Philantrophie

Aus Yogawiki

Philanthropie bedeutet Menschenfreundlichkeit. Philos ist der Freund. Anthros ist der Mensch. Wer Menschen liebt, hat Philanthropie. Im Konkreten bedeutet Philanthropie auch Wohltätigkeit, Mildtätigkeit, tätige Nächstenliebe. Philanthropie bezeichnet oft Wohltätigkeit eines Menschen, der es zu Reichtum gebracht hat und seinen Reichtum zum Wohl der Menschheit einsetzt. Philanthropie ist daher meist Wohltätigkeit im Großen.

Philantrophie - eine Tugend. Was ist Philantrophie ? Woher stammt das Wort? Wozu ist Philantrophie gut? Was sind ihre Grenzen? Wie kann man sie kultivieren? Was ist das Gegenteil von Philantrophie ?

In diesem Yoga Wiki werden über 1000 Tugenden und geistigen Eigenschaften beschrieben. Hier einige Erläuterungen, wie man die Eigenschaft der Philantrophie in Beziehung zu anderen Tugenden und geistigen Eigenschaften sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

Was ist Philanthopie?

Philantrophie ist der gute Wille allen Menschen gegenüber. Philantrophie ist die Liebe zur Menschheit, die sich hauptsächlich darin zeigt, für andere Gutes zu tun und dem Dienst an ihren Mitmenschen. Philantrophie ist eine Einstellung oder die Bemühung, die Zufriedenheit, oder die gesellschaftliche Erhöhung eines Menschen als Mensch, oder der Menschheit in größerem Rahmen zu fördern.

Philantrophie ist der Wunsch, oder die Bemühung, soziale Probleme zu mildern und gesellschaftlichen Annehmlichkeiten zu vermehren, wie sie auf toleranten Ansichten und vernünftige Gedanken des menschlichen Charakters und der Stellung basieren. Philantrophie ist umfassende Nächstenliebe, allerdings oft in seinen Objekten konkretisiert. Philantrophie ist aktiver Humanismus. Philantrophie ist die Liebe zur gesamten Menschheit. Philantrophie ist guter Wille zu allen Menschen, bekundet durch freundliche Taten.

Derjenige, der versucht, der Menschheit zu nützen, ist ein Philantrop. Ein wahrer Philantrop lebte nicht für sich selbst sondern für die Welt. Ein Philantrop hat edle Empfindung für das Wohl der gesamten Welt. Ein Philantrop ist durch seine Freundlichkeit zu seinen Mitmenschen charakterisiert. Er arbeite für das wohl der Menschheit. Er ist ein Menschenfreund.

(nach einem Artikel von Swami Sivananda aus dem Buch"How to Cultivate Virtues und Eradicate Vice" Divine Life Society)

Philantrophie als hilfreiche Tugend

Auszug aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya, Yogalehrer, Meditationslehrer, spiritueller Lehrer, Seminar- und Ausbildungsleiter, Autor mehrerer Bücher. Sukadev Volker Bretz lernte 12 Jahre bei Swami Vishnu-devananda.

Philanthropie heißt Menschenfreundlichkeit. Philos heißt Freund und Anthros heißt Mensch. Philanthropie ist, ein Freund zu sein von anderen Menschen. Es gibt auch den Ausdruck "Philanthrop". Ein Philanthrop, das ist eben ein Freund der Menschen und die Eigenschaft "Menschenfreundlichkeit", das ist Philanthropie.

Ein Philanthrop bemüht sich, anderen Gutes zu tun, für andere Gutes zu tun. Oft wird als Philanthrop jemand bezeichnet, der irgendwie Geld hat und das Geld nimmt, um anderen zu helfen und zu dienen, also um karitativen Initiativen zu helfen usw.

Also, ein Philanthrop schaut: "Wie kann ich Menschen helfen?" Und er ist bereit, auch all sein Geld und all seinen Einsatz dort zu zeigen. Als Philanthrop gibst du aber auch nicht nur Geld, sondern du gibst auch deine Fähigkeiten, deine Eigenschaften.

Ein Philanthrop stellt sein Leben in den Dienst anderer Menschen. Und er macht das nicht nur von einem intellektuellen Vernunftstandpunkt aus, sondern es steckt eben Philos dabei und Philos heißt auch Freund, man macht es aus Liebe. Und Philanthropie ist also zum einen die Liebe zu anderen Menschen. Philanthropie heißt, dass man tief im Inneren überzeugt ist, andere Menschen sind gut, andere Menschen sind liebenswert.

