Mahakala Samhita Anhang Zusätzliche Grundtextzitate
Mahakala Samhita – Zusätzliche Grundtextzitate: Sanskrit und deutsche Übersetzung: Auch in den Vorworten und Erläuterungen der Ausgaben sind einzelne Passagen des Grundtextes überliefert. Diese Sammlung bewahrt zusätzliche lesbare Zitate gesondert. Vor allem die hier nur auszugsweise bezeugten Guhyakali-Kapitel 10 bis 12 dürfen dadurch nicht als vollständig vorhanden gelten.
Die Ausgabe folgt dem vorhandenen lesbaren Text. Die Quellenangaben machen den Umfang der einzelnen Zitate sichtbar.
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Anregung zum Studium: Auch ein kurzer überlieferter Ausschnitt kann eine wertvolle Frage eröffnen. Die zusätzlichen Zitate führen unter anderem zu Yoga, Befreiung, verschiedenen Traditionswegen und prüfendem Verstehen. Ihre genaue Herkunft steht jeweils beim Text. Die Sammlung ergänzt die Hauptkapitel und macht zugleich sichtbar, wo nur einzelne Stimmen eines größeren Zusammenhangs erhalten sind.
Verwandte Lektüre: Zum vergleichenden Lesen laden Kularnava Tantra, Rudrayamala Tantra und Netra Tantra ein. Eine thematische Ähnlichkeit allein belegt noch keine Entlehnung oder gemeinsame Textfassung. Die Hinweise eröffnen einen Vergleich, keine Gleichsetzung der Überlieferungen.
Quelle und Gestalt des Textes
Die genaue Quelle steht bei jedem Zitat. Die Buchstaben c und e bezeichnen die entsprechenden TXT-Dateien. Vorwortprosa und fremde Vergleichszitate sind von den ausdrücklich als Mahakala-Grundtext angeführten Passagen unterschieden. Unnummerierte Zitate erhalten keine erfundenen Versnummern. Einfache OCR-Fehler sind normalisiert, Unsicherheiten örtlich vermerkt.
Rückverweise und verschiedene Traditionswege
Die Zitate ergänzen einzelne Aussagen aus den fehlenden Haupttextkapiteln. Die Rangordnungen und die teils scharfe Polemik sind historische Textaussagen.
- Guhyakali 10.161; Vorwort c, Zeilen2434–2436
pīṭhamūlapratiṣṭhā tu purā te pratipāditā | tripurāyāḥ prasaṅgena tatrohaḥ svalpa iṣyate ||
Die Einsetzung der Grundlage des Pitha wurde dir bereits im Zusammenhang mit Tripura dargelegt. Hier ist nur eine geringe Anpassung erforderlich.
Anmerkung: Tripurā ist im OCR stark entstellt, aber in der unmittelbar zugehörigen Einleitung eindeutig benannt. Das Zitat belegt einen Rückverweis, nicht die vollständige Verfügbarkeit eines Tripura-Khanda.
- Guhyakali, Kapitel 12; Vorwort c, Zeilen 2955–2956
viśeṣeṇa vivicyaiva kathayiṣyāmi pārvati | tanmuktvānyattu sarveṣāṃ samānaṃ sakalaṃ smṛtam ||
Nach sorgfältiger Unterscheidung werde ich es im Einzelnen darlegen, Parvati. Abgesehen davon gilt alles Übrige für alle als gleich.
Anmerkung: Keine Versnummer im Zitat; der Bezug von „davon“ liegt außerhalb des Ausschnitts.
- Guhyakali 10.1264 (Frontispiz e,78–80); Parallelzitat Vorwort c
śrutismṛtyuditaṃ karma devyupāsanameva ca | ubhayaṃ kurvate devi madudīritavedinaḥ ||
Diejenigen, welche meine Lehre kennen, vollziehen beides, o Göttin: das in Shruti und Smriti angeordnete Handeln und die Verehrung der Göttin.
Anmerkung: Historische Selbstbeschreibung des im Text bevorzugten Traditionswegs; keine moderne Ausschließlichkeitsbehauptung. Die Versnummer1264 ist im Frontispiz von e ausdrücklich angegeben.
- Guhyakali, Kapitel 10; Vorwort c, anschließender Halbvers
ato'daḥ śreṣṭhamanyebhyo manye'hamiti pārvati |
Darum halte ich diesen [Weg] für vorzüglicher als die anderen, Parvati.
Anmerkung: Unnummerierter Halbvers; die Wertung gehört dem Sprecher der Quelle.
- Guhyakali 12.1138 (Frontispiz e,82–84); Parallelzitat Vorwort c
vedāviruddhaṃ kurvanti yadyadāgamacoditam | āgamādeśitamapi jahati śrutyacoditam ||12|1138||
Sie tun, was immer der Agama anordnet, sofern es dem Veda nicht widerspricht. Selbst etwas vom Agama Angeordnetes lassen sie, wenn es nicht von der Shruti angeordnet ist.
Anmerkung: Die Lesung folgt dem Frontispiz e. Das Vorwort c liest an der letzten Stelle śrutyadeśitam; e hat śrutyacoditam. Die gemeinsame Aussage ist das Unterlassen dessen, was nicht von der Shruti angeordnet ist. Nicht als zwei unabhängige Verse gezählt.
- Guhyakali, Kapitel 10; Vorwort c, Fußnote zu Kapalikas
kapālaḍāmaraproktamatasaṃcāriṇo narāḥ | kāpālikā nigadyante te mahākaulikā api ||
Menschen, die der im Kapala-Damara gelehrten Auffassung folgen, werden Kapalikas genannt; sie sind zugleich Mahakaulikas.
Anmerkung: Keine originale Versnummer im Zitat.
- Guhyakali, Kapitel 10; Vorwort c, Fußnote zu Digambaras
saṃhitāṃ bhairavaproktāṃ ye punaḥ samupāsate | digambarāste vikhyātā na punarnagnarūpiṇaḥ ||
Diejenigen wiederum, die sich an die von Bhairava gelehrte Samhita halten, sind als Digambaras bekannt; damit sind hier nicht einfach Nacktgehende gemeint.
Anmerkung: Das Wort saṃhitām ist im OCR beschädigt; der durch den Kontext gesicherte Sinn wird wiedergegeben.
- Guhyakali, Kapitel 10; Vorwort c, anschließender Halbvers
ete'pi kaulikaśreṣṭhāḥ śmaśānādiṣu nirghṛṇāḥ |
Auch diese sind vorzügliche Kaulikas, ohne Scheu auf Verbrennungsplätzen und an ähnlichen Orten.
Anmerkung: Nirghrina kann hier „ohne Ekel/Scheu“, im polemischen Kontext auch „unbarmherzig“ bedeuten; nicht pauschal harmonisiert.
- Guhyakali, Kapitel 10; Vorwort c, Fußnote zu Mauleyas
prapannā yāmalaproktaṃ ye panthānaṃ sureśvari | te mauleyāḥ parikhyātā mahākaulikato varāḥ ||
Diejenigen, die den im Yamala gelehrten Weg angenommen haben, o Herrin der Götter, sind als Mauleyas bekannt; sie werden höher als die Mahakaulikas gestellt.
Anmerkung: Historische Einteilung und Rangfolge des Textes.
- Guhyakali, Kapitel 10; Vorwort c, Fußnote zu Bhandakeras
ye ca śābaratantrajñāstanmataikapravartinaḥ | vikhyātā bhāṇḍakerāste mauleyasadṛśā matāḥ ||
Diejenigen, die das Shabara-Tantra kennen und allein nach seiner Lehre handeln, sind als Bhandakeras bekannt. Sie gelten als den Mauleyas vergleichbar.
Anmerkung: Der Name schwankt im OCR auch als Bhandikera; keine eigene Gruppe daraus gebildet.
- Guhyakali, Kapitel 10; Vorwort c, Fußnote zu Madhyasthas
maduktasaṃhitoktijñā madhyasthāḥ parikīrtitāḥ |
Die Kenner der Aussagen der von mir gelehrten Samhita werden Madhyasthas, „in der Mitte Stehende“, genannt.
Anmerkung: Unnummerierter Halbvers.
