Panikattacke

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Panikattacken beginnen in der Regel abrupt - können in 10 Minuten einen Höhepunkt erreichen; dauern normalerweise nicht länger als 20 Minuten, wenn eine Situation, aus der der Leidende nicht entkommen konnte, sie auslöste. Entspannungs- und Atemtechniken können bei Panikattacken schnell und effektiv helfen. Bei Panikattacken, die unvermindert anhalten und durch Situationen ausgelöst werden, aus denen der Betroffene entkommen möchte, können einige Betroffene verzweifelte Anstrengungen zur Flucht unternehmen, die in Gewalt münden können, wenn andere versuchen, den Leidenden festzuhalten.

Edvard Munch - Der Schrei

Normalerweise verklingen Panikattacken innerhalb von 20 Minuten von selbst. Betroffene erfahren häufig eine starke antizipierende Angst und eingeschränkte Symptomattacken zwischen den Panikattacken in Situationen, in denen zuvor Attacken stattgefunden haben. Eine Panikattacke muss kein Problem sein. Zwei Schritte zum Umgang mit Panikattacken können helfen:

  1. Erlernen von Atemübungen und Entspannungstechniken,
  2. Anwendung dieser Techniken in einer Situation, die Panik auslöst.

Atem- und Entspannungstechniken, die im Umgang mit Panikattacken hilfreich sind

Tiefe Bauchatmung

Der Körper ist mit der Psyche verbunden. Wenn du innerlich ruhig bist, atmest du ganz von selbst tief in den Bauch hinein. Indem du tief mit dem Bauch atmest, gibst du deinem System das Signal: Entwarnung. Wenn es dir gelingt, die tiefe Bauchatmung zu lernen und anzuwenden, wirst du weniger Ängste haben - folglich wird es seltener zu einer Panikattacke kommen. Und selbst, wenn es zur Panikattacke kommt, kannst du mit Hilfe der tiefen Bauchatmung die Panikattacke vermindern, sie aushalten.

Verlangsamte Ausatmung

Im Ayurveda wird Panik als Übersteigerung von Vata, dem Luftprinzip angesehen. Durch Verlangsamung der Ausatmung (Murccha) kommst du zur inneren Ruhe. In der Panikattacke kannst du sanft einatmen, und langsam und vollständig ausatmen. Du kannst sanft einatmen, und langsam und vollständig ausatmen. Sanft einatmen heißt: Fülle die Lunge nur zur Hälfte, nimm dir dafür 3-4 Sekunden Zeit. Langsam und vollständig ausatmen heißt: Atme wirklich vollständig aus. Das dauert typischerweise 3-8 Sekunden. Wenn du daran denkst, auf diese Weise sehr langsam auszuatmen und sanft einzuatmen, kann die Panikattacke in kurzer Zeit vorbei sein.

Lösen der Panikattacke durch Bauchbewegung

Manchmal kann es geschehen, dass du in einer Panikattacke gar nicht in der Lage bist, ruhig mit dem Bauch zu atmen. Dann kannst du Agni Sara, Bauchbewegung bei leeren Lungen, ausprobieren. Das kannst du vorher üben - und dann in der Panikattacke ausprobieren. Das klappt allerdings nur dann, wenn du entweder alleine bist oder mit Menschen umgeben bist, die verstehen, dass du eine Yoga Übung machst.

Agni Sara geht so:

  • Stelle dich hin.
  • Atme schnell durch den Mund aus.
  • Halte die Luft bei leeren Lungen an.
  • Stütze dich mit den Händen auf den Knien ab.
  • Gib den Bauch vor und zurück, wieder und wieder, ohne zu atmen.
  • Wenn der Einatemimplus kommt, gib den Bauch nach vorne, atme ein und richte dich auf.
  • Atme 1-2 Mal normal ein und aus.
  • Dann übe die nächste Runde.
  • Übe so etwa 3-5 Runden.

Übe Agni Sara jeden Morgen - so entspannt sich dein Bauch, und du spürst innere Wärme und Kraft (Agni heißt Feuer). Mit einem entspannten Bauch wirken Herausforderungen nicht so dramatisch, dass sie eine Panikattacke auslösen.

