Asteya

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Schule von Athen, Raffaello Sanzio, 1509

Asteya: (Sanskrit: अस्तेय asteya n.) das Nichtstehlen; einer der fünf Yamas des Yogasutra des Patanjali. "Stehlen" meint dabei nicht nur das Entwenden von Dingen, sondern allein schon die Tatsache, die Dinge eines anderen haben zu wollen oder überhaupt materiellen Besitz ansammeln zu wollen.

Asteya im Yoga Sutra von Patanjali

Nichts nehmen, was einem nicht gehört

- Ein Vortrag von Sukadev Bretz 2019 -

Kommentar zum 37. Vers des 2. Kapitels

Patanjali schreibt: Ist Asteya fest begründet kommen alle Kostbarkeiten wie von selbst.

Das ist auch ein Gesetz der Entsagung. Wenn du alles mögliche nimmst, dann wird es vor dir fliehen. Wenn du aber nichts mehr nimmst, dann wird es dir hinterher rennen. Eine Analogie ist der Schatten. Wenn du den Schatten willst, rennt er vor dir weg. Wenn du den Schatten ergreifen willst, rennt er weg. Wenn du aber den Schatten nicht weiter beachtest folgt er dir. So ähnlich auch wenn du Dinge haben willst wirst du nie genug haben. Wenn du aber aufhörst Dinge haben zu wollen wird dir alles zufallen.

Jesus hat ja auch in den Evangelien gesagt „Strebe zuerst nach den Königreich Gottes, dann wird euch alles andere von selbst zufallen.“ Gut hier ist es noch etwas konkreter. Patanjali sagt „Asteya Pratishtha Savva Ratna Upa Sthanam“, dann treten alle kostbaren Dinge in Erscheinung. Wenn du andere belügst, betrügst und du dir Dinge nimmst, die dir nicht zustehen, dann schaffst du natürlich auch ein negatives Karma und du minderst deine Gedankenkraft. In dem Moment wo du aufhörst irgendetwas, was dir nicht zusteht haben zu wollen und in irgendeiner Form dir Dinge zu nehmen, die dir nicht zustehen, kriegst du alle Kostbarkeiten, die du brauchst. Das heißt jetzt nicht, dass du zum Milliardär wirst. Aber es heißt, dass du alles bekommst, was du brauchst.

Denke also nicht um zu bekommen was ich brauche muss ich notfalls etwas betrügen, was ist da so schlimm, der andere hat so viel Geld, der kann mir ruhig etwas abgeben. Der macht es nicht freiwillig und ich nehme es jetzt. Und es ist ungerecht wie es zugeht und außerdem kann ich das Geld viel besser verwenden als andere. Sondern, Asteya verankern. Unter keinen Umständen unrechtmäßiges wegnehmen, unter keinen Umständen Menschen etwas wegnehmen, was dir nicht gehört. Niemanden betrügen. Dann wird dein Geist stark und du bekommst alle Kostbarkeiten. Also nochmal der Vers, ist nicht stehlen fest begründet kommen alle Kostbarkeiten wie von selbst.

Video - Asteya im Yoga Sutra von Patanjali

Sukadev über Asteya

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Asteya

Asteya ist eine der fünf Yamas, der fünf ethischen Empfehlungen im Umgang mit anderen. A heißt nicht, Steya heißt Stehlen. Asteya ist das Nicht-Stehlen. Patanjali zählt Asteya zu den fünf Yamas. Die fünf Yamas sind: Ahimsa - Nicht-Verletzen, SatyaWahrhaftigkeit, Asteya – Nicht-Stehlen, Brahmacharya – Vermeidung von sexuellem Fehlverhalten, Aparigraha – nicht Gier, auch Unbestechlichkeit genannt. Asteya heißt also Nicht-Stehlen. Nicht-Stehlen hat viele Bedeutungen. Natürlich, zunächst mal heißt Nicht-Stehlen Nicht-Klauen, also nicht Portemonnaies klauen, nicht Taschen klauen, keine Handys klauen usw. Es geht aber auch weiter. Wenn du irgendwo bist, nichts mitgehen lassen. Aus Hotels keine Handtücher mitgehen lassen, aus Flugzeugen keine Kopfhörer, wenn es nicht ausdrücklich erlaubt ist. Asteya heißt auch, bei der Steuererklärung ehrlich zu sein.

Asteya heißt auch sonst, die Rechte anderer respektieren. Asteya kann heißen, nicht die CDs von Musikern zu kopieren, wenn es nicht erlaubt ist. Es gibt genügend kostenlose Dinge im Internet, solange das erlaubt ist. Asteya heißt Nicht-Stehlen. Asteya heißt auch, nicht Ideen von anderen als seine eigenen verkaufen. Asteya heißt auch, nicht Internetseiten von anderen einfach kopieren oder Fotos im Internet klauen. Du siehst, da steckt eine ganze Menge dabei. Asteya heißt also Nicht-Stehlen. Patanjali sagt auch, ist man in Asteya fest verwurzelt, bekommt man alles, was man braucht, bekommt man großen Reichtum. Asteya heißt also Nicht-Stehlen, also sei ehrlich. Umgekehrt heißt natürlich Asteya, sei großzügig.

In manchen Kommentaren wird auch gesagt, eine große Menge von Geld zu horten, ist auch eine Form von Stehlen. Das, was du hast, mit anderen zu teilen, das ist Asteya. Deine Fähigkeiten nicht mit anderen zu teilen, das ist wiederum Steya. Daher, sei großzügig, teile mit anderen. Es geht darum, Einheit zu erfahren. Es geht darum, Liebe zu anderen zu erfahren. Es geht darum, das Göttliche überall und in allem zu sehen. Asteya – Nicht-Stehlen – hat so viele Aspekte. Es ist auf der einen Seite, etwas nicht tun, nicht stehlen, auf der anderen Seite ist es aber Großzügigkeit, Geben und Teilen. Swami Sivananda hat gerne gesagt: "Give, give, give. Gib, gib, gib. Share what you have with others. Teile, was du hast, mit anderen." Seine Schüler haben ihn genannt Swami Give-ananda, einer der vielen Spitznamen, die Swami Sivananda hatte. Derjenige, der sich daran erfreut hat, Ananda, to give, zu geben. Daher, gib, was du kannst, anderen, teile, was du hast, mit anderen, das ist eine tiefere Form von Asteya.

Die Yoga Sutras von Patanjali

अहिंसासत्यास्तेयब्रह्मचर्यापरिग्रहा यमाः ||2.30||

ahiṃsā-satyāsteya-brahmacaryāparigrahā yamāḥ ||2.30||

Die Regeln der äußeren Disziplin (yama) bestehen aus Nichtverletzen (ahimsa), Wahrhaftigkeit (satya), Nichtstehlen (asteya), Enthaltsamkeit (brahmacarya) und Unbestechlichkeit (aparigraha).


Die fünf Yamas und Niyamas


Asteya अस्तेय asteya Aussprache

Hier kannst du hören, wie das Sanskritwort Asteya, अस्तेय, asteya ausgesprochen wird:

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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