Sankt Birgitta

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Sankt Birgitta wurde als Birgitta Birgersdotter 1303 in Finsta (Schweden) geboren und starb am 23. Juli 1373 in Rom. Sie war eine große Mystikerin und Gründerin des Erlöserordens. Laut Legende hatte ihre Mutter kurz vor Sankt Birgittas Geburt eine Vision, in der Maria ihr erschien und ihr prophezeite, dass ihre Tochter eine große Heilige werden würde. Sankt Birgitta hatte in ihrer Kindheit dann auch Visionen des gekreuzigten Jesus.

Darstellung der heiligen Birgitta auf einer Altartafel in der Kirche von Salem, Södermanland (Hermann Rode, ca. 1480)

Nach der Heirat mit dem Adligen Ulf Gudmarsson war Sankt Birgitta einige Jahre Hofmeisterin am Hofe des Königs Magnus Erikssons. Mit ihrem Mann pilgerte sie 1341 nach Santiago de Compostela, woraufhin sich Ulf in ein Zisterzienser-Kloster zurückzog und drei Jahre später starb. Auf Wunsch von König Magnus gründete Sankt Birgitta 1346 eine eigene Klostergemeinschaft. Weitere Wallfahrten führten sie nach Rom und durch ganz Europa. Dadurch hatte sie einen guten Überblick über die Verhältnisse des Kontinents und setzte sich fortan für Friedensverhandlungen (Hundertjähriger Krieg) und Klärung der politischen Verhältnisse ein. Sie war Beraterin zweier Päpste und vieler Adliger. Den Birgittenorden, auch Erlöserorden genannt, gründete nach Sankt Birgittas Tod ihre Tochter Katharina, ausgerichtet jedoch an den Visionen und Offenbarungen ihrer Mutter. Der Gedenktag von Sankt Birgitta ist der 23. Juli.

Legende über Sankt Birgitta

Die heilige Brigitte wurde in Schweden geboren. Und obwohl sie aus einer reichen und adligen Familie stammt waren sie sehr religiös und fromm. Als Sankt Birgittas Mutter mit ihr schwanger war, machte sie mit vielen Menschen eine Reise auf einem Schiff, das Richtung Meer fuhr. Plötzlich erlitten sie Schiffsbruch und viele Menschen ertranken. Als der schwedische König die schwangere Frau erblickte, die gerade zu ertrinken drohte, kam er ihr zu Hilfe und brachte sie wohlerhalten ans sichere Ufer. Da erschien der Frau die Mutter Gottes. Sie trug ein leichtes Kleid und sah wunderschön aus. Die schöne Gestalt sprach zu ihr: "Du sollst wissen, dass du den Schiffbruch nur überlebt hast wegen deines ungeborenen Kindes. Du sollst dich immer gut um das Kind kümmern, denn das ist die Aufgabe, die dir Gott auferlegt hat."

Sankt Birgittas Kindheit

So zog die Mutter ihr Kind auf und umsorgte es liebevoll in den ersten drei Jahren. In den drei darauf folgenden Jahren gab das Kind kein einziges Wort von sich. Doch am Ende des dritten Jahres fing es plötzlich wieder an zu sprechen. Zur Verwunderung aller redete es sehr gerne und konnte sich so gut artikulieren wie ein Erwachsener. Sankt Birgittas Mutter verstarb sehr früh und sie wurde von ihrer Tante aufgezogen. Als sie im Alter von sieben Jahren eines Nachts in ihrem Bett lag, erschien neben ihr ein schöner Altar, auf dem eine junge Frau in ihren schönen Kleidern stand. Sie trug eine Krone in der Hand und fragte: "Birgitta, möchtest du diese Krone haben?" Da kam Birgitta näher zu ihr und die Frau setzte ihr die Krone auf. Sie hatte das Gefühl, als ob ein Kreis ihren Kopf umgeben würde. Daraufhin verschwand das Gesicht der Frau langsam wieder und Sankt Birgitta konnte die Krone nie vergessen.

Als Sankt Birgitta zehn Jahre alt wurde blühte sie auf wie eine schöne Blume. Da hörte sie eines Tages eine Predigt in der es um die heilige Jungfrau Maria ging. Die Predigt berührte sie so sehr, dass sie sie vollkommen verinnerlichte und auch noch daran dachte als sie sich schlafen legte. In der Nacht hatte sie einen Traum, in dem Jesus, ans Kreuz genagelt, zu ihr sprach und sagte: "Siehst du, Birgitta, was man mir angetan hat?" "Wer hat dir das angetan?", fragte Sankt Birgitta. "Das waren und sind die Menschen, die mich verleugnen und meine göttliche Liebe unbeachtet lassen." Das traf Birgitta so sehr, dass sie nicht mehr an Maria denken konnte ohne diesen Schmerz zu empfinden, der durch das Leid hervorgebracht wird.