Rückgrat zeigen - spüre deine Wirbelsäule

In einer uralten Yoga Schrift, in der Yoga Sutra von Patanjali, heißt es, dass das tägliche Spüren der Wirbelsäule innere Festigkeit verleiht. Und innere Festigkeit ist eine gute Vorbeugung gegen Panikattacken. Das geht so:

  • Setze oder stehe gerade.
  • Richte insbesondere deine Wirbelsäule auf.
  • Atme tief mit dem Bauch ein und aus: Beim Einatmen geht die Bauchdecke nach vorne, beim Ausatmen geht die Bauchdecke nach hinten.
  • Beim Einatmen spüre die Wirbelsäule von oben nach unten, beim Ausatmen spüre die Wirbelsäule von unten nach oben (oder umgekehrt).
  • Dann spüre die Wirbelsäule als Ganzes.

Übe das jeden Tag 1-3 Mal 1-3 Minuten lang. Du wirst innere Festigkeit spüren - eine wunderbare Weise, Panikattacken zu verhindern.

SOS Atemübung gegen Panikattacken

Du kannst eine Panikattacke sofort überwinden - mit einer sofort wirkenden Atemübung. Falls du gerade eine Panikattacke hast, und trotzdem dieses Video gefunden hast - probiere es gleich aus. Falls du hin und wieder unter Panikattacken leidest, lerne diese Übung am besten gleich jetzt - dann kannst du sie ausprobieren, wenn die nächste Panikattacke kommt. Die Yoga Atemübung, die du hier lernst, heißt Murccha. Sie besteht aus starker Verlangsamung der Ausatmung. Die starke Verlangsamung der Ausatmung beruhigt und hilft dir gerade bei Panikattacken sofort runterzufahren. Das mag wie Magie klingen, wirkt aber sehr gut. Probiere es aus

Panikattacke schnell überwinden mit Agni Sara - SOS Bauchübung

Agni Sara ist eine Atemübung, die gerade bei Panikattacken schnell wirkt. Wenn du gerade unter einer beginnenden oder abklingenden Panikattacke leidest, und doch noch auf diese Seite gekommen bist, dann probiere es doch gleich aus. Mache einfach diese Bauchübung - das wird dir helfen, schnell wieder runterzukommen und die Panikattacke zu überwinden.


Vermutlich wirst du aber nicht unter dem Einfluss der Panikattacke selbst hier auf diese Internetseite gekommen sein. Vielleicht neigst du grundsätzlich zu Panikattacken oder kennst jemanden der dazu neigt. Dann bist jetzt wahrscheinlich relativ ruhig. Dann übe mal mit diesem Video. Dann bist du gewappnet für die nächste Panikattacke. Wenn du nämlich merkst, dass die Panikattacke beginnt, dann kannst du sie mit dieser Übung unterbrechen, den Fortgang aufhalten bzw. umkehren. Wenn du andere kennst, die unter Panikattacken leiden, dann empfehle ihnen dieses Video, oder zeige ihnen im Notfall diese Übung. Übrigens: Die Übung in diesem Video nennt sich Agni Sara. Agni heißt Feuer, Sonnenenergie. Diese Übung hilft zur Zentrierung. Hier also die Übungsanleitung als SOS Panikattacke Video:

Anwendung der Entspannungs- und Atemtechniken in der Panikattacke

Wenn du die oberen Übungen ein paar Mal praktiziert hast, kannst du die eine oder andere bei einer drohenden Panikattacke anwenden und so die Attacke selbst verhindern. Und selbst wenn du in der Panikattacke bist, kannst du mit der Anwendung dieser Techniken die Panikattacke erträglich machen.

Grundsätzlich gilt: Panikattacken dauern normalerweise nicht länger als 20 Minuten, insbesondere wenn du am gleichen Ort bleibst. Wenn du es ein Mal geschafft hast, am gleichen Ort 20-30 Minuten zu verweilen, an dem die Panikattacke ausgelöst wurde, versteht dein System, dass die Panikattacke kein Problem ist, und auch dass die Situation kein Problem ist. Denn wenn du nicht weggelaufen bist, und dir nichts passiert ist, du sogar wieder zur Ruhe gekommen bist, versteht dein System: Das ist keine gefährliche Situation. Es gibt keine Notwendigkeit für die Panikattacke.

