Nityotsava
Nityotsava , Sanskrit नित्योत्सव nityotsava m. , wörtlich "beständiges, regelmäßiges Fest". Nityotsava ist ein bedeutendes Werk des Umānandanātha, eines Schülers Bhāskararāyas, gehört zu den ausführlichen Praxisdarstellungen der Sri Vidya. Im Mittelpunkt steht die Verehrung der göttlichen Mutter Lalitā Tripurasundarī. Das Shri Chakra, ihre Mantras und die tägliche Puja verbinden äußere Darbringung mit innerer Sammlung und spiritueller Erkenntnis. Das 1775 abgeschlossene Werk entfaltet die knappen Anweisungen des Paraśurāmakalpasūtra zu einer umfassenden Verehrungsordnung.[1]

Wie kann der Alltag zu einer beständigen Hinwendung zum Göttlichen werden? Diese Frage eröffnet heutigen Lesern einen Zugang zum Nityotsava. Schon das Erwachen, die Erinnerung an den Lehrer und die Sammlung des Geistes gehören zum beschriebenen Weg. Guru und Einweihung vermitteln seine Grundlage. Durch Mantra und Japa erhält die Aufmerksamkeit eine Richtung; Nyasa vergegenwärtigt den Körper als heiligen Raum. Homa, Tarpana und Meditation führen den Gedanken der Darbringung weiter, bis auch die eigene Erfahrung als Opfergabe im Feuer des Bewusstseins verstanden wird.
Der Titel „tägliches Fest“ erhält dadurch eine besondere Tiefe: Regelmäßigkeit und Freude gehören zusammen. Man wendet sich der Göttin immer wieder zu, mit den Händen, mit der Stimme, mit dem Herzen. Zugleich fragt der Text nach dem Wesen dessen, der verehrt. Bereits im ersten Ullāsa nennt er das Erwachen zum eigenen wahren Wesen als menschliches Ziel. So begegnen sich Hingabe, Konzentration und Erkenntnis inmitten einer sehr genauen Ritualordnung.

Der Artikel erschließt diese Zusammenhänge, bietet die deutsche Übersetzung aller sieben Ullāsas und stellt 48 ausgewählte Passagen für die persönliche Betrachtung vor. Die besonderen Shri-Vidya-Rituale gehören in den Zusammenhang einer Übertragung durch einen qualifizierten Lehrer. Allgemein zugängliche Anregungen für Yoga und Meditation werden davon unterschieden.
Weitere Textfassungen: Sanskrit in IAST · Sanskrit in Devanagari
Was Yoga-Aspiranten aus dem Nityotsava lernen können
Spirituelle Praxis gewinnt Kraft, wenn sie einen verlässlichen Platz im Leben erhält. Das Nityotsava fordert ausdrücklich, die tägliche Verehrung auch dann fortzusetzen, wenn besondere Ritualmittel fehlen. Darin liegt eine ermutigende Einsicht: Die Hinwendung zum Göttlichen kann auch unter unvollkommenen Bedingungen lebendig bleiben. Für heutige Yoga-Aspiranten lässt sich daraus die Anregung gewinnen, eine tragfähige tägliche Sadhana zu pflegen, die durch volle und ruhigere Tage hindurch Bestand hat.
Der Text verbindet diese Beständigkeit mit innerer Aufmerksamkeit. Wasser, eine Blume oder ein Licht werden mit Mantra und Vergegenwärtigung dargebracht. Die Gabe drückt eine Beziehung aus: Ich nehme mir Zeit, ich werde gegenwärtig, ich wende mich dem Heiligen zu. Diese Deutung hilft, die Verbindung von Puja und innerer Sammlung zu verstehen. Im ersten Ullāsa reicht sie bis zu einer umfassenden Schau: Die Erfahrungen sind Opfergaben, die Sinne Opferlöffel und das eigene Selbst als Shiva das Feuer.
Auch die Beziehung zum Lehrer erhält ein klares menschliches Maß. Der geeignete Guru wird als aufrichtig, zugänglich und frei von Geldgier beschrieben. Er vermag Zweifel durch Einsicht zu lösen. Aufseiten der Schüler stehen Besonnenheit, Verlässlichkeit, Hingabe und die Bereitschaft, an sich zu arbeiten. Spirituelles Vertrauen verbindet sich hier mit der Reifung des Charakters.
Schließlich lenkt das Nityotsava den Blick auf das Ziel der Übung. Die Erkenntnis des eigenen Wesens als Bewusstsein durchzieht seine Ritualwelt. Wer sich darin vertieft, kann beim Lesen immer wieder fragen: Was sammelt meinen Geist? Was vertieft meine Hingabe? Was hilft mir, aufrichtiger und bewusster zu leben? Diese Fragen bilden eine Brücke zwischen dem historischen Werk und der eigenen spirituellen Suche.
Ein Weg durch das umfangreiche Werk
Für einen ersten Zugang eignen sich die folgenden Themen besonders:
- Guru, Lebensführung und Selbsterkenntnis: Der erste Ullāsa beschreibt die Eigenschaften von Lehrer und Schüler, die Pflichten des Verehrenden und die Lehre der Tripurā.
- Tägliche Verehrung und Shri Chakra: Der dritte Ullāsa entfaltet den Śrīkrama von den Morgenverrichtungen bis zu den Festen. Die vielen Einzelheiten erschließen sich leichter mit den vorangestellten Begriffserklärungen.
- Innere Darbringung und Bewusstsein: Der sechste Ullāsa führt zur Parā-Verehrung und zu dem Hymnus, der das eigene Bewusstsein als weltumfassend und zugleich jenseits der Welt preist.
- Hingabe und Demut: Die letzten Abschnitte des siebten Ullāsa münden in die Betonung der Bhakti und in Umānandanāthas Widmung seines Buches als „Opfer der Worte“.
Wer zunächst einzelne Gedanken vertiefen möchte, findet unter Ausgewählte Verse und Passagen 48 Lesestellen mit Fundstellen. Die fünf Praxisanregungen geben einfache Impulse für den Alltag.
Name, Autor und Datierung
Nitya bedeutet unter anderem „täglich“, „beständig“ und „immerwährend“; utsava heißt „Fest“ oder „Feier“. Im Werktitel verbinden sich die tägliche Gottesverehrung und die Freude an ihr. Der Titel bringt damit bereits die Verbindung von Beständigkeit und Hingabe zum Ausdruck.
Umānandanātha nennt seinen Lehrer Bhāsurānandanātha, den Initiationsnamen Bhāskararāyas. Sein eigener früherer Name war Jagannātha Paṇḍita. Die Schlussverse nennen Bālakṛṣṇa als Vater, Lakṣmī als Mutter und eine Verbindung zum höfischen Milieu der Bhonsle-Herrscher im südindischen Chola-Gebiet. Seine Schrift verbindet die empfangene Tantra-Überlieferung mit einer sorgfältigen Darstellung für die Praxis. In den Schlussversen zeigt er sich zugleich als Lernender: Er bittet die Kundigen, Irrtümer zu berichtigen, und widmet sein Werk Lalitā.
Das Editionsvorwort setzt den im Werk angegebenen Abschluss in 1775 n. Chr. beziehungsweise Śaka 1697. Gesicherte Geburts- und Todesdaten lassen sich daraus nicht ableiten.[1]
Werkstruktur
Das Nityotsava gliedert sich in sieben Ullāsas. Ullāsa bezeichnet ein Aufleuchten oder freudiges Sichentfalten und dient hier als Bezeichnung der Hauptabschnitte. Ihre Namen greifen eine traditionelle Folge von Zuständen auf und geben dem Werk zugleich seine äußere Gliederung.
| Nr. | Ullāsa | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| 1 | Ārambhollāsa | Dīkṣākrama: Voraussetzungen, Lehrer und Schüler, Einweihung, Tripurā-Lehre und Verhaltensregeln. |
| 2 | Taruṇollāsa | Gaṇapatikrama: Verehrung von Mahāgaṇapati, Tarpana, Nyāsa, fünf Āvaraṇas, Opfer und Mantrapraxis. |
| 3 | Yauvanollāsa | Śrīkrama: die umfangreiche Verehrung Lalitās beziehungsweise Mahātripurasundarīs. |
| 4 | Prauḍhollāsa | Śyāmākrama: Verehrung Śyāmās beziehungsweise Mātaṅgīśvarīs; anschließend ausführliche Regeln zu Puraścaraṇa, Mālā, Japa und Homa. |
| 5 | Tadantollāsa | Daṇḍinīkrama: Verehrung Daṇḍinīs beziehungsweise Vārāhīs. |
| 6 | Unmanollāsa | Parāpaddhati: Verehrung Parās, Auflösung der Tattvas im Bewusstseinsfeuer und innere Darbringung. |
| 7 | Anavasthollāsa | Sādhāraṇakrama: allgemeine Verehrungsordnung, Mantraqualifikation, Mantrasaṃskāras, Blüten und Darbringungsmittel, Abschluss des Werkes. |
Der dritte Ullāsa umfasst sieben größere Themenbereiche: tägliche Vorbereitung (āhnika), Verehrung (saparyā), Homa, Mudrā, Nyāsa, Japa und anlassbezogene Verehrung (naimittika). Der Text erschöpft sich daher trotz seines Titels nicht in täglichen Pflichten; er behandelt auch besondere Festtage und auf bestimmte Ziele gerichtete Praxis.
Die Baroda-Ausgabe enthält zusätzlich Vorworte, Inhalts- und Quellenverzeichnisse sowie einen Herausgeberanhang. Dieser ergänzt unter anderem Mantras und Ritualmaterial und ist vom siebengeteilten Werktext Umānandanāthas zu unterscheiden.
Verhältnis zum Parashurama Kalpasutra
Das Paraśurāmakalpasūtra ist die maßgebliche strukturelle Grundlage. Seine knappen Sūtras setzen Wissen voraus, das in einer lebendigen Überlieferung erläutert und praktisch vermittelt wird. Das Nityotsava entfaltet daraus ausführliche Abläufe: Vorbereitung, Aufstellung der Gefäße, Anrufungen, Körperzuordnungen, Verehrung der Gottheiten und ihrer Umkreise, Darbringung und Abschluss.
Umānandanātha bezeichnet seine Darstellung in den Kolophonen ausdrücklich als dem Kalpasūtra folgend. Zugleich erklärt er in der Einleitung, dass er geeignete Einzelheiten aus anderen Tantras und aus der Überlieferung hinzunimmt, soweit sie dem Sūtra nicht widersprechen. Das Werk ist damit eine Paddhati beziehungsweise ein ritualpraktischer Nibandha: eine geordnete Darstellung der Praxis, die den Sinn der knappen Lehrsätze durch ihre Ausführung erschließt.
Der Autor erklärt außerdem den Śrīkrama zum Muster der anderen Praxisfolgen. Ein späterer Abschnitt kann deshalb auf den dritten Ullāsa verweisen und nur Abweichungen ausführen. Für die Lektüre bedeutet das: Der dritte Ullāsa ist ein wichtiger Bezugspunkt auch für die späteren Kapitel. Ihre Rückverweise verbinden die einzelnen Verehrungsfolgen miteinander.
Die sieben Ullāsas des Nityotsava sind von den zehn Khaṇḍas des Kalpasūtra zu unterscheiden. Im Schlussabschnitt des Nityotsava wird ausdrücklich auf dessen Zehnteilung Bezug genommen.
Nitya – tägliche spirituelle Praxis
Die tägliche Praxis beginnt im Nityotsava bereits beim Erwachen. Der Śrīkrama führt von der Erinnerung an den Lehrer über die Sammlung des Atems und die Betrachtung des Bewusstseins zu Mantrawiederholung, Reinigung und Verehrung. Noch bevor die äußeren Aufgaben des Tages einsetzen, wird eine innere Richtung aufgenommen.
Nitya bezeichnet die regelmäßig zu erfüllenden Handlungen. Daneben stehen naimittika, die an bestimmte Anlässe gebundene Verehrung, und kāmya, die auf besondere Wünsche gerichtete Praxis. Diese Unterscheidung hilft, den umfangreichen Text zu verstehen: Er beschreibt sowohl eine tägliche Ordnung als auch Feste und besondere Anwendungen. Im siebten Ullāsa gewichtet der Autor die tägliche und anlassbezogene Verehrung ausdrücklich im Hinblick auf Befreiung.
Eine besonders einprägsame Weisung lautet, die tägliche Verehrung auch bei fehlenden besonderen Mitteln fortzuführen (I, Upāsakadharmāḥ). Die äußere Form hat ihren Platz; zugleich soll die Verbindung zur Praxis nicht abreißen. Für den heutigen Alltag kann dies heißen, einer einfachen, beständigen Übung Raum zu geben und ihr mit ungeteilter Aufmerksamkeit zu begegnen. Aus wiederholter Hinwendung kann eine vertraute geistige Heimat werden.
Guru und Diksha
Dīkṣā, die Einweihung, führt in eine bestimmte Mantra- und Ritualüberlieferung ein. Der erste Ullāsa behandelt geeignete Zeiten, die Eigenschaften von Lehrer und Schüler, die Lehrerwahl, Unterweisung und verschiedene Einweihungsformen. Er unterscheidet śāmbhavī, śāktī und māntrī Dīkṣā. Diese Formen beschreiben unterschiedliche Weisen der Übertragung innerhalb der Tradition.
Die Schilderung des geeigneten Guru gehört zu den unmittelbar zugänglichen Passagen des Werkes. Er soll freundlich, aufrichtig und zugänglich sein, die Tantras kennen, selbst Klarheit besitzen und Zweifel auflösen können. Seine Unabhängigkeit wird ausdrücklich als Freiheit von Geldverlangen erklärt. Wissen und menschliche Haltung gehören zusammen: Der Lehrer soll das Wohlergehen des Schülers kennen und fördern.
Aufseiten des Schülers stehen Vertrauen, Besonnenheit, Hingabe und die Beherrschung der Sinne. Damit erscheint Lernen als ein Weg, der den ganzen Menschen einbezieht. Die höchste Unterweisung richtet sich auf das Selbst: Der Schüler soll sich als das von Körper und Sinnen verschiedene Brahman erkennen, als Zeugen der drei Bewusstseinszustände, als Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit.
Das Werk enthält außerdem historische Regeln zu sozialer Zugehörigkeit, Geschlecht und Ritualbefugnis. Die Übersetzung dokumentiert sie in ihrem jeweiligen Zusammenhang. Für heutige Leser bleibt bei der Begegnung mit diesem Regelwerk die Unterscheidung zwischen zeitgebundener Ordnung und spiritueller Grundaussage wesentlich.
Mantra und Japa
Ein Mantra verbindet im Nityotsava Klang, Gottheit und Bewusstsein. Der erste Ullāsa lehrt, die Einheit von Guru, Mantra, Gottheit und eigenem Selbst zu betrachten. Japa, die wiederholte Rezitation, erhält dadurch eine innere Ausrichtung: Die Aufmerksamkeit kehrt zum Mantra zurück und vertieft sich in die Gegenwart der verehrten Gottheit.
Der Text behandelt die Rezitation mit großer Sorgfalt. Er beschreibt Gebetsketten, Formen des Japa sowie intensive Übungszyklen, die Puraścaraṇa heißen. Zu diesen gehören festgelegte Wiederholungszahlen und begleitende Darbringungen. Ihre Angaben stehen jeweils innerhalb einer bestimmten Übertragung und Praxisordnung.
Bīja bedeutet „Same“. Solche Silben verdichten im Ritual die Anrufung einer göttlichen Kraft. Ihre Bedeutung erschließt sich aus dem jeweiligen Zusammenhang; sie lassen sich nicht wie gewöhnliche Sanskritwörter übersetzen. Die hier wiedergegebenen Mantras und Bījas dienen der Textdokumentation. Für die persönliche Praxis bieten ein vertrautes Mantra und die erhaltene Anleitung den passenden Ausgangspunkt.
Eine Anregung aus dieser Lehre ist die Verbindung von Wiederholung und Wachheit: den Klang wahrnehmen, sich seinem Sinn zuwenden und nach einer Ablenkung wieder zurückkehren. Auf diese Weise kann Japa zu einer Schule geduldiger, liebevoller Sammlung werden.
Nyasa – der Körper als heiliger Raum
Nyāsa bedeutet „Setzung“ oder „Niederlegung“. In den beschriebenen Verfahren werden Mantras, Buchstaben und Gottheiten bestimmten Körperstellen zugeordnet. Die Berührung wird von innerer Vergegenwärtigung begleitet. So wird der Körper in die Verehrung einbezogen: Er gilt als Ort göttlicher Gegenwart.
Das Nityotsava entfaltet zahlreiche Formen, darunter Mātṛkā-, Ṣaḍaṅga- und Śrīcakra-Nyāsa. Mātṛkā bezeichnet hier die als Kräfte betrachteten Buchstaben; ṣaḍaṅga die sechs Glieder der jeweiligen Mantraordnung. Beim Śrīcakra-Nyāsa werden die Beziehungen des heiligen Cakra am Körper vergegenwärtigt. Jede dieser Formen hat ihre eigenen Zuordnungen und Mantras.
Für Yoga-Aspiranten eröffnet sich darin ein Gedanke von großer Würde: Auch das körperliche Dasein kann der Sadhana dienen. Der Körper trägt die Haltung, den Atem, die Stimme und die Geste der Darbringung. Ihm mit Achtsamkeit zu begegnen ist eine allgemein zugängliche Haltung; die besonderen Nyāsas selbst werden in ihrer jeweiligen Überlieferung erlernt.
Shri Chakra und Avarana Puja

Das Shri Chakra bildet im Śrīkrama einen zentralen Raum der Verehrung. Seine neun Āvaraṇas, die Umkreise oder umgebenden Ebenen, werden einzeln verehrt. Gottheiten, Kräfte und Mantras sind darin aufeinander bezogen; im Zentrum steht Lalitā Tripurasundarī.
Die ausführliche Āvaraṇa-Pūjā schult eine Aufmerksamkeit, die bei jeder Darbringung verweilt. Die Verehrung nimmt die Vielfalt der göttlichen Kräfte wahr und hält zugleich ihre Zusammengehörigkeit gegenwärtig. Um die Einzelheiten des Kapitels zu verstehen, hilft dieser Blick auf das Ganze: Die Vielzahl von Namen und Gesten gehört zu einer geordneten Beziehung zur Göttin.
Das Werk erläutert auch Zeichnung, Aufstellung und Weihe des Cakra. Das Yantra ist sichtbares Verehrungsobjekt und zugleich Gegenstand innerer Betrachtung. Für eine erste Annäherung können seine Gestalt und seine Bedeutung betrachtet werden; die vollständige Āvaraṇa-Pūjā setzt die zugehörige Unterweisung voraus.
Tripura Sundari und Lalita
Tripurasundarī und Lalitā bezeichnen die zentrale Göttin dieser Shri-Vidya-Verehrung. Ihr begegnet der Übende als göttlicher Mutter und höchster Shakti. Der dritte Ullāsa ist ihr gewidmet und bildet den umfangreichsten Teil des Werkes. Am Ende der gesamten Schrift wendet sich Umānandanātha nochmals persönlich an sie: Möge seine Mutter Lalitā, deren Wesen der Lehrer ist, durch sein „Opfer der Worte“ erfreut sein.
Um diese Mitte entfaltet sich eine vielfältige Verehrungswelt. Mahāgaṇapati wird vor dem Śrīkrama verehrt. Śyāmā beziehungsweise Mātaṅgīśvarī erscheint als Ministerin der Göttin, Daṇḍinī beziehungsweise Vārāhī als ihre Heerführerin. Beide besitzen eigene ausführliche Praxisfolgen. Der sechste Ullāsa führt zur Verehrung Parās und zur inneren Darbringung im Bewusstseinsfeuer.
Die unterschiedlichen Gestalten, Anrufungen und Handlungen geben der Hinwendung zum Göttlichen eine reiche Sprache. Für das Verständnis ist es hilfreich, ihre jeweilige Stellung im Werk zu beachten. Zugleich öffnet der Parā-Hymnus einen weiten Horizont: Verehrt wird das eigene Bewusstsein, das die Welt umfasst und über sie hinausreicht.
Tripura Sundari – eine Einführung
Äußere und innere Puja
Wasser, Düfte, Blumen, Licht, Speisen und Gesten geben der äußeren Puja ihre sichtbare Form. Die innere Verehrung verbindet diese Handlungen mit Meditation und bewusster Darbringung. Im Nityotsava greifen beide ineinander: Die Gottheit wird im Herzen betrachtet, eingeladen, verehrt und am Ende wieder im eigenen Inneren vergegenwärtigt.
Darbringung bedeutet in diesem Zusammenhang, der Gottheit mit dem ganzen Menschen zu begegnen. Die Hände vollziehen eine Handlung, die Stimme spricht den Mantra, der Geist hält die Bedeutung gegenwärtig. Bhakti und Sammlung finden in derselben Geste Ausdruck.
Für die Lektüre ist deshalb eine doppelte Aufmerksamkeit hilfreich: Welche Handlung wird beschrieben, und welche innere Betrachtung begleitet sie? Wer beides beachtet, kann in der Genauigkeit der Vorschriften ihren spirituellen Zusammenhang erkennen. Im ersten Ullāsa weitet sich dieser Gedanke zu einer umfassenden inneren Opferanschauung; im sechsten werden die Wirklichkeitsprinzipien selbst geistig dargebracht.

Homa, Tarpana und Darbringung
Homa ist das Feueropfer. Tarpana bezeichnet eine sättigende oder erfreuende Darbringung, häufig mit Flüssigkeit. Das Nityotsava beschreibt dafür bestimmte Mantras, Gaben und Abläufe. Das äußere Geschehen wird dabei von der Betrachtung der Gottheit begleitet.
Im Parākrama tritt die innere Bedeutung besonders deutlich hervor. Die Göttin wird strahlend wie unzählige Feuer der Weltauflösung meditiert. In ihr werden die sechsunddreißig Tattvas, die Wirklichkeitsprinzipien von der Erde bis zu Śiva, einzeln im Geist dargebracht. Der Text erklärt dazu: „In dieser Praxisfolge ist dies selbst das Feueropfer.“ So wird die gesamte erfahrbare Wirklichkeit in die Verehrung aufgenommen (VI, Devyāṃ akhilatattvahomabhāvanam).
Für die eigene Besinnung kann daraus der Gedanke erwachsen, das Handeln innerlich darzubringen: die aufgewendete Mühe, eine gelungene Aufgabe, auch das Unvollkommene, an dem man weiterlernen möchte. Diese allgemeine Anregung nimmt die Haltung der Hingabe auf; die besonderen Feuerzeremonien gehören zur traditionellen Ritualpraxis.
Meditation und Bhavana
Dhyāna bezeichnet die Meditation; Bhāvanā betont das innere Vergegenwärtigen. Im Nityotsava wird die Gottheit in ihrer Gestalt betrachtet, der Körper als von ihrer Kraft erfüllt vorgestellt und das eigene Bewusstsein in seinem göttlichen Grund erkannt. Die Bilder von Licht, Nektar und Feuer geben dieser Sammlung eine anschauliche Sprache.
Die Morgenpraxis des Śrīkrama enthält bereits die Betrachtung des Bewusstseins. Im Parā-Hymnus wird dieser Gedanke besonders eindringlich: Der Verehrende verneigt sich vor seinem eigenen Bewusstsein, das durch die Lehrerüberlieferung offenbar wird, die Welt durchdringt und zugleich jenseits der Welt ist (VI, Parāstutiḥ 1).
Damit führt die Hinwendung zur Göttin zugleich in eine vertiefte Selbsterkenntnis. Die Frage, wer verehrt, bleibt mit der Frage nach der verehrten Wirklichkeit verbunden. Für Yoga-Aspiranten liegt hier ein fruchtbarer Zugang zur Schrift: nach Gebet und Japa in die Stille zu lauschen und die Aufmerksamkeit auf das bewusste Erleben selbst zu richten. Die ausführlichen Vergegenwärtigungen des Werkes behalten dabei ihren besonderen Überlieferungszusammenhang.
Praxis und Befreiung
Das Nityotsava nennt ein klares höchstes Ziel: das Erwachen zum eigenen wahren Wesen. Der erste Ullāsa beschreibt die Welt als Leib Paramaśivas und erläutert, wie das individuelle Wesen durch begrenzende Hüllen seine umfassende Natur verkennt. Erkenntnis erschließt die Wirklichkeit, die dieser Begrenzung zugrunde liegt (I, Traipurasiddhāntaḥ).
Befreiung erscheint dabei auch als Möglichkeit im gegenwärtigen Leben. Wer die Lehre erkannt und in der beschriebenen Weise verwirklicht hat, wird als bereits zu Lebzeiten befreit bezeichnet. Bhakti, Mantra, Konzentration und Jnana begegnen sich auf einem Weg, der sowohl die Lebensführung als auch die innere Einsicht betrifft.
Daneben behandelt das Werk weltliche Wünsche und besondere rituelle Anwendungen. Seine eigene Gewichtung wird im siebten Ullāsa deutlich: Der Autor empfiehlt die Hinwendung zur täglichen und anlassbezogenen Verehrung und verbindet diese mit Befreiung. Diese Aussage hilft, beim Lesen der vielen Einzelvorschriften die geistige Richtung des Ganzen im Blick zu behalten.
Die Sorgfalt einer kleinen Gabe und die Frage nach dem höchsten Selbst stehen so in einem Zusammenhang. Der Weg vertieft die Fähigkeit, gegenwärtig zu sein, sich hinzugeben und die eigene Erfahrung im Licht der Lehre zu betrachten. Darin liegt die bleibende Bedeutung des Nityotsava für Menschen, die Gottesverehrung und Selbstverwirklichung miteinander verbinden möchten.
Nityotsava und andere Tantra Schriften
Die folgenden Vergleiche betreffen Inhalt und Ausrichtung. Nur beim Paraśurāmakalpasūtra ist hiermit ausdrücklich die unmittelbare strukturelle Grundlage bezeichnet; thematische Nähe allein beweist keine direkte literarische Abhängigkeit.
| Schrift | Verbindung und Unterschied |
|---|---|
| Parashurama Kalpasutra | Maßgebliche Sūtra-Grundlage. Das Nityotsava entfaltet die Praxis ausführlicher und ergänzt passende Überlieferungen. |
| Yogini Hridaya | Verbindet Śrīcakra, Mantra und innere Bedeutung. Das Nityotsava bietet wesentlich ausführlichere Handlungsfolgen. |
| Nitya Shodashikarnava und Vamakeshvara Tantra | Gehören zum eng verwandten Śrīvidyā-Textbereich. Nityā-Göttinnen, Mantra und Cakra bilden wichtige Vergleichspunkte; Werktitel und Textzuordnungen sind editionsabhängig zu unterscheiden. |
| Bhavana Upanishad | Entfaltet besonders kompakt die innere Entsprechung von Körper und Śrīcakra. Im Nityotsava steht eine sehr viel umfangreichere Verehrungsordnung daneben. |
| Kama Kala Vilasa | Konzentriert sich auf Kāmakalā und ihre symbolisch-metaphysische Bedeutung. Kāmakalā erscheint im Nityotsava innerhalb konkreter Praxisfolgen. |
| Varivasyarahasya | Bhāskararāyas Werk vertieft die Bedeutung der Śrīvidyā-Verehrung und des Mantras. Das Nityotsava seines Schülers setzt einen stärker ritualpraktischen Schwerpunkt. |
| Dakshinamurti Samhita | Vergleichbar hinsichtlich Mantra, Nyāsa und Göttinnenverehrung. Die jeweilige Textgestalt und Ritualordnung bleiben eigenständig. |
| Lalita Sahasranama | Erschließt Lalitā durch ihre tausend Namen und deren Betrachtung. Das Nityotsava beschreibt darüber hinaus Einweihung und vollständige Ritualzusammenhänge. |
| Tripura Rahasya | Verdeutlicht die Erkenntnislehre vielfach durch Erzählungen und Dialoge. Das Nityotsava ist vor allem eine systematische Praxisdarstellung. |
| Kularnava Tantra | Wichtiger Vergleich für Guru, Einweihung und Kaula-Verhalten; Umānandanātha verweist im Zusammenhang mit Lehrer- und Schülereigenschaften ausdrücklich auf diese Schrift. |
Auch der Tantraloka bietet einen weiterführenden Vergleich für Bewusstsein, Ritual und Einweihung. Er gehört jedoch in einen anderen historischen und systematischen Zusammenhang und ist kein gleichartiges Handbuch der hier beschriebenen Śrīvidyā-Praxis.
Deutsche Übersetzung des Nityotsava
Die folgende Übersetzung folgt dem vorhandenen Grundtext vom Eröffnungsgebet bis zur Schlusswidmung. Die sieben Ullāsas und ihre Sachfolge bleiben erhalten; umfangreiche Aufzählungen sind teilweise als Tabellen oder Listen gesetzt. Mantras bleiben als solche kenntlich. Eckige Klammern und ausdrücklich bezeichnete Textnotizen enthalten redaktionelle Erläuterungen. Unlesbare oder widersprüchlich überlieferte Stellen werden angezeigt und nicht erfunden.
Die folgenden Anweisungen gehören zum traditionellen initiatorischen Kontext der Shri-Vidya und werden hier zur Textdokumentation wiedergegeben.
Erster Ullāsa: Ārambha – die Einweihung
Einleitende Verehrung und Anlage des Werkes
Nachdem ich mich vor der mit Śiva beginnenden Reihe der Nāthas verneigt habe, vor Vighneśvara, der großen Königin, ihrer Ministerin, ihrer Heerführerin und der innersten Parā, vor ihren umgebenden Gottheiten, den Gottheiten der Strahlengirlande und den Vīras, verfasse ich dieses Nityotsava.
Der sechste Avatāra Acyutas, Rāma, der Schüler Śambhus, hat das Kalpasūtra verkündet. Dessen Sinn soll hier dargelegt werden. [Die digitale Lesung des anschließenden Verbs ist gestört.]
Mein Lehrer Bhāsurānandanātha kam von Kāśī ins Land der Colas und nahm am Ufer der Kāverī seinen Aufenthalt. Von ihm bin ich zu diesem Werk beauftragt worden. Welches Land hätte er nicht gesehen, welcher König wäre nicht sein Diener, welche Wissenschaft wäre ihm unbekannt? Er ist die Gestalt der höchsten Śakti.
Bei der Verstrickung in die Sūtras Bhṛgurāmas löst die Erinnerung an die Lotusfüße des Lehrers die Knoten. Sieben Ullāsas werden behandelt: Ārambha, Taruṇa, Yauvana, Prauḍha, Tadanta, Unmana und Anavasthā. Ihnen entsprechen Einweihung, Gaṇeśa, Śrī, Śyāmā, Kroḍī, Parā und die allgemeine Ordnung.
Welche Verrichtung Hauptbestandteil und welche Nebenbestandteil ist, entnehme man dem Ratnāloka des Lehrers. Die Sachkundigen mögen etwaige Fehler berichtigen. Was hier aus anderen Tantras und aus der Überlieferung ergänzend gesagt wird, widerspricht dem Sūtra nicht. Der Śrīkrama ist das Grundmuster; bei den anderen Praxisfolgen werden die Abweichungen angegeben. Ihre Reihenfolge folgt den jeweiligen Abschnitten des Sūtra. Da für den Verehrer der Śrīsundarī zuerst die Einweihung erforderlich ist, wird zunächst diese beschrieben.
Geeignete Zeiten für die Einweihung
Im Manthānabhairava heißt es: Im Vaiśākha bringt die Einweihung Vollendung, im Śrāvaṇa Gedeihen, im Āśvina alle Vollendungen, im Kārttika Erkenntnis, im Mārgaśīrṣa Glück, im Māgha Gold und im Phālguna alle Vollendungen. Die anderen Monate haben ungünstige Folgen.
Nach dem Sārasaṅgraha ist der eingeschobene Monat auszuschließen; auch der ausgefallene Monat ist hierbei zu berücksichtigen.
Der Sonntag bringt Reichtum, der Montag Frieden, der Mittwoch Schönheit, der Donnerstag Erkenntnis und der Freitag Glück. [Die zitierte Aufzählung nennt hier nicht sämtliche Wochentage.] Der zweite Mondtag bringt Erkenntnis, der dritte Reinheit, der fünfte Einsicht, der siebte Glück, der zehnte königliches Wohlergehen, der elfte Reinheit, der zwölfte und der Vollmondtag sämtliche Vollendungen. Tage, an denen das Studium auszusetzen ist, sind zu meiden: beispielsweise bei Donner während der Dämmerung, bei außergewöhnlichem Getöse oder bei einem Erdbeben.
Unter den Mondhäusern bringt Aśvinī Glück, Rohiṇī Meisterschaft der Rede, Punarvasu Reichtum, Puṣya Vernichtung der Feinde, Maghā Beseitigung des Leids, Pūrvaphalgunī Schönheit, Uttaraphalgunī Erkenntnis, Hasta Kraft, Citrā Vollendung der Erkenntnis, Svātī Vernichtung der Feinde und Anurādhā Einsicht. Die beiden folgenden bringen Ruhm. Die beiden Āṣāḍhās bringen umfassendes Gedeihen, Śatabhiṣā Einsicht, die beiden Bhādrapadās Glück und Revatī Ruhm.
Geeignete Yogas sind Prīti, Āyuṣmān, Saubhāgya, Śobhana, Śubha, Sukarmā, Dhṛti, Vṛddhi, Dhruva, Siddhi, Harṣaṇa, Varīyān, Śiva, Siddha, Brahmā und Aindra; geeignete Karaṇas sind die mit Bava beginnende und mit Vaṇija endende Reihe.
Vaiśampāyana lehrt: Der Widder bringt Reichtum und Getreide, der Krebs alle Vollendungen, die Jungfrau Gedeihen, die Waage alle Vollendungen, der Skorpion umfassenden Gewinn, der Steinbock Söhne und der Wassermann Reichtum. Die helle Monatshälfte ist günstig, ebenso die dunkle bis einschließlich zum fünften Tag. Wer weltlichen Genuss sucht, wähle die helle, wer Befreiung sucht, die dunkle Monatshälfte.
Zu prüfen sind das Verbrennen von Jupiter und Venus in Sonnennähe, die Eignung des Mondes und des Mondhauses sowie die Stärke des Aszendenten. Ungünstige Planeten sind im dritten, sechsten und elften Haus geeignet, günstige in den Eckhäusern und den Dreiecken. Im achten Haus wirken alle zerstörend. Zu den ungünstigen zählen Sonne, Mars, Saturn, Rāhu, Ketu, der abnehmende Mond sowie Planeten, die mit ungünstigen verbunden sind. Günstig sind der nicht abnehmende Mond, der nicht mit ungünstigen Planeten verbundene Merkur, Jupiter und Venus.
Besondere Festzeiten und Ausnahmen
Ausnahmen von der gewöhnlichen Zeitbestimmung gelten an den Tagundnachtgleichen, den Sonnenwenden, den Übergängen der Sonne in ein Tierkreiszeichen, beim Damanotsava, beim Pavitra-Fest und an den Festtagen des Lehrers. Die Tagundnachtgleichen gehören zu den Eintritten in Widder und Waage, die Sonnenwenden zu Krebs und Steinbock. Die übrigen Übergänge sind die sonstigen Saṅkrāntis. Damanotsava bezeichnet den Vollmond des Caitra und die dazugehörigen Festzeiten; Pavitra den Vollmond des Śrāvaṇa und die dazugehörigen Zeiten. Zu den Guru-Festtagen gehören sein Geburtstag und sein Vyāpti-Tag. [Der Ausdruck vyāpti wird hier nicht näher erläutert.]
An den Festtagen der Göttin bringt die Einweihung eines würdigen Schülers die Frucht unzähliger Opfer. Genannt werden: der sechste Tag des Bhādrapada; der vierzehnte der dunklen Hälfte des Āśvina; der neunte der hellen Hälfte des Kārttika; der fünfte der dunklen Hälfte des Mārgaśīrṣa; der Vollmond des Pauṣa; der vierte des Māgha; der elfte der dunklen Hälfte des Phālguna; der dreizehnte des Caitra; die Akṣayatṛtīyā im Vaiśākha; der Daśaharā-Tag im Jyeṣṭha, also der zehnte helle Mondtag; der zwölfte dunkle Mondtag im Āṣāḍha und der Neumond des Śrāvaṇa.
Der Saubhāgyacandrodaya des Lehrers nennt nach der Monatsrechnung, bei der der Monat mit dem Neumond endet, folgende weitere Zeiten: im Caitra den dreizehnten und vierzehnten hellen Mondtag; im Vaiśākha den dritten und elften hellen Tag, den Vollmond und den vierzehnten dunklen Tag; im Jyeṣṭha den zehnten hellen Tag, den Vollmond und den vierzehnten dunklen Tag; im Āṣāḍha den fünften und dreizehnten hellen Tag; im Śrāvaṇa den elften und vierzehnten hellen Tag sowie den fünften, achten und neunten dunklen Tag, wobei Rohiṇī als besondere Bedingung genannt wird; im Bhādrapada den sechsten dunklen Tag und den mit Rohiṇī verbundenen achten; im Āśvina den siebten und achten hellen sowie den vierzehnten dunklen Tag; im Kārttika den neunten und zwölften hellen Tag; im Mārgaśīrṣa den dritten und sechsten hellen Tag; im Pauṣa den vierten, neunten und vierzehnten hellen sowie den zehnten dunklen Tag; im Māgha den vierten und elften hellen sowie den vierzehnten dunklen Tag; im Phālguna den sechsten und neunten hellen sowie den elften dunklen Tag. [In der Śrāvaṇa-Angabe ist die genaue Reichweite der Rohiṇī-Bedingung in der vorliegenden Lesung nicht eindeutig.]
Diese Bestimmungen beruhen unter anderem auf Ratnāvalī, Kuloḍḍīśa und Yāmala. Weitere Einzelheiten sind dort nachzusehen.
An heiligen Orten, bei einer Finsternis und in heiligen Wäldern braucht man Monat und Mondhaus nicht zu prüfen. Der Tag, an dem der Lehrer zufrieden ist, ist in jeder Hinsicht glückverheißend. Ist der Lehrer zufrieden, so sind alle Gottheiten zufrieden. Durch Hingabe an ihn werden Genuss und Befreiung erlangt. Für einen Menschen, der Befreiung sucht, ist die Zeit stets geeignet; ebenso wird für Frauen keine solche zeitliche Einschränkung aufgestellt.
Die Eigenschaften des Lehrers
Fundstelle: Gurulakṣaṇam; Zitat aus dem Tantrarāja mit Erläuterung.
Als Lehrer gilt, wer von ansprechender Gestalt, freundlich, lauter und zugänglich ist, viele Tantras kennt, selbst keinen Zweifel hat, Zweifel aufzulösen vermag und unabhängig ist.
Schönheit bedeutet hier eine untadelige Erscheinung; Freundlichkeit bedeutet, mit einem Lächeln zuerst das Wort zu ergreifen. Lauterkeit ist ein gerades, unverstelltes Verhalten. Zugänglichkeit bedeutet Freiheit von Hochmut. [Die anschließende Zuordnung von Zufriedenheit und Kenntnis vieler Tantras ist in der digitalen Lesung syntaktisch unklar.] Freiheit vom Zweifel ist Einsicht in die Wirklichkeit; Zweifel zu beseitigen geschieht durch ihre Darlegung. Unabhängigkeit bedeutet, kein Geld zu begehren; Lehrerschaft bedeutet, das Wohlergehen des Schülers zu kennen. Als Lehrer ist ein solcher Mensch zu erkennen; ein anderer bereitet dem Schüler Leid.
Das Wort für das Verhalten ist als „nicht krumm, nicht unaufrichtig“ zu verstehen. „Viel-Tantra-Kenntnis“ bedeutet, viele Tantras zu kennen.
Die Eigenschaften des Schülers
Fundstelle: Śiṣyalakṣaṇam.
Der Schüler soll die ersten vier zuvor genannten Eigenschaften besitzen, vertrauensvoll und von gefestigter Gesinnung sein, ohne Habgier, körperlich ruhig, besonnen handelnd und Herr seiner Sinne. Er soll die geistige Wirklichkeit anerkennen und feste Hingabe an den Lehrer, das Mantra und die Gottheit haben. Ein solcher Mensch eignet sich als Schüler; ein anderer bereitet dem Lehrer Leid.
Mit den „ersten vier“ sind die Eigenschaften angefangen mit der ansprechenden Gestalt gemeint. Weitere Eigenschaften finden sich in großer Zahl in Tantras wie dem Kulārṇava. Aus Sorge, dieses Buch zu umfangreich zu machen, werden sie hier nicht niedergeschrieben.
Auch die Dauer der Prüfung des Schülers wird dort angegeben: Nachdem die Eignung und die mit Hingabe verbundenen Eigenschaften ein, zwei, drei, vier oder fünf Jahre geprüft worden sind, entsprechend der jeweiligen sozialen Gruppe einschließlich gemischter Herkunft, soll der Lehrer mit ungeteilter Aufmerksamkeit die Vidyā in der angegebenen Folge übermitteln.
„Einschließlich gemischter Herkunft“ bezeichnet hier die Anuloma-Gruppen; mit den Gruppen sind die Varṇas beginnend mit den Brahmanen gemeint. Die Eignung eines Brahmanen wird ein Jahr geprüft, die der folgenden Gruppen jeweils zwei und mehr Jahre. Zu einem der genannten geeigneten Zeitpunkte soll der Lehrer mit den beschriebenen Eigenschaften einen entsprechend geeigneten und geprüften Schüler einweihen.
Einordnung: Die hier wiedergegebenen sozialen Abstufungen gehören zum historischen Regelwerk des Textes. Die vorausgehenden Eigenschaften wie Besonnenheit und Aufrichtigkeit sind davon unterscheidbar.
Die Wahl des Lehrers
Nach dem Bad und den täglichen Pflichten, begleitet von den glückverheißenden Worten der Brahmanen und von festlicher Musik, vollziehe der Schüler Ācamana und Prāṇāyāma. Unter Nennung von Ort und Zeit fasse er den Entschluss: „Um das höchste Heil zu erlangen, empfange ich von diesem Lehrer die Einweihung in diese Vidyā.“ Er bringe eine Gabe dar und werfe sich lang ausgestreckt zu Boden.
Mit Erlaubnis des Lehrers nenne er erneut Ort, Zeit, seinen Namen, seine Abstammungslinie und seinen Veda-Zweig und erkläre, dass er diesen Lehrer zur Erlangung der vier menschlichen Ziele erwähle. Dabei überreiche er eine Betelnuss.
Vorbereitung der Einweihung und Eröffnung der Verehrung
Der Lehrer antworte: „Ich bin erwählt.“ Lehrer und Schüler betreten mit bereits Eingeweihten einen abgeschiedenen, mit Kuhdung gereinigten und geschmückten Pavillon. Nach dem Waschen der Füße und dem Ācamana nimmt der Lehrer Platz, vollzieht die Reinigung der Elemente und die Einsetzung der Lebenskräfte.
Die Verehrungen der fünf Gottheiten Gaṇapati, Lalitā, Śyāmā, Vārtālī und Parā können entweder jeweils vollständig nacheinander oder so vollzogen werden, dass die entsprechenden Einzelhandlungen bei allen fünf Gottheiten aufeinander folgen. Die elf Hauptabschnitte sind: Eintritt bis zur Aufstellung des Cakra, Beseitigung der Hindernisse, Nyāsa, Aufstellung der Gefäße, Layāṅga, Verehrung der Umkreise, Feueropfer, Berührung des Herzens zum Saubhāgya-Ritus, Darbringung der Überreste, Verabschiedung der Gottheit und Auflösung des besonderen Arghya. [Die Bezeichnung layāṅga ist in der Vorlage nicht näher erklärt.]
Diese Handlungen führe er bis einschließlich des Feueropfers aus. Nach der im Taruṇollāsa beschriebenen Ordnung lasse er den Schüler herbeikommen, verhülle dessen Gesicht mit einem neuen Tuch und besprenge ihn mit Tropfen des allgemeinen Arghya aus den fünf Gefäßen, während er die jeweiligen Wurzelmantras spricht. Dann unterweise er ihn in der Lehre der Tripurā.
Die Lehre der Tripurā
Fundstelle: Traipurasiddhāntaḥ.
Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum sind die fünf Elemente. Geruch, Geschmack, Gestalt beziehungsweise Sichtbarkeit, Berührung und Klang sind die fünf feinen Sinnesgegenstände. Zeugungsorgan, Ausscheidungsorgan, Füße, Hände und Sprache sind die fünf Handlungsvermögen. Riechen, Schmecken, Sehen, Tasten und Hören sind die fünf Erkenntnisvermögen.
Ichbildung, unterscheidende Intelligenz und denkender Geist sind die drei Betätigungsweisen des inneren Organs, in den Formen von Rajas, Sattva und Tamas. Prakṛti ist der Gleichgewichtszustand der Guṇas. Das bewusste individuelle Wesen ist Puruṣa, der Jīva.
Die zu Paramaśiva gehörenden Eigenschaften Freiheit, Ewigkeit, immerwährende Erfülltheit, umfassendes Handlungsvermögen und Allwissenheit werden im individuellen Wesen eingeschränkt. In dieser eingeschränkten Form heißen sie der Reihe nach Niyati, Kāla, Rāga, Kalā und Vidyā.
Māyā ist das Bewusstsein eines Unterschiedes zwischen der Welt und Paramaśiva. Śuddhavidyā ist das Erkennen ihrer Nichtverschiedenheit. Wenn Paramaśiva die Welt als „dies“ betrachtet, ist er Īśvara. Wenn er sie als „Ich“ betrachtet, ist derselbe Sadāśiva. Śakti ist Paramaśivas Wille, die Welt hervorzubringen. Er selbst, mit dieser Kraft verbunden, ist Śiva, das erste unter den Tattvas.
Diese sechsunddreißig Tattvas bilden die Gegenstände dieser Lehre. Die aus ihnen bestehende gesamte Welt ist der Leib Paramaśivas. Īśvara selbst, dessen Wesen von der spielerisch angenommenen Hülle der zuvor genannten fünf Tattvas, angefangen mit Niyati, bedeckt ist, ist das individuelle Wesen. Von ihr frei ist er Paramaśiva. Das Erwachen zum eigenen wahren Wesen ist das menschliche Ziel.
Mantraverehrung
Fundstelle: Mantropāsanam.
Worte bestehen aus Lauten und sind ewig. Den Mantras kommt eine unvergleichliche Wirksamkeit zu. Alle Vollendungen entstehen durch die Überlieferung, deren Regeln allein durch Unterweisung in der eigenen Guru-Linie zugänglich sind, und durch Vertrauen in Lehrer, Lehre und Gottheit. Die Gültigkeit dieser Lehre erschließt sich durch solches Vertrauen.
Durch die vom ehrwürdigen Lehrer gewiesene Betrachtung der Einheit von Guru, Mantra, Gottheit und Selbst sowie durch die Erkenntnis, dass Geist und Atem in einer gemeinsamen Bemühung zu sammeln sind, wird das innere Selbst erkannt.
Die Verehrung mit den fünf Makaras, die die Freude des eigenen Wesens offenbar machen, soll an einem abgeschiedenen Ort geschehen. Durch öffentliche Preisgabe [dieser Praxis] folgt nach Aussage des Textes Höllenfolge. Aus der Festigkeit der inneren Vergegenwärtigung erwächst die Fähigkeit zu Zurückhaltung beziehungsweise Zügelung und zu Begünstigung.
Erläuterung: Die letzten Sätze dokumentieren die besondere Kaula-Ritualwelt und ihren Anspruch auf Geheimhaltung. Die „fünf Makaras“ werden hier weder zu allgemein empfohlenen Übungen umgedeutet noch durch nachträglich ergänzte Rituale ausgeführt.
Pflichten des Verehrenden
Fundstelle: Upāsakadharmāḥ.
Andere Lehrsysteme nicht herabsetzen. Außer der selbst verehrten Gottheit nichts als [von ihr unabhängig] überragend ansehen. Das Geheimnis nur einem geeigneten Schüler offenbaren. Sich beständig auf das eigene Mantra besinnen. Unablässig betrachten: „Ich bin Śiva.“
Begierde, Zorn, Habgier, Verblendung, Überheblichkeit und Neid meiden, ebenso nicht vorgeschriebene Gewalt, Diebstahl, Feindschaft mit Menschen und Hass gegen eine Frau; auch das Verhasste meiden. Einen einzigen allwissenden Lehrer verehren. Gegenüber dem Wort des Lehrers und der Lehre keinen Zweifel hegen.
Geld und anderes nicht allein für den eigenen Genuss erwerben. Handeln, ohne auf die Frucht abzuzielen. Die täglichen Pflichten der eigenen sozialen und religiösen Lebensordnung nicht ausfallen lassen. Auch wenn die fünf Makaras nicht verfügbar sind, die tägliche Verehrung vollziehen. Bei der vorgeschriebenen Ausübung in jeder Hinsicht furchtlos sein.
Textnotiz: Die Formulierung zur absichtslosen Handlung ist in der elektronischen Gesamtfassung fehlerhaft erfasst; für die Übersetzung wurde die klare Lesung phalam anabhisandhāya der zweiten digitalen Fassung herangezogen. Die Angabe „nicht vorgeschriebene Gewalt“ ist bewusst nicht zu einem umfassenden Gewaltverbot umgeschrieben.
Die Lehre, die den Kern von allem bildet
Fundstelle: Sarvasārabhūto dharmaḥ.
Alles, was durch die Tätigkeiten des Geistes erkannt werden kann, ist Opfergabe. Die Sinne selbst sind die Opferlöffel. Die Kräfte Paramaśivas, Allwissenheit, umfassende Handlungsmacht und die übrigen, die eingeschränkt im eigenen Selbst bestehen, sind die Flammen. Das eigene Selbst als Śiva ist das Feuer. Man selbst ist der Opfernde.
Die unmittelbare Erkenntnis des eigenschaftslosen Brahman ist die Frucht. Es gibt nichts Höheres als das Erlangen des eigenen höchsten Wesens. Dies ist die Ordnung dieser Lehre.
Warum die Einweihung erforderlich ist
Die Veden und die übrigen Lehren sind, so lautet das überlieferte Gleichnis, wie öffentlich zugängliche Frauen; diese Vidyā hingegen wird unter allen Lehrsystemen verborgen gehalten. Deshalb soll der Weise die Einweihung empfangen.
Die Śāmbhavī-Einweihung
Der Lehrer vergegenwärtige sich auf dem Haupt des Schülers die roten und weißen Füße Kāmeśvarīs und Kāmeśvaras. Den von ihnen herabströmenden Nektar stelle er sich so vor, dass er die äußere und innere Unreinheit des Schülers fortwäscht. Dies ist die Śāmbhavī-Einweihung.
Die Śāktī-Einweihung
Er vergegenwärtige sich die höchste Bewusstseinskraft als eine Lichtwoge, die vom Mūlādhāra bis zum Brahmarandhra aufsteigt und wie Feuer leuchtet. Durch ihre Strahlen werden die Fesseln des Unheils verbrannt. Dieses Eintreten der Śakti ist die Śāktī-Einweihung.
Die Māntrī-Einweihung
Im Nordosten stelle er auf einem Haufen Reis einen neuen Krug auf, der mit zwei neuen Tüchern umhüllt ist. Er fülle ihn mit Wasser, das durch Sandel, Safran, Gorocanā und Kampfer duftet. Hinzu kommen die pulverisierten Stoffe Śuṇṭhī, Marīca, Pippalī, Harītakī, Dhātrīphala, Vibhītaka, Tvak, Elā, Lavaṅga, Patra, Nāgakesara, Takkola, Madayantī und Sahadevī. [Die Vorlage spricht von dreizehn Stoffen; die Worttrennung der überlieferten Aufzählung ergibt keine zweifelsfreie Zuordnung zu dieser Zahl.]
Er gebe Dūrvā-Gras, Asche und sieben Arten Erde hinzu: aus einem Elefantenstall, einem Pferdestall, von einer Wegkreuzung, einem Ameisenhügel, einer Flussvereinigung, einem See und einem Kuhstall.
Er verehre die sechs Glieder Bālās in den vorgeschriebenen Richtungen und in der Mitte. Die drei Cakras Lalitās, Śyāmās und Vārāhīs werden eingelegt und dreimal mit den Wurzelmantras und den Formeln der Umkreisgottheiten verehrt. Er schütze sie mit dem Astra-Mantra, zeige Dhenu- und Yoni-Mudrā und bringe die Cakras anschließend wieder an ihre Plätze.
Auf einer mit Sandel versehenen Unterlage zeichne er mit Milch, Zinnober und Kuṅkuma das Mātṛkā-Yantra. Darauf lasse er den Schüler sitzen und besprenge oder übergieße ihn mit dem Krugwasser unter Rezitation der drei Wurzelvidyās.
Der hierzu zitierte Vers preist den Mātṛkā-Lotus als todüberwindend und giftabwehrend. Im Zentrum stehen die bezeichneten Laute Ha, Sa, Au und Visarga. Die sechzehn Vokale verteilen sich paarweise auf die acht Staubfäden. Auf die acht Blütenblätter kommen die fünf Lautgruppen, beginnend mit Ka, Ca, Ṭa, Ta und Pa, ferner die Gruppe von Ya bis Va, die Gruppe von Śa bis Ha und die verbleibenden Laute Ḷa und Kṣa. Im umgebenden Quadrat stehen an den Hauptrichtungen Va und an den Ecken Ṭha. Der Autor erläutert, dass die Laute mit Bindu zu versehen sind. [An einer Stelle hat die digitale Vorlage Ba statt Va; eine verbindliche Ritualrekonstruktion wird daraus nicht abgeleitet.]
Der Schüler werde mit schönen Gewändern, Sandel und einem Jasmingirlandenkranz geschmückt und in freudige Stimmung versetzt. Der Lehrer setze die einundfünfzig Mātṛkā-Laute von A bis Kṣa an ihm ein und entferne die Augenbinde. Er lege ihm drei Stücke des zweiten Stoffes, die mit dem ersten Stoff benetzt sind, zusammen mit Sandel und Blumen in die Hand und lasse ihn unter den Tattva-Mantras davon nehmen. [Die verhüllenden Bezeichnungen „erster“ und „zweiter Stoff“ gehören zur Ritualsprache der Quelle.]
In sein rechtes Ohr spreche er die Gurupādukā und die Bālā-Vidyā. An den mit „dieser“ bezeichneten Stellen der Namensformel sind die Einweihungsnamen des Lehrers und seiner Śakti einzusetzen. Nach dem Tantrasāra wird Frauen die Einweihung allein durch das Wort erteilt. Die Übermittlung des Mantras ist die Vāgdīkṣā, die Einweihung durch Sprache.
Zusammenhang der drei Einweihungen
Die drei Einweihungen in einer einzigen Feier zu vollziehen, ist die Hauptregel. Darauf weist das Sūtra hin: „Er soll sie alle ausführen.“ Manche lassen sie auch einzeln, zu verschiedenen Zeiten, zu; darauf bezieht sich die Aussage: „Oder jede einzeln, so einige.“
Übermittlung des gewählten Mantras und des Einweihungsnamens
Nach diesen drei Einweihungen übermittle der Lehrer das erwählte Mantra und setze seine Füße auf das Haupt des Schülers. Die zugehörigen Nebenmantras kann er sämtlich zu diesem Zeitpunkt oder entsprechend der Eignung nach und nach übergeben.
Der Schüler berühre ein Körperglied des Lehrers. Mit dem diesem Körperteil zugeordneten Mātṛkā-Laut beginne sein neuer Name. Dieser habe zwei, drei oder vier Silben und ende auf Ānandanātha. Dann lehre der Lehrer ihn die im zehnten Abschnitt beschriebenen Regeln des überlieferten Verhaltens.
Die Regeln der Überlieferung
Vor der Ausübung des fünften Makāra sind Landesbrauch, Gesundheit, Kraft, Helfer und Lebensalter zu bedenken. Man soll sich den Wesen nicht feindlich entgegenstellen, Störer zurückhalten und diejenigen begünstigen, die Schutz suchen. Sohn und Gattin des Lehrers sowie die Älteren sind ebenso zu ehren wie der Lehrer.
Die Regeln für die drei Makaras sind aus der Überlieferung des Lehrers zu lernen. Handlungen sollen mit seiner Erlaubnis geschehen. Die zehn Kula-Bäume dürfen nicht gefällt werden: Śleṣmātaka, Karañja, Akṣa, Nimba, Aśvattha, Kadamba, Bilva, Vaṭa, Udumbara und Tintriṇī.
Zu ehren sind eine Gruppe von Frauen, Milchgefäße, die Kennzeichen vollendeter Asketen, Versammlungen spielender Mädchen, Mango- und Aśoka-Bäume, ein alleinstehender Baum, die Verbrennungsstätte, eine berauschte Kurtisane, ein rotes Gewand und ein brünstiger Elefant.
An den fünf Festzeiten – dem achten und vierzehnten dunklen Mondtag, Neumond, Vollmond und dem Übergang der Sonne in ein neues Zeichen – ist besondere Verehrung zu vollziehen. Bis zur Stufe Prauḍha gelten die festgesetzten Darbringungen und Verhaltensregeln; darüber hinaus besteht die Freiheit des Vīra. Über ein solches Verhalten soll man nicht vorschnell urteilen.
Eine zugetane Frau soll man nicht verlassen, eine unwillige nicht zwingen und eine gleichgültige nicht durch Bezahlung gewinnen.
Mitleid, Zweifel, Furcht, Scham, Abscheu, Stolz auf Abstammung und Kaste sowie Bindung an den gewöhnlichen Brauch sind abzulegen. Der Autor erläutert dies beim Mitleid im besonderen Sinn eines Mitleids, das der im Ritual vorgeschriebenen Gewalthandlung entgegensteht. [Diese Aussage dokumentiert eine historische Ritualnorm; sie ist keine allgemeine ethische Empfehlung.]
Sind der eigene Lehrer und dessen Lehrer gleichzeitig anwesend, verneige man sich zuerst vor dem höheren Lehrer und mit dessen Erlaubnis vor dem eigenen. Geehrten Personen soll man nicht den Rücken zukehren. Man erkenne das eigene Selbst als aus sich selbst leuchtend. Körper, Besitz und Leben seien dem Lehrer dargebracht. Sein Wort soll man erfüllen, ohne selbst über seine Angemessenheit oder Unangemessenheit zu richten.
Die Ordnung der Überlieferung und die Wahrhaftigkeit sind zu wahren. Fremder Besitz darf nicht angeeignet werden. Selbstlob, Verleumdung, verletzende Rede, Spott, Verachtung, Beschimpfung und Einschüchterung sind zu meiden. Mit dem Streben nach voller Brahman-Erkenntnis soll man die Verehrung ausüben. Auch die von Manu und anderen gelehrten Regeln sind anzunehmen, soweit sie dieser Lehre nicht widersprechen.
Befreiung und Unterweisung über das Selbst
Fundstellen: Kuladharmaniṣṭhāphalam; Śiṣyasya paracidrūpāpādanam.
Wer dies erkannt hat, es in der vorgeschriebenen Weise verwirklicht und in der Kula-Lehre feststeht, hat in jeder Hinsicht vollbracht, was zu vollbringen war. Für ihn macht es beim Ablegen des Körpers keinen Unterschied, ob es im Haus eines sozial Ausgegrenzten oder in Kāśī geschieht. Er ist bereits zu Lebzeiten befreit.
Darauf unterweist der Lehrer den Schüler über die Wahrheit des Selbst: „Du bist wahrhaft Brahman, verschieden von Körper, Sinnen und den übrigen [begrenzten Bestandteilen], Zeuge der drei Zustände, von der Natur des Seins, Bewusstseins und der Glückseligkeit, nicht verschieden vom innersten Selbst.“
Mit den Vidyās von Lalitā, Śyāmā und Vārtālī streicht er dreimal über dessen Körper, umarmt ihn und riecht [als traditionelle Segensgeste] an seinem Scheitel. Wie sich selbst soll er auch den Schüler als die Gestalt des höchsten Bewusstseins verwirklichen.
Die Gabe an den Lehrer und der Abschluss der Feier
Der Schüler verweile einen Augenblick in der Betrachtung seiner Fülle. Er erkenne sich als einen, dessen Aufgabe erfüllt ist, und ehre den Lehrer seinen Möglichkeiten entsprechend mit Besitz, Gewändern und Schmuck. Vom Lehrer lerne er sämtliche Geheimnisse. So erlangt er die Berechtigung zu den Mantras. [Die digitale Lesung des Wortes für die Mantraberechtigung ist beschädigt.]
Der Lehrer vollziehe die verbleibenden Handlungen von der Einnahme der Opferreste bis zur Auflösung des besonderen Arghya.
Einweihung in mehrere oder einzelne Gottheiten
Die drei Einweihungen, gemeinsam oder getrennt vollzogen, gewähren die Berechtigung zur Verehrung der fünf Gottheiten; sie müssen nicht für jede von ihnen erneut ausgeführt werden. Bei selbständigen, nicht in diesen Zusammenhang aufgenommenen Mantras ist hingegen die jeweilige eigene Einweihung erforderlich. Die Einweihung in Bālā kann zugleich die Einweihung in das Mantra der erwählten Gottheit sein.
Śyāmā und die beiden weiteren Gottheiten sind als Glieder der Lalitā-Verehrung auch fakultativ. Werden sie nicht aufgenommen, so vollzieht man nur die Verehrung Gaṇapatis und Lalitās, verwendet zwei Gefäße, legt allein das Śrīcakra in den Krug und vollzieht das Einweihungsbad mit der Śrīvidyā. Das Übrige bleibt gleich.
Wird eine einzelne Gottheit unabhängig verehrt, sind deren eigene Verehrungsfolge, Gefäße, Yantra und Mantra zu verwenden. Nach dem Bad wird der Schüler abgetrocknet; die übrige Ordnung ist dieselbe.
Zur Berechtigung nach den zitierten Schriften
Der Sundarīmahodaya beschränkt die Berechtigung auf die ersten drei Varṇas. Als Beleg wird das Jñānārṇava mit seiner Forderung nach Kenntnis des Sinns der Veden und der Lehrschriften sowie nach guten Gelübden angeführt. Die Śaktis sind ebenfalls berechtigt, da sie im Gurumaṇḍala der drei Überlieferungsströme enthalten sind. Dies ist geheim. Möge Heil sein.
Kolophon
So endet im Nityotsava-Nibandha, der dem neu dargelegten Kalpasūtra folgt und von Umānandanātha verfasst wurde, dessen Geist einer Biene an den Lotusfüßen des Lehrers gleicht, der erste Ullāsa, Ārambha, mit der Darstellung des Beginns der Einweihung.
Zweiter Ullāsa: Taruṇa – die Praxisfolge Gaṇapatis
Einführung
Nachdem er sich vor den beiden Lotusfüßen Śrībhāsurānandanāthas verneigt hat, entfaltet Umānandanātha ehrfürchtig den Taruṇollāsa. Darin wird die Praxisordnung des Herrn der Scharen gelehrt, die Hindernisse bei der lebenslangen Verehrung der Weltenmutter zu beseitigen vermag.
Für eine selbständige Verehrung Gaṇapatis wird eine eigene Einweihung anerkannt; bildet sie ein Glied des Śrīkrama, ist eine solche nicht gesondert erforderlich. Dies wurde bereits im Ārambhollāsa gesagt. Bei den Nebenmantras ist hier die Verbindung von Śrīṃ, Hrīṃ und dem Kāma-Bīja überliefert. Obwohl das Sūtra sie nicht angibt, wird sie im Śrīvidyārṇava und anderen Schriften gelehrt.
Besonderheiten der morgendlichen und täglichen Pflichten
Gegenüber dem später beschriebenen Śrīkrama gelten folgende Unterschiede. Bei der Śrīgurupādukā werden nach der anfänglichen Tritārī die fünf Bījas von Bālā, Vāk und Mlauṃ eingefügt. Auf dem Mittelpunkt des Herzlotus meditiert man über den elefantengesichtigen Gott, der rot ist wie unzählige Strahlen der aufgehenden Sonne. Dabei betrachtet man sämtliche eigenen Fehler als verbrannt und den eigenen Körper als von seinem Glanz gerötet. Die Erinnerung an die Strahlengirlande entfällt. An den betreffenden Stellen sind Anrede und ähnliche Formen passend zu verändern. Im Sonnenkreis ist die im Folgenden beschriebene Gestalt des Gottes zu betrachten.
Mantra:
tatpuruṣāya vidmahe vakratuṇḍāya dhīmahī| tanno dantiḥ pracodayāt||
Mit diesem Mantra wird dreimal Arghya dargebracht. Die drei Nyāsas, angefangen mit dem des Ṛṣi, werden unten beschrieben. [Die digitale Lesung der Gāyatrī hat dhīmahī; sie wird hier nicht stillschweigend zur üblichen Form verändert.]
Entschluss und Vorbereitung des vierfach wiederholten Tarpaṇa
Nach Ācamana und Prāṇāyāma nenne man Ort und Zeit und fasse den Entschluss: „Zur Erlangung der Gnade Śrīmahāgaṇapatis werde ich das vierfach wiederholte Tarpaṇa ausführen.“ In einem Fluss oder einem anderen geeigneten Gewässer grenze man ein Quadrat von einer Elle Seitenlänge ab und bitte die Sonne:
„Die heiligen Wasserstätten im Inneren des Weltalls sind von deinen Strahlen berührt, o Sonne. Kraft dieser Wahrheit gewähre mir, o Gott, o Tagesschöpfer, das heilige Wasser.“
Dann bitte man Gaṅgā:
„Ich rufe dich herbei, o Göttin, du Schöne, um hier das Tarpaṇa zu vollziehen. Komm, Gaṅgā! Verehrung sei dir, die du alle heiligen Wasserstätten in dir vereinigst.“
Man spreche die überlieferten Bījas hrāṃ hrāṃ hvūṃ haiṃ hrauṃ hraḥ, rufe mit kroṃ und der Aṅkuśa-Mudrā die heiligen Wasser von Gaṅgā und den anderen Flüssen herbei und beseele das Wasser siebenmal mit vaṃ, dem Nektar-Bīja. [Die auffällige Lautfolge wird nach der elektronischen Vorlage dokumentiert.]
Darin vergegenwärtige man das Mahāgaṇapati-Yantra aus Quadrat, achtblättrigem Lotus, Sechseck und Dreieck. Nach den Nyāsas des Ṛṣi und der übrigen Zuordnungen am eigenen Körper rufe man den Gott mit seinem Gefolge in das Yantra und verehre ihn mit den fünf Darbringungen:
Darbringungsmantras; die Zahl 3 vertritt in der Vorlage die drei vorangestellten Bījas:
śrīṃ hrīṃ klīṃ mahāgaṇapataye laṃ pṛthivyātmakaṃ gandhaṃ kalpayāmi namaḥ (dreimal)
3 mahāgaṇapataye haṃ ākāśātmakaṃ puṣpaṃ kalpayāmi namaḥ (dreimal)
3 mahāgaṇapataye yaṃ vāyvātmakaṃ dhūpaṃ kalpayāmi namaḥ (dreimal)
3 mahāgaṇapataye raṃ vahnyātmakaṃ dīpaṃ kalpayāmi namaḥ (dreimal)
3 mahāgaṇapataye vaṃ amṛtātmakaṃ naivedyaṃ kalpayāmi namaḥ| tadaṅgatvena
3 mahāgaṇapataye saṃ sarvātmakaṃ tāmbūlaṃ kalpayāmi namaḥ (dreimal)
Sandel wird als Erde, die Blume als Raum, Räucherwerk als Luft, die Lampe als Feuer und die Speise als Nektar dargebracht. Betel gehört als Darbringung des Allumfassenden dazu; die angegebenen Formeln sind dreimal zu sprechen.
Das vierfach wiederholte Tarpaṇa
Zuerst vollziehe man zwölfmal das Tarpaṇa mit dem Wurzelmantra und dem Schluss „Ich erquicke Mahāgaṇapati“. Darauf verwende man jeden einzelnen Laut des Wurzelmantras mit dem Schluss svāhā jeweils viermal; nach jedem Laut folgt wiederum viermal das vollständige Wurzelmantra. Bei den dreizehn Paaren, beginnend mit Śrī und Śrīpati, gilt dasselbe: jede Gottheit wird mit ihrem Namen im Akkusativ viermal verehrt, danach der Gott viermal mit dem Wurzelmantra.
Die in der Vorlage vollständig ausgeschriebene Mantrafolge:
oṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ glauṃ gaṃ gaṇapataye baravarada sarvajanaṃ me vaśamānaya svāhā
mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| zwölfmal||
3 oṃ svāhā mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra] mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 śrīṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 hrīṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 klīṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 glauṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 gaṃ svāhā mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 gaṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 ṇaṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 paṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi||viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 taṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 yeṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 vaṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 raṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 vaṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 raṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 daṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 saṃ svāhā mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 vai svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 jaṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 naṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 meṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 vaṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 śaṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 māṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 naṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 yaṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 svāṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 hāṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 śriyaṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 śrīpatiṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 girijāṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 girijāpatiṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmī|| viermal||
3 ratiṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 ratipatiṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 mahīṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 mahīpatiṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 mahālakṣmī svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 mahāgaṇapatiṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 ṛddhiṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 āmodaṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 samṛddhiṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 pramodaṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 kāntiṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 sumukhaṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 madanāvatīṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 durmukhaṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 madadravāṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 avighnaṃ svāhā mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 drāviṇīṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 vighnakartāraṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 vasudhārāṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 śaṅkhanidhiṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 vasumatīṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
3 padmanidhiṃ svāhā| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
[Wurzelmantra]| mahāgaṇapatiṃ tarpayāmi|| viermal||
Die Gesamtzahl der Darbringungen beträgt damit 444. Danach verehre man den Gott nochmals mit dem Wurzelmantra und den fünf bereits beschriebenen Darbringungen und nehme ihn in das eigene Selbst zurück. Damit endet die Ordnung des vierfach wiederholten Tarpaṇa.
Eintritt in das Heiligtum und Beseitigung der Hindernisse
Man begebe sich zum Verehrungsraum, bestreiche den Opferplatz mit Kuhdung und schmücke den Raum mit Bodenzeichnungen, Blumengirlanden und einem Baldachin. An der rechten Türseite, an der linken und oben verehre man der Reihe nach die drei Türgottheiten:
Mantras:
śrīṃ hrīṃ klīṃ bhadrakāḻyai namaḥ|| [an der rechten Türseite]||
3 bhairavāya namaḥ|| [an der linken Türseite]||
3 lambodarāya namaḥ|| [oben an der Tür]||
Nach dem Eintritt lege man die Verehrungsgegenstände rechts nieder und entzünde ringsum Lampen oder zwei Lampen. Man schmücke den eigenen Körper mit Sandel und anderen Stoffen und mache den Mund mit Betel oder den fünf aromatischen Stoffen Jātīpatra, Jātīphala, Nelke, Kardamom und Kampfer wohlriechend.
Der saubere, weich mit Wolle ausgelegte Sitz wird zwölfmal mit dem dritten Bīja Bālās besprochen und mit dem Wurzelmantra besprengt. Mit śrīṃ hrīṃ klīṃ ādhāraśaktikamalāsanāya namaḥ setze man sich nach Osten oder Norden gewandt in Padmāsana oder eine andere geeignete Haltung. Mit śrīṃ hrīṃ klīṃ raktadvādaśaśaktiyuktāya dīpanāthāya namaḥ verehre man Dīpanātha auf dem Boden durch eine Handvoll Blumen.
Mit śrīṃ hrīṃ klīṃ samastaguptaprakaṭasiddhayoginīcakraśrīpādukābhyo namaḥ halte man die gefalteten Hände über dem Haupt. Links verehre man den Lehrer mit der Śrīgurupādukā, rechts den Gott mit dem Wurzelmantra und betrachte die eigene Einheit mit ihnen.
„Śrīṃ hrīṃ klīṃ. Zurückweichen sollen die Wesen, die auf der Erde wohnen. Die Wesen, die Hindernisse bereiten, sollen auf Śivas Geheiß vergehen.“
Nach einmaligem Sprechen dieses Mantras vertreibe man die irdischen, im Zwischenraum befindlichen und himmlischen Hindernisse, die den Anschein der Getrenntheit hervorrufen: zugleich durch dreimaliges Aufstampfen mit der linken Ferse, dreimaliges Händeklatschen, einen strengen Blick und die drei Tālas. Die drei Tālas bestehen darin, dass der nach unten gerichtete rechte Zeige- und Mittelfinger dreimal nacheinander hörbar auf die linke Handfläche schlägt.
Binden der Haarlocke, Reinigung und Mātṛkā-Nyāsa
Mit dem Daumenmantra namaḥ binde man die Haarlocke unter Verwendung der Haken-Geste. Nach der im Śrīkrama beschriebenen Weise vollziehe man die Reinigung der Elemente und die Einsetzung der eigenen Lebenskräfte. Mit dem Wurzelmantra regle man den Atem zwanzig-, sechzehn-, zehn-, sieben- oder dreimal und betrachte sich als nicht verschieden vom lichtgestaltigen Gott.
Unter wiederholtem Sprechen von aiṃ hraḥ astrāya phaṭ setze man das Mantra vom Daumen bis zur Handfläche und an den Ellbogen ein und lasse es den Körper ganz durchdringen. Darauf folgt der im Śrīkrama beschriebene Mātṛkā-Nyāsa. Seine Besonderheit hier ist, dass am Anfang die drei Bījas śrīṃ hrīṃ klīṃ stehen.
Der Nyāsa der sechs Glieder
Mantras:
śrīṃ hrīṃ klīṃ oṃ gāṃ aṃguṣṭhahṛdayāya namaḥ||
3 śrīṃ gīṃ tarjanī śirase svāhā||
3 hrīṃ gūṃ madhyamāśikhāyai vaṣaṭ||
3 klīṃ gaiṃ anāmikākavacāya hum||
3 glauṃ gauṃ kaniṣṭhikānetratrayāya vauṣaṭ||
3 gaṃ gaḥ karatalakarapṛṣṭhāstrāya phaṭ||
Diese sechs Mantras werden am Daumen und den übrigen Handstellen sowie am Herzen und den übrigen Körperstellen eingesetzt. Mit dem Wurzelmantra durchdringe man den Körper dreimal vollständig.
Meditation über Mahāgaṇapati
Im Herzlotus vergegenwärtige man den Gott mit rotem Körper, an dessen linker Seite Siddhalakṣmī ruht und ihn umarmt. Die Mondsichel schmückt sein Haupt. In seinen Händen, von der unteren linken bis zur unteren rechten, und im Rüssel trägt er Zitronenfrucht, Keule, Zuckerrohrbogen, Dreizack, Muschel, Diskus, Schlinge, blauen Lotus, Reisähren, den eigenen Stoßzahn und einen Edelsteinkrug. Schläfensaft strömt von ihm herab. Er ist voller Freude und von Śrī, Śrīpati und den übrigen Gottheiten umgeben. So gedenke man Vighneśvaras, der alle Hindernisse zu vernichten vermag.
