Ramesh Balsekar

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Ramesh Balsekar (25. Mai 1917 – 27. September 2009) war ein Schüler des späten Nisargadatta Maharaj, eines berühmten Advaita-Meisters. Von früher Kindheit an fühlte sich Balsekar zur non-dualistischen Anschauung des Advaita hingezogen, insbesondere zu den Lehren von Ramana Maharshi und Wei Wu Wie. Er schrieb über zwanzig Bücher, war Präsident der Bank of India und empfing bis kurz vor seinem Tode täglich Gäste bei sich zuhause in Mumbai.

Werdegang

Ramesh S. Balsekar war ein gebildeter junger Mann an der London School of Economics. 1940 heiratete er. Nachdem er sich auf der Karriereleiter hochgearbeitet hatte, diente er bis 1977, seinem obligatorischen Ruhestand im Alter von sechzig Jahren, ein Jahrzehnt lang als Generaldirektor (CEO) für die Bank of India in Bombay. Drei Jahre lang (1978-1981) war Ramesh einer der Übersetzer von Shri Nisargadatta Maharaj (1897-1981).

Während seiner frühen Jahre hatte Ramesh immer das Gefühl, eine Rolle in einem Stück zu spielen, die bald enden müsse und würde. Tief im Innersten war er davon überzeugt, dass es mit dem Leben mehr auf sich hatte, als bloß anderen Menschen voraus zu sein, es zu etwas zu bringen.

Die Antwort darauf kam bald nach seinem Ausscheiden aus dem Berufsleben, als er seinem Guru, dem wohlbekannten Weisen Shri Nisargadatta Maharaj, begegnete und bald täglich zu besuchen pflegte. Die absolute Erkenntnis davon, dass da keiner ist, der etwas tut ('no one does anything') geschah ihm 1979. Ramesh begann die meisten täglichen Reden Nisargadatta Maharajs zu übersetzen. Er selbst lehrte von 1982 an. Der „Auftrag“ zu reden wurde ihm von seinem Guru gegeben, so sagt er. In kleineren Gruppen begann er seine Reden oder „Gespräche“ zu führen und allmählich wuchs die Anzahl der Besucher, die kamen, um ihn zu hören. Seitdem schrieb er viele Bücher und hielt verschiedene Seminare in Europa und den USA. Bis kurz vor seinem Tod fuhr er damit fort, in seinem Haus in Mumbai Reden zu halten und Fragen zu beantworten.

Anfang August 2009 wurde er mit einem Beckenbruch ins Krankenhaus eingeliefert und am 12. August operiert. Während der Ausheilung zog er sich eine Lungenentzündung zu und verbrachte zwei Wochen auf der Intensivstation. Seine Lungenentzündung wurde als geheilt erklärt und so wurde er am 17. September aus dem Krankenhaus entlassen. Seine letzten Tage verbrachte er zuhause.

Lehre

Balsekar lehrte aus der Tradition der non-dualistischen Advaita Vedanta-Philosophie heraus. Seine Lehre knüpft an die Vorstellung einer endgültigen Quelle an, die Brahman genannt wird und aus der die Schöpfung entspringt. Sobald die Schöpfung hervorgegangen ist, funktionieren Welt und Leben entsprechend der Göttlichen Gesetze und der Gesetze der Natur mechanistisch. Während die Menschen glauben, dass sie Dinge tatsächlich selbst tun und Entscheidungen selbst treffen, ist der freie Wille in Wirklichkeit eine Illusion. Alles, was geschieht, rührt von dieser einen Quelle her und die tatsächliche Identität dieser Quelle ist reines Bewusstsein, welches unfähig ist, zu wählen und zu handeln.

Die falsche Identität, welche sich um die Vorstellung „Ich bin der Körper“ oder „Ich bin der Handelnde“ dreht, hält einen davon ab zu erkennen, dass eines Jeden tatsächliche Identität ungebundenes Bewusstsein ist. Wie andere Vedanta-Lehrer sagt auch er, dass uns Schöpfung und Schöpfer als unterschiedlich und getrennt erscheinen, tatsächlich aber zwei Seiten derselben Münze sind.

