Grihapravesha und Vastu Shanti in der Gayatri-Tradition
Grihapravesha und Vastu Shanti in der Gayatri-Tradition ist die feierliche Weihe eines neuen Zuhauses. Die Familie bittet darum, dass der Ort Menschen und Tieren Geborgenheit schenkt, dass gute Worte in ihm gesprochen werden und aus gemeinsamem Wohnen ein gegenseitiges Dienen wächst. Das Haus wird mit Wasser, Licht und einem gemeinsamen Yajna geheiligt. Nach der Verehrung des Vastu Purusha, des Hüters des Wohnorts, werden vierundzwanzig Gaben mit dem Gayatri Mantra und fünf besondere Vastu-Gaben ins Feuer gelegt. Am Ende empfangen alle den Friedenssegen und tragen einen selbstgewählten guten Vorsatz in das neue Hausleben hinein.
Die Anleitung folgt der Gayatri-Parivar-Tradition und der Hausweihe im Karmakand Bhaskar. Sie verbindet die dortige Vastu-Puja mit den vollständig ausgeschriebenen vorbereitenden und abschließenden Handlungen dieser Ordnung.
Vorbereitung
Gemeinschaft und Platz
Die Bewohnerinnen und Bewohner feiern gemeinsam. Eine mit der Gayatri-Parivar-Havanordnung vertraute Leitung führt die Rezitation; eine weitere Person reicht die Gaben. Für die Opferlöffel und das Feuer ist eine erfahrene Person verantwortlich. Die übrigen Beteiligten können die Gebete mitsprechen, Blumen darbringen und bei den Gayatri-Gaben nach dem Zeichen der Leitung mitwirken. Wählt einen hellen, ruhigen Zeitpunkt. Säubert das Haus, richtet den Hausaltar her und kommt dort als Familie zusammen. Mittelpunkt der Feier ist der gemeinsame Haussegen mit Puja und Havan; die Hausgemeinschaft weiht den neuen Wohnort dem Göttlichen und bekräftigt ihre gegenseitige Verantwortung.
Der Homa Kunda steht an einem tatsächlich geeigneten, gut belüfteten Feuerplatz, mit nicht brennbarer Unterlage und freiem Abstand zu Textilien. Im Wohnhaus ist dafür nur ein baulich geeigneter und dafür vorgesehener Platz zu verwenden; die Feuerzeremonie kann auch am geeigneten Außenplatz des Hauses stattfinden. Räumliche Enge wird nicht mit einer zu großen Flamme ausgeglichen. Die Gabe wird jeweils klein gehalten und in die ruhige Flamme gelegt. Ein Gefäß mit Wasser zum Löschen und eine Feuerdecke stehen griffbereit. Das heilige Feuer ist ein geehrter Gast, dem eine geordnete Umgebung bereitet wird.
Materialien
Bereite ein Bild von Gayatri und die vertraute Gurudarstellung vor. Ein sauberer Metallkalasha mit Wasser, rotem Faden und Blumen steht auf dem Altar; auf einer passenden, standsicheren kleinen Schale darüber befindet sich die Lampe. Als praktische Alternative kann die Lampe unmittelbar daneben stehen. Für Vastu Purusha dient eine eigene kleine saubere Stelle auf dem Altar als Platz für Reis und Blumen. Weitere Gottheiten werden innerlich vergegenwärtigt und am gemeinsamen Altar verehrt.
Benötigt werden reines Wasser in getrennten Trink-, Darbringungs- und Besprengungsgefäßen; Löffel, eine Auffangschale, Blüten oder Kusha-Gras zum Besprengen; Sandelpaste oder Roli, ungebrochener Reis, genügend Blumen, Räucherwerk, eine Arati-Lampe, rote Schutzfäden, etwas Stoff, eine kleine heilige Schnur als Altargabe oder Reis als Ersatz, Betelblatt und Betelnuss sowie eine Geldgabe für den guten Zweck. Eine kleine vegetarische Süßspeise dient als Naivedya und später als Prasad; die Speise für das Feuer liegt getrennt bereit.
Für den Havan braucht ihr geeignete trockene Hölzer, vier kleine besondere Opferhölzer, die Havanmischung der leitenden Tradition, Opferlöffel, Streichhölzer und einen langen Zündlöffel mit einer kleinen in Pflanzenöl getränkten Baumwollspitze, Ghee (bzw. Pflanzenöl), eine kleine Schale mit Wasser zum Auffangen der am Löffel verbleibenden Tropfen und für die Purnahuti eine kleine Betelnuss oder ein Stück trockenes Kokosfruchtfleisch. Für die fünf Vastu-Gaben wählen wir die im Quelltext erlaubte reine Gabe von Ghee (bzw. Pflanzenöl). Für Svishtakrit wird ein kleines Stück Süßspeise mit Ghee (bzw. Pflanzenöl) dargebracht. Enthält die Süßspeise Milch, verwendet Milch (bzw. Pflanzenmilch). Die pflanzlichen Zutaten sind heutige vegane Praxisalternativen; die überlieferten Mantras bleiben unverändert. Stellt alle Speisen getrennt von Asche, Farbmitteln und benutztem Wasser auf. Eine Zählliste mit 24 Feldern liegt für die Gayatri-Gaben bereit; eine helfende Person markiert nach jeder gemeinsamen Runde ein Feld.
Vor Beginn vereinbaren
Die Leitung trägt die Orts- und Kalenderangaben sowie den Namen in den Sankalpa ein. Die Felder {Land}, {Ort}, {Stelle}, {Jahr}, {Monat}, {Paksha}, {Tithi}, {Wochentag}, {Gotra} und {Name} sind Formularfelder, keine mitzulesenden Wörter. Wenn kein Gotra geführt wird, werden Gotra und die dazugehörige Wendung weggelassen; nichts wird zugewiesen oder erfunden. Die Sanskritform spricht eine Person als Vertreter der Gemeinschaft; persönliche Namensformen werden vor Beginn festgelegt. Spricht eine Frau, wird im Sankalpa die Form gotrotpannaḥ zu gotrotpannā angepasst. Die Ortsangabe außerhalb Indiens ersetzt die indische Ortskette der Vorlage durch das tatsächliche Land und den wirklichen Ort. Alle Beteiligten können ihren Namen und ihre Absicht vorher auf Deutsch aussprechen.
Die Bewegungen werden im ruhigen Tempo ausgeführt. Bei Pranayama spricht die Leitung, während die anderen atmen. Kleine, angenehme Atempausen genügen; eine überfordernde Atemverhaltung gehört nicht zur Feier. Beim Feuer bedeutet svāhā das Zeichen zum Darbringen. Idaṃ na mama – dies ist nicht mein Eigentum – erinnert daran, das neue Haus für Gastfreundschaft und Seva zu öffnen.
Durchführung
1. Die Geräte mit Segenswasser vorbereiten
Die helfende Person besprengt Altar, Opferhölzer, Gefäße und Gaben mit einer Blüte oder Kusha-Gras. Die Leitung spricht die fünf Reinigungsverse.
oṃ punāti te parisrutaṃ somaṃ sūryasya duhitā |
vāreṇa śaśvatā tanā ||
oṃ punantu mā devajanāḥ punantu manasā dhiyaḥ |
punantu viśvā bhūtāni jātavedaḥ punīhi mā ||
oṃ yat te pavitram arciṣy agne vitatam antarā |
brahma tena punātu mā ||
oṃ pavamānaḥ so adya naḥ pavitreṇa vicarṣaṇiḥ |
yaḥ potā sa punātu mā ||
oṃ ubhābhyāṃ deva savitaḥ pavitreṇa savena ca |
māṃ punīhi viśvataḥ ||
Die Tochter der Sonne reinigt den ausgepressten Soma durch das bleibende Filter. Mögen die göttlichen Wesen mich reinigen, mögen die Gedanken durch den Geist rein werden; mögen alle Wesen mich reinigen. Jatavedas, reinige mich. Agni, durch die reinigende Kraft, die sich in deiner Flamme ausbreitet, möge Brahman mich reinigen. Der Läuternde, der alles Erkennende, möge uns heute mit seinem Filter reinigen; er, der Reiniger, läutere mich. Göttlicher Savitar, reinige mich von allen Seiten durch deine Reinigung und deinen schöpferischen Antrieb.
2. Die Hausgemeinschaft begrüßen
Beim Hinsetzen werden einige Blüten oder gelbe Reiskörner segnend auf die vor der Feuerstätte sitzende Hausgemeinschaft gestreut.
oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śṛṇuyāma devā bhadraṃ paśyemākṣabhir yajatrāḥ |
sthirair aṅgais tuṣṭuvāṃsas tanūbhir vyaśemahi devahitaṃ yad āyuḥ ||
Götter, mögen wir mit unseren Ohren Gutes hören; Verehrungswürdige, mögen wir mit unseren Augen Gutes sehen. Mit kräftigen Gliedern und lobpreisendem Leib mögen wir die uns zugemessene, dem Göttlichen gewidmete Lebenszeit erfüllen.
3. Sich selbst reinigen
Jede Person hält etwas Wasser in der linken Hand und bedeckt es mit der rechten. Nach dem Vers besprengt sie Kopf und Körper mit wenigen Tropfen.
oṃ apavitraḥ pavitro vā sarvāvasthāṃ gato’pi vā |
yaḥ smaret puṇḍarīkākṣaṃ sa bāhyābhyantaraḥ śuciḥ ||
oṃ punātu puṇḍarīkākṣaḥ punātu puṇḍarīkākṣaḥ punātu ||
Ob unrein oder rein, in welchem Zustand man sich auch befindet: Wer des lotusäugigen Herrn gedenkt, wird außen und innen rein. Möge der Lotusäugige reinigen, möge der Lotusäugige reinigen, möge er reinigen.
4. Dreimal Achamana
Gib mit dem Löffel jeweils wenig sauberes Trinkwasser in die rechte Hand und nimm nach jeder Formel einen kleinen Schluck.
oṃ amṛtopastaraṇam asi svāhā |
oṃ amṛtāpidhānam asi svāhā |
oṃ satyaṃ yaśaḥ śrīr mayi śrīḥ śrayatāṃ svāhā ||
Du bist die Unterlage der Unsterblichkeit. Du bist die Bedeckung der Unsterblichkeit. Wahrheit, guter Ruf und Schönheit seien in mir; möge Shri in mir wohnen.
5. Die Shikha-Stelle berühren
Berühre mit angefeuchteten rechten Fingerspitzen die Stelle der Shikha am Hinterkopf. Wer eine Shikha trägt, ordnet sie und bindet ihren Knoten; alle anderen berühren einfach die Stelle.
oṃ cidrūpiṇi mahāmāye divya-tejaḥ-samanvite |
tiṣṭha devi śikhā-madhye tejo-vṛddhiṃ kuruṣva me ||
Große Göttin in der Gestalt des Bewusstseins, erfüllt von göttlichem Glanz: Weile an der Shikha und lass meine innere Leuchtkraft wachsen.
6. Den Atem sammeln
Sitze aufrecht. Verschließe das rechte Nasenloch sanft mit dem Daumen, atme links ruhig ein, halte kurz und angenehm beide Nasenlöcher geschlossen und atme rechts langsam aus; danach darf eine kurze natürliche Pause entstehen. Die Vorlage lässt als einfachere Form auch ruhiges Einatmen, kurzes Sammeln und Ausatmen durch beide Nasenlöcher zu. Die Leitung spricht währenddessen die vollständige Formel. Vergegenwärtige beim Einatmen göttliche Kraft, beim Sammeln ihr Ruhen im ganzen Körper und beim Ausatmen das Loslassen bedrückender Gewohnheiten.
oṃ bhūḥ oṃ bhuvaḥ oṃ svaḥ oṃ mahaḥ oṃ janaḥ oṃ tapaḥ oṃ satyam |
oṃ tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi | dhiyo yo naḥ pracodayāt |
oṃ āpo jyotī raso’mṛtaṃ brahma bhūr bhuvaḥ svaḥ oṃ ||
Om, Erde, Zwischenraum, Himmelswelt, Weite, schöpferische Welt, Glut und Wahrheit. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar; möge er unsere Einsicht anregen. Wasser, Licht, Lebensessenz und Unsterblichkeit sind Brahman, das Erde, Zwischenraum und Himmel durchdringt.
7. Die Organe dem Guten weihen
Nimm Wasser in die linke Hand. Tauche die zusammengenommenen rechten Fingerspitzen ein und berühre bei jeder Zeile den genannten Körperbereich: Mund, beide Nasenflügel, beide Augen behutsam außen, beide Ohren, beide Arme, beide Oberschenkel, schließlich den ganzen Körper mit einer segnenden Bewegung. Wo es zwei Seiten gibt, zuerst links, dann rechts.
oṃ vāṅ me āsye’stu |
oṃ nasor me prāṇo’stu |
oṃ akṣṇor me cakṣur astu |
oṃ karṇayor me śrotram astu |
oṃ bāhvor me balam astu |
oṃ ūrvor me ojo’stu |
oṃ ariṣṭāni me’ṅgāni tanūs tanvā me saha santu ||
Möge Sprache in meinem Mund sein; Lebensatem in meiner Nase; Sehkraft in meinen Augen; Hörvermögen in meinen Ohren; Kraft in meinen Armen; Stärke in meinen Oberschenkeln. Mögen meine Glieder unversehrt sein und mein Leib mit meinem ganzen Wesen in Einklang stehen.
8. Die Erde und den Sitz ehren
Halte etwas Wasser, Reis und eine Blüte in der rechten Hand, die linke darunter. Lege die Gaben in die Schale, berühre anschließend den Boden und verneige dich.
oṃ pṛthvi tvayā dhṛtā lokā devi tvaṃ viṣṇunā dhṛtā |
tvaṃ ca dhāraya māṃ devi pavitraṃ kuru cāsanam ||
Erde, durch dich werden die Welten getragen, und du selbst wirst von Vishnu getragen. Göttin, trage auch mich und reinige diesen Sitz.
9. Das Hausleben bewusst widmen
Halte Wasser, Reis und eine Blüte in der rechten Hand. Die Leitung spricht die ausgefüllte Formel vor; der Vertreter der Familie wiederholt sie. Mit der letzten Zeile werden die Gaben in die Schale gelegt. Der Vorsatz schließt das Wohl der Nachbarn und aller Gäste ein.
oṃ viṣṇur viṣṇur viṣṇuḥ |
śrīmad-bhagavato mahā-puruṣasya viṣṇor ājñayā pravartamānasya adya śrī-brahmaṇo dvitīye parārdhe śrī-śveta-vārāha-kalpe vaivasvata-manvantare bhūrloke jambūdvīpe {Land} deśe {Ort} kṣetre {Stelle} sthale {Jahr} vikrama-saṃvatsare māsānāṃ māsottame māse {Monat} māse {Paksha} pakṣe {Tithi} tithau {Wochentag} vāsare {Gotra} gotrotpannaḥ {Name} nāmāhaṃ satpravṛtti-saṃvardhanāya duṣpravṛtty-unmūlanāya lokakalyāṇāya ātmakalyāṇāya vātāvaraṇa-pariṣkārāya ujjvala-bhaviṣya-kāmanāpūrtaye ca prabala-puruṣārthaṃ kariṣye |
asmai prayojanāya ca kalaśādi-āvāhita-devatā-pūjana-pūrvakaṃ gṛhapraveśa-vāstu-śānti-karma-sampādanārthaṃ saṅkalpam ahaṃ kariṣye ||
Vishnu, Vishnu, Vishnu. Unter dem Gebot des erhabenen höchsten Purusha Vishnu, im zweiten Lebensabschnitt Brahmas, im Shveta-Varaha-Kalpa, im Manvantara Vaivasvatas, in der Erdenwelt, an dem genannten Ort und Tag, erkläre ich, die genannte Person: Ich will mit ganzer Kraft gute Neigungen fördern, schädliche Gewohnheiten überwinden, für das Wohl der Welt und das eigene innere Wohl wirken, die Atmosphäre veredeln und eine lichte Zukunft gestalten. Dafür fasse ich den Entschluss, nach der Verehrung der im Kalasha und am Altar eingeladenen Gottheiten diese Hauseinzugs- und Vastu-Shanti-Zeremonie zu vollziehen.
10. Das Tilaka empfangen
Die Leitung oder eine beauftragte Person gibt allen einen kleinen Punkt Sandelpaste oder Roli auf die Stirn. Dieser Tilaka erinnert an ein kühles, freundliches und Gott zugewandtes Denken.
oṃ candanasya mahat puṇyaṃ pavitraṃ pāpa-nāśanam |
āpadāṃ harate nityaṃ lakṣmīs tiṣṭhati sarvadā ||
Groß ist die heilige Kraft des Sandels: reinigend und Verfehlungen überwindend. Er nimmt beständig Bedrängnis hinweg; Lakshmi möge stets gegenwärtig sein.
11. Den Schutzfaden binden
Ein Helfer bindet den roten Faden locker ums Handgelenk. In dieser Überlieferung erhalten Männer und unverheiratete Mädchen ihn rechts, verheiratete Frauen links. Die empfangende Person schließt die betreffende Hand und legt die andere auf den Kopf.
oṃ vratena dīkṣām āpnoti dīkṣayāpnoti dakṣiṇām |
dakṣiṇā śraddhām āpnoti śraddhayā satyam āpyate ||
Durch das Gelübde erlangt man Weihe, durch die Weihe die rechte Gabe; durch Gebefreudigkeit wächst Shraddha, und durch glaubendes Vertrauen wird die Wahrheit erlangt.
12. Varuna im Kalasha begrüßen
Der Vertreter der Gemeinschaft berührt das Wassergefäß. Alle anderen halten die Hände in Anjali Mudra. Lege nach dem Einladungsmantra eine Blüte und etwas Reis an den Kalasha.
oṃ tat tvā yāmi brahmaṇā vandamānas tad āśāste yajamāno havirbhiḥ |
aheḍamāno varuṇeha bodhy uruśaṃsa mā na āyuḥ pramoṣīḥ ||
oṃ mano jūtir juṣatām ājyasya bṛhaspatir yajñam imaṃ tanotv ariṣṭaṃ yajñaṃ sam imaṃ dadhātu |
viśve devāsa iha mādayantām oṃ pratiṣṭha ||
oṃ varuṇāya namaḥ āvāhayāmi sthāpayāmi dhyāyāmi ||
Ich komme zu dir mit verehrendem Gebet; der Opfernde wendet sich mit seinen Gaben an dich. Varuna, sei uns hier ohne Zorn zugewandt, du weithin Gepriesener; entziehe uns nicht das Leben. Möge der Antrieb des Geistes die Gabe annehmen; möge Brihaspati diese Feier entfalten und unversehrt begründen. Alle Götter mögen sich hier erfreuen. Sei fest gegenwärtig. Verehrung Varuna: Ich lade dich ein, gebe dir deinen Platz und meditiere über dich.
13. Den Kalasha mit fünf Gaben ehren
Gib Duft und Reis an das Gefäß, lege Blumen hin, zeige Räucherwerk und Lampe, stelle eine kleine Speisegabe dazu. Bei jeder Gabe wird die zugehörige Wendung gesprochen.
gandhākṣataṃ samarpayāmi | puṣpāṇi samarpayāmi | dhūpaṃ samarpayāmi | dīpaṃ samarpayāmi | naivedyaṃ samarpayāmi |
oṃ kalaśastha-devatābhyo namaḥ ||
Ich bringe Duft und Reis, Blumen, Weihrauch, Licht und Speise dar. Verehrung den im Kalasha gegenwärtigen Gottheiten.
14. Die Welt im Wassergefäß schauen
Betrachte den Kalasha als Bild der ganzen, von Gott erfüllten Welt. Sprich die sechs Strophen mit gefalteten Händen.
oṃ kalaśasya mukhe viṣṇuḥ kaṇṭhe rudraḥ samāśritaḥ |
mūle tvasya sthito brahmā madhye mātṛgaṇāḥ smṛtāḥ ||
kukṣau tu sāgarāḥ sarve saptadvīpā vasundharā |
ṛgvedo'tha yajurvedaḥ sāmavedo hyatharvaṇaḥ ||
aṅgaiśca sahitāḥ sarve kalaśantu samāśritāḥ |
atra gāyatrī sāvitrī śāntipuṣṭikarī sadā ||
tvayi tiṣṭhanti bhūtāni tvayi prāṇāḥ pratiṣṭhitāḥ |
śivaḥ svayaṃ tvamevāsi viṣṇustvaṃ ca prajāpatiḥ ||
ādityā vasavo rudrā viśvedevāḥ sapaitṛkāḥ |
tvayi tiṣṭhanti sarve'pi yataḥ kāmaphalapradāḥ ||
tvatprasādādimaṃ yajñaṃ kartumīhe jalodbhava |
sānnidhyaṃ kuru me deva prasanno bhava sarvadā ||
An der Öffnung des Kalasha ist Vishnu, am Hals Rudra, am Grund Brahma und in der Mitte die göttlichen Mütter. In seinem Inneren ruhen alle Meere und die Erde mit ihren sieben Kontinenten. Rigveda, Yajurveda, Samaveda und Atharvaveda wohnen mit allen ergänzenden Wissenszweigen darin; auch Gayatri und Savitri, die stets Frieden und Gedeihen schenken. In dir weilen die Wesen, in dir sind die Lebenskräfte begründet. Du bist Shiva selbst, Vishnu und Prajapati. Adityas, Vasus, Rudras, alle Götter samt den Ahnen sind in dir und gewähren Erfüllung. Aus deiner Gnade möchte ich diese Feier vollziehen, du aus dem Wasser Entstandener. Sei mir nahe, Gott, und stets freundlich zugewandt.
15. Die Lampe verehren
Zünde die standsichere Lampe an und lege eine Blüte an ihren Fuß. Schau die Flamme als Gegenwart des göttlichen Lichts. Die hier gesprochenen Svaha-Wörter gehören zur Lampenverehrung; es werden noch keine Feueropfer gegeben.
oṃ agnir jyotir jyotir agniḥ svāhā |
sūryo jyotir jyotiḥ sūryaḥ svāhā |
agnir varco jyotir varcaḥ svāhā |
sūryo varco jyotir varcaḥ svāhā |
jyotiḥ sūryaḥ sūryo jyotiḥ svāhā ||
Agni ist Licht, Licht ist Agni. Surya ist Licht, Licht ist Surya. Agni ist Glanz, Licht ist Glanz. Surya ist Glanz, Licht ist Glanz. Licht ist Surya, Surya ist Licht. Svaha.