Bereitung des Arghya
Nachdem man ihn mit den fünf innerlich vorgestellten Darbringungen verehrt hat, bereite man nach dem später beschriebenen Śrīkrama das allgemeine und das besondere Arghya. Bei beiden werden die erwähnten sechs Gliedermantras verwendet. Für die Aufstellung der Unterlage, des Gefäßes und des Arghya-Nektars dienen der Reihe nach diese Mantras:
Mantras:
śrīṃ hrīṃ klīṃ aṃ agnimaṇḍalāya daśakalā’tmane arghyapātrādhārāya namaḥ||
3 uṃ sūryamaṇḍalāya dvādaśakalā’tmane arghyapātrāya namaḥ||
3 maṃ somamaṇḍalāya ṣoḍaśakalātmane arghyāmṛtāya namaḥ||
Dabei wird der Feuerkreis als aus zehn Kalās bestehend, der Sonnenkreis als aus zwölf und der Mondkreis als aus sechzehn Kalās bestehend verehrt. Die Beseelung erfolgt mit der bereits genannten Gaṇapati-Gāyatrī und mit folgendem Ṛgveda-Mantra:
Mantra:
gaṇānāṃ tvā gaṇapatiṃ havāmahe kavi kavīnāmupamaśravastamam|
jyeṣṭharājaṃ brahmaṇāṃ brahmaṇaspata ā naḥ śṛṇvannūtibhiḥ sīda sādanam||
Die Beseelung mit den vierundneunzig Mantras und die entsprechenden weiteren Handlungen entfallen hier. Mit Tropfen des allgemeinen Arghya besprenge man sich selbst und die Verehrungsgegenstände. Mit Tropfen des besonderen Arghya verehre man dreimal die Gurupādukā auf dem eigenen Haupt und reinige die gesamte Ausstattung der Verehrung.
Einsetzung der Lebenskräfte auf dem Pīṭha
Vor sich bereite man einen Sockel aus rotem Sandel oder einem anderen geeigneten Stoff. Darauf stelle man ein aus Silber oder einem anderen Material gefertigtes Bild Mahāgaṇapatis in der beschriebenen Meditationsgestalt. Stattdessen kann ein Yantra aus Quadrat, achtblättrigem Lotus, Sechseck und Dreieck dienen, mit Zinnober gezeichnet, von einem anderen gezeichnet oder aus Metall gefertigt.
Mantra der Belebung:
śrīgaṇeśayantrasya prāṇā iha prāṇāḥ śrīgaṇeśayantrasya jīva iha sthitaḥ śrīgaṇeśayantrasya sarvendriyāṇi śrīgaṇeśayantrasya vāṅmanaḥprāṇā iha āyāntu svāhā||
Damit werden die Lebenskräfte, das individuelle Leben, sämtliche Sinne, Rede, Geist und Atem des Śrīgaṇeśa-Yantra hier gegenwärtig gesetzt.
Die Kräfte des Sitzes
Im Dreieck verehre man im Uhrzeigersinn, von der vor dem Verehrenden liegenden Stelle aus, ringsum und in der Mitte die neun Pīṭha-Śaktis Gaṇeśas:
Mantras:
1 śrīṃ hrīṃ klīṃ tīvrāyai namaḥ|| 6 śrīṃ hrīṃ klī ugrāyai namaḥ||
2 3 jvālinyai namaḥ|| 7 3 tejovatyai namaḥ||
3 3 nandāyai namaḥ|| 8 3 satyāyai namaḥ||
4 3 bhogadāyai namaḥ|| 9 3 vighnanāśinyai namaḥ||
5 3 kāmarūpiṇyai namaḥ||
Dharma und die weiteren acht Eigenschaften
Am selben Ort verehre man zunächst die Zwischenrichtungen, beginnend mit Südosten, dann die Hauptrichtungen, beginnend mit Osten, der Reihe nach:
Mantras:
1 śrīṃ hrīṃ klīṃ ṛṃ dharmāya namaḥ|| 5 śrīṃ hrīṃ klīṃ ṛṃ adharmāya namaḥ||
2 3 ṛ jñānāya namaḥ|| 6 3 ṝ ajñānāya namaḥ||
3 3 lṛṃ vairāgyāya namaḥ|| 7 3 lṛṃ avairāgyāya namaḥ||
4 3 lṝṃ aiśvaryāya namaḥ|| 8 3 lṝṃ anaiśvaryāya namaḥ||
Verehrt werden Dharma, Erkenntnis, Leidenschaftslosigkeit und Herrschaftskraft sowie ihre Gegenstücke Adharma, Nichterkenntnis, Anhaftung und Ohnmacht.
Die Verehrung Mahāgaṇapatis
Den innerlich meditierten Mahāgaṇapati, der aus Gnade zu seinen Verehrern Lichtgestalt annimmt, führe man zum Brahmarandhra. Durch die gerade offene Nasenöffnung lasse man ihn heraustreten und in den mit Blumen gefüllten gefalteten Händen Gestalt annehmen. Mit dem Wurzelmantra und dem Zusatz mahāgaṇapatim āvāhayāmi rufe man ihn in das Dreieck.
Mit „Sei herbeigerufen“ und den weiteren Formeln sowie den im Śrīkrama beschriebenen Gesten vollziehe man Herbeirufung, Aufstellung, Vergegenwärtigung, Festigung der Gegenwart, Hinwendung und Verhüllung. Man zeige Vandana-, Dhenu- und Yoni-Mudrā und bringe mit dem Wasser des allgemeinen Arghya die fünf Darbringungen von Sandel an aufwärts dar.
Tarpaṇa für Mahāgaṇapati
An das Wurzelmantra füge man śrīmahāgaṇapatiśrīpādukāṃ pūjayāmi an. Mit der linken Hand in Tattva-Mudrā halte man ein Stück des zweiten Stoffes und nehme damit einen Milchtropfen auf; zugleich bringe man mit der rechten Hand eine Blume dar. So erquicke man den Gott zehnmal. Die Tattva-Mudrā gilt auch bei den späteren entsprechenden Handlungen.
Verehrung der sechs Glieder
An den Ecken Südost, Nordost, Südwest und Nordwest, am Scheitel und an den Hauptrichtungen verehre man der Reihe nach:
Mantras:
śrīṃ hrīṃ klīṃ oṃ gāṃ hṛdayāya namaḥ hṛdayaśaktiśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 śrīṃ gīṃ śirase svāhā śiraśśaktiśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 hrīṃ gūṃ śikhāyai vaṣaṭ śikhāśaktiśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 klīṃ gaiṃ kavacāya hum kavacaśaktiśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 glauṃ gauṃ netratrayāya vauṣaṭ netratrayaśaktiśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 gaṃ gaḥ astrāya phaṭ asraśaktiśrīpādukāṃ pūjayāmi||
Die drei Ströme der Lehrer
Hinter dem Gott werden auf drei nach Osten auslaufenden Linien, in der angegebenen südlichen Anordnung, die drei Ströme der Lehrer verehrt.
Der göttliche Strom – Divyaugha:
śrīṃ hrī klīṃ vināyakasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi|
3 kavīśvarasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 virūpākṣasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 viśvasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 brahmaṇyasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 nidhīśasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
Der Strom der Vollendeten – Siddhaugha:
śrīṃ hrīṃ klīṃ gajādhirājasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 varapradasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
Der menschliche Strom – Mānavaugha:
śrīṃ hrīṃ klīṃ vijayasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 durjayasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 jayasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 duḥkhārisiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 sukhāvahasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 paramātmasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 sarvabhūtātmasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 mahānandasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 phālacandrasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 sadyojātasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 buddhasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 śūrasiddhācārya śrīpādukāṃ pūjayāmi||
Andere überlieferte Anordnung des göttlichen Stroms:
śrīṃ hrīṃ hrīṃ vināyakasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 virūpākṣasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 buddhasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 śūrasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 varapradasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
Andere Anordnung des Stroms der Vollendeten:
śrīṃ hrīṃ klīṃ vijayasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 durjayasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 jayasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 kavīśvarasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 brahmaṇyasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 nidhīśasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
Andere Anordnung des menschlichen Stroms:
śrīṃ hrīṃ klīṃ gajādhirājasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 duḥkhārisiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 sadyojātasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 sukhāvahasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 paramātmasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 sarvabhūtātmasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 mahānandasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 śubhānandasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 phālacandrasiddhācāryaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
Die drei Lehrerströme umfassen zusammen zwanzig Lehrer. [Die beiden Anordnungen werden als Varianten dokumentiert. Auch auffällige Bīja-Lesungen der Vorlage werden nicht zu einer neuen Ritualfassung vereinheitlicht.]
Verehrung der fünf Umkreise
Erster Umkreis: Im Zwischenraum zwischen Dreieck und Sechseck, in den Hauptrichtungen von Osten an, verehre man der Reihe nach:
śrīṃ hrīṃ klīṃ śrīśrīpatiśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 girijāgirijāpatiśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 ratiratipatiśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 mahīmahīpatiśrīpādukāṃ pūjayāmi||
Zweiter Umkreis: Im Sechseck beginne man mit der Ecke vor dem Gott, gehe im Uhrzeigersinn weiter und verehre anschließend an seiner rechten und linken Seite:
śrīṃ hrīṃ klīṃ ṛdhdyāmodaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 samṛddhipramodaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 kāntisumukhaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 madanāvatīdurmukhaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 madadravāvighnaśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 drāviṇīvighnakartṛśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 vasudhārāśaṅkhanidhiśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 vasumatīpadmanidhiśrīpādukāṃ pūjayāmi||
Dritter Umkreis: An den sechs Verbindungsstellen des Sechsecks werden wie zuvor die sechs Gliedergottheiten verehrt.
Vierter Umkreis: Auf dem achtblättrigen Lotus verehre man, beginnend mit Westen und anschließend mit Nordwesten, in den Haupt- und Zwischenrichtungen im Uhrzeigersinn:
śrīṃ hrīṃ klīṃ āṃ brāhmīśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 īṃ māheśvarīśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 ūṃ kaumārīśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 ṝṃ vaiṣṇavīśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 lṝṃ vārāhīśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 aiṃ māhendrīśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 auṃ cāmuṇḍāśrīpādukāṃ pūjayāmi||
3 aḥ mahālakṣmīśrīpādukāṃ pūjayāmi||
Fünfter Umkreis: Auf der Linie des Quadrats, in den acht Richtungen von Osten an, verehre man der Reihe nach:
śrīṃ hrīṃ klīṃ lāṃ indrāya vajrahastāya surādhipataye
airāvatavāhanāya saparivārāya namaḥ||
3 rāṃ agnaye śaktihastāya tejo'dhipataye
ajavāhanāya saparivārāya namaḥ||
3 ṭāṃ yamāya daṇḍahastāya pretādhipataye
mahiṣavāhanāya saparivārāya namaḥ||
3 kṣāṃ nirṛtaye khaḍgahastāya rakṣo'dhipataye
naravāhanāya saparivārāya namaḥ||
3 vāṃ varuṇāya pāśahastāya jalādhipataye
makaravāhanāya saparivārāya namaḥ||
3 yāṃ vāyave dhvajahastāya prāṇādhipataye
ruruvāhanāya saparivārāya namaḥ||
3 sāṃ somāya śaṅkhahastāya nakṣatrādhipataye
aśvavāhanāya saparivārāya namaḥ||
3 hāṃ īśānāya triśūlahastāya
vidyā'dhipataye vṛṣabhavāhanāya saparivārāya namaḥ||
Man vergegenwärtige sich sämtliche Umkreisgottheiten dem Hauptgott zugewandt und sich selbst bei ihrer Verehrung jeweils ihnen zugewandt.
Erneutes Tarpaṇa und die sechzehn Darbringungen
Nach der Verehrung der fünf Umkreise erquicke man den Gott wiederum zehnmal wie zuvor und verehre ihn mit den sechzehn Darbringungen: Fußwasser, Arghya, Wasser zum Mundspülen, Bad, Gewand, Duftstoff, Blumen, Räucherwerk, Lampe, kreisendes Licht, Schirm, ein Paar Wedel, Spiegel, Speise, Trinkwasser und Betel.
Die Formeln lauten nach dem Muster śrīṃ hrīṃ klīṃ mahāgaṇapataye pādyaṃ kalpayāmi namaḥ mit der jeweiligen Darbringung. Für die Speise zeichne man ein Maṇḍala aus Dreieck, Kreis und Quadrat, besprenge es mit dem Wurzelmantra, verwandle die Speise mit vaṃ und der Dhenu-Mudrā in Nektar, beseele sie siebenmal mit dem Wurzelmantra und zeige die Mudrās von Prāṇa und den übrigen Lebenskräften. Auch die hier nicht eigens aufgezählten Wassergaben vor und nach dem Essen, das Händewaschen, Ausspülen und erneute Ācamana sind als Bestandteile der Speisedarbringung wie zuvor zu vollziehen.
Das Feueropfer
Nach der im Śrīkrama beschriebenen Weise vollziehe man die Handlungen von der Bereitung des Opferplatzes bis zu den fünf Darbringungen an die Hauptgottheit. Dann opfere man mit:
śrīṃ hrīṃ klīṃ śriyai svāhā. śriyā idaṃ na mama.
śrīṃ hrīṃ klīṃ śrīpataye svāhā. śrīpataye idaṃ na mama.
So werden die zwanzig Gottheiten von Śrī bis Vighnakartṛ, unter Auslassung des fünften Paares, mit jeweils einer Gabe geklärter Butter bedacht. Die Namen stehen im Dativ, die drei Bījas am Anfang und svāhā am Schluss. Die Benennung des Empfängers und der Verzicht „Dies gehört ihm, nicht mir“ gehen mit der Opfergabe einher.
Der Hauptgottheit Mahāgaṇapati opfere man anschließend zehnmal mit dem Wurzelmantra. Dann bringe man den unten beschriebenen Bali dar und vollende die übrigen Handlungen mit den großen Vyāhṛtis und den weiteren Formeln.
Die Bali-Darbringung
Wird kein Feueropfer ausgeführt, bringe man lediglich Bali dar. Links vor sich zeichne man ein Maṇḍala aus Dreieck, Kreis und Quadrat und verehre es mit Duftstoff und den übrigen Gaben unter aiṃ vyāpakamaṇḍalāya namaḥ. Darauf stelle man ein Gefäß mit Wasser, halb mit gekochter Speise gefüllt, und mit Milch und den weiteren drei angegebenen Stoffen versehen.
Dreimal spreche man oṃ hrīṃ sarvavighnakṛdbhyaḥ sarvabhūtebhyo huṃ phaṭ svāhā. Mit der rechten Hand gieße man Milch, die von der linken Hand in Tattva-Mudrā berührt wird, über den Bali. Mit der Bāṇa-Mudrā vergegenwärtige man sich, dass die Wesen den Bali angenommen haben, und verneige sich.
Tarpaṇa, Japa und Lobpreis
Nach dem Waschen von Händen und Füßen und dem Ācamana kehre man zurück, erquicke den Gott dreimal mit dem Wurzelmantra, bringe eine Handvoll Blumen dar, umschreite ihn und verneige sich. Dann vollziehe man Japa.
Für das große Mantra Śrīmahāgaṇapatis verehre man am Kopf den Seher Gaṇaka, am Mund das Versmaß Nicṛd-Gāyatrī, am Herzen die Gottheit Mahāgaṇapati, an der verborgenen Stelle das Bīja gaṃ, an den Füßen die Kraft svāhā, am Nabel den Verschlusslaut oṃ und in den zusammengelegten Händen die Verwendung zur Erfüllung des eigenen erwünschten Ziels.
Mit den bereits genannten sechs Gliedermantras vollziehe man den Nyāsa an Daumen und den weiteren Stellen sowie an Herz und den weiteren Körperstellen. Man meditiere in der zuvor beschriebenen Weise, nehme die nach dem Śyāmākrama geweihte Gebetskette und wiederhole das Wurzelmantra nach der im Śrīkrama gelehrten Ordnung hundertachtmal. Dann vollziehe man erneut Nyāsa und die übrigen Handlungen.
„Du Hüter des verborgensten Geheimnisses, nimm das von uns vollzogene Japa an. Durch deine Gnade möge die Vollendung in mir fest begründet sein, o Gott.“ [Der Anfang dieses Gebets ist in der ergänzenden digitalen Fassung fehlerhaft erfasst.]
Mit Wasser des allgemeinen Arghya vergegenwärtige man sich die Übergabe des Japa in die rechte Hand des Gottes und spreche den Lobpreis.
Das von Sadāśiva verkündete Gaṇeśāṣṭaka
Textgrundlage dieses Abschnitts: Die elektronische Gesamtfassung bricht zuvor mitten im Nyāsa ab. Die Fortsetzung einschließlich dieses Hymnus und der Suvāsinī-Verehrung ist nach der zweiten Digitalisierung ergänzt; ihre beschädigten Lesungen werden nicht als gesicherter Wortlaut ausgegeben.
Der erhabene Herr sprach: „Ich werde den Lobpreis Gaṇeśas verkünden, der im Kali-Zeitalter rasch Vollendung gewährt. Weder Nyāsa noch besondere Weihe, weder Feueropfer noch Tarpaṇa oder rituelle Besprengung sind dafür erforderlich. Durch fünftausend Wiederholungen, durch Verehrung und durch die Speisung von fünfhundert Brahmanen gelingt er.“ [Die syntaktische Verbindung der letzten Bedingungen ist in der digitalen Lesung gestört.]
Seher des Mantras der Lobpreisgirlande Śrīgaṇapatis ist der erhabene Śrīsadāśiva, das Versmaß ist Uṣṇih, die Gottheit Śrīgaṇapati; seine Verwendung im Japa dient der Erlangung von Śrīgaṇapatis Gnade.
Meditation: Ich preise den Herrn der Scharen, vierarmig, rotleibig und dreiäugig. In seinen Händen trägt er Schlinge, Haken, eine Schale mit Modakas und den Stoßzahn. Er sitzt auf einem Lotus, und die Mondsichel schmückt sein Haupt.
1. Oṃ. In ausschließlicher Versenkung in Vināyaka werden die freudebringenden Modakas als Verehrung dargebracht; sie erfreuen den Freudvollen. Aus neuem Getreide bereitet, ungebrochen und ganz werden sie ihm dargebracht. [Die Wortspiele und mehrere Worttrennungen dieser Strophe sind beschädigt; ihre genaue syntaktische Gestalt bleibt offen.]
2. Ich verehre den Elefantengesichtigen, frei von Unterschieden innerhalb derselben Art, zwischen verschiedenen Arten und innerhalb seiner selbst: unbefleckt, ohne Eigenschaften, ohne Gestalt und ohne Tätigkeit; die höchste Stätte, deren Wesen Sein, Bewusstsein und Glück ist und die durch ihre eigene Māyā eine Gestalt angenommen hat.
3. Herr der Scharen, du bist der Achtgestaltige, der Sohn des Herrn und selbst der Herr. Du bist Raum und Wasser, Feuer und Wind. Du bist der geweihte Opfernde, die Erde, der Mond und die Sonne, der Grund der Bewegung alles Beweglichen und Unbeweglichen, der die Hindernisse zur Ruhe bringt.
4. Wir preisen den Elefantengesichtigen, der vieles gewährt, dunkel wie der Tamāla-Baum und schön durch seinen einen Stoßzahn. Er ist die Wohnstätte der vedischen Lehren und der Scharen edler Künste, die Sonne, welche die schwer durchdringliche Finsternis der Hindernisse stillt, und er ist seinen Schutzsuchenden freigebig. [Die Aussage zum „Nektarmeer“ ist in der vorliegenden Lesung nicht eindeutig verständlich.]
5. Unter dem Klang kostbarer goldener Glöckchen und dem Schall der Fußringe, zum Rhythmus und den vielfältigen Klängen der Mṛdaṅga, zu den Lauten „dhimid-dhimitta“, „aṅgatoṅga“ und „theyi-theyi“, tanzt Vināyaka vor dem mit der Mondsichel geschmückten Herrn.
6. Ich verneige mich vor Vināyaka, dem einzigen Herrn selbst des Herrn der Himmlischen, dem ursprünglichen Puruṣa, dem Ursprung der Entfaltung aller Künste, dem Herrn der Scharen und der Eigenschaften, der aus dem eigenen Wesen Maheśvaras geboren ist und denen unermessliche Herrlichkeit schenkt, die seinen Füßen dienen.
7. Ich verehre den mächtig Bäuchigen, dessen Schmuck Schlangen sind, den Sanandana und die anderen verehren und dem alle Vollendeten dienen. Den Scharen der Götter und Gegengötter verleiht er Sieg beziehungsweise Furcht. Er vernichtet sämtliche Hindernisse und steht seinen Verehrern bei. [Ein Wort im vorletzten Halbvers ist in der Vorlage gestört.]
8. Mit Armreifen an seinen Lotushänden und Scharen von Glöckchen an seinen Lotusfüßen, ein Meer von Vorzügen, den Schlangenherrscher als Körperschmuck: Möge Gaṇeśvara, der die Hindernisse der drei Welten stillt und allein Bewusstsein zur Gestalt hat, uns über den Ozean des Werdens und seine vielerlei schwer zu überwindenden Gefahren hinüberführen.
Frucht des Hymnus: Wenn ein Mensch voll Hingabe, rein und mit gesammeltem Geist diesen achtgliedrigen Lobpreis Gaṇeśas vom höchsten Lehrer täglich zu den drei Übergangszeiten liest, werden ihm unvergleichliche Śrī samt ihren Vollendungen und die gehaltvolle Śāradā gleichsam zu Dienerinnen. Was wäre dann noch über die Erfüllung gewöhnlicher Wünsche zu sagen?
Verehrung einer Suvāsinī
Dann vollende man nach der im Śrīkrama beschriebenen Ordnung die Verehrung einer Suvāsinī, die Annahme der Opfergabe, die Verabschiedung der Gottheit und die weiteren Handlungen. Hier kommt zur Verehrung der Suvāsinī die eines Baṭuka hinzu. Sein Mantra lautet śrīṃ hrīṃ klīṃ baṃ baṭukāya namaḥ.
An beide richte man die Bitte: „Möge mir die Vollendung des Mantras ohne Hindernis zuteilwerden.“ Sie antworten: „So sei es.“ Bei der Reinigung der drei Tattvas füge man an das Wurzelmantra die Formel amukatattvaṃ śodhayāmi namaḥ svāhā an, wobei das betreffende Tattva einzusetzen ist. Dies sind die Besonderheiten.
Puraścaraṇa
Während man diese tägliche Praxis fortführt, vollziehe man nach der im Śyāmākrama beschriebenen Ordnung ein Puraścaraṇa von achtundzwanzigtausend Mantrawiederholungen. Da gegenwärtig Kali-Yuga ist, wird diese Zahl vervierfacht. Am ersten Tag werden tausend, anschließend täglich dreitausend Wiederholungen ausgeführt. Die Zahl der Feueropfer beträgt ein Zehntel der Japa-Zahl, die Zahl der Tarpaṇas ein Zehntel davon und die Zahl der zu speisenden Brahmanen wiederum ein Zehntel davon.
Die acht Opferstoffe sind Modakas, gepresster Reis, gerösteter Reis, Getreidemehl, Zuckerrohrstücke, Kokosnuss, reiner Sesam und gut gereifte Bananen.
Die Modakas sollen ganz bleiben und die Größe eines Bissens haben; gepresster Reis, gerösteter Reis und Mehl werden jeweils handvollweise verwendet. Die Größe des Zuckerrohrs ist bereits im Vers durch seine Glieder bestimmt. Eine Kokosnuss wird in acht Teile geteilt. Sesam wird in der Menge einer kleinen Handhöhlung oder von hundert Körnern genommen. Kleine Bananen bleiben ganz; große werden nach Belieben geteilt.
Die Stoffe werden mit Honig, Milch und geklärter Butter benetzt und einzeln in der Reihenfolge des Verses dargebracht. Auf jeden entfällt ein Achtel der Gesamtzahl der Feueropfer; der Text nennt hierfür 350. [Diese Zahl gehört zur unmultiplizierten Grundzahl; sie wird nicht stillschweigend an die zuvor genannte Kali-Yuga-Vervierfachung angepasst.] Die je eine Gabe an die Umkreisgottheiten und die zehn Gaben an die Hauptgottheit, die diesem Opfer mit den acht Stoffen vorausgehen, bestehen allein aus geklärter Butter. Die Vorbereitung des Tarpaṇa ist dieselbe wie beim vierfach wiederholten Tarpaṇa.
Wer durch solches Puraścaraṇa sein Mantra vollendet hat, widme sich bei selbständiger Verehrung auch den anlassbezogenen Verehrungen nach dem Śrīkrama. Strebt er die Erfüllung bestimmter Wünsche an, verehre er mit den im Śyāmākrama für den jeweiligen Wunsch gelehrten Stoffen. Mit erfülltem Entschluss möge er glücklich leben. Heil sei!
Kolophon
So endet im Nityotsava-Nibandha, der dem Kalpasūtra folgt und von Umānandanātha verfasst wurde, dessen Geist einer Biene an den Lotusfüßen Śrībhāsurānandanāthas gleicht, der zweite Ullāsa, Taruṇa, mit der Darstellung der Praxisfolge Mahāgaṇapatis.
Dritter Ullāsa: Yauvana – der Śrīkrama
Einleitende Verehrung und Übersicht
Nach der Verneigung vor den beiden Lotusfüßen Śrībhāsurānandanāthas fügt Umānandanātha den wunderbaren Yauvanollāsa zusammen. Hier wird die Verehrungsfolge Mahātripurasundarīs dargelegt, auf der die anschließend gelehrten Praxisfolgen Gaṇapatis und der anderen Gottheiten beruhen.
Dem ehrwürdigen Śrībhāsurānandanātha, unserem ursprünglichen Lehrer, widmet Umānandanātha diesen Yauvanollāsa, der mit dem Śrīkrama beginnt und für die Übenden eine Wurzel des Heils bildet.
Hier gibt es sieben Lehrabschnitte: tägliche Pflichten, Verehrung, Feueropfer, Mudrās, Nyāsas, Japa und anlassbezogene Verehrungen. Zu den täglichen Pflichten gehören die Meditation über den Lehrer, die Atemregelung, die Betrachtung des Bewusstseins, die innerliche Wiederholung des Wurzelmantras, die Erinnerung an die Strahlengirlande, das Bad und die Sandhyā.
Der Abschnitt über die Verehrung umfasst die Türverehrung, den eigenen Schmuck, die Ordnung des Sitzens, die Verehrung Dīpanāthas, die Bereitung des Śrīcakra, die Verehrung des Heiligtums, die Reinigung der Elemente und die Beseitigung der Hindernisse. Es folgen die Gesamtheit der Nyāsas, die Aufstellung der Gefäße, die Verehrung der Mutter, die Gesten, die Verehrung der sechs Glieder, der Nityās und der Lehrer sowie die neun Umkreise und die erneute Verehrung der Göttin.
Danach folgen die Meditation über Kāmakalā, die Erinnerung an das Saubhāgyahṛdaya, das fakultative Feueropfer, die Bali-Darbringung, Japa und Lobpreis, die Verehrung der Suvāsinī, die Reinigung der Tattvas, die Verabschiedung der Gottheit und des besonderen Arghya, eine verkürzte Verehrungsordnung, die auf das Ritual bezogenen Regeln, die Zeichnung des Śrīcakra und seine Weihe. Die weiteren Verfahren, angefangen mit dem Feueropfer, vermitteln jeweils die Kenntnis ihrer Ausführung.
Mögen in der Welt auch andere dem Kalpasūtra folgende Praxisordnungen bestehen: Diese hier ist so angelegt, dass sie im Allgemeinen keiner anderen bedarf. Sie gilt gemeinsam für die fünfzehnsilbige Kādi- und Hādi-Vidyā. Die Besonderheiten der Śrīṣoḍaśī werden an den jeweiligen Stellen angegeben.
Allen Mantras des Śrīkrama wird die Tritārī aiṃ hrīṃ śrīṃ vorangestellt; sie wird nicht nochmals hinzugefügt, wenn sie bereits am Anfang steht. Der begnadete Schüler mit den zuvor genannten Eigenschaften, der von einem entsprechend geeigneten Lehrer die Einweihung empfangen hat, beginne nach der Verehrung Mahāgaṇapatis den Śrīkrama.
Erster Lehrabschnitt: Die täglichen Pflichten
Meditation über den Lehrer
In der Brahma-Stunde stehe man auf und setze sich auf das eigene Lager. Zur Tilgung des Unheils vollziehe man zuerst Folgendes:
Auf dem Sitz im Mittelpunkt des Lotus am eigenen Brahmarandhra meditiere der Verständige freudig über Śrībhāsuranātha: von Śivas Gestalt, hell, mit weißen Gewändern, Girlanden, Schmuck und Salbung; mit einem von Mitgefühl feuchten Blick und lächelndem Gesicht. Seine Lotushände zeigen die Gewährung von Gaben und Furchtlosigkeit. Auf seinem linken Schoß sitzt seine Śakti, goldgelb von Körper, rot gekleidet und mit einem Lotus in der linken Hand; ihr rechter Arm umschlingt ihn.
Gurupādukā-Mantra nach der elektronischen Lesung:
aiṃ hrīṃ śrīṃ hskhpheṃ hasakṣamalavarayūṃ sahakṣamalavarayīṃ hsauṃ shauḥ amukāmbāsahitaśrī amukānandanāthaguruśrīpādukāṃ pūjyayāmi.
[Die Namensstellen mit amuka sind Platzhalter der Vorlage. Die ungewöhnlichen Bīja-Lesungen und pūjyayāmi werden hier dokumentiert; diese Textgestalt ist keine geprüfte Rezitationsfassung.]
Nach dem Mantra verneige man sich mit den fünf Mudrās Sumukha, Suvṛtta, Caturaśra, Mudgara und Yoni. Ihre Formen werden im Mudrā-Abschnitt beschrieben. Dann lobe man den Lehrer:
„Verehrung dir, o Herr, erhabener Śiva in Lehrergestalt, der du viele Gestalten angenommen hast, damit die Herabkunft der Vidyā sich vollende.
Verehrung dir, dem immer Neuen, dem Neungestaltigen, dessen Wesen die höchste Wirklichkeit ist, der die Finsternis aller Unwissenheit spaltet und verdichtetes Bewusstsein ist.
Du bist frei, hast aus Mitgefühl Gestalt angenommen und bist Śiva selbst. Zugleich lässt du dich von deinen hingebungsvollen Verehrern bestimmen, für die du zur heilvollen Gestalt wirst.
Du bist die Unterscheidungskraft der Unterscheidenden, die Selbstbetrachtung der Betrachtenden, das Licht der Leuchtenden und die Erkenntnis der Erkennenden.
Vor dir, zu beiden Seiten, hinter dir, über und unter dir verneige ich mich. Errichte deinen Sitz allezeit in der Gestalt meines eigenen Bewusstseins.“
Mit diesen fünf Strophen preise man ihn bei gesammeltem Geist. Ihre Wiederholung beim morgendlichen Erwachen macht den Tag zu einem guten Tag.
Regelung des Atems
Man stelle sich den ganzen eigenen Körper von dem Nektar durchströmt vor, der von den beiden Lotusfüßen des Lehrers herabfließt. Mit śivādiśrīgurubhyo namaḥ falte man die Hände über dem Haupt und regle dreimal den Atem.
Einmal das Wurzelmantra wiederholend atme man durch Piṅgalā ein. Während dreier Wiederholungen halte man den Atem in Suṣumnā an und betrachte dabei in den Lotuszentren Mūlādhāra, Anāhata und Ājñā nacheinander die drei Mantragipfel als rot, gelb und weiß. Während einer Wiederholung atme man durch Iḍā aus. Andernorts findet sich auch die umgekehrte Zuordnung von Piṅgalā und Iḍā beim Ein- und Ausatmen.
Betrachtung des Bewusstseins
Sind dadurch die Bewegungen von Atem und Geist geregelt, betrachte man das höchste Bewusstsein: vom Mūlādhāra bis zum Brahmarandhra aufsteigend, wie eine Blitzranke geformt, gelbrot leuchtend wie die junge Morgenröte, flammend und die Ursache von allem.
Innere Wiederholung des Wurzelmantras
Nachdem die Menge seiner Strahlen das gesamte Geflecht des Unheils zu Asche verbrannt hat, wiederhole man das Wurzelmantra zehnmal im Geist.
Erinnerung an die Strahlengirlande
Die später angegebenen Mantras der Strahlengirlande wiederhole man je einmal. Diese Wiederholung betrifft nach dem Text die Angehörigen der ersten drei Varṇas. Besteht unmittelbar beim Erwachen ein dringendes körperliches Bedürfnis, erfülle man zuerst dieses und vollziehe danach die beschriebenen Handlungen. Damit sind die frühmorgendlichen Pflichten dargelegt.
Vergegenwärtigung der Ajapā-Gāyatrī
[Der folgende Abschnitt steht in der digitalen Vorlage in eckigen Klammern.]
Nachdem man so zur Göttin gebetet hat, bringe man das durch die Unterweisung des Lehrers erkannte, von selbst bestehende Ajapā-Japa dar. Man fasse den Entschluss: „Das von mir am vergangenen Tag als Ein- und Ausatmung vollzogene Ajapā von einundzwanzigtausendsechshundert Atemzügen bringe ich den Gottheiten dar, die in den sieben Cakras vom Mūlādhāra bis zum Brahmarandhra wohnen.“
Fünfundzwanzigmal wiederhole man haṃsaḥ so'ham und betrachte danach Ein- und Ausatmung als Gestalt der Gāyatrī:
„Was ich vom Morgen bis zum Abend und vom Abend bis zum Morgen tue, o Ursprung der Welt, das sei deine Verehrung.“
Gebet an die Erde und morgendliche Reinigung
„O Göttin, deren Gewand das Meer ist und deren Brüste die Berge sind, Gemahlin Viṣṇus, Verehrung sei dir. Vergib mir, dass meine Füße auf dir gehen.“
Nach diesem Gebet an die Erde setze man den Fuß der Seite, auf der der Atem gerade fließt, auf den Boden und erhebe sich. Außerhalb des Dorfes erledige man die Ausscheidung und Reinigung nach der Smṛti-Regel.
„Lebensdauer, Kraft, Ruhm, Glanz, Nachkommen, Tiere und Güter, Einsicht in Brahman und Gedächtniskraft gewähre uns, o Herr des Waldes.“
Mit diesem Mantra beseele man das Zahnreinigungshölzchen. Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ klīṃ kāmadevāya sarvajanapriyāya namaḥ reinige man die Zähne, mit der Tritārī und der Hṛllekhā die Zunge. Nach Entfernung von Schleim, Reinigung der Nase und Beseitigung der Augenabsonderungen spüle man den Mund zwanzigmal. Mit den folgenden vier Formeln wasche man das Gesicht und vollziehe das Ācamana nach der Smṛti:
aiṃ hrīṃ śrīṃ śrīṃ;
aiṃ hrīṃ śrīṃ oṃ śrī hrīṃ śrīṃ kamale kamalālaye prasīda prasīda śrī hrīṃ śrīṃ oṃ mahālakṣmyai namaḥ;
ai hrīṃ śrīṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ;
aiṃ hrīṃ śrīṃ śrīṃ sahakalahrīṃ śrīṃ.
Das Bad
Nach dem vedischen Bad in einem Fluss oder an einem anderen geeigneten Ort fasse man den Entschluss: „Zur Freude Śrīlalitās werde ich das tantrische Bad vollziehen.“ Vor sich grenze man im Wasser ein Quadrat von einer Elle Seitenlänge ab und bitte die Sonne:
„Die heiligen Wasserstätten im Inneren des Weltalls sind von deinen Strahlen berührt. Kraft dieser Wahrheit gewähre mir das heilige Wasser, o göttlicher Tagesschöpfer.“
Dann bitte man Gaṅgā: „Ich rufe dich hierher zum Bad, o Göttin, du Schöne. Komm, Gaṅgā! Verehrung sei dir, die du alle heiligen Wasserstätten in dir vereinigst.“
Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ hrāṃ hrīṃ hvūṃ hraiṃ hrauṃ hraḥ kroṃ und der Aṅkuśa-Mudrā durchbreche man innerlich den Sonnenkreis und rufe daraus Gaṅgā und sämtliche heiligen Wasserstätten herbei. Mit vaṃ, dem Wasser-Bīja, beseele man das Wasser siebenmal. Unter wiederholtem Sprechen des Wurzelmantras gieße man drei Hände voll Wasser über den Kopf und trinke dreimal Wasser. Mit dem Wurzelmantra und śrīlalitāṃ tarpayāmi vollziehe man dreimal Tarpaṇa; mit dem Wurzelmantra und der Yoni-Mudrā besprenge man sich dreimal.
Beim Bad im Haus entfällt das Tarpaṇa. Ist man zum Bad nicht imstande, vollziehe man nach der Smṛti entweder das Mantra- oder das Aschebad und führe lediglich dreimal Ācamana und Besprengung mit dem Wurzelmantra aus.
Die Sandhyā
Man lege zwei gewaschene Gewänder an, trage die vorgesehenen religiösen Stirnzeichen auf, vollziehe die vedische Sandhyā und anschließend die tantrische. Mit dem Wurzelmantra nehme man dreimal Wasser zum Ācamana, wische zweimal den Mund und berühre ihn einmal; danach berühre man Augen, Nasenöffnungen, Ohren, Schultern, Nabel, Herz und Kopf. So vollziehe man dreimal Ācamana, regle den Atem wie zuvor und besprenge sich dreimal.
Mit Wasser in den gefalteten Händen bringe man der aufgehenden Sonne dreimal Arghya dar, mit aiṃ hrīṃ śrīṃ hrāṃ hrīṃ hrūṃ maḥ mārttaṇḍabhairavāya prakāśaśaktisahitāya svāhā. Im Sonnenkreis vergegenwärtige man das Śrīcakra und darin die Göttin:
„Man meditiere über Lalitāmbikā auf Kāmeśvaras Schoß, leuchtend wie Rubin, mit roten Gewändern, Girlanden und Salbungen und mit Schmuck an allen Gliedern. Sie ist der Schatz der Schönheit und erstrahlt mit Pfeilen, Bogen, Schlinge und Haken. Von ihren eigenen Kräften, angefangen mit Aṇimā, wird sie verehrt; alles lenkt sie. Ihr Leib ist Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit. Ihr Seitenblick bewegt sich voller Mitgefühl. Sie ist die einzige Mutter aller Welten und hat ein lächelndes Gesicht.“
Reihenfolge und Gestalt ihrer Waffen werden im Abschnitt über die Verehrung beschrieben.
Mantra der Darbringung an die große Herrin nach der Vorlage:
aiṃ hrīṃ śrīṃ ka e ī la hrīṃ tripurasundari vidmahe aiṃ hrīṃ śrīṃ ha sa ka ha la hrīṃ pīṭhakāmini dhīmahi. aiṃ hrīṃ śrīṃ sakalahīṃ tannaḥ klinne pracodayāt.
Mit diesem Mantra bringe man dreimal Arghya dar, mit dem Wurzelmantra dreimal Tarpaṇa und anschließend Ācamana wie zuvor. Man vollziehe die im Japa-Abschnitt beschriebenen Nyāsas des Ṛṣi und der übrigen Zuordnungen und wiederhole das Wurzelmantra hundertachtmal. Dann folgen erneut Hand- und Gliedernyāsa und die weiteren Handlungen. Mit dem später angegebenen Mantra übergebe man das Japa der Göttin, vollziehe Ācamana und entlasse das im Maṇḍala vergegenwärtigte heilige Wasser mit der Verabschiedungsgeste in die Sonne.
Nach Auffassung des Sūtra-Verfassers ist allein diese morgendliche Sandhyā vorgeschrieben, nicht auch eine mittägliche oder andere. Danach beschaffe man die Gegenstände der Verehrung und vollziehe Brahmayajña und die weiteren Pflichten. Heil sei! Damit endet der erste Lehrabschnitt über die täglichen Pflichten.
Abgetrennte Editionsnotiz zur Sandhyā: Eine in die digitale Textzeile geratene Variantenfußnote beschreibt für die Ṣoḍaśī-Verehrung die Reinigung mit den drei Mantraabschnitten, umschlossen von zehn Bījas, und die Reinigung aller Tattvas mit dem vollständigen Wurzelmantra. Sie ist kein zusätzlicher Satz der fortlaufenden Grundtextanweisung.
Zweiter Lehrabschnitt: Die Verehrung
Eintritt in den Verehrungsraum
Schweigend begebe man sich zum Verehrungsraum. Tür, Opferplatz und Innenraum seien mit Kuhdung gereinigt, mit Bodenzeichnungen geschmückt und mit Räucherwerk durchduftet; ein Baldachin und Blumengirlanden seien angebracht. Am Westeingang stehend verehre man an der rechten und linken Türseite sowie oben die drei Türgottheiten mit aiṃ hrīṃ śrīṃ bhadrakāḻyai namaḥ, aiṃ hrīṃ śrīṃ bhairavāya namaḥ und aiṃ hrīṃ śrīṃ lambodarāya namaḥ.
Nach dem Eintritt vollziehe man Ācamana und fasse unter Nennung von Ort und Zeit den Entschluss: „Zur Erlangung der Gnade Śrīlalitās werde ich nach meinen Kräften die Praxisfolge vollziehen.“ Man trage rote Gewänder, Schmuck, Salbung und Girlanden; diese Ausstattung kann auch allein in der Vorstellung hervorgebracht werden. Betel oder die fünf aromatischen Stoffe Jātīpatra, Jātīphala, Nelke, Kardamom und Kampfer machen den Mund wohlriechend.
Der saubere, weich mit Wolle oder Stoff ausgelegte Sitz, beispielsweise eine bunte Decke, wird zwölfmal mit dem dritten Bīja Bālās beseelt und mit dem Wurzelmantra besprengt. Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ ādhāraśaktikamalāsanāya namaḥ verehre man ihn mit Blumen und ungebrochenen Reiskörnern. Nach Osten oder Norden gewandt nehme man Padmāsana oder eine andere geeignete Haltung ein.
[Die Vorlage fügt in Klammern hinzu:] Im Kulārṇava heißt es: „In welche Richtung sich der Mantrin auch wendet, um Tripurā zu verehren: Hinter der Göttin ist dann Osten, vor Tripurā Westen.“ Demnach gilt der Raum zwischen Verehrerin beziehungsweise Verehrer und Gottheit als Westen.
[Ein weiterer eingeklammerter Zusatz:] Im Śaktisaṅgama-Tantra werden für wunscherfüllende Japa-Praktiken außerhalb der täglichen, anlassbezogenen und Puraścaraṇa-Riten bewegliche Sitze wie Elefant und Pferd genannt. Sind diese nicht verfügbar, werden aus Erde oder Kuśa gefertigte Formen, Schaukeln und bestimmte Bäume angegeben. Aus Sorge um den Umfang werden die Belegstellen nicht ausgeschrieben.
Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ raktadvādaśaśaktiyuktāya dīpanāthāya namaḥ bringe man eine Handvoll Blumen auf dem Boden dar. Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ samastaguptaprakaṭasiddhayoginīcakraśrīpādukābhyo namaḥ falte man die Hände über dem Kopf. Links verehre man den Lehrer mit dem zuvor genannten Gurupādukā-Mantra und den fünf Mudrās, rechts Gaṇapati mit seinem Mantra. Durch wiederholtes Sprechen von aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ hraḥ astrāya phaṭ durchdringe man Daumen bis kleinen Finger, beide Handflächen, Ellbogen und den gesamten Körper.
Bereitung des Śrīcakra
In einem Abstand von vierundzwanzig Fingerbreiten vor sich bereite man einen sauberen, ebenen, mit Kuhdung bestrichenen Opferplatz von einer Elle Größe oder eine geeignete Platte aus Gold, Silber, Kupfer oder einem anderen Material. Mit einem goldenen oder anderen Zeichenstift und mit Milch vermischtem Zinnober oder Kuṅkuma zeichne man das Śrīcakra oder lasse es zeichnen.
Es besteht aus Bindu, Dreieck, Acht-Dreieck-Kreis, den beiden Zehn-Dreieck-Kreisen, dem Vierzehn-Dreieck-Kreis, dem Kreis des Lotusinneren, dem achtblättrigen Lotus, einem weiteren Innenkreis, dem sechzehnblättrigen Lotus, drei begrenzenden Kreisen und drei Quadraten. Das Zeichenverfahren wird am Ende dieses Lehrabschnitts erklärt.
Belebung des Yantra
Obwohl das Sūtra sie nicht nennt, vollziehe man die in anderen Tantras gelehrte und von der Überlieferung anerkannte Einsetzung der Lebenskräfte des Yantra:
aiṃ hrīṃ śrīṃ śrīcakrasya prāṇā iha prāṇāḥ śrīcakrasya jīva iha sthitaḥ śrīcakrasya sarvendriyāṇi śrīcakrasya vāṅmanaḥprāṇāḥ iha āyāntu svāhā.
Ebenso ist bei der Einsetzung der eigenen Lebenskräfte und ähnlichen Handlungen die Überlieferung maßgeblich.
Man kann auch ein aus Gold, Silber, fünf Metallen, Edelstein, Bergkristall, Gaṇḍakī-Stein oder einem anderen Material gearbeitetes, nach der später beschriebenen Ordnung geweihtes Śrīcakra aufstellen: auf einem aus Sandel oder einem anderen geeigneten Stoff gefertigten Sockel, der mit feinem Stoff ausgelegt ist.
Verehrung des göttlichen Heiligtums
Im König der Cakras vollziehe man die Verehrung des Heiligtums. Die folgenden vierundvierzig Formeln beginnen mit aiṃ hrīṃ śrīṃ und enden mit namaḥ; bei ihrer Darbringung sind die jeweils bezeichneten Bereiche innerlich zu vergegenwärtigen:
aiṃ hrīṃ śrīṃ amṛtāmbhonidhaye namaḥ,–ratnadvīpāya, nānāvṛkṣamahodyānāya, kalpavāṭikāyai, santānavāṭikāyai, haricandanavāṭikāyai, mandāravāṭikāyai, pārijātavāṭikāyai, kadambavāṭikāyai, puṣparāgaratnaprākārāya, padmarāgaratnaprākārāya, gomedakaratnaprākārāya, vajraratnaprākārāya vaiḍūryaratnaprākārāya, indranīlaratnaprākārāya, muktāratnaprākārāya, marakataratnaprākārāya, vidrumaratnaprākārāya, māṇikyamaṇṭapāya, sahastrastambhamaṇṭapāya, amṛtavāpikāyai, ānandavāpikāyai, vimarśavāpikāyai, bālātapodgārāya, candrikodgārāya, mahāśṛṅgāraparighāyai, mahāpadmāṭavyai, cintāmaṇimayagṛharājāya, pūrvāmnāyamayapūrvadvārāya, dakṣiṇāmnāyamayadakṣiṇadvārāya, paścimāmnāyamayapaścimadvārāya, uttarāmnāyamayottaradvārāya, ratnapradīpavalayāya, maṇimayamahāsiṃhāsanāya, brahmamayaikamañcapādāya, viṣṇumayaikamañcapādāya, rudramayaikamañcapādāya, īśvaramayaikamañcapādāya, sadāśivamayaikamañcaphalakāya, haṃsatūlatūlikāyai, haṃsatūlamahopadhānāya, kausumbhāstaraṇāya, mahāvitānakāya,–aiṃ hrīṃ śrīṃ mahāyavanikāyai namaḥ||
Verehrt werden das Nektarmeer, die Edelsteininsel, die großen Gärten und Haine, die Edelsteinmauern, die Pavillons, die Brunnen von Nektar, Freude und Selbstbetrachtung, der Glanz von Morgensonne und Mond, die Umgrenzung höchster Schönheit, der große Lotuswald, das aus Wunschedelsteinen gebaute Herrscherhaus, die vier Tore als Verkörperung der vier Āmnāyas, der Kreis der Edelsteinlampen und der große Edelsteinthron. Seine vier Füße sind Brahmā, Viṣṇu, Rudra und Īśvara; die Liegefläche ist Sadāśiva. Dazu gehören die Schwanenflaummatratze, das große Schwanenflaumkissen, die safranfarbene Decke, der große Baldachin und der große Vorhang.
Mit Blumen und ungebrochenen Reiskörnern verehre man dies alles. Ebenso ist bei jeder Verehrung die innere Vergegenwärtigung des jeweils Verehrten heilsam.
Gefäße, Ausstattung und Lampen
Das mit Wasser gefüllte Vardhanī-Gefäß stelle man links neben sich auf, die vollständige Ausstattung mit Duftstoffen, Blumen und Reiskörnern rechts. Der Milchkrug und die übrigen Gefäße stehen hinter der Göttin. Ringsum entzünde man Lampen; ist das nicht möglich, zwei oder eine.
Dabei gilt: Rechts steht die Lampe mit geklärter Butter, links die Öllampe; rechts ist der Docht weiß, links rot. Rechts und links beziehen sich hier auf die Göttin.
Reinigung der Elemente
Mit der Tritārī und dem Wurzelmantra bringe man im Śrīcakra eine Handvoll Blumen dar. Mit den drei Abschnitten ka e ī la hrīṃ, ha sa ka ha la hrīṃ und sa ka la hrīṃ, jeweils von Tritārī und namaḥ begleitet, verehre man die vor einem selbst liegende, die nordöstliche und die südöstliche Ecke des Dreiecks.
Dann atme man durch Piṅgalā ein. Mit der Formel aiṃ hrīṃ śrīṃ mūlaśṛṅgāṭakāt suṣumnāpathena jīvaśivaṃ paramaśivapade yojayāmi svāhā führe man das im Mūlādhāra befindliche individuelle Selbst durch Suṣumnā zum Brahmarandhra, betrachte es als mit Paramaśiva vereint und atme durch Iḍā aus. Auch bei den folgenden Schritten des Austrocknens und der weiteren Umwandlungen gelten jeweils Ein- und Ausatmung in dieser Weise.
Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ yaṃ saṅkocaśarīraṃ śoṣaya śoṣaya svāhā betrachte man den eigenen begrenzten Körper als ausgetrocknet. Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ raṃ saṅkocaśarīraṃ daha daha paca paca svāhā betrachte man ihn als verbrannt und zu Asche geworden. Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ vaṃ paramaśivāmṛtaṃ varṣaya varṣaya svāhā betrachte man diese Asche als von dem aus dem Mondkreis des Sahasrāra herabströmenden Nektar durchtränkt. Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ laṃ śāmbhavaśarīraṃ utpādayotpādaya svāhā betrachte man einen göttlichen Körper als aus der Asche hervorgegangen.
Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ haṃ saḥ so'ham avatarāvatara śivapadāt jīvaṃ suṣumnāpathena praviśa mūlaśṛṅgāṭakam ullasollasa jvala jvala prajvala prajvala haṃsaḥ so'haṃ svāhā führe man das mit Paramaśiva vereinte individuelle Leben durch Suṣumnā wieder in den Mūlādhāra zurück. „Begrenzter Körper“ bezeichnet diesen aus den fünf Elementen bestehenden, räumlich begrenzten Leib. Damit ist die Reinigung der Elemente beschrieben.
Einsetzung der eigenen Lebenskräfte
Nun ist die eigene Prāṇapratiṣṭhā zu vollziehen. Obwohl andere Tantras sie ausführlich beschreiben, soll hier das Verfahren des Jñānārṇava gelten, da der Sūtra-Verfasser eine kurze Ausführung bevorzugt: Man lege die rechte Handfläche auf das Herz und spreche dreimal aiṃ hrīṃ śrīṃ āṃ so'ham.
Beseitigung der Hindernisse
Wie zuvor regle man den Atem zwanzig-, sechzehn-, zehn-, sieben- oder dreimal. Einmal spreche man: „Aiṃ hrīṃ śrīṃ. Zurückweichen sollen die Wesen, die auf der Erde wohnen; die Wesen, die Hindernisse bereiten, sollen auf Śivas Geheiß vergehen.“
Durch gleichzeitiges dreimaliges Aufstampfen mit der linken Ferse, dreimaliges Händeklatschen, einen strengen Blick und die drei Tālas vertreibe man die irdischen, im Zwischenraum befindlichen und himmlischen Hindernisse, die Getrenntheit erscheinen lassen. Bei den drei Tālas schlagen rechter Zeige- und Mittelfinger, nach unten gerichtet, dreimal hörbar auf die linke Handfläche.
Das Geflecht der Nyāsas
Mit dem Daumenmantra namaḥ binde man die Haarlocke unter Verwendung der Haken-Geste. Man betrachte sich als Gestalt der Göttin und lege am eigenen Körper den diamantenen Schutzpanzer an, der aus dem Geflecht der Nyāsas besteht.
Diese sind: Mātṛkā-Nyāsa, Karaśuddhi-Nyāsa, Ātmarakṣā-Nyāsa, Caturāsana-Nyāsa, Bālāṣaḍaṅga-Nyāsa, Vaśinyādi-Nyāsa, Mūlavidyāvarṇa-Nyāsa, Ṣoḍhā-Nyāsa und Cakra-Nyāsa.
Der Nyāsa der Vidyā-Laute hat zwar eine Kādi- und eine Hādi-Form; der jeweilige Verehrer verwendet aber nur die seiner Vidyā entsprechende. Ṣoḍhā- und Cakra-Nyāsa sind fakultativ; ihre Ausführung fördert das Gedeihen. Für den Verehrer der Śrīṣoḍaśī besteht die Besonderheit eines fünffachen Nyāsa der Wurzelmantra-Laute. Die Ausführung aller Nyāsas wird im eigenen Lehrabschnitt erläutert.
Aufstellung der Gefäße: Das allgemeine Arghya
Zwölf Fingerbreiten jenseits des eigenen Sitzes, auf einem sauberen Platz links vom Verehrenden und vor der Göttin, zeichne man mit der Matsya-Mudrā ein Maṇḍala aus Bindu, Dreieck, Sechseck, Kreis und Quadrat. Man verwende reines Wasser aus dem Vardhanī-Gefäß, das mit Duftstoff, Reiskörnern und Blumen verehrt und sieben- oder dreimal mit dem Wurzelmantra beseelt worden ist. Das Maṇḍala verehre man mit Blumen.
In Südost, Nordost, Südwest, Nordwest, in der Mitte und in den vier Hauptrichtungen setze man mit Blumen der Reihe nach die sechs Glieder ein:
aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ hṛdayāya namaḥ| āgneye|
3 klīṃ śirase svāhā| īśānye|
3 sauḥ śikhāyai vaṣaṭ| nairṛtau|
3 aiṃ kavacāya hum| vāyavye|
3 klīṃ netratrayāya vauṣaṭ| madhye|
3 sauḥ astrāya phaṭ| prāgādicaturdikṣu||
Das Astra-Mantra wird dabei einmal für die vier Hauptrichtungen gemeinsam gesprochen; ebenso bei den späteren entsprechenden Handlungen.
Man reinige eine Unterlage aus Gold, Silber, Kupfer oder einem anderen geeigneten Stoff mit aiṃ hrīṃ śrīṃ astrāya phaṭ. Sie hat vier Fingerbreiten Durchmesser und Höhe und drei, vier, sechs oder acht Füße. Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ aṃ agnimaṇḍalāya daśakalā’tmane arghyapātrādhārāya namaḥ stelle man sie auf das Maṇḍala und betrachte sie als Feuerkreis. Von Westen an im Uhrzeigersinn verehre man die zehn Feuer-Kalās, verbunden mit der Lautreihe von Ya bis Kṣa:
aiṃ hrīṃ śrīṃ dhūmrārciṣe namaḥ, ūṣmāyai, jvalinyai, jvālinyai, visphuliṅginyai, suśriyai, surūpāyai, kapilāyai, havyavāhāyai, kavyavāhāyai namaḥ||
Auf die Unterlage stelle man eine mit dem Astra-Mantra gereinigte Muschel, mit aiṃ hrīṃ śrīṃ uṃ sūryamaṇḍalāya dvādaśakalā’tmane arghyapātrāya namaḥ. Man betrachte sie als Sonnenkreis und verehre in derselben Reihenfolge die zwölf Sonnen-Kalās:
aiṃ hrīṃ śrīṃ kaṃ bhaṃ tapinyai namaḥ, khaṃ baṃ tāpinyai, gaṃ phaṃ dhūmrāyai, ghaṃ paṃ marīcyai, ṅaṃ naṃ jvālinyai, caṃ dhaṃ rupyai, chaṃ daṃ suṣumnāyai, jaṃ thaṃ bhogadāyai, jhaṃ taṃ viśvāyai, ñaṃ ṇaṃ bodhinyai, ṭaṃ ḍhaṃ dhāriṇyai, ṭhaṃ ḍaṃ kṣamāyai namaḥ||
Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ maṃ somamaṇḍalāya ṣoḍaśakalā’tmane arghyāmṛtāya namaḥ fülle man die Muschel mit kampferduftendem Wasser aus dem Vardhanī-Gefäß und gebe einen Tropfen Milch hinzu. In diesem als Mondkreis betrachteten Arghya-Wasser verehre man in derselben Richtung die sechzehn Mond-Kalās, verbunden mit den Vokalen von A bis Visarga:
aiṃ hrīṃ śrīṃ amṛtāyai namaḥ, mānadāyai, pūṣāyai, tuṣṭyai, puṣṭyai, ratyai, dhṛtyai, śaśinyai, candrikāyai, kāntyai, jyotsnāyai, śriyai, prītyai, aṅgadāyai pūrṇāyai, pūrṇāmṛtāyai namaḥ||
In den Zwischenrichtungen, in der Mitte und in den Hauptrichtungen verehre man wie zuvor die sechs Glieder mit Blumen. Die drei Mantraabschnitte werden, jeweils mit Tritārī versehen, zweimal durchlaufen, nach dem Muster aiṃ hrīṃ śrīṃ ka e ī la hrīṃ hṛdayāya namaḥ hṛdayaśaktiśrīpādukāṃ pūjayāmi. Bei der sechzehnsilbigen Vidyā verwendet man ihre sechs vorhandenen Abschnitte; ebenso bei den späteren entsprechenden Handlungen.
Mit astrāya phaṭ schütze man das Gefäß, mit aiṃ hrīṃ śrīṃ kavacāya hum und der Verhüllungsgeste verhülle man es. Dann zeige man Dhenu- und Yoni-Mudrā, beseele das Wasser siebenmal mit dem Wurzelmantra und besprenge sich und die Verehrungsgegenstände mit seinen Tropfen. Etwas Muschelwasser gebe man in das Vardhanī-Gefäß. Damit ist das allgemeine Arghya bereitet.
Das besondere Arghya
Rechts vom allgemeinen Arghya zeichne man mit dessen Wasser und der Matsya-Mudrā ein Maṇḍala aus Bindu, Dreieck, Sechseck, Kreis und Quadrat. In den Bindu schreibe man den vierten Vokal mit Anusvāra und verehre die Mitte mit der Vidyā. Im Quadrat setze man wie zuvor die sechs Glieder ein; mit den drei Mantraabschnitten verehre man die drei Dreiecksecken. Von der vorderen Ecke an im Uhrzeigersinn verehre man mit zweimaliger Wiederholung dieser drei Abschnitte die sechs Ecken des Sechsecks mit Blumen und den übrigen Gaben.
Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ agnimaṇḍalāya daśakalā’tmane arghyapātrādhārāya namaḥ stelle man die bereits beschriebene Unterlage auf, betrachte sie wie zuvor und vergegenwärtige darin die zehn Feuer-Kalās in den angegebenen Richtungen.
Darauf stelle man mit aiṃ hrīṃ śrīṃ klīṃ sūryamaṇḍalāya dvādaśakalā’tmane arghyapātrāya namaḥ das Gefäß: aus Gold, Silber, Muschel, Perlmuschel, Mahāśaṅkha, Kokosnuss, Aśvattha, Palāśa oder einem anderen geeigneten Material; von den zuvor angegebenen Maßen, dreieckig, viereckig, rund oder von einer anderen geeigneten Gestalt. In dem wie zuvor betrachteten Gefäß bringe man mit folgender Formel eine Handvoll Blumen dar:
aiṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ aiṃ mahālakṣmi īśvari paramasvāmini ūrdhvaśūnyapravāhini somasūryāgnibhakṣiṇi paramākāśabhāsure āgaccha āgaccha viśa viśa pātraṃ pratigṛhṇa pratigṛhṇa huṃ phaṭ svāhā.
Man vergegenwärtige in der beschriebenen Ordnung die zwölf Sonnen-Kalās. Mit sauḥ somamaṇḍalāya ṣoḍaśakalā’tmane arghyāmṛtāya namaḥ fülle man das Gefäß mit der im Krug befindlichen, mit Moschus und anderen Duftstoffen versetzten Milch.
In dieses wie zuvor betrachtete Arghya gebe man eine duftende Blume, die mit der Paste der acht Duftstoffe Sandel, Agaru, Kampfer, Kacora, Kuṅkuma, Rocanā, Jaṭāmāṃsī und Śilārasa benetzt ist, oder nach Möglichkeit mit einer anderen Duftpaste. Wurzelstücke sowie Stücke frischen und getrockneten Ingwers und die entsprechenden weiteren Stoffe werden beigemischt. Dann verehre man in der beschriebenen Weise die sechzehn Mond-Kalās.
Im Nektar des besonderen Arghya zeichne man von der vor einem selbst liegenden Ecke an im Uhrzeigersinn ein Dreieck aus drei Linien zu je sechzehn Lauten, beginnend mit A, Ka und Tha. In seine Ecken schreibe man Ha, Ḷa und Kṣa; außen die drei Abschnitte des Wurzelmantras; in den Bindu den vierten Vokal mit Bindu, links und rechts davon Haṃ und Saḥ. Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ haṃ saḥ namaḥ verehre man dies.
Um das Dreieck zeichne man einen Kreis und darum ein Sechseck. Von der vorderen Ecke an im Uhrzeigersinn verehre man mit den schon genannten sechs Gliedermantras die sechs jugendlichen Gliedergöttinnen. Mit Tritārī und Wurzelmantra sowie der anschließenden Formel verehre man die Nektargöttin: „Ich verehre die aus Bewusstsein bestehende, durch Glückseligkeit gekennzeichnete, heitere Göttin, die in ihren beiden Händen einen Nektarkrug und Fleisch hält: namaḥ svāhā.“
Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ vaṣaṭ schöpfe man etwas Arghya in ein anderes Gefäß und gieße es mit aiṃ hrīṃ śrīṃ svāhā in den Arghya-Nektar zurück. Mit huṃ und der Tritārī verhülle man ihn, mit vauṣaṭ und der Dhenu-Mudrā mache man ihn zu Nektar, mit phaṭ schütze man ihn und mit namaḥ bringe man eine Blume dar. Mit der Gālinī-Mudrā und dem von der Tritārī begleiteten Wurzelmantra betrachte man ihn, mit der Yoni-Mudrā verneige man sich. Siebenmal beseele man ihn mit dem Wurzelmantra samt Tritārī.
Man bringe Duftstoff, Reiskörner, Blumen, Räucherwerk und Licht dar. Mit Tropfen des besonderen Arghya besprenge man die Verehrungsgegenstände und mache sie in der Betrachtung sämtlich zur Vidyā. Das Gefäß berührend beseele man es mit vierundneunzig Mantras. Diese reichen von Dhūmrārcis bis zur Wurzelvidyā, jeweils zwischen Tritārī und namaḥ. Die achtunddreißig bereits genannten Feuer-, Sonnen- und Mond-Kalās werden hierbei erneut verwendet.
Danach verehre man die zehn Kalās Brahmās:
aiṃ hrīṃ śrīṃ sṛṣṭyai namaḥ, ṛdhyai, smṛtyai, medhāyai, kāntyai, lakṣmyai, dyatyai, sthirāyai, sthityai, siddhyai namaḥ||
Die zehn Kalās Viṣṇus:
aiṃ hrīṃ śrīṃ jarāyai namaḥ, pālinyai, śāntyai, iśvaryai, ratyai, kāmikāyai, varadāyai, hrādinyai, prītyai, dīrghāyai namaḥ||
Die zehn Kalās Rudras:
aiṃ hrīṃ śrīṃ tīkṣṇāyai namaḥ, raudryai, bhayāyai, nidrāyai, tandryai, kṣudhāyai, krodhinyai, kriyāyai, udgāryai, mṛtyave namaḥ||
Die vier Kalās Īśvaras:
aiṃ hrīṃ śrīṃ pītāyai namaḥ, śvetāyai, aruṇāyai, asitāyai namaḥ||
Die sechzehn Kalās Sadāśivas:
aiṃ hrīṃ śrīṃ nivṛttyai namaḥ pratiṣṭhāyai, vidyāyai, śāntyai, indhikāyai, dīpikāyai, recikāyai, mocikāyai, parāyai, sūkṣmāyai, sūkṣmāmṛtāyai, jñānāyai, jñānāmṛtāyai, āpyāyinyai, vyāpinyai, vyomarūpāyai namaḥ||
Brahmā, Viṣṇu und Rudra haben somit je zehn, Īśvara vier und Sadāśiva sechzehn Kalās. Zusammen mit den vorherigen sind es achtundachtzig.
Es folgen die fünf vedischen Mantras:
aiṃ hrīṃ śrīṃ ham̐ saśśuciṣadvasurantarikṣasaddhotā vediṣadatithirduroṇasat| nṛṣadvarasadṛtasadvyomasadabjā gojā ṛtajā adrijā ṛtaṃ bṛhat|| namaḥ||
aiṃ hrīṃ śrīṃ praṃ tadviṣṇustavate vīryāya mṛgo na bhīmaḥ kucaro giriṣṭhāḥ| yasyoruṣu triṣu vikramaṇeṣu adhikṣayaṃti bhuvanāni viśvā|| namaḥ||
aiṃ hrīṃ śrīṃ tryambakaṃ yajāmahe sugandhiṃ puṣṭivardhanam| urvārukamiva bandhanānmṛtyormukṣīyamāmṛtāt|| namaḥ||
aiṃ hrīṃ śrīṃ tadviṣṇoḥ paramaṃ padam̐ sadā paśyanti sūrayaḥ| dīvīva cakṣurātatam|| tadviprāsāṃ vipanyavo jāgṛvāsaḥ saminvate| viṣṇoryatparamaṃ padam|| namaḥ||
aiṃ hrīṃ śrīṃ viṣṇuryoniṃ kalpayatu tvaṣṭā rūpāṇi pim̐śatu| āsiñcatu prajāpatirdhātā garbhaṃ dadhātu te|| garbhaṃ dhehi sinivāli garbhaṃ dhehi sarasvati| garbhaṃ te aśvinau devāvādhattāṃ puṣkarasrajā|| namaḥ||
Die letzten beiden dieser fünf Mantras bestehen jeweils aus zwei Ṛgveda-Versen. Als sechstes kommt die Wurzelvidyā hinzu:
aiṃ hrīṃ śrīṃ ka e ī la hrīṃ ha sa ka ha la hrīṃ sa ka la hī m|| namaḥ|| [Zusammen sechs; mit den zuvor genannten achtunddreißig und fünfzig insgesamt vierundneunzig Mantras.]||
[Die abschließende Rechenangabe der Vorlage lautet:] Zuerst achtunddreißig, dann fünfzig, schließlich sechs: insgesamt vierundneunzig Mantras. [Die auffällige Schlusslesung der Vidyā wird dokumentiert, nicht als korrigiertes Mantra ausgegeben.]
Nach Auffassung einiger werden außerdem die folgenden fünf Formeln verwendet:
„Du bewirkst ungeteilte, einheitliche Glückseligkeit, o Wesen des höchsten Nektars. Lege hier das freie Aufleuchten nieder, o Herrin des Kula. Verehrung!
Du Nektargestalt, die in Akula ruht, du Höchste, die reine Erkenntnis hervorbringt: Lege Unsterblichkeit in diesen Stoff, o Feuchte. Verehrung!
Mache dies eins im Wesen mit dir, die du dessen eigene Gestalt bist. Werde zur Gestalt des höchsten Nektars und erwecke in mir das Aufleuchten des Bewusstseins. Verehrung!“
aiṃ plūṃ jhauṃ jūṃ saḥ amṛte amṛtodbhave amṛteśvari amṛtavarṣiṇi amṛtaṃ srāvaya srāvaya svāhā|| namaḥ||
aiṃ vada vada vāgvādini aiṃ klīṃ klinne kledini kledaya kladaya mahākṣobhaṃ kuru kuru klīṃ sauḥ mokṣaṃ kuru kuru hasauṃ shauḥ|| namaḥ||
Mit diesen fünf weiteren Mantras beträgt die Gesamtzahl neunundneunzig. Damit ist die Reinigung des Arghya beschrieben.
Aus dem durch diese Beseelung lichtgewordenen Nektar des besonderen Arghya schöpfe man etwas in ein anderes Gefäß. Mit dessen Tropfen verehre man dreimal den Lehrer auf dem eigenen Kopf unter dem Śrīgurupādukā-Mantra. Ist der Lehrer anwesend, biete man es ihm dar.
Man selbst opfere mit dem folgenden Mantra, in der Betrachtung eines Feueropfers, in das Bewusstseinsfeuer der eigenen Kuṇḍalinī:
śrīṃ hrīṃ klīṃ ārdraṃ jvalati jyotir aham asmi. jyotir jvalati brahmāham asmi yo'ham asmi brahmāham asmi. aham asmi brahmāham asmi. aham evāhaṃ māṃ juhomi svāhā.
„Das Licht flammt; dieses Licht bin ich. Das Licht flammt; Brahman bin ich. Was ich bin, ist Brahman. Ich bin; Brahman bin ich. Ich selbst bin Ich; mich selbst bringe ich dar.“ [Das Wort ārdraṃ am Anfang ist in dieser Verbindung nicht eindeutig zu deuten.]
Etwas Milch aus dem besonderen Arghya-Gefäß gebe man in den Kāraṇa-Krug. Zu dessen Maßen sagt das Śyāmārahasya: „Fünfzig Fingerbreiten in der Weite, zwölf in der Höhe und acht an der Öffnung sind die Maße des Kruges.“ [Der Wortlaut nennt vyāsa, gewöhnlich „Durchmesser“; eine praktische Umdeutung des auffälligen Maßverhältnisses wird nicht vorgenommen.]
Der Krug kann auch aus Bronze bestehen; er steht hinter der Gottheit. Bis zur Verabschiedung dürfen Muschel und besonderes Arghya-Gefäß nicht bewegt werden. Nach der Ordnung des Sūtra gibt es im Śrīkrama diese beiden Arghya-Gefäße, kein weiteres. Damit endet die Aufstellung des besonderen Arghya.
Die innere Verehrung
Sie ist im Jñānārṇava beschrieben. Man betrachte das höchste Bewusstsein als eine vom Mūlādhāra bis zur Brahman-Öffnung leuchtende Lichtsäule, feiner als eine Lotusfaser, gelbrot wie ein Bündel von Blitzen, strahlend wie zehntausend Sonnen und zugleich kühl wie die Strahlen von mehr als hundert Monden.
Im Herzen vergegenwärtige man das Śrīcakra und darin eben diese Śrīdevī in der zuvor beschriebenen Gestalt. Mit den später angegebenen sechs Darbringungsmantras von Duftstoff bis Betel verehre man sie. Dann betrachte man sie wieder als Licht: als höchstes Bewusstsein, dessen Leuchten vom Licht Paramaśivas nicht verschieden ist, Ursache der Welt vom Raum an, alles offenbarend und vom eigenen Selbst nicht verschieden.
Durch Suṣumnā lasse man sie aufsteigen. Aus dem makellos leuchtenden tausendblättrigen Lotus, der die Brahman-Öffnung durchbricht, tritt sie durch die offene Nasenöffnung hervor und gelangt in die mit Blumen gefüllten gefalteten Hände, deren Spitze mit der Trikhaṇḍa-Mudrā gestaltet ist.
Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ sauḥ śrīlalitāyā amṛtacaitanyamūrtiṃ kalpayāmi namaḥ betrachte man sie als die unsterbliche Bewusstseinsgestalt Lalitās, die aus eigenem Spiel ihre liebliche Gestalt angenommen hat. Dann spreche man aiṃ hrīṃ śrī hūstraṃ hūskalīṃ hūstrauḥ und das Gebet:
„Du wohnst im Innern des großen Lotuswaldes, deine Gestalt ist die ursächliche Glückseligkeit. Mutter, dem Wohl aller Wesen hingegeben, komm, komm, höchste Herrin!“
Damit rufe man die höchste Gottheit auf den Schoß Śrīkāmeśvaras, der auf dem Bindu-Sitz ruht und das eigenschaftslose Brahman ist.
Die Schar ihrer Kräfte, von den Nityās bis zu Aṇimā, betrachte man mit derselben Gestalt, Kleidung, Schmuck und Bewaffnung wie Śrīdevī; allein das Sitzen auf Kāmeśvaras Schoß gehört der Hauptgöttin. Auch das Gurumaṇḍala der drei Ströme vergegenwärtige man in den später genannten Umkreisen, jeweils der eigenen Herrin zugewandt. Mit dem Wurzelmantra zeige man die Mudrās der Herbeirufung, Aufstellung, Vergegenwärtigung, Festigung, Hinwendung, Verhüllung, Verneigung, Dhenu und Yoni und vergegenwärtige all dies.
„Das Cakra besteht aus dem Meru-Mantra; die Gottheiten darin sind die Strahlen Śrīs. Kāmeśvara ist das offenbarende Licht; Śrī, auf seinem Schoß, ist dessen Selbstbetrachtung. Wer diese innere Bedeutung und ihre gegenseitige Nichtverschiedenheit aus dem Lotusmund des Lehrers erkannt hat, dessen Verehrung trägt große Frucht.“
Das Meru-Mantra ist aus den Bestandteilen, angefangen mit La, zu erkennen, die in den Bezeichnungen der neun Cakras vom Quadrat an enthalten sind.
Abgetrennte Lesartennotiz: Ein als „Handschrift a“ bezeichneter Textzeuge fügt hinzu: „Komm, komm, Herrin der Götter, Tripurā, von den Göttern verehrt, dem höchsten Nektar zugetan; werde rasch gegenwärtig, Vollendung gewährende Göttin. Herrin der Götter, durch Hingabe leicht erreichbar, von allen Umkreisen umgeben: Solange ich dich verehre, bleibe fest gegenwärtig.“
Die vierundsechzig Darbringungen
Nun vollziehe man die vierundsechzig Darbringungen an die höchste Göttin. Wer dazu nicht imstande ist, vollziehe sie innerlich und gieße jeweils ein wenig allgemeines Arghya-Wasser in ein anderes Gefäß, mit der Absicht, es den Lotusfüßen der Mutter darzubringen; oder er bringe Blumen und Reiskörner dar.
Das Ablegen des Schmucks und die Ölsalbung sind in einem anderen Pavillon zu vergegenwärtigen, wie es auch für das Bad passend ist. Die Wörter „Pavillon“ und ähnliche dürfen aber nicht eigenmächtig in die Mantras dieser beiden Handlungen eingefügt werden, da der Wortlaut sie dort nicht nennt. Beim Eintritt in den Badepavillon und den weiteren entsprechenden Handlungen ist der Weg und der Sitz mit weichen feinen Stoffen ausgelegt zu denken. Auch das Herabsteigen vom Śrīcakra ist zu vergegenwärtigen, da später das Hinaufsteigen genannt wird; bei der Salbung und entsprechenden Handlungen ein Vorhang.
Die Formel jeder Darbringung besteht aus Tritārī, lalitāyai, der jeweiligen Gabe und kalpayāmi namaḥ. Obwohl Lalitā, Kāmeśvarī und Tripurasundarī Namen derselben Gottheit sind, soll hier Lalitā verwendet werden, weil der Sūtra-Verfasser dieses Wort wählt.
Die Darbringungen erfolgen in dieser Reihenfolge:
- Fußwasser; Ablegen des Schmucks; Salbung mit duftendem Öl; Eintritt ins Badehaus; Platznehmen auf dem Edelsteinsitz des Badepavillons; Einreibung mit göttlichem Badepulver; Bad mit warmem Wasser; Übergießung mit sämtlichen heiligen Wassern aus goldenen Krügen. Hier werden Śrīsūkta und die entsprechenden weiteren Hymnen wiederholt.
