Mahakala Samhita Inspirierende Verse und Mantras

Aus Yogawiki

Mahakala Samhita – 108 inspirierende Verse und Mantras

Lesen und weitergehen: Einführung · 108 Verse und Mantras · Alle Teile

Ein Vers kann den Blick verändern: vom äußeren Erfolg zur inneren Freiheit, vom festgehaltenen Bild zur Gegenwart der Göttlichen Mutter. Diese Auswahl führt durch Hingabe, Erkenntnis, Meditation und die Bereitschaft, das eigene Tun mit offenem Herzen darzubringen.

Die 108 unterschiedlichen, vollständig wiedergegebenen Strophen kommen zusätzlich zur fortlaufenden Übersetzung. Einige sind Teil zusammenhängender Beschreibungen oder Gebete; ihr Zusammenhang ist jeweils benannt. Kein beschädigtes Fragment wird zur Zahl 108 hinzugerechnet. Einzelne unsichere Sanskritzeichen und abweichende Quellenziffern bleiben wie in der Hauptausgabe gekennzeichnet. Die Auswahl ist kein traditionell überliefertes 108er-Stotra, sondern eine heutige redaktionelle Leseauswahl.

Die historische Textaussage bleibt von heutiger Anwendung unterschieden. Religiöse Wirkungsverheißungen sind keine Zusagen dieser Ausgabe. Die folgenden Mantraangaben erklären Wortlaut oder rituelle Funktion; verschlüsselte Formeln werden nicht vervollständigt.

Kali und Shiva als Bild der Verehrung. Die Darstellung dient der allgemeinen Einordnung und zeigt keine besondere Ritualgestalt dieses Abschnitts.

Anregung zum Studium: Für das persönliche Schriftenstudium kannst du täglich einen Lesevers oder eine zusammenhängende kleine Gruppe wählen. Lies zuerst die Übersetzung, prüfe über den Fundstellenlink ihren Zusammenhang und nimm dir danach Zeit für eine stille Betrachtung. Die Sammlung bietet Anknüpfungspunkte für Bhakti Yoga und Jnana Yoga, ohne eine bestimmte Reihenfolge für deine Praxis vorzuschreiben.

Verwandte Lektüre: Für die Vertiefung bieten Vijnana Bhairava Tantra und Kularnava Tantra weitere Anregungen zum Schriftenstudium. Die Shiva Samhita eröffnet einen ergänzenden Yoga-Kontext. Die Hinweise eröffnen einen Vergleich, keine Gleichsetzung der Überlieferungen.

Aufmerksam werden und die Lehre empfangen

Die Auswahl beginnt mit Devis Frage und Mahakalas Antwort. Hingabe und Sammlung eröffnen den Dialog.

Lesevers 1

Kamakala-Khanda 1.1

parāpara pareśāna śaśāṅkakṛtaśekhara | yogādhiyogin sarvajña sarvabhūtadayāpara ||

O du, der du das Höhere und das Niedere umfasst, Herr des Höchsten, der du den Mond als Kopfschmuck trägst! O höchster Yogi, Allwissender, ganz dem Mitgefühl mit allen Wesen zugewandt!

Zum Text: Sprecherin: Devi. „parāpara“ kann auch „jenseits von Höherem und Niederem“ verstanden werden.

Lesevers 2

Kamakala-Khanda 1.12

dhanyāsyanugṛhītāsi tayā devyeva sarvathā | yatte buddhiḥ samutpannā tāṃ devīṃ prati bhāmini ||

Gesegnet bist du und von jener Göttin selbst ganz und gar begnadet, o Strahlende, denn in dir ist der Gedanke an diese Göttin erwacht.

Zum Text: Sprecher: Mahakala.

Lesevers 3

Kamakala-Khanda 1.14

yathārthamāttha devi tvaṃ gopyaṃ tvayyapi sarvathā | kiṃtu bhaktiviśeṣātte kathayāmi na saṃśayaḥ ||

Du hast recht gesprochen, o Göttin: Es ist selbst vor dir geheim zu halten. Wegen deiner besonderen Bhakti (Hingabe) aber werde ich es dir gewiss erzählen.

Lesevers 4

Kamakala-Khanda 1.33

labhyate'sau mahāvidyā kiṃ nu bhāgyamataḥ param | koṭijanmārjitaiḥ puṇyairlabhyate vā na labhyate ||

Wenn diese Mahavidya erlangt wird – welches größere Glück könnte es geben? Selbst durch Verdienste aus Millionen von Geburten mag man sie erlangen oder auch nicht.

Lesevers 5

Kamakala-Khanda 1.39

samāhitā sāvadhānā bhava devi varāṅgane | vidhehi cittamekāgraṃ badhyatāmañjalistathā ||

Sei gesammelt und aufmerksam, o Göttin, du Schöne. Richte dein Bewusstsein auf einen Punkt und lege die Hände zum Anjali (Gruß der Verehrung) zusammen.

Lesevers 6

Kamakala-Khanda 1.40

kālīṃ kāmakalāpūrvāṃ śṛṇuṣvāvahitā mama | mantraṃ dhyānaṃ tathā pūjāṃ kavacaṃ ca niśāmaya ||

Höre mir aufmerksam zu, wenn ich von Kali spreche, deren Name mit Kamakala beginnt. Vernimm ihr Mantra, ihre meditative Gestalt, ihre Puja und ihr Kavacha.

Lesevers 7

Kamakala-Khanda 1.47

śāstre'sminneva kathito guhyakālīmahāmanuḥ | yā guhyakālī saiveyaṃ kālī kāmakalābhidhā ||

In eben dieser Schrift wurde der große Mantra Guhyakalis mitgeteilt. Diejenige, die Guhyakali ist, ist auch diese Kali mit dem Namen Kamakala.

Lesevers 8

Kamakala-Khanda 1.48

mantrabhedāddhyānabhedādbhavetkāmakalātmikā | prayogabhedataścāpi pūjāyā bhedatastathā ||

Durch die Unterschiede des Mantras und der meditativen Gestalt, der rituellen Anwendung und der Verehrung erscheint sie als Kamakala.

Eine Gabe ohne Tiertötung

Der Grundtext selbst nennt Ersatzgaben. Diese Strophe wird in ihrem rituellen Zusammenhang bewahrt.

Lesevers 9

Kamakala-Khanda 5.136

ikṣudaṇḍaṃ ca kūṣmāṇḍaṃ tathā vanyaphalādikam | kṣīrapiṇḍaiḥ śālicūrṇaiḥ paśuṃ kṛtvā caredbalim ||

[Stattdessen nimmt man] Zuckerrohr, Kürbis, Waldfrüchte und Ähnliches; aus verdickter Milch und Reismehl bildet man ein Tier und vollzieht damit die Bali-Gabe.

Zum Text: Die Quelle nennt ausdrücklich Ersatzopfer ohne Tiertötung.

Die gestaltlose Göttin

Die beschreibenden Strophen gehören zur zusammenhängenden Meditation über die Göttin; sie werden jeweils vollständig wiedergegeben.

Lesevers 10

Kamakala-Khanda 7.153

ekāṃ jyotirmayīṃ śuklāṃ sarvagāṃ vyomarūpiṇīm | atyantanirmalāṃ śuddhāmādimadhyāntavarjitām ||

Als die Eine, aus Licht bestehend, hell, überall gegenwärtig und von der Natur des Raumes; vollkommen makellos, rein, ohne Anfang, Mitte und Ende.

Zum Text: Teil einer zusammenhängenden Meditation über die gestaltlose Göttin.

Lesevers 11

Kamakala-Khanda 7.154

atisūkṣmāmanākāśāmaspṛśyāṃ tāmacākṣuṣīm | kūṭasthāmapyadṛśyāṃ tāṃ saccidānandavigrahām ||

Als überaus fein, nicht räumlich begrenzt, unberührbar und den Augen unzugänglich; unwandelbar und unsichtbar, deren Wesen Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit ist.

Zum Text: Anākāśa heißt wörtlich »nicht Raum«; »nicht räumlich begrenzt« ist eine sinngemäße Deutung im Kontext. Die Spannung zu vyomarūpiṇī in 153 bleibt erkennbar.

Lesevers 12

Kamakala-Khanda 7.155

agandhāmarasāṃ svacchāmaprameyāmanūpamām | ānandāmajarāṃ nityāṃ sadasatsarvakāriṇīm ||

Ohne Geruch und Geschmack, klar, unermesslich und unvergleichlich; Glückseligkeit, alterslos und ewig, die alles Seiende und Nichtseiende hervorbringt.

Zum Text: Aprameyā, »unermesslich«, ist aus beschädigter OCR kontextuell gelesen.

Lesevers 13

Kamakala-Khanda 7.157

sarvadṛk sarvataḥpādāṃ sarvaspṛk sarvataḥśirām | nirañjanīṃ nirvikārāṃ śuddhacaitanyarūpiṇīm ||

Alles sehend, mit Füßen überall, alles berührend, mit Häuptern überall; unbefleckt, unveränderlich, von der Natur reinen Bewusstseins.

Zum Text: Die ersten Kompositionsformen sind grammatisch unregelmäßig überliefert; ihre Bedeutung ist hinreichend klar.

Lesevers 14

Kamakala-Khanda 7.158

nādopāhṛtabījena dhyāyaṃstatra yajedimām | kulākulasamudbhūtāmamṛtānandasañcayām ||

Während man über sie meditiert, soll man sie dort mit dem durch Nada herbeigeführten Bija verehren: hervorgegangen aus Kula und Akula, eine Fülle unsterblicher Glückseligkeit.

Zum Text: Kula und Akula bleiben als Begriffe der tantrischen Lehre erhalten; der Vers selbst entfaltet ihre Bedeutung nicht.

Lesevers 15

Kamakala-Khanda 7.195

tatastasya śikhāmadhye saṃsthitāṃ jagadambikām | dhyātvā kāmakalākālīṃ so'hamasmīti bhāvayet ||

Nachdem man die Weltenmutter Kamakala-Kali mitten in dieser Flamme meditiert hat, soll man die Vorstellung entfalten: »so ’ham asmi – Ich bin jenes göttliche Sein.«

Zum Text: Die Formel so ’ham asmi steht grammatisch männlich im Text; im Kontext der Göttinnenmeditation nicht stillschweigend in sāham umgeschrieben.

Lesevers 16

Kamakala-Khanda 7.196

tadrūpatāṃ samāsādya muktiṃ tenaiva gacchati | athavā siddhilipsā cedbhavatyeva na saṃśayaḥ ||

Indem man ihr Wesen annimmt, gelangt man eben dadurch zur Befreiung. Oder, wenn Verlangen nach Siddhi besteht, soll auch sie zweifellos entstehen.

Die Göttin als Wirklichkeit und innere Verehrung

Die Verse verbinden die Freiheit der Göttin mit einer ausdrücklich im Text gelehrten inneren Deutung der Opfergaben.

Lesevers 17

Guhyakali-Khanda 1.134

vayaṃ kiṃ tanniyantārastadicchaiva niyāmikā | saiva jñeyā varārohe nirguṇabrahmarūpiṇī ||134||

Sind wir etwa ihre Lenker? Ihr eigener Wille ist die lenkende Kraft. Sie selbst ist, Schöne, als die Gestalt des eigenschaftslosen Brahman zu erkennen.

Lesevers 18

Guhyakali-Khanda 1.135

jagatsarvaṃ vaśe tasyā vaśyā kasyāpi sā na ca | viśvaṃ sarvaṃ sṛjati sā ko'pi sṛjati tāṃ nahi ||135||

Die ganze Welt steht unter ihrer Macht, doch sie steht unter niemandes Macht. Sie erschafft das gesamte Weltall; niemand aber erschafft sie.

Lesevers 19

Guhyakali-Khanda 1.136

sā pālayati saṃsāraṃ tāṃ pālayati ko'pi na | tāṃ na saṃharate ko'pi sā sarvaṃ saṃharatyadaḥ ||136||

Sie erhält die Welt des Werdens; niemand erhält sie. Niemand löst sie auf; sie aber löst dies alles auf.

Zum Text: Beschädigter Versschluss durch das Parallelzitat e geklärt.

Lesevers 20

Guhyakali-Khanda 1.147

evaṃvidhāṃ jagaddhātrīṃ dhyāyanti traya eva hi | teṣāṃ manastu gandhaḥ syād buddhiḥ puṣpāṇi kīrtitā ||147||

So meditieren diese drei die Trägerin der Welt. Ihr Geist ist die Duftgabe; ihre Erkenntniskraft wird als Blumengabe bezeichnet.

Zum Text: Die innere Deutung der Opfergaben steht ausdrücklich im Grundtext.

Lesevers 21

Guhyakali-Khanda 1.148

dhūpaśca kathitasteṣāmekībhāvena bhāvanā | jyotīṃṣi cakṣuṣāṃ dīpo naivedyaṃ svakalevaram ||148||

Ihre Vergegenwärtigung im Einssein gilt als Räucherwerk. Das Licht der Augen ist die Lampe, der eigene Leib die Speisegabe.

Lesevers 22

Guhyakali-Khanda 1.149

pratyāhāraḥ samādhiśca prāṇāyāmaśca dhāraṇā | pādyārghācamanīyasnānīyametat prakīrtitam ||149||

Pratyahara, Samadhi, Pranayama und Dharana werden als Fußwaschwasser, Ehrengabe, Wasser zum Mundspülen und Badewasser bezeichnet.

Zum Text: Die Zuordnungsfolge bleibt wie in der Quelle; nicht einer moderneren Yoga-Reihenfolge angepasst.

Lesevers 23

Guhyakali-Khanda 1.150

anādi yanmahāvākyaṃ tannyāsamiti kathyate | nyāsa eva hi vijñeyaḥ pūjāvidhiriha priye ||150||

Das anfanglose große Wort wird hier Nyasa genannt. Dieser Nyasa selbst ist, Geliebte, als das Verfahren der Verehrung zu verstehen.

Lesevers 24

Guhyakali-Khanda 1.157

saiva satyamasaccānyaditi teṣāṃ viniścayaḥ | idānīmapi pūyante gṛṇanto'mūni pañca hi ||157||

Ihre feste Überzeugung lautet: „Sie allein ist wirklich, alles andere unwirklich.“ Auch jetzt werden jene gereinigt, die diese fünf [Mahavakyas] aussprechen.

Lesevers 25

Guhyakali-Khanda 1.252

iyaṃ hi guhyopaniṣat sugūḍhā yāṃ vai brahmā vandate viśvayoniḥ | etāṃ jalpantaścānvahaṃ tanmayā ye satyaṃ satyamamṛtāste bhavanti ||252||

Dies ist die tief verborgene Guhyopanishad, die Brahma, der Ursprung der Welt, verehrt. Wer sie Tag für Tag ausspricht und von ihr ganz erfüllt ist, wird unsterblich – wahrlich, wahrlich!

Das Leben der Erforschung der Wirklichkeit widmen

Die lange Strophe verbindet untadeligen Lebensunterhalt und den Zweck des menschlichen Lebens.

Lesevers 26

Guhyakali-Khanda 4.170

antarniṣṭhaḥ sadā bhūyādbrahmārpitamanaḥkriyaḥ | āhārārthaṃ karma kuryādanindyaṃ kuryādāhāraṃ prāṇasandhāraṇārtham | prāṇā dhāryāstattvajijñāsanārthaṃ tattvaṃ jijñāsyaṃ yena bhūyānna bhūyaḥ ||170||

Stets soll man im Inneren ruhen, Geist und Handeln Brahman dargebracht. Um Nahrung zu erwerben, soll man untadelige Arbeit tun; Nahrung soll man zur Erhaltung des Lebens aufnehmen. Das Leben soll erhalten werden, um die Wirklichkeit zu erforschen; die Wirklichkeit soll erforscht werden, damit man nicht erneut ins Werden eintritt.

Zum Text: Längere nummerierte Einheit vollständig übernommen; keine künstliche Aufteilung in weitere Versnummern.

Gegenwart, Licht und Hingabe

Aus der Herbstverehrung stammen Aussagen über die allgegenwärtige Göttin und Gebete um Schutz und Annahme. Die Kumari-Gebete1241–1244 stehen in einem nichtsexuellen Verehrungsritual.

Lesevers 27

Guhyakali-Khanda 13.342

yadyaccharīramādatte yujyate tena tena sā | kadācijjāyate sā strī kadācidapi sā pumān‌ ||342||

Welchen Körper sie auch annimmt, mit dessen Beschaffenheit verbindet sie sich. Manchmal erscheint sie als Frau, manchmal als Mann.

Lesevers 28

Guhyakali-Khanda 13.373

didṛkṣase'tha yadi tāṃ bhāvaśuddhena cetasā | paśya sarvatra sā nityā sarvagā guṇavarjitā ||373||

Wenn du sie aber mit einem in seiner Gesinnung reinen Geist sehen möchtest, dann schaue überall: Sie ist ewig, allgegenwärtig und frei von den Gunas.

Lesevers 29

Guhyakali-Khanda 13.374

vijñānarūpā cicchaktirnirmalā dvaitavarjitā | parāparā suprakāśā bhedavādasamujjhitā ||374||

Sie ist Erkenntnis selbst, die Kraft des Bewusstseins, makellos und frei von Zweiheit; jenseitig und diesseitig, aus sich heraus leuchtend, frei von der Lehre der Getrenntheit.

Zum Text: Parāparā wörtlich höchste und nicht-höchste; jenseitig/diesseitig als verständliche, nicht räumlich gemeinte Wiedergabe.

Lesevers 30

Guhyakali-Khanda 13.375

prapañcaviṣayātītā sākṣādvācāmagocarā | nityānandā kalārūpā janmamṛtyujarātigā ||375||

Sie übersteigt den Bereich der entfalteten Welt und ist unmittelbar jenseits der Reichweite der Worte. Sie ist ewige Freude, die Gestalt der Kala-Kraft, jenseits von Geburt, Tod und Alter.

Zum Text: Kalā bewahrt, nicht mit kāla, Zeit, verwechselt; kann Kraftanteil/Erscheinungskraft bedeuten.

Lesevers 31

Guhyakali-Khanda 13.392; Quellenanzeige: 362 [Quellzählung an Position 392]

jagadamba jayānantarūpe sarvaikasākṣiṇi | saṅkaṭoddhāriṇi śive bhaktānāmabhayaṅkare ||362||

„Sieg dir, Mutter der Welt, du von unendlichen Gestalten, einzige Zeugin von allem! Du führst aus Bedrängnis heraus, du Segensreiche, und schenkst deinen Verehrern Furchtlosigkeit.

Zum Text: Quellnummer 362 an Position 392. Beginn von Katyayanas Stuti.

Lesevers 32

Guhyakali-Khanda 13.393; Quellenanzeige: 353 [Quellzählung an Position 393]

samastajagadādhārabhūte brahmasvarūpiṇi | vidhīśahariśakrādidevāviditavaibhave ||353||

Du bist der tragende Grund der ganzen Welt, dein Wesen ist Brahman. Selbst die Götter – Vidhi, Isha, Hari, Shakra und die anderen – erkennen deine Herrlichkeit nicht.

Zum Text: Quellnummer 353 an Position 393.

Lesevers 33

Guhyakali-Khanda 13.394; Quellenanzeige: 364 [Quellzählung an Position 394]

sṛṣṭisthitipralayakṛttriguṇātmakavigrahe | parāpareśi praṇatamanujaprāṇadāyini ||364||

Du bewirkst Schöpfung, Bestand und Auflösung; deine Erscheinungsform besteht aus den drei Gunas. Herrin des Höchsten und des Niederen, du schenkst den Menschen Leben, die sich vor dir verneigen.

Zum Text: Quellnummer 364 an Position 394. Triguna-Gestalt hier von vorausgehender Nirguna-Lehre nicht stillschweigend eingeebnet.

Lesevers 34

Guhyakali-Khanda 13.395; Quellenanzeige: 365 [Quellzählung an Position 395]

madupāsyatayā khyātanāmni tribhuvaneśvari | kātyāyani jagadvandye mahākāli namo'stu te ||365||

Weil ich dich verehre, ist dein Name berühmt, Herrin der drei Welten: Katyayani! Du von der Welt Verehrte, Mahakali, dir sei Verehrung!

Zum Text: Quellnummer 365 an Position 395. Der Text leitet hier den Namen Katyayani aus Katyayanas Verehrung ab; keine zusätzliche etymologische Behauptung.

Lesevers 35

Guhyakali-Khanda 13.935; Quellenanzeige: 635 [Position 935]

āgaccha madgṛhe devi aṣṭābhiḥ śaktibhiḥ saha | pūjāṃ gṛhāṇa vidhivatsarvakalyāṇakāriṇi ||635||

„Komm in mein Haus, Göttin, mit den acht Shaktis! Nimm die ordnungsgemäße Puja an, du Bewirkerin allen Heils!

Zum Text: Quellnummer 635 an Position 935.

Lesevers 36

Guhyakali-Khanda 13.937; Quellenanzeige: [६३७; verformt] [Position 937]

durge devi samāgaccha sānnidhyaṃ cāpi kalpaya | yajñabhāgaṃ gṛhāṇa tvamaṣṭābhiḥ śaktibhiḥ saha ||637||

Durga, Göttin, komm herbei und mache deine Gegenwart wirksam! Nimm deinen Opferanteil an, gemeinsam mit den acht Shaktis.

Zum Text: Quellziffer 637verformtan Position 937.

Lesevers 37

Guhyakali-Khanda 13.939; Quellenanzeige: 6346 [Position 939]

duṣpāre ghorasaṃsārasāgare patitaṃ sadā | trāyasva varade devi namaste śaṅkarapriye ||6346||

Rette mich, der ich stets in das furchtbare, schwer zu durchquerende Meer des Samsara gefallen bin, segenspendende Göttin! Dir sei Verehrung, Geliebte Shankaras.

Zum Text: BeschädigteQuellziffer 6346 an Position 939.

Lesevers 38

Guhyakali-Khanda 13.940; Quellenanzeige: 640 [Position 940]

ye devā yāśca devyaśca calitāyāṃ calanti hi | āvāhayāmi tān‌ sarvān‌ caṇḍike parameśvari ||640||

Alle Götter und Göttinnen, die sich bewegen, wenn du dich bewegst, lade ich ein, Chandika, höchste Herrin.

Zum Text: Quellnummer 640 an Position 940.

Lesevers 39

Guhyakali-Khanda 13.941; Quellenanzeige: 641 [Position 941]

prāṇān‌ rakṣa yaśo rakṣa rakṣa dārān‌ sutān‌ dhanam‌ | sarvarakṣākarī yasmāttvaṃ hi devi jagatpriye ||641||

Schütze mein Leben, schütze meinen guten Ruf; schütze Ehefrau, Kinder und Besitz! Denn du schenkst Schutz in allem, Göttin, Liebling der Welt.

Zum Text: Quellnummer 641 an Position 941;dāraalsEhefrauausmännlichemRitualsprecherkontext.

Lesevers 40

Guhyakali-Khanda 13.942; Quellenanzeige: 642 [Position 942]

praviśya tiṣṭha yajñe'smin‌ yāvatpūjāṃ karomyaham‌ | menānandakare devi sarvasiddhiṃ ca dehi me ||642||

Tritt in dieses Opfer ein und bleibe, solange ich die Puja vollziehe. Du Freude Menas, Göttin, schenke mir alle Vollkommenheit!

Zum Text: Quellnummer 642 an Position 942;MenaGöttinnenmutterimEpithet,nichtmitGeist/manasverwechselt.

Lesevers 41

Guhyakali-Khanda 13.943; Quellenanzeige: 642 [zweite Quellzählung] [Position 943]

āgaccha caṇḍike devi sarvakalyāṇahetave | pūjāṃ gṛhāṇa sumukhi namaste śaṅkarapriye ||642||

Komm, Chandika, Göttin, um alles Heil zu bewirken! Nimm die Puja an, du mit dem schönen Antlitz; Verehrung dir, Geliebte Shankaras!

Zum Text: ZweiteQuellzählung642 an Position 943,eigenständigerVers.

Lesevers 42

Guhyakali-Khanda 13.951; Quellenanzeige: 651 [Position 951]

āvāhitāsi devi tvaṃ nikhile maṇḍale tava | bhūtvātraiva sthirātyantaṃ madgehe kāmadā bhava ||651||

Du bist eingeladen, Göttin, in dein gesamtes Mandala. Bleibe hier vollkommen beständig und erfülle die Wünsche in meinem Haus.

Zum Text: Quellnummer 651 an Position 951.

Lesevers 43

Guhyakali-Khanda 13.952; Quellenanzeige: 652 [Position 952]

caṇḍe tvaṃ caṇḍarūpāsi suratejaḥsamudbhavā | parivāraiḥ sahāgatya sthitimatra kuru drutam‌ ||652||

Chanda, du trägst die furchtbare Gestalt und bist aus dem Glanz der Götter hervorgegangen. Komm mit deinem Gefolge und nimm sogleich hier Wohnung!“

Zum Text: Quellnummer 652 an Position 952;Endeder18puranischenEinladungsverse935–952.

Lesevers 44

Guhyakali-Khanda 13.1016

tvaṃ sūryacandrajyotīṃṣi vidyudagnyostathaiva ca | tvameva jagato jyotirdīpo'yaṃ pratigṛhyatām‌ ||1016||

„Du bist das Licht von Sonne und Mond, von Blitz und Feuer. Du selbst bist das Licht der Welt. Nimm dieses Lampenlicht an!“

Lesevers 45

Guhyakali-Khanda 13.1038

dīpairanekairvihitamārātrikamimaṃ śubham‌ | nivedayāmi te devi saṃharājñānajaṃ tamaḥ ||1038||

„Dieses segensreiche Aratrika mit vielen Lichtern bringe ich dir dar, Göttin. Vernichte das Dunkel, das aus Unwissenheit entstanden ist!“

Lesevers 46

Guhyakali-Khanda 13.1108

caturmukhīṃ jagaddhātrīṃ haṃsārūḍhāṃ varapradām | sṛṣṭikartrīṃ mahābhāgāṃ brahmāṇīṃ tāṃ namāmyaham ||1108||

„Ich verneige mich vor Brahmani, der viergesichtigen Trägerin der Welt, die auf dem Hamsa reitet, Segen gewährt und die Schöpfung hervorbringt, der hochbegnadeten Göttin.“

Lesevers 47

Guhyakali-Khanda 13.1109; Quellenanzeige: 1106 [Quellzählung an Position 1109]

vṛṣārūḍhāṃ śubhāṃ śubhrāṃ trinetrāṃ varadāṃ śivām | māheśvarīṃ namasyāmi jagatsaṃhārakāriṇīm ||1106||

„Ich verehre Maheshvari, die auf dem Stier reitet, die glückverheißende, weiße, dreiäugige, segnende Shiva, die die Welt auflöst.“

Zum Text: Quellnummer 1106 an Position 1109.

Lesevers 48

Guhyakali-Khanda 13.1110; Quellenanzeige: 2110 [Quellzählung an Position 1110]

kaumārīṃ pītavasanāṃ mayūravaravāhinīm | śaktihastāṃ śoṇadehāṃ namāmi varadāṃ sadā ||2110||

„Stets verneige ich mich vor der segnenden Kaumari, die gelbe Gewänder trägt und auf einem herrlichen Pfau reitet, mit dem Speer in der Hand und rotem Leib.“

Zum Text: Quellnummer 2110 an Position 1110; Shakti hier Waffe/Speer.

