Sankt Jakob

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Sankt Jakob, "der Zerschnittene" oder auch "der Perser" genannt, wurde im 4. Jahrhundert in Persien in einer vornehmen christlichen Familie geboren und erlitt sein Martyrium am 27. November um 420 n. Chr. im heutigen Irak. Er wandte sich während der Christenverfolgung unter König Jezdegerd I. von seinem Glauben ab, fand aber durch Bitten seiner Mutter und seiner Ehefrau wieder zum christlichen Glauben zurück. Durch den persischen Thronfolger Bahrêm V. wurde er zu einem grausamen Tod verurteilt, indem ihm alle Glieder einzeln abgeschnitten wurden. Der Name "Jakob" bedeutet im hebräischen "Gott möge beschützen".

Russische Ikone von Sankt Jakob

Legende von Sankt Jakob, der zerschnitten wurde

Sankt Jakob und der König

Sankt Jakob, der auch "der Zerschnittene" genannt wird, war von gutem Stand und im Land Persien geboren. Sein Vater und seine Mutter waren gute Christen. Und als Jakob alt genug war, gaben sie ihm eine Christin zur Frau. Nun war es so, dass der König den Perser Jakob sehr schätze und ehrte. Und weil Sankt Jakob den König ebenfalls sehr schätzte, verurteilte ihn sein Vater. Er würde den König zu sehr verehren und auch die Abgötter und würde nicht christlich genug leben.

Die Familie wendet sich von Sankt Jakob ab

Als Jakobs Mutter und seine Ehefrau das hörten, wurden sie sehr traurig und schrieben ihm einen Brief, in dem stand: "Durch Liebe und Gehorsam zum Vergänglichen hast du dich von dem abgewandt, der das Leben ist. Und mit diesem Wohlgefallen, das dir bald wie ein stinkendes Aas vorkommen wird, hast du dich abgewandt von dem guten Ewigen Geschmack. Darum sollst du wissen, dass wir uns von dir abwenden und weder bei dir noch mit dir wohnen wollen."

Nachdem Sankt Jakob diesen Brief gelesen hatte, weinte er und sprach: "So wie sich meine Mutter, die mich geboren hat, von mir entfremden will; noch viel fremder ist mir mein Gott geworden." Sankt Jakob war sehr betrübt und zeigte große Reue über seine Sünde. Er kehrte zu Gott zurück und besserte sich.

Die Drohung des Königs

Der König hörte davon und sprach: "Sag mir, bist du ein Christ geworden?" "Ja" antwortete Jakob. Darauf entgegnete der König: "Also bist du ein Zauberer." Doch Sankt Jakob erwiderte: "Nein, das liegt mir fern." Doch der Fürst drohte ihm, wenn er nicht von dem christlichen Glauben ablassen wolle, müsse er große Qual und Folter erleiden.

Sankt Jakobs Glaubensbekenntnis

Daraufhin sprach Sankt Jakob: "Mir macht deine Drohung keine Angst, denn dein Zorn geht an meinen Ohren vorbei wie ein Wind, der auf einen Stein bläst. Da sprach der Fürst: "Du sollst nicht so unsinnig reden, sonst musst du eines bitteren Todes sterben." Doch Jakob antwortete: "Ich fürchte den Tod nicht. Denn der Tod ist nur wie ein Schlaf, nach dem ich auf die Auferstehung hoffe."

Der König entgegnete: "Lass dir von den Christen nicht einreden, dass der Tod nur ein Schlaf sei. Selbst die großen Kaiser fürchten ihn." Da sprach Sankt Jakob: "Wir fürchten den Tod nicht, denn wir hoffen, dass wir durch den Tod zum Leben kommen."

Der Befehl, dass Sankt Jakob gefoltert wird

Das machte den Fürsten sehr wütend und er gab den Befehl, Sankt Jakob alle seine Glieder abschneiden zu lassen. Da schnitt man ihm den rechten Daumen ab und er schrie:" Oh, Herr Jesus Christus, empfange den Ast des Baumes deines Weingartens! Denn der Weingärtner schneidet den Schößling ab, damit der Weinstock fruchtbar wird."

Da sprach der Richter: "Wenn du nun von deinem Glauben ablassen und uns folgen willst, dann will ich dich schonen und verarzten." Da sprach Sankt Jakob: "Hast du dir nicht die Stämme des Weinstockes angeschaut? Wenn man diese beschneidet, dann fließt es an jeder Stelle aus, an der er beschnitten ist. Noch viel mehr fließt es aus dem treuen Menschen heraus, der dem Weinstock Christi hinzugefügt wird."

Da schnitt man ihm den andere Finger ab und er schrie: "Herr Jesus Christus, empfange den Ast, den deine rechte Hand gepflanzt hat!" Man schnitt ihm den dritten Finger ab und er sprach: "Ich bin von dreierlei Versuchung erlöst, darum lobe ich den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist."

Sankt Jakob lässt sich nicht bekehren

Da schnitt man ihm den vierten Finger ab und Sankt Jakob sprach: "Du Beschützer der Kinder Israels, der im Gesetz verkündet ist. Empfange von deinem Knecht das Lob des vierten Fingers." Da schnitt man Sankt Jakob den fünften Finger ab und er sprach: "Nun ist meine Freude erfüllt." Daraufhin sprachen sie: "Nun schone dich und folge uns, damit du nicht stirbst. Denn es gibt viele Menschen, die mit nur einer Hand noch viel Ehre und Gutes tun."