16. Guru und Gayatri einladen
Lege Blumen vor die Gurudarstellung und vor Gayatri. Alle hören mit gesammeltem Herzen zu. Die abschließenden Einladungsformeln begleiten jeweils die Blütengabe.
oṃ gururbrahmā gururviṣṇuḥ gurureva maheśvaraḥ |
gurureva parabrahma tasmai śrīgurave namaḥ ||
akhaṇḍamaṇḍalākāraṃ vyāptaṃ yena carācaram |
tatpadaṃ darśitaṃ yena tasmai śrīgurave namaḥ ||
mātṛvat lālayitrī ca pitṛvat mārgadarśikā |
namo'stu gurusattāyai śraddhāprajñāyutā ca yā ||
oṃ śrīgurave namaḥ āvāhayāmi sthāpayāmi dhyāyāmi ||
oṃ āyātu varade devi tryakṣare brahmavādini |
gāyatri chandasāṃ mātarbrahmayone namo'stu te ||
oṃ śrīgāyatryai namaḥ āvāhayāmi sthāpayāmi dhyāyāmi | tato namaskāraṃ karomi ||
oṃ stutā mayā varadā vedamātā pracodayantāṃ pāvamānī dvijānām |
āyuḥ prāṇaṃ prajāṃ paśuṃ kīrtiṃ draviṇaṃ brahmavarcasam |
mahyaṃ dattvā vrajata brahmalokam ||
Der Guru ist Brahma, Vishnu und Maheshvara, der Guru ist das höchste Brahman: Ihm gilt meine Verehrung. Er zeigt jene Wirklichkeit, die das gesamte bewegte und unbewegte All durchdringt. Verehrung der geistigen Lehrerkraft, die wie eine Mutter liebt und wie ein Vater den Weg weist, erfüllt von Vertrauen und Weisheit. Ich lade den Guru ein, gebe ihm seinen Platz und meditiere über ihn. Komm, segenspendende Göttin, dreisilbige Verkünderin Brahmans, Gayatri, Mutter der Versmaße, Ursprung des heiligen Wissens: Verehrung dir. Ich lade dich ein, gebe dir deinen Platz, meditiere über dich und verneige mich. Die von mir gepriesene, segenspendende Vedamutter, Läuterin der Zweimalgeborenen, möge antreiben und erleuchten. Nachdem sie mir Leben, Atem, Nachkommenschaft, Tiere, guten Ruf, Besitz und geistige Strahlkraft gegeben hat, möge sie zur Brahmawelt gehen.
17. Ganesha, Gauri und Hari begrüßen
Wende dich mit gefalteten Händen den göttlichen Gestalten zu. Lege nach den Gebeten eine gemeinsame Blütengabe auf den Altar.
oṃ abhīpsitārthasiddhyarthaṃ pūjito yaḥ surāsuraiḥ |
sarvavighnaharastasmai gaṇādhipataye namaḥ ||
sarvamaṅgalamāṅgalye śive sarvārthasādhike |
śaraṇye tryambake gauri nārāyaṇi namo'stu te ||
śuklāmbaradharaṃ devaṃ śaśivarṇaṃ caturbhujam |
prasannavadanaṃ dhyāyet sarvavighnopaśāntaye ||
sarvadā sarvakāryeṣu nāsti teṣāmamaṅgalam |
yeṣāṃ hṛdistho bhagavān maṅgalāyatano hariḥ ||
vināyakaṃ guruṃ bhānuṃ brahmaviṣṇumaheśvarān |
sarasvatīṃ praṇaumyādau śāntikāryārthasiddhaye ||
maṅgalaṃ bhagavān viṣṇurmaṅgalaṃ garuḍadhvajaḥ |
maṅgalaṃ puṇḍarīkākṣo maṅgalāyatano hariḥ ||
Verehrung dem Herrn der Scharen, den Götter und Asuras verehren, um ihre Ziele zu erreichen, und der alle Hindernisse hinwegnimmt. Gauri, Glück allen Glücks, heilvolle Erfüllerin aller Anliegen, dreiaugige Zuflucht, Narayani, Verehrung dir. Ich meditiere über den weißgekleideten, mondhellen, vierarmigen Gott mit freundlichem Gesicht, damit alle Hindernisse zur Ruhe kommen. Wer Hari, die Wohnung allen Heils, im Herzen trägt, dem fehlt bei seinem Wirken das Heil nicht. Zu Beginn verneige ich mich vor Vinayaka, Guru, Sonne, Brahma, Vishnu, Maheshvara und Sarasvati, damit das Friedenswerk gelingt. Heilvoll ist der erhabene Vishnu, heilvoll der Garuda im Banner trägt, heilvoll der Lotusäugige, heilvoll Hari, die Quelle allen Heils.
18. Brahma, Vishnu und Shiva verehren
Vergegenwärtige Schöpfung, Erhaltung und heilsame Wandlung als göttliche Kräfte im neuen Zuhause. Lege eine weitere Blüte dar.
tvaṃ vai caturmukho brahmā satyalokapitāmahaḥ |
āgaccha maṇḍale cāsmin mama sarvārthasiddhaye ||
śāntākāraṃ bhujagaśayanaṃ padmanābhaṃ sureśaṃ
viśvādhāraṃ gaganasadṛśaṃ meghavarṇaṃ śubhāṅgam |
lakṣmīkāntaṃ kamalanayanaṃ yogibhirdhyānagamyaṃ
vande viṣṇuṃ bhavabhayaharaṃ sarvalokaikanātham ||
vande devamumāpatiṃ suraguruṃ vande jagatkāraṇaṃ
vande pannagabhūṣaṇaṃ mṛgadharaṃ vande paśūnāṃ patim |
vande sūryaśaśāṅkavahninayanaṃ vande mukundapriyaṃ
vande bhaktajanāśrayaṃ ca varadaṃ vande śivaṃ śaṅkaram ||
oṃ tryambakaṃ yajāmahe sugandhiṃ puṣṭivardhanam |
urvārukamiva bandhanānmṛtyormukṣīya mā'mṛtāt ||
Du bist der viergesichtige Brahma, der Urvater der Wahrheitswelt. Komm in diesen heiligen Kreis, damit meine guten Anliegen gelingen. Ich verehre Vishnu, von friedvoller Gestalt, auf der Schlange ruhend, mit dem Lotus im Nabel, Herr der Götter, Halt der Welt, weit wie der Himmel, wolkenfarben und schön; Geliebter Lakshmis, lotusäugig, von Yogis in der Versenkung erkannt, der die Furcht vor dem Werden nimmt und einziger Herr aller Welten ist. Ich verehre Shiva, den Gemahl Umas, Lehrer der Götter, Ursache der Welt, mit Schlangen geschmückt, den Hirsch in der Hand, Herrn der Wesen. Seine Augen sind Sonne, Mond und Feuer; er ist Vishnu lieb, Zuflucht der Hingebungsvollen, Segensspender und Heilbringer. Wir verehren den Dreiäugigen, den Duftenden, der Gedeihen mehrt. Wie die reife Frucht von der Bindung löst, möge ich vom Tod befreit werden, nicht von der Unsterblichkeit.
19. Die göttlichen Mütter und heiligen Wasser begrüßen
Sprich den Lobpreis an Durga, Sarasvati, Lakshmi, Kali und Ganga. Lege am Ende Blumen auf den gemeinsamen Altar.
durge smṛtā harasi bhītimaśeṣajantoḥ
svasthaiḥ smṛtā matimatīva śubhāṃ dadāsi |
dāridryaduḥkhabhayahāriṇi kā tvadanyā
sarvopakārakaraṇāya sadārdracittā ||
śuklāṃ brahmavicārasāraparamāmādyāṃ jagadvyāpinīṃ
vīṇāpustakadhāriṇīmabhayadāṃ jāḍyāndhakārāpahām |
haste sphāṭikamālikāṃ vidadhatīṃ padmāsane saṃsthitāṃ
vande tāṃ parameśvarīṃ bhagavatīṃ buddhipradāṃ śāradām ||
ārdrāṃ yaḥkariṇīṃ yaṣṭiṃ suvarṇāṃ hemamālinīm |
sūryāṃ hiraṇmayīṃ lakṣmīṃ jātavedo ma āvaha ||
kālikāṃ tu kalātītāṃ kalyāṇahṛdayāṃ śivām |
kalyāṇajananīṃ nityaṃ kalyāṇīṃ pūjayāmyaham ||
viṣṇupādābjasambhūte gaṅge tripathagāmini |
dharmadraveti vikhyāte pāpaṃ me hara jāhnavi ||
puṣkarādīni tīrthāni gaṅgādyāḥ saritastathā |
āgacchantu pavitrāṇi pūjākāle sadā mama ||
Durga, im Gedenken an dich nimmst du allen Wesen die Furcht; wer in ruhigen Zeiten deiner gedenkt, dem schenkst du heilsame Einsicht. Wer außer dir nimmt Armut, Leid und Angst und ist stets von dem Wunsch bewegt, allen zu helfen? Ich verehre Sharada, die weiße, ursprüngliche, weltdurchdringende Göttin des heiligen Wissens, die Vina und Buch trägt, Furchtlosigkeit schenkt und die Finsternis der Trägheit nimmt. Mit einer Kristallmala in der Hand sitzt sie auf dem Lotus und schenkt Einsicht. Jatavedas, bringe mir die milde, tatkräftige, stützende, goldene, mit goldener Kette geschmückte Lakshmi, die sonnengleich strahlt. Ich verehre Kali, jenseits aller Begrenzung, von heilvollem Herzen, die ewige Mutter allen Heils. Ganga, aus Vishnus Lotusfüßen hervorgegangen, durch drei Welten fließend und als flüssiger Dharma gepriesen, nimm meine Verfehlungen hinweg. Mögen die heiligen Wasserstellen mit Pushkara und die Flüsse mit Ganga während meiner Verehrung gegenwärtig sein.
20. Grahas, Mütter, Vastu und Hüter des Ortes begrüßen
Mit den folgenden Gebeten wird der Kreis der göttlichen Gegenwart vervollständigt. Verehre besonders Vastu als die tragende Ordnung des bewohnten Raums.
brahmā murāristripurāntakārī bhānuḥ śaśī bhūmisuto budhaśca |
guruśca śukraḥ śanirāhuketavaḥ sarve grahāḥ śāntikarā bhavantu ||
gaurī padmā śacī medhā sāvitrī vijayā jayā |
devasenā svadhā svāhā mātaro lokamātaraḥ ||
dhṛtiḥ puṣṭistathā tuṣṭirātmanaḥ kuladevatā |
gaṇeśenādhikā hyetā vṛddhau pūjyāśca ṣoḍaśa ||
kīrtirlakṣmīrdhṛtirmedhā siddhiḥ prajñā sarasvatī |
māṅgalyeṣu prapūjyāśca saptaitā divyamātaraḥ ||
nāgapṛṣṭhasamārūḍhaṃ śūlahastaṃ mahābalam |
pātālanāyakaṃ devaṃ vāstudevaṃ namāmyaham ||
kṣetrapālānnamasyāmi sarvāriṣṭanivārakān |
asya yāgasya siddhyarthaṃ pūjayārādhitānmayā ||
Brahma, Vishnu und Shiva, Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus, Saturn, Rahu und Ketu: Mögen alle Gestirnsmächte Frieden schenken. Gauri, Padma, Shachi, Medha, Savitri, Vijaya, Jaya, Devasena, Svadha, Svaha, die göttlichen Mütter, Dhriti, Pushti, Tushti und die eigene Familiengottheit sind die sechzehn bei heilsamem Gedeihen verehrten Mütter, gemeinsam mit Ganesha. Kirti, Lakshmi, Dhriti, Medha, Siddhi, Prajna und Sarasvati sind die sieben göttlichen Mütter, die bei glückbringenden Feiern verehrt werden. Ich verneige mich vor Vastu, dem mächtigen Gott auf dem Rücken der Schlange, mit dem Dreizack in der Hand, Herrn der Tiefe. Ich verneige mich vor den Hütern des Ortes, die Bedrängnis abwenden und die ich für das Gelingen dieser Feier verehre.
21. Allen göttlichen Mächten den Gruß darbringen
Verneige dich mit gefalteten Händen. Beim letzten Gruß gelten Herz und Aufmerksamkeit besonders Gayatri und Vastu, den Hauptgottheiten dieser Feier.
oṃ siddhi-buddhi-sahitāya śrīman-mahā-gaṇādhipataye namaḥ |
oṃ lakṣmī-nārāyaṇābhyāṃ namaḥ |
oṃ umā-maheśvarābhyāṃ namaḥ |
oṃ vāṇī-hiraṇyagarbhābhyāṃ namaḥ |
oṃ śacī-purandarābhyāṃ namaḥ |
oṃ mātṛ-pitṛ-caraṇa-kamalebhyo namaḥ |
oṃ kula-devatābhyo namaḥ |
oṃ iṣṭa-devatābhyo namaḥ |
oṃ grāma-devatābhyo namaḥ |
oṃ sthāna-devatābhyo namaḥ |
oṃ vāstu-devatābhyo namaḥ |
oṃ sarvebhyo devebhyo namaḥ |
oṃ sarvebhyo brāhmaṇebhyo namaḥ |
oṃ sarvebhyas tīrthebhyo namaḥ |
oṃ etat-karma-pradhāna-devatābhyo namaḥ |
oṃ puṇyaṃ puṇyāhaṃ dīrgham āyur astu ||
1. Verehrung dem großen Herrn der Scharen mit Siddhi und Buddhi. 2. Verehrung Lakshmi und Narayana. 3. Verehrung Uma und Maheshvara. 4. Verehrung Vani und Hiranyagarbha. 5. Verehrung Shachi und Indra. 6. Verehrung den Lotusfüßen von Mutter und Vater. 7. Verehrung den Familiengottheiten. 8. Verehrung den persönlichen Gottheiten. 9. Verehrung den Ortsgottheiten. 10. Verehrung den Gottheiten dieses Platzes. 11. Verehrung den Gottheiten des Wohnraums. 12. Verehrung allen Göttern. 13. Verehrung allen Brahmanen. 14. Verehrung allen heiligen Pilgerstätten. 15. Verehrung den Hauptgottheiten dieser Feier. Möge dieser Tag heilig sein und langes Leben schenken.
22. Die gemeinsame Puja vollziehen
Eine Person reicht nacheinander die sechzehn Gaben: Blüte zum Willkommen, Reis als Sitz, Wasser für Füße, Ehrenwasser, Trinkwasser, symbolisches Bad mit einer feuchten Blüte, Stoff, heilige Schnur, Duft, Reis, Blumen, Weihrauch, Licht, Speise, Betel und Geldgabe. Wasser wird jeweils in die Auffangschale gegeben, die anderen Gaben liegen auf dem Altar. Für fehlenden Stoff oder fehlende Schnur ist Reis ausdrücklich als Ersatz zugelassen; die letzte Ersatzformel wird in dieser Fassung dafür mitgesprochen. Alle anderen beteiligen sich durch ihre gesammelte Aufmerksamkeit.
oṃ sarvebhyo devebhyo namaḥ āvāhayāmi sthāpayāmi |
āsanaṃ samarpayāmi | pādyaṃ samarpayāmi | arghyaṃ samarpayāmi | ācamanaṃ samarpayāmi |
snānaṃ samarpayāmi | vastraṃ samarpayāmi | yajñopavītaṃ samarpayāmi | gandhaṃ vilepayāmi |
akṣatān samarpayāmi | puṣpāṇi samarpayāmi | dhūpamāghrāpayāmi | dīpaṃ darśayāmi |
naivedyaṃ nivedayāmi | tāmbūlapūgīphalāni samarpayāmi | dakṣiṇāṃ samarpayāmi |
sarvābhāve akṣatān samarpayāmi | tato namaskāraṃ karomi |
oṃ namo'stvanantāya sahasramūrtaye sahasrapādākṣiśirorubāhave |
sahasranāmne puruṣāya śāśvate sahasrakoṭīyugadhāriṇe namaḥ ||
Verehrung allen Göttern: Ich lade euch ein und gebe euch euren Platz. Ich bringe Sitz, Fußwasser, Ehrenwasser, Trinkwasser, Bad, Gewand und heilige Schnur dar. Ich trage Duft auf und bringe Reis, Blumen, Weihrauch, Licht, Speise, Betel und eine Gabe dar. Als Ersatz für das Fehlende bringe ich Reis dar; danach verneige ich mich. Verehrung dem Unendlichen mit tausend Gestalten, tausend Füßen, Augen, Köpfen, Schenkeln und Armen, dem ewigen Purusha mit tausend Namen, der zahllose Weltalter trägt.
23. Svasti: das Haus in den Segen der Welt stellen
Alle halten eine kleine Blüte und etwas Reis in der rechten Hand, die linke darunter. Am Schluss werden die Gaben auf einem Teller gesammelt und am Altar niedergelegt.
oṃ gaṇānāṃ tvā gaṇapatiṃ havāmahe priyāṇāṃ tvā priyapatiṃ havāmahe nidhīnāṃ tvā nidhipatiṃ havāmahe vaso mama |
āhamajāni garbhadhamā tvamajāsi garbhadham ||
oṃ svasti na indro vṛddhaśravāḥ svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |
svasti nastārkṣyo ariṣṭanemiḥ svasti no bṛhaspatirdadhātu ||
oṃ payaḥ pṛthivyāṃ paya oṣadhīṣu payo divyantarikṣe payodhāḥ |
payasvatīḥ pradiśaḥ santu mahyam ||
oṃ viṣṇo rarāṭamasi viṣṇoḥ śnaptre stho viṣṇoḥ syūrasi viṣṇordhruvo'si vaiṣṇavamasi viṣṇave tvā ||
oṃ agnirdevatā vāto devatā sūryo devatā candramā devatā vasavo devatā rudrā devatā ādityā devatā maruto devatā viśve devā devatā bṛhaspatirdevatendro devatā varuṇo devatā ||
oṃ dyauḥ śāntirantarikṣaṃ śāntiḥ pṛthivī śāntirāpaḥ śāntiroṣadhayaḥ śāntiḥ |
vanaspatayaḥ śāntirviśve devāḥ śāntirbrahma śāntiḥ sarvaṃ śāntiḥ śāntireva śāntiḥ sā mā śāntiredhi ||
oṃ viśvāni deva savitarduritāni parāsuva | yadbhadraṃ tanna ā suva |
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ sarvāriṣṭasuśāntirbhavatu ||
Wir rufen dich als Herrn der Scharen, als Herrn der Geliebten und als Herrn der Schätze an, du Reicher. Ich erkenne den Träger des Lebenskeims; du kennst den Träger des Lebenskeims. Mögen Indra, der weithin Gerühmte, Pushan, der alles kennt, Tarkshya mit dem unversehrten Rad und Brihaspati uns Heil schenken. Nährende Fülle sei auf der Erde, in den Pflanzen, im Himmel und im Zwischenraum; alle Richtungen mögen von Fülle erfüllt sein. Du bist Vishnus Stirn; ihr seid seine Mundwinkel; du bist seine Naht und sein fester Halt. Du gehörst Vishnu; ihm widme ich dich. Agni, Wind, Sonne, Mond, Vasus, Rudras, Adityas, Maruts, alle Götter, Brihaspati, Indra und Varuna sind göttliche Gegenwart. Friede sei im Himmel, im Zwischenraum und auf der Erde; Friede in Wasser, Kräutern, Bäumen, allen Göttern und Brahman. Alles sei Friede, Friede selbst sei Friede; dieser Friede komme zu mir. Göttlicher Savitar, nimm alles Unheilsame hinweg und führe uns das Gute zu. Om, Friede, Friede, Friede. Alle Bedrängnis möge vollkommen zur Ruhe kommen.
24. Den Schutz der Richtungen erbitten
Halte Reis in der linken Hand und streue mit der rechten zu den genannten Richtungen: Osten, Südosten, Süden, Südwesten, Westen, Nordwesten, Norden, Nordosten; danach einmal nach oben und einmal vor dir auf den Boden. Eine kleine Geste genügt.
oṃ pūrve rakṣatu vārāha āgneyyāṃ garuḍadhvajaḥ |
dakṣiṇe padmanābhastu nairṛtyāṃ madhusūdanaḥ ||
paścime caiva govindo vāyavyāṃ tu janārdanaḥ |
uttare śrīpatī rakṣedaiśānyāṃ hi maheśvaraḥ ||
ūrdhvaṃ rakṣatu dhātā vo hyadho'nantaśca rakṣatu |
anuktamapi yat sthānaṃ rakṣatvīśo mamādridhṛk ||
apasarpantu te bhūtā ye bhūtā bhūmisaṃsthitāḥ |
ye bhūtā vighnakartāraste gacchantu śivājñayā ||
apakrāmantu bhūtāni piśācāḥ sarvato diśam |
sarveṣāmavirodhena yajñakarma samārabhe ||
Im Osten schütze Varaha, im Südosten der Garudabanner-Träger, im Süden Padmanabha, im Südwesten Madhusudana, im Westen Govinda, im Nordwesten Janardana, im Norden Shripati und im Nordosten Maheshvara. Oben schütze der Schöpfer, unten Ananta; auch jede ungenannte Stelle behüte der Herr, der den Berg trägt. Die Wesen, die hier auf der Erde weilen und Hindernisse bereiten, mögen durch Shivas Gebot zurückweichen. Wesen und Pishachas mögen in alle Richtungen treten; ohne Widerstreit mit irgendjemandem beginne ich das heilige Opferwerk.
25. Vastu Purusha einladen und verehren
Lege Reis und Blumen auf den eigenen Platz für Vastu Purusha. Nach dem vedischen Einladungsvers bringe Duft und Reis, Blumen, Weihrauch, Licht und Speise dar. Berühre zum Abschluss ehrfürchtig den Boden oder neige den Kopf.
oṃ vāstoṣpate pratijānīhyasmān svāveśo anamīvo bhavā naḥ |
yattvemahe prati tanno juṣasva śaṃ no bhava dvipade śaṃ catuṣpade ||
oṃ bhūrbhuvaḥ svaḥ vāstupuruṣāya namaḥ āvāhayāmi sthāpayāmi dhyāyāmi |
gandhākṣataṃ puṣpāṇi dhūpaṃ dīpaṃ naivedyaṃ samarpayāmi | tato namaskāraṃ karomi |
oṃ viśantu bhūtale nāgā lokapālāśca sarvataḥ |
maṇḍale'trāvatiṣṭhantu hyāyurbalakarāḥ sadā ||
vāstupuruṣa deveśa sarvavighnavidāraṇa |
śāntiṃ kuru sukhaṃ dehi yajñe'sminmama sarvadā ||
Herr des Wohnraums, erkenne uns an, gewähre uns guten Zugang und sei uns frei von Krankheit zugewandt. Nimm an, worum wir dich bitten; sei heilvoll für Zweibeiner und Vierbeiner. Om, Erde, Zwischenraum und Himmel; Verehrung Vastu Purusha. Ich lade dich ein, gebe dir deinen Platz, meditiere über dich und bringe Duft, Reis, Blumen, Weihrauch, Licht und Speise dar; danach verneige ich mich. Mögen die Nagas und die Weltenhüter von allen Seiten in den Erdenbereich eintreten und in diesem heiligen Kreis weilen, Leben und Kraft schenkend. Vastu Purusha, Herr der Götter, der alle Hindernisse zerteilt, stifte Frieden und schenke Freude, stets in dieser meiner Feier.
