Brihat Tantrasara Übersetzung 5

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Brihat Tantrasara Übersetzung 5 – Darbringungen, Mudrās, Kula-Lehren und Yoga. Der fünfte Pariccheda des Brihat Tantrasara behandelt Darbringungen, Rudrākṣa, Mudrās, Yantras, zusätzliche Anwendungen und Kula-Lehren. Die abschließende Yoga-Lehre verbindet ethische Schulung, Atem, Konzentration und Erkenntnis. Auf dieser Seite folgt außerdem der vollständige Pariśiṣṭa-Anhang mit ergänzenden Mantras, Stotras, Kavachas und Guru-Lehren.

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Swami Sivananda am Ganges: eine Begleitung der heutigen Yoga-Perspektive auf Schriftstudium und Praxis, kein Bild des Autors Kṛṣṇānanda.

Diese Seite enthält die vollständige deutsche Übersetzung von P5-0001 bis P6-0256, einschließlich der zugehörigen Prosa. Die Originalnummern können sich wiederholen; die P-Kennungen sind eindeutig. Unsichere Lesarten und Übersetzungen sind in eckigen Klammern gekennzeichnet. Sanskrit: Brihat Tantrasara Sanskrit 2; Devanagari: Brihat Tantrasara Devanagari 3.

Pariccheda 5: Darbringungen, Mudrās, Kula-Lehren und Yoga

Darbringungen und ihre Formeln

P5-0001 · 1
Fünfter Pariccheda. Nun werden im Anschluss die Darbringungen und verwandte Gegenstände erläutert. Die vierundsechzig Darbringungen: Alle Darbringungsmantras sollen mit den drei Tārā-Silben beginnen und mit „kalpayāmi namaḥ“ enden. Beispielsweise: „aiṃ hrīṃ śrīṃ pādyaṃ kalpayāmi namaḥ“ – „aiṃ hrīṃ śrīṃ, ich bereite das Wasser zum Waschen der Füße; Verehrung!“ Ebenso: „arghyaṃ kalpayāmi namaḥ“ – „ich bereite die ehrende Wassergabe; Verehrung!“ In dieser Reihenfolge verfahre man weiter. Im Siddhayāmala heißt es: „Man setzt die drei Tārā-Silben an den Anfang, o Bhuvaneśvarī, nennt die darzubringende Gabe und fügt danach ‚kalpayāmi namaḥ‘ hinzu. Dies ist die Vorschrift für die Darbringungen.“ [Die Ziffern der anschließenden Aufzählung stehen in der Vorlage teilweise an uneindeutigen Stellen.]

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P5-0002 · 2
[Fortsetzung der Darbringungen; die Ziffern und ihre Stellung bleiben im Sanskrit erhalten.] Das Aufsetzen auf den Sitz; die Salbung mit duftendem Öl; das Eintreten in den Baderaum; das Platznehmen auf dem Edelsteinsitz im Badepavillon; göttliches Badepulver zum Einreiben; das Bad mit warmem Wasser; die Übergießung mit Wasser aller heiligen Badeplätze aus einem goldenen Krug; das Abtrocknen mit einem gewaschenen Tuch; das Anlegen eines rötlichen Seidengewandes; ein rötliches seidenes Obergewand; das Eintreten in den Salbungspavillon; das Platznehmen auf dessen Edelsteinsitz; das Bestreichen aller Glieder mit göttlichen Duftstoffen wie Sandelholz, Aloeholz, Safran, Moschus, Kampfer, Kastūrī und Rocanā; das Räuchern des Haupthaars mit dunklem Aloeholz und sein Schmücken mit Kränzen aus Mallikā, Mālatī, Jātī, Campaka, Aśoka, hundertblättrigen Blüten, Pūga, [kuharopu: Lesung unsicher], Punnāga, Kahlāra, Yūthī und den Blüten aller Jahreszeiten; das Eintreten in den Schmuckpavillon; das Platznehmen auf dessen Edelsteinsitz; eine Krone mit neun Edelsteinen; eine Mondsichel; Zinnober im Haarscheitel; ein Edelstein als Stirnzeichen; schwarze Augenschminke; ein Paar Ohrgehänge; Nasenschmuck; rote Lippenfarbe; ein geflochtener Schmuck [grathanabhūṣaṇa: genaue Art unsicher]; ein kunstvoller goldener Anhänger; ein großer Anhänger; eine Perlenkette; eine einreihige Kette; ein Devacchandaka-Schmuck; vier Paare Oberarmspangen; Reihen von Armreifen; Reihen von Ringen; ein Gürtelgehänge mit Hüftschnur; der Śobhā genannte Schmuck; Fußspangen.

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P5-0003 · 2-ka
[Fortsetzung:] Edelsteinbesetzte Fußglöckchen; Zehenringe; die Schlinge in einer Hand; der Stachelstock in einer anderen; der Zuckerrohrbogen in einer weiteren; die Blütenpfeile in einer anderen; kostbare rubinbesetzte Sandalen; das Besteigen des Löwenthrons zusammen mit den Umkreisgottheiten, deren Kleidung und Waffen der ihren gleichen; das Platznehmen auf Kāmeśvaras Lager; ein Becher mit Nektarspeise; Wasser zum Mundspülen; ein Kampferkügelchen; vergnügtes, freudig strahlendes Lachen; das glückverheißende Schwenken der Lichter; ein weißer Schirm; zwei Yakhaarwedel; ein Spiegel; ein Palmblattfächer; Duftstoff; Blüten; Räucherwerk; eine Lampe; Speisen; Wasser zum Trinken; nochmals Wasser zum Mundspülen; Betel und Verneigung. Diese Gaben soll man bereitstellen. Sind diese Darbringungen nicht vorhanden, soll man die zugehörigen Mantras rezitieren. Im Navaratneśvara heißt es: „Fehlen die vierundsechzig Darbringungen, soll der Sādhaka ihre Mantras rezitieren. Mit festem Geist erlangt er jeweils dieselbe Frucht.“

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P5-0004 · 3
Die achtzehn Darbringungen: Sitz, Willkommensgruß, Wasser zum Waschen der Füße, ehrende Wassergabe, Wasser zum Mundspülen, Bad, Gewand und heilige Schnur, Schmuck aller Art, Duftstoff, Blüten, Räucherwerk, Lampe, Speise, erquickende Wasserspende, Kranz, Salbung, Verneigung und rituelle Verabschiedung. Mit diesen achtzehn Darbringungen soll der Mantrakundige die Verehrung vollziehen.

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P5-0005 · 4
Die sechzehn Darbringungen: Wasser zum Waschen der Füße, ehrende Wassergabe, Wasser zum Mundspülen, Bad, Gewand und Schmuck, Duftstoff, Blüten, Räucherwerk, Lampe, Speise, anschließend Wasser zum Mundspülen, Betel, Verehrung, Lobgesang, erquickende Wasserspende und Verneigung. Diese sechzehn Darbringungen soll man bei der Pūjā verwenden. [Die überlieferte Aufzählung und ihre Zählung sind nicht völlig eindeutig.]

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P5-0006 · 5
Die zehn Darbringungen: Wasser zum Waschen der Füße, ehrende Wassergabe, Wasser zum Mundspülen, die Madhuparka-Gabe und nochmals Mundspülwasser, danach die Gaben vom Duftstoff bis zur Speise; dies sind der Reihe nach die zehn Darbringungen.

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P5-0007 · 6
Die fünf Darbringungen: Duftstoff, Blüten, Räucherwerk, Lampe und Speise. Wer dadurch die ungeteilte Frucht erlangt, erreicht gewiss die höchste Befreiung, Kaivalya.

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P5-0008 · 7
Nun die Angabe der Zeit, nach der Edelsteine, Perlen und andere Gaben als Nirmālya, als bereits gebrauchte Opfergaben, gelten. Im Yoginītantra: „Edelsteine, Perlen und Gold, die der Gottheit dargebracht werden, gelten zwölf Jahre lang nicht als Nirmālya; ebenso ein Kupfergefäß.“

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P5-0009 · 8
Tücher und Gewänder werden nach sechs Monaten zu Nirmālya, eine Speisegabe unmittelbar nach ihrer Darbringung; Modaka-Süßigkeiten und Kṛṣara-Brei nach einem halben Yāma, o Maheśvarī.

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P5-0010 · 9
Seidengewänder nach drei Monaten; für die Opferschnur wird ein Tag genannt. Gekochter Reis und süßer Milchreis bleiben [verwendbar], solange sie warm sind.

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P5-0011 · 10
Ein Kopf und Blut werden nach einem Tag und einer Nacht zu Nirmālya, o Pārvatī; Dickmilch und Milch nach einem Muhūrta, geklärte Butter nach einem Yāma, o Śaṅkarī.

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P5-0012 · 11
Oleanderblüten nach einem Tag und einer Nacht; ebenso Bilvablätter. Roter Hibiskus und Mādhya [Pflanzenname unsicher] werden nach anderthalb Yāma zu Nirmālya.

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P5-0013 · 12
Kränze aus Oleander, Lotus und Bilva werden nach einem halben Yāma zu Nirmālya, o Maheśānī; Betel unmittelbar nach seiner Darbringung.

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P5-0014 · 13
Ein Granatapfel und eine Bilvafrucht werden nicht zu Nirmālya, Geliebte. Saugandhika [hier wohl eine duftende Pflanze oder Blüte] und Banane soll man sorgfältig verwenden.

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P5-0015 · 1
Nun die Mantras der sechzehn Darbringungen für Tripurasundarī. „O Ambikā, Mutter Sundarī, Wunscherfüllungsranke für die Verehrer! Nimm ehrerbietig die dargebrachten heiligen Sandalen an, die von rötlichen Strömen aus Sandelholz und Safran übergossen, mit vielfältigen unschätzbaren Edelsteinen und Korallen besetzt und von den schönen Göttinnen ringsum mit ihren Lotushänden hingebungsvoll gereinigt sind.“

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P5-0016 · 2
Nachdem du den Löwenthron eingenommen hast, den Indra und die übrigen Götterscharen verehren, der aus glänzendem Gold gestaltet ist und in schöner Helligkeit strahlt, nimm, o Ambikā, dieses von einer jungen Frau ehrerbietig dargebrachte, überaus reine Öl zum duftenden Einreiben an, das nach Campaka und Ketakī duftet.

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P5-0017 · 3
Danach, o Göttin, Gemahlin Śambhus, heilige Sundarī, nimm die reine Āmalaka-Frucht an, reich versehen mit vielerlei Duftstoffen. Reinige damit dein Haar, kämme es und bade im Strom der Mandākinī. Das glänzende Duftmittel möge dir zur Freude dienen, o heilige Sundarī. [Die Lesart projvalagandhakaṃ ist unsicher.]

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P5-0018 · 4
O Gaben spendende Tripurasundarī, du von heiliger Würde, nimm den frischen, reinen Moschus an, der in den Lotushänden der Gemahlin des Götterherrn ruht, durch reichliches Sandelholz, Safran und Aloeholz glänzt und von mächtigem Duft erfüllt ist. [kantūrikāṃ ist eine beschädigte Lesart.]

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P5-0019 · 5
Mutter, dieses vorzügliche, goldgelbe Gewand aus Kaschmir, von den ausgebreiteten Lotushänden der geliebten Frauen der Gandharvas, Götter und Kinnaras gehalten, möge reine Schönheit entfalten und dir Freude bereiten, o heilige Sundarī; es leuchtet mit der Pracht des strahlenden Sonnenrunds.

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P5-0020 · 6
Goldene Ohrringe an beiden Ohren, ein Ring an der Lotushand, ein Gürtel um die Mitte und die Hüften, Fußglöckchen an beiden Füßen, eine Kette auf der Brust, klingende Armreifen an beiden Händen und eine Krone auf dem Haupt: Der täglich dargebrachte Schmuck, der große Freude schenkt, sei gepriesen. [sarāsanā und aghri sind unsichere Lesarten.]

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P5-0021 · 7
Ein schönes Halsgeschmeide, dessen Glanz die Schönheit des Halses trägt; Zinnober auf der leuchtenden Stirnfläche, der das Siegel der Schönheit bildet; strahlende Augenschminke, durch die die Augen den Glanz heller Lotusblätter entfalten: Der aus göttlichen Heilpflanzen bereitete Schmuck möge dich zieren, o heilige Śāmbhavī von heiliger Würde. [Mehrere Wörter sind in der Vorlage beschädigt.]

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P5-0022 · 9
O Tripurasundarī von heiliger Würde, du Beseitigerin des Übels, nimm den in Ratis Lotushand ruhenden Spiegel an, um dein Gesicht zu betrachten: Er gleicht einem Mondstrahl und ist aus [mukuravimbāvidruma: Materialangabe beschädigt] gefertigt, aus dem Milchozean hervorgegangen, als der Mandara ihn heftig aufwühlte. O Śāmbhavī, Ambikā, nimm das reine Wasser an, das voll Eifer dargebracht wird, mit Nektarströmen aus flüssigem Moschus, Sandelholz und Aloeholz durchtränkt, mit duftendem Campaka, Pāṭala und anderen Stoffen parfümiert und in großen, edelsteinbesetzten Krügen auf den Häuptern der Göttinnen getragen. [Der Spiegelvers trägt in der Vorlage keine eigene Schlussnummer; er steht hier zusammen mit dem als 9 bezeichneten Wasservers.]

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P5-0023 · 10
Ich verehre die erhabene Śrī Sundarī, die im kupferroten Lotus wohnt, mit Kahlāra, Utpala, Nāgakeśara, Lotus, [ākhyāvalī: Lesung unsicher], Mālatī, Mallikā, Kairava, Ketakī und anderen Blüten, mit rotem Oleander und weiteren Blumen, mit einer Fülle duftender Kränze und Strömen vielfältiger Säfte.

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P5-0024 · 11
Dieser von einer Götterfrau bereitete Weihrauch aus Māṃsī, Guggulu, Sandelholz- und Aloeholzpulver, Kampfer, Śaileya, duftendem Safran und Madhvīka, vermischt mit geklärter Butter, ruht im edelsteinbesetzten Gefäß in der Stätte des Wohlgeruchs. Er möge dir Wohlgefallen und Freude bringen, o heilige Sundarī.

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P5-0025 · 12
O Göttin Tripurasundarī, die von einer göttlichen Frau bereitete Lampe möge zu deiner Freude strahlen: In einem goldenen Becher, mit einem Kampferdocht und einer schönen edelsteinbesetzten Halterung, leuchtet sie durch flüssige geklärte Butter und vertreibt große Finsternis.

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P5-0026 · 13
O heilige Sundarī, die von einer Götterfrau bereitete Speisegabe möge dir Freude bereiten: reiner, schmackhafter Reis, reich an Jātī-Duft, mit Beilagen aus duftenden Zutaten wie Asafoetida, Pfeffer und Kreuzkümmel, mit gekochten Speisen und Milchreis, vermischt mit Honig, Dickmilch und geklärter Butter.

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P5-0027 · 14
O Mutter, nimm in deinem Lotusmund den Betel an, der mit glänzenden Gewürznelkenknospen, vielen Betelblättern, zarter Muskatnuss, Kampfer und Arekanuss versehen ist, von nektargleicher Süße erfüllt und in einem schönen Edelsteingefäß dargebracht wird.

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P5-0028 · 15
O Mahātripurasundarī, nimm den großen, ausgebreiteten Sonnenschirm an, schön wie das leuchtende Mondlicht des Herbstmondes, mit prachtvollen Perlen aus den sich öffnenden Wellen des Götterstroms und einem glänzenden Stab aus neuem Gold.

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P5-0029 · 16
Mutter, der von schönen Frauen unablässig geschwenkte weiße Yakhaarwedel, dem Mond und den Kundablüten gleich, möge dir Freude bereiten und die Beschwerde des Schwitzens vertreiben. Der Klang des Veda, den Agastya, Vasiṣṭha, Nārada, Śuka, Vyāsa, Vālmīki und andere in ihrem eigenen Geist hervorbringen, möge dir sogleich Wohlergehen bereiten.

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P5-0030 · 17
In deinem eigenen Hof werde die Tanzkunst der Vidyādharī zum Vergnügen für dich, begleitet von Flöten, Mṛdaṅga-Trommeln, Muschelhörnern und großen Trommeln, erfüllt vom lauten Klang der Musik.

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P5-0031 · 18
Göttin, deren Wesen vom Geschmack der Hingabe durchdrungen ist, mögest du erfreut sein, wenn [eine solche Verehrung] auf irgendeine Weise erlangt wird. Ihre eine wahre Frucht ist selbst in Millionen Geburten nicht zu erreichen. [Die Lesart tatranaunyamapi ist beschädigt; der genaue Satzanschluss bleibt unsicher.]

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P5-0032 · 19
Wer die höchste Gottheit mit diesen sechzehn, als Darbringungen gestalteten Versen preist, erlangt deren Frucht. [Der Text nennt sechzehn Verse, obwohl die überlieferte Nummerierung bis 19 reicht.]

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Rudrākṣa und Weihe

P5-0033 · 1
Nun die Herrlichkeit der Rudrākṣa-Perlen. Im Padmapurāṇa: „Wer hingebungsvoll Rudrākṣa an der Haarlocke, an beiden Händen, am Hals und an beiden Ohren trägt, gelangt in Śivas Welt.“

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P5-0034 · 2
Eine neungesichtige Rudrākṣa soll man am linken Arm tragen; eine vierzehngesichtige soll der Kundige an der Haarlocke tragen.

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P5-0035 · 3
Die eingesichtige ist Śiva selbst und tilgt das Vergehen der Brahmanentötung. Sie bewirkt Unverletzbarkeit, [pratisrotā: Bedeutung hier unsicher] und das Stillstellen des Feuers.

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P5-0036 · 4
Die zweigesichtige ist Hara und Gaurī und beseitigt Vergehen wie das Töten einer Kuh. Die dreigesichtige ist Agni und vernichtet die Menge der Vergehen aus drei Geburten.

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P5-0037 · 5
Die viergesichtige ist Brahmā selbst und tilgt das Vergehen der Menschentötung. Die fünfgesichtige ist das Feuer der Zeit und beseitigt das Vergehen [agamyākṣya: beschädigt; wohl unerlaubten Geschlechtsverkehrs].

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P5-0038 · 6
Die sechsgesichtige ist Guha selbst und tilgt das Vergehen der Tötung einer Leibesfrucht. Die siebengesichtige ist Ananta und beseitigt stets das Vergehen des Golddiebstahls.

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P5-0039 · 7
Die achtgesichtige ist Vināyaka und vernichtet alle Unwahrheit. Die neungesichtige ist Bhairava und bewirkt die Vereinigung mit Śiva.

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P5-0040 · 8
Die zehngesichtige gilt als Viṣṇu und vertreibt Bhūtas, Totengeister und Piśācas. Die elfgesichtige ist Rudra und gewährt die Früchte vielfältiger Opfer.

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P5-0041 · 9
Die zwölfgesichtige ist die Sonne und gewährt die Frucht aller Opfer. Die dreizehngesichtige ist Kāma und erfüllt alle Wünsche.

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P5-0042 · 10
Die vierzehngesichtige ist Śrīkaṇṭha und die höchste Retterin der Abstammungslinie. Zum Tragen werden Rudrākṣa-Perlen ohne Beschädigung und von voller Reife vorgeschrieben. [niśchidrāḥ bedeutet wörtlich „ohne Löcher“; die gemeinte Art des unversehrten Zustands bleibt hier offen.]

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P5-0043 · 11
Nun die rituelle Weihe der Rudrākṣa. Beim Bad soll man die fünf Nektarsubstanzen und die fünf Substanzen der Kuh verwenden, bei der Einsetzung der Rudrākṣa außerdem das fünfsilbige Mantra.

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P5-0044 · 12
Auch das mit „tryambaka“ beginnende Mantra soll man dabei verwenden: „oṃ tryambakaṃ yajāmahe sugandhiṃpuṣṭivarddhanam | urvārukamiva vandhanānmṛtyormuṃkṣīyamāmṛtāt“ – „Oṃ, wir verehren den Dreiäugigen, den Duftenden, der die Fülle mehrt. Wie eine Gurkenfrucht von ihrer Bindung möge ich vom Tod frei werden, nicht von der Unsterblichkeit.“ Ferner: „oṃ hauṃ aghore hauṃ ghore hūṃ ghoratare oṃ hraiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ sarvataḥ sarvasarvebhyo namaste rudrarupiṇe hūṃ hūṃ“. [Bījas und abweichende Lesarten bleiben unverändert; aghore, ghore, ghoratare bezeichnen das Nichtfurchtbare, Furchtbare und noch Furchtbarere; namaste rudrarupiṇe: „Verehrung dir in Rudras Gestalt“; sarvasarvebhyo ist unsicher.] Auch mit diesem Mantra soll der Beste der Zweimalgeborenen die Rudrākṣa ordnungsgemäß einsetzen; dann erlangt er größere Frucht. Danach soll er sie mit Hingabe unter Verwendung seines eigenen Mantras tragen.

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P5-0045 · 13
Dann folgen der Reihe nach die Mantras: 1. „oṃ oṃ bhṛśaṃ namaḥ“; 2. „oṃ oṃ namaḥ“; 3. „oṃoṃ namaḥ“; 4. „oṃ hrīṃ namaḥ“; 5. „oṃ hūṃ namaḥ“; 6. „oṃ hūṃ namaḥ“; 7. „oṃ oṃ hūṃ hūṃ namaḥ“; 8. „oṃ saṃ hūṃ namaḥ“; 9. „oṃ hūṃ namaḥ“; 10. „oṃ haṃ namaḥ“; 11. „oṃ hrīṃ namaḥ“; 12. „oṃ hrīṃ namaḥ“; 13. „oṃ kṣāṃ kṣauṃ namaḥ“; 14. „oṃ namo namaḥ“. „namaḥ“ bedeutet „Verehrung“; die Bījas werden nicht übersetzt. [Die auffällige Lesart bhṛśaṃ und die Schreibweise oṃoṃ bleiben wie überliefert.]

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P5-0046 · 14
Wenn selbst ein Hund stirbt, während sich eine Rudrākṣa an seinem Körper befindet, gelangt auch er in Rudras Stätte. Wie viel mehr gilt das für Menschen, o Guha!

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P5-0047 · 15
Alles verdienstvolle Tun eines Menschen, der eine Kette aus siebenundzwanzig Rudrākṣa-Perlen am Körper trägt, wird zehnmillionenfach vermehrt.

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P5-0048 · 16
Wer den Zweimalgeborenen auf Erden eine sechsgesichtige Rudrākṣa schenkt, dem ist Rudra gewogen und gewährt ihm seine eigene Stätte. [rudrākṣadbhuvi ist in der Vorlage beschädigt.]

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P5-0049 · 17
Ein Mensch, der auf Erden Rudrākṣa ohne Mantra trägt, gelangt in schreckliche Höllen für die Dauer von vierzehn Indras.

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P5-0050 · 18
Damit endet die Darstellung der Herrlichkeit der Rudrākṣa. Nun eine weitere Art der Rudrākṣa-Weihe mit der Angabe der Gottheiten, Mantras und anderer Einzelheiten. Im Skandapurāṇa sprach Kārttikeya: „Eine, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehn, elf, zwölf, dreizehn und vierzehn [Flächen].“

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P5-0051 · 19
Welche Gottheit gehört zu jeder dieser Flächen, o Śaṅkara? Und wie sind ihre jeweiligen Wirkungen? Erkläre es wahrheitsgemäß.

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P5-0052 · 20
Der erhabene Śaṅkara sprach: „Höre, o Sechsgesichtiger, der Wahrheit gemäß, was der Reihe nach zu jeder einzelnen Fläche gehört.“

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P5-0053 · 21
Die eingesichtige ist Śiva selbst und tilgt das Vergehen der Brahmanentötung.

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P5-0054 · 22
Die zweigesichtige ist Gott und Göttin und vernichtet gewiss das Vergehen der Kuhtötung. Die dreigesichtige ist das Feuer selbst und tilgt das Vergehen der Brahmanentötung.

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P5-0055 · 13
Die viergesichtige ist Brahmā selbst und tilgt das Vergehen der Menschentötung. Die fünfgesichtige ist Rudra selbst, mit Namen Kālāgni. Wer die fünfgesichtige trägt, wird von allen Vergehen befreit, vom Verkehr mit einer unerlaubten Partnerin und vom Essen verbotener Speisen.

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P5-0056 · 24
Die sechsgesichtige ist Kārttikeya. Trägt man sie am rechten Arm, wird man von Vergehen wie der Brahmanentötung frei; daran besteht kein Zweifel.

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P5-0057 · 25
Die siebengesichtige, o Mahāsena, ist der Schlangenkönig namens Ananta. Man wird von Vergehen wie der Verletzung des Lagers des Lehrers frei; daran besteht kein Zweifel. [Gemeint ist der Geschlechtsverkehr mit der Frau des Lehrers; vā in der Vorlage ist unsicher.]

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P5-0058 · 26
Die achtgesichtige, o Mahāsena, ist der Gott Vināyaka selbst. Selbst wenn einer die Frau des Lehrers am Rücken, Bauch oder an der Hand berührt … [Der Satz wird in der nächsten Einheit fortgesetzt.]

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P5-0059 · 27
… [werden] solche und andere Vergehen, auch alle überaus schweren Vergehen [beseitigt]. Seine Hindernisse verschwinden; befreit gelangt er zum höchsten Ziel. [Der erste Satz ist im Sanskrit elliptisch.]

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P5-0060 · 28
Diese Wirkungen entstehen in all diesen Fällen durch das Tragen der achtgesichtigen. Die neungesichtige ist Bhairava; man soll sie am linken Arm tragen.

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P5-0061 · 29
Die braungelbe wird als Befreiung spendend bezeichnet; [ihr Träger] wird an Kraft mir gleich. Selbst wenn einer hunderttausend-, zehnmillionen- und tausendfach Brahmanentötung begangen hat, verbrennt das Tragen der neungesichtigen all dies rasch. [Die Zahlwortverbindung ist übersteigert und rechnerisch uneindeutig.]

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P5-0062 · 30
Die zehngesichtige, o Mahāsena, ist der Gott Janārdana selbst. Durch ihr Tragen verschwinden die Grahas, Piśācas und andere Wesen, Vetālas, Brahmarākṣasas und Schlangen.

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P5-0063 · 31
Eine Rudrākṣa mit elf Flächen gilt als die elf Rudras. Man soll sie stets an der Haarlocke tragen. Höre die Frucht ihres Verdienstes: Die Frucht von tausend Pferdeopfern, hundert Vājapeya-Opfern und hunderttausend ordnungsgemäß verschenkten Kühen mit goldenen Hörnern erlangt man durch das Tragen der elfgesichtigen.

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P5-0064 · 32
Eine Rudrākṣa mit zwölf Flächen soll man am Hals tragen. Āditya ist stets erfreut; die zwölf Sonnen sind [in ihr] gegenwärtig. [dvādaśarkā ist eine verkürzte beziehungsweise beschädigte Lesart.]

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P5-0065 · 33
Die dreizehngesichtige ist Kāma und gewährt die Frucht aller Wünsche. Die vierzehngesichtige ist die höchste Retterin der Abstammungslinie.

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P5-0066 · 34
Wer Rudrākṣa am Hals in einer den Zähnen entsprechenden Anzahl, am Kopf zweiundzwanzig, an jedem Ohr sechs, an jeder der beiden Hände zwölf, an jedem Arm eine durch die Mondphasen bestimmte Anzahl [sechzehn], an der Haarlocke jeweils eine und auf der Brust acht zusätzlich anlegt, ist selbst Nīlakaṇṭha. [Der Vers ist beschädigt: daśanaparimitānamastake lässt die Worttrennung offen; für die Brustzahl fehlt offenbar ein Bezugswert; kaluṣaṃ passt nicht sicher in den Satz. Die verlorenen Angaben werden nicht ergänzt.]

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P5-0067 · 35
Dazu die Mantras zum Anlegen, der Reihe nach: 1. „oṃ aiṃ“; 2. „oṃ śrīṃ“; 3. „oṃ dhruṃ dhruṃ“; 4. „oṃ hrīṃ hraḥ“; 5. „oṃ hrīṃ“; 6. „oṃ aiṃ hrīṃ“; 7. „oṃ hrāṃ“; 8. „oṃ kraṃ raṃ“; 9. „oṃ hrāṃ“; 10. „oṃ hrīṃ“; 11. „oṃ śrīṃ“; 12. „oṃ hāṃ hrāṃ“; 13. „oṃ kṣauṃ stauṃ“; 14. „oṃ ḍaṃ māṃ“. [Die Bījas bleiben unübersetzt und unverändert.]

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Sühne, Begriffe und Viṣṇu-Verehrung

P5-0068 · 36
Nun die Sühne beim Ausfall täglicher, anlassgebundener und anderer Riten. Im Gautamīya: „Bei einem Mangel in einem täglichen oder anlassgebundenen Ritus soll man das Mantra tausendmal beziehungsweise das Wurzelmantra zehntausendmal rezitieren. Beim täglichen Ritus rezitiere man tausendmal, beim anlassgebundenen zehntausendmal.“ Dies betrifft Viṣṇu. Anderwärts, im Tantrarāja: „Zur Befriedung der Fehler durch Versäumnisse täglicher Riten rezitiere man die Vidyā hundertmal; bei Versäumnissen anlassgebundener Riten das Mantra tausendmal.“ Bei einer Vermischung von Vergehen: „Sind Vergehen aller Art zusammengekommen, besteht die im Tantra vorgeschriebene Sühne in zehntausend Mantrarezitationen.“ [Die erste Passage enthält überlappende Angaben; yutam ist wohl eine beschädigte Zahlwortlesart.]

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P5-0069 · 37
Nun die allgemeinen Festlegungen. Im Gautamīya: „Ich erkläre nun die Festlegungen zur Darbringung bei Haris Verehrung: die jeweilige Anzahl der Substanzen, der Gefäße und die Zusammenstellung der Stoffe. Gold, Silber, Kupfer, Messing, Ton und dergleichen nennen die Weisen als Materialien für die Darbringungsordnung.“

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0070 · 38
Für den Sitz fünf Blüten; beim Willkommensgruß [ṣaṭcatuḥpalam: Mengenangabe beschädigt]. Das Fußwaschwasser sei mit Śyāmāka, Dūrvā, Lotus und Viṣṇukrāntā versehen. Für die Arghya-Gabe ebenso viel Wasser, dazu Duftstoff, Blüten, ungebrochene Reiskörner, Gerste, Dūrvā, Sesam, vier Kuśaspitzen und weißer Senf. Als Mundspülwasser gelten sechs Pala Wasser, in dem Jātī, Gewürznelken und Kakkola abgekocht sind. Für Madhuparka im Bronzegefäß geklärte Butter und Honig mit Dickmilch, [jeweils beziehungsweise insgesamt] ein Pala; ebenso reines Wasser für das Mundspülen. [Die Mengen- und Satzzuordnung ist stellenweise unsicher; fehlende Zahlen werden nicht ergänzt.]

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P5-0071 · 39
Die Wassermenge zum Baden beträgt fünfzig Pala. Mit reinem Wasser soll man sodann alles vollständig auffüllen.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0072 · 40
Bei Haris Verehrung soll man alles Unreine und Verwerfliche meiden. [Man verwende] ein neues Paar Gewänder, länger als eine Handspanne.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0073 · 41
Schmuck aus Gold und ähnlichen Stoffen, versehen mit Perlen und Edelsteinen; eine duftende Paste aus Sandelholz, Aloeholz und Kampfer bis zur Menge eines Pala.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0074 · 42
Mehr als fünfzig Blüten verschiedener Arten; Weihrauch in einem Gefäß aus Bronze oder einem ähnlichen Material, mit einem Karṣa Guggulu.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0075 · 43
So viel, wie ein Mensch essen könnte, soll man Janārdana darbringen: eine vielfältige Speisegabe mit den vier Arten von Nahrung, den zu kauenden und den übrigen.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0076 · 44
Der Docht sei aus Baumwolle gefertigt und mit Kampfer und ähnlichen Stoffen versehen. Die Lampe sei mit sieben Windungen gut ausgestattet und vier Fingerbreiten groß. Bei der Verehrung soll der Mensch die auf Stein zerriebene Substanz siebenmal herumführen. Dies soll in einem Kupfergefäß oder einem ähnlichen Gefäß geschehen, zur Freude des Trägers der Waldblumenkette. [śilāpiṣṭhaṃ und seine Beziehung zur Lampenvorschrift sind unsicher.]

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P5-0077 · 45
Die Anzahl der Dūrvā-Halme und ungebrochenen Reiskörner soll mehr als hundert betragen. Diese gilt als die vorzüglichste Vorschrift, die bei vorhandenen Mitteln stets einzuhalten ist.

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P5-0078 · 46
Fehlen all diese Gaben, soll man entsprechend seinen Kräften verehren. Sind die nötigen Substanzen vorhanden, soll man auf Ersatzformen verzichten.

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P5-0079 · 47
Wer nach dieser Vorschrift mit den Darbringungen verehrt, wird mit allen Genüssen ausgestattet und gelangt am Ende in Haris Stadt.

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P5-0080 · 1
Nun die Mantras zur Verehrung Viṣṇus. Dazu im Gautamīya: „O Gott, der du im Innern aller Wesen wohnst und in dir selbst gegründet bist, ich bereite dir den höchsten, reinen geistigen Sitz, der aus allen Keimsilben besteht.“ Dies ist [das Mantra für] den Sitz. [ānasaṃ in der Vorlage ist im Kontext unsicher und wohl beschädigt.]

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P5-0081 · 2
„Dich zu schauen wünschen die Götter, Brahmā, Hara und die übrigen. O Herr der Götter, sei aus Erbarmen vor mir gegenwärtig. Dir, o höchster Herr, Willkommen, Willkommen, o Gebieter!“ Dies ist der Willkommensgruß. [yasya te ist ein unklarer Satzanschluss.]

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P5-0082 · 3
„Ich habe mein Ziel erreicht, ich bin begnadet, mein Leben trägt Frucht, weil du gekommen bist, o Herr der Götter, Unvergänglicher, aus Bewusstsein und Glückseligkeit bestehend. Mag durch Unwissenheit, Unachtsamkeit oder einen Mangel an den Mitteln eine Handlung unvollständig sein: Wende dich mir dennoch zu.“ Dies ist die Anrufung.

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P5-0083 · 4
„Aus der Berührung mit auch nur einer Spur der Hingabe an dich entsteht höchste Glückseligkeit. Dir, o höchster Herr, dem Reinen, bereite ich das Wasser zum Waschen der Füße.“ Dies ist das Fußwaschwasser.

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P5-0084 · 5
„Dir, dem Gott auch der Götter, dem göttlichen Wesen der Götter, bereite ich, o Herr, das Wasser zum Mundspülen, dem Ursprung des Nektarstroms.“ Dies ist das Mundspülwasser. [śrutihetave ist unsicher; die Übersetzung „Nektarstrom“ setzt keine stille Änderung des Sanskrit voraus.]

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P5-0085 · 6
„Zur Befreiung von den drei Leiden bereite ich dir die göttliche Arghya-Gabe, die diese drei Leiden beseitigt und deren Wesen höchste Glückseligkeit ist.“ Dies ist die ehrende Wassergabe.

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P5-0086 · 7
„Dir, der du frei von aller Befleckung bist, bereite ich, o Gott, diesen Madhuparka, dessen Wesen vollkommener Nektar ist. Sei mir gnädig!“ Dies ist die Madhuparka-Gabe.

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P5-0087 · 8
„Schon durch das bloße Gedenken an dich wird rein, wer durch Speisereste oder auf andere Weise unrein geworden ist. Dir [bereite ich] nochmals Wasser zum Mundspülen.“ Dies ist das erneute Mundspülwasser.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0088 · 9
„Dir, o Herr, dessen eigene Gestalt in den Ozean der Erkenntnis höchster Glückseligkeit eingetaucht ist, bereite ich dieses Bad mit allen seinen Haupt- und Nebenbestandteilen.“ Dies ist das Badewasser.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0089 · 10
„Dir, dessen mächtiger, verborgener Eigenglanz vom bunten Tuch der Māyā verhüllt ist, dem unverhüllten Erkennenden, bereite ich ein Gewand.“ Dies ist das Gewand.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0090 · 11
„Dir, dem höchsten Herrn, auf den sich die große Māyā stets stützt, wenn sie die Welt betört, bereite ich ein Obergewand.“ Dies ist das Obergewand.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0091 · 12
„Dir, durch dessen dreifache Kraft diese ganze Welt durchwoben ist, dir, der du die Schnur des Opfers bist, bereite ich die Opferschnur.“ Dies ist die heilige Schnur.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0092 · 13
„Dir, dessen Glieder von Natur aus schön sind und der die Stätte vielfältiger Kräfte ist, bereite ich mannigfaltigen Schmuck, o von den Göttern Verehrter.“ Dies sind die Schmuckstücke.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0093 · 14
„O Herr aller Götter, nimm das vorzügliche Wasser an, das allen höchste Sättigung verleiht und von ungeteilter Glückseligkeit erfüllt ist.“ Dies ist das Wasser.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0094 · 15
„Nimm aus Erbarmen den höchsten Duftstoff an, o höchster Herr, der alle Himmelsrichtungen mit dem Wohlgeruch höchster Glückseligkeit erfüllt.“ Dies ist der Duftstoff.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0095 · 16
„Möge diese vorzügliche Blüte angenommen werden, versehen mit der Qualität des vierten Zustands, durch vielfältige Eigenschaften bezaubernd und nach Glückseligkeit duftend.“ Dies ist die Blüte.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0096 · 17
„Der göttliche Saft der Bäume, reich an Duft und überaus bezaubernd, den alle Götter einatmen sollen, möge angenommen werden.“ Dies ist das Räucherwerk.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0097 · 18
„Möge diese große, hell leuchtende Lampe angenommen werden, die alle Finsternis vertreibt und äußeres wie inneres Licht ist.“ Dies ist die Lampe. [sarvatasmirāpahaḥ ist eine beschädigte Lesart.]

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P5-0098 · 19
„O Herr der Götter, dir und deinem Gefolge bringe ich die im geeigneten Gefäß bereitete gute Opfergabe mit vielfältigen Speisen dar. Nimm sie an!“ Dies ist die Speisegabe.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0099 · 20
Danach [reicht man] Wasser mit [dem Mantra], das mit „samastadevadeveśa“ – „O Herr aller Götter“ – beginnt.

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P5-0100 · 21
Ferner im Gautamīya: „Die Verehrung wird als fünffach bezeichnet. Höre von mir ihre Unterschiede: Abhigamana, Upādāna, Yoga, Svādhyāya und Ijyā. Diese fünf Arten erkläre ich dir der Reihe nach. Abhigamana heißt das Reinigen der Stätte der Gottheit, das Bestreichen [des Bodens] und das Entfernen bereits verwendeter Opfergaben.“

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P5-0101 · 22
Upādāna heißt das Sammeln von Duftstoffen, Blüten und anderen Gaben. Yoga heißt die Vergegenwärtigung der eigenen Gottheit als das eigene Selbst.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0102 · 23
Svādhyāya heißt die Rezitation, der das Erfassen der Mantrabedeutung vorausgeht; auch das Vortragen von Sūktas, Lobgesängen und ähnlichen Texten, das gemeinsame Preisen Haris und das Studium der Lehrwerke über die Wirklichkeitsprinzipien und andere Gegenstände werden Svādhyāya genannt. [śāstrābhyā ist verkürzt beziehungsweise beschädigt.]

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P5-0103 · 24
Ijyā heißt die wahrhaftige Verehrung der eigenen Gottheit. Damit sind dir, o du von guten Gelübden, die fünf Arten der Verehrung erklärt. Sie gewähren der Reihe nach Teilhabe an göttlicher Herrschaft, Nähe zur Gottheit, Aufenthalt in ihrer Welt, Vereinigung mit ihr und Gleichheit ihrer Gestalt.

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P5-0104 · 1
Nun die zwölf Reinigungen. Hier werden die zwölf Reinigungen der Viṣṇuverehrer erläutert: das Aufsuchen seines Hauses, das Begleiten Haris und das hingebungsvolle Umkreisen [seiner Stätte] reinigen die Füße.

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P5-0105 · 2
Das hingebungsvolle Aufheben von Blättern und Blüten für Haris Verehrung ist die Reinigung der Hände. Unter allen Reinigungen ist diese besonders ausgezeichnet.

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P5-0106 · 3
Das hingebungsvolle Preisen von Kṛṣṇas Namen und ebenso seiner Eigenschaften gilt als Reinigung der Rede.

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P5-0107 · 4
Das Hören seiner Geschichten und das Anschauen seiner Feste werden hier ausdrücklich als Reinigung der Ohren und der Augen bezeichnet.

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P5-0108 · 5
Das Tragen des Wassers von Haris Füßen und der bereits dargebrachten Kränze gilt als Reinigung des Hauptes dessen, der sich vor Hari verneigt.

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P5-0109 · 6
Das Einatmen des Duftes bereits dargebrachter Duftstoffe, Blüten und anderer Gaben, o Reicher an Askese, bewirkt innere Reinigung; es wird auch als Reinigung des Geruchssinns vorgeschrieben.

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P5-0110 · 7
Blätter, Blüten und alles andere, was Kṛṣṇas beiden Füßen dargebracht wurde, sind in der Welt allein läuternd: All dies reinigt alles.

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P5-0111 · 8
Auf der Stirn soll man die Keule anbringen, auf dem Haupt den Bogen und die Pfeile, in der Mitte der Brust Nandaka und an den beiden Armen Muschelhorn und Diskus. [Gemeint sind Kennzeichen von Viṣṇus Waffen.]

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P5-0112 · 9
Stirbt ein Brahmane, der Muschelhorn und Diskus trägt, auf einer Leichenstätte, so erreicht er, o Gautama, dasselbe Ziel, das für Prayāga genannt wird.

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P5-0113 · 10
Nun die zweiunddreißig Verfehlungen gegenüber Viṣṇu. In einem anderen Tantra: das Betreten des Hauses des Erhabenen mit einem Fahrzeug oder mit Schuhen; das Unterlassen des Dienstes bei den Festen der Gottheit; das Unterlassen der Verneigung vor ihr.

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P5-0114 · 11
Das Verehren des Erhabenen und andere Handlungen bei Verunreinigung durch Speisereste oder während ritueller Unreinheit; die Verneigung mit nur einer Hand; das Umkreisen unmittelbar vor ihm.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0115 · 12
Das Ausstrecken der Füße vor ihm, ebenso das Binden der Beine zum Paryaṅka-Sitz; Hinlegen, Essen und unwahre Rede.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0116 · 13
Lautes Reden, miteinander Schwatzen, Weinen und Streit; das Bestrafen oder Begünstigen anderer; grausame Rede gegenüber Frauen.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0117 · 14
Das Einhüllen in eine Decke, das Tadeln und das Preisen anderer, obszöne Rede und das Abgeben von Darmwinden.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0118 · 15
Minderwertige Darbringungen trotz vorhandener Mittel; das Essen von nicht dargebrachten Speisen; das Unterlassen der Darbringung der Früchte und anderer Dinge, die in ihrer jeweiligen Jahreszeit wachsen. [kalādīnām ist beschädigt.]

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0119 · 16
Das Darbringen von Resten bereits zugeteilter Speisen und Beilagen; [spaṣṭīkṛtyāsanam: Wortlaut beziehungsweise Bedeutung beschädigt]; das Tadeln und das Preisen anderer. [Die letzten beiden Punkte wiederholen eine frühere Angabe.]

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P5-0120 · 17
Schweigen gegenüber dem Lehrer, Selbstlob und das Tadeln der Gottheiten. Diese werden als die zweiunddreißig Verfehlungen gegenüber Viṣṇu bezeichnet. [Die überlieferte Aufzählung enthält Wiederholungen und eine unsichere Stelle.]

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P5-0121 · 18
Dies ist eine beispielhafte Angabe. Im Vāsiṣṭha: „Wer an Haris Tag vor Keśava nicht tanzt und singt – warum ist er nicht vom Feuer verbrannt? Warum ist er nicht in die Unterwelt gesunken?“

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P5-0122 · 19
Im Nāradīya: „Im Kali-Zeitalter sind das Gedenken an Viṣṇu, sein Preisen, Mantrarezitation und ähnliche Handlungen sowie Gaben zu seiner Freude [der Weg]. Ein anderer Weg zum Ziel gilt nicht.“

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P5-0123 · 20
Im Gautamīya: „Wer das Wasser von der Śālagrāma-Steingestalt nicht trinkt, sondern es auf sein Haupt sprengt, wird als Brahmanentöter bezeichnet.“

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P5-0124 · 21
Getrunkenes Wasser von Viṣṇus Füßen vernichtet die Vergehen von zehn Millionen Geburten. Durch das Fallenlassen eines Tropfens auf die Erde entsteht aber ein achtfach so großes Vergehen.

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P5-0125 · 22
Das Mantra zum Tragen lautet: „Nachdem ich das Wasser von Viṣṇus Füßen getrunken habe, das vorzeitigen Tod abwehrt und alle Krankheiten vernichtet, trage ich es auf meinem Haupt.“

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P5-0126 · 24
Im Agastya: „Tulasī, die an seinen Füßen wächst, tilgt das Vergehen der Tötung; das Wasser an seinen Füßen tilgt Diebstahl; die Speisegabe das durch reichliches Trinken von Alkohol entstandene Vergehen; die Verneigung vor dem Herrn der Śrī das aus dem Verkehr mit der Frau des Lehrers entstandene Vergehen; das Verweilen bei Haris Menschen das aus der Gemeinschaft [mit solchen Übeltätern] entstandene Vergehen. Diese Herrlichkeit der Śālagrāma-Steingestalt und Nṛsiṃhas ist wahrlich überweltlich.“ [Die Satzglieder um śrīśādhīnanatiḥ sind beschädigt; ihre Zuordnung bleibt unsicher.] Im Sanatkumāra: „Ein Mensch, der im Kali-Zeitalter vor Keśava tanzt und singt, erlangt mit jedem Schritt stets die Frucht eines Pferdeopfers.“

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P5-0127 · 25
Im Vāsiṣṭha: „Für die Mantras werden Zeiten des Schlafens und des Erwachens angegeben. Die Mantraarten sind durch die Unterscheidung zwischen Mantra und Vidyā zweifach.“

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P5-0128 · 26
Mantras werden als [Anrufungen] männlicher Gottheiten bezeichnet, Vidyās als [Anrufungen] weiblicher Gottheiten. Alle Mantras werden zugleich als männlich, weiblich oder geschlechtsneutral beschrieben.

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P5-0129 · 27
Männliche Mantras enden auf „huṃ phaṭ“; weibliche gelten als auf das doppelte ṭha endend [traditionelle Lautbezeichnung für svāhā]; geschlechtsneutrale enden auf „namaḥ“. So werden die Mantras dreifach angegeben. Eine Vidyā, die davon frei ist, wird als „mahāśabda“ bezeichnet. [Die letzte Aussage und die Lesart mahāśabdeti sind unsicher.]

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P5-0130 · 28
Ebenso im Tantra: „Die Mantras sind als aus Feuer oder Soma bestehend zu erkennen, für schreckliche beziehungsweise milde Handlungen. Als [feurige] werden solche beschrieben, die überwiegend Feuer-, Tārā-End- und Raumlaute enthalten.“ [Die Verbindung vahnitārāntyaviyat ist nicht eindeutig auflösbar; konkrete Buchstaben werden nicht still ergänzt.]

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P5-0131 · 29
Feurige Mantras [werden so genannt]; milde besitzen überwiegend Mond- und Nektarlaute. Die feurigen erwachen, wenn der Atem auf der rechten Seite fließt. [Der Anfang nāgneyā ist beschädigt beziehungsweise uneindeutig getrennt.]

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0132 · 30
Befindet sich der Atem auf der anderen Seite, erwachen die milden. Fließt der Atem in beiden Nāḍīs, erwachen alle. Erwacht, gewähren sie den Mantrakundigen stets ihre Frucht.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0133 · 31
Oder: Durch die Verbindung von Prāṇa und Apāna und das Zusammenkommen von Śiva und Śakti ist die Zeit des Erwachens zu erkennen; die übrige Zeit ist die Zeit des Schlafens.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0134 · 32
Ferner: Wenn der Atem nach links strömt, verbindet man [das Mantra] mit kurzen Lauten; wenn der Atem auf der rechten Seite fließt, mit langen. Wenn der Atem auf beiden Seiten steht, erhält [das Mantra] beide Arten.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0135 · 33
Man soll die Laute vom Anfang bis la, jeweils mit Bindu, durch das Mantra umschließen und sie nochmals mit Visarga am Ende rezitieren; den Laut kṣa allein. Wird das gewünschte Mantra auf diese Weise rezitiert, ist es erwacht und verleiht rasch Vollendung. [ādilāntān ist eine unsichere Lautbereichsangabe.]

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Sitzhaltungen und Mudrās

P5-0136 · 1
Damit endet die Darstellung der Zeiten des Schlafens und Erwachens. Nun die Sitzhaltungen als Glieder des Yoga: Padmāsana, die Svastika genannte Haltung, Bhadrāsana, Vajrāsana und Vīrāsana werden der Reihe nach als die fünf Sitzhaltungen bezeichnet.

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P5-0137 · 2
Man legt beide Fußsohlen richtig auf die Oberschenkel und umfasst dann die beiden großen Zehen mit überkreuzten Händen. Dies wird Padmāsana genannt, den Yogins lieb und vertraut.

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P5-0138 · 3
Man legt beide Fußsohlen richtig zwischen Knie und Oberschenkel. Der Yogi sitzt mit aufrechtem Körper. Dies nennt man Svastika.

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P5-0139 · 4
Man legt beide Knöchel ganz fest an die beiden Seiten der Dammnaht; die Füße seitlich unterhalb der Hoden umfasse man mit den Händen. Dies wird Bhadrāsana genannt, von den Yogins gestaltet.

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P5-0140 · 5
Man legt die Füße der Reihe nach auf die Oberschenkel und die Hände mit nach vorn gerichteten Fingern auf die Knie. Dies wird das unübertreffliche Vajrāsana genannt. [Die Beschreibung folgt dieser Vorlage und entspricht nicht zwingend der heute geläufigen Bezeichnung.]

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P5-0141 · 6
Man legt einen Fuß nach unten und den anderen auf einen Oberschenkel. Der Mantrakundige sitzt mit aufrechtem Körper. Dies wird Vīrāsana genannt.

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P5-0142 · 1
Nun der Abschnitt über die Mudrās. Ein Tantra erklärt die Wortableitung von „mudrā“: „Weil sie alle Götter erfreut und die fortlaufende Reihe der Vergehen auflöst, heißt sie bei den tantraerfahrenen Weisen Mudrā.“ [Wortspiel mit modana, Erfreuen, und drāvaṇa, Auflösen.]

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P5-0143 · 2
Nun werde ich die Mudrās erklären, die in allen Tantras vorgeschrieben werden und durch deren Ausführung sich die Mantragottheiten freuen.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0144 · 3
Bei der Verehrung, während der Rezitation, bei der Meditation und bei wunschorientierten Riten, beim Bad, der Anrufung, am Muschelhorn, bei Einsetzung und Schutz, bei der Speisegabe sowie an anderen, in der jeweiligen Ritualanweisung angegebenen Stellen soll man die Mudrās zeigen, jede entsprechend ihren eigenen Kennzeichen.

