Swami Swayamprakasa Brahmendra Saraswati

Aus Yogawiki

Swami Swayamprakasa Brahmendra Saraswati: Swami Swayamprakasa Brahmendraji hörte früher auf den Namen Krishnamoorthy. Er wurde an einem Dienstag, am 28. November 1871, in dem Dorf Kalpattu im Bezirk South Arcot, Tamil Nadu geboren. Sein Vater, Ramaswami Sastrigal, war ein frommer Veda-Gelehrter und ein armer, aber respektierter Brahmane. Seine Mutter hieß Janaki und war eine Frau von hoher seelischer Reinheit und Reife.

Swami Brahmendraji wurde an drei Orten ausgebildet: Thiruvidaimarudur, Kumbakonam und Thiruvananthapuram. Nachdem er die Einschreibungsprüfungen bestanden hatte, widmete er sich motiviert und voller Tatendrang dem Studium des Sanskrit. Er studierte unter Bala Saraswati Bhatta Sri Narayana Sastrigal, einem sehr gebildeten Gelehrten. Danach studierte er Tamil-Poesie. Swamiji besaß die wunderbare Gabe, sich Dinge anhaltend merken zu können. Er konnte lange Text-Passagen in exaktem Wortlaut und mit passenden Kommentaren ohne große Anstrengung zitieren.

Krishnamoothy arbeitete später dann für einige Zeit als Schulleiter in einem Nachbardorf. Darauf nahm er eine Anstellung als Büroangestellter im Siedlungsbereich mit einem Monatsgehalt von 50 Rupien an.

Der Bruder von Krishnamoorthy drängte ihn dazu, sich zu verheiraten, er aber wies das mit Bestimmtheit zurück. Er gab seine Arbeit auf und wandte sich nach Norden, um einen Guru zu suchen. In Kashi traf er Swami Dakshinamoorthy, wurde sein Schüler und blieb die nächsten drei Jahre bei ihm. Unter dem Swami studierte er sehr gründlich Vedanta. Außerdem diente er einem schweigenden Muni für sechs Monate in Kashi.

Von da aus führte es Krishnamoorthy zu einer Höhle, die oberhalb von Bana Tirtha in der Nähe von Papanasam, Bezirk Tirunelveli, lag. Dort sah er zum ersten Mal den strahlenden Sannyasin, den Avadhuta Sadguru Brahmendra Saraswati, allgemein unter dem Namen Judge Swamigal bekannt.

Avadhuta Swami wollte Krishnamoorthy prüfen und als Test bewarf er ihn mit Steinen. Krishnamoorthy ertrug das alles mit Fassung und Geduld. Er versorgte Swamigal sogar mit Steinen, damit dieser sie weiter auf ihn werfen konnte. So fand der Swami heraus, dass Krishnamoorthy wirklich reif und vorbereitet genug für die Einweihung war.

Auf Anweisung des Swami ging Krishnamoorthy am Vollmond-Tag im Juni 1891 zurück zu seinem Elternhaus nach Kanappettai. Er verbrachte drei Stunden mit seiner Mutter und besprach sich mit ihr. Sie kamen überein und von nun an trug er keine Kleider mehr am Körper und wurde ab sofort ein asketischer Wandermönch.

Swami Swayamprakasa Brahmendra Saraswati zog durch die Gegend, mal hierhin, mal dorthin. Wenn er hungrig war, aß er, was er kriegen konnte, und wann immer er müde wurde, machte er eine Pause. Er besuchte Nerur im Bezirk Tiruchirapalli, wo es den Samadhi von Sadasiva Samadhi gibt. Auf seinen Wanderungen kam er durch verschiedene Dörfer im Bezirk Thanjavur. In Tiruvannamalai blieb er für einige Monate und lebte in einer Höhle. Er reiste so durch ganz Indien und ging auch nach Badrinath. Da Swami Brahmendra nackt war, wurde er von der Polizei aufgegriffen und eingesperrt. Krishnaswami, ein prominenter Anwalt, konnte ihn jedoch wieder frei bekommen.