Schritte im Umgang bei einer beginnenden Panikattacke

Hier ein paar Schritte im Umgang mit einer beginnenden Panikattacke:

  1. Erkenne: da kommt gerade eine Panikattacke: Atem wird schneller, Herz zieht sich zusammen, Puls geht hoch. Gedanke: "Ich will fliehen."
  2. Sei dir bewusst: Die Situation ist nicht gefährlich. Sei dir mindestens verstandesmäßig bewusst, auch wenn dein ganzer Organismus auf Panik schaltet.
  3. Nimm dir vor: "Ich bleibe sitzen und stehen, egal was passiert, solange bis die Panikattacke vorbei ist."
  4. Dann beginne mit dem tiefen Bauchatem: Atme sanft ein, atme vollständig aus. Atme sanft ein, atme vollständig aus.
  5. Dann verlangsame die Bauchatmung: Atme sanft ein, atme sehr langsam vollständig aus. Mache das ein paar Atemzüge lang.
  6. Dann richte deine Wirbelsäule auf. Spüre die Wirbelsäule. Atme weiter sanft ein, atme langsam vollständig auf.
  7. Stelle dir vor, von oben strömt Licht und Energie in dich hinein. Beim Ausatmen, schicke dieses Licht und diese Energie in allte Richtungen.
  8. Wann immer möglich, beginne zu lächeln.

Wenn obige Tipps nicht ausreichen, übe Agni Sara (siehe weiter oben).

Bleibe mindestens 20, besser 30 Minuten an diesem Ort bzw. solange, bis du dich wieder ruhig fühlst. Wenn du das ein, zwei oder drei Mal gemacht hast, wird eine solche Situation nie mehr zu einer Panikattacke in dir fühlen. Vielleicht kommt weiterhin ein Gefühl der Angst - dieses kannnst du aber wunderbar transformieren mit der sogenannten Lampenfieber Transformations-Atmung.

Atemübungen bei Angst und Panik

Auswirkungen von Panikattacken

Die Auswirkungen einer Panikattacke unterscheieden sich. Menschen, die zum ersten Mal eine Panikattacke haben, rufen häufig den Notdienst, da sie fürchten, einen Herzinfarkt oder einen Nervenzusammenbruch zu haben. Nach Berichten von Betroffenen ist das Erleben einer Panikattacke die erschreckendste und unangenehmste Erfahrung in ihrem Leben. Es kann Tage dauern, sich von einer solchen Erfahrung zu erholen. Wiederholte Panikattacken werden als ein Symptom der Panikstörung angesehen. Screening-Tools wie Panic Disorder Severity Scale können eingesetzt werden, um mögliche Fälle einer Erkrankung nachzuweisen und festzulegen, ob eine formale Diagnostik erforderlich ist.

Beschreibung

Betroffene von Panikattacken berichten oft über Todesangst oder ein Gefühl des Sterbens, des "Verrückt-Werdens", erleiden einen Herzinfarkt oder haben eine "Blitzende Vision", Ohnmachtsgefühl oder Übelkeit, ein taubes Gefühl im ganzen Körper, schweren Atem und fast immer Hyperventilation oder einen Kontrollverlust über sich selbst. Manche Menschen leiden auch unter Tunnelblick, vor allem deswegen, weil der Körper anfängt, sich zu wehren, wenn das Blut in kritische Körperteile fließt. Diese Gefühle können einen starken Drang zur Flucht oder zum Verlassen des Ortes hervorrufen, an dem der Angriff stattgefunden hat - eine Folge der "Kampf-oder-Flucht-Reaktion", bei der das Hormon, das diese Reaktion bewirkt, in großen Mengen freigesetzt wird. Diese Reaktion flutet den Körper mit Hormonen, vor allem Epinephrin (Adrenalin), das dabei hilft, sich nicht selbst zu verletzen.

Eine Panikattacke ist eine Reaktion des sympathischen Nervensystems. Die häufigsten Symptome sind Zittern, Atemnot, Herzklopfen, Schmerzen oder Engegefühl in der Brust, Hitzewallungen, kalte Schauer, Brennen (insbesondere im Gesichts- oder Nackenbereich), Schwitzen, Übelkeit, Schwindel (oder leichter Schwindel), Benommenheit, Hyperventilation, Kribbeln, Empfindungen von Würgen oder Ersticken, Bewegungsstörungen und Realitätsverlust. Diese körperlichen Symptome wirken bei Menschen, die für Panikattacken anfällig sind, alarmierend. Daraus resultiert eine erhöhte Angst, und es bildet sich eine Rückkopplungsschleife.

