Mahakala Samhita Guhyakali Khanda Kapitel 5 bis 8

Aus Yogawiki

Mahakala Samhita – Guhyakali-Khanda, Kapitel 5–8: Sanskrit Text und deutsche Übersetzung: Yantras, Mantras und Nyasa entfalten die Verehrung der Guhyakali im Körper und im Kosmos. Die vier Kapitel führen von rituellen Anordnungen zu weitreichenden Vorstellungen von Schöpfung, Erhaltung und Auflösung. Lesbare Passagen sind fortlaufend wiedergegeben; beschädigte Stellen bleiben gekennzeichnet.

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Kali und Shiva als Bild der Verehrung. Die Darstellung dient der allgemeinen Einordnung und zeigt keine besondere Ritualgestalt dieses Abschnitts.

Anregung zum Studium: In den Kapiteln 5–8 begegnen sich rituelle Diagramme, heilige Laute und die rituelle Zuordnung von Mantras zum Körper. Diese Begriffe helfen, die ausführlichen Anordnungen des Textes zu verstehen. Für das Studium lohnt es sich, jeweils eine zusammenhängende Beschreibung zu lesen und ihre Stellung in der Puja nachzuvollziehen.

Verwandte Lektüre: Für ein breiteres Studium tantrischer Begriffe führen Kularnava Tantra, Netra Tantra und Tantraloka zu weiteren Textzusammenhängen. Vergleiche einzelne Begriffe anhand ihrer jeweiligen Erläuterung. Die Hinweise eröffnen einen Vergleich, keine Gleichsetzung der Überlieferungen.

Guhyakali-Khanda, Kapitel 5

Für die zuvor erschlossenen Mantras beschreibt Mahakala nun die zugehörigen Yantras. Mittelpunkt, geometrische Figuren, Lotuskränze, Tore und die schreckenerregende Bildwelt bilden jeweils eine rituelle Anordnung. Beschädigte Zahlen und widersprüchliche Ausstattung werden nicht durch erfundene Diagramme ersetzt.

Sprecherzeile
mahākāla uvāca |

Mahakala sprach:

Mantra und Mandala: ihre feste Zuordnung

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 1
na japaḥ syādvinā pūjāṃ na pūjā yantramantarā |
tasmādyantroddhāramahaṃ kathayāmi sureśvari ||1||

Ohne Puja soll es keine Mantrarezitation geben, ohne Yantra keine Puja. Deshalb werde ich die Erschließung der Yantras darlegen, Herrin der Götter.

Anmerkung: Regel des hier dargestellten Ritualsystems; keine allgemeine Vorschrift für jede heutige Mantrapraxis.

Vers 2
mantrāṇāmiha sarveṣāṃ bhinnaṃ bhinnaṃ hi maṇḍalam |
yasya yasya manoryo yo maṇḍalaḥ parikīrtitaḥ ||2||

Hier besitzt jeder Mantra sein eigenes Mandala. Welches Mandala für welchen Mantra angegeben ist …

Vers 3
sa sa tenaiva sampūjya evamāha puradviṣaḥ |
mantreṇānyena cānyasmin maṇḍale paripūjite ||3||

… mit eben diesem soll er verehrt werden; so sprach der Zerstörer der Städte. Wird mit einem anderen Mantra in einem fremden Mandala verehrt …

Anmerkung: Puradviṣ: Shiva. Satzabschluss in 4.

Vers 4
siddhihānistathā mṛtyuḥ phalaṃ cāpi na jāyate |
tasmāttattanmanūnāṃ hi yantraṃ tattatkramādbruve ||4||

… entstehen Verlust der Siddhi und Tod, und die erhoffte Frucht bleibt aus. Deshalb nenne ich die Yantras der einzelnen Mantras der Reihe nach.

Anmerkung: Rituelle Sanktionsbehauptung des Grundtextes, nicht als empirische Wirkung bestätigt.

Vers 5
ekākṣarādimārabhya yāvatsyādayutākṣaram |
yathoditaṃ tathā yantrasyāpi devi prakīrtyate ||5||

Beginnend beim Einsilber bis hin zum Zehntausendsilber wird, der vorherigen Darlegung entsprechend, auch das jeweilige Yantra beschrieben, Göttin.

Anmerkung: Kasus des letzten Kompositums im OCR uneben; Sinn des angekündigten Durchgangs klar.

Die ersten beiden Yantras

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 6
bindutrikoṇaṣaṭkoṇavṛttapañcāravartulam |
ṣoḍaśāṣṭadalāmbhojacaturdvaḥśūlamuṇḍi ca ||6||

[Das erste Yantra enthält] einen Bindu, ein Dreieck, ein Sechseck, einen Kreis, eine fünfspeichige Figur und einen weiteren Kreis; Lotusse mit sechzehn und acht Blättern, vier Tore, Dreizacke und Schädel.

Anmerkung: Bindu: Mittelpunkt. Ara wörtlich „Speiche“, in diesen Diagrammen auch eine sternartige Figur; keine ungeprüfte Zeichnung aus der knappen Aufzählung hergestellt.

Vers 7
sarvādyaṃ yantrametatte kathitaṃ parameśvari |
ekākṣaratryakṣarāṇāṃ mantrāṇāṃ pūjanocitam ||7||

Damit ist dir das allererste Yantra genannt, höchste Herrin. Es eignet sich zur Verehrung der ein- und dreisilbigen Mantras …

Vers 8
vidhātṛkāmavaruṇopāsitānāṃ prakīrtitam |
bindutripañcaṣaṭkoṇadvādaśacchadapadmayuk ||8||

… die von Vidhatr, Kama und Varuna verehrt werden. [Das zweite Yantra] besitzt einen Bindu, eine drei-, fünf- und sechseckige Figur und einen zwölfblättrigen Lotus …

Anmerkung: Erster Halbvers beendet die Beschreibung des ersten Yantras; der zweite beginnt das zweite. Vidhatr: Schöpfergott; Kama: Liebesgott.

Vers 9
aṣṭāravṛttasaṃyuktaṃ caturdvārasamanvitam |
aṣṭaśūlāṣṭamuṇḍāḍhyaṃ yantrametadudīritam ||9||

… verbunden mit einer achtspeichigen Figur und einem Kreis, ausgestattet mit vier Toren, acht Dreizacken und acht Schädeln: So wird dieses Yantra beschrieben.

Vers 10
pañcākṣarāṇāṃ mantrāṇāmarcanīyaṃ mahāphalam |
vaiśvānarāditīndrāṇyupāsitānāmidaṃ matam ||10||

Es ist für die Verehrung der fünfsilbigen Mantras bestimmt und verheißt große Frucht. Es gilt für jene, die von Vaishvanara, Aditi und Indrani verehrt werden.

Anmerkung: Aditi gemäß vorhandener Namensfolge; nicht zu Aditya geändert. Vaishvanara: Feuergott.

Das dritte und vierte Yantra

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 11
binduṣaṭkoṇapañcāratrikoṇāṣṭadalābjayuk |
vṛttāṣṭāraṃ caturdvāri […] śūli ca muṇḍi ca ||11||

[Das dritte Yantra] enthält Bindu, Sechseck, fünfspeichige Figur, Dreieck und achtblättrigen Lotus; dazu Kreis, achtspeichige Figur und vier Tore, […] Dreizacke und Schädel …

Anmerkung: Fragment: ein Glied vor śūlin beschädigt, möglicherweise bereits die Vajra-Angabe des Folgeverses; nicht geraten.

Vers 12
aṣṭasaṃkhyānvitaṃ kintu pavirantargataḥ priye |
navākṣarāṇāṃ mantrāṇāṃ proktaṃ yantramadastava ||12||

… jeweils in der Zahl acht, wobei der Vajra innen liegt, Geliebte. Dieses Yantra wurde dir für die neunsilbigen Mantras genannt …

Anmerkung: Pavi: Donnerkeil/Vajra. Welche der vorhergehenden Schmuckgruppen vollständig unter die Achtzahl fallen, ist nicht eigens präzisiert.

Vers 13
dānavālī [di?] mṛtyukālopāsitānāṃ varapradam |
sabindutryārapañcāraṃ vibhinnanavakoṇayuk ||13||

… verehrt von Dānavāli [Dānavādi?], Mrityu und Kala, und Gaben gewährend. [Das vierte Yantra enthält] Bindu, drei- und fünfspeichige Figuren sowie eine gesonderte neuneckige Figur …

Anmerkung: Erster Verehrername schon in der Quelle fraglich; Fußnote kha liest dānavānām, „der Danavas“. Übergang zur vierten Yantrabeschreibung mitten im Vers.

Vers 14
vṛttayorantare'ṣṭārayutaṃ tadanu bhāmini |
vasvarkebhupacchadanāmbhojavṛttānvitaṃ [hi?] tat ||14||

… eine achtspeichige Figur zwischen zwei Kreisen; danach, Strahlende, Lotusse mit […] Blättern und einen Kreis.

Anmerkung: Fragment: Blattzahlen-Kompositum beschädigt; vasu und arka könnten acht und zwölf bezeichnen, die übrige Folge ist nicht sicher. Keine vollständige Zahlenreihe rekonstruiert.

Vers 15
aṣṭāśanisamāyuktamantarbahirathāpi ca |
aṣṭaśūlāṣṭamuṇḍāḍhyaṃ vahnijvālāyutena hi ||15||

Es ist innen und außen mit acht Donnerkeilen versehen, reich an acht Dreizacken und acht Schädeln, und [umgeben von einem] mit Feuerflammen erfüllten …

Anmerkung: Satz setzt sich mit dem Verbrennungsplatz in 16 fort. Die Verteilung der acht Vajras auf innen und außen bleibt in der Quelle knapp.

Vers 16
śmaśānenāvṛtaṃ śeṣe śoṇitodena veṣṭitam |
yantrarājamidaṃ devi pūjanāya prakalpitam ||16||

… Leichenverbrennungsplatz, zuletzt von einem Blutmeer umschlossen. Dieser König der Yantras, Göttin, ist für die Verehrung eingerichtet.

Anmerkung: Die drastischen Bestandteile der rituellen Bildwelt sind ausdrücklich übersetzt.

Vers 17
bharataścyavanaścāpi hārītaśca jabālajaḥ |
dakṣaścaite janāḥ pañca pūjayantyamunāmbikām ||17||

Bharata, Chyavana, Harita, Jabalaja und Daksha: Diese fünf verehren damit Ambika, die Mutter.

Anmerkung: Jabalaja steht so im Haupttext; Fußnoten haben Jābālija/Jabālaka. Namen nicht vereinheitlicht.

Das fünfte Yantra und die Fünfergruppe

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 18
binduḥ pañcāraṣaṭkoṇatrikoṇanavakoṇataḥ |
aṣṭāravṛttasahitaṣoḍaśacchadapadmadhṛk ||18||

[Das fünfte Yantra enthält] Bindu, fünfspeichige Figur, Sechseck, Dreieck und neuneckige Figur; dazu eine achtspeichige Figur, einen Kreis und einen sechzehnblättrigen Lotus.

Anmerkung: Satzbau der Aufzählung uneben, geometrische Glieder lesbar.

Vers 19
punarvṛttānvitaḥ śeṣe pūrvavatsakalaṃ priye |
pūjyo'yaṃ rāmayakṣeśanāhuṣāṇāṃ varānane ||19||

Dann folgt wieder ein Kreis; alles Weitere ist wie zuvor, Geliebte. Dieses [Yantra] dient der Verehrung durch Rama, den Herrn der Yakshas und Nahusha, Schöngesichtige.

Anmerkung: Yakṣeśa: Kubera. OCR-Ziffer 16 gemäß Folge als 19 gelesen.

Vers 20
navapañcacakranilayetyevaṃ yatprocyate'mbikā |
pañcacakramidaṃ tatra tava devi mayoditam ||20||

Wenn Ambika „die in den neun und fünf Chakras Wohnende“ genannt wird, so sind die hier erwähnten fünf Chakras diese, die ich dir dargelegt habe, Göttin.

Anmerkung: Die Benennung nava-pañca wird erst in 31 weiter erklärt; nicht als Zahl 95 gelesen.

Yantras für Hiranyakashipu und Brahma

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 21
bindutrikoṇau pañcāraṣaṭkoṇau vṛttameva ca |
aṣṭāranavakoṇau ca ṣoḍaśāṣṭacchadāmbuje ||21||

[Das sechste Yantra enthält] Bindu und Dreieck, fünfspeichige Figur und Sechseck, einen Kreis, eine achtspeichige und eine neuneckige Figur sowie Lotusse mit sechzehn und acht Blättern.

Vers 22
vṛttaṃ punarbhāratī ca vajraśūlaśirāṃsi hi |
hiraṇyakaśipūpāsyamanoryantramidaṃ smṛtam ||22||

Wieder ein Kreis, Bhāratī sowie Vajras, Dreizacke und Köpfe: Dies gilt als Yantra des von Hiranyakashipu verehrten Mantras.

Anmerkung: Bhāratī ist an dieser Stelle unklar; nicht unbelegt in bhūpura, die äußere Einfassung, geändert.

Vers 23
bindutrikoṇaṣaṭkoṇanavakoṇā yathākramam |
vartulāṣṭārapañcāradvādaśāṣṭadalāmbujam ||23||

[Im siebten Yantra folgen] Bindu, Dreieck, Sechseck und neuneckige Figur der Reihe nach; Kreis, acht- und fünfspeichige Figur, Lotusse mit zwölf und acht Blättern.

Vers 24
tadante pūrvavatsarvaṃ yantre'muṣmin varānane |
saptadaśyā idaṃ brahmopāsitāyāstu maṇḍalam ||24||

Am Ende ist in diesem Yantra alles wie zuvor, Schöngesichtige. Dies ist das Mandala der von Brahma verehrten siebzehnsilbigen [Vidya].

Vishnutattva und Vasishtha

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 25
viṣṇutattvābhidhasyāpi pañcākṣaramanoridam |
binduvṛttaṃ tryāravṛttaṃ ṣaṭkoṇaṃ vartulaṃ tataḥ ||25||

Es gilt auch für den fünfsilbigen Mantra namens Vishnutattva. [Im achten Yantra:] Bindu und Kreis, dreispeichige Figur und Kreis, Sechseck und danach ein weiterer Kreis.

Anmerkung: Wechsel der Yantrabeschreibung mitten im Vers.

Vers 26
navakoṇaṃ vartulaṃ ca ṣoḍaśāṣṭadalāmbuje |
vajrahīne śūlamuṇḍe deye tadanu bhāmini ||26||

Eine neuneckige Figur, ein Kreis und Lotusse mit sechzehn und acht Blättern; danach sind Dreizacke und Schädel ohne Vajras einzusetzen, Strahlende.

Vers 27
na śmaśānaṃ jvaladvahniṃ kintu raktārṇavo bhavet |
vāsiṣṭhasaptadaśyāśca proktaṃ maṇḍalamīdṛśam ||27||

Kein Verbrennungsplatz mit loderndem Feuer, wohl aber ein Blutmeer soll vorhanden sein. Ein solches Mandala wird für die Vasishtha zugehörige siebzehnsilbige [Vidya] genannt.

Ambahridaya und die Neunergruppe

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 28
bindupañcāraṣaṭkoṇāṣṭāraṃ tryāraṃ ca vartulam |
ṣoḍaśadvādaśavasudalāmbujasamanvitam ||28||

[Das neunte Yantra enthält] Bindu, fünfspeichige Figur, Sechseck, acht- und dreispeichige Figur und einen Kreis, dazu Lotusse mit sechzehn, zwölf und acht Blättern.

Anmerkung: Vasu als Zahlchiffre acht; OCR-Ziffer 25 gemäß Folge als 28 gelesen.

Vers 29
[…] muṇḍamantarbahiḥ śūlaṃ gatāśani |
saprajvaladvahnipitṛvanaraktābdhilolitam ||29||

[…] Schädel innen und Dreizacke außen, ohne Donnerkeile; dazu ein Verbrennungsplatz mit loderndem Feuer und das wogende Blutmeer.

Anmerkung: Fragment: Beginn unlesbar, genaue Zahl bzw. Anordnung der Schädel offen. Pitṛvana, „Ahnenhain“, bezeichnet hier den Verbrennungsplatz.

Vers 30
ambāhṛdayanāmno'do maṇḍalaṃ kathitaṃ manoḥ |
rāvaṇopāsitāyāśca saptadaśyā idaṃ matam ||30||

Dies ist das Mandala des Mantras namens Ambahridaya. Es gilt auch für die von Ravana verehrte siebzehnsilbige [Vidya].

Anmerkung: Fußnote kha nennt Chyavana statt Ravana; Hauptlesung nicht ersetzt.

Vers 31
catvāri cakrāṇyetāni pūrvoktāni ca pañca ca |
militvā syurnavaitāni navapañcābhidhānyataḥ ||31||

Diese vier Chakras ergeben zusammen mit den zuvor genannten fünf insgesamt neun. Deshalb tragen sie die Bezeichnung „neun und fünf“.

Anmerkung: So erklärt die Quelle ihre eigene Gruppenbezeichnung; nicht zu vierzehn addiert.

Das Mahashodashi-Yantra

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 32
ato niśāmaya mahāṣoḍaśyā yantramuttamam |
mahārudrārādhitā yā guptā yā yāmalādiṣu ||32||

Vernimm nun das höchste Yantra der Mahashodashi, die von Maharudra verehrt und in den Yamalas und anderen [Schriften] geheimgehalten wird.

Anmerkung: Beginn der zehnten Yantrabeschreibung.

Vers 33
ādau bindustatastryāraṃ vartulaṃ tadanantaram |
dattvā tadanu pañcāraṃ ṣaṭkoṇaṃ tadanantaram ||33||

Zuerst ein Bindu, dann eine dreispeichige Figur und danach ein Kreis; anschließend eine fünfspeichige Figur, danach ein Sechseck.

Vers 34
punaraṣṭāramasyānu navakoṇamudāhṛtam |
punarvṛttatrayaṃ dattvā punaraṣṭāramiṣyate ||34||

Darauf wieder eine achtspeichige Figur, danach eine neuneckige. Nach drei weiteren Kreisen ist erneut eine achtspeichige Figur vorgesehen.

Vers 35
tataḥ paraṃ caturviṃśaṣoḍaśadvādaśāṣṭabhiḥ |
dalaiḥ klṛptāni padmāni trīṇi deyāni pārvati ||35||

Danach sollen drei Lotusse mit vierundzwanzig, sechzehn, zwölf und acht Blättern eingesetzt werden, Parvati.

Anmerkung: Die Quelle nennt drei Lotusse, aber vier Blattzahlen. Dieser Widerspruch bleibt sichtbar; keine Zahl gestrichen oder geändert.

Vers 36
koṇeṣvaṣṭāśaniyutamantastatra caturṣvapi |
bahirmuṇḍacatuṣkeṇa śūlairaṣṭabhiranvitam ||36||

Innen ist [das Yantra] an allen vier Ecken mit acht Donnerkeilen versehen, außen mit vier Schädeln und acht Dreizacken.

Anmerkung: Acht Donnerkeile in vier Ecken: genaue Verteilung nicht eigens erläutert. Nicht stillschweigend eine Zeichnung ergänzt.

Vers 37
caturdvārānvitaṃ teṣu caturārasamanvitam |
śūlāgreṣvaṣṭasu bahiścatuḥkoṇasthiteṣu hi ||37||

Es besitzt vier Tore, an denen jeweils eine vierspeichige Figur sitzt. An den acht Dreizackspitzen außen, die an den vier Ecken stehen …

Vers 38
ḍākinībhistathāṣṭābhiranvitaṃ kamalānane |
caturmuṇḍaṃ bahirmuṇḍaṃ muṇḍe yoginirājitam ||38||

… ist es mit acht Dakinis versehen, Lotusgesichtige. Vier Schädel, äußere Schädel […] auf dem Schädel mit einer Yogini geschmückt.

Anmerkung: Fragment: räumlicher Bezug der zweiten Hälfte nicht zuverlässig aufzulösen; sichtbare Elemente bewahrt. Dakinis und Yoginis sind hier weibliche Mächte der rituellen Bildwelt.

Vers 39
prajvalatpāvakoddāmaśmaśānapariveṣṭitam |
kallolitāsṛgudadhisaṃveṣṭitamataḥ param ||39||

Es ist von einem Leichenverbrennungsplatz umgeben, an dem mächtige Feuer lodern; darum liegt wiederum ein Meer aus wogendem Blut.

Vers 40
vajrairaṣṭabhirūnaṃ hi jñeyamantaḥ sureśvari |
mahārudropāsitāyāḥ ṣoḍaśyā yantramīritam ||40||

Innen ist es, Herrin der Götter, als frei von den acht Vajras zu verstehen. So wurde das Yantra der von Maharudra verehrten Shodashi genannt.

Anmerkung: Die Angabe „ohne acht Vajras innen“ widerspricht der inneren Vajra-Ausstattung in 36. Der Gegensatz wird nicht stillschweigend repariert.

Das Yantra der Vishvedevas

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 41
viśvedevārādhitā yā ṣoḍaśārṇā puroditā |
tasyā yantraṃ sāmprataṃ te kathayāmi viśeṣataḥ ||41||

Nun beschreibe ich dir im Einzelnen das Yantra der zuvor genannten sechzehnsilbigen [Vidya], die von den Vishvedevas verehrt wird.

Anmerkung: Beginn des elften Yantras; Vishvedevas: Gruppe der „Allgötter“.

Vers 42
tryāragau bindupañcārau navāraṃ tadanantaram |
vṛttāṣṭārau tato dattvā ṣaṭkoṇaṃ tadanu smṛtam ||42||

Bindu und fünfspeichige Figur liegen in einer dreispeichigen Figur; danach folgt eine neunspeichige. Anschließend setzt man Kreis und achtspeichige Figur, danach ein Sechseck.

Vers 43
paridāya tato vṛttaṃ punaraṣṭārameva ca |
ṣoḍaśāṣṭadvādaśakadalairyugjalajānvitam ||43||

Darum legt man einen Kreis und erneut eine achtspeichige Figur. Hinzu kommen Lotusse mit sechzehn, acht und zwölf Blättern.

Anmerkung: Reihenfolge sechzehn–acht–zwölf wie in der Quelle erhalten, nicht nach Größe sortiert.

Vers 44
punarvṛttaṃ koṇasaṃsthamantarvajrāṣṭakaṃ punaḥ |
caturmuṇḍāṣṭaśūlādyaṃ bahiścāpi sureśvari ||44||

Wieder ein Kreis; innen an den Ecken acht Vajras, außen vier Schädel, acht Dreizacke und weitere [Ausstattung], Herrin der Götter.

Vers 45
[…] śmaśānena raktodenāpi veṣṭitam |
ado yantraṃ ṣoḍaśārṇāpūjanārthamudāhṛtam ||45||

[…] umgeben von einem Verbrennungsplatz und einem Blutmeer. Dieses Yantra ist zur Verehrung der sechzehnsilbigen [Vidya] angegeben.

Anmerkung: Fragment: Bestimmung vor śmaśāna beschädigt; kein vermutetes Feuerattribut ergänzt.

Ravanas sechsunddreißigsilbige Vidya

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 46
rakṣaḥṣaṭtriṃśadakṣaryā yantraṃ samavadhāraya |
yatpūjanena devānāmārādhyatvamupeyivān ||46||

Vernimm das Yantra der sechsunddreißigsilbigen [Vidya] des Rakshasa. Durch ihre Verehrung wurde er selbst für die Götter verehrungswürdig.

Anmerkung: Beginn des zwölften Yantras. Der Rakshasa bezieht sich im Zusammenhang auf Ravana; Name nicht als wörtlich vorhandener Sanskritbestandteil ergänzt.

Vers 47
binduṣaṭkoṇapañcāravṛttāṣṭāratrikoṇayuk |
navāravṛtte tadanu dvātriṃśadalamambujam ||47||

Es enthält Bindu, Sechseck, fünfspeichige Figur, Kreis, achtspeichige Figur und Dreieck; danach neunspeichige Figur und Kreis sowie einen zweiunddreißigblättrigen Lotus.

Vers 48
tato dvādaśapatrākhyaṃ ṣoḍaśacchadanaṃ bahiḥ |
punarvṛttaṃ caturdvāraṃ śākinīśobhitāntaram ||48||

Darauf einen zwölfblättrigen [Lotus], außen einen sechzehnblättrigen; wieder einen Kreis und vier Tore, im Inneren durch Shakini geschmückt.

Vers 49
aṣṭaśūlacaturmuṇḍavirājitapadaṃ bahiḥ |
jvalacchmaśānasaṃśobhi raktodarahitaṃ priye ||49||

Außen ist sein Bereich mit acht Dreizacken und vier Schädeln geziert. Es glänzt durch einen brennenden Verbrennungsplatz, besitzt aber kein Blutmeer, Geliebte.

Jayamangala

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 50
binduṣaṭkoṇapañcāratrikoṇāṣṭārasaṃyutam |
punarvṛttanavārau ca punarvṛttasya pañcakam ||50||

[Das dreizehnte Yantra] enthält Bindu, Sechseck, fünfspeichige Figur, Dreieck und achtspeichige Figur; danach Kreis und neunspeichige Figur, dann fünf weitere Kreise.

Vers 51
aṣṭaṣoḍaśadvātriṃśadalābjāni tataḥ param |
punarvṛttatrayaṃ dattvā […] vidhāpayet ||51||

Danach folgen Lotusse mit acht, sechzehn und zweiunddreißig Blättern. Nach drei weiteren Kreisen soll man […] anordnen.

Anmerkung: Fragment: ein geometrisches Glied bzw. eine Randanordnung vor vidhāpayet unlesbar.

Vers 52
pūrvavanmuṇḍaśūlānāṃ śmaśānāsṛgudanvatām |
samājastatra kartavyaḥ priye kuliśamantarā ||52||

Wie zuvor soll dort die Anordnung aus Schädeln, Dreizacken, Verbrennungsplatz und Blutmeer hergestellt werden, Geliebte, jedoch ohne Vajra.

Anmerkung: Haupttext kuliśam antarā, „ohne Donnerkeil“; Varianten kha/gha bieten kuliśasambhavā, eine andere, nicht zuverlässig einzuordnende Lesung.

Vers 53
aṣṭapañcāśadarṇāḍhyā yā proktā jayamaṅgalā |
tasya mantrasya yantraṃ hi kathitaṃ tava […] ||53||

Die als Jayamangala bezeichnete [Vidya] besitzt achtundfünfzig Laute. Das Yantra dieses Mantras wurde dir hier genannt, […]

Anmerkung: Fragment: Schlussanrede beschädigt.

Vers 54
anenārādhayanmantraṃ jayaṃ maṅgalamāpnuyāt |
ataḥ prakāśitā devyā nāmneyaṃ jayamaṅgalā ||54||

Wer den Mantra damit verehrt, erlangt Sieg und Heil. Deshalb wurde diese [Vidya] von der Göttin unter dem Namen Jayamangala bekanntgemacht.

Anmerkung: Jaya: Sieg; Maṅgala: Heil/Glück. Fußnote bietet bei ārādhayan eine andere Verbform, ohne den Hauptsinn zu ändern.

Bhogavidya und Bhuvanamohana

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 55
idānīṃ bhogavidyāyā yantraṃ samavadhāraya |
siddhiḥ syātsarvabhogānāṃ yasmin yantre prapūjite ||55||

Vernimm nun das Yantra der Bhogavidya. Wenn in diesem Yantra verehrt wird, soll die Erfüllung sämtlicher Genüsse eintreten.

Anmerkung: Beginn des vierzehnten Yantras; rituelle Wirkungsverheißung.

Vers 56
bindutrikoṇaṣaṭkoṇatryārapañcārasaṃyutam |
punastrivṛttamaṣṭāraṃ trikoṇaṃ tadanantaram ||56||

Es enthält Bindu, Dreieck, Sechseck, drei- und fünfspeichige Figur; dann drei Kreise, eine achtspeichige Figur und anschließend ein Dreieck.

Anmerkung: Wiederholung des Dreiecks bewahrt.

Vers 57
navakoṇaṃ punardattvā ṣoḍaśacchadamambujam |
punaraṣṭadalāmbhojaṃ caturviṃśadalaṃ tataḥ ||57||

Darauf eine neuneckige Figur und einen sechzehnblättrigen Lotus, danach einen achtblättrigen und dann einen vierundzwanzigblättrigen Lotus.

Vers 58
tribhirvṛttaiśca saṃveṣṭya caturdvāramataḥ param |
kāmabījaṃ likhetteṣu koṇeṣvantaḥ pavīn likhet ||58||

Man umgebe dies mit drei Kreisen und setze danach vier Tore. In diese schreibe man das Kama-Bija, innen an den Ecken zeichne man Vajras.

Anmerkung: Die Quelle nennt das Kama-Bija, schreibt es hier jedoch nicht aus; keine Silbe ergänzt.

Vers 59
catvāri muṇḍāni bahiḥ śūlānyaṣṭau tathā likhet |
lakṣmīmagreṣu śūlānāṃ muṇḍānāṃ kāminīmapi ||59||

Außen zeichne man vier Schädel und acht Dreizacke; an die Spitzen der Dreizacke Lakshmi, auf die Schädel Kamini.

Anmerkung: Kāminī kann „begehrenswerte Frau“ bzw. eine entsprechende Göttinnenfigur bezeichnen; hier als Bildbezeichnung bewahrt.

Vers 60
[…] śmaśānena raktodenāpi veṣṭitam |
mahāyantramidaṃ nāmnā khyātaṃ bhuvanamohanam ||60||

[…] von einem Verbrennungsplatz und einem Blutmeer umgeben. Dieses große Yantra ist unter dem Namen Bhuvanamohana bekannt.

Anmerkung: Fragment: Anfang beschädigt. Bhuvanamohana: „die Welt bezaubernd/verblendend“.

Vers 61
anena bhogamāpnoti bhogavidyāmanuṃ japan |
sahāsadṛṣṭipātaiśca mohayatyapi kāminīḥ ||61||

Mit ihm erlangt der Rezitierende des Bhogavidya-Mantras Genuss; durch lächelnde Blicke bezaubert er auch Frauen.

Anmerkung: Traditionelle erotische Wirkungsverheißung, nicht als heutige Methode zur Beeinflussung anderer dargestellt.

Das Yantra der hundertsilbigen Guhyeshvari

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 62
bindutrivṛttaṣaṭkoṇāṣṭārapañcāravartulāḥ |
ṣoḍaśacchadamambhojaṃ jinacchadamato bahiḥ ||62||

[Im fünfzehnten Yantra:] Bindu, drei Kreise, Sechseck, acht- und fünfspeichige Figur und ein Kreis; ein sechzehnblättriger Lotus und außen ein vierundzwanzigblättriger.

Anmerkung: Jina als Zahlchiffre vierundzwanzig. Variante ka nennt trikoṇa, „Dreieck“, statt trivṛtta, „drei Kreise“; nicht verschmolzen.

Vers 63
tataḥ punastrivṛttaṃ ca caturdvāropaśobhitam |
aṣṭaśūlacaturmuṇḍaṃ bahiḥkoṇaprakalpitam ||63||

Danach wiederum drei Kreise, durch vier Tore geschmückt; acht Dreizacke und vier Schädel an den äußeren Ecken angeordnet.

Vers 64
tataḥ śmaśānaraktodau dātavyau pūrvavatpriye |
guhyeśvarīśatākṣaryā idaṃ yantraṃ phalapradam ||64||

Dann sind Verbrennungsplatz und Blutmeer wie zuvor einzusetzen, Geliebte. Dieses fruchtbringende Yantra gehört zur hundertsilbigen [Vidya] Guhyeshvari.

Das Yantra des Tausendsilbers

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 65
asmin prapūjayeddevi viṃśatyāsyāṃ maheśvarīm |
sahasrākṣarike mantre triṃśadvaktrā hi kālikā ||65||

Darin soll man Maheshvari mit zwanzig Gesichtern verehren, Göttin. Beim tausendsilbigen Mantra besitzt Kalika dagegen dreißig Gesichter.

Anmerkung: Zweite Hälfte beginnt die sechzehnte Yantrabeschreibung.

Vers 66
tasyā yantraṃ pravakṣyāmi tatra ceto niveśaya |
binduvṛttaṃ trikoṇaṃ ca pañcāraṃ vṛttameva ca ||66||

Ich werde ihr Yantra beschreiben; richte deinen Geist darauf. [Es enthält] Bindu und Kreis, ein Dreieck, eine fünfspeichige Figur und einen Kreis.

Vers 67
ṣaṭkoṇāṣṭāravṛttaṃ ca navakoṇaṃ ca vartulam |
vasvarkaṣoḍaśadalairdvātriṃśacchadabhāñji hi ||67||

Sechseck, achtspeichige Figur und Kreis, neuneckige Figur und Kreis; mit acht, zwölf, sechzehn und zweiunddreißig Blättern versehene …

Anmerkung: Varianten kha/gha/cha nennen zwischen sechzehn und zweiunddreißig zusätzlich jina, vierundzwanzig. Zusätzliche Blattzahl als Variante ausgewiesen, nicht stillschweigend in die Hauptfassung eingesetzt.

Vers 68
padmāni tatra deyāni tataḥ paramadhīśvari |
eṣāmanu ca tatraiva deyaṃ vartulapañcakam ||68||

… Lotusse sind dort danach einzusetzen, höchste Herrin. Im Anschluss daran sind fünf Kreise zu setzen.

Vers 69
dvāraścatasro […] āḍhyāstato deyāḥ sureśvari |
antaḥkoṇeṣu pavayo'ṣṭau ca deyāścaturṣvapi ||69||

Danach sind vier mit […] geschmückte Tore einzusetzen, Herrin der Götter. An den vier inneren Ecken sind acht Vajras zu setzen.

Anmerkung: Fragment: Ausstattung der Tore beschädigt; keine Laut- oder Figurenangabe geraten.

Vers 70
māyāśanīnāṃ […] syādbahiḥśūlāṣṭakairyutam |
vahadbhiḥ śākinīṃ mūrdhni pratyekaṃ parameśvari ||70||

Für Maya und die Vajras […] Außen ist es mit acht Dreizacken versehen, die jeweils auf ihrer Spitze eine Shakini tragen, höchste Herrin.

Anmerkung: Fragment: erste Hälfte keine zuverlässig vollständige Anweisung; māyāśanīnām nicht durch vermutete Bija-Beschriftung ersetzt.

Vers 71
tasyānu muṇḍaprākāro'sya śmaśānamanūdyate |
prajvalatpāvakajvālaṃ tato raktārṇavaḥ priye ||71||

Danach folgt eine Umfassung aus Schädeln, anschließend ein Verbrennungsplatz mit lodernden Feuerflammen, dann ein Blutmeer, Geliebte.

Vers 72
sampūrṇaṃ maṇḍalaṃ hyetattava devi mayoditam |
khyātaṃ navanavārṇāyāḥ pūjane phaladāyi ca ||72||

Damit habe ich dir das vollständige Mandala genannt, Göttin. Es ist für die Verehrung der Navanavārṇā bekannt und gewährt Frucht.

Anmerkung: Navanavārṇā, „[die aus] je neun Lauten [Bestehende]“, verweist im Kontext auf die zuvor in Neunergruppen erschlossene Formel; nicht als gesicherte Zahl 99 wiedergegeben.

Kalpalata: das Yantra der Vishnu-Überlieferung

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 73
viṣṇūpāsyāyutārṇasya sāmprataṃ vacmi maṇḍalam |
aśeṣapāpadalanaṃ śravaṇenaiva pārvati ||73||

Nun nenne ich das Mandala des von Vishnu verehrten Zehntausendsilbers. Schon sein Anhören vernichtet alle Verfehlungen, Parvati.

Anmerkung: Beginn des siebzehnten Yantras; Wirkungsverheißung des Grundtextes.

Vers 74
bindurdvaividho mūrdhni tripañcāramataḥ param |
vṛttaṃ navāraṣaḍāramaṣṭāraṃ tadanantaram ||74||

Ein Bindu von zweifacher Art oben, danach drei- und fünfspeichige Figur; Kreis, neun- und sechsspeichige Figur, anschließend eine achtspeichige.

Anmerkung: Erste Orts-/Gestaltangabe im OCR unsicher. Ohne Zeichnung keine weitere räumliche Festlegung vorgenommen.

Vers 75
vṛttāni deyāni tato'nantaramīśvari |
dantairjinairnṛpaiḥ […] ||75||

Danach sind Kreise einzusetzen, Herrin, und [Lotusse] mit zweiunddreißig, vierundzwanzig, sechzehn […] [Blättern] …

Anmerkung: Fragment: Blattzahlfolge am Ende stark beschädigt; danta, jina und nṛpa als Zahlchiffren 32, 24 und 16 gelesen. Zahl der Kreise nicht ergänzt.

Vers 76
padmairāveṣṭitaṃ paścāttribhirvṛttaistataḥ param |
caturdvāraṃ muṇḍaśūlāṣṭa rājitaṃ tannirakṣaram ||76||

… von diesen Lotussen umgeben, danach von drei Kreisen; vier Tore, mit Schädeln und acht Dreizacken geschmückt. Es bleibt ohne Schriftzeichen.

Anmerkung: Verteilung der Achtzahl auf Schädel und Dreizacke nicht ganz eindeutig; keine zusätzlichen Zahlen eingefügt.

Vers 77
śmaśānamuṇḍaprākāraraktodapariveṣṭitam |
uktaṃ pūrvāyutākṣaryā yantraṃ kamalalocane ||77||

Es ist von Verbrennungsplatz, Schädelumfassung und Blutmeer umgeben. So ist das Yantra der ersten zehntausendsilbigen [Vidya] beschrieben, Lotusäugige.

Anmerkung: „Erste“ bezieht sich auf die zuvor von Vishnu verehrte Kalpalata, im Unterschied zur anschließend behandelten Mahakala-Form.

Bijamalamayi: das von Mahakala verehrte Yantra

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 78
madupāsyāyutārṇasya yantraṃ jānīhi sāmpratam |
sarvebhyo maṇḍalebhyo'do mukhyaṃ guptaṃ mahattaram ||78||

Lerne nun das Yantra des von mir verehrten Zehntausendsilbers kennen. Unter allen Mandalas ist dieses das vorzüglichste, verborgen und von größter Bedeutung.

Anmerkung: Beginn des achtzehnten Yantras, zur von Mahakala verehrten Bijamalamayi.

Vers 79
nātaḥ parataraṃ yantraṃ bhūtaṃ vā bhāvi vā priye |
sarve mantrā yathā tasmiṃstiṣṭhantyekatra bṛṃhitāḥ ||79||

Es gab und wird kein höheres Yantra als dieses geben, Geliebte. Wie in jenem [Mantra] alle Mantras zusammengefasst und entfaltet bestehen …

Vers 80
tathā sarvāṇi yantrāṇi tiṣṭhantyatra na saṃśayaḥ |
binduḥ sendrarāvaśīrṣaṃ vṛttaḥ pañcabhirāvṛtaḥ ||80||

… so bestehen hier alle Yantras, daran ist kein Zweifel. Ein Bindu mit Indra, Rāva und Śīrṣa […], von fünf Kreisen umgeben …

Anmerkung: Fragment: Verbindung sendrarāvaśīrṣa und vorangehende Kasus unklar. Die Decknamen werden nicht zu sicheren Lauten oder Figuren umgedeutet.

Vers 81
pañcārāṣṭārasaṃyuktastataḥ paramapi […] |
yuktastatastribhirvṛttaistrikoṇena tataḥ param ||81||

… verbunden mit fünf- und achtspeichiger Figur, danach […] mit drei Kreisen und anschließend mit einem Dreieck versehen.

Anmerkung: Fragment: Schlusswort des ersten Halbverses beschädigt, möglicherweise Anrede; nicht ergänzt.

Vers 82
punarvṛttatrayeṇāḍhyaḥ ṣaṭkoṇena tataḥ param |
vartulaistribhirasyānu navakoṇaistato'pyanu ||82||

Darauf folgen wieder drei Kreise, dann ein Sechseck, danach drei Kreise und anschließend eine neuneckige Anordnung.

Anmerkung: Plural navakoṇaiḥ der Quelle als neuneckige Anordnung wiedergegeben, ohne zusätzliche Anzahl vollständiger Neunecke anzunehmen.

Vers 83
tato'nu pañcabhirvṛttairāvṛtaḥ sa hi pārvati |
punaḥ saṃveṣṭitaḥ kāryaḥ pūrvavatpadmapañcakaiḥ ||83||

Danach ist es von fünf Kreisen umgeben, Parvati. Wieder soll es, wie zuvor, von fünf Lotussen umschlossen werden.

Anmerkung: Die Verweisung auf fünf Lotusse steht so im Text; die zuvor beschädigte Blattzahlfolge in 75 wird hierdurch nicht zuverlässig vollständig rekonstruierbar.

Vers 84
caturdvāramuṇḍaśūlāḍhyastādṛkpitṛvanānvitaḥ |
muṇḍaprākārarudhirasāgarābhyāmathāvṛtaḥ ||84||

Es besitzt vier Tore, Schädel und Dreizacke sowie einen Verbrennungsplatz der zuvor beschriebenen Art; dann wird es von einer Schädelumfassung und einem Blutmeer umgeben.

Anmerkung: Āḍhya als naheliegende, bereits vom Herausgeber fragend angebotene Lesung des beschädigten Haupttextes übernommen und hier ausdrücklich gekennzeichnet.

Vers 85
yantrarājo'yamuditaścaturvargaikasādhakaḥ |
anenaiva hi yantreṇa mayā samārādhitāmbikā ||85||

Dieser König der Yantras ist als Verwirklicher der vier Lebensziele verkündet. Mit eben diesem Yantra habe ich Ambika verehrt …

Anmerkung: Caturvarga: Dharma, Artha, Kama und Moksha; die vier traditionellen Lebensziele.

Vers 86
prāptaṃ devādhipatyaṃ ca sarvajñatvamathāpi ca |
ityaṣṭādaśa yantrāṇi kathitāni mayā tava ||86||

… und Herrschaft über die Götter sowie Allwissenheit erlangt. Damit habe ich dir achtzehn Yantras dargelegt.

Die sechs Befreiungsmantras und ihre besondere Verehrung

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 87
gṛhiṇāmupayogāya bhavanti phaladāni hi |
mantrāṇāṃ śāmbhavādīnāṃ ṣaṇṇāṃ vai kevalo japaḥ ||87||

Sie dienen den Haushältern zur Anwendung und gewähren Frucht. Bei den sechs Mantras, beginnend mit Śāmbhava, hingegen ist ausschließlich Rezitation …

Anmerkung: Fortsetzung im nächsten Vers.

Vers 88
pratyahaṃ bhikṣubhiḥ kāryo na tu pūjā kadācana |
naiṣāṃ tatrādhikāro'sti brahmaśāsanamīdṛśam ||88||

… täglich durch Bettelasketen zu vollziehen, niemals jedoch Puja. Sie besitzen dazu kein Anrecht; so lautet die Anordnung Brahmas.

Anmerkung: Bezug von naiṣām („diese haben nicht“) nicht völlig eindeutig. Der Haupttext setzt unmittelbar bei den Asketen und ihrer Puja an; die Herausgeberüberschrift deutet auf den Ausschluss der Haushälter von der Rezitation. Keine Überschrift als sichere Auflösung des Grundtextes ausgegeben.

Vers 89
upāsyante kadāciccedgṛhiṇā manavo hi te |
tadā teṣāṃ pūjanārthaṃ tripuraghnena vai purā ||89||

Falls jene Mantras gelegentlich von einem Haushälter verehrt werden, hat der Zerstörer Tripuras einst für ihre Puja …

Anmerkung: Die Ausnahme für Haushälter wird wie überliefert fortgeführt.

Vers 90
ṣaṇṇāṃ teṣāṃ manūnāṃ hi yantrāṇi kathitāni ca |
gṛhasthaistena yantreṇa pūjyārādhyā ca bhaktitaḥ ||90||

… die Yantras dieser sechs Mantras genannt. Mit dem jeweiligen Yantra soll [die Göttin] von Haushältern hingebungsvoll verehrt werden.

Anmerkung: OCR-Ziffer 60 gemäß Folge als 90 gelesen.

Śāmbhava, Mahāśāmbhava und Turīyā

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 91
bindustrikoṇaṣaṭkoṇanavakoṇāntarasthitaḥ |
trivṛttāveṣṭitastattvadalāmbujasamāvṛtaḥ ||91||

[Im neunzehnten Yantra liegt] ein Bindu innerhalb von Dreieck, Sechseck und neuneckiger Figur, umgeben von drei Kreisen und einem Lotus mit Tattva-Blättern.

Anmerkung: Tattva als Blattzahlchiffre nicht ohne weitere eindeutige Angabe auf 24 oder 36 festgelegt; der Text hat im weiteren Verlauf beide Zusammenhänge.

Vers 92
savedādicaturdvāramaṇḍitaḥ parivarjitaḥ |
muṇḍatriśūladambholiśmaśānarudhirārṇavaiḥ ||92||

Es ist mit vier Toren geschmückt, die Vedādi tragen, und frei von Schädeln, Dreizacken, Donnerkeilen, Verbrennungsplatz und Blutmeer.

Anmerkung: Vedādi, „Anfang des Veda“, ist eine Lautchiffre; hier nicht als tatsächlich ausgeschriebene Silbe ausgegeben.

Vers 93
idaṃ śāmbhavamantrārādhanāyoktaṃ purāriṇā |
bindurhyaṣṭāramadhyasthastadbahistrinavārakau ||93||

Dies hat der Feind der Städte für die Verehrung des Śāmbhava-Mantras genannt. [Im zwanzigsten Yantra] liegt ein Bindu inmitten einer achtspeichigen Figur; außen folgen drei- und neunspeichige Figuren.

Anmerkung: Aṣṭāra im OCR leicht beschädigt; keine zusätzliche Geometrie ergänzt.

Vers 94
trivṛttaṣoḍaśāmbhojasatāradvāścaturyutaḥ |
bahiḥ sāyujyabījāḍhyaḥ koṇeṣu hi caturṣvapi ||94||

Dazu kommen drei Kreise, ein sechzehnblättriger Lotus und vier Tore mit Tārā. Außen an allen vier Ecken steht das Sāyujya-Bija.

Anmerkung: Tārā ist hier eine Lautbezeichnung, nicht ohne weiteres die Abbildung einer Gottheit; keine Silbe ergänzt.

Vers 95
mahāśāmbhavamantrasya yantrametatprakīrtitam |
sampūrṇabindurardhendubindvaṣṭakavirājitaḥ ||95||

Dieses Yantra wird dem Mahāśāmbhava-Mantra zugeordnet. [Im einundzwanzigsten Yantra:] ein vollständiger Bindu, geschmückt mit einem Halbmond und acht Bindus …

Anmerkung: Satz wechselt im zweiten Halbvers zur Turīyā-Anordnung.

Vers 96
pañcavṛttaistrirāvṛttimadhyatārāvalīyutaḥ |
sāṣṭāraḥ ṣoḍaśadalasārasīruhaveṣṭitaḥ ||96||

… fünf Kreise mit dreifacher Umfassung, dazwischen eine Reihe von Tārā-[Lauten]; eine achtspeichige Figur und ein umgebender sechzehnblättriger Lotus.

Anmerkung: Die genaue Beziehung von fünf Kreisen und dreifacher Umfassung ist knapp und nicht eindeutig; keine Zeichnung als gesicherte Anordnung ausgegeben.

Vers 97
antaścatasṛṣu dvāḥsu bahiḥkoṇeṣu ca priye |
krameṇaiva pradātavye bīje brahmanirañjane ||97||

Innen in die vier Tore und außen an die Ecken, Geliebte, sind der Reihe nach die beiden Bijas Brahma und Nirañjana einzusetzen.

Anmerkung: Haupttext antaḥ; Varianten haben ante, „am Ende“. Brahma und Nirañjana sind hier Bija-Bezeichnungen, keine wörtlichen Silbenformeln. OCR-Ziffer 67 gemäß Folge als 97 gelesen.

Mahāturīyā und Nirvāṇa

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 98
idaṃ yantraṃ turīyāyāstripuraghnena kīrtitam |
sabindurantaḥpraṇavastrivṛttapariveṣṭitaḥ ||98||

Dieses Yantra hat der Zerstörer Tripuras der Turīyā zugeordnet. [Im zweiundzwanzigsten Yantra:] mit Bindu und innerem Pranava, von drei Kreisen umschlossen …

Vers 99
sa janmamṛtyuharaṇastatra madhyasthavartulaḥ |
bahiraṣṭārāvṛto'sau sa cāntarbrahmasaṃyutaḥ ||99||

… der mittlere Kreis trägt Janmamṛtyuharaṇa; außen ist er von einer achtspeichigen Figur umgeben, innen mit Brahma versehen.

Anmerkung: Janmamṛtyuharaṇa, „Beseitigung von Geburt und Tod“, erscheint hier als Formel-/Bija-Deckname; nicht ausgeschrieben.

Vers 100
aṣṭacchadāmbujadvandvapariveṣṭitavigrahaḥ |
turīyayā caturdvārakoṇayorbahirūrjitaḥ ||100||

Seine Gestalt ist von zwei achtblättrigen Lotussen umgeben; außen an den vier Toren und Ecken ist es durch Turīyā verstärkt.

Anmerkung: Gemeint ist die zugehörige Mantra-Beschriftung bzw. Gegenwart; ihre Silben sind hier nicht angegeben.

Vers 101
mahāturīyānāmedaṃ yantraṃ samupavarṇitam |
bindustritayavṛttāktaḥ punarvedādiveṣṭitaḥ ||101||

Dieses Yantra ist unter dem Namen Mahāturīyā beschrieben. [Im dreiundzwanzigsten Yantra:] Bindu, von drei Kreisen umgeben, dann von Vedādi umschlossen.

Vers 102
punastrivṛttastasyānu brahmaṇā parimaṇḍitaḥ |
punastrivartulasyānte sāyujyaparibṛṃhitaḥ ||102||

Wieder drei Kreise, danach von Brahma umgeben; nach weiteren drei Kreisen wird es durch Sāyujya erfüllt.

Anmerkung: Brahma und Sāyujya sind Beschriftungs-/Mantraglieder; keine ungeschriebene Lautfolge eingefügt.

Vers 103
punarvṛttatrayasyānte caturviṃśadalāmbujam |
caturviṃśatitattvānāṃ bījaṃ […] ||103||

Nach wiederum drei Kreisen folgt ein vierundzwanzigblättriger Lotus. Die Bijas der vierundzwanzig Tattvas […]

Anmerkung: Fragment: Anweisung am Versende beschädigt; keine konkrete Verteilung auf die Blätter erfunden.

Vers 104
śāmbhavaṃ hi caturdvāḥsu madhya eva niveśayet |
tattatkrameṇa deveśi cicchaktiḥ koṇagā bahiḥ ||104||

Śāmbhava ist jeweils in die Mitte der vier Tore einzusetzen. In entsprechender Folge steht außen an den Ecken die Cit-Shakti, Herrin der Götter.

Anmerkung: Cit-Shakti: Bewusstseinskraft, hier als rituelle Formel-/Bija-Zuordnung.

Mahānirvāṇa: das vierundzwanzigste Yantra

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 105
devi nirvāṇanāmnedaṃ yantraṃ khyātaṃ mahītale |
bindustrivṛttasaṃviṣṭastrikoṇenāvṛtastataḥ ||105||

Göttin, dieses Yantra ist auf Erden unter dem Namen Nirvāṇa bekannt. [Im vierundzwanzigsten Yantra:] Bindu, in drei Kreise eingeschlossen, danach von einem Dreieck umgeben.

Vers 106
pañcavṛttāvṛtaḥ kāryaḥ ṣaṭkoṇena tataḥ param |
saptavṛttāvṛtaḥ paścādaṣṭāreṇa tataḥ param ||106||

Dann ist es mit fünf Kreisen zu umgeben, danach mit einem Sechseck; anschließend mit sieben Kreisen, danach mit einer achtspeichigen Figur.

Vers 107
navavṛttāvṛtaḥ paścātṣaḍambujasamāvṛtaḥ |
vasvarkabhūpālajinadantaṣaṭtriṃśapatrakaiḥ ||107||

Danach folgen neun Kreise und sechs umgebende Lotusse, mit acht, zwölf, sechzehn, vierundzwanzig, zweiunddreißig und sechsunddreißig Blättern …

Anmerkung: Vasu, Arka, Bhūpāla, Jina und Danta sind Zahlchiffren für die ersten fünf Angaben.

Vers 108
yuktāni tāni padmāni […] ca nava |
hīnairbījāni catvāri dvārāṇi tadanantaram ||108||

… versehen sind jene Lotusse. […] neun […] vermindert […] Bijas; danach vier Tore.

Anmerkung: Fragment: mittlere Anordnung und Zuordnung der Bijas nicht zuverlässig lesbar. Nur der klare Lotus-Anschluss und die vier Tore werden zusammenhängend übersetzt; keine vollständige Beschriftungsanweisung rekonstruiert.

Vers 109
mahānirvāṇanāmedaṃ khyātaṃ yantraṃ sugopitam |
nātaḥ parataraṃ yantraṃ triṣu lokeṣu vidyate ||109||

Dieses wohlverborgene Yantra ist als Mahānirvāṇa bekannt. Kein höheres Yantra als dieses gibt es in den drei Welten.

Vers 110
anenārādhayeddevīṃ mahānirvāṇanāmikām |
caturviṃśatiyantrāṇi mayā te kathitāni hi ||110||

Damit soll man die Göttin namens Mahānirvāṇa verehren. Vierundzwanzig Yantras habe ich dir dargelegt.

Bindu, Shakti und allgemeine Ritualregeln

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 111
guhyakālyāḥ manūnāṃ hi sarveṣāṃ yantrapūjanam |
sāṅgaṃ bhavati deveśi satyaṃ satyaṃ bravīmyaham ||111||

So wird die Yantra-Verehrung aller Mantras Guhyakalis mit ihren zugehörigen Gliedern vollständig, Herrin der Götter. Wahrlich, wahrlich spreche ich dies aus.

Vers 112
sarveṣveva hi yantreṣu bindurāvaśyako bhavet |
yathā sarveṣu mantreṣu śākinībījamiṣyate ||112||

In allen Yantras ist ein Bindu erforderlich, so wie in allen Mantras das Shakini-Bija verlangt wird.

Vers 113
tathā sarveṣu yantreṣu bindustiṣṭhati sarvathā |
na śākinī yatra devi tatrāvaśyaṃ hi ḍākinī ||113||

So befindet sich in allen Yantras unbedingt ein Bindu. Wo Shakini fehlt, Göttin, ist notwendig Dakini vorhanden.

Anmerkung: Die zweite Hälfte nimmt wieder die zuvor genannten Mantra-Faktoren auf.

Vers 114
antarbhāvo hi ḍākinyāṃ śākinyā vartate dhruvam |
asminnarthe purā proktaṃ tripuraghnena vai vacaḥ ||114||

Denn Shakini ist gewiss in Dakini enthalten. Hierzu hat der Zerstörer Tripuras einst dieses Wort gesprochen …

Vers 115
na bindumantarā yantraṃ na mantro rāvamantarā |
na śaktimantarā jāpo na pūjā balimantarā ||115||

„Kein Yantra ohne Bindu, kein Mantra ohne Rāva; keine Rezitation ohne Shakti, keine Puja ohne Bali.“

Anmerkung: Rāva heißt „Klang“ und fungiert hier zugleich als Lautbezeichnung. Shakti: Kraft; Bali: rituelle Opfergabe, deren konkrete Form dieser Vers nicht bestimmt.

Vers 116
ityetatkathitaṃ yantraṃ samastaṃ tava pārvati |
[…] maṇḍalaṃ tattanmantrāṇāṃ tairapi kramaiḥ ||116||

Damit ist dir die gesamte Yantra-Lehre dargelegt, Parvati. […] das jeweilige Mandala der jeweiligen Mantras in diesen Reihenfolgen.

Anmerkung: Fragment: Beginn des zweiten Halbverses unlesbar; nicht als vollständige zusätzliche Regel ausgegeben.

Vers 117
yena krameṇa yantrāṇi mayā te kathitāni hi |
tena krameṇa sarveṣāṃ gāyatrīmadhunā […] ||117||

In derselben Reihenfolge, in der ich dir die Yantras dargelegt habe, nun die Gayatri aller [Mantras] […]

Anmerkung: Fragment: letztes Verb unlesbar, die Ankündigung der Gayatri-Folge ist klar.

Vers 118
yasya yasya hi mantrasya yadyadyantraṃ prakīrtitam |
tattadyantreṇa cārādhya sa sa mantro yathā priye ||118||

So wie jeder Mantra durch das jeweils für ihn genannte Yantra verehrt werden soll, Geliebte …

Anmerkung: Fortsetzung im anschließenden Vers.

Das gemeinsame Satzmuster der Gayatris

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 119
tathaiva yasya mantrasya yā gāyatrī prakīrtitā |
tayā sa mantraḥ saṃjapyo nānyayā vai kadācana ||119||

… ebenso soll jeder Mantra mit der ihm zugeordneten Gayatri rezitiert werden, niemals mit einer anderen.

Vers 120
mahāndoṣaḥ kṛte hi syādevaṃ rudrānuśāsanam |
mṛtyuḥ putrādināśaśca dāridryaṃ rājabandhanam ||120||

Bei einer Vertauschung entstünde schwere Verfehlung – so lautet Rudras Anordnung: Tod, Verlust von Söhnen und anderen Angehörigen, Armut und Gefangenschaft durch den König.

Anmerkung: Rituelle Sanktionsbehauptungen werden als solche übersetzt.

Vers 121
mahānirvāṇamavadhimārabhyaikākṣaraṃ manum |
krameṇa vakṣye gāyatrīṃ tattanmantrajapāya hi ||121||

Vom einsilbigen Mantra bis hin zu Mahānirvāṇa werde ich nun der Reihe nach die Gayatri für die Rezitation jedes einzelnen Mantras nennen.

Vers 122
tripadā sā ca vijñeyā trikartṛpadikāpi ca |
padadvayaṃ ṅe'ntamādau śeṣe caikaṃ subantakam ||122||

Sie ist als dreiteilig zu verstehen, mit drei zugehörigen Aussagegliedern. Am Anfang stehen zwei Wörter mit der Dativendung, am Schluss eines mit der Nominativendung.

Anmerkung: Grammatische Zeichen ṅe und su bezeichnen in dieser Anweisung Dativ und Nominativ. Lesung ṅe im OCR beschädigt, aus sichtbarem grammatischem Zusammenhang verstanden. Trikartṛpadikā ist terminologisch ungewöhnlich; die folgenden Verse nennen die drei Verbformen.

Vers 123
trikartṛpadikasyāpi viśeṣaṃ vacmi kañcana |
sarvādau vidmahetyevaṃ madhye dhīmahi cetyapi ||123||

Zu diesen drei Aussagegliedern nenne ich eine nähere Bestimmung: Zuerst steht vidmahe, „wir erkennen“, in der Mitte dhīmahi, „wir meditieren“.

Anmerkung: Die Verbformen werden als tatsächlich lesbare Formelteile unverändert bewahrt.

Vers 124
subantīyapadasyānu padamevaṃ pracodayāt |
tatpūrvaṃ tanna ityevamityuddhāro mayoditaḥ ||124||

Nach dem Wort mit Nominativendung folgt pracodayāt, „möge anregen/erleuchten“; davor steht tan naḥ, „uns“. So habe ich die Bildung dargelegt.

Anmerkung: Die knappe Stellungsanweisung für tan naḥ lässt den genauen Anschluss offen; keine expandierte Gesamtformel als Quellwortlaut ausgegeben.

Vers 125
sarvādye syātkvacidbījaṃ kvacinnaiva ca pārvati |
viśeṣastatra […] pratipādyo mayaiva te ||125||

Ganz am Anfang steht manchmal ein Bija, manchmal keines, Parvati. Die jeweilige Besonderheit […] werde ich dir selbst angeben.

Anmerkung: Fragment: ein Wort im zweiten Halbvers unlesbar.

Gayatri-Namen der einzelnen Mantraüberlieferungen

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 126
māyābījaṃ bhagavatī mahāmāyā tataḥ param |
raudrītyekākṣaramanor gāyatrī parikīrtitā ||126||

Maya-Bija, Bhagavati, danach Mahamaya und Raudri: So wird die Gayatri des einsilbigen Mantras angegeben.

Anmerkung: Bhagavatī: die Erhabene; Mahāmāyā: die große Welt- und Erscheinungskraft; Raudrī: Rudras weibliche Kraft bzw. die Schreckliche. Die Quelle liefert Namen für das gemeinsame Satzmuster, keine ausgeschriebene Gesamtformel.

Vers 127
kāmādanaṅgākulā ca bhagamālinyataḥ param |
caṇḍā śeṣe pañcaśaropāsitatryakṣarīmanoḥ ||127||

Nach Kama [dem Bija] Anaṅgākulā, danach Bhagamālinī und am Ende Chaṇḍā: [Dies gehört] zum dreisilbigen Mantra, den der Fünfpfeilige verehrt.

Anmerkung: Fünfpfeiliger: Liebesgott Kama. Anaṅgākulā: von Ananga/Liebesverlangen erfüllt; Bhagamālinī: mit einer Girlande von Bhaga/Yoni geschmückt; Chaṇḍā: die Wilde. Das Bija wird nicht ausgeschrieben.

Vers 128
ādau lambodarī jñeyā vegamālā tataḥ param |
sṛṣṭaḥ śeṣe ca varuṇopāsitatryakṣarīmanoḥ ||128||

Zuerst Lambodarī, danach Vegamālā, am Ende Sṛṣṭaḥ: [Dies gehört] zum dreisilbigen Mantra, den Varuna verehrt.

Anmerkung: Lambodarī: die mit hängendem Bauch; Vegamālā etwa „Girlande der Kraft/Stürme“. Letzter Name sṛṣṭaḥ ist im Kontext auffällig und bleibt als unsichere Quelllesung stehen.

Vers 129
kūrcabījāccaṇḍaghaṇṭā jvālāmālinyataḥ param |
prabhā śeṣe'nalopāsyapañcākṣaramanoriyam ||129||

Nach dem Kurcha-Bija Chaṇḍaghaṇṭā, danach Jvālāmālinī, am Ende Prabhā. Dies gehört zum fünfsilbigen Mantra, den Anala verehrt.

Anmerkung: Anala: Feuergott. Chaṇḍaghaṇṭā: die mit wilder Glocke; Jvālāmālinī: die mit einer Flammengirlande; Prabhā: Strahlenglanz.

Vers 130
yoginīto mahāghorā bhadrakālī tataḥ param |
śeṣe virūpādityarkapañcākṣaramanoriyam ||130||

Nach Yoginī [der Lautchiffre] Mahāghorā, danach Bhadrakālī, am Ende Virūpā. Dies gehört zum fünfsilbigen Mantra der Sonne, Aditya/Arka.

Anmerkung: Mahāghorā: die überaus Schreckliche; Bhadrakālī: die heilvolle Kali; Virūpā: die verschieden- bzw. ungestaltig Erscheinende. Die Quelle benennt hier ausdrücklich die Sonne; frühere Aditi-Lesungen werden dadurch nicht stillschweigend überschrieben.

Vers 131
kātyāyanī caṇḍikā ca śeṣe bhīmāpadaṃ bhavet |
indrāṇyupāsyapañcārṇagāyatrī parikīrtitā ||131||

Kātyāyanī und Caṇḍikā, am Ende das Wort Bhīmā: So wird die Gayatri des von Indrani verehrten Fünfsilbers genannt.

Anmerkung: Kātyāyanī ist ein Göttinnenname; Caṇḍikā und Bhīmā bezeichnen ihre wilde und furchterregende Gestalt.

Vers 132
ḍākinyarṇātkaṭakaṭā karālā tadanantaram |
cāmuṇḍā dānavopāsyanavākṣaramanoriyam ||132||

Nach dem Dakini-Laut Kaṭakaṭā, danach Karālā und Cāmuṇḍā. Dies gehört zum neunsilbigen Mantra, den der Danava verehrt.

Anmerkung: Kaṭakaṭā lautmalerischer Name; Karālā: die Furchtbare; Cāmuṇḍā: Göttinnenname. Die konkrete Bija-Gestalt bleibt unausgeschrieben.

Vers 133
praṇavātkālarātriśca kālasaṅkarṣiṇī tataḥ |
śeṣe kālī mṛtyukālopāsitā tripadā tviyam ||133||

Nach dem Pranava Kālarātrī, danach Kālasaṅkarṣiṇī und am Ende Kālī. Diese dreiteilige [Gayatri] wird von Mrityu und Kala verehrt.

Anmerkung: Kālarātrī: Nacht der Zeit/des Todes; Kālasaṅkarṣiṇī: die die Zeit zusammenzieht bzw. an sich zieht. Fußnotenzeugen lesen dṛkpadā statt tripadā; Hauptlesung bleibt erhalten.

Vers 134
rāvātkāpālinī siddhikarālī tadanantaram |
śeṣe guhyā bhāratīyaṣoḍaśārṇasya vai manoḥ ||134||

Nach Rāva Kāpālinī, danach Siddhikarālī und am Ende Guhyā: [Dies gehört] zu Bharatas sechzehnsilbigem Mantra.

Anmerkung: Kāpālinī: Schädelträgerin; Siddhikarālī: Siddhi-Karali, „furchtbare [Göttin] der Vollendung“; Guhyā: die Verborgene. Deckname Rāva nicht als sichere Silbe expandiert.

Vers 135
karālinī vadhūbījānmuṇḍamālinyataḥ param |
devī bhavetsarvaśeṣe gāyatrī cyāvanī tviyam ||135||

Nach dem Vadhu-Bija Karālinī, danach Muṇḍamālinī; ganz am Ende steht Devī. Dies ist Chyavanas Gayatri.

Anmerkung: Karālinī: die Furchtbare; Muṇḍamālinī: die eine Schädelgirlande trägt; Devī: Göttin. Reihenfolge nach dem grammatischen Anschluss von vadhūbījāt wiedergegeben.

Vers 136
phetkāriṇyugracaṇḍā ca vikaṭadaṃṣṭrā tataḥ param |
śeṣe caṇḍī ca hārītopāsitā tripadā matā ||136||

Phetkāriṇī, Ugracaṇḍā, danach Vikaṭadaṃṣṭrā, am Ende Caṇḍī: Dies gilt als die von Harita verehrte dreiteilige [Gayatri].

Anmerkung: Erstes Glied Phetkāriṇī wahrscheinlich Bija-Deckname, die drei folgenden Namensglieder: die heftig Wilde, die mit furchtbaren Hauern und Chandi. Keine scheinbar vollständige viergliedrige Gayatri konstruiert.

Vers 137
ādāvugrāyudhā jñeyā tato'nu ca digambarā |
śeṣe śyāmā ca jābālopāsitasya manoriyam ||137||

Zuerst ist Ugrāyudhā zu setzen, danach Digambarā und am Ende Śyāmā. Dies gehört zum von Jabala verehrten Mantra.

Anmerkung: Ugrāyudhā: mit schrecklichen Waffen; Digambarā: raumgekleidet/unbekleidet; Śyāmā: die Dunkle. Varianten zu erstem Namen unsicher, Hauptlesung bewahrt.

Vers 138
triśūlinī prathamatastato'nu ca mahodarī |
tato'nu bhīṣaṇā dakṣopāsitā parikīrtitā ||138||

Zuerst Triśūlinī, danach Mahodarī, anschließend Bhīṣaṇā: So wird die von Daksha verehrte [Gayatri] genannt.

Anmerkung: Triśūlinī: Dreizackträgerin; Mahodarī: die mit großem Bauch; Bhīṣaṇā: die Furchterregende.

Vers 139
aṭṭāṭṭahāsinī hyādau ghoradaṃṣṭrā tataḥ param |
śeṣe'ghorā rāmacandropāsitā tripadā smṛtā ||139||

Zuerst Aṭṭāṭṭahāsinī, danach Ghoradaṃṣṭrā, am Ende Aghorā: So lautet die von Ramachandra verehrte dreiteilige [Gayatri].

Anmerkung: Die laut und schallend Lachende; die mit schrecklichen Hauern; die Nichtschreckliche. Der letzte Gegensatz wird nicht zu Ghorā geändert.

Vers 140
ulkāmukhī tataḥ kālāntakā śeṣe ca tāmasī |
hiraṇyakaśipūpāsyā gāyatrī tava varṇitā ||140||

Ulkāmukhī, danach Kālāntakā, am Ende Tāmasī: Damit ist dir die von Hiranyakashipu verehrte Gayatri beschrieben.

Anmerkung: Ulkāmukhī: die mit dem Feuerbrandgesicht; Kālāntakā: die der Zeit/dem Tod ein Ende setzt; Tāmasī: die Dunkle, zum Tamas Gehörende.

Vers 141
vajrāṅkā kurukullā ca śeṣe saṃhāriṇī tathā |
brahmaṇārādhitā yā hi gāyatrī pratipāditā ||141||

Vajrāṅkā und Kurukullā, am Ende Saṃhāriṇī: Damit ist die von Brahma verehrte Gayatri dargelegt.

Anmerkung: Vajrāṅkā: die mit dem Vajra-Zeichen; Kurukullā: Göttinnenname; Saṃhāriṇī: die Auflösende/Vernichtende.

Vers 142
hārānmahākolinī ca bhīmadaṃṣṭrā tataḥ param |
śeṣe kokā ca vāsiṣṭhasaptadaśyāḥ prakīrtitā ||142||

Nach Hāra [der Chiffre] Mahākolinī, danach Bhīmadaṃṣṭrā und am Ende Kokā: So wird [die Gayatri] der siebzehnsilbigen Vasishtha-Vidya angegeben.

Anmerkung: Mahākolinī und Kokā als unsichere bzw. nicht zuverlässig etymologisierte Namen beibehalten; Bhīmadaṃṣṭrā: die mit furchtbaren Hauern. Keine Silbe für Hāra ergänzt.

Vers 143
kulakuṭṭanyādibhūtā kekarākṣī […] |
śaktiḥ śeṣe viṣṇutattvagāyatrī siddhidāyinī ||143||

Zuerst Kulakuṭṭanī, dann Kekarākṣī […], am Ende Śakti: Das ist die Siddhi gewährende Vishnutattva-Gayatri.

Anmerkung: Fragment: Verbindungswort nach Kekarākṣī beschädigt. Kulakuṭṭanī: „Zermalmerin des Kula“; Kula kann Familie oder tantrische Gemeinschaft/Prinzipiengruppe bedeuten. Kekarākṣī: die Schieläugige; Śakti: Kraft. Variante kha Mahāmāyā statt Kekarākṣī separat vermerkt.

Vers 144
anākhyānu ca caitanyamayī bhāsā ca paścime |
ambāhṛdayamantrasya gāyatrī sarvasiddhidā ||144||

Anākhyā, danach Caitanyamayī und zuletzt Bhāsā: Die Gayatri des Ambahridaya-Mantras gewährt alle Siddhis.

Anmerkung: Anākhyā: die Unnennbare; Caitanyamayī: ganz Bewusstsein; Bhāsā: Leuchten.

Vers 144 (zweite Quellzählung)
jālandharā kaṇikāto bhīṣaṇā tadanantaram |
mahāmārī cāpi mahāṣoḍaśī rudrasevitā ||144||

Nach Kaṇikā [der Chiffre] Jālandharā, danach Bhīṣaṇā und Mahāmārī: [Dies gehört] zur von Rudra verehrten Mahashodashi.

Anmerkung: Zweite Quellnummer 144 unter interner ID 145 bewahrt. Jālandharā: Göttinnenname; Bhīṣaṇā: Furchterregende; Mahāmārī: große Seuche bzw. deren personifizierte Macht. Bija-Deckname Kaṇikā nicht aufgelöst.

Vers 146
abhayā siddhidā cāpi gaurī ca tadanantaram |
viśvedevopāsiteyaṃ ṣoḍaśārṇā mahāphalā ||146||

Abhayā, Siddhidā und danach Gaurī: [Dies gehört] zur von den Vishvedevas verehrten sechzehnsilbigen [Vidya] mit großer Frucht.

Anmerkung: Abhayā: Furchtlosigkeit Gewährende; Siddhidā: Vollendung Gewährende; Gaurī: die Helle.

Vers 147
kṛtyābījottaraṃ deyonmattā piṅgajaṭā tataḥ |
śeṣe pheraḥ saptadaśī rāvaṇopāsitā matā ||147||

Nach dem Kritya-Bija ist Unmattā einzusetzen, danach Piṅgajaṭā und am Ende Phera. [Dies gehört] zur von Ravana verehrten siebzehnsilbigen [Vidya].

Anmerkung: Unmattā: die Ekstatische/Rasende; Piṅgajaṭā: die mit gelbbraunem Flechthaar; Phera bezeichnet ein Schakalwesen bzw. entsprechenden Namen, hier in auffälliger männlicher Form.

Gayatris der längeren Formeln

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 148
ādau phetkāriṇī nāma na tu bījaṃ varānane |
tato mahāyoginī ca kukkuṭī tadanantaram ||148||

Zuerst der Name Phetkāriṇī, ausdrücklich nicht das Bija, Schöngesichtige; danach Mahāyoginī und anschließend Kukkuṭī.

Anmerkung: Die Quelle unterscheidet hier ausdrücklich Göttinnenname und gleichlautenden Bija-Decknamen. Phetkāriṇī: die den Phet-Ruf ausstößt; Mahāyoginī: große Yogini; Kukkuṭī: Hennen-/Hahngestalt als Göttinnenname.

Vers 149
ṣaṭtriṃśadakṣarī ceyamapi rāvaṇasevitā |
bhogabījātjayapadānmaṅgalā tadanantaram ||149||

Auch diese sechsunddreißigsilbige [Vidya] wird von Ravana verehrt. [Bei der nächsten Gayatri:] nach dem Bhoga-Bija das Wort Jaya und anschließend Maṅgalā.

Anmerkung: Erster Halbvers schließt die vorhergehende Anweisung ab. Jaya und Maṅgalā werden zum Namen Jayamaṅgalā verbunden, wie 150 ausdrücklich zeigt.

Vers 150
caṇḍayogeśvarī madhye siddhidā śeṣikaṃ padam |
vivicya tubhyaṃ kathitā gāyatrī jayamaṅgalā ||150||

In der Mitte Caṇḍayogeśvarī, als letztes Wort Siddhidā. Damit ist dir die Jayamangala-Gayatri im Einzelnen erläutert.

Anmerkung: Caṇḍayogeśvarī: wilde Herrin des Yoga; Siddhidā: die Vollendung gewährt.

Vers 151
mahālakṣmīstato bhogapradā padmā tataḥ param |
ityeṣā bhogavidyāyā gāyatrī devi viśrutā ||151||

Mahālakṣmī, danach Bhogapradā und anschließend Padmā: So ist die Gayatri der Bhogavidya bekannt, Göttin.

Anmerkung: Mahalakshmi: große Göttin des Glücks und Wohlstands; Bhogapradā: Genuss Gewährende; Padmā: die Lotusgestaltige.

Vers 152
āpyāyinī devi manonmanī guhyeśvarī tataḥ |
śatākṣaryāstu gāyatrī vikhyātā yāmalādiṣu ||152||

Āpyāyinī, Göttin, Manonmanī und danach Guhyeśvarī: Die Gayatri der hundertsilbigen [Vidya] ist in den Yamalas und anderen [Schriften] bekannt.

Anmerkung: Āpyāyinī: die nährt und erfüllt; Manonmanī: die den Geist übersteigt; Guhyeśvarī: Herrin des Geheimen. Varianten kha/gha Madonmanī nicht stillschweigend übernommen.

Vers 153
bhairavī caṇḍapadato lolajihvā tataḥ param |
[…] śeṣe […] gāyatryeṣā prakīrtitā ||153||

Nach dem Wort Caṇḍa [setze] Bhairavī, danach Lolajihvā; am Ende […] So wird diese Gayatri genannt.

Anmerkung: Fragment: dritter Name und weitere Schlussgruppe beschädigt. Caṇḍabhairavī: wilde Bhairavi; Lolajihvā: die mit beweglicher/herausschnellender Zunge. Abschnittsüberschrift ordnet diese Gayatri dem Tausendsilber zu; nicht als im Vers sicher lesbare Silbenangabe ausgegeben.

Vers 154
ādau mahākhecarī syādvyomakeśī tataḥ param |
pālinī sarvaśeṣe ca viṣṇūpāsyāyutākṣarī ||154||

Zuerst Mahākhecarī, danach Vyomakeśī, ganz am Ende Pālinī: [Dies gehört] zum von Vishnu verehrten Zehntausendsilber.

Anmerkung: Mahākhecarī: große Himmelswandlerin; Vyomakeśī: die den Raum als Haar trägt; Pālinī: Beschützerin.

Vers 155
apamṛtyuvināśinyādau syātkāmāṅkuśā tataḥ |
śeṣe nīlā mamopāsyāyutārṇā kathitā mayā ||155||

Zuerst Apamṛtyuvināśinī, danach Kāmāṅkuśā, am Ende Nīlā: So habe ich [die Gayatri] des von mir verehrten Zehntausendsilbers genannt.

Anmerkung: Apamṛtyuvināśinī: Vernichterin vorzeitigen Todes; Kāmāṅkuśā: Stachel/Lenkhaken des Verlangens; Nīlā: die Dunkelblaue.

Gayatris der sechs Befreiungsmantras

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 156
ānandā ca kalātītā cetanā tadanantaram |
iyaṃ śāmbhavamantrasya gāyatrī pratipāditā ||156||

Ānandā, Kalātītā und danach Cetanā: Damit ist die Gayatri des Śāmbhava-Mantras dargelegt.

Anmerkung: Ānandā: Glückseligkeit; Kalātītā: jenseits der Kalas, der Teilkräfte; Cetanā: Bewusstsein.

Vers 157
jyotirmayī nirguṇā ca śuddhā śeṣe varānane |
mahāśāmbhavamantrasya gāyatryeṣā prakīrtitā ||157||

Jyotirmayī und Nirguṇā, am Ende Śuddhā, Schöngesichtige: Das ist die Gayatri des Mahāśāmbhava-Mantras.

Anmerkung: Jyotirmayī: ganz Licht; Nirguṇā: jenseits der Eigenschaften/Gunas; Śuddhā: die Reine.

Vers 158
bhāvābhāsā niṣprapañcā bodharūpā tato bhavet |
iyaṃ turīyāgāyatrī ṛgvede kathitā priye ||158||

Bhāvābhāsā, Niṣprapañcā und danach Bodharūpā: Diese Turīyā-Gayatri wird im Rigveda genannt, Geliebte.

Anmerkung: Bhāvābhāsā: Erscheinung/Leuchten des Seins; Niṣprapañcā: frei von Weltentfaltung; Bodharūpā: Erkenntnis als Wesen. Der Rigveda-Verweis ist die Behauptung der Samhita; hier kein unabhängiger Nachweis.

Vers 159
anindriyā jñānarūpā niṣkaivalyā tato'pi ca |
mahāturīyāgāyatrī yajurvede prakāśitā ||159||

Anindriyā, Jñānarūpā und danach Niṣkaivalyā: Die Mahāturīyā-Gayatri ist im Yajurveda offenbart.

Anmerkung: Anindriyā: ohne Sinnesorgane bzw. jenseits der Sinne; Jñānarūpā: Erkenntnis als Gestalt. Niṣkaivalyā ist eine auffällige Quellbildung im Zusammenhang mit Kaivalya und wird nicht als sicher geklärter Name übersetzt. Yajurveda-Bezug als Quellbehauptung.

Vers 160
virajā citkalā cāpi sattvā ca tadanantaram |
iyaṃ nirvāṇagāyatrī sāmavedoditā priye ||160||

Virajā, Citkalā und danach Sattvā: Diese Nirvāṇa-Gayatri ist im Samaveda ausgesprochen, Geliebte.

Anmerkung: Virajā: frei von Staub/Leidenschaft; Citkalā: Kraftaspekt des Bewusstseins; Sattvā: Sein bzw. Reinheit. Samaveda-Zuschreibung als Aussage des Textes bewahrt.

Vers 161
advayā […] mahānirvāṇā tadanantaram |
amṛtā sarvaśeṣe syānmahānirvāṇakṛnmanoḥ ||161||

Advayā […], danach Mahānirvāṇā; ganz am Ende Amṛtā: [Dies gehört] zum Mantra, der Mahānirvāṇa bewirkt.

Anmerkung: Fragment: kurzes Glied nach Advayā beschädigt, vermutlich Anrede, durch Fußnoten nicht völlig eindeutig. Advayā: die Nichtzweite; Mahānirvāṇā: große Befreiung; Amṛtā: die Unsterbliche.

Vers 162
ityetāḥ kathitā devi gāyatryaḥ siddhidāyikāḥ |
sveṣāmeva mantrāṇāṃ bhinnā bhinnā bhavanti hi ||162||

Damit sind dir, Göttin, diese Siddhi gewährenden Gayatris genannt. Jede gehört in ihrer eigenen, besonderen Form zu ihrem jeweiligen Mantra.

Vers 163
pṛthakpṛthaktayā tasmātkrameṇāmūrmayoditāḥ |
tripuraghnenetadarthaṃ yaduktaṃ tanniśāmaya ||163||

Deshalb habe ich sie einzeln der Reihe nach aufgezählt. Höre nun, was der Zerstörer Tripuras hierzu gesagt hat.

Vers 164
na gāyatrīṃ vinā sandhyā na sandhyāmantarārcanā |
naivārcanāṃ vinā bhaktirna muktirbhaktimantarā ||164||

Keine Sandhya ohne Gayatri, keine Verehrung ohne Sandhya, keine Hingabe ohne Verehrung und keine Befreiung ohne Hingabe.

Anmerkung: Sandhyā: rituelle Praxis an den Tagesübergängen. Diese Verkettung gehört zur Lehre des Grundtextes; keine universelle redaktionelle Zugangsbedingung zur Hingabe.

Sechsgliedriger Nyasa: allgemeine Regeln

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 165
yena krameṇa mantrāṇāmuddhāro darśito mayā |
ṛṣicchandaḥprabhṛtayo yayā rītyā ca darśitāḥ ||165||

In welcher Reihenfolge ich die Mantras erschlossen und auf welche Weise ich Rishi, Metrum und die weiteren Faktoren gezeigt habe …

Vers 166
paripāṭyā yayā yantrasamuddhāraḥ pradarśitaḥ |
anukramaṇyā ca yayā gāyatryaḥ pratipāditāḥ ||166||

… nach welcher Abfolge ich die Yantras erläutert und in welcher Reihenfolge ich die Gayatris dargelegt habe …

Vers 167
ṣaḍaṅganyāsamakhilaṃ vakṣye maryādayā tayā |
bhinno bhinnaḥ ṣaḍaṅgānāṃ nyāsaḥ sarvasya vai manoḥ ||167||

… in eben dieser Ordnung werde ich den gesamten sechsgliedrigen Nyasa beschreiben. Für jeden Mantra ist das Setzen der sechs Glieder jeweils verschieden.

Anmerkung: Nyāsa: rituelles Setzen von Lauten bzw. Gottheitskräften an Körperstellen.

Vers 168
keṣāñcinmantravarṇaiḥ syātkeṣāñcidapi cāparaiḥ |
bījakūṭopakūṭāstravarṇanāḍyāpagādibhiḥ ||168||

Bei einigen geschieht es mit den Lauten des Mantras selbst, bei anderen mit weiteren Bijas, Kutas, Neben-Kutas, Astra-Lauten, Nadis, Flüssen und Ähnlichem.

Anmerkung: Astra: Waffe, hier eine rituelle Lautkategorie; Nadi: feinstofflicher Kanal; Kuta: verschlüsselte Lautgruppe. Die Liste nennt Kategorien der Formelbildung.

Vers 169
viśeṣatastadvijñāya gurūṇāṃ sampradāyataḥ |
karanyāsāṅgavinyāsau kurvīta prayataḥ sadā ||169||

Nachdem man dies im Einzelnen aus der Überlieferung der Gurus erfahren hat, soll man stets gesammelt den Nyasa an den Händen und an den Körpergliedern vollziehen.

Vers 170
karāṅganyāsayormantra eka eva hi pārvati |
namo mantro'ṅguṣṭhahṛdoḥ svāhā tarjaniśīrṣayoḥ ||170||

Bei Hand- und Körpernyasa ist der Mantra derselbe, Parvati. Namo gehört zu Daumen und Herz; svāhā zu Zeigefinger und Kopf.

Anmerkung: Tatsächlich lesbare Schlussformeln: namo = Verehrung; svāhā = Opfer-/Darbringungsruf. Fußnotenvarianten mit anderer Zuordnung nicht stillschweigend übernommen.

Vers 171
vaṣaṭśikhāmadhyamayorvarmānāmikayoḥ […] |
kaniṣṭhādṛktraye vauṣaṭkarapṛṣṭhāstrayośca phaṭ ||171||

Vaṣaṭ gehört zu Shikha und Mittelfinger; […] zu Schutzpanzer und Ringfinger; vauṣaṭ zu kleinem Finger und den drei Augen, phaṭ zu Handrücken und Astra.

Anmerkung: Fragment: Schlussformel für Ringfinger/Schutzpanzer unlesbar, nicht automatisch hūṃ ergänzt. Śikhā: Scheitel-/Haarschopfglied; Varma: Schutzpanzer; Astra: Waffenglied. Vaṣaṭ, vauṣaṭ und phaṭ sind rituelle Ausrufe ohne erfundene wörtliche Übersetzung.

Vers 172
evaṃ sarvatra niyamaḥ puraiva pratipāditaḥ |
siddhakālīhayagrīvadharmatākṣyāḥ krameṇa hi ||172||

Diese allgemeine Regel wurde schon früher dargelegt. [Für den Einsilber folgen] der Reihe nach Siddhakālī, Hayagrīva, Dharmatākṣī […]

Anmerkung: Fragment: letzte Namen-/Chiffrengruppe unsicher. Fußnote ka bietet dharmalakṣmyaḥ; keine der Varianten zu einer scheinbar vollständigen Sechserreihe ausgebaut.

Vers 173
gauryantāḥ praṇavādyāśca rāvaikārṇamanorayam |
keśaraḥ kākinī nemiśchando viśvastathaiva ca ||173||

… mit Gaurī endend und mit dem Pranava beginnend: Dies ist [der Nyasa] des einsilbigen Rāva-Mantras. [Für den nächsten:] Keśara, Kākinī, Nemi, Chandas und Viśva …

Anmerkung: Rāva als Lautbezeichnung bewahrt. Zweite Hälfte beginnt den Nyasa der Kama-Überlieferung; keine fehlenden Glieder der vorherigen Reihe ergänzt.

Vers 174
manvarṇatrayaṃ śeṣe kāmopāsyamanorayam |
nidrā tathā yoginī ca pūrṇā dhūmrastataḥ param ||174||

… am Schluss die drei Laute des Mantras: Dies gehört zum von Kama verehrten Mantra. [Dann:] Nidrā, Yoginī, Pūrṇā und Dhūmra …

Anmerkung: Die zweite Hälfte beginnt die Varuna-Folge; aufgeführte Wörter sind Lautdecknamen, nicht als wörtlicher Mantra ausgeschrieben.

Nyasa der Feuer-, Sonnen- und Indrani-Überlieferungen

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 175
lalitā ca nivṛttiśca pāśyupāsyamanorasau |
pāvakopāsitāyāstu viśeṣo hyavadhāryatām ||175||

… Lalitā und Nivṛtti: Dies gehört zum Mantra, den der Schlingenträger verehrt. Vernimm nun die Besonderheit des von Pavaka verehrten [Mantras].

Anmerkung: Schlingenträger: Varuna; Pavaka: Feuergott.

Vers 176
tāraḥ siddhikarālī ca ṅe'ntāṅguṣṭhahṛdorbhavet |
rāvastathā ṅe'ntasiddhivikarālī tataḥ param ||176||

Tāra und Siddhikarālī im Dativ gehören zu Daumen und Herz. Danach Rāva und Siddhivikarālī im Dativ.

Anmerkung: Die Dativanweisung wird übersetzt, nicht durch eine eigenmächtig expandierte Sanskritformel ersetzt.

Vers 177
kūrco ṅe'ntā caṇḍayogeśvarī ca tadanantaram |
vahnikāntā kālasaṅkarṣiṇī ṅe'ntā tato'pyanu ||177||

Darauf Kurcha und Caṇḍayogeśvarī im Dativ; anschließend Vahnikāntā und Kālasaṅkarṣiṇī im Dativ.

Anmerkung: Vahnikāntā, „Geliebte des Feuers“, als Lautdeckname; keine unausgeschriebene Opfersilbe ergänzt.

Vers 178
bījatrayaṃ manorādyaṃ vajrakāpālinī tathā |
ṅe'ntā tato manuḥ sarvo guhyakālī ca tādṛśī ||178||

Dann die drei Anfangs-Bijas des Mantras und Vajrakāpālinī im Dativ; danach der ganze Mantra und Guhyakali in derselben Form.

Anmerkung: Vajrakāpālinī: Vajra-Schädelträgerin.

Vers 179
īdṛgvidho viśeṣo hi pāvakeṣṭamanoḥ priye |
ekaikaṃ kramato bījaṃ samastai rapi paścime ||179||

So lautet die Besonderheit des dem Feuergott lieben Mantras, Geliebte. [Für den nächsten:] jedes Bija einzeln der Reihe nach und am Ende alle zusammen.

Anmerkung: Zweite Hälfte beginnt die Aditya-Folge.

Vers 180
ādityārādhitamanor nyāsa eṣa mayoditaḥ |
māyā ṅe'ntā cograkālī prathamā parikīrtitā ||180||

Damit habe ich den Nyasa des von Aditya verehrten Mantras genannt. [Bei der folgenden Reihe] werden zuerst Maya und Ugrakālī im Dativ angegeben.

Anmerkung: Ugrakālī: heftige/schreckliche Kali; Beginn der Shachi-/Indrani-Folge.

Vers 181
yoginī kālakālī ca ṅe'ntā tadanu bhāmini |
kūrcaḥ kṛtāntakālī ca ṅe'ntā tasyāpyanu smṛtā ||181||

Danach Yoginī und Kālakālī im Dativ, Strahlende; darauf Kurcha und Kṛtāntakālī im Dativ.

Anmerkung: Kālakālī und Kṛtāntakālī sind mit Zeit/Tod verbundene Kali-Namen; Bija-Decknamen nicht aufgelöst.

Vers 182
vadhūḥ saṃhārakālī ca ṅe'ntā rāvayutā tataḥ |
kālī kālāntakapadāṅṅe'ntā mantro'khilo'pi hi ||182||

Vadhu und Saṃhārakālī im Dativ; danach, mit Rāva verbunden, Kālī nach dem Wort Kālāntaka, ebenfalls im Dativ. Danach der ganze Mantra …

Anmerkung: Damit wird der Name Kālāntakakālī gebildet, ohne dass hier eine komplette Nyasa-Formel ausgeschrieben wäre.

Vers 183
ṅe'ntā kalpāntakālī ca sarvaśeṣe prakīrtitā |
ayaṃ viśeṣo deveśi śacyupāsyamanoḥ smṛtaḥ ||183||

… und ganz am Ende Kalpāntakālī im Dativ. Dies gilt als die besondere Form des von Shachi verehrten Mantras, Herrin der Götter.

Anmerkung: Kalpāntakālī: Kali am Ende eines Weltalters. Shachi ist Indrani.

Nyasa des Danava-Mantras

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 184
dānavopāsitāyāstu navākṣaryā niśāmaya |
acalaṃ khecarī caiva tāmasāstramataḥ param ||184||

Vernimm nun [den Nyasa] der vom Danava verehrten neunsilbigen [Vidya]. Acala, Khecarī und danach das Tāmasa-Astra …

Anmerkung: Formelbausteine als Decknamen bewahrt; das Astra ist hier eine Waffenchiffre der Lautbildung.

Vers 185
citāpreto lalajjihvā ṅe'ntā vai prathamā bhavet |
kapālograu ca bhūtāstraṃ kaṅkālamapi cāsuram ||185||

… Citāpreta und Lalajjihvā im Dativ bilden das erste [Glied]. [Für das zweite:] Kapāla und Ugra, das Bhūta-Astra, Kaṅkāla und Āsura …

Anmerkung: Lalajjihvā: die mit beweglicher Zunge. Citāpreta könnte auch in Citā und Preta zu trennen sein; keine ungesicherte Zahl von Silben daraus abgeleitet. Variante kha/gha kālāgrau statt kapālograu.

Vers 186
ṅe'ntā vikaṭadaṃṣṭrā ca dvitīyā paripaṭhyate |
bhāruṇḍātaijase bīje astraṃ paiśācameva ca ||186||

… und Vikaṭadaṃṣṭrā im Dativ werden als zweites [Glied] angegeben. [Dann:] die beiden Bijas Bhāruṇḍā und Taijasa und das Paiśāca-Astra …

Anmerkung: Vikaṭadaṃṣṭrā: die mit schrecklichen Hauern.

Vers 187
kākinyaudumbare ṅe'ntā vajradantā tṛtīyagā |
vihaṅgamaḥ pūtanā ca rākṣasāstraṃ tato'pi ca ||187||

… Kākinī und Audumbara, dazu Vajradantā im Dativ als drittes [Glied]. [Dann:] Vihaṅgama, Pūtanā und das Rākṣasa-Astra …

Anmerkung: Vajradantā: die mit Vajra-Zähnen. Die übrigen Namen bezeichnen hier Formelbausteine.

Vers 188
ghaṇṭājambhau koṭarākṣī ṅe'ntā turyā matā priye |
śikhā nālīkabījaṃ ca taimirāstraṃ tato'pyanu ||188||

… Ghaṇṭā und Jambha, dazu Koṭarākṣī im Dativ gelten als viertes [Glied], Geliebte. [Dann:] Śikhā, das Nālīka-Bija und anschließend das Taimira-Astra …

Anmerkung: Koṭarākṣī: die mit hohlen/tief liegenden Augen. Śikhā steht hier in einer Chiffrenreihe, nicht als neue Körperposition.

Vers 189
paṅkticūḍāmaṇī ṅe'ntā pherutuṇḍā ca pañcamī |
bhogasṛṣṭī dānavāstraṃ tretā kṛtyā tathaiva ca ||189||

… Paṅkti und Cūḍāmaṇi, dazu Pherutuṇḍā im Dativ als fünftes [Glied]. [Dann:] Bhoga und Sṛṣṭi, das Dānava-Astra, Tretā und Kṛtyā …

Anmerkung: Pherutuṇḍā: die mit Schakalschnauze; Paṅkti aus geringfügig beschädigtem OCR gelesen.

Vers 190
meghanādā tathā ṅe'ntā ṣaṣṭhī bhavati bhāmini |
dānavārādhitakaraṣaḍaṅganyāsa īritaḥ ||190||

… und Meghanādā im Dativ bilden das sechste [Glied], Strahlende. So wurde der Hand- und sechsgliedrige Nyasa der Danava-Überlieferung genannt.

Anmerkung: Meghanādā: die wie eine Wolke/der Donner tönt. OCR-Ziffer 160 gemäß Folge als 190 gelesen.

Mrityu-Kala und Bharata

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 191
prabhañjanā ca daṇḍaśca nidrā keśara eva ca |
hṛdayāṅguṣṭhayornyasya bhūtinīmapi ca trapām ||191||

Prabhañjanā, Daṇḍa, Nidrā und Keśara setze man an Herz und Daumen. [Dann] Bhūtinī und Trapā …

Anmerkung: Beginn des Nyasa der Mrityu-Kala-Überlieferung. OCR-Ziffer 161 gemäß Folge als 191 gelesen.

Vers 192
yoginīṃ kākinīṃ śīrṣatarjanyorvinyasetpriye |
pracaṇḍā gaustathā pūrṇā nemibījamanantaram ||192||

… Yoginī und Kākinī setze man an Kopf und Zeigefinger, Geliebte. [Dann] Pracaṇḍā, Go, Pūrṇā und das Nemi-Bija …

Anmerkung: Namen als Lautchiffren bewahrt; go, „Kuh“, nicht unbelegt in ein anderes Bija verwandelt. OCR-Ziffer 162 gemäß Folge als 192 gelesen.

Vers 193
madhyamāśikhayordattvā kekarākṣyaṃśunāmanī |
bīje dhūmastathā chando'nāmikāvarmaṇorapi ||193||

… an Mittelfinger und Shikha einsetzen. Die beiden Bijas namens Kekarākṣī und Aṃśu, dazu Dhūma und Chandas [setze man] an Ringfinger und Schutzpanzer.

Anmerkung: Körperzuordnungen im lesbaren Umfang vollständig. Stark beschädigte OCR-Versziffer nach Folge als 193 gelesen.

Vers 194
kālarātristathā śuklo lalitā viśva eva ca |
tridṛkkaniṣṭhayordevi potameṣau tataḥ param ||194||

Kālarātrī, Śukla, Lalitā und Viśva an die drei Augen und die kleinen Finger, Göttin. Danach Pota und Meṣa …

Anmerkung: Letztes Bija-Paar lesungsunsicher; Fußnote ka bietet fragend yaunameṣau. Keine bestimmte Lautfolge daraus erstellt. OCR-Ziffer 164 gemäß Folge als 194 gelesen.

Vers 195
nivṛttikulyastrakarapṛṣṭhayorbhavatastathā |
tattanmantraisteṣu teṣu sthāneṣu parivinyaset ||195||

… Nivṛtti und Kulya gehören ebenso zu Astra und Handrücken. Mit den jeweiligen Mantras soll man an den jeweiligen Stellen den Nyasa vollziehen.

Anmerkung: Anfang nivṛttikulya aus beschädigtem OCR als zwei Decknamen gelesen, nicht völlig sicher; alternative Fußnote ebenfalls beschädigt. Keine vier vollständigen Bijas konstruiert.

Vers 196
mṛtyukālopāsitāyā navākṣaryāḥ ṣaḍaṅgakam |
dve pañca trīṇi ca dve ca dve punardve punastathā ||196||

[Dies ist] der sechsgliedrige Nyasa der von Mrityu und Kala verehrten neunsilbigen [Vidya]. [Für die folgende:] zwei, fünf, drei, zwei, nochmals zwei und wiederum zwei [Laute].

Anmerkung: Zweite Hälfte beginnt laut Überschrift die Bharata-Folge; die sechs Gruppen werden in ihrer überlieferten Zahlenfolge bewahrt.

Weitere Nyasa-Folgen und Ramas Mantra

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 197
varṇākṣarāṇāṃ bhāratyāstattatsthāne pravinyaset |
tāvanto'rṇāḥ sapraṇavāstatra tatra sthale nyaset ||197||

Die entsprechenden Lautgruppen der Bharata-[Vidya] setze man an die jeweiligen Stellen. [Für die nächste:] dieselbe Anzahl von Lauten setze man, jeweils mit dem Pranava, an die entsprechenden Orte …

Anmerkung: Erste Hälfte schließt die in 196 begonnene Gruppenfolge ab; zweite Hälfte beginnt Chyavanas Nyasa.

Vers 198
yādṛśī cyāvanīmantravarṇāvalyanutiṣṭhati |
tārayormadhyavartīni devi varṇāni tāni hi ||198||

… entsprechend der vorliegenden Lautreihe des Chyavana-Mantras. [Bei der nächsten:] Die betreffenden Laute, Göttin, die zwischen zwei Tāra-[Lauten] stehen …

Anmerkung: Zweite Hälfte beginnt die Harita-Anweisung; Quelle nennt die Rahmensilben nur mit Decknamen.

Vers 199
nyasetsthāneṣu teṣveva hārītopāsite manau |
rāvayugmāntarasthāni tāvantyapi ca tāni ca ||199||

… setze man beim von Harita verehrten Mantra an dieselben Stellen. [Bei der nächsten:] ebenso viele dieser [Laute], zwischen ein Paar Rāva-[Laute] gestellt …

Anmerkung: Zweite Hälfte beginnt die Jabala-Anweisung.

Vers 200
nyasetsthalīṣu tāsveva jābālopāsite'pi ca |
[…] tāvadarṇāstārarāvau tato'ntaram ||200||

… setze man auch beim von Jabala verehrten Mantra an dieselben Orte. [Bei der nächsten:] […] ebenso viele Laute, Tāra und Rāva, dann dazwischen […]

Anmerkung: Fragment: erste Glieder und genaue Satzverbindung der Daksha-Anweisung beschädigt; keine gesicherte Reihenfolge vorgetäuscht.

Vers 201
rītyānayā dakṣasevyamantre samavadhāryatām |
vedādimāye sarveṣu sthāneṣu pratiṣaṭsvapi ||201||

So ist die Verfahrensweise beim von Daksha verehrten Mantra zu verstehen. [Bei der nächsten:] Vedādi und Maya an jeder der sechs Stellen …

Anmerkung: Zweite Hälfte beginnt die Rama-Anweisung.

Vers 202
caturo'rṇānbhinnabhinnān śeṣe sarvatra kīrtayet |
tāneva caturo vacmi pṛthagrūpān varānane ||202||

… und am Ende spreche man überall jeweils vier verschiedene Laute. Diese Vierergruppen werde ich einzeln nennen, Schöngesichtige.

Vers 203
prabhañjanā ca vijayo'nāhataḥ pakṣa eva ca |
bhrāmarī ca tathā mando bhogo vīrastathaiva ca ||203||

Prabhañjanā, Vijaya, Anāhata und Pakṣa; dann Bhrāmarī, Manda, Bhoga und Vīra.

Anmerkung: Zwei Vierergruppen verschlüsselter Lautnamen.

Vers 204
pracaṇḍā cātha sammohaḥ sṛṣṭirvetāla eva ca |
kekarākṣī ca patanaṃ tretā bhīro tataḥ param ||204||

Pracaṇḍā, Sammoha, Sṛṣṭi und Vetāla; Kekarākṣī, Patana, Tretā und danach Bhīra.

Anmerkung: Letzter Deckname im OCR als bhauro/ähnlich beschädigt; Lesung Bhīra unsicher und nicht in eine Silbe umgewandelt.

Vers 205
kālarātriśca saṃhāraḥ kṛtyā puṭaka eva ca |
pāṭastato'nu dātavyamuttalaḥ [?] ca kaṭakaṭā ||205||

Kālarātrī, Saṃhāra, Kṛtyā und Puṭaka; danach Pāṭa, Uttala [?] und Kaṭakaṭā …

Anmerkung: Letzter Name der sechsten Gruppe folgt in 206. Haupttext pāṭa, Variante gha pota; Uttala schon in der Quelle fraglich.

Hiranyakashipus Nyasa mit Kutas und Astra-Gliedern

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 206
vārī rāmopāsitāyāḥ saptadaśyāḥ ṣaḍaṅgakam |
praṇavaḥ śākinī māyā phetkārī ḍākinī parā ||206||

… und Vārī. [Dies ist] der sechsgliedrige Nyasa der von Rama verehrten siebzehnsilbigen [Vidya]. [Für die nächste:] Pranava, Shakini, Maya, Phetkari, Dakini und Para …

Anmerkung: Zweite Hälfte beginnt die Hiranyakashipu-Folge. Para kann als zusätzlicher Deckname oder als nähere Bestimmung von Dakini gelesen werden; die Unklarheit bleibt bestehen.

Vers 207
kūṭe saṃhārapaiśāce prājāpatyāstrameva ca |
śmaśānavāsinī ṅe'ntā tāraḥ kūrcaśca yoginī ||207||

… die Kutas Saṃhāra und Paiśāca, das Prājāpatya-Astra und Śmaśānavāsinī im Dativ. [Dann:] Tāra, Kurcha und Yoginī …

Anmerkung: Śmaśānavāsinī: die auf dem Leichenverbrennungsplatz wohnt. Mit diesem Namen endet die erste Gliedformel.

Vers 208
pralayaḥ kaṇikā cāpi śaktisiddhau ca kūṭakau |
pāṣāṇāstraṃ tathā ṅe'ntā deyā khaṭvāṅgadhāriṇī ||208||

… Pralaya, Kaṇikā, die beiden Kutas Śakti und Siddha sowie das Pāṣāṇa-Astra; dazu ist Khaṭvāṅgadhāriṇī im Dativ einzusetzen.

Anmerkung: Khaṭvāṅgadhāriṇī: Trägerin des schädelbesetzten Stabes. Die Decknamen werden nicht zu einer vollständigen Silbenfolge ergänzt.

Vers 209
vedādirmanmatho rāmā śuddhalā hāra eva ca |
anākhyākūṭaṃ bhāsākhyaṃ kūṭaṃ nāgāstrameva ca ||209||

Vedādi, Manmatha, Rāmā, Śuddhalā und Hāra, das Anākhyā-Kuta, das Bhāsā genannte Kuta und das Nāga-Astra …

Anmerkung: Śuddhalā als unsichere sichtbare Namensform bewahrt.

Vers 210
ulkāmukhī tathā ṅe'ntā gāyatrī mukhavāgbhavau |
lakṣmīnṛsiṃhau kulikaṃ puṣkaraṃ kūṭamanvataḥ ||210||

… und Ulkāmukhī im Dativ. [Dann:] Gāyatrī, Mukha und Vāgbhava, Lakshmi und Nrisimha, danach das Kulika- und das Pushkara-Kuta …

Anmerkung: Wortteilung mukhavāgbhavau als zwei Glieder entsprechend der Dualendung; genaue Benennung der anschließenden Kuta-Gruppe bleibt etwas unsicher. Ulkāmukhī: Feuerbrandgesichtige.

Vers 211
hiraṇyagarbhakūṭaṃ ca mātaṅgāstramanantaram |
tato'nu deyā deveśi ṅe'ntā vai muṇḍamālinī ||211||

… das Hiranyagarbha-Kuta und danach das Mātaṅga-Astra. Anschließend ist Muṇḍamālinī im Dativ einzusetzen, Herrin der Götter.

Anmerkung: Muṇḍamālinī: Trägerin einer Schädelgirlande.

Vers 212
vedaśīrṣaṃ tathā kālī kālarātriśca kṛtyayā |
nādāntakasattvakūṭe svādhiṣṭhānaṃ ca kūṭakam ||212||

Vedaśīrṣa, Kālī und Kālarātrī mit Kṛtyā, die Kutas Nādāntaka und Sattva sowie das Svadhishthana-Kuta …

Anmerkung: Variante kha Nāgāntaka statt Nādāntaka; Hauptlesung bewahrt.

Vers 213
jambhakāstraṃ tato ṅe'ntā caṇḍakāpālinī priye |
janmahāmekhalāsānucāmarāḥ saumatastataḥ ||213||

… das Jambhaka-Astra, danach Caṇḍakāpālinī im Dativ, Geliebte. [Dann:] Janma, Mahāmekhalā, Sānu, Cāmara und Saumata …

Anmerkung: Caṇḍakāpālinī: wilde Schädelträgerin. Wortgrenzen und letzter Deckname im zweiten Halbvers nicht völlig sicher; keine unlesbaren Laute ergänzt.

Vers 214
maṇipūrānāhatākhye kūṭe ca tadanantaram |
cākrāstraṃ ca tathā ṅe'ntā caṇḍayogeśvarī punaḥ ||214||

… danach die Kutas namens Manipura und Anahata, das Cākra-Astra und wiederum Caṇḍayogeśvarī im Dativ.

Anmerkung: Anāhata aus beschädigtem OCR gelesen, geringe Unsicherheit vermerkt; keine eigentliche Chakra-Praxis aus diesen Lautdecknamen abgeleitet.

Brahma und Vasishtha

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 215
idaṃ hiraṇyakaśipūpāsitāyāḥ ṣaḍaṅgakam |
dve dve trīṇi tathā pañca trīṇi dve cākṣare kramāt ||215||

Dies ist der sechsgliedrige Nyasa der von Hiranyakashipu verehrten [Vidya]. [Bei der nächsten:] zwei, zwei, drei, fünf, drei und zwei Laute der Reihe nach …

Anmerkung: Zweite Hälfte beginnt die Brahma-Folge.

Vers 216
mantrasya sundari brahmopāsitasya prakīrtitam |
vāsiṣṭhasaptadaśyāśca ṣaḍaṅgāni niśāmaya ||216||

… so wird [der Nyasa] des von Brahma verehrten Mantras angegeben, Schöne. Vernimm nun die sechs Glieder der siebzehnsilbigen Vasishtha-Vidya.

Vers 217
daṇḍalajjāgo'ṃśuśuklāḥ hṛdayāṅguṣṭhayoḥ smṛtāḥ |
veṇvādipañcakaṃ śīrṣatarjanyoḥ samudāhṛtam ||217||

Daṇḍa, Lajjā, Go, Aṃśu und Śukla gehören zu Herz und Daumen; die mit Veṇu beginnende Fünfergruppe wird Kopf und Zeigefinger zugeordnet.

Anmerkung: Die auf Veṇu folgenden vier Glieder werden hier nicht genannt; nicht aus einer vermuteten Systematik ergänzt.

Vers 218
madhyamāśikhayostaddadyātkalpādipañcakam |
kavace'nāmikāyāṃ ca tathā caivādyapañcakam ||218||

An Mittelfinger und Shikha setze man die mit Kalpa beginnende Fünfergruppe; am Schutzpanzer und Ringfinger ebenso die erste Fünfergruppe.

Anmerkung: Ādyapañcaka kann „erste Fünfergruppe“ bedeuten; falls ein Deckname Ādya gemeint ist, lässt der vorhandene Text dies nicht sicher erkennen.

Vers 219
kaniṣṭhākṣitraye dadyāddevi pūrvādipañcakam |
astre ca karapṛṣṭhe ca tathā dvīpādipañcakam ||219||

An kleinen Finger und drei Augen setze man, Göttin, die mit Pūrva beginnende Fünfergruppe; an Astra und Handrücken die mit Dvīpa beginnende Fünfergruppe.

Anmerkung: Keine unausgeschriebenen Glieder ergänzt.

Vishnutattva: sechs Reihen von Chiffren

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 220
iyānviśeṣo vāsiṣṭhyāṃ mayā te samudāhṛtaḥ |
adhunā viṣṇutattvasya ṣaḍaṅganyāsamīśvari ||220||

Soweit habe ich dir die Besonderheiten der Vasishtha-[Vidya] genannt. Nun [vernimm] den sechsgliedrigen Nyasa des Vishnutattva, Herrin …

Vers 221
avadhehi samastebhyo nyāsebhyaḥ kaṭhinaṃ tvidam |
kūṭanāḍīsūktavarṇasaricchikhariṇāṃ priye ||221||

… höre aufmerksam: Dieser ist schwieriger als alle anderen Nyasas. Von Kutas, Nadis, Hymnen, Farben, Flüssen und Bergen, Geliebte …

Anmerkung: Varṇa hier gemäß nachfolgender Farbreihe als Farbe verstanden. OCR-Ziffer 121 gemäß Folge als 221 gelesen.

Vers 222
samājaḥ kathitaḥ ko'nyastasmādeṣu bhaviṣyati |
kūṭaṃ caikaṃ tathā nāḍī caikā sūktaṃ tathaikakam ||222||

… wird eine Zusammenstellung angegeben; was anderes sollte dabei [hinzukommen]? Je ein Kuta, eine Nadi und ein Hymnus …

Anmerkung: Erster Halbvers sprachlich unsicher, aber die angekündigte Zusammenstellung ist klar; keine zusätzliche Kategorie erschlossen.

Vers 223
varṇaścaikaḥ sariccaikā giriścaikaḥ kramādime |
tārayorantarālasthā nyasyāḥ sthāneṣu teṣu hi ||223||

… eine Farbe, ein Fluss und ein Berg: Diese sind der Reihe nach zwischen zwei Tāra-[Lauten] an den betreffenden Stellen einzusetzen.

Vers 224
pratyekaṃ kramaśastānvai vyāharāmyavadhāraya |
agniṣṭomo vājapeyo viśvajiccayanaṃ tathā ||224||

Ich nenne sie einzeln der Reihe nach; höre zu: Agniṣṭoma, Vājapeya, Viśvajit und Cayana …

Anmerkung: Hier als Kuta-Namen verwendete Opferbezeichnungen, keine Anweisung zur Durchführung dieser Opfer.

Vers 225
rājasūyo'śvamedhaśca kūṭāḥ ṣaṭkramato matāḥ |
payasvinī hastijihvā gāndhārī vāraṇā kuhūḥ ||225||

… Rājasūya und Aśvamedha: Dies sind die sechs Kutas in ihrer Reihenfolge. Payasvinī, Hastijihvā, Gāndhārī, Vāraṇā, Kuhū …

Anmerkung: Zweite Hälfte beginnt die Nadi-Reihe.

Vers 226
viśvodarā krameṇaiva nāḍyaḥ ṣaṭkramato'ṅgane |
somāraudraṃ pāvamānī vaiśvadevaṃ ca gāruḍam ||226||

… und Viśvodarā: Dies sind die sechs Nadis in ihrer Reihenfolge, Schöne. Somāraudra, Pāvamānī, Vaiśvadeva und Gāruḍa …

Anmerkung: Zweite Hälfte beginnt die Sukta-Reihe; erste Hymnusbezeichnung im OCR leicht unsicher.

Vers 227
haviṣyāntāgniṣomīyaṃ sūktāni kramato hi ṣaṭ |
śuklo gauraḥ pāṇḍaraśca kausumbhaḥ kapilo'ruṇaḥ ||227||

… Haviṣyānta und Āgniṣomīya: Dies sind die sechs Hymnen der Reihe nach. Weiß, hellgelb, weißlich, saflorrot, gelbbraun und morgenrot …

Anmerkung: Erste Gruppe als zwei Sukta-Namen entsprechend der angekündigten Sechserreihe gelesen; Haviṣyānta als Namensform unsicher. Farbwörter: śukla, gaura, pāṇḍara, kausumbha, kapila, aruṇa.

Vers 228
ṣaḍime kramato varṇā jñātavyā nyāsakarmaṇi |
kāverī yamunā gaṅgā sarayūrgaṇḍakī tathā ||228||

… diese sechs Farben sind in dieser Reihenfolge für den Nyasa zu verstehen. Kaveri, Yamuna, Ganga, Sarayu, Gandaki …

Vers 229
tāmraparṇī ca nadyaḥ ṣaṭkrameṇaiva mayeritāḥ |
merumandarakailāsatrikūṭāstodayāśca ṣaṭ ||229||

… und Tamraparni: Diese sechs Flüsse habe ich in ihrer Reihenfolge genannt. Meru, Mandara, Kailasa, Trikuta, Asta und Udaya sind die sechs …

Anmerkung: Asta und Udaya: Berge des Sonnenuntergangs und Sonnenaufgangs in der traditionellen Weltbeschreibung.

Vers 230
girayaḥ kramataḥ proktāstattatsthānākṣarātmakāḥ |
syādevaṃ viṣṇutattvasya ṣaḍaṅganyāsa īśvari ||230||

… Berge in ihrer Reihenfolge; sie bestehen aus den Lauten ihrer jeweiligen Stellen. So wird der sechsgliedrige Nyasa des Vishnutattva vollzogen, Herrin.

Anmerkung: Die Quelle setzt ein Chiffrensystem voraus; dessen nicht ausgeschriebene Laute werden nicht rekonstruiert.

Ambahridaya, Rudra und die Vishvedevas

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 231
ṣaḍādau yāni bījāni tiṣṭhantyasya manoḥ kramāt |
teṣvekaikaṃ hi tattacca sthānaṃ manubhireva taiḥ ||231||

Von den sechs Bijas, die am Anfang dieses Mantras der Reihe nach stehen, [setze man] jeweils eines an die betreffende Stelle, mit eben diesen Mantra-[Gliedern].

Anmerkung: Beginn der Ambahridaya-Anweisung; Satzfügung im zweiten Halbvers knapp und etwas beschädigt.

Vers 232
ambāhṛdayamantrasya vidheyo […] |
rudropāsitaṣoḍaśyā nyāsaṃ jānīhi samprati ||232||

So ist beim Ambahridaya-Mantra […] zu verfahren. Lerne nun den Nyasa der von Rudra verehrten sechzehnsilbigen [Vidya] kennen.

Anmerkung: Fragment: Ende des ersten Halbverses unlesbar.

Vers 233
trīṇi varṇāni ca dve ca tathā caikaṃ ca pañca ca |
punastrīṇi […] ca mantrasya kamalānane ||233||

Drei Laute, zwei, einer, fünf, wiederum drei und […] des Mantras, Lotusgesichtige …

Anmerkung: Fragment: letzte Gruppenzahl beschädigt; nicht allein aus der Gesamtsumme zu zwei ergänzt. OCR-Ziffer 223 gemäß Folge als 233 gelesen.

Vers 234
teṣu teṣu nyasetsthāneṣvevaṃ rudrānuśāsanam |
yā ṣoḍaśārṇā kathitā viśvedevādhidevatā ||234||

… setze man an die betreffenden Stellen; so lautet Rudras Anordnung. Die sechzehnsilbige [Vidya], die als oberste Gottheit der Vishvedevas genannt wurde …

Anmerkung: Wechsel zur nächsten Nyasa-Anweisung im zweiten Halbvers.

Vers 235
tasyā nyāsaṃ pravakṣyāmi yathāvadavadhāraya |
tritayaṃ mantravarṇānāmādyaṃ yojyaṃ hṛdi priye ||235||

… deren Nyasa werde ich darlegen; höre genau zu. Die ersten drei Laute des Mantras sind an das Herz zu setzen, Geliebte.

Vers 236
tato'nu dvitayaṃ śīrṣe śikhāyāṃ tāvadeva ca |
turye'pyādisadṛkṣaṃ syātkavacānāmikāhvaye ||236||

Darauf zwei an den Kopf und ebenso viele an die Shikha. Im vierten Glied, das Schutzpanzer bzw. Ringfinger heißt, gilt dieselbe Zahl wie im ersten.

Anmerkung: Drei Laute für das vierte Glied ergeben sich aus der ausdrücklich genannten Rückverweisung, nicht aus einer Ergänzung beschädigter Schrift.

Vers 237
dvitīyena tṛtīyena tulyaṃ jñeyaṃ ca pañcakam |
caturbhirapi vai śeṣavarṇairastraṃ samāpayet ||237||

Das fünfte [Glied] besitzt dieselbe Zahl wie das zweite und dritte. Mit den vier übrigen Lauten schließe man das Astra-Glied ab.

Anmerkung: Pañcakam hier das fünfte Glied, nicht eine zusätzliche Fünfergruppe; Rückverweise ergeben 3+2+2+3+2+4 = 16.

Ravanas Siebzehnsilber und der Kamakalakali-Rückverweis

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 238
evaṃ ṣoḍaśavarṇāni bhavanti kramaśaḥ priye |
ṣoḍhānyāse kāmakalākālyā yā rāvaṇārcitā ||238||

So ergeben sich der Reihe nach sechzehn Laute, Geliebte. [Nun zu jener Vidya], die im sechsfachen Nyasa Kamakalakalis als von Ravana verehrt …

Anmerkung: Zweite Hälfte beginnt einen ausdrücklichen Rückverweis auf Kamakalakali; unterschiedliche Werkteile nicht ohne Kennzeichnung vermischt.

Vers 239
samuddhṛtā saptadaśī trailokyavijayāhvaye |
yantraṃ yantraprasaṅgena tasyāḥ samupavarṇitam ||239||

… als Siebzehnsilber im sogenannten Trailokyavijaya erschlossen wurde. Ihr Yantra wurde beim Thema der Yantras beschrieben.

Anmerkung: Querverweis des Grundtextes, genaue Referenz nicht unbelegt mit einer modernen Kapitelnummer gleichgesetzt.

Vers 240
karāṅganyāsamadhunā kathayāmi śucismite |
nāsyā ṛṣyādikaṃ proktaṃ kvāpi pūrvaṃ mayā hyataḥ ||240||

Nun beschreibe ich ihren Hand- und Körpernyasa, du mit dem reinen Lächeln. Weil ich ihren Rishi und die übrigen Faktoren zuvor noch nirgends genannt habe …

Anmerkung: Satz setzt sich im folgenden Vers fort.

Vers 241
etatprasaṅgena purastadeva vyāharāmi te |
paścātṣaḍaṅganyāsaṃ te kathayiṣyāmi durgraham ||241||

… nenne ich sie dir bei dieser Gelegenheit zuerst. Danach beschreibe ich den schwer zu erfassenden sechsgliedrigen Nyasa.

Vers 242
ṛṣiḥ śunaka ākhyātaḥ śarkarī [śakvarī] chanda ucyate |
daśānanā guhyakālī devatā parikīrtitā ||242||

Als Rishi wird Shunaka genannt; das Metrum heißt Śarkarī [Śakvarī]. Als Gottheit wird die zehngesichtige Guhyakali angegeben.

Anmerkung: Metrumsname in der Quelle selbst korrigierend/variierend vermerkt; keine scheinbar einheitliche Lesung.

Vers 243
ḍākinī bījamuditaṃ śākinī śaktirucyate |
phetkārī kīlakaṃ jñeyaṃ prayogaḥ sarvasiddhaye ||243||

Dakini ist als Bija angegeben, Shakini als Shakti. Phetkari ist als Kilaka zu verstehen; die Anwendung dient sämtlichen Siddhis.

Vers 244
iti ṛṣyādikaṃ proktamaṅganyāsaṃ nibodha me |
purataḥ kaṇikāyugmaṃ madhye kūṭaṃ ca gosavam ||244||

Damit sind Rishi und die übrigen Faktoren genannt. Vernimm nun meinen Körpernyasa: Vorne ein Paar Kaṇikā-[Laute], in der Mitte das Gosava-Kuta …

Vers 245
duṣkṛtadvitayaṃ śeṣe ṅe'ntā vai muṇḍamālinī |
etāvantyasya īśāni hṛnmantreṇa samo hṛdi ||245||

… am Ende zweimal Duṣkṛta und Muṇḍamālinī im Dativ. Diese [Glieder] zusammen mit dem Herz-Mantra gehören an das Herz, Herrin.

Anmerkung: Satzfügung etāvantyasya beschädigt, Zuordnung zum Herz klar; keine ungeschriebenen Bijas ergänzt.

Vers 246
sambhūti […] ca madhye kūṭaṃ gavāmayam |
dākṣikaṃ saumataṃ śeṣe ṅe'ntā kāmāṅkuśā tataḥ ||246||

Sambhūti und […], in der Mitte das Gavāmaya-Kuta, am Ende Dākṣika und Saumata, danach Kāmāṅkuśā im Dativ.

Anmerkung: Fragment: zweite Chiffre unlesbar; Gavāmaya gemäß Haupttext, nicht automatisch in einen bekannten Opfernamen geändert.

Vers 247
ayaṃ śirasi vinyasyaḥ śeṣe śīrṣamanūkṣitaḥ |
nādāntakaṃ cāmaraṃ ca gomedhaṃ kūṭamanvataḥ ||247||

Dies ist, am Ende mit dem Kopf-Mantra verbunden, an den Kopf zu setzen. [Dann:] Nādāntaka und Cāmara, danach das Gomedha-Kuta …

Anmerkung: Kleine Wortunsicherheit bei manūkṣitaḥ, Funktion der Kopfzuordnung verständlich.

Vers 248
bhogaḥ sṛṣṭistato ṅe'ntā deyā devi kapālinī |
śikhāmantreṇa sahitaḥ śikhāyāṃ nyasya īdṛśaḥ ||248||

… Bhoga und Sṛṣṭi; danach ist Kapālinī im Dativ einzusetzen, Göttin. Mit dem Shikha-Mantra verbunden wird diese Folge an die Shikha gesetzt.

Vers 249
virūpamaparāntaṃ ca godohaṃ kūṭamanvataḥ |
saṃsṛṣṭiṃ ca vikośaṃ ca ṅe'ntā ḍamaruḍāmarī ||249||

Virūpa und Aparānta, danach das Godoha-Kuta, Saṃsṛṣṭi und Vikośa, dazu Ḍamaruḍāmarī im Dativ …

Anmerkung: Namen der Formelbausteine bleiben unaufgelöst; Ḍamaruḍāmarī ist ein mit Trommelklang verbundenes Göttinnenepitheton.

Vers 250
nyasyaḥ kavacamantreṇa kavace varavarṇini |
nālīkaṃ ca bhuśuṇḍīṃ ca gajacchāyaṃ ca kūṭakam ||250||

… sind mit dem Kavacha-Mantra an den Schutzpanzer zu setzen, Schöngestaltete. [Dann:] Nālīka, Bhuśuṇḍī und das Gajacchāya-Kuta …

Vers 251
tato'nu vīravetālau ṅe'ntā sammohinī tataḥ |
netramantreṇa sahito nyasennetratraye'pi ca ||251||

… danach Vīra und Vetāla, anschließend Sammohinī im Dativ. Zusammen mit dem Augen-Mantra setze man dies an die drei Augen.

Anmerkung: Sammohinī: die bezaubert/verblendet.

Vers 252
carpaṭaṃ maṇimālāṃ ca guhyākūṭaṃ tataḥ param |
śāmbhavadvitayaṃ śeṣe guhyakālī saṅe'ntakā ||252||

Carpaṭa, Maṇimālā und danach das Guhyā-Kuta; am Ende zweimal Śāmbhava und Guhyakali im Dativ.

Vers 253
astramantreṇa sahito nyasyo'streṣu varānane |
iti rāvaṇapūjyāyāḥ kaṭhino nyāsa ūhyatām ||253||

Mit dem Astra-Mantra verbunden ist dies an die Astra-[Stelle] zu setzen, Schöngesichtige. So ist der schwierige Nyasa der von Ravana verehrten [Vidya] zu erschließen.

Anmerkung: Plural astreṣu wie eine funktionale Ortsangabe wiedergegeben; keine weiteren Körperstellen erfunden.

Ravanas Sechsunddreißigsilber und eine unsichere Zählfolge

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 254
anyasyā api paulastyārādhitāyā niśāmaya |
nyāsaṃ ṣaṭtriṃśadakṣaryāḥ pūrvasyāḥ sugamaṃ priye ||254||

Vernimm auch den Nyasa der anderen, sechsunddreißigsilbigen [Vidya], die der Nachkomme Pulastyas verehrt. Er ist leichter als der vorhergehende, Geliebte.

Anmerkung: Nachkomme Pulastyas: Ravana.

Vers 255
mantravarṇāḥ krameṇaiva nyasanīyā yatātmanā |
nyasanaṃ yena saṅgrāme jayamāpnoti mānavaḥ ||255||

Die Mantralaute sind von einem Selbstbeherrschten der Reihe nach zu setzen. Durch diesen Nyasa erlangt der Mensch Sieg im Kampf.

Anmerkung: Historische Wirkungsverheißung.

Vers 256
krameṇāsyā mantravarṇairdigbhiraṅkairathādribhiḥ |
ṛtvigbhirgobhiraśvaiśca teṣu sthāneṣu sannyaset ||256||

Der Reihe nach setze man ihre Mantralaute an jene Stellen in den Gruppen Dik, Aṅka, Adri, Ṛtvij, Go und Aśva.

Anmerkung: Zahlchiffren gewöhnlich 10, 9, 7, 16, 9, 7, zusammen 58, während 254 einen Sechsunddreißigsilber nennt. Mögliche versetzte Jayamangala-Anweisung; nicht ohne sicheren Befund umgeordnet. Folgender Vers nennt eine andere, zusammen 36 ergebende Gruppenfolge.

Vers 257
ṣaṭpañca caturo varṇān hṛdi śīrṣe śikhāsu ca |
sapta sapta tathā sapta kavace ca dṛgastrayoḥ ||257||

Sechs, fünf und vier Laute setze man an Herz, Kopf und Shikha; je sieben, sieben und sieben an Schutzpanzer, Augen und Astra.

Anmerkung: Die sechs Zahlen ergeben 36; Abweichung zur vorherigen Chiffrenreihe ausdrücklich nicht harmonisiert.

Bhogavidya: andere vollständige Mantras als Nyasa-Glieder

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 258
atho niśāmaya mahāmaṅgalākhyamanoḥ priye |
nyāsastu bhogavidyāyā mahādbhutakaraḥ priye ||258||

Vernimm nun [den Nyasa] des Mantras namens Mahamangala, Geliebte. Der Nyasa der Bhogavidya wirkt große Wunder, Geliebte.

Anmerkung: Beide Bezeichnungen stehen im vorhandenen Text. Ob Mahamangala hier ein weiterer Name der Bhogavidya oder ein versetzter Übergang ist, bleibt offen.

Vers 259
bhinnairbhinnairmahāmantrairjāyate yatṣaḍaṅgatā |
yā rāvaṇopāsitā hi khyātā saptadaśī bhuvi ||259||

Denn seine sechs Glieder werden aus verschiedenen großen Mantras gebildet. Die siebzehnsilbige [Vidya], die auf Erden als von Ravana verehrt bekannt ist …

Vers 260
tayā sampūrṇayāṅguṣṭhahṛdornyāsaṃ samācaret |
viśvedevārādhitā yā ṣoḍaśārṇā manūttamā ||260||

… mit ihr vollständig vollziehe man den Nyasa an Daumen und Herz. Die höchste sechzehnsilbige [Vidya], die von den Vishvedevas verehrt wird …

Vers 261
tayā sampūrṇayā śīrṣatarjanyornyasya īśvari |
yā vāsiṣṭhī saptadaśī mayā te kathitā purā ||261||

… mit ihr vollständig ist der Nyasa an Kopf und Zeigefinger zu vollziehen, Herrin. Die siebzehnsilbige Vasishtha-Vidya, die ich dir früher genannt habe …

Vers 262
tayā sampūrṇayā nyāsaḥ śikhāmadhyamayorbhavet |
[…] rāmopāsitāyāḥ khyātaḥ saptadaśīmanuḥ ||262||

… mit ihr vollständig geschieht der Nyasa an Shikha und Mittelfinger. […] der bekannte siebzehnsilbige Mantra, den Rama verehrt …

Anmerkung: Fragment: ein einleitendes Wort der zweiten Hälfte beschädigt, Zuordnung und Silbenzahl lesbar.

Vers 273 (an der Stelle von 263)
tenākhilenānāmikāyāṃ kavace'pi pravinyaset |
brahmārādhitayā saptadaśyā sampūrṇayā punaḥ ||273||

… mit ihm vollständig vollziehe man den Nyasa an Ringfinger und Schutzpanzer. Mit der vollständigen, von Brahma verehrten siebzehnsilbigen [Vidya] wiederum …

Anmerkung: Hier zeigt der OCR-Text die Nummer 273 statt der in der Folge zu erwartenden 263. Interne ID 263, abweichende Quellnummer sichtbar bewahrt.

Vers 264
netratraye kaniṣṭhāyāṃ nyasanīyaḥ prayatnataḥ |
mahārudrārcitamahāṣoḍaśyā paripūrṇayā ||264||

… ist sorgfältig an die drei Augen und den kleinen Finger zu setzen. Mit der vollständigen, von Maharudra verehrten Mahashodashi …

Vers 265
nyāso vidheyaḥ khaḍgāstre tathā ca karapṛṣṭhayoḥ |
rītyānayā bhogavidyāṣaḍaṅganyāsa īritaḥ ||265||

… ist der Nyasa am Schwert-Astra sowie an den Handrücken zu vollziehen. So wurde der sechsgliedrige Nyasa der Bhogavidya beschrieben.

Guhyeshvari: der Nyasa des Hundertsilbers

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 266
atha guhyeśvarīmantro śatākṣaryā […] ucyate |
tasya nyāsaṃ pravakṣyāmi mantrabījārṇasambhavam ||266||

Nun [folgt] der Guhyeshvari-Mantra, der als hundertsilbige [Vidya] […] bezeichnet wird. Ich werde seinen Nyasa darlegen, der aus den Bija-Lauten des Mantras besteht.

Anmerkung: Fragment: kleine Wortgruppe der ersten Hälfte unlesbar.

Vers 267
ḍākinī bhrāmarī caṇḍacāmuṇḍāṅguṣṭhayorhṛdi |
hī ruṭ strī yoginī vicce ghore tarjaniśīrṣayoḥ ||267||

Dakini, Bhramari und Caṇḍacāmuṇḍā an Daumen und Herz; hī, ruṭ, strī, Yoginī, vicce, ghore an Zeigefinger und Kopf.

Anmerkung: Kurze Lautformen im OCR unsicher, insbesondere hī/ruṭ/strī; keine Anusvaras oder verlängerten Silben stillschweigend ergänzt. Ghore: „du Furchtbare“; vicce und Bijas ohne erfundene Wortbedeutung.

Vers 268
kāmabījaṃ śaktibījaṃ tathā guhyeśvarīti ca |
madhyamābhyāṃ śikhāyai ca vedādi śākinīṃ tathā ||268||

Kama-Bija, Shakti-Bija und „Guhyeśvari“ an beide Mittelfinger und an die Shikha. [Dann:] Vedādi und Shakini …

Anmerkung: Guhyeśvari ist die Anrede „Herrin des Geheimen“.

Vers 269
tataḥ siddhikarālītyanāmikābhyāṃ ca varmaṇe |
kulikaṃ saṃvidaṃ cāpyavarṇeśvari cetyapi ||269||

… danach „Siddhikarāli“ an beide Ringfinger und den Schutzpanzer. [Dann:] Kulika, Saṃvid und „Avarṇeśvari“ …

Anmerkung: Siddhikarāli: Siddhi-Karali; Avarṇeśvari als sichtbare, aber unsichere Anrede bewahrt. Nicht stillschweigend zu Sarvavarṇeśvarī erweitert.

Vers 270
kaniṣṭhābhyāṃ dṛktritaye śākinīṃ śira eva ca |
prakṛtyapara ityuktvā śivanirvāṇade tathā ||270||

… an beide kleinen Finger und an die drei Augen. [Dann:] Shakini und Śiras, sodann „Prakṛtyapara“ aussprechen und „Śivanirvāṇade“ …

Anmerkung: Prakṛtyapara ist im OCR sprachlich unsicher; Śivanirvāṇade heißt „du, die das Nirvāṇa Shivas gewährt“. Keine vermutete Endung der vorherigen Anrede ergänzt.

Vers 271
karapṛṣṭhāstrayostattanmantreṇa samudāhṛtam |
nyāso viṃśativaktrāyā guhyeśvaryāḥ prakīrtitaḥ ||271||

… an Handrücken und Astra, jeweils mit dem zugehörigen Mantra. Damit ist der Nyasa der zwanziggesichtigen Guhyeshvari genannt.

Der Tausendsilber und seine Neunergruppen

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 272
anenaivārādhanīyaḥ kinnaropāsito manuḥ |
vakṣye'dhunā devi navanavārṇanyāsamuttamam ||272||

Auf eben diese Weise ist der von den Kinnaras verehrte Mantra zu verehren. Nun werde ich den höchsten Nyasa der je neun Laute darlegen, Göttin.

Anmerkung: Navanavārṇa gemäß dem klaren Neunergruppen-Kontext, OCR navabhavārṇa beschädigt; gemeint ist laut Abschnittsüberschrift der Tausendsilber.

Vers 273
vidhāya vāramātraṃ yaṃ sākṣādrudro'bhijāyate |
bījakūṭopakūṭāni navaiva syuryathā tathā ||273||

Wer ihn nur ein einziges Mal vollzieht, wird unmittelbar Rudra. Die Bijas, Kutas und Neben-Kutas sind so zu ordnen, dass es jeweils neun sind.

Anmerkung: Diese reguläre Quellnummer 273 bleibt neben der versehentlich früher gedruckten 273 bei interner ID 263 erhalten.

Vers 274
bījāni syurnavaivātra nyāse ṣaṭpratikāhvayam |
prabhañjanā bhrāmarī ca pracaṇḍā ḍākinī tathā ||274||

Hier sind es jeweils neun Bijas im Nyasa der sechs [Formelglieder]. [Zuerst:] Prabhañjanā, Bhrāmarī, Pracaṇḍā und Dakini …

Anmerkung: Verbindung ṣaṭpratikāhvaya sprachlich unsicher; nicht als eigenständiger sicherer Fachname ausgegeben. Variante kha nennt Shakini statt Dakini.

Vers 275
kekarākṣī mahārātriḥ kālarātristathaiva ca |
ādyantasthitavedādimadhābhyāṃ pariveṣṭitā ||275||

… Kekarākṣī, Mahārātrī und Kālarātrī, umrahmt von Vedādi am Anfang und Madhā am Ende …

Anmerkung: Zweiter Rahmenname madhā aus der sichtbaren Gruppe nicht sicher identifizierbar; nicht nach der Neunerzahl geraten.

Vers 276
tataḥ sambodhanaṃ caṇḍakāpālinyā varānane |
hṛdayāṅguṣṭhayorhārdamantreṇa parivinyaset ||276||

… danach die Anrede an Caṇḍakāpālinī, Schöngesichtige. Mit dem Herz-Mantra setze man dies an Herz und Daumen.

Anmerkung: Anrede wird nur angewiesen, nicht in eine vollständig expandierte Formel umgeschrieben.

Vers 277
anāhatastathā bhogaḥ sṛṣṭiḥ phetkāriṇī tathā |
tretā karālī kṛtyā ca sarvādisthakulāṅganā ||277||

Anāhata, Bhoga, Sṛṣṭi, Phetkāriṇī, Tretā, Karālī und Kṛtyā; Kulāṅganā steht ganz am Anfang …

Anmerkung: Sieben innere Glieder plus Anfangs- und Endglied; letztes Rahmenwort folgt im nächsten Vers.

Vers 278
sarvāntaḥsthitarāvā ca sambodhanatayā sthitā |
vajrakāpālinī śīrṣatarjanyostanmanūttarā ||278||

… Rāva ganz am Ende, danach Vajrakāpālinī als Anrede; an Kopf und Zeigefinger, mit dem zugehörigen Mantra am Schluss.

Anmerkung: Die im OCR vor diesem Vers erscheinende zusätzliche Halbzeile ādya-sphurad-yoginīkaś carame schließt sachlich an 284 an und wird dort mit gekennzeichneter Umstellung bewahrt.

Vers 279
sandaṃśakaśca nālīko bhuśuṇḍī parighastathā |
gadā ca tomaraḥ prāsaḥ sammukhasthitamanmathaḥ ||279||

Sandaṃśaka, Nālīka, Bhuśuṇḍī, Parigha, Gadā, Tomara und Prāsa; Manmatha steht voran …

Anmerkung: Waffenbezeichnungen als Lautchiffren: unter anderem Zange, Keule, Wurfspieß und Lanze. OCR-Ziffer 276 gemäß Folge als 279 gelesen.

Vers 280
caramasthitakūrceśca sambuddhipadabṛṃhitā |
siddhikāpālinī nyāsaḥ śikhāmadhyamayorbhavet ||280||

… Kurcha am Ende; ergänzt durch die Anrede an Siddhikāpālinī ergibt sich der Nyasa an Shikha und Mittelfinger.

Vers 281
ḍamaruścaiva nārācaḥ śūlo bhallastathaiva ca |
ardhacandro vatsadantaḥ kṣurapraśceti sapta vai ||281||

Ḍamaru, Nārāca, Śūla, Bhalla, Ardhacandra, Vatsadanta und Kṣurapra: Dies sind die sieben.

Anmerkung: Hier Namen der sieben inneren Lautglieder; mehrere bezeichnen Waffen bzw. Pfeilspitzen, ḍamaru eine Trommel. Keine Silben ergänzt.

Vers 282
prāsādenādisaṃsthena nṛsiṃhenāntaśobhinā |
yuktā sambodhanatayā brahmakāpālinī tataḥ ||282||

Mit Prāsāda am Anfang und Nṛsiṃha als abschließendem Schmuck verbunden, danach Brahmakāpālinī als Anrede …

Vers 283
anāmikāvarmaṇośca nyasanīyo varānane |
bhindipālaśca […] sārigho musalastathā ||283||

… ist [diese Folge] an Ringfinger und Schutzpanzer zu setzen, Schöngesichtige. [Dann:] Bhindipāla, […], Sārigha und Musala …

Anmerkung: Fragment: ein Waffen-/Lautname unlesbar; Sārigha als unsichere sichtbare Namensform bewahrt.

Vers 284
[…] ca kuntaśca saptaite parikīrtitāḥ |
ādyasphuradyoginīkaścarame pretarājitaḥ ||284||

… […] und Kunta: Sieben werden hier genannt. Yoginī tritt am Anfang hervor, Preta schmückt das Ende.

Anmerkung: Fragment: weitere innere Namen fehlen; die Siebenzahl wird nicht künstlich aufgefüllt. Die Halbzeile ādya-sphurad-yoginīkaś carame steht im OCR irrtümlich vor 278 und ist nach sichtbarem syntaktischem Anschluss hier mit pretarājitaḥ zusammengeführt; diese Umstellung ist ausdrücklich gekennzeichnet.

Vers 285
sthitā sambodhanatayā viṣṇukāpālinī tataḥ |
netratraye kaniṣṭhāyāṃ tanmantreṇa nyasedbudhaḥ ||285||

Danach steht Viṣṇukāpālinī als Anrede. Mit dem zugehörigen Mantra setze der Kundige dies an die drei Augen und den kleinen Finger.

Vers 286
manojavāmodakaśca vāsitārañjike tataḥ |
ojasvibāṣpau ca śaphaṃ saptaite'ntarvartinaḥ ||286||

Manojava und Āmodaka, danach Vāsitā und Rañjikā, Ojasvin und Bāṣpa sowie Śapha: Diese sieben stehen innen.

Anmerkung: Wortgrenzen und einige seltene Chiffrennamen unsicher; die sichtbare Siebenerfolge wird ohne Bija-Rekonstruktion bewahrt.

Vers 287
purato'ṅkuśasambaddhā ante kāntopaśobhitā |
sambodhanatayā jñeyā rudrakāpālinī tataḥ ||287||

Vorne ist [die Folge] mit Aṅkuśa verbunden, am Ende durch Kānta geschmückt; danach ist Rudrakāpālinī als Anrede zu setzen.

Vers 288
karapṛṣṭhāstrayornyasyastena mantreṇa pārvati |
iti navanavārṇāyāḥ ṣaḍaṅganyāsa īritaḥ ||288||

Mit dem zugehörigen Mantra ist dies an Handrücken und Astra zu setzen, Parvati. Damit ist der sechsgliedrige Nyasa der jeweils neun Laute beschrieben.

Anmerkung: OCR-Ziffer 285 gemäß Folge als 288 gelesen.

Kalpalata: einundsechzig Bijas

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 289
agamyaḥ […] kaṭhinaśca mahāphalaḥ |
adhunā viṣṇupūjyā yā khyātā devyayutākṣarī ||289||

Unzugänglich […], schwierig und von großer Frucht ist er. Nun [folgt] die als von Vishnu verehrt bekannte zehntausendsilbige [Vidya], Göttin …

Anmerkung: Fragment: Bestimmung im ersten Halbvers beschädigt.

Vers 290
tasyāḥ ṣaḍaṅgaṃ vakṣyāmi mano dattvā niśāmaya |
tāraḥ sārasvataḥ pāśaḥ kalā lakṣmīstrapā smaraḥ ||290||

… deren sechs Glieder werde ich darlegen. Höre mit gesammeltem Geist: Tāra, Sārasvata, Pāśa, Kalā, Lakshmi, Trapā, Smara …

Vers 291
kālī rāvaśca kūrcaśca tanmantreṇa yuto hṛdi |
prāsādāmṛtayoginyaḥ pretakṣetrapagāruḍāḥ ||291||

… Kālī, Rāva und Kurcha, mit dem zugehörigen Mantra verbunden, an das Herz. [Dann:] Prāsāda, Amṛta, Yoginī, Preta, Kṣetrapa und Gāruḍa …

Vers 292
bhāruṇḍā bhairavīramākāminyaḥ śirasi smṛtāḥ |
muktāmahāsānurakṣovedīmandārapaṅktayaḥ ||292||

… Bhāruṇḍā, Bhairavī, Ramā und Kāminī werden dem Kopf zugeordnet. [Dann:] Muktā, Mahāsānu, Rakṣas, Vedī, Mandāra und Paṅkti …

Anmerkung: Worttrennung der zweiten Namensgruppe nicht völlig sicher. OCR-Ziffer 202 gemäß Folge als 292 gelesen.

Vers 293
tatastuddheṣṭiḍākinyaḥ śikhāmadhye vyavasthitāḥ |
kaṇikāśuddhalāhāranālīkapralayāḥ kramāt ||293||

… danach Tuddha, Iṣṭi und Dakini, an der Shikha angeordnet. [Dann:] Kaṇikā, Śuddhalā, Hāra, Nālīka und Pralaya der Reihe nach …

Anmerkung: Erste Chiffrengruppe tuddheṣṭi ist unsicher getrennt; die angekündigte Zehnerzahl wird nicht durch erfundene Glieder hergestellt.

Vers 294
bhuśuṇḍīśūlanārācasandhānāḥ śiñjinī tathā |
nyasyaḥ kavacamantreṇa kavace parameśvari ||294||

… Bhuśuṇḍī, Śūla, Nārāca, Sandhāna und Śiñjinī: [Die Folge] ist mit dem Kavacha-Mantra an den Schutzpanzer zu setzen, höchste Herrin.

Vers 295
bhogaḥ sṛṣṭiśca phetkārī tretā cāpi karālinī |
kṛtyā kaṭakaṭā cāpi duṣkṛtaṃ padmameva ca ||295||

Bhoga, Sṛṣṭi, Phetkārī, Tretā und Karālinī, Kṛtyā, Kaṭakaṭā, Duṣkṛta und Padma …

Anmerkung: OCR-Versziffer beschädigt als 290, nach Folge 295 gelesen.

Vers 296
utkocinī sarvaśeṣe dṛṅmantreṇa dṛśi nyaset |
[…] maṇimālāṃ ca ṣaṭcakraṃ tadanantaram ||296||

… ganz am Ende Utkocinī: Mit dem Augen-Mantra setze man dies an die Augen. [Dann:] […], Maṇimālā und danach Ṣaṭcakra …

Anmerkung: Fragment: erstes Glied der zweiten Hälfte unlesbar. OCR-Ziffer 266 gemäß Folge als 296 gelesen.