- Abtrocknen mit gewaschenem Tuch; Anlegen eines roten Seidengewands und eines roten Brusttuchs; Eintritt in den Salbungspavillon und Platznehmen auf dessen Edelsteinsitz; Salbung aller Glieder mit göttlichen Düften wie Sandel, Agaru, Kuṅkuma, Moschus, Kampfer, Kastūrī und Gorocanā; Durchduften der Haare mit schwarzem Agaru.
- Girlanden aus Blumen aller Jahreszeiten: Mallikā, Mālatī, Jātī, Campaka, Aśoka, Śatapatra, Pūga-Knospen, Punnāga, Kalhāra und die übrigen geeigneten Blumen; Eintritt in den Schmuckpavillon und Platznehmen auf dessen Edelsteinsitz.
- Krone aus neun Edelsteinen; Mondsichel; Zinnober im Haarscheitel; Stirnedelstein; schwarze Augenschminke; ein Paar Ohrschmuckstücke; ein Paar Edelsteinohrringe; Nasenschmuck; roter Lippenfarbstoff; das erste Schmuckstück, nämlich die glückverheißende Ehe-Schnur; goldene Cintākā, ein besonderer von den Frauen Āndhras getragener Halsschmuck; Anhänger; großer Anhänger; Perlenkette; einzelne Kette; Channavīra, ein aus beiderseits überkreuzten Bändern bestehender Schmuck.
- Vier Paare Oberarmreifen; Reihen von Armreifen; Reihen von Fingerringen; Hüftgürtel; Hüftschnur; Saubhāgya-Schmuck, ein besonderer über den Unterleib herabhängender Schmuck; Fußreifen; Edelsteinfußringe mit Glöckchen; Zehenringe.
- In einer Hand die Schlinge, in einer anderen den Haken, in der dritten den Zuckerrohrbogen und in der vierten die Blumenpfeile. Die Schlinge befindet sich in der oberen linken, der Haken in der oberen rechten Hand; Bogen und Pfeile in den unteren Händen. Die Schlinge ist aus Koralle, der Haken aus Silber. Innerlich entsprechen sie der Reihe nach Anziehung, Abwehr, Geist und den feinen Sinnesgegenständen.
- Kostbare rubinbesetzte Sandalen; gemeinsames Besteigen des großen Cakra mit den gleich gekleideten Umkreisgottheiten; Platznehmen auf dem Lager von Kāmeśvaras Schoß. Bei den anderen Göttinnen ist nur ihr jeweiliger eigener Platz zu vergegenwärtigen.
- Ein Becher Nektartrank; Wasser zum Mundspülen; Kampfer-Betel.
Der Kampfer-Betel enthält Kardamom, Nelke, Kampfer, Moschus, Safran, Muskatnuss und deren Hülle, Betelnuss, Lāṅgalī, Pfeffer, Ingwer, Kalk und Khadira-Extrakt. Unter „und andere“ sind auch Betelblätter und Kakkola zu verstehen.
Es folgen das von freudiger Entfaltung erfüllte spielerische Lächeln und das glückverheißende kreisende Licht, jeweils mit der Darbringungsformel aiṃ hrīṃ śrīṃ lalitāyai … kalpayāmi namaḥ.
Das kreisende Licht
Auf einem Gefäß aus Silber oder einem anderen geeigneten Stoff zeichne man mit Kuṅkuma, Sandel oder ähnlichem einen Lotus mit acht, sechs oder vier Blütenblättern. Auf dessen Mitte, die mondförmige Speisebällchen oder die bezeichnete Hülsenfrucht trägt, und auf den Blättern stelle man neun, sieben oder fünf Lampenschälchen auf. [Die genaue Speisebezeichnung des Mittelfeldes ist in der digitalen Lesung unsicher.]
Die Schälchen werden aus Gersten-, Weizen- oder anderem Mehl mit Milch und Zucker geformt, sind vier Fingerbreiten hoch, einer Sanduhrtrommel ähnlich und oben dreieckig; sie werden in geklärter Butter gebacken. Jedes fülle man mit einem Karṣa Kuh-Ghṛta. Mit der Hṛllekhā entzünde man die kampferhaltigen Dochte und beseele sie mit der neunsilbigen Navaratneśvarī-Vidyā:
aiṃ hrīṃ śrīṃ śrīṃ hrīṃ glūṃ slūṃ mlūṃ plūṃ nlūṃ hrīṃ śrīṃ.
Man zeige die Cakra-Mudrā und verehre die Lampen mit dem Wurzelmantra. Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ jagaddhvanimantramātaḥ svāhā verehre man die Glocke mit Duftstoff, Reiskörnern und den weiteren Gaben. Während sie erklingt, knie man nieder, hebe das Lampengefäß bis zum Kopf und bringe es mit aiṃ hrīṃ śrīṃ lalitāyai ārārtikaṃ kalpayāmi namaḥ dar:
„O Göttin in neunfacher Gestalt, verbunden mit allen Cakras und ihren Herrinnen, nimm dieses kreisende Licht von mir zur Vollendung an.“
Neunmal führe man es vom Scheitel bis zu den Lotusfüßen der Göttin im Kreis und stelle es rechts ab.
Schirm, Wedel, Duft, Blumen, Räucherwerk und Lampe
Mit der jeweiligen Darbringungsformel folgen Schirm, ein Paar Wedel, Palmfächer, Duftstoff und Blumen. Verschiedene Blumen sind darzubringen; ihre Einzelheiten stehen im siebten, Anavasthā genannten Ullāsa.
Auf die Glut im Räuchergefäß gebe man Daśāṅga oder ein anderes Räucherwerk und bringe es mit aiṃ hrīṃ śrīṃ lalitāyai dhūpaṃ kalpayāmi namaḥ nahe den Füßen der Göttin dar. Das Gefäß stelle man links von ihr ab.
Die zehn Bestandteile des Daśāṅga sind weißes und schwarzes Agaru, Lack, Guggulu, Sandel, geklärte Butter, Honig, Bilva-Frucht, Rāla-Harz und Kampfer.
In einem Lampengefäß entzünde man drei oder eine andere ungerade Zahl kampferhaltiger Dochte, die mit Kuh-Ghṛta, Öl oder einem anderen geeigneten Stoff getränkt sind. Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ lalitāyai dīpaṃ kalpayāmi namaḥ zeige man die Lampe in Augenhöhe der Göttin und stelle sie rechts ab.
Speisedarbringung und Abschluss der unmittelbaren Göttinnenverehrung
Vor der Göttin, rechts vom Verehrenden, stehe auf einem quadratischen Maṇḍala und einer Unterlage ein goldenes, silbernes oder anderes geeignetes Gefäß mit Speisen: besonderen Früchten, Kandiszucker, Laḍḍukas und den übrigen Gaben. Man besprenge sie mit dem Wurzelmantra, mache sie mit vaṃ und der Dhenu-Mudrā zu Nektar und beseele sie dreimal mit dem Wurzelmantra.
Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ lalitāyai apośanaṃ kalpayāmi namaḥ reiche man das zur Speisung gehörende Wasser; mit aiṃ hrīṃ śrīṃ lalitāyai naivedyaṃ kalpayāmi namaḥ bringe man die Speise dar.
Die fünf Gaben von Duftstoff bis Speise sind der Reihe nach als die fünf großen Elemente von Erde an zu betrachten, der Kampfer-Betel als aus sämtlichen Elementen bestehend.
Danach reiche man mit den entsprechenden Formeln Trinkwasser, Wasser nach der Speise, Wasser zum Händewaschen, zum Ausspülen und zum Ācamana sowie Kampfer-Betel. Mit der Mantrafolge aiṃ hrīṃ śrīṃ drāṃ drīṃ klīṃ blū saḥ kroṃ haskhpheṃ hsauḥ aiṃ zeige man die neun Mudrās, beginnend mit Sarvasaṅkṣobhiṇī. Bei der Ṣoḍaśī-Verehrung wird zusätzlich mit aiṃ die Trikhaṇḍa-Mudrā gezeigt.
An das von der Tritārī begleitete Wurzelmantra füge man lalitāśrīpādukāṃ pūjayāmi an. Mit der linken Hand in Tattva-Mudrā halte man ein Stück des zweiten Stoffes und nehme damit einen Tropfen des besonderen Arghya auf. Zugleich bringe man mit der rechten Hand in Jñāna-Mudrā Blumen und Reiskörner dar. So erquicke man die Göttin dreimal. In derselben Weise geschieht das Tarpaṇa für sämtliche Umkreisgottheiten. Damit ist die unmittelbare Verehrung der Göttin beschrieben.
Verehrung der sechs Glieder
Am Körper der Göttin verehre man nach der zuvor angegebenen Ordnung mit dem Wurzelmantra die sechs jugendlichen Gliedergöttinnen: in den Richtungen Südost, Nordost, Südwest und Nordwest, in der Mitte und in den Hauptrichtungen.
Verehrung der Nityā-Göttinnen
Auf der südlichen Linie des mittleren Dreiecks, von Westen bis Südosten, vergegenwärtige man die ersten fünf Vokale, auf der östlichen Linie von Südosten bis Nordosten die folgenden fünf, auf der nördlichen Linie von Nordosten bis Westen die letzten fünf bis zum Anusvāra. Dort verehre man gegen den Uhrzeigersinn die Nityās, angefangen mit Kāmeśvarī, in der schon beschriebenen Gestalt. Im Bindu betrachte man den sechzehnten Vokal, den Visarga aḥ, und verehre Mahānityā.
Die Nityā-Mantras in der digitalen Textgestalt:
ai hrīṃ śrīṃ aṃ aiṃ sa ka la hrīṃ nityaklinne madadrave sauḥ aṃ kāmeśvarīnityāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 āṃ aiṃ bhagabhuge bhagini bhagodari bhagamāle bhagāvahe bhagaguhya bhagayoni bhaganipātini sarvabhagavaśaṃkari bhagarupe nityaklinne bhagasvarupe sarvāṇi bhagāni me hyānaya varade rete surete bhagaklinne klinnadrave kledaya drāvaya amoghe bhagavicca kṣubha kṣobhaya sarvasattvān bhageśvari aiṃ blūṃ jeṃ blūṃ meṃ blūṃ moṃ blū heṃ bluṃ heṃ klinne sarvāṇi bhagāni me vaśamānaya strīṃ hara bleṃ hrīṃ āṃ bhagamālinīnityā śrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 iṃ oṃ hrīṃ nityaklinne madadrave svāhā iṃ nityaklinnānityāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 īṃ oṃ kroṃ bhroṃ krauṃ jhrauṃ chrauṃ jrauṃ svāhā ī bheruṇḍānityāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 uṃ oṃ hrīṃ vahnivāsinyai namaḥ uṃ vahnivāsinīnityāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 ūṃ hrīṃ klinne aiṃ kroṃ nityamadadrave hrīṃ ūṃ mahāvajeśvarīnityāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 ṝṃ hrīṃ śivadūtyai namaḥ ṝṃ śivadūtīnityāṃśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 ṝṃ oṃ hrīṃ huṃ khe ca che kṣaḥ strīṃ huṃ kṣeṃ hrīṃ phaṭ ṝṃ tvaritānityāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 ḷṃ aiṃ klau sauḥ ḷṃ kulasundarīnityāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 lṛṃ ha sa ka la ra ḍaiṃ ha sa ka la ra ḍa ḍīṃ ha sa ka la ra ḍauḥ lṛṃ nityānityāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 eṃ hrīṃ phreṃṃ srūṃ kroṃ āṃ klīṃ aiṃ blūṃ nityamadadrave huṃ fra [auffällige Nukta-Lesung der Quelle] hrīṃ eṃ nīlapatākānityāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 aiṃ bha ma ra ya ūṃ aiṃ vijayānityāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 oṃ svauṃ oṃ sarvamaṅgaḻānityāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 auṃ oṃ namo bhagavati jvālāmālini devadevi sarvabhūtasaṃhārakārike jātavedasi jvalanti jvala jvala prajvala prajvala hrāṃ hrīṃ hraṃ ra ra ra ra ra ra ra jvālāmālini huṃ phaṭ svāhā auṃ jvālāmālinīnityāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 aṃ ckauṃ aṃ citrānityāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 aḥ ka e ī la hrīṃ ha sa ka ha la hrīṃ sa ka la hrīṃ aḥ
lalitāmahānityāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
[Die Vokalliste und mehrere Bīja-Folgen weisen digitale Lesefehler auf. Die vorliegende Dokumentation ergänzt oder rekonstruiert keine vermeintlich fehlenden Laute.]
Verehrung des Gurumaṇḍala
Hinter der Göttin, zwischen der östlichen Linie des inneren Dreiecks und der westlichen Linie des unmittelbar östlich davorliegenden Dreiecks, zwischen Vimalā und Jayinī nahe der Sprachgöttin Aruṇā, vergegenwärtige man drei von Süden nach Norden verlaufende Linien. In der angegebenen südlichen Anordnung verehre man darauf den göttlichen, den vollendeten und den menschlichen Lehrerstrom mit sieben, vier und acht Gestalten.
Göttlicher Strom:
e hrīṃ śrīṃ paraprakāśānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 paraśivānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 parāśaktyambāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 kauleśvarānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 śuklādevyambāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 kuleśvarānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 kāmeśvaryambāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
Strom der Vollendeten:
aiṃ hrīṃ śrīṃ bhogānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 klinnānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 samayānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 sahajānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
Menschlicher Strom:
aiṃ hrīṃ śrīṃ gaganānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi nama||
3 viśvānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 vimalānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 madanānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 bhuvanānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 līlānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 svātmānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 priyānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
Dies ist die Lehrerfolge der Kādi-Vidyā nach der Dakṣiṇāmūrti-Überlieferung. Nach dem Jñānārṇava gilt sie auch für Ṣoḍaśī. Aus diesem Hinweis folgt, dass auch die Verehrungsordnung dort dieselbe ist.
Der Śrīvidyārṇava-Nibandha nennt hingegen eine besondere Lehrerfolge für Śrīṣoḍaśī:
Göttlicher Strom:
aiṃ hrīṃ śrīṃ vyomātitāmbāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 vyomeśyambāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 vyomagāmbāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 vyomacāriṇyambāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 vyomasthāmbāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
Strom der Vollendeten:
aiṃ hrīṃ śrīṃ unmanākāśānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 samanākāśānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 vyāpakākāśānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 śaktyākāśānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 dhvanyākāśānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 dhvanimātrākāśānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 anāhatākāśānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 bindvākāśānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 indvākāśānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
Menschlicher Strom:
aiṃ hrīṃ śrīṃ paramātmānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 śāmbhavānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 cinmudrānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 vāgbhavānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 līlānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 sambhramānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 cidānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 prasannānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 viśvānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
Für die Verehrer der fünfzehnsilbigen Hādi-Vidyā ist die Lehrerfolge folgende:
Göttlicher Strom:
aiṃ hrīṃ śrīṃ paramaśivānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 kāmeśvaryambānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 divyaughānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 mahaughānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 sarvānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 prajñādevyambānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 prakāśānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
Strom der Vollendeten:
aiṃ hrīṃ śrīṃ divyānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 cidānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 kaivalyānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 anudevyambānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 mahodayānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 siddhānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
Menschlicher Strom:
aiṃ hrīṃ śrīṃ cidānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 viśvānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 rāmānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 kamalānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 parānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 manoharānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 svātmānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 pratibhānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
Lehrerfolgen der Manu-Vidyā und weiterer Vidyās
Auch die vom Sūtra-Verfasser nicht ausdrücklich genannten, aber durch den Begriff Śrīvidyā mitbezeichneten Vidyās von Manu und den anderen haben folgende Lehrerüberlieferung:
Göttlicher Strom:
aiṃ hrīṃ śrīṃ paraprakāśānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 paravimarśānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 kāmeśvaryambānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 mokṣānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 amṛtānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 siddhānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 puruṣānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 aghorānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
Strom der Vollendeten:
aiṃ hrīṃ śrīṃ prakāśānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 sadānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 siddhaughānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 uttamānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
Menschlicher Strom:
aiṃ hrīṃ śrīṃ uttarānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 paramānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 sarvajñānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 sarvānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 siddhānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 govindānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 śaṅkarānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
Da das Kalpasūtra dem Kāḻīmata angehört, folgen diese drei Überlieferungsfolgen dieser Lehrmeinung. Die im Śrīvidyārṇava genannte Gurupādukā-Folge der Śrīṣoḍaśākṣarī wird sowohl im Kādi- als auch im Kāḻīmata anerkannt.
Wenn die eigene Lehrerfolge unbekannt ist
Im Zusammenhang damit wird die Lehrerverehrung für diejenigen angegeben, die ihre Lehrerfolge nicht kennen:
Göttlicher Strom:
aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ gurubhyo namaḥ||
3 aiṃ gurupādukābhyo namaḥ||
Strom der Vollendeten:
aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ paramagurubhyo namaḥ||
3 aiṃ paramagurupādukābhyo namaḥ||
Menschlicher Strom:
aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ ācāryebhyo namaḥ||
3 aiṃ ācāryapādukābhyo namaḥ||
3 aiṃ pūrvasiddhebhyo namaḥ||
3 aiṃ pūrvasiddhapādukābhyo namaḥ||
Nachdem man die drei Ströme der eigenen verehrten Vidyā so verehrt hat, meditiere man auf dem eigenen Haupt über den Lehrer in der zuvor beschriebenen Gestalt und verehre ihn dreimal mit dem bereits genannten Śrīgurupādukā-Mantra. Damit endet die Verehrung des Gurumaṇḍala. Bis hierher wird die Verehrung der Glieder genannt.
Die neun Umkreise: Erster Umkreis
Die Gestalt der Gottheiten wurde bereits beschrieben. Das Quadrat besteht aus drei Linien, der Reihe nach weiß, rot und gelb; seine Lautgrundlage ist La, sein Wesen Erde. Auf der beim Eintritt ersten Linie verehre man der Reihe nach rechts von den vier Toren, beginnend mit Westen, an den Ecken von Nordwesten an sowie zwischen Westen und Südwesten und zwischen Osten und Nordosten:
aiṃ hrīṃ śrīṃ āṇimāsiddhiśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ, laghimā, mahimā, īśitva, vaśitva, prākāmya, bhukti, icchā, prāpti, sarvakāmasiddhiśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
Dabei stelle man sich jeweils der betreffenden Gottheit zugewandt vor; ebenso im Folgenden. Vor der Göttin ist Westen. Die Stelle zwischen Westen und Südwesten gilt als unten, die zwischen Osten und Nordosten als oben.
Auf der mittleren Linie, links von den genannten Toren und an den Ecken, verehre man:
aiṃ hrīṃ śrīṃ brāhmīmātṛdevīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ, māheśvarī, kaumārī, vaiṣṇavī, vārāhī, māhendrī, cāmuṇḍā, mahālakṣmīmātṛdevīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
Auf der innersten Linie, in derselben Ordnung wie auf der ersten, verehre man:
aiṃ hrī śrīṃ sarvasaṅkṣobhiṇīmudrāśaktiśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ, sarvavidrāviṇī, sarvākarṣiṇī, sarvavaśaṅkarī, sarvonmādinī, sarvamahāṅkuśā, sarvakhecarī, sarvabīja, sarvayoni, sarvatrikhaṇḍamudrāśaktiśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
Mit einer Handvoll Blumen vollziehe man die gemeinsame Verehrung: „Mögen diese offenbaren Yoginīs im Cakra, das die drei Welten bezaubert, mit ihren Mudrās, Vollendungen, Waffen, Kräften, Fahrzeugen und ihrem Gefolge mit sämtlichen Darbringungen verehrt und erquickt sein.“
Vor Aṇimāsiddhi verehre man die Cakra-Herrin mit aiṃ hrīṃ śrīṃ aṃ āṃ sauḥ tripurācakreśvarīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ. Mit drāṃ zeige man die Sarvasaṅkṣobhiṇī-Mudrā.
„Gewähre mir die erwünschte Vollendung, du Liebevolle zu denen, die bei dir Zuflucht suchen. Voll Hingabe übergebe ich dir die Verehrung des ersten Umkreises.“ Damit endet der erste Umkreis.
Zweiter Umkreis
Der weiße sechzehnblättrige Lotus hat Sa zur Lautgrundlage und besteht aus den sechzehn Kalās. Er ist der Mond, von dem Nektar strömt. Vom Blütenblatt vor der Göttin an verehre man gegen den Uhrzeigersinn:
aiṃ hrīṃ śrīṃ kāmākarṣiṇīnityākāḻadevīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ, buddhyākarṣiṇī, ahaṅkārākarṣiṇī, śabdākarṣiṇī, sparśākarṣiṇī, rūpākarṣiṇī, rasākarṣiṇī, gandhākarṣiṇī, cittākarṣiṇī, dhairyākarṣiṇī, smṛtyākarṣiṇī, nāmākarṣiṇī, bījākarṣiṇī, ātmākarṣiṇī, amṛtākarṣiṇī, śarīrākarṣiṇīnityākaḻādevīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
Gemeinsame Verehrung: „Mögen diese verborgenen Yoginīs im Cakra, das alle Hoffnungen erfüllt, mit Mudrās, Vollendungen, Waffen, Kräften, Fahrzeugen und Gefolge durch sämtliche Darbringungen verehrt sein.“
Vor Kāmākarṣiṇī verehre man mit aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ klīṃ sauḥ tripureśīcakreśvarīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ. Mit drīṃ zeige man die Sarvavidrāviṇī-Mudrā.
„Gewähre mir die erwünschte Vollendung, du Liebevolle zu den Zufluchtsuchenden. Voll Hingabe übergebe ich dir die Verehrung des zweiten Umkreises.“ Damit endet der zweite Umkreis.
Dritter Umkreis
Der achtblättrige Lotus hat Ha zur Lautgrundlage. Er ist nicht verschieden von Śiva in seiner achtfachen Gestalt und gleicht in seiner Farbe der Hibiskusblüte. Vom Blatt hinter der Göttin an verehre man der Reihe nach in den Hauptrichtungen von Osten an und in den Zwischenrichtungen von Südosten an:
aiṃ hrīṃ śrīṃ anaṅgakusumādevīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ, anaṅgamekhalā, anaṅgamadanā, anaṅgamadanāturā, anaṅgarekhādevī, anaṅgaveginī, anaṅgāṅkuśā, anaṅgamālinīdevīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
Gemeinsame Verehrung: „Mögen diese noch verborgeneren Yoginīs im Cakra, das alles in Bewegung versetzt, mit Mudrās, Vollendungen, Waffen, Kräften, Fahrzeugen und Gefolge durch sämtliche Darbringungen verehrt und erquickt sein.“
Vor Anaṅgakusumā verehre man mit aiṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ sauḥ tripurasundarīcakreśvarīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ. Mit klīṃ zeige man die Sarvākarṣiṇī-Mudrā.
„Gewähre mir die erwünschte Vollendung, du Liebevolle zu den Zufluchtsuchenden. Voll Hingabe übergebe ich dir die Verehrung des dritten Umkreises.“ Damit endet der dritte Umkreis.
Vierter Umkreis
Der Vierzehn-Dreieck-Kreis hat Ī zur Lautgrundlage und ist Mahāmāyā in Gestalt der vierzehn Welten. Seine Farbe gleicht der Granatapfelblüte. Von der Ecke vor der Göttin an verehre man gegen den Uhrzeigersinn:
aiṃ hrīṃ śrīṃ sarvasaṅkṣobhiṇīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ, sarvavidrāviṇī, sarvākarṣiṇī, sarvāhlādinī, sarvasammohinī, sarvastambhinī, sarvajṛmbhiṇī, sarvavaśaṅkarī, sarvarañjinī, sarvonmādinī, sarvārthasādhinī, sarvasampattipūraṇī, sarvamantramayī, sarvadvandvakṣayaṅkarīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
Gemeinsame Verehrung: „Mögen diese Yoginīs der Überlieferung im Cakra, das alles Glück schenkt, mit Mudrās, Vollendungen, Waffen, Kräften, Fahrzeugen und Gefolge durch sämtliche Darbringungen verehrt und erquickt sein.“
Vor Sarvasaṅkṣobhiṇī verehre man mit aiṃ hrīṃ śrīṃ haiṃ hklīṃ hsauḥ tripuravāsinīcakreśvarīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ. Mit blūṃ zeige man die Sarvavaśaṅkarī-Mudrā.
„Gewähre mir die erwünschte Vollendung, du Liebevolle zu den Zufluchtsuchenden. Voll Hingabe übergebe ich dir die Verehrung des vierten Umkreises.“ Damit endet der vierte Umkreis.
Fünfter Umkreis
Der äußere Zehn-Dreieck-Kreis hat E zur Lautgrundlage und ist Viṣṇu in der Gestalt seiner zehn Avatāras. Sein Glanz übertrifft Zinnober. Von der Ecke vor der Göttin an verehre man gegen den Uhrzeigersinn:
aiṃ hrīṃ śrīṃ sarvasiddhipradāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ, sarvasampatpradā, sarvapriyaṅkarī, sarvamaṅgaḻakāriṇī, sarvakāmapradā, sarvaduḥkhavimocinī, sarvamṛtyupraśamanī, sarvavighnanivāriṇī, sarvāṅgasundarī, sarvasaubhāgyadāyinīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
Gemeinsame Verehrung: „Mögen diese über Kula hinausgegangenen Yoginīs im Cakra, das alle Ziele verwirklicht, mit Mudrās, Vollendungen, Waffen, Kräften, Fahrzeugen und Gefolge durch sämtliche Darbringungen verehrt und erquickt sein.“
Vor Sarvasiddhipradā verehre man mit aiṃ hrīṃ śrīṃ hsaiṃ hsklīṃ hssauḥ tripurāśrīcakreśvarīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ. Mit saḥ zeige man die Unmādinī-Mudrā.
„Gewähre mir die erwünschte Vollendung, du Liebevolle zu den Zufluchtsuchenden. Voll Hingabe übergebe ich dir die Verehrung des fünften Umkreises.“ Damit endet der fünfte Umkreis.
Sechster Umkreis
Der innere Zehn-Dreieck-Kreis hat Ra zur Lautgrundlage, ist nicht verschieden von Vaiśvānara mit seinen zehn Kalās und gleicht der Hibiskusblüte. Von der Ecke vor der Göttin an verehre man gegen den Uhrzeigersinn:
aiṃ hrīṃ śrīṃ sarvajñāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ, sarvaśakti, sarvaiśvaryapradā, sarvajñānamayī, sarvavyādhitrināśinī, sarvādhārasvarūpā, sarvapāpaharā, sarvānandamayī, sarvarakṣāsvarūpiṇī, sarvepsitaphalapradāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
Gemeinsame Verehrung: „Mögen diese innerlich verborgenen Yoginīs im Cakra, das allen Schutz gewährt, mit Mudrās, Vollendungen, Waffen, Kräften, Fahrzeugen und Gefolge durch sämtliche Darbringungen verehrt und erquickt sein.“
Vor Sarvajñā verehre man mit aiṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ bleṃ tripuramālinīcakreśvarīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ. Mit kroṃ zeige man die Sarvamahāṅkuśa-Mudrā.
„Gewähre mir die erwünschte Vollendung, du Liebevolle zu den Zufluchtsuchenden. Voll Hingabe übergebe ich dir die Verehrung des sechsten Umkreises.“ Damit endet der sechste Umkreis.
Siebter Umkreis
Der Acht-Dreieck-Kreis hat Ka zur Lautgrundlage, ist Kāmeśvara in seiner achtfachen Gestalt und leuchtet wie Rubin. Von der Ecke vor der Göttin an verehre man gegen den Uhrzeigersinn:
aiṃ hrīṃ śrīṃ aṃ āṃ iṃ ī uṃ ūṃ ṛṃ ṛṃ ḷṃ ḷṃ eṃ aiṃ oṃ auṃ aṃ aḥ blūṃ vaśinīvāgdevatā śrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ, kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ kalhrīṃ kāmeśvarī, caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ blīṃ modinī, ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ yḻūṃ vimalā, taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ jmrīṃ aruṇā, paṃ phaṃ baṃ bhaṃ maṃ hslvyūṃ jayinī, yaṃ raṃ laṃ vaṃ imryūṃ sarveśvarī, śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ ḻaṃ kṣmnīṃ kauḻinīvāgdevatāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
Gemeinsame Verehrung: „Mögen diese geheimen Yoginīs im Cakra, das alle Krankheiten beseitigt, mit ihren Mudrās“ und den bereits genannten weiteren Zugehörigkeiten verehrt sein.
Vor Vaśinī verehre man mit aiṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ sauḥ tripurāsiddhācakreśvarīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ. Mit hskhpheṃ zeige man die Khecarī-Mudrā.
„Gewähre mir die erwünschte Vollendung, du Liebevolle zu den Zufluchtsuchenden. Voll Hingabe übergebe ich dir die Verehrung des siebten Umkreises.“ Damit endet der siebte Umkreis.
Achter Umkreis
Außerhalb des großen Dreiecks verehre man von Westen an im Uhrzeigersinn die Waffen:
aiṃ hrīṃ śrīṃ hrāṃ hrīṃ klīṃ blūṃ saḥ sarvajambhanebhyo bāṇebhyo namaḥ bāṇaśaktiśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 dhaṃ sarvasammohanāya dhanuṣe namaḥ dhanuśśaktiśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 hīṃ sarvavaśīkaraṇāya pāśāya namaḥ pāśaśaktiśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 kroṃ sarvastambhanāya aṅkuśāya namaḥ aṅkuśaśaktiśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
Das Dreieck selbst hat Nāda zur Grundlage. Seine drei Linien sind die drei Kräfte, in denen jeweils einer der drei Guṇas vorherrscht. Sein Glanz gleicht der Bandhūka-Blüte. An der vorderen, rechten und linken Ecke sowie im Bindu verehre man der Reihe nach:
aiṃ hrīṃ śrīṃ mūlaprathamakhaṇḍaṃ kāmeśvaryambāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 mūladvitīyakhaṇḍaṃ vajreśvaryambāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 mūlatṛtīyakhaṇḍaṃ bhagamālinyambāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 [Wurzelmantra] laḻitā'mbāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
Dabei bedeutet mūlaprathamakhaṇḍaṃ den ersten, mūladvitīyakhaṇḍaṃ den zweiten und mūlatṛtīyakhaṇḍaṃ den dritten Abschnitt des Wurzelmantras; mūlaṃ bezeichnet das vollständige Wurzelmantra. Diese Anweisungswörter sind keine zusätzlichen Mantrasilben.
Gemeinsame Verehrung: „Mögen diese höchst geheimen Yoginīs im Cakra, das alle Vollendungen gewährt, mit ihren Mudrās“ und den bereits angegebenen weiteren Zugehörigkeiten verehrt sein.
Vor Kāmeśvarī verehre man mit aiṃ hrīṃ śrīṃ israiṃ hsklarīṃ hūsrauḥ tripurā'mbācakreśvarīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ. Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ hūsauḥ zeige man die Sarvabīja-Mudrā. [Die auffälligen Bīja-Lesungen werden nach der Quelle dokumentiert.]
„Gewähre mir die erwünschte Vollendung, du Liebevolle zu den Zufluchtsuchenden. Voll Hingabe übergebe ich dir die Verehrung des achten Umkreises.“ Damit endet der achte Umkreis.
Neunter Umkreis
Im Bindu-Cakra, das das höchste Brahman selbst und vom Bindu nicht verschieden ist, verehre man Śrīdevī mit der Tritārī, dem Wurzelmantra und lalitā'mbāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ.
„Möge diese Yoginī des Geheimnisses von Höchstem und Nichthöchstem im Cakra, das ganz aus Glückseligkeit besteht, mit ihrer Mudrā, Vollendung, Waffe, Kraft, ihrem Fahrzeug und Gefolge durch sämtliche Darbringungen verehrt und erquickt sein.“
Erneut verehre man mit Tritārī, Wurzelmantra und śrīlalitāmahācakreśvarīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ. Mit Tritārī und aiṃ zeige man die Yoni-Mudrā. Bei der Ṣoḍaśī-Verehrung wird außerdem mit aiṃ die Trikhaṇḍa-Mudrā gezeigt.
„Gewähre mir die erwünschte Vollendung, du Liebevolle zu den Zufluchtsuchenden. Voll Hingabe übergebe ich dir die Verehrung des neunten Umkreises.“ Damit endet der neunte Umkreis.
Diese Verehrung der neun Umkreise ist unbedingt erforderlich. Werden darüber hinaus die in anderen Tantras gelehrten Gottheiten von den vier Āmnāyas bis zu den vier Samayas verehrt, dient auch dies dem Heil.
Die große Speisedarbringung
Erneut bringe man der Göttin wie zuvor Räucherwerk und Licht dar, zeige die mit ihren Bījas verbundenen Mudrās von Saṅkṣobhiṇī an und erquicke sie dreimal mit dem Wurzelmantra. Dann bringe man die große Speise dar.
Vor der Göttin zeichne man mit allgemeinem Arghya-Wasser ein Quadrat. Auf einer Unterlage stehen Schalen und Becher aus Gold, Silber, Bronze oder einem anderen geeigneten Material. Sie enthalten Speisen zum Kauen, Essen, Saugen, Lecken und Trinken, wohlschmeckende Beilagen mit geeigneten reinen Zutaten, reichlich Butter von einer Kapilā-Kuh, Joghurt und Milch, oder das, was verfügbar ist.
Im Śyāmārahasya steht: „Gekochtes stelle man links, Ungekochtes rechts.“ Im Sundarīmahodaya heißt es dagegen: „Links von der Göttin steht die Lampe, rechts die Speise.“
Mit Tritārī und Wurzelmantra besprenge man die Gaben dreimal, mache sie mit vaṃ und der Dhenu-Mudrā zu Nektar und beseele sie siebenmal mit dem Wurzelmantra. Nachdem das Wasser vor der Speise wie zuvor gereicht wurde, bitte man:
„O Göttin, nimm diese in goldenem Gefäß wohlbereitete höchste Speise an, fünffach in ihrer Art und mit den sechs Geschmacksrichtungen versehen, o höchste Herrin.“
Mit der bereits genannten Speisedarbringungsformel bringe man sie dar. Unter den jeweiligen Mudrās vollziehe man die fünf Opfergaben an die Lebenskräfte:
aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ prāṇāya svāhā, 3 klīṃ apānāya svāhā, 3 sauḥ vyānāya svāhā, 3 sauḥ udānāya svāhā, 3 aiṃ klīṃ sauḥ samānāya svāhā, brahmaṇe svāhā||
Danach:
aiṃ hrīṃ śrīṃ ka e ī la hrīṃ namaḥ ātmatattvavyāpinī lalitā tṛpyatu||
3 i sa ka ha la hrīṃ namaḥ vidyātattvavyāpinī lalitā tṛpyatu||
3 sa ka la hrīṃ namaḥ śivatattvavyāpinī lalitā tṛpyatu||
aiṃ hrīṃ śrīṃ ka e ī la hrīṃ ha sa ka ha la hrīṃ sa ka la hrīṃ namaḥ sarvatattvavyāpinī lalitā tṛpyatu||
Damit wird Lalitā als die das Ātmatattva, das Vidyātattva, das Śivatattva und sämtliche Tattvas Durchdringende um Sättigung gebeten. [Die zweite Formel hat in der digitalen Vorlage einen beschädigten Anfang des Mantraabschnitts.]
Einen Augenblick verweile man mit geschlossenen Augen und vergegenwärtige sich, dass die Göttin gegessen hat. Wie zuvor reiche man mit den Darbringungsformeln Trinkwasser, Wasser nach dem Essen, Wasser zum Händewaschen, Mundspülen und Fußwaschen. Das Speisegefäß entferne man nach Südwesten und reinige den Platz mit dem Astra-Mantra.
Wiederum folgen Wasser zum Ācamana, Kampfer-Betel, Ehrengabe und kreisendes Kampferlicht. Auf einem goldenen oder anderen geeigneten Gefäß zeichne man mit Kuṅkuma-Paste einen achtblättrigen Lotus. In dessen Mitte stelle man einen Edelsteinbecher, gefüllt mit dem ersten Stoff, entzünde ihn und verehre ihn mit Blumen und Reiskörnern. Nach der entsprechenden Darbringungsformel folgt das Gebet des kreisenden Lichtes.
„Indem ich das innere und das äußere Licht zu grenzenlosem Glanz vereine und die Lampe dreifach kreisen lasse, bringe ich das Licht des Kula dar.“
Vierzehn-, neun- oder dreimal lasse man das Licht kreisen und stelle es rechts ab.
Die Mantrablumen
Man nehme Blumen in die gefalteten Hände und spreche:
„O Śivā, du Göttin der neun Umkreise, die vom Duft der Wogen von Śivas kühlstem Nektar erstrahlen, du lässt immer neuen Nektar strömen. Die Lehrerfolge geht dir voran; ewig leuchtest du mit dem Leib der Qualitäten, umgeben von den sechs Gliedern. Diese Handvoll Blumen ist dir bereitet.“
Damit bringe man die Blumen dar. Diese zusätzlichen Darbringungen über die vierundsechzig hinaus sind im Sūtra durch das „und so weiter“ der Wendung „wie zuvor Räucherwerk, Licht und so weiter“ mitenthalten.
Meditation über Kāmakalā
Man meditiere über die Göttin als Kāmakalā: Ein Bindu ist das Gesicht, zwei Bindus sind die Brüste und der bezeichnete weitere Teil bildet die Yoni. [Die digitale Lesung saparārdha ist hier nicht eindeutig; eine geometrische Ergänzung wird nicht erfunden.] Das Kraft-Bīja der Göttin, sauḥ, vergegenwärtige man als das Herz Śrīdevīs.
Das fakultative Feueropfer
Nun folgt das Feueropfer. Das Wort „wenn“ im Sūtra „wenn die Voraussetzungen für das Feuerwerk vorhanden sind“ zeigt an, dass es ausgeführt oder ausgelassen werden kann. Wird es ausgeführt, ist seine Ordnung dem eigenen Lehrabschnitt zu entnehmen. Dabei erfolgt die Bali-Darbringung vor dem Opfer mit den großen Vyāhṛtis. Wird das Feueropfer ausgelassen, erfolgt allein die Bali-Darbringung.
Abgetrennte Editionsnotiz: Ein Textzeuge ergänzt nach dem Jñānārṇava eine Kurzform für diejenigen, die zum ausführlichen Feueropfer nicht imstande sind: Nach dem Entschluss zum täglichen Homa werden fünf mit den Lebenskräften verbundene Gaben mit dem Wurzelmantra und sechs mit den sechs Gliedermantras dargebracht. Dies wird tägliches Homa genannt.
Die Bali-Darbringung
Rechts von der Göttin zeichne man mit allgemeinem Arghya-Wasser ein Maṇḍala aus Dreieck, Kreis und Quadrat. Mit Tritārī und aiṃ vyāpakamaṇḍalāya namaḥ verehre man es mit Duftstoff und Reiskörnern. Darauf stelle man ein Gefäß mit Wasser, halb mit gekochter Speise gefüllt und mit Milch und den weiteren angegebenen Stoffen versehen.
Dreimal spreche man die Tritārī und oṃ hrīṃ sarvavighnakṛdbhyaḥ sarvabhūtebhyo huṃ phaṭ svāhā. Mit der rechten Hand gieße man Wasser, das von der linken in Tattva-Mudrā berührt wird, auf den Bali. Man stampfe mit der linken Ferse auf, klatsche in die Hände, hebe das Gesicht und betrachte unter der Bāṇa-Mudrā den Bali als von den Wesen verzehrt. Dann verneige man sich. Damit ist die Bali-Ordnung beschrieben.
Umschreitung
Für Aja, Īśa, Śakti, Gaṇapati und Bhāskara gelten der Reihe nach die durch Veda, Halbmond, Feuer und Berg bezeichneten Umschreitungszahlen zur Erlangung aller Vollendungen. [Die verdichtete Zahlenangabe der elektronischen Lesung ist nicht vollständig eindeutig; eine zusätzliche Zahl wird nicht eingesetzt.]
Nach Umschreitung und Verneigung vollziehe man Japa nach der später beschriebenen Ordnung und spreche den Lobpreis.
Lobpreis der Mātṛkā und Lalitā
1. Oṃ. Ich preise die aus Mantra bestehende Mutter der Laute, die Göttin in Gestalt von Gaṇeśa, Planeten, Mondhäusern, Yoginīs und Tierkreiszeichen, deren Gestalt die heiligen Sitze sind.
2. Ich verneige mich vor der großen Göttin, der Mātṛkā, der höchsten Herrin, die das aufgewühlte Treiben der Zeit zur Ruhe bringt. [Das betreffende Wortgefüge ist in der digitalen Lesung gestört.]
3. Wird auch nur ein einziger ihrer Laute vollkommen verwirklicht, so kann ein Mensch sich mit Sonne, Garuḍa, Mond, Liebesgott, Śaṅkara, Feuer und Viṣṇu messen.
4. Ich verehre die Herrin von allem, die Göttin, die große glückverheißende Siddhamātṛkā, durch deren Laut-Mondlicht die drei Welten geschmückt sind.
5. Ich verehre die Siddhamātṛkā, auf deren großer Lautschnur diese drei Welten aufgereiht sind, bis zur Schale des Welt-Eis.
6. Ihr elftes Bīja bildet die Grundlage und entspringt den drei Ecken; durch es erscheint noch heute die Welt bis zur Schale des Welt-Eis. [Die genaue Beziehung der kodierten Lautangabe bleibt in der Vorlage unerläutert.]
7. Sie besteht aus den Lautgruppen von A, Ka und Ca an und wohnt an Kopf und Gliedern, Armen, Herz, Rücken, Hüften und Füßen. [Die vollständige Lautgruppenfolge ist in dieser Strophe beschädigt.]
8. Ich verneige mich vor der großen Göttin, die aus dem Laut Ī erschlossen wird, dem Innersten des Innersten, dem Höchsten des Höchsten, deren Gestalt höchste Glückseligkeit ist.
9. Bis heute erkennen selbst die Gottheiten nicht im Geringsten, wer sie ist, woher, wo und wodurch sie besteht, sie, die mit Gestalt und ohne Gestalt betrachtet wird.
10. Ich verehre die Unvergängliche in Gestalt des Lautes Kṣa, die höchste heilvolle Göttin, die im Aufleuchten der Kula-Kalā erstrahlt.
11. In ihr stehen gemäß der Folge der Lautgruppen die acht Mütter. Ich verehre sie als Herrin der acht großen Vollendungen, die aus den acht Gruppen hervorgehen.
12. Ich preise Śrītripurā, die in den heiligen Sitzen mit den Namen Kāma, Pūrṇa, Ja und weiteren bezeichneten Sitzen wohnt, die Schatzkammer der vier Überlieferungsweisungen. [Die Reihe der Pīṭha-Namen ist digital beschädigt und wird nicht vervollständigt.]
Der Lobpreis durch diese zwölf Strophen bewirkt alle Vollendungen. Doch dein wahrer Lobpreis, o Göttin von ungeteilter Gestalt, ist dieser:
„Für diejenigen, deren Fuß auf der Erde ausgleitet, ist eben die Erde die Stütze. Für diejenigen, die dir gegenüber Verfehlungen begangen haben, bist allein du die Zuflucht, o Śivā.
Mein Reden werde Japa, jedes Tun zur Gestaltung deiner Mudrās, mein Gehen zur rituellen Umschreitung, mein Essen und alles Ähnliche zur Opferdarbringung. Mein Niederliegen werde Verneigung, jedes Wohlgefühl durch die Betrachtung der Selbsthingabe eine Weise deiner Verehrung: Alles, was sich in mir entfaltet, möge dir dienen.
Vater, Mutter, Bruder, Lehrer, Freund und Verwandtschaft bist du mir, Herr, heiliger Ort und vollständiges Werk, mein Heil hier und jenseits, die reine Erkenntnis und die Stätte, die durch sie erreicht wird. Du allein bist dies, o ehrwürdige Mutter. Frei von Sorge schlafe ich in tiefstem Glück.
Mit deinem weiten Blick, schön wie ein eben geöffneter blauer Lotus, bade aus Mitgefühl auch mich, den Fernen und Armen, o Śivā. Dadurch wird dieser Mensch gesegnet; dir entsteht dadurch kein Verlust. Der Mond lässt seine Strahlen gleichermaßen auf Wald und Palast fallen.
O du, deren Gestalt Sein ist, du Aufgang des Bewusstseinslichtes, Geliebte Kāmarājas, Vernichterin Bhaṇḍāsuras, Schatz des Wunderbaren, Wiederbeleberin des körperlosen Liebesgottes! Gebärerin der Welt, Mitfühlende, kostbarer Schutz der Bedrängten, erhabene Mutter Lalitā, höchste Śivā: Beschütze mich, dein eigenes Kind.
Verehrung dir auf dem Goldenen Berg, treue Gemahlin Śivas! Verehrung dir in Śrīpura, dir, die du dich am Lotuswald erfreust, dir im Edelsteinhaus. Verehrung dir im Śrīcakra, du Allumfassende; dir im Bindu, dir, die auf Kāmeśvaras Schoß ruht. Verehrung dir, Mutter Lalitā.
Sieg, Sieg dir, Weltenmutter, die sich durch Hingabe gewinnen lässt! Sieg dir, deren Innerstes von dichtem Mitgefühl erfüllt ist! Sieg dir, freigebig im Gewähren aller Ziele! Sieg, Mutter Lalitā, Ozean von Bewusstsein und Glückseligkeit!
Ich verneige mich vor den sechs Gliedergottheiten, den Nityās, den Lehrern der drei Ströme vom göttlichen an, den Waffengöttinnen und den Kräften in den Umkreisen.
Verehrung meinem ehrwürdigen Lehrer Bhāsurānandanātha, dessen Wesen Śiva ist und dessen linker Schoß Padmāvatyambikā gehört.
Immer wieder Verehrung meinem höheren Lehrer Prakāśānandanātha, der durch die Umarmung Sundaryambās beglückt ist.
Verehrung dem höchsten Lehrer Ānandānandanātha, dessen Geist im freudigen Leuchten von Miśrāmbās Augen ruht.
Dieser Lobpreis des Lehrers zeigt zugleich das eigene wahre Wesen an. Mein Tun entspricht der Gesinnung eines Kindes. O Göttin, begegne ihm mit der Liebe einer Mutter.“
Mit diesen und weiteren Lobpreisungen preise man nach der verfügbaren Zeit die Mutter aller Welten. Dann verehre man die Śakti.
Verehrung der Suvāsinī
Die zuvor eingeladene Suvāsinī sei nach der historischen Vorschrift des Textes älter als sechzehn und ungefähr bis dreißig Jahre alt, gesalbt, von Gaurīs Gestalt, mit günstigen Merkmalen versehen, eingeweiht, hingebungsvoll und mit den weiteren genannten Eigenschaften ausgestattet. Sie soll zu den acht Kula-Gruppen gehören; ist eine solche nicht verfügbar, zu einer der vier Varṇas. Es kann die eigene oder eine andere Śakti sein. Man lasse sie kommen, wasche ihre Füße und gebe ihr einen Sitz.
Ist sie nicht eingeweiht, folgt diese Reinigung: Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ klīṃ sauḥ tripurāyai namaḥ imāṃ śaktiṃ pavitrīkuru mama śaktiṃ kuru svāhā besprenge man sie dreimal mit allgemeinem Arghya-Wasser. Nach Tritārī und oṃ spreche man:
„Friede sei, Heil sei; alles Unheilsame vergehe. Woher das Unheil gekommen ist, dorthin kehre es zurück.“
In ihr Ohr spreche man die Hṛllekhā. Man betrachte sie als göttliche Gestalt und bringe ihr mit aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ klīṃ sauḥ śaktyai … kalpayāmi namaḥ Gelbwurz, Kuṅkuma, Sandel, Seidenstoff, Blumen, Räucherwerk, Licht, Speise und Betel dar; bei entsprechenden Mitteln auch Gewänder und Schmuck.
Nachdem sie mit dem Wurzelmantra und der später angegebenen Gesamtformel Blumen an Śrīdevī und die Umkreisgottheiten dargebracht hat, gebe man ihr das Milchgefäß von der Größe einer Handhöhlung mit den bezeichneten weiteren Ritualstoffen. [Die zusammengesetzte Stoffangabe ist in der digitalen Fassung nicht eindeutig.] Sie erhebt sich, nimmt es mit der Kapāla-Mudrā und die beiden weiteren Stoffe mit der rechten Hand entgegen.
Sie setzt das Gefäß in die rechte Hand und verehrt mit Milchtropfen, aufgenommen durch ein in Tattva-Mudrā gehaltenes Stück des zweiten Stoffes, dreimal den Lehrer auf ihrem Haupt mit dem Gurupādukā-Mantra und dreimal Śrīdevī in ihrem Herzen mit dem Wurzelmantra. Das Gefäß wieder in die linke Hand nehmend erhebt sie sich und bittet den Lehrer oder einen Älteren: „Ich möchte opfern.“ Auf die Erlaubnis „Opfere“ bedeckt sie mit der rechten Hand und reinigt sämtliche Tattvas mit dem Wurzelmantra und sarvatattvaṃ śodhayāmi namaḥ svāhā. Weitere von ihr gewünschte Gefäße können ohne Mantra gereicht werden.
Der Vollziehende nehme nochmals wie zuvor ein Gefäß und überreiche es nach der Tritārī mit den Worten:
„Dieses Gefäß mit berauschendem Trank und Fleisch wird dir gegeben. Nimm es an, glückverheißende Göttin, gewähre Ruhm und verbrenne die Feinde.“
Sie nehme davon, lasse einen Rest und gebe ihn nach der Tritārī mit den Worten zurück:
„Kind, den Rest dieses getrunkenen Kula-Nektars habe ich dir gegeben. Ich werde deine Feinde vernichten und dir das Erwünschte gewähren.“
Der Sādhaka nehme ihn an, bewirte die Śakti mit den vier Stoffen und reiche ihr Betel. Nachdem er sie der Vorschrift gemäß auch durch den fünften erfreut hat, verabschiede er sie. Damit endet die Suvāsinī-Verehrung. [Der Text dokumentiert hier initiatorische Kaula-Riten; die verschlüsselten Stoff- und Handlungsbezeichnungen werden nicht in eine allgemeine Praxisanleitung aufgelöst.]
Reinigung der Tattvas
Ist der Lehrer anwesend, verehre man ihn mit dem Pādukā-Mantra und reiche ihm die Gefäße. Zusammen mit den eingeladenen Schülern und den im Kreis versammelten Angehörigen der Überlieferung wasche man die Hände. Der Göttin bringe man dreimal Blumen mit Wurzelmantra und Darbringungsformel dar; den Umkreisgottheiten einmal mit der Gesamtformel:
aiṃ hrīṃ śrīṃ samastaprakaṭaguptaguptatarasampradāyakulakaulanigarbharahasyātirahasyaparāparātirahasyayoginīśrīpādukābhyo namaḥ.
Wie zuvor nehme man jeweils das Gefäß und reinige mit den beim Ācamana genannten Mantras die Tattvas:
aiṃ hrīṃ śrīṃ ka e ī la hrīṃ ātmatattvaṃ śodhayāmi namaḥ svāhā||
3 ha sa ka ha la hrīṃ vidyātattvaṃ śodhayāmi namaḥ svāhā||
3 sa ka la hrīṃ śivatattvaṃ śodhayāmi namaḥ svāhā||
Beim Verehrer der Ṣoḍaśī werden die einzelnen Abschnitte zur Reinigung der drei Tattvas jeweils von dreizehn Bījas umschlossen; mit dem vollständigen Wurzelmantra erfolgt die Reinigung sämtlicher Tattvas.
Beim Annehmen des ersten Gefäßes steht man auf. Nach der jeweiligen Überlieferung kann man bei allen Gefäßen aufstehen; Frauen tun dies stets. Bei der Bālā-Verehrung dient ein Gefäß zur Reinigung sämtlicher Tattvas, bei der Pañcadaśī drei, bei Śrīṣoḍaśākṣarī vier. Nach vollzogenem Pūrṇābhiṣeka sind es fünf oder je nach Berechtigung die gewünschte Zahl. Einer vertrauenswürdigen Kumārī oder Suvāsinī kommt ein Gefäß zu.
Die Überreste von Lehrer, dessen Śakti, dessen älteren und jüngeren Kindern, den eigenen Älteren, den Mitgliedern der Überlieferung und den Frauen dürfen angenommen werden; ihnen darf man die eigenen nicht geben. Den eigenen Jüngeren und Schülern darf man sie geben. Von den Vīras darf man nur die Überreste der festen Speise annehmen.
Die sieben Ullāsas heißen Ārambha, Taruṇa, Yauvana, Prauḍha, Tadanta, Unmana und Anavasthā. Die Reinigung des Arghya gehört zu Ārambha, die Verehrungsfolge zu Taruṇa, Yauvana und Prauḍha; danach folgt die Verabschiedung der Gottheit. Die übrigen drei Zustände gehören den vollendeten Vīras, nicht den noch Übenden. Das ist die maßgebliche Unterscheidung bei der Annahme der Opfergaben.
Verabschiedung der Gottheit
Mit etwas Wasser des allgemeinen Arghya spreche man:
„Gut oder nicht gut: Was immer ich getan habe, nimm all dies aus Gnade als meine Verehrung an, o Göttin.“
So übergebe man die Verehrung in die linke Hand der Göttin. Man hebe die Muschel, führe sie dreimal über ihr im Kreis und nehme ihr Wasser in die Hand. Mit dem Wurzelmantra besprenge man die Angehörigen der Überlieferung und sich selbst. Die Muschel werde ausgewaschen und abgestellt.
Mit dem Wurzelmantra nehme man heiliges Wasser und Opferreste an und bitte um Vergebung:
„Was ich wissend oder unwissend getan habe, o Śivā, erkenne als dein Werk und vergib es, höchste Herrin.“
Man betrachte sämtliche Umkreisgottheiten als im Leib Śrīdevīs aufgelöst, zeige Khecarī und vollziehe die Verabschiedung. Die zu Licht gewordene Göttin führe man wie zuvor ins Herz, verehre ihre Gestalt dort mit den fünf Darbringungen und betrachte sie wieder als das vom eigenen Selbst nicht verschiedene Bewusstsein. Damit ist die Verabschiedung vollzogen.
Friedensgebet
„Den Verehrenden und den Beschützern, den Menschen mit beherrschten Sinnen und den an Askese Reichen, dem Land, dem Reich, dem Kula und den Königen möge der erhabene Kuleśa Frieden gewähren.
Mögen die Gemeinschaften der Übenden und die in Aṇimā und den übrigen Vollendungen Bewährten sich freuen. Auf die Feinde der Überlieferungsordnung mögen die Flüche der Yoginīs fallen. Auch in mir möge jener unaussprechliche Śāmbhavī-Zustand aufleuchten, in dem allein der Lotusfuß des Lehrers erlangt wird.
Von Śiva bis zur Erde, von Brahmā bis zum Grashalm, vom Feuer der Zeit bis zu Śiva: Die ganze Welt möge durch dieses Opfer Sättigung finden.“
Diese und die weiteren Friedensstrophen werden gesprochen.
Auflösung des besonderen Arghya
Mit dem Wurzelmantra hebe man das besondere Arghya-Gefäß bis zum Haupt. Seine Milch nehme man in ein anderes Gefäß und opfere sie in das eigene Kuṇḍalinī-Feuer mit dem Mantra:
ārdraṃ jvalati jyotirahamasmi| jyotirjvalati brahmāhamasmi| yo'hamasmi brahmāhamasmi| ahamasmi brahmāhamasmi| ahamevāhaṃ māṃ juhomi svāhā|
Den Rest gebe man einem geliebten Schüler. Dieses Gefäß und die übrigen Gefäße für die Annahme der Opferreste werden ausgewaschen, am Feuer erwärmt und aufbewahrt. Nach Kräften speise man Brahmanen und Suvāsinīs; danach esse man selbst. Damit endet die tägliche Praxisordnung.
Diese tägliche Ordnung ist auch während der durch Geburt oder Tod bedingten Unreinheitszeit auszuführen. Die Belege stehen im Śyāmākrama. Wer mit einem bestimmten Wunsch verehrt, vollzieht sie dann innerlich; wer ohne eigennützigen Wunsch verehrt, nach der angegebenen Ordnung. Die nach ihrem Verständnis vollzogene Verehrung von Kindern, Alten, Frauen und Unkundigen wird im Text daurbodhī genannt.
„Wer alle Gegenstände selbst beschafft und die Göttin vertrauensvoll und ganz hingegeben verehrt, erlangt die ganze Frucht. Bei der Verehrung mit von anderen gegebenen Gegenständen wird die halbe Frucht erlangt. Jedenfalls sollen die Vertrauensvollen die Verehrung der Göttin auf irgendeine ihnen mögliche Weise vollziehen.“
Andere Möglichkeiten sind:
„Wer nicht imstande ist, lasse die Verehrung ausführen oder gebe die Gegenstände dafür. Wer auch zu einer solchen Gabe nicht imstande ist, schaue der Verehrung bis zum Ende zu, mit ganz auf sie gerichtetem Geist.“
Damit endet die tägliche Praxisordnung der höchsten Göttin nach dem Kalpasūtra.
Verkürzte Verehrung und Ersatzstoffe
Sind die hauptsächlichen Stoffe nicht verfügbar, ist die tägliche Ordnung mit Ersatzstoffen auszuführen. Als Ersatz für den ersten Stoff gelten mit Rohzucker vermischte Buttermilch oder Joghurt, Milch mit Steinsalz, Honig, Kuh-Ghṛta oder Milch in einem Kupfergefäß, Sesam oder Zucker mit Wasser, Öl, saure Getreideflüssigkeit in einem Bronzegefäß oder erwärmt sowie Kokoswasser. Für den zweiten dient Rettich.
Für den dritten dienen Salz, frischer Ingwer, Ölkuchen, getrockneter Ingwer, Weizenzubereitungen, schwarze Bohnen und Knoblauch. Beim vierten bleibt der eigentliche Stoff. Für den fünften dienen Aparājitā- oder Karavīra-Blüten. Eine Vermischung dieser Ersatzstoffe wird vom Sūtra-Verfasser nicht vorgeschrieben.
Im Ḍāmara heißt es: „Als Ersatz für Fleisch dient Kuchen, für Fisch auch Banane. Für den Geschlechtsverkehr die eigene Gattin; ist sie nicht verfügbar, dann mit Bedacht …“ [Der letzte Satz ist in der vorliegenden Lesung unvollständig beziehungsweise syntaktisch nicht sicher zu erschließen.]
Eine andere Lesung lautet entsprechend: „Für den zweiten dient Kuchen, für den dritten auch Banane. Für den fünften die eigene Gattin; ist sie nicht verfügbar, dann mit Bedacht …“
Wird die tägliche Ordnung aus Nachlässigkeit oder einem anderen Grund versäumt, sind hundert Wiederholungen des Wurzelmantras als Sühne überliefert. Tägliche und anlassbezogene Riten können auch durch Sohn, Schüler oder andere geeignete Personen ausgeführt werden.
Weitere Kurzformen
Diese gelten für Menschen, die zur ausführlichen Form nicht imstande sind, beispielsweise königliche Frauen, und für Notlagen wie Unruhe im Reich, Hungersnot oder Fieber. Eine Möglichkeit ist die Verehrung der sechs Umkreise vom Vierzehn-Dreieck-Kreis an. Eine zweite ist die Verehrung der drei Umkreise vom Acht-Dreieck-Kreis an. Eine dritte ist die Verehrung der vier Göttinnen von Kāmeśvarī an zusammen mit der Waffenverehrung.
Weitere Möglichkeiten sind: die Verehrung ausführen zu lassen, die Gegenstände dafür zu geben oder, wenn auch das nicht möglich ist, ihr mit ganz darauf gerichtetem Geist bis zum Ende zuzuschauen. Werden diese Kurzformen ohne Notlage verwendet, führen sie nach dem Text zu unerwünschten Folgen.
Ritualbezogene Regeln
An den fünf Festzeiten – achter und vierzehnter dunkler Mondtag, Neumond, Vollmond und Sonnenübergang – verehre man mit besonderen Mitteln. Die Einzelheiten stehen im Abschnitt über anlassbezogene Verehrungen. Tägliche und anlassbezogene Praxis können auch durch Schüler, Sohn oder andere geeignete Personen ausgeführt werden.
Der Verehrer Śrīlalitās soll keine Zuckerrohrstücke essen, Vārtālī nicht bei Tag anrufen, die vollendeten Ritualstoffe nicht verabscheuen und Frauen nicht mit Härte behandeln. Er soll sich nicht mit der Frau eines Vīra verbinden, keinen Vīra töten und dessen Besitz nicht wegnehmen. Die fünf Makaras soll er nicht aus bloßem eigenem Verlangen annehmen. Mit aus dem Kula Gefallenen soll er nicht zusammensitzen, nicht viel unnütz reden und nicht fortgehen, ohne einer Frau zu antworten, die ihn anspricht. Die Kula-Schriften soll er geheim halten.
Diese Regeln gehören zum Ritual; ihre Nichtbeachtung beeinträchtigt dessen Gültigkeit. Der Übende muss sie erfüllen und auch die im Einweihungsabschnitt genannten Verhaltensregeln für Angehörige der Überlieferung beachten. Unablässig betrachte er sich als Śrīdevī von der Gestalt der Kāmakalā.
Wer so lebt und im Kula feststeht, hat in jeder Hinsicht vollbracht, was zu vollbringen war. Beim Ablegen des Körpers macht es für ihn keinen Unterschied, ob dies im Haus eines sozial Ausgegrenzten oder in Kāśī geschieht. Eben dieser ist zu Lebzeiten befreit und möge glücklich leben.
Zeichnen des Śrīcakra
Nun wird die zuvor angekündigte Weise des Zeichnens möglichst verständlich beschrieben.
Die folgenden Bezeichnungen gelten: Eine Linie von Nordosten nach Südosten oder von Nordwesten nach Südwesten heißt Querlinie. Die von ihren beiden Enden ausgezogenen und im Westen vereinten Linien heißen Seitenlinien. Wo eine Linie eine andere kreuzt, liegt eine Verbindung, ein Sandhi. Das Zusammentreffen dreier solcher Linien heißt Marma. Die Richtung, der sich der Übende zuwendet, gilt als Osten, die entgegengesetzte als Westen. Ein nach Westen gerichtetes Dreieck heißt Śakti; ein nach Osten gerichtetes heißt Śiva oder Feuer.
Zuerst ziehe man eine Linie von Nordosten nach Südosten, von dort nach Westen und von dort zurück nach Nordosten. So entsteht eine Śakti. Dies ist das mittlere Dreieck; seine Mitte wird als Ort des Bindu bezeichnet.
Durch seine Mitte ziehe man, seine beiden Seitenlinien durchschneidend, auf dieselbe Weise eine weitere Śakti. Dabei entstehen zwei Verbindungen. Durch die Mitte der zweiten Śakti zeichne man eine Querlinie, welche deren beide Seiten durchschneidet und die Spitze der ersten Śakti berührt. Von ihren Enden aus ziehe man die beiden Seitenlinien so, dass sie die beiden Verbindungen durchlaufen und ein Śiva-Dreieck bilden. Damit entsteht der Acht-Dreieck-Kreis. Zusammen mit dem mittleren Dreieck wird er das Cakra der neun Yonis genannt. Hier entstehen sechs Verbindungen und zwei Marmas.
Nun verlängere man die östliche Querlinie nach beiden Seiten. Von ihren Enden ziehe man Seitenlinien, welche die Spitzen der seitlichen Ecken des ersten Feuerdreiecks berühren, und bilde damit eine Śakti. Ebenso verlängere man die westliche Querlinie beidseitig und bilde durch Seitenlinien, welche die Spitzen der seitlichen Ecken der ersten Śakti berühren, ein Śiva-Dreieck.
Danach verlängere man die Seitenlinien des mittleren Dreiecks nach Nordosten und Südosten. Man verbinde ihre Enden durch eine Querlinie, welche auch die Spitze des zuerst gezeichneten Feuerdreiecks berührt. Ebenso verlängere man die Seiten des zuerst gezeichneten Feuerdreiecks und verbinde ihre Enden durch eine Querlinie, welche die Spitze der zweiten Śakti berührt. Dies ist der innere Zehn-Dreieck-Kreis. Hier entstehen sechs Marmas und zwölf Verbindungen.
Von den fünf nun vorhandenen Querlinien verlängere man die erste und letzte jeweils nach beiden Seiten. Von ihren Enden ziehe man Seitenlinien und erzeuge eine Śakti und einen Śiva, die – mit Ausnahme der seitlichen Eckspitzen der dritten Śakti – die acht übrigen Eckspitzen berühren.
Die zuerst verlängerten Seitenlinien der mittleren Śakti und des ersten Feuerdreiecks verlängere man weiter in ihre jeweiligen Zwischenrichtungen. Von ihren Enden ziehe man zwei Linien, die die östliche und westliche Eckspitze des inneren Zehn-Dreieck-Kreises berühren. Dies heißt der äußere Zehn-Dreieck-Kreis. Hier treten zehn Marmas und achtzehn Verbindungen hervor.
Von den sieben Querlinien verlängere man die sechste und die zweite, die bereits zuvor verlängert wurden, nochmals nach beiden Seiten. Durch Seitenlinien von ihren Enden aus erzeuge man eine Śakti und einen Śiva; diese berühren die acht übrigen Eckspitzen des äußeren Zehn-Dreieck-Kreises, nicht aber dessen östliche und westliche Dreiecksspitze.
Dann verlängere man die Seitenlinien der vierten Śakti und die äußerste östliche Querlinie beidseitig bis zu ihrem Zusammentreffen. Ebenso verlängere man die Seitenlinien des dritten Feuerdreiecks und die äußerste westliche Querlinie bis zu ihrem Zusammentreffen. Darauf verlängere man die Seitenlinien der ersten Śakti und des ersten Śiva in die jeweiligen Richtungen und ziehe von ihren Enden zwei Querlinien, welche die Spitzen der vierten Śakti und des dritten Śiva berühren.
Dies ist der Vierzehn-Dreieck-Kreis. Hier ergeben sich achtzehn Marmas, vierundzwanzig Verbindungen, fünf Śaktis, vier Feuerdreiecke, acht trommelförmige Zwischenfiguren an den Seiten und insgesamt dreiundvierzig Dreiecke.
Darum zeichne man den Kreis des Lotusinneren und daran acht Blütenblätter ohne verbindende Staubfäden. Dies wird der achtblättrige Lotus genannt. „Ohne Verbindung“ bedeutet hier ohne Staubfäden, denn für den König der Śrīcakras ist ihr Weglassen vorgeschrieben. Darum ziehe man einen weiteren Innenkreis und sechzehn Blütenblätter ebenfalls ohne Staubfäden: den sechzehnblättrigen Lotus. Außen folgen drei begrenzende Kreise und darum das viertorige Bhūpura aus drei Quadratlinien. Damit ist das Zeichnen des Śrīcakra beschrieben.
Flache und erhabene Formen
Das Mantra zu seiner Aufstellung wurde bereits angegeben. Bei einem aus Gold oder einem anderen Material gefertigten Yantra gibt es zwei Darstellungsformen: die ebene und die Meru-Form.
Die ebene Form besteht aus einer vier Fingerbreiten breiten Platte von zwei Pala Gewicht, auf der die Anordnung vom Bindu bis zum Bhūpura mit erhabenen Linien ausgeführt ist.
Die Meru-Form ist dreifach. Vom Bhūpura an werden je drei Cakras als Schöpfung, Erhaltung und Auflösung bezeichnet. In der ersten Form liegen die Erhaltungscakras höher als die Schöpfungscakras und die Auflösungscakras wiederum höher. In der zweiten liegen die beiden Lotusse höher als das Bhūpura und die sechs Bereiche vom Vierzehn-Dreieck-Kreis an höher als die Lotusse. In der dritten steigt jeder der neun Bereiche vom Bhūpura bis zum Bindu über den vorhergehenden hinaus an.
Dazu sagt der Tantrarāja: „Vom Quadrat an steigen die neun Cakras der Reihe nach bis zur Mitte immer höher; dieses Cakra bringt Reichtum am Lebensende.“
Der Autor erklärt das Wort nidhanedhana als ein Bahuvrīhi-Kompositum mit verschiedenen Kasusbeziehungen, ähnlich dem Ausdruck „Haare auf der Brust“. Gemeint sei, dass Reichtum im letzten Lebensalter erlangt wird: Der Tod tritt ein, während man noch Wohlstand erfährt, nicht während seines Verfalls. Frühere Ausleger vertauschten die Beziehung von Lokativ und Akkusativ und verstanden es tadelnd als Tod nach dem Erwerb von Reichtum. Worauf sie sich dabei stützen, mögen sie selbst wissen. Damit sei die Richtung der Auslegung angedeutet.
Weihe des Śrīcakra
An einem im Einweihungsabschnitt genannten günstigen Tag vollziehe der Übende seine täglichen Pflichten, verehre Gaṇapati und lasse Brahmanen Glückwünsche sprechen. Nach Ācamana und Atemregelung nenne er Ort und Zeit und fasse unter Angabe seiner Abstammung und seines Namens den Entschluss: „Ich werde den König der Śrīcakras weihen, um Mahātripurasundarī zu verehren.“
Er bereite Pañcagavya aus Milch, Joghurt, geklärter Butter, Kuhdung und Kuhurin, vermische es und beseele es hundertachtmal mit hauṃ. Mit dem Praṇava lege er das Yantra hinein, nehme es heraus und lege es in ein anderes Gefäß. Er bade es mit Pañcāmṛta aus Kuhmilch, Joghurt, geklärter Butter, Honig und Zucker und räuchere es. Darauf bade er es mit jedem dieser Stoffe einzeln, jeweils mit Räucherung dazwischen, und erneut mit ihrer Mischung.
In den acht Richtungen stehen acht Krüge aus Gold oder einem anderen Material bis hin zu Ton, jeweils auf einem Reishaufen, mit neuen Tüchern umwickelt und mit Duftstoff und Blumen verehrt. Sie enthalten kühles, mit Kuṅkuma, Rocanā, Sandel und Moschus duftend gemachtes Wasser. Mit Kuśa-Spitzen berührt werden sie hundertachtmal mit dem Wurzelmantra beseelt. Mit ihnen übergieße man das Yantra. Sämtliche Bäder vom Pañcagavya an geschehen unter dem Wurzelmantra.
Man trockne das Yantra mit einem gewaschenen Tuch, stelle es auf seinen Sitz und berühre es mit Kuśa-Spitzen. Hundertachtmal wiederhole man die Yantra-Gāyatrī:
aiṃ hrīṃ śrīṃ oṃ yantrarājāya vidmahe mahāyantrāya dhīmahi. tanno yantraḥ pracodayāt.
Nach den eigenen Handlungen von der Elementereinigung bis zum Mātṛkā-Nyāsa berühre man das Yantra mit der Hand und vollziehe die Einsetzung seiner Lebenskräfte.
Seher des großen Mantras der Belebung des Yantra-Königs sind Brahmā, Viṣṇu und Maheśvara; seine Versmaße sind Ṛg-, Yajur-, Sāma- und Atharvaveda. Die Gottheit ist Bewusstsein, das Bīja āṃ, die Kraft hrīṃ, der Verschlusslaut kroṃ. Seine Verwendung im Japa dient der Einsetzung der Lebenskräfte in das Śrīcakra.
Handnyāsa:
aiṃ hrīṃ śrīṃ aṃ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ pṛthivyaptejovāyvākāśātmane āṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ||
3 iṃ caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ śabdasparśarūparasagandhātmane īṃ tarjanībhyāṃ namaḥ||
3 uṃ ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ śrotratvakcakṣurjihvāghrāṇātmane ūṃ madhyamābhyāṃ namaḥ||
3 eṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ vākpāṇipādapāyūpasthātmane aiṃ anāmikābhyāṃ namaḥ|
3 oṃ paṃ phaṃ baṃ bhaṃ maṃ vacanādānaviharaṇavisargānandātmane auṃ kaniṣṭhikābhyāṃ namaḥ|
3 aṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ ḻaṃ kṣaṃ manobuddhyahaṅkāracittāntaḥkaraṇātmane aḥ karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ namaḥ||
Ebenso erfolgt der Nyāsa am Herzen und den weiteren Körperstellen.
Meditation: Möge uns die höchste Lebenskraft Glück bereiten: die Göttin von der Farbe der jungen Sonne, auf einem roten Lotus, der auf einem Schiff im roten Meer erstrahlt. Ihre Lotushände tragen Schlinge, Zuckerrohrbogen, eine Sehne aus Bienen, Haken, fünf Pfeile und eine blutgefüllte Schädelschale. Sie leuchtet mit drei Augen und ist von vollen Brüsten geschmückt.
Mantras der Belebung; die Auslassungszeichen stehen bereits in der Quelle:
aiṃ hrīṃ śrīṃ oṃ āṃ hrīṃ kroṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ hauṃ haṃ saḥ śrīcakrasya prāṇāḥ iha prāṇāḥ||
3 oṃ ... saḥ śrīcakrasya jīva iha sthitaḥ||
3 oṃ ...saḥ śrīcakrasya sarvendriyāṇi||
3 oṃ...saḥ śrīcakrasya vāṅmanaścakṣuḥśrotrajihvāghrāṇaprāṇā ihāgatya sukhaṃ ciraṃ tiṣṭhantu svāhā|| iti||
Bei der Belebung eines anderen Yantra wird dessen jeweiliger Name eingesetzt. Dann rufe man nach der Ordnung des Śrīkrama die Göttin herbei und verehre sie. Das Yantra mit Kuśa-Spitzen berührend wiederhole man das Wurzelmantra tausendacht- oder hundertachtmal. Nach der Ordnung des Homa-Abschnitts bringe man hundertacht Gaben geklärter Butter mit dem Wurzelmantra dar und gieße dazwischen jeweils die verbleibende Opferbutter auf das Yantra.
Mit gekochter Speise und Beilagen bringe man Bali für alle Wesen dar und vollende die übrigen Homa-Handlungen. Dem Lehrer schenke man eine Kuh mit vergoldeten Hörnern, Gewänder und Schmuck. Nach der Verabschiedung der Göttin speise man eine Kumārī, eine Yoginī und Brahmanen. Diese Yantra-Weihe kann auch durch den Lehrer oder einen anderen geeigneten Vollziehenden ausgeführt werden. Dies ist die Weiheordnung nach dem Vāmakeśvara-Tantra.
Dauer der Gültigkeit und Beschädigungen
Bei einem goldenen Yantra gilt die Weihe lebenslang, bei einem silbernen zweiundzwanzig Jahre, bei einem kupfernen zwölf, bei einem auf Birkenrinde gezeichneten sechs. Nach Ablauf dieser Zeit ist es erneut zu weihen. Ein Yantra aus Bergkristall und den entsprechenden weiteren Stoffen wird nur einmal geweiht und kann fortdauernd von Generation zu Generation verehrt werden.
Nach den historischen Reinheitsregeln des Textes ist eine erneute Weihe erforderlich, wenn das Yantra durch Berührung eines Hundes, eines Caṇḍāla oder anderer als unberührbar behandelter Personen oder durch vergleichbare Einwirkungen beeinträchtigt wurde.
Wird es versehentlich verbrannt, zerbrochen, verloren oder gestohlen, faste man einen Tag, wiederhole das Wurzelmantra zehntausendmal und vollziehe Homa und die weiteren Handlungen jeweils mit einem Zehntel der vorangehenden Zahl. Dann weihe man ein neues Yantra. Yantras mit ausgelöschten Zeichen, Rissen oder teilweise verbrannter Oberfläche werden in heiliges Wasser versenkt.