- Guhyakali, Kapitel 10; Vorwort c, polemisches Zitat
garhākṛtakarmakartārau […] nindyatāṃ gatau | sarvādhamau parijñeyau kāpālikadigambarau ||
Die beiden, Kapalika und Digambara, werden wegen verwerflicher Handlungen getadelt … Sie seien als die niedrigsten von allen anzusehen.
Anmerkung: Fragment: Ein Wort der ersten Zeile ist beschädigt. Die abschätzige Aussage wird als Polemik des historischen Textes wiedergegeben.
- Guhyakali, Kapitel 10; Vorwort c, Fortsetzung des polemischen Zitats
śmaśānavāsinau nityau kuṇapāmbaradhāriṇau | sarvabhakṣau ca bībhatsau vedamārgabahiṣkṛtau ||
Sie wohnen ständig auf Verbrennungsplätzen und tragen die Gewänder von Leichen. Sie essen alles, werden als abstoßend bezeichnet und stehen außerhalb des vedischen Weges.
Anmerkung: Historische Fremddarstellung, keine als gesichert ausgegebene Beschreibung sämtlicher Angehöriger dieser Traditionen.
- Guhyakali, Kapitel 10; Vorwort c, Fortsetzung
bhakṣayetāmabhakṣyaṃ hi gomāṃsaṃ suravandite | śaktiścaiṣāmasaṃbhogyā svakīyā jananī tathā ||
Sie essen das für unzulässig erklärte Rindfleisch, o von den Göttern Verehrte. Die eigene Mutter ist für sie jedoch eine Shakti, mit der keine sexuelle Vereinigung stattfinden darf.
Anmerkung: Polemischer historischer Kontext. Ein darüber hinausgehender Personenkreis wird nicht aus dem außerhalb des Zitats stehenden Kommentar ergänzt.
- Guhyakali, Kapitel 10; Vorwort c, anschließender Halbvers
vistārabījamityevaṃ […] pāpakarmaṇām |
So [wird dies als] Same der Ausbreitung sündhafter Handlungen [bezeichnet] …
Anmerkung: Fragment: Prädikat beziehungsweise Verbindung beschädigt.
- Guhyakali, Kapitel 10; Vorwort c, weiteres polemisches Zitat
digambaraḥ pāpatamo devi kāpālikādapi | naramāṃsaṃ yadaśnāti devyai dattvā prasādavat ||
Der Digambara wird, o Göttin, sogar als sündhafter als der Kapalika bezeichnet, weil er Menschenfleisch isst, nachdem er es der Göttin dargebracht hat, wie eine geweihte Gabe.
Anmerkung: Polemische Behauptung der Quelle; keine heutige Praxisanregung.
- Guhyakali, Kapitel 10; Vorwort c, Zuordnung der Schriften
ḍāmaraṃ yāmalaṃ caiva tathā bhairavasaṃhitām | tathā śābaratantrāṇi śāstrameṣāṃ prakīrtitam ||
Damara, Yamala, Bhairava-Samhita und die Shabara-Tantras werden als ihre Lehrschriften genannt.
Anmerkung: Keine originale Versnummer im Zitat.
- Guhyakali, Kapitel 10; Vorwort c, Fortsetzung
kurvanti devyāḥ pūjādi tattanmantroditakramaiḥ | pūjāṃ kṛtvā upādeyāḥ kadācārā vigarhitāḥ ||
Sie vollziehen Puja und weitere Verehrung der Göttin in der jeweils durch die Mantras gelehrten Reihenfolge. Nach der Puja … als anzunehmen …; die schlechten Verhaltensweisen werden getadelt.
Anmerkung: Fragment: Der Zusammenhang von upādeyāḥ in der zweiten Zeile ist beschädigt oder widersprüchlich; keine stillschweigende Negation ergänzt.
- Guhyakali, Kapitel 10; Vorwort c, anschließender Halbvers
matajñānaiḥ kimebhiste prakṛtaṃ śṛṇu sāmpratam |
Was nützt dir die Kenntnis dieser Lehrmeinungen? Höre nun das, worum es hier geht.
Anmerkung: Halbvers; mat ajñānaiḥ im OCR leicht beschädigt.
Warum verschiedene Wege gelehrt werden
Die Göttin fragt nach dem Verhältnis der Agamas. Die Antwort verbindet eine gemeinsame Herkunft mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Verhaltensweisen.
- Guhyakali, Kapitel 12; Vorwort c, Frage der Göttin
[…] yatkapālākhyaṃ saṃhitā yā ca bhairavī | yāmalaṃ śābaraṃ tantraṃ sarvaṃ śivamukhodgatam ||
… was Kapala genannt wird, die Bhairavi-Samhita, Yamala und Shabara-Tantra: alles ist aus Shivas Mund hervorgegangen.
Anmerkung: Fragment: Anfangswort beschädigt; Rest der Aussage hinreichend verständlich.
- Guhyakali, Kapitel 12; Vorwort c, Fortsetzung der Frage
evaṃ tvamapi deveśa saṃhitāṃ svamatena […] | tripuraghnādupaśrutya mahyaṃ vyāhṛtavānasi ||
Ebenso hast auch du, Herr der Götter, die Samhita nach deiner eigenen Auffassung …, nachdem du sie vom Vernichter Tripuras gehört hast, mir dargelegt.
Anmerkung: Fragment: Schluss der ersten Zeile beschädigt.
- Guhyakali, Kapitel 12; Vorwort c, Fortsetzung der Frage
sarveṣāmāgamānāṃ ceduktaḥ prathamanāyakaḥ | sarvaikavākyatā tarhi kathaṃ na bhavati priye ||
Wenn für alle Agamas derselbe ursprüngliche Herr genannt wird, warum besteht dann nicht Übereinstimmung in allen Aussagen, o Liebe?
Anmerkung: Die feminine Anrede priye steht auffällig innerhalb der als Göttinnenfrage zitierten Passage; nicht zu priya geändert.
- Guhyakali, Kapitel 12; Vorwort c, Fortsetzung der Frage
śreṣṭhaṃ kimeṣu jñātavyaṃ kartavyatvena niścitam | pañcānāmapi pakṣāṇāṃ madhye sārataraṃ nu kim ||
Was ist unter diesen als das Beste zu erkennen und als verbindlich zu tun festzulegen? Was ist unter den fünf Richtungen das Wesentlichste?
Anmerkung: Einfache OCR-Normalisierung eṣa→eṣu durch Satzbau; Sanskritzeichen unsicher.
- Guhyakali, Kapitel 12; Vorwort c, Schluss der Frage
evaṃ vidheyamathavā sarvameva sureśvara | etatsarvamaśeṣeṇa nirṇīyājñāpaya prabho ||
Oder soll auf diese Weise alles getan werden, Herr der Götter? Entscheide dies alles ohne Rest und lehre es mich, Herr.
Anmerkung: Keine originale Versnummer im Zitat.
- Guhyakali, Kapitel 12; Vorwort c, Antwort
samyak pṛṣṭaṃ tvayā devi sandehasyāpanuttaye | evaṃvidhā tvadanyā kā jijñāsurvidyate bhuvi ||
Du hast gut gefragt, Göttin, um den Zweifel zu beseitigen. Welche andere auf Erden ist so wissbegierig wie du?
Anmerkung: Die Sprecherzuordnung ergibt sich aus der Einleitung des Vorworts, nicht aus einer überlieferten Sprecherzeile im Ausschnitt.
- Guhyakali, Kapitel 12; Vorwort c, Fortsetzung
caturṣvapi ca vedeṣu purāṇeṣvakhileṣu ca | itihāsādiṣu tathā dharma ekaḥ svayaṃbhuvā ||
In allen vier Veden, in sämtlichen Puranas, ebenso in den Itihasas und weiteren Schriften [wurde] ein einziger Dharma vom Selbstentstandenen …
Anmerkung: Der Satz wird in der folgenden zitierten Strophe fortgesetzt.