Lesevers 49

Guhyakali-Khanda 13.1111

śaṅkhacakragadāpadmadhāriṇīṃ kṛṣṇavigrahām | sthitirūpāṃ khagendrasthāṃ vaiṣṇavīṃ praṇamāmyaham ||1111||

„Ich verneige mich vor Vaishnavi, die Muschel, Diskus, Keule und Lotus trägt, dunkelgestaltig auf dem König der Vögel sitzt und die Erhaltung verkörpert.“

Lesevers 50

Guhyakali-Khanda 13.1112

varāharūpiṇīṃ devīṃ daṃṣṭroddhṛtavasundharām | śubhadāṃ nīlavasanāṃ vārāhīṃ tāṃ namāmyaham ||1112||

„Ich verneige mich vor Varahi, der Göttin in Ebergestalt, die mit ihrem Hauer die Erde emporhebt, Heil schenkt und blaue Gewänder trägt.“

Lesevers 51

Guhyakali-Khanda 13.1114

indrāṇīṃ gajakumbhasthāṃ sahasranayanāṃ śubhām | namāmi varadāṃ devīṃ sarvadevanamaskṛtām ||1114||

„Ich verneige mich vor Indrani, die auf der Stirnwölbung eines Elefanten sitzt, der tausendäugigen, glückverheißenden, segnenden Göttin, die alle Götter verehren.“

Lesevers 52

Guhyakali-Khanda 13.1116

kātyāyanīṃ daśabhujāṃ mahiṣāsuraghātinīm | prasannavadanāṃ devīṃ varadāṃ praṇamāmyaham ||1116||

„Ich verneige mich vor der zehnarmigen Katyayani, die Mahishasura tötet, der segnenden Göttin mit heiterem Antlitz.“

Lesevers 53

Guhyakali-Khanda 13.1117

caṇḍike navadurge tvaṃ mahādevapriye sadā | pūjāṃ samastāṃ saṃgṛhya rakṣa māṃ tridaśeśvari ||1117||

„Chandika, Navadurga, stets von Mahadeva Geliebte! Nimm die gesamte Puja an und schütze mich, Herrin der Götter!“

Lesevers 54

Guhyakali-Khanda 13.1241

bhavatyāḥ kīdṛśaṃ rūpaṃ jāne mātarahaṃ nahi | kumārīrūpamevedaṃ paśyāmi naracakṣuṣā ||1241||

„Wie deine Gestalt wirklich beschaffen ist, weiß ich nicht, Mutter. Mit meinen menschlichen Augen sehe ich nur diese Gestalt eines Mädchens.“

Lesevers 55

Guhyakali-Khanda 13.1242

bhaktiṃ madīyāṃ vijñāya tvatpādāmbujayoḥ śive | tvayā prakaṭitaṃ rūpamīdṛśaṃ sarvasiddhaye ||1242||

„Du kennst meine Hingabe an deine Lotusfüße, Shiva; darum hast du eine solche Gestalt offenbart, um alle Erfüllung zu schenken.“

Lesevers 56

Guhyakali-Khanda 13.1243

dṛṣṭiḥ kāryā na me pāpe saṃsāre nāsataḥ pathaḥ | dṛḍhāyāṃ kevalaṃ bhaktau dātavyā suravandite ||1243||

„Blicke nicht auf meine Verfehlung, auf mein Verstricktsein in Samsara oder auf meinen unrechten Weg. Richte deinen Blick allein auf meine feste Hingabe, du von den Göttern Verehrte!“

Zum Text: Syntax asataḥ pathaḥ leicht beschädigt; Sinn der Bitte hinreichend klar, Sanskrit nicht stärker normalisiert.

Lesevers 57

Guhyakali-Khanda 13.1244

śivādyāstava rūpaṃ hi kīdṛśaṃ neti jānate | jñāsyāmi ko varāko'haṃ pāñcabhautikavigrahaḥ ||1244||

„Selbst Shiva und die übrigen wissen nicht, wie deine Gestalt beschaffen ist. Wie sollte ich armer Mensch es erkennen, dessen Leib aus den fünf Elementen besteht?“

Lesevers 58

Guhyakali-Khanda 13.1347

tvaṃ gatiḥ śaraṇaṃ tvaṃ ca svargastvaṃ mokṣa eva ca | vihāya tvāṃ jaganmātarnānyāṃ jānāmi devatām ||1347||

„Du bist mein Ziel und meine Zuflucht, du bist Himmel und Befreiung. Außer dir kenne ich keine andere Gottheit, Mutter der Welt.“

Lesevers 59

Guhyakali-Khanda 13.1544

tvāṃ vihāyetarāṃ naiva saṃśraye devatāṃ śive | ataḥ paraṃ yaducitaṃ tatkartuṃ mātararhasi ||1544||

„Außer dir suche ich bei keiner anderen Gottheit Zuflucht, Shiva. Was nun angemessen ist, das mögest du tun, Mutter.“

Lesevers 60

Guhyakali-Khanda 13.1547

dhanyo'haṃ kṛtakṛtyo'haṃ saphalaṃ jīvitaṃ mama | āgatāsi yato durge māheśvari mamālayam ||1547||

„Gesegnet bin ich, mein Werk ist erfüllt, mein Leben trägt Frucht, denn du bist in mein Haus gekommen, Durga, Maheshvari.“

Lesevers 61

Guhyakali-Khanda 13.1548

arghyaṃ puṣpaṃ ca naivedyaṃ dhūpaṃ dīpaṃ baliṃ tathā | gṛhāṇa varade devi kalyāṇaṃ kuru me sadā ||1548||

„Nimm Arghya, Blumen, Speisegabe, Räucherwerk, Licht und Bali an, segnende Göttin, und wirke stets mein Wohlergehen!“

Lesevers 62

Guhyakali-Khanda 13.1550

mantrahīnaṃ kriyāhīnaṃ bhaktihīnaṃ sureśvari | yadarcitaṃ mayā devi paripūrṇaṃ tadastu me ||1550||

„Was ich dir an Verehrung dargebracht habe, Göttin, mag an Mantra, Handlung und Hingabe mangelhaft sein. Möge es für mich dennoch vollkommen werden, Herrin der Götter!“

Lesevers 63

Guhyakali-Khanda 13.1551

grahītuṃ śāradīṃ pūjāṃ martyamaṇḍalamāgatām | caṇḍike tvāṃ namāmyadya pūjeyaṃ pratigṛhyatām ||1551||

„Chandika, die du in die Welt der Sterblichen gekommen bist, um die Herbst-Puja anzunehmen: Heute verneige ich mich vor dir. Möge diese Puja angenommen werden!“

Lesevers 64

Guhyakali-Khanda 13.1552

kāyena manasā vācā tvatto nānyā gatirmama | antaścarasi bhūtānāṃ jñātrī tvaṃ sarvasākṣiṇī ||1552||

„Mit Körper, Geist und Wort habe ich keine andere Zuflucht als dich. Du wirkst im Inneren der Wesen, du bist die Erkennende und die Zeugin von allem.“

Lesevers 65

Guhyakali-Khanda 13.1560

śaknuvanti na te pūjāṃ kartuṃ brahmādayaḥ surāḥ | ahaṃ kiṃ vā kariṣyāmi mṛtyudharmā naro'lpadhīḥ ||1560||

„Nicht einmal Brahma und die anderen Götter vermögen dich angemessen zu verehren. Was könnte dann ich tun, ein sterblicher Mensch von geringer Einsicht?“

Lesevers 66

Guhyakali-Khanda 13.1561

na jāne'haṃ svarūpaṃ te na śarīraṃ na vā guṇān | ekāmeva hi jānāmi bhaktiṃ tvaccaraṇābjayoḥ ||1561||

„Ich kenne weder dein wahres Wesen noch deinen Leib noch deine Eigenschaften. Eines allein kenne ich: die Hingabe an deine Lotusfüße.“

Lesevers 67

Guhyakali-Khanda 13.1562

tāṃ bhaktiṃ hṛdi sambhāvya śāradārcāṃ pragṛhya ca | gaccha devi nijaṃ sthānaṃ mahyaṃ dattvā varān bahūn ||1562||

„Würdige diese Hingabe im Herzen, nimm die Herbstverehrung an und kehre an deinen eigenen Ort zurück, Göttin, nachdem du mir viele Segensgaben gewährt hast.“

Lesevers 68

Guhyakali-Khanda 13.1568

uttiṣṭha devi cāmuṇḍe śubhāṃ pūjāṃ pragṛhya me | kuruṣva mama kalyāṇamaṣṭābhiḥ saha śaktibhiḥ ||1568||

„Erhebe dich, Göttin Chamunda, nachdem du meine heilvolle Puja angenommen hast! Wirke mein Wohlergehen zusammen mit den acht Shaktis!“

Lesevers 69

Guhyakali-Khanda 13.1632

vāsudevasvarūpeṇa sarvakāmaphalaprada | pṛthivyāmavatīrṇo'si khañjarīṭa namo'stu te ||1632||

„In Vasudevas Gestalt bist du auf die Erde herabgestiegen, alle Wünsche erfüllend. Khanjarita, Verehrung sei dir!“

Lesevers 70

Guhyakali-Khanda 13.1646

nīlakaṇṭhāya bhadrāya bhadrarūpāya te namaḥ | bhadrastvaṃ dehi me bhadramāśāṃ pūraya pūraka ||1646||

„Verehrung dir, dem Blauhalsigen, Guten und Heilgestaltigen! Du bist heilvoll; gib mir Heil! Erfülle mein Hoffen, Erfüller!“

Lesevers 71

Guhyakali-Khanda 13.1647

svastiko'si kuru svasti tvaṃ māṃ nandīśa nandaya | aśoka kuru aśokaṃ māṃ puṣya tvaṃ puṣṭivardhana ||1647||

„Du bist Svastika; wirke Heil! Nandisha, erfreue mich! Ashoka, mache mich frei von Trauer! Pushtivardhana, nähre mich und lass mich gedeihen!“

Zum Text: Namenswortspiele durch Übersetzung sichtbar.

Lobpreis und dankbarer Abschied

Die Gebete gehören zu Damana- und Pavitra-Ritualen. Sie reichen von Pflanzenverehrung bis zur Bitte um die erneute Gegenwart der Göttin.

Lesevers 72

Guhyakali-Khanda 14.141

pūjito'si mayā paṅka devabuddhyā tvamādarāt | tvamudbhijjasvarūpāṇāṃ padārthānāṃ parāyaṇam ||141||

„Schlamm, ich habe dich ehrerbietig als Gottheit verehrt. Du bist die Grundlage aller Stoffe, die als Pflanzen aus der Erde hervorsprossen.“

Lesevers 73

Guhyakali-Khanda 14.148

klīṃ anaṅgāya vidmahe kāmadevāya dhīmahi | tanno madanakaḥ pracodayāt ||148||

„Klim. Wir wollen Ananga erkennen; wir meditieren über Kamadeva. Möge Madanaka uns anregen.“

Zum Text: BijaohneerfundeneWortbedeutung;MadanakaQuellformnichtzuMadanakorrigiert.

Lesevers 74

Guhyakali-Khanda 14.174

tvadīyadehākṛtibhiretairdamanakaiḥ punaḥ | pūjayiṣyāmyahaṃ bhaktyā mahāmāyāṃ harapriyām ||174||

„Mit diesen Damana-Pflanzen, die die Gestalt deines Leibes tragen, werde ich sodann voller Hingabe Mahamaya, Haras Geliebte, verehren.“

Lesevers 75

Guhyakali-Khanda 14.179; Quellenanzeige: 1786 [Quellzählung an Position 179]

sānnidhyaṃ kalpayāmuṣyāṃ śākhāyāṃ damanasya hi | saśaktiparivārastvaṃ yāvatpūjāṃ karomyaham ||1786||

„Stelle deine Gegenwart in diesem Damana-Zweig her, zusammen mit deinen Shaktis und deinem Gefolge, solange ich die Puja vollziehe!“

Zum Text: VerformteQuellziffer 1786 an Position 179.

Lesevers 76

Guhyakali-Khanda 14.375; Quellenanzeige: 2715 [Quellzählung an Position 375]

oṃ jaya mātarjagaddhātri jaya śailendranandini | jaya pāpaughadalani jaya dhūrjaṭivallabhe ||2715||

„Om. Sieg dir, Mutter, Trägerin der Welt! Sieg dir, Tochter des Bergkönigs! Sieg dir, Zermalmerin der Menge der Verfehlungen! Sieg dir, Geliebte Dhurjatis!“

Zum Text: VerformteQuellziffer 2715 an Position 375.

Lesevers 77

Guhyakali-Khanda 14.376

jaya kṣemaṅkari śive jaya siddhipradāyini | jaya trailokyarakṣitri jaya śatruniṣūdani ||376||

„Sieg dir, heilwirkende Shiva! Sieg dir, Spenderin der Vollkommenheit! Sieg dir, Beschützerin der drei Welten! Sieg dir, Vernichterin der Feinde!“

Lesevers 78

Guhyakali-Khanda 14.382

ādhayo mama naśyantu vyādhayaśca śarīrajāḥ | sampadyatāmabhīṣṭaṃ me sampadaḥ santu me sthirāḥ ||382||

„Mögen meine seelischen Leiden und meine körperlichen Krankheiten vergehen! Möge sich mein Ersehntes erfüllen und mein Wohlergehen beständig sein!“

Zum Text: Gebet,keineHeilungszusage.

Lesevers 79

Guhyakali-Khanda 14.387

jāyate'tīva santuṣṭā tava dehena kālikā | atastvāmuddharāmyadya kāmāgaḥ kṣamyatāṃ mama ||387||

„Durch deinen Leib wird Kalika überaus zufrieden. Darum hebe ich dich heute heraus; Kama, verzeihe mir diese Verfehlung!“

Lesevers 80

Guhyakali-Khanda 14.645

sarvatridaśatejobhiḥ kalpitāṅgatayā hi sā | viśvarūpeti vikhyātā viśveṣāṃ rūpadhāraṇāt ||645||

Weil ihre Glieder aus dem Glanz aller Götter geformt sind und sie die Gestalten aller trägt, ist sie als Vishvarupa bekannt, als die Allgestaltige.

Lesevers 81

Guhyakali-Khanda 14.1475

jaya janmajarāmṛtyuvyādhihāriṇi kālike | jaya saṃsārapāthodhitaraṇe karuṇāmayi ||1475||

Heil dir, Kalika, die Geburt, Alter, Tod und Krankheit hinwegnimmt! Heil dir, Barmherzige, die über den Ozean des Samsara hinüberträgt!

Lesevers 82

Guhyakali-Khanda 14.1476

jaya pāpamahāśailapakṣacchedāśane'mbike | jaya śrīkaṇṭhagṛhiṇi bhaktakalpalate jaya ||1476||

Heil dir, Ambika, Donnerkeil, der dem großen Berg der Verfehlung die Flügel abschlägt! Heil dir, Gemahlin Shrikanthas, wunscherfüllende Ranke für die Hingebungsvollen!

Zum Text: MythologischesBildgeflügelterBerge,nichtwegerklärt.

Lesevers 83

Guhyakali-Khanda 14.1477

jaya brahmamayīśāni jaya nitye śive jaya | jaya vedāmbudhisudhe cidānandākṛte jaya ||1477||

Heil dir, Herrin, die aus Brahman besteht! Heil dir, Ewige, Heilvolle! Heil dir, Nektar des Veden-Ozeans, Gestalt von Bewusstsein und Glückseligkeit!

Lesevers 84

Guhyakali-Khanda 14.1479; Quellenanzeige: 1476 [Quellzählung an Position 1479]

parāparasamuddhṛtacidānandaikavigrahe | kulākulamatāmbhodhe guhyakāli daśānane ||1476||

Du, deren eine Gestalt Bewusstsein und Glückseligkeit ist, hervorgegangen aus Höchstem und Nichthöchstem! Ozean der Lehren von Kula und Akula, Guhyakali mit zehn Gesichtern!

Lesevers 85

Guhyakali-Khanda 14.1480

bhīmarāve mahāghore sṛṣṭisthityantakāriṇi | sarvāntaryāmini śive'khilakarmaikasākṣiṇi ||1480||

Du mit furchtbarem Ruf, höchst Schreckliche, die Schöpfung, Erhaltung und Ende bewirkt! Innerer Lenker aller, Heilvolle, einzige Zeugin sämtlicher Handlungen!

Lesevers 86

Guhyakali-Khanda 14.1481

nirañjane mahāmāye nādabindukalātmike | vedāntāgocare durge durgottāriṇi pārvati ||1481||

Unbefleckte Mahamaya, deren Wesen Nada, Bindu und Kala ist! Selbst dem Vedanta unzugängliche Durga, die aus Schwierigkeiten hinüberrettet, Parvati!

Lesevers 87

Guhyakali-Khanda 14.1482

dharmādharmamahāsroto'rṇavarūpiṇi cinmaye | trailokyavyāpike nitye jñānāmṛtakalānidhe ||1482||

Du reines Bewusstsein, Ozean der großen Ströme von Dharma und Adharma! Ewige, die die drei Welten durchdringt, Schatz der Kräfte des Erkenntnisnektars!

Lesevers 88

Guhyakali-Khanda 14.1483

harasya cāriṇīśāni sarvakarmaikasākṣiṇi | dharmādharmamahāpāśahaste trailokyaḍāmari ||1483||

Herrin, Gefährtin Haras, einzige Zeugin aller Handlungen! Du hältst die großen Fesseln von Dharma und Adharma in der Hand, Erschütterin der drei Welten!

Lesevers 89

Guhyakali-Khanda 14.1484

nādabindukalārūpe yogodadhisudhāmayi | āgamāraṇyapañcāsye brahmaviṣṇuśivāsane ||1484||

Gestalt von Nada, Bindu und Kala, Nektar des Yoga-Ozeans! Löwin im Wald der Agamas, deren Sitz Brahma, Vishnu und Shiva bilden!

Zum Text: PanchasyawörtlichfünfmündigauchLöwe,WaldbildstütztLöwin.

Lesevers 90

Guhyakali-Khanda 14.1485

aṭṭahāsini nādasantrāsitajagattraye | caturvargamahāvṛkṣaphalarūpiṇi śāṅkari ||1485||

Du laut Lachende, deren Klang die drei Welten erschreckt! Shankari, Frucht des großen Baumes der vier Lebensziele!

Lesevers 91

Guhyakali-Khanda 14.1486

yāni kāni purāṇāni ye kecinnigamāgamāḥ | sāṅkhyāni yogā jñānāni tvaṃ teṣāṃ tattvamucyate ||1486||

Welche Puranas, Nigamas und Agamas es auch gibt, welche Samkhya-Lehren, Yogas und Erkenntniswege: Du wirst als ihre innerste Wirklichkeit bezeichnet.

Lesevers 92

Guhyakali-Khanda 14.1487

na vidurvedavedāntāstava tattvaṃ na ceśvaraḥ | na viṣṇurnaiva ca brahmā kuta evādhamā vayam ||1487||

Weder Veda und Vedanta noch Ishvara erkennen dein ganzes Wesen; auch Vishnu und Brahma nicht. Wie viel weniger vermögen wir Geringen es!

Lesevers 93

Guhyakali-Khanda 14.1488

pavitrārohaṇaṃ karma yadidaṃ vai kṛtaṃ mayā | gṛhāṇa sarvadeveśi parivāragaṇaiḥ saha ||1488||

Diese Pavitrarohana-Handlung, die ich vollzogen habe: Nimm sie an, Herrin aller Gottheiten, gemeinsam mit den Scharen deines Gefolges!

Lesevers 94

Guhyakali-Khanda 14.1489; Quellenanzeige: 14886 [Quellzählung an Position 1489]

na rūpaṃ naiva te śīlaṃ naivākāraṃ na ca kriyām | na jāne bhagavatyamba bhaktiṃ te vedmi kevalam ||14886||

Ich kenne weder dein Wesen noch dein Wirken, weder deine Gestalt noch deine Art, erhabene Mutter. Ich kenne allein die Hingabe an dich.

Zum Text: Rupa/Shila/Akara/Kriyaalle4wiedergegeben,inDeutschReihenfolgelockerverständlich.

Lesevers 95

Guhyakali-Khanda 14.1561

jaya devi jagaddhātri jaya praṇatavatsale | jaya pāpaughasaṃhantri sadāśivasadharmiṇi ||1561||

„Heil dir, Göttin, Mutter der Welt! Heil dir, die du die sich Verneigenden liebst! Heil dir, Vernichterin der Menge des Übels, Gefährtin Sadashivas!“

Zum Text: Verabschiedungshymnus1561–1579.

Lesevers 96

Guhyakali-Khanda 14.1563

asaṃkhyaśaktisahite jayācintyaparākrame | śaraṇāgatarakṣitri vāñchākalpalate jaya ||1563||

„Heil dir, begleitet von unzähligen Shaktis, deren Macht undenkbar ist! Heil dir, Beschützerin der Zufluchtsuchenden, Wunsch erfüllende Himmelsranke!“

Lesevers 97

Guhyakali-Khanda 14.1564

suratejomayi jaya praṇatārtihare jaya | jaya siddhiprade devi jaya kaṣṭanivāriṇi ||1564||

„Heil dir, die du aus dem Glanz der Götter bestehst! Heil dir, die du die Not der sich Verneigenden fortnimmst! Heil dir, Göttin, Spenderin der Siddhis! Heil dir, Abwehrerin des Leids!“

Lesevers 98

Guhyakali-Khanda 14.1574

gaccha gaccha svakaṃ sthānaṃ parivāragaṇaiḥ saha | yatsthānaṃ na vidurdevā viṣṇvādyāstava kālike ||1574||

„Gehe, gehe mit den Scharen deines Gefolges an deinen eigenen Ort, Kalika – an jenen deinen Ort, den selbst Vishnu und die anderen Götter nicht kennen.“

Lesevers 99

Guhyakali-Khanda 14.1575

visarjayāmi tvāṃ devi svadhāmagamanāya hi | śivena saha saṃyujya punarāyāhi madgṛham ||1575||

„Göttin, ich verabschiede dich, damit du in deine eigene Wohnstatt gehst. Vereine dich mit Shiva und kehre wieder in mein Haus zurück!“

Lesevers 100

Guhyakali-Khanda 14.1577

mano mama tvaṃ jānāsi bhaktiṃ jāne tavā'pyaham | kṛtaṃ mayā svocitaṃ hi tvamapi svocitaṃ kuru ||1577||

„Du kennst meinen Sinn; auch ich kenne die Hingabe an dich. Ich habe getan, was mir zukommt; tue auch du, was dir zukommt!“

Zum Text: तव भक्तिम् kann grammatisch auch „deine Zuneigung“ heißen; der folgende Vers erläutert die Hingabe des Verehrers.

Lesevers 101

Guhyakali-Khanda 14.1578

mamaucityaṃ sureśāni tvadbhaktistvatpadārcanam | bhogāpavargayordānaṃ tavaucityaṃ prakīrtitam ||1578||

„Herrin der Götter, mir kommt die Hingabe an dich und die Verehrung deiner Füße zu. Dir kommt es, so wird gelehrt, zu, Genuss und Befreiung zu schenken.“

Zusätzlich überlieferte Stimmen

Diese vollständigen Strophen stehen als Grundtextzitate in Vorworten. Wo die Quelle keine Versnummer nennt, wird die Fundstelle des Zitats angegeben.

Lesevers 102

Guhyakali, Kapitel 12; Vorwort c, Gleichnis vom Schwan

miśritābhyāṃ payo'mbubhyāṃ kṣīraṃ haṃso yathā pibet | śubhāśubhābhyāṃ hi tathā śubhameva śrayet sudhīḥ ||

Wie der Schwan aus miteinander vermischter Milch und Wasser die Milch trinken soll, so soll der Einsichtige aus Gutem und Schlechtem das Gute wählen.

Zum Text: Traditionelles Gleichnis, keine naturkundliche Aussage. Haṃsa ist im OCR beschädigt, im begleitenden Kommentar ausdrücklich belegt.

Lesevers 103

Guhyakali, Sudhadhara-Stotra; Vorwort c, Zeilen 3411–3417

acintyāmitākāraśaktisvarūpā prativyaktyadhiṣṭhānasattaikamūrtiḥ | guṇātītanirdvandvabodhaikagamyā tvamekā parabrahmarūpeṇa siddhā ||

Du bist die Gestalt unvorstellbarer Kraft von grenzenlosen Formen, die eine Wirklichkeit, welche jeder einzelnen Erscheinung zugrunde liegt. Jenseits der Gunas und der Gegensätze bist du allein durch Erkenntnis zugänglich. Du allein bestehst als das höchste Brahman.

Zum Text: Einzelne Sanskritzeichen, besonders prativyakty- und nirdvandva-, bleiben wegen des OCR unsicher. Der Hymnus wird im Vorwort genannt, ohne Kapitel- oder Versnummer. Nicht in ein fehlendes Kapitel eingeordnet.

Lesevers 104

Guhyakali, Sudhadhara-Stotra; Vorwort c, Zeilen 3419–3424

viśuddhā parā cinmayī svaprakāśā'mṛtānandarūpā jagadvyāpikā ca | tavedṛgvidhāyā nirākāramūrteḥ kimasmābhirantarhṛdi dhyāyitavyam ||

Du bist ganz rein, die Höchste, aus Bewusstsein bestehend, aus dir selbst leuchtend, unsterbliche Glückseligkeit und die ganze Welt durchdringend. Was sollen wir von dir, deren Wesen auf diese Weise formlos ist, im Innersten des Herzens meditierend vergegenwärtigen?

Zum Text: Zweite zitierte Strophe; die rhetorische Frage wird als Frage bewahrt.

Lesevers 105

Guhyakali, Siddhitattva-Stotra; Vorwort c, Zeilen 3434–3437

yā vyāpya śaktyā nijayā jaganti viṣṭabhya bhūtāni tathākhilāni | varteti sarvopari citprakāśā sā guhyakālī paripātu viśvam ||

Die mit ihrer eigenen Kraft die Welten durchdringt und alle Wesen trägt, die über allem als Licht des Bewusstseins besteht: Diese Guhyakali möge die Welt beschützen.

Zum Text: Verb varteti im OCR beziehungsweise Satzbau unsicher; der Sinn des Bestehens ist hinreichend gesichert. Keine Kapitel- oder Versnummer im Zitat.

Lesevers 106

Guhyakali, Kapitel 11; Vorwort c, Frucht des Yoga

yogena bhavabandho'yaṃ vināśamupagacchati | karmāṇi kṣayamāyānti pūrvajanmakṛtānyapi ||

Durch Yoga gelangt diese Bindung an das Werden zur Auflösung. Die Karmas schwinden, auch jene, die in früheren Leben geschaffen wurden.

Zum Text: Spirituelle Wirkungslehre der Quelle, nicht als empirische Aussage formuliert.

Lesevers 107

Guhyakali, Kapitel 11; Vorwort c, Erkenntnis und Befreiung

jñānaṃ prakāśate'tyarthaṃ śuddhaṃ yaddoṣavarjitam | jñānayogabalādeva bhavenmuktirna cānyathā ||

Reine, von Fehlern freie Erkenntnis leuchtet überaus deutlich auf. Allein durch die Kraft von Erkenntnis und Yoga entstehe Befreiung, auf keine andere Weise.

Zum Text: Jñānayoga kann auch als zusammengehöriger Ausdruck „Yoga der Erkenntnis“ gelesen werden. Die Ausschließlichkeitsbehauptung gehört zum Text.

Lesevers 108

Guhyakali 11.1130 (Frontispiz e,86–88); Parallelzitate c und e

vartmadvayaṃ bhagavatā darśitaṃ karuṇāvaśāt | yasyecchā vartate yatra sa tatra ramatāṃ sukham ||

Zwei Wege wurden vom Erhabenen aus Mitgefühl gezeigt. Wo jemandes Neigung liegt, dort möge er sich mit Freude betätigen.

Zum Text: Die beschädigte Anfangszeile des späten c-Vorwortzitats wird durch c298–300 vollständig geklärt. Das Frontispiz e gibt11.1130 an und liest bhagavataḥ statt bhagavatā; im Vorwort e457–458 sind zudem die ersten Wörter umgestellt. Diese Varianten ändern den grundlegenden Sinn nicht.

Mantras und Rezitationsformeln

Das Register erfasst die Formeln und Formelgruppen des erschlossenen Kamakala- und Guhyakali-Textes sowie der zusätzlichen Anhänge. Umfangreiche Mantras stehen vollständig im lesbaren Umfang an den angegebenen Stellen der fortlaufenden Übersetzung; hier werden ihre lesbaren Kernaussagen und Funktionen erklärt. Verschlüsselte Bija-Namen werden nicht stillschweigend in vermeintlich sichere Silbenfolgen umgewandelt. Die Funktionsbeschreibung ist keine Behauptung nachgewiesener Wirksamkeit.

