiṇā śraddhām āpnoti śraddhayā satyam āpyate ||
A01 – Die begleitende Anrufung abschließen
oṁ śrī-mahā-gaṇapataye namaḥ |
yathāsthānaṁ pratiṣṭhāpayāmi śobhanārthāya kṣemāya punarāgamanāya ca ||
A02 – Das Gute allen Wesen widmen
sarve bhavantu sukhinaḥ sarve santu nirāmayāḥ |
sarve bhadrāṇi paśyantu mā kaścid duḥkha-bhāg bhavet ||
oṁ asato mā sad gamaya |
tamaso mā jyotir gamaya |
mṛtyor mā amṛtaṁ gamaya |
oṁ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||
Vollständiger Rezitationstext in Devanagari
V01 – Das Anfangslicht entzünden
भक्त्या दीपं प्रयच्छामि देवाय परमात्मने ।
त्राहि मां तिमिराद् घोराद् दिव्यज्योति नमोऽस्तु ते ॥
ज्योतिर्रूपम् अरूपं च वदन्ति मुनिपुङ्गवाः ।
ज्योतिर्मध्ये स्थितो देवो ब्रह्मज्योतिर् नमोऽस्तु ते ॥
V02 – Persönliches Achamana
ॐ अच्युताय नमः ।
ॐ अनन्ताय नमः ।
ॐ गोविन्दाय नमः ॥
V03 – Guru-Vandana
गुरुर् ब्रह्मा गुरुर् विष्णुर् गुरुर् देवो महेश्वरः ।
गुरुः साक्षात् परं ब्रह्म तस्मै श्री गुरवे नमः ॥
अखण्डमण्डलाकारं व्याप्तं येन चराचरम् ।
तत् पदं दर्शितं येन तस्मै श्री गुरवे नमः ॥
अज्ञानतिमिरान्धस्य ज्ञानाञ्जनशलाकया ।
चक्षुर् उन्मीलितं येन तस्मै श्री गुरवे नमः ॥
V04 – Wohlwollen und Shanti-Patha
शृणुयां स्थिरैर् अङ्गैर् भद्रं कर्णैश् च दृष्टिभिः ।
भद्रं पश्येम यद् देव हितम् आयुर् व्यशेमहि ॥
इन्द्रो वृद्धश्रवास् तार्क्ष्योऽरिष्टनेमिर् बृहस्पतिः ।
दधातु स्वस्ति नः पूषा विश्वदेवाश् च स्वस्ति नः ॥
विश्वतः क्रतवो भद्रा आयन्त्वानो वृधे यथा ।
दिवे दिवे रक्षितार आसन् देवा हि नित्यशः ॥
विश्वानि देव सवितुर् दुरितानि परा सुव ।
सुभक्त्या प्रणतानां तु यद् भद्रं तन् न आसुव ॥
V05 – Svasti-Anrufungen
ॐ श्रीमन्महागणाधिपतये नमः ।
ॐ लक्ष्मीनारायणाभ्यां नमः ।
ॐ उमामहेश्वराभ्यां नमः ।
ॐ वाणीहिरण्यगर्भाभ्यां नमः ।
ॐ शचीपुरन्दराभ्यां नमः ।
ॐ मातृपितृचरणकमलेभ्यो नमः ।
ॐ इष्टदेवताभ्यो नमः ।
ॐ कुलदेवताभ्यो नमः ।
ॐ ग्रामदेवताभ्यो नमः ।
ॐ स्थानदेवताभ्यो नमः ।
ॐ वास्तुदेवताभ्यो नमः ।
ॐ सर्वेभ्यो देवताभ्यो नमः ।
ॐ सर्वेभ्यो ब्राह्मणेभ्यो नमः ॥
V06 – Ganeshas zwölf Namen und Bitte um freien Beginn
सुमुखश् चैकदन्तश् च कपिलो गजकर्णकः ।
लम्बोदरश् च विकटो विघ्ननाशो विनायकः ॥
धूम्रकेतुर् गणाध्यक्षो भालचन्द्रो गजाननः ।
द्वादशैतानि नामानि यः पठेच् छृणुयाद् अपि ॥
विद्यारम्भे विवाहे च प्रवेशे निर्गमे तथा ।
सङ्ग्रामे सङ्कटे चैव विघ्नस् तस्य न जायते ॥
वक्रतुण्ड महाकाय कोटिसूर्यसमप्रभ ।
अविघ्नं कुरु मे देव सर्वकार्येषु सर्वदा ॥
V07 – Die Gegenwart Haris erinnern
सर्वदा सर्वकार्येषु नास्ति तेषाम् अमङ्गलम् ।
येषां हृदिस्थो भगवान् मङ्गलायतनं हरिः ॥
तद् एव लग्नं सुदिनं तद् एव ताराबलं चन्द्रबलं तद् एव ।
विद्याबलं दैवबलं तद् एव लक्ष्मीपते तेऽङ्घ्रियुगं स्मरामि ॥
लाभस् तेषां जयस् तेषां कुतस् तेषां पराजयः ।
येषाम् इन्दीवरश्यामो हृदयस्थो जनार्दनः ॥
यत्र योगेश्वरः कृष्णो यत्र पार्थो धनुर्धरः ।
तत्र श्रीर् विजयो भूतिर् ध्रुवा नीतिर् मतिर् मम ॥
अनन्याश् चिन्तयन्तो मां ये जनाः पर्युपासते ।
तेषां नित्याभियुक्तानां योगक्षेमं वहाम्य् अहम् ॥
स्मृते सकलकल्याणभाजनं यत्र जायते ।
पुरुषं तम् अजं नित्यं व्रजामि शरणं हरिम् ॥
V08 – Den Ritualraum sammeln
अपसर्पन्तु ते भूता ये भूता भुवि संस्थिताः ।
ये भूता विघ्नकारास् ते गच्छन्त्व् आज्ञया हरेः ॥
V09 – Den Sitz verehren
पृथ्वि त्वया धृता लोका देवि त्वं विष्णुना धृता ।
त्वं च धारय मां देवि पवित्रं कुरु चासनम् ॥
V10 – Die Glocke verehren
आगमार्थं च देवानां गमनार्थं तु रक्षसाम् ।
सर्वभूतहितार्थाय घण्टानादं करोम्य् अहम् ॥
V11 – Atma-Puja
ॐ आत्मने नमः दिव्यगन्धान् धारयामि ।
देहो जीवालयः प्रोक्तो जीवो देवः सनातनः ।
त्यजेद् अज्ञाननिर्माल्यं सोऽहंभावेन पूजयेत् ॥
ॐ आत्मने नमः ।
ॐ अन्तरात्मने नमः ।
ॐ जीवात्मने नमः ।
ॐ योगात्मने नमः ।
ॐ परमात्मने नमः ।
ॐ ज्ञानात्मने नमः ।
समस्तोपचारान् समर्पयामि ॥
V12 – Hindernisse lösen und den Atem sammeln