Vers 297
sarvāgamamathāmnāyātītamasya nigadyate |
vidyātattvaṃ tathā tattvārṇavaṃ devi tato bhavet ||297||

… Sarvāgama und danach Āmnāyātīta werden dafür genannt; dann Vidyātattva und Tattvārṇava, Göttin …

Vers 298
śaktisarvasvamasyānu parāparamataḥ param |
tataḥ śāmbhavacicchaktī karapṛṣṭhāstrayornyaset ||298||

… danach Śaktisarvasva, anschließend Parāpara, dann Śāmbhava und Citśakti. Dies setze man an Handrücken und Astra.

Anmerkung: OCR-Ziffer 268 gemäß Folge als 298 gelesen.

Vers 299
hṛdi śīrṣe śikhāyāṃ ca kavace'kṣitraye'pi ca |
bījāni syurdaśa daśa astre hyekādaśa priye ||299||

An Herz, Kopf, Shikha, Schutzpanzer und drei Augen stehen jeweils zehn Bijas, beim Astra hingegen elf, Geliebte.

Anmerkung: Die Sollzahlen werden als Aussage der Quelle bewahrt; beschädigte oder unvollständige Aufzählungen nicht zur Zehner-/Elferzahl ergänzt.

Vers 300
ityekaṣaṣṭibhirbījaiḥ ṣaḍaṅganyāsa iṣyate |
viṣṇūpāsyāyutākṣaryā evamāha puradviṣaḥ ||300||

So ist der sechsgliedrige Nyasa der von Vishnu verehrten zehntausendsilbigen [Vidya] mit einundsechzig Bijas vorgesehen. So sprach der Zerstörer der Städte.

Bijamalamayi: einundsechzig Kuta-Glieder

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 301
māmakīnāyutākṣaryā nyāsaḥ samprati kathyate |
tatrāpyetādṛśī rītiḥ kintu kūṭādibhiḥ smṛtā ||301||

Nun wird der Nyasa meiner eigenen zehntausendsilbigen [Vidya] beschrieben. Auch dort gilt eine solche Anordnung, jedoch mit Kutas und weiteren [Kategorien].

Anmerkung: Die Quelle unterscheidet die Mahakala-Form ausdrücklich von der Vishnu-Form.

Vers 302
saṃhāro'nākhyayā sārdhaṃ bhāsā puṣkarameva ca |
hairaṇyagarbhaṃ sattvaṃ ca svādhiṣṭhānamataḥ param ||302||

Saṃhāra zusammen mit Anākhyā, Bhāsā und Puṣkara, Hairaṇyagarbha, Sattva und danach Svadhishthana …

Vers 303
maṇipūrānāhate ca mahānirvāṇamityapi |
kūṭairdaśabhirebhistu hṛnmantreṇa hṛdi […] ||303||

… Manipura, Anahata und Mahānirvāṇa: Mit diesen zehn Kutas [vollziehe man], zusammen mit dem Herz-Mantra, am Herzen […]

Anmerkung: Fragment: Schlussverb beschädigt; die zehn Namen und ihre Zuordnung lesbar.

Vers 304
sarasvatī kuhūścāpi vāraṇā ca payasvinī |
pūṣā ca śaṅkhinī paścādgāndhārī hastijihvayā ||304||

Sarasvatī, Kuhū, Vāraṇā, Payasvinī, Pūṣā, danach Śaṅkhinī, Gāndhārī und Hastijihvā …

Anmerkung: Nadi-Namen; Fußnote ṅa Yaśasvinī als Variante zu einem Glied, nicht stillschweigend ergänzt.

Vers 305
alambuṣā tathā viśvodarā nāḍyo daśa tvimāḥ |
ābhiḥ śīrṣe nyaseddevi śīrṣamantreṇa sādhakaḥ ||305||

… Alambuṣā und Viśvodarā: Dies sind die zehn Nadis. Mit ihnen und dem Kopf-Mantra soll der Sadhaka den Nyasa am Kopf vollziehen, Göttin.

Vers 306
somāraudraṃ pāvamānī śivasaṅkalpapauruṣau |
asyavāmīyamaitrāgnamagniṣomīyameva ca ||306||

Somāraudra, Pāvamānī, Śivasaṅkalpa und Pauruṣa, Asyavāmīya, Maitrāgna und Agniṣomīya …

Anmerkung: Hymnusnamen; zusammengesetzte Namensgruppe Asyavāmīya/Maitrāgna teilweise unsicher gelesen, keine externen Hymnen eingefügt.

Vers 307
natamaṃhahaviṣyān mānastokamataḥ param |
utābhirdaśanāḍībhiḥ śikhāyāṃ vinyasetsudhīḥ ||307||

… Natamaṃha, Haviṣya und danach Mānastoka: Mit diesen zehn „Nadis“ setze der Einsichtige [den Nyasa] an die Shikha.

Anmerkung: Erste Hymnusnamen im OCR beschädigungsverdächtig. Haupttext nennt irrtümlich Nadis; Herausgeber schlägt etair daśabhiḥ sūktaiḥ, „mit diesen zehn Hymnen“, vor. Der sachliche Bezug ist klar, die Konjektur wird aber nicht als überlieferter Sanskritwortlaut eingesetzt.

Vers 308
aruṇo raktaharitau dhūmapiṅgaladhūsarāḥ |
pītendragopakalmāṣakausumbhairdaśavarṇakaiḥ ||308||

Mit den zehn Farben Morgenrot, Rot, Grün, Rauchgrau, Gelbbraun, Staubgrau, Gelb, Indragopa-Rot, Gesprenkelt und Saflorrot …

Anmerkung: Indragopa bezeichnet ein leuchtend rotes Insekt und dient hier als Farbbild.

Vers 309
kavace vinyaseddevi mantreṇa kavacātmanā |
gaṅgā godāvarī siprā vipāśā varuṇormilā ||309||

… vollziehe man den Nyasa am Schutzpanzer, Göttin, mit dem entsprechenden Kavacha-Mantra. Ganga, Godavari, Sipra, Vipasha, Varuna und Urmila …

Anmerkung: Varuṇormilā als Varuṇā und Ūrmilā getrennt; angesichts der ausdrücklich folgenden Zehnerzahl naheliegend, aber nicht völlig gesichert.

Vers 310
mandākinīdhūtapāpādṛṣadvatyaḥ sarasvatī |
kramāddaśabhiretābhirāpagābhirdṛśi nyaset ||310||

… Mandakini, Dhutapapa, Drishadvati und Sarasvati: Mit diesen zehn Flüssen vollziehe man der Reihe nach den Nyasa an den Augen.

Vers 311
kailāsamerumandāragandharvāstodayā maṇiḥ |
trikūṭagahvarau ratnoccakhaṇḍāḥ kramato matāḥ ||311||

Kailasa, Meru, Mandara, Gandharva, Asta, Udaya, Mani, Trikuta, Gahvara, Ratnocca und Khanda gelten als die Reihenfolge.

Anmerkung: Seltene Bergnamen und ihre Trennung teilweise unsicher; die Folge bleibt in ihrer vorhandenen Gestalt, statt bekannte Berge einzusetzen.

Vers 312
ekādaśabhiretaistu kūṭaiḥ parvatanāmabhiḥ |
śanairuccāritairdevi karapṛṣṭhāstrayornyaset ||312||

Mit diesen elf Kutas, die Bergnamen tragen, soll man, Göttin, langsam aussprechend den Nyasa an Handrücken und Astra vollziehen.

Vers 313
evamekādhikā ṣaṣṭiḥ kūṭānāmupajāyate |
viṣṇūpāsyāvadatrāpi bījavatkūṭasaṃsthitiḥ ||313||

So ergeben sich einundsechzig Kutas. Wie bei der von Vishnu verehrten [Vidya] besteht auch hier diese Anordnung, nur mit Kutas anstelle der Bijas.

Anmerkung: Nadi-, Hymnen-, Farb-, Fluss- und Bergnamen werden vom Text hier zusammenfassend als Kutas behandelt.

Śāmbhava-Nyasa

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 314
adhunā śāmbhavādīnāṃ ṣaḍaṅganyāsa ucyate |
sadā japopayogitve'dhikāro yatināmapi |
tāraprāsādanṛharijñānecchāsaṃvidaḥ kramāt ||314||

Nun wird der sechsgliedrige Nyasa der mit Śāmbhava beginnenden [Mantras] dargelegt. Da er der ständigen Rezitation dient, sind auch Entsagende dazu berechtigt. Der Reihe nach: Tāra, Prāsāda, Nṛhari, Jñāna, Icchā und Saṃvid …

Anmerkung: Längere nummerierte Einheit mit drei Halbversen bewahrt. Die Berechtigung zum Nyasa ist von der vorherigen Puja-Beschränkung zu unterscheiden.

Vers 319 (an der Stelle von 315)
kūṭatrayaṃ śāmbhavādi ṅe'ntā ca vyāpinī tataḥ ||319||

… die drei mit Śāmbhava beginnenden Kutas, danach Vyāpinī im Dativ.

Anmerkung: Nummerierter Halbvers; Quelle zeigt 319 an der Stelle von 315. Interne Kennung 315 und abweichende Originalzählung beide bewahrt. Die beiden weiteren Kuta-Namen nicht ergänzt. Vyāpinī: die Allesdurchdringende.

Vers 316
hṛnmantreṇa hṛdi nyasyastataḥ sārasvatāhvayaḥ |
lakṣmīrmāyā mṛḍaṃ caṇḍaviśvau ca tadanantaram ||316||

Mit dem Herz-Mantra ist dies an das Herz zu setzen. Danach [das Bija] namens Sārasvata, Lakshmi, Maya, Mṛḍa, Caṇḍa und Viśva …

Vers 317
tatastatpuruṣādīni trīṇi kūṭāni coddharet |
ṅe'ntā ca cetanā śīrṣamantreṇa śirasi nyaset ||317||

… dann erschließe man die drei mit Tatpuruṣa beginnenden Kutas und Cetanā im Dativ. Mit dem Kopf-Mantra setze man dies an den Kopf.

Anmerkung: Cetanā: Bewusstsein. Nicht genannte Kuta-Namen bleiben offen.

Vers 318
pāśo nāsatyaśaktī ca ṛkṣaṃ vidyunirañjanam |
kūṭāstatastrayo deyā aghoreśānaśaṅkarāḥ ||318||

Pāśa, Nāsatya und Śakti, Ṛkṣa, Vidyut und Nirañjana; danach sind die drei Kutas Aghora, Ishana und Shankara einzusetzen.

Anmerkung: Wortgrenzen der Chiffrenreihe leicht unsicher; keine Silben rekonstruiert.

Vers 319
ānandinī tato ṅe'ntā śikhāmantraiḥ śikhāsu ca |
kalā ca kulikaṃ pretaḥ kramo muktā mahākramāt ||319||

Danach Ānandinī im Dativ, mit den Shikha-Mantras an die Shikha. [Dann:] Kalā, Kulika, Preta, Krama, Muktā und Mahākrama …

Anmerkung: Diese zweite, regulär positionierte 319 bleibt neben der früheren Quellnummer 319 erhalten. Ānandinī: die Glückseligkeit schenkt.

Vers 320
śrīkaṇṭhastraipuraṃ raudraṃ kūṭatrayamataḥ param |
ṅe'ntā ca vimalā varmamanunā varmaṇi nyaset ||320||

… anschließend die drei Kutas Śrīkaṇṭha, Traipura und Raudra und Vimalā im Dativ. Mit dem Schutzpanzer-Mantra setze man dies an den Schutzpanzer.

Anmerkung: Vimalā: die Makellose.

Vers 321
nādādyaṃ kumbhakaṃ procya mahākrodhamanantaram |
cūḍāmaṇiśikhājambhān kūṭaṃ mṛtyuñjayaṃ tataḥ ||321||

Zuerst Nāda aussprechen, dann Kumbhaka und danach Mahākrodha, Cūḍāmaṇi, Śikhā und Jambha; anschließend das Mṛtyuñjaya-Kuta …

Anmerkung: Kumbhaka steht hier als Lautdeckname; keine Atemanweisung aus dem Wort abgeleitet.

Vers 322
ānandaliṅgakūṭau dvau tataḥ paramudīrayet |
mahāsūkṣmā tato ṅe'ntā netrāṇāṃ tritaye nyaset ||322||

… danach die beiden Kutas Ānanda und Liṅga aussprechen, anschließend Mahāsūkṣmā im Dativ. Dies setze man an die drei Augen.

Anmerkung: Mahāsūkṣmā: die überaus Feine.

Vers 323
kṣetrāṃśurāvaḍākinyaḥ phetkārī pralayādimā |
parāparaṃ nārasiṃhaṃ turīyāntaṃ trikūṭakam ||323||

Kṣetra, Aṃśu, Rāva, Dakini, Phetkari und Pralaya [am Anfang]; dann die drei Kutas Parāpara, Nārasiṃha und zuletzt Turīya …

Anmerkung: Stellung von ādimā am Ende der ersten Hälfte unklar; Bezug auf die sechs Anfangsglieder naheliegend, ausdrücklich qualifiziert.

Vers 324
mahāmāyā tato ṅe'ntā karapṛṣṭhāstrayornyaset |
iti śāmbhavamantrasya ṣaḍaṅganyāsa īritaḥ ||324||

… danach Mahāmāyā im Dativ. Dies setze man an Handrücken und Astra. Damit ist der sechsgliedrige Nyasa des Śāmbhava-Mantras genannt.

Mahāśāmbhava-Nyasa

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 325
atho mahāśāmbhavasyāṅganyāsaṃ bravīmi te |
ṣaṭsvapyaṅgeṣu bījāni madhye pañcaiva pārvati ||325||

Nun beschreibe ich dir den Körpernyasa des Mahāśāmbhava. In jedem der sechs Glieder stehen genau fünf Bijas in der Mitte, Parvati …

Vers 326
bhinnāni bhinnāni sarvatraiva yathākramam |
bījadvayaṃ cādibhūtamante bījadvayaṃ tathā ||326||

… überall jeweils andere, ihrer Reihenfolge entsprechend; dazu zwei Bijas am Anfang und ebenso zwei am Ende.

Vers 327
sarvatraiva nibandho'yaṃ boddhavyo gurumārgataḥ |
tau tāramaidhau vijñeyau sarvatraivādyaśeṣagau ||327||

Diese allgemeine Anordnung ist auf dem Weg des Guru zu verstehen. Die beiden heißen Tāra und Maidha; sie stehen überall am Anfang und Ende.

Anmerkung: Zweiter Deckname maidha im OCR unsicher. Verhältnis der „zwei Bijas“ aus 326 zu den beiden Namen hier nicht durch eine erfundene ausgeschriebene Umrahmung vereinheitlicht.

Vers 328
rūpaṃ rasastathā gandhaḥ […] śabdastathaiva ca |
tābhyāmādau tathānte ca veṣṭitā hyamṛtā tataḥ ||328||

Form, Geschmack, Geruch, […] und Klang, von jenen beiden am Anfang und Ende umschlossen; danach Amṛtā …

Anmerkung: Fragment: viertes Sinnesglied unlesbar. Die systematisch naheliegende „Berührung“ wird nicht als erhaltene Quelllesung ausgegeben.

Vers 329
sambodhitā hṛnmanunā nyasanīyo hṛdi dhruvam |
cakṣurjihvā tathā ghrāṇastvakśrotraṃ caiva pañcamam ||329||

… als Anrede. Mit dem Herz-Mantra ist [die Folge] am Herzen zu setzen. [Dann:] Auge, Zunge, Nase, Haut und als fünftes das Ohr …

Anmerkung: Die Sinnesorgane stehen hier zugleich für die entsprechenden Chiffrenglieder des Nyasa.

Vers 330
tābhyāṃ ruddhaṃ […] sambuddhijñānadāpade |
nyasanīyo nyāsavidā śiromantreṇa mastake ||330||

… von jenen beiden eingeschlossen […] mit Jñānadā als Anrede. Der Nyasa-Kundige soll dies mit dem Kopf-Mantra am Kopf setzen.

Anmerkung: Fragment: Verbindung im ersten Halbvers beschädigt. Jñānadā: die Erkenntnis gewährt.

Vers 331
mahāprāṇaḥ samānaścodānavyānau hyapānakaḥ |
ādyantayorvṛtastābhyāṃ sambodhanatayā sthitaḥ ||331||

Mahāprāṇa, Samāna, Udāna, Vyāna und Apāna, am Anfang und Ende von jenen beiden umrahmt; als Anrede folgt …

Anmerkung: Die fünf Lebenswinde werden als Laut-/Kraftglieder des Nyasa aufgezählt, keine Atemtechnik beschrieben.

Vers 332
avyaktā nyasanīyā hi śikhāyāṃ saśikhāmanuḥ |
nāgaḥ kūrmaśca kṛkaro devadatto dhanañjayaḥ ||332||

… Avyaktā. Mit dem Shikha-Mantra ist [die Folge] an der Shikha zu setzen. [Dann:] Nāga, Kūrma, Kṛkara, Devadatta und Dhanañjaya …

Anmerkung: Avyaktā: die Unmanifestierte. Zweite Gruppe traditionell als Neben-Lebenswinde bezeichnet, hier Bestandteil der Nyasa-Anweisung.

Vers 333
[…] veṣṭitastābhyāṃ citkalā bodhanaṃ tataḥ |
nyastavyaḥ sarvabhāvena kavacenaiva varmaṇi ||333||

… […] von jenen beiden umschlossen, danach Citkalā als Anrede. Mit voller innerer Ausrichtung setze man dies mit dem Kavacha-Mantra am Schutzpanzer.

Anmerkung: Fragment: Anfang beschädigt; Citkalā: Kraftaspekt des Bewusstseins.

Vers 334
puruṣaḥ prakṛtiścaiva mahattattvamahaṅkṛtiḥ |
tanmātramāvṛtaṃ tābhyāṃ sambuddhā bindunādinī ||334||

Purusha, Prakriti, Mahat-Tattva, Ahankriti und Tanmatra, von jenen beiden umrahmt, mit Bindunādinī als Anrede …

Anmerkung: Purusha: Bewusstseinsprinzip; Prakriti: Urnatur; Mahat: große kosmische Intelligenz; Ahankriti: Ichbildung; Tanmatra: feines Sinnesprinzip. Bindunādinī verbindet im Namen Bindu und Nada.

Vers 335
netramantreṇa vinyasyo netramadhye varānane |
adhvā manaśca kūrcaśca samādhiḥ suramandiram ||335||

… mit dem Augen-Mantra im Augenbereich zu setzen, Schöngesichtige. [Dann:] Adhvan, Manas, Kurcha, Samadhi und Suramandira …

Anmerkung: Lautdecknamen bzw. philosophische Begriffe als Nyasa-Glieder; Suramandira: „Götterwohnstatt“.

Vers 336
tābhyāmevopasṛṣṭaṃ cādvaitā sambodhanasthitā |
astramantreṇa vinyasyaḥ karapṛṣṭhāstrayoḥ priye ||336||

… von jenen beiden eingefasst, mit Advaitā als Anrede. Mit dem Astra-Mantra ist dies an Handrücken und Astra zu setzen, Geliebte.

Anmerkung: Advaitā: die Nichtduale.

Turīyā-Nyasa mit umgekehrten Lautfolgen

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 337
mahāśāmbhavamantrasya kathito nyāsa īdṛśaḥ |
nyāsoddhāraṃ turīyāyāḥ sāmprataṃ kathayāmi te ||337||

So ist der Nyasa des Mahāśāmbhava-Mantras beschrieben. Nun erkläre ich dir die Erschließung des Turīyā-Nyasa.

Vers 338
praṇavo yoginī kūrco māyārāvau tataḥ param |
ṅe'ntāmalakṣitāṃ dadyāttato bījāni pañca vai ||338||

Pranava, Yoginī, Kurcha, danach Maya und Rāva. Anschließend setze man Alakṣitā im Dativ und danach wieder die fünf Bijas …

Anmerkung: Alakṣitā: die nicht wahrgenommen/bezeichnet werden kann; die letzte Anweisung wird im Folgevers präzisiert.

Vers 339
tānyeva vyatyayāddattvā hṛnmantreṇa hṛdi nyaset |
caitanyāṅkuśapīyūṣaprāsādā manmatho'pi ca ||339||

… dieselben in umgekehrter Reihenfolge. Mit dem Herz-Mantra setze man dies an das Herz. [Dann:] Caitanya, Aṅkuśa, Pīyūṣa, Prāsāda und Manmatha …

Anmerkung: Die Umkehrung ist ausdrücklich Teil des Quelltextes; keine ausgeschriebene Bija-Fassung rekonstruiert.

Vers 340
ekāṃśā tato ṅe'ntā tānyeva vyatyayātpunaḥ |
śiromantreṇa śirasi nyasanīyaḥ prayatnataḥ ||340||

… danach Ekāṃśā im Dativ und dieselben [fünf Bijas] wiederum rückwärts. Mit dem Kopf-Mantra ist dies sorgfältig am Kopf zu setzen.

Anmerkung: Göttinnenname im OCR als ekāsaṃśā beschädigt; Ekāṃśā ist eine naheliegende, aber nicht völlig sichere Lesung und wird entsprechend markiert.

Vers 341
pāśo nṛsiṃhasānvakṣaḍākinyastadanantaram |
mānasī ca tathā ṅe'ntā tānyeva vyatyayātpunaḥ ||341||

Pāśa, Nṛsiṃha, Sānu, Akṣa und Dakini, danach Mānasī im Dativ und dieselben Glieder wiederum rückwärts …

Anmerkung: Trennung sānu/akṣa im Chiffrenkompositum nicht völlig sicher; Mānasī: die Geistige bzw. zum Geist Gehörende.

Vers 342
śikhāyāṃ ca śikhāmantrasahito nyasya īśvari |
kalā ca pralayo hāraḥ kaṇikā […] tathā ||342||

… mit dem Shikha-Mantra zusammen an der Shikha zu setzen, Herrin. [Dann:] Kalā, Pralaya, Hāra, Kaṇikā und […]

Anmerkung: Fragment: fünftes Glied unlesbar, nicht aus Parallelreihen ergänzt.

Vers 343
asambhavā tathā ṅe'ntā viparītādamūni […] |
savarmamantraḥ sannyasyo varmaṇyeva varānane ||343||

… dazu Asambhavā im Dativ und jene Glieder umgekehrt […]. Mit dem Kavacha-Mantra ist dies am Schutzpanzer zu setzen, Schöngesichtige.

Anmerkung: Fragment: kleines Schlussglied der ersten Hälfte unlesbar. Asambhavā: die nicht ins Entstehen tritt.

Vers 344
surasaṃ samaraṃ caiva tandrā ca kuṭilā tathā |
sarvaśeṣe ghaṭī dattvā ṅe'ntāṃ nityāṃ punarvadet ||344||

Surasa, Samara, Tandrā, Kuṭilā und als letztes Ghaṭī setzen; danach Nityā im Dativ aussprechen.

Anmerkung: Nityā: die Ewige. Übrige Wörter als Lautchiffren, nicht als Praxisanweisung ihrer Wortbedeutungen.

Vers 345
ghaṭyādisurasāntāni tāni pañca punarvadet |
dṛṅmantreṇa dṛśi nyasya ityeṣā vaidikī sthitiḥ ||345||

Dann spreche man jene fünf erneut, beginnend mit Ghaṭī und endend mit Surasa. Mit dem Augen-Mantra setze man dies an die Augen. Dies gilt als die vedische Ordnung.

Anmerkung: „Vedisch“ ist hier die Zuschreibung des Grundtextes; keine externe Herkunftsbestätigung.

Vers 346
turīyāmatha ṣaṭcakraṃ kaulacicchaktiśāmbhavān |
kaivalyā ca tathā ṅe'ntā vyatyayastādṛśaḥ punaḥ ||346||

Turīyā, Ṣaṭcakra, Kaula, Citśakti und Śāmbhava; danach Kaivalyā im Dativ und wiederum die entsprechende Umkehrung …

Anmerkung: Kaivalyā: die absolute Befreiung bzw. deren Göttinnengestalt.

Vers 347
astramantreṇa cāstreṣu nyasanīyo vijānatā |
iti te kathito nyāsasturīyāyā mahāphalaḥ ||347||

… mit dem Astra-Mantra vom Kundigen an die Astra-[Stelle] zu setzen. Damit ist dir der fruchtreiche Nyasa der Turīyā dargelegt.

Mahāturīyā-Nyasa und seine Kontrollzählung

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 348
atha vakṣye devi mahāturīyānyāsamuttamam |
yatra pratiṣṭhitaḥ sarvo nyāsavargo vidhīritaḥ ||348||

Nun werde ich den höchsten Mahāturīyā-Nyasa darlegen, Göttin. In ihm ist, wie erklärt wird, die gesamte Gruppe der Nyasas gegründet.

Vers 349
uddhāraḥ kathito hyasya nyāsasya prabhuṇoditaḥ |
bhavatyavahitā bhūtvā […] tannyāsamuttamam ||349||

Die Erschließung dieses Nyasa wurde vom Herrn ausgesprochen. Sei aufmerksam und […] diesen höchsten Nyasa.

Anmerkung: Fragment: Aufforderungsverb beschädigt.

Vers 350
trīṇi dve trīṇi dve ca trīṇi catvāri ca kramāt |
mantravarṇāni yojyāni krameṇaiva vipaścitā ||350||

Drei, zwei, drei, zwei, drei und vier Mantralaute sind vom Einsichtigen der Reihe nach einzusetzen.

Anmerkung: Die Zahlen ergeben siebzehn, passend zur angegebenen Mahāturīyā-Länge. Abweichende Zahlenfolge im Fußnotenzeugen kha bleibt als Variante vermerkt, nicht harmonisiert.

Vers 351
pañcabhiḥ pañcabhirbījairekai kaṃ puṭitaṃ ca tat |
tāro […] kāmaśca lakṣmīrgāruḍameva ca ||351||

Jedes [Glied] wird auf beiden Seiten mit je fünf Bijas umhüllt. Tāra, […], Kāma, Lakshmi und Gāruḍa …

Anmerkung: Fragment: zweiter Deckname unlesbar; die angekündigte Fünferzahl wird nicht durch eine Vermutung aufgefüllt.

Vers 352
nādāntako'ṅkuśaḥ kṣetrapālo bhūtādiyugmakam |
kālī sarvāgamaścāpi kulikaḥ preta eva ca ||352||

Nādāntaka, Aṅkuśa, Kṣetrapāla, das mit Bhūta beginnende Paar, Kālī, Sarvāgama, Kulika und Preta …

Anmerkung: Das zweite Glied des Bhūta-Paares wird nicht sicher genannt; keine Ergänzung zur Sollzahl.

Vers 353
bhairavyanantakhecaryaḥ […] kalāstadanantaram |
nāsatyakumbhatriśikhānandākākinya eva ca ||353||

Bhairavī, Ananta und Khecarī, danach […] Kalā; Nāsatya, Kumbha, Triśikha, Ānandā und Kākinī …

Anmerkung: Fragment: mittlere Decknamengruppe beschädigt; letzte Worttrennung unsicher. OCR 3523 nach fortlaufender Folge als 353 gelesen.

Vers 354
nirguṇāpadasambuddhistataḥ paramudīrayet |
nyasyo hṛdayamantreṇa hṛdayasya samupāsakaḥ ||354||

Danach spreche man das Wort Nirguṇā in der Anrede. Der Verehrer setzt [die Folge] mit dem Herz-Mantra am Herzen.

Anmerkung: Anrede nirguṇe: „du jenseits der Eigenschaften“; im Quelltext als grammatische Anweisung bezeichnet.

Vers 355
trayoviṃśatibījāni nirguṇe cākṣaratrayam |
prathamāṅgasya niyama ityevaṃ kathito mayā ||355||

Dreiundzwanzig Bijas und die drei Silben von nirguṇe: So habe ich die Regel für das erste Glied genannt.

Anmerkung: Die Zählangabe ist lesbar; beschädigte Glieder der vorherigen Liste nicht zur Zahl 23 ergänzt.

Vers 356
māyā ca yoginī kūrco vadhū rāvastataḥ param |
saṃhārapīyūṣaratiśaktayaśca triśaktayaḥ ||356||

Maya, Yoginī, Kurcha, Vadhu und danach Rāva; Saṃhāra, Pīyūṣa, Rati und Śakti sowie die drei Shaktis …

Anmerkung: Die Einzelglieder der Dreiergruppe werden an dieser Stelle nicht ausgeschrieben.

Vers 357
kṣamā ca maṇimālā ca yakṣakaṅkālanemayaḥ |
tataḥ kāpālagokarṇau sambuddhāvajarāmarā ||357||

Kṣamā und Maṇimālā, Yakṣa, Kaṅkāla und Nemi; danach Kāpāla und Gokarṇa, dazu Ajarāmarā als Anrede.

Anmerkung: Ajarāmarā: frei von Alter und Tod; die Anredeform wird in 358 ausdrücklich gezählt.

Vers 358
śiromantreṇa śirasi nyasanīyo vijānatā |
bījāni saptadaśa vai pañcārṇāścājarāmare ||358||

Mit dem Kopf-Mantra ist dies vom Kundigen am Kopf zu setzen. Siebzehn Bijas sind es und die fünf Silben von ajarāmare …

Anmerkung: Die sichtbare Aufzählung und ihre Gruppenbezeichnungen werden nicht zum Sollumfang passend gemacht.

Vers 359
niścayo'yaṃ dvitīyāṅge mayā te pratipāditaḥ |
muktā hema ca sānvakṣau nṛsiṃhastadanantaram ||359||

… diese Festlegung für das zweite Glied habe ich dir dargelegt. [Dann:] Muktā, Hema, Sānu und Akṣa, danach Nṛsiṃha …

Anmerkung: OCR-Ziffer 259 nach Folge als 359 gelesen. Wortteilung sānu/akṣa wie zuvor als unsicher kenntlich.

Vers 360
pratibimbaṃ tataḥ kūṭaṃ balistuṅgaḥ śiromaṇiḥ |
tataśceṣṭimahānaṅgau kūṭaṃ caitanyanāmakam ||360||

… danach das Pratibimba-Kuta, Bali, Tuṅga und Śiromaṇi, anschließend Iṣṭi und Mahānaṅga und das Kuta namens Caitanya …

Anmerkung: Chiffrengruppen in der sichtbaren Reihenfolge; keine wörtliche Aussage über Opfer oder Sexualität aus den Namen abgeleitet.

Vers 361
tataḥ śikhāmahākrodhadakṣiṇājambhapaṅktayaḥ |
tataśca punarāvṛttikūṭaṃ bhogaśca sṛṣṭiyuk ||361||

… danach Śikhā, Mahākrodha, Dakṣiṇā, Jambha und Paṅkti; dann das Punarāvṛtti-Kuta sowie Bhoga zusammen mit Sṛṣṭi …

Anmerkung: Punarāvṛtti, „Wiederkehr“, steht so als Deckname; nicht wegen des Befreiungsziels zu Apunarāvṛtti umgeschrieben.

Vers 362
phetkārī tretayā yuktā kṛtyā ca carame sthitā |
sambodhanatayānākhyā śikhāyāṃ saśikhāmanuḥ ||362||

… Phetkārī zusammen mit Tretā und Kṛtyā am Ende, dazu Anākhyā als Anrede. Mit dem Shikha-Mantra [setze man dies] an die Shikha.

Anmerkung: Anākhyā: die Unnennbare.

Vers 363
prathamāṅgasya yāvanto varṇāḥ pūrvaṃ mayeritāḥ |
amuṣminnapi tāvantaḥ sambuddherapi ca priye ||363||

So viele Laute ich zuvor für das erste Glied angegeben habe, ebenso viele sind es auch hier, einschließlich der Anrede, Geliebte.

Vers 364
nārācaśūlanālīkabhuśuṇḍyaḥ kuntasaṃyutāḥ |
aikātmyakūṭaṃ tadanu ḍākinīśaṅkusetavaḥ ||364||

Nārāca, Śūla, Nālīka und Bhuśuṇḍī zusammen mit Kunta; danach das Aikātmya-Kuta, Dakini, Śaṅku und Setu …

Anmerkung: Beginn der nächsten Gliedformel; Aikātmya: Einssein des Selbst, hier Kuta-Name.

Vers 365
kośapiṇḍau ca vijñānamayakūṭaṃ tataḥ param |
tāṭaṅkalīlābhrāmaryaḥ pracaṇḍā vīra eva ca ||365||

Kośa und Piṇḍa, danach das Vijñānamaya-Kuta, Tāṭaṅka, Līlā, Bhrāmarī, Pracaṇḍā und Vīra …

Anmerkung: Formelbausteine; Vijñānamaya: aus Erkenntnis bestehend, hier Name eines Kuta.

Vers 366
bhāsāsambuddhirasyānu […] varmaṇi nyaset |
sambodhanākṣarayugaṃ bījāni daśa sapta vā ||366||

… danach Bhāsā als Anrede; […] am Schutzpanzer setzen. Die Anrede hat zwei Silben, die Bijas sind zehn und sieben …

Anmerkung: Fragment: Mantra-/Verbindungsangabe vor varmaṇi beschädigt. „Zehn und sieben“ im Zusammenhang als siebzehn verstanden, ohne unlesbare Listenglieder zu ergänzen.

Vers 367
turyasyāṅgasya ca nyāse mayā te pratipāditaḥ |
vijayā caiva sambhūtiścaturasramanantaram ||367||

… so habe ich dir [den Umfang] beim Nyasa des vierten Gliedes dargelegt. [Dann:] Vijayā, Sambhūti und anschließend Caturasra …

Anmerkung: Variante kha sambuddhi statt sambhūti nicht übernommen.

Vers 368
māraṇḍaśca vinādaśca kūṭānandamayāhvayaḥ |
virūpaścāparāntaśca prakarībinduko tathā ||368||

Māraṇḍa, Vināda, das Kuta namens Ānandamaya, Virūpa und Aparānta, Prakarī und Binduka …

Anmerkung: Seltene Chiffrennamen, insbesondere Māraṇḍa und Prakarī, nicht völlig gesichert. Ānandamaya: aus Glückseligkeit bestehend.

Vers 369
śekharaḥ sarvaśeṣe syātkūṭaṃ brahmamayaṃ tataḥ |
dākṣikaṃ saumataṃ cāpi pratānaṃ vidigeva ca ||369||

Als letztes [dieser Gruppe] steht Śekhara, danach das Brahmamaya-Kuta, Dākṣika, Saumata, Pratāna und Vidig …

Anmerkung: „Als letztes“ beendet hier offenbar nur eine Untergruppe; die anschließende Fortsetzung wird nicht gestrichen.

Vers 370
carame viratiścāpi tretā ca tadanantaram |
tandrā tato'nu kuṭilā rañjanī ca ghaṭī tathā ||370||

Am Ende Virati, danach Tretā; anschließend Tandrā, Kuṭilā, Rañjanī und Ghaṭī …

Anmerkung: Mehrere lokale Schlussangaben der Quelle bleiben erhalten; keine neue Gruppenhierarchie behauptet.

Vers 371
jaghanye vyayabījaṃ ca sambuddhirmokṣadāpadāt |
netratraye netramantreṇa nyasyo mokṣalabdhaye ||371||

… zuletzt das Vyaya-Bija und die Anrede aus dem Wort Mokṣadā. Mit dem Augen-Mantra ist dies an die drei Augen zu setzen, um Befreiung zu erlangen.

Anmerkung: Mokṣadā: Befreiung Gewährende.

Vers 372
atrāpi viṃśatirvarṇāstrayo'nyasteṣu [?] piṇḍitāḥ sthitāḥ |
sambuddherapi tāvanto virādho yuktṛtīyayā ||372||

Auch hier sind zwanzig Laute und drei weitere zusammengefasst; die Anrede hat ebenso viele [wie die drei zusätzlichen]. Virādha, mit der dritten [Form?] verbunden […]

Anmerkung: Fragment: Ende der Strophe und Gruppenübergang unsicher; „dritte“ nicht als bestimmte Vokal-/Kasusregel ausgelegt. Die Quelle selbst markiert die Zählfügung als fraglich.

Vers 373
grāvā pathyaḥ sārasaśca kṛtyā modakavāsite |
ojasvī ca śaphaṃ rāgo duṣkṛtaṃ tadanantaram ||373||

Grāvan, Pathya, Sārasa, Kṛtyā, Modaka und Vāsitā, Ojasvin, Śapha, Rāga und danach Duṣkṛta …

Anmerkung: Chiffrenreihe, keine Bedeutungen als tatsächliche Ritualhandlungen ausgegeben.

Vers 374
patyaṇḍakuñcikākāmāḥ kalpo raṅkutrayīmayāḥ |
cicchaktiraupahvaraṃ ca śaktividyā ca nāndikam ||374||

Patyaṇḍa, Kuñcikā, Kāma, Kalpa, Raṅku und Trayīmaya; Citśakti, Aupahvara, Śaktividyā und Nāndika …

Anmerkung: Wortgrenzen der ersten Hälfte und besonders Patyaṇḍa unsicher; abweichende Fußnotenfassung nicht zur Rekonstruktion einer glatten Liste genutzt.

Vers 375
ṣaṭcakrasarvāgamau ca sāyujyaṃ tadanantaram |
āmnāyātītamasyānu tattvārṇavamanantaram ||375||

Ṣaṭcakra und Sarvāgama, danach Sāyujya, anschließend Āmnāyātīta und darauf Tattvārṇava …

Vers 376
tatpaścācchaktisarvasvaṃ parāparamanantaram |
śāmbhavaṃ sarvaśeṣe syātsambodhanatayā tataḥ ||376||

Danach Śaktisarvasva, darauf Parāpara und ganz am Ende Śāmbhava. Anschließend steht als Anrede …

Vers 377
mahāturīyāśabdaḥ syādastreṇāstramanuḥ priye |
nyasyo'yaṃ karapṛṣṭhe ca sarvadaināmupāsatā ||377||

… das Wort Mahāturīyā. Mit dem Astra-Mantra ist dies am Astra und am Handrücken zu setzen, Geliebte, von dem, der sie stets verehrt.

Anmerkung: Erste Zeile grammatisch beschädigt, Astra-Zuordnung hinreichend verständlich. Schlussgruppe auch in Fußnote fraglich, Hauptlesung bewahrt.

Vers 378
atronatriṃśabījāni pañca sambodhanasya ca |
jñātavyāni varārohe ṣaṣṭhasyāṅgasya niścitam ||378||

Hier sind neunundzwanzig Bijas und fünf Silben der Anrede zu verstehen, Schöngestaltete. Dies ist die Festlegung für das sechste Glied.

Vers 379
bījāni militānīha dvātriṃśadadhikaṃ śatam |
sambodhanākṣaraṃ caikaviṃśatiḥ parikīrtitā ||379||

Zusammen ergeben sich hier hundertzweiunddreißig Bijas; die Silben der Anreden werden mit einundzwanzig angegeben.

Anmerkung: Kontrollzahlen als Quellenangaben, keine nachträgliche Auffüllung beschädigter Listen.

Vers 380
ityuktaste khalu mahāturīyānyāsa uttamaḥ |
kaṭhino buddhisādhyaśca kaivalyaphaladastathā ||380||

Damit ist dir der höchste Mahāturīyā-Nyasa dargelegt: schwierig, durch Einsicht zu bewältigen und Kaivalya, Befreiung, als Frucht gewährend.

Nirvāṇa-Nyasa

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 381
adhunākhyāmi nirvāṇamantranyāsamanuttamam |
ūnaviṃśatyakṣaro'yaṃ nirvāṇākhyo mahāmanuḥ ||381||

Nun erkläre ich den unübertrefflichen Nyasa des Nirvāṇa-Mantras. Dieser große Mantra namens Nirvāṇa besitzt neunzehn Silben.

Vers 382
tribhistribhirmantravarṇaiḥ padenaikena ṅe'ntinā |
sarvaśeṣe caturbhistu bījaiḥ kāryo varānane ||382||

Er wird jeweils mit drei Mantralauten und einem Wort im Dativ vollzogen, Schöngesichtige; ganz am Ende hingegen mit vier Bijas.

Anmerkung: OCR-Ziffer 352 gemäß Folge als 382 gelesen; fünfmal drei plus vier ergibt die angegebene Neunzehnzahl.

Vers 383
te trapābhyāṃ yoginībhyāṃ kūrcābhyāṃ strīyugena ca |
rāvābhyāṃ kramato ruddhāḥ sarvaśeṣe tu pārvati ||383||

Diese [Gruppen] werden der Reihe nach von je zwei Trapā-, Yoginī-, Kurcha-, Strī- und Rāva-[Lauten] eingeschlossen; ganz am Ende jedoch, Parvati …

Anmerkung: Je ein gleiches Rahmenpaar pro Glied; die betreffenden Silben sind nur mit ihren Decknamen angegeben.

Vers 384
samastaiḥ pañcabhiścaitairādāvante ca saṃvṛtāḥ |
ādau paramahaṃsī syāccinmātrā tadanantaram ||384||

… von allen fünf zusammen, jeweils am Anfang und Ende. [Als Dativnamen] zuerst Paramahaṃsī, danach Cinmātrā …

Anmerkung: Paramahaṃsī: höchste Schwanengestalt bzw. weibliche Gestalt des vollendeten Entsagens; Cinmātrā: reines Bewusstsein.

Vers 385
nistraiguṇye [ṇyā?] tṛtīyā syātturyā caivāpunarbhavā |
avigrahā pañcamī ca ṣaṣṭhī caitanyamayyapi ||385||

… als dritte Nistraiguṇyā [Lesung unsicher], als vierte Apunarbhavā, als fünfte Avigrahā und als sechste Caitanyamayī.

Anmerkung: Nistraiguṇyā: jenseits der drei Gunas, Endung schon in der Quelle fraglich; Apunarbhavā: ohne Wiedergeburt; Avigrahā: ohne begrenzte Gestalt; Caitanyamayī: ganz Bewusstsein.

Vers 386
tattanmantrasamuddeśaisteṣu teṣu sthaleṣu ca |
nyasanīyāni sarvāṇi […] vipaścitā ||386||

Alles ist vom Einsichtigen mit den jeweils zugeordneten Mantras an die entsprechenden Stellen zu setzen […]

Anmerkung: Fragment: kleine Schlussbestimmung unlesbar.

Mahānirvāṇa-Nyasa: Bijas, Kutas und sechs Chiffrenkategorien

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 387
iti nirvāṇamantrasya nyāsaḥ […] hitaḥ |
mahāpūrvasya tasyaiva samprati nyāsamādarāt ||387||

Damit [ist] der heilsame […] Nyasa des Nirvāṇa-Mantras [dargelegt]. Nun sollst du mit Ehrerbietung den Nyasa desselben [Mantras] mit vorangestelltem mahā …

Anmerkung: Fragment: Wortgruppe im ersten Halbvers beschädigt; zweiter Halbvers führt zu Mahānirvāṇa über.

Vers 388
śrotumarhasi kalyāṇi prayatenāntarātmanā |
mahāturīyāvadayaṃ kaṭhino dhīmatāmapi ||388||

… hören, Segensreiche, mit gesammelt ausgerichtetem Inneren. Wie Mahāturīyā ist auch dieser selbst für Einsichtige schwierig.

Vers 389
ataḥ samāhitamanā bhūtvā devi niśāmaya |
yathātra tattadbījānāṃ kūṭānāṃ tadvadeva hi ||389||

Sei deshalb gesammelt und höre zu, Göttin: Wie hier die jeweiligen Bijas und Kutas …

Anmerkung: Satzanschluss im nächsten Vers.

Vers 390
samāso'tra [?] sarinnāḍīsūktavarṇajuṣāṃ priye |
trayastriṃśanmatā varṇā mantrasya parameśvari ||390||

… zusammengestellt werden, zusammen mit Flüssen, Nadis, Hymnen und Farben, Geliebte. Dreiunddreißig Laute besitzt dieser Mantra, höchste Herrin.

Anmerkung: Beginn samāso ’tra als schon in der Quelle fraglich angebotene Lesung übernommen. OCR-Ziffer 360 gemäß Folge als 390 gelesen.

Vers 391
trirārabhyaikavṛddhyā tu yāvadaṣṭāvadhi […] |
ṣaḍaṅgatvaṃ samuddiṣṭaṃ ṣaḍbhistaiḥ pūrvavadvṛtaḥ ||391||

Beginnend mit drei und jeweils um eins zunehmend bis zu acht […] wird die Sechsgliedrigkeit angegeben, von diesen sechs [Gruppen] wie zuvor umrahmt.

Anmerkung: Fragment: kleines Verb-/Verbindungsglied unlesbar. Die sechs Gruppen 3 bis 8 ergeben 33; keine beschädigten Bijas daraus erschlossen.

Vers 392
sambodhanatayā caikaṃ nāma teṣu vyavasthitam |
iti sūtratayā hyuktaṃ viśeṣo'pyavadhāryatām ||392||

In jeder von ihnen steht ein Name als Anrede. So wurde die Grundregel knapp ausgesprochen; vernimm nun auch die Einzelheiten.

Vers 393
haṃsakūṭaṃ ca nāgāstraṃ […] nāḍīmataḥ param |
śivasaṅkalpasūktaṃ ca varṇaścāruṇasaṃjñakaḥ ||393||

Das Haṃsa-Kuta, das Nāga-Astra, danach die Nadi […], der Śivasaṅkalpa-Hymnus und die Farbe Aruṇa, Morgenrot …

Anmerkung: Fragment: Nadi-Name unlesbar. OCR-Ziffer 363 gemäß Folge als 393 gelesen.

Vers 394
gaṅgāpagātha praṇavaḥ kūṭo vārāhanāmakaḥ |
pārvatāstraṃ kuhūnāḍī sūktaṃ cānantasaṃjñakam ||394||

… der Fluss Ganga, dann Pranava, das Varāha genannte Kuta, das Pārvata-Astra, die Nadi Kuhū und der Ananta genannte Hymnus …

Anmerkung: OCR-Ziffer 364 gemäß Folge als 394 gelesen.

Vers 395
varṇaśca rohitaḥ srotasvatī ca yamunā tataḥ |
nādāntakaśca tārtīyakūṭamastraṃ ca tāmasam ||395||

… die rote Farbe Rohita und danach der Fluss Yamuna; Nādāntaka, das Tārtīya-Kuta und das Tāmasa-Astra …

Anmerkung: Tārtīya ist als unsichere Kuta-Bezeichnung bewahrt, nicht automatisch durch Turīya ersetzt.

Vers 396
āveśinīmatho nāḍīṃ pauruṣaṃ sūktameva ca |
śvetavarṇaṃ nimnagāṃ ca sarasvatyāhvayāṃ tataḥ ||396||

… dann die Nadi Āveśinī, der Pauruṣa-Hymnus, die weiße Farbe Śveta und der Fluss namens Sarasvati …

Vers 397
maidhaṃ kūṭaṃ nārasiṃhaṃ taimirāstramanantaram |
nāḍīṃ tato ghargharākhyāṃ śoddhavatyañca sūktakam ||397||

Maidha, das Nārasiṃha-Kuta, danach das Taimira-Astra, die Nadi namens Ghargharā und der Śoddhavat genannte Hymnus …

Anmerkung: Maidha und Śoddhavat unsichere sichtbare Deck-/Hymnusnamen; keine gesicherten Identifikationen ergänzt.

Vers 398
gauravarṇaṃ candrabhāgāhvayāmatha taraṅgiṇīm |
avāsanāyāḥ sambuddhiṃ tataḥ paramudīrayet ||398||

… die helle Farbe Gaura, dann den Fluss namens Chandrabhaga. Danach spreche man Avāsanā als Anrede aus.

Anmerkung: Avāsanā: frei von fortwirkenden Neigungen. OCR-Ziffer 365 gemäß Zusammenhang als 398 gelesen; lokale Ziffernbeschädigung ausdrücklich vermerkt.

Vers 399
sahṛnmantro hṛdi […] prathamāṅgamidaṃ smṛtam |
saptaviṃśatibījāni santyaṅge'smin varānane ||399||

Mit dem Herz-Mantra am Herzen […] – dies gilt als das erste Glied. Siebenundzwanzig Bijas befinden sich in diesem Glied, Schöngesichtige.

Anmerkung: Fragment: Nyasa-Verb unlesbar; keine unsichere Lesung ergänzt.

Vers 400
sambuddhiścaturarṇāsya niścitya parikīrtitaḥ |
ādau kūṭaṃ nārasiṃhaṃ tvāṣṭrāstraṃ tadanantaram ||400||

Seine Anrede wird bestimmt mit vier Silben angegeben. [Für das nächste Glied:] zuerst das Nārasiṃha-Kuta, danach das Tvāṣṭra-Astra …

Anmerkung: Tvāṣṭra: zu Tvashtri gehörend, hier Waffenchiffre.

Vers 401
kṣiptāṃ nāḍīṃ tataḥ sūktaṃ māhitraṃ parikīrtayet |
dhavalaṃ varṇamālikhya vipāśātaṭinīṃ tataḥ ||401||

… die Nadi Kṣiptā; danach spreche man den Māhitra-Hymnus aus. Man zeichne die weiße Farbe Dhavala und nenne anschließend den Fluss Vipasha …

Anmerkung: Māhitra als unsicherer Hymnusname bewahrt; die Quelle wechselt hier ausdrücklich zu „zeichnen“.

Vers 402
bījaṃ sarvāgamaṃ dattvā kūṭaṃ mārtaṇḍamīrayet |
sauparṇāstraṃ tato rūkṣānāḍīṃ sūktaṃ ca vāyavam ||402||

… setze das Sarvāgama-Bija und spreche das Mārtaṇḍa-Kuta aus; danach das Sauparṇa-Astra, die Nadi Rūkṣā und den Vāyava-Hymnus …

Vers 403
śabalaṃ varṇamullikhya nadīmairāvatīṃ vadet |
prāsādabījamasyānu kūṭaṃ vaihāyasaṃ tataḥ ||403||

… zeichne die gescheckte Farbe Śabala und nenne den Fluss Airavati. Danach das Prāsāda-Bija, anschließend das Vaihāyasa-Kuta …

Vers 404
mātaṅgāstraṃ tato dadyādrūkṣāṃ nāḍīṃ varānane |
sūktaṃ tadgṛtsamadīyaṃ varṇaṃ kalmāṣasaṃjñakam ||404||

… dann setze man das Mātaṅga-Astra, die Nadi Rūkṣā, Schöngesichtige, den Gṛtsamadīya-Hymnus und die als Kalmāṣa bezeichnete gesprenkelte Farbe …

Anmerkung: Rūkṣā wird wie in 402 wiederholt, nicht durch eine andere Nadi ersetzt.

Vers 405
devikātaṭinīmuktvā śṛṅkhalābījamuddharet |
vāyavīyaṃ tataḥ kūṭamastraṃ nārāyaṇāhvayam ||405||

… nenne den Fluss Devika und erschließe das Śṛṅkhalā-Bija. Danach das Vāyavīya-Kuta und das Astra namens Nārāyaṇa …

Vers 406
nāḍīṃ klinnāmasyavāmīyasūktaṃ ca tadanantaram |
varṇaṃ ca pāṇḍuraṃ dattvā gomatīṃ nimnagāṃ vadet ||406||

… die Nadi Klinnā und danach den Asyavāmīya-Hymnus; man setze die blassweiße Farbe Pāṇḍura und nenne den Fluss Gomati …

Vers 407
nṛsiṃhabījaṃ kūṭaṃ tu […] paricakṣate |
brahmāstraṃ nāḍikāṃ snigdhāṃ haviṣma[ṣya?]ntaṃ ca sūktakam ||407||

… das Nṛsiṃha-Bija; als Kuta wird […] angegeben. Das Brahma-Astra, die Nadi Snigdhā und der Haviṣmant [oder Haviṣyant?] genannte Hymnus …

Anmerkung: Fragment: Kuta-Name unlesbar, Hymnusname schon in der Quelle fraglich.

Vers 408
śaukavarṇaṃ vitastākhyāṃ nimnagāmatha saṃvadet |
sambodhya bodhātītāṃ ca śīrṣamantreṇa mastake ||408||

… dann nenne man die papageigrüne Farbe Śauka und den Fluss namens Vitasta. Nach der Anrede Bodhātītā [setze man dies] mit dem Kopf-Mantra am Kopf.

Anmerkung: Bodhātītā: die über begriffliches Erkennen hinausgeht. Śauka nach sichtbarer Farbe, nicht zu śukla/weiß geändert.

Vers 409
nyasyaścatustriṃśadarṇo bījānāṃ parikīrtitaḥ |
catvāro'pi tathā nāmnaḥ kathito'ṅge dvitīyake ||409||

Vierunddreißig Bija-Laute werden für diesen Nyasa genannt, dazu vier Silben des Namens im zweiten Glied.

Vers 410
siddhikūṭaṃ śāṅkarāstraṃ varṇā [?] nāḍīmataḥ param |
natamaṃhābhidhaṃ sūktaṃ nīlavarṇamato'pyanu ||410||

Das Siddhi-Kuta, das Śāṅkara-Astra, danach die Nadi Varṇā [?], der Natamaṃha genannte Hymnus und anschließend die blaue Farbe Nīla …

Anmerkung: Nadi-Name schon in der Quelle fraglich; Hymnusname nicht extern rekonstruiert.

Vers 411
narmadāsaritaṃ bījaṃ saṃhārākhyaṃ tato vadet |
kūṭaṃ nābhasamasyānu vaiṣṇavāstraṃ tataḥ param ||411||

… man nenne den Fluss Narmada und danach das Saṃhāra genannte Bija; anschließend das Nābhasa-Kuta und darauf das Vaiṣṇava-Astra …

Vers 412
nāḍīṃ sarasvatīnāmnīṃ nārāśaṃsīyasūktakam |
haritaṃ varṇamasyānu siprākhyāṃ taṭinīṃ tataḥ ||412||

… die Nadi namens Sarasvati, den Nārāśaṃsīya-Hymnus, danach die grüne Farbe Harita und anschließend den Fluss namens Sipra …

Anmerkung: Fluss und Nadi sind hier verschiedene Kategorien, auch wenn Namen übereinstimmen.

Vers 413
tato'nu ḍākinībījaṃ kūṭamādityanāmakam |
prājāpatyāstramasyānu nāḍīṃ vai vāraṇāhvayām ||413||

… danach das Dakini-Bija, das Kuta namens Aditya, anschließend das Prājāpatya-Astra und die Nadi namens Vāraṇā …

Anmerkung: OCR-Ziffer 4123 gemäß Folge als 413 gelesen.

Vers 414
pāvamānīmatho sūktaṃ lohitaṃ varṇameva ca |
kāverītaṭinīmuktvā maṇimālāṅkuraṃ tataḥ ||414||

… danach den Pāvamānī-Hymnus und die rote Farbe Lohita; nach dem Fluss Kaveri den Maṇimālā-Keim …

Vers 415
vāsavākhyaṃ tataḥ kūṭaṃ kauberāstramanantaram |
nāḍīṃ payasvinīmuktvā somāraudraṃ ca sūktakam ||415||

… dann das Kuta namens Vāsava, anschließend das Kaubera-Astra; nach der Nadi Payasvinī den Somāraudra-Hymnus …

Vers 416
pāṇḍuvarṇaṃ kṛṣṇavellāṃ nadīṃ bhāsākhyakūṭakam |
paiśācakūṭamasyānu āgneyāstraṃ tataḥ param ||416||

… die blasse Farbe Pāṇḍu, den Fluss Krishnavella, das Bhāsā genannte Kuta; danach das Paiśāca-Kuta und anschließend das Āgneya-Astra …

Anmerkung: Flussname Kṛṣṇavellā gemäß Quelle bewahrt.

Vers 417
nāḍīṃ payasvinīṃ caiva maitrāvaruṇasūktakam |
śyāmavarṇaṃ tuṅgabhadrāṃ nadīṃ kūṭaṃ tataḥ param ||417||

… die Nadi Payasvinī, den Maitrāvaruṇa-Hymnus, die dunkle Farbe Śyāma, den Fluss Tungabhadra und danach das Kuta …

Anmerkung: Payasvinī wie in 415 wiederholt; Fußnote ka Yaśasvinī als Variante, nicht stillschweigend eingesetzt.

Vers 418
pratibimbāhvayaṃ śaktikūṭaṃ tadanu coddharet |
kampanāstramatha proktaṃ pūṣānāḍīmapi smaret ||418||

… namens Pratibimba erschließen, anschließend das Śakti-Kuta. Dann wird das Kampana-Astra genannt; auch die Nadi Pūṣā soll man vergegenwärtigen …

Vers 419
agniṣomīyasūktaṃ ca kālaṃ varṇamudīrayet |
nadīṃ bhīmarathīṃ procya sambodhanatayā tataḥ ||419||

… den Agniṣomīya-Hymnus und die schwarze Farbe Kāla aussprechen; nach dem Fluss Bhimarathi dann als Anrede …

Vers 420
upaśāntāpadaṃ cāpi śikhāyāṃ saśikhāmanuḥ |
īdṛgvinyasanīyo'yaṃ kūṭānāṃ niyamaṃ […] ||420||

… das Wort Upaśāntā. Mit dem Shikha-Mantra ist dies an der Shikha zu setzen. So lautet die Anordnung der Kutas […]

Anmerkung: Fragment: letztes Verb beschädigt. Upaśāntā: die ganz zur Ruhe Gekommene.

Mahānirvāṇa: Schutzpanzer-Glied

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 421
ekacatvāriṃśakūṭāścatvāro'rṇāśca sambudhau |
ādāvāṅgirasaṃ kūṭamaindrāstraṃ tadanantaram ||421||

Einundvierzig Kutas und vier Silben der Anrede. [Für das nächste Glied:] zuerst das Āṅgirasa-Kuta, danach das Aindra-Astra …

Vers 422
dhamanīṃ […] paścādaindrāgnaṃ sūktameva ca |
dhūmavarṇaṃ nadīṃ godāvarīṃ tadanu […] ||422||

… die Nadi […], danach den Aindrāgna-Hymnus, die rauchgraue Farbe Dhūma und den Fluss Godavari; anschließend […]

Anmerkung: Fragment: Nadi-Name und Schlussgruppe unlesbar.

Vers 423
saṃhārakūṭaṃ tadanu dhaumāvatyamanantaram |
vāruṇāstraṃ ca gāndhārīṃ dhamanīṃ tadanantaram ||423||

… danach das Saṃhāra-Kuta, anschließend Dhaumāvatya, das Vāruṇa-Astra und dann die Nadi Gāndhārī …

Anmerkung: Dhaumāvatya als Kuta-/Lautname in vorhandener Form bewahrt, ohne Bija-Auflösung.

Vers 424
vaiśvadevaṃ tataḥ sūktaṃ kapilaṃ varṇameva ca |
tāpīṃ nadīṃ tataḥ kūṭaṃ […] vinirdiśet ||424||

… danach den Vaiśvadeva-Hymnus, die gelbbraune Farbe Kapila und den Fluss Tapi; dann das Kuta […] angeben …

Anmerkung: Fragment: letzter Kuta-Name unlesbar.

Vers 425
kūṭaṃ jyotirmayaṃ paścādvāyavyāstraṃ tato'pi ca |
nāḍīmatho hastijihvāṃ bhāruṇḍāsūktameva ca ||425||

… anschließend das Jyotirmaya-Kuta, danach das Vāyavya-Astra; dann die Nadi Hastijihvā und den Bhāruṇḍā-Hymnus …

Vers 426
varṇaṃ tataḥ piṅgalaṃ ca payoghnīmapi nimnagām |
hairaṇyagarbhakūṭaṃ ca prabhākūṭamanantaram ||426||

… danach die gelbbraune Farbe Piṅgala, den Fluss Payoghnī, das Hairaṇyagarbha-Kuta und anschließend das Prabhā-Kuta …

Anmerkung: Flussname sichtbar payoghnī, häufige Parallelform Payoshni hier nicht stillschweigend eingesetzt. Prabhā-Kuta aus leicht beschädigtem OCR, Lesung nicht völlig sicher.

Vers 427
yāmyamastraṃ tato dattvā dhamanīmapyalambuṣām |
vaināyakaṃ sūktamatho […] varṇamapyuta ||427||

… dann das Yāmya-Astra setzen, die Nadi Alambuṣā, den Vaināyaka-Hymnus und die Farbe […]

Anmerkung: Fragment: Farbbezeichnung unlesbar.

Vers 428
karatoyāṃ ca saritaṃ tataḥ paramudīrayet |
kūṭaṃ hyapunarāvṛttināmakaṃ tadanantaram ||428||

… anschließend den Fluss Karatoya nennen; danach das Kuta namens Apunarāvṛtti …

Anmerkung: Apunarāvṛtti: Nichtwiederkehr; hier ausdrücklich mit Verneinung erhalten.

Vers 429
kūṭamagniṣṭomasaṃjñaṃ kālāstraṃ tadanu kṣipet |
viśvodarāmatho nāḍīṃ sūktaṃ vāyavyameva ca ||429||

… das Agniṣṭoma genannte Kuta, danach das Kāla-Astra einsetzen; dann die Nadi Viśvodarā und den Vāyavya-Hymnus …

Vers 430
dhūsaraṃ varṇamuditaṃ gaṇḍakīmapi nimnagām |
pauṣkaraṃ kūṭamasyānu vājapeyaṃ tato'pi ca ||430||

… die staubgraue Farbe Dhūsara und den Fluss Gandaki nennen; danach das Pauṣkara-Kuta und anschließend Vājapeya …

Vers 431
bhūtāstraṃ dhamanīṃ tejasvinīṃ sūktaṃ ca nairṛtam |
hāridravarṇaṃ tadanu sravantīṃ bāhudāmapi ||431||

… das Bhūta-Astra, die Nadi Tejasvinī, den Nairṛta-Hymnus, danach die kurkumagelbe Farbe Hāridra und den Fluss Bahuda …

Vers 432
aikātmyakūṭaṃ ca tataḥ pauṇḍarīkaṃ ca kūṭakam |
kausumbhavarṇaṃ ca nadīṃ sarayūṃ tadanantaram ||432||

… dann das Aikātmya-Kuta, das Pauṇḍarīka-Kuta, die saflorrote Farbe Kausumbha und danach den Fluss Sarayu …

Anmerkung: Die Reihenfolge nennt Farbe/Fluss vor Astra/Nadi/Hymnus im nächsten Vers; nicht stillschweigend in das sonstige Schema umgestellt.

Vers 433
pārjanyāstraṃ śirāṃ citrāṃ sūktaṃ vairājanāmakam |
sambuddhiḥ sattvarūpāyāstato'nu varavarṇini ||433||

… das Pārjanya-Astra, die Nadi Citrā und den Vairāja genannten Hymnus; danach Sattvarūpā als Anrede, Schöngestaltete.

Anmerkung: Sattvarūpā: die Sein/Reinheit als Wesen besitzt; śirā hier Nadi/Kanal.

Vers 434
varmamantreṇa vinyasyo varmaṇyeva vijānatā |
aṣṭacatvāriṃśakūṭāḥ sambuddhau caturakṣaram ||434||

Mit dem Kavacha-Mantra ist dies vom Kundigen am Schutzpanzer zu setzen. Achtundvierzig Kutas sind es und vier Silben in der Anrede.

Mahānirvāṇa: Augen-Glied

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 435
ṣoḍaśīnāmakaṃ kūṭaṃ vaidyutāstramanantaram |
avyaktāṃ dhamanīṃ dattvā sūktamāryamṇameva ca ||435||

Das Kuta namens Ṣoḍaśī, danach das Vaidyuta-Astra; die Nadi Avyaktā setzen und den Āryamṇa-Hymnus …

Anmerkung: Beginn der Augen-Gliedfolge; Vaidyuta: Blitz-Astra.

Vers 436
māyūravarṇaṃ ca śarāvatīmapi taraṅgiṇīm |
śāmbhavākhyaṃ tataḥ kūṭaṃ kūṭaṃ sautrāmaṇīyakam ||436||

… die Pfauenfarbe Māyūra und den Fluss Sharavati; danach das Kuta namens Śāmbhava und das Sautrāmaṇīya-Kuta …

Anmerkung: Māyūra wird nicht unbelegt auf eine einzige moderne Farbbezeichnung festgelegt.

Vers 437
jambhakāstraṃ gālinīṃ nāḍīṃ mānastokaṃ ca sūktakam |
pāṭalaṃ varṇamullikhya kauśikīṃ taṭinīṃ vadet ||437||

… das Jambhaka-Astra, die Nadi Gālinī und den Mānastoka-Hymnus; die hellrote Farbe Pāṭala einzeichnen und den Fluss Kaushiki nennen …

Anmerkung: Nadi-Name Gālinī nach Quelle, nicht automatisch zu einer bekannteren Form erweitert. OCR-Ziffer 037 gemäß Folge als 437 gelesen.

Vers 438
vijñānamayakūṭaṃ ca vājimedhaṃ ca kūṭakam |
aiṣīkaṃ ca śirāṃ mandāṃ lakṣmīsūktamanantaram ||438||

… das Vijñānamaya-Kuta, das Vājimedha-Kuta, das Aiṣīka-[Astra], die Nadi Mandā und danach den Lakshmi-Hymnus …

Anmerkung: Haupttext Mandā; Fußnoten Śivām Ambām bzw. Śivanandām als abweichende Namenslesungen, nicht verschmolzen.

Vers 439
pītavarṇaṃ nadīmutpalinīmapi ca kīrtayet |
tataśca ḍākinīkūṭaṃ kūṭaṃ vai rājasūyakam ||439||

… die gelbe Farbe Pīta und den Fluss Utpalini nennen; danach das Dakini-Kuta und das Rājasūya-Kuta …

Vers 440
cākramastraṃ rasavahāṃ nāḍīṃ sūktaṃ ca gāruḍam |
śoṇavarṇaṃ ca taṭinīmirāvatyāhvayāṃ tataḥ ||440||

… das Cākra-Astra, die Nadi Rasavahā und den Gāruḍa-Hymnus, danach die rote Farbe Śoṇa und den Fluss namens Iravati …

Vers 441
ānandamayakūṭaṃ ca kūṭaṃ sviṣṭakṛtaṃ tataḥ |
audumbarāstraṃ dhamanīṃ tato madhumatīṃ likhet ||441||

… das Ānandamaya-Kuta, danach das Sviṣṭakṛt-Kuta, das Audumbara-Astra und die Nadi Madhumatī zeichnen …

Anmerkung: Das Verb „zeichnen“ folgt dem Quelltext.

Vers 442
śrīsūktaṃ kapiśaṃ varṇaṃ samaṅgāmapi nimnagām |
bījaṃ tato nārasiṃhaṃ gosavaṃ kūṭameva ca ||442||

… den Śrīsūkta, die bräunliche Farbe Kapiśa und den Fluss Samanga; danach das Nārasiṃha-Bija und das Gosava-Kuta …

Vers 443
dānavāstraṃ drāviṇīṃ nāḍīṃ devīsūktaṃ tato'pi ca |
babhruvarṇaṃ vetravatīṃ nadīṃ brahmamayaṃ tataḥ ||443||

… das Dānava-Astra, die Nadi Drāviṇī, danach den Devīsūkta, die braune Farbe Babhru und den Fluss Vetravati; anschließend Brahmamaya …

Vers 444
kūṭaṃ mahāvrataṃ kūṭaṃ gāndharvāstraṃ tato'pi ca |
cetanāṃ dhamanīṃ sūktaṃ raudramanvindragopakam ||444||

… als Kuta, das Mahāvrata-Kuta, danach das Gāndharva-Astra, die Nadi Cetanā, den Raudra-Hymnus und anschließend die indragoparote …

Vers 445
varṇaṃ carmaṇvatīṃ nāmnīṃ nadīṃ tadanu kīrtayet |
prāsādabījamasyānu kūṭaṃ bahusuvarṇakam ||445||

… Farbe und den Fluss namens Charmanvati nennen. Danach das Prāsāda-Bija und das Bahusuvarṇaka-Kuta …

Vers 446
paiśācāstraṃ satīṃ nāḍīṃ sūktamātharvaṇaṃ tataḥ |
hārītaṃ varṇamasyānu tamasāṃ nimnagāmapi ||446||

… das Paiśāca-Astra, die Nadi Satī, danach den Ātharvaṇa-Hymnus, die hārita-grüne Farbe und den Fluss Tamasa …

Anmerkung: Hārīta bezeichnet ein Vogelgrün; nicht als bestimmte moderne Farbnummer ausgegeben.

Vers 447
sambuddhiṃ brahmamayyāśca dṛśi dṛṅmanubhirnyaset |
pañcame'ṅge pañcapañcāśadbījāni pracakṣate ||447||

… und Brahmamayī als Anrede. Mit den Augen-Mantras setze man dies an die Augen. Im fünften Glied werden fünfundfünfzig Bijas angegeben …

Anmerkung: Brahmamayī: die ganz Brahman ist.

Mahānirvāṇa: Astra-Glied

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 448
sambuddheścaturo varṇāstathaivāha puradviṣaḥ |
ādau viśvajitaṃ kūṭaṃ jṛmbhaṇāstramataḥ param ||448||

… und vier Silben der Anrede. So sprach der Zerstörer der Städte. [Für das sechste Glied:] zuerst das Viśvajit-Kuta, danach das Jṛmbhaṇa-Astra …

Vers 449
muditāṃ dhamanīṃ procya sūktaṃ mādhvīkanāmakam |
haridvarṇaṃ dhūtapāpāṃ taṭinīṃ tadanantaram ||449||

… die Nadi Muditā nennen, den Mādhvīka genannten Hymnus, die gelbgrüne Farbe Harit und danach den Fluss Dhutapapa …

Anmerkung: Die genaue Farbschattierung von harit ist kontextabhängig; nicht künstlich mit 451 vereinheitlicht.

Vers 450
tretābījaṃ kūṭamaśvakrāntaṃ pratyāyanāstrakam |
dhamanīṃ bhrāmaṇīmuktvā aindravāruṇasūktakam ||450||

… das Tretā-Bija, das Aśvakrānta-Kuta, das Pratyāyana-Astra; nach der Nadi Bhrāmaṇī den Aindravāruṇa-Hymnus …

Anmerkung: Variante kha/gha Prasvāpana-Astra statt Pratyāyana; Hauptlesung bleibt erhalten.

Vers 451
haritaṃ varṇamāpagāṃ nirvindhyāṃ tadanantaram |
bījaṃ sārasvataṃ kūṭaṃ rathakrāntaṃ ca hemanam ||451||

… die grüne Farbe Harita und danach den Fluss Nirvindhya; das Sārasvata-Bija, das Rathakrānta-Kuta und Hemana …

Anmerkung: Hemana gehört syntaktisch zum Astra im folgenden Vers; Kuta-/Astra-Namen teilweise unsicher. Fußnote kha/gha bietet stattdessen eine Rakshasa-Astra-Folge, nicht vermischt.

Vers 452
astraṃ nāḍīṃ ca kapilāṃ sūktaṃ tvāṣṭraṃ hi rājasam |
varṇaṃ nadīṃ ca virajāṃ kṛtyābījamanantaram ||452||

… als Astra, die Nadi Kapilā, den Tvāṣṭra-Hymnus, die Farbe Rājasa und den Fluss Viraja; danach das Kritya-Bija …

Anmerkung: Rājasa als nicht eindeutig bestimmter Farbname belassen; keine sichere moderne Farbbedeutung erfunden.

Vers 453
sāvitrīyaṃ tataḥ kūṭaṃ rākṣasāstraṃ tataḥ param |
caṇḍānāḍīṃ haṃsasūktaṃ varṇaṃ kādravameva ca ||453||

… dann das Sāvitrīya-Kuta, anschließend das Rākṣasa-Astra, die Nadi Caṇḍā, den Haṃsa-Hymnus und die Farbe Kādrava …

Anmerkung: Kādrava als unklarer Farbname bewahrt.

Vers 454
muralāṃ taṭinīṃ tāraṃ tataḥ kūṭaṃ gavāmayam |
bhāruṇḍamastraṃ dhamanīṃ kaivalyāṃ tadanantaram ||454||

… den Fluss Murala, Tāra, danach das Gavāmaya-Kuta, das Bhāruṇḍa-Astra und anschließend die Nadi Kaivalyā …

Anmerkung: Gavāmaya nach Quellwortlaut, keine vermeintlich korrekte Ritualbezeichnung ergänzt.

Vers 455
hairaṇyakeśasūktaṃ ca varṇaṃ taittirameva ca |
mahānadīmapi nadīṃ duṣkṛtaṃ bījamanvataḥ ||455||

… den Hairaṇyakeśa-Hymnus, die Farbe Taittira und den Fluss Mahanadi; danach das Duṣkṛta-Bija …

Anmerkung: Taittira: an ein Rebhuhn erinnernde Farbe/Zeichnung, nicht genauer festgelegt.

Vers 456
aśvapratigrahaṃ kūṭaṃ śābarāstramavigrahām |
nāḍīṃ paryāyasūktaṃ ca varṇamulvaṇameva ca ||456||

… das Aśvapratigraha-Kuta, das Śābara-Astra, die Nadi Avigrahā, den Paryāya-Hymnus und die Farbe Ulvaṇa …

Anmerkung: Variante kha/gha Nāciketasa statt Paryāya. Ulvaṇa bedeutet etwa kräftig/grell, bezeichnet hier keine eindeutig bestimmbare Einzelfarbe.

Vers 457
vāgmatīṃ nimnagāṃ caiva bījaṃ cicchaktināmakam |
sarvasvadakṣiṇaṃ kūṭaṃ kālakūṭāstrameva ca ||457||

… den Fluss Vagmati, das Bija namens Citśakti, das Sarvasvadakṣiṇa-Kuta und das Kālakūṭa-Astra …

Vers 458
turīyākhyāṃ mahānāḍīṃ sūktaṃ vaināyakaṃ tataḥ |
varṇaṃ saṅkaranāmānaṃ nadīṃ mandākinīmanu ||458||

… die große Nadi namens Turīyā, danach den Vaināyaka-Hymnus, die Farbe Saṅkara und anschließend den Fluss Mandakini …

Anmerkung: Saṅkara: gemischt; Fußnote sakala als andere Lesung, nicht übernommen.

Vers 459
sāyujyaṃ bījamasyānu cayanaṃ kūṭamanvataḥ |
astraṃ bhairavasaṃjñaṃ ca nāḍīṃ caivāpunarbhavām ||459||

… danach das Sāyujya-Bija, das Cayana-Kuta, das Bhairava genannte Astra und die Nadi Apunarbhavā …

Vers 460
tata auśanasaṃ sūktaṃ kṛṣṇaṃ varṇaṃ tataḥ param |
nadīmalakanandāṃ ca mahānirvāṇakūṭakam ||460||

… dann den Auśanasa-Hymnus, danach die schwarze Farbe Kṛṣṇa, den Fluss Alakananda und das Mahānirvāṇa-Kuta …

Vers 461
kūṭaṃ ca naramedhākhyamantardhānāstrameva ca |
nirvāṇākhyāṃ tato nāḍīṃ sūktaṃ vai nīlalohitam ||461||

… das Kuta namens Naramedha, das Antardhāna-Astra, danach die Nadi namens Nirvāṇa und den Nīlalohita-Hymnus …

Anmerkung: Naramedha heißt wörtlich „Menschenopfer“, bezeichnet hier jedoch einen Kuta-Namen; keine Opferhandlung wird in diesem Vers angeordnet.

Vers 462
śuklavarṇaṃ tato dadyāttaṭinīṃ ca pravāhiṇīm |
sambuddhimapavargāyāstataḥ paramudīrayet ||462||

… dann die weiße Farbe Śukla und den Fluss Pravahini setzen; anschließend Apavargā als Anrede aussprechen.

Anmerkung: Apavargā: Befreiung bzw. deren Göttinnengestalt.

Vers 463
nyasyo'straścāstramantreṇa tathaiva karapṛṣṭhayoḥ |
ṣaṣṭhe'ṅge devi bījānāṃ dviṣaṣṭiḥ parikīrtitā ||463||

Mit dem Astra-Mantra ist dies am Astra und ebenso an den Handrücken zu setzen. Im sechsten Glied, Göttin, werden zweiundsechzig Bijas angegeben …

Vers 464
catvāro'rṇāśca sambuddherityetasya viniścayaḥ |
sarvaiḥ kūṭādibhirmantrairvarṇairapi tathaiva ca ||464||

… und vier Silben der Anrede: So lautet die Festlegung hierfür. Mit allen Kutas und weiteren Mantra-[Gliedern] sowie den Lauten …

Anmerkung: Satz wird im nächsten Vers fortgeführt.

Abschluss der Nyasas und Rückblick

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 465
sampiṇḍitāni bījāni saptaṣaṣṭiśatadvayam |
caturviṃśativarṇāśca sambuddherapi piṇḍitāḥ ||465||

… ergeben sich zusammen zweihundertsiebenundsechzig Bijas; die Anreden ergeben zusammen vierundzwanzig Silben.

Anmerkung: Die Gliedzahlen 27+34+41+48+55+62 ergeben die genannte Summe 267. Beschädigte Einzelglieder bleiben trotzdem offen.

Vers 466
mahānirvāṇamantrasya durūho nyāsa īritaḥ |
[…] vivicya kathito vidvadbhiravadhāryatām ||466||

Damit ist der schwer zu erschließende Nyasa des Mahānirvāṇa-Mantras genannt. […] im Einzelnen erläutert, soll er von den Kundigen verstanden werden.

Anmerkung: Fragment: Beginn des zweiten Halbverses unlesbar.

Vers 467
nātaḥ parataro hyasti ko'pi mantro mahītale |
prakāśitaḥ […] yatīnāmeva muktaye ||467||

Auf Erden gibt es keinen höheren Mantra als diesen. Er wurde […] allein zur Befreiung der Entsagenden offenbart.

Anmerkung: Fragment: nähere Bestimmung nach prakāśitaḥ beschädigt. „Mantra“ im Haupttext; Fußnoten bieten eine abweichende Nyasa-Lesung, nicht eingesetzt.

Vers 468
iti krameṇa sarveṣāṃ mantrāṇāṃ nyāsa īritaḥ |
ārabhya mantramekākṣaraṃ mahānirvāṇapaścimam ||468||

So ist der Nyasa aller Mantras der Reihe nach dargelegt, beginnend mit dem einsilbigen Mantra und endend mit Mahānirvāṇa.

Vers 469
sarveṣāmuddhṛtiḥ proktā krameṇa prathamaṃ tathā |
tata ṛṣyādikaṃ coktaṃ tenaivānukrameṇa hi ||469||

Zuerst wurde die Erschließung aller [Mantras] der Reihe nach genannt, dann wurden in derselben Folge Rishi und die übrigen Faktoren erläutert.

Vers 470
pṛthakpṛthakca sveṣāṃ gāyatryapi samuddhṛtā |
yantroddhārāstayā rītyā mantrāṇāṃ pratipāditāḥ ||470||

Für jeden einzeln wurde die eigene Gayatri erschlossen; ebenso wurden die zu den Mantras gehörenden Yantras dargelegt.

Vers 471
tathā ṣaḍaṅganyāsāśca pṛthakpṛthagudāhṛtāḥ |
vaktrabhedādbāhubhedāstenāstrāṇāṃ bhidā api ||471||

Ebenso wurden die sechsgliedrigen Nyasas einzeln beschrieben; die Unterschiede der Gesichter, daraus die Unterschiede der Arme und damit auch der Waffen …

Anmerkung: Aufzählung setzt sich fort.

Vers 472
vaktrākṛtīnāṃ bhedāśca sameṣu viṣameṣu ca |
yena mantreṇa yadrūpā pūjanīyā ca kālikā ||472||

… und die unterschiedlichen Gesichtsgestalten, bei geraden wie ungeraden [Anzahlen], sowie die jeweilige Form Kalikas, die mit dem entsprechenden Mantra zu verehren ist.

Anmerkung: Die Ergänzung „Anzahlen“ folgt dem zuvor behandelten Gesichterkontext und ist als Erläuterung markiert.

Vers 473
mahāvākyāni sarvāṇi ādimadhyāntagāni ca |
vivicya te mayoktāni mantrāṇāmuddhṛteḥ purā ||473||

Alle Mahavakyas, die am Anfang, in der Mitte und am Ende stehen, habe ich dir bereits vor der Mantraerschließung im Einzelnen genannt.

Anmerkung: Rückverweis des Textes auf die vorangehenden großen Erkenntnisworte.

Warum nicht jede Meditation eigens wiederholt wird

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 474
noditaṃ tava deveśi kintu dhyānaṃ pṛthakpṛthak |
vaktrabāhvastrabhedādi kathayitvā purā mayā ||474||

Nur eine gesonderte Meditation für jede einzelne [Form] habe ich dir nicht ausgesprochen, Herrin der Götter. Indem ich zuvor die Unterschiede der Gesichter, Arme, Waffen und weiteres beschrieben habe …

Anmerkung: Hier erklärt die Quelle selbst den Verzicht auf vollständig wiederholte Dhyana-Texte; dies ist keine redaktionelle Kürzung.

Vers 475
prāyaḥ sūkṣmatayā dhyānaṃ sarvamevoditaṃ tava |
ūhaḥ kintu prakartavyo'trāpi vede yathoditaḥ ||475||

… ist dir bereits nahezu die gesamte Meditation in ihren Einzelheiten dargelegt. Hier ist jedoch eine sinngemäße Anpassung vorzunehmen, wie sie auch im Veda gelehrt wird.

Anmerkung: Ūha: erschließende Anpassung im Ritualkontext. Die Textanweisung ist keine Ermächtigung der Redaktion, fehlende Passagen zu erfinden.

Vers 476
so'pi vaktrakarāstrāṇāṃ nānyeṣāṃ vai kadācana |
gāyatrīnyāsayantrāṇāṃ prapañco'tra yathoditaḥ ||476||

Diese betrifft ausschließlich Gesichter, Hände und Waffen, niemals andere Bestandteile. Wie hier die ausführliche Darlegung der Gayatris, Nyasas und Yantras gegeben wurde …

Vers 477
dhyānānāṃ tadvadudito bhīmātantreṇa […] |
dhyānaṃ tathā vyājahāra vāmakeśvarasaṃhitā ||477||

… so wurde die ausführliche Darstellung der Meditationen im Bhima-Tantra gegeben […]. Ebenso hat die Vamakeshvara-Samhita die Meditation beschrieben.

Anmerkung: Fragment: Schlussbestimmung der ersten Hälfte unlesbar. Bhīma-Tantra nach dieser Stelle, in 479 steht Sīmā-Tantra; unterschiedliche Quelllesungen nicht vereinheitlicht.

Vers 478
pratyekadhyānakathane jāyate granthavistṛtiḥ |
ato mayā na kathito'muṣmin granthe viśeṣataḥ ||478||

Würde jede einzelne Meditation beschrieben, wüchse der Umfang der Schrift. Deshalb habe ich sie in diesem Werk nicht eigens im Einzelnen dargelegt.

Vers 479
sīmātantre vāmakeśe tathā kālānale'pi ca |
kapālaḍāmare tantre śābare'pi pradṛśyate ||479||

Man findet sie im Sima-Tantra, im Vamakesha, im Kalanala, im Kapala-Damara-Tantra und auch im Shabara.

Anmerkung: Werkbezeichnungen nach der vorhandenen Textgestalt; keine ungeprüften bibliographischen Gleichsetzungen.

Vers 480
ūho vāpi prakartavyo grāhyaṃ tantroktameva ca |
[…] samārabhya yāvadaṣṭābjakalpanā ||480||

Entweder ist die entsprechende Anpassung vorzunehmen, oder man übernimmt die im Tantra genannte [Meditation]. Beginnend mit […] bis zur Gestaltung der acht Lotusse …

Anmerkung: Fragment: Anfangspunkt des Rückverweises unlesbar. Aṣṭābja könnte eine achtfache Lotusgestaltung bezeichnen; keine detaillierte Visualisierung ergänzt.

Vers 481
punarārabhya deveśi nāgā [nā?] kalpaprakalpanām |
yāvannirākārarūpakathanaṃ samprajāyate ||481||

… und wiederum beginnend, Herrin der Götter, bei der Gestaltung des Nāga-[oder Nānā-?]Schmucks bis zur Darstellung der gestaltlosen Wirklichkeit …

Anmerkung: Die Quelle selbst schwankt in nāgā/nānā; „Schlangenschmuck“ bzw. „verschiedenartiger Schmuck“ deshalb nicht als eindeutige Lesung ausgegeben.

Vers 482
tāvatsamānaṃ sarvāsāṃ kālikānāṃ mayoditam |
vaktreṣu bāhuṣvastreṣu viśeṣo bhavati dhruvam ||482||

… all dies habe ich für sämtliche Kalika-Formen als gemeinsam angegeben. Die Unterschiede liegen gewiss in Gesichtern, Armen und Waffen.

Gemeinsame Rituale und Übergang zum Tagesablauf

Die Einzelangaben werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt. Unsichere Geometrien und verschlüsselte Lautnamen bleiben ausdrücklich offen.

Vers 483
tatrādhikyaṃ prakartavyamanyatsarvaṃ puroktavat |
yāvanto'nye smṛtā nyāsā yāvānpūjāvidhikramaḥ ||483||

Dort ist die jeweilige Erweiterung vorzunehmen; alles andere bleibt wie zuvor beschrieben. Alle übrigen überlieferten Nyasas und der gesamte Ablauf der Puja …

Anmerkung: Beginn einer Ankündigung der noch folgenden Ritualthemen.

Vers 484
nityaṃ naimittikaṃ kāmyaṃ yāvadvācyaṃ mayātra hi |
homo baliḥ sūryacandroparāgavihitāḥ kriyāḥ ||484||

… die täglichen, anlassbezogenen und wunscherfüllenden Handlungen, die ich hier noch darlegen werde, Homa, Bali und die für Sonnen- und Mondfinsternisse vorgeschriebenen Verrichtungen …

Anmerkung: Homa: Feueropfer; Bali: rituelle Opfergabe; nitya, naimittika und kāmya sind verschiedene rituelle Verpflichtungs-/Zielkategorien.

Vers 485
pavitrārohaṇaṃ caiva damanāropaṇaṃ tathā |
vāsantī śāradī pūjā tathā yā pārvaṇī bhavet ||485||

… das Anlegen des Pavitra und das Darbringen von Damana, die Frühlings- und Herbst-Puja sowie die Verehrung an den Festtagen …

Anmerkung: Pavitra: ritueller Faden-/Girlandenschmuck; Damana: rituell dargebrachte Pflanze. Keine unsichere botanische Artbestimmung ergänzt.

Vers 486
dhāraṇārhāṇi yantrāṇi prayogā ye ca siddhidāḥ |
śivābalividhānaṃ ca prasacāvidhireva ca ||486||

… die zum Tragen geeigneten Yantras, die Siddhi gewährenden Anwendungen, die Vorschrift des Śivā-Bali und der Prasacā-Ritus […]

Anmerkung: Fragment: letzter Ritualname nicht zuverlässig verständlich. Śivā-Bali bezeichnet im tantrischen Kontext eine Opfergabe an die Schakalin/Göttinnenmacht; genaue Durchführung wird hier noch nicht beschrieben.

Vers 487
sarvāsāṃ tatsamānaṃ hi vijñeyaṃ parameśvari |
guhyakālīmanūnāṃ hi paripāṭīdṛśī matā ||487||

… all dies ist für sämtliche [Formen] als gemeinsam zu verstehen, höchste Herrin. Eine solche Ordnung gilt für die Mantras Guhyakalis.

Vers 488
kālyaḥ syuḥ pañcapañcāśaduktāḥ sarvāgameṣu ca |
tāsu mukhyā guhyakālī tasyāścaiṣa viniścayaḥ ||488||

Fünfundfünfzig Kalis werden in allen Agamas genannt. Unter ihnen ist Guhyakali die vorzüglichste; für sie gilt diese Festlegung.

Anmerkung: Traditioneller Umfangs- und Vorranganspruch des Grundtextes, keine unabhängige Gesamtzählung aller Agamas.

Vers 489
guhyā sarvāsu kālīṣu guhyakālī tataḥ smṛtā |
āpratyūṣādāśayanaṃ yāvatkṛtyaṃ bhavediha ||489||

Unter allen Kalis ist sie die Verborgene; deshalb heißt sie Guhyakali. Alles, was hier vom Morgengrauen bis zum Schlafengehen zu tun ist …

Anmerkung: Zweite Hälfte kündigt den folgenden Tagesablauf an.

Vers 490
tadidānīṃ pravakṣyāmi pūjākramapuraḥsaram |
tatsarvaṃ sarvatantreṣu samānaṃ parikīrtitam ||490||

… werde ich nun darlegen, zusammen mit dem Ablauf der Puja. All dies gilt in sämtlichen Tantras als gleich.

Anmerkung: OCR-Ziffer 460 gemäß Folge als 490 gelesen. Gleichheitsbehauptung der Quelle, keine redaktionelle Verallgemeinerung.

Vers 491
samāsena purā proktaṃ vakṣye vyāsena sāmpratam |
iṣṭaṃ hi viduṣāmetatsamāsavyāsadhāraṇam ||491||

Was früher kurz gesagt wurde, werde ich jetzt ausführlich darlegen. Denn Kundige schätzen es, sowohl die knappe als auch die ausführliche Darstellung zu bewahren.

Vers 492
yogakṣemārpitahṛdāṃ samāsenaiva dhāraṇam |
aparigrahiṇāṃ vyāsadhāraṇaṃ yatināṃ smṛtam ||492||

Wer sein Herz auf Erwerb und Bewahrung des Lebensunterhalts richtet, bewahrt die knappe Darstellung. Für besitzlose Entsagende gilt das Bewahren der ausführlichen Darstellung.

Anmerkung: Yoga-kṣema hier Erwerb und Sicherung des Lebensunterhalts, nicht das moderne Wort Yoga als Übungssystem.

Kolophon
iti śrīmahākālasaṃhitāyāṃ yantragāyatrīṣaḍaṅganyāsoddhāro nāma pañcamaḥ paṭalaḥ |

Damit endet in der ehrwürdigen Mahakala-Samhita das fünfte Kapitel, genannt „Erschließung der Yantras, Gayatris und sechsgliedrigen Nyasas“.

Guhyakali-Khanda, Kapitel 6

Das Kapitel ordnet den täglichen Ritualablauf: innere Verbindung von Kundalini und Shiva, Verehrung des Gurus, Reinigung, Bad und Stirnzeichen. Die überlieferten Mantras und Handlungen werden samt ihren historischen Voraussetzungen und beschädigten Stellen wiedergegeben.

Sprecherzeile
mahākāla uvāca |

Mahakala sprach:

Kundalini und der Beginn des Tages

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 1
mūlādhāre kuṇḍalinī sahasrāre sadāśivaḥ |
tayoryathā sāmarasyaṃ tatpūrvaṃ te mayoditam ||1||

Kundalini ist im Muladhara, Sadashiva im Sahasrara. Wie beide zum Einssein gelangen, habe ich dir bereits früher erklärt.

Vers 2
sarveṣāmeva mantrāṇāṃ tādṛśī bhāvanā smṛtā |
ṣaṭcakrairūrdhvanayanaṃ ṣaṭcakrairavatāraṇam ||2||

Eine solche Vergegenwärtigung gilt für sämtliche Mantras: das Hinaufführen durch die sechs Chakras und das Herabführen durch dieselben sechs Chakras …

Anmerkung: Die Quelle nennt den Vorgang knapp; keine zusätzliche Kundalini-Technik ergänzt.

Vers 3
pātañjalena yatproktaṃ yogaśāstrādiṣu priye |
śayanīyātsamutthāya […] tatsamudācaret ||3||

… wie es von Patanjali in den Yoga-Lehrschriften und anderen [Werken] gelehrt wurde, Geliebte. Nach dem Aufstehen vom Lager soll man […] dies vollziehen.

Anmerkung: Fragment: Zeit-/Reihenfolgewort vor tat unlesbar. Die Patanjali-Zuschreibung ist eine Aussage dieser Quelle, kein Nachweis einer entsprechenden Passage in den Yoga-Sutras.

Vers 4
[…] sūryodayato vidadhyānmaitrakarma ca |
smṛtiproktaṃ mṛdgrahaṇaṃ kṛtvā prakṣālayetpade ||4||

[…] in Bezug auf den Sonnenaufgang verrichte man den Stuhlgang. Nach dem in der Smriti vorgeschriebenen Gebrauch von Erde [zur Reinigung] wasche man beide Füße.

Anmerkung: Fragment: zeitliche Bestimmung vor sūryodayataḥ unlesbar; nicht als sicher „vor Sonnenaufgang“ ergänzt. Maitrakarman ist hier eine Umschreibung der Darmentleerung.

Reinigung und erste Mantras

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 5
tataḥ samāhareddantadhāvanaṃ vihitedhasām |
te cāpāmārgabadarī nirguṇṭhībilvavāsakāḥ ||5||

Dann beschaffe man ein Zahnreinigungshölzchen aus den vorgeschriebenen Holzarten: Apamarga, Badari, Nirgunthi, Bilva und Vasaka …

Anmerkung: Pflanzennamen ohne ungesicherte botanische Artzuweisung bewahrt; Nirguṇṭhī steht in dieser Lautgestalt im OCR.

Vers 6
aśokacampakaplakṣaparṇajambūdhavaśruvāḥ [prabhṛ?] |
eṣāmanyatamaṃ kāṣṭhaṃ dvādaśāṅgulasammitam ||6||

… Ashoka, Champaka, Plaksha, Parna, Jambu, Dhava und […] Von einer dieser Holzarten nehme man ein zwölf Fingerbreiten langes Stück …

Anmerkung: Fragment: letztes Listenglied bzw. Schluss der Aufzählung beschädigt; keine zusätzliche Pflanzenart geraten.

Vers 7
cūrṇitāgraṃ tvacā yuktaṃ gṛhṇīyānmanunāmunā |
āyurbalaṃ yaśo varcaḥ prajāḥ paśuvasūni ca ||7||

… dessen Spitze aufgefasert ist und das noch seine Rinde trägt, und nehme es mit diesem Mantra: „Lebensdauer, Kraft, Ansehen, Glanz, Nachkommen, Vieh und Besitz …“

Anmerkung: Beginn einer zusammenhängenden Rezitationsformel, Fortsetzung in 8.

Vers 8
brahmaprajñāṃ ca medhāṃ ca tanno dhehi vanaspate |
kāmaṃ sāstraṃ samuccārya dantadhāvanamācaret ||8||

„… Einsicht in Brahman und geistige Auffassungskraft – dies verleihe uns, Herr des Waldes!“ Nach dem Aussprechen von Kama [dem Bija] mit Astra vollziehe man die Zahnreinigung.

Anmerkung: Vanaspati: Baum/Pflanzenherr. Die anschließenden Chiffren werden nicht zu einer vermuteten Lautformel ergänzt.

Vers 9
vāmahastodakādhārādudakaṃ […] |
ādāya dakṣahastenābhimantrya manunāmunā ||9||

Aus dem Wassergefäß in der linken Hand nehme man mit der rechten Wasser […] und bespreche es mit diesem Mantra …

Anmerkung: Fragment: Ende des ersten Halbverses beschädigt.

Vers 10
mukhaṃ prakṣālayeddevi hṛdīṣṭāṃ devatāṃ smaran |
tārakālādityabījaiḥ sa hi mantraḥ prajāyate ||10||

… und wasche das Gesicht, Göttin, während man sich im Herzen die erwählte Gottheit vergegenwärtigt. Dieser Mantra besteht aus den Bijas Tāra, Kāla und Āditya.

Anmerkung: Die drei Bijas werden nur benannt, nicht ausgeschrieben.

Vers 11
punarādāya vāryanyadācāmenmanunāmunā |
maidhāduktvāmṛtaṃ ṅe'ntaṃ […] tataḥ param ||11||

Man nehme erneut Wasser und vollziehe damit Acamana unter diesem Mantra: Nach Maidha [der Chiffre] Amṛta im Dativ aussprechen, danach […]

Anmerkung: Fragment: Schlussformel unlesbar; Maidha als unsicherer Deckname. Ācamana: rituelles Nippen von Wasser.

Vers 12
punaranyajjalaṃ dakṣakare saṃsthāpya pārvati |
vāmahastasyāṅgulībhiḥ sammantrya manunāmunā ||12||

Man lege wiederum anderes Wasser in die rechte Hand, Parvati, und bespreche es unter Verwendung der Finger der linken Hand mit diesem Mantra …

Vers 13
vāratrayaṃ vāmahastāṅgulībhirdevatāṃ smaret |
vakṣyamāṇena mantreṇa kuryācchirasi mārjanam ||13||

… dreimal mit den Fingern der linken Hand, während man die Gottheit vergegenwärtigt. Mit dem gleich zu nennenden Mantra vollziehe man die reinigende Besprengung des Kopfes.

Anmerkung: Satzfügung verbindet „dreimal“ und die Fingerhandlung nur knapp; keine zusätzliche Handbewegung erfunden.

Vers 14
āmṛtaṃ bījamādau ca ṅe'nto vai varuṇastataḥ |
sarvaśeṣe śikhāmantro mantro'yamabhimantraṇe ||14||

Am Anfang das Āmṛta-Bija, danach Varuṇa im Dativ und ganz am Ende der Shikha-Mantra: Dies ist die Formel zum Besprechen [des Wassers].

Vers 15
praṇavaścitkalā ṅe'ntā lajjā ṅe'ntā tathā smṛtā |
rāvo ṅe'ntā guhyakālī śeṣe sarvatra hṛnmanuḥ ||15||

Pranava und Citkalā im Dativ; Lajjā und […] im Dativ; Rāva und Guhyakali im Dativ. Am Ende steht jeweils der Herz-Mantra.

Anmerkung: Fragment: mittlere Namenslesung smṛtā/mṛtā unsicher. Anhang c um Zeile 31337 löst die mittlere Formel als amṛtāyai auf; als redaktionelle Parallelauflösung gekennzeichnet, nicht als sicherer Haupttext eingesetzt.

Vers 16
rātrivāsaḥ parityajya dhaute te paridhāya ca |
vyāghrājine kambale vā kauśe vāpyāsane sthitaḥ ||16||

Nachdem man die Nachtkleidung abgelegt und die beiden gewaschenen Gewänder angezogen hat, setze man sich auf ein Tigerfell, eine Wolldecke oder einen Sitz aus Kusha-Gras …

Anmerkung: Haupttext kauśa als Kusha-Unterlage; Varianten kha/gha kauśeyādi, „aus Seide usw.“. Unterschied nicht stillschweigend eingeebnet.

Guru-Verehrung und Bitte um Erlaubnis

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 17
kṛtapadmāsano dhīro guruṃ vai prathamaṃ smaret |
prātaḥ śirasi […] dvinetraṃ dvibhujaṃ gurum ||17||

… und nehme ruhig den Lotussitz ein. Zuerst vergegenwärtige man sich den Guru: am Morgen über dem Kopf […], mit zwei Augen und zwei Armen …

Anmerkung: Fragment: Gestalt-/Farbbeschreibung nach śirasi unlesbar.

Vers 18
varābhayayutaṃ śāntaṃ smarettaṃ nāmapūrvakam |
evaṃrūpaṃ guruṃ dhyātvā daśakṛtvo gurormanum ||18||

… friedvoll, mit den Gesten des Gewährens und der Furchtlosigkeit. Man erinnere sich seiner unter Nennung seines Namens. Nachdem man den Guru in dieser Gestalt meditiert hat, [rezitiere man] zehnmal den Guru-Mantra …

Vers 19
japetsa paramo ṅe'nto guruḥ hṛnmanunā yutaḥ |
tataḥ paṭhan ślokamamuṃ namaskuryādguruṃ priye ||19||

… er lautet [in seiner Bildung] parama und guru im Dativ, verbunden mit dem Herz-Mantra. Danach soll man, Geliebte, diesen Vers sprechen und sich vor dem Guru verneigen …

Anmerkung: Wortbildungsanweisung der Quelle; der Anhang bietet oṃ parama gurave namaḥ als Auflösung. Deren Kasusbildung wird nicht als sicher rekonstruierte Haupttextformel ausgegeben.

Vers 20
ajñānatimirāndhasya jñānāñjanaśalākayā |
cakṣurunmīlitaṃ yena tasmai śrīgurave namaḥ ||20||

Verehrung dem ehrwürdigen Guru, der dem von der Finsternis der Unwissenheit Geblendeten mit dem Salbstift der Erkenntnis die Augen geöffnet hat.

Anmerkung: Beschädigtes tasmai im Haupttext durch die lesbare Wiederholung im Anhang derselben Datei c, Zeilen 31344–31345, geklärt; keine externe Rekonstruktion.

Vers 21
[…] tato devīṃ dhyātvā hṛdayapaṅkaje |
tadopacāraiḥ sampūjya mānasereva sundari ||21||

[…] danach meditiere man die Göttin im Lotus des Herzens und verehre sie mit ihren Darbringungen, die allein im Geist vollzogen werden, Schöne …

Anmerkung: Fragment: Anfangsbestimmung unlesbar.

Vers 22
mūlamantraṃ yathāśakti japitvā tadanantaram |
japaṃ samarpya saṃstūya natvā ca śirasā […] ||22||

… rezitiere anschließend nach Vermögen den Wurzelmantra, bringe die Rezitation dar, preise [die Göttin] und verneige sich mit dem Haupt […]

Anmerkung: Fragment: letzte Bestimmung unlesbar; Mulamantra bezeichnet den jeweiligen Grundmantra, keine fehlende Formel ergänzt.

Vers 23
gurudevatayormantradevayośca kṣaṇaṃ punaḥ |
aikyaṃ sañcintya gṛhṇīyādājñāṃ baddhāñjaliḥ paṭhan ||23||

Dann betrachte man einen Augenblick die Einheit von Guru und Gottheit sowie von Mantra und Gottheit. Mit gefalteten Händen erbitte man die Erlaubnis und spreche …

Vers 24
devi śrīguhyakāli tvaṃ dehyanujñāṃ maheśvari |
prayatiṣye nideśātte yogakṣemārthasiddhaye ||24||

„Göttin, ehrwürdige Guhyakali, gewähre mir deine Erlaubnis, große Herrin. Auf deine Weisung werde ich mich bemühen, Erwerb und Sicherung des Lebensunterhalts zu verwirklichen.“

Anmerkung: Gebetsformel im Grundtext und in c-Anhang um 31350 erneut lesbar. Yoga-kṣema hier wie am Ende von Kapitel 5 als Lebensunterhalt und dessen Sicherung verstanden.

Vers 25
evaṃ nideśaṃ saṅgṛhya yogakṣemaprayojanam |
vidadhīta varārohe svaṃ svaṃ dharmamalaṅghayan ||25||

Nach Empfang dieser Weisung gehe man seinen Aufgaben für Erwerb und Lebenssicherung nach, Schöngestaltete, ohne die eigene Pflicht zu übertreten.

Das rituelle Bad

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 26
tataḥ pūjanavelāyāṃ nadyāṃ sarasi vā gṛhe |
malāpakarṣaṇaṃ snānaṃ vidhāyādau varānane ||26||

Zur Zeit der Puja vollziehe man dann zunächst im Fluss, in einem Teich oder zu Hause das Bad, das körperlichen Schmutz entfernt, Schöngesichtige …

Vers 27
mantrasnānaṃ tataḥ kuryāttantroktavidhinā sudhīḥ |
kasmiṃścitkarmaṇi bhavedṛṣyādistu ṣaḍaṅgakam ||27||

… danach soll der Einsichtige das Mantra-Bad nach der im Tantra genannten Vorschrift ausführen. Bei manchen Handlungen besteht die Angabe von Rishi und weiteren Faktoren aus sechs Gliedern …

Vers 28
kvacittryaṅgaṃ kvaciccāpi saptāṅgaṃ punarucyate |
ṛṣiśchando devatā ca bījaṃ śaktiśca kīlakam ||28||

… bei anderen aus drei, bei wieder anderen aus sieben. Rishi, Metrum, Gottheit, Bija, Shakti und Kilaka …

Vers 29
ṣaḍaṅgametajjagadustryaṅgaṃ pūrvārdhamasya hi |
saptāṅge tattvamadhikaṃ prakāro na caturthakaḥ ||29||

… diese nennt man die sechs Glieder. Die drei Glieder sind deren erste Hälfte. Bei den sieben kommt das Tattva hinzu; eine vierte Art gibt es nicht.

Anmerkung: Hier sind Ritualfaktoren gemeint, nicht die sechs zuvor behandelten Körperglieder des Nyasa.

Vers 30
snānādikāle ṛṣyādi tryaṅgameva pracakṣate |
ādau tāramanusmṛtya tato'sya padamuccaret ||30||

Beim Bad und ähnlichen Handlungen nennt man nur die drei Faktoren, beginnend mit dem Rishi. Zuerst vergegenwärtige man sich Tāra, danach spreche man das Wort asya, „dieses“ …

Anmerkung: Anweisung zur Bildung der Viniyoga-Erklärung.

Vers 31
guhyakālīyapūjāṅgasnānasya tadanantaram |
kātyāyana ṛṣiḥ proktaḥ pratiṣṭhācchanda ucyate ||31||

… danach „des Bades als Bestandteil der Guhyakali-Puja“. Als Rishi wird Katyayana genannt, als Metrum Pratishtha.

Vers 32
apyasyā vāruṇī guhyakālī proktā ca devatā |
[…] viniyoga iti baddhāñjaliḥ paṭhet ||32||

Als Gottheit wird Vāruṇī Guhyakali genannt. „[…] ist die Anwendung“, so spreche man mit gefalteten Händen.

Anmerkung: Fragment: genaue Bestimmung vor viniyoga unlesbar. Vāruṇī: zu Varuna/Wasser gehörende Gestalt.

Vers 33
ācamya mūlamantreṇa māsapakṣatithīḥ smaret |
ṣaṭkoṇaṃ cakramālikhya madhye tārāṅkitaṃ jale ||33||

Nach Acamana mit dem Wurzelmantra vergegenwärtige man Monat, Mondhälfte und Tithi. Man zeichne im Wasser ein sechseckiges Diagramm, in dessen Mitte Tāra steht …

Anmerkung: Tithi: lunare Tagesphase; keine konkrete Kalenderzeit aus dem allgemeinen Ritualtext abgeleitet.

Vers 34
gaṅge ca yamune caiva godāvari sarasvati |
narmade sindhu kāveri jale'smin sthitiṃ kuru ||34||

„Ganga und Yamuna, Godavari, Sarasvati, Narmada, Sindhu und Kaveri: Nehmt in diesem Wasser euren Platz ein!“

Anmerkung: Narmade im Haupttext verstümmelt; die Wiederholung im Anhang c um 31358 stützt den Namen. Sthitiṃ kuru nach dem vorhandenen Haupttext, nicht durch die verbreitete andere Fassung sannidhiṃ kuru ersetzt; Unsicherheit der Wortgestalt ausdrücklich vermerkt.

Vers 35
iti mantraṃ samuccārya mudrayāṅkuśasaṃjñayā |
[…] sarvatīrthānyāvāhayetpriye ||35||

Nach dem Aussprechen dieses Mantras rufe man mit der Ankusha-Mudra […] alle heiligen Wasserstätten herbei, Geliebte.

Anmerkung: Fragment: Herkunfts-/Ortsangabe im zweiten Halbvers unlesbar. Keine zusätzliche Sonnenvisualisierung ohne lesbaren Beleg ergänzt.

Vers 36
āplāvya dhūmalākhyena kavacenāvaguṇṭhya ca |
satālatritayāstreṇa rakṣayitvā ca tajjalam ||36||

Man lasse [es] mit dem Dhūmala genannten [Glied] überströmen, umhülle es mit Kavacha und schütze dieses Wasser mit Astra, begleitet von dreimaligem Klatschen …

Anmerkung: Dhūmala als unsicherer Chiffrenname beibehalten. Die Schutzhandlungen werden historisch beschrieben.

Vers 37
mūlamantreṇābhimantrya vārānekādaśa drutam |
mūlena tilakaṃ kṛtvā ṣaḍaṅgaṃ nyasya vigrahe ||37||

… bespreche es zügig elfmal mit dem Wurzelmantra, bringe mit diesem ein Tilaka an und setze die sechs Glieder durch Nyasa an den Körper …

Anmerkung: Tilaka: rituelles Stirnzeichen; Satz läuft weiter.

Innere Reinigung und Wasserspende

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 38
saṃgṛhya dakṣeṇa jalaṃ vāmahaste nidhāya ca |
aṅgulīmadhyavilagatpāthobindubhiralpakaiḥ ||38||

Man nimmt mit der rechten Hand Wasser und legt es in die linke. Mit den kleinen Wassertropfen, die zwischen den Fingern hindurchtreten, …

Anmerkung: Satz läuft in Vers 39 weiter.

Vers 39
mūlamantraiḥ saptavāraṃ kṛtvā śirasi mārjanam |
gṛhītvorvaritaṃ toyaṃ nītvā nāsāgradakṣiṇe ||39||

… führt man siebenmal unter dem Grundmantra die rituelle Besprengung des Kopfes aus. Das übrige Wasser nimmt man und führt es an die rechte Seite der Nasenspitze.

Anmerkung: Die Form mūlamantraiḥ steht hier im Plural; der Zusammenhang meint die Wiederholung des Grundmantras.

Vers 40
dhamanyeḍākhyayā dehāntaravartyaghasañcayam |
samākṛṣya viniḥsārya nāḍyā piṅgalayā punaḥ ||40||

Durch den Ida genannten Kanal zieht man die im Körper angesammelte Sünde herbei und lässt sie dann durch den Kanal Pingala hinaustreten.

Anmerkung: Rituelle innere Vorstellung, keine physiologische Tatsachenbehauptung. Quellnummer im OCR beschädigt, nach unmittelbarer Folge lesbar zugeordnet.

Vers 41
tadākrāntatayā kṛṣṇavarṇaṃ vāri vicintya ca |
purato bhāvite vajrāśmani kṣiptvā daśottarām ||41||

Man stellt sich das Wasser als davon erfüllt und deshalb schwarz vor und wirft es auf einen vor sich vorgestellten Vajra-Stein. Darauf soll man die dreigliedrige Formel in einer „um zehn erhöhten“ Zahl …

Anmerkung: Die Bezugszahl zu daśottarām („um zehn erhöht“) fehlt hier; keine Wiederholungszahl geraten. Satz läuft über Vers 42.

Vers 42
saṃjapya tripadāṃ mūlamantrasmaraṇapūrvakam |
trirvinimajjya kalaśamudrayā karabaddhayā ||42||

… rezitieren, nachdem man sich den Grundmantra vergegenwärtigt hat. Man taucht dreimal unter und formt mit den Händen die Kalasha-Mudra (Gefäßgeste).

Anmerkung: Tripadā heißt „die dreigliedrige“; hier wird kein vollständiger Formeltext genannt.

Vers 43
śiro'bhiṣiñcenmūlena vārān dvādaśa sapta vā |
tataḥ punarmūlamantraṃ samuccārya varānane ||43||

Mit dem Grundmantra übergießt man den Kopf zwölf- oder siebenmal. Dann spricht man erneut den Grundmantra, o Schönangesichtige, …

Vers 44
guhyakālīṃ tato devīṃ tarpayāmi namo'stviti |
ityuccaraṃstato vārāṃstrīṃstāṃ santarpayet punaḥ ||44||

… und danach: „Ich erquicke die Göttin Guhyakali; Verehrung sei ihr!“ Während man dies spricht, bringt man ihr dreimal die erquickende Wasserspende dar.

Anmerkung: Lesbare Formel: guhyakālīṃ devīṃ tarpayāmi namo ’stu. Tarpana bezeichnet die rituelle Labung.

Asche und Sandelpaste als Stirnzeichen

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 45
tato jalāt samutthāya vāsasī paridhāya ca |
punarācamya deveśi vidadhyāt tilakaṃ sudhīḥ ||45||

Dann steigt man aus dem Wasser, legt die beiden Kleidungsstücke an und vollzieht erneut Achamana. O Herrin der Götter, der Verständige bringt nun das Tilaka an.

Vers 46
śāktānāmatha śaivānāṃ tilakadvitayaṃ smṛtam |
bhasmanādau tripuṇḍraṃ syāccandanenāparaṃ bhavet ||46||

Für Shaktas und Shaivas werden zwei Stirnzeichen überliefert: zuerst das Tripundra aus Asche, danach ein weiteres Zeichen aus Sandelpaste.

Anmerkung: Tripundra: drei waagerechte Aschestriche.

Die tantrische Weihe der Asche

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 47
vibhūtidhāraṇaṃ kāryaṃ vaidikaṃ tāntrikaṃ tathā |
vaidikaṃ tatparijñeyamatharvaśirasi sthitam ||47||

Das Auftragen heiliger Asche ist sowohl in vedischer als auch in tantrischer Weise auszuführen. Die vedische Form soll man aus dem Atharvashiras kennenlernen.

Anmerkung: Die Fundstellenzuweisung ist eine Aussage der Quelle.

Vers 48
tāntrikaṃ yat tad bravīmi mantraṃ vistārapūrvakam |
tripuṇḍradhāraṇasyāsya kīrtitā ṛṣayastrayaḥ ||48||

Den tantrischen Mantra erkläre ich nun ausführlich. Für dieses Anlegen des Tripundra werden drei Rishis genannt.

Vers 49
[…] kālāgnirudrasaṃvartanaciketasaḥ |
paṅktiśchandaḥ pañcamahābhūtāni khalu devatāḥ ||49||

[…] Kalagnirudra, Samvarta und Nachiketas sind die Rishis. Das Metrum ist Pankti; die Gottheiten sind die fünf großen Elemente.

Anmerkung: Fragment: Anfangswort beschädigt; die drei Namen und die Ritualzuordnungen sind lesbar. OCR-Ziffer ४६ nach 48 als 49 normalisiert.

Vers 50
phalī bījaṃ ruṭ ca śaktiraṅkuśaṃ kīlakaṃ matam |
mahāpātakasaṃbhūtapāpanāśe niyogatā ||50||

Phalī ist das Bija, Ruṭ die Shakti und Ankusha das Kilaka. Die Anwendung dient der Vernichtung der aus schweren Vergehen entstandenen Sünde.

Anmerkung: Bija-Namen nach der lesbaren Quelle, keine vermuteten Lautentsprechungen ergänzt.

Vers 51
saṃsmṛtyetthaṃ dakṣakare vibhūtiṃ vinidhāya […] |
ācchādya vāmahastena kapotābhinayātmanā ||51||

Nachdem man sich diese Zuordnungen vergegenwärtigt hat, legt man die heilige Asche in die rechte Hand […]. Man bedeckt sie mit der linken Hand in der Gestalt der Kapota-Geste (Taubengeste).

Anmerkung: Fragment: ein Wort am Ende des ersten Halbverses beschädigt.

Vers 52
vakṣyamāṇena mantreṇa trivāramabhimantrayet |
tārasārasvatakuṇī phalītarjanidhūmalāḥ ||52||

Mit dem folgenden Mantra weiht man sie dreimal: Tara, Sarasvata, Kuṇī, Phalī, Tarjani und Dhūmala …

Anmerkung: Kuṇī und Dhūmala sind unsichere Lautnamen; keine stillschweigende Auflösung. Formel läuft weiter.

Vers 52 (zweite Quellzählung; zwischen 52 und 54)
tato'nūdyāgnitattvāya kūrcāstre tadanantaram |
vāyutattvaṃ tathāptattvaṃ pṛthivītattvameva ca ||53||

Dann spricht man „agnitattvāya“ (dem Feuerprinzip), darauf Kurcha und Astra. Ebenso folgen das Luft-, das Wasser- und das Erdprinzip …

Anmerkung: Quellziffer wiederholt 52; als zweite 52 gekennzeichnet. Die Dativbildung wird erst im folgenden Vers angeordnet.

Vers 54
ṅe'ntāni trīṇi tattvāni krameṇaiva pṛthak pṛthak |
sarvatra śeṣe kūrcāstre tato vedhī durī tathā ||54||

… diese drei Prinzipien jedes einzeln nacheinander im Dativ, jeweils gefolgt von Kurcha und Astra. Danach kommen Vedhī und Durī …

Anmerkung: Lautnamen nach dem lesbaren Bestand; keine Bijas ergänzt.

Vers 55
darvīguḍadrumāścāpi tataḥ pañcamahāpadāt |
bhūtānyekādaśendriyāṇi pāvayadvitayaṃ tataḥ ||55||

… ferner Darvī, Guḍa und Druma. Dann folgt auf „pañcamahā“ das Wort „bhūtāni“, darauf „ekādaśendriyāṇi“ und zweimal „pāvaya“: „Reinige die fünf großen Elemente und die elf Sinnes- und Tätigkeitsvermögen; reinige!“

Anmerkung: Guḍa ist als Lautname unsicher. Die elf Indriyas schließen gewöhnlich Manas ein; hier bleibt die Textformel maßgeblich.

Vers 56
[…] aśeṣaduritaṃ […] bhasma tubhyaṃ trapābījāvastraṃ hṛcchira eva ca ||56||

[…] „alle Schuld“ […] „Asche, dir“; sodann die beiden Trapa-Bijas, Astra, Herz- und Kopfabschluss.

Anmerkung: Fragment: Satzmitte und Verben stark beschädigt. Keine vollständige Ascheformel hergestellt; auch die Dualform bei Trapa bleibt unsicher.

Vers 57
evametenābhimantrya vāmahastasya pārvati |
aṅguṣṭhānāmikābhyāṃ ca […] bhasmanā ||57||

Nachdem man die Asche so mit diesem Mantra geweiht hat, o Parvati, nimmt man sie mit Daumen und Ringfinger der linken Hand […].

Anmerkung: Fragment: der Schluss ist beschädigt; Handlung läuft im folgenden Vers weiter.

Kopfreinigung und erste Stirnlinie

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 58
vakṣyamāṇaiḥ pañcamantraiḥ kuryācchirasi mārjanam |
prāsādabījato ṅe'nto hṛnmantrāntaḥ sadāśivaḥ ||58||

Mit den folgenden fünf Mantras vollzieht man die rituelle Reinigung des Kopfes: Nach dem Prasada-Bija steht Sadashiva im Dativ, abgeschlossen durch den Herzmantra.

Vers 59
trapā viśuddhinandinyai śeṣe hārdamanustataḥ |
lakṣmībījāccetanāyai […] mantraḥ sa eva hi ||59||

Trapa, „viśuddhinandinyai“ (der an vollkommener Reinheit sich Freuenden), am Ende der Herzmantra. Nach dem Lakshmi-Bija folgt „cetanāyai“ (dem Bewusstsein) […], wiederum mit demselben Abschlussmantra.

Anmerkung: Fragment: ein Wort im zweiten Halbvers beschädigt; viśuddhinandinyai ist eine leicht unsichere Normalisierung der Namenslesung.

Vers 60
[…] kalā nādabindurūpiṇyai hṛnmanurmataḥ |
ḍākinīto guhyakālī ṅe'ntā hṛnmanunā yutā ||60||

[…] Kalā, „nādabindurūpiṇyai“ (derjenigen, deren Gestalt Nada und Bindu ist), gefolgt vom Herzmantra. Nach Dakini steht Guhyakali im Dativ, verbunden mit dem Herzmantra.

Anmerkung: Fragment: Beginn beschädigt; Kalā als sichtbarer Lautname beibehalten.

Vers 61
kiñcid gṛhītvā tasyaiva bhasmano mudrayā tayā |
rekhāṃ lalāṭe mantreṇa vakṣyamāṇena vinyaset ||61||

Man nimmt mit derselben Geste etwas von dieser Asche und zieht mit dem folgenden Mantra eine Linie auf der Stirn.

Vers 62
sārasvataṃ tathā pāśaḥ prāsādastadanantaram |
rudra evāhamasyānu bhūyāsamiti […] ||62||

Sarasvata, Pasha, danach Prasada. Sodann: „rudra evāham … bhūyāsam“ – „Möge ich selbst Rudra sein!“ […]

Anmerkung: Fragment: Wortverbindung vor bhūyāsam und Schlusswort beschädigt. Keine vollständige Rezitationsfassung behauptet.

Vers 63
tato'nu vajrakavacamevedamiti coccaret |
bhūyāt tatsattato'pyastraṃ namaḥ svāhā ca paścime ||63||

Danach spricht man „vajrakavacam evedam … bhūyāt“ – „Möge eben dies ein Vajra-Schutzpanzer sein!“ Darauf „tat sat“, Astra und am Ende „namaḥ svāhā“.

Anmerkung: Zusammenhängender Wortlaut aus der expliziten Wortbildungsanweisung; tat sat heißt „Das ist das Wirkliche“ beziehungsweise bezeichnet die höchste Wirklichkeit.

Vermischen und Anrufen der Gegenwart

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 64
tato dakṣakarād vāmakare bhasma nidhāya ca |
vakṣyamāṇena manunā jalenāloḍayet priye ||64||

Dann überträgt man die Asche aus der rechten in die linke Hand und vermischt sie unter dem folgenden Mantra mit Wasser, Geliebte.

Vers 65
vedādirbhuvaneśī ca śākinī tadanantaram |
sambodhanatayā vācyā syāt pracaṇḍakarālinī ||65||

Veda-Anfang, Bhuvaneshi und danach Shakini; anschließend wird Pracandakaralini im Vokativ ausgesprochen: „O überaus wilde, furchtbare Göttin!“

Anmerkung: Veda-Anfang ist eine Lautchiffre; keine fehlenden Bijas ergänzt.

Vers 66
śiromantrānvitaḥ śeṣa eṣa āloḍane manuḥ |
vartulaṃ maṇḍalaṃ kṛtvā ṣaṭkoṇaṃ tasya madhyagam ||66||

Der Schluss wird mit dem Kopfmantra verbunden: Dies ist die Formel zum Vermischen. Man zeichnet ein rundes Mandala und in dessen Mitte ein Sechseck, …

Vers 67
trikoṇaṃ tasya cāpyantastadantaḥ śākinīmapi |
mūlamantreṇa cāveṣṭya tatsarvaṃ maṇḍalaṃ priye ||67||

… darin ein Dreieck und in dessen Innerem Shakini. Mit dem Grundmantra umgibt man das gesamte Mandala, Geliebte.

Anmerkung: Shakini meint hier die einzuschreibende Lautchiffre.

Vers 68
dakṣahastena cācchādya mantrametamudīrayet |
tāramatha trapālakṣmīyoginī kāminī ruṣaḥ ||68||

Man bedeckt es mit der rechten Hand und spricht diesen Mantra: Tara, dann Trapa, Lakshmi, Yogini, Kamini und Ruṣ …

Anmerkung: Ruṣ nach unsicherem lesbarem Wortlaut; keine Lautauflösung.

Vers 69
śākinīṃ ḍākinīṃ dattvā ehyehi padamuddharet |
sambuddhiṃ bhagavatyāśca guhyakālyāstato'pi ca ||69||

… fügt Shakini und Dakini hinzu und spricht „ehy ehi“ (Komm, komm!), danach Bhagavati und Guhyakali im Vokativ: „O erhabene Guhyakali!“

Vers 70
sānnidhyamatrāveśayeti tvāmahaṃ dadha ityapi |
[…] aham āmuktaḥ iti śabdaṃ vinidiśet ||70||

„Lass hier deine Gegenwart eintreten! Dich trage ich an mir.“ Dann folgt eine beschädigte Wendung mit „ich, bekleidet/versehen mit […]“.

Anmerkung: Fragment: vor aham āmuktaḥ ist der Wortlaut nicht sicher lesbar; keine vollständige Formel hergestellt.

Vers 71
vajratanurvirajāśca bhūyāsaṃ tadanantaram |
pāśaṃ kālaṃ tathā pretaṃ phaṭtrayaṃ śira eva ca ||71||

Darauf: „Möge ich einen Vajra-Leib besitzen und frei von Befleckung sein!“ Dann Pasha, Kala und Preta, dreimal „phaṭ“ und der Kopfabschluss.

Vers 72
tataḥ kaniṣṭhāvarjyābhirdakṣiṇāṅgulibhiḥ priye |
bhasmāmbuloḍitaṃ dhṛtvā mantrān daśa samuccaran ||72||

Dann nimmt man, Geliebte, mit den Fingern der rechten Hand außer dem kleinen Finger die mit Wasser vermischte Asche und spricht zehn Mantras …

Asche-Nyasa an zehn Körperstellen

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 73
sthāneṣu daśasu nyasyet krameṇa varavarṇini |
śākinī guhyakālī ca ṅe'ntā hṛnmantrasaṃyutā ||73||

… während man sie nacheinander an zehn Körperstellen aufträgt, o Schönfarbige. Shakini, Guhyakali im Dativ und der Herzmantra …

Anmerkung: Die Zuordnung „an der Stirn“ folgt am Anfang von Vers 74.

Vers 74
lalāṭe kūrcato ṅe'ntā karālī hṛnmanukṣitā |
vakṣasi trapayā ṅe'ntā ghoranādā namo'nvitā ||74||

… an der Stirn. Nach Kurcha Karali (die Furchtbare) im Dativ mit dem Herzmantra: an der Brust. Nach Trapa Ghoranada (die schrecklich Tönende) im Dativ, verbunden mit „namaḥ“ …

Vers 75
nābhau bhūtārṇato ṅe'ntā vikaṭadaṃṣṭrā hṛdanvitā |
bāhumūle smaro'naṅgākulā ṅe'ntā hṛdā yutā ||75||

… am Nabel. Nach Bhuta-Laut Vikata-damshtra (die gewaltige Fangzähne besitzt) im Dativ mit Herzabschluss: am Armansatz. Smara, Anangakula (die von Liebessehnsucht Erfüllte) im Dativ und Herzabschluss …

Anmerkung: Anangakula ist eine leicht unsichere Namenslesung; der Körperstellenbezug läuft über die Versgrenzen.

Vers 76
kaphoṇau yoginībījānmatā ṅe'ntā kapālinī |
hṛdā […] maṇibandhe ca punaraṅkuśabījataḥ ||76||

… am Ellbogen. Nach dem Yogini-Bija Kapalini (die Schädelträgerin) im Dativ, mit Herzabschluss […] am Handgelenk. Dann nach dem Ankusha-Bija …

Anmerkung: Fragment: ein verbindendes Wort beschädigt; Name und Körperstelle sind lesbar.

Vers 77
jvālāmālinyatho ṅe'ntā namoyuktā gale smṛtā |
vadhūbījācca cāmuṇḍā ṅe'ntā pārśve namoyutā ||77||

… Jvalamalini (die mit einer Flammengirlande Geschmückte) im Dativ, verbunden mit „namaḥ“: am Hals. Nach dem Vadhu-Bija Chamunda im Dativ mit „namaḥ“: an der Seite.

Vers 78
pretabījādbhairavī ca ṅe'ntā kaṭyāṃ hṛdanvitā |
ḍākinībījataḥ siddhivikarālī varānane ||78||

Nach dem Preta-Bija Bhairavi im Dativ, mit Herzabschluss: an der Hüfte. Nach dem Dakini-Bija Siddhivikarali, o Schönangesichtige, …

Anmerkung: Der Name verbindet Siddhi und die schreckenerregende Gestalt; keine spekulative Bija-Auflösung.

Vers 79
ṅe'ntā hṛnmanusaṃpṛktā vyāpake parivinyaset |
iti te kathitaṃ devi samantraṃ bhasmadhāraṇam ||79||

… im Dativ, verbunden mit dem Herzmantra, als umfassenden Nyasa am ganzen Körper. So habe ich dir, Göttin, das Auftragen der Asche samt den Mantras erklärt.

Das Tilaka aus Sandelpaste

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 80
candanenāpi tatkāryamityevaṃ tāntrikī sthitiḥ |
ūrdhvapuṇḍraṃ mṛdā kuryāt tripuṇḍraṃ bhasmanaiva tu ||80||

Dasselbe soll auch mit Sandelpaste geschehen; so ist die tantrische Regel. Das senkrechte Pundra fertigt man aus Erde, das Tripundra dagegen aus Asche.

Vers 81
candanena dvayaṃ kuryād […] tilakī bhavet |
vibhūtidhāraṇaṃ tvādau tilakaṃ candanena ca ||81||

Mit Sandelpaste kann man beide Formen anbringen; […] man soll ein Stirnzeichen tragen. Zuerst trägt man die heilige Asche auf und danach das Tilaka mit Sandelpaste.

Anmerkung: Fragment: die Verbindung nach dvayaṃ kuryād ist unklar; kein sicherer Ausschlusssatz daraus konstruiert.

Vers 82
viśeṣatastu śāktānāṃ dvayamāvaśyakaṃ priye |
ato nibodha vidhivat tadvaccandanadhāraṇam ||82||

Besonders für die Shaktas sind beide erforderlich, Geliebte. Höre darum auch die vorgeschriebene Weise des Auftragens von Sandelpaste.

Vers 83
vāme karatale śvetaṃ sthāpayitvā tu candanam |
[…] vilikhyātra tato'nāmikayā nanu ||83||

Man legt weiße Sandelpaste auf die linke Handfläche, zeichnet dort […] und nimmt dann mit dem Ringfinger …

Anmerkung: Fragment: das zu zeichnende Zeichen ist beschädigt; keine Vermutung eingesetzt.

Vers 84
gṛhītvā prakṣiped bhūmau pañca mantrān samuccaran |
tārādyāśca hṛdantyāśca […] samīritāḥ ||84||

… etwas davon und wirft es auf die Erde, während man fünf Mantras spricht. Sie beginnen mit Tara und enden mit dem Herzabschluss; […] sie werden genannt …

Anmerkung: Fragment: nähere Bestimmung am Ende beschädigt. Die fünf Namen folgen in Vers 85.

Vers 85
jñānecche ca kriyāśaktikāmāḥ sarve […] |
ācchādya dakṣiṇenaiva tataḥ karatalena tu ||85||

… Jnana (Erkenntnis), Iccha (Wille), Kriya (Handlung), Shakti (Kraft) und Kama (Verlangen), alle […]. Dann bedeckt man die Paste mit der rechten Handfläche.

Anmerkung: Fragment: die grammatische Endungsanweisung für die Namen ist beschädigt; keine vollständigen fünf Formeln erfunden.

Vers 86
[…] mantraṃ vakṣyamāṇaṃ kuryāt tilakamīśvari |
alaṅghayan bhasmarekhāṃ tiryagrekhāṃ vidhānataḥ ||86||

Unter dem folgenden Mantra trägt man, o Herrin, das Tilaka als waagerechte Linie vorschriftsmäßig auf, ohne über die Aschelinie hinauszugehen.

Anmerkung: Fragment: einleitendes Tätigkeitswort beschädigt; der übrige Satz ist verständlich.

Vers 87
māyākāmaruṣaḥ sarvajanamohini […] |
sarvād vaśaṅkarītyuktvā māṃ tato rakṣayugmakam ||87||

Maya, Kama, Ruṣ; „sarvajanamohini“ (du, die alle Menschen bezaubert) […]. Nach „sarva“ spricht man „vaśaṅkari“ (du, die alles gefügig macht), dann „māṃ“ und zweimal „rakṣa“: „Beschütze mich, beschütze mich!“

Anmerkung: Fragment: Ende des ersten Halbverses beschädigt; der Lautname Ruṣ bleibt unsicher.

Vers 88
astraṃ śiroyutaṃ mantro mayā te parikīrtitaḥ |
etat tantroditaṃ devi proktaṃ tilakadhāraṇam ||88||

Astra mit Kopfabschluss: Diesen Mantra habe ich dir genannt. Damit ist, Göttin, das im Tantra gelehrte Anlegen des Tilaka erklärt.

Sandhya und tantrische Reinigungsformeln

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 89
tato dvijātiścet sandhyāṃ vedaproktāṃ vidhāya hi |
ācaret tāntrikīṃ śūdro na pūrvāmuttarāṃ caret ||89||

Gehört der Übende zu den zweimal Geborenen, soll er zunächst die vedisch vorgeschriebene Sandhya verrichten und danach die tantrische. Ein Shudra soll die letztere, nicht die erstere vollziehen.

Anmerkung: Historische Kastenvorschrift des Grundtextes; keine heutige Praxisempfehlung.

Vers 90
na śūdrasyādhikāro'sti vedamantrasya bhāṣaṇe |
uccaran narakaṃ yāti darpānmohāddhaṭhād balāt ||90||

Ein Shudra sei nicht zur Aussprache vedischer Mantras berechtigt. Wer sie aus Hochmut, Verblendung, Eigensinn oder mit Gewalt ausspricht, gelange in die Hölle.

Anmerkung: Die ausgrenzende Drohung wird als Textaussage wiedergegeben. OCR-Ziffer ६० nach 89 zu 90 normalisiert.

Vers 91
prāṇāyāmatrayaṃ kṛtvā tantroktaṃ prathamaṃ priye |
tato'ṣṭādaśakṛtvo hi mūlamantraṃ samuccaran ||91||

Zuerst vollzieht man dreimal das im Tantra beschriebene Pranayama, Geliebte. Dann spricht man den Grundmantra achtzehnmal …

Vers 92
vidadhyānmārjanaṃ […] tata ācamanaṃ caret |
sarvatrādau maidhamuktvā svadhā śeṣe niyojayet ||92||

… und führt die rituelle Besprengung aus […]; danach folgt Achamana. Bei jeder Formel spricht man zu Beginn Maidha und setzt „svadhā“ an den Schluss.

Anmerkung: Fragment: Ortsangabe nach mārjanam beschädigt. Maidha ist ein Lautname, nicht stillschweigend in eine Bija-Silbe umgewandelt.

Vers 93
vidyātattvaṃ śivatattvaṃ śaktitattvaṃ tathaiva ca |
ṅe'ntametattritattvaṃ hi madhye yojyaṃ varānane ||93||

Vidya-Tattva, Shiva-Tattva und Shakti-Tattva: Diese drei Prinzipien werden jeweils im Dativ in die Mitte eingesetzt, o Schönangesichtige.

Anmerkung: Die Formeln ehren Erkenntnis-, Shiva- und Shakti-Prinzip.

Vers 94
nāsāpuṭādīni svāni tattanmudrādibhiḥ spṛśet |
tato dakṣiṇahastena kṛtvā vāmakare jalam ||94||

Die eigenen Nasenöffnungen und die übrigen Körperstellen berührt man mit den jeweiligen Mudras und weiteren zugehörigen Handlungen. Dann gibt man mit der rechten Hand Wasser in die linke.

Vers 95
aṅgulīsandhivigaladambobindubhiralpakaiḥ |
ātmānaṃ prathamaṃ siñcet tataścāpi dharātalam ||95||

Mit den kleinen Wassertropfen, die zwischen den Fingern hindurchtreten, besprengt man zuerst sich selbst und anschließend den Erdboden.

Vers 96
vakṣyamāṇairaṣṭamantraiḥ krameṇaiva varānane |
vijayā ca tathāpāpā mahālakṣmīstathaiva ca ||96||

Dazu dienen die folgenden acht Mantras in dieser Reihenfolge, o Schönangesichtige: Vijaya (die Siegreiche), Apapa (die Sündlose), Mahalakshmi …

Anmerkung: Die Reihe läuft in Vers 97 weiter; die OCR-Ziffer ६६ ist nach der Folge normalisiert.

Vers 97
kālakarṇī sarvasiddhidā bhūtāveśinī tathā |
ānandadā kālarātriḥ ṅe'ntāḥ sarvāḥ prakīrtitāḥ ||97||

… Kalakarni, Sarvasiddhida (die alle Siddhis verleiht), Bhutaveshini (die in Wesen beziehungsweise Geister eintretende Göttin), Anandada (die Freude schenkt) und Kalaratri (die Nacht der Zeit). Alle Namen stehen im Dativ.

Anmerkung: Eine Variantenfußnote bietet bei Bhutaveshini eine abweichende, teilweise beschädigte Lesung mit Vaiṣṇavī; nicht in die Hauptreihe gemischt.

Vers 98
praṇavaprathamāḥ sarvā hṛnmantrāntāḥ prakīrtitāḥ |
tato'vaśiṣṭamudakaṃ gṛhītvā dakṣiṇe kare ||98||

Alle Formeln beginnen mit Pranava und enden mit dem Herzmantra. Danach nimmt man das übrige Wasser in die rechte Hand …

Vers 99
upanāsaṃ tacca kṛtvā tayā nāḍyeḍayā punaḥ |
dehāntarvartivṛjinamākṛṣyājanmasañcitam ||99||

… hält es an die Nase und zieht durch den Ida-Kanal die im Körper liegende, seit der Geburt angesammelte Sünde herbei.

Vers 100
tatsaṅkrameṇa prakṣālya kṛṣṇavarṇaṃ vicintya ca |
virecitaṃ piṅgalayā vibhāvyāstreṇa pārvati ||100||

Man reinigt sich durch ihre Übertragung, stellt sich das Wasser als schwarz vor und vergegenwärtigt sich, dass sie durch Pingala ausgeschieden wird, o Parvati; dabei gebraucht man Astra.

Anmerkung: Rituelle Vorstellung der Reinigung; die Beziehung des Akkusativs ist im Satz etwas unscharf.

Vers 101
punaḥ kalpitavajrāśmanyante mantramudīrayet |
prakṣipet taditi proktamaghamarṣaṇamīdṛśam ||101||

Am Ende spricht man den Mantra und schleudert das Wasser auf den vorgestellten Vajra-Stein. So ist diese Form des Aghamarshana, des Abwaschens der Sünde, beschrieben.

Anmerkung: Vajrāśman aus dem wiederholten Kontext 6.41 normalisiert; OCR hier vastrāśman.

Arghya und Upasthana vor der Göttin

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 102
nārasiṃhāccaṇḍaghaṇṭā ṅe'ntā phaṭsaṃyutāpi ca |
candanākṣatapuṣpādisahitaṃ salilāñjalim ||102||

Nach Narasimha steht Chandaghanta im Dativ, verbunden mit „phaṭ“. Man nimmt eine Handvoll Wasser mit Sandelpaste, unversehrten Reiskörnern, Blumen und weiteren Gaben …

Anmerkung: Der erste Halbvers nennt den Abschlussmantra des vorigen Vorgangs, der zweite beginnt die Arghya-Spende.

Vers 103
ādāyotthāya purato mūlamantraṃ prakīrtya ca |
sārasvataṃ ḍākinī ca pralayaṃ tadanantaram ||103||

… steht auf und spricht vor sich den Grundmantra. Danach Sarasvata, Dakini, Pralaya …

Vers 104
phetkāryāmantraṇe ca śrīguhyakālyāstato'pi ca |
eṣa […] śiroyukta imaṃ manumudīrayet ||104||

… Phetkari und dann Shri Guhyakali im Vokativ. „eṣa …“ (dieser/diese …), verbunden mit dem Kopfabschluss: Diesen Mantra soll man sprechen.

Anmerkung: Fragment: das Wort nach eṣa ist beschädigt; nicht stillschweigend zu arghya ergänzt.

Vers 105
sūryamaṇḍalavartinyai devyāḥ arghaṃ pradāya ca |
japitvā saptadhā mūlamupasthānaṃ tataścaret ||105||

Man bringt der im Sonnenkreis weilenden Göttin die Arghya-Spende dar, wiederholt den Grundmantra siebenmal und vollzieht anschließend Upasthana, das ehrfürchtige Hintreten.

Anmerkung: Dativbezug sūryamaṇḍalavartinyai im OCR erkennbar; die Kasusform devyāḥ bleibt auffällig.

Vers 106
vakṣyamāṇena manunā karāvuttolya saṃhatau |
tāraṃ maidhaṃ ca māyāṃ ca lakṣmīṃ kāmaṃ vadhūmapi ||106||

Man hebt die zusammengelegten Hände und spricht den folgenden Mantra: Tara, Maidha, Maya, Lakshmi, Kama und Vadhu …

Vers 107
śākinīṃ ḍākinīṃ caiva pralayaṃ tadanantaram |
phetkārīṃ ca tato pretaṃ bhāsākūṭamanantaram ||107||

… Shakini und Dakini, danach Pralaya, Phetkari, Preta und anschließend Bhasakuta …

Anmerkung: Preta ist eine unsichere Normalisierung des OCR tretāṃ; keine konkrete Bija-Silbe daraus erzeugt.

Vers 108
guhyakālīṃ bhagavatīmupatiṣṭha itīrayet |
gāruḍaṃ nārasiṃhaṃ ca viśvaṃ kinnarameva ca ||108||

… dann spricht man: „guhyakālīṃ bhagavatīm upatiṣṭhe“ – „Ich trete vor die erhabene Guhyakali.“ Es folgen Garuda, Narasimha, Vishva und Kinnara …

Anmerkung: Die Personalendung upatiṣṭhe wird nach dem Satz normalisiert; OCR upatiṣṭha.

Vers 109
aṅkuśapretasomāṃśca […] kṛtyāmanāryākūṭaṃ ca tato'straṃ hṛcchiro'pi ca ||109||

… Ankusha, Preta und Soma; […] Kritya und Anarya-Kuta, dann Astra, Herz- und Kopfabschluss.

Anmerkung: Fragment: mehrere Lautnamen in der Mitte nicht zuverlässig lesbar. Quellziffer १०६ in der Folge 108–110 zu 109 normalisiert.

Zwölf Wasserspenden und Sandhya-Nyasa

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 110
upasthāyāmunā hi mantreṇa dvādaśāñjalīn |
dadyānmantraṃ samuccārya vakṣyamāṇaṃ krameṇa hi ||110||

Nachdem man mit diesem Mantra vor die Göttin getreten ist, bringt man zwölf Handvoll Wasser dar und spricht dabei nacheinander die folgenden Formeln.

Vers 111
ṅe'ntāḥ sarvāḥ sapraṇavā mukhe śeṣe namo'nvitāḥ |
caṇḍā karālā ca tathā bhrāmarī lalitāpi ca ||111||

Alle Namen stehen im Dativ, mit Pranava am Anfang und „namaḥ“ am Ende: Chanda (die Wilde), Karala (die Furchtbare), Bhramari (die Bienengöttin), Lalita (die Anmutige) …

Vers 112
jvālinī ca tathāghorā śūlinī jayamaṅgalā |
kurukullā phetkāriṇī kālasaṅkarṣiṇī tataḥ ||112||

… Jvalini (die Flammende), Aghora (die nicht Schreckliche), Shulini (die Speerträgerin), Jayamangala (die Sieg und Heil bringt), Kurukulla, Phetkarini und Kalasamkarshini (die Zeit in sich Einziehende) …

Anmerkung: Sandhi tathāghorā lässt Aghorā lesen; die alternative Trennung als Ghorā ist nicht ausgeschlossen.

Vers 113
sarvaśeṣe guhyakālī ityevaṃ pariniṣṭhitāḥ |
aṅganyāsaṃ tataḥ kuryāt sandhyāyāṃ varavarṇini ||113||

… und ganz zuletzt Guhyakali. Damit ist diese Reihe abgeschlossen. Anschließend führt man bei der Sandhya den Anganyasa aus, o Schönfarbige.

Vers 114
praṇavaṃ vāgbhavaṃ […] hṛdayaṃ hṛnmanūkṣitam |
vedādiṃ ca trapābījaṃ śirase vahnivallabhām ||114||

Pranava, Vagbhava, […] Herz mit dem Herzabschluss. Veda-Anfang und Trapa-Bija, „śirase“ (dem Kopf), gefolgt von der Geliebten des Feuers, Svaha.

Anmerkung: Fragment: Endungsanweisung vor hṛdaya beschädigt; der vollständige erste Nyasa-Mantra bleibt deshalb offen.

Vers 115
tāraṃ lakṣmīṃ śikhāyai ca vaṣaṭ tadanu kīrtayet |
vedādiṃ kūrcabījaṃ kavacāya ca sambhramam ||115||

Tara, Lakshmi, „śikhāyai“ (der Haarspitze) und danach „vaṣaṭ“. Veda-Anfang, Kurcha-Bija, „kavacāya“ (dem Schutzpanzer) und Sambhrama.

Anmerkung: Sambhrama bleibt als Lautchiffre stehen.

Vers 116
vedādiṃ ca vadhūbījaṃ tato netratrayāya ca |
vauṣaṭ tato'pi praṇavaṃ śākinīṃ tadanantaram ||116||

Veda-Anfang und Vadhu-Bija, dann „netratrayāya“ (den drei Augen), „vauṣaṭ“. Darauf Pranava, danach Shakini …

Vers 117
ṅe'ntamastraṃ svamantroktaṃ paṭhitvā nyāsamācaret |
tato devīṃ kṣaṇaṃ dhyātvā yathāśakti sureśvari ||117||

… Astra im Dativ, wie es zum eigenen Mantra gelehrt wird; unter dieser Rezitation vollzieht man den Nyasa. Dann meditiert man einen Augenblick über die Göttin und nach seinem Vermögen, o Herrin der Götter, …

Vers 118
tattanmantroditāṃ tattadgāyatrīṃ daśadhā japet |
pañcāśadvā śataṃ vāpi […] ||118||

… wiederholt man zehnmal die dem jeweiligen Mantra zugehörige Gayatri, oder fünfzig- oder hundertmal. […]

Anmerkung: Fragment: die Aussage über die Frucht am Schluss ist beschädigt. Die Fußnote bietet phalaṃ bhūyo na bhūyasi, ebenfalls nicht eindeutig; keine behauptete Steigerungsregel erfunden.

Sonnenverehrung und Abschluss der Sandhya

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 119
tato japaṃ samarpyānu stutvā natvā visarjayet |
candanāmbho'kṣataṃ puṣpaṃ samādāya vivasvate ||119||

Dann bringt man den Japa dar, lobpreist die Göttin, verneigt sich und verabschiedet sie. Man nimmt Sandelwasser, unversehrten Reis und eine Blume für Vivasvat, den Sonnengott, …

Vers 120
vakṣyamāṇena mantreṇa dadyādarghaṃ nibhālayan |
daṇḍaṃ trapāmathādityaṃ samuccārya varānane ||120||

… und bringt ihm, zu ihm hinblickend, mit dem folgenden Mantra Arghya dar. Man spricht Danda, Trapa und dann Aditya, o Schönangesichtige, …

Vers 121
[…] tadgotramuktvā śrīsūryabhaṭṭārakāya hi |
eṣa […] śiromantraḥ sūryāyārghanivedane ||121||

… nennt dessen Gotra […] und spricht „śrīsūryabhaṭṭārakāya“ (dem ehrwürdigen Herrn Surya), „eṣa …“, gefolgt vom Kopfmantra. Dies ist die Formel für die Arghya-Darbringung an Surya.