Fundstelle Formel oder Bezeichnung Funktion und Textzustand
1.52–54; 2.1–5 Trailokyākarṣaṇa, achtzehnsilbiger Hauptmantra Mantra Kamakalakalis. Beginn verschlüsselt und beschädigt; keine vollständige Rezitationsfassung gesichert.
2.7 Sieben geheime Mantras Nur als Gruppe genannt, hier nicht alle ausgeschrieben.
2.13–15 Rishi Mahakala; Metrum Brihati; Gottheit Kamakalakali; erstes Bija; Krodha als Shakti Ritueller Mantra-Rahmen und sechsgliedriger Nyasa. Keine eigenständige vollständige Rezitationsformel ausgeschrieben.
2.47–48 Māyā, Krodha, Pāśa, Kandarpa Bija-Bezeichnungen im Yantra; keine wörtliche Übersetzung der Lautkerne behauptet.
2.54–56 āgaccha āgaccha; tiṣṭha tiṣṭha; pūjāṃ gṛhāṇa (zweimal) Einladung: „Komm, komm! Bleibe, bleibe! Nimm die Verehrung an!“ Voran stehen vier verschlüsselte Bijas und der Göttinnenname; Abschluss „Gattin des Feuers“ = Svaha. Nur die sicher lesbaren Wortteile sind hier zitiert.
2.57–58 Kama-Bija und Göttinnenname im Dativ Allgemeine Formel für Gaben ohne besondere Einzelvorschrift.
2.60–61 eṣo ’rgho namaḥ „Dies ist das Arghya; Verehrung!“ Vorausgehen Pranava, verschlüsselte Bijas sowie Shmashanavasini und der Göttinnenname im Dativ.
2.67–69 Tara, Vagbhava, Prasada, Kamala, Krodha, Mara, Pishacha, Maya, Pasha; Ratipriya/Ratishriya Formel für Ananga-Gandha. Namensvariante dokumentiert; Abschluss beschädigt. Keine vollständige Lautfolge hergestellt.
2.73–76 Pranava, Trapa, Rati; Krodha, Pasha; Vagbhava, Vadhu; Paishacha, Kamala; Bhagamalini, Bhagapriya, Madanatura; namaḥ Formel zur historischen Svayambhu-Pushpa-Gabe. Bija-Bauanweisung, keine vollständig ausgeschriebene sichere Rezitationsfassung.
2.77 Mūlamantra Rückverweis auf den Grundmantra für Räucherwerk, Licht, Speise, Wedel und Schirm.
2.78–82 Bali-Formel mit bhagapriye, bhagamālini; mahābalim; gṛhṇa; bhakṣaya; mama śatrūn und zehn wiederholten Befehlen Historische schädigende Ritualformel. Bijas beschädigt. Die einzelnen Befehle sind in der fortlaufenden Übersetzung vollständig wiedergegeben; keine rekonstruierte Gesamtformel.
2.83–88 Formel zur Bali-Gabe beim Essen; kṣau kṣau; mahākāmāture; mahākālapriye; mamāniṣṭaṃ nivāraya; imaṃ baliṃ gṛhṇa gṛhṇa Teilweise beschädigt. „Du Geliebte Mahakalas, wende mein Unheil ab; nimm diese Gabe an!“ Weitere Worte richten sich gegen Feinde. Wiederholungsregeln und Lücken siehe Hauptartikel.
3.27–28 Tara, Krodha, Hri, Pasha, Smara, Bhuta; siddhiṃ dehi dehi; Feuer-Gattin Verschlüsselte Formel beim Einsetzen eines Menschenknochens. Lesbarer Wortteil: „Gib Vollendung, gib sie!“ Historische Ritualfunktion, keine Praxisempfehlung.
3.29–30, 3.35–81 Mantra-Japa und Wiederholungsverweise Der Mantra wird nicht jedes Mal erneut ausgeschrieben. Unterschiedliche Zahlen und Funktionen sind in der fortlaufenden Übersetzung bewahrt; daraus werden keine zusätzlichen Formeln erfunden.
4.30 devi kāmakalākāli sṛṣṭisthityantakāriṇi; anujñāṃ dehi me devi kariṣye ’haṃ śivābalim „O Göttin Kamakalakali, die du Schöpfung, Erhaltung und Ende bewirkst: Erteile mir die Erlaubnis; ich werde die Schakalinnengabe darbringen.“
4.33–39 Einladung der Schakalinnen: verschlüsselte Bijas, Göttinnenanreden, āgaccha āgaccha; mama siddhiṃ dehi dehi; māṃ rakṣa rakṣa „Komm, komm! Gib mir Vollendung! Beschütze mich!“ Mehrere Bija-Reihen beschädigt; genaue Anreden und Fragmente im Haupttext, keine ergänzte Gesamtformel.
4.47–59 Darbringungsformel mit Dativanreden und Befehlsreihen „Ich bringe diese Opfergabe dar“, anschließend Bitten um Erfolg und feindgerichtete Befehle. Die Quelle zählt 24 wiederholte Befehle; einige sind beschädigt. Wortbestandteile wie kili und kiri werden als Rezitationslaute bewahrt, ohne erfundene Übersetzung.
4.111–118 Śivāstotra, acht Verse Vollständig im Hauptartikel wiedergegebener Lobpreis der Göttin in Schakalinnengestalt; lokale unsichere Namenslesungen markiert. Schluss: namas te ’stu namas te ’stu namas te ’stu namo namaḥ – „Verehrung sei dir … immer wieder Verehrung!“
4.110 Kavaca Als Textgattung für den Lobpreis erwähnt, hier kein eigener vollständiger Kavacha ausgeschrieben.
5.16–69; 5.141–147 Formeln des hier zusammengefassten Ritualabschnitts Wegen der ausdrücklich minderjährigen Teilnehmerinnen im erotischen beziehungsweise sexualrituellen Kontext keine detaillierte Rezitationsfassung in dieser Ausgabe. Dies ist keine Behauptung von Unlesbarkeit.
5.70–89; 5.97–119 Sechsgliedriger Nyasa, Pitha-Mantra, Grundmantra, Astra und Kavacha, Tirtha-Einladung Mehrfach werden Formeln nur benannt. Die jeweiligen Verwendungen stehen vollständig im übersetzten Abschnitt. Keine fehlenden Lautfolgen ergänzt.
5.96 und unnummerierter Anschluss anaṅgākulāyai vidmahe madanāturāyai dhīmahi; tan naḥ kāmakalākālī pracodayāt „Wir möchten die von Ananga Ergriffene erkennen; wir meditieren über die von Liebesverlangen Erfüllte. Möge Kamakalakali uns anregen und erleuchten.“ Gayatri-Formel, im Text zum Mandala gehörig.
5.115–116 svāhā; namaḥ; svadhā Verschiedene Mantraabschlüsse bei den Wassergaben; die genaue Zuordnung steht in der Übersetzung, einzelne Satzanschlüsse sind unsicher.
5.139 pātālatalasaṃbhūtaṃ svopaskarasaṃyutam; devi kāmakalākāli tvaṃ tāmbūlaṃ gṛhāṇa me „O Göttin Kamakalakali, nimm meine Betelgabe an, aus der Tiefe Patalas hervorgegangen und mit ihren Zutaten versehen.“
5.149–151 Japa-Widmung, Stotra, Tausendnamenhymnus und Kavacha Genannte Rezitationen beim Abschluss. Hier nicht erneut ausgeschrieben; deshalb keine erfundene separate Formel.
6.1–44 Rückverweise auf Grundmantra, Puja und Yantra; 6.17 nur sachliche Inhaltswiedergabe Anwendungen und Verheißungen, keine ergänzten Formeln. Bija- und Namenslesungen lokal in der fortlaufenden Übersetzung markiert.
6.45–48 Sexualrituelle Anwendung, ausschließlich nichtgrafisch zusammengefasst Darstellungsgrenze aus dem fortgesetzten Zusammenhang; keine OCR-Lücke und keine detaillierte Rezitationsfassung.
6.55–59 Anziehungsformel: kledaya, ākarṣaya, matha, paca, drāvaya, ānaya jeweils zweimal; mama sannidhim Historische fremdbestimmende Anwendung. Zielname im Akkusativ, verschlüsselte Bijas, Abschluss Svaha. Befehle vollständig im Haupttext übersetzt.
6.65–67 kāmakalākāli sarvākarṣiṇi … ākarṣaya Anziehungsformel über Wasser: „Kamakala-Kali, die du alle heranziehst … ziehe herbei!“ Bija-Namen und Zielperson; keine vollständig gesicherte Lautfassung ergänzt.
6.70–74 Sandalen-Mantra: Zielort; khaṇḍaya, chedaya, truṭa, chindhi; siddhiṃ dehi; dāpaya „Zerbrich, zerschneide, zerreiße, durchtrenne; gewähre Siddhi, lasse sie geben!“ Wiederholungszahlen im Haupttext; einzelne Bija-Namen unsicher.
6.82–88 Khechari-Formel: ratimohini; khecaraṃ māṃ kuru kuru; mama vaśam; khecarīsiddhidāyinī; tvara tvara; kaha kaha; kāli kāpāli Himmelswandler-Ritual und Unterwerfung von Geistwesen; Bija-Reihe 6.86 beschädigt. kaha bleibt unübersetzte Lautfolge. Abschluss dreimal Astra und Svaha.
6.101–106 Darbringung des Schwertes, Göttinnenanreden und zehn doppelte Befehle Enthält zerstörende und tötende Befehle; lesbare Bestandteile übersetzt, grammatisch beschädigte Verbindungen offen. Abschluss: imaṃ khaḍgaṃ dehi me – „Gib mir dieses Schwert!“
6.108 devi kāmakalākāli sṛṣṭisthityantakāriṇi; dehi khaḍgaṃ bhagavati trilokīvijayāya me Bitte um das Schwert zum Sieg über die drei Welten. Vollständige Übersetzung im Haupttext.
6.110–114 Fünf Verse zur Anrede des personifizierten Schwertes Nandaka, Krathana, Vidyutpata, Chandrahasa und Vajraghata als Namen seiner mythischen Verwendungen. Keine allgemeine Meditationsformel.
6.132–134 sarvasiddhidāyinī; mā māṃ paśyantu sarvabhūtāni; svāhā „Verleiherin aller Siddhis, keines der Wesen möge mich sehen!“ Unsichtbarkeitsformel; vorausgehende Bija-Namen nicht in Silben aufgelöst.
6.144–148 Liste von 24 Bijas, Khechari; kāmakalākāli rakṣa rakṣa Schutz des alchemistischen Topfes; Raum-, Erd- und Wasser-Bija sowie Astra und Svaha. Namens- und Trennungsunsicherheiten lokal markiert.
6.159–162 Dreimal Krodha-Bija, Göttinnenanrufung, Liste von Wesen; imaṃ ghaṭaṃ rakṣa rakṣa; svāhā „Beschütze diesen Topf!“ Einige Geistnamen sind unsicher; keine fehlenden Silben hergestellt.
6.170–171 Pranava und verschlüsselte Bijas; sarvasiddhiṃ dehi dehi; svāhā „Gewähre alle Siddhis, gewähre sie!“ Formel beim Tragen der Gutika.
6.190–192 Bijas, Göttinnenname; baliṃ gṛhṇa; siddhiṃ me dehi; dāpaya; svāhā Formel im historischen Menschenopferritual für Tala-Vetala. „Nimm die Opfergabe an; gib mir Siddhi; lasse sie gewähren!“ Keine heutige Praxisanregung.
7.11–12 agna āyāhi; agnaye rocamānāya „Agni, komm her!“ und „dem leuchtenden Agni“: angeführte Mantra-Anfänge zur Einladung und Einsetzung des Feuers. Keine vollständigen Veda-Verse aus anderen Quellen ergänzt.
7.145–169 Mantra-Nyasa, Nada-Brahman, verschlüsselte Lautanordnung und Bija Yoga-Meditation; besonders 7.151 beschädigt. Die lesbaren Begriffe und Anweisungen stehen im Haupttext. Keine rekonstruierte Lautfolge.
7.195 so ’ham asmi Identifikationsformel in der Meditation über Kamakala-Kali: „Ich bin jenes göttliche Sein.“ Die männliche grammatische Form der Quelle bleibt erhalten.
8.58–62 Rahmen des Shodha-Nyasa Rishi Tripurari/Maheshvara, Metrum Jagati, Göttin; Kandarpa als Bija, Krodha als Kilaka, Maya als Shakti. Sechs Teilnyasas werden unterschieden.
8.63–87 Narasimha-Nyasa: Buchstaben, 16 Vokale, Ksha-Bija mit sechs langen Vokalformen; Namen 8.69–76 Lautanordnungen und Namensmeditation. Der vollständige lesbare Wortbestand steht in der Übersetzung; keine ergänzte Gesamtformel aus anderen Nyasa-Fassungen.
8.89–104 Bhairava-Nyasa: acht Bijas vorwärts und rückwärts, jeweiliger Name und Herz-Mantra Krodha/Chanda-Wechsel der Quelle bewahrt; Namensendung in 8.94 beschädigt. Die Bhairava-Namen folgen 8.97–104.
8.115–132 Kamakala-Nyasa: verschlüsselte Bijas, Kama-Name im Dativ, Grund- und Herz-Mantra Wiederholungszahlen im Haupttext. Beschädigte Namen in 8.130 werden nicht ergänzt; die Quelle gibt 51 Kama-Gestalten an.
8.141–154 Dakini-Nyasa: 13 Bijas, Dakini-Name im Dativ, namaḥ Verehrungsformel; einzelne Namen und Teilungen unsicher. Namaḥ bedeutet „Verehrung“.
8.170–184 Shakti-Nyasa: Bija-Anordnung mit Lautgruppen; dreimal Astra, svāhā Mehrere knapp oder unsicher überlieferte Anweisungen. Die Namensliste enthält Wiederholungen, die nicht künstlich ersetzt werden.
8.195–208 Rahmen und Namensliste des Devi-Nyasa Der Abschnitt nennt die Mantra-Grundlagen; die Einzelmantras stehen ab Vers 211.
8.211–215 Mahalakshmi: Vagbhava, Kamala, Maya, Kama Vier Bija-Bezeichnungen; keine stillschweigend ergänzte Lautfassung.
8.216–220 Vagishvari: Tara, Maya, Vagbhava, Maya, Tara; Sarasvati im Dativ; Herz-Abschluss Als elfsilbig bezeichnet; Verbindung mit Meditation und Nyasa.
8.221–225 Ashvarudha: sechs Bijas, Dativname, zweimal Astra, Vahnijaya Als fünfzehnsilbig bezeichnet; die Göttin auf dem Pferd.
8.226–234 Matangi: Bija-Rahmen und Anreden; sarvalokam amuṃ me vaśam ānaya Unterwerfungsformel: „Bringe diese ganze Welt in meine Gewalt!“ Alle lesbaren Anreden stehen in der fortlaufenden Übersetzung.
8.235–239 Nityaklinna: nityaklinne madadrave mit Bija-Rahmen und Svaha „Du ewig Feuchte, im Rausch Zerfließende!“ Keine fehlenden Lautkerne ergänzt.
8.240–243 Bhuvaneshvari: Pasha, Lajja, Ankusha Dreisilbiger Mantra gemäß Quellenangabe.
8.244–248 Ucchishta-Chandali, Sumukhi, Mahapishachini; Maya mit Visarga; dreimal ṭha Abschlusslesung und Silbenzahl variieren in der Quelle. 8.248 wird nur sachlich zusammengefasst; keine Sanskritwiedergabe dieses Verses.
8.249–255 Bhairavi, fünf Kutas Stark verschlüsselt, 8.251 teilweise beschädigt. Phetkari, Shankari und Vyomakuta ausdrücklich benannt; keine rekonstruierte Rezitationsfassung.
8.256–261 Shulini: jvala jvala, Göttinnenname, duṣṭagraha, Krodha, Astra, Shiras Abwehrformel: „Flamme auf!“ Verbindungen und Anrede-Endungen nicht vollständig gesichert.
8.262–269 Vanadurga: sieben Bijas und Shiras; Triputa: Lakshmi, Trapa, Smara Neun- beziehungsweise dreisilbig laut Quelle; Meditationen folgen jeweils.
8.270–276 Tvarita Zehnsilbige verschlüsselte Bija-Folge; Vokalanweisung in 8.271 unsicher.
8.277–283 Aghora: Bija-Rahmen; siddhiṃ me dehi; dāpaya; svāhā „Gib mir Siddhi; lasse sie gewähren!“ Als fünfundzwanzigsilbig bezeichnet.
8.284–288 Jayalakshmi: jayalakṣmi yuddhe me vijayaṃ dehi „Jayalakshmi, gewähre mir Sieg im Kampf!“ Bija-Rahmen, dreimal Astra und Shiras.
8.289–296 Vajraprastarini: sechs Bijas, Name, Svaha; Padmavati: Maya, Name, Shiras Eigenständige Mantras mit anschließenden Meditationen. Namens- und Gegenstandsvarianten lokal ausgewiesen.
8.297–300 Annapurna: Maya; namo bhagavati māheśvari annapūrṇe; Vahnijaya „Verehrung, Erhabene, große Herrin, Annapurna!“ Historische Verheißung der Nahrungsfülle.
8.301–318 Kalasamkarshini: lange Bija-Reihe, Anrede, zweimal Krodha und Svaha Als sechsunddreißigsilbig bezeichnet; alle erkennbaren Bija-Namen im Haupttext, keine ergänzte Lautfolge.
8.319–324 Dhanada: Kshetrapala auf Mahakala, verbunden mit „linkem Ohr“ Verschlüsselte Einzel-Bija-Anweisung, nicht sicher in einen Lautwert aufgelöst.
8.325–331 Kukkuti Bija-Reihe, Name, zweimal Astra und Shiras; als achtzehnsilbig bezeichnet.
8.332–338 Bhogavati: Pasha, Ankusha, Prasada; Shabareshvari: Tara, Trapa, Pasha, Dativname und Herz-Mantra Dreisilbige und zehnsilbige Formel laut Quelle.
8.339–343 Kunjika/Chintamani: neun Kutas Die Quelle verweist auf eine frühere Erklärung; keine fehlenden Silben oder Meditation aus anderer Fassung ergänzt.
8.344–356 Siddhilakshmi: Bija-Liste und Svaha; Bala: Vagbhava, Kama, verschlüsselte sa-Verbindung Sechzehn- beziehungsweise dreisilbig laut Quelle. 8.354 nur sachlich wiedergegeben.
8.357–415 Tripurasundari: drei Kutas, Lopamudra-Bezug Lautanweisungen 8.360–361 beschädigt beziehungsweise unsicher. Die lange Meditation ist im lesbaren Bestand übersetzt; keine erfundene vollständige Sri-Vidya-Formel.
8.416–425 Tara: Maya, Vadhu mit sa-Auslassungsanweisung, Krodha und Astra Grammatische Zuordnung der Auslassung unsicher; keine scheinbar gesicherte Gesamtformel.
8.428–430 Dakshinakali: Kali-, Krodha- und Lajja-Bijas, Name, Svaha Zweiundzwanzigsilbiger Mantra laut Quelle; verschlüsselte Bija-Namen.
8.444–445 Chinnamasta: vajravairocanīye Namensanrufung mit Bijas, Astra und Svaha; sechzehnsilbige Formel.
8.460–485 Trikantaki, Nilapataka, Chandaghanta und Chandeshvari Teilweise beschädigte Formeln. Chandaghanta enthält „Feinde lähme, lähme; töte, töte“; historische Ritualfunktion, keine heutige Anleitung.
8.503–518 Bhadrakali und Guhyakali Verschlüsselte Formeln; eine auffällige Silbenzählung bei Bhadrakali bleibt markiert.
8.537–550 Anangamala und Chamunda Anziehungs- und Zwangsformeln; die Chamunda-Formel ist teilweise beschädigt. Fehlende Silben nicht ergänzt.
8.565–584 Varahi, Bagala und Jayadurga Varahi: „Gewähre mir Herrschaft, lasse sie geben.“ Bagala: Lähmungsfunktion. Jayadurga: jayadurge rakṣa rakṣa – „Jayadurga, schütze, schütze!“
8.590–640 Narasimhi, Brahmani, Vaishnavi, Maheshvari und Indrani Bija-, Namens- und Abschlussfolgen mit jeweiligem Ritualrahmen. Narasimhi teilweise beschädigt; Indrani enthält haṃ haṃ.
8.648–681 Harasiddha, Phetkarini, Lavaneshvari, Nakuli und Mrityuharini Formeln teils nur durch Lauterschließung angegeben, teils beschädigt; keine rekonstruierte Rezitationsfassung.
8.689–708 Kamakalika: verschiedene Mantraüberlieferungen Mantras werden überwiegend nach Überlieferern und Silbenzahl benannt. 25 in Vers 692 und 24 in Vers 708 bleiben als Quellenabweichung sichtbar.
8.710–719 Nyasa-Widmung und Bali-Anrufung Vollständig lesbare Anrufungen stehen mit IAST und Übersetzung im Haupttext; beschädigter Abschnitt 717 gekennzeichnet.
9.20–23 Rahmen des Trailokyamohana-Kavacha Rishi Tripurari, Metrum Viraj, Gottheit Kamakalakali; Bija-Zeichen फ़ in beiden Zeugen, genaue Lautform unsicher.
9.24–43 Schutzanrufungen mit Bija-Gruppen Lesbare Anrufungen und Lautgruppen vollständig im Haupttext. Zahlreiche Bijas beschädigt; keine gesicherte durchgehende Rezitationsfassung. Der Kolophon nennt den Text abweichend Trailokyavijaya.
10, Hymnus 1–24 Kamakali-Bhujangaprayata-Stotra Eingeschobener Lobgesang mit eigenem Kolophon. Beschädigte Stellen markiert, Schlusszeile aus dem vorhandenen Paralleltext.
10, Ritualabschnitt 29–37 Mantra zum Aufstellen des Sitzes Bija-Namen, Einladung, Annahme der Puja und aggressive Befehle; 45 Bijas laut Quelle, einige Gruppen beschädigt.
10, Ritualabschnitt 39–46 Mandala-Mantra Anrufungen der Göttin und Verweise auf bereits benannte Mantras; keine fehlenden Silben ergänzt.
10, Ritualabschnitt 48–50, 52–57 Entkleidung der erwachsenen Partnerin und Aufstellen des Gefäßes Verschlüsselte Bija-Listen; Gefäßformel mit „Komm hierher und bleibe, solange ich die Verehrung vollziehe“.
10, Ritualabschnitt 66–68 Drei als vedisch bezeichnete Entfluchungsformeln Bezug auf Brahman, Pranava und die Befreiung von Shukras Fluch. „Vedisch“ ist Quellenbezeichnung, keine unabhängig geprüfte Veda-Zuweisung.
10, Ritualabschnitt 70–77 Agamische Entfluchung, Sudha-Anrufung, Nektarformel „Möge dieses Brahman werden; möge ich Brahman werden.“ Weitere Befehle: „Löse den Fluch“, „Lasse Nektar fließen“. Teile der Bija-Reihenfolge beschädigt.
10, Ritualabschnitt 82, 85–88 Guhya-Bijas, Vaṣaṭ, Vauṣaṭ, Shakini-Bija und Varuna-Mantra Verehrung und Nektarweihe; mehrere Formeln nur benannt.
11.2–18 Amrita-Nyasa: Rahmen, vierzig Bijas und einundsechzigsilbiger Mantra Teilweise beschädigte Lauterschließung; „Shiva, dessen Wesen Erkenntnis ist“ als Zuordnung am Kopf.
11.23–27, 34–47 Nektareinsetzung und Gefäßweihe Verschlüsselte Lautgruppen; „Tritt in dieses Gefäß ein“, „Ich stelle das Arghya-Gefäß der Mutter auf“. Namensanpassung an die eigene Göttin in 11.33 ausdrücklich vorgesehen.
11.40–49 Feuer- und Sonnen-Kalas mit Paduka-Anrufung Lesbare Namen in fortlaufender Übersetzung; einzelne Lautgruppen beschädigt.
11.51–59 Gefäßhebung, Befüllung und Abdeckung „Anandabhairava, Vauṣaṭ“; Nektargefäß-Anrufung in 57–58 teilweise durch Paralleltext geklärt.
11.61–70 Fünf Reinigungs-Vidyas Entfluchung, Nektarströmen, Beseitigung von Veränderungen der Gabe. Zweite und dritte Formel beschädigt; fünfte ohne gesicherten Schluss.
12, Prosa nach Vers 14; 12.15 ff. Rahmen des Kamakalakali-Sahasranama und Om klīṃ Rishi Tripuraghna, Anushtubh, Gottheit Kamakalakali; Shakti-Bija beschädigt. Tausend-Namen-Rezitation bis 12.157 einschließlich Wirkungsverheißungen bearbeitet. Die Zahl tausend ist die Quellenbezeichnung; keine ergänzten Namen zur Zahlenfüllung.
12, Gadya-Abschnitt, Prosa nach Vers 2 Lange Kamakalakali-Anrufung Gesamter lesbarer Prosabestand mit IAST und Übersetzung im Haupttext. Verehrung, kosmische und sexuelle Symbolik, Schutzbitten, Befreiungsbitten und aggressive Befehle. Beschädigte Bija-Folgen nicht rekonstruiert; keine sichere vollständige Rezitationsfassung. Rahmenverse 3–5 bestimmen den Platz vor und nach dem Sahasranama.
13.5–14 Marichi, Kapila, Hiranyaksha und Lavana 17-, 16-, 9- und 10-silbige Formeln laut Quelle; Bija-Namen und Ritualfaktoren im Haupttext. Kapila teilweise beschädigt.
13.15–25 Vaivasvata, Dattatreya, Durvasas, Uttanka und Kaushika Verschlüsselte Formeln, teilweise beschädigt; wiederholte Bijas und unterschiedliche Rahmenangaben bewahrt.
13.26–36 Aurva, Parashara, Bhagiratha, Bali und Samvarta Lautgruppen und Kutas. Samvarta-Rahmen teilweise unlesbar; keine fehlenden Ritualfaktoren erfunden.
13.37–48 Narada, Garuda, Parashurama und Bhargava Die Quelle behandelt Parashurama und Bhargava getrennt; keine Zusammenlegung der Formeln.
13.49–58 Zwei Sahasrabahus, Prithu und Hanumat 14-, 5- und 32-silbige Formeln laut Quelle. Rahmen beziehungsweise Schlusslaut teilweise beschädigt.
13.59–67 und unnummerierter Anschluss Hundertsilbige Kamakalakali-Formel Erschließung durch Bija-Namen und Gestaltanrufungen; Rishi Lomapada, Metrum Viraj. Keine durchgehend gesicherte Silbenfassung.
13.69–102 und unnummerierter Anschluss Tausendsilbige Kamakalakali-Formel Alle lesbaren Anweisungen und Anrufungen übersetzt. 13.83 hat eine ausdrückliche Quellenlücke; weitere Laute beschädigt. Rishi Kalagnirudra, Metrum Jagati. „Erstrahle in meinem Herzen“ steht neben aggressiven Ritualbefehlen; nicht als heutige Praxisanleitung ausgegeben.
14.44–72 Mrityunjayaprana, der zehntausendsilbige Mala-Mantra Herkunft, Rang, Überlieferung und Rezitationsrahmen. In Kapitel 14 nur benannt und gepriesen; die Lauterschließung folgt Kapitel 15 und ist bis Vers 640 und Schlusssegen bearbeitet.
15.1–20 Beginn des zehntausendsilbigen Mantras: Kali-Formen Kamakalakali, Dakshinakali, Bhadrakali, Shmashanakali, Guhyakali, Dhanakali, Siddhikali und Chandakali; Bijas teilweise beschädigt.
15.21–31 Lakshmi, Annapurna, Vanadurga, Padmavati und Durga Anrufungen, Schutzbitten und verschlüsselte Lautfolgen; keine stillschweigende Rekonstruktion.
15.32–50 Matangi, Bagala, Sarasvati und weitere Göttinnen Unterwerfungsbefehle sachlich übersetzt; beschädigte Silben lokal markiert. Bala-Kuta nur als Formelname genannt.
15.51–88 Kutas, Aghora, Chamunda und weitere Formen Zahlreiche Lautchiffren; Tier-, Waffen- und Raumbezeichnungen sind hier oft Bija-Namen. „Warum zögerst du?“ und andere lesbare Anrufungen vollständig übersetzt.
15.89–100 Katyayani und Chandakapaleshvari Tanz-, Gesangs- und Schutzbitten; anschließend die Einheit von Shiva und Shakti in einer Gottheitsanrede. Fortsetzungen in den folgenden Registereinträgen.
15.101–150 Vartali, Varahi, Chanda-Formen, Chaitanyabhairavi und Purneshvari Wiederholungsfolgen, Lautchiffren, Unterwerfungs- und Erfüllungsbitten; beschädigte Einzelbijas sowie ausdrückliche Quellenlücke in 118 gekennzeichnet.
15.151–200 Kubjika-Formeln und Kuta-Folgen Verschlüsselte Lautangaben und Anrufungen; lesbare Wiederholungen vollständig im Haupttext, beschädigte Bija-Namen gekennzeichnet.
15.201–250 Kubjika, Shivaduti-Nyasa, Kalasamkarshini, Kukkuti, Bhramarambika und Sankatadevi Verehrung der Padukas; Herz, Haupt, Scheitel, Schutzpanzer, Augen und Waffe; Schutzbitten und feindgerichtete Befehle. Ausgeschriebene Formeln unter anderem namaḥ, svāhā, phaṭ, hīṃ, vaṣaṭ, vauṣaṭ und sāṃ sīṃ sūṃ. Unsichere Lautgruppen nicht rekonstruiert.
15.251–300 Maharnaveshvari, Mohini, Tripurasundari, Mukambika, Tara, Chinnamasta, Bagala, Durga und Matrikas Anrufungen und verschlüsselte Bijas, darunter kṣī, āṃ, hīṃ, haṃ, huṃ; Schutz- und Unterwerfungsformeln. Bhairavische Schadensbefehle sind als historische Textaussagen übersetzt. Beschädigte Gruppen insbesondere 254–255, 265, 267, 274–275, 282 und 291–292 nicht ergänzt.
15.301–350 Anangamala, Harasiddhi, Mrityuharini, Hayagriveshvari, Paramahamseshvari, Mokshalakshmi, Jatavedasi, Guhyeshvari und weitere Formen Anziehung, Siddhi-, Schutz- und Befreiungsbitten; 315 bittet um den Sitz der Vidyas im Rezitierenden, 317 um Kaivalya, 318–319 preist Bewusstsein und Glück. Daneben drastische Abwehr- und Schadensformeln. Unlesbare Einzelbijas in 308, 326 und 329 gekennzeichnet.
15.351–400 Charchika, Abhaya, Ekavira, Tamasi, Jayanti, Ekanamsha, Brahmarupini, Kamakhya, Kuleshvari, Mayuri und weitere Formen Göttinnenanreden und Lautchiffren; Tanz-, Gesangs-, Schutz- und Siegesbitten. Fragmentarische Gruppen in 351, 368, 380, 385 und 398; jūṃ und bluṃ in 385 erhalten, unlesbare Nachbarwörter nicht ergänzt.
15.401–450 Bhimadevi, Mahamaya, Chandakhechari, Dhumavati, Hatakeshvari, Mahamari, Mangalachandi und Jvalakali Weltauflösungsbilder, Schutz-, Herrschafts- und Schadensbitten; 426 enthält vāṃ sauḥ klīṃ, 438 dreimal haṃ. 442 nennt Nirvana und die Einheit von Paramashiva und Shakti. Beschädigte Formeln bleiben fragmentarisch, insbesondere 405, 408–409, 414 und 427–428.
15.451–500 Ugra-, Samhara-, Raudra-, Kritanta-, Bhima-, Chanda-, Dhana-, Preta-, Pralaya-, Vibhuti-, Jaya-, Bhoga- und Kalpanta-Kali Vielzahl unterschiedlicher Anrufungen; 467 bittet um Lösung der Pashu-Fessel, 478–479 um Befreiung von Furcht. Unsichere Bija-Bildungen und Lautfolgen besonders 469, 477, 489, 491 und 495 als Fragmente. Santanakali und Manthanakali in 500 nicht vereinheitlicht.
15.501–550 Durjaya-, Vajra-, Vidya-, Maya-, Kula-, Nada-, Munda- und Dhumakali Zufluchtsformel tvāṃ prapadye tubhyaṃ namaḥ in 512; Bitte um Offenbarung der Vidya in 528. Kuta-Namen und Silbenanweisungen fortlaufend; beschädigte Gruppen in 502, 509, 511, 515, 519, 527, 537, 539 und 548 nicht vervollständigt. 550 nennt dreimal khaṃ.
15.551–600 Ajna-, Tigma-, Maharatri-, Samgrama-, Shava-, Nagna-, Rudhira-, Kankala-, Bhayankara-, Pheru- und Karalakali Anrufungen, Herrschafts- und Schutzbitten, drastische Verzehrungsbilder. 556: gāṃ jāṃ ḍāṃ dāṃ rāṃ; 560: dreimal phe; 570: dreimal haṃ khaṃ. Beschädigte Bija-Reihen besonders 563, 578–580 und 597–600 bleiben offen.
15.601–626 Ghora-Ghoratarakali und abschließende Kamakalakali-Folgen Opferannahme und feindgerichtete Befehle, anschließend wiederholte Kamakalakali-Anreden. 618 enthält krīṃ; 621–622 preist den Leib aus allen Shaktis und Mantras sowie gütige und furchtbare Gestalten. Beschädigte Bijas in 602, 611 und 615 nicht ergänzt.
15.627–640 und Schluss Abschluss und Phalashruti der Prana-Ayutakshari Mythische Wirkungsverheißungen, Rückblick auf Puja, Japa, Stotra, Kavacha, Sahasranama, Gadya und Nyasa; Geheimhaltungsgebot. Schlusssegen śubham astu: „Möge Heil sein!“

Guhyakali: Mantras und große Worte

Die verschlüsselte Mantraerschließung in Guhyakali 1.11–27 und 105–111 bleibt im Haupttext vollständig übersetzt. Beschädigte Gruppen werden nicht zu einer vorgeblich vollständigen Rezitationsformel ergänzt. Die Bharata-, Rama-, Harita- und Chyavana-Zuordnungen bleiben unterscheidbar.