शुक्लाम्बरधरं देवं शशिवर्णं चतुर्भुजम् ।
प्रसन्नवदनं ध्यायेत् सर्वविघ्नोपशान्तये ॥
ॐ भूः ॐ भुवः ॐ सुवः ॐ महः ॐ जनः ॐ तपः ॐ सत्यम् ।
ॐ तत् सवितुर् वरेण्यं भर्गो देवस्य धीमहि ।
धियो यो नः प्रचोदयात् ॥
ॐ आपो ज्योती रसोऽमृतं ब्रह्म भूर् भुवः सुवर् ॐ ॥
V13 – Sankalpa – die konkrete Absicht
हरिः ॐ तत् सत् ।
श्री गोविन्द श्री गोविन्द श्री गोविन्द ॥
मम उपात्तसमस्तदुरितक्षयद्वारा श्रीपरमेश्वरप्रीत्यर्थं करिष्यमाणगुरुपूजाकर्माङ्गनिर्विघ्नेनपरिसमाप्त्यर्थम् आदौ गणेशपूजनं करिष्ये ॥
V14 – Ganesha betrachten und einladen
गजाननं भूतगणादिसेवितं कपित्थजम्बुफलसारभक्षणम् ।
उमासुतं शोकविनाशकारणं नमामि विघ्नेश्वरपादपङ्कजम् ॥
एकदन्तं शूर्पकर्णं गजवक्त्रं महोदरम् ।
पाशाङ्कुशधरं देवं ध्यायेत् सिद्धिविनायकम् ॥
ॐ भूर् भुवः सुवः श्रीमहागणपतये नमः ।
ध्यायामि आवाहयामि स्थापयामि गन्धाक्षतपुष्पाणि समर्पयामि ॥
V15 – Ganesha: Sitz
ॐ गं गणपतये नमः ।
आसनं समर्पयामि ॥
V16 – Ganesha: Fußwasser
ॐ गं गणपतये नमः ।
पाद्यं समर्पयामि ॥
V17 – Ganesha: Ehrenwasser
ॐ गं गणपतये नमः ।
अर्घ्यं समर्पयामि ॥
V18 – Ganesha: Mundspülwasser
ॐ गं गणपतये नमः ।
आचमनीयं समर्पयामि ॥
V19 – Ganesha: Bad
ॐ गं गणपतये नमः ।
स्नानं समर्पयामि ।
स्नानानन्तरं पुनर् आचमनीयं समर्पयामि ॥
V20 – Ganesha: Gewand
ॐ गं गणपतये नमः ।
वस्त्रार्थम् अक्षतान् समर्पयामि ॥
V21 – Ganesha: Heilige Schnur
ॐ गं गणपतये नमः ।
उपवीतार्थम् अक्षतान् समर्पयामि ॥
V22 – Ganesha: Schmuck
ॐ गं गणपतये नमः ।
आभरणार्थम् अक्षतान् समर्पयामि ॥
V23 – Ganesha: Duft und Farbe
ॐ गं गणपतये नमः ।
दिव्यगन्धान् समर्पयामि ।
गन्धस्योपरि हरिद्राकुम्कुमं समर्पयामि ॥
V24 – Ganesha: Blumenschmuck
ॐ गं गणपतये नमः ।
पुष्पमालिकां समर्पयामि ।
पुष्पैः पूजयामि ॥
V25 – Ganeshas 18 Namen
ॐ सुमुखाय नमः ।
ॐ एकदन्ताय नमः ।
ॐ कपिलाय नमः ।
ॐ गजकर्णकाय नमः ।
ॐ लम्बोदराय नमः ।
ॐ विकटाय नमः ।
ॐ विघ्नराजाय नमः ।
ॐ विनायकाय नमः ।
ॐ धूमकेतवे नमः ।
ॐ गणाध्यक्षाय नमः ।
ॐ बालचन्द्राय नमः ।
ॐ गजाननाय नमः ।
ॐ वक्रतुण्डाय नमः ।
ॐ शूर्पकर्णाय नमः ।
ॐ हेरम्बाय नमः ।
ॐ स्कन्दपूर्वजाय नमः ।
ॐ सिद्धिविनायकाय नमः ।
ॐ विघ्नेश्वराय नमः ।
V26 – Ganesha: Räucherwerk und Lampe
ॐ गं गणपतये नमः धूपम् आघ्रापयामि ।
ॐ गं गणपतये नमः प्रत्यक्षदीपं दर्शयामि ।
धूपदीपानन्तरं पुनर् आचमनीयं समर्पयामि ॥
V27 – Ganesha: Speise und Tambula
ॐ गं गणपतये नमः नैवेद्यं निवेदयामि ।
नैवेद्यानन्तरं पुनर् आचमनीयं समर्पयामि ।
ॐ गं गणपतये नमः ताम्बूलं समर्पयामि ॥
V28 – Ganesha: Kampferlicht
ॐ एकदन्ताय विद्महे वक्रतुण्डाय धीमहि ।
तन्नो दन्ति प्रचोदयात् ॥
ॐ गं गणपतये नमः आनन्दकर्पूरनीराजनं सन्दर्शयामि ।
कर्पूरनीराजनानन्तरं पुनर् आचमनीयं समर्पयामि ॥
V29 – Ganesha: Pushpanjali
विघ्नेश्वराय वरदाय सुरप्रियाय
लम्बोदराय सकलाय जगधिताय ।
नागाननाय श्रुतियज्ञविभूषिताय
गौरीसुताय गणनाथ नमो नमस्ते ॥
V30 – Ganesha: Schlussgebet
वक्रतुण्ड महाकाय कोटिसूर्यसमप्रभ ।
निर्विघ्नं कुरु मे देव सर्वकार्येषु सर्वदा ॥
अन्यथा शरणं नास्ति त्वम् एव शरणं मम ।
तस्मात् कारुण्यभावेन रक्ष रक्ष गणाधिप ॥
आवाहनं न जानामि नैव जानामि पूजनम् ।
विसर्जनं न जानामि क्षमस्व पुरुषोत्तम ॥
मन्त्रहीनं क्रियाहीनं भक्तिहीनं विनायक ।
यत् कृतं तु मया देव परिपूर्णं तद् अस्तु ते ॥
V31 – Kalasha-Puja
कलशस्य मुखे विष्णुः कण्ठे रुद्रः समाश्रितः ।
मूले तत्र स्थितो ब्रह्मा मध्ये मातृगणाः स्मृताः ॥
कुक्षौ तु सागराः सर्वे सप्तद्वीपा वसुन्धरा ।
ऋग्वेदोऽथ यजुर्वेदः सामवेदो ह्यथर्वणः ।
अङ्गैश् च सहिताः सर्वे कलशाम्बुसमाश्रिताः ॥
गङ्गे च यमुने चैव गोदावरि सरस्वति ।
नर्मदे सिन्धु कावेरि जलेऽस्मिन् सन्निधिं कुरु ॥
पुष्कराद्यानि तीर्थानि गङ्गाद्याः सरितस् तथा ।
आयन्तु लोकशान्त्यर्थं दुरितक्षयकारकाः ॥
V32 – Besprengung
अपवित्रः पवित्रो वा सर्वावस्थां गतोऽपि वा ।
यः स्मरेत् पुण्डरीकाक्षं स बाह्याभ्यन्तरः शुचिः ॥
V33 – Shankha-Puja: Duft und Berührung
ॐ पाञ्चजन्याय नमः दिव्यगन्धान् धारयामि ।
ॐ ब्रह्मणे नमः ।