Oft sind das Auftreten von Atemnot und Schmerzen in der Brust die vorherrschenden Symptome; der Leidende schätzt dies fälschlicherweise als Zeichen oder Symptom eines Herzinfarktes ein. Das kann dazu führen, dass die Person, die eine Panikattacke erlebt, eine Behandlung in einer Notaufnahme sucht. Da jedoch Schmerzen in der Brust und Kurzatmigkeit in der Tat wesentliche Symptome von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind, einschließlich instabiler Angina pectoris und Myokardinfarkt, vor allem bei einer Person, deren psychischer Gesundheitszustand und deren Gesundheitszustand des Herzens nicht bekannt sind, sollten diese Schmerzen nicht nur der einfachen Angst zugeschrieben werden. Vielmehr sollte auch der körperliche Zustand überprüft werden. Andere Bedingungen müssen zunächst ausgeschlossen werden, bis ein Elektrokardiogramm und eine psychische Beurteilung durchgeführt werden können. Panikattacken sind von anderen Formen der Angst durch ihre Intensität und ihren plötzlichen, episodischen Charakter zu unterscheiden. Sie werden häufig in Verbindung mit Angststörungen und anderen psychischen Erkrankungen erlebt, obwohl Panikattacken normalerweise nicht auf eine psychische Störung hinweisen.

Signale und Symptome

DSM-IV Diagnose-Kriterien für Panikattacken

Eine bestimmte Zeit intensiver Angst oder Unbehagens, in denen vier (oder mehr) der folgenden Symptome abrupt eintreten und einen Spitzenwert innerhalb von 10 Minuten erreichen:

  • Herzklopfen oder beschleunigter Herzschlag
  • Schwitzen
  • Zittern oder Schütteln
  • Empfindungen von Kurzatmigkeit oder Ersticken
  • Gefühl des Erstickens
  • Schmerzen oder Beschwerden in der Brust
  • Übelkeit oder Bauchschmerzen
  • Schwindel, Unsicherheit, Benommenheit oder Ohnmacht
  • De-Realisierung (Gefühl der Unwirklichkeit) oder Depersonalisation (von sich abgelöst)
  • Angst, die Kontrolle zu verlieren oder verrückt zu sein
  • Gefühl des bevorstehenden Todes
  • Parästhesien (Taubheit oder Kribbeln)
  • Schüttelfrost oder Hitzewallungen

Zu beachten ist, dass mit den oben aufgeführten Diagnose-Kriterien nur die 13 spezifischen Symptome aufgelistet wurden. Es gibt Anregungen, die kulturspezifischen Symptome (z.B. Tinnitus, Nackenschmerzen, Kopfschmerzen und unkontrollierbares Schreien oder Weinen mit der DSM-V Diagnose als zusätzliche Kriterien für eine Panikattacke hinzufügen.