26. Agni als heiligen Gast begrüßen
Die verantwortliche Person entzündet auf einem langen Löffel eine geeignete kleine Zündflamme und bringt sie zu den locker geschichteten dünnen Opferhölzern im Kunda. Alle verneigen sich, sobald die Flamme sichtbar wird. Duft, Reis und Blumen werden auf einer kleinen Schale vor dem Kunda dargebracht; Licht und Speise werden gezeigt.
oṃ bhūrbhuvaḥ svardyauriva bhūmnā pṛthivīva varimṇā |
tasyāste pṛthivi devayajani pṛṣṭhe'gnimannādamannādyāyādadhe |
agniṃ dūtaṃ purodadhe havyavāhamupabruve devānāsādayādiha ||
oṃ agnaye namaḥ āvāhayāmi sthāpayāmi dhyāyāmi |
gandhākṣataṃ puṣpāṇi dhūpaṃ dīpaṃ naivedyaṃ samarpayāmi ||
Om, Erde, Zwischenraum und Himmel. Weit wie der Himmel, ausgedehnt wie die Erde: Auf deinem Rücken, Erde, du Stätte göttlicher Verehrung, setze ich Agni, den Nahrung Verzehrenden, um Nahrung zu erlangen. Agni stelle ich als Boten voran, den Träger der Gaben rufe ich; führe die Götter hierher. Verehrung Agni: Ich lade dich ein, gebe dir deinen Platz, meditiere über dich und bringe Duft, Reis, Blumen, Weihrauch, Licht und Speise dar.
27. Den Glanz Savitars preisen
Während das Feuer Fuß fasst, spricht die Leitung den zwölfstrophigen Lobpreis. Die Gemeinschaft hält die Hände gefaltet und schaut die Flamme als Licht der göttlichen Führung.
yanmaṇḍalaṃ dīptikaraṃ viśālaṃ ratnaprabhaṃ tīvramanādirūpam |
dāridryaduḥkhakṣayakāraṇaṃ ca punātu māṃ tatsaviturvareṇyam ||
yanmaṇḍalaṃ devagaṇaiḥ supūjitaṃ vipraiḥ stutaṃ mānavamuktikovidam |
taṃ devadevaṃ praṇamāmi bhargaṃ punātu māṃ tatsaviturvareṇyam ||
yanmaṇḍalaṃ jñānaghanaṃ tvagamyaṃ trailokyapūjyaṃ triguṇātmarūpam |
samastatejomayadivyarūpaṃ punātu māṃ tatsaviturvareṇyam ||
yanmaṇḍalaṃ gūḍhamatiprabodhaṃ dharmasya vṛddhiṃ kurute janānām |
yatsarvapāpakṣayakāraṇaṃ ca punātu māṃ tatsaviturvareṇyam ||
yanmaṇḍalaṃ vyādhivināśadakṣaṃ yadṛgyajuḥsāmasu sampragītam |
prakāśitaṃ yena ca bhūrbhuvaḥ svaḥ punātu māṃ tatsaviturvareṇyam ||
yanmaṇḍalaṃ vedavido vadanti gāyanti yaccāraṇasiddhasaṅghāḥ |
yadyogino yogajuṣāṃ ca saṅghāḥ punātu māṃ tatsaviturvareṇyam ||
yanmaṇḍalaṃ sarvajaneṣu pūjitaṃ jyotiśca kuryādiha martyaloke |
yatkālakālādimanādirūpaṃ punātu māṃ tatsaviturvareṇyam ||
yanmaṇḍalaṃ viṣṇucaturmukhāsyaṃ yadakṣaraṃ pāpaharaṃ janānām |
yatkālakalpakṣayakāraṇaṃ ca punātu māṃ tatsaviturvareṇyam ||
yanmaṇḍalaṃ viśvasṛjāṃ prasiddhamutpattirakṣāpralayapragalbham |
yasmiñjagatsaṃharate'khilaṃ ca punātu māṃ tatsaviturvareṇyam ||
yanmaṇḍalaṃ sarvagatasya viṣṇorātmā paraṃ dhāma viśuddhatattvam |
sūkṣmāntarairyogapathānugamyaṃ punātu māṃ tatsaviturvareṇyam ||
yanmaṇḍalaṃ brahmavido vadanti gāyanti yaccāraṇasiddhasaṅghāḥ |
yanmaṇḍalaṃ vedavidaḥ smaranti punātu māṃ tatsaviturvareṇyam ||
yanmaṇḍalaṃ vedavidopagītaṃ yadyogināṃ yogapathānugamyam |
tatsarvavedaṃ praṇamāmi divyaṃ punātu māṃ tatsaviturvareṇyam ||
1. Der weite, Licht schenkende Sonnenkreis, juwelengleich strahlend, machtvoll und anfangslos, der Armut und Leid vergehen lässt: Dieser verehrungswürdige Glanz Savitars möge mich reinigen.
2. Den von den Götterscharen verehrten, von Weisen gepriesenen Sonnenkreis, der den Menschen Befreiung erschließt, den göttlichen Glanz des Gottes der Götter verehre ich. Savitars verehrungswürdiges Licht möge mich reinigen.
3. Jener Sonnenkreis ist verdichtete Erkenntnis, dem gewöhnlichen Zugriff entzogen, in den drei Welten verehrt und in den drei Gunas gegenwärtig; seine göttliche Gestalt ist ganz aus Licht. Savitars verehrungswürdiges Licht möge mich reinigen.
4. Jener Sonnenkreis erweckt die verborgene Einsicht, lässt Dharma unter den Menschen wachsen und nimmt alle Verfehlungen hinweg. Savitars verehrungswürdiges Licht möge mich reinigen.
5. Jener Sonnenkreis wird als Überwinder von Krankheit in Rig-, Yajur- und Samaveda besungen und erhellt Erde, Zwischenraum und Himmel. Savitars verehrungswürdiges Licht möge mich reinigen.
6. Den Sonnenkreis verkünden die Vedakenner, besingen himmlische Sänger und Vollendete und verehren Yogis und ihre Gemeinschaften. Savitars verehrungswürdiges Licht möge mich reinigen.
7. Jener Sonnenkreis ist unter allen Menschen verehrt und bringt Licht in diese sterbliche Welt; als Herr auch der Zeit ist er anfangslos. Savitars verehrungswürdiges Licht möge mich reinigen.
8. Jener Sonnenkreis zeigt die Gestalten Vishnus und des viergesichtigen Brahma, ist unvergänglich, nimmt den Menschen ihre Verfehlungen und steht auch am Ende von Zeit und Weltalter. Savitars verehrungswürdiges Licht möge mich reinigen.
9. Jener Sonnenkreis ist unter den Weltschöpfern berühmt, mächtig in Entstehung, Erhaltung und Auflösung; in ihm geht das gesamte All wieder auf. Savitars verehrungswürdiges Licht möge mich reinigen.
10. Jener Sonnenkreis ist das Selbst des allgegenwärtigen Vishnu, die höchste Wohnstatt und reine Wirklichkeit, auf dem Yogaweg im subtilen Inneren zu erfahren. Savitars verehrungswürdiges Licht möge mich reinigen.
11. Jenen Sonnenkreis verkünden die Brahmankenner und besingen himmlische Sänger und Vollendete; seiner gedenken die Vedakenner. Savitars verehrungswürdiges Licht möge mich reinigen.
12. Den von Vedakennern besungenen Sonnenkreis, den Yogis auf ihrem Yogaweg erfahren, verehre ich als göttliche Fülle des Wissens. Savitars verehrungswürdiges Licht möge mich reinigen.
28. Die Flamme beleben
Die Feuerperson gibt der Flamme behutsam Luft, bis die dünnen Hölzer gleichmäßig brennen. Erst danach beginnen die Opfergaben.
oṃ udbudhyasvāgne prati jāgṛhi tvamiṣṭāpūrte saṃ sṛjethāmayaṃ ca |
asmintsadhasthe adhyuttarasmin viśve devā yajamānaśca sīdata ||
Erwache, Agni, werde wach und verbinde dieses heilige Opfern mit den guten Werken. An dieser erhabenen gemeinsamen Stätte mögen alle Götter und der Opfernde ihren Platz einnehmen.
29. Opferholz 1 darbringen
Die Feuerperson benetzt eines der vier kleinen Opferhölzer mit Ghee (bzw. Pflanzenöl) und legt es beim Wort Svaha in die Flamme. Danach wird die Widmung gesprochen.
oṃ ayanta idhma ātmā jātavedastenedhyasva vardhasva |
ceddha vardhaya cāsmān prajayā paśubhirbrahmavarcasenānnādyena samedhaya svāhā |
idamagnaye jātavedase idaṃ na mama ||
Dieses Brennholz ist dein Leib, Jatavedas. Durch es flamme auf und wachse. Entflammt, lass auch uns wachsen an Nachkommenschaft, Tieren, geistiger Strahlkraft und Nahrung. Svaha. Dies gilt Agni Jatavedas, nicht mir.
30. Opferholz 2 darbringen
Die Feuerperson benetzt eines der vier kleinen Opferhölzer mit Ghee (bzw. Pflanzenöl) und legt es beim Wort Svaha in die Flamme. Danach wird die Widmung gesprochen.
oṃ samidhāgniṃ duvasyata ghṛtairbodhayatātithim |
āsmin havyā juhotana svāhā | idamagnaye idaṃ na mama ||
Dient Agni mit Brennholz; weckt den Gast mit geklärter Butter. Bringt in ihm die Opfergaben dar. Svaha. Dies gilt Agni, nicht mir.
31. Opferholz 3 darbringen
Die Feuerperson benetzt eines der vier kleinen Opferhölzer mit Ghee (bzw. Pflanzenöl) und legt es beim Wort Svaha in die Flamme. Danach wird die Widmung gesprochen.
oṃ susamiddhāya śociṣe ghṛtaṃ tīvraṃ juhotana |
agnaye jātavedase svāhā | idamagnaye jātavedase idaṃ na mama ||
In die gut entfachte Flamme bringt kräftige Buttergaben dar. Agni Jatavedas sei die Gabe. Svaha. Dies gilt Agni Jatavedas, nicht mir.
32. Opferholz 4 darbringen
Die Feuerperson benetzt eines der vier kleinen Opferhölzer mit Ghee (bzw. Pflanzenöl) und legt es beim Wort Svaha in die Flamme. Danach wird die Widmung gesprochen.
oṃ taṃ tvā samidbhiraṅgiro ghṛtena vardhayāmasi |
bṛhacchocā yaviṣṭhya svāhā | idamagnaye aṅgirase idaṃ na mama ||
Dich, Angiras, lassen wir mit Brennhölzern und geklärter Butter wachsen. Strahle weithin, du immer Jüngster. Svaha. Dies gilt Agni Angiras, nicht mir.
33. Einen Wasserkreis um das Feuer legen
Gib mit dem Wasserschöpfer kleine Wassermengen außerhalb der Feuerstätte auf den Boden: bei Aditi an der Ostseite, bei Anumati an der Westseite, bei Sarasvati an der Nordseite. Beim vierten Mantra ziehe außen einen vollständigen Kreis um den Kunda. Diese Richtungsfolge entspricht der gewählten Gayatri-Parivar-Anleitung.
oṃ adite'numanyasva |
oṃ anumate'numanyasva |
oṃ sarasvatyanumanyasva |
oṃ deva savitaḥ prasuva yajñaṃ prasuva yajñapatiṃ bhagāya |
divyo gandharvaḥ ketapūḥ ketaṃ naḥ punātu vācaspatirvācaṃ naḥ svadatu ||
Aditi, erteile deine Zustimmung. Anumati, erteile deine Zustimmung. Sarasvati, erteile deine Zustimmung. Göttlicher Savitar, bringe das Opfer und den Opfernden zur glückverheißenden Erfüllung. Der göttliche Gandharva, der die Erkenntnis reinigt, möge unsere Erkenntnis läutern; der Herr der Rede mache unsere Worte angenehm.
34. Sieben reine Opfergaben
Die Feuerperson gibt zu jeder der sieben Formeln einen kleinen Löffel Ghee (bzw. Pflanzenöl) bei Svaha in die Flamme. Havanmischung wird hier noch nicht beigegeben. Nach jeder Gabe fällt der am Löffel verbleibende einzelne Tropfen in das danebenstehende Pranita-Wassergefäß.
oṃ prajāpataye svāhā | idaṃ prajāpataye idaṃ na mama ||
oṃ indrāya svāhā | idaṃ indrāya idaṃ na mama ||
oṃ agnaye svāhā | idaṃ agnaye idaṃ na mama ||
oṃ somāya svāhā | idaṃ somāya idaṃ na mama ||
oṃ bhūḥ svāhā | idaṃ agnaye idaṃ na mama ||
oṃ bhuvaḥ svāhā | idaṃ vāyave idaṃ na mama ||
oṃ svaḥ svāhā | idaṃ sūryāya idaṃ na mama ||
1. Die Gabe gilt Prajapati, dem Herrn der Geschöpfe, nicht mir. 2. Die Gabe gilt Indra, nicht mir. 3. Die Gabe gilt Agni, nicht mir. 4. Die Gabe gilt Soma, nicht mir. 5. Die Gabe gilt Agni in der Erdenwelt, nicht mir. 6. Die Gabe gilt Vayu im Zwischenraum, nicht mir. 7. Die Gabe gilt Surya in der Himmelswelt, nicht mir.
35. Vierundzwanzig Gayatri-Gaben
Die ganze folgende Formel wird genau vierundzwanzigmal gesprochen. Bei jedem Svaha legt die Feuerperson eine kleine Gabe ins Feuer; weitere Mitwirkende geben eine kleine Menge Havanmischung nach ihrem Zeichen hinzu. Die Hand bleibt mit der Fläche nach oben, die Gabe gleitet von Mittel- und Ringfinger mit Hilfe des Daumens in den Kunda. Die Leitung oder ein Helfer zählt auf einer bereitgelegten Zählliste. Vergegenwärtigt, wie göttliches Licht Denken und Zusammenleben erhellt.
oṃ bhūr bhuvaḥ svaḥ tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt svāhā | idaṃ gāyatryai idaṃ na mama ||
Om, Erde, Zwischenraum und Himmelswelt. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar; möge er unsere Einsicht anregen. Svaha. Dies gilt Gayatri, nicht mir.
36. Die 1. Vastu-Gabe für das Zuhause
Die Feuerperson gibt bei Svaha einen kleinen Löffel Ghee (bzw. Pflanzenöl) in die Flamme. Jede der fünf Vastu-Formeln wird einmal gesprochen; zusammen sind es genau fünf besondere Gaben.
oṃ vāstoṣpate pratijānīhyasmān svāveśo anamīvo bhavā naḥ |
yattvemahe prati tanno juṣasva śaṃ no bhava dvipade śaṃ catuṣpade svāhā |
idaṃ vāstoṣpataye idaṃ na mama ||
Herr des Wohnraums, erkenne uns an; schenke uns guten Zugang und sei uns ohne Krankheit zugewandt. Nimm an, worum wir dich bitten, und sei heilvoll für Zweibeiner und Vierbeiner. Svaha. Dies gilt Vastoshpati, nicht mir.
37. Die 2. Vastu-Gabe für das Zuhause
Die Feuerperson gibt bei Svaha einen kleinen Löffel Ghee (bzw. Pflanzenöl) in die Flamme. Jede der fünf Vastu-Formeln wird einmal gesprochen; zusammen sind es genau fünf besondere Gaben.
oṃ vāstoṣpate prataraṇo na edhi gayasphāno gobhiraśvebhirindo |
ajarāsaste sakhye syāma piteva putrān prati no juṣasva svāhā |
idaṃ vāstoṣpataye idaṃ na mama ||
Herr des Wohnraums, sei unser Helfer über Schwierigkeiten hinweg, lass das Haus an Kühen und Pferden gedeihen, du Glänzender. Mögen wir in deiner Freundschaft unvergänglich sein; nimm uns an wie ein Vater seine Kinder. Svaha. Dies gilt Vastoshpati, nicht mir.
38. Die 3. Vastu-Gabe für das Zuhause
Die Feuerperson gibt bei Svaha einen kleinen Löffel Ghee (bzw. Pflanzenöl) in die Flamme. Jede der fünf Vastu-Formeln wird einmal gesprochen; zusammen sind es genau fünf besondere Gaben.
oṃ vāstoṣpate śagmayā saṃsadā te sakṣīmahi raṇvayā gātumatyā |
pāhi kṣema uta yoge varaṃ no yūyaṃ pāta svastibhiḥ sadā naḥ svāhā |
idaṃ vāstoṣpataye idaṃ na mama ||
Herr des Wohnraums, mögen wir an deiner heilsamen, erfreulichen und weiten Gemeinschaft teilhaben. Bewahre unser Bestes in Ruhe wie im Tätigsein. Behütet uns stets mit Heil. Svaha. Dies gilt Vastoshpati, nicht mir.
39. Die 4. Vastu-Gabe für das Zuhause
Die Feuerperson gibt bei Svaha einen kleinen Löffel Ghee (bzw. Pflanzenöl) in die Flamme. Jede der fünf Vastu-Formeln wird einmal gesprochen; zusammen sind es genau fünf besondere Gaben.
oṃ amīvahā vāstoṣpate viśvā rūpāṇyāviśan |
sakhā suśeva edhi naḥ svāhā | idaṃ vāstoṣpataye idaṃ na mama ||
Herr des Wohnraums, du nimmst Krankheit hinweg und gehst in alle Gestalten ein. Sei uns ein guter, freundlicher Gefährte. Svaha. Dies gilt Vastoshpati, nicht mir.
40. Die 5. Vastu-Gabe für das Zuhause
Die Feuerperson gibt bei Svaha einen kleinen Löffel Ghee (bzw. Pflanzenöl) in die Flamme. Jede der fünf Vastu-Formeln wird einmal gesprochen; zusammen sind es genau fünf besondere Gaben.
oṃ vāstoṣpate dhruvā sthūṇāṃsatraṃ somyānām |
drapso bhettā purāṃ śaśvatīnāmindro munīnāṃ sakhā svāhā |
idaṃ vāstoṣpataye idaṃ na mama ||
Herr des Wohnraums, fester Pfeiler und Schutz der Somabereitenden: Der Tropfen, der beständige Burgen aufbricht, Indra, ist der Freund der Weisen. Svaha. Dies gilt Vastoshpati, nicht mir.
41. Svishtakrit: das Unvollkommene Gott anvertrauen
Die Feuerperson gibt ein kleines Stück der Süßspeise mit Ghee (bzw. Pflanzenöl) auf den langen Opferlöffel und bringt es beim Svaha dar. Alle sammeln sich in dem Vertrauen, dass göttliche Gnade das menschlich Unvollkommene vollendet.
oṃ yadasya karmaṇo'tyarīricaṃ yadvā nyūnamihākaram |
agniṣṭatsviṣṭakṛdvidyātsarvaṃ sviṣṭaṃ suhutaṃ karotu me |
agnaye sviṣṭakṛte suhutahute sarvaprāyaścittāhutīnāṃ kāmānāṃ samarddhayitre sarvānnaḥ kāmāntsamarddhaya svāhā |
idamagnaye sviṣṭakṛte idaṃ na mama ||
Was ich in dieser Handlung zu viel oder zu wenig getan habe, möge Agni Svishtakrit erkennen und alles wohl geopfert und gut dargebracht werden lassen. Agni, der das Opfer vollkommen macht, Empfänger der guten Gaben und Vollender aller sühnenden Darbringungen und Wünsche: Führe unsere guten Anliegen zur Erfüllung. Svaha. Dies gilt Agni Svishtakrit, nicht mir.
42. Devadakshina und Purnahuti
Alle stehen, soweit es angenehm möglich ist, mit einer kleinen Prise Havanmischung auf. Fasse innerlich einen konkreten Vorsatz für das Hausleben: etwa geduldig sprechen, täglich gemeinsam beten oder regelmäßig Gäste bewirten. Die Feuerperson legt die kleine Betelnuss oder ein Stück trockenes Kokosfruchtfleisch mit Ghee (bzw. Pflanzenöl) auf den Opferlöffel. Bei der zweiten Strophe und ihrem Svaha wird diese Gabe dargebracht; bei der letzten kurzen Svaha-Formel folgen die kleinen Prisen der Gemeinschaft. Der Vorsatz ist eure innere Gabe.
oṃ pūrṇamadaḥ pūrṇamidaṃ pūrṇātpūrṇamudacyate |
pūrṇasya pūrṇamādāya pūrṇamevāvaśiṣyate ||
oṃ pūrṇā darvi parāpata supūrṇā punarāpata |
vasneva vikrīṇāvahā iṣamūrjaṃ śatakrato svāhā ||
oṃ sarvaṃ vai pūrṇaṃ svāhā ||
Jenes ist vollkommen, dieses ist vollkommen; aus dem Vollkommenen geht Vollkommenes hervor. Wird vom Vollkommenen das Vollkommene genommen, bleibt das Vollkommene. Gefüllter Opferlöffel, gehe hin und kehre gut gefüllt zurück. Wie durch Austausch wollen wir Nahrung und Kraft gewinnen, du mit hundert Kräften. Svaha. Alles ist wahrhaft vollkommen. Svaha.
43. Vasodhara: die ununterbrochene Gabe
Die Feuerperson lässt aus dem Löffel eine kurze, dünne, zusammenhängende Menge Ghee (bzw. Pflanzenöl) in die ruhige Flamme fließen. Beginne erst, wenn die vorherige Gabe gut brennt, und halte die Menge dem kleinen Feuer angemessen. Die innere Haltung ist ausdauernde Güte: Die Freude der Einweihung soll im täglichen Zusammenleben weiterströmen.
oṃ vasoḥ pavitramasi śatadhāraṃ vasoḥ pavitramasi sahasradhāram |
devastvā savitā punātu vasoḥ pavitreṇa śatadhāreṇa supvā kāmadhukṣaḥ svāhā ||
Du bist Vasus Reinigungsstrom mit hundert Strömen, du bist Vasus Reinigungsstrom mit tausend Strömen. Der göttliche Savitar möge dich durch den hundertfachen Reinigungsstrom läutern, du gut Reinigendes, du Wünsche Erfüllendes. Svaha.
44. Arati vor dem Feuer und den Gottheiten
Eine Person entzündet die Arati-Lampe auf dem mit Blumen geschmückten Teller. Sie führt mit Wasser dreimal eine kleine Kreisbewegung um den Teller aus und gibt das Wasser in die Auffangschale. Während der Gebete wird das Licht vor dem Feuer und den Gottheiten gezeigt. Danach wird der Teller erneut dreimal mit Wasser umkreist und den Anwesenden zum Lichtsegen gereicht.
oṃ yaṃ brahma vedāntavido vadanti paraṃ pradhānaṃ puruṣaṃ tathānye |
viśvodgateḥ kāraṇamīśvaraṃ vā tasmai namo vighnavināśanāya ||
oṃ yaṃ brahmā varuṇendrarudramarutaḥ stunvanti divyaiḥ stavaiḥ
vedaiḥ sāṅgapadakramopaniṣadairgāyanti yaṃ sāmagāḥ |
dhyānāvasthitatadgatena manasā paśyanti yaṃ yogino
yasyāntaṃ na viduḥ surāsuragaṇā devāya tasmai namaḥ ||
Den die Vedantakenner Brahman nennen, andere höchste Urnatur, Purusha oder Ishvara, Ursache des Hervorgehens der Welt: Ihm, dem Überwinder aller Hindernisse, gilt die Verehrung. Ihn preisen Brahma, Varuna, Indra, Rudra und die Maruts mit göttlichen Hymnen. Ihn besingen die Samasänger durch die Veden samt ihren Gliedern, Wort- und Reihenrezitationen und Upanishaden. Ihn schauen die Yogis mit gesammeltem, ganz auf ihn gerichtetem Geist; seine Grenzen kennen weder Götter noch Asuras. Diesem Gott gilt meine Verehrung.