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P5-0145 · 4
Die mit der Anrufung beginnenden Mudrās gelten [na sādhāraṇī: „nicht als allgemein“, Wortlaut unsicher]. Ebenso soll man die Mudrās der sechs Glieder bei allen Mantras verwenden. [Die beiden Aussagen stehen in einem erklärungsbedürftigen Verhältnis; na wird nicht still beseitigt.]

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P5-0146 · 5
Die Weisen nennen neunzehn Mudrās für Viṣṇu: Muschelhorn, Diskus, Keule, Lotus, Flöte, Śrīvatsa, Kaustubha, Waldblumenkranz, Erkenntnismudrā, die Bilva genannte und die vorzügliche Garuḍa-Mudrā, die Viṣṇus Freude mehrt; ferner Nārasiṃhī, Vārāhī, Hāyagrīvī, Bogen, Pfeil, Axt und die vorzügliche Weltbetörende. [Die Aufzählung wird in der nächsten Einheit mit Kāma fortgesetzt.]

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P5-0147 · 6
Die vorzügliche Kāma-Mudrā wird [als weitere Viṣṇu-Mudrā] genannt. Śiva besitzt zehn Mudrās: Liṅga, Yoni, Dreizack, Gebetskette, die Wunschgewährende, die Furchtlosigkeit gewährende, die Antilope genannte, Khaṭvāṅga, Schädel und Ḍamaru; sie erfreuen Śiva.

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P5-0148 · 7
Die Sonne besitzt nur die Lotus genannte Mudrā. Gaṇeśa besitzt sieben: Stoßzahn, Schlinge, Stachelstock, Vighna, Axt, Laḍḍū-Süßigkeit und die Bījapūra genannte. Diese sind bei der Verehrung des Herrn der Hindernisse zu kennen.

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P5-0149 · 8
Schlinge, Stachelstock, Wunschgewährung, Furchtlosigkeit, Schwert, Schild, Bogen, Pfeil und die Keulenmudrā gehören zu Durgā; diese Mudrās bereiten Śakti Freude.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0150 · 9
Bei Lakṣmīs Verehrung [verwendet man] die Lakṣmī-Mudrā. Bei der Verehrung der Göttin der Rede [verwendet man] Gebetskette, Vīṇā, Lehrgeste und Buchmudrā. Die Siebenzüngige genannte Mudrā ist bei der Feuerverehrung zu kennen.

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P5-0151 · 10
Die Fischmudrā, die Schildkröte genannte, die Lecken genannte, die Kopf genannte und die Mahāyoni genannte sind bekannt; [sie] gewähren die Fülle aller Vollendungen.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0152 · 11
Bei Śaktis Verehrung [verwendet man] Mahāyoni, bei Śyāmā und verwandten Gottheiten die Kopf-Mudrā. Fisch, Schildkröte und Lecken gelten als allgemeine Mudrās.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0153 · 12
Als Besonderheiten bei Tārās Verehrung werden fünf Mudrās genannt: Yoni, Bhūtinī, die Bīja genannte, Daityadhūminī und Lelihāna. Diese werden als die fünf Mudrās angegeben. [Die ungewöhnliche Lesart daityadhūminī bleibt erhalten.]

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P5-0154 · 13
Bei Tripurās Verehrung sind zehn Mudrās zu kennen: Erschütterung, Verflüssigung, Heranziehung, Unterwerfung, Erregung zum Wahnsinn und der große Stachelstock … [daśamā ist im Kontext eine unsichere Lesart; die Aufzählung folgt weiter.]

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P5-0155 · 14
… Khecarī, Bīja, Yoni und Trikhaṇḍā. Bei der Übergießungsweihe soll die Krugmudrā verwendet werden, beim Sitz die Lotusmudrā. Kālakarnī ist bei Riten zur Befriedung von Hindernissen anzuwenden, Gālinī bei der Reinigung des Wassers.

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P5-0156 · 15
Bei der Verehrung des heiligen Gopāla [verwendet man] die Flöte, bei Nṛhari die Nārasiṃhī. Bei Varāhas Verehrung soll man die Vārāhī genannte verwenden.

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P5-0157 · 16
Bei Hayagrīvas Verehrung soll man Hāyagrīvī zeigen; bei Rāmas Verehrung die Bogen- und Pfeilmudrā; bei Paraśurāmas Verehrung ist die Axt zu kennen. Die Weltbetörende genannte [verwendet man] bei der Meditation über den Vāsudeva Genannten, die Krugmudrā beim Schutz. Bei jedem Gebet soll man die Gebetsmudrā verwenden. Ihre Kennzeichen werden in der Reihenfolge ihrer Aufzählung erklärt.

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P5-0158 · 17
Man fügt beide Hände zur Añjali-Geste zusammen und legt die Daumen an das Grundglied der Ringfinger. Diese Mudrā gilt als Āvāhanī, die Anrufende.

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P5-0159 · 18
Wird diese nach unten gewandt, gilt sie als Sthāpanī, die Einsetzende. Das Zusammenbringen zweier Fäuste mit aufgerichteten Daumen ergibt Sannidhāpanī, die Gegenwärtigmachende.

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P5-0160 · 19
Dieselbe Geste mit nach innen eingeführten Daumen gilt als Saṃrodhinī, die Festhaltende. Zwei nach oben gewandte Fäuste gelten als Sammukhīkaraṇī, die Zuwendende.

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P5-0161 · 20
Das Auflegen der sechs Glieder auf die Glieder der Gottheit ist Sakalīkṛti, das Vollständiggestalten. Eine Faust der linken Hand, deren langer Zeigefinger nach unten gerichtet ist, wird ringsum gedreht: Dies gilt als Avaguṇṭhana-Mudrā, die Verhüllende.

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P5-0162 · 21
Kleine Finger und Ringfinger werden einander zugewandt verbunden; ebenso Zeigefinger und Mittelfinger. Dies wird Dhenumudrā genannt. Mit ihr soll der vorzügliche Sādhaka die Verwandlung in Nektar vollziehen. [Die genaue kreuzweise Zuordnung der Finger wird hier nicht ausdrücklich ausformuliert.]

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P5-0163 · 22
Die Daumen werden miteinander verschränkt, die übrigen Finger ausgestreckt. Dies wird von den Kundigen Mahāmudrā genannt, bei der Erhebung zum Höchsten. Diese Mudrās soll man beim Anrufen der Gottheit verwenden.

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P5-0164 · 23
Die Kennzeichen der Mudrās für den Gliedernyāsa wurden zuvor erläutert. Nun werden die Kennzeichen der Viṣṇu-Mudrās erklärt.

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P5-0165 · 1
Man umfasst den linken Daumen mit der rechten Faust, wendet die Faust nach oben und streckt den [rechten] Daumen aus. Die Finger der linken Hand werden ebenso aneinandergelegt, ausgestreckt zusammengeführt und berühren den rechten Daumen. Dies ist als Muschelhornmudrā zu erkennen.

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P5-0166 · 2
Man hält die Hände einander zugewandt, gut gebeugt und gut ausgestreckt; kleine Finger und Daumen sind verbunden. Diese Mudrā heißt Diskus. [Der Text lässt die genaue Verbindung der beiden Hände offen.]

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P5-0167 · 3
Man hält die Hände einander zugewandt und verschränkt die Finger. Daumen und Mittelfinger werden dann gut aneinandergelegt und ausgestreckt. Dies heißt Keulenmudrā und mehrt Viṣṇus Freude.

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P5-0168 · 4
Man hält die Hände einander zugewandt, die Finger gebeugt und angehoben; die Daumen sind am Ende der Handflächen zusammengebracht. Dies ist die Lotusmudrā.

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P5-0169 · 5
Der Daumen der linken Hand liegt an den Lippen. Ihr kleiner Finger ist mit dem rechten Daumen verbunden; der rechte kleine Finger ist ausgestreckt. Zeige-, Mittel- und Ringfinger werden etwas gebeugt und bewegt. Dies ist die gut geheim gehaltene Flötenmudrā, die Hari lieb ist. [vāmakarāṃguṣṭhau ist grammatisch beschädigt.]

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P5-0170 · 6
Die Handrücken liegen einander zugewandt. Mittel- und Ringfinger werden mit den Daumen gebunden; die Zeigefinger werden an die Wurzeln der kleinen Finger gelegt. Diese Mudrā heißt Śrīvatsa. [saṃshite ist eine beschädigte Lesart; die Fingerzuordnung ist knapp formuliert.]

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P5-0171 · 7
Der rechte kleine Finger liegt am Rücken des Ringfingers und wird mit dem anderen kleinen Finger sowie dem rechten Zeigefinger gebunden. Den linken Ringfinger legt man an die Wurzel des rechten Daumens. Linken Daumen und linken Mittelfinger verbindet man; die übrigen vier Finger sind gerade und an ihren Spitzen verbunden. Diese Mudrā heißt Kaustubha. [Die verkürzte Beschreibung lässt einzelne Verbindungen uneindeutig.]

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P5-0172 · 8
Mit Zeigefinger und Daumen beider Hände berührt man [den Körper] vom Hals bis zu den Füßen, als lege man einen Kranz an. Diese Mudrā heißt Vanamālikā, Waldblumenkranz.

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P5-0173 · 9
Der Verständige verbindet Zeigefinger und Daumen und hält [die Hand] vor sich. Die linke Lotushand legt er auf das linke Knie. Dies ist die Erkenntnismudrā, die Rāmacandra lieb ist.

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P5-0174 · 10
Der Verständige richtet den linken Daumen auf und umfasst ihn mit dem Daumen der anderen Hand; er drückt seine Spitze mit den Fingern, umfasst diese fest mit den Fingern der linken Hand und hält [die Geste] an die Brust, wobei er Māras Keimsilbe ausspricht. Dies wird hier ausdrücklich als Bilva-Mudrā bezeichnet; die Ritualkundigen sollen sie geheim halten.

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P5-0175 · 11
Man hält die Hände voneinander abgewandt und verschränkt die kleinen Finger. Die Zeigefinger und ebenso die Daumen werden miteinander verbunden. Die beiden Mittel- und Ringfinger bewegt man wie zwei Flügel. Dies ist die Garuḍa-Mudrā, die Viṣṇus Freude mehrt.

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P5-0176 · 12
Man setzt die Hände zwischen die Knie, [cibukāṣṭhau samāvubhau: Angabe zu Kinn und Lippen beschädigt], hält die Hände am Boden und lässt [den Körper] wiederholt zittern. Man öffnet den Mund und lässt die Zunge lecken. Dies ist die Nārasiṃhī-Mudrā, die seine Freude mehrt. Eine andere Art: Mit den Daumen beider Hände drückt man die kleinen Finger nieder; alle [übrigen Finger] sind nach unten gewandt. Diese gilt als Nṛharis Mudrā.

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P5-0177 · 13
Der Verständige hält die linke Hand nach oben gewandt über die Gottheit und beugt sie nach unten. So wird die Varāha genannte Mudrā beschrieben. [devopari ist im Kontext unsicher.] Eine andere Art: Die rechte Hand ist nach oben, die linke nach unten gewandt; die Fingerspitzen sind verbunden. Diese Mudrā heißt Varāha.

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P5-0178 · 14
Man setzt die nach unten gerichteten Finger der rechten Hand in die linke Handfläche, hebt den Mittelfinger unter ihnen und beugt ihn nach unten. Diese Mudrā ist Hayagrīva lieb und ahmt seine Gestalt nach.

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P5-0179 · 15
Man verbindet die Spitze des linken Mittelfingers mit der Zeigefingerspitze und drückt Ringfinger und kleinen Finger mit dem Daumen derselben Hand. Man zeigt sie an der linken Schulter. Dies wird Bogenmudrā genannt. Der lange, ausgestreckte Zeigefinger der rechten Faust ergibt die Pfeilmudrā.

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P5-0180 · 16
Oder im Jñānārṇava: „Forme die Hand, o Geliebte, so, als hielte sie einen Bogen. Dies wird Bogenmudrā genannt und mit der linken Hand ausgeführt. Forme die Hand so, als hielte sie Pfeile, o Geliebte. Dies heißt Pfeilmudrā und zerschneidet die Schar der Feinde.“

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P5-0181 · 17
Man legt die Handflächen aufeinander, verbindet die Finger quer und hält sie zusammen ausgestreckt. Diese Mudrā heißt Axt. [prasūtāḥ ist eine unsichere Lesart.]

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P5-0182 · 18
Zwei Fäuste mit aufgerichteten Daumen bilden die Trailokyamohinī-Mudrā, die die drei Welten betört.

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P5-0183 · 19
Man legt die Hände schalenförmig zusammen und streckt die Finger aus; die Zeigefinger liegen auf den Rücken der Mittelfinger, die Daumen an den Mittelfingern. Dies wird Kāma-Mudrā genannt; sie erfreut alle Götter.

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P5-0184 · 1
Nun werden die Kennzeichen der Mudrās erklärt, die Mahādeva lieb sind. Man umfasst den aufgerichteten rechten Daumen mit dem linken Daumen und umschließt die linken Finger mit den rechten. Dies heißt Liṅga-Mudrā und macht Śiva gegenwärtig. [liṃgu ist eine beschädigte Lesart.]

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P5-0185 · 2
Man verbindet die kleinen Finger miteinander und bindet die Ringfinger mit den Zeigefingern. Unterhalb der langen, oberhalb der Ringfinger aneinandergelegten Mittelfinger setzt man die beiden Daumenspitzen. Dies wird Yoni-Mudrā genannt.

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P5-0186 · 3
Man bindet den kleinen Finger mit dem Daumen und streckt die drei aneinandergelegten Finger aus. Diese Mudrā wird Dreizack genannt.

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P5-0187 · 4
Man verbindet die Spitzen von Daumen und Zeigefinger und streckt die übrigen drei Finger aus. Diese Mudrā wird Gebetskette genannt. [Die überlieferte Wortfügung ist knapp und etwas unregelmäßig.]

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P5-0188 · 5
Die ausgestreckte rechte Hand, nach unten gehalten, bildet die Wunschgewährungsmudrā.

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P5-0189 · 6
Die erhobene, ausgestreckte linke Hand bildet die Furchtlosigkeitsmudrā.

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P5-0190 · 7
Man verbindet Ringfinger und Daumen und legt sie an die Mittelfingerspitze; die aneinandergelegten [übrigen] Finger richtet man auf. Dies wird Antilopenmudrā genannt.

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P5-0191 · 8
Die fünf Finger der rechten Hand sind zusammengelegt und nach oben aufgerichtet. Dies ist als Khaṭvāṅga-Mudrā bekannt und gilt als dem Gott besonders lieb.

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P5-0192 · 9
Man formt die linke Hand wie ein Gefäß, legt sie an die linke Körperseite und hält sie erhoben. Diese gilt als Schädelmudrā. [Die Wendung kṛtvāṅga ist unsicher.]

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P5-0193 · 10
Man bildet mit der rechten Hand eine lockere Faust, mit etwas angehobenem Mittelfinger, hebt sie nach oben und bewegt sie im Bereich des Ohres. Dies ist die Ḍamaru-Mudrā, die alle Hindernisse vernichtet.

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P5-0194 · 1
Nun werden die Kennzeichen der Gaṇeśa-Mudrās erklärt. Eine nach oben gerichtete Faust mit geradem Mittelfinger wird von den Kennern aller Āgamas Stoßzahnmudrā genannt.

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P5-0195 · 2
Man verbindet den Zeigefinger der linken Faust mit dem Zeigefinger der rechten Faust und setzt die beiden Daumenspitzen jeweils auf die Spitze des eigenen Zeigefingers. Diese wird von den Kundigen Schlingenmudrā genannt.

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P5-0196 · 3
Man hält den Mittelfinger gerade, legt den Zeigefinger an sein mittleres Glied und beugt ihn etwas. Diese Mudrā heißt Stachelstock.

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P5-0197 · 4
Zeige-, Mittel-, Ring- und kleiner Finger [bilden mit] dem Daumen eine Faust; der lange Mittelfinger ist nach unten gerichtet. Dies ist die Vighna-Mudrā. [Die Wortfügung lässt die genaue Bildung der Faust nicht eindeutig erkennen.]

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P5-0198 · 5
Die Axtmudrā wurde erläutert. Die Laḍḍū-Mudrā ist bekannt. Die Bījapūra genannte Mudrā wird übergangen, weil sie allgemein bekannt ist.

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P5-0199 · 6
Nun werden die Kennzeichen der Śakti-Mudrās erklärt. Schlinge, Stachelstock, Wunschgewährung, Furchtlosigkeit, Bogen und Pfeil wurden bereits beschrieben.

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P5-0200 · 7
Man bindet an der rechten Hand kleinen Finger und Ringfinger mit dem eigenen Daumen; die übrigen zwei Finger werden ausgestreckt und zusammengelegt. Dies ist die Schwertmudrā.

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P5-0201 · 8
Man hält die linke Hand quer und ausgestreckt, mit gebeugten Fingern. Dies wird Schildmudrā genannt.

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P5-0202 · 9
Man bildet mit beiden Händen Fäuste und legt die rechte über die linke. Dies ist die Keulenmudrā, die alle Hindernisse vernichtet.

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P5-0203 · 10
Man bildet mit beiden Händen Fäuste, legt die rechte über die linke und bringt sie an das Haupt. Dies wird Durgā-Mudrā genannt.

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P5-0204 · 11
Man bildet die Diskusmudrā, streckt die beiden Mittelfinger aus, führt die kleinen Finger heran und setzt die Daumen an deren Spitzen. Dies ist die vorzügliche Lakṣmī-Mudrā, die alle Fülle gewährt. [tadagre lässt den Bezug auf die Finger offen.]

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P5-0205 · 1
Man formt die Hände wie beim Spielen einer Vīṇā und bewegt den Kopf. Dies wird Vīṇā-Mudrā genannt; sie erfreut Sarasvatī.

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P5-0206 · 2
Die linke Faust, dem eigenen Körper zugewandt, bildet die Buchmudrā. Man legt die Spitzen des rechten Daumens und Zeigefingers aneinander und die übrigen Finger … [Der Satz setzt sich in der nächsten Einheit fort.]

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P5-0207 · 3
… streckt man zusammen und nach oben aus. Dies ist die Lehrmudrā. Sie gilt als Śrī Rāma und Sarasvatī ganz besonders lieb.

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P5-0208 · 1
Man hält die Hände mit ausgestreckten Fingern an den Handgelenken zusammen und verbindet die beiden kleinen Finger und die beiden Daumen; [die übrigen Finger] streckt man innerhalb [der Geste] aus. Dies heißt die Siebenzüngige Mudrā; sie erfreut Vaiśvānara. [Die räumliche Angabe antaḥ bleibt undeutlich.]

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P5-0209 · 1
Die kleinen Finger und die Daumen beider Hände sind wechselseitig verbunden; Zeige-, Mittel- und Ringfinger liegen zusammen und sind ungebeugt. Diese wird Gālinī-Mudrā genannt und über dem Muschelhorn bewegt.

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P5-0210 · 2
Man legt den rechten Daumen an den anderen Daumen und bildet mit beiden Händen eine einzige Faust, in der ein Hohlraum bleibt. Dies ist die Krugmudrā.

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P5-0211 · 3
Man richtet die Daumen der beiden Fäuste auf und legt sie an die Zeigefingerspitzen. Diese Krugmudrā gewährt Schutz in jeder Hinsicht.

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P5-0212 · 4
Man hält die Hände einander zugewandt, mit ausgestreckten Fingern aneinandergelegt, vor das eigene Herz. Diese Mudrā heißt Gebet.

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P5-0213 · 5
Añjali ist die Añjali-Mudrā; sie wird auch Vāsudeva genannt.

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P5-0214 · 6
Man legt die beiden Fäuste zusammen, richtet die Daumen auf und wendet sie einander zu. Dies ist die Kālakarnī-Mudrā. [Hier steht die Namensform kālakarṇikā.]

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P5-0215 · 7
Eine fest geschlossene rechte Faust mit dem an die Nase gelegten Zeigefinger …

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P5-0216 · 8
… ist die Vismaya genannte Mudrā; sie führt in Staunen hinein. [Die Beschreibung verteilt sich in der Vorlage auf zwei Nummern.]

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P5-0217 · 9
Die rechte Faust mit aufgerichtetem Daumen ist die Nāda-Mudrā. Das Verbinden von Zeigefinger und Daumen vor [dem Körper] ist die Bindu-Mudrā.

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P5-0218 · 10
Man legt die nach oben gerichtete rechte Hand in die nach unten gerichtete linke, verschränkt die Finger miteinander und dreht [die Hände]. Dies ist die Saṃhāra-Mudrā; sie ist beim Ritus der Verabschiedung vorgeschrieben.

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P5-0219 · 11
Man legt die linke Handfläche auf den rechten Handrücken und bewegt die beiden Daumen richtig. Diese Mudrā hat die Gestalt eines Fisches.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0220 · 10
Man verbindet den rechten kleinen Finger mit dem linken Zeigefinger und den linken Daumen mit dem rechten Zeigefinger. Der rechte Daumen ist aufgerichtet. Die Finger der linken Hand vom Mittelfinger an legt man auf den Rücken der rechten Hand. Mit dem Pitṛtīrtha der linken Hand [dem für Ahnengaben bestimmten Handbereich] werden der rechte Mittel- und Ringfinger nach unten gerichtet. Die rechte Hand gestaltet man überall wie den Rücken einer Schildkröte. Dies heißt Schildkrötenmudrā und dient der Meditation über die Gottheit. [Die Vorlage ergänzt in Klammern „pṛṣṭhe kroḍe“, „am Rücken, im Schoß“; der genaue Bezug bleibt offen.]

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P5-0221 · 13
Man bildet mit der linken Hand eine Faust, in der sich der Daumen befindet, und umfasst sorgfältig die Spitze des rechten Mittelfingers. Mit dem Mittelfinger verbindet man [den Zeigefinger] und mit der Daumenspitze den Zeigefinger. Der Sādhaka fügt die rechte Hand an die linke Faust und zeigt [die Geste] auf der rechten Seite. Dies heißt Kopf-Mudrā. [Die mittlere Fingeranweisung ist im Sanskrit mehrdeutig; keine zusätzliche Handstellung wird ergänzt.]

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P5-0222 · 1
Tārās Mudrās, beginnend mit Yoni, sind folgendermaßen: Die Yoni-Mudrā ist zu beschreiben; man zeigt sie nach unten gewandt. Bhūtinī und die Bīja genannte sind ebenfalls zu beschreiben. Man dreht die deutlich [geformten] Hände, zieht die Mittelfinger mit den kleinen Fingern heran, hält die beiden Ringfinger nach unten und die beiden Zeigefinger getrennt; man bindet sie fest miteinander und bringt dann die Ringfinger an die Daumenspitzen. Diese Mudrā heißt Dānavadhūmaketu, o Geliebte. Durch ihr Binden wird der Mantrakundige gewiss von Fesseln frei. [Der Text kündigt mehrere Beschreibungen an, führt sie hier aber nicht alle einzeln aus; der Name weicht von der früheren Liste ab.]

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P5-0223 · 2
Man öffnet den Mund weit, bewegt die Zunge nach unten und hält zwei Fäuste an den Seiten. Dies wird Lelihāna genannt.

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P5-0224 · 3
Diese dient der Verehrung Tārās; eine andere Lelihāna ist noch zu beschreiben. Der Mantrakundige vollzieht das Binden der Mudrā, während er der Reihe nach die Keimsilben ausspricht, die als Yoni, Māyādhara mit Mond, Vadhū und Kūrca bezeichnet werden. [Die verschlüsselte Bīja-Angabe ist unsicher gegliedert; eine Silbenfolge wird nicht rekonstruiert.]

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P5-0225 · 4
Man hält Zeige-, Mittel- und Ringfinger gleichmäßig nach unten gerichtet, legt den Daumen an den Ringfinger und hält den kleinen Finger gerade. Diese Lelihāna genannte Mudrā wird beim Jīvanyāsa, dem Einsetzen des Lebensprinzips, angegeben.

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P5-0226 · 5
Man verbindet der Reihe nach Zeige-, Ring-, Mittel- und kleine Finger beider Hände, legt [sie] an den Bereich der Wurzeln der kleinen Finger und setzt die Daumenspitzen darauf. Dies wird Mahāyoni genannt. [Die genaue Fingerverflechtung lässt sich aus der knappen Syntax nicht zweifelsfrei ableiten.]

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P5-0227 · 1
Hier werden die im Vāmakeśvaratantra genannten Mudrās erläutert. „Höre, Göttin, ich werde die Mudrās erklären, die alle Ziele vollenden und durch deren Ausführung Tripurā gegenwärtig wird.“

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0228 · 2
Man dreht die Hände und bringt die einander berührenden Daumen auf gleiche Höhe. Die gekrümmten Zeigefinger führt man zwischen die Ringfinger; die kleinen Finger legt man an ihre eigene Stelle, o Maheśvarī. Dies heißt Trikhaṇḍā und dient der Meditation über Tripurā.

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P5-0229 · 3
Man legt die kleinen Finger zwischen die Mittelfinger und hält sie mit den Daumen fest. Die Zeigefinger hält man wie Stäbe, die Ringfinger über den Mittelfingern. Dies ist die höchste Mudrā, die alles erschüttert.

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P5-0230 · 4
Werden bei genau dieser Mudrā die Mittelfinger gerade gehalten, o höchste Herrin, dann ist sie die Allesverflüssigende.

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P5-0231 · 5
Zeige- und Mittelfinger [werden einander zugeordnet], kleine Finger und Ringfinger gleichmäßig gehalten; die Mittelfinger nehmen die Gestalt von Stachelstöcken an, o höchste Herrin. Den Daumen legt man über kleinen Finger und Ringfinger. Dies ist die Heranziehende Mudrā, die höchste, welche die drei Welten heranzieht. [Der erste Satz ist unvollständig beziehungsweise uneindeutig gefügt.]

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0232 · 6
Man formt die Hände zu Schalen und die Zeigefinger wie Stachelstöcke. In wechselnder Reihenfolge legt man die Mittelfinger darunter, und in derselben Reihenfolge auch kleine Finger und Ringfinger, o Göttin. Alle verbindet man fest und setzt die Daumen an den vorderen Bereich. Diese Mudrā, o höchste Herrin, gilt als die Allesunterwerfende.

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P5-0233 · 7
Man hält die Hände einander zugewandt, die kleinen Finger zwischen den Mittelfingern. Die Ringfinger sind gerade, außerhalb davon die beiden Zeigefinger. Dann hält man die Daumen stabförmig an den Nägeln der Mittelfinger. Diese Mudrā heißt Unmādinī und zieht alle Frauen heran.

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P5-0234 · 8
Bei dieser [Mudrā] richtet man die beiden Ringfinger nach unten und formt sie wie Stachelstöcke; die Zeigefinger ordnet man in derselben Weise an. Dies ist die Mahāṅkuśā-Mudrā, die alle begehrten Ziele verwirklicht.

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P5-0235 · 9
Man legt den linken Arm auf die rechte Seite und den rechten auf die linke, o große Göttin, und dreht die Hände. Kleine Finger und Ringfinger verbindet man in dieser Reihenfolge, o Göttin, und bedeckt sie mit den Zeigefingern. Die Mittelfinger liegen über allem. Die Daumen hält man gerade, o Maheśānī. Diese heißt Khecarī und wird an der irdischen Stätte angelegt. [pārthivasthānayojitā ist in diesem Zusammenhang unsicher.]

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P5-0236 · 10
Man dreht die Hände so, dass sie sich berühren und einen Halbmond bilden, o Geliebte; zugleich formt man so die beiden Zeigefinger und Daumen. Die Mittelfinger legt man darunter, gestützt von den kleinen Fingern; die gekrümmten Ringfinger liegen ebenfalls darunter, unter allem. Dies ist die Bīja-Mudrā, die rasch alle Vollendungen mehrt.

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P5-0237 · 11
Man krümmt die Mittelfinger und setzt sie auf die Zeigefinger; die Ringfinger liegen dazwischen, ebenso die kleinen Finger. Alle verbindet man an einer Stelle und drückt sie mit den Daumen. Dies ist die höchste Mudrā, die Yoni-Mudrā genannt wird.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0238 · 12
Diese Mudrās Tripurās habe ich erklärt, o Maheśānī. Während der Verehrung sollen sie in der entsprechenden Reihenfolge angewandt werden.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0239 · 13
Der beste Mantrakundige bildet mit der linken Hand eine Faust im Bereich des Ohres, hält den Zeigefinger gerade und dreht ihn. Die Saubhāgyadaṇḍinī-Mudrā wird auch für die Zeit des Nyāsa angegeben.

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P5-0240 · 14
Mit einer Faust, deren Daumen im Innern liegt, hält man diesen Zeigefinger fest. Die Ripujihvāgraha-Mudrā, das Ergreifen der Feindeszunge, wird auch für die Zeit des Nyāsa angegeben.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0241 · 15
Man bildet die Yoni-Mudrā und krümmt die Mittelfinger; die Daumen setzt man an deren Spitzen. Diese gilt als Bhūtinī-Mudrā.

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P5-0242 · 16
Man bildet die linke Faust und streckt dann Zeige- und Mittelfinger aus. Dies ist die von Vajrapāṇi angegebene Tarjanī-Mudrā. [vidyāyātha ist eine beschädigte Lesart.]

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Yantras und ergänzende Ritualregeln

P5-0243 · 1
Damit endet der Abschnitt über die Mudrās. Nun die zum Tragen bestimmten Yantras und verwandte Gegenstände; zuerst Bhuvaneśvarīs Yantra. In der Śāradā: „Man zeichnet die Verschlüsse der acht Himmelsrichtungen und in den Innenraum die drei Silben, beginnend mit Pāśa. In die Felder schreibt man die Gliedermantras, in die weiteren zwei achtsilbige Mantras. [acpūrvāparayaṭk-yuglaṣavarān: Die folgende Lautanweisung ist schwer beschädigt und nicht verlässlich übersetzbar.] Die auf Raum sitzenden [Laute] schreibt man an die Verschlüsse, danach zwei Reihen, [indrajala … pādhiguṇaśaḥ: Anordnung und Zahlenangabe beschädigt].“

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P5-0244 · 1-ka
In die Felder schreibt man die sechzehn Silben mit dem eigenen [Namen]; in die Staubfäden Māyā, zwischen zwei Vokalen; auf die Blütenblätter das Wurzelmantra in drei Reihen. Dreifach umgibt man [das Yantra] mit Schlinge und Stachelstock und mit den Buchstaben in vorwärts und rückwärts verlaufender Reihenfolge. Außen umschließt man es mit einem Krug, der im Lotus steht und eine Lotusöffnung besitzt. Dieses Ghaṭārgala-Yantra gilt als den Mantrakundigen Glück und Fülle gewährend. Pāśa, Śrī, Śakti, Kandarpa, Kāma, Śakti, Ramā und Aṅkuśa bilden das erste achtsilbige Mantra. Danach folgt „kāminirañjini“, endend auf „svāhā“, das von den Kundigen als das zweite achtsilbige bezeichnet wird. „hrīṃ gauri rudradayite yogeśvari“ mit Varma und „phaṭ“, endend auf das doppelte ṭha [svāhā], wird von den Kundigen als dieses sechzehnsilbige Mantra angegeben. [Die Keimsilbenbezeichnungen bleiben erhalten; vollständige Silbenfolgen werden nicht rekonstruiert. Die hörbaren Wörter bedeuten: „Gaurī, Geliebte Rudras, Herrin des Yoga“.]

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P5-0245 · 2
Damit endet das Ghaṭārgala-Yantra. Nun das Tvaritā-Yantra. Man schreibt bei Tārā [tāre: Bezug unsicher] „hūṃ“ mit dem Namen der betreffenden Person in die Höhlung des Lotus, dann die acht Mantrasilben in die acht Blütenblätter. Außen wird es dreifach mit Śakti umschlossen, in einen Krug gesetzt, der im Lotus steht und eine Lotusöffnung besitzt. Das Yantra bewirkt Unterwerfung, beseitigt Furcht vor Grahas und ähnlichen Wesen und gewährt Glück, Fülle und Schönheit.

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P5-0246 · 3
Damit endet das Tvaritā-Yantra. Nun das Navadurgā-Yantra. Man zeichnet einen Lotus mit zwölf Blütenblättern. In seine Mitte schreibt man Tārā mit dem Śakti-Bīja und dem Namen der betreffenden Person. In die Staubfäden schreibt man der Reihe nach je zwei Laute aus Mardinīs Mantra, in die Blätter die Mantrasilben in Dreiergruppen, die letzte in das letzte Blatt. Das Mantra lautet: „oṃ uttiṣṭha puruṣa ki svapiṣi bhayaṃ me samupasthitam | yadi śakyamaśakyaṃ vā tanme bhagavati śamaya svāhā“ – „Oṃ, erhebe dich, Puruṣa! Warum schläfst du? Furcht ist über mich gekommen. Ob es möglich oder unmöglich ist: Befriede dies für mich, o Erhabene! Svāhā.“ [ki ist eine beschädigte Lesart.] Von den Mātṛkā-Buchstaben umgeben und innerhalb einer doppelten äußeren Umfassung gelegen, wird dieses Yantra Vindhyavāsinīs als alle Fülle spendend bezeichnet. Besonders gewährt es Schutz und vernichtet niedere Bhūtas und ähnliche Wesen. Es gibt denjenigen ein Reich, die ihr Reich verloren haben, Unterwerfung denen, die sie wünschen, einen Sohn den Kinderwünschenden und Stillung der Krankheit den Kranken. Was bedarf es vieler Worte? Dieses Yantra ist ein wunscherfüllender Edelstein.

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P5-0247 · 4
Damit endet das Navadurgā-Yantra. [Navadurgās Yantra zum Tragen: Abbildung 52; Verweis der Vorlage.] Nun das Lakṣmī-Yantra. Man schreibt den Namen der betreffenden Person bei dem vom Veda beginnenden [Laut, wohl Oṃ], paarweise verbunden mit Śrī, Śakti und Māra, in die Staubfäden; auf zwölf Blätter die leuchtenden Mantrabuchstaben. Außen einen Lotus mit Konsonanten als Staubfäden und sechzehn von Vokalen strahlenden Blättern. Das Yantra wird von zwei Erdumfassungen und, dazwischen, von Tvaritā mit „vaṣaṭ“ umgeben. [Die Syntax dieser Anordnung ist beschädigt und nicht völlig eindeutig.] An die Ecken der doppelten äußeren Umfassung schreibt man wiederholt ha und kṣa. Dieses Mahālakṣmī-Yantra gewährt die Frucht aller Herrlichkeit, befriedet alles Leid und wehrt jede Not ab. Was bedarf es vieler Worte? Es gibt nichts Höheres als dieses.

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P5-0248 · 5
Damit endet das Lakṣmī-Yantra. Nun das Tripurabhairavī-Yantra. Man schreibt die Keimsilben von der Mitte aus in die neun Yonis; dann die Buchstaben der Gāyatrī in Dreiergruppen in die Zwischenräume der acht Blütenblätter und umgibt es mit den Schriftlauten. Zwei Erdumfassungen umschließen es, mit Manmatha an den Ecken. Dieses Tripurā-Yantra erschüttert die drei Welten und gewährt Glück und Fülle. [Tripurabhairavī-Yantra: Abbildung 53; Verweis der Vorlage.] Die Gāyatrī: Man nimmt Manmatha, „tripurādevi“ und „vidmahe“; nachdem man das Wort „kāmeśvari“ ausgesprochen hat, spricht man „dhīmahi“ und am Ende nochmals „tannaḥ kilanne pracodayāt“. Dies wird Tripurās Gāyatrī genannt, die alle Vollendungen gewährt. Die übersetzbaren Teile lauten: „Göttin Tripurā … wir erkennen … Herrin des Begehrens … wir meditieren … möge uns antreiben.“ [kilanne ist beschädigt; ein vollständiges Mantra wird nicht erfunden.]

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P5-0249 · 6
Nun das Tripurā-Yantra. In den Raum zwischen den beiden Feuerumfassungen schreibt man Māyā und Vāgbhava; in die sechs Ecken und an die Verbindungspunkte schreibt man „blūṃ“ und umgibt [alles] mit dem Bīja „strīṃ“. Dies ist Tripurās Yantra, das die drei Welten erschüttert. Aus den fünf Manobhava [Kāma-Bījas] bestehend, bewirkt es Schönheit und Fülle.

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P5-0250 · 7
Damit endet das Tripurā-Yantra. Nun das Śrīvidyā-Yantra. „Im Anschluss erkläre ich dir ein besonderes Yantra zum Tragen. Zwischen r und ha [schreibt man] den Namen der Göttin, ihr zugewandt, sowie den Namen der betreffenden Person im Akkusativ; darüber schreibt man das Mantra. Dort schreibt man auch die gesamte Mātṛkā, außerhalb des Kreises. Mit den fünf Kuhsubstanzen und Nektar sowie mit dem Wurzelmantra umgibt man [es]. Nachdem man das Lebensprinzip dort eingesetzt hat, berührt man es und rezitiert die Vidyā hundertachtmal, ganz dem Nyāsa und der Meditation hingegeben.“ [Einzelne syntaktische Beziehungen sind unsicher; die Substanzangabe wird unverändert übersetzt.]

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P5-0251 · 7-ka
Man schließt es in Gold oder Silber ein. An der Hand getragen, unterwirft es die Welt; am Herzen [macht es den Träger] bei Frauen beliebt; am Hals erlangt man Reichtum; an der Stirn entsteht Stillstellung; an der Haarlocke erreicht man Befreiung. Deshalb soll man es sorgfältig tragen.

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P5-0252 · 8
Damit endet das Śrīvidyā-Yantra. Nun das Gaṇeśa-Yantra. Im leuchtenden Feuerraum schreibt man das Bīja in die Mitte des Sechsecks, verbunden mit Tārā; in die Himmelsrichtungen Lakṣmī, Māyā, Kandarpa und Bhūmi. Danach schreibt man die sechs Bījas in die sechs Zwischenräume, an ihre Verbindungspunkte die Gliedermantras. Im achtblättrigen Lotus schreibt der Kundige die übrigen Buchstaben des Wurzelmantras in Dreiergruppen auf die Blätter, den letzten in das letzte Blatt. Von den Schriftlauten in vorwärts und rückwärts verlaufender Reihenfolge sowie von Schlinge und Stachelstock umgeben und von zwei Erdumfassungen umschlossen, ist dies das Yantra des Herrn der Scharen. Wer es mit Lack, Safran, Rocanā und Moschus auf Birkenrinde oder Gold schreibt und trägt, erlangt eine Fülle, die alle ersehnen. Damit ist die von den Göttern verehrte Anweisung für Mahāgaṇapati erklärt; sie bewirkt alle Vollendungen und gewährt den Menschen alle Lebensziele.

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P5-0253 · 9
Damit endet das Gaṇeśa-Yantra. Nun das Śrīrāma-Yantra. Man schreibt Tārā in die Mitte, das Mantra in die sechs Ecken, die Glieder[mantras] an die Verbindungspunkte, danach Māyā und Smara in die Eckbereiche. In die Staubfäden [schreibt man] die Smara-Gruppe, in die Mitte der Blätter die Laute des Mālā-Mantras, jeweils in einer Zahl entsprechend Guhas Gesichtern [sechs], auf das achte Blatt fünf Laute.

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P5-0254 · 9-ka
Man umgibt [es] mit dem zehnsilbigen Mantra und den mit ka beginnenden Buchstaben. In die Haupt- und Zwischenrichtungen der äußeren Umfassung schreibt man die Bījas Nṛsiṃhas und Varāhas. Man spricht „namo bhagavate“, danach „raghunandana“ im Dativ, dann „rakṣoghnaviśadāya“, [madhurādi: weiterer Bestandteil beschädigt], „prasannavadanāya“, anschließend „amitatejase“, „valāya“, danach „rāmāya“ und schließlich „viṣṇave“. Dieses Mālā-Mantra beginnt mit Praṇava und endet auf „namaḥ“. Übersetzbare Teile: „Verehrung dem Erhabenen, dem Freude spendenden Spross Raghus … dem freundlich blickenden, dem von unermesslichem Glanz … Rāma, Viṣṇu.“ [Mehrere Wörter sind beschädigt; eine vollständige Mantrafassung wird nicht rekonstruiert.]

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P5-0255 · 10
Damit endet das Śrīrāma-Yantra. [Śrīrāmas Yantra zum Tragen: Abbildung 54; Verweis der Vorlage.] Nun das Nṛsiṃha-Yantra. Man schreibt das Bīja mit der betreffenden Person in die Mitte, dann auf die acht Blätter die Mantrabuchstaben, in Vierergruppen geteilt. Außen umgibt man es mit den Schriftlauten. Weiter außen wird es von zwei Erdumfassungen umschlossen, deren Ecken durch Bījas geschützt sind. Das Yantra vernichtet niedere schädliche Einwirkungen, Gift, Grahas, Krankheit und Feinde und gewährt Glück und Fülle.

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Damit endet das Nṛsiṃha-Yantra. [Nṛsiṃhas Yantra zum Tragen: Abbildung 55; Verweis der Vorlage.] Nun das Gopāla-Yantra. Man setzt Piṇḍa, vom Wurzelmantra umgeben, in zwei Feuerumfassungen, mit dem sechssilbigen [Mantra] an den Ecken. Man zeichnet einen zehnblättrigen Lotus, dessen Blätter von dem zehnsilbigen [Mantra] strahlen, und umgibt ihn mit dem Kāma-Bīja; ferner einen Lotus, dessen Staubfäden [damit] besetzt sind und auf dessen sechzehn Blättern das sechzehnsilbige [Mantra] leuchtet. Die Staubfäden sind reich an Konsonanten; auf die zwei mal sechzehn Blätter setzt man die Laute des Anuṣṭubh. Von Schlinge und Stachelstock umgeben und mit dem achtsilbigen [Mantra] an den Ecken der beiden Erdumfassungen ist dies das Yantra mit Gopāla als Gottheit. Es gewährt Dharma, Wohlstand und Begehren und allen höchsten Schutz. Pañcāntaka auf Dharā, mit Manu und dem Mond geschmückt, wird als Piṇḍa-Bīja bezeichnet und bewirkt alle höchste Vollendung. Smara, „kṛṣṇāya“ und das doppelte ṭha [svāhā] bilden das sechssilbige Mantra. Nach „gopojana“ spricht man „vallabhāya“ und die Gemahlin des Feuers [svāhā]; dies ist das zehnsilbige Mantra, das sichtbare und unsichtbare Frucht gewährt. Man spricht Praṇava, Hṛdaya [namaḥ], Kṛṣṇa im Dativ, dann ebenso „devakīputra“, verbunden mit „huṃ phaṭ svāhā“; dies ist Govindas sechzehnsilbiges Mantra. Piṇḍa, die Keimsilbe des Herrn Ratis, dann „namo bhagavate nandaputrāya“, „bāla … vapuṣe śyāmalāya“, danach „gopījana … vallabhāya“, endend auf das doppelte ṭha: Dies heißt das Anuṣṭubh-Mantra Gopālas, des Herrn der Welt. Anaṅga, Kṛṣṇa und Govinda, beide Namen im Dativ, bilden das achtsilbige Mantra. Übersetzbare Anrufungen: „Kṛṣṇa“, „Geliebter der Hirten beziehungsweise Hirtinnen“, „Sohn Devakīs“, „erhabener Sohn Nandas“, „von kindlicher Gestalt, Dunkelfarbiger“, „Govinda“. [Die verschlüsselten Bīja-Bezeichnungen bleiben unaufgelöst; gopojana, kṣuṇī und weitere Formen sind beschädigt.]

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Damit endet das Gopāla-Yantra. Nun das Śrīkṛṣṇa-Yantra. Man zeichnet regelgerecht vier klare Linien nach Osten, Westen, Süden und Norden, mit Dreizacken an den Ecken und zwei Ringen, von der Mitte aus [Anordnung unsicher]. Man schreibt die Laute des Verses davor, das achtsilbige [Mantra] in die acht Felder und umgibt es außen mit dem zwölfsilbigen [Mantra]. Dies ist das Yantra des Sohnes Devakīs. [Der folgende Vers „tatsukīdevadevetaṃ … taṃ khyāto devakīsutam“ ist so stark beschädigt, dass keine verlässliche zusammenhängende Übersetzung möglich ist; nur die abschließende Nennung des Sohnes Devakīs ist sicher erkennbar.] Ordnungsgemäß auf Birkenrinde oder einen ähnlichen Träger geschrieben und stets am Arm getragen, gewährt dieses Yantra die Frucht aller Wünsche. Auf ein Brett aus Palāśa-Holz geschrieben, gut zur Wirksamkeit gebracht und im Kuhstall vergraben, bewirkt es die Vermehrung der Kühe.

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Damit endet das Śrīkṛṣṇa-Yantra. [Śrīkṛṣṇa-Yantra: Abbildung 56; Verweis der Vorlage.] Nun das Śiva-Yantra. Zuerst zeichnet man ein sechseckiges Maṇḍala und schreibt darin das Prāsāda-Bīja mit dem Namen der betreffenden Person. In die sechs Ecken schreibt man die Laute des fünfsilbigen [Mantras] mit Praṇava, in die Eckzwischenräume die sechs Gliedermantras. Außen bildet man fünf Blätter und schreibt auf sie: „oṃ īśānāya namaḥ“ – „Verehrung Īśāna“; „oṃ tatpuruṣāya namaḥ“ – „Verehrung Tatpuruṣa“; „oṃ aghorāya namaḥ“ – „Verehrung Aghora“; „oṃ sadyojātāya namaḥ“ – „Verehrung Sadyojāta“; „oṃ vāmadevāya namaḥ“ – „Verehrung Vāmadeva“. Diese fünf Mantras schreibt man in der mit Osten beginnenden Reihenfolge. Außen zeichnet man acht Blätter und schreibt auf sie die acht Mātṛkā-Buchstaben. [Die Vorlage erläutert nicht, welche acht gemeint sind.]

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P5-0259 · 13-ka
Außen zieht man einen Kreis und umgibt ihn mit dem Tryambaka-[Mantra]. Man verehrt dieses Yantra durch Rezitation, Feueropfer und weitere Handlungen und trägt es. Dadurch entstehen langes Leben, Gesundheit, Herrlichkeit und die Vollendung der vier Lebensziele und anderer Ziele.

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P5-0260 · 14
Damit endet das Śiva-Yantra. [Śivas Yantra zum Tragen: Abbildung 57; Verweis der Vorlage.] Nun das Mṛtyuñjaya-Yantra. Man schreibt Dhruva mit den Buchstaben der betreffenden Person in die Mitte, den mittleren [Teil des Mantras] auf die Blätter der Hauptrichtungen und den letzten in die Ecken. Dann [zeichnet man] die Erdumfassung; in die Hauptrichtungen [setzt man] den Mondlaut, in die Zwischenrichtungen den auf ṭa endenden [Laut]. Dieses Yantra gilt als alle Furcht beseitigend, als Gift, Geistereinwirkung, vorzeitigen Tod, Krankheit, Verblendung und Leid befriedend, als Glück und Fülle gewährend und Ruhm spendend. [Die verschlüsselten Lautangaben und mehrere Wortanschlüsse sind unsicher.]

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P5-0261 · 15
Damit endet das Mṛtyuñjaya-Yantra. [Mṛtyuñjayas Yantra zum Tragen: Abbildung 58; Verweis der Vorlage.] Nun das Kālī-Yantra. Im Yāmala: Das erste Bīja mit der betreffenden Person kommt in die erste achtteilige Umfassung; außerhalb, in die acht Ecken, die acht mit dem ersten beginnenden Bījas. Dann in die doppelte achtteilige Umfassung die sechs Bījas; die Staubfäden werden mit deren Vokalen versehen. In die Zwischenräume der acht Blätter [schreibt man] die sechs Bījas mit „svāhā“, von den zwei Kūrca[-Bījas] umgeben. Zwischen den beiden Erdumfassungen liegt der König der Yantras. Wer die drei Bījas der Göttin in jede Hauptrichtung und die zwei weiteren Śakti-Bījas in jede Ecke schreibt, ist in den drei Welten selbst Lehrer Śaṅkaras und Viṣṇus. [Die geometrischen Bezüge vasugṛha und vasugṛhadvandvaka sind nicht eindeutig; vollständige Bīja-Folgen fehlen.]

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P5-0262 · 16
Damit endet das Kālī-Yantra. [Kālīs Yantra zum Tragen: Abbildung 59; Verweis der Vorlage.] Nun Tārās Yantra zum Tragen bei befriedenden und anderen Riten. Im Phetkāriṇīya: „Der Mantrakundige schreibt mit einem goldenen Stift das Mantra in das Yoni-Paar, dann die langen Laute ohne die geschlechtsneutralen in die sechs Ecken, acht Laute auf die acht Blätter und außen die doppelte Umfassung. Der vorzügliche Sādhaka zeichnet acht Vajras in die äußere Umfassung. Auf eine Goldplatte, Birkenrinde oder Silber, o du von guten Gelübden, schreibt er mit goldenem Stift und den acht Duftstoffen; oder mit einem Dūrvā-Stängel oder einer Kuśa-Wurzel.“ [Tārās Yantra zum Tragen: Abbildung 60; Verweis der Vorlage.] Im Ekavīrākalpa: „In gelbes Tuch gehüllt, soll man es mit Harz umgeben und mit Seidenfaden binden, als Halsschmuck für Kinder, am linken Arm für Frauen, bei anderen am rechten Arm. Selbst eine Unfruchtbare erhält einen Sohn, ein Armer wird reich. Dieser höchste Schutz wurde von Gautama und anderen um der Erkenntnis willen erlangt, von anderen Königen um des Wohlgefallens und des Sieges in der Schlacht willen.“ Der Sinn: Das Yoni-Paar ist das Sechseck. In seine Mitte schreibt man mit einem Goldstift oder Ähnlichem auf Birkenrinde oder Ähnliches das Wurzelmantra in Reihen, mit gleichen Teilen Safran, Gorocanā, rotem Sandelholz und Jaṭāmāṃsī. In dessen Hṛllekhā, zwischen [den Bestandteilen beim] r-Laut, schreibt man mit der betreffenden Person: „amukasya rakṣāṃ kuru kuru“ – „Bewirke, bewirke den Schutz des N. N.“; oder „amukīnāṃ śubhaṃ putramutpādaya“ – „Lass für N. N. einen glückverheißenden Sohn entstehen“; oder „asya jñānaṃ kuru kuru“ – „Bewirke, bewirke seine Erkenntnis“ und Ähnliches. [amukīnāṃ ist grammatisch unsicher.] In die sechs Ecken schreibt man je einen langen Laut ohne die geschlechtsneutralen: ā, ī, ū, ai, au, aḥ. Dazu heißt es: „Die vier in der Mitte der Vokale sind geschlechtsneutral.“ Auf die acht Blätter schreibt man „aiṃ hrīṃ oṃ aiṃ hrīṃ phaṭ svāhā“. Dazu heißt es: „Vāgbhava, Kuladevī, Tāraka, Vāgbhava, Hṛllekhā und Astra, am Mantraende die Gemahlin des Feuers: Dies wird das achtsilbige Mantra genannt, die Essenz der Mantras.“

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P5-0263 · 17
Nun die Substanzen zum Schreiben der Yantras. Der Lehrer soll diese Yantras mit einem goldenen Stift und Safran, Rocanā, Lack, Moschus, Elefantenbrunstsaft und Sandelholz schreiben. Ein Yantra, das den Boden oder einen Leichnam berührt hat, verbrannt, mit gebrauchten Opfergaben in Berührung gekommen, zerrissen oder überschritten worden ist, soll der Mantrakundige nicht tragen. Man schreibt es sorgfältig auf eine goldene oder silberne Platte oder auf Birkenrinde; oder man schließt es in ein Kupferplättchen ein und trägt es als Kapsel. Auf Gold [gilt es] lebenslang, auf Silber zwanzig Jahre, auf Birkenrinde zwölf Jahre, auf Kupfer die Hälfte davon. [Die Vorlage liest dvādaśavarṇāni, „zwölf Buchstaben“, an einer Stelle, die offenbar eine Zeitdauer angibt; diese Unsicherheit bleibt vermerkt.]