ॐ जनार्दनाय नमः ।
ॐ चन्द्रशेखराय नमः ॥
V34 – Shankha-Puja: Gebet
शङ्खं चन्द्रार्कदैवत्यं मध्ये वरुणसंयुतम् ।
पृष्ठे प्रजापतिश् चैव अग्रे गङ्गा सरस्वती ॥
त्रैलोक्ये यानि तीर्थानि वासुदेवस्य चाज्ञया ।
शङ्खे तिष्ठन्ति विप्रेन्द्रास् तस्माच् छङ्खं प्रपूजयेत् ॥
त्वं पुरा सागरोत्पन्नो विष्णुना विधृतः करे ।
पूजितः सर्वदेवैश् च पाञ्चजन्य नमोऽस्तु ते ॥
ॐ पाञ्चजन्याय विद्महे पावमानाय धीमहि ।
तन्नः शङ्खः प्रचोदयात् ॥
ॐ भूर् भुवः सुवर् ॐ भूर् भुवः सुवः ॥
V35 – Pitha-Puja – die tragende Unterlage
ॐ सकलगुणात्मशक्तियुक्ताय योगपीठात्मने नमः ।
ॐ आधारशक्त्यै नमः ।
ॐ मूलप्रकृत्यै नमः ।
ॐ आदिकूर्माय नमः ।
ॐ आदिवराहाय नमः ।
ॐ अनन्ताय नमः ।
ॐ पृथिव्यै नमः ।
ॐ रत्नमण्डपाय नमः ।
ॐ योगपीठासनाय नमः ।
ॐ नवग्रहदेवताभ्यो नमः ।
ॐ दशदिक्पालेभ्यो नमः ।
G01 – Guru-Dhyana
ध्यायेच् छिरसि शुक्लाब्जे द्विनेत्रं द्विभुजं गुरुम् ।
श्वेताम्बरपरीधानं श्वेतमाल्यानुलेपनम् ॥
वराभयकरं शान्तं करुणामयविग्रहम् ।
वामेनोत्पलधारिण्या शक्त्यालिङ्गितविग्रहम् ॥
स्मेराननं सुप्रसन्नं साधकाभीष्टदायकम् ॥
भवपाशविनाशाय ज्ञानदृष्टिप्रदर्शिने ।
नमः सद्गुरवे तुभ्यं भुक्तिमुक्तिप्रदायिने ॥
नराकृतिपरब्रह्मरूपायाज्ञानहारिणे ।
कुलधर्मप्रकाशाय तस्मै श्री गुरवे नमः ॥
G02 – Anrufung – Avahana
सत्यानन्दस्वरूपाय बोधैकसुखकारिणे ।
नमो वेदान्तवेद्याय गुरवे बुद्धिसाक्षिणे ॥
G03 – Sitz – Asana
अज्ञानतिमिरान्धस्य ज्ञानाञ्जनशलाकया ।
चक्षुर् उन्मीलितं येन तस्मै श्री गुरवे नमः ॥
G04 – Ehrenwasser – Arghya
अखण्डमण्डलाकारं व्याप्तं येन चराचरम् ।
तत् पदं दर्शितं येन तस्मै श्री गुरवे नमः ॥
G05 – Fußwasser – Padya
चैतन्यः शाश्वतः शान्तो व्योमातीतो निरञ्जनः ।
बिन्दुनादकलातीतस् तस्मै श्री गुरवे नमः ॥
G06 – Wasser zum Mundspülen – Achamaniya
यत् सत्येन जगत् सत्यं यत् प्रकाशेन भाति यत् ।
यद् आनन्देन नन्दन्ति तस्मै श्री गुरवे नमः ॥
G07 – Bad – Snana
नित्यं शुद्धं निराभासं निराकारं निरञ्जनम् ।
नित्यबोधं चिदानन्दं गुरुं ब्रह्म नमाम्य् अहम् ॥
G08 – Gewand – Vastra
निरतस् सर्वसन्देहम् एकीकृत्य सुदर्शनम् ।
रहस्यं यो दर्शयति भजामि गुरुम् ईश्वरम् ॥
G09 – Schmuck – Alankara
वन्देहं सच्चिदानन्दं भावातीतं जगद्गुरुम् ।
नित्यं पूर्णनिराकारं निर्गुणं त्वां संस्थितम् ॥
G10 – Duft – Gandha
नमः शान्तात्मने तुभ्यं नमो गुह्यतमाय च ।
अचिन्त्यायाप्रमेयाय अनादिनिधनाय च ॥
G11 – Blumen – Pushpa
गुरुर् ब्रह्मा गुरुर् विष्णुर् गुरुर् देवो महेश्वरः ।
गुरुः साक्षात् परं ब्रह्म तस्मै श्री गुरवे नमः ॥
G12 – Die 108 Guru-Namen
ॐ सद्गुरवे नमः ।
ॐ अज्ञाननाशकाय नमः ।
ॐ अदम्भिने नमः ।
ॐ वेदान्तप्रकाशकाय नमः ।
ॐ अनपेक्षाय नमः ।
ॐ अनसूयवे नमः ।
ॐ अनुपमाय नमः ।
ॐ अभयप्रदात्रे नमः ।
ॐ अमानिने नमः ।
ॐ अहिंसामूर्तये नमः ।
ॐ अहैतुकदयासिन्धवे नमः ।
ॐ अहङ्कारनाशकाय नमः ।
ॐ अहङ्कारवर्जिताय नमः ।
ॐ आचार्येन्द्राय नमः ।
ॐ आत्मसन्तुष्टाय नमः ।
ॐ आनन्दमूर्तये नमः ।
ॐ आर्जवयुक्ताय नमः ।
ॐ उचितवाचे नमः ।
ॐ उत्साहिने नमः ।
ॐ उदासीनाय नमः ।
ॐ उपरताय नमः ।
ॐ ऐश्वर्ययुक्ताय नमः ।
ॐ कृतकृत्याय नमः ।
ॐ क्षमावते नमः ।
ॐ गुणातीताय नमः ।
ॐ चारुवाग्विलासाय नमः ।
ॐ चारुहासाय नमः ।
ॐ छिन्नसंशयाय नमः ।
ॐ ज्ञानदात्रे नमः ।
ॐ ज्ञानयज्ञतत्पराय नमः ।
ॐ तत्त्वदर्शिने नमः ।
ॐ तपस्विने नमः ।
ॐ तापहराय नमः ।
ॐ तुल्यनिन्दास्तुतये नमः ।
ॐ तुल्यप्रियाप्रियाय नमः ।
ॐ तुल्यमानापमानाय नमः ।
ॐ तेजस्विने नमः ।
ॐ त्यक्तसर्वपरिग्रहाय नमः ।
ॐ त्यागिने नमः ।
ॐ दक्षाय नमः ।
ॐ दान्ताय नमः ।
ॐ दृढव्रताय नमः ।
ॐ दोषवर्जिताय नमः ।
ॐ द्वन्द्वातीताय नमः ।
ॐ धीमते नमः ।
ॐ धीराय नमः ।
ॐ नित्यसन्तुष्टाय नमः ।
ॐ निरहङ्काराय नमः ।
ॐ निराश्रयाय नमः ।
ॐ निर्भयाय नमः ।
ॐ निर्मदाय नमः ।
ॐ निर्ममाय नमः ।
ॐ निर्मलाय नमः ।
ॐ निर्मोहाय नमः ।
ॐ निर्योगक्षेमाय नमः ।
ॐ निर्लोभाय नमः ।
ॐ निष्कामाय नमः ।
ॐ निष्क्रोधाय नमः ।
ॐ निःसङ्गाय नमः ।
ॐ परमसुखदाय नमः ।
ॐ पण्डिताय नमः ।
ॐ पूर्णाय नमः ।
ॐ प्रमाणप्रवर्तकाय नमः ।
ॐ प्रियभाषिणे नमः ।