- Guhyakali, Kapitel 12; Vorwort c, Fortsetzung
bhūtasargaṃ vidhāyaiva nirdiṣṭaḥ sārvalaukikaḥ | anantaraṃ tu munaya ekarūpatayā sthitam ||
… nachdem er die Wesen erschaffen hatte, als für die ganze Welt gültig gelehrt. Danach aber [nahmen] die Weisen den in einheitlicher Gestalt bestehenden …
Anmerkung: Satz über die Versgrenze weitergeführt; keine Worte einer fehlenden Strophe ergänzt.
- Guhyakali, Kapitel 12; Vorwort c, Fortsetzung
tameva dharmaṃ deveśi vivicya svamanīṣayā | varṇāśramavibhāgena kalpayāmāsurañjasā ||
… eben diesen Dharma, Herrin der Götter, unterschieden ihn durch ihre eigene Einsicht und gliederten ihn nach Varna (gesellschaftlichem Stand) und Ashrama (Lebensstadium).
Anmerkung: Historische Legitimation der Varna-Ashrama-Ordnung im Text.
- Guhyakali, Kapitel 12; Vorwort c, weitere Erklärung
evamāgamiko dharma eka eva purāriṇā | kathito lokavistārahetave granthavistaraḥ ||
Ebenso wurde der agamische Dharma als ein einziger vom Feind Puras gelehrt. Um ihn unter den Menschen auszubreiten, [entstand] die Vielfalt der Schriften …
Anmerkung: Fortsetzung im folgenden Halbvers.
- Guhyakali, Kapitel 12; Vorwort c, anschließender Halbvers
[…] tadīyāṃśabhūtairasmābhirīśvari |
… durch uns, die wir Teile seines Wesens sind, o Herrin.
Anmerkung: Fragment: erstes Wort des Halbverses beschädigt.
- Guhyakali, Kapitel 12; Vorwort c, Verschiedenheit der Wege
kadācārasadācārau nirīkṣya narajātiṣu | sarvāgamānāṃ viṣayavyavasthā parikalpitā ||
Im Hinblick auf schlechtes und gutes Verhalten unter den Menschen wurde der jeweilige Geltungsbereich aller Agamas bestimmt.
Anmerkung: Die Fortsetzung gehört zur Diskussion aus Kapitel 12; die gedruckte Kapitelziffer der Fußnote ist hier beschädigt.
- Guhyakali, Kapitel 12; Vorwort c, Fortsetzung
śubhado nikhilo dharmo devyārādhanahetukaḥ | āgamābhihitaḥ kintu bhinna ācāra iṣyate ||
Der gesamte in den Agamas gelehrte Dharma, der der Verehrung der Göttin dient, bringt nach dieser Lehre Gutes. Doch unterschiedliche Verhaltensweisen sind vorgesehen.
Anmerkung: Wirkungsbehauptung und Einteilung gehören zum historischen Text.
- Guhyakali, Kapitel 12; Vorwort c, Fortsetzung
nirmaryādā maryādā nirghṛṇāḥ saghṛṇāstathā | nirlajjāśca salajjāśca saṃjñānā jñānavarjitāḥ ||
[Es gibt Menschen] ohne Grenzen und mit Grenzen, ohne Scheu und mit Scheu, ohne Scham und mit Scham, mit Erkenntnis und ohne Erkenntnis.
Anmerkung: Mehrere OCR-Formen sind beschädigt; die Gegensatzpaare sind aus dem Satz und dem begleitenden Kommentar hinreichend gesichert, Einzelzeichen unsicher.
- Guhyakali, Kapitel 12; Vorwort c, Fortsetzung
sāttvikā rājasāścaiva tāmasāśca tathā narāḥ | tatparatvaṃ na sarveṣāṃ vyavasthā parikalpyate ||
Menschen sind auch sattvig, rajasig oder tamasig. Nicht alle sind auf dasselbe ausgerichtet; daher wird eine unterschiedliche Ordnung festgelegt.
Anmerkung: Sattva, Rajas und Tamas sind die drei Gunas, hier als Eigenschaften von Menschen verwendet.
- Guhyakali, Kapitel 12; Vorwort c, Kritik an Kapalikas
pūrvamapyuktametatte idānīmapi kathyate | […] kāpālikā nindyā nṛkapālamayāni hi ||
Dies wurde dir schon früher gesagt und wird jetzt wieder erklärt: … die Kapalikas werden getadelt, die aus Menschenschädeln …
Anmerkung: Fragment: ein Wort am Anfang der zweiten Zeile beschädigt; Satzfortsetzung im nächsten Vers.
- Guhyakali, Kapitel 12; Vorwort c, Fortsetzung
kuladravyapradānāya ye pātrāṇi prakurvate | kalpayanti tathā śaktīrbhaginīrduhitṛsnuṣaḥ ||
… Gefäße herstellen, um Kula-Substanzen darzubringen, und ebenso Schwestern, Töchter und Schwiegertöchter als Shaktis bestimmen.
Anmerkung: Historische polemische Aussage; sie enthält keine Altersangabe oder konkrete sexuelle Handlungsbeschreibung.
- Guhyakali, Kapitel 12; Vorwort c, anschließender Halbvers
[…] narāsthisaṃsparśāt saṃcailaṃ snānamīritam |
… nach der Berührung eines Menschenknochens wird ein Bad mitsamt der Kleidung vorgeschrieben.
Anmerkung: Fragment: erstes Wort beschädigt.
- Guhyakali, Kapitel 12; Vorwort c, Abwägung
āgamādiprasiddhatvād rudrasya vacanādapi | kiñciddhātavyamubhayoḥ kiñcidgrāhyaṃ yayorapi |
Weil [diese Dinge] in Agamas und anderen Schriften bekannt sind und auch von Rudra ausgesprochen wurden, ist bei beiden etwas zu verwerfen und etwas anzunehmen.
Anmerkung: Die Verbalform des Verwerfens und der letzte Relativanschluss sind beschädigt. Der Sinn der Gegenüberstellung ist gesichert, der genaue Sanskritwortlaut nicht.
- Guhyakali, Kapitel 12; Vorwort c, Schädelgefäße
kāpālikamate tyājye karoṭī pānabhojane | asparśaśca tathāmuṣyāḥ śrutyuktau heya īśvari ||
Beim Kapalika-Weg sind Trinken und Essen aus dem Schädel zu unterlassen … Auch sein Berühren … [wird im Hinblick auf] die Shruti verworfen, o Herrin.
Anmerkung: Fragment: asp arśa („Nichtberührung“) und heya ergeben hier keine sichere Syntax; die entsprechende Satzverbindung wird nicht rekonstruiert.
- Guhyakali, Kapitel 12; Vorwort c, Fortsetzung
na mālākaraṇe doṣo japārthaṃ tasya kaścana | pānabhojanapātrādikaraṇe doṣa eva hi ||
Eine Mala daraus für Japa anzufertigen, gilt hingegen nicht als fehlerhaft. Daraus Gefäße zum Trinken, Essen und Ähnlichem herzustellen, gilt ausdrücklich als fehlerhaft.
Anmerkung: Unterscheidung der historischen Rituallehre; keine heutige Materialempfehlung.
- Guhyakali, Kapitel 12; Vorwort c, Schlussfragment der Fußnote
naramāṃsāśitā sākṣādatra mā saṃśayo'stu te | […] mateṣvevaṃ boddhavyaṃ kamalānane |
Das Essen von Menschenfleisch …; darüber soll bei dir kein Zweifel bestehen. … So ist es hinsichtlich der Lehrmeinungen zu verstehen, o Lotusangesichtige.
Anmerkung: Fragment: Der verwerfende Kontext steht im Kommentar, im zitierten Wortlaut ist das Prädikat nicht vollständig lesbar.
Prüfen und das Gute annehmen
Diese Zitate verbinden die Kritik an anderen Richtungen mit der Aufforderung, deren gute Aussagen aufzunehmen.
- Guhyakali, Kapitel 12; Vorwort c, Auswahl aus den Traditionen
teṣāṃ ye hi kadācārā ninditāḥ śrutivartmani | […] te parityaktā yadbhadraṃ tadurīkṛtam ||
Was an ihren schlechten Verhaltensweisen auf dem Weg der Shruti getadelt wird, … ist aufgegeben worden. Was gut ist, wurde angenommen.