Die Herrlichkeit des Śrīcakra
Das Besprengen des Kopfes und das Trinken des Wassers, mit dem das Śrīcakra gebadet wurde, werden als fruchtgleich mit unzähligen Bädern an den tausend heiligen Stätten von Gaṅgā an im Weltall gepriesen. Für das Anschauen des Śrīcakra heißt es:
„Welche Frucht man durch die richtige Ausführung von hundert Opfern erlangt, diese Frucht erlangt man durch den hingebungsvollen Anblick des Śrīcakra.“
Dies ist die durch die Schriftstelle verheißene Frucht. Genug der Ausführlichkeit. Heil sei! Damit endet der zweite Lehrabschnitt über die Verehrung.
Dritter Lehrabschnitt: Das Feueropfer
Im Nordosten des Verehrungspavillons bereite man eine quadratische Feuergrube oder einen eine Elle langen, daumenhoch aufgeschütteten Opferplatz. Man besprenge ihn mit allgemeinem Arghya-Wasser, zeichne drei nach Osten verlaufende Linien in nördlicher Folge und darüber drei nach Norden verlaufende in östlicher Folge. Auf diesen Linien verehre man der Reihe nach mit Duftstoff, Reiskörnern und Blumen:
ai hrīṃ śrīṃ aiṃ klīṃ sauḥ brahmaṇe namaḥ, yamāya, somāya, rudrāya, viṣṇave, indrāya namaḥ||
Am eigenen Körper setze man die sechs Glieder ein:
aiṃ hrīṃ śrīṃ sahasrārciṣe hṛdayāya namaḥ, svastipūrṇāya śirase svāhā, uttiṣṭhapuruṣāya śikhāyai vaṣaṭ, dhūmavyāpine kavacāya hum, saptajihvāya netratrayāya vauṣaṭ, dhanurdharāya astrāya phaṭ||
Mit denselben sechs Gliedern verehre man die Feuergrube in Südost, Nordost, Südwest, Nordwest, in der Mitte und in den Hauptrichtungen. Darin zeichne man von außen nach innen das Feuer-Cakra aus Acht-, Sechs- und Dreieck. Im Dreieck vergegenwärtige man die acht Richtungen und verehre von der vorderen Stelle an im Uhrzeigersinn sowie in der Mitte die Sitzkräfte:
aiṃ hrīṃ śrīṃ pītāyai namaḥ, śvetāyai, aruṇāyai, kṛṣṇāyai, dhūmrāyai, tīvrāyai, sphuliṅginyai, rucirāyai, jvālinyai namaḥ||
In der Mitte verehre man übereinander:
aiṃ hrīṃ śrīṃ taṃ tamase namaḥ, raṃ rajase, saṃ satvāya, āṃ ātmane, aṃ antarātmane, paṃ paramātmane, jñāṃ jñānātmane namaḥ||
Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ vāgīśvarīvāgīśvarāyāṃ namaḥ verehre man im Dreieck Vāgīśvarī und Vāgīśvara als die Eltern des zu gebärenden Feuers und betrachte ihre Vereinigung. Man erzeuge Feuer aus Reibhölzern oder einem Sonnenstein oder bringe es aus dem Haus eines Zweimalgeborenen. In einem Ton- oder Kupfergefäß stelle man es im Südosten oder Südwesten auf. Einen Anteil des fleischverzehrenden Feuers entferne man nach Südwesten.
Mit dem Wurzelmantra vollziehe man Betrachtung und Besprengung, mit dem Astra-Mantra die Berührung durch Kuśa, dann Verhüllung und Nektarbereitung. Mit oṃ vaiśvānara jātaveda ihāvaha lohitākṣa sarvakarmāṇi sādhaya svāhā lasse man das aus dem Mūlādhāra aufgestiegene Bewusstseinsfeuer durch das Stirnauge hervortreten und mit dem äußeren Feuer zusammenkommen. Dieses lege man in das Feuer-Cakra, in der Betrachtung, dass Vāgīśvaras Same in Vāgīśvarīs Yoni eintritt.
Mit kavacāya huṃ bedecke man es mit Brennholz und spreche:
„Ich verehre das lodernde Feuer, Jātavedas, den Verzehrer der Opfergaben, goldfarben, makellos, hell entflammt und mit Gesichtern nach allen Seiten.“
Mit Tritārī und uttiṣṭha puruṣa haritapiṅgala lohitākṣa sarvakarmāṇi sādhaya me dehi dāpaya svāhā erhebe man das Feuer; mit Tritārī und citpiṅgala hana hana daha daha paca paca sarvajña ājñāpaya svāhā lasse man es auflodern. Man betrachte es als in Vāgīśvarīs Schoß getragen.
Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ klīṃ sauḥ aiṃ namaḥ asya homāgneḥ puṃsavanakarma kalpayāmi namaḥ vollziehe man innerlich das Puṃsavana des Opferfeuers. Ebenso folgen die Scheitelzeremonie, das Geburtsritual und die Namengebung mit dem Namen Śrīlalitāgni. In anderen Praxisfolgen wird jeweils der Name der betreffenden Gottheit mit dem Feuer verbunden.
Bis zur Namengebung lautet die Bezeichnung „dieses Opferfeuers“, danach „des Lalitā-Feuers“. Mit derselben Formel und dem jeweiligen Ritualnamen folgen erste feste Nahrung, erste Haarschur, Einführung in die Schülerschaft, Godāna und Hochzeit. Diese Lebensriten werden in der Vorstellung vollzogen.
Mit allgemeinem Arghya-Wasser besprenge man ringsum, lege Kuśa-Gras mit Spitzen nach Osten und Norden aus und begrenze den Platz mit drei Hölzern, unter Freilassung der Ostseite.
Meditation: „Verneigt euch vor dem Feuer, dreiäugig, rot, mit geschmücktem Haupt, in ein sehr weißes Gewand gehüllt und mit vielfachem Schmuck versehen, auf einem Lotus ruhend. Seine Hände tragen die begehrte Gabe, die Kraftwaffe und das Svastika-Zeichen und gewähren Furchtlosigkeit; eine goldene Girlande schmückt seine Schultern.“ [Die genaue Lesung des Kopfschmucks ist digital unsicher.]
Das Śāradātilaka nennt die besondere Betrachtung: Beim Opfer von Brennhölzern meditiere der Lehrer über Vaiśvānara stehend, beim Butteropfer liegend, bei den übrigen Stoffen sitzend.
Im Achteck verehre man von der vorderen Stelle an im Uhrzeigersinn mit Tritārī und namaḥ Jātavedas, Saptajihva, Havyavāhana, Aśvodara, Vaiśvānara, Kaumāratejas, Viśvamukha und Devamukha. Im Sechseck verehre man wie zuvor die sechs Glieder, im Dreieck das Feuer mit oṃ vaiśvānara jātaveda ihāvaha lohitākṣa sarvakarmāṇi sādhaya svāhā.
Die geklärte Butter reinige man durch siebenmalige Beseelung mit dem Wurzelmantra und stelle sie vor sich auf Darbha-Gras. Auch den Opferlöffel wasche man mit dem Wurzelmantra und lege ihn nördlich davon. Mit Blumen und Reiskörnern schmücke man das Feuer und bringe mit dem Löffel je eine Buttergabe an seine sieben Zungen dar:
aiṃ hrīṃ śrīṃ hiraṇyāyai namaḥ svāhā| hiraṇyāyā idaṃ na mama|| kanakāyai, raktāyai, kṛṣṇāyai, suprabhāyai, atiraktāyai, bahurūpāyai, namaḥ svāhā| bahurūpāyā idaṃ na mama|
Das namaḥ bleibt in diesen Mantras stehen. Die Sūtra-Regel über den Schluss auf Pādukā hebt das namaḥ in den Mantras anderer Abschnitte auf, nicht das der Feuerzungenmantras, da für dieses keine andere Verwendung vorliegt.
Die Zungen Hiraṇyā und die übrigen befinden sich der Reihe nach in den Richtungen Rudras, Indras, des Feuers, des Fleischverzehrers, Varuṇas und des Windes; Bahurūpā steht in der Mitte. Das Kādimata sagt: „Das Opfer in der Bahurūpā-Zunge verwirklicht alle Ziele. In die anderen opfere man bei grausamen und bei den jeweils dafür vorgesehenen wunscherfüllenden Handlungen.“
Mit den drei schon genannten Mantras bringe man dem Feuer drei weitere Gaben dar:
aiṃ hrīṃ śrīṃ vaiśvānara jātaveda ihāvaha lohitākṣa sarvakarmāṇi sādhaya svāhā||
3 oṃ uttiṣṭha puruṣa harita piṅgala lohitākṣa sarvakarmāṇi sādhaya me dehi dāpaya svāhā||
3 oṃ citpiṅgala hana hana daha daha paca paca sarvajñājñāpaya svāhā||
In der mittleren, von Süden nach Norden ausgedehnten Bahurūpā-Zunge rufe man Śrīdevī mit aiṃ hrīṃ śrīṃ hsraiṃ hsklīṃ hsrauḥ und dem Gebet herbei: „Du wohnst im großen Lotuswald, deine Gestalt ist ursächliche Glückseligkeit. Mutter, dem Wohl aller Wesen hingegeben, komm, höchste Herrin.“
Mit den Darbringungsformeln reiche man die fünf Gaben von Duftstoff an. Zuerst erhalten die Gliedergöttinnen, Nityās, Lehrer der drei Ströme, Umkreisgottheiten und Cakra-Herrinnen jeweils eine Gabe von geklärter Butter oder einem anderen geeigneten Stoff, mit Benennung und Verzichtsformel. Danach folgen zehn Gaben an die Hauptgottheit. Puraścaraṇa- und ähnliche Opfergaben schließen sich erst danach an.
Bei Nityās, Cakra-Herrinnen und Gliedergöttinnen steht am Ende des jeweiligen Mantras ihr Name im Dativ mit svāhā. Bei Vaśinī und den übrigen Sprachgöttinnen sowie den Waffen wird namaḥ durch svāhā ersetzt. Bei den übrigen Gottheiten, den drei Lehrerströmen, Aṇimā und den folgenden, steht der Name im Dativ mit svāhā.
Die Beispiele der Vorlage:
aiṃ hrīṃ śrīṃ aṃ aiṃ sa ka la hrīṃ nityaklinne madadrave sauḥ aṃ kāmeśvarīnityāyai svāhā| kāmeśvarīnityāyā idaṃ na mama|| [und so weiter]||
3 aṃ āṃ sauḥ tripurācakreśvaryai svāhā| tripurācakreśvaryā idaṃ na mama|| [und so weiter]||
3 aṃ āṃ iṃ īṃ uṃ ūṃ ṝṃ ṛṃ ḷṃ lṝṃ eṃ aiṃ oṃ auṃ aṃ aḥ blūm̐ vaśinīvāgdevatā svāhā| vāśanīvāgdevatāyā idaṃ na mama|| [und so weiter]||
3 drāṃ droṃ klīṃ blūṃ saḥ sarvajambhanebhyo bāṇebhyaḥ svāhā| sarvajambhanebhyo bāṇebhya idaṃ na mama|| [und so weiter]||
3 hṛdayadevyai svāhā| hṛdayadevyā idaṃ na mama|| [und so weiter]||
3 paraprakāśānandanāthāya svāhā| paraprakāśānandanāthāya idaṃ na mama|| [und so weiter]||
3 aṇimamasiddhyai svāhā| aṇimamasiddhyā idaṃ na mama|| [und entsprechend weiter]||
Bei den Opfergaben an die Hauptgottheit – nach den fünfzehn Nityās, am Ende der drei Göttinnen von Kāmeśvarī an, nach Tripurāmbā, beim Hauptopfer von zehn Gaben und beim erneuten Opfer an sie als Mahācakreśvarī – gilt an den bezeichneten Stellen der Schluss lalitāyai svāhā. lalitāyā idaṃ na mama. [Die im Text zusammenfassend genannte Zahl dreizehn ist in ihrer Beziehung zu dieser Aufzählung nicht zweifelsfrei.] Das Sūtra verbietet nämlich, hier Mantra und Gottheit zu unterscheiden und einen anderen Namen einzusetzen.
Bei Mantras wie dem der Jvālāmālinī, die bereits auf svāhā enden, ist ein weiteres svāhā hinzuzufügen. Das Śaktisaṅgama-Tantra erklärt: „Die am Mantraende stehende Gattin des Feuers, Svāhā, gehört zum Mantra selbst. Danach soll man eine weitere verwenden; diese gilt als Bestandteil des Feueropfers.“
Opferstoffe sind geklärte Butter, gekochte Speise, Milchreis, Sesam, Reis, eine Mischung der beiden, rote oder duftende Blumen, Früchte und andere geeignete Stoffe. Speise und ähnliche Gaben werden mit den drei süßen Stoffen oder allein mit geklärter Butter verbunden. Für die ohne eigennützigen Wunsch Verehrenden gelten die Stoffe von gekochter Speise bis Sesam und Reis. Blumen und Früchte werden einzeln gegeben; sind sie klein, auch zu zweien, dreien oder mehr. Sie werden nur mit geklärter Butter benetzt. Entsprechendes ist von Kundigen auch auf die anderen Praxisfolgen anzuwenden.
Nach der zuvor beschriebenen Bali-Darbringung folgen die vier großen Buttergaben:
aiṃ hrīṃ śrīṃ oṃ bhūragnaye ca pṛthivyai ca mahate ca svāhā| agnaye pṛthivyai mahataṃ idaṃ na mama||
3 oṃ bhuvo vāyave cāntarikṣāya ca mahate ca svāhā| vāyave antarikṣāya mahata idaṃ na mama||
3 oṃ suvarādityāya ca dive ca mahate ca svāhā| ādityāya dive mahata idaṃ na mama||
3 oṃ bhūrbhuvaḥ suvaścandramase ca nakṣatrebhyaśca mahate ca svāhā| candramase nakṣatrebhyo digbhyo mahata idaṃ na mama||
Dann bringe man die Brahman-Darbringung mit folgendem Sinn dar: „Was zuvor aus dem Bereich von Lebenskraft, Verstand, Körper und jeweiliger Befugnis im Wachen, Träumen und Tiefschlaf durch Geist, Rede und Tat, durch Hände, Füße, Bauch und Zeugungsorgan gedacht, getan und gesprochen wurde: All dies werde zur Darbringung an Brahman, svāhā.“ Die Formel beginnt mit aiṃ hrīṃ śrīṃ oṃ. Danach: parabrahmaṇa idaṃ na mama – „Dies gehört dem höchsten Brahman, nicht mir.“
Man entferne das ausgelegte Gras und die Begrenzungshölzer, vollziehe Besprengung und Ausschmückung und verehre das Feuer erneut mit dem Gebet: „Ich verehre das lodernde Feuer, Jātavedas, den Verzehrer der Opfergaben, goldfarben, makellos, hell entflammt und allseitig gewandt.“
Mit cidagni devatāṃ ca ātmany udvāsayāmi namaḥ nehme man Bewusstseinsfeuer und Gottheit ins eigene Selbst zurück. Mit dem Mantra tryāyuṣam trage man aus der Asche ein Stirnzeichen auf. Heil sei! Damit endet der dritte Lehrabschnitt über das Feueropfer.
Vierter Lehrabschnitt: Die Mudrās
Gesten zur Verehrung des Lehrers
Sumukha: Die nach oben geöffneten, gefalteten Hände bilden eine sich entfaltende Gestalt. Werden dieselben Hände zu Fäusten geschlossen, entsteht Suvṛtta.
Caturaśra: Die rechte und linke Handfläche liegen oben und unten; ihre Finger sind jeweils mit dem Handgelenk der anderen Hand verbunden.
Mudgara: Linke und rechte Faust stehen übereinander und werden zum eigenen Körper hin zusammengeführt.
Yoni: Die Mittelfinger berühren sich mit ihren seitlich zusammengeführten Spitzen. Dahinter liegen die quer ausgestreckten Ringfinger der linken und rechten Hand oben und unten und werden von den Zeigefingern gehalten. Der rechte kleine Finger hält den linken. Die Daumenspitzen berühren die vorderen beziehungsweise mittleren Glieder der Mittelfinger. [Die genaue Fingerlage der letzten Verbindung ist in der gedrängten Beschreibung nicht eindeutig.]
Dies sind die Gesten zur Verehrung des Lehrers.
Gesten bei der Aufstellung des Arghya
Matsya: Linke und rechte Handfläche werden nach unten ausgestreckt übereinandergelegt; beide Daumen bewegen sich.
Astra: Nachdem man rings um das zu schützende Objekt mit den Fingern geschnippt hat, schlägt man mit rechtem Mittel- und Zeigefinger dreimal auf die linke Handfläche.
Avaguṇṭhana: Beide Fäuste zeigen nach unten, die Zeigefinger sind ausgestreckt. Von der jeweiligen eigenen Seite beginnend umrunden sie das Objekt im und gegen den Uhrzeigersinn.
Dhenu: Die einander zugewandten Finger beider Hände werden ineinandergefügt; kleiner Finger und Ringfinger sowie Zeige- und Mittelfinger werden jeweils miteinander verbunden. Die Geste wird nach unten gerichtet.
Yoni wurde bereits beschrieben.
Gālinī: Die linke Hand ist nach oben geöffnet. Ihre leicht voneinander getrennten, gekrümmten Spitzen von Ring-, Mittel- und Zeigefinger werden mit den entsprechend gekrümmten Fingern der nach unten gerichteten rechten Hand verbunden. Kleine Finger und Daumen berühren sich jeweils mit den Spitzen.
Gesten während der Verehrung
Āvāhanī: Die weit geöffneten, nach oben gerichteten gefalteten Hände bewegen sich auf und ab. Die entsprechende nach unten gekehrte Handstellung heißt Saṃsthāpanī.
Sannidhāpanī: Die Fäuste werden einander zugewandt zusammengebracht, die Daumen aufgerichtet. Werden die Daumen nach innen bis zur Wurzel der kleinen Finger eingeführt, sodass ihre Nägel einander berühren, heißt die Geste Sannirodhinī. Die Sannidhāpanī quer gehalten heißt Sammukhīkaraṇī.
Avaguṇṭhanī wurde bereits beschrieben. Das Zusammenlegen der Handflächen mit aufgerichteten Fingern ist die bekannte Vandana-Geste. Dhenu und Yoni wurden ebenfalls beschrieben.
Die Verbindung von linkem Ringfinger und Daumen ist die Tattva-Mudrā; die Verbindung von rechtem Daumen und Zeigefinger ist die Jñāna-Mudrā.
Die Gesten von Sarvasaṅkṣobhiṇī an
Sarvasaṅkṣobhiṇī: Beide Handflächen sind nach oben gerichtet, die Zeigefinger ausgestreckt. Die Spitzen von kleinen Fingern, Ring- und Mittelfingern werden, einander zugewandt, zusammengeführt. Die Daumenspitzen liegen jeweils auf den eigenen kleinen Fingern.
Dieselbe Geste mit ebenfalls ausgestreckten Mittelfingern ist Sarvavidrāviṇī. Werden Mittel- und Zeigefinger gekrümmt, entsteht Sarvākarṣiṇī.
Sarvavaśaṅkarī: Die Finger werden ineinander verschränkt und zu zwei verbundenen Fäusten geschlossen; die Daumen berühren die Nagelspitzen. [Der digitale Text verkürzt den Namen an dieser Stelle zu sarvaśaṅkarī; die Zuordnung ergibt sich aus der zuvor genannten Zehnerfolge.]
Sarvonmādinī: Linker und rechter kleiner Finger liegen quer übereinander, werden von den Mittelfingern gehalten und vorn von den Daumen niedergedrückt. Die Spitzen von Ring- und Zeigefingern berühren sich seitlich.
Dieselbe Geste mit gekrümmten Ringfingern und leicht gebeugten Zeigefingern heißt Sarvamahāṅkuśā.
Sarvakhecarī: Der linke Ellbogen liegt am mittleren Gelenk des rechten Arms. Die Hände werden bis zu den Handgelenken gedreht. Die zum eigenen Körper gerichteten Mittelfinger berühren einander mit den Spitzen. Dahinter werden die quer übereinander ausgestreckten Spitzen der rechten und linken Ring- und kleinen Finger von den Zeigefingern gehalten; vorn sind die Daumen miteinander verbunden.
Sarvabīja: Die Spitzen des linken und rechten kleinen Fingers liegen quer oben und unten und werden von den Ringfingern gehalten. Zeigefinger und Daumen bilden eine Halbmondgestalt. Die geraden, aneinanderliegenden Mittelfinger sind mit den Zeigefingern verbunden.
Yoni wurde bereits beschrieben. Werden dabei die kleinen Finger, Mittelfinger und Daumen gerade ausgestreckt und jeweils paarweise mit den Spitzen verbunden, entsteht Sarvatrikhaṇḍā.
Grāsa: Die aufgerichteten, voneinander getrennten Finger der linken Hand werden leicht gekrümmt.
Prāṇa-Mudrā: Mittel-, Zeigefinger und Daumen berühren sich. Bei Apāna sind es Mittel-, Ringfinger und Daumen; bei Vyāna kleiner Finger, Ringfinger und Daumen; bei Udāna Zeige-, Ringfinger und Daumen; bei Samāna alle Finger.
Nārāca: Aus der linken Faust wird der Zeigefinger leicht nach unten ausgestreckt; sein Grundglied berührt die Daumenspitze.
Cakra: Über Kreuz werden die Spitzen von kleinem Finger und Daumen beider Hände verbunden, während die übrigen Finger gespreizt ausgestreckt sind.
Gesten beim Nyāsa
Mukha: Vier zusammengehaltene Finger berühren das Gesicht.
Karasampuṭa: Beide hohl geformten Hände werden einander zugewandt zusammengefügt.
Añjali: Die leicht gekrümmten Fingerspitzen beider zum eigenen Körper gerichteter Hände werden miteinander verbunden.
Hṛdaya: Zeige-, Mittel- und Ringfingerspitzen berühren das Herz.
Śiras: Mittel- und Ringfingerspitzen berühren das Brahmarandhra.
Śikhā: Die Daumenspitze berührt die Scheitellocke.
Kavaca: Bei überkreuzten Händen, links unten und rechts oben, berühren sämtliche Finger die Schultern.
Netra: Zeige-, Mittel- und Ringfingerspitzen berühren beide Augen und deren Mitte.
Astra wurde bereits beschrieben. Diese Gesten gehören zum Sechsgliedernyāsa.
Bei der Nyāsa-Mudrā berührt der mit dem Daumen verbundene Ringfinger die jeweilige Körperstelle.
Saubhāgyadaṇḍinī: Die linke Faust wird geschlossen; mit ausgestrecktem Zeigefinger bewegt man sie rings um Schulter und Ohr.
Dieselbe Faust mit innenliegendem Daumen, auf die linke Fußsohle gesetzt, ist Ripujihvāgrahā. Diese beiden letzten Gesten gehören zur Śrīṣoḍaśākṣarī.
Gesten beim Japa
Mukha, Karasampuṭa und die sechs Gliedergesten wurden bereits beschrieben.
Śaktyutthāpanī: Ring-, Mittel- und kleine Finger werden gekrümmt und ineinander verschränkt, ohne dass die Hände einander zugewandt sind. Man dreht die Hände und verbindet die Spitzen der ausgestreckten Zeigefinger.
Die zehn Gesten von Sarvasaṅkṣobhiṇī an wurden bereits gezeigt.
Pāśa: Rechter Mittel- und Zeigefinger, zum eigenen Körper gerichtet, drücken auf die vom eigenen Körper weggerichteten linken Mittel- und Zeigefinger und ziehen sie heran. Die übrigen Finger sind gekrümmt.
Aṅkuśa: Der rechte Mittelfinger ist aufgerichtet. Der Zeigefinger wird so gekrümmt, dass sein mittleres Glied das mittlere Glied des Mittelfingers berührt. Ring- und kleiner Finger werden mit ihren Spitzen von der Daumenspitze niedergedrückt.
Cāpa: Die Spitze des nach oben gerichteten rechten Mittelfingers erfasst die ebenso gehaltene Zeigefingerspitze.
Bāṇa wurde bereits unter dem Namen Nārāca beschrieben.
Ohne Wiederholungen sind es insgesamt fünfzig Mudrās. Andere Tantras zeigen auch abweichende Formen. Heil sei! Damit endet der vierte Lehrabschnitt über die Mudrās.
Fünfter Lehrabschnitt: Die Nyāsas
Die dazugehörigen Gesten wurden im Mudrā-Abschnitt erklärt. Zuerst folgt der Mātṛkā-Nyāsa.
Mātṛkā-Nyāsa
Für das große Mantra dieses Nyāsa verehre man Brahmā als Seher am Kopf, Gāyatrī als Versmaß am Mund und Mātṛkāsarasvatī als Gottheit am Herzen. Den Konsonanten als Bījas gebührt Verehrung an der verborgenen Stelle, den Vokalen als Kräften an den Füßen, den Bindus als Verschlusskräften am Nabel. In den hohl zusammengelegten Händen wird die Verwendung des Nyāsa als Glied der Śrīvidyā erklärt. Mit der gesamten Mātṛkā und der Añjali-Geste durchdringe man dreimal alle Glieder.
Hand- und Gliedernyāsa:
aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ klīṃ sauḥ aṃ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ āṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ| hṛdayāya namaḥ||
6 iṃ caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ īṃ tarjanībhyāṃ namaḥ| śirase svāhā||
6 uṃ ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ ūṃ madhyamābhyāṃ namaḥ| śikhāyai vaṣaṭ||
6 eṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ aiṃ anāmikābhyāṃ namaḥ| kavacāya huṃ||
6 auṃ paṃ phaṃ baṃ bhaṃ maṃ auṃ kaniṣṭhikābhyāṃ namaḥ| netratrayāya vauṣaṭ|
6 aṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ ḻaṃ kṣaṃ aḥ karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ namaḥ|| astrāya phaṭ||
Meditation: „Ich verneige mich vor Bhāratī, deren Gesicht, Arme, Füße, Bauch und Brust aus den Verschiedenheiten der fünfzig Laute gebildet sind. Die Mondsichel ruht in ihrem leuchtenden Haarknoten; sie ist weiß wie Mond und Jasmin. Ihre Hände tragen Gebetskette, Krug und Buch und zeigen die Gabe. Dreiäugig sitzt sie auf einem Lotus, mit reinem Schmuck, mit vollen Brüsten und Hüften.“
Die Gegenstände werden von der oberen rechten bis zur unteren rechten Hand im Uhrzeigersinn angeordnet. Cintālikhita bezeichnet das Buch. Nach dieser Meditation bringe man innerlich Blumen dar und setze die Mātṛkā-Laute, jeweils mit Tritārī und Bālā vorangestellt, am eigenen Körper ein. Jede Formel endet auf namaḥ.
| Laut oder Lautfolge | Körperstelle beziehungsweise Reihenfolge |
|---|---|
| aṃ, āṃ | Kopf; Gesichtsumkreis |
| iṃ, īṃ | rechtes und linkes Auge |
| uṃ, ūṃ | rechtes und linkes Ohr |
| ṛṃ, ṝṃ | rechte und linke Nasenöffnung [die digitale Vorlage wiederholt hier den langen Vokal] |
| ḷṃ, ḹṃ | rechte und linke Wange |
| eṃ, aiṃ | Oberlippe; Unterlippe |
| oṃ, auṃ | obere und untere Zahnreihe |
| aṃ, aḥ | im Mund an der Zungenspitze; am Mundende in der Kehle |
| kaṃ, khaṃ, gaṃ, ghaṃ, ṅaṃ | rechter Armansatz, Ellbogen, Handgelenk, Fingerwurzeln, Fingerspitzen |
| caṃ, chaṃ, jaṃ, jhaṃ, ñaṃ | linker Armansatz, Ellbogen, Handgelenk, Fingerwurzeln, Fingerspitzen |
| ṭaṃ, ṭhaṃ, ḍaṃ, ḍhaṃ, ṇaṃ | rechter Oberschenkelansatz, Knie, Knöchel, Zehenwurzeln, Zehenspitzen |
| taṃ, thaṃ, daṃ, dhaṃ, naṃ | linker Oberschenkelansatz, Knie, Knöchel, Zehenwurzeln, Zehenspitzen |
| paṃ, phaṃ, baṃ, bhaṃ, maṃ | rechte Flanke, linke Flanke, Rücken, Nabel, Bauch |
| yaṃ, raṃ, laṃ, vaṃ | Herz, rechte Achsel beziehungsweise Schulter, Nacken, linke Achsel beziehungsweise Schulter |
| śaṃ, ṣaṃ | vom Herzen bis zu den rechten beziehungsweise linken Fingerspitzen |
| saṃ, haṃ | vom Herzen bis zu den rechten beziehungsweise linken Zehenspitzen |
| ḻaṃ | vom Herzen bis zur verborgenen Stelle; im Nityāṣoḍaśikārṇava wird stattdessen eine Strecke bis zu den Zehen angegeben [Anfang digital unklar] |
| kṣaṃ | vom Herzen bis zum Scheitel; im Nityāṣoḍaśikārṇava bis zum Brahmarandhra [Anfang digital unklar] |
Dass die Mātṛkā-Laute mit Bindu versehen sind, ergibt sich aus der Anweisung, die Vokale im Nyāsa der acht Sprachgöttinnen mit Bindu zu verwenden, und aus dem Hinweis auf die Bindu-Verbindung aller Lautgruppen. Damit endet der Mātṛkā-Nyāsa. Nur dieser eine ist ausdrücklich im Sūtra genannt.
Nyāsa zur Reinigung der Hände
aiṃ hrīṃ śrīṃ aṃ madhyamābhyāṃ namaḥ, āṃ anāmikābhyāṃ, sauḥ kaniṣṭhikābhyāṃ, aṃ aṅguṣṭhābhyāṃ, āṃ tarjanībhyāṃ, sauḥ karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ namaḥ||
Der Reihe nach werden Mittelfinger, Ringfinger, kleine Finger, Daumen, Zeigefinger sowie Handflächen und Handrücken beider Hände berührt.
Nyāsa zum Schutz des Selbst
Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ klīṃ sauḥ mahātripurasundari ātmānaṃ rakṣa rakṣa lege man die gefalteten Hände ans Herz: „Große Tripurasundarī, beschütze, beschütze das Selbst.“
Nyāsa der vier Sitze
Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ sauḥ devyātmāsanāya namaḥ setze man den Sitz des göttlichen Selbst im eigenen Mūlādhāra ein. Mit den folgenden drei Mantras setze man unter wiederholter Blumendarbringung die Sitze von Cakra, Mantra und Gottheit im Śrīcakra ein:
3 haiṃ hklīṃ hsauḥ śrīcakrāsanāya namaḥ|
3 hsaiṃ, hsklīṃ hssauḥ sarvamantrāsanāya namaḥ|
3 hrīṃ klīṃ bleṃ sādhyasiddhāsanāya namaḥ|
Bālās sechs Glieder
aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ hṛdayāya namaḥ, klīṃ śirase svāhā, sauḥ śikhāyai vaṣaṭ, aiṃ kavacāya hum, klīṃ netratrayāya vauṣaṭ, sauḥ astrāya phaṭ||
Nyāsa der Sprachgöttinnen von Vaśinī an
Die Formeln beginnen mit Tritārī. Vaśinī wird mit der Reihe der sechzehn Vokale und blūṃ am Kopf eingesetzt; Kāmeśvarī mit der Ka-Gruppe und klhīṃ an der Stirn; Modinī mit der Ca-Gruppe und nvlīṃ zwischen den Augenbrauen; Vimalā mit der Ṭa-Gruppe und plūṃ an der Kehle; Aruṇā mit der Ta-Gruppe und jmrīṃ am Herzen; Jayinī mit der Pa-Gruppe und hslvyūṃ am Nabel; Sarveśvarī mit Ya, Ra, La, Va und imryūṃ am Zeugungsorgan; Kauḻinī mit Śa, Ṣa, Sa, Ha, Ḷa, Kṣa und kṣmrīṃ im Mūlādhāra. Jeder Laut trägt Bindu; der Schluss lautet jeweils „der betreffenden Sprachgöttin, namaḥ“. [Die Bīja-Lesungen entsprechen hier der digitalen Stelle und werden nicht mit abweichenden Stellen vereinheitlicht.]
Nyāsa der Laute der Wurzelvidyā
Der vorausgehende Nyāsa von Seher und den weiteren Zuordnungen ist fakultativ; seine Ausführung steht im Japa-Abschnitt. Mit Tritārī und namaḥ setze man die fünfzehn Laute der Kādi-Vidyā in folgender Reihenfolge ein:
| Laut | Ort |
|---|---|
| kaṃ | Kopf |
| eṃ | Mūlādhāra |
| īṃ | Herz |
| laṃ | rechtes Auge |
| hrīṃ | linkes Auge |
| haṃ | zwischen den Augenbrauen |
| saṃ | rechtes Ohr |
| kaṃ | linkes Ohr |
| haṃ | Mund |
| laṃ | rechter Arm |
| hrīṃ | linker Arm |
| saṃ | Rücken |
| kaṃ | rechtes Knie |
| laṃ | linkes Knie |
| hrīṃ | Nabel |
Entsprechend gilt dies für die fünfzehnsilbige Hādi-Vidyā.
Nyāsa der Śrīṣoḍaśākṣarī
Mit oṃ aiṃ hrīṃ śrīṃ, der Wurzelvidyā und namaḥ berühre man mit rechtem Mittel- und Ringfinger den Kopf. Dort betrachte man sie wie eine Lampe leuchtend, Nektar verströmend und großes Glück gewährend.
Wiederum dieselbe Formel sprechend füge man hinzu: „Gewähre mir großes Glück; das Glück des Gegners schlage ich nieder.“ Mit der Saubhāgyadaṇḍinī-Mudrā umfahre man linkes Ohr und Schulter und setze sie auf der linken Körperseite vom Kopf bis zum Fuß ein.
Mit derselben Formel und „Ich halte meine Feinde nieder“ setze man die Ripujihvāgrā-Geste unter dem linken Fuß ein. Mit derselben Formel und „Ich bin der Schöpfer der drei Welten“ setze man Trikhaṇḍā an der Stirn ein.
Die Formel wiederholend umfahre man das Gesicht; nochmals von rechtem zu linkem Ohr den Gesichtsumkreis; nochmals setze man sie vom Hals aufwärts bis zum Kopf ein. Mit Praṇava am Anfang und Ende der Formel vollziehe man den Nyāsa vom Kopf bis zu den Füßen und von den Füßen bis zum Kopf. Mit derselben Formel und Yoni-Mudrā berühre man den Mund und danach die Stirn.
Sammohana-Nyāsa
Man erinnere sich an Śrīvidyā und betrachte die Welt als von ihrem Glanz rot gefärbt. Den Ringfinger aufwärts kreisen lassend setze man unter wiederholtem Sprechen der Wurzelvidyā diese am Brahmarandhra, an beiden Handgelenken und an der Stirn ein. Dieser Nyāsa heißt seinem Sinn entsprechend Sammohana, „Bezauberung“.
Saṃhāra-Nyāsa
Die sechzehn Laute der Wurzelvidyā, jeweils zwischen Catustārī und namaḥ, werden der Reihe nach eingesetzt: an Füßen, Unterschenkeln, Knien, beiden Hüftseiten, Rücken, Zeugungsorgan, Nabel, Flanken, Brüsten, Schultern, Ohren, Scheitel, Mund, Augen, bei beiden Ohren und um die Ohren herum. Hier werden die drei Mantragipfel als je ein Laut gezählt; so ergibt sich die Bezeichnung „sechzehn Laute“. Bei paarigen Stellen gilt zuerst rechts, dann links.
Sṛṣṭi-Nyāsa
Dieselben Vidyā-Laute werden der Reihe nach eingesetzt am Brahmarandhra, an Stirn, Augen, Ohren, Nasenöffnungen, Wangen, Zahnreihen, Ober- und Unterlippe, Zunge, Halsgrube, Rücken, ganzem Körper, Herz, Brüsten, Bauch und Zeugungsorgan. Mit dem Wurzelmantra durchdringe man anschließend den ganzen Körper.
Sthiti-Nyāsa
In derselben Ordnung setze man die Laute an den Fingern von den Daumen bis zu den kleinen Fingern, an Kopf, Mund und Herz, vom Nabel bis zu beiden Füßen, vom Hals bis zum Nabel, vom Kopf bis zum Hals und schließlich an den Zehen ein. Bei den rechten und linken Fingern und Zehen gehört jeweils ein Laut zu einem Paar.
Diese fünf Nyāsas gelten nach dem Jñānārṇava. In anderen Tantras finden sich noch fünf weitere.
Der kleine sechsfache Nyāsa
Als Seher wird Dakṣiṇāmūrti am Kopf verehrt, als Versmaß Gāyatrī am Mund, als Gottheit Mahātripurasundarī in Gestalt von Gaṇeśa, Planeten, Mondhäusern, Yoginīs, Tierkreiszeichen und heiligen Sitzen am Herzen. In den zusammengelegten Händen wird die Verwendung als Glied der Śrīvidyā erklärt.
Handnyāsa:
aiṃ hrīṃ śrīṃ aṃ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ āṃ e aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ||
3 iṃ caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ īṃ klīṃ tarjanībhyāṃ namaḥ||
3 uṃ ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ ūṃ sauḥ madhyamābhyāṃ namaḥ||
3 eṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ aiṃ aiṃ anāmikābhyāṃ namaḥ||
3 auṃ paṃ phaṃ vaṃ bhaṃ maṃ auṃ klīṃ kaniṣṭhikābhyāṃ namaḥ||
3 aṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ ḻaṃ kṣaṃ aḥ sauḥ karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ namaḥ||
Ebenso erfolgt der Nyāsa am Herzen und den weiteren Körperstellen.
Meditation: Man betrachte die höchste schöne Mātṛkā-Göttin, leuchtend wie tausend aufgehende Sonnen, mit vollen erhobenen Brüsten, roten Girlanden, Gewändern, Salbungen und Schmuck. Ihre vier Hände erstrahlen mit Schlinge, Haken, Bogen und Pfeilen. Drei Augen leuchten; eine goldene Krone schmückt ihr Haupt. Sie ist von der Gestalt Gaṇeśas, der Planeten, Mondhäuser, Yoginīs und Tierkreiszeichen, und ihr Leib besteht aus den heiligen Sitzen.
Die Reihenfolge der Waffen ist dem Verehrungsabschnitt zu entnehmen. Nachdem die Göttin so in ihrer Gesamtgestalt betrachtet wurde, meditiere man ihre einzelnen Gestalten von Gaṇeśa an.
Gaṇeśa-Nyāsa
Die Gaṇeśas leuchten wie die junge Sonne, sind elefantengesichtig und dreiäugig. Ihre Hände tragen Schlinge und Haken und gewähren Gaben und Furchtlosigkeit. Sie sind mit ihren Śaktis verbunden. Diese sind zinnoberrot, mit allem Schmuck versehen, halten in einer Hand den Lotus und umarmen mit der anderen ihren Geliebten.
Bei den Gaṇeśas verläuft die Reihenfolge der Gegenstände von der oberen linken bis zur unteren linken Hand. Die Śaktis tragen den Lotus links und umarmen rechts den Geliebten. Nach dieser Meditation setze man die Gaṇeśas an den Mātṛkā-Stellen ein, mit Tritārī und jeweiligem Mātṛkā-Laut vorangestellt:
| Mantra nach der Vorlage | Einsetzungsort |
|---|---|
| aiṃ hrīṃ śrīṃ aṃ śrīyuktāya vighneśāya namaḥ | Kopf |
| 3 āṃ hrīṃyuktāya vighnarājāya namaḥ | Gesichtsumkreis |
| 3 iṃ tuṣṭiyuktāya vināyakāya namaḥ | rechtes Auge |
| 3 īṃ śāntiyuktāya śivottamāya namaḥ | linkes Auge |
| 3 uṃ puṣṭiyuktāya vighnahṛte namaḥ | rechtes Ohr |
| 3 ūṃ sarasvatīyuktāya vighnakartre namaḥ | linkes Ohr |
| 3 ṝṃ ratiyuktāya vighnarāje namaḥ | rechte Nasenöffnung |
| 3 ṝṃ medhāyuktāya gaṇanāyakāya namaḥ | linke Nasenöffnung |
| 3 lṛṃ kāntiyuktāya ekadantāya namaḥ | rechte Wange |
| 3 lṝṃ kāminīyuktāya dvidantāya namaḥ | linke Wange |
| 3 eṃ mohinīyuktāya gajavaktrāya namaḥ | Oberlippe |
| 3 aiṃ jaṭāyuktāya nirañcanāya namaḥ | Unterlippe |
| 3 oṃ tīvrāyuktāya kapardabhṛte namaḥ | obere Zahnreihe |
| 3 auṃ jvālinīyuktāya dīrghamukhāya namaḥ | untere Zahnreihe |
| 3 aṃ nandāyuktāya śaṅkukarṇāya namaḥ | Zungenspitze |
| 3 aḥ surasāyuktāya vṛṣadhvajāya namaḥ | Kehle |
| 3 kaṃ kāmarūpiṇīyuktāya gaṇanāthāya namaḥ | rechter Armansatz |
| 3 khaṃ subhrūyuktāya gajendrāya namaḥ | rechter Ellbogen |
| 3 gaṃ jayinīyuktāya śūrpakarṇāya namaḥ | rechtes Handgelenk |
| 3 ghaṃ satyāyuktāya trilocanāya namaḥ | rechte Fingerwurzeln |
| 3 ṅaṃ vighnaśīyuktāya lambodarāya namaḥ | rechte Fingerspitzen |
| 3 caṃ surūpāyuktāya mahānādāya namaḥ | linker Armansatz |
| 3 chaṃ kāmadāyuktāya caturmūrttaye namaḥ | linker Ellbogen |
| 3 jaṃ madavihvalāyuktāya sadāśivāya namaḥ | linkes Handgelenk |
| 3 jhaṃ vikaṭāyuktāya āmodāya namaḥ | linke Fingerwurzeln |
| 3 ña pūrṇāyuktāya durmukhāya namaḥ | linke Fingerspitzen |
| 3 ṭaṃ bhūtidāyuktāya sumukhāya namaḥ | rechter Oberschenkelansatz |
| 3 ṭhaṃ bhūmiyuktāya pramodāya namaḥ | rechtes Knie |
| 3 ḍaṃ śaktiyuktāya ekapādāya namaḥ | rechter Knöchel |
| 3 ḍhaṃ ramāyuktāya dvijihvāya namaḥ | rechte Zehenwurzeln |
| 3 ṇaṃ mānuṣīyuktāya śūrāya namaḥ | rechte Zehenspitzen |
| 3 taṃ makaradhvajāyuktāya vīrāya namaḥ | linker Oberschenkelansatz |
| 3 thaṃ vīriṇīyuktāya ṣaṇmukhāya namaḥ | linkes Knie |
| 3 daṃ bhrakuṭīyuktāya varadāya namaḥ | linker Knöchel |
| 3 dhaṃ lajjāyuktāya vāmadevāya namaḥ | linke Zehenwurzeln |
| 3 naṃ dīrghadyoṇāyuktāya vakratuṇḍāya namaḥ | linke Zehenspitzen |
| 3 paṃ dhanurdharāyuktāya dviraṇḍakāya namaḥ | rechte Flanke |
| 3 phaṃ yāminīyuktāya senānye namaḥ | linke Flanke |
| 3 baṃ rātriyuktāya grāmaṇye namaḥ | Rücken |
| 3 bhaṃ candrikāyuktāya mattāya namaḥ | Nabel |
| 3 maṃ śaśiprabhāyuktāya vimattāya namaḥ | Bauch |
| 3 yaṃ lolāyuktāya mattavāhanāya namaḥ | Herz |
| 3 raṃ capalāyuktāya jaṭine namaḥ | rechte Schulter |
| 3 laṃ ṛddhiyuktāya muṇḍine namaḥ | Nacken |
| 3 vaṃ durbhagāyuktāya khaḍgine namaḥ | linke Schulter |
| 3 śaṃ subhagāyuktāya vareṇyāya namaḥ | vom Herzen bis zu den rechten Fingerspitzen |
| 3 ṣaṃ śivāyuktāya vṛṣaketanāya namaḥ | vom Herzen bis zu den linken Fingerspitzen |
| 3 saṃ durgāyuktāya bhakṣyapriyāya namaḥ | vom Herzen bis zu den rechten Zehenspitzen |
| 3 haṃ kālīyuktāya gaṇeśāya namaḥ | vom Herzen bis zu den linken Zehenspitzen |
| 3 ḻaṃ kālakubjikāyuktāya meghanādāya namaḥ | vom Herzen bis zur verborgenen Stelle |
| 3 kṣaṃ vighnahāriṇīyuktāya gaṇeśvarāya namaḥ | vom Herzen bis zum Scheitel |
Beim mit Dhanurdharā verbundenen Gott hat das Nityāṣoḍaśikārṇava die Lesung dvituṇḍakāya statt dviraṇḍakāya. Weitere auffällige Namenslesungen der Digitalisierung sind nicht eigenmächtig harmonisiert.
Planeten-Nyāsa
Man betrachte die Planeten von der Sonne an der Reihe nach als rot, weiß, rot, dunkel, gelb, blass, schwarz, rauchfarben und tief rauchfarben. Die Gottheiten nehmen beliebige Gestalten an, tragen göttlichen Schmuck, legen die linke Hand auf den Oberschenkel und gewähren mit der rechten Gaben. Ihre Śaktis werden ebenso betrachtet, mit Lotushänden, die Gaben und Furchtlosigkeit gewähren, auf dem Schoß ihres jeweiligen Geliebten und mit allem Schmuck versehen.
| Mantra nach der Vorlage | Einsetzungsort |
|---|---|
| aiṃ hrīṃ śrīṃ aṃ āṃ iṃ īṃ uṃ ūṃ ṛṃ ṛ ḷṃ lṝṃ eṃ aiṃ oṃ auṃ aṃ aḥ reṇukāyuktāya sūryāya namaḥ | unterhalb des Herzens, am Übergang zum Bauch |
| 3 yaṃ raṃ laṃ vaṃ amṛtāyuktāya candrāya namaḥ | zwischen den Augenbrauen |
| 3 kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ dharmāyuktāya bhaumāya namaḥ | beide Augen |
| 3 caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ yaśasvinīyuktāya budhāya namaḥ | unterhalb der Ohröffnungen |
| 3 ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ śāṅkarīyuktāya bṛhaspataye namaḥ | Kehle |
| 3 taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ jñānarūpāyuktāya śukrāya namaḥ | Herz |
| 3 paṃ phaṃ baṃ bhaṃ maṃ śaktiyuktāya śanaiścarāya namaḥ | Nabel |
| 3 śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ kṛṣṇāyuktāya rāhave namaḥ | Gesicht |
| 3 ḻaṃ kṣaṃ dhūmrāyuktāya ketave namaḥ | After |
Mondhäuser-Nyāsa
Die Mondhäuser von Aśvinī an leuchten wie das Feuer der Weltauflösung. Ihre Hände gewähren Gaben und Furchtlosigkeit und zeigen Verehrung; sie sind mit allem Schmuck versehen. Nach dieser Meditation setze man sie ein:
| Mantra nach der Vorlage | Einsetzungsort |
|---|---|
| aiṃ hrīṃ śrīṃ aṃ āṃ aśvinyai namaḥ | Stirn |
| 3 iṃ bharaṇyai namaḥ | rechtes Auge |
| 3 īṃ uṃ ūṃ kṛttikāyai namaḥ | linkes Auge |
| 3 ṝṃ ṛṃ ḷṃ lṝṃ rohiṇyai namaḥ | rechtes Ohr |
| 3 eṃ mṛgaśirase namaḥ | linkes Ohr |
| 3 aiṃ ārdrāyai namaḥ | rechte Nasenöffnung |
| 3 oṃ auṃ punarvasave namaḥ | linke Nasenöffnung |
| 3 kaṃ puṣyāya namaḥ | Kehle |
| 3 khaṃ gaṃ āśleṣāyai namaḥ | rechte Schulter |
| 3 ghaṃ ṅaṃ maghāyai namaḥ | linke Schulter |
| 3 caṃ pūrvaphalgunyai namaḥ | Rücken |
| 3 chaṃ jaṃ uttaraphalgunyai namaḥ | rechter Ellbogen |
| 3 jhaṃ ñaṃ hastāya namaḥ | linker Ellbogen |
| 3 ṭaṃ ṭhaṃ citrāyai namaḥ | rechtes Handgelenk |
| 3 ḍaṃ svātyai namaḥ | linkes Handgelenk |
| 3 ḍhaṃ ṇaṃ viśākhāyai namaḥ | rechte Hand |
| 3 taṃ thaṃ daṃ anūrādhāyai namaḥ | linke Hand |
| 3 dhaṃ jeṣṭhāyai namaḥ | Nabel |
| 3 naṃ paṃ phaṃ mūlāya namaḥ | Hüftgürtel |
| 3 baṃ pūrvāṣāḍhāyai namaḥ | rechter Oberschenkel |
| 3 bhaṃ uttarāṣāḍhāyai namaḥ | linker Oberschenkel |
| 3 maṃ śravaṇāya namaḥ | rechtes Knie |
| 3 yaṃ raṃ dhaniṣṭhāyai namaḥ | linkes Knie |
| 3 laṃ śatatārakāyai namaḥ | rechter Unterschenkel |
| 3 vaṃ śaṃ pūrvabhādrapadāyai namaḥ | linker Unterschenkel |
| 3 ṣaṃ saṃ haṃ uttarabhādrapadāyai namaḥ | rechter Fuß |
| 3 ḻaṃ kṣaṃ aṃ aḥ revatyai namaḥ | linker Fuß |
Yoginī-Nyāsa
Ḍākinī: Ich verehre Ḍākinī im sechzehnblättrigen Viśuddhi-Lotus an der Kehle: weiß, dreiäugig, mit einem Gesicht. Ihre Hände tragen Khaṭvāṅga, Schwert, Dreizack und großes Fell. Sie erschreckt die gebundenen Wesen, liebt Milchreis, wohnt in der Haut und ist von Amṛtā und den weiteren Kräften umgeben. Die Vīras verehren sie.
aiṃ hrīṃ śrīṃ ḍāṃ ḍīṃ ḍa ma la va ra yūṃ ḍākinyai namaḥ| 3 aṃ āṃ iṃ īṃ uṃ ūṃ ṛṃ ṝṃ ḷṃ lṝṃ eṃ aiṃ oṃ auṃ aṃ aḥ māṃ rakṣa rakṣa tvagātmānaṃ namaḥ||
Mit diesem Mantra setze man Ḍākinī im Mittelpunkt des Kehl-Lotus ein. Auf seinen Blättern werden von vorn an im Uhrzeigersinn ihre Umkreiskräfte eingesetzt:
aiṃ hrīṃ śrīṃ aṃ amṛtāyai namaḥ, āṃ ākarṣiṇyai, iṃ iṃdrāṇyai, īṃ īśānyai, uṃ umāyai, ūṃ ūrdhvakeśyai, ṝṃ ṛddhidāyai, ṛṃ ṝkārāyai, ḷṃ ḷkārāyai, lṝṃ lṝkārāyai, eṃ ekapadāyai, aiṃ aiśvaryātmikāyai, oṃ oṅkārāyai, auṃ auṣadhyai, aṃ ambikāyai, aḥ akṣarāyai namaḥ|| iti||
Rākiṇī: Wir betrachten Rākiṇī im zwölfblättrigen Herzlotus: mit zwei Gesichtern, Fangzähnen, dunkler Farbe und drei Augen. Ihre Hände tragen Gebetskette, Dreizack, Schädelschale und Trommel. Sie wohnt im Blut, ist von Kālarātrī und den weiteren Kräften umgeben, liebt fetthaltige gekochte Speise, wird von den erhabenen Vīra-Herren verehrt und gewährt erwünschte Früchte.
aiṃ hrīṃ śrīṃ rāṃ rīṃ ra ma la va ra yūṃ rākiṇyai namaḥ| 3 kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ ṭaṃ ṭhaṃ māṃ rakṣa rakṣa asṛgātmānaṃ namaḥ||
Man setze Rākiṇī im Mittelpunkt des zwölfblättrigen Anāhata-Lotus im Herzen ein und auf dessen Blättern wie zuvor ihre Umkreiskräfte:
aiṃ hrīṃ śrīṃ kaṃ kālarātryai namaḥ, khaṃ khaṇḍitāyai, gaṃ gāyatryai, ghaṃ ghaṇṭākarṣiṇya, ṅaṃ ṅārṇāyai, caṃ caṇḍāyai, chaṃ chāyāyai, jaṃ jayāyai, jhaṃ jhaṅkāriṇyai, ñaṃ jñānarūpāyai, ṭaṃ ṭaṅkahastāyai, ṭhaṃ ṭhaṅkāriṇyai namaḥ|| iti||
Lākinī: Wir betrachten Lākinī im zehnblättrigen Nabellotus: dreigesichtig, mit Fangzähnen, rot und sehr gewaltig. Ihre Hände tragen Kraftwaffe, Donnerkeil und Stab und gewähren Furchtlosigkeit. Von Ḍāmarī und den weiteren Kräften umgeben erschreckt sie die gebundenen Wesen, ruht im Fleischgewebe, liebt Speise mit Rohzucker und gewährt alles Glück.
aiṃ hrīṃ śrīṃ lāṃ līṃ la ma la va ra yūṃ lākinyai namaḥ| 3 ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ paṃ phaṃ māṃ rakṣa rakṣa māṃsātmānaṃ namaḥ||
Man setze Lākinī im Mittelpunkt des zehnblättrigen Maṇipūraka-Lotus am Nabel ein und auf dessen Blättern ihre Begleitkräfte:
aiṃ hrīṃ śrīṃ ḍaṃ ḍāmayai namaḥ, ḍhaṃ ḍhaṅkariṇyai, ṇaṃ ṇārṇāyai, taṃ tāmasyai, thaṃ sthāṇvyai, daṃ dākṣāyaṇyai, dhaṃ dhātryai, naṃ nāyaiṃ, paṃ pārvatyai, phaṃ phaṭkāriṇyai namaḥ||
Kākinī: Wir betrachten Kākinī im sechsblättrigen Svādhiṣṭhāna-Lotus: viergesichtig, dreiäugig, stolz, mit Dreizack, Schlinge, Schädelschale und Haken in ihren Lotushänden. Sie wohnt im Fettgewebe, ist von Trank berauscht und von Bandhinī und den weiteren Kräften umgeben. Gelb, Reisspeise mit Joghurt liebend, gewährt sie die erwünschten Früchte.
aiṃ hrīṃ śrīṃ kāṃ kīṃ ka ma la va ra yūṃ kākinyai namaḥ| 3 baṃ bhaṃ maṃ yaṃ raṃ laṃ māṃ rakṣa rakṣa medaātmānaṃ namaḥ||
Man setze Kākinī im Mittelpunkt des sechsblättrigen Svādhiṣṭhāna an der verborgenen Stelle ein und auf dessen Blättern ihre Umkreiskräfte:
ai hrīṃ śrīṃ vaṃ bandhinyai namaḥ, bhaṃ bhadrakālyai, maṃ mahāmāyāyai, yaṃ yaśasvinyai, raṃ raktāyai, laṃ lamboṣṭhyai namaḥ||
Sākinī: Wir betrachten Sākinī im vierblättrigen Mūlādhāra-Lotus: fünfgesichtig, dreiäugig, rauchfarben, in den Knochen wohnend. Sie trägt Haken, Lotus und Buch und zeigt die Erkenntnisgeste. Von den lieblichen Kräften von Varadā an umgeben, liebt sie die bezeichnete Reisspeise und freut sich an der Berauschung des süßen Tranks. [Der Speisename ist digital als mudrānna erfasst und hier nicht stillschweigend berichtigt.]
aiṃ hrīṃ śrīṃ sāṃ sīṃ sa ma la va ra yūṃ sākinyai namaḥ| vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ māṃ rakṣa rakṣa asthyātmānaṃ namaḥ|
Man setze Sākinī im Mittelpunkt des vierblättrigen Mūlādhāra zwischen After und Zeugungsorgan ein und auf dessen Blättern die Kräfte:
aiṃ hrīṃ śrīṃ vaṃ varadāyai namaḥ , śaṃ śriyai, ṣaṃ ṣaṃṇḍāyai, saṃ sarasvatyai namaḥ||
Hākinī: Wir betrachten Hākinī im zweiblättrigen Bindu-Lotus zwischen den Augenbrauen: weiß, sechsgesichtig, dreiäugig, im Mark wohnend. Ihre Lotushände zeigen die Erkenntnisgeste und tragen Trommel, reine Gebetskette und Schädelschale. Von Haṃsavatī und der weiteren Kraft begleitet liebt sie Gelbwurzreis und gewährt alles Glück.
aiṃ hrīṃ śrīṃ hāṃ hīṃ ha ma la va ra yūṃ hākinyai namaḥ| 3 haṃ kṣaṃ māṃ rakṣa rakṣa majjātmānaṃ namaḥ||
Man setze Hākinī im Mittelpunkt des zweiblättrigen Ājñā-Lotus ein und rechts und links ihre beiden Kräfte:
aiṃ hrīṃ śrīṃ huṃ haṃsavatyai namaḥ kṣaṃ kṣamāvatyai namaḥ||
Yākinī: Wir betrachten Yākinī, Bhavānī, im tausendblättrigen Lotus im Raum des Kopfes, auf dem Mond im Lotusinneren. Sie wohnt im Zeugungsstoff, trägt sämtliche Waffen, hat Lotusgesichter in alle Richtungen und ist von den Lautkräften von A bis Kṣa umgeben. Sie hat alle Farben, liebt sämtliche Speisen und erfreut sich an Paramaśiva.
aiṃ hrīṃ śrīṃ yāṃ yīṃ ya ma la va ra yūṃ yākinyai namaḥ| 3 aṃ....kṣaṃ (51) māṃ rakṣa rakṣa śukrātmānaṃ namaḥ||
Man setze Yākinī im Mittelpunkt des tausendblättrigen Lotus am Brahmarandhra ein. Auf seinen Blättern werden, jeweils auf zwanzig Blättern, die bereits genannten Umkreiskräfte von Amṛtā bis Kṣamāvatī in derselben Ordnung eingesetzt.
Tierkreis-Nyāsa
Die Tierkreiszeichen werden der Reihe nach als rot, weiß, grün, blass, bunt, schwarz, gelbbraun, bräunlich, dunkelbraun, gesprenkelt, schwarz und rauchfarben betrachtet. Nach dieser Meditation:
| Mantra nach der Vorlage | Einsetzungsort |
|---|---|
| aiṃ hrīṃ śrī aṃ āṃ iṃ īṃ meṣāya namaḥ | rechter Fuß |
| 3 uṃ ūṃ vṛṣabhāya namaḥ | rechte Seite des Zeugungsorgans |
| 3 ṛṃ ṛṃ ḷṃ lṝṃ mithunāya namaḥ | rechte Bauchseite |
| 3 eṃ aiṃ karkāya namaḥ | rechte Herzseite |
| 3 oṃ auṃ siṃhāya namaḥ | rechter Armansatz |
| 3 aṃ aḥ śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ ḻaṃ kanyāyai namaḥ | rechte Kopfseite |
| 3 kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ tulāyai namaḥ | linke Kopfseite |
| 3 caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ vṛścikāya namaḥ | linker Armansatz |
| 3 ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ dhanuṣe namaḥ | linke Herzseite |
| 3 taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ makarāya namaḥ | linke Bauchseite |
| 3 paṃ phaṃ baṃ bhaṃ maṃ kumbhāya namaḥ | linke Seite des Zeugungsorgans |
| 3 yaṃ raṃ laṃ vaṃ kṣaṃ mīnāya namaḥ | linker Fuß |
Pīṭha-Nyāsa
Die fünfzig heiligen Sitze werden der Reihe nach als weiß, schwarz, rot, dunkel, grün und gelb betrachtet; diese Farbfolge wiederholt sich. Mit den Mātṛkā-Lauten setze man die Pīṭhas in der bereits angegebenen Ordnung an deren Körperstellen ein:
| Mantra nach der Vorlage | Einsetzungsort |
|---|---|
| aiṃ hrīṃ śrīṃ aṃ kāmarūpāya namaḥ | Kopf |
| 3 āṃ vārāṇasyai namaḥ | Gesichtsumkreis |
| 3 iṃ nepālāya namaḥ | rechtes Auge |
| 3 īṃ pauṇḍravardhanāya namaḥ | linkes Auge |
| 3 uṃ purasthirakāśmīrāya namaḥ | rechtes Ohr |
| 3 ūṃ kānyakubjāya namaḥ | linkes Ohr |
| 3 ṝṃ pūrṇaśailāya namaḥ | rechte Nasenöffnung |
| 3 ṝṃ arbudācalāya namaḥ | linke Nasenöffnung |
| 3 lṛṃ āmrātakeśvarāya namaḥ | rechte Wange |
| 3 lṝ ekāmrāya namaḥ | linke Wange |
| 3 eṃ trisrotase namaḥ | Oberlippe |
| 3 aiṃ kāmakoṭaye namaḥ | Unterlippe |
| 3 oṃ kailāsāya namaḥ | obere Zahnreihe |
| 3 auṃ bhṛgunagarāya namaḥ | untere Zahnreihe |
| 3 aṃ kedārāya namaḥ | Zungenspitze |
| 3 aḥ candrapuṣkariṇyai namaḥ | Kehle |
| 3 kaṃ śrīpurāya namaḥ | rechter Armansatz |
| 3 khaṃ oṅkārāya namaḥ | rechter Ellbogen |
| 3 gaṃ jālandharāya namaḥ | rechtes Handgelenk |
| 3 ghaṃ mālavāya namaḥ | rechte Fingerwurzeln |
| 3 ṅaṃ kulāntakāya namaḥ | rechte Fingerspitzen |
| 3 caṃ devīkoṭāya namaḥ | linker Armansatz |
| 3 chaṃ gokarṇāya namaḥ | linker Ellbogen |
| 3 jaṃ māruteśvarāya namaḥ | linkes Handgelenk |
| 3 jhaṃ aṭṭahāsāya namaḥ | linke Fingerwurzeln |
| 3 ñaṃ virajāyai namaḥ | linke Fingerspitzen |
| 3 ṭaṃ rājagehāya namaḥ | rechter Oberschenkelansatz |
| 3 ṭhaṃ mahāpathāya namaḥ | rechtes Knie |
| 3 ḍaṃ kolāpurāya namaḥ | rechter Knöchel |
| 3 ḍhaṃ elāpurāya namaḥ | rechte Zehenwurzeln |
| 3 ṇaṃ kāleśvarāya namaḥ | rechte Zehenspitzen |
| 3 taṃ jayaṃtikāyai namaḥ | linker Oberschenkelansatz |
| 3 thaṃ ujjayinyai namaḥ | linkes Knie |
| 3 daṃ citrāyai namaḥ | linker Knöchel |
| 3 dhaṃ kṣīrikāyai namaḥ | linke Zehenwurzeln |
| 3 naṃ hastināpurāya namaḥ | linke Zehenspitzen |
| 3 paṃ uḍḍīśāya namaḥ | rechte Flanke |
| 3 phaṃ prayogāya namaḥ | linke Flanke |
| 3 baṃ ṣaṣṭīśāya namaḥ | Rücken |
| 3 bhaṃ māyāpuryai namaḥ | Nabel |
| 3 maṃ jaleśāya namaḥ | Bauch |
| 3 yaṃ malayāya namaḥ | Herz |
| 3 raṃ śrīśailāya namaḥ | rechte Schulter |
| 3 laṃ merave namaḥ | Nacken |
| 3 vaṃ girivarāya namaḥ | linke Schulter |
| 3 śaṃ mahendrāya namaḥ | vom Herzen bis zu den rechten Fingerspitzen |
| 3 ṣaṃ vāmanāya namaḥ | vom Herzen bis zu den linken Fingerspitzen |
| 3 saṃ hiraṇyapurāya namaḥ | vom Herzen bis zu den rechten Zehenspitzen |
| 3 haṃ mahālakṣmīpurāya namaḥ | vom Herzen bis zu den linken Zehenspitzen |
| 3 ḻaṃ oḍyāṇāya namaḥ | vom Herzen bis zur verborgenen Stelle |
| 3 kṣaṃ chāyāchatrāya namaḥ | vom Herzen bis zum Scheitel |
[Die Aufzählung umfasst in der überlieferten Fassung einundfünfzig Einsetzungsstellen, während der vorausgehende Vers „fünfzig“ sagt. Die unterschiedliche Zählung wird beibehalten.]
Damit endet der aus sechs Gliedern bestehende Ṣoḍhā-Nyāsa. Der große Ṣoḍhā-Nyāsa gehört zur Śrīṣoḍaśākṣarī. Deren Verehrer sollen seine Ausführung, wenn sie ihn vollziehen, aus anderen Tantras lernen. Aus Sorge um den Umfang wird er hier nicht niedergeschrieben.
Śrīcakra-Nyāsa
Nach der einleitenden Bezeichnung „dieses Śrīcakra-Nyāsa“ vollziehe man den Nyāsa des Sehers und der übrigen Zuordnungen nach der im Japa-Abschnitt beschriebenen Ordnung. Man meditiere wie im Abschnitt über die täglichen Pflichten und bringe Śrīdevī mit der Darbringungsformel eine Handvoll Blumen dar.
„Zuerst betrachte man den eigenen Körper als Gestalt des Śrīcakra, frei von der Erscheinung von Haut und den übrigen Geweben, wie das lodernde Feuer der Zeit.“
Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ samastaprakaṭaguptaguptatarasampradāyakulakaulanigarbharahasyātirahasyaparāpararahasyayoginīcakradevatābhyo namaḥ durchdringe man alle Glieder. Darauf folgen:
| Mantra nach der Vorlage | Einsetzungsort |
|---|---|
| aiṃ hrīṃ śrīṃ gaṃ gaṇapataye namaḥ | rechter Oberschenkel |
| 3 kṣaṃ kṣetrapālakāya namaḥ | rechte Schulter |
| 3 yāṃ yoginībhyo namaḥ | linke Schulter |
| 3 vaṃ baṭukāya namaḥ | linker Oberschenkel |
| 3 laṃ indrāya namaḥ | Spitzen beider großen Zehen |
| 3 raṃ agnaye namaḥ | rechtes Knie |
| 3 ṭaṃ yamāya namaḥ | rechte Flanke |
| 3 kṣaṃ nirṛtaye namaḥ | rechte Schulter |
| 3 vaṃ varuṇāya namaḥ | Scheitel |
| 3 yaṃ vāyave namaḥ | linke Schulter |
| 3 saṃ somāya namaḥ | linke Flanke |
| 3 haṃ īśānāya namaḥ | linkes Knie |
| 3 haṃ saḥ brahmaṇe namaḥ | Scheitel |
| 3 aṃ anantāya namaḥ | Mūlādhāra |
Nyāsa des Trailokyamohana-Cakra
Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ aṃ āṃ sauḥ trailokyamohanacakrāya namaḥ durchdringe man den Körper. Mit Tritārī und ādyacaturasrarekhāyai namaḥ setze man die erste Quadratlinie mittels Añjali an den folgenden Stellen insgesamt ein, beginnend hinten an der rechten Schulter:
| Mantra nach der Vorlage | Einsetzungsort |
|---|---|
| aiṃ hrīṃ śrīṃ aṇimamasiddhyai namaḥ | hintere rechte Schulter |
| 3 laghimamasiddhyai namaḥ | rechte Fingerspitzen |
| 3 mahimamasiddhyai namaḥ | rechtes Hüftgelenk |
| 3 īśitvasiddhyai namaḥ | rechte Zehenspitzen |
| 3 vaśitvasiddhyai namaḥ | linke Zehenspitzen |
| 3 prākāmyasiddhyai namaḥ | linkes Hüftgelenk |
| 3 bhuktisiddhyai namaḥ | linke Fingerspitzen |
| 3 icchāsiddhyai namaḥ | hintere linke Schulter |
| 3 prāptisiddhyai namaḥ | Wurzel der Scheitellocke |
| 3 sarvakāmasiddhyai namaḥ | Hinterkopf |
Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ caturasramadhyarekhāyai namaḥ setze man die mittlere Quadratlinie insgesamt an den folgenden Körperstellen ein:
| Mantra nach der Vorlage | Einsetzungsort |
|---|---|
| aiṃ hrīṃ śrīṃ brāhmayai namaḥ | beide großen Zehen |
| 3 māheśvaryai namaḥ | rechte Flanke |
| 3 kaumāryai namaḥ | Scheitel |
| 3 vaiṣṇavyai namaḥ | linke Flanke |
| 3 vārāhyai namaḥ | linkes Knie |
| 3 indrāṇyai namaḥ | rechtes Knie |
| 3 cāmuṇḍāyai namaḥ | rechte Schulter |
| 3 mahālakṣmyai namaḥ | linke Schulter |
Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ caturasrāntyarekhāyai namaḥ folgt entsprechend die innerste Quadratlinie:
| Mantra nach der Vorlage | Einsetzungsort |
|---|---|
| 3 aiṃ hrīṃ śrīṃ sarvasaṅkṣobhiṇyai namaḥ | beide großen Zehen |
| 3 sarvavidrāviṇyai namaḥ | rechte Flanke |
| 3 sarvākarṣiṇyai namaḥ | Scheitel |
| 3 sarvavaśaṅkaryai namaḥ | linke Flanke |
| 3 sarvonmādinyai namaḥ | linkes Knie |
| 3 sarvamahāṅkuśāyai namaḥ | rechtes Knie |
| 3 sarvakhecaryai namaḥ | rechte Schulter |
| 3 sarvabījāyai namaḥ | linke Schulter |
| 3 sarvayonaye namaḥ | Dvādaśānta |
| 3 sarvatrikhaṇḍāyai namaḥ | beide großen Zehen |
| 3 aṃ āṃ sauḥ trailokyamohanacakreśvaryai tripurāyai namaḥ | Herz |
Am Herzen übergebe man das Cakra: „Mögen diese offenbaren Yoginīs im Trailokyamohana-Cakra mit ihren Mudrās, Vollendungen, Waffen, Kräften, Fahrzeugen und ihrem Gefolge sämtlich eingesetzt sein.“
Nyāsa des Sarvāśāparipūraka-Cakra
Mit ai klīṃ sauḥ sarvāśāparipūrakacakrāya namaḥ durchdringe man den Körper. Danach:
| Mantra nach der Vorlage | Einsetzungsort |
|---|---|
| aiṃ hrīṃ śrīṃ kāmākarṣiṇyai nityākalāyai namaḥ | hinter dem rechten Ohr |
| 3 buddhyākarṣiṇyai namaḥ | rechte Schulter |
| 3 ahaṅkārākarṣiṇyai namaḥ | rechter Ellbogen |
| 3 śabdākarṣiṇyai namaḥ | rechter Handrücken beziehungsweise Handfläche und Handrücken |
| 3 sparśākarṣiṇyai namaḥ | rechter Oberschenkel beziehungsweise rechte Gesäßhälfte |
| 3 rūpākarṣiṇyai namaḥ | rechtes Knie |
| 3 rasākarṣiṇyai namaḥ | rechter Knöchel |
| 3 gandhākarṣiṇyai namaḥ | rechte Fußsohle beziehungsweise rechter Vorderfuß |
| 3 cittākarṣiṇyai namaḥ | linke Fußsohle beziehungsweise linker Vorderfuß |
| 3 dhairyākarṣiṇyai namaḥ | linker Knöchel |
| 3 smṛtyākarṣiṇyai namaḥ | linkes Knie |
| 3 nāmākarṣiṇyai namaḥ | linker Oberschenkel beziehungsweise linke Gesäßhälfte |
| 3 bījākarṣiṇyai namaḥ | linker Handrücken beziehungsweise Handfläche und Handrücken |
| 3 ātmākarṣiṇyai namaḥ | linker Ellbogen |
| 3 amṛtākarṣiṇyai namaḥ | linke Schulter |
| 3 śarīrākarṣiṇyai namaḥ | hinter dem linken Ohr |
| 3 eṃ klīṃ sauḥ sarvāśāparipūrakacakreśvaryai namaḥ | Herz |
Die Übergabe erfolgt wie zuvor: „Mögen diese verborgenen Yoginīs im Sarvāśāparipūraka-Cakra mit ihren Mudrās“ und den übrigen genannten Zugehörigkeiten eingesetzt sein.
Nyāsa des Sarvasaṅkṣobhaṇa-Cakra
Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ sauḥ sarvasaṅkṣobhaṇacakrāya namaḥ durchdringe man den Körper. Danach:
| Mantra nach der Vorlage | Einsetzungsort |
|---|---|
| aiṃ hrīṃ śrīṃ anaṅgakusumāyai namaḥ | rechte Schläfe, vom Text als Stirnknochen erklärt |
| 3 anaṅgamekhalāyai namaḥ | rechter Schlüsselbeinbereich beziehungsweise Armansatz |
| 3 anaṅgamadanāyai namaḥ | rechter Oberschenkel |
| 3 anaṅgamadanāturāyai namaḥ | rechter Knöchel |
| 3 anaṅgarekhāyai namaḥ | linker Knöchel |
| 3 anaṅgaveginyai namaḥ | linker Oberschenkel |
| 3 anaṅgāṅkuśāyai namaḥ | linker Schlüsselbeinbereich |
| 3 anaṅgamālinyai namaḥ | linke Schläfe |
| 3 hrīṃ klīṃ sauḥ sarvasaṅkṣobhaṇacakreśvaryai namaḥ | Herz |
Wie zuvor übergebe man das Cakra der noch verborgeneren Yoginīs mit Mudrās und den übrigen Zugehörigkeiten.
Nyāsa des Sarvasaubhāgyadāyaka-Cakra
Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ haiṃ hklīṃ hsauḥ sarvasaubhāgyadāyakacakrāya namaḥ durchdringe man den Körper. Danach:
| Mantra nach der Vorlage | Einsetzungsort |
|---|---|
| ai hrīṃ śrīṃ sarvasaṅakṣobhiṇyai namaḥ | Stirnmitte |
| 3 sarvavidrāviṇyai namaḥ | rechte Stirnseite |
| 3 sarvākarṣiṇyai namaḥ | rechte Wange |
| 3 sarvāhlādinyai namaḥ | rechte Schulter |
| 3 sarvasammohinyai namaḥ | rechte Flanke |
| 3 sarvastambhinyai namaḥ | rechter Oberschenkel |
| 3 sarvajṛmbhiṇyai namaḥ | rechter Unterschenkel |
| 3 sarvavaśaṅkaryai namaḥ | linker Unterschenkel |
| 3 sarvarañjinyai namaḥ | linker Oberschenkel |
| 3 sarvonmādinyai namaḥ | linke Flanke |
| 3 sarvārthasādhinyai namaḥ | linke Schulter |
| 3 sarvasampattipūriṇyai namaḥ | linke Wange |
| 3 sarvamantramayyai namaḥ | linke Stirnseite |
| 3 sarvadvandvakṣayaṅkaye namaḥ | Hinterkopf |
| 3 haiṃ hklīṃ hsauḥ sarvasaubhāgyadāyakacakreśvaryai tripuravāsinyai namaḥ | Herz |
Wie zuvor übergebe man das Cakra der Überlieferungs-Yoginīs mit ihren Mudrās und den übrigen Zugehörigkeiten.