Menschen sind liebenswert in ihrem Bemühen, was sie alles tun. Menschen sind liebenswert in dem, wo sie sich engagieren. Menschen sind liebenswert in ihren Schwächen, Menschen sind auch liebenswert in den Dummheiten, die sie machen. Menschen sind liebenswerte Geschöpfe.

Deshalb heißt es, Gott liebt alle Menschen so, wie sie sind. Und jemand, der Philanthropie hat, auch der liebt die Menschen so, wie sie sind, ohne sie unbedingt ändern zu wollen, aber in der Bereitschaft, ihnen helfen zu wollen. So ist Philanthropie zunächst mal eine innere Einstellung, eine Haltung, die man kultivieren kann.

Du kannst sie kultivieren, so wie du einen Menschen siehst, sagst du erstmal: "Ich mag dich." Bevor du irgendwas überlegst, sagst du erstmal: "Ich mag dich." Des Weiteren kannst du sagen: "Möge es dir gut gehen." Als drittes kannst du auch sagen: "Möge ich eine gute Kraft in deinem Leben sein, möge ich Gutes mit dir bewirken können."

Der nächste Schritt der Philanthropie ist dann eben auch, zu überlegen: "Was braucht der Mensch? Wie kann ich dem anderen Menschen helfen? Was habe ich für Gaben, die ich dem anderen Menschen mitteilen kann? Was kann ich teilen mit dem anderen?"

All das ist Ausdruck von Philanthropie. Also, - Philanthropie ist Menschenfreundlichkeit, Philanthropie ist Menschenliebe, Philanthropie heißt, dass du dein Leben für andere geben willst, dass du dein Leben widmen willst, Gutes für andere zu bewirken und das mit Liebe tust.

Misanthropie und Philanthropie

Der große Yogameister Swami Sivananda hatte viel Philanthropie

Misanthropie heisst Menschen nicht zu mögen, Philanthropie heisst Menschen zu mögen. Misanthropie ist das Gegenteil von Philanthropie.

Woher kommt das Wort Philantrophie?

Philanthropie ist ein Wort, das von den Franzosen im 19. Jahrhundert geprägt wurde. Es sollte ein säkularer Ausdruck sein statt "Nächstenliebe", denn der Ausdruck "Nächstenliebe" ist ja vom Christentum geprägt, und Nächstenliebe ist etwas, was in der Bibel steht. Da gibt es die Agapae, das ist der griechischer Ausdruck für Nächstenliebe , und dann wurde überlegt: "Wie können wir einen weniger religiösen Begriff nehmen: und so ist man auf den begriff Philanthropie gekommen.

Philos heisst Freund, Anthropos ist der Mensch, Philanthropie hat jemand, der Menschen mag. So gilt es Philanthropie zu entwickeln, nicht nur im Sinne das man Menschen mag sondern eben auch dass man ihnen Gutes tut. Philanthropie heisst also auch, dass man Gutes tut für andere, das man spendet, das man sein Leben dem Guten für andere widmet. Also das, was wir auch als Nächstenliebe bezeichnen.

Menschen sind manchmal eigenartig

Misanthropie ist das Gegenteil von Philantrophie: also Menschen nicht zu mögen und das kann dann soweit gehen, dass man Menschen hasst. So gibt es gibt Menschen, die nur mit Hunden zusammen sein wollen, oder nur mit Tieren. Mark Twain hat auch mal gesagt: "Der Unterscheid zwischen Hunden und Menschen ist, der Hund beisst den nicht, der längere Zeit freundlich zu ihm ist."

Menschen sind manchmal eigenartig, aber trotzdem: Man kann Menschen lieben, und man kann Menschen lernen zu lieben. Trotz ihrer vielen verschiedenen Probleme und trotz ihrer verschieden Fehler die sie haben mögen. Wenn du also merkst, dass du Menschen nicht magst, dass du vielleicht Misanthropie, statt Philanthropie hast, dann solltest du lernen Menschen besser zu verstehen.

Alles verstehen, heißt alles verzeiehn

Manchmal hilft es, an die Aussage der Evolutionsbiologie zu denken, die eben sagt: "Jedes menschliche Verhalten hat vom Standpunkt des Überlebens und der Fortpflanzung immer irgendeinen Sinn" Außerdem kannst du lernen Menschen zu verstehen. Es gibt den schönen Ausdruck: "Alles verstehen heisst, alles verzeihen."