Anmerkung: Fragment: Endungsanweisung und Wort nach eṣa beschädigt. Gotra heißt Abstammungslinie; der Text nennt hier keinen sicher lesbaren Eigennamen.

Vers 122
mūlamantrasya ca tato ṛṣyādi ca ṣaḍaṅgakam |
vidhāyāṣṭottaraśataṃ mūlamantraṃ japet priye ||122||

Dann vollzieht man die Rishi-Zuordnungen und den sechsgliedrigen Nyasa des Grundmantras und wiederholt diesen 108-mal, Geliebte.

Vers 123
jale yantraṃ vilikhyāto dhyātvāvāhyātra caṇḍikām |
upacārairjalamayaiḥ sampūjya varavarṇini ||123||

Man zeichnet das Yantra ins Wasser, meditiert über Chandika, ruft sie dort herbei und verehrt sie mit aus Wasser bestehenden Opfergaben, o Schönfarbige.

Vers 124
mūlamantraṃ samuccāryāmantaṃ nāma […] ca |
ahaṃ tatastarpayāmi nama ityevamuccaran ||124||

Man spricht den Grundmantra und den Namen im Akkusativ […], danach „ahaṃ tarpayāmi namaḥ“: „Ich erquicke [dich]; Verehrung!“

Anmerkung: Fragment: ein Wort nach nāma beschädigt. Akkusativ-Anweisung amantam lesbar; keine fehlende Namensform eingesetzt.

Vers 125
devīmukhe'mṛtadhiyā vārān vai pañcaviṃśatim |
arpayedatha mārtaṇḍamaṇḍale tāṃ vicintya ca ||125||

Fünfundzwanzigmal bringt man die Gabe zum Mund der Göttin und stellt sie sich als Nektar vor. Dann vergegenwärtigt man sich die Göttin im Sonnenkreis.

Vers 126
mūlamantraṃ samuccārya vakṣyamāṇaṃ samuccaran |
paśyan sūryaṃ puṣpayutaṃ prakṣipya salilāñjalim ||126||

Man spricht den Grundmantra und die folgende Formel, blickt zur Sonne und spendet eine Handvoll Wasser mit einer Blume …

Anmerkung: Historische Ritualanweisung, keine heutige Aufforderung zum Sonnenblick.

Vers 127
visarjayed guhyakālīṃ sūryamaṇḍala eva hi |
vāgbhavatritayaṃ cādau māyāṃ rāvaṃ ruṣaṃ striyam ||127||

… und entlässt Guhyakali in den Sonnenkreis. Am Anfang der Formel stehen dreimal Vagbhava, dann Maya, Rava, Ruṣ und Stri …

Vers 128
ḍākinīṃ kulikaṃ cāpi bhogaṃ sṛṣṭiṃ gadāmapi |
udyadādityavartinyai tataḥ paramudīrayet ||128||

… Dakini, Kulika, Bhoga, Srishti und Gada. Danach spricht man „udyadādityavartinyai“ (der in der aufgehenden Sonne Weilenden) …

Vers 129
śivacaitanyamayyai ca prakāśeti padaṃ tataḥ |
tasyānu śaktisahitamārtaṇḍapadamīrayet ||129||

… „śivacaitanyamayyai“ (der aus Shivas Bewusstsein Bestehenden), dann das Wort „prakāśa“ (Licht, Offenbarung), darauf „śaktisahitamārtaṇḍa“ …

Anmerkung: Letzteres ist ein Baustein der über mehrere Verse gebildeten Anrede: Martanda in Verbindung mit seiner Shakti.

Vers 130
tataśca bhairavādhiṣṭhātryai śabdaṃ parikīrtayet |
śrīguhyakālī devī ca ṅe'ntā hṛcchirasī tataḥ ||130||

… gefolgt von „bhairavādhiṣṭhātryai“ (der über Bhairava Waltenden), dann Shri Guhyakali und Devi im Dativ, danach Herz- und Kopfabschluss.

Anmerkung: Die längere zusammengesetzte Anrede aus 129–130 bleibt als Quell-Wortbildungsanweisung erkennbar; keine ungesicherte Vollformel erstellt.

Vers 131
pañcapañcāśadarṇāḍhyo mantrastava mayoditaḥ |
evaṃ sandhyāvidhiḥ kṛtsnaḥ kartavyaḥ kamalānane ||131||

Dieser von mir erklärte Mantra umfasst fünfundfünfzig Silben. So soll das gesamte Sandhya-Ritual vollzogen werden, o Lotusgesichtige.

Anmerkung: Silbenzahl der Quelle, nicht durch Ergänzungen erzwungen.

Eintritt in den Puja-Pavillon

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 132
tato devīṃ smaraṃścitte kiñcidunmīlitekṣaṇaḥ |
vartmāntaraṃ nekṣamāṇaḥ pūjāmaṇḍapamāviśet ||132||

Dann betritt man den Puja-Pavillon, die Göttin im Herzen vergegenwärtigend, mit nur leicht geöffneten Augen, ohne auf einen anderen Weg zu schauen.

Anmerkung: Vartmāntara ist eine leicht unsichere Normalisierung; gemeint ist die ungeteilte Aufmerksamkeit beim Hineingehen.

Vers 133
tataḥ prakṣālitapadaḥ śucirācānta eva ca |
upaviśyāsane yogye pānīyamabhimantrayet ||133||

Mit gewaschenen Füßen, rein und nach vollzogenem Achamana setzt man sich auf einen geeigneten Sitz und weiht das Wasser mit Mantras.

Vers 134
tāraṃ gandhodake kūrcaphaṭmantreṇa varānane |
samuccarannimaṃ mantraṃ punaḥ prakṣālayet pade ||134||

Tara, „gandhodake“ (o Duftwasser), dazu Kurcha und „phaṭ“, o Schönangesichtige: Unter dieser Formel wäscht man erneut beide Füße.

Anmerkung: Die Verbindung des Instrumentals ist im Vers etwas uneben; die lesbaren Mantraglieder sind beibehalten.

Vers 135
vedādimāyākāmāṃśca śirasā saha saṃyutān |
iti prakṣālya caraṇau manumanyaṃ samuccaran ||135||

Veda-Anfang, Maya und Kama, verbunden mit dem Kopfabschluss. Nachdem man auf diese Weise die Füße gewaschen hat, spricht man einen weiteren Mantra …

Vers 136
pūrvābhimantritajalairācāmet kuśavatkaraḥ |
vedādimāyāśākinyaḥ kāmakūrcasṛṇistriyaḥ ||136||

… und vollzieht Achamana mit dem zuvor geweihten Wasser, Kusha-Gras in der Hand. Die Formel lautet in Lautnamen: Veda-Anfang, Maya, Shakini, Kama, Kurcha, Srini und Stri …

Anmerkung: Srini heißt Haken und dient hier als Lautchiffre.

Vers 137
tatastritattvapadato jñānarūpiṇi coddharet |
[…] vācikaṃ caiva kāyikaṃ nirvibhaktikam ||137||

… danach auf „tritattva“ (die drei Prinzipien) „jñānarūpiṇi“ (du in Gestalt der Erkenntnis). […] „sprachlich“ und „körperlich“ sind ohne Kasusendungen zu sprechen …

Anmerkung: Fragment: erstes der drei im nächsten Vers angekündigten Wörter beschädigt; nicht stillschweigend zu „geistig“ ergänzt.

Vers 138
padatrayaṃ samābhāṣya vṛjinānīti kīrtayet |
tataḥ saṃśamayāśeṣavikalpānityapi smaret ||138||

… nachdem man die drei Wörter ausgesprochen hat, folgt „vṛjināni“ (Verfehlungen). Dann „saṃśamaya“ (bringe zur Ruhe) und „aśeṣavikalpān“ (alle gedanklichen Unterscheidungen) …

Anmerkung: Die Formel wird über Versgrenzen gebaut; ihre Verben beziehen sich auf die vorausgehenden beziehungsweise folgenden Wortgruppen.

Vers 139
sasandhyapanayetyuktvā vāgbhavaṃ kāmalaṃ tathā |
pāśaṃ sadhanadaṃ procya sṛṇiṃ ca śirasā saha ||139||

… gefolgt von „apanaya“ (entferne) mit entsprechender Lautverbindung. Dann spricht man Vagbhava, Kamala, Pasha zusammen mit Dhanada und Srini samt Kopfabschluss.

Anmerkung: OCR १२९ im fortlaufenden Zusammenhang zu 139 normalisiert. Kamala als lesbarer Lautname, keine vermutete Silbe.

Vers 140
ayamācamane mantraḥ samuddhṛtya prakāśitaḥ |
tato […] śāktaṃ bījatrayamudāharet ||140||

So ist der Achamana-Mantra erschlossen und bekanntgegeben. Danach spricht man […] die drei Shakta-Bijas …

Anmerkung: Fragment: Wort vor śāktam beschädigt; es folgen die Angaben für das Binden der Haarspitze.

Vers 141
caṇḍacaṇḍetipadato mahācaṇḍapadaṃ punaḥ |
caṇḍograkāpālini māṃ procya rakṣadvayaṃ vadet ||141||

… auf „caṇḍa caṇḍa“ folgt „mahācaṇḍa“, dann „caṇḍograkāpālini māṃ“ und zweimal „rakṣa“: „O wilde, überaus wilde, gewaltige Schädelträgerin, beschütze mich, beschütze mich!“

Anmerkung: Die deutsche zusammenhängende Anrede erläutert die explizite Wortfolge; fehlende Bijas werden nicht ergänzt.

Vers 142
tataḥ sarvapramādebhyo yugmaṃ yugmaṃ ruḍastrayoḥ |
śeṣe'gnikāntetyetena śikhābandhanamācaret ||142||

Danach „sarvapramādebhyaḥ“ (vor allen Nachlässigkeiten und Fehltritten), je zweimal Ruṭ und Astra, am Ende Agnikanta, die Geliebte des Feuers. Mit dieser Formel bindet man die Haarspitze.

Anmerkung: Ruṭ und Astra bleiben als Lautbezeichnungen; Agnikanta bezeichnet den Svaha-Abschluss.

Türgottheiten und Reinigung des Geistes

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 143
gatvā dvāraṃ tatastāraṃ […] dvāradevatāḥ |
namaḥ śeṣe samābhāṣya sampūjya dvāradevatāḥ ||143||

Man geht zur Tür, spricht Tara, […] die Türgottheiten und am Ende „namaḥ“ und verehrt die Gottheiten des Eingangs.

Anmerkung: Fragment: grammatische Formanweisung vor dvāradevatāḥ beschädigt; keine sichere Vollformel hergestellt.

Vers 144
pūjāgṛhaṃ sampraviśya dakṣapādapuraḥsaram |
kṛtāñjaliḥ ślokayugaṃ paṭhan devi samāhitaḥ ||144||

Man tritt mit dem rechten Fuß zuerst in den Puja-Raum und rezitiert, die Hände zusammengelegt und den Geist gesammelt, o Göttin, die beiden folgenden Strophen.

Vers 145
oṃ devi me prākṛtaṃ cittaṃ pāpākrāntamabhūtsadā |
tanniḥsāraya cittāt tvaṃ pāpaṃ phaṭ phaṭ ca te namaḥ ||145||

Om, Göttin, mein gewöhnlicher Geist ist immer wieder von Verfehlung besetzt gewesen. Treibe du diese Verfehlung aus meinem Geist hinaus! Phaṭ, phaṭ; dir sei Verehrung!

Vers 146
sūryaḥ somo yamaḥ kālo mahābhūtāni pañca ca |
ete śubhāśubhasyeha karmaṇo nava sākṣiṇaḥ ||146||

Surya, Soma, Yama, Kala und die fünf großen Elemente: Diese neun sind hier die Zeugen guter und schlechter Handlungen.

Vers 147
evaṃ paṭhitvā krodhāstre punaruccārya sundari |
[…] tathordhvādhaḥ krodhadṛṣṭyāvalokya ca ||147||

Nachdem man so rezitiert hat, spricht man erneut Krodha und Astra, o Schöne, und blickt mit zornigem Blick […] sowie nach oben und unten.

Anmerkung: Fragment: die erste Richtungsangabe beschädigt; kein „ringsum“ eingesetzt.

Vers 148
dakṣapārṣṇisamāghātaistribhirvighnān dharodbhavān |
tribhistālairāntarikṣānastramantrāvalokanaiḥ ||148||

Mit drei Stößen der rechten Ferse vertreibt man die von der Erde kommenden Hindernisse, mit dreimaligem Händeklatschen die des Luftraums und mit Blicken unter dem Astra-Mantra …

Anmerkung: Satzende folgt in 149.

Vers 149
divyāṃstathā samuccārya niḥśreṇimastramuccaran |
pūjāvediṃ sampraviśya pūjārhaṃ vastu dakṣiṇe ||149||

… die himmlischen. Dann spricht man Nihshreni und Astra, betritt die Puja-Plattform und legt die zur Verehrung bestimmten Gegenstände rechts …

Anmerkung: Nihshreni (Leiter) erscheint als Lautname; keine Silbe ergänzt.

Vers 150
saṃsthāpyātha ruḍastrāṇi smṛtvā vastu vilokya ca |
phalīṃ dīpaśikhāṃ spṛṣṭvā […] nṛsiṃhaṃ bījamuccaran ||150||

… hin. Man vergegenwärtigt sich Ruṭ und Astra und betrachtet die Gegenstände. Mit Phalī berührt man die Lampenflamme […], während man das Nrisimha-Bija spricht, …

Anmerkung: Fragment: Verbindung nach der Lampenflamme beschädigt; keine Berührungsweise ergänzt.

Vers 151
aṅgulyā vāri saṃspṛśya pādyamapyatra saṃspṛśet |
tato nānāvidhānmantraprayogān samudācaret ||151||

… berührt mit einem Finger das Wasser und auch das Wasser zur Fußwaschung. Danach führt man die verschiedenen Mantra-Anwendungen aus.

Adhishthana: die Gegenwart der Göttin

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 152
tatrāpyādāvadhiṣṭhāne ṛṣyādi tvaṃ niśāmaya |
omasya śrīdevyadhiṣṭhānasyātreya ṛṣirmataḥ ||152||

Höre zunächst die Rishi-Zuordnungen für das Gegenwärtigwerden der Göttin: Om, für dieses ehrwürdige Devi-Adhishthana gilt Atreya als Rishi.

Vers 153
uktaṃ chando jagatyākhyaṃ sarve devāśca devatāḥ |
bījaṃ maidhaṃ trapāśaktiraṅkuśaṃ kīlakaṃ smṛtam ||153||

Das Metrum heißt Jagati; alle Götter sind seine Gottheiten. Maidha ist das Bija, Trapa die Shakti und Ankusha das Kilaka.

Vers 154
viniyogo'sya kathito devyadhiṣṭhāna īśvari |
iti saṃsmṛtya mantreṇa vakṣyamāṇena sādhakaḥ ||154||

Seine Anwendung, o Herrin, dient dem Gegenwärtigwerden der Göttin. Nachdem der Sadhaka sich dies vergegenwärtigt hat, soll er mit dem folgenden Mantra …

Vers 155
baddhāñjalirbhaktipūrvaṃ devyadhiṣṭhānamācaret |
tāraṃ maidhaṃ tathā pāśaṃ māyāṃ lakṣmīṃ smaraṃ striyam ||155||

… mit zusammengelegten Händen und voller Hingabe die Gegenwart der Göttin herbeirufen. Tara, Maidha, Pasha, Maya, Lakshmi, Smara, Stri …

Vers 156
[…] rāvaṃ ḍākinīṃ ca phetkārīṃ pralayādanu |
bījāni dvādaśa procya ehyehi bhagavatyapi ||156||

… […] Rava, Dakini und nach Pralaya Phetkari. Nachdem man die zwölf Bijas gesprochen hat, folgt „ehy ehi bhagavati“: „Komm, komm, Erhabene!“

Anmerkung: Fragment: ein Bija am Anfang beschädigt; die angekündigte Zwölfzahl wird nicht künstlich ergänzt. Die Stellung von Pralaya folgt der ausdrücklich lesbaren Angabe „nach Pralaya“.

Vers 157
sambodhanatayā guhyakālī praviśa cetyapi |
[…] kalpayānu sānnidhyaṃ sanniveśaya ||157||

Guhyakali im Vokativ, dann „praviśa“ (tritt ein), […] „kalpaya“ (bereite, richte ein), danach „sānnidhyaṃ sanniveśaya“ (lass deine Gegenwart hier Wohnung nehmen).

Anmerkung: Fragment: Objekt vor kalpaya beschädigt; nicht aus einer erwarteten Gebetsformel ergänzt.

Vers 158
dṛṣṭimarcopakaraṇe māṃ tato rakṣayugmakam |
tataḥ sarvopadravebhyastvayi śabdaṃ samālikhet ||158||

„Richte deinen Blick auf die Gegenstände der Verehrung!“ Darauf „māṃ rakṣa rakṣa sarvopadravebhyaḥ“ – „Beschütze mich, beschütze mich vor allen Bedrängnissen!“ Dann setzt man das Wort „tvayi“ …

Anmerkung: Satzbau verbindet den Blick mit dem vorausgehenden Verbum sanniveśaya; die Wortbildungsanweisung läuft weiter.

Vers 159
sasandhyadhiṣṭhitāyāmahaṃ pūjāmārabhe'pi ca |
rāvaḥ pretāṅkuśau tārkṣyaṃ phaṭ svāhā tadanantaram ||159||

… mit Lautverbindung zu „adhiṣṭhitāyām ahaṃ pūjām ārabhe“: „Da du gegenwärtig bist, beginne ich die Verehrung.“ Danach Rava, Preta, Ankusha, Tarkshya, „phaṭ svāhā“.

Anmerkung: Quellziffer १५६ nach 158 zu 159 normalisiert. Tarkshya ist ein Name Garudas und hier eine Lautchiffre.

Vers 160
kārayediti mantreṇa devyadhiṣṭhānamīśvari |
tato baddhāñjaliḥ ślokapañcakaṃ samudāharet ||160||

Mit diesem Mantra lässt man die Göttin gegenwärtig werden, o Herrin. Danach spricht man mit zusammengelegten Händen die folgenden fünf Strophen.

Fünf Strophen der Einladung

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 161
guhyakāli pareśāni sṛṣṭisthityantakāriṇi |
atrādhiṣṭhānamādhehi parivāragaṇaiḥ saha ||161||

Guhyakali, höchste Herrin, die Schöpfung, Erhaltung und Ende bewirkt: Nimm hier deinen Sitz, zusammen mit den Scharen deines Gefolges!

Vers 162
yathāśakti yathālābhaṃ tvadarthamupakalpite |
dṛṣṭiṃ niveśayeśāni pūjopakaraṇe'khile ||162||

O Herrin, richte deinen Blick auf alle Gegenstände der Verehrung, die nach meinem Vermögen und nach dem Erreichbaren für dich bereitet sind …

Vers 163
jale'nulepane puṣpe dhūpe dīpe balau tathā |
naivedye'pi ca tāmbūle rājopakaraṇe'pi ca ||163||

… auf Wasser, Salbe, Blume, Räucherwerk, Licht und Bali, auf Speisegabe, Betel und die königlichen Ehrenzeichen.

Anmerkung: Bali ist hier die Opfergabe; ihre Beschaffenheit wird in diesem Vers nicht näher bestimmt.

Vers 164
adhiṣṭhitāyāṃ tvayyamba vighnā naṅkṣyanti sarvaśaḥ |
bhūtāni vidraviṣyanti mama rakṣā bhaviṣyati ||164||

Wenn du gegenwärtig bist, Mutter, werden alle Hindernisse vergehen. Die Geister werden auseinanderfliehen, und ich werde geschützt sein.

Vers 165
manorathāśca me sarve setsyanti tvatprasādataḥ |
pūjā ca saphalā devi bhavitrī tvatkṛpāvaśāt ||165||

Durch deine Gnade werden alle meine Herzenswünsche erfüllt. Und die Verehrung wird, Göttin, durch dein Erbarmen Frucht tragen.

Reinigung und Umfang der Opferdienste

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 166
kṛtāñjaliḥ paṭhedevaṃ śuddhaṃ vacanapañcakam |
tatastu pūjāsāmagrīṃ śodhayet sakalāṃ priye ||166||

So rezitiert man mit zusammengelegten Händen diese fünf reinen Aussprüche. Danach reinigt man sämtliche Gegenstände der Verehrung, Geliebte, …

Vers 167
bhinnaistattanmantrapāṭhaiḥ plavasparśāvalokanaiḥ |
kvacit syādvaidiko mantraḥ kvaciccāpi hi tāntrikaḥ ||167||

… durch die jeweilige besondere Mantrarezitation sowie durch Besprengen, Berühren und Anblicken. Bisweilen ist der Mantra vedisch, bisweilen tantrisch.

Anmerkung: Plava bezeichnet hier das Benetzen beziehungsweise Übergießen.

Vers 168
ubhayaṃ kvacideva syānmadvākyāttasya nirṇayaḥ |
sarveṣāmupacārāṇāṃ śodhanācchuddhirīritā ||168||

Manchmal werden beide verwendet; die Entscheidung darüber folgt meiner Unterweisung. Die Reinheit sämtlicher Opfergaben entsteht, so wird gelehrt, durch ihre rituelle Reinigung.

Vers 169
śuddhaṃ devyai pradātavyaṃ nānyathā vai kadācana |
te ca ṣoḍaśa vijñeyā daśa vā pañca vā punaḥ ||169||

Der Göttin soll Gereinigtes dargebracht werden, niemals anderes. Die Opferdienste werden als sechzehn, zehn oder fünf gezählt.

Vers 170
paro'paro'varo jñeya ādyo mukhyatamaḥ smṛtaḥ |
anyeṣāmapi tatrāntarbhāvo bhavati bhāmini ||170||

Diese Formen gelten als höhere, mittlere und niedrigere; die erste gilt als die vorzüglichste. Auch die übrigen Dienste sind darin enthalten, o Strahlende.

Vers 171
āsanaṃ pādyamarghyaṃ ca tata ācamanīyakam |
madhuparkaṃ snānajalaṃ vastraṃ bhūṣaṇameva ca ||171||

Ein Sitz, Wasser für die Füße, Arghya, Wasser zum Mundspülen, Madhuparka, Badewasser, Kleidung und Schmuck …

Anmerkung: Madhuparka: eine rituelle süße Willkommensgabe; dieser Vers nennt keine genaue Zusammensetzung.

Vers 172
gandhaḥ puṣpaṃ dhūpadīpau netrāñjanamataḥ param |
naivedyācamanīye ca pradakṣiṇanamaskṛtiḥ ||172||

… Duftsalbe, Blumen, Räucherwerk und Licht, danach Augenschminke, Speisegabe und Wasser zum Mundspülen sowie ehrerbietige Umschreitung mit Verneigung.

Anmerkung: Die letzte Verbindung bildet nach der angekündigten Zählung einen Dienst.

Vers 173
ete ṣoḍaśa nirdiṣṭā upacārāḥ śivārcane |
ebhiḥ ṣoḍaśabhiḥ pūjā yadi kartuṃ na śakyate ||173||

Diese sechzehn Dienste sind für die Verehrung Shivas beziehungsweise der glückverheißenden Göttin genannt. Wenn die Puja mit diesen sechzehn nicht ausgeführt werden kann, …

Anmerkung: Śivārcana lässt ohne weiteren Kasuskontext sowohl Shiva- als auch Shivā-Verehrung zu; der Zusammenhang ist die Göttinnenpuja.

Vers 174
upacārāṃstadā samyagdaśaitān vitaret sadā |
pādyārghyācamanīyasnānīyaṃ catvāryetu kramāt ||174||

… bringt man die folgenden zehn Dienste ordnungsgemäß dar: Wasser für die Füße, Arghya, Wasser zum Mundspülen und Badewasser – diese vier nacheinander …

Vers 175
gandhaḥ puṣpaṃ ca dhūpaṃ ca dīpaṃ naivedyameva ca |
punarācamanīyaṃ ca daśaitān sampracakṣate ||175||

… Duftsalbe, Blumen, Räucherwerk, Licht, Speisegabe und erneut Wasser zum Mundspülen. Diese werden als die zehn bezeichnet.

Vers 176
pūrvoditāni catvāri candanaṃ pañca te smṛtāḥ |
abhāve gandhapuṣpābhyāṃ tadabhāve tu bhaktitaḥ ||176||

Die zuvor genannten vier zusammen mit Sandelpaste gelten als die fünf. Fehlen die Mittel, verehrt man mit Duft und Blumen; fehlen auch diese, mit Hingabe.

Anmerkung: Der Rückbezug „die zuvor genannten vier“ ist nicht ausdrücklich aufgelöst; keine standardisierte Fünferliste eingesetzt.

Königliche Ehrenzeichen und Reinigung der Gegenstände

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 177
dvātriṃśadupacārāṃstu rājñāmāhurvarānane |
āvāhanaṃ svāgataṃ ca sannidhāpanameva ca ||177||

Für Könige nennt man zweiunddreißig Dienste, o Schönangesichtige: Herbeirufung, Willkommenheißen und Naheseinlassen …

Anmerkung: Es folgen zusätzliche Dienste zur zuvor genannten Sechzehnergruppe.

Vers 178
saṃsthāpanaṃ sannirodhakaraṇaṃ tadanantaram |
sammukhīkaraṇaṃ cāpi sindūrālaktake tathā ||178||

… festes Einsetzen, Zurückhalten der Gegenwart, Zuwendenlassen des Antlitzes sowie Zinnober und roter Lack …

Anmerkung: Die ersten Ausdrücke sind technische Bezeichnungen für Schritte der rituellen Anwesenheit.

Vers 179
tāmbūlaṃ pāduke cāpi chatraṃ vyajanacāmarau |
ārātrikaṃ puṣpamālā tataścātmanivedanam ||179||

… Betel, Sandalen, Schirm, Fächer und Yakschweifwedel, Lichtschwenken, Blumengirlande und schließlich die Darbringung seiner selbst.

Vers 180
evaṃ yāvadyasya śakyaṃ deyaṃ tāvaddhi tena hi |
ataḥ paraṃ tu sāmagryā ṛṣyādi viddhi śodhane ||180||

Jeder soll also so viel darbringen, wie ihm möglich ist. Höre nun die Rishi-Zuordnungen für die Reinigung der Ritualgegenstände.

Vers 181
omasya śrīguhyakālīpūjāsambhāravastunaḥ |
jamadagnirṛṣiḥ proktaḥ pratiṣṭhācchanda ucyate ||181||

Om, für diese Gegenstände zur Puja der ehrwürdigen Guhyakali wird Jamadagni als Rishi genannt; das Metrum heißt Pratishtha.

Vers 182
devatā ca tathottānāṅgirā bījaṃ phalī matā |
śaktiḥ kūrcaṃ bhuvaneśī kīlakaṃ paripaṭhyate ||182||

Die Gottheit ist Uttanangiras; Phalī gilt als Bija, Kurcha als Shakti und Bhuvaneshi als Kilaka.

Anmerkung: Uttānāṅgirāḥ ist als zusammengesetzter Gottesname lesbar; keine zusätzliche Identifikation behauptet.

Vers 183
pūjāsambhārasāmagrīśodhane viniyogatā |
ataḥ paraṃ tu pratyekaśodhanaṃ tvaṃ niśāmaya ||183||

Die Anwendung dient der Reinigung sämtlicher Puja-Gegenstände. Höre nun, wie jeder einzelne gereinigt wird.

Boden, Erde und eigener Sitz

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 184
māyā lakṣmīryoginī ca śākinī maidhameva ca |
rakṣadvandvaṃ ca kūrcāstraśirāṃsi tadanantaram ||184||

Maya, Lakshmi, Yogini, Shakini, Maidha, zweimal „rakṣa“ (beschütze), danach Kurcha, Astra und Kopfabschluss.

Anmerkung: Dies ist nach Vers 185 die Formel zur Reinigung des Bodens.

Vers 185
bhūmiśuddhiriyaṃ proktā śṛṇu bhūmyabhimantraṇam |
praṇavaṃ kāmabījaṃ ca lakṣmīṃ vārāhi cetyapi ||185||

Damit ist die Reinigung des Bodens erklärt. Höre die Weihe des Bodens durch den Mantra: Pranava, Kama-Bija, Lakshmi, „vārāhi“ (o Varahi) …

Vers 186
pavitrā bhava bhūme ca kūrcāstrānalavallabhā |
dharaṇīmabhimantryetthaṃ svāsanaṃ śodhayet tataḥ ||186||

… „pavitrā bhava bhūme“ (werde rein, o Erde!), Kurcha, Astra und Analavallabha, Svaha. Nachdem man die Erde so geweiht hat, reinigt man den eigenen Sitz.

Vers 187
tārasārasvatāvādyau māyārāvaramāstriyaḥ |
kāmapīṭhāyānu kāmasambhavāya prakīrtayet ||187||

Zuerst Tara und Sarasvata, dann Maya, Rava, Rama und Stri; anschließend „kāmapīṭhāya“ (dem Sitz des Kama) und „kāmasambhavāya“ (dem aus Kama Entstandenen) …

Vers 188
kāmārhate kūrcamastraṃ hṛcca svāsanaśodhanam |
tatropaviśya tadanu sarvamanyacca śodhayet ||188||

… „kāmārhate“ (dem des Kama Würdigen), Kurcha, Astra und Herzabschluss: Dies ist die Reinigung des eigenen Sitzes. Nachdem man dort Platz genommen hat, reinigt man alles Übrige.

Anmerkung: Kāmārhate ist eine unsichere Lesung der Sitzanrede.

Wasser sowie Körper, Rede und Geist

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 189
pāśaṃ sabindusalilaṃ maidhaṃ praṇavameva ca |
kāmamāyāramākūrcarāvāmṛtanṛsiṃhakān ||189||

Pasha, Salila mit Bindu, Maidha und Pranava; Kama, Maya, Rama, Kurcha, Rava, Amrita und Nrisimha …

Anmerkung: Lautchiffren der Wasserweihe; Salila bedeutet Wasser und bezeichnet hier ein Bija.

Vers 190
uktvā pavitrodakāya phaṭdvayaṃ nama eva ca |
pūjāyāḥ sādhayitvetthaṃ kāyavākcittaśodhanam ||190||

… danach „pavitrodakāya“ (dem heiligen Wasser), zweimal „phaṭ“ und „namaḥ“. Hat man so die Voraussetzungen der Puja geschaffen, vollzieht man die Reinigung von Körper, Rede und Geist …

Anmerkung: OCR-Ziffer १६० im Zusammenhang zu 190 normalisiert.

Vers 191
samācaredyena sarvaṃ śodhitaṃ syāt sureśvari |
saṃspṛśya […] vakṣyamāṇamantramudāharet ||191||

… wodurch alles gereinigt wird, o Herrin der Götter. Man berührt […] und spricht den folgenden Mantra.

Anmerkung: Fragment: das zu berührende Körperteil oder Objekt ist beschädigt; keine Vermutung eingesetzt.

Vers 192
tāramaidhau pāśakale māyāmṛtaramāruṣaḥ |
bhairavīkṣetrapapretān śākinīṃ ḍākinīmapi ||192||

Tara und Maidha, Pasha und Kala, Maya, Amrita, Rama und Ruṣ; Bhairavi, Kshetrapa, Preta, Shakini und Dakini …

Vers 193
kāyaṃ vācaṃ cittamuktvā me śodhaya ca sandhimat |
aśeṣavṛjinānyuktvā tathaivāpanayetyapi ||193||

… darauf mit Lautverbindung „kāyaṃ vācaṃ cittaṃ me śodhaya“ – „Reinige meinen Körper, meine Rede und meinen Geist!“ – und „aśeṣavṛjināny apanaya“ – „Entferne sämtliche Verfehlungen!“

Vers 194
svāhā śeṣe catustriṃśadvarṇāḍhyo manurīritaḥ |
sarveṣāmupacārāṇāṃ śodhanaṃ vacmi sāmpratam ||194||

Am Schluss steht „svāhā“. Der Mantra wird als vierunddreißigsilbig beschrieben. Nun erkläre ich die Reinigung sämtlicher Opferdienste.

Anmerkung: Quellenzählung, nicht durch ergänzte Lautwerte erzwungen.

Materialien und Reinigung der Opfergaben

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 195
vihitaṃ ca niṣiddhaṃ ca sukaraṃ duṣkaraṃ tathā |
keṣāñcicchodhanaṃ nāsti keṣāñcidapi tanmatam ||195||

Dabei gibt es Vorgeschriebenes und Verbotenes, leicht und schwer Auszuführendes. Für manche Dinge gibt es keine Reinigung; für andere wird sie gelehrt.

Anmerkung: OCR-Ziffer १६५ im Zusammenhang zu 195 normalisiert.

Vers 196
āsanaṃ prathamaṃ śreṣṭhaṃ kāñcanaṃ rājataṃ tathā |
vāstraṃ vā cārmaṇaṃ kauśaṃ dāravaṃ pauṣpameva ca ||196||

Zuerst der Sitz: Vorzüglich ist ein goldener, danach ein silberner; ferner kommen Sitze aus Stoff, Fell, Kusha-Gras, Holz oder Blumen in Betracht.

Anmerkung: Die folgende Rangregel macht die Reihenfolge ausdrücklich.

Vers 197
pūrvaṃ pūrvaṃ bhavecchreṣṭhamadhamaṃ cottarottaram |
dakṣe dadyādāsanaṃ ca […] naiva pradīyate ||197||

Jeder früher genannte gilt als besser, jeder folgende als geringer. Den Sitz soll man rechts darbringen; […] darf er nicht dargebracht werden.

Anmerkung: Fragment: die ausgeschlossene Stelle ist beschädigt; nicht stillschweigend „links“ ergänzt.

Vers 198
tāraprāsādaśākinyo ḍākinīcaṇḍavidyutaḥ |
aśeṣamāsanaṃ procya pāvayāstrāgnivallabhā ||198||

Tara, Prasada, Shakini, Dakini, Chanda und Vidyut; danach „aśeṣam āsanaṃ pāvaya“ – „Reinige den ganzen Sitz!“ –, Astra und Agnivallabha, Svaha.

Anmerkung: OCR-Ziffer १६८ im Zusammenhang zu 198 normalisiert.

Vers 199
pādyārghyācamanīyasnānīyānāṃ jalaśodhanāt |
śuddhiruktā varārohe toyamūlānyabhūni hi ||199||

Die Reinigung von Fußwasser, Arghya, Mundspül- und Badewasser geschieht, o Liebreizende, durch die Reinigung des Wassers; denn diese Gaben haben Wasser zur Grundlage.

Anmerkung: Letzte Wortgruppe im OCR beschädigt, toya-mūlāni ist sinngemäß sicher; abhūni bleibt in der Sanskritlesung unsicher und wird nicht als gesicherte grammatische Form ausgegeben.

Vers 200
tathāpyasti viśeṣo'tra tamapi vyāharāmi te |
tāro ṅe'ntaṃ hi varuṇadaivataṃ jalamapyuta ||200||

Dennoch gibt es hier eine Besonderheit; auch diese erkläre ich dir: Tara, dann „Wasser, dessen Gottheit Varuna ist“ im Dativ …

Anmerkung: Die Formel wird in Vers 201 abgeschlossen.

Fußwasser, Arghya, Mundspülwasser und Madhuparka

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 201
kūrcamastraṃ kuśāgreṇa kusumenābhimantrya vā |
āloḍayet tat pādyaṃ syādato dravyaṃ niśāmaya ||201||

… Kurcha und Astra. Man weiht das Wasser und rührt es mit einer Kusha-Spitze oder einer Blume um. So entsteht Padya, das Fußwasser. Höre nun seine Bestandteile.

Vers 202
jalaśyāmākadūrvābjaviṣṇukrāntābhirucyate |
arghyatoyaṃ ca pūrvoktamantreṇaiva tu śodhayet ||202||

Genannt werden Wasser, Shyamaka, Durva-Gras, Lotus und Vishnukranta. Auch das Arghya-Wasser reinigt man mit dem zuvor genannten Mantra.

Anmerkung: Śyāmāka und Viṣṇukrāntā bleiben als Pflanzennamen stehen; keine unsichere botanische Artbestimmung.

Vers 203
tattaddravyaṃ pradātavyaṃ dānamantraṃ niśāmaya |
gandhapuṣpākṣatayavakuśāgratilasarṣapaiḥ ||203||

Die jeweiligen Bestandteile sind hinzuzufügen. Höre den Darbringungsmantra. Mit Duftstoff, Blumen, unversehrten Reiskörnern, Gerste, Kusha-Spitzen, Sesam und Senfsamen …

Vers 204
sadūrvairjagadambāyā arghyamuttamamucyate |
tacca mūrdhni pradātavyaṃ svāhāmantreṇa sādhakaḥ ||204||

… sowie Durva-Gras gilt das Arghya für die Weltmutter als vorzüglich. Der Sadhaka bringt es ihrem Haupt mit dem Svaha-Mantra dar.

Vers 205
tathaivācamanīyasya jalaṃ saṃśodhya pūrvavat |
jātīlavaṅgakakkolaghanasārairyutaṃ priye ||205||

Ebenso reinigt man wie zuvor das Wasser zum Mundspülen; es wird mit Jati, Gewürznelken, Kakkola und Kampfer versetzt, Geliebte.

Anmerkung: Jāti kann hier eine aromatische Pflanzengabe bezeichnen; genaue Art nicht aus dem Wort allein erschlossen.

Vers 206
svadhāmantreṇa vadane dadyādācamanīyakam |
śṛṇvato madhuparkasya śodhane mantramuttamam ||206||

Mit dem Svadha-Mantra bringt man das Mundspülwasser zum Mund dar. Höre nun den vorzüglichen Mantra zur Reinigung des Madhuparka.

Anmerkung: Die abweichende Schlussformel in Vers 211 bleibt bestehen, nicht harmonisiert.

Vers 207
maidhaṃ pāśaṃ trapāṃ rāvaṃ kākinīṃ nemimeva ca |
kṣetrapaṃ pretabhairavyau bīje gomadhunī tataḥ ||207||

Maidha, Pasha, Trapa, Rava, Kakini, Nemi, Kshetrapa, die beiden Bijas Preta und Bhairavi, danach Go und Madhu …

Anmerkung: Go und Madhu sind hier als Chiffrenwörter gelesen; keine ungesicherte Lautauflösung.

Vers 208
phetkārī pāvayadvandvaṃ […] śirasā saha |
etena śodhanaṃ dravyamājyaṃ dadhi madhūkṣitam ||208||

… Phetkari, zweimal „pāvaya“ (reinige), […] zusammen mit dem Kopfabschluss. Hiermit geschieht die Reinigung. Die Gabe besteht aus Ghee und Dickmilch, mit Honig benetzt.

Anmerkung: Fragment: Lautglied vor dem Kopfabschluss beschädigt.

Vers 209
svadhāmantreṇaiva dadyānmadhuparkaṃ mukhāmbuje |
pūrvavattena mantreṇa snānīyaṃ jalaśodhanam ||209||

Mit dem Svadha-Mantra bringt man Madhuparka zum Lotusmund dar. Das Badewasser wird wie zuvor mit demselben Wasserreinigungsmantra gereinigt.

Anmerkung: OCR-Ziffer २०६ nach 208 zu 209 normalisiert.

Vers 210
tacca mūrdhni pradātavyaṃ namaḥpadapuraḥsaram |
anyāniveditaṃ toyaṃ prakṛtisthaṃ suśītalam ||210||

Dieses bringt man dem Haupt dar, „namaḥ“ vorangestellt. Das Wasser soll noch keinem anderen dargebracht worden sein, naturbelassen und angenehm kühl …

Vers 211
hemādikumbhapātrasthaṃ snānīyaṃ jalamucyate |
arghyamācamanīyaṃ ca dadyāt svāhāpadena hi ||211||

… und sich in einem Krug oder Gefäß aus Gold oder einem entsprechenden Material befinden: So wird das Badewasser beschrieben. Arghya und Mundspülwasser soll man mit dem Wort „svāhā“ darbringen.

Anmerkung: Für Mundspülwasser nennt 206 dagegen svadhā. Die Quellabweichung wird nicht stillschweigend beseitigt.

Vers 212
madhuparkaṃ svadhāśabdairanyat sarvaṃ namaḥpadaiḥ |
pātrameṣāṃ priye vakṣye parimāṇapuraḥsaram ||212||

Madhuparka wird mit „svadhā“, alles Übrige mit „namaḥ“ dargebracht. Nun beschreibe ich dir, Geliebte, die Gefäße dafür samt ihren Maßen …

Materialien und Maße der Gefäße

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 213
yaddravyasambhavaṃ cāpi śakyāśakyatayā sthitam |
kaladhautaṃ mukhyamādau tāmrakāṃsye tataḥ param ||213||

… und die Materialien, aus denen sie je nach den Möglichkeiten bestehen. Vorzüglich ist zuerst Silber, danach folgen Kupfer und Glockenmetall …

Anmerkung: Kaladhauta kann in Sanskrit auch Gold bezeichnen; hier als Silber gelesen, während Vers 216 Gold eigens nennt. Die Materialdeutung bleibt kenntlich.

Vers 214
dāravaṃ mārtikaṃ patrapuṭakīyaṃ tataḥ param |
abhāve […] praśastaścottarottaraḥ ||214||

… anschließend Holz, Ton und gefaltete Blätter. Fehlt das jeweils vorher Genannte […], wird das folgende empfohlen.

Anmerkung: Fragment: ein Wort im zweiten Halbvers beschädigt; die gestufte Ersatzregel bleibt verständlich.

Vers 215
ādau mukhyatamaṃ jñeyaṃ ṣoḍaśāṅgulasammitam |
madhyamaṃ dvādaśamitamadhamaṃ syāddaśāṅgulam ||215||

Das vorzüglichste Gefäß misst sechzehn Fingerbreiten, ein mittleres zwölf und ein geringeres zehn Fingerbreiten.

Anmerkung: Welche Gefäßdimension gemeint ist, wird hier nicht ausdrücklich angegeben.

Vers 216
vasvaṅgulavihīnaṃ tu pātraṃ naiva tu kārayet |
sarvatra svarṇavattāmramarghyapātre tato'dhikam ||216||

Ein Gefäß von weniger als acht Fingerbreiten soll man nicht herstellen lassen. Kupfer gilt allgemein wie Gold; für das Arghya-Gefäß steht es sogar darüber.

Anmerkung: Vasu ist die Zahlchiffre acht.

Gewänder und ihre Reinigung

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 217
nirṇayaṃ tvatha vastrasya samākarṇaya bhāmini |
paṭṭamādau praśastaṃ hi tadraktapītanīli ca ||217||

Höre nun die Bestimmungen zur Kleidung, o Strahlende. Zuerst wird Seidenstoff empfohlen, und zwar rot, gelb oder blau.

Anmerkung: Paṭṭa wird hier als Seidenstoff verstanden.

Vers 218
kārpāsaṃ śubhramucitaṃ kadācidraktameva vā |
adhamaṃ pītacitraṃ syānna tannīlīyutaṃ kvacit ||218||

Baumwolle soll weiß sein, gelegentlich auch rot. Gelbe oder bunt gemusterte Baumwolle gilt als geringer; mit Indigo gefärbt soll sie niemals sein.

Anmerkung: Das Indigo-Verbot ist auf den genannten Baumwollstoff bezogen; nicht mit der blauen Seide des vorigen Verses harmonisiert.

Vers 219
śāṇaṃ kṣaumaṃ tathorṇaṃ ca praśastaṃ sarvavarṇayuk |
nirdaśaṃ malinaṃ jīrṇaṃ tathā gātrāvalambitam ||219||

Hanf-, Leinen- und Wollstoff werden in allen Farben empfohlen. Dagegen Stoff ohne Saum oder Fransen, schmutziger, abgenutzter oder bereits am Körper getragener Stoff …

Anmerkung: Nirdaśa kann das Fehlen von Saum beziehungsweise Fransen bezeichnen; Verbotssatz endet in 221.

Vers 220
parakīyaṃ cāgnidagdhaṃ sūcīviddhaṃ tathaiva ca |
uptakeśamadhautaṃ ca śleṣmaraktādidūṣitam ||220||

… fremder Stoff, vom Feuer angesengter, mit einer Nadel durchstochener, mit Haaren besetzter, ungewaschener oder durch Schleim, Blut und Ähnliches verunreinigter Stoff …

Anmerkung: Up takeśa im OCR ist unsicher, der Bezug auf Haare aber lesbar.

Vers 221
nīlīyuktaṃ ca […] naiva devyai nivedayet |
athāsya śodhane mantraṃ śṛṇu sāvahitā satī ||221||

… mit Indigo gefärbter sowie […] Stoff darf der Göttin nicht dargebracht werden. Höre nun aufmerksam den Mantra zu seiner Reinigung.

Anmerkung: Fragment: eine weitere Ausschlussangabe beschädigt. Das allgemein formulierte Indigo-Verbot neben 217 wird als Quellspannung belassen.

Vers 222
māyālakṣmīkāmavadhūśākinyo ḍākinī ratiḥ |
śaktividyunmekhalā ca kaṇikā hāra eva ca ||222||

Maya, Lakshmi, Kama, Vadhu, Shakini, Dakini, Rati, Shakti, Vidyut, Mekhala, Kanika und Hara …

Anmerkung: Lautnamen der Kleidungsweihe; Kanika leicht unsicher, keine Silben ergänzt.

Vers 223
mohinyāśca vaśinyāśca sambuddhistadanantaram |
vastraṃ pavitrayetyuktvā phaṇnamo vahnivallabhā ||223||

… danach Mohini und Vashini im Vokativ: „O Bezaubernde, o Herrschende!“ Dann „vastraṃ pavitraya“ (reinige das Gewand), „phaṭ namaḥ“ und Vahnivallabha, Svaha.

Schmuck und seine Weihe

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 224
bhūṣaṇaṃ svarṇarūpyādinirmitaṃ gātrabhūṣaṇam |
taccāṅgulīyakaṭakahārakeyūrakaṅkaṇam ||224||

Körperschmuck soll aus Gold, Silber oder entsprechenden Stoffen gefertigt sein: Fingerringe, Armreifen, Halsketten, Oberarmbänder und Handgelenkreifen …

Vers 224 (zweite Quellzählung; zwischen 224 und 226)
kāñcīnūpurake[…] ratnamuktādinirmitam |
adhṛtaṃ pūrvamanyena grathitaṃ paṭṭatantunā ||225||

… Gürtel, Fußringe und […] Schmuck aus Edelsteinen, Perlen und anderen kostbaren Stoffen. Er soll noch von niemand anderem getragen worden und auf Seidenfäden aufgezogen sein.

Anmerkung: Fragment: ein Schmuckname beschädigt. Die Quelle zählt erneut 224; als zweite 224 bewahrt.

Vers 226
alaṅkārāṇīdṛśāni devīyogyāni sundari |
pāśāṅkuśakṣetrapālagāruḍāmṛtaśaktayaḥ ||226||

Solche Schmuckstücke sind der Göttin würdig, o Schöne. Die Reinigungsformel beginnt mit Pasha, Ankusha, Kshetrapala, Garuda, Amrita und Shakti …

Vers 227
jvalayugmaṃ prajvalayugaṃ phaḍante vahnikāminī |
iti […] tava pārvati ||227||

… zweimal „jvala“ (flamme auf), zweimal „prajvala“ (entflamme), „phaṭ“ und am Ende Vahnikamini, Svaha. So […] dir, Parvati.

Anmerkung: Fragment: abschließender Mitteilungssatz beschädigt; die lesbare Formel vollständig wiedergegeben.

Duftstoffe und Sandelpaste

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 228
praśastānapraśastāṃśca gandhānākarṇayādhunā |
karpūraṃ kuṅkumaṃ caiva mṛganābhirathāmbaram ||228||

Höre nun die empfohlenen und nicht empfohlenen Duftstoffe: Kampfer, Kumkuma, Moschus und Ambara …

Anmerkung: Kumkuma wird oft als Safran bezeichnet; Ambara bleibt wegen der unsicheren Stoffidentifikation unübersetzt.

Vers 229
gorocanā ca kakkolaṃ nakhajātīphale tathā |
agururmalayodbhūto madhūko bilva eva ca ||229||

… Gorochana, Kakkola, Nakha und Muskatnuss; Agarholz, das aus dem Malaya-Gebirge stammende Sandelholz, Madhuka und Bilva …

Anmerkung: Seltene Duft- und Pflanzennamen bleiben erhalten; keine unsicheren botanischen Arten ergänzt.

Vers 230
padmasālaśaṭhī[ṭī]nimbadārūṇi vihitāni hi |
yathāśakti yathālābhaṃ devīyogyaṃ pracakṣate ||230||

… die Hölzer Padma, Sala, Shathi beziehungsweise Shati und Nimba werden vorgeschrieben. Je nach Vermögen und Verfügbarkeit gelten sie als der Göttin angemessen.

Anmerkung: Die alternative Lesung śaṭhī/śaṭī steht bereits in der Quelle; nicht zu einem sicheren Artnamen vereinheitlicht.

Vers 231
kintu sarveṣu gandheṣu praśasto malayodbhavaḥ |
trapābījaṃ ṅe'ntamatho vadedgandharvadaivatam ||231||

Unter allen Duftstoffen aber wird der aus Malaya stammende Sandelduft besonders empfohlen. Zur Reinigung spricht man das Trapa-Bija, dann „dessen Gottheit der Gandharva ist“ im Dativ …

Anmerkung: Die Verbindung zur Sandelpaste folgt im nächsten Vers.

Vers 232
[…] tathā candanānulepanaṃ […] kūrcamastrayuk |
iti saṃśuddhiruditā candanasya varānane ||232||

… ebenso „Sandelpaste“ […] und Kurcha mit Astra. So ist die Reinigung des Sandels erklärt, o Schönangesichtige.

Anmerkung: Fragment: Endungsangaben und kurze Verbindungen beschädigt; keine vollständige Formel konstruiert.

Blumen und Bilva-Blätter

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 233
kusumānāṃ nirṇayaṃ tvaṃ niśāmaya varānane |
agandhāni sugandhāni patrarūpāṇi caiva hi ||233||

Höre die Bestimmungen über die Blumen, o Schönangesichtige: duftlose und duftende, solche in Blattgestalt …

Vers 234
sthalajāni ca vārijāni latāvṛkṣodbhavāni hi |
kānicidvihitānīha niṣiddhāni ca kānicit ||234||

… auf dem Land oder im Wasser wachsende, von Schlingpflanzen oder Bäumen stammende. Einige sind hier vorgeschrieben, andere verboten.

Vers 235
tulasībhirapāmārgadhustūraiḥ sindhuvārakaiḥ |
arkapuṣpairvāsakaiśca naiva devīṃ prapūjayet ||235||

Mit Tulasi, Apamarga, Dhustura, Sindhuvaraka, Arka-Blüten und Vasaka soll man die Göttin nicht verehren.

Anmerkung: Historische Ritualauswahl; Pflanzennamen bewusst ohne ungesicherte Artzuordnung.

Vers 236
śirīṣaiḥ karṇikāraiśca campakaiḥ kovidārakaiḥ |
vakulaiścaiva mandāraiḥ kundapuṣpaiḥ kuru[ra]ṇṭakaiḥ ||236||

Dagegen mit Shirisha, Karnikara, Champaka, Kovidara, Vakula, Mandara, Kunda-Blüten und Kuruntaka beziehungsweise Kurantaka …

Anmerkung: Letzter Pflanzenname bereits in der Quelle mit unsicherem Buchstaben markiert.

Vers 237
latābhirbrahmavṛkṣasya mṛdudūrvāṅkurairapi |
kāñcanārairaśokaiśca […] ketakīdalaiḥ ||237||

… mit Ranken des Brahmavriksha, zarten Durva-Sprossen, Kanchanara, Ashoka, […] und Ketaki-Blättern …

Anmerkung: Fragment: ein Pflanzenname vor Ketaki beschädigt. Die ungewöhnliche Verbindung „Ranken des Brahma-Baumes“ wird nicht stillschweigend botanisch umgedeutet.

Vers 238
sephālikābhiryūthībhirjātībhirdamanairapi |
śatavaga[patraiḥ] mallikābhiramlānairbandhujīvakaiḥ ||238||

… mit Sephalika, Yuthi, Jati, Damana, Shatavaga beziehungsweise Shatapatra, Mallika, Amlana und Bandhujivaka …

Anmerkung: Unsichere Lesung śatavaga/śatapatra bereits editorisch markiert; keine sichere Pflanzenidentifikation behauptet.

Vers 239
bhiṇṭībhiśca japāpuṣpaiḥ karavīraiśca kiṃśukaiḥ |
pārijātaiḥ pāṭalaiśca […] nīlotpalairapi ||239||

… mit Bhinti, Japa-Blüten, Karavira, Kimshuka, Parijata, Patala, […] und blauen Wasserlilien …

Anmerkung: Fragment: ein Name vor nīlotpala beschädigt.

Vers 240
mādhavībhirmaruvakairaparājitayāpi ca |
aśa[sa]naiśca kadambaiśca droṇapuṣpaiśca keśaraiḥ ||240||

… mit Madhavi, Maruvaka, Aparajita, Ashana beziehungsweise Asana, Kadamba, Drona-Blüten und Keshara …

Anmerkung: Unsicherer Pflanzenname aśana/asana nach der bereits markierten Quellenlesung.

Vers 241
arcayet kusumairetairdevīṃ sādhakasattamaḥ |
bilvapatraṃ yathā prītikaraṃ devyā varānane ||241||

Mit diesen Blüten soll der vorzügliche Sadhaka die Göttin verehren. So viel Freude wie ein Bilva-Blatt der Göttin bereitet, o Schönangesichtige, …

Anmerkung: OCR-Ziffer २९१ im Zusammenhang zu 241 normalisiert.

Vers 242
na tathānyatkiñcidasti puṣpeṣu prītikārakam |
ato yatnena dātavyaṃ bilvapatraṃ tripatrayuk ||242||

… vermag keine andere der Blumen zu bereiten. Deshalb soll man sorgfältig ein dreiteiliges Bilva-Blatt darbringen.

Vers 243
athaiṣāṃ śodhane mantraṃ samākarṇaya yatnataḥ |
praṇavaṃ ca trapāṃ lakṣmīṃ prāsādaṃ śākinīmapi ||243||

Höre nun aufmerksam den Mantra zu ihrer Reinigung: Pranava, Trapa, Lakshmi, Prasada und Shakini …

Vers 244
daśaśabdāṃstato ṅe'ntān kramaśaḥ parikīrtayet |
lakṣmīdaivataṃ cādyaṃ puṣpaṃ […] ||244||

… dann spricht man zehn Wörter nacheinander im Dativ. Zuerst „Blume, deren Gottheit Lakshmi ist“ […] …

Anmerkung: Fragment: weiteres Wort beziehungsweise Lautglied nach puṣpam beschädigt; keine Zehnerliste künstlich vervollständigt.

Vers 245
patraṃ […] ca tato jalajaṃ sthalajaṃ tataḥ |
sagandhamatha […] nānārūpamataḥ param ||245||

… „Blatt“, […], „im Wasser gewachsen“, „auf dem Land gewachsen“, „duftend“, […] und danach „von vielerlei Gestalt“ …

Anmerkung: Fragment: mehrere Glieder der zehnteiligen Formel beschädigt; keine Ergänzung aus Gegensätzen geraten.

Vers 246
[…] sarvapuṣpaśodhane manurīritaḥ |
[…] vakṣye nānāvidhaphalapradān ||246||

[…] Damit ist der Mantra zur Reinigung aller Blumen erklärt. Nun beschreibe ich […] die Räucherstoffe, die verschiedenartige Früchte gewähren.

Anmerkung: Fragment: Formelabschluss und Beginn des zweiten Halbverses beschädigt; Räucherstoffe durch unmittelbare Fortsetzung gesichert.

Räucherstoffe und ihre Verheißungen

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 247
yakṣadhūpaḥ patrivāhaḥ piṇḍadhūpaḥ sugolakaḥ |
kṛṣṇāguruḥ sakarpūro gugguluḥ śrīphalaṃ tathā ||247||

Yaksha-Räucherstoff, Patrivaha, Pinda-Räucherstoff, Sugolaka, schwarzes Agarholz mit Kampfer, Guggulu und Shriphala …

Anmerkung: Spezielle Stoffbezeichnungen bleiben unaufgelöst; kein modernes Räucherrezept ergänzt.

Vers 248
tathā saralaniryāso vartirvāmodivastuyuk |
corapuṣpī murāmāṃsī bālailaileyakaccurāḥ ||248||

… ferner Sarala-Harz, ein mit Duftstoffen versehener Docht, Chorapushpi, Mura, Mamsi, Bala, Ela, Aileya und Kachura …

Anmerkung: Teilung der letzten zusammengesetzten Namenfolge unsicher; die Sanskritfolge bleibt lesbar erhalten.

Vers 249
ityādayo dravyabhedā dhūpasya parikīrtitāḥ |
sarva eva hi deveśi mahāmāyāpriyā ime ||249||

Diese und weitere Stoffarten werden als Räucherstoffe genannt. Sie alle, o Herrin der Götter, sind Mahamaya lieb.

Vers 250
bhinnaṃ bhinnaṃ phalaṃ teṣāṃ tadapi vyāharāmi te |
agurudhūpamāvedya vājapeyaphalaṃ labhet ||250||

Jeder dieser Stoffe hat eine andere Frucht; auch diese erkläre ich dir. Wer Agarholz als Räucherwerk darbringt, erlangt die Frucht eines Vajapeya-Opfers.

Anmerkung: Rituelle Verheißung des Textes.

Vers 251
devyai dattvā patrivāhaṃ rājasūyaphalaṃ labhet |
[…] patrasadṛśaṃ varṇataḥ kuṅkumaprabham ||251||

Wer der Göttin Patrivaha darbringt, erlangt die Frucht eines Rajasuya-Opfers. […] Es ähnelt einem Blatt und ist von der Farbe her leuchtend wie Kumkuma.

Anmerkung: Fragment: Beginn der Stoffbeschreibung beschädigt.

Vers 252
marditaṃ tailavatsnigdhaṃ tūlitaṃ tūlavallaghu |
mahāśarabhaśaṅkhasthaṃ […] ||252||

Zerrieben ist es ölig wie Öl; gewogen ist es leicht wie Baumwolle. Es befindet sich in „Mahasharabha-Shankha“ […].

Anmerkung: Fragment: Herkunftsbezeichnung und zweite Vershälfte nicht zuverlässig verständlich. Keine zoologische oder stoffliche Identifikation erfunden.

Vers 253
sādhāraṇānāmaprāpyaṃ patrivāhaṃ pracakṣate |
[…] mahiṣākṣaṃ ghṛtāktaṃ ca dattvā […] ||253||

Als Patrivaha bezeichnet man etwas, das gewöhnlichen Menschen nicht zugänglich ist. Wer […] Mahishaksha, mit Ghee bestrichen, darbringt […] …

Anmerkung: Fragment: weitere Stoffnamen und Verbindung beschädigt; Fortsetzung der Verheißung in 254.

Vers 254
aśvamedhaphalaṃ prāpya durgāloke mahīyate |
karpūrātsvargamāpnoti corapuṣpāddhanaṃ bahu ||254||

… erlangt die Frucht eines Ashvamedha-Opfers und wird in Durgas Welt geehrt. Durch Kampfer erlangt man den Himmel, durch Chorapushpa großen Reichtum.

Anmerkung: Historische Wirkungsverheißungen, keine zugesicherten heutigen Wirkungen.

Vers 255
vartibhirbhogaśālitvaṃ murayā varakāminīm |
anyai rājapriyatvaṃ ca […] śodhane manum ||255||

Durch Duftdochte erlangt man reichen Genuss, durch Mura eine vorzügliche Geliebte, durch die übrigen Stoffe die Gunst des Königs. […] den Mantra zur Reinigung.

Anmerkung: Fragment: Einleitung des Reinigungsmantras beschädigt.

Vers 256
vāgbhavaṃ mānmathaṃ lakṣmīṃ nākṣatraṃ […] tathā |
padāni catvāri tato ṅe'ntāni samudāharet ||256||

Vagbhava, Manmatha, Lakshmi, Nakshatra und […]. Danach spricht man vier Ausdrücke im Dativ …

Anmerkung: Fragment: ein Lautglied nach nākṣatram beschädigt.

Vers 257
sarvādimūlaṃ hi vanaspatidaivatamityadaḥ |
tato'nu dāruniryāso'psarodaivatamityapi ||257||

… zuerst „mūla“ (Wurzel) mit „sarva“ davor und „vanaspatidaivata“ (dessen Gottheit der Baumherr ist), danach „dāruniryāsa“ (Baumharz) und „apsarodaivata“ (dessen Gottheit eine Apsaras ist) …

Anmerkung: Die Zuordnung der vier Ausdrücke ist durch die fortlaufende Kompositafolge nicht völlig eindeutig; Wortglieder bleiben getrennt, keine vollständige neue Formel.

Lampen und Dochte

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 258
sattvāṅgasambhavasturyaḥ kūrcāstre sarvaśeṣage |
ghṛtapradīpaḥ prathamastilatailodbhavastataḥ ||258||

… als vierter Ausdruck „sattvāṅgasambhava“ (aus dem Körper eines Lebewesens entstanden), ganz am Ende Kurcha und Astra. Unter den Lampen steht die mit Ghee gespeiste an erster Stelle; danach folgt die mit Sesamöl.

Anmerkung: Die Kapitelpassage wechselt innerhalb des Verses von Räucherwerk zu Lampen.

Vers 259
adhamastarubījotthastrividhaṃ dīpalakṣaṇam |
netrāhlādakaraḥ […] khedatāpavivarjitaḥ ||259||

Geringer ist die mit Öl aus Baumsamen. Dies sind die drei Lampenarten. Ihr Licht soll die Augen erfreuen, […] und frei von Belästigung und quälender Hitze sein.

Anmerkung: Fragment: ein Adjektiv nach netrāhlādakaraḥ beschädigt. OCR-Ziffer २५६ nach 258 zu 259 normalisiert.

Vers 260
saśikhaḥ śabdarahito nirdhūmo nātihrasvakaḥ |
dakṣiṇena pradātavyaḥ pradīpaḥ śrīvivṛddhaye ||260||

Die Lampe soll eine aufrechte Flamme haben, geräuschlos und rauchfrei sein und nicht zu klein brennen. Zur Mehrung des Wohlergehens soll sie rechts dargebracht werden.

Anmerkung: Saśikha heißt wörtlich „mit Flammenspitze“; „aufrecht“ beschreibt hier diese erkennbare Flamme, keine zusätzliche Richtungsregel.

Vers 261
uccaireva sa kartavyo na tu bhūmau kadācana |
vartiḥ śvetāthavā raktā na pītā nāsitāpi ca ||261||

Sie soll stets erhöht stehen, niemals auf dem Erdboden. Der Docht soll weiß oder rot, nicht gelb und nicht schwarz sein.

Vers 262
śāṇaṃ bādarajaṃ vāstraṃ jīrṇaṃ malinameva ca |
upayuktaṃ tu nādadyādvartikārthaṃ kathañcana ||262||

Hanf, Badara-Material, abgenutzten oder schmutzigen Stoff und bereits Gebrauchtes soll man keinesfalls für den Docht verwenden.

Anmerkung: Bādaraja ist als Materialbezeichnung unsicher; keine botanische Gleichsetzung.

Vers 263
daśāṃ vivarjayetprājño yadyapyahṛtavastrajām |
nirbījaṃ cātha kārpāsaṃ tajjātāstantavo'pi vā ||263||

Der Verständige meidet auch den Saum beziehungsweise die Fransen eines selbst noch ungetragenen Gewandes. Baumwolle ohne Samen oder daraus gewonnene Fasern …

Anmerkung: Ahṛtavastra ist im Zusammenhang als unbenutztes Gewand verstanden; Sanskritlesung leicht unsicher.

Vers 264
praśastā dīpavartiḥ syātkadācinnūtanāmbaram |
taijasaṃ dāravaṃ lauhaṃ mārtikaṃ nārikelajam ||264||

… werden für den Lampendocht empfohlen, gelegentlich auch neuer Stoff. Als Lampengefäß werden solche aus Metall, Holz, Eisen, Ton, Kokosnussschale …

Anmerkung: Taijasa ist der allgemeine Metallbegriff, lauha nennt Eisen gesondert; Wiederholung bewahrt.

Vers 265
tṛṇarājodbhavaṃ cāpi dīpapātraṃ praśasyate |
naiva nirvāpayeddīpaṃ devārthamupakalpitam ||265||

… und aus dem „König der Gräser“, der Palme, empfohlen. Eine für die Gottheit bereitete Lampe soll man nicht löschen.

Anmerkung: Historische Ritualregel.

Vers 266
dīpahartā bhavedandhaḥ kāṇo nirvāpako bhavet |
śuddhyarthaṃ mantrametasya samākarṇaya bhāmini ||266||

Wer die Lampe wegnimmt, werde blind; wer sie löscht, einäugig. Höre nun ihren Reinigungsmantra, o Strahlende.

Anmerkung: Die körperlichen Strafandrohungen sind Aussagen des historischen Textes, keine Tatsachenbehauptung dieser Ausgabe.

Vers 267
tāraṃ […] kṣetrapālaṃ tejobījaṃ sabindukam |
vahnidaivataśabdaṃ ca dīpaśabdaṃ tathaiva ca ||267||

Tara, […], Kshetrapala und das Tejas-Bija mit Bindu; dann die Wörter „vahnidaivata“ (dessen Gottheit das Feuer ist) und „dīpa“ (Lampe) …

Anmerkung: Fragment: ein Lautname nach Tara beschädigt.

Vers 268
ghṛtatailāktaśabdaṃ ca ṅe'ntāḥ śabdāḥ kramādime |
śeṣe kūrcāstrayoryogaḥ kartavyaḥ kamalānane ||268||

… und „ghṛtatailākta“ (mit Ghee beziehungsweise Öl versehen); diese Wörter stehen der Reihe nach im Dativ. Am Ende werden Kurcha und Astra verbunden, o Lotusgesichtige.

Augenschminke

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 269
sauvīraṃ jāmbavaṃ tathyaṃ māyūraṃ śrīkaraṃ tathā |
dagdhikā meghanīlā ca hyañjanāni bhavanti ṣaṭ ||269||

Die sechs Arten der Augenschminke sind Sauvira, Jambava, Mayura, Shrikara, Dagdhika und Meghanila.

Anmerkung: Tathya wird als bekräftigendes Wort gelesen, nicht als siebter Name. Die nachfolgende Zählung und Beschreibung ist nicht völlig stimmig und bleibt unverändert.

Vers 270
pañcādyāstu varārohe nānāśailasamudbhavāḥ |
bhinnajātīyakāḥ sarve dṛṣado jaladatviṣaḥ ||270||

Die ersten fünf, o Liebreizende, stammen aus verschiedenen Bergen. Es sind Steine unterschiedlicher Art, alle von wolkendunkler Farbe.

Anmerkung: Vers 272 erklärt Dagdhika dagegen als durch Feuer erzeugt, obwohl sie in 269 an fünfter Stelle steht. Diese Quellspannung wird nicht durch Umordnung beseitigt.

Vers 271
gāḍhaṃ nighṛṣya caitāni śilāyāṃ taijase'pi vā |
pradadyājjagadambāyā añjanārthaṃ sureśvari ||271||

Man zerreibt sie gründlich auf Stein oder Metall und bringt sie der Weltmutter als Augenschminke dar, o Herrin der Götter.

Vers 272
ghṛtatailādiyogena tāmrādyāyojya vahninā |
yadañjanaṃ jāyate taddagdhikā parikīrtitā ||272||

Die Augenschminke, die durch Feuer unter Verwendung von Ghee, Öl und Ähnlichem sowie Kupfer oder entsprechenden Stoffen entsteht, heißt Dagdhika.

Anmerkung: Technischer Satzbau teilweise uneben; kein modernes Herstellungsverfahren aus der knappen Angabe abgeleitet.

Vers 273
vidhavā nāñjanaṃ kuryānmahāmāyārthamuttamam |
sadhavā vā kumārī vā athavā svayameva hi ||273||

Eine Witwe soll die vorzügliche Augenschminke für Mahamaya nicht herstellen. Dies soll eine Frau mit lebendem Ehemann, eine unverheiratete junge Frau oder der Übende selbst tun.

Anmerkung: Historische Ausgrenzungsregel; Kumari steht hier in einem nichtsexuellen Ritualzusammenhang.

Vers 274
na mṛtpātre yojayettu sādhako netrarañjanam |
puṣpeṇa tatpradātavyaṃ na hastena kadācana ||274||

Der Sadhaka soll die Augenschminke nicht in ein Tongefäß geben. Sie wird mit einer Blume dargebracht, niemals unmittelbar mit der Hand.

Vers 275
amuṣya saṃśuddhimataḥ samākalaya yatnataḥ |
sārasvataṃ tāramāye nāgraṃ kāmaṃ ramāṃ vadhūm ||275||

Höre nun aufmerksam ihre Reinigung: Sarasvata, Tara und Maya, Nagra, Kama, Rama und Vadhu …

Anmerkung: Nāgra ist als Lautname unsicher; keine vermutete Bija-Silbe.

Vers 276
rāvaṃ ca nārasiṃhaṃ ca kahayugmaṃ […] |
kūrcāstrahṛcchirāṃsi syuḥ śeṣe'ñjanaviśuddhaye ||276||

… Rava und Narasimha, zweimal „kaha“ und […]; am Ende Kurcha, Astra, Herz- und Kopfabschluss zur Reinigung der Augenschminke.

Anmerkung: Fragment: ein Glied nach dem wiederholten Wort beschädigt; auch kaha ist eine unsichere Lautlesung.

Die fünf Speisearten

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 277
naivedyamadhunā vacmi yadyaddevyai nivedayet |
bhakṣyaṃ bhojyaṃ ca lehyaṃ ca carvyaṃ coṣyaṃ ca pañcamam ||277||

Nun erkläre ich die Speisegaben, die man der Göttin darbringen soll: zu essende feste Speisen, Mahlzeiten, zu leckende, zu kauende und als fünfte Art zu saugende Nahrung.

Anmerkung: Die technischen Kategorien bhakṣya und bhojya überschneiden sich in gewöhnlicher deutscher Ausdrucksweise; ihre Unterscheidung bleibt durch die Sanskritbegriffe nachvollziehbar.

Vers 278
bhakṣyādipañcakairdattairevāśu kālī tuṣyati |
upacārasahasraistu tathā tuṣṭā na jāyate ||278||

Schon durch die Darbringung dieser fünf Speisearten wird Kali rasch erfreut; selbst tausend andere Opferdienste erfreuen sie nicht in gleichem Maße …

Anmerkung: Wortstellung nach dem klaren Satzanschluss normalisiert; Fortsetzung in 279.

Vers 279
yathā naivedyasambhārairāśu tuṣyati kālikā |
tatsyādāmamanāmaṃ ca phalādyāmamudīryate ||279||

… wie die Speisegaben Kalika rasch erfreuen. Diese können roh oder nicht roh sein; Früchte und Ähnliches werden als roh bezeichnet.

Vers 280
anāmamannamāṃsādi pakvānnaṃ dvayamucyate |
nādatte vidhivatkiñciddattaṃ bhavati naiva cet ||280||

Nicht roh sind gekochte Speisen, Fleisch und Ähnliches; beide Arten werden genannt. Sie nimmt nichts an, wenn es nicht nach der vorgeschriebenen Weise dargebracht worden ist.

Anmerkung: Die Verbindung pakvānnaṃ dvayam ist uneben; die Zweiteilung roh/nicht roh ist durch 279 gesichert.

Vers 281
ato devyai pradātavyaṃ sarvaṃ mantrapuraḥsaram |
śālyodanaṃ haviṣyaṃ ca haviryuktaṃ saśarkaram ||281||

Darum soll der Göttin alles mit vorangestelltem Mantra dargebracht werden: gekochter Shali-Reis, Havishya-Speise, mit Ghee und Zucker versehen …

Anmerkung: Havishya bezeichnet eine als Opfer geeignete Speise.

Vers 282
nivedayetkālikāyai sarvāṇi vyañjanāni ca |
phāṇitaṃ ca sitā sarpirdugdhamāvartitaṃ tathā ||282||

… und sämtliche Beilagen soll man Kalika darbringen; ferner eingedickten Zuckersaft, weißen Zucker, Ghee und eingekochte Milch …

Vers 283
dadhyanuddhṛtasāraṃ ca rasālāṃ kūcikāmapi |
vrīhayaḥ sikatābhṛṣṭā lājāḥ sacipiṭā api ||283||

… Dickmilch, deren Rahm nicht abgeschöpft ist, Rasala und Kuchika, in Sand gerösteten Reis, Puffreis sowie gepressten Reis …

Anmerkung: Rasala und Kuchika sind Speisebezeichnungen; kein ungesichertes Rezept ergänzt.

Vers 284
saktavaśca tathā dhānāḥ pṛṣadājyaṃ tu lāmakam[?] |
upaskṛtāni māṃsāni matsyāśca vividhā api ||284||

… geröstetes Mehl, geröstete Körner, Prishadajya, das Gemisch aus Dickmilch und Ghee, sowie Lāmaka [unsicher], zubereitetes Fleisch und verschiedene Fische.

Anmerkung: Lāmaka ist bereits in der Quelle als unsicher markiert.

Vers 285
pūjāsu nāmamāṃsāni yojayedvai kadācana |
kṣīrādīnyatha gavyāni māhiṣyāṇi ca sarvaśaḥ ||285||

Bei den Pujas soll man niemals rohes Fleisch verwenden. Ferner sind Milch und alle entsprechenden Erzeugnisse von Kühen und Büffeln [als Gaben vorgesehen].

Anmerkung: Na āma-māṃsāni: ausdrückliches Verbot rohen Fleisches; nicht abgeschwächt.

Vers 286
paramānnaṃ piṣṭakaṃ ca yāvakaṃ kṛśaraṃ tathā |
modakaṃ bharjitatilaṃ kandupakvāni cotsṛjet ||286||

Man bringt süßen Milchreis, Mehlgebäck, Yavaka, Krishara, Modaka, gerösteten Sesam und im Ofen Gebackenes dar.

Anmerkung: Yavaka und Krishara bleiben als Speisenamen erhalten; Modaka ist ein süßer Klumpen beziehungsweise Kloß.

Früchte, Wurzeln und weitere Speisegaben

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 287
nārikelaṃ kapitthaṃ ca drākṣāmalakameva ca |
dāḍimaṃ śrīphalaṃ kolaṃ kūṣmāṇḍaṃ panasaṃ tathā ||287||

Kokosnuss, Kapittha, Trauben, Amalaki, Granatapfel, Shriphala, Kola, Kushmanda und Panasa …

Anmerkung: Lesbares ca bei Kapittha nach der bereits in der Quelle angegebenen Ergänzung; seltene Fruchtnamen nicht botanisch überbestimmt.

Vers 288
vakulaṃ ca madhūkaṃ ca rasālāmrātake […] |
kadalīṃ kṣīriṇaṃ tālaṃ karuṇaṃ karkaṭīmapi ||288||

… Vakula, Madhuka, Rasala, Amrataka, […], Banane, Kshirin, Tala, Karuna und Karkati …

Anmerkung: Fragment: ein Name nach āmrātaka beschädigt; Karuna bereits in der Quelle unsicher markiert.

Vers 289
jambīraṃ piṇḍakharjūraṃ bījapūraṃ ca jambhalam |
harītakīmāmalakaṃ ṣaḍvidhaṃ nāgaraṅgakam ||289||

… Jambira, Pinda-Kharjura, Bijapura, Jambhala, Haritaki, Amalaki und sechs Arten Nagaranga …

Anmerkung: Die wiederholte Nennung Amalaki bleibt erhalten; keine vereinheitlichte moderne Obstliste erzeugt.

Vers 290
mātuluṅgaṃ ca lakucaṃ lavalīṃ karamardakam |
[…] kaśeraṃ ca śālūkaṃ ca mṛṇālakam ||290||

… Matulunga, Lakucha, Lavali, Karamardaka, […], Kashera, Shaluka und Mrinala, den Lotusstängel …

Anmerkung: Fragment: ein Name im zweiten Halbvers beschädigt; OCR-Ziffer २६० nach 289 zu 290 normalisiert.

Vers 291
kumudānāṃ paṅkajānāṃ phalāni ca nivedayet |
kalāyamudgastimitāṅkurāṇi dvidalāni ca ||291||

… sowie die Früchte von Wasserlilien und Lotuspflanzen soll man darbringen; ferner Kalaya, Mudga, eingeweichte beziehungsweise aufgequollene Sprossen und gespaltene Hülsenfrüchte.

Anmerkung: Die Teilung kalāya-mudga-stimita-aṅkurāṇi ist nicht ganz sicher; kein genauer Keimungsvorgang erschlossen.

Vers 292
ārdrakaṃ mūlakaṃ caiva kandanāmāni yāni ca |
laśunaṃ ca palāṇḍuṃ ca varjayitvā ca ninditam ||292||

Frischer Ingwer, Rettich und die verschiedenen Wurzelknollen sind geeignet, ausgenommen Knoblauch, Zwiebel und ausdrücklich Missbilligtes.

Anmerkung: Historische Opferregel.

Vers 293
rasālapanasādīnāṃ phalānāṃ gāḍhavadrasam |
[…] sitāyuktaṃ yāvatsambhavati kṣitau ||293||

Den dicken Saft von Rasala, Panasa und anderen Früchten, […] mit weißem Zucker, was immer auf Erden verfügbar ist, …

Anmerkung: Fragment: Beginn der zweiten Zeile beschädigt; keine weitere Zubereitungsregel ergänzt.

Vers 294
naivedyatvena tatsarvamucitaṃ varavarṇini |
bālapriyaiśca naivedyairlājākṣataphalādibhiḥ ||294||

… all dies eignet sich als Speisegabe, o Schönfarbige. Mit Speisegaben, die Kindern lieb sind, mit Puffreis, unversehrtem Reis, Früchten und Ähnlichem, …

Anmerkung: Bālapriya steht hier nicht in einem sexuellen Zusammenhang, sondern bezeichnet kindlich geschätzte Speisen.

Vers 295
ikṣudaṇḍaistadvikāraistathā guḍasitādibhiḥ |
pūjayejjagatāṃ dhātrīṃ sarvakāmārthasiddhaye ||295||

… mit Zuckerrohrstangen und deren Erzeugnissen, Rohzucker, weißem Zucker und anderen Gaben verehrt man die Trägerin der Welten zur Erfüllung aller Wünsche und Ziele.

Vers 296
niṣiddhāni na deyāni kīṭādyupahatāni ca |
varjayitvā tu pakvānnaṃ phalāni ca dadhīni ca ||296||

Verbotene oder durch Insekten und Ähnliches verdorbene Dinge dürfen nicht gegeben werden. Ausgenommen gekochte Speisen, Früchte und Dickmilch …

Anmerkung: Der Ausnahmesatz gehört zum Verbot abgestandener Gaben in 297, nicht zum Verbot verdorbener Lebensmittel im ersten Halbvers.

Vers 297
devyai paryuṣitaṃ naiva dātavyaṃ vibhave sati |
phalānāṃ khalu pakvānāmalābhe'pyāmamiṣyate ||297||

… soll man der Göttin bei ausreichenden Mitteln nichts Abgestandenes darbringen. Wenn reife Früchte nicht erhältlich sind, werden auch unreife zugelassen.

Anmerkung: Quellregel mit der ausdrücklich vorausgehenden Ausnahme; keine heutige Ernährungsempfehlung.

Reinigung der Speisegaben und erneutes Mundspülwasser

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 298
athaiṣāṃ śodhane mantraḥ sarveṣāmeka ucyate |
māyālakṣmīkāmamaidharāvakūrcāmṛtāṅkuśān ||298||

Für die Reinigung aller dieser Gaben wird ein einziger Mantra genannt: Maya, Lakshmi, Kama, Maidha, Rava, Kurcha, Amrita und Ankusha …

Vers 299
naivedyādīni saṅkīrtya śodhayadvitayaṃ tataḥ |
kūrcāstrahṛcchirāṃsyante sarveṣāṃ śodhane manuḥ ||299||

… man nennt die Speisegabe und die übrigen Gaben, darauf zweimal „śodhaya“ (reinige), am Schluss Kurcha, Astra, Herz- und Kopfabschluss. Dies ist der Mantra zur Reinigung aller Gaben.

Vers 300
punarācamanīyaṃ tu mukha eva pradīyate |
śodhanaṃ tasya pūrvoktamantreṇaiva varānane ||300||

Das erneute Mundspülwasser wird unmittelbar dem Mund dargebracht. Seine Reinigung erfolgt mit dem bereits genannten Mantra, o Schönangesichtige.

Verneigung und Umschreitung

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 301
naivedyānantaraṃ deyamityetasya viniścayaḥ |
śiro'ñjalidvayoryogaṃ namaskāraṃ vidurvṛddhāḥ ||301||

Es soll nach der Speisegabe gereicht werden; so lautet die Bestimmung. Als Namaskara verstehen die Älteren die Verbindung des gesenkten Hauptes mit den zusammengelegten Händen.

Anmerkung: Wörtlich: Verbindung von Haupt und Anjali; das Senken ist sinngemäß zur Verneigung erläutert.

Vers 302
devālayaṃ vā devaṃ vā maṇḍalīkaraṇena yat |
pariśrameddakṣiṇena tatpradakṣiṇamucyate ||302||

Wenn man einen Tempel oder eine Gottheit kreisförmig umschreitet und sie dabei zur Rechten hält, heißt dies Pradakshina.

Vers 303
saptadhā navadhā vāpi mukhena stutimīrayet |
nipatedbhūtale daṇḍapraṇāmaḥ sa hi kathyate ||303||

Sieben- oder neunmal vollzieht man dies, während man einen Lobpreis spricht. Legt man sich auf den Boden, heißt dies Danda-Pranama, die Verneigung ausgestreckt wie ein Stab.

Anmerkung: Der Wiederholungsbezug schließt an Pradakshina an; eine alternative Verbindung mit der Lobpreisrezitation ist grammatisch möglich.

Vers 304
na caiṣāṃ śodhane mantro vartate nāpi daivatam |
iti ṣoḍaśa ākhyātā upacārāḥ sureśvari ||304||

Für diese Handlungen gibt es keinen Reinigungsmantra und keine zugeordnete Gottheit. Damit sind die sechzehn Opferdienste erklärt, o Herrin der Götter, …

Die erweiterten zweiunddreißig Opferdienste

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 305
yaddevatāśca yaddravyāstathā yallakṣaṇā api |
dvātriṃśatāmatasteṣāṃ dravyalakṣaṇadaivatam ||305||

… mit ihren jeweiligen Gottheiten, Stoffen und Merkmalen. Nun erkläre ich für die zweiunddreißig Dienste die Stoffe, Merkmale und Gottheiten …

Vers 306
kathayāmi varārohe manastatra niveśyatām |
āvāhanaṃ svāgataṃ ca saṃsthāpanamataḥ param ||306||

… o Liebreizende; richte darauf deinen Geist. Herbeirufung, Willkommenheißen, danach Einsetzen …

Vers 307
sannidhāpanamasyānu sannirodhanameva ca |
sammukhīkaraṇaṃ cāpi ṣaḍimānyuditāni te ||307||

… Naheseinlassen, Zurückhalten der Gegenwart und Zuwendenlassen des Antlitzes: Diese sechs wurden dir genannt.

Vers 308
dūrasthitāyā yadihāgamanaṃ kāryate priye |
pūjārthamatra balatastadāvāhanamucyate ||308||

Wenn man die fern weilende Göttin mit ritueller Kraft zur Verehrung hierherkommen lässt, Geliebte, heißt das Avahana, Herbeirufung.

Anmerkung: Balatas bedeutet „mit Kraft“; der Anspruch ritueller Herbeiführung wird nicht abgeschwächt.

Vers 309
anugṛhya kṛpādṛṣṭyā yattvayeha samāgatam |
tacchubhāgamanaṃ cāstāmiti svāgatamiṣyate ||309||

„Du bist hierhergekommen und hast uns mit deinem gnadenvollen Blick begünstigt. Möge dein Kommen heilvoll sein!“ – dies gilt als Svagata, Willkommenheißen.

Anmerkung: OCR-Ziffer ३०६ nach 308 zu 309 normalisiert.

Vers 310
gacchedanādarātkvaciditi tatsthāpanaṃ haṭhāt |
saṃsthāpanaṃ tatkathitaṃ mantroccāraṇapūrvakam ||310||

Weil sie aus Missachtung anderswohin gehen könnte, hält man sie durch Mantrarezitation nachdrücklich an ihrem Platz fest. Dies heißt Samsthapana, festes Einsetzen.

Anmerkung: Die Quelle gebraucht haṭhāt, „mit Nachdruck/gewaltsam“; keine bloß symbolische Höflichkeit daraus gemacht.

Vers 311
kalpiteṣvāsaneṣūccairgṛhītvā karayordvayoḥ |
upaveśyate yanmānena taduktaṃ sannidhāpanam ||311||

Wenn man sie an beiden Händen nimmt und ehrerbietig auf den vorbereiteten erhöhten Sitzen Platz nehmen lässt, heißt dies Sannidhapana, Naheseinlassen.

Anmerkung: Rituelle Vergegenwärtigung.

Vers 312
pūjāyāmasamāptāyāmeva yāyādiyaṃ kvacit |
etadarthaṃ varjanaṃ tatsannirodhanamucyate ||312||

Damit sie nicht fortgeht, bevor die Puja beendet ist, hindert man sie daran. Dies heißt Sannirodhana, Zurückhalten.

Vers 313
pari[yā]vṛtya kadāciccediyaṃ tiṣṭhedruṣānvitā |
ityarthaṃ samadṛṣṭiryā sammukhīkaraṇaṃ hi tat ||313||

Damit sie nicht zornig und abgewandt stehen bleibt, stellt man einen unmittelbar zugewandten Blick her. Dies heißt Sammukhikarana, Zuwendenlassen des Antlitzes.

Anmerkung: Pari-/paryāvṛtya ist bereits in der Quelle als unsichere Lesung markiert.

Ausgestaltung, Verhüllung und bleibende Gegenwart

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 314
asminnevāntarbhavanti trīṇyanyāni śucismite |
sakalīkaraṇaṃ caikamavaguṇṭhanamityapi ||314||

Darin sind drei weitere Handlungen enthalten, o Reinlächelnde: Sakalikarana, das Ausgestalten aller Teile, Avagunthana, das Verhüllen, …

Vers 315
amṛtīkaraṇaṃ cāpi tallakṣaṇamathocyate |
devyaṅgānāṃ samastānāṃ vibhāgo yatra eva ca ||315||

… und Amritikarana, das Unvergänglichmachen. Nun werden ihre Merkmale erklärt. Wenn sämtliche Körperteile der Göttin einzeln unterschieden werden, …

Anmerkung: Amritikarana wird hier nach 317–318 als dauerhaftes Gegenwärtigsein erläutert, nicht stillschweigend durch eine andere Nektarritualdeutung ersetzt.

Vers 316
mukhacakṣuḥkarāṅghrīṇāṃ sakalīkaraṇaṃ hi tat |
śīrṣanyastāñcalā yadvadadhovaktrā kulāṅganā ||316||

… Gesicht, Augen, Hände und Füße, ist dies Sakalikarana. So wie eine Frau aus guter Familie mit dem Gewandzipfel über dem Kopf und gesenktem Gesicht …

Vers 317
tiṣṭhettadvadyatkaraṇamavaguṇṭhanamucyate |
evaṃrūpā madbhavane tvaṃ tiṣṭheḥ sarvadaiva hi ||317||

… dasteht, so wird die entsprechende Gestaltung Avagunthana genannt. „In dieser Gestalt mögest du allezeit in meinem Haus bleiben“ …

Anmerkung: Madbhavane wird durch die zuvor verzeichnete Anhangparallele in Datei e gestützt; OCR c verkürzt mavane.

Vers 318
iti yā bhāvanā śaśvadamṛtīkaraṇaṃ matam |
sammukhīkaraṇeṣveva viśantyetāni sundari ||318||

… diese beständige Vergegenwärtigung gilt als Amritikarana. Diese Handlungen gehören zum Zuwendenlassen des Antlitzes, o Schöne.

Anmerkung: Mit dem Anhangzitat e zu Guhyakali 6.317–318 identisch im wesentlichen Wortlaut; nicht nochmals als eigenständige Passage zu übersetzen.

Vers 319
saṃskārarūpānetāṃstu kecidāhurvipaścitaḥ |
mudrārūpāṃstathā kecidupacārānathāpare ||319||

Einige Gelehrte betrachten diese Handlungen als Samskaras, rituelle Zurichtungen; andere als Mudras und wieder andere als Opferdienste.

Vers 320
ye te bhavantu naiṣāṃ hi śodhane manuriṣyate |
adevatyāstathādravyā vyāpārāḥ karayorime ||320||

Wie immer sie eingeordnet werden: Ein Reinigungsmantra ist für sie nicht vorgesehen. Diese Handbewegungen besitzen weder eigene Gottheiten noch materielle Substanzen.

Vers 321
sadā devyāḥ prītikarā yojanīyā vijānatā |
athānyānadhunā vakṣye dravyadevatapūrvakān ||321||

Sie erfreuen die Göttin stets und sollen vom Kundigen eingesetzt werden. Nun beschreibe ich die übrigen Dienste mit ihren Stoffen und Gottheiten.

Sindura und roter Fußlack

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 322
sindūramaruṇagrāvasambhūtavarṇamuttamam |
madhyamaṃ nāgajaṃ proktaṃ hāridramadhamaṃ smṛtam ||322||

Vorzüglich ist Sindura-Farbe aus rotem Mineral, von mittlerem Rang die aus Blei gewonnene und von geringerem Rang die auf Kurkuma beruhende.

Anmerkung: Historische Stoffangaben; keine heutige Herstellungsempfehlung. Nāgaja bezeichnet hier plausibel bleihaltige Farbe.

Vers 323
śilājaṃ vā nāgajaṃ vā atiraktaṃ praśasyate |
lalāṭe'pyatha sīmante taddeyamamareśvari ||323||

Ob aus Stein oder aus Blei gewonnen: Tiefrotes wird empfohlen. Es wird auf der Stirn und im Haarscheitel aufgetragen, o Herrin der Unsterblichen.

Anmerkung: Atiraktam ist eine kontextgestützte Normalisierung des OCR atiriktam; Rot ist durch den vorausgehenden Vers gesichert.

Vers 324
maidhakāmaramāvadhvaḥ śākinīpraṇavāvapi |
ṅe'ntaṃ śacīdaivataṃ ca sindūramapi tādṛśam ||324||

Maidha, Kama, Rama, Vadhu, Shakini und Pranava; dann „śacīdaivata“ (dessen Gottheit Shachi ist) und „sindūra“, beide im Dativ …

Vers 325
huṃphaṭśirobhiḥ sahitaḥ sindūrasya ca śodhane |
lākṣārasasamudbhūtamalaktaṃ sampracakṣate ||325||

… verbunden mit „huṃ phaṭ“ und dem Kopfabschluss: Dies dient der Reinigung des Sindura. Aus Lacksaft gewonnene rote Farbe heißt Alakta.

Anmerkung: Huṃ nach den lesbaren Zeichen, nicht unbelegt zu hūṃ verlängert.

Vers 326
tatpādayoḥ pradātavyaṃ nakheṣvuddyotikārakam |
niḥśreṇyastraṃ tasya śuddhiralpenaiva mayoditā ||326||

Sie wird an den Füßen aufgetragen und bringt die Nägel zum Glänzen. Ihre Reinigung erfolgt mit Nihshreni und Astra; damit habe ich sie kurz erklärt.

Betelgabe und ihre Verheißungen

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 327
ato vadāmi tāmbūlaṃ yaddravyaṃ yacca daivatam |
āvaśyakaścaturṇāṃ hi tatra yogo varānane ||327||

Nun erkläre ich Tambula, Betelgabe, ihre Stoffe und ihre Gottheit. Vier Bestandteile müssen darin zusammenkommen, o Schönangesichtige.

Vers 328
śalāṭumathavā śuṣkaṃ pūgaṃ śakalaśaḥ kṛtam |
nāgavallīpalāśāni dvitīyo bhāga ucyate ||328||

Unreife oder getrocknete, in Stücke zerteilte Arekanuss; als zweiter Bestandteil gelten die Blätter der Betelranke.

Vers 329
bhāgastṛtīyaḥ khadiraḥ sa hi svalpatayā sthitaḥ |
[…] jalajasattvānāṃ dṛṣadāṃ vāpi bhasma hi ||329||

Der dritte Bestandteil ist Khadira, in kleiner Menge. […] ferner Asche beziehungsweise gebrannter Kalk aus Wasserlebewesen oder Steinen.

Anmerkung: Fragment: Einleitungswort des vierten Bestandteils beschädigt; keine genaue Herstellung ergänzt.

Vers 330
ata āmodahetūni vastūni paricakṣate |
ghanasāro lavaṅgailā jātīphalamathāpi vā ||330||

Danach werden die duftgebenden Stoffe genannt: Kampfer, Gewürznelken, Kardamom oder Muskatnuss, …

Vers 331
kāśmīrajaṃ mṛgamadaḥ kakkolastvagapi priye |
pūrvoditaṃ samuditaṃ tāmbūlamiti kathyate ||331||

… das aus Kashmir Stammende, Moschus, Kakkola und Rinde, Geliebte. Das zuvor Genannte zusammen wird Tambula genannt.

Anmerkung: Kāśmīraja meint hier wahrscheinlich Safran; tvac eine aromatische Rinde, ohne sichere Artbestimmung.

Vers 332
etaddattvā kālikāyai yatphalaṃ labhate naraḥ |
tatphalaṃ kathituṃ naiva śaknomi varavarṇini ||332||

Welche Frucht ein Mensch erlangt, wenn er dies Kalika darbringt, vermag ich nicht vollständig zu beschreiben, o Schönfarbige.

Vers 333
sarvasaṃyogi tāmbūlaṃ dattvā devyai tu sādhakaḥ |
manvantaratrayaṃ pūrṇamumāloke sa tiṣṭhati ||333||

Hat der Sadhaka der Göttin Tambula mit allen Bestandteilen dargebracht, verweilt er drei volle Manvantaras in Umas Welt.

Anmerkung: Mythische Zeitangabe und rituelle Verheißung der Quelle.

Vers 334
susvaro rūpavānvāgmī kamalāmodavanmukhaḥ |
strīṇāṃ priyo rājamānyaḥ kaviścāpi prajāyate ||334||

Er wird mit schöner Stimme, anmutiger Gestalt und Redegabe geboren, mit einem Mund, der wie Lotus duftet; Frauen lieben ihn, Könige ehren ihn, und er wird ein Dichter.

Vers 335
adhunā tvasya saṃśuddhau mantraṃ te kathayāmyaham |
tāraṃ […] trapāṃ lakṣmīṃ vadhūṃ kāmaṃ sudhāmapi ||335||

Nun erkläre ich dir den Mantra zu seiner Reinigung: Tara, […], Trapa, Lakshmi, Vadhu, Kama und Sudha …

Anmerkung: Fragment: ein Lautglied nach Tara beschädigt.

Vers 336
prāsādaṃ […] vidyādharadaivatamityapi |
rāgahetukaśabdaṃ ca tāmbūlaṃ tādṛśaṃ vadet ||336||

… Prasada, […], „vidyādharadaivata“ (dessen Gottheit ein Vidyadhara ist), „rāgahetuka“ (Leidenschaft hervorrufend) und Tambula in derselben Form …

Anmerkung: Fragment: Endungsanweisung vor vidyādharadaivata beschädigt; keine sichere Vollformel erzeugt.

Sandalen und ihre Weihe

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 337
kūrcāstre sarvaśeṣe syānmanustāmbūlaśodhane |
[…] dāravī sampradīyate ||337||

… ganz am Ende Kurcha und Astra: Dies ist der Mantra zur Reinigung des Tambula. […] wird aus Holz dargebracht.

Anmerkung: Fragment: Beginn der Sandalenbeschreibung im zweiten Halbvers stark beschädigt; nur Material und Handlung lesbar.

Vers 338
pādayoste ca dātavye dakṣabhāge sureśvari |
praṇavaṃ somabījaṃ ca bhyāmante pāduke tataḥ ||338||

Die beiden Sandalen werden bei den Füßen auf der rechten Seite dargebracht, o Herrin der Götter. Zur Reinigung: Pranava, Soma-Bija, dann „pādukābhyām“ (den beiden Sandalen) …

Anmerkung: Die Dualendung wird in der Quelle ausdrücklich angeordnet.

Schirm und königliche Würde

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 339
somadaivatamīdṛkca hūṃ phaṭ svāhā tataḥ param |
udīcīdigudbhavaṃ sthūlaṃ raktaṃ vā nīlameva vā ||339||

… „somadaivata“ (deren Gottheit Soma ist) in entsprechender Form, danach „hūṃ phaṭ svāhā“. Ein schwerer, aus dem Norden stammender Stoff, rot oder blau, …

Anmerkung: Wechsel zur Beschreibung des Schirmstoffs innerhalb des Verses.

Vers 340
hematantau saṅgrathitaṃ pattrorṇamiti kathyate |
chatraṃ tannirmitaṃ mukhyaṃ madhyamaṃ vāsasā kṛtam ||340||

… mit Goldfäden verwoben, wird Patrorna genannt. Ein daraus gefertigter Schirm gilt als vorzüglich, ein aus gewöhnlichem Stoff gefertigter als mittelrangig.

Anmerkung: Patrorna bleibt als spezielle Stoffbezeichnung erhalten.

Vers 341
tālapatrādiveṇūtthamadhamaṃ paricakṣate |
tatpradāya naro devyai jāyate medinīpatiḥ ||341||

Ein Schirm aus Palmblättern, Bambus und Ähnlichem gilt als geringer. Wer der Göttin einen Schirm darbringt, werde als Herrscher der Erde geboren.

Vers 342
tāramaidhe pāśamāye lakṣmīkāmau vadhūruṣau |
caṇḍaviśvau rāvaśaktī ḍākinīkulikau tataḥ ||342||

Tara und Maidha, Pasha und Maya, Lakshmi und Kama, Vadhu und Ruṣ, Chanda und Vishva, Rava und Shakti, danach Dakini und Kulika …

Anmerkung: Beginn der Schirmreinigungsformel.

Vers 343
chatrāyeti samuccārya […] vāpīndradaivatam |
varuṇādhidevatāyāpi tataḥ paramudīrayet ||343||

… man spricht „chatrāya“ (dem Schirm), […] „dessen Gottheit Indra ist“, und danach „varuṇādhidevatāya“ (dem, dessen leitende Gottheit Varuna ist).

Anmerkung: Fragment: eine Endungs- beziehungsweise Alternativanweisung beschädigt; vā könnte „oder“ bedeuten, Zuordnung Indra/Varuna daher nicht vereinheitlicht.

Vers 344
śodhayadvitayaṃ procya pāvayadvitayaṃ vadet |
śeṣe kūrcaṃ tathā cāstraṃ śiro'muṣya tu śodhane ||344||

Dann zweimal „śodhaya“ (reinige), zweimal „pāvaya“ (läutere), am Schluss Kurcha, Astra und Kopfabschluss: Dies dient seiner Reinigung.

Chamara-Wedel

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 345
cāmaraṃ śubhrameveha dātavyaṃ na tu mecakam |
uttarāśāsthacamaragavīnāṃ pucchameva tat ||345||

Als Chamara-Wedel ist hier nur ein weißer, kein dunkler darzubringen. Er besteht aus dem Schwanz der im Norden lebenden Chamara-Rinder, der Yaks.

Vers 346
hemadaṇḍena rajatadaṇḍenātha samanvitam |
dadyātbāloccayāccāpi phalādhikyaṃ prajāyate ||346||

Man bringt ihn mit einem goldenen oder silbernen Griff dar. Mit der Fülle der Haare nimmt auch die verheißene Frucht zu.

Vers 347
teṣāṃ bahūnāmutsarge tale candrātapasya hi |
vidhāya lambamānāni devyai tāni nivedayet ||347||

Wenn man viele davon stiftet, lässt man sie unter einem Baldachin herabhängen und bringt sie der Göttin dar.

Anmerkung: Candrātapa bezeichnet hier den Baldachin.

Vers 348
sārvabhaumatvametena bhavettasya na saṃśayaḥ |
bahvabhāve deyamekaṃ śṛṇu tacchodhane manum ||348||

Dadurch erlange er unzweifelhaft die Herrschaft über die ganze Erde. Sind nicht viele vorhanden, soll einer gegeben werden. Höre seinen Reinigungsmantra.

Anmerkung: Historische Wirkungsverheißung.

Vers 349
maidhaṃ māyāṃ ramāṃ kāmaṃ śākinīṃ ḍākinīṃ sṛṇim |
vitānaṃ cāmaraṃ cāpi nava bījāni coddharet ||349||

Man erschließt die neun Bijas Maidha, Maya, Rama, Kama, Shakini, Dakini, Srini, Vitana und Chamara.

Vers 350
ṅe'ntaṃ prakīrtya surabhidaivataṃ cāmaraṃ tathā |
kūrcamastratrayaṃ śeṣe namaḥ svāhā samuddharet ||350||

Dann „surabhidaivata“ (dessen Gottheit Surabhi ist) und Chamara im Dativ, Kurcha, dreimal Astra und am Schluss „namaḥ svāhā“.

Fächer

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 351
vyajanaṃ barhiracitaṃ praśastaṃ mukhyameva ca |
madhyamaṃ vastraghaṭitamadhamaṃ veṇunirmitam ||351||

Vorzüglich und besonders empfohlen ist ein Fächer aus Pfauenfedern, mittelrangig einer aus Stoff und geringer einer aus Bambus.

Anmerkung: Barhiracita nach dem Stoffzusammenhang als „aus Pfauenfedern gefertigt“ gelesen; OCR bahiracita.

Vers 352
parasañcālanīyaṃ vā svasañcāryamathāpi vā |
pradadyādbhaktibhāvena devyāstāpāpanuttaye ||352||

Ob ein anderer den Fächer bewegt oder man ihn selbst schwenkt: Mit Hingabe soll man ihn darbringen, um der Göttin die Hitze zu nehmen.

Vers 353
praṇavaṃ kāmalaṃ kāmaṃ kalākālīmahāruṣaḥ |
vyajanaṃ śukladaṇḍo ca […] vai vāyudaivatam ||353||

Pranava, Kamala, Kama, Kala, Kali, Maharuṣ, Vyajana und Shukladanda; […] „vāyudaivata“ (dessen Gottheit Vayu ist) …

Anmerkung: Fragment: Endungsanweisung beschädigt; Trennung kalā/kālī leicht unsicher.

Aratrika: der Lampenbaum

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 354
vyajanaṃ tadvadevādyaṃ huṃ phaṭ svāhā tataḥ param |
ārātrikaṃ nāma dīpavṛkṣaḥ pārvati kathyate ||354||

… Vyajana in entsprechender Form, danach „huṃ phaṭ svāhā“. Als Aratrika bezeichnet man einen Lampenbaum, Parvati.

Vers 355
sa cordhvādhobhāvasaṃsthaḥ paṅktisaṃstho'pi vā bhavet |
maṇḍalākārasaṃstho vā trividhaḥ parikīrtitaḥ ||355||

Seine Lampen können übereinander, in einer Reihe oder kreisförmig angeordnet sein; diese drei Formen werden genannt.

Vers 356
pātraṃ taijasamevātra naiva mārtikadāravam |
vṛkṣavatsa prakartavyo yāvacchakyoccatānvitaḥ ||356||

Die Schalen müssen hier aus Metall, nicht aus Ton oder Holz bestehen. Man fertigt ihn wie einen Baum, so hoch, wie es möglich ist.

Vers 357
vartiḥ […] dravyaṃ tailaṃ havistathā |
avaro naiva […] nādhiko navaterapi ||357||

Der Docht […] und als Brennstoff Öl oder Ghee. Die Mindestzahl ist beschädigt; die Zahl soll neunzig nicht übersteigen.

Anmerkung: Fragment: Dochtangabe und untere Lampenzahl beschädigt; keine Zahl ergänzt.

Vers 358
vāmena vādayanghaṇṭāṃ dakṣeṇainaṃ samudvahan |
utthāyāmuṃ cālayanhi nīcordhvādhaḥ krameṇa hi ||358||

Mit der linken Hand läutet man die Glocke, mit der rechten hebt man den Lampenträger. Man steht auf und bewegt ihn nacheinander von unten nach oben und wieder nach unten …

Anmerkung: Die Richtungsfolge nīca-ūrdhva-adhaḥ ist in der Quelle etwas redundant; nicht zu einer anderen Kreisbewegung umgedeutet.

Vers 359
stutiṃ mukhenerayaṃśca kuryādārātrikaṃ priye |
[…] dīpavadasyāpi śodhanaṃ daivataṃ tathā ||359||

… während man einen Lobpreis spricht. So führt man Aratrika aus, Geliebte. […] Reinigung und Gottheit sind dieselben wie bei der Lampe.

Anmerkung: Fragment: ein verbindendes Anfangswort des zweiten Halbverses beschädigt; Aussage sonst klar.

Blumengirlanden

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 360
puṣpamālā pradātavyā vidhāyārātrikaṃ janaḥ |
ekajātīyakaiḥ puṣpairbhinnajātīyakairapi ||360||

Nach dem Lichtschwenken bringt man eine Blumengirlande dar, aus Blumen einer einzigen Art oder aus verschiedenen Arten.

Vers 361
mālā tathaikavarṇā syādbhinnavarṇāpi vā bhavet |
sā punastrividhā jñeyā pariṇāhavaśena tu ||361||

Die Girlande kann einfarbig oder mehrfarbig sein. Nach ihrem Umfang beziehungsweise ihrer Länge unterscheidet man drei Arten.

Vers 362
pateddhṛdayaparyantaṃ yā mālāmodaśālinī |
vaikakṣikā sā vijñeyā sarvāvaratayā sthitā ||362||

Eine duftende Girlande, die bis zur Brust reicht, heißt Vaikakshika und steht unter diesen Arten an der niedrigsten Stelle.

Vers 363
adho'valambinī nābheḥ kausumī yā sragucyate |
sā dhoraṇī parijñeyā madhyamā pūrvato'dhikā ||363||

Eine Blumengirlande, die unterhalb des Nabels herabhängt, heißt Dhorani. Sie ist von mittlerem Rang und höher als die zuvor genannte.

Anmerkung: Variantenfußnote bietet sādhāraṇī; nicht mit der Hauptlesung vermischt.

Vers 364
āgulphasraṃsinī yā tu pādapadmopari sthitā |
vanamāleti sā proktā sarvābhyaḥ sragbhya uttamā ||364||

Eine Girlande, die bis zu den Knöcheln herabfällt und über den Lotusfüßen liegt, heißt Vanamala. Sie gilt als die vorzüglichste aller Girlanden.

Vers 365
kaścidviśeṣo'trāpyasti tamapi vyāharāmi te |
karavīrairjavāpuṣpairvakadamanakairapi ||365||

Auch hierbei gibt es eine Besonderheit; diese erkläre ich dir: aus Karavira, Java-Blüten, Vaka und Damanaka …

Anmerkung: Vaka ist ein unsicherer Pflanzenname; Java entspricht hier der auch Japa genannten Blüte, ohne stille Änderung des Sanskritwortlauts.

Vers 366
nīlotpalaiḥ sarasijairlavaṅganāgakesaraiḥ |
jātībhirmālatībhiśca mallikācampakādibhiḥ ||366||

… aus blauen Wasserlilien, Lotussen, Lavanga und Nagakeshara, aus Jati, Malati, Mallika, Champaka und ähnlichen Blüten …

Vers 367
racitā yā bhaveyurhi srajaḥ paramaśobhanāḥ |
mālābhyo'nyābhya etāstu devyāḥ prītipradāyikāḥ ||367||

… gefertigte Girlanden sind überaus schön. Mehr als andere Girlanden erfreuen diese die Göttin.

Vers 368
ato'nyeṣu prasūneṣu tiṣṭhatsu varavarṇini |
amībhiḥ kusumaistāsāṃ grathane yatnamācaret ||368||

Darum soll man sich, o Schönfarbige, selbst wenn andere Blumen vorhanden sind, bemühen, die Girlanden aus diesen Blüten zu flechten.

Vers 369
pavitratvakārakamatho śṛṇvāsāṃ mantramuttamam |
tāro […] trapā lakṣmīḥ kāmaḥ strī śākinī ratiḥ ||369||

Höre nun ihren vorzüglichen reinigenden Mantra: Tara, […], Trapa, Lakshmi, Kama, Stri, Shakini und Rati …

Anmerkung: Fragment: ein Lautglied nach Tara beschädigt.

Vers 370
rāvaḥ preto bhairavī ca narasiṃhastataḥ param |
srajaṃ yugmaṃ pāvaya ca kūrcāstrānalavallabhāḥ ||370||

… Rava, Preta, Bhairavi und danach Narasimha, zweimal „srajaṃ“ (die Girlande), „pāvaya“ (reinige), Kurcha, Astra und Analavallabha, Svaha.

Anmerkung: Die Stellung von yugmam lässt den Wiederholungsbezug nicht völlig zweifelsfrei erkennen; hier auf srajam bezogen, keine standardisierte Vollformel.

Die Darbringung seiner selbst

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 371
ātmanaḥ sevakatvena yaddevyai vinivedanam |
tadātmavedanaṃ proktaṃ nāsya dravyaṃ na śodhanam ||371||

Wenn man sich selbst der Göttin als Dienender darbringt, heißt dies Atmavedana, Selbstdarbringung. Dazu gehören weder ein materieller Stoff noch eine Reinigung.

Anmerkung: Ātmavedana ist der hier lesbare Ausdruck; im Zusammenhang steht die sonst Ātmanivedana genannte Handlung.

Vers 372
nimīlitābhyāṃ netrābhyāṃ karāvuttānayanpuraḥ |
dāsastavāsmīti muhurātmānaṃ vinivedayet ||372||

Mit geschlossenen Augen und vor sich nach oben geöffneten Händen bringt man sich selbst immer wieder dar und spricht: „dāsas tavāsmi“ – „Ich bin dein Diener.“

Vers 373
adaḥ saṃskārarūpaṃ syānmudrārūpamathāpi vā |
iti rājopacārāste mayā te pratipāditāḥ ||373||

Dies kann als Samskara, rituelle Zurichtung, oder auch als Mudra gelten. So habe ich dir die königlichen Opferdienste erklärt.

Bali: Stoffe und Empfänger

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 374
tvamidānīṃ balerdravyaṃ śodhanaṃ ca niśāmaya |
bhūtebhyo ḍākinībhyo vā parivārebhya eva vā ||374||

Höre nun die Stoffe des Bali und ihre Reinigung. Was den Bhutas, den Dakinis oder dem Gefolge …

Anmerkung: Bali wird hier ausdrücklich von Naivedya unterschieden.

Vers 375
athāpi […] vā naivedyādbhinnameva yat |
dīyate sa baliḥ proktastasya dravyaṃ niśāmaya ||375||

… oder auch […] als eine von der Speisegabe Naivedya unterschiedene Gabe dargebracht wird, heißt Bali. Höre seine Bestandteile.

Anmerkung: Fragment: ein weiterer Empfänger beschädigt; nicht stillschweigend ergänzt.

Vers 376
māṣabhaktaṃ tathā lājā dhānāḥ saktava eva vā |
pṛthukāstaṇḍulā vāpi svinnā vrīhaya eva vā ||376||

Masha-Bohnengericht, Puffreis, geröstete Körner oder geröstetes Mehl, gepresster Reis, geschälte Reiskörner oder gedämpfter Reis …

Vers 377
āmiṣā vā yavāgūrvā kṛśaraṃ pāyasaṃ tathā |
ājyābhiṣiktaṃ dadhi vā pakvānnāni phalāni vā ||377||

… Fleischgabe oder dünner Getreidebrei, Krishara, Milchreis, mit Ghee übergossene Dickmilch, gekochte Speisen oder Früchte …

Anmerkung: Für āmiṣā (Fleischgabe) bietet die Fußnote āmikṣā, eine Milchspeise. Hauptlesung und abweichender Zeuge bleiben getrennt.

Vers 378
dagdhamīno bharjitaṃ vā temanīkṛtameva vā |
madirā vā pradātavyā balitvena varānane ||378||

… gebratener Fisch, Geröstetes oder als Temani Zubereitetes, oder alkoholisches Getränk: Dies kann als Bali dargebracht werden, o Schönangesichtige.

Anmerkung: Temanī ist eine besondere Speise- beziehungsweise Zubereitungsbezeichnung; keine spekulative Rezeptur.

Rituelle Berechtigung und Alkoholpolemik

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 379
sarvasādhāraṇatvena balirnaiṣaḥ prakīrtyate |
adhikāraviśeṣeṇa dātuṃ śakyo baliḥ svayam ||379||

Dieses Bali wird nicht als allgemein für jeden geeignet beschrieben. Es darf nur entsprechend der besonderen rituellen Berechtigung selbst dargebracht werden.

Anmerkung: Eine Fußnotenlesung adhikārāviśeṣeṇa widerspricht der Einschränkung; nicht in die Hauptfassung übernommen.

Vers 380
tatrādhikāriṇo mattaḥ śṛṇu yatnena cetasā |
trayyadhvanīno bhūdevastripadāyajñasūtradhṛk ||380||

Höre von mir aufmerksam, wer dazu berechtigt ist. Ein Brahmane, der auf dem Weg der drei Veden wandelt, die dreigliedrige Gayatri pflegt und die Opferschnur trägt, …

Anmerkung: Tripadā als dreigliedrige Gayatri im vedischen Zusammenhang; bhūdeva wörtlich „Gott auf Erden“, hier Standesbezeichnung des Textes.

Vers 381
na kadācitspṛśeddhālāṃ na ca devyai nivedayet |
vastuṣvanyeṣu tiṣṭhatsu devīprītikarādiṣu ||381||

… soll niemals Alkohol berühren und ihn der Göttin nicht darbringen. Da doch andere Dinge vorhanden sind, die die Göttin erfreuen, …

Vers 382
kimetayā vai surayā kadannamalarūpayā |
bhūtapretapiśācārthaṃ yatsamastaṃ surāmiṣam ||382||

… wozu dieses berauschende Getränk, das wie der unreine Rückstand minderwertiger Nahrung ist? All das aus Alkohol und Fleisch bestehende Opfer, das für Bhutas, Pretas und Pishachas bestimmt ist, …

Anmerkung: Die polemische Bewertung bleibt als Quellenstimme erkennbar.

Vers 383
tadbrāhmaṇena no deyaṃ devyai nāttavyameva vā |
na caitayā tuṣyati sā bahu cāpi ghṛṇīyate ||383||

… soll ein Brahmane der Göttin weder darbringen noch selbst verzehren. Sie wird dadurch nicht erfreut, sondern empfindet großen Abscheu.

Anmerkung: Die Aussage wird später ausdrücklich nach Kasten differenziert; keine allgemeine Lehre aller Tantra-Überlieferungen daraus abgeleitet.

Vers 384
udvignā sā bhavettasmāt […] dvijaḥ surām |
hato vedo hato dharmaḥ paraloko hataḥ svakaḥ ||384||

Darüber gerät sie in Bestürzung: […] ein zweimal Geborener und Alkohol. „Vernichtet sind der Veda, der Dharma und die eigene jenseitige Zukunft; …“

Anmerkung: Fragment: Verb beziehungsweise Verbindung im ersten Halbvers beschädigt. Folgende Worte gehören zur vorgestellten Rede der Göttin.

Vers 385
kulaṃ hataṃ hatā jātirhataṃ brāhmaṇyameva ca |
[…] mūrkheṇa pibatā jñānataḥ surām ||385||

„Vernichtet sind Familie, Kaste und Brahmanenstand durch den Toren, der wissentlich Alkohol trinkt […].“

Anmerkung: Fragment: Beginn des zweiten Halbverses beschädigt. Standeswertung als historisches Zitat, nicht als Urteil dieser Ausgabe.

Vers 386
kiṃ kṛtaṃ sādhitaṃ kiṃ vā kiṃ ca vā samupārjitam |
yadayaṃ hatavānsvasya sarvaṃ madyopasevanāt ||386||

„Was hat er getan, was erreicht, was erworben, wenn er durch den Genuss von Alkohol alles Eigene vernichtet hat?“

Vers 387
evamevājñānamayo māmapyāśu haniṣyati |
udvignā hi mahāmāyā bhavettadavalokanāt ||387||

„Ebenso wird dieser von Unwissenheit Erfüllte bald auch mich vernichten!“ Mahamaya wird bei seinem Anblick bestürzt.

Anmerkung: Rhetorische Rede innerhalb der Ritualpolemik; keine philosophische Aussage über eine tatsächlich zerstörbare höchste Göttin hineingelesen.

Vers 388
kaivartapukkasamleccharajakāntyāvaśāyinām |
carmakāranaṭaprothamedoveṇūpajīvinām ||388||

„Bei Fischern, Pukkasas, Mlecchas, Wäschern, Antyavashayins, Lederarbeitern, Schauspielern, Prothas, Medas und jenen, die vom Bambushandwerk leben, …“

Anmerkung: Abwertende soziale Aufzählung des Textes. Seltene Gruppennamen Protha/Meda bleiben ohne erfundene ethnische Zuordnung; Mleccha ist die historische Fremdgruppenbezeichnung.

Vers 389
siddhadurgandhiśuṣkānnadravaṃ madyaṃ nivedya hi |
sudhāvatpibatāṃ […] kathaṃ viṭsu nahi spṛhā ||389||

„… wird Alkohol als Flüssigkeit aus zubereiteter, übelriechender trockener Nahrung dargebracht und wie Nektar getrunken […]. Warum verspüren solche Menschen dann kein Verlangen nach Kot?“

Anmerkung: Fragment: ein Wort im zweiten Halbvers beschädigt. Die drastische Verachtung der Quellenrede wird nicht beschönigt.

Vers 390
anye na santi vastvādyā naivedyakaraṇāya kim |
aspṛśyaṃ ca tadānīya mahyaṃ dadati kaulikāḥ ||390||

„Gibt es denn keine anderen Dinge für die Speisegabe? Die Kaulikas bringen dieses Unberührbare her und bieten es mir an!“

Anmerkung: „Unberührbar“ ist die abwertende Ritualkategorie des Textes. OCR-Ziffer ३६० in der Folge zu 390 normalisiert.

Die Göttinnenrede über Veda, Gaben und Rishis

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 391
ṛco yajūṃṣi sāmāni hyatharvāṅgirasastathā |
vedebhyaḥ koṭiguṇitānmahāmantrāṃstathaiva ca ||391||

„Die Rig-Hymnen, Yajus-Sprüche, Saman-Gesänge und Atharvangiras-Texte, ebenso die großen Mantras, die die Veden millionenfach überragen, …“

Anmerkung: Koṭi wörtlich zehn Millionen; die deutsche Steigerung wird nicht als messbarer religionsgeschichtlicher Rang ausgegeben.

Vers 392
ye plāvayanti dehasthānmadyairākaṇṭhapūritaiḥ |
māmapi plāvayiṣyanti kimāścaryaṃ hi te janāḥ ||392||

„… diese im Körper wohnenden heiligen Worte überschwemmen sie mit Alkohol, bis zur Kehle gefüllt. Was wäre daran verwunderlich, wenn solche Menschen auch mich überfluteten?“

Anmerkung: Fortsetzung des Satzes aus 391.

Vers 393
sāttvikaireva naivedyaiḥ kandaiḥ puṣpaiḥ phalairdalaiḥ |
abhāve toyabhaktibhyāṃ satyaṃ tuṣṭā bhavāmyaham ||393||

„Durch reine, sattvische Speisegaben, Wurzeln, Blumen, Früchte und Blätter werde ich wahrhaft erfreut; fehlen diese, durch Wasser und Hingabe …“

Anmerkung: Die Einschränkung des folgenden Verses gehört zur zusammenhängenden Rede.

Vers 394
na madyamāṃsavistāraiḥ pretarākṣasabhojanaiḥ |
brahmaṇo mānasāḥ putrā marīcyatryaṅgiromukhāḥ ||394||

„… nicht durch Mengen von Alkohol und Fleisch, Speisen für Pretas und Rakshasas. Brahmas geistgeborene Söhne, an ihrer Spitze Marichi, Atri und Angiras, …“

Vers 395
eteṣāmanvayodbhūtāḥ punaranye sahasraśaḥ |
kaśyapaścaiva durvāsā dattātreyaśca candramāḥ ||395||

„… und Tausende weitere, die aus ihren Linien hervorgegangen sind: Kashyapa, Durvasas, Dattatreya, Chandramas …“

Vers 396
bṛhaspatirviśravāśca śaktirdakṣo mṛkaṇḍajaḥ |
nāradaḥ kapilo vyāsaḥ kālāgnirjamadagnijaḥ ||396||

„… Brihaspati, Vishravas, Shakti, Daksha, der Sohn Mrikandas, Narada, Kapila, Vyasa, Kalagni und der Sohn Jamadagnis …“

Anmerkung: Die Patronymika bleiben als solche; keine zusätzlichen Namen in den Sanskrittext eingesetzt.

Vers 397
dākṣaḥ kaviratharvā ca śāṇḍilyo gautamo manuḥ |
nāciketo bharadvājaḥ śvetāśvatara eva ca ||397||

„… Daksha beziehungsweise Daksha-Nachkomme, Kavi, Atharvan, Shandilya, Gautama, Manu, Nachiketa, Bharadvaja und Shvetashvatara …“

Anmerkung: Dākṣa als vom vorausgehenden Dakṣa abweichende Form erhalten.

Vers 398
aurvo dadhīciścyavana ṛcīkaśca parāśaraḥ |
śātātapo lomaśaśca jaigīṣavyaśca devalaḥ ||398||

„… Aurva, Dadhichi, Chyavana, Richika, Parashara, Shatatapa, Lomasha, Jaigishavya und Devala …“

Vers 399
paiṭhīnasirvītahavyaḥ saṃvarto'gastirāsuriḥ |
upamanyurmataṅgaśca tathā vājaśravāḥ kaṭhaḥ ||399||

„… Paithinasi, Vitahavya, Samvarta, Agasti, Asuri, Upamanyu, Matanga, Vajashravas und Katha …“

Anmerkung: Paithinasi nach der erkennbaren Namensform normalisiert; keine Biographien daraus abgeleitet.

Vers 400
uddālakaścāraṇeya āśvalāyana eva ca |
uttaṅkaśca yavakrītaḥ kātyāyanaṛtasravāḥ ||400||

„… Uddalaka, Araneya, Ashvalayana, Uttanka, Yavakrita, Katyayana und Ritasravas …“

Anmerkung: Einzelne Namensformen Araneya/Yavakrita/Ritasravas leicht unsicher; nicht durch bekanntere Varianten ersetzt.

Vers 401
ete cānye ca munayo vedavedāṅgapāragāḥ |
ījānāḥ kratubhiḥ sarvaiḥ samāptavaradakṣiṇaiḥ ||401||

„Diese und andere Munis, die Veden und Vedangas vollkommen kundig, vollziehen sämtliche Opfer und bringen sie mit vorzüglichen Opferlöhnen zum Abschluss …“

Vers 402
guṇanto nigamaṃ […] kurvanto duścaraṃ […] |
dhyāyanto niṣkalaṃ brahma japanto māmakaṃ manum ||402||

„… rezitieren die heilige Überlieferung […], vollbringen schwer auszuführende […] Übungen, meditieren über das ungeteilte Brahman und wiederholen meinen Mantra.“

Anmerkung: Fragment: zwei Wörter im ersten Halbvers beschädigt; nicht stillschweigend „alle“ und „Askese“ ergänzt.

Asketische Vorbilder und Verbot für zweimal Geborene

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 403
sarvadā sāttvikairevopacāraiḥ pūjayanti mām |
sadā mayyarpitahṛdaḥ sadā madbhāvabhāvitāḥ ||403||

„Sie verehren mich stets mit sattvischen Opferdiensten; immer ist ihr Herz mir dargebracht, immer sind sie von der Vergegenwärtigung meines Wesens erfüllt.“

Vers 404
sadā maccharaṇaṃ prāptāḥ śāntā dāntā jitendriyāḥ |
vāyvāhārā nirāhārā ūrdhvaretasa eva ca ||404||

„Stets haben sie bei mir Zuflucht genommen; friedvoll, gezügelt und Herren ihrer Sinne leben sie von Luft oder ohne Nahrung und bewahren ihre Zeugungskraft nach oben.“

Anmerkung: Historische asketische Idealbeschreibung; keine heutige Ernährungspraxis. Ūrdhvaretas bezeichnet hier sexuelle Enthaltsamkeit beziehungsweise bewahrte Zeugungskraft.

Vers 405
tapobalādbhraṃśayituṃ śakramapyalamīdṛśāḥ |
na niveditavantaste kimarthaṃ madirāmapi ||405||

„Solche Menschen könnten durch ihre asketische Kraft selbst Indra vom Thron stürzen. Warum haben sie mir dennoch keinen Alkohol dargebracht?“

Vers 406
vijñāyāsyāṃ mahādoṣaṃ nindyatāṃ pāpahetutām |
[…] pātityakāritvaṃ pūtitāmapi ||406||

„Weil sie darin einen schweren Fehler, Verwerflichkeit, die Ursache von Sünde, […] die Ursache des Fallens aus dem Stand und Unreinheit erkannten …“

Anmerkung: Fragment: eine weitere Vorwurfsbezeichnung beschädigt.

Vers 407
paralokavināśitvaṃ tathā narakagāmitām |
vipratvajātihantṛtvaṃ mlecchatulyatvakāritām ||407||

„… die Vernichtung der jenseitigen Zukunft, den Weg zur Hölle, die Zerstörung des Brahmanenstandes und die Gleichstellung mit den Mlecchas, …“

Anmerkung: Standesbezogene Abwertung als historische Quellenrede.

Vers 408
atastatyajurevemāṃ saṅgṛhya śrutipaddhatim |
yadyasyā doṣarāhityaṃ puṇyakāritvameva ca ||408||

„… darum ließen sie davon ab und hielten sich an den Weg der Shruti. Wäre Alkohol ohne Fehler und brächte er Verdienst hervor, …“

Anmerkung: OCR-Ziffer ४०० nach 407 zu 408 normalisiert.

Vers 409
syāttadā te kathaṃ mahyaṃ dadurnaiva surāṃ dvijāḥ |
[…] jñātvetyamanye'pi ca dvijātayaḥ ||409||

„… warum hätten diese zweimal Geborenen ihn mir dann nicht dargebracht? […] Dies erkennend, werden auch andere zweimal Geborene …“

Anmerkung: Fragment: einleitende Wertung im zweiten Halbvers beschädigt.

Vers 410
nivedayiṣyanti naiva mahyaṃ madyaṃ kathañcana |
rodhitā api śāstrārthairanādṛtya vaco mama ||410||

„… mir unter keinen Umständen Alkohol darbringen. Diejenigen aber, die trotz des Verbots der Schriften meine Worte missachten …“

Vers 411
mohādvyavahariṣyanti lobhopahatacetasaḥ |
ye kecittāndharmarājaḥ śāsiṣyati na saṃśayaḥ ||411||

„… und aus Verblendung mit Alkohol umgehen, ihr Geist von Gier überwältigt, werden gewiss vom Dharmaraja bestraft …“

Anmerkung: Dharmaraja ist hier Yama als Richter der Toten.

Vers 412
tīvrairdaṇḍairmahāghoranarakādinipātanaiḥ |
iti satyaṃ purā mahyaṃ provāca jagadambikā ||412||

„… durch harte Strafen und den Sturz in furchtbare Höllen.“ So sprach einst die Weltmutter wahrhaft zu mir.

Anmerkung: Hier endet die von Mahakala wiedergegebene Rede der Göttin.

Vers 413
tatte'hamavadaṃ devi devīvaktrotthitākṣaraiḥ |
ataḥ paraṃ śrutyuditaṃ dharmaṃ madvākyameva ca ||413||

Dies habe ich dir, Göttin, in den Worten aus dem Mund der Devi mitgeteilt. Wenn nun zweimal Geborene den von der Shruti gelehrten Dharma, meine Worte …

Vers 414
devyājñāṃ ca samullaṅghya ye dāsyanti surāṃ dvijāḥ |
teṣāṃ śāstrī mahāmāyā śrotavyaṃ śṛṇvataḥ param ||414||

… und das Gebot der Göttin übertreten und Alkohol darbringen, wird Mahamaya sie bestrafen. Höre nun die weitere Unterweisung.

Anderslautende Vorschriften für Shudras

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 415
dvijetaraḥ sampradadyāddevyai madyaṃ sadā […] |
svayaṃ mahāprasādaṃ ca bhuñjīta pratyahaṃ priye ||415||

Wer nicht zu den zweimal Geborenen gehört, soll der Göttin stets Alkohol darbringen […] und selbst täglich den Mahaprasada genießen, Geliebte.

Anmerkung: Fragment: ein Schlusswort des ersten Halbverses beschädigt. Ritualvorschrift einer historischen Kastenordnung, keine heutige Empfehlung zum Alkoholkonsum.

Vers 416
māṃsāni dagdhamīnāṃśca sadaiva nivedayet |
śūdrādīnāmathaitaistu santuṣyati kālikā ||416||

Er soll regelmäßig Fleisch und gebratenen Fisch darbringen. An diesen Gaben von Shudras und anderen findet Kalika Gefallen.

Anmerkung: Die Quelle unterscheidet ausdrücklich nach ritueller Standeszuordnung.

Vers 417
dvijānāṃ yāvatī nindā kathitā […] |
śūdrāṇāṃ tāvatī jñeyā praśastirvaravarṇini ||417||

So groß der Tadel ist, der für die zweimal Geborenen ausgesprochen wurde […], so groß ist das Lob für Shudras, o Schönfarbige.

Anmerkung: Fragment: Anrede beziehungsweise Zusatz am Ende der ersten Zeile beschädigt.

Vers 418
ataḥ śūdraḥ prayatnena devyai madyaṃ nivedayet |
dīrghāyuṣṭvamarogitvaṃ vāgmitvaṃ rājamānyatām ||418||

Darum soll ein Shudra der Göttin sorgfältig Alkohol darbringen. Langes Leben, Freiheit von Krankheit, Redegabe und die Achtung des Königs …

Anmerkung: Wirkungsverheißung des historischen Textes, keine medizinische Aussage.

Vers 419
putrakṣetrakalatrārthaparipūrṇatvameva ca |
ante svargādigamanaṃ śūdraḥ prāpnoti madyadaḥ ||419||

… Fülle an Söhnen, Land, Eheglück und Vermögen sowie am Ende den Aufstieg in den Himmel und weitere Welten erlange ein Shudra durch die Alkoholgabe.

Vers 420
śrūyate yatphalādhikyaṃ tantrādau madyadānataḥ |
taddhi śūdraparaṃ jñeyaṃ naiva dvijaparaṃ priye ||420||

Die große Frucht der Alkoholgabe, von der man in Tantras und anderen Texten hört, soll als auf Shudras bezogen verstanden werden, nicht auf die zweimal Geborenen, Geliebte.

Anmerkung: Quelleninterne Deutung anderer Ritualüberlieferungen, keine allgemein gültige Zusammenfassung des Tantra.

Die mythische Begründung der Standesordnung

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 421
svayaṃ yadanno bhavati tadannāstasya devatāḥ |
pitaraśca tadannāḥ syurityevaṃ vaidikī sthitiḥ ||421||

Wovon ein Mensch selbst lebt, davon leben auch seine Gottheiten und seine Ahnen: So lautet hier die als vedisch bezeichnete Regel.

Anmerkung: Vedische Zuschreibung ist die Behauptung der Quelle; kein unbestätigter Veda-Nachweis ergänzt.

Vers 422
prāṇijātiṣu sarvāsu mānuṣyamatidurlabham |
mānuṣyeṣvapi deheṣu śūdraḥ śreṣṭho'ntyajātitaḥ ||422||

Unter allen Arten lebender Wesen ist die menschliche Geburt sehr schwer zu erlangen. Unter den Menschen gelte ein Shudra als höherstehend als Menschen der sogenannten letzten Kasten.

Anmerkung: Die soziale Rangbehauptung gehört zum historischen Grundtext und wird nicht als heutiger Maßstab übernommen.

Vers 423
śūdrācchataguṇo vaiśyo vaiśyātsāhasriko nṛpaḥ |
nṛpātkoṭiguṇo vipro yajñasvādhyāyatatparaḥ ||423||

Ein Vaishya gelte als hundertmal höher als ein Shudra, ein König als tausendmal höher als ein Vaishya, und ein Brahmane, der Opfer und Schriftstudium hingegeben ist, als zehnmillionenmal höher als ein König.

Anmerkung: Hierarchische Zahlenrhetorik der Quelle.

Vers 424
ata eva hi sargādau jagatsṛṣṭvā carācaram |
yadyatsārataraṃ vastu tadbrahmādāddvijātaye ||424||

Darum habe Brahma zu Beginn der Schöpfung, nachdem er die bewegliche und unbewegliche Welt geschaffen hatte, alles jeweils Wertvollste den zweimal Geborenen gegeben.

Anmerkung: Mythische Begründung der Standesordnung; keine historische Tatsachenbehauptung.

Vers 425
vedāḥ ṣaḍaṅgaśāstrāṇi kṣamā satyaṃ tapo dhṛtiḥ |
śaucaṃ dānaṃ dayā dharmo vivekaḥ kalabhāṣitā ||425||

[Zu diesen Gaben gehören:] die Veden, die Lehren der sechs Vedangas, Geduld, Wahrhaftigkeit, Askese, Standhaftigkeit, Reinheit, Freigebigkeit, Mitgefühl, Dharma, Unterscheidungsvermögen und freundliche Rede …

Anmerkung: Fortsetzung der mythischen Zuteilung an die zweimal Geborenen aus 424; nicht als universelle Menschentypologie übernommen.

Vers 426
tyāgaḥ śāntiśca maryādā svādhyāyo'dhyātmacintanam |
yajñāḥ sarve havirgavyaṃ payo medhyānnameva ca ||426||

… Entsagung, Frieden, Achtung der Grenzen, Schriftstudium, Betrachtung des Selbst, sämtliche Opfer, aus Kuhmilch gewonnene Opferstoffe, Milch und reine Nahrung.

Vers 427
eteṣāṃ viparītāni dadau […] eva hi |
trayāṇāmapi varṇānāṃ dāsabhāvamadāttataḥ ||427||

Das Gegenteil hiervon gab er […] und dazu den Dienststand gegenüber den drei anderen Varnas.

Anmerkung: Fragment: Empfängerwort beschädigt; der Zusammenhang bezieht sich auf Shudras, ohne es als gesicherte Sanskritlesung zu ergänzen. Abwertende Quellenbehauptung.

Vers 428
sarvaśilpopajīvitvaṃ mantrarāhityameva ca |
anāśīstvamaśaucatvamapāṅkteyatvameva ca ||428||

Ferner den Lebensunterhalt durch alle Handwerke, das Ausgeschlossensein von Mantras, das Fehlen ritueller Segensberechtigung, Unreinheit und den Ausschluss aus der gemeinsamen Speisereihe …

Anmerkung: Anāśīstva ist wörtlich „ohne Segensspruch“; Standeszuweisung des Textes, keine Bewertung handwerklicher Berufe durch diese Ausgabe.

Vers 429
aspṛśyatvamapāṭhitvamasambhāṣyatvameva ca |
madyamāṃsopayogitvaṃ tadvikretṛtvameva ca ||429||

… Unberührbarkeit, Ausschluss vom heiligen Vortrag und vom Gespräch, Gebrauch von Alkohol und Fleisch und deren Verkauf …

Anmerkung: Die entwürdigenden Ausschlüsse werden quellentreu als historische Aussagen wiedergegeben.

Vers 430
devebhyastatpradātṛtvaṃ tadutpāditvameva ca |
mlecchādideśagamanaṃ tatsamparkitvameva ca ||430||

… ihre Darbringung an die Götter und ihre Herstellung, Reisen in die Länder der Mlecchas und anderer Gruppen sowie Umgang mit ihnen …

Vers 431
mahāsāhasakāritvaṃ vedāśrotṛtvameva ca |
etasmātkāraṇāddevi vedamaryādayānayā ||431||

… gewaltsames beziehungsweise verwegnes Handeln und das Nichtanhören des Veda. Aus diesem Grund, Göttin, nach dieser vedischen Grenzziehung, …

Anmerkung: Mahāsāhasa kann besonders schwere Gewalttat oder äußerste Kühnheit heißen; die Quellpolemik bleibt erhalten.

Vers 432
bravīmi madirādāneṣveṣāmevādhikāritā |
doṣo'ṇurapi naiteṣāṃ devebhyo madyadānataḥ ||432||

… erkläre ich gerade diese Menschen für berechtigt, Alkohol darzubringen. Durch seine Darbringung an die Götter entsteht ihnen nicht der geringste Fehler.

Vers 433
phalātirekatā cāpi śrūyate nigamādiṣu |
ataḥ prayatnataḥ śūdro dadyāddevyai pariśrutam ||433||

Auch von einer überreichen Frucht hört man in Nigamas und anderen Überlieferungen. Darum soll ein Shudra der Göttin sorgfältig das vergorene Getränk darbringen.

Anmerkung: Pariśrut bezeichnet ein vergorenes beziehungsweise berauschendes Getränk; keine Rezeptangabe.

Ersatzgaben und ihre begrenzte Zulassung

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 434
tāmeva varjayedvipraḥ sadā prāṇātyaye'pi hi |
niśamyāpīdṛśāndoṣānatha ceddātumicchati ||434||

Der Brahmane hingegen soll dasselbe stets meiden, selbst unter Lebensgefahr. Wenn er trotz Kenntnis solcher Fehler noch den Wunsch hat, es darzubringen, …

Vers 434 (zweite Quellzählung; zwischen 434 und 436)
sa […] vijānāti dharmaṃ vā pāpameva vā |
kadācidanukalpoktāṃ dadyāddevyai surāṃ dvijaḥ ||435||

… [ist seine Unterscheidung von] Dharma und Sünde […] nicht sicher lesbar. Gelegentlich darf ein zweimal Geborener der Göttin einen als Ersatz bestimmten „Alkohol“ darbringen.

Anmerkung: Fragment: erste Vershälfte beschädigt. Die Quelle wiederholt die Nummer 434; diese zweite 434 wird entsprechend angezeigt.

Vers 436
upamadyāni te vacmi tāni devyavadhāraya |
ārdrakasya guḍasyāpi same bhāve bhavetsurā ||436||

Ich nenne dir die Alkoholersatzgaben; merke sie dir, Göttin. Eine gleiche Menge frischen Ingwers und Rohzuckers gilt als Surā-Ersatz.

Anmerkung: Historische Ersatzgabe, keine Behauptung über einen tatsächlichen Alkoholgehalt.

Vers 437
cirantanaṃ cāranālamābdikaṃ […] tathā |
tāmrapātre tathā kṣaudraṃ payo gavyaṃ tathātra ca ||437||

Ferner lange gelagertes Aranala, ein Jahr altes […], Honig in einem Kupfergefäß und darin auch Kuhmilch …

Anmerkung: Fragment: Stoffname nach ābdikam beschädigt; Aranāla ist eine saure Getreideflüssigkeit, genaue Zusammensetzung nicht angegeben.

Vers 438
nārikelodakaṃ kāṃsye rītau tālaraso'pi ca |
rasālasya raso raṅge śaṅkhe vā pānaso dravaḥ ||438||

… Kokoswasser in Glockenmetall, Palmsaft in Messing, Mangosaft in Zinn oder Jackfruchtsaft in einer Muschelschale …

Anmerkung: Rasālasya folgt der in der Quelle bereits gebotenen Korrektur zu rasālaś ca; Metallnamen kontextbezogen übersetzt.

Vers 439
madhūkapuṭake drākṣā tatpuṣpaṃ […] ca |
ciñcārasaḥ padmapatre'śvatthe kārakapānakam ||439||

… Trauben in einem Madhuka-Blattgefäß, dessen Blüten […] sowie Tamarindensaft auf einem Lotusblatt und Karaka-Panaka auf einem Ashvattha-Blatt.

Anmerkung: Fragment: ein Gefäß- oder Stoffname beschädigt; Karaka-Panaka bleibt als unsichere Getränkebezeichnung stehen. Die angekündigte Zwölfzahl wird nicht durch Vermutungen aufgefüllt.

Vers 440
upamadyāni caitāni dvādaśa […] |
dvijo ditsati cenmadyaṃ dadyādetāni no surām ||440||

Dies sind die zwölf Alkoholersatzgaben […]. Wenn ein zweimal Geborener Alkohol darbringen möchte, soll er diese geben, keine Surā.

Anmerkung: Fragment: Schluss des ersten Halbverses beschädigt; die Zahl zwölf ist lesbar.

Vers 441
etānyapi na deyāni sāttvikairdharmabhīrubhiḥ |
madyaṃ vāpyupamadyaṃ vā madyanāma na gacchati ||441||

Auch diese sollen sattvische Menschen, die eine Verletzung des Dharma fürchten, nicht darbringen. Ob Alkohol oder Alkoholersatz: Die Bezeichnung „Alkohol“ verschwindet nicht.

Anmerkung: Der zweite Halbvers ist sprachlich knapp und wird nach dem unmittelbaren Gegensatz erklärt; keine chemische Gleichsetzung der Getränke.

Vers 442
pātityaṃ kintu nāmībhistaireva patito bhavet |
iti te kathitaḥ kṛtsno niṣedho vidhireva ca ||442||

Doch durch diese Ersatzgaben fällt man nicht aus dem Stand; durch jene eigentlichen alkoholischen Getränke dagegen würde man fallen. So habe ich dir Verbot und Vorschrift vollständig erklärt …

Anmerkung: Die Pronominalbezüge amībhiḥ/taiḥ sind aus der ausdrücklich vorangehenden Unterscheidung verstanden; eine beschädigte Fußnotenvariante wird nicht eingemischt.

Gemeinsame Reinigung von Alkohol- und Fleischgaben

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 443
madyadāne varārohe śodhanaṃ śṛṇvataḥ param |
madyānāmupamadyānāmekameva bhaveddhi tat ||443||

… für die Alkoholgabe, o Liebreizende. Höre nun die Reinigung: Für Alkohol und seine Ersatzgaben ist sie dieselbe.

Vers 444
ye prayacchanti te'nena manunā śodhayantu tat |
tāraḥ sārasvataḥ pāśaḥ kulakāntā smaro ramā ||444||

Diejenigen, die diese Gaben darbringen, sollen sie mit diesem Mantra reinigen: Tara, Sarasvata, Pasha, Kulakanta, Smara und Rama …

Anmerkung: Śodhayantu folgt der ausdrücklich gebotenen Fußnotenlesung; Haupt-OCR śodhayetta ungrammatisch.

Vers 445
kūrco'ṅkuśaḥ śākinī ca chando yoginyanantaram |
preto bhairavyamāśaktirnṛsiṃho ḍākinī tathā ||445||

… Kurcha, Ankusha, Shakini, Chandas und Yogini, danach Preta, Bhairavi, Ama, Shakti, Nrisimha und Dakini …

Anmerkung: Trennung bhairavī-amā-śakti ist leicht unsicher; keine ungeschriebene Lautsilbe ergänzt.

Vers 446
pralayavyayaphetkārīkaṇikāhāraśṛṅkhalāḥ |
śeṣe bhāsābhidhaṃ kūṭaṃ caturviṃśatirityataḥ ||446||

… Pralaya, Vyaya, Phetkari, Kanika, Hara und Shrinkhala, am Schluss das Bhasa genannte Kuta. So sind es vierundzwanzig.

Anmerkung: Zählangabe der Quelle; die aufgelisteten Chiffren werden nicht umgeordnet oder gekürzt, um sie an die Zahl anzupassen.

Vers 447
ḍākinīdaivataṃ ṅe'ntaṃ tathā caiva surābaliḥ |
punareva hi vaktavyaṃ tadvannairṛtidaivatam ||447||

„ḍākinīdaivata“ (dessen Gottheit Dakini ist) und „surābali“ (Alkoholopfergabe) stehen im Dativ. Danach ebenso „nairṛtidaivata“ (dessen Gottheit Nirriti ist) …

Anmerkung: Nairṛti ist eine leicht unsichere Normalisierung des beschädigten OCR-Namens.

Vers 448
punarmāṃsabalistadvacchuddhiṃ dehi dvayaṃ tataḥ |
doṣaṃ […] procya praṇavadvitayaṃ tataḥ ||448||

… und entsprechend „māṃsabali“ (Fleischopfergabe). Danach „śuddhiṃ dehi“ – „Gewähre Reinheit!“ – zweimal, „doṣaṃ …“ (den Fehler …) und zweimal Pranava.

Anmerkung: Fragment: Handlung zum Wort doṣam beschädigt; der Wiederholungsbezug bei dehi ist nicht völlig sicher. Keine vollständige Formel hergestellt.