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P5-0264 · 18
Damit endet die Angabe der Schreibsubstanzen. Nun das Bad mit Befriedungswasser nach einem rituellen Einsatz. Es lautet: „Die Götter Brahmā, Viṣṇu und Maheśvara mögen dich übergießen. Vāsudeva, Herr der Welt, ebenso der mächtige Saṅkarṣaṇa, Pradyumna und Aniruddha mögen dir zum Sieg verhelfen. Ākhaṇḍala [Indra], der erhabene Agni, Yama, Nirṛti, Varuṇa, Pavana, der Herr des Reichtums und Śiva: Diese Hüter der Himmelsrichtungen mit Brahmā mögen dich stets schützen. Ruhm, Glück, Festigkeit, Einsicht, Gedeihen, Vertrauen, Geduld, Denken, Vernunft, Scham, Gestalt, Frieden, Māyā, Schlaf und Vergegenwärtigung – diese versammelten Göttergemahlinnen mögen dich übergießen. Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus und der Sohn der Sonne [Saturn], ebenso Rāhu und Ketu, durch die Spende erquickt, mögen dich übergießen. Götter, Dānavas, Gandharvas, Yakṣas, Rākṣasas und Schlangen; Ṛṣis, Munis, Kühe und Göttermütter; Göttergemahlinnen, Bäume, Nāgas, Daityas und Apsaras-Frauen; Wurfwaffen und alle Handwaffen, Könige und Fahrzeuge; Heilpflanzen, Edelsteine und die Glieder der Zeit; Flüsse, Meere, Berge, heilige Badeplätze, Wolken und Ströme: Sie alle mögen dich übergießen, zur Vollendung von Dharma, Begehren und Wohlstand.“

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P5-0265 · 1
Damit enden die in der Vasiṣṭhasaṃhitā genannten Übergießungsmantras. Nun hier kurz die Vorschrift der täglichen Verehrung. Im Yāmala: „Zuerst der Nyāsa des Sehers und der übrigen Bestandteile, danach die Handreinigung, der Fingernyāsa, der allumfassende Nyāsa und der mit dem Herzen beginnende Nyāsa; dreimaliges Händeklatschen, das Verschließen der Himmelsrichtungen und danach Prāṇāyāma; Meditation, Verehrung und Rezitation: Dies ist die Reihenfolge in allen Tantras.“

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P5-0266 · 2
Die Verehrung gilt allein der Wurzelgottheit. Auch der Mātṛkā-Nyāsa ist notwendig. Dazu heißt es: „Was zum Zweck der Rezitation aller Mantras ohne das Auflegen der Schriftlaute getan wird, soll man als fruchtlos erkennen. Deshalb soll man zuerst die Schriftlaute auflegen.“

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P5-0267 · 3
Die verkürzte Verehrung der Śrīvidyā. Im Svatantratantra: „Höre, o Herrin der Götter, die besonderen Formen der Verehrung, die für die tägliche Ordnung angegeben sind. Für diejenigen, die zu einer ausführlichen Verehrung nicht fähig sind, und ebenso in Notlagen sind sie empfohlen. Andernfalls bewirkt die verkürzte Verehrung Unheil, o Herrin.“

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P5-0268 · 4
„Die erste [Verehrung gilt] der Mitte mit den Waffen, die zweite den neun Yonis, eine weitere bis zum vierzehnspeichigen [Kreis], die vierte gemäß der beschriebenen Form; die fünfte vernichtet alle Leidensnot und gewährt das Gewünschte.“ Der Sinn: Für die Unfähigen soll die erste [Verehrung] der Mitte mit den Waffen gelten. Das bedeutet die Verehrung der vier Gottheiten mit den vier Waffen. Die Waffen sind Schlinge, Stachelstock, Bogen und Pfeil. Die Gottheiten sind Kāmeśvarī, Vajreśvarī, Bhagamālinī und Śrī Mahātripurasundarī. Die erste Verehrung hat also die Gestalt der Verehrung dieser vier Gottheiten. Die zweite wird mit „in den neun Yonis“ bezeichnet, das heißt von Vaśinī und den übrigen bis zur Mitte. Die dritte wird beschrieben als Verehrung von Sarvasaṃkṣobhiṇī und den übrigen im vierzehnspeichigen Kreis bis zur Mitte. „Die vierte gemäß der beschriebenen Form“ bedeutet: in der dort genannten Form, nämlich vom sechzehnblättrigen [Lotus] bis zur Mitte. Die fünfte reicht von der Erdumfassung bis zur Mitte. Diese fünf Arten der Verehrung gewähren die Vollendung aller Ziele. Zuerst vollzieht man, eingeleitet durch Elementereinigung und Prāṇāyāma, die vier Nyāsas: Handreinigung, vier Sitze, Glieder und Vaśinī mit den übrigen. Man reinigt mit Bālā die beiden Arghya-Gaben, vollzieht die Pīṭha-Verehrung mit der Vidyā der sechs Sitze und ruft im Bindu mit Hṛllekhā das höchste Bewusstsein an. Man verehrt es mit Darbringungen nach Vermögen, gibt wie zuvor die Opfergabe für alle Wesen und erfreut [die Göttin] mit Rezitation und Lobgesängen.

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P5-0269 · 5
Im Navaratneśvara heißt es: „Nachdem man die drei Nyāsas und den Sitz zur Cakra-Verehrung ausgeführt und mit Bālā die Arghya-Gabe bereitet hat, ruft man [die Göttin] mit dem Hṛllekhā-Mantra in die Mitte des Cakra, o Śivā, und vollzieht die verkürzte Verehrung.“ [Die Syntax cakrapujāsanena ist knapp und nicht ganz eindeutig.]

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P5-0270 · 6
Oder im Viśuddheśvaratantra: „O Herrin der Götter, ich erkläre die Verkürzung der Verehrung; schon durch das Erkennen dieser Verehrung wird man zu Lebzeiten befreit. An erster Stelle steht Tripurā, an zweiter Tripureśvarī, an dritter im König der Cakras die mit Tripurā und den übrigen versehene [Göttin]. In der Reihenfolge der Göttinnenverehrung [folgt] Sundarīvāsinī. Im fünften [Kreis] Tripurāśrī, im sechsten Tripuramālinī, im siebten Tripurāsiddhā, im achten Tripurātmikā. In der Mitte, in Śakti, o Maheśānī, [steht] Mahātripurasundarī.“ [Die Angabe der dritten und vierten Position ist im Text beschädigt beziehungsweise uneindeutig.] Wie im Vārāhītantra: „Man legt die sechs Glieder auf und ruft die Göttin an; im Bindu-Cakra [verehrt man] Aṇimā, im zweiten Kāmakalā, im dritten Brāhmī, im vierten Sundarī, im fünften Ākarṣiṇī, im sechsten Kāmeśvarī, im achtblättrigen Bheruṇḍā, im sechzehnblättrigen Kuleśvarī. Nachdem man sie verehrt hat, gibt man der Göttin eine Handvoll Blüten und rezitiert das Mantra.“ [Die Zuordnung wird nach der Vorlage wiedergegeben, ohne sie an ein anderes Cakra-System anzupassen.]

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P5-0271 · 7
Damit endet die verkürzte Śrīvidyā-Verehrung. Nun die anlassgebundenen Riten. Im Gautamīya sprach Nārada: „Ich werde nun eine andere Handlung erklären. Höre aufmerksam, o Weiser! Durch sie erlangt selbst ein wenig Begünstigter die Früchte des Mantras. Man rezitiert [das Mantra] zwischen zwei Praṇavas zehntausendmal. Schon durch dreifache [trirāva: Lesung unsicher] Rezitation wird man Bṛhaspati gleich und zum Erklärer aller Lehrwerke und auch der Veden. Sonntags rezitiert man an der Wurzel eines Aśvattha-Baumes hundertachtmal. Immer wieder entsteht Befriedung; man lebt hundertacht Jahre.“

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P5-0272 · 8
Gewiss entsteht Befriedung für den, auf den die Handlung ausgerichtet wurde. Man verehrt Kṛṣṇa einen Monat lang mit reinen Gewändern; dadurch wird man selbst von schweren, befleckenden und überaus schrecklichen Vergehen frei.

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P5-0273 · 9
Wer hingebungsvoll mit Seidengewändern verehrt, erlangt unvergleichlichen Wohlstand. Wer Kṛṣṇa mit Korallen verehrt, bringt die drei Welten unter seine Gewalt.

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P5-0274 · 10
Wer hingebungsvoll mit Rubinen verehrt, wird einem Weltherrscher gleich. Wer Kṛṣṇa mit Padmarāga-Edelsteinen verehrt, wird gewiss König.

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P5-0275 · 11
Ein Kṣatriya wird Weltherrscher und gewinnt die ganze Erde. Wer mit smaragdenen Edelsteinen verehrt, wird erkenntnisreich.

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P5-0276 · 12
Was erlangt man nicht, wenn man mit einem Diamanten verehrt? Wer einen Monat lang ganz der Hingabe ergeben mit goldenen Blüten verehrt, erreicht Kubera gleichen Wohlstand und erfreut sich bald daran. Am Ende des Körpers erlangt er Haris Wesen und erreicht die Stätte des Nirvāṇa.

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P5-0277 · 13
Sonntags [verehrt man] mit Lotusblüten, montags mit Kahlāra, dienstags mit roten Lotusblüten, mittwochs mit Tagara-Blüten …

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P5-0278 · 14
… donnerstags mit Campaka, freitags mit Kumuda und samstags mit Śamī-Blüten. So soll der Asket hingebungsvoll verehren.

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P5-0279 · 15
Sonntags bringt man mit geklärter Butter versehenen Milchreis dar; montags verbindet man Kuchen und Ähnliches mit Zucker; dienstags Reis, mit Rohzucker vermischt und von vielen guten Eigenschaften; mittwochs [verehrt man] mit Gerstenzubereitungen, donnerstags mit Suppen beziehungsweise Hülsenfruchtgerichten.

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P5-0280 · 16
Freitags [bringt man] reinen gekochten Reis [dar], samstags Milchreis mit geklärter Butter. Im Monat Vaiśākha soll man regelgerecht mit eisig kühlem Wasser erquicken. [dhṛta steht hier und in mehreren folgenden Versen an Stellen, an denen offenbar ghṛta, „geklärte Butter“, gemeint ist; der Sanskritwortlaut bleibt unverändert.]

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P5-0281 · 17
Im Monat Jyeṣṭha soll man Hari sorgfältig mit Früchten verehren; im Monat Āṣāḍha soll man ihn regelgerecht mit Pavitra-Fäden verehren.

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P5-0282 · 18
Man soll einzelne Goldfäden mit Knoten fertigen lassen, oder Seidenfäden oder Fäden aus Lotusfasern. Am Ende der Verehrung bringt man sie dem Götterkönig und seinen Gemahlinnen dar.

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P5-0283 · 19
Dann gibt man sie den Paaren und feiert ein großes Fest. Man erfreut Brahmanen von strengem Gelübde mit zu kauenden und anderen Speisen. Vollzieht der Mantrakundige dies ein Jahr lang, erlangt er das Gewünschte.

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P5-0284 · 20
Andernfalls wird die während des Jahres vollzogene Verehrung zur Speise für [vāstor: Name beziehungsweise Lesart unsicher]. Im Monat Śrāvaṇa soll man Kṛṣṇa mit Ketakī-Blüten verehren.

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P5-0285 · 21
[Man verehrt] mit wohlriechenden Stoffen wie [candra: wohl Kampfer, Bezeichnung unsicher], Sandelholz, Moschus und Safran; man bringt vielfach Kardamom, Gewürznelken und Kakkola-Früchte dar.

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P5-0286 · 22
Im Monat Bhādra verehrt man Viṣṇu mit Speisen von vielen guten Eigenschaften. Im Monat Īṣa [Āśvina] soll man hingebungsvoll mit reichlichen Speisen zum Kauen und Essen verehren.

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P5-0287 · 23
Wenn die Sonne in der Waage steht, verehrt man Kṛṣṇa einen ganzen Monat mit Baumwollgewändern und vielfältigem Schmuck.

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P5-0288 · 24
Nachts [verehrt man] mit Lampen und Feueropfern, die mit Milch, Mehl und anderen Gaben versehen sind. Einen Monat lang bringt man ein mächtig strahlendes Butterlicht dar. [dīpavicchinnaṃ liest wörtlich eine Unterbrechung; der Kontext könnte ein ununterbrochenes Licht verlangen. Die abweichende Lesart wird nicht still korrigiert.]

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P5-0289 · 25
Am elften Mondtag fastet man. Am zwölften der hellen Monatshälfte, dem Tag des Fastenbrechens, verehrt man Viṣṇu mit Gewändern, Schmuck und anderen Gaben. An diesem Mondtag soll der Verständige das jährliche Fest begehen.

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P5-0290 · 26
Den Brahmanen bietet man Speisen und viele Leckerbissen an. Wird dies so getan, gewährt die erfreute Gottheit ihm das Gewünschte.

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P5-0291 · 27
Er erlangt die [santaṃ: Lesung unsicher] Welt, aus der es keine Rückkehr gibt. Im Monat Mārgaśīrṣa verehrt man den Gott mit Reis der neuen Ernte und guten Beilagen. Geriebene Kokosnuss, mit Rohzucker und Kreuzkümmel vermischt und gut gekocht, bringt man diesem Götterkönig hingebungsvoll dar.

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P5-0292 · 28
Im Monat Pauṣa soll man einen Monat lang mit [dhṛtaiḥ: Substanzangabe unsicher, wohl geklärter Butter] und Blüten verehren. Rasch überwindet man die nachteilige Wirkung der Grahas und wird einem König gleich.

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P5-0293 · 29
Im Monat Māgha verehrt man Kṛṣṇa mit ungebrochenen Reiskörnern, Rohzucker und Zucker. Man bringt Milchreis mit Zucker und süße Speisen dar.

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P5-0294 · 30
An einem glückverheißenden Tag dieses Monats bedeckt man den mächtigen Herrn mit einem Gewand. Im Phālguna verehrt man den Sohn Devakīs mit goldenen Lotusblüten, duftenden Blumen, Räucherwerk und reichlichen Lampen.

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P5-0295 · 31
Im Monat Caitra verehrt man Vāsudeva mit allen Blüten. Am Vollmondtag verehrt man hingebungsvoll mit Damanaka-Zweigen samt ihren Büscheln. An diesem Tag soll man, ganz der Hingabe ergeben, Rati und Kāma verehren. Andernfalls bleibt die jährliche Verehrung fruchtlos.

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P5-0296 · 32
Als die treue Rati Smara zu Asche geworden sah, weinte sie. Śiva selbst sah sie und war von Erbarmen erfüllt, um ihr einen Segen zu gewähren.

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P5-0297 · 33
Er antwortete Rati: „Dieser dein [Geliebter] möge sein glückliches Liebesglück wiedererlangen, schön in allen Welten. Geh zum Spiel, o Schöne!“ [Der Satz und die Zuordnung von krīḍārthaṃ vraja sind nicht ganz eindeutig.]

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P5-0298 · 34
Darauf entstand aus ihren Tränen die glückverheißende Damanaka-Blüte. Schon durch die Verehrung mit ihr erlangt man die Frucht eines ganzen Jahres.

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P5-0299 · 35
Wer hunderttausendmal Kuchen, die in geklärter Butter gebraten sind, ins Feuer opfert und das Mantra ebenso oft rezitiert, schaut als Mantrakundiger Kṛṣṇa.

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P5-0300 · 36
Damit ist dir die jährlich wiederkehrende Verehrung vollständig erklärt. Was wird auf Erden nicht vollendet, wenn man nach dieser Vorschrift handelt?

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Śrīvidyā und Gottheitsanwendungen

P5-0301 · 1
Nun die Śrīvidyā-Verehrung. Im Jñānārṇava: „Nun werde ich, o Maheśānī, die große Śrīvidyā-Verehrung erklären, die unübertreffliche Sühne für Vergehen wie Brahmanentötung.“

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P5-0302 · 2
Mit Brahmapatra-Blättern [wohl Palāśa; Pflanzenbezeichnung der Vorlage] soll man, o Maheśānī, die vorzügliche Reihenfolge verehren, mit allen Strahlen [Göttinnenkräften] und dem vorangestellten Nityā-Āmnāya.

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P5-0303 · 3
Gemäß der Reihenfolge des Kula-Brauchs, o Göttin, [mit Gaben] versehen mit Kampferpulver, vernichtet man, o Herrin der Götter, binnen eines Monats alle Millionen schwerer Vergehen, die in früheren Geburten begangen wurden. Daran besteht kein Zweifel.

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P5-0304 · 4
Lakṣmī bleibt in seinem Haus willig und fest, o von den Göttern Verehrte. Mit Hibiskusblüten soll man, o Maheśānī, Śivā wie zuvor verehren …

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P5-0305 · 5
… einen Monat lang nach genau derselben Reihenfolge die höchste Herrin. Man vernichtet Vergehen wie Brahmanentötung und solche, die in früheren Geburten begangen wurden. Daran besteht kein Zweifel; der Kundige wird reich.

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P5-0306 · 6
Mit jungen Ketakī-Blüten soll man wie zuvor verehren, o Geliebte. Binnen eines Monats vernichtet man die Scharen der geringeren Vergehen. Unvergleichliches Glück entsteht für ihn; daran besteht kein Zweifel.

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P5-0307 · 7
Mit bezaubernden hundertblättrigen Blüten soll man einen Monat lang wie zuvor verehren, o höchste Herrin; so vernichtet man alle Vergehen.

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P5-0308 · 8
Mit überaus schönen Campaka-Blüten soll man Śivā wie zuvor verehren. Binnen eines Monats vernichtet man [das Vergehen], das aus hundert Geburten stammt. Durch Tripurās Gnade wird der Mantrakundige vom Glück begünstigt. [Das Substantiv zu śatajanmajam fehlt im Vers.]

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P5-0309 · 9
Mit großen weißen Lotusblüten soll man die höchste [Göttin] verehren, o große Göttin. Binnen eines Monats vernichtet man sämtliche früheren Vergehen aus zwanzig Geburten, o Geliebte. Die Befreiung liegt in seiner Hand.

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P5-0310 · 10
Mit Bandhūka-Blüten soll man die Göttin einen Monat lang verehren. Die drei Welten werden ihm untertan; der Mensch verbrennt sein früheres Vergehen.

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P5-0311 · 11
Mit Bilvablättern und gerösteten Reiskörnern soll man stets verehren, o höchste Herrin, wie zuvor einen Monat lang, mit heiterem Geist. Auch er wird wohlhabend und beseitigt stets alle Vergehen.

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P5-0312 · 12
Mit Mallikā- und Mālatī-Blüten, Kunda, hundertblättrigen Blüten und weißen Utpala-Blüten soll man einen Monat lang verehren …

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P5-0313 · 13
… gemäß der Reihenfolge des Kula-Brauchs. Man vernichtet das aus hundert Geburten stammende Vergehen, das durch Brahmanentötung und Ähnliches entstand. Daran besteht kein Zweifel. Die Befreiung liegt in seiner Hand, o Göttin; in der Rede wird er Jīva [Bṛhaspati] gleich.

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P5-0314 · 14
Mit Agastya-, Bāṇa-, Bandhūka- und Hibiskusblüten sowie rotem Utpala, o Geliebte, verehrt man einen Monat lang nach der früheren Reihenfolge, mit heiterem Geist. Der Mantrakundige vernichtet das Vergehen und wird Kāma selbst gleich.

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P5-0315 · 15
Mit Campaka, Pāṭala, Bakula, Nāgakeśara, Kahlāra und Sindhuvāra, o Göttin, soll man wie zuvor der Reihe nach verehren …

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P5-0316 · 16
… binnen eines Monats entsteht für ihn unvergleichliches Glück. Man vernichtet, o Göttin, selbst Vergehen aus tausend Geburten.

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P5-0317 · 17
Sonntags mit rötlichen Lotusblüten, montags mit Kumuda, dienstags mit rotem Utpala, mittwochs mit Tagara, donnerstags mit Kahlāra, freitags mit weißen Lotusblüten und samstags mit Utpala soll man ein Jahr lang ehrerbietig verehren. An den sieben mit Sonntag beginnenden Tagen bringt man der Reihe nach Milchreis, Milch, Dickmilch, Banane, frische Butter, Zucker und geklärte Butter dar. Verehrt man die Göttin so ein Jahr lang mit Duftstoffen und anderen Gaben in dieser Reihenfolge, überwindet man rasch die Bedrängnis durch Grahas und genießt Wohlergehen. [dugdadhakadalī ist beschädigt; die Trennung in Milch, Dickmilch und Banane wird ausdrücklich als Kontextlesung verstanden.]

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P5-0318 · 18
Über Tārā und Kālī im Matsyasūkta: „Am achten und am vierzehnten Mondtag soll man sorgfältig verehren. Was immer der Mantrakundige erbittet, das erlangt er stets. Er erhält eine liebliche Stimme; am achten Tag der dunklen Monatshälfte soll man stets verehren.“

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P5-0319 · 19
Hier ist der anlassgebundene Ritus nach der täglichen Verehrung zu vollziehen. Wo keine Zeitregel sichtbar ist, soll die anlassgebundene Durchführung einen halben Monat, einen Monat, das Doppelte oder einen Maṇḍala-Zeitraum dauern. Im Rudrayāmala heißt es: „Einen halben Monat oder einen Monat, das Doppelte oder Dreifache: So soll der Yogi handeln, bis die Frucht erlangt ist.“ [Die Verbindung von Maṇḍala und den genannten Zeitspannen bleibt in der Prosa offen.]

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P5-0320 · 20
Auch anderwärts: „Bei anlassgebundenen und wunschorientierten Riten soll die Frucht innerhalb eines Maṇḍala-Zeitraums eintreten. Falls nicht, soll der Verständige das Doppelte vollziehen, damit er an der Frucht teilhat. Die Verehrung der Göttin am achten Mondtag gewährt die Frucht aller Wünsche. Man vermischt Banane, Jātī und Bījapūra mit Duftstoffen und gibt besonders am achten Mondtag die Opfergabe. Der großen Göttin soll man einen goldenen Kranz besonders mit Duftstoffen darbringen, außerdem Früchte und Milch reichlich, mit Zucker versehen. Deshalb soll man Śivā mit allem Bemühen um der Fülle willen verehren und der Göttin sorgfältig Früchte zur unvergänglichen Vollendung darbringen.“

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P5-0321 · 21
Ebenso im Nīlatantra: „Am achten und vierzehnten Mondtag soll man der Vorschrift gemäß verehren; so erlangt man die Wirksamkeit des eigenen Befehls. Man soll Hibiskus, Varvarā, Sandelholz, Arka-Blüten und weiße Aparājitā darbringen. Wer Durgā besonders an Mahāṣṭamī verehrt, vernichtet augenblicklich die Vergehen aus drei Geburten.“ Mit „Durgā“ ist [hier] Tāriṇī gemeint, weil dies dem Zusammenhang des Abschnitts entspricht. [anumūlatvāt ist beschädigt.]

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P5-0322 · 22
Nun die Vorschrift der Anwendungen. Bei allen Anwendungen sind zehntausend Rezitationen [vorgesehen]. In der Śāradā heißt es: „Die Zahl der Feueropfer soll zehntausend betragen; ebenso groß wird die Zahl der Rezitationen angegeben.“

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P5-0323 · 23
Zuerst die Anwendung Bhuvaneśvarīs. Sie lautet: „Der Mantrakundige bringt vorzügliche Aśvattha-Brennhölzer mit den drei süßen Stoffen ins Feuer und unterwirft so rasch Brahmanen; durch das Feueropfer mit Lotusblüten [unterwirft er] Könige.“

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P5-0324 · 24
Mit Palāśa-Blüten [unterwirft er] deren Gemahlinnen, mit Kumuda auch die Minister. Mit Wasser, über dem fünfundzwanzigmal rezitiert wurde, [soll er] täglich beim Bad … [snānaḥ ist eine beschädigte Lesart; der Satz wird fortgesetzt.]

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P5-0325 · 25
… sich selbst übergießen; wer dies tut, wird mit allem Glück ausgestattet. Ein Mensch soll morgens Wasser trinken, über dem fünfundzwanzigmal rezitiert wurde. Er erlangt großen Wohlstand und wird der Erste unter den Dichtern.

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Ferner: Durch ein Feueropfer mit Palāśa-Blüten erlangt man gewiss die Pracht der Rede. Wer Brahmī-Ghṛta trinkt, über dem das Wurzelmantra gesprochen wurde, erlangt als Mantrakundiger binnen eines Jahres dichterische Fähigkeit; daran besteht kein Zweifel. Opfert der Mantrakundige weißen Senf mit Salz, unterwirft er einen Mann, eine Frau oder einen König; darüber soll kein Zweifel bestehen. [Die Ziffer 1 hinter brāhmīghṛtaṃ ist offenbar ein Verweiszeichen ohne hier überlieferte Erläuterung.]

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P5-0327 · 28
Nun Tvaritā. Man richtet eine yoni-förmige Feuergrube ein und vollzieht das Feueropfer nach Wunsch. Durch das Opfern von Mallikā-Blüten unterwirft man die ganze Welt.

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P5-0328 · 29
Ein Feueropfer mit Palāśa-Blüten befriedet Kṛtyā-Schadzauber, feindliche Angriffe und Ähnliches. Durch das Opfern guter Zuckerrohrstücke erlangt man großes Gedeihen.

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P5-0329 · 30
Durch ein Feueropfer mit Dūrvā erlangt der Sādhaka langes Leben. Durch das Opfern gewaschener Körner erlangt er den gewünschten Wohlstand.

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P5-0330 · 31
Mit Aśoka erlangt man einen Sohn, mit Madhuka das Gewünschte. Durch das Opfern von Jambū-Früchten erlangt man den ersehnten Reichtum.

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P5-0331 · 32
Mit Bakula-Blüten entsteht unvergänglicher Ruhm. Mit Mango entsteht langes Leben; mit Campaka erlangt man Gold.

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P5-0332 · 33
Der Verständige soll ein Feueropfer mit Senf vollziehen, das Feinde vernichtet. Durch das Opfern von Bakula-Blättern vertreibt man die Feinde rasch.

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P5-0333 · 34
Durch ein Feueropfer mit Śālmalī-Blättern vernichtet man gewiss die Gegner. Durch ein Feueropfer mit Māṣa-Bohnen wird der Feind stumm, durch eines mit Akṣa-Früchten wird er wahnsinnig. [akṣa bezeichnet hier eine Pflanzengabe; ihre Art bleibt unbestimmt.]

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Nun Durgā. Durch ein Feueropfer mit Sesam unterwirft man Menschen und auch Könige. Der Mantrakundige soll weißen Senf opfern; er wird augenblicklich von Krankheiten frei.

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P5-0335 · 26
Durch das Opfern von Lotusblüten besiegt man Feinde; mit Dūrvā erlangt man Befriedung, mit Palāśa-Blüten Gedeihen und mit Getreide eine Fülle an Getreide.

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P5-0336 · 37
Ein Feueropfer mit Krähenfedern verbreitet Feindschaft unter Menschen. Durch ein Pfeffer-Feueropfer findet der Feind stets den Tod.

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P5-0337 · 38
Nun Sarasvatī. Man trinkt das mit ihrem Mantra besprochene Wasser und rezitiert täglich tausendmal. Binnen eines Jahres wird der Mantrakundige ein großer Dichter; daran besteht kein Zweifel.

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P5-0338 · 39
Man steht im Wasser bis zur Brust und meditiert täglich über die im Sonnenrund befindliche Göttin; das Mantra rezitiert man dreitausendmal. Innerhalb eines Maṇḍala-Zeitraums erlangt man Vollendung und unvergleichliche Redefähigkeit.

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P5-0339 · 40
Man opfert Palāśa- und Bilvablüten, mit süßen Stoffen besprengt, oder von diesen Bäumen stammende Brennhölzer. Man erlangt den Ruhm des Herrn der Rede.

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P5-0340 · 41
Durch das Opfern von Palāśa-Blüten erlangt man höchste Vollendung der Rede; ebenso mit Kadamba-Blüten. Mit Śrīphala-Früchten erlangt man bald Wohlstand, mit Kunda-Blüten [die Fülle] der Rede. Durch das Opfern von Nandyāvarta-Blüten wird man ein Liebling der Rede.

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P5-0341 · 42
Nun Lakṣmī. Man steht im Wasser bis zur Brust und rezitiert dieses Mantra. Der Mantrakundige rezitiert dreihunderttausendmal und meditiert über die Göttin im Sonnenrund. In kurzer Zeit wird er zur beständigen Wohnstätte Ramās.

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P5-0342 · 43
Man verehrt die Göttin unter einem Uttara-Nakṣatra mit Kränzen, Sandelholz und anderen Gaben und opfert dann tausend Nandyāvarta-Blüten. Am Vollmond opfert man Bilvafrüchte, in süße Stoffe getaucht, am fünften Mondtag helle Lotusblüten, freitags duftende oder andere helle Blüten. So [handelt] der Weitblickende jeden Monat. Binnen eines Jahres wird er stets zum Schatzhaus des Wohlstands. [Welches der Uttara-Nakṣatras gemeint ist, wird nicht eigens gesagt.]

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P5-0343 · 44
Wer täglich tausendacht Reiskörner opfert, bei dem entsteht schon bald gewiss großer Wohlstand.

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P5-0344 · 45
Man opfert tausendacht Hibiskusblüten, nimmt die Asche, verbindet sie mit Betelblattsaft und rezitiert darüber. Daraus trägt man ein Stirnzeichen auf; es bewirkt Unterwerfung aller. Nāgavallī bedeutet Betelblatt.

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P5-0345 · 46
Nun Gaṇeśa. Täglich soll man den Herrn der Scharen unermüdlich vierhundertvierundvierzigmal mit reinem Wasser erquicken. Noch vor Ablauf eines Maṇḍala-Zeitraums erlangt der Mensch das Gewünschte in größerem Maß.

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P5-0346 · 47
Ein Feueropfer mit Kokosnüssen am vierten Mondtag gewährt Wohlstand. Der Verständige beginnt am ersten Tag der hellen Monatshälfte und opfert täglich bis zum vierten Tag der Reihe nach Kokosnuss, Mehl aus geröstetem Getreide, gerösteten Reis und Sesam, jeweils vierhundertmal. Alle Lebewesen werden ihm untertan. [śaktu ist eine abweichende Lesart.]

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P5-0347 · 48
Ein Feueropfer mit Reis und Sesam am vierten Mondtag gewährt Wohlstand. Durch Lotus-Feueropfer [unterwirft man] Könige, durch schöne Utpala deren Gemahlinnen, durch Kumuda-Blüten Minister, durch vorzügliches Pippala-Brennholz Brahmanen, durch Udumbara[-Brennholz] Könige, durch Plakṣa Vaiśyas und durch Vaṭa Śūdras.

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P5-0348 · 49
Mit Honig entsteht Goldgewinn, mit Kuhmilch erlangt man Kühe. Durch ein Feueropfer mit geklärter Butter erlangt der Mensch großen Wohlstand. Mit [dayā: beschädigt, möglicherweise eine Milchproduktangabe] entsteht alle Fülle; mit Speisen wird man zum Herrn der Nahrung.

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P5-0349 · 50
Nun Sūrya. Nachdem man Bhāskara, der seinen Verehrern zugetan ist, regelgerecht verehrt hat, gibt man täglich oder an seinem bezeichneten Wochentag die Arghya-Gabe. Morgens zeichnet man ein Maṇḍala und verehrt den Pīṭha wie zuvor. Man stellt ein schönes Kupfergefäß auf, das einen Prastha Wasser fasst, und füllt es mit dem Mantra mit gutem Wasser. Safran, Rocanā, Senf, rotes Sandelholz, Kairava, Oleander, Hibiskus, Reis, Kuśa und Śyāmāka-Körner legt man in dieses Wasser. Man vergegenwärtigt sich die Einheit mit der Sonne und verehrt darin Bhāskara von der beschriebenen Gestalt mit seinen Gliedern. Der Ritualkundige [verehrt] vorschriftsgemäß mit Duftstoff, Blüten und Speisegabe, deckt [das Gefäß] zu und rezitiert das Mantra genau hundertachtmal.

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P5-0350 · 50-ka
Man verehrt nochmals mit Duftstoffen und anderen Gaben, kniet auf die Erde, hebt [das Gefäß] bis zum Haupt und richtet den Blick auf die Sonne mit ihren Umkreisgottheiten am Himmel. In Einheit rezitiert man das Wurzelmantra und gibt dem Herrn des Tages mit heiterem innerem Geist die Arghya-Gabe. Man gibt eine Handvoll Blüten und rezitiert nochmals hundertachtmal. Die Sonne nimmt den Arghya-Nektar mit ihren eigenen Strahlen auf; dadurch gesättigt gewährt das Tagesjuwel ihm seine Wünsche. [dayādarghyaṃ ist eine beschädigte Lesart.]

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P5-0351 · 51
Diese Arghya-Darbringung mehrt bei Menschen Leben und Gesundheit. Sie gewährt Reichtum, Getreide, Vieh, Felder, Söhne, Freunde und Ehepartner; Glanz, Kraft, Ruhm, Schönheit, Wissen, Wohlstand und Glück.

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P5-0352 · 52
Nun Śrī Rāma. Ein Mensch soll Jātī-Blüten opfern, um Indirā [Lakṣmī] zu erlangen; er soll Jātī-Blüten opfern, die mit Sandelholzwasser besprengt sind. Zur Unterwerfung von Königen [opfert er] Lotusblüten, zur Fülle an Reichtum, Getreide und Ähnlichem [ebenfalls Lotus; der Satzanschluss ist uneindeutig]. Durch ein Feueropfer mit blauem Utpala unterwirft man die ganze Welt.

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P5-0353 · 53
Ein Mensch soll Bilvablüten opfern, um Indirā zu erlangen. Durch ein Dūrvā-Feueropfer wird der Mantrakundige langlebig und frei von Krankheit.

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P5-0354 · 54
Durch das Opfern roten Utpala erlangt der Mantrakundige den gewünschten Reichtum. Wer Einsicht wünscht, soll frische Palāśa-Blüten opfern.

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P5-0355 · 55
Man trinkt Wasser, über dem dieses [Mantra] rezitiert wurde, und wird binnen eines Jahres Dichter. Man isst Speise, über der dieses Mantra gesprochen wurde, und erlangt große Gesundheit.

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P5-0356 · 56
Nun Śrī Kṛṣṇa. „Nun werde ich die Anwendungen erklären, die beiden Mantras gemeinsam sind. Durch sie wird der vorzügliche Sādhaka in den drei Welten verehrt.“

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P5-0357 · 57
„Ich verehre den Sohn Devakīs, von der Farbe einer frisch entstandenen Regenwolke, mit Muschelhorn, Diskus, Keule und Lotus, der den Waldblumenkranz trägt.“ So meditiert man über ihn und rezitiert das vorzügliche Mantra hunderttausendmal während des Brahma-Muhūrta. Man erlangt höchste Einsicht und wird der Erste unter den Dichtern.

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P5-0358 · 58
Oder man vergegenwärtigt ihn sich kristallgleich, mit Schreibgerät und Buch, und rezitiert das Wurzelmantra hunderttausendmal während des Brahma-Muhūrta. Durch die Rezitation wird der Mantrakundige zum Kenner der drei Zeiten und Bṛhaspati gleich. [dhāriṇīm steht feminin, während der Anschluss taṃ maskulin ist; die Abweichung bleibt vermerkt.]

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P5-0359 · 59
Während des Brahma-Muhūrta meditiert man über den Knaben, der umherzieht und die Kühe weidet. Durch das Rezitieren des vorzüglichen Mantras wird der Kundige zum Kenner des Sinnes aller Lehrwerke, bewandert im Sinn aller Veden und gewiss erkenntnisreich.

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P5-0360 · 60
[Man meditiert über ihn,] wie er in Nandas Hof umhergeht, vom vielen Staub grau gefärbt, durch eine Schar glänzender Edelsteine erstrahlend und eifrig auf Yaśodās Blick bedacht. So meditiert man und rezitiert das vorzügliche Mantra unter Einhaltung der Regeln. Was wird durch hunderttausend Rezitationen für ihn auf Erden nicht vollendet?

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P5-0361 · 61
Jeden Morgen trinkt man Wasser, über dem man hundertachtmal rezitiert hat. Selbst ein ganz Stummer, ein Mensch von schlechtem Wesen oder einer, der stumpf wie ein Stein ist, wird durch das Trinken dieses Wassers dem Herrn der Rede selbst gleich. Daran besteht kein Zweifel: wahr, wahr, und nicht anders.

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P5-0362 · 62
Man meditiert über ihn, wie er mit den Füßen den Wagen fortgeschleudert hat und wie ein gewöhnliches [Kind] weint, und rezitiert hunderttausendmal. So wird man gewiss von Nöten frei. [padmyāṃ ist beschädigt; der Bezug auf die Füße ist eine gekennzeichnete Kontextlesung.]

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P5-0363 · 63
Er hat keine Furcht vor einem Feind, einem König oder Räubern. Für ihn besteht niemals Angst, o du von guten Gelübden.

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P5-0364 · 64
Man verehrt Kṛṣṇa, der stets seinem Tun hingegeben ist, mit Waldblüten. Alle Brahmanen werden untertan; daran besteht kein Zweifel.

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P5-0365 · 65
Man vergegenwärtigt ihn im Gewand eines Kuhhirten und verehrt ihn mit Jātī-Blüten. Könige werden untertan; darüber soll kein Zweifel bestehen.

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P5-0366 · 66
Mit Tamāla-Blüten werden Vaiśyas untertan.

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P5-0367 · 67
Mit blauem Utpala [werden] Śūdras [untertan]; man verehrt Kṛṣṇa einen Monat lang. Man opfert rote Blüten, vermischt mit Sesam und Reis, rezitiert das Mantra achttausendmal und trägt die Asche auf. Auf seiner Stirn getragen, macht sie alle untertan.

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P5-0368 · 68
Durch diesen [so versehenen] Körper werden Könige untertan; Frauen werden hier untertan, ebenso Söhne und Minister in jeder Hinsicht.

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P5-0369 · 68
Wer heiraten möchte, rezitiert einen Monat lang das Mantra achttausendmal und meditiert über Kṛṣṇa, der in Vraja in der Mitte des Rāsa-Kreises steht. Er heiratet ein Mädchen von schönen Gliedern, strahlend mit allen guten Eigenschaften. Man vergegenwärtigt sich Hari, den ein Zweimalgeborener mit „Schütze, schütze meinen Sohn!“ gebeten hatte und der den geraubten Sohn zurückbrachte und ihm übergab.

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P5-0370 · 70
Wer einen Sohn wünscht, erhält binnen eines einzigen Monats einen schönen Sohn, langlebig und mit ungehinderter Stärke und Tatkraft versehen.

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P5-0371 · 71
Ein Mädchen verehrt Kṛṣṇa mit Kunda-Blüten, meditiert über ihn und rezitiert das Mantra zwei Monate lang achttausendmal. Es erlangt den ersehnten Gatten und erfreut sich lange [mit ihm].

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P5-0372 · 72
Man berührt Augenschminke, Blüten, Gewand, Betel, Sandelholz und auch andere Gegenstände des Gebrauchs und rezitiert das Mantra hundertmal. Wem immer sie gegeben werden, der wird bald wie ein Diener untertan.

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P5-0373 · 73
Auf eben diese Weise werden Frauen untertan, o bester Weiser. Durch dieselbe Vorschrift unterwirft eine Frau einen Mann.

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P5-0374 · 74
Wer Nahrung und andere Versorgung wünscht, opfert tausendacht Śrī-Blüten, mit weißen Reiskörnern vermischt; so wird er mit Nahrung versehen.

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P5-0375 · 76
Wer Ruhm wünscht, meditiert über ihn als Träger der Allgestalt und rezitiert hundertachtmal. Mit gesammeltem Geist erlangt der Mantrakundige Ruhm. Wer durch Bhūtas, Totengeister, Piśācas und Grahas wie Skanda bedrängt wird, meditiert über ihn als den, der an Pūtanās Brust trinkt, und rezitiert das Mantra hundertmal.

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P5-0376 · 77
Die bösen Grahas verschwinden und fliehen hierhin und dorthin. Bei einem Schlangenbiss und einem Biss von Mäusen oder anderen Tieren soll der Mensch Kṛṣṇa als Bezwinger Kāliyas vergegenwärtigen und rezitieren. Mit dem Hūṃ-Laut, drohend, soll er das schreckliche Gift vernichten. [tarjayantaṃ lässt die genaue grammatische Beziehung offen.]

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P5-0377 · 78
Hier erkläre ich auch ein anderes Mantra, das mit dem Bīja beginnt. Höre wahrheitsgemäß: „Er vollführt einen göttlichen Tanz inmitten der Haube Kāliyas. Ich verneige mich vor dem Sohn Devakīs, dem König des Tanzes, dem Unerschütterlichen.“

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P5-0378 · 79
Ein Fieberkranker soll als Mantrakundiger verehren und achthundertmal rezitieren. Er meditiert über Kṛṣṇa, der vom Fieber [als personifizierter Gottheit] gepriesen wird, mit Bala und Pradyumna zusammen, Bāṇas Stadt verbrennend und auf Garuḍa sitzend, [najajvareṇa saṃpiṣṭam: Fieberbezeichnung und Bezug beschädigt]. So vernichtet er [das Fieber] augenblicklich. Śītalā, Gelbsucht und ähnliche Leiden, viertägiges Fieber, Milzleiden, Bauchgeschwülste, [ṣakṛdvāyu: beschädigte Leidenbezeichnung] und die Furcht vor Anfallsleiden vernichtet der Mantrakundige allein durch seinen Blick; daran besteht kein Zweifel. [Die medizinischen Aussagen sind Angaben der Quelle.]

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P5-0379 · 80
Man meditiert über Kṛṣṇa, dessen Füße von den Kuhhirten verehrt werden und der mit der Flöte dasteht, und rezitiert das Mantra. Binnen eines Monats wird man Besitzer von Vieh. Wer beabsichtigt, Hauspriester eines Königs zu werden, opfert mit Honig benetzte weiße Blüten und erlangt dies innerhalb eines Maṇḍala-Zeitraums. Danach erlangt er große Herrlichkeit und wird gewiss weltbekannt.

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P5-0380 · 81
Wenn schreckliche Stürme, Regen und Ähnliches Furcht hervorrufen, meditiert der Mensch über Kṛṣṇa als Träger des Govardhana und rezitiert das Mantra. Die Furcht verschwindet rasch; darüber soll kein Zweifel bestehen.

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P5-0381 · 82
Wer Regen wünscht, vergegenwärtigt Kṛṣṇa in Vṛndāvana und rezitiert achttausendmal; zweifellos erlangt er Regen. So meditiert man geistig und zieht während der Regenzeit Regen herbei.

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P5-0382 · 83
Man meditiert so an einem Wasserbecken und rezitiert achttausendmal. Selbst außerhalb der Jahreszeit entsteht großer Regen; daran besteht kein Zweifel.

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P5-0383 · 84
Wer Gesang wünscht, vergegenwärtigt Kṛṣṇa, der mit der Flöte singt, und opfert achthundert Gaben geklärter Butter. Er singt mit den Kinnaras.

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P5-0384 · 85
Wer Sieg wünscht, rezitiert und meditiert über Acyuta, wie er den Wunschbaum fortträgt, von den Gottheiten gepriesen und auf Garuḍa reitend. Der Beherrschte opfert tausendacht Brennhölzer aus rotem Oleander; der Feind wird unmittelbar besiegt. Bei Furcht vor Königen und anderen, bei Gefahr oder in einer schwierigen Versammlung opfert man zehntausendmal und vernichtet [die Gefahr] gewiss augenblicklich. [durgasaṃsadi ist im genauen Bezug unsicher.]

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P5-0385 · 86
Man opfert tausendacht blaue Utpala-Blüten und ähnliche Gaben. Man meditiert über Hari inmitten Dvārakās, mit Schätzen wie Śaṅkha versehen, und opfert Reis und Dūrvā, um Befriedung herbeizuführen.

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P5-0386 · 87
Man vergegenwärtigt Janārdana als den Gopāla mit dem Waldblumenkranz, der an der Wurzel eines Kadamba singt und mit Kadamba-Blüten geschmückt ist. Man opfert tausendacht Apāmārga-Blätter, unterwirft alle Welten und wird rasch erkenntnisreich.

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P5-0387 · 88
Am Königstor, in einer Versammlung oder in einem Rechtsstreit rezitiert der Mantrakundige zuerst hundertachtmal und spricht dann sein Wort. Durch genau diese Vorschrift wird er überall siegreich.

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P5-0388 · 89
Wer Befreiung wünscht, meditiert über den unvergänglichen Lotusäugigen, Kṛṣṇa, den von Sanaka und den übrigen gepriesenen Herrn im weißen Gewand, mit Muschelhorn und Diskus. Der Mensch rezitiert das Mantra hunderttausendmal, umschlossen von Tārā [Oṃ], regelgerecht an einem gewählten Ort. Er verehrt Kṛṣṇa im Diskus-Lotus-Maṇḍala und entfaltet Hingabe. Sogleich wird er vom Ozean des Saṃsāra frei; daran besteht kein Zweifel.

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P5-0389 · 90
Nun Dadhivāmana. Man opfert tausendmal Milchreis und erlangt Wohlstand. Durch Getreide-Feueropfer erlangt man Getreide. Ein Feueropfer mit tausend Samen von Śatapuṣpa vernichtet Furcht.

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P5-0390 · 91
Durch das Opfern von reinem Reis mit Dickmilch wird man aus schlechter Lage frei. Man gedenkt der Trivikrama-Gestalt und rezitiert das Mantra mit ungeteilter Aufmerksamkeit. Sogleich wird man aus Fesseln frei; darüber soll kein Zweifel bestehen.

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P5-0391 · 92
Nun Hayagrīva. Ein Feueropfer mit Bilvafrüchten gilt als Wohlstand spendend. Wer unvergängliche Pracht der Rede wünscht, soll Kunda-Blüten opfern. Geklärte Butter, mit Brahmī-Säften gekocht und mit diesem Mantra besprochen, bringt den Menschen ungehindert sich entfaltende Dichtkunst. Jeden Morgen soll man Vacā essen, über der dieses Mantra gesprochen wurde. Bald wird man zum Erklärer aller Veden, Āgamas und weiterer Schriften.

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P5-0392 · 93
Nun Nṛsiṃha. In einem mit Bilvaholz entzündeten Feuer soll der Mantrakundige tausend Blüten opfern und erlangt Wohlstand; oder [er opfert] Bilvablätter. Śrīpuṣpa bedeutet Gewürznelkenblüte. [Der erläuternde Satz gehört zur Vorlage.]

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P5-0393 · 94
Ebenso [opfert man Bilva-]Blüten oder Früchte; durch ein Dūrvā-Feueropfer [erlangt man] Gesundheit. Nach einem nächtlichen bösen Traum soll man baden und das Mantra hundertmal rezitieren. Danach bleibt der Mantrakundige [zunächst] wach; ihm entsteht ein guter Traum.

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P5-0394 · 95
In einem großen Wald voller Furcht vor Tigern, Räubern, Wildtieren und Ähnlichem sowie in anderen Gefahren schützt dieses rezitierte Mantra den Mantrakundigen. Asche, die damit besprochen ist, vernichtet durch die Macht dieses Mantras bald Gift, Grahas und große Schlangen.

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P5-0395 · 96
Bei schrecklichem Schadzauber, Wahnsinn, großem Unheil und großer Furcht rezitiert man das Mantra und gedenkt seiner. Der Mensch wird von Leid frei.

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P5-0396 · 97
Man vergegenwärtigt sich selbst als den mächtigen Herrn in Löwengestalt, überaus furchtbar, durch Krallen und Fangzähne äußerst schrecklich. Dann meditiert man über den Feind als Jungtier, ergreift ihn am Hals und schleudert ihn rasch in die Himmelsrichtungen. So entsteht für den Feind die Vertreibung von Sohn, Freund, Ehepartner und den übrigen [Angehörigen]. [Der genaue Genitivbezug des letzten Satzes bleibt offen.]

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P5-0397 · 98
Man setzt zuerst an die Stelle des Wortes „mṛtyu“ den Namen der betreffenden Person, vergegenwärtigt sich selbst als Hari und den Feind als von scharfen Krallen, Fangzähnen und Ähnlichem gefressen. Täglich rezitiert man unermüdlich hundertachtmal. Noch vor Ende eines Maṇḍala-Zeitraums wird das Heer des Feindes abgewehrt.

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P5-0398 · 99
In einem mit Vibhītaka-Holz entzündeten Feuer verehrt man den Gott Nṛhari mit Blüten und anderen Gaben und vergegenwärtigt ihn als Zermalmer der Feinde. Man opfert einzeln tausend samt der Wurzel abgeschnittene Śara-Halme. Man rezitiert, als fresse man den Feind, und wirft [die Gaben] hinein, als durchbohre man ihn. Der Mantrakundige vollzieht dies sieben Tage und lässt das gewünschte Heer des Königs unter einem günstigen Aszendenten aufbrechen, um das fremde Reich zu besiegen. Er vergegenwärtigt Nṛhari vor dem Heer, wie er die Feindesschar vernichtet, und vollzieht die Anwendung, bis das Heer zurückkehrt, nachdem es sämtliche Feinde besiegt hat, mit Heldenglück und Wohlergehen. Der siegreich zurückgekehrte König soll den Mantrakundigen mit Dörfern, Feldern, Reichtum und anderen Gütern aus erfreutem Geist reichlich zufriedenstellen. Wird der Mantrakundige nicht zufriedengestellt, entsteht für den König Unheil. [samūlalunaiḥ und agatta sind beschädigte Lesarten.]

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P5-0399 · 100
Nun Varāha. Wenn die Sonne im Löwen steht, legt man am achten Tag der hellen Monatshälfte einen weißen Stein in die fünf Kuhsubstanzen, berührt ihn und rezitiert zehntausendmal. Man wendet sich nach Norden und vergräbt den Stein in der Erde. So vernichtet man die von Feinden, Räubern und großen Bhūtas verursachte Behinderung. [kṛtvāṃvādhāṃ ist beschädigt.]

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P5-0400 · 1
Dienstags bei Sonnenaufgang holt man vom betreffenden Feld Erde, während man das Mantra rezitiert, und teilt sie in drei Teile. Mit einem bestreicht man den Herd, mit einem anderen das Kochgefäß; den übrigen rührt man in Kuhmilch und gibt gereinigte Reiskörner hinein. Auf gereinigtem Feuer kocht der Mantrakundige den Caru-Opferbrei richtig, während er das Mantra rezitiert. Dann nimmt er den Caru herunter, verehrt regelgerecht den Gott im Feuer mit Räucherwerk, Lampe und weiteren Gaben und opfert den in geklärte Butter getauchten Caru hundertachtmal in das entzündete Feuer. So opfert man an sieben Dienstagen zur Sicherung des Feldes.