Die fünf ausdrücklich gelehrten Mahavakyas (Guhyakali 1.153–156) bilden nach der Quelle selbst den Nyasa der ersten Verehrergruppe:

  • oṃ tat sat – „Om – jenes ist das Wirkliche.“
  • so ’ham asmi – „Jener bin ich.“
  • brahmāham asmi – „Ich bin Brahman.“
  • tat sad aham eva – „Jenes Wirkliche bin ich selbst.“
  • aham evedaṃ sarvam – „Ich selbst bin dies alles.“

Guhyakali 1.151 erklärt ausdrücklich, dass diese Worte keinen Rishi, kein Metrum, kein Bija, keine Shakti und kein Kilaka besitzen; 1.156 nennt Guhyakali als ihre Gottheit. Die Wirkungsverheißungen stehen in 1.157–163. Om wird nicht mit einer erfundenen wörtlichen Bija-Bedeutung versehen.

Die zweite Verehrergruppe erhält drei weitere, teilweise überlappende Formeln (Guhyakali 1.257–263): so ’ham asmi – „Jener bin ich“; sāham asmi – „Jene bin ich“; tad aham asmi – „Das bin ich“. Hier nennt die Quelle ausdrücklich Brahma, Vishnu und Maharudra als Rishis, Jagati, Pankti und Gayatri als Metren, Om als gemeinsames Bija, Hamsa als Shakti und m, a, u als jeweiliges Kilaka. Diese Zuordnung wird von der Fünfergruppe unterschieden. Die Zufluchtsanrufung in 1.250–252 und die Bitte um heilsame Einsicht in 1.233 stehen vollständig im Haupttext.

Guhyakali 2.89–99 ergänzt die Bhavana-Worte tat tvam asi („Das bist du“), tattvam asmi („Ich bin die Wirklichkeit“, Segmentierung unsicher), ayam ātmā brahma („Dieses Selbst ist Brahman“), brahmāham asmi („Ich bin Brahman“) und ayam ātmā sā („Dieses Selbst ist sie“). Rituelle Faktoren und Einzelunsicherheiten sind im Haupttext vollständig erhalten.

Die Kriya-Worte in 2.103–121 vergegenwärtigen das Hervorgehen und Wiederaufgehen von Shiva in Shakti, Jivatman in Paramatman, Sinnen und Tanmatras in Jivatman sowie Tirtha in Amrita. Die ausgeschriebene Formel 2.113 lautet oṃ haṃsaḥ so ’ham – „Om, Hamsa; jener bin ich.“ Andere Lautfolgen werden nur durch Chiffren wie Yogini, Kurcha, Kamini und Rava bezeichnet und nicht zu ungesicherten Rezitationsfassungen ergänzt.

Guhyakali 3.1–98 erschließt weitere ein-, drei-, fünf-, neun-, sechzehn-, siebzehn-, sechsunddreißig- und achtundfünfzigsilbige Formen, unter anderem nach Vidhatar, Ananga, Varuna, Agni, Shachi, Bharata, Chyavana, Harita, Jabala, Daksha, Hiranyakashipu, Brahma, Vasishtha und Ravana. Das ausdrückliche Verehrungsverbot für die Weltauflösungsform in 3.54 bleibt neben der Beschreibung stehen. Bei 3.21 unterscheiden sich Aditi und die Herausgebervermutung Aditya.

Die Bhogavidya 3.99–116 enthält Bitten um Schutz, Gedächtnis, Einsicht, Vermögen, Getreide, Familie und Hindernisfreiheit. Lesbare Formelglieder sind unter anderem trailokyatrāṇakāriṇi („Retterin der drei Welten“), pūraya pūraya („erfülle, erfülle“), ratnamayavarṣaṃ dada dada („gib einen Regen von Edelsteinen“) und avighnaṃ kuru kuru („mache es frei von Hindernissen“). Die vollständigen lesbaren Wortanweisungen stehen fortlaufend im Haupttext; beschädigte Stellen werden nicht als rezitierbare Gesamtformel ausgegeben. Die genannte Zahl von 287 Silben bleibt eine Quellenangabe.

Guhyakali 3.124–133 erschließt die hundertsilbige Nirvana-Vidya, 3.134–212 den tausendsilbigen Mantra in Neunergruppen. Die Anrufungen preisen Guhyakali als Weltmutter, Zuflucht, Trägerin der Tattvas und Göttin mit einem Leib aus Mantras; daneben stehen drastische Leichenbilder, erotische Anreden der erwachsenen Göttin, Abwehr- und Siddhi-Bitten. Gut lesbar sind jaya jaya bhagavati guhyakāli („Sieg, Sieg dir, erhabene Guhyakali“), jagajjanani („Mutter der Welt“), jagadāśraye („Zuflucht der Welt“) und mahāmantramayaśarīre („du, deren Leib aus großen Mantras besteht“). Die Zählmarken 3.204–208 enthalten beschädigte beziehungsweise nicht offensichtlich passende Angaben; fehlende Silben werden nicht zur Erreichung von tausend ergänzt. In 3.158 stehen Pashupata und die ausdrücklich redaktionelle Alternative Prasvapana nebeneinander.

Guhyakali 3.213–453 behandelt die von Vishnu verehrte zehntausendsilbige Kalpalata. Die Konstruktion 3.226–388, die anschließenden Kontrollzahlen und die Rezitationsvorschriften sind fortlaufend übersetzt. Die Zahl zehntausend wird als Angabe der Quelle bewahrt; beschädigte Decknamen und abweichende Zählmarken werden nicht passend ergänzt. Die lange Schutzbitte 3.344–347 enthält unter anderem rakṣa pāhi pālaya pāvaya – „Schütze, behüte, erhalte, reinige!“

Ab 3.454 wird die von Mahakala verehrte Bijamalamayi unterschieden; ihre Konstruktion beginnt 3.492. Sie verbindet Kuta- und Bija-Namen, Wiederholungszahlen und lesbare Anreden. Ausdrücklich fordert der Text in 3.504, 3.515 und 3.607 teilweise die gewöhnlichen Wörter statt ihrer Bija-Entsprechungen. Diese Unterscheidung bleibt erhalten. Lesbare Bitten sind etwa bhayaṃ me śamaya (3.728: „Stille meine Furcht!“), vidyāṃ dehi dāpaya (3.742: „Gib Vidya, lass sie zuteilwerden!“) und kṛpāṃ kuru kuru (3.860: „Erweise Gnade, erweise sie!“). Die fortlaufende Übersetzung enthält auch die übrigen lesbaren Formelteile, einschließlich der schwierigen und wiederholenden Passagen; dies ist keine aus Fragmenten zusammengesetzte Rezitationsfassung.

Weitere Formeln des Guhyakali-Khanda

Die Mrityunjaya-Guhya-Folge (3.1119–1141) steht innerhalb der Bija-Girlande. In 3.1123 ist nur das Anfangswort tryambakam lesbar; ein vollständiger Mrityunjaya-Mantra wird hier nicht aus anderen Werken ergänzt. Die philosophischen Anreden und Kutas führen bis zum Ende der Bijamalamayi in 3.1194. Rishi, Metrum und weitere Ritualfaktoren folgen in 3.1195–1199, anschließend die Kontrollzählung. Die Wiederholungs- und Silbenzahlen sind Quellenangaben, keine Bestätigung einer lückenlos erhaltenen Rezitationsfassung.

Die sechs Befreiungsmantras

Guhyakali 4 unterscheidet sechs Formen, die ausschließlich der Befreiung dienen sollen. Die folgende Übersicht ergänzt die fortlaufende Übersetzung ihrer sämtlichen lesbaren Lautanweisungen.

Mantra Formelerschließung Angegebener Umfang und Funktion
Śāmbhava 4.148–150 Neun Silben; erste Stufe des Befreiungsweges. Faktoren 4.158–160.
Mahāśāmbhava 4.161–164 Fünfzehn oder siebzehn Silben: Quelle selbst fraglich. Befreiung zu Lebzeiten, Faktoren 4.165–167.
Turīyā 4.172–176 Neun Silben; Aufheben der Getrenntheit. Faktoren 4.193–195.
Mahāturīyā 4.200–204 Siebzehn Silben; Freisein von Geburt und Tod. Faktoren 4.217–220.
Nirvāṇa 4.226–231 Neunzehn Silben; Aufgehen in Brahman. Faktoren 4.246–248.
Mahānirvāṇa 4.251–258 Dreiunddreißig Silben; endgültiges Nichtwiederkehren. Zusätzlicher Formelhalbvers aus einer Fußnote separat ausgewiesen.

Die Formeln sind in diesem Quellenbestand als teilweise beschädigte Chiffrenanweisungen vorhanden. Eine scheinbar gesicherte Bija-Vollfassung wäre nicht quellentreu. Die Unterschiede zwischen Nirvana und Mahanirvana sind die Lehre dieses Textes, keine allgemeingültige Definition für alle indischen Traditionen.

Gayatris und Nyasa

Guhyakali 5.122–125 beschreibt das gemeinsame Gayatri-Satzmuster: zwei Namensformen im Dativ, eine im Nominativ sowie vidmahe („wir erkennen“), dhīmahi („wir meditieren“) und pracodayāt („möge anregen/erleuchten“), verbunden mit tan naḥ („uns“). Die genaue knappe Stellungsanweisung bleibt im Grundtext erhalten. Ein Bija steht nur dort voran, wo die Quelle es vorsieht. Die folgenden Verse 5.126–161 geben die einzelnen Namenfolgen; beschädigte Namen bleiben offen.

Besonders auf Erkenntnis ausgerichtet sind die Folgen der sechs Befreiungsmantras (5.156–161): ānandā – kalātītā – cetanā; jyotirmayī – nirguṇā – śuddhā; bhāvābhāsā – niṣprapañcā – bodharūpā; anindriyā – jñānarūpā – niṣkaivalyā; virajā – citkalā – sattvā; advayā – mahānirvāṇā – amṛtā. Dies sind die Namensglieder der Quelle, keine schon flektierten vollständigen Gayatri-Mantras. Ihre Bedeutungen und einzelnen Lesungsunsicherheiten stehen unmittelbar bei den Versübersetzungen. Die dortigen Veda-Zuschreibungen werden als Aussagen der Samhita gekennzeichnet.

Die Nyasa-Grundregel 5.170–171 verbindet Hand- und Körperglieder: namo mit Daumen/Herz, svāhā mit Zeigefinger/Kopf, vaṣaṭ mit Mittelfinger/Shikha, eine beschädigte Formel mit Ringfinger/Schutzpanzer, vauṣaṭ mit kleinem Finger/drei Augen und phaṭ mit Handrücken/Astra. Die beschädigte Formel wird nicht ergänzt. Die weiteren Nyasa-Folgen stehen vollständig im lesbaren Umfang im Übersetzungsteil: ihre Bija-, Kuta-, Nadi-, Hymnen-, Farb-, Fluss- und Bergnamen sind als unterschiedliche Chiffrenkategorien erkennbar.


Guhyakali 6: Tagesritual, Reinigung und Nyasa

Die folgenden Fundstellen erschließen die im Kapitel lesbaren Rezitationsformeln. Die fortlaufende Übersetzung bewahrt auch die einzelnen Lautchiffren, ihre Reihenfolge und beschädigte Glieder. Aus den Chiffren wird keine ungesicherte Vollformel zusammengesetzt.

Fundstelle Lesbarer Bestand und rituelle Funktion
6.7–8 Bitte an den Baum des Zahnholzes um Lebenskraft, Gesundheit, Nachkommen, Wohlstand und Erkenntnis; vollständiger lesbarer Text im Übersetzungsteil.
6.10–20 Morgenreinigung, Achamana, Kopfbesprengung und Guruverehrung; einzelne Abschlussglieder beschädigt. 6.20 enthält den mit der Anhangparallele gesicherten Guruvers.
6.24 Bitte um Erlaubnis für die täglichen Handlungen und den Lebensunterhalt.
6.30–44 Ritualzuordnung des Bades, Flussanrufung und Tarpana. 6.34 lautet in der vorliegenden Lesung am Ende jale ’smin sthitiṃ kuru („Nimm in diesem Wasser deinen Aufenthalt“); nicht durch das andernorts verbreitete sānnidhyaṃ kuru ersetzt. 6.44: guhyakālīṃ devīṃ tarpayāmi namo ’stu – „Ich erquicke die Göttin Guhyakali; Verehrung sei ihr!“
6.49–79 Ascheweihe, fünf Kopf-Reinigungsformeln und Nyasa an zehn Körperstellen. Unter anderem vajrakavacam evedam … bhūyāt (6.63: „Möge eben dies ein Vajra-Schutzpanzer sein!“), ehy ehi (6.69: „Komm, komm!“). Mehrere Formelteile ausdrücklich fragmentarisch.
6.83–118 Sandelpastenweihe, Sandhya, acht Göttinnenanreden, Aghamarshana, Arghya, Upasthana, zwölf Wasserspenden und sechsgliedriger Nyasa. 6.108: guhyakālīṃ bhagavatīm upatiṣṭhe – „Ich trete vor die erhabene Guhyakali.“ Namen im Dativ, vorangestelltes Pranava und namaḥ sind nur dort ausgeführt, wo die Quelle sie ausdrücklich anordnet.
6.120–142 Sonnen-Arghya, Tarpana, Sonnenkreis-Anrede, Fußwaschung, Achamana und Haarspitzenbindung. Keine fehlenden Silben zur Quellenzahl 55 in 6.131 ergänzt.
6.143–165 Türgottheiten, Reinigung des Geistes, Zeugen der Handlungen und Herbeirufung der Gegenwart. 6.145: oṃ devi me prākṛtaṃ cittaṃ pāpākrāntam abhūt sadā / tan niḥsāraya cittāt tvaṃ pāpaṃ phaṭ phaṭ ca te namaḥ – „Om, Göttin, mein gewöhnlicher Geist ist immer wieder von Verfehlung besetzt gewesen. Treibe du diese Verfehlung aus meinem Geist hinaus! Phaṭ, phaṭ; dir sei Verehrung!“ Fünf vollständige Gebetsstrophen 6.161–165.
6.181–223 Weihe der Ritualgegenstände, Boden, Sitz, Wasser, Körper, Rede, Geist, Madhuparka und Gewänder. 6.193: kāyaṃ vācaṃ cittaṃ me śodhaya; aśeṣavṛjināny apanaya – „Reinige meinen Körper, meine Rede und meinen Geist; entferne sämtliche Verfehlungen!“ 6.206 nennt beim Mundspülwasser svadhā, 6.211 hingegen svāhā; der Unterschied bleibt erhalten.
6.226–276 Schmuck-, Duft-, Blumen-, Räucherwerk-, Lampen- und Augenschminkenweihe. Beschädigte Namen und Endungen bleiben offen; die Blumenformel 6.244–246 wird nicht zur angekündigten Zehnerreihe ergänzt.
6.298–300 Gemeinsame Reinigung der Speisegaben mit śodhaya śodhaya („reinige, reinige“) und den genannten Chiffren; erneutes Mundspülwasser.
6.324–370 Sindura, Fußlack, Betel, Sandalen, Schirm, Wedel, Fächer und Girlanden. 6.338 ausdrücklich Dualanrede pādukābhyām („den beiden Sandalen“). 6.357 beschädigte Lampenmindestzahl betrifft keine ergänzte Mantraformel.
6.371–372 Selbstdarbringung: dāsas tavāsmi – „Ich bin dein Diener.“ Geschlossene Augen und geöffnete Hände gehören zur historischen Beschreibung.
6.444–456 Reinigung von Alkohol-/Ersatz- und Fleischgaben sowie allgemeiner Reinigungsmantra. Die jeweilige standesabhängige Zulassung 6.379–443 bleibt im Übersetzungsteil sichtbar; kein allgemein empfohlenes Praxisrezept.
6.459–471 Sitzzuordnungen und Hindernisabwehr. 6.463–464: pṛthvi tvayā dhṛtā lokā devi tvaṃ viṣṇunā dhṛtā / tvaṃ ca dhāraya māṃ nityaṃ pavitraṃ kuru cāsanam – „Erde, du trägst die Welten; Göttin, du wirst von Vishnu getragen. Trage auch mich beständig und mache den Sitz rein!“ Die Quelle nennt diese Formel vedisch; hier wird kein unbestätigter Veda-Nachweis hinzugefügt.
6.473–498 Brahma-, Luft-, Feuer-, Wasser- und Erd-Bijas innerhalb der Elementreinigung; Bhuta-Abwehrformeln 6.489–493; anschließende Atemzählung mit Wiederholung des Grundmantras. Bijas sind überwiegend bezeichnet, nicht als Laute ausgeschrieben.
6.502–544 Matrika-Zuordnungen, Körperstellen, zwölf allgemeine Formen und sechs besondere Guhyakali-Formen. śrīmātṛkāsarasvatyai devatāyai namaḥ (6.507): „Verehrung der Gottheit Shri Matrika-Sarasvati“; svarebhyaḥ śaktibhyo namaḥ (6.508): „Verehrung den Vokalen als Shaktis“.
6.557–582 Virat-Matrika: Narasimha-/Kali-Namen, Paarbildung im Dual und Rahmung durch Tara/Rava und Matrika-Laut. Die Quelle nennt teils 50, teils 51; Namen werden nicht zur Angleichung erfunden oder gestrichen. Abschlussglied 6.578 beschädigt.
6.584–606 Allgemeiner Pitha-Nyasa: Sitzstufen, Elemente, Prinzipien und Göttinnen des Herzlotus. 6.585–588 stark beschädigt, Nachbarverse weiter erschlossen.
6.607–670 Yogaratna: Ritualfaktoren, Sechsgliedrigkeit, innerer Sitz, Pretas, Bhairavas, Opfernamen, Shiva-Formen und 32 Göttinnen. Die schwer beschädigten Lautänderungsanweisungen 6.614–619 sind keine gesicherte Rezitationsvorlage; die lesbaren Abschlussrufe bleiben verfügbar.

Guhyakali-Khanda, Kapitel 7: Gesichter, Waffen und innere Zuordnungen

Das Kapitel beschreibt zehn weitere Nyasa-Formen innerhalb der in 7.1–12 angekündigten Gruppen. Die Tabellen verzeichnen ihre Formelbereiche; die vollständigen lesbaren Decknamen, Anreden und Anweisungen stehen im Übersetzungsteil. Eine verschlüsselte Namensliste ist noch keine vollständig verfügbare Rezitationsfassung.

Fundstelle Formel und rituelle Funktion
7.13–66 Vaktra-Nyasa: zehn Gesichter und ihre Formeln, Erweiterung auf elf und mehr sowie Verringerung der Gesichtszahl. Neun gemeinsame Bijas, einzelne Gesichtsmantras, Rishi-Faktoren und Silbenkontrolle. Besonders 7.20–23, 28 und 40–46 beschädigte Glieder; keine Ergänzung nach bloßer Zählung.
7.67–116 Erster Astra-Nyasa: Waffen und Attribute an einzelnen Körperstellen. Der gemeinsame Abschluss wird durch Herz-, Astra- und Feuergefährtin-Chiffren bezeichnet. Erhaltene Körperstellen und beschädigte Attributnamen sind einzeln ausgewiesen.
7.117–134 Zweiter Astra-Nyasa mit eigener Faktoren- und Waffenliste. Die unterschiedliche Anzahl der Bijas und Shaktis in 7.118–120 bleibt offen.
7.135–229 Duti-Nyasa: Anreden an Chanda-, Pheru-, Rakta-, Krodha-, Ghora-, Kritanta-, Kapala-, Vajra-, Ulka-, Shmashana-, Ugra-, Raudra-, Unmatta-, Kala-, Munda-, Maharakshasi-, Bala- und Siddhi-Shivaduti; anschließend Danda-Shivaduti des Herzens. Die teils gewaltsamen Anreden und Befehle werden historisch übersetzt. Bala in 7.215 bedeutet hier Kraft, nicht Bālā als Kind.
7.230–253 Shivaduti-Formeln für Kopf, Shikha, Kavacha, Augen und Astra. Chamunda und Bhairavi werden in 7.243 ausdrücklich als Wörter verwendet; sie sind dort nicht stillschweigend in Bijas umzusetzen. 7.244–245 stark beschädigt.
7.254–270 Den ganzen Körper umfassende Shivaduti-Formel und Abschlussregeln. Die fünf Vagbhava- und drei Krodha-Bijas bleiben in der überlieferten Chiffrenform; tägliche Freiwilligkeit und Verbindlichkeit zu Festzeiten sind getrennte Aussagen.
7.271–331 Dakini-Nyasa: Chitraghanta, Ulkamukhi, Ghoranada, Pingajata, Vegakula, Ekapada, Jakini, Ghatodari und Suchimukhi; Zuordnungen zu Bergen, Geweben und Körperstellen. Abweichungen Dakini/Lakini und Dakini/Jakini sind an Ort und Stelle markiert. Lesbare Schutzbitten übersetzt, fehlende Bija-Folgen nicht ergänzt.
7.332–352 Yogini-Nyasa: gemeinsamer Rahmen aus drei Anfangs- und vier Schlussgliedern, dazwischen je drei Bijas und ein Göttinnenname im Dativ. Liste von sechzehn Göttinnen; beschädigte Körperstellen nicht zur angekündigten Anzahl aufgefüllt.
7.353–420 Kulatattva-Nyasa: je acht Bijas, ein Kuta, Nadi-Name, gemeinsames nāḍyadhiṣṭhātrīkālīdevatā, wechselndes Tattva und Göttinnenname. Gemeinsame Worte tattve kulakramasiddhe und kaulikī devyambā śrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ; sinngemäß Verehrung der ehrwürdigen Paduka der Kauliki-Göttinnenmutter. Namensendungen und Wortverbindungen sind Teil der Bauanweisung, keine zusätzlich hergestellte Vollformel. 7.392 behauptet zweihundert Bijas, 7.417–420 erklärt unterschiedliche Silbenzahlen.
7.429–474 Siddhichakra-Nyasa: Tara und Rava als feste Randbijas, drei wechselnde Bijas, Landschaft mit Zusatzbezeichnung im Lokativ, herrschende Göttin und jeweilige Siddhi im Dativ. Der gemeinsame Abschluss ist durch Kurcha, Astra, Herz und Kopf bezeichnet. Die vierundzwanzig Siddhis schließen historische Zwangs- und Machtriten ein.
7.475–503 Kaivalya-Nyasa: neun Bijas, Kuta, Chakra, Göttheitsbezeichnung; cakre („im Chakra“), yogamārgeṇa kaivalyadāyinī („die auf dem Yogaweg Befreiung schenkt“), ambā („Mutter“), prasīdatām („sie möge gnädig sein“). Besonders 7.480–482 und 7.495–499 beschädigt: keine vollständige Rezitationsformel verfügbar.
7.504–535 Amrita-Nyasa in Haupt- und Ersatzform. Die Hauptform beginnt mit vierzig Bijas/Kutas, die Ersatzform mit neun. idam amṛtīkṛtya … paramātmani … hutvā svayam … juṣasva: „Nachdem du dies zu Amrita gemacht und selbst im höchsten Selbst geopfert hast, nimm es an/genieße es.“ Der Schluss ist teilweise beschädigt. Idam bezeichnet laut 7.506 beim Nyasa den Körper, bei der Getränkebehandlung den Alkohol. 7.507 Kamakala gegenüber Kamala in einer Fußnotenvariante.
7.536–611 Jaya-Vijaya-Nyasa: siebenundzwanzig Mantras mit je neun Bijas, Weltbezeichnung im Lokativ, Verehrername, Gesichtszahl und Kuta. Gemeinsame Worte guhyakālī prīyatām („Guhyakali möge erfreut sein“), jayavijayapradāyai („der Sieg und Triumph Verleihenden“), jayāyai vijayāyai („der Jaya, der Vijaya“), danach Herz-/Kopf-Abschluss. Einzelne Namen fehlen; 7.585 cakra gegenüber 7.590 vaktra bleibt als Textabweichung sichtbar. Rituelles Ziel: Sieg im Kampf und Wortstreit.

