Gebefreudigkeit

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Gebefreudigkeit ist Freude daran, anderen etwas zu geben. Gebefreudigkeit ist die Bereitschaft das, was man hat, mit anderen zu teilen. Gebefreudigkeit ist gelebte Liebe, gelebtes Mitgefühl. Durch Gebefreudigkeit verbindet man sich mit anderen, erfährt Freude und auch spirituelles Wachstum. Alle spirituellen Traditionen betonen den Wert der Liebe, der tätigen Nächstenliebe. Alles was wir haben, haben wir von Gott erhalten. Es gilt alles was wir von Gott anvertraut bekommen haben, mit anderen zu teilen, auch für andere zu nutzen. Wer daran Freude empfindet, der hat Gebefreudigkeit.

Wer gibt, der empfängt.

Gebefreudigkeit - eine Tugend. Was ist Gebefreudigkeit ? Woher stammt das Wort? Wozu ist Gebefreudigkeit gut? Was sind ihre Grenzen? Wie kann man sie kultivieren? Was ist das Gegenteil von Gebefreudigkeit?

Gebefreudigkeit als hilfreiche Tugend

Auszug aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

Gebefreudigkeit ist die Freude am Geben. Freude am Geben hilft, Verbindungen herzustellen, zu anderen. Freude am Geben hilft, sein Herz zu öffnen. Freude am Geben hilft, das Göttliche überall zu spüren. Ich bin Yogalehrer, Meditationslehrer, spiritueller Lehrer in der Yoga Vidya Tradition, Yoga Vedanta Tradition, da geht es darum, Gott zu verwirklichen.

Was heißt Gottverwirklichung? Gottverwirklichung heißt, die Gegenwart des Göttlichen überall zu spüren, zu erkennen, überall und in jedem ist die göttliche Gegenwart spürbar und erfahrbar. Und es nicht nur zu spüren, sondern es voll zu verwirklichen. So wie deine Hand, dein Fuß, dein Brustkorb und deine Nase alle vom gleichen Bewusstsein durchdrungen sind, sind alle Menschen letztlich Zellen des gleichen göttlichen Körpers, wir sind letztlich verbunden als ein Bewusstsein.

Sogar auf einer physischen Ebene sind wir alle miteinander verbunden, wir atmen die gleiche Luft, wir gehen auf der gleichen Erde, wir essen letztlich Nahrung von dieser Erde, wir werden auf dieser Erde gehalten, durch die Schwerkraft, so sind wir alle miteinander verbunden, wir sind Brüder und Schwestern. Yogis würden sagen, nicht nur Brüder und Schwestern, sondern letztlich sind wir alle eins.

Was uns davon abhält, die höchste Einheit zu erfahren, ist dieses kleine Ich, das Ego, das sich identifiziert und sagt: „Ich bin dieser Körper. Ich bin so und so viele Jahre alt. Ich bin so und so groß, so und so breit. Ich brauche dies, ich brauche jenes und ich habe die und die Eigenschaften. Und das ist mir Schlimmes widerfahren, und das ist mir Schlimmes widerfahren, und deshalb geht es mir schlecht und ich gehe durch diese und jene Prozesse usw.“

Der Mensch hat eine gewisse Neigung, irgendwo, sich zusammenzuziehen und sich nur auf sich selbst zu beziehen. Und sogar unter spirituellen Menschen gibt es manchmal diese Neigung, die kümmern sich nur noch um sich. Es mag gut sein, eine Phase zu haben, wo man sich um sich kümmert, zweifelsohne. Aber man wird wirklich langfristig die tiefen spirituellen Eigenschaften verwirklichen, eben wenn man Gebefreudigkeit entwickelt, wenn man Freude hat, anderen zu geben.

So wie du dich freust, wenn es deiner linken Hand gut geht, und deiner rechten Hand gut geht, so wie du dich um deine Haare kümmerst, um deine Zähne kümmerst, genauso kannst du dich auch um andere kümmern, die auch Teil von dir sind. Gebefreudigkeit heißt, du schaust, was du hast und was du anderen Menschen geben kannst. Und du erfreust dich daran, wenn du anderen etwas geben kannst.

Wenn du irgendein Kleidungsstück hast, was du nicht mehr so brauchst und jemand neben dir braucht das vielleicht, dem gefällt das sogar, dann gib es ihm einfach oder ihr. Wenn du eine schöne Yogamatte hast und der andere sagt, „Oh, was hast du für eine schöne Yogamatte“, schenke sie ihm doch einfach, gib sie ihm. Wenn du irgendwo ein gutes Essen hast und du siehst, der andere hat es nicht, gib ihm etwas davon ab.