Im Alter von zwölf Jahren trieb Birgittas Tante sie zu so viel Arbeit an, dass sie keine freie Minute mehr hatte. Und als sie merkte, dass ihr niemand bei der vielen Arbeit helfen konnte, betete sie zu Jesus. Dieser schickte ihr einen Engel, der Birgitta bei der Arbeit half, sodass sie mit augenscheinlichem Fortschritt sehr schnell fertig wurde. Die Tante sah den Engel in Gestalt einer fremden, jungen Frau, die Birgitta half. Sie fragte all ihre Diener und Knechte, ob sie die Frau kennen, die in ihr Haus eingedrungen war. Doch niemand konnte ihr diese Frage beantworten. Also fragte sie schließlich Sankt Birgitta wer die Frau gewesen ist. Diese antwortete: "Ich habe niemanden gesehen." Die Tante betrachtete aufmerksam die Arbeiten, die die Frau gemacht hatte, und stellte mit Erstaunen fest, dass sie meisterlich verrichtet wurden. Auch die anderen Leute, die die Arbeiten betrachteten waren begeistert und beschlossen, dass es sich dabei um ein Werk Gottes handeln müsse. Daraufhin endschied sich die Tante, die Arbeiten, die nun als großes Heiligtum galten, zu behalten.

Sankt Birgitta träumte davon, wie Maria und die Heiligen heimlich um Mitternacht zu Gott beteten. Deshalb peinigte sie sich selbst, indem Sie nachts wach blieb oder sie stellte sich nach draußen in die Kälte bis ihre Glieder schmerzten. Wenn die anderen schliefen lag sie nackt auf dem Boden, streckte die Hände von sich und betete. Dabei flossen ihr die Tränen übers Gesicht. Eines Tages wollte die Tante nachts schauen, ob Birgitta gut schläft und fand das Mädchen nackt, durchgefroren und auf den Knien betend an ihrem Bett. Die Tante dachte, dass es sich dabei um den jugendlichen Leichtsinn von Birgitta handelte und beschloss, dass sie man ihr dieses Verhalten mit einer Bestrafung austreiben muss. Darauf ließ die Tante eine Rute holen. Mit dieser wollte sie Birgitta auspeitschen und ihr damit wieder Vernunft beibringen. Doch als die Tante die Rute in die Hand nahm und Birgitta jeden Moment damit rechnete die Schläge zu bekommen, zersprang die Route in tausend kleine Teile. Die Tante fragte: "Haben die anderen Frauen dir diese schwarze Magie beigebracht, damit du die Rute auf diese Weise zerstören kannst?" Und Birgitta antwortete mit Tränen in den Augen: "Nein, ich bin nur aufgestanden um denjenigen anzubeten, der uns von allem befreien kann." "Und wer soll das sein?", fragte die Tante. "Es ist der Mann, der gekreuzigt wurde. Der den ich neulich in meinen Träumen gesehen habe.", antwortete die unwissende Birgitta. Die Tante erkannte in diesem Moment, dass es sich bei dem Mann um keinen anderen als Jesus Christus handeln konnte.

Sankt Birgittas Heirat

Als die heilige Jungfrau in ein heiratsfähiges Alter kam, beriet sich ihr Vater mit seiner Familie, wem er sie zur Ehefrau geben sollte. Sankt Birgitta äußerte den Wunsch, dass sie mit einem stolzen, tugendhaften jungen Edelmann verheiratet werden wollte, der klug und vorsichtig wäre. Mit einem solchen Mann ergriff sie die heilige Ehe und lebte mit ihm in Liebe und Begehrung. Sie gaben sich große Mühe ein aufrichtiges Leben zu führen und mit keinem Menschen in Konflikt zu geraten. Sankt Birgitta war fleißiger darin gute Werke zu tun als ihr Mann. Sankt Birgitta war niemals untätig in ihrem Haus. Zusammen mit ihren Mägden ging sie beständig ihrer Hausarbeit nach. Sie war sehr großzügig darin, Almosen zu geben, und richtete ein Haus zu einem Spital für bedürftige Menschen her. Sankt Birgitta wusch deren Füße, kleidete sie neu ein und gab ihnen zu Essen. Täglich nahm sie sich Zeit zum Lesen und Studieren. Ebenso wie weiches Wachs das Abbild von einem eingedrückten Siegel annimmt, wollte sich Sankt Birgitta durch die niedergeschrieben Taten und Tugenden der Heiligen prägen lassen.