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P5-0401 · 2
Freitags am Morgen nimmt man Erde vom betreffenden Grund und bereitet [harirāpādya: Wortlaut beschädigt]. Der Verständige opfert wie zuvor. Die Auseinandersetzung um das Feld verschwindet samt den Störungen durch Räuber und Ähnliches.

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P5-0402 · 3
Mit vorzüglichen Brennhölzern vom Rājavṛkṣa opfert man dreitausendmal unter Verwendung dieses Mantras; alle Güter werden ihm zuteil. Der Mantrakundige opfert täglich hundertacht Reiskörner. Durch die Fülle der Getreidevorräte erstrahlt sein Haus. Ebenso oft opfert er geklärte Butter und erlangt innerhalb eines Maṇḍala-Zeitraums Gold. [nitmam ist beschädigt.]

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P5-0403 · 4
Nun Mṛtyuñjaya. Der Mantrakundige, der seine Sinne bezwungen hat, soll einen Monat lang regelgerecht tausend Sudhā-Stücke, mit Milch benetzt, im verehrten Feuer opfern. Sudhā-Stück bedeutet Guḍūcī. Der dadurch erfreute Śaṅkara, dessen Gestalt von Nektar überflutet ist, mehrt Leben, Gesundheit, Wohlstand, Ruhm und Söhne. [śaraṅkaḥ ist eine beschädigte Lesart.]

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P5-0404 · 5
Sudhā, Vaṭa, Sesam, Dūrvā, Milch, geklärte Butter und Milchopferspeise: Mit diesen sieben genannten Substanzen soll man sieben Tage lang opfern, der Reihe nach täglich unermüdlich tausendachtmal. Täglich soll man mehr als sieben Zweimalgeborene mit süßen Speisen bewirten. Der Mantrakundige soll die Zahl der Opfertage dem Leiden entsprechend erhöhen. Dem Lehrer gibt man als Ehrengabe rötliche, milchreiche Kühe. Danach verehrt man den Lehrer mit Reichtum und weiteren Gaben, mit der Auffassung, dass er Gottheit ist. Durch diese Vorschrift wird die betreffende Person von Kṛtyā-Schadzauber, feindlichen Angriffen und anderem frei und lebt sehr lange, volle hundert Jahre.

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P5-0405 · 6
Bei Schadzauber, schwerem Fieber, schrecklichem Wahnsinn, Kopfkrankheit, unheilbarer Krankheit, Giftleiden, Verwirrung, Brennen und großer Furcht gilt dieses Feueropfer als Befriedung und alle Fülle spendend. Mit diesen Substanzen soll man an den drei Geburts[tagen beziehungsweise Nakṣatra-Terminen; trijanmasu ist hier nicht eindeutig] regelgerecht opfern. Man bewirtet im Veda bewanderte Brahmanen mit süßen Speisen. Man erlangt langes Leben und den gewünschten Wohlstand.

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P5-0406 · 7
Der Kundige soll täglich elf Dūrvā-Gaben ins Feuer opfern. So überwindet er vorzeitigen Tod und mehrt Leben und Gesundheit.

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P5-0407 · 8
Ein an den drei Geburts[terminen] vollzogenes Feueropfer mit vorzüglichen Brennhölzern von Sudhā-Ranke, Kāśmīra und Bakula beseitigt alle Todesgefahr und Krankheit. [Die genaue Zeitbestimmung trijanmaṣu bleibt unsicher.]

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P5-0408 · 9
Ein Feueropfer mit weißem Senf vernichtet schweres Fieber. Ein Feueropfer mit Apāmārga-Brennholz beseitigt alle Krankheit.

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P5-0409 · 10
Nun Dakṣiṇāmūrti. Von Almosenspeise lebend und mit bezwungenen Sinnen rezitiert man dieses Mantra einen Monat lang täglich tausendachtmal und erlangt höchste Pracht der Rede. Der vorzügliche Sādhaka trinkt täglich Wasser, über dem dieses Mantra dreimal gesprochen wurde, und meditiert über Dakṣiṇāmūrti. Binnen eines Jahres erlangt er die Fähigkeit, Lehrwerke zu erklären.

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P5-0410 · 11
Geklärte Butter wird mit Brahmī-Saft und einer duftenden Paste aus Brahmī, Steinsalz, weißem Senf, Vacā, Kuṣṭha, Kaṇa und Utpala gekocht, mit diesem Mantra zehntausendmal besprochen und sorgfältig zur Wirksamkeit gebracht. Getrunken, gewährt sie Dichtkunst, Schönheit, Kraft, Leben, Wohlstand und Festigkeit.

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P5-0411 · 12
Nun Bhairavī. Man opfert hunderttausend oder mehr makellose rötliche Lotusblüten, die in süße Stoffe getaucht sind, und bewirtet täglich Zweimalgeborene. Schöne junge Frauen soll man mit der Auffassung erfreuen, dass sie Gottheit sind. Am Ende des Feueropfers stellt man den eigenen Lehrer mit Reichtum, Getreide und anderen Gaben zufrieden. Ist dies getan, wird [der Sādhaka] zum Unterwerfer der Welt und zur Wohnstätte Ramās.

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P5-0412 · 13
Durch ein Feueropfer mit rotem Utpala, mit den drei süßen Stoffen benetzt, oder mit roten Oleanderblüten und mit Milchreis samt geklärter Butter unterwirft man die Welt.

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P5-0413 · 14
Durch das Opfern von Palāśa-Blüten erlangt der Mantrakundige Vollendung der Rede. Der Verständige soll Guggulu, mit Kampfer und Aloeholz versehen, opfern; so erlangt er göttliche Erkenntnis und wird dadurch Dichter. Ein Feueropfer mit Amṛtā-Stücken, mit Milch benetzt, überwindet jede vorzeitige Todesgefahr. Drei Tage lang ein Feueropfer mit milchbenetzter Dūrvā dient langem Leben. Mit Girikarṇī-Blüten unterwirft man gewiss Brahmanen.

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P5-0414 · 15
Mit Kahlāra-Blüten [unterwirft man] Könige, mit Karṇikāra-Blüten deren Gemahlinnen; durch das Opfern von Mālatī-Blüten unterwirft man deren Söhne.

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P5-0415 · 16
Mit Koraṇṭa-Blüten [unterwirft man] Vaiśyas, mit Pāṭala-Blüten Śūdras. Der Mantrakundige spricht das Mantra, das in seiner vorwärts und rückwärts verlaufenden Form den Namen der betreffenden Person einschließt, und opfert Senf, in süße Stoffe eingerührt und mit scharfen Stoffen vermischt. So unterwirft er Könige augenblicklich.

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P5-0416 · 17
Nach genau derselben Vorschrift [unterwirft man] auch dessen Gemahlin und Söhne. Durch ein Feueropfer mit Jātī, Bilvafrüchten und Blüten, mit den drei süßen Stoffen versehen, unterwirft man gewiss Männer, Frauen und Könige. [Die Reihung der Pflanzen und Früchte ist syntaktisch uneindeutig.]

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P5-0417 · 19
Der Mantrakundige opfert Mālatī- und Bakula-Blüten, mit Sandelholz vermischt, und erlangt binnen eines Jahres Dichtkunst. Er opfert Bilvafrüchte mit den drei süßen Stoffen, unterwirft die Menschen und erlangt den gewünschten Wohlstand. Wer Pāṭala-, Kunda-, Utpala-, Nāga- und Campaka-Blüten, aufgeblühten Nandyāvarta und Kṛtamāla opfert, übertrifft binnen eines Jahres Könige an Wohlstand. [nāgacampaka kann auch eine zusammenhängende Pflanzenbezeichnung sein.]

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P5-0418 · 20
Man opfert Reis mit geklärter Butter und wird reich an Nahrung. Der Beherrschte opfert Kampfer mit Moschus und Safran und erlangt sogleich eine Schönheit, die Kandarpa übertrifft.

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P5-0419 · 21
Der Mantrakundige opfert gerösteten Reis, in Dickmilch, Milch und geklärte Butter getaucht. Er überwindet sämtliche Krankheiten und lebt hundert Jahre.

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P5-0420 · 22
Zwei Teile Sandelholz, einen Teil Safranfäden und einen Teil Gorocanā: Diese drei zerreibt man mit kaltem Wasser und trägt ein Stirnzeichen auf. Wen er sieht, wer ihn sieht, wen er berührt oder wer ihn berührt – diese werden ihm bald untertan.

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P5-0421 · 23
Kampfer und Kapicora setzt man zu gleichen Teilen an; vier Teile Jaṭāmāṃsī und ebenso viel Rocanā, sieben Teile Safran, [vibhāgaṃ: Zahl beschädigt] Sandelholz und neun Teile Aloeholz, nach dieser Teileordnung. All dies lässt man von einem Mädchen mit kaltem Wasser zerreiben und bringt es gut zur Wirksamkeit. Man nimmt es und trägt ein Stirnzeichen auf. Allein durch den Anblick unterwirft man Könige und Menschen, Frauen voller Stolz und Erregung, brünstige Elefanten, Löwen, Tiger und große Tiere, Bhūtas, Vetālas und Rākṣasas. Darüber soll kein Zweifel bestehen. [Kapicora ist eine nicht näher erläuterte Duftstoffbezeichnung.]

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P5-0422 · 24
Nun Sundarī. Im Jñānārṇava: „Mit Mallikā-, Mālatī- und Jātī-Blüten, mit Honig vermischt und reich an geklärter Butter, soll man opfern, o Göttin. So entsteht Herrschaft über die Rede, selbst bei einem Stummen, einem Törichten oder einem stumpf wie Stein Gewordenen, und nicht anders.“

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P5-0423 · 25
Durch das Opfern von Hibiskusblüten, mit geklärter Butter benetzt, und ebenso behandelten Oleanderblüten betört der Mantrakundige die Bewohner der drei Welten.

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P5-0424 · 26
Durch das Opfern von Kampfer und Safran, mit Moschus vermischt, o Göttin, wird Madana vom Mantrakundigen übertroffen: an Glück, Anmut und auch Fähigkeit, o du von guten Gelübden.

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P5-0425 · 27
Durch das Opfern von Campaka und Pāṭala erlangt der Mantrakundige großen, [prollasitāmbarām: Attribut beschädigt] Wohlstand und stellt diese Welt still.

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P5-0426 · 28
Dann opfert man Sandelholz, Guggulu, Candra [wohl Kampfer] und Aloeholz. Man bringt die Frauen der Schlangenkönige, Asuras und Götter unter seine Gewalt.

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P5-0427 · 29
Alle Menschen werden ihm gewiss untertan; daran besteht kein Zweifel. Wer von Armut und Furcht bedrängt ist, erlangt durch hunderttausend Feueropfergaben ein Reich. Durch das Opfern von [pala: Gabenbezeichnung beschädigt] und den drei süßen Stoffen befriedet man eine schwierige Lage, o Göttin. Nachts opfert man blutbenetztes Ziegenfleisch, versehen mit den drei süßen Stoffen, nach der vom Lehrer angegebenen Vorschrift; man bringt das fremde Reich und seine große Festung ganz unter die eigene Gewalt. [durgopaśamanaṃ kann sich auf Not oder auf eine Festung beziehen.]

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P5-0428 · 30
Opfert man Kuhmilch, Honig, Dickmilch und geklärte Butter einzeln, o Schönangesichtige, entstehen für die Menschen Leben, Kraft, Gesundheit und Fülle.

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P5-0429 · 31
Der Reihe nach, o Berggeborene: Mit Milch und Honig [bewirkt man] die Vernichtung des Todes; durch ein Feueropfer mit Dickmilch und Honig erlangt man Glück und Reichtum.

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P5-0430 · 32
Mit Zucker allein bewirkt das Feueropfer die Stillstellung eines Feindes. Ein Feueropfer mit Dickmilch, Honig, Milch und geröstetem Reis, o von Helden Verehrte, vernichtet [die verderbliche] Zeit, Krankheit und Tod; daran besteht kein Zweifel.

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P5-0431 · 33
Ein Feueropfer mit rötlichen Lotusblüten gewährt wahrhaft Fülle. Mit rotem Utpala wird die Welt untertan, und Könige werden augenblicklich unterworfen.

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P5-0432 · 34
Mit blauem Utpala werden überaus Bösartige untertan, und nicht anders. Durch das Opfern von weißem Utpala erlangt man Wohlstand und Rede, o Geliebte.

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P5-0433 · 36
Ferner: Man verehrt die Gebetskette mit Sandelholz und stützt sich auf sie; stets rein rezitiert man die Vidyā hunderttausendmal. Frauen verwirren dann gewiss seinen Geist. Darauf soll der vorzügliche Sādhaka die zweite Hunderttausendzahl rezitieren. Die Töchter der Schlangenkönige in der Unterwelt erregen ihn; mit ihrem bloßen Seitenblick betören sie den Sādhaka. Dann soll der Sādhaka festen Geistes dreihunderttausend [Rezitationen beziehungsweise die dritte Hunderttausendzahl] vollziehen. Wenn die dritte Hunderttausendzahl rezitiert ist, verwirren ihn die Götterfrauen … [Der Text wechselt zwischen kumulativer und stufenweiser Zahlformulierung.]

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P5-0434 · 37
… durch ihren Stolz, der den Rausch ihrer Schönheit und ihres Glücks hervorruft. Sie verwirren den Sādhaka; dort [bleibt] er festen Geistes.

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P5-0435 · 38
Dann [vollzieht er] die dreihunderttausend, welche alle Vergehen abschneiden, richtig. Wenn auf diese Weise dreihunderttausend rezitiert sind, betört der Sādhaka mit gefestigtem Geist die Bewohner der Himmelswelt und der Erdenwelt. Männer, Frauen und selbst Bewegliches und Unbewegliches werden untertan, o Geliebte.

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P5-0436 · 39
Mit Gorocanā und weiteren Substanzen zeichnet man den König der Cakras und in seiner Mitte ein vorzügliches Bild einer überaus schönen, reizenden [Frau], strahlend, mit ihrem Namen und den eingeschobenen großen Bījas. Dann meditiert man über die Göttin. Selbst aus tausend Yojana Entfernung, o Herrin der Götter, kommt eine nie zuvor gesehene, nur vom Hörensagen bekannte und schwer erreichbare Königstochter oder Gemahlin, frei von Furcht und Scham, ganz zum Sādhaka, vom Mantra betört, o Geliebte. [Die Grammatik zwischen Bild, Göttin und betreffender Frau ist stellenweise beschädigt.]

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P5-0437 · 40
Der Sādhaka befindet sich in der Mitte des Cakras und vergegenwärtigt sich selbst stets rötlich, dem Glanz von tausend aufgehenden Sonnen gleich. Auch die betreffende Person vergegenwärtigt er sich als rötlich geworden, o höchste Herrin. Durch diese Reihenfolge besitzt er selbst Kandarpas Gestalt, ist mit allem Glück begünstigt und unterwirft alle Menschen. Wer das Cakra mit allen roten Darbringungen und einer von Mudrās begleiteten Gestalt verehrt, der macht denjenigen, dessen Name eingefügt ist, zu einem Diener, o Göttin, auch einen Reichen oder König. Der Kundige setzt den Namen einer Frau, auch einer nie gesehenen, in die Cakramitte und hält die Yoni-Mudrā, o Maheśānī. Er zieht rasch mit Gewalt eine Yakṣiṇī, Königstochter, Nāga-Tochter, Apsaras, Khecarī, Götterfrau, göttlich schöne Vidyādharī, Tochter eines Ṛṣi oder Frau eines Feindes herbei, deren [sthalajjaghanamaṇḍalām: Beschreibung des Unterleibs beschädigt] von der durch Begehren entstandenen Glut ergriffen ist, deren Inneres von Kāmas Pfeilen durchbohrt ist und deren Augen unstet sind.

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P5-0438 · 41
Durch die Meditation über die große Kāmakalā, o von den Göttern Verehrte, erregt man die Frauen im Himmel, auf der Erde und in der Unterwelt.

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P5-0439 · 42
Einen Teil Rocanā, einen Teil Safran und zwei Teile Sandelholz, o Göttin, zerreibt man gleichmäßig miteinander und bereitet ein Stirnzeichen, das die drei Welten unterwirft. Man bespricht es mit hundertacht Rezitationen der Vidyā und unterwirft einen König, eine Stadt oder ein Dorf. Was immer der Mantrakundige damit sieht, o höchste Herrin, all dies wird ihm untertan.

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P5-0440 · 43
Betel, Räucherwerk, Wasser, Blätter, Blüten, Früchte, Dickmilch, Milch, Pulver, Gewand, Kampfer, Moschus, Safran, Gewürznelken, Muskatblüte und überhaupt jeden Gegenstand, o höchste Herrin: Nachdem man hundertachtmal rezitiert hat, gibt man ihn einem Menschen; wem man ihn gibt, der wird untertan, o Göttin. Darüber soll kein Zweifel bestehen. [jalambā ist eine beschädigte Lesart.]

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P5-0441 · 44
Alle Frauen werden untertan und zu Dienerinnen. Dies wurde als gewaltsames Heranziehen erklärt; es verhält sich nicht anders.

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P5-0442 · 45
Nun erkläre ich, o Maheśānī, die Vernichtung schwerer Vergehen. Man verehrt Śivā, o Göttin, mit duftenden Blüten, Geliebte. Selbst wer von schweren Vergehen erfüllt ist, wird augenblicklich zum Vernichter der Vergehen.

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P5-0443 · 46
Mit Śamī, Dūrvā-Sprossen, Aśvattha-Trieben oder Arka[-Trieben] vernichtet der Mensch binnen eines Monats die Befleckung aus sieben Geburten.

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P5-0444 · 47
Wer, im Yoga mit den Mudrās verbunden, mit der zuvor vollständig erklärten Meditation hunderttausendmal rezitiert, wird von schweren Vergehen frei.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0445 · 48
Mit zweihunderttausend vernichtet man selbst die in sieben Geburten begangenen Vergehen, vor allem die schweren. Daran besteht kein Zweifel.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0446 · 49
Nachdem man dann zweihunderttausend rezitiert hat, o Herrin des Kula, vernichtet man Millionen schwerer Vergehen; daran besteht kein Zweifel. [Die Zahl zweihunderttausend wiederholt sich gegenüber dem vorherigen Vers; sie wird nicht verändert.]

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0447 · 50
Durch vierhunderttausend Rezitationen wird man, o Göttin, ein großer Herr der Rede; durch fünfhunderttausend wie Kubera, o Herrin der Götter. Daran besteht kein Zweifel.

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P5-0448 · 51
Schon durch sechshunderttausend Rezitationen wird man ein großer Vidyādhara. Durch siebenhunderttausend Rezitationen tritt der Mantrakundige in Gemeinschaft mit Khecarīs.

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P5-0449 · 52
Durch achthunderttausend Rezitationen wird der Mantrakundige, der Mensch, von Göttern verehrt. Er wird zum Herrn der acht Vollendungen, beginnend mit Aṇimā, o Geliebte. Könige und besonders Frauen werden ihm untertan.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0450 · 53
Man rezitiert Tripurasundarī neunhunderttausendmal. Er ist unmittelbar selbst Rudras Gestalt und der Vollbringer; daran besteht kein Zweifel. Von allen verehrt, stets in Wohlergehen und mit allem Glück ausgestattet wird er sein.

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Weitere Anwendungen und Darbringungen

P5-0451 · 54
Nun Chinnamastā. Mit Śrīphala, Palāśa und Udumbara ist sorgfältig ein Feueropfer zu vollziehen, das alle Vollendungen gewährt. [Ob Früchte oder andere Pflanzenteile gemeint sind, sagt dieser Vers nicht ausdrücklich.]

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0452 · 55
Nach hundertacht Feueropfergaben soll man rezitieren. Ein Feueropfer ist mit Mālatī-Blüten, versehen mit Honig oder auch mit geklärter Butter, zu vollziehen; es gewährt Herrschaft über die Rede.

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P5-0453 · 56
Man gibt die Opfergabe mit Reis samt geklärter Butter und stets mit Fleischgaben, sechs Monate lang mit Dickmilch verbunden. Lakṣmī wird bei ihm beständig. [Die genaue Verbindung von sadāmiṣaiḥ und der Zeitangabe ist unsicher.]

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P5-0454 · 57
Wer zehntausendmal Ziegenfleisch samt Blut opfert, in geklärte Butter getaucht, dem wird die Göttin untertan. [devīṃ tasya vaśo ist grammatisch beschädigt.]

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0455 · 58
Wer mit weißem Oleander vorschriftsgemäß hunderttausend Feueropfergaben richtig vollzieht, lebt hundert Jahre.

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P5-0456 · 59
Mit Sesamblüten und Honig soll der Sādhaka opfern. Wer der Göttin [sakṣalasaṃkhyāni: Zahlwort beschädigt] darbringt, erlangt Vollendung; daran besteht kein Zweifel. [Eine Opferzahl wird nicht ergänzt.]

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0457 · 60
Wer tausend Karṇikāra-Blüten mit geklärter Butter opfert, erlangt die gewünschte höchste Vollendung, o göttliche Schöne. Mit Milchreis samt geklärter Butter soll man das Feueropfer vollziehen, o Schöne, einen Monat lang zu den drei Tagesübergängen; so erlangt man Herrschaft über die Rede.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0458 · 61
Nun Śyāmā. Im Kālītantra: „Nun erkläre ich die Vorschrift für wunschorientierte Riten, durch die der Sādhaka überall zur Vollendung gelangt und eine Vollendung erreicht, die selbst Göttern schwer zugänglich ist.“

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0459 · 62
Ein Mensch, der die Kula-Stätte einer menstruierenden Frau betrachtet und als Sādhaka mit festem Geist zehntausendmal rezitiert, ausschließlich auf geheime Weise, wird zum Schatzhaus des Wissens. [kulāgāra bezeichnet in diesem Zusammenhang das weibliche Geschlechtsorgan; puṣpitā die menstruierende Frau.]

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P5-0460 · 63
Alle Sanskrit- und Prākritwörter, weltliche und vedische, kommen unter die Gewalt des Sādhaka, und nicht anders.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0461 · 64
Oder der Verständige trägt das Haar offen, isst Opferkost und rezitiert wohlbeherrscht zehntausendmal. Er erlangt genau dieselbe Frucht.

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P5-0462 · 65
Der Sādhaka betrachtet eine nackte „andere Ranke“ [paralatā: verschlüsselte Bezeichnung einer Frau] und rezitiert zehntausendmal. Er wird rasch selbst zum Liebling des Wissens.

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P5-0463 · 66
Schon durch seinen Anblick geraten Debattierende ins Stocken. In der Versammlung entsteht ihm Rede in Prosa und Versen.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0464 · 67
Alle Verständigen verneigen sich bei seinem Namen voller Freude. Durch den Umgang mit seinen Worten werden Stumpfsinnige redegewandt.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0465 · 68
Im Kulacūḍāmaṇi: „Man nähert sich einer menstruierenden Frau, verehrt am Körper dieser Frau die eigene erwählte Gottheit und rezitiert drei Tage lang in der großen Nacht das Mantra. Man erlangt, o Göttin, die Frucht von hunderttausend Pīṭhas; daran besteht kein Zweifel.“

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P5-0466 · 69
„Vetāla-Vollendung, Sandalen-Vollendung und Schwert-Vollendung, o Bhairava, sowie geheime Augenschminke und Stirnzeichen soll der vorzügliche Sādhaka zur Wirksamkeit bringen.“ Der Sinn ist: Er rezitiert täglich tausendachtmal.

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P5-0467 · 70
Wo die Kundigen bei Rezitation und Feueropfer keine Zahl genannt haben, wird die Anzahl als „gajāntakasahasrakam“ angegeben. [Die verschlüsselte beziehungsweise beschädigte Zahlwortverbindung wird nicht ohne sichere Grundlage in eine Zahl umgesetzt; der vorherige Erklärungssatz nennt tausendacht.]

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0468 · 71
Wer Wissen wünscht, soll Lotusblüten mit Honig opfern. Wer Reichtum wünscht, soll Sesam, mit geklärter Butter und Honig versehen, opfern.

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P5-0469 · 72
Durch ein Feueropfer mit Bandhūka-Blüten macht man einen König zum Diener. Durch ein Feueropfer mit geklärter Butter und Salz zieht man stets eine begehrende Frau herbei.

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P5-0470 · 73
Schon durch ein Feueropfer mit Bakula erlangt der Mensch Glück. Mit Mallikā, Jātī, Punnāga und Kadamba erlangt man Gedeihen.

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P5-0471 · 74
Durch ein Feueropfer mit Milch, geklärter Butter und Tagara erlangt man große Dichtkunst.

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P5-0472 · 75
Durch ein Feueropfer mit Sandelholz, Aloeholz, Safran und Kampfer erlangt der Mantrakundige Nīlasarasvatīs alles Gewünschte. Der Ausdruck „Nīlasarasvatī“ ist stellvertretend zu verstehen.

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P5-0473 · 76
Durch ein Kampfer-Feueropfer erlangt der Mantrakundige alles Gewünschte. Nachdem man mit dem Wurzelmantra verehrt hat, opfert man täglich tausend Bilvablätter mit geklärter Butter und erreicht das höchste Ziel. „Täglich“ bedeutet bis zum Ende eines Maṇḍala-Zeitraums.

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P5-0474 · 77
Durch ein Feueropfer mit Mālatī-Blüten, mit geklärter Butter benetzt, wird man ein rasch dichtender Dichter. Wo hier bei einem Feueropfer keine Anzahl genannt ist, soll man zehntausendmal opfern. Dazu heißt es an derselben Stelle: „Für jedes Feueropfer gilt die Regel von zehntausend [Gaben].“

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P5-0475 · 78
Nun Tarpaṇa. Im Matsyasūkta: „Man vollzieht die erquickende Spende mit Honig; sie erfüllt alle Wünsche, bewirkt unmittelbar Mantravollendung und vernichtet schwere Vergehen.“

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P5-0476 · 79
Im Nīlatantra: „Einen Monat lang soll man mit Wasser erquicken, das mit Kampfer vermischt ist. Man unterwirft alle Könige und genießt lebenslang [Wohlleben].“

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P5-0477 · 80
Mit geklärter Butter [erquickt man] zur Vollendung einer vollen Lebensdauer, mit Milch zur Vollendung der Gesundheit. Mit aloeholzvermischtem Wasser wird man zu jeder Zeit glücklich.

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P5-0478 · 81
Mit Wasser, dem Kokoswasser beigemischt ist, [erquickt man] zur Vollendung aller Ziele. Ebenso vernichtet man Feinde mit Wasser, dem Pfeffer beigemischt ist.

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P5-0479 · 82
Mit heißem Wasser allein vertreibt man den Feind augenblicklich. Dadurch wird er vom Fieber ergriffen; durch Übergießen mit Milch bringt man ihn wieder ins Gleichgewicht. [uṣṇatīyaiśca und jvarāviṣṭau sind beschädigte Lesarten.]

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P5-0480 · 83
Im Siddhasārasvata: „Ein Mensch trägt ein Rocanā-Stirnzeichen auf, über dem lediglich hundertmal rezitiert wurde. Wen dieser verständige Mantrakundige anschaut, den macht er wie einen Diener.“

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P5-0481 · 84
Im Phetkārīya [Vorlage: pheratkārīye]: „Durch eine besondere Darbringung unterwirft man die Gemahlin des Königs; allein durch Rezitation den König; durch die Opfergabe die ganze Welt.“ „Durch eine besondere Darbringung“ ist entsprechend dem Unterschied der Befähigung zu verstehen. „Allein durch Rezitation“ bedeutet außerhalb der Pūjā.

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P5-0482 · 85
Die Substanzen für die Opfergabe im Matsyasūkta: „Man vermischt Banane, Jātī und Bījapūra mit Duftstoffen und gibt besonders am achten Mondtag die Opfergabe.“

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P5-0483 · 86
Das Opfergabenmantra: Zuerst spricht man Praṇava, dann „ugratāre“, „vikaṭadaṣṭre“, zweimal „mohaya“, „māraya“, „khādaya śatrun“ und zweimal „paca“. Danach: „ye māṃ hiṃsitumudyatā yoginī cakraistāna hāraya huṃ phaṭ svāhā paravidyāmākarṣaya“, zweimal „truṭa“, „kapāle gṛhṇa gṛhṇa bali svāhā“. Übersetzbare Teile: „O Ugratārā, du mit furchtbaren Fangzähnen, betöre, betöre; töte; verzehre die Feinde; koche, koche. Die sich anschicken, mich zu verletzen, lass durch die Yoginī-Kreise fortnehmen. Ziehe die fremde Vidyā herbei; zerreiße, zerreiße. Nimm, nimm die Opfergabe im Schädel an. Svāhā.“ [Die Vorlage enthält mehrere beschädigte Formen; die angegebene Reihenfolge wird nicht zu einer bereinigten Mantrafassung umgeschrieben.] Dies betrifft Tārā; bei Kālikā und anderen ist die in ihrem jeweiligen Abschnitt angegebene Zusammenstellung der Opfergaben zu verstehen.

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P5-0484 · 87
Nun die Mittel zur Niederhaltung und anderen Wirkungen. Im Vīratantra: „Man nimmt nachts an einem Dienstag Glut beziehungsweise Kohle von der Leichenstätte, hüllt sie in schwarzes Tuch und bindet sie mit rotem Faden. Man bespricht sie hundertmal und wirft sie in das Haus des Feindes. Innerhalb von sieben Tagen entsteht dadurch seine große Vertreibung.“

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P5-0485 · 88
Im Phetkārīya heißt es: „Auf einen Menschenknochen schreibt man das Mantra mit Kurkuma, das mit Lauge beziehungsweise alkalischem Stoff versehen ist, und rezitiert tausendmal. Samstagnachts wird [der Knochen] in jemandes Haus geworfen; für ihn entsteht binnen zwei Monaten der Tod.“

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P5-0486 · 89
Auf einem Feld entsteht Verlust der Ernte, bei einem Pferd Verlust des Pferdes, im Schatzhaus Verlust des Reichtums, inmitten eines Dorfes dessen Untergang. Mit Kṣāra ist Viṭa-Salz, mit Falkenkot vermischt, gemeint.

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P5-0487 · 90
Zwischen dem r-Laut unterhalb der Hṛllekhā [schreibt man]: „amukāmukayormahādveṣaṃ kuru“ – „Bewirke große Feindschaft zwischen N. N. und N. N.“ Dazu heißt es: „Zur Feindschaft soll der Verständige das Mantra auf das Tuch eines Leichnams schreiben, [mit] den Namen des Verhassten und des Hassenden; so entsteht ihre große Feindschaft.“ „Das Mantra schreiben“ bedeutet: Man schreibt das Mantra und zwischen den Bestandteilen der Hṛllekhā beim r-Laut „amukaṃ māraya māraya“ – „Töte, töte N. N.“ – und andere [Formeln], versehen mit der betreffenden Person.

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P5-0488 · 91
Oder man schreibt die betreffende Person und dahinter [die Formel]. „Nachdem man tausendmal rezitiert hat“ bedeutet die Mantrarezitation nach „amuktaṃ māraya māraya“ – „Töte, töte N. N.“ [amuktaṃ ist beschädigt.] Bei der Erzeugung von Feindschaft rezitiert man tausendmal nach „amukāmukayorvidveṣaṃ kuru kuru“ – „Bewirke, bewirke Feindschaft zwischen N. N. und N. N.“

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P5-0489 · 92
Nun die Vollendung durch Vetālas und verwandte Wesen. Im Kulacūḍāmaṇi sprach Bhairava: „Wie entsteht die große Vetāla-Vollendung und Ähnliches, o Caṇḍikā? Erkläre mir dies, o Herrin der Götter, wenn du mir zugetan bist.“

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P5-0490 · 93
Die Göttin sprach: „Der vorzügliche Sādhaka begibt sich dienstags um Mitternacht mit dem Kula-Paar auf die Leichenstätte und vergräbt Holz vom Nimba-Baum. Er rezitiert Mahiṣamardinī achthunderttausendmal und opfert dort im Ahnenwald ebenfalls tausendmal [tatsahasraṃ: Verhältnis zur Rezitationszahl unklar]. Er nimmt das Holz heraus, fertigt daraus einen Stab, der mit Sandalen gekennzeichnet ist, und legt ihn dann in der Durgāṣṭamī-Nacht auf die Leichenstätte. Darauf legt er einen Leichnam und verehrt vorschriftsgemäß. Der Vīra sitzt auf dem Leichnamsitz und rezitiert achttausendmal.“

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P5-0491 · 93-ka
Dann gibt man den Müttern die Opfergabe und spricht das Holz an: „spheṃ spheṃ daṇḍa mahābhaga yoginīhṛdayapriya | mama hastasthito nātha mamājñāṃ paripālaya“ – „spheṃ spheṃ, o hochbegünstigter Stab, den Herzen der Yoginīs lieb, o Herr, der du in meiner Hand ruhst, erfülle meinen Befehl!“ So angesprochen, zermalmt der Vetāla alles, gegen das er eingesetzt wird, und kehrt danach wieder [zum Kaula] zurück. [Die letzte Wortfügung mit kaulikaḥ ist grammatisch uneindeutig.]

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P5-0492 · 94
„Geh, geh, geh rasch, o Sandale, Schönfarbige! Durch die bloße Berührung meines Fußes geh hundert Yojana weit!“ Man nimmt das achtfache Metall und fertigt ein Schwert von fünfzig Fingerbreiten. Darauf schreibt man das Mantra und rezitiert es; danach opfert man tausendmal [tatsahasraṃ: Bezug unsicher]. Man vergräbt [das Schwert] im Körper eines großen Leichnams, bindet [ihn] an der Spitze eines lebenden Baumes und stellt ihn sich als ausgetrocknet vor. An Kula-Aṣṭamī um Mitternacht [bringt man ihn] inmitten des Scheiterhaufens zusammen, spricht [ihn] liebevoll an und opfert dann im Ahnenwald mit den drei süßen Stoffen und Bilvablättern. Von den Füßen bis zum Haupt [verfährt man]; am Ende des Feueropfers bringt man eine Opfergabe. Nach der Opfergabe kommt die Göttin Mahiṣamardinī, die höchste Māyā, mit einem von Opfergabe gefüllten Mund, der Hand in Wunschgewährung und lächelndem Gesicht. Mit dem Wort „Nimm, Kind!“ hebt [sie] das Schwert; man nimmt und hält es. „ghoradaṃṣṭra mahākāli karavālasva rūpiṇi | āṃ ghrāṃ ghrīṃ ghrūṃ īṃ ūṃ kuru kalyāṇaṃ vipakṣacchedavistaram“ – „O Mahākālī mit schrecklichen Fangzähnen, von Schwertgestalt, āṃ ghrāṃ ghrīṃ ghrūṃ īṃ ūṃ, bewirke Wohlergehen und die umfassende Zerschneidung der Gegenseite!“ So spricht der Mensch das Schwert an und wirft es gegen eine bezeichnete Person. Es schneidet, schneidet und schneidet nochmals, geht fort und wird wieder zurückgezogen. [Mehrere Pronomenbezüge und der Übergang vom Leichnam zum Schwert sind in der Vorlage unklar; die Bījas bleiben unverändert.]

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P5-0493 · 95
Oder man tötet eine schwarze Katze mit einem einzigen Schlag und vergräbt sie dienstagnachts, mit dem Mantra besprochen, an einer Kreuzung. Dort pflanzt man eine Mocā-Banane. Bis ein Blatt entsteht, lebt man von Opferkost und rezitiert jede Nacht allein, ohne Lampe, tausendachtmal das Mantra. Wenn das Blatt entstanden ist, schneidet man es ab und holt es unversehrt. Auf ihm isst man an diesem Tag Opferkost am Flussufer. Man bringt [den vergrabenen Körper] dorthin, zusammen mit einem Freund, und wäscht ihn, während man das Mantra ausspricht. Den Knochen, der sich gegen die Strömung bewegt, o Kind, nimmt man und verehrt dort Kālikā mit dem schrecklichen Klang. Man bespricht ihn sorgfältig tausendmal mit dem Kālī-Mantra. Der Mantrakundige erlangt die Vollendung der Augenschminke; darüber soll kein Zweifel bestehen. [Der Wechsel der Objektbezüge ist in der Vorlage knapp; die Rückholung des Körpers wird aus dem folgenden Knochenvers erschlossen.]

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P5-0494 · 96
Man zerreibt den Knochen mit Sandelholz, Aloeholz und Moschus, nimmt [die Paste] und trägt ein Stirnzeichen auf. Der Sādhaka besiegt alles. Kula-Fisch, Kula-Speise und Kula-Alkohol, o Herr des Kula, bringt man an die Kula-Stätte und gibt sie der Göttin sorgfältig. Auf der Erde stehend rezitiert man tausendachtmal. Durch bloßes Blasen auf die Erde entsteht dort eine Öffnung. Selbst wenn sich die betreffende Person hundert Yojana weit entfernt befindet, gelangt er dorthin, indem er unter der Erdoberfläche kriecht. So zieht der Mensch unversehrt durch eine Öffnung oder ein Fensterloch, nachdem er das willentliche Zusammenziehen [des Körpers] erlangt hat.

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Rituelle Lebensbegleitung und Bali

P5-0495 · 98
Ohne das Durgā-Mantra, o Kind, und ebenso ohne das Kālī-Mantra entstehen keinesfalls die Vollendungen, o Herr des Kula. Nun das Ritual für ein Kind: Vor dem Durchtrennen der Nabelschnur wischt der Vater mit der rechten Hand dreimal die Zunge oder Lippe des Kindes mit Honig und geröstetem Reis ab, mittels eines Goldstifts, der Spitze eines Opferholzes oder weißer Dūrvā. Dann schreibt er dort das Wurzelmantra in Reihen und verehrt die Göttin. Im Matsyasūkta heißt es: „Oder man schreibt mit Honig und geröstetem Reis auf die Zunge des Kindes, vor dem Durchtrennen der Nabelschnur, mit einem Goldstift. Auf wessen Lippe der Mantrakundige das Wurzelmantra mit weißer Dūrvā schreibt, der wird als Kind durch das Aussprechen von Worten redegewandt und zum raschen Dichter.“ [nāḍīcchedādyathāpūrvam und vāgmīdrutakabhavet sind beschädigte Lesarten.]

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P5-0496 · 99
Im Mahogratārākalpa soll das Schreiben des Mantras unmittelbar nach dem anlassgebundenen Sakrament erfolgen. Im Mahogra heißt es: „Das Geburtssakrament ist bei der Geburt eines Sohnes empfohlen. Auf die Zunge schreibt man das Mantra mit Opferholz oder Kuśa. Man wischt dreimal ausschließlich mit der rechten Hand, spricht jeweils das Wurzelmantra und macht eine schöne Reihe. Zuerst ist das Sakrament zu vollziehen, danach schreibt man das Mantra und verehrt Tāriṇī, Śivā, mit Duftstoff, Sandelholz und Blüten.“

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P5-0497 · 99-ka
Man wendet sich nach Norden, stellt einen vorzüglichen Pīṭha auf und verehrt die Göttin Tāriṇī mit vielfältigen schönen Speisen. Der Sohn wird Dichter, redegewandt, wahrhaftig und Herr seiner Sinne. Hier ist „Tāriṇī“ stellvertretend zu verstehen; gemeint ist die Göttin überhaupt, denn in Tantras wie Bṛhatśrīkrama werden solche Kindesrituale beschrieben.

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P5-0498 · 100
An derselben Stelle heißt es: „Auf die Zunge des Kindes soll man innerhalb von drei Tagen schreiben, mit Honig und weißer Dūrvā oder einem Goldstift. Diesen Vāgbhava-Kūṭa soll man nach der Geburt schreiben.“ Damit wird angedeutet: Kann man es am selben Tag nicht, dann innerhalb von drei Nächten. „Diesen“ bedeutet Bhairavīs Vāgbhava-Kūṭa. Manche sagen, am elften Tag verehre man die Gottheit und schreibe das Mantra. Ist der Vater weit entfernt, schreibt der Bruder des Vaters oder der Bruder der Mutter das Mantra. Im Mahogra heißt es: „Der Bruder des Vaters soll das Mantra schreiben, oder auch der Bruder der Mutter; er schreibt ausschließlich das Mantra des Vaters, niemals ein anderes.“

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P5-0499 · 1
Man legt das Kind in den Schoß seiner Mutter und breitet sorgfältig Darbha-Gras aus. Der Sādhaka soll zusammen mit Brahmanen den Befriedungsritus für das Kind vollziehen.

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P5-0500 · 2
Nun das Befriedungsmantra: „imaṃ putraṃ kāmayataḥ kāmajānāmihaiva hi | devebhyaḥ puṣṇāti sarvamidaṃ majjananaṃ śivaśāntistārāyai keśavebhyastārāyai rudrebhya umāyai śivāya śivayaśase“. [Der Wortlaut ist stark beschädigt und erlaubt keine verlässliche zusammenhängende Übersetzung. Erkennbar sind „diesen Sohn“, das Wünschen, das Nähren, die Götter, Geburt, glückverheißende Befriedung sowie Anrufungen von Tārā, Keśava, Rudra, Umā und Śiva beziehungsweise Śivas Ruhm. Fehlende Satzbeziehungen werden nicht ergänzt.] Mit diesem [Mantra] soll man mit Kuśa-Wasser den Befriedungsritus vollziehen.

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P5-0501 · 3
Nun Opfergaben von Ziegen und anderen [Wesen]. In der Muṇḍamālā: „Wird eine Ziege gegeben, wird man redegewandt; wird ein Schaf gegeben, wird man Dichter; bei einem Büffel entsteht Reichtumsfülle; bei einem Wildtier die Frucht der Befreiung.“

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P5-0502 · 4
Bei der Gabe eines Vogels entsteht Fülle, bei einer Waraneidechse große Frucht. Wird ein Mensch gegeben, entsteht große [mahaddhiḥ: beschädigt, wohl Macht oder Vollendung] und die unübertreffliche achtfache Vollendung.

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P5-0503 · 6
So soll der König ein Menschenopfer geben, kein anderer, o höchste Herrin. „Ein Brahmane, der Löwen, Tiger oder Menschen darbringt, gelangt in Höllen“: Aufgrund dieser Aussage besitzen Brahmanen keine Befugnis zum Menschenopfer. Ferner: „Durch die Darbringung eines Caṇḍāla entsteht große Vollendung.“ Man stellt ein Opfertier mit den vorgeschriebenen Merkmalen vor die Göttin und übergibt es nach der noch zu erklärenden Vorschrift. Im Yāmala: „Man stellt das mit den Merkmalen versehene Tier vor die Göttin und vertreibt durch Ausstreuen von weißem Senf die Bhūtas. Man besprengt es mit Arghya-Wasser, schützt es mit dem Astra-Mantra, verhüllt es mit Kavaca und verwandelt es mit der Dhenu-Mudrā in Nektar. Dann verehrt man das Tier mit Duftstoff, Sandelholz, Blüten und anderen Gaben, hält es mit der linken Hand und besprengt es siebenmal mit dem Wurzelmantra und der Tattva-Mudrā; darauf vollzieht man die Verehrung.“ Dann vertreibt man mit weißem Senf die Bhūtas, besprengt mit Arghya-Wasser, schützt mit Astra, verhüllt mit Kavaca, verwandelt mit der Dhenu-Mudrā in Nektar, verehrt das Tier mit Duftstoff, Blüten und ungebrochenen Reiskörnern und besprengt es mit dem Wurzelmantra und der Tattva-Mudrā. Man spricht ihm dieses Mantra ins Ohr: „paśupāśāya vidmahe viśvakarmaṇe dhīmahi tanno jīvaḥ pracodayāt“ – „Wir erkennen die Fessel des Opferwesens; wir meditieren über den Allschöpfer; der Jīva möge uns antreiben.“ [paśupāśāya ist in der Mantrasyntax unsicher.] Dann verehrt man das Schwert mit „hrīṃ kāli kāli vajreśvari lauhadaṇḍāya namaḥ“ – „hrīṃ, Kālī, Kālī, Vajreśvarī, Verehrung dem Eisenstab“. Man verehrt der Reihe nach Spitze, Mitte und Wurzel des Schwertes: „hūṃ vāgīśvarībrahmabhyāṃ namaḥ“ – „Verehrung Vāgīśvarī und Brahmā“; „hūṃ lakṣmīnārāyaṇābhyāṃ namaḥ“ – „Verehrung Lakṣmī und Nārāyaṇa“; „hūṃ umāmaheśvarābhyāṃ namaḥ“ – „Verehrung Umā und Maheśvara“. Dann verehrt man es überall mit „brahmaviṣṇuśivaśaktiyuktāya khaḍgāya namaḥ“ – „Verehrung dem Schwert, verbunden mit Brahmā, Viṣṇu, Śiva und Śakti“. Man verneigt sich vor dem Schwert: „O Schwert, scharf geschliffen, ganz auf die Verwirklichung von Śaktis Werk gerichtet! Das Opferwesen soll rasch von dir geschnitten werden. O Herr Schwert, Verehrung dir!“ [Die Wortformen paśuśchedyastayā und śrīghraṃ sind beschädigt.] Danach die große Erklärung: „Um die genannte Gottheit zu erfreuen, übergebe ich dir dieses Opferwesen.“ Dann bringt man es dar: „Nach der genannten Vorschrift sei es dir übergeben.“ Danach schneidet man die Opfergabe und gibt der Göttin Blut mit Fleisch als Opfergabe.

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P5-0504 · 7
Bestimmung des Ortes bei der Blutgabe. Im Kālikāpurāṇa: „[Das Blut] der Ziege gibt man links, das des Büffels soll vorn sein; rechts oder links gibt man das Blut des Körpers vorn.“ [Der zweite Satz ist beschädigt beziehungsweise widersprüchlich; dehaśoṇitam bleibt als „Körperblut“ übersetzt.] Ferner: „Man legt dieses Blut in ein goldenes, silbernes, kupfernes oder bronzenes Gefäß und gibt es der Göttin, mit dem Mantra vorausgehend.“

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P5-0505 · 8
Dann gibt man den Rest Vaṭuka und den übrigen. So: „hūṃ vāṃ vaṭukāya namaḥ“ – „Verehrung Vaṭuka“. Man verehrt mit Duftstoff und anderen Gaben und gibt im Nordwesten mit dem Mantra wie zuvor die Opfergabe. „hūṃ yāṃ yoginībhyo namaḥ“ – „Verehrung den Yoginīs“: Man verehrt und gibt im Nordosten mit dem früheren Mantra die Opfergabe. „hūṃ kṣāṃ kṣetrapālāya namaḥ“ – „Verehrung Kṣetrapāla“: Man verehrt und gibt im Südwesten mit dem früheren Mantra die Opfergabe. „hūṃ gāṃ gaṇapataye namaḥ“ – „Verehrung Gaṇapati“: Man verehrt und gibt im Südosten Gaṇeśa die Opfergabe.

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P5-0506 · 9
Bei der Gabe von Blut des eigenen Körpers: „Blut von unterhalb des Nabels und vom Rücken, o Geliebte, soll der Sādhaka niemals als eigenes Körperblut darbringen; auch nicht von Lippen, Kinn oder Sinnesorganen. Blut von unterhalb des Halses und oberhalb des Nabels, aus dem Brustbereich hier oder dort und auch von beiden Seiten soll man Durgā darbringen; aber nicht aus einem von Krankheit getrübten Glied und nicht durch einen fremden Schlag, o Bhairava.“ [nānyadhātāt ist eine unsichere Lesart.]

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P5-0507 · 10
Die Frucht im Kumārītantra: „Man nimmt das aus dem eigenen Brustbereich stammende Blut in ein Gefäß und verehrt die Göttin Tripurā, um alles Glück zu erlangen.“

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P5-0508 · 11
Ferner: „Nachdem man Blut des eigenen Körpers gegeben und sich verneigt hat, erlangt man Königtum.“

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P5-0509 · 12
Außerdem: „Ein Mensch, der hingebungsvoll Fleisch aus seinem eigenen Brustbereich in der Menge eines Māṣa [Gewichtsmaß; Vorlage māsa] oder eines Sesamkorns oder einer Mungbohne gibt, erlangt binnen sechs Monaten seinen gewünschten Wunsch.“ [Die Mengenlesart māsapramāṇataḥ bleibt unsicher.]

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P5-0510 · 13
Außerdem: „Ein Brahmane, der der großen Göttin Alkohol gibt, gelangt in die Hölle. Wer Blut des eigenen Körpers gibt, zieht Selbsttötung auf sich.“ [Diese Aussage widerspricht der positiven Bewertung der vorangehenden Belege; beide bleiben als Aussagen der Quelle erhalten.]

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Kula-Überlieferung

P5-0511 · 14
Damit endet die Vorschrift der Opfergabe. Nun wird der Kula-Brauch erläutert. Im Kālītantra: „Nun erkläre ich den Brauch, durch den man Nektar genießt: dem Wohl aller Wesen zugewandt, die Regeln des Samaya-Brauchs bewahrend, nichttägliche Handlungen aufgebend und ganz der täglichen Durchführung ergeben; allein der Mantraverehrung mit Hingabe hingegeben, alle Handlungen der höchsten Gottheit darbringend. Der Verständige soll stets meiden: Vertrauen auf die Verehrung anderer Mantras und deren Verehrung, das Tadeln von Kula-Frauen und Vīras, das Wegnehmen ihrer Güter, Zorn gegen Frauen und Schläge gegen sie.“

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P5-0512 · 15
Man vergegenwärtigt die ganze Welt als weiblich und ebenso sich selbst. Trank, Kau-, Saug-, Ess- und Leckspeise, Haus und Glück: Alles soll der Verständige stets in der Gestalt einer jungen Frau vergegenwärtigen.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0513 · 16
Wenn man eine junge Frau des Kula sieht, soll man sich gesammelt verneigen. Falls durch glückliche Fügung, o Göttin, ein Kula-Anblick entsteht, soll man sogleich dort ihre geistige Verehrung bereiten, die der mit Bhaga beginnenden Göttinnen.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0514 · 17
Ferner: Bhaginī, Bhagacihnā, Bhagāsyā, Bhagamālinī, Bhagadantā, Bhagākṣī, Bhagakarṇī, Bhagatvacā, Bhaganāsā, Bhagastanī und Bhagasarpiṇī [die Namen bezeichnen Göttinnen durch das weibliche Geschlechtsorgan beziehungsweise dessen Verbindung mit Kennzeichen, Gesicht, Kranz, Zähnen, Augen, Ohren, Haut, Nase, Brüsten und Schlängeln]. Man verehrt sie mit geistigen Duftgaben und ebenso den Lehrer, verneigt sich und meditiert entsprechend der Meditation, selbst unerschüttert und verständig. Ein Mädchen, eine von Jugend berauschte Frau, eine alte Mutter, eine schöne, verachtete oder überaus böse Frau: Man verneigt sich und vergegenwärtigt [die Göttin in ihr]. Schläge, Tadel, Hinterlist oder Unfreundlichkeit gegen sie soll man auf keine Weise ausüben; andernfalls verhindert es die Vollendung. [gandyair und mahāduṭāṃ sind beschädigte Lesarten.]

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P5-0515 · 18
Frauen sind Götter, Frauen sind Lebenskräfte, Frauen sind Schmuck. Eine Frau ist stets als Gefährtin zu vergegenwärtigen; andernfalls [verfährt man so] auch mit der eigenen Frau. Sie befindet sich in umgekehrter Liebesstellung über dem Herzen [des Partners]. Blüten, die ihre Hand gepflückt hat, Wasser, das ihre Hand gesammelt hat, und Gaben, die ihre Hand gesammelt hat, soll man den Gottheiten darbringen. [Der Anschluss anyathā ist mehrdeutig.]