Gründe

  • Langfristige, prädisponierende Ursachen - Vererbung: Es wurde festgestellt, dass Panikstörungen innerhalb einer Familie öfter auftauchen, und dies kann bedeuten, dass die Vererbung eine große Rolle spielt. Allerdings entwickeln auch viele Menschen ohne familiäre Historie der Störung Panikattacken. Die Panikstörung beginnt meist im frühen Erwachsenenalter, obwohl sie in jedem Alter auftreten kann. Sie tritt häufiger bei Frauen und Menschen mit überdurchschnittlicher Intelligenz auf. Verschiedene Zwillingsstudien, wo ein eineiiger Zwilling eine Angststörung hat, sind häufig 31 bis 88 Prozent gemeldet, wonach dem anderen Zwilling auch eine Angststörung diagnostiziert wurde. Umweltfaktoren wie eine allzu vorsichtige Sicht der Eltern auf die Welt und kumulative Belastung im Laufe der Zeit korrelieren mit Panikattacken.
  • Biologische Ursachen - Zwangsstörungen, posttraumatische Belastungsstörungen, Hypoglykämie, Hyperthyreose, Morbus Wilson, Mitral-Klappen-Prolaps, Phäochromozytom und Innenohrstörungen (Labyrinthitis). Eine parasitäre Infektion kann zu psychiatrischen Symptomen führen.
  • Phobien - Die Betroffenen erleben oft Panikattacken als direkte Folge der Konfrontation mit einem phobischen Objekt oder einer auslösenden Situation.
  • Kurzfristige auslösende Ursachen - Großer persönlicher Verlust, einschließlich einer emotionalen Bindung zu einem Partner, Lebensübergänge, signifikante Veränderung im Leben und Aufputschmittel wie Koffein oder Nikotin können als Auslöser fungieren.
  • Ursachenpflege - Wenn man die Panik vermeiden möchte, fördert dies eher Situationen, in der sie entstehet; negative Selbstgespräche ("Was-Wäre-wenn"-Denken), Wahnvorstellungen ("diese Symptome sind schädlich und/oder gefährlich"), unterdrückte Gefühle.
  • Mangelnde Durchsetzungsfähigkeit - Mehrere Hinweise unterstützen die Idee, dass Menschen, die unter Panikattacken leiden, sich in einer zwar höflichen und respektvollen, aber passiven Art der Kommunikation oder Interaktion mit anderen befinden. Diese Unfähigkeit, sich in einer Kommunikation durchzusetzen, scheint Panikattacken hervorzurufen.
  • Medikamente - Manchmal können Panikattacken eine Nebenwirkung von Medikamenten sein wie z.B. von Methylphenidat oder sogar Fluorchinolon-Typ Antibiotika. Dies kann eine vorübergehende Nebenwirkung sein, die erst dann auftritt, wenn ein Patient zum ersten Mal ein Medikament einnimmt, oder eine dauerhafte, auch nachdem der Patient sich an das Medikament gewöhnt hat, was eine Änderung der Medikation hinsichtlich der Dosierung oder der Art des Medikamentes rechtfertigen würde. Fast die gesamte SSRI Klasse von Antidepressiva kann zu Beginn der Einnahme zu einer erhöhten Ängstlichkeit führen. Es ist nicht ungewöhnlich, während der Zeit der Absetzung von Medikamenten Panikattacken zu bekommen.
  • Alkohol, Medikamente oder Drogenentzug - Verschiedene Substanzen, verschrieben oder nicht, können dazu führen, Panikattacken als Teil der Entzugserscheinungen zu entwickeln. Alkoholentzug und Benzodiazepin-Entzug sind die bekanntesten.
  • Hyperventilations-Syndrom - In die Brust zu atmen - insbesondere bei schneller Atmung - kann Hyperventilation verursachen, wenn man dabei übermäßig viel Kohlendioxid ausatmet in Bezug auf die Menge an Sauerstoff, die im Blutkreislauf ist. Das Hyperventilations-Syndrom kann zur respiratorischen Alkalose und Hypokapnie führen. Hyperventilierende Menschen atmen häufig zusätzlich durch den Mund. Das führt zu einer Ansammlung von Symptomen wie Herzrasen, Schwindel und Benommenheit, die Panikattacken auslösen können.
  • Situationsgebundene Panikattacken – Das Assoziieren bestimmter Situationen - die man ähnlich bereits durchlebt hat - mit Panikattacken kann eine kognitive oder verhaltensbedingte Prädisposition für Panikattacken in derartigen Situationen hervorrufen. Es ist eine Form der klassischen Konditionierung.
  • Pharmakologische Auslöser - Bestimmte chemische Substanzen, vor allem Stimulanzien, aber auch bestimmte Antidepressiva, können entweder pharmakologisch zu einer Konstellation von Provokationen führen und so eine Panikattacke oder sogar eine Panikstörung auslösen, oder auch direkt zu einer Panikattacke führen. Dies schließt Koffein, Amphetamin, Alkohol und andere Substanzen ein. Betroffene berichten auch von Phobien, die durch bestimmte Medikamente oder Chemikalien ausgelöst werden.
  • Chronische und/oder schwere Krankheiten - Ein Herzinfarkt kann ein langes QT-Syndrom auslösen; katecholaminerge polymorphe ventrikuläre Tachykardie oder Wolff-Parkinson-White-Syndrom können ebenfalls zu Panikattacken führen. Es ist besonders schwierig, damit umzugehen, weil sich die Angst auf Ereignisse bezieht, die wie Herzstillstand aussehen können. Es kann für jemanden mit einem schwachen Herzen schwierig sein, ohne EKG zwischen Symptomen der kardialen Dysfunktion und Symptomen der Angst zu unterscheiden. Angst kann sogar Arhythmie auslösen.