Vers 449
kūrcayugmaṃ cāstrayugaṃ śiro'nto manurīritaḥ |
evaṃ saṃśodhya vastūni sarvāṇyeva varānane ||449||

Zweimal Kurcha, zweimal Astra und Kopfabschluss: So ist der Mantra erklärt. Nachdem man sämtliche Stoffe auf diese Weise gereinigt hat, o Schönangesichtige, …

Ein gemeinsamer Reinigungsmantra für alle Gaben

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 450
vakṣyamāṇena mantreṇa samaṣṭivyaṣṭiśodhanam |
uktānāmapyanuktānāṃ śodhitānāmaśodhinām ||450||

… folgt mit dem nächsten Mantra die Reinigung im Ganzen und im Einzelnen: der genannten und nicht genannten, der bereits gereinigten und noch nicht gereinigten Dinge …

Vers 451
kṛtākṛtānāṃ sarveṣāṃ śodhane'yaṃ mahāmanuḥ |
pṛthakpṛthaktayā tattaddravyaśuddhiryadi priye ||451||

… ob ihre Vorbereitung schon vollzogen ist oder noch nicht. Dies ist der große Mantra zur Reinigung aller. Wenn die Reinigung jeder einzelnen Substanz, Geliebte, …

Vers 452
kartuṃ na śakyate tarhi mantreṇaitena niścitam |
sarveṣāṃ śuddhiruditā dravyāṇāmarhaṇājuṣām ||452||

… nicht ausgeführt werden kann, so wird mit diesem Mantra sicher die Reinigung aller zur Verehrung gehörenden Stoffe vollzogen.

Anmerkung: Rituelle Geltungsbehauptung des Textes.

Vers 453
sarveṣāmupacārāṇāṃ rājārhāṇāmapi priye |
mantreṇaikena bhavati viśuddhiḥ śivavākyataḥ ||453||

Nach Shivas Wort geschieht mit diesem einen Mantra die Reinigung aller Opferdienste, auch der königlichen, Geliebte.

Vers 454
tāraṃ maidhatrayaṃ vrīḍāṃ kāmakrodhau vadhūrame |
rāvāṅkuśau tārkṣyakālyau sudhāsomau rucikramau ||454||

Tara, dreimal Maidha, Vrida, Kama und Krodha, Vadhu und Rama, Rava und Ankusha, Tarkshya und Kali, Sudha und Soma, Ruchi und Krama …

Anmerkung: Ruchi/Krama sind leicht unsichere Lautnamen; keine Bijas geraten.

Vers 455
nṛsiṃhaṃ mekhalākuṇḍe ḍākinīhārakaṇikāḥ |
turīyāhaṃsakūṭau ca astre hyāgneyavāruṇe ||455||

… Nrisimha, Mekhala und Kunda, Dakini, Hara und Kanika, Turiya- und Hamsa-Kuta sowie die beiden Astra-Formen des Feuers und des Wassers …

Anmerkung: Teilung turīyā-haṃsakūṭau nach dem Dual; keine Einzelkuta-Silben ergänzt.

Vers 456
kūrcamastratrayaṃ śīrṣaṃ mantro'yamuditastava |
yāvanti śodhyavastūni sambhavanti dharātale ||456||

… Kurcha, dreimal Astra und Kopfabschluss: Dies ist der dir erklärte Mantra. Wie viele zu reinigende Dinge es auf der Erde auch geben mag, …

Vers 457
tāvantyanena mantreṇa śodhitāni syurīśvari |
rītyānayā dravyaśuddhiṃ vidhāya varavarṇini ||457||

… sie alle werden durch diesen Mantra gereinigt, o Herrin. Nachdem die Stoffe auf diese Weise gereinigt worden sind, o Schönfarbige, …

Kamapitha, Hindernisabwehr und Sitzweihe

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 458
kāmapīṭhāsane […] smaredṛṣyādi sādhakaḥ |
tārādasya ṅasantaṃ śrīkāmapīṭhopaveśanam ||458||

… vergegenwärtigt sich der Sadhaka die Rishi-Zuordnungen zum Sitzen auf dem Kamapitha […]. Nach Tara und „asya“ wird „śrīkāmapīṭhopaveśana“ im Genitiv genannt.

Anmerkung: Fragment: ein Wort im ersten Halbvers beschädigt. Die Genitivform bezeichnet „dieses Niedersitzen auf dem ehrwürdigen Kamapitha“. Quellziffer ४५५ in der Folge zu 458 normalisiert.

Vers 459
nārāyaṇa ṛṣiḥ proktaḥ pratiṣṭhācchanda ucyate |
kūrmarūpī viṣṇurapi devatā parikīrtitā ||459||

Als Rishi wird Narayana genannt, das Metrum heißt Pratishtha, und die Gottheit ist Vishnu in Schildkrötengestalt.

Vers 460
viniyogastu pūjārthaṃ kāmapīṭhopaveśane |
iti saṃsmṛtya siddhārthākṣatānādāya pārvati ||460||

Die Anwendung dient dem Platznehmen auf dem Kamapitha zur Puja. Nachdem man sich dies vergegenwärtigt hat, nimmt man weiße Senfsamen und unversehrte Reiskörner, Parvati, …

Anmerkung: Siddhārtha bezeichnet hier weißen Senf.

Vers 461
tāraṃ tato mahākrodhaṃ dārayadvitayaṃ tataḥ |
vighnaṃ hūṃ phaṭ sarvaśeṣe vikīryānena tānpriye ||461||

… spricht Tara, Mahakrodha, zweimal „dāraya“, dann „vighnaṃ“ – „Zerreiße, zerreiße das Hindernis!“ –, ganz am Schluss „hūṃ phaṭ“, und verstreut damit die Körner, Geliebte.

Vers 462
pārṣṇighātatrayeṇāntarāyānbhaumānvināśayet |
tālatrayeṇāntarikṣāndivyāndivyekṣaṇekṣaṇaiḥ ||462||

Mit drei Fersenstößen vertreibt man die irdischen Hindernisse, mit dreimaligem Händeklatschen die des Zwischenraums und mit dem göttlichen Blick die himmlischen.

Anmerkung: Rituelle Abwehr, keine naturwissenschaftliche Wirkungsbehauptung.

Vers 463
dhṛtvāsanaṃ tato brūyādvaidikaṃ tāntrikaṃ manum |
pṛthvi tvayā dhṛtā lokā devi tvaṃ viṣṇunā dhṛtā ||463||

Man berührt beziehungsweise hält den Sitz und spricht den vedischen und den tantrischen Mantra: „Erde, du trägst die Welten; Göttin, du selbst wirst von Vishnu getragen.“

Anmerkung: Der Text bezeichnet die folgende Formel als vedisch; keine unüberprüfte Veda-Fundstelle ergänzt.

Vers 464
tvaṃ ca dhāraya māṃ nityaṃ pavitraṃ kuru cāsanam |
ādāvamuṃ paṭhitvaivaṃ tāntrikaṃ mantramuccaret ||464||

„Trage auch mich beständig und mache den Sitz rein!“ Nachdem man zuerst so rezitiert hat, spricht man den tantrischen Mantra.

Vers 465
tāraṃ maidhaṃ dharābījaṃ bindunādavibhūṣitam |
māmuktvā dhārayadvandvamāsanaṃ pāvayadvayam ||465||

Tara, Maidha, das Dhara-Bija mit Bindu und Nada; dann „māṃ dhāraya dhāraya“ – „Trage mich, trage mich!“ – und „āsanaṃ pāvaya pāvaya“ – „Reinige den Sitz, reinige ihn!“

Vers 466
pavitre vaiṣṇavi procya hūṃ phaṭ svāhā ca paścime |
iti tāntrikamuccārya praṇavaṃ samudācaret ||466||

„pavitre vaiṣṇavi“ (o reine Vaishnavi), danach „hūṃ phaṭ svāhā“. Nach dieser tantrischen Formel spricht man Pranava …

Vers 467
ādhāraśaktikamalāsanāya hṛdayaṃ tataḥ |
tāraṃ maidhaṃ kāmapīṭhāya namastadanantaram ||467||

… „ādhāraśaktikamalāsanāya“ (dem Lotussitz der tragenden Shakti), dann Herzabschluss. Danach Tara, Maidha und „kāmapīṭhāya namaḥ“ – „Verehrung dem Kamapitha!“

Vers 468
evaṃ sampūjya niḥśreṇyastrābhyāṃ tatropaviśya hi |
baddhvā vīrādyāsanaṃ ca sthitvā codaṅmukhastathā ||468||

Nachdem man so verehrt hat, setzt man sich unter Nihshreni und Astra dort nieder, nimmt Virasana oder einen entsprechenden Sitz ein und wendet sich nach Norden.

Vers 469
vāme gurubhyo dakṣe ca gaṇeśāya tataḥ param |
madhye śrīguhyakālyai ca namaḥ sarvatra yojayet ||469||

Links: „gurubhyaḥ“ (den Gurus); rechts: „gaṇeśāya“ (Ganesha); in der Mitte: „śrīguhyakālyai“ (der ehrwürdigen Guhyakali). Überall fügt man „namaḥ“, Verehrung, hinzu.

Vers 470
puṣpaṃ gṛhītvā gandhāktaṃ vakṣyamāṇaṃ manuṃ paṭhan |
karābhyāṃ mardayitvā ca samāghrāyopanāsikam ||470||

Man nimmt eine mit Duftstoff bestrichene Blume, spricht den folgenden Mantra, zerreibt sie zwischen den Händen und riecht daran, indem man sie an die Nase führt.

Vers 471
vāmabhāge tyajetpuṣpaṃ dūrato'navalokayan |
tāraṃ māyāṃ tathā kūrcaṃ phaṭtrayaṃ vahnivallabhā ||471||

Dann wirft man die Blume nach links weit fort, ohne ihr nachzusehen. Der Mantra besteht aus Tara, Maya, Kurcha, dreimal „phaṭ“ und Vahnivallabha, Svaha.

Bhutashuddhi: Auflösung und Neubildung der Elemente

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 472
bhūtaśuddhiṃ tataḥ kuryādagha[…]mahāraṇim |
tatprakāraṃ pravakṣyāmi mano dattvā niśāmaya ||472||

Danach führt man Bhutashuddhi aus, die Reinigung der Elemente, als großen Feuerquirl gegen […] Sünde. Ihre Weise erkläre ich nun; höre aufmerksam zu.

Anmerkung: Fragment: das zusammengesetzte Bildwort ist beschädigt. Bhutashuddhi wird in der folgenden Passage als innere Ritualvorstellung übersetzt, nicht als moderne Übungsanleitung umgedeutet.

Vers 473
hṛtpuṇḍarīkādātmānaṃ jvaladdīpaśikhākṛtim |
suṣumṇāvartmanā brahmabījamantreṇa mastake ||473||

Aus dem Herzlotus führt man das Selbst in Gestalt einer leuchtenden Lampenflamme auf dem Weg der Sushumna mit dem Brahma-Bija-Mantra zum Scheitel …

Vers 474
sahasradalamadhyasthe saṃyojya paramātmani |
pañca bhūtāni vai liṅgaśarīraprakṛtīni hi ||474||

… und verbindet es mit dem höchsten Selbst in der Mitte des tausendblättrigen Lotus. Die fünf Elemente, die Grundlagen des feinstofflichen Körpers, …

Vers 475
tatra tatra vilīnāni tattadrūpairvicintya ca |
dehabhūmiṃ liṅgapīṭhabhuvi vāriṇi tajjalam ||475||

… stellt man sich jeweils in ihren entsprechenden Formen aufgelöst vor: die Erde des Körpers im Wasser am Ort des Linga-Sitzes, dieses Wasser …

Anmerkung: Liṅgapīṭhabhū bleibt als im Körper vorgestellter Ort stehen; keine moderne Anatomie ergänzt.

Vers 476
hṛttejasi ca tattejo mukhasaṃsthe samīraṇe |
taṃ vāyuṃ bhālagagane tadākāśaṃ vicintya ca ||476||

… im Feuer des Herzens, dieses Feuer in der Luft im Mund, die Luft im Raum der Stirn, und diesen Raum vergegenwärtigt man sich …

Anmerkung: Satzführung ist knapp; die weitere Auflösung läuft mit der Vereinigung im höchsten Selbst zusammen.

Vers 477
jīvātmānaṃ ca saṃyojya paramātmani niścalam |
buddhyahaṅkāraprabhṛtīnsarvānlīnānvibhāvya ca ||477||

… und verbindet die individuelle Seele fest mit dem höchsten Selbst. Buddhi, Ahamkara und alle weiteren Prinzipien stellt man sich als aufgelöst vor.

Vers 478
vāmanāsāpuṭenaiva pūrayitvā samīraṇam |
sabinduṃ vāyubījaṃ ca dhūmravarṇaṃ vibhāvya ca ||478||

Man atmet durch die linke Nasenöffnung ein und vergegenwärtigt sich das Luft-Bija mit Bindu in rauchgrauer Farbe.

Anmerkung: Historische Beschreibung des Rituals.

Vers 479
tadeva bījaṃ deveśi pañcāśadvāramīrayet |
tadutpannena vātena śuṣkaṃ dehaṃ vicintya ca ||479||

Dieses Bija spricht man fünfzigmal, o Herrin der Götter, und stellt sich vor, der daraus entstandene Wind trockne den Körper aus.

Anmerkung: Die fünfzigfache Wiederholung ist die Quellenangabe; keine heute empfohlene Atemvorgabe.

Vers 480
dakṣanāsāpuṭenaiva recayedvaravarṇini |
punastenaiva mārgeṇa vāyumuttolya sarvaśaḥ ||480||

Man atmet durch die rechte Nasenöffnung aus, o Schönfarbige, und nimmt dann durch denselben Weg erneut den Atem vollständig auf.

Vers 481
sanādaṃ tejaso bījaṃ raktavarṇaṃ samuccaran |
pañcāśadvāraṃ deveśi dagdhaṃ dehaṃ vicintya ca ||481||

Fünfzigmal spricht man das rote Feuer-Bija mit Nada, o Herrin der Götter, und stellt sich den Körper als verbrannt vor.

Anmerkung: Innere Visualisierung der Elementauflösung, keine reale Verbrennung.

Vers 482
vāmanāsāpuṭenaiva bhasmarūpeṇa pāpmanā |
sahaiva recayedvāyuṃ tato nāsāpuṭena ca ||482||

Durch die linke Nasenöffnung atmet man die Luft zusammen mit der als Asche vorgestellten Sünde aus. Dann durch die Nasenöffnung …

Anmerkung: Satz läuft in 483 weiter.

Vers 483
vāmena […] sahasradalamadhyagam |
vibhāvya paramātmānaṃ candrarūpaṃ varānane ||483||

… links […] und vergegenwärtigt sich, o Schönangesichtige, das höchste Selbst in der Mitte des tausendblättrigen Lotus in Mondgestalt.

Anmerkung: Fragment: Atemverb am Beginn beschädigt; kein sicheres Halten oder Einatmen ergänzt.

Vers 484
sānusvāraṃ vāribījaṃ pañcāśadvāramuccaran |
tasmāccandrātsudhāvṛṣṭyā dehamāplāvya sundari ||484||

Man spricht fünfzigmal das Wasser-Bija mit Anusvara und lässt vom Mond einen Nektarregen den Körper überfluten, o Schöne.

Vers 485
bhūbījena sanādena śuddhaṃ saṃyojya vigraham |
līnīkṛtāni yānīha pañcabhūtāni vai purā ||485||

Mit dem Erd-Bija samt Nada setzt man den gereinigten Körper zusammen. Die fünf Elemente, die zuvor aufgelöst worden waren, …

Vers 486
yathāsthānaṃ sthāpayitvā brahmabījaṃ punargṛṇan |
ahaṅkārādibhistattvaiḥ sahaiva paramātmanaḥ ||486||

… bringt man an ihren jeweiligen Ort zurück. Erneut das Brahma-Bija sprechend, zieht man aus dem höchsten Selbst, zusammen mit Ahamkara und den übrigen Prinzipien, …

Vers 487
jīvātmānaṃ samākṛṣya sthāpayitvā hṛdambuje |
devarūpamathātmānaṃ cintayetkṣaṇamūrjitaḥ ||487||

… die individuelle Seele herbei und setzt sie in den Herzlotus ein. Dann stellt man sich einen Augenblick kraftvoll in göttlicher Gestalt vor.

Anmerkung: Devarūpa ist hier allgemein göttliche Gestalt; keine bestimmte Gestalt erfunden.

Abwehr der Bhutas und erneuter Nyasa

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 488
bhūtaśuddhiriyaṃ proktā mahāghaughapraṇāśinī |
paurāṇikena mantreṇa tāntrikeṇa tathaiva ca ||488||

So ist die Reinigung der Elemente beschrieben, die große Mengen von Sünde vernichten soll. Mit einem puranischen und ebenso mit einem tantrischen Mantra …

Vers 489
bhūtāpasāraṇaṃ kuryādvikīrya śvetasarṣapān |
apasarpantu te bhūtā ye bhūtā bhuvi saṃsthitāḥ ||489||

… vertreibt man die Bhutas, indem man weißen Senf verstreut: „Zurückweichen sollen jene Wesen, die sich auf der Erde aufhalten.“

Anmerkung: Bhuta bezeichnet hier Geister beziehungsweise Wesen, im Unterschied zu den Elementen der vorausgehenden Reinigung.

Vers 490
ye bhūtā vighnakartāraste naśyantu śivājñayā |
vetālāśca piśācāśca rākṣasāśca sarīsṛpāḥ ||490||

„Die Wesen, die Hindernisse schaffen, sollen auf Shivas Geheiß verschwinden! Vetalas, Pishachas, Rakshasas und kriechende Tiere …“

Anmerkung: OCR-Ziffer ४६० in der Folge zu 490 normalisiert.

Vers 491
apasarpantu te sarve kālīpūjāṃ karomyaham |
maidhamāyāmahākrodhapretakūrcograbhairavīḥ ||491||

„… sie alle sollen zurückweichen; ich vollziehe Kalis Puja.“ Die tantrische Formel beginnt mit Maidha, Maya, Mahakrodha, Preta, Kurcha, Ugra und Bhairavi …

Anmerkung: Grenze zwischen ausgeschriebener Anrufung und Lautchiffren ausdrücklich kenntlich.

Vers 492
nṛsiṃhaṃ ḍākinīṃ caiva phetkārīṃ tadanantaram |
piśācabhūtavetālarākṣasāniti kīrtayet ||492||

… Nrisimha, Dakini und danach Phetkari. Dann spricht man „piśācabhūtavetālarākṣasān“ – „Pishachas, Bhutas, Vetalas und Rakshasas“ …

Vers 493
utsārayadvayaṃ procya yāvatpūjāṃ karomyaham |
ante kūrcāstramūrdhāno bhūtaprotsāraṇe manuḥ ||493||

… zweimal „utsāraya“ (vertreibe), „yāvat pūjāṃ karomy aham“ (solange ich die Puja vollziehe), am Ende Kurcha, Astra und Kopfabschluss. Dies ist der Mantra zum Vertreiben der Bhutas.

Vers 494
bhūtaśuddhiṃ vidhāyetthaṃ svaṃ svaṃ dhyānaṃ vidhāya ca |
tattanmantraṣaḍaṅgīyanyāsaṃ kurvīta sādhakaḥ ||494||

Nach dieser Bhutashuddhi vollzieht der Sadhaka die jeweils eigene Meditation und den sechsgliedrigen Nyasa des betreffenden Mantras.

Die überlieferte Pranayama-Zählung

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 495
prāṇāyāmaṃ tataḥ kuryāttamapi vyāharāmi te |
mūlamantrasya jāpena vāraṃ ṣoḍaśakena hi ||495||

Danach vollzieht man Pranayama; auch dies erkläre ich dir. Während man den Grundmantra sechzehnmal wiederholt, …

Anmerkung: Historische Ritualbeschreibung, keine individuell angepasste Atemübung.

Vers 496
vāmanāsāpuṭenaiva pūrayitvānilaṃ balāt |
punastasya catuḥṣaṣṭyāvṛttyā vāyuṃ vikumbhya ca ||496||

… nimmt man den Atem kraftvoll durch die linke Nasenöffnung auf. Dann hält man ihn während vierundsechzig Wiederholungen desselben Mantras an.

Anmerkung: Balāt „kraftvoll“ wird quellentreu wiedergegeben.

Vers 497
punardvātriṃśadāvṛttyā mūlamantrasya pārvati |
nāsāpuṭena dakṣeṇa […] sakalānilam ||497||

Während zweiunddreißig weiterer Wiederholungen des Grundmantras wird, Parvati, durch die rechte Nasenöffnung die gesamte Luft [ausgeatmet].

Anmerkung: Fragment: Ausatemverb im OCR beschädigt, Bedeutung durch den klaren Ablauf gesichert. Fußnote bietet abweichend zweiundzwanzig; nicht mit Hauptzählung vermischt.

Vers 498
prakāreṇedṛśenaikaḥ prāṇāyāmo'bhijāyate |
āvaśyakaṃ tattrayaṃ hi phalādhikyaṃ taduccaye ||498||

Dieser Ablauf bildet ein Pranayama. Drei davon sind erforderlich; eine größere Zahl bringe eine größere Frucht.

Anmerkung: Ritualvorgabe und Wirkungsverheißung der Quelle.

Matrika: die göttlichen Sprachlaute

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 499
ārabheta tato nyāsaṃ mātṛkākhyaṃ mahāphalam |
sa ca nānāvidho jñeyo yāvacchakyaṃ vidhīyate ||499||

Danach beginnt man den Matrika genannten Nyasa, dem große Frucht zugeschrieben wird. Er hat vielerlei Formen; man vollzieht ihn, soweit es möglich ist.

Anmerkung: Matrika bezeichnet hier die als göttliche Kräfte verstandenen Schrift- und Sprachlaute.

Vers 500
bhedāḥ kiyantastasyaiva prakāśyante mayā tava |
sarva eva hi kartavyo nāstyatra niyamaḥ priye ||500||

Einige seiner Formen lege ich dir nun dar. Es gibt, Geliebte, keine Regel, dass alle ausgeführt werden müssen.

Anmerkung: Negation bezieht sich auf die verpflichtende Gesamtausführung, wie Vers 501 bestätigt.

Vers 501
[…] naiva doṣaḥ syātphalādhikyaṃ kṛte punaḥ |
tatrādāvabhidhāsye'haṃ śuddhaṃ prakṛtirūpiṇam ||501||

[…] entsteht kein Fehler; bei der Ausführung aber ein Mehr an Frucht. Zuerst erkläre ich die reine, ursprüngliche Form.

Anmerkung: Fragment: Wort am Anfang beschädigt; es ist im Zusammenhang das Unterlassen gemeint, ohne unlesbaren Sanskritwortlaut zu ergänzen.

Vers 502
tato'nu sakalānvakṣye sarvānvikṛtirūpiṇaḥ |
nyāsasya mātṛkākhyasya brahmā ṛṣirudīryate ||502||

Danach beschreibe ich sämtliche abgewandelten Formen. Für den Matrika-Nyasa wird Brahma als Rishi genannt.

Vers 503
chando gāyatryapi proktā devatāsya punaḥ priye |
mātṛkāśabdacarame sarasvatyabhidhīyate ||503||

Das Metrum heißt Gayatri. Als Gottheit wird, Geliebte, „Matrika“ gefolgt von „Sarasvati“, also Matrika-Sarasvati, genannt.

Vers 504
halo bījāni coktāni svarāḥ śaktaya eva ca |
tattaddevatāmantrāṅgatveneti ca nirūpya hi ||504||

Die Konsonanten gelten als Bijas, die Vokale als Shaktis. Man bestimmt den Nyasa als Glied des Mantras der jeweiligen Gottheit …

Vers 505
mātṛkānyāsa evāsya viniyoga itīṣyate |
smṛtvā karapuṭenaivaṃ caredṛṣyādimasya hi ||505||

… seine Anwendung gilt dem Matrika-Nyasa selbst. Nachdem man dies mit zusammengelegten Händen vergegenwärtigt hat, vollzieht man die Rishi- und weiteren Zuordnungen.

Rishi- und Gottheiten-Nyasa

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 506
brahmaṇe ṛṣaye hārdaṃ śirasi prativinyaset |
gāyatryai chandase hṛcca mukha eva niveśayet ||506||

„brahmaṇe ṛṣaye“ (dem Rishi Brahma), mit Herzabschluss, setzt man auf den Kopf; „gāyatryai chandase“ (dem Metrum Gayatri), ebenfalls mit Herzabschluss, an den Mund.

Vers 507
śrīmātṛkāsarasvatyai devatāyai namo hṛdi |
halbhyo bījebhyo namaśca guhyamadhye pravinyaset ||507||

„śrīmātṛkāsarasvatyai devatāyai namaḥ“ – „Verehrung der Gottheit Shri Matrika-Sarasvati“ – ins Herz; „halbhyo bījebhyo namaḥ“ – „Verehrung den Konsonanten als Bijas“ – in den Genitalbereich.

Anmerkung: Nichtsexueller ritueller Körpernyasa.

Vers 508
svarebhyastvatha śaktibhyo namo yuñjīta pādayoḥ |
praṇavādyānimānsarvānvinyasya svakalevare ||508||

„svarebhyaḥ śaktibhyo namaḥ“ – „Verehrung den Vokalen als Shaktis“ – setzt man an die Füße. Allen diesen Formeln stellt man Pranava voran und setzt sie am eigenen Körper ein.

Vers 509
namaḥ śrīguhyakālīti mantrāṅgatvena cetyapi |
varṇanyāse'pi ca viniyogāya nama ityapi ||509||

Man spricht die Widmung mit „Shri Guhyakali“ und der Bestimmung „als Mantraglied“, ferner „für das Einsetzen der Laute“ und „viniyogāya namaḥ“ – „Verehrung der rituellen Anwendung“.

Anmerkung: Wortbildungsanweisung syntaktisch uneben; keine vollständig neu gebaute Viniyoga-Prosa ausgegeben.

Vers 510
karasampuṭayornyasyedṛṣyādirmātṛkābhidhaḥ |
etasyā eva hi karaṣaḍaṅganyāsa ucyate ||510||

Diese abschließende Zuordnung setzt man in die zusammengelegten Hände ein; damit ist der Rishi-Nyasa der Matrika beschrieben. Nun folgt ihr sechsgliedriger Hand- und Körpernyasa.

Sechsgliedriger Matrika-Nyasa

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 511
kuṇapādiśataghnāntaṃ madhye vai bījapañcakam |
ādyantayornādapāśau hṛdayāya namo hṛdi ||511||

In der Mitte stehen die fünf Bijas von Kunapa bis Shataghna, am Anfang Nada und am Ende Pasha. „hṛdayāya namaḥ“ – „Verehrung dem Herzen“ – setzt man ins Herz ein.

Anmerkung: Die nicht einzeln genannten inneren Bijas werden nicht ergänzt.

Vers 512
śīrṣakādimahetyantaṃ pañcabījāni madhyataḥ |
prathamāntye kṣetrakale śirase'nu śiromanuḥ ||512||

In der Mitte stehen fünf Bijas von Shirshaka bis Maha; am Anfang Kshetra, am Ende Kala. Darauf „śirase“ (dem Kopf) und der Kopfmantra.

Anmerkung: Endname Maha ist leicht unsicher; Quellchiffren nicht zu Alphabetlauten aufgelöst.

Vers 513
kīlādirajjucaramaṃ madhye syādarṇapañcakam |
sthāṇuśa[sa]rvau puraḥ paścātśikhāyai vaṣaḍityapi ||513||

In der Mitte stehen fünf Laute von Kila bis Rajju, davor Sthanu und danach Sharva beziehungsweise Sarva; dann „śikhāyai vaṣaṭ“ – „Der Haarspitze: vaṣaṭ“.

Anmerkung: Unsicherheit śarva/sarva bereits in der Quelle gekennzeichnet.

Vers 514
unmāthāddharaṇīśeṣaṃ pañcabījāni madhyataḥ |
durddharṣavāgbhavāvādicaramasthau varānane ||514||

In der Mitte stehen fünf Bijas von Unmatha bis Dharani, am Anfang Durdharsha und am Ende Vagbhava, o Schönangesichtige.

Anmerkung: Die Anfangs- und Endnamen sind aus dem OCR nur leicht unsicher lesbar; keine Lautwerte ergänzt.

Vers 515
varmaṇe varmamanunā sahitaḥ parikīrtitaḥ |
churikāpūrvapālyantaṃ madhyato'kṣarapañcakam ||515||

Darauf „varmaṇe“ (dem Schutzpanzer), verbunden mit dem Schutzpanzer-Mantra. Für das nächste Glied stehen in der Mitte fünf Laute von Churika bis Pali …

Vers 516
tārāśvatthāvādiśeṣau tato netratrayāya hi |
netramantreṇa sahitaḥ kathitastava sundari ||516||

… am Anfang Tara, am Ende Ashvattha, dann „netratrayāya“ (den drei Augen), verbunden mit dem Augenmantra: So ist es dir erklärt, o Schöne.

Vers 517
kuṇyādidrumaparyantā bhavenmadhye navākṣarī |
ādyante nādaniḥśreṇyāvastrāyāstramanūddhataḥ ||517||

In der Mitte steht eine neunsilbige Folge von Kuni bis Druma; am Anfang Nada und am Ende Nihshreni. „astrāya“ (dem Astra) wird durch den Astra-Mantra ergänzt.

Anmerkung: Kuni ist eine unsichere Namenslesung; nicht zu bekannten Alphabetgruppen ergänzt.

Vers 518
iti te mātṛkānyāsaḥ karāṅganyāsa īritaḥ |
śṛṇvato mātṛkādhyānaṃ yaddhyātvā nyāsamācaret ||518||

So ist dir der Hand- und Körpernyasa der Matrika erklärt. Höre nun die Matrika-Meditation, nach der man den Nyasa vollzieht.

Meditation der Matrika und Körperstellen

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 519
mātṛkā śvetadehābhā trinetrā śaśiśekharā |
pañcāśadvarṇaracitamukhabāhuśiraḥpadā ||519||

Matrika strahlt mit weißem Leib, besitzt drei Augen und trägt den Mond auf dem Haupt. Gesicht, Arme, Kopf und Füße sind aus den fünfzig Lauten gebildet.

Vers 520
caturbhujā vāmadorbhyāṃ sudhākumbhaṃ ca pustakam |
dadhatī dakṣahastābhyāṃ mudrāmakṣasrajaṃ tathā ||520||

Sie hat vier Arme. In den linken Händen trägt sie den Nektarkrug und ein Buch, mit den rechten zeigt sie eine Mudra und hält eine Gebetskette.

Anmerkung: Die Mudra wird hier nicht näher benannt.

Vers 521
tuṅgapīnastanī smeramukhī śvetāmbujāsanā |
dhyātvetthaṃ mānasairevopacāraiḥ paripūjya ca ||521||

Ihre Brüste sind hoch und voll, ihr Gesicht lächelt, ihr Sitz ist ein weißer Lotus. Nachdem man sie so meditiert und mit innerlich vorgestellten Gaben verehrt hat, …

Anmerkung: Beschreibung einer erwachsenen Göttin; vollständig übersetzt.

Vers 522
akārādikṣakārāntānvarṇānbindusamanvitān |
aṅgeṣu vakṣyamāṇeṣu vinyasedakṣarānkramāt ||522||

… setzt man die Laute von a bis kṣa, jeweils mit Bindu, nacheinander an die folgenden Körperstellen.

Anmerkung: Die Quelle benennt die Alphabetgrenzen; keine zusätzliche ausgeschriebene Lautreihe als Quelltext erfunden.

Vers 523
lalāṭe mukhavṛtte ca dakṣe […] vāmake |
dakṣakarṇe vāmakarṇe dakṣanāsāpuṭe tataḥ ||523||

An der Stirn, um das Gesicht herum, rechts […] und links, am rechten und linken Ohr und dann an der rechten Nasenöffnung …

Anmerkung: Fragment: das Körperteil zwischen Gesicht und Ohren beschädigt; nicht stillschweigend „Augen“ ergänzt.

Vers 524
vāmanāsāpuṭe dakṣe gaṇḍe […] vāmake |
oṣṭhe'dhare cordhvadante'dhodante mūrdhajihvayoḥ ||524||

… an der linken Nasenöffnung, an der rechten und […] linken Wange, an Ober- und Unterlippe, an den oberen und unteren Zähnen, am Scheitel und an der Zunge …

Anmerkung: Fragment: ein Verbindungswort vor der linken Wange beschädigt; die Körperstellen sind lesbar.

Vers 525
dakṣiṇe bhujamūle ca kūrpare maṇibandhake |
mūlāgrayoraṅgulīnāmevaṃ vāmabhuje'sya ca ||525||

… am rechten Armansatz, Ellbogen, Handgelenk, an den Fingerwurzeln und Fingerspitzen; ebenso am linken Arm …

Vers 526
tato dakṣiṇapanmūle jānumadhye ca gulphake |
pādāṅgulīnāṃ mūleṣu tathaivāgre tataḥ param ||526||

… dann am Ansatz des rechten Beins, am Knie, am Knöchel, an den Zehenwurzeln und danach an den Zehenspitzen …

Anmerkung: Panmūla als sandhibedingte Form zu padmūla gelesen, hier Beinansatz im Ablauf; keine zusätzliche Körperstelle.

Vers 527
vāmāṅghrāvapyevameva dakṣapārśve'nu vāmake |
pṛṣṭhe nābhau ca jaṭhare hṛdyaṃse dakṣiṇe tataḥ ||527||

… ebenso am linken Bein, dann an der rechten und linken Seite, am Rücken, am Nabel, am Bauch, am Herzen und an der rechten Schulter …

Vers 528
punaḥ kakudi vāmāṃse hṛdādau dakṣiṇe kare |
hṛdādāvatha vāme'pi tadādyau dakṣavāmayoḥ ||528||

… danach am oberen Rücken und an der linken Schulter; vom Herzen aus über den rechten Arm, ebenso vom Herzen aus über den linken, und von dort aus über den rechten und linken …

Anmerkung: Kakud bezeichnet die obere Rückenwölbung; die Bewegung wird aus hṛdādi erschlossen, nicht als zusätzliche Einzelberührung gezählt.

Vers 529
pādayoratha sarvāṅgavyāpakaṃ tadanu smṛtam |
iti […] sarvāṇi krameṇa kathitāni te ||529||

… Fuß beziehungsweise das jeweilige Bein; danach folgt das den ganzen Körper umfassende Einsetzen. So sind dir alle […] der Reihe nach genannt.

Anmerkung: Fragment: Sammelbegriff im zweiten Halbvers beschädigt. OCR-Ziffer ५२६ im Zusammenhang zu 529 normalisiert.

Zwölf allgemeine Matrika-Formen

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 530
bhedānathāsyā nāmāni bravīmi kamalānane |
nistārā kevalā proktā śuddhādau praṇavānvitā ||530||

Nun nenne ich die Namen ihrer verschiedenen Formen, o Lotusgesichtige. Ohne Tara heißt sie Kevala, die Einfache; mit Pranava am Anfang Shuddha, die Reine.

Vers 531
ante'pi tārasaṃyuktā kālātītā nigadyate |
nirbindubhirakārādyairnityā sā parikīrtitā ||531||

Mit Tara auch am Schluss heißt sie Kalatita, die jenseits der Zeit. Mit den Lauten von a an ohne Bindu wird sie Nitya, die Ewige, genannt.

Anmerkung: Fußnote bietet Kalātītā statt Kālātītā, entsprechend „jenseits der Teile/Kalas“; Hauptlesung bewahrt.

Vers 532
eṣaivādau satārā cejjñānadā kathyate budhaiḥ |
ante'pi tena sahitā mokṣadā parikīrtitā ||532||

Dieselbe Form mit Tara am Anfang heißt bei den Kundigen Jnanada, Erkenntnisgeberin. Mit Tara auch am Ende heißt sie Mokshada, Befreiungsgeberin.

Vers 533
viparītakrameṇaiṣā cetkṣakārapuraḥsarā |
punaḥ ṣaḍanyā jāyante mātṛkā varavarṇini ||533||

Wird diese Folge umgekehrt, mit kṣa beginnend, entstehen sechs weitere Matrika-Formen, o Schönfarbige.

Vers 534
sthūlā sūkṣmā svaprakāśāvigrahā nirguṇāmṛtā |
iti dvādaśadhā proktāḥ sāmānyā mātṛkāḥ priye ||534||

Sie heißen Sthula (die Grobe), Sukshma (die Feine), Svaprakasha (die aus sich Leuchtende), Avigraha (die Gestaltlose), Nirguna (die Eigenschaftslose) und Amrita (die Unvergängliche). So sind die zwölf allgemeinen Matrika-Formen beschrieben, Geliebte.

Besondere Formen verschiedener Überlieferungen

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 535
sarveṣāmeva devānāmarcyā nyāsā ime matāḥ |
viśeṣamadhunā vacmi […] kalabhāṣiṇi ||535||

Diese Nyasas gelten bei der Verehrung aller Gottheiten als anwendbar. Nun erkläre ich die besonderen Formen […], o Lieblichsprechende.

Anmerkung: Fragment: ein kurzes Wort vor der Anrede beschädigt.

Vers 536
keśavādibhirimāmeva vaiṣṇavāḥ parikurvate |
śrīkaṇṭhādi tathā śaivāḥ saurā ravyādimeva ca ||536||

Vaishnavas vollziehen diesen Nyasa mit den Namen Keshava und den folgenden; Shaivas mit Shrikantha und den folgenden; Sonnenverehrer mit Ravi und den folgenden.

Anmerkung: Die folgenden Namen werden an dieser Stelle nicht ausgeschrieben und daher nicht ergänzt.

Vers 537
herambādi ca gāṇeśāḥ svasveṣṭākhyapuraḥsarāḥ |
śākteṣvatra hi bhūyānviśeṣaḥ kīrtyate janaiḥ ||537||

Ganesha-Verehrer beginnen mit Heramba; jeder stellt die Namen seiner erwählten Gottheit voran. Bei den Shaktas werden hier besonders viele Sonderformen genannt.

Vers 538
bhairavyādi traipureyāḥ pāśādi bhauvaneśvarāḥ |
sārasvatāśca […] ramādi kāmalā api ||538||

Tripura-Verehrer beginnen mit Bhairavi, Verehrer Bhuvaneshvaris mit Pasha; Sarasvati-Verehrer mit […] und Verehrer Kamalas mit Rama.

Anmerkung: Fragment: Lautname der Sarasvati-Gruppe beschädigt; keine erwartete Bija-Silbe ergänzt.

Vers 539
evaṃ svasveṣṭadaivatyabījāḥ sarva eva hi |
kurvate svasvatantroktakīrtitāṃ mātṛkāṃ budhāḥ ||539||

So vollziehen alle Kundigen die in ihrem jeweiligen Tantra gelehrte Matrika mit den Bijas ihrer eigenen erwählten Gottheit.

Sonderformen Guhyakalis

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 540
ataḥ paraṃ guhyakālyā mātṛkānyāsa īśvari |
viśeṣāḥ santi ye ye'sminkathayāmi niśāmyatām ||540||

Nun erkläre ich, o Herrin, die besonderen Formen des Matrika-Nyasa Guhyakalis. Höre zu.

Vers 541
ta eva mātṛkāvarṇā bindumanto visargiṇaḥ |
sṛṣṭikramasthitā vāpi saṃhārakramagāśca ye ||541||

Es sind dieselben Matrika-Laute, mit Bindu oder Visarga, entweder in der Reihenfolge der Schöpfung oder in der Reihenfolge der Auflösung …

Anmerkung: Visarga-Lesung im Haupttext; Variantenfußnote weist abweichende Verbindung auf, nicht eingemischt.

Vers 542
tattatsthāneṣu vinyasyāḥ kintu bījodbhavā bhidāḥ |
ādyasthitaistrapābījaiḥ siddhidā mātṛkocyate ||542||

… die an den jeweiligen Stellen eingesetzt werden. Die Unterschiede entstehen aber durch die Bijas: Mit vorangestelltem Trapa-Bija heißt die Matrika Siddhida, die Siddhis Verleihende.

Vers 543
taireva punarantasthaiḥ kaulikī paripaṭhyate |
teṣāmevādisaṃsthābhiryoginībhiḥ karālinī ||543||

Mit demselben Bija am Ende heißt sie Kauliki. Mit Yogini-Bijas am Anfang der Laute heißt sie Karalini, die Schreckliche.

Vers 544
amūbhiścaramasthābhirvirajeti nigadyate |
rāvādyairbhogadā khyātā tadantairvijayāpi ca ||544||

Mit diesen Bijas am Ende heißt sie Viraja, die Makellose. Mit Rava am Anfang Bhogada, Genussgeberin, mit Rava am Ende Vijaya, die Siegreiche.

Virat-Matrika: Einleitung und Vorranganspruch

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 545
guhyakālyā mātṛkāsu viśeṣāḥ parikīrtitāḥ |
sarvāsu mātṛkāsvasyā manye yāṃ sarvato'dhikām ||545||

Damit sind die Besonderheiten der Matrikas Guhyakalis beschrieben. Diejenige unter all ihren Matrikas, die ich für in jeder Hinsicht überlegen halte, …

Vers 546
tāṃ te bravīmi yatnena dhārayaināṃ varānane |
nātaḥ paratarā kāpi mātṛkā sambhaviṣyati ||546||

… erkläre ich dir nun. Bewahre sie sorgfältig, o Schönangesichtige. Eine höhere Matrika als diese wird es nicht geben.

Anmerkung: Quelleninterner Vorranganspruch.

Vers 547
mātṛkā guhyakālyāstu yāvatyaste mayeritāḥ |
tāsu mukhyā vakṣyamāṇā satyaṃ satyaṃ sureśvari ||547||

Unter allen Matrikas Guhyakalis, die ich dir erklärt habe, ist die nun folgende die vorzüglichste, wahrlich, wahrlich, o Herrin der Götter.

Vers 548
pratyahaṃ vidadhaccaitāṃ kimanyābhiḥ kariṣyati |
akurvanpratyahaṃ caināṃ kimanyābhiḥ kariṣyati ||548||

Wer diese täglich vollzieht, was soll ihm noch eine andere? Wer diese nicht täglich vollzieht, was soll ihm dann eine andere?

Anmerkung: Die rhetorische Doppelung des Textes wird vollständig bewahrt.

Vers 549
mātṛkaiṣānvahaṃ kāryā etasyāḥ samupāsakaiḥ |
nyāsānanyānvihāyāpi guhyāprītipradāyibhiḥ ||549||

Diese Matrika sollen ihre Verehrer täglich vollziehen, auch wenn sie andere Nyasas auslassen, indem sie Guhyakali damit erfreuen.

Anmerkung: Endungsform samupāsakaiḥ nach Satzbezug normalisiert; OCR beschädigt. Quellziffer ५४६ zu 549 normalisiert.

Vers 550
yāmalā ḍāmarā naināṃ tantrāṇyapi viduḥ priye |
ahamenāṃ vijānāmi veda vā guhyakālikā ||550||

Die Yamalas, Damaras und auch andere Tantras kennen sie nicht, Geliebte. Ich kenne sie, und Guhyakalika kennt sie.

Anmerkung: Literarische Geheimhaltungsbehauptung, keine externe Bestandsaussage über sämtliche Tantras.

Vers 551
tṛtīyo naiva jānāti satyenaiva bravīmi te |
iyaṃ virāṭmātṛkākhyā bhuktimuktipradāyinī ||551||

Kein Dritter kennt sie; das sage ich dir wahrhaftig. Sie heißt Virat-Matrika und verleiht Genuss wie Befreiung.

Anmerkung: Virāṭ nach erkennbarem Titel- und Satzkontext; OCR viraṇa. Bhukti und Mukti werden beide bewahrt.

Vers 552
śrīkaṇṭhādīti nāmāni śivākhyāni śivasya hi |
pūrṇodaryādibhiḥ śaktināmabhirmilitāni hi ||552||

So wie Shivas Namen, beginnend mit Shrikantha, mit den Shakti-Namen, beginnend mit Purnodari, verbunden werden …

Vers 553
ādibhirmātṛkāvarṇaiḥ prathamaṃ prathitāni hi |
phalātirekaṃ dadhati tathaiṣāpi varānane ||553||

… und mit vorangestellten Matrika-Lauten eine überreiche Frucht tragen, so auch diese Form, o Schönangesichtige.

Anmerkung: Quellziffer ५४३ nach 552 zu 553 normalisiert.

Vers 554
pañcāśannarasiṃhaistu bhinnabhinnābhidhānvitaiḥ |
śivasvarūpaiḥ pañcāśatkālyaḥ śaktaya īritāḥ ||554||

Den fünfzig Narasimhas mit unterschiedlichen Namen, die Shiva-Gestalten sind, werden fünfzig Kalis als Shaktis zugeordnet.

Anmerkung: Shiva-Gestalten der Narasimhas ist die ausdrückliche theologische Aussage der Quelle; nicht stillschweigend durch Vishnu ersetzt.

Vers 555
yādṛśaṃ phalabāhulyaṃ yacchanti nyāsakarmaṇi |
tanmayā kathituṃ naiva śakyate satyamīśvari ||555||

Welche überreiche Frucht sie beim Nyasa schenken, vermag ich wahrhaft nicht auszudrücken, o Herrin.

Vers 556
nāmāni bhinnabhinnāni bravīmi purato'nayoḥ |
tato nyāsakramaṃ vakṣye bījādipuṭitaṃ priye ||556||

Zuerst nenne ich die verschiedenen Namen beider Gruppen. Danach erkläre ich die Nyasa-Folge, eingerahmt von Bijas und weiteren Lautgliedern, Geliebte.

Die Narasimha-Namen

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 557
jvālāmālī karālaśca bhīmaścaivāparājitaḥ |
kṣobhaṇaśca tathā sṛṣṭiḥ sthitiḥ kalpānta ityapi ||557||

[Narasimha-Namen:] Jvalamali (mit Flammengirlande), Karala (der Furchtbare), Bhima (der Gewaltige), Aparajita (der Unbesiegte), Kshobhana (der Erschütternde), Srishti (Schöpfung), Sthiti (Erhaltung) und Kalpanta (Ende des Weltzeitalters).

Anmerkung: Die gemeinsame Ergänzung Narasimha wird in 565 angeordnet.

Vers 558
anantaśca virūpaśca […] parākramau |
pradhvaṃsanaśca tadanu […] ityapi ||558||

Ananta (der Unendliche), Virupa (der Ungewöhnlichgestaltete), […], Parakrama (Heldenkraft), danach Pradhvamsana (der Vernichtende) und […].

Anmerkung: Fragment: zwei Namen beschädigt; keine Auffüllung der angekündigten Fünfzigerreihe.

Vers 559
ugro bhadraśca mṛtyuśca sahasrabhuja eva ca |
vidyutjihvo ghoradaṃṣṭro mahākālāgnireva ca ||559||

Ugra (der Wilde), Bhadra (der Heilvolle), Mrityu (Tod), Sahasrabhuja (der Tausendarmige), Vidyutjihva (mit Blitzzunge), Ghoradamshtra (mit schrecklichen Fangzähnen) und Mahakalagni (das große Feuer der Zeit).

Vers 560
meghanādaśca vikaṭastathā piṅgasaṭo'pi ca |
pradīpto viśvarūpaśca vidyu[…] eva ca ||560||

Meghanada (mit Wolkendonnerstimme), Vikata (der Gewaltige), Pingasata (mit gelbbrauner Mähne), Pradipta (der Hellflammende), Vishvarupa (mit allen Gestalten) und Vidyu[…] .

Anmerkung: Fragment: letzter Name beschädigt; keine sichere Ergänzung zu Vidyudaśana.

Vers 561
vidāro vikramaścāpi pracaṇḍaḥ sarvatomukhaḥ |
vajro divyaśca bhogaśca mokṣo lakṣmīrapi kramāt ||561||

Vidara (der Zerreißende), Vikrama (Macht des Ausschreitens), Prachanda (der überaus Wilde), Sarvatomukha (mit Gesichtern überall), Vajra, Divya (der Göttliche), Bhoga (Genuss), Moksha (Befreiung) und Lakshmi, in dieser Reihenfolge.

Anmerkung: Längere nummerierte Einheit bewahrt.

Vers 562
vidrāvaṇaḥ kālacakraḥ kṛtāntastaptahāṭakaḥ |
bhrāmakaśca mahāraudro viśvāntakabhayaṅkarau ||562||

Vidravana (der Vertreibende), Kalachakra (Rad der Zeit), Kritanta (Tod), Taptahataka (glühendes Gold), Bhramaka (der Umhertreibende), Maharaudra (der überaus Furchtbare), Vishvantaka (Weltbeender) und Bhayankara (Furchterreger).

Vers 563
pratapto vijayaścāpi sarvatejomayastathā |
jvālājaṭālaśca kharanakharo cā[…] ||563||

Pratapta (der Glühende), Vijaya (Sieg), Sarvatejomaya (aus aller Glut bestehend), Jvalajatala (mit Flammenflechten), Kharanakhara (mit scharfen Krallen) und […].

Anmerkung: Fragment: letzter Name beschädigt.

Vers 564
nirvāṇanarasiṃhaścetyekapañcāśadīritāḥ |
eṣāṃ padānāṃ sarveṣāmāvaśyakatayā sthitam ||564||

Und Nirvana-Narasimha: So sind einundfünfzig genannt. Bei sämtlichen diesen Wörtern ist es erforderlich, …

Anmerkung: Die Quelle nennt hier 51, zuvor 50; Widerspruch bleibt ausdrücklich erhalten.

Die Kali-Namen der zugehörigen Shaktis

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 565
narasiṃhetyupapadaṃ niyojyaṃ nyāsakarmaṇi |
atha kālyo'pi pañcāśadeteṣāṃ śaktayaḥ kramāt ||565||

… beim Nyasa das Zusatzwort „Narasimha“ anzufügen. Nun folgen auch die fünfzig Kalis, ihre Shaktis in entsprechender Reihenfolge.

Anmerkung: Kein zusätzlicher Name zur Harmonisierung der Zahlen 50/51 erfunden.

Vers 566
nigadyante mayā tubhyaṃ tatra ceto niveśaya |
dhūmau jayograu jvālā ca ghoranādau dhanaṃ tathā ||566||

Ich nenne sie dir; richte deinen Geist darauf: Dhuma (Rauch), Jaya (Sieg), Ugra (Wildheit), Jvala (Flamme), Ghora (Schrecken), Nada (Klang) und Dhana (Reichtum).

Anmerkung: Die Endungen am Listenbeginn sind beschädigt; dies sind die lesbaren Namensglieder, nicht eine rekonstruierte vollständige Lautform.

Vers 567
tataḥ kalpāntavetālau kaṅkālo nagna eva ca |
ghoraghorataraścāpi durjayastadanantaram ||567||

Dann Kalpanta (Weltzeitende), Vetala, Kankala (Skelett), Nagna (Nacktheit), Ghora (Schrecken), Ghoratara (größerer Schrecken) und danach Durjaya (Unbesiegbarkeit).

Anmerkung: Ghora wiederholt sich in der lesbaren Quelle; nicht gestrichen.

Vers 568
tato manthānasaṃhārāvājñāraudrāvataḥ param |
tigmaḥ kṛtāntastadanu mahārātristataḥ param ||568||

Danach Manthana (Quirl), Samhara (Auflösung), Ajna (Gebot), Raudra (Furchtbarkeit), Tigma (Schärfe), Kritanta (Tod) und Maharatri (große Nacht).

Vers 569
saṅgrāmabhīmau ca śavaścaṇḍo rudhira eva ca |
ghoro bhayaṅkaraścāpi santrāsaśca prakathyate ||569||

Samgrama (Schlacht), Bhima (Gewalt), Shava (Leichnam), Chanda (Wildheit), Rudhira (Blut), Ghora (Schrecken), Bhayankara (Furchterregung) und Samtrasa (Entsetzen).

Anmerkung: Erneute Ghora-Nennung bewahrt, keine stillschweigende Listenkorrektur.

Vers 570
karālavikarālau ca vibhūtirbhoga eva ca |
kālo vajraśca vikaṭo vidyā kāmakalā tathā ||570||

Karala (Furchtbarkeit), Vikarala (äußerste Furchtbarkeit), Vibhuti (Machtfülle), Bhoga (Genuss), Kala (Zeit), Vajra, Vikata (Gewaltigkeit), Vidya (Wissen) und Kamakala.

Anmerkung: Kamakala als Name in dieser Guhyakali-Reihe; nicht mit einem neuen Werkteil verwechselt.

Vers 571
tato dakṣiṇamāye ca punarbhadraṃ maheśvari |
śmaśānakulanādāśca muṇḍasiddhī tataḥ param ||571||

Dann Dakshina, Maya und Bhadra (Heil), o große Herrin; ferner Shmashana (Verbrennungsplatz), Kula, Nada (Klang), Munda (Kopf beziehungsweise Schädel) und Siddhi (Vollendung).

Vers 572
udāronmattasantāpakapālāni kramāttataḥ |
nirvāṇaṃ sarvaśeṣe syāditi pañcāśadīritāḥ ||572||

Danach Udara (Erhabenheit), Unmatta (Ekstase), Samtapa (Glut), Kapala (Schädelschale) und ganz zuletzt Nirvana. So sind fünfzig genannt.

Anmerkung: Die Quellenzahl wird nicht durch Streichen wiederholter oder Ergänzen beschädigter Namen erzwungen.

Vers 573
pūrvoditānāṃ pañcāśatpadānāṃ varavarṇini |
yathaivopapadatvena narasiṃhaḥ prakīrtitaḥ ||573||

Wie bei den zuvor genannten fünfzig Wörtern, o Schönfarbige, „Narasimha“ als Zusatzwort genannt wurde, …

Vers 574
tathaiṣāmapi śabdānāṃ kālī hyupapadaṃ bhavet |
atha prakāraṃ vakṣyāmi virāṭnyāsasya pārvati ||574||

… so wird auch diesen Wörtern „Kali“ hinzugefügt. Nun erkläre ich die Ausführung des Virat-Nyasa, Parvati.

Ritualfaktoren und Ausführung der Virat-Matrika

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 575
ṛṣirvirāṭnyāsasya kālāgnī rudrapaścimaḥ |
chando'nuṣṭupsamākhyātaṃ devī nirvāṇamātṛkā ||575||

Der Rishi des Virat-Nyasa heißt Kalagni, gefolgt von Rudra, also Kalagnirudra. Das Metrum ist Anushtubh, die Göttin Nirvana-Matrika.

Anmerkung: Ausdrückliche Namensbildungsanweisung erhalten.

Vers 576
vedādibījamuditaṃ śākinī śaktirucyate |
hṛnmantraḥ kīlakaṃ proktaṃ viniyogaśca muktaye ||576||

Veda-Anfang wird als Bija genannt, Shakini als Shakti, der Herzmantra als Kilaka. Die Anwendung dient der Befreiung.

Vers 577
iti saṃsmṛtya hastābhyāmenamṛṣyādimācaret |
uddharāmyadhunā rītimasya nyāsasya pārvati ||577||

Nachdem man sich dies vergegenwärtigt hat, vollzieht man mit beiden Händen den Rishi- und weiteren Nyasa. Nun erschließe ich die Weise dieses Nyasa, Parvati.

Vers 578
tāraṃ rāvaṃ tattadarṇaṃ nṛsiṃhaṃ taṃ tameva ca |
tāṃ tāṃ kālīṃ vigrahayugaṃ bhyāmantāṃ […] tataḥ ||578||

Tara, Rava, der jeweilige Alphabetlaut, der entsprechende Narasimha und die entsprechende Kali; beide Namen werden als Paar in die Form auf „-bhyām“ gesetzt, danach […].

Anmerkung: Fragment: Abschlussglied beschädigt. Keine vollständig ausgeschriebene Paarformel mit ergänztem namaḥ hergestellt.

Vers 579
kīrtayedanayā rītyā paramunneyamīśvari |
sthāneṣu teṣu teṣveva nyasanīyaṃ śanaiḥ śanaiḥ ||579||

Nach dieser Weise rezitiert man; das Weitere ist entsprechend abzuleiten, o Herrin. An den jeweiligen Stellen setzt man die Formeln allmählich ein.

Anmerkung: Die Quellenanweisung zum Ableiten wird übersetzt, nicht als Erlaubnis zur Ergänzung unlesbarer Namen genutzt.

Vers 580
iyaṃ virāṭpūrvā te mātṛkā kathitā mayā |
nānayā sadṛśī kāpi mātṛkānyā bhaviṣyati ||580||

Damit habe ich dir die Matrika erklärt, deren Name mit „Virat“ beginnt. Keine andere Matrika werde ihr gleichkommen.

Vers 581
nyāsānanyānvihāyāpi kurvītimāṃ prayatnataḥ |
ārirādhayiṣuścetsyādguhyakālīṃ varānane ||581||

Auch wenn man andere Nyasas auslässt, soll man diesen sorgfältig vollziehen, sofern man Guhyakali verehren möchte, o Schönangesichtige.

Vers 582
imāmavaśyaṃ kurvīta pratyahaṃ bhaktibhāvitaḥ |
virāṭmātṛkānāmnā khyāteyaṃ kālikāpriyā ||582||

Von Hingabe erfüllt soll man ihn unbedingt täglich vollziehen. Diese als Virat-Matrika bekannte Form ist Kalika lieb.

Anmerkung: Historische Regel für die im Text angesprochenen Verehrer.

Vers 583
[…] vidhāyaināṃ mātṛkāṃ caramābhidhām |
tataḥ pūrvoktarītyaiva prāṇāyāmatrayaṃ caret ||583||

Nachdem man diese zuletzt genannte Matrika ausgeführt hat […], vollzieht man dreimal Pranayama in der zuvor erklärten Weise.

Anmerkung: Fragment: erstes Wort beschädigt.

Der allgemeine Pitha-Nyasa

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 584
pīṭhanyāsaṃ tataḥ kuryādbahuvistāravistaram |
ṛṣistu pīṭhanyāsasya māṇḍakāyana ucyate ||584||

Danach vollzieht man den ausführlichen Pitha-Nyasa, das Einsetzen des göttlichen Sitzes. Sein Rishi heißt Mandakayana.

Anmerkung: Māṇḍakāyana ist die lesbare Namensform; nicht durch einen bekannteren Rishi ersetzt.

Vers 585
pratiṣṭhācchanda uditaṃ devatā kūrma eva ca |
[…] kāmaṭhamakṣaram ||585||

Das Metrum heißt Pratishtha, die Gottheit ist Kurma, die Schildkröte. […] der Kamatha-Laut.

Anmerkung: Fragment: Zuordnung vor kāmaṭham akṣaram beschädigt; nicht ungeprüft als vollständige Bija/Shakti-Reihe ausgegeben.

Vers 586
[…] hastayoḥ |
kṛtvā yathoktavaccāsya ṛṣyādinyāsamuttamam ||586||

[…] an den beiden Händen. Nachdem man den vorzüglichen Rishi- und weiteren Nyasa wie beschrieben vollzogen hat, …

Anmerkung: Fragment: erste Hälfte weitgehend beschädigt; lesbarer Fortgang bewahrt.

Vers 587
ṣaḍaṅganyāsamapi […] |
tāramaidhau tu […] ||587||

… folgt auch der sechsgliedrige Nyasa […]. Tara und Maidha […] .

Anmerkung: Fragment: große Teile der Verszeilen beschädigt; nur sicher lesbare Bestandteile übernommen. Versnummer aus unmittelbarer Folge zugeordnet, OCR an dieser Stelle gestört.

Vers 588
tattadaṅgīyamantrāstu […] śeṣagāḥ |
[…] ramā kāmaprāsādāṅkuśagāruḍāḥ ||588||

Die den jeweiligen Gliedern zugehörigen Abschlussmantras stehen am Ende […]. […] Rama, Kama, Prasada, Ankusha und Garuda.

Anmerkung: Fragment: zwei Einleitungsglieder und grammatische Verbindungen beschädigt; Sechserreihe nicht rekonstruiert.

Vers 589
[…] vinyasya pīṭhanyāsaṃ samācaret |
ādau tāraṃ prayuñjīta śeṣe hṛnmanuṃ ca ||589||

Nachdem man […] eingesetzt hat, führt man den Pitha-Nyasa aus. Am Anfang verwendet man Tara, am Ende den Herzmantra.

Anmerkung: Fragment: erster Satzbeginn beschädigt. Herzmantra durch die lesbare Fußnotenvariante hṛnmanum gestützt. OCR-Schlussziffer ५८३ in der Folge zu 589 normalisiert.

Die Stufen des inneren Sitzes

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 590
madhye padāni ṅe'ntāni vakṣyamāṇāni saṃvadet |
ādhāraśaktiṃ ca mūlaprakṛtiṃ kūrmameva ca ||590||

In der Mitte spricht man die folgenden Wörter im Dativ: Adhara-Shakti, die tragende Kraft; Mula-Prakriti, die Urnatur; Kurma, die Schildkröte; …

Vers 591
anantaṃ pṛthivīṃ kṣīrasamudraṃ tadanantaram |
śvetadvīpaṃ kalpavṛkṣaṃ tato vai ratnavedikām ||591||

… Ananta, die Erde, den Milchozean, Shvetadvipa, die weiße Insel, den Wunscherfüllungsbaum und die Juwelenplattform …

Anmerkung: OCR-Ziffer ५६१ in der Folge zu 591 normalisiert.

Vers 592
ratnasiṃhāsanaṃ cāpi daśaitāni hṛdi nyaset |
dharmaṃ nyaseddakṣiṇāṃse vāmāṃse jñānameva ca ||592||

… und den Juwelenthron. Diese zehn setzt man ins Herz ein. Dharma setzt man an die rechte Schulter, Erkenntnis an die linke …

Vers 593
vāmorau cāpi vairāgyamaiśvaryaṃ dakṣasakthni ca |
nyasedadharmaṃ vadane cājñānaṃ vāmapārśvake ||593||

… Nichtanhaften an den linken Oberschenkel und Herrschaftskraft an den rechten; Adharma an den Mund und Unwissenheit an die linke Körperseite …

Vers 594
nābhāvavairāgyamapi […] tataḥ param |
vinyasya dakṣiṇe pārśve nyasedetānpunarhṛdi ||594||

… Anhaften an den Nabel; danach […] an die rechte Seite. Sodann setzt man die folgenden Begriffe wieder ins Herz ein …

Anmerkung: Fragment: Gegenstück zur Herrschaftskraft beschädigt; nicht stillschweigend anaiśvarya ergänzt.

Vers 595
anantamatha padmaṃ ca śeṣaṃ cānantasīmani |
agre'pi pūrvavat […] viśeṣaḥ ko'pi vartate ||595||

… Ananta und den Lotus, Shesha am Rand Anantas. Das Weitere geschieht wie zuvor […], doch es gibt eine Besonderheit.

Anmerkung: Fragment: ein kurzes Wort im zweiten Halbvers beschädigt; die ungewöhnliche Ananta/Shesha-Verbindung bleibt ohne harmonisierende Rekonstruktion.

Vers 596
praṇavānantaraṃ bījamekekaṃ devi kīrtayet |
tadbījaṃ nāma ca mayā proktaṃ śeṣaṃ tu pūrvavat ||596||

Nach Pranava spricht man für jedes Glied ein besonderes Bija, Göttin. Bija und Name werden von mir genannt; der Rest bleibt wie zuvor.

Vers 597
nādaṃ sthāṇuṃ tathā pālīṃ sūryātsomācca vahnitaḥ |
maṇḍalaṃ vigrahayutaṃ śeṣamanyatpuroktavat ||597||

Nada, Sthanu und Pali sind die Bijas; die zugehörigen Namen werden aus Surya, Soma und Vahni mit „mandala“ gebildet: Sonnenkreis, Mondkreis und Feuerkreis. Alles Weitere bleibt wie zuvor.

Anmerkung: Zuordnung in der gegebenen Reihenfolge; Pali leicht unsicher, Fußnote bietet abweichende Formen.

Vers 598
darvīṃ phalīṃ tathonmāthaṃ sattvaṃ cāpi rajastamaḥ |
tataḥ sapāśamātmānaṃ punarātmānameva ca ||598||

Darvi, Phalī und Unmatha gehören zu Sattva, Rajas und Tamas. Danach Atman mit Pasha; wiederum Atman …

Vers 599
sanādamantarayutaṃ churikāsahitaṃ punaḥ |
vinyasya paramātmānaṃ jñānātmānaṃ trapānvitam ||599||

… verbunden mit Nada und dem Vorsatz „antar“, also Antaratman, das innere Selbst; dann Paramatman mit Churika und Jnanatman, das Erkenntnisselbst, mit Trapa.

Anmerkung: Die Übersetzung folgt der ausdrücklichen Wortzusammensetzung.

Vers 600
iti vinyasya hṛdayakamalasya varānane |
prādakṣiṇyena pūrvādeḥ keśareṣvaṣṭasu nyaset ||600||

Nachdem man dies eingesetzt hat, setzt man auf den acht Staubfäden des Herzlotus, im Osten beginnend und rechtsherum fortschreitend, o Schönangesichtige, …

Vers 601
diśi tattatkrameṇaiva tattadbījapuraḥsaram |
prabhāṃ sapāśāṃ sakalāṃ māyāṃ sthāṇuyutāṃ jayām ||601||

… in den entsprechenden Richtungen nacheinander mit vorangestelltem Bija ein: Prabha (Lichtglanz) mit Pasha, Maya mit Kala, Jaya (Sieg) mit Sthanu …

Anmerkung: Sakalāṃ wird als sa-kalāṃ „mit Kala“ gelesen, entsprechend der durchgehenden Bija-Zuordnung.

Vers 602
[…] tathā sūkṣmāṃ viśuddhāṃ maidhasaṃyutām |
satārāṃ nandinīṃ procya sāśvatthāṃ suprabhāmapi ||602||

… Sukshma (die Feine) mit […], Vishuddha (die ganz Reine) mit Maidha, Nandini (die Erfreuende) mit Tara und Suprabha (die schön Leuchtende) mit Ashvattha …

Anmerkung: Fragment: Bija zu Sukshma beschädigt.

Vers 603
sanādāṃ vijayāṃ […] sarvasiddhipradāṃ tataḥ |
saniḥśreṇīṃ punarmadhye narasiṃhasamanvitām ||603||

… Vijaya (die Siegreiche) mit Nada, danach Sarvasiddhiprada (die alle Siddhis verleiht) mit Nihshreni. In der Mitte folgt mit Narasimha …

Anmerkung: Fragment: ein Verbindungswort nach Vijaya beschädigt; Satz zur mittleren Sitzgestalt läuft weiter.

Vers 604
samuccaredvajranakhadaṃṣṭrāyudhamapīśvari |
mahāsiṃhaṃ sambhramāstrayutaṃ tatkarṇikāsu ca ||604||

… „den großen Löwen, dessen Waffen Vajra-Krallen und Fangzähne sind“, o Herrin, verbunden mit Sambhrama und Astra; diese Anrufung gehört in den Lotusmittelpunkt.

Anmerkung: Vajra aus dem erkennbaren Kompositum normalisiert; OCR vastra. Keine zusätzliche Tiergestalt ergänzt.

Vers 605
pretaṃ sadāśivamahāpretāsanamudīrayet |
sarvoparīṣṭādrāvaśrīguhyakālyāsanaṃ vadet ||605||

Mit Preta spricht man „sadāśivamahāpretāsana“, den Sitz des großen Leichnams Sadashiva. Über allem spricht man mit Rava den Sitz der ehrwürdigen Guhyakali an.

Anmerkung: Die Leichnamsymbolik des Sitzes wird nicht in ein modernes abstraktes Symbol umgeschrieben.

Vers 606
ityayaṃ kathito devi pīṭhanyāso mayā tava |
sāmānyasarvadevānāṃ sādhāraṇatayā sthitaḥ ||606||

So habe ich dir, Göttin, diesen Pitha-Nyasa erklärt. Er gilt grundsätzlich als gemeinsame Form für alle Gottheiten.

Anmerkung: Trotz konkreter Guhyakali-Nennung im vorausgehenden Vers bleibt der allgemeine Anspruch unverändert.

Yogaratna: der besondere Pitha-Nyasa Guhyakalis

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 607
idānīṃ guhyakālyāstu pīṭhanyāsaṃ niśāmaya |
yogaratnamiti khyātamagamyaṃ tridaśairapi ||607||

Höre nun Guhyakalis besonderen Pitha-Nyasa, bekannt als Yogaratna, „Juwel des Yoga“, der selbst den Göttern unzugänglich sei.

Anmerkung: Quelleninterner Geheimhaltungsanspruch.

Vers 608
sthitaṃ viśeṣarūpeṇāsādhāraṇatayāpi ca |
aprāpya saṃhitāmenāmaprāpyaṃ daivatairapi ||608||

Er besteht als besondere, nicht allgemeine Form. Ohne diese Samhita zu erlangen, sei er selbst für die Gottheiten unerreichbar.

Vers 609
ṣaṇmāsamenaṃ vidadhannṛpasiṃhāsanaṃ labhet |
śatābdajīvī ca bhavenmahāvibhava eva ca ||609||

Wer ihn sechs Monate lang vollzieht, erlange einen Königsthron, ein Leben von hundert Jahren und großen Reichtum.

Anmerkung: Historische Verheißung, keine zugesicherte Wirkung.

Vers 610
vidyāvānrājamānyaśca strīṇāṃ vallabha eva ca |
bhogavānvijayī yuddhe dehānte mokṣabhāgbhavet ||610||

Er werde gelehrt, von Königen geehrt und von Frauen geliebt, reich an Genuss, siegreich im Kampf und beim Ende des Körpers der Befreiung teilhaftig.

Vers 611
yogaratnābhidheyasya pīṭhanyāsasya cāsya hi |
virūpākṣa ṛṣiḥ proktaśchando'tijagatī matā ||611||

Für diesen Yogaratna genannten Pitha-Nyasa wird Virupaksha als Rishi genannt; sein Metrum ist Atijagati.

Vers 612
sadāśivo devatā ca rāvo bījaṃ nigadyate |
śaktiśca ḍākinī khyātā phetkāryasya ca kīlakam ||612||

Sadashiva ist die Gottheit, Rava das Bija, Dakini die Shakti und Phetkari das Kilaka.

Vers 613
pīṭhanyāse cāsya viniyogaḥ kathita īśvari |
iti saṃsmṛtya ṛṣyādinyāsaṃ kṛtvā yathoktavat ||613||

Seine Anwendung dient dem Pitha-Nyasa, o Herrin. Nachdem man sich dies vergegenwärtigt und den Rishi-Nyasa wie gelehrt ausgeführt hat, …

Sechsgliedriger Yogaratna-Nyasa

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 614
ṣaḍaṅganyāsametasya sāvadhānaḥ samācaret |
[…] veṇvādipañcakam ||614||

… vollzieht man aufmerksam seinen sechsgliedrigen Nyasa. […] die fünf mit Venu beginnenden Glieder …

Anmerkung: Fragment: vorausgehende Lautbearbeitungsanweisung stark beschädigt. Fußnote bietet sieben statt fünf; beide Zahlen bleiben sichtbar, keine Rekonstruktion.

Vers 615
hṛdayāya namaśceti prathamāṅgamudāhṛtam |
[…] sapta dvīpādikānvadet ||615||

„hṛdayāya namaḥ“ – „Verehrung dem Herzen“ – heißt das erste Glied. […] Man spricht die sieben mit Dvipa beginnenden Glieder …

Anmerkung: Fragment: Anweisung zur Veränderung der Lautnamen vor der Siebenergruppe beschädigt.

Vers 616
tato'nu śirase svāhā dvitīyāṅgamidaṃ smṛtam |
niḥsātvataṃ ca nihaṃsvaṃ nāndyādīn sapta coccaret ||616||

Darauf „śirase svāhā“ – „Dem Kopf: svāhā“ –, das zweite Glied. Es folgen sieben mit Nandi beginnende Glieder unter den Bedingungen niḥsātvata und nihaṃsva […].

Anmerkung: Fragment: beide kryptischen Lautänderungsbegriffe nicht zuverlässig verständlich; als unsichere Quellwörter erhalten, keine Bijas abgeleitet.

Vers 617
śikhāyai vaṣaḍityevaṃ tṛtīyāṅgamudīritam |
vyagrakṣobhaṇamābhāṣya sapta raṅkamukhānapi ||617||

„śikhāyai vaṣaṭ“ – „Der Haarspitze: vaṣaṭ“ – ist das dritte Glied. Man spricht vyagrakṣobhaṇa und die sieben mit Ranka beginnenden Glieder …

Anmerkung: Vyagrakṣobhaṇa als unsichere Lautanweisung; keine ungesicherte Lautentfernung behauptet.

Vers 618
kavacāya […] turyamaṅgaṃ mayeritam |
kīlālakaruṇāhīnaṃ sapta vaikārikādikān ||618||

„kavacāya“ (dem Schutzpanzer) […] ist das von mir genannte vierte Glied. Sieben mit Vaikarika beginnende Glieder, ohne Kilala und Karuna …

Anmerkung: Fragment: Abschlusslaut des Schutzpanzer-Mantras beschädigt; nicht automatisch zu hūṃ ergänzt.

Vers 619
netratrayāya vauṣaṭca pañcamāṅgaṃ prakīrtitam |
cyutānprāgvaṃśayonibhyāṃ saptāyādīnathoddharet ||619||

„netratrayāya vauṣaṭ“ – „Den drei Augen: vauṣaṭ“ – heißt das fünfte Glied. Danach erschließt man die sieben mit Aya beginnenden Glieder, ohne Pragvamsha und Yoni …

Anmerkung: Aya ist als erster Chiffrenname leicht unsicher; keine Auflösung ergänzt.

Vers 620
astrāya phaḍiti brūyātṣaṣṭhamaṅgamidaṃ matam |
ataḥ paraṃ yogaratnaprakāramavadhehi he ||620||

… und spricht „astrāya phaṭ“ – „Dem Astra: phaṭ“ –, das sechste Glied. Achte nun auf die Ausführung des Yogaratna.

Blutozean, Fleischinsel und Juwelenthron

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 621
ādau praṇavaśākinyau hṛnmantraṃ carame'pi ca |
madhye ṅe'ntānvakṣyamāṇānśabdānhṛdi parinyaset ||621||

Am Anfang stehen Pranava und Shakini, am Ende der Herzmantra. Dazwischen setzt man die folgenden Wörter im Dativ ins Herz ein.

Vers 622
mahāmaṇḍūkakūrmau cānantaṃ pṛthivīmapi |
tato raktasamudraṃ ca māṃsadvīpaṃ tataḥ param ||622||

Den großen Frosch, die Schildkröte, Ananta, die Erde, dann den Blutozean und danach die Fleischinsel …

Anmerkung: Die drastische innere Sitzlandschaft wird nicht beschönigt.

Vers 623
māṃsadvīpaṃ raktapadādathavā raktabālukām |
cāmuṇḍāmaṇḍalaṃ paścātprākāraṃ bhairavīpadāt ||623||

… „Fleischinsel“ nach dem Wort „Blut“, oder „roter/blutiger Sand“; danach das Chamunda-Mandala und die mit dem Wort „Bhairavi“ gebildete Umfassungsmauer …

Anmerkung: Die wiederholte Fleischinsel und Alternative aus 622–623 bleiben als unsichere Quell-Wortbildungsanweisung erhalten. Keine neue Gesamtlandschaft rekonstruiert.

Vers 624
mahāśmaśānaṃ tadanu vahnijvālāmataḥ param |
narāntratoraṇaṃ muṇḍamālāmapyatha kīrtayet ||624||

… dann den großen Verbrennungsplatz, die Feuerflamme, den Torbogen aus menschlichen Eingeweiden und die Schädelgirlande …

Anmerkung: Rituelle Visualisierung des historischen Textes.

Vers 625
kalpavṛkṣaṃ tato ratnavedikāmapyanūccaret |
ratnasiṃhāsanaṃ cāpi ṣoḍaśaitānhṛdi nyaset ||625||

… danach den Wunscherfüllungsbaum, die Juwelenplattform und den Juwelenthron. Diese sechzehn setzt man ins Herz ein.

Anmerkung: Angekündigte Sechzehnzahl nicht durch erfundene Begriffe aufgefüllt.

Vers 626
dakṣiṇāṃse kṛtayugaṃ vāme tretāyugaṃ tathā |
vāmorau dvāparayugaṃ dakṣe kaliyugaṃ tathā ||626||

Das Krita-Yuga setzt man an die rechte Schulter, das Treta-Yuga an die linke, das Dvapara-Yuga an den linken Oberschenkel und das Kali-Yuga an den rechten.

Anmerkung: Kali-Yuga ist hier das Weltzeitalter, nicht die Göttin Kali.

Vers 627
ṛgvedaṃ vadane nyasya […] sureśvari |
yajurvedaṃ tathā nābhau sāmavedaṃ nyasetpriye ||627||

Den Rigveda setzt man an den Mund, […] den Yajurveda, o Herrin der Götter, und den Samaveda an den Nabel, Geliebte.

Anmerkung: Fragment: Körperstelle für Yajurveda beschädigt; nicht aus einer erwarteten Reihenfolge ergänzt.

Vers 628
atharvavedaṃ tadanu dakṣapārśve nyasedapi |
āyurvedaṃ bhuje dakṣe dhanurvedaṃ ca vāmake ||628||

Den Atharvaveda setzt man danach an die rechte Körperseite, Ayurveda an den rechten Arm und Dhanurveda an den linken.

Anmerkung: Erstes Wort im OCR stark gestört, aber durch erkennbare Restzeichen und Viererfolge als Atharvaveda hinreichend gesichert; diese Normalisierung ausdrücklich ausgewiesen.

Vers 629
gāndharvavedaṃ dakṣe'ṅghrāvarthavedaṃ ca vāmake |
punarindraṃ dakṣiṇe'se vāme'se yamameva ca ||629||

Gandharvaveda setzt man ans rechte Bein, Arthaveda ans linke, danach Indra an die rechte Schulter und Yama an die linke.

Anmerkung: Die Veda-Bezeichnungen gehören zur inneren Ritualanordnung; OCR-Ziffer ६२६ zu 629 normalisiert.

Vers 630
ūrau vāme'pi varuṇaṃ kuberaṃ dakṣiṇe tathā |
nyasedagniṃ ca vadane nirṛtiṃ vāmapārśvake ||630||

Varuna setzt man an den linken Oberschenkel, Kubera an den rechten, Agni an den Mund und Nirriti an die linke Körperseite.

Vers 631
nābhau vāyuṃ dakṣapārśve nyasedīśānameva ca |
pūrvoktamantrairādyantasthitai rāvāntasaṃsthitaiḥ ||631||

Vayu setzt man an den Nabel und Ishana an die rechte Körperseite, mit den zuvor genannten Mantragliedern am Anfang und Ende und der bei Rava angegebenen Anordnung.

Anmerkung: Die letzte Lautzuordnung rāvānta-saṃsthita ist sprachlich knapp und nicht vollständig eindeutig; keine neue Formel daraus gebildet.

Die fünf Pretas und acht Bhairavas

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 632
pañca pretānnyasedbījaiḥ pañcabhirbhadrikādibhiḥ |
brahmāṇaṃ dakṣiṇe netre viṣṇuṃ vāme tathaiva ca ||632||

Die fünf Pretas setzt man mit den fünf Bijas beginnend mit Bhadrika ein: Brahma ins rechte Auge und Vishnu ins linke …

Anmerkung: Fußnotenlesung Bhedaka statt Bhadrika, nicht vermischt. Preta meint hier die als reglose Sitze beziehungsweise Leichname vorgestellten Gottheiten.

Vers 633
rudraṃ dakṣiṇakarṇe ca vāme karṇe tatheśvaram |
sadāśivaṃ lalāṭe ca tṛtīyaṃ proktamāsanam ||633||

… Rudra ins rechte Ohr, Ishvara ins linke und Sadashiva an die Stirn. Damit ist der dritte Sitz beschrieben.

Vers 634
atha hṛtkamale yāni dalānyaṣṭau bhavanti hi |
teṣu krameṇa vinyasyāḥ pūrvāderaṣṭabhairavāḥ ||634||

Auf den acht Blättern des Herzlotus werden dann, im Osten beginnend, nacheinander die acht Bhairavas eingesetzt.

Anmerkung: Im OCR stehen zwischen den beiden Halbversen vorgezogene Zeilen aus 639–640; nach sichtbaren Nummern und Satzanschluss getrennt zugeordnet.

Vers 635
tārakūrcau ca varṇau dvau sarveṣāṃ purataḥ sthitau |
namo'nte bhairavā ṅe'ntā aṣṭau madhye vyavasthitāḥ ||635||

Vor allen stehen die beiden Laute Tara und Kurcha, am Ende „namaḥ“. Dazwischen stehen die acht Bhairava-Namen im Dativ.

Vers 636
asitāṅgo ruruḥ krodha ugra unmatta eva ca |
caṇḍaḥ kapālī saṃhāra iti te kramaśaḥ sthitāḥ ||636||

Asitanga (der Dunkelleibige), Ruru, Krodha (Zorn), Ugra (der Wilde), Unmatta (der Ekstatische), Chanda (der Heftige), Kapali (der Schädelträger) und Samhara (Auflösung): So ist ihre Reihenfolge.

Vers 637
kaścidanyo viśeṣo'tra vartate sa niśamyatām |
kūrcānte bījamekaikaṃ deyaṃ tatkramaśo […] ||637||

Es gibt hierbei noch eine Besonderheit; höre sie. Nach Kurcha ist jeweils ein besonderes Bija einzufügen, in der folgenden Reihenfolge […].

Anmerkung: Fragment: Schlusswort beschädigt.

Vers 638
aparāntakamullopyaṃ prakarīṃ pāṇigītikām |
nādāntakaṃ ca sambhṛtiṃ saṃhāriṇamupahnaram ||638||

Aparantaka, Ullopya, Prakari, Panigitika, Nadantaka, Sambhriti, Samharin und Upahnara.

Anmerkung: Mehrere seltene Lautnamen nur unsicher lesbar; keine Lautwerte aus vermeintlichen Etymologien gewonnen.

Sechzehn Opfer im Herzlotus

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 639
kamalaṃ ṣoḍaśadalaṃ prakalpya hṛdaye punaḥ |
kratūpakalpite patre taṃ taṃ kratumupanyaset ||639||

Dann stellt man sich erneut einen sechzehnblättrigen Lotus im Herzen vor und setzt auf jedes dafür vorgestellte Blatt das entsprechende Opfer ein.

Anmerkung: Die Zeile kratūpakalpite patre taṃ taṃ steht im OCR vor 634; nach Satzanschluss und Zählung hierhergestellt, nicht neuer Text.

Vers 640
jyotiṣṭomo'gniṣṭomo vājapeyaśca ṣoḍaśī |
cayanaṃ puṇḍarīkaśca rājasūyo'śvamedhakaḥ ||640||

Jyotishtoma, Agnishtoma, Vajapeya, Shodashi, Chayana, Pundarika, Rajasuya und Ashvamedha …

Anmerkung: Erste Zeile und Beginn der zweiten im OCR vor 634, Schluss bei 640; anhand des klaren Listenanschlusses zusammengeführt. Opfernamen bleiben als historische Ritualtitel stehen.

Vers 641
bārhaspatyaṃ viśvajicca gomedho naramedhakaḥ |
sautrāmaṇyardhasāvitrī sūryakrānto balambhidaḥ ||641||

… Barhaspatya, Vishvajit, Gomedha, Naramedha, Sautramani, Ardhasavitri, Suryakranta und Balambhida.

Anmerkung: Gomedha und Naramedha bedeuten Rinder- und Menschenopfer; hier werden lediglich ihre Namen im inneren Nyasa eingesetzt, kein äußeres Opfer beschrieben. Seltene letzte Namen leicht unsicher.

Vers 642
tāraṃ kūṭaṃ tattadākhyaṃ tannāma ṅe'ntamanvataḥ |
kratuṃ ca tādṛśaṃ procya śiraḥ śeṣe niyojayet ||642||

Tara, das jeweils so benannte Kuta, danach der Opfername im Dativ und ebenso „kratu“ (Opfer); am Schluss setzt man den Kopfabschluss.

Acht Shiva-Formen im Scheitellotus

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 643
tato yadyapi śīrṣasthaṃ sahasradalamambujam |
tathāpyaṣṭadalaṃ dhyātvā pūrvādistaddale kramāt ||643||

Obwohl der Lotus im Kopf tausend Blätter besitzt, meditiert man ihn nun als achtblättrig. Auf seinen Blättern, im Osten beginnend, …

Anmerkung: Die ausdrückliche alternative Visualisierung bleibt erhalten.

Vers 644
aṣṭau śivānnyaseddevi mantroccāraṇapūrvakam |
mantro'pyasau praṇavataḥ prāsādaḥ prathamo bhavet ||644||

… setzt man nacheinander acht Shiva-Formen ein, Göttin, unter Mantrarezitation. Die Formel beginnt nach Pranava mit Prasada.

Vers 645
śeṣe hṛcchirasī jñeye ṅe'ntāṣṭapadamantaram |
śivaḥ paraśivaścāpi prathamaḥ kevalo mataḥ ||645||

Am Ende stehen Herz- und Kopfabschluss; dazwischen die acht Namen im Dativ. Zuerst schlicht Shiva, dann Parashiva …

Vers 646
tṛtīyo devi paramaśiva ityucyate budhaiḥ |
parāparaśivaścāpi parameṣṭhiśivo'pi ca ||646||

… als dritter Paramashiva, so nennen ihn die Kundigen, Göttin; danach Paraparashiva und Parameshthishiva …

Vers 647
jñeyastato'nu paramaparāparaśivo'pi ca |
parāparapadasyānte parameṣṭhiśivastathā ||647||

… danach Paramaparaparashiva und die Verbindung von „parāpara“ mit „parameṣṭhiśiva“, also Paraparaparameshthishiva.

Anmerkung: Die langen Namensbildungen werden nicht vereinfacht.

Vers 648
aṣṭamo'sau parijñeyaḥ sarvaśeṣe sadāśivaḥ |
padānāmeva sarveṣāṃ śivo'nte pariniṣṭhitaḥ ||648||

Als achter ist ganz zuletzt Sadashiva zu verstehen. Bei allen Namen steht „Shiva“ am Ende.

Erkenntnis, Nichtanhaften und weitere Kräfte

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 649
punaraṣṭadalāmbhoje hṛnmadhyaparikalpite |
kalptapūrvādihariti nyaseddikṣu vidikṣu ca ||649||

Erneut stellt man im Herzen einen achtblättrigen Lotus vor und setzt, im Osten beginnend, die folgenden Prinzipien in die Haupt- und Zwischenrichtungen ein.

Anmerkung: OCR-Ziffer ६४६ in der Folge zu 649 normalisiert.

Vers 650
tattadbījaṃ vāgbhavādyaṃ madhye tannāma ṅe'ntavat |
śeṣe hṛdayamantraśca mantrāścaiṣāṃ prakīrtitāḥ ||650||

Das jeweilige Bija, beginnend mit Vagbhava, steht voran, der Name im Dativ in der Mitte und der Herzmantra am Schluss: So werden ihre Formeln gebildet.

Anmerkung: Die vollständige Bija-Reihe ist hier nicht einzeln genannt und wird nicht ergänzt.

Vers 651
dharmo jñānaṃ ca vairāgyamaiśvaryaṃ ca caturdiśi |
yaśo vivekaḥ kāmaśca mokṣaśceti vidikṣvapi ||651||

Dharma, Erkenntnis, Nichtanhaften und Herrschaftskraft stehen in den vier Hauptrichtungen; Ruhm, Unterscheidungsvermögen, Verlangen und Befreiung in den Zwischenrichtungen.

Zweiunddreißig Göttinnen im Herzlotus

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 652
tato hṛdayapadmasya dvātriṃśacchadanasya hi |
dvātriṃśatkeśareṣveva prādakṣiṇyena vinyaset ||652||

Dann setzt man auf den zweiunddreißig Staubfäden eines zweiunddreißigblättrigen Herzlotus rechtsherum ein …

Vers 653
ādau trapārāvaruṣaḥ śeṣe hārdo manuḥ priye |
madhye padāni ṅe'ntāni dvātriṃśatsaṃkhyakāni hi ||653||

… am Anfang Trapa, Rava und Ruṣ, am Schluss den Herzmantra, Geliebte; dazwischen zweiunddreißig Namen im Dativ.

Vers 654
karālī vikarālī ca mahākālyaparājitā |
cāmuṇḍā bhrāmarī bhīmā kurukullā kapālinī ||654||

Karali, Vikarali, Mahakali, Aparajita, Chamunda, Bhramari, Bhima, Kurukulla und Kapalini …

Anmerkung: Die Reihe bezeichnet die Göttinnen des Herzlotus; vertraute Namensbedeutungen werden im Begriffs- und Mantrateil erläutert.

Vers 655
ghoranādā caṇḍaghaṇṭā bhairavī muṇḍamālinī |
ulkāmukhī pheruvaktrā carcikā siṃhavāhinī ||655||

… Ghoranada, Chandaghanta, Bhairavi, Mundamalini, Ulkamukhi (mit Feuerbrandmund), Pheruvaktra (mit Schakalsgesicht), Charchika und Simhavahini (auf dem Löwen reitend) …

Vers 656
vajrakāpālinī caṇḍayogeśvaryapyanantaram |
mātaṅgī kubjikā siddhilakṣmīścaṇḍeśvarī tathā ||656||

… Vajrakapalini, Chandayogeshvari, danach Matangi, Kubjika, Siddhilakshmi und Chandeshvari …

Vers 657
brahmāṇī kālikā durgā mahāmāyā mahodarī |
kaumārī cāpi vārāhī jayantī guhyakālikā ||657||

… Brahmani, Kalika, Durga, Mahamaya, Mahodari (die Großbauchige), Kaumari, Varahi, Jayanti und Guhyakalika.

Vers 658
dvātriṃśaddevya iti te krameṇa pratipāditāḥ |
tato hṛdayapadmasya karṇikāyāṃ punarnyaset ||658||

Damit sind die zweiunddreißig Göttinnen der Reihe nach erklärt. Danach setzt man in den Mittelpunkt des Herzlotus ein …

Mahabhairava und höchster Sadashiva

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 659
praṇavādanu phetkārī nṛsiṃho ḍākinī tathā |
kṛtāntakālapadato bhīṣaṇo ṅe'ntayuk tataḥ ||659||

… nach Pranava Phetkari, Nrisimha und Dakini; darauf „kṛtāntakālabhīṣaṇa“ im Dativ – „dem selbst für die Todeszeit Furchtbaren“ …

Anmerkung: Die zusammengesetzte Namensdeutung ist kontextbezogen, nicht als zusätzliche Gottheit ausgegeben.

Vers 660
tadvanmahābhairavo'pi kūrcāstre tadanantaram |
tataḥ śiraḥsthapadmasya karṇikāyāṃ punarnyaset ||660||

… ebenso „mahābhairava“, danach Kurcha und Astra. Dann setzt man im Mittelpunkt des Lotus im Kopf ein …

Vers 661
tataḥ prāsādabījaṃ ca śuddhasphaṭikaśabdataḥ |
viśadaprabhaśabdo'pi ṅe'nta uccārya īśvari ||661||

… das Prasada-Bija; auf „śuddhasphaṭika“ (reiner Kristall) folgt „viśadaprabha“ (von klarer Leuchtkraft), im Dativ ausgesprochen, o Herrin …

Vers 662
ṅe'ntaṃ tato'pi paramasadāśivapadaṃ bhavet |
kūrcāstrahṛcchirāṃsyante kathitāni mayā tava ||662||

… danach „paramasadāśiva“ (höchster Sadashiva), ebenfalls im Dativ; am Ende Kurcha, Astra, Herz- und Kopfabschluss. So habe ich es dir erklärt.

Vorranganspruch, Schlussverheißung und Kolophon

Der Text beschreibt den nächsten Schritt des täglichen Rituals; Lautchiffren bleiben als solche erkennbar.

Vers 663
iti pīṭhanyāsarājo yogaratnasamāhvayaḥ |
[…] vivicya pratipāditaḥ ||663||

So ist der König der Pitha-Nyasas, Yogaratna genannt, […] im Einzelnen erklärt.

Anmerkung: Fragment: Beginn des zweiten Halbverses beschädigt.

Vers 664
devyetasyetare nyāsāḥ kalāṃ […] ṣoḍaśīm |
[…] prasādhayet ||664||

Göttin, andere Nyasas [erreichen] nicht einmal ein Sechzehntel von diesem […]. […] erlangt beziehungsweise vollbringt […].

Anmerkung: Fragment: Vergleichsverb und fast gesamte zweite Hälfte beschädigt; der lesbare Vorrangvergleich ist durch kalāṃ ṣoḍaśīm erkennbar. Kein konkretes Siddhi-Ziel ergänzt.

Vers 665
[…] koṭinyāsairna sādhayet |
[…] tavāgrataḥ ||665||

[…] würde man selbst durch zehn Millionen Nyasas nicht erreichen. […] vor dir.

Anmerkung: Fragment: Subjekt, Vergleichsbezug und übrige zweite Hälfte fehlen im lesbaren Bestand.

Vers 666
[…] na bhūto na bhaviṣyati |
tyājyāvaraṇapūjāpi tyājyau dhyānajapāvapi ||666||

[…] ist weder gewesen noch wird es sein. Selbst die Verehrung der Umkreise könne man auslassen, ebenso Meditation und Japa, …

Anmerkung: Fragment: erste Hälfte unvollständig. Der drastische Vorranganspruch wird mit der Fortsetzung in 667 bewahrt, nicht zur heutigen Praxisregel gemacht.

Vers 667
arghyasya sthāpanaṃ tyājyaṃ na tyājyaṃ yogaratnakam |
yogaratnaṃ ratnamiva kaṇṭhe badhnīta sādhakaḥ ||667||

… auch das Bereitstellen des Arghya könne man auslassen, niemals jedoch Yogaratna. Der Sadhaka soll Yogaratna wie ein Juwel um den Hals tragen.

Anmerkung: Metaphorischer Abschluss des Vorranglobs.

Vers 668
mahimānamamuṣyāhaṃ granthagauravabhītitaḥ |
na bravīmi varārohe vaktuṃ cāpi na śakyate ||668||

Aus Sorge, das Buch zu umfangreich werden zu lassen, beschreibe ich seine ganze Größe nicht, o Liebreizende; sie lässt sich auch nicht vollständig aussprechen.

Anmerkung: Die Auslassung wird vom Grundtext selbst erklärt, nicht von dieser Übersetzung vorgenommen.

Vers 669
kapālaḍāmare svasya phalabāhulyamīritam |
tathā śabaratantre'pi tato nātroditaṃ bahu ||669||

Seine überreiche Frucht ist im Kapala-Damara und ebenso im Shabara-Tantra dargestellt; darum wird hier nicht viel darüber gesagt.

Anmerkung: Werknachweise als Quellenbehauptung, ohne unüberprüfte Kapitel- oder Editionsangaben.

Vers 670
etasya satatābhyāsātpuruṣārthacatuṣṭayam |
dāsavattasya vaśagaṃ satyaṃ satyaṃ na saṃśayaḥ ||670||

Durch beständige Ausübung dieses Nyasa stehen die vier Lebensziele dem Übenden wie Diener zur Verfügung – wahrlich, wahrlich, ohne Zweifel.

Anmerkung: Abschließende Wirkungsverheißung des historischen Textes; Purusharthas: Dharma, Artha, Kama und Moksha.

Kolophon
iti mahākālasaṃhitāyāṃ mahākālamahākālīsaṃvāde pañcaśatasāhasryāṃ vastuśodhanamātṛkānyāsoddhāraḥ ṣaṣṭhaḥ paṭalaḥ |

Hier endet in der Mahakala-Samhita, im Gespräch zwischen Mahakala und Mahakali, die als fünfhunderttausend Verse umfassend bezeichnet wird, das sechste Kapitel: „Reinigung der Gegenstände und Erschließung des Matrika-Nyasa“.

Anmerkung: Umfangsangabe ist die Selbstaussage des Kolophons, keine Aussage über den tatsächlich vorhandenen Quellenbestand.

Guhyakali-Khanda, Kapitel 7

Mahakala führt weitere Nyasas ein: das rituelle Einsetzen von Gesichtern, Waffen, göttlichen Kräften und kosmischen Prinzipien. Die ersten fünfundzwanzig Formen werden in Fünfergruppen geordnet; drei sechsfache Formen schließen sich an. Die Lautchiffren und jeweils lesbaren Anreden werden in der Reihenfolge der Quelle übersetzt.

Sprecherzeile
mahākāla uvāca |

Mahakala sprach:

Weitere Nyasas und ihre Gruppen

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 1
tataḥ pūrvoktavihitamṛṣyādinyāsamācaret |
tataḥ ṣaḍaṅganyāsaṃ ca kuryāttattanmanūditān ||1||

Danach vollzieht man den zuvor vorgeschriebenen Rishi- und weiteren Nyasa und anschließend den zum jeweiligen Mantra gelehrten sechsgliedrigen Nyasa.

Vers 2
taṃ vidhāyetarānnyāsānyathāśakti samācaret |
bahavaḥ santi deveśi nānāphalavidhāyinaḥ ||2||

Nach dessen Ausführung vollzieht man weitere Nyasas nach seinem Vermögen. Es gibt viele, o Herrin der Götter, die unterschiedliche Früchte verleihen.

Vers 3
bahvalpakṣaṇasādhyāśca devīsantoṣakārakāḥ |
tebhyaḥ katipaye sāratarā niṣkāśitā mayā ||3||

Einige benötigen viel, andere wenig Zeit, und sie erfreuen die Göttin. Aus ihnen habe ich einige besonders gehaltvolle herausgehoben.

Anmerkung: Quelleninterne Auswahl, keine Kürzung durch diese Übersetzung.

Vers 4
ādau nāmnā pravakṣyāmi paścāduddhārato'pi tān |
vaktranyāso bhavedādau tato'stranyāsa eva ca ||4||

Zuerst nenne ich ihre Namen, danach erschließe ich ihre Formeln: Zunächst Vaktra-Nyasa, das Einsetzen der Gesichter, dann Astra-Nyasa, das Einsetzen der Waffen …

Vers 5
dūtīnyāsastato jñeyo ḍākinīnyāsa eva ca |
yoginīnyāsa iti ca prathamaṃ pañcakaṃ matam ||5||

… danach Duti-Nyasa, Dakini-Nyasa und Yogini-Nyasa. Dies gilt als die erste Fünfergruppe.

Vers 6
kulatattvaṃ siddhicakraṃ kaivalyamamṛtaṃ tathā |
vijayo jayapūrvaśca dvitīyaṃ pañcakaṃ […] ||6||

Kulatattva, Siddhichakra, Kaivalya, Amrita und Jaya-Vijaya bilden die zweite Fünfergruppe […].

Anmerkung: Fragment: Schlusswort beschädigt. Jaya-Vijaya folgt der expliziten Anweisung „Vijaya mit Jaya davor“.

Vers 7
divyaṃ varṣāyutaṃ taptvā pañcaitānpañcabhirmukhaiḥ |
abravīttripurārātirlabdhvā māṃ yugapatpriye ||7||

Nachdem der Feind Tripuras zehntausend göttliche Jahre Askese geübt und mich erreicht hatte, verkündete er diese fünf gleichzeitig mit seinen fünf Mündern, Geliebte.

Anmerkung: Mythische Überlieferungserzählung.

Vers 8
bhāvanā samayaḥ sṛṣṭiḥ sthitiḥ saṃhāra ityapi |
tṛtīyaṃ pañcakamidaṃ tava devi mayeritam ||8||

Bhavana, Samaya, Srishti, Sthiti und Samhara: Dies ist die dritte Fünfergruppe, die ich dir, Göttin, genannt habe.

Anmerkung: Vergegenwärtigung, Verpflichtung/Übereinkunft, Schöpfung, Erhaltung und Auflösung sind die ungefähren Namensbedeutungen.

Vers 9
anākhyā ca tathā bhāsā mantraḥ siddhivirāḍapi |
turyaṃ pañcakametaddhi sarvasiddhividhāyakam ||9||

Anakhya, Bhasa, Mantra, Siddhi und Virat bilden die vierte Fünfergruppe, die alle Siddhis verleihen soll.

Anmerkung: Anakhya: das Unbenannte; Bhasa: Erscheinung/Leuchten; Virat: kosmische Gesamtheit.

Vers 10
bījaṃ kūṭaṃ kramo dhātustattvaṃ pañcamapañcakam |
pañcaviṃśatisaṃkhyākā nyāsā ete prakīrtitāḥ ||10||

Bija, Kuta, Krama, Dhatu und Tattva bilden die fünfte Fünfergruppe. Damit sind fünfundzwanzig Nyasas genannt.

Vers 11
tataśca laghuṣoḍhā syānmahāṣoḍhā tataḥ param |
mahānirvāṇaṣoḍhā ca sarvaśeṣe prakīrtitā ||11||

Danach folgen Laghu-Shodha, Maha-Shodha und ganz zuletzt Mahanirvana-Shodha, die kleine, große und zur großen Befreiung gehörende sechsfache Form.

Anmerkung: Ṣoḍhā als „sechsfach“ erläutert; nicht mit śodhana, Reinigung, verwechselt.

Vers 12
ityeṣa nyāsanivahaḥ […] svasvaśaktitaḥ |
asminneva hyavasare yogaratnādanantaram ||12||

Diese Gruppe von Nyasas wird […] nach dem jeweiligen Vermögen genau an dieser Stelle, nach Yogaratna, ausgeführt.

Anmerkung: Fragment: Tätigkeitswort im ersten Halbvers beschädigt; Kontext gesichert.

Vaktra-Nyasa: das obere Gesicht

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 13
athaiṣāmuddhṛtiṃ vakṣye krameṇa parameśvari |
vaktranyāsaṃ ca tatrādau sāvadhānā niśāmaya ||13||

Nun erschließe ich sie der Reihe nach, o höchste Herrin. Höre zuerst aufmerksam den Vaktra-Nyasa.

Vers 14
tāratrapārāvakūrcayoginīpretakālikāḥ |
dīpastato ḍākinī ca bījāni syurnavāgrataḥ ||14||

Die neun Bijas am Anfang sind Tara, Trapa, Rava, Kurcha, Yogini, Preta, Kalika, Dipa und Dakini.

Vers 15
tato mahācaṇḍayogeśvarīmūrtaya īrayet |
ūrdhvavaktrāya tato visandhyatha sasandhi vā ||15||

Danach spricht man „mahācaṇḍayogeśvarīmūrtaye“ (der Gestalt der großen wilden Yogeshvari), dann „ūrdhvavaktrāya“ (dem nach oben gerichteten Gesicht), ohne oder mit Lautverbindung …

Vers 16
prajvaladdīpakāriṇe tataḥ paramudīrayet |
phetkārinarasiṃhau ca bhairavyaṅkuśakālikāḥ ||16||

… danach „prajvaladdīpakāriṇe“ (dem, das ein hellflammendes Licht hervorbringt), dann Phetkari, Narasimha, Bhairavi, Ankusha und Kalika.

Anmerkung: Die grammatisch männlichen Dativformen neben der Göttinnenbezeichnung bleiben bewahrt.

Vers 17
śeṣe cemāni bījāni pañcaiva parameśvari |
astraṃ […] śirāṃsyante brahmarandhre pravinyaset ||17||

Diese fünf Bijas stehen am Schluss, o höchste Herrin. Danach Astra, […] und Kopfabschluss; dies setzt man am Brahmarandhra ein.

Anmerkung: Fragment: mittlerer Abschlusslaut beschädigt; nicht aus dem Schema anderer Formeln ergänzt.

Das Löwengesicht

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 18
vāgbhavaṃ kamalākāmaprāsādakṣetrapā api |
sudhāsomau śaktisāmye navemāni puro vadet ||18||

Vagbhava, Kamala, Kama, Prasada, Kshetrapa, Sudha, Soma, Shakti und Samya: Diese neun spricht man voran.

Anmerkung: Samya ist ein leicht unsicherer Chiffrenname.

Vers 19
tato mahāvajradaṃṣṭrāyudhamūrtaya īrayet |
siṃhavaktrāya ca tata ugrāya ca visandhimat ||19||

Danach „mahāvajradaṃṣṭrāyudhamūrtaye“ (der Gestalt mit mächtigen Vajra-Fangzähnen als Waffe), „siṃhavaktrāya“ (dem Löwengesicht) und „ugrāya“ (dem Wilden), ohne Lautverschmelzung …

Vers 20
mṛtyumṛtyava […] samekhalam |
kuṇḍahārau astrahṛcchīrṣāṇyanteṣu prayojayet ||20||

… „mṛtyumṛtyave“ (dem Tod des Todes); […], Mekhala, Kunda und Hara; am Ende Astra, Herz- und Kopfabschluss.

Anmerkung: Fragment: mehrere Lautglieder vor Mekhala beschädigt; keine vollständige Fünferreihe ergänzt.

Das Schakalsgesicht

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 21
mukhe nyasettadākāraṃ hṛdaye pravibhāvayet |
pāśaṃ bhāruṇḍayā yuktaṃ pralayaṃ garbhameva ca ||21||

Dies setzt man am Mund ein und vergegenwärtigt sich die entsprechende Gestalt im Herzen. Für das nächste Gesicht: Pasha mit Bharunda, Pralaya und Garbha …

Vers 22
ḍākinī[…]jambheṣṭivetālā nava kīrtayet |
vamadulkāghoramukhamūrtaye kīrtayettataḥ ||22||

… Dakini, […], Jambha, Ishti und Vetala; insgesamt werden neun genannt. Danach spricht man „vamadulkāghoramukhamūrtaye“ – „der Gestalt mit schrecklichem, Feuerbrände ausspeiendem Mund“ …

Anmerkung: Fragment: Lautname zwischen Dakini und Jambha beschädigt; neun nicht künstlich aufgefüllt.

Vers 23
pheruvaktrāya tadanu padāt […] |
bhīṣaṇāyeti sambhāṣya balibhogavidhicchaṭāḥ ||23||

… „pheruvaktrāya“ (dem Schakalsgesicht), nach einem beschädigten Wort […] „bhīṣaṇāya“ (dem Furchtbaren), dann Bali, Bhoga, Vidhi und Chata …

Anmerkung: Fragment: Teil der Anrede beschädigt; Chata ist ein unsicherer Lautname.

Das Affengesicht

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 24
ḍākinī phaṭ namaḥ svāhā nyaseddakṣiṇalocane |
kālīnīlau nemiviśvau mauñjīsūtre mahākramau ||24||

… Dakini, „phaṭ namaḥ svāhā“. Dies setzt man ins rechte Auge ein. Für das nächste Gesicht: Kali und Nila, Nemi und Vishva, Maunji und Sutra, Maha und Krama …

Vers 25
sṛṣṭistato'nu nakharadaśanāyudhamūrtaye |
kapivaktrāyānu mahāpiṅgalānu saṭāya ca ||25||

… und Srishti. Dann „nakharadaśanāyudhamūrtaye“ (der Gestalt mit Krallen und Zähnen als Waffen), „kapivaktrāya“ (dem Affengesicht) und „mahāpiṅgalasaṭāya“ (dem mit großer gelbbrauner Mähne) …

Vers 26
kapālayugalaṃ chandamandārau bhairavī tathā |
astraṃ hṛcchirasī śeṣe nyasedvāmekṣaṇe priye ||26||

… zweimal Kapala, Chandas, Mandara und Bhairavi; am Schluss Astra, Herz- und Kopfabschluss. Dies setzt man ins linke Auge ein, Geliebte.

Das Menschengesicht

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 27
dhārā[dharā]tāṭaṅkanīle ca jaṭākṣaramahodayāḥ |
āmarī ca pracaṇḍā ca kekarākṣī tataḥ param ||27||

Dhara beziehungsweise Dhara mit kurzem a, Tatanka, Nila, Jata, Akshara, Mahodaya, Amari, Prachanda und Kekarakshi bilden die nächste Anfangsreihe.

Anmerkung: Erster Name in der Quelle als dhārā/dharā unsicher markiert; mehrere seltene Chiffren nicht aufgelöst.

Vers 28
tato lāvaṇyapadato nidhānapadamuccaret |
divyamūrtaye […] naravaktrāya coddharet ||28||

Danach „lāvaṇyanidhāna“ (Schatz der Schönheit), „divyamūrtaye“ (der göttlichen Gestalt), […] und „naravaktrāya“ (dem Menschengesicht) …

Anmerkung: Fragment: Verbindung vor naravaktra beschädigt; keine vollständige neue Anrede konstruiert.

Vers 29
sarvabhogavaibhavāya tata eva samuddharet |
aupahvaraṃ nāndikaṃ ca kuśikaṃ vyayameva ca ||29||

… „sarvabhogavaibhavāya“ (dem mit aller Fülle des Genusses). Dann Aupahvara, Nandika, Kushika und Vyaya …

Das Bärengesicht

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 30
pārasaṃ[surasaṃ] phaṭ namaḥ śīrṣaṃ dakṣanāsāpuṭe nyaset |
lāṅgulaṃ vardhamānaṃ ca sambhṛtiyugalaṃ tathā ||30||

… Parasa beziehungsweise Surasa, „phaṭ namaḥ“ und Kopfabschluss. Dies setzt man an die rechte Nasenöffnung ein. Für das nächste Gesicht: Langula, Vardhamana und zweimal Sambhriti …

Anmerkung: Unsicherer Name bereits editorisch markiert; Fußnoten bieten weitere Lesungen, nicht zu einer Form verschmolzen.

Vers 31
nādāntakacatuṣkaṃ ca hāriṇīmapyanantaram |
vikarālanakhaṃ procya dantamūrtaya uddharet ||31||

… viermal Nadantaka und danach Harini. Dann bildet man die Anrede „vikarālanakhadantamūrtaye“ – „der Gestalt mit gewaltigen Krallen und Zähnen“ …

Anmerkung: Fußnote caturtha statt catuṣka würde eine andere Anordnung ergeben; Hauptlesung bewahrt.

Vers 32
ṛkṣavaktrāya mecaketi saṭābhāriṇa ityapi |
nakṣatramandasammohavijayākālarātrayaḥ ||32||

… „ṛkṣavaktrāya“ (dem Bärengesicht), „mecakasaṭābhāriṇe“ (dem Träger einer dunklen Mähne), dann Nakshatra, Manda, Sammoha, Vijaya und Kalaratri …

Das Garudagesicht

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 33
astraṃ hṛdayaśīrṣaṃ ca vāmanāsāpuṭe nyaset |
gāruḍaṃ khecarīnāganārācāḥ śūlameva ca ||33||

… Astra, Herz- und Kopfabschluss. Dies setzt man an die linke Nasenöffnung ein. Für das nächste Gesicht: Garuda, Khechari, Naga, Naracha und Shula …

Vers 34
nālīkaṃ ca bhuśuṇḍī ca kṣurapraḥ prāsa eva ca |
padādghoratarāccañcupakṣamūrtaya uccaret ||34||

… Nalika, Bhushundi, Kshurapra und Prasa. Nach „ghoratara“ (überaus schrecklich) bildet man „cañcupakṣamūrtaye“ – „der Gestalt mit Schnabel und Flügeln“ …

Anmerkung: Die Waffennamen stehen hier als Lautchiffren.

Vers 35
tārkṣyavaktrāyeti coktvā kharato nakharetyapi |
tuṇḍāyeti samābhāṣya tantrāṃ sakuṭilāṃ vadet ||35||

… „tārkṣyavaktrāya“ (dem Garudagesicht), dann aus „khara“, „nakhara“ und „tuṇḍa“ die Anrede des mit scharfen Krallen und Schnabel Versehenen. Danach Tantra und Kutila …

Anmerkung: Die zusammengesetzte Anrede wird nach der expliziten Wortfolge erklärt, nicht als ungebrochene sichere Rezitationsform präsentiert.

Das Krokodilgesicht

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 36
koluñcaṃ ca vivatsaṃ ca pippalāstrānu hṛcchiraḥ |
nyasetkapole dakṣe ca sandhānaṃ siñjinīmapi ||36||

… Koluncha, Vivatsa, Pippala, Astra, Herz- und Kopfabschluss. Dies setzt man an die rechte Wange ein. Die nächste Folge beginnt mit Sandhana und Sinjini …

Anmerkung: Vivatsa ist leicht unsicher; Schluss hṛcchiraḥ durch eindeutiges Ritualschema und lesbaren Wortanfang gestützt, OCR-Endzeichen beschädigt.

Vers 37
mātṛśaṅkū tato vīravetālau rañjinīṃ ghaṭīm |
maṇimālāṃ sarvaśeṣe bījāni nava vai vadet ||37||

… Matri und Shanku, Vira und Vetala, Ranjini, Ghati und zuletzt Manimala. Dies sind die neun Anfangsbijas.

Vers 38
tato dīrghaśitaṃ procya daṃṣṭrāyudhamuddharet |
mūrtaye grāhavaktrāya tataḥ paramudīrayet ||38||

Dann bildet man aus „dīrghaśita“ und „daṃṣṭrāyudha“ die Anrede „der Gestalt mit langen, scharfen Fangzähnen als Waffe“ und spricht „grāhavaktrāya“ (dem Krokodilgesicht) …

Anmerkung: Grāha bezeichnet ein packendes Wassertier, hier als Krokodilgesicht wiedergegeben.

Vers 39
mahābhogabhāsurāya śabdamīdṛśamuddharet |
yogatantraṃ hayaṃ śilpaṃ pratānadvitayaṃ tathā ||39||

… „mahābhogabhāsurāya“ (dem in großem Genuss beziehungsweise großer Fülle Erstrahlenden); danach Yogatantra, Haya, Shilpa und zweimal Pratana …

Anmerkung: Trennung Yogatantra als ein Lautname folgt der Fünfergruppe; keine ungesicherte Auflösung.

Das Elefantengesicht

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 40
astraṃ hṛduttamāṅge'pi kapole dakṣiṇetare |
nyasedatha […] setuyugmaṃ śucidvayam ||40||

… Astra, Herz- und Kopfabschluss. Dies setzt man an die linke Wange ein. Dann […], zweimal Setu und zweimal Shuchi …

Anmerkung: Fragment: erster Lautname der nächsten Folge beschädigt.

Vers 41
hāriṇīyugalaṃ rāgaṃ vajrogreti anantaram |
dantāyudhān tataḥ […] gajavaktrāya tatparam ||41||

… zweimal Harini und Raga. Danach „vajrogra“ und „dantāyudha“ – „mit gewaltigen Vajra-Stoßzähnen als Waffe“ –, […] und „gajavaktrāya“ (dem Elefantengesicht) …

Anmerkung: Fragment: Verbindung nach dantāyudha beschädigt; der OCR p añca wird nicht zu einer zusätzlichen Fünfergruppe umgedeutet.

Vers 42
nāgarājāya […] tadanvapi samuddharet |
vihāraṃ ca visṛṣṭiṃ ca pāṇigītiṃ savismṛtim ||42||

… „nāgarājāya“ (dem König der Elefanten), […] und danach Vihara, Visrishti, Panigiti und Vismriti …

Anmerkung: Fragment: Namensglied nach nāgarājāya beschädigt; Variantenfußnote bietet nāgarājabhuśuṇḍāya, nicht stillschweigend als Hauptlesung eingesetzt.

Das Pferdegesicht

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 43
vikośapūrvamastraṃ ca […] saśiro manuḥ |
dakṣiṇe śravaṇe nyasyedviyogaṃ tadanu priye ||43||

… Vikosha vor Astra, […] und Kopfabschluss. Dies setzt man ins rechte Ohr ein. Die folgende Reihe beginnt mit Viyoga, Geliebte, …

Anmerkung: Fragment: ein Abschlussglied vor śiras beschädigt.

Vers 44
uttānaṃ ca virāgaṃ ca vighaṭīmupalaṃ tathā |
kṛṣṭiṃ vāriṃ bṛhatīṃ ca hyutsargamapi saṃvadet ||44||

… Uttana, Viraga, Vighati, Upala, Krishti, Vari, Brihati und Utsarga.

Anmerkung: Zusammen mit Viyoga neun Chiffrennamen; keine Bija-Silben ergänzt.

Vers 45
heṣādantaśaphānprocyāyudhamūrtaya īrayet |
hayavaktrāya tadanu nigālapadamanvataḥ ||45||

Aus „heṣā“ (Wiehern), „danta“ (Zahn) und „śapha“ (Huf) bildet man „āyudhamūrtaye“ – „der Gestalt mit Wiehern, Zähnen und Hufen als Waffen“ –, dann „hayavaktrāya“ (dem Pferdegesicht) und das Wort „nigāla“ …

Anmerkung: Nigāla ist in dieser Verbindung unsicher; nicht frei zu „mächtig“ korrigiert.

Vers 46
keśarodbhyāya cābhāṣya kulanārīṃ sayoginīm |
kūrcaṃ vadhūṃ śākinīṃ ca hṛtpūrvāstraṃ śiro'pi ca ||46||

… eine beschädigte Anrede mit „Mähne“ […], danach Kulanari, Yogini, Kurcha, Vadhu und Shakini; Herz vor Astra und schließlich Kopfabschluss.

Anmerkung: Fragment: keśarod bhyāya nicht zuverlässig verständlich, keine sichere Vollanrede erfunden. Die gegenüber anderen Folgen veränderte Reihenfolge Herz/Astra bewahrt.

Vers 47
vāme śravasi vinyasyetsarvaśeṣe varānane |
ayaṃ te kathito vaktranyāsaḥ paramaśobhanaḥ ||47||

Dies setzt man zuletzt ins linke Ohr ein, o Schönangesichtige. Damit ist dir der überaus herrliche Vaktra-Nyasa erklärt.

Ritualfaktoren und Verheißungen

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 48
athāsyarṣyādikaṃ vacmi phalamakṣaranirṇayam |
auḍulomirṛṣiḥ proktaḥ śakvarī chanda ucyate ||48||

Nun nenne ich seine Rishi-Zuordnungen, seine Frucht und die Bestimmung seiner Silbenzahl. Audulomi ist der Rishi, Shakvari das Metrum.

Vers 49
devatā guhyakālī tu phetkārī bījamucyate |
ḍākinī śaktirākhyātā pralayaḥ kīlakaṃ matam ||49||

Guhyakali ist die Gottheit, Phetkari das Bija, Dakini die Shakti und Pralaya das Kilaka.

Vers 50
vaktranyāse bhavedasya viniyogo varānane |
etasya pratyahābhyāsādvipro vāgmī prajāyate ||50||

Seine Anwendung gilt dem Vaktra-Nyasa, o Schönangesichtige. Durch tägliche Ausführung werde ein Brahmane redegewandt …

Anmerkung: Standesbezogene Wirkungsverheißung des Textes.

Vers 51
ājñāprado bhūmipeṣu bhūmipālaḥ prajāyate |
āryo go'śvājāviratnadhanadhānyānvito bhavet ||51||

… ein König werde zum Befehlshaber über andere Könige, und ein Arya werde reich an Rindern, Pferden, Ziegen, Schafen, Edelsteinen, Geld und Getreide.

Anmerkung: Ārya bezeichnet hier im Ablauf wahrscheinlich den Vaishya; die Quellbezeichnung wird nicht stillschweigend ersetzt.

Vers 52
[…] bhuktvā ciraṃ bhogānante devyantikaṃ vrajet |
atha bravīmi varṇānāṃ pratimantraṃ vinirṇayam ||52||

[…] genießt lange die Freuden und gelangt am Ende in die Nähe der Göttin. Nun erkläre ich die Silbenbestimmung jedes einzelnen Mantras.

Anmerkung: Fragment: Subjekt am Versanfang beschädigt; kein Kastenname ergänzt. Die zweite Zeile im OCR auseinandergezogen, nach sichtbarem Satzanschluss zusammengeführt.

Die Silbenzählung der Gesichtsformeln

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 53
nyāsaṃ yena […] na mṛtyuṃ tenādhigacchati |
nava bījāni sarveṣāṃ sthitāni prathamaṃ priye ||53||

Der Zusammenhang zwischen diesem Nyasa und dem Nichterreichen des Todes ist nur teilweise lesbar. […] Neun Bijas stehen bei allen Formeln am Anfang, Geliebte.

Anmerkung: Fragment: erstes Halbversgefüge beschädigt; keine sichere Unsterblichkeitsverheißung rekonstruiert.

Vers 54
ākārāvāyudhollekham āmūrti ṅe'ntayugvacaḥ |
ekādaśākṣarāṇi syuḥ […] pratimanu priye ||54||

Die Beschreibung der Gestalt und ihrer Waffen bis zur mit Dativendung versehenen Bezeichnung „murti“ […] soll in jedem Mantra elf Silben umfassen, Geliebte.

Anmerkung: Fragment: mehrere Wortverbindungen und Beginn der zweiten Hälfte beschädigt; nur lesbare Zählanweisung übersetzt.

Vers 55
[…] mukhāya ca […] pañcānyāni samāptaye |
bījāni syustadanvastrahṛcchirovarṇapañcakam ||55||

[…] „dem Gesicht“ […]; zum Abschluss folgen fünf weitere Bijas, danach die fünf Silben von Astra, Herz- und Kopfabschluss.

Anmerkung: Fragment: erste Vershälfte stark beschädigt. Die abschließende Silbenzahl ist lesbar, fehlende Zwischenglieder nicht ergänzt.

Vers 56
tricatvāriṃśadarṇāḥ syurevaṃ pratimanu priye |
nādhikā nāpi ca nyūnā ityevaṃ nirṇayaḥ kṛtaḥ ||56||

So soll jeder Mantra dreiundvierzig Silben umfassen, Geliebte, weder mehr noch weniger. Damit ist die Bestimmung getroffen.

Anmerkung: Quellenzählung, keine nachträgliche Auffüllung beschädigter Mantras auf 43 Silben.

Formen mit elf und mehr Gesichtern

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 57
ekādaśāsyādīnāṃ hi vaktranyāsaḥ kathaṃ bhavet |
etasminsaṃśaye devi siddhāntaṃ tvaṃ nibodha me ||57||

Wie wird der Vaktra-Nyasa bei den Gestalten mit elf und mehr Gesichtern ausgeführt? Höre zu dieser Frage, Göttin, meine Festlegung.

Vers 58
tāro māyā yoginī ca kūrcaḥ strī śākinī tathā |
ḍākinī pralayaścāpi phetkārī tadanantaram ||58||

Tara, Maya, Yogini, Kurcha, Stri, Shakini, Dakini, Pralaya und danach Phetkari …

Vers 59
imāni nava bījāni sarveṣāṃ purataḥ smaret |
tattadvaktrāya tāvattāvadakṣaramapīśvari ||59||

… diese neun Bijas stellt man bei allen Formeln voran. Dann folgt die zum jeweiligen Gesicht gehörende Dativanrede mit ihrer jeweiligen Silbenzahl, o Herrin.

Anmerkung: Keine ungenannten Gesichternamen ergänzt.

Vers 60
etānyeva hi bījāni pratilomnā punarvadet |
tato'nvacintyamahimaśaktaye iti […] ||60||

Dieselben Bijas spricht man danach in umgekehrter Reihenfolge. Dann „acintyamahimaśaktaye“ – „der Kraft von unvorstellbarer Größe“ […].

Anmerkung: Fragment: abschließendes Verb beschädigt, lesbare Anrede vollständig übersetzt.

Vers 61
pūrvavaccāstrahṛcchīrṣāṇyante ca samudāharet |
parāvṛtya parāvṛtya nyāsasthānaṃ tadeva hi ||61||

Am Ende spricht man wie zuvor Astra, Herz- und Kopfabschluss. Wieder und wieder zurückkehrend verwendet man dieselben Nyasa-Stellen.

Vers 62
yatra yatra samāptaṃ syāttata eva nivartate |
pratyekaṃ bhinnabījatvaṃ nātra nākṣaranirṇayaḥ ||62||

Wo immer die Reihe zu Ende ist, beginnt die Rückkehr von dort. Hier gibt es weder für jedes Gesicht ein eigenes Bija noch eine feste Silbenzählung.

Vers 63
na bhinnakālo'pi ca na bhinnasthalatā tathā |
iti devyadhikāsyānāṃ niyogaḥ kathito mayā ||63||

Auch die Zeit und die Körperstellen unterscheiden sich nicht. So habe ich dir, Göttin, die Regel für die Formen mit mehr Gesichtern erklärt.

Anmerkung: Fußnote bietet Rishi-Zuordnung statt Zeitangabe; Hauptlesung bhinnakāla bewahrt.

Formen mit weniger Gesichtern

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 64
adhunā nyūnavaktrāṇāṃ niścayaṃ kathayāmi te |
yadyadākāravadanaṃ tattadevollikhedbudhaḥ ||64||

Nun erkläre ich dir die Regel für die Formen mit weniger Gesichtern. Der Kundige nennt jeweils genau die vorhandene Gesichtsform.

Vers 65
tasya tasya sthalaṃ […] teṣu teṣveva vinyaset |
yaddheyaṃ tattyajeddevi grāhyaṃ sthānaṃ tadāsyajam ||65||

Die jeweilige Stelle […] bleibt der entsprechenden Gesichtsform zugeordnet. Was wegzulassen ist, lässt man aus, Göttin; verwendet wird die Stelle des tatsächlich vorhandenen Gesichts.

Anmerkung: Fragment: kurzes Verbindungswort im ersten Halbvers beschädigt; Anweisung im Zusammenhang verständlich.

Vers 66
pūrvokta eva ṛṣyādirasyāpi śyāmakuntale |
adhikāsyāsamaṃ sarvamanyadasyā api smṛtam ||66||

Rishi und weitere Zuordnungen bleiben auch hier wie zuvor, o Dunkelgelockte. Alles Übrige ist wie bei den Formen mit mehr Gesichtern.

Astra-Nyasa: Waffen und ihre Ritualfaktoren

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 67
idānīmavadhehi tvamastranyāsaṃ mahāphalam |
vaktranyāsavadasyāpi nyūnādhikye tathonnayet ||67||

Höre nun aufmerksam den Astra-Nyasa, dem große Frucht zugeschrieben wird. Bei einer geringeren oder größeren Zahl verfährt man entsprechend dem Vaktra-Nyasa.

Vers 68
daśavaktrāstravinyāsaṃ kevalaṃ kathayāmi te |
svayambhūrṛṣiruddiṣṭo jagatī chanda ucyate ||68||

Ich erkläre dir nur das Einsetzen der Waffen für die zehngesichtige Gestalt. Svayambhu ist der Rishi, Jagati das Metrum.

Anmerkung: „Nur“ ist die Begrenzung der Quelle selbst.

Vers 69
guhyakālī ca devī syācchūlaṃ bījamudīryate |
khaḍgaḥ śaktiḥ parikhyātā gadā kīlakamucyate ||69||

Guhyakali ist die Göttin, Shula das Bija, Khadga die Shakti und Gada das Kilaka.

Anmerkung: Die Waffennamen dienen hier zugleich als Chiffren: Speer/Dreizack, Schwert, Keule.

Vers 70
viniyogastathā cāsyāstranyāse tridaśeśvari |
prathamaṃ dakṣiṇe bhāge vāme bhāge tato nyaset ||70||

Die Anwendung dient dem Astra-Nyasa, o Herrin der Götter. Zuerst setzt man auf der rechten, danach auf der linken Seite ein.

Waffen-Nyasa an Schläfen, Augen und Wangen

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 71
hāraṃ ratnaṃ tathā mālāṃ ratnamālāṃ ca ṅe'ntinīm |
hṛdastraṃ vahnijāyā ca dakṣaśaṅkhe nyasetpriye ||71||

Hara, Ratna und Mala, dann „ratnamālāyai“ (der Juwelengirlande) im Dativ, Herzabschluss, Astra und Vahnijaya, Svaha: Dies setzt man an die rechte Schläfe ein, Geliebte.

Anmerkung: Śaṅkha bezeichnet hier die Schläfe, nicht eine Muschelschale.

Vers 72
pañcārṇānśeṣagānśeṣe sarvatra viniyojayet |
tattadvastu ca tatpūrvaṃ ṅe'ntatvena tathoccaret ||72||

Diese fünf Abschlusssilben werden überall am Ende angefügt. Davor nennt man den jeweiligen Gegenstand im Dativ.

Anmerkung: Die späteren Verse verkürzen entsprechend; die nicht ausgeschriebenen Abschlusslaute werden nicht als neue Quellenzeilen ergänzt.

Vers 73
purato maidhamuccārya maṇimālāyugaṃ tataḥ |
ratnamālāṃ vāmaśaṅkhe nyasedrītyā puroktayā ||73||

Zuerst Maidha, dann zweimal Manimala und „der Juwelengirlande“: Dies setzt man nach der genannten Weise an die linke Schläfe ein.

Vers 74
māyāṃ karālīṃ kūrcaṃ ca […] dakṣabhruvi nyaset |
lakṣmīmalakṣyaṃ kāpālaṃ kapole vāmake bhruvi ||74||

Maya, Karali und Kurcha, dann […] setzt man an die rechte Braue. Lakshmi, Alakshya und Kapala, dann „der Schädelschale“ an die linke Braue beziehungsweise Wangen-Brauenstelle.

Anmerkung: Fragment: rechter Gegenstandsname beschädigt; links OCR kapole … bhruvi in der Körperstellenangabe widersprüchlich, nicht stillschweigend vereinheitlicht.

Vers 75
kāmaṃ mahodayaṃ khaḍgaṃ khaḍgaṃ dakṣiṇalocane |
abhañjanāṃ gāruḍaṃ ca carma carma tathaiva ca ||75||

Kama, Mahodaya, Khadga und „dem Schwert“ setzt man ins rechte Auge. Abhanjana, Garuda, Charma und „dem Schild“ …

Anmerkung: Gleiche Wörter können erst Bija-Name, dann Gegenstandsanrede sein; die Wiederholung bleibt erhalten.

Vers 76
vinyasedvāmanayane lāṅgūlaṃ kṣetrapaṃ tathā |
tarjanīṃ tarjanīṃ dakṣanāsāpuṭa iti nyaset ||76||

… ins linke Auge. Langula, Kshetrapa, Tarjani und „dem drohenden Zeigefinger“ setzt man an die rechte Nasenöffnung.

Vers 77
[…] hayagrīvaṃ pāśaṃ pāśamathāpi ca |
nyasennāsāpuṭe vāme vardhamānaṃ mahāruṣam ||77||

[…], Hayagriva, Pasha und „der Schlinge“ setzt man an die linke Nasenöffnung. Vardhamana, Maharuṣ …

Anmerkung: Fragment: erster Lautname beschädigt.

Vers 78
aṅkuśaṃ cāṅkuśamapi dakṣiṇe gaṇḍa īrayet |
āṣāḍhaṃ ca pracaṇḍāṃ ca śaktiṃ śaktimathāpi ca ||78||

… Ankusha und „dem Elefantenhaken“ an die rechte Backe. Ashadha, Prachanda, Shakti und „dem Speer“ …

Anmerkung: Shakti bezeichnet hier sowohl den Lautnamen als auch die Speerwaffe.

Weitere Attribute an Kopf und Schultern

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 79
vāmagaṇḍe nyaseddevi kālarātriṃ saḍākinīm |
daṇḍaṃ daṇḍaṃ varārohe kapole dakṣiṇe nyaset ||79||

… an die linke Backe, Göttin. Kalaratri, Dakini, Danda und „dem Stab“ setzt man an die rechte Wange, o Liebreizende.

Anmerkung: Die Quelle unterscheidet gaṇḍa und kapola, im Deutschen beides nah verwandte Wangenbereiche; nicht als doppelte irrtümliche Körperstelle gestrichen.

Vers 80
cāmuṇḍāmatha kūṣmāṇḍīṃ khaṭvāṅgaṃ tadanantaram |
khaṭvāṅgaṃ vinyasedvāmakapole varavarṇini ||80||

Chamunda, Kushmandi, Khatvanga und „dem Khatvanga-Stab“ setzt man an die linke Wange, o Schönfarbige.

Vers 81
ānandaṃ dhanadāṃ kumbhaṃ ratnakumbhaṃ pravinyaset |
dakṣiṇāyāṃ śrutau devi kaṅkālaṃ tripuṭāmapi ||81||

Ananda, Dhanada, Kumbha und „dem Juwelenkrug“ setzt man ins rechte Ohr, Göttin. Kankala und Triputa …

Vers 82
muṇḍaṃ muṇḍaṃ nyasedvāme śravaṇe varavarṇini |
khoṭaṃ tataśca koraṅgīṃ śūlaṃ śūlaṃ tataḥ param ||82||

… Munda und „dem Kopf/Schädel“ setzt man ins linke Ohr, o Schönfarbige. Khota, Korangi, Shula und „dem Dreizack“ …

Anmerkung: Seltene Lautnamen Khota/Korangi unsicher, nicht aufgelöst.

Vers 83
nyaseddhanau dakṣiṇāyāṃ vetramāṣāḍhameva ca |
bhuśuṇḍīṃ ca bhuśuṇḍīṃ ca vāmāyāṃ vinyaseddhanau ||83||

… an die rechte Kieferseite. Vetra, Ashadha, Bhushundi und „der Bhushundi-Waffe“ setzt man an die linke Kieferseite.

Anmerkung: Bhushundi ist eine besondere Waffe; genaue Bauart hier nicht beschrieben.

Vers 84
virūpayugmaṃ nārācaṃ nārācamatha pārvati |
[…] nyasedyogatantrāmatha digambaram ||84||

Zweimal Virupa, Naracha und „dem Eisenpfeil“ setzt man […] ein, Parvati. Danach Yogatantra und Digambara …

Anmerkung: Fragment: Körperstelle beschädigt; Fußnote nennt den rechten Körperbereich, Hauptlesung nicht stillschweigend ersetzt.

Vers 85
kodaṇḍaṃ cātha kodaṇḍaṃ vāme'ṃse vinyasetpriye |
sañjīvanīṃ vinimayaṃ kuntaṃ kuntaṃ tathaiva ca ||85||

… Kodanda und „dem Bogen“ an die linke Schulter, Geliebte. Samjivani, Vinimaya, Kunta und „der Lanze“ …

Vers 86
dakṣiṇe jatruṇi nyasyetsampradāyaṃ sabhājanam |
cakraṃ cakraṃ jatruṇi ca nyasedvāme varānane ||86||

… am rechten Schlüsselbein. Sampradaya, Sabhajana, Chakra und „dem Wurfrad“ setzt man am linken Schlüsselbein ein, o Schönangesichtige.

Achseln, Körperseiten und Arme

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 87
poṣaṃ […] pārijātaṃ pārijātamataḥ param |
dakṣiṇāyāṃ tu kakṣāyāṃ nyasetsādhakasattamaḥ ||87||

Posha, […], Parijata und „dem Parijata-Zweig“ setzt der vorzügliche Sadhaka in der rechten Achsel ein.

Anmerkung: Fragment: zweiter Lautname beschädigt; „Zweig“ erläutert den als Attribut getragenen Parijata, kein zusätzliches Sanskritwort.

Vers 88
kālaṃ nṛsiṃhaṃ ghaṇṭāṃ ca ghaṇṭāṃ tādṛśamīrayet |
nyasetkakṣātale vāme kaṅkālamamaraṃ tathā ||88||

Kala, Nrisimha, Ghanta und „der Glocke“ setzt man in der linken Achsel ein. Kankala und Amara …

Vers 89
churikāṃ churikāṃ cāpi dakṣiṇe pārśva īrayet |
audumbaraṃ manaḥ pretaṃ bālapretaṃ tathaiva ca ||89||

… Churika und „dem Messer“ an der rechten Seite. Audumbara, Manas, Preta und „dem Kinderleichnam“ …

Anmerkung: Bālapreta ist ein nichtsexuelles ikonographisches Attribut; vollständig übersetzt.

Vers 90
vāmapārśve nyaseddevi nityamadhvānameva ca |
tomaraṃ tomaramatha nyaseddakṣiṇacūcuke ||90||

… an der linken Seite, Göttin. Nitya, Adhvan, Tomara und „dem Wurfspieß“ setzt man an die rechte Brustwarze.

Anmerkung: Nichtsexueller ritueller Körpernyasa.

Vers 91
manthānamugraṃ grāvāṇaṃ grāvāṇamapi ca priye |
nyasetsamāhitamanāścūcuke dakṣiṇetare ||91||

Manthana, Ugra, Gravan und „dem Stein“ setzt man mit gesammeltem Geist an die linke Brustwarze, Geliebte.

Anmerkung: OCR-Ziffer ६१ in der Folge zu 91 normalisiert.

Vers 92
saṃvidaṃ tāpinīṃ puṣpaṃ puṣpamālāmapi priye |
kaphoṇau dakṣiṇe nyasettato vairājamadhvaram ||92||

Samvid, Tapini, Pushpa und „der Blumengirlande“ setzt man am rechten Ellbogen ein, Geliebte. Danach Vairaja und Adhvara …

Vers 93
kaṅkālaṃ narakaṅkālaṃ kaphoṇau dakṣiṇetare |
ariṣṭaṃ krakacaṃ cāpi ḍiṇḍimaṃ ḍiṇḍimaṃ tathā ||93||

… Kankala und „dem Menschenskelett“ am linken Ellbogen. Arishta, Krakacha, Dindima und „der Dindima-Trommel“ …

Vers 94
pragaṇḍe dakṣiṇe nyasyetkabandhaṃ piñjalāmapi |
nākulaṃ nakulaṃ cāpi pragaṇḍe vāma uddharet ||94||

… am rechten Unterarm. Kabandha, Pinjala, Nakula und „dem Mungo“ setzt man am linken Unterarm ein.

Anmerkung: Pragaṇḍa ist der Armabschnitt, hier wegen der Folge Ellbogen–Handgelenk als Unterarm verstanden; Pinjala leicht unsicher.

Handgelenke, Finger und Bauchseiten

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 95
kaikaraṃ ca viriñciṃ ca vihaṅgamamathaiva ca |
vihaṅgamaṃ vai […] maṇibandhe ca dakṣiṇe ||95||

Kaikara, Virinchi, Vihangama und „dem Vogel“ setzt man […] am rechten Handgelenk ein.

Anmerkung: Fragment: Tätigkeitswort im zweiten Halbvers beschädigt; Kaikara als Lautname unsicher.

Vers 96
kakudaṃ lakṣmanirmokaṃ sarpaṃ ca tadanantaram |
maṇibandhe nyasedvāme vimardaṃ śekharaṃ tathā ||96||

Kakuda, Lakshma, Nirmoka und „der Schlange“ setzt man am linken Handgelenk ein. Vimarda und Shekhara …

Anmerkung: Die Lautfolge lakṣma-nirmoka ist leicht unsicher; Wiederholungsmuster nicht erzwungen.

Vers 97
puṭakaṃ kamaṇḍaluṃ procya dakṣiṇe'ṅgulimūlake |
saṅgrahaṃ sthāvaraṃ cāpi vaṃśamunmādavaṃśikām ||97||

… Putaka und „dem Kamandalu-Wassergefäß“ an den rechten Fingerwurzeln. Samgraha, Sthavara, Vamsha und „der berauschenden Flöte“ …

Vers 98
vāmeṣvaṅgulimūleṣu vinyasetkamalānane |
glahavetaṇḍakulikaṃ māṃsakhaṇḍamatha kramāt ||98||

… an den linken Fingerwurzeln, o Lotusgesichtige. Danach der Reihe nach Glaha, Vetanda, Kulika und „dem Fleischstück“ …

Anmerkung: Kulika als Lautname unsicher geschrieben, nicht mit anderen Vorkommen harmonisiert.

Vers 99
aṅgulyagreṣu dakṣeṣu nyāsārthaṃ samanūccaret |
kharlamakṣaramuccārya mudgaraṃ mudgaraṃ tathā ||99||

… zum Einsetzen an den rechten Fingerspitzen. Danach spricht man den Lautnamen Kharla, Mudgara und „dem Hammer“ …

Anmerkung: Kharla ist eine unsichere Chiffrenlesung; keine weitere Silbe zur üblichen Anzahl ergänzt. OCR-Ziffer ६९ zu 99 normalisiert.

Vers 100
aṅgulīnāṃ hi mūleṣv[agreṣu] vāmeṣu prativinyaset |
tārakaṃ kubjakamatha sruvaṃ sruvamapi priye ||100||

… und setzt dies an den linken Fingerwurzeln – nach der angegebenen Korrektur: Fingerspitzen – ein. Taraka, Kubjaka, Sruva und „dem Opferlöffel“, Geliebte, …

Anmerkung: Die Quelle bietet mūleṣu mit eingeklammerter Korrektur agreṣu; beide erhalten.

Vers 101
nyasanīyo dakṣakukṣau hākinīṃ cañcumeva ca |
[…] vāmakukṣau vinirdiśet ||101||

… setzt man an der rechten Bauchseite ein. Hakini, Chanchu und […] gehören an die linke Bauchseite.

Anmerkung: Fragment: Gegenstandsname im zweiten Halbvers beschädigt; kein ikonographisches Attribut geraten.

Vers 102
ādāvullolamunmādaṃ phalabījaṃ tataḥ param |
bījapūraṃ samābhāṣya dakṣiṇāyāṃ sphici nyaset ||102||

Zuerst Ullola, Unmada und Phala-Bija, dann „der Bijapura-Frucht“: Dies setzt man an der rechten Gesäßhälfte ein.

Anmerkung: Bijapura ist eine Zitrusfrucht; keine genaue Sorte festgelegt.

Hüften, Leisten und Beine

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 103
tataścūḍāmaṇiṃ procya ḍamaruṃ ḍamaruṃ tathā |
vāme sphici pravinyasya sammohaḥ patanaṃ tathā ||103||

Chudamani, Damaru und „der Damaru-Trommel“ setzt man an der linken Gesäßhälfte ein. Danach Sammoha und Patana …

Anmerkung: Quelle nennt vor der Gegenstandsanrede hier nur zwei sichtbare Lautnamen; keine dritte Chiffre ergänzt.

Vers 104
sūcīṃ sūcīṃ dakṣakaṭau nyasanīyaḥ sureśvari |
dhenuṃ māriṣamābhāṣya parighaṃ parighaṃ tathā ||104||

… Suchi und „der Nadel“ an der rechten Hüfte, o Herrin der Götter. Dhenu, Marisha, Parigha und „der Eisenstange“ …

Vers 105
nyasanīyaḥ kaṭau vāme vīraṃ vetālameva ca |
paraśuṃ tato'nu paraśuṃ dakṣiṇe vaṅkṣaṇe nyaset ||105||

… an der linken Hüfte. Vira, Vetala, Parashu und „der Axt“ setzt man an der rechten Leiste ein.

Vers 106
yāmyaṃ tato jīvanīṃ ca bhindipālaṃ tataḥ param |
bhindipālaṃ tataḥ procya vāme vaṅkṣaṇa uccaret ||106||

Yamya, Jivani, Bhindipala und „der Bhindipala-Waffe“ setzt man an der linken Leiste ein.

Anmerkung: Besondere Waffe, deren genaue Form hier nicht beschrieben ist.

Vers 107
vyayaṃ sasārasaṃ procya gadāmanu gadāmapi |
dakṣiṇe jānuni nyasyedvirādhayugalaṃ tataḥ ||107||

Vyaya, Sarasa, Gada und „der Keule“ setzt man am rechten Knie ein. Danach zweimal Viradha …

Vers 108
[…] musalaṃ procya vāme jānuni vinyaset |
modakaṃ vāsitāṃ caiva […] yaṣṭiṃ tataḥ param ||108||

… […], „dem Stößel“, am linken Knie. Modaka, Vasita, […] und „dem Stock“ …

Anmerkung: Fragment: ein Lautglied vor musala und eines vor yaṣṭi beschädigt; die jeweilige Doppelung nicht stillschweigend ergänzt.

Vers 109
nyastavyo dakṣiṇe gulphe mokṣaṃ nirvāṇameva ca |
paṭṭiśaṃ paṭṭiśamatha vāmagulphe pravinyaset ||109||

… am rechten Knöchel. Moksha, Nirvana, Pattisha und „der Pattisha-Stangenwaffe“ setzt man am linken Knöchel ein.

Anmerkung: OCR-Ziffer १०६ zu 109 normalisiert.

Vers 110
parantapaṃ tathaivājñāṃ muṣṭiṃ muṣṭimanantaram |
vinyaseddakṣiṇe pārṣṇau ṭaṅkunyāsau tataḥ param ||110||

Paramtapa, Ajna, Mushti und „der Faust“ setzt man an der rechten Ferse ein. Danach Tanku und Nyasa …

Anmerkung: Letzte beiden Chiffren leicht unsicher lesbar.

Zehen und Abschluss des Waffen-Nyasa

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 111
prāsaṃ prāsamathābhāṣya vāmapārṣṇau samādiśet |
bhairavānu kumārīṃ ca kuṇapaṃ kuṇapaṃ tathā ||111||

… Prasa und „der Lanze“ an der linken Ferse. Bhairava, Kumari, Kunapa und „dem Leichnam“ …

Anmerkung: Kumari ist hier ein Bija-Name im nichtsexuellen Nyasa; Kunapa bezeichnet den Leichnam als Attribut.

Vers 112
dakṣapādāṅgulīmūle vinyastavyo varānane |
ojasvinaṃ śaphamatha śataghnīmapyanantaram ||112||

… an den Wurzeln der rechten Zehen, o Schönangesichtige. Ojasvin, Shapha, Shataghni …

Vers 113
śataghnīṃ vāmapādāṅgulimūleṣu pravinyaset |
tataḥ kāmakalāraṅkau lalitāṃ lālanaṃ tathā ||113||

… und „der Shataghni-Waffe“ setzt man an den Wurzeln der linken Zehen ein. Danach Kamakala, Ranka, Lalita und „dem Liebkosen/Beschwichtigen“ …

Anmerkung: Lālana ist eine Handlung, keine gewöhnliche Waffe; die Abweichung der Quellenliste bleibt bestehen.

Vers 114
dakṣiṇe prapade nyasyedāmnāyātītameva ca |
śaktiḥ […] cicchaktī śivāpotamuddharet ||114||

… am rechten Vorderfuß. Amnayatita, Shakti, […] Chitshakti und „śivāpota“ …

Anmerkung: Fragment: Lautreihe und Gegenstand śivāpota (möglicherweise Schakaljunges) nicht sicher abgrenzbar; keine definitive Bedeutung erfunden.