Nyāsa des Sarvārthasādhaka-Cakra
Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ hsaiṃ hsklīṃ hssauḥ sarvārthasādhakacakrāya namaḥ durchdringe man den Körper. Danach:
| Mantra nach der Vorlage | Einsetzungsort |
|---|---|
| aiṃ hrīṃ śrīṃ sarvasiddhipradāyai namaḥ | rechtes Auge, rechte Nasenöffnung |
| 3 sarvasampatpradāyai namaḥ | Nasenwurzel, rechter Mundwinkel |
| 3 sarvapriyaṅkaryai namaḥ | linkes Auge, rechte Brust |
| 3 sarvamaṅgalakāriṇyai namaḥ | linker Armansatz, rechter Hoden |
| 3 sarvakāmapradāyai namaḥ | linker Oberschenkelansatz, rechte Seite der Sīvinī |
| 3 sarvaduḥkhavimocinyai namaḥ | linkes Knie, linke Seite der Sīvinī |
| 3 sarvamṛtyupraśamanyai namaḥ | rechtes Knie, linke Brust |
| 3 sarvavighnavināśinyai namaḥ | After, linker Hoden |
| 3 sarvāṅgasundaryai namaḥ | rechter Oberschenkelansatz, linker Mundwinkel |
| 3 sarvasaubhāgyadāyinyai namaḥ | rechter Armansatz, linke Nasenöffnung |
| 3 hsaiṃ hsklīṃ hssauḥ sarvārthasādhakacakreśvaryai tripurāśriyai namaḥ | Herz |
Die Doppelangaben der Körperstellen stehen bereits in der Vorlage. Wie zuvor übergebe man das Cakra der über Kula hinausgegangenen Yoginīs mit ihren Mudrās und den übrigen Zugehörigkeiten.
Nyāsa des Sarvarakṣākara-Cakra
Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ bleṃ sarvarakṣākaracakrāya namaḥ durchdringe man den Körper. Danach:
| Mantra nach der Vorlage | Einsetzungsort |
|---|---|
| aiṃ hrīṃ śrīṃ sarvajñāyai namaḥ | rechte Nasenöffnung |
| 3 sarvaśaktyai namaḥ | rechter Mundwinkel, Ende der Lippe |
| 3 sarvaiśvaryapradāyinyai namaḥ | rechte Brust |
| 3 sarvajñānamayyai namaḥ | rechter Hoden |
| 3 sarvavyādhivināśinyai namaḥ | Sīvinī beziehungsweise ihre rechte Seite |
| 3 sarvādhārasvarūpāyai namaḥ | linker Hoden beziehungsweise linke Seite der Sīvinī |
| 3 sarvapāpaharāyai namaḥ | linke Brust |
| 3 sarvānandamayyai namaḥ | linker Mundwinkel |
| 3 sarvarakṣāsvarūpiṇyai namaḥ | linke Nasenöffnung |
| 3 sarvepsitaphalapradāyai namaḥ | Nasenspitze |
| 3 hrīṃ klīṃ bleṃ sarvarakṣākaracakreśvaryai tripuramālinyai namaḥ | Herz |
Die Sīvinī wird vom Text als die zwischen den beiden Hoden verlaufende Naht beziehungsweise Ader erklärt. Die alternativen Stellenangaben werden nicht vereinheitlicht. Wie zuvor übergebe man das Cakra der innerlich verborgenen Yoginīs mit ihren Mudrās und den übrigen Zugehörigkeiten.
Nyāsa des Sarvarogahara-Cakra
Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ sauḥ sarvarogaharacakrāya namaḥ durchdringe man den Körper. Danach:
| Mantra nach der Vorlage | Einsetzungsort |
|---|---|
| aiṃ hrīṃ śrīṃ aṃ...aḥ (16) rblūṃ vaśinīvāgdevatāyai namaḥ | rechte Kinnseite |
| 3 kaṃ...ṅaṃ (5) klhīṃ kāmeśvarīvāgdevatāyai namaḥ | rechte Halsseite |
| 3 caṃ...ñaṃ (5) nvlīṃ modinīvāgdevatāyai namaḥ | rechte Herzseite |
| 3 ṭaṃ...ṇaṃ (5) plūṃ vimalāvāgdevatāyai namaḥ | rechte Nabelseite |
| 3 taṃ...naṃ (5) rjmrīṃ aruṇāvāgdevatāyai namaḥ | linke Nabelseite |
| 3 paṃ...maṃ (5) hslvyūṃ jayinīvāgdevatāyai namaḥ | linke Herzseite |
| 3 yaṃ...vaṃ (4) imayūṃ sarvaśnarīvāgdevatāyai namaḥ | linke Halsseite |
| 3 śaṃ...kṣaṃ (3) kṣmrīṃ kaulinīvāgdevatāyai namaḥ | linke Kinnseite |
| 3 hrīṃ śrīṃ sauḥ sarvarogaharacakreśvaryai tripurāsiddhāyai namaḥ | Herz |
Die Auslassungen und Zahlen in den Lautgruppen stammen aus der Vorlage; die letzte Gruppenangabe ist digital widersprüchlich. Wie zuvor übergebe man das Cakra der geheimen Yoginīs mit ihren Mudrās und den übrigen Zugehörigkeiten.
Nyāsa der Waffen
Im Herzen vergegenwärtige man ein Dreieck und setze darin die vier Waffen der Reihe nach in den Richtungen von Osten an ein:
| Mantra nach der Vorlage | Einsetzungsort |
|---|---|
| aiṃ hrīṃ śrīṃ drāṃ drīṃ klīṃ blūṃ saḥ sarvajambhanebhyo bāṇebhyo namaḥ | hinter dem Dreieck |
| 3 dhaṃ sarvasammohanāya dhanuṣe namaḥ | rechts beziehungsweise links vom Dreieck |
| 3 hrīṃ sarvavaśīkaraṇāya pāśāya namaḥ | vor beziehungsweise über dem Dreieck |
| 3 kroṃ sarvastambhanāya aṅkuśāya namaḥ | links beziehungsweise rechts vom Dreieck |
Nyāsa des Sarvasiddhiprada-Cakra
Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ hsraiṃ hsklīṃ hssrauḥ sarvasiddhipradacakrāya namaḥ durchdringe man den Körper. Danach:
| Mantra nach der Vorlage | Einsetzungsort |
|---|---|
| aiṃ hrīṃ śrīṃ mūlaprathamakūṭaṃ kāmarūpapīṭhasthāyai mahākāmeśvaryai namaḥ | vordere Dreiecksecke |
| 3 mūladvitīyakūṭaṃ pūrṇagiripīṭhasthāyai mahāvajreśvaryai namaḥ | rechte Dreiecksecke |
| 3 mūlatṛtīyakūṭaṃ jālandharapīṭhasthāyai mahābhagamālinyai namaḥ | linke Dreiecksecke |
| 3 mūlaṃ oḍyāṇapīṭhasthāyai mahātripurasundaryai namaḥ | Dreiecksmitte |
Die Bezeichnungen mūlaprathamakūṭaṃ, mūladvitīyakūṭaṃ und mūlatṛtīyakūṭaṃ fordern jeweils den ersten, zweiten und dritten Mantraabschnitt; mūlaṃ das gesamte Wurzelmantra.
Innerhalb des Dreiecks vergegenwärtige man nach dem Verehrungsabschnitt die sechzehn Vokale und setze die sechzehn Nityās ein. Man spreche das Mantra Kāmeśvarīnityās und schließe mit kāmeśvarīnityāyai namaḥ. Entsprechend folgen die übrigen vierzehn Nityās; in die Mitte setze man mit dem vollständigen Wurzelmantra die sechzehnte.
Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ hasraiṃ hasklīṃ hassrauḥ sarvasiddhipradacakreśvaryai tripurāmbāyai namaḥ setze man die Cakra-Herrin am Herzen ein. Wie zuvor übergebe man das Cakra der höchst geheimen Yoginīs mit ihren Mudrās und den übrigen Zugehörigkeiten.
Nyāsa des Sarvānandamaya-Cakra
Mit Tritārī, Wurzelmantra und sarvānandamayacakrāya namaḥ durchdringe man den Körper. Mit Tritārī, Wurzelmantra und śrīlalitāyai namaḥ setze man die Göttin in der Herzmitte ein.
„Möge diese Yoginī des Geheimnisses von Höchstem und Nichthöchstem im Sarvānandamaya-Cakra mit Mudrā, Vollendung, Waffe, Kraft, Fahrzeug und Gefolge eingesetzt sein.“
Mit Tritārī, Wurzelmantra und sarvānandamayacakreśvaryai śrīlalitāyai namaḥ setze man die Herrin am Herzen ein, zeige die Yoni-Mudrā, wiederhole das Wurzelmantra und vollziehe erneut Hand- und Gliedernyāsa.
Dies ist der Śrīcakra-Nyāsa nach dem Nityārṇava. Sowohl der Ṣoḍhā- als auch der Cakra-Nyāsa gelten auch für die Śrīṣoḍaśākṣarī. Damit endet der fünfte Lehrabschnitt über die Nyāsas.
Sechster Lehrabschnitt: Japa
Nun beginnt der sechste Lehrabschnitt des Yauvanollāsa. Der Sūtra-Verfasser beabsichtigt hier nicht, Puraścaraṇa und die dazugehörigen Handlungen vorzuschreiben, weil sie nur für die auf bestimmte Wünsche gerichteten Riten notwendig sind. Mit den Sūtras über die tägliche Praxis auch bei Fehlen der fünf Makaras und über die besondere Verehrung an den fünf Festzeiten werden die täglichen und anlassbezogenen Riten gelehrt. Das „wenn“ im Satz „wenn er etwas Wunscherfüllendes erstrebt“ des Homa-Abschnitts zeigt dagegen die Freiwilligkeit solcher Wunschriten. Das ist angemessen, denn:
„Wer eine auf persönlichen Wunsch gerichtete Handlung vollzieht, sei sie heilvoll oder unheilvoll, dem kann das Mantra zum Feind werden. Deshalb soll er sich nicht darauf verlegen. Für die an Wunschriten Hängenden ist die Frucht auf eben diesen Wunsch begrenzt. Wer die Gottheit ohne eigennützigen Wunsch verehrt, erlangt die Erfüllung aller ersehnten Ziele.“
„Gottheit“ schließt hier auch die Göttin ein. Ist die Sehnsucht nach einer bestimmten Frucht bei jemandem schwer zu überwinden, soll er das Puraścaraṇa und die entsprechenden Opferstoffe des Śyāmākrama heranziehen. Bei schädigenden Riten und Ähnlichem sind auch die im allgemeinen Praxisabschnitt beschriebenen ungünstigen Beziehungen zwischen Mantra und Verehrer zu berücksichtigen.
Ordnung des Japa
Zuerst werden die vorbereitenden Mantras des Śrīvidyā-Japa angegeben. Die dazugehörigen Mudrās wurden bereits beschrieben. Man bringe der Göttin mit der Darbringungsformel Blumen dar, regle wie zuvor den Atem und vollziehe den Nyāsa des Sehers und der übrigen Zuordnungen.
Für das große fünfzehnsilbige Mantra Mahātripurasundarīs wird Ānandabhairava als Seher am Kopf verehrt, Paṅkti als Versmaß am Mund, Mahātripurasundarī als Gottheit am Herzen, aiṃ als Bīja an der verborgenen Stelle, sauḥ als Kraft an den Füßen und klīṃ als Verschlusslaut am Nabel. Die Formeln beginnen jeweils mit Tritārī und enden auf namaḥ. In den zusammengelegten Händen erkläre man die Verwendung des Japa zur Erlangung der Gnade Śrīlalitā-Mahātripurasundarīs.
Einige ordnen Bīja, Kraft und Verschlusslaut vielmehr Nabel, verborgener Stelle und Füßen zu; andere lassen den Nyāsa auch mit den drei Abschnitten der Wurzelvidyā ausführen.
Mit Tritārī und Wurzelvidyā durchdringe man dreimal den gesamten Körper. Es folgen die drei Mantraabschnitte zweimal in ihrer Reihenfolge: an Daumen mit namaḥ, Zeigefingern mit svāhā, Mittelfingern mit vaṣaṭ, Ringfingern mit huṃ, kleinen Fingern mit vauṣaṭ sowie Handflächen und Handrücken mit phaṭ.
Ebenso erfolgt der Körpernyāsa: erster Abschnitt am Herzen mit namaḥ, zweiter am Kopf mit svāhā, dritter an der Scheitellocke mit vaṣaṭ, erster als Schutzpanzer mit huṃ, zweiter an den drei Augen mit vauṣaṭ, dritter als Astra mit phaṭ. Mit bhūrbhuvassuvaroṃ werden die Richtungen gebunden. Die Meditation ist dieselbe wie zuvor.
Bei Śrīṣoḍaśākṣarī ist Dakṣiṇāmūrti der Seher; bei Hand- und Sechsgliedernyāsa verwendet man ihre sechs Mantraabschnitte.
Mit der Śaktyutthāpana-Mudrā vergegenwärtige man im eigenen Leib Leere und betrachte die Kāmakalā aus drei Bindus und dem bezeichneten weiteren Teil. Ihre Verwandlung in das eigene Selbst vergegenwärtige man so, wie sie aus dem Mund des Lehrers erfahren wurde. Man betrachte die Einheit von Lehrer, Gottheit, Mantra und Selbst.
Am Kopf zeige man die Śiras-Mudrā und wiederhole dreimal die zwölfgliedrig gezählte Kullukā-Vidyā, Tritārī und aiṃ klīṃ hrīṃ tripure bhagavati svāhā. Mit der Herzgeste folgt dreimal Tritārī und oṃ als Setu. An der Kehle folgt mit Nyāsa-Mudrā dreimal Tritārī und hrīṃ als Mahāsetu. Am Nabel folgt mit derselben Geste dreimal das siebziggliedrig bezeichnete Nirvāṇa-Mantra: Tritārī, oṃ, die Mātṛkā-Reihe, aiṃ, Wurzelmantra, aiṃ, die erneut angegebene Mātṛkā-Reihe und oṃ. [Die Quelle kürzt diese Reihen ab und weist in der zweiten eine unklare Endangabe auf; sie wird nicht ergänzt.]
Dreimal wiederhole man im Svādhiṣṭhāna das Kāmeśvarī-Mantra aiṃ hrīṃ śrī klīṃ, im Mūlādhāra dreimal das Kāmakalā-Mantra aus Tritārī und īṃ. Dann folgt die Gesamtformel an sämtliche Yoginīs:
aiṃ hrīṃ śrīṃ samastaprakaṭaguptaguptatarasampradāyakulottīrṇanigarbharahasyātirahasyaparāpararahasyayoginībhyo namaḥ.
Siebenmal wiederhole man das fünfzehnsilbige Entsiegelungsmantra, mit Tritārī vorangestellt:
ī e ka la hrīṃ ha sa ka ha la hrīṃ sa ka la hrīṃ.
Man meditiere über Sañjīvinī: „Zur Vollendung betrachte man die höchste Vidyā, Kālikā mit blitzenden Augen, die in der Sprache des Landes spricht, mit Schwert und abgeschlagenem Haupt bezeichnet, mit Tigerfell geschmückt, mit roten Girlanden und Gewändern, schrecklich und vierarmig, Schwert, Dreizack und Schädelschale tragend, mit scharfer Nase: die Göttin, welche sämtliche Vidyās belebt.“ [Die vierte Hand ist in dieser Aufzählung nicht eindeutig genannt.]
Nach ihrer Verehrung mit den fünf Gaben wiederhole man siebenmal das als siebzehnsilbig bezeichnete Sañjīvinī-Mantra, mit Tritārī:
śrī klīṃ klīṃ hai haiṃ ka la hrīṃ sauṃḥ la sa ka hrīṃ klīṃ klīṃ hrīṃ śrīṃ.
Siebenmal folgt das dreiundzwanziggliedrige Prāṇa-Mantra:
aiṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ haṃ saḥ ka e ī la hrīṃ ha sa ka ha la hrīṃ sa ka la hrīṃ haṃ saḥ hrīṃ śrīṃ.
Siebenmal folgt das als dreiundsiebziggliedrig bezeichnete Dīpinī-Mantra:
aiṃ hrīṃ śrīṃ oṃ śrīṃ aiṃ klīṃ hrīṃ ka e ī la hrīṃ oṃ hrīṃ śrīṃ klīṃ aiṃ ha sa ka ha la hrīṃ oṃ aiṃ śrīṃ klīṃ hrīṃ ha ka la e hrīṃ ha ka ha la hrīṃ ha e ka la hrīṃ oṃ aiṃ klīṃ śrīṃ hrīṃ ka ha la e hrīṃ ka ha e la hrīṃ ka ha ha la hrīṃ ha saḥ oṃ hrīṃ śrīṃ haṃ saḥ sohaṃ sa ka la hrīṃ.
Diese Mantras gelten gemeinsam für Pañcadaśī und Ṣoḍaśī. [Die Lautfolgen sind nach der digitalen Vorlage dokumentiert; die dort genannten Zählungen rechtfertigen keine eigenmächtige Reparatur auffälliger Laute.]
Für Ṣoḍaśākṣarī werden zunächst zehn Wiederholungen des Mahākāmeśvara-Mantras genannt, dann je drei Wiederholungen der folgenden fünf, die „fünf Edelsteine“ heißen:
aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ klīṃ sauḥ oṃ hrīṃ śrīṃ ha sa kṣa ma la va ra yūṃ sa ha kṣa ma la va ra yīṃ ya ra la va kṣa ma la va ra yūṃ oṃ hrīṃ śrīṃ oṃ sauḥ klīṃ aiṃ [Diesen Mahākāmeśvaramantra zehnmal wiederholen.]||
3 (pañcadaśī) ka e ī la hrīṃ ha sa ka hrīṃ ha la hrīṃ sa ka la hrīṃ—[dreimal wiederholen]||1||
3 (ṣoḍaśī) śrīṃ hrīṃ klīṃ aiṃ sauḥ oṃ hrīṃ śrīṃ ka e ī la hrīṃ ha sa ka ha la hrīṃ sa ka la hrīṃ sauḥ aiṃ klīṃ hrīṃ śrīṃ–[dreimal wiederholen]||2||
3 aiṃ klīṃ sauḥ bālāyai namaḥ| [dreimal wiederholen]||3||
3 aiṃ klīṃ ucchiṣṭacāṇḍāli sumukhi devi mahāpiśācini hrīṃ ṭhaḥ ṭhaḥ ṭhaḥ svāhā—[dreimal wiederholen]||4||
3 oṃ hrīṃ strīṃ hrūṃ krīṃ śrīṃ ugratāre sauḥ klīṃ hrīṃ śrīṃ svāhā—[dreimal wiederholen]||
Zur Beseitigung der ritualbezogenen Unreinheit wiederhole man die von Praṇava umschlossene Wurzelvidyā, die Pañcadaśī, zehnmal. Danach folgen die sechs Hindernisse beseitigenden Mantras je dreimal:
aiṃ hrīṃ śrīṃ i ri mi li ki ri ki li pa ri mi rom||
3 oṃ hrīṃ namo bhagavati mahātripurabhairavi mama traipurarakṣāṃ kuru kuru||
3 saṃhara saṃhara vighnarakṣovibhīṣakān kālaya huṃ phaṭ svāhā||
3 blūṃ raktābhyo yoginībhyo namaḥ||
3 sāṃ sārasāya bahvāśanāya namaḥ||
3 du mu lu ṣu mu lu ṣu hrīṃ cāmuṇḍāyai namaḥ||
Dies sind die vorbereitenden Japa-Mantras von Kullukā bis zu den Hindernisbeseitigern. Dass ihnen die Tritārī vorangeht, gilt durchweg.
Die Gebetskette und die Wiederholung
Man nehme eine verdeckte Gebetskette aus Gold, Edelstein, Bergkristall, Putrajīva, Rudrākṣa oder einem anderen geeigneten Material, die nach der im Śyāmākrama beschriebenen Ordnung geweiht worden ist. Man lege sie in ein Gefäß oder auf die linke Hand und besprenge sie unter dem Wurzelmantra mit allgemeinem Arghya-Wasser oder reinem Wasser.
„Oṃ māṃ. O Gebetskette, große Māyā, Gestalt aller Kräfte! Die vier menschlichen Ziele sind in dich gelegt; darum gewähre mir Vollendung.“
Mit wiederholtem hrīṃ siddhyai namaḥ verehre man sie mit den fünf Gaben von Duftstoff an oder nur mit Duftstoff und Blumen. Nach aiṃ hrīṃ śrīṃ gaṃ bitte man:
„Mache die Praxis frei von Hindernissen, o Gebetskette; ich nehme dich in die rechte Hand. Sei während des Japa immer gnädig, damit ich Vollendung erlange.“
Man halte sie mit der rechten Hand auf dem mittleren Glied des Mittelfingers. Zeigefinger und linke Hand sollen sie nicht berühren. Jeweils nur eine Perle wird mit der Daumenspitze weiterbewegt. Gähnen, Niesen, Schlaf und ähnliche Unterbrechungen sind zu meiden; treten sie ein, vollziehe man Ācamana und betrachte sich wieder als eins mit der Gottheit.
Die Kette darf nicht fallen. Fällt sie versehentlich, ist die genannte Reinigung beziehungsweise Weihe zu wiederholen. Sie soll nicht klappern; die Mantras werden nicht undeutlich oder ineinander verschliffen gesprochen. Man unterhalte sich nicht und zeige die Kette nicht offen. Auch die übrigen genannten Regeln gelten.
Man vergegenwärtige gemäß der eigenen Berechtigung eine der sechs Mantrabedeutungen oder eine andere vom Lehrer gelehrte Bedeutung sowie die Geheimnisse der vierfachen Einheit, der sechs Leerheiten, fünf Zustände, sieben Viṣuvats und des Mantrabewusstseins. Im Geist oder leise murmelnd wiederhole man die Wurzelvidyā tausend-, dreihundert- oder hundertmal. Zu Beginn und am Ende der festgesetzten Zahl wird sie einmal zwischen Praṇavas gesprochen. Anschließend wiederhole man die nachfolgenden Mantras jeweils mit einem Zehntel der Japa-Zahl.
Die nachfolgenden Japa-Mantras
Zuerst die acht Mantras der Cakra-Herrinnen von Tripurā an:
aiṃ hrīṃ śrīṃ aṃ āṃ sauḥ, 3 aiṃ klīṃ sauḥ, 3 hrī klīṃ sauḥ, 3 haiṃ hklīṃ hsau, 3 hsaiṃ hsklīṃ hssauḥ, 3 hrīṃ klīṃ bleṃ, 3 hrīṃ śrīṃ sauḥ, 3 hssraiṃ hsklīṃ hstrauḥ||
Dann das Wurzelmantra:
mūlamekaṃ—aiṃ hrāṃ śrīṃ ka e ī la hrīṃ ha sa ka ha la hrīṃ sa ka la hrīṃ||
Es folgt die Vidyā der zum jeweiligen Mondtag gehörenden Nityā. In der hellen Monatshälfte geht die Folge von Kāmeśvarī bis Citrā, in der dunklen von Citrā bis Kāmeśvarī. Dauert ein Mondtag zwei Tage, wird dieselbe Nityā an beiden wiederholt; fällt ein Mondtag aus, werden an einem Tag zwei Nityās wiederholt.
Die Nityā-Vidyās an dieser Stelle der Vorlage:
aiṃ hrīṃ śrīṃ aṃ aiṃ sa ka la hrīṃ nityaklinne madadrave sauḥ||
3 āṃ aiṃ bhagabhuge bhagini bhagodari bhagamāle bhagāvahe bhagaguhye bhagayoni bhaganipātini sarvabhagavaśaṅkari bhagarūpe nityaklinne bhagasvarūpe sarvāṇi bhagāni me hyānaya varade rete surete bhagaklinne klinnadrave kledaya drāvaya amoghe bhagavicce kṣubha kṣobhaya sarvasattvān bhageśvari aiṃ blūṃ jeṃ blūṃ meṃ blūṃ moṃ blūṃ heṃ blūṃ heṃ klinne sarvāṇi bhagāni me vaśamānaya strīṃ harableṃ hrīm|
3 iṃ oṃ hrīṃ nityaklinne madadrave svāhā||
3 iṃ oṃ kroṃ bhroṃ krauṃ jhauṃ chauṃ jrauṃ svāhā||
3 uṃ oṃ hrīṃ vahnivāsinyai namaḥ
3 ūṃ hrīṃ klinne aiṃ kroṃ. nityamadadrave hrī
3 ṝṃ hrīṃ śivadūtyai namaḥ||
3 ṝṃ oṃ hrīṃ huṃ khe ca che kṣaḥ strīṃ huṃ kṣe hrīṃ phaṭ||
3 ḷṃ aiṃ klīṃ sauḥ||
3 ḷṃ ha sa ka la ra ḍaiṃ ha sa ka la ra ḍīṃ ha sa ka la ra ḍauḥ||
3 eṃ hrīṃ phreṃ srūṃ kroṃ āṃ klīṃ aiṃ blūṃ nityamadadrave huṃ phreṃ hrīm||
3 aiṃ bhum r yūauṃ||
3 auṃ svauṃ|
3 auṃ oṃ namo bhagavati jvālāmālini devadevi sarvabhūtasaṃhārakārike jātavedasi jvalanti jvala jvala prajvala prajvala hrāṃ hrīṃ hrūṃ ra ra ra ra ra ra ra jvālāmālini huṃ phaṭ||
3 aṃ ckaum||
Hinzu kommen die drei Mantras Bālās, Annapūrṇās und Aśvārūḍhās als Aṅga, Upāṅga und Pratyaṅga. Zusammen mit den acht Cakra-Herrinnen, dem Wurzelmantra und der Tages-Nityā ergibt das dreizehn nachfolgende Mantras.
Bālā als Aṅga: aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ klīṃ sauḥ sauḥ klīṃ aiṃ aiṃ klīṃ sauḥ.
Annapūrṇā als Upāṅga: aiṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ klīṃ oṃ namo bhagavati annapūrṇeśvari mamābhilaṣitam annaṃ dehi svāhā.
Aśvārūḍhā als Pratyaṅga: aiṃ hrīṃ śrīṃ oṃ āṃ hrīṃ kroṃ ehi parameśvari svāhā.
Die Kālanityā ist vom Sūtra-Verfasser nicht eigens aufgenommen worden.
Erneut vollziehe man die Handlungen vom Ṛṣi-Nyāsa bis zur inneren Verehrung. Man zeige die Mudrās von Sarvasaṅkṣobhiṇī an mit ihren Bījas und die Waffengesten. Dann bete man:
„Du Hüterin des verborgensten Geheimnisses, nimm das von uns vollzogene Japa an. Durch deine Gnade möge die Vollendung in mir fest begründet sein, o Göttin.“
Mit Wasser des allgemeinen Arghya übergebe man das Japa in die linke Hand der Göttin. Zur Gebetskette bete man:
„Du erfreust sämtliche Gottheiten, o Kette, und bringst mir Heil. Gewähre mir stets Glück, Ruhm und Kraft, du Gute.“
Man bewahre sie verborgen auf. Unter wiederholtem Sprechen des Gurupādukā-Mantras verneige man sich mit ihren jeweiligen Namen vor dem Lehrer, dessen Lehrer und dem höchsten Lehrer. Damit endet die Japa-Ordnung.
Die Mantras der Strahlengirlande
Bei den vedischen Mantras erfolgt die Rezitation mit den vedischen Tonhöhen. Die genannten Wirkungen sind die Verheißungen des Textes.
1. Gāyatrī, dreißig Laute, im Mūlādhāra:
oṃ bhūrbhuvaḥ suvaḥ. tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi. dhiyo yo naḥ pracodayāt.
2. Aindrī-Vidyā, siebenundsechzig Laute, beseitigt Furcht in Bedrängnis; im Herzen:
yata indra bhayāmahe tato no abhayaṃ kṛdhi|
maghavañchagdhi tava tanna ūtaye vidviṣo vimṛdho jahi||
svastidā viśaspatirvṛtrahā vimṛdho vaśī|
vṛṣendraḥ pura etu naḥ svastidā abhayaṅkaraḥ||
3. Sonnen-Vidyā, acht Laute, verleiht Glanz; an der Stirn:
oṃ ghṛṇiḥ sūrya ādityom.
4. Der Praṇava allein, Brahmavidyā, gewährt Befreiung; am Brahmarandhra: oṃ.
5. Turīya-Gāyatrī, neun Laute, betrachtet die bezeichnete Einheit; am Dvādaśānta:
oṃ parorajase sāvadom.
Diese fünf Strahlen sind als Bījas der fünf Stellen Mūlādhāra, Herz, Stirn, Brahman-Öffnung und Dvādaśānta zu betrachten. Als Dvādaśānta wird hier der Bereich oberhalb der Stirn bezeichnet. [Die genaue Lesung der Einheitsbezeichnung bei Nr. 5 ist digital beschädigt.]
6. Cakṣuṣmatī-Vidyā, aus sechzehn Mantras zusammengesetzt, verleiht Fernsicht; im Mūlādhāra:
oṃ sūryākṣitejase namaḥ| khecarāya namaḥ| asato mā sadgamaya| tamaso mā jyotirgamaya| mṛtyormāmṛtaṃ gamaya| uṣṇo bhagavān śucirūpaḥ| haṃso bhagavān śucirapratirūpaḥ||
viśvarūpaṃ ghṛṇinaṃ jātavedasaṃ hiraṇmayaṃ jyotirekaṃ tapantam|
sahasraraśmiḥ śatadhā vartamānaḥ prāṇaḥ prajānāmudayatyeṣa sūryaḥ||
oṃ namo bhagavate sūryāyāhovāhini vāhinyahovāhini vāhini svāhā||
vayassuparṇā upasedurindraṃ priyamedhā ṛṣayo nāthamānāḥ||
apadhvāntamūrṇuhi pūrdhicakṣurmumugdhyasmānnidhayeva baddhān||
puṇḍarīkākṣāya namaḥ. puṣkarekṣaṇāya namaḥ. amalekṣaṇāya namaḥ. kamalekṣaṇāya namaḥ. viśvarūpāya namaḥ. śrīmahāviṣṇave namaḥ.
7. Viśvāvasu-Vidyā, gewährt die Heirat mit einer vortrefflichen Braut; im Herzen:
oṃ gandharvarāja viśvāvaso mamābhilaṣitāṃ kanyāṃ prayaccha svāhā.
8. Pathiṣad-Rudra, beseitigt Gefahren auf dem Weg; an der Stirn:
oṃ namo rudrāya pathiṣade svasti mā saṃpāraya.
9. Tārā, stillt Gefahren durch Wasser; am Brahmarandhra:
oṃ tāre tutāre ture svāhā.
10. Die Vidyā der drei Namen, stillt schwere Krankheiten; am Dvādaśānta:
acyutāya namaḥ. anantāya namaḥ. govindāya namaḥ.
Diese fünf Strahlen gehören zum Gefolge der fünf Stellen von Mūlādhāra an.
11. Mahāgaṇapati, beseitigt Hindernisse; im Mūlādhāra:
oṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ glau gaṃ gaṇapataye vara varada sarvajanaṃ me vaśamānaya svāhā.
12. Die zwölflautige Vidyā betrachtet das Śiva-Tattva; im Herzen:
oṃ namaḥ śivāyai. oṃ namaḥ śivāya.
13. Die zehnlautige Vidyā ist selbst für den Tod der Tod; an der Stirn:
oṃ juṃ saḥ māṃ pālaya pālaya.
14. Śrutidhāriṇī, bewahrt das Gehörte; am Brahmarandhra:
oṃ namo brahmaṇe dhāraṇaṃ me astv anirākaraṇaṃ dhārayitā bhūyāsaṃ karṇayoḥ śrutaṃ mā cyoḍhvaṃ mamāmuṣya oṃ.
15. Mātṛkā, die einundfünfzig Laute von A bis Kṣa, jeweils mit Bindu, gewährt Allwissenheit; am Dvādaśānta: Die Vorlage gibt nur aṃ … kṣaṃ (51) an.
Diese fünf Strahlen sind als Schutz der fünf Stellen von Mūlādhāra an zu betrachten.
16. Lopāmudrā-Vidyā, betrachtet das eigene wahre Wesen; im Mūlādhāra:
ha sa ka la hrīṃ ha sa ka ha la hrīṃ sa ka la hrīṃ.
17. Die sechsgipflige Sampatkarī-Vidyā; im Herzen:
klīṃ haiṃ hsauḥ shauḥ haiṃ klīṃ.
18. Kālasankarṣiṇī, aus fünf Vidyās bestehend, gewährt höchste Lebensdauer; an der Stirn:
saṃ sṛṣṭinitye svāhā haṃ sthitipūrṇe namaḥ raṃ mahāsaṃhāriṇi kṛśe caṇḍakāli phaṭ raṃ hskhpheṃ mahānākhye anantabhāskari mahācaṇḍakāli phaṭ raṃ mahāsaṃhāriṇi kṛśe caṇḍakāli phaṭ haṃ sthitipūrṇaṃ namaḥ saṃ sṛṣṭinitye svāhā hskhpheṃ mahācaṇḍayogeśvari||
19. Śāmbhavī-Vidyā, gewährt reine Erkenntnis; am Brahmarandhra:
aiṃ hrīṃ śrīṃ hskhpheṃ hsauḥ ahamahaṃ ahamahaṃ hsauḥ hskhpheṃ śrīṃ hrīṃ aiṃ ||
20. Parā-Vidyā; am Dvādaśānta: sauḥ.
Diese fünf Strahlen sind als die herrschenden Kräfte der Stellen von Mūlādhāra an zu betrachten.
21. Bālā, neunsilbig, Aṅga Śrīdevīs:
aiṃ klīṃ sauḥ sauḥ klīṃ aiṃ aiṃ klīṃ sauḥ.
22. Annapūrṇā, Upāṅga Śrīdevīs:
śrīṃ hrīṃ klīṃ oṃ namo bhagavati annapūrṇe mamābhilaṣitaṃ anna dehi svāhā.
23. Aśvārūḍhā, Pratyaṅga Śrīdevīs:
oṃ āṃ hrīṃ kroṃ ehi parameśvari svāhā.
24. Śrīvidyā-Gurupādukā: Hier ist das bereits im Abschnitt über die täglichen Pflichten genannte Mantra zu sprechen; die vorliegende Stelle lautet:
aiṃ hrīṃ śrīṃ hskhpheṃ ha sa kṣa ma la va ra yūṃ sa ha kṣa ma la va ra yīṃ hasā shauḥ amukānandanāthaśrīgurupādukāṃ pūjayāmi namaḥ||24||
25. Wurzelvidyā: Die vom Lehrer empfangene Kādi-Vidyā lautet:
ka e ī la hrīṃ ha sa ka ha la hrīṃ sa ka la hrīṃ.
Mit Bālā, Annapūrṇā, Aśvārūḍhā und Śrīpādukā verbunden ist die Wurzelvidyā die Weltenherrscherin; sie ist im Mūlādhāra zu vergegenwärtigen.
26. Laghuśyāmā, Aṅga Śyāmās:
aiṃ namaḥ ucchiṣṭacāṇḍāli mātaṅgi sarvavaśaṅkari svāhā.
27. Vāgvādinī, Upāṅga Śyāmās:
aiṃ klīṃ sauḥ vadavada vāgvādini svāhā.
28. Nakulī-Vidyā, Pratyaṅga Śyāmās:
oṃ oṣṭhapidhānā nakulī dantaiḥ parivṛtā paviḥ||
sarvasyai vāca īśānā cāru māmiha vādayet||28||
29. Śyāmā-Gurupādukā: An die Stelle der ersten drei Bījas der Śrīvidyā-Gurupādukā tritt Bālā:
aiṃ klīṃ sauḥ haskhpheṃ ha sa kṣa ma la va ra yūṃ sa ha kṣa ma la va ra yīṃ hsauḥ shauḥ amukānandanāthaśrīguruśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ||29||
30. Rājaśyāmalā, achtundneunzig Laute:
aiṃ hrīṃ śrī aiṃ klīṃ sauḥ oṃ namo bhagavati śrīmātaṅgīśvari sarvajanamanohāri sarvamukharañjini klīṃ hrīṃ śrīṃ sarvarājavaśaṅkari sarvastrīpuruṣavaśaṅkari sarvaduṣṭamṛgavaśaṅkari sarvasattvavaśaṅkari sarvalokavaśaṅkari amukaṃ me vaśamānaya shāhā sauḥ klīṃ aiṃ śrīṃ hrīṃ aiṃ||30||
Mit den vier zuvor genannten Vidyās ihres Aṅga, Upāṅga, Pratyaṅga und ihrer Pādukā wird sie im Herz-Cakra verehrt.
31. Laghuvārtālī, Aṅga Vārtālīs:
lṝṃ vārāhi-ḷṃ unmattabhairavipādukābhyāṃ namaḥ.
32. Svapnavārāhī, Upāṅga Vārtālīs, kündet im Traum Günstiges und Ungünstiges:
oṃ hrīṃ namo vārāhi ghore svapnaṃ ṭhaḥ ṭhaḥ svāhā.
33. Tiraskariṇī, Pratyaṅga Vārtālīs:
aiṃ namo bhagavati mahāmāye paśujanamanaścakṣustiraskaraṇaṃ kuru kuru huṃ phaṭ svāhā.
34. Vārtālī-Gurupādukā:
aiṃ glauṃ hskhpheṃ ha sa kṣa ma la va ra yūṃ sa ha kṣa ma la va ra yīṃ hsauṃ shauḥ amukānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ||
35. Mahāvārāhī, hundertzwölf Laute:
aiṃ glauṃ aiṃ namo bhagavati vārtāli vārtāli vārāhi vārāhi varāhamukhi varāhamukhi andhe andhini namaḥ| rundhe rundhini namaḥ| jambhe jambhini namaḥ| mohe mohini namaḥ| stambhe stambhini namaḥ| sarvaduṣṭapraduṣṭānāṃ sarveṣāṃ sarvavākvittacakṣurmukhagatijihvāstambhanaṃ kuru kuru śīghraṃ vaśyaṃ aiṃ glauṃ ṭhaḥ ṭhaḥ ṭhaḥ ṭhaḥ huṃ astrāya phaṭ||
Mit den vier zuvor genannten Vidyās verbunden wird Mahāvārāhī im Ājñā-Cakra verehrt.
36. Śrīpūrti-Vidyā: Die Pañcadaśī unter Weglassung der Hṛllekhā im ersten und zweiten Abschnitt bildet die dreizehnsilbige Pūrti-Vidyā. Sie wird am Brahmarandhra verehrt.
Kādi-Form: ka e ī la ha sa ka ha la sa ka la hrīṃ.
Hādi-Form: ha sa ka la ha sa ka ha la sa ka la hrīṃ.
37. Mahāpādukā: In der Gurupādukā werden die anfänglichen drei Bījas durch acht ersetzt: Tritārī, Kumārī, Vāk und Glauṃ. Sie umfasst alle Mantras, betrachtet die eigene Einheit und gewährt große Vollendung. Sie wird am Dvādaśānta verehrt:
aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ klīṃ sauḥ aiṃ glauṃ hskhpheṃ ha sa kṣa ma la va ra yūṃ sa ha kṣa ma la va ra yīṃ hsauḥ shauḥ amukānandanāthaśrīguruśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ||37||
Damit ist die Strahlengirlande vollständig. Sie umfasst siebenunddreißig Mantras, die, wie bereits gesagt, in der Brahma-Stunde einmal zu wiederholen sind. Diese und die anderen Mantras des Śrīkrama wurden aus großer Liebe zu den Übenden offen niedergeschrieben. Doch nur nachdem sie aus dem Mund des Lehrers erfahren wurden, bringt ihre Rezitation großes Heil. So lautet Śivas Weisung.
Das Sāṅkhyāyana-Tantra sagt in seiner historischen, polemischen Ausdrucksweise: „Wer lediglich in einem Buch geschriebene Mantras ansieht und sie wiederholt, wird schon lebend zum Caṇḍāla und nach dem Tod zum Hund.“ Damit wird die Wiederholung ohne mündliche Übertragung durch den Lehrer untersagt.
Seher, Versmaße und Meditationsgestalten der Strahlengirlande
Nun folgen die Zuordnungen. Bei jeder Angabe dient das Japa der Freude beziehungsweise der Gnade der jeweils genannten Gottheit.
1. Gāyatrī: Die Zuordnungen von Seher und den übrigen Bestandteilen wurden bereits überliefert.
2. Abhayaṅkara: Seher Gṛtsamada, Versmaß Triṣṭubh, Gottheit Abhayaṅkara. Meditation: Möge Mahendra die Welt schützen, auf dem großen Elefanten reitend, tausendäugig, dunkel und zartgliedrig, gepanzert, heldenhaft und glanzvoll. Der Diskus in seiner Hand brennt zur Vernichtung der Gegner. Seine Arme tragen göttliche, mit Edelsteinen besetzte Waffen; der göttliche Ratgeber begleitet ihn. Stets gewährt er das Erwünschte und beseitigt Unheil.
3. Sonnenmantra: Seher Devabhāga, Versmaß Gāyatrī, Gottheit Sūrya. Meditation: Ich verehre Bhānu mit zwei Lotussen, inmitten des Lichtkreises, alle seelischen und körperlichen Leiden stillend, von Chāyā umarmt.
4. Praṇava: Seher Brahmā, Versmaß Gāyatrī, Gottheit Paramātman. Meditation: Wir verehren das durch Oṃ bezeichnete Brahman, dessen Glanz der mächtigen Sonne gleicht, Vāsudeva genannt, das die Welt in sich trägt.
5. Turīya-Gāyatrī: Seher Viśvāmitra, Versmaß Gāyatrī, Gottheit Savitṛ. Meditation: Ich verehre Turīya-Gāyatrī, in der Stätte jenseits des vierten Zustandes ruhend, Bewusstseinsgestalt des jenseits des Rajas leuchtenden Lichtes.
6. Cakṣuṣmatī: Seher Bhārgava, verschiedene Versmaße, Gottheit Cakṣuṣmatī. Meditation: Ich verehre die auf silbernem Löwenthron sitzende Göttin, die in ihren Händen einen Blumenball trägt, der aus dem Licht des Sehens besteht.
7. Viśvāvasu: Seher Saṃmohana, Versmaß Gāyatrī, Gottheit Viśvāvasu. Meditation: Ich verneige mich vor Viśvāvasu mit roter Salbung und rotem Schmuck, die Vīṇā tragend und mit Betel erstrahlend, von den Gandharva-Frauen besungen. [Die letzte Bezeichnung der digitalen Strophe ist unsicher.]
8. Pathiṣad-Rudra: Seher Vāmadeva, Versmaß Paṅkti, Gottheit Pathiṣad-Rudra. Meditation: Ich suche Zuflucht zu Rudra, dem Herrn der Wege, der Bogen und Pfeil bereit hält, auf dem Stier steht und von Annapūrṇā umarmt ist.
9. Tārā: Seher Matsya, Versmaß Virāj, Gottheit Tārāmbā. Meditation: Ich verehre Tārā, dunkel wie eine Wolke, auf einem Boot-Thron sitzend, Gottheit der buddhistischen Lehre, die Gefahren durch Wasser stillt.
10. Die drei Namen: Seher Kāśyapa, Atri und Bharadvāja, Versmaß Anuṣṭubh, Gottheit Mahāviṣṇu. Meditation: Immer wieder Verehrung dem Licht, das Acyuta, Ananta und Govinda heißt und die Scharen schwer überwindbarer Krankheiten zu vernichten vermag.
11. Mahāgaṇapati: Seher Gaṇaka, Versmaß Nicṛd-Gāyatrī, Gottheit Mahāgaṇapati. Meditation: Man betrachte Vighneśvara, den Gewährer des Erwünschten, dessen Lotushände mit Zitronenfrucht, Keule, Zuckerrohrbogen, der bezeichneten weiteren Waffe, Diskus, Lotus, Schlinge, blauem Lotus, Reisähre, eigenem Stoßzahn und Edelsteinkrug erstrahlen. Seine geliebte, glänzend geschmückte Gefährtin mit Lotus in der Hand umarmt ihn. Er bewirkt Entstehung, Untergang und Bestand der Welt. [Eine Waffenbezeichnung ist digital gestört.]
12. Das fünfgliedrige Śiva-Śakti-Mantra: Seher Vāmadeva, Versmaß Paṅkti, Gottheit Umāmaheśvarī. Meditation: Man betrachte zum Gedeihen den Herrn Pārvatīs auf einem Lotus, goldglänzend, mit einer vom Liebesgott gepriesenen lieblichen Gestalt, schön durch Schlangenschmuck. Seine Hände tragen Axt und Antilope und gewähren das Erwünschte. Der linke Arm umfängt seine Geliebte; ihre rechte Lotushand liegt auf seiner linken Schulter, die linke hält einen roten Lotus. [Die verschränkte Beschreibung der Arme ist in der Vorlage sprachlich gedrängt.]
13. Amṛtamṛtyuñjaya: Seher Kahoḻa, Versmaß Virāj, Gottheit Amṛtamṛtyuñjaya-Sadāśiva. Meditation: Ich verneige mich vor dem Herrn auf dem geöffneten Lotus, benetzt vom Nektar der Mondsichel in seinem Haar, mit Mond, Feuer und Sonne als Augen. Seine Hände tragen Geste, Schlinge, Veda und Gebetskette. Er ist hell wie Kristall, Silber und Perle.
14. Śrutadhāriṇī: Seher Bhārgava, Versmaß Anuṣṭubh, Gottheit Brahmā. Meditation: Ich verehre den Viergesichtigen auf dem Lotus, Gefährten Bhāratīs, mit Gebetskette und Wasserkrug und den Gesten der Gabe und Furchtlosigkeit.
15. Mātṛkā: Seher Brahmā, Versmaß Gāyatrī, Gottheit Mātṛkāsarasvatī. Meditation: Gesegnet bin ich durch Mutter Mātṛkā, deren ganzer Körper aus den fünfzig Lauten hervorgebracht ist und deren Gestalt sämtliche Vidyās sind.
16. Śrī-Hādi-Lopāmudrā: Seher Dakṣiṇāmūrti, Versmaß Paṅkti, Gottheit Mahātripurasundarī. Die Quelle bezeichnet Bīja, Kraft und Verschluss mit ha 5, ha 6 und sa 4, also den drei Mantraabschnitten. Der Sechsgliedernyāsa erfolgt mit Bālā. Meditation: Ich verehre Kāmeśvara-Hara, dessen Schoß Śrīdevī schmückt, leuchtend wie dichter Zinnober, bezeichnet durch das mit Ha beginnende Mantra.
17. Sampatkarī: Seher Kaṇva, Versmaß Gāyatrī, Gottheit Sampatsarasvatī. Meditation: Ich verehre die rote Sampatsarasvatī, bedient von unzähligen Elefanten, Pferden, Wagen und Fußtruppen.
18. Caṇḍayogeśvarī: Seher Īśvara, verschiedene Versmaße, Gottheit Caṇḍayogeśvarī. Meditation: Ich verehre Caṇḍayogeśvarī, begleitet von Schöpfung, Erhaltung, Auflösung, dem Unbenennbaren und dem Leuchten, mit Schädelschale ausgestattet. [Ein weiteres Attribut trägt bereits in der Vorlage ein Fragezeichen und bleibt ungeklärt.]
19. Paraśaṃbhunātha: Seher Vāmadeva, Versmaß Paṅkti, Gottheit Paraśaṃbhunātha. Meditation: Immer wieder Verehrung jenem höchsten Śaṃbhu, dessen Wesen volle Ichheit ist, dem machtvollen Meister des Tanzes der Glückseligkeit.
20. Parā: Seher Brahmā, Versmaß Gāyatrī, Gottheit Parāsarasvatī. Meditation: Möge mich die höchste Kalā schützen, makellos wie der Mond, dreiäugig und mit Mondsichel, deren Arme mit Geste und Buch erstrahlen.
21. Bālā: Seher Dakṣiṇāmūrti, Versmaß Gāyatrī, Gottheit Bālātripurasundarī. Meditation: Möge Bālā im Herzen wohnen, deren rote Strahlen die Richtungen färben, mit Gebetskette, Buch und der Geste der Furchtlosigkeit, während die andere Hand Gaben gewährt. Auf einem erblühten Kalhāra-Lotus ruht sie, von ewig glückverheißendem Wesen.
22. Annapūrṇeśvarī: Seher Brahmā, Versmaß Gāyatrī, Gottheit Annapūrṇeśvarī. Meditation: Ich verehre die Mutter von der Farbe frischen Goldes, mit goldenem Schmuck und Girlanden, unablässig Nahrung spendend. Rechts hält sie einen goldenen Schöpflöffel, links eine Edelsteinschale mit Milchreis.
23. Aśvārūḍhā: Seher Brahmā, Versmaß Gāyatrī, Gottheit Aśvārūḍhā. Meditation: Ich verehre die auf dem Pferd sitzende Göttin, die den zu Bindenden mit der Schlinge fesselt, mit dem Haken heranzieht und mit dem Rohrstock schlägt. [Ein weiteres Handattribut ist digital beschädigt.]
Andere Meditation: Die Göttin reitet auf dem Pferd und hält rechts einen Stab aus frischem Gold; ihre weiteren Hände erstrahlen mit Bogenranke und Schlinge. Immer heiter, dreiäugig und mit geschmücktem Haar möge die ursprüngliche Göttin uns untadeligen Wohlstand gewähren, erfreulich durch die Erlangung allen Glücks. [Ein Teil der Haarbeschreibung ist unklar.]
24. Śrīvidyā-Gurupādukā: Seher Dakṣiṇāmūrti, Versmaß Paṅkti, Gottheit Śrīvidyā-Gurupādukā. Meditation: Ich verehre die lichtgestaltige große Vidyā, rot, vierarmig und mit einer Krone geschmückt, die Śrīvidyā-Gurupādukā.
25. Śrīlalitā: Die Vorlage verweist nur verkürzt auf ihre bereits bekannte Zuordnung und Meditationsgestalt; sie schreibt sie hier nicht aus.
26. Laghuśyāmā: Seher Mataṅga, Versmaß Virāj, Gottheit Laghuśyāmāmbā. Meditation: Man gedenke der dunklen Göttin bei ihrer ersten Monatsblüte, mit einem von Blutstropfen roten Gewand, einen Becher berauschenden Tranks haltend, mit vom Rausch bewegtem Blick, unter der Fülle ihrer Brüste leicht geneigt, mit gelöstem Haarschmuck, einer in den Händen leuchtenden Vīṇā und reinen Muschelohrringen. [„Erste Monatsblüte“ gibt die körperliche Reifebezeichnung prathamapuṣpiṇī der traditionellen Bildbeschreibung wieder.]
Oder: Innerlich gedenke ich Mataṅgas Tochter, die eine Rubin-Vīṇā liebkost, gelöst im Rausch und mit lieblichem Spiel ihrer Rede, deren zarte Glieder wie kostbarer blauer Saphir leuchten.
27. Vāgīśvarī: Seher Kaṇva, Versmaß Virāj, Gottheit Vāgīśvarī. Meditation: Möge Bhāratī unsere Furcht vor dem Werden zerbrechen: auf einem reinen Lotus sitzend, mit Stift und Buch in ihren beiden Lotushänden, weiß wie Jasmin und Mandāra, mit einer Krone, in der die Mondsichel leuchtet.
28. Nakulīvāgīśvarī: Seher Kahoḻa, Versmaß Gāyatrī, Gottheit Nakulīvāgīśvarī. Meditation: Sarasvatī ist als Nakulī zu betrachten, mit diamantener Zahnreihe, welche die Schlange der Zunge des Gegners beißt und die Beredsamkeit ihrer Verehrer hervorbringt.
29. Śyāmā-Gurupādukā: Seher Mataṅga, Versmaß Paṅkti, Gottheit Śyāmā-Gurupādukā. Meditation: Ich verehre die dunkle Śyāmalā-Gurupādukā, mit dem Fuß des Lehrers als Krone, einem Papagei in der Hand, Mutter aller Vollendungen.
30. Rājaśyāmalā: Die Zuordnung ist nach dem Text aus der eigenen Praxisfolge bekannt.
31. Laghuvārāhī: Seher Nārada, Versmaß Paṅkti, Gottheit Laghuvārāhī. Meditation: Ich verneige mich vor Unmattabhairavī mit mächtigen Hauern und großem Körper, welche die in den großen Ozean gefallene Erde emporhebt.
32. Svapnavārāhī: Seher Agni, Versmaß Gāyatrī, Gottheit Svapnavārāhī. Meditation: Ich verehre Vārāhī, Herrin der Träume, welche ihren Verehrern im Traum künftiges Günstiges und Ungünstiges ihrer Vorhaben zeigt und böse Träume vertreibt.
33. Tiraskariṇī: Seher Brahmā, Versmaß Gāyatrī, Gottheit Tiraskariṇī. Meditation: Ich verneige mich vor ihr mit gelöstem Haar, unbekleidet und mit allem Schmuck versehen, deren Zeigen der eigenen Yoni die gebundenen Wesen verwirrt.
34. Vārāhī-Gurupādukā: Seher Brahmā, Versmaß Gāyatrī, Gottheit Vārāhī-Gurupādukā. Meditation: Ich betrachte Pañcamī-Gurupādukā mit dunklem Glanz, mit Schwert und Schädelschale, den Fuß des Lehrers leuchtend auf dem Haupt.
35. Mahāvārāhī: Die Zuordnung ist nach dem Text aus ihrer Praxisfolge bekannt.
36. Śrīpūrti-Vidyā: Seher Dakṣiṇāmūrti, Versmaß Paṅkti, Gottheit Śrīpūrti-Vidyā; das Japa dient der Erlangung ihrer Gnade.
37. Mahāpādukā: Seher Dakṣiṇāmūrti, Versmaß Paṅkti, Gottheit Śrīmahāpādukāmbā. Meditation: Wir preisen Śrīmahāpādukā, die alle Vidyās umfasst und die Gestalt aller Śakti-Pīṭhas ist. An den Händen, am Herzen und am Grund trägt sie die drei Fußpaare der Lehrer; leuchtender Schmuck ziert sie.
Damit enden die Zuordnungen der Strahlengirlande und der sechste Lehrabschnitt über das Japa.
Siebter Lehrabschnitt: Anlassbezogene Verehrungen
Die fünf Festzeiten
Der Übende, der die tägliche Praxis nach der beschriebenen Ordnung erfüllt, vollziehe jeden Monat an den fünf Festzeiten die anlassbezogene Verehrung. Denn der Tantrarāja sagt: „Die in täglicher Verehrung gefestigten Vollendeten sollen die anlassbezogene Verehrung ausführen.“ Sie geschieht mit besonderen Mitteln, die über die tägliche Verehrung hinausgehen.
Die im Kulārṇava genannten Festzeiten sind der achte und vierzehnte dunkle Mondtag, Neumond, Vollmond und Sonnenübergang. Außer beim Sonnenübergang wird die Festverehrung im ersten Nachtabschnitt von zehn Ghaṭikās nach Sonnenuntergang vollzogen. Bei Sonnenübergängen gelten die jeweiligen verdienstvollen Zeiträume:
„Beim Widder und bei der Waage je zehn Ghaṭikās davor und danach; bei Löwe, Stier, Skorpion und Wassermann sechzehn davor; bei Zwillinge, Fische, Schütze und Jungfrau sechzehn danach; beim Krebs dreißig davor, beim Steinbock vierzig danach.“
Nāḍikā und Ghaṭikā bezeichnen hier dasselbe Zeitmaß. Erstreckt sich der achte oder vierzehnte Mondtag, Neumond oder Vollmond an seinem Kalendertag über die Verehrungszeit, besteht kein Zweifel. Berührt er an zwei Tagen jeweils nur einen Teil der Verehrungszeit, wähle man den mit der längeren Überschneidung, bei gleicher Dauer den späteren.
Fallen aufgrund der Verlängerung oder Verkürzung eines Mondtages der vierzehnte Tag und Neumond in die Verehrungszeit desselben Tages, werden beide Anlässe in einer gemeinsamen Ausführung erfüllt. Fällt noch ein Sonnenübergang dazu, kann auch dieser verbunden werden. Bei einem Übergang am Tag kann die tägliche Verehrung dadurch zugleich mit erfüllt sein.
Auch wenn vier anlassbezogene Verehrungen zusammentreffen, ist eine gemeinsame Ausführung möglich. Das gilt beispielsweise, wenn die Damanadarbringung am eigentlichen Caitra-Vollmond nicht möglich war und auf eine der ersatzweise angegebenen dunklen Festzeiten bis zum Jyeṣṭha fällt; ebenso beim Pavitra-Fest, wenn statt des Śrāvaṇa-Vollmondes die genannten Zeiten zwischen Zwillinge- und Waage-Übergang, einschließlich der bezeichneten Āśvina-Tage, verwendet werden. Man fasse dann den Entschluss: „Ich werde diese zwei, drei oder vier Verehrungen gemeinsam vollziehen.“
Unterschiede gegenüber der täglichen Praxis
An den genannten Festzeiten vollziehe man morgens die tägliche Ordnung und fasse nachts den Entschluss zur anlassbezogenen Verehrung des betreffenden Festes. Nach den eigenen Mitteln treffe man besondere Vorbereitungen und vollziehe die Ordnung mit den fünf Makaras selbst. Die im Sūtra für die tägliche Praxis erlaubten Ersatzstoffe gelten hier nicht in derselben Weise.
An den Vollmonden von Caitra an kommt nach der noch zu beschreibenden Ordnung anderer Tantras die Darbringung von Damana und den jeweiligen weiteren Stoffen hinzu. Wenn möglich, vollziehe man im Āśvina auch die Folge vom ersten hellen Mondtag bis zum Vollmond. Das Sūtra über die „besondere Verehrung an den fünf Festzeiten“ bezeichnet nämlich eine Verehrung mit verschiedenartigen zusätzlichen Gliedern hinsichtlich Zeit, Stoff und Handlung.
Formen der besonderen Darbringung
Bei flüssigen Stoffen gibt es drei Möglichkeiten. Erstens kann man Eis- beziehungsweise Tauwasser und die anderen Stoffe in einzelnen Gefäßen jeder der hundertdreiundfünfzig Gottheiten, von der Hauptgöttin bis zur neunten Cakra-Herrin, gesondert darbringen. Die Formel lautet aiṃ hrīṃ śrīṃ, dann der Name der betreffenden Gottheit im Dativ, der Stoff und kalpayāmi namaḥ.
Bei der Zählung sind die sechzehn Nityās einschließlich der Hauptgöttin, die vier von Mahākāmeśvarī an, die neun Cakra-Herrinnen von Tripurā an und die vier Waffengöttinnen Kāmeśvaras in der angegebenen Weise zu unterscheiden.
Innerhalb dieser ersten Möglichkeit kann man nach der gesonderten Gabe an die Hauptgöttin auch gruppenweise darbringen: den Gliedergöttinnen, Nityās, dem jeweiligen Lehrerstrom oder allen drei Strömen, den Siddhis von Aṇimā an, den Müttern, Mudrā-Göttinnen, Nityā-Kalās, den Gruppen von Anaṅgakusumā, Sarvasaṅkṣobhiṇī, Sarvasiddhipradā, Sarvajñā und Vaśinī an, den Waffengöttinnen, den Göttinnen von Mahākāmeśvarī an und den Cakra-Herrinnen von Tripurā an. Oder man gibt nach der Hauptgöttin sämtlichen übrigen gemeinsam mit der Formel „den Göttinnen von Hṛdayadevī bis zu den neun Cakra-Herrinnen bringe ich dies dar“.
Zweitens kann man, wenn so viele Gefäße nicht möglich sind, achtzehn oder vierzehn verwenden und nach einer der genannten Arten darbringen. Die verschiedene Zahl ergibt sich daraus, ob die drei Lehrerströme und die Gruppen von Siddhis, Müttern und Mudrās getrennt oder zusammengefasst werden.
Drittens kann man, wenn auch dies nicht möglich ist, aus einem großen Gefäß mit einem kleineren jeweils schöpfen, darbringen und in ein anderes Gefäß gießen. Bei der gemeinsamen Darbringung an alle kann der Inhalt des großen Gefäßes gleichzeitig allen angeboten werden.
Bei festen Stoffen bestehen zwei Möglichkeiten: Früchte und andere Gaben werden entweder in gleicher Zahl wie die genannten Gottheiten einzeln in einer der beschriebenen Weisen dargebracht, oder, wenn dies nicht möglich ist, nach dem verfügbaren Maß.
Beim Auflegen der Pavitra-Schnüre und beim Darbringen der Lampen gilt allein die individuelle erste Form. Bei Eiswasser und ähnlichen Gaben rechtfertigen Unvermögen oder Zeitmangel die verkürzten Formen. Auch die Verehrung der in anderen Tantras beschriebenen Gottheiten der vier Āmnāyas, fünf Throne, fünf Fünfergruppen, sechs Lehrsysteme, Glieder, Elementkräfte und Samayas dient dem Gedeihen.
Damana-Verehrung
Am Abend des vierzehnten hellen Mondtages im Caitra gehe man selbst in den Damana-Garten und spreche die Pflanze an:
„Oṃ. Aus Śivas Gnade entstanden, sei hier gegenwärtig. Für das Werk der Göttin sollst du auf Śivas Geheiß mitgenommen werden.“
Mit dem Astra-Mantra entwurzle man so viele Pflanzen, wie für die Verehrung erforderlich sind. Ist das nicht möglich, schneide man Büschel mit einem Werkzeug ab. Kann man nicht frei darüber verfügen, kaufe man sie mit Zustimmung des Verkäufers. Man bringe sie selbst oder lasse sie bringen, lege sie in ein reines Gefäß aus Bambus oder einem anderen geeigneten Material und besprenge sie mit reinem Wasser unter dem Wurzelmantra.
Mit der Formel aiṃ hrīṃ śrīṃ damanāya … kalpayāmi namaḥ bringe man Duftstoff, Blumen, Räucherwerk, Licht und Speise dar. Man bedecke die Pflanzen mit einem feinen neuen Tuch und stelle sie an einen reinen Ort im Verehrungsraum. Das Wachbleiben in der Nacht fördert das Gedeihen. Dies ist die vorbereitende Weihe; sie kann auch unmittelbar vor der Darbringung erfolgen. Dasselbe gilt später für die Blumen. Bei Milchreis und anderen Speisen ist die unmittelbare Vorbereitung angemessen.
In der Vollmondnacht bete man nach der Verehrung der Hauptgöttin, beim Beginn der Umkreisverehrung:
„Sechzehnsilbige Weltenmutter, die du die Frucht des Erwünschten gewährst, erfülle die Wünsche in meinem Herzen, o Göttin, Herrin Kāmeśvaras.“
Dann verehre man Śrīdevī und die weiteren Gottheiten in der täglichen Reihenfolge sowie die Gottheiten von den vier Āmnāyas bis zu den Samayas mit Damana. Homa und Wurzelmantra-Japa werden mit dem Dreifachen der täglichen Zahl ausgeführt, die Nebenmantras mit einem Zehntel der Japa-Zahl. Man verehre den Lehrer, ehre die Śaktis und die Angehörigen der Überlieferung und esse mit ihnen und den übrigen Brahmanen.
Ist die Hauptzeit nicht möglich, werden die genannten dunklen achten und vierzehnten Tage in Caitra, Vaiśākha und Jyeṣṭha beziehungsweise die angegebenen Ersatzzeiten in Vaiśākha und Jyeṣṭha verwendet. [Die Schlussaufzählung der Ersatzzeiten ist digital verkürzt; sie wird nicht zu einem eigenständigen Festkalender ergänzt.]
Caitra-Vollmond
An diesem Vollmond ist auch das Frühlingsfest vorgeschrieben. Man fasse den Entschluss, Damana-Darbringung und Frühlingsfest gemeinsam auszuführen. Die zu dieser Jahreszeit vorhandenen Blumen einschließlich Kalhāra werden mit Kampfer und Sandel benetzt und wie zuvor vorbereitet. Mit ihnen und Damana zusammen vollziehe man die Verehrung.
Vaiśākha-Vollmond
Zur Zeit der Speisedarbringung biete man der Göttin samt Umkreisen das im Winter gesammelte und vorbereitete Tau- oder Eiswasser dar. Ist es nicht verfügbar, verwende man kühles, mit Kampfer und Moschus duftend gemachtes Wasser. Die Darbringung erfolgt nach einer der genannten Möglichkeiten; das Übrige wie zuvor.
Jyeṣṭha-Vollmond
Vorbereitete Bananen, Jackfrüchte, Mangos und andere Früchte werden mit den genannten Formeln in einer der beschriebenen Weisen der Hauptgöttin und den übrigen Gottheiten dargebracht. Manche sagen, man solle mit ihnen die Verehrung ausführen. Das Übrige bleibt gleich.
Āṣāḍha-Vollmond
Nach der Vorbereitung bringe man Śrīdevī mit Kuṅkuma vermischten Sandel dar, verehre sie samt Umkreisen mit Jātī-Blumen und biete zur Betelgabe Nelken, Kardamom und Kaṅkola nach einer der genannten Weisen an. Das Übrige wie zuvor.
Auflegen der Pavitra-Schnüre im Śrāvaṇa
Am Śrāvaṇa-Vollmond werden Pavitra-Schnüre aufgelegt. Sie bestehen aus Gold-, Silber- oder Kupferfäden, Seide, Lotusfasern, Darbha, Muñja, Hanf, Rindenfasern, Baumwolle oder einem anderen der genannten Stoffe. Baumwollfaden soll von einer Suvāsinī hergestellt sein.
Es gibt drei Formen. In der ersten wird der Faden neunfach genommen; ein Pavitra besteht aus sechzehn Strängen von je sechzehn Fingerbreiten Länge und sechzehn Knoten. In der zweiten sind Länge, Strangzahl und Knotenzahl jeweils neun. In der dritten richten sie sich nach der Zahl der Śaktis des betreffenden Umkreises.
Die ersten beiden Formen gelten einheitlich für alle. Bei der dritten erhält die Hauptgöttin sechzehn oder neun; die drei Göttinnen von Mahākāmeśvarī an drei; die sechs Gliedergöttinnen sechs; die fünfzehn Nityās fünfzehn; die drei Lehrerreihen jeweils die Zahl ihres Stroms; die Waffengöttinnen vier, jeweils als Fingerbreiten, Strang- und Knotenzahl.
Für den bereits vollendeten Lehrer gilt in allen drei Formen dieselbe Regel wie für die Hauptgöttin. Für den lebenden Lehrer, den Vollziehenden selbst sowie Schüler, Śaktis und Überlieferungsangehörige, die Krama und Āgama kennen, reicht die Schnur vom Hals bis zum Nabel. Strang- und Knotenzahl folgen der gewählten Form; auch ein einzelner Knoten ist zulässig. „Krama“ bezeichnet hier die Ordnung der Kālanityā-Laute, „Āgama“ die Lehrformen wie Kādi- und Kāḻīmata.
Für die übrigen Śaktis und Überlieferungsangehörigen gilt die Länge vom Hals bis zum Nabel, neun Stränge und ein Knoten. Das „Herabsteigen der Śakti“ genannte Pavitra reicht vom Baldachin bis zum Sitz der Gottheit und hat hundertacht Stränge und Knoten. Das Pavitra des Pavillons hat dessen Umfang, einen Strang und einen Knoten. Dasjenige des Opferfeuers ist sechzehn oder neun Fingerbreiten lang, mit einem Strang und einem Knoten.
Ein Knoten wird durch Umwickeln des Fadens gebildet. Die Zahl der Wicklungen beträgt je nach vorzüglicher, mittlerer oder geringerer Form sechsunddreißig, vierundzwanzig oder zwölf, oder nach Wahl. Als Mantra dient Bālā oder das Kavaca-Mantra.
Man soll sich für eine der drei Formen entscheiden und die Maße nicht vermischen; eine solche Vermischung wird als unheilbringend bezeichnet. Die so hergestellten Schnüre werden mit einer Paste aus Gorocanā, Kuṅkuma, rotem Sandel und Moschus bestrichen, die Knoten mit Lack oder rotem Ocker gefärbt und wie zuvor vorbereitet.
In der Śrāvaṇa-Vollmondnacht lasse man das Śaktyavatāraka-Pavitra vom Baldachin herabhängen und umspanne den Pavillon mit seiner Schnur. Nach der Verehrung der Hauptgöttin bringe man jeder Gottheit bis zum letzten Umkreis ihr Pavitra zusammen mit in Jñāna-Mudrā gehaltenen Blumen und ihrer jeweiligen Pādukā-Formel gesondert dar. Dasjenige des Feuers lege man vor ihm nieder. Lehrer, Śaktis und Überlieferungsangehörigen gebe man ihre Schnüre, lege die eigene an und gebe sie den Schülern.
Ist diese Ausführlichkeit nicht möglich, fertige man drei Pavitras an, deren Länge, Strang- und Knotenzahl jeweils sechsundneunzig beträgt, und bringe sie Śrīdevī dar. Das Übrige wie zuvor. Wird die Hauptzeit versäumt, kann das Fest an den angegebenen dunklen achten und vierzehnten Tagen oder Vollmonden zwischen dem Zwillinge- und Waage-Übergang nachgeholt werden.
Bhādrapada-Vollmond
Mit je einer vorbereiteten Ketakī-Blume verehre man sämtliche Gottheiten in Jñāna-Mudrā; fehlt die Blume, mit einem Blatt. Nach der mündlichen Unterweisung des Lehrers sind die Staubfäden aus der Blume zu entfernen. Das Übrige bleibt gleich.
Āśvina-Vollmond und die vorausgehende Festfolge
Man bringe besondere Blumen dar und vollziehe die Praxis mit besonderen Mitteln. Oder man folge dem Tantrarāja: „Die Besonderheit im Āśvina ist, vom ersten Tag nach Neumond an die Göttin mit Duftstoffen, Blumen und Gaben zu verehren.“
Dann erstreckt sich die Folge vom ersten hellen Mondtag bis zum Vollmond. In der ersten Nacht vollziehe man die Praxis mit besonderen Blumen, Speisen und weiteren Gaben. Der Hauptgottheit bringe man hundert Buttergaben dar, den Umkreisgottheiten ein Zehntel dieser Zahl; Japa entspricht der Homa-Zahl.
Eine zuvor eingeladene unverheiratete Kumārī, gesalbt und gebadet, lasse man auf einem Sitz Platz nehmen. Man rufe in ihr die Göttin herbei, verehre sie mit Bālā und fünf Darbringungen und schenke ihr nach den eigenen Mitteln Gewänder und Schmuck.
Vom zweiten bis zum vierzehnten Tag erhöhen sich die Zahlen auf zweihundert und weiter, ebenso die Zahl der verehrten Kumārīs auf zwei und weiter. Am Vollmond werden mit einer zusätzlichen Steigerung sechzehnhundert Homa-Gaben und Japa-Wiederholungen sowie die Verehrung von sechzehn Kumārīs ausgeführt. Dies ist eine Möglichkeit.
Eine andere sieht schon am ersten Tag hundert Gaben als Grundopfer und weitere hundert als Steigerung vor, entsprechend Japa und zwei Kumārīs; am zweiten Tag dreihundert und drei, und so weiter. Man wähle eine der beiden Formen.
Bei Verlängerung eines Mondtages folgt man der jeweiligen Tagesfolge; bei Ausfall eines Mondtages sind die Handlungen beider Tage am selben Tag und zur selben Zeit auszuführen. Alles Übrige bleibt gleich. So wird die Vidyā vollendet, und selbst der König wird nach der Verheißung des Textes zum Verehrer des Sādhaka.
Auch die im Kulārṇava gelehrte Navarātra-Form ist möglich, mit täglicher Steigerung um eins oder, wenn das nicht möglich ist, in der dort angegebenen Ordnung. Sie ist selbständig und kein bloßes Glied der Vollmondverehrung. Wird sie gewählt, ist die Vollmondverehrung zusätzlich gesondert auszuführen.
Kārttika-Vollmond
Man bringe der Göttin samt Umkreisen vorbereitetes Kuṅkuma dar. Lampen werden aus Weizen- oder anderem Mehl geformt, mit geklärter Butter gefüllt und mit Kampferdochten entzündet. Nach der täglichen Homa-Ordnung vollziehe man die Gaben an die jeweiligen Gottheiten.
Vor der Göttin auf reinem Boden stelle man sechzehn Lampen auf. Die Lampen der Gliedergöttinnen, Nityās und Lehrer der drei Ströme stehen an deren jeweiligen Plätzen; ringsum ordne man weitere in den Formen vom Dreieck bis zum Quadrat an. Jede Gottheit erhält eine Lampe.
Ist das nicht möglich, stelle man in einem einzigen Gefäß eine Lampe in die Mitte und neun ringsum; oder man schmücke es mit dem Neun-Yoni-Cakra oder einem achtblättrigen Lotus und stelle eine Lampe in die Mitte und acht an die Ecken beziehungsweise auf die Blütenblätter. Mit dem Wurzelmantra und Blumen bringe man sie der Göttin dar. Das Übrige wie zuvor.
Mārgaśīrṣa-Vollmond
Man verehre Śrīdevī samt Umkreisen mit duftenden Blumen und bringe allen Gottheiten Kuchen aus schwarzem Bohnenmehl und mit Kampfer duftend gemachtes Kokoswasser in einer der genannten Weisen dar. Das Übrige bleibt gleich.
Pauṣa-Vollmond
Nach der vorbereitenden Weihe bringe man Kuhmilch mit Zucker oder Rohzucker in einer der beschriebenen Weisen dar. Das Übrige bleibt gleich.
Māgha-Vollmond
Man verehre mit vorbereiteten weißen Sesamsamen; fehlen sie, mit reinen roten oder schwarzen, zusammen mit Blumen. Zucker, Milch und Kuchen werden dargebracht. Nach der Überlieferung bestehen die Kuchen aus Weizen- oder anderem Getreidemehl. Das Übrige bleibt gleich.
Phālguna-Vollmond
Mit goldenen und silbernen Blumen, Lotussen, Kalhāras, Mangoblüten und Madhūka-Blüten, je nach Verfügbarkeit zusammengestellt und wie zuvor vorbereitet, verehre man Śrīdevī samt Umkreisen.
Dieselbe Ordnung der anlassbezogenen Verehrung gilt für Gaṇapati, Śyāmā, Vārtālī und die Gottheiten des allgemeinen Praxisabschnitts. Der Entschluss lautet jeweils: „An diesem Vollmond werde ich diese Gottheit mit diesem besonderen Stoff verehren.“
Tritt ein zusätzlicher Monat ein, werden die Handlungen des betreffenden Monats in beiden Monaten wiederholt. Fällt ein Monat aus, sind die Handlungen beider Monate in einem Monat auszuführen.
Wer sowohl die Haupt- als auch die Ersatzzeit einer anlassbezogenen Verehrung versäumt, wiederhole als Sühne das Wurzelmantra tausendmal. So sagt der Tantrarāja: „Beim Versäumen einer anlassbezogenen Verehrung wiederhole man tausendmal.“ Damit endet die Verehrung der fünf Festzeiten.
Auch die Verehrung Śrīdevīs an den in anderen Tantras genannten besonderen Tagen wie Yuga- und Manvantara-Anfängen dient dem Gedeihen. Der Sūtra-Verfasser hat nur das wunscherfüllende Homa ausdrücklich genannt und deshalb die entsprechenden Verehrungen nicht eigens beschrieben. Heil sei! Damit endet im Yauvanollāsa der Abschnitt über die anlassbezogenen Riten.
„Nach meinem Verständnis habe ich diese Praxisordnung des Śrīkrama selbst zusammengestellt. Die Guten mögen Irrtum, Nachlässigkeit und Fehltritte darin verzeihen.“
Kolophon
So ist im neuen, dem Kalpasūtra folgenden Nityotsava-Nibandha, verfasst von Umānandanātha, dessen Geist einer Biene an den Lotusfüßen des erhabenen Bhāsurānandanātha gleicht, der dritte Ullāsa, Yauvana, vollständig.