ॐ ब्रह्मकर्मसमाधये नमः ।
ॐ ब्रह्मात्मनिष्ठाय नमः ।
ॐ ब्रह्मात्मविदे नमः ।
ॐ भक्ताय नमः ।
ॐ भवरोगहराय नमः ।
ॐ भुक्तिमुक्तिप्रदात्रे नमः ।
ॐ मङ्गलकर्त्रे नमः ।
ॐ मधुरभाषिणे नमः ।
ॐ महात्मने नमः ।
ॐ महावाक्योपदेशकर्त्रे नमः ।
ॐ मितभाषिणे नमः ।
ॐ मुक्ताय नमः ।
ॐ मौनिने नमः ।
ॐ यतचित्ताय नमः ।
ॐ यतये नमः ।
ॐ यदृच्छालाभसन्तुष्टाय नमः ।
ॐ युक्ताय नमः ।
ॐ रागद्वेषवर्जिताय नमः ।
ॐ विदिताखिलशास्त्राय नमः ।
ॐ विद्याविनयसम्पन्नाय नमः ।
ॐ विमत्सराय नमः ।
ॐ विवेकिने नमः ।
ॐ विशालहृदयाय नमः ।
ॐ व्यवसायिने नमः ।
ॐ शरणागतवत्सलाय नमः ।
ॐ शान्ताय नमः ।
ॐ शुद्धमानसाय नमः ।
ॐ शिष्यप्रियाय नमः ।
ॐ श्रद्धावते नमः ।
ॐ श्रोत्रियाय नमः ।
ॐ सत्यवाचे नमः ।
ॐ सदामुदितवदनाय नमः ।
ॐ समचित्ताय नमः ।
ॐ समाधिकवर्जिताय नमः ।
ॐ समाहितचित्ताय नमः ।
ॐ सर्वभूतहिताय नमः ।
ॐ सिद्धाय नमः ।
ॐ सुलभाय नमः ।
ॐ सुशीलाय नमः ।
ॐ सुहृदे नमः ।
ॐ सूक्ष्मबुद्धये नमः ।
ॐ सङ्कल्पवर्जिताय नमः ।
ॐ सम्प्रदायविदे नमः ।
ॐ स्वतन्त्राय नमः ।
G13 – Räucherwerk – Dhupa
वनस्पतिरसोद्भूतो गन्धाढ्यो गन्ध उत्तमः ।
आघ्रेयः सर्वदेवानां धूपोऽयं प्रतिगृह्यताम् ॥
G14 – Lampe – Dipa
साज्यं च वर्तिसंयुक्तं वह्निना योजितं मया ।
दीपं गृहाण देवेश त्रैलोक्यतिमिरापहम् ॥
G15 – Speise – Naivedya
अन्नं चतुर्विधं स्वादु रसैः षड्भिः समन्वितम् ।
भक्ष्यभोज्यसमायुक्तं नैवेद्यं प्रतिगृह्यताम् ॥
G16 – Frucht – Phala
इदं फलं मया देव स्थापितं पुरतस् तव ।
तेन मे सफलावाप्तिर् भवेज् जन्मनि जन्मनि ॥
G17 – Tambula
पूगिफलं महादिव्यं नागवल्लिदलैर् युतम् ।
कर्पूरचूर्णसंयुक्तं ताम्बूलं प्रतिगृह्यताम् ॥
G18 – Dakshina
हिरण्यगर्भगर्भस्थं हेमबीजं विभावसोः ।
अनन्तपुण्यफलदं अतः शान्तिं प्रयच्छ मे ॥
G19 – Lichtschwenken mit Hamsa-Gayatri
ॐ हंसहंसाय विद्महे परमहंसाय धीमहि ।
तन्नो हंस प्रचोदयात् ॥
कर्पूरनीराजनं प्रदर्शयामि ।
नीराजनानन्तरम् आचमनीयं समर्पयामि ॥
G20 – Abschließende Blumen – Pushpanjali
ब्रह्मानन्दं परमसुखदं केवलं ज्ञानमूर्तिं
द्वन्द्वातीतं गगनसदृशं तत्त्वमस्यादिलक्ष्यम् ।
एकं नित्यं विमलम् अचलं सर्वधीसाक्षिभूतं
भावातीतं त्रिगुणरहितं सद्गुरुं तं नमामि ॥
G21 – Entlassung und Widmung – Visarjana
ॐ सद्गुरवे नमः ।
यथास्थानं प्रतिष्ठापयामि शोभनार्थाय क्षेमाय पुनरागमनाय च ॥
अनया पूजया सर्वात्मकः श्री गुरुः प्रीयताम् ॥
G22 – Upayana – die abschließende Gabe
हिरण्यगर्भगर्भस्थं हेमबीजं विभावसोः ।
अनन्तपुण्यफलदं अतः शान्तिं प्रयच्छ मे ॥
ॐ व्रतेन दीक्षाम् आप्नोति दीक्षयाप्नोति दक्षिणाम् ।
दक्षिणा श्रद्धाम् आप्नोति श्रद्धया सत्यम् आप्यते ॥
A01 – Die begleitende Anrufung abschließen
ॐ श्रीमहागणपतये नमः ।
यथास्थानं प्रतिष्ठापयामि शोभनार्थाय क्षेमाय पुनरागमनाय च ॥
A02 – Das Gute allen Wesen widmen
सर्वे भवन्तु सुखिनः सर्वे सन्तु निरामयाः ।
सर्वे भद्राणि पश्यन्तु मा कश्चिद् दुःखभाग् भवेत् ॥
ॐ असतो मा सद् गमय ।
तमसो मा ज्योतिर् गमय ।
मृत्योर् मा अमृतं गमय ।
ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥
Zusammenhängende deutsche Bedeutung
V01 – Das Anfangslicht entzünden
Mit Hingabe bringe ich dem Göttlichen, dem höchsten Selbst, diese Lampe dar. Bewahre mich vor dem tiefen Dunkel; göttliches Licht, dir gilt mein Gruß. Die großen Weisen nennen die Wirklichkeit formlos und zugleich lichtgestaltig. Inmitten des Lichtes ist das Göttliche gegenwärtig: Licht Brahmans, dir gilt mein Gruß.
V02 – Persönliches Achamana
Om, Verehrung dem Unwandelbaren. Om, Verehrung dem Unendlichen. Om, Verehrung Govinda.
V03 – Guru-Vandana
Der Guru ist Brahma, Vishnu und Maheshvara, unmittelbar das höchste Brahman. Ihm gilt mein Gruß. Verehrung dem Guru, der jene höchste Wirklichkeit gezeigt hat, welche als ungeteilte Ganzheit alles Bewegliche und Unbewegliche durchdringt. Verehrung dem Guru, der mir, im Dunkel der Unwissenheit blind geworden, mit der Erkenntnissalbe das Auge geöffnet hat.