Vers 115
vinyasyaḥ prapade vāme sāvadhānena sādhakaiḥ |
ityeṣo'stranyāsa eva mayā te pratipāditaḥ ||115||

… setzt der aufmerksame Sadhaka am linken Vorderfuß ein. So habe ich dir den Astra-Nyasa erklärt.

Vers 116
nyūnādhikyeṣvamuṣyāpi vaktranyāsasamā kriyā |
teṣāmapi ca ṛṣyādirasyarṣyādirbhavecchubhe ||116||

Auch hier verfährt man bei einer geringeren oder größeren Zahl wie beim Vaktra-Nyasa. Rishi und die übrigen Zuordnungen bleiben dieselben, o Heilvolle.

Eine zweite Form des Astra-Nyasa

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 117
athavānyaprakāreṇa syādastranyāsa īśvari |
phalātirekato'pyasmādatastamapi te bruve ||117||

Es gibt noch eine andere Weise des Astra-Nyasa, o Herrin. Weil ihr eine größere Frucht als der vorigen zugeschrieben wird, erkläre ich dir auch diese.

Vers 118
asyarṣiḥ parameṣṭhī syādbṛhatī chanda ucyate |
divyāstrāṇi tathā cāsya devatā parikīrtitā ||118||

Ihr Rishi ist Parameshthin, das Metrum Brihati, und als Gottheiten werden die göttlichen Waffen genannt.

Vers 119
jvaronmādolūkabalātibalāpheravāṇi ca |
bījāni ca ṣaḍuktāni kramaśaḥ paṭhitāni hi ||119||

Die sechs Bijas sind der Reihe nach Jvara, Unmada, Uluka, Bala, Atibala und Pherava.

Anmerkung: Namen bedeuten unter anderem Fieber, Raserei, Eule, Kraft und Überkraft; hier sind sie Lautchiffren, keine wörtlich übersetzbaren Silben.

Vers 120
utpātabhrāmakasvapnāpasmārarakṣāṇi śaktayaḥ |
sauracākraśokaguhyapaiśācāni ca […] ||120||

Die Shaktis heißen Utpata, Bhramaka, Svapna, Apasmara und Raksha. Saura, Chakra, Shoka, Guhya und Paishacha sind […] .

Anmerkung: Fragment: letzte Ritualzuordnung beschädigt, mutmaßlich Kilakas, aber nicht gesichert ergänzt. Die sichtbaren Fünferreihen werden nicht den sechs Bijas angeglichen.

Vers 121
prayogo'stranyāsa eva kathitaḥ parameśvari |
atha prakāraṃ kathaye prayogasyāsya sundari ||121||

Die Anwendung ist der Astra-Nyasa, o höchste Herrin. Nun erkläre ich die Weise seiner Ausführung, o Schöne.

Vers 122
tārarāvau puraḥ syātāṃ śeṣe pāvakavallabhā |
pūrvoditeṣu sthāneṣu dakṣavāmāhvayeṣu ca ||122||

Tara und Rava stehen am Anfang, Pavakavallabha, Svaha, am Ende. An den zuvor genannten rechten und linken Körperstellen …

Die göttlichen Waffen in ihrer Reihenfolge

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 123
madhye bhavettattadastropa[…] parameśvari |
brahmāstraṃ prathamaṃ nārāyaṇāstraṃ tadanantaram ||123||

… steht in der Mitte die jeweilige Waffenanrede […], o höchste Herrin. Zuerst Brahmastra, dann Narayanastra …

Anmerkung: Fragment: Formanweisung am Wortende beschädigt; keine sichere vollständige Dativformel ergänzt.

Vers 124
śāṅkarāstraṃ vaiṣṇavāstraṃ vāyavyāstramanantaram |
prājāpatyāstramasyānu vāruṇāstraṃ tato'nu ca ||124||

… Shankarastra, Vaishnavastra, Vayavyastra, Prajapatyastra und Varunastra, die Waffen Shankaras, Vishnus, Vayus, Prajapatis und Varunas …

Vers 125
kauberāstraṃ tathendrāstraṃ kampanāstraṃ tato'pyanu |
āgneyāstraṃ ca yāmyāstraṃ sauparṇāstramanantaram ||125||

… Kauberastra, Indrastra, Kampanastra, Agneyastra, Yamyastra und Sauparnastra: die Waffen Kuberas, Indras, der Erschütterung, Agnis, Yamas und Suparnas, Garudas …

Vers 126
pāṣāṇāstraṃ ca kālāstraṃ bhautāstraṃ pārvatāstrakam |
nāgāstraṃ vaidyutāstraṃ ca tvāṣṭrāstraṃ taimirāstrakam ||126||

… Pashanastra (Steinwaffe), Kalastra (Zeit-/Todeswaffe), Bhautastra (Waffe der Wesen/Elemente), Parvatastra (Bergwaffe), Nagastra (Schlangenwaffe), Vaidyutastra (Blitzwaffe), Tvashtrastra und Taimirastra (Dunkelheitswaffe) …

Vers 127
pārjanyāstraṃ tāmasāstraṃ mātaṅgāstraṃ tataḥ smaret |
audumbarāstraṃ skāndāstraṃ jṛmbhakāstraṃ tataḥ param ||127||

… Parjanyastra (Regenwolkenwaffe), Tamasastra (Waffe der Finsternis), Matangastra, Audumbarastra, Skandastra und Jrimbhakastra …

Anmerkung: Jrimbhaka bezieht sich auf Gähnen beziehungsweise Lähmung; keine konkrete Wirkung über den Namen hinaus ergänzt.

Vers 128
gāndharvāstraṃ dānavāstraṃ jṛmbhaṇāstramito'pyanu |
prasvāpanāstraṃ tadanu kālakūṭāstrameva ca ||128||

… Gandharvastra, Danavastra, Jrimbhanastra, Prasvapanastra (Einschläferungswaffe) und Kalakutastra (Waffe des Kalakuta-Gifts) …

Anmerkung: OCR-Ziffer १२५ in der Folge zu 128 normalisiert.

Vers 129
astraṃ brahmaśiraścāpi rākṣasāstraṃ gaṇāstrakam |
vaināyakāstraṃ bhāruṇḍāstraṃ vetālāstrameva ca ||129||

… die Brahmashiras-Waffe, Rakshasas-, Gana-, Vinayaka-, Bharunda- und Vetala-Waffe …

Vers 130
haimanāstraṃ śābarāstraṃ śārabhāstramanantaram |
pramathāstraṃ rājasāstraṃ kūṣmāṇḍāstramito'pyanu ||130||

… Haimanastra, Shabarastra, Sharabhastra, Pramathastra, Rajasastra und Kushmandastra …

Anmerkung: Seltene Namen nicht frei erklärt; haimana kann winterlich/kältebezogen bedeuten, bleibt hier als Name erhalten.

Vers 131
mākarāstraṃ mūrcchanāstraṃ gālanāstraṃ tataḥ param |
mohanāstraṃ stambhanāstraṃ nimīlanāstrameva ca ||131||

… Makarastra, Murchhanastra (Betäubungswaffe), Galanastra (Waffe des Auflösens), Mohanastra (Verblendungswaffe), Stambhanastra (Lähmungswaffe) und Nimilanastra (Waffe des Augenschließens) …

Anmerkung: Die Namen bezeichnen rituelle Waffen; keine praktische Schädigungsanleitung.

Vers 132
antardhyastrācetanāstre tataḥ paramudīrayet |
māraṇāstraṃ traidaśāstraṃ sarvaśeṣe niyojayet ||132||

… dann die Waffe des Verschwindens und die Waffe der Bewusstlosigkeit; ganz am Schluss Maranastra (Tötungswaffe) und Traidashastra (Götterwaffe).

Anmerkung: Die Wortverbindung am Anfang ist im OCR uneben, die beiden Namen nach ihren Bestandteilen hinreichend lesbar.

Vers 133
vaktrabāhvatirekatve nyūnatve nāsya vikriyā |
ityanena prakāreṇa prokto'stranyāsa īśvari ||133||

Bei mehr oder weniger Gesichtern und Armen verändert sich diese Form nicht. So ist dieser Astra-Nyasa erklärt, o Herrin.

Anmerkung: Die ausdrückliche Regel unterscheidet diese zweite Form von der vorherigen.

Vers 134
pūrvasmāllakṣaguṇitaḥ kartavyo vijigīṣuṇā |
naimittike tathā kāmye kāryo'yaṃ sarvathā priye ||134||

Er gelte als hunderttausendmal wirksamer als der vorherige und soll von dem ausgeführt werden, der siegen möchte. Bei anlassbezogenen und wunschorientierten Riten soll man ihn in jedem Fall verwenden, Geliebte.

Anmerkung: Historischer Vorranganspruch.

Duti-Nyasa: die Botinnen der Göttin

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 135
nirālasasyādhikāro naivālasyayutasya hi |
dūtīnyāsamatho vakṣye nānāsiddhiphalapradam ||135||

Berechtigt ist der Unermüdliche, nicht der Träge. Nun erkläre ich den Duti-Nyasa, der vielerlei Siddhis als Frucht verleihen soll.

Vers 136
kartavyo bhūtikāmena rājñā caiva viśeṣataḥ |
dūtīnyāsasyāsya ṛṣiḥ prajāpatirudāhṛtaḥ ||136||

Er soll von dem ausgeführt werden, der Wohlergehen sucht, besonders von einem König. Sein Rishi ist Prajapati.

Vers 137
jagatī chanda uditaṃ śivadūtī ca devatā |
bhogo bījaṃ samuditaṃ śaktiḥ sṛṣṭirudāhṛtā ||137||

Das Metrum ist Jagati, die Gottheit Shivaduti, das Bija Bhoga und die Shakti Srishti.

Anmerkung: Shivaduti: Shivas Botin beziehungsweise diejenige, die Shiva zum Boten hat; hier Name der Göttin, keine menschliche Partnerin.

Vers 138
kṛtyābījaṃ kīlakaṃ syādviniyogo'sya kathyate |
devi dūtīnyāsa eva prakāramadhunā śṛṇu ||138||

Das Kritya-Bija ist das Kilaka; die Anwendung dient dem Duti-Nyasa, Göttin. Höre nun seine Ausführung.

Vers 139
caturviṃśatidūtyastu kapālāhvayaḍāmare |
brahmākhye yāmale cāpi pṛthaktvena nirūpitāḥ ||139||

Vierundzwanzig Dutis werden im Kapala-Damara und im Brahma genannten Yamala einzeln beschrieben.

Anmerkung: OCR brahmāle nach Werkname und Satzbau zu brahmākhye normalisiert; Fußnote bietet Umākhya-Yamala, nicht eingemischt.

Vers 140
bhīmātantre vyāpikākhyā pañcaviṃśatikānyapi |
kālānale tu ṣaḍviṃśāḥ siddhilakṣmyugracaṇḍayoḥ ||140||

Im Bhima-Tantra tritt als fünfundzwanzigste Vyapika hinzu. Im Kalanala werden bei Siddhilakshmi und Ugrachanda sechsundzwanzig [beschrieben].

Anmerkung: Werk- und Zählzuordnungen sind Aussagen der Quelle; keine zusätzlichen Texte recherchiert oder eingefügt.

Vers 141
pūjāvidhau guhyakālyāḥ pañcaviṃśatirīritāḥ |
tattanmantrāstatastattacchivadūtīḥ svanāmabhiḥ ||141||

Im Puja-Ritual Guhyakalis werden fünfundzwanzig genannt. Ihre jeweiligen Mantras, die betreffenden Shivadutis mit ihren eigenen Namen …

Anmerkung: Der Bezug der vorausgehenden Paarung Siddhilakshmi/Ugrachanda bleibt nach Satzbau bei 140, nicht stillschweigend zu diesem Satz gezogen.

Vers 142
tattatsthānāni vakṣye'haṃ krameṇa parameśvari |
nyāsasthānaṃ mantra evetyanākhyeyaṃ mayā muhuḥ ||142||

… und ihre Körperstellen erkläre ich der Reihe nach, o höchste Herrin. Da die Nyasa-Stelle schon im Mantra steht, muss ich sie nicht jedesmal gesondert nennen.

Chandashivaduti: die wilde Botin

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 143
pāśatrayādanu prakaṭapadādvikaṭarūpiṇi |
māyākāmau tathā kālī tadanvaṭṭāṭṭahāsini ||143||

Dreimal Pasha; dann die Anrede aus „prakaṭa“ und „vikaṭarūpiṇi“: „O du von offenbarter gewaltiger Gestalt!“ Maya, Kama, Kali, danach „aṭṭāṭṭahāsini“ – „du laut und gewaltig Lachende!“ …

Vers 144
lakṣmīsṛṇiruṣo dattvā naramuṇḍācca mālini |
carācaraṃ jagatprocya stambhayadvitayaṃ tataḥ ||144||

… Lakshmi, Srini und Ruṣ, „naramuṇḍamālini“ – „du mit einer Girlande aus Menschenköpfen!“ –, dann „carācaraṃ jagat stambhaya stambhaya“: „Lähme, lähme die bewegliche und unbewegliche Welt!“

Anmerkung: Historische Anrufung mit ausdrücklicher Zwangsabsicht; nicht als harmlose moderne Meditation umgedeutet.

Vers 145
mahākrodhaṃ gāruḍaṃ ca prāsādaṃ tadanantaram |
sambodhanaṃ caṇḍaśivadūtīśabdasya tatparam ||145||

Mahakrodha, Garuda und Prasada, danach Chandashivaduti im Vokativ: „O wilde Shivaduti!“

Pherushivaduti: das Schakalsgesicht

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 146
śrīpādukāṃ pūjayāmi lalāṭāya namastataḥ |
pāśatrayādanu mahāśmaśānādvāsinītyapi ||146||

„śrīpādukāṃ pūjayāmi lalāṭāya namaḥ“ – „Ich verehre die ehrwürdige Paduka; Verehrung der Stirn!“ Für die nächste Duti dreimal Pasha, dann „mahāśmaśānavāsini“ – „du auf dem großen Verbrennungsplatz Wohnende!“ …

Anmerkung: Pādukā ist wörtlich die Sandale beziehungsweise der verehrte Fußsitz der Gottheit.

Vers 147
śākinī yoginī kāntā narakaṅkāladhāriṇi |
tataḥ karaṅkiṇi procya pherumukhyapi kīrtayet ||147||

… Shakini, Yogini, Kanta; „narakaṅkāladhāriṇi“ – „du ein Menschenskelett Tragende!“ –, „karaṅkiṇi“ – „du mit einem Skelett Versehene!“ –, „pherumukhi“ – „du Schakalsgesichtige!“ …

Anmerkung: Karaṅkiṇī folgt der gut lesbaren Fußnotenform, Varianten mit k/ṅ bleiben unsicher.

Vers 148
ḍākinīpralayāvuktvā phetkārīmapi kīrtayet |
tataḥ pralambodari ca ṛkṣakarṇi visandhimat ||148||

… Dakini, Pralaya und Phetkari; danach „pralambodari“ – „du mit herabhängendem Bauch!“ – und „ṛkṣakarṇi“ – „du mit Bärenohren!“ –, ohne Lautverschmelzung …

Vers 149
śabdātpheruśivāddūti vadecchrīpādukāṃ […] |
pūjayāmīti cibukāya namastadanantaram ||149||

… „pheruśivadūti“ – „o Schakal-Shivaduti!“ –, dann „śrīpādukāṃ pūjayāmi cibukāya namaḥ“: „Ich verehre die ehrwürdige Paduka; Verehrung dem Kinn!“

Anmerkung: Fragment: kleines Verbindungswort nach pādukāṃ beschädigt; Rezitationsformel selbst lesbar. OCR-Ziffer १४६ zu 149 normalisiert.

Raktashivaduti: Blut und Fangzähne

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 150
triḥ pāśaṃ punarābhāṣya daṃṣṭrāśabdaṃ tataḥ param |
karāle lolajihve ca nṛsiṃhapretabhairavīḥ ||150||

Wieder dreimal Pasha, dann „daṃṣṭrākarāle“ – „du durch Fangzähne Furchtbare!“ –, „lolajihve“ – „du mit beweglicher Zunge!“ –, Nrisimha, Preta und Bhairavi …

Vers 151
tato rudhiraśabdānu vasāpiśitabhojini |
triśikhāṃ ca triśaktiṃ ca khecarīmapyanantaram ||151||

… „rudhiravasāpiśitabhojini“ – „du Blut, Fett und Fleisch Verzehrende!“ –, danach Trishikha, Trishakti und Khechari …

Anmerkung: Drastische Göttinnenanrede im historischen Ritualtext.

Vers 152
ghorarāve mahācaṇḍakopinyapi tataḥ param |
śaktibījaṃ bhūbījaṃ ca vidyudbījamapi priye ||152||

… „ghorarāve“ – „du schrecklich Tönende!“ –, „mahācaṇḍakopini“ – „du in gewaltigem Zorn Wütende!“ –, dann Shakti-, Erd- und Vidyut-Bija, Geliebte …

Vers 153
tato raktaśivārṇebhyo dūtiḥ śrīpādukāṃ vadet |
pūjayāmīti collikhya dakṣiṇetyapi saṃsmaret ||153||

… aus „rakta“, „śiva“ und „dūti“ die Anrede Raktashivaduti; dann „śrīpādukāṃ pūjayāmi“, „Ich verehre die ehrwürdige Paduka“, und „dakṣiṇa“ …

Krodhashivaduti: Zorn und die Kula-Lehre

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 154
karṇāya nama ityante dūtīpāśādi mā vyagāt |
catuḥkalaṃ mahāpiṅgalajaṭābhārabhāsure ||154||

… mit „karṇāya namaḥ“: „Verehrung dem rechten Ohr!“ Die zu Beginn der Duti-Formeln stehenden Pasha-Glieder sollen nicht entfallen. Für die nächste Form viermal Kala: „mahāpiṅgalajaṭābhārabhāsure“ – „du durch die Fülle großer gelbbrauner Haarflechten Strahlende!“ …

Anmerkung: Der Übergang von Pasha zu Kala ist ausdrücklich vorhanden; nicht vereinheitlicht.

Vers 155
hāreṣṭijambhāstadanu śmaśānāddhāvanetyapi |
vimuktakeśi saṅkīrtya hāhārāviṇi coddharet ||155||

… Hara, Ishti und Jambha, dann eine Anrede aus „śmaśāna“ und „dhāvana“ (auf dem Verbrennungsplatz umherlaufend), „vimuktakeśi“ (du mit gelöstem Haar), „hāhārāviṇi“ (du „ha ha“ Rufende) …

Anmerkung: Śmaśānadhāvana ist als Wortbildungsanweisung erkennbar, genaue feminine Endung nicht sicher ausgeschrieben.

Vers 156
ekāvalīṃ vratamatho ṣaḍaṅgaṃ tadanantaram |
tataḥ kharamukhi procya piśācini samuddharet ||156||

… Ekavali, Vrata und Shadanga; dann „kharamukhi“ – „du Eselsgesichtige!“ – und „piśācini“ – „du Pishachi!“ …

Vers 157
padātkulamatādbhūyaḥ pravartini samālikhet |
[…] krodhaśivadūtipadaṃ bhavet ||157||

… „kulamatapravartini“ – „du die Kula-Lehre Verbreitende!“ –, […] dann Krodhashivaduti, die zornvolle Shivaduti …

Anmerkung: Fragment: zusätzliche Laut- oder Namensanweisung vor Krodhashivaduti beschädigt.

Ghorashivaduti: furchtbare Gegenwart

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 158
śrīpādukāṃ pūjayāmi vāmakarṇāya hṛnmanuḥ |
kalācatuṣkānu mahābhairavi pratikīrtayet ||158||

„Ich verehre die ehrwürdige Paduka“, „vāmakarṇāya“ (dem linken Ohr), Herzabschluss. Für die nächste Form viermal Kala, danach „mahābhairavi“ – „o große Bhairavi!“ …

Vers 159
khaṭvāṅgadhāriṇi tathā mahāmāṃsabalipriye |
tato muktāmekhale ca kaṇikāduṣkṛte tathā ||159||

… „khaṭvāṅgadhāriṇi“ – „du den Khatvanga Tragende!“ –, „mahāmāṃsabalipriye“ – „du, der die große Fleischgabe lieb ist!“ –, „muktāmekhale“ – „du mit einem Perlengürtel!“ –, dann Kanika und Dushkrita …

Anmerkung: Mahāmāṃsa kann in tantrischem Ritualwortschatz Menschenfleisch bezeichnen; die wörtliche Anrede allein legt hier die genaue Gabe nicht ausdrücklich fest.

Vers 160
mahāmārītipadatastrailokyaḍāmarītyapi |
niśācarīti saṃlikhya mahākuṇḍe samuddharet ||160||

… „mahāmāri“ – „o große Seuchenbringerin!“ –, „trailokyaḍāmari“ – „du die drei Welten Erschütternde!“ –, „niśācari“ – „du nachts Umherziehende!“ – und „mahākuṇḍe“ – „du große Kunda!“ …

Anmerkung: Letzte Anrede kuṇḍa (Grube/Gefäß) bleibt in ihrer speziellen Namensbedeutung unsicher.

Vers 161
[…] padmaṃ ca dūti ghoraśivātpadāt |
śrīpādukāṃ pūjayāmi kūrcāya nama ityapi ||161||

[…], Padma und „ghoraśivadūti“ – „o furchtbare Shivaduti!“ –, dann „śrīpādukāṃ pūjayāmi kūrcāya namaḥ“: „Ich verehre die ehrwürdige Paduka; Verehrung dem Kurcha-Bereich!“

Anmerkung: Fragment: Anfangsglied beschädigt. Kūrca bezeichnet hier eine Körperstelle, wohl den Bereich zwischen den Brauen; keine sichere anatomische Präzisierung behauptet.

Kritantashivaduti: die Todesgestalt

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 162
vedasaṅkhyāṃ kalāmuktvā padādvikaṭatuṅgataḥ |
kokāmukhi samuddhṛtya jālandhari tataḥ param ||162||

Man spricht Kala in der Zahl der Veden, also viermal, dann „vikaṭatuṅgakokāmukhi“ – „du mit gewaltigem, hochragendem Koka-Gesicht!“ –, danach „jālandhari“ …

Anmerkung: Koka kann Wolf oder einen Vogel bezeichnen; keine sichere Tierart erfunden. Jalandhari bleibt als Name erhalten.

Vers 163
kramagarbhāhvaye bīje tata aupahvarābhidham |
kuśikaṃ sadāśivapretārūḍhe tadanu bhāmini ||163||

Die Bijas Krama und Garbha, dann Aupahvara und Kushika; darauf „sadāśivapretārūḍhe“ – „du auf Sadashivas Leichnam Reitende!“ –, o Strahlende, …

Vers 164
pātālatulitodaryanu syādbījaṃ nṛsiṃhakam |
dīpaṃ nāndikabījaṃ ca vyayabījamataḥ param ||164||

… „pātālatulitodari“ – „du mit einem Bauch so groß wie die Unterwelt!“ –, dann Nrisimha-Bija, Dipa, Nandika-Bija und Vyaya-Bija …

Vers 165
kṛtāntaśivadūtīti tadante samudīrayet |
śrīpādukāṃ pūjayāmi tathoṣṭhāya namo'pi ca ||165||

… am Ende „kṛtāntaśivadūti“ – „o Todes-Shivaduti!“ –, „śrīpādukāṃ pūjayāmi oṣṭhāya namaḥ“: „Ich verehre die ehrwürdige Paduka; Verehrung der Oberlippe!“

Kapalashivaduti: Schädelherrin

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 166
kalācatuṣkamābhāṣya bhujaṅgādrāja ityapi |
kaṭisūtriṇi saṅkīrtya vahnisphuliṅga ityapi ||166||

Viermal Kala, danach aus „bhujaṅga“, „rāja“ und „kaṭisūtriṇi“ die Anrede „du, deren Hüftgürtel ein Schlangenkönig ist!“, dann „vahnisphuliṅga“ …

Vers 167
piṅgalākṣipadādbījaṃ nārācaṃ samudīrayet |
nālīkaṃ mandamapi ca carpaṭaṃ bījamanvataḥ ||167||

… verbunden mit „piṅgalākṣi“: „du mit feuerfunkenfarbenen, gelbbraunen Augen!“ Es folgen die Bijas Naracha, Nalika, Manda und Charpata …

Vers 168
dvīpicarmāvṛtāṅgīti śivavāhini cetyapi |
caṇḍakāpāleśvari ca bhuśuṇḍīṃ śūlapūrvikām ||168||

… „dvīpicarmāvṛtāṅgi“ – „du mit Pantherfell bekleidete Göttin!“ –, „śivavāhini“ – „du Shiva Tragende!“ –, „caṇḍakāpāleśvari“ – „du wilde Herrin der Schädelträger!“ –, dann Shula und Bhushundi …

Anmerkung: Śivavāhinī kann hier auch schakalbezogen gelesen werden; Fußnote bietet śavavāhinī, „Leichenträgerin“. Haupt- und Variantenlesung nicht verschmolzen.

Vers 169
sammohaṃ […] kāpālaśivadūtyapi |
śrīpādukāṃ pūjayāmi tato'nantaramīrayet ||169||

… Sammoha, […] und „kāpālaśivadūti“ – „o Schädel-Shivaduti!“ –, danach „śrīpādukāṃ pūjayāmi“ – „Ich verehre die ehrwürdige Paduka“ …

Anmerkung: Fragment: ein Lautname nach Sammoha beschädigt.

Vers 170
tato dakṣiṇanetrāya namaḥpadapuraḥsaram |
kalādimāgatā devi śivadūtī […] ||170||

… dann „dakṣiṇanetrāya namaḥ“ – „Verehrung dem rechten Auge!“ Die mit Kala beginnenden Shivaduti-Formeln […] .

Anmerkung: Fragment: Schluss der Regel beschädigt; keine genaue Zahl oder Gruppengrenze rekonstruiert.

Die Tänzerin im Weltauflösungsfeuer

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 171
pañca śarvānu pralayakālānalapadaṃ bhavet |
jvālājaṭālacitito madhyasaṃsthe tataḥ param ||171||

Fünfmal Sharva, danach die Anrede aus „pralayakālānala“, „jvālājaṭālaciti“ und „madhyasaṃsthe“: „du inmitten des von Flammen umhüllten Scheiterhaufens des Weltauflösungsfeuers Weilende!“ …

Anmerkung: Citi ist hier der aufgeschichtete Scheiterhaufen; keine stillschweigende Umdeutung zu Bewusstsein.

Vers 172
tato'nu vidhiḍākinyau kekarākṣīmataḥ param |
patanaṃ procya kalpāntaraṅganṛtyapadaṃ vadet ||172||

… Vidhi, Dakini, Kekarakshi und Patana; dann die Wortgruppe „kalpāntaraṅganṛtya“ – „Tanz auf der Bühne des Weltzeitendes“ …

Vers 173
tato mahānāṭakini padamīdṛśamuccaret |
dakṣiṇaṃ cāpi kauluñcaṃ nādāntakavirūpakau ||173||

… gefolgt von „mahānāṭakini“ – „du große Tänzerin und Darstellerin!“ –, danach Dakshina, Kauluncha, Nadantaka und Virupaka …

Anmerkung: Dakshina als Lautname; Fußnote Dākṣika nicht eingemischt. Der Satz läuft in den folgenden Vers weiter.

Vers 174
carcarīkaraśabdānu tālikāvādinītyapi |
śivadūtīti kathayedvajraśabdādanantaram ||174||

… „carcarīkaratālikāvādini“ – „du, die den Charchari-Tanz mit Händeklatschen begleitet!“ –, danach „vajraśivadūti“ – „o Vajra-Shivaduti!“ …

Anmerkung: Fortsetzung der Formel aus 171–173; Charchari bezeichnet einen Tanz beziehungsweise rhythmischen Vortrag.

Ulka-Shivaduti: die Feuerbrand-Botin

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 175
śrīpādukāṃ pūjayāmi vāmanetrāya hṛnmanuḥ |
prāgvadvadetpañcaśarvānparāparaṃ tataḥ param ||175||

„Ich verehre die ehrwürdige Paduka“, „dem linken Auge“, Herzabschluss. Für die nächste Form wie zuvor fünfmal Sharva, dann „parāpara“ …

Vers 176
rahasyasamayetyuktvā cāriṇi pratikīrtayet |
jvālāmālinyanu vadedvijayābījamīśvari ||176||

… mit „rahasyasamayacāriṇi“: „du in den geheimen Verpflichtungen des Höchsten und Niederen Wandelnde!“ Dann „jvālāmālini“ (du mit Flammengirlande) und das Vijaya-Bija, o Herrin …

Anmerkung: Parāpara kann höchste und niedere Ebenen zusammen bezeichnen; kein spezifisches Lehrsystem außerhalb des Textes unterstellt.

Vers 177
gāyatrīṃ saṃhitāṃ cāpi karālīṃ tadanantaram |
yathākṣaraṃ hi pralayasamayetyapi kīrtayet ||177||

… Gayatri, Samhita und Karali; dann spricht man ausdrücklich die Wörter „pralayasamaye“ – „zur Zeit der Weltauflösung“ …

Anmerkung: Yathākṣaram fordert hier den gewöhnlichen Wortlaut, nicht eine Bija-Auflösung.

Vers 178
koṭyarkadurnirīkṣye ca tato mṛtyupade'pi ca |
[…] nāndikamuddhṛtya sārasaṃ ca tathā ghaṭīm ||178||

… „koṭyarkadurnirīkṣye“ – „du, die wie zehn Millionen Sonnen kaum anzusehen ist!“ –, „mṛtyupade“ – „du Stätte des Todes!“ –, […] Nandika, Sarasa und Ghati …

Anmerkung: Fragment: ein Lautglied vor Nandika beschädigt; Fußnote bietet eine andere Todesanrede, nicht eingemischt.

Vers 179
jayajhaṅkāriṇi procya visandhyulkāpadaṃ vadet |
śivadūtīti saṅkīrtya tataḥ śrīpādukāṃ vadet ||179||

… „jayajhaṅkāriṇi“ – „du den Sieg laut Verkündende!“ –, dann ohne Lautverschmelzung Ulka und Shivaduti, also „o Ulka-Shivaduti“, die Feuerbrand-Botin, und „śrīpādukām“ …

Anmerkung: Jhaṅkāriṇī als nur leicht unsichere Normalisierung des OCR-Rufnamens.

Vers 180
vadeddakṣiṇagaṇḍāya pūjayāmipadādanu |
sarvaśeṣe […] syādityevaṃ vidhyanukramaḥ ||180||

… „pūjayāmi dakṣiṇagaṇḍāya“: „Ich verehre [die Paduka]; der rechten Backe …“. Ganz am Ende steht […] . So ist die Folge des Rituals.

Anmerkung: Fragment: letzter Abschlusslaut beschädigt; nicht aus benachbarten Formeln ergänzt.

Shmashana-Shivaduti: der Verbrennungsplatz

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 181
pūrvoktarītivatpañca śarvānprathamamuddharet |
tato'nu koṭicāmuṇḍāmadhyacāriṇi kīrtayet ||181||

Wie zuvor zuerst fünfmal Sharva, danach „koṭicāmuṇḍāmadhyacāriṇi“ – „du inmitten von zehn Millionen Chamundas Wandelnde!“ …

Vers 182
pretakaṅkāladhāriṇyanu brūyādbījapañcakam |
kośaṃ piṇḍaṃ ca […] sārighaṃ kuṭilāmapi ||182||

… „pretakaṅkāladhāriṇi“ – „du ein Leichenskelett Tragende!“ –, danach fünf Bijas: Kosha, Pinda, […], Sarigha und Kutila …

Anmerkung: Fragment: drittes Bija beschädigt, Sarigha ebenfalls unsicher lesbar; keine Fünferfolge rekonstruiert.

Vers 183
digambari samābhāṣya tataḥ kapilacañcala[…] |
[…] bhramayetyuktvā bhrāmari pratikīrtayet ||183||

… „digambari“ – „du mit den Himmelsrichtungen Bekleidete!“ –, eine beschädigte Anrede mit „gelbbraun“ und „beweglich“ […], „bhramaya“ – „lass kreisen!“ – und „bhrāmari“ – „o Bhramari!“ …

Anmerkung: Fragment: zusammengesetzte Anrede und Objekt von bhramaya beschädigt; nicht vervollständigt.

Vers 184
bhauraṃ puṭakamṛṣṭiṃ ca kuntaṃ catvāri […] |
tato bhagavati procya śmaśānaśivadūtyapi ||184||

… Bhaura, Putaka, Rishti und Kunta, vier [Bijas], […], dann „bhagavati śmaśānaśivadūti“ – „o erhabene Shmashana-Shivaduti, Botin des Verbrennungsplatzes!“ …

Anmerkung: Fragment: Schlusswort der ersten Zeile beschädigt; Bhaura als Lautname unsicher.

Ugra-Shivaduti: wilde Macht

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 185
śrīpādukāṃ pūjayāmi vāmagaṇḍāya […] |
śarvapañcakamābhāṣya vadedākarṣaṇīti ca ||185||

„Ich verehre die ehrwürdige Paduka“, „der linken Backe“, […]. Für die nächste Duti fünfmal Sharva, dann „ākarṣaṇi“ – „du Anziehende!“ …

Anmerkung: Fragment: Abschlusslaut der ersten Formel beschädigt.

Vers 186
āveśini tataḥ santoṣiṇi sammohinītyapi |
bīje viśvamayukte dve saṃhāraṃ kṛtyayā saha ||186||

… „āveśini“ (du Eindringende/Besitzergreifende), „santoṣiṇi“ (du Erfreuende), „sammohini“ (du Verblendende); die beiden Bijas Vishva und Ayukta, dann Samhara zusammen mit Kritya …

Anmerkung: Ayukta ist ein unsicherer Chiffrenname.

Vers 187
tataścaṇḍini cāṇḍālini caṇḍi caṇḍiketyapi |
ratipīyūṣaśaktyarṇānpravadet […] nirmalān ||187||

… „caṇḍini cāṇḍālini caṇḍi caṇḍike“ – „du Wilde, Chandali, Chandi, Chandika!“ –, danach die Laute Rati, Piyusha und Shakti, rein beziehungsweise unvermischt […] …

Anmerkung: Fragment: kurze Bestimmung vor nirmalān beschädigt. Cāṇḍālinī ist ein historisch standesbezogener Göttinnenname, hier nicht geglättet.

Vers 188
madonmatte vadedugraśivadūtīti tatparam |
śrīpādukāṃ pūjayāmi dakṣiṇāṃsāya hṛnmanuḥ ||188||

… „madonmatte ugraśivadūti“ – „du vom Rausch Ergriffene, o wilde Shivaduti!“ –, „Ich verehre die ehrwürdige Paduka“, „der rechten Schulter“, Herzabschluss.

Raudra-Shivaduti und Abschluss der Sharva-Gruppe

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 189
pañcaiva śarvānābhāṣya vadetkāli punarmahāt |
kālavañcani saṅkīrtya vicce ghore tataḥ param ||189||

Fünfmal Sharva, dann „kāli mahākālavañcani“ – „o Kali, du, die den großen Tod überlistet!“ –, danach „vicce ghore“.

Anmerkung: Vicce bleibt unübersetzte Mantraform; ghore heißt „o Furchtbare“. Mahakala kann hier zugleich den großen Zeit-/Todesgott bezeichnen.

Vers 190
parāpareti saṅkīrtya sambhedini samuddharet |
santarjini punaḥ procya balāhakini kīrtayet ||190||

„parāparasambhedini“ – „du höchste und niedere Bereiche Durchbrechende!“ –, „santarjini“ (du Drohende) und „balāhakini“ (du Wolkenhafte) …

Anmerkung: OCR-Ziffer १६० in der Folge zu 190 normalisiert.

Vers 191
tata uktā kālarātriḥ kālāntakagṛhiṇyapi |
parāpareti saṅkīrtya sambhedini samuddharet ||191||

… Kalaratri, die Nacht der Zeit, und Kalantaka-grihini, die Gattin des Todesüberwinders. Erneut „parāparasambhedini“ – „du höchste und niedere Bereiche Durchbrechende!“ …

Anmerkung: Der zweite Halbvers wiederholt die Anrede aus 190; Wiederholung der Quelle nicht stillschweigend gestrichen.

Vers 192
kaṅkālādīni pañcāpi bījāni samudāharet |
nākulādyāsurāntaṃ ca pañcabījaṃ tataḥ smaret ||192||

… fünf Bijas beginnend mit Kankala, danach fünf Bijas von Nakula bis Asura.

Anmerkung: Die dazwischenliegenden Namen werden an dieser Stelle nicht genannt und nicht ergänzt.

Vers 193
khaṇḍinyupanyasya punarmuṇḍini pratyupanyaset |
tato raudraśivetyarṇāddūti śrīpādukāṃ vadet ||193||

… „khaṇḍini“ (du Zerstückelnde), „muṇḍini“ (du mit Köpfen Geschmückte), dann „raudraśivadūti“ – „o zornvolle Shivaduti!“ – und „śrīpādukām“ …

Vers 194
pūjayāmyanu vāmāṃsāya namastadanantaram |
śarvādimāḥ pañcadūtyaḥ samāptimagamatpriye ||194||

… „pūjayāmi vāmāṃsāya namaḥ“: „Ich verehre [die Paduka]; Verehrung der linken Schulter!“ Damit sind die fünf mit Sharva beginnenden Duti-Formeln abgeschlossen, Geliebte.

Unmatta-Shivaduti: die ekstatische Botin

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 195
tārānpañca samullikhya prathamaṃ varavarṇini |
tato brahmakapālācca baddhapadmāsane vadet ||195||

Zuerst fünfmal Tara, o Schönfarbige, dann „brahmakapālabaddhapadmāsane“ – „du, die auf Brahmas Schädel den Lotussitz eingenommen hat!“ …

Vers 196
carcitānu mahāviṣṇukapāle tadanantaram |
dhanadāmatha yakṣaṃ ca kaumudīṃ citrameva ca ||196||

… „carcitamahāviṣṇukapāle“ – „du mit dem Schädel des großen Vishnu Geschmückte!“ –, danach Dhanada, Yaksha, Kaumudi und Chitra …

Anmerkung: Verbindung carcita-mahāviṣṇu-kapāla ist etwas unsicher, aber die Schmuck-/Schädelanrede lesbar; keine andere Mythologie ergänzt.

Vers 197
nandinībījataḥ sārdranarāntrakṛta ityapi |
yogapaṭṭini saṅkīrtya śeṣayajñopavītini ||197||

… Nandini-Bija, dann „sārdranarāntrakṛtayogapaṭṭini“ – „du mit einem Yogagurt aus feuchten menschlichen Eingeweiden!“ – und „śeṣayajñopavītini“ – „du mit Shesha als heiliger Schnur!“ …

Anmerkung: Drastische ikonographische Anrede, keine Handlungsanweisung zur Beschaffung.

Vers 198
lalitāṃ rauravaṃ viśvaṃ vairājaṃ ca kumārikām |
vikarālini niḥsandhyunmattaśivadūtyapi ||198||

… Lalita, Raurava, Vishva, Vairaja und Kumarika, dann ohne Lautverschmelzung „vikarālini unmattaśivadūti“ – „du überaus Furchtbare, o ekstatische Shivaduti!“ …

Anmerkung: Kumarika ist hier ein Lautname; kein sexueller Zusammenhang.

Vers 199
śrīpādukāṃ pūjayāmi tadanantaramīrayet |
vāmavaṅkṣaṇamābhāṣya ṅe'ntatvena namo'nvitam ||199||

… „Ich verehre die ehrwürdige Paduka“, danach „vāmavaṅkṣaṇāya namaḥ“ – „Verehrung der linken Leiste!“

Anmerkung: Die Dativbildung ist ausdrücklich angeordnet.

Kala-Shivaduti: die Hüterin des Geheimnisses

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 200
garbhajanmamṛtitrātā […] pañcādau samudīrayet |
kharakarṇi procya mahāpiśācini samālikhet ||200||

Am Anfang fünfmal [eine beschädigte Lautumschreibung mit] „Retter aus Mutterleib, Geburt und Tod“ […]. Dann „kharakarṇi mahāpiśācini“ – „du Eselsohrige, o große Pishachi!“ …

Anmerkung: Fragment: genaue Bija-Bezeichnung im ersten Halbvers nicht zuverlässig herstellbar; nicht automatisch Tara ergänzt.

Vers 201
khadyotapiṅgaletyuktvā jvaladakṣīti coddharet |
saṃvidaṃ punaricchāṃ ca manaśca sasamādhikam ||201||

… „khadyotapiṅgalajvaladakṣi“ – „du mit leuchtenden, gelbbraunen Augen wie Glühwürmchen!“ –, danach Samvid, Iccha, Manas und Samadhi …

Anmerkung: Die Anrede wird aus der ausdrücklich über zwei Wortgruppen laufenden Bildungsanweisung verbunden.

Vers 202
prāsādaṃ yamajihve ca vaḍavāmukhi kīrtayet |
visandhyavarṇeśvari ca vajravyomānu keśyapi ||202||

… Prasada, „yamajihve“ (du mit der Zunge des Todes), „vaḍavāmukhi“ (du mit dem Maul des unterseeischen Feuers), ohne Lautverschmelzung „avarṇeśvari“ (du Herrin jenseits der Laute) und „vajravyomakeśi“ (du mit Vajra-Raum als Haar) …

Anmerkung: Die seltene letzte Anrede bleibt in ihrer Bildlichkeit wörtlich; avarṇeśvarī als unsichere, aber lesbare Worttrennung gekennzeichnet.

Vers 203
dhūmaṃ […] chandaḥ sūcīṃ pherumeva ca |
rahasyarakṣiṇi procya kālārṇācchivadūtyapi ||203||

… Dhuma, […], Chandas, Suchi und Pheru; „rahasyarakṣiṇi“ – „du das Geheimnis Bewahrende!“ –, dann „kālaśivadūti“ – „o Zeit-/Todes-Shivaduti!“ …

Anmerkung: Fragment: zweites Lautglied beschädigt.

Vers 204
śrīpādukāṃ pūjayāmi tato'nantaramīrayet |
tato dakṣiṇapaurastyaṃ vaṅkṣaṇaṃ samudāharet ||204||

… „Ich verehre die ehrwürdige Paduka“, danach „rechte vordere Leiste“ …

Anmerkung: Die Endungs- und Abschlussanweisung folgt im nächsten Vers.

Munda-Shivaduti: Vernichtung und unaussprechliches Wesen

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 205
vibhaktyā […] yuktaṃ namaḥśabdena cāntime |
uccārya pañca vedādīñjayayugmaṃ […] ||205||

… mit [beschädigter Endungsangabe] und „namaḥ“ am Schluss. Für die nächste Duti fünfmal Veda-Anfang, dann zweimal „jaya“ – „Sieg!“ – […] …

Anmerkung: Fragment: Kasusangabe sowie Schlussverb beschädigt; keine sichere Vollform der Körperstellenanrede ergänzt.

Vers 206
[…] tataḥ kāmāṅkuśe iti samuddharet |
kāmadrāviṇi saṅkīrtya sarvānu madabhañjini ||206||

[…] Dann „kāmāṅkuśe“ – „du Haken des Verlangens!“ –, „kāmadrāviṇi“ – „du das Verlangen zum Schmelzen Bringende!“ – und „sarvamadabhañjini“ – „du jeden Hochmut Brechende!“ …

Anmerkung: Fragment: erstes Anredeglied beschädigt.

Vers 207
māruṇḍaṃ ca vinādaṃ ca sambhūtiṃ […] |
viriñcyante punarbrūyādanākhyeyasvarūpiṇi ||207||

… Marunda, Vinada, Sambhuti, […] und zuletzt Virinchi; danach „anākhyeyasvarūpiṇi“ – „du, deren wahres Wesen nicht auszusprechen ist!“ …

Anmerkung: Fragment: ein Lautname beschädigt; Marunda unsicher, nicht mit Bharunda vereinheitlicht.

Vers 208
tataḥ punaścapeṭini nagadantapadaṃ tataḥ |
brahmāṇḍe iti saṅkīrtya saṃvartakavivartakau ||208||

… „capeṭini“ – „du mit der schlagenden Hand!“ –, dann eine Anrede aus „nag adanta“ und „brahmāṇḍa“ […]; danach Samvartaka und Vivartaka …

Anmerkung: Fragment: Kompositum vor brahmāṇḍe unklar. Fußnote galadanta statt nagadanta, nicht zu einem gesicherten Sinn verschmolzen.

Vers 209
pārīndraṃ ca śubhaṃ […] tataḥ kṣapaṇike muṇḍaśivadūtīti […] ||209||

… Parindra, Shubha und […], dann „kṣapaṇike muṇḍaśivadūti“ – „du Vernichtende, o Kopf-/Schädel-Shivaduti!“ …

Anmerkung: Fragment: mehrere Chiffren und Abschlussverb beschädigt. OCR-Ziffer २०७ in der Folge zu 209 normalisiert.

Die große Rakshasi

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 210
śrīpādukāṃ pūjayāmi galāya nama ityapi |
pañcāgamānāṃ mūrdhno'gre sakalāddaitya ityapi ||210||

„Ich verehre die ehrwürdige Paduka; Verehrung dem Hals!“ Für die nächste Duti fünfmal das „Haupt der Agamas“, danach „sakaladaitya“ …

Anmerkung: „Haupt der Agamas“ ist eine Lautumschreibung; nicht ungekennzeichnet durch eine Bija-Silbe ersetzt.

Vers 211
balamardini saṃsmṛtya nipītarudhire'pi ca |
chadinyante kaitavāṇaṃ tataḥ […] ca ||211||

… mit „balamardini“: „du die gesamte Macht der Daityas Zermalmende!“ –, „nipītarudhire“ – „du Blut Getrunkenhabende!“ –, „chadini“ […], Kaitava-Laut und […] …

Anmerkung: Fragment: Worttrennung und folgende Chiffren beschädigt; Chadinī nicht frei gedeutet.

Vers 212
saṃhāriṇīṃ ca vighaṭīṃ virāgaṃ carame vadet |
śavāṅgulīpuñjakṛtakāñcitasyāpyanūddharet ||212||

… Samharini, Vighati und zuletzt Viraga; danach die Anrede derjenigen, deren Gürtel aus einem Bündel von Leichenfingern besteht.

Anmerkung: Sanskritende des Gürtelkompositums beschädigt, Bedeutung aus śavāṅgulīpuñjakṛta-kāñci hinreichend gesichert. Fußnote sarvāṅgulī statt śavāṅgulī nicht eingemischt.

Vers 213
huṃ hūṃ kārapadānnādabhīṣaṇe tadanantaram |
vivatsamatha sambhāvaṃ saṃyogaṃ ca viyogakam ||213||

… „huṃ huṃkāranādabhīṣaṇe“ – „du durch den Klang des huṃ-huṃ-Rufes Furchtbare!“ –, dann Vivatsa, Sambhava, Samyoga und Viyoga …

Anmerkung: Huṃ nach sichtbarem kurzem Vokal; keine ungesicherte Längung.

Vers 214
dhammilaṃ śūlini procya mahārākṣasi kīrtayet |
tataśca śivadūtīti pravadedvaravarṇini ||214||

… Dhammila, „śūlini“ (du Dreizackträgerin), „mahārākṣasi“ (du große Rakshasi) und dann „śivadūti“ (o Shivaduti), o Schönangesichtige …

Anmerkung: Dhammila, gewöhnlich Haaraufbindung, dient hier als Lautname.

Bala-Shivaduti: die Kraftvolle

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 215
śrīpādukāṃ pūjayāmi vāmapārśvāya hṛnmanuḥ |
praṇavānpañca saṃlikhya vātavegajayinyataḥ ||215||

„Ich verehre die ehrwürdige Paduka“, „der linken Körperseite“, Herzabschluss. Danach fünfmal Pranava und „vātavegajayini“ – „du die Geschwindigkeit des Windes Übertreffende!“ …

Vers 216
vetaṇḍatuṇḍi paramapracaṇḍi tadanantaram |
sukṛtaṃ bhadrikāṃ caiva saṃhāriṇamataḥ param ||216||

… „vetaṇḍatuṇḍi“ (du mit Elefantenrüssel), „paramapracaṇḍi“ (du überaus Wilde), dann Sukrita, Bhadrika und Samharin …

Vers 217
aupadeyaṃ ca virasaṃ mahāśaṅkhācca mālini |
trilokīpālini procya saṃvartakapadaṃ vadet ||217||

… Aupadeya, Virasa, „mahāśaṅkhamālini“ (du mit einer Girlande großer Muscheln/Schädel), „trilokīpālini“ (du Hüterin der drei Welten) und dann „saṃvartaka“ …

Anmerkung: Mahāśaṅkha kann in tantrischer Bildsprache den menschlichen Schädel bezeichnen; nicht ohne Kennzeichnung auf eine einzige Bedeutung festgelegt.

Vers 218
kālānalajvālini ca bhujabhīme ca karkaśāt |
uḍḍiyānaṃ ca yamalamṛkāraṃ gulva[gula]meva ca ||218||

… verbunden mit „kālānalajvālini“ – „du im Feuer der Weltauflösungszeit Flammende!“ –, „karkaśabhujabhīme“ – „du mit rauen, furchtbaren Armen!“ –, dann Uddiyana, Yamala, der Laut ṛ und Gulva beziehungsweise Gula …

Anmerkung: Letzter Name bereits in der Quelle als unsicher markiert.

Vers 219
bhānaṃ ca ghoranāsīme balācca śivadūtyapi |
śrīpādukāṃ pūjayāmi vastaye nama ityapi ||219||

… Bhana, die unklare Anrede „ghoranāsīme“, dann „balaśivadūti“ – „o kraftvolle Shivaduti!“ –, „Ich verehre die ehrwürdige Paduka; Verehrung dem Unterleibs-/Blasenbereich!“

Anmerkung: Fragment: ghoranāsīme nicht zuverlässig verständlich; keine genaue Nasenbeschreibung erfunden. Bala bedeutet hier Kraft, nicht bālā, Mädchen.

Siddhi-Shivaduti: schreckliche und sanfte Gestalt

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 220
priye samuddhṛtya puro gāyatrīmukhapañcakam |
aṇimādiprabhāvānu prakāśini samīrayet ||220||

Zuerst, Geliebte, fünfmal das „Antlitz der Gayatri“, dann „aṇimādiprabhāvaprakāśini“ – „du, die die Macht von Anima und den übrigen Siddhis offenbart!“ …

Anmerkung: Gayatri-Antlitz als Lautchiffre bewahrt, nicht zusätzlich aufgelöst.

Vers 221
caṇḍāticaṇḍatarataścaṇḍayogeśvarītyapi |
rayimudbhidamābhāṣya dvāpaṃ[?] chippi[?] satīrthakam ||221||

… „caṇḍāticaṇḍataracaṇḍayogeśvari“ – „o wilde Yogeshvari, noch wilder als die Wilden!“ –, danach Rayi, Udbhid, Dvapa [unsicher], Chippi [unsicher] und Tirthaka …

Anmerkung: Zwei Chiffren bereits in der Quelle mit Fragezeichen markiert; nicht ergänzt oder normalisiert.

Vers 222
sakalānu janānte ca manorañjani kīrtayet |
tataśca duṣṭadurabhiprāyabhañjinī cetyapi ||222||

… „sakalajanamanorañjani“ – „du die Herzen aller Menschen Erfreuende!“ –, und „duṣṭadurabhiprāyabhañjini“ – „du böse, schädliche Absichten Zerschlagende!“ …

Vers 223
asyāntime ca praṇatavāñchitaprada īrayet |
pathyaṃ śaphamuraṅkaṃ ca āmnāyātītameva ca ||223||

… „praṇatavāñchitaprada“ – „du den sich Verneigenden das Ersehnte Gewährende!“ –, danach Pathya, Shapha, Uranka und Amnayatita …

Anmerkung: Quellenform prada ohne eindeutige feminine Vokativendung bewahrt; nicht als sichere Vollrezitation geglättet.

Vers 224
tattvārṇavaṃ sarvaśeṣe saumyamūrte tataḥ […] |
bhagavatyantime siddhiśivadūti prakīrtayet ||224||

… zuletzt Tattvarnava, dann „saumyamūrte“ (du mit sanfter Gestalt), […] „bhagavati siddhiśivadūti“ – „o erhabene Siddhi-Shivaduti!“ …

Anmerkung: Fragment: kurzes Verbindungsglied beschädigt; Anreden lesbar.

Vers 225
śrīpādukāṃ pūjayāmi tato'nu samudīrayet |
ṅe'ntaṃ dakṣiṇapārśvaṃ ca namaḥpadajaghanyakam ||225||

Dann „Ich verehre die ehrwürdige Paduka“, gefolgt von der rechten Körperseite im Dativ und „namaḥ“ am Ende: „Verehrung der rechten Körperseite!“

Sieben Formeln mit Vagbhava: das Herz

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 226
tārādyāḥ ṣaḍimāḥ proktāḥ śivadūtyo varānane |
vāgbhavādyāḥ sapta matto nibodhātaḥ paraṃ matāḥ ||226||

Diese sechs mit Tara beginnenden Shivaduti-Formeln sind nun erklärt, o Schönangesichtige. Höre von mir als Nächstes die sieben mit Vagbhava beginnenden.

Vers 227
pañca maidhānsamuddhṛtya kālikāli tato vadet |
tato mahākāli coktvā māṃsaśoṇitabhojini ||227||

Fünfmal Maidha, dann „kāli kāli mahākāli māṃsaśoṇitabhojini“ – „Kali, Kali, große Kali, du Fleisch und Blut Verzehrende!“ …

Vers 228
daṇḍaṃ trapāṃ gāmuccārya raktakṛṣṇamukhītyapi |
devītyuktvā tataḥ sā māṃ tato naśyantu śatravaḥ ||228||

… Danda, Trapa, Go, dann „raktakṛṣṇamukhi devi“ – „du rot-schwarzgesichtige Göttin!“ –, eine unvollständige Wendung „sā māṃ“, danach „naśyantu śatravaḥ“ – „Die Feinde sollen zugrunde gehen!“ …

Anmerkung: Fragment: sā māṃ ohne sicher lesbares Verb; kein „beschütze“ eingefügt.

Vers 229
hṛdayācchivadūtīti tataḥ śrīpādukāmapi |
pūjayāmyanu daṇḍārṇaṃ hṛdayāya namo'ntime ||229||

… „hṛdayaśivadūti“, die Shivaduti des Herzens, dann „Ich verehre die ehrwürdige Paduka“, Danda-Laut und am Ende „hṛdayāya namaḥ“ – „Verehrung dem Herzen!“

Anmerkung: OCR tamo am Versende nach klarer Abschlussform zu namo normalisiert.

Die Shivaduti des Kopfes

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 230
pañcasārasvatīmādau namo bhagavatīti ca |
duṣṭacāṇḍālini procya rudhirānmāṃsabhakṣiṇi ||230||

Zu Beginn fünfmal Sarasvati, dann „namo bhagavati duṣṭacāṇḍālini rudhiramāṃsabhakṣiṇi“ – „Verehrung dir, Erhabene, wilde Chandali, du Blut und Fleisch Verzehrende!“ …

Anmerkung: Duṣṭa heißt wörtlich böse/verdorben; hier schreckenerregende Göttinnenanrede, nicht als freundliches Attribut umgedeutet.

Vers 231
kapālakhaṭvāṅgapadāddhāriṇi pratikīrtayet |
hanadvandvaṃ dahayugaṃ pacayugmaṃ tato'pyanu ||231||

… „kapālakhaṭvāṅgadhāriṇi“ – „du Schädelschale und Khatvanga Tragende!“ –, zweimal „hana“ (erschlage), zweimal „daha“ (verbrenne) und zweimal „paca“ (koche/peinige) …

Anmerkung: Historische Feindabwehrformel, vollständig im lesbaren Wortlaut wiedergegeben.

Vers 232
mama śatrūniti procya grasa grasa samādiśet |
mārayadvandvamābhāṣya kūrcatritayamālapet ||232||

… „mama śatrūn“ (meine Feinde), „grasa grasa“ (verschlinge, verschlinge), zweimal „māraya“ (töte) und dreimal Kurcha …

Vers 233
phaṭśiraḥśabdasyānu śivadūtyasya paścime |
śrīpādukāṃ pūjayāmi lajjābījaṃ tato vadet ||233||

… „phaṭ“, dann „śiraḥśivadūti“, die Shivaduti des Kopfes, „Ich verehre die ehrwürdige Paduka“ und Lajja-Bija …

Anmerkung: Die Folge phaṭ–śiras–śivadūti bleibt nach der Wortbildungsanweisung getrennt nachvollziehbar.

Die Shivaduti der Haarspitze

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 234
śiraḥśabdaṃ caturthyantaṃ tataḥ svāhāyutaṃ tataḥ |
prathamaṃ pañcacaitanyaṃ vadetkamalalocane ||234||

… „śirase svāhā“ – „Dem Kopf: svāhā“. Für die nächste Form zuerst fünfmal Chaitanya, o Lotusäugige, …

Vers 235
vijayaṃ mandasammohāvataḥ paramudīrayet |
mahāpiṅgalaśabdānu jaṭābhāre tathaiva ca ||235||

… Vijaya, Manda und Sammoha, dann „mahāpiṅgalajaṭābhāre“ – „du mit der Fülle großer gelbbrauner Haarflechten!“ …

Vers 236
vikaṭārṇānu rasanākarāle tadanantaram |
sarvasiddhimudāhṛtya dehiyugmaṃ tato'pyanu ||236||

… „vikaṭarasanākarāle“ – „du durch deine gewaltige Zunge Furchtbare!“ –, „sarvasiddhiṃ dehi dehi“ – „Gib alle Siddhis, gib sie!“ …

Vers 237
dāpayadvitayasyānte śikhārṇācchivadūti ca |
śrīpādukāṃ pūjayāmi gāṃ śikhāyai vaṣaṭtataḥ ||237||

… zweimal „dāpaya“ (lass sie verleihen), dann „śikhāśivadūti“, die Shivaduti der Haarspitze. „Ich verehre die ehrwürdige Paduka“, Go und „śikhāyai vaṣaṭ“ – „Der Haarspitze: vaṣaṭ“.

Die Shivaduti des Schutzpanzers

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 238
vāgbhavānpañca saṃsmṛtya purataḥ kamalānane |
mahāśmaśānapadato vāsini pratibhāvayet ||238||

Zuerst fünfmal Vagbhava, o Lotusgesichtige, dann „mahāśmaśānavāsini“ – „du auf dem großen Verbrennungsplatz Wohnende!“ …

Vers 239
ghorāṭṭahāsini tataḥ punarvikaṭatuṅga ca |
kokāmukhi trapākāmaramābījānyataḥ param ||239||

… „ghorāṭṭahāsini“ (du schrecklich Lautlachende), „vikaṭatuṅgakokāmukhi“ (du mit gewaltigem, hochragendem Koka-Gesicht), danach die Bijas Trapa, Kama und Rama …

Anmerkung: Koka-Tierart wie in 162 unsicher, nicht geraten.

Vers 240
mahāpātālatulitodarī […] |
bhūtavetālapadataḥ sahacāriṇi […] ||240||

… „du mit einem Bauch so groß wie die gewaltige Unterwelt!“ […], danach „bhūtavetālasahacāriṇi“ – „du in Gemeinschaft mit Bhutas und Vetalas Wandelnde!“ …

Anmerkung: Fragment: Endungs-/Verbindungswörter beschädigt; die Anreden sind hinreichend verständlich.

Vers 241
tataḥ kavacaśabdānu śivadūtīti coddharet |
śrīpādukāṃ pūjayāmi kavacāya ca sambhramam ||241||

… „kavacaśivadūti“, die Shivaduti des Schutzpanzers, „Ich verehre die ehrwürdige Paduka“, „kavacāya“ (dem Schutzpanzer) und Sambhrama.

Die Shivaduti der Augen

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 242
maidhānviśikhasaṅkhyākānpurataḥ samudāharet |
lelihānapadasyānte rasanāsyābhayānake ||242||

Zuerst Maidha in der Zahl der Pfeile, also fünfmal; dann „lelihānarasanāsyabhayānake“ – „du durch Mund und leckende Zunge Furchtbare!“ …

Anmerkung: Viśikha-Zahl fünf entspricht der hier bereits beschriebenen Fünfergruppe; keine Bijas hinzugefügt.

Vers 243
visrastacikuraṃ procya bhārabhāsura īrayet |
na bījaṃ kintu varṇāni cāmuṇḍābhairavīti hi ||243||

… „visrastacikurabhārabhāsure“ – „du mit der Fülle gelösten Haares Strahlende!“ –, dann ausdrücklich die Wörter „Chamunda“ und „Bhairavi“, nicht deren Bijas …

Anmerkung: Die ausdrückliche Unterscheidung zwischen Wörtern und Lautchiffren bleibt erhalten.

Vers 244
ḍākinīgaṇaśabdānu vadetparivṛte padam |
[…] ||244||

… verbunden mit „ḍākinīgaṇaparivṛte“ – „du von Dakini-Scharen Umgebene!“ […].

Anmerkung: Fragment: zweite Vershälfte im OCR weitgehend verloren, nicht rekonstruiert.

Vers 245
[…] sānnidhyaṃ padamīrayet |
kalpayadvandvamābhāṣya tatastrailokyaḍāmari ||245||

[…] Dann „sānnidhyaṃ kalpaya kalpaya“ – „Stelle deine Gegenwart her, stelle sie her!“ –, „trailokyaḍāmari“ – „du die drei Welten Erschütternde!“ …

Anmerkung: Fragment: Anfangszeile beschädigt; lesbarer Formelrest bewahrt.

Vers 246
mahāpiśācini tato netrataḥ śivadūti ca |
śrīpādukāṃ pūjayāmi tato netratrayāya ca ||246||

… „mahāpiśācini“ (du große Pishachi), „netraśivadūti“, die Shivaduti der Augen, „Ich verehre die ehrwürdige Paduka“, dann „netratrayāya“ (den drei Augen) …

Die Shivaduti des Astra

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 247
vauṣaṭsarvānta uccāryamiti devi tavoditam |
pūrvavatpañcacaitanyabījāni pratikīrtayet ||247||

… ganz am Ende „vauṣaṭ“. So ist es dir erklärt, Göttin. Für die nächste Form wie zuvor fünfmal Chaitanya-Bija …

Vers 248
guhyātiguhyapadataḥ kubjike ruṭtrayaṃ tathā |
astraṃ mamārṇataḥ sarvopadravāniti […] ||248||

… „guhyātiguhyakubjike“ – „o Kubjika, geheimer als das Geheime!“ –, dreimal Ruṭ, Astra und „mama sarvopadravān“ – „alle meine Bedrängnisse“ […] …

Anmerkung: Fragment: letztes Tätigkeitswort der Anweisung beschädigt; Formelglieder lesbar.

Vers 249
mantratantreti cābhāṣya yantracūrṇetyanantaram |
prayogādikaśabdasya dvitīyāntavibhaktikam ||249||

… „Mantra, Tantra, Yantra, Pulver“ und „Anwendungen und Ähnliches“ in der Akkusativform …

Anmerkung: Yantra aus OCR antra durch das erkennbare Anwendungskompositum leicht normalisiert; auch eine Lesung antra bleibt unsicher. Keine konkrete schädigende Rezeptur enthalten.

Vers 250
tataḥ parakṛtānuktvā kāritānapyudācaret |
kariṣyanti samābhāṣya tānsarvānanu kīrtayet ||250||

… dann „von anderen getan“, „veranlasst“, „die es tun werden“ und „sie alle“ …

Anmerkung: Die Formel nennt vergangene, veranlasste und künftige schädigende Anwendungen beziehungsweise ihre Urheber; der Satzbezug ist im Quellwortlaut nicht vollständig glatt.

Vers 251
hanadvandvaṃ […] mardayadvitayaṃ tataḥ |
daṃṣṭrākarāli ca padaṃ rāvahīroṣaṇāstrayuk ||251||

… zweimal „hana“ (erschlage), […], zweimal „mardaya“ (zermalme), „daṃṣṭrākarāli“ – „du durch Fangzähne Furchtbare!“ –, verbunden mit Rava, Hira, Ushana und Astra …

Anmerkung: Fragment: ein Befehlsglied beschädigt; Hira/Ushana als Chiffren nur unsicher lesbar, nicht aufgelöst.

Vers 252
guhyātiguhyapadataḥ kubjike pratibhāvayet |
tato'straśivadūtīti sambodhanatayā vadet ||252||

… erneut „guhyātiguhyakubjike“ – „o Kubjika, geheimer als das Geheime!“ –, dann „astraśivadūti“ – „o Shivaduti des Astra!“ …

Vers 253
śrīpādukāṃ pūjayāmi ṅe'ntāstrapadamanvataḥ |
astramantraḥ sarvaśeṣe viśiṣṭaḥ parameśvari ||253||

… „Ich verehre die ehrwürdige Paduka“, das Wort Astra im Dativ und ganz am Ende der Astra-Mantra, o höchste Herrin.

Die alles durchdringende Shivaduti

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 254
vāgbhavakrodhayoḥ pañcatribījaṃ kramataḥ puraḥ |
hūṃ huṃkārapadādghoranādavitrāsitetyapi ||254||

Zuerst fünfmal Vagbhava und dreimal Krodha, dann die Anrede aus „hūṃ huṃkāra“ und „ghoranādavitrāsita“ …

Anmerkung: Die unterschiedlichen Vokallängen bei hūṃ/huṃ sind in den sichtbaren Zeichen vorhanden; nicht vereinheitlicht. Die Anrede wird in 255 abgeschlossen.

Vers 255
jagattraye tatastrīṇi trapābījāni saṃlikhet |
prasāritāyutabhuje mahāvegapradhāvite ||255||

… „jagattraye“: „du, deren furchtbarer huṃ-Ruf die drei Welten erschreckt!“ Dann dreimal Trapa, „prasāritāyutabhuje“ – „du mit zehntausend ausgestreckten Armen!“ –, „mahāvegapradhāvite“ – „du mit gewaltiger Geschwindigkeit Dahinstürmende!“ …

Anmerkung: Ayuta wörtlich zehntausend; die deutsche Anrede ist die Erklärung der Wortbildungsanweisung.

Vers 256
ityardhapadamābhāṣya kāmabījatrayaṃ smaret |
padavinyāsapadatastrāsiteti samuddharet ||256||

Nachdem man diesen Teil gesprochen hat, folgt dreimal Kama-Bija. Dann die Anrede aus „padavinyāsa“ (Aufsetzen der Füße) und „trāsita“ (erschreckt) …

Anmerkung: Ardhapadam folgt der lesbaren Fußnotenform; Haupt-OCR bereits als unsicher markiert.

Vers 257
tataḥ sakalapātāle lakṣmībījatrayaṃ tataḥ |
tato'nu vyāpakaśivadūtitaḥ parameti api ||257||

… „sakalapātāle“: „du, deren Schritte die ganze Unterwelt erschrecken!“ Dreimal Lakshmi-Bija, dann „vyāpakaśivadūti“ – „o alles durchdringende Shivaduti!“ – und „parama“ …

Vers 258
śivaparyaṅkaśāyinyanu vadedyoginītrayam |
galadrudhirato muṇḍamālādhāriṇi kīrtayet ||258||

… „śivaparyaṅkaśāyini“: „du auf dem höchsten Shiva als Lager Ruhende!“ Dann dreimal Yogini und „galadrudhiramuṇḍamālādhāriṇi“ – „du eine Girlande bluttriefender Köpfe Tragende!“ …

Vers 259
ghoraghoratarādrūpiṇyanu vāratrayaṃ paṭhet |
jvālāmālipadātpiṅgajaṭājūṭe tataḥ param ||259||

… „ghoraghoratararūpiṇi“ – „du von schrecklicher und noch schrecklicherer Gestalt!“ –, danach dreimal [das nur als „vara“ bezeichnete Glied]; dann „jvālāmālipiṅgajaṭājūṭe“ – „du mit flammenumkränztem gelbbraunem Flechtenknoten!“ …

Anmerkung: Vāra-trayam ist als Wiederholungsangabe beziehungsweise vara-Name mehrdeutig; Fußnote bietet ausdrücklich Rava dreimal. Keine sichere Hauptformel daraus hergestellt.

Vers 260
acintyamahimaṃ procya prabhāve balaśabdataḥ |
vadhūtrayāddaityadānavanikṛntane […] ||260||

… die Anrede „du von unvorstellbarer Größe, Kraft und Wirksamkeit!“, dann dreimal Vadhu und „daityadānavanikṛntane“ – „du Daityas und Danavas Niedermähende!“ […] …

Anmerkung: Fragment: kurzes Abschlusswort beschädigt; Reihenfolge der Kompositaglieder vor prabhāve nicht völlig eindeutig.

Vers 261
sakalānu suretyuktvā kāryasādhika īrayet |
tāratrayāstrahṛcchīrṣāṇyataḥ paramudīrayet ||261||

… „sakalasurakāryasādhika“ – „du die Aufgaben aller Götter Vollbringende!“ –, danach dreimal Tara, Astra, Herz- und Kopfabschluss.

Anmerkung: Endungsform sādhika nach sichtbarem Bestand, keine unmarkierte sichere Vokativrekonstruktion.

Abschluss des Duti-Nyasa und seine Anlässe

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 262
evaṃ samāpto deveśi dūtīnyāso'yamuttamaḥ |
[…] saptadūtyo mayā te pratipāditāḥ ||262||

Damit ist dieser vorzügliche Duti-Nyasa abgeschlossen, o Herrin der Götter. Die sieben Dutis […] habe ich dir erklärt.

Anmerkung: Fragment: nähere Bestimmung der Siebenergruppe beschädigt; Zahl und Abschluss lesbar.

Vers 263
samanyūnādhikāsyānāmeṣa sādhāraṇo mataḥ |
na cāsya vaktrabāhvastrabhedabhinnā kriyā bhavet ||263||

Diese Form gilt gemeinsam für gleich viele, weniger oder mehr Gesichter. Unterschiede an Gesichtern, Armen und Waffen verändern ihre Ausführung nicht.

Anmerkung: Quellnummer OCR ६३ im fortlaufenden Zusammenhang als263 lesbar.

Vers 264
ekākṣaropāsakānāmayutākṣarasevinām |
sādhāraṇo nyāsarājaḥ kartavyo bhūtimicchatā ||264||

Für Verehrer des einsilbigen wie des zehntausendsilbigen Mantras gilt dieser König der Nyasas gemeinsam. Wer Wohlergehen sucht, soll ihn ausführen.

Vers 265
kāmyanaimittikārcāsu syādāvaśyakatāsya hi |
nitye na doṣo'karaṇe karaṇe phalabhūmatā ||265||

Bei wunschorientierten und anlassbezogenen Verehrungen ist er erforderlich. Bei der täglichen Verehrung ist sein Unterlassen kein Fehler; seine Ausführung bringt jedoch reichere Frucht.

Anmerkung: Die Einschränkung auf bestimmte Anlässe wird später weiter erläutert, nicht zu allgemeinem Zwang geglättet.

Vers 266
mṛtyullole titīrṣūṇāmeṣa poto bhavārṇave |
divyaughā mānavaughāśca siddhaughā ye prakīrtitāḥ ||266||

Für jene, die den vom Tod aufgewühlten Ozean des Daseins überqueren möchten, ist er ein Schiff. Die göttlichen, menschlichen und Siddha-Überlieferungsströme, von denen gesprochen wird, …

Anmerkung: Ogha bezeichnet hier die Traditionsströme, nicht gewöhnliche Menschenmengen.

Vers 267
anena prāptavantaste siddhiṃ paramadurlabhām |
yadā syācchāradī pūjā vāsantī vā varānane ||267||

… haben durch ihn die äußerst schwer erlangbare Siddhi erreicht. Wenn die herbstliche oder die Frühlings-Puja stattfindet, o Schönangesichtige, …

Vers 268
kartavya eva hi tadā dūtīnyāsaḥ susaṃskṛtaḥ |
[…] devi tatrāmuṃ viphalīkurute'khilam ||268||

… muss der Duti-Nyasa sorgfältig ausgeführt werden. […] macht dort alles fruchtlos, Göttin.

Anmerkung: Fragment: Subjekt beziehungsweise Unterlassungsangabe im zweiten Halbvers beschädigt; kein vollständiger Satz erfunden.

Vers 269
atha prayatnatastatra […] śubhamicchatā |
vidadhannityapūjāyāṃ ṣaṇmāsānmatsamo bhavet ||269||

Darum soll, wer Heil sucht, sich dabei sorgfältig bemühen […]. Wer ihn sechs Monate in der täglichen Puja ausführt, werde mir gleich.

Anmerkung: Fragment: Verb im ersten Halbvers beschädigt; zweite Aussage vollständig lesbar. OCR-Ziffer २६६ zu269 normalisiert.

Vers 270
parvasvavaśyaṃ kartavyo nyāsarājo varānane |
etasya nityatā tatrākaraṇe doṣadarśanāt ||270||

An Festtagen muss dieser König der Nyasas ausgeführt werden, o Schönangesichtige. Für diese Anlässe ist er verbindlich, weil sein Unterlassen als Fehler gilt.

Anmerkung: Nityatā ist hier Anlassverbindlichkeit, nicht Widerspruch zur ausdrücklich optionalen gewöhnlichen Tagespuja in265.

Dakini-Nyasa: Chitraghanta und der Hautbestandteil

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 271
ḍākinīnyāsamadhunā samākarṇaya sundari |
yaṃ […] ḍākinīḥ sarvāḥ samākarṣati tatkṣaṇāt ||271||

Höre nun den Dakini-Nyasa, o Schöne, durch den […] alle Dakinis augenblicklich herbeigezogen werden.

Anmerkung: Fragment: Tätigkeitswort beschädigt; Zweck der Anrufung lesbar.

Vers 272
ṛṣiḥ svayambhūretasya gāyatrī chanda iṣyate |
ḍākinyo devatāḥ sarvā etadbījaṃ tu bījakam ||272||

Sein Rishi ist Svayambhu, sein Metrum Gayatri. Alle Dakinis sind die Gottheiten; ihr jeweiliges Bija ist das Bija dieser Anwendung.

Anmerkung: Die Quelle nennt hier keine einzelne ausgeschriebene Silbe.

Vers 273
kekarākṣī śaktiruditā kālarātristu kīlakam |
ḍākinīnyāsa evāsya viniyogaḥ prakīrtitaḥ ||273||

Kekarakshi ist die Shakti, Kalaratri das Kilaka. Die Anwendung dient dem Dakini-Nyasa.

Vers 274
tāramaidhatrapālakṣmīkāmakūrcāstraśākinīḥ |
pralayaścāpi phetkārī kulikaḥ pretabhairavīḥ ||274||

Tara, Maidha, Trapa, Lakshmi, Kama, Kurcha, Astra, Shakini, Pralaya, Phetkari, Kulika, Preta und Bhairavi …

Anmerkung: Beginn der ersten Dakini-Formel; keine zusätzliche Bija-Auflösung.

Vers 275
sāgaro guptisantoṣau pheravaṃ kūṭamanvataḥ |
kolāgiristhāna uktvā citraghaṇṭeti kīrtayet ||275||

… Sagara, Gupti und Santosha, dann das Pherava-Kuta; darauf „am Ort des Kola-Berges“ und „Chitraghanta“ …

Vers 276
sambodhanaṃ ca ḍākinyāstataḥ paramudīrayet |
māṃ tato rakṣayugalaṃ tvagdhātūn mama śabdataḥ ||276||

… Dakini im Vokativ: „O Dakini Chitraghanta!“ Dann „māṃ rakṣa rakṣa“ – „Beschütze mich, beschütze mich!“ –, „mama tvagdhātūn“ – „meinen Hautbestandteil“ …

Anmerkung: Dhatu ist hier der körperliche Gewebebestandteil, nicht ein Metall.

Vers 277
[…] pāhiyugaṃ prāsādasṛṇigāruḍān |
kṣetrapālaṃ yoginīṃ ca ḍākinīkūṭamanvataḥ ||277||

… […] zweimal „pāhi“ (behüte), Prasada, Srini, Garuda, Kshetrapala, Yogini und danach das Dakini-Kuta …

Anmerkung: Fragment: Anfangsverb oder Verbindung beschädigt.

Vers 278
udīrayetpañca daṇḍādīn sarvasattvavaśaṅkari |
krodhatritayamastre dve ekaikaṃ hṛcchiro'pi ca ||278||

… fünf mit Danda beginnende Glieder, „sarvasattvavaśaṅkari“ – „du alle Wesen gefügig Machende!“ –, dreimal Krodha, zweimal Astra und je einmal Herz- und Kopfabschluss.

Anmerkung: Fünferreihe nicht einzeln ausgeschrieben, daher nicht ergänzt. OCR-Ziffer २७० in der Folge zu278 normalisiert.

Rakini und der Blutbestandteil

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 279
grīvāyāmamunā nyasya sthānaṃ tasyā hi tadviduḥ |
ekaṃ tāraṃ pañca maidhāntataḥ śaṅkhādipañcakam ||279||

Mit dieser Formel setzt man sie am Nacken ein; dies gilt als ihr Ort. Für die nächste Form einmal Tara, fünfmal Maidha und die fünf mit Shankha beginnenden Glieder …

Anmerkung: OCR-Ziffer २७६ zu279 normalisiert.

Vers 280
vidyunnṛsiṃhakhecaryaḥ pralayo'nāhato'pi ca |
naigamaṃ kūṭamasyānu sthāne muñjagireratha ||280||

… Vidyut, Nrisimha, Khechari, Pralaya und Anahata, danach das Naigama-Kuta und „am Ort des Munja-Berges“ …

Vers 281
ulkāmukhī rākinī ca tārakaṃ kolakhedakau |
rakṣadvandvaṃ māṃ padānte mama raktapadādanu ||281||

… Ulkamukhi-Rakini, die feuerbrandgesichtige Rakini, dann Taraka, Kola und Khedaka, „māṃ rakṣa rakṣa“ – „Beschütze mich, beschütze mich!“ – und „mama rakta“ …

Anmerkung: Kola/Khedaka sind unsichere Lautnamen, nicht aufgelöst.

Vers 282
dhātūnrakṣayugaṃ vāpi caṇḍaviśvau sakinnarau |
dasraśaktī tataḥ kūṭaṃ khecarīnāmakaṃ smaret ||282||

… „dhātūn rakṣa rakṣa“: „Beschütze meinen Blutbestandteil, beschütze ihn!“ Dann Chanda, Vishva, Kinnara, Dasra und Shakti sowie das Khechari genannte Kuta …

Anmerkung: Dasra leicht unsicher; keine fehlenden Bijas ergänzt.

Vers 283
khaḍgādipañcabījāni sarvadevavaśaṅkari |
rāvatritayamastre dve namaḥ svāhā hṛdi nyaset ||283||

… fünf mit Khadga beginnende Bijas, „sarvadevavaśaṅkari“ – „du alle Götter gefügig Machende!“ –, dreimal Rava, zweimal Astra, „namaḥ svāhā“. Dies setzt man ins Herz ein.

Lakini und der Fleischbestandteil

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 284
praṇavaṃ pañcacaitanyabījaṃ purata ādiśet |
vadhūvirājau bhāruṇḍā […] śaśiyugalaṃ tathā ||284||

Pranava, fünfmal Chaitanya-Bija, dann Vadhu, Viraja, Bharunda, […] und zweimal Shashi …

Anmerkung: Fragment: ein Lautglied vor Shashi beschädigt.

Vers 285
tuṅgahārau tathā pretaṃ prāṇakūṭamataḥ param |
tato vindhyagiristhāne ghoranādāpadaṃ vadet ||285||

… Tunga, Hara und Preta, dann Prana-Kuta. Danach „am Ort des Vindhya-Berges“ und „Ghoranada“, die schrecklich Tönende, …

Anmerkung: Preta ist eine kontextgestützte, unsichere Normalisierung von tretāṃ; keine Silbe daraus erzeugt.

Vers 286
ḍākinīti ca sambodhya likhetsattvaṃ tamo ratim |
māṃ rakṣayugmaṃ mama ca māṃsadhātūnitīrayet ||286||

… und Dakini im Vokativ. Danach Sattva, Tamas, Rati, „māṃ rakṣa rakṣa“ – „Beschütze mich, beschütze mich!“ –, „mama māṃsadhātūn“ – „meinen Fleisch-/Muskelbestandteil“ …

Anmerkung: Haupttext nennt Dakini, Fußnote Lakini; die Körperstellenzuordnung in289 nennt Lakini. Unterschied bewahrt. OCR-Ziffer ३८६ zu286 normalisiert.

Vers 287
[…] sarvasiddhavaśaṅkari tataḥ param |
[…] kumārī ca mauñjīsūtraṃ sakaṇikam ||287||

[…] „sarvasiddhavaśaṅkari“ – „du alle Siddhas gefügig Machende!“ –, […], Kumari, Maunji, Sutra und Kanika …

Anmerkung: Fragment: Schutzbefehl und ein Lautglied beschädigt; nicht aus benachbarten Mustern ergänzt.

Vers 288
merukūṭaṃ samābhāṣya vijayāditrayaṃ vadet |
vismṛtidvitayaṃ cānu yoginītrayamanvataḥ ||288||

… Meru-Kuta, dann drei mit Vijaya beginnende Glieder, zweimal Vismriti und dreimal Yogini …

Anmerkung: OCR-Ziffer २८५ zu288 normalisiert.

Vers 289
astraṃ hṛccāpi mūrdhā ca dve caikaikarūpameva ca |
nābhau nyasecca lākinyāḥ sthānametadudāhṛtam ||289||

… zweimal Astra sowie je einmal Herz- und Kopfabschluss. Dies setzt man am Nabel ein; dieser wird als Lakinis Ort bezeichnet.

Kakini und der Fettbestandteil

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 290
pañcacaitanyabījāni catvāri kulayoṣitaḥ |
[…] kākinyāstridvirūpakam ||290||

Fünfmal Chaitanya-Bija, viermal Kulayoshit, […] Kakini mit der Angabe „drei/zwei“ […].

Anmerkung: Fragment: erste weitere Lautgruppe und genaue Wiederholungszuordnung beschädigt; keine Folge rekonstruiert. OCR-Ziffer ३९० zu290 normalisiert.

Vers 291
[…] tadanantaram |
[…] nīlagiristhāne piṅgajaṭā tataḥ ||291||

[…] danach […] „am Ort des Nila-Berges“, dann „Pingajata“, die mit gelbbraunen Haarflechten, …

Anmerkung: Fragment: erste Hälfte weitgehend beschädigt; keine Kuta-Bezeichnung geraten.

Vers 292
sambuddhimapi kākinyāḥ māṃ rakṣayugale tataḥ |
mamānu medodhātūṃśca rakṣa rakṣa tataḥ param ||292||

… Kakini im Vokativ, dann „māṃ rakṣa rakṣa“ – „Beschütze mich, beschütze mich!“ – und „mama medodhātūn rakṣa rakṣa“ – „Beschütze meinen Fettbestandteil, beschütze ihn!“ …

Vers 293
[…] saṃhitāṃ vidhim |
[…] cañcumasyānu mantrakūṭaṃ samādiśet ||293||

[…] Samhita und Vidhi, […] Chanchu und danach Mantra-Kuta …

Anmerkung: Fragment: mehrere Lautnamen und Übergänge beschädigt; Variantenfußnote Padma-/Patra-Kuta statt Mantra-Kuta ausdrücklich nicht eingemischt.

Vers 294
[…] baliyugaṃ mandāradvitayaṃ tathā |
[…] ekaikaṃ hṛcchiro'pi ca ||294||

[…] zweimal Bali, zweimal Mandara, […] und je einmal Herz- und Kopfabschluss.

Anmerkung: Fragment: weitere Bijas und Anzahl vor den Abschlüssen beschädigt.

Shakini und der Knochenbestandteil

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 295
liṅge nyasedidaṃ sthānaṃ kākinyāḥ parikīrtitam |
pañcakaṃ vāgbhavānāṃ hi purataḥ samudāharet ||295||

Dies setzt man am Linga, dem Genitalbereich, ein; er wird als Kakinis Ort bezeichnet. Für die nächste Form zuerst fünfmal Vagbhava …

Anmerkung: Nichtsexueller Körpernyasa. OCR-Ziffer २६५ zu295 normalisiert.

Vers 296
rañjinīṃ rāgakuśikopahvaraṃ dvitayaṃ vadet |
lāṅgūlaṃ vardhamānaṃ ca vetramāṣāḍhameva ca ||296||

… Ranjini, Raga, Kushika, Upahvara zweimal, Langula, Vardhamana, Vetra und Ashadha …

Anmerkung: Die Verbindung dvitayam wird auf den unmittelbar vorausgehenden Namen bezogen; Sanskrit-Wiederholungsumfang bleibt leicht unsicher.

Vers 297
bhaumakūṭaṃ śvetagiristhāne vegākulā tataḥ |
[…] śākini māṃ rakṣa rakṣa tato'pyanu ||297||

… Bhauma-Kuta, „am Ort des Shveta-Berges“, dann „Vegakula“, die von Geschwindigkeit Bewegte, […], „śākini māṃ rakṣa rakṣa“ – „O Shakini, beschütze mich, beschütze mich!“ …

Anmerkung: Fragment: Verbindung vor Shakini beschädigt.

Vers 298
mamāsthidhātūnasyānu rakṣadvandvamudīrayet |
sarvagrahavaśaṅkaryatho vedīṃ jarayā saha ||298||

… „mamāsthidhātūn rakṣa rakṣa“ – „Beschütze meinen Knochenbestandteil, beschütze ihn!“ –, „sarvagrahavaśaṅkari“ – „du alle Grahas gefügig Machende!“ –, dann Vedi mit Jara …

Anmerkung: Graha kann Planetenmächte oder besitzergreifende Wesen bezeichnen; hier nicht auf eine einzige Bedeutung eingeengt.

Vers 299
bījatrayaṃ cākṣarādi […] tarjanīmapi |
varṇakūṭaṃ […] vimardayugalaṃ tathā ||299||

… drei mit Akshara beginnende Bijas, […], Tarjani, Varna-Kuta, […] und zweimal Vimarda …

Anmerkung: Fragment: zwei weitere Laut-/Wiederholungsglieder beschädigt.

Vers 300
viśuddhiyugmaṃ vaihaṅgamabījaṃ tadanantaram |
dvirastramekaikaṃ hṛcchīrṣamapāne vinyasetpriye ||300||

… zweimal Vishuddhi, Vaihangama-Bija, zweimal Astra und je einmal Herz- und Kopfabschluss. Dies setzt man im Apana-Bereich ein, Geliebte.

Anmerkung: Apāna wird hier als unterer Ausscheidungsbereich genannt; keine aus einem anderen Chakra-System übernommene Stelle.

Hakini und das Mark

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 301
pañca maidhāni bījāni hayagrīvaṃ sakālikam |
aṅkuśaṃ gāruḍaṃ caiva jñānecche kumbhakaṃ tathā ||301||

Fünfmal Maidha-Bija, Hayagriva mit Kalika, Ankusha, Garuda, Jnana, Iccha und Kumbhaka …

Vers 302
recakaṃ kṣetrapālaṃ ca tatheḍākūṭameva ca |
tataḥ sahyagiristhāne hyekapādāpadaṃ bhavet ||302||

… Rechaka, Kshetrapala und Ida-Kuta; danach „am Ort des Sahya-Berges“ und „Ekapada“, die Einfüßige, …

Vers 303
sambuddhimapi hākinyā māṃ tato rakṣayugmakam |
mamānu majjādhātūṃśca […] tataḥ param ||303||

… Hakini im Vokativ. „māṃ rakṣa rakṣa“ – „Beschütze mich, beschütze mich!“ –, „mama majjādhātūn“ – „meinen Markbestandteil“ – […] …

Anmerkung: Fragment: weiterer Schutzbefehl beziehungsweise Wiederholungsanweisung beschädigt.

Vers 304
tataḥ sarvapaśūnnuccārya vaśaṅkari vibhāvayet |
[…] yugaṃ garbhayugmaṃ madhu tāṇḍavameva ca ||304||

… „sarvapaśuvaśaṅkari“ – „du alle Pashus, gebundenen Lebewesen, gefügig Machende!“ –, zweimal […], zweimal Garbha, Madhu und Tandava …

Anmerkung: Fragment: Lautname vor dem ersten yugam beschädigt; Paśu nicht stillschweigend nur als Haustier verstanden.

Vers 305
[…] bhairavīṃ procya piśācinyāstrayaṃ tataḥ |
gahvaraṃ kūṭamasyānu carpaṭādicatuṣṭayam ||305||

[…], Bhairavi, dreimal Pishachini, danach Gahvara-Kuta und vier mit Charpata beginnende Glieder …

Anmerkung: Fragment: erster Lautname beschädigt.

Vers 306
prakarīṃ bindukaṃ hāraṃ dvivāraṃ phaḍiti smaret |
hṛdekaṃ vaktramekaṃ ca bhrūmadhye vinyasetpriye ||306||

Prakari, Binduka und Hara, zweimal „phaṭ“, einmal Herz- und einmal „vaktra“-Abschluss. Dies setzt man zwischen den Brauen ein, Geliebte.

Anmerkung: Vaktra steht sichtbar statt des gewöhnlichen Kopfabschlusses; nicht stillschweigend zu śiras geändert. Der Dativbezug der vorausgehenden Viererreihe bleibt in der fortlaufenden Quelle verkürzt.

Jakini und weitere Körperbestandteile

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 307
sārasvatāni bījāni pañcaiva prathamaṃ […] |
kūrcamāyāyoginīnāṃ pratyekaṃ trīṇi ca smaret ||307||

Zuerst fünfmal Sarasvata-Bija […], danach je dreimal Kurcha, Maya und Yogini …

Anmerkung: Fragment: Schlussverb des ersten Halbverses beschädigt.

Vers 308
vyajanaṃ vidhṛtiṃ siddhiphalaśilpe sabinduke |
suṣumṇākūṭamuccārya giristhāne ca dardurāt ||308||

… Vyajana, Vidhriti, Siddhi, Phala und Shilpa mit Bindu; dann Sushumna-Kuta und „am Ort des Dardura-Berges“ …

Anmerkung: Die Reichweite von sabindukaḥ innerhalb der Liste ist unsicher; keine zusätzlichen Anusvaras in ungenannten Bijas ergänzt. OCR-Ziffer ३०५ zu308 normalisiert.

Vers 309
[…] śīrṣā ḍākinītyuktvā māṃ rakṣayugalaṃ tataḥ |
tato mama vasāgordāntradhātūni kīrtayet ||309||

… eine beschädigte Kopfbezeichnung und Dakini; dann „māṃ rakṣa rakṣa“ – „Beschütze mich, beschütze mich!“ – und „meine Bestandteile Vasa, Gorda und Antra“, Fettstoffe und Eingeweide …

Anmerkung: Fragment: Zahl oder Bestimmung vor śīrṣā beschädigt; Dakini im Haupttext, Jakini-Zuordnung folgt312. Gorda ist unsicher, nicht als gesicherte moderne Anatomie übersetzt.

Vers 310
[…] sarvanāgavaśaṅkari samīrayet |
pippalādicatuṣkaṃ ca sambaladvitayaṃ tathā ||310||

[…] „sarvanāgavaśaṅkari“ – „du alle Nagas gefügig Machende!“ –, vier mit Pippala beginnende Glieder und zweimal Sambala …

Anmerkung: Fragment: Anfangsbefehl beschädigt; Sambala als Chiffrenname unsicher.

Vers 311
tato rasapuṭadvandvaṃ trikūṭaṃ kūṭamanvataḥ |
nālīkaṃ ca bhuśuṇḍīṃ ca nārācaṃ śūlameva ca ||311||

… dann zweimal Rasaputa, Trikuta-Kuta, Nalika, Bhushundi, Naracha und Shula …

Vers 312
kṛtyābījaṃ ca phaḍyugmaṃ kūrcameva samuddharet |
gale nyasedidaṃ sthānaṃ jākinyāḥ parikīrtitam ||312||

… Kritya-Bija, zweimal „phaṭ“ und Kurcha. Dies setzt man am Hals ein; dies wird als Jakinis Ort bezeichnet.

Anmerkung: Jakini ist hier lesbar gegenüber Dakini in309; nicht stillschweigend vereinheitlicht.

Ghatodari und die inneren Organe

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 313
caitanyāhvayabījāni prathamaṃ pañca vartayet |
strītrayaṃ rāvayugmaṃ […] samuddharet ||313||

Zuerst fünfmal das Chaitanya genannte Bija, dreimal Stri, zweimal Rava und […] …

Anmerkung: Fragment: letzter Lautname beziehungsweise Wiederholungsblock beschädigt.

Vers 314
setutrayaṃ veṇumakṣaṃ kaṇikāśṛṅkhale hyapi |
vīrakūṭaṃ samuccārya mahendragiriśabdataḥ ||314||

… dreimal Setu, Venu, Aksha, Kanika und Shrinkhala, dann Vira-Kuta und „Mahendra-Berg“ …

Anmerkung: Aksha und die Teilung der folgenden Chiffren leicht unsicher.

Vers 314 (zweite Quellzählung; zwischen314 und316)
sthāne ghaṭodarī śākinī brūyādvarānane |
māṃ rakṣayugalaṃ procya mama klomayakṛtpadam ||315||

… mit „am Ort“, dann „Ghatodari-Shakini“, die Shakini mit krugförmigem Bauch, o Schönangesichtige. „māṃ rakṣa rakṣa“ – „Beschütze mich, beschütze mich!“ –, dann „meine Kloma und Leber“ …

Anmerkung: Kloma ist eine vormoderne Organbezeichnung, nicht ohne Sicherheit modern anatomisch bestimmt. Quellnummer wiederholt314; als zweite314 bewahrt.

Vers 316
tataḥ snāyupurītati rakṣarakṣeti kīrtayet |
sarvarakṣovaśaṅkaryanu brūyātkāladānavau ||316||

… „Sehnen und Puritati: beschütze sie, beschütze sie!“ Dann „sarvarakṣovaśaṅkari“ – „du alle Rakshasas gefügig Machende!“ –, Kala und Danava …

Anmerkung: Purītati bezeichnet eine innere Körperhülle beziehungsweise ein Organ; keine gesicherte moderne Gleichsetzung.

Vers 317
nṛsiṃhaṃ […] nāgaraṃ kūṣmāṇḍīyugamutkramāt |
[…] maṇikūṭamataḥ param ||317||

… Nrisimha, […], Nagara, zweimal Kushmandi in umgekehrter Reihenfolge […], danach Mani-Kuta …

Anmerkung: Fragment: mehrere Glieder stark beschädigt; genaue Reichweite von ut kramāt nicht sicher, keine umgekehrte Vollfolge erstellt.

Vers 318
kuntasāriṣasaṃhārānsārasaṃ vyayameva ca |
[…] śīrṣamekaikaṃ tāluni nyaset ||318||

… Kunta, Sarisha, Samhara, Sarasa und Vyaya; […] Kopfabschluss jeweils einmal. Dies setzt man am Gaumen ein.

Anmerkung: Fragment: übrige Abschlussglieder und Wiederholungszahlen beschädigt.

Yakini und der Zeugungsstoff

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 319
vāgbhavotthāni pañcaiva bījāni purataḥ priye |
trilakṣmīkaṃ dvikāmaṃ ca rūpamādyamudāharet ||319||

Zuerst fünfmal die aus Vagbhava hervorgehenden Bijas, Geliebte, dreimal Lakshmi, zweimal Kama und die erste Form [Rupa] …

Anmerkung: Rūpam ādyam ist als Wort-/Chiffrenverbindung leicht unsicher; keine konkrete Silbe ergänzt. Nummer im OCR ausgefallen, unmittelbare Folge318–320 kenntlich.

Vers 320
grāvāṇaṃ ca turīyāṃ ca pathyaṃ bāṣpamuraṅkitam |
kūṭaṃ kāpilamasyānu tato malayagiryapi ||320||

… Gravan, Turiya, Pathya, Bashpa und Urankita, dann Kapila-Kuta und „Malaya-Berg“ …

Anmerkung: Seltene Chiffren, besonders Urankita, unsicher; keine Auflösung ergänzt.

Vers 321
sthāne sūcīmukhī yākinīti […] sureśvari |
māmuktvā rakṣayugalaṃ śukradhātūnmamārṇataḥ ||321||

… mit „am Ort“, dann „Suchimukhi-Yakini“, die nadelgesichtige Yakini, […], o Herrin der Götter. „māṃ rakṣa rakṣa“ – „Beschütze mich, beschütze mich!“ –, „mama śukradhātūn“ – „meinen Zeugungsstoff“ …

Anmerkung: Fragment: Tätigkeitswort nach Yakini beschädigt; nichtsexuelle rituelle Körperzuordnung.

Vers 322
rakṣayugmaṃ sarvajagadvaśaṅkari tato […] ||322||

… zweimal „rakṣa“ (beschütze), dann „sarvajagadvaśaṅkari“ – „du die ganze Welt gefügig Machende!“ […] .

Anmerkung: Fragment: nummerierter Halbvers mit beschädigtem Schluss; keine zweite Hälfte erfunden.

Vers 323
ṣaṭcakraṃ śaktisarvasvaṃ śāmbhavaṃ modakaṃ tathā |
cicchaktiṃ vāsitāṃ caiva sarvāgamaparāparau ||323||

Shatchakra, Shaktisarvasva, Shambhava, Modaka, Chitshakti, Vasita, Sarvagama und Parapara …

Anmerkung: Namen von Chiffren beziehungsweise Bijas; keine ungenannten Lehrinhalte hineininterpretiert.

Vers 324
tattvārṇavaujasviśaphāmnāyātītavirādhakān |
dhātukūṭaṃ dākṣikaṃ ca cāmaravyajane tataḥ ||324||

… Tattvarnava, Ojasvin, Shapha, Amnayatita, Viradhaka, Dhatu-Kuta, Dakshika, Chamara und Vyajana …

Vers 325
utkocinīvyayaghaṭīdīpanāndikasārasān |
saṃhārakālarātrī ca varṇāḥ syuḥ pañcaviṃśatiḥ ||325||

… Utkochini, Vyaya, Ghati, Dipa, Nandika, Sarasa, Samhara und Kalaratri. Dies sind fünfundzwanzig Lautglieder.

Anmerkung: Utkochini ist als Lautname unsicher; Quellenzählung bleibt unverändert.

Vers 326
jinasaṅkhyakabījāni kūṭamekaṃ tathaiva ca |
sambodhanādavaragāṇyetāni kathitāni te ||326||

Vierundzwanzig Bijas – die Zahl der Jinas – und ein Kuta: Diese nach der Anrede folgenden Glieder habe ich dir genannt.

Anmerkung: Jina-Zahl24 aus der ausdrücklich anschließenden Zerlegung der zuvor genannten25Glieder; kein fehlendes Glied ergänzt.

Vers 327
astradvayaṃ hṛcchirasī tadante viniyojayet |
sahasradalarājīve nyasanīyaṃ varānane ||327||

Am Ende zweimal Astra sowie Herz- und Kopfabschluss. Dies setzt man im tausendblättrigen Lotus ein, o Schönangesichtige.

Abschluss und unterschiedliche Dakini-Zahlen

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 328
iti te ḍākinīnyāso vistarātpratipāditaḥ |
nāmato mantrataścāpi sthānato vasaterapi ||328||

So ist dir der Dakini-Nyasa ausführlich erklärt: nach Namen, Mantras, Körperstellen und Wohnsitzen.

Vers 329
dūtīnyāsavadasyāpi nyūnādhikye na vikriyā |
nityatvenoditaścaiṣa nyāsastripuraghātinā ||329||

Wie beim Duti-Nyasa ändert sich auch dieser bei geringerer oder größerer Zahl nicht. Der Zerstörer Tripuras hat ihn als täglich auszuführend gelehrt.

Anmerkung: OCR-Ziffer ३२६ zu329 normalisiert.

Vers 330
kartavyo bhūtikāmena viśeṣeṇa tu bhūbhujā |
[…] ḍākinyaḥ siddhilakṣmyāṃ sapta kāmakalāsu ca ||330||

Wer Wohlergehen sucht, besonders ein König, soll ihn ausführen. Bei Siddhilakshmi gibt es […] Dakinis, bei den Kamakala-Formen sieben …

Anmerkung: Fragment: Zahl der Siddhilakshmi-Dakinis beschädigt, nicht als sechs geraten.

Vers 331
kubjikāsu tathāṣṭau syurguhyakālīṣu vai nava |
anayaiva diśā tattaḍḍākinīnyāsamācaret ||331||

… bei Kubjika acht und bei Guhyakali neun. In dieser Weise vollzieht man den jeweils entsprechenden Dakini-Nyasa.

Yogini-Nyasa: Ritualfaktoren und Grundmuster

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 332
athāto yoginīnyāsaṃ vyāharāmi śucismite |
yo nityo nityapūjāsu yaśca rakṣākaraḥ paraḥ ||332||

Nun erkläre ich den Yogini-Nyasa, o Reinlächelnde, der zur täglichen Puja gehört und höchsten Schutz gewähren soll.

Vers 333
yaṃ vinā saphalā nārcā pratyūho yaṃ vinānvaham |
kurvanyaṃ labhate siddhimabhyavaskandate ripūn ||333||

Ohne ihn sei die Verehrung nicht fruchtbar; ohne ihn entstünden täglich Hindernisse. Wer ihn ausführt, erlange Siddhi und überwältige seine Feinde …

Anmerkung: Historische Verheißung; OCR-Ziffer ३२३ in der Folge zu333 normalisiert.

Vers 334
acalāṃ śriyamādhatte jīvecca śaradāṃ śatam |
ṛṣiretasya saṃvarto jagatī chanda ucyate ||334||

… gewinne beständiges Wohlergehen und lebe hundert Jahre. Sein Rishi ist Samvarta, sein Metrum Jagati.

Vers 335
yoginyo devatāḥ sarvāstadbījaṃ bījamīritam |
śaktiḥ kṛtyā kīlakaṃ tu carpaṭaṃ parikīrtitam ||335||

Alle Yoginis sind die Gottheiten; ihr Bija ist das zugehörige Bija. Kritya ist die Shakti, Charpata das Kilaka.

Anmerkung: Keine ungenannte Bija-Silbe ergänzt.

Vers 336
ṣaḍdīrghabhājibhistadbījaiḥ kuryātkaraṣaḍaṅgake |
idānīmavadhehi tvaṃ mantrasthānaṃ ca nāma ca ||336||

Mit diesen Bijas, versehen mit den sechs langen Vokalformen, vollzieht man den Hand- und sechsgliedrigen Körpernyasa. Achte nun auf Mantra, Körperstelle und Name.

Anmerkung: Die sechs Vokalformen sind hier nicht ausgeschrieben und werden nicht als zusätzlicher Quelltext ergänzt.

Vers 337
sarveṣāmeva mantrāṇāṃ bījāni trīṇi […] |
catvāri paścime cāpi varṇāni varavarṇini ||337||

Bei allen Mantras stehen drei Bijas […] und am Ende vier Laute, o Schönfarbige.

Anmerkung: Fragment: Positionswort der Anfangsgruppe beschädigt, durch340 als vorangestellt gesichert.

Vers 338
sarvasādhāraṇatvena sapta varṇāḥ prakīrtitāḥ |
ataḥ paraṃ bhinnabhinnānmadhye varṇānniśāmaya ||338||

Diese sieben Laute sind allen gemeinsam. Höre nun die jeweils verschiedenen Laute in der Mitte.

Vers 339
tatrāpi trīṇi bījāni trivarṇātparagāni hi |
ṅe'ntā tattadyoginī cāntyacaturvarṇapūrvagā ||339||

Dort folgen auf die drei gemeinsamen Anfangslaute drei besondere Bijas. Dann steht die jeweilige Yogini im Dativ vor den vier Abschlusslauten.

Anmerkung: OCR-Ziffer ३३६९ als339 gelesen, keine zusätzliche Nummer geschaffen.

Bija-Gruppen und sechzehn Göttinnennamen

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 340
krameṇa sarvānvakṣye'tho tatra ceto niveśaya |
vedādirāvayoginyaḥ prathamaṃ pariniṣṭhitāḥ ||340||

Ich nenne alle der Reihe nach; richte deinen Geist darauf. Veda-Anfang, Rava und Yogini stehen am Beginn …

Vers 341
kūrcāstraśīrṣāṇyante ca catvārīmāni pārvati |
kāmamāyaramākṣetrapālagāruḍakālikāḥ ||341||

… Kurcha, Astra und Kopfabschluss am Ende; diese ergeben vier Laute, Parvati. Die besonderen Bijas beginnen mit Kama, Maya, Rama; Kshetrapala, Garuda, Kalika …

Anmerkung: Gruppierung in Dreiergruppen nach ausdrücklicher Regel339; keine fehlenden Namen ergänzt.

Vers 342
cāmuṇḍākhecarīpāśā nṛsiṃhapretaśaktayaḥ |
kāpālakākinīviśvāḥ saṃvijjñānarathantarāḥ ||342||

… Chamunda, Khechari, Pasha; Nrisimha, Preta, Shakti; Kapala, Kakini, Vishva; Samvid, Jnana, Rathantara …

Vers 343
tatastrīṇi grīvādīni tāvanmuktādikaṃ tataḥ |
kuṇḍādīni ca tāvanti kaṇikāhāraśṛṅkhalāḥ ||343||

… drei Glieder beginnend mit Griva, ebenso drei beginnend mit Mukta und drei beginnend mit Kunda; danach Kanika, Hara und Shrinkhala …

Anmerkung: Die nicht ausgeschriebenen Reihen bleiben verkürzt. Fußnote gavādīni statt grīvādīni; nicht eingemischt.

Vers 344
phetkārīḍākinīkṛtyāḥ kaṇikāpadmaśṛṅkhalāḥ |
tantrāsamarahāriṇyo viratitryasraśekharāḥ ||344||

… Phetkari, Dakini, Kritya; Kanika, Padma, Shrinkhala; Tantra, Samara, Harini; Virati, Tryasra, Shekhara …

Vers 345
vidiksaṃhārabhāruṇḍāḥ kauluñcavyajanāntakāḥ |
carcikā ḍāmarī caiva sūryakarṇī ca tāpinī ||345||

… Vidik, Samhara, Bharunda; Kauluncha, Vyajana, Antaka. Die Yogini-Namen beginnen mit Charchika, Damari, Suryakarni und Tapini …

Anmerkung: Die Passage wechselt innerhalb des Verses von Bija-Dreiergruppen zu Göttinnennamen. Fußnote Nayini statt Tapini nicht eingemischt.

Vers 346
kumbhodarī pherumukhī madinī jātahāriṇī |
viḍālākṣī dīrghanakhā sūcītuṇḍī ca śoṣiṇī ||346||

… Kumbhodari (mit Krugbauch), Pherumukhi (mit Schakalsgesicht), Madini (die Berauschende), Jataharini (die Neugeborene Raubende), Vidalakshi (mit Katzenaugen), Dirghanakha (mit langen Krallen), Suchitundi (mit nadelförmigem Schnabel) und Shoshini (die Austrocknende) …

Anmerkung: Drastische Namen historischer Göttinnenvorstellungen; keine Handlungsanweisungen.

Vers 347
kapālinī caṇḍaghaṇṭā kurukullā valākinī |
etāḥ ṣoḍaśa ḍākinyo deyāḥ pūrvoktasandhayā ||347||

… Kapalini, Chandaghanta, Kurukulla und Valakini. Diese sechzehn Dakinis setzt man in der zuvor beschriebenen Verbindung ein.

Anmerkung: Haupttext nennt hier Dakinis, obwohl der Abschnitt Yogini-Nyasa heißt; Fußnote liest Yoginis. Unterschied nicht verdeckt.

Körperstellen und Abschluss der ersten Fünfergruppe

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 348
nyasanīyasya mantrasya […] sthānānyataḥ param |
brahmarandhraṃ lalāṭaṃ ca […] dakṣiṇalocanam ||348||

Nun folgen die Körperstellen für das Einsetzen der Mantras […]: Brahmarandhra, Stirn, […] und rechtes Auge …

Anmerkung: Fragment: einleitendes Verb und dritte Körperstelle beschädigt; nicht aus der angekündigten Sechzehnzahl ergänzt.

Vers 349
vāmanetraṃ dakṣagaṇḍo vāmagaṇḍastathaiva ca |
dakṣakarṇo vāmakarṇastālukaśca tataḥ param ||349||

… linkes Auge, rechte und linke Backe, rechtes und linkes Ohr und danach der Gaumen …

Vers 350
hṛdayaṃ jaṭharaṃ nābhirliṅgaṃ gudamanantaram |
sthānāni ṣoḍaśaivaṃ kathitāni sureśvari ||350||

… Herz, Bauch, Nabel, Genitalbereich und After. So sind die sechzehn Stellen genannt, o Herrin der Götter.

Anmerkung: Die lesbare Liste ergibt mit der einen Lücke nicht eindeutig16Stellen; keine weitere Körperstelle erfunden.

Vers 351
sarvaṃ krameṇa kartavyaṃ mahāndoṣo vyatikramāt |
iti te kathito devi yoginīnyāsa uttamaḥ ||351||

Alles muss in der richtigen Reihenfolge geschehen; Abweichung gilt als schwerer Fehler. Damit ist dir, Göttin, der vorzügliche Yogini-Nyasa erklärt.

Anmerkung: Historische Ritualregel.

Vers 352
prathamaṃ pañcakamita itaḥ sarvāghanāśanam |
rāvaṇārādhitaṃ divyaṃ manovāñchitadāyakam ||352||

Damit endet die erste Fünfergruppe, die alle Sünde vernichten soll, göttlich, von Ravana verehrt und die Wünsche des Herzens erfüllend.

Kulatattva: die zweite Fünfergruppe beginnt

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 353
ato'vadhāraya śive dvitīyaṃ pañcakaṃ mahat |
tatrāpi kulatattvākhyaḥ prathamo nyāsa ucyate ||353||

Höre nun aufmerksam, o Heilvolle, die große zweite Fünfergruppe. Ihr erster Nyasa heißt Kulatattva.

Vers 354
kaulikānāṃ tu sarveṣāmāvaśyakatayā sthitaḥ |
anyeṣāṃ kāmyarūpastu tripuraghnena varṇitaḥ ||354||

Für alle Kaulikas ist er erforderlich; für andere hat der Zerstörer Tripuras ihn als wunschorientierte, freiwillige Form beschrieben.

Vers 355
anukalpapradātṝṇāmapyāvaśyaka ucyate |
uddhāraḥ kathito hyasya tasmādyatnānniśāmaya ||355||

Auch für diejenigen, die Ersatzgaben darbringen, gilt er als erforderlich. Nun wird seine Formel erschlossen; höre deshalb aufmerksam zu.

Anmerkung: Anukalpa bezieht sich auf die zugelassenen Ersatzgaben; keine neue Stoffliste ergänzt.

Vers 356
nyāsasya kulatattvasya parameṣṭhī ṛṣirmataḥ |
chando'tijagatī proktā pañcaviṃśatiśabdataḥ ||356||

Für den Kulatattva-Nyasa gilt Parameshthin als Rishi, Atijagati als Metrum; danach folgt mit dem Wort „fünfundzwanzig“ …

Anmerkung: Satz zur Gottheit läuft in357 weiter.

Vers 357
kuladevyo devatāśca tretābījaṃ tu bījakam |
ghaṭībījaṃ śaktiruktā kīlakaṃ hāriṇī matā ||357||

… „Kula-Göttinnen“: Sie sind die Gottheiten. Treta-Bija ist das Bija, Ghati-Bija die Shakti und Harini das Kilaka.

Anmerkung: Die Zahl25aus 356gehört zur Gottheitengruppe, nicht zur Silbenzahl des Metrums.

Vers 358
kulatattvanyāsajape viniyogaḥ prakīrtitaḥ |
etasya nyāsarājasya mantroddhāraṃ niśāmaya ||358||

Die Anwendung dient dem Kulatattva-Nyasa und seiner Rezitation. Höre die Mantraerschließung dieses Königs der Nyasas.

Gemeinsame und wechselnde Mantraglieder

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 359
bhinnabhinnāni varṇāni kiyantyapi varānane |
kiyanti caikarūpāṇi mantrāntaragatāni hi ||359||

Einige Laute unterscheiden sich, o Schönangesichtige; andere sind in den verschiedenen Mantras gleich.

Vers 360
kramataḥ śṛṇu sarvāṇi śrutvā caivāvadhāraya |
pañcaviṃśatimantrāṇāmādisthāni sureśvari ||360||

Höre alle der Reihe nach und bewahre sie. Am Beginn der fünfundzwanzig Mantras, o Herrin der Götter, …

Vers 361
bījānyaṣṭau vibhinnāni kūṭaṃ caikaṃ tataḥ param |
nāḍyastathā bhinnabhinnāstataḥ paramudīritāḥ ||361||

… stehen jeweils acht verschiedene Bijas und danach ein Kuta. Anschließend werden die jeweils unterschiedlichen Nadis genannt.

Vers 362
tataḥ paraṃ nāḍyadhiṣṭhātrī kālī devateti ca |
daśavarṇāni sarveṣāṃ samānāni bhavanti hi ||362||

Darauf folgen „nāḍyadhiṣṭhātrī kālī devatā“, die Göttin Kali als Herrin der Nadi. Diese zehn Silben sind allen Formeln gemeinsam.

Anmerkung: Silbenzahl der Quelle; keine ungesicherten Endungen ergänzt.

Vers 363
pañcaviṃśatitattvānāṃ nāmāni tryakṣarāṇi hi |
tataḥ paraṃ vibhinnāni tatastattve kulākṣarāt ||363||

Danach kommen die verschiedenen dreisilbigen Namen der fünfundzwanzig Tattvas, anschließend „tattve“ (im Tattva) und nach „kula“ …

Vers 364
kramasiddhetyaṣṭavarṇāḥ sarveṣāṃ sadṛśā matāḥ |
tattvanāmnaśca tattvasya sthitirjñeyā savigrahā ||364||

… „kramasiddhe“: Diese acht Silben sind bei allen gleich. Der Tattva-Name und sein Ort sind in zusammengesetzter Form zu verstehen.

Anmerkung: Die knappe Formanweisung bleibt als solche; keine gesamte Vokativ-/Lokativformel ergänzt.

Vers 365
dvivarṇātmakanāmāḍhyāstato devyaḥ pṛthakpṛthak |
tato'nu kaulikīśabdāddevyambāśabdato'pi ca ||365||

Dann folgen die einzelnen Göttinnen mit zweisilbigen Namen, danach „kaulikī devyambā“ …

Anmerkung: Kauliki Hauptlesung; Fußnote Kaushiki unsicher, nicht eingemischt.

Vers 366
śrīpādukāṃ pūjayāmi nama ityapi ṣoḍaśa |
varṇāḥ samānāḥ sarveṣāṃ sarvaśeṣasthitāni hi ||366||

… und „śrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ – „Ich verehre die ehrwürdige Paduka; Verehrung!“ Diese insgesamt sechzehn Silben stehen bei allen Formeln gleich am Schluss.

Anmerkung: Zählung schließt die in365angefangene gemeinsame Wortgruppe ein; nicht allein auf den deutschen Übersetzungssatz bezogen.

Vers 367
tato'nu bhinnabhinnāni nyasanīyasthalāni hi |
jñeyo'caladaśārṇānte calattryarṇādiṣu priye ||367||

Danach sind die unterschiedlichen Nyasa-Stellen zu beachten. Nach den gleichbleibenden zehn Silben, bei den wechselnden dreisilbigen Namen und entsprechenden Übergängen, Geliebte, …

Vers 368
visandhiryatra yatra syātsvarādipadamelanam |
ataḥ paraṃ tānkramaśaḥ sarvānevāvadhāraya ||368||

… unterbleibt die Lautverschmelzung, wo ein mit Vokal beginnendes Wort hinzutritt. Merke dir nun alle Glieder der Reihe nach.

Die fortlaufende Bija-Liste des Kulatattva-Nyasa

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 369
praṇavaśca tathā lajjā kṣetrapālo ruḍeva ca |
rākāsaṭājarāvedyastato vāgbhava eva ca ||369||

Pranava, Lajja, Kshetrapala, Ruṭ, Raka, Sata, Jara, Vedi und danach Vagbhava …

Anmerkung: Beginn der fortlaufenden Bija-Liste; die Achtergruppen werden erst nach Abschluss der Liste angeordnet. Seltene Chiffren wie Sata unsicher, keine Glieder gestrichen oder hinzugefügt. OCR-Ziffer ३६६ zu369 normalisiert.

Vers 370
prāsādakamalārāvā muṇḍaṃ pṛthuvidhī nadaḥ |
pāśaḥ kālī smarastārkṣyastārakādhyānacañcavaḥ ||370||

… Prasada, Kamala, Rava, Munda, Prithu, Vidhi, Nada, Pasha, Kali, Smara, Tarkshya, Taraka, Dhyana und Chanchu …

Anmerkung: Fortlaufende Decknamen; die Trennung seltener Namen bleibt teilweise unsicher. Keine daraus abgeleiteten Lautformeln ergänzt.

Vers 371
hākinī ca hayagrīvaḥ kalā'mā caṇḍa eva ca |
ādeśaḥ kubjakaścaiva chaṭā cārustathaiva ca ||371||

… Hakini, Hayagriva, Kala, Ama, Chanda, Adesha, Kubjaka, Chhata und Charu …

Anmerkung: Quelle schlägt für Adesha auch Avesha vor; Fußnote Kamala statt Kala. Hauptlesung bewahrt.

Vers 372
viśvaṃbhūtau megharatī kakucchaṃśukramāriṣāḥ |
dhenuḥ kinnarakāpālau nāsatyau kāla eva ca ||372||

… Vishva und Bhuta, Megha und Rati, Kakuccha, Shukra und Marisha, Dhenu, Kinnara und Kapala, die Nasatyas und Kala …

Anmerkung: Namengrenzen bei Kakuccha unsicher; keine Silbenbedeutungen erfunden.

Vers 373
mālāpretau bhairavī ca nīlaṃ duṣkṛtameva ca |
mahānaṅga mahāmārī pracaṇḍā bhūtinī tathā ||373||

… Mala und Preta, Bhairavi, Nila, Dushkrita, Mahananga, Mahamari, Prachanda und Bhutini …

Anmerkung: Die Herausgebernotiz berichtet eine andere Stellung der ersten Zeile in einem Zeugen und ihr Fehlen in einem weiteren; nicht mit 376 verschmolzen.

Vers 374
kekarākṣī kālarātrirmandasammoha eva ca |
dhanadānākulau caiva vidyucchaktī tathaiva ca ||374||

… Kekarakshi, Kalaratri, Manda und Sammoha, Dhanada und Anakula, Vidyut und Shakti …

Anmerkung: Seltene Decknamen unverändert als Namen verstanden.

Vers 375
khecarī buddhikaṅkālanakṣatrapatanāni hi |
tato nāndikasaṃhārāvaupahāraka eva ca ||375||

… Khechari, Buddhi, Kankala, Nakshatra und Patana, danach Nandika, Samhara und Aupaharaka …

Anmerkung: Letzter Name im OCR leicht beschädigt; Lesung Aupaharaka nicht völlig sicher.

Vers 376
mālāpretau bhairavī ca līnaṃ duṣkṛtameva ca |
padmo'vyayaśca kuśikastataḥ para udāhṛtaḥ ||376||

… Mala und Preta, Bhairavi, Lina und Dushkrita, Padma, Avyaya, Kushika und danach Para …

Anmerkung: Die teilweise Wiederholung von373 sowie Nila/Lina bleiben stehen.

Vers 377
surasaḥ samaraścaiva rāgaḥ sārasa eva ca |
tato nṛsiṃhayoginyau cāmuṇḍā kuliko'pi ca ||377||

… Surasa, Samara, Raga, Sarasa, dann Nrisimha und Yogini, Chamunda und Kulika …

Vers 378
rañjinī kuṭilā tandrā saṃvid yakṣo ghaṭī tathā |
bhāruḍā ca viriñciśca maṇimālā ca carpaṭaḥ ||378||

… Ranjini, Kutila, Tandra, Samvid, Yaksha, Ghati, Bharuda, Virinchi, Manimala und Charpata …

Anmerkung: Bharuda als unsicherer seltener Name bewahrt.

Vers 379
utkocinī hāriṇī ca […] kākinīnāganemayaḥ |
rauravaśca trivṛdvarṇau koluñcaṃ vijayā tathā ||379||

… Utkochini und Harini, […] Kakini, Naga, Nemi, Raurava, Trivrit und Varna, Koluncha und Vijaya …

Anmerkung: Fragment: vor Kakini beschädigtes Zeichen; Namensglieder bei Trivrit/Varna unsicher. Keine Zahl ergänzt.

Vers 380
saṃbhūtiścaturasraṃ ca sampuṭo'nāhato'pi ca |
viraso viratiścāpi tryasro dākṣika eva ca ||380||

… Sambhuti, Chaturasra, Samputa, Anahata, Virasa, Virati, Tryasra und Dakshika …

Vers 381
bhogo gauraṃśudaṇḍo ca sṛṣṭiśulko tataḥ param |
kṛtyākalpau saumataṃ ca pratānaṃ vidigeva ca ||381||

… Bhoga, Gaura, Amshu und Danda, dann Srishti und Shulka, Kritya und Kalpa, Saumata, Pratana und Vidish …

Anmerkung: Trennung Gaura/Amshu unsicher; auch Saumata ist ein unsicherer Deckname.

Vers 382
saṃhārī ca tatastretā muktā nādāntako'pi ca |
cāmaravyajane cāpi vidhṛtiḥ śṛṅkhalā mahā ||382||

… Samhari, dann Treta, Mukta und Nadantaka, Chamara und Vyajana, Vidhriti, Shrinkhala und Maha …

Vers 383
aparāntakamauliñjau virūpaḥ prakarī tathā |
kaṇikākramahārāśca veṇuśca tadanantaram ||383||

… Aparantaka und Maulinja, Virupa, Prakari, Kanika, Krama und Hara, danach Venu …

Anmerkung: Seltene Namen und ihre Trennung teilweise unsicher.

Vers 384
aupadeyaśca māraṇḍo vinādo binduko'pi ca |
akṣapralayaphetkārīsānavastadanantaram ||384||

… Aupadeya, Maranda, Vinada und Binduka, danach Aksha, Pralaya, Phetkari und Sanu …

Anmerkung: Erster Name im OCR beschädigt; Aupadeya nur vorläufige Lesung.

Vers 385
vimadeḍākinīsūtraturīyāpaṃktiśekharāḥ |
mauñjīvirādhau tadanu grāvapathye tataḥ param ||385||

… Vimada, Ida, Dakini, Sutra, Turiya, Pankti und Shekhara, dann Maunji und Viradha, danach Grava und Pathya …

Anmerkung: Vimadeda als Vimada/Ida nur unsicher getrennt; keine Lautwerte daraus gewonnen.

Vers 386
mekhalāyaśikhājambhāḥ śaktividyā tato'pyanu |
ekāvalī ceti devi garbhasarvāgamau tataḥ ||386||

… Mekhala, […] Shikha und Jambha, danach Shakti, Vidya und Ekavali, Göttin, dann Garbha und Sarvagama …

Anmerkung: Fragment: Glied nach Mekhala nur als ya erkennbar; Sanskrit bewahrt den beschädigten Wortverbund, deutsche Namensliste markiert die Lücke.

Vers 387
ṣaṭcakrabalikuṇḍāni cūḍāmaṇirataḥ param |
kauluñcaṃ vaktrakavacaṃ […] pārijāteṣṭisetavaḥ ||387||

… Shatchakra, Bali und Kunda, danach Chudamani, Kauluncha, Vaktra und Kavacha, […] Parijata, Ishti und Setu …

Anmerkung: Fragment: Bindeglied nach Kavacha schon in Quelle fraglich; nicht ergänzt. Koluncha379/Kauluncha hier nicht vereinheitlicht.

Vers 388
āmnāyātītadīpau ca vidyātattvamataḥ param |
jagadāvṛttikaṃ bījaṃ tathā brahmakapālakam ||388||

… Amnayatita und Dipa, danach Vidyatattva, das Bija Jagadavrittika sowie Brahmakapalaka …

Anmerkung: Namengrenzen im ersten Kompositum unsicher; keine künstliche Angleichung an200 Bijas.

Vers 389
tuṅganandādakṣiṇāśca nārācastadanantaram |
tattvārṇavastataḥ śaktisarvasvamapi sundari ||389||

… Tunga, Nanda und Dakshina, danach Naracha, dann Tattvarnava und Shaktisarvasva, Schöne …

Vers 390
parāparaṃ śāmbhavaṃ ca jīvadvayamato'nu ca |
śūlārdhacandranālīkakṣuraprāstadanantaram ||390||

… Parapara und Shambhava, danach die beiden Jiva-Bijas, dann Shula, Ardhachandra, Nalika und Kshurapra …

Vers 391
cicchaktiḥ śaktiliṅge ca lāṅgūlaṃ vardhamānakam |
gadā prāso bhuśuṇḍī ca gāyatryāṣāḍhavetrakāḥ ||391||

… Chichchhakti, Shakti und Linga, Langula, Vardhamanaka, Gada, Prasa, Bhushundi, Gayatri, Ashadha und Vetraka …

Anmerkung: Versziffer im OCR beschädigt, nach unmittelbar benachbarten Ziffern391.

Vers 392
kośastato mahākalpasthāyī sarvāntimaḥ smṛtaḥ |
pañcaviṃśatimantrāṇāmiti bījaṃ śatadvayam ||392||

… dann Kosha; Mahakalpasthayin gilt als letzter. Dies sind die zweihundert Bijas der fünfundzwanzig Mantras.

Anmerkung: Zweihundert ist die Zählangabe der Quelle; beschädigte oder unsicher getrennte Listenglieder werden nicht ergänzt, um diese Zahl zu erzielen.

Kutas und Nadis in ihrer Reihenfolge

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 393
aṣṭāvaṣṭau ca gṛhṇīyāt krameṇaiva sureśvari |
atha krameṇa sarveṣāṃ kūṭānyabhidadhāmyaham ||393||

Man nehme der Reihe nach jeweils acht, Herrin der Götter. Nun nenne ich der Reihe nach die Kutas aller dieser Mantras.

Anmerkung: Kuta: verschlüsselte Lautgruppe; keine Entschlüsselung ergänzt.

Vers 394
ādāvaudayikaṃ kūṭamacalākhyaṃ tataḥ param |
khecarīkūṭamasyānu gāndharvakūṭamanvataḥ ||394||

Zuerst das Audayika-Kuta, danach das Achala genannte, dann das Khechari-Kuta und anschließend das Gandharva-Kuta …

Vers 395
maṇikūṭaṃ ratnakūṭaṃ kūṭaṃ sāmayikaṃ tataḥ |
mantrakūṭaṃ varṇakūṭaṃ merukūṭaṃ tataḥ param ||395||

… Mani-Kuta, Ratna-Kuta, danach Samayika-Kuta, Mantra-Kuta, Varna-Kuta und dann Meru-Kuta …

Anmerkung: OCR-Ziffer365 im fortlaufenden Abschnitt als395 gelesen.

Vers 396
kūṭaṃ gahvarasaṃjñaṃ ca kailāsaṃ kūṭamanvataḥ |
trikūṭakūṭaṃ tasyānu prāsādasvastikāvapi ||396||

… das Gahvara genannte Kuta, anschließend Kailasa-Kuta, danach Trikuta-Kuta, Prasada und Svastika …

Anmerkung: OCR-Ziffer366 als396 gelesen. Herausgeber: fünf Zeilen ab hier fehlen in einem Zeugen.

Vers 397
caṇḍakūṭaṃ cakrakūṭaṃ dhvajavṛddhī tataḥ param |
vyūhakūṭaṃ […] kulakūṭaṃ tato'pyanu ||397||

… Chanda-Kuta, Chakra-Kuta, danach Dhvaja und Vriddhi, Vyuha-Kuta, […] und anschließend Kula-Kuta …

Anmerkung: Fragment: Wort nach Vyuha-Kuta beschädigt; nicht geraten. OCR-Ziffer367 als397 gelesen.

Vers 398
manthānakūṭaṃ tadanu vaktrakūṭamanantaram |
sarvaśeṣe parijñeyaṃ ḍākinīkūṭamīśvari ||398||

… danach Manthana-Kuta, anschließend Vaktra-Kuta und ganz zuletzt Dakini-Kuta, Herrin.

Vers 399
krameṇa kūṭānīmāni dadyād bījānu pārvati |
atha nāḍīḥ krameṇaiva […] tattadabhikhyayā ||399||

Diese Kutas setze man der Reihe nach hinter die Bijas, Parvati. Nun [nenne ich] die Nadis der Reihe nach mit ihren jeweiligen Namen.

Anmerkung: Fragment: Verb im zweiten Halbvers und Endziffer beschädigt; Ergänzung nur in deutscher Klammer, keine gesicherte Sanskritlesung behauptet.

Vers 400
iḍā ca piṅgalā caiva suṣumṇā tadanantaram |
gāndhārī hastijihvā ca tatpaścāt syādalambuṣā ||400||

Ida, Pingala und danach Sushumna, Gandhari, Hastijihva und anschließend Alambusha …

Anmerkung: Nadi-Namen; nicht durch eine andere Standardliste ersetzt.

Vers 401
tato viśvodarā jñeyā sarasvatyapyanantaram |
kuhuśca vāraṇā caiva raṇḍā pūṣā'tha śaṅkhinī ||401||

… dann Vishvodara, danach Sarasvati, Kuhu, Varana, Randa, Pusha und Shankhini …

Anmerkung: Letzter Name im OCR beschädigt; Shankhini nur wahrscheinliche Lesung.

Vers 402
citrā payasvinī cāpi madhumatyatha cetanā |
gālinī dhamanī caiva kapilā tatparā bhavet ||402||

… Chitra, Payasvini, Madhumati, Chetana, Galini, Dhamani und danach Kapila …

Vers 403
viśvadūtā dhāriṇī ca dhoriṇī lambikā tathā |
kaivalyā sarvaśeṣe syāt kramānnāḍya udīritāḥ ||403||

… Vishvaduta, Dharini, Dhorini, Lambika und ganz zuletzt Kaivalya. Damit sind die Nadis in ihrer Reihenfolge genannt.

Anmerkung: Dhorini in dieser Lesung bewahrt.

Tattvas und Kauliki-Mütter

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 404
pañcaviṃśatitattvānāṃ nāmāni tryakṣarāṇi […] |
ato niśāmaya śive vakṣyamāṇāni hi kramāt ||404||

Die Namen der fünfundzwanzig Tattvas sind dreisilbig. Höre nun, Shiva, wie sie der Reihe nach genannt werden.

Anmerkung: Fragment: Schluss des ersten Halbverses unlesbar; verständlicher Satz vollständig übersetzt.

Vers 405
ānando niyamaścāpi pramāṇaṃ prakṛtistathā |
nivṛttirapi vairāgyamavidyeśvaryamityapi ||405||

Ananda (Glückseligkeit), Niyama (Regel), Pramana (Erkenntnismittel), Prakriti (Natur), Nivritti (Abwendung), Vairagya (Leidenschaftslosigkeit), Avidya (Nichtwissen) und Aishvarya (Herrschermacht) …

Anmerkung: Die textinterne Tattva-Liste nicht an eine philosophische Standardliste angeglichen.

Vers 406
pratiṣṭhopādhiradvaitamāśayo vāsanā tathā |
saṅkalpaśca vikalpaśca viśuddhistadanantaram ||406||

… Pratishtha (fester Stand), Upadhi (begrenzende Bedingung), Advaita (Nichtzweiheit), Ashaya (innere Anlage), Vasana (latente Neigung), Samkalpa (Entschluss), Vikalpa (unterscheidende Vorstellung) und dann Vishuddhi (Reinheit) …

Anmerkung: Begriffserklärungen sind Verständnishilfen, keine zusätzlichen Sanskritwörter.

Vers 407
nimittamābhāsamatho caitanyapratyayāvapi |
prabodhāveśanirmāṇasamayāstadanantaram ||407||

… Nimitta (Anlass), Abhasa (Erscheinung), Chaitanya (Bewusstsein), Pratyaya (Erkenntnisinhalt), danach Prabodha (Erwachen), Avesha (Ergriffensein), Nirmana (Hervorbringung) und Samaya (Vereinbarung) …

Vers 408
jīvātmā sarvaśeṣe syāt tattvanāmā savigrahaḥ |
ato'nu kaulikyambānāṃ nāmāni kramaśaḥ śṛṇu ||408||

Ganz zuletzt steht Jivatman (individuelles Selbst), als verkörpertes Tattva benannt. Höre nun der Reihe nach die Namen der Kauliki-Mütter.

Anmerkung: Formulierung tattvanama savigraha etwas unsicher; Bezug auf verkörpertes Tattva entsprechend dem vorangehenden Zusammenhang.

Vers 409
māyā śaktistathā siddhiḥ parā nityā tathaiva ca |
sūkṣmā bhadrā jayā raudrī prabhā vidyā tataḥ param ||409||

Maya, Shakti, Siddhi, Para, Nitya, Sukshma, Bhadra, Jaya, Raudri, Prabha und danach Vidya …

Anmerkung: Namen der Göttinnen in ihrer Quellenreihenfolge.

Vers 410
jyeṣṭhā kriyā ca dīptā ca śāntiḥ sṛṣṭiḥ sthitistathā |
kālā medhā tathā puṣṭiḥ śraddhā pūrṇā tataḥ param ||410||

… Jyeshtha, Kriya, Dipta, Shanti, Srishti, Sthiti, Kala, Medha, Pushti, Shraddha und danach Purna …

Vers 411
candrānandā ca kalpā ca kaulikyambā mayoditāḥ |
sarvāḥ krameṇa dātavyā ekaikā manumadhyataḥ ||411||

… Chandrananda und Kalpa: Damit habe ich die Kauliki-Mütter genannt. Jede von ihnen ist der Reihe nach in die Mitte je eines Mantras einzusetzen.

Körperstellen und Silbenzahlen

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 412
[…] hāṭakagaurāṅgi nyāsasthānānyataḥ param |
pādau ca tathā gulphau tato jaṅghe'tha jānunī ||412||

[…] Goldhelle, nun die Nyasa-Stellen: beide Füße, beide Knöchel, dann die Unterschenkel und die Knie …

Anmerkung: Fragment: Beginn beschädigt; padau im zweiten Halbvers nur teilweise lesbar, aus der erkennbaren Körperfolge vorsichtig gelesen.

Vers 413
dvāvūrū vaṅkṣaṇau cāpi kaṭī […] tataḥ param |
kakṣau skandhau jatruṇī ca dve hanū sṛkkiṇī api ||413||

… beide Oberschenkel, beide Leisten, die Hüftgegend, […] danach beide Achseln, Schultern und Schlüsselbeine, beide Kiefer und Mundwinkel …

Anmerkung: Fragment: Körperstelle nach kati beschädigt; nicht ergänzt.

Vers 414
kapolau ca tathā gaṇḍau karṇau nāsāpuṭe tathā |
dve netre ca bhruvau dve ca […] śaṅkhakau ||414||

… beide Wangen und Wangenbacken, die Ohren und Nasenöffnungen, beide Augen und Brauen, […] die Schläfen …

Anmerkung: Fragment: Paar vor den Schläfen unlesbar; Herausgeber erwägt manibandhau, Handgelenke, ohne gesicherte Lesung. Kapola/Ganda-Doppelung bewahrt.

Vers 415
brahmarandhraṃ śikhā caiva kandharā vyāpakastathā |
iti krameṇa sthānāni nyāsānāṃ kathitāni te ||415||

… Brahmarandhra, Haarschopf und Hals; außerdem der den ganzen Körper umfassende Nyasa. So sind dir die Nyasa-Stellen der Reihe nach genannt.

Vers 416
nyūnādhikyādakṣarāṇāṃ mahān doṣo'bhijāyate |
ato mantrasthavarṇānāṃ saṃkhyāṃ te prabravīmyaham ||416||

Aus einem Zuwenig oder Zuviel an Silben entsteht ein großer Fehler. Darum nenne ich dir die Anzahl der Silben in den Mantras.

Anmerkung: Ritualinterne Vorschrift; beschädigte Formeln werden deshalb nicht frei ergänzt.

Vers 417
candrāṅkarudramārtaṇḍamanusaṃkhyo manuḥ priye |
pañcāśadvarṇiko jñeyo na nyūno naiva cādhikaḥ ||417||

Die Mantras mit den Zahlen Mond, neun, Rudra, Sonne und Manu – also der erste, neunte, elfte, zwölfte und vierzehnte – haben jeweils fünfzig Silben, Geliebte: weder weniger noch mehr.

Anmerkung: Zahlchiffren nach dem hier erkennbaren Zählschema als1/9/11/12/14 erläutert; keine Silben zur Erfüllung der Angabe ergänzt.

Vers 418
pakṣāgnivedadigviśvāścatvāro'pi ghanādikāḥ |
dvāviṃśādyāśca catvāra ekapañcāśadarṇakāḥ ||418||

Die mit Paksha, Agni, Veda, Dik und Vishva bezeichneten Mantras, die vier mit Ghana beginnenden sowie die vier ab dem zweiundzwanzigsten haben einundfünfzig Silben.

Anmerkung: Mittlere Zahlchiffre Ghana unsicher; deshalb die gesamte zahlenverschlüsselte erste Gruppe nicht scheinbar gesichert aufgelöst. Anzahl und Gruppierung bleiben wie überliefert.

Vers 419
pañcamaḥ ṣaṣṭha īśāni saptamo'ṣṭama eva ca |
tithiḥ kalā mūrcchanā ca syurdvipañcāśadarṇakāḥ ||419||

Der fünfte, sechste, siebte und achte, Herrin, sowie die mit Tithi, Kala und Murchchhana bezeichneten haben zweiundfünfzig Silben.

Anmerkung: Die letzten Zahlchiffren werden beibehalten; keine unsichere Zuordnung erzwungen.

Vers 420
iti te mantravarṇānāṃ nirṇayaḥ parikīrtitaḥ |
nāḍyarṇānnyūnatādhikyaṃ naivānyatra kadācana ||420||

So ist dir die Bestimmung der Mantrasilben erklärt. Das Mehr oder Weniger entsteht durch die Silben der Nadi-Namen, keineswegs durch etwas anderes.

Gegenwart der Göttin und Abschluss des Kulatattva-Nyasa

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 421
kulatattvanyāsa evaṃ kathitaste sureśvari |
naivāsya mahimā śakyaḥ kathituṃ kintu tattvataḥ ||421||

So wurde dir der Kulatattva-Nyasa erklärt, Herrin der Götter. Seine Größe lässt sich jedoch ihrem wahren Wesen nach nicht aussprechen.

Anmerkung: Beginn des zweiten Halbverses leicht beschädigt, naiva aus dem lesbaren Satzanschluss normalisiert.

Vers 422
gṛhe'pi likhitaścet syānnyāsarājo'yamīśvari |
siddhiṃ sādhayati […] vipadbhyastārayatyapi ||422||

Wenn dieser König der Nyasas auch nur schriftlich im Haus vorhanden ist, Herrin, bewirkt er Siddhi […] und rettet aus Gefahren.

Anmerkung: Fragment: Wort nach sadhayati beschädigt. Wirkungsverheißung des Textes.

Vers 423
likhitenāmunā nyāsarājenānandadāyinā |
kālikā kṛtasānnidhyā bhavatyeva na saṃśayaḥ ||423||

Durch diesen niedergeschriebenen, Freude spendenden König der Nyasas wird Kalikas Gegenwart hergestellt; daran besteht kein Zweifel.

Anmerkung: Religiöse Verheißung der Quelle.

Vers 424
pratiṣṭhitaṃ yatra yantraṃ tiṣṭhatyamaravandite |
mūrtirvā jagadambāyā gṛhe devālaye'pi vā ||424||

Wo ein geweihtes Yantra oder ein Bild der Weltenmutter steht, im Haus oder im Tempel, du von den Unsterblichen Verehrte, …

Anmerkung: Murti im OCR zu suti beschädigt; in der klaren Paarung Yantra/Bild entsprechend normalisiert.

Vers 425
tatrāvaśyaṃ nyāsamenaṃ likhitvā sthāpayet sudhīḥ |
etenaiva kṛtāvāsā kālikā tatra jāyate ||425||

… dort soll der Verständige diesen Nyasa unbedingt niederschreiben und aufstellen. Dadurch nimmt Kalika dort Wohnung.

Vers 426
pūjāṃ gṛhṇāti vihitāṃ sānnidhyaṃ naiva muñcati |
śaradvasantayorenaṃ tridinaṃ yatnato nyaset ||426||

Sie nimmt die vollzogene Puja an und gibt ihre Gegenwart nicht auf. Im Herbst und im Frühling vollziehe man diesen Nyasa sorgfältig drei Tage lang …

Vers 427
kāmye naimittike cāpi kālikopāsanāparaḥ |
ājñayā […] lokānāṃ ca hitepsayā ||427||

… bei wunschbezogenen und anlassgebundenen Riten, ganz der Verehrung Kalikas zugewandt. Auf Anordnung […] und aus dem Wunsch nach dem Wohl der Menschen …

Anmerkung: Fragment: nähere Bestimmung der Anordnung beschädigt; Satz läuft in428 weiter.

Vers 428
kapālaḍāmarādenamuddhṛtyātra nyaveśayam |
saṃhitāyāṃ matkṛtāyāṃ mantranyāsāvalījuṣi ||428||

… habe ich diesen Nyasa aus dem Kapala-Damara entnommen und hier in die von mir verfasste Samhita eingefügt, die zahlreiche Mantras und Nyasas enthält.

Anmerkung: Textinterne Zuschreibung; keine unabhängig belegte Werkgeschichte behauptet.

Siddhichakra-Nyasa: Ritualfaktoren und Mantrabau

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 429
athātaḥ siddhicakrākhyaṃ nyāsaṃ samavadhāraya |
siddhiṃ nānāvidhāṃ yena kṣipramāpnoti sādhakaḥ ||429||

Höre nun genau den Siddhichakra genannten Nyasa, durch den der Sadhaka rasch verschiedenartige Siddhis erlangen soll.

Anmerkung: Siddhichakra: Kreis der Vollendungen beziehungsweise besonderen Fähigkeiten. Quellenziffer beschädigt, Folge429 eindeutig.

Vers 430
nyāsasya siddhicakrasya prokto raibhya […] |
paṅktiśchandaḥ samuditaṃ devatāḥ sarvasiddhayaḥ ||430||

Als Rishi des Siddhichakra-Nyasa wird Raibhya genannt […]. Sein Versmaß ist Pankti; seine Gottheiten sind sämtliche Siddhis.

Anmerkung: Fragment: Ende des ersten Halbverses beschädigt, Rishi-Funktion durch Überschrift und Satzbau sicher; Name Raibhya leicht beschädigt.

Vers 431
bījaṃ siddhiphalaṃ nāma śaktirīśvara ucyate |
dīpaḥ kīlakamākhyātaṃ ghaṭītattvamudāhṛtam ||431||

Das Bija heißt Siddhiphala; Ishvara wird als Shakti bezeichnet. Dipa ist das Kilaka, Ghati das Tattva.

Anmerkung: Chiffrennamen, keine frei erfundenen Silbenentsprechungen.

Vers 432
viniyogaḥ siddhicakranyāsa eva varānane |
atha mantrasamuddhāraṃ nyāsasya […] yatnataḥ ||432||

Seine Anwendung ist der Siddhichakra-Nyasa selbst, Schönantlitzige. Nun [höre] aufmerksam die Zusammenstellung seiner Mantras.

Anmerkung: Fragment: Verb im zweiten Halbvers unlesbar; deutscher Satzanschluss geklammert.

Vers 433
kulatattvavadeṣo'pi durūho hyuddhṛtikramaḥ |
ādau tu pañca bījāni sarvamantrādigāni hi ||433||

Wie beim Kulatattva ist auch hier das Verfahren der Zusammenstellung schwer zu verstehen. Zuerst stehen fünf Bijas am Anfang jedes Mantras.

Anmerkung: Leicht beschädigte Flexion des ersten Halbverses nach dem lesbaren Sinn normalisiert.

Vers 434
tatrāpyādyāntime bīje sarveṣāṃ niścale mate |
madhyagāni trivarṇāni bhinnabhinnāni pārvati ||434||

Dabei bleiben das erste und das letzte Bija bei allen gleich; die drei mittleren Silben sind jeweils verschieden, Parvati.

Vers 435
tataḥ paraṃ caturviṃśabhūbhāgākhyāḥ pṛthak pṛthak |
tato'nvamīṣāṃ hi pṛthagupanāmāni vai punaḥ ||435||

Danach folgen einzeln die Namen von vierundzwanzig Landschaften und anschließend ihre jeweils besonderen Zusatzbezeichnungen.

Vers 436
tadeteṣāṃ vigrahānte vibhaktiḥ saptamīritā |
mahānubhāvaśabdastu ṅe'ntaḥ sādhāraṇastataḥ ||436||

Am Ende dieser Wortverbindungen steht der Lokativ. Darauf folgt bei allen gemeinsam das Wort „mahānubhāva“ im Dativ.

Anmerkung: Kasuszeichen nge im OCR beschädigt; Dativ als grammatische Lesung gekennzeichnet. Mahanubhava: von großer Macht/Würde.

Vers 437
caturviṃśatyadhiṣṭhātryo devatāḥ syustataḥ pṛthak |
tābhirdevataśabdasya strīcihno vigraho mataḥ ||437||

Danach folgen einzeln die vierundzwanzig herrschenden Göttinnen. Ihre Namen werden jeweils mit dem Wort „devatā“ in weiblicher Form verbunden.

Vers 438
caturthyantā prakartavyā sā punarvaravarṇini |
ubhayorasthirā pūrvamitarā tu sthirā matā ||438||

Diese Verbindung erhält wiederum die Dativendung, du Schöne. Von ihren beiden Gliedern wechselt das erste, während das andere gleichbleibt.