Vierter Ullāsa: Prauḍha – der Śyāmākrama
Einführung
Nachdem er sich vor den beiden Lotusfüßen Śrībhāsurānandanāthas verneigt hat, entfaltet der verständige Umānandanātha diesen Prauḍhollāsa. Darin wird die Praxisfolge der Ministerin der erhabenen großen Königin gelehrt; denn angemessen ist der Dienst am Herrscher durch den Zugang über seinen Minister.
Die Mantras dieser Folge beginnen mit Tritārī und Bālā oder allein mit Bālā. Die Einweihung wurde im Ārambhollāsa beschrieben.
Morgendliche und tägliche Pflichten
Wer Śyāmalā verehren möchte, vollziehe die morgendlichen und täglichen Pflichten nach dem Śrīkrama, mit diesen Besonderheiten: Bei der Gurupādukā steht anstelle der anfänglichen Tritārī Bālā. Die Betrachtung des Bewusstseins als Ursache von allem reicht vom Mūlādhāra bis zum Dvādaśānta, hier dem Bereich oberhalb der Stirn. Die Erinnerung an die Strahlengirlande entfällt. Anreden und entsprechende Formen werden jeweils angepasst.
Im Sonnenkreis wird Saṅgītayoginī in der später beschriebenen Weise betrachtet; Arghya wird mit dem Wurzelmantra dargebracht. Die drei Nyāsas des Sehers und der weiteren Zuordnungen werden unten angegeben. Diese täglichen Pflichten gelten bei selbständiger Verehrung und während des Puraścaraṇa; werden die Riten zusammen als Bestandteil des Śrīkrama ausgeführt, werden sie nicht eigens wiederholt.
Eintritt in das Heiligtum
Am Nachmittag begebe man sich zum Verehrungsraum, bestreiche Türbereich und Opferplatz mit Kuhdung und schmücke den Raum mit Bodenzeichnungen, Blumengirlanden und Baldachin. An rechter und linker Türseite sowie oben verehre man der Reihe nach:
aiṃ klīṃ sauḥ bhadrakālyai namaḥ, 3 bhairavāya, 3 lambodarāya namaḥ||
Nach dem Eintritt verehre man Dīpanātha auf dem Boden mit Blumen und aiṃ klīṃ sauḥ raktadvādaśaśaktiyuktāya dīpanāthāya namaḥ. Die Ausstattung lege man rechts nieder, entzünde ringsum Lampen und schmücke sich mit Duftstoffen und Girlanden. Betel oder die fünf aromatischen Stoffe von Jātīpatra an machen den Mund wohlriechend. Mit heiterem Geist setze man sich nach Osten oder Norden gewandt in Padmāsana oder eine andere geeignete Haltung.
Der saubere, weich mit Wolle ausgelegte Sitz wurde zwölfmal mit dem dritten Bīja Bālās beseelt und mit dem Wurzelmantra besprengt; die Sitzformel lautet aiṃ klīṃ sauḥ ādhāraśaktikamalāsanāya namaḥ.
Mit aiṃ klīṃ sauḥ samastaguptaprakaṭasiddhayoginīcakradevatāśrīpādukābhyo namaḥ falte man die Hände über dem Haupt. Links verehre man den Lehrer mit der Gurupādukā, rechts Gaṇapati mit seinem Mantra. Mit wiederholtem aiṃ klīṃ sauḥ aiṃ hraḥ astrāya phaṭ vollziehe man den Nyāsa vom Daumen bis zur Handfläche und an den Ellbogen und durchdringe den Körper ganz. Man betrachte die eigene Einheit mit der Gottheit.
Einmal spreche man: „Aiṃ klīṃ sauḥ. Zurückweichen sollen die Wesen auf Erden. Die Wesen, welche Hindernisse bereiten, sollen auf Śivas Geheiß vergehen.“
Mit gleichzeitigem dreimaligem Aufstampfen der linken Ferse, dreimaligem Händeklatschen, strengem Blick und den drei Tālas vertreibe man die irdischen, zwischenräumlichen und himmlischen Hindernisse, die Getrenntheit erscheinen lassen. Die Tālas bestehen im dreimaligen hörbaren Schlag des nach unten gerichteten rechten Zeige- und Mittelfingers auf die linke Handfläche.
Atemregelung
Mit den drei Bījas und dem Daumenmantra namaḥ binde man die Scheitellocke unter der Haken-Geste. Nach dem Śrīkrama vollziehe man Elementereinigung und Einsetzung der eigenen Lebenskräfte. Mit dem Wurzelmantra regle man den Atem zwanzig-, sechzehn-, zehn-, sieben- oder dreimal.
Die fünf Nyāsas
Man betrachte sich als von der lichtgestaltigen Göttin erfüllt und lege den diamantenen Schutzpanzer des Nyāsa-Geflechts am eigenen Körper an.
Erstens, der Sechsgliedernyāsa:
aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ klīṃ sauḥ aiṃ sarvajanamanohari hṛdayāya namaḥ||
7 sarvamukharañjini śirase svāhā||
7 klīṃ hrīṃ śrīṃ sarvarājavaśaṅkari śikhāyai vaṣaṭ||
7 sarvastrīpuruṣavaśaṅkari kavacāya hum||
7 sarvaduṣṭamṛgavaśaṅkare netratrayāya vauṣaṭ||
7 sarvasattvavaśaṅkari sarvalokavaśaṅkari amukaṃ me vaśamānaya svāhā astrāya phaṭ||
Diese Formeln werden an Herz und den weiteren entsprechenden Stellen eingesetzt.
Zweitens folgt der im Śrīkrama beschriebene Mātṛkā-Nyāsa.
Drittens, der Nyāsa von Rati an: Mit aiṃ klīṃ sauḥ ratyai namaḥ setze man Rati im Mūlādhāra ein, mit den drei Bījas und prītyai namaḥ Prīti im Herzen, mit den drei Bījas und manobhavāya namaḥ Manobhava im Mund.
Viertens, Nyāsa der siebzehn Wurzelmantraabschnitte:
| Mantra nach der Vorlage | Einsetzungsort |
|---|---|
| aiṃ klīṃ sauḥ aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ klīṃ sauḥ namaḥ | Brahmarandhra |
| 3 oṃ namo namaḥ | Stirn |
| 3 bhagavati namaḥ | zwischen den Augenbrauen |
| 3 śrīmātaṅgīśvari namaḥ | rechtes Auge |
| 3 sarvajanamanohari namaḥ | linkes Auge |
| 3 sarvamukharañjini namaḥ | Mund |
| 3 klīṃ namaḥ | rechtes Ohr |
| 3 hrīṃ namaḥ | linkes Ohr |
| 3 śrīṃ namaḥ | Kehle |
| 3 sarvarājavaśaṅkari namaḥ | rechte Schulter |
| 3 sarvastrīpuruṣavaśaṅkari namaḥ | linke Schulter |
| 3 sarvaduṣṭamṛgavaśaṅkari namaḥ | Herz |
| 3 sarvasattvavaśaṅkari namaḥ | rechte Brust |
| 3 sarvalokavaśaṅkari namaḥ | linke Brust |
| 3 amukaṃ me vaśamānaya namaḥ | Nabel |
| 3 svāhā namaḥ | Svādhiṣṭhāna |
| 3 svāhā namaḥ | Svādhiṣṭhāna [in der Quelle doppelt] |
| 3 sauḥ klīṃ aiṃ śrīṃ hrīṃ aiṃ namaḥ | Mūlādhāra |
Die doppelte Svādhiṣṭhāna-Zeile ist eine auffällige Wiederholung der Digitalisierung; die Abschnittsüberschrift zählt siebzehn, die wiedergegebene Liste achtzehn Zeilen.
Fünftens, die umgekehrte Folge: Dieselben Wurzelmantraabschnitte werden vom Mūlādhāra an bis zum Brahmarandhra in umgekehrter Ordnung eingesetzt:
| Mantra nach der Vorlage | Einsetzungsort |
|---|---|
| aiṃ klīṃ sauḥ sauḥ klīṃ aiṃ śrīṃ hrīṃ aiṃ namaḥ | Mūlādhāra |
| 3 svāhā namaḥ | Svādhiṣṭhāna |
| 3 amukaṃ me vaśamānaya namaḥ | Nabel |
| 3 sarvalokavaśaṅkari namaḥ | linke Brust |
| 3 sarvasattvavaśaṅkari namaḥ | rechte Brust |
| 3 sarvaduṣṭamṛgavaśaṅkari namaḥ | Herz |
| 3 sarvastrīpuruṣavaśaṅkari namaḥ | linke Schulter |
| 3 sarvarājavaśaṅkari namaḥ | rechte Schulter |
| 3 śrīṃ namaḥ | Kehle |
| 3 hrīṃ namaḥ | linkes Ohr |
| 3 klīṃ namaḥ | rechtes Ohr |
| 3 sarvamukharañjini namaḥ | Mund |
| 3 sarvajanamanohari namaḥ | linkes Auge |
| 3 śrīmātaṅgīśvari namaḥ | rechtes Auge |
| 3 bhagavati namaḥ | zwischen den Augenbrauen |
| 3 oṃ namo namaḥ | Stirn |
| 3 aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ klīṃ sauḥ namaḥ | Brahmarandhra |
Verehrung des Heiligtums
Im Nektarmeer liegt die Edelsteininsel; in ihrer Mitte der Kadamba-Garten. Darin betrachte man einen viertorigen Smaragdpavillon, geschmückt mit Perlen- und Blumengirlanden, grünem Seidenbaldachin, Decken und Torgirlanden, von Räucherwerk durchduftet und mit Reihen brennender Lampen erleuchtet.
An seinen Toren von Osten an verehre man mit den drei Bījas und namaḥ Sarasvatī mit sāṃ, Lakṣmī mit lāṃ, Śaṅkhanidhi mit śaṃ und Padmanidhi mit paṃ.
In den acht Richtungen verehre man:
| Mantra nach der Vorlage | Einsetzungsort |
|---|---|
| aiṃ klīṃ sauḥ lāṃ indrāya vajrahastāya surādhipataye airāvatavāhanāya saparivārāya namaḥ | Osten |
| 3 rāṃ agnaye śaktihastāya tejo'dhipataye ajavāhanāya saparivārāya namaḥ | Südosten |
| 3 ṭāṃ yamāya daṇḍahastāya pretādhipataye mahiṣavāhanāya saparivārāya namaḥ | Süden |
| 3 kṣāṃ nirṛtaye khaḍgahastāya rakṣo'dhipataye naravāhanāya saparivārāya namaḥ | Südwesten |
| 3 vāṃ varuṇāya pāśahastāya jalādhipataye makaravāhanāya saparivārāya namaḥ | Westen |
| 3 yāṃ vāyave dhvajahastāya prāṇādhipataye ruruvāhanāya saparivārāya namaḥ | Nordwesten |
| 3 sāṃ somāya śaṅkhahastāya nakṣatrādhipataye aśvavāhanāya saparivārāya namaḥ | Norden |
| 3 hāṃ īśānāya triśūlahastāya vidyādhipataye vṛṣabhavāhanāya saparivārāya namaḥ | Nordosten |
Zwischen Indra und Īśāna verehre man mit den drei Bījas und oṃ brahmaṇe padmahastāya lokādhipataye haṃsavāhanāya saparivārāya namaḥ Brahmā, lotustragend, Weltenherr, auf dem Schwan, mit Gefolge.
Zwischen Nirṛti und Varuṇa verehre man mit den drei Bījas und śrīṃ viṣṇave cakrahastāya nāgādhipataye garuḍavāhanāya saparivārāya namaḥ Viṣṇu, diskustragend, Herr der Nāgas, auf Garuḍa, mit Gefolge. Im Baugrund verehre man mit aiṃ klīṃ sauḥ oṃ vāstupataye brahmaṇe namaḥ den Herrn des Ortes.
Darstellung und Belebung des Yantra
Auf einem Maṇḍala aus Sandelpaste zeichne man mit milchvermischtem Zinnober oder einem anderen geeigneten Stoff ein Cakra aus Bindu, Dreieck, Fünfeck, achtblättrigem Lotus, sechzehnblättrigem Lotus, weiterem achtblättrigem Lotus, vierblättrigem Lotus und Quadrat; man kann es auch zeichnen lassen.
Oder man verwende ein aus Gold, Silber, Kupfer, Bergkristall, Smaragd oder einem anderen Edelstein gefertigtes Yantra, auf einem mit Seide ausgelegten Sockel aus weißem oder rotem Sandel. Für das gezeichnete Yantra erfolgt die Belebung mit:
aiṃ klīṃ sauḥ śyāmāyantrasya prāṇā iha prāṇāḥ,
3 śyāmāyantrasya jīva iha sthitaḥ,
3 śyāmāyantrasya sarvendriyāṇi,
3 śyāmāyantrasya vāṅmanaḥprāṇāḥ ihāyāntu svāhā||
Bei einem aus Gold oder einem anderen Material gefertigten Yantra gilt die im Śrīkrama beschriebene Weihe unter notwendiger Anpassung des Gottheitsnamens. Ebenso bei anderen Gottheiten. Mit dem Wurzelmantra bringe man im Cakra Blumen dar.
Bereitung des Arghya
Allgemeines und besonderes Arghya werden nach dem Śrīkrama aufgestellt. Bei beiden wird das Maṇḍala vom äußeren Quadrat bis zum inneren Bindu gezeichnet.
Für die Unterlage: aiṃ klīṃ sauḥ aṃ ātmatattvāya ādhāraśaktaye vauṣaṭ.
Für das Gefäß: aiṃ klīṃ sauḥ uṃ vidyātattvāya padmāsanāya vauṣaṭ.
Für das reine Wasser des einen Gefäßes: aiṃ klīṃ sauḥ maṃ śivatattvāya somamaṇḍalāya namaḥ.
Das andere fülle man mit Milch und dem Gebet: „Aus dem Weltei hervorgegangen, mit sämtlichen Säften erfüllt: Bringe in das gefüllte große Gefäß den Nektarsaft.“
Die Besonderheiten sind der hier angegebene Sechsgliedernyāsa, zehnmalige Beseelung mit dem Wurzelmantra und das Weglassen der vierundneunzig Mantras. Mit Tropfen des besonderen Arghya besprenge man die Gegenstände der Verehrung.
Verehrung der Göttin im Cakra
Mit aiṃ klīṃ sauḥ ādhāraśaktikamalāsanāya namaḥ verehre man den Sitz mit Blumen. Im Bindu vergegenwärtige man mit den drei Bījas und śrīmātaṅgīśvarīmūrtaye namaḥ die Gestalt der Göttin.
Im Herzen meditiere man ihre unten beschriebene Form und verehre sie innerlich mit den Darbringungen bis zum Betel, beginnend mit aiṃ klīṃ sauḥ śrīmātaṅgīśvaryai laṃ pṛthivyātmakaṃ gandhaṃ kalpayāmi namaḥ. Die zu Licht gewordene Göttin führe man zum Brahmarandhra, lasse sie durch die offene Nasenöffnung hervortreten und in den mit Blumen gefüllten gefalteten Händen gegenwärtig werden.
Mit aiṃ klīṃ sauḥ śrīmātaṅgīśvari amṛtacaitanyam āvāhayāmi rufe man sie in die im Cakra vorgestellte Gestalt. Nach dem Wurzelmantra folgen „Śrīmātaṅgīśvarī, sei herbeigerufen“ und die weiteren Formeln der Herbeirufung, Aufstellung, Vergegenwärtigung, Festigung, Hinwendung und Verhüllung, jeweils mit den entsprechenden Mudrās. Dann zeige man Vandana, Dhenu und Yoni. Ihre Formen sind dem Śrīkrama zu entnehmen.
Mit aiṃ klīṃ sauḥ śrīmātaṅgīśvaryai … kalpayāmi namaḥ folgen die sechzehn Darbringungen: Fußwasser, Arghya, Ācamana-Wasser, Bad, Gewand, Duftstoff, Blumen, Räucherwerk, Licht, kreisendes Licht, Schirm, zwei Wedel, Spiegel, Speise, Trinkwasser und Betel. Zur Speise gehören Wasser davor und danach, Händewaschen, Ausspülen und Ācamana.
Für die Speise zeichne man ein Maṇḍala aus Dreieck, Kreis und Quadrat, besprenge sie mit dem Wurzelmantra, beseele sie mit dem Nektar-Bīja vaṃ und mache sie unter Dhenu-Mudrā zu Nektar. Siebenmal folgt das Wurzelmantra, dann die Gesten der Lebenskräfte.
Mit dem Wurzelmantra und śrīmātaṅgīśvarīśrīpādukāṃ pūjayāmi erquicke man die Göttin dreimal. Dabei wird mit der linken Hand in Tattva-Mudrā durch ein Stück des zweiten Stoffes ein Milchtropfen aufgenommen und zugleich mit der rechten eine Blume dargebracht.
In Südost, Nordost, Südwest, Nordwest, am Scheitel und in den Hauptrichtungen verehre man nach den zuvor genannten Gliedermantras:
aiṃ klīṃ sauḥ hṛdayāya namaḥ hṛdayaśaktiśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 śirase svāhā śiraḥśaktiśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 śikhāyai vaṣaṭ śikhāśaktiśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 kavacāya huṃ kavacaśaktiśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 netratrayāya vauṣaṭ netraśaktiśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
3 astrāya phaṭ astraśaktiśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
So werden die Gliedergottheiten als Layāṅgas verehrt.
Die drei Lehrerströme
Hinter der Göttin verehre man auf drei nach Osten auslaufenden Linien in der angegebenen südlichen Anordnung die drei Lehrerströme.
Göttlicher Strom:
aiṃ klīṃ sauḥ paraprakāśānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ, parameśānanda, paraśivānanda, kāmeśvaryambāśrīpādukāṃ, mokṣānanda, kāmānanda, amṛtānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ|| [göttlicher Strom]||
Strom der Vollendeten:
aiṃ klīṃ sauḥ īśānānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ, tatpuruṣānanda, aghorānanda, vāmadevānanda, sadyojātānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ|| [Strom der Vollendeten]||
Menschlicher Strom:
aiṃ klīṃ sauḥ pañcottarānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ, paramānanda, sarvajñānanda, sarvānanda, siddhānanda, govindānanda, śaṅkarānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ|| [menschlicher Strom]||
Die sieben Umkreise
Erster Umkreis: Im Dreieck, von der Ecke vor der Göttin an im Uhrzeigersinn:
aiṃ klīṃ sauḥ ratiśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ, prīti, manobhavaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ|| [erster Umkreis]||
Zweiter Umkreis: An den Wurzeln der fünf Spitzen in derselben Ordnung:
aiṃ klīṃ sauḥ drāṃ drāvaṇabāṇaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ, drīṃ śoṣaṇabāṇa, klīṃ bandhanabāṇa, blūṃ mohanabāṇa, saḥ unmādanabāṇaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
An deren Enden:
aiṃ klīṃ sauḥ hrīṃ kāmarājaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ, klīṃ manmatha, aiṃ kandarpa, blūṃ makaraketana, strīṃ manobhavaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ|| [zweiter Umkreis]||
Dritter Umkreis: An den Wurzeln der acht Blütenblätter:
aiṃ klīṃ sauḥ āṃ brāhmīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ, īṃ māheśvarī, ūṃ kaumārī, ṝṃ vaiṣṇavī, lṝṃ vārāhī, aiṃ māhendrī, auṃ cāmuṇḍā, aḥ caṇḍikāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
An den Spitzen:
aiṃ klīṃ sauḥ lakṣmīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāyi namaḥ, sarasvatī, rati, prīti, kīrti, śānti, puṣṭi, tuṣṭiśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ|| [dritter Umkreis]||
Vierter Umkreis: Auf dem sechzehnblättrigen Lotus in derselben Ordnung:
aiṃ klīṃ sauḥ vāmāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ, jyeṣṭhā, raudrī, śānti, śraddhā, sarasvatī, kriyāśakti, lakṣmī, sṛṣṭi, mohinī, pramathinī, āśvāsinī, vīci, vidyanmālinī, surānandā, nāgabuddhikāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ|| [vierter Umkreis]||
Fünfter Umkreis: Auf dem zweiten achtblättrigen Lotus:
aiṃ klīṃ sauḥ aṃ asitāṅgabhairavaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ, iṃ ruru, uṃ caṇḍa, ṛṃ krodha, lṝṃ unmatta, eṃ kapāli, oṃ bhīṣaṇa, aṃ saṃhārabhairavaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ|| [fünfter Umkreis]||
Sechster Umkreis: Auf dem vierblättrigen Lotus:
aiṃ klīṃ sauḥ mātaṅgīśvarīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ, siddhalakṣmī, mahāmātaṅgī, mahāsiddhalakṣmīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ|| [sechster Umkreis]||
Siebter Umkreis: Innerhalb des Quadrats an den Ecken von Südosten an:
aiṃ klīṃ sauḥ gaṃ gaṇapatiśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ, duṃ durgā, baṃ baṭuka, kṣaṃ kṣetrapālaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
An den Toren von der Vorderseite der Göttin an und in den elf Richtungsstellen von Osten an verehre man mit den bereits genannten Formeln von Sarasvatī bis Vāstupati die dort bezeichneten Gottheiten. Auf der östlichen Linie verehre man die Lehrer der Überlieferung:
aiṃ klīṃ sauḥ haṃsamūrtiśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ, paraprakāśa, pūrṇa, nitya, karuṇaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ [So verehre man auch die Lehrer der Überlieferung.]|| [siebter Umkreis]||
Alle Umkreisgottheiten sind der Göttin zugewandt zu betrachten, der Verehrende jeweils der betreffenden Gottheit zugewandt.
Verehrung der Gurupādukā
Auf dem eigenen Haupt verehre man die Lehrer von Śiva an mit der allgemeinen Pādukā:
aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ klīṃ sauḥ aiṃ glauṃ hskhpheṃ ha sa kṣa ma la va ra yūṃ sa ha kṣa ma la va ra yīṃ hsauṃ shauḥ śrīśivādiguruśrīpādukāḥ pūjayāmi.
Den eigenen Lehrer verehre man mit:
aiṃ klīṃ sauḥ hskhpheṃ sa kṣa ma la va ra yūṃ sa ha kṣa ma la va ra yīṃ hsauṃ shauḥ amukāmbāsahitāmukānandanāthaśrīguruśrīpādukāṃ pūjayāmi.
Die Namensstellen sind entsprechend einzusetzen; die digitalen Lautvarianten bleiben dokumentiert.
Erneute Verehrung und Bali
Erneut erquicke man die Göttin dreimal und verehre sie wie zuvor mit Bālā und den sechzehn Darbringungen.
Nach dem Feueropfer gemäß dem Śrīkrama, das man selbst vollzieht oder vollziehen lässt – eine Lesart lautet: „oder auslässt“ –, zeichne man mit reinem Wasser drei Maṇḍalas aus Dreieck, Kreis und Quadrat. Mit aiṃ vyāpakamaṇḍalāya namaḥ verehre man sie mit Blumen. Auf einer Unterlage stehe jeweils ein Gefäß, halb mit Speise und Wasser gefüllt, mit Milch, den weiteren bezeichneten Ritualstoffen, Duftstoff und Blumen.
Rechts von der Göttin bringe man drei Balis mit den drei Formeln dar:
aiṃ klīṃ sauḥ śrīmātaṅgīśvari imaṃ baliṃ gṛhṇa gṛhṇa huṃ phaṭ svāhā;
aiṃ klīṃ sauḥ śrīmātaṅgīśvari śaraṇāgataṃ māṃ trāhi trāhi huṃ phaṭ svāhā;
aiṃ klīṃ sauḥ kṣetrapālanātha imaṃ baliṃ gṛhṇa gṛhṇa huṃ phaṭ svāhā.
Man gieße in Tattva-Mudrā berührte Milch darüber, stampfe mit der linken Ferse auf, klatsche, hebe das Gesicht und lasse die Wesen unter Nārāca-Mudrā den Bali annehmen. Nach dem Händewaschen, Umschreitung und Verneigung vor der Göttin bringe man Blumen dar und vollziehe Japa.
Japa des Mātaṅgīśvarī-Mantras
Seher ist Dakṣiṇāmūrti am Kopf, Versmaß Gāyatrī am Mund, Gottheit Mātaṅgīśvarī am Herzen, Bīja aiṃ an der verborgenen Stelle, Kraft sauḥ an den Füßen, Verschlusslaut klīṃ am Nabel. In den zusammengelegten Händen erkläre man die Verwendung zur Erfüllung des erwünschten Ziels. Mit dem Wurzelmantra durchdringe man den Körper dreimal und vollziehe mit den zuvor angegebenen Gliedermantras Hand- und Körpernyāsa.
Meditation: Man betrachte Mātaṅgī mit geschmückten Gliedern, erfreut vom süßen Trank, mit Nīpa-Girlanden im Haar, mit schöner Vīṇā, rotem Gewand, Moschuszeichen und Mondsichel. Muschelohrringe schmücken ihre Ohren. Durch ihren lächelnden, süßen Blick gewährt sie dem Übenden das Erwünschte. Sie leuchtet grün wie ein Papagei; neben ihr steht der Papagei als Verkörperung aller Künste.
Nach der inneren Verehrung mit fünf Gaben wiederhole man das Wurzelmantra nach Kräften gemäß dem Śrīkrama, mit den beim Puraścaraṇa genannten vorbereitenden und nachfolgenden Mantras. Danach folgen erneut Nyāsa und die weiteren Handlungen.
„Du Hüterin des verborgensten Geheimnisses, nimm unser Japa an. Durch deine Gnade möge die Vollendung in mir fest begründet sein, o Göttin.“
Mit allgemeinem Arghya-Wasser übergebe man das Japa in ihre linke Hand und spreche den Lobpreis.
Lobpreis Mātaṅgīs
„Mātaṅgī, Mutter, Herrin, von den Bezwingern der Dämonen verehrt, große Māyā! Bezaubernde, Zerstörerin der Verblendung, Geliebte des Bezwingers des Liebesgottes: Verehrung sei dir.
Selbst Brahmās Denken bleibt bei deinem Lobpreis verhüllt, o Göttin, so wohlgeordnet es auch ist. Dennoch lockt die Hingabe auch mich dazu, dich zu preisen.
Du wohnst im Herzen der Entsagenden, gewährst Indra Gaben und bist schön von Gestalt, o Mātaṅgī. Du erfreust dich am Vīṇā-Spiel und wirst von Nārada besungen. Verehrung, Göttin!
Sei gnädig, schöne Göttin, mit vollen Brüsten, muschelförmigem Hals und dichtem Haar, o Mātaṅgī, mit korallenroten Lippen, lächelndem, bezauberndem Blick, Mutter mit Perlenschmuck.
Du vermagst die Himmelswelt zu tragen; darum bist du Bhairavī. Selbst ein geringer Mensch wird durch die Herrlichkeit, die er aus Hingabe zu dir erlangt, zum Herrn der Welt.
Ein Gefallener, Armer oder Stummer wird durch einen Hauch deiner Gnade verehrungswürdig, glücklich und beredt; selbst ein Unverständiger wird allwissend.
Du bist Erkenntnis, du bist die Welt, unbefleckt und in ewig reiner Stätte. Du bist Nirvāṇa, Śivā, Tripurā: Bei dir habe ich Zuflucht gesucht.
Wer auch nur einen Augenblick im Geist über dich, die dunkle, mit Perlen geschmückte Göttin meditiert: Welche Frauen der drei Welten wären ihm dann noch unerreichbar? [Diese Aussage gehört zur historischen Verheißung der Anziehungskraft des Mantras.]
Mutter, in fünfundneunzig Lauten verehrt, in die der Laut beziehungsweise Name des zu Beeinflussenden eingefügt wird, erhabene Mātaṅgīśvarī: Verehrung dir, große Göttin.
Von Vidyādharas, Göttern, Kinnaras, Guhyakas, Gandharvas, Yakṣas und den Besten der Vollendeten verehrt: Sei aus Mitgefühl gnädig, Mātaṅgī.
Ich gedenke deiner dunklen, zarten Gestalt mit rosigen Augen; beim Vīṇā-Spiel bedeckt der bewegte Resonanzkörper deine linke Brust.
Ich verneige mich vor Mātaṅgī, deren am Nacken gebundene Haartracht die palmenblattförmigen Ohrringe berührt, während ihr Kopf sich beim Spiel der Vīṇā bewegt.
Möge die glückverheißende Mutter Mātaṅgī, smaragddunkel, von Freude erfüllt und im Kadamba-Wald wohnend, ihren Seitenblick auf uns richten.
Die Vīṇā ruht an ihrer linken Brust; mit den Nägeln schlägt sie ihre hoch klingenden Saiten an. Mit halb geöffnetem Seitenblick und zur Schulter geneigtem Hals erstrahlt jene bezaubernde Māyā in der Gestalt von Mataṅgas Tochter.
Ich verneige mich vor Mātaṅgī, die sich dem Spiel und Gesang der Vīṇā hingibt, mit ihrem spielerischen Papagei erstrahlt, mit Bimba-roten Lippen, frisch rot gefärbten Füßen und lockerem Haar. Ihre Gestalt ist lieblich, ihre Ohrringe sind aus weißen Muscheln. Schön gekleidet, süß lächelnd und papageiengrün ist die Göttin.
Mit gelöstem, von Blütengirlanden umwundenem Haarknoten, mit Perlen in den gefalteten Palmblattohrringen, sitzt am Fuß des Wunschbaums auf großem Edelsteinthron jene bezaubernde Gottheit des Gesangs, mit ihrer Vīṇā, die Gestalt innerer Vergegenwärtigung.
Ich schaue die Weltenherrin, mit Mondsichel am Haaransatz, dem Klang der Vīṇā zugetan. Könige, Götterherrscher und die Besten der Schlangen verehren ihre Füße. Ihre Augen bewegen sich wie die einer Antilope; sie trägt schöne Gewänder. Sie ist Vāṇī, durch die Purāṇas verherrlicht, von der Fülle ihrer Hüften beschwert. [Die Endung der letzten Aussage zum Schauen trägt in der Vorlage eine Variantenmarkierung.]
Dieser täglich wiederholte Mātaṅgī-Lobpreis verleiht den Menschen Geschick in ihren Tätigkeiten, Beredsamkeit, großen Wohlstand, Gesangskraft, Glück und Verehrungswürdigkeit selbst vor Königen.“
Damit endet der Mātaṅgī-Lobpreis aus dem dritten Paṭala des Mantrakośa.
Suvāsinī-Verehrung und übriger Abschluss
Man rufe eine Śakti als Śyāmalā herbei und verehre sie nach dem Śrīkrama unter Auslassung des fünften Makāra. Man nehme ihre Überreste an und vollende die übrige Folge von der Annahme der Opfergaben an. Dabei besteht die Besonderheit, dass alle drei Tattvas jeweils mit dem vollständigen Wurzelmantra gereinigt werden.
Regeln für Śyāmā-Verehrer
Ein Kadamba-Baum darf nicht gefällt werden. Das Wort „Kālī“ soll nicht ausgesprochen werden. Wenn Vīṇā oder Flöte gespielt wird, wenn Tanz, Gesang oder gemeinschaftlicher Vortrag stattfinden, soll man sich nicht abwenden. Sänger dürfen nicht herabgesetzt werden.
Entschluss zum Puraścaraṇa
Während man die tägliche Verehrung fortführt, vollziehe man Puraścaraṇa. Es besteht aus vier Gliedern: Japa, Homa, Tarpaṇa und Speisung von Brahmanen.
Zu einer im Einweihungsabschnitt genannten Zeit, mit Erlaubnis des Lehrers und nach glückverheißenden Worten der Brahmanen, vollziehe man Ācamana und Atemregelung. Unter Angabe des eigenen Namens erkläre man: „Zur Vollendung des Śyāmā-Mantras werde ich hunderttausend Wiederholungen ausführen; da gegenwärtig Kali-Yuga ist, deren vierfache Zahl. Homa werde ich mit einem Zehntel davon, Tarpaṇa mit einem Zehntel der Homa-Zahl und Brahmanenspeisung mit einem Zehntel der Tarpaṇa-Zahl vollziehen.“ Entsprechend gelten bei anderen Mantras die jeweils gelehrten Zahlen.
Mantra-Japa beim Puraścaraṇa
Wenn möglich, grenze man nach der Ordnung anderer Tantras einen Platz eine Krośa außerhalb des Dorfes oder zwei Krośas außerhalb der Stadt ab. Andere geeignete Orte sind Meeres- oder große Flussufer; die bezeichneten nach Westen gerichteten Śiva-Heiligtümer beziehungsweise solche ohne Stierbild; ein Viṣṇu-Tempel; ein heiliger Bezirk, eine Pilgerstätte, Wald, Berggipfel, der Fuß eines Aśvattha- oder Bilva-Baums; ein abgeschiedener Teil des eigenen Hauses, ein Kuhstall oder die Nähe des Lehrers oder der erwählten Gottheit.
Am Lampenplatz nehme man einen Sitz aus Tigerfell, Antilopenfell, bunter Wolldecke, Kuśa-Matte, rotem Stoff, Seide, Wolle oder einem anderen geeigneten Material. Nach Vertreibung der Hindernisse, Atemregelung und Entschluss vollziehe man mit der unten beschriebenen Lautkette oder einer geweihten Rudrākṣa- oder anderen Kette täglich tausend Wiederholungen des Wurzelmantras, vorausgehend das vorbereitende Mantra, anschließend die nachfolgenden mit einem Zehntel der Zahl. Danach wieder Nyāsa und die übrigen Handlungen.
Vorbereitendes Mantra:
hasanti hasitālāpe mātaṅgiparicārike| mama bhayavighnanāśaṃ kuru kuru ṭhaḥ ṭhaḥ ṭhaḥ huṃ phaṭ svāhā|| iti||
Das Wurzelmantra besteht aus der Gesamtheit der beim Nyāsa genannten siebzehn Abschnitte.
Nachfolgende Mantras: Laghuśyāmā als Aṅga:
aiṃ namaḥ ucchiṣṭacāṇḍali mātaṅgi sarvavaśaṅkari svāhā.
Eine Lesart setzt nach Mātaṅgi huṃ phaṭ svāhā.
Vāgvādinī als Upāṅga:
aiṃ klīṃ sauḥ vada vada vāgvādini svāhā.
Nakulī als Pratyaṅga:
oṃ oṣṭhāpidhānā nakulī dantaiḥ parivṛtā paviḥ|
sarvasyai vāca īśānā cāru māmiha vādayet||
Zeit des Japa und Praṇava-Ersatz
Dieses Japa ist am Nachmittag auszuführen, da das Sūtra „Śyāmā am Nachmittag“ diesen als Verehrungszeit bestimmt. Andere setzen die Zeit bis zum Mittag an. Bei drohenden Unruhen im Land oder ähnlichen Umständen ist auch eine Ausdehnung bis zum Abend vorgesehen.
Zweimalgeborene sprechen am Anfang und Ende des Japa Praṇava. Für Frauen und Śūdras schreibt der historische Text stattdessen den vierzehnten Vokal mit Bindu vor.
Homa als Glied des Puraścaraṇa
Nach dem Japa, noch am selben Tag, wird nach der Ordnung des Śrīkrama Feuer in einer Grube oder auf einem Opferplatz eingerichtet. Nach den Darbringungen an die Göttin folgt je eine Gabe an sämtliche Umkreisgottheiten mit ihren Mantras und zehn Gaben an die Hauptgottheit mit dem auf svāhā endenden Wurzelmantra, jeweils mit Benennung und Verzichtsformel. Als Gabe dient jeweils eine Palāśa-Blüte, benetzt mit den drei süßen Stoffen. Danach folgen die Homa-Gaben in einem Zehntel der Japa-Zahl und der übrige Abschluss.
Auch Mantras, die schon svāhā enthalten, erhalten ein zusätzliches svāhā. Das Śaktisaṅgama-Tantra unterscheidet das zum Mantra selbst gehörende Wort von dem weiteren, das Bestandteil der Opferhandlung ist.
Der Palāśa-Stoff kann hier sowohl zur regelmäßigen als auch zur wunscherfüllenden Handlung gehören, ähnlich dem Joghurt beim Agnihotra zur Erlangung von Sinneskraft: Die Zuordnung ist jeweils verschieden. Vorschriften wie „mit Sesam zum Frieden“ bestimmen einen zusätzlichen Stoff für eine bereits bestehende Homa-Handlung, vergleichbar der besonderen Verwendung des Melkgefäßes. Besteht ein besonderer Wunsch, wird dasselbe Homa mit den dafür unten genannten anderen Stoffen vollzogen; die besondere Wunschvorschrift hat dann Vorrang vor der regelmäßigen Stoffwahl.
Tarpaṇa als Glied des Puraścaraṇa
In einem Fluss oder an einem anderen geeigneten Wasser zeichne man ein quadratisches Maṇḍala, betrachte darin das Śyāmā-Yantra, rufe die Göttin herbei und verehre sie mit fünf Gaben. Mit duftendem Wasser aus einem goldenen, silbernen, kupfernen oder anderen geeigneten Gefäß vollziehe man Tarpaṇa in einem Zehntel der Homa-Zahl. An das Wurzelmantra tritt śrīmātaṅgīśvarīṃ tarpayāmi.
Wenn es passend ist, kann das Tarpaṇa auch am Japa-Platz im Verehrungs-Cakra erfolgen. Das Śaktisaṅgama-Tantra sagt: „Auch beim Tarpaṇa gilt entsprechend: Nach einem bereits vorhandenen namaḥ kommt nochmals namaḥ.“ Daher wird auch bei auf namaḥ endenden Mantras erneut namaḥ tarpayāmi gesprochen. Für die nach anderen Tantras vollzogene Besprengung gilt dort dieselbe Hinzufügung.
Speisung als Glied des Puraścaraṇa
In einem Zehntel der Tarpaṇa-Zahl speise man in diese Vidyā eingeweihte Brahmanen; fehlen solche, nach Möglichkeit in andere betreffende Mantras Eingeweihte mit gutem Verhalten. Ebenso werden Suvāsinīs und Kumārīs geehrt. Die morgens Eingeladenen werden gesalbt, als Gottheiten betrachtet, nach den eigenen Mitteln mit Gewändern und Duftstoffen verehrt und mit wohlschmeckender Speise bewirtet. Nach Betel und Ehrengabe umschreite man sie, verneige sich, empfange ihre Segenswünsche und verabschiede sie.
Kann man die Speisung in einem Zehntel der Tarpaṇa-Zahl nicht leisten, rufe man die Gottheit wie beim Tarpaṇa ins Wasser, verehre sie und füge an das Wurzelmantra ātmānam abhiṣiñcāmi namaḥ an. Mit Kumbha-Mudrā übergieße man den Kopf oder besprenge ihn mit Kuśa, in einem Zehntel der Tarpaṇa-Zahl. Brahmanen werden dann in einem Zehntel dieser Zahl gespeist.
Dies ist eine Möglichkeit. Andere lassen Homa und die weiteren Glieder nach jeweils hunderttausend Wiederholungen oder erst am Ende des gesamten Japa ausführen.
Japa als Ersatz für Homa
Sind Brahmanen zum Homa nicht imstande, gilt hauptsächlich Japa mit dem Doppelten der Puraścaraṇa-Japa-Zahl als Ersatz; nach einer nachgeordneten Auffassung genügt das Doppelte der Homa-Zahl. Für die drei folgenden Varṇas gelten entsprechend das Dreifache und die weiteren Steigerungen. Dasselbe gilt beim Tarpaṇa.
Für den den Zweimalgeborenen ergebenen Śūdra und für Frauen der Zweimalgeborenen ist Japa der Homa-Ersatz; der Text spricht ihnen die selbständige Berechtigung zum Homa ab. Für die Brahmanenspeisung gibt es keinen Ersatz. [Diese Unterscheidungen dokumentieren das historische Berechtigungsmodell.]
Fortführung während der Unreinheitszeit
Ein begonnenes Puraścaraṇa ist auch beim Eintritt einer Unreinheitszeit fortzuführen, ebenso die tägliche Verehrung. Dazu werden folgende Belege gegeben:
Devīyāmala: „Japa und Götterverehrung sollen von Eingeweihten ausgeführt werden. Für die Selbstbeherrschten bestehen dabei weder Verfehlung noch geburtsbedingte Unreinheit.“
Nāradapāñcarātra: „Bei Geburt und Tod entsteht für den stets von Viṣṇu erfüllten Menschen, der seine Praxis ausübt, unmittelbar Reinheit, o bester Brahmane.“
Viṣṇuyāmala: „Wer zur Verehrung Śivas oder Viṣṇus eingeweiht ist oder das heilige Feuer angenommen hat, ebenso Brahmacārins und Entsagende: An ihrem Körper besteht keine solche Unreinheit.“
Viṣṇus Wort: „Vom Brahmanen werde ich verehrt, sei er rein oder unrein; auch die Verehrung der Śūdras, die dem rechten Verhalten ergeben sind, nehme ich an. Bei bereits begonnenem Opfer, Gelübde, Hochzeit, Śrāddha, Homa, Verehrung und Japa besteht keine Unreinheit; vor dem Beginn besteht sie. Als Beginn gilt beim Opfer die Wahl des Vollziehenden, bei Gelübde und Japa der Entschluss, bei Hochzeit und Ähnlichem das Nāndīmukha-Ritual, beim Śrāddha die Bereitung der Speise.“ Der Autor erklärt, dass „Brahmane“ hier auch Kṣatriya und Vaiśya einschließt.
Liṅgapurāṇa: „Man soll nicht essen, ohne das Śivaliṅga verehrt zu haben, o große Herrin. Auch bei Geburt und Tod darf Śivas Verehrung nicht aufgegeben werden.“
Parāśara: „Durch Verehrung entsteht bei den Brahmanen die Reinheit der Glieder.“
Weitere Belege finden sich zahlreich in anderen Tantras; aus Sorge um den Umfang werden sie nicht ausgeschrieben. Für noch nicht begonnene anlassbezogene und wunscherfüllende Riten besteht während solcher Unreinheitszeiten keine Berechtigung, da die Hindernisse für den Übenden zu zahlreich sind.
Wiederholung bis zur Vollendung
Wird das Mantra durch ein Puraścaraṇa nicht vollendet, vollziehe man ein zweites oder drittes. Gelingt es auch dann nicht, ziehe man die in anderen Büchern gelehrten Vollendungsverfahren heran. Die Anzeichen der Vollendung sind ebenfalls andernorts zu lernen; hier werden sie aus Rücksicht auf den Umfang nicht ausgeschrieben.
„Für denjenigen, der ein einziges Mantra durch die fünffache Verehrung vollkommen verwirklicht hat, werden durch dessen Kraft alle Mantras vollendet, o Kuleśvarī. Wer ein Mantra vollkommen verwirklicht hat, für den gibt es nichts Unerreichbares. Was wäre erst von einem Menschen mit vielen vollendeten Mantras zu sagen? Er ist Śiva selbst.“
Daher ist Puraścaraṇa erforderlich.
Ersatzformen des Puraścaraṇa
Im Zusammenhang damit werden einige Ersatzformen angegeben. Vor einer Mond- oder Sonnenfinsternis faste man drei Nächte, eine Nacht oder esse nur einmal. Eine halbe Ghaṭikā vor Beginn der Finsternis bade man. In einem zum Meer fließenden Fluss, einem Teich oder einem anderen geeigneten Gewässer stehe man bis zum Nabel im Wasser; ist das nicht möglich, sitze man am Ufer.
Nach Ācamana und Atemregelung nenne man Ort und Zeit, den Stand der Sonne, die Art der Finsternis, die eigene Abstammung und den Namen und erkläre: „Zur Vollendung dieser Vidyā werde ich vom Beginn der Berührung bis zum Ende der Finsternis Japa vollziehen.“
Am folgenden Tag vollziehe man Homa in gleicher Zahl wie das Japa der Finsternis oder in einem Zehntel davon, Tarpaṇa in einem Zehntel der Homa-Zahl und Brahmanenspeisung in der entsprechend genannten Zahl. Oder man teile schon die verdienstvolle Zeit der Finsternis gemäß dem Mantra zwischen Japa, Homa in gleicher oder einem Zehntel der Japa-Zahl und entsprechendem Tarpaṇa auf. Am Folgetag speise man Brahmanen in gleicher Zahl wie das Tarpaṇa oder in einem Zehntel davon. Dies ist eine Form.
Eine weitere beginnt am achten dunklen Mondtag nach den täglichen Pflichten. Vierzigtausend Wiederholungen werden auf sieben Tage verteilt: vom achten bis zum dreizehnten Tag täglich 5714, zusammen 34.284; am vierzehnten Tag 5716, insgesamt 40.000. Im Entschluss werden Anfang und Ende entsprechend benannt. Homa und die weiteren Glieder betragen jeweils ein Zehntel der vorausgehenden Zahl.
Eine weitere Form: Nach den morgendlichen Pflichten und dem Entschluss spreche man die Mātṛkā-Laute von A bis Kṣa in Vorwärtsfolge, einmal das Wurzelmantra und danach die Mātṛkā rückwärts. Dies wiederhole man täglich hundertachtmal einen Monat lang; danach folgen Homa und die weiteren Handlungen. Der Entschluss richtet sich danach.
Bei diesen beiden Ersatzformen ist, soweit möglich, die Vervierfachung des Japa und die entsprechende Zehntelberechnung von Tarpaṇa und den übrigen Gliedern zu beachten.
Eine weitere Form ist, die erwählte Gottheit mit Gliedern und Umkreisen täglich nachts zu den drei genannten Zeiten mit sämtlichen Darbringungen zu verehren. Wer dies sechs Monate oder einen Monat lang tut, erlangt nach dem Text Mantravollendung auch ohne das eigentliche Puraścaraṇa. Der Entschluss wird entsprechend gefasst. [Die Verbindung von „nachts“ und „drei Zeiten“ bleibt in der Vorlage ohne nähere Auflösung.]
Ferner: „Wer von Sonnenaufgang bis zum nächsten Sonnenaufgang ununterbrochen Japa vollzieht, wird Herr aller Vollendungen. Wer im Sahasrāra über die Lotusfüße des Lehrers meditiert, sie verehrt und allein in göttlicher Betrachtung Japa vollzieht, wird Herr der Vollendungen.“ Weitere Formen sind in anderen Büchern nachzusehen.
Das Kūrma-Cakra
Auf ebenem Boden ziehe man je vier Linien von Osten nach Westen und von Süden nach Norden, sodass neun Felder entstehen. In die acht äußeren Felder schreibe man von Osten an im Uhrzeigersinn die acht Lautgruppen von Ka, Ca, Ṭa, Ta, Pa, Ya, Śa und Ḷa sowie jeweils ein Vokalpaar von A an. Ins mittlere Feld schreibe man Śrī.
Dieses Schildkröten-Cakra ist je nach Gebiet, Dorf oder Haus dreifach. Beim Gebiet oder Dorf ist das Feld mit dem Anfangslaut seines Namens der Kopf der Schildkröte; es heißt Lampenplatz. Im Haus gilt dafür der Anfangslaut des Hausherrn. Die beiden benachbarten Felder sind die Hände, die darunterliegenden der Leib, die weiter darunterliegenden die Füße. Das Feld zwischen den Leibseiten ist der Rücken, das zwischen den Füßen der Schwanz.
Japa und Homa am Kopf oder Rücken der so auf den Ort bezogenen Schildkröte verwirklichen alle Ziele; die übrigen Felder an Händen, Leib und den weiteren Stellen sind ungeeignet.
An einigen Orten ist diese Prüfung nicht notwendig: „In Kurukṣetra, Prayāga, an der Mündung der Gaṅgā ins Meer, in Mahākāla und Kāśī braucht man den Lampenplatz nicht zu prüfen.“ Wegen seiner Kennzeichnung durch den Lampenplatz wird auch das ganze Kūrma-Cakra so genannt.
In den Feldern prüfe man feindliche Zuordnungen und wähle nach ihrem Ausschluss einen freundlichen Platz. Feindlich sind nach dem zitierten Vers: das Paar A/Ā und Ṭha wechselseitig; das Paar Ḷ/Ḹ und Pa wechselseitig; das O-Paar und Ṣa in der angegebenen wechselseitigen Beziehung; ferner Ja zu Ṭa, Jha zu Kha, U zu La, Pha zu Dha, Bha zu Ra und Ya zu Sa. Die übrigen Laute gelten als freundlich. [Die Vokalbezeichnung bei Ṣa ist digital uneinheitlich; sie wird nicht für eine praktische Berechnung vereinheitlicht.]
Weihe der Gebetsketten
Ketten bestehen aus den Mātṛkā-Lauten von A bis Kṣa oder aus Rudrākṣa, Perlen, Rubinen, Bergkristall, Koralle, Gold, Silber, Muschel, rotem Sandel, Putrajīva, Lotussamen, Kuśa-Knoten und weiteren geeigneten Materialien.
Die Lautkette benötigt keine äußere Weihe
Die innere Akṣamālā verläuft in der Brahmanāḍī vom rechten Bereich des Brahmarandhra abwärts bis zum Nabel und links wieder aufwärts. Ihre einander zugewandt verknüpften Laute werden zuerst von A bis Ḷa, dann rückwärts von Ḷa bis A gesprochen. So bildet sie hundert Bījas. Kṣa nimmt die Stelle des Meru ein und wird zwischen den beiden Ḷa gesprochen, aber nicht zur Japa-Zahl gerechnet.
In Vorwärtsrichtung, beim Ab- und Aufstieg, kommt zuerst der Mātṛkā-Laut, dann das Mantra; in Rückwärtsrichtung zuerst das Mantra, dann der Mātṛkā-Laut. Nach hundert Wiederholungen folgen die Anfangslaute der acht Gruppen A, Ka, Ca, Ṭa, Ta, Pa, Ya und Śa, wodurch hundertacht entstehen. Entsprechend bei tausend und höheren Zahlen. Diese Kette braucht keine äußere Weihe.
Weihe einer Rudrākṣa-Kette
Hundertacht Rudrākṣas werden auf einen sechsfachen Faden der unten genannten geeigneten Art gereiht. Vor jeder Perle spricht man Praṇava und einen Mātṛkā-Laut. Zwischen den einander zugewandten Perlen liegen Knoten; die Kette wird in der Form eines Kuhschwanzes oder einer Schlange geordnet. Eine große Rudrākṣa bildet den Meru an den zusammengeführten Fadenenden.
Aus neun Aśvattha-Blättern lege man einen achtblättrigen Lotus und darauf die Kette. Mit dem Wurzelmantra wasche man sie in Pañcagavya aus Kuhurin, Kuhdung, Kuhmilch, Joghurt und geklärter Butter. Mit folgendem Mantra wasche man sie in Kuśa-Wasser:
oṃ sadyo jātaṃ prapadyāmi sadyo jātāya vai namo namaḥ. bhave bhave nāti bhave bhavasva māṃ bhavodbhavāya namaḥ.
Mit oṃ vāmadevāya namo jyeṣṭhāya namaḥ śreṣṭhāya namo rudrāya namaḥ kālāya namaḥ kalavikaraṇāya namo valavikaraṇāya namo balāya namo balapramathanāya namaḥ sarvabhūtadamanāya namo manonmanāya namaḥ reibe man sie mit Sandel, Agaru, Kampfer und den weiteren Duftstoffen ein.
Mit oṃ adhorebhyo'tha ghorebhyo ghoraghoratarebhyaḥ sarvebhyaḥ sarvaśarvebhyo namaste astu rudrarūpebhyaḥ räuchere man sie. [Die digitale Quelle hat hier adhorebhyo statt der sonst üblichen Lautung.]
Mit oṃ tatpuruṣāya vidmahe mahādevāya dhīmahi. tanno rudraḥ pracodayāt salbe man sie mit Sandel, Moschus, Kuṅkuma und Kampfer. In der linken hohlen Hand liegend wird sie hundertachtmal beseelt mit:
oṃ īśānaḥ sarvavidyānām īśvaraḥ sarvabhūtānāṃ brahmādhipatir brahmaṇo'dhipatir brahmā śivo me astu sadāśivom.
Die Lebenskräfte werden eingesetzt mit:
rudrākṣamālāyāḥ prāṇāḥ iha prāṇāḥ. rudrākṣamālāyā jīva iha sthitaḥ. rudrākṣamālāyaḥ sarvandriyāṇi rudrākṣamālāyāḥ vāṅmanaḥprāṇāḥ iha āyāntu svāhā.
Man rufe die erwählte Gottheit in die Kette, verehre sie mit dem Wurzelmantra und fünf Gaben und beseele sie mit Wurzelmantra und Mātṛkā-Lauten. Nach der im Homa-Abschnitt beschriebenen Feuerbereitung bringe man hundertacht Buttergaben mit dem Wurzelmantra dar und gebe die verbleibende Opferbutter auf die Kette. Ist Homa nicht möglich, wird sie mit dem Doppelten der Homa-Zahl durch das Wurzelmantra beseelt.
Weihe anderer Ketten
Die wie beschrieben gereihte Kette lege man kurz mit dem Prāsāda-Mantra in Pañcagavya, nehme sie heraus, wasche sie mit Kuśa-Wasser, salbe sie mit Sandel und lege sie in ein Gefäß. Mit ihren jeweiligen Mantras rufe man die fünf Pañcāyatana-Gottheiten herbei und verehre sie mit fünf Gaben. Hundertmal beseele man die Kette mit Prāsāda.
Planeten von Sūrya an und Richtungshüter von Indra an werden mit ihren Mantras verehrt. Mit Butter vermischtem Sesam opfere man nach Kräften unter dem Wurzelmantra. Ist das nicht möglich, vollziehe man die Beseelung. Danach gebe man dem Lehrer nach den eigenen Mitteln Gold als Ehrengabe und speise Brahmanen.
Eine weitere Weiheform: Faden und Perlen liegen drei Tage in Pañcagavya. Am vierten Tag nehme man sie heraus, wasche sie mit dem Astra-Mantra und reihe die einander zugewandten Perlen unter jeweils wiederholtem Herz- oder eigenem erwählten Mantra. Auf dem Opferplatz zeichne man das Verehrungsmaṇḍala der eigenen Gottheit, verehre sie darin und wiederhole das Wurzelmantra hundertachtmal.
Nach Kräften opfere man mit dem für ihr Puraścaraṇa vorgeschriebenen Stoff oder mit geklärter Butter. Man lege die Kette ins Maṇḍala, setze Astra-, Wurzel- und sechs Gliedermantras in ihr ein, betrachte sie als die erwählte Gottheit und verehre sie. Nach Bali für alle Wesen ehre man den Lehrer mit Gaben und speise Brahmanen.
Diese Weiheordnung gilt nach dem Text für die ersten drei Varṇas. Frauen und Śūdras führen alles allein mit dem Wurzelmantra ihrer Gottheit aus.
Eine Kette, die für ein bestimmtes Mantra geweiht wurde, dient nur dessen Japa. Als Ausnahme heißt es: „Mit Śivas Mantra gereiht, darf man auch das Śakti-Mantra wiederholen; mit Śaktis Mantra gereiht, auch Śivas Mantra. Werden die Perlen mit Dhruva oder den Mātṛkās gereiht, dürfen sämtliche Mantras mit dieser Kette wiederholt werden.“ Dhruva bedeutet Praṇava.
Faden, Zeitpunkt und Frucht
Für die Göttin wird roter Seidenfaden genannt; für Śiva Wolle, weißer Faden oder Rindenfaser; für Sonne und Gaṇeśa Baumwolle. Diese soll von einer brahmanischen Suvāsinī oder einer Frau derselben sozialen Gruppe gesponnen sein und dreifach, nochmals verdreifacht genommen werden. Ist ein von einer Brahmanin gesponnener Faden nicht verfügbar, darf auch einer von einer Suvāsinī einer anderen Gruppe verwendet werden. Bei anderen Fäden sind Stärke und Länge nach Wahl.
Die Weihezeiten sind für Viṣṇu der Vormittag des zwölften Mondtages, für Śakti die Nacht des achten, neunten oder vierzehnten, für Śiva der Tag des dreizehnten, für Sūrya der Tag des siebten.
Die Lautkette verleiht nach dem Text rasche Mantravollendung; Rudrākṣa Befreiung; Perlen und Rubine Herrschaft; Bergkristall alle Wünsche; Putrajīva Wohlstand und Beredsamkeit; Lotussamen Glück und Ruhm; roter Sandel Anziehung und Genuss. Weitere Früchte sind in anderen Büchern nachzusehen.
Beschädigung oder Verunreinigung der Kette
Ist der Faden verschlissen, reihe man die Perlen neu und beseele die Kette hundertachtmal mit dem Wurzelmantra. Fällt sie während des Japa versehentlich aus der Hand, zerreißt sie oder wird sie in verbotener Weise berührt, dienen hundertacht Wiederholungen des Wurzelmantras als Sühne.
Arten des Japa
Das Jñānārṇava lehrt: „Man wiederhole laut, leise oder im Geist. Lautes Japa wird klar mit der Stimme ausgesprochen. Leises Japa bleibt undeutlich hörbar, während sich der Mund bewegt. Geistiges Japa hat seine innere Gestalt allein im Bewusstsein.
Hunderttausend laute Wiederholungen werden einer einzigen leisen Wiederholung gleichgesetzt; hunderttausend leise einer einzigen geistigen, o schöne Göttin.“
Der Svacchandatantrasāra beschreibt sechs Arten:
„Japa ist sechsfach: stimmlich, geistig, yogisch, yogisch-stimmlich, yogisch-geistig und die Verbindung von Stimme, Geist und Yoga.
Allein mit der Stimme das Mantra auszusprechen und dabei die Göttin zu vergegenwärtigen heißt stimmliches Japa. Ihre Gestalt zu betrachten und mit aufmerksamem Geist das Mantra innerlich gegenwärtig zu halten heißt geistiges Japa.
Die drei Bījas nacheinander an den drei Orten zu betrachten und auf dem Weg aufsteigen zu lassen heißt yogisches Japa. Den Geist mit dem Ziel zu verbinden und das Mantra mit der Stimme zu wiederholen heißt yogisch-stimmliches Japa. Zuerst den Geist mit dem Ziel zu verbinden und dann innerlich zu wiederholen heißt yogisch-geistiges Japa.
Das Mantra auch im Geist zu wiederholen und die Bījas der Aufstiegsfolge nach zu führen, heißt die unübertreffliche Verbindung von Stimme, Geist und Yoga.
Stimmliches Japa entfaltet die Rede, geistiges verleiht Wohlstand, yogisches die Yoga-Vollendungen. Die Verbindung von Stimme und Geist gewährt Vollendung von Rede, Erkenntnis und Herrschaftskraft. Yogisch-geistiges Japa verleiht Aṇimā und alle weiteren Vollendungen. Durch die Verbindung von Stimme, Geist und Yoga erlangt der Mensch rasch alles von der Rede bis zu Akula.
Welche Art auch verwendet wird: Vidyās und Mantras, in der richtigen Folge kurzer, langer und überlanger Laute wiederholt und aus dem Mund des Lehrers empfangen, gewähren sämtliche Ziele.
Wer sie dagegen selbst aus einem Buch entnimmt, gelangt nach der Warnung der Schrift in die Raurava-Hölle. Deshalb soll der vertrauensvolle Übende Śivas Āgamas unter Weisung des Lehrers studieren, nicht unabhängig davon.“
Prüfung des Feuerortes und der Planeten
Der Muhūrtacintāmaṇi gibt folgende Rechnung: Zur Zahl des Mondtages, gerechnet vom ersten hellen Tag an, addiere man eins und die Zahl des Wochentages, gerechnet von Sonntag an, und teile durch vier. Bei Rest drei oder null wohnt das Feuer auf der Erde; Homa bringt Glück. Bei Rest eins wohnt es im Himmel, bei Rest zwei in der Unterwelt; die Texte verbinden damit Verlust von Leben beziehungsweise Vermögen.
Zur Planetenprüfung sagt der Rudrayāmala: Die Reihenfolge lautet Sonne, Merkur, Venus, Saturn, Mond, Mars, Jupiter, Rāhu, Ketu. Vom Mondhaus der Sonne bis zum Mondhaus des betreffenden Tages werden jeweils drei Mondhäuser einem dieser Planeten zugeteilt.
Die zugesprochenen Folgen sind: bei Sonne Kummer, bei Merkur Geldzufluss, bei Venus Gewinn, bei Saturn Bedrängnis, bei Mond großer Gewinn, bei Mars Bindung, bei Jupiter Vermögen, bei Rāhu Verlust und bei Ketu Tod. Grausame Homas sollen nach dieser historischen Ordnung einem grausamen Planeten zugeordnet sein.
Der Autor erklärt: Das Sonnenmondhaus ist das von der Sonne besetzte, das Mondmondhaus das des Tages. Die Dreiergruppen werden in der genannten Planetenfolge verteilt. Grausames Homa meint Handlungen mit Zielen wie Tötung oder Vertreibung. Nach Prüfung von Feuerort und Planeten sollen friedliche Homas bei günstigen, grausame bei ungünstigen Planeten vollzogen werden.
Maße von Feuergrube und Opferplatz
Bis zu neunundvierzig Gaben dient ein erhöhter Opferplatz von achtzehn Fingerbreiten Ausdehnung und Daumenhöhe. Bei höheren Zahlen kann je nach Vermögen und Möglichkeit auch eine Grube verwendet werden.
Für fünfzig bis neunundneunzig Gaben wird das Faustmaß genannt; für hundert bis neunhundertneunundneunzig das Aratni-Maß. [Die digitale Definition von Faust und Aratni ist widersprüchlich verkürzt.] Für tausend und mehr gilt eine Elle, für zehntausend zwei, für hunderttausend vier, für eine Million sechs, für zehn Millionen acht oder zehn.
Eine Elle hat vierundzwanzig Fingerbreiten. Eine Fingerbreite entspricht acht quergelegten Gerstenkörnern oder dem mittleren Glied des eigenen Mittelfingers; eine Faustbreite vier Fingerbreiten.
Für die als zwei bis zehn Ellen bezeichneten größeren Gruben beziehungsweise Plätze gibt der Text folgende tatsächliche lineare Maße an: zwei – vierunddreißig Fingerbreiten abzüglich eines halben Gerstenkorns; drei – einundvierzigeinhalb; vier – achtundvierzig; fünf – dreiundfünfzigdreiviertel; sechs – achtundfünfzigdreiviertel; sieben – dreiundsechzigeinhalb; acht – achtundsechzig abzüglich eines Gerstenkorns; neun – zweiundsiebzig; zehn – sechsundsiebzig Fingerbreiten.
Eine Feuergrube ist nur angemessen, wenn Breite, Tiefe, Nabel, Hals, Umrandungen und Yoni-Auslass genau bekannt sind; andernfalls wird sie als äußerst ungünstig bezeichnet. Der ebene Opferplatz ist quadratisch und eine oder vier Fingerbreiten erhöht. Reicht bei groben Opferstoffen das vorgesehene Maß nicht aus, darf das nächstgrößere verwendet werden.
Besondere Regeln bei größeren Homas
Wenn mehrere Priester opfern, kann der Auftraggeber nicht zu jeder einzelnen Gabe rechtzeitig Empfänger und Verzicht aussprechen. Er betrachte dann Gottheit und Stoff innerlich und verzichte insgesamt: „Diese gesamte Menge der Opferstoffe gehört dieser Gottheit, nicht mir.“
Jeder Priester vollziehe Ācamana und Atemregelung, nenne Ort und Zeit und erkläre: „Von diesem Auftraggeber erwählt, werde ich innerhalb dieses Homa von so vielen Gaben den mir zugeteilten Anteil mit den von ihm bereiteten Stoffen ausführen.“ Es folgen Sitzordnung, Elementereinigung und die drei Nyāsas von Seher und den weiteren Zuordnungen der jeweiligen Gottheit. Nach Meditation und innerer Verehrung der Gottheit im Feuer opfern sie nach Osten oder Norden gewandt.
Nach Erreichen der Homa-Zahl werden alle innerhalb der Begrenzungshölzer und des ausgelegten Grases gefallenen Opferreste ins Feuer gegeben, nicht aber die außerhalb gefallenen.
Bei mehrtägigem Homa wird täglich eine bestimmte Zahl vollendet und das Feuer bewahrt; der Abschluss erfolgt an einem günstigen Tag. Täglich werden zu Beginn und Ende Haupt- und Nebengottheiten im Feuer mit Duftstoff, Blumen und weiteren Gaben verehrt. Am Anfang und am Schlusstag verehre man Agni mit Svāhā und Svadhā unter seinem Wurzelmantra; Duftstoff und die entsprechenden Gaben werden ihm außerhalb des Feuers dargebracht.
Wo Homa selbst die hauptsächliche, fruchtbringende Handlung ist und nicht nur ein Glied des Japa, gelten mangels besonderer Tantra-Angabe die Speisungszahlen der Smṛti. Bei hunderttausend Homa-Gaben sind dies in der vorzüglichen Form 960, in der mittleren 520 und in der geringeren 310 Brahmanen.
Werden zusätzlich die Planeten als Glieder der Hauptgottheit verehrt, weil Smṛti- und Tantra-Vorschriften einander nicht widersprechen, ist auch deren Speisung auszuführen: in der vorzüglichen Form 720, in der mittleren 340, in der geringeren 110.
Opferstoffe, Mengen und im Text genannte Ziele
Der folgende Katalog dokumentiert die historischen Ritualzuordnungen des Werkes:
| Stoff und Menge je Gabe | Zugeordnetes Ziel |
|---|---|
| Sesam, eine kleine Handhöhlung oder hundert Körner; ebenso Ghṛta, ein Karṣa | Frieden |
| gekochte Speise, ein Bissen | Nahrung |
| Amṛtā-Holz, kleinfingerdick und vier Fingerbreiten lang; auch Mango-Sprosse | Stillung von Fieber |
| je drei Dūrvā-Halme | Lebensdauer |
| Kṛtamāla-Blüten | Reichtum |
| blaue Lotusse | Genuss |
| Bilva-Blätter | Königtum |
| vollständige Lotusse | umfassende Herrschaft |
| gerösteter Reis, eine Handvoll | eine Braut |
| Nandyāvarta-Blüten | dichterische Begabung |
| Vañjula, Mallikā, Jātī und Punnāga | Glück |
| Bandhūka, Hibiskus, Kiṃśuka und Madhūka | Herrschaftskraft |
| Kadamba-Blüten | Beeinflussung |
| Salz, eine Śukti | Heranziehung |
| Śāli-Reis, eine halbe Handvoll | Getreide |
| Kuṅkuma, Gorocanā und entsprechende Stoffe, eine Guñjā | Glück |
| Palāśa-Blüten und Ghṛta der Kapilā-Kuh im genannten Maß | Glanz |
| Dhuttūra-Blüten | Verwirrung beziehungsweise Wahnsinn |
| Holz von Giftbaum, Nimba, Śleṣmātaka oder Vibhītaka, zehn Fingerbreiten lang | Feindvernichtung |
| mit Nimba-Öl benetztes Salz im genannten Maß | Tötungsritus |
| je eine Krähen- oder Eulenfeder | Entzweiung |
| zwanzig mit Sesamöl benetzte Pfefferkörner | Stillung von Husten und Atemnot |
Große Blumen werden einzeln, kleine zu zweien oder dreien gegeben. Beim Homa als Glied eines Wunsch-Japa entspricht die Zahl einem Zehntel des betreffenden Japa. Ist Homa die Haupthandlung und keine Zahl genannt, gelten tausend Gaben.
Zuerst teile man der erwählten Gottheit das Vorhaben mit und fasse den Entschluss, zur Erfüllung dieses Ziels so viele Gaben darzubringen. Ein Karṣa besteht aus sechzehn Māṣas zu je zehn Guñjās; eine Śukti aus zwei Karṣas; eine Handvoll wird als ein Pala angesetzt.
Während des Puraścaraṇa vorgeschrieben
Festigkeit des Geistes, Reinheit, Schweigen, Betrachtung der Mantrabedeutung, Loslösung, Vertrauen, Eifer, Abwesenheit von Zorn, Zufriedenheit, Sinnesbeherrschung, Brahmacarya und Verneigung vor dem Lehrer. Ferner Bad mit duftender Āmalaka-Zubereitung, gute Kleidung und wohlriechende Salbung; einmal täglich maßvolle Nahrung auf einer Blattunterlage aus Palāśa unter Ausschluss des mittleren Blattes; Schlafen auf gewaschenem Stoff über gereinigtem Darbha; dreimaliges tägliches Bad. Wer dazu nicht imstande ist, bade nur morgens.
Währenddessen untersagt
Unfreundliche oder unwahre Rede; Betreten der Schatten von Karañja, Vibhītaka, Arka und Snuhī; Annahme von Gaben; Umgang mit Uneingeweihten und den im Text ausgeschlossenen sozialen oder religiösen Gruppen; zu viele, nur ein einziges oder schmutzige Gewänder; Wunschriten und nicht vorgeschriebene Handlungen; Essen aus Bronze; schlechte Gesellschaft; heißes Badewasser; Jacke und Turban; Verletzung von Lebewesen; Benutzung von Schuhen, Fahrzeugen und erhöhtem Bett; Nacktheit; Hände ohne Kuśa und übermäßiges Essen. [Die soziale Aufzählung der Quelle umfasst ausdrücklich Frauen, Śūdras, Ausgestoßene und Nichtgläubige; diese historische Ausschlussregel wird nicht als heutige Empfehlung übernommen.]
Erlaubte Nahrung
Genannt werden die bezeichneten weißen beziehungsweise winterlichen Getreidearten, Nīvāra, Kaṅgu, die als Vaṣṭikā erfasste Sorte und Gerste, nach dem historischen Reinheitsmodell nicht von Śūdras bearbeitet; Zuckerrohrprodukte außer Rohzucker; schwarzer Sesam, Mungbohnen, Kalāya, bestimmte Knollen, Kokosnuss, Banane, Lavalī, Jackfrucht, Mango, Āmalaka, frischer Ingwer, Meersalz, Kuhmilchprodukte ohne Entzug ihres Rahms, langer Pfeffer, Kreuzkümmel und Orangen. [Einige Getreidenamen sind digital beschädigt und bleiben als Namen stehen.]
Ausgeschlossene Nahrung
Rohzucker, künstlich bereitetes Salz, abgestandene, völlig fettlose oder durch Insekten verunreinigte Speise, saure Getreideflüssigkeit, Gṛñjana, Bilva, Karañja, Knoblauch, Lotusfasern, Kodrava, in Öl Gebackenes, schwarze Bohnen, Linsen, Kichererbsen, Weizen, Devadhānya und entsprechende weitere Stoffe.
Ordnung des Essens und Abschluss
Die mit Beilagen versehene Speise wird zuerst der erwählten Gottheit dargebracht, mit dem Wurzelmantra besprengt und jeder einzelne Stoff siebenmal damit beseelt; dann esse man. Trinkwasser wird zweiunddreißigmal mit dem Wurzelmantra beseelt.
Tritt während Japa oder der übrigen Handlungen ein dringendes körperliches Bedürfnis auf, erfülle man es an einem sauberen Ort, bade und vollende den Rest. Ist ein Bad nicht möglich, genügen Mantra- oder Aschebad und Wechsel der Kleidung.
Wer so Puraścaraṇa vollzogen, das Mantra verwirklicht und die Gnade der Gottheit erlangt hat, widme sich bei selbständiger Verehrung den anlassbezogenen Riten nach dem Śrīkrama. Besteht ein besonderer Wunsch, führe er die dafür vorgesehene Handlung aus. Mit erfülltem Herzen möge er glücklich leben. Heil sei!
Kolophon
So endet im neuen, dem Kalpasūtra folgenden Nityotsava-Nibandha, verfasst von Umānandanātha, dessen Geist einer Biene an den Lotusfüßen Śrībhāsurānandanāthas gleicht, der vierte Ullāsa, Prauḍha, mit der Darstellung des Śyāmākrama.
Fünfter Ullāsa: Tadanta – die Ordnung der Daṇḍinī
Einleitung
Nachdem er sich vor den beiden Lotosfüßen Śrī Bhāsurānandanāthas verneigt hat, entfaltet Umānandanātha den wunderbaren Tadantollāsa. Hier wird die Ordnung Daṇḍanāthās gelehrt, der Heerführerin der großen Königin Bewusstsein: Zügelung der Übeltäter und Begnadung der Rechtschaffenen stehen unter ihrer Gewalt. Nachdem man die Herrin der Ministerinnen günstig gestimmt hat, vollziehe man den Pañcamīkrama. Alle seine Gliedmantras beginnen mit dem Sprachbīja und glauṃ. Für die Einweihung ist der Ārambhollāsa heranzuziehen. Eine eigene tantrische Sandhyā wird hier nicht angesetzt, weil der Verfasser der Sūtras sie nicht vorgeschrieben hat. Die morgendlichen Verrichtungen soll man jedoch um Mitternacht mit Bālā ausführen; denn sie ist vor dem Mantra der erwählten Gottheit zu unterweisen.
Nächtliches Erwachen und tägliche Reinigung
Der Übende erwache um Mitternacht und vollziehe nach dem Śrīkrama die Folge von der Meditation über den Guru bis zum Prāṇāyāma. Am Anfang der Gurupādukāformel ersetze er die drei Tārās durch die beiden Bījas aiṃ glauṃ. Im höchsten Raum des Herzens erforsche er den unangeschlagenen Klang: Er leuchtet dort als Entfaltung des höchsten Bewusstseins und schenkt ungeteilte Glückseligkeit. Durch diese Versenkung werden sämtliche Befleckungen verbrannt. Er wiederhole den Wurzelmantra zehnmal geistig, stehe auf, erledige die notwendigen Verrichtungen und nehme zu Hause eines der drei Bäder vor: das Wasserbad, das Mantrabad oder das Aschebad.
Beim Wasserbad gieße er mit dem Wurzelmantra dreimal eine Handvoll Wasser auf den Kopf, vollziehe dreimal Ācamana und besprenge sich dreimal. Mantra- und Aschebad erfolgen entsprechend den Smṛtis. Er lege zwei gewaschene Gewänder und das vorgeschriebene Stirnzeichen an, nehme mit dem Wurzelmantra dreimal Ācamana vor, wische zweimal, berühre einmal und berühre anschließend Augen, Nasenöffnungen, Ohren, Schultern, Nabel, Herz und Kopf.
Eintritt in den Verehrungsraum
Nach dreimaligem Ācamana gehe er zum Verehrungsraum, dessen Türbereich und Boden mit Kuhdung bestrichen sind. Rechts, links und oben an der Tür verehre er die drei Türgottheiten mit:
aiṃ glauṃ bhadrakālyai namaḥ, bhairavāya, lambodarāya namaḥ||
Er trete ein und schmücke den Raum mit Bodenzeichnungen, Blumengirlanden, Baldachinen und anderem. Mit einer Blumenhandvoll auf dem Boden verehre er den Herrn der Leuchte: aiṃ glauṃ raktadvādaśaśaktiyuktāya dīpanāthāya namaḥ. Rechts lege er die Verehrungsgeräte bereit und entzünde ringsum die Lampen. Mit Duftstoffen und Girlanden geschmückt und mit durch Betel oder die fünf aromatischen Stoffe – Muskatblatt, Muskatnuss, Gewürznelke, Kardamom und Kampfer – wohlriechendem Mund setze er sich mit heiterem Geist nieder. Der saubere, weiche Wollensitz sei gut ausgebreitet, zwölfmal mit dem letzten Bīja Bālās besprochen und mit dem Wurzelmantra besprengt. Mit aiṃ glauṃ ādhāraśaktikamalāsanāya namaḥ nehme er nach Osten oder Norden gewandt einen Sitz wie Padmāsana ein.