Swami Brahmendra wurde vergiftet, sein Haar und sein Bart wurden in Brand gesteckt. Boshafte Männer führten ihm Frauen mit zweifelhaftem Ruf zu, die ihn zu verführen suchten. Mit einem Strick um seine Hüften wurde er in der heißen Sonne durch die Straßen geschleift. Schließlich zog der Swami weiter nach Sendamangalam im Bezirk Salem und wanderte dann in den Kolli Bergen umher. Dort suchte er sich einen kleinen Hügel als Aufenthaltsort, um Buße zu tun. Sri K. Sundaram Chettiar, ein pensionierter Richter des Obersten Gerichtshofes, diente dem Swami mit Hingabe und voller Vertrauen.

Swami Brahmendra war das lebende Beispiel einer spirituellen Eminenz. Er praktizierte strengen Verzicht und die Entbehrungen des Avadhuta Ashrama. Wegen seiner Nacktheit musste er viele körperliche Qualen über sich ergehen lassen. Seine Geduld gegenüber den weltlich ausgerichteten, ignoranten, meist jugendlichen Menschen, die ihn mit Hohn und Spott überhäuften, war phänomenal. Früh in seinem Leben hatte er den Freuden und Annehmlichkeiten der Welt entsagt. Er hatte den Mut gehabt, sich auf den engen Pfad des Nivritti Marga zu begeben, mit dem brennenden Verlangen nach Selbstverwirklichung. Und er verfolgte diesen Kurs mit dem Segen seines Sadgurus mit unvermindertem Elan. Für eine große Anzahl von Schülern war er ein spiritueller Führer, ein Segen sowohl für Männer als auch für Frauen und Kinder.

Um Hingabe und Frömmigkeit in die Herzen der Menschen einfließen zu lassen, wünschte Swamiji, ein Standbild von Sri Dattatreya in seinem Ashram aufzustellen. Daraufhin nahm sein hingebungsvoller Schüler, Swami Sankarananda, in überschwenglicher Liebe und Ehrfurcht für seinen Swamiji, unglaubliche Mühen auf sich, um einen Tempel auf dem kleinen Hügel, auf dem der Ashram stand, zu bauen. Darin stellte er dann das Standbild von Dattatreya und auch eine Marmorstatue des Swamiji auf. Standbild und Marmorstatue in dem zweistöckigen Tempel bezeugen die großartige Genialität des Künstlers, der sie erschuf. Dieser ansehnliche Tempel auf dem kleinen Hügel mit seinem friedlichen und inspirierenden Umfeld und der verschönerte Ashram verdanken ihre Existenz einzig und allein Swami Sankaranda. Ihr jetziges bezauberndes Erscheinungsbild sind Zeugnis seiner gewaltigen, unermüdlichen Anstrengungen und bemerkenswerter Geduld und Fertigkeit.

Der Guhalaya ist auf dem Sannyasikaradu oder Sannyasikundu gebaut. Das kleine Hügelchen wird heute Dattagiri genannt. Der Dattatreya Tempel und der Guhalaya von Sendemangalam werden für immer als bleibendes Denkmal foertbestehen und so die Menschen an den Ruhm und die Größe eines weisen Heiligen erinnern, der im Dezember 1948 in Mahasamadhi einging.

Artikel aus dem Buch „Lives of Saints“ von Swami Sivananda, Divine Life Society, 2009.

Siehe auch

Literatur

  • Swami Sivananda: Die Kraft der Gedanken; Books. ISBN 3-922477-94-1
  • Swami Sivananda: Shrimad Bhagavad Gita, Erläuternder Text und Kommentar von Swami Sivananda; Mangalam Books. ISBN 3-922477-06-2
  • Swami Sivananda: Hatha-Yoga / Der sichere Weg zu guter Gesundheit, langem Leben und Erweckung der höheren Kräfte; Heinrich Schwab Verlag. ISBN 3-7964-0097-3
  • Swami Sivananda: Göttliche Erkenntnis; Mangalam Books. ISBN 3-922477-00-3
  • Swami Sivananda: Sadhana; Mangalam Books. ISBN 3-922477-07-0
  • Swami Sivananda: Autobiographie von Swami Sivananda; Bad Mainberg 1999. ISBN 3-931854-24-8

Weblinks

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