Es gibt ja das Phänomen das Menschen immer die Hauptperson in einem Roman oder in einem Film lieben. Warum? Wenn man mehr über einem Menschen weiss und ihn besser versteht, dann mag man ihn, das geht ja soweit, dass man die Hauptperson selbst dann mag wenn sie unethisch ist. Also: Es gibt ja auch irgendwelche Verbrecherfilme, wo ein Mensch Dinge tut die man niemals für gutheissen würde, aber man mag den Menschen, man versteht ihn. In diesem Sinne:

  • Lerne mehr über die Menschen um dich herum. Versuche sie mehr zu verstehen.
  • Sprich mit ihnen. Erkundige dich wie es ihnen geht, was sie tun und was sie machen, was ihnen wichtig ist. Es kann auch helfen die Lebensgeschichte des anderen zu erfahren. *Die einfachste Weise ist auch ein bisschen von dir zu erzählen.

Wenn du mehr von einem Menschen erfährst fängst du an ihn zu mögen, und wenn du noch mehr von ihm erfährst, fängst du vielleicht an ihn oder sie zu lieben. Weitere Möglichkeiten um Menschenliebe zu vertiefen sind:

  • Spüre den Menschen von deinem Herzen her, jeden Morgen und jeden Abend, ein paar Momente. Spüre den Menschen vom Herzen her und schicke ihm Lichtgedanken. Du kannst auch sagen "Lieber ... oder Liebe ...: Ich schicke dir Lichtgedanken. Möge es dir gut gehen. Mögen unsere Herzen füreinander offen sein. Mögen wir zusammen Gutes bewirken.
  • Eine nächste Möglichkeit wäre dem anderen einen Gefallen tun, dem anderen z.B. etwas zu schenken. Menschen denen man eine Gefallen tut, oder denen man etwas schenkt, die mag man danach auch.

Swami Sivananda hatte das auch gerne gesagt: "Gibt es irgendjemand mit dem du dich nicht verstehst, dann tu ihm etwas Gutes. Wenn man dem, der einem nicht so freundlich gesinnt ist, etwas Gutes tut entwickelt man etwas Liebe." Umgekehrt wird der andere vielleicht auch etwas Liebe entwickeln.

  • Und noch eine, allerletzte Technik: Sieh in dem anderen Gott, sieh dass der andere auch ein Aspekt Gottes ist. Du bist im Tiefen Inneren ein Aspekt Gottes, und der andere auch. So ähnlich wie beide Hände Teil des gleichen Körpers sind, sind alle Menschen Teil des göttlichen Körpers oder auch Kinder Gottes. Und daher: liebe die anderen Teile Gottes, liebe die anderen Geschwister von dir. So wirst du von einem Misanthrop zu einem Philanthrop.

Das waren ein paar Gedanken zum Thema Misanthropie und Philanthropie, ein Eintrag im Yogawiki Lexikon "Tugenden und Persönlichkeitsmerkmale" alles zu finden auf wiki.yoga-vidya.de

Aus folgendem Vortrag von Sukadev Bretz:

Ähnliche Eigenschaften wie Philantrophie

Ähnliche Eigenschaften wie Philantrophie, also Synonyme zu Philantrophie sind z.B. Menschenliebe, Menschenfreundlichkeit, Nächstenliebe, Wohltätigkeit.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Philantrophie übertrieben kann ausarten z.B. in Verschwendung. Daher braucht Philantrophie als Gegenpol die Kultivierung von Entsagung, Einfachheit, Askese, Einsiedlertum.

Gegenteil von Philantrophie

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Philantrophie, Antonym zu Philantrophie :

Philantrophie im Kontext von Tugendengruppen, Persönlichkeitsfaktoren und Temperamenten

Entwicklung von Philantrophie

Philantrophie kann man sehen als Tugend, als eine positive Eigenschaft. Vielleicht willst du ja Philantrophie in dir stärker werden lassen. Hierzu einige Tipps:

  • Nimm dir vor, eine Woche lang diese Eigenschaft der Philantrophie zu kultivieren. Du kannst nicht mehrere Tugenden auf einmal entwickeln. Aber es ist möglich, jede Woche eine Tugend, eine Eigenschaft, wachsen zu lassen.
  • Triff den Entschluss: "Während der nächsten Woche will ich die Tugend, die Eigenschaft, Philantrophie kultivieren, wachsen lassen, stärker werden lassen. Ich freue mich darauf, in einer Woche ein philantrosophischerer Mensch zu sein."
  • Nimm dir vor, jeden Tag mindestens eine Handlung auszuführen, die Philantrophie ausdrückt. Mache jeden Tag etwas, was du sonst nicht tun würdest, was aber diese Tugend zum Ausdruck bringt.
  • Wenn du morgens aufwachst, dann sage eine Affirmation, z.B.: "Ich entwickle Philantrophie ". Mehr Möglichkeiten zu Affirmationen findest du weiter unten.
  • Am Tag wiederhole immer wieder eine solche Affirmation:
  • Ich bin philantrosophisch.