45. Den Segen des Opferduftes aufnehmen
Die im Pranita-Gefäß gesammelten einzelnen Fetttropfen werden mit ihrem Wasser auf eine saubere flache Schale gegeben. Wer dies vollziehen möchte, benetzt die Fingerspitzen, verreibt einen winzigen Tropfen auf den Handflächen und hält sie mit deutlichem Abstand in Richtung des Feuers. Nimm den Duft wahr und führe die Hände anschließend segnend zu Stirn und Herz. Bei empfindlicher Haut genügt die Handgeste ohne Auftragen.
oṃ tanūpā agne'si tanvaṃ me pāhi |
oṃ āyurdā agne'si āyurme dehi |
oṃ varcodā agne'si varco me dehi |
oṃ agne yanme tanvā ūnaṃ tanma āpṛṇa |
oṃ medhāṃ me devaḥ savitā ādadhātu |
oṃ medhāṃ me devī sarasvatī ādadhātu |
oṃ medhāṃ me aśvinau devāvādhattāṃ puṣkarasrajau ||
Agni, du bist Beschützer des Leibes; behüte meinen Leib. Du schenkst Leben; gib mir Lebensfülle. Du schenkst Glanz; gib mir Strahlkraft. Was an meinem Leib unvollständig ist, erfülle. Der göttliche Savitar schenke mir Einsicht; Göttin Sarasvati schenke mir Einsicht; die beiden göttlichen Ashvins, mit Lotuskränzen geschmückt, mögen mir Einsicht schenken.
46. Ein kleines Aschezeichen empfangen
Die Feuerperson entnimmt mit einem geeigneten Werkzeug etwas saubere Asche vom kühlen Rand, prüft ausdrücklich, dass sie vollständig kalt ist, und gibt sie auf eine Schale. Mit dem Ringfinger wird je ein kleiner Punkt an Stirn, Hals, Ansatz des rechten Oberarms und Herzstelle aufgetragen. So werden Denken, Sprechen, Handeln und Lieben gemeinsam erinnert.
oṃ tryāyuṣaṃ jamadagneḥ |
oṃ kaśyapasya tryāyuṣam |
oṃ yaddeveṣu tryāyuṣam |
oṃ tanno astu tryāyuṣam ||
Die dreifache Lebensfülle Jamadagnis; die dreifache Lebensfülle Kashyapas; jene dreifache Lebensfülle, die bei den Göttern ist: Sie möge auch uns zuteilwerden.
47. Um Vergebung bitten
Steht oder sitzt mit gefalteten Händen. Die Bitte um Vergebung wird vertrauensvoll gesprochen, wie ein Kind sich an liebevolle Eltern wendet.
oṃ āvāhanaṃ na jānāmi naiva jānāmi pūjanam |
visarjanaṃ na jānāmi kṣamasva parameśvara ||
mantrahīnaṃ kriyāhīnaṃ bhaktihīnaṃ sureśvara |
yatpūjitaṃ mayā deva paripūrṇaṃ tadastu me ||
yadakṣarapadabhraṣṭaṃ mātrāhīnaṃ ca yadbhavet |
tatsarvaṃ kṣamyatāṃ deva prasīda parameśvara ||
yasya smṛtyā ca nāmoktyā tapoyajñakriyādiṣu |
nyūnaṃ sampūrṇatāṃ yāti sadyo vande tamacyutam ||
pramādātkurvatāṃ karma pracyavetādhvareṣu yat |
smaraṇādeva tadviṣṇoḥ sampūrṇaṃ syāditi śrutiḥ ||
Ich kenne das Einladen, Verehren und Verabschieden nicht vollkommen. Vergib mir, höchster Herr. Was meiner Verehrung an Mantra, Handlung und Hingabe fehlt, möge durch dich vollständig werden. Wo Laute, Wörter oder Silbenmaß verfehlt wurden, vergib alles, Gott, und sei mir gnädig. Ich verneige mich vor Achyuta, durch dessen Erinnerung und Namensnennung Unvollkommenes in Askese, Opfer und Gottesverehrung sogleich zur Vollendung kommt. Was bei der Feier durch Unachtsamkeit misslingt, wird durch das Gedenken an Vishnu vollkommen – so verkündet die heilige Überlieferung.
48. Sich vor dem Einen in allen Gestalten verneigen
Verneige dich vor dem Altar. Wer gut knien kann, berührt ehrfürchtig mit der Stirn den Boden; eine Verneigung im Sitzen oder Stehen trägt dieselbe innere Hingabe.
oṃ namo’stv anantāya sahasra-mūrtaye sahasra-pādākṣi-śiroru-bāhave |
sahasra-nāmne puruṣāya śāśvate sahasra-koṭi-yuga-dhāriṇe namaḥ ||
Verehrung dem Unendlichen mit tausend Gestalten, tausend Füßen, Augen, Köpfen, Schenkeln und Armen; dem ewigen Purusha mit tausend Namen, der zahllose Weltalter trägt.
49. Allen Wesen Gutes wünschen
Öffne beide Handflächen vor dem Herzen. Weite die Bitte auf Nachbarn, Freunde, Menschen in Schwierigkeiten, Tiere und die ganze Welt aus.
oṃ svasti prajābhyaḥ paripālayantāṃ nyāyyena mārgeṇa mahīṃ mahīśāḥ |
gobrāhmaṇebhyaḥ śubhamastu nityaṃ lokāḥ samastāḥ sukhino bhavantu ||
sarve bhavantu sukhinaḥ sarve santu nirāmayāḥ |
sarve bhadrāṇi paśyantu mā kaścidduḥkhamāpnuyāt ||
śraddhāṃ medhāṃ yaśaḥ prajñāṃ vidyāṃ puṣṭiṃ śriyaṃ balam |
teja āyuṣyamārogyaṃ dehi me havyavāhana ||
Heil sei den Menschen. Mögen die Regierenden die Erde auf dem Weg der Gerechtigkeit schützen. Heil sei stets den Kühen und den Brahmanen; mögen alle Welten glücklich sein. Mögen alle glücklich und frei von Krankheit sein; mögen alle Gutes erfahren und niemand Leid erleiden. Träger der Opfergaben, schenke mir Vertrauen, Einsicht, guten Ruf, Weisheit, Wissen, Gedeihen, Glück, Stärke, Strahlkraft, Lebensfülle und Gesundheit.
50. Den Friedenssegen mit Wasser empfangen
Nimm Wasser aus dem Kalasha und besprenge mit einer Blüte oder Kusha-Gras die Anwesenden. Alle richten die Aufmerksamkeit auf den Frieden, der Herz und Haus erfüllen möge. Ein anschließendes sparsames Besprengen von Altar und Wohnräumen ist eine praktische Erweiterung für die Hausweihe; dieselbe Friedensformel darf dabei wiederholt werden.
oṃ dyauḥ śāntirantarikṣaṃ śāntiḥ pṛthivī śāntirāpaḥ śāntiroṣadhayaḥ śāntiḥ |
vanaspatayaḥ śāntirviśve devāḥ śāntirbrahma śāntiḥ sarvaṃ śāntiḥ śāntireva śāntiḥ sā mā śāntiredhi |
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ sarvāriṣṭasuśāntirbhavatu ||
Friede sei im Himmel, im Zwischenraum und auf der Erde; Friede im Wasser, in Kräutern und Bäumen, in allen Göttern und in Brahman. Alles sei Friede; Friede selbst sei Friede. Dieser Friede komme zu mir. Om, Friede, Friede, Friede. Alle Bedrängnis möge vollkommen zur Ruhe kommen.
51. Surya Ehrenwasser darbringen
Wende dich in Richtung der Sonne, ohne direkt in sie zu schauen. Gieße etwas Wasser aus dem Kalasha langsam in eine bereitgehaltene Schale. Die Flamme im Kunda bleibt währenddessen unter Aufsicht.
oṃ sūryadeva sahasrāṃśo tejorāśe jagatpate |
anukampaya māṃ bhaktyā gṛhāṇārghyaṃ divākara ||
oṃ sūryāya namaḥ ādityāya namaḥ bhāskarāya namaḥ ||
Göttlicher Surya, tausendstrahliger Lichtschatz, Herr der Welt: Wende dich mir in meiner Hingabe barmherzig zu und nimm dieses Ehrenwasser an, du Schöpfer des Tages. Verehrung Surya, Verehrung Aditya, Verehrung Bhaskara.
52. Viermal den heiligen Mittelpunkt umschreiten
Gehe mit gefalteten Händen viermal im Uhrzeigersinn um den gemeinsamen Verehrungsplatz, mit ausreichendem Abstand zum Feuer. Wo dafür kein Platz ist, lässt die Quelle eine langsame Drehung am eigenen Platz zu. Für jede Runde wird die folgende Strophe gesprochen. Vergegenwärtige jeweils einen Schritt auf dem Weg: Entschluss, Beginn, beständiges Bemühen, liebevolle Vertiefung.
oṃ yāni kāni ca pāpāni jñātājñāta-kṛtāni ca |
tāni sarvāṇi naśyanti pradakṣiṇa-pade pade ||
Welche Verfehlungen bewusst oder unbewusst begangen wurden, sie alle mögen mit jedem Schritt der ehrfürchtigen Umschreitung vergehen.
53. Blumen zum Abschied schenken
Nimm eine Blüte oder etwas gelben Reis in die Hände. Mit der letzten Zeile wird die Gabe vor Gayatri und auf den Vastu-Platz gelegt.
oṃ yajñena yajñamayajanta devāstāni dharmāṇi prathamānyāsan |
te ha nākaṃ mahimānaḥ sacanta yatra pūrve sādhyāḥ santi devāḥ |
oṃ mantrapuṣpāñjaliṃ samarpayāmi ||
Mit dem Opfer verehrten die Götter das Opfer; dies waren die ersten heiligen Ordnungen. Die von solcher Größe gelangen zur Himmelswelt, wo die früheren Sadhya-Götter weilen. Ich bringe die von Mantras getragene Blumengabe dar.
54. Die eingeladene Gegenwart verabschieden
Lege letzte Blumen auf den Altar. Verabschiede die vorübergehend eingeladenen Gottheiten aus den Ritualplätzen; ihre segnende Gegenwart wird im Herzen und im Hausleben bewahrt. Die dauerhaft verehrten Hausbilder bleiben an ihrem Platz.
oṃ gaccha tvaṃ bhagavannagne svasthāne kuṇḍamadhyataḥ |
hutamādāya devebhyaḥ śīghraṃ dehi prasīda me ||
gaccha gaccha suraśreṣṭha svasthāne parameśvara |
yatra brahmādayo devāstatra gaccha hutāśana ||
yāntu devagaṇāḥ sarve pūjāmādāya māmakīm |
iṣṭakāmasamṛddhyarthaṃ punarāgamanāya ca ||
Erhabener Agni, kehre aus der Mitte des Kunda an deinen eigenen Ort zurück. Nimm das Dargebrachte mit und reiche es den Göttern; sei mir gnädig. Gehe, Bester der Götter, höchster Herr, an deinen eigenen Ort. Wo Brahma und die anderen Götter sind, dorthin gehe, du Verzehrer der Gaben. Alle Götterscharen mögen meine Verehrung annehmen und zurückkehren, zur Erfüllung guter Anliegen und um wiederzukommen.
55. Freudige Segensrufe
Die Leitung ruft jeweils die Worte vor dem Gedankenstrich, die Gemeinschaft antwortet danach. Diese kurzen Hindi-Rufe aus der Gayatri-Parivar-Praxis schließen die Feier hörbar ab.
gāyatrī mātā kī — jaya |
yajña bhagavān kī — jaya |
prāṇiyoṃ meṃ — sadbhāvanā ho |
viśva kā — kalyāṇa ho ||
Heil der Mutter Gayatri! Heil dem göttlichen Opfer! Unter den Wesen möge Wohlwollen herrschen. Möge die ganze Welt gesegnet sein.
56. Prasad teilen und das Haus bewohnen
Dankt der Leitung und den Helfenden. Die bereitgelegte Dakshina wird jetzt übergeben. Teilt die sauber bereitgehaltene Süßspeise als Prasad; niemand muss Speisen aus dem Feuer oder mit Asche vermischte Gaben essen. Das Wasser für Surya und übriges klares Segenswasser werden sparsam an einen geeigneten Pflanzenplatz gegeben. Duft-, Farb- oder Fettwasser wird getrennt sachgerecht entsorgt. Blumen können kompostiert werden; Reis und andere Altargaben werden je nach Beschaffenheit geordnet verwendet oder entsorgt. Die Fäden dürfen als Erinnerung am Handgelenk bleiben und werden später sauber abgenommen; diese Fassung schreibt keine Tragedauer vor.
Die Feuerperson bleibt am Kunda, bis Glut und Asche vollständig erloschen und kalt sind. Die Lampen werden unter Aufsicht zu Ende brennen gelassen oder vor dem Verlassen gelöscht. Gefäße und Löffel werden gereinigt, der Altar wird für die tägliche Verehrung neu geordnet. Ein bereits bestehender Hausaltar wird weiterhin gepflegt; die Feier beginnt eine lebendige Beziehung.
Eine Anregung aus Bhakti Yoga: Sprecht beim ersten gemeinsamen Essen nach der Feier aus, welchen kleinen Vorsatz jede Person in das Haus mitbringen möchte. Der eine übt freundliches Sprechen, eine andere schafft regelmäßig Zeit für Meditation, ein dritter achtet auf Gäste und Bedürftige. So bekommen die vierundzwanzig Lichtgaben ein sichtbares Gegenstück im Alltag, und die Bitte an Vastu wächst zu einem liebevollen Zuhause.
Rezitationsfassungen
Die Nummern entsprechen den Schritten der Anleitung. Reine Handlungsschritte bleiben hier ausgespart. Alle angegebenen Wiederholungen werden beim Vollzug beachtet. Die deutsche Fassung erschließt die Bedeutung; sie braucht nicht zusätzlich zum Sanskrit gesprochen zu werden.
Vollständige IAST-Fassung
1. Die Geräte mit Segenswasser vorbereiten
oṃ punāti te parisrutaṃ somaṃ sūryasya duhitā |
vāreṇa śaśvatā tanā ||
oṃ punantu mā devajanāḥ punantu manasā dhiyaḥ |
punantu viśvā bhūtāni jātavedaḥ punīhi mā ||
oṃ yat te pavitram arciṣy agne vitatam antarā |
brahma tena punātu mā ||
oṃ pavamānaḥ so adya naḥ pavitreṇa vicarṣaṇiḥ |
yaḥ potā sa punātu mā ||
oṃ ubhābhyāṃ deva savitaḥ pavitreṇa savena ca |
māṃ punīhi viśvataḥ ||
2. Die Hausgemeinschaft begrüßen
oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śṛṇuyāma devā bhadraṃ paśyemākṣabhir yajatrāḥ |
sthirair aṅgais tuṣṭuvāṃsas tanūbhir vyaśemahi devahitaṃ yad āyuḥ ||
3. Sich selbst reinigen
oṃ apavitraḥ pavitro vā sarvāvasthāṃ gato’pi vā |
yaḥ smaret puṇḍarīkākṣaṃ sa bāhyābhyantaraḥ śuciḥ ||
oṃ punātu puṇḍarīkākṣaḥ punātu puṇḍarīkākṣaḥ punātu ||
4. Dreimal Achamana
oṃ amṛtopastaraṇam asi svāhā |
oṃ amṛtāpidhānam asi svāhā |
oṃ satyaṃ yaśaḥ śrīr mayi śrīḥ śrayatāṃ svāhā ||
5. Die Shikha-Stelle berühren
oṃ cidrūpiṇi mahāmāye divya-tejaḥ-samanvite |
tiṣṭha devi śikhā-madhye tejo-vṛddhiṃ kuruṣva me ||
6. Den Atem sammeln
oṃ bhūḥ oṃ bhuvaḥ oṃ svaḥ oṃ mahaḥ oṃ janaḥ oṃ tapaḥ oṃ satyam |
oṃ tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi | dhiyo yo naḥ pracodayāt |
oṃ āpo jyotī raso’mṛtaṃ brahma bhūr bhuvaḥ svaḥ oṃ ||
7. Die Organe dem Guten weihen
oṃ vāṅ me āsye’stu |
oṃ nasor me prāṇo’stu |
oṃ akṣṇor me cakṣur astu |
oṃ karṇayor me śrotram astu |
oṃ bāhvor me balam astu |
oṃ ūrvor me ojo’stu |
oṃ ariṣṭāni me’ṅgāni tanūs tanvā me saha santu ||
8. Die Erde und den Sitz ehren
oṃ pṛthvi tvayā dhṛtā lokā devi tvaṃ viṣṇunā dhṛtā |
tvaṃ ca dhāraya māṃ devi pavitraṃ kuru cāsanam ||
9. Das Hausleben bewusst widmen
oṃ viṣṇur viṣṇur viṣṇuḥ |
śrīmad-bhagavato mahā-puruṣasya viṣṇor ājñayā pravartamānasya adya śrī-brahmaṇo dvitīye parārdhe śrī-śveta-vārāha-kalpe vaivasvata-manvantare bhūrloke jambūdvīpe {Land} deśe {Ort} kṣetre {Stelle} sthale {Jahr} vikrama-saṃvatsare māsānāṃ māsottame māse {Monat} māse {Paksha} pakṣe {Tithi} tithau {Wochentag} vāsare {Gotra} gotrotpannaḥ {Name} nāmāhaṃ satpravṛtti-saṃvardhanāya duṣpravṛtty-unmūlanāya lokakalyāṇāya ātmakalyāṇāya vātāvaraṇa-pariṣkārāya ujjvala-bhaviṣya-kāmanāpūrtaye ca prabala-puruṣārthaṃ kariṣye |
asmai prayojanāya ca kalaśādi-āvāhita-devatā-pūjana-pūrvakaṃ gṛhapraveśa-vāstu-śānti-karma-sampādanārthaṃ saṅkalpam ahaṃ kariṣye ||
10. Das Tilaka empfangen
oṃ candanasya mahat puṇyaṃ pavitraṃ pāpa-nāśanam |
āpadāṃ harate nityaṃ lakṣmīs tiṣṭhati sarvadā ||
11. Den Schutzfaden binden
oṃ vratena dīkṣām āpnoti dīkṣayāpnoti dakṣiṇām |
dakṣiṇā śraddhām āpnoti śraddhayā satyam āpyate ||
12. Varuna im Kalasha begrüßen
oṃ tat tvā yāmi brahmaṇā vandamānas tad āśāste yajamāno havirbhiḥ |
aheḍamāno varuṇeha bodhy uruśaṃsa mā na āyuḥ pramoṣīḥ ||
oṃ mano jūtir juṣatām ājyasya bṛhaspatir yajñam imaṃ tanotv ariṣṭaṃ yajñaṃ sam imaṃ dadhātu |
viśve devāsa iha mādayantām oṃ pratiṣṭha ||
oṃ varuṇāya namaḥ āvāhayāmi sthāpayāmi dhyāyāmi ||
13. Den Kalasha mit fünf Gaben ehren
gandhākṣataṃ samarpayāmi | puṣpāṇi samarpayāmi | dhūpaṃ samarpayāmi | dīpaṃ samarpayāmi | naivedyaṃ samarpayāmi |
oṃ kalaśastha-devatābhyo namaḥ ||
14. Die Welt im Wassergefäß schauen
oṃ kalaśasya mukhe viṣṇuḥ kaṇṭhe rudraḥ samāśritaḥ |
mūle tvasya sthito brahmā madhye mātṛgaṇāḥ smṛtāḥ ||
kukṣau tu sāgarāḥ sarve saptadvīpā vasundharā |
ṛgvedo'tha yajurvedaḥ sāmavedo hyatharvaṇaḥ ||