Balsekar lehrte, dass das Leben ein Geschehnis ist, ohne dass es einen persönlichen Handelnden des Lebens gibt.

Zitate

  • “Die letztendliche Wahrheit, wie Ramana Maharshi und Nisargadatta Maharaj und alle Weisen vor ihnen deutlich machten, ist, dass es weder Schöpfung noch Zerstörung, weder Geburt noch Tod, weder Schicksal noch freien Willen, weder einen Weg noch irgendein Ziel gibt. Alles, was da ist, ist Bewusstsein.“
  • “Was bedeutet die Aussage “Keiner kann Erleuchtung erlangen“? Dies ist die Wurzel der Lehre. Es bedeutet, dass es töricht ist, wenn ein sogenannter Meister jemanden auffordert, irgendetwas zu tun, um die Erleuchtung zu erzielen. Im Kern meint diese einfache Aussage, meiner Auffassung nach, dass Erleuchtung die Aufhebung desjenigen ist, der Erleuchtung will („the "one" who "wants" enlightenment“). Wenn Erleuchtung geschieht - was nur passieren kann, weil es der Wille Gottes ist – dann bedeutet das, dass derjenige, der vorher Erleuchtung erlangen wollte, aufgehoben worden ist. Deshalb ist da keiner, der Erleuchtung erlangen kann und folglich auch keiner, der sich an Erleuchtung erfreuen kann.“
  • "Der Witz ist, dass man selbst das Sichaufgeben nicht beeinflussen kann. Weshalb? Solange es ein Individuum gibt, welches sagt „Ich kapituliere“, gibt es einen Sichselbstaufgebenden, ein persönliches Ego … Was ich sagen möchte, ist, dass selbst die Selbstaufgabe nicht in unserer Hand ist.“
  • “Wo ist das “ich”? Das “ich” ist immer mit dem Körper verbunden und der Körper, durch ein Mikroskop gesehen, ist nichts als ein Spiel von Zellen, die entstehen und vergehen.“
  • “Wahrheit oder Realität selbst ist ein Konzept. Wenn du in der Wahrheit bist oder im Tiefschlaf , welcher eine blasse Reflektion der Wirklichkeit darstellt, in diesem Zustand des Tiefschlafs ist die Wahrheit. Und in dieser Wahrheit gibt ist keine Erfahrung. Im Wachzustand ist der Zustand des Tiefschlafs ein Konzept. Im Tiefschlaf ist er die Wahrheit. Doch wenn du an die Wirklichkeit denkst, an ein Subjekt, an das Absolute, an die Wahrheit, dann ist es ein Konzept. Nur wenn das Denken ganz aufhört, lebt die Wahrheit.“
  • “Wenn wir von Zeit und Raum sprechen, reden wir von unendlichem Raum und ewiger Zeit. Und doch bleiben Unendlichkeit und Ewigkeit ein mentales Konzept. Der Geist kann sich einen Zustand, der dem Auftreten von Raum und Zeit vorausgeht, nicht vorstellen. In dem Moment, indem man an die Wirklichkeit denkt, ist sie ein Konzept. Du bist die Wirklichkeit, aus der der gespaltene Geist ein Konzept macht. Du bist die Wirklichkeit, jedoch nicht als das „ich“.“
  • “Es ist ganz einfach. Denk nicht darüber nach, was du hier gehört hast. Denk einfach nicht darüber nach, was du glaubst, verstanden zu haben. Dann wird das Verstehen eine Chance haben, sich zu entfalten. Je mehr du jedoch darüber nachdenkst, was du verstanden hast, umso vergeblicher ist es.“
  • “Alles, was da ist, ist Bewusstsein. Und der Geist ist lediglich eine Reflektion dieses Bewusstseins.“

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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