Vers 439
caturviṃśatisaṃkhyākāḥ siddhayaḥ syuḥ pṛthak tataḥ |
vigrahastena kartavyaḥ siddhiśabdasya sarvagaḥ ||439||

Danach folgen einzeln die vierundzwanzig Siddhis. Der jeweilige Name ist überall mit dem Wort „siddhi“ zu verbinden.

Anmerkung: OCR-Ziffer436 in der fortlaufenden Folge als439 gelesen.

Vers 440
sā caturthīvibhaktyantā tryakṣarā parikīrtitā |
ṣaḍakṣarī […] sarvasādhāraṇī smṛtā ||440||

Diese [Siddhi-Bezeichnung] steht im Dativ; [der feste Wortteil] wird als dreisilbig bezeichnet. Eine sechssilbige […] gilt als allen gemeinsam.

Anmerkung: Fragment: Übergang zur sechssilbigen Schlussformel beschädigt. Dreisilbenbezug aus 439 vorsichtig geklammert; vollständige Formel nicht erfunden.

Vers 441
sāmānyoddhṛtireṣoktā viśeṣamavadhāraya |
ādyantau pañca bījānāṃ tārarāvau sthirau sthitau ||441||

Damit ist die allgemeine Zusammenstellung erklärt; höre nun die Einzelheiten. Von den fünf Bijas stehen Tara und Rava unveränderlich am Anfang und Ende.

Die wechselnden Bijas

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 442
madhyagāstu smararamāmāyāḥ kālīratistriyaḥ |
bhūtakūrcarupaḥ kṣetrapālasomāmṛtāni ca ||442||

Die mittleren sind Smara, Rama und Maya; Kali, Rati und Stri; Bhuta, Kurcha und Ru […]; Kshetrapala, Soma und Amrita …

Anmerkung: Fragment: drittes Glied nach Bhuta/Kurcha nur rupah lesbar; kein Bija ergänzt.

Vers 443
kālamuṇḍasaṭāḥ pretarambhāvaṭyastataḥ param |
hākinīsaṃhitānīlā mahendreśvaracañcavaḥ ||443||

… Kala, Munda und Sata; danach Preta, Rambha und Vati; Hakini, Samhita und Nila; Mahendra, Ishvara und Chanchu …

Anmerkung: Seltene Chiffren wie Sata/Vati unsicher, Namenfolge beibehalten.

Vers 444
tato mauñjīkakudgarbhā nṛsiṃhaprāṇaśaiśukāḥ |
dīpadhenumāriṣaśca bhrāmarīnāgavidyutaḥ ||444||

… dann Maunji, Kakud und Garbha; Nrisimha, Prana und Shaishuka; Dipa, Dhenu und Marisha; Bhramari, Naga und Vidyut …

Vers 445
bhāruṇḍāyoginīcchandāstantragonemayastataḥ |
kāpālabhairavasvāpāḥ mekhalāsaṃpuṭakramāḥ ||445||

… Bharunda, Yogini und Chhanda; dann Tantra, Go und Nemi; Kapala, Bhairava und Svapa; Mekhala, Samputa und Krama …

Vers 446
pracaṇḍāmandasaṃmohā ḍākinīhārakaṇikāḥ |
kālarātrīṣṭimandārā yugāntaupahvaravyayāḥ ||446||

… Prachanda, Manda und Sammoha; Dakini, Hara und Kanika; Kalaratri, Ishti und Mandara; Yuganta, Aupahvara und Avyaya …

Anmerkung: Namensverbindung des ersten Halbverses leicht normalisiert, Decknamen nicht entschlüsselt.

Vers 447
saṃhāratandrākuṭilā hāriṇyutkocinī baliḥ |
maṇimālā bhogakṛtyāstretācarpaṭaśṛṅkhalāḥ ||447||

… Samhara, Tandra und Kutila; Harini, Utkochini und Bali; Manimala, Bhoga und Kritya; Treta, Charpata und Shrinkhala.

Anmerkung: Tandra/ Tantra an dieser Stelle unsicher; als Tandra gelesen, nicht als gesicherte Lautchiffre ausgegeben.

Vers 448
dvisaptatiriti proktā bījānāṃ parameśvari |
caturviṃśatimantrāṇāṃ tritribījāṃśakā gatāḥ ||448||

So sind zweiundsiebzig Bijas genannt, höchste Herrin. Sie verteilen sich zu je drei auf die vierundzwanzig Mantras.

Anmerkung: Zählbehauptung der Quelle; beschädigte Glieder bleiben offen.

Vierundzwanzig Landschaften und ihre Bezeichnungen

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 449
bhūbhāgā atha kathyante krameṇa parameśvari |
kāmarūpaṃ ca pūrṇaśca tathaivānarta eva ca ||449||

Nun werden der Reihe nach die Landschaften genannt, höchste Herrin: Kamarupa, Purna und Anarta …

Anmerkung: Anarta im OCR beschädigt, Name nur wahrscheinlich gelesen.

Vers 450
saurāṣṭraṃ caiva kāśmīraṃ kolā tadanu kośalā |
kāñcī kāśī varāhaśca jālandhara itaḥ param ||450||

… Saurashtra, Kashmir, Kola, danach Koshala, Kanchi, Kashi, Varaha und anschließend Jalandhara …

Vers 451
kāmpillo mathurā caiva naimiṣaṃ tadanantaram |
laṅkā tadvadavantī ca koṅkaṇaṃ tadanantaram ||451||

… Kampilla, Mathura, danach Naimisha, Lanka und Avanti, anschließend Konkana …

Anmerkung: OCR-Ziffer351 als451 gelesen.

Vers 452
pāñcāla oḍiyānañca gomanthaḥ pauṇḍrako'pi ca |
karavīraḥ kaliṅgaśca medinī tadanantaram ||452||

… Panchala, Odiyana, Gomantha, Paundraka, Karavira, Kalinga und danach Medini.

Anmerkung: Ortsnamen ohne ungeprüfte Gleichsetzung mit heutigen Orten.

Vers 453
bhūbhāgāḥ kathitā ete krameṇa manumadhyagāḥ |
athaiṣāmupanāmāni vakṣye kramāt īśvari ||453||

Diese Landschaften treten in der genannten Reihenfolge in die Mitte der Mantras. Nun nenne ich ihre Zusatzbezeichnungen der Reihe nach, Herrin.

Vers 454
gahvaraṃ ca giriścaiva viṣayo deśa eva ca |
maṇḍalaṃ ca purañcāpi pattanaṃ nagaraṃ tathā ||454||

Gahvara (Höhle oder tiefe Schlucht), Giri (Berg), Vishaya (Bezirk), Desha (Land), Mandala (Gebiet), Pura (Stadt), Pattana (Handelsstadt) und Nagara (Stadt) …

Vers 455
ūṣaraśca kṣetrataṭe pradeśo'pi purī tathā |
araṇyaṃ parvataścaiva nagarī tadanantaram ||455||

… Ushara (Salzboden oder Ödland), Kshetra (Feld, heiliger Bezirk), Tata (Ufer), Pradesha (Gegend), Puri (Stadt), Aranya (Wald), Parvata (Berg) und danach Nagari (Stadt) …

Anmerkung: Ushara bereits im Quellentext mit Fragezeichen; vorläufige Lesung, nicht gesicherter Ortszusatz.

Vers 456
tato janapado grāmaḥ pṛṣṭhaṃ śikharameva ca |
kānanaṃ rājadhānī ca bhūbhāgastalameva ca ||456||

… dann Janapada (Landstrich), Grama (Dorf), Prishtha (Rücken oder Hochfläche), Shikhara (Gipfel), Kanana (Wald), Rajadhani (Hauptstadt), Bhubhaga (Landteil) und Tala (Fläche).

Vers 457
upanāmāni teṣāṃ hi caturviṃśatayaḥ kramāt |
adhiṣṭhātryo'tha siddhīnāṃ mayocyante śṛṇuṣva tāḥ ||457||

Dies sind der Reihe nach ihre vierundzwanzig Zusatzbezeichnungen. Nun nenne ich die über die Siddhis herrschenden Göttinnen; höre sie.

Herrschende Göttinnen und Siddhis

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 458
yoginyapsarasaścaiva ḍākinī kathyate tataḥ |
cāmuṇḍā bhairavī cāpi rākṣasī bhūtinī tathā ||458||

Yogini, Apsaras, danach Dakini, Chamunda, Bhairavi, Rakshasi und Bhutini …

Anmerkung: Weibliche Gottheiten- beziehungsweise Wesensbezeichnungen.

Vers 459
guhyakī jambhakī paścād gandharvā kinnarī tathā |
kūṣmāṇḍī ca tathā vidyādharī yakṣiṇyanantaram ||459||

… Guhyaki, Jambhaki, danach Gandharva, Kinnari, Kushmandi, Vidyadhari und anschließend Yakshini …

Vers 460
vaiṣṇavī ca tathā siddhā maheśvaryapyudāhṛtā |
ghoṇakī ca tato jñeyā brahmāṇī tadanantaram ||460||

… Vaishnavi, Siddha und Maheshvari, danach Ghonaki und anschließend Brahmani …

Anmerkung: Fußnote bietet mahaiśvarī statt maheśvarī; keine zusätzliche Göttin. Seltenes Ghonaki nicht ersetzt.

Vers 461
kaumārī cāpi vārāhī nārasiṃhī tataḥ param |
aindrī ca guhyakālī ca caturviṃśatirīritāḥ ||461||

… Kaumari, Varahi, danach Narasimhi, Aindri und Guhyakali: Damit sind die vierundzwanzig genannt.

Vers 462
atha siddhīḥ samācakṣe nāmnā siddhipadaṃ vinā |
stambhanaṃ mohanaṃ caiva vaśīkaraṇameva ca ||462||

Nun nenne ich die Siddhis beim Namen, jeweils ohne das Wort „siddhi“: Stambhana (Stillstellung), Mohana (Verblendung) und Vashikarana (Unterwerfung) …

Anmerkung: Die hier genannten Machtriten werden historisch wiedergegeben, nicht in moderne Meditation umgedeutet.

Vers 463
māraṇaṃ turyamuditamākarṣaṇamataḥ param |
uccāṭanaṃ ca dveṣaśca drāvaṇaṃ śoṣaṇaṃ tathā ||463||

… als vierte Marana (Tötung), danach Akarshana (Heranziehung), Uchchatana (Vertreibung), Dvesha (Erzeugung von Feindschaft), Dravana (In-die-Flucht-Schlagen) und Shoshana (Austrocknung) …

Vers 464
[…] kṣobhaṇamapi santrāsonmādasaṃjñakau |
vyañjanaṃ ca tathā khaḍgaḥ khecarī syāt tataḥ param ||464||

… […] Kshobhana (Erschütterung), Samtrasa (Schrecken), Unmada (Wahnsinn), Vyanjana […], Khadga (Schwert) und danach Khechari (Bewegung im Luftraum) …

Anmerkung: Fragment: erster Anschluss beschädigt; Vyanjana schon in Quelle fraglich, Alternative Vyajana (Fächer). Keine Wirkung für diesen unklaren Namen erfunden.

Vers 465
kāmarūpitvavetālau pādukā yakṣiṇī tathā |
guṭikā dhātuvādaśca tato'ntardhānameva ca ||465||

… Kamarupitva (beliebige Gestalt annehmen), Vetala (Beherrschung eines Leichengeistes), Paduka (magische Sandalen), Yakshini, Gutika (magische Pille), Dhatuvada (Metallverwandlung) und danach Antardhana (Unsichtbarwerden) …

Anmerkung: Klammerangaben erläutern die rituelle Funktion der Siddhi-Namen; keine bestätigten Wirkungen.

Vers 466
aṇimādyaṣṭa iti ca sarvaśeṣe sureśvari |
kūrcāstrahṛcchirāṃsyante sarvasādhāraṇāni hi ||466||

… und ganz zuletzt die acht mit Anima beginnenden Fähigkeiten, Herrin der Götter. Am Schluss stehen für alle gemeinsam Kurcha, Astra, Herz und Kopf.

Anmerkung: Die acht Siddhis sind hier nur als Gruppe genannt; keine fehlende Liste ergänzt. Schlussformel bleibt in der Chiffrenform der Quelle.

Körperstellen und Abschluss des Siddhichakra-Nyasa

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 467
mantrāṇāmiti sarveṣāṃ vibhāgaste mayoditaḥ |
sthānānīdānīmeteṣāṃ […] kamalekṣaṇe ||467||

So habe ich dir die Gliederung aller Mantras erklärt. Nun [höre] ihre Körperstellen, Lotusäugige.

Anmerkung: Fragment: Verb beschädigt, deutsche Ergänzung geklammert.

Vers 468
[…] ca hṛdayaṃ tato'nu jaṭharaṃ smṛtam |
kaphoṇidvitayaṃ cāpi pārśvadvitayameva ca ||468||

[…] und das Herz, danach der Bauch, beide Ellenbogen und beide Körperseiten …

Anmerkung: Fragment: erste Körperstelle unlesbar; nicht ergänzt.

Vers 469
[…] ca kapolau dvau netradvitayameva ca |
karṇayugmaṃ tathā nāsāpuṭadvitayameva ca ||469||

[…] beide Wangen, beide Augen, das Paar der Ohren und beide Nasenöffnungen …

Anmerkung: Fragment: Anfang beschädigt; OCR-Ziffer466 in der Folge als469 gelesen.

Vers 470
sṛkkadvayaṃ bhrūyugalaṃ lalāṭaṃ cibukaṃ tathā |
jānudvayaṃ gudaṃ liṅgaṃ nābhiḥ binduranantaram ||470||

… beide Mundwinkel, beide Brauen, Stirn und Kinn, beide Knie, After, Linga (Geschlechtsorgan), Nabel und danach Bindu …

Anmerkung: Fußnote bietet nabhibindu als zusammengesetzte Stelle, Nabelpunkt; Haupttext trennt Nabel/Bindu. Nicht stillschweigend zusammengeführt.

Vers 471
mūlādhāro'tha vadanaṃ tathāgrau karapādayoḥ |
vyāpakaṃ sarvaśārīraṃ caturviṃśatikaṃ matam ||471||

… Muladhara, dann der Mund und die Enden der Hände und Füße. Als vierundzwanzigster gilt der den ganzen Körper umfassende Nyasa.

Anmerkung: Kein fehlendes Körperglied zur Zahl24 ergänzt.

Vers 472
iti sthalānīritāni nyasanīyāni vai kramāt |
deśopanāmādhiṣṭhātrīsiddhīnāṃ parameśvari ||472||

So sind die Stellen genannt, an denen der Reihe nach die Formeln mit Land, Zusatzbezeichnung, herrschender Göttin und Siddhi aufzulegen sind, höchste Herrin.

Vers 473
bahvalpavarṇānmantrāṇāṃ na varṇaniyamaḥ kṛtaḥ |
evaṃ te kathito nyāsaḥ siddhicakrāhvayaḥ priye ||473||

Weil die Mantras mehr oder weniger Silben enthalten, wird keine einheitliche Silbenzahl festgesetzt. So wurde dir der Siddhichakra genannte Nyasa erklärt, Geliebte.

Vers 474
aihikavyuṣṭilipsūnāṃ nityatvena vyavasthitaḥ |
pāratrikāptukāmānāṃ kāmyatvena prakīrtitaḥ ||474||

Für diejenigen, die Wohlergehen in dieser Welt erstreben, ist er als regelmäßige Pflicht vorgesehen. Für diejenigen, die das Jenseitige erlangen möchten, wird er als wahlweise, wunschbezogene Handlung bezeichnet.

Anmerkung: OCR-Ziffer374 in der Folge als474 gelesen. Unterschied zwischen nitya und kamya quellentreu erhalten.

Kaivalya-Nyasa: die Ausrichtung auf Befreiung

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 475
atha kaivalyanāmānaṃ nyāsaṃ samavadhāraya |
mumukṣūṇāmayaṃ nityo naivaihikaphalārthinām ||475||

Höre nun den Kaivalya genannten Nyasa. Für diejenigen, die Befreiung suchen, ist er eine regelmäßige Pflicht, nicht aber für diejenigen, die Früchte in dieser Welt erstreben.

Anmerkung: Kaivalya: Befreiung, das Freisein des Selbst. Textinterne Vorschrift.

Vers 476
nyāsamenaṃ samabhyasyan mokṣāśāṃ dhārayatvalam |
anabhyasyannyāsamenaṃ mokṣāśāṃ parimuñcatu ||476||

Wer diesen Nyasa übt, darf fest auf Befreiung hoffen. Wer ihn nicht übt, soll die Hoffnung auf Befreiung aufgeben.

Anmerkung: Exklusiver Heilsanspruch des Textes; nicht als allgemeine heutige Lehre übernommen.

Vers 477
nyāsasya kaivalyākhyasya ṛṣiḥ kapila ucyate |
triṣṭupchandaḥ parikhyātaṃ guhyakālī ca devatā ||477||

Der Rishi des Kaivalya-Nyasa heißt Kapila, sein Versmaß ist Trishtubh und seine Gottheit Guhyakali.

Anmerkung: OCR-Ziffer377 in fortlaufender Folge als477 gelesen.

Vers 478
bījaṃ tārābhidhaṃ jñeyaṃ brahmaśaktirudāhṛtā |
kalā kīlakamuddiṣṭaṃ tattvaṃ tattvamapi priye ||478||

Sein Bija heißt Tara, Brahma wird als Shakti genannt. Kala ist als Kilaka bestimmt; sein Tattva ist Tattva, Geliebte.

Anmerkung: Die zweimalige Bezeichnung Tattva sowie Brahma als Shakti bleiben erhalten; Chiffren nicht ausgefüllt.

Vers 479
sarveṣāmeva mantrāṇāmādau bījāni vai nava |
tato'nu kūṭamekekaṃ cakranāmāni vai tataḥ ||479||

Am Anfang jedes Mantras stehen neun Bijas. Darauf folgt jeweils ein Kuta und danach ein Chakra-Name.

Vers 480
[…] etattrayamapi niścalaṃ […] |
cakre iti padaṃ saptamyantaṃ sarvatra vai sthiram ||480||

[…] diese drei Glieder […] unveränderlich […]. Das Wort „cakre“, im Lokativ „im Chakra“, bleibt überall gleich.

Anmerkung: Fragment: erster Halbvers widersprüchlich beschädigt; 479 und493 nennen wechselnde Neunergruppen. Weder Negation noch Auflösung des Widerspruchs ergänzt.

Vers 481
yogamārgeṇa kaivalyadāyinītyapi ca sthiram |
[…] sthiram ||481||

Auch „yogamārgeṇa kaivalyadāyinī“ – „die auf dem Yogaweg Befreiung schenkt“ – bleibt gleich. […] bleibt gleich.

Anmerkung: Fragment: zweiter Halbvers weitgehend unlesbar; keine zusätzliche Formel hergestellt.

Vers 482
tattaddevapadaṃ lolaṃ […] |
sasandhyambāpadaṃ stheyaṃ tatpaścācca prasīdatām ||482||

Die jeweilige Gottheitsbezeichnung wechselt […]. Das mit Lautverbindung angefügte Wort „ambā“, Mutter, bleibt fest; darauf folgt „prasīdatām“, „sie möge gnädig sein“.

Anmerkung: Fragment: grammatische Anweisung am Ende des ersten Halbverses beschädigt, nicht rekonstruiert.

Bijas und beschädigte Chakra-Folgen

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 483
tāraṃ sabandhiśīrṣaṃ ca sarvaśeṣe pratiṣṭhitam |
tāramedhasmararamāyoginyaṅkuśakālikāḥ ||483||

Ganz am Ende stehen Tara und der zugehörige Kopf-Abschluss. [Die Bija-Liste beginnt:] Tara, Medha, Smara, Rama, Yogini, Ankusha und Kalika …

Anmerkung: Übergang von Formelaufbau zu Namensliste innerhalb des Verses; keine ausgeschriebene Lautformel ergänzt.

Vers 484
prāsādakūrcau ca tataḥ pāśakṣetrapa[…] |
vadhūlajjārāvakālapretā bhairavyanantaram ||484||

… danach Prasada und Kurcha, Pasha, Kshetrapa […], Vadhu, Lajja, Rava, Kala, Preta und anschließend Bhairavi …

Anmerkung: Fragment: Schluss des ersten Halbverses beschädigt; mögliche weitere Namen nicht ergänzt.

Vers 485
kalā vidhiyugaṃ rambhāyugmaṃ baliyugaṃ tataḥ |
nāsatyayugalaṃ cāpi caṇḍaḥ saṃghāta eva ca ||485||

… Kala, ein Paar Vidhi-Bijas, ein Paar Rambha-Bijas, danach ein Paar Bali-Bijas, auch ein Paar Nasatya-Bijas, Chanda und Samghata …

Anmerkung: Paarangaben quellentreu, keine eigenmächtigen Lautwerte.

Vers 486
viśvaśca śaiśukaścāpi kākinīnemividyutaḥ |
kulikaśca nṛsiṃhaśca gavāditritayaṃ tataḥ ||486||

… Vishva und Shaishuka, Kakini, Nemi und Vidyut, Kulika und Nrisimha, danach die Dreiergruppe mit Go am Anfang …

Anmerkung: Nicht genannte Glieder der Dreiergruppe nicht ergänzt.

Vers 487
[…] sanirmokavetaṇḍe jambhasaṃgrahau |
saśikhe paṃktiḍākinyau hāra ekāvalī tathā ||487||

… […] Nirmoka und Vetanda, Jambha und Samgraha, Shikha, Pankti und Dakini, Hara und Ekavali …

Anmerkung: Fragment: Versanfang und Zuordnung des mehrfachen sa- beschädigt; alle verständlichen Namen wiedergegeben, keine gesicherte Gruppierung behauptet.

Vers 488
karṇikā […] cūḍāmaṇaya eva ca |
muktāditritayaṃ bhogasṛṣṭī sānvakṣamauñjayaḥ ||488||

… Karnika, […] Chudamani, die mit Mukta beginnende Dreiergruppe, Bhoga und Srishti, Sanu, Aksha und Maunji …

Anmerkung: Fragment: mehrere Namen im ersten Halbvers unlesbar; nicht zur Zahl99 ergänzt.

Vers 489
samudraśca tathā dhenumāriṣe mekhalāyugam |
tāṭaṅkalīle phetkārī tretā kṛtyā tathaiva ca ||489||

… Samudra, Dhenu und Marisha, ein Paar Mekhala-Bijas, Tatanka und Lila, Phetkari, Treta und Kritya …

Anmerkung: Tatanka/Lila nur wahrscheinlich aus dem beschädigten Wortverbund gelesen.

Vers 490
aupahvaraṃ nāndikaśca duṣkṛtaṃ padmameva ca |
bhrāmarī ca pracaṇḍā ca kekarākṣī prabhañjanā ||490||

… Aupahvara, Nandika, Dushkrita und Padma, Bhramari, Prachanda, Kekarakshi und Prabhanjana …

Anmerkung: OCR-Ziffer460 als490 gelesen.

Vers 491
saṃhāro mandasaṃmohau patanaṃ kuśikavyayau |
surasaḥ samaraścaiva rāgaḥ sārasa eva ca ||491||

… Samhara, Manda und Sammoha, Patana, Kushika und Avyaya, Surasa, Samara, Raga und Sarasa …

Vers 492
nādāntakaścāmaraśca vyajanaṃ vidhṛtistathā |
māraṇḍaśca vinādaśca vimardaḥ śekharo'pi ca ||492||

… Nadantaka, Chamara, Vyajana, Vidhriti, Maranda, Vinada, Vimarda und Shekhara …

Vers 493
śāmbhavaṃ ceti ca navanavatibījasaṃhatiḥ |
ekaikasmin manau devi nava bījānyanukramāt ||493||

… und Shambhava. Damit ist die Gesamtheit von neunundneunzig Bijas genannt. In jeden Mantra kommen der Reihe nach neun Bijas, Göttin.

Anmerkung: Quellenzählung99; beschädigte Namenliste nicht entsprechend aufgefüllt.

Vers 494
ataḥ paraṃ krameṇaiva kūṭāni vyāharāmi te |
ādau kuṇḍalinīkūṭaṃ svādhiṣṭhānaṃ tataḥ param ||494||

Nun nenne ich dir der Reihe nach die Kutas: zuerst Kundalini-Kuta, danach Svadhishthana …

Vers 495
[…] kūṭaṃ cānāhataṃ tataḥ |
[…] śāṅkarakūṭakam ||495||

… […] Kuta, danach Anahata […] und Shankara-Kuta …

Anmerkung: Fragment: große Teile beider Halbverse unlesbar. Bekannte Chakra-Folgen nicht zur Rekonstruktion herangezogen.

Vers 496
śāmbhavaṃ kūṭamasyānu kūṭaṃ […] |
[…] pāśupataṃ tataḥ ||496||

… danach Shambhava-Kuta, […] Kuta, […] und dann Pashupata …

Anmerkung: Fragment: weitere Kuta-Namen unlesbar; nicht ergänzt.

Vers 497
ityekādaśakūṭāni krameṇaivoditāni te |
[…] cakrāṇāmānupūrvyā bravīmyaham ||497||

So sind dir der Reihe nach elf Kutas genannt. Nun nenne ich […] die Chakras in ihrer Reihenfolge.

Anmerkung: Fragment: Übergang zur Chakra-Liste beschädigt; genannte Elfzahl nicht durch Rekonstruktion der vorigen Verse hergestellt.

Vers 498
[…] nāmnā syureva ṣaṭ |
[…] ca paśyantī madhyamā vaikharī tathā ||498||

[…] dem Namen nach sind es sechs. […] Pashyanti, Madhyama und Vaikhari …

Anmerkung: Fragment: erster Halbvers und Anfang des zweiten unlesbar. Die drei lesbaren Namen bezeichnen hier Stufen der Sprache; fehlender Name nicht als Para ergänzt.

Vers 499
brahmarandhraṃ sarvaśeṣe cakrāṇyuktāni vai mayā |
[…] devatāṃ vacmi sāṃpratam ||499||

Ganz zuletzt Brahmarandhra: Damit habe ich die Chakras genannt. Nun nenne ich die Gottheiten […].

Anmerkung: Fragment: nähere Bestimmung der Gottheitsnamen beschädigt. Herausgeber meldet drei fehlende Zeilen in einem Zeugen, kein zusätzlicher Text erfunden.

Gottheiten und Körperstellen

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 500
brahmā viṣṇuśca rudraśca kumāraśceśvarastathā |
kulaṃ śaktiḥ śivā siddhirjñānaṃ mokṣa iti kramāt ||500||

Der Reihe nach: Brahma, Vishnu, Rudra, Kumara, Ishvara, Kula, Shakti, Shiva, Siddhi, Jnana und Moksha.

Anmerkung: Form shivā weiblich in der Quelle; nicht stillschweigend zu Shiva als männlicher Gott geändert.

Vers 501
sthānāni kalayedānīṃ nyāsasya kamalekṣaṇe |
gudaṃ liṅgaṃ ca nābhiśca jaṭharaṃ hṛdayaṃ tathā ||501||

Beachte nun die Stellen des Nyasa, Lotusäugige: After, Linga (Geschlechtsorgan), Nabel, Bauch und Herz …

Vers 502
ghaṇṭikā kaṇṭhavadane tataḥ kūrcālike priye |
brahmarandhraṃ sarvaśeṣe yadadhyāste sadāśivaḥ ||502||

… Zäpfchen, Kehle und Mund, danach Kurcha [Brauenbereich?] und Stirn, Geliebte, und ganz zuletzt Brahmarandhra, wo Sadashiva seinen Sitz hat.

Anmerkung: Anatomischer Bezug von kurcha hier unsicher; nicht als gesicherte Körperstelle ausgegeben.

Vers 503
kaivalyanyāsa iti te […] pratipāditaḥ |
adhikāriviśeṣeṇa nyāsasyāsya maheśvari ||503||

So ist dir der Kaivalya-Nyasa […] erklärt. Je nach der besonderen Eignung der Person, große Herrin, …

Anmerkung: Fragment: nähere Bestimmung im ersten Halbvers beschädigt; Satz wird in504 abgeschlossen.

Amrita-Nyasa: Hauptform und Ersatzform

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 504
nityatā kāmyatā cāpi pūrvaṃ pratipāditā |
idānīmamṛtanyāsaṃ niśāmaya samāsataḥ ||504||

… wurden zuvor seine Verbindlichkeit beziehungsweise seine wahlweise Anwendung erläutert. Höre nun in knapper Form den Amrita-Nyasa.

Anmerkung: Abschnittswechsel innerhalb der Quellstrophe.

Vers 505
viśeṣato vidhāne'sya bījānāṃ vistaro bhavet |
sāmānyato vidhāne tu samāsaḥ paryavasyati ||505||

Bei seiner ausführlichen Darlegung wäre die Aufzählung der Bijas umfangreich; bei einer allgemeinen Darstellung lässt sie sich dagegen zusammenfassen.

Anmerkung: Quelleninterne Ankündigung der Kurzform, keine redaktionelle Auslassung.

Vers 506
asyāvaśyakatā proktā prasannāvidhikarmaṇi |
tatredamaḥ surāvācī nyasane dehavācyasau ||506||

Bei der rituellen Behandlung der Prasanna, des alkoholischen Getränks, gilt er als erforderlich. Dort bezeichnet das Wort „idam“, „dies“, den Alkohol; beim Nyasa bezeichnet es den Körper.

Anmerkung: Die beiden Anwendungen werden ausdrücklich unterschieden.

Vers 507
nyāsasyāsyāmṛtākhyasya kātyāyana ṛṣirmataḥ |
chando virāḍiti khyātaṃ kālī kāmakalā surī ||507||

Als Rishi dieses Amrita genannten Nyasa gilt Katyayana. Das Versmaß heißt Virat; die Göttin ist Kali Kamakala.

Anmerkung: Fußnote liest kālikā kamalā statt kālī kāmakalā. Unterschied nicht stillschweigend vereinheitlicht.

Vers 508
kāmabījaṃ kīlakaṃ syād yoginī śaktirucyate |
vadhūbījaṃ bījamiha viniyogastu siddhaye ||508||

Das Kama-Bija ist das Kilaka, Yogini wird als Shakti genannt und das Vadhu-Bija ist hier das Bija. Die Anwendung dient der Siddhi.

Vers 509
asya prakṛtirūpasya mukhyaṃ kalpaṃ niśāmaya |
tato vikṛtirūpasyānukalpaṃ vakṣye […] ||509||

Höre die Hauptform in ihrer ursprünglichen Gestalt. Danach werde ich die abgewandelte Ersatzform erklären […].

Anmerkung: Fragment: letztes Wort unlesbar; verständlicher Zusammenhang vollständig übersetzt.

Vers 510
ṛṣiḥ prathamakalpasyānukalpasyāpi sa smṛtaḥ |
ādau bījātirekatvaṃ nyūnatvamitaratra ca ||510||

Für die erste Form und die Ersatzform gilt derselbe Rishi. In der ersten ist die Zahl der Bijas größer, in der anderen kleiner.

Vers 511
dve viśatī bījakūṭe prathamaṃ pariniṣṭhite |
pañcaviṃśatimantreṣu niścalatvatayā sthite ||511||

Am Anfang stehen zwei Zwanzigergruppen aus Bijas und Kutas. Sie bleiben in allen fünfundzwanzig Mantras unverändert.

Anmerkung: Vierzig Gesamtglieder ausdrücklich durch522 bestätigt; Bijas und Kutas nicht künstlich jeweils20 zugeordnet.

Vers 512
pañcaviṃśatitattvāni bhinnāni parameśvari |
pañcaviṃśatināmāni śivasyānte niyojayet ||512||

Die fünfundzwanzig Tattvas sind jeweils verschieden, höchste Herrin. An ihren Schluss setze man fünfundzwanzig Namen Shivas.

Vers 513
madhye cātmapadaṃ pūrvapade nāmā savigraham |
tacca nāma śivasyāpi ṅe'ntaṃ yugmamapi priye ||513||

Dazwischen wird das Wort „ātman“ mit dem vorausgehenden Namen verbunden. Sowohl dieser Name als auch der Name Shivas stehen im Dativ, Geliebte.

Anmerkung: Grammatische Konstruktion im ersten Halbvers leicht beschädigt; Dativzeichen aus dem Satzkontext gelesen.

Vers 514
ime pade cañcale dve jñātavye sādhakottamaiḥ |
idamamṛtīkṛtyapadaṃ tadanu yojayet ||514||

Die besten Sadhakas sollen wissen: Diese beiden Wortglieder wechseln. Danach füge man „idam amṛtīkṛtya“ an – „nachdem du dies zu Amrita gemacht hast“.

Anmerkung: Zweiter Halbvers bereits in Quelle mit Fragezeichen; verständliche Formel erhalten, Wortlaut nicht als textkritisch gesichert ausgegeben.

Vers 515
paramātmanīti saṃlikhya hutvā svayamitīrayet |
juṣasva […] ekaviṃśativarṇakaḥ ||515||

Man schreibe „paramātmani“, „im höchsten Selbst“, und spreche „hutvā svayam“, „nachdem du selbst geopfert hast“, sowie „juṣasva“, „nimm es an/genieße es“. […] [Der Abschluss hat] einundzwanzig Silben.

Anmerkung: Fragment: weiterer Abschluss beschädigt, keine fehlende Feuerformel ergänzt. Einundzwanzig ist die Quellzählung.

Vers 516
[…] niścalo mantro jñātavyaḥ parameśvari |
nyasanīyāstathaikaikaṃ sthānānāṃ pañcaviṃśatiḥ ||516||

Dieser […] Mantrateil bleibt unverändert, höchste Herrin. Der Nyasa ist jeweils an einer von fünfundzwanzig Stellen auszuführen.

Anmerkung: Fragment: erster Anschluss und Flexion des zweiten Halbverses beschädigt; sichere Ortszahl bewahrt.

Vers 517
iti sāmānya uddhāro nyāsasya kathito mayā |
viśeṣamadhunā vacmi krameṇa tridaśeśvari ||517||

Damit habe ich den allgemeinen Aufbau des Nyasa erklärt. Nun nenne ich der Reihe nach die Einzelheiten, Herrin der Götter.

Bijas, Kutas und Tattva-Namen

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 518
tāravāgbhavahrīkūrcavadhūlakṣmīmanobhuvām |
pāśāṅkuśamahākrodhabhūtaprāsādavidyutām ||518||

Tara, Vagbhava, Hri, Kurcha, Vadhu, Lakshmi, Manobhu, Pasha, Ankusha, Mahakrodha, Bhuta, Prasada und Vidyut …

Anmerkung: Hri im OCR beschädigt, nur wahrscheinliche Namenslesung; keine zugehörige Silbe ergänzt.

Vers 519
parā caṇḍāmṛtā pretaḥ phetkārī śākinī ratiḥ |
kūṭaṃ tatpuruṣaṃ kūṭaṃ vāmadevamanantaram ||519||

… Para, Chanda, Amrita, Preta, Phetkari, Shakini und Rati, das Tatpurusha-Kuta und danach das Vamadeva-Kuta …

Anmerkung: Tatpurusha im OCR leicht beschädigt, in der lesbaren Fünfernamensfolge normalisiert.

Vers 520
sadyojātaṃ tataḥ […] kūṭamanvataḥ |
īśānakūṭaṃ tadanu cāmuṇḍābhairavī […] ||520||

… Sadyojata, danach […] Kuta, anschließend Ishana-Kuta, Chamunda und Bhairavi […].

Anmerkung: Fragment: Kuta zwischen Sadyojata und Ishana unlesbar, nicht automatisch als Aghora ergänzt; Versschluss beschädigt. Fußnote bietet bhairavī tathā statt beschädigtem Haupttext.

Vers 521
vahnivetālabhāruṇḍānīladrāvaṇamānasāḥ |
vajraśāṅkarakāpālaraudrānandagarutmatām ||521||

… Vahni, Vetala, Bharunda, Nila, Dravana, Manasa, Vajra, Shankara, Kapala, Raudra, Ananda und Garutmat.

Anmerkung: Seltene Namen und Gliederung des Schlusskompositums teilweise unsicher; keine Silben daraus rekonstruiert.

Vers 522
catvāriṃśacca bījāni kathitāni mayā tava |
sarveṣāmeva mantrāṇāṃ purobhāga idaṃ sthitam ||522||

Damit habe ich dir vierzig Bijas genannt. Diese stehen am Anfang aller Mantras.

Anmerkung: Zählbehauptung der Quelle umfasst die vorher genannten Kutas; Lücken nicht aufgefüllt.

Vers 523
pañcaviṃśatitattvānāṃ manornāmāni vai […] |
jñānecchākṛtidharmāśca vairāgyaiśvaryamityapi ||523||

Die Namen der fünfundzwanzig Tattvas im Mantra […] sind: Jnana (Erkenntnis), Ichchha (Wille), Kriti (Tun), Dharma (Ordnung), Vairagya (Leidenschaftslosigkeit) und Aishvarya (Herrschermacht) …

Anmerkung: Fragment: Ende des ersten Halbverses beschädigt, Anfang Jnana im OCR nur teilweise erhalten; vorläufige Lesung.

Vers 524
śaktiḥ kaivalyamutsāho dhairyaṃ guhyavivekakau |
vikāraḥ sukhamānandaḥ saṃjñā puṇyaṃ kriyā tathā ||524||

… Shakti (Kraft), Kaivalya (Befreiung), Utsaha (Tatkraft), Dhairya (Standhaftigkeit), Guhya (Geheimnis), Viveka (Unterscheidung), Vikara (Veränderung), Sukha (Glück), Ananda (Glückseligkeit), Samjna (Bewusstsein oder Benennung), Punya (Verdienst) und Kriya (Handlung) …

Anmerkung: Guhya leicht beschädigt, vorläufige Lesung; die Begriffe bleiben Teil der textinternen Liste.

Vers 525
[…] prakṛtiścaivāhaṅkāro mahadādikaḥ |
tanmātraṃ liṅgaparamātmānau ceti prakīrtitau ||525||

… […], Prakriti (Urnatur), Ahamkara (Ichbildung), Mahat (das große Erkenntnisprinzip), Tanmatra (subtiles Sinneselement), Linga (Zeichen beziehungsweise subtiler Körper) und Paramatman (höchstes Selbst).

Anmerkung: Fragment: erstes Tattva unlesbar. Keine Ergänzung zur angekündigten Zahl25.

Vers 526
punastattvāntaraṃ pañcaviṃśati tvaṃ niśāmaya |
śiveśvarau śuddhividye liṅgajīvātmasūkṣmakāḥ ||526||

Höre nun weitere fünfundzwanzig Tattvas: Shiva, Ishvara, Shuddhi (Reinheit), Vidya (Wissen), Linga, Jivatman (individuelles Selbst) und Sukshma (das Feine) …

Anmerkung: Quelle kündigt in512Shiva-Namen, hier ausdrücklich weitere Tattvas an; nicht harmonisiert.

Vers 527
avidyā niyatiḥ kālaḥ kalā rāgaḥ kulāmṛtam |
buddhirmāyā manaḥ kāmo rajaḥ sattvaṃ tamastathā ||527||

… Avidya (Nichtwissen), Niyati (Begrenzung oder Notwendigkeit), Kala (Zeit), Kala [kalā: begrenzte Wirkkraft], Raga (Anhaften), Kulamrita (Nektar des Kula), Buddhi (Erkenntnisvermögen), Maya (verhüllende Macht), Manas (Denkvermögen), Kama (Verlangen), Rajas, Sattva und Tamas, die drei Grundqualitäten …

Anmerkung: Kāla und kalā sind zwei verschiedene Einträge; IAST zeigt den Unterschied. Keine fehlenden Listenglieder ergänzt.

Vers 528
yuktiḥ siddhiḥ sāmarasyaṃ pañcaviṃśamidaṃ kramāt |
ataḥ paraṃ tu sthānāni nyāsasyāsya niśāmaya ||528||

… Yukti (Verbindung oder methodisches Vorgehen), Siddhi (Vollendung) und Samarasya (Einheit des Erlebens), das hier als fünfundzwanzigstes genannt wird. Höre nun die Stellen dieses Nyasa.

Anmerkung: Lesbare Liste526–528erreicht die behauptete25nicht eindeutig; Differenz offen, keine Namen hinzugefügt.

Körperstellen und die verkürzte Form

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 529
śirolalāṭāsyakaṇṭhāḥ skandhau […] kaphoṇikau |
maṇibandhāvaṅgulīnāṃ mūlāgrau parikīrtitau ||529||

Kopf, Stirn, Mund, Hals, beide Schultern, […] beide Ellenbogen, die Handgelenke sowie Wurzeln und Spitzen der Finger …

Anmerkung: Fragment: Körperstellen zwischen Schultern und Ellenbogen beschädigt; nicht ergänzt.

Vers 530
vaṅkṣaṇau jānunī gulphau pādāṅgulyadhikāgrakāḥ |
vyāpakaṃ sarvaśārīraṃ pañcaviṃśatimaṃ priye ||530||

… beide Leisten, Knie und Knöchel, die Zehen […] beziehungsweise ihre Spitzen. Als fünfundzwanzigster folgt der den ganzen Körper umfassende Nyasa, Geliebte.

Anmerkung: Fragment: nähere Gliederung bei den Zehen beschädigt; keine vollständige25erKörperkarte konstruiert.

Vers 531
iti te mukhyarūpeṇāmṛtanyāsa udīritaḥ |
anukalpaṃ […] mattaḥ kathayataḥ śanaiḥ ||531||

So wurde dir die Hauptform des Amrita-Nyasa erklärt. Die Ersatzform [höre] nun von mir, während ich sie Schritt für Schritt darlege.

Anmerkung: Fragment: Verb vor mattah unlesbar; deutsche Ergänzung geklammert.

Vers 532
paurasthā sthitiratrāpi […] |
catvāriṃśatsaṃkhyakānāṃ bījānāṃ sthāna eva hi ||532||

Auch hier bleibt die zuvor erklärte Anordnung […] erhalten. An die Stelle der vierzig Bijas …

Anmerkung: Fragment: zweites Viertel unlesbar, Fortsetzung533.

Vers 533
nava bījāni deveśi paraṃ bheda iyān sthitaḥ |
tāni praṇavamaidhahrīyoginīnāmakāni hi ||533||

… treten neun Bijas, Herrin der Götter; allein darin liegt der Unterschied. Sie heißen Pranava, Maidha, Hri und Yogini …

Anmerkung: Hri beschädigt, nur wahrscheinliche Lesung; kein Laut ergänzt.

Vers 534
nṛsiṃhaḍākinīrāvakūrcaprāsādakāni ca |
anyāni sarvavarṇāni pūrvavad varavarṇini ||534||

… Nrisimha, Dakini, Rava, Kurcha und Prasada. Alle anderen Silben bleiben wie zuvor, du Schöne.

Vers 535
sthānānyapi ca tānyeva nyāsasya kathitāni te |
ukta ityamṛtanyāsaḥ prakāradvitayena te ||535||

Auch die Stellen sind dieselben, die dir für den Nyasa genannt wurden. So ist dir der Amrita-Nyasa in seinen beiden Formen erklärt.

Jaya-Vijaya: Sieg im Kampf und Wortstreit

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 536
idānīṃ sāvadhānā tvaṃ jayādyaṃ vijayaṃ […] |
nyāsasyāsya ṛṣirdakṣaśchandaśca jagatī tathā ||536||

Wende nun deine Aufmerksamkeit dem Jaya-Vijaya-Nyasa zu […]. Sein Rishi ist Daksha, sein Versmaß Jagati.

Anmerkung: Fragment: Schluss der Einleitung beschädigt; Name Jaya-Vijaya durch Abschnittsüberschrift und602 bestätigt.

Vers 537
guhyakālī devatā ca ḍākinī bījamucyate |
hāraḥ śaktiḥ […] kīlakaṃ paripaṭhyate ||537||

Seine Gottheit ist Guhyakali, als Bija wird Dakini genannt. Hara ist die Shakti; […] wird als Kilaka angegeben.

Anmerkung: Fragment: Kilaka-Name unlesbar; nicht ergänzt.

Vers 538
viniyogo jaye cāsya vivādasya raṇasya ca |
ākarṇaya samuddhāramidānīmasya pārvati ||538||

Seine Anwendung dient dem Sieg in Wortstreit und Schlacht. Höre nun seine Zusammenstellung, Parvati.

Vers 539
saptaviṃśatimantrāḥ syurasya nyāseśituḥ parāḥ |
sāmānyatastu sarveṣāṃ manūnāmuddhṛtiṃ bruve ||539||

Dieser Herr der Nyasas hat siebenundzwanzig vorzügliche Mantras. Zunächst erkläre ich den allgemeinen Aufbau aller Mantras.

Vers 540
vakṣye viśeṣaṃ tadanu vijñeyaṃ buddhiśālinām |
pratyekaṃ nava bījāni sarveṣāmādigāni hi ||540||

Danach werde ich die Einzelheiten erklären, die Verständige erkennen sollen. Am Anfang jedes Mantras stehen neun Bijas.

Vers 541
tāni bhinnāni bhinnāni calatvenoditāni hi |
tato bhinnāni nāmāni devānāṃ varavarṇini ||541||

Sie sind jeweils verschieden und werden als wechselnde Glieder bezeichnet. Darauf folgen unterschiedliche Namen der Götter, du Schöne.

Vers 542
teṣāṃ lokapadasyāpi vigraho ṅivibhaktitaḥ |
ādyaṃ tayostu taralamitarat stheyamucyate ||542||

Sie werden mit dem Wort „loka“, Welt, zu einer Verbindung im Lokativ zusammengefügt. Von beiden Gliedern wechselt das erste, während das andere fest bleibt.

Anmerkung: Grammatisches Kasuszeichen im OCR leicht beschädigt; Lokativ durch den erkennbaren Formelbau gelesen.

Vers 543
devānāṃ punarākhyā ca bhinnabhinnā sureśvari |
ārādhitā padaṃ tena savigrahamudīryate ||543||

Wiederum folgt ein jeweils anderer Göttername, Herrin der Götter. Mit ihm wird das Wort „ārādhitā“, „verehrt“, verbunden.

Vers 544
atrāpi pūrvavat pūrvaṃ calaṃ sthāsnu dvitīyakam |
tataḥ saṃkhyā calā jñeyā tato vaktrāpadaṃ sthiram ||544||

Auch hier wechselt wie zuvor das erste Glied; das zweite bleibt fest. Danach folgt eine wechselnde Zahl, dann das gleichbleibende Wort „vaktrā“, „mit Gesichtern“.

Anmerkung: Weiblicher Bezug auf Guhyakali, keine modernen Formeln daraus hergestellt.

Vers 545
guhyakālī prīyatāṃ cetyetadakṣarasaptakam |
sthiraṃ samānaṃ sarveṣāṃ kūṭaṃ bhinnaṃ calaṃ tataḥ ||545||

Die sieben Silben „guhyakālī prīyatām“, „Guhyakali möge erfreut sein“, bleiben bei allen gleich. Danach folgt ein jeweils verschiedenes, wechselndes Kuta.

Anmerkung: Quellziffer beschädigt, Folge545 eindeutig.

Vers 546
tasya jayānu vijayapradāyai tadanantaram |
jayāyai vijayāyai ca hṛcchīrṣe tadanantaram ||546||

Darauf folgen „jayavijayapradāyai“, „der Sieg und Triumph Verleihenden“, dann „jayāyai vijayāyai“, „der Jaya, der Vijaya“, und danach Herz- und Kopf-Abschluss.

Anmerkung: Dativendungen im OCR teilweise als -ye; nach weiblichen Namen vorsichtig normalisiert, keine gesicherte Lautrekonstruktion behauptet.

Vers 547
ityekaviṃśatimitā varṇāḥ śeṣe sthirāḥ priye |
iti sāmānya uddhāro viśeṣamavadhāraya ||547||

Diese einundzwanzig Silben bleiben am Ende unverändert, Geliebte. Dies war der allgemeine Aufbau; höre nun die Einzelheiten.

Anmerkung: Quellzählung; nicht durch Ergänzung fehlender Lautwerte erzwungen.

Die lange Bija-Reihe des Jaya-Vijaya-Nyasa

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 548
sarveṣāṃ navabījānāṃ pratyekaṃ kramaśo bruve |
vedādimāyāmadanaprāsādakamalāruṣaḥ ||548||

Ich nenne nun der Reihe nach die einzelnen Bijas aller Neunergruppen: Vedadi, Maya, Madana, Prasada, Kamala und Rush …

Anmerkung: Versnummer stark beschädigt, fortlaufende Folge548; letztes Bija als ruṣ nur vorläufig gelesen.

Vers 549
tārkṣyāṅkuśakṣetrapālāḥ sārasvatavadhūkalāḥ |
rāvacaṇḍāmṛtāveśakālīyoginya ityapi ||549||

… Tarkshya, Ankusha, Kshetrapala, Sarasvata, Vadhu, Kala, Rava, Chanda, Amrita, Avesha, Kali und Yogini …

Vers 550
pāśo viśvaśca bhūtaśca kumbhasomau sakinnarau |
rākāmeṣau […] nāsatyādidvayaṃ tataḥ ||550||

… Pasha, Vishva, Bhuta, Kumbha und Soma zusammen mit Kinnara, Raka und Mesha, […] danach das mit Nasatya beginnende Paar …

Anmerkung: Fragment: Listenglied nach Mesha unlesbar; OCR-Ziffer540 als550 gelesen. Kumbha/Soma mit Kinnara grammatisch ungewöhnlich, nicht gestrichen.

Vers 551
triśikhā ca triśaktiśca kālādityau ca bhairavī |
preto nṛsiṃhastadanu nakṣatraṃ vidyudeva ca ||551||

… Trishikha, Trishakti, Kala, Aditya und Bhairavi, dann Preta, Nrisimha, Nakshatra und Vidyut …

Vers 552
mālānīle'pi cāmuṇḍā kulikaṃ bhūtinī vidhiḥ |
dhanadā ca tato rambhā vaṭī buddhikṣame api ||552||

… Mala, Nila, Chamunda, Kulika, Bhutini und Vidhi, Dhanada, danach Rambha, Vati, Buddhi und Kshama …

Vers 553
mānasaṃ vaktrakāpāle hākinī cañcureva ca |
bhāruṇḍā kākinī caiva kaṅkālaṃ nākulaṃ tathā ||553||

… Manasa, Vaktra und Kapala, Hakini und Chanchu, Bharunda, Kakini, Kankala und Nakula …

Anmerkung: Vaktra im OCR leicht beschädigt; seltener Name nicht weiter entschlüsselt.

Vers 554
taijasaṃ ḍāmaraṃ cāpi dānavadhyānasaṃhitāḥ |
pheravaṃ ca kumārī ca jñānecche yakṣa eva ca ||554||

… Taijasa, Damara, Danava, Dhyana und Samhita, Pherava, Kumari, Jnana, Ichchha und Yaksha …

Anmerkung: Quelle stellt beim letzten Namen Yaksha die alternative Lesung -tna? zur Frage. Kumari hier bloßer Bija-Deckname, keine Körperbeschreibung.

Vers 555
viriñcitāpinīdhūmalalitāstadanantaram |
ulkāditritayaṃ śāntirugraṃ keśara eva ca ||555||

… danach Virinchi, Tapini, Dhuma und Lalita, die mit Ulka beginnende Dreiergruppe, Shanti, Ugra und Keshara …

Anmerkung: Versschlussziffer beschädigt; fehlende Namen der Dreiergruppe nicht ausgeschrieben.

Vers 556
gokarṇanemicchandāṃśca tantrāditritayaṃ tataḥ |
surabhī rauravaṃ cāpi prāṇānantau dhṛtistapaḥ ||556||

… Gokarna, Nemi und Chhanda, danach die mit Tantra beginnende Dreiergruppe, Surabhi, Raurava, Prana, Ananta, Dhriti und Tapas …

Anmerkung: Gokarna am Anfang beschädigt, nur wahrscheinliche Lesung.

Vers 557
daṇḍādipañcakaṃ […] sadakṣiṇā |
nārācaśūlaphetkāryo bhallaveṇvādipañcakam ||557||

… die mit Danda beginnende Fünfergruppe, […] zusammen mit Dakshina, Naracha, Shula und Phetkari, Bhalla und die mit Venu beginnende Fünfergruppe …

Anmerkung: Fragment: mittlere Glieder des ersten Halbverses unverständlich; weder Zahl noch Namen geraten. Gruppengrenze Bhalla/Venu unsicher.

Vers 558
āyādipañcakaṃ paścāt kalpo muktā mahākramaḥ |
anāhatastathā bhogaḥ sṛṣṭistretā ca kṛtyayā ||558||

… danach die mit Aya beginnende Fünfergruppe, Kalpa, Mukta, Mahakrama, Anahata, Bhoga, Srishti, Treta und Kritya …

Anmerkung: Erstes Gruppenanfangswort Aya nur vorläufig lesbar; keine Liste ergänzt.

Vers 559
kośapiṇḍau karālyāditritayaṃ tadanantaram |
[…] raṅkāditritayaṃ tadanantaram ||559||

… Kosha und Pinda, danach die mit Karali beginnende Dreiergruppe, […] und danach die mit Ranka beginnende Dreiergruppe …

Anmerkung: Fragment: erste Hälfte der zweiten Zeile unlesbar. Ranka nur vorläufiger Gruppenname.

Vers 560
vaikārikastataḥ sindhuḥ kīlālādicatuṣṭayam |
prabhañjanā pracaṇḍā ca kekarākṣyādikaṃ trayam ||560||

… Vaikarika, dann Sindhu, die mit Kilala beginnende Vierergruppe, Prabhanjana, Prachanda und die mit Kekarakshi beginnende Dreiergruppe …

Vers 561
[…] mahānaṅgādikaṃ […] |
baliḥ pṛthurnadaścāpi tārakādhenumāriṣāḥ ||561||

… […] die mit Mahananga beginnende Gruppe […], Bali, Prithu, Nada, Taraka, Dhenu und Marisha …

Anmerkung: Fragment: erster Halbvers stark beschädigt. Fußnote nennt Mahananda statt Mahananga; Gruppenzahl nicht lesbar.

Vers 562
nālīkaśca bhuśuṇḍī ca gadā ca tadanantaram |
akhaṇḍacārukubjāśca drāvamāye mahādime ||562||

… Nalika, Bhushundi und danach Gada, Akhanda, Charu, Kubja, Drava und Maya sowie die mit Maha beginnenden beiden …

Anmerkung: Schlussglied mahadime in seiner genauen Gruppierung unsicher; nur erkennbare Zweierangabe übersetzt.

Vers 563
āveśaśca chaṭā prāsaḥ parighastadanantaram |
dvīpo jambhaḥ ṣaḍaṅgaśca kakucchaiśuka eva ca ||563||

… Avesha, Chhata, Prasa, danach Parigha, Dvipa, Jambha, Shadanga, Kakud und Shaishuka …

Anmerkung: Fußnote Adesha statt Avesha; Kakud/Shaishuka aus dem verbundenen, etwas beschädigten Schluss gelesen.

Vers 564
tato'nu mandasaṃmohau […] saṃhṛtistathā |
saṃgrahadvitayaṃ bhāvātīto sthāvarajaṅgamau ||564||

… danach Manda und Sammoha, […], Samhriti, das Samgraha-Paar, Bhavatita, Sthavara und Jangama …

Anmerkung: Fragment: ein Glied vor Samhriti beschädigt. Fußnote Bharatita statt Bhavatita, nicht eingemischt.

Vers 565
glahamadhyāntakāḥ śeṣe kartṛsāraṅga eva ca |
khaṭvāṅgaṃ ca halaṃ tattvaṃ […] tripuṭāpi ca ||565||

… Glaha, Madhya und Antaka am Schluss, Kartri und Saranga, Khatvanga, Hala, Tattva, […] und Triputa …

Anmerkung: Fragment: Listenglied vor Triputa beschädigt, Anfangstrennung und Kartri/Saranga vorläufig.

Vers 566
tasyāpyanu pradātavyaḥ sauṣadhīko vihaṅgamaḥ |
gāyatrī kaṇikā cāpi śṛṅkhalopahvare tathā ||566||

… danach füge man Vihangama mit Aushadhi an, Gayatri und Kanika, Shrinkhala und Upahvara …

Anmerkung: Aushadhi aus saushadhika; seltene Decknamen nicht als Pflanzenanweisung umgedeutet.

Vers 567
nāndikaṃ cāpi lāṅgūlādicatuṣkaṃ tataḥ param |
sukṛtaṃ duṣkṛtaṃ padmaṃ kuśiko'vyaya eva ca ||567||

… Nandika, danach die mit Langula beginnende Vierergruppe, Sukrita, Dushkrita, Padma, Kushika und Avyaya …

Vers 568
sandhānaṃ siñjinī cāpi nemeyaṃ tripurā tathā |
surasaḥ samaraścāpi rāgaḥ sārasa eva ca ||568||

… Samdhana, Sinjini, Nemeya, Tripura, Surasa, Samara, Raga und Sarasa …

Anmerkung: Nemeya nur vorläufige Namenslesung.

Vers 569
mātṛśaṅkū tathā yāmyaṃ jīvanī tomarastathā |
bhadrikā ca tathā tandrā kuṭilā rañjinī ghaṭī ||569||

… Matri und Shanku, Yamya, Jivani und Tomara, Bhadrika, Tandra, Kutila, Ranjini und Ghati …

Vers 570
[…] maṇimālā ca hāriṇyutkocinī tathā |
saṃhārī ca tathā nādāntakaścāmarameva ca ||570||

… […], Manimala, Harini, Utkochini, Samhari, Nadantaka und Chamara …

Anmerkung: Fragment: erstes Glied unlesbar, kein fehlender Name ergänzt.

Vers 571
vyajanaṃ vidhṛtiścāpi ṣaṭcakrādidvayaṃ tathā |
sambhūtiścaturasraṃ ca māraṇḍādyaṃ vinādakam ||571||

… Vyajana, Vidhriti, die mit Shatchakra beginnende Zweiergruppe, Sambhuti, Chaturasra, Maranda und Vinada …

Anmerkung: Chaturasra im OCR beschädigt; vorläufige Lesung nach der wiederkehrenden Namensfolge, nicht als gesicherter Lautwert.

Vers 572
āmnāyātītaviratī tatastattvārṇavo'pi ca |
śaktisarvasvamasyānu parāparamataḥ param ||572||

… Amnayatita und Virati, danach Tattvarnava, anschließend Shaktisarvasva und dann Parapara …

Anmerkung: Fußnote meldet vier fehlende Zeilen in zwei Zeugen; vorhandenen Haupttext erhalten.

Vers 573
śāmbhavaṃ cāpi cicchaktiriti sarvāntimasthitā |
ityagnivedāśvimitā bījapaṅktirnirūpitā ||573||

… Shambhava und ganz zuletzt Chichchhakti. So ist die Bija-Reihe mit der Zahl Agni–Veda–Ashvin, also zweihundertdreiundvierzig, bestimmt.

Anmerkung: Zahlchiffren rückläufig gelesen3–4–2→243, passend zur ausdrücklich genannten27x9-Struktur; keine beschädigten Glieder zur Summe ergänzt.

Welten und überlieferte Verehrer

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 574
ekaikasmin manau deyā navasaṃkhyā samanvitā |
ataḥ paraṃ lokapadopapadaṃ pūrvaṃ […] ||574||

In jeden Mantra kommt eine Neunergruppe. Danach [nenne ich] die dem Wort „loka“ vorausgehenden Bezeichnungen […].

Anmerkung: Fragment: Ende beschädigt, grammatischer Anschluss geklammert.

Vers 575
śivaśca varuṇaścāpi hyaditiḥ śacyapi priye |
saptarṣiśca vasuścaiva yamo bhūrapi ca kramāt ||575||

Der Reihe nach Shiva, Varuna, Aditi, Shachi, Geliebte, Saptarshi (die sieben Seher), Vasu, Yama und Bhu (Erde) …

Vers 576
[…] sūryastathā viśvedevā indro'gnireva ca |
siddhaḥ sādhyaśca yakṣaśca nirṛtiḥ kinnarastathā ||576||

… […], Surya, die Vishvedeva-Götter, Indra, Agni, Siddha, Sadhya, Yaksha, Nirriti und Kinnara …

Anmerkung: Fragment: erster Göttername unlesbar; nicht aus der Folgeliste als Rudra ergänzt.

Vers 577
apsaro bhāsuraścāpi gandharvastadanantaram |
vidyādharo'pi ca prajāpatistuṣita eva ca ||577||

… Apsaras, Bhasura, danach Gandharva, Vidyadhara, Prajapati und Tushita …

Anmerkung: OCR-Ziffer177 in Folge als577 gelesen; Bhasura nicht stillschweigend Asura.

Vers 578
vāyuśca dānavaḥ śeṣe pralayaḥ parikīrtitaḥ |
etasya lokasthāne tu kāla ityabhidhīyate ||578||

… Vayu, Danava und zuletzt Pralaya, die Weltauflösung. Bei diesem letzten Namen steht anstelle von „loka“, Welt, das Wort „kāla“, Zeit.

Anmerkung: Also Pralaya-Zeit statt Pralaya-Welt; keine weitere Formel ergänzt.

Vers 579
iyān paraṃ viśeṣo hi sarvāntimapadasya ca |
saptaviṃśatināmāni krameṇaivoditāni te ||579||

Nur darin unterscheidet sich das allerletzte Glied. Damit wurden dir siebenundzwanzig Namen in ihrer Reihenfolge genannt.

Vers 580
ata ārādhitāśabdādādisthaṃ śṛṇu vai padam |
sadāśivaśca varuṇo'ditiḥ śacyapi ca priye ||580||

Höre nun die Wörter, die vor „ārādhitā“, „verehrt“, stehen: Sadashiva, Varuna, Aditi und Shachi, Geliebte …

Vers 581
saptarṣiśca vasuścaiva mṛtyukālo tataḥ param |
munibhūpau ca tadanu rudraḥ saṃkīrtyate'naghe ||581||

… Saptarshi, Vasu, danach Mrityukala, dann Muni und Bhupa, der Weise und der König, und Rudra, Makellose …

Anmerkung: Die Verbindung munibhupau als zwei lesbare Namen wiedergegeben; nicht zur angekündigten27erZahl zusammengezogen.

Vers 582
tadanu dvādaśādityā viśvedevāstataḥ param |
indro'gniḥ siddha uditaḥ sādhyo'pi tadanantaram ||582||

… danach die zwölf Adityas, anschließend die Vishvedeva-Götter, Indra, Agni, Siddha und dann Sadhya …

Vers 583
kubero rākṣasaścāpi kinnaro'pi tataḥ param |
apsaronivahastadvad bhāsuro'pyanu tasya hi ||583||

… Kubera, Rakshasa, danach Kinnara, ebenso die Schar der Apsaras und darauf Bhasura …

Vers 584
gandharvaśca tato vidyādharaḥ saṃkīrtyate priye |
prajāpatiśca tuṣito vāyurdānava eva ca ||584||

… Gandharva, dann Vidyadhara, Geliebte, Prajapati, Tushita, Vayu und Danava …

Vers 585
śeṣe mahābhairavaśca saptaviṃśatirīritā |
saṃkhyācakrapadāt pūrvāstvaṃ niśāmaya sāṃpratam ||585||

… und zuletzt Mahabhairava. Damit sind siebenundzwanzig genannt. Höre nun die Zahlen, die vor dem Wort „cakra“ stehen sollen.

Anmerkung: Hier cakra, während544 und590vaktra, Gesicht, nennen. Abweichung bewahrt; möglicherweise Textfehler, nicht stillschweigend berichtigt.

Gesichtszahlen und Kutas

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 586
ekaṃ tripañcaṣaṭsapta tathāṣṭa nava pārvati |
daśaikādaśa tasyānu dvādaśāpi trayodaśa ||586||

Eins, drei, fünf, sechs, sieben, acht und neun, Parvati; danach zehn, elf, zwölf und dreizehn …

Anmerkung: Zwei und vier fehlen ausdrücklich in der lesbaren Liste; keine lückenlose Zahlreihe hergestellt.

Vers 587
caturdaśa tataḥ pañcadaśa tasyānu ṣoḍaśa |
tataḥ saptadaśa grāhyaṃ punaraṣṭādaśāpi ca ||587||

… vierzehn, danach fünfzehn, anschließend sechzehn; dann nehme man siebzehn und auch achtzehn …

Vers 588
ūnaviṃśatirasyānu viṃśatistadanantaram |
ekaviṃśatirasyānu dvāviṃśatirataḥ param ||588||

… danach neunzehn, anschließend zwanzig, dann einundzwanzig und darauf zweiundzwanzig …

Vers 589
caturviṃśatirasyānte na trayoviṃśatiḥ kvacit |
triṃśat ṣaṭtriṃśaditi ca ṣaṣṭiścāśītireva ca ||589||

… danach vierundzwanzig, keinesfalls dreiundzwanzig; dreißig, sechsunddreißig, sechzig und achtzig …

Vers 590
śataṃ sahasramiti ca saptaviṃśatirīritā |
devi saṃkhyābhiretābhirvaktraśabdasya vigrahaḥ ||590||

… hundert und tausend. Damit sind siebenundzwanzig genannt. Göttin, diese Zahlen werden mit dem Wort „vaktra“, Gesicht, verbunden …

Anmerkung: OCR-Ziffer560 als590 gelesen. Gegenüber cakra585hier ausdrücklich vaktra.

Vers 591
krameṇa kṛtvā dātavyo viśeṣaṇatayā sthitaḥ |
ataḥ paraṃ krameṇaiva kūṭānyapyavadhāraya ||591||

… und der Reihe nach als nähere Bestimmung eingesetzt. Höre nun auch die Kutas in ihrer Reihenfolge.

Anmerkung: OCR-Ziffer561 als591 gelesen.

Vers 592
śāmbhavaṃ kūṭamādau syād vāruṇaṃ kūṭamanvataḥ |
ādityakūṭaṃ tadanu kūṭaṃ vaihāyasaṃ tataḥ ||592||

Zuerst Shambhava-Kuta, danach Varuna-Kuta, anschließend Aditya-Kuta und dann Vaihayasa-Kuta …

Vers 593
yogakūṭaṃ tataḥ proktaṃ kūṭaṃ vāsavamanvataḥ |
tatpaścād yāmyakūṭaṃ ca kūṭaṃ nābhasameva ca ||593||

… danach Yoga-Kuta, anschließend Vasava-Kuta, dann Yamya-Kuta und Nabhasa-Kuta …

Vers 594
raudrakūṭaṃ ca tasyānu mārtaṇḍakūṭamanvataḥ |
tārtīyakūṭaṃ tadanu kūṭamaindramathāpi ca ||594||

… danach Raudra-Kuta, anschließend Martanda-Kuta, dann Tartiya-Kuta und Aindra-Kuta …

Anmerkung: Tartiya ist eine unsichere seltene Namenslesung. OCR-Ziffer564 als594 gelesen.

Vers 595
āgneyakūṭaṃ tadanu siddhakūṭaṃ tataḥ param |
kūṭaṃ vaikārikaṃ paścāt kūṭaṃ cintāmaṇeyakam ||595||

… danach Agneya-Kuta, anschließend Siddha-Kuta, dann Vaikarika-Kuta und Chintamaneyaka-Kuta …

Vers 596
paiśācakūṭaṃ tadanu nādakūṭaṃ tataḥ param |
prapañcakūṭaṃ tatpaścād dharākūṭamataḥ param ||596||

… danach Paishacha-Kuta, anschließend Nada-Kuta, dann Prapancha-Kuta und Dhara-Kuta …

Anmerkung: Haupttext dharā; Fußnote dhārā. Unterschied bewahrt.

Vers 597
gāndharvakūṭaṃ tadanu maṇikūṭamataḥ param |
prājāpatyaṃ tataḥ kūṭamanantaṃ kūṭamanvataḥ ||597||

… danach Gandharva-Kuta, anschließend Mani-Kuta, dann Prajapatya-Kuta und Ananta-Kuta …

Anmerkung: OCR-Ziffer567 als597 gelesen.

Vers 598
vāyavīyaṃ tataḥ kūṭaṃ […] kūṭamapyataḥ |
sarvaśeṣe parijñeyaṃ bhairavīkūṭamīśvari ||598||

… danach Vayaviya-Kuta, anschließend […] Kuta und ganz zuletzt Bhairavi-Kuta, Herrin.

Anmerkung: Fragment: vorletzter Kuta-Name unlesbar; kein Name zur27erListe erfunden. Endziffer beschädigt, Folge598.

Wirkungsverheißungen, Körperstellen und Kapitelabschluss

Der Text ordnet die Mantraglieder und Körperstellen; fehlende Laute werden nicht aus der vorgegebenen Zählung ergänzt.

Vers 599
krameṇa khalu kūṭānāṃ saptaviṃśatirīritā |
ukto viśeṣoddhāraste nyāsasyāsya mahāphalaḥ ||599||

So sind der Reihe nach siebenundzwanzig Kutas genannt. Damit ist dir der besondere Aufbau dieses Nyasa erklärt, dem große Früchte zugeschrieben werden.

Anmerkung: OCR-Ziffer596 in der Folge als599 gelesen.

Vers 600
vijigīṣū ripūn rājānvahamenaṃ samācaret |
tenāsya ripavaḥ sarve kṣayaṃ yānti na saṃśayaḥ ||600||

Ein König, der seine Feinde besiegen will, soll ihn täglich ausführen. Dadurch gehen alle seine Feinde zugrunde, daran besteht kein Zweifel.

Anmerkung: Historische Machtverheißung des Textes; keine bestätigte Wirkung. Versziffer beschädigt, Folge600.

Vers 601
vaitaṇḍikā jālpikāśca ye bubhūṣanti vai dvijāḥ |
tairavaśyaṃ prakartavyo vivāde jayamīpsubhiḥ ||601||

Zweimalgeborene, die in Widerlegungsstreit und Streitgespräch hervortreten möchten, müssen ihn ausführen, wenn sie im Wortstreit siegen wollen.

Anmerkung: Vitanda bezeichnet widerlegende Polemik ohne eigene These; Jalpa ein auf Sieg gerichtetes Streitgespräch. Keine Gleichsetzung mit offener Wahrheitssuche.

Vers 602
jayaśca vijayaścāpi yasmādetena jāyate |
atastenaiva nāmnā'yaṃ […] samupāgataḥ ||602||

Weil durch ihn Jaya und Vijaya, Sieg und Triumph, entstehen, hat er eben diesen Namen erhalten […].

Anmerkung: Fragment: ein Wort des zweiten Halbverses beschädigt; verständlicher Sinn vollständig übersetzt.

Vers 603
ataḥ paraṃ pravakṣyāmi sthānānyasya varānane |
nyāsasya nyasanīyāni tatra ceto niveśaya ||603||

Nun werde ich seine Nyasa-Stellen nennen, Schönantlitzige. Richte deinen Geist aufmerksam darauf.

Vers 604
lalāṭaṃ mukhavṛttaṃ ca kūrcaṃ […] ca |
grīvā kaṇṭhaśca hṛdayaṃ jaṭharaṃ nābhireva ca ||604||

Stirn, Gesichtskreis, Kurcha [Brauenbereich?], […], Nacken, Kehle, Herz, Bauch und Nabel …

Anmerkung: Fragment: Stelle nach Kurcha unlesbar; Kurcha anatomisch unsicher. Keine zusätzliche Körperstelle erfunden.

Vers 605
gudaṃ kaṭī vaṅkṣaṇaṃ ca ūrū jaṅghe tathaiva ca |
pārṣṇī ca prapadāvaṃsau pārśve pṛṣṭhaṃ tathaiva ca ||605||

… After, Hüftgegend, Leiste, beide Oberschenkel und Unterschenkel, die Fersen und Vorderfüße, beide Schultern, Körperseiten und Rücken …

Anmerkung: Einzahl Leiste gegenüber Paarformen bewahrt; keine27erKörperkarte erzwungen.

Vers 606
brahmarandhraṃ vyāpakaṃ ca sthānānyetāni pārvati |
eteṣu tattanmantraistu nyāso nyasyaḥ prayatnataḥ ||606||

… Brahmarandhra und der den ganzen Körper umfassende Nyasa: Dies sind die Stellen, Parvati. An ihnen soll man sorgfältig mit dem jeweils zugehörigen Mantra den Nyasa vollziehen.

Vers 607
nyāso'yaṃ kavacaprāyo mahonnatikaro'pi ca |
cirajīvitvakārī ca […] susamāhitaiḥ ||607||

Dieser Nyasa gleicht einem Schutzpanzer, soll große Erhöhung und langes Leben bewirken. […] von den ganz Gesammelten.

Anmerkung: Fragment: Handlungsausdruck im letzten Viertel beschädigt; Verheißungen als Textaussage bewahrt.

Vers 608
śaradvasantayorasya devyāvaśyakateritā |
anyatra kāmyatā caiva syānnaimittikatāpi ca ||608||

Im Herbst und im Frühling ist er als erforderlich erklärt, Göttin. Zu anderen Zeiten kann er wunschbezogen oder durch einen besonderen Anlass bedingt sein.

Anmerkung: OCR-Ziffer605 als608 gelesen, spätere regelmäßige Folge bewahrt.

Vers 609
divyaughā atha siddhaughā upāsāṃcakrire tvimam |
tāṃ tāṃ siddhiṃ prāpnuvanta etenaiva varānane ||609||

Die göttlichen Überlieferungsströme und die Ströme der Siddhas pflegten diesen Nyasa. Durch ihn erlangten sie die jeweiligen Siddhis, Schönantlitzige.

Anmerkung: Divyaugha/Siddhaugha als Gruppen oder Überlieferungsströme, keine verifizierte historische Linie. OCR-Ziffer606 als609 gelesen.

Vers 610
guhyā yāvadyāvadāsyā yairyaiśca samupāsitā |
tatsarvamasminnyāse tu vartate tridaśeśvari ||610||

Mit wie vielen Gesichtern Guhya auch verehrt wurde und durch wen auch immer: All dies ist in diesem Nyasa enthalten, Herrin der Götter.

Vers 611
ata eva hi sarvebhyo nyāsebhyaḥ śreṣṭha ucyate |
kartavyaḥ sarvayatnena devānāmapi durlabhaḥ ||611||

Darum wird er als der beste unter allen Nyasas bezeichnet. Mit aller Sorgfalt soll man ihn ausführen; selbst für die Götter ist er schwer zu erlangen.

Anmerkung: Abschließende rituelle Rangbehauptung der Quelle.

Kolophon
iti śrīmahākālasaṃhitāyāṃ nyāsoddhāraprakaraṇe saptamaḥ paṭalaḥ |

Damit endet in der ehrwürdigen Mahakala-Samhita das siebte Kapitel, im Abschnitt über die Zusammenstellung der Nyasas.

Anmerkung: Kolophon ohne weitere Umfangsangabe in der vorliegenden Quelle.

Guhyakali-Khanda, Kapitel 8

Die dritte Fünfergruppe der Nyasas beginnt mit dem Bhavana-Nyasa, der die innere Vergegenwärtigung von fünfundfünfzig Kali-Gestalten beschreibt. Mantras, Körperstellen und kosmische Zuordnungen bilden eine ausführliche rituelle Sprachordnung. Zehn Nyasas führen von dieser Vergegenwärtigung über Schöpfung, Erhaltung und Auflösung bis zur kosmischen Gestalt Virat. Das Kapitel verbindet Körper und Welt in ausgedehnten Laut- und Namenslisten und bestimmt die Berechtigung und Anlässe ihrer Anwendung. Verschlüsselte Namen und beschädigte Formelteile werden als solche bewahrt.

Sprecherzeile
mahākāla uvāca |

Mahakala sprach:

Anmerkung: Sprecherzeile am Beginn des achten Kapitels.

Bhavana-Nyasa: innere Vergegenwärtigung und Befreiung

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 1
anyānapi mahānyāsān kathyamānān […] priye |
yeṣāṃ cikīrṣayāpi syāt siddhiḥ sārvatrikī nṛṇām ||1||

[Höre] auch die weiteren großen Nyasas, die ich erkläre, Geliebte. Schon der Wunsch, sie auszuführen, soll den Menschen umfassende Siddhi verleihen.

Anmerkung: Fragment: Verb des ersten Halbverses beschädigt; deutsche Ergänzung geklammert. Fußnote bietet eine abweichende Einleitung desselben Sinns. Verheißung der Quelle.

Vers 2
tatrādau bhāvanānyāsaṃ samākarṇaya bhāmini |
tṛtīyapañcake śreṣṭhaḥ sarvebhyaḥ kathitastvayam ||2||

Höre unter ihnen zuerst den Bhavana-Nyasa, Strahlende. In der dritten Fünfergruppe wird er als der beste von allen bezeichnet.

Anmerkung: Bhavana: innere Vergegenwärtigung. Quelle erwägt alternativ bhavini in der Anrede.

Vers 3
yāḥ kālyaḥ pañcapañcāśaduktā devyayutākṣare |
tāsāṃ vai bhāvanā'muṣminnataḥ śreṣṭhatayā mataḥ ||3||

Die fünfundfünfzig Kali-Gestalten, die im Zehntausendsilber der Göttin genannt wurden, werden in diesem Nyasa innerlich vergegenwärtigt. Darum gilt er als besonders vorzüglich.

Anmerkung: Textinterner Rückverweis; hier keine unbelegte Einzelverszuordnung hinzugefügt.

Vers 4
ataḥ śṛṇūddhāramasya nyāsasya kamalānane |
sadāśiva ṛṣiścāsya bṛhatīcchanda īritam ||4||

Höre nun die Zusammenstellung dieses Nyasa, Lotusantlitzige. Sein Rishi ist Sadashiva, sein Versmaß wird als Brihati bezeichnet.

Anmerkung: Quellziffer beschädigt, fortlaufende Folge4.

Vers 5
devatā guhyakālī ca śāmbhavaṃ bījamucyate |
rāvaḥ śaktiḥ kīlakaṃ tu bhāsākūṭamudīryate ||5||

Die Gottheit ist Guhyakali, das Bija wird Shambhava genannt. Rava ist die Shakti, Bhasa-Kuta wird als Kilaka bezeichnet.

Anmerkung: Bhasa-Kuta leicht beschädigt, vorläufige Namenslesung; keine Silbenentsprechung ergänzt.

Vers 6
etasya viniyogastu kaivalyapadasiddhaye |
uddhāramasyākalaya durūhaṃ dhīmatāmapi ||6||

Seine Anwendung dient dem Erlangen des Zustands der Befreiung. Beachte seine Zusammenstellung, die selbst für Verständige schwer zu erfassen ist.

Der gemeinsame Aufbau der fünfundfünfzig Mantras

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 7
sāmānyaṃ prathamaṃ devi viśeṣaṃ tadanantaram |
mantrāstu pañcapañcāśat syurasminnyāsa uttame ||7||

Zuerst das allgemeine Muster, Göttin, danach die Einzelheiten. Dieser hervorragende Nyasa enthält fünfundfünfzig Mantras.

Vers 8
sarvāṇi pañcapañcāśat teṣāṃ tadanusārataḥ |
bījānyaṣṭau tu purataḥ pratimantrasthitāni hi ||8||

Entsprechend gibt es von allen [zugeordneten Gliedern] jeweils fünfundfünfzig. Am Anfang jedes Mantras stehen acht Bijas.

Anmerkung: Bezugswort des ersten Satzes nicht ausgedrückt; deutsche Erläuterung geklammert.

Vers 9
tāni vai bhinnabhinnāni jñātavyāni samantataḥ |
kūṭamekaṃ ca tadanu bhinnaṃ bhinnaṃ tadapyuta ||9||

Diese sind durchweg als jeweils verschieden zu verstehen. Danach folgt ein Kuta, das ebenfalls jeweils verschieden ist.

Vers 10
tadanvekā bhavet kālī bhinnabhinnā pumantikā |
punaḥ kūṭaṃ bhinnabhinnamekaikaṃ suravandite ||10||

Danach folgt jeweils eine andere Kali-Gestalt [mit als männlich bezeichneter Endung?], anschließend wiederum je ein anderes Kuta, du von den Göttern Verehrte.

Anmerkung: Pumantika grammatisch unklar; wörtliche Möglichkeit gekennzeichnet, nicht in eine erfundene Endungsregel verwandelt.

Vers 11
svāṅge sthalāni nyāsasya vibhinnāni tataḥ […] |
bhāvayāmīti varṇāni tenāhamapi ca priye ||11||

Danach die unterschiedlichen Nyasa-Stellen am eigenen Körper […], ferner die Worte „bhāvayāmi“, „ich vergegenwärtige“, sowie „tenāham“, „dadurch bin ich“, Geliebte …

Anmerkung: Fragment: Schluss des ersten Halbverses beschädigt; Formelwörter nur im vorhandenen Umfang wiedergegeben.

Vers 12
pratimantraṃ tataḥ saptākṣarāṇyetāni pārvati |
jñeyāni niścalatvena devānāṃ tadanantaram ||12||

Diese sieben Silben sind in jedem Mantra als gleichbleibend zu verstehen, Parvati. Danach [folgen] die Götter- …

Anmerkung: Fortsetzung13; sieben Silben bezieht sich auf die vorangehenden Formelwörter.

Vers 13
nāmāni lokaśabdena teṣāṃ vai vigrahastataḥ |
[…] padayormadhye calaṃ pūrvaṃ sthiraṃ param ||13||

… namen und ihre Verbindung mit dem Wort „loka“, Welt. […] Von den beiden Gliedern wechselt das erste; das zweite bleibt fest.

Anmerkung: Fragment: Beginn des zweiten Halbverses beschädigt; erkennbarer Gegensatz vollständig übersetzt.

Vers 14
tato'nu praṇavaṃ bījaṃ sarvatraiva sthiraṃ samam |
virajastamā bhāmi ceti brahmabhūyāya yāmi ca ||14||

Danach folgt überall gleichbleibend das Pranava-Bija. Dann: „Frei von Rajas und Tamas erstrahle ich; ich gehe zum Brahman-Sein.“

Anmerkung: Lesung virajastama bhami sprachlich auffällig; die Bedeutung der Reinheit von Rajas/Tamas ist im Zusammenhang hinreichend klar, Sanskrit nicht als gesicherte Standardform normalisiert. Quelle meldet fehlende erste Zeile in einem Zeugen.

Vers 15
pratimantraṃ sthirā jñeyā amī varṇāścaturdaśa |
tato'nu bījamekekaṃ vibhinnaṃ pratimantrakam ||15||

Diese vierzehn Silben bleiben in jedem Mantra gleich. Danach folgt jeweils ein Bija, das von Mantra zu Mantra verschieden ist.

Anmerkung: Quellzählung14 nicht durch Änderung des unsicheren Wortlauts in14 erzwungen.

Vers 16
tato'strahṛcchirāṃsyante sarveṣāṃ sadṛśāni tu |
sthānāni mantramadhye tu yānyuktāni sureśvari ||16||

Danach stehen am Ende Astra, Herz und Kopf, bei allen gleich. Die Stellen, die innerhalb des Mantras genannt werden, Herrin der Götter, …

Vers 17
jñeyāni tāni tasya nyāsasyāpi sthalāni hi |
[…] kramaśastattatsthānāni saṃspṛśet ||17||

… sind zugleich die Stellen dieses Nyasa. […] Man berühre der Reihe nach die jeweils entsprechende Stelle.

Anmerkung: Fragment: Beginn des zweiten Halbverses unlesbar; keine ergänzte Hand- oder Fingervorschrift.

Vers 18
nyāsasya bhāvanākhyasya ityuddhāro mayoditaḥ |
sāmānyato viśeṣeṇa tvamidānīṃ niśāmaya ||18||

Damit habe ich den Aufbau des Bhavana genannten Nyasa allgemein erklärt. Höre ihn nun im Einzelnen.

Die fortlaufende Bija-Liste

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 19
tāramāyāramākāmaprāsādakṣetrapāḥ kramāt |
tataḥ krodhamahākrodhau siddhaḥ kālī […] ca ||19||

Der Reihe nach Tara, Maya, Rama, Kama, Prasada und Kshetrapa; danach Krodha, Mahakrodha, Siddha, Kali und […] …

Anmerkung: Fragment: letztes Listenglied beschädigt. OCR-Ziffer16 in der Folge als19 gelesen. Die Achtergruppen nicht durch erfundene Namen vervollständigt.

Vers 20
hayagrīvaśca sādhyaśca dharmaśca sṛṇitārkṣyakau |
gaurī tatholkā vedī ca jarā caṇḍī khalastathā ||20||

… Hayagriva, Sadhya, Dharma, Srini, Tarkshya, Gauri, Ulka, Vedi, Jara, Chandi und Khala …

Anmerkung: Fußnote Nakha statt Khala; Hauptlesung beibehalten.

Vers 21
pātālakukkuṭāvete medhādyāḥ parikīrtitāḥ |
pāśakeśarakākinyo nemī rāvaḥ sachandakaḥ ||21||

… Patala und Kukkuta: Diese werden als die mit Medha beginnende Gruppe bezeichnet. Pasha, Keshara, Kakini, Nemi, Rava und Chhandaka …

Anmerkung: Rückbezug auf Medha auffällig, weil vorher Tara beginnt; nicht stillschweigend geändert.

Vers 22
caṇḍaviśvau kalā caiva priyabhūjambukāstathā |
jyotirnāko nāradaśca puṣkalastadanantaram ||22||

… Chanda und Vishva, Kala, Priya, Bhu und Jambuka, Jyotis, Naka, Narada und danach Pushkala …

Anmerkung: Namensgrenzen Priya/Bhu/Jambuka nur wahrscheinlich gelesen.

Vers 23
śarvaḥ śaṅkhastathā kumbho'dbhutamāveśa eva ca |
somabhūtau kinnaraśca tathāśvatthaḥ sakalkakaḥ ||23||

… Sharva, Shankha, Kumbha, Adbhuta, Avesha, Soma und Bhuta, Kinnara, Ashvattha und Kalka …

Anmerkung: Adbhuta im OCR beschädigt, vorläufige Namenslesung.

Vers 24
jvālāprauḍhau ca savyaśca krūrasānnidhyamatsarāḥ |
nāsatyaśaktiratayaḥ prāṇameghau tataḥ param ||24||

… Jvala und Praudha, Savya, Krura, Sannidhya und Matsara, Nasatya, Shakti und Rati, danach Prana und Megha …

Vers 25
tvaṣṭā tārā taḍiccaiva tato'rcirnābhaso laghuḥ |
balārcānāyakāścaiva tato'dvayasamudrage ||25||

… Tvashta, Tara, Tadit, dann Archis, Nabhasa und Laghu, Bala, Archa und Nayaka, danach Advaya und Samudraga …

Anmerkung: Seltene Namenfolge und Trennung Bala/Archa unsicher; OCR-Ziffer259 nach Folge25.

Vers 26
kālādityau trapāvadhvādimau pretaśca bhairavī |
tattvaṃ ca kulikaṃ caiva dānavaśca tataḥ param ||26||

… Kala und Aditya, die mit Trapa und Vadhu bezeichneten Anfangsglieder, Preta, Bhairavi, Tattva, Kulika und danach Danava …

Anmerkung: Bedeutung der Gruppenangabe -adimau unsicher; nicht um weitere Namen erweitert.

Vers 27
vaikārikaśca mandāraḥ sindhuḥ kīlālameva ca |
mahendrakaruṇeśānāḥ khaḍgabuddhakṣamāstataḥ ||27||

… Vaikarika, Mandara, Sindhu, Kilala, Mahendra, Karuna und Ishana, danach Khadga, Buddha und Kshama …

Anmerkung: Buddha Hauptlesung, Fußnote Siddha; nicht stillschweigend Buddhi.

Vers 28
mālānīle ca dhanadā tapo dhṛtiriti kramāt |
sāradhārālakṣyabhavyākṣaragotrā mahodayāḥ ||28||

… der Reihe nach Mala, Nila, Dhanada, Tapas und Dhriti, Sara, Dhara, Lakshya, Bhavya, Akshara, Gotra und Mahodaya …

Anmerkung: Gliederung der langen Decknamenverbindung teilweise unsicher.

Vers 29
viṣaṃ ca pūrakaścāpi kumbhako recakastathā |
mantrāvalī ca bhāruṇḍā tantro varṇaśca saṃpuṭaḥ ||29||

… Visha, Puraka, Kumbhaka, Rechaka, Mantravali, Bharunda, Tantra, Varna und Samputa …

Anmerkung: Atembegriffe stehen hier als Bija-Decknamen, nicht als zusätzliche Atemanweisung.

Vers 30
nandībālipṛthuhrasvanādasātvatatārakāḥ |
audumbaraśca kaṅkālamānase śāntireva ca ||30||

… Nandi, Bali, Prithu, Hrasva, Nada, Satvata und Taraka, Audumbara, Kankala, Manasa und Shanti …

Anmerkung: Bali in dieser Schreibung von sonstigem bali unterschieden, keine gesicherte Silbenentsprechung.

Vers 31
ugraḍāmarakānandakarmādhārāstataḥ param |
tulānudāttasvaritaratnodāttājaśṛṅkhalāḥ ||31||

… danach Ugra, Damaraka, Ananda, Karma und Adhara, Tula, Anudatta, Svarita, Ratna, Udatta, Aja und Shrinkhala …

Anmerkung: Quelle markiert die Ratna/Udatta-Verbindung als unsicher und erwägt -nta-; Gliederung vorläufig, keine Lautformel daraus abgeleitet.

Vers 32
raudraśca mokṣasantānanirvāṇatrivṛtastataḥ |
kāpālamatha gokarṇaḥ surabhīrauravo'pi ca ||32||

… Raudra, dann Moksha, Samtana, Nirvana und Trivrit, Kapala, Gokarna, Surabhi und Raurava …

Vers 33
sūkṣmā prabhā suprabhā ca viśuddhirnandinī tathā |
bṛhanmaṅgalagandharvā vṛttatuṅgāvanantaram ||33||

… Sukshma, Prabha, Suprabha, Vishuddhi, Nandini, Brihat, Mangala, Gandharva, anschließend Vritta und Tunga …

Anmerkung: Quellziffer beschädigt, Folge33 eindeutig.

Vers 34
akhaṇḍapuṇye cāruśca santānaḥ kubjapūtane |
śreṣṭhaṃ puṣpaṃ nirmalaṃ ca kulaṃ citraṃ ca maṇḍalam ||34||

… Akhanda und Punya, Charu, Samtana, Kubja und Putana, Shreshtha, Pushpa, Nirmala, Kula, Chitra und Mandala …

Anmerkung: Wiederholter Name Samtana nach 32 bewahrt.

Vers 35
viriñcitripuṭe caiva […] tāpinī […] |
purucūḍāmaṇī picchā khātā deśatalacchaṭāḥ ||35||

… Virinchi und Triputa, […] Tapini […], Puru und Chudamani, Pichchha, Khata, Desha, Tala und Chhata …

Anmerkung: Fragment: zwei Gruppen im ersten Halbvers unlesbar; Khata und Namensgrenzen im zweiten unsicher.

Vers 36
maṇinityā vṛṣaḥ puṣṭiḥ kaumudī ca […] |
balā vihaṅgamaścāpi pareṣṭivratapūtayaḥ ||36||

… Mani, Nitya, Vrisha, Pushti, Kaumudi und […], Bala, Vihangama, Pareshti, Vrata und Puti …

Anmerkung: Fragment: Schluss des ersten Halbverses beschädigt; letzte Namensverbindung nur vorläufig getrennt.

Vers 37
nirmokottaṃsavetaṇḍāḥ karambhistadanantaram |
prabhā virāṭ ca sāvitrī pheravaḥ svāpa eva ca ||37||

… Nirmoka, Uttamsa, Vetanda, danach Karambhi, Prabha, Virat, Savitri, Pherava und Svapa …

Anmerkung: Seltenes Karambhi als unsicherer Name beibehalten.

Vers 38
kumāryojastato deyaḥ sarvaśeṣe'parājitaḥ |
veṇuḥ sānustathā cākṣo maskaro mauñjyavaplutaḥ ||38||

… Kumari und Ojas sind dann einzusetzen, ganz zuletzt Aparajita; Venu, Sanu, Aksha, Maskara, Maunji und Avapluta …

Anmerkung: „Ganz zuletzt“ steht mitten in der fortlaufenden Liste und wird nicht gestrichen oder auf das Kapitelende bezogen.

Vers 39
vighasaḥ sūtramanasī īrṣyaśca sasamādhikaḥ |
rambhāvatī maṭhī cāpi kulyauṣadhyau piśācinī ||39||

… Vighasa, Sutra und Manas, Irshya mit Samadhi, Rambhavati, Mathi, Kulya und Aushadhi sowie Pishachini …

Anmerkung: Rambhavati in Quelle fraglich, Alternative Rambha/Vati; keine stille Entscheidung zugunsten einer bestimmten Anzahl.

Vers 40
parāko raṅkatāṭaṅkalīlārghā dhenureva ca |
kṣobhaṇo māriṣaścāpi jagatī nandayā saha ||40||

… Paraka, Ranka, Tatanka, Lila, Argha und Dhenu, Kshobhana, Marisha, Jagati zusammen mit Nanda …

Vers 41
jaṭā ca haimaṃ vimalaṃ pratāpaḥ korakādimaḥ |
śoṇḍo'nte keśaśikṣe ca satī madhu ca ḍiṇḍimam ||41||

… Jata, Haima, Vimala, Pratapa, die mit Koraka beginnende Gruppe, Shonda am Schluss, Kesha, Shiksha, Sati, Madhu und Dindima …

Anmerkung: Korakadima und Shonda vorläufige Lesungen; keine nichtgenannten Gruppenglieder ergänzt.

Vers 42
uddhārāditrayaṃ caiva tataḥ paramudīrayet |
āyaśca mekhalā kuṇḍaṃ garbho dīpastathaiva ca ||42||

… danach spreche man die mit Uddhara beginnende Dreiergruppe, Aya, Mekhala, Kunda, Garbha und Dipa …

Vers 43
kuṭhārakartṛkhaṭvāṅgāḥ kodaṇḍo mūrvalā tathā |
tūṇavyāmau saindhavaśca vaidhasastadanantaram ||43||

… Kuthara, Kartri, Khatvanga, Kodanda, Murvala, Tuna und Vyama, Saindhava und danach Vaidhasa …

Anmerkung: Quelle zweifelt Vyama an, erwägt Vyasa; Fußnote hat anders beschädigte Form. Keine gesicherte Waffen-/Bija-Zuordnung behauptet.

Vers 44
sarvārthaśca lalāṭaṃ ca vicitraṃ dhanyameva ca |
ullāpyaṃ vismṛtiḥ pāṇigītiḥ śaṅkho mahāpadāt ||44||

… Sarvartha, Lalata, Vichitra, Dhanya, Ullapya, Vismriti, Pani und Giti, dann Shankha mit dem vorangestellten Wort Maha …

Anmerkung: Letzte Anweisung bildet Mahashankha; keine Silbe daraus erschlossen.

Vers 45
ṛtaṃ kamalaṅgaṃ cāpi vegaḥ sandhānasiñjinī |
liṅganemeyapunnāgatripurāḥ śeṣadurghaṭāḥ ||45||

… Rita, Kamalanga, Vega, Samdhana, Sinjini, Linga, Nemeya, Punnaga, Tripura, Shesha und Durghata …

Anmerkung: Rita/Kamalanga sowie Shesha/Durghata nur vorläufige Trennungen der beschädigten Namensfolge.

Vers 46
mahāṅkuśamahānaṅgamahāmārīmahāviṣāḥ |
mahādrāvamahāmohamahāmāyāpataṅgakāḥ ||46||

… Mahankusha, Mahananga, Mahamari, Mahavisha, Mahadrava, Mahamoha, Mahamaya und Patangaka …

Anmerkung: Einleitendes maha- im OCR teilweise beschädigt; wiederkehrende ausdrücklich lesbare Struktur vorsichtig normalisiert, keine Lautwerte ergänzt.

Vers 47
[…] savitrī śaṅkuśca mañjanaṃ yāmyameva ca |
[…] ca jīvanī cāpi pravahastamanu priye ||47||

… […], Savitri, Shanku, Manjana, Yamya, […] und Jivani, danach Pravaha, Geliebte …

Anmerkung: Fragment: jeweils ein Glied am Anfang beider Halbverse unlesbar. Savitri in dieser Schreibweise nicht stillschweigend Savitri mit langem a.

Vers 48
prabhañjayā […] pracaṇḍā ḍākinī tathā |
kekarākṣī mahārātriḥ kālarātriḥ sahāntakā ||48||

… Prabhanjaya, […], Prachanda, Dakini, Kekarakshi, Maharatri, Kalaratri zusammen mit Antaka …

Anmerkung: Fragment: zweiter Name nur teilweise erkennbar, nicht geraten. Prabhanjaya statt sonst Prabhanjana als vorläufige Hauptlesung bewahrt.

Vers 49
gāyatrī […] dve ca śṛṅkhalopahvare tathā |
vāḍavaṃ vīravetālau bhauvaṃ tadanu bhāmini ||49||

… Gayatri, […] zwei […], Shrinkhala und Upahvara, Vadava, Vira und Vetala, danach Bhauva, Strahlende …

Anmerkung: Fragment: Glied mit Zweierangabe nach Gayatri beschädigt; Bhauva unsicher. OCR-Ziffer46 in Folge als49 gelesen.

Vers 50
vijayo jayasaṃmohau pralayaḥ patanaṃ tathā |
tato yugāntasaṃhārī tataḥ siddhiphalaṃ matam ||50||

… Vijaya, Jaya und Sammoha, Pralaya, Patana, danach Yugantasamhari und dann Siddhiphala …

Anmerkung: Yugantasamhari als verbundenen Namen bewahrt; Trennung nicht gesichert.

Vers 51
sukṛtaṃ duṣkṛtaṃ padmaṃ kuśiko'vyaya eva ca |
śilpograpuṭakāścaiva tato'nāhata eva ca ||51||

… Sukrita, Dushkrita, Padma, Kushika, Avyaya, Shilpa, Ugra, Putaka und danach Anahata …

Anmerkung: Gliederung Shilpa/Ugra/Putaka nur wahrscheinlich.

Vers 52
bhogaḥ sṛṣṭiśca phetkārī tretā caiva karālinī |
kṛtyā tadanu sampūrṇā surasaḥ samarastathā ||52||

… Bhoga, Srishti, Phetkari, Treta, Karalini, Kritya, danach Sampurna, Surasa und Samara …

Vers 53
rāgasārasasaṃkalpāstarjanī ca kaṭakaṭā |
bhadrikā ca tathā tandrā kuṭilā rañjinī ghaṭī ||53||

… Raga, Sarasa, Samkalpa, Tarjani, Katakata, Bhadrika, Tandra, Kutila, Ranjini und Ghati …

Vers 54
aṅkurāditrayaṃ cāpi […] maṇimālayā |
hāriṇyutkocinī caiva vikramaḥ saṃkramaḥ punaḥ ||54||

… die mit Ankura beginnende Dreiergruppe, […] mit Manimala, Harini, Utkochini, Vikrama und wiederum Samkrama …

Anmerkung: Fragment: Glied vor Manimala unlesbar; Hauptlesung saṃkramaḥ bewahrt.

Vers 55
saṃvidhānaṃ ca kalahastridevaṃ kulamudrikā |
cakratumbī ca vijayā sambhūtiścaturasrakam ||55||

… Samvidhana, Kalaha, Trideva, Kulamudrika, Chakratumbi, Vijaya, Sambhuti und Chaturasraka …

Anmerkung: Chakratumbi als unsicherer zusammengesetzter Name, mögliche Trennung nicht zur gewünschten Anzahl erzwungen.

Vers 56
[…] vivṛtiścaiva vāso'nayakakumbike |
kaṇṭhīravo'pi saṃhārī nādāntakakacāmarī ||56||

… […], Vivriti, Vasa, […] Kumbika, Kanthirava, Samhari, Nadantaka und Chamari …

Anmerkung: Fragment: erster Name und mittlere Namensgruppe unklar, letztere schon in Quelle mit Fragezeichen. Sanskrit bewahrt den lesbaren Wortverbund; keine gesicherte Gruppenteilung.

Vers 57
śrīkaṇṭho'thāpi vyajanaṃ vidhṛtirviṭapaṃ tathā |
vivāso dākṣikaścāpi sāmudraśca pratāpakaḥ ||57||

… Shrikantha, dann Vyajana, Vidhriti, Vitapa, Vivasa, Dakshika, Samudra und Pratapaka …

Anmerkung: Samudra hier mit langem a am Anfang: Sāmudra. Kein neuer Lautwert aus der Namensform erschlossen.

Vers 58
vidik tathaupadeyaṃ ca māraṇḍaṃ savinādakam |
vimardaśekharau cāpi […] trayaṃ tataḥ ||58||

… Vidish, Aupadeya, Maranda mit Vinada, Vimarda und Shekhara, danach eine mit […] beginnende Dreiergruppe …

Anmerkung: Fragment: Name der letzten Gruppe unlesbar; nicht ergänzt.

Vers 59
mauliñjaśca virūpaśca tathaivāparāntakaḥ |
prakarībindukau cāpi medhīmukharakṛṣṭayaḥ ||59||

… Maulinja, Virupa, Aparantaka, Prakari und Binduka, Medhi, Mukhara und Krishti …

Anmerkung: Letzte Namenfolge und Maulinja nur vorläufig gelesen; OCR-Ziffer56 als59.

Vers 60
santānaśca vitānaśca vivaro bṛhatistathā |
[…] sampradāyabhājane tadanantaram ||60||

… Samtana, Vitana, Vivara, Brihati, […] und danach Sampradaya und Bhajana …

Anmerkung: Fragment: Anfang des zweiten Halbverses unlesbar.

Vers 61
apāyaśca nikāraśca vṛddhyuḍḍīśau pravāhakaḥ |
nirveśordhvādiyugalaṃ sadgatirbarha eva ca ||61||

… Apaya, Nikara, Vriddhi, Uddisha, Pravahaka, Nirvesha, die mit Urdhva beginnende Zweiergruppe, Sadgati und Barha …

Anmerkung: Gliederung Nirvesha/Urdhva und mehrere seltene Namen nur vorläufig; keine Gruppenglieder hinzugefügt.

Vers 62
udbhiddrāyau tīrthavāṭyau mūlaṃ vāruṇyanantaram |
khaṇḍaketū śrutimandā sandhyā varṣma tataḥ param ||62||

… Udbhid und Draya, Tirtha und Vati, Mula, danach Varuni, Khanda und Ketu, Shruti und Manda, Sandhya und dann Varshma …

Anmerkung: Mehrere Namensgrenzen unsicher, insbesondere erster Wortverbund; keine Bedeutung unbekannter Decknamen erfunden.

Vers 63
niṣṭhā mauliśca tadanu virādhaśca turīyayā |
grāvāpathyaṃ ca parato modakaṃ vāsitā tathā ||63||

… Nishtha, Mauli, danach Viradha mit Turiya, dann Grava, Pathya, Modaka und Vasita …

Vers 64
ojasviśaphamasyānu ṣaṭcakrādidvayaṃ tataḥ |
āmnāyātītamullikhya tattvārṇava ito'pyanu ||64||

… danach Ojasvi und Shapha, dann die mit Shatchakra beginnende Zweiergruppe; man schreibe Amnayatita und danach Tattvarnava …

Anmerkung: Erster Wortverbund und seine Trennung vorläufig.

Vers 65
śaktisarvasvamatha ca parāpara udīryate |
śāmbhavo'pyatha cicchaktiḥ sarvānte pariniṣṭhitā ||65||

… dann werden Shaktisarvasva und Parapara genannt, darauf Shambhava und ganz zuletzt Chichchhakti.

Vers 66
khavedayugabījāni bhavantyevaṃ varānane |
kramādidānīṃ kūṭāni gadato me niśāmaya ||66||

So ergeben sich nach der Zahlchiffre Kha–Veda–Yuga vierhundertvierzig Bijas, Schönantlitzige. Höre nun, wie ich die Kutas der Reihe nach nenne.

Anmerkung: Zahlchiffren rückläufig0–4–4→440, entsprechend55x8. Beschädigte Namensglieder nicht zur Erfüllung dieser Zahl ergänzt.

Kutas in ihrer Reihenfolge

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 67
śāmbhavaṃ prathamaṃ kūṭaṃ sadyojātaṃ dvitīyakam |
kūṭaṃ tātpuruṣaṃ paścādaghorakūṭamanvataḥ ||67||

Das erste Kuta ist Shambhava, das zweite Sadyojata; danach folgen Tatpurusha-Kuta und Aghora-Kuta …

Vers 68
śāṅkaraṃ vāmadevaṃ ca kūṭadvayamataḥ param |
tataḥ pāśupataṃ kūṭamaiśānaṃ tadanantaram ||68||

… anschließend die beiden Kutas Shankara und Vamadeva, dann Pashupata-Kuta und danach Aishana …

Vers 69
māheśvaraṃ traipuraṃ ca […] tato bhavet |
śrīkaṇṭhakūṭamasyānu kūṭaṃ mṛtyuñjayaṃ tathā ||69||

… Maheshvara und Traipura, danach […], anschließend Shrikantha-Kuta und Mrityunjaya-Kuta …

Anmerkung: Fragment: Wort nach Traipura unlesbar; möglicher Listen- oder Verbindungsausdruck nicht ergänzt.

Vers 70
raudrānandau tataḥ kūṭau parāparamataḥ param |
liṅgakūṭaṃ tataścintāmaṇikūṭamudīryate ||70||

… danach die Kutas Raudra und Ananda, anschließend Parapara, dann Linga-Kuta und Chintamani-Kuta …

Vers 71
kalākūṭaṃ candrakūṭaṃ haṃsakūṭamito'pyanu |
sṛṣṭisthitī ca saṃhārānākhyābhāsābhidhāḥ tataḥ ||71||

… Kala-Kuta, Chandra-Kuta und danach Hamsa-Kuta; dann die Srishti, Sthiti, Samhara, Anakhya und Bhasa genannten …

Anmerkung: Die Fünfergruppe wird im nächsten Vers als fünf Kutas abgeschlossen. Namensgrenze Anakhya/Bhasa leicht beschädigt, vorsichtig gelesen.

Vers 72
pañca kūṭāḥ parijñeyāstato'nantaramīśvari |
maṇikūṭaṃ hemakūṭaṃ ratnakūṭaṃ tataḥ param ||72||

… fünf Kutas, Herrin. Danach folgen Mani-Kuta, Hema-Kuta und Ratna-Kuta …

Vers 73
udayāstau tataḥ kūṭau khecarīkūṭamanvataḥ |
manthānakūṭaṃ trijaṭākūṭaṃ kiñjalkakūṭakam ||73||

… dann die Kutas Udaya und Asta, anschließend Khechari-Kuta, Manthana-Kuta, Trijata-Kuta und Kinjalka-Kuta …

Anmerkung: OCR-Ziffer723 in Folge als73 gelesen.

Vers 74
kulakūṭaṃ ca samayakūṭaṃ […] mālāhvayaṃ tataḥ |
merukūṭaṃ ca kailāsakūṭaṃ tadanu bhāmini ||74||

… Kula-Kuta, Samaya-Kuta, […] dann das Mala genannte, danach Meru-Kuta und Kailasa-Kuta, Strahlende …

Anmerkung: Fragment: Verbindung vor Mala beschädigt; keine fehlende Kuta-Bezeichnung ergänzt.

Vers 75
trikūṭakūṭaṃ kūṭau tu mantravarṇāhvayau tataḥ |
gāndharvakūṭaṃ prāsādakūṭaṃ mandārakūṭakam ||75||

… Trikuta-Kuta, danach die Mantra und Varna genannten Kutas, Gandharva-Kuta, Prasada-Kuta und Mandara-Kuta …

Vers 76
tato'parājitaṃ kūṭaṃ ḍākinīkūṭameva ca |
nīlakūṭaṃ setukūṭaṃ […] gahvarakeśavau ||76||

… danach Aparajita-Kuta, Dakini-Kuta, Nila-Kuta, Setu-Kuta, […] Gahvara und Keshava …

Anmerkung: Fragment: Verbindung vor dem letzten Paar beschädigt; Quelle bezweifelt Endung Keshava und erwägt -ra. Keine gesicherte Namensform behauptet.

Vers 77
caitanyakūṭaṃ paramārthakūṭaṃ ca parameśvari |
sadasatkūṭamasyānu nityakūṭamataḥ param ||77||

… Chaitanya-Kuta, Paramartha-Kuta, höchste Herrin, danach Sadasat-Kuta und anschließend Nitya-Kuta.

Vers 78
pañcapañcāśataṃ kūṭā evaṃ kramaśa īritāḥ |
ataḥ paraṃ nibodha tvaṃ kālīrbhinnatayā sthitāḥ ||78||

So sind fünfundfünfzig Kutas der Reihe nach genannt. Lerne nun die verschiedenen Kali-Gestalten kennen.

Anmerkung: Quellzählung55 nicht durch Ergänzung beschädigter Namen hergestellt.

Fünfundfünfzig Kali-Gestalten

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 79
dhūmakālī bhavedādau jayakālī tataḥ param |
ugrakālī tato jvālākālī devi prakīrtyate ||79||

Zuerst Dhumakali (Rauch-Kali), danach Jayakali (Sieges-Kali), dann Ugrakali (die Wilde) und Jvalakali (Flammen-Kali), Göttin …

Anmerkung: Bedeutungen der transparenten Namen dienen als Lesehilfe.

Vers 80
dhanakālī ghoranādakālī ṣaṣṭhī prakāśyate |
kalpāntakālī vetālakālī tadanu bhāmini ||80||

… Dhanakali (Kali des Reichtums), als sechste Ghoranadakali (Kali des furchtbaren Schalls), dann Kalpantakali (Kali des Weltperiodenendes) und Vetalakali (Kali der Leichengeister), Strahlende …

Vers 81
kaṅkālakālī ca tato nagnakālī prakīrtyate |
ghoraghoratarā kālī kālī durjayapūrvikā ||81||

… danach Kankalakali (Skelett-Kali), Nagnakali (die nackte Kali), Ghoraghoratara-Kali (die überaus Furchtbare) und Durjayakali (die schwer Bezwingbare) …

Anmerkung: Nacktheit hier nichtsexualisierte Ikonographie, quellentreu wiedergegeben.

Vers 82
manthānakālī saṃhārakālyājñākālyanantaram |
raudrakālī tigmakālī bhavet saptadaśī hi sā ||82||

… Manthanakali (Kali des Quirlens), Samharakali (Kali der Auflösung), danach Ajnakali (Kali des Gebots), Raudrakali (die Zornvolle) und als siebzehnte Tigmakali (die Scharfe oder Glühende) …

Anmerkung: Tigma im OCR beschädigt, vorläufige Namenslesung.

Vers 83
kṛtāntakālī ca mahārātrikālī tataḥ param |
saṃgrāmakālī tadanu bhīmakālī tataḥ param ||83||

… Kritantakali (Todes-Kali), danach Maharatrikali (Kali der großen Nacht), dann Samgramakali (Schlacht-Kali) und anschließend Bhimakali (die Furchtbare) …

Vers 84
śavakālī caṇḍakālī kālī rudhirapūrvikā |
ghorakālī tataḥ kālī bhayaṅkarapadādimā ||84||

… Shavakali (Leichnam-Kali), Chandakali (die Wilde), Rudhirakali (Blut-Kali), danach Ghorakali (die Schreckliche) und Bhayamkarakali (die Furcht Erregende) …

Vers 85
santrāsakālī ca pretakālī tadanu kīrtyate |
karālakālī vikarālakālī tadanantaram ||85||

… Samtrasakali (Kali des Entsetzens), danach Pretakali (Kali der Totengeister), anschließend Karalakali (die Schreckensgestalt) und Vikaralakali (die überaus Schreckliche) …

Anmerkung: Erster Vokal in Karala im OCR auch lang; Namensform unsicher, Bedeutung hinreichend verständlich.

Vers 86
tataḥ pralayakālyanyā vibhūtipadato'pi ca |
bhogakālī kālakālī vajrakālī tathaiva ca ||86||

… danach Pralayakali (Kali der Weltauflösung), die weitere Vibhutikali (Kali der Entfaltung oder Macht), Bhogakali (Kali des Genusses), Kalakali (Kali der Zeit) und Vajrakali (Vajra-Kali) …

Vers 87
kālī vikaṭapūrvā ca vidyākālī tataḥ param |
śaktikālī kāmakalākālī dakṣiṇakālyapi ||87||

… Vikatakali (die Gewaltige), danach Vidyakali (Kali des Wissens), Shaktikali (Kali der Kraft), Kamakalakali und Dakshinakali …

Anmerkung: Kamakala und Dakshina als mehrdeutige theologische Namen beibehalten, keine zusätzliche Lehre in die Übersetzung eingefügt.

Vers 88
māyākālī bhadrakālī mahākālī tataḥ param |
śmaśānakālī ca kulakālī tadanu paṭhyate ||88||

… Mayakali (Kali der Maya), Bhadrakali (die Heilvolle), danach Mahakali (die große Kali), Shmashanakali (Kali des Verbrennungsplatzes) und Kulakali (Kali des Kula) …

Vers 89
nādakālī muṇḍakālī siddhikālī tathaiva ca |
udārakālī conmattakālī tasyānu gadyate ||89||

… Nadakali (Kali des Klangs), Mundakali (Schädel-Kali), Siddhikali (Kali der Vollendung), Udarakali (die Großherzige) und danach Unmattakali (die ekstatisch Entgrenzte) …

Anmerkung: Unmatta kann auch rasend bedeuten; keine bloße moderne Glückserfahrung vorausgesetzt.

Vers 90
santāpakālī kāpālakālī tadanu kīrtyate |
ānandakālyanu bhavet kālī bhairavapūrvikā ||90||

… Samtapakali (Kali der Glut oder Qual), danach Kapalakali (Kali der Schädel), anschließend Anandakali (Kali der Glückseligkeit) und Bhairavakali …

Anmerkung: OCR-Ziffer60 als90 gelesen.

Vers 91
nirvāṇakālī sarvāsāṃ śeṣeṣu pariniṣṭhitā |
pañcapañcāśataṃ kālīnāmānyuktānyataḥ param ||91||

Nirvanakali (Kali der Befreiung) steht als letzte von allen. Damit sind die Namen der fünfundfünfzig Kalis genannt. Nun weiter …

Anmerkung: Fußnote bietet eine abweichende, offenbar beschädigte Mengenangabe shatam; Hauptzählung55bewahrt.

Nadis und ihre Namen

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 92
punaḥ kūṭāni kalaya krameṇaiva sureśvari |
ādau visargā nāḍī syād hitā nāḍī tataḥ param ||92||

Beachte wiederum die Kutas der Reihe nach, Herrin der Götter. Zuerst die Nadi Visarga, danach die Nadi Hita …

Anmerkung: Einleitung sagt Kutas, die folgende Liste ausdrücklich Nadis; Abweichung nicht geglättet. OCR-Ziffer62 als92.

Vers 93
saṅkocinī tato nāḍī tasyānu kṣepaṇī śirā |
āveśinī tato nāḍī ghargharā dhamanī tathā ||93||

… danach die Nadi Samkochini, dann der Kanal Kshepani, anschließend die Nadi Aveshini und der Kanal Gharghara …

Anmerkung: Saṅkocinī: die Zusammenziehende. Fußnote śivā statt śirā; Hauptlesung Kanal erhalten.

Vers 94
snigdhā nāḍī kuhurnāḍī nāḍī caiva sarasvatī |
payasvinī vāraṇā ca gāndhārī ca yaśasvinī ||94||

… die Nadis Snigdha, Kuhu und Sarasvati, Payasvini, Varana, Gandhari und Yashasvini …

Anmerkung: OCR-Ziffer64 als94 gelesen.

Vers 95
pūṣā śirā […] ca hastijihvā'pyalambuṣā |
viśvodarā tathā'vyaktā citrā tejasvinī tathā ||95||

… der Kanal Pusha und […], Hastijihva, Alambusha, Vishvodara, Avyakta, Chitra und Tejasvini …

Anmerkung: Fragment: zweiter Nadi-Name unlesbar; nicht aus einer Standardliste ergänzt. OCR-Ziffer65 als95.

Vers 96
tato madhumatī nāḍī nāḍī rasavahā'pi ca |
drāviṇī gālinī mandā muditā bhrāmiṇī satī ||96||

… danach die Nadis Madhumati und Rasavaha, Dravini, Galini, Manda, Mudita, Bhramini und Sati …

Vers 97
sauvīrī rañjanī raṇḍā revatī kapilā tathā |
āpyāyanī viśvadūtā nāḍī cāpi kapardinī ||97||

… Sauviri, Ranjani, Randa, Revati, Kapila, Apyayani, Vishvaduta und die Nadi Kapardini …

Vers 98
[…] candrāvatī hemā maitrī nandā dhamanyapi |
lohinī pūtanā kalpā nāḍī vegavatī tathā ||98||

… […], Chandravati, Hema, Maitri, Nanda, Dhamani, Lohini, Putana, Kalpa und die Nadi Vegavati …

Anmerkung: Fragment: erster Name nur teilweise lesbar. Dhamani kann hier auch allgemeines Wort Kanal sein; Listenstellung nicht eigenmächtig harmonisiert. Fußnotenvariante Dhumavati steht im Bereich dieser Nadiliste, genaue Bezugstelle unsicher, deshalb nicht eingesetzt.

Vers 99
cāriṇī dhoriṇī dhīrā vivarṇā kṛntinī śirā |
agnijvālārucī nāḍyau turīyā cāpunarbhavā ||99||

… Charini, Dhorini, Dhira, Vivarna, der Kanal Krintini, die Nadis Agnijvala und Ruchi, Turiya und Apunarbhava …

Anmerkung: Agnijvala/Ruchi als Paar nur wahrscheinlich gelesen; Zahl55nicht durch weitere Namen erzwungen.

Vers 100
dhamanyaḥ pañcapañcāśat krameṇaitāḥ prakīrtitāḥ |
ataḥ paraṃ tu sthānāni śarīrasya nibodha me ||100||

Damit sind die fünfundfünfzig Kanäle der Reihe nach genannt. Höre nun von mir die Körperstellen.

Die Körperstellen des Bhavana-Nyasa

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 101
aṅgulyagraṃ tu dakṣāṅghrervāmāṅghrestaddvitīyakam |
dakṣapādāṅgulīmūlaṃ vāmapādāṅgulerapi ||101||

Die Zehenspitzen des rechten Fußes, als zweite Stelle die des linken; die Zehenwurzeln des rechten Fußes und auch die des linken …

Anmerkung: Anfang im OCR leicht beschädigt, anatomischer Parallelbau hinreichend klar.

Vers 102
dakṣagulpho vāmagulpho dakṣajaṅghā tathetarā |
dakṣajānustathā vāmajānurdakṣorurityapi ||102||

… rechter Knöchel, linker Knöchel, rechter Unterschenkel und der andere, rechtes Knie, linkes Knie und rechter Oberschenkel …

Vers 103
vāmorurvaṅkṣaṇo dakṣo vāmavaṅkṣaṇa eva ca |
dakṣakaṭī vāmakaṭī dakṣiṇaṃ ca kakundaram ||103||

… linker Oberschenkel, rechte Leiste, linke Leiste, rechte Hüftseite, linke Hüftseite und die rechte Gesäßgrube …

Anmerkung: Kakundara bezeichnet die Vertiefung in der Gesäß-/Beckengegend, keine exakte moderne Anatomie behauptet.

Vers 104
vāmakakundaraṃ cāpi dakṣiṇasphik tathetarā |
gudaṃ liṅgaṃ tathā vastirnābhirjaṭharameva ca ||104||

… linke Gesäßgrube, rechte Gesäßbacke und die andere, After, Linga (Geschlechtsorgan), Blasengegend, Nabel und Bauch …

Vers 104 (zweite Zählung; interne Kennung105)
hṛdayaṃ dakṣiṇaṃ pārśvaṃ vāmapārśvaṃ […] ca |
dakṣiṇaṃ cūcukaṃ vāmacūcukaṃ tadanantaram ||104||

… Herz, rechte Körperseite, linke Körperseite, […] sowie die rechte Brustwarze und danach die linke …

Anmerkung: Fragment: letztes Glied des ersten Halbverses unlesbar. Quelle hat erneut104; interne Kennung105, originale Doppelzählung in Anzeige bewahrt.

Vers 106
dakṣaskandhastathā vāmo dakṣajatru tathetarat |
dakṣakakṣo vāmakakṣo dakṣā hanurathetarā ||106||

… rechte Schulter und linke Schulter, rechtes Schlüsselbein und das andere, rechte Achsel, linke Achsel, rechter Kiefer und dann der andere …

Anmerkung: OCR kaksha-skandha am Anfang zu daksha-skandha normalisiert, nach klarer Rechts-links-Folge; keine zusätzliche Achselstelle eingefügt.

Vers 107
dakṣaṃ sṛkkaṃ tathā vāmaṃ dakṣo gaṇḍastathetaraḥ |
dakṣakarṇo vāmakarṇo dakṣanāsāpuṭaṃ tathā ||107||

… rechter Mundwinkel und linker, rechte Wangenbacke und die andere, rechtes Ohr, linkes Ohr und rechte Nasenöffnung …

Vers 108
vāmanāsāpuṭaṃ dakṣaṃ locanaṃ vāmameva ca |
dakṣaḥ kapolo vāmaśca dakṣā bhrūrapyathetarā ||108||

… linke Nasenöffnung, rechtes Auge und linkes, rechte Wange und linke, rechte Braue und die andere …

Anmerkung: Ganda/Kapola-Doppelung der Quelle bewahrt; Versziffer beschädigt, Folge108.

Vers 109
dakṣaśaṅkho vāmaśaṅkho brahmarandhramataḥ param |
iti sthānāni sarvāṇi krameṇa kathitāni te ||109||

… rechte Schläfe, linke Schläfe und danach Brahmarandhra. So sind dir alle Stellen der Reihe nach genannt.

Vers 110
mantrāntarnyasanīyāni sthānānyapi sureśvari |
yadyallokaḥ krameṇaiva sa sa loko'vadhāryatām ||110||

Die Körperstellen sind auch innerhalb der Mantras einzusetzen, Herrin der Götter. Beachte nun die jeweils zugehörigen Welten in ihrer Reihenfolge.

Die Welten und ihre Herrinnen

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 111
nāgaloko'tha bhūrloko bhuvarlokastataḥ param |
svarlokaḥ sūryalokaśca candralokastataḥ param ||111||

Nagaloka, die Welt der Nagas, dann Bhurloka, die Erdenwelt, danach Bhuvarloka, die Zwischenwelt, Svarloka, die Himmelswelt, Suryaloka, die Sonnenwelt, und anschließend Chandraloka, die Mondwelt …

Vers 112
bhūtalokaḥ pretalokaḥ paiśāco loka eva ca |
pitṛloko'psaroloko gāndharvaḥ kainnaro'pi ca ||112||

… die Welten der Bhutas, Pretas und Pishachas, die Ahnenwelt, die Apsaras-Welt sowie die Welten der Gandharvas und Kinnaras …

Vers 113
loko vaidyādharo yakṣaloko vāsava eva ca |
vaiśvadevaḥ siddhalokaḥ sādhyalokastataḥ param ||113||

… die Vidyadhara-Welt, die Yaksha-Welt, die Welt Vasavas, der Vishvedeva-Götter, die Siddha-Welt und danach die Sadhya-Welt …

Anmerkung: Vasava als Name Indras; keine geografischen Orte behauptet.

Vers 114
budhalokaḥ śukraloko bhaumaloko bṛhaspateḥ |
loko lokaḥ śaneścāpi tamolokastataḥ param ||114||

… die Welt Budhas (Merkur), Shukras (Venus), Bhaumas (Mars), Brihaspatis (Jupiter), Shanis (Saturn) und danach die Welt der Finsternis …

Anmerkung: Budha im OCR beschädigt, innerhalb klarer Planetenfolge vorläufig gelesen. Tamoloka nicht stillschweigend als Rahu ersetzt.

Vers 115
saptarṣilokastadanu tato vairājalokakaḥ |
[…] candraloko'gniloko yamalokakaḥ ||115||

… danach die Welt der sieben Rishis, die Welt Virajs, […], die Mondwelt, die Feuerwelt und die Welt Yamas …

Anmerkung: Fragment: Name vor Chandraloka beschädigt, nicht rekonstruiert. Zweite Mondwelt gegenüber111bewahrt.

Vers 116
tathā nirṛtilokaśca vāruṇo loka eva ca |
vāyulokaśca kaubero lokaścaiśānalokakaḥ ||116||

… die Welt Nirritis, die Welt Varunas, die Welt Vayus, die Welt Kuberas und die Welt Ishanas …

Vers 117
tato ḍākinīloko yoginīloka eva ca |
tasyānu bhairavīlokaścāmuṇḍāloka eva ca ||117||

… danach die Dakini-Welt, die Yogini-Welt, anschließend die Bhairavi-Welt und die Chamunda-Welt …

Vers 118
lakṣmīlokaśca vaikuṇṭhaloko vaiśākhalokakaḥ |
brahmalokastato lokaḥ pramathānāṃ prakīrtitaḥ ||118||

… die Lakshmi-Welt, Vaikuntha, die Welt Vaishakhas, Brahmaloka und danach die Welt der Pramathas, Shivas Begleiter …

Anmerkung: Vaishakha als Quellenname beibehalten; keine unsichere Gottheitsgleichsetzung.

Vers 119
mātṛloka umālokaḥ śivalokastataḥ param |
maharloko janolokastapolokastato'pi ca ||119||

… die Welt der Mütter, die Uma-Welt, danach die Shiva-Welt, Maharloka, Janaloka und Tapoloka …

Anmerkung: OCR-Ziffer116 als119 gelesen.

Vers 120
martyaloko rudraloko golokastadanantaram |
lokaḥ sadāśivasyāpi […] prakīrtitaḥ ||120||

… die Welt der Sterblichen, die Rudra-Welt, danach Goloka und die Welt Sadashivas […].

Anmerkung: Fragment: Wort im letzten Viertel unlesbar. Hauptlesung martya, nicht in satya geändert.

Vers 121
pañcapañcāśadevaṃ syurlokāsteṣu kramāt priye |
tāstāḥ kālyo'vatiṣṭhante tadadhiṣṭhātrya īritāḥ ||121||

So sind es fünfundfünfzig Welten. In ihnen befinden sich der Reihe nach die entsprechenden Kalis, Geliebte, die als ihre Herrinnen bezeichnet werden.

Anmerkung: Zählbehauptung55; beschädigte Listenelemente nicht ergänzt.

Weitere einzelne Bijas

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 122
ataḥ paraṃ punarbījaṃ krameṇaiva niśāmaya |
ekaikaṃ mantramadhyasthaṃ saṃvartakavivartakau ||122||

Höre nun der Reihe nach das jeweils einzelne weitere Bija, das in den Mantra eingesetzt wird: Samvartaka und Vivartaka …

Anmerkung: Bezug auf15, keine Veränderung der schon genannten Acht-Bija-Anfänge.

Vers 123
pārīndraśca […] jemanādidvayaṃ tataḥ |
dhammillaḥ saṃbalādyaśca vivatsādidvayaṃ tathā ||123||

… Parindra und […], danach die mit Jemana beginnende Zweiergruppe, Dhammilla, die mit Sambala beginnende Gruppe sowie die mit Vivatsa beginnende Zweiergruppe …

Anmerkung: Fragment: zweites Listenglied und mehrere seltene Namen beschädigt; Gruppennamen nur vorläufig, keine fehlenden Bijas ergänzt.

Vers 124
saṃyogaśca viyogaśca pippalo vikalo'pi ca |
vijṛmbhottānasaṃjñau ca saṃjīvanyādipūrvikā ||124||

… Samyoga, Viyoga, Pippala, Vikala, die Vijrimbha und Uttana genannten sowie die mit Samjivani beginnende Gruppe …

Anmerkung: Gruppengröße nicht angegeben, nicht erfunden.

Vers 125
[…] virāgaśca ketavālaṅkanāmakau |
saṃhāriṇī ca vighaṭī cotkramādidvayaṃ tataḥ ||125||

… […], Viraga, die Ketu und Valanka genannten, Samharini, Vighati und danach die mit Utkrama beginnende Zweiergruppe …

Anmerkung: Fragment: erster Name unlesbar; Ketu/Valanka-Verbindung und Utkrama nur wahrscheinlich gelesen.

Vers 126
vighnaḥ svātiśca yamalādidvayaṃ tadanantaram |
mālotsargāviṣaṇādidvitayaṃ cānta eva ca ||126||

… Vighna, Svati, danach die mit Yamala beginnende Zweiergruppe, Mala, Utsarga und die mit Vishana beginnende Zweiergruppe am Schluss …

Anmerkung: Letzte Wortverbindung hinsichtlich Namensgrenzen unsicher; keine klare Lautformel daraus abgeleitet.

Vers 127
jyotsnāgrāhagrahāścāpi tapano vardhanī tathā |
samādhānādisarvasvādicatuṣṭayameva ca ||127||

… Jyotsna, Graha (grāha), Graha (graha), Tapana, Vardhani sowie die mit Samadhana und Sarvasva beginnenden Vierergruppen …

Anmerkung: Grāha/graha zwei ähnlich geschriebene Namen; Zuordnung der Viererzahl zu beiden Gruppen nicht vollkommen sicher.

Vers 128
śuddhanidrādicatvāri guṇamūle ca vāruṇī |
iti te bhāvanānyāsaḥ samāsādupavarṇitaḥ ||128||

… die vier mit Shuddha und Nidra beginnenden [Glieder], Guna, Mula und Varuni. So ist dir der Bhavana-Nyasa in knapper Form dargelegt.

Anmerkung: Gruppengrenzen Shuddha/Nidra unsicher; keine fehlenden Namen ergänzt.

Meditation, Verheißungen und rituelle Anlässe

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 129
vistareṇa punarvaktuṃ mama […] vidyate |
nyāsāstu bahavaḥ santi na punarbhāvanāsamāḥ ||129||

Für eine erneute ausführliche Darlegung habe ich […] . Es gibt viele Nyasas, doch keinen, der dem Bhavana-Nyasa gleichkommt.

Anmerkung: Fragment: entscheidendes Wort des ersten Satzes beschädigt, insbesondere ein mögliches Verneinungsglied nicht geraten; verständlicher zweiter Satz vollständig übersetzt.

Vers 130
devatvadātrī devānāṃ siddhānāṃ siddhidāyinī |
ṛṣīṇāṃ dhyānaśīlānāmeṣaiva hi parāyaṇam ||130||

Diese innere Vergegenwärtigung verleiht den Göttern ihr Gottsein und den Siddhas ihre Vollendung. Für die Rishis, die in der Meditation leben, ist sie die höchste Zuflucht.

Anmerkung: Weiblicher Bezug auf Bhavana; religiöse Selbstaussage des Textes.

Vers 131
jñātvetthamasyā māhātmyaṃ yatnamasyāṃ samācaret |
anayā sādhakaḥ siddhibhāgī bhavati niścitam ||131||

Wer so ihre Größe erkennt, soll sich um sie bemühen. Durch sie erhält der Sadhaka gewiss Anteil an der Vollendung.

Anmerkung: Verheißung der Quelle, nicht als empirisch gesicherte Wirkung dargestellt.

Vers 132
nityatvenoditā caiṣā viraktānāṃ sureśvari |
gṛhiṇāṃ ca tathā kāmyā dvayornaimittikā sadā ||132||

Für die vom Weltlichen Losgelösten ist sie als regelmäßige Pflicht erklärt, Herrin der Götter; für Haushälter ist sie wahlweise. Für beide ist sie bei den jeweiligen besonderen Anlässen vorgesehen.

Vers 133
ayane candrasūryoparāge caiva yugādiṣu |
[…] pūjāsu vāsantīṣvapi pārvati ||133||

Zu den Sonnenwenden, bei Mond- und Sonnenfinsternissen, an den Anfängen der Yugas, bei […] Verehrungsfesten und auch bei denen im Frühling, Parvati …

Anmerkung: Fragment: Bestimmung vor pujasu beschädigt; nicht automatisch Herbst ergänzt.

Vers 134
manvantarāsu sarvāsu saṃkrāntidvādaśasvapi |
caturdaśyāmathāṣṭamyāṃ puṇyāheṣvitareṣu ca ||134||

… zu allen Manvantara-Anlässen, bei den zwölf Sonnenübergängen, am vierzehnten und achten Mondtag und an anderen heiligen Tagen …

Anmerkung: Manvantara hier im Ritualkalenderzusammenhang; keine ungeprüften modernen Datumsangaben ergänzt.

Vers 135
tathā sarveṣu pīṭheṣu tīrtheṣvapi viśeṣataḥ |
kartavyo bhāvanānyāsaḥ kālīsantoṣakāribhiḥ ||135||

… ebenso an allen Pithas und besonders an heiligen Tirthas soll der Bhavana-Nyasa von denen vollzogen werden, die Kali erfreuen möchten.

Vers 136
vinaināṃ mānasī pūjā na kadāpi phalāvahā |
bhāvanā ca samādhiśca dhyānamadhyātmacintanam ||136||

Ohne sie trägt die geistige Puja niemals Frucht. Bhavana, Samadhi, Dhyana und Adhyatma-Chintana – innere Vergegenwärtigung, Sammlung, Meditation und Betrachtung des Selbst – …

Anmerkung: Quelleninterner Vorranganspruch; Satz137fortgesetzt.

Vers 137
paryāyavācakāḥ śabdāścatvāraḥ parikīrtitāḥ |
caturbhirucyate yogastaṃ […] yogyucyate ||137||

… werden als vier gleichbedeutende Wörter bezeichnet. Mit allen vier wird Yoga ausgedrückt; wer ihn […] , wird Yogi genannt.

Anmerkung: Fragment: entscheidendes Verb im zweiten Halbvers unlesbar; keine scheinbar vollständige Yogi-Definition ergänzt.

Vers 138
yogī vā kalpasaṃsthāyī śive vāpi vilīyate |
śiva eva bhavet sākṣād bhāvanānyāsabhāvanāt ||138||

Der Yogi besteht entweder eine Weltperiode lang oder geht in Shiva auf. Durch die innere Vergegenwärtigung des Bhavana-Nyasa wird er unmittelbar Shiva selbst.

Anmerkung: Religiöse Aussage über Befreiung und Identität; keine äußere Wirkungsgarantie.

Vers 139
kaṭhinatvād durūhatvānnaināṃ kurvanti pāmarāḥ |
vijñā eva hi kurvanti jñātvāsyāḥ phalamuttamam ||139||

Weil sie schwierig und schwer zu verstehen ist, üben die Unverständigen sie nicht. Die Kundigen dagegen üben sie, weil sie ihre höchste Frucht kennen.

Anmerkung: Abwertende Unterscheidung der Quelle, nicht redaktionelles Urteil über Leser.

Vers 140
kimasyāḥ phalavāhulyakathanena sureśvari |
prakṛtaṃ samayanyāsaṃ nibodhātaḥ paraṃ varam ||140||

Was bedarf es noch weiterer Worte über ihre reichen Früchte, Herrin der Götter? Lerne nun den hervorragenden Samaya-Nyasa kennen, zu dem wir übergehen.

Anmerkung: Abschnittswechsel innerhalb des Verses; Samaya-Nyasa ab 141.

Samaya-Nyasa: die Wahrung der überlieferten Ordnung

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 141
eṣo'pi bhāvanānyāsasamānaḥ parikīrtitaḥ |
ṛṣiḥ […] tasya chando gāyatryudīritā ||141||

Auch dieser wird dem Bhavana-Nyasa gleichgestellt. Sein Rishi [Name unlesbar]; sein Versmaß wird Gayatri genannt.

Anmerkung: Fragment: Rishi-Name stark verformt und nicht zuverlässig lesbar; nicht rekonstruiert.

Vers 142
guhyakālī devatā ca kaṇikābījamucyate |
phetkārī śaktirākhyātā kālarātristu kīlakam ||142||

Die Gottheit ist Guhyakali, als Bija wird Kanika genannt. Phetkari ist die Shakti und Kalaratri das Kilaka.

Vers 143
viniyogo'sya samayapālane parikīrtitaḥ |
eṣa kaulācāravatāṃ nityatvenoditaḥ priye ||143||

Seine Anwendung dient der Wahrung des Samaya, der überlieferten Bindung und Ordnung. Für diejenigen, die dem Kaula-Achara folgen, ist er als regelmäßige Pflicht erklärt, Geliebte.

Vers 144
anukalpavatāṃ naimittikatvena prakāśitaḥ |
kāmyatvenodito'nyeṣāṃ nyāso'yaṃ samayābhidhaḥ ||144||

Für diejenigen, die die Ersatzform befolgen, ist er zu besonderen Anlässen vorgesehen. Für andere wird dieser Samaya genannte Nyasa als wahlweise, wunschbezogene Handlung beschrieben.

Vers 145
ata uddhārametasya samākalaya bhāmini |
ādau tu pañcabījāni calāni pratimanvapi ||145||

Beachte nun seinen Aufbau, Strahlende. Am Anfang stehen fünf Bijas, die in jedem Mantra wechseln.

Vers 146
tatastannāmavaccaiva pratimantraṃ śucismite |
mūrtyeti dvyakṣarapadaṃ […] sthiraṃ matam ||146||

Darauf folgt in jedem Mantra der jeweilige Name, du mit dem reinen Lächeln. Das zweisilbige Wort „mūrti“, Gestalt, […] gilt als gleichbleibend.

Anmerkung: Fragment: Wort nach der Silbenangabe unlesbar. OCR mrityeti im Zusammenhang173murtipada als murtyeti gelesen; Kasuslaut nicht frei zu einer fertigen Rezitationsform ergänzt.

Vers 147
pratimantraṃ punastattannāma tasyānu cañcalam |
ṣaḍakṣaramiti sthāsnu tataḥ samayapālinī ||147||

In jedem Mantra folgt wiederum ein wechselnder Name, danach das feste sechssilbige Wort „samayapālinī“, „Hüterin des Samaya“.

Vers 148
punastattatpadaṃ devi cariṣṇu pratimantrakam |
tato'mbeti padaṃ sthāsnu tairasyāḥ sandhirīritaḥ ||148||

Wieder folgt in jedem Mantra ein jeweils wechselndes Wort, Göttin. Danach steht das feste Wort „ambā“, Mutter, das mit diesen Namen lautlich verbunden wird.

Vers 149
prasīdatāṃ vahnijāyā ṣaḍvarṇāni sthirāṇi hi |
iti sādhāraṇoddhāraḥ samayasya prakāśitaḥ ||149||

„Prasīdatām“, „sie möge gnädig sein“, und Vahnijaya bilden die sechs festen Schlusssilben. Damit ist der allgemeine Aufbau des Samaya-Nyasa erklärt.

Anmerkung: Vahnijaya, Feuergefährtin, als Chiffre der Quelle bewahrt; keine andere Schlussformel hineingesetzt.

Bijas des Samaya-Nyasa

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 150
idānīṃ tu viśeṣeṇa kathayāmyavadhāraya |
praṇavo vāgbhavaḥ pāśaḥ kalā śarvaśca sundari ||150||

Nun erkläre ich die Einzelheiten; höre aufmerksam. Pranava, Vagbhava, Pasha, Kala und Sharva, Schöne …

Vers 151
māyā lakṣmīḥ kāmavadhūyoginyastadanantaram |
kālī krodhaśca rāvaśca prāsādo gāruḍo'pi ca ||151||

… Maya, Lakshmi, danach Kama, Vadhu und Yogini, Kali, Krodha, Rava, Prasada und Garuda …

Anmerkung: Garuda hier gāruḍa als Bija-Name, keine Gottheitsanrede ergänzt.

Vers 152
nṛsiṃho bhairavī pretadasraśaktaya eva ca |
keśaraḥ kākinī nemiśchando viśvastathaiva ca ||152||

… Nrisimha, Bhairavi, Preta, Dasra und Shakti, Keshara, Kakini, Nemi, Chhanda und Vishva …

Vers 152 (zweite Zählung; interne Kennung153)
bhrāmarī ca pracaṇḍā ca ḍākinī tadanantaram |
kekarākṣī kālarātriḥ saptamastu tataḥ param ||153||

… Bhramari, Prachanda, danach Dakini, Kekarakshi und Kalaratri; anschließend der siebte [Abschnitt?] …

Anmerkung: Quelle hat erneut152, interne Kennung153. Bereits dort steht als Korrekturvorschlag panchamastu, „der fünfte“, neben saptamastu, „der siebte“; unklarer Zählbezug nicht geglättet.

Vers 154
bhogaḥ sṛṣṭiśca phetkārī tretā kṛtyā tato'pi ca |
vijayo mandasaṃmohau saṃhāraḥ patanādimaḥ ||154||

… Bhoga, Srishti, Phetkari, Treta und Kritya, danach Vijaya, Manda und Sammoha, Samhara und die mit Patana beginnende Gruppe …

Vers 155
tataśca veṇusānvakṣamauñjīsūtrāṇi pārvati |
gāyatrī kaṇikā cāpi […] tathā ||155||

… danach Venu, Sanu, Aksha, Maunji und Sutra, Parvati, Gayatri, Kanika und […] …

Anmerkung: Fragment: weiterer Name beziehungsweise weitere Gruppe unlesbar.

Vers 156
nāndikaśca puruścūḍāmaṇiḥ picchā tathaiva ca |
ādeśaśca chaṭā caiva tata āyaḥ samekhalaḥ ||156||

… Nandika, Puru, Chudamani, Pichchha, Adesha, Chhata und danach Aya zusammen mit Mekhala …

Anmerkung: Adesha Hauptlesung, nicht automatisch Avesha.

Vers 157
kuṇḍaṃ garbhaśca dīpaśca dvīpajambhau tataḥ param |
kakut ṣaḍaṅgapūrvā ca śaiśukaḥ sarvapaścimaḥ ||157||

… Kunda, Garbha, Dipa, danach Dvipa und Jambha, Kakud mit vorangestelltem Shadanga und ganz zuletzt Shaishuka …

Anmerkung: Dipa/Dvipa getrennte Einträge, keine Dublette gestrichen.

Vers 158
tato ḍamarunārācaśūlāni parameśvari |
[…] kṣurapraśca sukṛtaṃ duṣkṛtaṃ tataḥ ||158||

… danach Damaru, Naracha und Shula, höchste Herrin, […], Kshurapra, Sukrita und dann Dushkrita …

Anmerkung: Fragment: Name am Anfang des zweiten Halbverses unlesbar.

Vers 159
padmastataśca kuśiko'vyayaḥ śeṣe pratiṣṭhitaḥ |
saṃdaṃśakaśca nālīko bhuśuṇḍī ca gadā tathā ||159||

… danach Padma, Kushika und Avyaya am Ende, Samdamshaka, Nalika, Bhushundi und Gada …

Anmerkung: OCR-Ziffer153 in Folge als159 gelesen.

Vers 160
prāsastato'nu vṛttaṃ ca tuṅgakhaṇḍe savāruṇī |
kubjo vaikārikaścāpi mandaraḥ sindhureva ca ||160||

… Prasa, danach Vritta, Tunga und Khanda mit Varuni, Kubja, Vaikarika, Mandara und Sindhu …

Anmerkung: Tunga/Khanda-Verbindung unsicher, keine zusätzliche Namenssilbe ergänzt.

Vers 161
mahendraśceśvaraścātha surasaḥ samaro'pi ca |
rāgasārasabhāruṇḍāḥ saṃhārī tadanantaram ||161||

… Mahendra, Ishvara, dann Surasa, Samara, Raga, Sarasa und Bharunda, anschließend Samhari …

Vers 162
nādāntakaścāmaraṃ ca vyajanaṃ vidhṛtistathā |
bhadrikā ca tathā tandrā kuṭilā rañjinī ghaṭī ||162||

… Nadantaka, Chamara, Vyajana, Vidhriti, Bhadrika, Tandra, Kutila, Ranjini und Ghati …

Unnummerierter Text
sambhūtiścaturasraṃ ca […] viratireva ca |
śrī […]

… Sambhuti, Chaturasra, […], Virati, Shri […] …

Anmerkung: Fragment: zwischen162 und164 stark beschädigte Einheit, keine Versziffer zuverlässig sichtbar. Keine künstliche Quellnummer vergeben; etwaiger Anschlussname mit Shri unvollständig.

Vers 164
[…] savinādakaḥ |
śekharaścāpi viraso dākṣiko'pi ca ||164||

… […] zusammen mit Vinada, Shekhara, Virasa und Dakshika …

Anmerkung: Fragment: größter Teil des ersten Halbverses unlesbar; keine Bija-Namen aus Parallelgruppen ergänzt.

Vers 165
saumataṃ ca pratānaṃ ca vidik […] paścimā |
mauliñjaśca virūpaśca tathaivāparāntakaḥ ||165||

… Saumata, Pratana, Vidish, […] als letzte […], Maulinja, Virupa und Aparantaka …

Anmerkung: Fragment: Verbindung nach Vidish beschädigt. Seltene Namen nicht aufgefüllt.

Vers 166
prakarībindukau cāpi vijayā tadanantaram |
[…] ṣaṭcakrādidvayaṃ tathā ||166||

… Prakari und Binduka, danach Vijaya, […] sowie die mit Shatchakra beginnende Zweiergruppe …

Anmerkung: Fragment: Beginn des zweiten Halbverses unlesbar.

Vers 167
saptaviṃśatimantrāṇāmiti […] |
uktāni te varārohe […] pūrvapadaṃ […] ||167||

So sind dir für die siebenundzwanzig Mantras […] genannt, Schöngewachsene. […] das vorangestellte Wort […] …

Anmerkung: Fragment: Zahl beziehungsweise genaue Schlussangabe der Bija-Liste und Übergang zur folgenden Namensliste beschädigt. Keine135 Bijasalsausdrücklichlesbarbehauptet.