Affirmationen zum Thema Philantrophie

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Affirmationen für mehr Philantrophie . Unter dem Stichwort "Affirmation" und "Wunderaffirmationen" erfährst du mehr darüber.

Klassische Autosuggestion für Philantrophie

Hier die klassische Autosuggestion:

  • Ich bin philantrosophisch.

Im Yoga verbindet man das gerne mit einem Mantra. Denn ein Mantra lässt die Affirmation stärker werden:

  • Ich bin philantrosophisch. Om Om Om.
  • Ich bin ein Philanthropiker, eine Philanthropike.

Entwicklungsbezogene Affirmation für Philantrophie

Manche Menschen fühlen sich als Scheinheiliger oder als Heuchler, wenn sie sagen "Ich bin philantrosophisch " - und sie sind es gar nicht. Dann hilft eine entwicklungsbezogene Affirmation:

  • Ich entwickle Philantrophie.
  • Ich werde philantrosophisch.
  • Jeden Tag werde ich philantrosophischer.
  • Durch die Gnade Gottes entwickle ich jeden Tag mehr Philantrophie

Dankesaffirmation für Philantrophie

  • Ich danke dafür, dass ich jeden Tag philantrosophischer werde.

Wunderaffirmationen Philantrophie

Du kannst es auch mit folgenden Affirmationen probieren, die Sukadev Volker Bretz als Wunderaffirmationen bezeichnet:

  • Bis jetzt bin ich noch nicht sehr philantrosophisch. Und das ist auch ganz verständlich, ich habe gute Gründe dafür. Aber schon bald werde ich Philantrophie entwickeln. Jeden Tag wird diese Tugend in mir stärker werden.
  • Ich freue mich darauf, bald sehr philantrosophisch zu sein.
  • Ich bin jemand, der philantrosophisch ist.

Gebet für Philantrophie

Auch ein Gebet ist ein machtvolles Mittel, um eine Tugend zu kultivieren. Hier ein paar Möglichkeiten für Gebete für mehr Philantrophie :

  • Lieber Gott, bitte gib mir mehr Philantrophie.
  • Oh Gott, ich verehre dich. Ich bitte dich darum, dass ich ein philantrosophischer Mensch werde.
  • Liebe Göttliche Mutter, ich danke dir. Ich danke dir dafür, dass ich jeden Tag die Tugend Philantrophie mehr und mehr zum Ausdruck bringe.

Was müsste ich tun, um Philantrophie zu entwickeln?

Du kannst dich auch fragen:

  • Was müsste ich tun, um Philantrophie zu entwickeln?
  • Wie könnte ich philantrosophisch werden?
  • Lieber Gott, bitte zeige mir den Weg zu mehr Philantrophie.
  • Angenommen, ich will philantrosophisch sein, wie würde ich das tun?
  • Angenommen, ich wäre philantrosophisch, wie würde sich das bemerkbar machen?
  • Angenommen, ein Wunder würde geschehen, und ich hätte morgen Philantrophie kultiviert, was hätte sich geändert? Wie würde ich fühlen? Wie würde ich denken? Wie würde ich handeln? Als philantrosophischer Mensch, wie würde ich reagieren, mit anderen kommunizieren?

Vortragsmitschnitt zu Philantrophie - Audio zum Anhören

Hier kannst du einen Vortrag von Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, anhören. Dieser Vortrag ist die Audio Version eines Videos zu Philantrophie, Teil des Yoga Vidya Multimedia Lexikons der Tugenden. <mp3player> http://tugenden.podspot.de/files/Philanthropie-Lexikon-der-Tugenden-Yoga-Vidya.mp3 </mp3player>

Siehe auch

Eigenschaften im Alphabet vor Philantrophie

Eigenschaften im Alphabet nach Philantrophie

Literatur

Weblinks

Seminare

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