Doch da sprach Sankt Jakob: "Wenn die Hirten die Schafe scheren, nehmen sie die Wolle nicht allein von der rechten Seite und lassen die Linke ungeschoren. Genauso möchte eine vernünftiger Mensch doch lieber sterben für seinen Herrn Jesus."

Da nahmen sie seine linke Hand und schnitten ihm den kleinen Finger ab. Er sprach: "Herr, du warst der Größte und bist zum Kleinsten und Minderen geworden. Darum gebe ich dir meine Seele und meinen Leib." So schnitt man Sankt Jakob den siebten Finger ab und er sprach: "Herr, ich habe dein Lob an dem Tag siebenmal gesprochen."

Sie schnitten ihm den achten Finger ab. Sankt Jakob sprach: "Am achten Tag ist der Herr beschnitten worden für unser Heil." Da schnitt man ihm den neunten Finger ab und Sankt Jakob sprach: "Mein Herr Jesus Christus gab seinen Geist auf in der neunten Stunde." Schließlich schnitten sie ihm den zehnten Finger ab und Sankt Jakob sprach: "Unser Herr gab uns die zehn Gebote, damit wir sie erhalten konnten und dadurch behalten würden."

Standhaft im Glauben auch unter schlimmsten Schmerzen

Danach sprachen die Menschen, die dabei standen zu ihm: "Sprich nun zu dem Richter und sag ihm, dass du von deinem Glauben ablassen willst. Dann lässt er dich leben." Da sagte Sankt Jakob: "Wer seine Hand an den Pflug gelegt hat und danach hinter sich schaut, der ist des Reiches Gottes nicht würdig." Da wurden sie zornig und schnitten ihm die große Zehe des rechten Fußes ab. Sankt Jakob sprach: "Der Fuß Christi ist durchstochen worden." Da schnitt man ihm die andere Zehe ab. Sankt Jakob sprach: "Heute ist ein großer Tag, ich gehe heute zu dem starken Gott."

Dann schnitten sie ihm die dritte Zehe ab und warfen sie vor ihn hin. Da lachte Sankt Jakob und sprach: "Geh zu deinen Gesellen, du dritter Zeh und wie das Korn des Weizens viel Ernte bringt, so sollst du es auch mit deinen Gesellen tun. Da schnitt man ihm die vierte Zehe ab und Sankt Jakob sprach: "Meine Seele, warum bist du so sehr betrübt? Hab Hoffnung auf Gott, den jederzeit lobst." Sie schnitten ihm die fünfte Zehe ab. Da sprach Sankt Jakob: "Nun will ich sagen, dass Gott mich zu einem würdigen Gesellen, zu seinem Diener gemacht hat."

Den kleinen Zeh des linken Fußes schnitten sie ihm ab und Sankt Jakob sprach: "Kleines Zehlein, sei stark, denn es wird mir kein Haar gekrümmt." Man schnitt ihm eine weitere Zehe ab und Sankt Jakob sagte: "Zerbrecht das alte Haus und baut ein schönes neues." Da schnitt man ihm die dritte Zehe ab und auch die vierte und die letzte und Sankt Jakob sprach: "Herr, ich opfere dir zwanzig Stunden mit Fingern und mit Zehen."

Sankt Jakob erfährt Gott in seiner dunkelsten Stunde

Daraufhin schnitten sie ihm den rechten Fuß ab, da sprach er: "Nun opfere ich dem himmlischen König eine Gabe, wegen dessen Liebe ich das erleide." Danach schnitten sie ihm den linken Fuß ab, seine rechte Hand und auch seine Linke. Sie schnitten auch den rechten Arm und seinen linken ab und sein rechtes Bein bis auf die Hüfte. Sankt Jakob litt unter Schmerzen und schrie: "Oh, Herr Jesus Christus, hilf mir, denn mich haben die Seufzer des Todes umgeben."

Sankt Jakob sprach zu denen, die in folterten: "Unser lieber Herr wird mir ein neues Fleisch anlegen, das ihr nicht verwunden könnt." Zu diesem Zeitpunkt waren sie bereits seit dem Morgen bis zum Mittag mit seiner Folter beschäftigt und wurden allmählich müde. So schnitten sie ihm auch das linke Bein bis zur Hüfte ab.

Da schrie Sankt Jakob noch einmal und sprach: "Ein Herr der Lebendigen und der Toten, erhöre mich halb Toten! Oh Herr, ich habe keine Finger, die ich nach dir ausstrecken könnte, noch habe ich Hände, die ich dir reichen könnte. Und meine Füße sind verstümmelt und meine Knie sind auch verdorben, so dass ich sie nicht biegen kann. Ich bin wie ein Haus, das in sich zusammenfallen wird, wenn man die Säulen entnimmt. Erhör mich Herr und führe meine Seele aus diesem Kerker!" Und als er dies gesagt hatte, schlug man ihm sein Haupt ab. Da fuhr seine Seele zu den Ewigen Freuden. Und es kamen die Christen und begruben seinen heiligen Leichnam mit großen Ehren.

Siehe auch

Literatur

  • Das Leben der Heiligen, eine Auswahl aus der ältesten deutschen Druckausgabe von Heiligenlegenden "Das Passional", Insel Verlag, 1986, S. 158 - 163.
  • Swami Sivananda: Die Kraft der Gedanken; Books. ISBN 3-922477-94-1
  • Swami Sivananda: Göttliche Erkenntnis; Mangalam Books. ISBN 3-922477-00-3
  • Swami Sivananda: Sadhana; Mangalam Books. ISBN 3-922477-07-0

Weblinks

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