Pathophysiologie

Während die verschiedenen Symptome einer Panikattacke der Person den Eindruck vermitteln, dass ihr Körper versagt, schützt er sich selbst davor, Schaden zu nehmen. Die verschiedenen Symptome einer Panikattacke können wie folgt verstanden werden. Zunächst gibt es häufig (aber nicht immer) das plötzliche Auftreten von Angst, obwohl es nur wenig Impulse dafür gibt. Dies führt zu einer Freisetzung von Adrenalin in einer Kampf-oder-Flucht-Reaktion, wobei der Körper der Person sich auf anstrengende körperliche Aktivitäten vorbereitet.

Das wiederum mündet in einer erhöhten Herzfrequenz, schneller Atmung (Hyperventilation), die als Atemnot wahrgenommen werden kann, und Schwitzen. Da nur selten eine anstrengende Tätigkeit folgt, führt die Hyperventilation zu einem Rückgang der Kohlendioxid-Konzentration in der Lunge und dann im Blut. Dadurch verschiebt sich der pH-Wert im Blut, was wiederum zu vielen anderen Symptomen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühl, Schwindel, Brennen und Benommenheit führen kann. Darüber hinaus verursacht die Freisetzung von Adrenalin während einer Panikattacke eine Vasokonstriktion, was eine geringere Durchblutung des Kopfes, Schwindel und Benommenheit verursacht. Eine Panikattacke kann dazu führen, dass der Blutzucker vom Gehirn zu den großen Muskeln abgezogen wird. Es ist auch möglich, dass die Person, die eine Panickattacke erlebt, das Gefühl hat, ihren Atem nicht kontrollieren zu können, und sie beginnt, tiefere Atemzüge zu nehmen, was auch dazu dient, die Kohlendioxid-Konzentrationen im Blut zu verringern.

Agoraphobie

Agoraphobie ist eine Angststörung, die vor allem aus der Furcht vor einer schwierigen oder peinlichen Situation entsteht, der der Betroffene sich nicht entziehen kann. Panikattacken sind im Normalfall verbunden mit Agoraphobie und der Angst, einer schwierigen Situation nicht entkommen zu können. Als Folge kann es bei den schwer an Agoraphobie Erkrankten dazu kommen, dass sie sich auf ihr Zuhause beschränken und Schwierigkeiten haben, sich von diesem "sicheren Ort" zu entfernen.

Das Wort "Agoraphobie" ist eine deutsche Übernahme der griechischen Wörter "Agora" und "Phobos" (φόβος). Der Begriff "agora" bezieht sich auf den Ort, an dem sich die alten Griechen trafen, um über die Belange der Stadt zu reden, so dass es sich grundsätzlich auf einige oder alle öffentlichen Plätze bezieht. Aber das Wesentliche der Agoraphobie ist die Angst vor Panikattacken, besonders in der Öffentlichkeit bei nicht gegebener Fluchtmöglichkeit des Opfers. Im Fall der Agoraphobie, die durch soziale Phobie oder soziale Angst verursacht wird, kann es den Betroffenen sehr peinlich sein, eine Panikattacke in der Öffentlichkeit zu bekommen. Diese Übersetzung ist der Grund für das weitverbreitete Missverständnis, dass Agoraphobie eine Angst vor offenen Räumen ist und ist klinisch nicht korrekt. Agoraphobie ist eigentlich ein Symptom, das von Ärzten untersucht wird, wenn sie die Diagnose einer Panikstörung stellen.

Andere Syndrome wie Zwangsstörung, posttraumatische Belastungsstörung und soziale Angststörung können ebenfalls zu Agoraphobie führen. Grundsätzlich kann jede irrationale Angst, die einen davon abhält, nach draußen zu gehen, das Syndrom verursachen. Menschen, die eine Panikattacke in einer bestimmten Situation entwickelt haben, können irrationale Ängste, genannt "Phobien", gegen diese Situationen entwickeln und beginnen, die Situationen zu vermeiden. Schließlich kann das Muster der Vermeidung und das Niveau der Angst vor einem weiteren Angriff den Punkt erreichen, an dem Menschen mit Panikstörungen unfähig sind, Auto zu fahren oder an dem sie sich gar nicht mehr aus dem Haus herauswagen. In diesem Stadium hat die Person eine Panikstörung mit Agoraphobie. Dies kann eine der schädlichsten Nebenwirkungen der Panikstörung sein, da sie verhindern kann, dass sich die Betroffenen in Behandlung begeben.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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