V04 – Wohlwollen und Shanti-Patha
Mögen wir bei festem Leib mit Ohren und Augen Heilsames wahrnehmen und das dem Göttlichen geweihte Leben erfüllen. Mögen Indra von großem Ruhm, Tarkshya mit unversehrtem Rad, Brihaspati, Pushan und alle göttlichen Kräfte uns Wohl schenken. Mögen von überall gute Eingebungen zu unserem Gedeihen kommen; mögen die göttlichen Kräfte uns Tag für Tag behüten. Göttlicher Savitri, führe alles Widrige hinweg und bringe den in Hingabe sich Verneigenden das Gute zu. Die Sanskritfassung ist die besondere Zusammenstellung der Quelle, keine vollständige Rezitation der vedischen Originalhymnen.
V05 – Svasti-Anrufungen
Om, Verehrung dem großen Herrn der Scharen; Lakshmi und Narayana; Uma und Maheshvara; Vani und Hiranyagarbha; Shachi und Purandara; den Lotusfüßen von Mutter und Vater; den persönlichen Gottheiten, den Gottheiten der Familie, des Dorfes, des Ortes und des Wohnraums; allen Gottheiten und allen Brahmanen.
V06 – Ganeshas zwölf Namen und Bitte um freien Beginn
Ganesha ist der Schönangesichtige, Einzähnige, Goldbraune, Elefantenohrige, Hängebäuchige, Gewaltige, Hindernisvernichter, Führer, Rauchbannerträger, Herr der Scharen, Mondgeschmückte und Elefantengesichtige. Wer diese zwölf Namen spricht oder hört, dem verheißt das Gebet Freiheit von Hindernissen beim Lernen, bei der Hochzeit, beim Eintreten und Fortgehen, in Auseinandersetzung und Bedrängnis. O du mit gebogenem Rüssel und großer Gestalt, leuchtend wie Millionen Sonnen, mache all mein Tun frei von Hindernissen.
V07 – Die Gegenwart Haris erinnern
Denen, in deren Herzen Hari als Ursprung allen Segens wohnt, verheißt das Gebet glückverheißendes Tun. Herr der Lakshmi, ich erinnere mich deiner Füße: Darin erkenne ich den rechten Zeitpunkt, den guten Tag, die Kraft von Sternen und Mond, Wissen und göttliche Hilfe. Gewinn und Sieg seien bei denen, in deren Herzen der dunkelblaue Janardana wohnt. Wo Krishna, der Herr des Yoga, und Arjuna mit dem Bogen sind, dort sind Wohlergehen, Sieg, Entfaltung und beständige rechte Ordnung – davon bin ich überzeugt. Krishna spricht: Wer allein an mich denkt und mich verehrt, mit mir stets verbunden, dessen Erwerb und Bewahrung trage ich. Zu Hari, dem ewigen, ungeborenen höchsten Wesen, dessen Erinnerung das Gute erschließt, nehme ich Zuflucht.
V08 – Den Ritualraum sammeln
Es mögen sich jene Wesen entfernen, die sich an diesem Ort aufhalten und Hindernisse verursachen. Auf Haris Geheiß mögen sie fortgehen.
V09 – Den Sitz verehren
Erde, du trägst die Welten; göttliche Mutter, Vishnu trägt dich. Trage auch mich und mache diesen Sitz rein.
V10 – Die Glocke verehren
Zur Ankunft der göttlichen Kräfte, zum Fortgehen der störenden Kräfte und zum Wohl aller Wesen lasse ich die Glocke erklingen.
V11 – Atma-Puja
Om, Verehrung dem Selbst; ich trage göttlichen Duft auf. Der Körper wird Wohnstätte des lebendigen Selbst genannt; dieses Selbst ist die ewige Gottheit. Man lege die verwelkten Gaben der Unwissenheit ab und verehre mit dem Bewusstsein „Ich bin Das“. Verehrung dem Selbst, dem inneren Selbst, dem individuellen Selbst, dem durch Yoga geeinten Selbst, dem höchsten Selbst und dem Selbst als Erkenntnis. Ich bringe sämtliche Ehrengaben dar.
V12 – Hindernisse lösen und den Atem sammeln
Man meditiere zur Beruhigung aller Hindernisse auf den weißgekleideten, mondfarbenen, vierarmigen Göttlichen mit heiterem Gesicht. Om: Erde, Zwischenraum, Himmelslicht, Weite, schöpferische Welt, Glut und Wahrheit. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitri; er möge unser Erkennen anregen. Wasser, Licht, Essenz und Unsterblichkeit sind Brahman, das Erde, Zwischenraum und Himmel durchdringt. Die Umschrift gibt den Text ohne vedische Tonzeichen wieder.
V13 – Sankalpa – die konkrete Absicht
Hari, Om, Das ist die Wirklichkeit. Verehrung Govinda, Govinda, Govinda. Um angesammelte Verfehlungen aufzulösen, dem höchsten Herrn Freude zu bereiten und die bevorstehende Guru-Puja ungehindert abzuschließen, vollziehe ich zuerst Ganesha-Verehrung. Der im Quellentext offene Ritualname ist hier mit Guru-Puja ausgefüllt.
V14 – Ganesha betrachten und einladen
Ich verneige mich vor den Lotusfüßen des elefantengesichtigen Herrn der Hindernisse, von den Scharen der Wesen verehrt, der Kapittha- und Jambu-Früchte genießt, Umas Sohn, der Kummer auflöst. Man meditiere auf Siddhi-Vinayaka, einzähnig, mit Ohren wie Worfelkörben, Elefantengesicht und großem Bauch, Schlinge und Treibstock tragend. Om, Erde, Zwischenraum, Himmel: Verehrung dem großen Ganapati. Ich betrachte ihn, lade ihn ein, gebe ihm seinen Platz und bringe Duft, Reis und Blumen dar.
V15 – Ganesha: Sitz
Om, Gam, Verehrung Ganapati. Ich bringe einen Sitz dar.
V16 – Ganesha: Fußwasser
Om, Gam, Verehrung Ganapati. Ich bringe Wasser für die Füße dar.
V17 – Ganesha: Ehrenwasser
Om, Gam, Verehrung Ganapati. Ich bringe Ehrenwasser dar.
V18 – Ganesha: Mundspülwasser
Om, Gam, Verehrung Ganapati. Ich bringe Wasser zum Mundspülen dar.
V19 – Ganesha: Bad
Om, Gam, Verehrung Ganapati. Ich bringe ein Bad dar; nach dem Bad bringe ich erneut Mundspülwasser dar.
V20 – Ganesha: Gewand
Om, Gam, Verehrung Ganapati. Ich bringe ungebrochene Reiskörner als Gewand dar.
V21 – Ganesha: Heilige Schnur
Om, Gam, Verehrung Ganapati. Ich bringe ungebrochene Reiskörner als heilige Schnur dar.
V22 – Ganesha: Schmuck
Om, Gam, Verehrung Ganapati. Ich bringe ungebrochene Reiskörner als Schmuck dar.
V23 – Ganesha: Duft und Farbe
Om, Gam, Verehrung Ganapati. Ich bringe göttliche Düfte dar; über der Duftpaste bringe ich Kurkuma und Kumkuma dar.
V24 – Ganesha: Blumenschmuck
Om, Gam, Verehrung Ganapati. Ich bringe eine Blumengirlande dar und verehre mit Blumen.