Guhyakali-Khanda, Kapitel 8: Vergegenwärtigung, Überlieferung und Schöpfung

Fundstelle Formel und rituelle Funktion
8.1–18 Bhavana-Nyasa: fünfundfünfzig Mantras, je acht wechselnde Bijas, Kuta, Kali-Gestalt, weitere Zuordnungen und Körperstelle. Gemeinsame Worte bhāvayāmi („ich vergegenwärtige“), tenāham („dadurch bin ich“); Pranava und brahmabhūyāya yāmi („ich gehe zum Brahman-Sein“). Der vorausgehende Ausdruck über Rajas und Tamas in 8.14 ist grammatisch beschädigt und wird nicht als gesicherte Rezitationsvorlage ausgegeben. Astra-, Herz- und Kopf-Abschluss bleiben Chiffren.
8.19–100 Bija-Liste (440 laut 8.66), Kutas, Kali-Gestalten und Nadis. Die Göttinnennamen von Dhumakali bis Nirvanakali sind vollständig im lesbaren Umfang wiedergegeben. 8.92 nennt Kutas, bevor eine ausdrücklich als Nadis bezeichnete Liste beginnt; keine stille Vereinheitlichung.
8.101–140 Körperstellen, Welten und einzelne weitere Bijas des Bhavana-Nyasa, anschließend Verheißungen und Anlässe. Einzelne Körper-/Weltnamen und die Yogi-Definition 8.137 sind beschädigt. Keine fehlenden Glieder zur fünfundfünfzigfachen Struktur ergänzt.
8.141–149 Samaya-Nyasa: fünf wechselnde Anfangsbijas, jeweilige Gestaltbezeichnung mit mūrti, samayapālinī („Hüterin der überlieferten Bindung/Ordnung“), Göttinnenname mit ambā („Mutter“), prasīdatām („sie möge gnädig sein“) und Vahnijaya-Abschluss. Der Rishi-Name in 8.141 ist nicht zuverlässig lesbar.
8.150–190 Die Bija-Reihen und siebenundzwanzig Zuordnungen des Samaya-Nyasa: Veden, Yugas, Lebens- und Überlieferungsordnungen sowie Göttinnen. Fragment ohne lesbare Versziffer zwischen 162 und 164; ausdrückliche Quellenlücke bei 176. Keine vollständige Formel aus beschädigten Listen erzeugt. Bhagamalini in 8.185 steht einer Fußnotenvariante Bhogamalini gegenüber.
8.191–204 Srishti-Nyasa: zweiunddreißig Mantras, sieben wechselnde Bijas, jeweilige rūpa-Gestalt, jeweilige sṛṣṭikartrī („Schöpferin“), Göttinnenname und siddhiṃ prayacchatu („sie möge Vollendung gewähren“), Pranava und Kopf-Abschluss. Rishi Jamadagni, Metrum Atyashti, Guhyakali als Gottheit.
8.205–256 Bija-Liste (224 laut 8.229), Gestalten der Göttin, hervorgebrachte Wirklichkeiten, Göttinnennamen und Körperstellen des Srishti-Nyasa. Beschädigte Glieder bleiben unvollständig. 8.256 verheißt Vak-Siddhi nach sechs Monaten und leitet unmittelbar zum Sthiti-Nyasa über; dies ist eine Textverheißung, keine heutige Wirkungsgarantie.
Fundstelle Formel und rituelle Funktion
8.257–273 Sthiti-Nyasa: Pranava, wechselndes Kuta, fünf Bijas, weiteres Kuta und ein beschädigtes festes Glied; Kalpa-Bezeichnung im Lokativ und Verbindung mit Asura-Tötung. Feste Worte jagatsthitikartrī („die den Bestand der Welt bewirkt“), narasiṃhasahitā („mit Narasimha verbunden“), Kali-Name, drei Bijas und ciraṃ mām avatu svāhā („Sie möge mich lange beschützen. Svaha!“). Keine Ergänzung des fehlenden Gliedes in 8.264.
8.274–328 Kuta- und Bija-Listen, zweiunddreißig Fluss-Kutas, Kalpas, Asuras, Narasimhas und Kali-Vorsatznamen. Beschädigte Listenglieder und die schwankende Nummerierung bei 274–275 bleiben ausgewiesen; Flussnamen werden nicht eigenmächtig in Lautformeln entschlüsselt.
8.329–351 Weitere Dreiergruppen von Bijas, Körperstellen und Abschlussregeln des Sthiti-Nyasa. Für Haushälter regelmäßig, für Kaulas wahlweise beziehungsweise anlassgebunden; diese historische Unterscheidung bleibt erhalten. 8.351 Übergang zum Samhara-Nyasa.
Fundstelle Formel und rituelle Funktion
8.352–368 Samhara-Nyasa: fünf feste Bijas, wechselnde Gestalt- und Auflösungsbezeichnungen, saṃhārakartrī („die Auflösung Bewirkende“), guhyakālī devyambā („Guhyakali, göttliche Mutter“), zwei Kutas und drei wechselnde Bijas. Vom folgenden Feindbefehl ist nur mama śatrūn („meine Feinde“) sicher lesbar; das fehlende Verb wird nicht ergänzt. Fünf feste Schlussbijas sowie Herz- und Kopf-Mantra.
8.369–406 Anfangsbijas Bhauvanesha, Yogini, Kurcha, Rama und Shakini; zwei Listen von jeweils zweiunddreißig Auflösungszuordnungen; Sattva-Kuta und Samhara-Kuta; Dreiergruppen von Bijas und Körperstellen. 8.397 nennt Shakini, Vadhu, ein unlesbares Glied, Yogini und Maya, während 8.398 die umgekehrte Anfangsfolge beansprucht. Dieser Unterschied bleibt ausdrücklich offen. Abschluss der dritten Fünfergruppe in 8.403.
8.407–418 Beginn des Anakhya-Nyasa: fünf wechselnde Bijas, Namen, anākhyarūpā („von unbenennbarer Gestalt“), drei weitere Bijas, teilweise beschädigte Wortgruppe mit carācare jagati („in der Welt des Beweglichen und Unbeweglichen“) und svaśaktisahitā („mit der eigenen Shakti verbunden“), drei Kutas, paramātmani vilīye („Ich löse mich im höchsten Selbst auf“), Tara und Herz-/Kopf-Mantra. Die Einzelreihen folgen ab 8.419.
Fundstelle Formel und rituelle Funktion
8.419–487 Einzelreihen des Anakhya-Nyasa: Fünfergruppen von Bijas, Dativnamen und Bestimmungen der unbenennbaren Gestalt, Dreiergruppen von Bijas und Kutas. Die Quelle nennt jeweils zweiunddreißig Reihen; lesbare Namen sind im Haupttext übersetzt, beschädigte Gruppen bleiben unvollständig. Keine zusätzliche, vollständig ausgeschriebene Rezitationsfassung hergestellt.
8.488–506 Bhasa-Nyasa und seine Gleichsetzung mit Turiya: neun feste Anfangsbijas, wechselnde Shakti-Namen im Lokativ, bhāsākārā („von leuchtender Gestalt“), weitere Lokative und nirābhāsā („ohne Erscheinung“). Fünf Bijas, jñānavijñānarūpā („von der Gestalt der Erkenntnis und des unterscheidenden Erkennens“), weitere Drei-Bija-Anweisung, bhagavatī guhyakālī („die erhabene Guhyakali“), Kuta und mayi līyatāṃ svāhā („Sie möge sich in mir auflösen. Svaha!“). Die doppelte Dreierangabe in 8.503 bleibt als Unsicherheit erhalten.
8.507–518 Die neun festen Anfangsbijas heißen Pranava, Shakini, Maya, Dakini, Yogini, Pralaya, Vadhu, Phetkari und Tara. Pranava/Tara nicht als vermeintliche Dublette gestrichen. Anschließend Shakti-Vorsatznamen und weitere Lokativbegriffe; lokale Lücken insbesondere 8.510 und 8.513–517, keine fehlenden Begriffe rekonstruiert.
Fundstelle Formel und rituelle Funktion
8.519–564 Weitere Bhasa-Bijas in Fünfer- und Dreiergruppen, zweiunddreißig einzelne Kutas sowie Körperstellen. Mehrere Reihen sind beschädigt; keine ersatzweise vollständige Lautfassung. Die Fünfergruppen nennen Pranava und Vagbhava neben anderen Decknamen; 8.520 Sarva gegenüber Sharva in der Fußnote, 8.524 Mochini gegenüber Modini. 8.563 bestimmt ausdrücklich dieselben Körperstellen auch für den Anakhya-Nyasa. Die Bezeichnung bhāsākūṭa/„vor“ in 8.519 weicht von bhāsākārā/„nach“ in 8.513 ab.
Fundstelle Formel und rituelle Funktion
8.565–595 Mantra-Nyasa: die bereits früher gelehrten Formen Guhyakalis werden Körperstellen zugeordnet. Genannt sind unter anderem Vidhatri-, Kama-, Varuna-, Pavaka-, Aditi-, Shachi-, Danava-, Mrityu/Kala-, Bharata-, Chyavana-, Harita-, Jabala-, Daksha-, Rama-, Hiranyakashipu-, Brahma- und Vasishtha-Formen, Vishnutattva, Ambahridaya, Mahashodashi, Vishvedeva-, zwei Ravana-Formen, die Agni/Siddha-Form, Bhogavidya und der Kinnara-Hundertsilber. Die Silbenzahlen bleiben wie im Rückverweis überliefert; keine erneute erfundene Vollformel. In 8.577 fehlt eine Körperstelle.
8.596–613 Erweiterung um die sechs Befreiungsmantras für darin Unterwiesene: Shambhava an den Augen, Mahashambhava an Kurcha, Turiya an der Stirn, Mahaturiya am Kopf, Nirvana an Brahmarandhra, Mahanirvana den ganzen Körper umfassend. Die kürzere Form bis zur sechsundzwanzigsten Stelle wird in 8.605–606 ausdrücklich anerkannt. Die anschließenden historischen Ausschlüsse und Drohungen stehen vollständig im lesbaren Umfang in der Übersetzung; sie sind keine heutigen Regeln dieses Artikels.
Fundstelle Formel und rituelle Funktion
8.614–640 Siddhi-Nyasa: feste neun Anfangsbijas, Gesichtszahl, guhyakālī devatā, Verehrer im Dativ. Einzahl, Zweizahl und Mehrzahl sind ausdrücklich zu unterscheiden. 8.632 enthält eine beschädigte Zahlchiffre; 8.639 nennt Ravana zweimal und bietet in einer Fußnote Varana. Keine geglättete siebenundzwanzigfache Vollformel.
8.641–670 Siddhi-/Wirknamen mit kartṛtva („Bewirkung“), rūpasiddhidāyinī, wechselndes Astra, drei Bijas und weiteres Astra, neun Schlussbijas sowie mama siddhiṃ prayacchatu („Sie möge mir Siddhi gewähren“) und Vahnijaya. Die beiden Astra-Reihen und alle lesbaren Bija-Namen stehen im Übersetzungsteil. 8.669 nennt Rama an einer Stelle, an der der in 8.670 behauptete Rücklauf der Anfangsbijas Stri erwarten ließe; die Abweichung bleibt offen.
8.671–679 Körperstellen und Schlussverheißungen des Siddhi-Nyasa. Die Quelle ordnet ihn Haushältern und Kaulas als regelmäßig, fruchtlos übenden Entsagenden als wahlweise zu.
8.680–699 Beginn des Virat-Nyasa: das Weltenei als Gottheit, sechsundfünfzig Körperglieder der Göttin. Abwechselnde Bija-/Kuta-/Nadi-/Sukta-/Varna-/Flussglieder, Genitiv von virāḍrūpā guhyakālī, zwei Reihen von Dativbezeichnungen, fünf gemeinsame Kutas, wechselnde Bija-Dreiergruppe. Abschluss ausdrücklich dreimal phaṭ, danach Herz- und Kopf-Mantra. 8.691 beschädigt; fehlende Zwischenformen nicht aus der angekündigten Sechserstruktur rekonstruiert.

Guhyakali 8.700–865: Virat-Nyasa, Listen und Abschluss

Die sechs wechselnden Bija-Reihen (700–705, 716–721, 731–737, 745–749, 762–767 und 776–782) werden abwechselnd mit Kutas, Upakutas, Nadis, Sukta-Namen, Farben und Flüssen verbunden (791–793). Die vollständige Übersetzung bewahrt alle lesbaren Namen; sie ersetzt Chiffren nicht durch vermutete Laute. Die Sukta-Namen bezeichnen Hymnen, deren Wortlaut hier nicht mitgeteilt wird.

Es folgen Körperglieder im Dativ (794–806) und kosmische Entsprechungen mit angepasstem Kasus und Numerus (807–819). Die fünf festen Kutas heißen Srishti, Sthiti, Samhara, Anakhya und Bhasa (820–822). Die Dreiergruppen der Schlussbijas stehen in 824–850; die Schlussanweisung851 nennt dreimal phaṭ sowie Herz- und Kopfabschluss. Phaṭ fungiert als ritueller Schlusslaut und erhält keine erfundene wörtliche Übersetzung.

Der Text selbst untersagt den Virat-Nyasa als bloßes Wunschritual (860), legt ihn als regelmäßige Praxis fest und nennt bei fehlender Möglichkeit Festtage als Ersatzanlass (861–863). Diese Bestimmungen werden als historische Textaussagen wiedergegeben.

Guhyakali-Khanda, Kapitel 9: Bija- und Kuta-Nyasa

Bija-Nyasa (9.1–45)

Rishi ist Prajapati, Metrum Brihati, Gottheit „alle Daseinsformen“, Shakti Kala und Kilaka Sarvabija; der Bija-Name in5 bleibt beschädigt. Zweck ist die Schöpfung der beweglichen und unbeweglichen Welt. Der Mantrabau verbindet zwei wechselnde Dreiergruppen von Bijas mit Begriffen für Samen und kosmische Gegenstände. Dativ, Genus und Numerus müssen nach 9–10 und30–31 zusammenpassen. Die festen Namen guhyakālyai („der Guhyakali“) und anantaśaktimūrtaye („der Verkörperung unendlicher Kraft“) sowie Kurcha, Astra und Kopfabschluss bilden das letzte Glied (11–13). Die Quelle zählt dafür sechzehn Silben; die verschlüsselten Bestandteile werden nicht ergänzt.

Die erste Bija-Liste14–21 nennt Tara, Maya, Rama, Medha und weitere Chiffren; mehrere Dreiergruppen werden nur durch ihren Anfang bezeichnet. Die zweite Liste32–40 ist stellenweise stark beschädigt und wird im Hauptartikel als Fragment übersetzt. Die Körperstellen stehen in42–44.

Kuta-Nyasa (9.46–79)

Rishi Bhujyu, Metrum Madhya, Gottheit Guhyakali, Bija Shatchakra, Shakti Shaktisarvasva und Kilaka Shambhava; Zweck ist Kaivalya (51–53). Der feste Anfang lautet in Chiffren Tara–Rava–Maya–Yogini–Vanita (57). Auf die jeweils wechselnden drei Kutas (58–72) folgt Shakini–Dakini–Krodha (73); Astra, Herz und Kopfabschluss schließen die Formel ab (56). Die Quelle nennt siebenundzwanzig Dreiergruppen. Fehlende Namen werden nicht zur Erfüllung dieser Zahl ergänzt.

Die Körperstellen folgen in74–77. Regelmäßigkeit gilt nach 49 für den vedischen Weg; für Kaulas werden Wunschritual und anlassgebundener Vollzug genannt (50). Diese historischen Bestimmungen sind keine heutige Praxisempfehlung.

Krama-Nyasa: östlicher Amnaya (9.80–140)

Sechs Überlieferungsströme werden in sechs umfassenden Mantras an sechs Körperstellen vergegenwärtigt (80–90). Rishi Samvarta, Metrum Pratishtha, Bija Phetkari, Shakti Kutila und Kilaka Harini; die Fußnote bietet Hakini. Die Gottheiten- und Anwendungsangaben sind teilweise beschädigt.

Die östliche Gruppe beginnt mit Chandeshvari (91–96). Ihre Bijas bleiben Chiffren. Weitere lesbare Anreden beziehungsweise Bitten: harasiddhe sarvasiddhiṃ kuru kuru dehi dehi dāpaya dāpaya (98: Bitte um Vollendungen), kukkuṭi (100), phetkāri (101), ehy ehi bhagavati (103: „Komm, komm, Erhabene!“), gaganagrāsini (104: „Himmelsverschlingerin“). Die feindvernichtenden und Unheil abwehrenden Bitten105–108 werden im Haupttext vollständig im lesbaren Umfang übersetzt; sie sind historische Ritualrede.

Weitere Anreden betreffen Mahakali, Chandakhechari, Mahadamari und Shabareshvari (113–123). Die Formel110 bleibt wegen der beschädigten zusammengesetzten Anrede ohne gesicherte Bedeutungsauflösung. In124 steht kamale kamalālaye prasīda prasīda, „Lotushafte, im Lotus Wohnende, sei gnädig, sei gnädig!“ Die Mahalakshmi-Form endet mit ihrem Namen im Dativ und dem Herzabschluss125. Bagalamukhis Bannbitte126–127 nennt sarvaduṣṭānāṃ mukhaṃ vācaṃ stambhaya; jihvāṃ kīlaya kīlaya; buddhiṃ nāśaya; die Umrahmung mit dem Prabha-Bija wird nicht aus fremden Mantrafassungen ergänzt. Aparajita wird als Sieggewährende angerufen128–129, danach folgen Pingala und Hayagriveshvari130–134. Die vollständige Ostgruppe wird an der rechten Schulter eingesetzt136; die Quelle nennt sechzehn Göttinnen137–138.

Krama-Nyasa: südlicher Amnaya (9.141–168)

Die Umrahmung beginnt mit Tara–Rama–Smara–Maya–Yogini–Shakini–Rush und den lesbaren Bitten sphura sphura prasphura prasphura sānnidhyaṃ kuru kuru (141: Erstrahlen, Hervortreten und Gegenwart). Kurcha, Astra und Kopfabschluss folgen142. Die Matangi betreffende Anrede143 ist beschädigt; ihre lesbaren Beherrschungsbitten143–146 bleiben historisch übersetzt.

Weitere Formen betreffen Annapurna147, Ashvarudha148, Shulini149, Sarasvati150, Svapnaprastarini151 und Nityaklinna152–153. Die Shulini-Bitte lautet im lesbaren Wortumfang jvala jvala śūlini duṣṭagrahaṃ grasa, „Brenne, brenne, Dreizackträgerin; verschlinge den bösen Graha!“ Keine fehlenden Anfangssilben ergänzt. Die Anrufung Jayantis155–157 verbindet Siegesbitte und Feindbezwingung; die rotgewandete Göttin158–160 und Sankata161–162 werden um Rettung gebeten. Sicher lesbar ist saṅkaṭebhyo māṃ tāraya tāraya, „Führe mich aus den Bedrängnissen hinüber!“ Die südlichen sechzehn Formeln sind nach 168 an der rechten Körperseite einzusetzen.

Krama-Nyasa: westlicher Amnaya (9.169–232)

Die Umrahmung beginnt mit zwölf Chiffren170, gefolgt von bhagavati āgaccha āgaccha sannihitā bhava bhava (171–172: „Erhabene, komm, komm; sei gegenwärtig!“). Die erste Hälfte173 fehlt; die Gesamtzählung174 von neununddreißig Silben rechtfertigt keine Ergänzung.

Kubjikas Formel175–179 enthält vicce als rituelles Lautwort und endet im lesbaren Umfang mit pādukāṃ pūjayāmi, „ich verehre die Sandalen“, sowie Abschlüssen. Aghoras Bitte180 lautet aghore siddhiṃ me dehi dāpaya, „Nichtfurchtbare, gib mir Siddhi, lass sie mir geben“. In Chamundas Anrufung185–194 stehen zahlreiche Lautwörter und wilde Attribute;191 erklärt he he ausdrücklich als bloße Laute, nicht als Bija. Beschädigte Wörter187 und192 bleiben unergänzt.

Varahis Formel195–200 enthält die Paare andhe andhini, rundhe rundhini, jambhe jambhini, mohe mohini und stambhe stambhini mit jeweiligen Abschlüssen, danach eine ausführliche Bannbitte. Purneshvari201 wird mit pūrṇeśvari sarvān kāmān pūraya, „Purneshvari, erfülle alle Wünsche“, angerufen. Weitere Formen202–220 werden im Haupttext samt Chiffren und beschädigten Gliedern wiedergegeben. Die Schutzbitte221 nennt Feinde, Könige und Furcht;222 schließt mit huṃ phaṭ svāhā. Die Schlussumrahmung227–231 enthält die Bitte mama sarvamanorathān pūraya pūraya pālaya pālaya, „Erfülle, erfülle all meine Herzenswünsche; behüte, behüte“, und die Bitte um Schutz vor Bedrängnissen. Die westliche Gruppe wird am Bauch eingesetzt231.

Krama-Nyasa: nördlicher Amnaya (9.233–288)

Die Gruppe beginnt laut233 mit Guhyakali. Die Umrahmungen233–239 und282–287 heißen beide „obere“ beziehungsweise „nicht untere“ Umrahmung; dieser Quellenbefund wird nicht stillschweigend korrigiert. Ihre langen Bija- und Kuta-Reihen sind im Haupttext übersetzt, unlesbare Glieder markiert.

Lesbare Anreden der Einzelgruppen umfassen Siddhikarali240, Chandayogeshvari243, Rajadevi/Rajalakshmi245, Rajyaprada246, Ugrachanda und Ranamardini247 sowie Mrityuhara248. Die Katyayani-Anrufung250–252 enthält nṛtya nṛtya gāya gāya hasa hasa, „Tanze, tanze; singe, singe; lache, lache“, und die Bitte māṃ rakṣa rakṣa, „schütze mich“. Das sind Teile einer historischen Göttinnenanrufung, keine Umdeutung in eine heutige Tanzübung.

Die folgenden Kuta-Formeln254–261 haben örtliche Lesungsunsicherheiten; insbesondere der in259 genannte ri-Laut ist bereits in der Quelle fraglich. Vagishvaris Bitte262–264 enthält jñānaṃ prakaṭaya […] buddhiṃ me dehi dehi, „Lass Wissen offenbar werden […]! Gib, gib mir Einsicht“. Chamundas Formel265–268 enthält lesbare Feindvernichtungsbitten und beschädigte Zwischenglieder. Hili und kili266 bleiben Lautwörter ohne erfundene Übersetzung.

Auf Vajravairochani270 folgt eine ausführliche wilde Göttinnenanrufung271–278 mit Shivaduti273, dem Lager des höchsten Shiva274 und der bluttropfenden Schädelgirlande275. Die Formel279–281 heißt laut Quelle Siddhilakshmi und enthält die Anrede kālasaṅkarṣiṇi, „die die Zeit an sich zieht“. Die Schlussumrahmung283–287 fordert Gegenwart und Blickzuwendung; die Gruppe wird im Herzen eingesetzt288.

Krama-Nyasa: oberer Amnaya (9.289–329)

Die sechzehn Formen reichen von Mahatripurasundari bis Mokshalakshmi289. Nach der oberen Umrahmung290–293 folgen die einzelnen Mantras. Beschädigte Wörter der Umrahmung bleiben Lücken. Die Anrufung Mahamohinis294–296 enthält Bitten um Bezauberung und Beherrschung; die Quelle richtet diese an die Göttin. Trailokyavijaya298 und315 trägt denselben Namen bei verschiedenen Bija-Umgebungen; beide Formen bleiben getrennt.

Paramahamseshvari305 wird mit kaivalyaṃ sādhaya, „verwirkliche Kaivalya“, angerufen. Die Dhumavati-Form306–309 enthält historische Fleisch- und Blutopferbezüge. Kamakhya312 steht im Dativ kāmākhyāyai. Die Bitte316 lautet cintāmaṇiṃ prakaṭaya paramarddhiṃ dada dada, „Lass den wunscherfüllenden Edelstein offenbar werden; gib, gib höchste Fülle“. Die Brahmavidya-, Vishnumaya- und Bagalamukhi-Glieder318–321 enthalten Weltenverschlingung und Waffenbezwingung. Mokshalakshmi322–324 wird mit der Fülle unveränderlichen Bewusstseins und Glückseligkeit verbunden; einzelne Zeichen bleiben unsicher.

Die untere Umrahmung325–328 enthält khecarīmudrāṃ prakaṭaya prakaṭaya sānnidhyam āveśaya, „Offenbare, offenbare die Khechari-Mudra; lass Gegenwart einkehren!“ Die ganze Gruppe wird am Brahmarandhra eingesetzt329. Dies erläutert die historische Ritualsprache und gibt keine heutige Anleitung zur körperlichen Ausführung der Mudra.

Krama-Nyasa: unterer Amnaya, Beginn (9.330–365)

Bhimadevi steht am Anfang330. Die Umrahmung331–336 beginnt mit je fünf Chaitanya-, Tara- und Pasha-Bijas; weitere Chiffren und Verben des Hervortretens und Siegens schließen sich an. Beschädigte Glieder334 und336 bleiben unergänzt. Die Anrufung Bhimadevis337–344 enthält den furchtbaren Ruf, die Bitte um königliche Fülle und aggressive Feindformeln.

Hatakeshvari345–351 wird mit Schlangen- und Feuersymbolik beschrieben und um Güter, Lebensdauer und Gesundheit gebeten; die Bitte um die Tötung von Feinden348 wird als historische Ritualsprache vollständig wiedergegeben. Mahamaya352–357 erscheint mit Anreden des Abschneidens von Brahmas Haupt und Zerreißens von Vishnus Leib.355 erklärt ausdrücklich, dass priye, „Geliebte“, zur Anrede des Lehrgesprächs und nicht zum Mantra gehört.

Die Anrufung358 nennt den „umgekehrten Vollzug“ mit dem höchsten Shiva; die mögliche sexuelle Bedeutung wird offen erläutert. Die Lautnamen363 sind teilweise bereits in der Quelle fraglich. Vajrachandi364–365 wird als große Schädelträgerin und als diejenige angesprochen, die den Kapalika-Weg in Gang setzt.

Unterer Amnaya und Abschluss des Krama-Nyasa (9.366–467)

Die Vajrachandi-Anrufung endet366–368 mit Bitten um Macht und Beseitigung von Unglück. Jvaleshvari370–372 wird um Offenbarung der Brahma-Waffe, Feindvernichtung und Wunscherfüllung gebeten. Kuleshvari374–375 ist mit den Samayas der Kaulikas verbunden. Kalaratri376–381 verbindet Anziehungs- und Bannformeln; die ungewöhnliche Stellung des Kopfabschlusses380 bleibt bewahrt.

Bhramari384 erscheint als Bienengöttin; ihre Rezitation enthält wiederholte Verben des Siegens, Lebens und Flammens. Die Schädelträgerin392–394 und Raktadantika397–404 tragen wilde Attribute. Die Liste396 heißt in der Quelle sechzehnfach, ohne dass alle Namen zuverlässig bestimmbar wären; „Shodashi“ wird nicht als zusätzlicher Name erfunden. Mahamari411–414 wird um Schutz angerufen. Die lange Chiffrenfolge415–419 heißt Mahogratara;420 nennt Raktamundeshvari. Ihre Bitte421 enthält sarvasiddhiṃ dada dada mṛtyuṃ hara hara, „Gib, gib sämtliche Vollendungen; nimm den Tod hinweg, nimm ihn hinweg“.

Mahadakinis Anrufung423–430 beschreibt Bluttrinken und Fleischverzehr. Die sechs Namen Dakini, Kakini, Shakini, Rakini, Lakini und Hakini427–428 sind ausdrücklich Anreden, keine Bijas. Fehlende Lautglieder bleiben unergänzt. In der unteren Umrahmung431–447 steht imaṃ baliṃ prayacchāmi436, „Diese Bali-Gabe bringe ich dar“. Die achtundzwanzig Befehlswörter438–440 sind jeweils zweimal zu sprechen441; ein beschädigtes Glied439 wird nicht ergänzt. Die Namen Samharini, Sammohini und Kurukulla446 schließen die Anrufung mit ab. Der Nyasa der unteren Gruppe liegt an den Füßen448.

Die Quelle nennt ausdrücklich Parallelen im zehntausendsilbigen Mrityunjayaprana der Kamakalakali und in Guhyakalis Bijamalamayi459–461. Diese zwei Überlieferungen bleiben getrennt. Ihre ausführlichere Darstellung im Kapaladamara wird nur erwähnt; fehlende Inhalte werden nicht von außen eingefügt. Die Quelle selbst begründet ihre knappe Darstellung462–463.

Dhatu-Nyasa: Aufbau und Körperglieder (9.468–531)

Dhatu besitzt nach 468–472 viele Bedeutungen; hier sind die Körperglieder gemeint473. Die Quelle erklärt ausdrücklich, dass die Göttin als Mantra besteht und die Bijas ihre Glieder bilden474–477. Rishi Driptabalaki (Lesung leicht unsicher), Metrum Supratishtha, Gottheit Guhyakalika, Bija Sarasvata, Shakti Pasha, Kilaka Kala und Tattva Tara478–479. Ziel ist Kaivalya jenseits der drei Gunas480.

Sieben feste Anfangsbijas, Zahlen, eine Genitivbezeichnung der mantragestaltigen Guhyakali, die Körperstelle im Dativ und die jeweilige ausgesprochene Bija-Form bilden den Aufbau481–492. Die Zahlenanweisung483–484 bleibt teilweise unlesbar; sie wird nicht ergänzt. Die Körperglieder493–517 umfassen auch Schmuck, Bewegungen und Zustände wie Schlaf, Hunger und Zorn. Die Quelle nennt160Glieder516. Die fortlaufende Bija-Liste beginnt518. Alle lesbaren Namen stehen mit Übersetzung im Haupttext; unbekannte anatomische Stellen und unlesbare Chiffren bleiben gekennzeichnet.