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P5-0516 · 19
Feindschaft gegen Frauen soll keinesfalls ausgeübt werden; insbesondere [soll ihre] große Verehrung [stattfinden]. Am Ort der Rezitation legt man den Mahāśaṅkha [wörtlich „großes Muschelhorn“, hier rituelle Bezeichnung] nieder und rezitiert darüber.

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P5-0517 · 20
Während man sich einer Frau nähert, sie berührt oder anschaut, besonders einer guten Frau des Kula, Betel und Fisch und andere Speisen nach Geschmack genießt, soll man rezitieren. Nachdem man Reis und alle übrigen Speisen gegessen hat, vollzieht man die restliche Rezitation.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0518 · 21
Im Vīratantra: „Hier gibt es keine Regel für Himmelsrichtung und Zeit, auch keine Regel für Stellung und Ähnliches; keine Zeitregel für die Rezitation, ebenso nicht für Verehrung und Opfergaben. Für die Praxis des großen Mantras wird hier die Regel des eigenen Willens angegeben.“ [mātra ist an dieser Stelle eine beschädigte Lesart.]

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0519 · 22
Man soll dort keine Reinigung von Gewand, Sitz, Ort, [heha: beschädigt], Körper, Berührung und Wasser vornehmen; der Geist soll frei von begrifflichen Unterscheidungen sein. [Die Aufzählung ist in der Vorlage beschädigt.]

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0520 · 23
Im Kulārṇava: „Man begibt sich hingebungsvoll in das Haus des Kula-Brauchs, um die Vergehen zu reinigen, und bittet um den Kaula-Nektar. Fehlt er, trinkt man Wasser.“

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0521 · 24
Was nach dem Kula-Brauch gegeben wurde, soll man hingebungsvoll in einem Gefäß bereiten, sich verneigen und annehmen; andernfalls gelangt man in die Hölle. [kṛtvāpātrantu lässt die Worttrennung und den Gefäßbezug offen.]

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P5-0522 · 25
Auch anderwärts: „Der Verständige soll die Zeit nicht mit Würfelspiel und Ähnlichem vergeuden; er soll sie mit Gottheitenverehrung, Rezitation, Opfer, Lobgesang und ähnlichen Handlungen verbringen.“

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P5-0523 · 26
Für Vīras ist das Rezitationsopfer zu jeder Zeit empfohlen. Es ist an jedem Ort und an jedem Pīṭha zu vollziehen; daran besteht kein Zweifel.

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P5-0524 · 27
Im Śivāgama: „Śakti ist Śiva, Śiva ist Śakti. Śakti ist Brahmā und Janārdana. Śakti ist Indra, die Sonne ist Śakti; Śakti ist der Mond und gewiss die Grahas. Die ganze Welt hat Śaktis Gestalt. Wer das nicht weiß, gehört der Hölle an.“

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0525 · 28
Im Vīratantra: „Bad und weitere Reinigung sind geistig; Ursprung und Rezitation sind geistig [mānasaḥ prabhavo japaḥ: Satzanschluss unsicher]. Die göttliche Verehrung ist geistig, Tarpaṇa und Ähnliches sind geistig. Jede Zeit ist glückverheißend; nirgends gibt es eine unheilvolle. Es besteht kein Unterschied zwischen Tag und Nacht, zwischen Abenddämmerung und großer Nacht. Stets soll man die Göttin verehren, auch ungebadet und nach dem Essen.“

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0526 · 29
In der großen Nacht soll man an einem unreinen Ort die Opfergabe mit dem Mantra darbringen lassen.

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P5-0527 · 30
Die Aussage „Die große Verehrung ist nur nachts zu vollziehen, o von Vīras Verehrte. Tagsüber ist sie aufgrund meiner Anweisung keinesfalls zu vollziehen, o du von guten Gelübden“ bezieht sich wiederum auf die Kula-Verehrung.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0528 · 31
Die große Nacht wird ebendort so bestimmt: „Die zwei Muhūrtas nach Mitternacht werden als große Nacht bezeichnet. Was in dieser Zeit gegeben wird, wird unvergänglich.“

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0529 · 32
Im Gāndharva: „Wenn man täglich die menstruierende Erde betrachtet und tausendmal [rezitiert], fällt der Debattierende, von seinem eigenen Lehrsatz geschlagen, auf den Erdboden.“ „Täglich“ bedeutet sechzehn Tage lang. [Die verschlüsselte Bedeutung von „Erde“ wird in der nächsten Einheit erläutert.]

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0530 · 33
Man legt die Hand auf den Berg, furchtlos und mit beherrschtem Geist. Auch so erlangt man Dichtkunst und gelangt zum Nektarprinzip. Auch hier gehört „tausendmal“ dazu. „Erde“ bedeutet Kula [hier weibliches Geschlechtsorgan], „Berg“ bedeutet Brust.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0531 · 34
Außerdem im Nīlatantra: „Wenn man Padya [beschädigt, in der Erklärung Padma], Viddha [beschädigt; in der Erklärung Bimba], Khañjana, Śikhara, Cāmara, Sonnenrund, Sesamblüte, Lotus und Dreizack betrachtet und jeweils hundertmal mit reinem Empfinden rezitiert, erlangt man der Reihe nach [mukhaṃ prasādaṃ sumukhaṃ: beschädigte Folge], schöne Augen, schönes Lächeln, schöne Erscheinung, schönen Gang, guten Duft und Glück. Höre ehrerbietig, o Pārvatī!“ Dabei ist zu verstehen: Lotus bedeutet Gesicht, Bimba Lippe, Khañjana Auge, Gipfel Haupt, Yakhaarwedel Haar, Sonnenrund Zinnober, Sesamblüte Nase, Lotus Nabel, Dreizack die drei Bauchfalten. [Die Zuordnung der genannten Früchte zu neun Anblicken ist in der Vorlage gestört; sie wird nicht neu geordnet.]

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0532 · 35
Im Bhāvacūḍāmaṇi: „Allein, an einem menschenleeren Ort, auf einer Leichenstätte, in einem einsamen Wald, in einem leeren Haus oder am Flussufer soll man stets ohne Furcht verweilen. Man meditiert über die Göttin im Mahācīna-Baum und verehrt sie dort hingebungsvoll mit einer Blüte dieses Baumes. So wird man zum Kula-Gott, rein, im Kula-Baum befindlich.“ [Die verschlüsselten Baumbezeichnungen werden hier nicht aufgelöst.]

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0533 · 36
Man meditiert vorschriftsgemäß über die Göttin im großen Lotus des Brahma-Baumes und erquickt sie mit dessen Strom von Nektarsaft im Wald der Mütter.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0534 · 37
Wenn der vorzügliche Sādhaka von der Ranke des Mahācīna-Baumes umschlungen ist und nachts das Mantra rezitiert, wird diese selbst zur Wunscherfüllungsranke.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0535 · 38
Wenn er der Reihenfolge der Mondtage entsprechend von einer jeweiligen Anzahl von Ranken umschlungen ist, entsteht binnen eines Monats Vollendung, bei jeweils tausend Rezitationen.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0536 · 39
Wenn am achten und vierzehnten Mondtag das Doppelte erscheint [dṛśyate: genaue Handlung unsicher], entsteht dort große Vollendung, die Gottheiten nur schwer erlangen.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0537 · 40
Im Kulacūḍāmaṇi: „Höre, Sohn, mein Geheimnis, den von [ambhavam: beschädigt] stammenden Samaya-Brauch. Wer seiner entbehrt, erlangt selbst in Tausenden von Millionen Geburten keine Vollendung.“

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0538 · 42
„Ein Mensch [soll die Menschen] der Kula-Lehrwerke und jene, die dem Kula-Wandel folgen, [achten; Satz elliptisch], überall großherzig und dem Vaiṣṇava-Brauch ergeben sein, den Tadel anderer ertragen und stets gern helfen. Wenn er durch Schicksalsfügung auf einen Berg, in einen Wald, an einen einsamen Ort, in einen leeren Pavillon, an eine Kreuzung oder in die Mitte der Kalā [Bedeutung hier unsicher] gelangt, verweilt er einen Augenblick, rezitiert das Mantra, verneigt sich und geht nach Belieben weiter. Wenn er einen Geier sieht, verneigt er sich unbemerkt vor Mahākālī; ebenso beim Anblick von Kṣemaṅkarī [hier nicht näher erläutertes Tier], einer Schakalin, der Botin Yamas, eines Fischadlers, Falken, einer Krähe oder schwarzen Katze: ‚O Schlankbäuchige, große Caṇḍī, mit offenem Haar, die Opfergaben liebt, deren Antlitz durch den Kula-Brauch erfreut ist: Verehrung dir, Geliebte Śaṅkaras!‘“

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0539 · 43
Wenn der Mantrakundige eine Leichenstätte oder einen Leichnam sieht, geht er rechts herum und verneigt sich mit diesem Mantra; so erlangt er Glück: „O du mit schrecklichen Fangzähnen und furchtbarem Antlitz, die mit kiṭi-Klang ertönt, die in schrecklichstem Getöse erschallt: Verehrung dir, die auf dem Scheiterhaufen wohnt!“ [Die Lautbezeichnungen bleiben erhalten.]

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0540 · 44
Beim Anblick eines roten Gewandes oder einer roten Blüte verneigt sich der Mensch vor Tripurāmbikā, lang ausgestreckt auf dem Boden, und spricht dieses Mantra: „O Tripurā, die du einer Bandhūka-Blüte gleichst, Furchtvernichterin, beim Aufgehen des Glücks Entstandene: Verehrung dir, Schönfarbige!“

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0541 · 45
Beim Anblick eines schwarzen Gewandes oder einer schwarzen Blüte, eines Königs oder königlichen Beamten, von Elefant, Pferd, Wagen, Waffen, Schilden, Helden, Büffel oder Kula-Gott verneigt man sich vor Mahiṣamardinī oder Jayadurgā. So wird man von Hindernissen nicht befleckt. „Sieg dir, Göttin, Trägerin der Welt, Ursprung Tripurās, dreifache Gottheit! O Göttin, die du Verehrern Gaben gewährst, Büffeltöterin: Verehrung dir!“

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0542 · 46
Beim Anblick eines Alkoholgefäßes, von Fisch, Fleisch oder einer vorzüglichen Frau verneigt man sich vor der Göttin Bhairavī und vergegenwärtigt das Mantra: „Zur Vernichtung schrecklicher Hindernisse und zum Gedeihen des Kula-Brauchs verneige ich mich vor dir, Gaben spendende Göttin, geschmückt mit einer Kette von Köpfen. Vor dir mit dem Antlitz, das von Blutströmen bedeckt ist, verneige ich mich. O Göttin, die alle Hindernisse beseitigt, Verehrung dir, Geliebte Haras!“

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P5-0543 · 47
Wenn man beim Anblick dieser Dinge nicht so verfährt, entsteht für ihn keine Vollendung, selbst wenn er das Śakti-Mantra voranstellt. [niddhir ist eine beschädigte Lesart.]

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P5-0544 · 48
Ebenso im Kulacūḍāmaṇi: „Am Kula-Wochentag, an Kula-Aṣṭamī und besonders am vierzehnten Mondtag ist die Yoginī-Verehrung dort die wichtigste Kula-Verehrung.“

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P5-0545 · 49
Wie Viṣṇu, an Viṣṇus Mondtag verehrt, das Gewünschte gewährt, so ist Durgā, am Kula-Mondtag verehrt, Gaben spendend.

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P5-0546 · 50
Die Regeln zu Kula-Wochentagen und Ähnlichem im Yāmala: „Sonntag, Montag, Donnerstag und Samstag sind die vier Akula-Tage; Dienstag und Freitag heißen Kula; Mittwoch ist Kula-Akula.“

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P5-0547 · 51
Der zweite, zehnte und sechste Mondtag gelten als Kula-Akula. Alle ungeraden sind Akula; die übrigen Mondtage sind Kula.

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P5-0548 · 52
Varuṇa [Nakṣatra-Bezeichnung], Ārdrā, Abhijit und Mūla gelten als Kula-Akula. Die geraden Nakṣatras sind Kula, die übrigen Akula. [Die Bezugsliste für die geraden Positionen wird hier nicht angegeben.]

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P5-0549 · 53
Bei Akula-Mondtag, -Wochentag oder -Nakṣatra entsteht für den Beständigen Nicht-Sieg; bei Kula stets Sieg und bei Kula-Akula ein ausgeglichenes Ergebnis. Nachdem der Sādhaka die Kula-Wochentage und Ähnliches so erkannt hat, soll er handeln. [sthāyino'jayaḥ ist eine unsichere Wortfügung.]

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P5-0550 · 54
Nun die Śivā-Opfergabe. Im Kulacūḍāmaṇi: „An der Wurzel eines Bilva-Baumes, in offenem Gelände oder auf einer Leichenstätte soll der Sādhaka zur Dämmerung eine Speisegabe darbringen, deren Hauptbestandteil Fleisch ist.“

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P5-0551 · 55
Wenn „Kālī, Kālī“ gesprochen wird, kommt dort Umā in Śivās Gestalt, Tiergestalt annehmend, mit den Scharen ihres Gefolges. Wenn sie gefressen hat und im Nordosten ihr schönes Gesicht erhebt und heult, dann entsteht für ihn Heil; andernfalls nicht, o Schmuck des Kula. [Śivā bezeichnet in diesem Ritual auch die Schakalin.]

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P5-0552 · 56
Durch eine Speisegabe soll man Śivā unbedingt und regelmäßig erfreuen. Wie das tägliche Ahnenopfer, die Dämmerungsverehrung und das Erquicken der Ahnen ist auch [dies] für diejenigen, die dem Kula dienen, bei der Kula-Verehrung täglich verpflichtend. Wer die Göttin Śivā in Tiergestalt nicht an einsamem Ort verehrt, bei dem geht durch Śivās Heulen rasch gewiss alles zugrunde.

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P5-0553 · 57
Śivā nimmt die Vorschriften der Rezitation und Verehrung sowie alles Verdienstvolle hinweg und heult an einsamem Ort mit einem Fluch. [gṛhītvā śāpamādāya ist doppelt und syntaktisch uneindeutig.]

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P5-0554 · 58
Wo eine einzige Śivā frisst, o Gott Bhairava, dort entsteht das überaus schwer erreichbare Wohlgefallen aller Śaktis.

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P5-0555 · 59
Tier-Śakti, Vogel-Śakti und Menschen-Śakti der Reihe nach: Durch ihre Verehrung vollendet man ein jeweils [viguṇaṃ: Zahlenfaktor beschädigt] gesteigertes glückverheißendes Werk. Deshalb soll man mit allem Bemühen die große Verehrung vollziehen.

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P5-0556 · 60
Bei Furcht vor Königen und anderen sowie bei Gefahren in fremden Ländern und Ähnlichem soll man über glückverheißende und unheilvolle Handlungen nachdenken und die Opfergabe darbringen.

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P5-0557 · 61
Das Mantra lautet: „Nimm an, hochbegünstigte Göttin, Śivā in der Gestalt des Zeitfeuers! Sprich klar die glückverheißende oder unheilvolle Frucht aus; nimm deine Opfergabe an!“ Nachdem man dies gesprochen hat, gibt man die Opfergabe, o Freund der Kula-Menschen. Wird sie nicht gefressen, Kind, entsteht kein Heil.

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P5-0558 · 62
Wenn Heil entstehen soll, wird sie dort restlos gefressen. So erkennt man es, o Mahādeva, und vollzieht Befriedung und glückverheißende Riten. [svastyanaṃ ist eine beschädigte Lesart.]

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Damit endet die Śivā-Opfergabe. Die Geheimhaltung des Kula-Weges: Der Kula-Weg ist überall geheim zu halten. Im Nīlatantra: „Man vollzieht [den Ritus] an einsamem Ort, nicht so in Gegenwart von Menschen; man soll ihn auch nicht vor den Augen von Vögeln, Insekten und anderen Wesen vollziehen lassen.“

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P5-0560 · 64
In einem unterirdischen Pavillon, in einer gut verschlossenen Höhle oder einem lückenlos geschlossenen Pavillon ist [der Ritus] zu vollziehen, nicht in Gegenwart [anderer].

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P5-0561 · 66
Kula-Blüte, Kula-Substanz, Kula-Verehrung, Rezitation, Kula, Kula-Herr, Kula-Gebetskette, Kula-Akula, Kula-Cakra und Kula-Meditation soll man auf keine Weise offenlegen. Durch Offenlegung entsteht Verlust der Vollendung, durch Offenlegung Tod und Ähnliches, durch Offenlegung Vernichtung des Mantras, durch Offenlegung Verletzung des Kula, durch Offenlegung Erlangung des Todes. Man darf es niemals offenlegen.

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P5-0562 · 67
Wenn zur Zeit der Verehrung jemand dorthin kommt, o Herrin der Götter, zeigt man eine Viṣṇu-Mudrā, ebenso Viṣṇu-Nyāsa und Lobgesang. Wenn durch Offenlegung Geheimhaltung entsteht, liegt in dieser Offenlegung kein Fehler. Wenn durch Verbergen Bekanntwerden entsteht, gilt dies nicht als Geheimhaltung.

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P5-0563 · 68
Man mag zuweilen den Körper verlieren, aber [na cāvyaktiḥ kadācana: wörtlich „niemals Nicht-Offenlegung“, eine widersprüchliche beziehungsweise beschädigte Negation]. Besser soll die Verehrung nicht vollzogen werden, als dass jemals Offenlegung geschieht. [Der zweite Halbvers ist klar; die Negation des ersten wird nicht still korrigiert.]

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Morgenpflichten und besondere Verehrung

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Nun die morgendlichen Handlungen. Der Sādhaka steht morgens auf und verneigt sich vor dem Kula-Baum. Kula-Bäume sind so beschrieben: „Durch einen Fußtritt [blüht] Aśoka, durch den Mundwein Keśara; Karṇikāra, Mango und Nimba durch [hasābhyām: Lesart und Zuordnung unsicher]; Tilaka, Nameru und Piyāla durch Gesang; Karṇikāra durch Gespräch, Kuruvaka durch Umarmung; Sindhuvāra, Kadamba und [campaśāstrī: beschädigt] gedeihen gewiss durch die Berührung begehrender Frauen.“ [Der poetische Beleg ist mehrfach beschädigt und nennt Karṇikāra doppelt; verlorene Auslöser werden nicht ergänzt.]

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Ebenso die Śruti: „Keine Schädigung der zehn Kula-Bäume.“ Die zehn Kula-Bäume sind: Śleṣmātaka, Karañja, Bilva, Aśvattha, Kadamba, Nimba, Vaṭa, Udumbara, Dhātrī und Ciñcā. Man meditiert über Kula vom Wurzelbereich bis zum Brahmarandhra und gedenkt des Lehrers.

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Prahlādānandanātha, Sanakānanda, Kumārānandanātha, Vasiṣṭhānandanātha, Krodhānanda, Sukhānanda, danach Jñānānanda und Bodhānanda: Man verehrt sie und meditiert über sie oberhalb der Kula-Öffnung. Ihre Herzen strahlen im Geschmack des großen Āsava [alkoholischen Tranks], ihre Augen drehen sich; durch die Umarmung des Kula ist alle Finsternis gespalten und zermalmt. Ihr Inneres erhebt sich voll Erbarmen für die Kula-Schüler, ihre Hände sind zu Wunschgewährung und Furchtlosigkeit erhoben; sie kennen den Sinn der Kula-Tantras. Nachdem man sich so vor den Kula-Lehrern verneigt und die Kula-Herrin verabschiedet hat, begibt man sich an die Kula-Stätte und zum heiligen Badeplatz, um zu baden.

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P5-0567 · 72
Man vollzieht das Mundspülen mit den Prinzipien Ātma, Vidyā und Śiva und führt die übrigen Handlungen aus.

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P5-0568 · 73
Im Kulārṇava: „Dem Gott Kula-Sūrya soll man dreimal Arghya darbringen. Götter, Ṛṣis und Ahnen erquickt man mit Kula-Wasser.“

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Im Kulacūḍāmaṇi [Vorlage verkürzt]: „Nach dem Mundspülen, mit Kula-Darbha, Darbha-Gras und Kula-Stirnzeichen versehen, nimmt man das Kula-Gefäß mit Dūrvā, Sesam und Wasser und badet zur Freude der Kula-Göttin. Hat man so den Vorsatz gefasst, legt man das Kula-Cakra ins Wasser. Mit dem Stachelstock der Kula-Mudrā holt man von der Kula-Stätte ebenso die Kula-Tīrthas herbei und ruft sie an. Man trinkt dreimal das Wasser, dessen Wesen Śiva ist, und besprengt dreimal den Körper.“ [Der Satzanschluss zwischen Tīrthas und śivātmakam ist uneindeutig.]

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P5-0570 · 76
Auch im Svatantra: „Der erste unter den Sādhakas rezitiert das Wurzelmantra und gießt mit der Krugmudrā dreimal Wasser auf das Haupt, o Göttin; dann spült er den Mund.“

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P5-0571 · 77
Damit endet der Kula-Brauch. Nun wird das Dūtī-Opfer erläutert. Zuerst die Annahme von Vijayā. Im Vijayākalpa: „Von Saṃvid und Āsava ist Saṃvid vorzüglicher. Deshalb sollen die besten Sādhakas hier zu Beginn der Verehrung Saṃvid anwenden; die große Verehrung ist von fest Entschlossenen zu vollziehen. Diese Anwendung ist von Angehörigen des Kula überall zu Beginn der Verehrung auszuführen.“ [Vijayā beziehungsweise Saṃvid ist hier die rituelle Bezeichnung der berauschenden Pflanzengabe; Āsava bezeichnet ein alkoholisches Getränk.]

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P5-0572 · 78
Auch anderwärts: „Ohne Freude entsteht Abfall, und die Gottheiten werden nicht gesättigt.“

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P5-0573 · 79
Sie [Vijayā] ist vierfach: Brāhmaṇī, Kṣatriyā, Vaiśyā und Śūdrā, unterschieden durch weiße, rote, gelbe und schwarze Blüten. Ihre Reinigung im Vijayākalpa: „O Saṃvid, aus Brahmā entstanden, Brahmās Tochter, stets makellos, sei zur Sättigung der Bhairavas immer rein! oṃ brāhmaṇyai namaḥ svāhā“ – „Oṃ, Verehrung der Brāhmaṇī, svāhā.“ So reinigt man sie. Dann: „O Göttin, die wirksame Pflanzenmittel bereitet, die grundlegende Erkenntnis erweckt, Königstochter, Unterwerferin, Dreizack am Hals des Feindes! aiṃ kṣatriyāyai namaḥ svāhā“ – „aiṃ, Verehrung der Kṣatriyā, svāhā.“ Damit reinigt man die nächste.

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„O du von der Gestalt des Erkenntnisfeuers, das durch das Brennmaterial der Unwissenheit aufflammt! Nimm [dies] als Buttergabe der Glückseligkeit an und gewähre mir rechte Erkenntnis. hrīṃ vaiśyāyai namaḥ svāhā“ – „hrīṃ, Verehrung der Vaiśyā, svāhā.“ So reinigt man die Vaiśyā. Dann: „Ich verneige mich vor dir, Mahāmāyā, die den Yogaweg zeigt. Mutter, Siegerin über die drei Welten, gewähre die Frucht des Samādhi! śrīṃ śūdrāyai namaḥ svāhā“ – „śrīṃ, Verehrung der Śūdrā, svāhā.“ Damit reinigt man die Śūdrā. Danach die Reinigung aller: Oṃ, „amṛtodbhave amṛtavarṣiṇi“, dann zweimal „amṛtamākarṣaya“, danach „siddhiṃ dehi“, dann „amukaṃ me“ und „vaśamānaya“. Dieses auf das doppelte ṭha [svāhā] endende Mantra wird hier zur Reinigung aller angegeben. Übersetzbare Teile: „O aus Nektar Entstandene, Nektarregnende, ziehe, ziehe den Nektar herbei; gewähre Vollendung; bringe mir N. N. unter die Gewalt.“ Kennt man [die Art], reinigt man jede einzeln mit dem jeweiligen Mantra; kennt man sie nicht, reinigt man mit diesem. [samyagjñānnaṃ und tralokya sind beschädigt.]

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P5-0575 · 80
Im Uttaratantra: „Man spricht siebenmal das Wurzelmantra darüber, [zeigt] die mit Anrufung beginnenden Mudrās, dann Dhenu und Yoni; nach dreimaligem Händeklatschen verschließt man mit Fingerschnippen die Himmelsrichtungen. Mit göttlichem Blick und Fersenstößen beseitigt man alle Hindernisse und erquickt siebenmal am Brahmarandhra, während man das Wurzelmantra rezitiert. Den Lehrer im tausendblättrigen Lotus erquickt der Sādhaka hingebungsvoll dreimal mit der Saṃketa-Mudrā, um Vollendung zu erlangen.“ Man spricht das Wurzelmantra der erwählten Gottheit und „amukadevatāṃ tarpayāmi“ – „Ich erquicke die genannte Gottheit“ – und erquickt ebenso den Lehrer. Dann nimmt man [die Gabe] mit der Saṃketa- und der Tattva-Mudrā an. So: „aiṃ vada vada vāgvādini mama jihvāgre sthirībhava sarvasattvavaśaṅkari svāhā“ – „aiṃ, sprich, sprich, Göttin der Rede! Werde fest an der Spitze meiner Zunge, du Unterwerferin aller Wesen! Svāhā.“ Ferner: Man spricht „aiṃ vada vada“, dann „vāgvādini“, „mama jihvāgre sthirībhava“ und danach „sarvasattvavaśaṅkari svāhā“. Mit diesem Mantra soll man in den Mund opfern.

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P5-0576 · 81
Im Tantracūḍāmaṇi: „Ohne das Mittel [hetuka: rituell berauschende Gabe] ist Maheśvara von Erregung erfüllt; man soll dann weder Verehrung noch Feueropfer, weder Meditation noch Betrachtung vollziehen. Deshalb soll man, nachdem man gegessen und getrunken hat, die höchste Herrin verehren.“ „Getrunken“ bezieht sich aufgrund des Abschnittszusammenhangs ausschließlich auf Vijayā.

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P5-0577 · 82
Nun die Art der Verehrung: Nach Ablauf einer Nachtwache soll man mit von Betel gefülltem Mund die Kula-Herrin verehren.

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P5-0578 · 83
Im Uttaratantra: „Nachdem eine Nachtwache vergangen ist, [begibt sich] der Mann ins Kula-Haus: den Mund mit Betel gefüllt, vom Duft des Räucherwerks parfümiert, die Glieder mit rotem Sandelholz bestrichen, von roten Kränzen begleitet, in ein rotes Gewand gekleidet und im Haus mit Lacksaft [lākṣārasagṛhaṅgataḥ: genaue Fügung unsicher]. Mit einem roten Kranz umhüllt und mit roten Blüten geschmückt, verehrt er die Kula-Herrin nach den Saṃketa-Regeln der Fünffachgestaltung.“

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P5-0579 · 84
Die Kula-Herrin wird ebendort so beschrieben: Tänzerin, Kāpālikā, Prostituierte, Pulkasī [Vorlage pukvasī], Frau eines Barbiers, Wäscherin, Färberin, Sairindhrī [Dienerin beziehungsweise Friseurin], verheiratete Frau, Ghaṭikā und Aghaṭikā [Bezeichnungen unsicher] sowie Kuhhirtentochter. Alle sind Kula-Frauen, wenn sie besondere Geschicklichkeit besitzen, dem Lehrer und der Gottheit ergeben sind, frei von Ekel und Scham, meist der Geheimhaltung zugetan und jung; sie gewähren alle Vollendungen. Eine Frau von unversehrtem Wandel, mit gutem Wesen und Glück begabt, den guten Riten ergeben, klar und hingebungsvoll, frei von Befleckung, den Samaya bewahrend und Verehrern zugetan, mit Klugheit, Großzügigkeit, Freundlichkeit, Erbarmen und anderen Tugenden, mit Schönheit und Jugend, gutem Wesen und Glück ausgestattet – sei sie stets als Partnerin angenommen, aufgrund einer Verabredung gekommen oder gerade eben vom Feuer des Begehrens erhitzt herbeigekommen: Man bestreicht sie mit rotem Duftstoff, schmückt sie mit rotem Gewand, duftenden roten Blüten und allem Schmuck, räuchert sie gut ein und setzt die schlanke Frau bei den Dūtī-Handlungen ein. [Dūtī bedeutet hier die rituelle Partnerin.]

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P5-0580 · 85
Im Kumārītantra: „Tänzerin, Kāpālikā, Prostituierte, Wäscherin, Frau eines Barbiers, Brāhmaṇī, Śūdra-Tochter, Kuhhirtentochter und Tochter eines Kranzmachers werden als die neun Frauen genannt.“ „Brāhmaṇī“ betrifft [hier] den Brahmanen. [kanyā wird in dieser rollenbezogenen Liste als Frau beziehungsweise Tochter wiedergegeben; ein Alter nennt die Vorlage nicht.]

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P5-0581 · 86
Eine so beschaffene Frau soll man auf einem Blütenpolster verehren. Der vorzügliche Sādhaka soll eine Frau mit fehlgebildeten oder entstellten Gliedern, begrifflich zweifelndem Geist, hohen Alters, dem Bösen zugetan, [hūṃkārom: beschädigt], geldgierig, ohne Hingabe oder bedrückt meiden.

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P5-0582 · 87
Ein Mantrakundiger, der um des Geldes, des Begehrens oder des bloßen Vergnügens willen der Verbindung von Liṅga und Yoni ergeben ist, gelangt in die Raurava-Hölle.

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P5-0583 · 88
Wenn sie unterwiesen wird, o Göttin, ist die Frau eine Tochter; wenn sie der Verehrung würdig ist, o Göttin, ist sie eine Mutter. Daran besteht kein Zweifel.

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P5-0584 · 89
Man bringt eine so beschaffene Kula-[Partnerin] herbei, vollzieht Einreiben und die weiteren Handlungen und lässt sie auf dem Polster Platz nehmen.

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P5-0585 · 90
Ebenso im Uttaratantra: „Man bringt die Kula-[Partnerin] richtig herbei, reibt sie danach ein; gebadet, mit reiner Seide, duftender Salbung und anderem geschmückt, schön ausgestattet und von Ermüdung frei, [empfängt sie] Willkommensgruß und Sitz. Man setzt sie in die Mitte eines Polsters, das von vielfältigen Blüten duftet und mit Sandelholz, Aloeholz, Kampfer, Moschus, Safran und anderen Stoffen bestreut ist, und verehrt dann die Kula-Herrin.“

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P5-0586 · 91
Dann vollzieht man Elementereinigung und die weiteren Handlungen und legt an den jeweiligen Gliedern der Kula-[Partnerin] Nyāsa auf. So: „Nach Gliedernyāsa und Handnyāsa sowie danach Prāṇāyāma vollzieht man den Mātṛkā-Nyāsa und legt ihn auch auf ihre Glieder.“ Dann bringt man die fünf Makāras herbei und reinigt sie. Die fünf Makāras sind: Alkohol, Fleisch, Fisch, Mudrā [Speisegabe] und Geschlechtsvereinigung; sie vernichten schwere Vergehen. Die Reinigung des Alkohols: Man hält den Krug und spricht: „Das höchste Brahman ist eines allein, gewiss grob- und feinstofflich. Das aus Kaca entstandene Vergehen der Brahmanentötung [kacodbhavāṃ: Bezug unsicher] vernichte ich für dich womit [kena: Wortlaut unklar]? O Göttin, entstanden aus dem Sonnenrund und aus Varuṇas Stätte, aus dem Amā-Bīja bestehend, werde von Śukras Fluch frei! Wenn Praṇava die Keimsilbe der Veden ist und aus Brahman-Glückseligkeit besteht, möge durch diese Wahrheit dein Vergehen der Brahmanentötung getilgt werden, o Göttin.“ Danach rezitiert man zehnmal darüber: „oṃ vāṃ vīṃ vūṃ vaiṃ vauṃ vaḥ brahmaśāpavimocitāyai sudhādevyai namaḥ“ – „Verehrung der Nektargöttin, die von Brahmās Fluch befreit ist.“ Dann zehnmal: „oṃ śāṃ śīṃ śūṃ śaiṃ śauṃ śaḥ śukraśāpavimocitāyai sudhādevyai namaḥ“ – „Verehrung der Nektargöttin, die von Śukras Fluch befreit ist.“ Ebenso zehnmal: „hrīṃ śrīṃ krāṃ krīṃ krūṃ kraiṃ krauṃ kraḥ kṛṣṇaśāpaṃ vimocayāmṛtaṃ srāvaya svāhā“ – „Löse Kṛṣṇas Fluch; lass Nektar fließen, svāhā.“ Dann rezitiert man achtmal darüber das Wurzelmantra und vergegenwärtigt [die Gabe] als aus Gottheit bestehend. Damit endet die Reinigung der Substanz. [Die Bījas bleiben unverändert.]

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P5-0587 · 92
Die Gabe dieser Substanz steht nur dem Śūdra zu. Im Śrīkrama: „Ein Brahmane soll der großen Göttin keinesfalls Alkohol geben. Ein Brahmane, der Vāma [den linken Weg] wünscht, soll Alkohol und Fleisch nicht genießen.“

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P5-0588 · 93
Im Kulacūḍāmaṇi: „Wo Āsava unbedingt [vorgesehen ist], soll besonders der Brahmane stattdessen Rohzucker und frischen Ingwer geben oder Honig in Kupfer bereitstellen. Man bringt es rechts von der Göttin am Rand des Cakras dar. Diese Substanz [Alkohol] ist für den Śūdra, niemals für die anderen. Für den Vaiśya reiner Honig, für den Kṣatriya [eine Gabe] mit geklärter Butter; der Brahmane gibt Kuhmilch oder Honig in Kupfer. Kokoswasser in Bronze [ist] für alle [bei] der Reinigung der Substanzen.“ Für Kṣatriya und Vaiśya sollen Gauḍī und Mādhvī gegeben werden, weil sie dazu die Befugnis besitzen; fehlen sie, gilt die Ersatzvorschrift. Ferner: „Kuhmilch gibt der Brahmane, geklärte Kuhbutter der aus dem Arm Geborene [Kṣatriya], [mākṣikaṃ dravyaṃ: Honiggabe; Satzzuordnung unvollständig], der Śūdra wiederum Pauṣṭa und Ähnliches.“ Dies ist der Ersatz für den Śūdra. [Die Belege enthalten unterschiedliche Zulassungen und eine beschädigte Klassenaufzählung; sie werden nicht vereinheitlicht.]

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P5-0589 · 94
Im Kulārṇava: „Wasser, Milch, geklärte Butter, o Gute, Honig, Maireya, Zuckerrohrtrank, Blüten-, Baum-, Getreide-, Cakra- und Mangogaben, o Göttin: dreifach und vielfach unterschieden. Das Berauschende war wegen des Bruchs des Dharma zu meiden, o Schönäugige. Durch Erkenntnis rituell bereitet, vernichtet es aber schwere Vergehen.“ Beim Darbringen besteht kein Vergehen; oder [die Aussage] betrifft den göttlichen Bhāva. Die Zweimalgeborenen sollen die schöne Gabe aus Mangofrüchten genießen; wegen des Nichtberauschens, o Herrin der Götter, verwenden die Kundigen Zuckerrohrtrank. Damit wird gesagt, dass Kṣatriyas und andere nichtberauschende Substanzen genießen sollen; das Berauschende wurde als Ursache des Vergehens bezeichnet. [Die Gliederung trividhaṃ und cakranirmitam ist nicht näher erläutert.]

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P5-0590 · 95
Im Bhairavatantra: „Was immer zur Kula-Praxis gehört, außer Alkohol und Fleisch, o Kind, gibt man Śakti; dann bringt man den Rest dem Lehrer dar. Seine Erlaubnis nimmt man auf das Haupt und verwendet den Rest für sich selbst.“ Dadurch [wird erklärt]: Kṣatriyas und andere besitzen die Befugnis zur Darbringung der eigentlichen [Substanz], nicht zum Trinken. [śoṣam ist eine beschädigte Lesart für die Restangabe.]

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P5-0591 · 96
Die Aussage lautet hingegen: „Trinken, trinken, wieder trinken und auf die Erde fallen; aufstehen und wieder trinken – dann gibt es keine Wiedergeburt.“ [Der Text führt diesen widersprechenden Beleg an; seine Einordnung folgt in den nächsten Einheiten.]

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P5-0592 · 97
Im Bhairavatantra: „Wer beim Trinken Zweifel hat, Ekel vor Blut und Samen empfindet, im Reinen Unreinheit wähnt und beim Geschlechtsakt ein Vergehen fürchtet – wie soll dieser Abgefallene die Göttin verehren, wie Caṇḍīs Mantra rezitieren?“

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P5-0593 · 98
Ferner: „Bei Alkohol und Geschlechtsvereinigung soll man keine Kastenunterscheidung ausüben.“ Dies bezieht sich jedoch auf Angehörige des vierten Lebensstadiums. Beim Annehmen der jeweiligen Substanzen soll man nicht an die Kaste denken, weil ihre Reinigung notwendig ist. Ferner: „Vollzieht der Sādhaka bei Frauen und Alkohol [den Ritus], ohne die Reinigung vollzogen zu haben, entsteht Verlust der Vollendung; Sundarī wird zornig.“ Mit „Alkohol“ sind die eigentlichen Substanzen und ihre Ersatzformen gemeint.

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P5-0594 · 99
Ebenso ist dessen Notwendigkeit bei der Kula-Verehrung [festgestellt].

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P5-0595 · 100
Dazu heißt es: „Wer die Kula-Verehrung ohne Madhu und Fleisch beginnt, o Göttin, dessen Verdienst aus tausend früheren Geburten geht zugrunde.“ [Die Vorlage liest sakṛtaṃ; „Verdienst“ ist die gekennzeichnete Kontextlesung.]

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P5-0596 · 1
Nun die Reinigung von Fleisch und anderen Gaben. Fleisch ist als dreifach zu erkennen: von Wasserbewohnern, von fliegenden und von auf der Erde gehenden Wesen. Diese drei Fleischarten werden als das Wohlgefallen der Gottheit bewirkend bezeichnet.

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P5-0597 · 2
Fisch ist dreifach, o Göttin: vorzüglich, minderwertig und mittel. Die vorzüglichen sind dreifach: Śāla, Pāṭhīna und Rohita. [Der folgende Satz über] ausgewachsenen, grätenfreien, mit Öl versehenen und mit [talkala: beschädigtes Wort] ausgestatteten Fisch, der die Göttin erfreut, [nennt] vier mittlere Arten. Die kleinen Fische gelten den Kundigen alle als minderwertig. [Die mittlere Vierergruppe wird nicht eindeutig aufgezählt; fehlende Namen werden nicht ergänzt.]

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P5-0598 · 3
Das Fleisch von Landbewohnern: von Rind, Mensch, Schaf, Pferd, Büffel, Eber, Ziege und Wildtier. Dies wird die achtfache große Fleischgabe genannt, die das Wohlgefallen der Gottheit bewirkt.

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P5-0599 · 4
Ersatzformen, wenn Fleisch fehlt. Im Samayācāra: „Salz, frischer Ingwer, Ölkuchen, Sesam, Weizen, Māṣa-Bohnen und Knoblauch gelten, o große Göttin, als Vertreter des Fleisches.“

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P5-0600 · 5
Mudrā ist zweifach. Im Kulārṇava: „Ein kreisförmiger, guter Kṛṣara [Speise], dem Mondrund gleich, schön gebacken und reizvoll, mit Zucker und anderen Zutaten gefüllt, heißt Mudrā bei der Verehrung der Gottheit.“

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P5-0601 · 6
Im Yāmala: „Was immer aus geröstetem Getreide und anderen Stoffen zum Kauen bereitet wird, erhält die Bezeichnung Mudrā, die große Freude gewährt.“ [ghṛṣṭadhānya ist eine unsichere Lesart.]

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P5-0602 · 7
Ihre Reinigung im Svatantratantra: Fleisch reinigt man mit dem [Mantra], das mit „oṃ pratadviṣṇu“ beginnt; Fisch mit dem, das mit „oṃ tryambakam“ beginnt; Mudrā mit dem, das mit „oṃ tadviṣṇu“ beginnt. [Nur diese Anfänge sind überliefert; vollständige Mantras werden nicht ergänzt.]

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P5-0603 · 8
Nun die Reinigung der Śakti. Im Bhāvacūḍāmaṇi: „Durch Verbindung mit einer ungeweihten Kula-[Partnerin] entsteht Verlust der Vollendung. Wenn man ihre Rede hört oder ihr Lager aufsucht – wie soll dieser Kula-Angehörige, o Göttin, die höchste Herrin verehren?“ Im Śrīkrama: „Ohne die Reinigung vollzogen zu haben, soll man keine Kula-Verehrung ausüben.“

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P5-0604 · 9
Im Kaulika-Tantra: „Durch die Übergießungsweihe entsteht Reinigung mit den Tropfen des ausgesprochenen Mantras. Mit Kraft oder durch Bemühen soll man die Übergießungsweihe vollziehen.“ [balādvā kann auch „gewaltsam“ bedeuten; der Text präzisiert den Bezug nicht.]

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P5-0605 · 10
Das Mantra der Übergießungsweihe: Zuerst spricht man Bālā, dann „tripurāyai“, danach „namaḥ“, dann „imāṃ śaktiṃ pavitrīkuru“, danach „mama siddhiṃ kuru“ und die Gemahlin des Feuers [svāhā]. Dies ist das Reinigungsmantra, o Herrin der Götter: „Verehrung Tripurā; reinige diese Śakti, bewirke meine Vollendung, svāhā.“ In ihr Ohr spricht man mit der Erkenntnis der Nichtverschiedenheit das Māyā-Bīja. Damit endet die Reinigung der Śakti. [Die vollständige Bālā-Silbenfolge wird in dieser Einheit nicht angegeben.]

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P5-0606 · 11
Danach gibt man die gereinigte Substanz in die Arghya-Gabe. In der Arghya-Vorschrift des Śrīkrama: „Die zuvor gereinigte Substanz soll man ausschließlich im Geheimen hinzufügen.“

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P5-0607 · 12
Im Svatantratantra: „Der aufmerksame Verständige gibt die erste Substanz in das Arghya-Gefäß. Die aus Kuṇḍa und Gola stammende Substanz und die selbstentstandene Blüte [verschlüsselte sexuelle beziehungsweise menstruelle Gaben] bringt er als Arghya dar, o Maheśānī, und wird zum Herrn aller Vollendungen. Durch die Arghya-Darbringung mit Nektar wird er den Yoginīs lieb; mit dem Wasser der Pīṭha-Waschung wird er ein großer Yogi, o Göttin.“ [Die Terminologie wird erhalten; Einzeldeutungen werden nicht als sicher ergänzt.]

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P5-0608 · 13
Im Bhairavatantra: „Für Śakti-Verehrer gibt es hinsichtlich Glück und Befreiung nichts Höheres als das fünfte [Makāra]. Selbst allein durch das fünfte wird der Sādhaka vollendet.“ Deshalb ist die Verehrung mit dem fünften Makāra zu vollziehen.

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P5-0609 · 14
Nach dem Aufstellen der Arghya-Gabe verehrt man den Pīṭha in der Mitte des Lagers, beginnend mit „maṇḍukāya namaḥ“ – „Verehrung Maṇḍūka“. Dazu heißt es: „In der Mitte des Lagers verehrt man zuerst Maṇḍūka, dann Kālāgnirudra, die tragende Śakti, Kūrma, Ananta, Varāha, Erde, Knolle, Stängel, Staubfäden, Lotus, Mitte und Maṇḍala; Dharma, Entsagung, Herrlichkeit, Erkenntnis und Unwissenheit, Nichtherrlichkeit, Nichtentsagung und Adharma; ebenso das aus Erkenntnis und Vidyā bestehende Selbst. Man gibt Duftstoff, Blüten, ungebrochene Reiskörner und andere Gaben und verehrt dort.“ Dann setzt man die Kula-[Partnerin] auf das Polster und verehrt sie. Ferner: „Darauf setzt man Kula und vollzieht die Verehrung; an ihr verehrt man gesammelt die fünf Kāmas: hrīṃ als Kāmarāja, klīṃ als Kandarpa, aiṃ als Manmatha, blūṃ als Makaradhvaja und strīṃ als Manobhava. [Die Formeln] beginnen mit Oṃ und enden auf namaḥ. Mit duftversehenen Blüten verehrt man sie; dann verehrt man in den vier Himmelsrichtungen Vaṭuka, Bhairavī, Durgā und Kṣetrapāla und die Kula-Herrin.“

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P5-0610 · 15
Die Verehrungsformel lautet: „oṃ hrīṃ kāmarājāya namaḥ“ – „Oṃ hrīṃ, Verehrung Kāmarāja“ – und entsprechend weiter. Dann zeichnet man auf ihre Stirn ein Dreieck mit „aiṃ klīṃ strīṃ klīṃ blūṃ ādhāraśaktiśrīpadukāṃ pūjayāmi“ – „Ich verehre die heiligen Sandalen der tragenden Śakti“. Im Tantrasāra: „Man spricht Vāgbhava, Kāma-Bīja, Strī-Bīja, Kāmarāja und blūṃ, dann Ādhāraśakti, Śrīpādukā und ‚pūjayāmi‘. Mit diesem Mantra, o Göttin, zeichnet man dort auf die Stirn ein überaus schönes Dreieck mit Zinnober und anderen Stoffen, o Schönangesichtige.“ Im Uttaratantra: „Der Sādhaka zeichnet auf ihr Haupt das dreieckige Yantra, verehrt in dessen Mitte den großen Leichnamsitz und dann Bālā.“ So verehrt man mit „hsauḥ sadāśivamahāpretapadmāsanāya namaḥ“ – „Verehrung dem Lotussitz des großen Leichnams Sadāśiva“. Danach verehrt man Bālā und Kāmeśvarī. [Die beiden Bīja-Reihen weisen eine terminologische Abweichung auf; sie werden nicht vereinheitlicht.]

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P5-0611 · 16
Im Kulārṇava: „Gaṇeśa, den Kula-Vorsteher, Durgā, Lakṣmī und Sarasvatī verehrt man in den Dreiecken; danach Vasanta und Madana auf den Brüsten, o Geliebte, und Sudhākara [den Mond] auf ihrem Gesicht.“ Im Uttaratantra: „Gaṇeśa auf dem Scheitel, den Kula-Vorsteher an den Haarspitzen, Durgā auf der Stirn, Lakṣmī an den Brauen und Sarasvatī auf der Zunge.“ Die dabei auftretende Verschiedenheit der Orte ist nach freier Wahl [zu handhaben].

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P5-0612 · 17
Im Jñānārṇava: „Vom rechten Fuß bis zum Haupt und links vom Haupt bis zu den Füßen, o Schöne, verehrt man alle Kalās Kāmas und Somas. Śraddhā, Prīti, Rati, Bhūti, Kānti, Manobhavā, Manoharā, Manoramā, Madanotpādinī, Mohinī, Dīpanā, Śodhanī, Vaśaṅkarī, Rañjanī und als sechzehnte Priyadarśanā, o Herrin der Götter: Mit den sechzehn Vokalen verbunden verehrt man diese Kāma-Kalās.“ [Die Vorlage zählt nur fünfzehn Namen auf; ein fehlender Name wird nicht ergänzt.] Die Formel lautet „aṃ śraddhāyai namaḥ“ – „Verehrung Śraddhā“ –, „āṃ prītyai namaḥ“ – „Verehrung Prīti“ – und entsprechend weiter. Danach sind die Mond-Kalās vom Haupt bis zu den Füßen zu verehren: Pūṣā, Vaśā, Sumanā, Rati, Prīti, Dhṛti, Ṛddhi, Saumyā, Marīci, Aṃśumālinī, Aṅgirā, Vaśinī, Chāyā, Sampūrṇamaṇḍalā, Tuṣṭi und Amṛtā: Dies sind Somas sechzehn Kalās, o Berggeborene. Anstelle von Aṅgirā gibt es auch die Lesart Madirā.

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P5-0613 · 18
Im Uttaratantra: „Sie sind allein mit den Vokalen zu verehren, zur Vollendung aller Handlungsziele.“ Im Lalitātantra: „In deiner Yoni sind drei strömende Nāḍīs zu erkennen. Eine ist die Mondbahn, eine andere die Sonnenbahn, die weitere die Feuerbahn. Diese soll der Sādhaka verehren. Wasser strömt aus der Mondbahn, Blüte [Menstrualblut] aus der Sonnenbahn, Samen aus der Feuerbahn.“ [tāstu nābhirarcayet ist beschädigt; die genaue weitere Anweisung bleibt offen.] Im Lalitātantra: „Der heitere Verständige verehrt sie mit Vāgbhava und den übrigen, verbunden mit namaḥ.“ Also „aiṃ cāndryai namaḥ“ – „Verehrung der Mondbahn“; „aiṃ sauryai namaḥ“ – „Verehrung der Sonnenbahn“; „aiṃ āgneyai namaḥ“ – „Verehrung der Feuerbahn“.

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P5-0614 · 18-ka
Im Uttaratantra: „Man verehrt in der mit rotem Sandelholz bestrichenen Stätte Madanas und spricht nach den drei Tārās das Bhagamālā-Mantra.“ So: „aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ jaṃ blūṃ klinne“, danach „sarvāṇi bhagāni vaśamānaya“, dann „strīṃ hrīṃ klīṃ blūṃ bhagamālinyai namaḥ aiṃ hrīṃ śrīṃ“. Mit diesem Mantra verehrt man sie mit Duftstoff und den übrigen Gaben. Übersetzbare Teile: „O Feuchte, bring alle Yonis unter die Gewalt; Verehrung Bhagamālinī.“ Danach verehrt man dort mit dem Wurzel[mantra]. In einem anderen Tantra: „Auch hier gibt es keine Anrufung und keinen Jīvanyāsa, o Maheśvarī. Verehrt man sie nach dieser Vorschrift mit den sechzehn Darbringungen als erwählte Göttin, wird man zum Herrn aller Vollendungen.“ Dann verehrt man das eigene Liṅga. Man verehrt danach den eigenen Śiva mit Duftstoff, Blüten und den übrigen Gaben, mit dem Wurzelmantra und anschließend „oṃ namaḥ śivāya“, dann mit den Tatpuruṣa, Aghora und Sadyojāta genannten [Mantras]. Bei Śrīvidyā gilt die Besonderheit: „Tārā, Bhuvaneśānī, Tripurasundarī und ‚namaḥ śivāya‘ bilden diese als zehnsilbig bezeichnete Vidyā.“ „Sundarī“ bedeutet Sundarīs drei Kūṭas. [Die angegebene Silbenzahl und die Kūṭa-Angabe werden nicht rechnerisch berichtigt.] Die mit Tatpuruṣa beginnenden Mantras wurden zuvor genannt. Danach [verehrt man] an dessen Gliedern Nivṛtti, Pratiṣṭhā, Vidyā, Śakti und Śāntyatītā. Nach dem Aussprechen der vollständigen Vidyā verehrt man das Dreieck: Avadhūteśvarī, Kubjā, Kāmākhyā, Samayā, Cakreśvarī, Kālikā, Dikvaravāsinī, Mahācaṇḍeśvarī und Tārā. Nach ihrer Erlaubnis gibt man Betel und fügt dort Śiva mit der Elefantenrüssel-Mudrā ein. „Im Selbstfeuer, das von den Opfergaben Dharma und Adharma leuchtet, opfere ich mit dem Geist als Schöpflöffel, auf dem Weg der Suṣumṇā, stets die Tätigkeiten der Sinne.“ Dieses mit svāhā endende große Mantra wird für den Beginn angegeben. Dann rezitiert man bei der Vereinigung mit der Frau die Vidyā, Herrin der drei Welten. „Rezitiert“ heißt: unerschüttert tausendacht- oder hundertachtmal. Im Svatantratantra: „Der reinen Geistes ist, rezitiert tausendacht- oder hundertachtmal, [kṣobhaharatiḥ: beschädigt]. Mit den Händen von Licht und Raum halte ich den Unmanī-Schöpflöffel und opfere in das Feuer, gefüllt mit dem Fett der Dharma- und Adharma-Kalās.“ Dieses mit svāhā endende große Mantra wird beim Freigeben des Samens angegeben. [Einzelne Wortfügungen sind beschädigt; keine fehlenden Mantrabestandteile werden ergänzt.]