Anmerkung: Fragment: erstes Wort der zweiten Zeile beschädigt; nicht durch eine vermutete Konfessionsbezeichnung ersetzt.
- Guhyakali, Kapitel 12; Vorwort c, Gleichnis vom Schwan
miśritābhyāṃ payo'mbubhyāṃ kṣīraṃ haṃso yathā pibet | śubhāśubhābhyāṃ hi tathā śubhameva śrayet sudhīḥ ||
Wie der Schwan aus miteinander vermischter Milch und Wasser die Milch trinken soll, so soll der Einsichtige aus Gutem und Schlechtem das Gute wählen.
Anmerkung: Traditionelles Gleichnis, keine naturkundliche Aussage. Haṃsa ist im OCR beschädigt, im begleitenden Kommentar ausdrücklich belegt.
- Guhyakali, Kapitel 12; Vorwort c, Manu-Zitat innerhalb des Grundtextzitats
yaduktaṃ manunārthe'sminnavadhehi tadīśvari | nīcādapyuttamāṃ vidyāṃ kanyāratnaṃ saduṣkulāt ||
Beachte, Herrin, was Manu zu dieser Sache gesagt hat: [Man nehme] vorzügliches Wissen selbst von jemandem niedrigen Ranges an und eine als Juwel bezeichnete Braut selbst aus einer gering geschätzten Familie …
Anmerkung: Historische soziale Wertungen des Zitats; nicht als heutige Bewertung von Menschen übernommen. Die im Grundtext wiedergegebene Manu-Zuschreibung wird nicht unabhängig bestätigt.
- Guhyakali, Kapitel 12; Vorwort c, anschließender Halbvers
apyunmattānmahāmantramamedhyādapi kāñcanam |
… einen großen Mantra selbst von einem als wahnsinnig Geltenden und Gold selbst aus Unreinem.
Anmerkung: Unnummerierter Halbvers; Fortsetzung des vorangegangenen Zitats.
- Guhyakali, Kapitel 12; Vorwort c, Schluss der Abwägung
ataeva maheśāni proktaṃ yadyat sthale sthale | kāpālikaiḥ śubhaṃ vākyaṃ tanmayātropavarṇitam ||
Eben darum, Maheshani, habe ich hier jede gute Aussage dargelegt, die von den Kapalikas an den verschiedenen Stellen ausgesprochen wurde.
Anmerkung: Die Unterscheidung von Annahme und Kritik innerhalb derselben Quelle bleibt erhalten.
- Guhyakali, Kapitel 12; Vorwort c, anschließender Halbvers
teṣāmeva parityaktaṃ yadasadyauktikaṃ vacaḥ |
Von ihren Aussagen wurde dagegen verworfen, was unzutreffend oder nicht begründet ist.
Anmerkung: Die Verbindung asad-yauktika ist im OCR beschädigt; der Negationsbezug auf die Begründung ist aus dem Kontext erschlossen und nicht buchstabengetreu gesichert.
Guhyakali als Bewusstsein und Schutz
Die im Vorwort auszugsweise zitierten Hymnen richten den Blick auf die formlose Göttin und ihre schützende Gegenwart. Zwischen den Strophen fehlen Teile der Hymnen.
- Guhyakali, Sudhadhara-Stotra; Vorwort c, Zeilen 3411–3417
acintyāmitākāraśaktisvarūpā prativyaktyadhiṣṭhānasattaikamūrtiḥ | guṇātītanirdvandvabodhaikagamyā tvamekā parabrahmarūpeṇa siddhā ||
Du bist die Gestalt unvorstellbarer Kraft von grenzenlosen Formen, die eine Wirklichkeit, welche jeder einzelnen Erscheinung zugrunde liegt. Jenseits der Gunas und der Gegensätze bist du allein durch Erkenntnis zugänglich. Du allein bestehst als das höchste Brahman.
Anmerkung: Einzelne Sanskritzeichen, besonders prativyakty- und nirdvandva-, bleiben wegen des OCR unsicher. Der Hymnus wird im Vorwort genannt, ohne Kapitel- oder Versnummer. Nicht in ein fehlendes Kapitel eingeordnet.
- Guhyakali, Sudhadhara-Stotra; Vorwort c, Zeilen 3419–3424
viśuddhā parā cinmayī svaprakāśā'mṛtānandarūpā jagadvyāpikā ca | tavedṛgvidhāyā nirākāramūrteḥ kimasmābhirantarhṛdi dhyāyitavyam ||
Du bist ganz rein, die Höchste, aus Bewusstsein bestehend, aus dir selbst leuchtend, unsterbliche Glückseligkeit und die ganze Welt durchdringend. Was sollen wir von dir, deren Wesen auf diese Weise formlos ist, im Innersten des Herzens meditierend vergegenwärtigen?
Anmerkung: Zweite zitierte Strophe; die rhetorische Frage wird als Frage bewahrt.
- Guhyakali, Siddhitattva-Stotra; Vorwort c, Zeilen 3434–3437
yā vyāpya śaktyā nijayā jaganti viṣṭabhya bhūtāni tathākhilāni | varteti sarvopari citprakāśā sā guhyakālī paripātu viśvam ||
Die mit ihrer eigenen Kraft die Welten durchdringt und alle Wesen trägt, die über allem als Licht des Bewusstseins besteht: Diese Guhyakali möge die Welt beschützen.
Anmerkung: Verb varteti im OCR beziehungsweise Satzbau unsicher; der Sinn des Bestehens ist hinreichend gesichert. Keine Kapitel- oder Versnummer im Zitat.
- Guhyakali, Siddhitattva-Stotra; Vorwort c, Zeilen 3439–3442
saumyasvarūpamapahāya karālarūpaṃ […] daityadānavavadhāya bibharti guhyā | sā naḥ sadā vasatu cetasi vāci kāye tāpatrayaprabalapāvakavāridhārā ||
Ihre sanfte Gestalt ablegend, trägt Guhya eine furchtbare Gestalt …, um Daityas und Danavas zu töten. Sie möge stets in unserem Denken, unserer Rede und unserem Körper wohnen, wie ein Wasserstrom gegen das mächtige Feuer der drei Leiden.
Anmerkung: Fragment: ein Wort vor daitya beschädigt; lesbarer Rest vollständig übersetzt. Die Auslassungszeichen zwischen den Zitaten im Vorwort zeigen, dass keine fortlaufende Hymnusfassung vorliegt.
- Guhyakali, Siddhitattva-Stotra; Vorwort c, Zeilen 3444–3447
yā dhyātā kapilādibhiḥ kṛtayuge śrīcaṇḍayogeśvarī tretāyāṃ kṣitipaiśca siddhivikarālīti prasiddhākhyayā | vipraiḥ siddhikarālyanādyabhidhayā yā dvāpare gīyate sarvaireva janaistathā kaliyuge śrīguhyakālīti ca ||
Die im Krita-Yuga von Kapila und den anderen als Shri Chandayogeshvari meditiert wurde, im Treta-Yuga von Königen unter dem bekannten Namen Siddhivikarali; die im Dvapara-Yuga von Brahmanen unter dem anfangslosen Namen Siddhikarali besungen wird und im Kali-Yuga von allen Menschen als Shri Guhyakali.
Anmerkung: Mythische Zuordnung zu Weltzeitaltern; keine historische Datierung des Werkes. Mehrere Flexionsendungen im OCR unsicher.
Yoga, Befreiung und andere Ziele
Die Zitate aus Kapitel 11 unterscheiden weltliche Siddhis vom Streben nach Befreiung. Die vollständige Yoga-Lehre dieses Kapitels ist im vorhandenen Haupttext nicht enthalten.
- Guhyakali, Kapitel 11; Vorwort c, Halbverspaar zur Vereinigung
svādhiṣṭhāne kuṇḍalinī […] sadāśivaḥ | tayoḥ […] sāmarasyaṃ tatpūrvaṃ te mayoditam ||
Im Svadhishthana [ist] Kundalini, … Sadashiva. Ihre Einheit im selben Wesen, Samarasya, wurde dir von mir bereits zuvor dargelegt.
Anmerkung: Fragment: Ort Sadashivas und ein Verbindungswort beschädigt. Der Kommentar ergänzt einen Ort, der nicht als gesicherter Grundtext übernommen wird.