aṅgaiśca sahitāḥ sarve kalaśantu samāśritāḥ |
atra gāyatrī sāvitrī śāntipuṣṭikarī sadā ||
tvayi tiṣṭhanti bhūtāni tvayi prāṇāḥ pratiṣṭhitāḥ |
śivaḥ svayaṃ tvamevāsi viṣṇustvaṃ ca prajāpatiḥ ||
ādityā vasavo rudrā viśvedevāḥ sapaitṛkāḥ |
tvayi tiṣṭhanti sarve'pi yataḥ kāmaphalapradāḥ ||
tvatprasādādimaṃ yajñaṃ kartumīhe jalodbhava |
sānnidhyaṃ kuru me deva prasanno bhava sarvadā ||
15. Die Lampe verehren
oṃ agnir jyotir jyotir agniḥ svāhā |
sūryo jyotir jyotiḥ sūryaḥ svāhā |
agnir varco jyotir varcaḥ svāhā |
sūryo varco jyotir varcaḥ svāhā |
jyotiḥ sūryaḥ sūryo jyotiḥ svāhā ||
16. Guru und Gayatri einladen
oṃ gururbrahmā gururviṣṇuḥ gurureva maheśvaraḥ |
gurureva parabrahma tasmai śrīgurave namaḥ ||
akhaṇḍamaṇḍalākāraṃ vyāptaṃ yena carācaram |
tatpadaṃ darśitaṃ yena tasmai śrīgurave namaḥ ||
mātṛvat lālayitrī ca pitṛvat mārgadarśikā |
namo'stu gurusattāyai śraddhāprajñāyutā ca yā ||
oṃ śrīgurave namaḥ āvāhayāmi sthāpayāmi dhyāyāmi ||
oṃ āyātu varade devi tryakṣare brahmavādini |
gāyatri chandasāṃ mātarbrahmayone namo'stu te ||
oṃ śrīgāyatryai namaḥ āvāhayāmi sthāpayāmi dhyāyāmi | tato namaskāraṃ karomi ||
oṃ stutā mayā varadā vedamātā pracodayantāṃ pāvamānī dvijānām |
āyuḥ prāṇaṃ prajāṃ paśuṃ kīrtiṃ draviṇaṃ brahmavarcasam |
mahyaṃ dattvā vrajata brahmalokam ||
17. Ganesha, Gauri und Hari begrüßen
oṃ abhīpsitārthasiddhyarthaṃ pūjito yaḥ surāsuraiḥ |
sarvavighnaharastasmai gaṇādhipataye namaḥ ||
sarvamaṅgalamāṅgalye śive sarvārthasādhike |
śaraṇye tryambake gauri nārāyaṇi namo'stu te ||
śuklāmbaradharaṃ devaṃ śaśivarṇaṃ caturbhujam |
prasannavadanaṃ dhyāyet sarvavighnopaśāntaye ||
sarvadā sarvakāryeṣu nāsti teṣāmamaṅgalam |
yeṣāṃ hṛdistho bhagavān maṅgalāyatano hariḥ ||
vināyakaṃ guruṃ bhānuṃ brahmaviṣṇumaheśvarān |
sarasvatīṃ praṇaumyādau śāntikāryārthasiddhaye ||
maṅgalaṃ bhagavān viṣṇurmaṅgalaṃ garuḍadhvajaḥ |
maṅgalaṃ puṇḍarīkākṣo maṅgalāyatano hariḥ ||
18. Brahma, Vishnu und Shiva verehren
tvaṃ vai caturmukho brahmā satyalokapitāmahaḥ |
āgaccha maṇḍale cāsmin mama sarvārthasiddhaye ||
śāntākāraṃ bhujagaśayanaṃ padmanābhaṃ sureśaṃ
viśvādhāraṃ gaganasadṛśaṃ meghavarṇaṃ śubhāṅgam |
lakṣmīkāntaṃ kamalanayanaṃ yogibhirdhyānagamyaṃ
vande viṣṇuṃ bhavabhayaharaṃ sarvalokaikanātham ||
vande devamumāpatiṃ suraguruṃ vande jagatkāraṇaṃ
vande pannagabhūṣaṇaṃ mṛgadharaṃ vande paśūnāṃ patim |
vande sūryaśaśāṅkavahninayanaṃ vande mukundapriyaṃ
vande bhaktajanāśrayaṃ ca varadaṃ vande śivaṃ śaṅkaram ||
oṃ tryambakaṃ yajāmahe sugandhiṃ puṣṭivardhanam |
urvārukamiva bandhanānmṛtyormukṣīya mā'mṛtāt ||
19. Die göttlichen Mütter und heiligen Wasser begrüßen
durge smṛtā harasi bhītimaśeṣajantoḥ
svasthaiḥ smṛtā matimatīva śubhāṃ dadāsi |
dāridryaduḥkhabhayahāriṇi kā tvadanyā
sarvopakārakaraṇāya sadārdracittā ||
śuklāṃ brahmavicārasāraparamāmādyāṃ jagadvyāpinīṃ
vīṇāpustakadhāriṇīmabhayadāṃ jāḍyāndhakārāpahām |
haste sphāṭikamālikāṃ vidadhatīṃ padmāsane saṃsthitāṃ
vande tāṃ parameśvarīṃ bhagavatīṃ buddhipradāṃ śāradām ||
ārdrāṃ yaḥkariṇīṃ yaṣṭiṃ suvarṇāṃ hemamālinīm |
sūryāṃ hiraṇmayīṃ lakṣmīṃ jātavedo ma āvaha ||
kālikāṃ tu kalātītāṃ kalyāṇahṛdayāṃ śivām |
kalyāṇajananīṃ nityaṃ kalyāṇīṃ pūjayāmyaham ||
viṣṇupādābjasambhūte gaṅge tripathagāmini |
dharmadraveti vikhyāte pāpaṃ me hara jāhnavi ||
puṣkarādīni tīrthāni gaṅgādyāḥ saritastathā |
āgacchantu pavitrāṇi pūjākāle sadā mama ||
20. Grahas, Mütter, Vastu und Hüter des Ortes begrüßen
brahmā murāristripurāntakārī bhānuḥ śaśī bhūmisuto budhaśca |
guruśca śukraḥ śanirāhuketavaḥ sarve grahāḥ śāntikarā bhavantu ||
gaurī padmā śacī medhā sāvitrī vijayā jayā |
devasenā svadhā svāhā mātaro lokamātaraḥ ||
dhṛtiḥ puṣṭistathā tuṣṭirātmanaḥ kuladevatā |
gaṇeśenādhikā hyetā vṛddhau pūjyāśca ṣoḍaśa ||
kīrtirlakṣmīrdhṛtirmedhā siddhiḥ prajñā sarasvatī |
māṅgalyeṣu prapūjyāśca saptaitā divyamātaraḥ ||
nāgapṛṣṭhasamārūḍhaṃ śūlahastaṃ mahābalam |
pātālanāyakaṃ devaṃ vāstudevaṃ namāmyaham ||
kṣetrapālānnamasyāmi sarvāriṣṭanivārakān |
asya yāgasya siddhyarthaṃ pūjayārādhitānmayā ||
21. Allen göttlichen Mächten den Gruß darbringen
oṃ siddhi-buddhi-sahitāya śrīman-mahā-gaṇādhipataye namaḥ |
oṃ lakṣmī-nārāyaṇābhyāṃ namaḥ |
oṃ umā-maheśvarābhyāṃ namaḥ |
oṃ vāṇī-hiraṇyagarbhābhyāṃ namaḥ |
oṃ śacī-purandarābhyāṃ namaḥ |
oṃ mātṛ-pitṛ-caraṇa-kamalebhyo namaḥ |
oṃ kula-devatābhyo namaḥ |
oṃ iṣṭa-devatābhyo namaḥ |
oṃ grāma-devatābhyo namaḥ |
oṃ sthāna-devatābhyo namaḥ |
oṃ vāstu-devatābhyo namaḥ |
oṃ sarvebhyo devebhyo namaḥ |
oṃ sarvebhyo brāhmaṇebhyo namaḥ |
oṃ sarvebhyas tīrthebhyo namaḥ |
oṃ etat-karma-pradhāna-devatābhyo namaḥ |
oṃ puṇyaṃ puṇyāhaṃ dīrgham āyur astu ||
22. Die gemeinsame Puja vollziehen
oṃ sarvebhyo devebhyo namaḥ āvāhayāmi sthāpayāmi |
āsanaṃ samarpayāmi | pādyaṃ samarpayāmi | arghyaṃ samarpayāmi | ācamanaṃ samarpayāmi |
snānaṃ samarpayāmi | vastraṃ samarpayāmi | yajñopavītaṃ samarpayāmi | gandhaṃ vilepayāmi |
akṣatān samarpayāmi | puṣpāṇi samarpayāmi | dhūpamāghrāpayāmi | dīpaṃ darśayāmi |
naivedyaṃ nivedayāmi | tāmbūlapūgīphalāni samarpayāmi | dakṣiṇāṃ samarpayāmi |
sarvābhāve akṣatān samarpayāmi | tato namaskāraṃ karomi |
oṃ namo'stvanantāya sahasramūrtaye sahasrapādākṣiśirorubāhave |
sahasranāmne puruṣāya śāśvate sahasrakoṭīyugadhāriṇe namaḥ ||
23. Svasti: das Haus in den Segen der Welt stellen
oṃ gaṇānāṃ tvā gaṇapatiṃ havāmahe priyāṇāṃ tvā priyapatiṃ havāmahe nidhīnāṃ tvā nidhipatiṃ havāmahe vaso mama |
āhamajāni garbhadhamā tvamajāsi garbhadham ||
oṃ svasti na indro vṛddhaśravāḥ svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |
svasti nastārkṣyo ariṣṭanemiḥ svasti no bṛhaspatirdadhātu ||
oṃ payaḥ pṛthivyāṃ paya oṣadhīṣu payo divyantarikṣe payodhāḥ |
payasvatīḥ pradiśaḥ santu mahyam ||
oṃ viṣṇo rarāṭamasi viṣṇoḥ śnaptre stho viṣṇoḥ syūrasi viṣṇordhruvo'si vaiṣṇavamasi viṣṇave tvā ||
oṃ agnirdevatā vāto devatā sūryo devatā candramā devatā vasavo devatā rudrā devatā ādityā devatā maruto devatā viśve devā devatā bṛhaspatirdevatendro devatā varuṇo devatā ||
oṃ dyauḥ śāntirantarikṣaṃ śāntiḥ pṛthivī śāntirāpaḥ śāntiroṣadhayaḥ śāntiḥ |
vanaspatayaḥ śāntirviśve devāḥ śāntirbrahma śāntiḥ sarvaṃ śāntiḥ śāntireva śāntiḥ sā mā śāntiredhi ||
oṃ viśvāni deva savitarduritāni parāsuva | yadbhadraṃ tanna ā suva |
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ sarvāriṣṭasuśāntirbhavatu ||
24. Den Schutz der Richtungen erbitten
oṃ pūrve rakṣatu vārāha āgneyyāṃ garuḍadhvajaḥ |
dakṣiṇe padmanābhastu nairṛtyāṃ madhusūdanaḥ ||
paścime caiva govindo vāyavyāṃ tu janārdanaḥ |
uttare śrīpatī rakṣedaiśānyāṃ hi maheśvaraḥ ||
ūrdhvaṃ rakṣatu dhātā vo hyadho'nantaśca rakṣatu |
anuktamapi yat sthānaṃ rakṣatvīśo mamādridhṛk ||
apasarpantu te bhūtā ye bhūtā bhūmisaṃsthitāḥ |
ye bhūtā vighnakartāraste gacchantu śivājñayā ||
apakrāmantu bhūtāni piśācāḥ sarvato diśam |
sarveṣāmavirodhena yajñakarma samārabhe ||
25. Vastu Purusha einladen und verehren
oṃ vāstoṣpate pratijānīhyasmān svāveśo anamīvo bhavā naḥ |
yattvemahe prati tanno juṣasva śaṃ no bhava dvipade śaṃ catuṣpade ||
oṃ bhūrbhuvaḥ svaḥ vāstupuruṣāya namaḥ āvāhayāmi sthāpayāmi dhyāyāmi |
gandhākṣataṃ puṣpāṇi dhūpaṃ dīpaṃ naivedyaṃ samarpayāmi | tato namaskāraṃ karomi |
oṃ viśantu bhūtale nāgā lokapālāśca sarvataḥ |
maṇḍale'trāvatiṣṭhantu hyāyurbalakarāḥ sadā ||
vāstupuruṣa deveśa sarvavighnavidāraṇa |
śāntiṃ kuru sukhaṃ dehi yajñe'sminmama sarvadā ||
26. Agni als heiligen Gast begrüßen
oṃ bhūrbhuvaḥ svardyauriva bhūmnā pṛthivīva varimṇā |
tasyāste pṛthivi devayajani pṛṣṭhe'gnimannādamannādyāyādadhe |
agniṃ dūtaṃ purodadhe havyavāhamupabruve devānāsādayādiha ||
oṃ agnaye namaḥ āvāhayāmi sthāpayāmi dhyāyāmi |
gandhākṣataṃ puṣpāṇi dhūpaṃ dīpaṃ naivedyaṃ samarpayāmi ||
27. Den Glanz Savitars preisen
yanmaṇḍalaṃ dīptikaraṃ viśālaṃ ratnaprabhaṃ tīvramanādirūpam |
dāridryaduḥkhakṣayakāraṇaṃ ca punātu māṃ tatsaviturvareṇyam ||
yanmaṇḍalaṃ devagaṇaiḥ supūjitaṃ vipraiḥ stutaṃ mānavamuktikovidam |
taṃ devadevaṃ praṇamāmi bhargaṃ punātu māṃ tatsaviturvareṇyam ||
yanmaṇḍalaṃ jñānaghanaṃ tvagamyaṃ trailokyapūjyaṃ triguṇātmarūpam |
samastatejomayadivyarūpaṃ punātu māṃ tatsaviturvareṇyam ||
yanmaṇḍalaṃ gūḍhamatiprabodhaṃ dharmasya vṛddhiṃ kurute janānām |
yatsarvapāpakṣayakāraṇaṃ ca punātu māṃ tatsaviturvareṇyam ||
yanmaṇḍalaṃ vyādhivināśadakṣaṃ yadṛgyajuḥsāmasu sampragītam |
prakāśitaṃ yena ca bhūrbhuvaḥ svaḥ punātu māṃ tatsaviturvareṇyam ||
yanmaṇḍalaṃ vedavido vadanti gāyanti yaccāraṇasiddhasaṅghāḥ |
yadyogino yogajuṣāṃ ca saṅghāḥ punātu māṃ tatsaviturvareṇyam ||
yanmaṇḍalaṃ sarvajaneṣu pūjitaṃ jyotiśca kuryādiha martyaloke |
yatkālakālādimanādirūpaṃ punātu māṃ tatsaviturvareṇyam ||
yanmaṇḍalaṃ viṣṇucaturmukhāsyaṃ yadakṣaraṃ pāpaharaṃ janānām |
yatkālakalpakṣayakāraṇaṃ ca punātu māṃ tatsaviturvareṇyam ||
yanmaṇḍalaṃ viśvasṛjāṃ prasiddhamutpattirakṣāpralayapragalbham |
yasmiñjagatsaṃharate'khilaṃ ca punātu māṃ tatsaviturvareṇyam ||
yanmaṇḍalaṃ sarvagatasya viṣṇorātmā paraṃ dhāma viśuddhatattvam |
sūkṣmāntarairyogapathānugamyaṃ punātu māṃ tatsaviturvareṇyam ||
yanmaṇḍalaṃ brahmavido vadanti gāyanti yaccāraṇasiddhasaṅghāḥ |
yanmaṇḍalaṃ vedavidaḥ smaranti punātu māṃ tatsaviturvareṇyam ||
yanmaṇḍalaṃ vedavidopagītaṃ yadyogināṃ yogapathānugamyam |
tatsarvavedaṃ praṇamāmi divyaṃ punātu māṃ tatsaviturvareṇyam ||
28. Die Flamme beleben
oṃ udbudhyasvāgne prati jāgṛhi tvamiṣṭāpūrte saṃ sṛjethāmayaṃ ca |
asmintsadhasthe adhyuttarasmin viśve devā yajamānaśca sīdata ||
29. Opferholz 1 darbringen
oṃ ayanta idhma ātmā jātavedastenedhyasva vardhasva |
ceddha vardhaya cāsmān prajayā paśubhirbrahmavarcasenānnādyena samedhaya svāhā |
idamagnaye jātavedase idaṃ na mama ||
30. Opferholz 2 darbringen
oṃ samidhāgniṃ duvasyata ghṛtairbodhayatātithim |
āsmin havyā juhotana svāhā | idamagnaye idaṃ na mama ||
31. Opferholz 3 darbringen
oṃ susamiddhāya śociṣe ghṛtaṃ tīvraṃ juhotana |
agnaye jātavedase svāhā | idamagnaye jātavedase idaṃ na mama ||
32. Opferholz 4 darbringen
oṃ taṃ tvā samidbhiraṅgiro ghṛtena vardhayāmasi |
bṛhacchocā yaviṣṭhya svāhā | idamagnaye aṅgirase idaṃ na mama ||
33. Einen Wasserkreis um das Feuer legen
oṃ adite'numanyasva |
oṃ anumate'numanyasva |
oṃ sarasvatyanumanyasva |
oṃ deva savitaḥ prasuva yajñaṃ prasuva yajñapatiṃ bhagāya |
divyo gandharvaḥ ketapūḥ ketaṃ naḥ punātu vācaspatirvācaṃ naḥ svadatu ||
34. Sieben reine Opfergaben
oṃ prajāpataye svāhā | idaṃ prajāpataye idaṃ na mama ||
oṃ indrāya svāhā | idaṃ indrāya idaṃ na mama ||
oṃ agnaye svāhā | idaṃ agnaye idaṃ na mama ||
oṃ somāya svāhā | idaṃ somāya idaṃ na mama ||
oṃ bhūḥ svāhā | idaṃ agnaye idaṃ na mama ||
oṃ bhuvaḥ svāhā | idaṃ vāyave idaṃ na mama ||
oṃ svaḥ svāhā | idaṃ sūryāya idaṃ na mama ||
35. Vierundzwanzig Gayatri-Gaben
oṃ bhūr bhuvaḥ svaḥ tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt svāhā | idaṃ gāyatryai idaṃ na mama ||
36. Die 1. Vastu-Gabe für das Zuhause
oṃ vāstoṣpate pratijānīhyasmān svāveśo anamīvo bhavā naḥ |
yattvemahe prati tanno juṣasva śaṃ no bhava dvipade śaṃ catuṣpade svāhā |
idaṃ vāstoṣpataye idaṃ na mama ||
37. Die 2. Vastu-Gabe für das Zuhause
oṃ vāstoṣpate prataraṇo na edhi gayasphāno gobhiraśvebhirindo |
ajarāsaste sakhye syāma piteva putrān prati no juṣasva svāhā |
idaṃ vāstoṣpataye idaṃ na mama ||
38. Die 3. Vastu-Gabe für das Zuhause
oṃ vāstoṣpate śagmayā saṃsadā te sakṣīmahi raṇvayā gātumatyā |
pāhi kṣema uta yoge varaṃ no yūyaṃ pāta svastibhiḥ sadā naḥ svāhā |
idaṃ vāstoṣpataye idaṃ na mama ||
39. Die 4. Vastu-Gabe für das Zuhause
oṃ amīvahā vāstoṣpate viśvā rūpāṇyāviśan |
sakhā suśeva edhi naḥ svāhā | idaṃ vāstoṣpataye idaṃ na mama ||
40. Die 5. Vastu-Gabe für das Zuhause
oṃ vāstoṣpate dhruvā sthūṇāṃsatraṃ somyānām |
drapso bhettā purāṃ śaśvatīnāmindro munīnāṃ sakhā svāhā |
idaṃ vāstoṣpataye idaṃ na mama ||
41. Svishtakrit: das Unvollkommene Gott anvertrauen
oṃ yadasya karmaṇo'tyarīricaṃ yadvā nyūnamihākaram |
agniṣṭatsviṣṭakṛdvidyātsarvaṃ sviṣṭaṃ suhutaṃ karotu me |
agnaye sviṣṭakṛte suhutahute sarvaprāyaścittāhutīnāṃ kāmānāṃ samarddhayitre sarvānnaḥ kāmāntsamarddhaya svāhā |
idamagnaye sviṣṭakṛte idaṃ na mama ||
42. Devadakshina und Purnahuti
oṃ pūrṇamadaḥ pūrṇamidaṃ pūrṇātpūrṇamudacyate |
pūrṇasya pūrṇamādāya pūrṇamevāvaśiṣyate ||
oṃ pūrṇā darvi parāpata supūrṇā punarāpata |
vasneva vikrīṇāvahā iṣamūrjaṃ śatakrato svāhā ||
oṃ sarvaṃ vai pūrṇaṃ svāhā ||
43. Vasodhara: die ununterbrochene Gabe
oṃ vasoḥ pavitramasi śatadhāraṃ vasoḥ pavitramasi sahasradhāram |
devastvā savitā punātu vasoḥ pavitreṇa śatadhāreṇa supvā kāmadhukṣaḥ svāhā ||
44. Arati vor dem Feuer und den Gottheiten
oṃ yaṃ brahma vedāntavido vadanti paraṃ pradhānaṃ puruṣaṃ tathānye |
viśvodgateḥ kāraṇamīśvaraṃ vā tasmai namo vighnavināśanāya ||
oṃ yaṃ brahmā varuṇendrarudramarutaḥ stunvanti divyaiḥ stavaiḥ
vedaiḥ sāṅgapadakramopaniṣadairgāyanti yaṃ sāmagāḥ |
dhyānāvasthitatadgatena manasā paśyanti yaṃ yogino
yasyāntaṃ na viduḥ surāsuragaṇā devāya tasmai namaḥ ||
45. Den Segen des Opferduftes aufnehmen
oṃ tanūpā agne'si tanvaṃ me pāhi |
oṃ āyurdā agne'si āyurme dehi |
oṃ varcodā agne'si varco me dehi |
oṃ agne yanme tanvā ūnaṃ tanma āpṛṇa |
oṃ medhāṃ me devaḥ savitā ādadhātu |
oṃ medhāṃ me devī sarasvatī ādadhātu |
oṃ medhāṃ me aśvinau devāvādhattāṃ puṣkarasrajau ||
46. Ein kleines Aschezeichen empfangen
oṃ tryāyuṣaṃ jamadagneḥ |
oṃ kaśyapasya tryāyuṣam |
oṃ yaddeveṣu tryāyuṣam |
oṃ tanno astu tryāyuṣam ||
47. Um Vergebung bitten
oṃ āvāhanaṃ na jānāmi naiva jānāmi pūjanam |
visarjanaṃ na jānāmi kṣamasva parameśvara ||
mantrahīnaṃ kriyāhīnaṃ bhaktihīnaṃ sureśvara |
yatpūjitaṃ mayā deva paripūrṇaṃ tadastu me ||
yadakṣarapadabhraṣṭaṃ mātrāhīnaṃ ca yadbhavet |
tatsarvaṃ kṣamyatāṃ deva prasīda parameśvara ||
yasya smṛtyā ca nāmoktyā tapoyajñakriyādiṣu |
nyūnaṃ sampūrṇatāṃ yāti sadyo vande tamacyutam ||
pramādātkurvatāṃ karma pracyavetādhvareṣu yat |
smaraṇādeva tadviṣṇoḥ sampūrṇaṃ syāditi śrutiḥ ||
48. Sich vor dem Einen in allen Gestalten verneigen
oṃ namo’stv anantāya sahasra-mūrtaye sahasra-pādākṣi-śiroru-bāhave |