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P5-0615 · 18-kha
Die Besonderheit im Jñānārṇava: „Die Verbindung von Śiva und Śakti ist Yoga selbst; daran besteht kein Zweifel. Das Lustseufzen ist Mantrarezitation, die Rede Lobgesang. Die Umarmung ist Moschus, der Kuss Kampfer. Kratzer durch Nägel, Bisswunden und Ähnliches sind die vielfältigen Blüten. Die Bewegung erkenne als Tarpaṇa; das Fallen des Samens ist Verabschiedung.“

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P5-0616 · 19
Im Kulārṇava: „Umarmung, Kuss, Massieren der Brüste, Anblick, Berührung der Yoni, Öffnen, Reiben des Liṅga, Eindringen und Einsetzen der Śakti sind die neun Blüten bei der Verehrung.“

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P5-0617 · 20
Im Yāmala: „Aus der Vereinigung entsteht Glück, dessen Merkmal höchste Glückseligkeit ist. Sorgfältig soll der Mensch den schwer zugänglichen Kula-Nektar aufnehmen. Mit diesem göttlichen Nektar werden alle gesättigt. Welchen Wunsch der Mantrakundige auch vollzieht, er wird augenblicklich erfüllt.“

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P5-0618 · 21
Im Jñānārṇava: „Man reinigt die Kula-Substanz, die aus Śiva und Śakti besteht, o Geliebte, und gibt den Lebensnektar von der Gestalt des höchsten Brahman hinzu, o Schöne. Man verehrt mit dem Nektar des Arghya-Gefäßes. Stets frei von begrifflicher Unterscheidung verehrt der Mensch die Śrīvidyā-Reihenfolge und wird aus dem höchsten Brahman bestehend.“ „Śrīvidyā“ ist stellvertretend zu verstehen.

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P5-0619 · 22
Damit ist dir das ganze schöne Wissen erklärt, o Schönangesichtige. Ein Mensch, der stets begrifflich unterscheidet, erhält Anteil am Vergehen; ein zweifelsüchtiger Mantrakundiger wird [dem] gleich, der das Lager des Lehrers verletzt. Deshalb soll man, o Schöngestaltige, stets frei von begrifflicher Unterscheidung sein.

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P5-0620 · 23
Im Samayācāra: „Man nimmt den Kula-Nektar und gibt ihn dann in die Arghya-Gabe. Mit dieser verehrt man und vollzieht den Rest der Pūjā.“ Gemeint ist gereinigter Kula-Nektar.

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P5-0621 · 24
Das Reinigungsmantra im Śrīkrama: „amṛte amṛtodbhave amṛtavarṣiṇi“, Geliebte, dann „devi“, zweimal „śukraśāpaṃ pramocaya“, zweimal „amṛtaṃ srāvaya“, zweimal „amṛtaṃ kuru“ und schließlich „svāhā“. So entsteht die Reinigung des Samens, o Göttin, Geliebte. Übersetzbare Teile: „O Nektar, aus Nektar Entstandene, Nektarregnende, Göttin, löse, löse Śukras Fluch; lass, lass Nektar fließen; mache, mache [es zu] Nektar, svāhā.“

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P5-0622 · 25
Mit Samen, ungebrochenen Reiskörnern, duftenden Blüten und den Arghya-Substanzen, o Herrin der Götter, soll man die Göttin in der Yoni verehren.

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P5-0623 · 26
Im Uttaratantra: „Der Kula-Sādhaka [verehrt] mit Räucherwerk, Lampen und vielfältigen Speisegaben; nachdem sie verehrt ist, soll er selbst ihren Rest genießen.“ [svayañcaret benennt die Handlung nur verkürzt.]

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P5-0624 · 27
Auch im Śivāgama: „Wenn ein Mann Śaktis Rest nicht ohne Bedenken trinkt, gelangt er in eine schreckliche Hölle und fällt gewiss vom Kula-Weg ab. Deshalb soll der Verständige Śaktis Rest sorgfältig bedenken und annehmen. Der Vīra soll Freude hervorbringen und das Prinzip zweifelsfrei trinken.“ [Zwischen avicāraṃ, „ohne Bedenken“, und vicārya, „bedenkend“, besteht eine Spannung im Wortlaut.]

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P5-0625 · 28
Im Kulāmṛta: „Außer zur Zeit der Verehrung soll man Śakti nicht unbekleidet sehen. Außer zur Zeit der Verehrung ist sie [beziehungsweise ihre Gabe] von Sādhakas nicht zu trinken. Durch Berühren wird die Lebensdauer vermindert; durch Trinken gelangt man in die Hölle.“ Damit endet die Kula-Verehrung. [Das feminine sā nach peyā besitzt einen uneindeutigen Bezug.]

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P5-0626 · 29
Im Yāmala: „Die Götter wünschen stets die Speisegabe der Göttin Tripurā. Deshalb verfahre so, o Vorzüglicher: Man lässt [sie] Brahmā und auch Viṣṇu, dem großen Reinen [Bezeichnung unsicher], Sūrya, Gaṇeśa, Yama, Agni, Varuṇa, Vāyu, Dhanada, Īśāna und dem Sādhaka geben, o große Göttin.“ „Tripurā“ ist stellvertretend zu verstehen. [nahnaye und īśānāyā sind beschädigt.]

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Puraścaraṇa und Kumārī-Pūjā

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Nun das Puraścaraṇa der Vīras. Zuerst verehrt man eine fremde, eingeweihte Frau. Im Kulacūḍāmaṇi: „Während des Puraścaraṇa soll man eine fremde eingeweihte Frau mit Gewändern, Schmuck und anderen Gaben, Speisen und Milchreis verehren. Zu Beginn ist regelmäßig selbstgekochte Speise [vorgesehen]: vielfältige Kuchen mit verschiedenen Geschmacksrichtungen, Milch, Dickmilch, geklärte Butter, Buttermilch, frische Butter mit Zucker, [upalākhaṇḍa: Speisebezeichnung beschädigt], Mango, vielfältige stärkende Zubereitungen, Kokosnuss, Kapittha, Orange, Sudarśana [Fruchtname unsicher], Limpāka, Bījapūra, vorzüglicher Granatapfel und vielerlei schöne Früchte. Verschiedene duftende Salben, Sandelholz, Moschus, Śrīkhaṇḍa, junge Triebe, Ṭaṅkaṇa, Lodhra sowie Wasser-, Wald- und vielerlei Berggewächse [verwendet man]. Mit vielfältigem Schmuck ausgestattet, bringt man [sie] in ein leeres Haus, reinigt sie mit Arghya-Wasser, vollzieht die Verwandlung in Nektar und richtet Śakti sich zugewandt aus.“ [Die Verbindung der Speiseliste mit den Duftgaben ist syntaktisch verkürzt.]

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P5-0628 · 31
Brāhmaṇī, Kṣatriyā, Vaiśyā und Śūdrā als Schmuck des Kula; Vaiśyā [wiederholt, möglicherweise beschädigt], Barbierstochter, Wäscherin und Tänzerin: Alle sind Kula-Frauen, wenn sie besondere Geschicklichkeit besitzen.

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P5-0629 · 32
Dann stellt man der Reihe nach die acht eingeweihten Śaktis auf, stellt das Arghya-Gefäß auf und besprengt sie mit Arghya-Wasser. Mit „vaṃ“ und der Dhenu-Mudrā verwandelt man sie in Nektar, unterscheidet die acht Śakti-Gestalten und gibt ihnen die Namen der acht mit Brāhmaṇī beginnenden Śaktis. Der Reihe nach gibt man Sitz und weitere Gaben. Ebendort heißt es: „Man betrachtet die Verschiedenheit der acht Frauengestalten, [amarṣaveṣṭitam: Lesart unsicher], versieht sie mit den Namen der acht mit Brāhmaṇī beginnenden Śaktis, gibt zuerst Sitz und wiederholt Willkommensgruß, Arghya, Fußwaschwasser, Trinkwasser, Madhuparka und danach Wasser. Man lässt sie baden, [gibt] Duftstoff, Blüten und weitere Gaben und richtet das Haar. Man räuchert das Haar und bietet Seide an. Dann breitet man andernorts den Pīṭha aus, gibt ein Paar Sandalen, setzt sie dort hin, schmückt sie mit vielfältigem Schmuck und bringt Salbung, Duftstoff und Kranz dar.“ Danach ruft man der Reihe nach die jeweilige Śakti in der Gestalt Brāhmaṇīs und der übrigen an, vollzieht Jīvanyāsa und weitere Handlungen, gibt Duftstoff, Blüten, Räucherwerk, Lampe, Reis, Beilagen und weitere Gaben und trägt der Reihe nach den Lobgesang in ihr linkes Ohr vor. Ebendort: „Man ruft die jeweilige Śakti an und bringt sie auf ihr Haupt. In der Maṇḍalamitte bietet man in einem schönen Goldgefäß Speise an: Kau-, Saug-, Leck-, Trink-, Essspeise und Leckerbissen. Ist eine nicht eingeweiht, spricht man ihr Māyā [das Bīja] zu. Danach trägt man den Lobgesang in ihre linken Ohren vor.“

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P5-0630 · 33
„Oṃ, Mutter, Göttin, Verehrung dir, Makellose, die Brahmās Gestalt trägt! Beseitige aus Erbarmen mein Hindernis und gewähre mir Mantravollendung!“ „Oṃ, Māheśī, Gaben spendende Göttin, von der Gestalt höchster Glückseligkeit!“ – [weiter] „Beseitige aus Erbarmen …“ „Oṃ, Kaumārī, Herrin aller Vidyās, Vorzügliche im Spiel Kumāras!“ – [weiter] „Beseitige aus Erbarmen …“ „Oṃ, Göttin von Viṣṇus Gestalt, die auf Vinatās Sohn [Garuḍa] fährt!“ – [derselbe Schluss]. „Oṃ, Vārāhī, Gaben spendende Göttin, die die Erde mit dem Fangzahn emporhob!“ – [derselbe Schluss]. „Oṃ, Göttin von der Gestalt des Feindes [śatrurūpadhare: auffällige Lesart], von Śakra und den übrigen Göttern verehrt!“ – [derselbe Schluss]. „Oṃ, Cāmuṇḍā, mit einer Kopfkette und Blut geschmückt, Hindernisvernichterin!“ – [derselbe Schluss]. „Oṃ, Mahālakṣmī von großem Eifer, die Erregung und Leid beseitigt!“ – [derselbe Schluss]. „O Göttin, aus Maß und Messendem bestehend, jenseits von Maß und Messendem, Eine und Vielgestaltige, von Allgestalt: Verehrung dir!“ Wer diesen Lobgesang beherrscht zu Beginn der Handlungen oder beim Anblick einer kundigen [Frau] vorträgt, bei dem entsteht kein Hindernis. Die Türgottheiten des Kula-Angehörigen sind dir damit erklärt, Sohn. Verehrt er sie nicht während der Einweihung oder der täglichen Pūjā, wird die Frucht seiner Verehrung von Yakṣas und Rākṣasas fortgenommen, Kind.

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P5-0631 · 34
Wenn sie beim Essen sehr schamhaft ist, bleibt man außerhalb ihres Hauses und liest den Lobgesang so lange, bis Sättigung entsteht. Nach dem Mundspülen gibt man Mundduft und andere Gaben sowie Betel. Danach gibt man nochmals einen mit Duftstoff und Sandelholzpaste versehenen Kranz. Man verabschiedet sie, umkreist sie rechts herum, erbittet einen Segen und wird glücklich.

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P5-0632 · 35
Wenn keine andere kommt, [verehrt man] die eigene Tochter, die eigene jüngere Schwester, die ältere Schwester, die Frau des Mutterbruders, die Mutter oder deren Mitfrau. Fehlt die jeweils vorhergehende, ist die nächste zu verehren. Frauen gelten als meine Teile. [Die Vorlage wiederholt ältere Schwester, Frau des Mutterbruders, Mutter und Mitfrau.] Selbst eine einzige ist nach der Kula-Lehre dort verehrungswürdig, o Bhairava. [Durch sie] sind alle Götter wahrhaft verehrt, Brahmā, Śiva und die übrigen. [Dieser Abschnitt beschreibt die ehrende Śakti-Pūjā; er nennt hier keinen Geschlechtsakt.]

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P5-0633 · 36
Wenn dort eine einzige junge Frau verehrt und betrachtet wird, sind alle höchsten Göttinnen verehrt, o Kula-Bhairava. Wenn man am Anfang, am Ende, in der Mitte und besonders beim Erreichen von hunderttausend [Rezitationen] die geliebte [Śakti] nicht verehrt, wird man von Hindernissen befleckt.

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P5-0634 · 37
Das zuvor erworbene Ergebnis besteht nicht mehr; was sollte erst von einer späteren Geburt gesagt werden? Deshalb soll man mit allem Bemühen die Kula-Schöne verehren.

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P5-0635 · 38
So verehrt man in dieser Reihenfolge Śakti zu Beginn, in der Mitte und am Ende von hunderttausend Rezitationen und ähnlichen Übungen. „Hunderttausend“ ist stellvertretend zu verstehen. Danach verehrt man nachts die Göttin mit dem fünften [Makāra] und rezitiert mit der geheimen Gebetskette. Man meditiert über den mit Kula verbundenen Lehrer auf dem Haupt und über die Göttin im Herzen und vergegenwärtigt „Ich bin Śiva“.

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P5-0636 · 39
In der Muṇḍamālā: „Nach Ablauf der ersten Nachtwache bis zur dritten soll nachts rezitiert werden; im Rest der Nacht soll man nicht rezitieren.“

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0637 · 40
Im Svatantratantra: „Nachts verehrt man die Göttin vorschriftsgemäß mit Fleisch und Āsava. Dann vereinigt man sich nackt mit einer nackten Frau oder [ist] von Feuchtigkeit erfüllt und rezitiert hunderttausendmal. Danach opfert man der Göttin in der yoni-förmigen Feuergrube, im brennenden Feuer [jaladindhane: Lesart unsicher], reichlich geklärte Butter mit Fleisch und Fisch. Der Sādhaka vollzieht Tarpaṇa zu einem Zehntel [der Feueropferzahl] mit fleischvermischten Gaben; mit einem Zehntel des Tarpaṇa übergießt er die Weltgestaltige und zu einem Zehntel [dieser Zahl] bewirtet er gute Sādhakas, die der Gottheit lieb sind. Man gibt göttliches Fleisch, Fisch und Kauspeise. Am Ende stellt man den Lehrer hingebungsvoll mit Gold und anderen Gaben zufrieden, Geliebte. Durch diese Vorschrift, o große Göttin, wird das Mantra gewiss vollendet.“

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P5-0638 · 41
Damit endet das Kula-Puraścaraṇa. Nun das Mantrabad der Mantrakundigen. In einem anderen Tantra: „Man bade im reinen Tīrtha, im Puṣkara, das im Herzen gegründet ist, oder im Bindu-Tīrtha. Wer darin gebadet hat, erfährt keine Wiedergeburt.“

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P5-0639 · 42
Iḍā und Suṣumṇā fließen im Körper, in diesem Śiva-Tīrtha, das voll Erkenntniswasser ist. Wer stets in beiden mit Brahman-Wasser badet – wozu braucht er Ganges[-Wasser] oder Puṣkara[-Bäder]?

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P5-0640 · 43
Damit endet das Bad. Nun Sandhyā: Die Zeit, zu der die Vereinigung von Śiva und Śakti entsteht, ist für die im Kula Gefestigten Sandhyā; [daraus] entsteht ihnen Samādhi.

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P5-0641 · 44
Tarpaṇa: Man hebt Kuṇḍalinī vom Mūlādhāra empor, leuchtend, von der Gestalt von Mond, Sonne und Feuer, führt sie in den höchsten Bindu und erquickt mit dem daraus entstandenen Nektar die Gottheit des Körpers.

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P5-0642 · 45
Im Navaratneśvara: „Mit dem höchsten Nektar, der aus dem Zusammentreffen von Mond, Sonne und Feuer herabtropft, mit diesem göttlichen Nektar soll man die erwählte Gottheit erquicken.“

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P5-0643 · 46
Unterhalb des Brahmarandhra befindet sich das vorzügliche Mondgefäß. Man füllt es mit der Essenz der Kalās und erquickt damit Khecarī.

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P5-0644 · 47
Meditation: Man lässt [das Bewusstsein], das im Strahl, im Feuer und inmitten von Mond und Sonne liegt, in der großen Leere aufgehen. Vollkommen verweilt der König der Yogins. [Das Bezugswort der Ortsangaben ist nicht ausdrücklich genannt.]

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P5-0645 · 48
Oder: Den inneren Kern des Glanzes, der im stützenlosen, leeren Zustand entsteht, soll man stets üben; dies ist die Meditation der Yogins. „Den inneren Kern“ bedeutet: Man soll das im inneren Organ Befindliche üben.

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P5-0646 · 49
Nun die innere Verehrung: Man hebt die Kula-Kuṇḍalinī vom Mūlādhāra empor, führt sie vom Herzen zum Sonnenrund und übergießt [sie] mit dem Strom des Mondnektars im tausendblättrigen Lotus, während man des Wurzelmantras gedenkt.

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P5-0647 · 49-ka
Wenn man mit den Erfahrungsgegenständen als Blüten verehrt, wird man augenblicklich aus jenem bestehend. Nyāsa ist die Erkenntnis des Aus-jenem-Bestehens. Mit dem Empfinden „Ich bin Er“ soll man verehren. „Aus jenem“ heißt Erkenntnis der Einheit mit ihm, „Ich bin Er“. Man vergegenwärtigt die Mantrabuchstaben als in der Bewusstseinskraft aufgefädelt. Im höchsten Raum, von höchster Glückseligkeit gemehrt, zeigt [diese] selbst das wahre Wesen des Selbst, ohne Verehrung, Feueropfer und andere äußere Handlungen. [Die Subjektzuordnung des letzten Satzes bleibt offen.]

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P5-0648 · 50
Die Erfahrungsblüten sind: Freiheit von Täuschung, Ichüberheblichkeit, Anhaften, Stolz, Verblendung, Heuchelei, Tadel, Erregung, Neid und Gier. Diese kennen die Kundigen als zehn Blüten. Gewaltlosigkeit ist die höchste Blüte; Sinnesbeherrschung ist eine Blüte, Erbarmen eine Blüte, Geduld eine Blüte und Erkenntnis die fünfte.

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P5-0649 · 51
Nun das Feueropfer. Man vergegenwärtigt sich das Selbst als unbegrenzt und meditiert im Nabel über die viereckige Bewusstseinsfeuergrube, deren [vier Seiten] Ātman, Antarātman, Paramātman und Jñānātman sind, mit dem Gürtel der Glückseligkeit und einer Yoni von der Gestalt einer halben Mātrā geschmückt. In das Erkenntnisfeuer in ihrer Mitte opfert man. Nach dem Wurzelmantra: „Im Feuer von der Gestalt des Nabelbewusstseins, durch Erkenntnis entzündet, opfere ich stets die Sinnestätigkeiten, mit dem Geist als Opferlöffel, svāhā.“ Dies ist die erste Gabe. Nach dem Wurzelmantra: „Im Selbstfeuer, das von den Opfergaben Dharma und Adharma leuchtet, opfere ich mit dem Geist als Opferlöffel, auf dem Weg der Suṣumṇā, stets die Tätigkeiten der Sinne, svāhā.“ Dies ist die zweite Gabe. [Die Vorlage wiederholt diese zweite Gabe vollständig; die Wiederholung lautet wiederum: „Im Selbstfeuer, das von den Opfergaben Dharma und Adharma leuchtet, opfere ich mit dem Geist als Opferlöffel, auf dem Weg der Suṣumṇā, stets die Tätigkeiten der Sinne, svāhā.“] Nach dem Wurzelmantra gibt man die dritte Gabe: „Mit den Händen von Licht und Raum den Unmanī-Opferlöffel haltend, opfere ich in das Feuer, gefüllt mit dem Fett der Dharma- und Adharma-Kalās, svāhā.“ Dann, nach dem Wurzelmantra, die vierte: „In das Bewusstseinsfeuer, das innen ununterbrochen ohne Brennstoff auflodert, die Finsternis der Māyā [paripasthini: beschädigt], in diese Stätte der Entfaltung der Strahlen der Elemente, opfere ich die Welt, von der Erde bis zu Śiva.“ [Die beschädigte Feuerbeschreibung wird nicht vervollständigt.]

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P5-0650 · 51-ka
Wer so das innere Opfer vollzieht, wird unmittelbar aus Brahman bestehend. Für ihn gibt es weder Vergehen noch Verdienst; er wird gewiss zu Lebzeiten befreit. Dieses innere Opfer gehört ausschließlich den Erkennenden.

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P5-0651 · 52
Nun die Art der inneren Verehrung mit den fünf Makāras. Im Kulārṇava beim inneren Opfer: „Alkohol ist Śakti, Fleisch ist Śiva, der sie genießt ist Bhairava selbst. Die Glückseligkeit, die bei ihrer Einheit entsteht, heißt Befreiung.“

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P5-0652 · 53
Glückseligkeit ist Brahmans Gestalt, und sie ist im Körper gegenwärtig. Weil die Substanz sie zum Ausdruck bringt, wird sie von Yogins getrunken. Wer die drei Liṅgas genau kennt, die sechs Cakra-Lotusse durchbricht und die Pīṭha-Stätten durchschreitet, gelangt in den Wald des großen Lotus. Wieder und wieder bewegt er sich vom Mūlādhāra zum Brahmarandhra; die große Entfaltung des Einsklangs von Bewusstsein, Mond und Kuṇḍalī-Śakti [entsteht]. Der Mensch erfreut sich am Trinken des Nektars, der aus dem Raumlotus fließt. Dies ist, o Göttin, das Madhu-Trinken; das andere ist Alkoholtrinken.

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P5-0653 · 54
Der Yogakundige tötet das Tier von Verdienst und Unverdienst mit dem Schwert der Erkenntnis und führt den Geist ins Aufgehen im Höchsten. Er wird Fleischesser genannt. [palāśī ist eine Bezeichnung des Fleischessers; jñānakhaḍgegana ist beschädigt.]

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P5-0654 · 55
Wer die Gruppe der Sinne, beginnend mit dem Geist, beherrscht und im Selbst verbindet, ist der Fleischesser, o Göttin; die anderen sind Töter von Lebewesen.

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P5-0655 · 56
Die von der Glückseligkeit der Paarvereinigung von höchster Śakti und Selbst Erfüllten sind befreit; dies wäre die Geschlechtsvereinigung. Die anderen sind bloße Nutzer von Frauen.

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P5-0656 · 57
Nun die Kumārī-Verehrung. Im Jñānārṇava: „Alle Feueropfer und übrigen Handlungen hätten ohne Kumārī-Verehrung keine vollständige Frucht; durch diese Verehrung entsteht sie gewiss. Durch die Kumārī-Verehrung, o Göttin, wird die Frucht zehnmillionenfach.“

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P5-0657 · 58
Eine der Kumārī gegebene Blüte trägt eine Frucht dem Meru gleich. Wer eine Kumārī bewirtet hat, hat dadurch die drei Welten bewirtet.

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P5-0658 · 59
Die Bestimmung der Kumārī im Yāmala: Mit einem Jahr ist sie Sandhyā, mit zwei Sarasvatī, mit drei Tridhāmūrti, mit vier Kālikā, mit fünf Subhagā, mit sechs Umā, mit sieben Mālinī selbst, mit acht Kubjikā, mit neun Kālasandarbhā, mit zehn Aparājitā, mit elf Rudrāṇī, mit zwölf Bhairavī, mit dreizehn Mahālakṣmī, mit vierzehn Pīṭhanāyikā, mit fünfzehn Kṣetrajñā, mit sechzehn Ambikā. In dieser Reihenfolge ist sie zu verehren, solange die Blüte [die Menstruation] noch nicht vorhanden ist.

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P5-0659 · 60
Vom ersten Mondtag bis zum Vollmond soll man entsprechend der Zunahme [des Alters beziehungsweise der Anzahl; Bezug offen] verehren. Bei allen großen Festen, besonders beim Pavitra-Fest und an Mahānavamī, o Herrin der Götter, soll man die Kumārī verehren.

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P5-0660 · 61
Die Reihenfolge der Verehrung: Man bringt die Kumārī herbei und gibt ihr mit „aiṃ“ Wasser, unter ihrem jeweiligen [Göttinnen-]Namen, mit der Auffassung, dass sie Gottheit ist; ebenso mit „hrīṃ“ Fußwaschwasser, mit „śrīṃ“ Arghya, mit „hūṃ“ Sandelholz, mit „hrīṃ“ Blüten und mit „hsauḥ“ Räucherwerk und Lampe. Dann verehrt man mit den sechs Gliedern: „aiṃ hrīṃ śrīṃ klīṃ hsauḥ kulakumārīke hṛdayāya namaḥ“ – „O Kula-Kumārī, Verehrung dem Herzen“; „haiṃ vaiṃ hraiṃ śrīṃ hrīṃ aiṃ svāhā śirase svāhā“ – „dem Haupt, svāhā“; „oṃ śrīṃ śikhāyai vaṣaṭ“ – „der Haarlocke, vaṣaṭ“; „aiṃ kulavāgīśvari kavacāya huṃ“ – „O Kula-Herrin der Rede, der Rüstung, huṃ“; „aiṃ kuleśvari netratrayāya vauṣaṭ“ – „O Kula-Herrin, den drei Augen, vauṣaṭ“; „hrīṃ astrāya phaṭ“ – „der Waffe, phaṭ“. Dann „aiṃ siddhajayāya pūrvavaktrāya namaḥ“ – „Verehrung Siddhajaya, dem östlichen Gesicht“; „aiṃ jayāya uttaravaktrāya namaḥ“ – „Verehrung Jaya, dem nördlichen Gesicht“; „aiṃ hrīṃ śrī kubjike paścimavaktrāya namaḥ“ – „O Kubjikā, Verehrung dem westlichen Gesicht“; „aiṃ kālike dakṣavaktrāya namaḥ“ – „O Kālikā, Verehrung dem südlichen Gesicht“. Mit Vāgbhava [entsteht] Erschütterung der Stadt, mit Māyā-Bīja die achtfache Eigenschaft [guṇāṣṭakam: unsicher], mit Śrīs Bīja Gewinn an Wohlstand, mit hūṃ Vernichtung des Feindes, mit Bhairavas Bīja die Fähigkeit, durch den Raum zu gehen [amarādibhiḥ: Anschluss unsicher]. „Ich bin Kumārikā, o Herr, und stets bist auch du Kumārikā.“ [Ungewöhnliche Bīja- und Namensformen bleiben wie überliefert.]

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P5-0661 · 61-ka
Man soll hundertacht oder auch nur eine [Kumārī] verehren. Verehrt, verehren sie zurück; missachtet, verbrennen sie. Kumārī ist Yoginī selbst, Kumārī die höchste Gottheit. Asuras, böse Nāgas, alle bösen Grahas, Bhūtas, Vetālas, Gandharvas, Ḍākinīs, Yakṣas, Rākṣasas, alle übrigen Gottheiten, die Bhairavas der Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt, alle [Elemente] von der Erde an, das Weltall samt Beweglichem und Unbeweglichem, Brahmā, Viṣṇu, Rudra, Īśvara und Sadāśiva: Sie sind sämtlich erfreut durch den, der eine Kumārī verehrt.

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P5-0662 · 62
Vorschriftsgemäß soll man Bhairavī mit den Kumārīs bewirten. Fußwaschwasser, Arghya, Räucherwerk, Safran und gutes Sandelholz bringt man nach hingebungsvoller Verehrung den Kumārīs dar.

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P5-0663 · 63
Man vollzieht drei Rechtsumkreisungen, am Anfang, in der Mitte und am Ende. Danach sind Ehrengaben zu geben: Silber, Gold und Perlen; man gibt den Kumārīs die Ehrengabe entsprechend der Reihenfolge.

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P5-0664 · 64
Ebenso ebendort: „Wer selbst die Heirat einer Tochter ausrichtet, tilgt das Vergehen der Brahmanentötung. Kuhtötung, Frauentötung und jedes Vergehen verschwinden. Wer zu einer verdienstvollen Zeit die Gabe einer Tochter [bei der Eheschließung] vollzieht, erhält die Frucht von Genuss und Befreiung, Glück und alle Güter.“ [brahmahasāṃ ist beschädigt.]

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P5-0665 · 65
Er verweilt stets in Rudras Welt, [wie] der dreiäugige erhabene Hara. Die Frucht von Tausenden von Millionen Tīrthas und von hundert Pferdeopfern erlangt der Sterbliche, der die Heirat einer Tochter ausrichtet.

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P5-0666 · 66
So viele tausend Jahre, wie Sand im Meer zu zählen ist, wird er in Rudras Welt geehrt, nachdem er jedes einzelne Geschlecht emporgehoben hat. [vālukāsāgare ist verkürzt gefügt.]

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P5-0667 · 67
Die Traditionskundigen sagen: Die Gabe der Tochter erfolgt zur Freude der jeweiligen Gottheit. Tatsächlich ist der geheime Sinn: Man betrachtet das Mädchen des jeweiligen Alters als die entsprechende Gottheit, vergegenwärtigt den Empfänger als Śiva und gibt sie [bei der Eheschließung].

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Yoga: Ethik, acht Glieder und innere Erkenntnis

P5-0668 · 68
Nun das Yoga-Verfahren. Im Gautamīya sprach Gautama: „O Götterweiser, dessen Selbst im Yoga verbunden ist, der die Yogaerfahrung zeigt, der die Besonderheiten von Sāṃkhya und Yoga kennt und Karma-Yoga übt! Ohne Yoga gelingt der Weg der Kuṇḍalī nicht, Herr. Solange Kuṇḍalinī im Wurzellotus schläft, Herr, gelingt nichts, weder Yantra, Mantra noch Verehrung und Ähnliches. Wenn diese Göttin durch viele angesammelte Verdienste erwacht, werden Yantras, Mantras, Verehrung und Ähnliches wirksam.“ [Mehrere verbale Formen sind beschädigt.]

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P5-0669 · 69
Man wandelt wie Śiva in den Welten, mit der achtfachen Herrlichkeit versehen. Durch die Verbindung im Yoga entstehen Befreiung und ungebrochene Mantravollendung. Wenn das Mantra vollendet ist, erlangt man das Höchste; dies ist die Feststellung des Sinnes der Lehrwerke. Deshalb erkläre den höchsten auszuübenden Yoga, o Herr der Weisen, durch den das befreite Selbst im Himmel, auf der Erde und in der Unterwelt wandelt und, zu Lebzeiten befreit, am Ende des Körpers die Nirvāṇa-Stätte erreicht. [śāsśārtha ist beschädigt.]

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P5-0670 · 70
Nārada sprach: „Aus Zuneigung erkläre ich es dir; du bist des Yoga würdig, Gautama. Das Mittel, den Saṃsāra zu überschreiten, wird mit dem Wort Yoga bezeichnet. Die Yogakundigen nennen Yoga die Einheit von Jīva und Ātman.“

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P5-0671 · 71
Aus Zuneigung zu dir werden diese Yoga-Hindernisse genannt: Begehren, Zorn, Gier, Verblendung, Stolz und Neid. Wenn die Yogins sie mit den folgenden Yogagliedern besiegt haben, erlangen sie Yoga.

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P5-0672 · 72
Yama, Niyama, Āsana, Prāṇāyāma, danach Pratyāhāra, Dhāraṇā, Dhyāna und Samādhi: Diese nennen die Yogins die acht Glieder der Yoga-Praxis.

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P5-0673 · 73
Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit, Nichtstehlen, Brahmacarya [Enthaltsamkeit], Erbarmen, Aufrichtigkeit, Geduld, Festigkeit, mäßige Nahrung und Reinheit sind die zehn Yamas.

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P5-0674 · 74
Askese, Zufriedenheit, Vertrauen [in die Lehre], Geben, Gottheitenverehrung, Hören der Lehrsätze, sittliche Scheu, Einsicht, Rezitation und Feueropfer: Diese zehn Niyamas werden von den Kennern der Yogalehrwerke genannt.

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P5-0675 · 75
Die Sitzhaltungen wurden zuvor erklärt. Man zieht die äußere Luft durch Iḍā in sechzehn Mātrās ein. Der Yogi hält den gefüllten [Atem] vierundsechzig Mātrās; er befindet sich richtig in der Mitte der Suṣumṇā. Der beste Yogakundige lässt ihn langsam in zweiunddreißig Mātrās durch die Piṅgalā-Nāḍī ausströmen. Dies nennen die Kenner der Yogalehrwerke Prāṇāyāma.

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P5-0676 · 76
Wieder und wieder vollzieht man dies der Reihe nach im Wechsel. Mit stufenweiser Zunahme der Mātrās richtig zwölf, sechzehn [weitere Zahlbezüge fehlen]. Mit Rezitation, Meditation und anderen Übungen verbunden gilt es den Kundigen als Sagarbha; ohne diese gilt es als der höchste Nirgarbha-Prāṇāyāma. [Die Zahlenangabe dvādaśa ṣoḍaśa ist unvollständig und wird nicht vervollständigt.]

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P5-0677 · 77
Durch schrittweise Übung entsteht am Körper des Menschen bei der unteren [Stufe] Schweiß, bei der mittleren Zittern; die höchste gilt als Verlassen des Bodens. Bis die Eigenschaften der höchsten erlangt sind, ist Übung vorgesehen.

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P5-0678 · 78
Das gewaltsame Zurückholen der Sinne von den Erfahrungsgegenständen, in denen sie ungehemmt umherschweifen, wird als Pratyāhāra vorgeschrieben.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0679 · 79
Das Halten des Lebensatems an großer Zehe, Knöchel, Knie, Oberschenkel, Dammnaht, Liṅga, Nabel, Herz, Hals und Kehle, Zäpfchen, Nase, zwischen den Brauen, am Haupt, Scheitel und Dvādaśānta, vorschriftsgemäß, wird Dhāraṇā genannt.

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P5-0680 · 80
Mit gesammeltem Geist, der innerhalb des Bewusstseins verweilt, meditiert man im Selbst über die erwählten Gottheiten. Dies wird hier Dhyāna genannt.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0681 · 81
Das ständige Vergegenwärtigen der Gleichheit von individuellem Selbst und höchstem Selbst nennen die Weisen Samādhi. Damit sind die Kennzeichen der acht Glieder erklärt.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0682 · 82
So und weiter wurde die Vernichtung der Sechsergruppe, beginnend mit Begehren, erklärt, o Brahmane. Nun erkläre ich dir den unübertrefflichen Mantra-Yoga.

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P5-0683 · 83
Das Weltall wird als Körper bezeichnet, aus den fünf Elementen bestehend, o Weiser, durch den Glanz von Mond, Sonne und Feuer die Einheit von Jīva und Brahman ausdrückend. Im Körper gelten drei Koṭi und die Hälfte davon [fünfunddreißig Millionen] Nāḍīs als vorhanden. Unter ihnen werden zehn als wesentlich genannt; unter diesen sind drei besonders festgelegt.

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P5-0684 · 84
Die wichtigsten [liegen] hier an der Wirbelsäule und besitzen die Gestalt von Mond, Sonne und Feuer. Iḍā liegt links, weiß und mondgestaltig. Diese Nāḍī ist von Śaktis Gestalt, unmittelbar Nektargestalt. Rechts liegt die Piṅgalā genannte, männlich und sonnengestaltig, wie die Staubfäden des Granatapfels; die Weisen nennen sie Viṣā [Gift].

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P5-0685 · 85
Die in der Mitte des Meru befindliche, von der Wurzel an von Brahmans Gestalt, aus allem Glanz bestehende, vielgestaltige [Nāḍī] ist Suṣumṇā.

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P5-0686 · 86
In ihrer Mitte liegt die Vicitrā genannte, gute, Nektar verströmende [Nāḍī]. Sie besteht aus allen Göttern und ist den Yogins vertraut. Von Visarga bis Bindu besteht sie wahrhaft. [Die Vorlage verwendet hier Vicitrā; dies wird nicht still in Citrā geändert.]

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P5-0687 · 87
Im dreieckig genannten Mūlādhāra, dessen Wesen Wille, Erkenntnis und Handlung sind, befindet sich in der Mitte das Svayambhū-Liṅga, dem Glanz von zehn Millionen Sonnen gleich.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0688 · 88
Darüber [liegt] das Kāma-Bīja, [kalaśāntīndunādakam: verschlüsselte beziehungsweise beschädigte Lautangabe]. Darüber ist Kuṇḍalī, flammenförmig, von Brahmans Gestalt.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0689 · 89
Außen soll man dort den goldfarbenen, vierblättrigen Lotus mit den [vasavarṇaṃ: wohl mit va beginnenden, Lesart unsicher] Lauten vergegenwärtigen, dem Glanz geschmolzenen Goldes gleich.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0690 · 90
Darüber [liegt] der feuerähnliche, sechsblättrige, diamantglänzende [Lotus], versehen mit den sechs Lauten von ba bis la, [Sv-]Adhiṣṭhāna genannt. [Der Beginn des Namens ist in yuktādhiṣṭhāna beschädigt.]

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P5-0691 · 91
Weil er die Wurzel der sechs Ādhāras ist, kennt man ihn als Mūlādhāra. Das höchste Liṅga wird durch das Wort „sva“ bezeichnet; deshalb kennt man [den folgenden Lotus] als Svādhiṣṭhāna.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0692 · 92
Darüber im Nabelbereich [liegt] Maṇipūra von großem Glanz, wolkengleich und blitzgleich, von mächtiger Leuchtkraft. Weil dieser Lotus wie ein Edelstein [bhinnaṃ: „geteilt“, Lesart erklärungsbedürftig] ist, wird er Maṇipūra genannt.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0693 · 93
Er besitzt zehn Blätter, versehen mit den Lauten von ḍa bis pha. Dieser von Śiva bewohnte Lotus ist die einzige Ursache der ganzen Welt.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0694 · 94
Darüber [liegt] der Anāhata-Lotus, der aufgehenden Sonne gleich, besetzt mit den Lauten von ka bis ṭha auf zwölf Blättern.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0695 · 95
In seiner Mitte [liegt] das Bāṇa-Liṅga mit dem Glanz von zehntausend Sonnen. Dort wird der aus dem Klang-Brahman bestehende, ungeschlagene Klang wahrgenommen. Dieser Lotus wird von den Weisen Anāhata genannt.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0696 · 96
Er ist die höchste Stätte der Glückseligkeit, von Puruṣa bewohnt. Darüber [liegt] der Viśuddha genannte, sechzehnblättrige Lotus von großem Glanz, mit den sechzehn rauchfarbenen Vokalen versehen. Weil er durch das Schauen des Haṃsa die Reinigung des Jīva bewirkt, heißt dieser überaus wunderbare, Raum genannte Lotus Viśuddha. [Die genaue Worttrennung bei jīvasyā haṃsalokanāt ist unsicher.]

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0697 · 97
Darüber ist das höchste Ājñā-Cakra, vom Selbst bewohnt. Dort erfolgt der Übergang des Befehls; es wird als der Befehl des Lehrers bezeichnet.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0698 · 98
Darüber [liegt] das Kailāsa Genannte, und darüber Bodhanī. So sind dir die Śiva-Cakras erklärt, o du von guten Gelübden.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0699 · 99
Darüber wird der tausendblättrige Lotus als Stätte des Bindu angegeben.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0700 · 100
Zuerst verbindet man den Geist durch die Einatmungsübung mit der eigenen Basis. Man zieht die Śakti zwischen After und Geschlechtsorgan zusammen und erweckt sie.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0701 · 1
Durch das schrittweise Durchbrechen der Liṅgas führt man sie zum Bindu-Cakra. Man vergegenwärtigt die höchste Śakti in Einheit mit Śambhu.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0702 · 2
Man lässt diese Śakti, Kṛṣṇā genannt, die die Vollendung der Anwendungen gewährt, den dort entstandenen Nektarsaft trinken, der dem Saft geschmolzenen Lacks gleicht. Man erquickt dort die Gottheiten der sechs Cakras mit dem Nektarstrom. Dann führt der Verständige sie auf demselben Weg zum Mūlādhāra zurück.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0703 · 3
Wer Tag für Tag den Atem so übt, wird von der Bindung des Daseins frei, von Alter, Tod, Leid und Ähnlichem. [Der Sanskritsatz ist elliptisch.]

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0704 · 4
Alle zuvor als fehlerhaft bezeichneten Mantras werden vollendet, und nicht anders. Die Eigenschaften des Gottes, der die fünf Tätigkeiten vollzieht, entstehen auch im vorzüglichen Sādhaka, und nicht anders. Damit ist der ganze unübertreffliche Yogaweg erklärt.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0705 · 5
Nun höre aufmerksam die Dhāraṇā genannte [Übung] von mir. Man gründet den Geist in Kṛṣṇa, der nicht durch Himmelsrichtung, Zeit oder Ähnliches begrenzt ist, und wird rasch aus ihm bestehend, durch die Verbindung in der Einheit von Jīva und Brahman.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0706 · 6
Oder: Wenn der befleckte Geist nicht rasch zur Vollendung gelangt, soll der Yogi Yoga durch die Verbindung mit den einzelnen Gliedern üben.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0707 · 7
Man richtet den Geist auf die Lotusfüße, deren Nägel wie Staubfäden schimmern; auf die beiden Unterschenkel, schön wie die Stämme der Rāma-Banane; auf die beiden Oberschenkel, dem Rüssel eines brünstigen Elefanten gleich; auf den Nabel, tief wie ein Strudel des Ganges, eine Höhlung der Vollendeten; auf Bauch, Brust, Kette, Śrīvatsa und Kaustubha; auf die Stirn, dem Glanz von zehntausend Vollmonden gleich, und die schönen Locken; auf die Arme, mit Muschelhorn, Diskus, Keule und Lotus geschmückt; auf die Krone und die beiden Ohrringe, tausend Sonnen gleich. Der gereinigte Mantrakundige richtet [den Geist] mit reinem Herzen auf diese Stellen.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0708 · 8
Man gründet den Geist in Kṛṣṇa und wird gewiss aus ihm bestehend. Bis der Geist in Kṛṣṇa, dem eigenen bewussten Selbst, aufgeht, soll der Mantrakundige mit dem erwählten Mantra Rezitation und Feueropfer üben. „Kṛṣṇa“ ist stellvertretend zu verstehen.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0709 · 9
Darüber hinaus gibt es dann keine Handlung mehr [auch bezüglich Haris; Anschluss unsicher]. Wenn das höchste Prinzip erkannt ist, genug mit sämtlichen Regeln! Was soll man mit einem Palmblattfächer, wenn der Wind des Malaya erlangt ist?

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0710 · 10
Durch Mantraübung und Yoga dient Erkenntnis der Erkenntnis. Ohne Yoga [gelingt] das Mantra nicht, und ohne Mantra jener [Yoga] nicht. Die verbundene Übung beider ist die Ursache der Vollendung in Brahman.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0711 · 11
In einem von Finsternis umhüllten Haus wird ein Krug durch eine Lampe sichtbar. Ebenso wird das von Māyā verhüllte Selbst durch das Mantra der Wahrnehmung zugänglich.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0712 · 12
So ist dir, o Brahmane, der unübertreffliche Mantra-Yoga erklärt: schwer zugänglich für an Erfahrungsgegenstände Gebundene, leicht zugänglich für Menschen wie dich.

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Weitere innere Yoga-Lehren

P5-0713 · 13
Nun eine andere Darstellung. In der Śāradā: „Der Körper ist sechsundneunzig Fingerbreiten lang und von zweifachem Wesen. Zwischen After und Geschlechtsorgan kennt man die Knolle, zwei Fingerbreiten hoch, doppelt so breit, von schöner runder Gestalt. Dort entstehen die Nāḍīs; drei werden als die wichtigsten bezeichnet.“

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P5-0714 · 14
Iḍā liegt links, Piṅgalā gilt als rechts gelegen. Zwischen ihnen liegt die Nāḍī Suṣumṇā, an der Wirbelsäule gegründet.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0715 · 15
[Sie beziehungsweise die Nāḍī-Struktur] reicht zu beiden großen Zehen und dann mit den Spitzen zum Haupt; die Brahman-Stätte erreichend, besitzt sie die Gestalt von Mond, Sonne und Feuer. [Das Subjekt und die Beziehung zu śikhābhyām sind in der Vorlage nicht eindeutig.]

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P5-0716 · 16
Die in ihrer Mitte liegende Nāḍī heißt Citrā und ist den Yogins lieb. In ihr kennt man das höchste Brahmarandhra, einer Lotusfaser gleich. Dort kennt man aufgrund unterschiedlicher Lehrmeinungen viele Ādhāras. Dies nennt man den Divā-Weg [Vorlage divāmārgam; Bedeutung unsicher], Ursache von Nektar und Glückseligkeit.

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P5-0717 · 17
In Iḍā bewegt sich der Mond, in Piṅgalā die Sonne. In Suṣumṇā sind beide von den Kennern der Grundlagen des Yoga erkannt.

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P5-0718 · 18
Das überaus schöne Dreieck in der Mitte der Ādhāra-Knolle nennen die Āgama-Kundigen die göttliche Wohnstätte der Lichter.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0719 · 19
Dort leuchtet Kuṇḍalī, die höchste Gottheit, von der Gestalt einer Blitzranke, das Selbst aller, einem schlafenden Schlangenkörper gleich.

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P5-0720 · 20
Kuṇḍalī-Śakti trägt, auf Haṃsa gegründet, das Selbst. Haṃsa ist stets auf Prāṇa gegründet; die Lebenskräfte sind auf die Nāḍī-Wege gegründet.

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P5-0721 · 21
Der vom Ādhāra aufgestiegene Atem durchzieht bei allen Verkörperten richtig den Körper durch die eigenen Nāḍīs und geht nach außen. [vāpya ist eine beschädigte Lesart.]

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0722 · 22
Dadurch [geht er] zwölf Fingerbreiten [hinaus]; deshalb wird er Prāṇa genannt. Auf einem schönen, weichen, reinen Sitz, bedeckt mit Seide, Fell und Kuśa, nimmt der Yogi so seine Haltung ein und ergibt sich dem Yogaweg.

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P5-0723 · 23
Der Verständige erkennt richtig mit dem Lebensatem das Hervortreten der Elemente im Körper und verehrt jeweils das entsprechende Element im Körper, um Festigkeit zu erlangen. Sitzhaltungen und Hervortreten der Elemente wurden zuvor erläutert.

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P5-0724 · 24
Gesammelt verschließt man die Sinnesorgane fest mit den Fingern: beide Ohren mit den Daumen, die Augen mit den Zeigefingern, die Nasenöffnungen mit den Mittelfingern und den Mund fest mit den übrigen. Man gedenkt der Einheit von Selbst, Atem und Geist und hält den Atem richtig an. Dieser Yoga ist den Yogins lieb. [vaddhātmapraṇamanasām ist beschädigt.]

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P5-0725 · 25
Während er schrittweise und langsam übt, entsteht ihm Nāda. Der erste Klang gleicht dem Gesang einer Schar berauschter Bienen.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0726 · 26
Ein weiterer [gleicht] einer Flöte, [kāṃsyānilāpūrṇavaṃśa: Klangvergleich beschädigt]; danach dem Klang einer Glocke, ein weiterer dem Getöse dichter Wolken. Wer so übt, bei dem entsteht zuerst die unvergängliche Erkenntnis mit dem Merkmal Haṃsa, welche die Finsternis des Saṃsāra vernichtet.

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P5-0727 · 27
Bindu und Sarga [Visarga] werden von den Kundigen als von männlichem und Prakṛti-Wesen bezeichnet. Aus ihnen entstehen der Reihe nach die beiden haṃ und saḥ, endend auf Bindu und Visarga, als Puruṣa und Prakṛti bezeichnet. Haṃ ist männlich, saḥ ist Prakṛti. Aus beiden wird die Ajapā erklärt, die der Jīva ausübt. [Die Form haṃsau bezeichnet hier das Lautpaar.]

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P5-0728 · 28
Prakṛti betrachtet Puruṣa stets als ihre eigene Grundlage. Wenn sie seinen Zustand erlangt, entsteht dies als „so'ham“ – „Ich bin Er“.

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P5-0729 · 29
Man lässt den s-Laut und den h-Laut weg und vollzieht danach die Zusammenfügung in der vorherigen Form; dann wird dies Praṇava. [Der Text erläutert die Lautableitung nicht weiter.]

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0730 · 30
Der Yogi soll Praṇava stets als aus höchster Glückseligkeit bestehend, ewig, allein Bewusstsein als Wesen besitzend und in Nichtverschiedenheit vom Selbst gegründet vergegenwärtigen.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0731 · 31
Die im Selbst gegründeten Guten schauen das Selbst, den einzigen Ozean des Geschmacks der Glückseligkeit, den rettenden [Tāraka], den ursprünglichen, weit jenseits der Worte der Überlieferung und durch die Qualität unmittelbaren Erkennens erkennbaren.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0732 · 32
Die ihre Sinne beherrscht haben, schauen das wahre, ursachenlose Selbst, den Ursprung der Śruti-Worte und die Ursache der Welt, das Bewegliches und Unbewegliches durchdringt, unvergleichliches, inneres Bewusstsein, von Sonne, Mond und Feuer als Gestalt, aus Tārā bestehend, ununterbrochen die Stätte ewiger Glückseligkeit, [sakṛtinam: Lesart unsicher].

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0733 · 33
Verehrt jenen höchsten Glanz, den dichten Nektarozean, der durch die fünf Entfaltungen Tārās erkannt wird, stets nur durch [māna: Erkenntnis beziehungsweise Maß, Bezug unsicher] zugänglich, von den Scheiteln der Śruti gesucht, das ganze Bewusstsein, das unbefleckte, raumartige, unerschütterliche. [amalambaracyutaṃ ist in der Worttrennung unsicher.]

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0734 · 34
Man verehrt den goldenen, leuchtenden, vielfarbigen Puruṣa, Wurzel der drei Gestalten und ursprüngliche Keimsilbe der Veden, daumengroß, reines Bewusstsein, im Sonnenrund befindlich.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0735 · 35
Man meditiert über den Ursprünglichen, der im Milchozean auf den Windungen der Schlange ruht, Kamalā als Gefährtin hat, mit aufgeblühten Lotusaugen, augenschminkefarben, mit einem Nabellotus, auf dem der Viergesichtige [Brahmā] sitzt. [bijaṅga und netrātpala sind beschädigt.]