- Guhyakali, Kapitel 11; Vorwort c, Ritual und weltliche Ziele
devi kāpālikāḥ kaulā bhāṇḍikerā digambarāḥ | mauleyā bhairavādhvanyā vāmācārakarāśca ye ||
Göttin, die Kapalikas, Kaulas, Bhandikeras, Digambaras, Mauleyas, die dem Weg Bhairavas folgen, und diejenigen, die Vamachara ausüben …
Anmerkung: Satzfortsetzung in den folgenden Strophen.
- Guhyakali, Kapitel 11; Vorwort c, Fortsetzung
teṣāṃ nityārcane buddhiraihikārthe dhṛtātmanām | devyai dattvā surāṃ māṃsaṃ svayaṃ samupabhujya ca ||
… richten ihren Sinn auf tägliche Verehrung, während ihr Streben an weltlichen Zielen festhält. Nachdem sie der Göttin Alkohol und Fleisch dargebracht und selbst davon genossen haben …
Anmerkung: Lesung buddhiḥ im OCR als buddhir- zusammengezogen; die Satzverbindung bleibt als Fortsetzung erkennbar.
- Guhyakali, Kapitel 11; Vorwort c, Fortsetzung
ramamāṇāḥ saha strībhiḥ svacchandācāracāriṇaḥ | sādhayantyaihikānarthān siddhīrapi ca kāścana ||
… erfreuen sie sich mit Frauen und folgen einem selbstbestimmten Verhalten; sie erstreben weltliche Ziele und auch bestimmte Siddhis.
Anmerkung: Historische Beschreibung erwachsener Ritualpartner ohne Altersangabe; weder beschönigt noch grafisch erweitert.
- Guhyakali, Kapitel 11; Vorwort c, anschließender Halbvers
kāmayānā aihikārthān kurvate nāmṛte ratim |
Nach weltlichen Zielen verlangend, finden sie keine Freude am Unsterblichen.
Anmerkung: Der Kontrast zum folgenden Befreiungsweg ist Teil der Quelle.
- Guhyakali, Kapitel 11; Vorwort c, Befreiung als Ziel
ye kaivalye kṛtātmāno viraktāḥ śuddhabuddhayaḥ | ye siddhīraihikaphalaṃ tṛṇavad gaṇayanti ca ||
Diejenigen aber, die ihr Selbst auf Kaivalya ausgerichtet haben, losgelöst und von klarem Erkennen sind, die Siddhis und weltlichen Erfolg so gering wie einen Grashalm achten …
Anmerkung: Der Satz wird in der folgenden Strophe abgeschlossen; keine eigenständige vollständige Auswahlstrophe ohne diesen Anschluss.
- Guhyakali, Kapitel 11; Vorwort c, Fortsetzung
yeṣāṃ svarge'pi deveśi kaṭutumbīphalākṛtiḥ | te yogamevābhyasyanti nārcādhyānabalistavān ||
… für die sogar der Himmel, Herrin der Götter, wie die Frucht einer bitteren Flaschenkürbispflanze ist: Sie üben allein Yoga, nicht Verehrung, bildhafte Meditation, Bali oder Lobgesänge.
Anmerkung: Das hier zurückgestellte Dhyana steht in einer Aufzählung ritueller Handlungen; nicht als generelle Ablehnung jeder Meditation ausgelegt.
- Guhyakali, Kapitel 11; Vorwort c, die Brahmarshis
brahmaṇo mānasāḥ putrā ye teṣāṃ ca kulodbhavāḥ | brahmarṣayastaponiṣṭhāḥ śāntā dāntā jitendriyāḥ ||
Brahmas geistgeborene Söhne und die aus ihren Geschlechtern Hervorgegangenen, die Brahmarshis, fest in Askese, friedvoll, gezügelt und mit beherrschten Sinnen …
Anmerkung: Fortsetzung im folgenden Halbvers.
- Guhyakali, Kapitel 11; Vorwort c, anschließender Halbvers
te'nyān prakārān saṃtyajya yogābhyāsaṃ pracakrire |
… ließen andere Vorgehensweisen zurück und widmeten sich der Yoga-Übung.
Anmerkung: Unnummerierter Halbvers.
- Guhyakali, Kapitel 11; Vorwort c, Frucht des Yoga
yogena bhavabandho'yaṃ vināśamupagacchati | karmāṇi kṣayamāyānti pūrvajanmakṛtānyapi ||
Durch Yoga gelangt diese Bindung an das Werden zur Auflösung. Die Karmas schwinden, auch jene, die in früheren Leben geschaffen wurden.
Anmerkung: Spirituelle Wirkungslehre der Quelle, nicht als empirische Aussage formuliert.
- Guhyakali, Kapitel 11; Vorwort c, Erkenntnis und Befreiung
jñānaṃ prakāśate'tyarthaṃ śuddhaṃ yaddoṣavarjitam | jñānayogabalādeva bhavenmuktirna cānyathā ||
Reine, von Fehlern freie Erkenntnis leuchtet überaus deutlich auf. Allein durch die Kraft von Erkenntnis und Yoga entstehe Befreiung, auf keine andere Weise.
Anmerkung: Jñānayoga kann auch als zusammengehöriger Ausdruck „Yoga der Erkenntnis“ gelesen werden. Die Ausschließlichkeitsbehauptung gehört zum Text.
- Guhyakali, Kapitel 11; Vorwort c, unvollständige Anschlusszeile
phalamuktaṃ mukhyamasya […] vakṣye gauṇamataḥ param |
Die hauptsächliche Frucht davon ist genannt … Nun werde ich die nachgeordnete darlegen.
Anmerkung: Fragment: Die Fußnoten und moderne Erläuterung unterbrechen die zitierte Zeile; beschädigte Wörter sind nicht rekonstruiert.
- Guhyakali, Kapitel 11; Vorwort c, Nebenfrüchte
ārogyaṃ dehasaugandhyaṃ cirajīvitvameva ca ||
Gesundheit, Wohlgeruch des Körpers und langes Leben.
Anmerkung: Einzeln zitierter Halbvers; dies sind historische Verheißungen, keine gesundheitlichen Empfehlungen.
- Guhyakali, Kapitel 11; Vorwort c, Fortsetzung
sarvajñatvaṃ khecaratvaṃ kāmarūpitvameva ca | jāyate […] dūraśrotṛtvameva ca ||
Allwissenheit, die Fähigkeit, sich im Raum zu bewegen, und die Fähigkeit, nach Wunsch Gestalt anzunehmen, entstehen … sowie die Fähigkeit, in der Ferne zu hören.
Anmerkung: Fragment: eine weitere Fähigkeit in der zweiten Zeile ist beschädigt; die Hindi-Paraphrase wird nicht als Sanskritwortlaut eingesetzt.
- Guhyakali, Kapitel 11; Vorwort c, anschließender Halbvers
aṇutvaṃ ca mahattvaṃ ca śarīrasya nijecchayā |
Und Kleinheit wie Größe des Körpers nach eigenem Wunsch.
Anmerkung: Historische Siddhi-Verheißung, keine Beschreibung nachgewiesener Fähigkeiten.
- Guhyakali, Kapitel 11; Vorwort c, behandelte Yogaformen
kramayogo haṭhayogaḥ prāṇāyāmavidhistathā | āsanānāṃ ca sarveṣāṃ vidhānamupavarṇitam ||
Krama-Yoga, Hatha-Yoga, die Vorgehensweise des Pranayama und die Ausführung aller Asanas sind dargelegt worden.
Anmerkung: Rückblick innerhalb eines nur auszugsweise erhaltenen Kapitels. Die genannten vollständigen Anleitungen sind durch dieses Zitat nicht verfügbar.
- Guhyakali, Kapitel 11; Vorwort c, unterschiedliche Bedürfnisse
traikālikajñānaśālī tripuraghno jagatpatiḥ | caturyugācāradhartā sarvāntaryāmyadhīśvaraḥ ||
Der Vernichter Tripuras, Herr der Welt, besitzt Wissen um die drei Zeiten; er trägt die Verhaltensordnungen der vier Weltzeitalter und ist der höchste Herr, der alles von innen lenkt …
Anmerkung: Fortsetzung im folgenden Vers.
