Vyadha Gita

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Die Vyadha Gita ist eine kurze Schrift über Dharma (Pflicht), Sadhana (spirituelle Praxis). Die Vyadha Gita beschreibt, wie man die Erleuchtung, Gottverwirklichung, erreicht, indem man seine Pflichten erfüllt und dabei spirituell praktiziert. Vyadha Gita heißt wörtlich Gesang (Gita) eines Schlachters (Vyadha).

Die Vyadha Gita ist eine Abhandlung eines rechtschaffenen Jägers bzw. Schlachters, der seinen Eltern mit großer Hingabe diente und dabei seine Pflichten erfüllte, die im Töten der Tiere und dem Verkauf des Fleisches bestanden. In der Vyadha Gita wird der Weise Kaushika darüber belehrt, wie eine Person Seligkeit dadurch erlangt, indem sie ihrem eigenen Dharma folgt. Die Vyadha Gita behandelt die allgemeinen Grundsätze zur Selbstreinigung und spirituellen Erhebung. Diese Vyadha Gita erscheint im Mahabharata und wird auch in der Shrimad Bhagavatam erwähnt.

Die wichtigsten Verse der Vyadha Gita

Swami Sivananda [1] erachtete die folgenden Verse als die wichtigsten der Vyadha Gita und schloss sie deshalb ein in seinem Werk Sarvagita Sara:

1. Dharma Vyadha sprach: Zuerst entsteht die mentale (psychische) Tätigkeit zum Zweck der objektiven Wahrnehmung. Daraufhin entstehen Lust und Zorn in den Wesen.

2. Zur Erfüllung des Endzwecks beginnt das Individuum, anstrengende Tätigkeiten auszuüben. Dann beginnt es, sich durch die Sinne der angenehmen und duftenden Dinge usw. zu erfreuen.

3. Dann kommt die Anhaftung und dann der Hass. Diesen beiden folgen dann Gier und Verblendung.

4. Wer von Gier erfüllt ist und von Liebe und Hass ergriffen wird, kann seinen Geist nicht in Richtung des Dharma lenken. Oder er folgt dem Dharma mit Hochmut (als ein Heuchler).

5-6. Unehrlich, mit falscher Gesinnung, hängt er dem Dharma an. Mit Unehrlichkeit verlangt er nach Reichtum. Wenn Reichtum dann durch Unredlichkeit angehäuft ist, beginnt der Geist nur noch daran seine Freude zu haben und fängt an, Sünden zu begehen, auch wenn ihn Freunde und weise Menschen davon abzuhalten versuchen.

7. Er führt die Srutis an als Erwiderung, obgleich gegen ihre Bedeutung, und hat eine Lebensweise, die dem Gesetz der Srutis entgegengesetzt ist. Er versinkt in die dreifachen Laster, geboren aus dem Übel der Anhaftung.

8. Er denkt an sündige Taten, spricht sündhaft und begeht sündige Handlungen. Bei einem, der der Unrechtschaffenheit hingegeben ist, ersterben sämtliche edlen Tugenden.

9. Solche sündigen Menschen befreunden sich mit denen, die ähnliche sündige Eigenschaften besitzen. Dadurch erleiden sie großen Kummer und begegnen sogar noch in der jenseitigen Welt dem Gram.

10. Das ist die Beschreibung der sündigen Person. Nun höre von der Befolgung des Dharma. Der Rechtschaffene sieht mit Hilfe seiner Klugheit alle Laster und Übel voraus.

11. Der Rechtschaffene ist im Glück und Unglück immer geborgen. Er dient den Heiligen. Aufgrund der Gemeinschaft mit Heiligen entwickelt er einen Geist, der sich im Dharma verankert.

12. Dieses Universum, diese ganze Welt ist das ewige Brahman – schwer zu erlangen -, welches als all die mächtigen Elemente erscheint. Das Universum ist nichts anderes als „Das“.

15. Die Eigenschaften von Tamas erzeugen Verblendung. Rajas ruft Erregung hervor. Sattva ist jedoch die vorzuziehende Eigenschaft, weil sie Licht und Reinheit ist.

16. Wer von der Avidya erfüllt ist, ist ein Tor – schläfrig und gefühllos. Seine Sinne sind unbeherrscht, er ist irregeführt, verärgert, lethargisch und faul.

17. Redegewandt, klug bei der Ausübung von Arbeiten, angesehen, ohne Missgunst, voller Wünsche, stolz und egoistisch ist die Person mit den Eigenschaften von Rajas.

18.Voller Licht und Intelligenz, mutig, wunschlos, neidlos, frei von Zorn, äußerst weise und selbstbeherrscht ist die Person mit den Eigenschaften von Sattva.

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