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0736 · 36
Die Verdienstvollen schauen den uralten Puruṣa, in der Überlieferung gegenwärtig, dreischrittig, dunkel wie eine dichte Wolke, mit leuchtendem Śrīvatsa, Kaustubha, Keule, Lotus, Muschelhorn und Diskus, im Herzlotus wohnend, die einzige Wurzel der Welt.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0737 · 37
Aus Bindu entsteht Nāda; wenn Nāda entstanden ist, [entsteht] Tārā, die Ursache der Welt. Die Gestalt des Feindes der Städte [Śiva], mit den Wirklichkeitsprinzipien als Lotusgesichtern, umgeben von Scharen aus Buchstaben bestehenden Armen, mit den vier Überlieferungen als Füßen und als Ursprung der Glückseligkeit, möge uns schützen, überflutet vom Strom göttlichen Nektars, der aus der an seiner Krone leuchtenden Mondsichel [fließt]. [Einzelne Bezüge des langen Satzes sind knapp gefügt.]

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0738 · 38
Piṇḍa ist Kuṇḍalinī, deren Wesen Śiva ist; Pada ist Haṃsa, das innere Selbst aller; als Rūpa gilt der mächtig leuchtende Bindu; das überaus [beziehungsweise jenseits der] Gestalt ist der Einsklang mit Śiva. [atīvarūpaṃ ist eine unsichere Lesart.]

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0739 · 39
Den mit Piṇḍa und den übrigen beginnenden Yoga, [der] zum Einsklang mit Śiva [führt], nennen die Guten Bīja-Yoga. Das Aufgehen in Śiva, der mit ewigen Eigenschaften verbunden ist, nennen sie Nirbīja-Yoga, unabhängig von einer Frucht.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0740 · 40
Man vergegenwärtigt Kuṇḍalī wie einen an der Wurzel erwachten Schlangenkönig, in das Innere der Suṣumṇā ziehend, die Gesamtheit der Ādhāras durchbrechend, einem rasch aufleuchtenden Blitz gleich, überflutet von Strömen göttlichen Nektars aus dem Mondrund im Raumlotus. Danach meditiert man wieder über sie, wie sie in ihr eigenes Haus zurückgekehrt ist.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0741 · 41
Kuṇḍalinī-Śakti, Mutter aller, ist von ihrer eigenen Basis ausgegangen und hat den ewigen, unendlichen Haṃsa von unvergänglichem Wesen bei der Hand genommen. Sie ist zu Śambhus Wohnstätte gelangt, hat selbst mit ihm das höchste Glück erfahren und kehrt zu ihrer eigenen Stätte zurück, schön wie zehn Millionen Sonnen. Über diese Weltbetörende soll man meditieren.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0742 · 42
Kuṇḍalinī-Śakti, deren Körper die drei Guṇas bilden, einer Blitzranke gleich, führt das Unmanifestierte, dessen Glanz im höchsten Bindu gesammelt ist, zu Śivas Wohnstätte. Sie schaut den Zerstörer der Städte inmitten des Glückseligkeitsnektars, mit dem Glanz von zehn Millionen Monden und Sonnen, und kehrt in ihre eigene Stadt zurück. Über diese Erhabene von makellosen Eigenschaften soll man meditieren.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0743 · 43
Wir verehren die höchste Gottheit, die auf dem mittleren Weg die Klangfülle überschreitet, die aus der Erregung durch das gegenseitige Zusammentreffen der beiden Atemströme entsteht; sie steigt in den Glanz auf, hell wie zehn Millionen Blitze, rötlich wie frischer Hibiskus, Zinnober und Abenddämmerung, aus dichtem Glückseligkeitsnektar bestehend, zu Paraśiva gelangt.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P5-0744 · 44
Kuṇḍalī, die auf dem Weg von Gehen und Zurückkehren wandert, möge die Yoga-Früchte entfalten. Diese gilt als die Wunscherfüllungskuh des Kula, als die Wunscherfüllungsranke für die, die sie verehren.

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Schlussgebete und Kolophon

P5-0745 · 45
Nun das Lob. Im Yāmala: „Im Āgama sind alle Vidyās, im Āgama alle Lehrwerke; im Āgama [devadevyā: grammatische Beziehung beschädigt]. Aus dem Āgama [āgamācya: beschädigt] ist das höchste Ziel.“ [Die beschädigte Aussage über Gott und Göttin wird nicht still vervollständigt.]

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P5-0746 · 46
Wer dieses Lehrwerk übt, liest oder lehren lässt, hat die acht Vollendungen in der Hand, [erlangt] Reichtum, Getreide und Söhne.

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P5-0747 · 47
In allen Welten geehrt, mit Genüssen versehen, Erregung bewirkend und in allen Lehrwerken bewandert, erlangen sie das höchste Brahman.

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P5-0748 · 48
Mutter, als ich sah, dass durch ein dem Sinn der Veden und Lehrwerke widersprechendes Verständnis häufig deine Verehrung ausfiel, machte ich die verborgenen und verschlüsselten [Aussagen] deutlich. Vergib die dadurch entstandenen Fehler! An deinen beiden Füßen bitte ich darum. [Die Wortfügung prāyobhavadyajanalopabhavekṣya ist beschädigt; die Übersetzung folgt dem erkennbaren Satzsinn.]

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P5-0749 · 49
O Herr, was ich mit verwirrtem Verstand als das Geheimste im Tantra deutlich gemacht habe, möge mir vergeben werden, o Schatz des Erbarmens. Zorn gegen armselige Menschen ist wahrlich nicht angemessen.

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P5-0750 · ohne Nummer
Damit ist der Tantrasāra abgeschlossen, verfasst vom großen Oberlehrer, dem erhabenen Kṛṣṇānanda Vāgīśa Bhaṭṭācārya.

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Pariśiṣṭa: Pariśiṣṭa: ergänzende Mantras, Gebete und Lehren

Der Pariśiṣṭa-Anhang ergänzt die fünf Paricchedas um weitere Gottheitsmantras und Gebete. Er enthält auch eine Meditation über die weibliche Lehrerin und ein Strīguru-Kavaca. P6 bezeichnet diesen Anhang, keinen sechsten Pariccheda.


Ergänzende Gottheitsmantras

P6-0001 · 1
Anhang [Pariśiṣṭa; die Kennung P6 bezeichnet den Anhang, keinen sechsten Pariccheda]. Abschnitt über Mantras, Lobgesänge und weitere Texte einzelner Gottheiten. Nun das Gaṅgā-Mantra: „Jetzt erkläre ich Gaṅgā, die die Welt läutert, nach der genannten Vorstellung zu vergegenwärtigen, Genuss und Befreiung gewährend.“

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P6-0002 · 2
In der Brahmasaṃhitā: Man nimmt das Viṣa-Bīja, danach Māyā und Viṣṇupriyā, dann „gaṅgā“ im Dativ und die Gemahlin des Feuers [svāhā]. Dies ist Gaṅgās achtsilbige Mahāvidyā, auf Erden schwer zugänglich.

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P6-0003 · 3
Viṣa-Bīja ist Praṇava [Oṃ], Māyā ist hrīṃ, Viṣṇupriyā ist śrīṃ. Die Meditation im Kriyāyogasāra: „Er sah Gaṅgā vor sich, zweiarmig, auf einem Makara sitzend, weiß wie Kunda, Mond und Muschelhorn, mit allem Schmuck geschmückt.“

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P6-0004 · 4
[Eine weitere Meditation ist im Brahmavaivarta und anderen Werken nachzusehen.] Mit genau dieser Meditation vergegenwärtigt man die gute Dreifachfließende und verehrt sie, o Brahmane, mit sechzehn Darbringungen.

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P6-0005 · 5
Sitz, Fußwaschwasser, Arghya, Badewasser, Salbung, Räucherwerk und Lampe, Speisegabe, Betel und kühles Wasser …

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P6-0006 · 6
… Gewand, Schmuck, Kranz, Duftstoff, Mundspülwasser und ein reizvolles gutes Lager: Diese sechzehn sind zu geben.

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P6-0007 · 7
Nachdem man sie hingebungsvoll gegeben hat, verneigt man sich, preist [sie] und fügt die Hände schalenförmig zusammen. Wer auf diese Weise verehrt, erlangt die Frucht von Genuss und Befreiung. Alles Weitere folgt der allgemeinen Ritualordnung. [pakāreṇa ist beschädigt.]

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P6-0008 · 1
Nun das Kārttikeya-Mantra. Im Bhūtaḍāmara: Viṣa, Raudra, das Wort „krodha“, danach „dhāriṇe“ und am Ende die Gemahlin des Feuers [svāhā]: So wird das Mantra des in Kumāras Gestalt Erscheinenden angegeben. Viṣa ist Praṇava, Raudra das Māyā-Bīja. [„krodhadhāriṇe“ bedeutet „dem Zorntragenden“.]

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P6-0009 · 2
Man meditiert so: Kārttikeya, hochbegünstigt, auf einem Pfau sitzend, von der Farbe glühenden Goldes, mit dem Speer in der Hand, Gaben gewährend, zweiarmig, Feinde vernichtend, mit vielfältigem Schmuck, sechsgesichtig, mit hohen [tuṅga: Ausdruck unsicher] Augen, von allen Heeren begleitet.

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P6-0010 · 3
Man meditiert so, vollzieht alles wie zuvor und verneigt sich: „Oṃ, ich verneige mich vor Kārttikeya, Gaurīs Sohn, dem Heilgewährenden, dem Sechsgesichtigen, Hochbegünstigten, Vernichter des Daitya-Stolzes.“ Ṣaṣṭhī, Maṅgalacaṇḍī und Manasā sind Kalās der Prakṛti. Dies ist die Geschichte der Göttin, die Menschen alle Vollendungen gewährt.

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P6-0011 · 1
Nun das Ṣaṣṭhī-Mantra. Man nimmt das am Anfang des Veda stehende Bīja [Oṃ], danach das Māyā-Bīja, dann „ṣaṣṭhīdevī“ im Dativ und die Gemahlin des Feuers [svāhā]. Dies wird als Ṣaṣṭhīdevīs achtsilbiges großes Mantra bezeichnet.

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P6-0012 · 2
Die Meditation: „Ich verehre die höchste Devasenā, den sechsten Teil Prakṛtis, rein, fest gegründet und herrlich leuchtend, gute Söhne und Heil gewährend, von der Gestalt des Erbarmens, Mutter der Welt, weiß wie Campaka, mit Edelsteinschmuck geschmückt, von reiner Gestalt.“

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P6-0013 · 3
Alles Weitere wie zuvor. Das Puraścaraṇa umfasst hunderttausend Rezitationen. Im Brahmavaivarta: „Wer das achtsilbige große Mantra hunderttausendmal rezitiert, o Weiser, erhält gewiss einen Sohn“, so sprach der Lotusgeborene. [Die Praxis] Maṅgalacaṇḍīs ist aus dem Brahmavaivarta zu erkennen.

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P6-0014 · 1
Nun das Mantra Manasās, der Giftvernichterin und Jagadgaurī. Man nimmt Halāhala, dann das Lajjā-Bīja, danach „namaḥ“, dann „manasāyai“. Die höchste, auf svāhā endende Vidyā vernichtet Gift für alle Verkörperten. Diese zehnsilbige wird als herrschende Gottheit aller bezeichnet. Halāhala ist Praṇava. [Lajjā ist eine Bīja-Bezeichnung; die Vorlage löst sie hier nicht ausdrücklich auf.]

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P6-0015 · 2
Die Meditation ebendort: „Ich verehre die vollendete, Vollendung gewährende Göttin, die Herrscherin über die Siddhas, weiß wie Campaka, mit Edelsteinschmuck, in ein durch Feuer gereinigtes Gewand gekleidet, mit einer Schlange als heiliger Schnur, mit großer Erkenntnis, wahrhaft die Vorzügliche unter den Erkennenden.“ Verehrung und weitere Handlungen wie zuvor. Ebenso verehrt man die Umkreisgottheiten: den Weisen Jaratkāru, den Weisen Āstīka, Nāgas und weitere. [Die Namensfügung jaratkārumunyāstīkamuni ist beschädigt.]

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P6-0016 · 3
Nun das Svāhā-Mantra. Im Brahmavaivarta: „oṃ hrīṃ vahnijāyāyai devyai svāhā“ – „Oṃ hrīṃ, der Göttin, der Gemahlin des Feuers, svāhā.“ Dies wird als Svāhādevīs zwölfsilbige Mahāvidyā bezeichnet. Die Meditation ebendort: „Ich verehre Svāhā, die ein Glied des Mantras ist, die Gestalt der Mantravollendung, selbst vollendet, den Menschen Vollendung und den Handlungen Frucht gewährend.“ Alles Weitere zur Verehrung wie zuvor. [Die angegebene Silbenzahl bleibt unverändert.]

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P6-0017 · 4
Nun das Dakṣiṇā-Mantra der rituellen Handlungen. Ebendort: „oṃ hrīṃ hrīṃ hrīṃ dakṣiṇāyai svāhā“, zehn Silben. Meditation: „Ich verehre Dakṣiṇā, aus Lakṣmīs rechter Seite entstanden, eine Kalā Kamalās, in allen Handlungen geschickt, allen Handlungen Frucht gewährend, von der Gestalt Viṣṇus Śakti, von gutem Wesen und Heil spendend.“ Verehrung und weitere Handlungen wie zuvor.

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Gaṅgā und weitere Schutztexte

P6-0018 · 1
Nun das Krodharāja-Mantra. Im Bhūtaḍāmara: Viṣa und „vajrajvāla“, danach zweimal „hana“, dann „sarvabhūtān“ und Kūrca bis zum Mantraende: So wird das Mantra angegeben. [Die Wortfügung kūrcamantrāntamantram ist beschädigt; eine vollständige Formel wird nicht ergänzt. Übersetzbar: „Diamantflamme … schlage, schlage alle Bhūtas“.] Meditation, Verehrung und weitere Handlungen sind ebendort nachzusehen. Hunderttausend Rezitationen dieses Mantras sind überall zuerst zur Vollendung aller Ziele und zum Selbstschutz zu vollziehen. Nun Gaṅgās Kavaca: „oṃ gaṅgāyai namaḥ“ – „Oṃ, Verehrung Gaṅgā“. Für Gaṅgās Kavaca ist Viṣṇu der Seher, Virāṭ das Versmaß; Anwendung beim Vortrag zur Errettung von vierzehn Generationen. „Oṃ, die Hochbegünstigte von Substanzgestalt, die Weißgestaltige, möge mich beim Bad, Tarpaṇa, Übergießen und Verehren schützen.“

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P6-0019 · 2
Du bist aus Viṣṇus Füßen entstanden und trägst den Namen Vaiṣṇavī. Schütze mich überall, Gaṅgā, die auf drei Wegen fließt!

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P6-0020 · 3
Mandākinī, die dem Himmel lieb ist, möge stets am Ende des Körpers schützen; Alakanandā auf der linken Seite, die auf der Erde weilt.

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P6-0021 · 4
Bhogavatī [weilt] in der Unterwelt und Mandākinī im Himmel. Wer dieses fünfsilbige Mantra vorträgt oder auch hört …

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P6-0022 · 5
… der Kranke wird von Krankheit frei, der Gefesselte von Fesseln; eine Schwangere gebiert einen Sohn, eine Unfruchtbare erhält einen Sohn.

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P6-0023 · 6
Allein durch das Gedenken an Gaṅgā wird ein Mensch frei von Vergehen. Wer [den Text] im Haus vorträgt, erlangt die Frucht eines Gaṅgā-Bades.

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P6-0024 · 7
Wer ihn während des Bades vorträgt, erlangt eine hundert-Koṭi-fache Frucht [eine Milliarde]. Wer aufmerksam und hingebungsvoll vorträgt, wird zusammen mit zehn Millionen Familien befreit.

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P6-0025 · 1
Damit endet Gaṅgās Kavaca im Viṣṇuyāmala, im Gespräch zwischen Śiva und Pārvatī. Nun das unvergängliche Kārttikeya-Kavaca. Die Göttin sprach: „Alle Söhne, die mir geboren wurden, wurden von Kaṃsa getötet. Wie bleibt mir Nachkommenschaft erhalten? Sage es mir, o bester Weiser!“ [Die Sprecherangabe lautet devī; der Bezug der Erzählung wird nicht still geändert.]

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P6-0026 · 2
Nārada sprach: „Das Mittel, durch das den Menschen langlebige Nachkommen entstehen, erkläre ich dir ganz. Höre aufmerksam zu!“

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P6-0027 · 3
Für dieses unvergängliche Skanda-Kavaca ist Nārada der Seher, Anuṣṭubh das Versmaß, Senānī die Gottheit; Anwendung zum Schutz des Kindes. „Oṃ, Bāhuleya möge das Haupt schützen, Śaṅkaranandana die Schultern.“

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P6-0028 · 4
Pārvatīputra [Pārvatīs Sohn] möge meinen Kopf schützen, Śikhivāhana [der auf dem Pfau Fahrende] das Herz; Śaktihasta [mit dem Speer in der Hand] die Hüfte, Tārakāntaka [Vernichter Tārakas] meine Unterschenkel.

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P6-0029 · 5
Guha möge meine Füße schützen, Senānī das vorzügliche Kind; Skanda meine Glieder, Agnibhū [der Feuergeborene] meine zehn Himmelsrichtungen. [Die letzte Wortfügung ist beschädigt.]

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P6-0030 · 6
Ṣāṇmātura [Sohn der sechs Mütter] [schütze] in schrecklicher Gefahr, Kumāra möge auf der Leichenstätte schützen. [śraśānake ist beschädigt.]

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P6-0031 · 7
Oṃ, damit ist dir, Gute, das höchst wunderbare Kavaca erklärt. Wer es trägt, erlangt einen schönen, langlebigen Sohn.

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P6-0032 · 8
Nachdem sie Nāradas Worte gehört hatte, trug sie das Kavaca. Durch seine Gnade wird die treue Frau zur Mutter eines lebenden Kindes.

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P6-0033 · 9
Durch die Gnade des Kavacas ist ihr Sohn Janārdana. Ebenso ist der Sohn der Trägerin selbst von den Unsterblichen schwer zu besiegen.

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P6-0034 · 1
Damit endet das unvergängliche Kārttikeya-Kavaca im Umāyāmala. Nun das Vaṃśalābha genannte Kavaca zur Erlangung einer Abstammungslinie. Nārada sprach: „Erhabener, Kenner allen Dharma, Lebensgeliebter Pārvatīs, offenbare mir aus Erbarmen das Vaṃśalābha-Kavaca!“

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P6-0035 · 2
Īśvara sprach: „Das Vaṃśalābha-Kavaca ist in den drei Welten schwer zugänglich. Durch seine Gnade erhielt Kamalā einen vorzüglichen Sohn …“

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P6-0036 · 3
… Kāmadeva; Aparṇā erhielt Vināyaka und den Sechsgesichtigen, Indras Gemahlin Jayanta und auch die Göttergemahlinnen Söhne.

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P6-0037 · 4
Für dieses Vaṃśalābha-Kavaca ist Bhairava der Seher, Anuṣṭubh das Versmaß, Śrī Pārvatī die Gottheit; Anwendung zur Erlangung eines lebenden Sohnes. „Oṃ, Pārvatī möge mein Haupt schützen, Maheśvarī das Gesicht, Bhavānī die Augen, Śaṅkarasundarī die Brauen.“

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P6-0038 · 5
Maheśānī möge die Mitte schützen, die von den Göttern Verehrte die Hüften; Gaurī stets die Oberschenkel, Kauṣikī die beiden Knie.

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P6-0039 · 6
Sumukhī möge beide Arme schützen, Subhāvinī beide Hände; Brahmamayī die Füße, Bhuvaneśvarī die Ohren.

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P6-0040 · 7
Lalitā möge die Nase schützen, Tripurasundarī die Kehle; Rudrāṇī das Herz, Maheśvarī die beiden Brüste.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P6-0041 · 8
Sarvamaṅgalā möge vom Fuß bis zum Haupt alle Glieder schützen. Oṃ, damit ist dir, Brahmane, das von Göttern verehrte Kavaca erklärt.

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P6-0042 · 9
Wer es liest und trägt, erlangt einen unvergänglichen Sohn. Ich erkläre ihre Meditation, mit der sich der Mensch vergegenwärtigt und vorträgt.

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P6-0043 · 10
Oṃ, [man meditiert über sie,] dem Glanz von tausend Sonnen gleich, mit allem Schmuck, dreiäugig, in den Händen Schlinge, Stachelstock, Wunschgewährung und Furchtlosigkeit.

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Ṣaṣṭhī, Manasā und weitere Lobgesänge

P6-0044 · 1
Damit endet das Vaṃśalābha-Kavaca im Śrībhairavatantra, im Gespräch zwischen Śiva und Nārada. Nun der Ṣaṣṭhī-Lobgesang. „Höre, bester Weiser, den Lobgesang, der allen Wünschen Heil bringt und allen das Gewünschte gewährt, in den Veden verborgen, Nārada.“

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P6-0045 · 2
Priyavrata sprach: „Oṃ, Verehrung der Göttin, der großen Göttin, der Vollendung, dem Frieden, Verehrung, Verehrung! Der Guten, Devasenā, der Göttin Ṣaṣṭhī, Verehrung, Verehrung!“

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P6-0046 · 3
Der Gaben Spendenden, Söhne Gewährenden, Reichtum Gewährenden, Verehrung, Verehrung! Der Glück Spendenden, Befreiung Gewährenden, der Göttin Ṣaṣṭhī, Verehrung, Verehrung!

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P6-0047 · 4
Derjenigen von der Gestalt Śaktis und Ṣaṣṭhīs, der Vollendeten, Verehrung, Verehrung! Māyā, der vollendeten Yoginī, der Göttin Ṣaṣṭhī, Verehrung, Verehrung!

Textvergleich: IAST · Devanagari

P6-0048 · 5
Der Essenz, der Essenz Spendenden, der Höchsten aller Handlungen, der über Kinder herrschenden Göttin, der Göttin Ṣaṣṭhī, Verehrung, Verehrung!

Textvergleich: IAST · Devanagari

P6-0049 · 6
Der Heil Spendenden, der Heilvollen, der Göttin Ṣaṣṭhī, Verehrung, Verehrung! Der Frucht Spendenden, Fruchttragenden, den Handlungen Frucht Gewährenden, den Verehrern unmittelbar Sichtbaren, der Göttin Ṣaṣṭhī, Verehrung, Verehrung!

Textvergleich: IAST · Devanagari

P6-0050 · 7
Der Verehrungswürdigen, Skandas Geliebten, bei allen und in allen Handlungen, der die Götter schützt, der Göttin Ṣaṣṭhī, Verehrung, Verehrung!

Textvergleich: IAST · Devanagari

P6-0051 · 8
Derjenigen von reiner Sattva-Gestalt, der Geehrten, Verehrung, Verehrung! Gib Reichtum, gib Glück, gib einen Sohn, o Herrin der Götter!

Textvergleich: IAST · Devanagari

P6-0052 · 9
Gib Dharma, gib Ruhm; der Göttin Ṣaṣṭhī, Verehrung, Verehrung! Gib Land, gib Nachkommen, gib ein Reich, o hoch Verehrte! Gib Heil und Sieg; der Göttin Ṣaṣṭhī, Verehrung, Verehrung!

Textvergleich: IAST · Devanagari

P6-0053 · 10
Oṃ, nachdem Priyavrata die Göttin so gepriesen hatte, erhielt er durch Ṣaṣṭhīdevīs Gnade einen Sohn, einen ruhmreichen Königsherrn.

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P6-0054 · 11
Ein Kinderloser, der diesen Ṣaṣṭhī-Lobgesang täglich hört, o Brahmane, erhält einen vorzüglichen, überaus langlebigen Sohn.

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P6-0055 · 12
Wer ein Jahr lang hingebungsvoll diesen Lobgesang [vorträgt; Verb fehlt], wird von allen Vergehen frei. Selbst eine völlig Unfruchtbare gebiert.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P6-0056 · 13
… einen heldenhaften, tugendhaften, wissenden, ruhmreichen und überaus langlebigen Sohn, durch Ṣaṣṭhīdevīs Gnade.

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P6-0057 · 1
Damit endet der Ṣaṣṭhī-Lobgesang im Brahmavaivarta-Mahāpurāṇa, im Prakṛti-Khaṇḍa, im Gespräch zwischen Nārāyaṇa und Nārada. Nun der Lobgesang an die Giftvernichterin Manasā: „Oṃ, Jaratkāru, Jagadgaurī, Manasā, Siddhayoginī, Vaiṣṇavī, Nāgabhaginī [Schwester der Nāgas], Śaivā und Nāgeśvarī …“

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P6-0058 · 2
… Jaratkārupriyā [Geliebte Jaratkārus; Vorlage jagatkārupriyā], Āstīkamātā [Mutter Āstīkas], Viṣaharī [Giftvernichterin] und Mahājñānayutā [mit großer Erkenntnis versehen]: Diese Göttin wird von der Welt verehrt.

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P6-0059 · 3
Oṃ. Wer diese zwölf Namen zur Zeit der Verehrung vorträgt, für den und seine Nachkommen besteht keine Furcht vor Schlangen.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P6-0060 · 4
Bei Schlangenfurcht im Bett, in einem von Schlangen befallenen Haus, bei einem Schlangenbiss in großer Not und wenn der Körper von Schlangen umwunden ist … [Die Vorlage liest nāmagraste; „von Schlangen befallen“ ist eine ausdrücklich gekennzeichnete Kontextlesung.]

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P6-0061 · 5
… wird man durch das Vortragen dieses Lobgesangs frei; daran besteht kein Zweifel. Wenn man ihn täglich vorträgt, flieht die Schlangenschar beim Anblick [des Vortragenden].

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P6-0062 · 6
Durch eine Million Rezitationen entsteht für die Menschen Vollendung des Lobgesangs. Wer sie erreicht hat, vermag Gift zu genießen. Er schmückt sich mit einer Schlangenschar und fährt auf Schlangen. Wenn der Lobgesang vollendet ist, wird Gift dem Nektar gleich.

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P6-0063 · 1
Damit endet der Manasā-Lobgesang im Brahmavaivarta. Nun der Svāhā-Lobgesang. Vahni sprach: „Oṃ, Svāhā, die Ursprüngliche, Anteil der Prakṛti, deren Körper das Innere beziehungsweise Ende des Mantras ist, die den Mantras Frucht gibt, Trägerin der Welten, die Treue …“ [svāhādyāḥ und mantrāntara sind in der Worttrennung unsicher.]

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P6-0064 · 2
… von Vollendungsgestalt, selbst vollendet, den Menschen stets Vollendung gewährend, die Brennkraft des Feuers, dessen Leben übertreffend [tatprāṇādhikarūpiṇī: Beziehung unsicher] …

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P6-0065 · 3
… die Essenzgestalt des Saṃsāra, Retterin aus dem schrecklichen Saṃsāra, Lebensgestalt der Götter und [devapāṣāṇakāriṇī: „die Götter zu Stein macht“, auffällige, wahrscheinlich beschädigte Lesart].

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P6-0066 · 4
Oṃ. Wer diese sechzehn Namen hingebungsvoll vorträgt, erhält alle Vollendung und Heil bei allen Handlungen. Ein Kinderloser erhält einen Sohn, ein Gattenloser eine Geliebte. [Die Anzahl der Namen ist aufgrund beschädigter Worttrennungen nicht völlig eindeutig.]

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P6-0067 · 1
Damit endet der Svāhā-Lobgesang im Brahmavaivarta, im Prakṛti-Khaṇḍa, im Gespräch zwischen Nārāyaṇa und Nārada. Nun der Dakṣiṇā-Lobgesang. Ein Yakṣa sprach [so die Vorlage]: „Oṃ, du bist die Göttin, eine Gopī Golokas, die höchste, vorzüglichste der Gopīs, Rādhā gleich, ihre Gefährtin und Śrī Kṛṣṇas Geliebte, o Geliebte!“

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P6-0068 · 2
Am Kārttika-Vollmond [Vorlage kīrtikipūrṇimā], beim Rāsa, dem großen Rādhā-Fest, erschienst du aus Kṛṣṇas rechter Seite; deshalb [heißt du] Dakṣiṇā.

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P6-0069 · 3
Früher hießest du Suśīlā wegen deines schönen Wesens. Durch dein Wohnen an Kṛṣṇas rechter Seite und durch Rādhās Fluch [wurdest du] Dakṣiṇā.

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P6-0070 · 4
Aus Goloka wurdest du verstoßen und bist durch mein Glück hier gegenwärtig. Sei gnädig, Hochbegünstigte, und mache mich zu deinem Gatten!

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P6-0071 · 5
Du allein, Göttin, gibst den Handlungen der Handelnden ihre Frucht. Ohne dich sind alle Handlungen aller Menschen fruchtlos.

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P6-0072 · 6
Wie auf der Erde ein Baum ohne Früchte und Zweige, so ist ohne dich das Werk der Handelnden ohne Schönheit.

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P6-0073 · 7
Brahmā, Viṣṇu, Maheśa und auch die Hüter der Himmelsrichtungen und die übrigen vermögen ohne dich nicht, dem Werk seine Frucht zu geben.

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P6-0074 · 8
Brahmā selbst ist Werkgestalt, Maheśvara Fruchtgestalt, Viṣṇu Opfergestalt, [und] ich [ebenfalls Opfergestalt; Satzanschluss unklar]; du bist die Essenzgestalt all dieser.

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P6-0075 · 9
Das höchste Brahman, ohne Guṇas, jenseits der Prakṛti, der erhabene Kṛṣṇa selbst ist der Fruchtgeber; auch er ist mit dir [dazu] fähig.

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P6-0076 · 10
Du allein bist meine Śakti, Geliebte, stets, Geburt um Geburt. Mit dir bin ich zu jedem Werk fähig, Schönangesichtige.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P6-0077 · 11
So sprach der über das Opfer herrschende Gott und blieb ihr hingegeben. Die Göttin wurde erfreut. Man verehre sie, die Kalā Kamalās.

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P6-0078 · 12
Oṃ. Wer diesen Dakṣiṇā-Lobgesang zur Zeit des Opfers vorträgt, erlangt die Frucht aller Opfer; daran besteht kein Zweifel.

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P6-0079 · 13
Beim Rājasūya, Vājapeya, [gimedha: Opfername beschädigt], Menschenopfer, Pferdeopfer, glückverheißenden [Opfer], Viṣṇu-Opfer und [yaśasvara: Opfername unsicher] …

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P6-0080 · 14
… beim Reichtum spendenden, Land spendenden, [phallau: beschädigt], Pūrṇeṣṭi, Elefantenopfer, Eisenopfer, Goldopfer, beim Pāṭana und Brahmakhaṇḍana [Ritualbezeichnungen, genaue Bedeutung hier nicht erläutert] …

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P6-0081 · 15
… beim Śiva-Opfer, Rudra-Opfer, Feindesopfer, Bandhuka [Bezeichnung unsicher], Iṣṭi, Varuṇa-Opfer, Kaṇṭaka und Vairimardana [Feindeszermalmung] …

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P6-0082 · 16
… beim Śuci-Opfer, Dharma-Opfer, Rocana, Pāpamocana [Befreiung vom Vergehen], Bandhana [Binden], Karma-Opfer, Edelsteinopfer und Subhadraka …

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P6-0083 · 17
… wer zu Beginn dieser [Riten] den Lobgesang vorträgt, dessen Werk wird gewiss hindernisfrei und mit allen Gliedern [vollständig].

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P6-0084 · 1
Damit endet der Dakṣiṇā-Lobgesang im Brahmavaivarta, im Prakṛti-Khaṇḍa, im Gespräch zwischen Nārāyaṇa und Nārada. Nun der Balarāma-Lobgesang: „Oṃ, Verehrung dir, Rāma, Pflugträger! Verehrung dir, mit der Keule als Waffe! Verehrung dir, Geliebter Revatīs! Verehrung dir, der du deinen Verehrern zugetan bist!“

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P6-0085 · 2
Verehrung dir, Vorzüglichster der Starken! Verehrung dir, Träger der Erde! Verehrung dir, Feind Pralambas! Rette mich, älterer Bruder Kṛṣṇas!

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P6-0086 · 3
Oṃ. Dieser Lobgesang ist höchst verdienstvoll und gewährt den Menschen alle Vollendungen. Wer ihn aufmerksam und hingebungsvoll vorträgt, wird zum Gefäß aller Vollendung. [paṭhetaprayato ist beschädigt.]

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Mahākālī und Nāyikā

P6-0087 · 1
Damit endet der Balarāma-Lobgesang im Utkala-Khaṇḍa. Nun der Mahākālī-Lobgesang. Mahākālarudra sprach: „Oṃ, du von unvorstellbarer, unermesslicher Gestalt, Śaktis wahrem Wesen, einzige Seinsgestalt als Grundlage jedes einzelnen Erscheinens, jenseits der Guṇas, ohne Gegensätze, allein durch Erkenntnis zugänglich: Du allein bist als Gestalt des höchsten Brahman vollendet.“

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P6-0088 · 2
Weil du ohne Abstammung und Form, nicht auf ein Einzelnes begrenzt, unerkennbar in deinem Kommen [alakṣyāgamatvāt: Bedeutung unsicher], von der Gestalt aller Dinge, [prapañcālasatnāt: beschädigt] und ohne Beginn bist: Du allein bist als Gestalt des höchsten Brahman vollendet.

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P6-0089 · 3
Weil du nicht gewöhnlich, ohne Bindung, von ungeteilter Grundlage und ohne Gestalt bist, weil du von Unwissenheitswesen [avidyātmakatvāt: auffällige Lesart] und ohne Anfang bist: Du allein bist als Gestalt des höchsten Brahman vollendet.

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P6-0090 · 4
Als weder der Schöpfer noch Viṣṇu noch Rudra, weder die Zeit noch die fünf Elemente noch die Himmelsrichtungen waren, warst du die verursachende, einzige Gestalt des Seins der Wesen. Du allein bist als Gestalt des höchsten Brahman vollendet.

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P6-0091 · 5
Weder die Mīmāṃsakas [Vorlage namomāṃsakā] noch die Zeit und die übrigen [kālāditarkā: Zuordnung unsicher], weder Sāṃkhya, Yoga, Vedānta und Veden noch die Götter kennen deinen gestaltlosen Zustand. Du allein bist als Gestalt des höchsten Brahman vollendet.

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P6-0092 · 6
Für dich gibt es weder Name noch Abstammung, weder Geburt noch Tod, weder Stätte noch Tätigkeit, weder Leid noch Glück, weder Freund noch Feind, weder Bindung noch Befreiung. Du allein bist als Gestalt des höchsten Brahman vollendet.

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P6-0093 · 7
Du bist weder Kind noch erwachsen noch alt, weder Frau noch geschlechtsneutral noch Mann; weder Gott noch Asura noch Mensch. Du allein bist als Gestalt des höchsten Brahman vollendet.

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P6-0094 · 8
Die Kühle im Wasser, die Brennkraft im Feuer, die Reinheit im Mond, die [tālakatvam: beschädigte] Eigenschaft in der Sonne – wessen Kraft es auch sei, sie ist deine allein, Ambikā. Du allein bist als Gestalt des höchsten Brahman vollendet.

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P6-0095 · 9
Dass Maheśa einst das schreckliche Gift trank und dass er am Ende der Zeit wieder die Welt vernichtet, geschieht durch deine Gnade allein, nicht aus eigener Kraft. Du allein bist als Gestalt des höchsten Brahman vollendet.

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P6-0096 · 10
Du nimmst Antlitze von furchtbarer Gestalt an und entfaltest [bhajayantī: Lesart unsicher] so eine Vielzahl von Händen, Waffen und anderem, zum Schutz der Welt und zur Tötung der Asuras. Du allein bist als Gestalt des höchsten Brahman vollendet.

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P6-0097 · 11
Mahācaṇḍayogeśvarī, Guhyakālī, Karālī, Mahāḍāmarī mit lautem Gelächter, die Welt erhellende Caṇḍikā und Beschützerin: Du allein bist als Gestalt des höchsten Brahman vollendet.

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P6-0098 · 12
Mit Schakalinnen heulend, einen Schädel tragend, die Götterfeinde besiegend, heiter sprechend, tanzend, rezitierend, sich bewegend und lachend: Du allein bist als Gestalt des höchsten Brahman vollendet.

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P6-0099 · 13
Obwohl ohne Füße, läufst du schneller als der Wind; obwohl ohne Ohren, hörst du Klang; ohne Nase riechst du, ohne Augen siehst du, ohne Zunge kennst du den Genuss vielfältiger Geschmäcke.

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P6-0100 · 14
Wie das eine Bild der Sonne am Himmel durch Spiegelung in verschiedenen Gewässern vielfältig aufleuchtet, so bist du allein als Gestalt des höchsten Brahman vollendet. [yāvadekodakeṣu ist eine unsichere Lesart.]

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P6-0101 · 15
Wie ein Töpfer durch Drehen des Tons inmitten der Scheibe Schale und Krug gestaltet, so erschaffst du in den Vorrichtungen der großen Verblendung sämtliche Wesen und Menschen bei der ursprünglichen Schöpfung.

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P6-0102 · 16
Wie den Menschen plötzlich [bei] Silber, Seil und Sonnenblick [raṅgarabjarkadṛṣṭiṣu: beschädigte Gegenstandsfolge] die Täuschung von Silber, Schlange und Wasser entsteht, so ist in dieser Welt alles von dem jeweiligen [Wesen] erfüllt. Wenn diese [Täuschungen] enden, bist du allein alles. [Die häufigen Täuschungsbeispiele sind im Wortlaut beschädigt; eine bereinigte Sanskritfolge wird nicht rekonstruiert.]

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P6-0103 · 17
Auf dem Löwenthron von der Gestalt großen Lichtes lässt du deine eigenen Götter [tragen beziehungsweise fahren], o Furchtgestaltige. Mit beiden Füßen Śiva und Bhairava niederhaltend, stehst du; dadurch bist du inmitten [aller] die Führende. [Der erste Satz ist im Sanskrit uneindeutig.]

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P6-0104 · 18
Die Führung der Yoga-Mudrā auf einem schlechten Yogasitz und das [balānanaṃ: beschädigt] Antlitz eines jungen Schakals – o Mutter der Welt, deine derart unerhörten Spiele, wie sollen sie von Menschen wie uns erkannt werden, Göttin? [Mehrere Wörter dieses Verses sind beschädigt; eine geschlossene Bilddeutung bleibt unsicher.]

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P6-0105 · 19
Rein, höchste, aus Bewusstsein bestehend, selbstleuchtend, von der Gestalt des Nektars und der Glückseligkeit, die Welt durchdringend: Wie sollte deine eigene Gestalt von dieser Art von uns im Innern des Herzens meditiert werden? [kimasmābhir … ist auch als Frage nach dem zu Meditierenden lesbar.]

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P6-0106 · 20
[mahāghorakālānalajvālajālāhityantavāsā: beschädigte Beschreibung einer Hülle aus schrecklichen Zeitfeuerflammen], laut und mächtig lachend, dunkel durch die Fülle der Haarflechten, mit einer großen Kette von Köpfen, weit und mächtig: So wirst du von mir meditiert, Mutter.

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P6-0107 · 21
Ich quäle meinen Körper nicht durch Askese, mache meine Füße nicht durch das Wandern zu Tīrthas lahm und verbringe das Leben nicht mit dem Lesen der Veden. Ich verwirkliche das Heil deiner beiden Füße.

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P6-0108 · 22
Was werden diese Boten des Dharmarāja mir tun, dessen Geist deiner Verehrung gewidmet ist, der die Verehrung anderer Unsterblicher missachtet und Dharma-Opfer aufgegeben hat? [tiraṃkurvato ist beschädigt.]

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P6-0109 · 23
Ich achte weder Hari noch den Schöpfer als Herrn, weder Feuer noch Sonne noch Mond und die übrigen Götter. Mutter, durch die vielen von Śiva gesprochenen Worte möge die Ordnung deiner Verehrung in meinen Verstand eingehen.

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P6-0110 · 24
Menschen mögen mich tadeln; Verwandte und Angehörige mögen mich verlassen. Yamas Soldaten mögen mich in die Hölle werfen. Du allein bist mein Ziel, du allein bist mein Ziel.

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P6-0111 · 25
Oṃ. Ein Verehrer, der diesen von Mahākālarudra gesprochenen Lobgesang stets mit Hingabe studiert, hat weder Notkummer noch Krankheit noch Tod; Vollendung entsteht und am Ende Erlangung von Kaivalya.

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P6-0112 · 26
Damit ist dieser Sudhādhārā, „Nektarstrom“, genannte Lobgesang Śivās erklärt. Durch seine beständige Übung liegt Vollendung in der Handfläche.

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P6-0113 · 27
Dieser Lobgesang, das Kavaca und die folgenden drei Verse sind bei der anlassgebundenen Verehrung sorgfältig vorzutragen.

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P6-0114 · 28
[Der Vers ist mehrfach beschädigt.] Kālī, deren mächtiger Körperglanz sanftem blauem Lotus und dichten blauen Wolken gleicht, mit Tanz, rauschhaftem Klang und einer Fülle von Glückszeichen, mit Haarflechten, die bis zur Hüfte schwingen; Caṇḍikā, mit dem Schwert die Zeit [gestaltend beziehungsweise zerschneidend; kālakalanā unsicher], [hastvaśriyaṃ: Schluss beschädigt]. [Eine vollständige Satzbedeutung lässt sich nicht sicher herstellen.]

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P6-0115 · 29
Kālī, Stätte des Freudentaumels, die mit Zorn und furchtbarer Zeit Angst hervorruft, [netropāntakṛtāntadaityanivahā: Beziehung zwischen Augenwinkeln, Tod und Daityas unsicher], von mächtigem Körperglanz: Jayakālikā, die Starke, mit furchtbarem Antlitz beim Hūṃ-Laut, den Verehrern Furchtlosigkeit und Sieg gewährend, auf dem vollendeten Sitz des Weltherrn, möge euch schützen.

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P6-0116 · 30
Kālikā mit furchtbar erhobenem Gesicht und schrecklicher Schönheit, die Hüften mit Tigerfell bedeckt, Vernichterin der Dānavas, „hū hūṃ“ und [kaṅmaḍī: beschädigte Lautangabe] ertönend: Diese heitere Kālikā möge uns, die wir Zuflucht nehmen, stets läutern.

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P6-0117 · 1
Damit endet der von Mahākālarudra verfasste, Sudhādhārā genannte Kālī-Lobgesang in der Śrīmahākālasaṃhitā. Nun das Nāyikā-Kavaca. Unmattabhairava sprach: „Höre meine Worte, Heilvolle, das selbst Göttern schwer zugängliche Kavaca, das für die Yakṣiṇī-Nāyikās kurzgefasst Vollendung gewährt.“

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P6-0118 · 2
Allein durch Erkenntnis [dieses Kavacas] erlangt man gewiss Vollendung, o Herrin der Götter. Die Yakṣiṇī kommt selbst durch das bloße Kennen des Kavacas.

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P6-0119 · 3
Es ist überall schwer zugänglich, Göttin, und in den Ḍāmara-[Tantras] offenbart. Durch Vortrag und Tragen unterwirft der Sterbliche eine Yakṣiṇī.

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P6-0120 · 4
Der Seher des Kavacas ist Garga; Gāyatrī wird als Versmaß angegeben. Die Gottheit ist die Göttin Yakṣiṇī, die alle Vollendungen gewährt.

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P6-0121 · 5
Als Anwendung wird die unmittelbare Fülle der Vollendung genannt. „Oṃ, Yakṣiṇī möge mein Haupt schützen, Yakṣakanyakā meine Stirn.“

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P6-0122 · 6
Śrīdhanadā möge mein Gesicht schützen, Kulanāyikā meine Ohren; Varadā die Augen, Bhaktavatsalā meine Nase.

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P6-0123 · 7
Piṅgalā möge die Haarspitzen schützen, Dhanadā, Śrīmaheśvarī [Körperbezug fehlt]; Kulālapā die Schultern, Kamalānanā meinen Hals.

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P6-0124 · 8
Kirātinī möge stets schützen; Jaṭeśvarī beide Arme. Vikṛtāsyā, die Mahāvakra liebt, möge mich stets schützen. [Die Körperzuordnung des ersten Namens fehlt; mahāvakrapriyā ist als Name beziehungsweise Attribut unsicher.]

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P6-0125 · 9
Die Göttin mit Waffen in der Hand möge stets Rücken und Bauch schützen; Bheruṇḍā, Mākarī, die von den Göttern anerkannte Göttin, das Herz.

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P6-0126 · 10
Die Schmucktragende möge meine Hüften schützen, Dayā [Name oder „Erbarmen“, Bezug offen]; Dhārmikā meine Schamgegend, Surāṅganā beide Füße.

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P6-0127 · 11
In einem leeren Haus möge stets die von der Gestalt der Mantramutter schützen. Niṣkalaṅkā möge stets, ebenso Ambuvatī, den ganzen Körper schützen.

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P6-0128 · 12
In offenem Gelände möge Dhanadā schützen, die ihr eigenes Bīja offenbart. Diejenige vom Wesen des Lakṣmī-Bījas möge schützen, die ihr eigenes Bīja offenbart. [Die Wiederholung steht so in der Vorlage.]

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P6-0129 · 13
Diejenige vom Wesen des Lakṣmī-Bījas, das Schwert in der Hand, möge auf der Leichenstätte schützen; in einem leeren Haus und am Flussufer die Tochter des großen Yakṣa-Herrn.

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P6-0130 · 14
Die Varadā Genannte möge mich schützen, Mohinī alle meine Glieder; inmitten großer Not, in der Schlacht und in der Feindesschar …

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P6-0131 · 15
… möge stets die Zorngestaltige, die Mahādeva dient, schützen. Überall und immer möge Bhavānī, die Kula gewährt, schützen.

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P6-0132 · 16
Oṃ. Dies ist, Göttin, das Kavaca von der Gestalt eines Stroms großer Mantras. Schon durch sein Gedenken erlangt man bald Königtum.

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P6-0133 · 17
Fünftausend Jahre bleibt man fest auf der Erde. Man wird gewiss zum Kenner des Veda und aller Lehrwerke.

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P6-0134 · 18
Durch den Vortrag des großen Kavacas erlangt man im Wald Vollendung. Yakṣiṇī und Kulavidyā, die gute Vollendung gewähren, kommen herbei.

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P6-0135 · 19
Man erlangt Aṇimā, Laghimā, Prāpti und die Frucht glücklicher Vollendung. Nachdem man [das Kavaca] gelesen und getragen hat, verweilt man an einsamem Ort auf einer Waldhöhe, rezitiert hunderttausend Mantras und erlangt nachts die gewünschte Vollendung.

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P6-0136 · 20
Durch den Vortrag des großen Kavacas wird diese Göttin zur Gemahlin. Was bedarf es anderer Praxis, o Göttin, [für etwas], das Yogins schwer zugänglich ist? Durch Annahme allein entsteht Vollendung; darüber soll kein Zweifel bestehen. [grahaṇāde ist beschädigt.]

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P6-0137 · 1
Damit endet das Yoginī-Nāyikā-Kavaca im großen Tantra Bṛhadbhūtasandhānaḍāmara. Nun der Nāyikā-Lobgesang. „Ich werde ihren Lobgesang erklären; höre aufmerksam! Durch den Vortrag des Yoginī-Lobgesangs erlangt man unmittelbar Vollendung.“

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P6-0138 · 2
Unmattabhairava sprach: „Oṃ, ich verehre dich, Yoginī, die Yoga-Vollendung und Reichtum gewährt, leuchtend wie Bandhūka-Blüten, mit vielfältigem Schmuck, Götterjuwel, heilige Göttertochter, Geliebte. Vernichte meine Armut! Schenke mir Glück, eine geliebte Stätte, Erfüllung der Wünsche und weitere Vollendung, ein Reich, Freunde, Ehepartner, Söhne und Reichtum, Mutter!“

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P6-0139 · 3
Deine beiden Lotusfüße verehre ich auf der Erde, junge Göttin. Beseitige das Schreckliche, das von großer Furcht erfüllt ist! Sei gnädig; sei stets in meinem Haus mit den Gottheiten deines Gefolges gegenwärtig. Werde zur Schwester und vergib freudig die [kulāpatāpam: beschädigte] Bedrängnis des Kula. [Die Satzglieder sind teils elliptisch.]

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P6-0140 · 4
Du allein bist Yoginī, Frau, Piṅgalā, junge Frau, Rati, Gaurī, Vidyādharī und Śyāmā. Sei stets erfreut!

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P6-0141 · 5
Du bist Sandhyā, Khecarī, Vidyā, Yakṣiṇī, Bhūtinī und die Geliebte. Du allein mögest mich schützen, Trägerin, mit einem Goldgefäß in der Lotushand.

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P6-0142 · 6
Hiraṇyākṣī, Viśālākṣī, Capalā, Nāginī, Jayā: Sei erfreut, Śabdākhyā, Kāminī, die Wünsche gewährt!

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P6-0143 · 7
Werde zur Vollendung der Kula-Mantras gewährenden Ḍākinī und Khecarī. Ich verneige mich vor dir, Gaben spendende Göttin, von Yoginī-Scharen bedient.

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P6-0144 · 8
Deine beiden Füße [verehre ich], Geliebte, mit dem schönen Kranz von Mondglanz, Makellose, Kamalā, Göttin, Vernichterin des Übels der Armut. [tarvāṃghri ist beschädigt; das Verb wird aus dem Fortsetzungsvers verstanden.]

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P6-0145 · 9
Ich verehre dich mit Geist und Rede. Sei erfreut, Schöne, Göttin [kalikālakṛte: Beziehung zum Kali-Zeitalter unsicher], Herrin von hundert Khecarīs!

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P6-0146 · 10
Gib rasch Reichtumsvollendung; komm in mein Haus, Vollendung den Bedrängten Gewährende, Vernichterin vorzeitigen Todes!

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P6-0147 · 11
Zehntausend Jahre bleibe beständig in meinem Geschlecht, Göttin, die Wirksamkeit der Rede gewährt, mit schönem Padmarāga-Kranz.

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P6-0148 · 12
Mit allem Schmuck geschmückt, sei stets erfreut, Göttin vom Wesen des Māyā-Bījas, vom Vadhū-Bīja erfüllt.

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P6-0149 · 13
Gib stets die Substanz der Vollendung, werde zur Geliebten in meinem Haus! Du mit durch buntes Gewand schönem Körper, von vielfältigem Schmuck umgeben …

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P6-0150 · 14
… mit Glanz wie [vimbāramaṇisūryābhe: Edelstein- und Sonnenvergleich beschädigt], hell von Mondlicht, mit lächelndem Lotusgesicht, Kāmeśī: Lass mich das schwer Zugängliche [wissen beziehungsweise erlangen; mamājñāpaya unsicher].

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P6-0151 · 15
Kāmeśī, die höchste Glückseligkeit und königlichen Genuss gewährt, Vollendung und Gaben spendend: Werde zur Mutter, Schwester oder Geliebten!

Textvergleich: IAST · Devanagari

P6-0152 · 16
Ich bin der Diener deines Befehls, Göttin, und verehre dich ehrerbietig. Stehe fest vor mir und gewähre stets Vollendung!

Textvergleich: IAST · Devanagari

P6-0153 · 17
Du bist Kaulinī und im Himmel gegründet; werde zu der, die an meiner Seite geht. Hunderttausend Jahre schütze mich allein, deinen Diener!