Veden, Weltalter und Gestalten der Göttin

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 168
[…] yajurvedaḥ sāmavedastataḥ param |
atharvavedastadanu tataḥ satyayugaṃ priye ||168||

… […], Yajurveda, danach Samaveda, anschließend Atharvaveda und dann Satya-Yuga, Geliebte …

Anmerkung: Fragment: erster Veda-Name unlesbar; nicht stillschweigend Rigveda ergänzt.

Vers 169
tretāyugaṃ tato dvāparayugaṃ parikīrtitam |
tataḥ kaliyugaṃ tasyānu gāyatrī prakīrtitā ||169||

… danach Treta-Yuga und Dvapara-Yuga, dann Kali-Yuga und anschließend Gayatri …

Anmerkung: Versziffer im OCR beschädigt, Folge169.

Vers 170
trayyadhyayanamasyānu ṣaṭkarma tadanantaram |
vaikhānasaśca vairāgyaṃ paramātmā ca kaulikī ||170||

… danach das Studium der drei Veden, anschließend die sechs Handlungen, Vaikhanasa, Vairagya (Leidenschaftslosigkeit), Paramatman (höchstes Selbst) und Kauliki …

Anmerkung: Vaikhanasa im OCR beschädigt, als vorläufige Namenslesung bewahrt; sechs Handlungen hier nicht ungeprüft mit den vorherigen magischen Zwangsriten gleichgesetzt.

Vers 171
caṇḍeśvarī kubjikā ca kālī bābhravyapi priye |
tripurā sundarī rājarājeśvaryapyanantaram ||171||

… Chandeshvari, Kubjika, Kali, Babhravi, Geliebte, Tripura-Sundari und danach Rajarajeshvari …

Anmerkung: Tripura Sundari als zusammengehöriger Göttinnenname gelesen; keine Namenanzahl erzwungen.

Vers 172
sadāśivo'tha hiraṇyagarbho mantrastathaiva ca |
yamaḥ pāpamadṛṣṭaṃ ca saptaviṃśatirīritā ||172||

… Sadashiva, dann Hiranyagarbha, Mantra, Yama, Papa (Unrecht) und Adrishta (unsichtbare Wirkungsursache): Damit sind siebenundzwanzig genannt.

Anmerkung: Yama im OCR beschädigt, nur vorläufige Lesung. Quellzählung27nicht durch Umgruppierung hergestellt.

Vers 173
ebhiḥ padairmūrtipadaṃ vigṛhya varavarṇini |
ṭābantapratyayenāpi tataḥ sambhāvayedimām ||173||

Man verbinde diese Wörter mit „mūrti“, Gestalt, du Schöne, und vergegenwärtige die Göttin mit der entsprechenden weiblichen Endung.

Anmerkung: Grammatische Flexionsanweisung tabanta; Wortlaut etwas beschädigt. Keine vollständigen Mantras aus ihr erfunden.

Die gehüteten Ordnungen und Dienste

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 174
etatpadānu ye śabdā bhavanti kramaśaḥ punaḥ |
te vai samayapālinyāḥ pūrvopapadatājuṣaḥ ||174||

Die Wörter, die danach der Reihe nach folgen, stehen jeweils vor „samayapālinī“, „Hüterin des Samaya“.

Vers 175
tattaddharmābhidheyatvakāryatvapratipādakāḥ |
krameṇa tān pravakṣyāmi tatra ceto niveśaya ||175||

Sie bezeichnen die jeweilige Ordnung und das zu ihr gehörende Wirken. Ich nenne sie der Reihe nach; richte deinen Geist darauf.

Vers 176
saptaviṃśatisaṃkhyākāḥ […] dharmāśrayāḥ pṛthak |
[…] hotramādhvaryavaṃ cāpi tata audgātrameva ca ||176||

Es sind siebenundzwanzig, jeweils auf eine besondere Ordnung bezogen […]. Hotra (der Dienst des Hotri), Adhvaryava (der Dienst des Adhvaryu) und danach Audgatra (der Dienst des Udgatri) …

Anmerkung: Fragment: Quelle erklärt ausdrücklich eine folgende Zeile als verloren. Erhaltene Einleitung und erste drei vedische Priesterdienste unter der sichtbaren176bewahrt; kein verlorener Halbvers rekonstruiert.

Vers 177
kṛtyā śāntiriti hyekā tapo jñānaṃ tataḥ param |
yajño dānaṃ ca brāhmaṇyaṃ brahmacaryaṃ tathaiva ca ||177||

… Kritya-Shanti als eine Einheit (Befriedung schädlicher Zauberwirkung), danach Tapas (Askese), Jnana (Erkenntnis), Yajna (Opfer), Dana (Geben), Brahmanya (Brahmanenstand) und Brahmacharya (Schülerdisziplin) …

Anmerkung: Ek a, „eine“, spricht hier für die zusammengehörige Kritya-Shanti-Bezeichnung; genaue Verbindung sprachlich etwas unsicher, ausdrücklich erläutert.

Vers 178
gārhasthyaṃ tadanu jñeyaṃ vānaprasthatvameva ca |
saṃnyāsaśca tataścaivopaniṣat kulameva ca ||178||

… danach Garhasthya (Haushälterleben), Vanaprasthatva (Waldeinsiedlerstand), Samnyasa (Entsagung), Upanishad und Kula …

Vers 179
pūrvāmnāyaśca tadanu paścimāmnāya eva ca |
uttarāmnāya ityevaṃ dakṣiṇāmnāya eva ca ||179||

… danach Purvamnaya (östliche Überlieferung), Pashchimamnaya (westliche Überlieferung), Uttaramnaya (nördliche Überlieferung) und Dakshinamnaya (südliche Überlieferung) …

Vers 180
ūrdhvāmnāyastathaivādhaāmnāyaḥ parikīrtitaḥ |
ṣaḍāmnāyaścaturvedaḥ siddhiḥ svargastathaiva ca ||180||

… ebenso Urdhvamnaya (obere Überlieferung), Adho-Amnaya (untere Überlieferung), die sechs Amnayas, die vier Veden, Siddhi (Vollendung) und Svarga (Himmel) …

Vers 181
narakaḥ karma cetyevaṃ saptaviṃśatirīritāḥ |
ete samayapālinyāḥ […] sureśvari ||181||

… Naraka (Hölle) und Karma (Handlung): So sind siebenundzwanzig genannt. Diese sind die […] vor „samayapālinī“, Herrin der Götter.

Anmerkung: Fragment: genaue grammatische Bezeichnung im zweiten Halbvers unlesbar; Voranstellung aus 174klar, keine zusätzliche Mantraformel.

Göttinnen und Körperstellen des Samaya-Nyasa

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 182
adhunāmbāpadasyāpi pūrvaśabdānniśāmaya |
jvālinī vimalā caiva pracaṇḍā vikaṭā tathā ||182||

Höre nun auch die Namen vor dem Wort „ambā“, Mutter: Jvalini (die Flammende), Vimala (die Makellose), Prachanda (die überaus Wilde) und Vikata (die Gewaltige) …

Vers 183
piṅgalā mokṣadā caiva svāhā śraddhā ca modinī |
vijayā ca tataḥ kapālinī tadanu caṇḍikā ||183||

… Pingala (die Rotbraune), Mokshada (die Befreiung Spendende), Svaha, Shraddha (Vertrauen), Modini (die Erfreuende), Vijaya (Sieg), danach Kapalini (die Schädeltragende) und anschließend Chandika (die Wilde) …

Vers 184
subhagā bhrāmarī cāpi mohinī tadanantaram |
mahākālī kālarātriścaṇḍaghaṇṭā tathaiva ca ||184||

… Subhaga (die Glückliche), Bhramari (die Bienenhafte), danach Mohini (die Bezaubernde), Mahakali (die große Kali), Kalaratri (Nacht der Zeit) und Chandaghanta (die mit der wilden Glocke) …

Vers 185
kurukullā bhīṣaṇā ca tejovatyapi ca priye |
bhagamālinyapi tataścarcikā parikīrtitā ||185||

… Kurukulla, Bhishana (die Furchterregende), Tejovati (die Glanzvolle), Geliebte, danach Bhagamalini (die eine Bhaga-Girlande trägt) und Charchika …

Anmerkung: Bhagamalini Hauptlesung, Fußnote Bhogamalini (Girlande des Genusses). Bhaga mehrdeutig, auch Vulva; Name nicht stillschweigend beschönigt oder als konkrete Sexualhandlung ausgelegt.

Vers 186
mahodarī tataḥ saṃhāriṇī cāpi digambarā |
mahāmārī ceti saptaviṃśatiḥ parikīrtitā ||186||

… danach Mahodari (die Großbäuchige), Samharini (die Auflösende), Digambara (die in die Himmelsrichtungen Gekleidete, Nackte) und Mahamari (die große Seuche). Damit sind siebenundzwanzig genannt.

Vers 187
sarvairebhiḥ padairambāpadasyāpi ca […] |
nyasanīyasthalānyevamataḥ paramitaḥ […] ||187||

Mit all diesen Wörtern [wird] auch das Wort „ambā“ […] [verbunden]. Nun folgen die Stellen des Nyasa […].

Anmerkung: Fragment: beide Versschlüsse beschädigt, klare Übergänge übersetzt; Ergänzungen geklammert.

Vers 188
brahmarandhraṃ mukhaṃ karṇau kapolau nayane tathā |
bhruvau nāsāpuṭe caiva cibukaṃ ca hanū api ||188||

Brahmarandhra, Mund, beide Ohren, Wangen und Augen, Brauen und Nasenöffnungen, Kinn und beide Kiefer …

Vers 189
galaḥ skandhau karau vakṣaḥ pārśvau dvau caraṇadvayam |
liṅgaṃ vyāpakamityetat sthānaṃ sarvaṃ mayoditam ||189||

… Hals, beide Schultern, Hände, Brust, beide Körperseiten, beide Füße, Linga (Geschlechtsorgan) und der den ganzen Körper umfassende Nyasa. Damit habe ich alle Stellen genannt.

Anmerkung: OCR-Ziffer196 nach Nachbarfolge als189 gelesen.

Vers 190
īdṛśaḥ samayanyāsastriṣu lokeṣu durlabhaḥ |
kartavyo bhaktibhāvena phalādhikyamabhīpsatā ||190||

Ein solcher Samaya-Nyasa ist in den drei Welten schwer zu erlangen. Wer eine besonders große Frucht wünscht, soll ihn mit Hingabe vollziehen.

Srishti-Nyasa: die Göttin als Schöpferin

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 191
nityanaimittikatvādivicāraḥ pūrvamīritaḥ |
sṛṣṭinyāsamatho vakṣye mukhyāṅgaṃ nyāsakarmaṇi ||191||

Die Unterscheidung zwischen regelmäßiger, anlassgebundener und anderer Anwendung wurde zuvor erklärt. Nun werde ich den Srishti-Nyasa beschreiben, ein Hauptglied der Nyasa-Handlung.

Anmerkung: Srishti: Schöpfung beziehungsweise Hervorbringung; Abschnittswechsel im Vers.

Vers 192
yadyadrūpeṇa sā devī yāṃ yāṃ sṛṣṭiṃ cakāra ha |
sarvaṃ tadasmin nyāse tu vartate parameśvari ||192||

In welcher Gestalt die Göttin jeweils welche Schöpfung hervorbrachte: All dies ist in diesem Nyasa enthalten, höchste Herrin.

Vers 193
devyāstu pañcākārāyā ādya ākāra ucyate |
tasya pradhānamaṅgaṃ hi vidurenaṃ vipaścitaḥ ||193||

Bei der fünffach gestalteten Göttin wird [die Schöpfung] als erste Gestalt bezeichnet. Diesen Nyasa erkennen die Kundigen als ihr vorzügliches Hauptglied.

Anmerkung: Deutscher Bezug Schöpfung aus 192geklammert; Quellziffer 163 nach Folge193.

Vers 194
sṛṣṭinyāsaḥ kaulikānāṃ kāmyatvena vyavasthitaḥ |
śrutyadhvacāriṇāṃ nityatvena vai parikīrtitaḥ ||194||

Für die Kaulikas ist der Srishti-Nyasa als wahlweise, wunschbezogene Handlung vorgesehen. Für diejenigen, die auf dem Weg der Shruti gehen, wird er als regelmäßige Pflicht bezeichnet.

Anmerkung: Shrutyadhva im OCR leicht beschädigt, nur wahrscheinliche Lesung für den vedischen Überlieferungsweg.

Vers 195
ubhayorapi naimittikatvena parikīrtitaḥ |
sṛṣṭinyāsasya deveśi jamadagnirṛṣirmataḥ ||195||

Für beide gilt er außerdem bei besonderen Anlässen. Der Rishi des Srishti-Nyasa ist Jamadagni, Herrin der Götter.

Anmerkung: OCR-Ziffer165 als195 gelesen.

Vers 196
atyaṣṭiśchanda ākhyātaṃ guhyakālī ca devatā |
maṇimālā tu bījaṃ syāt kaṇikā śaktirucyate ||196||

Sein Versmaß heißt Atyashti, seine Gottheit ist Guhyakali. Manimala ist das Bija, Kanika wird als Shakti genannt.

Anmerkung: Kanika gegenüber möglicherweise Karnika im OCR nicht eindeutig, vorläufige Namenslesung.

Vers 197
phetkārī kīlakaṃ proktaṃ viniyogastu siddhaye |
ata uddhārametasya samākalaya bhāmini ||197||

Phetkari wird als Kilaka genannt; die Anwendung dient der Siddhi. Beachte nun seinen Aufbau, Strahlende.

Anmerkung: OCR-Ziffer167 als197 gelesen.

Der allgemeine Formelbau

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 198
dvātriṃśatsaṃkhyakā mantrā etasmin nyāsa īritāḥ |
tatrādau sapta bījāni bhinnabhinnāni pārvati ||198||

Für diesen Nyasa werden zweiunddreißig Mantras genannt. Am Anfang stehen jeweils sieben verschiedene Bijas, Parvati.

Vers 199
punarvibhinnanāmāni vyastānāṃ tadanantaram |
etairhi rūpaśabdasya vigrahaḥ parikathyate ||199||

Danach folgen jeweils unterschiedliche, einzeln aufgeführte Namen. Mit ihnen wird das Wort „rūpa“, Gestalt, verbunden.

Anmerkung: OCR-Ziffer2699 in fortlaufender Folge als199 gelesen.

Vers 200
ṭābantapratyayenāsau kathitaḥ parameśvari |
padārthānāṃ vibhinnānāṃ nāmāni tadanantaram ||200||

Diese Verbindung erhält die weibliche Endung, höchste Herrin. Danach folgen die Namen der verschiedenen hervorgebrachten Dinge.

Anmerkung: Grammatische Anweisung, keine neue Lautformel ergänzt.

Vers 201
sṛṣṭikartrītiśabdasya taiḥ samāsaḥ prakalpyate |
pratimantraṃ sthirā jñeyā pāścāttyā caturakṣarī ||201||

Mit ihnen wird eine Zusammensetzung mit „sṛṣṭikartrī“, „Schöpferin“, gebildet. Die vier Silben dieses letzten Wortes bleiben in jedem Mantra gleich.

Vers 202
padāni bhinnabhinnāni punarapyevamīśvari |
devīśabdasya taiḥ śabdaiḥ sāmānyamilanaṃ tathā ||202||

Wiederum folgen unterschiedliche Wörter, Herrin. Sie werden jeweils in gleicher Weise mit dem Wort „devī“, Göttin, verbunden.

Vers 203
siddhiṃ prayacchatu padāt praṇavaśca śirastathā |
etāni nava varṇāni pratimantraṃ sthirāṇi hi ||203||

Nach den Worten „siddhiṃ prayacchatu“, „sie möge Vollendung gewähren“, folgen Pranava und Kopf-Abschluss. Diese neun Silben bleiben in jedem Mantra gleich.

Anmerkung: Kopf-Abschluss als Chiffre bewahrt, keine fehlende Lautfolge ergänzt.

Vers 204
iti sāmānyataḥ prokta uddhāraḥ kamalānane |
viśeṣoddhāramadhunā samākalaya sādarā ||204||

Damit ist der allgemeine Aufbau erklärt, Lotusantlitzige. Beachte nun aufmerksam die Einzelheiten.

Die fortlaufende Bija-Liste des Srishti-Nyasa

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 205
pāśaṃ kāmaṃ ramāṃ māyāṃ kālikāṅkuśagāruḍān |
praṇavaṃ śākinīṃ viśvaṃ ruḍvadhūcaṇḍayoginīḥ ||205||

Pasha, Kama, Rama, Maya, Kalika, Ankusha und Garuda; Pranava, Shakini, Vishva, Ruṭ, Vadhu, Chanda und Yogini …

Anmerkung: Beginn der fortlaufenden Bija-Liste; keine Lautwerte ergänzt.

Vers 206
vedīṃ jarāṃ khalaṃ caiva kukkuṭaṃ hākinīmapi |
saṃhitāṃ vidhimasyānu nābhasaṃ laghumeva ca ||206||

… Vedi, Jara, Khala, Kukkuta, Hakini, Samhita, danach Vidhi, Nabhasa und Laghu …

Anmerkung: Vidhi im OCR leicht beschädigt, vorläufige Lesung.

Vers 207
arcāmadvayamālikhya dhyānacañcū ca kauṇapī |
sārasvataṃ ca prāsādaṃ kṣetrapālaṃ sakinnaram ||207||

… man schreibe Archa und Advaya, Dhyana und Chanchu, Kaunapi, Sarasvata, Prasada und Kshetrapala mit Kinnara …

Vers 208
amṛtāveśasomāśca tataḥ paramudīrayet |
dasraṃ śaktiṃ ca nakṣatraṃ vidyutaṃ tadanantaram ||208||

… danach spreche man Amrita, Avesha und Soma, Dasra, Shakti, Nakshatra und anschließend Vidyut …

Vers 209
tataḥ samuccared devi kulikapretabhairavīḥ |
bhāruṇḍāṃ kākinīṃ nemiṃ chandaḥ kālaviṣe kṣamām ||209||

… dann spreche man, Göttin, Kulika, Preta und Bhairavi, Bharunda, Kakini, Nemi, Chhanda, Kala, Visha und Kshama …

Anmerkung: OCR-Ziffer203 in Folge als209 gelesen.

Vers 210
kāpālamatha gokarṇaṃ surabhīṃ rauravaṃ tathā |
mantravarṇau sampuṭaṃ ca vaikārikamataḥ param ||210||

… Kapala, dann Gokarna, Surabhi, Raurava, Mantra und Varna, Samputa und danach Vaikarika …

Vers 211
mandārasindhū tadanu mahendraṃ ceśvaraṃ tathā |
rambhāvaṭyau ca deveśi daṇḍaṃ gāmaṃśumeva ca ||211||

… anschließend Mandara und Sindhu, Mahendra und Ishvara, Rambha und Vati, Herrin der Götter, Danda, Go und Amshu …

Vers 212
śulkaṃ rākāṃ muṇḍameṣau śikhāṃ […] |
kalyāṇasādhakau cāpi maṭhīṃ bradhnaṃ rayādimam ||212||

… Shulka, Raka, Munda und Mesha, Shikha, […], Kalyana und Sadhaka, Mathi, Bradhna und die mit Raya beginnende Gruppe …

Anmerkung: Fragment: Name nach Shikha unzuverlässig lesbar; Gruppenumfang von Rayadima offen.

Vers 213
kalpamuktā […] kramaṃ nṛharimeva ca |
pheravaṃ ca kumārīṃ ca dvīpajambhaṣaḍaṅgakān ||213||

… Kalpa und Mukta, […], Krama, Nrihari, Pherava, Kumari, Dvipa, Jambha und Shadanga …

Anmerkung: Fragment: Verbindung nach Mukta als maha… beschädigt; kein vollständiger Name erfunden. Kumari hier Bija-Name.

Vers 214
dakṣiṇākakudau saṃghātaṃ śaiśukamataḥ param |
veṇuṃ sānuṃ tathaivākṣaṃ mauñjīṃ sūtraṃ tataḥ param ||214||

… Dakshina und Kakud, Samghata, danach Shaishuka, Venu, Sanu und Aksha, anschließend Maunji und Sutra …

Vers 215
sandhānaṃ siñjinīṃ cāpi nāndībalipṛthūnapi |
hrasvaṃ nadaṃ sātvataṃ ca tārakāṃ sarvaśeṣagām ||215||

… Samdhana, Sinjini, Nandi, Bali, Prithu, Hrasva, Nada, Satvata und ganz zuletzt Taraka …

Anmerkung: Nada hier mit kurzem a nach sichtbarer Lesung, nicht stillschweigend nada als Klang.

Vers 216
āyaṃ samekhalaṃ kuṇḍaṃ garbhadīpau citādhvajau |
[…] puṣyacārusantānakubjakān ||216||

… Aya mit Mekhala, Kunda, Garbha und Dipa, Chita und Dhvaja, […], Pushya, Charu, Samtana und Kubjaka …

Anmerkung: Fragment: Beginn des zweiten Halbverses unlesbar; scheinbar vertraute Parallelreihe nicht zur Ergänzung verwendet.

Vers 217
urucūḍāmaṇī picchā khātādeśau talacchaṭe |
prabhañjanādyāni kālarātryantāni tataḥ param ||217||

… Uru und Chudamani, Pichchha, Khata und Adesha, Tala und Chhata, danach die Gruppe von Prabhanjana bis Kalaratri …

Anmerkung: Uru/Puru und Khata/Adesha-Trennung unsicher; nicht genannte Mittelglieder der Gruppe nicht ausgeschrieben.

Vers 218
hāriṇaṃ […] karoṭī vātyayā saha |
vārī […] śilpaṃ vijayaṃ mandameva ca ||218||

… Harina, […], Karoti zusammen mit Vatya, Vari, […], Shilpa, Vijaya und Manda …

Anmerkung: Fragment: zweites Glied und Name nach Vari beschädigt. Harina nicht automatisch auf sonstige Harini geändert.

Vers 219
saṃmohapralayau cāpi patanaṃ sayugāntakam |
sasaṃhāraṃ ca deveśi tato'nāhatameva ca ||219||

… Sammoha und Pralaya, Patana mit Yugantaka und Samhara, Herrin der Götter, danach Anahata …

Vers 220
bhogaṃ sṛṣṭiṃ ca phetkārīṃ tretāṃ tadanu kīrtayet |
karālīmatha […] ca pareṣṭivrataputtakān ||220||

… Bhoga, Srishti, Phetkari und danach Treta, dann Karali, […], Pareshti, Vrata und Puttaka …

Anmerkung: Fragment: Wort nach Karali beschädigt; Fußnote Krishna als ausdrücklich abweichende Lesung, nicht in Haupttext eingesetzt. Letzte Namengruppe unsicher.

Vers 221
nirmokottaṃsavetaṇḍān gāyatrīkaṇike […] |
[…] nāndikaṃ tarjanīkaṭakaṭe ||221||

… Nirmoka, Uttamsa und Vetanda, Gayatri und Kanika, […], Nandika, Tarjani und Katakata …

Anmerkung: Fragment: Ende des ersten und Beginn des zweiten Halbverses beschädigt. Fußnote meldet drei fehlende Zeilen in mehreren Zeugen, keine zusätzlichen Zeilen rekonstruiert.

Vers 222
vairasaṃ dākṣikaṃ saumataṃ pratānaṃ vidik […] |
vaiṭapaṃ cāpi kauluñcaṃ bhadrikāṃ tandrayā yutām ||222||

… Vairasa, Dakshika, Saumata, Pratana, Vidish, […], Vaitapa, Kauluncha sowie Bhadrika mit Tandra …

Anmerkung: Fragment: letztes Glied des ersten Halbverses beschädigt, nicht als gesicherter Name ausgegeben. Vaitapa in dieser Form bewahrt.

Vers 223
kuṭilāṃ rañjinīmuktvā ghaṭīṃ saṃkulamātṛkām |
sukṛtaṃ duṣkṛtaṃ padmaṃ […] vyayameva ca ||223||

… nachdem man Kutila und Ranjini gesprochen hat, Ghati und Samkulamatrika, Sukrita, Dushkrita, Padma, […] und Vyaya …

Anmerkung: Fragment: Name vor Vyaya unlesbar; Samkulamatrika als unsicherer Wortverbund, nicht nach gewünschter Listenzahl zerlegt.

Vers 224
vijayāṃ yāmyamapi ca saṃhāriṇamataḥ param |
nādāntakaṃ cāmaraṃ ca vyajanaṃ vidhṛtistathā ||224||

… Vijaya, Yamya, danach Samharin, Nadantaka, Chamara, Vyajana und Vidhriti …

Vers 225
tato'nu vīravetālau surasaḥ samarastathā |
rāgasārasabhauvograpuṭakāni tataḥ param ||225||

… danach Vira und Vetala, Surasa und Samara, anschließend Raga, Sarasa, Bhauva, Ugra und Putaka …

Anmerkung: Gliederung der letzten Namensverbindung vorläufig.

Vers 226
mauliñjaṃ ca virūpaṃ ca aparāntamataḥ param |
prakarībindukau cāpi carpaṭaṃ maṇimālayā ||226||

… Maulinja, Virupa, danach Aparanta, Prakari und Binduka sowie Charpata mit Manimala …

Anmerkung: Aparanta hier ohne sonstiges -ka bewahrt.

Vers 227
sambhūtiṃ caturasraṃ ca […] viratimeva ca |
śrīkaṇṭhaṃ hāriṇīmutkocinīmapi tataḥ param ||227||

… Sambhuti, Chaturasra, […], Virati, Shrikantha, Harini und danach Utkochini …

Anmerkung: Fragment: Name vor Virati unlesbar.

Vers 228
aupadeyaṃ ca bhāruṇḍaṃ vinādaṃ savimardakam |
śekharaṃ tripurāṃ cāpi jīvanīṃ sarvaśeṣagām ||228||

… Aupadeya, Bharunda, Vinada mit Vimardaka, Shekhara, Tripura und ganz zuletzt Jivani …

Anmerkung: Bharunda hier nicht in sonst häufiges Maranda geändert; kein stiller Parallelabgleich.

Vers 229
ityabdhikaranāsatyasaṃkhyākāni bhavanti hi |
bījāni parameśāni sarvāṇi militāni hi ||229||

So ergeben sich insgesamt Bijas in der Zahl Abdhi–Kara–Nasatya, also zweihundertvierundzwanzig, höchste Herrin.

Anmerkung: Zahlchiffre Anfang leicht beschädigt, als4–2–2rückläufig224gelesen, passend32x7; keine fehlenden Namen hinzugefügt. OCR-Ziffer226als229.

Vers 230
pratyekaṃ saptasaptaiva deyāni pratimantrakam |
ataḥ paraṃ tu nāmāni śṛṇvetasmādanantaram ||230||

In jeden Mantra setze man jeweils sieben ein. Höre nun anschließend die Namen.

Gestalten und Gegenstände der Schöpfung

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 231
prajāpatistathā vedaḥ prakṛtistadanantaram |
māyāvivekau tadanu vāsanāsattvameva ca ||231||

Prajapati, Veda, danach Prakriti (Natur), anschließend Maya und Viveka (Unterscheidung), Vasana (latente Neigung) und Sattva (Klarheit) …

Anmerkung: Quelle stellt Tattva als Alternative zu Sattva zur Frage; nicht eingemischt. OCR-Ziffer131als231.

Vers 232
rajastamastathā dharmo gandhaśca rasanā tathā |
rūpaṃ sparśaśca śabdaśca mṛtyuḥ kuṇḍalinī tathā ||232||

… Rajas, Tamas, Dharma, Gandha (Geruch), Rasana (Geschmack beziehungsweise Schmecken), Rupa (sichtbare Form), Sparsha (Berührung), Shabda (Klang), Mrityu (Tod) und Kundalini …

Anmerkung: Die Namen werden gemäß199–200zu Gestaltbezeichnungen der Göttin verbunden.

Vers 233
ātmā […] ca pāpaṃ ca śarīraṃ tadanantaram |
ādisargaḥ svedajaśca jarāyuja itaḥ param ||233||

… Atman (Selbst), […], Papa (Unrecht), danach Sharira (Körper), Adisarga (erste Schöpfung), Svedaja (aus Feuchtigkeit Geborenes) und anschließend Jarayuja (aus einer Gebärmutterhülle Geborenes) …

Anmerkung: Fragment: Glied zwischen Atman und Papa unlesbar; nicht automatisch Punya ergänzt. Traditionelle Lebensentstehungskategorien, keine moderne Biologie.

Vers 234
aṇḍajodbhijjamayanaṃ truṭyādikāla eva ca |
nānādarśanamasyānu tataścopaniṣanmatā ||234||

… Andaja (aus Eiern Geborenes), Udbhijja (aus dem Boden Hervorbrechendes), Ayana (Halbjahreslauf), die mit Truti beginnende Zeitordnung, danach die verschiedenen Darshanas und anschließend Upanishad …

Anmerkung: Keine fehlende Liste von Zeiteinheiten hinzugefügt.

Vers 235
brahmavidyā guhyakālī dvātriṃśatparikīrtitāḥ |
idānīṃ sṛṣṭikartrīti devi pūrvapadaṃ śṛṇu ||235||

… Brahmavidya (Brahman-Erkenntnis) und Guhyakali. Damit sind zweiunddreißig genannt. Höre nun, Göttin, die Wörter, die „sṛṣṭikartrī“, „Schöpferin“, vorausgehen.

Anmerkung: Quellziffer beschädigt, Folge235; Anzahl32nicht durch Ergänzungen hergestellt.

Vers 236
prajā yāgaśca puruṣo bhogo mokṣaśca janma ca |
viṣṇurbrahmā tathā rudraḥ sadācārastathaiva ca ||236||

Praja (Geschöpfe), Yaga (Opfer), Purusha (Person oder Geist), Bhoga (Erfahrung und Genuss), Moksha (Befreiung), Janma (Geburt), Vishnu, Brahma, Rudra und Sadachara (rechtes Verhalten) …

Anmerkung: Bedeutung folgt dem Formelschema: Schöpferin der jeweils genannten Wirklichkeit.

Vers 237
pṛthivī ca jalaṃ tejo vāyurākāśameva ca |
mārī ca nādabinduśca jñānaṃ svargastathaiva ca ||237||

… Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum, Mari (Seuche oder Tod), Nada-Bindu (Klang und Punkt), Jnana (Erkenntnis) und Svarga (Himmel) …

Anmerkung: Nadabindu als zusammengehörige Bezeichnung bewahrt; keine künstliche Aufspaltung für32. OCR-Ziffer337als237.

Vers 238
narakaḥ sukhaduḥkhaṃ ca mānasaṃ tadanantaram |
tataśca daṃśamaśakādiḥ syānnarapaśustathā ||238||

… Naraka (Hölle), Glück und Leid, danach Manasa (das Geistige), Stechfliegen, Mücken und ähnliche Wesen sowie Menschen und Tiere …

Anmerkung: Die Kompositumgrenzen bleiben im Sanskrit sichtbar; keine biologische Taxonomie erfunden.

Vers 239
khago'ṅkuraśca ṣaḍṛtuḥ kalpo nānāmataṃ tathā |
ātmaprakāśaḥ kaivalyaṃ koṭibrahmāṇḍakameva ca ||239||

… Vögel, Sprosse, die sechs Jahreszeiten, Kalpa (Weltperiode), die verschiedenen Lehrmeinungen, Selbstoffenbarung, Kaivalya (Befreiung) und zehn Millionen Welteneier …

Anmerkung: Mythische Umfangsangabe koti; OCR-Ziffer236als239.

Vers 240
dvātriṃśaditi nāmāni sasamāsāni kārayet |
ataḥ paraṃ tu kalaya śabdān devīpadādimān ||240||

Diese zweiunddreißig Bezeichnungen sind zu den entsprechenden Zusammensetzungen zu verbinden. Beachte nun die Namen vor dem Wort „devī“, Göttin.

Göttinnennamen und Körperstellen

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 241
śabdādīnyatha kathyante tato vedavatī priye |
caitanyabhairavī cāpi bhogavatyatha kathyate ||241||

Nun werden die Namen genannt: zunächst Vedavati, Geliebte, dann Chaitanyabhairavi und Bhogavati …

Anmerkung: Erster Ausdruck shabd adini etwas auffällig; als Einleitung gelesen, nicht als zusätzlich erfundener Göttinnenname.

Vers 242
[…] mahāmohinyanvitā viṣṇumāyayā |
tato durgā punaścaṇḍavāraṇī parikathyate ||242||

… […], Mahamohini zusammen mit Vishnumaya, danach Durga und dann Chandavarani …

Anmerkung: Fragment: erstes Wort unlesbar, möglicher Göttinnenname nicht ergänzt. Chandavarani in sichtbarer Form bewahrt.

Vers 243
nityaklinnā ca mahiṣamardinī tvaritā tathā |
vāgvādinyugracaṇḍā ca kubjikā tadanantaram ||243||

… Nityaklinna, Mahishamardini, Tvarita, Vagvadini, Ugrachanda und danach Kubjika …

Vers 244
rājarājeśvarī kātyāyanī tadanu kathyate |
caṇḍayogeśvarī cānnapūrṇā phetkāryapi priye ||244||

… Rajarajeshvari, danach Katyayani, Chandayogeshvari, Annapurna und Phetkari, Geliebte …

Anmerkung: Annapurna im OCR leicht beschädigt, vorläufige Lesung des bekannten Namens.

Vers 245
sarasvatī siddhilakṣmīstathaiva tumbureśvarī |
jayalakṣmīśca dhanadā caṇḍeśvaryapyanantaram ||245||

… Sarasvati, Siddhilakshmi, Tumbureshvari, Jayalakshmi, Dhanada und anschließend Chandeshvari …

Vers 246
chinnamastā'pi tadanu digambaryapyathoditā |
mātaṅgī ḍāmarī cāpi dhūmāvatyanu kīrtyate ||246||

… danach Chhinnamasta, anschließend Digambari, Matangi, Damari und dann Dhumavati …

Vers 247
viśvarūpā sarvaśeṣe dvātriṃśaditi kīrtitāḥ |
ataḥ paraṃ tu nyāsasya sthānāni hyavadhāraya ||247||

… und ganz zuletzt Vishvarupa. Damit sind zweiunddreißig genannt. Beachte nun die Körperstellen des Nyasa.

Anmerkung: Anzahl32alsQuellangabe, fehlendenNamen242nichtgefüllt.

Vers 248
pādau jaṅghe tathā jānunī ūrū vaṅkṣaṇau tataḥ |
gudaṃ liṅgaṃ ca nābhiśca jaṭharaṃ tadanantaram ||248||

Beide Füße, Unterschenkel, Knie und Oberschenkel, danach die Leisten, After, Linga (Geschlechtsorgan), Nabel und anschließend Bauch …

Vers 249
karau ca maṇibandhau ca kaphoṇī skandhayugmakam |
grīvā kaṇṭho'tha cibukaṃ mukhaṃ nāsā sakūrcakā ||249||

… beide Hände, Handgelenke, Ellenbogen und Schultern, Nacken, Kehle, Kinn, Mund, Nase mit Kurcha [Brauenbereich?] …

Anmerkung: Kurcha anatomisch nicht völlig sicher; OCR-Ziffer246als249.

Vers 250
lalāṭaṃ ca śiro brahmarandhraṃ vyāpakameva ca |
sthānāni sṛṣṭinyāsasya kathitāni mayā tava ||250||

… Stirn, Kopf, Brahmarandhra und der den ganzen Körper umfassende Nyasa. Damit habe ich dir die Stellen des Srishti-Nyasa genannt.

Verheißungen und Übergang zum Erhaltungs-Nyasa

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 251
ityuddhāro viśeṣākhyaḥ samantraḥ pratipāditaḥ |
nityanaimittikatvaṃ […] pratipāditam ||251||

So wurde der besondere Aufbau mit den Mantras erklärt. Die regelmäßige und anlassgebundene Anwendung wurde […] erläutert.

Anmerkung: Fragment: Bestimmung im zweiten Halbvers beschädigt; keine zusätzliche Vorschrift ergänzt.

Vers 252
mahāphalo'yaṃ vijñeyaḥ sṛṣṭinyāso varānane |
etasyaiva prasādena prajāpataya īśvarāḥ ||252||

Dieser Srishti-Nyasa soll große Früchte verleihen, Schönantlitzige. Durch seine Gunst erschufen die herrschenden Prajapatis …

Anmerkung: Satz253fortgesetzt; Schöpfungsmythos der Quelle.

Vers 253
vicitrāṃ cakrire sṛṣṭiṃ svamahattvaprakāśinīm |
ata enaṃ bhaktibhāvād ye kurvanti narottamāḥ ||253||

… eine vielfältige Schöpfung, die ihre eigene Größe offenbarte. Deshalb können die vortrefflichen Menschen, die ihn mit Hingabe vollziehen, …

Anmerkung: Fußnote vividham statt vichitram, ebenfalls vielfältig; Hauptlesung bewahrt.

Vers 254
te svabuddhyā kalpayanti śāstre nānāvidhaṃ matam |
śaktisāmarthyabhājaḥ syuḥ sarvatra śubhakarmaṇi ||254||

… aus eigener Einsicht verschiedene Lehrauffassungen in den Shastras entwickeln. Bei jeder heilsamen Handlung sollen sie an Kraft und Fähigkeit teilhaben.

Anmerkung: OCR-Ziffer244als254. Verheißung der Quelle, keine freie redaktionelle Lehre.

Vers 255
nyāsenānena sā devī sṛṣṭināmnā nigadyate |
kiṃ bahūktena deveśi nyāsamenaṃ samācaret ||255||

Durch diesen Nyasa wird die Göttin mit dem Namen Srishti, Schöpfung, angeredet. Wozu weitere Worte, Herrin der Götter? Man soll diesen Nyasa ausführen.

Vers 256
vāksiddhiṃ labhate […] ṣaṇmāsānnātra saṃśayaḥ |
bravīmi te sthitinyāsamadhunā […] sādarā ||256||

Man erlangt […] innerhalb von sechs Monaten Vak-Siddhi, die Wirksamkeit der Rede; daran besteht kein Zweifel. Nun erkläre ich dir den Sthiti-Nyasa; [höre] aufmerksam.

Anmerkung: Fragment: zwei kurze Satzglieder beschädigt; beide verständlichen Aussagen übersetzt. Quellenverheißung, keine gesicherte Wirkung. Übergang zum Erhaltungs-Nyasa.

Sthiti-Nyasa: die Erhaltung der Welt

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 257
yamenaṃ vidadhannityaṃ viṣṇurviṣṇutvamāptavān |
mukhyatvenaiva sarveṣāṃ nyāsānāmeṣa kīrtitaḥ ||257||

Indem Vishnu diesen Nyasa beständig vollzog, erlangte er sein Vishnu-Sein. Unter allen Nyasas wird dieser als vorzüglich bezeichnet.

Anmerkung: Theologische Verheißung der Quelle; Quellziffer beschädigt, Folge257.

Vers 258
vidheyo gāḍhayatnena nityaṃ kalyāṇamīpsatā |
atha ṛṣyādimetasya samākalaya bhāmini ||258||

Wer Wohlergehen erstrebt, soll ihn täglich mit großer Sorgfalt ausführen. Beachte nun seinen Rishi und die übrigen Ritualfaktoren, Strahlende.

Anmerkung: OCR-Ziffer255 nach Folge258gelesen.

Vers 259
ṛṣiḥ kālakavṛkṣīya etasya parikīrtitaḥ |
chandastu śakvarī jñeyā guhyakālī ca devatā ||259||

Als sein Rishi wird Kalakavrikshiya genannt; sein Versmaß ist Shakvari, seine Gottheit Guhyakali.

Anmerkung: Rishi-Name Kalakavrikshiya lesbar, keine historische Identifikation ergänzt. OCR-Ziffer256 nach Folge259.

Vers 260
vyūhabījaṃ bījamuktaṃ śaktirutkocinī tathā |
ghaṭībījaṃ kīlakaṃ syād viniyogastu pārvati ||260||

Das Vyuha-Bija wird als Bija genannt, Utkochini als Shakti und das Ghati-Bija als Kilaka. Seine Anwendung, Parvati, …

Anmerkung: Vyuha im OCR leicht beschädigt, vorläufige Namenslesung; Fortsetzung261.

Vers 261
sarvadā sarvakāryāṇāṃ siddhaye parikīrtitaḥ |
ādau sāmānyamuddhārametasya tvaṃ niśāmaya ||261||

… soll jederzeit zum Gelingen aller Vorhaben dienen. Höre zunächst den allgemeinen Aufbau.

Der allgemeine Formelbau des Sthiti-Nyasa

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 262
tato'nu śroṣyasi punarviśeṣaṃ varavarṇini |
sarveṣāmeva mantrāṇāṃ praṇavaḥ purataḥ sthitaḥ ||262||

Danach wirst du die Einzelheiten hören, du Schöne. Am Anfang aller Mantras steht Pranava.

Vers 263
sa niścalaḥ punaścaikaṃ kūṭaṃ taccañcalaṃ smṛtam |
tato'nu pañca bījāni vibhinnāni calāni ca ||263||

Es bleibt unverändert. Darauf folgt ein Kuta, das als wechselnd gilt, anschließend fünf verschiedene, ebenfalls wechselnde Bijas.

Vers 264
tato'nu ca punaḥ kūṭamekaṃ tadapi cañcalam |
tato'nu […] ekaḥ sa ca sanātanaḥ ||264||

Danach folgt wiederum ein Kuta, ebenfalls wechselnd. Anschließend ein […] , der beständig bleibt.

Anmerkung: Fragment: Bezeichnung des letzten festen Gliedes unlesbar; kein Pranava oder anderes Bija geraten.

Vers 265
tato nāmāni bhinnāni taralāni pṛthak pṛthak |
taiḥ kalpaśabdasya śive vigrahaḥ pariniṣṭhitaḥ ||265||

Danach folgen einzeln unterschiedliche, wechselnde Namen. Sie werden mit dem Wort „kalpa“, Weltperiode, verbunden, Shiva.

Vers 266
sa ṅyantatvena vihitastasmānnāmāni vai pṛthak |
taiścāsuravadhetyasya padasya khalu vigrahaḥ ||266||

Diese Verbindung steht im Lokativ. Darauf folgen jeweils andere Namen, die mit den Worten „asuravadha“, „Tötung des Asura“, verbunden werden.

Anmerkung: Kasuszeichen beschädigt, Lokativ durch312ausdrücklich bestätigt.

Vers 267
sa […] tadanu sthāsnu vakṣyamāṇaṃ ṣaḍakṣaram |
tajjagatsthitikartrīti nāmāni ca punastataḥ ||267||

Diese Verbindung […] . Danach folgt das feste sechssilbige Wort „jagatsthitikartrī“, „die den Bestand der Welt bewirkt“. Anschließend wiederum Namen …

Anmerkung: Fragment: grammatische Endungsanweisung zu Beginn unlesbar, nicht ergänzt.

Vers 268
vibhinnāni tataḥ saptavarṇāni sthairyabhāñji hi |
tāni deveśa narasiṃhasahiteti bhavanti hi ||268||

… jeweils verschiedene. Darauf stehen sieben feste Silben. Sie lauten, [Götterherrin]: „narasiṃhasahitā“, „mit Narasimha verbunden“.

Anmerkung: Dev esha im OCR offenbar beschädigte Anrede (wohl deveshi), als solche gekennzeichnet und nicht in die siebensilbige Formel aufgenommen. Sanskrit-Hauptlesung bewahrt.

Vers 269
savigrahāṇi tānyevamābantāni varānane |
tataḥ punarvibhinnāni nāmāni taralāni ca ||269||

Diese Wörter werden in der Verbindung mit weiblicher Endung gebildet, Schönantlitzige. Danach folgen wiederum verschiedene, wechselnde Namen.

Anmerkung: Endungsbezeichnung abanta im OCR etwas beschädigt; grammatischer Sinn hinreichend verständlich.

Vers 270
taiḥ kālīti padasyāpi vigraho vinigadyate |
pūrvā viśeṣaṇībhūtā viśeṣyatvena cāparā ||270||

Mit ihnen wird auch das Wort „kālī“ verbunden. Der erste Teil dient als nähere Bestimmung, der zweite als das Bestimmte.

Vers 271
tataḥ punarvibhinnaṃ hi bījatrayamudīryate |
tatpāriplavamākhyātaṃ pratimantraṃ varānane ||271||

Danach werden drei jeweils verschiedene Bijas genannt. Sie wechseln in jedem Mantra, Schönantlitzige.

Vers 272
aṣṭau varṇāstato devi sarvamantrāntagāḥ sthirāḥ |
ciraṃ māmavatu svāhetyevaṃrūpāḥ pṛthaktayā ||272||

Danach stehen acht feste Silben am Ende aller Mantras, Göttin: „ciraṃ mām avatu svāhā“, „Sie möge mich lange beschützen. Svaha!“

Anmerkung: Svaha als Opferabschluss, nicht als wörtlich übersetzbare Bitte behandelt.

Vers 273
iti sāmānya uddhāraḥ sthitinyāsasya varṇitaḥ |
viśeṣamadhunā vacmi tatra ceto niveśaya ||273||

Damit ist der allgemeine Aufbau des Sthiti-Nyasa erklärt. Nun nenne ich die Einzelheiten; richte deinen Geist darauf.

Die erste Kuta-Reihe

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 275 (an der Stelle der internen Kennung274)
tatrādau kramato vakṣye kūṭāni phaladāni hi |
udayaṃ kūṭamādau syādastakūṭaṃ tataḥ param ||275||

Zuerst nenne ich der Reihe nach die fruchtbringenden Kutas: am Anfang Udaya-Kuta, danach Asta-Kuta …

Anmerkung: Quelle zeigt275vor der nächsten Einheit mit beschädigter Ziffer; interne Kennung274, sichtbare Zählung in display_verse bewahrt.

Vers Nummer unlesbar zwischen275 und276
tataśca khecarīkūṭaṃ tato mandārakūṭakam |
prāsādakūṭaṃ tadanu kūṭaṃ cācalasaṃjñakam ||[…]||

… danach Khechari-Kuta und Mandara-Kuta, anschließend Prasada-Kuta und das Achala genannte Kuta …

Anmerkung: Quellziffer beschädigt, Zuordnung275nur aus Position zwischen sichtbarer275 und276. Keine sichere eigene Originalziffer behauptet; Anzeige entsprechend markiert.

Vers 276
maṇikūṭaṃ caṇḍakūṭaṃ kūṭaṃ caivāparājitam |
cakrakūṭaṃ ca […] kūṭaṃ ca gāruḍam ||276||

… Mani-Kuta, Chanda-Kuta, Aparajita-Kuta, Chakra-Kuta, […] und Garuda-Kuta …

Anmerkung: Fragment: Kuta-Name nach Chakra unlesbar. Fußnote Gahvara statt Garuda; nicht eingemischt.

Vers 277
merukūṭaṃ ca kailāsakūṭaṃ kūṭaṃ trikūṭakam |
mālākūṭaṃ ca manthānakūṭaṃ kiñjalkameva ca ||277||

… Meru-Kuta, Kailasa-Kuta, Trikuta-Kuta, Mala-Kuta, Manthana-Kuta und Kinjalka …

Vers 278
jñānakūṭaṃ ca samayakūṭaṃ keśarakūṭakam |
icchākūṭaṃ dharmakūṭaṃ kūṭaṃ mainākameva ca ||278||

… Jnana-Kuta, Samaya-Kuta, Keshara-Kuta, Ichchha-Kuta, Dharma-Kuta und Mainaka-Kuta …

Vers 279
vāsanādvaitavairāgyakūṭāni tadanantaram |
pratibimbābhāsasattākūṭānītthaṃ varānane ||279||

… danach die Kutas Vasana, Advaita und Vairagya sowie die Kutas Pratibimba, Abhasa und Satta, Schönantlitzige …

Vers 280
caitanyakūṭaṃ ca tataḥ prabodhaṃ kūṭameva ca |
dvātriṃśaditi kūṭāni varṇitāni mayā tava ||280||

… danach Chaitanya-Kuta und Prabodha-Kuta. Damit habe ich dir zweiunddreißig Kutas genannt.

Anmerkung: Quellzählung32, Lücke276nichtgefüllt.

Vers 281
pratimantraṃ pradeyāni purataścaikamekakam |
ataḥ śṛṇu tvaṃ bījāni pañca pañca krameṇa hi ||281||

Je eines davon ist an den Anfang eines Mantras zu setzen. Höre nun die Bijas, jeweils fünf der Reihe nach.

Die fünfteiligen Bija-Gruppen

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 282
[…] pāśamāye ca lakṣmīkāmau tataḥ param |
tāraśca yoginīkrodhau rāvaḥ prāsāda eva ca ||282||

… […], Pasha und Maya, danach Lakshmi und Kama; Tara, Yogini und Krodha, Rava und Prasada …

Anmerkung: Fragment: erster Bija-Name unlesbar; nicht als Vagbhava aus anderen Listen ergänzt.

Vers 283
siddhaḥ kālī hayagrīvo dharmo garuḍa eva ca |
kṣetrapālamahākrodhau caṇḍaviśvau sakinnarau ||283||

… Siddha, Kali, Hayagriva, Dharma und Garuda; Kshetrapala und Mahakrodha, Chanda und Vishva mit Kinnara …

Vers 284
nadī kāmaratī prāṇamedhau tadanu pārvati |
khaḍgo buddhiḥ kṣamā mālā nīlaṃ ceti tataḥ param ||284||

… Nadi, Kama und Rati, danach Prana und Medha, Parvati; anschließend Khadga, Buddhi, Kshama, Mala und Nila …

Anmerkung: Nadi als sichtbarer Deckname beibehalten, nicht zu Nandi geändert.

Vers 285
trivṛtkāpālagokarṇasurabhīrauravāṇi ca |
ḍāmaraścaiva nārācaḥ śūlaṃ tadanu […] ||285||

… Trivrit, Kapala, Gokarna, Surabhi und Raurava; Damara, Naracha, Shula und danach […] …

Anmerkung: Fragment: Versschluss beschädigt, keine zusätzliche Waffenbezeichnung ergänzt.

Vers 286
[…] kṣurapraśca pañcabījānyataḥ param |
saṃhitāhākinīdhyānavidhayaścañcureva ca ||286||

… […] und Kshurapra. Danach fünf Bijas: Samhita, Hakini, Dhyana, Vidhi und Chanchu …

Anmerkung: Fragment: erstes Glied unlesbar, vorherige Fünfergruppe deshalb nicht vollständig rekonstruierbar.

Vers 287
jambhaḥ ṣaḍaṅgā[…]kakucchaiśukāstadanantaram |
khecaryanantau pretaśca kulikaṃ bhairavī tathā ||287||

… Jambha, Shadanga, […], Kakud und Shaishuka; danach Khechari, Ananta, Preta, Kulika und Bhairavi …

Anmerkung: Fragment: Wortverbund nach Shadanga beschädigt; mögliches weiteres Bija nicht durch Zählung bestimmt.

Vers 288
tata āyādidīpāntaṃ bījapañcakamiṣyate |
bhogasṛṣṭī ca phetkārī tretā kṛtyā tathaiva ca ||288||

… danach die Fünfergruppe der Bijas von Aya bis Dipa; Bhoga und Srishti, Phetkari, Treta und Kritya …

Anmerkung: Mittelglieder der ausdrücklich verkürzten Gruppe nicht ausgeschrieben.

Vers 289
veṇusānū cākṣamauñjīsūtrāṇi tadanantaram |
bhūtinī ca pracaṇḍā ca ḍākinī tadanantaram ||289||

… anschließend Venu und Sanu, Aksha, Maunji und Sutra; Bhutini, Prachanda und danach Dakini …

Vers 290
kekarākṣī kālarātriḥ pañcabījānyanukramāt |
kalpo muktā mahā caiva kramo nṛharireva ca ||290||

… Kekarakshi und Kalaratri. Darauf folgen fünf Bijas der Reihe nach: Kalpa, Mukta, Maha, Krama und Nrihari …

Anmerkung: OCR-Ziffer260als290. Maha als eigenes lesbares Listenglied, nicht zu Mahakrama zusammengezogen.

Vers 291
[…] dhenurmāriṣa eva ca |
gāyatryādyā nāndikāntāḥ pañcavarṇāstataḥ param ||291||

… […], Dhenu und Marisha, danach die fünf Silben von Gayatri bis Nandika …

Anmerkung: Fragment: Anfang des Verses unlesbar; Gruppenmitte nicht aus anderen Listen ergänzt.

Vers 292
vijayo mandasaṃmohau saṃhāraḥ patanādimaḥ |
bhadrikā ca tathā tandrā kuṭilā rañjinī ghaṭī ||292||

… Vijaya, Manda und Sammoha, Samhara, die mit Patana beginnende Gruppe; Bhadrika, Tandra, Kutila, Ranjini und Ghati …

Anmerkung: Patanadima unsichere Gruppenbezeichnung, nicht als vollständig ausgeschriebene Fünferreihe behandelt.

Vers 293
viṭapaṃ caiva kauluñcaśilpisiddhiphalādimam |
śrīkaṇṭhaścātha saṃhārī tato nādāntako'pi ca ||293||

… Vitapa, Kauluncha, Shilpi und die mit Siddhiphala beginnende Gruppe; Shrikantha, dann Samhari und Nadantaka …

Anmerkung: Namens-/Gruppengrenzen im ersten Halbvers nicht völlig gesichert.

Vers 294
cāmaravyajane cāpi vidhṛtistadanantaram |
vanaspatistvaṅkurādyo vidhānaṃ saṃvidhānakam ||294||

… Chamara und Vyajana, danach Vidhriti; Vanaspati, die mit Ankura beginnende Gruppe, Vidhana und Samvidhana …

Anmerkung: OCR-Ziffer264als294, keine fehlenden Gruppenglieder ergänzt.

Vers 295
kalaho'pi tataścaupadeyaṃ māraṇḍameva ca |
vinādaśca vimardaśca śekharo'pi tato mataḥ ||295||

… Kalaha, danach Aupadeya, Maranda, Vinada, Vimarda und dann Shekhara …

Vers 296
tato guhyakapāṭaṃ ca saṃsṛṣṭiḥ savikośakā |
sampūrṇā'pyatha maunī ca mauliñjaḥ savirūpakaḥ ||296||

… danach Guhyakapata, Samsrishti mit Vikoshaka, Sampurna, dann Mauni, Maulinja mit Virupaka …

Anmerkung: OCR-Ziffer266als296; seltene Namen unverändert als vorläufige Lesungen.

Vers 297
aparāntakaśca prakarī bindukastadanantaram |
[…] yogatantrā ca digambara itaḥ param ||297||

… Aparantaka, Prakari, danach Binduka, […], Yogatantra und anschließend Digambara …

Anmerkung: Fragment: Beginn des zweiten Halbverses unlesbar; Yogatantra möglicherweise zweigliedrig, nicht nach gewünschter Anzahl getrennt.

Vers 298
tato rasapuṭo jñeyaḥ saṃnyāsastadanantaram |
viraso dākṣikaścāpi saumataṃ sapratānakam ||298||

… danach Rasaputa, anschließend Samnyasa, Virasa, Dakshika und Saumata mit Pratanaka …

Anmerkung: OCR-Ziffer268als298.

Vers 299
vidik ca vikarālī ca maunaṃ cūlikayā saha |
vikhalaśca visāraśca vidyābalamataḥ param ||299||

… Vidish, Vikarali, Mauna zusammen mit Chulika, Vikhala, Visara und danach Vidyabala …

Anmerkung: Chulika im OCR auch Chalika, vorläufige Lesung. OCR-Ziffer396inFolgeals299.

Vers 300
cākrikaṃ vikriyaṃ cāpi vipṛthustadanantaram |
[…] viyuktiśca saṃvyānaṃ jemanādimam ||300||

… Chakrika, Vikriya, danach Viprithu, […], Viyukti, Samvyana und die mit Jemana beginnende Gruppe …

Anmerkung: Fragment: erstes Glied im zweiten Halbvers unlesbar.

Vers 301
tataḥ […] |
pāṭavaṃ pippalaṃ cātha vijṛmbho vikalādikaḥ ||301||

… danach […] ; Patava, Pippala, dann Vijrimbha und die mit Vikala beginnende Gruppe …

Anmerkung: Fragment: fast der gesamte erste Halbvers unlesbar; Nachbarliste weiterübersetzt.

Vers 302
uttānaṃ ceti kathitaṃ dvātriṃśadbījamaṇḍalam |
pratimantramathaikaikaṃ kūṭaṃ te kramaśo bruve ||302||

… und Uttana. Damit sind zweiunddreißig Bija-Gruppen genannt. Nun nenne ich dir der Reihe nach je ein weiteres Kuta für jeden Mantra.

Anmerkung: Bija-Mandala als Gruppenbezeichnung, nicht lediglich32Einzelbijas; vorangehend Fünfergruppen.

Zweiunddreißig Flüsse als Kutas

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 303
gaṅgā ca yamunā caiva sarasvatyatha kathyate |
godāvarī kṛṣṇavellā narmadā gaṇḍakī tathā ||303||

Ganga, Yamuna und danach Sarasvati, Godavari, Krishnavella, Narmada und Gandaki …

Anmerkung: Flussnamen als Kuta-Bezeichnungen, keine Lautauflösung ergänzt.

Vers 304
kāverī bāhudā siprā tuṅgabhadrā ca kauśikī |
vipāśā candrabhāgā ca vitastā devikā tathā ||304||

… Kaveri, Bahuda, Sipra, Tungabhadra, Kaushiki, Vipasha, Chandrabhaga, Vitasta und Devika …

Anmerkung: Sipra nach sichtbarer Schreibung, nicht stillschweigend Kshipra.

Vers 304 (zweite Zählung; interne Kennung305)
carmaṇvatī dhūtapāpā muralā vetravatyapi |
suvarṇarekhā tamasā vāgmatī ca mahānadī ||304||

… Charmanvati, Dhutapapa, Murala, Vetravati, Suvarnarekha, Tamasa, Vagmati und Mahanadi …

Anmerkung: Quelle wiederholt304; interne Kennung305, originale Doppelzählung bewahrt.

Vers 306
karatoyā payoghnī ca pārāvatyatha gomatī |
jyotīrasā ca sarayūḥ parṇāśā tāmraparṇyapi ||306||

… Karatoya, Payoghni, Paravati, Gomati, Jyotirasa, Sarayu, Parnasha und Tamraparni …

Anmerkung: Seltene Flussnamensformen Payoghni/Paravati/Jyotirasa nicht durch geläufigere Varianten ersetzt.

Vers 307
dvātriṃśat saritāṃ kūṭaṃ krameṇaiva prakīrtitam |
atha nāmāni kalpānāṃ krameṇa prabravīmi te ||307||

Damit sind die Kutas der zweiunddreißig Flüsse in ihrer Reihenfolge genannt. Nun nenne ich dir der Reihe nach die Kalpa-Namen.

Kalpas und Asuras

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 308
bhūkalpaśca bhuvaḥkalpastapaḥ kraturathāpi ca |
[…] ṣaṭ kramato darśaḥ kṛṣṇaścitrastathaiva ca ||308||

Bhu-Kalpa, Bhuvas-Kalpa, Tapas und Kratu, […], sechs der Reihe nach […], Darsha, Krishna und Chitra …

Anmerkung: Fragment: Wort vor shat und genaue Zählverbindung beschädigt; keine Kalpa-Namen aus anderen Kosmologien ergänzt.

Vers 309
raktodo harikeśaśca lohitaḥ śipiviṣṭayuk |
bṛhadrathaścaupalaśca khārjūrīyaśca saṃbhramaḥ ||309||

… Raktoda, Harikesha, Lohita zusammen mit Shipivishta, Brihadratha, Aupala, Kharjuriya und Sambhrama …

Anmerkung: Brihadratha anfangs leicht beschädigt, vorläufige Lesung.

Vers 310
naiyagrodhaśca siṃhaśca sthūlācintyau tataḥ param |
aulūkamatha […] kīlālaṃ tapanaṃ tathā ||310||

… Naiyagrodha, Simha, danach Sthula und Achintya, Auluka, dann […], Kilala und Tapana …

Anmerkung: Fragment: Name zwischen Auluka und Kilala unlesbar; seltene Kalpa-Namen nicht berichtigt.

Vers 311
saṃghātavaṭarudrāśca mandārājirakau […] |
dvātriṃśatsaṃkhyakairetaiḥ kalpaśabdasya vigrahaḥ ||311||

… Samghata, Vata und Rudra, Mandara und Ajiraka, […]. Diese zweiunddreißig Namen werden mit dem Wort „kalpa“ verbunden.

Anmerkung: Fragment: Schluss des ersten Halbverses beschädigt; keine Namen zur Zahl32aufgefüllt.

Vers 312
saptamyantaḥ sa kartavyo'surāṇāṃ nāma vai […] |
ādau balāko […] vehaṇḍa eva ca ||312||

Diese Verbindung soll im Lokativ stehen. Nun die Namen der Asuras […]: zuerst Balaka, […] und Vehanda …

Anmerkung: Fragment: Übergang und Asura-Name nach Balaka beschädigt. Vehanda nur vorläufige Namenslesung.

Vers 312 (zweite Zählung; interne Kennung313)
ulmuko meghanādaśca […] triśirā api |
aruṇo dāṇḍiko vāyudhvajo jambhala eva ca ||312||

… Ulmuka, Meghanada, […], Trishiras, Aruna, Dandika, Vayudhvaja und Jambhala …

Anmerkung: Fragment: Asura-Name vor Trishiras unlesbar; Quelle wiederholt312, interne Kennung313, Anzeige bewahrt.

Vers 314
kirīṭo raktatuṇḍaśca kirmīro bāṣkalo'pi ca |
kharjūraromā ca tato nāgāntaka itaḥ param ||314||

… Kirita, Raktatunda, Kirmira, Bashkala, danach Kharjuraroman und anschließend Nagantaka …

Anmerkung: Bashkala im OCR auch Vashkala; nicht als sichere historische Person identifiziert.

Vers 315
kākaparṇo'ndhakaścāpi sarabhaḥ śaṅkukarṇayuk |
pratardano vajravarmā jālandharaśakuntakau ||315||

… Kakaparna, Andhaka, Sarabha zusammen mit Shankukarna, Pratardana, Vajravarman, Jalandhara und Shakuntaka …

Anmerkung: Sarabha nach sichtbarer Schreibung, nicht stillschweigend Sharabha.

Vers 316
pūtikañjo virādhaśca viśvamardana ityapi |
kolatuṇḍo jambujālaścañcūmukha itaḥ param ||316||

… Putikanja, Viradha, Vishvamardana, Kolatunda, Jambujala und danach Chanchumukha …

Anmerkung: Putikanja als unsicherer seltener Name bewahrt.

Vers 317
piṭhakaḥ sarvaśeṣe ca dvātriṃśaditi kīrtitāḥ |
etairasuraśabdasya vigrahastadanantaram ||317||

… und ganz zuletzt Pithaka. Damit sind zweiunddreißig genannt. Diese Namen werden anschließend mit dem Wort „asura“ verbunden …

Anmerkung: Pithaka als sichtbarer Quellenname, nicht frei normalisiert.

Vers 318
vadhaśabdasya deveśi sa ṭāntatvena saṃsthitaḥ |
idānīṃ narasiṃhānāṃ nāmānyākarṇaya kramāt ||318||

… und mit dem Wort „vadha“, Tötung, Herrin der Götter; die Verbindung steht im Instrumental. Höre nun die Namen der Narasimhas der Reihe nach.

Anmerkung: Grammatisches ta-Zeichen für Instrumental im Text; Formelglied wird nicht als modernes Handlungsvorhaben aufgefasst.

Narasimha-Gestalten und Kali-Namen

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 319
kapilaḥ puṣkarastīvranakhaḥ pāṇḍara eva ca |
tato jambālasaṃmohī bhūtādihetuko'pi ca ||319||

Kapila, Pushkara, Tivranakha, Pandara, danach Jambalasammohin und Bhutadihetuka …

Anmerkung: Letzte Namensverbindungen nur wahrscheinlich gelesen; kein vollständiges32erVerzeichnis rekonstruiert.

Vers 320
lohitākṣaśca […] babhruḥ sarveśvaro'pi ca |
viśvabāhuranantaśca jaṭālastapanastataḥ ||320||

… Lohitaksha, […], Babhru, Sarveshvara, Vishvabahu, Ananta, Jatala und danach Tapana …

Anmerkung: Fragment: Wort vor Babhru beschädigt; möglicher weiterer Name nicht ergänzt.

Vers 321
sindhunādo mṛtyumukho hemāmbho rauravo'pi ca |
havyavāhaḥ pūrṇabhadro maṇitārastathaiva ca ||321||

… Sindhunada, Mrityumukha, Hemambha, Raurava, Havyavaha, Purnabhadra und Manitara …

Anmerkung: Hemambha und Manitara als vorläufige seltene Namen, nicht mit anderen Narasimha-Listen harmonisiert.

Vers 322
daityāntakastathodyoto vibhūtiḥ śabalo'pi ca |
dhanañjayaśca śoṇākṣaścitrāṅgotsāhanāmakau ||322||

… Daityantaka, Udyota, Vibhuti, Shabala, Dhanamjaya, Shonaksha und die Chitranga und Utsaha genannten …

Anmerkung: Quellziffer im OCR333, nach Folge322; letzte Namensgruppe als Paar gelesen.

Vers 323
raktarekhaḥ sarvaśeṣe jñātavyaḥ parameśvari |
etacchabdopaśabdatve narasiṃho vyavasthitaḥ ||323||

Ganz zuletzt ist Raktarekha zu nennen, höchste Herrin. Das Wort „narasiṃha“ wird diesen Namen als nachfolgendes Glied angefügt.

Anmerkung: Grammatische Formulierung etwas beschädigt, Funktion im Kontext318–323hinreichend klar.

Vers 324
atha nāmāni kālīnāṃ vyāharāmi varānane |
ānandaḥ samayo bhadro niyamastridaśastathā ||324||

Nun nenne ich die Namen der Kalis, Schönantlitzige: Ananda, Samaya, Bhadra, Niyama und Tridasha …

Anmerkung: Im Folgenden Vorsatznamen vor Kali, keine eigenständigen männlichen Gottheiten daraus gemacht.

Vers 325
hiraṇyo vikṛtaḥ krodha ulkā pherastathaiva ca |
jīmūto vigraho guptaścaitanyastadanantaram ||325||

… Hiranya, Vikrita, Krodha, Ulka, Phera, Jimuta, Vigraha, Gupta und danach Chaitanya …

Anmerkung: Jimuta im OCR leicht beschädigt, vorläufige Namenslesung.

Vers 326
viśvaḥ kulaṃ prataptaśca jyotīrūpaṃ tataḥ param |
medhā tathottaro vyāla āvartaḥ syāt tataḥ param ||326||

… Vishva, Kula, Pratapta, danach Jyotirupa, Medha, Uttara, Vyala und anschließend Avarta …

Anmerkung: Anschlüsse beschädigt, Namensbestand hinreichend erkennbar.

Vers 327
siṃhanādaśca mantraśca kalpa utpāta ityapi |
saṃmohaścakra ādhāraḥ samarastadanu smṛtaḥ ||327||

… Simhanada, Mantra, Kalpa, Utpata, Sammoha, Chakra, Adhara und danach Samara …

Vers 328
vināśo'pyatha rakṣā ca dvātriṃśatsaṃkhyakā ime |
kālīśabdena caiteṣāṃ vigrahaḥ pariniṣṭhitaḥ ||328||

… dann Vinasha und Raksha. Diese sind zweiunddreißig; sie werden mit dem Wort „kālī“ verbunden.

Anmerkung: Quellzählung nicht durch Streichung oder Ergänzung von Listengliedern harmonisiert.

Die abschließenden Dreiergruppen der Bijas

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 329
athaitasmāt padād devi tritribījaṃ niśāmaya |
kumbhastathaivāmṛtaṃ ca āveśastadanantaram ||329||

Höre nun die jeweils drei Bijas nach dieser Wortverbindung, Göttin: Kumbha, Amrita und danach Avesha …

Vers 330
triśikhā ca triśaktiśca cāmuṇḍā tadanu smṛtā |
buddhiḥ kṣamā ca māyā ca pūrṇā ca lalitā'ruṇā ||330||

… Trishikha, Trishakti und danach Chamunda; Buddhi, Kshama und Maya; Purna, Lalita und Aruna …

Vers 331
dhanadā ca nṛsiṃhaśca tapastadanu kīrtitam |
rāso'naghaḥ kuñcikā ca prākāraḥ kuhikā tathā ||331||

… Dhanada, Nrisimha und danach Tapas; Rasa, Anagha und Kunchika, Prakara und Kuhika …

Anmerkung: Rasa mit langem a als sichtbarer Name; nicht stillschweigend rasa, Saft. Gruppenteilung nach den letzten zwei Namen offen.

Vers 332
bījāni kūṭanāḍyau ca chandastadanu kathyate |
sampradāyo bhājanaṃ ca syādapāyastataḥ param ||332||

… die Bijas Kuta und Nadi, danach Chhanda, Sampradaya, Bhajana und anschließend Apaya …

Anmerkung: Namensfolge, nicht pauschal eine Anweisung zu sämtlichen Kutas/Nadis.

Vers 333
maunaṃ tathā cūlikā ca tatpaścād vikhalo mataḥ |
sarvasvaṃ vipriyaṃ santārastataḥ parameśvari ||333||

… Mauna, Chulika, danach Vikhala, Sarvasva, Vipriya und dann Samtara, höchste Herrin …

Vers 334
pārīndraśeṣo vijñeyo saṃvartakavivartakau |
tathā jaimanasaṃvyānau saṃbalāntau prakīrtitau ||334||

… Parindra und Shesha, Samvartaka und Vivartaka, Jaimana und Samvyana, die mit Sambala endende Gruppe …

Anmerkung: Bezug von sambalantau auf die vorherigen Namen unsicher; kein fehlendes Gruppenmitglied ergänzt.

Vers 335
tathā sambhāvasaṃyogau vivatsādyau sureśvari |
vikramaścāpi saṃkrāntiḥ kulamudrā tathā ca ||335||

… Sambhava und Samyoga, die mit Vivatsa beginnende Zweiergruppe, Herrin der Götter, Vikrama, Samkranti und Kulamudra …

Vers 336
vīravetālabhauvāśca tataḥ paramudīritāḥ |
sandhānaṃ siñjinī cāpi nemeyo'syānu kathyate ||336||

… danach Vira, Vetala und Bhauva, Samdhana, Sinjini und anschließend Nemeya …

Vers 337
[…] maṇimālā ca hāriṇī tadanu priye |
virādhaśca turīyā ca grāvā śeṣe niyojitaḥ ||337||

… […], Manimala und danach Harini, Geliebte, Viradha, Turiya und am Schluss Grava …

Anmerkung: Fragment: erstes Glied unlesbar; nicht aus anderen Listen als Charpata ergänzt.

Vers 338
modakaṃ vāsitaujasvinastataḥ parikīrtitāḥ |
pūtyaṇḍaṃ kuñcikā kāmakalā tadanu paṭhyate ||338||

… danach Modaka, Vasita und Ojasvin, Putyanda, Kunchika und anschließend Kamakala …

Anmerkung: Modaka im OCR als Sodaka verformt, nur wahrscheinliche Lesung. Putyanda vorläufiger seltener Name.

Vers 339
ṣaṭcakrasarvāgamau ca āmnāyātīta ityapi |
śaktisarvasvamullikhya parāparamudīryate ||339||

… Shatchakra, Sarvagama und Amnayatita; nachdem man Shaktisarvasva geschrieben hat, wird Parapara gesprochen …

Vers 340
tato'pi vaktrakavacaṃ cicchaktiḥ śāmbhavādimā |
jagadāvṛttirasyānu nārācaḥ śūlameva ca ||340||

… danach Vaktra und Kavacha, Chichchhakti mit vorangestelltem Shambhava, anschließend Jagadavritti, Naracha und Shula …

Anmerkung: Vaktra/Kavacha-Grenze nur wahrscheinlich, kein gesicherter Lautwert.

Vers 341
ardhacandraśca tadanu nālīkastadanu smṛtaḥ |
bhuśuṇḍī ca gadā jñeyā bhogasṛṣṭī tataḥ param ||341||

… danach Ardhachandra, anschließend Nalika, Bhushundi, Gada und danach Bhoga und Srishti …

Vers 342
tretā ca kuntaḥ parigha ṛṣṭistadanu bhāmini |
karālī tarjanī cāpi tato'nu syāt kaṭakaṭā ||342||

… Treta, Kunta, Parigha und danach Rishti, Strahlende, Karali, Tarjani und anschließend Katakata …

Anmerkung: Parigha im OCR stark verformt, nur wahrscheinliche Lesung; keine unmarkierte Rekonstruktion einer Lautformel.

Vers 343
pathyā śaphamuraṅkuśca uttānaṃ vighaṭī tathā |
pāṣāṇaḥ syāt tato jñeyaṃ bījaṃ tattvārṇavāhvayam ||343||

… Pathya, Shapha und Muranku, Uttana, Vighati, Pashana und danach das Tattvarnava genannte Bija …

Anmerkung: Muranku und die davor liegende Wortgrenze unsicher; seltener Name nicht ersetzt.

Vers 344
mahākalpasthāyibījaṃ tato brahmakapālakam |
tribījapaṅktireṣā tu sureśi pratipāditā ||344||

… das Mahakalpasthayin-Bija und danach Brahmakapalaka. Damit ist diese Reihe von Dreiergruppen der Bijas erklärt, Herrin der Götter.

Körperstellen und Abschluss des Sthiti-Nyasa

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 345
atha nyāsasya vakṣye'haṃ sthānānyetasya vai kramāt |
brahmarandhraṃ lalāṭaṃ ca kūrcaṃ nāsā tathaiva ca ||345||

Nun nenne ich die Stellen dieses Nyasa der Reihe nach: Brahmarandhra, Stirn, Kurcha [Brauenbereich?] und Nase …

Anmerkung: Kurcha als anatomisch unsicherer Begriff gekennzeichnet.

Vers 346
kapolo nayanaṃ karṇo hanuścibukameva ca |
galo grīvā ca hṛdayaṃ jaṭharaṃ nābhireva ca ||346||

… Wange, Auge, Ohr, Kiefer, Kinn, Hals, Nacken, Herz, Bauch und Nabel …

Anmerkung: Einzahlformen der Quelle beibehalten, nicht automatisch paarweise verdoppelt.

Vers 347
karo liṅgaṃ gudaṃ corurjānu jaṅghā tathaiva ca |
pādaḥ kaṭiśca pṛṣṭhaṃ ca tathāṃso jatrureva ca ||347||

… Hand, Linga (Geschlechtsorgan), After, Oberschenkel, Knie, Unterschenkel, Fuß, Hüfte, Rücken, Schulter und Schlüsselbein …

Vers 348
śikhā ca karayoḥ pādayoḥ punarvyāpakaṃ tataḥ |
sarvaśeṣe ca sarvāṅgavyāpakaṃ parikīrtitam ||348||

… Haarschopf, dann das Umfassen beider Hände und beider Füße. Ganz zuletzt wird das Umfassen des gesamten Körpers genannt.

Anmerkung: Gliederung Hände/Füße aus dem sichtbaren Doppellokativ; kein rechtes/linkes Teilritual ergänzt.

Vers 349
iti nyāsasthānamuktaṃ krameṇa tridaśārcite |
evaṃvidhaḥ […] sthitinyāsastu sādhakaiḥ ||349||

So sind die Nyasa-Stellen der Reihe nach genannt, du von den Göttern Verehrte. In dieser Weise [ist] der Sthiti-Nyasa von den Sadhakas […] .

Anmerkung: Fragment: Handlungswort im zweiten Halbvers unlesbar; kein zusätzlicher Imperativ erfunden.

Vers 350
nityatā kāmyatā naimittikatvaṃ cāsya yādṛśī |
sā kathyate gṛhasthānāṃ nityatvena vyavasthitaḥ ||350||

Nun wird erklärt, in welcher Weise er regelmäßig, wahlweise oder anlassgebunden ist: Für Haushälter ist er als regelmäßige Pflicht vorgesehen …

Vers 351
kāmyatvena ca kaulānāṃ naimittikatayāpi […] |
adhunā […] deveśi nyāsaṃ saṃhāranāmakam ||351||

… für Kaulas als wahlweise und auch anlassgebundene Handlung […]. Nun [höre], Herrin der Götter, den Samhara genannten Nyasa der Auflösung.

Anmerkung: Fragment: Schluss des ersten Halbverses und Verb des zweiten beschädigt; klarer Abschnittsübergang bewahrt.

Samhara-Nyasa: die Auflösung

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 352
yena sā kālikā devī mahāmārīti kathyate |
eṣa nyāso guhyakālyāḥ sadā santoṣadāyakaḥ ||352||

Durch ihn wird die Göttin Kalika als Mahamari, die große Seuche oder Vernichterin, bezeichnet. Dieser Nyasa soll Guhyakali stets erfreuen.

Anmerkung: Die furchtbare Bedeutung des Namens nicht in eine bloß sanfte Heilkraft umgedeutet.

Vers 353
kartavyo bhaktibhāvena dharmārthāmṛtakāṅkṣibhiḥ |
yatīnāmeṣa nityaḥ syād gṛhiṇāṃ kāmya eva ca ||353||

Mit Hingabe sollen ihn diejenigen ausführen, die Dharma, Wohlergehen und Amrita erstreben. Für Entsagende ist er eine regelmäßige Pflicht, für Haushälter eine wahlweise Handlung.

Anmerkung: Amrita als Unsterblichkeit beziehungsweise unsterblicher Zustand; die besondere Quellenfolge nicht zur üblichen Vierergruppe erweitert.

Vers 354
kaulānāmeṣa vai devi naimittikatayocyate |
nityo'thavāstu kāmyo vāpyatha naimittiko'pi vā ||354||

Für Kaulas wird er als anlassgebunden bezeichnet, Göttin. Ob regelmäßig, wahlweise oder durch einen besonderen Anlass bedingt …

Vers 355
nyāsānāmeva sarveṣāṃ śreṣṭhatvena vyavasthitaḥ |
asya sāmānyamuddhāraṃ prathamaṃ kathayāmi te ||355||

… er gilt als der beste aller Nyasas. Zuerst erkläre ich dir seinen allgemeinen Aufbau.

Anmerkung: Rangbehauptung der Quelle, nicht redaktionelle Bewertung.

Vers 356
viśeṣeṇa […] yenaiṣa sphuṭatāmiyāt |
saṃhāranāmno nyāsasya saṃvarta ṛṣirīritaḥ ||356||

Im Einzelnen […] , damit er klar verständlich werde. Als Rishi des Samhara genannten Nyasa wird Samvarta genannt.

Anmerkung: Fragment: Verb im ersten Halbvers beschädigt; kein zusätzlicher Inhalt ergänzt.

Vers 357
triṣṭupchandaḥ samākhyātaṃ devatā guhyakālikā |
pralayo bījamuditaṃ khecarī śaktirucyate ||357||

Sein Versmaß heißt Trishtubh, seine Gottheit ist Guhyakalika. Pralaya wird als Bija und Khechari als Shakti genannt.

Vers 358
phetkārī kīlakaṃ jñeyaṃ viniyogastu siddhaye |
atha […] purataḥ kathayāmi te ||358||

Phetkari ist als Kilaka zu verstehen; die Anwendung dient der Siddhi. Nun erkläre ich dir zunächst […] .

Anmerkung: Fragment: Gegenstand der letzten Aussage beschädigt; aus 359 folgt Aufbau, nicht als gesichertes Sanskrit eingesetzt.

Der allgemeine Aufbau des Auflösungs-Nyasa

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 359
tato viśeṣaṃ vakṣyāmi sphuṭo yena bhaviṣyati |
ādau tu pañca bījāni pratimantraṃ sthirāṇi hi ||359||

Danach werde ich die Einzelheiten nennen, durch die er deutlich wird. Am Anfang stehen fünf Bijas, die in jedem Mantra gleichbleiben …

Anmerkung: OCR-Ziffer356als359.

Vers 360
jñātavyāni varārohe tataḥ śabdāḥ pṛthak pṛthak |
taiḥ śabdai rūpaśabdasya samāsastadanantaram ||360||

… so sollst du wissen, Schöngewachsene. Danach kommen jeweils verschiedene Wörter; sie werden mit „rūpa“, Gestalt, zusammengesetzt.

Vers 361
tacca ṭābantamunneyaṃ calaṃ pūrvaṃ […] |
padāni ca vibhinnāni tato jñeyāni pārvati ||361||

Diese Verbindung ist in weiblicher Form zu bilden. Das erste Glied wechselt, […] . Danach folgen unterschiedliche Wörter, Parvati.

Anmerkung: Fragment: Bestimmung des zweiten Gliedes beschädigt; nicht ohne Kennzeichnung aus dem Schema ergänzt.

Vers 362
[…] saṃhārakartrīti padaṃ […] |
padāni pūrvasaṃsthāni cañcalāni pracakṣate ||362||

[…] das Wort „saṃhārakartrī“, „die Auflösung Bewirkende“, […] . Die ihm vorausgehenden Wörter werden als wechselnd bezeichnet.

Anmerkung: Fragment: Verbindungsanweisungen im ersten Halbvers beschädigt; lesbare Formel und Folgesatz erhalten.

Vers 363
pañca varṇānyuttarāṇi sarvatraiva sthirāṇi ca |
sthirāṇi ca punaḥ saptākṣarāṇi pratimantrakam ||363||

Die fünf nachfolgenden Silben bleiben überall gleich. Danach stehen in jedem Mantra weitere sieben unveränderliche Silben …

Anmerkung: Erste Fünferzahl bezieht sich auf Samharakartri; keine verlorenen Laute zur Zählung ergänzt.

Vers 364
vibhāvanīyāni śive vakṣyamāṇāni te […] |
guhyakālī devyambetyakṣarāṇi yathākramam ||364||

… die du vergegenwärtigen sollst, Shiva; ich werde sie dir […] nennen: der Reihe nach „guhyakālī devyambā“, „Guhyakali, göttliche Mutter“.

Anmerkung: Fragment: Ende des ersten Halbverses beschädigt. Keine zusätzliche Vorsilbe aus OCR-Störung ergänzt.

Vers 365
kūṭadvayaṃ […] pratimantraṃ sthiraṃ tataḥ |
tato'nu bījatritayaṃ bhinnaṃ bhinnaṃ varānane ||365||

Danach folgen zwei Kutas, […] in jedem Mantra gleich. Anschließend drei Bijas, die jeweils verschieden sind, Schönantlitzige.

Anmerkung: Fragment: Bestimmung vor dem gemeinsamen Kuta-Paar unlesbar.

Vers 366
mama śatrūn […] ityaṣṭākṣaramujjvalam |
tataḥ sthirataraṃ jñeyaṃ mantre mantre yathoditam ||366||

Danach folgt die hervorgehobene achtsilbige Wendung „meine Feinde […]“. Sie bleibt, wie erklärt, in jedem Mantra unverändert.

Anmerkung: Fragment: Verb des Feindbefehls unlesbar; weder töte noch vernichte als scheinbar gesicherte Lesung ergänzt. Keine gesicherte vollständige Rezitationsformel.

Vers 367
punaśca pañca bījāni stheyāni kathitāni te |
hṛnmantraśca śiromantraḥ […] sthiro mataḥ ||367||

Darauf folgen wieder fünf Bijas, die dir als unveränderlich genannt wurden, sowie Herz- und Kopf-Mantra; […] gelten als gleichbleibend.

Anmerkung: Fragment: Verbindung im zweiten Halbvers beschädigt; fehlende Lautfolge nicht ergänzt.

Vers 368
saṃhāranāmno nyāsasya ityuddhāro mayoditaḥ |
sāmānyato viśeṣeṇa punardevyavadhāraya ||368||

Damit habe ich den allgemeinen Aufbau des Samhara genannten Nyasa erklärt. Höre nun wieder die Einzelheiten, Göttin.

Feste Bijas und Gestalten der Auflösung

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 369
bhauvaneśo yoginī ca kūrco rāmā ca śākinī |
etāni pañca bījāni sthirāṇyādyāni […] ||369||

Bhauvanesha, Yogini, Kurcha, Rama und Shakini: Dies sind die fünf festen Anfangsbijas […].

Anmerkung: Fragment: letztes Wort beschädigt; lesbare Fünferliste vollständig. Bhauvanesha als Bija-Name, keine freie Lautauflösung.

Vers 370
atha śabdān pṛthagrūpānetasyānu bruve tava |
ādau prakāśastadanu mahāpralaya ucyate ||370||

Nun nenne ich dir die darauf folgenden einzelnen Wörter: zuerst Prakasha (Licht), danach Mahapralaya (große Weltauflösung) …

Vers 371
vāḍavo'pyatha ṣaṭcakrabhedaścātha pramāṇataḥ |
tapo vidyā ca dahanā gāyatrījapa eva ca ||371||

… dann Vadava (untermeerisches Feuer), Shatchakrabheda (Durchdringung der sechs Chakras) nach der rechten Bestimmung, Tapas, Vidya, Dahana (Verbrennung) und Gayatri-Japa …

Anmerkung: Pramanatah als adverbiale Bestimmung gelesen, genaue Listenabgrenzung nicht gesichert.

Vers 372
lakṣmīstataśca paramātmavicāro'pi bheṣajam |
tasyānu tattvajijñāsā śāntihomastathaiva ca ||372||

… Lakshmi, dann die Erforschung des höchsten Selbst, Heilmittel, anschließend das Verlangen nach Erkenntnis der Wirklichkeit und Shanti-Homa (befriedendes Feueropfer) …

Vers 373
satyaṃ sadācāra iti nigamaḥ kāla eva ca |
praṇavāvartanaprāṇāyāmo jalamathāpi ca ||373||

… Wahrheit, rechtes Verhalten, Nigama (Offenbarungsüberlieferung), Zeit, Wiederholung des Pranava, Pranayama und Wasser …

Anmerkung: Pranava-Wiederholung/Pranayama als lesbare benachbarte Begriffe; genaue Kompositumgrenze offen.

Vers 374
jāṭharaḥ […] santoṣo veda eva ca |
triḥ pratisañcaratyevaṃ titikṣā krūra eva ca ||374||

… Jathara (das zum Bauch Gehörige), […], Zufriedenheit, Veda, dreimaliges Zurückgehen oder Auflösen, Titiksha (Duldsamkeit) und Krura (das Grausame) …

Anmerkung: Fragment: Name nach Jathara unlesbar; ungewöhnliche Verbfolge trih pratisamcharati als solche übersetzt, nicht in einen erfundenen Decknamen umgeformt.

Vers 375
nidāghamohāvadhyātmacintanaṃ tadanantaram |
sarvaśeṣe parijñeyā ugracaṇḍā sureśvari ||375||

… Nidagha (Sommerhitze), Moha (Verblendung), danach Adhyatma-Chintana (Betrachtung des Selbst) und ganz zuletzt Ugrachanda, Herrin der Götter.

Vers 376
ebhiḥ padaistu satataṃ rūpeṇetyasya vigrahaḥ |
ataḥ saṃhārakartrītipadapūrvapadaṃ śṛṇu ||376||

Mit diesen Wörtern wird jeweils „rūpeṇa“, „in Gestalt von“, verbunden. Höre nun die Wörter, die „saṃhārakartrī“, „die Auflösung Bewirkende“, vorausgehen.

Anmerkung: Rupena hier Instrumental, vorher361weibliche Endung; Unterschied bewahrt, nicht vereinheitlicht.

Gegenstände der Auflösung

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 377
tamo brahmāṇḍasaptābdhibhavabandhaśramāḥ kramāt |
duritaṃ ca […] tṛṇadāru tataḥ param ||377||

Der Reihe nach Finsternis, Weltenei, sieben Meere, die Bindung an das Dasein und Mühsal; Unheil, […] und danach Gras und Holz …

Anmerkung: Fragment: Glied nach Durita beschädigt; Übersetzung bezeichnet die Gegenstände der Auflösung im folgenden Formelteil.

Vers 378
tato'nu devi sakalapātakaṃ dainyameva ca |
māyāvyādhirathādhiśca trividhotpāta eva ca ||378||

… danach, Göttin, jede Verfehlung und Elend, Maya, Krankheit, seelischer Schmerz und die dreifachen Unheilserscheinungen …

Anmerkung: Maya/Vyadhi möglicherweise verbunden; getrennte Bedeutung der erkennbaren Wörter wiedergegeben, keine bestimmte Dreierliste ergänzt.

Vers 379
[…] mithyā ca tathaivādharmasaṃśayau |
sargo janmamṛtyū ca hyagnirāhāra eva ca ||379||

… […], Unwahrheit, Adharma (Unrecht), Zweifel, Schöpfung, Geburt und Tod, Feuer und Nahrung …

Anmerkung: Fragment: erstes Glied unlesbar; sarga im OCR beschädigt, vorläufige Lesung. Keine fehlende Größe zur32erZahl ergänzt.

Vers 380
lobhastathaiva pāṣaṇḍabhūtasargaṣaḍūrmayaḥ |
[…] ca saṃvittirvāsanā tadanantaram ||380||

… Gier, Pashanda (abweichende Glaubenslehre), Hervorbringung der Wesen, die sechs Wogen, […], Bewusstsein und danach latente Neigung …

Anmerkung: Fragment: Beginn des zweiten Halbverses unlesbar. Abwertender Begriff Pashanda gehört zur Quelle; die sechs Wogen werden hier nicht ausgeführt.

Vers 381
sarvaśeṣe parijñeyāḥ sureśi sakalāsurāḥ |
ityubhāvapi dvātriṃśatsaṃkhyakau parikīrtitau ||381||

Ganz zuletzt sind sämtliche Asuras zu nennen, Herrin der Götter. Damit wurden für beide Listen jeweils zweiunddreißig Glieder angegeben.

Anmerkung: Zählangabe der Quelle, fehlende Glieder bleiben offen.

Vers 382
aparasya tu saṃhārakartryā sārdhaṃ tu vigrahaḥ |
sthirasaptākṣarādūrdhvaṃ […] yadīritam ||382||

Die zweite Liste wird mit „saṃhārakartrī“ verbunden. Das nach den festen sieben Silben genannte […] …

Anmerkung: Fragment: Bezeichnung des Kuta-Paares vor 383beschädigt, Fortsetzungklar.

Vers 383
tat sattvakūṭaṃ saṃhārakūṭaṃ jñeyaṃ hi sādhakaiḥ |
tritribījāni bhinnāni pratimantramatho śṛṇu ||383||

… ist von den Sadhakas als Sattva-Kuta und Samhara-Kuta zu verstehen. Höre nun die jeweils drei wechselnden Bijas jedes Mantras.

Die wechselnden Dreiergruppen

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 384
syuḥ pāśāṅkuśabhairavyo lakṣmīgāruḍamanmathāḥ |
deyāstataścaṇḍaviśvakauṇapyaḥ parameśvari ||384||

Pasha, Ankusha und Bhairavi; Lakshmi, Garuda und Manmatha; danach setze man Chanda, Vishva und Kaunapi ein, höchste Herrin …

Vers 385
baliḥ pṛthurnadaścāpi saṃdarśanamataḥ param |
yauktikaṃ mañjarī cāpi tato'pyanu vivartakaḥ ||385||

… Bali, Prithu und Nada, danach Samdarshana, Yauktika und Manjari, anschließend Vivartaka …

Anmerkung: Nada mit kurzem a in Hauptlesung bewahrt.

Vers 386
pārīndraśca śubhaṃyuśca vikalaḥ syāt tataḥ param |
vijṛmbhaśca tathottānaḥ karāṭī vātyayā yutā ||386||

… Parindra, Shubhamyu und danach Vikala, Vijrimbha, Uttana sowie Karati zusammen mit Vatya …

Anmerkung: Seltene Namen Shubhamyu/Karati nur vorläufig gelesen.

Vers 387
vārī ceti tato medhī kṛṣirhākinyapi priye |
kulikapretakhecaryo bhāruṇḍāyakṣakākinīḥ ||387||

… Vari, danach Medhi, Krishi und Hakini, Geliebte; Kulika, Preta und Khechari, Bharunda, Yaksha und Kakini …

Anmerkung: Krishi als sichtbarer Name, keine weltliche Landwirtschaftsanweisung.

Vers 388
mahākramanṛsiṃhāśca […] ādeśacchaṭā api |
mandārasindhumāhendrā akṣā mauñjyādiyugmakam ||388||

… Mahakrama und Nrisimha, […], Adesha und Chhata, Mandara, Sindhu und Mahendra, Aksha und die mit Maunji beginnende Zweiergruppe …

Anmerkung: Fragment: Wort vor Adesha unlesbar; keine zusätzliche Dreiergruppe erfunden.

Vers 389
jambhaḥ ṣaḍaṅgakakudau bhūtinyāditrayaṃ tataḥ |
kuṇḍo […] dīpaśca kaṇikāhāraśṛṅkhalāḥ ||389||

… Jambha, Shadanga und Kakud, danach die mit Bhutini beginnende Dreiergruppe, Kunda, […], Dipa, Kanika, Hara und Shrinkhala …

Anmerkung: Fragment: Name zwischen Kunda und Dipa unlesbar; nicht automatisch Garbha aus Parallelfolgen eingesetzt.

Vers 390
sṛṣṭistretā ca kṛtyā ca bhuśuṇḍī gadayā yutā |
prāsaśca mandasaṃmohau saṃhārastadanantaram ||390||

… Srishti, Treta und Kritya, Bhushundi mit Gada, Prasa, Manda und Sammoha, danach Samhara …

Anmerkung: OCR-Ziffer360als390.

Vers 391
anayaḥ kuñcikā kaṇṭhīravo jñeyastataḥ param |
nārāco'pyardhacandraśca kṣuraprastadanantaram ||391||

… Anaya, Kunchika, danach Kanthirava, Naracha, Ardhachandra und anschließend Kshurapra …

Anmerkung: OCR-Ziffer361als391.

Vers 392
gāyatryaupahvaraścaiva nāndikaṃ syāt tataḥ param |
tandrā ca kuṭilā caiva rañjinyasyānu paṭhyate ||392||

… Gayatri, Aupahvara und danach Nandika, Tandra, Kutila und anschließend Ranjini …

Anmerkung: OCR-Ziffer362als392.

Vers 393
maṇimālā hāriṇī ca tathaivotkocinī matā |
kuśikaśca vyayaścāpi […] tadanu priye ||393||

… Manimala, Harini und Utkochini, Kushika, Vyaya und danach […], Geliebte …

Anmerkung: Fragment: letztes Listenglied beschädigt; OCR-Ziffer396inFolgeals393.

Vers 394
śekharaśca vimardaśca paścādetasya duṣkṛtam |
saṃhārī vyajanaṃ cātha vidhṛtiḥ […] ||394||

… Shekhara, Vimarda, danach Dushkrita, Samhari, dann Vyajana, Vidhriti und […] …

Anmerkung: Fragment: Versschluss unlesbar; kein weiteres Bija geraten.

Vers 395
aparāntastataścaiva prakarībindukau matau |
saumataṃ ca pratānaṃ ca vidik tadanu kathyate ||395||

… danach Aparanta, Prakari und Binduka, Saumata, Pratana und anschließend Vidish.

Anmerkung: OCR-Ziffer365als395.

Vers 396
iti vai tritribījānāṃ saṃghātaḥ kathito mayā |
dvātriṃśatsaṃkhyako devi punarbījāni me śṛṇu ||396||

Damit habe ich die Gesamtheit der zweiunddreißig Dreiergruppen von Bijas genannt, Göttin. Höre nun nochmals die Bijas …

Schlussbijas, Körperstellen und Abschluss der dritten Gruppe

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 397
sthirāṣṭākṣarataḥ paścācchākinī ca vadhūrapi |
[…] yoginī māyā ceti bījāni pañca vai ||397||

… nach den festen acht Silben: Shakini und Vadhu, […], Yogini und Maya – diese fünf Bijas.

Anmerkung: Fragment: drittes Bija unlesbar. Die lesbaren Namen unterscheiden sich teilweise von369; nicht zur bloßen Umkehrfolge umgeschrieben.

Vers 398
yānyasyaivādibhūtāni bījāni kathitāni te |
tānyeva devadeveśa saṃhārakramataḥ khalu ||398||

Es sollen eben jene Bijas sein, die dir als Anfangsbijas genannt wurden, Herrin der Götter, nun in der Reihenfolge der Auflösung.

Anmerkung: OCR-Ziffer365als398. Widerspruch zur Namenfolge397/369 bleibt kenntlich; keine stillschweigende Angleichung.

Vers 399
adhunā kalaya sthānaṃ nyāsasyāsya prayatnataḥ |
prapadaṃ ca tathā gulphaḥ pārṣṇijānū tathaiva ca ||399||

Beachte nun sorgfältig die Körperstellen dieses Nyasa: Vorderfuß, Knöchel, Ferse und Knie …

Anmerkung: Einzahlformen der Quelle beibehalten.

Vers 400
[…] kaṭiḥ sphik ca kukṣiḥ pārśvaṃ ca cūcukam |
aṃso […] ca kakṣaśca kaphoṇirmaṇibandhakaḥ ||400||

… […], Hüfte, Gesäß, Bauchhöhle, Körperseite, Brustwarze, Schulter, […], Achsel, Ellenbogen und Handgelenk …

Anmerkung: Fragment: je ein Körperglied am Anfang beziehungsweise nach Schulter unlesbar; nicht ergänzt.

Vers 401
karāṅgulyastadagraṃ ca pragaṇḍo nāsayānvitaḥ |
oṣṭho'dharaśca dantaśca kapolo gaṇḍa eva ca ||401||

… Finger, deren Spitzen, Unterarm, dazu Nase, Oberlippe, Unterlippe, Zahn, Wange und Wangenbacke …

Anmerkung: Praganda anatomisch nicht völlig sicher; Quelle bezweifelt die Flexion der Verbindung mit Nase, beide lesbaren Körperstellen bewahrt.

Vers 402
[…] sṛkkaṃ ca karṇaśca bhrūḥ śaṅkhaḥ śira eva ca |
[…] vyāpakaṃ ca sarvaṃ taditi varṇitam ||402||

… […], Mundwinkel, Ohr, Braue, Schläfe, Kopf, […] und das umfassende Auflegen. All dies ist damit beschrieben.

Anmerkung: Fragment: Anfänge beider Halbverse beschädigt; kein Brahmarandhra oder anderes fehlendes Glied ergänzt.

Vers 403
nyāsasyaitasya sarvo'pi vistaraḥ pratipāditaḥ |
etenaiva tu nyāsena tṛtīyaṃ pañcakaṃ gatam ||403||

Damit ist dieser Nyasa in seinem ganzen Umfang erklärt. Mit ihm ist die dritte Fünfergruppe abgeschlossen.

Anmerkung: Quelleninterner Abschluss; redaktionelle Textlücken bleiben weiterhin sichtbar.

Vers 404
naimittikatve kaulānāṃ kāmyatve gṛhadharmiṇām |
nityatve yatidharmāṇāṃ nyāsa eṣa vyavasthitaḥ ||404||

Für Kaulas ist dieser Nyasa anlassgebunden, für Haushälter wahlweise und für die dem Entsagungsweg Folgenden regelmäßig vorgesehen.

Vers 405
nityo bhavatu kāmyo vāpyatha naimittiko'pi vā |
phalātirekakāmaistu kartavyaḥ pratyahaṃ priye ||405||

Ob er regelmäßig, wahlweise oder anlassgebunden ist: Wer eine besonders große Frucht wünscht, soll ihn täglich ausführen, Geliebte.

Anmerkung: Ritualinterne Vorschrift; keine heutige allgemeine Praxiserfordernis behauptet.

Vers 406
vidyārthibhirnyāsa eṣa kartavyaḥ kintu yatnataḥ |
pāṭhaśūnyāpi tadvāṇī gadyapadyamayī bhavet ||406||

Wer Wissen erstrebt, soll diesen Nyasa sorgfältig ausführen. Selbst ohne Textstudium soll seine Rede dann Prosa und Dichtung hervorbringen können.

Anmerkung: Traditionelle Wirkungsaussage, kein Ersatz für Lernen als heutiger Ratschlag.

Anakhya-Nyasa: das Unbenennbare

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 407
caturthaṃ pañcakamataḥ śṛṇu devi samīhitā |
yasyādibhūtaḥ kathito'nākhyānyāsaḥ śubhāvahaḥ ||407||

Höre nun aufmerksam die vierte Fünfergruppe, Göttin. Als ihr erster wird der glückbringende Anakhya-Nyasa genannt.

Anmerkung: Anakhya: das Unbenennbare; Beginn eines neuen Abschnitts.

Vers 408
anākhyākhyasya caitasya ṛṣiḥ kapila iṣyate |
chando'tiśakvarī jñeyā devatā guhyakālikā ||408||

Als Rishi dieses Anakhya genannten Nyasa gilt Kapila. Sein Versmaß ist Atishakvari, seine Gottheit Guhyakalika.

Vers 409
bījaṃ śāmbhavakūṭaṃ hi śaktirmāheśvarāhvayam |
kīlakaṃ cāsya kathitaṃ kūṭamīśānanāmakam ||409||

Sein Bija ist Shambhava-Kuta, seine Shakti das Maheshvara genannte [Kuta]. Als Kilaka wird das Ishana genannte Kuta angegeben.

Anmerkung: Kuta-Bezug der Shakti aus dem parallelen Satzbau geklammert; OCR-Ziffer406als409.

Vers 410
viniyogastu kaivalyapadaprāptyai varānane |
ādau sāmānyamuddhāraṃ vakṣye paścād viśeṣataḥ ||410||

Die Anwendung dient dem Erlangen des Zustands der Befreiung, Schönantlitzige. Zuerst werde ich den allgemeinen Aufbau, danach die Einzelheiten erklären.

Gemeinsame Formelglieder des Anakhya-Nyasa

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 411
sarveṣāmeva mantrāṇāmādau bījāni pañca vai |
bhinnabhinnāni tānīha kathitāni manu prati ||411||

Am Anfang aller Mantras stehen fünf Bijas. Sie sind hier von Mantra zu Mantra verschieden.

Vers 412
tato'nu nāmāni pṛthak pṛthak sarvamanau śive |
[…] tāni sarvāṇi proktāni pratimantrakam ||412||

Danach folgen in jedem Mantra jeweils verschiedene Namen, Shiva. Sie alle sind […] für die einzelnen Mantras bestimmt.

Anmerkung: Fragment: Kasus- oder Formangabe am Anfang des zweiten Halbverses unlesbar; nicht vorzeitig rekonstruiert.

Vers 413
tato'pyanākhyārūpeti sthiramakṣarapañcakam |
sarveṣvapi hi mantreṣu vijñātavyaṃ vicakṣaṇaiḥ ||413||

Danach folgt die feste fünfsilbige Wendung „anākhyarūpā“, „von unbenennbarer Gestalt“. Die Verständigen sollen wissen, dass sie in allen Mantras gleichbleibt.

Vers 414
punarbījatrayaṃ bhinnaṃ bhinnaṃ pratimanu priye |
varṇāstrayodaśa tataḥ sarvamantre sthirā matāḥ ||414||

Wieder folgen drei Bijas, die in jedem Mantra verschieden sind, Geliebte. Danach gelten dreizehn Silben als in allen Mantras unveränderlich.

Vers 415
tāni tu […] carācare jagati cetyapi |
svaśaktisahitā ceti sthairyabhāñjyuditāni te ||415||

Sie lauten […] „carācare jagati“, „in der Welt des Beweglichen und Unbeweglichen“, und „svaśaktisahitā“, „mit der eigenen Shakti verbunden“. Diese wurden dir als feste Glieder genannt.

Anmerkung: Fragment: Anfang der dreizehnsilbigen Wortgruppe unlesbar; keine fehlende Silbe zur Zählung ergänzt.

Vers 416
punaḥ kūṭatrayaṃ sarvamantreṣu ca pṛthak pṛthak |
aṣṭau varṇāstato devi […] sthirā matāḥ ||416||

Wieder folgt in allen Mantras jeweils eine andere Dreiergruppe von Kutas. Danach gelten acht Silben, Göttin, […] als gleichbleibend.

Anmerkung: Fragment: Bestimmung vor sthira beschädigt, Formel folgt417.

Vers 417
paramātmani cetyasmād vilīye'ṣṭākṣarād yadaḥ |
tatastāraḥ sthiraḥ so'pi tato hṛnmanurucyate ||417||

Auf „paramātmani“ folgt „vilīye“: „Ich löse mich im höchsten Selbst auf“ – die acht Silben [des genannten Gliedes]. Danach folgt Tara, ebenfalls unveränderlich, und dann der Herz-Mantra.

Anmerkung: Schluss des ersten Halbverses grammatisch beschädigt, Formelwörter selbst lesbar; Satzbezug geklammert, keine zusätzliche Lautformel ergänzt.

Vers 418
tasyānte'pi śiromantraḥ sa cāyaṃ ca sthiro mataḥ |
iti sāmānyataḥ prokto viśeṣamadhunā śṛṇu ||418||

An dessen Ende folgt der Kopf-Mantra; beide gelten als unveränderlich. Damit ist der allgemeine Aufbau erklärt. Höre nun die Einzelheiten.

Fünfergruppen der Anakhya-Bijas

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 419
sārasvatatrapālakṣmīkāmavadhvaḥ kramādimāḥ |
pāśakūrcakṣetrapālahayagrīvamahāruṣaḥ ||419||

Der Reihe nach beginnen die Gruppen mit Sarasvata, Trapa, Lakshmi, Kama und Vadhu; Pasha, Kurcha, Kshetrapala, Hayagriva und Maharush …

Anmerkung: Fortlaufende Bija-Decknamen, keine Lautwerte ergänzt.

Vers 420
saṃhitā hākinī dhyānacañcū vidhaya eva ca |
gauraṃśuśulkau rākā ca meṣastadanu kathyate ||420||

… Samhita, Hakini, Dhyana, Chanchu und Vidhi; Go, Amshu, Shulka, Raka und danach Mesha …

Anmerkung: Shulka/Shukla im OCR unsicher; erstere Lesung nach wiederkehrender Decknamengruppe, nicht als gesicherte Silbe.

Vers 421
sākṣī paṅktiyogakalau mukulo'pi tataḥ smṛtaḥ |
vilāsaḥ saṃgraho ghaṭī bhāvātītau tato'pi ca ||421||

… Sakshin, Pankti, Yoga, Kala, danach Mukula; Vilasa, Samgraha, Ghati und Bhavatita …

Anmerkung: Liste im zweiten Halbvers offenbar unvollständig oder fehlerhaft flektiert; keine fünfte Bezeichnung zur Fünfergruppe ergänzt.

Vers 422
kumbhāmṛtāveśasomakinnarāstadanantaram |
mālānīle ca kulikaṃ preto bhairavyathāpi ca ||422||

… danach Kumbha, Amrita, Avesha, Soma und Kinnara; Mala, Nila, Kulika, Preta und Bhairavi …

Vers 423
raudrānandau ca nāgaśca bhāruṇḍā kākinī tathā |
tvaṣṭā dasraśca śaktiśca nakṣatraṃ vidyudeva ca ||423||

… Raudra, Ananda, Naga, Bharunda und Kakini; Tvashta, Dasra, Shakti, Nakshatra und Vidyut …

Anmerkung: Fußnote bietet Dakini statt Kakini in einem Zeugen; Hauptlesung bewahrt.

Vers 424
kartā sāraṅgakhaṭvāṅgau halastadanu ca kriyā |
[…] ca nirmokavetaṇḍadhanadā api ||424||

… Kartri, Saranga und Khatvanga, Hala und danach Kriya; […], Nirmoka, Vetanda und Dhanada …

Anmerkung: Fragment: Beginn des zweiten Halbverses unlesbar. Fußnote Vikriya statt Kriya, nicht eingemischt.

Vers 425
kaṅkālaṃ mānasaṃ śāntirugraṃ ḍāmarameva ca |
nemiścaṇḍaśca viśvaṃ ca kumārī pheravādimā ||425||

… Kankala, Manasa, Shanti, Ugra und Damara; Nemi, Chanda, Vishva und Kumari mit vorangestelltem Pherava …

Anmerkung: Letzter Gruppenanschluss -adima nicht geglättet; Kumari als Bija-Name.

Vers 426
bhogaḥ sṛṣṭiśca phetkārī tretā kṛtyā tathaiva ca |
sānvakṣamauñjīsūtrāṇi recakaḥ syāt tataḥ param ||426||

… Bhoga, Srishti, Phetkari, Treta und Kritya; Sanu, Aksha, Maunji, Sutra und danach Rechaka …

Vers 427
[…] dhenurmāriṣameva ca |
tataḥ sandhānasiñjinyau liṅganemeyasindhurāḥ ||427||

… […], Dhenu und Marisha; danach Samdhana, Sinjini, Linga, Nemeya und Sindhura …

Anmerkung: Fragment: mehrere Namen am Versanfang unlesbar; nicht aus ähnlichen Bija-Listen ergänzt.

Vers 428
bhrāmarī ca pracaṇḍā ca ḍākinyapi tataḥ param |
kekarākṣī kālarātrirūnaviṃśatimā matā ||428||

… Bhramari, Prachanda, danach Dakini, Kekarakshi und Kalaratri. Diese [Gruppe] gilt als die neunzehnte.

Anmerkung: Quelle bezweifelt die Endung der Ordinalzahl; Gruppenbezug aus den Fünferreihen vorsichtig geklammert, keine gesicherte Kontrollzählung behauptet.

Vers 429
surasaḥ samaraścaiva rāgaḥ sārasa eva ca |
tripurā ca tato jñeyā tataḥ kaulaśilaṃ matam ||429||

… Surasa, Samara, Raga und Sarasa, danach Tripura und anschließend Kaulashila …

Anmerkung: Kaulashila nur vorläufiger seltener Deckname.

Vers 430
madhuparkastataścāpi tridevatamanūdyate |
[…] gāyatrīkaṇike tataḥ ||430||

… danach Madhuparka, dann Tridevata, […], anschließend Gayatri und Kanika …

Anmerkung: Fragment: Beginn des zweiten Halbverses unverständlich; Madhuparka im OCR leicht beschädigt, nur vorläufig gelesen.

Vers 431
śṛṅkhalaupahvare vāpi nāndikaṃ […] smṛtam |
tataśca bhadrikā tandrā kuṭilā rañjinī ghaṭī ||431||

… Shrinkhala und Aupahvara, Nandika […] , danach Bhadrika, Tandra, Kutila, Ranjini und Ghati …

Anmerkung: Fragment: Wort nach Nandika unlesbar; kein weiteres Bija zur Fünferzahl erfunden.

Vers 432
sukṛtaṃ duṣkṛtaṃ padmaṃ kuśiko'vyaya eva ca |
saṃhāribījaṃ tadanu nādāntaka itaḥ param ||432||

… Sukrita, Dushkrita, Padma, Kushika und Avyaya, danach das Samhari-Bija und anschließend Nadantaka …

Vers 433
cāmaravyajane uktvā vidhṛtiḥ paripaṭhyate |
aupadeyaṃ ca māraṇḍavinādau tadanantaram ||433||

… nach Chamara und Vyajana wird Vidhriti gesprochen, danach Aupadeya, Maranda und Vinada …

Vers 434
vimardaśekharau cāpi mauliñjaḥ savirūpakaḥ |
aparāntaśca prakarībindukau tadanantaram ||434||

… Vimarda und Shekhara, Maulinja mit Virupaka, Aparanta und danach Prakari und Binduka …

Vers 435
virasaṃ dākṣikaṃ cāpi saumataṃ sapratānakam |
vidik […] maṇimālā ca hāriṇī ||435||

… Virasa, Dakshika, Saumata mit Pratanaka, Vidish, […], Manimala und Harini …

Anmerkung: Fragment: Glied nach Vidish unlesbar; keine weitere Silbe geraten.

Vers 436
utkocinī ca kauluñcaṃ nistanaḥ savisandhakaḥ |
turīyāgrāvapathye ca tataścāpi manojavā ||436||

… Utkochini, Kauluncha, Nistana mit Visandhaka, Turiya, Grava und Pathya sowie danach Manojava …

Anmerkung: Nistana/Visandhaka nur vorläufige Namenslesungen.

Vers 437
modakaṃ vāsitaujasviśaphāni tadanantaram |
śaktisarvasvamullikhya parāparamudīrayet ||437||

… danach Modaka, Vasita, Ojasvi und Shapha; man schreibe Shaktisarvasva und spreche Parapara …

Vers 438
śāmbhavaṃ cāpi cicchaktistataḥ sāyujyamityapi |
iti dvātriṃśaduditā bījapaṅktirvarānane ||438||

… Shambhava, Chichchhakti und danach Sayujya. Damit sind zweiunddreißig Bija-Reihen genannt, Schönantlitzige.

Anmerkung: Zweiunddreißig Gruppen, keine Behauptung von nur32Einzelbijas.

Begriffe im Dativ und unbenennbare Gestalten

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 439
ṅe'ntayā tu vibhaktyā vai śabdā ye saṃvṛtāḥ khalu |
vyāharāmyadhunā tāṃstu yaistu vyaktirbhaviṣyati ||439||

Nun nenne ich die Wörter mit Dativendung, durch die der Aufbau deutlich werden wird.

Anmerkung: Kasuszeichen nge im OCR lesbar als Dativ; spätere Verbindungen nicht eigenmächtig harmonisiert.

Vers 440
paramāṇurathāgniśca cakṣuḥ syāt tadanantaram |
tato liṅgaśarīraṃ ca paramātmā tathaiva ca ||440||

Paramanu (kleinstes Teilchen), dann Agni (Feuer), danach Chakshus (Auge), anschließend Linga-Sharira (subtiler Körper) und Paramatman (höchstes Selbst) …

Vers 441
viśvaprapañcaścājñānamindrajālamataḥ param |
nirākāramathābhyāsaḥ samīro vyaktireva ca ||441||

… Vishvaprapancha (die vielfältige Welt), Ajnana (Nichtwissen), danach Indrajala (Zaubernetz), Nirakara (Formlosigkeit), Abhyasa (Einübung), Samira (Wind) und Vyakti (Manifestation) …

Anmerkung: Fußnote bietet am Anfang vishvakprapancha; Hauptlesung bewahrt. Herausgeber meldet hier vier fehlende Zeilen in einem Zeugen, vorhandenen Haupttext weiterübersetzt.

Vers 442
āmnāyaścādhvaro bījāṅkuro kalilameva ca |
kṣīrāhārī ca tejaśca dravadravyaṃ […] ca ||442||

… Amnaya (Überlieferung), Adhvara (Opfer), Bijankura (Samenkeim), Kalila (ungeformte Masse), Kshiraharin (Milchesser), Tejas (Glut), flüssiger Stoff und […] …

Anmerkung: Fragment: letztes Listenglied unlesbar. Kshirahari als sichtbare Form bewahrt, nicht ohne Beleg in Nahrung/Milch umgeschrieben.

Vers 443
homaḥ prapañco medhādirmādakādistataḥ param |
mayūkhaśca kriyādiśca tataḥ sattvaguṇo mataḥ ||443||

… Homa (Feueropfer), Prapancha (Entfaltung), Medha und damit Beginnendes, danach Mada und damit Beginnendes, Mayukha (Strahl), Kriya und damit Beginnendes, dann die Qualität Sattva …

Anmerkung: Medhadi/Madakadi als Gruppenbezeichnungen nur vorläufig verständlich, keine unbekannten Bestandteile ergänzt.

Vers 444
rajoguṇastato jñeyastamoguṇa itaḥ param |
tato janyapadārthaśca punarākāśamucyate ||444||

… danach die Qualität Rajas, anschließend die Qualität Tamas, dann hervorgebrachte Dinge und wiederum Akasha (Raum) …

Vers 445
sarvatreti padaṃ […] śeṣe tu viniyojayet |
iti dvātriṃśatsaṃkhyākāḥ śabdāstava mayoditāḥ ||445||

Am Schluss setze man das Wort „sarvatra“, „überall“, ein […]. Damit habe ich dir zweiunddreißig Wörter genannt.

Anmerkung: Fragment: kurzes Verbindungsglied unlesbar; Wort sarvatra und Zählung sicher.

Vers 446
anākhyeti ca śabdasya śabdān pūrvasthitān […] |
anākhyārūpaśabdasya yaiḥ samāsaḥ sureśvari ||446||

Nun [höre] die Wörter vor „anākhyā“, „unbenennbar“, mit denen „anākhyarūpā“, „von unbenennbarer Gestalt“, zusammengesetzt wird, Herrin der Götter.

Anmerkung: Fragment: Verb am Ende des ersten Halbverses unlesbar, deutsche Ergänzung geklammert.

Vers 447
ādau hyavayavaṃ śaityaṃ darśanaṃ bhoga eva ca |
caitanyaṃ ca tato jñeyamatīndriyamapīśvari ||447||

Zuerst Avayava (Teil oder Glied), Shaitya (Kühle), Darshana (Sehen), Bhoga (Erfahrung), danach Chaitanya (Bewusstsein) und Atindriya (Übersinnliches), Herrin …

Anmerkung: Darshana im OCR auch dashana, Zahn/Beißen; Sehen als kontextuell wahrscheinliche, nicht gesicherte Lesung markiert.

Vers 448
adhyāsaśca pratītiśca tato'sambhāvanāpi ca |
ānandamaya ityekaṃ dhāraṇā jātireva ca ||448||

… Adhyasa (Überlagerung), Pratiti (Erkennen), danach Asambhavana (Nicht-für-möglich-Halten), Anandamaya (aus Glückseligkeit bestehend) als eine Einheit, Dharana (Festhalten oder Sammlung) und Jati (Entstehung oder Gattung) …

Anmerkung: Fußnote Adhyatma statt Adhyasa, nicht in Haupttext eingemischt.

Vers 449
prāmāṇyamapyapūrvaṃ ca rasādistadanantaram |
viśvotpattihariścaiva dvayaṃ tadanu kathyate ||449||

… Pramanya (Gültigkeit), Apurva (zuvor nicht vorhandene Wirkung), danach Rasa und damit Beginnendes, anschließend die beiden Vishvotpatti (Weltentstehung) und Hari …

Anmerkung: Hari als Quellenname beibehalten; nicht als vermeintlich sicheres hara/Auflösung berichtigt. Rasadi ohne ergänzte Liste.

Vers 450
balādiparipākaśca hyūṣṇatā klinnatā tathā |
viśvotpattistathāvirbhāvastirobhāva eva ca ||450||

… Reifung von Bala und Ähnlichem, Hitze, Feuchtigkeit, Weltentstehung, Erscheinung und Verhüllung …

Anmerkung: Bala kann hier Kraft bezeichnen; genaue Verbindung baladi-paripaka nicht völlig sicher. Wiederholung Weltentstehung gegenüber449bewahrt.

Vers 451
tathāvarakavikṣepau tataḥ […] |
vibhāgaḥ pālanaṃ sṛṣṭiḥ saṃhāro dhvaṃsa eva ca ||451||

… Verhüllung und Zerstreuung, danach […], Unterscheidung, Erhaltung, Schöpfung, Auflösung und Vernichtung …

Anmerkung: Fragment: zweite Hälfte des ersten Halbverses unlesbar; OCR-Ziffer4591als451.

Vers 452
śūnyatā sarvaśeṣe tu tattadrūpaṃ sureśvari |
anākhyāśabdapūrvasthapadāni kathitāni te ||452||

… und ganz zuletzt Leerheit, jeweils als entsprechende Gestalt, Herrin der Götter. Damit sind dir die Wörter vor „anākhyā“ genannt.

Die Dreiergruppen der Bijas

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 453
atha bījatrayaṃ devi kramataḥ hyavadhāraya |
ullāpyaṃ vismṛtiḥ pāṇigītiścetyaṅkuratrayam ||453||

Beachte nun die Dreiergruppen von Bijas der Reihe nach, Göttin: Ullapya, Vismriti, Panigiti – diese drei Keime …

Anmerkung: Panigiti hier als ein zusammengesetztes Glied wegen ausdrücklichem ankura-trayam; nicht in Pani/Giti zu vier aufgespalten. Ullapya-Schreibung leicht unsicher.

Vers 454
tato guhyakapāṭaśca saṃsṛṣṭiḥ savikośakaḥ |
sampūrṇā bhasmasaṃkalpā vidhānaṃ saṃvidhānakam ||454||

… danach Guhyakapata, Samsrishti mit Vikoshaka, Sampurna, Bhasma und Samkalpa, Vidhana und Samvidhana …

Anmerkung: Bhasma/Samkalpa-Trennung vorläufig, keine fehlende Dreiergruppe aufgefüllt.

Vers 455
kalahaśca tataḥ saṃdarśanaṃ yauktikamañjarī |
[…] pārīndraḥ śubhaṃyustadanantaram ||455||

… Kalaha, danach Samdarshana, Yauktika und Manjari, […], Parindra und anschließend Shubhamyu …

Anmerkung: Fragment: erster Name des zweiten Halbverses unlesbar.

Vers 456
vikramaścāpi saṃkrāntiḥ […] tathaiva ca |
saṃvyānaṃ saṃbalaṃ cāpi dhammillastadanu smṛtaḥ ||456||

… Vikrama, Samkranti, […], Samvyana, Sambala und danach Dhammilla …

Anmerkung: Fragment: drittes Glied des ersten Halbverses unlesbar. Fußnote Samdhana statt Samvyana, nicht verschmolzen.

Vers 457
tato vinimayaḥ sañjīvanī ca savipakṣakā |
atha sambhāvasaṃyogau viyogaścāpi kathyate ||457||

… danach Vinimaya, Samjivani mit Vipakshaka, dann Sambhava, Samyoga und Viyoga …

Vers 458
cākriko vikriyaścāpi sālaṅkastadanantaram |
vivṛttamatha saṃgūḍhaṃ vaidhānaṃ syāt tataḥ param ||458||

… Chakrika, Vikriya, danach Salanka, Vivritta, dann Samgudha und anschließend Vaidhana …

Anmerkung: OCR-Ziffer455nachFolge458; seltene Namen beibehalten.

Vers 459
ātaṅkāditrayaṃ paścāt pārāvāsau sahetukau |
jūṭaṃ śāpaśca śapatha eṣaṇā […] ||459||

… danach die mit Atanka beginnende Dreiergruppe, Para und Avasa mit Hetuka, Juta, Shapa, Shapatha, Eshana und […] …

Anmerkung: Fragment: Versschluss unlesbar; Para/Avasa nur vorläufige Namensgrenzen.

Vers 460
pṛśnikṣudrau tato jñeyau sarvanāḍī surārcite |
araghodārapinākāśca kṣudhāsantānamokṣakāḥ ||460||

… Prishni und Kshudra, danach Sarvanadi, du von den Göttern Verehrte, Aragha, Udara und Pinaka, Kshudha, Samtana und Mokshaka …

Anmerkung: Mehrere Decknamen unsicher, besonders Aragha. Fußnoten Prishni/Chhidra statt Prishni/Kshudra sowie Svanadi statt Sarvanadi; Haupttext nicht vermischt.

Vers 461
nandājaṭāvimalāśca piñjalā ca citā dhvajaḥ |
alakṣyamakṣaraṃ cāpi mahodaya itaḥ param ||461||

… Nanda, Jata, Vimala, Pinjala, Chita, Dhvaja, Alakshya, Akshara und danach Mahodaya …

Vers 462
caramo gūḍhakīlo ca bhāvaśauṇḍikakaulikāḥ |
paṅktiyogottamāḥ paścāt sthāvarajaṅgalaglahau ||462||

… Charama, Gudhakila, Bhava, Shaundika, Kaulika, danach Pankti, Yoga, Uttama, Sthavara, Jangala und Glaha …

Anmerkung: Letzte Namensverbindung beschädigt; Gliederung vorläufig, Fußnote abweichend sagala/graha. Keine eindeutige Dreierzahl daraus abgeleitet.

Vers 463
prādeśavighnasvātyaśca guṇamūle ca vāruṇī |
aghaṃ diṣṭastathā vyāḍo mahimā yatnajālayuk ||463||

… Pradesha, Vighna, Svati, Guna und Mula, Varuni, Agha, Dishta, Vyada und Mahima zusammen mit Yatna und Jala …

Anmerkung: Vyada und die letzten Namensgrenzen nur vorläufig.

Vers 464
vīthīpaṇoṣaraścāpi bhavedekāvalī tataḥ |
tato'nu vaktrakavacaṃ tathā brahmakapālakam ||464||

… Vithi, Pana, Ushara, danach Ekavali, anschließend Vaktra und Kavacha sowie Brahmakapalaka …

Anmerkung: Die Trennung der ersten drei Namen bleibt leicht unsicher; keine fehlende Silbenauflösung.

Vers 465
sarvaśeṣe sāntapanaṃ jagadāvṛttireva ca |
mahākalpasthāyibījaṃ tato'pi parameśvari ||465||

… ganz zuletzt Santapana, Jagadavritti und danach das Mahakalpasthayin-Bija, höchste Herrin.

Vers 466
itthaṃ sarveṣu mantreṣu tritribījaṃ krameṇa […] |
sāvadhānatayā deyaṃ kūṭāni śṛṇvataḥ param ||466||

So sind in allen Mantras der Reihe nach jeweils drei Bijas […] sorgfältig einzusetzen. Höre nun die Kutas.

Anmerkung: Fragment: Ende des ersten Halbverses beschädigt, sichere Anweisung vollständig übersetzt.

Dreiergruppen von Kutas

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 467
bījavat tritrikūṭāni pradātavyānyanukramāt |
śāmbhaveśānaliṅgāni kūṭāni prathamāni hi ||467||

Wie die Bijas sind der Reihe nach jeweils drei Kutas einzusetzen. Die ersten sind Shambhava-, Ishana- und Linga-Kuta …

Vers 468
vaihāyasaṃ vāyavīyaṃ haṃsakūṭaṃ tataḥ param |
prāsādācalamandārakūṭāni tadanantaram ||468||

… danach Vaihayasa-, Vayaviya- und Hamsa-Kuta, anschließend die Kutas Prasada, Achala und Mandara …

Vers 469
svastikodayagāndharvakūṭāni syurataḥ param |
tataḥ pāśupataṃ kūṭaṃ kūṭaṃ māheśvaraṃ tathā ||469||

… danach die Kutas Svastika, Udaya und Gandharva, dann Pashupata-Kuta und Maheshvara-Kuta …

Vers 470
tataḥ kūṭaṃ tatpuruṣasaṃjñakaṃ samudīritam |
[…] śāṅkaraṃ vāpi rodasīkūṭameva ca ||470||

… danach das Tatpurusha genannte Kuta, […], Shankara-Kuta und Rodasi-Kuta …

Anmerkung: Fragment: Anfang des zweiten Halbverses unlesbar, möglicherweise weiteres Kuta; nicht ergänzt.

Vers 471
vāmadevāghorasadyojātakūṭānyataḥ param |
āgneyaṃ nārasiṃhaṃ ca vārāhaṃ kūṭamanvataḥ ||471||

… danach die Kutas Vamadeva, Aghora und Sadyojata, anschließend Agneya-, Narasimha- und Varaha-Kuta …

Vers 472
dharākūṭaṃ yāmyakūṭaṃ […] kūṭameva ca |
[…] mṛtyuñjayaṃ kūṭaṃ kūṭaṃ śrīkaṇṭhasaṃjñakam ||472||

… Dhara-Kuta, Yamya-Kuta, […] Kuta, […], Mrityunjaya-Kuta und das Shrikantha genannte Kuta …

Anmerkung: Fragment: mehrere Glieder beschädigt; keine fehlenden Namen aus vorigen Listen eingefügt.

Vers 473
padakramajaṭākūṭānyataḥ paramudīrayet |
mālākūṭaṃ dṛṣṭikūṭaṃ ḍākinīkūṭameva ca ||473||

… danach spreche man die Kutas Pada, Krama und Jata, Mala-Kuta, Drishti-Kuta und Dakini-Kuta …

Vers 474
mandarekhāpūrṇakāmakūṭāni tadanantaram |
siddhikūṭaṃ śaktikūṭaṃ kūṭaṃ paiśācanāmakam ||474||

… anschließend die Kutas Manda, Rekha und Purnakama, Siddhi-Kuta, Shakti-Kuta und das Paishacha genannte Kuta …

Anmerkung: Erste Namensgruppe hinsichtlich Manda/Rekha-Trennung nicht völlig sicher.

Vers 475
sṛṣṭiḥ sthitiśca saṃhārakūṭānīmānyataḥ param |
anākhyā bhāsayā sārdhaṃ kūṭaṃ vāsavameva ca ||475||

… danach die Kutas Srishti, Sthiti und Samhara, Anakhya zusammen mit Bhasa sowie Vasava-Kuta …

Vers 476
sattvaṃ rajastama iti kūṭānyasyānu pārvati |
manthānamālātrijaṭākūṭānyetasya niścitam ||476||

… anschließend die Kutas Sattva, Rajas und Tamas, Parvati, sowie die Kutas Manthana, Mala und Trijata …

Anmerkung: Wiederholung Mala nach 473beibehalten.

Vers 477
kiñjalkakulanīlāni kūṭānyetasya paścime |
trikūṭamerukailāsāḥ kūṭāḥ syustadanantaram ||477||

… danach die Kutas Kinjalka, Kula und Nila, anschließend Trikuta, Meru und Kailasa …

Vers 478
setukūṭaṃ mantrakūṭaṃ kūṭaṃ sāmayikaṃ tathā |
[…] puṣkaraṃ ca kūṭaṃ hairaṇyagarbhakam ||478||

… Setu-Kuta, Mantra-Kuta, Samayika-Kuta, […], Pushkara und Hiranyagarbha-Kuta …

Anmerkung: Fragment: Name vor Pushkara nur als -ladhara lesbar, nicht automatisch Muladhara ergänzt.

Vers 479
viśuddhānāhatājñākhyāḥ kūṭāḥ syurdevyataḥ param |
svādhiṣṭhānaṃ kuṇḍalinī maṇipūrakameva ca ||479||

… danach die Vishuddha, Anahata und Ajna genannten Kutas, Göttin, sowie Svadhishthana, Kundalini und Manipura …

Vers 480
prājāpatyograbṛhataḥ […] kūṭāḥ bhavanti hi |
ṛgyajuḥsāmakūṭāni tadanantaramīśvari ||480||

… die Kutas Prajapatya, Ugra und Brihat […], danach Rig-, Yajus- und Sama-Kuta, Herrin.

Anmerkung: Fragment: kurzes Wort vor kutah unlesbar; drei Namen selbst hinreichend erkennbar.

Vers 481
jñānamaiśvaryakūṭaṃ ca vairāgyaṃ kūṭameva ca |
tataḥ […] punarjñeyāḥ śuddhāvidyāmahodayāḥ ||481||

… Jnana-, Aishvarya- und Vairagya-Kuta, danach […] Shuddha, Vidya und Mahodaya …

Anmerkung: Fragment: Gruppenverbindung beschädigt; Shuddha/Vidya gegenüber Shuddhavidya oder Shuddha/Avidya nicht völlig gesichert, keine Gleichzahl erzwungen.

Vers 482
buddhyahaṅkāracittāni kūṭānītaḥ paraṃ […] |
vāsiṣṭhaṃ kāpilaṃ kūṭaṃ guhyakūṭaṃ tataḥ param ||482||

… danach die Kutas Buddhi, Ahamkara und Chitta […], anschließend Vasishtha-, Kapila- und Guhya-Kuta …

Anmerkung: Fragment: kurzer Anschluss am Ende des ersten Halbverses unlesbar.

Vers 483
dhaumāvatyaṃ tathā jyotirmayaṃ cāṅgirasaṃ tathā |
prabodhāśayacaitanyakūṭāni tadanantaram ||483||

… Dhaumavatya, Jyotirmaya und Angirasa, danach die Kutas Prabodha, Ashaya und Chaitanya …

Anmerkung: Dhaumavatya als von Dhumavati abgeleiteter Quellenname bewahrt.

Vers 484
dvātriṃśatsaṃkhyakā paṅktiritthaṃ bhavati bhāmini |
evaṃ viśeṣaḥ kathito hyanākhyānyāsa īśvari ||484||

So ergibt sich eine Reihe von zweiunddreißig [Dreiergruppen], Strahlende. Damit sind die Einzelheiten des Anakhya-Nyasa erklärt, Herrin.

Anmerkung: Gruppenbezug aus 467geklammert; nicht32Einzelkutasbehauptet.

Abschluss und Vorranganspruch des Anakhya-Nyasa

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 485
kartavyatā pūrvamuktā kāmyatve nityatāsu ca |
naimittikatve'pi tathā rītiḥ proktā puraiva hi ||485||

Seine Ausführung als wahlweise oder regelmäßige Handlung wurde zuvor erläutert; ebenso wurde die anlassgebundene Form bereits erklärt.

Anmerkung: Textinterner Rückverweis, keine fehlende Regel selbst ergänzt.

Vers 486
anākhyāsadṛśo nyāso na bhūto na bhaviṣyati |
jñātvetthaṃ cetasi śive yathecchasi tathā kuru ||486||

Ein Nyasa wie der Anakhya-Nyasa hat weder je existiert noch wird es einen geben. Erkenne dies in deinem Herzen, Shiva, und handle, wie du es wünschst.

Anmerkung: Vorranganspruch und abschließende Freistellung der Quelle.

Vers 487
kimanyairnyāsavistārairanākhyāṃ kurvato'nvaham |
akurvato nyāsamenaṃ kimanyairnyāsavistaraiḥ ||487||

Was braucht jemand, der Anakhya täglich ausführt, die Fülle anderer Nyasas? Und was nützt jemandem, der diesen Nyasa nicht ausführt, die Fülle anderer Nyasas?

Anmerkung: Rhetorischer Vorranganspruch, nicht allgemeine Abwertung anderer Yogawege durch die Redaktion.

Bhasa-Nyasa und der vierte Bewusstseinszustand

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 488
bhāsānyāsamidānīṃ tvaṃ mattaḥ kalaya […] |
anākhyānyāsato'pyeṣa gūḍhaḥ sarvāgameṣvapi ||488||

Lerne nun von mir den Bhasa-Nyasa kennen […]. In allen Agamas gilt er als noch verborgener als der Anakhya-Nyasa.

Anmerkung: Fragment: Anrede am Ende des ersten Halbverses unlesbar. Bhasa: Leuchten oder Erscheinung.

Vers 489
sthitisaṃhārakau nyāsau jāgratsvapnasamau matau |
suṣuptitulyo'nākhyākhyaḥ samā bhāsā turīyayā ||489||

Sthiti- und Samhara-Nyasa entsprechen dem Wachen und Träumen. Anakhya entspricht dem Tiefschlaf; Bhasa wird Turiya, dem vierten Zustand, gleichgesetzt.

Anmerkung: Textinterne Entsprechung in der genannten Reihenfolge, nicht neurophysiologische Behauptung.

Vers 490
yathā turīyayā naiva saṃsāre punarāgamaḥ |
bhāsāmabhyasyatastadvanna bhaved bhavabandhanam ||490||

Wie durch Turiya keine Rückkehr in Samsara stattfindet, so soll für denjenigen, der Bhasa übt, keine Bindung an das bedingte Dasein mehr bestehen.

Anmerkung: OCR-Ziffer460als490; Heilsverheißung der Quelle.

Vers 491
kadācit punarāvṛttiḥ saṃsāre syādanākhyayā |
bhāsayā na […] koṭibhiḥ saṃsṛtau januḥ ||491||

Durch Anakhya mag es noch einmal zu einer Rückkehr in Samsara kommen; durch Bhasa aber gibt es selbst nach Millionen […] keine Geburt mehr im Daseinskreislauf.

Anmerkung: Fragment: Bezugswort der Millionenzahl beschädigt, keine Kalpas/Jahre ergänzt. Abweichender Heilsrang gegenüber Anakhya-Vorrang487bewahrt.

Vers 492
iti sāmānyato hyasya phalaṃ samupavarṇitam |
viśeṣataḥ punarvaktuṃ mama śaktiṃ vidyate ||492||

Damit ist seine Frucht im Allgemeinen beschrieben. Sie im Einzelnen darzulegen, steht […] in meiner Kraft.

Anmerkung: Fragment: zweiter Halbvers grammatisch beschädigt und mögliche Verneinung nicht gesichert. Keine Behauptung von Fähigkeit oder Unfähigkeit erzwungen. OCR-Ziffer462als492.

Vers 493
mumukṣūṇāmiyaṃ nityā'nyeṣāṃ kāmyā nigadyate |
naimittikatayā naiṣā kadāpyuktā vicakṣaṇaiḥ ||493||

Für Befreiungssuchende ist diese Übung regelmäßig erforderlich, für andere wird sie als wahlweise bezeichnet. Niemals haben die Kundigen sie als bloß anlassgebundene Übung beschrieben.

Vers 494
etasya bhāsānyāsasya sadāśiva ṛṣirmataḥ |
chando bṛhatyapyuditā devatā guhyakālikā ||494||

Als Rishi dieses Bhasa-Nyasa gilt Sadashiva, als Versmaß wird Brihati genannt; die Gottheit ist Guhyakalika.

Anmerkung: OCR-Ziffer464als494.

Vers 495
praṇavo bījamuditaṃ vāgbhavaḥ śaktirucyate |
śākinī kīlakaṃ cāpi ḍākinī tattvameva ca ||495||

Pranava wird als Bija genannt, Vagbhava als Shakti, Shakini als Kilaka und Dakini als Tattva.

Vers 496
viniyogastu kaivalyalabdhaye parikīrtitaḥ |
atha sāmānyamuddhāraṃ purataḥ kathayāmi te ||496||

Die Anwendung dient dem Erlangen der Befreiung. Nun erkläre ich dir zunächst den allgemeinen Aufbau.

Der allgemeine Formelbau des Bhasa-Nyasa

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 497
viśeṣaṃ tu punarvakṣye yena vyaktirbhaviṣyati |
nava bījāni purataḥ pratimantraṃ sthirāṇi ca ||497||

Danach werde ich die Einzelheiten erläutern, durch die er deutlich wird. Am Anfang stehen neun Bijas, die in jedem Mantra gleichbleiben.

Vers 498
tato nāmāni bhinnāni bhinnāni kathitāni hi |
taiḥ śaktiśabdasya śive kartavyo vigrahaḥ sadā ||498||

Danach folgen jeweils verschiedene Namen. Mit ihnen ist stets das Wort „śakti“, Kraft, zu verbinden, Shiva.

Anmerkung: OCR-Ziffer460nachFolge498.

Vers 499
sa punarṅivibhaktyantaḥ kartavyaḥ sarvadaiva hi |
pūrvaśabdo'sthiro jñeyaḥ stheyānapyuttarastathā ||499||

Diese Verbindung steht jedes Mal im Lokativ. Das erste Wort ist als wechselnd zu verstehen, das zweite bleibt fest.

Anmerkung: Kasuszeichen nach der erkennbaren Form ng i als Lokativ gelesen. OCR-Ziffer466nachFolge499.

Vers 500
bhāsākāreti varṇāni catvāri pratimantrakam |
sthirāṇyuktāni deveśi tataḥ śabdāḥ pṛthak pṛthak ||500||

Die vier Silben „bhāsākārā“, „von leuchtender Gestalt“, sind in jedem Mantra gleich, Herrin der Götter. Danach folgen jeweils verschiedene Wörter …

Vers 501
sarveṣu manuṣu jñeyāḥ saptamyantāḥ sureśvari |
nirābhāseti tatpaścāt susthirā caturakṣarī ||501||

… die in allen Mantras im Lokativ stehen, Herrin der Götter. Danach folgt die feste viersilbige Wendung „nirābhāsā“, „ohne Erscheinung“.

Anmerkung: Gegensatz Bh asakara/Nirabhasa textgetreu, keine stille philosophische Harmonisierung.

Vers 502
tato'nu pañcabījāni sarvatrāgantukāni hi |
jñānavijñānarūpeti tato'nantaramīśvari ||502||

Danach folgen jeweils fünf hinzutretende Bijas. Anschließend steht, Herrin, „jñānavijñānarūpā“, „von der Gestalt der Erkenntnis und des unterscheidenden Erkennens“ …

Anmerkung: Agantuka als hinzutretend/wechselnd aus dem Formelbau, nicht in eine frei ergänzte Bija-Reihe übersetzt.

Vers 503
saptavarṇāḥ sthirāḥ proktā nikhileṣu manuṣvapi |
punastrīṇi bījāni tatastrīṇi calāni hi ||503||

… sieben Silben, die in sämtlichen Mantras unveränderlich sind. Wieder folgen drei Bijas, danach drei wechselnde [Bijas].

Anmerkung: Doppelte Dreierangabe der Quelle bewahrt; möglicher wiederholender Satzbau nicht als sichere Sechsergruppe behauptet.

Vers 504
tato bhagavatī guhyakālītyaṣṭākṣaraṃ sthiram |
[…] vijñeyaṃ kūṭamekaṃ tataścalam ||504||

Danach folgt die feste achtsilbige Wendung „bhagavatī guhyakālī“, „die erhabene Guhyakali“. […] Anschließend ist ein wechselndes Kuta vorgesehen.

Anmerkung: Fragment: Beginn des zweiten Halbverses beschädigt.

Vers 505
sarvatra parijñeyaṃ viśeṣeṇa calaṃ sthiram |
varṇāḥ saptaiva mayi līyatāṃ svāheti pārvati ||505||

Überall ist genau zwischen wechselnden und festen Gliedern zu unterscheiden. Die sieben Silben „mayi līyatāṃ svāhā“, „Sie möge sich in mir auflösen. Svaha!“, Parvati, …

Vers 506
pratimantraṃ sarvaśeṣe sthirā jñeyāstu sādhakaiḥ |
iti sāmānya uddhāro bhāsānyāsasya kīrtitaḥ ||506||

… stehen ganz am Schluss jedes Mantras unveränderlich, so sollen die Sadhakas wissen. Damit ist der allgemeine Aufbau des Bhasa-Nyasa erklärt.

Feste Anfangsbijas und Shakti-Namen

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 507
atha vakṣye viśeṣeṇa sphuṭastena bhaviṣyati |
praṇavaḥ śākinī māyā ḍākinī yoginī tathā ||507||

Nun werde ich die Einzelheiten erklären, durch die er deutlich wird. Pranava, Shakini, Maya, Dakini und Yogini …

Vers 508
pralayaśca vadhūścaiva phetkārī tāra eva ca |
etāni nava bījāni sthirāṇyuktāni te mayā ||508||

… Pralaya, Vadhu, Phetkari und Tara: Diese neun Bijas habe ich dir als unveränderlich genannt.

Anmerkung: Pranava und Tara beide ausdrücklich vorhanden, nicht als Dublette gestrichen.

Vers 507 (zweite Zählung; interne Kennung509)
[…] śaktiśabdasya pūrvasthāni padāni hi |
jñānamicchākriyāśraddhādhṛtimedhā'ṇimā tathā ||507||

[…] die Wörter, die vor „śakti“ stehen: Jnana (Erkenntnis), Ichchha (Wille), Kriya (Handlung), Shraddha (Vertrauen), Dhriti (Standhaftigkeit), Medha (Einsicht) und Anima (Feinheit oder Kleinwerden) …

Anmerkung: Fragment: einleitendes Wort unlesbar. Quelle wiederholt507, interne Kennung509mitbewahrterAnzeige.

Vers 510
māyā prabhā viśuddhaśca ṛddhirnityā smṛtistataḥ |
[…] prītiśca nītiśca kūṭasthaṃ cetanā'pi ca ||510||

… Maya, Prabha (Glanz), Vishuddha (Reinheit), Riddhi (Gedeihen), Nitya (Beständigkeit), danach Smriti (Erinnerung), […], Priti (Freude oder Liebe), Niti (Führung), Kutastha (das Unveränderliche) und Chetana (Bewusstsein) …

Anmerkung: Fragment: erster Name im zweiten Halbvers beschädigt; nicht zu Prajna geraten.

Vers 511
satyaṃ śāntistathotsāhaḥ snehaḥ parimitistathā |
tataḥ saṃyogasaṃskārau vivekaḥ pramitiḥ punaḥ ||511||

… Satya (Wahrheit), Shanti (Ruhe), Utsaha (Tatkraft), Sneha (Zuneigung), Parimiti (Begrenzung), danach Samyoga (Verbindung), Samskara (Prägung), Viveka (Unterscheidung) und Pramiti (bestimmte Erkenntnis) …

Vers 512
yogaśca sukhaduḥkhaṃ ca pralayaḥ sākṣyathoditaḥ |
upādhiḥ sarvaśeṣe syāt śakteḥ pūrvasthitā ime ||512||

… Yoga (Verbindung), Glück und Leid, Pralaya (Auflösung), Sakshin (Zeuge) und ganz zuletzt Upadhi (begrenzende Bedingung). Diese Wörter stehen vor „śakti“.

Weitere wechselnde Begriffe

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 513
śabdān bhinnānatho vacmi bhāsākārāpadādanu |
[…] saṃyamaścaiva vitarkastadanantaram ||513||

Nun nenne ich die wechselnden Wörter nach „bhāsākārā“: […], Samyama (Sammlung oder Zügelung) und danach Vitarka (Erwägung) …

Anmerkung: Fragment: erster Name des zweiten Halbverses unlesbar.

Vers 514
jugupsā patanaṃ jāḍyaṃ mahadbandhanameva ca |
timiraṃ […] syādakiñcanamanvataḥ ||514||

… Jugupsa (Abscheu), Patana (Fall), Jadya (Stumpfheit), Mahadbandhana (große Bindung), Timira (Dunkelheit), […] und danach Akinchana (Besitzlosigkeit beziehungsweise Nichts-Haben) …

Anmerkung: Fragment: Wort nach Timira beschädigt; Mahadbandhana im OCR leicht beschädigt, vorläufige Lesung.

Vers 515
naśvaraṃ tadanu jñeyaṃ tato vismaraṇaṃ punaḥ |
abodhaśca tathā […] harṣo janyaṃ tataḥ param ||515||

… danach Nashvara (Vergängliches), dann Vismarana (Vergessen), Abodha (Nicht-Erkennen), […], Harsha (Freude) und anschließend Janya (Hervorgebrachtes) …

Anmerkung: Fragment: Glied vor Harsha unlesbar.