V25 – Ganeshas 18 Namen
1. Verehrung dem Schönangesichtigen.
2. Verehrung dem Einzähnigen.
3. Verehrung dem Goldbraunen.
4. Verehrung dem Elefantenohrigen.
5. Verehrung dem Hängebäuchigen.
6. Verehrung dem Gewaltigen.
7. Verehrung dem Herrn der Hindernisse.
8. Verehrung dem Führer.
9. Verehrung dem mit dem Rauchbanner.
10. Verehrung dem Herrn der Scharen.
11. Verehrung dem mit dem jungen Mond.
12. Verehrung dem Elefantengesichtigen.
13. Verehrung dem mit gebogenem Rüssel.
14. Verehrung dem mit Ohren wie Worfelkörben.
15. Verehrung Heramba.
16. Verehrung dem älteren Bruder Skandas.
17. Verehrung dem Vollendung gewährenden Führer.
18. Verehrung dem Herrn der Hindernisse.
V26 – Ganesha: Räucherwerk und Lampe
Om, Gam, Verehrung Ganapati; ich lasse dich den Duft des Räucherwerks wahrnehmen. Om, Gam, Verehrung Ganapati; ich zeige die leuchtende Lampe. Nach Räucherwerk und Licht bringe ich erneut Mundspülwasser dar.
V27 – Ganesha: Speise und Tambula
Om, Gam, Verehrung Ganapati; ich biete die Speise dar. Nach der Speise bringe ich erneut Mundspülwasser dar. Om, Gam, Verehrung Ganapati; ich bringe Tambula dar.
V28 – Ganesha: Kampferlicht
Om. Wir erkennen den Einzähnigen; wir meditieren über den mit gebogenem Rüssel. Möge der Stoßzahntragende unser Erkennen anregen. Om, Gam, Verehrung Ganapati; ich zeige das freudvolle Kampferlicht. Nach dem Licht bringe ich erneut Mundspülwasser dar.
V29 – Ganesha: Pushpanjali
Wieder und wieder Verehrung dir, Herr der Scharen: Herr der Hindernisse, Segenspender, den göttlichen Kräften lieb, mit großem Bauch, umfassend und dem Wohl der Welt zugewandt, elefantengesichtig, durch Shruti und Opfer verehrt, Sohn Gauris.
V30 – Ganesha: Schlussgebet
O du mit gebogenem Rüssel und großer Gestalt, strahlend wie Millionen Sonnen, mache all mein Tun frei von Hindernissen. Keine andere Zuflucht habe ich; du bist meine Zuflucht. Darum behüte mich in deinem Mitgefühl, Herr der Scharen. Ich weiß nicht angemessen einzuladen, zu verehren oder zu verabschieden: Vergib mir, höchstes Wesen. Was mir an Mantra, Handlung und Hingabe fehlt, Vinayaka – möge das von mir Getane von dir als vollständig angenommen werden.
V31 – Kalasha-Puja
An der Öffnung des Gefäßes ist Vishnu, an seinem Hals Rudra, an seinem Grund Brahma, in seiner Mitte die Schar der Mütter. In seinem Inneren sind alle Meere und die Erde mit ihren sieben Kontinenten. Rigveda, Yajurveda, Samaveda und Atharvaveda mit ihren Gliedern sind im Kalasha-Wasser gegenwärtig. Ganga, Yamuna, Godavari, Sarasvati, Narmada, Sindhu und Kaveri, seid in diesem Wasser zugegen. Mögen die heiligen Stätten wie Pushkara und die Flüsse wie Ganga kommen, zum Frieden der Welt und zur Auflösung des Widrigen.
V32 – Besprengung
Unrein oder rein, in welchem Zustand auch immer: Wer des Lotusäugigen gedenkt, ist innerlich und äußerlich rein. Die Reinigung verbindet hier äußere Handlung mit der Erinnerung an Vishnu.
V33 – Shankha-Puja: Duft und Berührung
Om, Verehrung Panchajanya; ich trage göttlichen Duft auf. Om, Verehrung Brahma. Om, Verehrung Janardana. Om, Verehrung dem Mondtragenden, Shiva.
V34 – Shankha-Puja: Gebet
Mond und Sonne sind die göttlichen Kräfte der Muschel, in ihrer Mitte ist Varuna, hinten Prajapati, vorne Ganga und Sarasvati. Auf Vasudevas Geheiß sind die heiligen Wasser der drei Welten in der Muschel versammelt; darum soll man sie verehren. Einst aus dem Meer entstanden, von Vishnu in der Hand gehalten, von allen göttlichen Kräften verehrt: Panchajanya, dir gilt mein Gruß. Om. Wir erkennen Panchajanya, meditieren über die reinigende Kraft; möge die Muschel unser Erkennen anregen. Om: Erde, Zwischenraum und Himmel; Om: Erde, Zwischenraum und Himmel.
V35 – Pitha-Puja – die tragende Unterlage
1. Verehrung dem Yoga-Sitz, der die Kräfte aller Qualitäten in sich trägt.
2. Verehrung der tragenden Kraft.
3. Verehrung der ursprünglichen Natur.
4. Verehrung der ursprünglichen Schildkröte.
5. Verehrung dem ursprünglichen Eber.
6. Verehrung Ananta, dem Unendlichen.
7. Verehrung der Erde.
8. Verehrung dem juwelengeschmückten Pavillon.
9. Verehrung dem Yoga-Sitz.
10. Verehrung den neun Graha-Gottheiten.
11. Verehrung den zehn Hütern der Richtungen.
G01 – Guru-Dhyana
Man meditiere im weißen Lotus am Scheitel auf den zweiäugigen, zweiarmigen Guru: weiß gekleidet, mit weißen Blüten und Salbung geschmückt, segnend und Furchtlosigkeit verleihend, friedvoll, von Mitgefühl erfüllt. Seine Shakti, die links einen Lotus trägt, umfasst ihn. Er lächelt, ist vollkommen gütig und gewährt den Übenden das Ersehnte. Dir, wahrer Guru, der die Fesseln des Daseins löst, die Sicht der Erkenntnis eröffnet und erfülltes Leben wie Befreiung gewährt, gilt mein Gruß. Dem Guru, dem höchsten Brahman in menschlicher Gestalt, der Unwissenheit beseitigt und den Kula Dharma offenbart, gilt meine Verehrung.
G02 – Anrufung – Avahana
Verehrung dem Guru, dessen Wesen Wahrheit und Wonne ist, der die Freude reiner Erkenntnis schenkt, der durch den Vedanta erkannt wird und Zeuge des Denkens ist.
G03 – Sitz – Asana
Verehrung dem Guru, der mir, durch das Dunkel der Unwissenheit blind geworden, mit dem Stäbchen der Erkenntnissalbe das Auge geöffnet hat.
G04 – Ehrenwasser – Arghya
Verehrung dem Guru, der jene höchste Wirklichkeit gezeigt hat, die als ungeteilte Ganzheit alles Bewegliche und Unbewegliche durchdringt.
G05 – Fußwasser – Padya
Verehrung dem Guru: Bewusstsein, ewig, friedvoll, jenseits des Raumes, unbefleckt und jenseits von Bindu, Nada und Kala.
G06 – Wasser zum Mundspülen – Achamaniya
Verehrung dem Guru, durch dessen Wirklichkeit die Welt besteht, durch dessen Licht sie leuchtet und durch dessen Wonne die Wesen Freude erfahren.
G07 – Bad – Snana
Ich verneige mich vor dem Guru als Brahman: ewig, rein, frei von trügerischem Schein, formlos und unbefleckt, ewige Erkenntnis, Bewusstsein und Wonne.