sahasra-nāmne puruṣāya śāśvate sahasra-koṭi-yuga-dhāriṇe namaḥ ||
49. Allen Wesen Gutes wünschen
oṃ svasti prajābhyaḥ paripālayantāṃ nyāyyena mārgeṇa mahīṃ mahīśāḥ |
gobrāhmaṇebhyaḥ śubhamastu nityaṃ lokāḥ samastāḥ sukhino bhavantu ||
sarve bhavantu sukhinaḥ sarve santu nirāmayāḥ |
sarve bhadrāṇi paśyantu mā kaścidduḥkhamāpnuyāt ||
śraddhāṃ medhāṃ yaśaḥ prajñāṃ vidyāṃ puṣṭiṃ śriyaṃ balam |
teja āyuṣyamārogyaṃ dehi me havyavāhana ||
50. Den Friedenssegen mit Wasser empfangen
oṃ dyauḥ śāntirantarikṣaṃ śāntiḥ pṛthivī śāntirāpaḥ śāntiroṣadhayaḥ śāntiḥ |
vanaspatayaḥ śāntirviśve devāḥ śāntirbrahma śāntiḥ sarvaṃ śāntiḥ śāntireva śāntiḥ sā mā śāntiredhi |
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ sarvāriṣṭasuśāntirbhavatu ||
51. Surya Ehrenwasser darbringen
oṃ sūryadeva sahasrāṃśo tejorāśe jagatpate |
anukampaya māṃ bhaktyā gṛhāṇārghyaṃ divākara ||
oṃ sūryāya namaḥ ādityāya namaḥ bhāskarāya namaḥ ||
52. Viermal den heiligen Mittelpunkt umschreiten
oṃ yāni kāni ca pāpāni jñātājñāta-kṛtāni ca |
tāni sarvāṇi naśyanti pradakṣiṇa-pade pade ||
53. Blumen zum Abschied schenken
oṃ yajñena yajñamayajanta devāstāni dharmāṇi prathamānyāsan |
te ha nākaṃ mahimānaḥ sacanta yatra pūrve sādhyāḥ santi devāḥ |
oṃ mantrapuṣpāñjaliṃ samarpayāmi ||
54. Die eingeladene Gegenwart verabschieden
oṃ gaccha tvaṃ bhagavannagne svasthāne kuṇḍamadhyataḥ |
hutamādāya devebhyaḥ śīghraṃ dehi prasīda me ||
gaccha gaccha suraśreṣṭha svasthāne parameśvara |
yatra brahmādayo devāstatra gaccha hutāśana ||
yāntu devagaṇāḥ sarve pūjāmādāya māmakīm |
iṣṭakāmasamṛddhyarthaṃ punarāgamanāya ca ||
55. Freudige Segensrufe
gāyatrī mātā kī — jaya |
yajña bhagavān kī — jaya |
prāṇiyoṃ meṃ — sadbhāvanā ho |
viśva kā — kalyāṇa ho ||
Vollständige Devanagari-Fassung
1. Die Geräte mit Segenswasser vorbereiten
ॐ पुनाति ते परिस्रुतं सोमं सूर्यस्य दुहिता ।
वारेण शश्वता तना ॥
ॐ पुनन्तु मा देवजनाः पुनन्तु मनसा धियः ।
पुनन्तु विश्वा भूतानि जातवेदः पुनीहि मा ॥
ॐ यत् ते पवित्रम् अर्चिष्य् अग्ने विततम् अन्तरा ।
ब्रह्म तेन पुनातु मा ॥
ॐ पवमानः सो अद्य नः पवित्रेण विचर्षणिः ।
यः पोता स पुनातु मा ॥
ॐ उभाभ्यां देव सवितः पवित्रेण सवेन च ।
मां पुनीहि विश्वतः ॥
2. Die Hausgemeinschaft begrüßen
ॐ भद्रं कर्णेभिः शृणुयाम देवा भद्रं पश्येमाक्षभिर् यजत्राः ।
स्थिरैर् अङ्गैस् तुष्टुवांसस् तनूभिर् व्यशेमहि देवहितं यद् आयुः ॥
3. Sich selbst reinigen
ॐ अपवित्रः पवित्रो वा सर्वावस्थां गतो’पि वा ।
यः स्मरेत् पुण्डरीकाक्षं स बाह्याभ्यन्तरः शुचिः ॥
ॐ पुनातु पुण्डरीकाक्षः पुनातु पुण्डरीकाक्षः पुनातु ॥
4. Dreimal Achamana
ॐ अमृतोपस्तरणम् असि स्वाहा ।
ॐ अमृतापिधानम् असि स्वाहा ।
ॐ सत्यं यशः श्रीर् मयि श्रीः श्रयतां स्वाहा ॥
5. Die Shikha-Stelle berühren
ॐ चिद्रूपिणि महामाये दिव्य-तेजः-समन्विते ।
तिष्ठ देवि शिखा-मध्ये तेजो-वृद्धिं कुरुष्व मे ॥
6. Den Atem sammeln
ॐ भूः ॐ भुवः ॐ स्वः ॐ महः ॐ जनः ॐ तपः ॐ सत्यम् ।
ॐ तत् सवितुर् वरेण्यं भर्गो देवस्य धीमहि । धियो यो नः प्रचोदयात् ।
ॐ आपो ज्योती रसो’मृतं ब्रह्म भूर् भुवः स्वः ॐ ॥
7. Die Organe dem Guten weihen
ॐ वाङ् मे आस्ये’स्तु ।
ॐ नसोर् मे प्राणो’स्तु ।
ॐ अक्ष्णोर् मे चक्षुर् अस्तु ।
ॐ कर्णयोर् मे श्रोत्रम् अस्तु ।
ॐ बाह्वोर् मे बलम् अस्तु ।
ॐ ऊर्वोर् मे ओजो’स्तु ।
ॐ अरिष्टानि मे’ङ्गानि तनूस् तन्वा मे सह सन्तु ॥
8. Die Erde und den Sitz ehren
ॐ पृथ्वि त्वया धृता लोका देवि त्वं विष्णुना धृता ।
त्वं च धारय मां देवि पवित्रं कुरु चासनम् ॥
9. Das Hausleben bewusst widmen
ॐ विष्णुर् विष्णुर् विष्णुः ।
श्रीमद्-भगवतो महा-पुरुषस्य विष्णोर् आज्ञया प्रवर्तमानस्य अद्य श्री-ब्रह्मणो द्वितीये परार्धे श्री-श्वेत-वाराह-कल्पे वैवस्वत-मन्वन्तरे भूर्लोके जम्बूद्वीपे {Land} देशे {Ort} क्षेत्रे {Stelle} स्थले {Jahr} विक्रम-संवत्सरे मासानां मासोत्तमे मासे {Monat} मासे {Paksha} पक्षे {Tithi} तिथौ {Wochentag} वासरे {Gotra} गोत्रोत्पन्नः {Name} नामाहं सत्प्रवृत्ति-संवर्धनाय दुष्प्रवृत्त्य्-उन्मूलनाय लोककल्याणाय आत्मकल्याणाय वातावरण-परिष्काराय उज्ज्वल-भविष्य-कामनापूर्तये च प्रबल-पुरुषार्थं करिष्ये ।
अस्मै प्रयोजनाय च कलशादि-आवाहित-देवता-पूजन-पूर्वकं गृहप्रवेश-वास्तु-शान्ति-कर्म-सम्पादनार्थं सङ्कल्पम् अहं करिष्ये ॥
10. Das Tilaka empfangen
ॐ चन्दनस्य महत् पुण्यं पवित्रं पाप-नाशनम् ।
आपदां हरते नित्यं लक्ष्मीस् तिष्ठति सर्वदा ॥
11. Den Schutzfaden binden
ॐ व्रतेन दीक्षाम् आप्नोति दीक्षयाप्नोति दक्षिणाम् ।
दक्षिणा श्रद्धाम् आप्नोति श्रद्धया सत्यम् आप्यते ॥
12. Varuna im Kalasha begrüßen
ॐ तत् त्वा यामि ब्रह्मणा वन्दमानस् तद् आशास्ते यजमानो हविर्भिः ।
अहेडमानो वरुणेह बोध्य् उरुशंस मा न आयुः प्रमोषीः ॥
ॐ मनो जूतिर् जुषताम् आज्यस्य बृहस्पतिर् यज्ञम् इमं तनोत्व् अरिष्टं यज्ञं सम् इमं दधातु ।
विश्वे देवास इह मादयन्ताम् ॐ प्रतिष्ठ ॥
ॐ वरुणाय नमः आवाहयामि स्थापयामि ध्यायामि ॥
13. Den Kalasha mit fünf Gaben ehren
गन्धाक्षतं समर्पयामि । पुष्पाणि समर्पयामि । धूपं समर्पयामि । दीपं समर्पयामि । नैवेद्यं समर्पयामि ।
ॐ कलशस्थ-देवताभ्यो नमः ॥
14. Die Welt im Wassergefäß schauen
ॐ कलशस्य मुखे विष्णुः कण्ठे रुद्रः समाश्रितः ।
मूले त्वस्य स्थितो ब्रह्मा मध्ये मातृगणाः स्मृताः ॥
कुक्षौ तु सागराः सर्वे सप्तद्वीपा वसुन्धरा ।
ऋग्वेदोऽथ यजुर्वेदः सामवेदो ह्यथर्वणः ॥
अङ्गैश्च सहिताः सर्वे कलशन्तु समाश्रिताः ।
अत्र गायत्री सावित्री शान्तिपुष्टिकरी सदा ॥
त्वयि तिष्ठन्ति भूतानि त्वयि प्राणाः प्रतिष्ठिताः ।
शिवः स्वयं त्वमेवासि विष्णुस्त्वं च प्रजापतिः ॥
आदित्या वसवो रुद्रा विश्वेदेवाः सपैतृकाः ।
त्वयि तिष्ठन्ति सर्वेऽपि यतः कामफलप्रदाः ॥
त्वत्प्रसादादिमं यज्ञं कर्तुमीहे जलोद्भव ।
सान्निध्यं कुरु मे देव प्रसन्नो भव सर्वदा ॥
15. Die Lampe verehren
ॐ अग्निर् ज्योतिर् ज्योतिर् अग्निः स्वाहा ।
सूर्यो ज्योतिर् ज्योतिः सूर्यः स्वाहा ।
अग्निर् वर्चो ज्योतिर् वर्चः स्वाहा ।
सूर्यो वर्चो ज्योतिर् वर्चः स्वाहा ।
ज्योतिः सूर्यः सूर्यो ज्योतिः स्वाहा ॥
16. Guru und Gayatri einladen
ॐ गुरुर्ब्रह्मा गुरुर्विष्णुः गुरुरेव महेश्वरः ।
गुरुरेव परब्रह्म तस्मै श्रीगुरवे नमः ॥
अखण्डमण्डलाकारं व्याप्तं येन चराचरम् ।
तत्पदं दर्शितं येन तस्मै श्रीगुरवे नमः ॥
मातृवत् लालयित्री च पितृवत् मार्गदर्शिका ।
नमोऽस्तु गुरुसत्तायै श्रद्धाप्रज्ञायुता च या ॥
ॐ श्रीगुरवे नमः आवाहयामि स्थापयामि ध्यायामि ॥
ॐ आयातु वरदे देवि त्र्यक्षरे ब्रह्मवादिनि ।
गायत्रि छन्दसां मातर्ब्रह्मयोने नमोऽस्तु ते ॥
ॐ श्रीगायत्र्यै नमः आवाहयामि स्थापयामि ध्यायामि । ततो नमस्कारं करोमि ॥
ॐ स्तुता मया वरदा वेदमाता प्रचोदयन्तां पावमानी द्विजानाम् ।
आयुः प्राणं प्रजां पशुं कीर्तिं द्रविणं ब्रह्मवर्चसम् ।
मह्यं दत्त्वा व्रजत ब्रह्मलोकम् ॥
17. Ganesha, Gauri und Hari begrüßen
ॐ अभीप्सितार्थसिद्ध्यर्थं पूजितो यः सुरासुरैः ।
सर्वविघ्नहरस्तस्मै गणाधिपतये नमः ॥
सर्वमङ्गलमाङ्गल्ये शिवे सर्वार्थसाधिके ।
शरण्ये त्र्यम्बके गौरि नारायणि नमोऽस्तु ते ॥
शुक्लाम्बरधरं देवं शशिवर्णं चतुर्भुजम् ।
प्रसन्नवदनं ध्यायेत् सर्वविघ्नोपशान्तये ॥
सर्वदा सर्वकार्येषु नास्ति तेषाममङ्गलम् ।
येषां हृदिस्थो भगवान् मङ्गलायतनो हरिः ॥
विनायकं गुरुं भानुं ब्रह्मविष्णुमहेश्वरान् ।
सरस्वतीं प्रणौम्यादौ शान्तिकार्यार्थसिद्धये ॥
मङ्गलं भगवान् विष्णुर्मङ्गलं गरुडध्वजः ।
मङ्गलं पुण्डरीकाक्षो मङ्गलायतनो हरिः ॥
18. Brahma, Vishnu und Shiva verehren
त्वं वै चतुर्मुखो ब्रह्मा सत्यलोकपितामहः ।
आगच्छ मण्डले चास्मिन् मम सर्वार्थसिद्धये ॥
शान्ताकारं भुजगशयनं पद्मनाभं सुरेशं
विश्वाधारं गगनसदृशं मेघवर्णं शुभाङ्गम् ।
लक्ष्मीकान्तं कमलनयनं योगिभिर्ध्यानगम्यं
वन्दे विष्णुं भवभयहरं सर्वलोकैकनाथम् ॥
वन्दे देवमुमापतिं सुरगुरुं वन्दे जगत्कारणं
वन्दे पन्नगभूषणं मृगधरं वन्दे पशूनां पतिम् ।
वन्दे सूर्यशशाङ्कवह्निनयनं वन्दे मुकुन्दप्रियं
वन्दे भक्तजनाश्रयं च वरदं वन्दे शिवं शङ्करम् ॥
ॐ त्र्यम्बकं यजामहे सुगन्धिं पुष्टिवर्धनम् ।
उर्वारुकमिव बन्धनान्मृत्योर्मुक्षीय माऽमृतात् ॥
19. Die göttlichen Mütter und heiligen Wasser begrüßen
दुर्गे स्मृता हरसि भीतिमशेषजन्तोः
स्वस्थैः स्मृता मतिमतीव शुभां ददासि ।
दारिद्र्यदुःखभयहारिणि का त्वदन्या
सर्वोपकारकरणाय सदार्द्रचित्ता ॥
शुक्लां ब्रह्मविचारसारपरमामाद्यां जगद्व्यापिनीं
वीणापुस्तकधारिणीमभयदां जाड्यान्धकारापहाम् ।
हस्ते स्फाटिकमालिकां विदधतीं पद्मासने संस्थितां
वन्दे तां परमेश्वरीं भगवतीं बुद्धिप्रदां शारदाम् ॥
आर्द्रां यःकरिणीं यष्टिं सुवर्णां हेममालिनीम् ।
सूर्यां हिरण्मयीं लक्ष्मीं जातवेदो म आवह ॥
कालिकां तु कलातीतां कल्याणहृदयां शिवाम् ।
कल्याणजननीं नित्यं कल्याणीं पूजयाम्यहम् ॥
विष्णुपादाब्जसम्भूते गङ्गे त्रिपथगामिनि ।
धर्मद्रवेति विख्याते पापं मे हर जाह्नवि ॥
पुष्करादीनि तीर्थानि गङ्गाद्याः सरितस्तथा ।
आगच्छन्तु पवित्राणि पूजाकाले सदा मम ॥
20. Grahas, Mütter, Vastu und Hüter des Ortes begrüßen
ब्रह्मा मुरारिस्त्रिपुरान्तकारी भानुः शशी भूमिसुतो बुधश्च ।
गुरुश्च शुक्रः शनिराहुकेतवः सर्वे ग्रहाः शान्तिकरा भवन्तु ॥
गौरी पद्मा शची मेधा सावित्री विजया जया ।
देवसेना स्वधा स्वाहा मातरो लोकमातरः ॥
धृतिः पुष्टिस्तथा तुष्टिरात्मनः कुलदेवता ।
गणेशेनाधिका ह्येता वृद्धौ पूज्याश्च षोडश ॥
कीर्तिर्लक्ष्मीर्धृतिर्मेधा सिद्धिः प्रज्ञा सरस्वती ।
माङ्गल्येषु प्रपूज्याश्च सप्तैता दिव्यमातरः ॥
नागपृष्ठसमारूढं शूलहस्तं महाबलम् ।
पातालनायकं देवं वास्तुदेवं नमाम्यहम् ॥
क्षेत्रपालान्नमस्यामि सर्वारिष्टनिवारकान् ।
अस्य यागस्य सिद्ध्यर्थं पूजयाराधितान्मया ॥
21. Allen göttlichen Mächten den Gruß darbringen
ॐ सिद्धि-बुद्धि-सहिताय श्रीमन्-महा-गणाधिपतये नमः ।
ॐ लक्ष्मी-नारायणाभ्यां नमः ।
ॐ उमा-महेश्वराभ्यां नमः ।
ॐ वाणी-हिरण्यगर्भाभ्यां नमः ।
ॐ शची-पुरन्दराभ्यां नमः ।
ॐ मातृ-पितृ-चरण-कमलेभ्यो नमः ।
ॐ कुल-देवताभ्यो नमः ।
ॐ इष्ट-देवताभ्यो नमः ।
ॐ ग्राम-देवताभ्यो नमः ।
ॐ स्थान-देवताभ्यो नमः ।
ॐ वास्तु-देवताभ्यो नमः ।
ॐ सर्वेभ्यो देवेभ्यो नमः ।
ॐ सर्वेभ्यो ब्राह्मणेभ्यो नमः ।
ॐ सर्वेभ्यस् तीर्थेभ्यो नमः ।
ॐ एतत्-कर्म-प्रधान-देवताभ्यो नमः ।
ॐ पुण्यं पुण्याहं दीर्घम् आयुर् अस्तु ॥
22. Die gemeinsame Puja vollziehen
ॐ सर्वेभ्यो देवेभ्यो नमः आवाहयामि स्थापयामि ।
आसनं समर्पयामि । पाद्यं समर्पयामि । अर्घ्यं समर्पयामि । आचमनं समर्पयामि ।
स्नानं समर्पयामि । वस्त्रं समर्पयामि । यज्ञोपवीतं समर्पयामि । गन्धं विलेपयामि ।
अक्षतान् समर्पयामि । पुष्पाणि समर्पयामि । धूपमाघ्रापयामि । दीपं दर्शयामि ।
नैवेद्यं निवेदयामि । ताम्बूलपूगीफलानि समर्पयामि । दक्षिणां समर्पयामि ।
सर्वाभावे अक्षतान् समर्पयामि । ततो नमस्कारं करोमि ।
ॐ नमोऽस्त्वनन्ताय सहस्रमूर्तये सहस्रपादाक्षिशिरोरुबाहवे ।
सहस्रनाम्ने पुरुषाय शाश्वते सहस्रकोटीयुगधारिणे नमः ॥
23. Svasti: das Haus in den Segen der Welt stellen
ॐ गणानां त्वा गणपतिं हवामहे प्रियाणां त्वा प्रियपतिं हवामहे निधीनां त्वा निधिपतिं हवामहे वसो मम ।
आहमजानि गर्भधमा त्वमजासि गर्भधम् ॥
ॐ स्वस्ति न इन्द्रो वृद्धश्रवाः स्वस्ति नः पूषा विश्ववेदाः ।
स्वस्ति नस्तार्क्ष्यो अरिष्टनेमिः स्वस्ति नो बृहस्पतिर्दधातु ॥
ॐ पयः पृथिव्यां पय ओषधीषु पयो दिव्यन्तरिक्षे पयोधाः ।
पयस्वतीः प्रदिशः सन्तु मह्यम् ॥
ॐ विष्णो रराटमसि विष्णोः श्नप्त्रे स्थो विष्णोः स्यूरसि विष्णोर्ध्रुवोऽसि वैष्णवमसि विष्णवे त्वा ॥
ॐ अग्निर्देवता वातो देवता सूर्यो देवता चन्द्रमा देवता वसवो देवता रुद्रा देवता आदित्या देवता मरुतो देवता विश्वे देवा देवता बृहस्पतिर्देवतेन्द्रो देवता वरुणो देवता ॥
ॐ द्यौः शान्तिरन्तरिक्षं शान्तिः पृथिवी शान्तिरापः शान्तिरोषधयः शान्तिः ।
वनस्पतयः शान्तिर्विश्वे देवाः शान्तिर्ब्रह्म शान्तिः सर्वं शान्तिः शान्तिरेव शान्तिः सा मा शान्तिरेधि ॥
ॐ विश्वानि देव सवितर्दुरितानि परासुव । यद्भद्रं तन्न आ सुव ।
ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः सर्वारिष्टसुशान्तिर्भवतु ॥
24. Den Schutz der Richtungen erbitten
ॐ पूर्वे रक्षतु वाराह आग्नेय्यां गरुडध्वजः ।
दक्षिणे पद्मनाभस्तु नैरृत्यां मधुसूदनः ॥
पश्चिमे चैव गोविन्दो वायव्यां तु जनार्दनः ।
उत्तरे श्रीपती रक्षेदैशान्यां हि महेश्वरः ॥
ऊर्ध्वं रक्षतु धाता वो ह्यधोऽनन्तश्च रक्षतु ।
अनुक्तमपि यत् स्थानं रक्षत्वीशो ममाद्रिधृक् ॥
अपसर्पन्तु ते भूता ये भूता भूमिसंस्थिताः ।
ये भूता विघ्नकर्तारस्ते गच्छन्तु शिवाज्ञया ॥
अपक्रामन्तु भूतानि पिशाचाः सर्वतो दिशम् ।
सर्वेषामविरोधेन यज्ञकर्म समारभे ॥
25. Vastu Purusha einladen und verehren
ॐ वास्तोष्पते प्रतिजानीह्यस्मान् स्वावेशो अनमीवो भवा नः ।
यत्त्वेमहे प्रति तन्नो जुषस्व शं नो भव द्विपदे शं चतुष्पदे ॥
ॐ भूर्भुवः स्वः वास्तुपुरुषाय नमः आवाहयामि स्थापयामि ध्यायामि ।
गन्धाक्षतं पुष्पाणि धूपं दीपं नैवेद्यं समर्पयामि । ततो नमस्कारं करोमि ।
ॐ विशन्तु भूतले नागा लोकपालाश्च सर्वतः ।
मण्डलेऽत्रावतिष्ठन्तु ह्यायुर्बलकराः सदा ॥
वास्तुपुरुष देवेश सर्वविघ्नविदारण ।
शान्तिं कुरु सुखं देहि यज्ञेऽस्मिन्मम सर्वदा ॥
26. Agni als heiligen Gast begrüßen
ॐ भूर्भुवः स्वर्द्यौरिव भूम्ना पृथिवीव वरिम्णा ।
तस्यास्ते पृथिवि देवयजनि पृष्ठेऽग्निमन्नादमन्नाद्यायादधे ।
अग्निं दूतं पुरोदधे हव्यवाहमुपब्रुवे देवानासादयादिह ॥
ॐ अग्नये नमः आवाहयामि स्थापयामि ध्यायामि ।
गन्धाक्षतं पुष्पाणि धूपं दीपं नैवेद्यं समर्पयामि ॥
27. Den Glanz Savitars preisen
यन्मण्डलं दीप्तिकरं विशालं रत्नप्रभं तीव्रमनादिरूपम् ।
दारिद्र्यदुःखक्षयकारणं च पुनातु मां तत्सवितुर्वरेण्यम् ॥
यन्मण्डलं देवगणैः सुपूजितं विप्रैः स्तुतं मानवमुक्तिकोविदम् ।
तं देवदेवं प्रणमामि भर्गं पुनातु मां तत्सवितुर्वरेण्यम् ॥
यन्मण्डलं ज्ञानघनं त्वगम्यं त्रैलोक्यपूज्यं त्रिगुणात्मरूपम् ।
समस्ततेजोमयदिव्यरूपं पुनातु मां तत्सवितुर्वरेण्यम् ॥
यन्मण्डलं गूढमतिप्रबोधं धर्मस्य वृद्धिं कुरुते जनानाम् ।
यत्सर्वपापक्षयकारणं च पुनातु मां तत्सवितुर्वरेण्यम् ॥
यन्मण्डलं व्याधिविनाशदक्षं यदृग्यजुःसामसु सम्प्रगीतम् ।
प्रकाशितं येन च भूर्भुवः स्वः पुनातु मां तत्सवितुर्वरेण्यम् ॥
यन्मण्डलं वेदविदो वदन्ति गायन्ति यच्चारणसिद्धसङ्घाः ।
यद्योगिनो योगजुषां च सङ्घाः पुनातु मां तत्सवितुर्वरेण्यम् ॥
यन्मण्डलं सर्वजनेषु पूजितं ज्योतिश्च कुर्यादिह मर्त्यलोके ।
यत्कालकालादिमनादिरूपं पुनातु मां तत्सवितुर्वरेण्यम् ॥
यन्मण्डलं विष्णुचतुर्मुखास्यं यदक्षरं पापहरं जनानाम् ।
यत्कालकल्पक्षयकारणं च पुनातु मां तत्सवितुर्वरेण्यम् ॥
यन्मण्डलं विश्वसृजां प्रसिद्धमुत्पत्तिरक्षाप्रलयप्रगल्भम् ।
यस्मिञ्जगत्संहरतेऽखिलं च पुनातु मां तत्सवितुर्वरेण्यम् ॥
यन्मण्डलं सर्वगतस्य विष्णोरात्मा परं धाम विशुद्धतत्त्वम् ।
सूक्ष्मान्तरैर्योगपथानुगम्यं पुनातु मां तत्सवितुर्वरेण्यम् ॥
यन्मण्डलं ब्रह्मविदो वदन्ति गायन्ति यच्चारणसिद्धसङ्घाः ।
यन्मण्डलं वेदविदः स्मरन्ति पुनातु मां तत्सवितुर्वरेण्यम् ॥
यन्मण्डलं वेदविदोपगीतं यद्योगिनां योगपथानुगम्यम् ।
तत्सर्ववेदं प्रणमामि दिव्यं पुनातु मां तत्सवितुर्वरेण्यम् ॥
28. Die Flamme beleben
ॐ उद्बुध्यस्वाग्ने प्रति जागृहि त्वमिष्टापूर्ते सं सृजेथामयं च ।
अस्मिन्त्सधस्थे अध्युत्तरस्मिन् विश्वे देवा यजमानश्च सीदत ॥
29. Opferholz 1 darbringen
ॐ अयन्त इध्म आत्मा जातवेदस्तेनेध्यस्व वर्धस्व ।
चेद्ध वर्धय चास्मान् प्रजया पशुभिर्ब्रह्मवर्चसेनान्नाद्येन समेधय स्वाहा ।
इदमग्नये जातवेदसे इदं न मम ॥
30. Opferholz 2 darbringen
ॐ समिधाग्निं दुवस्यत घृतैर्बोधयतातिथिम् ।
आस्मिन् हव्या जुहोतन स्वाहा । इदमग्नये इदं न मम ॥
31. Opferholz 3 darbringen
ॐ सुसमिद्धाय शोचिषे घृतं तीव्रं जुहोतन ।