Abschluss des Dhatu-Nyasa und Tattva-Nyasa (9.532–597)

Die Bija-Liste des Dhatu-Nyasa endet538. Die feste Schlussfolge540 lautet in Chiffren Tara–Rava–Trapa–Yogini–Kurcha–Kamini–Shakini, gefolgt von Herz- und Kopfmantra. Der Dhatu-Nyasa gilt nach 545 den fünf Formen von Srishti bis Bhasa als gleichwertig.

Für den Tattva-Nyasa gelten Rishi Garga, Metrum Gayatri, Gottheit Guhyakali als Einzelgestalt und Gesamtheit, Bija Pranava, Shakti Rava und Kilaka Sarasvata547–549. Die Tattva-Namen sind ausdrücklich im Lokativ einzusetzen552. Die festen Wörter553–555 sind aśeṣakarmāṇi saṃśamayāmi apanayāmi bhavabandham, „Ich bringe sämtliche Handlungen zur Ruhe; ich entferne die Bindung an das Werden“, mit der in554 angeordneten Sandhi-Verbindung. Darauf folgen fünf wechselnde Bijas, guhyakāli prasīda556, „Guhyakali, sei gnädig“, ein wechselnder Kuta, Astra und Kopfabschluss557.

Von den sieben festen Anfangsbijas559 ist das siebte unlesbar; es wird nicht ergänzt. Die Tattva-Liste560–565 folgt der Quelle mit ihren Unklarheiten, darunter cakṣus und die Herausgeberlesung rūpa561. Die wechselnden Bijas566–585 und Kutas586–591 sowie die Körperstellen592–595 stehen im Haupttext. Mit596 endet die fünfte Fünfergruppe.

Laghu-Shodha-Nyasa: Einleitung (9.598–609)

Ṣoḍhā heißt „sechsfach“599. Der Text ordnet diese Form diesseitigen Zielen zu und erklärt sie ausdrücklich nicht für Befreiung Suchende600. Die Shakti ist hier eine menschliche Ritualpartnerin601–602; der Text verlangt ihre Beteiligung und schließt Bettelasketen aus 603. Beschädigte Bedingungen604 bleiben offen. Die Rezitationsstruktur folgt erst im anschließenden Text; aus der Ankündigung einer neunsilbigen Formel607 werden keine Laute ergänzt.

Panchakrama-Shodha und Ugramatrikrama (9.610–659)

Die Quelle nennt diesen sechsfachen Nyasa auch Panchakrama611–613; ein Glied der Gruppenliste611 ist beschädigt. Seine Faktoren sind Sadashiva, Brihati, Guhyakali als Nirvana durch Shiva-Shakti-Einheit Bewirkende, Kauraja-Bija, Maya-Shakti, Dakini-Kilaka und Phetkari-Tattva613–615.

Die neun festen Anfangschiffren619–620 sind Vedadi–Shakini–Maya–Yogini–Kurcha–Kamini–Rama–Smara–Dakini. Die anschließende Vokalumrahmung620 ist beschädigt. Yogeshvari-Namen werden mit wechselnden Vorsätzen an den Handgliedern eingesetzt621–624. Eine Fußnote621 meldet: In drei Zeugen endet das neunte Kapitel hier. Die vorliegende Hauptfassung setzt es fort; die Übersetzung bewahrt diese Fassungsgrenze.

Das Herzglied626–630 endet mit hṛdayāya namaḥ. Das zweite Glied631–634 schließt mit brahmaśirase svāhā, enthält aber zuvor die ungewöhnliche Angabe eines Haarspitzen-Mantras632, die nicht korrigiert wird. Das dritte Glied635–638 endet mit śikhāyai vaṣaṭ. Die Schutzpanzerform639–643 zeigt am Schluss ausdrücklich kavacāya īm; das sichtbare īm wird nicht durch einen üblichen anderen Abschluss ersetzt. Die Augenform644–648 enthält hīṃ, nicht ergänzt zu hrīṃ, und endet mit netratrayāya vauṣaṭ. Die beiden Einheiten647–648 besitzen keine verlässlich lesbaren Quellziffern und sind entsprechend gekennzeichnet. Das Astra-Glied649–653 endet mit astrāya phaṭ.

Die erste durchdringende Form654–657 reicht von unterhalb der Kehle bis zum Nabel und enthält namo rudrāya sowie die Verehrung der Sandalen Mahachandayogeshvaris. Die zweite reicht vom Brahmarandhra bis zu den Füßen und enthält sechzehn Vokale mit Bindu658. Ihre Kontrollzahl60 in659 wird nicht durch erfundene Namen aufgefüllt.

Kali-Kula-Krama-Nyasa (9.660–682)

Krodhabhairava ist Rishi, Pratishtha das Metrum; neun Kalis mit Dakshinakali an erster Stelle bilden die Gottheit660–661. Die weiteren Faktorenzuordnungen662 sind beschädigt und werden nicht vervollständigt. Die früheren neun Bijas werden um Pranava–Dakini–Lajja erweitert664; wechselnde Matrika-Laute mit Bindu665 folgen. Der dreizehnte Laut wechselt667. Die Körperstellen entsprechen der unveränderlichen Matrika668.

Die Liste671–677 nennt laut678 einundfünfzig Namen; beschädigte Namen bleiben offen. Die abschließende durchdringende Formel678–681 enthält die Dative mahāguhyakālyai mātre prapañcarūpāyai, „der großen Guhyakali, der Mutter, deren Gestalt die Welt ist“. Sie wird dreimal für den ganzen Körper eingesetzt682.

Pitha-Krama-Nyasa (9.683–721)

Rishi Kaushitaka, Metrum Atyashti, Gottheit Rajarajeshvari als höchste Herrin von Kula und Akula; Yogini-Bija, Dakini-Shakti, Vadhu-Kilaka, Rava-Tattva683–685. Die acht festen Bijas687 sind Pranava–Dakini–Trapa–Rava–Rama–Rush–Yogini–Vanita. Am Ende steht śaktiśrīpādukāyai mit Herzabschluss688, „den ehrwürdigen Sandalen der Shakti“.

Die Mittelglieder verbinden Pitha-Orte, Göttinnennamen und Körperstellen. Sie nennen unter anderem Oddiyana691–693, Jalandhara694–695, Kamarupa696–697, Purnagiri698–699, Prayaga700–701, Varanasi702–703, Kolapura704–705, Attahasa706–707, Jayanti708–709, Hastinapura710–711, Ekamranatha712–713 und Devikota714–715. Die Übersetzung benennt auch die als Fischerin, Prostituierte oder Wäscherin bezeichneten Shaktis quellentreu; sie ersetzt sie nicht durch moderne soziale Idealbilder. Ab716 folgt ausdrücklich eine andere Methode mit fünf Bijas und den Orten Karavira717–718 und Rajagriha719–721. Alle lesbaren Formelglieder stehen in der fortlaufenden Übersetzung; fehlende Namen werden nicht ergänzt.

Yogini-Nyasa (9.722–747)

Jambhaka ist Rishi, Madhya das Metrum, Yogini mit Chamunda die Gottheit; Yogini-Bija, Trapa-Shakti und Dakini-Tattva722–724. Der Kilaka-Name724 ist unlesbar. Als feste Anfangschiffren stehen Tara–Dakini–Kulayoshit725; der Schluss lautet śaktyai namaḥ726, „Verehrung der Shakti“.

Die einzelnen Formen schützen Haut, Blut, Fleisch, Fett, Knochen, Mark und Zeugungsstoff. Nicht überall ist die Schutzbitte vollständig erhalten;734 bietet sicher mama māṃsadhātūn rakṣa rakṣa, „Schütze, schütze meine Fleischbestandteile“. Die Vokal-/Pitha-Zahlen und Körperstellen folgen der Quelle, ohne Ergänzung nicht ausgeschriebener Lotusbeschreibungen. Yakini743 ist bereits in der Quelle fraglich. Die durchdringende Form745–747 verbindet Guhyakali mit unermesslichen Kali-Scharen und Yogini-Shaktis.

Gottheiten-Nyasa (9.748–776)

Rishi Prajapati, Metrum Pankti, Gottheit sämtliche Gottheiten; Bija Tara, Kilaka Medha, Shakti Pasha und Tattva Trapa748–749. Die Formeln beginnen mit wechselnden Bija-Gruppen und Dativwidmungen. Ausdrücklich lesbar sind dharmāya namaḥ755, vairāgyāya namaḥ756, aiśvaryāya namaḥ758, aber auch adharmāya namaḥ759 und ajñānāya namaḥ761. Die Verehrung von Adharma und Nichtwissen ist Quellwortlaut und wird nicht redaktionell ins Gegenteil verwandelt.

Weitere Widmungen762–768 betreffen Brahma, Vishnu, Rudra, Ishvara, Sadashiva, Selbsterkenntnis, höchste Erkenntnis und Bhairava-Formen. In764 bleibt die Lesung Ghora/Aghora offen. Der Schluss768 lautet namo rudrāya. Die siebenundzwanzig Stellen769–772 umfassen Körperstellen und subtile Stationen; letztere werden nicht als moderne Anatomie ausgegeben. Die abschließende durchdringende Form773–775 enthält die Schutzbitte māṃ rakṣa rakṣa, aber auch beschädigte Formelglieder, die unergänzt bleiben.

Mantra-Krama-Nyasa und Abschluss des Laghu-Shodha (9.777–824)

Rishi Bharadvaja, Metrum Ushnih, Gottheiten sämtliche Mantras; Tara-Bija, Trapa-Shakti, Hakini-Kilaka und Kurcha-Tattva777–778. Zehn Mantras gelten zehn Gesichtern779–794. Ihre festen Anfangschiffren sind Tara–Dakini–Bhuvaneshvari780; als Schluss stehen die Widmung an das jeweilige Gesicht und Herzabschluss781. Die Gesichter sind Panther, Löwe, Schakal, Affe, Bär, Mensch, Garuda, Makara, Elefant und Pferd791–792. Beschädigte Mittelglieder werden nicht ergänzt.

Sechs weitere Mantras795–807 werden an Muladhara, Svadhishthana, Manipura, Anahata, Vishuddhi und Ajna eingesetzt. In806 steht kālikāyai namaḥ, „Verehrung der Kalika“. Die Bharati-Form808 und die drei Gesichtszuordnungen809–810 verweisen auf bereits vorhandene Silben; deren nicht erneut mitgeteilter Wortlaut wird nicht erfunden. Es folgen sechzehn Stellen811–817 mit sthānapādukāṃ pūjayāmi813, „ich verehre die Sandalen der jeweiligen Stelle“. Die Wiederholung der Kopfstelle bleibt quellentreu.

Zwei Schlussmantras818–822 vervollständigen den Vollzug. Der zweite ist teilweise beschädigt und enthält Siddhikarali821 sowie Mahachandayogeshvari mit śrīpādukāyai und Herzabschluss822. Nach823 endet damit der Laghu-Shodha-Nyasa; die Quelle schließt noch Lobpreis und Bali-Riten an.

Zwei Bali-Mantras und Entlassung (9.825–863)

Nach dem Laghu-Shodha sind zwei Bali-Gaben vorgesehen827: eine mit dem Rudra-Mantra828–837, eine mit dem Bhairava-Mantra838–851. Der erste verbindet Pitha- und Kali-Namen mit Lautchiffren; örtliche Beschädigungen828,830 und835 bleiben offen. Der zweite beginnt mit Pranava–Vagbhava–Maya–Kamala–Kama839 und weiteren Chiffren. Die Anrede842–843 bezeichnet Guhyakali als aus Kreisen, Mantras und Yantras des höheren und niederen Kula bestehend. Die Gabe ist ausdrücklich mit Fleisch und Blut verbunden843.

Die sechs Ess- und Annahmeverben844 und die sechs Feindvernichtungsverben845–846 werden vollständig übersetzt. Die Wunschliste848–849 nennt unter anderem Königsherrschaft, Nachkommen, Frauen, Tiere, Reichtum und Gesundheit; sie wird als historische Aussage bewahrt. Fehlende Lautglieder werden nicht ergänzt.

Vers 853 verneint ausdrücklich eine Beschränkung des Nyasa auf die Puja-Zeit. Vier Kaula-Gruppen werden856 genannt; Selbstverehrung und Entlassung folgen860–863. Die Entlassung beginnt mit Tara–Chaitanya–Kali–Rava–Dakini861 und enthält sicher bhagavati guhyakāli paramātmani līnā bhava caitanyarūpiṇi862, „Erhabene Guhyakali, gehe im höchsten Selbst auf, du Gestalt des Bewusstseins“, sowie sāyujyaṃ dehi und svasthānaṃ gaccha863, „gewähre Einssein“ und „gehe an deinen eigenen Ort“. Das Objekt vor praviśa863 ist beschädigt und bleibt unergänzt.

Mahanirvana-Shodha und Tirtha-Shiva-Linga-Nyasa (9.897–936)

Die Einleitungsformel897 benennt den Mahanirvana-Shodha-Nyasa der Guhyakali. Rishi ist Panchashikha898; die Metrumanweisung mit Atijagati und zusätzlichem „ati“ bleibt uneindeutig. Gottheit ist Guhyakali in ein- bis hundertgesichtiger Gestalt902; Rava-Bija, Dakini-Shakti, Phetkari-Kilaka und Pralaya-Tattva902–903. Die sechs Glieder904–907 werden durch Bija-Decknamen bezeichnet; beschädigte Schlussglieder werden nicht entschlüsselt.

Der Tirtha-Shiva-Linga-Nyasa908–910 nennt Gautama, Anushtubh, Mahatirtha und Shiva-Linga, dazu Tara-Bija, Trapa-Shakti, Vagbhava-Kilaka und Pasha-Tattva. Die zwölf festen Anfangsbijas923–925 heißen Sarasvata, Bhauvaneshi, Kamala, Kama, Kali, Yogini, Krodha, Vanita, Shakini, Dakini, Pralaya und Phetkari. Die Quelle nennt fünfzig Mantras926, sonst einundfünfzig913,936. Beschädigte Bauanweisungen916–920 und fehlende Ortsnamen werden nicht ergänzt; es wird keine scheinbar vollständige Rezitationsformel daraus hergestellt.

Tirtha-Mantras: Shiva, Shakti und Schlussglieder (9.937–985)

Die jeweils zusammengehörigen Tirtha-, Shiva- und Shakti-Namen937–960 werden mit śivaliṅga-sahita948 verbunden. Der Schluss nennt śaktirūpiṇī960, doch die zugehörige siebensilbige Form961 bleibt beschädigt. Lesbar sind navakoṭikulākulacakreśvarī962–963, „Herrin der neunzig Millionen Kula- und Akula-Kreise“, sakalaguhyānantatattvadhāriṇī964, etwa „Trägerin sämtlicher geheimer, unbegrenzter Prinzipien“, sowie guhyakālī. Die sechzehnsilbige Bharati965 wird nur durch ihren Namen bezeichnet. Die folgenden Bija-Decknamen lauten Sudha, Shakti, Dhanada, Nirmala und Preta965–966; hinzu kommen wechselnde Matrika-Laute und dreimal Astra, Herz- und Kopfabschluss967. Keine ausgeschriebene Bharati-Formel wird erfunden.

Die anschließende Sati-Erzählung969–977 erklärt die Verbindung von Pilgerorten, Shiva-Lingas und Shaktis. Die Verse 978–985 preisen deren Namensrezitation; diese religiösen Verheißungen werden als Aussagen der Quelle bewahrt.

Berg-Narasimha-Nyasa (9.986–1072)

Die Einleitung lautet oṃ asya parvatanarasiṃhanyāsasya987. Rishi-Name Shailushi–Kulmalabarhisha vorläufig; Ushnih-Metrum, Guhyakali als über dem Hiranyakashipu-Mantra waltende Göttin, Sanu-Bija, Pralaya-Shakti, Dakini-Kilaka und Kanika-Tattva987–990. Die sechs Glieder991–994 nennen teils vollständige Fünfergruppen, teils nur deren erste Namen; die verkürzten Reihen werden nicht ergänzt.

Die fünfzehn festen Bijas1010–1011 heißen Tara, Kalpa, Mukta, Maha, Krama, Narasimha, Manasa, Charma, Kapala, Bharunda, Sanu, Hara, Mekhala, Sangraha und Jambha; darauf folgt der Bhasa-Kuta1012. Berg-, Narasimha- und Shakti-Namen1013–1045 werden durch narasiṃha-sahita1032 verbunden. Einzelne Namen fehlen, die Zählmarke fünfundzwanzig1040 widerspricht der Listenfolge und bleibt erhalten.

Zu den Schlussanreden1047–1052 gehören die vorläufige Lesung svarūpā, die Schöpferin von vierundachtzig Zehnmillionen Welteneiern, prajvalajjvalanalocanā, „deren Augen loderndes Feuer sind“, vajranakhadaṃṣṭrāyudhā, „die Vajra-Krallen und Fangzähne als Waffen hat“, durnirīkṣyākārā, „deren Gestalt schwer anzublicken ist“, bhagavatī und guhyakālī. Der Hiranyakashipu-Mantra1053 wird lediglich bezeichnet, nicht ausgeschrieben. Die Schlussbijas1054–1055 heißen Raudra, Kala, Nitya, Yatana und Dipani. Die Angabe von zehn Nebenbijas1055 passt nicht ohne Weiteres zu den ausdrücklich genannten Gruppen dreimal Kauraja, dreimal Astra, Herz und Kopf; fehlende Silben bleiben offen.

Der zugehörige Mythos1073–1114 erläutert, warum die Göttinnen- und Narasimha-Namen miteinander verbunden werden. Die Aussage ahaṃ śaktir bhavāñ chivaḥ1090 lautet: „Ich bin Shakti, du bist Shiva.“ Die Wortpaare Purusha/Prakriti und Vachya/Vachaka1091 beschreiben die wechselseitige Beziehung. Dies sind Aussagen des Lehrdialogs, keine eigenständigen Bija-Mantras. Die Quelle betont1113–1114 ausdrücklich, dass Narasimha hier eine von Rudra angenommene Gestalt ist; Hari wird davon unterschieden.

Fluss-Rishi-Nyasa (9.1115–1200)

Paraskara ist Rishi, Akriti das Metrum, Guhyakali die Gottheit, Megha das Bija, Dhanada die Shakti, Khechari das Kilaka und Danava das Tattva1116–1118. Die zusätzliche Göttinnenbestimmung1117 bleibt beschädigt. Die sechs Glieder1121–1137 verbinden Bija-Decknamen mit lesbaren Anreden: Katyayani als die Welt Durchdringende1121, sarvasiddhidāyinyai1122, „der Geberin aller Siddhis“, parāpararūpāyai1125, „derjenigen, deren Gestalt das Höhere und Niedere ist“, Mahamaya als Vernichterin von Geburt, Tod und Verfehlung1126, Bhagavati als in der großen Weltauflösung Spielende1128–1129, śmaśānavihāriṇyai1130, „der auf dem Verbrennungsplatz Weilenden“, sowie die Hüterin der Verpflichtungen des Kula-Weges1133. Schlussglieder verweisen auf Siddhikarali und Mahachandayogeshvari1135–1137. Die ungewöhnliche Form naramuṇḍamālāyai1127 bedeutet wörtlich „der Girlande aus Menschenschädeln“ und wird nicht stillschweigend in eine Trägerinnen-Anrede verändert.

Die festen Anfangsbijas1150–1151 heißen Pasha, Kala (kalā), Sharva, Vagbhava, Ashvattha, Kama, Preta, Chanda, Srini und Kala (kāla). Dreimal Manthani und dreimal Astra folgen1152. Fluss-, Rishi- und Göttinnenlisten1153–1186 werden mit nadī, tīra1163, upāsita1175 und nāmadhāriṇī1187 verbunden: Verehrung an den Flussufern unter den jeweiligen Namen.

Weitere Anreden1188–1194 heißen Bhagavati, Guhyakali, „furchtbar mit leckender Zunge“, „furchtbar durch gewaltige Fangzähne“ und „mit dem Shakti-Prinzip der Mahachandayogeshvari verbunden“; die letzte Wortverbindung1193 ist grammatisch unsicher. Die Quelle erläutert ausdrücklich die Zunahme der Silbenzahl durch Kasusendungen1147,1190,1192,1194. Der von Vasishtha verehrte siebzehnsilbige Mantra1195 wird nur bezeichnet. Die acht Schlussbijas1197 heißen Jiva, Kala, Avani, Vikara, Archa, Duri (vorläufig), Aditya und Jya; Herz und Kopf sind dort zwei Nebenbijas. Die abweichende Angabe von vier Nebenbija-Reihen1149 bleibt ungeglättet.

Die anschließende Erzählung1201–1228 erklärt die dreifache Verbindung der Namen: Die Flüsse bitten um reinigendes Wasser, die Gegenwart der Göttin, Ansiedlung der Rishis, eine Wasser- und eine göttliche Gestalt sowie um heilige Ufer1201–1207. Auf Kalis ausdrücklichen Wunsch bildet Shambhu den Nyasa aus Fluss-, Rishi- und Göttinnennamen1223–1224. Es handelt sich um eine mythische Ursprungserzählung; sie liefert keine zusätzliche ausgeschriebene Mantraformel.

Astra-Bhairava-Nyasa: Einleitung und Hauptmantra (9.1229–1264)

Prajapati und Utkriti sind Rishi und Metrum1229–1230. Die lange Göttinnenbestimmung ist anfangs beschädigt; lesbar sind unter anderem nararudhiramāṃsabhojinī1231, „die Menschenblut und Menschenfleisch verzehrt“, daśavadanadhāriṇī1232, „die zehn Gesichter trägt“, und paramaśivanivāsinī, „die in Paramashiva wohnt“. Bhagavati Guhyakali ist die Gottheit1233; Dakini-Bija, Kanika-Shakti, Preta-Kilaka und Hara-Tattva1233–1234. Die Zweckbestimmung1234–1237 nennt Tilgung von Schuld, Herrschaft nach Vernichtung sämtlicher Feinde, Siddhi und Japa. Die historischen Aussagen bleiben unbeschönigt.

Die sechs Glieder1238–1242 verwenden verkürzt bezeichnete Bija-Fünfergruppen mit Umrahmungen; zwei Umrahmungen sind beschädigt. Der zweiundzwanzigsilbige Hauptmantra1258–1262 wird aus Bija- und Kuta-Decknamen erschlossen: Bhasa/Hara, Bhoga/Kanika, Kala/Shakini, Svayambhuva/Dakini, Yamya/Pralaya, Brahma/Phetkari, Sauparna/[Lücke], Gauhyaka/Chakora, Nairrita/Aghoshana, Prapancha/Khati (fraglich) und Aindra/Srishti. Die Quelle nennt ihn Guhya-Mahabhairavi1262 und anschließend Ekavali-Hara1264, „einreihige Halskette“. Fehlende Silben werden nicht anhand der geforderten Silbenzahl ergänzt.

Astra-, Asura- und Bhairava-Namen (9.1265–1295)

Die Astra-Namen1265–1271 werden mit astra1272 verbunden, die Asura-Namen1273–1281 mit asuraghātinī1282, „Töterin der Asuras“. Die Bhairava-Namen1282–1289 gehen mit bhairava-surata-rasa-lolupā1290 zusammen: „nach dem Genuss der Liebesvereinigung mit dem jeweiligen Bhairava verlangend“. Diese erwachsene erotische Anrede bleibt als historische Textaussage erhalten. Es folgen bhairavī-rūpā1291, Guhyakali 1292 und die bereits zuvor bezeichnete Mahashodashi1293; deren Silben werden hier nicht erneut ausgeschrieben.

Der Schluss nennt śmaśānavāsinī1294, „die auf dem Verbrennungsplatz wohnt“, jeweils zweimal Trapa, Yogini, Rung (vorläufig), Nari und Rava sowie jeweils dreimal Astra, Herz und Kopf1295. Die Listen bleiben an beschädigten Namen offen. Ein Herausgeberhinweis nennt zusätzlich Shoshana als ausgelassenen Bhairava; dieser Name ist als unnummerierter Zusatz bei1289 bewahrt und nicht stillschweigend in die Hauptliste eingesetzt.

Die Ursprungserzählung1296–1353 verbindet Andhakas Niederwerfung und Umkehr mit der Entstehung der Bhairavas aus Rudras Blut. Die Mritasamjivani1325 wird als Rezitation bei der Heilung nur benannt; ihr Wortlaut steht hier nicht. Rudra betont seine Identität mit den Bhairavas1331–1332 und beauftragt sie mit der Weitergabe von Mantras, Meditation und Verehrung1333–1334. Die Göttin nimmt ihnen entsprechende Bhairavi-Gestalten an. Der zweiundzwanzigsilbige Mahabhairavi-Mantra1341 verweist auf die vorausgehende Formel; ein dort beschädigtes Namensglied wird nicht ergänzt. Die Quellvarianten zur Erklärung von Kali als „dunkel“ und „Tochter des Bergkönigs“1338 bleiben gesondert; Guhya wird1339 aus Shivas Verbergen erklärt.

Yajna-Maharaja-Nyasa (9.1354–1430)

Der Rishi-Name1355 ist beschädigt. Genannt werden Vikriti-Metrum, Guhyakali als Parapareshvari, Kama-Bija, Trapa-Shakti, Shakini-Kilaka und Stri-Tattva1355–1356. Gesundheit, Glück, Herrschaftsmacht und Herrschaft ohne Rivalen bilden die Zweckbestimmung1356–1357. Die sechs Glieder1358–1361 verweisen auf Bija-Fünfergruppen; eine Umrahmung1359 bleibt offen.

Die achtzehn festen Bijas1376–1378 heißen Tara, Maya, Yogini, Pranava, Kamala, Vadhu, Vedadi, Kama, Kurcha, Gayatrimukha, Shakini, Dakini, Agamamastaka, Pralaya, Phetkari, Traivarnika, Ankusha und Kali. Die Quelle verlangt außerhalb der ausdrücklich zusammengesetzten Wörter das Ausbleiben von Sandhi1378–1379. Opfer- und Königsnamen1379–1397 werden mit yajña und rājasādhita verbunden. Die folgende Namensreihe1398–1403 bildet mit lakṣmīnāmadhāriṇī1404 unterschiedliche Lakshmi-Anreden. Sie enthält neben Erkenntnis und Befreiung ausdrücklich auch Zorn, Verblendung und Unterwerfung.

Die wechselnden Taten- und Fruchtbezeichnungen1405–1426 umfassen Welteroberung, mythische Lebensspannen, Nachkommenschaft, erotische Vereinigung mit Apsaras, aber auch Entführung, gewaltsame Heirat und Selbstverletzung. Alle lesbaren Aussagen sind sachlich übersetzt; sie werden nicht als heutige Praxisanregungen präsentiert. Die Schlussanreden1427–1429 bleiben örtlich beschädigt. Lesbar ist die Verehrung der Lotusfüße durch die vierzehn Welten sowie Bhagavati Guhyakali. Brahmas siebzehnsilbiger Mantra1429–1430 wird nur bezeichnet; die fünf Schlussbijas lauten Rava, Vadhu, Rud (vorläufig), Yogini und Trapa.

Vers 1431 schließt die Formel mit dreimal Astra, Herz und Kopf ab und nennt zweiundsiebzig Laute einschließlich Kasusendungen; diese Quellzahl wird nicht durch Ergänzungen erzwungen. Die folgende Erzählung1432–1502 begründet die Verbindung der Opfer-, Königs-, Lakshmi- und Fruchtnamen. Svaha und Vashat1472 sind darin ausdrücklich genannte Opferrufe. Die Botin wird1464 als große Göttin und1466 als Sanjna bezeichnet; ihre genaue Identität bleibt offen. Die Erzählung stellt Götter, Veden und Opfer als von Kali abhängig dar1467–1475. Ihr Erscheinen in Lakshmi-Gestalt1487 und der Auftrag, alle Namen in Mantraform zu verbinden1496–1502, erläutern die Struktur dieses Nyasa.

Kalpa-Siddha-Nyasa (9.1503–1566)

Rishi-Name Haridrumata-Gautama vorläufig; Ushnih-Metrum, Guhyakali mit einundfünfzig Kalis, Samhara-Bija, Amrita-Shakti, drei Kaurajas als Kilaka und Phetkari-Tattva1504–1506. Die sechs Glieder1508–1509 verweisen auf bekannte Vidyas; die knappe Reihe ist nicht durch eine erfundene sechste Formel aufgefüllt. Der Anfangsaufbau1521 ist stark beschädigt und ergibt keine sichere ausgeschriebene Folge von achtzehn Bijas.

Kalpa-Namen1522–1528, Kali-Namen1529–1535, Siddha-Namen1536–1542 und weitere Göttinnennamen1543–1550 werden durch feste Wörter verbunden. Lesbar sind kalpa, kālīmūrti, die Namensendung ānandanātha und siddha-siddhividhāyinī, sowie nāmnī. Der Aufbau1519 nennt den siebzehnsilbigen Mantra ausdrücklich cala, wechselnd; ein fehlendes verneinendes a wird nicht erfunden.