Mit über dem Kopf gefalteten Händen spreche er: aiṃ glauṃ śivādiśrīgurubhyo namaḥ; aiṃ glauṃ samastaguptaprakaṭasiddhayoginīcakraśrīpādukābhyo namaḥ. Links verneige er sich mit der Gurupādukā vor dem Guru, rechts mit dem Mahāgaṇapatimantra vor Gaṇapati. Mit wiederholtem aiṃ glauṃ aiṃ hvaḥ astrāya phaṭ vollziehe er den Nyāsa vom Daumen bis zu den Handflächen, an den Ellenbogen und durch den ganzen Körper. Er vergegenwärtige seine Einheit mit der Gottheit und spreche einmal:
aiṃ glauṃ apasarpantu te bhūtā ye bhūtā bhuvi saṃsthitāḥ|
ye bhūtā vighnakartāraste gacchantu śivājñayā||
Dabei vertreibe er die Hindernisse auf Erde, im Zwischenraum und im Himmel, die das Erscheinen von Getrenntheit hervorrufen: Er stoße dreimal mit der linken Ferse auf den Boden, klatsche dreimal und blicke streng umher. Das dreifache Klatschen bedeutet hier: Mit nach unten gerichteten rechten Mittel- und Zeigefingern schlägt man dreimal hörbar übereinander in die linke Handfläche.
Atemregelung und vorbereitende Nyāsas
Mit namaḥ, dem Daumenmantra, binde er die Haarlocke unter Verwendung der Aṅkuśageste. Nach dem Śrīkrama vollziehe er die Reinigung der Elemente und die Belebung seiner selbst. Wie zuvor regle er den Atem mit dem Wurzelmantra zwanzig-, sechzehn-, zehn-, sieben- oder dreimal.
Er stelle sich ganz aus der lichtgestaltigen Göttin bestehend vor und lege seinem Körper das diamantene Schutzgewand an, das aus dem Geflecht der Nyāsas besteht. Zuerst setze er die beiden genannten Bījas, jeweils von einem Mātṛkābuchstaben umschlossen, an die Mātṛkāstellen: aṃ aiṃ glauṃ aṃ namaḥ auf den Kopf, āṃ aiṃ glauṃ āṃ namaḥ um das Gesicht, entsprechend weiter bis kṣa. Dies ist der Dvitārīnyāsa.
Für den Handnyāsa lauten die fünf Mantras:
aiṃ glauṃ andhe andhini namaḥ aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ||
2 rundhe rundhini namaḥ tarjanībhyāṃ namaḥ||
2 jambhe jambhini namo madhyamābhyāṃ namaḥ||
2 mohe mohini namaḥ anāmikābhyāṃ namaḥ||
2 stambhe stambhini namaḥ kaniṣṭhikābhyāṃ namaḥ||
Sie werden der Reihe nach auf Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger, Ringfinger und kleinen Finger gesetzt. Für die sechs Glieder lauten die Formeln:
aiṃ glauṃ aiṃ namo bhagavati vārtāli vārtāli hṛdayāya namaḥ||
2 vārāhi vārāhi śirase svāhā||
2 varāhamukhi varāhamukhi śikhāyai vaṣaṭ||
2 andhe andhini namaḥ kavacāya hum||
2 rundhe rundhini namaḥ netratrayāya vauṣaṭ||
2 jambhe jambhini namaḥ astrāya phaṭ||
Sie gehören zu Herz, Kopf, Haarlocke, Schutzpanzer, drei Augen und Waffe. Im Handnyāsa gibt es hier keinen Waffenmantra; deshalb entfällt der Nyāsa der Handflächen.
Reinigung der Arghyagaben
Allgemeines und besonderes Arghya bereite er nach dem Śrīkrama. Bei beiden werden die Figuren vom äußeren Viereck aus nach innen angelegt. Die Unterlage wird mit aiṃ glauṃ aṃ ātmatattvāya ādhāraśaktaye vauṣaṭ, das Gefäß mit aiṃ glauṃ uṃ vidyātattvāya padmāsanāya vauṣaṭ eingesetzt. Mit aiṃ glauṃ maṃ śivatattvāya somamaṇḍalāya namaḥ fülle er reines Wasser ein. Für das Einfüllen der Milch ist ein weiterer Mantra genannt:
aiṃ glauṃ brahmāṇḍakhaṇḍasambhūtamaśeṣarasasambhṛtam|
āpūritaṃ mahāpātraṃ pīyūṣarasamāvaha||
Die Besonderheiten sind der zugehörige Sechsgliedernyāsa, das Wegfallen der Besprechung mit den vierundneunzig Mantras und die zehnmalige Besprechung mit dem Wurzelmantra. Mit Tropfen des besonderen Arghya reinige er die Verehrungsgeräte.
Die fünf siebensilbigen Mantras und die acht Abschnitte
Die fünf Mantras andhe andhini namaḥ und die folgenden, jeweils mit den zwei Bījas beginnend, setze er auf Kopf, Gesicht, Herz, Geschlechtsbereich und Füße.
Dann setze er die acht Abschnitte des Wurzelmantras auf die acht Körperbereiche. Die Textgrundlage überliefert sie wie folgt; beim ersten Abschnitt fehlt im elektronischen Text die ausdrückliche Ortsangabe. Aus der anschließenden Wiederaufnahme ergibt sich der Bereich von den Füßen bis zu den Knien:
| Mantraabschnitt | Körperbereich |
|---|---|
| aiṃ glauṃ aiṃ namo bhagavati vārtāḻi vārtāḻi vārāhi vārāhi varāhamukhi | Füße bis Knie; die Wiederholung von varāhamukhi erscheint ausdrücklich in der folgenden Wiederaufnahme. |
| aiṃ glauṃ andhe andhini namaḥ | Knie bis Hüften |
| aiṃ glauṃ rundhe rundhini namaḥ | Hüften bis Nabel |
| aiṃ glauṃ jambhe jambhini namaḥ | Nabel bis Herz |
| aiṃ glauṃ mohe mohini namaḥ | Herz bis Kehle |
| aiṃ glauṃ stambhe stambhini namaḥ | Kehle bis Brauenmitte |
| sarvaduṣṭapraduṣṭānāṃ sarveṣāṃ sarvavākcittacakṣurmukhagatijihvāstambhanaṃ kuru kuru śīghraṃ vaśyaṃ namaḥ | Brauenmitte bis Stirn |
| aiṃ glauṃ aiṃ glauṃ ṭhaḥ ṭhaḥ ṭhaḥ ṭhaḥ huṃ astrāya phaṭ | Stirn bis Brahmarandhra |
Die ungewöhnlichen Wiederholungen und die Verteilung der einleitenden Bījas werden hier nicht zu einer vermeintlich gesicherten Rezitationsfassung vereinheitlicht.
Wörter des Wurzelmantras an den Mātṛkāstellen
Die zweiundvierzig Wörter des Wurzelmantras werden auf die Mātṛkāstellen gesetzt. Die Folge beginnt mit aiṃ glauṃ; die im Text angeführten Zuordnungen sind:
| Wort beziehungsweise Wortgruppe | Stelle |
|---|---|
| aiṃ namaḥ | Kopf |
| glauṃ | Gesichtsumkreis |
| aiṃ | beide Augen |
| namo | beide Ohren |
| bhagavati | Nasenöffnungen |
| vārtāḻi | Wangen |
| vārtāḻi | Lippen |
| vārāhi | Zahnreihen |
| vārāhi | Brahmarandhra |
| varāhamukhi | Mundinneres |
| varāhamukhi | rechter Armansatz |
| andhe | rechtes mittleres Armgelenk |
| andhini | rechtes Handgelenk |
| namo | rechte Fingerwurzeln |
| rundhe | rechte Fingerspitzen |
| rundhini | linker Armansatz |
| namo | linkes mittleres Armgelenk |
| jambhe | linkes Handgelenk |
| jambhini | linke Fingerwurzeln |
| namo | linke Fingerspitzen |
| mohe | rechter Oberschenkelansatz |
| mohini | rechtes Knie |
| namo | rechtes Fußgelenk |
| stambhe | rechte Zehenwurzeln |
| stambhini | rechte Zehenspitzen |
| namo | linker Oberschenkelansatz |
| sarvaduṣṭapraduṣṭānāṃ | linkes Knie |
| sarveṣa [Lesart der Textgrundlage] | linkes Fußgelenk |
| sarvavākcittacakṣurmukhagatijihvāstambhanaṃ | linke Zehenwurzeln |
| kuru | linke Zehenspitzen |
| kura [Lesart der Textgrundlage] | beide Flanken |
| śīghraṃ | Rücken |
| vaśyaṃ | Nabel |
| aiṃ | Bauch |
| glauṃ | Herz |
| ṭhaḥ | rechte Achsel |
| ṭhaḥ | Nacken |
| ṭhaḥ | linke Achsel |
| ṭhaḥ | vom Herzen zu den Händen |
| huṃ | vom Herzen zu den Füßen |
| astrāya | vom Herzen bis zum After |
| aiṃ glauṃ phaṭ namaḥ | vom Herzen bis zum Scheitel |
Nyāsa der acht Wirklichkeitsprinzipien
An die acht zuvor genannten Mantraabschnitte füge man jeweils eine der folgenden Formeln an und setze sie auf die acht Körperbereiche, beginnend mit Füßen bis Knien:
- hrāṃ śarvāya kṣititattvādhipataye namaḥ – Śarva, Herr des Erdprinzips;
- hrīṃ bhavāya ambutattvādhipataye namaḥ – Bhava, Herr des Wasserprinzips;
- halūṃ rudrāya vahnitattvādhipataye namaḥ – Rudra, Herr des Feuerprinzips;
- hvaiṃ ugrāya vāyutattvādhipataye namaḥ – Ugra, Herr des Luftprinzips;
- hrauṃ īśānāya bhānutattvādhipataye namaḥ – Īśāna, Herr des Sonnenprinzips;
- soṃ mahādevāya somatattvādhipataye namaḥ – Mahādeva, Herr des Mondprinzips;
- haṃ paśupataye yajamānatattvādhipataye namaḥ – Paśupati, Herr des Opfererprinzips;
- bhauṃ bhīmāya ākāśatattvādhipataye namaḥ – Bhīma, Herr des Raumprinzips.
Die auffälligen Bījaformen des Digitaltextes sind unverändert dokumentiert.
Belebung des Yantra und Verehrung seines Sitzes
Nach dreimaligem Durchdringen mit dem Wurzelmantra streue man vor sich eine Blumenhandvoll auf das schön anzusehende Cakra. Es kann auf weißem Stoff, Tuch oder feinem Gewebe gezeichnet oder auf Gold, Silber, Kupfer, einer Sandelholzplatte oder einer anderen Unterlage gezeichnet beziehungsweise eingraviert sein. Es besteht aus drei äußeren Einfassungen, tausend und hundert Blättern, acht Blättern, Sechs-, Fünf- und Dreieck sowie Bindu. Seine Lebenskraft wird eingesetzt mit:
aiṃ glauṃ vārtāḻiyantrasya prāṇāḥ iha prāṇāḥ; aiṃ glauṃ vārtāḻiyantrasya jīva iha sthitaḥ; aiṃ glauṃ vārtāḻiyantrasya sarvendriyāṇi; aiṃ glauṃ vārtāḻiyantrasya vāṅmanaḥprāṇāḥ ihāyāntu svāhā.
In der Mitte des Sitzes verehre man, jeweils mit aiṃ glauṃ und namaḥ: die goldene Umwallung, den Ozean des berauschenden Trankes, die Varāhainsel und den Varāhasitz; sodann āṃ ādhāraśaktaye, kūṃ kūrmāya, kaṃ kandāya, aṃ anantanāḻāya. In den Zwischenrichtungen, beginnend im Südosten, verehre man Dharma, Erkenntnis, Leidenschaftslosigkeit und Herrschermacht; in den Hauptrichtungen von Osten aus deren Gegenstücke Adharma, Unwissenheit, Verhaftung und Ohnmacht. Die dafür gedruckten Vokalbījas sind in der Sanskritfassung dokumentiert; ihre elektronische Überlieferung ist teilweise unregelmäßig.
Mit aiṃ glauṃ tryarapañcāraṣaḍaradaḻāṣṭakaśatapatrasahasrārapadmāsanāya namaḥ verehre man das Cakra als Lotossitz mit Dreieck, Fünfeck, Sechseck, acht Blättern, hundert Blättern und tausend Speichen. Dort verehre man ferner mit aiṃ glauṃ … namaḥ: Feuerkreis, Sonnenkreis, Mondkreis, saṃ sattvāya, raṃ rajase, taṃ tamase, āṃ ātmane, aṃ antarātmane, paṃ paramātmane, hrīṃ jñānātmane. Von der goldenen Umwallung bis zum Erkenntnisselbst sind es siebenundzwanzig Sitzmantras.
Am Bindu verehre man den Sitz der Göttin mit Blumen: aiṃ glauṃ hauṃ pretapadmāsanāya sadāśivāya namaḥ. Mit der gestaltbildenden Vidyā aiṃ glauṃ ḷ ṣā ī varāhamūrtaye ṭhaḥ ṭhaḥ ṭhaḥ ṭhaḥ huṃ phaṭ glauṃ aiṃ vergegenwärtige man die Gestalt der Cakragöttin. Auch diese Silbenfolge folgt der Textgrundlage; die Lesung ist nicht unabhängig gesichert.
Meditation über die Göttin
Im Herzen meditiere man:
„Ich gedenke Vārtāḻīs, die auf einem Lotossitz thront, dunkel wie eine Regenwolke, mit gekrümmten Hauern und drei gelbbraunen Augen, mit vollen Brüsten, freigebig gegenüber den Wünschen der sich Verneigenden.
In ihren rechten Händen trägt sie von oben her Diskus, Schwert, Stößel und die Geste der Furchtlosigkeit; in den anderen entsprechend Muschelhorn, Schild, Pflug und die Geste des Gewährens.“
Mit dem hier als ari bezeichneten Diskus ist Sudarśana gemeint.
Die sechzehn Darbringungen und das Tarpana
Geistig bringe man der Göttin die fünf später genannten Gaben dar. Aus Gnade für die Verehrenden wird sie zur Lichtgestalt, gelangt zum Brahmarandhra, tritt durch die gerade aktive Nasenöffnung hervor und ist in den blumengefüllten gefalteten Händen gegenwärtig. Mit der Wurzelvidyā lade man sie in die Gestalt ein. Mit „Sei eingeladen“ und den entsprechenden Mudrās vollziehe man Einladung, Niederlassung, Herbeiführung der Gegenwart, Festigung, Zuwendung und Umhüllung. Man zeige Vandana-, Dhenu- und Yonimudrā; ihre Formen wurden im Śrīabschnitt gelehrt.
Mit einer Blume setze man die zuvor genannten sechs Gliedmantras sowie die fünf Mantras andhe andhini namaḥ und die folgenden auf die betreffenden Glieder der Göttin. Nach dem Muster aiṃ glauṃ vārāhyai pādyaṃ kalpayāmi namaḥ bringe man die sechzehn Gaben dar: Fußwasser, Arghya, Trinkspülwasser, Bad, Gewand, Duft, Blumen, Räucherwerk, Licht, Schwenken des Lichtes, Schirm, zwei Wedel, Spiegel, Speise, Trinkwasser und Betel. Zur Speisedarbringung gehören Wasser vorher und nachher, Händewaschen, Mundausspülen und Ācamana. Für die Speise zeichne man Dreieck, Kreis und Quadrat, besprenge sie mit dem Wurzelmantra, mache sie mit vaṃ und Dhenumudrā zu Nektar, bespreche sie siebenmal mit dem Wurzelmantra und zeige die Mudrās der Lebenskräfte.
An den Wurzelmantra füge man vārtāḻīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi an. Zehnmal erfreue man die Göttin durch Blumen aus der rechten Hand und gleichzeitig herabfallende Milchtropfen, die mit dem in der linken Tattvamudrā gehaltenen Stück des „zweiten“ Ritualstoffes aufgenommen werden. Dann verehre man die sechs Glieder mit den entsprechenden Gliedmantras und den Abschlüssen hṛdayaśaktiśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ, entsprechend für Kopf-, Haarlocken-, Panzer-, Augen- und Waffenśakti. Die Stellen sind die betreffenden Glieder der Göttin, die Ecken Südost, Nordost, Südwest und Nordwest, der Scheitel und die Richtungen von Osten an.
Die drei Ströme der Lehrer
Hinter der Göttin verehre man auf drei nach Osten endenden Linien, in der angegebenen südlichen Anordnung, die drei Lehrerströme. Die Formel beginnt mit aiṃ glauṃ, nennt den jeweiligen Namen und endet mit śrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ.
- Göttlicher Strom: Paraprakāśānandanātha, Parameśānanda, Paraśivānanda – als Lesart wird Parasiddhānanda genannt –, Kāmeśvaryambānanda, Mokṣānanda, Kāmānanda, Abhṛtānandanātha [so der Digitaltext].
- Strom der Vollendeten: Īśānandanātha, Tatpuruṣānanda, Aghorānanda, Vāmadevānanda, Sadyojātānandanātha.
- Menschlicher Strom: Pañcottarānandanātha, Paramānanda, Sarvajñānanda, Sarvānanda, Siddhānanda, Govindānanda, Śaṅkarānandanātha.
Zusammen sind es neunzehn Lehrer.
Verehrung der sechs Umkreise
Die Verehrung der Gliedgottheiten und aller Umkreise folgt der bei der Göttin beschriebenen Weise. Im Dreieck beginne man bei der vor der Göttin liegenden Ecke und gehe im Uhrzeigersinn voran. Mit aiṃ glauṃ und dem Abschluss śrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ verehre man Jambhinī, Mohinī und Stambhinī. Dies ist der erste Umkreis. Bei Jambhinī liest die elektronische Quelle am Anfang abweichend eṃ.
Im Fünfeck verehre man ebenso Andhinī, Rundhinī, Jambhinī, Mohinī und Stambhinī. Dies ist der zweite Umkreis.
An den Ansätzen der sechs Ecken verehre man in derselben Richtung die sechs Mütter. Ihre Anrufungen beginnen mit aiṃ glauṃ, erhalten die folgenden Silben und Namen und schließen mit der Verehrung und dem Tarpana ihrer Śrīpādukā: ā kṣā ī brāhmī; ī ḻā ī māheśvarī; ū hā ī kaumārī; ṝ sā ī vaiṣṇavī; ai śā ī indrāṇī; au vā ī cāmuṇḍā.
An den Eckspitzen und in der Mitte verehre man die Herrinnen der Körpergewebe mit den folgenden überlieferten Mantras. Diese Formeln enthalten ausdrücklich feindbezogene Gewaltbilder; sie stehen hier als historische Textdokumentation, nicht als persönliche Praxisempfehlung.
aiṃ glauṃ ya ma ra yūṃ yāṃ yīṃ yūṃ yaiṃ yauṃ yaḥ yākini jambhaya jambhaya mama sarvaśatrūṇāṃ tvagdhātuṃ gṛhṇa gṛhṇa aṇimā’di vaśaṃ kuru kuru svāhā yākinīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi nama||
2 ra ma ra yūṃ rāṃ rīṃ rūṃ raiṃ rauṃ raḥ rākini jambhaya jambhaya mama sarvaśatrūṇāṃ raktadhātuṃ piba piba aṇimā’di vaśaṃ kuru kuru svāhā rākinīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
2 la ma ra yūṃ lāṃ līṃ lūṃ laiṃ lauṃ laḥ lākini jambhaya jambhaya mama sarvaśatrūṇāṃ māṃsadhātuṃ bhakṣaya bhakṣaya aṇimā’di vaśaṃ kuru kuru svāhā lākinīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
2 ḍa ma ra yūṃ ḍāṃ ḍīṃ ḍūṃ ḍaiṃ ḍauṃ ḍaḥ ḍākinī jambhaya jambhaya mama sarvaśatrūṇāṃ medodhātuṃ grasa grasa aṇimā’di vaśaṃ kuru kuru svāhā ḍākinīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
2 ka ma ra yūṃ kāṃ kīṃ kūṃ kaiṃ kauṃ kaḥ kākini jambhaya jambhaya mama sarvaśatrūṇāṃ asthidhātuṃ bhañjaya bhañjaya aṇimā’di vaśaṃ kuru kuru svāhā kākinīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
2 sa ma ra yūṃ sāṃ sīṃ sūṃ saiṃ sauṃ saḥ sākini jambhaya jambhaya mama sarvaśatrūṇāṃ majjādhātuṃ gṛhṇa gṛhṇa aṇimā’di vaśaṃ kuru kuru svāhā sākinīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
2 ha ma ra yūṃ hāṃ hīṃ hūṃ haiṃ hauṃ haḥ hākini jambhaya jambhaya mama sarvaśatraṇāṃ śukladhātuṃ piba piba aṇimā’di vaśaṃ kuru kuru svāhā hākinīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
Rechts und links des Sechsecks verehre man Krodhinī und Stambhinī:
aiṃ glauṃ krodhinīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
2 stambhinīśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ||
Dort verehre man auch den hemmenden Stößel und den heranziehenden Pflug:
2 stambhanamusalāyudhāya namaḥ||
2 ākarṣaṇahalāyudhāya namaḥ||
Außerhalb des Sechsecks, vor der Göttin, verehre man Caṇḍoccaṇḍa mit aiṃ glauṃ kṣauṃ krauṃ caṇḍoccaṇḍāya namaḥ. Dies ist der dritte Umkreis.
Auf den acht Blättern verehre man mit der üblichen Śrīpādukāformel: Vārtāḻī, Vārāhī, Varāhamukhī, Andhinī, Rundhinī, Jambhinī, Mohinī und Stambhinī. Außerhalb davor stehe das Reittier der Göttin, der große Büffel, verehrt mit eṃ glauṃ mahāmahiṣāya devīvāhanāya namaḥ [so die Anfangssilbe der Quelle]. Dies ist der vierte Umkreis.
Auf dem hundertblättrigen Lotos, an achtunddreißig Blattverbindungen vor der Göttin, verehre man mit aiṃ glauṃ … namaḥ der Reihe nach: Jambhinī, Indra, die Apsarasen, die Siddhas, die zwölf Ādityas, Agni, die Sādhyas, die Viśvedevas, Viśvakarman, Yama, die Mütter, Rudras Begleiter, die Rudras, Mohinī, Nirṛti, die Rākṣasas, die Mitras, die Gandharvas, die Scharen der Bhūtas, Varuṇa, die Vasus, die Vidyādharas, die Kinnaras, Vāyu, Stambhinī, Citraratha, Tumburu, Nārada, die Yakṣas, Soma, Kubera, die Devas, Viṣṇu, Īśāna, Brahmā, die beiden Aśvins, Dhanvantari und die Vināyakas. Außerhalb verehre man den Gebietshüter mit aiṃ glauṃ rauṃ kṣauṃ kṣetrapālāya namaḥ, den vorzüglichen Löwen als Reittier mit aiṃ glauṃ siṃhavarāya devīvāhanāya namaḥ und noch außerhalb den großen schwarzen Tierkönig als Reittier mit aiṃ glauṃ mahākṛṣṇāya mṛgarājāya devīvāhanāya namaḥ. Dies ist der fünfte Umkreis.
Der tausendblättrige Lotos wird in acht Teile von je hundertfünfundzwanzig Blättern geteilt. Von Osten an verehre man der Reihe nach die Richtungselefanten Airāvata, Puṇḍarīka, Vāmana, Kumuda, Añjana, Puṣpadanta, Sārvabhauma und Supratīka mit aiṃ glauṃ … namaḥ. Sie können auch außerhalb des Ozeans des berauschenden Trankes in den acht Richtungen verehrt werden.
An der äußeren Umwallung, in den acht Richtungen von Osten an sowie unten und oben, verehre man die zehn Bhairavas. Die erste Formel lautet: aiṃ glauṃ kṣauṃ hetukabhairavakṣetrapālāya namaḥ; hetukabhairavaśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ. Entsprechend folgen Tripurāntakabhairava, Agnibhairava, Yamajihvabhairava, Ekapādabhairava, Kālabhairava, Karāḻabhairava, Bhīmarūpabhairava, Hāṭakeśabhairava und Acalabhairava. Dies ist der sechste Umkreis.
Man stelle sich vor: Alle Umkreisgottheiten sitzen der Göttin zugewandt; ich selbst verehre jede von ihnen, indem ich mich ihr zuwende.
Erneute Verehrung, Feueropfer und Bali
Nach der Verehrung der sechs Umkreise erfreue man die Göttin dreimal durch Tarpana, verehre sie nochmals mit den sechzehn Gaben und vollziehe nach dem Śrīkrama Homa und anschließend Bali.
Wenn kein Homa ausgeführt wird, bestreiche man vor der Göttin links eine handbreite Fläche mit gewöhnlichem Wasser und zeichne ein Maṇḍala aus Dreieck, Kreis und Quadrat. Reinen gekochten Reis vermenge man mit Blutreis, Kurkumareis, dem „zweiten“ Stoff vom Büffel, geröstetem Mehl, Zucker, dem als hetu bezeichneten Trank, den drei Früchten, Honig, den drei Mudgabohnen, Māṣamehl, Dickmilch, Milch und Ghee. Daraus forme man zehn Klöße von Hühnereigröße und einen von Kapitthafruchtgröße und lege sie dort nieder. Daneben stelle man einen Becher mit den ersten drei Ritualstoffen. Die zehn kleineren Klöße bringe man in den zehn Richtungen den zehn Bhairavas von Hetuka bis Acala mit ihren zuvor genannten Mantras dar. Den großen Kloß und den Becher in der Mitte gebe man Caṇḍoccaṇḍa mit aiṃ glauṃ kṣauṃ krauṃ caṇḍoccaṇḍāya namaḥ. „Drei Früchte“ bedeutet Triphalā; die drei Mudgas sind die grüne, schwarze und gelbe Art.
Danach wasche man die Hand, bringe der Göttin drei Blumenhandvoll dar, umschreite sie, verneige sich und beginne den Japa.
Japa des Vārāhīmantras
Für den großen Vārāhīmantra setze man die folgenden Zuordnungen ein: Brahmā als Seher auf dem Kopf, Gāyatrī als Versmaß am Mund, Vārāhī als Gottheit im Herzen, aiṃ glauṃ als Bīja im Geschlechtsbereich, phaṭ als Śakti an den Füßen, ṭhaḥ ṭhaḥ ṭhaḥ ṭhaḥ als Kīlaka am Nabel und „zur Erfüllung aller meiner erstrebten Ziele“ als Anwendung in den zusammengelegten Händen. Man durchdringe sich dreimal mit dem Wurzelmantra, setze die fünf Formeln andhe andhini namaḥ und die folgenden auf die Finger und die sechs Gliedmantras auf Herz und die weiteren Stellen. Nach der oben gelehrten Meditation bringe man geistig dar:
- aiṃ glauṃ śrīvārāhyai laṃ pṛthivyātmakaṃ gandhaṃ kalpayāmi namaḥ – Duft in Gestalt der Erde;
- aiṃ glauṃ śrīvārāhyai haṃ ākāśātmakaṃ puṣpaṃ kalpayāmi namaḥ – Blume in Gestalt des Raumes;
- aiṃ glauṃ śrīvārāhyai yaṃ vāyvātmakaṃ dhūpaṃ kalpayāmi namaḥ – Räucherwerk in Gestalt des Windes;
- aiṃ glauṃ śrīvārāhyai raṃ agnyātmakaṃ dīpaṃ kalpayāmi namaḥ – Licht in Gestalt des Feuers;
- aiṃ glauṃ śrīvārāhyai vaṃ amṛtātmakaṃ naivedyaṃ kalpayāmi namaḥ – Speise in Gestalt des Nektars;
- zur Speisedarbringung aiṃ glauṃ śrīvārāhyai saṃ sarvātmakaṃ tāmbūlaṃ kalpayāmi namaḥ – Betel in Gestalt des Alls.
Dann wiederhole man nach dem Śrīkrama den Wurzelmantra mit der Hindernisgöttin und seinen Aṅga-, Upāṅga- und Pratyaṅgamantras hundertachtmal oder nach Vermögen.
Der Mantra der Hindernisgöttin Vārāhīs ist staṃ stambhinyai namaḥ; er wird zu Beginn dreimal gesprochen. Der Wurzelmantra besteht aus der Gesamtheit der acht beim Nyāsa genannten Abschnitte. Ihr Aṅga ist Laghuvārāhī: ḷṃ vārāhī ḷṃ unmattabhairavīpādukābhyāṃ namaḥ. Ihr Upāṅga ist Svapnavārāhī: oṃ hrīṃ namo vārāhi ghore svapnaṃ ṭhaḥ ṭhaḥ svāhā. Ihr Pratyaṅga ist Tiraskariṇī: aiṃ namo bhagavati mahāmāye paśujanamanaścakṣustiraskaraṇaṃ kuru kuru huṃ phaṭ svāhā. Diese drei werden nach dem Wurzeljapa je ein Zehntel seiner Zahl wiederholt. Danach führe man nochmals Nyāsa und Meditation aus, bringe den Japa dar und singe den Lobpreis.
Vārāhīhymnus: die acht Verse der Gnade
- Mutter der Welten, siegreich ist deine eberköpfige Gestalt: blau wie ein Wasserlotos, mit seidenem Untergewand und leuchtender Krone, Pflug und Stößel tragend, den wahrhaft Hingebungsvollen Wünsche und Furchtlosigkeit gewährend, mit gelbbraunen Augen, schlanker Mitte und festen, vollen Brüsten.
- Wer dir hingegeben ist, Vārāhī, überschreitet schreckliche Not. Die Furcht vor verwirrenden Geistern und Gespenstern wird von fern abgewendet; Glück erwählt ihn [die betreffende Verbform ist im Digitaltext entstellt]. Er überwindet Feinde, wird Herr der Rede, gewinnt im Kampf und bringt die ganze Welt unter seinen Einfluss.
- Bhagavatī, vor deinen Verehrenden werden Widersacher in ihrem Gang gehemmt; ihre Rede stockt, ihre Waffen entgleiten, ihr Herz ist erschüttert, ihr Blick schwindet, ihre Kraft versiegt. Furcht überwältigt sie, ihr Mut zerbricht, ihre Manneskraft ist geschlagen.
- Deine Hand, zart wie ein junger Trieb, würde schon beim Ballspiel ermüden; selbst der Lotos deines Spiels wäre dir eine schwere Last. Dennoch hältst du Stößel und Pflug und nimmst mit ihren Schlägen den Verrätern der heiligen Ordnung das Leben. Wie kühn bist du, Bhagavatī!
- Mutter, die beiden Gottheiten zu deiner Linken und Rechten, deren sanft schwingende Arme wie Ranken die Wedel tanzen lassen, sind allezeit erfreut. Mit dem Bluttrank derer, die den geheimen Lebenswandel verraten, mögen sie alle meine Feinde zur Ruhe bringen.
- Dein Caṇḍoccaṇḍa, der stets vor dir steht, möge Unheil hinwegnehmen: der Gebietsherr, berauscht vom Blutwein derer, die seine Ordnung hassen, erfreut an Lebensopfern als Bali, dessen Mund vom unablässigen Klappern der Hauer und Knochenenden widerhallt.
- Wenn die vier Ozeane mit aufgewühlten Wasserwesen, mit einander bedrängenden Wellenarmen und den wildbewegten Wassern des Weltendes alles überfluten: Wie könnte die Erde aus dem Schlangenloch der Unterwelt wieder aufsteigen, Mutter, hätte sie nicht die Spitzen deiner gekrümmten Hauer als Halt?
- Woher sollte selbst einem schwachen, einsamen Menschen mit erschüttertem Geist Furcht kommen – in tiefer Dunkelheit, im menschenleeren Wald, im Getümmel von Piśācas, Nachtwesen und Pramathas, in Gefahr durch Räuber, Tiger, Schlangen oder Elefanten –, wenn dein Name, Mutter, auch nur einmal in seinem Mund gegenwärtig ist?
- Wer diesen Lobpreis der Ebergesichtigen liest, der in herzbewegenden Versen ihre Macht kundtut, alle Früchte schenkt und von Mantrasilben erfüllt ist, erlangt Tüchtigkeit, langes Leben, liebenswerte Dichtkunst, Kinder, Freude, Vermögen, Gesundheit, Ruhm, Glück, Sieg und Land.
So endet das Anugrahāṣṭaka; auf die acht Lobverse folgt als neunter Vers die Aussage über seine Frucht.
Die acht Verse der Zügelung
Der folgende Nigraha-Hymnus enthält Verwünschungen gegen Gegner. Die Übersetzung bewahrt diese historische Aussage; sie deutet sie nicht stillschweigend in eine ausschließlich innere Symbolik um.
- Ebergesichtige Göttin, große Herrin: Wer mir, dessen Selbst an deinem Lotosfußpaar haftet, durch Geist, Körper oder Rede feindlich ist, dessen Lebenskräfte mögen sich heute zum Verlassen seines Körpers anschicken, während sein Geist sich unter den großen Schmerzen der harten Schläge deiner eisernen Pflugspitze überschlägt.
- Göttin, durch die Macht der Hingabe an deine Lotosfüße ist mein schlechtes Wirken geschwunden. Wer in dieser Welt dennoch ein grausames, beflecktes Verhalten gegen mich entfaltet, aus dessen Herzen füllst du sogleich den Becher deiner Lotoshand mit hervorströmendem Blut; mich aber erfüllst du mit den Früchten meiner Wünsche.
- Mutter, Caṇḍoccaṇḍa ist furchterregend in seiner Macht: Aus dem Trinken des Blutweines, der aus den Herzen der Bösen spritzt, entsteht sein wildes, schallendes Lachen. Mit den hinweggenommenen Lebenskräften meiner Widersacher erfreue ich ihn sogleich, unter machtvollen Rufen aus der Meditation über dein Fußpaar, wenn die innere Hingabe aufsteigt.
- Vārāhī, kraft deines Befehls sehe ich meinen Gegner bald mit gequältem Geist, schwindendem Bewusstsein, sinkendem Mut und vereiteltem Entschluss, um alle Ziele gebracht, von klagenden Angehörigen umgeben, seine Familie entehrt, mit einer von Würmern befallenen Halswunde, immer wieder erschöpft am Boden wälzend.
- Vārāhī, in allen Wesen pulsierst du als ihr Leben; deine Kraft durchdringt Bewegliches und Unbewegliches. Dich bitte ich: Denen, die mir, der ich an deinen Lotosfüßen hänge, auch nur einmal Böses antun wollen, gewähre keinen Aufenthalt in einem weiteren Körper, Geliebteste Śaṅkaras.
- Geliebte des Herrn des Weltalls, siegreich bist du als Schicksalsordnung, die den Wesen die Grenze ihres Lebens setzt und die Früchte des Handelns reifen lässt. Um etwas Untrügliches bitte ich dich: Das Leben unseres Widersachers möge allein auf deinen Befehl, Mutter, nur bis zu der von mir gewünschten Grenze reichen.
- Mutter, heute vermag ich mit meinem stumpfen Geist dich noch nicht recht zu verehren. Doch bin ich ein Gefäß des Mitgefühls der verehrten Lotosfüße des Lehrers. Welches Unheil irgendein Wesen gegen mich ersinnt, das möge dem Gegner selbst widerfahren, Göttin; mir aber, der ich deinem heilvollen Stand anhange, möge Heil werden.
- Wer dich im Herzen bewahrt – dunkel, mit drei lotosroten Augen, der Mondsichel als Haarschmuck, mit dem zum Weltschutz bereiten Pflug, dem erhobenen Stößel und der Furchtlosigkeitsgeste, mit blutigem Schädeltopf, du auf Śivas Schoß thronende Ebergesichtige –, wie könnten dessen Feinde auch nur einen Augenblick am Leben bleiben?
So endet das Nigrahāṣṭaka.
Verehrung der Gemeinschaft, des Guru, der Śaktis und des Vaṭuka
Danach verehre man mit Duft und weiteren Gaben den Kreis, der aus Paaren von Yoginīs und Vīras besteht, und erfreue den Guru nach seinen Möglichkeiten. Man lade drei voll erwachsene, mit den vorgeschriebenen Merkmalen ausgestattete Śaktis und einen Vaṭuka ein, salbe und bade sie. Das zusätzliche Eigenschaftswort der drei Śaktis ist im Digitaltext beschädigt. Eine nehme in der Mitte Platz, als Vārtāḻī betrachtet; die beiden anderen seitlich als Krodhinī und Stambhinī. Den Vaṭuka lasse man vorne sitzen und betrachte ihn als Caṇḍoccaṇḍa. Mit ihren jeweiligen Namenmantras, umschlossen von den zwei Tārās und namaḥ, erfreue man sie mit Duft, Milch und allen übrigen Gaben. Man bitte die Śaktis: „Möge mein Śrīvārtāḻīmantra zur Vollendung gelangen.“ Sie antworten: „Mögen die übergeordneten Gottheiten gnädig sein.“
Verwendung des Opferrestes und Vollendung der Mantrapraxis
Die weiteren Handlungen von der Verwendung des Opferrestes bis zur Entlassung des besonderen Arghya vollziehe man nach dem Śrīkrama. Die Besonderheit bei der Verwendung des Opferrestes ist, dass die Reinigung der drei Tattvas allein mit dem Wurzelmantra erfolgt.
Wer diese tägliche Ordnung befolgt, vollziehe nach dem im Śyāmākrama erläuterten Verfahren das Puraścaraṇa: täglich tausend Wiederholungen bis zur Gesamtzahl von hunderttausend, die wegen des gegenwärtigen Kaliyuga vervierfacht wird. Ein Zehntel davon bringe er als Tarpana mit Kokoswasser dar; ein Zehntel dieses Tarpana als Homa mit Tāpiñchablüten, handhohlenweise bemessenem Sesam oder hundert Kurkumastücken, beziehungsweise mit den in anderen Tantras genannten Stoffen, mit den drei Süßigkeiten bestrichen und mit dem hetu-Trank vermischt. Vor den fünf Darbringungen sowie bei den Mahāvyāhṛtis und den entsprechenden vorbereitenden Opfern verwende er nur Ghee, bei den übrigen die genannten Tāpiñchastoffe und anderen Gaben.
Ist der Mantra so vollendet, widme man sich bei selbstständiger Verehrung den anlassbezogenen Riten in der im Śrīkrama gelehrten Ordnung. Besteht ein bestimmter Wunsch, vollziehe man nach der zuvor beschriebenen Ordnung das dazu passende Homa. Mit erfülltem Verlangen und wirksamer Weisung lebe man glücklich. Heil sei!
Damit ist im Nityotsava, der neuen, den Kalpasūtras folgenden Abhandlung, verfasst von Umānandanātha, dessen Geist einer Biene an den Lotosfüßen Śrī Bhāsurānandanāthas gleicht, der fünfte Ullāsa, Tadanta, vollendet.
Sechster Ullāsa: Unmana – die Ordnung der Parā
Einleitung
Nachdem er sich vor den beiden Lotosfüßen Śrī Bhāsurānandanāthas verneigt hat, besingt Umānandanātha die Herrlichkeit des Unmanollāsa. Hier ist Parā, die das Herz Śrīs bildet, Gegenstand der Verehrung. Sollte nicht dem, der den Sinn der Herrin kennt, auf Schritt und Tritt Freude zuteilwerden? Die nötige Einweihungsordnung ist im Ārambhollāsa nachzusehen. Eine eigene Sandhyāverehrung wird nicht gelehrt, weil der Sūtraverfasser sie nicht vorgeschrieben hat. Nachdem man Pañcamī verehrt hat, widme man sich dem Parākrama. Alle seine Mantras beginnen mit dem Śaktibīja.
Morgendliche Verrichtungen
Der ehrwürdige Übende erwache am Morgen. Noch auf dem Lager vollziehe er die rituelle Reinigung durch Berührung des Ohres und lege Asche an. Nach dem Śrīkrama meditiere er über den Guru; mit der weiter unten genannten allgemeinen Gurupādukā, der der Wurzelmantra vorausgeht, und unter vorherigem Zeigen der Mudrās von Sumukha an verehre er ihn. Er regle den Atem auf die später beschriebene Weise. Im tausendblättrigen Lotos am Brahmarandhra vergegenwärtige er die bequem sitzende Mutter, deren Gestalt die folgende Meditation beschreibt und die vom Śaktibīja nicht verschieden ist. Er betrachte sich als überströmt von der Nektarfülle, die von ihrem Fußpaar herabfließt. Der Name der Mutter ist an dieser Stelle im elektronischen Text beschädigt; aus dem Abschnitt ist Parā gemeint.
Zehnmal wiederhole er den Wurzelmantra im Geist. Beim Aufstehen setze er zuerst den Fuß auf der Seite der aktiven Atembahn auf. Nach den notwendigen Verrichtungen, Zahnreinigung und Bad in der zuvor beschriebenen Weise lege er reine Kleidung und das Stirnzeichen an. Mit dem vollständigen Wurzelmantra nehme er dreimal Ācamana vor, wische zweimal, berühre einmal und berühre Augen, Nasenöffnungen, Ohren, Schultern, Nabel, Herz und Kopf.
Eintritt in den Verehrungsraum
Nach dreimaligem Ācamana gehe er zum Verehrungsraum, bestreiche Türbereich und Boden mit Kuhdung und schmücke das Haus mit Bodenzeichnungen, Blumengirlanden, Baldachinen und anderem. Rechts und links an der Tür sowie oben verehre er die drei Türgottheiten mit:
sauḥ bhadrakāḻyai namaḥ; sauḥ bhairavāya namaḥ; sauḥ lambodarāya namaḥ.
Im Inneren verehre er auf dem Boden den Herrn der Leuchte mit einer Blumenhandvoll und sauḥ raktadvādaśaśaktiyuktāya dīpanāthāya namaḥ. Er lege rechts die Verehrungsgeräte bereit, entzünde die Lampe und schmücke sich mit Duft und Girlanden. Die fünf aromatischen Stoffe Muskatblatt, Muskatnuss, Kardamom, Gewürznelke und Kampfer verleihen seinem Mund Wohlgeruch. Mit heiterem Geist nehme er nach Osten oder Norden gewandt Padma-, Svastika- oder einen anderen Sitz ein. Der reine, weich mit Wolle ausgelegte Sitz sei zwölfmal mit dem Wurzelmantra besprochen und einmal besprengt. Dazu spreche er sauḥ ādhāraśaktikamalāsanāya namaḥ.
Mit über dem Kopf gefalteten Händen verehre er die Śrīpādukās aller verborgenen und offenbaren vollendeten Yoginīcakragottheiten: sauḥ samastaguptaprakaṭasiddhayoginīcakradevatāśrīpādukābhyo namaḥ. Auf dem Scheitel verehre er den eigenen Lehrer mit der überlieferten Formel:
sauḥ aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ klīṃ sauḥ aiṃ glauṃ hskhpheṃ ha sa kṣa ma la va ra yūṃ sa ha kṣa ma la va ra yīṃ hsauṃḥ shauḥ amukāmbāsahitāmukānandanāthaśrīguruśrīpādukāṃ pūjayāmi.
Die Silbenfolge folgt dem Digitaltext mit seinen auffälligen Lesarten. „Amukāmbā“ und „Amukānandanātha“ sind Platzhalter für die Namen der jeweiligen Übertragung, keine auszufüllenden Angaben dieser Ausgabe.
Mit gaṃ gaṇapataye namaḥ falte er die Hände über dem Kopf und spreche einmal:
apasarpantu te bhūtā ye bhūtā bhuvi saṃsthitāḥ|
ye bhūtā vighnakartāraste gacchantu śivājñayā||
Mit dreimaligem gleichzeitigen Aufstoßen der linken Ferse, dreimaligem Klatschen und strengem Blick vertreibe er die irdischen, zwischenräumlichen und himmlischen Hindernisse, die Getrenntheit erscheinen lassen. Die Form des dreifachen Klatschens ist die zuvor beschriebene.
Atemregelung und Gliedernyāsa
Nach dem Śrīkrama vollziehe er die Reinigung der Elemente und die Einsetzung der eigenen Lebenskraft. Mit den Mātṛkābuchstaben, denen jeweils sauḥ vorausgeht, führe er in der dort beschriebenen Ordnung den äußeren Mātṛkānyāsa aus. Für das Einatmen wiederhole er den Wurzelmantra sechzehnmal, für das Anhalten vierundsechzigmal und für das Ausatmen zweiunddreißigmal. Diesen Prāṇāyāma vollziehe er zwanzig-, sechzehn-, zehn-, sieben- oder dreimal.
Er betrachte sich als ganz von der lichtgestaltigen Göttin erfüllt. Mit wiederholtem sauḥ namaḥ setze er den Nyāsa auf Kopf, Gesicht, Herz und Mūlādhāra und durchdringe den ganzen Körper. Mit den zweimal durchlaufenen Bestandteilen des Wurzelmantras vollziehe er den Buchstaben-Sechsgliedernyāsa:
sauḥ s hṛdayāya namaḥ; sauḥ au śirase svāhā; sauḥ [ḥ] śikhāyai vaṣaṭ; sauḥ s kavacāya hum; sauḥ au netratrayāya vauṣaṭ; sauḥ [ḥ] astrāya phaṭ.
Die eckigen Klammern verdeutlichen die anschließende ausdrückliche Erläuterung des Grundtextes: Der dritte Bestandteil ist der reine Visarga, nicht ein mit „a“ verbundener Visarga. Die digitale Formelliste lässt ihn als selbstständiges Zeichen aus.
Dann vollziehe er den Mantra-Sechsgliedernyāsa mit dem sechsmal wiederholten vollständigen Wurzelmantra.
Auflösung aller Tattvas im Bewusstseinsfeuer
Mit einem wie ein Krähenschnabel geformten Mund ziehe er die äußere Luft ein und halte sie an. Er wiederhole den Wurzelmantra siebenundzwanzigmal und stelle sich das Erkennbare, das aus den sechsunddreißig Tattvas von Erde bis Śiva besteht, am Nabel versiegelt vor. Nochmals wiederhole er den Wurzelmantra in der genannten Zahl; mit namaḥ binde er die Haarlocke. Er fülle sich wieder wie zuvor mit Luft, entfache damit das Feuer, dessen Wesen das Bewusstsein als Ursache von allem ist, und vergegenwärtige, wie das zuvor versiegelte Erkennbare darin aufgelöst wird.
Arghyareinigung und Einsetzung ins Herz
Allgemeines und besonderes Arghya bereite er nach dem Śrīkrama. Bei beiden zeichne er die Figuren von außen nach innen, vom Viereck bis zum Bindu. Die Unterlage setze er mit aṃ ātmatattvāya ādhāraśaktyai vauṣaṭ, das Gefäß mit uṃ vidyātattvāya padmāsanāya vauṣaṭ ein. Mit maṃ śivatattvāya somamaṇḍalāya namaḥ fülle er reines Wasser ein und mit folgendem Mantra die Milch:
brahmāṇḍakhaṇḍasambhūtamaśeṣarasasaṃbhṛtam|
āpūritaṃ mahāpātraṃ pīyūṣarasamāvaha||
Die Besonderheiten sind: die beiden zuvor beschriebenen Sechsgliederfolgen mit den Verehrungsformeln von hṛdayaśaktiśrīpādukāṃ pūjayāmi bis zur Waffenśakti, die zehnmalige Besprechung mit dem Wurzelmantra und das Wegfallen der vierundneunzig Mantras. Mit Tropfen des besonderen Arghya besprenge er die Verehrungsgegenstände.
Das Erkennbare als Gesamtheit der sechsunddreißig Tattvas, zuvor am Nabel versiegelt und wie geschmolzenes Eisen im Bewusstseinsfeuer aufgelöst, führe er zum Herzenslotos und setze es dort ein.
Errichtung des Parācakra
Mit Blumenwürfen und den folgenden, jeweils mit dem Wurzelmantra beginnenden Formeln errichte er den cakraförmigen Sitz Parāmbās. Das Muster lautet sauḥ pṛthvīyogapīṭhāya namaḥ und entsprechend weiter bis sauḥ śivayogapīṭhāya namaḥ. Die sechsunddreißig Sitze sind:
Erde, Wasser, Feuer, Luft, Raum; Geruch, Geschmack, Sichtgestalt, Berührung, Klang; Zeugungsorgan, Ausscheidungsorgan, Füße, Hände, Sprache; Riechen, Schmecken, Sehen, Tasten, Hören; Ichbildung, unterscheidende Intelligenz, Geist; Prakṛti, Puruṣa; Niyati, Kāla, Vidyā, Kalā, Rāga; Māyā, Śuddhavidyā, Īśvara, Sadāśiva, Śakti und Śiva.
So wird das Parācakra errichtet.
Verehrung der Göttin im Cakra
Am Brahmarandhra meditiere er:
„Die höchste Kalā, dem makellosen Mond gleich, dreiäugig, mit der Mondsichel geschmückt, mit Mudrā und Buch in ihren leuchtenden Armen, möge mich beschützen.“
Die so betrachtete Śrī Parāmbā, deren Wesen die Sādākhyā-Mondkraft ist, lade er mit dem Wurzelmantra in das Parācakra im Herzen ein. Nach dem Wurzelmantra spreche er „Śrī Parāmbā, sei eingeladen“ und entsprechend weiter. Mit den jeweils zugehörigen Mudrās führe er die Handlungen von der Einladung bis zur Umhüllung aus und zeige Vandana-, Dhenu- und Yonimudrā.
Unter Wiederholung des Wurzelmantras bringe er nach dem Muster „Der Śrī Parādevī bereite ich Fußwasser, Verehrung“ die sechzehn Gaben dar: Fußwasser, Arghya, Trinkspülwasser, Bad, Gewand, Duft, Blumen, Räucherwerk, Licht, Lichtschwenken, Schirm, zwei Wedel, Spiegel, Speise, Trinkwasser und Betel. Zur Speise gehören Wasser vor und nach dem Essen, Händewaschen, Mundausspülen und Ācamana. Für die Speise zeichne er Dreieck, Kreis und Quadrat, besprenge sie mit dem Wurzelmantra, verwandle sie mit vaṃ und Dhenumudrā in Nektar, bespreche sie siebenmal mit dem Wurzelmantra und zeige die Mudrās der Lebenskräfte.
Mit Blumen aus der rechten Hand und gleichzeitig herabfallenden Milchtropfen, die am Stück des „zweiten“ Ritualstoffes in der linken Tattvamudrā aufgenommen werden, verehre er der Reihe nach Mūlādhāra, Herz und Mund der Göttin:
sauḥ s prakāśarūpiṇīparābhaṭṭārikāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ;
sauḥ au vimarśarūpiṇīparābhaṭṭārikāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ;
sauḥ prakāśavimarśarūpiṇīparābhaṭṭārikāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ.
Mit sauḥ mahāprakāśavimarśarūpiṇoparābhaṭṭārikāśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ erfreue er die Göttin zehnmal. Die letzte Form enthält die grammatisch auffällige Lesung des Digitaltextes.
Das innere Feueropfer aller Tattvas
Er soll eben diese Göttin betrachten, strahlend wie unzählige Feuer der Weltauflösung. In ihr soll er das zuvor aufgelöste und im Herzen angesiedelte Ganze der sechsunddreißig Tattvas einzeln im Geist darbringen, nach der Form: „sauḥ, ich opfere die Erde, svāhā“; „sauḥ, ich opfere die Wasser, svāhā“, und entsprechend weiter.
In dieser Praxisfolge ist dies selbst das Feueropfer.
Die drei Lehrerströme und das Bali
Mit der oben genannten Gurupādukā, der der Wurzelmantra vorausgeht, verehre man dreimal den Guru auf dem Scheitel. Man vergegenwärtige das erneut entfachte Bewusstseinsfeuer. Hinter der Göttin verehre man auf drei nach Osten auslaufenden Linien in der beschriebenen südlichen Anordnung die drei Lehrerströme. Die Formel beginnt mit sauḥ, nennt die jeweilige Person und endet mit śrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ.
- Göttlicher Strom: Parābhaṭṭārikādevyambā, Aghorānandanātha, Śrīkaṇṭhānandanātha.
- Strom der Vollendeten: Śaktidharānandanātha, Krodhānandanātha, Tryambakānandanātha.
- Menschlicher Strom: Ānandānandanātha, Pratibhādevyambānanda, Vīrānanda, Saṃvidānanda, Madhurādevyambānanda, Jñānānanda, Śrīrāmānanda, Yogānandanātha.
Dann zeichne man ein Maṇḍala aus Dreieck, Kreis und Quadrat, verehre es mit einer Blume und aiṃ vyāpakamaṇḍalāya namaḥ und stelle darauf ein zur Hälfte mit Speise und mit Wasser gefülltes Gefäß, zusammen mit Milch sowie dem ersten und mittleren Ritualstoff. Dreimal spreche man oṃ hrīṃ sarvavighnakṛdbhyaḥ sarvabhūtebhyo huṃ phaṭ svāhā und gebe das Bali. Mit der Tattvamudrā berührte Milch gieße man darüber. Unter Aufstoßen der linken Ferse und Klatschen, mit erhobenem Gesicht, lasse man die Wesen durch die Nārācamudrā das Bali annehmen. Man wasche die Hände, vollziehe geistige Umschreitung und Verneigung und bringe der Göttin eine Blumenhandvoll dar.
Japa des Parāmantras
Für den großen Śrīparābhaṭṭārikāmantra setze man Bhairava als Seher auf den Kopf, Gāyatrī als Versmaß an den Mund, Parāmbā als Gottheit ins Herz, saṃ als Bīja in den Geschlechtsbereich, auḥ als Śakti an die Füße und „zur Erfüllung aller meiner erstrebten Ziele“ als Anwendung in die zusammengelegten Hände. Die Quelle fügt in Klammern die Verehrung des Kīlaka am Nabel ein, nennt dort aber keine eigene Silbe. Man durchdringe sich dreimal mit dem Wurzelmantra und vollziehe Hand- und Gliedernyāsa mit:
| Silbe | Hände: Abschluss namaḥ | Glieder |
|---|---|---|
| sāṃ | aṅguṣṭhābhyāṃ – Daumen | hṛdayāya namaḥ – Herz |
| sīṃ | tarjanībhyāṃ – Zeigefinger | śirase svāhā – Kopf |
| sūṃ | madhyamābhyāṃ – Mittelfinger | śikhāyai vaṣaṭ – Haarlocke |
| saiṃ | anāmikābhyāṃ – Ringfinger | kavacāya huṃ – Schutzpanzer |
| sauṃ | kaniṣṭhikābhyāṃ – kleine Finger | netratrayāya vauṣaṭ – drei Augen |
| saḥ | karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ – Handflächen und Handrücken | astrāya phaṭ – Waffe |
Nach der Meditation „Dem makellosen Mond gleich“ verehre man geistig mit sechs Gaben: sauḥ parādevyai laṃ pṛthivyātmakaṃ gandhaṃ samarpayāmi – Duft als Erde; sauḥ parādevyai haṃ ākāśātmakaṃ puṣpāṇi pūjayāmi – Blumen als Raum; sauḥ parādevyai yaṃ vāyvātmakaṃ dhūpamāghrāpayāmi – Räucherwerk als Wind; sauḥ parādevyai raṃ agnyātmakaṃ dīpaṃ darśayāmi – Licht als Feuer; sauḥ parādevyai vaṃ amṛtātmakaṃ naivedyaṃ nivedayāmi – Speise als Nektar; sauḥ parādevyai saṃ sarvātmakaṃ tāmbūlādisarvopacārān samarpayāmi – Betel und sämtliche Gaben als das All.
Nach dem im Śrīkrama gelehrten Verfahren wiederhole man den Wurzelmantra tausend-, dreihundert- oder hundertmal und singe den Lobpreis.
Hymnus an Parā
Fundstelle: Parāstutiḥ, Verse 1–9. Der Schlussvers schreibt den Hymnus dem Yogin Sahajānanda zu. Die Aufnahme in das Nityotsava macht Umānandanātha nicht automatisch zum Verfasser des zitierten Hymnus.
1. Ich verneige mich vor meinem eigenen Bewusstsein, das durch die in der Überlieferungsfolge stehenden Nāthas, angefangen mit Aghora, offenbar wird: Es durchdringt die Welt und ist zugleich jenseits der Welt.
2. Ich verneige mich vor ihr, deren Lotusfüße Freude sind, deren Glanz dem makellosen Mondkreis gleicht, die auf diesem Kreis thront und deren Bewusstseinskraft durch seine Kalā gestaltet ist.
3. Ich verneige mich vor ihr, der Wurzel des Lotus des Dreizacks der Kräfte, angefangen mit dem Willen, vor ihr in der Gestalt der ursprünglichen Kuṇḍalinī: ewig, in feinster Gestalt, feiner als das Kleine und größer als das Große.
4. Ich verneige mich vor der höchsten Herrin, schön durch Scharen von Perlen und Edelsteinen, bekleidet mit einem Gewand, rein wie der [von seiner Bedeckung befreite] Mond, im Inneren eines goldenen Behältnisses wohnend.
5. Ihre rechte Hand zeigt die Erkenntnisgeste, die das Erleben der Getrenntheit bei den Hingebungsvollen auflöst; ihre linke Hand erstrahlt mit dem kostbaren Buch, das zur Fülle des Ich-Bewusstseins führt.
6. Ich verneige mich vor Parā, deren Lotusaugen Schöpfung, Bestand und Auflösung bewirken und deren Gesicht mit zwei Perlenohrringen geschmückt ist. [Die Aufzählung der kosmischen Namen ihrer Augen ist in beiden konsultierten elektronischen Fassungen beschädigt; sie wird hier nicht stillschweigend rekonstruiert.]
7. Ich verneige mich vor ihr, die für die Schar ihrer Verehrenden die sechs Daseinswege, die sechs Wogen und die sechs Feinde rasch überwindet und das Bewusstsein durch das Entfernen der fünf Hüllen zum Leuchten bringt.
8. Ich verneige mich vor Parā: Indem die Weisen ihre höchste, jenseits der Weltbahnen liegende Stätte erkennen, erwachen sie und gelangen durch ihren Gnadenblick unvermittelt zur Befreiung.
9. Wer diesen Hymnus liest, wird zu einem geeigneten Gefäß für die fünf Gruppen [pañcavarga; die genaue Zuordnung wird an dieser Stelle nicht erklärt]. Gesprochen wurde er vom Yogin Sahajānanda, der die Lotusfüße des Guru verehrt.
So endet der Lobpreis Parās.
Annahme des Opferrestes und Abschluss
Mit den Mantras
sauḥ ātmatattvaṃ śodhayāmi namaḥ svāhā||
sauḥ vidyātattvaṃ śodhayāmi namaḥ svāhā||
sauḥ śivatattvaṃ śodhayāmi namaḥ svāhā||
reinige man die drei Tattvas und nehme den Opferrest an. Mit dem Wurzelmantra entlasse man die Göttin und führe sie mit demselben Mantra zum Brahmarandhra. Man hebe das Gefäß des besonderen Arghya bis zum Kopf und opfere seinen Inhalt mit dem Mantra „ārdraṃ jvalati“ im eigenen Kuṇḍalinīfeuer. Sich selbst betrachte man als die Göttinnengestalt, deren Wesen Kāmakalā ist, und sei einer, der vollbracht hat, was zu vollbringen war.
Vollendung der Mantrapraxis
Während man so die tägliche Ordnung ausführt, vollziehe man nach dem Śyāmākrama das Puraścaraṇa mit hunderttausend Wiederholungen, im Kaliyuga dem Vierfachen davon, täglich zehntausend. Oder man verwende die genannten Ersatzformen, etwa den Japa während einer Finsternis. Homa, Tarpana und Speisung von Brahmanen folgen mit jeweils einem Zehntel der vorangehenden Zahl. Weil in anderen Tantras kein besonderer Homastoff dafür angegeben ist, wird allein Ghee verwendet.
Ist der Mantra vollendet und wünscht man bestimmte Früchte, vollziehe man das Homa mit den im Śyāmākrama genannten Stoffen und lebe mit erfülltem Verlangen glücklich. Auch für denjenigen, der ausschließlich in dieser höchsten Wirklichkeit zur Ruhe kommen möchte, gilt eben diese Verehrungsordnung. Heil sei!
Damit ist im neuen, den Kalpasūtras folgenden Nityotsava, verfasst von Umānandanātha, dessen Geist einer Biene an den Lotosfüßen Bhāsurānandanāthas gleicht, der sechste Ullāsa, Unmana, mit der Darlegung der Parāordnung vollendet.
Einleitung
Nachdem er sich vor den beiden Lotosfüßen Śrī Bhāsurānandanāthas verneigt hat, freut sich Umānandanātha an der Ausarbeitung des Anavasthollāsa. Hier wird die allen verehrten Gottheiten gemeinsame Ordnung dargelegt. Für jede gilt die im Ārambhollāsa besungene Einweihung gesondert. Alle Gliedmantras erhalten die drei Tārās und Bālā. Wo für einen Mantra keine sechs Glieder genannt sind, wird Māyā mit den sechs langen Vokalformen und den zugehörigen Abschlüssen verwendet.
Der mit den beschriebenen Eigenschaften ausgestattete Übende empfange zur genannten Zeit von einem wahren Guru die Einweihung. Er erhalte den Mantra seiner erwählten Gottheit, dessen Verhältnis als Siddha, Sādhya oder feindlich nach dem am Ende dieses Abschnittes erklärten Verfahren geprüft und dessen Schuld- und Guthabenverhältnis untersucht wurde. Lebenslang führe er die Ordnung der durch diesen Mantra ausgedrückten Gottheit aus.
Morgenordnung und Eintritt in den Verehrungsraum
Gegenüber dem als Grundmuster dienenden Śrīkrama gelten für die Morgenverrichtungen folgende Besonderheiten: In der Gurupādukā werden nach den drei Tārās die fünf Bījas von Bālā, Vāk und glauṃ eingefügt. Im Herzen und im Sonnenkreis wird jeweils die betreffende Gottheit meditiert. Die Erinnerung an die Raśmimālā entfällt. Anreden und ähnliche grammatische Formen sind an den entsprechenden Stellen anzupassen. Arghya wird mit dem Wurzelmantra gegeben. Die drei Nyāsas mit Seher und weiteren Zuordnungen sowie der Sechsgliedernyāsa folgen den anderen Tantras der jeweiligen Gottheit; fehlen Angaben, gilt die nachstehende Regel.
Man gehe zum Verehrungsraum, bestreiche den Türbereich mit Kuhdung und schmücke das Heiligtum mit Bodenzeichnungen, Blumengirlanden und Baldachinen. Rechts, links und oben an der Tür verehre man Bhadrakālī, Bhairava und Lambodara mit aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ klīṃ sauḥ … namaḥ.
In diesem Ullāsa kürzt die Sanskritvorlage die sechs Anfangsbījas aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ klīṃ sauḥ mit „6“ ab. Die folgenden Formeln behalten diese vom Autor verwendete Wiederholungsabkürzung bei; sie ist keine zusätzliche Mantrasilbe.
Im Inneren verehre man den Herrn der Leuchte mit einer Blumenhandvoll auf dem Boden: 6 raktadvādaśaśaktiyuktāya dīpanāthāya namaḥ. Rechts lege man die Geräte bereit und entzünde ringsum Lampen oder zwei Lampen. Mit Duft und Girlanden geschmückt, mit durch Betel oder die fünf aromatischen Stoffe Muskatblatt, Muskatnuss, Nelke, Kardamom und Kampfer wohlriechendem Mund, setze man sich heiteren Geistes nach Osten oder Norden in Padma-, Svastika- oder einen anderen Sitz. Der saubere, weich mit Wolle ausgelegte Sitz sei zwölfmal mit Bālās drittem Bīja besprochen und mit dem Wurzelmantra besprengt. Dazu spreche man 6 ādhāraśaktikamalāsanāya namaḥ.
Mit über dem Kopf gefalteten Händen spreche man 6 samastaguptaprakaṭasiddhayoginīcakradevatāśrīpādukābhyo namaḥ. Links verehre man den Guru mit 6 guṃ gurubhyo namaḥ, rechts Gaṇapati mit 6 gaṃ gaṇapataye namaḥ. Mit wiederholtem 6 aiṃ hraḥ astrāya phaṭ setze man den Nyāsa von den Daumen bis zu den Handflächen sowie an die Ellenbogen und durchdringe den Körper. Die eigene Einheit mit der Gottheit betrachtend, spreche man einmal die sechs Bījas und den Mantra „apasarpantu“. Mit gleichzeitigem dreimaligem Aufstoßen der linken Ferse, dreimaligem Klatschen und strengem Blick vertreibe man die Hindernisse auf Erde, im Zwischenraum und im Himmel, die Getrenntheit erscheinen lassen. Die Form des Klatschens ist bereits beschrieben.
Atemregelung, Mātṛkā- und Gliedernyāsa
Mit dem Daumenmantra 6 namaḥ und der Aṅkuśageste binde man die Haarlocke. Nach dem Śrīkrama vollziehe man Elementereinigung und Einsetzung der eigenen Lebenskraft. Den Atem regle man mit dem Wurzelmantra wie zuvor zwanzig-, sechzehn-, zehn-, sieben- oder dreimal.
Man betrachte sich als lichtgestaltige Gottheit und vollziehe den Mātṛkānyāsa, dem die drei Tārās und Bālā vorausgehen, sowie den in den anderen Tantras gelehrten Sechsgliedernyāsa der jeweiligen Gottheit. Fehlt eine besondere Vorschrift, lauten die Formeln:
6 hrāṃ hṛdayāya namaḥ; 6 hrīṃ śirase svāhā; 6 hrūṃ śikhāyai vaṣaṭ; 6 hraiṃ kavacāya hum; 6 hrauṃ netratrayāya vauṣaṭ; 6 hraḥ astrāya phaṭ.
Arghyareinigung und Yantra
Allgemeines und besonderes Arghya werden nach dem Śrīkrama bereitet. Die Figuren entstehen bei beiden von außen nach innen, vom Viereck bis zum Bindu. Mit 6 aṃ ātmatattvāya ādhāraśaktaye vauṣaṭ setze man die Unterlage, mit 6 uṃ vidyātattvāya padmāsanāya vauṣaṭ das Gefäß ein. Mit 6 maṃ śivatattvāya somamaṇḍalāya namaḥ fülle man reines Wasser, mit folgendem Mantra Milch ein:
aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ klīṃ sauḥ brahmāṇḍakhaṇḍasambhūtamaśeṣarasasambhṛtam|
āpūritaṃ mahāpātraṃ pīyūṣarasamāvaha||
Es folgt der Sechsgliedernyāsa der jeweiligen Gottheit oder der oben angegebene. Man bespreche zehnmal mit dem Wurzelmantra; die vierundneunzig Mantras entfallen. Mit Tropfen des besonderen Arghya besprenge man die Verehrungsgeräte.
Auf dem bestrichenen Boden zeichne man mit Milch vermischtem Zinnober oder einem entsprechenden Stoff ein Cakra aus Bindu, Dreieck, Sechseck, acht Blättern, vier Blättern und Quadrat, oder lasse es zeichnen. Ein in Gold, Silber, fünf Metalle, Edelstein, Kristall oder anderes Material eingraviertes Cakra setze man auf einen Sitz aus rotem Sandelholz oder einer anderen geeigneten Unterlage. Seine Belebung erfolgt mit:
6 amukayantrasya prāṇā iha prāṇāḥ; 6 amukayantrasya jīva iha sthitaḥ; 6 amukayantrasya sarvendriyāṇi; 6 amukayantrasya vāṅmanaḥprāṇāḥ ihāyāntu svāhā.
Das Wort amuka zeigt an, dass der Name der jeweiligen Gottheit einzusetzen ist. Mit 6 ādhāraśaktikamalāsanāya namaḥ bringe man auf dem Sitz eine Blumenhandvoll dar.
Hauptgottheit und Gliedgottheiten
Im eigenen Herzen meditiere man über die betreffende Gottheit und verehre sie mit sechs Gaben: von 6 amukāyai laṃ pṛthivyātmakaṃ gandhaṃ kalpayāmi namaḥ, Duft als Erde, bis saṃ sarvātmakaṃ tāmbūlaṃ, Betel als das All. Aus Gnade für die Verehrenden nimmt die Gottheit Lichtgestalt an, gelangt zum Brahmarandhra, tritt durch die aktive Nasenöffnung hervor und wird in der blumengefüllten Handhöhlung gegenwärtig. Mit dem Wurzelmantra lade man ihre Gestalt in den Bindu ein.
Die grammatischen Formen sind an das Geschlecht der Gottheit anzupassen. Mit „Sei eingeladen“ und den entsprechenden Mudrās vollziehe man Einladung, Niederlassung, Gegenwärtigwerden, Festigung, Zuwendung und Umhüllung und zeige Vandana-, Dhenu- und Yonimudrā. Mit dem Wasser des allgemeinen Arghya und den Formeln nach dem Muster 6 amukāyai pādyaṃ kalpayāmi namaḥ bringe man die sechzehn Gaben dar: Fußwasser, Arghya, Trinkspülwasser, Bad, Gewand, Duft, Blumen, Räucherwerk, Licht, Lichtschwenken, Schirm, zwei Wedel, Spiegel, Speise, Trinkwasser und Betel. Zur Speise gehören Wasser vor und nach dem Essen, Händewaschen, Mundspülung und Ācamana. Für die Speise zeichne man Dreieck, Kreis und Quadrat, besprenge sie mit dem Wurzelmantra, mache sie mit vaṃ und Dhenumudrā zu Nektar, bespreche sie siebenmal mit dem Wurzelmantra und zeige die Mudrās der Lebenskräfte.
Dreimal erfreue man die Hauptgottheit mit Blumen aus der rechten Hand und gleichzeitig herabfallenden Milchtropfen am Stück des „zweiten“ Ritualstoffes in der linken Tattvamudrā. An den Wurzelmantra füge man amukadevatāśrīpādukāṃ pūjayāmi an. Dann verehre man die Gliedgottheiten in Südost, Nordost, Südwest und Nordwest, am Scheitel und in den Richtungen von Osten an mit den betreffenden sechs Gliedmantras und den Verehrungsformeln, beginnend mit 6 hṛdayāya namaḥ hṛdayaśaktiśrīpādukāṃ pūjayāmi.
Die drei Lehrerströme
Hinter der Hauptgottheit verehre man auf nach Osten auslaufenden Linien in der beschriebenen südlichen Anordnung die drei im jeweiligen Tantra genannten Lehrerströme. Sind sie nicht bekannt, verwende man:
- Göttlicher Strom: 6 aiṃ gurubhyo namaḥ; 6 aiṃ gurupādukābhyo namaḥ.
- Strom der Vollendeten: 6 aiṃ paramagurubhyo namaḥ; 6 aiṃ paramagurupādukābhyo namaḥ.
- Menschlicher Strom: 6 aiṃ ācāryabhyo namaḥ; 6 aiṃ ācāryapādukābhyo namaḥ; 6 aiṃ pūrvasiddhebhyo namaḥ; 6 aiṃ pūrvasiddhapādukābhyo namaḥ.
Die fünf Umkreise
Im Dreieck, von der vor der Gottheit liegenden Ecke im Uhrzeigersinn, verehre man Willenskraft, Erkenntniskraft und Handlungskraft mit 6 icchāśaktiśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ und den entsprechend eingesetzten Namen Jñānaśakti und Kriyāśakti. Dies ist der erste Umkreis.
Im Sechseck verehre man in derselben Weise die sechs Gliedgottheiten mit den aus anderen Tantras bekannten Mantras und dem Abschluss hṛdayaśaktiśrīpādukāṃ pūjayāmi tarpayāmi namaḥ und entsprechend weiter. Sind sie unbekannt, verwende man die oben genannten Formeln, beginnend mit 6 hrāṃ hṛdayāya namaḥ. Dies ist der zweite Umkreis.
Auf dem achtblättrigen Lotos verehre man im Uhrzeigersinn zuerst in den rituell bestimmten Hauptrichtungen von Westen an, dann in den Zwischenrichtungen von Nordwesten an: āṃ Brāhmī, īṃ Māheśvarī, ūṃ Kaumārī, ṝṃ Vaiṣṇavī, ḷṃ Vārāhī, aiṃ Māhendrī, auṃ Cāmuṇḍā, aḥ Mahālakṣmī. Jede Formel erhält die sechs Anfangsbījas und den üblichen Abschluss der Śrīpādukāverehrung mit Tarpana. Bei Māhendrī ist die Endung des Digitaltextes entstellt. Dies ist der dritte Umkreis.
Auf den vier Blättern, beginnend vor der Gottheit im Uhrzeigersinn, verehre man Gaṇapati, Durgā, Vaṭuka und Kṣetrapāla mit derselben Grundformel. Dies ist der vierte Umkreis.
Auf der Quadratlinie verehre man, von der tatsächlich östlichen Richtung im Uhrzeigersinn, die acht Richtungshüter mit ihren vollständigen Anrufungen:
aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ klīṃ sauḥ lāṃ indrāya vajrahastāya surādhipataye airāvatavāhanāya saparivārāya namaḥ||
6 rāṃ agnaye śaktihastāya tejo'dhipataye ajavāhanāya saparivārāya namaḥ||
6 ṭāṃ yamāya daṇḍahastāya pretādhipataye mahiṣavāhanāya saparivārāya namaḥ||
6 kṣāṃ nirṛtaye khaḍgahastāya rakṣo'dhipataye naravāhanāya saparivārāya namaḥ||
6 vāṃ varuṇāya pāśahastāya salilādhipataye makaravāhanāya saparivārāya namaḥ||
6 yāṃ vāyave dhvajahastāya prāṇādhipataye ruruvāhanāya saparivārāya namaḥ||
6 sāṃ somāya śaṅkhahastāya nakṣatrādhipataye aśvavāhanāya saparivārāya namaḥ||
6 hāṃ īśānāya triśūlahastāya vidyā'dhipataye vṛṣabhavāhanāya saparivārāya namaḥ||
Sie nennen Indra mit dem Donnerkeil, Herr der Götter auf Airāvata; Agni mit der Lanze, Herr des Feuers auf dem Ziegenbock; Yama mit dem Stab, Herr der Verstorbenen auf dem Büffel; Nirṛti mit dem Schwert, Herr der Rākṣasas auf einem Menschen; Varuṇa mit der Schlinge, Herr des Wassers auf dem Makara; Vāyu mit dem Banner, Herr der Lebenskräfte auf der Ruruantilope; Soma mit dem Muschelhorn, Herr der Gestirne auf einem Pferd; Īśāna mit dem Dreizack, Herr der Erkenntnis auf dem Stier – jeweils mit Gefolge. Dies ist der fünfte Umkreis.
Erneute Verehrung, Homa und Bali
Nochmals erfreue man die Gottheit dreimal mit dem Wurzelmantra und bringe Räucherwerk, Licht, Speise und Betel dar. Wenn möglich, vollziehe man das Homa nach dem Feueropferabschnitt des Śrīkrama, von der Einrichtung der Opferfläche bis zu den fünf Gaben an die Hauptgottheit. In der Reihenfolge der Umkreisgottheiten bringe man von Icchā bis Īśāna je eine Gheeopferung dar, nach dem Muster 6 icchāyai svāhā; icchāyā idaṃ na mama – „Icchā gehört dies, nicht mir“. Mit dem Wurzelmantra opfere man der Hauptgottheit zehnmal und vollende die übrigen Handlungen.
