Bruder

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Brüdergeschichten

Artikel aus „der Weg zum Selbst“ von Heinrich Zimmer

Brüder aus der Sicht der Mahabharata

Das große Epos Mahabharata enthält eine Geschichte, aus der ein Dramatiker (um das 3. Jahrhundert unserer Zeitrechnung) einen rührenden Einakter gesponnen hat: das Abenteuer eines alten Brahmanen mit seinen drei Söhnen. Er hat sich mit ihnen und seiner Frau auf eine Wanderung durch den wilden Wald gewagt, in dem menschenfressende Unholde hausen; aber er denkt, es werde ihm nichts geschehen, da Bhima, der große Held des Bharatageschlechts, sich eben in diesem Walde aufhält, um nach zehnjähriger Verbannung sich mit seinen Brüdern zum großen Endkampf mit den feindlichen Vettern zu rüsten, der ihm und den Seinen die Herrschaft über Indien schenken soll, Aber die Familie wird von einem menschenfressenden Unhold angefallen, der ein Opfer für seine Mutter sucht: sie hat gerade ein längeres Fasten

Gelübde erfüllt und ihm aufgetragen, ihr ein Menschenwild zum »breakfast« zu bringen. Der Alte bietet sich selbst zum Opfer an, um Frau und Söhne zu retten; aber der Unhold lehnt ihn ab: Er ist zu alt und dürr. Er weist auch die Frau zurück: seine Mutter will kein Weiberfleisch, So muss einer der Söhne daran glauben, Alle drei bieten sich als Opfer an; aber ehe der Dämon noch gewählt hat, ruft der Vater: »meinen Liebling, den Ältesten, kann ich nicht hergeben», — worauf die Mutter erwidert: »willst du den Ältesten behalten, so will ich den Jüngsten für mich,« — Der Mittlere aber, preisgegeben zwischen beiden, spricht: »beiden Eltern unerwünscht, — wem bin ich lieb?« — und der menschenfressende Unhold grinst ihm die Antwort: »mir gefällst du, komm schnell mit!« Unter Segensworten und Klagen der Seinen will er dem Unhold in den Tod folgen, als eine wunderbare Fügung den Helden Bhima auf den Plan bringt und alles zum Guten wendet.

Brüder aus Sicht der Veden

Die alten Veden wissen eine vorzeitliche Geschichte mit ähn-lichem Sinn, die noch aus der Zeit der Menschenopfer stammt. Ein König hat dem Götterkönig Varuna versprechen müssen, seinen Sohn zu opfern; aber der Sohn ist entflohen, und der Vater sucht einen Ersatz. Denn weil er säumt, hat Varuna, der eidhütende Gott, der in den Wassern wohnt, ihn mit Wassersucht geschlagen, Er findet in der Wildnis einen Brahmanen, der am Verhungern ist und bereit, ihm einen seiner drei Söhne als Opfer zu verkaufen; »da packte der Brahmane den Ältesten und rief: ,aber nicht diesen!' — ,aber auch nicht diesen!' fuhr die Mutter zu und umschlang den Jüngsten.« Über den Mittleren wurden sich beide einig und verkauften ihn dem Könige. Als er am Opferpfahl gefesselt stand, und sein herzloser Vater, da sich kein anderer Priester fand, ihn abzuschlachten, schon das Messer über ihm schwang, um noch einmal an ihm zu verdienen, erlöste der preisgegebene Sohn sich selbst und den kranken König vom Tode, indem er die Götter anrief und in hingerissener Schau Strophen sprach, die ihr Wesen trafen und zu Hilfe zwangen. Da fielen die Fesseln von seinem Leibe, und die Sucht wich aus des Königs Leib.

Der große Seher Vishvamitra nahm ihn an Sohnes Statt an, und die Strophen, mit denen er die Huld der Götter gewann, sind ein Teil des großen Hymnenbuches geworden, das als ältester Bestand der Veden über die Jahrtausende auf uns gekommen ist. Seine befreiende Tat erlöste das Ritual vom Grauen des Menschenopfers: an dessen Stelle ward fortan seine Geschichte in feierlicher Wechselrede vorgetragen.

Bruder im Kloster

Schwester und Bruder sind auch Nonne und Mönch, sowie bes. in der Weltkirche "dear brothers and sisters" (anrede - das Gute fördern hoffentlich)

Siehe auch

Literatur

  • Der Weg Zum Selbst von Heinrich Zimmer, Rascher Verlag Zürich, 1944, 1. Auflage