G08 – Gewand – Vastra
Ich verehre den Guru als Ishvara, der das Geheimnis erschließt und die Beschäftigung mit allen Zweifeln zu einer einheitlichen, klaren Sicht führt. Die deutsche Wiedergabe folgt hier dem Sinn des in der Quelle sprachlich ungewöhnlich gedruckten Verses.
G09 – Schmuck – Alankara
Ich verehre dich als Weltlehrer, als Sein, Bewusstsein und Wonne, jenseits begrenzter Zustände, ewig, vollkommen, formlos und frei von Eigenschaften.
G10 – Duft – Gandha
Dir, dessen Wesen Friede ist, gilt mein Gruß; dem tiefsten Geheimnis, dem Unvorstellbaren und Unermesslichen, dem ohne Anfang und Ende.
G11 – Blumen – Pushpa
Der Guru ist Brahma, der Guru ist Vishnu, der Guru ist Maheshvara. Der Guru ist unmittelbar das höchste Brahman. Diesem Guru gilt meine Verehrung.
G12 – Die 108 Guru-Namen
1. Verehrung dem wahren Guru.
2. Verehrung dem, der Unwissenheit auflöst.
3. Verehrung dem, der frei von Heuchelei ist.
4. Verehrung dem, der den Vedanta erhellt.
5. Verehrung dem, der nichts für sich erwartet.
6. Verehrung dem, der anderen nichts missgönnt.
7. Verehrung dem Unvergleichlichen.
8. Verehrung dem, der Furchtlosigkeit schenkt.
9. Verehrung dem, der keine Ehre für sich verlangt.
10. Verehrung dem, der Gewaltlosigkeit verkörpert.
11. Verehrung dem Meer uneigennützigen Mitgefühls.
12. Verehrung dem, der Ichverhaftung auflöst.
13. Verehrung dem, der von Ichverhaftung frei ist.
14. Verehrung dem hervorragenden Lehrer.
15. Verehrung dem, der im Selbst zufrieden ist.
16. Verehrung dem, der Wonne verkörpert.
17. Verehrung dem, der aufrichtig ist.
18. Verehrung dem, der angemessen spricht.
19. Verehrung dem, der voller Tatkraft ist.
20. Verehrung dem, der unbeteiligt bleibt.
21. Verehrung dem, der zur Ruhe gekommen ist.
22. Verehrung dem, der innere Souveränität besitzt.
23. Verehrung dem, der das zu Tuende vollbracht hat.
24. Verehrung dem Geduldigen und Vergebenden.
25. Verehrung dem, der die Gunas überschritten hat.
26. Verehrung dem, dessen Rede Schönheit entfaltet.
27. Verehrung dem, dessen Lächeln lieblich ist.
28. Verehrung dem, dessen Zweifel zerschnitten sind.
29. Verehrung dem, der Erkenntnis schenkt.
30. Verehrung dem, der dem Opfer der Erkenntnis hingegeben ist.
31. Verehrung dem, der die Wirklichkeit schaut.
32. Verehrung dem, der in geistiger Disziplin lebt.
33. Verehrung dem, der Bedrängnis lindert.
34. Verehrung dem Tadel und Lob gleich gelten.
35. Verehrung dem Angenehmes und Unangenehmes gleich gelten.
36. Verehrung dem Ehre und Missachtung gleich gelten.
37. Verehrung dem Strahlenden.
38. Verehrung dem, der alles Besitzergreifen aufgegeben hat.
39. Verehrung dem Entsagenden.
40. Verehrung dem Umsichtigen.
41. Verehrung dem, der seine Sinne gemeistert hat.
42. Verehrung dem, der fest zu seinem Gelübde steht.
43. Verehrung dem, der frei von Fehlern ist.
44. Verehrung dem, der die Gegensatzpaare überschritten hat.
45. Verehrung dem Einsichtigen.
46. Verehrung dem Standhaften.
47. Verehrung dem stets Zufriedenen.
48. Verehrung dem Ichlosen.
49. Verehrung dem, der keine äußere Stütze benötigt.
50. Verehrung dem Furchtlosen.
51. Verehrung dem frei von Hochmut Lebenden.
52. Verehrung dem, der nichts als sein Eigentum beansprucht.
53. Verehrung dem Reinen.
54. Verehrung dem Unverblendeten.
55. Verehrung dem, der nicht an Erwerb und Besitzsicherung hängt.
56. Verehrung dem Begierdelosen.
57. Verehrung dem Wunschlosen.
58. Verehrung dem Zornlosen.
59. Verehrung dem Ungebundenen.
60. Verehrung dem, der höchstes Glück schenkt.
61. Verehrung dem Weisen.
62. Verehrung dem Vollkommenen.
63. Verehrung dem, der gültige Erkenntnis vermittelt.
64. Verehrung dem, der freundlich spricht.
65. Verehrung dem, dessen Tun in Brahman gesammelt ist.
66. Verehrung dem, der fest im Selbst als Brahman ruht.
67. Verehrung dem, der das Selbst als Brahman erkennt.
68. Verehrung dem Hingebungsvollen.
69. Verehrung dem, der das Leiden des gebundenen Daseins heilt.
70. Verehrung dem, der erfülltes Leben und Befreiung schenkt.
71. Verehrung dem, der Segen bewirkt.
72. Verehrung dem, der lieblich spricht.
73. Verehrung dem großen Selbst.
74. Verehrung dem, der die großen Erkenntnissätze lehrt.
75. Verehrung dem, der maßvoll spricht.
76. Verehrung dem Befreiten.
77. Verehrung dem in innerer Stille Lebenden.
78. Verehrung dem, dessen Geist beherrscht ist.
79. Verehrung dem Entsagenden.
80. Verehrung dem, der mit dem ohne Verlangen Empfangenen zufrieden ist.
81. Verehrung dem innerlich Geeinten.
82. Verehrung dem, der von Zuneigung und Abneigung frei ist.
83. Verehrung dem, der die Schriften umfassend kennt.
84. Verehrung dem, der Wissen und Bescheidenheit verbindet.
85. Verehrung dem Neidlosen.
86. Verehrung dem Unterscheidungsfähigen.
87. Verehrung dem Weitherzigen.
88. Verehrung dem Entschlossenen.
89. Verehrung dem, der den Zufluchtsuchenden liebevoll zugewandt ist.
90. Verehrung dem Friedvollen.
91. Verehrung dem, dessen Geist rein ist.
92. Verehrung dem, der seine Schüler liebt.
93. Verehrung dem Vertrauensvollen.
94. Verehrung dem in der Offenbarung Kundigen.
95. Verehrung dem, der wahr spricht.
96. Verehrung dem, dessen Antlitz stets froh ist.
97. Verehrung dem Gleichmütigen.
98. Verehrung dem ohne Gleichen oder Höheren.
99. Verehrung dem, dessen Geist gesammelt ist.
100. Verehrung dem, der dem Wohl aller Wesen dient.
101. Verehrung dem Vollendeten.
102. Verehrung dem leicht Zugänglichen.
103. Verehrung dem von edlem Verhalten.
104. Verehrung dem Wohlwollenden.
105. Verehrung dem Guru mit feiner Einsicht.
106. Verehrung dem, der von eigennützigem Wollen frei ist.
107. Verehrung dem, der die Überlieferung kennt.
108. Verehrung dem innerlich Freien.
G13 – Räucherwerk – Dhupa
Dieses Räucherwerk entsteht aus dem Saft der Pflanzen, ist reich an Duft und von vorzüglichem Wohlgeruch. Möge es von allen göttlichen Kräften angenommen werden.