Wird kein Homa vollzogen, gebe man allein das Bali. Rechts der Gottheit zeichne man ein Maṇḍala aus Dreieck, Kreis und Quadrat und verehre es mit Blumen und 6 aiṃ vyāpakamaṇḍalāya namaḥ. Man setze ein Gefäß darauf, halb mit Speise und mit Wasser gefüllt, zusammen mit Milch und den drei genannten Ritualstoffen. Dreimal spreche man 6 oṃ hrīṃ sarvavighnakṛdbhyaḥ sarvabhūtebhyo huṃ phaṭ svāhā und gebe das Bali. Mit der rechten Hand zugeführte, von der linken Tattvamudrā berührte Milch gieße man darüber. Mit erhobenem Gesicht und dreifachem Klatschen lasse man die Wesen durch die Pfeilmudrā das Bali annehmen. Mit Yonimudrā verneige man sich.
Umschreitung, Verneigung und Japa
Nach dem Händewaschen vollziehe man Umschreitung und Verneigung. Es folgen die im jeweiligen Tantra genannten Nyāsas von Seher und weiteren Zuordnungen, Hand- und Gliedernyāsa sowie Meditation. Man gebe der Gottheit eine Blumenhandvoll und wiederhole den Wurzelmantra hundertachtmal. Nach erneutem Nyāsa und den übrigen Handlungen bringe man den Japa mit gewöhnlichem Wasser und dem Mantra „guhyātiguhya“ in die linke Hand der Göttin dar. Bei einer männlichen Gottheit lauten die grammatischen Formen goptā tvaṃ deva; der Ort der Darbringung ist ihre rechte Hand.
Sind Seher und die anderen Zuordnungen unbekannt, setze man für den jeweiligen Mantra Brahmā als Seher auf den Kopf, Gāyatrī als Versmaß an den Mund, die betreffende Gottheit ins Herz, oṃ als Bīja in den Geschlechtsbereich, hrīṃ als Śakti an die Füße und „zur Erfüllung aller meiner erstrebten Ziele“ als Anwendung in die gefalteten Hände. Man durchdringe sich dreimal mit dem Wurzelmantra, setze die oben genannten sechs Glieder auf Hände und Körper und meditiere entsprechend der Gottheit. Mit einer der im Śyāmākrama genannten Gebetsketten vollziehe man den Japa nach dem Śrīkrama und singe den Lobpreis.
Allgemeiner Lobpreis der Gottheit
- Ich verehre die Wirklichkeit, deren Gestalt Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit ist, die zum Grund des Erscheinens der ganzen Welt geworden ist und sich aus Gnade für die Verehrenden in vielen verehrbaren Gestalten zeigt.
- Ich diene hier der erwählten Gottheit, gelb, rot oder anders leuchtend, je nach der Absicht, mit der sie Früchte gewährt, mit Gliedern, an denen sich der Blick nicht sattsehen kann.
- Die unermessliche Fülle, die mit zwei, vier oder mehr Armen, mit Wunschgewährung, Furchtlosigkeit, Dreizack, Diskus und anderen Zeichen die drei Welten schützt, möge mich beschützen.
- Ich vergegenwärtige ein unaussprechliches Licht, das sich im schönen Cakra aus Bindu, Dreieck, Sechseck, acht und vier Blättern sowie Quadrat spielerisch entfaltet.
- Ich preise die verehrungswürdige Gottheit, der fünf Umkreise dienen: die Kräfte von Icchā an, die Gliedgottheiten, die Mütter von Brāhmī an, die mit Gaṇeśvara beginnenden Gottheiten und die Richtungshüter von Indra an.
- Das Bewusstsein möge offenbar werden: Sein Wesen wird durch Mantras von einer bis zu hundert Silben ausgesprochen; es überschreitet die Unterschiede zwischen Yantra, Mantra, Lehrer, Selbst und Verehrendem.
- Das Heil des Übenden möge erstrahlen: im Herzen erfreut durch den Japa in der vom Kalpa bestimmten Zahl und durch Homa und die weiteren Handlungen mit je einem Zehntel, Wünsche erfüllend und mächtig, Widersacher zum Schwinden zu bringen.
- Siegreich ist die für mich leibhaft gewordene Fülle des Glücks, von Weisen zu verehren, mit lächelnd schönen Seitenblicken, die der barmherzigen Liebe zu den Hilflosen folgen.
- Obwohl dieser Hymnus allgemein ist, besitzt er außerordentliche Kraft. Den Menschen, die ihn am Ende der Praxisfolge lesen, entfaltet sich alles Ersehnte.
Diesen heilvollen Lobpreis schuf Umānandanātha, Schüler Śrī Bhāsurānandanāthas, zum Heil der Übenden.
Suvāsinīverehrung und Abschluss
Nach dem Śrīkrama vollziehe man die Suvāsinīverehrung ohne das fünfte Element oder, entsprechend der Berechtigung, mit ihm; ebenso die Reinigung der drei Tattvas und die Verwendung des Opferrestes. Mit dem Wurzelmantra nehme man die Gottheit in umgekehrter Reihenfolge der Einladung wieder in sich auf und entlasse das besondere Arghya.
Vollendung der Mantrapraxis
Unter Fortsetzung dieser täglichen Verehrung vollziehe man nach dem Śyāmākrama den Puraścaraṇajapa in der vom betreffenden Kalpa genannten Zahl. Fehlt eine Zahl, gelten hunderttausend Wiederholungen je Mantrasilbe, im Kaliyuga das Vierfache, täglich dreitausend oder entsprechend mehr. Homa, Tarpana und Brahmanenspeisung folgen mit jeweils einem Zehntel. Ist kein besonderer Homastoff genannt, wird nur Ghee verwendet. Nach Vollendung des Mantras widme man sich den anlassbezogenen Verehrungen nach dem Śrīkrama. Wer bestimmte Früchte begehrt, vollziehe Japa und die weiteren Handlungen in der dafür beschriebenen Weise. So endet die allen Gottheiten gemeinsame Ordnung.
Mantraklassen und unterschiedliche Berechtigungen
Nun werden die allgemeine Einteilung der zu übermittelnden Mantras und die Unterschiede der Berechtigung dargelegt.
Im Sautrāmaṇītantra heißt es: „Der Māyābīja gilt als Brahmane, der Śrībīja als Kṣatriya, der Kāmabīja als Vaiśya und Vāgbhava als Śūdra. Ein von diesen vier Bījas freier Mantra heißt Paulastya. Brahmanen werden die vier Bījas, Kṣatriyas drei, Vaiśyas zwei und Śūdras ein Bīja gegeben.“
Der Sinn ist: Māyā bezeichnet Hṛllekhā. Mit diesem beziehungsweise Śrī-, Kāma- und Vāgbhavabīja verbundene Mantras heißen der Reihe nach brahmanisch und so weiter. „Von den vier Bījas frei“ bedeutet, keines dieser vier zu besitzen. „Vier“ bezeichnet die jeweils mit den vier Bījas verbundenen Mantras; „sind zu geben“ ist zu ergänzen und gilt auch für die folgenden Aussagen. „Drei“ meint die drei von Śrī an, „zwei“ Kāma und Vāgbhava, „eins“ Vāgbhava. Die einleitende Bījabezeichnung in der erläuternden Prosa weicht teilweise von der Versliste ab; sie wird nicht zu einer neuen Mantraformel ergänzt.
Zu den besonderen Berechtigungen sagt der Kulamūlāvatāra:
„Umāmaheśvara, Dakṣiṇāmūrti, Aghora, Hayagrīva, Varāha, der Achtsilbige, der mit Praṇava beginnende Vāsudeva und Lakṣmīnārāyaṇa sind den drei Varṇas zu geben, niemals einem anderen. Nārasiṃha, Pāśupata und Sudarśana sind den ersten beiden Varṇas zu geben, niemals den beiden anderen. Die Mantras Agnis und Sūryas sowie die mit Tāra beginnenden Ghṛṇimantras sind den drei Varṇas zu geben. Die Anuṣṭubhform, die Śaktimantras, Vindhyanivāsinī und Nīlasarasvatī sind dem ersten Varṇa zu geben. Mātaṅginī, Ugratārā, Kālikā, Śyāmalā, Chinnamastā und Bālā sind allen Varṇas zu geben. Der mit Tāra beginnende Gaṇeśamantra und der Haridrā genannte, der alle Vollendungen verleiht, sind nur den drei Varṇas zu geben. Die Mantras Tripurās sowie Vaṭuka und die folgenden sind allen Varṇas zu geben, besonders verheirateten Frauen. Für Menschen gemischter Herkunft werden die mit Hṛd und mit huṃ phaṭ beginnenden empfohlen.“
Diese Zuordnungen dokumentieren die historische Sozial- und Ritualordnung des zitierten Textes. Sie sind keine allgemeinen Zugangsvorgaben dieses Artikels.
Im Kaliyuga als wirksam geltende Mantras
Als im Kaliyuga vollendet beziehungsweise wirksam gelten: Narakesarin in drei Formen – dreisilbig, einsilbig und Anuṣṭubh; Turagānana in zwei Formen, darunter die einsilbige und Anuṣṭubhform [das zusätzlich überlieferte Wort arjuna ist hier unklar]; Cintāmaṇi, Kṣetrapāla, Bhairava, Yakṣanāyaka, Gopāla, Gajavaktra, Ceṭaka, Yakṣiṇī, Mātaṅgī, Sundarī, Śyāmā, Tārā, Karṇapiśācinī, Śabarī, Ekajaṭā, Vāmā, Kālī, Nīlasarasvatī, Tripurā und Kālarātri. Diese gewähren im Kali die gewünschten Früchte.
Guru und Schüler: soziale Gruppe, Lebensstand und Verwandtschaft
Im Nāradapāñcarātra heißt es: „Ein Brahmane, der die erforderlichen Zeiten kennt, kann allen Gnade vermitteln. Fehlt er, kann ein Kṣatriya mit ruhigem Selbst [die folgende Eigenschaft ist beschädigt überliefert] Kṣatriyas, Vaiśyas und Śūdras unterweisen. Fehlt auch ein solcher Kṣatriyaguru, kann ein entsprechend beschaffener Vaiśya den beiden verbleibenden Gruppen Gnade erweisen. Ein Śūdra soll Gnadenübertragung und Weihe durch einen entsprechend beschaffenen Angehörigen seiner eigenen Gruppe empfangen. Ist ein Guru aus einer höheren Gruppe vorhanden oder auch nur bekannt, im eigenen Land oder anderswo, soll der nach Heil Strebende dies nicht so handhaben. Ein Kṣatriya, Vaiśya oder Śūdra soll nicht entgegen dieser Rangordnung einweihen.“
Im Rudrayāmala: „Der Ehemann soll seine Frau nicht einweihen; der Vater weder seine Tochter noch seinen Sohn; ebenso soll ein Bruder den Bruder nicht einweihen.“ Beim ersten Verwandtschaftswort ist die elektronische Lesung beschädigt; die Paarung ergibt sich aus der Satzfolge.
Im Yoginītantra: „Unwirksam ist der vom Vater, vom Großvater mütterlicherseits, vom leiblichen Bruder, von einem Jüngeren oder von jemandem auf der Seite des Feindes empfangene Mantra.“ „Jünger“ bedeutet hier jede Person, die jünger ist als man selbst.
In der Gaṇeśavimarśinī: „Wer aus Nachlässigkeit oder Unwissenheit die Einweihung vom Vater empfängt, vollziehe eine Sühne und empfange die Einweihung erneut.“ „Vater“ schließt hier den Großvater mütterlicherseits und die weiteren genannten Personen ein. Als Sühne gelten zehntausend Wiederholungen der Sāvitrī, weil dies allgemein so belegt ist. Beim Empfang eines bereits vollendeten Mantras gilt dieses Verbot jedoch nicht.
So sagt das Siddhayāmala: „Wenn man durch günstiges Geschick eine vollendete Vidyā erhält, Geliebte, soll man sich sogleich darin einweihen lassen und die Prüfung der Guruperson beiseitelassen.“ Ein anderes Tantra sagt: „Ein vollendeter Mantra wird nicht befleckt.“ Auch an einem heiligen Pilgerort während einer Finsternis darf der erwählte Mantra vom Vater und den anderen empfangen werden. In der Vaiśampāyanasaṃhitā sagt Vyāsa zu Śaunaka: „Mein Vater, ein Meer des Mitgefühls, gab ihn mir mit heiterem Herzen und gesammelt an der großen heiligen Stätte Kurukṣetra beim Sonnenereignis.“ Aus dem Zusammenhang ist „den Mantra“ zu ergänzen.
Im Śaivāgama heißt es ferner: „Ein Hausvater, der Genuss und Befreiung sucht, soll die Mantraeinweihung nicht von Bettelmönchen, Waldbewohnern oder Brahmacārins empfangen, Maheśvarī. Denn die besitzlosen Entsagenden haben das Opferfeuer aufgegeben und sind ohne die betreffenden Riten; die Waldbewohner sind ebenso, und der Brahmacārin steht in einem früheren Lebensstand.“ Varṇin bedeutet hier Brahmacārin; sein Lebensstand gilt gegenüber dem des Hausvaters als früher. Daraus wird entsprechend gefolgert, dass auch Entsagende ihren Mantra nicht von einem Hausvater empfangen sollen.
Mantras entsprechend dem Lebensalter
Für Kindheit, Jugend beziehungsweise Erwachsenenalter und Alter werden der Reihe nach Bījamantras, Mantras und Mālāmantras als vollendungsbringend bezeichnet. Bījamantras reichen bis zehn Silben, Mantras bis zwanzig; mit mehr als zwanzig Silben heißen sie Mālāmantras. Durch die doppelte Japaanzahl werden dieselben Mantras auch in den jeweils anderen Lebensaltern vollendet.
Drei Geschlechtsklassen der Mantras
Die Kundigen unterscheiden männliche, weibliche und neutrale Mantras. Auf vaṣaṭ oder phaṭ endende sind männlich; auf vauṣaṭ oder svāhā endende weiblich; auf huṃ oder namaḥ endende neutral.
Für Unterwerfung, Vertreibung und Hemmung gelten die männlichen als wirksam. Weibliche Mantras gelten als rasch wirksam zur Beseitigung niederer Schädigungsriten und von Krankheiten. Neutrale werden für Abhicāra genannt. So ist die dreifache Einteilung. Diese Angaben referieren den Wirkungsanspruch der historischen Rituallehre.
Prüfung auf Siddha, Sādhya, Susiddha und Ari
Obwohl viele Prüfungen zu erörtern wären, wird hier nur das Notwendige niedergeschrieben. Für die Siddhāri-Prüfung ziehe man je fünf senkrechte und waagerechte Linien und bilde sechzehn Felder. Diese fülle man mit den Mātṛkābuchstaben. Die verschlüsselte Zahlenfolge des Verses wird vom Autor erläutert: Die Felder werden in der Reihenfolge 1, 3, 11, 9, 2, 4, 12, 10, 6, 8, 16, 14, 5, 7, 15, 13 beschriftet. Zuerst trägt man die Vokale von a an ein, dann die Buchstaben von ka bis ta, dann von tha bis sa. Schließlich kommen ha, ḻa und kṣa in das erste, dritte und elfte Feld. Die Zahlwörter Rudra, Auge, Veda, Sonne, Zehnerreihe, Schlange, König, Manu, Pfeil, Pferd, Mondtag und Kāma bezeichnen dabei die entsprechenden Zahlen 11, 2, 4, 12, 10, 8, 16, 14, 5, 7, 15 und 13.
Unter den vier Vierergruppen in den Zwischenrichtungen heißt diejenige „Siddha“, in der sich der Anfangsbuchstabe des Namens des Übenden befindet. Im Uhrzeigersinn heißen die übrigen „Sādhya“, „Susiddha“ und „Ari“, also vollendet, zu vollenden, wohlvollendet und feindlich. Auch innerhalb jeder Vierergruppe werden die einzelnen Felder in derselben Ordnung eingeteilt, beginnend mit dem Feld des betreffenden Buchstabens. In den weiteren Vierergruppen beginnt man jeweils bei der entsprechend gelegenen Stelle. So entstehen Bezeichnungen wie Siddha-Siddha, Sādhya-Siddha und Sādhya-Sādhya. Die Einordnung des Mantras richtet sich nach dem Feld seines Anfangsbuchstabens. Der Sinn, sagt der Autor, ist klar.
Der Kulamūlāvatāra nennt als Früchte: „Siddha wird mit der Zeit vollendet; Sādhya wird vollendet oder auch nicht; Susiddha sogleich; Ari schneidet die Wurzel ab.“
Der Tantrarāja erläutert die Kombinationen:
| Kombination | Im Text behauptete Folge |
|---|---|
| Siddha-Siddha | Vollendung durch Japa |
| Siddha-Sādhya | Vollendung durch die doppelte Japaanzahl |
| Siddha-Susiddha | Vollendung allein durch den Empfang |
| Siddha-Ari | Vernichtung der Angehörigen der Abstammungslinie |
| Sādhya-Siddha | Vollendung unter großer Mühsal |
| Sādhya-Sādhya | großes Leiden |
| Sādhya-Susiddha | Vollendung durch Verehrung |
| Sādhya-Ari | Verlust der eigenen Frau |
| Susiddha-Siddha | gewünschte Frucht bei halber Japaanzahl |
| Susiddha-Sādhya | Vollendung durch Japa und die weiteren Handlungen; der anschließende Halbsatz ist sprachlich unsicher. |
| Susiddha-Susiddha | Die Mühe ist bereits in einem früheren Leben geleistet; dieser Mantra soll zur Erlangung aller Vollendungen eingesetzt werden. |
| Susiddha-Ari | Vernichtung der gesamten eigenen Familie |
| Ari-Siddha | Tod des Sohnes |
| Ari-Sādhya | Tod der Tochter |
| Ari-Susiddha | Tod der eigenen Frau |
| Ari-Ari | Untergang des Übenden selbst |
„Durch den Empfang“ bedeutet allein durch das Erlangen. Mit „Japa und den weiteren Handlungen“ sind auch Homa, Tarpana und Brahmanenspeisung gemeint.
Prüfung von Schuld und Guthaben
Die Summe der Vokale und Konsonanten des zu prüfenden Mantras wird verdoppelt, mit der entsprechenden Summe des Namens des Übenden verbunden und durch acht geteilt. Der Rest ist die Zahl des Mantras. Für den Übenden wird umgekehrt verfahren: Die Buchstabensumme seines Namens wird verdoppelt, mit derjenigen des Mantras verbunden und durch acht geteilt. Der Rest ist seine Zahl. Ein gegenüber dem Übenden höherer Rest macht den Mantra zum „Schuldner“ und gilt als günstig. Ist der Rest eines nach der Siddhāri-Prüfung günstigen Mantras geringer, beseitige man die Schuld durch hunderttausend zusätzliche Wiederholungen je Einheit der Differenz und beginne dann das Puraścaraṇa. Andere Verfahren sind andernorts zu erfahren; dies genügt als Hinweis.
Das Ṛṇidhanicakra
Man bilde elf Felder und trage die Buchstaben von a bis ha ein. In die ersten fünf Felder kommen die Vokale paarweise als kurzer und langer Laut, in die übrigen jeweils ein weiterer Vokal; die anschließenden Buchstaben werden entsprechend der Reihenfolge verteilt. Die einleitende Mengenangabe der Feldausfüllung ist in der elektronischen Vorlage nicht eindeutig; hier wird kein nachträglich erfundenes Diagramm ergänzt.
Der Vers weist den Mantrabuchstaben folgende Zahlen zu: 6, 6, 6, 0, 3, 4, 4, 0, 0, 0, 3; den Buchstaben des Namens des Übenden: 2, 2, 5, 0, 0, 2, 1, 0, 4, 4, 1. Vokale und Konsonanten werden getrennt mit den entsprechenden Zahlen bewertet. Beide Summen werden durch acht geteilt; anhand der Reste bestimmt man Schuld und Guthaben und übermittelt den Mantra.
„Ist der Mantra Schuldner, bringt er Heil. Beim Guthaben und einer höheren Mantrazahl soll der Verständige den Mantra wiederholen. Auch bei Gleichheit kann er wiederholt werden, nicht aber bei einem Überschuss der Schuld [die Terminologie dieser Zeile ist gegenüber der vorangehenden Regel widersprüchlich überliefert]. Bei Null erkenne man Tod; deshalb meide man Null.“
Das Rudrayāmala nennt eine weitere Zahlenreihe für Mantra und Übenden: Für den Mantra werden Indra, Sternbild, Auge, Sonne, fünfzehn, Jahreszeit, Veda, Feuer, vier, acht und neun als Zahlwörter genannt; die Reihe für den Übenden enthält Richtungen, weitere beschädigte Zahlwörter, Veda, Elefant, Feuer, Seher, Pfeil, Veda, sechs und Feuer. Die zweite Reihe und Teile der anschließenden Erläuterung sind bereits in der digitalen Quelle mit Fragezeichen versehen; eine sichere Berechnung lässt sich daraus nicht herstellen.
Einige beziehen den mit „nāmājjhalāt“ beginnenden Vers auf Viṣṇu, weil er in der Rāmārcanacandrikā zitiert wird. Der Autor verweist dagegen auf die zuvor behandelte Prüfung und erläutert ein weiteres Verfahren: Vom Anfangsbuchstaben des Namens bis zum Buchstaben des Übenden wird gezählt, die Zahl mit sieben vervielfacht und durch drei geteilt. Als Alternative wird nochmals genannt: Die Buchstabenzahl des Mantras verdoppeln, die des Übenden hinzufügen und durch acht teilen; für die andere Seite umgekehrt vorgehen. Dabei sind Vokale und Konsonanten getrennt zu zählen. So endet das Ṛṇidhanicakra und damit diese Erörterung des Kulākulacakra.
Editionsnotiz: Die gedruckte Anmerkung besagt, dass dieser Teil nur in der mit „Śrī“ bezeichneten Textvorlage vorkommt. Sie ist eine Aussage der Edition, nicht eine Ritualvorschrift Umānandanāthas.
Ausnahmen von der Cakraprüfung
Nun werden ohne Wiederholungen die Ausnahmen aus Kulārṇava, Somasiddhānta, Ratnasāgara, Rudrayāmala, Kulamūlāvatāra, Agastyasaṃhitā, Siddhāntaśekhara und weiteren Quellen zusammengestellt.
Nicht auf Siddha oder Ari zu prüfen sind: einsilbige Mantras, Kūṭamantras, Tripurāmantras, von einer Frau übermittelte und im Traum empfangene Mantras; die Mantras Nṛsiṃhas, der Sonne und Varāhas; Prāsāda, Praṇava, Mantras mit verbundenen Buchstaben, Mṛtyuñjaya, mit Pāśa beginnende, Vaiṣṇavamantras, Caṇḍanāyaka, Vyomavyāpin, Māyā, Mālāmantras und Aghora; ein-, drei-, fünf-, sechs-, sieben-, acht-, neun- und elfsilbige Mantras; neutrale und zweiunddreißigsilbige; Kālī- und Śyāmalāmantras, Siddhakālī, Caṇḍikā, Rāma, Gopāla, Mātṛkā und die Geliebte Haras; Śrīvidyā, Siddhavidyā, Mātaṅgī, Bhuvaneśvarī, Padmāvatī, Madhumatī, Dattātreya und Pārvatī; die Mantras Mitreśas, Uḍḍīśas, Ṣaṣṭīśas und Caryānandas; die sieben Praṇavamantras; Haridrā- und Ucchiṣṭagaṇapati; Āsurī, Sumukhī, Reṇukā, Sarasvatī, Kumbhodbhava, Mataṅga und Gaṇika [die letzten Namen sind in der Überlieferung nicht näher erklärt]; Śābaramantras, von Älteren lange wiederholte und in der Familie beziehungsweise Kula-Linie überkommene Mantras. Auch beim Bahurūpa genannten Mantra sowie bei Jaina- und buddhistischen Mantras werden weder Siddha und Ari noch Schuld und Guthaben geprüft.
„Kūṭa“ bezeichnet einen aus Kūṭabuchstaben bestehenden Mantra. „Von einer Frau übermittelt“ meint eine Frau mit besonderen Voraussetzungen. Ein anderes Tantra sagt: „Eine rechtschaffene Frau mit gutem Lebenswandel, dem Guru ergeben, Herrin ihrer Sinne, kundig in Sinn und Wahrheit aller Mantras, von gutem Charakter und der Verehrung zugetan, ist als Guru geeignet; eine Witwe wird ausgenommen. Die Einweihung durch eine Frau gilt als heilvoll, die durch die Mutter als achtfach wirksam.“ Auch der Witwenausschluss ist historische Textaussage, keine redaktionelle Empfehlung.
Für einen im Traum empfangenen Mantra wird eine besondere Handlung genannt: „Man setze die Lebenskraft des Guru in einen Wasserkrug ein, schreibe den Mantra mit Kuṅkuma auf ein Banyanblatt und empfange ihn. So erlangt er Reinheit; andernfalls bleibt er fruchtlos.“ Dies gilt bei Abwesenheit eines wahren Guru; ist ein solcher erreichbar, soll man den Mantra von ihm empfangen.
„Prāsāda“ bedeutet den Prāsādabīja und die damit beginnenden Mantras; „Pāśa“ den Pāśabīja; „Vyomavyāpin“ die mit ha beginnenden; „Māyā“ Hṛllekhā; das Zahlwort „Ziffer“ bedeutet neun Silben und „Zähne“ zweiunddreißig. Haridrā und Ucchiṣṭa bezeichnen die jeweiligen Gaṇapatiformen; aṇu bedeutet Mantra.
Zur Freiheit bestimmter Mantras von einem Fluch sagt der Vātulāgama: „Seit alters sind fünf Mantras ohne Fluch: Śrīvidyā, Sāḻuva, Nṛsiṃha, Sonne und Varāha.“ Ein anderes Tantra sagt: „Man setze Hṛllekhā, Kāmabīja oder Śrībīja an den Anfang der Mantras und wiederhole sie zur Vollendung. Auch ein fehlerhafter Mantra wird vollendet, wenn er mit Tāra umschlossen ist.“ Die Hiraṇyagarbhasaṃhitā spricht von denen, die den Mantra mit dem Anfangsbuchstaben ihres Namens oder den befreundeten Buchstaben umschließen und wiederholen; zu ergänzen ist: Ihnen wird der Mantra vollendet. „Sich erinnern“ bedeutet hier Japa.
Ein anderes Tantra sagt: „Wem eine besondere Hingabe gilt, dessen Mantra ist der vorzügliche. Auch wenn er in ein feindliches Feld fällt, verleiht er diesem Menschen Vollendung. Allein durch die Erlaubnis des Guru wird sogar ein fehlerhafter Mantra vollendet. Wer den Guru übergeht, hat in dieser Lehre keine Berechtigung, Götterherrin.“
Nach Ansicht des Tantrarāja soll die Siddhāri-Prüfung dennoch vorgenommen werden: Wird etwa ein Schädigungsritus mit einem für den Feind günstigen Mantra vollzogen, trifft das Unheil den Übenden selbst. Tatsächlich aber heißt es:
„Aus den täglichen und anlassbezogenen Riten erwächst Befreiung; aus den wunschbezogenen nur ein diesseitiges Ergebnis; aus [schädigender] Anwendung entsteht Verlust für das Jenseits.“
Daher ist es angemessen, sich allein der täglichen und anlassbezogenen Verehrung zu widmen. So weit der Hinweis.
Die zehn Läuterungen der Mantras
Zur Beseitigung der fünfzig Fehler, angefangen mit dem Abgeschnittensein, werden die zehn Läuterungen für die Gesamtheit der siebenzig Millionen Mantras dargelegt: Hervorbringen, Beleben, Schlagen, Erwecken, Besprengen, Entflecken, Kräftigen, Erfreuen, Entzünden und Bewahren.
Hervorbringen, Janana: Auf Birkenrinde zeichne man mit Rocanā oder einem entsprechenden Stoff ein Dreieck und teile es, von der Varuṇaecke beginnend, in sieben gleiche Abschnitte. Dasselbe tue man von der Īśāna- und Agniecke aus. Dadurch entstehen neunundvierzig kleine Dreiecke. In diese schreibe man die Mātṛkābuchstaben von a bis ha, von der Īśānaecke bis zur vor einem liegenden Varuṇaecke. Man lade die Göttin ein und verehre sie mit Sandel und weiteren Gaben. Dann entnehme man den Mantra. Dies heißt Hervorbringen.
Entzünden, Dīpana: Tausend Wiederholungen des mit Haṃsa umschlossenen Mantras gelten als Entzünden. Die beigefügte Formel ist haṃsaḥ – [Mantra] – so’ham.
Erwecken, Bodhana: Fünftausend Wiederholungen des Mantras, umschlossen von der Verbindung aus Raum, Feuer, Mond und dem bezeichneten Vokal, gelten als Erwecken. Die vom Text selbst angegebene Auflösung ist hrūṃ – [Mantra] – hrūṃ.
Schlagen, Tāḍana: Tausend Wiederholungen mit dem Waffenmantra als Umhüllung: phaṭ – [Mantra] – phaṭ.
Besprengen, Abhiṣeka: Mit Wasser, das tausendmal mit Vāk, Haṃsa und Tāra besprochen wurde, besprenge man den Mantra. Die angegebenen Silben sind aiṃ haṃsaḥ oṃ.
Entflecken, Vimalīkaraṇa: Hari verbunden mit Feuer und Tāra, mit vaṣaṭ am Ende und Dhruva am Anfang, umschließt den Mantra, der tausendmal wiederholt wird. Die Textgrundlage erläutert dies durch oṃ troṃ vaṣaṭ – [Mantra] – ṣaṭ troṃ oṃ. Der rückläufige Abschluss ist im Digitaltext auffällig verkürzt; er wird nicht stillschweigend berichtigt.
Beleben, Jīvana: Tausend Wiederholungen mit svadhā vaṣaṭ – [Mantra] – vaṣaṭ svadhā.
Erfreuen, Tarpana: Man erfreue den Mantra mit Wasser, dem Milch und Ghee beigemischt sind.
Bewahren, Gopana: Tausend Wiederholungen des mit Māyā umschlossenen Mantras: hrīṃ – [Mantra] – hrīṃ.
Kräftigen, Āpyāyana: Tausend Wiederholungen des Mantras, umschlossen von Bālās drittem Bīja mit dem Raumlaut am Anfang: hsauḥ – [Mantra] – hsauḥ.
Damit sind die zehn Läuterungen genannt, die Mantrafehler beseitigen. Der Autor erläutert: „Teilen“ geschieht durch Querlinien; die kleinen Dreiecke heißen hier Yonis. „Neun und Veda“ bezeichnet neunundvierzig. Als Göttin kann die Mātṛkāgottheit oder die Gottheit des eigenen Mantras eingeladen werden. „Sandel und weitere Gaben“ meint die fünf Darbringungen, also auch Blumen und die übrigen. „Entnehmen“ bedeutet, die Buchstaben des eigenen Mantras der Reihe nach aus den betreffenden Feldern zu nehmen und auf ein anderes Blatt zu schreiben. Entsprechend sind auch die Namen der übrigen Läuterungen zu verstehen.
Die Haṃsaumhüllung steht am Anfang und Ende des eigenen Mantras. Bei hrūṃ bezeichnet Raum ha, Feuer ra, Mond den Bindu und das Vokalwort ū. „Waffe“ ist phaṭ. Bei der Besprengung wird der auf ein anderes Blatt geschriebene Mantra mit Wassertropfen von der Spitze eines Kuśahalmes besprengt. Hari bezeichnet ta, das Feuer ra, Tāra beziehungsweise Dhruva den Praṇava; daraus wird die genannte Formel mit troṃ erläutert. Māyā bezeichnet den zuvor angegebenen Hṛllekhābīja; Bālās drittes Bīja ist sauḥ, mit dem Raumlaut ha wird daraus hsauḥ. Das Übrige ist leicht verständlich. In Werken wie dem Tantrasāra finden sich auch abweichende Anwendungen der Läuterungen. Sie sind einmal auszuführen, nicht als fortwährende Wiederholungsübung. So weit der Hinweis.
Erörterung der Blumen
Nun folgt die zuvor angekündigte Erörterung der Blumen. Es gibt fünf Arten: die höchste, die nachgeordnete, die vorzügliche, die mittlere und die geringste. Aus Edelsteinen, Juwelen, Gold und ähnlichen Stoffen gefertigte Blumen sind die höchste Art und werden niemals zu verbrauchten Opfergaben. Aus zugeschnittenem buntem Stoff gefertigte sind die nachgeordnete Art; sie werden durch tägliche Besprengung gereinigt. An Bäumen gewachsene Blumen sind vorzüglich; morgens gepflückt gelten sie bis zu den drei Sandhyāzeiten desselben Tages nicht als verbraucht. Früchte bilden die mittlere, Blätter und Wasser die geringste Art. Sie sind jeweils zur entsprechenden Zeit darzubringen. So Nārada im Prayogapārijāta.
Für die Gottheiten geeignete Blumen und andere Gaben
Im Bhaviṣyapurāṇa heißt es: „Mit Blumen aus dem Wald oder Blättern von den Bergen, nicht abgestanden, unversehrt, besprengt und frei von kleinen Lebewesen, oder mit Gewächsen aus dem eigenen Garten soll man die Götter hingebungsvoll verehren.“
Im Viṣṇudharmottara: „Wer die Gottheit mit Gaben verehrt, die mit rechtmäßig erworbenem Geld gekauft wurden, erlöst ohne Zweifel sieben frühere und sieben spätere Generationen.“ Dies bezieht der Autor auf Menschen außerhalb des Brahmanenstandes, denn das Bhaviṣya sagt: „Brennholz, Blumen, Kuśa und Ähnliches soll der Brahmane selbst beschaffen. Wer die Riten mit von Śūdras gebrachten oder gekauften Gaben vollzieht, sinkt hinab.“ Dieses Verbot gilt für die tägliche Verehrung des Brahmanen, nicht für anlass- oder wunschbezogene Riten. Denn der Verfasser des Mantrakośa sagt: „Bei der Verehrung mit hunderttausend Blumen und Ähnlichem sind auch gekaufte gestattet.“
Der Text erlaubt hier sogar, Blumen aus einem fremden Garten ohne Erlaubnis zu nehmen, und beruft sich auf den Satz: „Manu hat gesagt, dass eine für die Gottheit genommene Blume kein Diebstahl sei.“ Dies ist die historische Rechtsauffassung des zitierten Ritualtextes, keine heutige Empfehlung zur Aneignung fremden Eigentums.
Das Varāhapurāṇa zählt dagegen die Verehrung mit erbettelten Blumen unter die Verfehlungen. Nach dem Prayogapārijāta ist das Erbitten nur unmittelbar am Wasserufer verboten; anderswo besteht kein Fehler. Dort heißt es auch, man solle Blumen, die ein Angehöriger der eigenen Gruppe gebracht hat, durch eine Gegenleistung zu eigen machen und damit verehren. Damit ist eine Erlaubnis gekaufter Blumen auch für Brahmanen belegt.
Zu meidende Blumen und der Umgang mit ihnen
„Blumen mit Würmern und Insekten, zerfallene, abgestandene, von selbst herabgefallene und verunreinigte soll man meiden.“ Verunreinigung meint etwa Schmutz. Genannt werden ferner: duftlose, durch Haare oder Insekten befleckte, übermäßig scharf riechende, schmutzige, von Unreinem berührte, bereits beschnupperte, eigenhändig zum Öffnen gebrachte, in einem unreinen Gefäß gebrachte, nach dem Bad herbeigeschaffte und erbettelte Blumen. Das Badverbot bezieht sich auf das Herbeischaffen nach dem Mittagsbad.
Einige duftlose Arten sind dennoch zugelassen. Im Svacchandasāra heißt es: „Unter den duftlosen Blumen kann man auch mit Palāśa, Japā, Bandhūka und Mandāra verehren.“
Im Puṣpasārasudhānidhi: „Der Verständige binde Blumen nicht in ein Tuch und trage sie nicht auf dem Kopf. Er bringe sie in einer Blatthülle, von der Hand gehalten, und schweige dabei.“ Āśvalāyana sagt: „Blumen, Wasser und Speise soll man nicht zusammen mit Feuer herbeibringen. Wasser, Feuer, Duft, Blumen und Speise soll man weder auf dem Kopf noch auf der Schulter tragen.“
In einer anderen Schrift: „Eine auf dem Körper, im Untergewand oder in der linken Hand getragene oder mit Wasser gewaschene Blume nehmen die Gottheiten nicht an; sie gilt als verbraucht. Wer Brennholz, Blumen, Kuśa und Ähnliches trägt, soll nicht gegrüßt werden, und der Träger soll andere nicht grüßen, sonst werden die Gaben dabei zu verbrauchten. Vertrocknete, abgestandene, schwarz gewordene oder zu Boden gefallene Blumen soll man nicht darbringen. Außer Campaka und Lotos sind auch Knospen zu meiden.“
Allen Gottheiten gemeinsame und besonders vorgeschriebene Pflanzen
Das Bhaviṣyapurāṇa nennt als allen Gottheiten gleichermaßen erlaubte Gaben: Jātī, Śamī, Kuśa, Kaṅku, Mallikā, Karavīra, Nāga, Punnāga, Aśoka, rote und blaue Wasserlilien, Campaka, Bakula, Lotos, Bilva und Pavitraka. Kaṅku bedeutet Kuṭaja.
Für Durgā nennt das Devīpurāṇa: saisonale Blumen, Mallikā, Jātī, Kiṃśuka, Campaka, Kiṃkarāta, Pāṭala, Bakula, Mandāra, Kunda, Tirīṭaka, Karavīra, Arka, Śiśupa und Aparājitā; weiße, rote, gelbe und dunkle Blumen, auch weißrote und blasse Lotosblüten; Damana, Sinduvāra, duftenden Maruvaka, Kuśablütenstände und schöne Bilvablätter; sämtliche roten, im Wasser oder auf dem Land gewachsenen Blätter und Blumen; geeignete heilvolle Pflanzen sowie Blätter und Blüten der Getreidearten. „Rot“ bezeichnet die rote Farbe.
Nach Prayogapārijāta und Puṣpasārasudhānidhi bringt die Verehrung mit Bilvablättern die Frucht des Rājasūya, eine Karavīragirlande die Frucht des Agniṣṭoma und eine Bakulagirlande die Frucht des Vājapeya. Der Tārābhaktisudhārṇava sagt: „Blätter, Blumen und Früchte, die in der Śivaverehrung verboten sind, gelten für die Göttin als empfehlenswert, besonders wenn keine eigene Vorschrift vorliegt.“
Rudrayāmala und Śaktiyāmala sagen: „Die Verehrung Sundarīs, Bhairavīs, Kālīs, Tārās, Brahmās und der Sonne ist ohne Tulasī niemals vollständig. Wer Sāvitrī, Bhavānī, Durgā und Sarasvatī mit Tulasīblättern verehrt, gedeiht durch die Erfüllung aller Wünsche.“ Auch das geheime Tausendnamenlied nennt bei Lalitās Verehrung „mit Bilva oder mit Tulasīblüten“.
Fristen der Verwendbarkeit
Bei Hemādri heißt es: „Lotos kann fünf Nächte, Bilva zehn Nächte, Tulasī elf Tage verwendet werden; man wasche sie erneut und verehre damit.“
Vopadeva nennt eine weitere Folge: Bilva, Apāmārga, Jātī, Tulasī, Śamī, Śatā, Ketakī, Bhṛṅga, Dūrvā, Kunda, Ambhoja, Ahi, Darbha, Muni, Tila, Tagara, Brahma, Kalhāra, Amla, Campā, Arātikumbhī, Damana und Maruvaka. Dazu setzt der Vers eine wiederholt anzuwendende Zahlenreihe mit dreißig und weiteren verschlüsselten Tageszahlen. Der Autor erläutert, dass die Zahlen mit dreißig beginnend die jeweiligen Tage für die mit Bilva beginnende Liste angeben und wiederholt durchlaufen werden. Mehrere Pflanzennamen und Zahlwörter sind in der elektronischen Fassung beschädigt; eine sichere vollständige Zuordnung wird deshalb nicht erfunden. Die Sanskritdateien bewahren den überlieferten Wortlaut.
Zugleich vorgeschriebene und verbotene Gaben
Pāṭala und Śamīblätter werden für Durgā sowohl als geeignet als auch als ungeeignet genannt, also vorgeschrieben und verboten. Tilaka, Mālatī, Bāṇa, Tulasī, Bhṛṅgarāja und Tamāla sind für Śiva verboten und für Durgā erlaubt. Bāṇa heißt in der Volkssprache Karasālā. Jaya, Kāśa, weißer Lotos und weißer Mandāra sind für Durgā verboten und für Viṣṇu erlaubt; Jaya bedeutet Jayantī. Agasti, Atimukta und Tirīṭa sind für Hari beziehungsweise Hara unterschiedlich geregelt. Auch die Apāmārgablüte wird für Durgā sowohl geeignet als auch ungeeignet genannt. Atimukta ist die Mādhavīranke, Tirīṭa Lodhra.
Ausdrücklich verbotene Gaben
„Ungebrochene Reiskörner, Arka und Dhattūra soll der Verständige Viṣṇu nicht darbringen.“ Nach Hemādri bezieht sich das Verbot der Reiskörner allein auf den Śālagrāma, nicht auf ein Götterbild.
„Bandhūka, Ketakī, Kunda, Kesara, Kuṭaja, Japā, Mālatī und Yūthikā soll der Kundige Śaṅkara nicht darbringen; der Śakti weder Dūrvā noch Arka und Mandāra; der Sonne weder Mālūra noch Tagara; Vināyaka niemals Tulasī.“ Das Arkaverbot betrifft hier andere Göttinnen als Durgā, denn für sie wurde Arka ausdrücklich unter den erlaubten Gaben genannt.
Früchte als mittlere Art der Blumengabe
Mit den Früchten von Jambū, Granatapfel, Jambhīra, Tamarinde, Bījapūra, Banane, Dhātrī, Jujube, Mango und Jackfrucht verehre man die Gottheit. Der zitierte Vers ist in der Vorlage nur teilweise ausgeschrieben. Die männliche Bezeichnung „Gott“ schließt hier auch die Göttin ein.
Blätter und weitere einfache Gaben
Mit den Blättern von Tulasī, Bakula, Campaka, Lotos, Bilva, Kalhāra, Damana, Maruvaka, Kuśa, Dūrvā, Ahivallī, Apāmārga, Viṣṇukāntā, Munidruma und Dhātrī vollziehe man die Götterverehrung. Obwohl manche der zuvor genannten Pflanzen, etwa Tulasī, hier in einer überwiegend aus Blättern bestehenden Reihe erscheinen, gelten sie deswegen nicht notwendig als geringste Art. Die Nennung der Blätter schließt hier auch Früchte ein.
Abgestandene Blumen und Ausnahmen
Das Bhaviṣyatpurāṇa sagt: „Bei Wasserblumen, Utpala, Campaka, Tulasī, Agastya, Bakula, Bilva und Gaṅgāwasser besteht kein Fehler des Abgestandenseins.“ Anderswo heißt es: „Bei Tulasī, Bilvablättern, allen Wasserblumen und den Blumen in den Häusern der Girlandenbinder besteht kein solcher Fehler.“
Im Pārijāta: „Abgestandenes Wasser, Blätter und Blumen sind zu verwerfen; Tulasī, Agastya, Bilva und Gaṅgāwasser werden nicht verdorben.“ Im Skandapurāṇa: „Seine Girlande erfreut den Herrn besonders; auch trocken oder abgestanden wird sie niemals unbrauchbar.“ Aus dem vorausgehenden Zusammenhang bezieht sich „seine“ auf Damanaka. „Herr“ schließt auch die Herrin ein.
Der Prayogapārijāta lässt sogar allgemein nicht mehr frische Gaben zu, sofern sie unverändert sind: „Oder man verehre mit abgestandenen Blumen und ähnlichen Gaben, die keine Veränderung zeigen, nachdem man sie dreimal mit Duftwasser besprengt hat.“ Ferner: „Oder man verehre mit Bilva- und Tulasīblättern sowie Bakulablumen, auch wenn sie trocken sind.“ Der letzte Vers ist in der Textgrundlage abgekürzt.
Die übergreifende Ausnahme: Hingabe
Aus einer anderen Schrift:
Die Verehrung der Göttin soll stets mit im Wasser oder auf dem Land gewachsenen Blumen geschehen, seien sie vorgeschrieben oder ausgeschlossen, mit einem von Hingabe erfüllten Geist. Mit allen Blumen, den vorgeschriebenen wie den nicht vorgeschriebenen, soll die Verehrung aller Gottheiten vollzogen werden: Hingabe ist hier der entscheidende Grund.
Weitere Einzelheiten sind andernorts nachzulesen; dies genügt als Hinweis.
Die Bedeutung des Studiums dieser Abhandlung
Auch durch das Studium dieser Abhandlung entsteht die Frucht der Verehrung aller Gottheiten. Der ehrwürdige Verfasser der Sūtras hat gesagt:
„Wer diese zehnteilige große Upaniṣad studiert, die das Ganze der großen Tripurālehre enthält, wird zum Opferer in allen Opfern. Denn hier wird gehört: Welches Opfer er auch studiert, eben dieses ist von ihm dargebracht. So die Upaniṣad. Heil sei!“
Die Vorschrift „studiert“ zielt auf das Erkennen des Sinnes. Diese Abhandlung lässt den Sinn der zehn Abschnitte verstehen; daher gilt die Aussage auch für ihr Studium. Heil sei!
Schlussverse des Verfassers
Dieses Nityotsava habe ich nach dem Vermögen meines Verständnisses zusammengestellt. Die Kundigen mögen berichtigen, was durch Irrtum oder Unachtsamkeit fehlgegangen ist.
Möge die Göttin, meine Mutter Śrī Lalitā, deren Wesen der Lehrer ist, zufrieden sein, nachdem sie durch dieses Opfer der Worte nach meinen Kräften verehrt wurde.
Diese neue Abhandlung wurde von dem vorzüglichen Jagannātha Paṇḍita verfasst: einem Schmuck des Geschlechtes des Sehers Viśvāmitra, dessen Askese die Welt in Erstaunen setzt; dem Sohn des gelehrten Śrī Bālakṛṣṇa, liebevoll aufgezogen von Mutter Lakṣmī; mit dem überlieferten Beinamen [die elektronische Lesung Peṭavopa ist unsicher]; geehrt vom mondgleichen Bhonsle, dem Herrscher des Chola-Landes; Verfasser von Dramen, Dichtungen und anderen Werken, ein Juwel der angesehenen Mahārāṣṭra-Gemeinschaft.
Durch die Beschäftigung mit der Wahrheit des Vedānta hatte er die Verwirrung durch das Geflecht der weltlichen Lehrsysteme aufgelöst. Vom Lehrer Bhāskaramakhin, der auch Bhāratī genannt wird, hatte er seinen Initiationsnamen empfangen. Dem Studium der Āmnāyas und Tantras hingegeben, der ehrwürdigen Überlieferung folgend, einer Biene an den Lotosfüßen Lalitās gleich, verfasste er zur Freude Śivas dieses neue Nityotsava, als im Kali-Zeitalter die durch „Geschmäcke, Ozeane, Elefant und Veden“ bezeichneten Jahre vergangen waren, im Jahr Krodhana.
Datierungsnotiz: Die Zahlwörter ergeben in der üblichen rückläufigen Stellenwertung 4876 Kali-Jahre. Das Editionsvorwort ordnet den Abschluss 1775 n. Chr. beziehungsweise Śaka 1697 zu.
Damit ist im neuen, den Kalpasūtras folgenden Nityotsava, verfasst von Umānandanātha, dessen Geist einer Biene an den Lotosfüßen Śrī Bhāsurānandanāthas gleicht, der siebte Ullāsa, Anavasthā, mit der Darlegung der allgemeinen Ordnung zum Abschluss gelangt.
Damit ist die Abhandlung Nityotsava vollendet.
Möge sie den Lotosfüßen des ehrwürdigen Guru dargebracht sein.
Wichtige Mantras im Nityotsava
Die folgende kleine Auswahl dokumentiert vollständig lesbare Formeln. Sie ist kein vollständiges Mantraverzeichnis des Werkes. Unklare Guru-Mantras, fehlerverdächtige Bīja-Ketten und die Ergänzungen des Herausgeberanhangs werden hier nicht zu vermeintlich gesicherten Rezitationsformeln zusammengesetzt.
Gaṇapati-Gāyatrī
IAST:
tatpuruṣāya vidmahe vakratuṇḍāya dhīmahī |
tanno dantiḥ pracodayāt ||
Devanagari:
तत्पुरुषाय विद्महे वक्रतुण्डाय धीमही।
तन्नो दन्तिः प्रचोदयात्॥
Bedeutung: „Wir wollen jenen höchsten Puruṣa erkennen. Wir meditieren über den mit dem gebogenen Rüssel. Möge der Stoßzahntragende uns anregen und erleuchten.“
Gottheit: Gaṇapati. Fundstelle: zweiter Ullāsa, Kālyakṛtyāhnikayor viśeṣaḥ, vor der Vorschrift zur dreimaligen Arghya-Darbringung.
Die digitale Vorlage schreibt hier dhīmahī mit langem Schlussvokal; diese auffällige Lesung ist vor einer Rezitationsfreigabe am Druck zu prüfen. Die Formel verbindet Erkenntniswunsch, Betrachtung und Bitte um innere Führung. Die hier belegte Fassung darf nicht durch eine andere bekannte Gaṇeśa-Gāyatrī ersetzt werden.
Kurze Anrufung Gaṇapatis
IAST: gaṃ gaṇapataye namaḥ
Devanagari: गं गणपतये नमः
Bedeutung: „Verehrung dem Herrn der Scharen.“ Gaṃ ist die Bīja-Silbe und besitzt hier keine gewöhnliche Wortübersetzung.
Gottheit: Gaṇapati. Fundstelle: sechster Ullāsa, Yāgamandirapraveśaḥ, nach der Verehrung des eigenen Guru.
Die Anrufung richtet die Aufmerksamkeit auf Gaṇapati vor dem weiteren Vollzug. Ein zusätzliches oṃ wird nicht in die hier zitierte Textform eingefügt.
Gebet an die Erde
IAST:
samudravasane devi parvatastanamaṇḍite |
viṣṇupatni namastubhyaṃ pādacāraṃ kṣamasva me ||
Devanagari:
समुद्रवसने देवि पर्वतस्तनमण्डिते।
विष्णुपत्नि नमस्तुभ्यं पादचारं क्षमस्व मे॥
Bedeutung: „Göttin, deren Gewand die Meere sind und die mit den Bergen als Brüsten geschmückt ist, Gemahlin Viṣṇus, dir sei Verehrung. Verzeihe mir, dass ich mit meinen Füßen auf dir gehe.“
Gottheit: die Erde als Göttin. Fundstelle: dritter Ullāsa, Āhnikaprakaraṇa, Abschnitt über das Gebet an die Erde und die anschließende morgendliche Reinigung.
Das Gebet macht schon den ersten Schritt des Tages zu einer Begegnung mit dem Heiligen. Diese ehrfürchtige Grundhaltung lässt sich auch ohne Übernahme der anschließenden Spezialrituale nachvollziehen.
Das Grundbīja im Parā-Abschnitt
IAST: sauḥ
Devanagari: सौः
Bedeutung beziehungsweise Funktion: Bīja der Parā-Verehrung; keine wörtliche Übersetzung.
Gottheit: Parā. Fundstelle: sechster Ullāsa, unter anderem Aṅganyāsaḥ und Parāmanujapaḥ.
Der Text arbeitet mit dieser Silbe und ihren Bestandteilen in einem konkreten initiatorischen Zusammenhang. Ihre Dokumentation ist keine Empfehlung, die dortigen Nyāsas oder intensiven Japa-Zyklen ohne Unterweisung auszuführen.
Ausgewählte Verse und Passagen für Yoga-Aspiranten
Die folgenden 48 Lesestellen stammen aus genau bezeichneten Abschnitten des Werkes. Es handelt sich um Verse und in sich verständliche Sätze aus Prosapassagen, nicht um 48 fortlaufend nummerierte Originalverse. Die Nummern dienen nur dieser Auswahl. Kürzere Auszüge sind keine vollständige Wiedergabe ihres jeweiligen Quellabschnitts.
1. Aufrichtigkeit des Lehrers
Lauterkeit bedeutet ein gerades, unverstelltes Verhalten.
Fundstelle: I, Gurulakṣaṇam.
2. Zugänglichkeit
Zugänglichkeit bedeutet Freiheit von Hochmut.
Fundstelle: I, Gurulakṣaṇam.
3. Zweifel durch Einsicht lösen
Freiheit vom Zweifel ist Einsicht in die Wirklichkeit; Zweifel aufzulösen geschieht durch ihre Darlegung.
Fundstelle: I, Gurulakṣaṇam.
4. Freiheit von Geldgier
Unabhängigkeit bedeutet, kein Geld zu begehren; Lehrerschaft bedeutet, das Wohlergehen des Schülers zu kennen.
Fundstelle: I, Gurulakṣaṇam.
5. Ein gefestigter Geist
Der Schüler sei vertrauensvoll, von gefestigter Gesinnung, ohne Habgier und körperlich ruhig; er handle besonnen und beherrsche seine Sinne.
Fundstelle: I, Śiṣyalakṣaṇam.
6. Hingabe an den Weg
Er erkenne die geistige Wirklichkeit an und habe feste Hingabe an den Lehrer, das Mantra und die Gottheit.
Fundstelle: I, Śiṣyalakṣaṇam.
7. Andere Wege achten
Andere Lehrsysteme nicht herabsetzen.
Fundstelle: I, Upāsakadharmāḥ.
8. Beim Mantra verweilen
Sich beständig auf das eigene Mantra besinnen.
Fundstelle: I, Upāsakadharmāḥ.
9. Das Selbst als Śiva betrachten
Unablässig betrachten: Ich bin Śiva.
Fundstelle: I, Upāsakadharmāḥ.
10. Innere Gegenspieler erkennen
Begierde, Zorn, Habgier, Verblendung, Überheblichkeit und Neid meiden.
Fundstelle: I, Upāsakadharmāḥ.
11. Besitz nicht allein für sich erwerben
Geld und anderes nicht mit der Absicht erwerben, es allein selbst zu genießen.
Fundstelle: I, Upāsakadharmāḥ.
12. Ohne Festhalten an der Frucht handeln
Handeln, ohne auf die Frucht abzuzielen.
Fundstelle: I, Upāsakadharmāḥ; klare Lesung der zweiten digitalen Fassung.
13. Auch bei fehlenden Mitteln verehren
Auch wenn die fünf Makaras nicht verfügbar sind, die tägliche Verehrung vollziehen.
Fundstelle: I, Upāsakadharmāḥ.
14. Wahrheit sprechen
Man soll die Wahrheit sprechen und nicht nach dem Besitz anderer verlangen.
Fundstelle: I, Samayācārānuśāsanam.
15. Die Sprache reinigen
Man soll sich nicht selbst rühmen, andere nicht herabsetzen und keine Worte gebrauchen, die einen Menschen an seiner empfindlichen Stelle treffen.
Fundstelle: I, Samayācārānuśāsanam.
16. Andere nicht einschüchtern
Man soll Verspottung, Verachtung, Beschimpfung und das Erzeugen von Angst unterlassen.
Fundstelle: I, Samayācārānuśāsanam.
17. Das Ziel im Blick behalten
Mit aller Bemühung soll man durch die Verehrung der höchsten Gottheit den Brahman-Zustand erstreben, dessen Wesen vollkommene Erkenntnis ist.
Fundstelle: I, Samayācārānuśāsanam.
18. Beim selbstleuchtenden Selbst verweilen
Vor allem soll man sich auf das aus sich selbst leuchtende Selbst besinnen.
Fundstelle: I, Samayācārānuśāsanam.
19. Die Welt als göttlicher Leib
Die aus diesen Tattvas bestehende gesamte Welt ist der Leib Paramaśivas.
Fundstelle: I, Traipurasiddhāntaḥ.
20. Getrenntheit erkennen
Māyā ist das Bewusstsein eines Unterschiedes zwischen der Welt und Paramaśiva; reine Erkenntnis ist das Erkennen ihrer Nichtverschiedenheit.
Fundstelle: I, Traipurasiddhāntaḥ.
21. Die Welt als dieses und als Ich
Wenn Paramaśiva die Welt als dieses betrachtet, ist er Īśvara; wenn er sie als Ich betrachtet, ist derselbe Sadāśiva.
Fundstelle: I, Traipurasiddhāntaḥ.
22. Die göttliche Kraft
Śakti ist Paramaśivas Wille, die Welt hervorzubringen.
Fundstelle: I, Traipurasiddhāntaḥ.
23. Die Hülle des individuellen Wesens
Īśvara selbst, dessen Wesen von der spielerisch angenommenen Hülle bedeckt ist, ist das individuelle Wesen; von ihr frei ist er Paramaśiva.
Fundstelle: I, Traipurasiddhāntaḥ.
24. Das menschliche Ziel
Das Erwachen zum eigenen wahren Wesen ist das menschliche Ziel.
Fundstelle: I, Traipurasiddhāntaḥ.
25. Guru, Mantra, Gottheit und Selbst
Durch die vom ehrwürdigen Lehrer gewiesene Betrachtung der Einheit von Guru, Mantra, Gottheit und Selbst sowie durch die gemeinsame Sammlung von Geist und Atem wird das innere Selbst erkannt.
Fundstelle: I, Mantropāsanam.
26. Erfahrung als Darbringung
Alles, was durch die Tätigkeiten des Geistes erkannt werden kann, ist Opfergabe. Die Sinne selbst sind die Opferlöffel.
Fundstelle: I, Sarvasārabhūto dharmaḥ.
27. Das innere Feuer
Das eigene Selbst als Śiva ist das Feuer; man selbst ist der Opfernde.
Fundstelle: I, Sarvasārabhūto dharmaḥ.
28. Unmittelbare Erkenntnis
Die unmittelbare Erkenntnis des eigenschaftslosen Brahman ist die Frucht.
Fundstelle: I, Sarvasārabhūto dharmaḥ.
29. Nichts Höheres als das wahre Wesen
Es gibt nichts Höheres als das Erlangen des eigenen höchsten Wesens.
Fundstelle: I, Sarvasārabhūto dharmaḥ.
30. Erkenntnis und Verwirklichung
Wer dies erkannt hat, es in der vorgeschriebenen Weise verwirklicht und in der Kula-Lehre feststeht, hat in jeder Hinsicht vollbracht, was zu vollbringen war.
Fundstelle: I, Kuladharmaniṣṭhāphalam.
31. Befreiung ist nicht an einen Sterbeort gebunden
Für ihn macht es beim Ablegen des Körpers keinen Unterschied, ob es im Haus eines sozial Ausgegrenzten oder in Kāśī geschieht. Er ist bereits zu Lebzeiten befreit.
Fundstelle: I, Kuladharmaniṣṭhāphalam.
32. Du bist Brahman
Du bist wahrhaft Brahman, verschieden von Körper und Sinnen, Zeuge der drei Zustände, von der Natur des Seins, Bewusstseins und der Glückseligkeit, nicht verschieden vom innersten Selbst.
Fundstelle: I, Śiṣyasya paracidrūpāpādanam.
33. Gaṇeśa als Sein und Bewusstsein
Ich verehre jenen Elefantengesichtigen, die höchste Stätte, deren Wesen Sein, Bewusstsein und Glück ist und die durch ihre eigene Māyā Gestalt angenommen hat.
Fundstelle: II, Sadāśivaproktaṃ Gaṇeśāṣṭakam, Vers beginnend mit sajātikṛt.
34. Der mitfühlende Blick des Guru
Man betrachte den Lehrer mit einem von Mitgefühl erfüllten Blick, lächelndem Gesicht und Händen, die Segen und Furchtlosigkeit gewähren.
Fundstelle: III, Āhnikaprakaraṇa, Gurudhyānam.
35. Das Herz als Sitz des Lehrers
Vorn, zu beiden Seiten und hinten, oben und unten verneige ich mich. Nimm stets in Gestalt meines eigenen Geistes deinen Sitz ein.
Fundstelle: III, Āhnikaprakaraṇa, Gurudhyānam, fünfter Gebetsvers.
36. Den Morgen bewusst beginnen
Durch die Rezitation beim morgendlichen Erwachen möge der Tag ein guter Tag werden.
Fundstelle: III, Āhnikaprakaraṇa, Gurudhyānam, Abschluss.
37. Den ganzen Tag darbringen
Vom Morgen bis zum Abend und vom Abend bis zum nächsten Morgen: Was immer ich tue, Ursprung der Welt, das sei deine Verehrung.
Fundstelle: III, Āhnikaprakaraṇa, Ajapagāyatrībhāvanam; in der Vorlage in eckigen Klammern.
38. Ehrfurcht vor der Erde
Göttin, deren Gewand die Meere sind und deren Brüste die Berge, Gemahlin Viṣṇus, dir sei Verehrung. Verzeihe mir, dass ich mit meinen Füßen auf dir gehe.
Fundstelle: III, Āhnikaprakaraṇa, Bhūprārthanā.
39. Bewusstsein: Welt und Transzendenz
Ich verneige mich vor meinem eigenen Bewusstsein, das durch die überlieferten Nāthas offenbar wird, die Welt durchdringt und zugleich jenseits der Welt ist.
Fundstelle: VI, Parāstutiḥ 1.
40. Die Gestalt der Freude
Ich verneige mich vor ihr, deren Lotusfüße Freude sind, deren Glanz dem makellosen Mondkreis gleicht und die auf diesem Kreis thront.
Fundstelle: VI, Parāstutiḥ 2.
41. Die Grenze der Getrenntheit lösen
Ihre rechte Hand zeigt die Erkenntnisgeste, die das Erleben der Getrenntheit bei den Hingebungsvollen auflöst; ihre linke Hand trägt das kostbare Buch, das zur Fülle des Ich-Bewusstseins führt.
Fundstelle: VI, Parāstutiḥ 5.
42. Das Bewusstsein zum Leuchten bringen
Ich verneige mich vor ihr, die die sechs Daseinswege, die sechs Wogen und die sechs Feinde ihrer Verehrenden überwindet und durch das Entfernen der fünf Hüllen das Bewusstsein zum Leuchten bringt.
Fundstelle: VI, Parāstutiḥ 7.
43. Der Gnadenblick
Indem die Weisen ihre höchste, jenseits der Weltbahnen liegende Stätte erkennen, erwachen sie und gelangen durch ihren Gnadenblick unvermittelt zur Befreiung.
Fundstelle: VI, Parāstutiḥ 8.
44. Die Tattvas innerlich darbringen
Das Ganze der sechsunddreißig Tattvas soll einzeln im Geist in der Göttin dargebracht werden. In dieser Praxisfolge ist dies selbst das Feueropfer.
Fundstelle: VI, Devyāṃ akhilatattvahomabhāvanam.
45. Hingabe als entscheidender Grund
Mit allen Blumen, den vorgeschriebenen wie den nicht vorgeschriebenen, soll die Verehrung aller Gottheiten vollzogen werden: Hingabe ist hier der entscheidende Grund.
Fundstelle: VII, Sarvasyaitasyāpavādaḥ.
46. Bescheidenheit des Verfassers
Dieses Nityotsava habe ich nach dem Vermögen meines Verständnisses zusammengestellt. Die Kundigen mögen berichtigen, was durch Irrtum oder Unachtsamkeit fehlgegangen ist.
Fundstelle: VII, Granthakartṛpraśastiḥ, erster Vers.
47. Das Buch als Opfer der Worte
Möge die Göttin, meine Mutter Śrī Lalitā, deren Wesen der Lehrer ist, zufrieden sein, nachdem sie durch dieses Opfer der Worte nach meinen Kräften verehrt wurde.
Fundstelle: VII, Granthakartṛpraśastiḥ, zweiter Vers.
48. Die abschließende Widmung
Möge es den Lotusfüßen des ehrwürdigen Guru dargebracht sein.
Fundstelle: VII, nach dem Schlusskolophon.
Fünf zentrale Lehren des Nityotsava
- Beständige Verehrung trägt den Weg. Die tägliche Praxis soll auch dann fortgeführt werden, wenn besondere Mittel nicht verfügbar sind. Die Kontinuität der Beziehung zur Gottheit ist ein wesentliches Anliegen (I, Upāsakadharmāḥ).
- Übertragung braucht persönliche Qualität. Guru und Schüler werden durch Aufrichtigkeit, Besonnenheit, Wissen und Hingabe charakterisiert; beim Lehrer wird ausdrücklich Freiheit von Geldgier verlangt (I, Gurulakṣaṇam und Śiṣyalakṣaṇam).
- Der Mensch steht nicht außerhalb der göttlichen Wirklichkeit. Die Welt wird als Leib Paramaśivas verstanden; Erkenntnis erschließt das eigene wahre Wesen (I, Traipurasiddhāntaḥ).
- Darbringung besitzt eine innere Dimension. Sinne, Erfahrung, Bewusstsein und Selbst werden als Bestandteile eines inneren Opfers betrachtet; im Parākrama werden die Tattvas geistig dargebracht (I, Sarvasārabhūto dharmaḥ; VI, Devyāṃ akhilatattvahomabhāvanam).
- Hingabe und Erkenntnis gehören zusammen. Die Blütenregeln münden in die Betonung der Bhakti, während die Lehre auf unmittelbare Erkenntnis und Befreiung zielt (VII, Sarvasyaitasyāpavādaḥ; I, Sarvasārabhūto dharmaḥ).
Fünf Anregungen für Yoga-Aspiranten
Diese Anregungen übertragen Grundgedanken des Werkes auf eine allgemein zugängliche Alltagspraxis. Die besonderen Dīkṣā-, Nyāsa- und Āvaraṇa-Rituale werden in ihrer jeweiligen Tradition erlernt.
- Gib deiner Praxis einen verlässlichen Platz. Wähle eine tägliche Zeit, die du gut einhalten kannst. Beginne mit einer kleinen, tragfähigen Übung. Begegne ihr auch an gewöhnlichen Tagen mit derselben Zuwendung: Heute ist eine Gelegenheit, die Verbindung zum spirituellen Weg zu pflegen.
- Bringe eine einfache Gabe bewusst dar. Eine Blume, ein Glas Wasser oder ein Licht kann deine Dankbarkeit ausdrücken. Halte einen Augenblick inne und mache dir bewusst, wem du die Gabe widmest. Lass die äußere Handlung von innerer Hinwendung begleitet sein.
- Wiederhole ein vertrautes Mantra mit Aufmerksamkeit. Übe Japa entsprechend der Anleitung, die du erhalten hast. Höre den Klang und verweile bei der göttlichen Gegenwart, auf die er dich ausrichtet. Wenn Gedanken abschweifen, kehre geduldig zurück.
- Lass auf die Worte Stille folgen. Sitze nach Gebet oder Japa einige Minuten still. Nimm wahr, wie Empfindungen und Gedanken auftauchen und vergehen. Verweile bei der einfachen Tatsache, dass du dir dieser Erfahrungen bewusst bist.
- Bringe deinen Tag innerlich dar. Erinnere dich abends an etwas Gelungenes und an etwas, das noch unvollkommen blieb. Danke für das Empfangene und formuliere eine aufrichtige Absicht für den nächsten Tag. Auch Lernbereitschaft kann Ausdruck von Hingabe sein.
Der Alltag als Raum der Verehrung
Am Ende der vielen Mantras, Darbringungen und Regeln steht ein schlichter Satz: „Hingabe ist hier der entscheidende Grund.“ Nach den ausführlichen Bestimmungen über Blumen führt der siebte Ullāsa die Aufmerksamkeit auf die innere Haltung zurück. Die Gabe erhält ihren Sinn in der Beziehung zur Gottheit.
Auch die Lebensführung gehört zu dieser Hinwendung. Andere Wege achten. Besitz nicht allein für den eigenen Genuss erwerben. Aufrichtig sprechen. Die tägliche Verehrung fortsetzen. Das eigene wahre Wesen erkennen. Solche Aussagen geben der geistigen Suche eine Richtung, die bis in den Umgang mit Menschen und in die kleinen Entscheidungen eines Tages reicht.
So lässt sich der Titel „tägliches Fest“ als Einladung hören, dem Heiligen beständig Raum zu geben. Ein Morgen kann mit Erinnerung beginnen, eine Handlung von Aufmerksamkeit getragen sein, ein Abend in Dankbarkeit ausklingen. Diese heutige Annäherung nimmt die Haltung des Werkes auf: das Leben mit Bewusstheit und Hingabe zu durchdringen.
Umānandanātha bringt schließlich sein eigenes Buch als „Opfer der Worte“ dar. Er bittet um Berichtigung seiner Irrtümer und wünscht, dass Lalitā in der Gestalt seines Lehrers durch die Arbeit erfreut werde. Sein Abschluss verbindet Gelehrsamkeit mit Demut und Bhakti. Auch das Lesen kann in diesem Geist geschehen: einen Satz sorgfältig aufnehmen, ihn im Herzen bewegen und das Erkannte im Leben wirksam werden lassen.
Möge aus dem Lesen Sammlung erwachsen, aus der Sammlung Hingabe und aus der Hingabe die Bereitschaft, das eigene wahre Wesen zu erkennen.
Videos
Der folgende Beitrag ergänzt die Erläuterungen zum Shri Yantra und zur Verehrung. Weitere Videos stehen bei den Abschnitten über Shri Chakra und Tripura Sundari.
Shri Yantra und Verehrung
- Sri Vidya
- Tripura Sundari
- Lalita
- Shri Chakra
- Shakti
- Guru und Diksha
- Mantra, Bija und Japa
- Nyasa, Puja, Homa und Tarpana
- Parashurama Kalpasutra
- Yogini Hridaya
- Nitya Shodashikarnava
- Vamakeshvara Tantra
- Bhavana Upanishad
- Kama Kala Vilasa
- Varivasyarahasya
- Dakshinamurti Samhita
- Lalita Sahasranama
- Tripura Rahasya
- Kularnava Tantra
- Tantraloka
- Selbstverwirklichung
Literatur
- Umānandanātha: Nityotsava. Herausgegeben von A. Mahadeva Sastri. Gaekwad’s Oriental Series XXIII, Baroda 1923. Erstauflage.
- Umānandanātha: Nityotsava. Supplement to Paraśurāma-Kalpa-Sūtra. Herausgegeben von A. Mahadeva Sastri, revidiert und erweitert von Swami Trivikrama Tirtha. Dritte Ausgabe, Oriental Institute, Baroda 1948. Grundlage der hier verwendeten elektronischen Fassung.
Die zweite Ausgabe wird im Vorwort der dritten Ausgabe mit 1930 angegeben; das darin abgedruckte Vorwort Trivikrama Tirthas ist auf den 13. Januar 1931 datiert. Die bibliographischen Angaben sind daher mit dieser Abweichung zu lesen.
Weblinks
- Nityotsava bei E-Bharatisampat: elektronische Gesamtfassung
- Nityotsava bei E-Bharatisampat: zweite elektronische Erfassung in Einzelseiten
- Nityotsava: öffentliches Digitalisat der Baroda-Ausgabe im Internet Archive
- Yoga
- Meditation
Textgrundlage und Editionsweise
Grundlage der deutschen Übersetzung ist die elektronische Sanskrit-Gesamtfassung von E-Bharatisampat nach der dritten Baroda-Ausgabe von 1948. Die zweite elektronische Erfassung wurde zur Klärung auffälliger Stellen und zur Ergänzung einer Auslassung im zweiten Ullāsa herangezogen. Diese Ergänzung umfasst die Fortsetzung des Japaabschnitts, den Gaṇeśahymnus und die Suvāsinīverehrung und ist an der betreffenden Stelle gekennzeichnet.
Die Ausgabe enthält die sieben Ullāsas mit ihren Kolophonen und der Schlusswidmung. Die deutsche Gliederung folgt der Sachfolge des Sanskrittextes; umfangreiche Aufzählungen sind zum Teil als Listen oder Tabellen gesetzt. Zitate und Erläuterungen, die Umānandanātha selbst einbezieht, gehören zum übersetzten Werk. Vorworte, Editionsanmerkungen und Herausgeberanhang werden davon getrennt. Die in der Vorlage eingeklammerte Passage zur Ajapa-Gāyatrī bleibt als besonders gekennzeichneter Textbestand erkennbar.
Die elektronischen Vorlagen enthalten Erfassungsfehler. Unsichere Lesarten und nicht zuverlässig übersetzbare Stellen werden lokal erläutert. Mantras bleiben als Textzeugnisse erhalten; beschädigte oder verschlüsselte Silbenfolgen werden nicht zu vermeintlich gesicherten Rezitationsformeln ergänzt. Die IAST-Fassung ist eine regelbasierte Umschrift derselben Devanagari-Grundlage, keine unabhängige Überlieferung.
Es handelt sich um eine Lese- und Dokumentationsausgabe. Textübernahme, Gliederung, Auswahlstellen und MediaWiki-Format wurden geprüft. Eine vollständige Kollation mit dem Druck oder mit Handschriften sowie eine unabhängige philologische Begutachtung liegen nicht vor. Der Scan der Baroda-Ausgabe steht für weiterführende Lesartprüfungen zur Verfügung.
Quellennachweise
- ↑ 1,0 1,1 Umānandanātha: Nityotsava. Herausgegeben von A. Mahadeva Sastri; revidiert und erweitert von Swami Trivikrama Tirtha. Gaekwad’s Oriental Series XXIII, dritte Ausgabe, Oriental Institute, Baroda 1948. Besonders die Vorworte und die Schlussverse des siebten Ullāsa. Digitale Fassung bei E-Bharatisampat.
Verschiedene Schreibweisen für Nityotsava
Hier verschiedene Schreibweisen dieses Sanskritwortes: Nityotsava auf Devanagari wird geschrieben " नित्योत्सव , in der wissenschaftlichen IAST Transliteration mit diakritischen Zeichen wird dieses Wort geschrieben " nityotsava ", in der Harvard-Kyoto Umschrift " nityotsava ", in der Velthuis Transkription " nityotsava ", in der modernen Internet Itrans Transkription " nityotsava ", in der SLP1 Transliteration " nityotsava ", in der IPA Schrift " nit̪joːt̪səvə ".
Video zum Thema Nityotsava
Nityotsava ist ein Wort aus der Sanskrit Sprache, der Sprache der Veden, Puranas und Itihasas. Sanskrit ist auch die Sprache von Ayurveda und Yoga. Hier ein Video zu diesem Thema:
Ähnliche Sanskrit Wörter wie Nityotsava
Hier einige Links zu Sanskritwörtern, die entweder vom Sanskrit oder vom Deutschen her ähnliche Bedeutung haben wie Nityotsava :
Sanskrit Wörter alphabetisch vor Nityotsava
Sanskrit Wörter im Alphabeth nach Nityotsava
Sanskrit Wörter ähnlich wie Nityotsava
Quelle
- Otto Böhtlingk: Sanskrit-Wörterbuch in kürzerer Fassung. Sankt Petersburg, 1879-1889
- Otto Böhtlingk und Rudolph Roth, Sankt Petersburg 1855-1875
Diese beiden Sanskrit Wörterbücher werden auch als Petersburger Wörterbücher bezeichnet.
Siehe auch
Zusammenfassung Sanskrit-Deutsch
Nityotsava Deutsche Übersetzung
Das Sanskrit Wort Nityotsava kann übersetzt werden ins Deutsche mit am Anfange eines Comp. beständige oder regelmäßige Feste.
am Anfange eines Comp beständige oregelmäßige Feste Sanskrit Übersetzung
Deutsch am Anfange eines Comp beständige oregelmäßige Feste kann übersetzt werden ins Sanskrit mit Nityotsava. Andere Möglichkeiten der Sanskrit Übersetzung siehe unter am Anfange eines Comp beständige oregelmäßige Feste Sanskrit.
Seminare
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