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P6-0154 · 18
Im Herzlotus soll man die schöne, neu erblühte junge Tripurā meditieren, reich an Ketten von Glöckchen, lotusäugig …

Textvergleich: IAST · Devanagari

P6-0155 · 19
… begnadet, mit den Händen in Wunschgewährung und Furchtlosigkeit, die nach Belieben wandelnde Yoginī. Vor dir allein, Göttin der Welten, der Vollendungsvidyā, verneige ich mich.

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P6-0156 · 20
An meinem Körper und an meiner Seite werde du stets meine Geliebte, Vollendete, Lotusäugige, zehntausend Jahre lang. [Der Kasus kamalalocanām ist unregelmäßig.]

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P6-0157 · 21
Werde stets meine Frau und mache den Körper ewig, Geliebte. Der Kundige soll diesen Lobgesang verbunden mit Meditationsübung vortragen.

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P6-0158 · 22
Man bringt gekochte Speise oder Kokosnuss mit Zuckerstücken dar. Die Bhūtinīs gewähren durch die Macht von Lobgesang und Verehrung Vollendung.

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Guru-Kavaca und weibliche Lehrerin

P6-0159 · 1
Damit endet der Nāyikā-Lobgesang im großen Tantra Bṛhadbhūtasandhānaḍāmara, im Gespräch zwischen Bhairavī und Bhairava. Nun das Guru-Kavaca. Nārada sprach: „Brahmā, Mantra und Lobgesang des Lehrers sind richtig verstanden. Nun wünsche ich, das Kavaca zu hören. Erkläre es mir!“

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P6-0160 · 2
Brahmā sprach: „Vernimm von mir das geheime Kavaca des heiligen Lehrers, das ich beschreibe. Es ist keinem Unhingebungsvollen zu geben, stets aber dem Hingebungsvollen.“

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P6-0161 · 3
Für dieses Kavaca des heiligen Lehrers wird Brahmā als Seher angegeben; Anuṣṭubh ist das Versmaß, die Gottheit der Lehrer selbst als Selbst der drei Götter.

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P6-0162 · 4
Oṃ, der Lehrer, schön an allen Gliedern, möge stets mein Haupt schützen; der [udyadbhāla: „mit leuchtender Stirn“, Anschluss unsicher] meine Stirn; der mit erbarmendem Blick meine beiden Augen.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P6-0163 · 5
Der sanft Lächelnde möge das Gesicht schützen, die süße Rede die Ohren; das Aussprechen des Mantras das Herz, der Träger von Wunschgewährung und Furchtlosigkeit die Hände.

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P6-0164 · 6
Der Lotussitz des Lehrers möge vom Nabel bis zu den Füßen schützen. Das Mondlicht der Fußnägel des Lehrers möge stets alle Glieder schützen.

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P6-0165 · 7
Vāgbīja möge mich stets schützen, Khecarī die mit Kāma beginnenden und endenden [Bereiche beziehungsweise Laute; Bezug unklar]; Ānandabhairava stets die Stätte der Glückseligkeit.

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P6-0166 · 8
Ānandabhairavī möge stets meine Glückseligkeit schützen. Vor Gewalttätigen möge stets das höchste heilige Prāsāda-Mantra schützen.

Textvergleich: IAST · Devanagari

P6-0167 · 9
Das Parāprāsāda-Mantra möge stets in Gefahrenlagen schützen. Haṃsa möge den Pīṭha und den oberen Bereich schützen und stets in allen Himmelsrichtungen bewahren.

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P6-0168 · 10
Die Lehrer mögen Kula schützen, Kamalāsana den unteren Bereich; die Divyaugha-[Lehrer] die Erkenntnis, die Siddhaugha genannten den Willen, die Mānavaugha-[Lehrer] das Handeln. Der heilige Lehrer möge stets schützen.

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P6-0169 · 11
Oṃ. Ein Mensch, der dieses Kavaca täglich nach Abschluss der morgendlichen Handlungen hingebungsvoll vorträgt, wird zum Sieger über die drei Welten. Ihm entsteht Mantravollendung, und die Gottheit wird gnädig. Wahr, wahr, nochmals wahr; darüber soll kein Zweifel bestehen.

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P6-0170 · 12
Wer rezitiert, ohne das nach dem Lehrer benannte Kavaca zu kennen, dessen Mühe ist vergeblich; es entsteht keine Vollendung in der Mantraverehrung.

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P6-0171 · 13
Man stellt die Füße des Lehrers voran und trägt das gute Kavaca vor. Dann entsteht die Vollendung von Mantra und Yantra, und nicht anders.

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P6-0172 · 14
[Das Kavaca] ist als Geheimnis des Lehrers zu bewahren und niemals auszusprechen. [guru-gopyam ist in der Fügung knapp.]

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P6-0173 · 15
Es darf nicht irgendeinem Beliebigen gegeben und niemals offenbart werden; es soll besonders einem hingebungsvollen Kula-Angehörigen gegeben werden.

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P6-0174 · 16
Dies ist in den drei Welten schwer zugänglich und gewährt die Frucht von Genuss und Befreiung. Wer das Guru-Kavaca vorträgt, [erlangt] die Frucht aller Tīrthas. Damit ist es dir erklärt, Sohn; nimm es aufmerksam auf!

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P6-0175 · 1
Damit endet das Kavaca des erhabenen Lehrers im Brahmayāmala. Nun die Meditation über die weibliche Lehrerin. So: „Oṃ, man meditiert über die heilige Gurū mit Augen wie aufgeblühten Lotusblättern, vollen, kräftigen Brüsten, freundlichem Gesicht und schlanker Mitte …“

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P6-0176 · 2
… von Glanz wie Padmarāga, schön im roten Gewand, mit roten Armreifen an den Händen und von Edelsteinfußglöckchen geschmückt …

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P6-0177 · 3
… schön mit Lotusfüßen, einem Landlotus gleich, mit einer Gestalt, die vom Antlitz erhellt wird, das dem Herbstmond gleicht. [śaravindu ist eine beschädigte Lesart.]

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P6-0178 · 4
… an der linken Seite ihres eigenen Herrn sitzend, mit Lotushänden in Wunschgewährung und Furchtlosigkeit. Man meditiert so und verehrt sie.

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P6-0179 · 1
Nun das Kavaca der weiblichen Lehrerin. Die Gottheit dieses Kavacas ist die weibliche Gurū; Anwendung zur Erlangung der vier Lebensziele. Am Haupt: „Verehrung dem Seher Sadāśiva“; am Herzen: „Verehrung der Gottheit, der weiblichen Gurū“. Īśvara sprach: „Für dieses Kavaca gilt Sadāśiva als Seher; die nach ihr benannte Gottheit gewährt die Frucht der vier Lebensziele.“

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P6-0180 · 2
Oṃ, das Bīja klīṃ möge mein Haupt schützen, die so Benannte die Stirn; das Bīja klīṃ die Augen, Sadāśiva alle meine Glieder.

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P6-0181 · 3
Das Bīja aiṃ möge mein Gesicht schützen, hrīṃ die Zunge bewahren; das Bīja śrīṃ meinen Schulterbereich, hasakhaphreṃ beide Arme.

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P6-0182 · 4
Der h-Laut [schütze] meinen Halsbereich, der s-Laut den sechzehnblättrigen [Lotus]; der kṣ-Laut darunter, der l-Laut mein Herz.

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P6-0183 · 5
Der v-Laut [schütze] den Rücken, der r-Laut die rechte Seite; der hūṃ-Laut die linke Seite, der s-Laut die Wirbelsäule.

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P6-0184 · 6
Der h-Laut [schütze] meinen rechten Arm, der kṣ-Laut die linke Hand; der m-Laut die Finger, der l-Laut meine Nägel.

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P6-0185 · 7
Der v-Laut [schütze] meine Hüften, der r-Laut meinen Bauch; der yīṃ-Laut beide Füße, hsauḥ alle Glieder.

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P6-0186 · 8
Hsauḥ möge Liṅga, Körperhaar und Haupthaar schützen. Das Bīja aiṃ möge mich im Osten schützen, das Bīja hrīṃ im Süden.

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P6-0187 · 9
Das Bīja śrīṃ möge im Westen schützen, im Norden das aus den Elementen Entstandene [bhūtasambhavam: Bīja-Bezeichnung unsicher]; aiṃ möge im Südosten schützen, Vedādyā [der Veda-Anfang, Oṃ] im Südwesten.

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P6-0188 · 10
Devyambā möge im Nordwesten schützen, ebenso die heiligen Sandalen Śambhus [Richtung ungenannt]; „pūjayāmi“ möge oben, „namaḥ“ stets unten schützen.

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P6-0189 · 11
Oṃ. Damit ist dir, Geliebte, das höchst wunderbare Kavaca erklärt. Wenn man nach der Rezitation des Guru-Mantras das Kavaca vorträgt, ist man vollendet, ein Gaṇa und auch Śiva unmittelbar; daran besteht kein Zweifel.

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P6-0190 · 12
Wer zur Zeit der Verehrung das Kavaca von Mantragestalt vorträgt, erhält die Frucht der Pūjā – wahr, wahr, o Herrin der Götter. Wer es zu den drei Tagesübergängen vorträgt, Göttin, ist vollendet; daran besteht kein Zweifel.

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P6-0191 · 13
Wenn man es auf Birkenrinde schreibt und in einer goldenen Kapsel trägt, verlieren Debattierende schon durch seinen Anblick ihre Kraft.

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P6-0192 · 14
Im Streit erlangt man Sieg und in der Schlacht wie Nirṛti. In einer Versammlung erlangt man Sieg und ist mir gleich; daran besteht kein Zweifel.

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P6-0193 · 15
Wer [die Gurū] im Sahasrāra vergegenwärtigt und [das Kavaca] zu den drei Tagesübergängen vorträgt, wird zum Herrn der Siddha-Welt und gelangt zur Nirvāṇa-Stätte.

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P6-0194 · 16
Das höchst wunderbare Kavaca heißt Samastamaṅgala, „Alles Heil“. Es darf keinem Beliebigen gegeben und niemals offenbart werden.

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P6-0195 · 17
Es ist einem friedvollen Schüler zu geben; andernfalls wird es fruchtlos. Unhingebungsvollen, selbst Söhnen, soll man es nicht zeigen, o Herrin der Götter.

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P6-0196 · 18
Wer die Vidyā rezitiert, ohne dieses Kavaca zu kennen, erhält ihre Frucht nicht und gelangt danach in die Hölle.

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Guru-Stotra

P6-0197 · 1
Damit endet das Kavaca der erhabenen weiblichen Gurū im Brahmayāmala, im Gespräch zwischen Pārvatī und Īśvara. Nun der Guru-Lobgesang: „Mag ich das Erkenntnisselbst, höchste Selbst, Geben, Meditation, Yoga und Erkenntnis kennen, schöne Mutter: Nichts ist höher als der Guru, nichts höher als der Guru!“

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P6-0198 · 2
Lebenskraft, Körper, Haus, Reich, Genuss, Befreiung, Śakti, Sohn, Freund, Vermögen und Ehepartner bedenke ich: Nichts ist höher als der Guru, nichts höher als der Guru!

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P6-0199 · 3
Der Waldwohnerstand, der Dharma der Asketen, das Paramahaṃsa-Wesen, der Wandel des Bettelmönchs, der Dienst am Guten und Hingabe an viele Götter: Nichts ist höher als der Guru, nichts höher als der Guru! [Einige Formen des Verses sind beschädigt.]

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P6-0200 · 4
Hingabe an Viṣṇu, der Wandel der Verehrung, Dienst an Viṣṇuverehrern, Hingabe an die Mutter und der Dienst am Vater wie an Viṣṇu: Nichts ist höher als der Guru, nichts höher als der Guru!

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P6-0201 · 5
Zurückziehen der Sinne, Sieg über die Sinne, Prāṇāyāma, Nyāsa-Ordnung, Verehrung der erwählten [Gottheit], Rezitation, Askese und Hingabe: Nichts ist höher als der Guru, nichts höher als der Guru!

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P6-0202 · 6
Kālī, Durgā, Kamalā, Bhuvanā, Tripurā, Bhīmā, Bagalā, Pūrṇā, Śrī Mātaṅgī, Dhūmā und Tārā – diese Vidyās, Essenz der drei Welten: Nichts ist höher als der Guru, nichts höher als der Guru! [Die Namenszahl wird nicht an eine andere Mahāvidyā-Liste angepasst.]

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P6-0203 · 7
Fisch-, Schildkröten- und heilige Ebergestalt, die Gestalt des Menschenlöwen, Vāmanas Taten, alle anderen Erscheinungen und alles weitere: Nichts ist höher als der Guru, nichts höher als der Guru!

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P6-0204 · 8
Śrī Raghunātha, Śrī Yadunātha, Śrī Bhṛgudeva, Buddha und Kalkin: Ich bedenke die zehn Avatāras. Nichts ist höher als der Guru, nichts höher als der Guru!

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P6-0205 · 9
Gaṅgā, Kāśī, Kāñcī, Dvārā, Māyā, Ayodhyā, Avantī, Mathurā, Yamunā, Revā und die höchsten Tīrthas: Nichts ist höher als der Guru, nichts höher als der Guru!

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P6-0206 · 10
Der Gang nach Gokula, das Verweilen in der Hirtenstadt, das Wandern in Śrī Vṛndāvana und Madhupura: All dies, schöne Mutter – nichts ist höher als der Guru, nichts höher als der Guru!

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P6-0207 · 11
Dienst an Tulasī, Hingabe an Hari und Hara, Befreiung an der Vereinigung von Gaṅgā und Meer und, was noch höher sein mag, Hingabe an Kṛṣṇa [Vorlage kṣṇe]: All dies, schöne Mutter – nichts ist höher als der Guru, nichts höher als der Guru!

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P6-0208 · 12
Wer diesen Lobgesang täglich vorträgt, kennt die Befreiung und ist überaus begnadet. Was immer im Weltall zu erkennen ist: Nichts davon ist höher als der Guru.

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Hanūmān, Mātaṅgī und Dhūmāvatī

P6-0209 · 1
Damit endet der heilige Guru-Lobgesang in der Bṛhatpāramahaṃsya-Saṃhitā, im Gespräch zwischen Śiva und Pārvatī. Nun der heilige Hanumān-Lobgesang. Īśvara sprach: „Der seine unvergleichliche, vorzügliche Tapferkeit überaus mächtig entfaltet hat, der als einzigartiger Held bei der Ausführung Śrī Rāmas Werkes bekannt ist und mit einem Sprung den Ozean und sein Ufer überschritten hat: Sieg diesem herrlichen Hanumān, Sohn des Windes!“ [Die Verbindung gatavāridhivāritīraḥ ist beschädigt.]

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P6-0210 · 2
Der Starke, der unmittelbar nach seiner Geburt das Sonnenrund sah, es ohne Bedenken für eine Frucht hielt, mit beiden Händen rasch ergriff und wieder losließ: Sieg diesem herrlichen Hanumān, Sohn des Windes!

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P6-0211 · 3
Der Mächtige, der stets [vrajacaye: beschädigt, wohl diamantene Härte] am Körper trägt und zur Zeit der Hilfe seinen Glanz offenbarte, der Laṅkā vor den Augen der Versammlung des Zehngesichtigen verbrannte: Sieg diesem herrlichen Hanumān, Sohn des Windes!

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P6-0212 · 4
Als Rāmas jüngerer Bruder auf dieser Erde im Kampf von einem Speer des Zehnhälsigen getroffen war, brachte er Heilmittel und belebte ihn rasch wieder: Sieg diesem herrlichen Hanumān, Sohn des Windes! [Die Vorlage schreibt die Speerverwundung dem Zehnhälsigen zu; dies wird nicht nach einer anderen Erzählfassung korrigiert.]

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P6-0213 · 5
Der Held, der den mit Raghunandanas Namen gekennzeichneten Ring übergab, das von König Janakas Tochter erhaltene Scheiteljuwel herbrachte und Rāma davon berichtete: Sieg diesem herrlichen Hanumān, Sohn des Windes!

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P6-0214 · 6
Der die Bäume und Rākṣasa-Wächter des Aśoka-Waldes vernichtete, [mahābahupaśūṃśca śataṃ sahasrān: Objekt und Zahlverbindung beschädigt], vielerlei Früchte genoss und Sītā sah: Sieg diesem herrlichen Hanumān, Sohn des Windes!

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P6-0215 · 7
Wenn seiner im Gefängnis nur im Geist gedacht wird, erlangt der Gefesselte rasch Freiheit. Er beseitigt Furcht vor Fleischfressern, Yakṣas, Wind und anderen [Gefahren]. Sieg diesem herrlichen Hanumān, Sohn des Windes!

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P6-0216 · 8
Verehrung dir, der alles Heil gewährt! Verehrung dir, der aus Wind und Feuer entstanden ist! Verehrung dir, dem höchsten Wohltäter der Welten! Verehrung, Verehrung dir, der alle Not und alles Leid beseitigt!

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P6-0217 · 9
Dieser Hanumān-Lobgesang vernichtet schwere Vergehen, gewährt Sieg in der Schlacht, ist verdienstvoll und selbst Göttern schwer zugänglich.

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P6-0218 · 10
Wer ihn morgens nach dem Aufstehen, beim Bad oder beim Schlafengehen vorträgt, den bedrängt kein Gift, und Gewalttätige verletzen ihn nicht.

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P6-0219 · 11
Wer Wissen wünscht, erlangt Wissen; wer Reichtum wünscht, Reichtum; wer einen Sohn wünscht, einen Sohn. Eine Frau wird ihrem Gatten lieb.

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P6-0220 · 12
Ein Kranker wird von Krankheit frei, ein Gefesselter von Fesseln. Ein Schwacher erlangt Stärke und wird dem Sohn des Windes gleich.

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P6-0221 · 13
Alle Hindernisse fliehen beim Anblick dieses [Menschen]; daran besteht kein Zweifel. In Schlacht und Rechtsstreit entsteht ihm Sieg. Er erlangt Befreiung von Fesseln und Vollendung auf Reisen.

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P6-0222 · 1
Damit endet der Hanumān-Lobgesang im Śrīgaruḍatantra, im Hanūmatkalpa. Nun der Mātaṅgī-Lobgesang. Īśvara sprach: „Oṃ, indem Brahmā und die übrigen deine beiden Lotusfüße verehrten, Mutter, erlangten sie weithin bekannten Ruhm. Andere Fürsten der Weisen erlangten höchsten Wohlstand, wiederum andere durch die Fülle der Hingabe höchste Herrlichkeit.“

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P6-0223 · 2
Ich verneige mich vor der Göttin Mātaṅginī, [der Gefährtin] dessen, der den jungen Mond auf dem Haupt trägt, mit der Mondsichel als Ohrschmuck; sie erweckt ehrerbietig [im] Geliebten den durch die Worte der Überlieferung dargelegten Sinn. [nāmlāya und der Bezug von priyam sind unsicher.]

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P6-0224 · 3
Diejenigen, Göttin, die deine Lotusfüße verehren, welche von den Edelsteinen der geneigten Kronen von Göttern und Asuras erstrahlen, gelangen ehrerbietig zum Wohlstand von Königen.

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P6-0225 · 4
Ich verehre deine klingenden Fußglöckchen beim Gang [von] Mātaṅginī, Mutter, deinen Lotusfuß, die reine Rede der Ungemachten [akṛtrimāṇām: wohl der Offenbarungstexte, Bezug unsicher]. [Die Wortfügung mātaṅginīnāṃ ist auffällig.]

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P6-0226 · 5
Die mit beiden Füßen Schritt für Schritt den Weg durch klingende Fußglöckchen fruchtbar macht und die sanft tönende Vīṇā anschlägt, diese Mātaṅginī erfreue ich mit gutem Herzen. [saddhṛdayāṃ dhinomi ist eine unsichere Lesart.]

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P6-0227 · 6
Ich verneige mich vor Śambhus Gemahlin, deren Hüften von einem spielerisch getragenen Gewand umschlossen sind, deren Ohrschmuck aus einem Palmenblatt besteht, deren Lotusaugen durch Mādhvī-Trank stets kreisen, mit vollen Brüsten. [dhanastanīṃ ist eine beschädigte Lesart.]

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P6-0228 · 7
Hingebungsvoll gedenke ich deiner Mitte, Mutter, Herrin der Welten, schön wie eine Blitzranke, mit kaum erkennbarem Schmuck, durch die junge Haarlinie erst nach längerem Hinsehen sichtbar, mit den drei Falten gekennzeichnet.

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P6-0229 · 8
Ich vergegenwärtige im Herzen die Tochter Mataṅgas, die durch ihren Glanz die Schönheit blauer Utpala-Blüten und durch ihre Seitenblicke die der Lotusteiche trägt, mit einem Kadamba-Kranz im Haupthaar.

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P6-0230 · 9
Ich möchte dein Gesicht meditieren, Maheśī, mit rötlichen Wangen, schönen Zeichen an den Bimba-Lippen, bewegten dunklen Locken, langen Augen und sanftem Lächeln. [Die Lippenbeschreibung ist syntaktisch knapp.]

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P6-0231 · 10
Menschen, die hingebungsvoll Mātaṅginī, Śaṅkaras rechtmäßige Gemahlin und herrschende Gottheit der Rede, mit diesem Lobgesang preisen, nehmen stets bei höchster Herrlichkeit Zuflucht.

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P6-0232 · 1
Oṃ. Damit endet der heilige Mātaṅgī-Lobgesang im Rudrayāmala. Nun der Dhūmāvatī-Lobgesang. Īśvara sprach: „Oṃ, morgens ist sie eine junge Frau, die mit Blütenknospen als Gebetskette rezitiert; mittags eine reife Gestalt mit aufgeblühtem Gesicht und schönen Augen [niśāyām: „nachts“, in dieser Zeile widersprüchlich]; zur Abenddämmerung eine alte Gestalt mit herabgesunkenen Brüsten, eine Kette von Köpfen tragend. Diese Göttin, [devadevo: maskuline, auffällige Lesart], Mutter der drei Welten, Caṇḍikā, möge euch schützen.“

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P6-0233 · 2
Bhairava möge euch schützen, gepriesen von Kālarātrī, die sich am Weltuntergang erfreut: Am Ende des Khaṭvāṅga ist die braune, schöne Haarflechtenmasse des Lotusgeborenen gebunden; aus den Köpfen der Daityas hat er einen Kranz auf der Brust, aus Garuḍas Federn einen Kopfschmuck gefertigt. In der Hand hält er ein großes Horn von Yamas Büffel, gefüllt mit dem Blut der Götter.

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P6-0234 · 3
Diese Caṇḍikā möge uns schützen: mager, Gelenkstücke kauend und dabei schreckliche „kaṭakaṭā“-Klänge hervorbringend; inmitten von Leichen laut „kakaha-kaha-kahā“ lachend; stets im Tanz berauscht, „ḍamaruḍimaḍimā“-Klänge [hervorbringend], das Lotusgesicht weit öffnend und, „jhajhama-jhama-jhama-jhamā“ sprechend, umherwandernd.

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P6-0235 · 4
Sie möge uns läutern: die Glocke mit dem offenbaren „ṭaṇṭaṭ-ṭaṇṭaṭ-ṭaṭaṇṭā“ und „maṭamaṭā“-Klang tragend, „spheṃ spheṃ spheṃ“ ertönend, mit „ṭakaṭaki“-Lachen, schrecklich durch das Zusammenstoßen der Zähne; mit bewegter Kette von Köpfen, „lalahalahalahā“ und mächtigem schwankendem Getöse, Caṇḍa und Muṇḍa kauend, wiederholt mit „maṭamaṭamaṭi“-Klang kauend. [Die lautmalerischen Folgen bleiben unverändert.]

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P6-0236 · 5
Bhadrakālī, die Heil gewährt, möge meine Furcht fortnehmen: Am linken Ohr den Mond, bei der Auflösung [der Welt], am rechten das Sonnenrund; am Hals einen Sternenkranz und im furchtbaren menschlichen Haarflechtenknoten eine Kopfkette; auf der Schulter eine Last von Brahmās Skelett, mit einer Schar von Schlangenkönig-Bannern versehen, die sie bei der Vernichtung trägt. [Mehrere Beziehungen des langen Satzes sind uneindeutig.]

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P6-0237 · 6
Du allein bist diese Göttin: eine einzige mit Öl gesalbte Haarflechte, Ohren mit leuchtendem Zinnschmuck, die Lotusfüße mit Eisen als Fußschmuck ausgestattet, mit den Himmelsrichtungen bekleidet, auf einem Esel; du verschlingst diese Welt. [javākarṇapurāvaṣiṇyūrdhvapravṛddhā: Beschreibung von Ohrschmuck und aufgerichteter Gestalt beschädigt.] Die Arme wie ein Banner ausgebreitet.

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P6-0238 · 7
In der Schlacht bindest du eine Kette aus den durch Waffen abgetrennten Köpfen der Krieger mit blutigen Zähnen auf dein Haupt; mit wie Banner ausgebreiteten Armen betrittst du die Leichenstätte. Nachts von zahlreichen Bhūtas gesehen, mit breiten Hüften, einem gebundenen Schlangenkönig-Gürtel, dem Dreizack in der eifrigen Hand, berauscht von Alkohol und Blut, mit kupferroten Augen [stehst du]. [Die überlieferte Satzform ist elliptisch.]

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P6-0239 · 8
Am Ende des Saṃsāra tritt die ganze Welt, Göttin, binnen eines halben Augenblicks in deinen Mund ein, schrecklich durch Fangzähne, inmitten einer Flut von Menschenblut und Fett, rauchdunkel. Du bist Kālī, Kāpālikī, die sich am Lager auf einem Leichnam erfreut, Yoginī, Yoga-Mudrā, die Rote, Ṛddhi, Kumārī, Beseitigerin der Todesfurcht, Śivā und Caṇḍaghaṇṭā.

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P6-0240 · 10
Oṃ. Das verdienstvolle Dhūmāvatī-Aṣṭaka wehrt jede Not ab. Ein Sādhaka, der es hingebungsvoll vorträgt, erlangt die gewünschte Vollendung. Bei großer Not, großer Furchtbarkeit, schwerer Krankheit, großer Schlacht, beim Vertreiben der Feinde, bei Tötung und weiteren [Riten] sowie beim Betören von Wesen … [Die Originalnummer springt von 8 auf 10.]

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P6-0241 · 11
… soll man diesen Lobgesang vortragen, Göttin; so erhält man überall Anteil an Vollendung. Götter, Dānavas, Gandharvas, Yakṣas, Rākṣasas und Schlangen …

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P6-0242 · 12
… Löwen, Tiger und alle übrigen weichen allein durch das Gedenken an den Lobgesang immer weiter fort. Wie viel mehr gilt das für Menschen und andere!

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P6-0243 · 13
Was wird durch diesen Lobgesang, o Herrin der Götter, auf Erden nicht vollendet? Alle Befriedung entsteht, Göttin; am Ende gelangt man ins Nirvāṇa.

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P6-0244 · 1
Damit endet im Ūrdhvāmnāya, im Dhūmāvatīkalpa, das Dhūmāvatī-Aṣṭaka, die Essenz der Lobgesänge. Aufstellen des Kruges: Im Āgamatattvavilāsa, nach dem Rājeśvarītantra im Abschnitt zur Śākta-Übergießungsweihe, mit „Krug“ als fortlaufendem Bezug: „Nicht zu klein und nicht zu lang, aus Ton, Kupfer oder Gold gefertigt, soll man ihn mit dem Kāma-Bīja besprengen und mit Vāgbhava antippen. Mit Śakti setzt man den Krug auf und füllt ihn mit Māyā mit Wasser. Mit diesem Mantra legt der Lehrer die Tīrthas darin auf: ‚Alle Flüsse, beginnend mit Gaṅgā, Meere und Seen; alle Meere, Flüsse, Seen, Wolken und Ströme, Teiche und heiligen Quellen im Himmel, in der Unterwelt und auf der Erde: Alle heiligen Tīrthas mögen im Krug gegenwärtig werden!‘ Mit dem rezitierten Ramā-Bīja setzt man einen Zweig ein, mit Kūrca legt man die Frucht auf, mit dem Strī-Bīja erfolgt das Festigen. Zinnober [gibt man] mit dem Feuer-Bīja, eine Blüte mit Śavānunā [Lesart erläutert unten], Dūrvā mit dem Wurzelmantra; danach besprengt man mit Praṇavas. Mit ‚hūṃ phaṭ svāhā‘ klopft man mit Darbha an. Man vergegenwärtigt den Pīṭha der Göttin, ruft sie dort an und verehrt sie.“ „Mit Śakti“ heißt mit dem Bīja „sau“ [Vorlage sauri, unsicher]. Anstelle von śavānunā liest man hier śarānunā: Dies ist der im Āgamatattva festgehaltene Wortlaut. Śarānunā bedeutet mit dem Astra-Mantra. [Die Textkorrektur stammt ausdrücklich aus dem Sanskritkommentar selbst.]

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P6-0245 · 1
Weihe des Kavacas. In einem von der Dīpikā angeführten anderen Tantra: „Man schreibt das Kavaca, Göttin, und umwickelt es mit rotem Faden. Dann setzt man es in Gold oder ein anderes [Material], badet es an einem guten Tag mit den fünf Nektarsubstanzen und den fünf Kuhsubstanzen und verehrt die Kapsel als Gottheit, alle Wünsche gewährend. Mit dem Prāṇapratiṣṭhā-Mantra setzt man die Lebenskräfte darin ein. Nachdem er über die innere Yoni meditiert hat, setzt der Kundige sie dort ein [Bezugsobjekt unklar]. Diese Kapsel, Göttin, am Hals getragen, gewährt Glück.“

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Mantralaute und ihre Zuordnungen

P6-0246 · 1
Nun die Erläuterung der Ohren und weiteren [Körperteile] der Mantras. Im Yakṣaḍāmara: „Zum Nutzen der Sterblichen erklärte der Erhabene erneut die in den drei Welten schwer zugängliche Bestimmung der Ohren und weiteren Teile.“

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P6-0247 · 2
Man nimmt die Gestalt [der Gottheit] im Herzen an, festen und gesammelten Geistes, schaut auf die eigene Nasenspitze und blickt nicht in die Himmelsrichtungen. Der Sādhaka [mano hatvendriyādyaiśca: beschädigte Angabe zum Geist und den Sinnen] mit seinem ganzen Wesen. Er sieht den [iti layaṃ śrotraṃ: Worttrennung und Beziehung zum Ohr unklar]; anders soll er die Rede nicht hören. [Der Vers ist zu beschädigt für eine sichere zusammenhängende Übersetzung; die erkennbaren Anweisungen werden vollständig wiedergegeben.]

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P6-0248 · 4
„Bei Sonnen-, Gaṇeśa-, Durgā-, Śiva- und Bhūta-Mantras leuchten Mund, Herz und Augen entsprechend auf. Diese Betrachtung betrifft den Wurzellaut; er wird als Bīja der Wurzel[mantras] bezeichnet. Die Mantrabetrachtung ist am Bīja auszuführen, wenn es vorhanden und mit Viṣa [Praṇava] versehen ist. Rudrahaṃsī, Ḍiṇḍima, Vidrumā und Purī mit Mond sind als Bījas gegenwärtig; daran vollzieht man der Reihe nach die Betrachtung von Mund und weiteren Teilen.“ [Die Lautbezeichnungen sind verschlüsselt; die konkrete Zuordnung fehlt hier.] „Yama, Tyāgī, Śuka, Daṇḍī, Maṇibhadra, Ghaṭatkaca, Bhṛṅgi und andere Bījas soll man wie zuvor betrachten. Wo Yakṣeśvara im Mantra ist, ist er hauptsächlich dessen Mund. Wenn Caṇḍikā fehlt, [bilden] Vidyut [und weitere] Auge, Herz und Lebensatem.“ [Die Vorlage enthält nach dem ersten Teil eine unvollständige Schlussmarke „|| 3 |“; der Satz vidyunnetrahṛdāsavaḥ ist verkürzt und wird im nachfolgenden Kommentar erläutert.]

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P6-0249 · 5
Jyotiḥ, Kapardī, Khadyota, Grāsinī, Surāntaka, Vaivasvata, der Ketu Genannte, Śikhī, Prāṇaprahāriṇī, [kasmin: beschädigt beziehungsweise Satzwort], Ulkāmukhī, Jālandharī, Caṇḍa, Yugāntaka, Kiṅkarī, Piśitākṣī, Sukinnara, Manoharī, Dhvāṃkṣya, Vaitānika, Phetkāriṇī, Śūla und Payodhara: Im Yakṣaḍāmara gibt es vierundzwanzig Bījas. Durch sie sind Herzen, Augen und Gesichter sämtlicher Mantras zu erkennen; ihre Mantras sind in allen Tantras verborgen. [Die überlieferte Namensfolge lässt aufgrund beschädigter Worttrennung keine gesicherte Vierundzwanzigerzählung zu.]

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P6-0250 · 6
Ferner: „Der Wurzellaut wird als Mund angegeben, das Herz als die Vokale.“ „Wurzellaut“ bedeutet: Praṇava ist der Mund des Mantras. „Das Herz sind die Vokalkräfte“ bedeutet: Die aus sechzehn Lauten bestehenden Śaktis sind das Herz des Mantras. Ferner: „Der Wurzellaut heißt Mund, das Herz [sind] die eigenen Kräfte.“ Die Vokalkräfte sind noch zu erläutern. Für den Fall, dass Praṇava fehlt, werden ebendort die Besonderheiten der Bījas, die seine Gestalt besitzen, angegeben: „Am Anfang, in der Mitte und am Ende; fehlt das frühere, dann das folgende. Das Kīrti Genannte, durch Kālavaktra und Mahākāla vollendet, jenes anfanglose, fünfstrahlige Viṣa, Schöpfung, Bestand und Unvergänglichkeit; das Geheime, verbunden mit Śūlinī, Caṇḍīśa mit Feuer, Mond und Bindu: Dies ist das Bīja der Viṣṇupriyā, von der Welt geehrt und ihr lieb.“ [Die Lautverschlüsselung und mehrere Bezüge sind knapp gefügt.] „Am Anfang, in der Mitte und am Ende“ bedeutet: Steht Praṇava am Anfang, in der Mitte oder am Ende des Mantras, dann ist eben dieses dessen Mund. „Fehlt das frühere, dann das folgende“ bedeutet: Fehlt Praṇava, gilt die danach folgende Anweisung. „Das Kīrti Genannte durch Kālavaktra“ heißt durch a und u; „durch Mahākāla“ heißt durch m vollendet. „Jenes anfanglose, fünfstrahlige“ bedeutet denselben Praṇava. „Dies ist das Bīja der Viṣṇupriyā“ bedeutet das Śrī-Bīja; so wird die Verbindung der zweieinhalb Verse erklärt. Wenn also das Śrī-Bīja oder ein ähnliches im Mantra vorhanden ist, ist eben dieses der Mund, weil es Praṇavas Gestalt besitzt. Deshalb nennt [der Text] der Reihe nach die Bījas, die den Mantramund bilden. Das Śrī-Bīja wurde ebendort genannt. Danach: „Kṣataja und Vyomavaktra, mit Caṇḍogrā, Mond und weiteren [Zeichen] geschmückt; Ādra, Raudra und Bhūta gelten als ursprüngliches Bīja.“ Kṣataja ist r, Vyomavaktra h, Caṇḍogrā ī; „mit Mond und weiteren geschmückt“ heißt mit Mond und Nāda versehen: das Māyā-Bīja. [ādraṃ ist eine unsichere Lesart.] „Krodhīśa, mit Rakta, Dhūmrabhairavī, Mond und weiteren [Zeichen] geschmückt, ist das Bīja der Bewohnerin der Ahnenstätte, Kāleya, Fleischesser.“ Krodhīśa ist k, Raktaga „mit r“, Dhūmrabhairavī ist ī; durch Verbindung mit Bindu und Nāda [entsteht] das Kālī-Bīja. „Man nimmt Ugrabhairavī mit Nāda und Bindu; dies ist das Bhūta- beziehungsweise Vāgbhava-Bīja, das Wohlstand und Einsicht mehrt.“ Ugrabhairavī ist ai; damit ist das Vāgbhava-Bīja gemeint. „Phaṭ ist als Astra bekannt; [kālyāgnivyāpakāṃkuśaḥ: zusätzliche Lautbezeichnung unsicher]. Das Haupt ist svāhā, doppeltes ṭha, Gemahlin des Feuers, Geliebte der Flamme. Brahmā auf Indras Sitz, jene Dreigestalt ist Manmatha. Vyomāsya mit Kālavaktra, verbunden mit Varma, Bindu und Mond.“ Damit [sind] Kāma-Bīja und Kūrca-Bīja [gemeint]. „Śūnya, auf Kṣataja sitzend, mit Caṇḍabhairavī geschmückt, am Haupt mit Bindu und Mond versehen, wird als Jyotir-Mantra angegeben.“ Śūnya ist h, Kṣataja r, Caṇḍabhairavī ai. „Das vom ursprünglichen Gott bestimmte, unübertreffliche Mantralexikon, das gegenüber diesen Mündern höchst geheim ist, wurde hier von mir erklärt: die Erklärung des Mantralexikons des Yakṣaḍāmara, die der Zornherr dem großherzigen Bhairava verkündete.“ Deshalb wurde gesagt: Wo in einem Mantra Praṇava, Śrī-Bīja, Māyā, Kālī, Vāgbhava, Astra, Vahnijāyā, Kāma, Kūrca oder Jyotir-Mantra steht, bildet das betreffende [Bīja] dessen Mund. Stehen zwei oder drei dieser Bījas dort, nimmt man gemäß dem genannten Mantra das zuerst stehende Bīja. [Alle im Kommentar ausdrücklich genannten Lautauflösungen werden übernommen; unaufgelöste Bezeichnungen werden nicht zusätzlich rekonstruiert.]

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P6-0251 · 7
Nun die Bestimmung der Augen. Ebendort heißt es: „Wenn ein Bīja vorhanden ist, haben alle Wurzellaute Rakta als Mund, die Vokale sind das Herz. Caṇḍī und Vikalā sind rechtes und linkes Auge, wenn sie nicht in der Mitte stehen. Fehlt ein Bīja, ist Vidyut das Auge des Mantras, Manoharī der Mund; der Wurzellaut das Herz, Daṇḍī [Herz], die Vokalkräfte auch der Lebensatem.“ [Die verkürzte Verssyntax wird durch den folgenden Kommentar ausgelegt.] „Bei einem Bīja haben sie Rakta als Mund“ bedeutet: Alle Wurzellaute, Śrī-Bīja und die übrigen, haben, wenn sie selbst im Mantra als Bīja vorhanden sind, Rakta als Mund. Caṇḍī und Vikalā [bezeichnen] Visarga und Bindu. „Wenn sie nicht in der Mitte sind“ bedeutet: Sind sie nicht in der Mantramitte, dann sind sie dessen rechtes und linkes Auge. „Wenn ein Bīja fehlt“ heißt: Fehlen die den Mund und die Augen bildenden Bījas. „Vidyut ist das Auge des Mantras“: Vidyut ist a. „Manoharī ist der Mund“ bedeutet die Gemahlin des Feuers [svāhā], aufgrund der Aussage „Wurzellaut“. „Das Herz ist Daṇḍī“ bedeutet Anusvāra. „Die Vokalkräfte auch der Lebensatem“: Daṇḍī und Vokalkräfte sind Herz und Lebensatem; dies sind die Geheimnisse. Bei Cintāmaṇi und Nṛsiṃha ist diese Betrachtung nicht [anzuwenden]. Ferner: „Die Cintāmaṇi und Nṛsiṃha genannten sind ohne Ohren, Mund und Augen [dṛte: beschädigt]. Wo das Mantra ein Bīja-Laut ist, dort [gilt] alles [Folgende]. Wo Vikalā nach dem hauptsächlichen vorhergehenden [Zeichen] erscheint, soll man sie als Auge erkennen und den Mund als mit Kṣataja versehen.“ „Wo das Mantra ein Bīja-Laut ist“ bedeutet, wo allein Śrī-Bīja oder ein anderes Bīja das Mantra bildet. „Nach dem hauptsächlichen vorhergehenden“ bedeutet: Caṇḍī steht zuvor, Vikalā selbst danach; dort erkennt man sie als Auge. „Den Mund als mit Kṣataja versehen“ bedeutet r. Für ein Mantra ohne r heißt es ebendort: „In einem Mantra ohne Rakta wird der Wurzellaut als Mund bezeichnet. Wenn Caṇḍī und Vikalā fehlen, wird Vidyut als Auge angegeben.“ Ferner: „Wenn [sie] fehlen, gelten Garjinī und Dhūmrabhairavī als beide Augen.“ Garjinī ist der dritte Vokal, Dhūmrabhairavī der vierte; fehlen Bindu und Visarga, sind diese die Augen. „Wo Yakṣeśvara im Mantra steht, bildet er hauptsächlich den Mund. Fehlt Caṇḍikā, [gilt] Vidyut als Auge, Herz und Lebensatem.“ Ebendort ferner: „Sugrīva ist das Paar der Ohren, hṛṃ [Lesart unsicher], Śūnya [Herz], Vikalā die Augen. Fehlt Vikalā, dann sind es Gaurī und Pārvatī.“ Yakṣeśvara ist h, Caṇḍikā Visarga, Vidyut a, Sugrīva r, Śūnya h, Vikalā zwei Punkte, Gaurī der dritte Vokal, Pārvatī der vierte. Fehlt alles, ist a allein in der Gestalt des jeweiligen Teils zu erkennen. Dazu: „Vidyut allein ist Herz und Auge, wenn Herz, Mund und Lebensatem fehlen.“ Damit [heißt es], dass Herz, Auge und Lebensatem Vidyut sind, aufgrund der Aussage „die Vokalkräfte auch der Lebensatem“. Damit endet das Wissen über Ohren und weitere Teile. [Die teilweise voneinander abweichenden Regeln bleiben in ihrer überlieferten Reihenfolge.]

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P6-0252 · 8
Nun wird die ständige Notwendigkeit dieses Wissens erklärt. Ebendort: „Ohne dieses Wissen ist man nicht zur Grundlage von Rezitation, Feueropfer und Anwendungen befähigt.“ Ferner: „Durch das Wissen von Ohr, Mund, Herz und Auge des Mantras [entsteht] sofort Befreiung; Vollendung jeder Art entsteht. Dieser Sādhaka ist Śiva selbst. Fehlt das Wissen über Ohren und weitere Teile, [entstehen] durch das bloße Annehmen des Mantras Armut, Unglück, Höllenerlangung und Verlust des Ruhms; [man wird] elend, überaus leidend, besiegt, von Feinden bedrängt und traurig. Deshalb soll der darauf gerichtete [Sādhaka] das Wissen über Ohren und weitere Mantrateile vollziehen.“ [Der Schluss taccito mantro ist grammatisch beschädigt.]

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P6-0253 · 9
Dies und Weiteres ist zu erkennen. Nun die Vokalkräfte, ebendort: Bei a: Bhīṣaṇā, Kīrti, Vidyujjihvā. Bei ā: Tāmasī, Kālarātrī, Ugrā, Kālabhairavī. Bei i: Garjinī, Caṇḍā, Rudrabhayaṅkarī. Bei ī: Śūlinī, Caṇḍogrā, Dhūmrabhairavī. Bei u: Kālavaktrā, Pracaṇḍā, Caṇḍavallabhā. Bei ū: Vidārī, Tālajaṅghā, Kapālinī. Bei ṛ: Mahāradrī [auffällige Lesart], Jvālinī, Yoginī. Bei ṝ: Kālikādevī, Pitṛkālī, Bhayaṅkarī. Bei ḷ: Saṃhāriṇī, Meghanāda, Ugrahāsinī. Bei ḹ: Rudracaṇḍā, Kālajihvā, Karālinī. Bei e: Ūrdhvakeśī, Cāmuṇḍā, Nādinī. Bei ai: Koṭarākṣī, Māninī, Uttamabhairavī. Bei o: Jvālāsyā, Bhīmākṣī, Muṇḍamālinī. Bei au: Ḍākinī, Siṃhanādinī, Caṇḍabhairavī. Bei aṃ: Akrūrā, Vikārī, Rudraḍākinī. Beim letzten, aḥ: Kapālinī, Yāmyā, Caṇḍikā, Kuṇḍaladvaya [zwei Ohrgehänge]. „Visarga, [ādanusvāraḥ: beschädigt], Kalās und Vokalkräfte.“ Der geheime Sinn: Welche von ihnen in einem jeweiligen Mantra verbunden sind, eben diese vergegenwärtigt man als dessen Herz. Nachdem man so der Reihe nach Ohren und weitere Teile des Mantras erkannt hat, vollzieht man Puraścaraṇa. Dazu: „Man nimmt das Mantra beim Lehrer an, ganz der Hingabe an den Lehrer ergeben, erkennt sorgfältig Ohr, Mund, Herz, Augen und Lebensatem des Mantras sowie Mantra und Kīlaka [Verschluss] und vollzieht die vorbereitende Mantrapraxis. Mit Puraścaraṇa ausgestattet, vollzieht man die Vīra-Vollendung.“ [Die Namenslisten sind vollständige Lautzuordnungen; ihre Namen bleiben unübersetzt, um die verschlüsselte Terminologie nicht zu verwischen.]

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P6-0254 · 1
Damit endet die vollständige Kenntnis der Ohren und weiteren Teile des Mantras. Nun die verschlüsselte Zuordnung der Mantraglieder. Im Jñānatantra: Auf dem schönen Kailāsa-Gipfel, von Gandharva-Scharen bedient, auf Sthāṇus Brust sitzend, fragte die Bergtochter den Gott. Pārvatī sprach: „Herr von Gaṇeśa, Nandi und Candra, Herr der Bhūtas, mein Gebieter! Die Offenbarung der Mantras vieler Tantras und ihre inneren Glieder, ihre Unterschiede, ihr Kīlaka und das Lösen der Flüche habe ich durch deine Gnade erkannt, Herr; daran besteht kein Zweifel. In den verschiedenen Tantras, Herr der Götter, gilt die Vidyā als aus Buchstaben bestehend. Nun wünsche ich die Bestimmung der Namen der Mantraglieder zu hören. Die Mantra-Saṃketa genannte [Lehre] wurde mir vielfach angedeutet. Wenn du mir zugetan bist, sprich sie hier an diesem menschenleeren Ort aus, Mahādeva; darüber soll kein Zögern bestehen. Andernfalls sage ich heute vor dir wahrhaft: Ich werde mein Leben aufgeben – wahr, wahr, daran besteht kein Zweifel.“ Īśvara sprach: „Gut hast du gefragt, Gute, nach allem, was in meinem Geist liegt. Göttin, wegen der Unbeständigkeit der Frauen wurde es dir früher nicht gesagt, Geliebte. Nun kenne ich deine Festigkeit und erkläre es dir, Makellose. Es darf niemals offenbart werden, große Göttin, Pārvatī. Wird das große Prinzip offenbart, gehen deine Vollendungen zugrunde. Nochmals: Es darf gewiss nicht ausgesprochen werden, große Göttin. Ohne Rezitation, Feueropfer oder Verehrung, Erbarmungsvolle, entsteht durch sein bloßes Erkennen Mantravollendung. Wer das königliche Mantra rezitiert, ohne seinen Saṃketa zu kennen, erhält selbst durch hundert Lakh [zehn Millionen] Rezitationen keine Mantravollendung. Deshalb soll man mit allem Bemühen die Vergegenwärtigung der Glieder erkennen. Aus großer Achtung vor dir, Gute, und zum gewünschten Wohl der Welten werde ich das Große erklären, das noch wesentlicher als die Essenz ist. Höre, Herrin der Götter! Bei einem einsilbigen großen Mantra vergegenwärtigt man den vollständigen Körper, o Maheśānī, und denkt an nichts anderes. Das erste [bei einem mehrsilbigen Mantra; die Silbenzahl fehlt hier] reicht bis zu den Armwurzeln, das zweite bis zur Hüfte, das dritte bis zum Grund der Füße. So vergegenwärtigt man der Reihe nach. Bei viersilbigen Mantras reicht das erste bis zu den Wangen, das zweite bis zu den Armen, das dritte bis zum Nabel, das vierte, Göttin, bis zu den Füßen.“ [Die historische Aussage über Frauen wird als Quellenrede wiedergegeben; die fehlende Silbenzahl wird nicht still ergänzt.]

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P6-0255 · 2
„Bei einem fünfsilbigen Mantra stellt man sich fünf Teile vor: der erste bis zum Hals, Göttin, der zweite bis zu den Armen, der dritte bis zum Bauch, der vierte bis zu den Oberschenkeln, der fünfte bis zu den Füßen, Göttin; daran besteht kein Zweifel. Bei einem sechssilbigen Mantra reicht der erste bis zum Gesicht, der zweite bis zum Hals, der dritte bis zu den Armen, der vierte bis zum Herzen, der fünfte bis zu den Oberschenkeln, der sechste Laut bis zu den Füßen. So vergegenwärtigt man der Reihe nach. Bei einem siebensilbigen Mantra reicht der erste bis zum Gesicht, der zweite bis zum Hals, der dritte bis zu den Armen, der vierte bis zum Rücken, der fünfte bis zum Bauch, der sechste bis zu den Oberschenkeln, der siebte bis zu den Füßen. Bei einem achtsilbigen großen Mantra reicht der erste bis zum Gesicht, der zweite bis zum Kinn, der dritte bis zum Hals, der vierte bis zu den Armen, der fünfte bis zum Rücken, der sechste bis zum Bauch, der siebte bis zu [jāyantaṃ: beschädigt, Körperstelle unsicher], der achte bis zu den Füßen. So [vergegenwärtigt man] auch die Glieder; daran besteht kein Zweifel. Bei einem neunsilbigen Mantra reicht der erste bis zur Nase, der zweite bis zum Gesicht, der dritte bis zum Hals, der vierte bis zu den Armen, der fünfte bis zum Bauch, der sechste zum Haupt, der siebte bis zu den Brüsten, der achte bis zu den Oberschenkeln, der neunte bis zu den Füßen. Bei einem zehnsilbigen Mantra reicht der erste bis zum Haupt, der zweite bis zum Kinn, der dritte zu beiden Ohren, der vierte zum Hals, der fünfte zu beiden Armen, der sechste zum Rücken, der siebte zum Brustbereich, der achte bis zum Bauch, der neunte bis zu den Oberschenkeln; der bis zu den Füßen ist als der neunte [so die Vorlage; erwartbar wäre der zehnte] zu erkennen. Dies ist die Vergegenwärtigung der Mantraglieder. Ebenso vollzieht man der Reihe nach bei elf- und mehrsilbigen Mantras die Vergegenwärtigung der äußeren Glieder und führt Mantrarezitation und weitere Handlungen aus.“ [Die widersprüchliche letzte Nummer wird ausdrücklich beibehalten.]

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P6-0256 · ohne Nummer
Aus Furcht vor dem Umfang des Werkes wurde anderes nicht erklärt [anyanyoktam: beschädigt]. Damit endet die verschlüsselte Zuordnung der äußeren Glieder der Gottheit. Der Anhang ist vollständig abgeschlossen.

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Weiterführendes Studium

Die Einordnung, Erläuterungen zur Textgrundlage und Grenzen unsicherer Lesarten findest du im Hauptartikel. Die vollständige Übersetzung ermöglicht das Studium im Zusammenhang; die Lehr- und Gebetsauswahl vertieft ausgewählte Themen. Begleitend bietet das folgende Yoga-Vidya-Video eine heutige Erläuterung; es ist kein Kommentar zu jeder historischen Ritualvorschrift.

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