- Guhyakali, Kapitel 11; Vorwort c, Fortsetzung
jñātvā hārdamabhiprāyaṃ lokānāṃ viṣayaiṣiṇām | nyāsapūjājapabaliprabhṛtīnuktavān paraḥ ||
… erkannte die innere Absicht der Menschen, die nach Sinnesgegenständen verlangen, und lehrte Nyasa, Puja, Japa, Bali und weitere [Handlungen] …
Anmerkung: Nyasa ist rituelle Vergegenwärtigung durch Zuordnung von Mantras zu Körperstellen; Bali bezeichnet hier die rituelle Gabe.
- Guhyakali, Kapitel 11; Vorwort c, anschließender Halbvers
kāmakeliḥ saha strībhiryatra māṃsasurāśanam ||
… bei denen Liebesspiel mit Frauen und der Genuss von Fleisch und Alkohol vorkommen.
Anmerkung: Isolierter Halbvers im Zitat; nicht als Bestandteil einer modernen Yogapraxis dargestellt.
- Guhyakali, Kapitel 11; Vorwort c, schwieriger Übergang
ācārasya ca saṅkocaḥ svecchācāritvameva ca | prarocanātayā […] vartiṣyannīdṛśe'dhvani | duṣkaratvādasādhyatvād yogaṃ tadanu vai jagau ||
Die Begrenzung des Verhaltens und das Handeln nach eigenem Willen … als Anreiz … auf einem solchen Weg tätig …; wegen der Schwierigkeit und der mangelnden Ausführbarkeit lehrte er daraufhin Yoga.
Anmerkung: Fragment: Der argumentierende Übergang ist beschädigt. Die drei zitierten Zeilen werden nicht zu einer eindeutigen Stufenlehre ergänzt.
- Guhyakali 11.1130 (Frontispiz e,86–88); Parallelzitate c und e
vartmadvayaṃ bhagavatā darśitaṃ karuṇāvaśāt | yasyecchā vartate yatra sa tatra ramatāṃ sukham ||
Zwei Wege wurden vom Erhabenen aus Mitgefühl gezeigt. Wo jemandes Neigung liegt, dort möge er sich mit Freude betätigen.
Anmerkung: Die beschädigte Anfangszeile des späten c-Vorwortzitats wird durch c298–300 vollständig geklärt. Das Frontispiz e gibt11.1130 an und liest bhagavataḥ statt bhagavatā; im Vorwort e457–458 sind zudem die ersten Wörter umgestellt. Diese Varianten ändern den grundlegenden Sinn nicht.
Historische Ritualbegründungen und Teilnahmegrenzen
Diese Passagen begründen umstrittene Rituale innerhalb der Tradition und beschränken ihren Teilnehmerkreis. Die Übersetzung stellt sie nicht als heutige Praxisempfehlungen dar.
- Guhyakali, Kapitel 10; Vorwort c, rituelle Rechtfertigung
parastrīsaṅgamo madyopasevā prāṇimāraṇam | svārthaṃ cennarakāyaiva devārthaṃ sukṛtāya hi ||
Sexuelle Vereinigung mit der Frau eines anderen, Alkoholgenuss und das Töten von Lebewesen: Geschieht dies zum eigenen Vorteil, führe es zur Hölle; geschieht es für die Gottheit, gelte es als verdienstvoll.
Anmerkung: Historische Rechtfertigung des Textes, keine heutige ethische Zustimmung oder Praxisanregung.
- Guhyakali, Kapitel 10; Vorwort c, Fortsetzung
ko hetureva jānāmi devīprītikarā ime | rājājñevāpraṇodyeyaṃ saiva brūte sanātanī ||
Welcher Grund [liegt darin]? … Ich weiß: Diese [Handlungen] erfreuen die Göttin. Sie selbst, die Ewige, spricht es aus; wie eine königliche Anordnung sei dies nicht zurückzuweisen.
Anmerkung: Fragment: ko hetur eva jānāmi ist syntaktisch beschädigt; keine Negation oder vollständig geschlossene Begründung ergänzt.
- Guhyakali, Kapitel 10; Vorwort c, Fortsetzung
na pāpajanakaṃ yādṛk yajñārthaṃ paśughātanam | na kilbiṣakarastādṛk parastrīsaṅgamādikaḥ ||
Wie das Töten eines Opfertiers zum Zweck eines Yajna nach dieser Auffassung keine Sünde erzeugt, so gelte auch die Vereinigung mit der Frau eines anderen und Ähnliches nicht als sündhaft.
Anmerkung: Die Analogie ist die Argumentation der historischen Quelle; sie wird nicht als heutige Handlungsnorm übernommen.
- Guhyakali 10.1663, zitierter Halbvers; Vorwort c, wiederholt um Zeile4036
śaivāḥ smārtā yājñikāśca tāṃ na kurvanti pārvati |
Shaivas, Smartas und vedische Opferpriester vollziehen sie nicht, Parvati.
Anmerkung: „Sie“ bezieht sich im Vorwort auf Shakti-Puja. Der Halbvers ist dort zweimal zitiert, hier einmal übersetzt.
- Guhyakali 10.1675; Vorwort c, Zeilen4034–4035
na sādhakaṃ vinā nāryā na puṃsaḥ sādhikāmṛte | mantrāḥ siddhyanti deveśi kalpakoṭiśatairapi ||
Ohne einen Sadhaka gelangen für eine Frau und ohne eine Sadhika für einen Mann die Mantras nicht zur Vollendung, Herrin der Götter, selbst nicht nach Hunderten von Millionen Kalpas.
Anmerkung: Textaussage über rituelle Partnerschaft. Daraus wird keine allgemeine heutige Voraussetzung für Mantra-Meditation abgeleitet.
- Guhyakali 10.1667, zitierter Halbvers; Vorwort c
caturthāśramiṇo muktvā ye kālyarcanatatparāḥ |
Ausgenommen die Angehörigen des vierten Ashrama: diejenigen, die sich der Verehrung Kalis widmen …
Anmerkung: Satzfragment: Der vierte Ashrama bezeichnet Sannyasa; der vollständige Folgesatz ist hier nicht zitiert.
- Guhyakali 10.1664; Vorwort c, Zeilen4039–4041
kaulānāmāgamajñānāṃ tāntrikācāravartinām | anukalpapradātṝṇāṃ madhyasthānāṃ […] ca ||
Für die Kaulas, die Agamas kennen und tantrischem Verhalten folgen, für jene, die Ersatzgaben darbringen, für die Madhyasthas und …
Anmerkung: Fragment: letzter Ausdruck beschädigt; der im Vorwort vorausgesetzte Gegenstand ist die Berechtigung zur Shakti-Puja.
Zusätzliche Zitate in Datei e
Die Kommentare der Kamakala-Ausgabe zitieren einzelne Stellen aus fehlenden Guhyakali-Kapiteln. Die angegebenen Versbereiche stimmen nicht immer mit der Länge des Zitats überein.
- Guhyakali 10.17–18, so der Kommentar e; Zeilen14134–14136
kṣakārādīnakārāntān varṇān svani vilomataḥ | binduyuktān paṭhan śaṅkhaṃ pūrayed vimalodakaiḥ ||
Während man die Laute in umgekehrter Folge, beginnend mit Ksha und endend mit Na, jeweils mit Bindu, rezitiert, fülle man das Muschelhorn mit reinem Wasser.
Anmerkung: Der Endlaut na und svani sind unsicher; nicht stillschweigend zur üblichen vollständigen rückläufigen Alphabetreihe ergänzt. Der Kommentar nennt17–18, obwohl nur eine Strophe zitiert ist.
- Guhyakali 11.17–18, so der Kommentar e; Zeilen14700–14701
dvātriṃśadaṅgulamito garbho yatrābhijāyate | etādṛśo maṇḍalastu cakrākāraḥ suvartulaḥ ||
Ein solcher Mandala, dessen Innenraum zweiunddreißig Fingerbreiten misst, ist scheibenförmig und vollkommen rund.