G14 – Lampe – Dipa
O Herr der göttlichen Kräfte, nimm diese von mir mit Ghee und Docht vorbereitete und entzündete Lampe an; möge ihr Licht die Dunkelheit der drei Welten vertreiben.
G15 – Speise – Naivedya
Nimm die wohlschmeckende Nahrung in ihren vier Arten an, versehen mit den sechs Geschmacksrichtungen, mit Speisen zum Kauen und Essen.
G16 – Frucht – Phala
Diese Frucht habe ich, o Göttlicher, vor dich gelegt. Möge mir dadurch von Leben zu Leben fruchtbare Erfüllung zuteilwerden.
G17 – Tambula
Nimm dieses ehrwürdige Tambula an: Arekanuss mit Betelblättern, verbunden mit Kampferpulver.
G18 – Dakshina
Gold, im goldenen Urgrund geborgen, goldener Same des Feuers, unermessliche gute Frucht gewährend: Schenke mir dadurch Frieden. Der Vers begleitet die Gabe; er formuliert eine religiöse Bitte, keine Zusicherung materiellen Ertrags.
G19 – Lichtschwenken mit Hamsa-Gayatri
Om. Wir erkennen den Hamsa der Hamsas; wir meditieren über den höchsten Hamsa. Möge dieser Hamsa unser Erkennen anregen. Ich zeige das Kampferlicht; nach dem Lichtschwenken bringe ich Wasser zum Mundspülen dar. Hamsa bezeichnet hier den geistigen Schwan und verweist auf die höchste, frei gewordene Erkenntnis.
G20 – Abschließende Blumen – Pushpanjali
Ich verneige mich vor jenem wahren Guru: Wonne Brahmans, höchstes Glück schenkend, reine Gestalt der Erkenntnis, jenseits der Gegensatzpaare, weit wie der Himmel, das Ziel von Lehren wie „Das bist du“. Er ist eins, ewig, rein, unbewegt, Zeuge allen Erkennens, jenseits begrenzter Zustände und frei von den drei Gunas.
G21 – Entlassung und Widmung – Visarjana
Om, Verehrung dem wahren Guru. Ich stelle dich wieder an deinen eigenen Ort, zum Guten, zum Wohlergehen und zur Wiederkehr. Möge diese Puja dem Guru, dem Selbst aller, wohlgefallen.
G22 – Upayana – die abschließende Gabe
Gold, im goldenen Urgrund geborgen, goldener Same des Feuers, unermessliche gute Frucht gewährend: Schenke mir dadurch Frieden. Om. Durch die verbindliche Übung gelangt man zur Weihe, durch die Weihe zur Gabe. Durch die Gabe wächst Vertrauen; durch Vertrauen wird Wahrheit erreicht.
A01 – Die begleitende Anrufung abschließen
Om, Verehrung dem großen Ganapati. Ich stelle dich wieder an deinen eigenen Ort, zum Guten, zum Wohlergehen und zur Wiederkehr.
A02 – Das Gute allen Wesen widmen
Mögen alle glücklich sein; mögen alle frei von Krankheit sein. Mögen alle Gutes erfahren; möge niemand Leid erleiden. Om. Führe mich vom Unwirklichen zur Wirklichkeit, vom Dunkel zum Licht, vom Tod zur Unsterblichkeit. Om, Frieden, Frieden, Frieden.
Zur verwendeten Textgestalt
Die Handlungsgliederung und die Namenfolge stammen aus Puja Sangraha. Einige offenkundige Schreib-, Umschrift- und Sandhiabweichungen des Drucks wurden für die Rezitation berichtigt; Vergleichsstellen stehen unter Quellen. Dazu gehören „unmīlitaṃ“, die Unterscheidung von Brahma und Brahman im Guru-Vers, „ucita-vāce“ in der Namavali und „kevalaṃ jñāna-mūrtiṃ“ bei der Blumengabe. Die Umschrift verwendet für den Anusvara einheitlich „ṁ“. Ungewöhnliche, nicht sicher auflösbare Wortfolgen werden nicht durch frei erfundene Verse ersetzt; beim Gewandvers wird seine sprachliche Schwierigkeit ausdrücklich genannt. Diese Ausgabe ist eine praktische redaktionelle Anleitung, keine kritische Edition.
Die 108 Namen werden vollständig gezählt, obwohl die Zwischenzahlen des Ausgangsdrucks ab dem Abschnitt nach dem 70. Namen verschoben sind. Der anschließende Guru Stotram-Anhang auf S. 29–30 ist ein eigener Text und wird hier nicht als vermeintlich ausgelassener Teil der Puja behandelt. Ebenso sind die allgemeinen Segenssammlungen des Buches keine verpflichtende zusätzliche Langrezitation dieser Guru-Fassung.
Ergänzende Videos
Sukadev erläutert Guru Puja in der Yoga-Vidya-Tradition. Der Vortrag vertieft das Thema Lehrerverehrung.
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Siehe auch
- Hindu-Rituale – ausführliche Anleitungen
- Guru Puja mit äußeren Gaben und Meditation – verwandte Anleitung der Ritualsammlung mit fünf äußeren Gaben.
- Guru Stotra
- Guru Gita
- Bhakti Yoga
- Puja
- Shankha Mudra
Quellen und Literatur
- Pandit Sri Ram Sivan: Puja Sangraha, Fassung 18. Januar 2025. Allgemeine Vorriten S. 4–14; vollständige Guru-Puja S. 25–28; eigenständiger Stotra-Anhang S. 29–30; allgemeine Schlussgebete S. 157–158. Die deutschen Übersetzungen und praktischen Erläuterungen dieses Artikels wurden neu formuliert.
- Mahanirvana Tantra, 5.26–28 und 5.31–32, mit dem Kommentar Hariharananda Bharatis, herausgegeben von Arthur Avalon: Scan der Ausgabe 1929, gedruckt S. 77–79 (PDF-S. 105–107). Vergleich des Guru-Dhyana und der beiden Grußverse; aus diesem Werk werden hier keine weiteren Ritualschritte übernommen.
- Derselbe: Puja Pustakam, zum Vergleich einzelner Sanskritlesungen, insbesondere Vorriten und Guru-Namavali.
- Guru Stotra im Yoga Wiki, Vergleich der Verse „Gurur Brahma“, „Ajnana Timirandhasya“ und „Brahmanandam“.
- Vedadhara: Guru-Ashtottara-Shatanamavali, Vergleich der Schreibungen einzelner Namen. Die dort abweichende vierte Anrufung wird nicht anstelle der Quellenlesung eingesetzt.
- Chinmaya Mission Ottawa: Guru Stotram, Vergleich des Verses „Caitanyah shashvatah“.
- Tariniparijata, Abschnitt „atha mudrah“: ergänzende Beschreibung von Kumbha-, Dhenu- und Matsya-Mudra.
- Sanskrit Documents: Mudra, Puja-Handreichung mit Zeichnungen und Handbeschreibung für Garuda, Dhenu, Shankha, Chakra und Meru; ergänzend Shankha Mudra im Yoga Wiki.