Oder angenommen, du weißt einiges über Yoga, mache vielleicht eine Yogalehrerausbildung und gib dann Yogastunden und freue dich, dass du dieses Wissen über Yoga mit anderen teilen kannst. Angenommen, du hast irgendwelche Erkenntnisse, dann schreibe doch mal was, z.B. auf unserem Blog, oder schicke uns einen Artikel, dass wir ihn veröffentlichen können. So werden andere Menschen auch davon profitieren.

Also, Gebefreudigkeit ist etwas, was dir auch Freude macht. Es ist also nicht nur Geben, sondern es kommt Freude auf. Swami Sivananda, der Meister, in dessen Tradition ich lerne und lehre, der wurde von seinen Schülern Swami Givananda genannt, derjenige, der sich freut, zu geben, er hat diese Gebefreudigkeit zu einem großen Teil kultiviert und entwickelt. Ich habe mal ein altes Buch gelesen, das war so ein Reisebericht eines Journalisten, so ein Reisebuch, wie es früher mal üblich war, Ende der 1950er Jahre war das geschrieben, der hat über seine Zeit in Indien geschrieben, unter anderem war er auch in Rishikesh.

Er war jetzt kein spiritueller Mensch, aber er hat so geschrieben, er war in Rishikesh, der Hauptstadt des Yoga, und dort war er auch in einem Ashram, und da gab es einen Swami Sivananda, der von seinen Schülern als Heiliger verehrt wurde. Ob er heilig war oder nicht, das kann er nicht beurteilen, aber es war für ihn offensichtlich ein freundlicher alter Mann, dessen Hauptziel des Lebens war, andere freudig zu machen. Und er scheint auch, damit recht erfolgreich zu sein.

So hat er das so schön beschrieben, in dem Original stand das sehr schön. Also, Swami Sivananda war jemand, der Freude daran hatte, andere freudig zu machen, er war jemand, der gerne gegeben hat. Und er hat es auch mit Feingefühl und Einfühlungsvermögen gemacht, mit Großzügigkeit, und so war er auch sehr erfolgreich darin, Menschen wirklich freudig zu machen.

Überlege selbst, bist du Gebefreudig, hast du Gebefreudigkeit, hilfst du anderen, gibst du das, was du hast, teilst du das, was du hast, mit anderen? Oder bist du vielleicht etwas geizig? Und überlege, könntest du vielleicht etwas mehr Gebefreudigkeit umsetzen? Dein Herz wird sich öffnen und wenn du anderen gibst, kommt auch mehr Freude, Verbundenheit und Liebe. Indem du gibst und dienst, erfährst du letztlich das Göttliche und damit deine eigene Seele überall.

Gebefreudigkeit und andere Tugenden

In diesem Yoga Wiki werden über 1000 Tugenden und geistigen Eigenschaften beschrieben. Hier einige Erläuterungen, wie man die Eigenschaft der Gebefreudigkeit in Beziehung zu anderen Tugenden und geistigen Eigenschaften sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

Ähnliche Eigenschaften wie Gebefreudigkeit

Ähnliche Eigenschaften wie Gebefreudigkeit, also Synonyme zu Gebefreudigkeit sind z.B. Freigiebigkeit, Barmherzigkeit, Nächstenliebe.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Gebefreudigkeit übertrieben kann ausarten z.B. in Verschwendungssucht, Leichtsinn, Unüberlegtheit. Daher braucht Gebefreudigkeit als Gegenpol die Kultivierung von Sparsamkeit, Askese, Vorsicht, Überlegtheit, Gerechtigkeit.

Gegenteil von Gebefreudigkeit

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Gebefreudigkeit, Antonym zu Gebefreudigkeit :

Gebefreudigkeit im Kontext von Tugendengruppen, Persönlichkeitsfaktoren und Temperamenten

Vortragsmitschnitt zu Gebefreudigkeit - Audio zum Anhören

Hier kannst du einen Vortrag von Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, anhören. Dieser Vortrag ist die Audio Version eines Videos zu Gebefreudigkeit, Teil des Yoga Vidya Multimedia Lexikons der Tugenden.

Siehe auch

Eigenschaften im Alphabet vor Gebefreudigkeit

Eigenschaften im Alphabet nach Gebefreudigkeit

Literatur

Weblinks

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