अग्नये जातवेदसे स्वाहा । इदमग्नये जातवेदसे इदं न मम ॥
32. Opferholz 4 darbringen
ॐ तं त्वा समिद्भिरङ्गिरो घृतेन वर्धयामसि ।
बृहच्छोचा यविष्ठ्य स्वाहा । इदमग्नये अङ्गिरसे इदं न मम ॥
33. Einen Wasserkreis um das Feuer legen
ॐ अदितेऽनुमन्यस्व ।
ॐ अनुमतेऽनुमन्यस्व ।
ॐ सरस्वत्यनुमन्यस्व ।
ॐ देव सवितः प्रसुव यज्ञं प्रसुव यज्ञपतिं भगाय ।
दिव्यो गन्धर्वः केतपूः केतं नः पुनातु वाचस्पतिर्वाचं नः स्वदतु ॥
34. Sieben reine Opfergaben
ॐ प्रजापतये स्वाहा । इदं प्रजापतये इदं न मम ॥
ॐ इन्द्राय स्वाहा । इदं इन्द्राय इदं न मम ॥
ॐ अग्नये स्वाहा । इदं अग्नये इदं न मम ॥
ॐ सोमाय स्वाहा । इदं सोमाय इदं न मम ॥
ॐ भूः स्वाहा । इदं अग्नये इदं न मम ॥
ॐ भुवः स्वाहा । इदं वायवे इदं न मम ॥
ॐ स्वः स्वाहा । इदं सूर्याय इदं न मम ॥
35. Vierundzwanzig Gayatri-Gaben
ॐ भूर् भुवः स्वः तत् सवितुर् वरेण्यं भर्गो देवस्य धीमहि ।
धियो यो नः प्रचोदयात् स्वाहा । इदं गायत्र्यै इदं न मम ॥
36. Die 1. Vastu-Gabe für das Zuhause
ॐ वास्तोष्पते प्रतिजानीह्यस्मान् स्वावेशो अनमीवो भवा नः ।
यत्त्वेमहे प्रति तन्नो जुषस्व शं नो भव द्विपदे शं चतुष्पदे स्वाहा ।
इदं वास्तोष्पतये इदं न मम ॥
37. Die 2. Vastu-Gabe für das Zuhause
ॐ वास्तोष्पते प्रतरणो न एधि गयस्फानो गोभिरश्वेभिरिन्दो ।
अजरासस्ते सख्ये स्याम पितेव पुत्रान् प्रति नो जुषस्व स्वाहा ।
इदं वास्तोष्पतये इदं न मम ॥
38. Die 3. Vastu-Gabe für das Zuhause
ॐ वास्तोष्पते शग्मया संसदा ते सक्षीमहि रण्वया गातुमत्या ।
पाहि क्षेम उत योगे वरं नो यूयं पात स्वस्तिभिः सदा नः स्वाहा ।
इदं वास्तोष्पतये इदं न मम ॥
39. Die 4. Vastu-Gabe für das Zuhause
ॐ अमीवहा वास्तोष्पते विश्वा रूपाण्याविशन् ।
सखा सुशेव एधि नः स्वाहा । इदं वास्तोष्पतये इदं न मम ॥
40. Die 5. Vastu-Gabe für das Zuhause
ॐ वास्तोष्पते ध्रुवा स्थूणांसत्रं सोम्यानाम् ।
द्रप्सो भेत्ता पुरां शश्वतीनामिन्द्रो मुनीनां सखा स्वाहा ।
इदं वास्तोष्पतये इदं न मम ॥
41. Svishtakrit: das Unvollkommene Gott anvertrauen
ॐ यदस्य कर्मणोऽत्यरीरिचं यद्वा न्यूनमिहाकरम् ।
अग्निष्टत्स्विष्टकृद्विद्यात्सर्वं स्विष्टं सुहुतं करोतु मे ।
अग्नये स्विष्टकृते सुहुतहुते सर्वप्रायश्चित्ताहुतीनां कामानां समर्द्धयित्रे सर्वान्नः कामान्त्समर्द्धय स्वाहा ।
इदमग्नये स्विष्टकृते इदं न मम ॥
42. Devadakshina und Purnahuti
ॐ पूर्णमदः पूर्णमिदं पूर्णात्पूर्णमुदच्यते ।
पूर्णस्य पूर्णमादाय पूर्णमेवावशिष्यते ॥
ॐ पूर्णा दर्वि परापत सुपूर्णा पुनरापत ।
वस्नेव विक्रीणावहा इषमूर्जं शतक्रतो स्वाहा ॥
ॐ सर्वं वै पूर्णं स्वाहा ॥
43. Vasodhara: die ununterbrochene Gabe
ॐ वसोः पवित्रमसि शतधारं वसोः पवित्रमसि सहस्रधारम् ।
देवस्त्वा सविता पुनातु वसोः पवित्रेण शतधारेण सुप्वा कामधुक्षः स्वाहा ॥
44. Arati vor dem Feuer und den Gottheiten
ॐ यं ब्रह्म वेदान्तविदो वदन्ति परं प्रधानं पुरुषं तथान्ये ।
विश्वोद्गतेः कारणमीश्वरं वा तस्मै नमो विघ्नविनाशनाय ॥
ॐ यं ब्रह्मा वरुणेन्द्ररुद्रमरुतः स्तुन्वन्ति दिव्यैः स्तवैः
वेदैः साङ्गपदक्रमोपनिषदैर्गायन्ति यं सामगाः ।
ध्यानावस्थिततद्गतेन मनसा पश्यन्ति यं योगिनो
यस्यान्तं न विदुः सुरासुरगणा देवाय तस्मै नमः ॥
45. Den Segen des Opferduftes aufnehmen
ॐ तनूपा अग्नेऽसि तन्वं मे पाहि ।
ॐ आयुर्दा अग्नेऽसि आयुर्मे देहि ।
ॐ वर्चोदा अग्नेऽसि वर्चो मे देहि ।
ॐ अग्ने यन्मे तन्वा ऊनं तन्म आपृण ।
ॐ मेधां मे देवः सविता आदधातु ।
ॐ मेधां मे देवी सरस्वती आदधातु ।
ॐ मेधां मे अश्विनौ देवावाधत्तां पुष्करस्रजौ ॥
46. Ein kleines Aschezeichen empfangen
ॐ त्र्यायुषं जमदग्नेः ।
ॐ कश्यपस्य त्र्यायुषम् ।
ॐ यद्देवेषु त्र्यायुषम् ।
ॐ तन्नो अस्तु त्र्यायुषम् ॥
47. Um Vergebung bitten
ॐ आवाहनं न जानामि नैव जानामि पूजनम् ।
विसर्जनं न जानामि क्षमस्व परमेश्वर ॥
मन्त्रहीनं क्रियाहीनं भक्तिहीनं सुरेश्वर ।
यत्पूजितं मया देव परिपूर्णं तदस्तु मे ॥
यदक्षरपदभ्रष्टं मात्राहीनं च यद्भवेत् ।
तत्सर्वं क्षम्यतां देव प्रसीद परमेश्वर ॥
यस्य स्मृत्या च नामोक्त्या तपोयज्ञक्रियादिषु ।
न्यूनं सम्पूर्णतां याति सद्यो वन्दे तमच्युतम् ॥
प्रमादात्कुर्वतां कर्म प्रच्यवेताध्वरेषु यत् ।
स्मरणादेव तद्विष्णोः सम्पूर्णं स्यादिति श्रुतिः ॥
48. Sich vor dem Einen in allen Gestalten verneigen
ॐ नमो’स्त्व् अनन्ताय सहस्र-मूर्तये सहस्र-पादाक्षि-शिरोरु-बाहवे ।
सहस्र-नाम्ने पुरुषाय शाश्वते सहस्र-कोटि-युग-धारिणे नमः ॥
49. Allen Wesen Gutes wünschen
ॐ स्वस्ति प्रजाभ्यः परिपालयन्तां न्याय्येन मार्गेण महीं महीशाः ।
गोब्राह्मणेभ्यः शुभमस्तु नित्यं लोकाः समस्ताः सुखिनो भवन्तु ॥
सर्वे भवन्तु सुखिनः सर्वे सन्तु निरामयाः ।
सर्वे भद्राणि पश्यन्तु मा कश्चिद्दुःखमाप्नुयात् ॥
श्रद्धां मेधां यशः प्रज्ञां विद्यां पुष्टिं श्रियं बलम् ।
तेज आयुष्यमारोग्यं देहि मे हव्यवाहन ॥
50. Den Friedenssegen mit Wasser empfangen
ॐ द्यौः शान्तिरन्तरिक्षं शान्तिः पृथिवी शान्तिरापः शान्तिरोषधयः शान्तिः ।
वनस्पतयः शान्तिर्विश्वे देवाः शान्तिर्ब्रह्म शान्तिः सर्वं शान्तिः शान्तिरेव शान्तिः सा मा शान्तिरेधि ।
ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः सर्वारिष्टसुशान्तिर्भवतु ॥
51. Surya Ehrenwasser darbringen
ॐ सूर्यदेव सहस्रांशो तेजोराशे जगत्पते ।
अनुकम्पय मां भक्त्या गृहाणार्घ्यं दिवाकर ॥
ॐ सूर्याय नमः आदित्याय नमः भास्कराय नमः ॥
52. Viermal den heiligen Mittelpunkt umschreiten
ॐ यानि कानि च पापानि ज्ञाताज्ञात-कृतानि च ।
तानि सर्वाणि नश्यन्ति प्रदक्षिण-पदे पदे ॥
53. Blumen zum Abschied schenken
ॐ यज्ञेन यज्ञमयजन्त देवास्तानि धर्माणि प्रथमान्यासन् ।
ते ह नाकं महिमानः सचन्त यत्र पूर्वे साध्याः सन्ति देवाः ।
ॐ मन्त्रपुष्पाञ्जलिं समर्पयामि ॥
54. Die eingeladene Gegenwart verabschieden
ॐ गच्छ त्वं भगवन्नग्ने स्वस्थाने कुण्डमध्यतः ।
हुतमादाय देवेभ्यः शीघ्रं देहि प्रसीद मे ॥
गच्छ गच्छ सुरश्रेष्ठ स्वस्थाने परमेश्वर ।
यत्र ब्रह्मादयो देवास्तत्र गच्छ हुताशन ॥
यान्तु देवगणाः सर्वे पूजामादाय मामकीम् ।
इष्टकामसमृद्ध्यर्थं पुनरागमनाय च ॥
55. Freudige Segensrufe
गायत्री माता की — जय ।
यज्ञ भगवान् की — जय ।
प्राणियों में — सद्भावना हो ।
विश्व का — कल्याण हो ॥
Vollständige deutsche Bedeutung
1. Die Geräte mit Segenswasser vorbereiten
Die Tochter der Sonne reinigt den ausgepressten Soma durch das bleibende Filter. Mögen die göttlichen Wesen mich reinigen, mögen die Gedanken durch den Geist rein werden; mögen alle Wesen mich reinigen. Jatavedas, reinige mich. Agni, durch die reinigende Kraft, die sich in deiner Flamme ausbreitet, möge Brahman mich reinigen. Der Läuternde, der alles Erkennende, möge uns heute mit seinem Filter reinigen; er, der Reiniger, läutere mich. Göttlicher Savitar, reinige mich von allen Seiten durch deine Reinigung und deinen schöpferischen Antrieb.
2. Die Hausgemeinschaft begrüßen
Götter, mögen wir mit unseren Ohren Gutes hören; Verehrungswürdige, mögen wir mit unseren Augen Gutes sehen. Mit kräftigen Gliedern und lobpreisendem Leib mögen wir die uns zugemessene, dem Göttlichen gewidmete Lebenszeit erfüllen.
3. Sich selbst reinigen
Ob unrein oder rein, in welchem Zustand man sich auch befindet: Wer des lotusäugigen Herrn gedenkt, wird außen und innen rein. Möge der Lotusäugige reinigen, möge der Lotusäugige reinigen, möge er reinigen.
4. Dreimal Achamana
Du bist die Unterlage der Unsterblichkeit. Du bist die Bedeckung der Unsterblichkeit. Wahrheit, guter Ruf und Schönheit seien in mir; möge Shri in mir wohnen.
5. Die Shikha-Stelle berühren
Große Göttin in der Gestalt des Bewusstseins, erfüllt von göttlichem Glanz: Weile an der Shikha und lass meine innere Leuchtkraft wachsen.
6. Den Atem sammeln
Om, Erde, Zwischenraum, Himmelswelt, Weite, schöpferische Welt, Glut und Wahrheit. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar; möge er unsere Einsicht anregen. Wasser, Licht, Lebensessenz und Unsterblichkeit sind Brahman, das Erde, Zwischenraum und Himmel durchdringt.
7. Die Organe dem Guten weihen
Möge Sprache in meinem Mund sein; Lebensatem in meiner Nase; Sehkraft in meinen Augen; Hörvermögen in meinen Ohren; Kraft in meinen Armen; Stärke in meinen Oberschenkeln. Mögen meine Glieder unversehrt sein und mein Leib mit meinem ganzen Wesen in Einklang stehen.
8. Die Erde und den Sitz ehren
Erde, durch dich werden die Welten getragen, und du selbst wirst von Vishnu getragen. Göttin, trage auch mich und reinige diesen Sitz.
9. Das Hausleben bewusst widmen
Vishnu, Vishnu, Vishnu. Unter dem Gebot des erhabenen höchsten Purusha Vishnu, im zweiten Lebensabschnitt Brahmas, im Shveta-Varaha-Kalpa, im Manvantara Vaivasvatas, in der Erdenwelt, an dem genannten Ort und Tag, erkläre ich, die genannte Person: Ich will mit ganzer Kraft gute Neigungen fördern, schädliche Gewohnheiten überwinden, für das Wohl der Welt und das eigene innere Wohl wirken, die Atmosphäre veredeln und eine lichte Zukunft gestalten. Dafür fasse ich den Entschluss, nach der Verehrung der im Kalasha und am Altar eingeladenen Gottheiten diese Hauseinzugs- und Vastu-Shanti-Zeremonie zu vollziehen.
10. Das Tilaka empfangen
Groß ist die heilige Kraft des Sandels: reinigend und Verfehlungen überwindend. Er nimmt beständig Bedrängnis hinweg; Lakshmi möge stets gegenwärtig sein.
11. Den Schutzfaden binden
Durch das Gelübde erlangt man Weihe, durch die Weihe die rechte Gabe; durch Gebefreudigkeit wächst Shraddha, und durch glaubendes Vertrauen wird die Wahrheit erlangt.
12. Varuna im Kalasha begrüßen
Ich komme zu dir mit verehrendem Gebet; der Opfernde wendet sich mit seinen Gaben an dich. Varuna, sei uns hier ohne Zorn zugewandt, du weithin Gepriesener; entziehe uns nicht das Leben. Möge der Antrieb des Geistes die Gabe annehmen; möge Brihaspati diese Feier entfalten und unversehrt begründen. Alle Götter mögen sich hier erfreuen. Sei fest gegenwärtig. Verehrung Varuna: Ich lade dich ein, gebe dir deinen Platz und meditiere über dich.
13. Den Kalasha mit fünf Gaben ehren
Ich bringe Duft und Reis, Blumen, Weihrauch, Licht und Speise dar. Verehrung den im Kalasha gegenwärtigen Gottheiten.
14. Die Welt im Wassergefäß schauen
An der Öffnung des Kalasha ist Vishnu, am Hals Rudra, am Grund Brahma und in der Mitte die göttlichen Mütter. In seinem Inneren ruhen alle Meere und die Erde mit ihren sieben Kontinenten. Rigveda, Yajurveda, Samaveda und Atharvaveda wohnen mit allen ergänzenden Wissenszweigen darin; auch Gayatri und Savitri, die stets Frieden und Gedeihen schenken. In dir weilen die Wesen, in dir sind die Lebenskräfte begründet. Du bist Shiva selbst, Vishnu und Prajapati. Adityas, Vasus, Rudras, alle Götter samt den Ahnen sind in dir und gewähren Erfüllung. Aus deiner Gnade möchte ich diese Feier vollziehen, du aus dem Wasser Entstandener. Sei mir nahe, Gott, und stets freundlich zugewandt.
15. Die Lampe verehren
Agni ist Licht, Licht ist Agni. Surya ist Licht, Licht ist Surya. Agni ist Glanz, Licht ist Glanz. Surya ist Glanz, Licht ist Glanz. Licht ist Surya, Surya ist Licht. Svaha.
16. Guru und Gayatri einladen
Der Guru ist Brahma, Vishnu und Maheshvara, der Guru ist das höchste Brahman: Ihm gilt meine Verehrung. Er zeigt jene Wirklichkeit, die das gesamte bewegte und unbewegte All durchdringt. Verehrung der geistigen Lehrerkraft, die wie eine Mutter liebt und wie ein Vater den Weg weist, erfüllt von Vertrauen und Weisheit. Ich lade den Guru ein, gebe ihm seinen Platz und meditiere über ihn. Komm, segenspendende Göttin, dreisilbige Verkünderin Brahmans, Gayatri, Mutter der Versmaße, Ursprung des heiligen Wissens: Verehrung dir. Ich lade dich ein, gebe dir deinen Platz, meditiere über dich und verneige mich. Die von mir gepriesene, segenspendende Vedamutter, Läuterin der Zweimalgeborenen, möge antreiben und erleuchten. Nachdem sie mir Leben, Atem, Nachkommenschaft, Tiere, guten Ruf, Besitz und geistige Strahlkraft gegeben hat, möge sie zur Brahmawelt gehen.
17. Ganesha, Gauri und Hari begrüßen
Verehrung dem Herrn der Scharen, den Götter und Asuras verehren, um ihre Ziele zu erreichen, und der alle Hindernisse hinwegnimmt. Gauri, Glück allen Glücks, heilvolle Erfüllerin aller Anliegen, dreiaugige Zuflucht, Narayani, Verehrung dir. Ich meditiere über den weißgekleideten, mondhellen, vierarmigen Gott mit freundlichem Gesicht, damit alle Hindernisse zur Ruhe kommen. Wer Hari, die Wohnung allen Heils, im Herzen trägt, dem fehlt bei seinem Wirken das Heil nicht. Zu Beginn verneige ich mich vor Vinayaka, Guru, Sonne, Brahma, Vishnu, Maheshvara und Sarasvati, damit das Friedenswerk gelingt. Heilvoll ist der erhabene Vishnu, heilvoll der Garuda im Banner trägt, heilvoll der Lotusäugige, heilvoll Hari, die Quelle allen Heils.
18. Brahma, Vishnu und Shiva verehren
Du bist der viergesichtige Brahma, der Urvater der Wahrheitswelt. Komm in diesen heiligen Kreis, damit meine guten Anliegen gelingen. Ich verehre Vishnu, von friedvoller Gestalt, auf der Schlange ruhend, mit dem Lotus im Nabel, Herr der Götter, Halt der Welt, weit wie der Himmel, wolkenfarben und schön; Geliebter Lakshmis, lotusäugig, von Yogis in der Versenkung erkannt, der die Furcht vor dem Werden nimmt und einziger Herr aller Welten ist. Ich verehre Shiva, den Gemahl Umas, Lehrer der Götter, Ursache der Welt, mit Schlangen geschmückt, den Hirsch in der Hand, Herrn der Wesen. Seine Augen sind Sonne, Mond und Feuer; er ist Vishnu lieb, Zuflucht der Hingebungsvollen, Segensspender und Heilbringer. Wir verehren den Dreiäugigen, den Duftenden, der Gedeihen mehrt. Wie die reife Frucht von der Bindung löst, möge ich vom Tod befreit werden, nicht von der Unsterblichkeit.
19. Die göttlichen Mütter und heiligen Wasser begrüßen
Durga, im Gedenken an dich nimmst du allen Wesen die Furcht; wer in ruhigen Zeiten deiner gedenkt, dem schenkst du heilsame Einsicht. Wer außer dir nimmt Armut, Leid und Angst und ist stets von dem Wunsch bewegt, allen zu helfen? Ich verehre Sharada, die weiße, ursprüngliche, weltdurchdringende Göttin des heiligen Wissens, die Vina und Buch trägt, Furchtlosigkeit schenkt und die Finsternis der Trägheit nimmt. Mit einer Kristallmala in der Hand sitzt sie auf dem Lotus und schenkt Einsicht. Jatavedas, bringe mir die milde, tatkräftige, stützende, goldene, mit goldener Kette geschmückte Lakshmi, die sonnengleich strahlt. Ich verehre Kali, jenseits aller Begrenzung, von heilvollem Herzen, die ewige Mutter allen Heils. Ganga, aus Vishnus Lotusfüßen hervorgegangen, durch drei Welten fließend und als flüssiger Dharma gepriesen, nimm meine Verfehlungen hinweg. Mögen die heiligen Wasserstellen mit Pushkara und die Flüsse mit Ganga während meiner Verehrung gegenwärtig sein.