Schwangerschaft und Pilgerreise

Sankt Birgitta war in ihrer Schwangerschaft dem Tode nah. Niemand glaubte daran, dass sie überleben würde. Sie selbst setzte ihr ganzes Vertrauen in Maria, der Mutter aller Seligkeit. In einer Nacht, als die Hebamme und andere Frauen neben Sankt Birgittas Bett wachten, erschien ihr Maria in leuchtender Gestalt. Klar und licht in schönen seiden Kleidern schneeweiß bekleidet. Maria umgriff Birgittas Glieder überall. Darüber wunderten sich alle Anwesenden. Nachdem Maria verschwand, gebar sie ohne Schmerzen. Als sie sich von der Geburt erholt hatte, erschien ihr die Mutter Jesu ein weiteres mal und sprach: "Ich bin zu dir gekommen, weil du bei deiner Geburt in großen Nöten warst. Sehe also zu, dass du mir in Zukunft nicht undankbar wirst. Und tue deinen Bestes, damit sich dein Kind auch zu meinem Kind entwickelt." Sankt Birgitta gab sich also große Mühe, ihre Kinder nach Gottes Geboten zu erziehen. Wie der Adler seine Kinder lehrt, hoch hinauf zur Sonne zu fliegen und dabei ihre Flugversuche überwacht, so tat es Birgitta mit der Erziehung für ihre Kinder. Außerdem bemühte sie sich redlich darum, ihren Ehemann an den himmlichen Wonnen teilhaftig werden zu lassen, obwohl er ein streitbarer Mann und großer Herr in der weltlichen Gesellschaft war. Durch ihre Unterweisungen überwand er alle irdischen Übel. Er tat viel Gutes für die armen Menschen und lernte zu erkennen, was Gott lieb war.

Danach pilgerten die Eheleute nach Santiago de Compostela zu Sankt Jakob. Und nachdem sie auf dem Weg viele Stätten und Heiligen besuchet hatten und auf der Heimfahrt waren, da wurde Sankt Birgittens Eheman sehr krank. Da rief Sankt Birgitta Jesus Christus zu Hilfe, der ihr zum Trost seinen heiligen Bischof Dionisius sandte. Der erschien ihr und sprach: "Ich will dir helfen, denn du bist mir gegeben worden in meine Obhut. Und das geb ich dir zu einem Zeichen: Dass dein Ehmann an dieser Krankheit nicht stirbet." So geschah es und Ulf wurde nach kurzer Zeit wieder gesund. Sie pilgerten daraufhin nach Rom an das Heilige Grab. Und da sie ihr Gelübde also vollbracht hatten, da zog sich ihr Mann von dieser Welt in ein Kloster zurück. Da blieb er bis zu seinem Tode und diente Gott ergeben.

Sankt Birgittens Pilgerschaft nach Rom

Nachdem ihr Mann gestorben war, schwor Sankt Birgitta sich, niemals mehr einen anderen Mann zu heiraten und zog sich in Trauer zurück. Die Trauer vertiefte ihre Verbindung zu Gott. Sie hatte eine Vision von Jesus Christus, in der sie sah, dass sie nach Rom fahren solle und dort so lange bleiben solle, bis sie den Papst und den Kaiser gesehen habe um mit ihnen über das Christentum zu sprechen. Für ihr Vorhaben wurde sie von allen Seiten verspottet und nicht ernst genommen. Sie aber gab sich ganz in Gottes Obhut und machte sich auf den Weg. Unterwegs traf sie Sankt Agnes, die ihr Latein beibrachte. Als Sankt Birgitta in Rom ankam, besuchte sie alle Stätten der Heiligen und pflegte, täglich zu schweigen und nur kurz zu antworten, wenn sie etwas gefragt wurde.

Da wurde Sankt Birgitta von einer schweren Krankheit erfasst, an der sie ein ganzes Jahr lang litt. Da erschien ihr Gott noch ein letztes Mal und rief sie zu sich. Sie verfügte noch rasch über ihr Testament und am fünften Tage nach der Vision rief sie alle ihre Bediensteten zu sich und stellte sie frei. Nachdem eine letzte Messe gehalten worden war, verstarb die heilige Sankt Birgitta im Monat August am Tag Apollinaris, des Märtyrers.

Siehe auch

Weblinks

Literatur

  • Das Leben der Heiligen, eine Auswahl aus der ältesten deutschen Druckausgabe von Heiligenlegenden "Das Passional", Insel Verlag, 1986, S. 54 - 61.
  • Swami Sivananda: Die Kraft der Gedanken; Books. ISBN 3-922477-94-1
  • Swami Sivananda: Shrimad Bhagavad Gita, Erläuternder Text und Kommentar von Swami Sivananda; Mangalam Books. ISBN 3-922477-06-2
  • Swami Sivananda: Hatha-Yoga / Der sichere Weg zu guter Gesundheit, langem Leben und Erweckung der höheren Kräfte; Heinrich Schwab Verlag. ISBN 3-7964-0097-3
  • Swami Sivananda: Göttliche Erkenntnis; Mangalam Books. ISBN 3-922477-00-3
  • Swami Sivananda: Sadhana; Mangalam Books. ISBN 3-922477-07-0
  • Swami Sivananda: Autobiographie von Swami Sivananda; Bad Meinberg 1999. ISBN 3-931854-24-8

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