Anmerkung: Der Kommentar versteht maṇḍala hier als Altarfläche, nicht als gezeichnetes Yantra. Die Quellenangabe umfasst17–18, das Zitat nur eine Strophe.
- Guhyakali, Kapitel 12; Kommentar e, Zeilen15962–15963, beschädigte Versziffer16257
mayā kāmakalākālyā ayutākṣaranāmani | mantre mṛtyuñjayaprāṇe sarvā eva pradarśitāḥ ||
Sie alle wurden von mir im Mantra Kamakalakalis dargestellt, der „Zehntausendsilber“ und Mrityunjayaprana heißt.
Anmerkung: Im Zusammenhang sind Göttinnen verschiedener Amnayas gemeint. Die Quellenziffer16257 ist beschädigt, vermutlich1627; dies ist keine gesicherte neue Nummerierung.
Längere Guhyakali-Parallelformeln
Die folgenden Formeln werden ausdrücklich als Guhyakali-Parallelen angeführt. Sie ersetzen keine beschädigten Stellen der Kamakala-Fassung.
- Guhyakali 10.81–95, vierte Formel; Parallelzitat im Kommentar e zu Kamakala 11.61–70
[…] rahāṃ rahī […] rachā rachī […] amṛte amṛtodbhave amṛtasvarūpe amṛtavarṣiṇi mahāprakāśayukte svāhā |
[Beschädigte Bijas.] O Unsterbliche, aus dem Unsterblichkeitsnektar Hervorgegangene, deren Wesen der Nektar ist, die Nektar regnen lässt, mit großem Leuchten Verbundene: Svaha!
Anmerkung: Fragment: Die Bija-Folge ist erheblich beschädigt. Gesondertes Guhyakali-Parallelzitat; nicht in die Kamakala-Fassung eingeschoben. Die Formel dient der im Kommentar beschriebenen Aufhebung eines Fluchs auf das Ritualgetränk.
- Guhyakali 10.81–95, fünfte Formel; Parallelzitat e, Zeilen16195–16200
[…] śrīṃ […] klīṃ strīṃ […] tiraskariṇi sakalajanavārvādini sakalapaśujanavākcakṣuḥśrotraghrāṇajihvātvacastiraskāraṃ kuru kuru phaṭ phaṭ |
[Beschädigte Bijas.] Tiraskarini, … bewirke, bewirke die Verdeckung beziehungsweise Zurückweisung von Rede, Augen, Gehör, Geruch, Zunge und Haut sämtlicher Pashu-Menschen! Phat, phat!
Anmerkung: Fragment: Anfangsbijas und Beiname sakalajanavārvādini beschädigt. Die Sinnesreihe ist trotz einzelner OCR-Störungen hinreichend verständlich. Pashu bezeichnet hier Menschen außerhalb der vorausgesetzten Einweihung. Diese längere Parallelfassung ergänzt keine fehlenden Silben in Kamakala 11.70.
Weitere überlieferte Ritualzitate
Die Auszüge aus Tarabhaktisudharnava und Purashcharyarnava bewahren zusätzliche Passagen, darunter zwei Strophen mit Verweis auf Guhyakali-Kapitel 16.
- Zusatzvers aus Tarabhaktisudharnava; Anhang 2 e, Zeilen17103–17104
kṣīreṇa brāhmaṇaistarpyā ghṛtena nṛpavaṃśajaiḥ | mākṣikairvaiśyavarṇaistu āsavaiḥ śūdrajātibhiḥ ||
Von Brahmanen soll sie mit Milch gesättigt werden, von Angehörigen königlicher Geschlechter mit Ghee, von Angehörigen des Vaishya-Standes mit Honig und von Shudras mit vergorenen Getränken.
Anmerkung: Als Mahakala-Samhita-Zitat überliefert, vom Herausgeber als im veröffentlichten Text nicht vorgefunden markiert. Historische Varna-Zuordnung, keine heutige Teilnahmebeschränkung.
- Guhyakali, Kapitel 16, Versziffer beschädigt; Anhang 2 e, Purashcharyarnava-Zitat
niśāmayādharāmnāyagocarān devatāmanūn | yatrādyabhūtā vikhyātā bhīmādevī bhayānakā ||
Höre die Gottheiten-Mantras, die zum unteren Amnaya gehören. Dort ist die furchterregende Bhimadevi als die ursprüngliche [Göttin] bekannt.
Anmerkung: Die gedruckte Versangabe nach Kapitel 16 ist im OCR nicht zuverlässig lesbar. Kein Haupttextkapitel16 liegt in den erschlossenen Dateien vor.
- Guhyakali, Kapitel 16; Anhang 2 e, Fortsetzung
kulajvālā ca durgā ca sarvāmnāyaprapūjitā | tayoḥ pūjā tu sarvatra nityatvenābhidhīyate ||
Kulajvala und Durga, in allen Amnayas verehrt: Ihre Verehrung wird überall als regelmäßig zu vollziehen bezeichnet.
Anmerkung: Kulajvala und nityatvena sind im OCR beschädigt; Sinn und Lesung bleiben entsprechend unsicher. Keine zusätzliche Kulajvala-Anleitung ergänzt.
- Guhyakali 10.175–176, so die Fußnote; Anhang 2 e, Meditation und Blüte
tataḥ prasūnaṃ saṃgṛhya trikhaṇḍāmudrayā sudhīḥ | karakacchapikāṃ baddhvā dhyānaṃ devyāḥ samācaret ||
Dann nehme der Einsichtige mit der Trikhanda-Mudra eine Blüte, bilde die Karakachchhapika-Mudra und vollziehe die Meditation über die Göttin.
Anmerkung: Die Zitatfolge umfasst drei Strophen, die Fußnote nennt175–176; die Differenz wird nicht durch erfundene Nummern aufgelöst.
- Guhyakali 10.175–176, Zitierbereich laut e; Fortsetzung
yasya mantrasya yad dhyānaṃ yādṛśaṃ parikīrtitam | tenaiva dhyānayogena dhyāyīta jagadambikām ||
Man meditiere über die Weltenmutter genau durch jene meditative Vergegenwärtigung, die für den betreffenden Mantra in der jeweiligen Gestalt gelehrt ist.
Anmerkung: Keine eigenständige Versnummer in dieser Zitatfassung sichtbar.
- Guhyakali 10.175–176, Zitierbereich laut e; Fortsetzung
[…] nāsāpuṭadvārā hṛdayāmbujamadhyataḥ | devīṃ puṣpe samānīya puṣpaṃ mantre pravinyaset ||
… durch die Nasenöffnung bringe man die Göttin aus der Mitte des Herzlotus in die Blüte und lege die Blüte … nieder.
Anmerkung: Fragment: erstes Wort und Zielangabe mantre („im Mantra“) sind beschädigt beziehungsweise sachlich unklar. Keine nicht belegte Altar- oder Yantra-Angabe eingesetzt.
- Guhyakali 10.1707–1708; Anhang 2 e, erwachsene Shakti
snātāṃ divyāmbaradharāṃ nānālaṅkārabhūṣitām | yuvatīṃ pīnavakṣojāṃ tathā cākṛtabhojanām ||
[Eine Shakti,] gebadet, in kostbare Gewänder gekleidet, mit verschiedenem Schmuck geschmückt, eine junge erwachsene Frau mit vollen Brüsten, die noch nicht gegessen hat …
Anmerkung: Der Satz wird im nächsten Vers abgeschlossen. Yuvati bezeichnet hier eine junge Frau; keine minderjährige Altersangabe im Zitat.
- Guhyakali 10.1707–1708; Anhang 2 e, Fortsetzung
haste gṛhītvā vāmorau sthāpayecchaktimuttamām | aśaknuvāno voḍhuṃ tāṃ devīṃ vāme'tha vāsane ||
… führe man an der Hand und lasse diese vorzügliche Shakti auf dem linken Oberschenkel Platz nehmen. Kann man sie nicht tragen, [setze man] die Göttin links auf einen Sitz.
Anmerkung: Historische Ritualanweisung; als Zitat bewahrt, nicht zur heutigen Partnerpraxis umformuliert.