Vers 516
moho'līkaṃ ca lobhaśca tadanantaramucyate |
tato'nadhyavasāyo'pi […] viyogayuk ||516||

… danach Moha (Verblendung), Alika (Unwirkliches), Lobha (Gier), anschließend Anadhyavasaya (Unentschiedenheit), […] zusammen mit Viyoga (Trennung) …

Anmerkung: Fragment: zwei Ausdrücke vor Viyoga beschädigt, keine vorschnelle Deutung als Lakshya/Apurti.

Vers 517
tathaivānupalabdhiśca tato'haṅkārameva ca |
[…] cyutiścaiva dharmādharmastato'pyanu ||517||

… Anupalabdhi (Nichtwahrnehmung), danach Ahamkara (Ichbildung), […], Chyuti (Abfall) und anschließend Dharma und Adharma, Recht und Unrecht …

Anmerkung: Fragment: Anfang des zweiten Halbverses unlesbar.

Vers 518
asambhāvita ityevaṃ tadanantaramucyate |
adṛṣṭamatha kaivalyaṃ sarvaśeṣe prakīrtitam ||518||

… danach Asambhavita (für unmöglich Gehaltenes), dann Adrishta (Unsichtbares) und ganz zuletzt Kaivalya (Befreiung).

Anmerkung: Bedeutung der abstrakten Listenwörter hängt vom anschließenden Mantrabau ab; keine vollständige philosophische Gleichsetzung erfunden.

Die wechselnden Fünfergruppen des Bhasa-Nyasa

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 519
dvātriṃśaditi śabdāḥ syurbhāsākūṭāt padāt purā |
pañca pañcātha bījāni bhinnānyākarṇaya priye ||519||

Diese zweiunddreißig Wörter stehen vor dem Wort „bhāsākūṭa“. Höre nun die jeweils fünf verschiedenen Bijas, Geliebte.

Anmerkung: Quelle hier bhasakuta/vorher, während513bhasakara/nachher sagt. Abweichung nicht stillschweigend geglättet.

Vers 520
praṇavo vāgbhavaḥ pāśaḥ kalā sarvastataḥ param |
lakṣmīmāyākāmasṛṇigāruḍāstadanantaram ||520||

Pranava, Vagbhava, Pasha, Kala und danach Sarva; anschließend Lakshmi, Maya, Kama, Srini und Garuda …

Anmerkung: Pranava/Vagbhava anfangs im OCR leicht beschädigt, vorläufig gelesen. Hauptlesung Sarva, Fußnote Sharva, nicht vereinheitlicht.

Vers 521
rāvaśchandaścaṇḍaviśvau kauṇapī tadanantaram |
rambhāvatī ca bhūtaśca kinnarakṣetrapālakau ||521||

… Rava, Chhanda, Chanda und Vishva, danach Kaunapi; Rambhavati, Bhuta, Kinnara und Kshetrapalaka …

Anmerkung: Rambhavati möglicherweise Rambha/Vati, Gruppentrennung nicht durch Fünferzahl erzwungen.

Vers 522
kālīhayagrīvadharmajayā[…] tataḥ param |
vicitraṃ dhanyamullāpyaṃ vismṛtiḥ pāṇigītiyuk ||522||

… Kali, Hayagriva, Dharma, Jaya, […] danach Vichitra, Dhanya, Ullapya, Vismriti mit Panigiti …

Anmerkung: Fragment: letzter Name der ersten Gruppe nicht zuverlässig lesbar.

Vers 523
lakṣmabījaṃ vikramaśca saṃkramastadanantaram |
kulamudrā cakratumbī tadanu parikathyate ||523||

… Lakshma-Bija, Vikrama und danach Samkrama, anschließend Kulamudra und Chakratumbi …

Anmerkung: Lakshma als sichtbare Form, nicht automatisch Lakshmi; Chakratumbi bleibt möglicher zusammengesetzter Name.

Vers 524
mocinī cāpi lāṅgūlaṃ vardhamānaṃ tathaiva ca |
vetramāṣāḍhamasyānu khaḍgo buddhiḥ kṣamā priye ||524||

… Mochini, Langula, Vardhamana, Vetra und danach Ashadha, Khadga, Buddhi und Kshama, Geliebte …

Anmerkung: Fußnote Modini statt Mochini; getrennt bewahrt.

Vers 525
mālā nīlaṃ ca dhūmaśca jayantī lalitaṃ tathā |
tato'ruṇā nivṛttiśca kabandhakrakacau tataḥ ||525||

… Mala, Nila, Dhuma, Jayanti und Lalita, danach Aruna, Nivritti und dann Kabandha und Krakacha …

Vers 526
ariṣṭaṃ ca śmaśānaṃ ca śavaḥ paścānnigadyate |
anāhataśca bhogaśca sṛṣṭiḥ phetkāryapi priye ||526||

… Arishta, Shmashana und danach Shava, Anahata, Bhoga, Srishti und Phetkari, Geliebte …

Vers 527
tretā kośaśca kṛtyā ca karālī tarjanī tathā |
kaṭakaṭā tato muktā drāvaṇānandakhecarī ||527||

… Treta, Kosha, Kritya, Karali, Tarjani, Katakata, danach Mukta, Dravana, Ananda und Khechari …

Vers 528
dhṛtiḥ kalpo mahā caiva kramaśca dhanadā tapaḥ |
veṇusānvakṣamauñjīkasūtrāṇi tadanantaram ||528||

… Dhriti, Kalpa, Maha und Krama, Dhanada, Tapas, danach Venu, Sanu, Aksha, Maunjika und Sutra …

Anmerkung: Maha/Krama nach ausdrücklich getrenntem Sanskrit nicht zu Mahakrama vereinheitlicht.

Vers 529
koṭiṣaṇṭā piñjalā ca citā dhvaja iti kramāt |
mantrāvalī ca bhāruṇḍā tantravarṇau ca sampuṭaḥ ||529||

… der Reihe nach Kotishanta, Pinjala, Chita und Dhvaja, Mantravali, Bharunda, Tantra und Varna sowie Samputa …

Anmerkung: Erster Name Kotishanta sehr unsicher, möglicherweise mehrere Glieder; keine eindeutige Fünfergruppe behauptet.

Vers 530
īhā kṣudhā ca santāno mokṣo nirvāṇa eva ca |
ḍamaruścaiva nārācaḥ śūlaṃ tadanu kīrtyate ||530||

… Iha, Kshudha, Samtana, Moksha und Nirvana, Damaru, Naracha und danach Shula …

Vers 531
ardhacandraḥ […] dhyānaṃ cañcuvidhī api |
saṃhitā hākinī cāpi tadanantaramīryate ||531||

… Ardhachandra, […], Dhyana, Chanchu und Vidhi, danach Samhita und Hakini …

Anmerkung: Fragment: zweiter Name unlesbar; Ardhachandra im OCR als a-chandra verkürzt, ausdrücklich nur wahrscheinliche Normalisierung.

Vers 532
tato'nudāttasvarite ratnodātte saniṣkale |
nābhasaṃ […] nāyako'pyadvayaṃ tataḥ ||532||

… danach Anudatta und Svarita, Ratna und Udatta mit Nishkala, Nabhasa, […], Nayaka und anschließend Advaya …

Anmerkung: Fragment: Wort nach Nabhasa unlesbar.

Vers 533
kalāvatī ca sarvasvaṃ vipriyaṃ tadanantaram |
santānamatha vaikakṣaṃ tatheśaḥ pārameva ca ||533||

… Kalavati, Sarvasva, danach Vipriya, Samtana, dann Vaikaksha, Isha und Para …

Anmerkung: Para Hauptlesung, Fußnote Pala; Vaikaksha als unsicherer Deckname.

Vers 534
avārayūpau hetuśca sampradāyaśca bhājanam |
[…] apāyanikārāśca kṛtigrāhagrahā api ||534||

… Avara und Yupa, Hetu, Sampradaya, Bhajana, […], Apaya, Nikara, Kriti, Graha (grāha) und Graha (graha) …

Anmerkung: Fragment: erstes Glied des zweiten Halbverses unlesbar; Kriti und Avara vorläufige Namenslesungen.

Vers 535
tapano vardhanī cāpi srajā ca karakā tathā |
ulūkaṃ lambikā cāpi guruḥ śeṣe sureśvari ||535||

… Tapana, Vardhani, Sraja, Karaka, Uluka, Lambika und am Schluss Guru, Herrin der Götter …

Anmerkung: Sraja im OCR leicht beschädigt; keine Bedeutung als gesicherter Bija-Laut angegeben.

Vers 536
rayirudbhittathā prāyastīrthaṃ vāṭī tathaiva ca |
sandhyā varṣma vitānaṃ ca kiñjalkaṃ tithireva ca ||536||

… Rayi, Udbhid, Praya, Tirtha, Vati, Sandhya, Varshma, Vitana, Kinjalka und Tithi …

Anmerkung: Praya Hauptlesung, Fußnote Drapa; Varshma/Varna hier nicht völlig sicher.

Vers 537
vīthī paṇaśca karaṇaṃ catuṣpathamathoṣaraḥ |
pūtyaṇḍakuñcikābālaraṇḍākāmakalāḥ kramāt ||537||

… Vithi, Pana, Karana, Chatushpatha, dann Ushara; der Reihe nach Putyanda, Kunchika, Bala, Randa und Kamakala …

Anmerkung: Bala/Randa möglicherweise Bal aranda als Kompositum; Grenze nicht gesichert, keine künstliche Gruppenfüllung.

Vers 538
[…] sarvaśeṣe ca dvātriṃśaditi kīrtitāḥ |
saptākṣarādanu proktā yā tu bījatrayī punaḥ ||538||

… […] ganz zuletzt. Damit sind zweiunddreißig [Gruppen] genannt. Die Dreiergruppe von Bijas, die nach den sieben Silben angekündigt wurde, …

Anmerkung: Fragment: letztes Bija der Liste unlesbar, nicht geraten; Gruppenbezug aus 519.

Weitere Dreiergruppen der Bijas

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 539
sā'dhunā kathyate devi śrūyatāṃ sāvadhānayā |
mekhalākuṇḍagarbhāśca mandasaṃmohasaṃhṛtīḥ ||539||

… wird jetzt erklärt, Göttin; höre aufmerksam: Mekhala, Kunda und Garbha; Manda, Sammoha und Samhriti …

Vers 540
sāvitrīśaṅkuyāmyāśca mūrvalātūṇasaindhurāḥ |
vīravetālabhauvāḥ syustandrākuṭilarañjanīḥ ||540||

… Savitri, Shanku und Yamya; Murvala, Tuna und Saindhura; Vira, Vetala und Bhauva; Tandra, Kutila und Ranjani …

Vers 541
surasaḥ samaraḥ […] līlayā saha |
dhenuśca […] kaṇikayā […] tathā ||541||

… Surasa, Samara, […] zusammen mit Lila, Dhenu, […] mit Kanika und […] …

Anmerkung: Fragment: mehrere Namen unlesbar, Sanskritbruchstücke nicht aus ähnlichen Reihen ergänzt.

Vers 542
tataśca padmakuśikau duṣkṛtādyau sureśvari |
sambhūtiścaturasraṃ ca […] paścānnigadyate ||542||

… danach Padma und Kushika mit vorangestelltem Dushkrita, Herrin der Götter; Sambhuti, Chaturasra und anschließend […] …

Anmerkung: Fragment: letztes Glied unlesbar; Dushkrita nicht als allgemeine Fünfergruppe missverstanden.

Vers 542 (zweite Zählung; interne Kennung543)
[…] maṇimālā ca hāriṇyapi tataḥ param |
nādāntakaścāmaraṃ ca vyajanaṃ tadanūdyate ||542||

… […], Manimala und danach Harini, anschließend Nadantaka, Chamara und Vyajana …

Anmerkung: Fragment: erstes Glied unlesbar; Quelle wiederholt542, interne Kennung543, Anzeige bewahrt.

Vers 544
kauluñcaṃ vijayā caiva śrīkaṇṭhastadanantaram |
ārūḍhaśca vinādaśca vimarda iti kathyate ||544||

… Kauluncha, Vijaya und danach Shrikantha, Arudha, Vinada und Vimarda …

Anmerkung: Arudha als sichtbare Hauptlesung, nicht automatisch Maranda aus anderen Reihen ersetzt.

Vers 545
virūpo'thāparāntaśca prakarī tadanantaram |
dākṣikaṃ saumataṃ cāpi pratānamatha kathyate ||545||

… Virupa, dann Aparanta und danach Prakari, Dakshika, Saumata und anschließend Pratana …

Anmerkung: Verbindung vor Aparanta im OCR beschädigt; kein weiterer Name hineingelesen.

Vers 546
nityo vṛṣaśca puṣṭiśca śikṣā satyapi vai madhu |
pauṣpaṃ nirmalamullikhya kulaṃ […] kathyate ||546||

… Nitya, Vrisha, Pushti, Shiksha, Sati und Madhu; man schreibe Paushpa, Nirmala und Kula […] …

Anmerkung: Fragment: letztes Wort beschädigt; saty api als sati api gelesen, möglicher anderer Name offen.

Vers 547
prabhā ca suprabhā caiva viśuddhiḥ syāt tataḥ param |
ṛddhirvibhūtirdīptā ca nandā cātha jaṭā himam ||547||

… Prabha, Suprabha und danach Vishuddhi, Riddhi, Vibhuti, Dipta, Nanda und dann Jata und Hima …

Vers 548
kākinyatho nemicchandau bhāruṇḍātantravarṇakāḥ |
tataḥ kāpālagokarṇasurabhyaḥ parameśvari ||548||

… Kakini, dann Nemi und Chhanda, Bharunda, Tantra und Varnaka, danach Kapala, Gokarna und Surabhi, höchste Herrin …

Anmerkung: OCR-Ziffer540nachFolge548.

Vers 549
kumbhakaśca mahākrodho recakaḥ parikīrtitaḥ |
[…] kuntaparighau ṛṣṭirityapi ||549||

… Kumbhaka, Mahakrodha und Rechaka, […], Kunta und Parigha sowie Rishti …

Anmerkung: Fragment: erste Namensgruppe des zweiten Halbverses unlesbar; Parigha nur wahrscheinliche Lesung.

Vers 550
kartṛsāraṅgakhaṭvāṅgaśikhāḥ […] eva ca |
kalyāṇaṃ bhūrjambukaśca nāko'pi tadanantaram ||550||

… Kartri, Saranga, Khatvanga, Shikha und […], Kalyana, Bhu, Jambuka und danach Naka …

Anmerkung: Fragment: Name nach Shikha beschädigt; Bhu/Jambuka nur vorläufig getrennt.

Vers 551
tarjanaṃ sākalaṃ syātāmullolaśca nigadyate |
iti tribījaniśreṇī krameṇa kathitā mayā ||551||

… Tarjana, Sakala und Ullola. Damit habe ich die Folge der Bija-Dreiergruppen der Reihe nach genannt.

Die einzelnen Kutas

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 552
athaikakūṭavistāraṃ varṇayāmi sureśvari |
vairāgyakūṭaṃ prathamaṃ tato'vidyābhidheyakam ||552||

Nun erkläre ich die Reihe der jeweils einzelnen Kutas, Herrin der Götter: zuerst Vairagya-Kuta, danach das Avidya genannte …

Vers 553
upādhikūṭamadvaitakūṭaṃ tanmātrakūṭakam |
tanmanobuddhyahaṅkāracittāni ca sureśvari ||553||

… Upadhi-Kuta, Advaita-Kuta, Tanmatra-Kuta, dann Manas, Buddhi, Ahamkara und Chitta, Herrin der Götter …

Anmerkung: Upadhi im OCR als Upayi verformt, nur wahrscheinliche Lesung im Begriffszusammenhang.

Vers 554
[…] kūṭaṃ kūṭamindriyanāmakam |
vāsanākṣarakūṭe ca pāramārthikamanvataḥ ||554||

… […] Kuta, das Indriya genannte Kuta, Vasana- und Akshara-Kuta, anschließend Paramarthika …

Anmerkung: Fragment: erster Kuta-Name unlesbar; nicht ergänzt.

Vers 555
tataḥ kūṭāni pramāṇapratyayaprakṛtīni ca |
pratibimbaṃ tathā sattā nimittābhāsameva ca ||555||

… danach die Kutas Pramana, Pratyaya und Prakriti, Pratibimba, Satta, Nimitta und Abhasa …

Vers 556
jīvātmabandhanāmānau tataḥ kūṭāvudāhṛtau |
nityaḥ sākṣī cidghanaśca paramātmā tataḥ smṛtaḥ ||556||

… dann die Jivatman und Bandha genannten Kutas, Nitya, Sakshin, Chidghana und danach Paramatman …

Vers 557
caitanyāpunarāvṛttī tathaikātmyamapi priye |
vijñānamayamānandamayamasyānu gadyate ||557||

… Chaitanya, Apunaravritti und Ekatmya, Geliebte; danach Vijnanamaya und Anandamaya …

Anmerkung: Nicht-Rückkehr, Einheit und Erkenntnis-/Glückseligkeitsgestalt hier Kuta-Namen, keine eigenständigen Sätze.

Körperstellen und Abschluss des Bhasa-Nyasa

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 558
dvātriṃśaditi kūṭāni krameṇa kathitāni te |
ataḥ paraṃ sthānamasya nyāsasya vinibodha me ||558||

Damit sind dir die zweiunddreißig Kutas in ihrer Reihenfolge genannt. Lerne nun von mir die Körperstellen dieses Nyasa kennen.

Anmerkung: OCR-Ziffer552nachFolge558, kein Kuta zur Zahl32ergänzt.

Vers 559
śirastālu ca kaṇṭhaśca śaṅkhaḥ kūrcaśca nāsikā |
gaṇḍo jatru hanuścāpi skandhaḥ kakṣo hṛdeva ca ||559||

Kopf, Gaumen, Kehle, Schläfe, Kurcha [Brauenbereich?], Nase, Wangenbacke, Schlüsselbein, Kiefer, Schulter, Achsel und Herz …

Anmerkung: OCR-Ziffer556nachFolge559. Kurcha weiterhin anatomisch unsicher.

Vers 560
jaṭharaṃ nābhivastī ca gudaṃ […] ca |
vaṅkṣaṇaścāpyathoruśca jānu jaṅghā […] ||560||

… Bauch, Nabel, Blasengegend, After, […], Leiste, dann Oberschenkel, Knie und Unterschenkel […] …

Anmerkung: Fragment: Körperglied nach After und Versschluss unlesbar; kein Geschlechtsorgan aus üblichen Reihen ergänzt.

Vers 561
prapadaṃ pārṣṇigulphau ca pādāṅgulyagrameva ca |
pṛṣṭhaṃ grīvā hastayośca pādayorvyāpakaṃ tataḥ ||561||

… Vorderfuß, Ferse und Knöchel, Zehenspitzen, Rücken und Nacken, danach das umfassende Auflegen an Händen und Füßen …

Vers 562
śeṣe sarvaśarīrasya vyāpakaṃ parikathyate |
iti sthānāni bhāsākhyanyāsasya tava varṇitāḥ ||562||

… und zum Schluss das Umfassen des ganzen Körpers. Damit sind dir die Stellen des Bhasa genannten Nyasa beschrieben.

Vers 563
ekatvādubhayoḥ pūrvaṃ noktamasmānnigadyate |
anākhyākhyasya ca śive sthānānyetāni niścitam ||563||

Weil sie für beide gleich sind, wurden sie zuvor nicht genannt; deshalb wird es jetzt erklärt: Eben diese Stellen gelten auch für den Anakhya genannten Nyasa, Shiva.

Anmerkung: Expliziter Rückbezug erklärt das zuvor fehlende eigene Körperstellenverzeichnis; keine redaktionelle Auslassung.

Vers 564
iti prapañco bhāsāyā yathājñānaṃ mayoditaḥ |
pañca nyāsānimāndevi jāne'haṃ […] ||564||

Damit habe ich Bhasa nach meinem Wissen im Einzelnen erklärt. Diese fünf Nyasas kenne ich, Göttin; […] .

Anmerkung: Fragment: Schlussworte nicht zuverlässig lesbar, keine exklusive Aussage „niemand sonst“ aus Vermutung ergänzt.

Mantra-Nyasa: die zuvor gelehrten Formeln im Körper

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 565
mantranyāsamidānīṃ tvaṃ niśāmaya samāhitā |
sarve mantrā guhyakālyāḥ pratitiṣṭhanti yatra hi ||565||

Höre nun gesammelt den Mantra-Nyasa, in dem sämtliche Mantras Guhyakalis ihren Platz erhalten.

Anmerkung: Rückverweis auf bereits beschriebene Mantras, keine hier fehlenden Vollformeln zusätzlich konstruiert.

Vers 566
mahārudra ṛṣiḥ prokto mantranyāsasya pārvati |
madhyā chandaḥ samākhyātaṃ guhyakālī ca devatā ||566||

Als Rishi des Mantra-Nyasa wird Maharudra genannt, Parvati. Das Versmaß heißt Madhya, die Gottheit ist Guhyakali.

Anmerkung: Madhya als sichtbare, ungewöhnliche Metrumsbezeichnung beibehalten; nicht ohne Beleg durch geläufiges Metrum ersetzt.

Vers 567
bījaṃ kūṭamanākhyākhyaṃ bhāsāśaktirnigadyate |
hiraṇyagarbhakūṭaṃ hi kīlakaṃ parikīrtitam ||567||

Das Bija ist das Anakhya genannte Kuta; Bhasa wird als Shakti bezeichnet. Hiranyagarbha-Kuta wird als Kilaka genannt.

Anmerkung: Bhasa im OCR als masa verformt, aufgrund des erkennbaren vorangehenden Namenspaares vorsichtig gelesen, nicht vollständig gesichert.

Von den Füßen bis zu den Hüften

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 568
viniyogo guhyakālīprītaye samudāhṛtaḥ |
ekākṣarī tu yā proktā vidhātrārādhitā śubhā ||568||

Die Anwendung dient dem Erfreuen Guhyakalis. Mit der heilvollen einsilbigen Formel, die als von Vidhatri (Brahma) verehrt beschrieben wurde, …

Vers 569
tayā nyaseccaraṇayoraṅgulīmūla[…] |
yā kāmopāsitā proktā tryakṣarī bījabṛṃhitā ||569||

… vollziehe man den Nyasa an den Zehenwurzeln beider Füße […]. Die von Kama verehrte dreisilbige, aus Bijas aufgebaute Formel …

Anmerkung: Fragment: Endung des ersten Halbverses beschädigt, Körperstelle verständlich; Fortsetzung570.

Vers 570
tayā dvayoḥ prapadayorvinyaset susamāhitaḥ |
tryakṣarī caiva yā hyabhihitā varuṇārādhitā sadā ||570||

… lege man gesammelt auf beide Vorderfüße. Die ebenfalls dreisilbige Formel, die als stets von Varuna verehrt bezeichnet wurde, …

Vers 571
bījamayyā tayā gulphayugale parivinyaset |
pāvakopāsitā yā tu devī pañcākṣarīritā ||571||

… lege man als Bija-Formel auf beide Knöchel. Die fünfsilbige Göttinnenformel, die als von Pavaka (Agni) verehrt genannt wurde, …

Vers 572
pārṣṇidvaye'pi ca tayā vinyaset sādhakottamaḥ |
pañcabījamayī yā tu kathitā'dityupāsitā ||572||

… lege der vortreffliche Sadhaka auf beide Fersen. Die aus fünf Bijas bestehende Formel, die als von Aditi verehrt beschrieben wurde, …

Anmerkung: Aditi/A ditya im OCR durch Sandhi nicht völlig eindeutig; Aditi als wahrscheinliche Lesung, auch im anschließenden Verehrerverzeichnis636Aditi.

Vers 573
pravinyaset tayā jānuyugale tridaśeśvari |
yā bījaiḥ pañcabhiryuktā pañcārṇā śacyupāsitā ||573||

… lege man auf beide Knie, Herrin der Götter. Die mit fünf Bijas versehene fünfsilbige Formel, die Shachi verehrt, …

Vers 574
tayā dvayorvaṅkṣaṇayorvinyased deśikāgraṇīḥ |
dānavārādhitā yā tu mahogrā navākṣarī ||574||

… lege der vorzügliche Lehrer auf beide Leisten. Die äußerst wilde neunsilbige Formel, die von den Danavas verehrt wird, …

Vers 575
tayā dvayoreva śive vinyasecchroṇipiṇḍayoḥ |
[…] mṛtyukālābhyāmanyā yā tu navākṣarī ||575||

… lege man auf die beiden Hüftpartien, Shiva. Die andere neunsilbige Formel, die […] von Mrityu und Kala [verehrt wird], …

Anmerkung: Fragment: erstes Wort der zweiten Zeile beschädigt; verehrt aus dem klaren Listenzusammenhang geklammert. Mrityu/Kala hier Dual, nicht stillschweigend ein Name.

Bharata und die weiteren überlieferten Verehrer

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 576
tayā sphigyugale devi siddhikāmaḥ pravinyaset |
bharatārādhitā mūlabhūtā yā ṣoḍaśākṣarī ||576||

… lege der nach Siddhi Strebende auf beide Gesäßbacken, Göttin. Die grundlegende sechzehnsilbige Formel, die Bharata verehrt, …

Anmerkung: Bharata-Bezug entspricht1.8; keine neue Formel ergänzt.

Vers 577
[…] ca tayā vinyasyaḥ suravandite |
varṇavyatyayato bhinnā cyavanopāsitā tu yā ||577||

… mit ihr ist der Nyasa an […] vorzunehmen, du von den Göttern Verehrte. Die durch Vertauschung der Silben abweichende Formel, die Chyavana verehrt, …

Anmerkung: Fragment: Körperstelle des ersten Halbverses unlesbar; nicht ergänzt.

Vers 578
tayaiva pārṣṇiyugale sādhakaḥ parivinyaset |
yā varṇaparivartena hārītopāsiteritā ||578||

… lege der Sadhaka auf beide Fersen. Die durch Umstellung der Silben gebildete Formel, die als von Harita verehrt genannt wurde, …

Anmerkung: Paar der Fersen bereits572genannt, Wiederholung bewahrt. OCR-Ziffer170stark beschädigt, Folge578.

Vers 579
etayā sādhakaśreṣṭho vinyaseccūcukadvaye |
agrapaścādbhāvabhinnā bījānāṃ yā mayeritā ||579||

… lege der vorzügliche Sadhaka auf beide Brustwarzen. Die Formel, die ich als durch Voran- und Nachstellung der Bijas verändert erklärte, …

Vers 580
jābālopāsitā śreṣṭhā nyasedaṃsadvaye tayā |
prātilomyena bījānāṃ yā dakṣopāsitā matā ||580||

… die vorzügliche, von Jabala verehrte, lege man auf beide Schultern. Die mit umgekehrter Reihenfolge der Bijas, die als Dakshas Verehrungsform gilt, …

Vers 581
tayaiva tridaśeśāni jatruṇorubhayornyaset |
rāmopāsitā saptadaśī sarvamanūttamā ||581||

… lege man auf beide Schlüsselbeine, Herrin der Götter. Die von Rama verehrte siebzehnsilbige Formel, die als vorzüglich unter allen Mantras gilt, …

Anmerkung: Siebzehnzahl als Quellenrückverweis, keine verlorene Formel rekonstruiert.

Vers 582
kakṣayorubhayoreva […] prativinyaset |
hiraṇyakaśipūpāsyā yā khyātā ṣoḍaśākṣarī ||582||

… lege man auf beide Achseln […]. Die als sechzehnsilbig bekannte Formel, die Hiranyakashipu verehrt, …

Anmerkung: Fragment: kurzes Satzglied beschädigt; OCR-Ziffer552als582.

Vers 583
tayā sarvamanujñātā kaphoṇiyugale nyaset |
brahmaṇāsāvitā yā tu […] saptadaśīritā ||583||

… lege der Kenner aller Mantras auf beide Ellenbogen. Die von Brahma […] verehrte, als siebzehnsilbig genannte Formel, …

Anmerkung: Fragment: Verbform und Ausdruck vor siebzehn beschädigt; keine zusätzlich sichere Zahl behauptet.

Vers 584
sādhakastu tayā nyasyedubhayormaṇibandhayoḥ |
tataḥ saptadaśī yā sā vasiṣṭhārādhitā matā ||584||

… lege der Sadhaka auf beide Handgelenke. Die danach genannte siebzehnsilbige Formel, die als von Vasishtha verehrt gilt, …

Vishnutattva, Ambahridaya und weitere Mantraformen

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 585
tayā karāṅgulīmūlayugale prativinyaset |
viṣṇutattvamiti khyātā yā hi pañcākṣarī śubhā ||585||

… lege man auf die Fingerwurzeln beider Hände. Die heilvolle fünfsilbige Formel, die als Vishnutattva bekannt ist, …

Anmerkung: OCR-Ziffer505als585.

Vers 586
tayaiva vinyased vijñaḥ karāṅgulyagrayordvayoḥ |
ambāhṛdayamityevaṃ prasiddhāṣṭākṣarī hi yā ||586||

… lege der Kundige auf die Fingerspitzen beider Hände. Die als Ambahridaya, Herz der Mutter, bekannte achtsilbige Formel, …

Anmerkung: OCR-Ziffer566als586.

Vers 587
tayā pragaṇḍayugale sādhakaḥ parivinyaset |
yā mahāṣoḍaśī proktā rudreṇārādhitā svayam ||587||

… lege der Sadhaka auf beide Unterarme. Die als Mahashodashi bezeichnete Formel, die Rudra selbst verehrt, …

Anmerkung: Praganda als Unterarm nur annähernde anatomische Zuordnung; Rudra im OCR leicht beschädigt.

Vers 588
tayā nāsāpuṭayuge deśikaḥ parivinyaset |
viśvedevopāsitā yā ṣoḍaśārṇā prakīrtitā ||588||

… lege der Lehrer auf beide Nasenöffnungen. Die sechzehnsilbige Formel, die als Verehrungsform der Vishvedeva-Götter genannt wurde, …

Vers 589
tayaivaṃ […] vinyasedadharoṣṭhayoḥ |
rāvaṇārādhitā yā tu proktā saptadaśī priye ||589||

… lege man entsprechend […] auf Unter- und Oberlippe. Die als siebzehnsilbig bezeichnete Formel, die Ravana verehrt, Geliebte, …

Anmerkung: Fragment: kurzes Bestimmungswort im ersten Halbvers unlesbar.

Vers 590
ūrdhvādhaḥsthitayordantayugayoḥ parivinyaset |
punaranyā rāvaṇejyā tu yā ṣaṭtriṃśadakṣarī ||590||

… lege man auf die obere und untere Zahnreihe. Die andere, ebenfalls von Ravana verehrte sechsunddreißigsilbige Formel, …

Anmerkung: Quelle fragt bei rāv aṇejyā nach der Endung; Sinn VerehrungRavanas klar. OCR-Ziffer560als590.

Vers 591
tayā gaṇḍayuge nyasyedevamāha puradviṣaḥ |
ārādhitāgnisiddhābhyāṃ yā'ṣṭapañcāśadakṣarī ||591||

… lege man auf beide Wangenbacken; so sprach der Zerstörer der Burgen. Die achtundfünfzigsilbige Formel, die von Agni und Siddha verehrt wird, …

Anmerkung: Agni/Siddha im Dual nach sichtbarer Lesung, nicht ohne Beleg als einzelner Agnisiddha harmonisiert. OCR-Ziffer561als591.

Vers 592
sudhīstayā nyasennityaṃ kapoladvandvamīśvari |
devaiśca dānavaiścaiva mahārājikabhūmipaiḥ ||592||

… lege der Verständige regelmäßig auf beide Wangen, Herrin. Die von Göttern und Danavas, Maharajikas und Königen …

Anmerkung: Ganda/Kapola-Doppelung bewahrt. Maharajika als Gruppenname, nicht mit König zusammengezogen. OCR-Ziffer563anStelle592.

Vers 593
saptarṣibhistathā bhogecchubhiranyairnarāmaraiḥ |
dviśatādhikasaptāśītyakṣarī yā prakāśitā ||593||

… von den sieben Rishis und anderen nach Genuss strebenden Menschen und Unsterblichen verehrte, als zweihundertsiebenundachtzigsilbig erklärte Formel, …

Anmerkung: Zahl287nachlesbaremSanskrit, keine Abgleichrekonstruktion. OCR-Ziffer463als593.

Vers 594
bhogavidyeti yā khyātā bhuvaneṣu ca triṣvapi |
hanudvaye'nayā nyasyedityetasyā viniścayaḥ ||594||

… die in den drei Welten als Bhogavidya bekannt ist, soll auf beide Kiefer aufgelegt werden. So lautet die Bestimmung für sie.

Vers 595
kinnaropāsitā yā ca sureśvari śatākṣarī |
tayā karṇayuge nyasyet siddhyarthaṃ sādhakottamaḥ ||595||

Mit der hundertsilbigen Formel, die die Kinnaras verehren, Herrin der Götter, vollziehe der vortreffliche Sadhaka den Nyasa an beiden Ohren, um Siddhi zu erlangen.

Die sechs Befreiungsmantras als Erweiterung

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 596
ṣaṇṇāṃ hi guhyamantrāṇāmupadeśo bhaved yadi |
[…] prakartavyo no cedetadavadhyapi ||596||

Wenn eine Unterweisung in die sechs geheimen Mantras vorliegt, soll […] ausgeführt werden. Andernfalls [geht der Nyasa] nur bis hierher.

Anmerkung: Fragment: Beginn des zweiten Halbverses beschädigt; Grenzangabe verständlich und605bestätigt. OCR-Ziffer566als596.

Vers 597
upadeśaḥ śāmbhave vā mahāśāmbhava eva vā |
turīyāyāmatha mahāturīyāyāṃ sureśvari ||597||

Wenn eine Unterweisung in Shambhava oder Mahashambhava, in Turiya oder Mahaturiya vorliegt, Herrin der Götter, …

Anmerkung: OCR-Ziffer567als597.

Vers 598
nirvāṇe vāpyatha mahānirvāṇe'pi bhaved yadi |
tadā kartavyatāṃ vacmi sāvadhānāvadhāraya ||598||

… oder in Nirvana oder Mahanirvana, dann erkläre ich die erforderliche Ausführung. Höre aufmerksam.

Vers 599
śāmbhavena navārṇena locane vinyaset sudhīḥ |
uddhṛto yo mayā pūrvaṃ mahāśāmbhavanāmakaḥ ||599||

Mit dem neunsilbigen Shambhava-Mantra lege der Verständige den Nyasa auf die Augen. Der zuvor von mir erschlossene Mahashambhava-Mantra …

Vers 600
tena mantreṇa deveśa kūrcasthānaṃ pravinyaset |
tṛtīyā yā tu niḥśreṇī turīyākhyā puroditā ||600||

… dient dem Nyasa an der Kurcha-Stelle [Brauenbereich?], Herrin der Götter. Mit der dritten Stufe, die zuvor als Turiya bezeichnet wurde, …

Anmerkung: Kurcha anatomisch weiterhin unsicher; beschädigte Anrede devesha nicht in die Formel übernommen.

Vers 601
sādhako mokṣakāmastu lalāṭaṃ vinyaset tayā |
mahāturīyāmantreṇa kaivalyapadadāyinā ||601||

… lege der nach Befreiung strebende Sadhaka den Nyasa auf die Stirn. Mit dem Mahaturiya-Mantra, der den Zustand der Befreiung verleihen soll, …

Vers 602
śiro nyaset sureśāni saṃnyāsī vātha bhūpatiḥ |
mantreṇa nirvāṇākhyena mahāguptatareṇa hi ||602||

… lege ihn der Samnyasin oder auch der König auf den Kopf, Herrin der Götter. Mit dem Nirvana genannten, überaus geheimen Mantra …

Anmerkung: König ausdrücklich in der Quelle, keine ausschließlich monastische Berechtigung hineingelesen.

Vers 603
brahmarandhraṃ nyased devi kevalaṃ mokṣavāñchayā |
sarvaśeṣe yaduktaṃ te mahānirvāṇanāmakam ||603||

… lege man ihn auf Brahmarandhra, Göttin, allein aus dem Wunsch nach Befreiung. Mit dem ganz zuletzt genannten Mahanirvana-Mantra …

Vollständige und verkürzte Form: Berechtigung und Grenzen

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 604
tena sarvasya dehasya vyāpakaṃ vinyaset sudhīḥ |
iti mantranyāsa uktaḥ samastaśca tripādikaḥ ||604||

… vollziehe der Verständige das umfassende Auflegen auf den ganzen Körper. Damit ist der Mantra-Nyasa in vollständiger und in dreiviertelvollständiger Form erklärt.

Anmerkung: Tripadika, dreiviertelvollständig, nach 605die um6gekürzteForm; Quellbruchteil nicht an eine aus den Gruppen errechnete Quote angepasst.

Vers 605
gṛhītaśāmbhavādīnāṃ samasto nyāsa iṣyate |
tathā cānupadiṣṭānāṃ ṣaḍviṃśatyavadhi priye ||605||

Für diejenigen, die Shambhava und die folgenden Mantras empfangen haben, ist der vollständige Nyasa vorgesehen; für die nicht darin Unterwiesenen reicht er bis zur sechsundzwanzigsten [Stelle], Geliebte.

Vers 606
mantranyāsastu tenaiva sampūrṇo bhavati priye |
āmṛtaṃ padamicchūnāṃ paraṃ pāramiva dhruvam ||606||

Auch so ist der Mantra-Nyasa vollständig, Geliebte. Für diejenigen, die den unsterblichen Zustand wünschen, ist er gewiss wie das höchste jenseitige Ufer …

Anmerkung: Die kürzere Form ausdrücklich als vollständig für ihren Berechtigtenkreis anerkannt.

Vers 607
ambudhāviva saṃsāre nyāso'yaṃ potavanmataḥ |
[…] yatinā nityaṃ gṛhasthenāpi vā punaḥ ||607||

… und im meeresgleichen Samsara gilt dieser Nyasa als Schiff. […] vom Entsagenden regelmäßig und ebenso vom Haushälter …

Anmerkung: Fragment: Handlungswort am Beginn des zweiten Halbverses beschädigt; Satz läuft608weiter.

Vers 608
kadācit kaulikenāpi kāryaḥ śūdrādinā tathā |
patitena tu vipreṇa naiva kāryaḥ kadācana ||608||

… gelegentlich auch vom Kaulika und ebenso vom Shudra und anderen auszuführen. Ein aus seinem Stand gefallener Brahmane darf ihn jedoch niemals ausführen.

Anmerkung: Historische Standesregel der Quelle, keine redaktionelle Zutrittsregel.

Vers 609
[…] sa āśu […] satyaṃ satyaṃ vaco mama |
patitānāmiva strīṇāṃ nādhikāro'tra vartate ||609||

[…] er wird schnell […] – wahr, wahr ist mein Wort. Wie die aus ihrem Stand Gefallenen besitzen auch Frauen hier keine Berechtigung.

Anmerkung: Fragment: Drohung im ersten Halbvers beschädigt, nicht rekonstruiert. Expliziten Frauenausschluss der Quelle vollständig wiedergegeben, nicht heutige Haltung des Artikels.

Vers 610
kiṃ bahūktena deveśi samāsena nigadyate |
yo vedāparyudastaḥ saṃstasya syādadhikāritā ||610||

Wozu viele Worte, Herrin der Götter? Zusammengefasst gilt: Wer vom Veda nicht ausgeschlossen ist, besitzt die Berechtigung.

Anmerkung: Wortverbindung vedaparyudasta als Veda-aparyudasta gelesen: nichtausgeschlossen; Folgever s611lässtShudraszu, Spannungnichtgeglättet.

Vers 611
śūdrādīnāmapi bhavennaiva ninditakarmaṇām |
upadiṣṭā amī mantrā yeṣāṃ syuḥ suravandite ||611||

Sie kann auch Shudras und anderen zukommen, aber keinesfalls Menschen mit verwerflichem Handeln. Denjenigen, denen diese Mantras vermittelt wurden, du von den Göttern Verehrte, …

Anmerkung: Historische Anspruchs- und Berechtigungsregel, nicht moderne soziale Wertung.

Vers 612
tairevāyaṃ prakartavyo nyāso nānyaiḥ kadācana |
pustake likhitaṃ dṛṣṭvā yo haṭhena cikīrṣati ||612||

… ihnen allein ist dieser Nyasa vorbehalten, niemals anderen. Wer ihn in einem Buch niedergeschrieben sieht und ihn eigenmächtig ausführen will, …

Vers 613
sa sānvayo bhaved bhakṣyo yoginīnāṃ na saṃśayaḥ |
ato'vadhāraya śive siddhinyāsamanuttamam ||613||

… wird mitsamt seiner Familie den Yoginis zur Beute, daran besteht kein Zweifel. Höre nun, Shiva, den unübertrefflichen Siddhi-Nyasa.

Anmerkung: Übernatürliche Drohung zur rituellen Zugangskontrolle als Textaussage erhalten; Übergang zum nächsten Nyasa.

Siddhi-Nyasa: Faktoren und Mantrabau

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 614
avāpuryena saṃsiddhiṃ devadaityarṣimānavāḥ |
kāṅkāyana ṛṣiḥ proktaḥ siddhinyāsasya siddhidaḥ ||614||

Durch ihn erlangten Götter, Daityas, Rishis und Menschen Vollendung. Als der Siddhi verleihende Rishi des Siddhi-Nyasa wird Kankayana genannt.

Anmerkung: Theologische Rückschau der Quelle; Kankayana als sichtbarer Name, keine biografische Identifikation.

Vers 615
bṛhatī chanda uditaṃ devatā guhyakālikā |
bījaṃ brahmakapālākhyabījaṃ kathitamasya tu ||615||

Das Versmaß heißt Brihati, die Gottheit Guhyakalika. Als Bija wird das Brahmakapala genannte Bija angegeben.

Vers 616
śaktirapyuditā cāsya jagadāvṛttināmakam |
mahākalpasthāyibījaṃ kīlakaṃ parikīrtitam ||616||

Seine Shakti trägt den Namen Jagadavritti. Das Mahakalpasthayin-Bija wird als Kilaka bezeichnet.

Vers 617
viniyogaḥ sarvakāryasiddhaye pariniṣṭhitaḥ |
atha sāmānyamuddhāraṃ purato vyāharāmi te ||617||

Die Anwendung dient dem Gelingen aller Vorhaben. Nun nenne ich dir zunächst den allgemeinen Aufbau.

Vers 618
tato viśeṣaṃ vakṣye'haṃ tato vyaktībhaviṣyati |
sarveṣāmeva mantrāṇāmādibhūtāni vai nava ||618||

Danach werde ich die Einzelheiten erklären, wodurch er deutlich wird. Am Anfang sämtlicher Mantras stehen neun …

Anmerkung: Fortsetzung619.

Vers 619
bījāni devadeveśi jñātavyāni sthirāṇi hi |
tataḥ saṃkhyā bhinnabhinnā vijñātavyā vipaścitā ||619||

… Bijas, die unveränderlich sind, Herrin der Götter. Danach folgt eine jeweils verschiedene Zahl, die der Kundige erkennen soll.

Anmerkung: OCR-Ziffer616als619.

Vers 620
saṃkhyayā ca tayā vaktrasyāpi vigraha iṣyate |
sa ṭābanto calaṃ pūrvaṃ sthiraṃ paramiti kramāt ||620||

Mit dieser Zahl wird „vaktra“, Gesicht, verbunden und die weibliche Form gebildet. Der erste Teil wechselt, der zweite bleibt gleich.

Vers 621
guhyakālī devateti sthiraṃ saptākṣaraṃ tataḥ |
tataḥ śabdā bhinnabhinnāste ṅe'ntāḥ parikalpitāḥ ||621||

Danach folgt die feste siebensilbige Wendung „guhyakālī devatā“, „die Gottheit Guhyakali“. Anschließend stehen jeweils unterschiedliche Wörter im Dativ.

Vers 622
ekatvaṃ ca bahutvaṃ ca vakṣyamāṇakrameṇa hi |
jñeyā ṅe'ntā bhyasantāśca samuddiṣṭavacobalāt ||622||

Einzahl und Mehrzahl richten sich nach der folgenden Aufzählung. Die Dativendungen sind entsprechend den ausdrücklich genannten Wörtern als Einzahlendung oder „-bhyaḥ“ zu verstehen.

Anmerkung: Der Dual wird erst635ausdrücklich ergänzend genannt, nicht hier als weiteres Wort eingeschoben.

Vers 623
calāḥ sarve parijñeyā bhinnaṃ bhinnaṃ tataḥ param |
taiḥ kartṛtvapadasyāpi vigrahaḥ sārvakālikaḥ ||623||

Alle diese Wörter wechseln. Danach folgen wiederum jeweils verschiedene Begriffe, die stets mit dem Wort „kartṛtva“, Bewirkung oder Urheberschaft, verbunden werden.

Vers 624
calaṃ pūrvaṃ sthiraṃ śeṣe tadābhyāmapi sureśvari |
samāsaḥ syād rūpasiddhidāyinīti padasya hi ||624||

Das erste Glied wechselt, das letzte bleibt fest. Mit beiden wird, Herrin der Götter, die Wendung „rūpasiddhidāyinī“, „die Vollendung in Gestalt von … Verleihende“, zusammengesetzt.

Anmerkung: Bedeutung aus dem ausdrücklich beschriebenen Formelbau, keine zusätzlichen Siddhis ergänzt.

Vers 625
evaṃ daśāpi varṇāni sthirāṇi pratimantrakam |
tato'strabījaṃ bījānāṃ tritayaṃ cāstramekakam ||625||

So bleiben zehn Silben in jedem Mantra gleich. Danach folgen ein Astra-Bija, drei Bijas und ein weiteres Astra.

Vers 626
pañcāpi bhinnabhinnāni pratimantraṃ sureśvari |
punaśca nava bījāni jñātavyāni sthirāṇi ca ||626||

Alle fünf sind von Mantra zu Mantra verschieden, Herrin der Götter. Danach folgen wieder neun Bijas, die als gleichbleibend zu verstehen sind.

Vers 627
mama siddhimiti procya prayacchatu tataḥ param |
vahnijāyā […] jñātavyā suravandite ||627||

Nach „mama siddhim“ spreche man „prayacchatu“: „Sie möge mir Siddhi gewähren.“ Danach ist Vahnijaya […] vorgesehen, du von den Göttern Verehrte.

Anmerkung: Fragment: Bestimmung vor jnatavya unlesbar; keine fehlende Formel ergänzt.

Vers 628
daśāpīmānyakṣarāṇi stheyāni pratimanvapi |
iti sāmānya uddhāro mayā te parikīrtitaḥ ||628||

Diese zehn Silben bleiben in jedem Mantra gleich. Damit habe ich dir den allgemeinen Aufbau erklärt.

Anmerkung: Quellzählung10, keine Silben zur Bestätigung hinzugefügt.

Feste Bijas, Gesichtszahlen und Verehrer

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 629
viśeṣamadhunā tasya kathayāmyavadhāryatām |
tāramāyāramākāmarāvakūrcastriyaḥ kramāt ||629||

Nun erkläre ich die Einzelheiten; höre aufmerksam. Der Reihe nach Tara, Maya, Rama, Kama, Rava, Kurcha und Stri …

Vers 630
yoginī vāgbhavaśceti sthirāṇīmāni vai nava |
atha saṃkhyāṃ kramād vacmi tatra dhehi manaḥ śive ||630||

… Yogini und Vagbhava: Diese neun bleiben gleich. Nun nenne ich die Zahlen der Reihe nach; richte deinen Geist darauf, Shiva.

Anmerkung: OCR-Ziffer730als630.

Vers 631
ekaṃ trīṇi tathā trīṇi pañca pañca ṣaḍeva hi |
aṣṭātha nava saṃkīrtya ṣaḍvāraṃ daśa […] ||631||

Eins, drei, nochmals drei, fünf, nochmals fünf und sechs; danach acht und neun, dann sechsmal zehn […] …

Anmerkung: Fragment: letztes Wort beschädigt, Zahlen und Wiederholungsangabe lesbar.

Vers 632
punaḥ śataṃ tato rāvayugalaṃ daśa kīrtayet |
tato'nu dvādaśa daśa tathaikādaśa […] ||632||

… wiederum hundert, danach ein Paar Rava […], dann spreche man zehn; anschließend zwölf, zehn und elf […] …

Anmerkung: Fragment: rava-yugalam innerhalb der Zahlenliste unklar, nicht in eine geratene Zahl verwandelt; Versschluss beschädigt.

Vers 633
trayodaśānu ca daśa daśa ṣoḍaśa cetyapi |
ekādyaśītyantapadaṃ tataḥ paramudīrayet ||633||

… nach dreizehn zehn, nochmals zehn und sechzehn; danach spreche man die Wendung von eins bis achtzig …

Anmerkung: Bereichsangabe wörtlich bewahrt, keine künstliche Anpassung an eine einzelne Gesichtszahl.

Vers 634
tato'nu viṃśatiriti tathaivāyutamityapi |
ābhiḥ saṃkhyābhirārabdho vaktraśabdasya vigrahaḥ ||634||

… danach zwanzig und ebenso zehntausend. Mit diesen Zahlen wird die Verbindung mit dem Wort „vaktra“, Gesicht, gebildet.

Anmerkung: Keine erzwungene Rekonstruktion einer vollständigen27erZahlenreihe.

Vers 635
atha ṅe'ntān bhyasantāṃśca bhyāmantāṃścāvadhāraya |
śabdoddeśakrameṇaiva prayojyā mantrakīrtane ||635||

Beachte nun die Dativformen in Einzahl, Mehrzahl und Zweizahl. Sie sind bei der Mantrarezitation genau nach der angegebenen Reihenfolge der Wörter zu verwenden.

Anmerkung: Endungen nge/bhyas/bhyam als grammatische Angaben, nicht zusätzliche Bijas.

Vers 636
vidhātā ca tato'naṅgo varuṇaḥ pāvako'pi ca |
aditiśca śacī cāpi dānavāstadanantaram ||636||

Vidhatri, danach Ananga, Varuna, Pavaka, Aditi, Shachi und anschließend die Danavas …

Anmerkung: Aditi hier deutlich, gezielte Parallelhilfe für572.

Vers 637
mṛtyukālau ca bharataścyavanastadanūdyate |
hārīto'pyatha jābālo dakṣo rāmastathaiva ca ||637||

… Mrityu und Kala, Bharata, danach Chyavana, Harita, dann Jabala, Daksha und Rama …

Anmerkung: Mrityu/Kala-Dual nach 575 und635klar, nicht als einzelner Mrityukala harmonisiert.

Vers 638
hiraṇyakaśipurbrahmā vasiṣṭho viṣṇureva ca |
[…] tato rudra ityevaṃ viśvedevāstataḥ param ||638||

… Hiranyakashipu, Brahma, Vasishtha, Vishnu, […], dann Rudra und danach die Vishvedeva-Götter …

Anmerkung: Fragment: erstes Glied des zweiten Halbverses unlesbar, keine Verehrerperson geraten.

Vers 639
rāvaṇo rāvaṇaścāpi siddhāḥ saptarṣayastathā |
kinnarāśca tataḥ kālāgnirudrāḥ parikīrtitāḥ ||639||

… Ravana, nochmals Ravana, die Siddhas, die sieben Rishis, die Kinnaras und danach die Kalagnirudras …

Anmerkung: Ravana-Doppelung steht im Haupttext und passt zu zwei Mantraformen; Fußnote Varana anstelle einer Ravana-Nennung getrennt bewahrt.

Vers 640
saptaviṃśatisaṃkhyakā ime śabdā mayoditāḥ |
atha kartṛtvaśabdasya śṛṇu pūrvapadaṃ priye ||640||

Diese siebenundzwanzig Wörter habe ich genannt. Höre nun die Wörter, die vor „kartṛtva“, Bewirkung, stehen, Geliebte.

Die verheißenen Wirkungen und erste Astra-Reihe

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 641
sṛṣṭistato'nu trailokyamohanaṃ parikīrtitam |
jagatsthitiśca dāhaścākhiladehodbhavastataḥ ||641||

Schöpfung, danach Verzauberung der drei Welten, Erhaltung der Welt, Verbrennung und anschließend Hervorbringung sämtlicher Körper …

Anmerkung: Jagatsthiti im OCR beschädigt, als wahrscheinliche Lesung im Kontext des Varuna-Wirkbereichs; keine exakt gesicherte Formel.

Vers 642
indrasāmrājyānu devaparābhava itīrayet |
aṣṭamaṃ parivijñeyaṃ bhūtāntaḥkaraṇaṃ priye ||642||

… nach Indras Herrschaft die Überwindung der Götter; als achtes die Beendigung der Wesen, Geliebte …

Anmerkung: Bhutantahkarana in diesem Wirkverzeichnis als Herbeiführen des Endes der Wesen, nicht pauschal psychologisches Innenorgan.

Vers 643
tatsaptadvīpasāmrājyamabhicārastadanantaram |
yogavaśyaṃ brahmavidyāprakāśastadanantaram ||643||

… danach Herrschaft über die sieben Kontinente, anschließend Abhichara (Schadensritual), Yogavashya (Beherrschung durch Yoga) und danach Offenbarung der Brahman-Erkenntnis …

Anmerkung: Yogavashya nicht in eine bloß heutige Selbstregulation umgedeutet.

Vers 644
prajāsargo rāvaṇavadhastrailokyaiśvaryamityapi |
brahmāṇḍotpattirityevaṃ devi ṣoḍaśiko mataḥ ||644||

… Hervorbringung der Geschöpfe, Tötung Ravanas, Herrschaft über die drei Welten und als sechzehntes die Entstehung des Welteneis, Göttin …

Anmerkung: Quellenzählung16bewahrt.

Vers 645
tataḥ kāmakrodhavaśīkaraṇaṃ parikīrtitam |
punaścaturdaśabhuvanapālanamapīritam ||645||

… danach die Beherrschung von Begehren und Zorn, sodann die Erhaltung der vierzehn Welten …

Vers 646
śivamohanamityevaṃ saṃhārastadanantaram |
[…] adhiṣṭhānamapi ca śivadāsyamataḥ param ||646||

… Verzauberung Shivas, danach Auflösung, […] Adhishthana (Vorstehen oder Gegenwärtigsein) und anschließend Dienst an Shiva …

Anmerkung: Fragment: erste Bestimmung von Adhishthana nicht zuverlässig lesbar; keine fertige Siddhi erfunden.

Vers 647
jagajjayastathākāśagatiḥ kalpāvadhisthitiḥ |
saṅgītaṃ tadanu jñeyaṃ mahāpralaya ityapi ||647||

… Sieg über die Welt, Bewegung durch den Luftraum, Fortbestehen bis zum Ende einer Weltperiode, danach Musik und die große Weltauflösung …

Vers 648
saptaviṃśatirityete śabdāḥ kartṛtvapūrvagāḥ |
athāta upakūṭānāṃ nāmānyākarṇaya priye ||648||

Dies sind die siebenundzwanzig Wörter vor „kartṛtva“. Höre nun die Namen der Upakutas, Geliebte.

Anmerkung: Upakuta: hier untergeordnete Lautgruppe, nicht eigenmächtig entschlüsselt.

Vers 649
prājāpatyāstramādau syānmohanāstraṃ tataḥ param |
vāruṇāstraṃ tataḥ paścādāgneyāstramudāhṛtam ||649||

Zuerst Prajapatya-Astra, danach Mohana-Astra, dann Varuna-Astra und anschließend Agneya-Astra …

Anmerkung: Varuna im OCR als Charuna verformt, wahrscheinliche Normalisierung der bekannten Wortbildung.

Vers 650
gālanāstraṃ stambhanāstraṃ kampanāstraṃ tathaiva ca |
māraṇāstraṃ cātibalāstraṃ tataḥ parikīrtitam ||650||

… Galana-Astra, Stambhana-Astra, Kampana-Astra, Marana-Astra und danach Atibala-Astra …

Anmerkung: Marana und Atibala im OCR beschädigt, vorläufige Lesungen. Astra-Namen sind Formelchiffren, keine äußeren Waffenanweisungen.

Vers 651
utpātāstraṃ tato jñeyaṃ tato'ntardhānanāmakam |
astre vaiṣṇavapārjanye tataḥ paramudīrite ||651||

… danach Utpata-Astra, anschließend das Antardhana genannte, dann die Astras Vaishnava und Parjanya …

Vers 652
tāmasāstraṃ tato gāndharvāstraṃ jñeyaṃ tato'pi ca |
tataḥ ṣoḍaśikaṃ brahmāstraṃ devi parikīrtitam ||652||

… Tamasa-Astra, danach Gandharva-Astra und als sechzehntes Brahmastra, Göttin …

Vers 653
nimīlanāstraṃ ca nārāyaṇāstraṃ mūrcchanāstrakam |
śāṅkarāstraṃ traidaśāstraṃ taimirāstramataḥ param ||653||

… Nimilana-Astra, Narayana-Astra, Murchchhana-Astra, Shankara-Astra, Traidasha-Astra und danach Taimira-Astra …

Anmerkung: Seltene Namen quellentreu, keine fehlenden Lautgruppen konstruiert.

Vers 654
guhyāstraṃ caiva cakrāstraṃ kālakūṭaṃ ca mākaram |
jṛmbhaṇāstraṃ sarvaśeṣe prayoktavyaṃ tu sādhakaiḥ ||654||

… Guhya-Astra, Chakra-Astra, Kalakuta und Makara; ganz zuletzt ist Jrimbhana-Astra von den Sadhakas einzusetzen.

Anmerkung: Kalakuta als Hauptlesung, nicht stillschweigend Kala-Astra. Makara als Astra-/Kuta-Name, keine frei ergänzte Entschlüsselung.

Bija-Dreiergruppen und zweite Astra-Reihe

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 655
anvetasya sureśāni tribījāni niśāmaya |
jñānecchāsaṃvidaḥ kāmalakṣmīmāyāstataḥ param ||655||

Höre nun die darauf folgenden Bija-Dreiergruppen, Herrin der Götter: Jnana, Ichchha und Samvid; danach Kama, Lakshmi und Maya …

Anmerkung: OCR-Ziffer6545als655.

Vers 656
śākinīcchandaviśvāśca tato'nantaramīritāḥ |
amṛtāveśasomāśca śaktirnakṣatravidyutaḥ ||656||

… anschließend Shakini, Chhanda und Vishva; Amrita, Avesha und Soma; Shakti, Nakshatra und Vidyut …

Vers 657
tataśca kulikaṃ […] bhairavyapi priye |
kṣamāmāle ca nīlaṃ ca mahākrodhaḥ sarecakaḥ ||657||

… danach Kulika, […] und Bhairavi, Geliebte; Kshama, Mala und Nila; Mahakrodha mit Rechaka …

Anmerkung: Fragment: Name zwischen Kulika und Bhairavi unlesbar; nicht automatisch Preta aus ähnlichen Reihen ergänzt.

Vers 658
kṣetrapālaśca tadanu go'ṃśuśulkāḥ kramānmatāḥ |
phetkārī ca tathā tretā kṛtyā ca tadanantaram ||658||

… danach Kshetrapala, dann der Reihe nach Go, Amshu und Shulka; Phetkari, Treta und anschließend Kritya …

Anmerkung: Shulka/Shukla im OCR unsicher, keine Lautauflösung.

Vers 659
akṣamauñjyau ca sūtraṃ ca kuṇḍagarbhau sadīpakau |
balituṅgau tathā cūḍāmaṇiḥ śūlamataḥ param ||659||

… Aksha, Maunji und Sutra; Kunda und Garbha mit Dipaka; Bali, Tunga und Chudamani, danach Shula …

Vers 660
ardhacandraḥ kṣurapraśca piñjalaḥ sacitādhvajaḥ |
bhuśuṇḍī ca gadāprāsau kaṇikāhāraśṛṅkhalāḥ ||660||

… Ardhachandra und Kshurapra; Pinjala mit Chita und Dhvaja; Bhushundi, Gada und Prasa; Kanika, Hara und Shrinkhala …

Vers 661
hākinī vidhicañcū ca bhūtinī dhyānasaṃhite |
rambhāvadhvau kauṇapī ca pṛthuśca nadatārake ||661||

… Hakini, Vidhi und Chanchu; Bhutini, Dhyana und Samhita; Rambha, Vadhu und Kaunapi; Prithu, Nada und Taraka …

Anmerkung: Vadhu Hauptlesung, nicht aus anderen Gruppen als Vati ersetzt.

Vers 662
[…] ādeśacchaṭā api |
sindhurmahendreśvarau ca ṣaḍaṅgaḥ kakudeva ca ||662||

… […], Adesha und Chhata; Sindhu, Mahendra und Ishvara; Shadanga und Kakud …

Anmerkung: Fragment: Beginn des Verses stark beschädigt, keine vollständige Dreiergruppe ergänzt.

Vers 663
śaiśukaśca tathā līlā dhenurmāriṣa eva ca |
pracaṇḍā kekarākṣī ca kālarātristataḥ param ||663||

… Shaishuka, dann Lila, Dhenu und Marisha; Prachanda, Kekarakshi und danach Kalaratri …

Anmerkung: Shaishuka im OCR als Shashuka verformt, vorläufige Lesung in wiederkehrender Folge.

Vers 664
tritribījamiti proktaṃ sarvasmin mantra īśvari |
idānīmupakūṭānyetasyānantaraṃ […] ||664||

Damit sind für alle Mantras die Bija-Dreiergruppen genannt, Herrin. Nun [höre] die darauf folgenden Upakutas.

Anmerkung: Fragment: Schlussverb unlesbar, deutsche Ergänzung geklammert.

Vers 665
kauberāstramathaindrāstraṃ vāyavyāstraṃ sayāmyakam |
tataḥ kālāstrabhūtāstre mātaṅgaiṣīkamapyuta ||665||

Kaubera-Astra, dann Aindra-Astra, Vayavya-Astra mit Yamya-Astra, danach Kala-Astra, Bhuta-Astra, Matanga und Aishika …

Anmerkung: Aishika im OCR leicht beschädigt, vorläufige Namenslesung; keine konkrete Waffenanwendung beschrieben.

Vers 666
audumbaraṃ ca paiśācaṃ rākṣasaṃ haimanaṃ tataḥ |
sauraṃ guhyaṃ śābaraṃ ca brahmāstraśirastathā ||666||

… Audumbara, Paishacha, Rakshasa, danach Haimana, Saura, Guhya, Shabara und Brahmastra-Shiras …

Anmerkung: Letzter Wortverbund beschädigt, möglicherweise Brahmastra/Brahmashiras; als unsichere Verbindung bewahrt, nicht zur gewünschten Anzahl zerlegt.

Vers 667
śārabhaṃ rājasaṃ skāndamākṣaṃ vaināyakaṃ tataḥ |
prāmathaṃ ca jvarāstraṃ ca kūṣmāṇḍaṃ svapna eva ca ||667||

… Sharabha, Rajasa, Skanda, Aksha, danach Vainayaka, Pramatha, Jvara-Astra, Kushmanda und Svapna …

Anmerkung: Seltene Formen Aksha/Svapna nicht durch geläufigere Astranamen ersetzt.

Vers 668
bhrāmakaṃ […] sarvaśeṣe prakīrtitam |
sthirāṇi nava bījāni tvamidānīṃ niśāmaya ||668||

… Bhramaka und […] ganz zuletzt. Höre nun die neun festen Bijas.

Anmerkung: Fragment: letzter Upakuta-Name unlesbar; nicht ergänzt.

Umkehrfolge, Körperstellen und Abschluss

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 669
vāgbhavo yoginī rāmā kūrco rāvaśca manmathaḥ |
lakṣmīrmāyā ca tāraśca navabījānyamūni hi ||669||

Vagbhava, Yogini, Rama, Kurcha, Rava, Manmatha, Lakshmi, Maya und Tara: Dies sind die neun Bijas.

Anmerkung: OCR-Ziffer664als669. Rama an dritter Stelle weicht vom erwarteten Rücklauf mit Stri in629ab; Lakshmi entspricht möglichem Synonym für Rama, keine Namen ausgetauscht.

Vers 670
pūrvoditānāṃ bījānāṃ saṃhārakrama eva ca |
ityuddhāro viśeṣeṇa mayā samupabṛṃhitaḥ ||670||

Sie sollen die zuvor genannten Bijas in der Reihenfolge der Auflösung sein. Damit habe ich ihren Aufbau im Einzelnen entfaltet.

Anmerkung: Umkehrbehauptung der Quelle gegenüber der abweichenden Namensfolge669bewahrt.

Vers 671
nyasanīyasthānamataḥ śṛṇu yatnena pārvati |
brahmarandhraṃ bhrūrapi ca kapolo netrameva ca ||671||

Höre nun aufmerksam die Nyasa-Stellen, Parvati: Brahmarandhra, Braue, Wange und Auge …

Vers 672
nāsāpuṭaṃ ca karṇaśca gaṇḍaḥ sṛkkaṃ hanustathā |
kakṣo jatruśca skandhaśca cūcukaṃ pārśvameva ca ||672||

… Nasenöffnung, Ohr, Wangenbacke, Mundwinkel, Kiefer, Achsel, Schlüsselbein, Schulter, Brustwarze und Körperseite …

Vers 673
hṛdayaṃ jaṭharaṃ nābhivastiliṅgaṃ gudaṃ tathā |
kaṭirvaṅkṣaṇa ūruśca jānujaṅghāpadaṃ tathā ||673||

… Herz, Bauch, Nabel, Blasengegend, Linga (Geschlechtsorgan), After, Hüfte, Leiste, Oberschenkel, Knie, Unterschenkel und Fuß …

Anmerkung: Letzter Ausdruck im OCR als -param verformt; Fuß als wahrscheinliche Lesung der Körperfolge, ausdrücklich nicht völlig gesichert.

Vers 674
vyāpakaṃ sarvaśeṣe ca saptaviṃśatirityamī |
iti siddhinyāsakasya sthānamuktaṃ mayā tava ||674||

… und ganz zuletzt das umfassende Auflegen. Damit sind siebenundzwanzig genannt. So habe ich dir die Stellen des Siddhi-Nyasa erklärt.

Anmerkung: Quellzählung27, keine doppelseitigen Stellen eigenmächtig hinzugefügt.

Vers 675
etasya satatābhyāsād dhruvaṃ siddhiṃ labheta […] |
nyāsenaivāmunā pūrve rājāna ṛṣayastathā ||675||

Durch beständige Übung dieses Nyasa soll man gewiss Siddhi erlangen […]. Durch eben diesen Nyasa erlangten einst Könige und Rishis …

Anmerkung: Fragment: letztes Wort der ersten Zeile unlesbar; Wirkungsverheißung der Quelle.

Vers 676
lebhire vividhāṃ siddhiṃ devāḥ sabrahmaviṣṇavaḥ |
idānīmapi ye kecit kariṣyantyenamādṛtāḥ ||676||

… sowie die Götter mit Brahma und Vishnu verschiedenartige Siddhis. Auch für diejenigen, die ihn jetzt ehrfurchtsvoll ausführen, …

Vers 677
karāmalakavat teṣāṃ vaśe tiṣṭhanti siddhayaḥ |
gṛhiṇāmatha kaulānāmayaṃ nityatayoditaḥ ||677||

… liegen die Siddhis so unmittelbar in ihrer Hand wie eine Amalaki-Frucht. Für Haushälter und Kaulas wird er als regelmäßige Pflicht bezeichnet.

Anmerkung: Traditionelles Bild unmittelbarer Verfügbarkeit; keine zugesicherte reale Macht.

Vers 678
yatīnāmaphalehānāṃ kāmyatvena vyavasthitaḥ |
nyāsānāmeṣa sarveṣāṃ mukhyatvenoditaḥ purā ||678||

Für Entsagende, die keine Früchte erstreben, ist er als wahlweise Handlung vorgesehen. Zuvor wurde er als vorzüglich unter allen Nyasas bezeichnet.

Vers 679
ato'bhyunnati[…] kuryādatrāgrahaṃ priye |
āgrahāt siddhayaḥ sarvā bhavanti vaśavartagāḥ ||679||

Darum soll jemand, der nach Erhöhung […] strebt, hierin beharrlich sein, Geliebte. Durch Beharrlichkeit sollen alle Siddhis verfügbar werden.

Anmerkung: Fragment: Anfang schon in Quelle mit Fragezeichen, nur verständlicher Wortbestand übersetzt.

Virat-Nyasa: die Welt als Körper der Göttin

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 680
virāṭsaṃjñaṃ nyāsamataḥ […] yatnena pārvati |
dhyānapūjādikaṃ sarvaṃ yasmin devi pratiṣṭhitam ||680||

[Höre] nun aufmerksam den Virat genannten Nyasa, Parvati. In ihm, Göttin, sind Meditation, Verehrung und alle entsprechenden Handlungen gegründet.

Anmerkung: Fragment: Verb im ersten Halbvers beschädigt. Virat: kosmische Gesamtgestalt.

Vers 681
purā proktaṃ yathā dhyānaṃ virāḍākhyaṃ mayā tava |
tathaivāyaṃ nyāsarājastannāmnā khyātimāgataḥ ||681||

Wie ich dir zuvor die Virat genannte Meditation erklärte, so ist auch dieser König der Nyasas unter demselben Namen bekannt geworden.

Anmerkung: Nicht mit dem Virat-Matrika-Nyasa in6stillschweigend zusammengelegt; eigener Abschnitt.

Vers 682
yatra tribhuvanaṃ sarvaṃ devyaṅgatvena kalpitam |
svāṅge vinyasanīyaṃ hi ko'smānnyāso'dhiko mataḥ ||682||

Hier werden die gesamten drei Welten als Glieder der Göttin vorgestellt und auf den eigenen Körper aufgelegt. Welcher Nyasa könnte als höher gelten?

Anmerkung: Rituelle Vergegenwärtigung und textinterner Vorranganspruch.

Vers 683
pratyahaṃ tu tadākārabhāvanātaḥ sureśvari |
prāpya tanmayatāṃ sadyaḥ kaivalyamadhigacchati ||683||

Indem man täglich ihre Gestalt innerlich vergegenwärtigt, Herrin der Götter, erlangt man das Einssein mit ihr und erreicht unmittelbar Befreiung.

Anmerkung: Heilsverheißung der Quelle; geeigneter vollständiger Auswahlvers, nicht heutige Wirkungsgarantie.

Vers 684
kintvetasyoddhṛtirdevi sarvanyāsebhya eva hi |
kaṭhinā ca durūhā ca tasmādarpaya mānasam ||684||

Seine Zusammenstellung ist jedoch schwieriger und schwerer zu verstehen als die aller anderen Nyasas, Göttin. Richte deshalb deinen Geist darauf.

Vers 685
nyāsasya hi virāṭnāmno lāṭyāyana ṛṣirmataḥ |
jagatī chanda uditaṃ brahmāṇḍaṃ devatā tathā ||685||

Als Rishi des Virat genannten Nyasa gilt Latyayana, als Versmaß wird Jagati genannt. Seine Gottheit ist das Brahmanda, das Weltenei.

Anmerkung: Brahmanda als ausdrückliche Gottheit bewahrt, nicht durch erwartetes Guhyakali ersetzt.

Vers 686
bījaṃ tu pauṣkaraṃ kūṭaṃ śaktirhairaṇyagarbhakam |
kīlakaṃ sattvakūṭaṃ ca tattvaṃ śaktyākhyakūṭakam ||686||

Das Bija ist Paushkara-Kuta, die Shakti Hiranyagarbha-Kuta, das Kilaka Sattva-Kuta und das Tattva das Shakti genannte Kuta.

Anmerkung: Letzte Namensverbindung im OCR leicht beschädigt, nur vorläufige Lesung.

Vers 687
viniyogastu kaivalyapadalābhāya kīrtitaḥ |
atha sāmānyamuddhāraṃ samākalaya sādarā ||687||

Die Anwendung dient dem Erlangen des Zustands der Befreiung. Beachte nun aufmerksam den allgemeinen Aufbau.

Der Aufbau der sechsundfünfzig Mantras

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 688
ṣaṭpañcāśatsaṃkhyakāni devyaṅgāni pracakṣate |
sarvaṃ ṣaṭpañcāśadevaṃ jñātavyaṃ devavandite ||688||

Es werden sechsundfünfzig Glieder der Göttin genannt. Entsprechend sind alle zugehörigen Reihen als sechsundfünfzigfach zu verstehen, du von den Göttern Verehrte.

Anmerkung: Anzahl der Quelle, keine fehlenden Glieder zur Erfüllung ergänzt.

Vers 689
bhinnaṃ bhinnaṃ bījamekamādau sarvasya vai manoḥ |
pṛthak pṛthak punaḥ kūṭaṃ punarbījaṃ pṛthak pṛthak ||689||

Am Anfang jedes Mantras steht ein jeweils anderes Bija, danach ein jeweils anderes Kuta und wiederum ein anderes Bija.

Vers 690
upakūṭaṃ punaścaikaṃ bhinnaṃ bhinnaṃ ca […] vadet |
punarbījaṃ ca nāḍyekā bhinnā bhinnā ca tacca sā ||690||

Wieder spreche man ein jeweils anderes Upakuta […], dann ein Bija und eine Nadi, beide jeweils verschieden.

Anmerkung: Fragment: kurzes Glied vor vadet unlesbar; erkennbare Folge vollständig wiedergegeben.

Vers 691
[…] sūktaṃ pṛthak pṛthagudīritam |
punaḥ […] punarvarṇaḥ punarbījaṃ punarnadī ||691||

[…] jeweils ein anderes Sukta. Wieder […] , dann ein Varna, wiederum ein Bija und wiederum ein Fluss.

Anmerkung: Fragment: erste Formelglieder und Verbindung nach punah unlesbar. Varna kann Farbe oder Laut bezeichnen, bis zur Einzelliste offengelassen. OCR-Ziffer661als691.

Vers 692
ityekāntararītyaiva bījaṃ kūṭaṃ ca ṣaṭ ca ṣaṭ |
virāḍrūpāpadaṃ guhyakālīti ca padaṃ priye ||692||

So stehen abwechselnd je sechs Bijas und sechs Kutas. Dann folgen die Wörter „virāḍrūpā“ und „guhyakālī“, Geliebte …

Anmerkung: Kuta als übergreifender Ausdruck im Schema; keine fehlenden Zwischenglieder aus der Sechserzahl ergänzt.

Vers 693
ṅasantamubhayaṃ kāryaṃ sthirāṇyetāni vai nava |
bhinnabhinnāstataḥ śabdāḥ ṣaṭpañcāśadudīritāḥ ||693||

… beide im Genitiv: „der Guhyakali von kosmischer Gestalt“. Diese neun Silben bleiben gleich. Danach folgen sechsundfünfzig jeweils verschiedene Wörter …

Anmerkung: Grammatische Genitivangabe ngas; keine vollständig ausgeschriebene Sanskritform aus beschädigten Reihen ergänzt.

Vers 694
ṅe'ntāśca te prakartavyāstattalliṅgānusārataḥ |
teṣāmanu tato bhinnāḥ śabdāstāvanta eva hi ||694||

… die entsprechend ihrem jeweiligen grammatischen Geschlecht im Dativ stehen sollen. Darauf folgen ebenso viele andere Wörter …

Vers 695
te'pi ṅe'ntāḥ prakartavyāstadākāratayeritāḥ |
tato'nu pañca kūṭāni pratimantraṃ sthirāṇi hi ||695||

… ebenfalls im Dativ, bezeichnet als die entsprechende Gestalt. Danach folgen fünf Kutas, die in jedem Mantra gleichbleiben.

Vers 696
bījatrayamayī paṅktistataḥ paramudīryate |
bhinnabhinnā pratimanurjñeyā sā ca vicakṣaṇaiḥ ||696||

Anschließend wird eine aus drei Bijas bestehende Reihe genannt. Die Verständigen sollen wissen, dass sie in jedem Mantra verschieden ist.

Vers 697
phaṭtrayaṃ hṛdayaṃ caiva śiro'pi tadanantaram |
saptākṣarāṇi caitāni sthirāṇi pratimantrakam ||697||

Danach folgen dreimal „phaṭ“, Herz- und Kopf-Abschluss. Diese sieben Silben bleiben in jedem Mantra gleich.

Anmerkung: Phat ausdrücklich ausgeschrieben; Herz/Kopf nur als Chiffren, keine fehlenden Laute ergänzt. OCR-Ziffer667als697.

Vers 698
iti sāmānyataḥ prokta uddhārastridaśeśvari |
viśeṣamadhunā vacmi sāvadhānāvadhāraya ||698||

Damit ist der allgemeine Aufbau erklärt, Herrin der Götter. Nun nenne ich die Einzelheiten; höre aufmerksam.

Vers 699
sāmānyastu yayā rītyā mayā te parikīrtitaḥ |
viśeṣaṃ tu tayā rītyā kathayiṣyāmi budhyatām ||699||

In derselben Reihenfolge, in der ich dir das allgemeine Muster erklärt habe, werde ich die Einzelheiten nennen. Verstehe sie genau.

Erste Bija-Reihe und Kutas

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 700
praṇavo vāgbhavaḥ pāśaḥ kalā māyā ramā smaraḥ |
kālīhayagrīvasṛṇigāruḍāḥ kāminī tathā ||700||

Pranava, Vagbhava, Pasha, Kala, Maya, Rama und Smara, Kali, Hayagriva, Srini und Garuda sowie Kamini …

Anmerkung: Beginn der ersten von sechs Bija-Reihen; Namen ohne ergänzte Lautentschlüsselung.

Vers 701
śākinīcaṇḍaviśvāśca prāsādaḥ kūrca eva ca |
bhūtaśca kinnaraḥ kṣetrapālaḥ kumbhāmṛte api ||701||

… Shakini, Chanda, Vishva, Prasada, Kurcha, Bhuta, Kinnara, Kshetrapala, Kumbha und Amrita …

Vers 702
ratiḥ somāveśameghaprāṇāstadanu kīrtitāḥ |
nāsatyaśaktī nakṣatravidyutau triśikhā tataḥ ||702||

… Rati, danach Soma, Avesha, Megha und Prana, Nasatya und Shakti, Nakshatra und Vidyut, anschließend Trishikha …

Vers 703
triśaktiratha cāmuṇḍā kūṣmāṇḍī khecarī tathā |
kolo buddhiḥ kṣamā mālā nīlaṃ yoginyanantaram ||703||

… Trishakti, dann Chamunda, Kushmandi, Khechari, Kola, Buddhi, Kshama, Mala, Nila und danach Yogini …

Anmerkung: Kola als unsichere sichtbare Lesung, nicht zu erwartetem Kala geändert.

Vers 704
pretaḥ parā ca dhanadā bhāruṇḍā kākinī tathā |
nāgaścakrodumbaraśca raudrānandau sayakṣakau ||704||

… Preta, Para, Dhanada, Bharunda, Kakini, Naga, Chakra, Udumbara sowie Raudra und Ananda mit Yaksha …

Anmerkung: Namengrenze Chakra/Udumbara vorläufig.

Vers 705
viriñcistāpinī ceti […] sarvaśeṣagā |
prathamā bījapaṅktiste krameṇa kathitā mayā ||705||

… Virinchi, Tapini und ganz zuletzt […]. Damit habe ich dir die erste Bija-Reihe in ihrer Reihenfolge genannt.

Anmerkung: Fragment: letzter Name unlesbar, nicht zur56erZahl ergänzt.

Vers 706
idānīṃ kramaśaḥ kūṭanāmāni tvaṃ niśāmaya |
merukūṭaṃ ca kailāsakūṭaṃ mandārakūṭakam ||706||

Höre nun die Kuta-Namen der Reihe nach: Meru-Kuta, Kailasa-Kuta und Mandara-Kuta …

Vers 707
udayāstamagrau kūṭau trikūṭācalakūṭakau |
caṇḍakūṭaṃ ratnakūṭaṃ maṇikūṭaṃ […] ca ||707||

… die Kutas Udaya und Asta, Trikuta und Achala, Chanda-Kuta, Ratna-Kuta, Mani-Kuta und […] …

Anmerkung: Fragment: Ausdruck nach Mani-Kuta beschädigt; möglicherweise nur Bindewort, kein zusätzlicher Name erfunden.

Vers 708
prāsādaṃ svastikaṃ cāpi kūṭadvayamitaḥ param |
dhvajakūṭaṃ tato mālārekhākūṭe sureśvari ||708||

… danach die beiden Kutas Prasada und Svastika, anschließend Dhvaja-Kuta, Mala- und Rekha-Kuta, Herrin der Götter …

Vers 709
manthānakūṭaṃ samayakūṭaṃ kiñjalkakūṭakam |
vairāgyaiśvaryakūṭe ca keśavaṃ śuddhameva ca ||709||

… Manthana-Kuta, Samaya-Kuta, Kinjalka-Kuta, Vairagya- und Aishvarya-Kuta, Keshava und Shuddha …

Anmerkung: Keshava bereits in Quelle fraglich, Alternative Keshara. OCR-Ziffer706inFolgeals709.

Vers 710
upādhyadvaitakūṭau ca vāsanāyogabhūmike |
icchākūṭaṃ kalpakūṭaṃ dharmakūṭaṃ tataḥ param ||710||

… Upadhi- und Advaita-Kuta, Vasana und Yogabhumika, danach Ichchha-Kuta, Kalpa-Kuta und Dharma-Kuta …

Anmerkung: Vasana/Yogabhumika-Verbindung nur wahrscheinlich gegliedert; keine Gruppenzahl erzwungen.

Vers 711
nivṛttyavidyāmohākhyakūṭāni tadanantaram |
vipākadveṣatāmisrarāgayonyabhidhāni ca ||711||

… anschließend die Nivritti, Avidya und Moha genannten Kutas, ferner die Vipaka, Dvesha, Tamisra, Raga und Yoni genannten …

Vers 712
kūṭaṃ nirañjanaṃ piṇḍakūṭamakṣarakūṭakam |
tato manobuddhyahaṅkāracittākhyāni ca pārvati ||712||

… Niranjana-Kuta, Pinda-Kuta, Akshara-Kuta, danach die Manas, Buddhi, Ahamkara und Chitta genannten, Parvati …

Vers 713
pramāṇaprakṛtiprajñapratyayākhyānyataḥ param |
jīvātmaparamātmānāvābhāsapratibimbakau ||713||

… anschließend die Pramana, Prakriti, Prajna und Pratyaya genannten, Jivatman und Paramatman sowie Abhasa und Pratibimba …

Anmerkung: Prajna im OCR leicht beschädigt, vorläufige Lesung.

Vers 714
caitanyasadasannityakūṭāni tadanantaram |
sarvaśeṣe tu vijñeyaṃ kūṭamaikātmyanāmakam ||714||

… danach die Kutas Chaitanya, Sadasat und Nitya; ganz zuletzt das Ekatmya genannte Kuta.

Anmerkung: Sadasat als verbundenen Namen bewahrt, nicht zur gewünschten Zahl getrennt.

Vers 715
iti krameṇa kūṭāni mantrāṇāṃ kathitāni te |
kramaśo'nyāni bījāni punardevi niśāmaya ||715||

Damit sind dir die Kutas der Mantras in ihrer Reihenfolge genannt. Höre nun wiederum die anderen Bijas der Reihe nach, Göttin.

Zweite Bija-Reihe und Upakutas

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 716
prabhā tataḥ suprabhā ca viśuddhirnandinī […] |
[…] nityavṛṣapuṣṭikaumudya eva ca ||716||

Prabha, danach Suprabha, Vishuddhi, Nandini, […], Nitya, Vrisha, Pushti und Kaumudi …

Anmerkung: Fragment: Ende der ersten und Anfang der zweiten Zeile beschädigt; fehlender Name nicht aus anderer Liste ergänzt.

Vers 717
vihaṅgamaḥ pūtanā ca pūrṇādhūmau tataḥ param |
lalitā ca virāṭ […] sakumārikam ||717||

… Vihangama, Putana, danach Purna und Dhuma, Lalita, Virat, […] mit Kumarika …

Anmerkung: Fragment: Glieder zwischen Virat und Kumarika unlesbar; kein Name frei ergänzt.

Vers 718
trivṛtkāpālagokarṇasurabhīrauravāṇi ca |
nandā jaṭā'tha hemaṃ ca vimalaṃ daṇḍago'ṃśavaḥ ||718||

… Trivrit, Kapala, Gokarna, Surabhi und Raurava, Nanda, Jata, dann Hema, Vimala, Danda, Go und Amshu …

Anmerkung: Vimala im OCR verformt, nur wahrscheinliche Lesung.

Vers 719
śulko ghaṇṭā piñjalā ca citā ca dhvaja eva ca |
kalpo muktā mahā caiva kramo nṛharireva ca ||719||

… Shulka, Ghanta, Pinjala, Chita, Dhvaja, Kalpa, Mukta, Maha, Krama und Nrihari …

Anmerkung: Shulka/Shukla im OCR unsicher; Maha und Krama wie ausdrücklich getrennt erhalten.

Vers 720
krakacaśca tathāriṣṭaṃ śmaśānaṃ śava eva ca |
sānvakṣamauñjīsūtrāṇi […] tataḥ param ||720||

… Krakacha, Arishta, Shmashana, Shava, Sanu, Aksha, Maunji, Sutra und danach […] …

Anmerkung: Fragment: letzte Namensgruppe unzuverlässig lesbar, nicht rekonstruiert.

Vers 721
ṛṣabhaścāthādbhutaṃ mekhalā kuṇḍameva ca |
tantro varṇaḥ sampuṭaṃ ca bījānyetānyanukramāt ||721||

… Rishabha, dann Adbhuta, Mekhala, Kunda, Tantra, Varna und Samputa. Dies sind die Bijas in ihrer Reihenfolge.

Anmerkung: Adbhuta im OCR auch Advaita möglich, vorläufige Lesung; kein fehlendes56.Glied erzwungen.

Vers 722
ānupūrvyopakūṭāni nibodhātaḥ paraṃ priye |
brahmāstraṃ vaiṣṇavāstraṃ hi śāṅkarāstraṃ […] ca ||722||

Lerne nun die Upakutas in ihrer Reihenfolge kennen, Geliebte: Brahmastra, Vaishnava-Astra, Shankara-Astra und […] …

Anmerkung: Fragment: Versschluss beschädigt, möglicher Name nicht ergänzt.

Vers 723
kauberāstramatho jñeyaṃ vāyavyaṃ vāruṇaṃ tathā |
kampanāstramathendrāstraṃ kālaṃ bhūtāstrameva ca ||723||

… dann Kaubera-Astra, Vayavya, Varuna, Kampana-Astra, anschließend Aindra-Astra, Kala und Bhuta-Astra …

Vers 724
pārjanyaṃ vaidyutaṃ nāgamastratrayamataḥ param |
mātaṅgadānavākhye ca rākṣasaṃ śābaraṃ tathā ||724||

… danach die drei Astras Parjanya, Vaidyuta und Naga, die Matanga und Danava genannten, Rakshasa und Shabara …

Anmerkung: Astra-Traya im OCR mantratraya, aufgrund ausdrücklich anschließender Astranamen nur vorläufig normalisiert; keine gesicherte Textkritik behauptet.

Vers 725
kālakūṭaṃ brahmaśiraḥ paiśācaṃ jambhanaṃ tathā |
vaināyakamathotpātaṃ stambhanaṃ māraṇaṃ tathā ||725||

… Kalakuta, Brahmashiras, Paishacha, Jambhana, Vainayaka, dann Utpata, Stambhana und Marana …

Anmerkung: Namenreihe ritueller Astras, keine konkrete Schädigungsanleitung.

Vers 726
yāmyaṃ nārāyaṇāstraṃ ca prājāpatyāstrameva ca |
tāmasaṃ […] tvāṣṭraṃ sauparṇaṃ rājasaṃ tathā ||726||

… Yamya, Narayana-Astra, Prajapatya-Astra, Tamasa, […], Tvashtra, Sauparna und Rajasa …

Anmerkung: Fragment: Glied nach Tamasa unlesbar.

Vers 727
pāṣāṇaṃ pārvataṃ cāpi jambhakaiṣīkamityapi |
audumbarāstraṃ cakrāstraṃ gāndharvaṃ haimanaṃ tathā ||727||

… Pashana, Parvata, Jambhaka und Aishika, Audumbara-Astra, Chakra-Astra, Gandharva und Haimana …

Anmerkung: Jambhaka/Aishika-Verbindung vorläufig gelesen.

Vers 728
prasvāpanaṃ sauraguhye vetālaṃ śārabhaṃ tathā |
vāraṇāstraṃ prāmathāstraṃ skāndamākṣyaṃ tathaiva ca ||728||

… Prasvapana, Saura und Guhya, Vetala, Sharabha, Varana-Astra, Pramatha-Astra, Skanda und Akshya …

Anmerkung: Quelle setzt bei Pramatha-Astra ein Fragezeichen; seltene Endform Akshya nicht vereinheitlicht.

Vers 729
kūṣmāṇḍāstraṃ mūrcchanāstraṃ bhrāmakāstraṃ tathaiva ca |
gālanāstraṃ traidaśāstraṃ sarvaśeṣe pratiṣṭhitam ||729||

… Kushmanda-Astra, Murchchhana-Astra, Bhramaka-Astra, Galana-Astra und ganz zuletzt Traidasha-Astra.

Vers 730
ṣaṭpañcāśadime kūṭāḥ krameṇa parikīrtitāḥ |
ataḥ paraṃ punarbījaniḥśreṇīmavadhāraya ||730||

Diese sechsundfünfzig Kutas wurden der Reihe nach genannt. Beachte nun wiederum die folgende Bija-Reihe.

Anmerkung: Quellzählung56, beschädigte Glieder nicht aufgefüllt.

Dritte Bija-Reihe und Nadis

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 731
anāhataśca bhogaśca sṛṣṭiḥ phetkāryapi priye |
tretā karālī kṛtyā ca tarjanī ca kaṭakaṭā ||731||

Anahata, Bhoga, Srishti und Phetkari, Geliebte, Treta, Karali, Kritya, Tarjani und Katakata …

Vers 732
kośaḥ piṇḍaḥ kṣudhā caiva santāno mokṣa eva ca |
nirvāṇo'pyatha nārācaḥ śūlaṃ bhallārdhacandrakau ||732||

… Kosha, Pinda, Kshudha, Samtana, Moksha, Nirvana, dann Naracha, Shula, Bhalla und Ardhachandra …

Vers 733
vatsadantaḥ kṣurapraśca dvāviṃśo gostano mataḥ |
saṃdaṃśakaśca nālīko bhuśuṇḍī parighastathā ||733||

… Vatsadanta, Kshurapra und als zweiundzwanzigster Gostana, Samdamshaka, Nalika, Bhushundi und Parigha …

Anmerkung: Ordinalangabe22alsQuellenangabe, keine erzwungene Neuzählung.

Vers 734
gadā ca tomaraḥ prāsaḥ paṭṭiśastadanantaram |
saṃhitā kauṇapī dhyānahākinīvidhicañcavaḥ ||734||

… Gada, Tomara, Prasa, danach Pattisha, Samhita, Kaunapi, Dhyana, Hakini, Vidhi und Chanchu …

Vers 735
rambhāvatī ca kulikaṃ karambhiścauṣadhī tathā |
kaṅkālaṃ mānasaṃ śāntirugraṃ ḍāmarameva ca ||735||

… Rambhavati, Kulika, Karambhi, Aushadhi, Kankala, Manasa, Shanti, Ugra und Damara …

Anmerkung: Rambhavati möglicherweise Rambha/Vati; Hauptwortverbund nicht zur56erZahl aufgegliedert.

Vers 736
nākulaṃ taijasaṃ vaktramāsuraṃ tadanantaram |
kūrmādhārau drāvaṇaṃ ca maṅgalaṃ ca sudarśanam ||736||

… Nakula, Taijasa, Vaktra, danach Asura, Kurma und Adhara, Dravana, Mangala und Sudarshana …

Anmerkung: Vaktra im OCR leicht beschädigt, vorläufige Lesung.

Vers 737
adhvaraḥ sarvaśeṣe syāt tṛtīyā bījasaṃhṛtiḥ |
ataḥ paraṃ krameṇaiva nāḍīḥ kalaya pārvati ||737||

… und ganz zuletzt Adhvara. Damit ist die dritte Bija-Reihe abgeschlossen. Beachte nun der Reihe nach die Nadis, Parvati.

Vers 738
bhāsurādau bhavennāḍī visargā tadanantaram |
bandhanī kampinī nimnā prabuddhā ca prakāśinī ||738||

Zuerst die Nadi Bhasura, danach Visarga, Bandhani, Kampini, Nimna, Prabuddha und Prakashini …

Anmerkung: Kampini bereits in Quelle fraglich, nicht durch anderen Nad inamen ersetzt.

Vers 739
vilambitā tathā'lasyā ghargharā'veśinī tathā |
gāndhārī śaṅkhinī hastijihvā pūṣā sarasvatī ||739||

… Vilambita, Alasya, Gharghara, Aveshini, Gandhari, Shankhini, Hastijihva, Pusha und Sarasvati …

Vers 740
yaśasvinī vāraṇā ca kuhūrapi payasvinī |
viśvodarā'lambuṣā ca hitā caṇḍā ca gālinī ||740||

… Yashasvini, Varana, Kuhu, Payasvini, Vishvodara, Alambusha, Hita, Chanda und Galini …

Vers 741
satī mandā madhumatī drāviṇī cetanā tathā |
sauvīrī kapilā raṇḍā rañjanī revatī tataḥ ||741||

… Sati, Manda, Madhumati, Dravini, Chetana, Sauviri, Kapila, Randa, Ranjani und danach Revati …

Vers 742
uttarāpyāyanī viśvadūtā candrā kapardinī |
nandā kadrāvatī maitrī vikalpā lambikā'calā ||742||

… Uttara, Apyayani, Vishvaduta, Chandra, Kapardini, Nanda, Kadravati, Maitri, Vikalpa, Lambika und Achala …

Anmerkung: Erste Verbindung auch Uttara/Apyayani möglich; Kadravati und Maitri im OCR unsicher, nicht durch andere bekannte Nadis ersetzt. Worttrennung Uttara/Apyayani unsicher.

Vers 743
saṃmohā koṭarā mūlā tandrāvatyapi ghaṇṭikā |
dhāriṇī dhoriṇī dhīrā surabhī kṛntanī tathā ||743||

… Sammoha, Kotara, Mula, Tandravati, Ghantika, Dharini, Dhorini, Dhira, Surabhi und Krintani …

Vers 744
iti krameṇa vai nāḍyastava devi mayeritāḥ |
bījaśreṇīṃ punarapi niśāmaya tato'nu yā ||744||

Damit habe ich dir die Nadis der Reihe nach genannt, Göttin. Höre nun wiederum die daran anschließende Bija-Reihe.

Vierte Bija-Reihe und Hymnusnamen

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 745
ulkā vedī jarā caṇḍī khalapātālakukkuṭāḥ |
sāradhārālakṣyabhavyākṣaragotrā mahodayāḥ ||745||

Ulka, Vedi, Jara, Chandi, Khala, Patala und Kukkuta, Sara, Dhara, Lakshya, Bhavya, Akshara, Gotra und Mahodaya …

Anmerkung: Beginn der vierten Bija-Reihe; Namensgrenzen in der zweiten Zeile teilweise unsicher.

Vers 746
tulānudāttasvaritaratnodāttājaniṣkalāḥ |
priyabhūjambukajyotirnākanāradapuṣkalāḥ ||746||

… Tula, Anudatta, Svarita, Ratna, Udatta, Aja und Nishkala, Priya, Bhu, Jambuka, Jyotis, Naka, Narada und Pushkala …

Anmerkung: Quelle markiert bei Priya/Bhu einen Lesungszweifel; kein Name zur56erZahl ergänzt.

Vers 747
nāndī baliḥ pṛthuhrasvanadasātvatatārakāḥ |
vṛttatuṅgākhaṇḍapuṇyacārusantānakubjakāḥ ||747||

… Nandi, Bali, Prithu, Hrasva, Nada, Satvata und Taraka, Vritta, Tunga, Akhanda, Punya, Charu, Samtana und Kubjaka …

Vers 748
purucūḍāmaṇibrajyākhātādeśatalacchaṭāḥ |
ātmā śikhā prāgbhavastristhānakalyāṇavāsanāḥ ||748||

… Puru, Chudamani, Brajya, Khata, Adesha, Tala und Chhata, Atman, Shikha, Pragbhava, Tristhana, Kalyana und Vasana …

Anmerkung: Brajya und mehrere Namensgrenzen nur vorläufig gelesen; nicht durch vertrautere Lautnamen ersetzt.

Vers 749
sādhakaḥ sarvaśeṣe syāt turyā bījāni īritāḥ |
atha krameṇa sūktāni vyāharāmi varānane ||749||

… und ganz zuletzt Sadhaka. Damit ist die vierte Bija-Reihe genannt. Nun nenne ich die Suktas der Reihe nach, Schönantlitzige.

Anmerkung: Flexion des ersten Halbverses beschädigt, Aussage vierteReiheklar. Nur Hymnentitel, keine hier fehlenden Hymnentexte aus externen Quellen ergänzt.

Vers 750
pauruṣaṃ sūktamādau syānmāhitraṃ śuddhavatyapi |
śivasaṃkalpasūktaṃ ca sūktamānandameva ca ||750||

Zuerst Paurusha-Sukta, dann Mahitra und Shuddhavati, das Shivasamkalpa-Sukta und das Ananda-Sukta …

Anmerkung: Hymnentitel in vorliegender Form bewahrt; keine ungeprüften vedischen Versadressen ergänzt.

Vers 751
tatastu gṛtsamadīyaṃ […] sūktameva ca |
somāraudraṃ siddhasūktaṃ nārāśaṃsī tataḥ param ||751||

… danach Gritsamadiya, […] Sukta, Soma-Raudra, Siddha-Sukta und anschließend Narashamsi …

Anmerkung: Fragment: zweiter Hymnentitel beschädigt; Gritsamadiya ebenfalls leicht verformt, vorläufig gelesen.

Vers 752
pāvamānīyasūktaṃ ca bhaumasūktaṃ tataḥ param |
haviṣyāntaṃ tataḥ sūktaṃ natamaṃhastataḥ param ||752||

… Pavamaniya-Sukta, danach Bhauma-Sukta, dann Havishyanta-Sukta und anschließend Natamamhas …

Anmerkung: Havishyanta/Natamamhas als unsichere Titel oder Textanfänge, keine fremden Vollhymnen eingesetzt.

Vers 753
vaiśvadevaṃ […] sūktamasyavāmīyamityapi |
śārīrasūktamaindrāgnamagniṣomīyamityapi ||753||

… Vaishvadeva, […] Sukta, Asyavamiya, Sharira-Sukta, Aindragna und Agnishomiya …

Anmerkung: Fragment: Wort vor Sukta beschädigt, möglicher weiterer Titel nicht ergänzt.

Vers 754
nakṣatrasūktaṃ tadanu maitrāvaruṇameva ca |
bhāruṇḍānāmakaṃ sūktaṃ kalpasūktamataḥ param ||754||

… danach Nakshatra-Sukta, Maitravaruna, das Bharunda genannte Sukta und anschließend Kalpa-Sukta …

Anmerkung: Bharunda als Hauptlesung, keine stillschweigende Korrektur in Varuna.

Vers 755
pitṛsūktaṃ bhārgavaṃ ca sūktaṃ vaināyakaṃ tathā |
vāyavyaṃ yakṣasūktaṃ ca […] tattvameva ca ||755||

… Pitri-Sukta, Bhargava, Vainayaka-Sukta, Vayavya, Yaksha-Sukta, […] und Tattva …

Anmerkung: Fragment: Name beziehungsweise Glied vor Tattva unlesbar.

Vers 756
sūkte āryamṇavaibhrāje garbhasūktamataḥ param |
kaivalyāmṛtasūkte ca lakṣmīsūktaṃ tato'pyanu ||756||

… die Suktas Aryamna und Vaibhraja, danach Garbha-Sukta, Kaivalya- und Amrita-Sukta, anschließend Lakshmi-Sukta …

Vers 757
mānastokaṃ tataḥ sūktaṃ sūktaṃ gāruḍameva ca |
śrīsūktaṃ raudrasūktaṃ ca sūktaṃ vai nādabaindavam ||757||

… danach Manastoka-Sukta, Garuda-Sukta, Shri-Sukta, Raudra-Sukta und Nada-Baindava-Sukta …

Anmerkung: Manastoka im OCR als Sanastoka, vorläufige Lesung des erkennbaren Titels. Lakshmi/Shri als zwei vorhandene Einträge nicht zusammengelegt.

Vers 758
devīsūktaṃ ca mādhvīkamātharvaṇamataḥ param |
mahāprasthānasūktaṃ ca tvāṣṭrahaṃse tataḥ smṛte ||758||

… Devi-Sukta, Madhvika, danach Atharvana, Mahaprasthana-Sukta und anschließend Tvashtra und Hamsa …

Anmerkung: OCR-Ziffer755als758; Tvashtra/Hamsa nur wahrscheinlich getrennt.

Vers 759
hairaṇyakeśasūktaṃ ca layasūktamataḥ param |
paryāyākhyaṃ ca tataḥ sūktamaindravāruṇameva ca ||759||

… Hiranyakesha-Sukta, danach Laya-Sukta, anschließend das Paryaya genannte und Aindra-Varuna-Sukta …

Anmerkung: OCR-Ziffer757als759.

Vers 760
bārhaspatyaṃ tataḥ sūktaṃ tata auśanasaṃ smṛtam |
nāciketasamedhe ca tataḥ sūkte ubhe mate ||760||

… danach Barhaspatya-Sukta, anschließend Aushanasa, dann die beiden Suktas Nachiketa und Medha …

Vers 761
sarvaśeṣe parijñeyaṃ sūktaṃ vai nīlalohitam |
sūktānantarabījāni punaranyāni vai […] ||761||

… und ganz zuletzt Nilalohita-Sukta. Nun [höre] die weiteren Bijas, die nach den Suktas stehen.

Anmerkung: Fragment: Schlussverb unlesbar; deutsche Ergänzung geklammert.

Fünfte Bija-Reihe und Farben

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 762
sākṣī paṅktistathā yoga uttamaḥ kāla eva ca |
kākīmukhaśca mukulo vaikārikamataḥ param ||762||

Sakshin, Pankti, Yoga, Uttama, Kala, Kakimukha, Mukula und danach Vaikarika …

Anmerkung: Kakimukha nach sichtbarer Form, nicht automatisch Kakamukha.

Vers 763
mandārasindhukīlālamahendrakaruṇeśvarāḥ |
dvīpajambhaṣaḍaṅgā[…]kakutsaṃghātaśaiśukāḥ ||763||

… Mandara, Sindhu, Kilala, Mahendra, Karuna und Ishvara, Dvipa, Jambha, Shadanga, […], Kakud, Samghata und Shaishuka …

Anmerkung: Fragment: Verbindung nach Shadanga beschädigt, kein weiterer Name aus Parallelreihen ergänzt.

Vers 764
vilāsaḥ saṃgraho ghaṭī kārpaṭo bhāra eva ca |
saṃyamātītasandhānasthāvaro jaṅgamaḥ śuciḥ ||764||

… Vilasa, Samgraha, Ghati, Karpata, Bhara, Samyama, Atita, Samdhana, Sthavara, Jangama und Shuchi …

Anmerkung: Samyama/Atita oder Samyamatita als Name nicht sicher abgrenzbar; Gliederung ausdrücklich vorläufig.

Vers 765
glahaḥ kharvastathā madhyaḥ kuṭhāraḥ kartṛsaṃyutaḥ |
sāraṅgo vāgurā ceti khaṭvāṅgaṃ vedhinī halaḥ ||765||

… Glaha, Kharva, Madhya, Kuthara mit Kartri, Saranga, Vagura, Khatvanga, Vedhini und Hala …

Vers 766
pareṣṭivratapūrtāni nirmokottaṃsanāmakau |
vetaṇḍaraṅkatāṭaṅkalīlārghā dhenureva ca ||766||

… Pareshti, Vrata, Purta, die Nirmoka und Uttamsa genannten, Vetanda, Ranka, Tatanka, Lila, Argha und Dhenu …

Anmerkung: Erste Wortverbindung im OCR beschädigt, vorläufig getrennt; keine56erZahl erzwungen.

Vers 767
kṣobhaṇo māriṣaśceti sarvaśeṣe pratiṣṭhitaḥ |
eṣā tu pañcamī bījapaṅktirdevi tavoditā ||767||

… und ganz zuletzt Kshobhana und Marisha. Damit wurde dir die fünfte Bija-Reihe genannt, Göttin.

Vers 768
ataḥ paraṃ […] varṇān samavadhāraya |
śuklavarṇo bhavedādau tataḥ śubhro'ruṇastathā ||768||

Beachte nun […] die Farben: zuerst Shukla (weiß), danach Shubhra (hellweiß) und Aruna (morgenrot) …

Anmerkung: Fragment: kurzes Einleitungsglied beschädigt. Hier wird klar, dass varna im Virat-Schema Farben bezeichnet, keine Buchstabenreihe.

Vers 769
valakṣaśucicitrāśca trayo varṇāḥ krameṇa hi |
saṃpaktarohitau varṇau kṛṣṇaḥ śveto'sitastathā ||769||

… der Reihe nach die drei Farben Valaksha (weißlich), Shuchi (hell) und Chitra (bunt), Sampakta und Rohita (rot), Krishna (schwarz), Shveta (weiß) und Asita (dunkel) …

Anmerkung: Sampakta als unsicherer Farbname beibehalten, keine genaue moderne Farbe erfunden.

Vers 770
dhavalo mecako gaurastrayo varṇā ime tataḥ |
raktapālāśaśabalāstrayo varṇāstataḥ param ||770||

… danach die drei Farben Dhavala (weiß), Mechaka (dunkelblau bis schwarz) und Gaura (hell), anschließend Rakta (rot), Palasha (wie die Palasha-Blüte) und Shabala (gescheckt) …

Vers 771
yāvakalmāṣapiṅgāśca pāṇḍaraḥ śauka eva ca |
[…] sitakarburaḥ ||771||

… Yavaka (lackrot), Kalmasha (fleckig), Pinga (rotbraun), Pandara (weißlich), Shauka (papageiengrün), […] und Sita-Karbura (weiß gesprenkelt) …

Anmerkung: Fragment: Anfang des zweiten Halbverses weitgehend unlesbar; Farben nicht zur56erListe aufgefüllt.

Vers 772
[…] kelastathaiva ca |
raktapītaśca kapilo dhūsaro dhūma eva ca ||772||

… […], Kela, Rakta-Pita (rotgelb), Kapila (braungelb), Dhusara (staubgrau) und Dhuma (rauchfarben) …

Anmerkung: Fragment: erster Halbvers großenteils unlesbar; Kela unsicher, keine Farbbestimmung erfunden.

Vers 773
piṅgalaḥ kṛṣṇapāṭalastadanantaram |
kausumbhaścāpi hāridro māyūraḥ pāṭalastathā ||773||

… Pingala (gelbbraun), danach Krishna-Patala (dunkelrötlich), Kausumbha (saflorrot), Haridra (kurkumagelb), Mayura (pfauenfarben) und Patala (rötlich) …

Anmerkung: Versbeginn möglicherweise unvollständig. Kausumbha/Haridra im OCR beschädigt, als wahrscheinliche Farbnamen normalisiert und nicht als exakt gesicherte Zeichengestalt ausgegeben.

Vers 774
pāṇḍucitraḥ śoṇapītaḥ kapiśo […] ca |
aindragopaśca […] harirhariṇa eva ca ||774||

… Pandu-Chitra (hell gescheckt), Shona-Pita (rotgelb), Kapisha (bräunlich), […], Aindragopa (rot wie das Indragopa-Insekt), […], Hari (gelblich-grün) und Harina (rehfarben) …

Anmerkung: Fragment: zwei Farbglieder unlesbar, fehlende Namen nicht ergänzt. Traditionelle Farbvergleiche erlauben keine exakten modernen Farbwerte.

Vers 775
rājasaḥ kādravaścaiva taittirojjvalasaṃkarāḥ |
iti varṇā matāḥ sarve krameṇaiva mayoditāḥ ||775||

… Rajasa, Kadrava, Taittira (rebhuhnartig gemustert), Ujjvala (leuchtend) und Samkara (gemischt). Damit habe ich sämtliche Farben der Reihe nach genannt.

Anmerkung: Rajasa/Kadrava als unsichere traditionelle Farbnamen belassen.

Sechste Bija-Reihe und Flüsse

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 776
bījānyetadanūktāni yāni tāni nibodha me |
prabhañjanā bhrāmarī ca pracaṇḍā ḍākinī tathā ||776||

Lerne nun von mir die danach genannten Bijas: Prabhanjana, Bhramari, Prachanda und Dakini …

Anmerkung: Beginn der sechsten Bija-Reihe.

Vers 777
kekarākṣī mahārātriḥ kālarātristathaiva ca |
vijayo mandasaṃmohau pralayaḥ patanaṃ tathā ||777||

… Kekarakshi, Maharatri, Kalaratri, Vijaya, Manda und Sammoha, Pralaya und Patana …

Vers 778
tato yugāntasaṃhārau vegaḥ sandhānasiñjinī |
liṅganaimeyapunnāgāstripurā raudra eva ca ||778||

… danach Yuganta und Samhara, Vega, Samdhana, Sinjini, Linga, Naimeya, Punnaga, Tripura und Raudra …

Anmerkung: OCR-Ziffer788anStelle778; Naimeya-Schreibung nicht mit früherem Nemeya vereinheitlicht.

Vers 779
mātṛśaṅkū majjanaṃ ca yāmyamaindraṃ ca jīvanī |
yakṣo vīraśca vetālo vāḍavo bhauva eva ca ||779||

… Matri, Shanku, Majjana, Yamya, Aindra, Jivani, Yaksha, Vira, Vetala, Vadava und Bhauva …

Anmerkung: OCR-Ziffer776als779.

Vers 780
ugraśca puṭakaśceti carpaṭaṃ maṇimālayā |
hāriṇyutkocinī caiva gāyatrī kaṇikā tathā ||780||

… Ugra, Putaka, Charpata mit Manimala, Harini, Utkochini, Gayatri und Kanika …

Vers 781
[…] nāndikaṃ tadanantaram |
bhadrikā ca tathā tandrā kuṭilā rañjinī ghaṭī ||781||

… […], danach Nandika, Bhadrika, Tandra, Kutila, Ranjini und Ghati …

Anmerkung: Fragment: Anfang des ersten Halbverses unlesbar, keine Shrinkhala/Upahvara aus anderen Reihen eingefügt.

Vers 782
surasaḥ samaro rāgaḥ sārasaḥ sukṛtaṃ tathā |
padmo'tha sarvaśeṣe vai kuśikaḥ parikīrtitaḥ ||782||

… Surasa, Samara, Raga, Sarasa, Sukrita, dann Padma und ganz zuletzt Kushika.

Vers 783
saritāmatha nāmāni krameṇa […] pārvati |
sarasvatī vipāśā ca candrabhāgā ca devikā ||783||

Nun [höre] die Flussnamen der Reihe nach, Parvati: Sarasvati, Vipasha, Chandrabhaga und Devika …

Anmerkung: Fragment: Einleitungsverb unlesbar; deutsche Ergänzung geklammert.

Vers 784
yamunerāvatī cāpi gomatī devikā tathā |
vitastā sarayūḥ siprā narmadā bāhudā tathā ||784||

… Yamuna, Iravati, Gomati, Devika, Vitasta, Sarayu, Sipra, Narmada und Bahuda …

Anmerkung: Devika erneut nach 783, Wiederholung nicht gestrichen.

Vers 785
kāverī gaṇḍakī kṛṣṇavellā godāvarī tathā |
tuṅgabhadrā bhīmarathī karatoyā ca tāpyapi ||785||

… Kaveri, Gandaki, Krishnavella, Godavari, Tungabhadra, Bhimarathi, Karatoya und Tapi …

Vers 786
payoghnī kauśikī caiva samaṅgotpalinī tathā |
śarāvatīrāvatī ca parṇāśā tāmraparṇyapi ||786||

… Payoghni, Kaushiki, Samanga, Utpalini, Sharavati, Ravati, Parnasha und Tamraparni …

Anmerkung: Sharavati/Ravati-Trennung unsicher, möglicherweise Sharavati/Iravati; keine Wiederholung stillschweigend beseitigt.

Vers 787
kṛtamālā mālinī ca tamasā vetravatyapi |
carmaṇvatī dhūtapāpā virajā muralā tathā ||787||

… Kritamala, Malini, Tamasa, Vetravati, Charmanvati, Dhutapapa, Viraja und Murala …

Vers 788
suvarṇarekhā nirvindhyā vāgmatī ca mahānadī |
jyotīrasā ca varuṇā śoṇaḥ pārāvatī tathā ||788||

… Suvarnarekha, Nirvindhya, Vagmati, Mahanadi, Jyotirasa, Varuna, Shona und Paravati …

Anmerkung: Nirvindhya im OCR leicht beschädigt, vorläufige Lesung; keine moderne geografische Zuordnung behauptet.

Vers 789
mandākinī śatadruśca hiraṇyākṣo'tha ghargharaḥ |
lauhityālakanande ca […] śītā dṛṣadvatī ||789||

… Mandakini, Shatadru, Hiranyaksha, dann Gharghara, Lauhitya und Alakananda, […], Shita und Drishadvati …

Anmerkung: Fragment: Glied nach Alakananda beschädigt. Shita nach sichtbarer Schreibung, nicht stillschweigend Sita.

Vers 790
tato bhogavatī sarvaśeṣe gaṅgā prakīrtitā |
bījānāṃ paṅktayaḥ ṣaṭ ca ṣaṭ ca kūṭopakūṭayoḥ ||790||

… danach Bhogavati und ganz zuletzt Ganga. Damit sind sechs Reihen von Bijas und sechs Reihen von Kutas beziehungsweise Upakutas …

Anmerkung: Fortsetzung791; alle vorhandenen Listen im lesbaren Umfang übersetzt.

Wechselnde Anordnung und Körperglieder der Göttin

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 791
ime krameṇa deveśi mayā te parikīrtitāḥ |
bījaṃ kūṭaṃ punarbījamupakūṭaṃ tataḥ param‌ ||791||

… von mir der Reihe nach genannt, Herrin der Götter: ein Bija, ein Kuta, wieder ein Bija, danach ein Upakuta …

Anmerkung: Fortsetzung790.

Vers 792
punarbījaṃ punarnāḍī punarbījaṃ tathaiva ca |
punaḥ […] punarbījaṃ punarvarṇaḥ sureśvari ||792||

… wieder ein Bija, dann eine Nadi, wiederum ein Bija; danach […], erneut ein Bija und dann eine Farbe, Herrin der Götter.

Anmerkung: Fragment: Glied am Beginn der zweiten Hälfte beschädigt; nach den Listen handelt es sich vermutlich um ein Sukta, hier nicht als gesicherter Wortlaut ergänzt. OCR-Ziffer762 im Zusammenhang792.

Vers 793
punarbījaṃ tataḥ śeṣe nadī devi pratiṣṭhitā |
anayaiva diśā sarvaṃ kāryamekāntaraṃ priye ||793||

Dann folgt wieder ein Bija und zuletzt ein Fluss, Göttin. Nach dieser Anordnung ist alles im Wechsel einzusetzen, Geliebte.

Vers 794
ṣaṣṭhyantāyāḥ navākṣaryāḥ sthirāyāḥ paragāni hi |
padāni yāni ṅe'ntāni śṛṇu tāni krameṇa hi ||794||

Höre nun der Reihe nach die Wörter im Dativ, die auf die unveränderliche neunsilbige Formel im Genitiv folgen.

Anmerkung: OCR-Ziffer764 im Zusammenhang794; ṅe bezeichnet die Dativendung.

Vers 795
jaṭājūṭaṃ mastakaṃ ca lalāṭaṃ tadanantaram‌ |
sīmantadaṇḍastadanu dakṣiṇabhrūrapi priye ||795||

Der Knoten der verfilzten Haare, der Kopf, darauf die Stirn, die Scheitellinie und die rechte Augenbraue, Geliebte …

Anmerkung: Rechte Augenbraue im OCR leicht beschädigt; Wort aus dem lesbaren Gegensatz der Folgezeile erschlossen.

Vers 796
vāmabhrūrdakṣiṇaḥ karṇo vāmakarṇastataḥ param‌ |
tilakaṃ nāsikā caiva dakṣiṇaṃ cakṣurapyanu ||796||

… die linke Augenbraue, das rechte Ohr und dann das linke Ohr; das Stirnzeichen, die Nase und das rechte Auge …

Anmerkung: OCR-Ziffer766 im Zusammenhang796.

Vers 797
vāmacakṣustato […] pakṣmāṇi tadanantaram‌ |
tato dakṣiṇagaṇḍaśca vāmagaṇḍastataḥ param‌ ||797||

… das linke Auge, […], danach die Wimpern; dann die rechte und die linke Wange …

Anmerkung: Fragment: Wort nach dem linken Auge beschädigt.

Vers 798
dakṣiṇaśca tathā vāmaḥ kapolastadanantaram‌ |
dakṣiṇaṃ kuṇḍalaṃ vāmakuṇḍalaṃ tadanu priye ||798||

… danach die rechte und linke Wangenseite, der rechte Ohrring und dann der linke Ohrring, Geliebte …

Anmerkung: Gaṇḍa797 und kapola798 bezeichnen beide den Wangenbereich; die Wiederholung wird bewahrt.

Vers 799
oṣṭhastathādharaścādhodantapaṅktirito'pyanu |
tatordhvadantapaṅktiśca mukhamaṇḍalameva ca ||799||

… die Oberlippe und die Unterlippe, dann die untere Zahnreihe, die obere Zahnreihe und das ganze Gesicht …

Vers 800
cibukaṃ ca galo vakṣaḥsthalaṃ hārastataḥ param‌ |
bāhavo'strāṇi pṛṣṭhaṃ ca tatpaścādudaraṃ matam‌ ||800||

… das Kinn, der Hals, die Brust, danach die Halskette, die Arme, die Waffen, der Rücken und anschließend der Bauch …

Vers 801
antrāṇi jaṭharaṃ prāṇā romāṇi syuritaḥ param‌ |
dṛṣṭistathā nimeṣonmeṣastato hṛdayaṃ bhavet‌ ||801||

… die Eingeweide, der Magen, die Lebenskräfte und die Körperhaare; der Blick, das Schließen und Öffnen der Augen und dann das Herz …

Vers 802
caraṇau tadanu jñeyau pādāṅgulyastataḥ param‌ |
bāhunāḍī ca kaphoṇī ca maṇibandhau tathaiva ca ||802||

… danach die beiden Füße, die Zehen, die Armader, der Ellenbogen und die beiden Handgelenke …

Anmerkung: Pādāṅgulyaḥ aus leicht beschädigter Worttrennung gelesen; bāhunāḍī ebenfalls leicht beschädigt.

Vers 803
jaṅghe ūrū kaṭiścāpi vaṅkṣaṇe prapade tathā |
sphicau sarvāṅgamasyānu jihvātrayamudīyate ||803||

… die Unterschenkel, die Oberschenkel, die Taille, die Leisten, die Vorderfüße, die Gesäßhälften und der ganze Körper; danach werden die drei Zungen genannt …

Vers 804
annaṃ tato bhojanasya samayaḥ paripaṭhyate |
sarvaśeṣe tataḥ pārśvaparivarta udāhṛtaḥ ||804||

… dann die Speise und die Zeit des Essens. Ganz zuletzt wird das Wenden von einer Seite auf die andere genannt.

Vers 805
ṣaṭpañcāśadime khyātā devyāḥ śārīrajāḥ kramāt‌ |
uddeśakramato devi vacanāni prayojayet‌ ||805||

Diese sechsundfünfzig zum Körper der Göttin gehörenden Glieder sind der Reihe nach genannt. Göttin, man soll die grammatischen Zahlen entsprechend der aufgeführten Reihenfolge verwenden.

Anmerkung: Die Kontrollzahl56 wird als Textangabe bewahrt, ohne beschädigte Listenglieder aufzufüllen.

Vers 806
caturthyantāni sarvāṇi syurvācāṃ bheda eva ca |
eteṣāmagrato yāni padāni suravandite ||806||

Alle sollen im Dativ stehen; die Unterschiede betreffen die sprachlichen Formen. Die Wörter, die danach folgen, von den Göttern Verehrte …

Anmerkung: Satzfortsetzung807.

Vers 807
tānyākalaya sarvāṇi pūrvoktakramagāni hi |
yathāyogyaṃ prakṛtyādiḥ sarvādau pariniṣṭhitaḥ ||807||

… beachte sie alle in der zuvor genannten Reihenfolge. Ganz am Anfang steht, jeweils passend, das mit Prakriti beginnende Glied.

Anmerkung: Prakṛti bezeichnet hier offenbar den Anfang der kosmischen Zuordnung; der knappe Hinweis wird nicht zu einer fehlenden Liste erweitert.

Kosmische Entsprechungen der Körperglieder

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 808
brahmāṇḍordhvakapālaṃ ca devīlokastataḥ param‌ |
meruśailo'javīthī ca nāgavīthī tato'pyanu ||808||

Die obere Schale des Welteneis, danach die Welt der Göttin, der Berg Meru, die Aja-Bahn und dann die Naga-Bahn …

Anmerkung: Vīthī bezeichnet hier kosmische beziehungsweise himmlische Bahnen.

Vers 809
śivalokaśca vaikuṇṭhaloko lohitameva ca |
mandākinī ca sūryaścandraśca kiraṇā api ||809||

… die Welt Shivas, die Vaikuntha-Welt, das Rote, Mandakini, Sonne und Mond sowie ihre Strahlen …

Anmerkung: Lohita wörtlich „das Rote“; konkrete kosmische Identifizierung in dieser Liste nicht gesichert.

Vers 810
tapolokaḥ satyaloko janalokastataḥ param‌ |
maharloko himādriśca kailāsastadanūdyate ||810||

… Tapoloka, Satyaloka, dann Janaloka, Maharloka, der Himalaya und danach Kailasa …

Anmerkung: Nummer810 im OCR beschädigt, aus der Folge eindeutig.

Vers 811
svarloko'tha bhuvarlokastata etau prakīrtitau |
dikpālagrahalokaśca saptarṣidhruvalokayuk‌ ||811||

… dann die beiden Welten Svarloka und Bhuvarloka; die Welt der Richtungswächter und Planeten zusammen mit der Welt der sieben Rishis und Dhruvas …

Vers 812
rodasī tadanu jñeyaṃ dyorloko brahmalokayuk‌ |
nabho nakṣatramālā ca digvidikcaya eva ca ||812||

… danach Himmel und Erde, die Himmelswelt samt Brahmaloka, der Luftraum, der Kranz der Gestirne sowie sämtliche Haupt- und Zwischenrichtungen …

Vers 813
tattallokaphalāni syuḥ svargastadanu kathyate |
āntarikṣaṃ […] sindhavo vāyavastathā ||813||

… die Früchte der jeweiligen Welten, danach Svarga, der Zwischenraum, […], die Meere beziehungsweise Ströme und die Winde …

Anmerkung: Fragment: Wort nach āntarikṣa beschädigt. Sindhu kann Strom oder Meer bezeichnen; hier keine gesicherte engere Bestimmung.

Vers 814
tato vanaspatyoṣadhayastatpaścād vidyudeva ca |
ahorātraṃ […] pṛthivī tathā ||814||

… dann Bäume und Kräuter, danach der Blitz, Tag und Nacht, […] und die Erde …

Anmerkung: Fragment: Glied zwischen Tag/Nacht und Erde beschädigt.

Vers 815
saptapātālamasyānu vedā […] kalāstathā |
kāṣṭhā […] ṛtavaḥ pakṣau vāyanapūrvagau ||815||

… darauf die sieben Unterwelten, die Veden, […], die Zeiteinheiten Kala und Kashtha, […], die Jahreszeiten und die beiden Monatshälften, denen die Sonnenhalbjahre vorangehen …

Anmerkung: Fragment: mehrere Wörter beschädigt; Schlusskompositum nur eingeschränkt lesbar. Keine vollständige Kalenderfolge ergänzt.

Vers 816
māsā abdastataḥ paścāt caturyugamudāhṛtam‌ |
tato vaiśvānarakālamṛtyavaḥ parikīrtitāḥ ||816||

… die Monate und das Jahr, danach die vier Weltalter; dann werden Vaishvanara, Kala und Mrityu genannt: das universale Feuer, die Zeit und der Tod …

Vers 817
ābrahmastambamityevaṃ pralayastadanantaram‌ |
mahākalpaḥ […] vijñeyastridaśeśvari ||817||

… „von Brahma bis zum Grashalm“, danach die Weltauflösung und der große Weltzeitraum, […], Herrin der Götter.

Anmerkung: Fragment: Wortlaut bei ābrahmastamba leicht beschädigt, verbreitete Paarung im sichtbaren Text erkennbar; weiteres Wort nach mahākalpa unlesbar.

Vers 818
pūrvoditānāṃ śabdānāmanantaratayā sthitāḥ |
ete śabdāstattadvibhaktitattadvacanayoginaḥ ||818||

Diese Wörter stehen unmittelbar nach den zuvor genannten und erhalten jeweils deren Kasus und grammatische Zahl …

Vers 819
karaṇīyāstatsadṛśā ityetasya viniścayaḥ |
ataḥ paramamīṣāṃ ye paścādvartina īritāḥ ||819||

… sie müssen ihnen also grammatisch entsprechen: Das ist die festgelegte Regel. Was nun die danach genannten, auf sie folgenden …

Anmerkung: Fortsetzung820.

Fünf feste Kutas und abschließende Bija-Gruppen

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 820
pañca kūṭāstān bravīmi krameṇa tava pārvati |
sṛṣṭikūṭaṃ sthitikūṭaṃ saṃhārakūṭameva ca ||820||

… fünf Kutas betrifft, so nenne ich sie dir der Reihe nach, Parvati: Srishti-Kuta, Sthiti-Kuta und Samhara-Kuta …

Anmerkung: Schöpfungs-, Erhaltungs- und Auflösungs-Kuta; verschlüsselte Lautgruppen, hier nicht ausgeschrieben.

Vers 821
anākhyākūṭamasyānu bhāsākūṭaṃ tataḥ param‌ |
pañca kūṭā ime devi mantreṣu nikhileṣvapi ||821||

… darauf Anakhya-Kuta und danach Bhasa-Kuta. Diese fünf Kutas sind, Göttin, in allen Mantras …

Anmerkung: Fortsetzung822.

Vers 822
vijñātavyāḥ sthiratarāḥ sādhakena vipaścitā |
atho kūṭānu yā bījatrayī proktā pṛthak pṛthak ||822||

… vom kundigen Übenden als unveränderlich zu verstehen. Nun zu den jeweils verschiedenen Dreiergruppen von Bijas, die nach den Kutas genannt wurden …

Vers 823
pratimantraṃ tān bravīmi bījasaṅghān varānane |
tathaiva pūrṇo bhavitā virāṇnyāso varānane ||823||

Ich nenne dir diese Bija-Gruppen für jeden Mantra, Schönangesichtige. Damit wird der Virat-Nyasa vollständig sein, Schönangesichtige.

Vers 824
dhanyollopye vismṛtiśca sampūrṇā maunibhasmanī |
vanaspatividhānaṃ ca saṃvidhānaṃ tathaiva ca ||824||

Dhanya und Ullopya, Vismriti, Sampurna, Mauni und Bhasman, Vanaspati, Vidhana sowie Samvidhana …

Anmerkung: Bija-Namen, keine ausgeschriebenen Silben. Die Trennung der ersten beiden Namen ist unsicher.

Vers 825
tato vikramasaṅkrāntī […] tato'pyanu |
kuśatantuvihāraśca saṃsṛṣṭistadanantaram‌ ||825||

… dann Vikrama und Samkranti, […], danach Kusha, Tantu und Vihara, anschließend Samsrishti …

Anmerkung: Fragment: ein Listenglied beschädigt; Worttrennung der Namen teilweise unsicher.

Vers 826
tataḥ siddhiphalaṃ śilpaṃ yogatantrā digambarā |
śeṣe rasapuṭaṃ cāpi maunaṃ cūlikayānvitam‌ ||826||

… dann Siddhiphala, Shilpa, Yogatantra und Digambara; anschließend Rasaputa und Mauna zusammen mit Chulika …

Vers 827
vikhalastasya śeṣe ca sarvasvaṃ vipriyaṃ tataḥ |
sāntāraścāpi tadanu samādhānamataḥ param‌ ||827||

… darauf Vikhala, Sarvasva und Vipriya; danach Santara und anschließend Samadhana …

Anmerkung: Vikhala und Santara nach sichtbarer Schreibung; nicht etymologisch umgedeutet.

Vers 828
sandarśanaṃ yauktikaṃ ca […] tato'pyanu |
māyā hāro visvaritaṃ cākrikaṃ vikriyaṃ tataḥ ||828||

… Sandarshana, Yauktika und […]; danach Maya, Hara, Visvarita, Chakrika und Vikriya …

Anmerkung: Fragment: Listenglied nach Yauktika unlesbar.

Vers 829
vipṛthustadanu jñeyo vivṛttaṃ santalaṃ tataḥ |
saṅgūḍhaścāpi […] saṃvartakavivartakau ||829||

… dann Viprithu, Vivritta und Santala; Samgudha, […], Samvartaka und Vivartaka …

Anmerkung: Fragment: Verbindung beziehungsweise Glied nach Samgudha beschädigt. OCR-Ziffer826 im Zusammenhang829.

Vers 830
pārīndro jaimanaṃ cāpi saṃvyānaṃ sambalaṃ tataḥ |
tato vivatsasambhāvau saṃyogastadanu smṛtaḥ ||830||

… Parindra, Jaimana, Samvyana und Sambala; dann Vivatsa und Sambhava sowie danach Samyoga …

Anmerkung: Seltene Bija-Bezeichnungen gemäß sichtbarem Wortlaut; keine Bedeutungsauflösung behauptet.

Vers 831
pāṭalaṃ pippalaṃ cāpi vikalastadanantaram‌ |
tato vinimayaḥ sañjīvanī cāpi vipakṣayuk‌ ||831||

… Patala, Pippala und danach Vikala; dann Vinimaya und Samjivani zusammen mit Vipaksha …

Vers 832
ketavāntakabīje ca saṃhāriṇyapyataḥ param‌ |
anuvṛttistato […] ācārādi […] priye ||832||

… die Bijas Ketava und Antaka, danach Samharini; dann Anuvritti, […] und ein mit Achara beginnendes Glied […], Geliebte …

Anmerkung: Fragment: zweite Hälfte stark beschädigt; Ketava/Antaka als vorläufige Worttrennung der ersten Hälfte.

Vers 833
caṇḍilaśca vipāśaśca sammohī tadanūdyate |
sakṣataṃ cāpi viśrāntiḥ sambhrāntistadanantaram‌ ||833||

… Chandila, Vipasha und danach Sammohi; Sakshata und Vishranti sowie anschließend Sambhranti …

Vers 834
kuḍkkaśca karāṭī ca vātyā tadanu […] |
santānaṃ ca vitānaṃ ca vivaraṃ syāttataḥ param‌ ||834||

… [Name unsicher: Kudkka], Karati und Vatya, […]; dann Santana, Vitana und Vivara …

Anmerkung: Fragment: erster Name und Wort nach Vatya unsicher beziehungsweise unlesbar; keine scheinbar gesicherte Sanskritlesung ergänzt.

Vers 835
prākāraḥ kuhikā cāpi bījāni tadanu […] |
tarpaṇe bhedavaraṭau jaṭharādyau tataḥ param‌ ||835||

… die Bijas Prakara und Kuhika, danach […]; Tarpana, Bheda und Varata sowie anschließend mit Jathara beginnende Glieder …

Anmerkung: Fragment: Wortlaut der zweiten Hälfte und genaue Namensabgrenzung beschädigt; nur erkennbarer Listeninhalt wiedergegeben.

Vers 836
śapathastadanu jñeyo yācñā ca tadanu smṛtā |
ākrośaścāpi saṃvṛttiḥ sampradāyaśca bhājanam‌ ||836||

… danach Shapatha und Yachna, Akrosha, Samvritti, Sampradaya und Bhajana …

Vers 837
anapāyastasya śeṣe syādutkrāmo'nvasya kathyate |
pradeśanīrājane ca saṃhāro yamalādimaḥ ||837||

… anschließend Anapaya und dann Utkrama; Pradesha und Nirajana sowie Samhara, dem Yamala vorangeht …

Anmerkung: Worttrennung Pradesha/Nirajana vorläufig; yamalādima bezeichnet wörtlich einen mit Yamala beginnenden Zusammenhang.

Vers 838
udīrṇaṃ bhānumasyānu grāhaśca graha eva ca |
deveśi tapanaṃ paścāduldhihāpā tataḥ param‌ ||838||

… Udirna, danach Bhanu, Graha mit langem a und Graha mit kurzem a; Göttin, anschließend Tapana und [Name unsicher: Uldhihapa] …

Anmerkung: Fragment: letzter Name nicht zuverlässig lesbar; grāha und graha werden ausdrücklich unterschieden.

Vers 839
tīrthaṃ ca tadanu jñeyaṃ poṣaśca savanaṃ tathā |
kṣudraḥ sandhānavarṣmaṇī ca vitānaṃ tadanantaram‌ ||839||

… dann Tirtha, Posha und Savana; Kshudra, Samdhana und Varshman sowie anschließend Vitana …

Anmerkung: Varṣman aus leicht beschädigter Schreibung gelesen.

Vers 840
sambhṛtiścaturasraṃ ca […] tadanu kathyate |
dākṣikaṃ saumataṃ cāpi pratānaṃ syāttataḥ param‌ ||840||

… Sambhriti, Chaturasra und […]; danach Dakshika, Saumata und Pratana …

Anmerkung: Fragment: ein Name unlesbar.

Vers 841
nādāntakaścāmaraṃ ca vyajanaṃ tadanūdyate |
virūpaścāparāntaśca prakaryapiḥ varānane ||841||

… Nadantaka, Chamara und Vyajana; Virupa und Aparanta sowie [Name unsicher: Prakaryapi], Schönangesichtige …

Anmerkung: Fragment: letzter Name beschädigt.

Vers 842
māraṇḍaśca vinādaśca vimardastadanantaram‌ |
tataḥ santatibarhau ca sāmabījaṃ tato'pyanu ||842||

… Maranda und Vinada, danach Vimarda; dann Santati und Barha sowie das Sama-Bija …

Vers 843
vītho paṇau ca karaṇaṃ vehaṇḍastejanaṃ tathā |
mehanī tadanu jñeyā vāsaścānaya eva ca ||843||

… Vitha, Pana, Karana, Vehanda und Tejana; danach Mehani, Vasa und Anaya …

Anmerkung: Seltene Namen nach sichtbarem Text; erste Wortform leicht beschädigt. OCR-Ziffer543 im Zusammenhang843.

Vers 844
kuñcikā tadanu jñeyo virādhaśca turīyayā |
[…] tadanu deveśi modakaṃ vāsitā tathā ||844||

… dann Kunchika und Viradha zusammen mit Turiya; […], danach, Göttin, Modaka und Vasita …

Anmerkung: Fragment: erstes Wort der zweiten Hälfte unlesbar.

Vers 845
ojasvinībījamasyānu pūtyaṇḍaṃ kuñcikā tataḥ |
tataḥ kāmakalā jñeyā ṣaṭcakraṃ tadanantaram‌ ||845||

… darauf das Ojasvini-Bija, Putyanda und Kunchika; dann Kamakala und anschließend Shatchakra …

Anmerkung: Putyanda gemäß sichtbarer Schreibung, keine Ersatzlesung geraten.

Vers 846
sarvāgamo bhavettasmādāmnāyātīta ityapi |
śaktisarvasvamasyānu parāpara itaḥ param‌ ||846||

… darauf Sarvagama und Amnayatita; anschließend Shaktisarvasva und dann Parapara …

Vers 847
tato'nu vajrakavacaṃ śāmbhavaṃ tadanantaram‌ |
cicchaktirjagadāvṛttibījaṃ tadanu kathyate ||847||

… danach Vajrakavacha und Shambhava; Chitshakti und das Jagadavritti-Bija folgen darauf …

Vers 848
lāṅgūlaṃ […] ca vetramityasya śeṣagam‌ |
bālā bāhuśca khauṭaśca vijayā tadanantaram‌ ||848||

… Langula, […] und danach Vetra; Bala, Bahu, Khauta und anschließend Vijaya …

Anmerkung: Fragment: ein Name beschädigt; Khauta nach sichtbarer, unsicherer Schreibung. Versnummer beschädigt, Folge848.

Vers 849
śrīkaṇṭho'pyatha kauluñcaḥ pāṇigītiritaḥ param‌ |
saṅkalpaḥ kalahaṃścāpi cakratumbī tato […] ||849||

… Shrikantha, dann Kauluncha und Panigiti; Samkalpa, Kalaha und danach Chakratumbi […] …

Anmerkung: Fragment: Schlusswort beschädigt; Versnummer beschädigt, Folge849.

Vers 850
sannyāsaśca vicāraśca śubhaṃyustadanantaram‌ |
viyogastadanu jñeyamuttānaṃ sarvaśeṣagam‌ ||850||

… Samnyasa und Vichara, danach Shubhamyu; dann Viyoga und ganz zuletzt Uttana.

Vers 851
iti tribījaniḥśreṇī krameṇa kathitā mayā |
dātavyā phaṭtrayādūrdhvaṃ hṛcchīrṣe tadanu smṛte ||851||

So habe ich die Folge der Bija-Dreiergruppen der Reihe nach erklärt. Sie ist einzusetzen; nach dreimal phat folgen die für Herz und Kopf genannten Abschlüsse.

Anmerkung: Die syntaktische Verbindung dātavyā phaṭtrayādūrdhvam ist knapp und mehrdeutig; die Ordnung der Schlussglieder folgt auch697. Keine verschlüsselten Silben ergänzt.

Ausführung, Vorranganspruch und Abschluss des Kapitels

Die folgende Passage entfaltet die innere Vergegenwärtigung in der rituellen Sprache der Quelle. Lesbare Namen und Anweisungen bleiben vollständig erhalten; lokale Lücken werden nicht ergänzt.

Vers 852
iti devi mayā tubhyaṃ virāṇnyāsa udāhṛtaḥ |
samāsavyāsayogena durūho dhīmatāmapi ||852||

So habe ich dir, Göttin, den Virat-Nyasa kurz und ausführlich dargelegt; selbst für Verständige ist er schwer zu erfassen.

Anmerkung: OCR-Ziffer552 im Zusammenhang852. Die Zwischenüberschrift „Fruchtverheißung des Virat-Nyasa“ unterbricht in der Quelle den Vers.

Vers 853
nyāsasyāsya sthalānyeva mantra evoditāni hi |
tenaiva kramayogena svāṅge nyasyāni pārvati ||853||

Die Stellen dieses Nyasa sind bereits im Mantra selbst genannt. In genau dieser Reihenfolge sind sie am eigenen Körper einzusetzen, Parvati.

Vers 854
virāṇnyāsasya uddhāra iti te pratipāditaḥ |
rītyā'nayā prakartavyo nyāsa eṣa mahāphalaḥ ||854||

Damit ist dir die Erschließung des Virat-Nyasa dargelegt. Nach dieser Weise soll dieser Nyasa, dem großer Erfolg zugeschrieben wird, ausgeführt werden.

Vers 855
virāṇnyāsaṃ virāḍdhyānaṃ turīyājapameva ca |
kurvan […] śocate bhavasāgare ||855||

Wer den Virat-Nyasa, die Meditation über Virat und das Japa der Turiya ausführt, […] im Ozean des Werdens […].

Anmerkung: Fragment: entscheidende Verbindung vor śocate beschädigt; eine verneinte Leidensaussage ist naheliegend, aber nicht als gesicherte Übersetzung ergänzt.

Vers 856
virāṇnyāsasamo nyāso na bhūto na bhaviṣyati |
iti budhvā samāsena yatkartavyaṃ tadācara ||856||

Ein Nyasa, der dem Virat-Nyasa gleicht, hat weder bestanden noch wird er bestehen. Erkenne dies; kurz gesagt: Führe aus, was zu tun ist.

Anmerkung: Traditionelle Vorrangbehauptung des Textes.

Vers 857
nyāsamenaṃ veda kālī tripuraghnastatheśvaraḥ |
tayoḥ prasādājjāne'haṃ nānyastrijagatītale ||857||

Kali kennt diesen Nyasa, ebenso der Herr, der Zerstörer Tripuras. Durch ihre Gnade kenne ich ihn; kein anderer in den drei Welten kennt ihn.

Anmerkung: Beschädigte OCR-Ziffer im Zusammenhang857; Selbstaussage des Sprechers unverändert bewahrt.

Vers 858
kapālaḍāmare nāyaṃ nāpyasau yāmalādiṣu |
na ca […] tantreṣvanyeṣāṃ kā kathā ||858||

Er findet sich weder im Kapaladamara noch in den Yamala-Schriften und dergleichen, auch nicht in […]-Tantras; wie sollte erst bei anderen davon die Rede sein?

Anmerkung: Fragment: weiterer Werktitel beziehungsweise Bestimmung der Tantras unlesbar.

Vers 859
sarvebhyo mantrakalpebhyo maduktā saṃhitā varā |
ata evāmumatrāhaṃ samuddhṛtya nyaveśayam‌ ||859||

Die von mir verkündete Samhita ist allen Mantra-Kalpas überlegen. Eben deshalb habe ich diesen Nyasa hier erschlossen und aufgenommen.

Anmerkung: Selbstbewertung der Quelle; beschädigte Versziffer aus Folge859.

Vers 860
kāmyatvena na caivāyaṃ kartavyaḥ karhicit priye |
yoginīnāṃ ḍākinīnāṃ kurvan vrajati bhakṣyatām‌ ||860||

Niemals soll man ihn als Ritual zur Erfüllung eines persönlichen Wunsches vollziehen, Geliebte. Wer dies tut, wird den Yoginis und Dakinis zur Beute.

Anmerkung: Historische rituelle Drohung; nicht als heutige Tatsachenbehauptung übernommen.

Vers 861
nityatvenaiva nirdiṣṭaḥ sarveṣāṃ mantraśālinām‌ |
viśeṣatastu yatīnāṃ santyaktaihikakarmaṇām‌ ||861||

Er ist als regelmäßige Pflicht für alle festgelegt, die über Mantras verfügen, insbesondere für Entsagende, die weltliche Tätigkeiten aufgegeben haben …

Vers 862
mumukṣūṇāṃ ca gṛhiṇāṃ kaulācāravatāmapi |
aśaknuvānaḥ satataṃ kartuṃ nyāsamamuṃ priye ||862||

… für Befreiung Suchende, für Hausleute und auch für Anhänger des Kaula-Weges. Wer diesen Nyasa nicht ständig ausführen kann, Geliebte …

Vers 863
naimittikatayā kāryaḥ sadā parvaṇi parvaṇi |
alpenaiva prayogeṇa yadi siddhiṃ tvamicchasi ||863||

… soll ihn jeweils an den Festtagen als anlassgebundene Pflicht vollziehen. Wenn du mit nur geringem Vollzug Siddhi erreichen möchtest …

Vers 864
bhāvanādīn virāḍantān nyāsān daśa samācaret‌ |
suhṛdaḥ svānupadiśyād yāṃstārayitumicchasi ||864||

… führe die zehn Nyasas von Bhavana bis Virat aus. Unterweise deine Freunde, die du hinüberführen möchtest.

Anmerkung: Wechsel der grammatischen Person im Sanskrit; kein zusätzlicher Initiationsmodus ergänzt.

Vers 865
amunaiva vyatikrāntaṃ caturthaṃ pañcakaṃ priye |
ataḥ paraṃ nibodhānyān nyāsān paramaśobhanān‌ ||865||

Damit ist nun die vierte Fünfergruppe abgeschlossen, Geliebte. Vernimm als Nächstes die anderen, höchst herrlichen Nyasas.

Kolophon
iti śrīmahākālasaṃhitāyāṃ nyāsoddhāraprastāve bhāvanādidaśanyāsoddhāro nāma aṣṭamaḥ paṭalaḥ |

Hier endet in der ehrwürdigen Mahakala-Samhita, im Abschnitt über die Erschließung der Nyasas, das achte Kapitel mit dem Titel „Die Erschließung der zehn Nyasas, beginnend mit Bhavana“.

Anmerkung: Kolophon; offensichtliche OCR-Beschädigungen des Werktitels und von prastāva normalisiert.

Bilder und Videos zur Vertiefung

Feuerzeremonie bei Yoga Vidya: eine heutige Darstellung gemeinsamer Verehrung.
Shiva und Shakti: eine Darstellung zur Betrachtung des Göttlichen.

Die folgenden Einführungsvorträge erläutern allgemeine Begriffe; sie sind keine Kommentare zu den einzelnen Versen.

Kali – die Schwarze Göttin

Tantra – Wort und Bedeutung

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Bilder und Videos · Quellen und Literatur · Verwandte Themen

Abschluss

Die vielen Zuordnungen lassen erkennen, mit welcher Sorgfalt die Überlieferung Körper, Sprache und Verehrung aufeinander bezieht. Eine heutige Reflexion kann daran anknüpfen: Wie stimmen mein Sprechen, Denken und Handeln überein? Eine kleine, regelmäßig gepflegte Sadhana kann helfen, Sammlung und liebevolle Aufmerksamkeit im Alltag zu stärken.

Siehe auch

Die folgenden Tantra- und Yogaschriften eröffnen weitere Zugänge zum Studium. Ihre Lehren und Ritualordnungen sind jeweils in ihrem eigenen Zusammenhang zu lesen.

Wegweiser durch die Ausgabe