Die Schlussanreden1551–1553 umfassen die von hundert Kotis Bhairavis und Chamundas Umgebene, śmaśānanilayā, „die auf dem Verbrennungsplatz wohnt“, mahādigambarā, „die große Himmelbekleidete“, Bhagavati und Guhyakali. Der von Rama verehrte siebzehnsilbige Mantra1553 wird nur bezeichnet. Die Schlussreihe1554–1555 nennt Ama, Shakti, Dhanada, Kulastri, Yogini, Rush, Vadhu, Shakini, drei Manthanis, dreimal phaṭ, dann namaḥ svāhā. Für Bijas werden keine wörtlichen Bedeutungen erfunden. Die anschließende Erzählung1558–1566 beschreibt die Siddhas als ursprünglich gewöhnliche Menschen und erläutert die Vergabe ihrer Anandanatha-Namen.

Abschluss des großen Shodha: Bali und Shakti-Gabe (9.1567–1645)

Die Bewahrung von Kalis verschwundenen Gestalten ist der erklärte Zweck des Kalpa-Siddha-Nyasa1567–1573. Die Quelle unterscheidet erneut Mrityunjayaprana und Bijamalamaya1576. Ohne Begehren vollzogen, heißt der große Shodha Nirvana1583.

Der Bali-Mantra1585–1606 beginnt mit Pranava, Vagbhava, Pasha und Ankusha1586 und verbindet die zuvor behandelten Kategorien mit der Zahl einundfünfzig. Die genannte zwölfmalige Verwendung1587 wird nicht zur Ergänzung beschädigter Kategorien ausgenutzt. Lesbare Anreden1599–1602 umfassen Bhagavati Guhyakali, die von ihren Shaktis Umgebene, die auf dem Leichnam Sadashivas Thronende, Paramashiva und sāmarasyarasapramudite, „du im Geschmack des Einsseins Erfreute“. Annahmeverben sind teilweise beschädigt1603; lesbar bleiben die Feindbefehle hana hana, matha matha und khāda khāda1603–1604. Es folgen weitere Bijas, dreimal Astra, Herz und Kopf1605.

Für die Shakti-Gabe1613–1619 nennt die Quelle Tara, Medha, Trapa, Kama, Shakini, Dakini sowie Bhasa-, Pushkara- und Sattva-Kuta. Die Annahmeverben1614 bleiben beschädigt. Lesbar sind ehy ehi śaktirūpe1615, „komm, komm, du in Shakti-Gestalt“, Bhagavati Guhyakali 1615–1616, svapadaṃ darśaya, „zeige deinen eigenen Zustand“, nijarūpaṃ prakaṭaya, „offenbare deine eigene Gestalt“, sowie sāmarasyabhāvaṃ praviśa1617, „tritt in den Zustand des Einsseins ein“. Wiederholungen, weitere Decknamen und der Schluss mit dreimal phaṭ, Herz und Kopf stehen in der fortlaufenden Übersetzung. Der Text unterscheidet1610–1611 Körperstellen und tradierte Sandhi-Regeln;1620 nennt für Anhänger des linken Weges anschließende geschlechtliche Vereinigung. Die folgenden Verheißungen und Drohungen1621–1645 bleiben historische Textaussagen.

Guhyakali-Khanda, Kapitel 13: Wunschbezogene und herbstliche Verehrung

Die Verse 13.1–40 unterscheiden regelmäßige, anlassgebundene und wunschbezogene Verehrung. Die Zuordnung von Wünschen zu Monaten, Jahreszeiten, Wochentagen, Mondhäusern und Mondtagen enthält keine zusätzlichen ausgeschriebenen Mantras. Die historischen Verheißungen und teilweise schädigenden Ritualziele sind in der fortlaufenden Übersetzung vollständig im lesbaren Umfang wiedergegeben.

Darbringungsformel und Nyasas (13.74–82)

Die Opferformel13.75 setzt mit bhagavatyai guhyakālyai, „der erhabenen Guhyakali“, ein. Es folgen der Name der Gabe und der als Shiras bezeichnete Schluss. Dessen nicht ausgeschriebene Silben werden hier nicht ergänzt. Die folgenden Verse verlangen Sankalpa sowie elf Nyasas; ihre Namen verweisen auf früher erklärte Verfahren und bilden keine zusätzliche vollständig ausgeschriebene Rezitationsformel.

Rama-Tradition und Turiya (13.143–144; 13.205)

Die Ursprungserzählung der Herbst-Puja nennt einen künftig als „von Rama verehrt“ bekannten Mantra, ohne ihn hier auszuschreiben. Auch Kapotas Turiya-Rezitation13.205 wird nur benannt; ihr Ziel ist die Befreiung von Wiedergeburt. Diese Stellen rechtfertigen keine Ergänzung neuer Silbenfolgen.

Katyayanas Stuti (13.392–396)

Die fünf Gebetsverse beginnen jagadamba jayānantarūpe sarvaikasākṣiṇi, „Sieg dir, Mutter der Welt, du von unendlichen Gestalten, einzige Zeugin von allem“. Sie preisen den Weltgrund, die Brahman-Natur und die über das Wissen der Götter hinausgehende Herrlichkeit. Der Verehrungsruf13.395 lautet kātyāyani jagadvandye mahākāli namo ’stu te, „Katyayani, du von der Welt Verehrte, Mahakali, dir sei Verehrung“. Die Schlussbitte erbittet Schutz und das Hervortreten aus dem Bilva-Baum. Vollständiger IAST-Text und Übersetzung stehen bei13.392–396; die stark verformten Quellziffern sind dort sichtbar erhalten. Es handelt sich um einen erzählten Hymnus, nicht um eine ergänzte Bija-Formel.

Mahishasuras Sechzehnsilber (13.547–549)

Mahishasura empfängt von Bhargava einen sechzehnsilbigen Mantra und rezitiert ihn nach der Erzählung zehn Millionen Mal. Der regelmäßig rezitierende Gott13.547 ist im OCR beschädigt, vorläufig als Shakra gelesen. Die Silbenfolge wird hier nicht genannt und daher weder mit einer anderen Sechzehnsilber-Tradition gleichgesetzt noch ergänzt. Die Mantra-Verehrung veranlasst im erzählten Zusammenhang die gnädige Erscheinung der Göttin.

Erweckung und vorbereitende Weihe (13.701–729)

Der Sankalpa13.701 lautet im lesbaren Kern durgābodhanakarmāhaṃ kariṣye, „Ich werde die Handlung zur Erweckung Durgas vollziehen“. Die Bodhana-Formel13.705–707 verbindet die Decknamen Tara, Maidha, Shakini und ein unsicher als Svapravrita gelesenes Kuta mit bhagavati, uttiṣṭha uttiṣṭha, nidrāṃ jahi nidrāṃ jahi, pratibudhyasva pratibudhyasva: „Erhabene, erhebe dich, erhebe dich; lass den Schlaf, lass den Schlaf; erwache, erwache!“ Die anschließenden Feindbefehle mama śatrūn hana hana pātaya pātaya bedeuten „Meine Feinde: töte, töte; stürze, stürze!“ Es folgen Lajja, Rama, Dakini und phaṭ svāhā. Die Decknamen bleiben unaufgelöst; dies ist keine vollständig gesicherte Lautfassung.

Der Adhivasa-Sankalpa13.713–714 nennt Durga, den jeweiligen Ritualträger und Gaben wie Duftstoffe, Blumen, Duftpulver und Kränze. 13.718 enthält eine beschädigte Formel aus Chaitanya, Kamala, Lajja und Astra; das fehlende Mittelglied wird nicht ergänzt. 13.720 nennt Dakini und Herz,13.721 Madana und Mastaka. Die Berührungsformel13.726 besteht aus Tara, Maidha, Trapa und Shiras. Zur Bhuta-Gabe13.727–728 werden das jeweilige Bija und der Empfängername im Dativplural mit eṣa baliḥ namaḥ, „diese Bali-Gabe; Verehrung“, verbunden. Die Schutzformel13.729 enthält Tara, rakṣa rakṣa, „schütze, schütze“, Astra, Shiras und Kurcha.

Bilva-Zweig und Bad (13.732–750)

Die Formel zum Abschneiden13.732–733 nennt Chaitanya, Pranava, Maya, Rosha, Rava und Dakini, dann imāṃ śākhāṃ chindhi chindhi chedaya chedaya, „diesen Zweig: schneide, schneide; trenne, trenne“, zweimal Astra und Shiras. Die puranischen Gebete13.734–738 preisen den Shriphala-/Bilva-Baum als Ambika und Shankara lieb, bitten ihn mitzukommen und das Abschneiden des Zweigs nicht als Schmerz zu empfinden. Die Herbeiführungsbitten13.739–741 erbitten Nachkommenschaft, Lebensdauer, Besitz und Herrschaft; lesbar sind āgaccha caṇḍike devi sarvakalyāṇahetave, „komm, Chandika, Göttin, um alles Heil zu bewirken“, und kātyāyani gṛhāṇārcāṃ namaste śaṅkarapriye, „Katyayani, nimm die Verehrung an; dir sei Verehrung, Geliebte Shankaras“. Alle Gebetszeilen stehen vollständig in der fortlaufenden Übersetzung, ohne erfundene neue Verszählung.

13.743 nennt den Sankalpa zur Einsetzung der Ritualträger. Das Präfix der Badestrophen13.750 führt acht lesbare Decknamen auf: Tara, Trapa, Smara, Rama, Maidha, Rava, Rosha und Dakini. Die anschließende Acht-/Neun-Zählphrase ist beschädigt beziehungsweise widersprüchlich; ein neuntes Glied wird nicht ergänzt.

Patrika- und umfassende Badegebete (13.751–788)

Die versförmigen Anrufungen13.751–760 begleiten das Baden der Pflanzen: Banane, Kachu, Kurkuma, Jayanti, Bilva, Granatapfel, Ashoka, Mana und Getreide werden als Göttinnenformen angesprochen. Der Anfang der Mana-Anrufung13.758 ist beschädigt. Lesbar sind Bitten um Sieg, Frieden, Dharma, Wohlstand, Ansehen und eine beständige segensreiche Gegenwart im Haus. Die Pflanzennamen werden nicht durch ungesicherte botanische Bestimmungen ersetzt.

Das anschließende umfangreiche Gebet13.761–788 ruft Flüsse, Götter, Göttinnenkräfte, Grahas, Wesen, Waffen, Schriften, Künste, Edelsteine und Zeitglieder als Mitwirkende des Bades an. Wiederkehrender Ruf ist snāpayantu beziehungsweise abhiṣiñcantu, „mögen sie baden / mit Wasser weihen“.13.786 erbeten sind dharmakāmārthasiddhaye, die Verwirklichung von Dharma, Wunscherfüllung und Wohlstand. Die vollständigen lesbaren Listen und Übersetzungen stehen in der fortlaufenden Ausgabe; beschädigte Eigennamen und das Waffenlistenende13.777 bleiben markiert.

Einzelne Badeformeln (13.789–799)

13.789–790 bittet Ishana/Mahadeva, die Göttin mit Muschelhornwasser zu baden.13.791–793 behandelt Ganga-Wasser und warmes Wasser; die Bezeichnung Jyotirvalli ist nicht sicher bestimmt.13.794–796 preist duftendes beziehungsweise klares kühles Wasser für das Bad und die Linderung von Ermüdung.13.797–799 beginnt das Panchagavya-Gebet mit dem Lob der Kühe als Mütter der Welt und Trägerinnen der Opfer. Die religiösen Reinigungsbehauptungen werden als Aussagen der Ritualquelle wiedergegeben.

Panchagavya, Panchamrita und verschlüsselte Badeformeln (13.800–827)

Die Einzelgebete13.799–807 begleiten Kuhurin, Kuhdungwasser, Dickmilch, Milch und Ghee.13.809 preist die vereinigten fünf Kuhprodukte als rituell reinigend; die Körperaufnahme wird als religiöse Aussage der Quelle wiedergegeben.13.810–811 erklärt Panchamrita als Milch, Dickmilch, Ghee, Honig und weißen Zucker und preist es als vom Schöpfer für das Opfer geschaffenen Wesenskern der drei Welten.

Die Formeln13.812–823 bleiben teilweise verschlüsselt: Blumenwasser mit Maya–Rava–Rama–Kurcha–Dakini–Astra–Shiras; Kusha-Wasser mit Maidha–Prasada–Garda–Nrihari–Preta–Herz–Shiras; Fruchtwasser mit Pasha–Kali–Bhairavi–Yogini–Kanika–Astra–Herz–Shiras. Kokoswasser13.816–817 nennt Kshetrapala–Ankusha–Vishvamud–Vidyut–Shiras–Astra. Mehrere Decknamen sind unsicher. Erd-, Gold-, Edelstein-, Pflanzen- und weitere Wasserbäder13.817–823 verwenden nur durch ihre Anfangsdecknamen bestimmte Vierer- oder Fünferfolgen; fehlende Bijas werden nicht ergänzt. Die umfassende Wasseranrufung13.824–827 schließt auch die sieben mythischen Meere und Inselkontinente ein.

Die für Zuckerrohrsaft genannte Gayatri steht vollständig bei13.815–816:

oṃ kātyāyanyai vidmahe bhagavatyai dhīmahi | tan no durgā pracodayāt ||
„Om. Mögen wir Katyayani erkennen; über Bhagavati meditieren wir. Möge Durga uns anregen!“

Vedische Anfänge und neun Krüge (13.828–850)

Die Quelle nennt nur die Anfänge agnim īḷe, iṣe tvā, agna ā yāhi und śaṃ no devī13.828–832 und ordnet sie den vier Veden und bestimmten Badegaben zu. Vollständige Veda-Strophen werden daraus nicht ergänzt. Die folgenden Formeln13.834–850 rufen für neun Krüge nacheinander Brahma–Vishnu–Maheshvara, Maruts, Vidyadharas, Weltenhüter, Nagas, Berge, sieben Rishis, Vasus sowie Tugenden, Upanishaden und alles Geschaffene an. Die Wasserarten sind Ganga-, Regen-, Sarasvati-, Meer-, Lotus-, Quell-, Tirtha-, See- und reines Wasser. Die vollständigen lesbaren Gebete einschließlich ihrer über mehrere Quellverse laufenden Satzglieder stehen in der fortlaufenden Übersetzung.

Geistwesen, Einsetzung und Krug (13.857–900)

Die Bali-Gebete13.857–860 bitten Bhutas, Pretas und Pishachas, die Gabe anzunehmen, den Ort freizugeben und die Puja zu betrachten. Die zweite Formel nennt Tara, Rava, Kurcha und Bhuta, dann bhūtebhyaḥ mit eṣa baliḥ und Herz-Schluss.13.863–865 fordert die Geistwesen zum Zurückweichen auf, erklärt die Puja als ohne Widerstreit mit ihnen vollzogen und schließt nach dem OCR mit huṃ [aḥ?] phaṭ; der mittlere Laut ist unsicher. Die Präfixe Tara, Rosha, Nishreni und Astra bleiben Decknamen.

13.866–867 nennt Türhüter mit Herz-Schluss sowie Trapa, Herz, „der im Bilva-Zweig wohnenden Durga“, Kurcha und Astra. Zur Bewegung und Einsetzung13.869–872 folgen auf eine Decknamenreihe die lesbaren Anreden Chandika, Bhagavati und Vajrakapalini, cala cala, cālaya cālaya, pūjālayaṃ praviśa praviśa – „bewege dich; bringe in Bewegung; tritt in das Puja-Haus ein“ –, dann huṃ phaṭ svāhā. Die anschließende Bitte beginnt āgaccha madgṛhe devi saha śaktibhiraṣṭabhiḥ, „komm in mein Haus, Göttin, mit den acht Shaktis“, und erbittet die Annahme der Puja.13.873–874 nennt Tara, Chit, Rava, Dakini, die unsicher getrennten Laute sthāṃ sthaṃ, Ambika, sthirībhava, „werde fest“, und Shiras.

Die vedische Krug-Einsetzung13.877–881 zitiert ausschließlich Incipits: bhūr asi, dhānyam asi, ājighra …, varuṇasya …, kāṇḍāt kāṇḍāt …, yā phalinī …, śrīś ca …, gandhadvārā …, sahasra … und sthiro bhava. Mehrere Anfänge sind OCR-beschädigt; keine vollständigen Veda-Mantras werden daraus rekonstruiert.13.888–889 bestimmt Narada als Rishi, Gayatri als Versmaß, Shri Durga als Gottheit, hrīṃ als Bija, śrīṃ als Shakti und klīṃ als Kilaka. Die Bijas erhalten keine erfundenen wörtlichen Übersetzungen. Der Patrika-Mantra13.893 setzt Om, zweimal die Durga-Anrede, Rakshini und den nicht ausgeschriebenen Shiras-Schluss zusammen; die Lautgruppen13.894 dienen dem Hand- und Glieder-Nyasa.

Opferdienste, Dhyana und achtzehn Einladungen (13.902–952)

13.902 bietet der Göttin einen Sitz bis zum Ende der Puja an.13.904 verbindet die Fußwassergabe mit trāyasva varade devi ghorād asmād bhavārṇavāt, „rette mich, segenspendende Göttin, aus diesem furchtbaren Meer des Werdens“.13.905–906 ordnet Mundspülwasser und Madhuparka svadhā, Arghya svāhā und die übrigen Gaben namaḥ zu.13.908 ist eine ausgeschriebene Arghya-Annahmebitte. Der Übergang13.909 ist beschädigt und möglicherweise im OCR versetzt; er wird nicht zu einer vollständigen Formel rekonstruiert.

Das Durga-Dhyana13.911–923 beschreibt die zehnarmige Göttin mit Löwe, Waffen, Mahishasura und acht Shaktis. Die Figurenbeschreibung ist vollständig im lesbaren Umfang wiedergegeben.13.934 nennt dreimal oṃ tat sat vor der Einladung. Es folgen achtzehn vollständige puranische Einladungsverse13.935–952: Herbeikommen mit acht Shaktis, Annahme von Puja und Opferanteil, Erlaubnis zur Verehrung, Rettung aus dem Samsara, Schutz von Leben, Familie und Besitz sowie Gegenwart in den verschiedenen Ritualträgern. Die spätere Quellenzählung953 bestätigt die Zahl achtzehn; es handelt sich nicht um eine redaktionell zusammengestellte Auswahl. Abweichende sichtbare Quellziffern bleiben bei jedem Vers erhalten.

Pranapratistha und Darbringungsmantras (13.953–1016)

13.953–955 nennt fünf vedische Rezitationen nur durch ihre Anfänge beziehungsweise Namen: haṃsaḥ śuci …, tad viṣṇu … mit beschädigtem Nachlauf, viṣṇur yoniṃ …, die von Om und Vyahritis eingerahmte Gayatri sowie tryambakaṃ ….13.967 nennt zusätzlich mano jyotiḥ … für Nicht-Kaulas. Keine vollständigen fremden Verse werden ergänzt.

Der dritte Pranapratistha-Mantra13.958–965 beginnt mit neun Bija-Decknamen und ehi ehi bhagavati. Es folgen Anreden an die aus dem Glanz der dreiunddreißig Kotis Götter Gebildete, Mahishasura-Bezwingerin und Beschützerin der drei Welten. Lesbare Befehle erbitten Herbeikommen, wirksame Gegenwart, Eintritt und Bleiben im Puja-Haus sowie Aufflammen und Leuchten. Mehrere Lautdecknamen sind unsicher; die behaupteten118Laute werden nicht durch Ergänzungen hergestellt.

Die ergänzenden Darbringungsmantras13.979–984 sind als zweiunddreißig- beziehungsweise zehnsilbig bezeichnet. Der erste verbindet Tara, Trapa und Dativanreden an die Vernichterin von Dakshas Opfer, Mahaghora, die von zehn Millionen Yoginis Umgebene und Bhadrakali mit Maya und Herz-Schluss. Der zweite nennt Tara, zweimal durge, rakṣiṇi und den Tarjani-Schluss. Die Quelle verlangt ihre Verwendung auch nach puranischen Opfergebeten.

13.990–999 wiederholt die bereits bei13.899–908 übersetzte Opferdienstpassage; sie wird nicht als zehn weitere eigenständige Übersetzungen gezählt. Die kleine Variante13.998 lautet „reines Wasser“.13.1000–1016 ergänzt vollständige Gebete für Arghya, Mundspülwasser, Madhuparka, Badewasser, Gewand, Schmuck, Salben, Räucherwerk und Licht.13.1016 spricht die Göttin als das Licht von Sonne, Mond, Blitz, Feuer und der ganzen Welt an.

Weitere Opfergebete und Patrika (13.1017–1069)

Die vollständigen Gebete im Übersetzungsteil begleiten Augenschminke, Lack, Speisen, Getränke, Betel, Waffen, Aarti und Glocke. Die Gayatri13.1040 verwendet Chandika, Bhagavati und Gauri; diese Fassung wird von13.815 unterschieden.13.1044–1061 enthält Anrufungen der Patrika-Pflanzen und Navadurga. Die anschließenden Dativformeln gelten den Weltenhütern und Waffen. Beschädigte Wörter in13.1032/1034/1037 bleiben gekennzeichnet.

Ashtami: Shaktis, Yoginis und Umkreise (13.1070–1170)

13.1083–1092 überliefert die Anrufungen der acht Shaktis mit Bija-Decknamen, Dativnamen und Herz-Schluss. In13.1084 steht „in der Mitte“ mit dem editorischen Gegenvorschlag „am Ende“; beide Lesungen bleiben sichtbar.13.1093–1102 nennt alle64Yoginis und ihre Namensformel.13.1108–1117 enthält vollständige versförmige Anrufungen der Durgas; die Übersetzung bewahrt die einzelnen ikonographischen Merkmale.

13.1122–1138 gibt die Anrufungen der Waffen wieder. Die abschließende Formel enthält nach Tara und Kurcha durgāyai sarvāyudhadhāriṇyai namaḥ – „Verehrung der Durga, die alle Waffen trägt“.13.1140 nennt den großen Löwen mit vajraharten Krallen und Hauern als Waffen sowie haṃ hūṃ; die genaue zusammengesetzte Kasusform bleibt in der Quellwiedergabe kenntlich.13.1142 ist sein versförmiges Verehrungsgebet.

13.1144 beschreibt die Bildung oṃ mahiṣāsurāya namaḥ;13.1146–1150 erläutert die Verehrung Mahishasuras ausdrücklich als Rudra. Die folgenden Konstruktionsanweisungen betreffen vier Vatukas, acht Kshetrapalas, neun Bhairavas und zehn Weltenhüter. Bei den Weltenhütern stehen Name, jeweilige Waffe, Reittier und Gefolge im Dativ, eingerahmt von Pranava und namaḥ. Nicht ausgeschriebene Bija-Folgen werden nicht ergänzt.

Kumari-Puja: Einladung und Nyasa (13.1171–1281)

13.1175–1188 empfiehlt die Saptashati-Rezitation und Homa mit dem sechzehnsilbigen Bharati, Jayadurga oder einzelnen Saptashati-Versen; diese hier nur benannten Mantras werden nicht aus fremdem Material ergänzt.

13.1222–1223 beschreibt eine Formel mit Vedadi, Lajja und Shakini sowie pavitramaṇḍale sānnidhyaṃ kalpaya svāhā: „Schaffe Gegenwart im heiligen Kreis, svaha.“ Die folgende, als fünfziglautige bezeichnete Einladung13.1224–1227 ist teilweise beschädigt. Sicher sind ehy ehi bhagavati, die Anrede an die Trägerin der Kumari-Gestalt und sānnidhyam āveśaya svāhā. Die fehlenden Bestandteile bleiben offen.

13.1229–1230 enthält den Mantra zum Fußwaschen mit pādau nirṇejayāmi, muditā bhava und pramuditā bhava.13.1233–1234 vertreibt Hindernisse mit bhūtāny apasāraya und vighnān nāśaya sowie Bija-Decknamen.13.1240–1244 überliefert fünf vollständige versförmige Einladungsgebete: Der Verehrer bittet die unermessliche Göttin, in der Gestalt eines Mädchens einzutreten und auf seine Hingabe zu blicken.

Der Mantra zum Platznehmen13.1254–1259 enthält mehrere verschlüsselte Kutas und eine beschädigte Stelle. Die Bali-Formel13.1261–1264 richtet sich an die Begleitwesen; sie fordert Annahme der Gabe und Verbleiben außerhalb während der Puja.13.1270–1280 nennt achtzehn Göttinnen und achtzehn Körperstellen für den Kumari-Nyasa. Seine Schlussformel lautet te ’dhiṣṭhatu svāhā: „Möge sie an deiner [genannten Körperstelle] gegenwärtig sein, svaha.“ Dies sind historische Ritualanweisungen.

Kumari-Gayatri, Speisung und Lobpreis (13.1282–1420)

13.1286 bietet eine vollständige Meditation über Guhyakali in Kumari-Gestalt.13.1289–1291 lehrt die Kumari-Gayatri mit drei Gruppen von Bija-Decknamen. Ihr lesbarer Gebetsteil lautet kumāryai vidmahe, kanyakāyai dhīmahi, tan no gaurī pracodayāt: „Wir wollen die Kumari erkennen, wir meditieren über die Jungfrau; möge Gauri uns anregen.“ Die in13.1291 genannte Lautzahl ist beschädigt und wird nicht ergänzt.

13.1301–1306 führt fünfzig Shakti-Namen vollständig auf.13.1313 nennt śubhadāyai namaḥ – „Verehrung der Heilspenderin“. Der Speisewidmungsmantra13.1316–1324 enthält neun einleitende Bijas, Anreden an die Göttin in Kumari-Gestalt und Bitten um Offenbarung, Annahme der Speise, Herrschaft, Jahresprognose und Schutz sowie Befehle zur Feindvernichtung. Mehrere Decknamen und Wörter sind beschädigt; die behaupteten149Laute werden nicht künstlich vervollständigt.

13.1332–1348 überliefert die vollständige lesbare Lobpreisfolge während der Mahlzeit;13.1336 bleibt ein lokales Fragment. Besonders13.1346–1347 spricht die Göttin als Mutter, Vater, Verwandte, Ziel, Zuflucht und Befreiung an. Die anschließende Vorzeichenlehre enthält keine weiteren ergänzbaren Vollmantras.

Shivabali, Chamunda und Abschlussgebete (13.1421–1563)

13.1426–1432 nennt sechzehn Bija-Decknamen, elf Anreden der Göttin in Schakalgestalt und die Aufforderungen āgaccha, dehi und rakṣa. Ein Deckname ist beschädigt.13.1438–1458 enthält den langen Bali-Mantra mit weiteren Anreden, Lautgruppen und zahlreichen Befehlen zur Feindschädigung. Alle lesbaren Befehle stehen übersetzt im Haupttext; beschädigte Wörter werden nicht anhand der genannten Sechsunddreißigergruppe aufgefüllt.13.1483–1490 überliefert acht vollständige Strophen an die Göttin in Schakalgestalt.

Der Chamunda-Mantra13.1498–1501 wird als einundsiebzigsilbig bezeichnet; Teile der Bija-Liste sind unsicher. Seine Verwendung gilt ausdrücklich der Feindvernichtung.13.1505 nennt Ghorarava, Mundamalini und Chamunda für die entsprechende Gayatri, ohne sie vollständig auszuschreiben.13.1524 verweist für die fünfzig Kalis auf Dativnamen beziehungsweise Mantras im Mrityunjayaprana.

13.1528–1548 enthält die abschließende Lobpreisfolge.13.1550–1552 widmet die Puja der Göttin und bittet um Vollendung trotz mangelnder Mantras, Handlungen und Hingabe.13.1559–1562 überliefert die Verabschiedungsgebete: „Eines allein kenne ich: die Hingabe an deine Lotusfüße“ (13.1561). Sie bleiben von den ähnlichen, aber anders formulierten früheren Gebeten unterschieden.

Visarjana und Vogelanrufungen (13.1564–1658)

13.1564 nennt Nirmalyavasini im Dativ;13.1565 caṇḍeśvaryai namaḥ.13.1568–1571 überliefert die Gebete zum Bewegen und Verabschieden des Kultbildes. Der tantrische Bewegungsmantra13.1573–1574 enthält fünf einleitende Bija-Decknamen, cāmuṇḍe cala cala cālaya cālaya sowie Kurcha, Astra und Analakanta.13.1589–1590 enthält das Gebet zur Entlassung der Patrika ins Wasser.

Die acht Bachstelzennamen stehen in13.1629;13.1631–1633 gibt weitere vollständige Gebete an den Vogel in Vishnu-Gestalt.13.1638–1640 ruft den Sarasa als Gestalt der Göttin an.13.1643 nennt acht Namen des Chasha in Rudra-Gestalt;13.1645–1647 bittet ihn mit Namenswortspielen um Heil, Freude und Freiheit von Trauer. Diese Formeln gehören zur historischen Vorzeichenlehre. Die Finsternisregeln am Kapitelende nennen keine zusätzlichen ausgeschriebenen Mantras.