- Guhyakali 10.1618 und1624, laut Fußnote e; Bali-Zitat
gaṇeśavaṭukakṣetrapālebhyo balimāharet | yoginībhyaśca pūrvādiprādakṣiṇyena deśikaḥ ||
Der Deshika bringe Ganesha, Vatuka, Kshetrapala und den Yoginis Bali dar, vom Osten aus im Uhrzeigersinn.
Anmerkung: Deshika: Lehrer oder leitender Ritualkundiger. Die Fußnote nennt zwei getrennte Fundstellen; nicht als lückenloser Abschnitt ausgegeben.
- Guhyakali 10.1618/1624, laut e; anschließender Halbvers
gaṇādhipataye paścād vaṭukāya nivedayet |
Dem Herrn der Ganas, danach Vatuka, bringe man [die Gabe] dar.
Anmerkung: Unnummerierter Halbvers im Zitat. Die Wiederholung gegenüber der vorherigen Strophe bleibt sichtbar.
Dipini-Vidya mit unsicherer Zuschreibung
Der Herausgeber konnte diesen zitierten Abschnitt nicht im ihm verfügbaren Guhyakali- oder Kamakala-Text finden. Die lesbaren Aufbauanweisungen werden hier mit diesem Vorbehalt wiedergegeben.
- Dipini-Vidya; Anhang 2 e, Purashcharyarnava-Zitat, Zuschreibung unsicher
vāṅmāyā kamalābījaṃ vāgbhavādye niyojayet | tāraṃ lakṣmīṃ ca vāgbījaṃ manmathaṃ bhuvaneśvarīm ||
Man setze Vak, Maya und das Kamala-Bija an den Anfang von Vagbhava. Tara, Lakshmi, das Vag-Bija, Manmatha und Bhuvaneshvari …
Anmerkung: Der Herausgeber fand diesen Abschnitt weder im Guhyakali- noch im Kamakala-Khanda. Deshalb als Zitat mit unsicherer Mahakala-Zuschreibung gesondert bewahrt. Die Decknamen werden nicht zu Silben ergänzt.
- Dipini-Vidya, unsichere Zuschreibung; Anhang 2 e, Fortsetzung
tajjaptvā ca tataḥ paścād vāgbhavākhyaṃ samuccaret | praṇavaṃ bhuvaneśānīṃ ramāṃ kāmaṃ ca vāgbhavam ||
Nachdem man dies rezitiert hat, spreche man danach das Vagbhava Genannte aus. Pranava, Bhuvaneshani, Rama, Kama und Vagbhava …
Anmerkung: Satzfortsetzung im nächsten Vers; technische Formelbeschreibung.
- Dipini-Vidya, unsichere Zuschreibung; Anhang 2 e, Fortsetzung
kāmarājaṃ tato japtvā trailokyakṣobhakārakam | ūṃkāraṃ cāpi vāgbījaṃ ramāṃ manmathamāyayā ||
… und danach Kamaraja, das die drei Welten erschüttern soll. Sodann den Um-Laut, das Vag-Bija und Rama, mit Manmatha und Maya …
Anmerkung: Die Quelle schreibt ऊंकार, deshalb nicht stillschweigend in ओंकार geändert. Der Wortlaut bleibt eine Aufbauanweisung, keine vollständig ausgeschriebene Formel.
- Dipini-Vidya, unsichere Zuschreibung; Anhang 2 e, Fortsetzung
svapnāvatīṃ mahādevi japet tatra samāhitaḥ | praṇavaṃ cādharaṃ kāmaṃ ramāṃ ca bhuvaneśvarīm ||
… und dabei rezitiere man gesammelt Svapnavati, Mahadevi. Pranava, Adhara, Kama, Rama und Bhuvaneshvari …
Anmerkung: Adhara ist als Deckname bewahrt; keine fehlende Bija-Lesung ergänzt.
- Dipini-Vidya, unsichere Zuschreibung; Anhang 2 e, Fortsetzung
madhumatīṃ tato japtvā māyāśrīkūrcabījakam | praṇavādyaṃ ca deveśi haṃsabījapuṭīkṛtam ||
Nachdem man sodann Madhumati rezitiert hat: das aus Maya, Shri und Kurcha bestehende Bija, mit Pranava am Anfang, Herrin der Götter, vom Hamsa-Bija eingerahmt …
Anmerkung: Kurcha ist im OCR beschädigt; die Lesung bleibt unsicher. Putita bezeichnet die Rahmung einer Formel mit einem Laut oder einer Lautgruppe.
- Dipini-Vidya, unsichere Zuschreibung; Anhang 2 e, Schluss-Halbvers
etadbījaṃ samuccārya śaktikūṭaṃ tato japet |
Nachdem man dieses Bija ausgesprochen hat, rezitiere man anschließend den Shakti-Kuta.
Anmerkung: Die fehlenden konkreten Silben werden nicht ergänzt.
Bilder und Videos zur Vertiefung


Die folgenden Einführungsvorträge erläutern allgemeine Begriffe; sie sind keine Kommentare zu den einzelnen Versen.
Kali – die Schwarze Göttin
Tantra – Wort und Bedeutung
Weiterführende Seminare
- 26.12.2026 - 02.01.2027 Indische Rituale Ausbildung
Du interessierst dich für indische Rituale? Du hast die einzigartige Gelegenheit, in dieser Rituale Ausbildung bei Yoga Vidya die kleine Puja, große P…- Sukadev Bretz, Shankari Winkelbauer
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Kompakte, vielseitige Weiterbildung für Yogalehrer rund um Jnana Yoga und Vedanta.
Tauche tief ein ins Jnana Yoga und Vedanta, studiere die indischen S…- Vedamurti Dr Olaf Schönert
- 06.11.2026 - 08.11.2026 Asana Intensiv - Musikalisch-Meditativ
Yoga und Musik ergänzen sich ideal. Jede Asana wird von Musik, Mantra Gesang und anderen Klängen auf deiner Reise nach innen begleitet! Die Yoga Stell…- Gopi Jana Kretschmer da Conceição
- 06.11.2026 - 08.11.2026 Harmonium Lernseminar
Lerne, Harmonium zu spielen! Wenn vorhanden, bitte eigenes Harmonium mitbringen. Keine Vorkenntnisse nötig.- Alisa Yakhontova
Bilder und Videos · Quellen und Literatur · Verwandte Themen
Betrachtung zum gelesenen Abschnitt
Aufmerksam zu lesen bedeutet hier auch, die Grenzen eines Ausschnitts wahrzunehmen. Zugleich kann eine klar verständliche Aussage zum Begleiter werden: prüfen, nachdenken und das Erkannte im Leben erproben. Unterscheidungskraft und Hingabe können einander darin unterstützen. Die 108 ausgewählten Verse eröffnen einen nächsten Schritt für das persönliche Schriftenstudium.
Siehe auch
Die folgenden Tantra- und Yogaschriften eröffnen weitere Zugänge zum Studium. Ihre Lehren und Ritualordnungen sind jeweils in ihrem eigenen Zusammenhang zu lesen.
- Kularnava Tantra
- Vijnana Bhairava Tantra
- Mahanirvana Tantra
- Netra Tantra
- Rudrayamala Tantra
- Tantraloka
- Shiva Sutra
- Spanda Karika
- Sharada Tilaka
- Shiva Samhita
- Devi Mahatmya – ergänzende Lektüre zur Göttinnenverehrung
- Kali, Shakti, Bhakti Yoga, Jnana Yoga, Mantra, Japa, Meditation und Sadhana
Wegweiser durch die Ausgabe
- Einstieg: Einführung und Quellen · 108 Verse und Mantras
- IAST und Deutsch: Kamakala 1–15 · Guhyakali 1–4 · Guhyakali 5–8 · Guhyakali 9 · Guhyakali 13–14 · Medhasamrajyaprada-Sahasranama · Bijoddhara · Zusätzliche Grundtextzitate
- Devanagari: Übersicht · Kamakala 1–15 · Guhyakali 1–4 · Guhyakali 5–8 · Guhyakali 9 · Guhyakali 13–14 · Medhasamrajyaprada-Sahasranama · Bijoddhara · Zusätzliche Grundtextzitate
- Kapitelgruppe 5–9: Leseübersicht · Schriftübersicht