20. Grahas, Mütter, Vastu und Hüter des Ortes begrüßen
Brahma, Vishnu und Shiva, Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus, Saturn, Rahu und Ketu: Mögen alle Gestirnsmächte Frieden schenken. Gauri, Padma, Shachi, Medha, Savitri, Vijaya, Jaya, Devasena, Svadha, Svaha, die göttlichen Mütter, Dhriti, Pushti, Tushti und die eigene Familiengottheit sind die sechzehn bei heilsamem Gedeihen verehrten Mütter, gemeinsam mit Ganesha. Kirti, Lakshmi, Dhriti, Medha, Siddhi, Prajna und Sarasvati sind die sieben göttlichen Mütter, die bei glückbringenden Feiern verehrt werden. Ich verneige mich vor Vastu, dem mächtigen Gott auf dem Rücken der Schlange, mit dem Dreizack in der Hand, Herrn der Tiefe. Ich verneige mich vor den Hütern des Ortes, die Bedrängnis abwenden und die ich für das Gelingen dieser Feier verehre.
21. Allen göttlichen Mächten den Gruß darbringen
1. Verehrung dem großen Herrn der Scharen mit Siddhi und Buddhi. 2. Verehrung Lakshmi und Narayana. 3. Verehrung Uma und Maheshvara. 4. Verehrung Vani und Hiranyagarbha. 5. Verehrung Shachi und Indra. 6. Verehrung den Lotusfüßen von Mutter und Vater. 7. Verehrung den Familiengottheiten. 8. Verehrung den persönlichen Gottheiten. 9. Verehrung den Ortsgottheiten. 10. Verehrung den Gottheiten dieses Platzes. 11. Verehrung den Gottheiten des Wohnraums. 12. Verehrung allen Göttern. 13. Verehrung allen Brahmanen. 14. Verehrung allen heiligen Pilgerstätten. 15. Verehrung den Hauptgottheiten dieser Feier. Möge dieser Tag heilig sein und langes Leben schenken.
22. Die gemeinsame Puja vollziehen
Verehrung allen Göttern: Ich lade euch ein und gebe euch euren Platz. Ich bringe Sitz, Fußwasser, Ehrenwasser, Trinkwasser, Bad, Gewand und heilige Schnur dar. Ich trage Duft auf und bringe Reis, Blumen, Weihrauch, Licht, Speise, Betel und eine Gabe dar. Als Ersatz für das Fehlende bringe ich Reis dar; danach verneige ich mich. Verehrung dem Unendlichen mit tausend Gestalten, tausend Füßen, Augen, Köpfen, Schenkeln und Armen, dem ewigen Purusha mit tausend Namen, der zahllose Weltalter trägt.
23. Svasti: das Haus in den Segen der Welt stellen
Wir rufen dich als Herrn der Scharen, als Herrn der Geliebten und als Herrn der Schätze an, du Reicher. Ich erkenne den Träger des Lebenskeims; du kennst den Träger des Lebenskeims. Mögen Indra, der weithin Gerühmte, Pushan, der alles kennt, Tarkshya mit dem unversehrten Rad und Brihaspati uns Heil schenken. Nährende Fülle sei auf der Erde, in den Pflanzen, im Himmel und im Zwischenraum; alle Richtungen mögen von Fülle erfüllt sein. Du bist Vishnus Stirn; ihr seid seine Mundwinkel; du bist seine Naht und sein fester Halt. Du gehörst Vishnu; ihm widme ich dich. Agni, Wind, Sonne, Mond, Vasus, Rudras, Adityas, Maruts, alle Götter, Brihaspati, Indra und Varuna sind göttliche Gegenwart. Friede sei im Himmel, im Zwischenraum und auf der Erde; Friede in Wasser, Kräutern, Bäumen, allen Göttern und Brahman. Alles sei Friede, Friede selbst sei Friede; dieser Friede komme zu mir. Göttlicher Savitar, nimm alles Unheilsame hinweg und führe uns das Gute zu. Om, Friede, Friede, Friede. Alle Bedrängnis möge vollkommen zur Ruhe kommen.
24. Den Schutz der Richtungen erbitten
Im Osten schütze Varaha, im Südosten der Garudabanner-Träger, im Süden Padmanabha, im Südwesten Madhusudana, im Westen Govinda, im Nordwesten Janardana, im Norden Shripati und im Nordosten Maheshvara. Oben schütze der Schöpfer, unten Ananta; auch jede ungenannte Stelle behüte der Herr, der den Berg trägt. Die Wesen, die hier auf der Erde weilen und Hindernisse bereiten, mögen durch Shivas Gebot zurückweichen. Wesen und Pishachas mögen in alle Richtungen treten; ohne Widerstreit mit irgendjemandem beginne ich das heilige Opferwerk.
25. Vastu Purusha einladen und verehren
Herr des Wohnraums, erkenne uns an, gewähre uns guten Zugang und sei uns frei von Krankheit zugewandt. Nimm an, worum wir dich bitten; sei heilvoll für Zweibeiner und Vierbeiner. Om, Erde, Zwischenraum und Himmel; Verehrung Vastu Purusha. Ich lade dich ein, gebe dir deinen Platz, meditiere über dich und bringe Duft, Reis, Blumen, Weihrauch, Licht und Speise dar; danach verneige ich mich. Mögen die Nagas und die Weltenhüter von allen Seiten in den Erdenbereich eintreten und in diesem heiligen Kreis weilen, Leben und Kraft schenkend. Vastu Purusha, Herr der Götter, der alle Hindernisse zerteilt, stifte Frieden und schenke Freude, stets in dieser meiner Feier.
26. Agni als heiligen Gast begrüßen
Om, Erde, Zwischenraum und Himmel. Weit wie der Himmel, ausgedehnt wie die Erde: Auf deinem Rücken, Erde, du Stätte göttlicher Verehrung, setze ich Agni, den Nahrung Verzehrenden, um Nahrung zu erlangen. Agni stelle ich als Boten voran, den Träger der Gaben rufe ich; führe die Götter hierher. Verehrung Agni: Ich lade dich ein, gebe dir deinen Platz, meditiere über dich und bringe Duft, Reis, Blumen, Weihrauch, Licht und Speise dar.
27. Den Glanz Savitars preisen
1. Der weite, Licht schenkende Sonnenkreis, juwelengleich strahlend, machtvoll und anfangslos, der Armut und Leid vergehen lässt: Dieser verehrungswürdige Glanz Savitars möge mich reinigen.
2. Den von den Götterscharen verehrten, von Weisen gepriesenen Sonnenkreis, der den Menschen Befreiung erschließt, den göttlichen Glanz des Gottes der Götter verehre ich. Savitars verehrungswürdiges Licht möge mich reinigen.
3. Jener Sonnenkreis ist verdichtete Erkenntnis, dem gewöhnlichen Zugriff entzogen, in den drei Welten verehrt und in den drei Gunas gegenwärtig; seine göttliche Gestalt ist ganz aus Licht. Savitars verehrungswürdiges Licht möge mich reinigen.
4. Jener Sonnenkreis erweckt die verborgene Einsicht, lässt Dharma unter den Menschen wachsen und nimmt alle Verfehlungen hinweg. Savitars verehrungswürdiges Licht möge mich reinigen.
5. Jener Sonnenkreis wird als Überwinder von Krankheit in Rig-, Yajur- und Samaveda besungen und erhellt Erde, Zwischenraum und Himmel. Savitars verehrungswürdiges Licht möge mich reinigen.
6. Den Sonnenkreis verkünden die Vedakenner, besingen himmlische Sänger und Vollendete und verehren Yogis und ihre Gemeinschaften. Savitars verehrungswürdiges Licht möge mich reinigen.
7. Jener Sonnenkreis ist unter allen Menschen verehrt und bringt Licht in diese sterbliche Welt; als Herr auch der Zeit ist er anfangslos. Savitars verehrungswürdiges Licht möge mich reinigen.
8. Jener Sonnenkreis zeigt die Gestalten Vishnus und des viergesichtigen Brahma, ist unvergänglich, nimmt den Menschen ihre Verfehlungen und steht auch am Ende von Zeit und Weltalter. Savitars verehrungswürdiges Licht möge mich reinigen.
9. Jener Sonnenkreis ist unter den Weltschöpfern berühmt, mächtig in Entstehung, Erhaltung und Auflösung; in ihm geht das gesamte All wieder auf. Savitars verehrungswürdiges Licht möge mich reinigen.
10. Jener Sonnenkreis ist das Selbst des allgegenwärtigen Vishnu, die höchste Wohnstatt und reine Wirklichkeit, auf dem Yogaweg im subtilen Inneren zu erfahren. Savitars verehrungswürdiges Licht möge mich reinigen.
11. Jenen Sonnenkreis verkünden die Brahmankenner und besingen himmlische Sänger und Vollendete; seiner gedenken die Vedakenner. Savitars verehrungswürdiges Licht möge mich reinigen.
12. Den von Vedakennern besungenen Sonnenkreis, den Yogis auf ihrem Yogaweg erfahren, verehre ich als göttliche Fülle des Wissens. Savitars verehrungswürdiges Licht möge mich reinigen.
28. Die Flamme beleben
Erwache, Agni, werde wach und verbinde dieses heilige Opfern mit den guten Werken. An dieser erhabenen gemeinsamen Stätte mögen alle Götter und der Opfernde ihren Platz einnehmen.
29. Opferholz 1 darbringen
Dieses Brennholz ist dein Leib, Jatavedas. Durch es flamme auf und wachse. Entflammt, lass auch uns wachsen an Nachkommenschaft, Tieren, geistiger Strahlkraft und Nahrung. Svaha. Dies gilt Agni Jatavedas, nicht mir.
30. Opferholz 2 darbringen
Dient Agni mit Brennholz; weckt den Gast mit geklärter Butter. Bringt in ihm die Opfergaben dar. Svaha. Dies gilt Agni, nicht mir.
31. Opferholz 3 darbringen
In die gut entfachte Flamme bringt kräftige Buttergaben dar. Agni Jatavedas sei die Gabe. Svaha. Dies gilt Agni Jatavedas, nicht mir.
32. Opferholz 4 darbringen
Dich, Angiras, lassen wir mit Brennhölzern und geklärter Butter wachsen. Strahle weithin, du immer Jüngster. Svaha. Dies gilt Agni Angiras, nicht mir.
33. Einen Wasserkreis um das Feuer legen
Aditi, erteile deine Zustimmung. Anumati, erteile deine Zustimmung. Sarasvati, erteile deine Zustimmung. Göttlicher Savitar, bringe das Opfer und den Opfernden zur glückverheißenden Erfüllung. Der göttliche Gandharva, der die Erkenntnis reinigt, möge unsere Erkenntnis läutern; der Herr der Rede mache unsere Worte angenehm.
34. Sieben reine Opfergaben
1. Die Gabe gilt Prajapati, dem Herrn der Geschöpfe, nicht mir. 2. Die Gabe gilt Indra, nicht mir. 3. Die Gabe gilt Agni, nicht mir. 4. Die Gabe gilt Soma, nicht mir. 5. Die Gabe gilt Agni in der Erdenwelt, nicht mir. 6. Die Gabe gilt Vayu im Zwischenraum, nicht mir. 7. Die Gabe gilt Surya in der Himmelswelt, nicht mir.
35. Vierundzwanzig Gayatri-Gaben
Om, Erde, Zwischenraum und Himmelswelt. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar; möge er unsere Einsicht anregen. Svaha. Dies gilt Gayatri, nicht mir.
36. Die 1. Vastu-Gabe für das Zuhause
Herr des Wohnraums, erkenne uns an; schenke uns guten Zugang und sei uns ohne Krankheit zugewandt. Nimm an, worum wir dich bitten, und sei heilvoll für Zweibeiner und Vierbeiner. Svaha. Dies gilt Vastoshpati, nicht mir.
37. Die 2. Vastu-Gabe für das Zuhause
Herr des Wohnraums, sei unser Helfer über Schwierigkeiten hinweg, lass das Haus an Kühen und Pferden gedeihen, du Glänzender. Mögen wir in deiner Freundschaft unvergänglich sein; nimm uns an wie ein Vater seine Kinder. Svaha. Dies gilt Vastoshpati, nicht mir.
38. Die 3. Vastu-Gabe für das Zuhause
Herr des Wohnraums, mögen wir an deiner heilsamen, erfreulichen und weiten Gemeinschaft teilhaben. Bewahre unser Bestes in Ruhe wie im Tätigsein. Behütet uns stets mit Heil. Svaha. Dies gilt Vastoshpati, nicht mir.
39. Die 4. Vastu-Gabe für das Zuhause
Herr des Wohnraums, du nimmst Krankheit hinweg und gehst in alle Gestalten ein. Sei uns ein guter, freundlicher Gefährte. Svaha. Dies gilt Vastoshpati, nicht mir.
40. Die 5. Vastu-Gabe für das Zuhause
Herr des Wohnraums, fester Pfeiler und Schutz der Somabereitenden: Der Tropfen, der beständige Burgen aufbricht, Indra, ist der Freund der Weisen. Svaha. Dies gilt Vastoshpati, nicht mir.
41. Svishtakrit: das Unvollkommene Gott anvertrauen
Was ich in dieser Handlung zu viel oder zu wenig getan habe, möge Agni Svishtakrit erkennen und alles wohl geopfert und gut dargebracht werden lassen. Agni, der das Opfer vollkommen macht, Empfänger der guten Gaben und Vollender aller sühnenden Darbringungen und Wünsche: Führe unsere guten Anliegen zur Erfüllung. Svaha. Dies gilt Agni Svishtakrit, nicht mir.
42. Devadakshina und Purnahuti
Jenes ist vollkommen, dieses ist vollkommen; aus dem Vollkommenen geht Vollkommenes hervor. Wird vom Vollkommenen das Vollkommene genommen, bleibt das Vollkommene. Gefüllter Opferlöffel, gehe hin und kehre gut gefüllt zurück. Wie durch Austausch wollen wir Nahrung und Kraft gewinnen, du mit hundert Kräften. Svaha. Alles ist wahrhaft vollkommen. Svaha.
43. Vasodhara: die ununterbrochene Gabe
Du bist Vasus Reinigungsstrom mit hundert Strömen, du bist Vasus Reinigungsstrom mit tausend Strömen. Der göttliche Savitar möge dich durch den hundertfachen Reinigungsstrom läutern, du gut Reinigendes, du Wünsche Erfüllendes. Svaha.
44. Arati vor dem Feuer und den Gottheiten
Den die Vedantakenner Brahman nennen, andere höchste Urnatur, Purusha oder Ishvara, Ursache des Hervorgehens der Welt: Ihm, dem Überwinder aller Hindernisse, gilt die Verehrung. Ihn preisen Brahma, Varuna, Indra, Rudra und die Maruts mit göttlichen Hymnen. Ihn besingen die Samasänger durch die Veden samt ihren Gliedern, Wort- und Reihenrezitationen und Upanishaden. Ihn schauen die Yogis mit gesammeltem, ganz auf ihn gerichtetem Geist; seine Grenzen kennen weder Götter noch Asuras. Diesem Gott gilt meine Verehrung.
45. Den Segen des Opferduftes aufnehmen
Agni, du bist Beschützer des Leibes; behüte meinen Leib. Du schenkst Leben; gib mir Lebensfülle. Du schenkst Glanz; gib mir Strahlkraft. Was an meinem Leib unvollständig ist, erfülle. Der göttliche Savitar schenke mir Einsicht; Göttin Sarasvati schenke mir Einsicht; die beiden göttlichen Ashvins, mit Lotuskränzen geschmückt, mögen mir Einsicht schenken.
46. Ein kleines Aschezeichen empfangen
Die dreifache Lebensfülle Jamadagnis; die dreifache Lebensfülle Kashyapas; jene dreifache Lebensfülle, die bei den Göttern ist: Sie möge auch uns zuteilwerden.
47. Um Vergebung bitten
Ich kenne das Einladen, Verehren und Verabschieden nicht vollkommen. Vergib mir, höchster Herr. Was meiner Verehrung an Mantra, Handlung und Hingabe fehlt, möge durch dich vollständig werden. Wo Laute, Wörter oder Silbenmaß verfehlt wurden, vergib alles, Gott, und sei mir gnädig. Ich verneige mich vor Achyuta, durch dessen Erinnerung und Namensnennung Unvollkommenes in Askese, Opfer und Gottesverehrung sogleich zur Vollendung kommt. Was bei der Feier durch Unachtsamkeit misslingt, wird durch das Gedenken an Vishnu vollkommen – so verkündet die heilige Überlieferung.
48. Sich vor dem Einen in allen Gestalten verneigen
Verehrung dem Unendlichen mit tausend Gestalten, tausend Füßen, Augen, Köpfen, Schenkeln und Armen; dem ewigen Purusha mit tausend Namen, der zahllose Weltalter trägt.
49. Allen Wesen Gutes wünschen
Heil sei den Menschen. Mögen die Regierenden die Erde auf dem Weg der Gerechtigkeit schützen. Heil sei stets den Kühen und den Brahmanen; mögen alle Welten glücklich sein. Mögen alle glücklich und frei von Krankheit sein; mögen alle Gutes erfahren und niemand Leid erleiden. Träger der Opfergaben, schenke mir Vertrauen, Einsicht, guten Ruf, Weisheit, Wissen, Gedeihen, Glück, Stärke, Strahlkraft, Lebensfülle und Gesundheit.
50. Den Friedenssegen mit Wasser empfangen
Friede sei im Himmel, im Zwischenraum und auf der Erde; Friede im Wasser, in Kräutern und Bäumen, in allen Göttern und in Brahman. Alles sei Friede; Friede selbst sei Friede. Dieser Friede komme zu mir. Om, Friede, Friede, Friede. Alle Bedrängnis möge vollkommen zur Ruhe kommen.
51. Surya Ehrenwasser darbringen
Göttlicher Surya, tausendstrahliger Lichtschatz, Herr der Welt: Wende dich mir in meiner Hingabe barmherzig zu und nimm dieses Ehrenwasser an, du Schöpfer des Tages. Verehrung Surya, Verehrung Aditya, Verehrung Bhaskara.
52. Viermal den heiligen Mittelpunkt umschreiten
Welche Verfehlungen bewusst oder unbewusst begangen wurden, sie alle mögen mit jedem Schritt der ehrfürchtigen Umschreitung vergehen.
53. Blumen zum Abschied schenken
Mit dem Opfer verehrten die Götter das Opfer; dies waren die ersten heiligen Ordnungen. Die von solcher Größe gelangen zur Himmelswelt, wo die früheren Sadhya-Götter weilen. Ich bringe die von Mantras getragene Blumengabe dar.
54. Die eingeladene Gegenwart verabschieden
Erhabener Agni, kehre aus der Mitte des Kunda an deinen eigenen Ort zurück. Nimm das Dargebrachte mit und reiche es den Göttern; sei mir gnädig. Gehe, Bester der Götter, höchster Herr, an deinen eigenen Ort. Wo Brahma und die anderen Götter sind, dorthin gehe, du Verzehrer der Gaben. Alle Götterscharen mögen meine Verehrung annehmen und zurückkehren, zur Erfüllung guter Anliegen und um wiederzukommen.
55. Freudige Segensrufe
Heil der Mutter Gayatri! Heil dem göttlichen Opfer! Unter den Wesen möge Wohlwollen herrschen. Möge die ganze Welt gesegnet sein.
Quellen
- Karmakand Bhaskar: Griha Pravesha – Vastu Shanti Prayoga, Gayatri Parivar: Vastu-Puja, 24 Gayatri-Gaben, fünf besondere Vastu-Gaben und Schlussfolge.
- Dasselbe Werk, Kapitel 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12 und 14: vorbereitende Gottesverehrung, Feuerbereitung und Abschluss. Die hier benötigten Module sind vollständig ausgeschrieben.
- Karmakand Pradip, allgemeine Vorbereitung: persönliches Pavitrikarana, ergänzend innerhalb derselben Gayatri-Parivar-Überlieferung.
- Surya-Mandala-Stotra: Textvergleich der zwölf traditionellen Strophen, insbesondere die im Online-Text verkürzte dritte Strophe. Für die Vastu-Mantras: Rigveda 7.54.1–3, 7.55.1 und 8.17.14; ergänzender Vergleich Sukta Sangraha, Vastu-Sukta.
Die deutschen Mantrabedeutungen sind eigenständige Übersetzungen. Devanagari und IAST geben dieselbe akzentlose Lesefassung wieder; vedische Akzente werden hier nicht als Unterricht in der Vedarezitation dargestellt. Eindeutige Darstellungsfehler der elektronischen Vorlage, insbesondere verlorene Anusvaras, sind mit lesbaren Parallelen abgeglichen. Der fehlende Halbvers im Savitar-Lobpreis ist als samasta-tejomaya-divya-rūpam aus dem überlieferten Paralleltext ergänzt. Die fünfte Vastu-Gabe verwendet die belegte Sandhi-Fassung sthūṇāṃsatraṃ somyānām; die zugrunde liegenden Wörter sind sthūṇā aṃsatraṃ – Pfeiler und Schutz. Für die Richtungsbesprengung gilt bewusst die Anweisung der gewählten Gayatri-Fassung. Die vorbereitende persönliche Erneuerung einer bereits getragenen heiligen Schnur gehört zur eigenen Tagespraxis und wird nicht als zusätzlicher Bestandteil der Hausweihe verlangt. Die zusätzlichen Hindi-Lieder des Sammelwerks sind keine benötigten Rezitationsverweise; für Arati und Umschreitung sind hier die dort ebenfalls gegebenen vollständigen Sanskritgebete gewählt.
Vegane Materialien, die tatsächliche Ortsangabe außerhalb Indiens, das geordnete Besprengen der Wohnräume, die Materialorganisation und die abschließende Alltagsanregung sind heutige praktische Ergänzungen. Die Quelle bietet bei den Vastu-Gaben alternativ Reispudding, Süßspeise oder reine Fettgaben; diese Anleitung wählt die letzte Möglichkeit. Sanskritnamen und religiöse Gebetsbilder bleiben in ihrer überlieferten Bedeutung erhalten.
Siehe auch
- Bhumi Puja vor Baubeginn gemäß Vastu Sangraha
- Grihapravesha Haussegen zum Einzug
- Gayatri
- Vastu Purusha
- Hindu-Rituale – ausführliche Anleitungen
Video und Seminare
Sukadev über Homa, das heilige Feueropfer.
Hinduistische Rituale
- 20.12.2026 - 20.12.2026 Gita Jayanti
Die Bhagavad Gita hat Geburtstag. Immer Ende November bis Mitte Dezember, abhängig von der Mondphase, wird Gita Jayanti gefeiert. Wir wollen den Geburt…- Vani Devi Beldzik
- 26.12.2026 - 02.01.2027 Indische Rituale Ausbildung
Du interessierst dich für indische Rituale? Du hast die einzigartige Gelegenheit, in dieser Rituale Ausbildung bei Yoga Vidya die kleine Puja, große P…- Sukadev Bretz, Shankari Winkelbauer
Mantras und Musik
- 10.11.2026 - 10.11.2026 Mantra-Konzert
Aleah Gandarvika & Friends
18:45-19:45 Uhr- Aleah Gandarvika
- 13.11.2026 - 15.11.2026 Klang, Musik und Stimme im Yogaunterricht - Yogalehrer Weiterbildung
Diese Weiterbildung richtet sich an alle, die ihre Stimme, Musik und Klang achtsamer und wirkungsvoller in den Unterricht einfließen lassen möchten …- Nancy Haywood