Damanaropana: Ursprungserzählung (14.1–44)

14.28 nennt den Mṛtasañjīvanī-Mantra bei Kamas Wiederbelebung, schreibt ihn jedoch nicht aus. Eine Lautfolge wird hier nicht ergänzt. Die ersten44 Verse enthalten darüber hinaus keine ausgeschriebene eigenständige Rezitationsformel.

Damana-Vorbereitung und Pflanzengebete (14.45–128)

14.55–56 überliefert den Sankalpa zur Adhivasa-Vorbereitung.14.67–71 ordnet den36Gegenständen unterschiedliche Bija-Decknamen mit Astra-Schluss zu; einzelne Namen und Gliederungen sind unsicher.14.72–74 gibt den gemeinsamen Vandana-Mantra mit Bitten um Gedeihen und glückverheißende Gegenwart.14.76 nennt phaṃ hūṃ phaṭ für die acht Pfeile.

Die Formeln14.78–80 widmen Räucherwerk und Licht Madana als Damana.14.82–98 enthält die vollständigen lesbaren Richtungsgebete mit dem wiederholten Schluss madanasya tanūrūpaṃ damanaṃ parirakṣyatām: „Schützt das Damana, das Madanas Leib verkörpert!“14.101–108 ist der achtstrophige Kama-Lobpreis.

14.115 ruft die Erde als vom Ozean gewaschen und von Varaha emporgehoben an.14.118–119 enthält einen teilweise beschädigten Mandala-Mantra.14.123–125 bittet um Festigkeit des Gefäßes. Der bei14.126 eingeschobene Prosamantra beginnt oṃ pavitrābhir ābhir adbhir abhiṣiñcāmi und erbittet Feuchtigkeit, Durchtränkung und Fruchtbarkeit; sein vollständiger Wortlaut steht gesondert im Übersetzungsteil.14.127–128 eröffnet das anschließende Pflanzgebet.

Ananga-Gayatri und Belebung des Damana (14.129–180)

14.139–140 gibt den Bali-Mantra für den Schlamm als Träger aller Sprosse;14.141–144 bittet um Erlaubnis zum Pflanzen. Die vollständige Ananga-Gayatri14.148 lautet klīṃ anaṅgāya vidmahe kāmadevāya dhīmahi | tan no madanakaḥ pracodayāt ||: „Klim. Wir wollen Ananga erkennen; wir meditieren über Kamadeva. Möge Madanaka uns anregen.“ Der Quellname Madanaka bleibt erhalten.

14.152–159 enthält die Pranapratistha mit sechzehn einleitenden Bijas, drei Kutas und wiederholten Einsetzungsformeln für Lebenskräfte, Lebenskern, Sinne und einzelne Wahrnehmungsfähigkeiten. Die Decknamenliste ist teilweise beschädigt und wird nicht anhand der Zahlen vervollständigt.14.163–170 lehrt den als vedisch bezeichneten Aushebungsmantra; hier ist keine unabhängige Veda-Zuschreibung behauptet.14.171–179 überliefert neun versförmige Einladungen, darunter ein lokales Fragment in14.177.

Glieder-, Namen- und Gefolgeverehrung (14.181–276)

14.186–193 lehrt die Pflanzmantras für elf Gruppen des Damana mit wechselnden Sechsergruppen von Bija-Decknamen und gemeinsamer Schlussformel. Beschädigte Glieder und unklare Zuordnungen bleiben offen.14.199 beschreibt die Ananga-Matrika: derselbe Alphabetlaut steht vor und nach dem Kama-Bija.

14.222–225 erklärt die Darbringungsformel für Kama, Rati und Priti.14.232–256 beschreibt die Bildung der Gliedermantras aus Pranava, wechselndem Bija, Blumenname, Körperglied im Dativ und Herz-Schluss. Die Listen der Bijas, Blumen und Körperglieder stehen vollständig im lesbaren Umfang im Haupttext; der zusätzliche Körperlistenvers aus Zeuge gha bleibt ein gesonderter unnummerierter Beleg.

14.258–268 überliefert die Formelbildung und die als einundfünfzig bezeichneten Kama-Namen.14.270–272 bildet die Gefolgeformeln aus Pranava, Dativnamen und namaḥ, mit Pluralendung -bhyaḥ bei den entsprechenden Gruppen. Die folgenden Anweisungen erweitern die Verehrung auf Jahreszeiten, Monate und kalendarische Einheiten.

Vier Balis, Gefäßgabe und Bewegung (14.277–364)

14.284–289 enthält den Bali-Mantra für Madana;14.291–293 den für Rati;14.294–298 den für Priti. Die in14.296 mehrfach wiederholte Aufforderung siddhiṃ dāpaya trägt in der Quelle ein Fragezeichen; die Wiederholungszahl wird nicht scheinbar eindeutig rekonstruiert.14.299–302 widmet das Bali Kamas Gefolge.

14.304–305 bietet nach fünf Bija-Decknamen idam amṛtam āsvādaya, sāmarasyaṃ bhaja, paramānandaṃ praviśa, namaḥ svāhā: „Koste diesen Nektar, gehe in die Einheit des einen Geschmacks ein, tritt in höchste Glückseligkeit ein.“14.306–307 widmet den Gayatri-Japa;14.308–314 preist Kama und bittet um Erlaubnis zur Kalika-Puja.

14.346–354 enthält acht Gebetsstrophen zum Anheben des Pflanzgefäßes, mit einer örtlich beschädigten Stelle in14.347.14.355–359 beschreibt den tantrischen Bewegungsmantra;14.362 nennt eine kurze Lautformel mit unsicherem ersten Bija: huṃ [?] phaṭ phaṭ. Die nachfolgenden Gebete ersetzen keine fehlenden Silben der Kuta-Folgen.

Damana-Darbringung und Abschluss (14.365–431)

Die Göttinnen-Gayatri in14.366–367 lautet im lesbaren Bestand: mahāmātre vidmahe kālasaṅkarṣiṇyai dhīmahi tan no yogīśvarī pracodayāt. Sie richtet Erkenntnis und Meditation auf die Große Mutter, die die Zeit in sich zurückzieht, und bittet Yogishvari um Anregung. Sie ist von der Ananga-Gayatri14.148 zu unterscheiden. Die Strophen14.374–387 begleiten die Damana-Gabe und preisen Kama.

14.397–414 beschreibt eine umfangreiche Abschlussformel durch Bija-Decknamen und Kuta-Gruppen. Die angegebene Zahl von290 Silben wird als Textangabe bewahrt; beschädigte Gruppen werden nicht zu einer scheinbar vollständigen Rezitationsfassung ergänzt.

Weihe des Pavitra-Fadens (14.469)

tvaṃ sūcanād vedamakhakriyāṇāṃ prāpto’si kārpāsikasūtrasaṃjñām | tvayā vinirmāya bahūpavītaṃ dāsye’marebhyo bhava sūtra pūtam ||

„Weil du die Handlungen von Veda und Opfer anzeigst, hast du die Bezeichnung Baumwollfaden erhalten. Aus dir werde ich viele heilige Schnüre fertigen und den Unsterblichen darbringen. O Faden, werde rein!“ Die Lesung kārpāsika ist örtlich unsicher. Der Text bezeichnet diese Strophe ausdrücklich als Mantra.14.574–579 leitet anschließend die Formeln des Nirvana-Nyasa ein; Bija-Decknamen werden nicht durch vermutete Silben ersetzt.

Nirvana- und Samarasya-Nyasa (14.580–640)

Der Nirvana-Nyasa verbindet fünfundzwanzig Subjekte und Bezugswörter.14.596–601 nennt die wiederkehrenden Ausdrücke līyatām/līyantām („möge es/mögen sie sich auflösen“), ekībhāvam āpadyatām („möge Einswerden eintreten“), sādhayāmi („ich verwirkliche“), ferner tat sad asi, tac cid asi, tad brahmāsi („Du bist jenes Sein/Bewusstsein/Brahman“), dreimal oṃ und nirvāṇaṃ me samṛddhyatām („Möge Nirvana für mich zur Vollendung gelangen“). Der Schlusslaut vor so’ham ist beschädigt. Daraus wird keine vermeintlich vollständige Formel hergestellt.

Die gleichbleibende Aussage des Samarasya-Nyasa lautet nach 14.625–626: ekībhāvena abhedaṃ sādhayāmi, sāmarasyaṃ āpādayāmi – „Durch Einswerden verwirkliche ich Ungetrenntheit; ich führe die Einheit des einen Geschmacks herbei.“ Sie wird mit den jeweiligen Begriffspaaren verbunden.14.632–633 nennt als Abschluss juhomi … svāhā, „ich bringe als Opfer dar … Svaha“. Die Quelle unterscheidet ausdrücklich zwischen auszusprechenden Begriffen und Bija-Decknamen(14.630).

Beginn des Vishvarupa-Nyasa (14.641–700)

14.650 nennt Parakuta, Chitkuta und Jyeshthakuta als Bija, Shakti und Kilaka.14.663–664 führt acht Anfangsbijas durch ihre Namen auf: Pranava, Bhauvaneshi, Yogini, Kurcha, Kamini, Shakini, Dakini und Phetkari; darauf folgt Paushkara-Kuta. Die anschließend als84zählig bezeichneten Reihen sind örtlich beschädigt. Nicht sicher auflösbare Namen und grammatische Unklarheiten bleiben im Grundtext gekennzeichnet.

Vishvarupa: Fortsetzung und Schluss (14.701–739)

14.711–718 und14.722–733 nennen zwei Reihen von Bija-Decknamen. Die erklärte Zahl84 wird nicht durch erfundene oder aus anderen Reihen entnommene Silben erreicht. Die Dativanrede besteht nach 14.719–721 aus den Wörtern tad, yuṣmad und viśvarūpā; der Schluss lautet nach 14.734 namaḥ svāhā.

Nadichakra: Formelbildung und Fassungsgrenze (14.740–823)

Die acht Anfangsbijas werden14.760 als Chaitanya, Manmatha, Para, Pasha, Maya, Ankusha, Dhi und Prasada bezeichnet. Es folgen Namenpaare Shivas und Guhyakalis, die Wörter Shiva/Shakti und die Bijas Shambhava/Chitshakti; die Nadi-Kutas werden durch Rückverweis beschrieben.

Überlieferungsgrenze: Laut Herausgeber endet Kapitel 14 im Zeugen ka nach Vers 793. Die folgenden Erläuterungen ab 794 stammen aus Zeuge ṅa. Sie nennen unter anderem adhyāsāte („die beiden nehmen ihren Sitz ein“, Lesung örtlich unsicher), tau, tena, muktim und kalpayatām („diese beiden“, „dadurch“, „Befreiung“, „mögen die beiden gewähren“).14.805–807 nennt līyatām, aham, virajastamāḥ, sambhūya: „möge sich auflösen“, „ich“, „frei von Rajas und Tamas“, „geworden seiend“. Ein Genitivpronomen14.797, ein Eintrag14.800 und die Verbform14.819 sind beschädigt; daher keine lückenlose Rezitationsfassung.

14.821 schließt mit Tara, Sayujya und dem Decknamen Analakanta.14.822 nennt die dreimalige Wiederholung der beiden Bijas bei Bhandikeras und Kapalikas;14.823 empfiehlt ausdrücklich einmaliges Sprechen. Die unterschiedlichen Vorschriften werden getrennt bewahrt.

Pavitra-Gaben an Tür, Muschel, Arghya und Pitha (14.866–893)

14.867–869 beschreibt den Tür-Mantra. Die Quelle nennt acht Anfangsbijas, doch nur sieben Decknamen sind klar abgrenzbar; die Reihe wird nicht aufgefüllt. Die Sachwörter widmen „dieses Pavitra“ der schmückenden Tür des Göttinnentempels.14.875–878 beschreibt den Muschel-Mantra mit acht Bijas, drei Kutas und der Aussage pavitram idaṃ tavāropayāmi, „Dieses Pavitra lege ich dir an“. Der Anschluss an das Milchmeer ist örtlich beschädigt.

14.879–882 nennt zwölf Bijas für das besondere Arghya und die Aussage: „Diese heilige Schnur bringe ich dem besonderen Arghya dar; lege sie an! Du bist die Gestalt der Göttin.“14.884–890 widmet die Schnur dem Pitha als großem Thron, der alle Götter, Opfer, Shaktis, Veden und Macht des Yoga umfasst. Die wiederkehrenden Abschlusswörter werden teils nur durch Hrid, Shiras, Astra und weitere Decknamen angegeben. Die Ausgabe bietet hierfür keine erfundene Vollform.

Weitere Pavitra-Mantras (14.894–1000)

14.894–896 Ganapati;14.897–902 Surya;14.903–904 Vishnu;14.905–907 Maharudra;14.908–913 Rajamatangi;14.914–921 Bhuvaneshvari;14.921–926 Harasiddha;14.927–929 Annapurna;14.930–934 Sarasvati;14.935–941 Jayadurga;14.942–948 Tripurasundari. Die jeweiligen Grundtextverse bieten die zuverlässig lesbaren Anreden und ihre vollständige deutsche Wiedergabe. Die acht- und zwölfsilbigen Vishnu-Mantras werden903nur benannt. Suryas Formel weist901eine ausdrückliche Lücke auf. Rajamatangis Formel verfolgt Unterwerfung; Jayadurgas Formel enthält die mehrfachen Befehle Schlagen, Töten, Schneiden, Spalten, Verbrennen, Erschrecken und Vernichten. Das sind historische Ritualziele, keine verdeckten modernen Meditationsanweisungen.

14.949–957 beginnt Siddhilakshmis Mala-Mantra. Die Silbenangaben290(951) und90(953) widersprechen sich. Bei958wechselt der Text unvermittelt zu Kala, Thronträgern und Opfern; fehlende Teile werden nicht aus anderen Formeln ergänzt.14.958–961 bittet pluralisch um Annahme, Vollendung und Zeugenschaft.

14.962–968 beschreibt die Formel des Shiva-Sitzes;14.969–975 die des achtblättrigen Lotus.14.985–994 widmet das Pavitra dem Shripatra,14.995–999 dem Vira-Gefäß. Die Anreden mit -maya vergegenwärtigen die Gefäße als Gestalten kosmischer und ritueller Kräfte. Kuta-Zahlen und beschädigte Bija-Listen werden nicht künstlich vervollständigt.

Gefäß-Mantras: Fortsetzung (14.1000–1029)

Bhoga-Gefäß1000–1007, Shakti-Gefäß1007–1014, Kula-Gefäß1015–1022, Guru-Gefäß1022–1029. Die regelmäßig wiederkehrenden Aufforderungen lauten „Nimm an“, „Lege an“, „Sei gnädig“, „Gewähre Vollkommenheit“ und „Sei Zeuge“. Die jeweiligen Wiederholungszahlen stehen in den übersetzten Versen. Die Guru-Reihe nennt1024sechzehn Bijas, obwohl die lesbare Einzelgliederung siebzehn Namen ergibt; die Ausgabe streicht deshalb keinen Namen.

Die Mantras der Nebengesichter (14.1030–1132)

Leopardengesicht1031–1040; Löwengesicht1040–1051; Schakalgesicht1052–1061; Affengesicht1062–1070; Bärengesicht1071–1081; Garuda-Gesicht1082–1094; Makara-Gesicht1095–1106; Elefantengesicht1107–1120; Pferdegesicht1121–1132. Das menschliche Hauptgesicht wird1081–1082ausdrücklich auf einen späteren Abschnitt verschoben.

Neben den Bitten um Zerstörung von Verblendung, Offenbarung des Befreiungsweges und Gegenwart im Ritual enthalten diese Formeln Aufforderungen zu Feindvernichtung und, beim Makara-Gesicht, zum Trinken von Feindblut. Diese historische Bedeutung bleibt in der Übersetzung erhalten. Lautmalerische Ritualrufe wie kaha, vaka, chaṭa und dhaka werden nicht mit erfundenen wörtlichen Bedeutungen versehen. Die Bija- und Kuta-Reihen weisen mehrere gekennzeichnete Lücken auf;1108ist Dakini eine ausdrücklich markierte Herausgeberergänzung.

Kulakumbha, Sudha und weitere Ritualträger (14.1133–1210)

Kulakumbha1141–1144, Sudhadevi1144–1149, Ugrachanda1152–1155, Mahalakshmi1156–1159. Nach einer ausdrücklich vermerkten Beschädigung der Vorlage ist1160–1162nur eine unzugeordnete Anrufung erhalten; fehlende Gottheitsnamen und Bijas bleiben offen. Es folgen Guru1163–1165, Türhüter1166–1170, Vatuka1171–1174, Kshetrapala1175–1180, Weltalter1181–1184, Veden1184–1187, Richtungshüter1188–1197, fünf Pretas1198–1201 und Bhairava1202–1210.1180hat die Lautfolge haṃ haṃ phaṭ phaṭ; die erste Silbe wird nicht stillschweigend durch hūṃ ersetzt.

Opfersitz, Siddhilakshmi und Kunjika (14.1211–1242)

Die bei1211als Formel des sechzehnfachen Opfersitzes eingeleitete Passage nennt1228Siddhilakshmi als Gottheit. Diese Zuordnungsauffälligkeit bleibt sichtbar. Der Mala-Mantra soll290Silben haben; die Zählmarke sarvāpad(1225) steht im vorhergehenden lesbaren Text nicht vollständig. Es wird deshalb keine künstlich vervollständigte Rezitationsfassung angeboten.1231 nennt einen tausendsilbigen Siddhilakshmi-Mantra, den der Grundtext1232wegen seines Umfangs ausdrücklich auslässt.

1233–1242 enthält Kunjikas Mala-Mantra; die Vidya wird als hundertsilbig bezeichnet.1238ist die Lautanweisung beschädigt. Lesbare Anreden sind unter anderem „Nichtschreckliche“, „Schreckliche“, „Schrecklichste“, „Gestalt Rudras“, „Herrin des Westens“ und „Gestalt der Aghora-Shakti, Alldurchdringende“.

Göttinnen, Mütter und Planeten (14.1243–1299)

Ugratara1243–1252, Chinnamasta1252–1258, Chamunda1258–1265, Shivaduti1265–1273, Kalasankarshini1273–1278, Chandeshvari1279–1285, gemeinsame Mütterformel1285–1292, Planeten1293–1299. Die Wiederholungszahlen und lesbaren Aufforderungen sind jeweils in den Grundtextversen wiedergegeben.1261 nennt sechzehn Bijas, obwohl nur fünfzehn sicher einzeln abgrenzbar sind.1285kündigt neun Mütter an,1288–1290führt sechzehn auf. Die Planeteneinleitung1293–1295ist örtlich beschädigt. Diese Stellen werden nicht durch erfundene Formeln vervollständigt.

Die fünf Kalis (14.1299–1363)

Srishtikali1300–1313, Sthitikali1313–1325, Samharakali1326–1337, Anakhyakali1338–1349, Bhasakali1350–1363. Ihre Anreden beschreiben Schöpfung, Erhaltung, Auflösung, den unbenennbaren Zustand und das Leuchten reinen Bewusstseins. Bhasakali wird1353–1357als Verkörperung einer der Offenbarung entzogenen Wirklichkeit, als verdichtete Bewusstseinsfreude und als Gestalt von Nada, Bindu, Laut, Urbild und Spiegelbild gepriesen. Die Formeln verbinden diese Aussagen mit der Annahme der heiligen Schnur und der Vollendung des Rituals. Beschädigte Lautreihen und widersprüchliche Zählungen bleiben gekennzeichnet.

Die fünf Gefolge-Anrufungen (14.1364–1404)

Srishtikali1364–1368, Sthitikali1369–1372, Samharakali1373–1378, Anakhyakali1379–1388, Bhasakali1388–1404. Jede Reihe enthält eine gesonderte Prosaanrufung der Gefolge-Gottheiten. Sämtliche lesbaren Namen und Sachwörter sind im Grundtext wiedergegeben; beschädigte Tier- und Namensreihen werden nicht auf24Einträge aufgefüllt. Die Anakhya-Tierliste ist im OCR versetzt.1367 und die folgenden Abschnitte verlangen die umgekehrte Wiederholung der Bijas.

Zu den lesbaren Bitten gehören: „Offenbare Samarasya“, „Vernichte das Nichtwissen“, „Zerschneide die Fessel des Werdens“, „Entwurzle die Wurzel der Verblendung“(1382–1384), sowie „Gewähre Frieden“, „Offenbare die große Erkenntnis“, „Zeige deine eigene Gestalt“(1395–1398). Diese Zitate sind Ausschnitte aus längeren Ritualformeln; sie ersetzen nicht deren Übersetzung.

Guhyakali und die Gabe für alle Gottheiten (14.1405–1443)

Die Hauptformel1405–1421 enthält drei unnummerierte Prosapassagen. Die erste nennt ausdrücklich zehn Gesichter; neun Nebengesichter und das menschliche Hauptgesicht sind damit zu unterscheiden.1418 spricht yo’si tvaṃ so’smy aham, „Was du bist, das bin ich“, gefolgt von Sayujya-Bija und weiteren Lautanweisungen. Die ursprüngliche grammatische Form bleibt erhalten.

Die gemeinsame Pavitra-Gabe1430–1443gilt sämtlichen genannten und ungenannten Gottheiten. Ihr Prosamantra steht innerhalb der Quellzählung1438 und ist gesondert ausgewiesen. Er bittet um Annahme, Schutz, Vollendung und Abwehr von Feinden; die wiederholte Nennung von „Beschützern“ wird nicht als vermeintliche Dublette gestrichen.1455–1458benennt anschließend verschiedene Hymnen und Mantras zur Bewirtung der Kumaris und zur Blumengabe, ohne sie an dieser Stelle erneut auszuschreiben.

Schlussgebete des Pavitrarohana (14.1461–1597)

Der Hymnus1475–1489lobt die Göttin; die anschließende Angabe von sechzehn Versen stimmt nicht mit den fünfzehn sichtbaren Einheiten überein. Eine fehlende Strophe wird nicht ergänzt. Der Shantipatha1497–1552verbindet Segensbitten mit heftigen historischen Flüchen gegen Kritiker der Kula-Lehre(1501–1515). Diese Passagen sind keine heutige Praxisempfehlung.1532–1547ruft verschiedene Göttinnen zum Schutz in konkreten Gefahren an. Der abschließende Gruß lautet: guhyakāli namaste’stu namaste’stu namo namaḥ – „Guhyakali, Verehrung sei dir! Verehrung sei dir, immer wieder Verehrung!“(1552,ersteHälfte).

Der Verabschiedungshymnus1561–1579ist ausdrücklich als Mantrafolge bezeichnet(1560). Er wird gemäß1580dreimal oder einmal gesprochen. Die ganze lesbare Fassung steht im Haupttext.1561: jaya devi jagaddhātri jaya praṇatavatsale | jaya pāpaughasaṃhantri sadāśivasadharmiṇi || – „Heil dir, Göttin, Mutter der Welt! Heil dir, die du die sich Verneigenden liebst! Heil dir, Vernichterin der Menge des Übels, Gefährtin Sadashivas!“

Ergänzender Medhasamrajyaprada-Tausendnamenhymnus

Die selbständige Fassung im Anhang des Bandes mit Guhyakali 13–14 steht vollständig im lesbaren Umfang unter Mahakala Samhita Anhang Medhasamrajyaprada-Sahasranama. Sie ist von der Kamakala-Namenfassung zu unterscheiden. Ihr Viniyoga nach 74 nennt Mahakala als Rishi, Ushnih als Versmaß und Dakshinakali als Gottheit; hrīṃ ist Bija, hūṃ Shakti, krīṃ Kilaka.75–256 enthält die Namenfolge. Lautgruppen108,168–169,237–238,244,247 und255–256sind zum Teil beschädigt und werden nicht als gesicherte vollständige Formeln angeboten.193 enthält die Herzformel hṛdayāya namaḥ, „Verehrung dem Herzen“.

334 beschreibt eine Padmavati-Anrufung mit der Bitte, Kunde aus den drei Welten zu bringen;336–337eine Mritasanjivani-Formel mit mṛtam utthāpayazweimal, „Richte den Toten auf“, und Svaha. Dies ist die historische rituelle Funktion, keine Aussage tatsächlicher Wirksamkeit.338 enthält eine beschädigte Svapnavarahi-Traumformel; amukakennzeichnet ausdrücklich einzusetzende Personen oder Anliegen. Alle lesbaren Formelbestandteile, Unsicherheiten und Übersetzungen stehen an ihren genauen Stellen im Anhangartikel.

Bijoddhara: Decknamen sind keine ausgeschriebenen Mantras

Der zusätzliche Bijoddhara-Anhang erläutert die Sprache der Lautchiffren.1–2unterscheidet360 Bijas,180 Kutas und70Upakutas;10 erklärt, dass derselbe Name ohne Zusatz ein Bija und mit „Kuta“ eine Lautgruppe bezeichnen kann.8–9 nennt Pranava und Vagbhava mit ihren Decknamen. Körperteile wie „linkes Auge“ oder „obere Zähne“ bezeichnen Aufbauzeichen. Die Übersetzung bewahrt diese Anweisungen und kennzeichnet beschädigte Zuordnungen; sie bietet keine erfundenen vollständig entschlüsselten Formeln.

Der Bijoddhara-Anhang besitzt eine eigene Kapitelgliederung. Sein drittes Kapitel reicht bis 274 und Kolophon, das vierte bis 399 und Kolophon.3.129–132 erklärt die Anlautregel für Deckwörter.3.253–268unterscheidet mehrfach verwendete Namen: ohne Zusatz Bija, mit „Kuta“ Lautgruppe, mit „Astra“ Upakuta beziehungsweise Waffenmantra.3.259–261verheißt bei Rezitation eines nach einem Opfer benannten Kuta dessen Opferfrucht. Dies erklärt die rituelle Funktion der Namen, ohne ihre übernatürlichen Wirkungen als Tatsache zu behaupten.

Das vierte Bijoddhara-Kapitel ist bis 399 und Kolophon erschlossen.4.1–12 erläutert Vokale und Schlusszeichen;4.153 nennt720 Bijas.4.158–399 ordnet die neuen Kutas nach Nadis, Hymnen, Farben, Flüssen und weiteren Namen. Sämtliche lesbaren Aufbauangaben stehen im Anhangartikel. Die zahlreichen Decknamen werden nicht in spekulative Rezitationssilben aufgelöst.4.386–387 verbindet den Wortlaut tat tvam asi („Das bist du“) mit Pranava, lässt die genaue Lautbildung aber offen.4.396 nennt sāham evāsam („Ich war eben sie“) als Laya-Kuta; die auffällige Quellenform bleibt unverändert.4.399 bezeichnet tad brahmāham asmi („Ich bin jenes Brahman“) als Brahmamaya-Kuta.

Zusätzlich überlieferte Formeln

Die gesonderte Zitatsammlung enthält zwei längere Guhyakali-Parallelen zur Aufhebung von Ritualflüchen (Zitierbereich10.81–95 in Datei e): die Amrita-Anrufung und die Tiraskarini-Formel. Die zweite erbittet das Zurückweisen beziehungsweise Verdecken der Sinne und Rede der Pashus. Ihre beschädigten Anfangsbijas werden nicht ergänzt. Die dort ebenfalls überlieferte Dipini-Vidya beschreibt die Vorbereitung mehrerer benannter Formeln; ihre Mahakala-Zuschreibung bleibt ausdrücklich unsicher.

Bilder und Videos zur Vertiefung

Feuerzeremonie bei Yoga Vidya: eine heutige Darstellung gemeinsamer Verehrung.
Shiva und Shakti: eine Darstellung zur Betrachtung des Göttlichen.

Die folgenden Einführungsvorträge erläutern allgemeine Begriffe; sie sind keine Kommentare zu den einzelnen Versen.

Kali – die Schwarze Göttin

Tantra – Wort und Bedeutung

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Heutige Leseanregung

Wähle einen verständlichen Vers, lies ihn langsam und lass seine Frage in deinen Alltag hineinwirken. Die Sammlung des Geistes in Kamakala 1.39 braucht keine spektakuläre Erfahrung: ein bewusster Beginn, ein Moment der Stille, eine Handlung mit ungeteilter Aufmerksamkeit. Diese Anregung ist eine heutige Anwendung und keine Übertragung der besonderen Ritualvorschriften.

Abschluss

Lass einen Vers, der dich anspricht, einige Zeit mit dir gehen. Frage, was seine Worte bedeuten und welche Haltung sie in dir nähren. Im Laufe der Tage kann daraus eine stille Verbindung zwischen Erkenntnis, Japa und liebevollem Handeln wachsen. Das Studium erfüllt sich nicht im schnellen Weiterlesen, sondern auch in der Aufmerksamkeit, mit der du dem Leben begegnest.

Siehe auch

Die folgenden Tantra- und Yogaschriften eröffnen weitere Zugänge zum Studium. Ihre Lehren und Ritualordnungen sind jeweils in ihrem eigenen Zusammenhang zu lesen.

Wegweiser durch die Ausgabe